irr. J60 Erstes Blatt e p o f am Benmarf f ee hervorge- us-me starke Explosion zerstörte das gesamte Mr- Im il und 30 Häuser in der Umgebung. Zur hilfe- lis'ung herangezogene Truppen versuchten ver- xboiick, an den Unglücksort heranzukommen. Die ip'Uter der zu vielen Hunderten explodierenden (tecnaten und Torpedos suchte die ganze Umgegend kirn. Vie Ortschaft Mount-Hope ist völlig oet- litztek. Die Lairdstraßen sind mit Fliehenden über- Isill'l, die zunächst annahmen, daß es sich um ein (rtebeben handle. In Rotlazaretten sind Hunderte m verwundeten verbunden worden. Die um- landen Hospitäler sind überfüllt. Die ganze Ge- xiu) gleicht einem Schlachtfeld. Had) den im Laufe der Rächt gemachten Fest- Hangen sind von der Besatzung des explodierten Üc-cinearsenals drei Personen getötet und piiidjen 50 und 100 verwundet worden, während !) noch vermißt werden. Line zuverlässige Fest- llimg der Zahl der Opfer wird erst nach völliger laichführung der Aufräumungsarbeiten möglich iim Dort, wo sich das Hauptgebäude des Muni- msmagazins befand, ist jetzt ein Trichter von 100 futz Breite und 30 Fuß Tiefe. 200 von den Ge- iiu den innerhalb des Arsenals sind zerstört. Die ja flörunqszone bedeckt einen Kreis von 15 Meilen Rabius. Die ersten Schätzungen über den Sach- |l)a:ben rechnen mit ungefähr 85 Millionen Dollar. Die Explosionskatastrophe übertrifft die Ex° 4 fbiion von Black-Tom, bei der über 100 Dahn- tigen Dynamit aufgeflogen sind. Das explodierte ^writionsdepot enthielt ein Zehntel der gesamten 2n.nitionsvorräte der amerikanischen Marine, fftcchdem um 5 Ufjr nachmittags die erste Explo- litir erfolgt war, flog im Laufe der Rächt auch Rest der Vorräte in die Luft. Auch m in der Rahe gelegenes Munüionsdepot der ^erikanischen Armee ist in die Luft geflogen, ■h diesem dauern jitr Zeit die Explosionen noch tr. Doch ist bisher der Hauptteil der Vorräte in kit Armeedepot von der Katastrophe noch nicht «Mt worden. Die in der Rähe gelegenen Ort-- lüften Mount Hope und Denmark sowie -HLreiche von Touristen errichtete Zeltlager fir.t» zerstört worden. 3m Umkreis von über 5 Meilen wurden die Fenster zerstört. Die Ex- ^sion überschüttete die Gegend meilenweit mit Äwmgstücken, wodurch zahlreiche Auto- lüHrer verletzt wurden. Es wird erwartet, daß auch das Munftions- I«4«r der amerikanischen Armee im Werte von 4' Millionen Dollar, das bereits von der Ex- Hjfion betroffen wurde, seiner völligen 3er» r- r-jng entgegengeht und daß die Explosionen rrrc noch lagernden Vorräten sich während !6e5 ganzen Woche fortsehen werden, '^lizeiautos durchfuhren die Ortschaften der Um» jb ung und forderten die Bewohner auf. die .zä.user zu verlassen, da die Gefahr des 4i nstürz es drohe. Selbst in dem durch eine iiggelfette geschützten Dover herrschte Panik, ■ihc: enorme Hitze und der Regen explodierender r-ötcixaten erschwert die Annäherung an die riesige nocndstatte. Das Marinedopet allein bedeckt über $ Acres und enthalt etwa 200 Magazin- und %'M>altungsgebäude. Der erste Eindruck, den die 2i- ikung der Explosion in ganz Reujersey hervor- ■ luf war der, daß einErdbeben stattgefunden . -hib«. Als der Blitz in das Marinedepot ein» (einig, passierten zwei Automobilisten mit ihren Domen gerade den Eingang. Sie wurden mit ’ Besetzungen in das Hospital Don Dover ein» vgilüefert und erzählten, daß sofort nach den Ai -schlag drei Riesenexplosionen ein» lullen, durch die ihr Wagen in den Graben oesschleudert wurde. Durch den herrschenden sünnischen Wind wurde das Feuer rasch weiter ?(Breitet. Die auffliegenden Granaten der Vor- nla schlugen in Kisten mit Schießbaumwolle ein, auf dem Grundstück des Munitionsdepots der Irmee im Freien lagerten. Ein militärischer 5 v-rdon ist um ein Gebiet von 16 Quadrat» neiJen gezogen worden, das als Gefahrenzone itMchiet wird. England und die Dominions. Kapstadt, 11. Juli. (Wolff.) Nachrichten aus Ipnoria zufolge wird die Regierung der südafri- Itcii chen Union die Anträge Kanadas und des iri-- Wrn Freistaates, die auf der nächsten Reichskonfe- uaz gestellt werden soll»«, denen zufolge in Zukunft jilHeneralgouverneuren Staatsmän» ii:a ber betreffenden Dominions selbst l! mannt werden sollen, unterstützen. Die Regie- ifing der südafrikanischen Union wird ferner auch Ün Vorschlag unterstützen, wonach in Zukunft die ! bnrinions die Kosten für ihre Vertretung bei der ifciastonferend seldst tragen sollen, um auf diese i|ei |e di^ Stellung ihrer Vertreter, die bisher Gast lk britischen Regierung waren, freier zu ge- Plbtn. Das Reichsehrenmal. Weimar, 10. 3uli. (WB.) Der Ausschuß , M Vorbereitung der Errichtung eines Ehren» "fitis für die im Weltkriege Gefallenen hielt am ifa-t seiner Desichtigungsreise in Weimar : inttfe-t dem Vorsitz des Aeichsinnenministers Dr. eine abschließende Sitzung ab. Rach forg* IKiser Prüfung aller Projekte kam der Aus» IH4uB zu folgendem Entschluß: „Als Ehrung für Die Stabilisierung in Frankreich. Eaillaux' Sieg. Em Schlußkampf, der bis um die vierte Morgenstunde in der französischen Kammer anbauerte und bis zum Ende die lebhaftesten Diskussionen hervorrief, — dann endlich die Abstimmung über das von der Regierung verlangte Vertrauensvotum, die 22 Stimmen Mehrheit für das Kabinett ergibt. Dieser große Kampf, den Driand-Caillaux für ihren Stabilisierungsplan durchgefochten haben, hat wenigstens die lang erwünschte Klärung gebracht. Bei aller Höflichkeit der Form, die in den langen Debatten hervortrat, wobei frühere Gegner einander plötzlich als neue Verbündete erkannten, war der Streit erbittert, der hier um die nächste wirtschaftliche Zukunft Frankreichs durchgefochten wurde — ein Ereignis, dessen Bedeutung weit über alle sonstigen Geschehnisse der Tagespolitik hinausreicht. Das sozialistische Projekt der Kapitals- a b g a b c dürfte endgültig vom Programm der französischen Regierung gestrichen sein, man hat eine Entscheidung gesucht und gefunden, die auf der Erkenntnis basiert, daß eine Stabilisierung nur durchgeführt werden kann, wenn Frankreichs Schulden ins Reine gebracht werden. Diese wesentliche Wendung, die Eaillaux herbeigeführt hat, könnte vielleicht dazu beitragen, den Einfluß, den die Gläubigerstaaten auf Frankreich, seine Wirtschaft und Politik, in Anspruch nehmen, bedeutend zu verstärken. Das wiederum aber würde zu einer heilsamen Beschränkung der immer noch vorhandenen imperialistischen Bestrebungen der verschiedenen rechts orientierten Gruppen führen, die auch heute noch, wenn sie wieder in die Lage versetzt wären, das Steuer der Regierung zu ergreifen, den, letzten Sou opfern würden, um Frankreichs „Glorie" und militärisches Prestige nach allen Seiten erobernd zu verbreiten. Vertrauen und Vollmachten hat die Regierung gefordert. Eaillaux hat selbst erklärt, daß das Kabinett bei dem gegenwärtigen Stand der Lage mit feiner großen Mehrheit rechnen könne, dazu aber seiner Ueberjeugung temperamentvoll Ausdruck gegeben, daß diese Mehrheit beständig wachsen werde. Damit hat er unzweifelhaft einen in parlamentarisch regierten Ländern aufgebrachten Mut bewiesen, indem er mit einer in diesem Falle nicht uw- bedenklichen Sicherheit die volle Verantwortung für das Gelingen oder Mißlingen seines Werkes ganz für sich selbst und Driand in Aw- sprach nahm. Bei den Verhandlungen, die Eaillaux in der nächsten Zeit mit Washington und London zu führen gedenkt, wird e3 sich im wesentlichen; darum handeln, die grundsätzliche Basis der ge» samtfranzösischen Schuldenregelung festzulegen. Eaillaux soll bereits dem Schatzamt in Washington gegenüber die von dort gewünschten weitgehenden Zugeständnisse gemacht und somit die von ihm selbst seinerzeit verteidigte Position endgültig auf gegeben haben. England gegenüber hat Eaillaux anscheinend den Erfolg zu verzeichnen, daß die von ihm selbst tm Vorjahre angebotene Durchschnittsairnuität von I2V2 Millionen Pfund als Grundlage festgehalten und darüber hinaus von feiten Englands eine „Schuhklausel" gewährt wird, auf deren Bewilligung man in Frankreich von jeher außerordentlich hohen Wert legte. Wenn nun diese Generalbereinigung des französischen Schuldkontos in Amerika und England als erster großer Erfolg der Sanierungsaktion gebucht werden kann, wenn ferner die von Frankreich gewährten Rückzahlungserleichterungen noch in den Schuldenvertrag mit Amerika hereingebracht werden können, wird die zweite große Aufgabe für das Kabinett darin bestehen, die für die Währungssanierung notwendigen A u s l a n d k r e d i t e zu gewinnen. In der Zwischenzeit hofft Eaillaux auf Grund des erstatteten Gutachtens der Sachverständigen und entsprechend den von letzteren gemachten Vorschlägen seine Finanzpolitik so einrichten zu können, daß er mit den aus den neuen Steuern usw. gewonnenen Erträgen die Bilanz in der Schwebe hält. Nun wird ja unzweifelhaft gerade die Erledigung dieser S t e u e r f r a g e bei der starken Opposition, die von den Sozialisten in jeder Richtung -acm Programm entgegengebracht wird, noch eine Fülle von Schwierigkeiten und Verwicklungen mit sich bringen. Eaillaux hat die Zusicherung gegeben, daß er seine Maßnahmen nicht der Kontrolle des Parlaments entziehen will. Er will vielmehr alle seine Vorschläge im Finanzausschuß vorlegen und — so oft es irgend möglich ist — mit der Kammer beraten. Zunächst aber ist es für ihn das Wesent- die gefallenen Helden im Weltkriege schlägt der Ausschuß in erster Linie einen Ehrenhain im Herzen Deutschlands, wie er in der Gegend Don Berka bei Weimar gegeben ist, vor." Daneben wurde Don gewichtigen Stimmen auch das Projekt der Toteninsel von Lorch im Rhein für eine würdige Form der Heldenehrung gehalten. (Anmerkung des WTD.: Es handelt sich hier um einen Vorschlag des Reichsratsausschusses, über den das Reichskabinett endgültig zu entscheiden haben wird.) Ein deutsches U-Boot-Denkmal. Kiel, 11. 3uli. (WB.) Auf dem Gelände der den Eingang zur Kieler Förde beherrschenden ehemaligen Möltenorter Schanze wurde heute lichstc, daß er für die einleitenden Maßnahmen, welche die Voraussetzung für die ganze weitere Sanierung bilden, eine Mehrheit gefunden hat. Für den deutschen Beobachter bilden die ganzen Vorgänge in Frankreich ein äußerst lehrreiches Kapitel, weil sie zeigen, daß Persönlichkeiten, die wirklich für die reale Beurteilung der Lage kühle Sachlichkeit und praktisches Handeln aufzubringen wissen, immerhin heute, wenn auch schwer kämpfend, einer maßvolleren Politik den Weg zu ebnen vermögen. Diese Einsicht war nicht vorhanden, als der Siegesübermut den Rationalisten jedes richtige Augenmaß nahm und allein die Gewalt mit all den schädlichen Auswirkungen brutaler Lieberheblichkeit am Quai d'Orsay den Ausschlag gab. In diesen Zeiten, in denen Poincares Sonntagsreden das Programm diktierten, war es den politischen Blendern und Abenteurern, denen Frankreichs Geschicke anvertraut waren, möglich, die eigenen Mitbürger über jeden finanziellen Verlust oder materiellen Ausfall mit einer wegwerfenden Bemerkung hinwegzutäuschen: „der Boche zahlt alles!" Dieser Taumel ist vorüber. Das neue Frankreich ist zur Rüchternheit in finanzpolitischer Hinsicht gezwungen worden. — Wird es vielleicht in der weiteren Entwicklung auch zu realer politischer Rüchternheit zurück- kehren? Eaillaux fliegt nach London. Paris, 11. Juli. (Sil.) Trotz des späten Ausganges der Kammersitzung ist Samstagvor- mittag ein Kabinettsrat zusammengetreten. Finanzminister Eaillaux wurde von seinen Ministerkollegen zu seiner entschlossenen Haltung vor der Kammer und seinen erfolgreichen Interventionen lebhaft begrüßt. Bei Ausgang der Sitzung erklärte Briand wörtlich: „Wenn man endlich darauf verzichten wollte, uns mit neuen Interventionen zu Leibe zu rücken und uns Mittel an die Hand geben würde, daß wir in Ruhe an die Arbeit gehen können, so glaubt die Regierung versichern zu tonnen, daß das Land die gegenwärtige schwierige Lage überstehen wird, doch nur unter dieser Bedingun g." Eaillaux wird Mvntagfrüh mit dem Flugzeug nach London fahren, um die im August unterbrochenen Schuldenverhandlungen mit Churchill wieder aufzunehmen. Man erwartet von der Aussprache der beiden Finanzminister ein rasches und entscheidendes Ergebnis. ,Es wird angenommen, daß Eaillaux bereits wieder am Dienstag in Paris sein wird. Eine Kundgebung der Kriegsteilnehmer. Gegen das Schuidenabkouimen mit Amerika. Paris, 11. Juli. (WTB.) Heute vormittag hat die Vereinigung der ehemaligen Kriegsteilnehmer ihre von der Regierung zugelasfene Kundgebung veranstaltet, um eine M i l- derung des Washingtoner Abkommens über die französischen Schulden zu erreichen. Der endlose Zug, der vom Triumphbogen ausging, zählte etwa 20 000 Teilnehmer aus allen Teilen Frankreichs. Am Denkmal für die amerikanischen Kriegsteilnehmer wurden Blumen niedergelegt. Am Washington-Denkmal ereignete sich ein kleiner Zwischenfall. Trotz des Verbots versuchten die Teilnehmer an der Kundgebung eine Marmorplatte an diesem Denkmal abzulegen. Dies wurde von den anwesenden Polizeikräften verhindert. Es gelang den Teilnehmern des Zuges jedoch, die Platte niederzulegen. Sie enthält eine Inschrift, in der sich die französischen Frontkämpfer direkt an das amerikanische Volk wenden und erklären, sie wünschten nicht, daß ein Abkommen abgeschlossen werde, das den Ruin Frankreichs und den Verlust feiner Unabhängigkeit zur Folge haben würde. Die französischen Frontkämpfer verlangen vielmehr, daß das amerikanische Volk die Frage der Schuldenregelung nochmals einer Prüfung unterziehe. Dieser Text war auf der Tafel auch in englischer Sprache angebracht. An der Kundgebung haben auch eine Anzahl Abgeordneter der rechtsstehenden Parteien teilgenommen. Außerdem nahmen Vertreter der Action Franxaise und Vertreter der Frontkämpferorganisation der Faszisten in ihren blauen Hernoen daran teil. Die Kundgebung nahm außer einigen Schmährufen gegen amerikanische Touristen, die auf einem Auto den Weg kreuzten, einen ruhigen Verlauf. Der Ordnungsdienst der Frontkämpfer unterdrückte rasch diese Rufe. Die amerikanische Botschaft in der Nähe des Denkmals Washingtons war von einem starken Polizeiaufgebot umgeben. mittag die Grundsteinlegung zum Ll-Doot-Ehren- mal unter sehr zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung von Kiel und der Förder Orte in feierlicher Weise Dolhogen. Zu der eindrucksvollen Feier hatten sich viele Offizere und Mannschaften der einstigen Ll-Booftvasfe sowie Abordnungen der im Hafen liegenden Flottenteile, die Spitzen der Marinebehorden, sowie zahlreiche. Deputationen aus nah und fern eingefunden. Das Denkmal wird die Gestalt eines massigen, in schlichter Form gehaltenen 28 Meter hohen Turmes mit terrassenartigem Vorbau erhalten und von einem durch ein 41-Doot und ein Seerohr gebildetes Kreuz gekrönt sein. Das Ehrenmal der Berliner Universität. Berlin, 10. Juli. (TU.) Im Garten der Berliner Wilhelmsuniversität wurde heute mittag das von Professor Lederer geschaffene Denkmal für die Gefallenen der Universität in Gegenwart des Reichspräsidenten v.Hindenburg feierlich enthüllt. Der weite Raum des Gartens war voller Menschen. An der Front des Denkmals nahmen die Ehrengäste der Universität Platz. Neben dem Reichspräsidenten, der in großer Feld- marschallsuniform erschienen war, sah man Reichskanzler Marx, Reichswehrminister Dr. Geß - l e r und andere Minister des Kabinetts, Admiral Zenker und Generaloberst v. Seeckt, den preu« ßischen Kultusminister Dr. Becker, sowie Rektor, Senat und Dozentenschaft der Universität. In weitem Umkreis um das noch verhüllte Denkmal nahmen die Chargierten der studentischen Korporationen mit ihren Fahnen Ausstellung. Nach einleitenden Musik- und Gesangsoorträgen hielt der Vertreter der deutschen Studentenschaft cand. jur. Linke die Gedächtnisrede. Er hob hervor, daß die deutsche Studentenschaft sich den Glauben an die Ehre und Freiheit nicht nehmen lasse. Der Geist des Himmel- stürmenden Idealismus, der in den gefallenen Helden läge, könne nicht vergessen werden. Rach einigen Worten des Reichspräsidenten senkte sich die Hülle des Denkmals. Ein Krieger, ermattet vom Streit umgefunken, ist 'rrade im Begriff, sich auf den Schild gestützt, wieder zu erheben. Den Hintergrund bil en Die., gewaltige Steinsäulen, deren Spitzen ein großes Eisernes Kreuz zeigen. Auf diesen vier Säulen sollen die Namen der gefallenen Studenten, Professoren, Derwaftungsbeamten usw. eingemeißelt werden. Der Ehor intonierte Carl Maria von Webers „Leis' wandeln wir" und der Sprechchor der Studentenschaft sprach sehr eindrucksvoll das Requiem „Seele! Vergiß die Toten nicht!" Der Rektor der Universität, Professor! Dr. P 0 m p e ck i, nahm dann mit feierlichen Worten das Denkmal in die Obhut der Uni» versität und dankte denjenigen, die an dem Zustandekommen dieses Dankeszeichens mitgearbeitet hatten. Er dankte dem Reichspräsidenten, der durch fein Erscheinen der Feier eine besondere Weihe verliehen habe, „Tlnsere Helden waren Ihre tapferen Soldaten", rief er zum Feldmarschall gewandt, der bewegt zustimmte. Den nächsten Weihespruch sprach Geheimer Kon- siftorialrat Professor D. Seeberg, der die deutsche akademische Jugend zu einiger Tat aufrief und ihr als Sinn des Denkmals das truhige deutsche „Dennoch!" vorhielt. Die studentischen Chargen defilierten dann unter den Klängen der voldatenliÄ>er „Ich haft' einen Kameraden", „Morgenrot, Morgenrot" und „Es geht bei gedämpfter Trommel Klang" vor dem Denkmal und senkten die Fahnen. Zahlreiche Kränze wurden dann am Denkmal niedergelegt, u. a. auch von deutsch-ausländischen Akademiker- Gruppen. Mit der ersten Sftophe des Deutschlandliedes schloß die erhebende Feier. Unmittelbar nach Schluß sauste plötzlich ein Flugzeug in geringer Höhe über den Garten und lieh einen Kranz vor dem Denkmal nieberfallen. Der Reichs- Präsident mit seiner Begleitung verließ an den spalierbildenden Korporationen und Zuschauern vorbei die Universität. Jugend und Sport. Der Reichskanzler bei beit deutschen Kampfspielen in Köln. Köln, 11. Juli. (WB.) Rach Abschluß der Zweiten Deutschen Kampfspiele, über die wir in unserem Sportteil ausführlich berichteten, hielt Reichskanzler Dr. Marx eine Rede, in der er zunächst namentlich den Siegern der Kampfspiele die herzlichsten Grüße des Reichspräsidenten übermittelte, der besonders lebhaft mit ihm das Programm dieser Woche besprochen habe und es lebhaft bebaute, dringender Pflichten wegen in Berlin zurückgehalten zu sein. Der Reichskanzler führte etwa aus: Ich gehe von hier nach Berlin zurück. Es soll mir keiner mehr, weder in Berlin noch sonst in deutschen Landen, von Pessimismus und Mißmut sprechen. Frohen Herzens gehe ich von hier weg. Wir haben schwere Jahre hinter uns. Schwere Sorgen der Gegenwart liegen vor uns. Aber die Zukunft erstrahlt in schönstem Lichte. Wir haben eine Jugend, auf die wir uns verlassen können. (Langanhaltender Beifall.) Der deutsche Name gewinnt von Tag zu Tag mehr an Ansehen und Achtung in der ganzen Welt. Die Nebel, die über dem Ruhm des deutschen Landes lagen, haben sich zerstreut. Abgesehen von vielen anderen sind namentlich in den letzten Wochen und Monaten unsere Sportfreunde dabei, den Ruhm Deutschlands auch durch die Pflege des Sports im schönsten und edelsten Sinne des Wortes im Auslande zu heben und 3U vertiefen. Allen fei Dank, die draußen im Auslande diesen Ruhm zu vermehren geholfen haben. Es lebt das alte, treue, gute, kräftige, gesunde und ideale deutsche Volk! (Anhaltender Beifall!) Es ist nicht nieder zu kriegen. Gott fei Dank, die Welt hat es nötig! Das deutsche Volk hat eine Mission in der Weltgeschichte zu erfüllen. Wir, die wir die schönen früheren Zeiten erlebten, wir flehen jetzt hoffnungsvoll und hoffnungsfreudig vor un|erer Jugend, die nicht mehr irgendwie durch soziale, wirtschaftliche und Stanoesunterschiede aus- einandergezerrt ist. 3m Sport, da wollen wir uns vereinigen und wieder stählen und unsere Gesundheit pflegen. Alles andere tritt zurück. Dem deutschen Ratio-» albewutztsein wollen wir dienen, und so, meine Damen und Herren, wollen wir den Siegern, die jetzt vor uns stehen, herzlichst danken. Danken wollen wir der Tugend, die uns wieder Mut einflößt und die uns ein Beispiel darbietet, das hoffentlich gute Früchte bringt, und, ich glaube, ich darf Sie alle, die Sie so zahlreich versammelt sind, bitten, mit mir einzustimmen in den Ruf: Unsere deutsche Jugend sie soll leben hoch, hoch, hochl Rach dem Reichskanzler führte Staatssekretär z. D. Dr. Lewald aus: Die Zweiten Deutschen Kampfspiele haben ihr Ende erreicht. Eine Woche grober heihum- strittener Kämpfe und erhebender Tage liegt hinter uns, voller Bewegung danken wir unserem ehrwürdigen Reichspräsidenten, der uns zuni Beginn und soeben durch Reichskanzler Dr. M a r x ausgesprochen hat, das) er ein Bannerträger unserer Bewegung ist. um uns zu versichern, daß die deutsche Reichsregierung die grobe Kulturbewegung, der wir dienen, mit aller Kraft unterstützt. Wir danken der Stadt Köln, ihrem Oberhaupt und seinen Mitarbeitern für die herrlichen Stätten des Kampfes, die sie dem deutschen Sport bereitgestellt haben. Aus allen Gebieten der Leibesübungen waren die Besten nach Köln geeilt, in einem Wettstreit die Sieger zu küren. Alle Kämpfe zeugten von Kraft, Gesundheit und dem leidenschaftlichen W'llen der deutschen Jugend, sich zu behaupten. Ein Volk, das eine solche Jugend besitzt, kann nicht untergchen. Bor mir steht die Schar der Sieger und Siegerinnen, deren Anblicr jedes deutsche Herz neu schlagen lätzt. Gekämpft haben sie um die Ehre ihres Vereins, ihres Bundes und der Stadt der sie angehören. Als Lohn reichen wir ihnen den Eichenkranz und die Erinnernngs- platte aus Erz. Sie trägt als Symbol das Bild des kühnen Ringers und den .Umrifi des Domes, in dessen geheiligten Hallen diese Spiele mit Gotteswort eingeweiht wurden und dessen gewaltige Türme auf uns niederschauen. Die Ehrung, die die deutsche Turn- und Sportwelt ihnen als Kampfspielsieger zuteil werden läfit, gilt auch für ihre Genossen, die mit ihnen kämpften. Sie sind die Hüter eines hohen Kultur- weri'Wtz Vererben Sie Ihre siegreiche, bewährte Kraft lammenden GeschlechternI Ihnen allen, die Sie hier in der weiten Runde der Hauptkampfbahn versammelt sind, rufe ich ein Auf Wiedersehn bei den Dritten Deutschen Kampfspielen 1930 zu! Meine Glückwünsche für die Siegerinnen und Sieger und für die Aufgabe der Deutschen Kampf- fpiele fasse ich zusammen in dem Rus: Den Deutschen Kampfspiel-Siegerinnen und -Siegern ein dreifach donnerndes Hoch! Ausbau der Lahnregulierung. Wie uns aus Berlin gemeldet wird, haben die Abg. Dr. Stemmler (Ems), und Gen. (Zentr.), Schwarchaupt und Gen. (D. Dp.) Falk und Gen. (Dem. Partei) und Märtel und Gen. (Dn Vpt.) ini Preußischen Landtag folgenden Antrag eingebracht: Die Lahn ist bereits unter der Regierung des letzten He^ogs von Rassau zum Teil kanalisiert worden. Der preu° fiische Staat hat als Rachfolger bisher dis Vollendung nicht durchgeführt. Da jedoch die aufstrebende Industrie die Fertigstellung des Kanals als dringend erscheinen läfit, hat der Fulda-Lahn-Kanalverein im Verein Mit dem Bezirksverband Wiesbaden die Mittel gesichert. In die Finanzierung ist ein Zuschuß des preußischen Staates von 1,26 Millionen eingestellt. Der Landtag wolle beschließen, das Staatsministerium zu ersuchen, für den Ausbau der Lahnkanalisierung ein Darlehen in der Höhe von 1,26 Mill. Reichsmark aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge zu gewähren. Das französisch-spanische Marokko-Abkommen. Paris, 11. Juli. (WTB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, haben gestern die französischen und spanischen Delegierten für die Marollo-Verhand- lungen das Abkommen betreffend die Befriedung Marokkos und die Einrichtung eines nachbarlichen Regimes zwischen der französischen und spanischen Zone unterzeichnet. Für Frankreich vollzog Marschall Petain und der Generalsekretär im Ministerium des Aeußern, Philippe Berthelot, für Spanien der spanische Botschafter in Paris, Quinones de Leon und General Jordans, der Leiter der Marokko- angclegenfieiten im spanischen Außenministerium, die Unterschrift. Das Abkommen regelt den Grenzverkehr zwischen den beiden Zonen sowie die Frage der Ueberwachung der Land- und Seegrenzen. Die Frage der Aufenthaltsbestimmung für Abd e l Krim ist in dem Abkommen nicht geregelt. Die Verhandlungen der beiden Delegationen sollen, wie es in der Aeuherung der Agentur Havas heißt, auch in dieser Frage zu einer vollständigen Uebereinstimmung zwischen beiden Parteien geführt haben. Es ist so gut wie sicher, daß Abd ei Krim nach Madagaskar gebracht werden würde. Der Sultan von Marokko in Frankreich. Paris, 11.Juli. (WB.) Heute nachmittag ist in Toulon an Bord eines Panzerkreuzers her Sultan von Marokko Muley Iussuf ntt seinen drei Söhnen in Begleitung eines zrofien Gefolges sowie des Generalresidenten Steeg eingetroffen. Er seht heute abend die Reife nach Paris fort. Der Sultan wird u. a. der Militärparade beiwohnen, die anläßlich des Rntionalfestes am 14. Juli stattfindet. Aus aller Welt. Ein zwölfjähriger Lebensretter. In Neukölln fiel gestern nachmittag ein achtjähriges Mädchen beim Spielen ins Wasser und wurde von der Stömung abgetrieben. Ehe Erwachsene zu Hilfe kommen konnten, sprang der zwölfjährige Schuler Franz Ludwig ins Wasser and rettete das Mädchen unter eigener Lebensgefahr. Tagung des Reichsoerbaudes deutscher Sanitätskolonnen. Vom 23. bis 26. Juli findet in Dortmund die Tagung des Reichsverbandes deutscher (5a- nitäislolonnen vom Roten Kreuz statt. Gingeleitet wird die Tagung durch eine Werbewoche, die durch Ausstellung von Sanitätsmaterial, Vorsü- rungen und Vorträge ausgefüllt wird. Am Sonntag, dem 25. Juli, findet eine große gememiame Uebung der Sanitätskolonnen im Stadion statt. Rach mittags ist auf der Hohen Syburg eine große Kundgebung zu Ehren der im Kriege gefallenen Sanitäter vorgesehen. Am Montag wird aus dem Biedenkopf das Sanitäterheim emge- weiht. Stapellauf eines 25 000-Tonnen-Schwimmdocks. Aus der Hamburger Werft der Vulkan- werke wurde am Samstag das in einer Rekordzeit von 94 Arbeitstagen erbaute und für Bordeaux bestimmte Schwimmdock von 25000 Tonnen Tragfähigkeit vom Stapel gelassen. Das mit sechs Kreiselpumpen ausgerüstete Dock hat eine Länge von 220 Meter, eine Breite von 25 Meter und eine Seitenpontonhöhe von nahezu fünf Meter. Die Einrichtungen des Schwimmdocks ermöglichen die Troaenlegung eines Scyis- fes binnen 2 Stunden. Gewissenlose Burschen. Das Stuttgarter Schöffengericht verurteilte zwei stellungslose, schon mehrfach vorbestrafte Kaufmannslehrlinge, die einen jungen Stuttgarter einer Werbestelle der französischen Fremdenlegion in Ludwigshafen zugesührt hatten, zu fünf und vier Monaten Gefängnis. Der junge Mann war von dem Werbeoffizier wegen jugendlichen Alters zurückgewiesen worden. Hitzewelle in Amerika. In Amerika ist eine Hitze ausgebrochen, wie sie seit Jahren nicht zu verzeichnen war. Coney Island ist überfüllt. Die Menschen schlafen unter freiem Himmel. Tausende kampieren nachts im Zentralpark, anderen Parkanlagen und auf Dächern. Besuch amerikanischer Studenten. Bremen, 10. Juli. (Wolff.) An Bord des Dampfers »Bremen" vom Rorddeutschen Lloyd traf heute vormittag die zweite aus etwa 60 amerikanischen Studenten und Studentinnen zusammengesetzte Reisegesellschaft ein, um von hier aus in vier Gruppen eine Deutschlandreise zu unternehmen. Ramens des Reissbureaus der amerikanischen Studentenschaft in Paris hieß Dr. Wolfers und namcr.'S des Auslandamtes der deutschen Studentenschaft Dipl.-Ing. Wortemamr die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in Europa: bzw. in Deutschland willkommen. Vertreten ist neben anderen amerikanischen Hochschulen inä« besondere die Frauenhvchschule Wellesleh. Die Gäste weilen in Bremen und reifen morgen nach Berlin bzw. Münster, Düsseldorf und Dresden Gießener Hochschulgefellschaft. Unter der Leitung des 1. Vorsitzenden, Pro- vinzialdircktors Graes, hielt die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschulgesellschaft) gestern im Vorlesungsgebäude ihre Hauptversammlung und Fest- s i h u n g ab. 3m Anschluß an eine Sitzung des Verwaltungsrats fand in der Kleinen Aula zunächst die Hauptversammlung statt. Der Vorsitzende, Provinzialdirektor G r a e f, erstattete den Jahresbericht des Vor- standes für 1 9 2 5. In diesem wird ein- leitend der im Berichtsjahr verstorbenen Mitglieder gedacht, deren Andenken die Versammlung in der üblichen Weise durch Erheben von den Plätzen ehrte. Sodann wird dem stellvertretenden Vorsitzenden, Geheimerat Pros. Dr. Dehaghel, der nach dem Ableben des früheren 1. Vorsitzenden Iustizrat Dr. Grünewald vertreiungsweise die Geschäfte führte, Dank und Anerkennung für seine vorzügliche Wahrung der Interessen der Hochschulgesellschaft und für feine Anregungen zu deren Weiterentwicklung ausgesprochen. Am 8. Dezember 1925 hat der jetzige 1. Vorsitzende sein Amt übernommen. Der Bericht weist weiter darauf hin, daß die lang andauernde Wirtschaftskrisis und die Verarmung des Mittelstandes auch auf die Verhältnisse der Hochschulgesellschaft ungünstig eingewirkt haben. Die Zahl der Mitglieder betrug in den einzelnen Jahren. 1920 = 440, 1921 = 566, 1922 - 661, 1923 = 565, 1924 = 544, 1925 = 579, 1926 (bis 3. Juli) 658. Wenn es unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen auch schwer ist. neue Mitglieder zu gewinnen, so muß doch alle Energie ausgewandt werden, um zu den alten Freunden neue zu gewinnen. Jedes Mitglied müßte es sich angelegen sein lassen, jedes Jahr mindestens e i n neues Mitglied zu gewinnen. Mit Rücksicht auf die schwierige Finanzlage und die Wirkungen der Geldentwertung wurde der Jahresbeitrag herabgesetzt: er beträgt für ordentliche Mitglieder 10 Mk, für außerordentliche 5 Mk., für Studierende 1 Mk. im Semester. Die einmaligen Beiträge wurden ebenfalls herabgesetzt, und zwar auf 200 Mk. für ordentliche und 100 Mk. für außerordentliche Mitglieder. 3n den Reihen der Studierenden der Universität Gießen muß ständig um neue Mitglieder geworben werden. Was aus diesem Gebiete erreicht werden kann, beweist die Hochschulgesellschaft der Universität Kiel, wo über 400 Studierende Mitglieder der Hochschulgesellschaft sind. Die Bemühungen des Vorstandes, öffentliche Körperschaften als Mitglieder der Hochschulgefellschaft zu gewinnen, sind zum Teil von Erfolg gewesen. Während bisher nur die Handelskammer Gießen Mitglied war, ist es gelungen, auch die übrigen hessischen Handelskammern, Mainz. Worms, Bingen, Darmstadt, Offenbach und Friedberg, zu gewinnen. Seither gehörten der Hochschulgefellschaft nur die ober- hessischen Kreise und der Kreis Offenbach an. Aunmehr sind auch die Kreise Mainz, Worms, Oppenheim, Darmstadt, Bensheim, Groß-Gerau und Heppenheim beigetreten und der Kreis Offenbach hat seinen Jahresbeitrag von 10 Mk. aus 200 Mk. erhöht. Von dem Kreis Dieburg steht die Antwort noch. aus. Die Kreise Alzey, Dingen und Erbach haben abgelehnt, doch soll mit diesen nochmals verhandelt werden. Den Bemühungen des Kreisdirektors Herberg in Oppenheim ist es gelungen, 36 Geineinden des Kreises Oppenheim für die Hochschulgefellschaft zu gewinnen. Dies sei als leuchtendes Beispiel besonders hervorgehoben. Die Verhandlungen mit den Verbänden der verschiedenen akademisch gebildeten Beamten sind iwch nicht abgeschlossen,' bisher sind zwei Verbände dec Hochschulgefellschaft Eieigetreten. Der Bericht weist dann kurz auf die schwierige Finanzlage des Staates hin, und betont ange- sicyts dieser Tatsache: Wir müssen deshalb mit unseren bescheidenen Mitteln haushälterisch umgehen, und müssen daran denken, wieder einen gensstock anzusammeln, der es uns ermöglicht, auch große Aufgaben zu erfüllen. Der Anfang mit einer Rücklage von 5000 Mark fsi gemacht. Von dem Ministerium wurden aus dem staatlichen Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke 4000 Mark überwiesen, die entsprechend einer Anordnung der Regierung ja zur Hälfte für die Aufstellung der Röntgenanlage in: Physikalisch-chemischen Institut und zur der Kosten eines neuen Warmwasserge- wachshauses für das Botanische Institut Verwendung sanden. Der hessischen Regierung wird für diese Zuwendung Dank gesagt, und gleichzeitig die Hoffnung ausgesprochen, daß der Gesellschaft aus dem genannten Fonds auch weiterhin noch Mittel zufließen möchten. Der Bericht erinnert sodann an das harmonische Reben- und Miteinanderarbeiten der Gießener Stüdenten- hilfe und der Gießener Hochschulgesellschast, die beide aus der Rot der Zeit geborene Kinder der Landesuniversität sind. Beide Körperschaften haben schon gemeinsame Veranstaltungen unternommen und sich in den finanziellen Erfolg geteilt Um die Beziehungen noch inniger zu gestalten und das Zusammenarbeiten noch weiter auszubauen, wurde der Vorsitzende der Gießener Studentenhilfe, Prof. Dr. Eger, in den Vorstand der Hochschulgesellschaft gewählt. Pros, c ® r, hat die Wahl angenommen und Mft ebenfalls, daß dadurch das gedeihliche Zusammenarbeiten der beiden Körper- gefördert wird. 3m abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Vorträge durch Dozenten der Universität gehalten in Gießen, Alsfeld. Friedberg und Lich. Es ist beabsichtigt, auch noch an anderen Orten Vorträge zu halten. 3n finanzieller Beziehung kann das Jahr 1925 als ein Jahr langsamen Aufstiegs bezeichnet werden. Der Bericht erinnert in diesem Zusammenhang zunächst an die Schaffung des obenerwähnten Grundstocks mit einer ersten Rücklage von 5000 Mark, und teilt dann weiter mit, daß von den Geldeingängen des Jahres 1925 (Mitgliederbeiträge, eine Stiftung, Erlös aus dem Stu- dentenhilfstag) 5312 Mk. für 3nftitute und Seminare der Universität, wissenschaftliche Apparate, zum Ankauf wertvoller Handschriften und Urkunden und zum Druck wissenschaftlicher Arbeiten bewilligt wurden. Ferner wurden für Dortragszwecke 627,30 Mark verausgabt. Das Jahr 1 926 hat einen weiteren erfreulichen Aufschwung genommen. An Zuwendungen sind bis jetzt 11 400 Mark (einschl. der obenerwähnten 4000 Mark vom Hess. Staat) zu verzeichnen. Aus eigenen Mitteln der Gesellschaft wurden bisher 1837,50 Mark zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten verteilt. Zum Schluß wird allen, die mit Rat und Tat an dem Werk der Hochschulgefellschaft mitgewirkt haben, insbesondere auch der hessischen Staatsregierung, wärmster Dank abgestattet, und der Wunsch ausgesprochen, daß die schwere Wirtschaftskrise bald überwunden wird, eine Erleichterung in der Lebenshaltung unseres Volkes eintritt und damit wieder Mittel frei werden für die idealen Bestrebungen der * Gesellschaft. Es muß allen Gebildeten immer mehr zum Bewußtsein kommen, daß es sich bei der Arbeit der Gießener Hochschulgesellschast nicht um finanzielle Inter- effen handelt, sondern um die Begründung der geistigen Gemeinschaft mit dem Volke. Anschließend an die Berichterstattung wurde dem V o r st a n d und dem Derwaltungsrat einstimmig Entlastung erteilt. Einem Antrag des Vorstandes auf einige Satzungsänderungen stimmte man einhellig zu. Bei der ErgänzungswahLzum Vorstand wurde Fabrikant H. W. Rinn- Heuchelheim einstimmig gewählt, der bisher dem Verwaltungsrat angehörte. Die Reuwahlen zum Verwaltung s r a t wurden antragsgemäß erledigt. Damit war die Tagesordnung erschöpft. Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Bürker sprach dem Vorsitzenden, Provinzialdirektor Graes, den herzlichsten Dank der Tlniversität aus für seine überaus rege Tätigkeit im Interesse der Hochschulgesellschaft. Der Vorsitzende dankte für die freundliche Anerkennung ünd hob dabei die tatkräftige Mitarbeit der anderen Vorstandsmitglieder rühmend hervor. Die Festsitzung. Rach der Begrüßung des Vorsitzenden, Pro- vinziallsirektor Graef, die sich im allgemeinen an den versammelten förderungsbereiten und im besonderen an den förderungsfähigen Teil der Mitgliederschaft wandte, und einer Vorrede Seiner Magnifizenz des Herrn Rektors der Universität, die sinnvoll und bedeutungstief einen Spruch des Koran zum Motto wählte, in dem die Heiligkeit wissenschaftlicher 'Beschäftigung durch die Weisheit der Jahrtausende bewiesen wurde, aber auch mit der nicht geringeren Beweiskraft eines modernen Beispiels auf die Rot- Wendigkeit materieller Unterstützung geistiger Arbeit hmdeutete, Hub Pros. Löschcke, Trier mit seinem Vortrag an. Die Stimmung des Sonntagmorgens, die durch Entspannung der werktäglich tätigen Glieder den Geist in angenehmer Verpflichtungslosigkeit befreit und in den Stand geruhiger Aufnahmebereitschaft versetzt, formte die gestrige Veranstaltung zu einem wahrhaft sonntäglich würdigen und erbauungsvollen Ereignis. Der Löschckesche Vortrag behandelte die römische Ton- und Glasindustrie in Trier, deren Kenntnis zum größten Teil erst den jüngsten Forschungen dieses Gelehrten zu verdanken ist. Durch das Temperament seiner Rede und die spürbar große Liebe zur Sache, die sich auf den Hörenden über trug, gelang es dem Vortragenden, in bewundernswerter Weise auch den Richtarchäologen zu fesseln und vor allem durch die Klarheit und Faßlichkeit der wissenschaftlich schneidigen Diktion das Gedächtnis mit einem Gut wohlgeordneter, scharsumrissener Gestalten zu füllen. Besonderes Vergnügen machte das reiche, feingewählte Lichtbildermaterial, bas in der mangelhaften Wiedergabe irrationaler Schönheiten, wie sie gerade in der Keramik nur durch unmittelbaren Verkehr mit dem Objekt, durch körperliche Abtastung und Erfassung restlos zu durchkosten sind, wohl nicht imstande war, den routinierten Genießer zufrieden zu stellen, indessen dem Willigen und Anschauungsfreudigen mannigfachen Genuß und förderliche Anregung verschaffte. Zunächst gab Loeschcke einen allgemeinen lieber- blick über Lage, Ausdehnung und Bedeutung des römischen Trier, besonders über seine Bedeutung als Etappenmetropole, als Fabrikationszentrum mili- tärischer Ausrüstungsstücke und der dazu nötigen Materialien. Die wichtigsten sind Leder und Tuch. Nicht minder wichtig war die Fabrikation von Bier und der zu seiner Konservierung wie zur Verpfle- ßung und Verköstigung überhaupt erfoderlichen Be> yältnisse und Geschirre. Daran anschließend behandelte er eingehend Konstruktion und Form der Töpserösen und der wichtigsten, dem Töpferhandwerk dienenden Instrumente, indem er sie wirkungsvoll zu denselben Einrichtungen anderer Kulturen und Zeiten, auch der Moderne, in Vergleich setzte. Dann kam er zu den Töpfereierzeugnissen, den Gefäßen unb ihren Formen selbst. Belehrend und erkenntnisvertiefend schien die Feststellung, daß mit dem Ein« setzen der auf fabrikationsmäßigen Großbetrieb in modernem Sinne eingestellten römischen Tonindustrie in den Trierer Landen auch in den alteingesessenen Werkstätten der Ton seimf materialgerecht formschaffende Kraft aufgibt, den künstlerischen Wert des schöpferischen mit dem kommerziellen der Billigkeit vertauscht, und von nun an Gefäße aller Gattungen und Materialien in Ton nachgeahmt werden. Die Rückführung der Nachahmungen auf die nachgeahmte Originalform und ihre Gegenüberstellung gehört mit zu den wichtigsten Betätigungsfeldern der vorliegenden archäologischen Forschungs- gruppe. Eine besonders eingehende Darstellung widmete Loeschcke den Nachahmungen gläserner Vorbilder. Zum Schluß führte er dann mit einzigartiger Geistesschärfe, einer fast mathematischen Folgerichtigkeit und hoher sachgemäßer Begeisterung den Nachweis für die Existenz einer eigenen Trierer Glasjndustrie. Die wichtigsten Beweisstücke bildeten ein bei Zülpich gefundenes Glasgefäß mit einer Zirkusdarstellung, die offenbar zu dem Trierer Zirkus, dem größten dieser römischen Provinz, in Beziehung steht und ein nach Art der Glastechnik bemaltes Tongefäß mit der Darstellung der Trierer Stadtgöttin. Der Vortrag dürfte nicht zuletzt auch der zeitgenössischen öberhessischen, speziell Gießener Tonindustrie mancherlei Wissenswertes und Anreizendes gegeben haben, vorausgesetzt natürlich, daß von den betreffenden Stellen die ihnen in so freigiebiger Weise gebotene Gelegenheit wahrgenommen worden ist. Rach Loeschcke sprach Prof. Rauch, der kunsthistorische Fachvertreter unserer .Uni- versität. Er sprach an Hand eines überreichen Schatzes von Lichtbildern über ein Thema, das wohl dazu angetan ist, ganze Semester zu füllen. In anbetracht dessen war es erstaunlich, wie der Redner die ungeheure Masse des Stosses zu meistern verstand, wie er — um ein Bild zu gebrauchen — den Scheinwerfer seiner Kenntnis zielsicher und zugleich spielerisch über das unermeßliche Gebiet dahin gleiten lieh, bald weite Strecken blitzartig grell beleuchtend, in ihrem Formengehalt festbannend, hart umreißend, bald einzelne Punkte in ruhigeres, anhaltenderes Licht tauchend, sie liebevoll durchwärmend und so ein Bild entstehen ließ, das in seinem pittoresk- impressionistischen Charakter dem Wesen des Stoffes kaum angepaßter gedacht werden kann. Das Thema lautete „Von mittelrheinischer und hessischer Kunst". Rauch begann mit dem ersten großen Denkmal mittelrheinisch-sränkischer Baukunst, der durch ihn in den letzten Jahren vor dem Krieg in ihren Fundamenten wieder ausgegrabenen und nach den erhaltenen ileberreften rekonstruierten Kaiserpfalz Karls des Großen zu Ingelheim. Ausgehend von diesem gewaltigen, eindrucksvollen Werke streifte er kurz die übrigen am Mittelrhein noch erhaltenen karolingischen Bauten und leitete über zur Architektur des hohen Mittelalters, zu den Domen von Limburg, Marburg und Worms, indem er die von den beiden letzteren hergeleiteten Bauschulen als Spezialgebiete der Forschung des Gießener kunstwissenschaftlichen Instituts einer besonderen kurzen Betrachtung unterzog. Darauf wandte er sich dem Profanbau, im besonderen dem Fachwerkbau, ebenfalls einem Spezialgebiet der Gießener Forschung, zu. -Unter den aufgeführten Deick- mälern nahm das Gießener Reue Schloß mit die bedeutendste Stellung ein. Von ihm aus war der -Uebergang zum Schloßbau im allgemeinen gegeben. Münzenberg und Büdingen passierten Revue. Cs folgten die Rittergrab» mäler, die lebensgetreuen Abbilder der Menschen, die die mittelalterlichen Schlösser und Kirchen belebten. Und nun entrollte sich das abwechslungsreiche und ohnegleichen liebliche Bild der mittelrheinischen Plastik, im besonderen der Tonplastik. Als Austakt zur Behandlung mittel- rheinischer Frauendarstellungen erschien die Madonna aus der Fuststrafie in Mainz, die erste Repräsentantin unverfälscht-mittelrheinischen Ge- sühlsauSdruckes innerhalb ihres Typs an der Leinwand. Die Binger Tonbildhauerschule, wiederum ein eigenes Arbeitsgebiet des Gießener Instituts, zum Teil sogar seinerzeit durch dieses erstmalig aufgedecktes und kreiertes Reuland der Kunstforschuuci, wurde wenigstens in ihren schönsten Erzeugnissen ziemlich vollständig gezeigt. Ihr Einfluß erstreckt sich über ihre Technik und Zeit weit hinaus bis in die monumentale Holzplastik des späten 15. Jahrhunderts. Mittelrheinischs Empfindungsweise, wie sie in der Kunst ihren Riederschlag findet, wurde sodann llar gemacht an einer Folge von Pietä darstellungen des 14. und frühen 15. Jahrhunderts, aus denen sich die in ihrem Gefühlsgehalt stark nach Westfalen hinneigende Frihlarer Pieta streng absonderte. 'Die Durchschlagskraft und Haltbarkeit des mittelrheinischen Rassecharalters bewies sich durch einen Vergleich der süß-heiteren Frauenköpfe des Dr- tenberger Altars mit dem einer geradezu wein- froh vergnügten Rokokoftatuette der hl. Barbara aus Mainz. Ernstere Gefühle dämonisch düsterer Art, aber nicht minder bezeichnend für die Kunst unseres Landes als die sanft beschaulichen, vermitteln die in der offiziellen Kunstgeschichte noch lange nicht genügend gewürdigten überlebensgroßen Figuren eines hl. Johannes Dapt- und eines hl. Antonius der Abtei in Hirzenhain, die den größten Schöpfungen der spätest gotischen Plastik um 1500 an die Seite gestellt werden mühen. Auch sie wurden vor Jahren durch das Gießener Institut zum erstenmal entdeckt und veröffentsicht. Von ihnen zu Grünewald ist nur ein Gedanke. Mit Grünewalds Iseicheimer Altar, der, wenn auch nicht am Mittelrhein steht, (o doch.Ä faßbare' ynenbc NK jmOHitt* iM Lste- vWnW SS sehr M ” Sin geineU Giftete fen W' mer[üuf die AM Pi Hun< Die bei Eine Zeit lief schen hoffen, bog fünftlerpenobe. J len sie an allen ( losen Kunst Bro (anher Verdienst Polizei)? Die 6rt hält, als man gen lief, nichts neues.! sofern alles mit r gern, aber nid)t da -en nervenaufpeih überall die großen die Kräfte der „$ höhe halten mußte Wasferentziehun schlechter Vertrages sich steigernde Du bis zur Unerträgli durch andauernde und sich schließlich verwandelt. Beso Wassermangel im wenn zugleich kör Gesundes und per ein ständig noi millel, sei es, daß wird, oder fei es, oder auch zu Speifi ha hie Mjlenfaurei ioldje, in benen fid) löftem Zu stand bes Echinger Sprudel i gen. Tie sind anc reine- Wasser und' gehalt anregend w die säuerlichen @ev sfruchtsäure und c' tensäurehaltigem $ Das bekömmlic limonpbe, die aus 3-GroßeG Gii ZUgu Wreuz rnu 2l9e Qeldcrow:— i Hier bei * "° F ES S Missionar Hendrich. 5792D so-on 04856 Zigarren Cmmericher Waren - Expedition ; Gießen, Lindenplatz 1, Telephon 1257 2670 nach holländischer Art das Stück 15—30 Pf. Em gemeinsames Mittagessen im Egerheim bildete den Abschluß der Veranstaltungen, deren Verlauf die Hochschulgefellschaft als einen Ge- lvn'.n ansehen kann. ß il. Von der Landes-Llniversität Gießen. Der a. o. Professor an unserer Landes- Universität Dr. K. Koffka hat für das aka- demische Jahr 1926,27 von der Llniversity of Wisconsin (äl. S. 21.) eine Berufung als Pro- u6), reter unserer il®. sd eines übeneidjr ein Thema, te ’• Semester zu füllet ■ erstaunlich, wie fa Jfe des Stosser u - um ein Bild z- rser seiner Smnhti erisch üdrr das un> iten lieh, bald tixil; eleuchtend, in ihres jflrt umreihend, MS eres, mljallenbeti durchrvärmend ur) ! in seinem püivreS dem Wesen N dacht werden ka nittelcheinischer Mittwoch, 14.Jnli: MouatSversawm- lnogundUebereabe der neuen Saal» Kein leeres Wort, sondern ein letzter Ruf an die Käufer. Wahren Sie Ihre Interessen,kaufen Sie heute noch ein und sehen Sie nicht zu spätzu kommen. Wir machen in letzter Stunde auf den Ausverkauf aufmerksam, der so viele zu „Süss" geführt hat Wir haben uns zu Außerordentlichem entschlossen: Auswahl, Fülle, Qualität zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Unser Saison-Ausverkauf ist Mittwoch beendet Er ist eine einzige Gelegenheit, die nicht versäumt werden darf. setz. Wird aber ein Einschreibbrief um seinen Geld« inhalt beraubt, so ist die Post nach dem Postgesetz nicht ersatzpflichtig. Die einzige sichere Weise ist. Geld mit Postanweisungen, Zahlkarte oder Geldbrief zu verschicken. Auftrieb auf dem heutigen Frank« furter Schlachtvieh markt: 537 Ochsen, 51 Bullen, 1085 Kühe. 473 Kälber, 10 Schafe und 3291 Schweine. Verantwortlich für Feuilleton i. 23.: Dr. Fr. W. Lange. doch von einem Meister herrührt, der allen menschlich faßbaren Kriterien nach in mittelrhei- uischem Boden verwurzelt, aus seinen künstlerischen Traditionen hervvrgewachsen ist. beschloß denn auch der Vortragende die Reihe seiner so «mherordentlich instruktiv gewählten bildnerischen Vorführungen. Zum Schluß wurden noch zwei Naturaufnahmen, eine geradezu an die Gärten von Tivoli gemahnende Ansicht des Ober-Ingelheimer Kirchhofs und eine Etadtansicht von Mainz mit -em Dom im Mittelpunkt vom Stephanslurm auS. juc Illustration mittelrheinischer Landschaftsstimmung, aus der doch alles künstlerische Fühlen und «bestallen letzten Endes erwächst, gezeigt. Teilweise eine Ergänzung zu dem zweiten Vortrag besonders für die späteren Jahrhunderte littet eine Ausstellung des Kunstwissenschaftlichen Instituts 'in der kleinen Aula der Universität von sehr guten Photographien, einigen Motellen und Originalen, die hauptsächlich auch der letzteren wegen, »nter denen eine spätgotische Madonna, eine sehr steine große Aquarellandschaft von August Lukas, ein Figurenbild von Friedrich Deiker und ein ganz vorzüglicher Studienkopf Wilhelm Traut- stholds aus dem Jahre 1839 hervorzuheben sind, sirhr zum Besuch empfohlen werden kann. Bullenverkauf. Die Gemeinde Ruttershausen beabsichtigt auf dem Wege schriflicher Angebote einen zirka 15 Zentner schweren Bullen zu verkaufen. Angebote pr. Zentner Lebendge- wicht können bis Mittwoch den 14. Juli, nachmittags 5 Uhr. auf der unterzeichneten Bürgermeisterei eingereicht werden, woselbst vor der Eröffnung der Angebote die Bedingungen bekannt gegeben werden. Heff. Bürgermeisterei, Ruttershausen. W1D Färberei Gebr. Rover chem. Reinigungswerke —— . Laden: Marktplatz 8 :: Telephon 1459 —- H-5 Laden mit Hinlcrzimmer zu vermieten. M eh Offerten unt. 1000 an „Herso“, Mttield. Ann.-Exp^ Gteffen, Plockstr. 5. Tüchtige- Rädchen sofort gesucht. *’**• Bahnhofstraße 62, Laden. SM Weisem Dienstag, den 13. M uon 2 W aö versteigere ich Walltorstraße 36 im Saal 1 große Partie neue Kinoerspielwaren als: Puppen, Gummi- und Holztiere, DLÜe, Rasseln, Bilderbaukasten und Dambretter, Sparbüchsen, Knallpistolen sowie Koch, und Rahmlöffel, Kaffee-, Servier- und Aermek- bretter, Patent-Kleiderbügel, eine Sendung Kinder-Liege- und Sportwagen (neu), vier- räbrige Handwagen, Fahrräder und Lust- pumpen, sowie Möbel aller Art (neu und gebraucht), insbesondereKleider- und Küchenschränke, einige Federbetten, 1 Theke mit Regalen, 1 Schreibtisch, 1 Tafelklavier, eine 10 Zenlner-Dezimalwage (fqft neu), 3 Jagdgewehre, Wasch-, Wring-, Butter- und Nähmaschinen, 1 große Wäschemangel, Steinguttöpfe, 1 Motor (3*/, P. S.) u. v. a. H. Benner II. Auktionator u. Taxator, Selterweg 83. Freihändiger Berkaus von 10 Uhr ab. ' mit dem ik. TrohbeV' römische cf . § iii D * * "achgeoh^. SZrc Stetig E •Tntn ® a58ei06 mit einer . äu dem Trierer Air, ,m* ?roDinf' .^ ,der Olastedjnr1 Wellung der Trierer Jte mch, zulegt and ?en- speziell Tießen« fensroertes und 'roi/sgefegt nafüriii ' d'« ihnen in fo frei. 'Peil wahrgenommn Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 12. Juli 1926. Hunger und Durst. Die Bedeutung des Trinkwaffers. Eine Zeit liegt hinter uns, von der viele Mengen hoffen, daß sie nicht wicderkehrt: die Hunger- fünft(erpcriobe. Nachdem der eine begonnen, tauch- , :e?n sie an allen Enden auf, um sich mit ihrer brot- »en Kunst Brot zu schaffen. Was ist geblieben -außer Verdienst oder Pleite, Staatsanwalt und Polizei)? Die Erkenntnis, daß der Körper rnhr aus- !)3t, als man gemeinhin denkt; und das ist schließ- iah nichts neues. Was sie uns zeigen konnten, war, iTfern alles mit rechten Dingen zuging, das 5)un» gern, aber nicht das Dursten. Jrn Gegenteil! Neben örn nervenaufpeitschenden Zigaretten, waren es .. überall die großen Mengen Selterswasser, welche h Kräfte der „Künstler" einigermaßen auf der !)Lhe halten mußten. Wasserentziehung wird vom Organismus viel tzlechter vertragen als Nahrungsentziehung. Das 1hd) steigernde Durstgefühl ist quälend und wächst bis zur Unerträglichkeit, während längere Zeit hin- litrd) andauernden Hunger allmählich zurückacht imb sich schließlich in völlige Unfähigkeit zum Essen re rroanbeU. Besonders gefährlich ist bekanntlich Taffermangel im Sommer bei großer Hitze und Denn zugleich körperliche Arbeit geleistet wird. Gesundes und sauberes Wasser ist für den Körper ein ständig notwendiges, unersetzliches Nahrungs- niitel, fei es, daß es rein und unvermischt gebraucht utrb, oder sei es, daß es zu anderen Getränken rb! che, in denen sich gasförmige Kohlensäure in ge- i ftein Zustand befindet, also die Selterser und ,'adpngcr Sprudel und ihre künstlichen Nachbildun- «eti. Sie sind angenehmer und erfrischender als keines Wasser und wirken durch ihren Kohlensäure- ehalt anregend auf den Organismus. Ferner sind Hie säuerlichen Getränke sehr beliebt, bei denen eine ; >uchtsäure und etwas 3udcr in reinem ober koh- l?rrsäurehaltigem Wasser gelöst sind. Das bekömmlichste von ihnen ist die Zitronen- .'f hnonabe, die aus natürlichem Zitronensaft überall elften großen r Baukunst, bet M . vor dem Ärieg ii ■ ousgegrabenen uri rieften refonftruimr. roßen zu Ingchtiv. evaltigen. cinbrud»- urz die übrigen- aa karolingischen 9p lrchitestur des hoh« von Limburg, Mao • die von ben bei!« chulcn als Spy'j >s Gießener tu«' ner besonderen bw rauf wandte erJ eien dem Fachv>- ilgebiet der 0ieM ausgeführten T Qleue Schlov J ein. Don .ihm« Schlohbau lm M )irg und Dudn^ en9 die Abbilder der M ichen Hchklfm in entrollte sich -ateicben liebliche M if im befonber^ x&Si »SÄ« a; UW ” « ter »ls » e i” w rffli nea» mtl«2 einervr^L %JS3*** ?UtTcnonunicrte, bedeutende KolonialwareB-Großhandliino sucht z. Eintritt bis 1. September bestens eittoeffibrfen Reisenden flenen hohen Gehalt für die Orte Gteffen, Wetzlar, Marburg, Kirchhain, Homberg a. d. Ohm und dazwischen liegenden Crt- schäften. Schrtstl.che Angebote unter 58330 an den Gieh. Anz. Aahle IvtzOMk.Ab» sindung für lieber- lassung OpftfjiagnGfjniefreier 5-6-ZimiDer-Wohfiung möglichst mit Bad, m guter Lage, sofort beziehbar. Schöne 3-Zimmer-Wobn. m.Zubeh i Wetzlar kann außerdem in Tausch gegeben werden. Umzug wird ebenfalls vergütet. Schriftl. Angeb. unt. 04093 an d.Gieff.Anz. Gur inöbL Wohn- u. Sehlnlilmmer, eleftr. Licht, Klavier, Tel. vorh., tn nut Hause zuvermictcn. Sckr. Angebote unt. 04850 an den Gieh. Anz. Möbl. Zimmer mit Pension z. 1. August zu vermieten. MW Wotilnror Wog 77 p. Einladung zum MWH in MW Mittwoch, den 14. Juli, nachm. 2 Ubr. Redner: Ähdienrat Drommershausen, Frankfurt MissionSdlrektor Schmidt, Barmen Eingelandt. (5ür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schriftleitung.) Zur verkehrssperrc Im Seltersweg. Gegenwärtig werten an den Straßenbahn- schienen im Seltersweg Ausbesseruitgsarbeitrn vorgenommen, und zwar am 8. Juli vormittags von Ente Sclterswrg bis Ecke DolkSbad. Polizeilich gesperrt war jedoch von Wolkengasse bis Ecke Sellersweg-Süd- und Westanlage durch zwei Querstangen, die nur die Hälfte teS Weges abgrenzten. Da auch die Straßenbahn den polizeilich gesperrten Seltersweg weiterhin benutzte, so fuhren sehr viele Radfahrer (z. B. innerhalb von 5 Minuten 6 Personen!) auf der freien Hälfte der Straße weiter bis zu den vvr- genommenen Arbeiten. (Hegen hier ab. gingen ahnungslos weiter und wurden von dem am Ende des Seltersweges postierten Wachtmeister zur Anzeige gebracht. Ich frage an: 1. Wäre eS nicht angebrachter, wenn sich ter Verkehrspolizist an der Sper re postieren würde und hier die ahnungslosen Radfahrer vorerst ermahnen bzw. zurechtweifen würde, anstatt sie sofort zur Anzeige zu bringen und sie mit einem Wochenlohn bestrafen zu lassen? 2. Kann ter Laie wissen, daß ter Fabrweg der Straßenbahn nicht zum Fahrweg gehört? Hoffentlich verfehlen diese Zeilen nicht ihren gewünschten Zweck. Siner der vielen. FürdieErhaltunef ...... ........ chem. Reinigung. Schmutz, Flecken und Krankheitskeime werden beseitigt, dabei werden die meisten Gegenstände wieder wie neu. - Denken Sie bitte auch an die Reinigung oder das Auffärben Ihrer Vorhänge, Gardinen, Decken, Kissen, Teppiche, Handschuhe usw. ’36lid L Zimmer zu vermieten. f48S1 Nordanla^r 18 p. W) A, $T gonfeilorei eettler. flilllllllllliilllllllllllllllniiB Tüchtiges, erstes Hausmädchen für sofort ob. föäte» stenö L Aug. gesucht. Frau 8)r. Deitz, Wetzlar, Haus lyrtebroort. Schmal- bacher Str. 67,,D quiiuiniiuimuiniumuuD |Verschiedenes| Schreib-1 maschine groß, gut erhalten, gegen kl. Maschine zu tauschen gesucht. filnW.14, Süden feffor ter Psychologie erhalten und wird diesem Rus Folge leisten. Prof. Koffka war schon während des Jahres 1924 25 an der Cornell-Llniver- sity of Chicago als Gast-Professor tätig. “ Der KreiSausschuh in Ferien. Der Kre-Lausschuh des KreiseS Gießen hält wäh- rend der Zeit vom 15. Juli bis 15. September Ferien. 3n dieser Zeit kommen nur besonders schleunige Sachen zur Verhandlung. Auf den Lauf ter gesetzlichen Fristen sind die Ferien ohne Einfluß. " Reue gesetzliche Bestimmungen für Kriegsbeschädigte. Wie der Verband der Kriegsb schädigten und Kriegerhinterbliebenen ter Kriegerkameradschaft „Hassia" mitteilt, können schwerkriegsbeschädigte VersorgungSberechtizte nach der kürzlich vom Reichstag beschlossenen Rovelle zum Reichsversorgungsgesetz den Beamt e n s ch e i n nach Ablauf der Frist bann nach beantragen, wenn die Voraussetzungen für seine Gewährung erst später eintreten. Der Antrag muh binnen 6 Monaten nach dem Eintritt der Voraussetzungen angcmeltet werten. Schwerkriegsbeschädigte Arbeitnehmer, deren Kündigung die Hauptfürsorge- stelle genehmigt, haben durch die am 1. Juli 1926 vom Reichstag beschlossene Rovelle zum Schwer- kriegsbeschädigten-Gesetz wiederum das Recht der Beschwerde erlangt. Die Beschwerde ist innerhalb einer Woche seit Zustellung ter Entscheidung an den Schwcrbeschädigten-Ausschuß ter Hauptsürsorgestelle zu richten. Kriegsblinde können neben ihrer Rente die erhöhte Pflegezulage erhalten, die von 576 Rm. auf 720 Rm. im Jahre erhöht worden ist. Bei weiteren schweren Gesundheitsstörungen soll die höchste Pflegezulage gewährt werten in ter Höhe von 864 Rm. (früher 720 Rm.). Krieger- Witwen können eine Wittvenbeihilfe auch dann von feiten der Versorgungsämter erhalten, wenn sie nach einem Zeitraum von länger als zehn Jahren nach ihrer Wiederverheiratung zum zweitenmal Witwe werden. " Zur Richtigstellung. In dem Bericht vom Samstag über die Ausstellung des Oberhessischen Kunstvcreins ist ein Druckfehler enthalten. Es werden nicht Gemälde von Sennel, sondern von Friedrich Fennek ausgestellt. f. Eine unbekannte männliche Leiche wurde gestern morgen im Großen-Lindener Gemeindewald links der Bahnstrecke Gießen—Frankfurt bei der Gemarkung Klein-Linden ausgefunden. Der Tote stand ungefähr im Alter zwischen 50 und 60 Jahren. Die Leiche hat etwa einen bis zwei Tage an der Fundstelle gelegen. Ob ein Mord ober Selbst- mord vorliegt, war bis zur Stunde nicht festzustellen. Die Gerichtskommission weilt heute, Montag, morgen an der Fundstelle, um den Tatbestand aufzunehmen. WSN. Kein Geld in gewöhnliche Briefe legen. Mit der Gewohnheit, Geld und geldwcrte Gegenstände in gewöhnlichen Briefen mit der Post zu versenden, können viele Leute immer noch nicht brechen. Durch diese Versendungsart wird ungetreuen Elementen innerhalb und außerhalb der Postbeamtenschaft ein Anreiz und ein Mittel in die Hand gegeben, sich auf leichte und bequeme Art Geld zu verschaffen. Aus dem Verlust gewöhnlicher Briefe mit Geld erwächst den Beteiligten großer Schaden: Der Absender bekommt das Geld nicht ersetzt, weil die Post für den Verlust oder die Beschädigung gewöhnlicher Briefe nicht ersatzpflichtig ist, dazu hat er den Aerger und Verdruß. Die Post erleidet Schaden, weil das Vertrauen zu ihr und ihr guter Rus beeinträchtigt wird, wenn die Verlustfälle zunehmen ober verallgemeinert werden. Wenn die Post auch nicht ersatzpflichtig ist, so sollte das doch die Absender nicht abhalten, jeden Verlustfall vor, gewöhnlichen Briefen zur Sprache zu bringen, damit eine Untersuchung ausgenommen und ben unehrlichen Personen das Handwerk gelegt werden kann. Aber auch die Versendung von Geld in Einschreibbriefen ist nicht zu empfehlen. Geht ein derartiger Brief verlören, so erhält der Absender 40 Reichsmark Er- bequem und einfach hergestellt werden kann. Zu warnen ist vor manchen sogenannten „Limonaden", welche aus irgendeiner chemischen Säure, einem sruchtähnlich schmeckenden Parfum und etwas Zucker, mitunter nur Saccharin, bereitet sind und meist einen unverhältnismäßig hohen Preis besitzen. — Außer ben übrigen kalten Getränten wie Bier, Wein, Milch nehmen wir bas Wasser in warmem Zustand als Kaffee, Tee, Kakoa zu uns. Ader auch in unseren Speisen ist es enthalten. Suppen, Gemüse, Fleisch, Kartoffeln, Obst haben alle einen hohen Wassergehalt. So ist es z. B. in Fleisch, das wir doch eigcntlid) als einen ziemlich kompakten Körper anzu)ehen gewohnt find, mit etwa 75 Proz. enthalten. Lei dem großen Anteil des Wassers an unseren Speisen und Getränken erscheint es von vornherein begreiflich, daß auch unser eigener Körper zu einem großen Teil aus diesem lebensnotwendigen Stoffe besteht. Wenn das Fleisch der Tiere, das uns als Nahrung dient, dreiviertel Wasser enthält, so können wir dasselbe auch von unserem eigenen Fleisch feststellen. Das Blut und die übrigen Kör- perjäfte haben sogar 80 Prozent und darüber, das Fett allerdings nur 10 Prozent und die Knochenmasse noch weniger. Im ganzen ergibt sich ein Durchschnitt von etwa 60 bis 65 Prozent für den Organismus. Von dieser Wassermenge wird stets ein gewisser Anteil bei den Stoffwechselvorgängen des Körpers verbraucht und mit der Atemluft, dem Schweiß und den natürlichen Abgängen ausgeschieden. Diese Menge muß unter allen Umständen durch Flüssigkeitsaufnahme wieder ersetzt werden. Dies ist die erste und wichtigste Ausgabe, welche das eingeführte Wasser zu erfüllen hat: die durch Verdunstung oder Ausscheidung erfolgten Verluste auszugleichen. Seine nächste Funktion ist es, die mit den Speisen aufgenommenen Nährstoffe in alle Organe zu befördern. Dies geschieht im Blute und der sogenann- ten Lymphe, dem Gewebsafke des Körpers. Das Wasser dient also gewissermaßen als Transportmittel für die Unterhaltsstosse aller Körperzellen. Endlich besteht seine Aufgabe darin, die im Organismus entstandenen Zersetzungsprodukte herauszuschaffen. Der Harn z. B. besteht aus einer wässerigen Lösung organischer Salze und Abfallprodukte, die beim Verbleiben im Körper giftig wirken würden. Wir sehen, daß die Funktionen des Wassers im Organismus mannigfach und notwendig für den normalen Ablauf des Lebens find. Für die Regelung der Wafferzufuhr sorgt das Durstgefühl, das zu den sog. Allgemeinempsindungen gerechnet wird, da sein Sih noch nicht mit Sicherheit hat festgestellt werden können. Durch Trinken wird dieses Verlangen gestillt, der Durst wird gelöscht. Und nur dieser Erfolg soll eintreten, nicht aber zu gleicher Zeit das Sättigungsgefühl hervorgerufen werden. Des- den und dadurch eine Ueberfüüung des Magens halb sind Getränke, die im Uebermafj genossen wer- und des Darmes bewirken, ungesund: und solche, die zu gleicher Zeit das Hungerempfinden lähmen, ungeeignet. Die Milch z. B. und dicke Suppen tragen bei Erwachsenen nicht oder nur ganz wenig zum Stillen des Durstes bei, da sie durch ihren Gehalt an anderen Nährstoffen — Fett, Zucker, Eiweiß, Salze — dem Verdauungskanal eine reiche Beschäftigung bieten und in erster Linie ein Gefühl des Sattseins Hervorrufen. Hermann Buge. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Verewigung für Feuerbestattung: 8l/_> Ahr im Rebstock, General-Versammlung. — LichtsPiel- haus, Bahnhofstraße: „Der Rosenkavalie?'. — Astoria-Lichtspiele: ..Gefellfchaftsskandal". BJotjmingsW Mtzw'Mnklml. Geboten in Frankfurt a. M. moderne 6-Z.-Wobn., in bester Lage Geincht in Gießen aute4—5-Z.- Wohn, mit Zubehör. Schriftl. Angeb. unt. 04862 an den G. Anz. Stellenangebot^ Per sofort gesucht: Tüchtiger, tntelltg. Herr als Reifender, la Verkäufer, zum Besuch der Aerzte. Zahnärzte, Hotels und CafäS ufro. in Deutschland. Neben hoher Provts. !wtrd freie Fahrt tAittol gewährt. Schr. Ang. u. 04861 g. d. G. Anz. Junger, sauberer w Aum Auktragen und sonstiger leichter Arbeit gesucht. Eintritt Ziehung garantiert unuihterruiiich i6.Juiii926 3.Große Geld-Lotterie zugunsten des Heliigkreuzmönsters in Bmonti 2192 Geldgewinne und 1 Prämie XX 15000 16000 5000 I 1OOO ■ Lospreis 4 ~ Porto u. Liste 25 Pfg. nur ■ Zu haben bei: A. Dlnhelmann, Worms a. Rh. Postscheckkonto Frankluil a. M. 15194 . 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Juli im Wege des schriftlichen Angebots 965 fm Kiefernlangholz der Güteklasse N in größeren und kleineren Losen. Näheres siehe Holzmarkt 159 oder durch die Oberförsterei, Telephon 20, Amt Reustadt._____58390 Dünger-Versteigerung. Am 15. Juli 1926,10 Uhr vorm. fintet auf dem Hofe der Neuen Kaserne öffentliche Düngeroersteigerung statt. 5832v I. (heff.) vatl. 15. Jnf.-Reat. LerböleliWnr wird zum Freunde, wenn man Hühner emföerrt und mit dem allgemein anerkannten und sehr gelobten Gestligel» und Kükenfutter Nagnt füttert Frau Pa stör Schreiber, Brnnö- hauvten, schreibt: „Das Futter hat sich nroffarita bewahrt. ES legen die Hübner ttnalaubUch steihifl. 4 Hühner hatte ich auf einen engen Raum abgesverrt und mit dem ftuttcr gefüttert, sie haben in 27 Tagen 8>i Eier gelegt." (2843t) Zu haben bei: Ang. Wallenfels, Drogerie, Nlarktvl.; Cvuflcn Scheel, Mäusburg 17; Nob. Döll, Sauieithdlg., Neustadt 46; Hcinr. Hab», Samenhdlg. U. G. 12 Bitte gleich Brief abholen. 04854 4317D W im fast vollendeten 80. Lebensjahre. 1 Kiefer-Stamm 3. Äl. 1 Kiefer-Stamm 4. Kl. 3 Kiefer-Stämme 5. Kl. leidsbesuchen absehen zu wollen. 5847D Gießen, den 12. Juli 1926. 5S49D 5848D Gießen, den 12. Juli 1926. Gießen (Goethestraße 30), im Juli 1926 r 5831V I J f & t I I ’r Verstärkter Sender in Frankfurt a. M 5836s« Mk n ■ an 5834c Vertreter: Karl Stelometi, Harburg a. L., Kaiernemtr. 5 0,60 Fm. 0,73 Fm. 3,22 Fm. 1 Lärchen-Stamm 3. Kl. = 1,05 Fm. 3 Lärch.-Stämme 5. Kl.^-^97 Fm. 2 Birken-Stämme 4. Kl. = 0,83 Fm. Gießen (Wilhelmstraße 10), den 11. Juli 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. Juli 1926, nachmittags in Beuern statt. Haus der Moden 5852a 5 Eichen-Stämme 3. Kl. 13 Eichen-Stämme 4. Kl. 5 Eichen-Stämme 5. Kl. 13 Eichen-Stämme 6. Kl. 2 Buchen-Stämmel. Kl. 1 Buchen-Stamm 2. Kl. 2 Buchen-Stämme 3. Kl 3 Fichten-Stämme 2. Kl. Die Beerdigung findet am Dienstag, 13. Juli, nachmittags 3V2 Uhr, auf dem Neuen israel. Friedhof statt. — Es wird gebeten, von Bei- Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, gute Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Margaretha Hilß geb. Wolf von ihrem langen schweren, mit großer Geduld getragenen Leiden, im hohen Alter von 88 Jahren Samstag nachmittag sanft in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: August Ulrich Wwe. FauiIlie 11 Debus, Hager. Pfeil u. 4 Urenkel. Gießen (Crednerstraße 1), Darmstadt, Karlsruhe, den 12. Juli 1926. 684OD Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Lindenstruth. Ihre in Berlin vollzogene Vermählung geben bekannt Dr. phil. Hans Thyriot Dr. phil. Gisela Thyriot geb.Helmolt Die trauernden Hinterbliebenen. I.d.N.: Frau David Stamm Albert Stamm Heinrich Stamm. Gestern nachmittag 61/2 Uhr wurde meine liebe Frau, die treue Mutter ihres Kindes Frau Frieda Lindenstruth geb. Musch durch einen sanften Tod von ihrem Leiden erlöst Lichtspielhaus iiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiihiiiiiuHiHHiinTiinnihhHhnHiihiiiiiiiiiiiiihiihiinidHiHiiirH Heute Premiere: = 4,86 Fm. = 9,80 Fm. = 2,00 Fm. = 2,81 Fm. = 3,03 Fm. — 1,57 Fm. = 2,42 Fm. = 4,17 Fm. neuer Brenner mit! g Sporflomme! In den Astoria - Lichtspielen ab heute bis elnschl. Mittwoch: Gesellschaftsskandal“ Sitten- und Gesellschaftsroman in 6 Akten. Fernen Text von Hugo von Hoffmannsthal. In den Hauptrollen: Paul Hartmann, Michael Bohnen, Elly Burger, Hugoelte DuHos, Carmen Cartellieri. Großes verstärktes Orchester. Trotz der großen Anschaffungskosten keine erhöhten Eintrittspreise. Freikarten haben keine Gültigkeit Boxerglück Original amerikanische Groteske in 2 Akten. idealster Korsett- ersah. Verkauf jeden Mittwoch W.131 i Heute abend verschied sanft nach kurzem Krankenlager mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr David Stamm Statt Karten. Danksagung. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme, für die überaus zahlreichen Kranz- und Blumenspenden und für die lieben trostreichen Worte des Herrn Pfarr • Assistenten, der Herren Oberinspektor Lehr, Finanzamt, Rechnungsrat Schiffnie, Kriegerverein, Buchacker, Alterskollegen, anläßlich des Heimgangs unseres teueren Entschlafenen Carl Möbus, Kanzleirat sagen wir allerherzlichsten Dank. Frau Elisabeth Möbus geb. Werner im Namen aller Hinterbliebenen. Kassel (z. Zt. Bellersheim), 10. Juli 1926. Die Beerdigung findet Montag, d. 12. Juli, nachmittags 3 Uhr, in Bellersheim statt. 5835D 24 Kiefer-Stämme, Grubenholz 6,01 Fm. II. Forstwartei. (Verschiedene Distrikte) 3 Eichen-Stämme 4. Kl. — 1,88 Fm. 2 Fichten-Stämme 2. Kl. = 2,43 Fm. 17 Fichten-Stämme 3. Kl. = 23,95 Fm. 45 Fichten-Stämme 4. Kl. = 43,76 Fm. 107 Ficht.-Slämme 5a. Kl. — 59,13 Fm. 166 Ficht.-Stämme 5b. Kl. = 46,50 Im. 1 Lärchen-Stamm 4. Kl. = 1,26 Fm. 6 Lärch.-Stämme 5. Kl. = 2,32 Fm. 1 Kiefer-Stamm 2. Kl. — 0,66 Fm. 35 Kiefer-Stämme 3. Kl,— 24,70 Fm. 113 Kiefer-Stämme 4. Kl. — 70,87 Fm. 437 Kiefer-Stämme 5. Kl. —176,81 Fm. 466 Kief.-Stämme,Grubenholz 138,37Fm. Das Nadelholz ist mit Rinde gemefsen und ist entrindet. Es wird empfohlen das Holz vorher zu besichtigen, da nachträgliche Reklamationen und Einwendungen nicht berücksichtigt werden. Die Offerte* sind nach Forstwgrtei, Sortiment und Klassen getrennt bis zum Termin einzu- reichen. Offerten mit zusammengezogenen Klaffen oder mit Vorbehalten oder Bemerkungen versehen, werden nicht berücksichtigt. Die Derkaufsbedingungen können auf der Bürgermeisterei eingefehen werden und werdenimTerminnochmalsbekanntgemacht. Das Holz in der Forstwartei I zeigt auf Wunsch Forstgehilfe Förster, oder Förster Ding in Treis an der Lumda. Das Holz in der Forstwartei 11 Forst- afpirant Simon zu Treis an der Lumda. Rllendorf a. d. Lumda, den 10. Juli 1926. Hess. Bürgermeisterei, Rllendorf a. d. Lda. Rein. Georg Appel Gießen äD Seltersweg 56. 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Dies logischen 1 triebene wirt lassungen unk zwar auch in Keinen Bestie Arbeiten der des Heeres ui gen der Eise Standes der ihrer relative/ gen, ben Srbei deoz zu Derlei oertennen, bie i die in den Elin diesem Äahr schöpft sein wei neuen Arbeit- durch hereindi Die äffe Bankier d dem mußten bestimmte U nachdem alle schöpft waren, gruppen cor Untergang, de dert werden, °uch. daß, t nicht positiv u fung eingmih los weitere N beitsmarkt gec derte Sauffraf ujn beigetragc perlen @ruPP oanim, einer begrenzten No Nr. 160 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Vas Arbeitsbefchaffungs- programm der Reichsregierung. Don Reichswirtfchaftsminifter Dr. C u r t i u s. I. Die gewaltige Arbeitslosigkeit ist eines der rnidj« tigsten Probleme der gegenwärtigen Krise, das die verantwortungsvollste Beachtung der Reichswirtschaftspolitik erfordert. Die Reichsregierung hat daher in Fortsetzung und Erweiterung der bisherigen Maßnahmen einen umfassenden Plan ausgestellt, um angesichts der außerordentlichen Notlage neue und zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten zu schassen, die sich noch in diesem Jahre aus dem Arbeitsmarkt auswirken sollen. Um alle bureoukratischen Hemmungen bei der Durchführung des von der Reichsregierung festgestellten Arbeitsbeschafsungspro- gramms zu beseitigen, Hot die Reichsregierung einen mit besonderen Vollmachten ausgestatteten Ministc- rialausschuß eingesetzt, der die Durchführung dieses Programms in enger Fühlung mit den Länder- regierungen gewährleistet. Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Stüt- zung des Arbeitsmarktes und zur Schaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten, die von der Reichsregierung im letzten halben Jahre beschlossen wurden und in der Durchführung begriffen sind, die sich teilweise aber erst jetzt und in den kommenden Monaten auswirken werden, lassen sich in fünf Gruppen teilen. Zunächst gilt es naturgemäß, die sog. produktive Erwerbslosenfürsorge nach Einsetzen der Krise wesentlich zu erweitern und auszugestalten. Ferner wurde versucht — und diese Maßnahmen bilden die zweite Gruppe —, durch beschleunigte und erweiterte Gewährung öffentlicher Aufträge wenigstens einzelnen Industrien in größerem Umfange Beschäftigungs- Möglichkeiten zu verschaffen. Die Maßnahmen der dritten Gruppe umfassen die Hingabe von öffentlichen MUteln an einzelne Privatunternehmungen zur Aufrechterhaltung ihrer Betriebe, während es sich bei den Maßnahmen der vierten Gruppe um Gewährung von Krediten aus öffentlicher Hand an bestimmte Wirtschaftszweige handelt. Die Maßnahmen der fünften Gruppe schließlich entspringen nicht nur der gegenwärtigen Krise: sie sind vielmehr auf längere Sicht gestellt worden. Sie sollen z. B. den Auslandabsatz der deutschen Industrie zu heben versuchen, neue Kreditmöglichkeiten erzielen und durch Senkung der Produktionskosten in der Richtung einer Erleichte- rung der Wirtschaftslage wirken. Als zu Beginn dieses Jahres die gewaltige Flut der Arbeitslosigkeit immer stärker anschwoll, war es die Aufgabe der Wirtschaftspolitik, der Industrie gewisse, wenn auch begrenzte Absatzmöglichkeiten zu schaffen. Dies war vor ollen Dingen aus psychologischen Gründen erforderlich, weil jeder übertriebene wirtschaftliche Pessimismus zu Massenent- lafsungen und Stillegungen zu führen pflegte, und zwar auch in solchen» Fällen, wo die Lage oes sin- zelnen Betriebes es nicht unbedingt erfordert. Die Arbeiten der großen Beschaffungsstellen der Post, des Heeres und der Verwaltung und vor ollen Dingen der Eisenbahn, die in der Zeit des höchsten Standes der Arbeitslosigkeit einsetzten, hoben trotz ihrer relativen Geringfügigkeit mit dazu beigetra- Sen, den Arbeitslosenziffern zu einer sinkenden Ten» enz zu verhelfen. Jedoch ist die Gefahr nicht zu verkennen, die für den Arbeitsmarkt darin liegt, daß die in den Etats vorgesehenen Befchofsungsmittel in diesem Jahre frühzeitiger als sonst erschöpft sein werden. Es war daher die Ausgabe des neuen Arbeitsbeschaffungsprogramms, diese Lücke durch Hereinbringen neuer Aufträge ouszufüllen. Die öffentliche Hand darf nicht zum Bankier der Wirtschaft werden. Trotzdem mußten in einzelnen Fällen von reichswegen bestimmte Unternehmungen unterstützt werden, nachdem alle sonstigen Mittel und Maßnahmen erschöpft waren, um diese Betriebe oder Betriebsgruppen vor dem Untergang zu bewahren, einem Untergang, der aus allgemeinen Gründen verhindert werden muhte. Hervorheben müßte ich aber auch, daß, wenn diese Stützungsaktion vielleicht nicht positiv unter den Begriff der Arbeitsbefchaf- fung eingereiht werden kann, doch ohne sie zweifellos weitere Massen von Erwerbslosen auf den Arbeitsmarkt geworfen worden wären, deren vermin- dcrte Kaufkraft zur Verschärfung der Krise wiederum beigetragen haben würde. Bei der weiteren vierten Gruppe der Maßnahmen handelt es sich darum, einer besonderen, aller Voraussicht nach begrenzten Notlage gewisser Wirtschaftszweige zu steuern, und ihre Produktionsmöglichkeiten zu erhalten. Diese Maßnahmen dürfen nicht als generelle Subvenlionspolilik gewertet werden, wie sie andere Länder mit sehr negativem Erfolge versucht haben. Nur dort ist geholfen worden, wo man vor- ausschauend annehmen konnte, daß die in Frage kommenden Wirtschaftszweige noch einer gewissen Uebergangszeit aus eigener Kraft ihre Produktion fortzusetzen in der Lage sein werden. Zur Förderung d^s Exportes mußten auch neue Wege beschritten werden, so der der Ex- portkrcditoersicherung und der des Russengeschäfts. Die Bestrebungen des Reiches zur Schaffung einer Exportkreditversicherung haben zu einem Erfolg geführt. Die Versicherungsstelle hat ihre Tätigkeit ausgenommen. In den ersten Sitzungen des Ausschusses dieser Stelle sind zahlreiche Exportaufträge versichert worden. Ein beträchtlicher Teil dieser Versicherungen betraf Auslondaufträge gerade solcher Industrien, die, wie z. B. die Kleineisenindustrie, besonders schwer unter dem Verlust ihrer früheren Absatz- Märkte zu leiden haben. Weitere Anträge sind in Bearbeitung. Sie bewegen sich noch Zahl und Umfang in aufsteigender Linie. An der Schaffung einer zweiten Form der Exportkreditoersicherung, die sich an die Vorschläge der Hamburger (Exporteure .anlehnt, wird mit Aussicht auf baldigen Erfolg gearbeitet. Im Laufe der letzten $roei Wochen ist cs gelungen, im Russengeschäft zwischen einem deutschen Bankenkonsortium und der Handelsvertretung der Sowjetunion über Bedingungen und Finanzierung eine Annäherung herbeizufüh- rcn. Mit dieser Einigung wird der Weg für weitere Bestellungen Rußlands erheblich geebnet sein. Bis heute sind aus Jndustriekreisen Anträge mit Bezug auf die Erteilung einer Garantie für L i e- serungsoerträge im Umfange von rund 360 Millionen Reichsmark beim interministeriellen Ausschuß gestellt worden. Die weitaus meisten Anträge auf Erteilung einer Garantie hat der Ausschuß bewilligt. Die auf Grund der Einigung ermöglichte Gesamtfinanzierung durch das Bankenkonsortium dürfte die Erwartung zulassen, daß im beiderseitigen Interesse Deutschlands und Rußlands Geschäftsabschlüsse in steigendem Maße erfolgen. Nachdem ich so die Maßnahmen der Reichsregierung geschildert habe, die daraus hinzielen, den deutschen Waren ein erweitertes Absatzgebiet im Aus- land zu verschaffen, will ich auch die Bemühungen streifen, die die Reichsregierung aufgemanbt hat, um den innerdeutschen Markt onzureaen. Hier waren insbesondere auf dem Gebiet des Kreditwesens manche Mißstände zu beseitigen. Es galt zunächst den durch die Inflation und ihre Folgen zerstörten Markt für langfriftige Kredite wiederaufzubauen. Die hierauf hinzielenden Arbeiten der Reichsregierung sind durch die Entwicklung der Dinge unterstützt worden. Die Krisenliquida- tion, ausländische Hilfe und wohl auch ausländisches Fluchtkapital, dazu die ständig wachsende Spartätigkeit haben eine Geldflüssigkeit herbeigeführt, die ihrerseits wieder den Anlagemarkt belebt hat. Eine von mir mit den Länderregierungen getroffene Aussprache hat eine Uebereinftimmung darüber ergeben, daß die Sparkassen wieder auf die Pflege der Realkredite zu verweisen sind. Auch die Versicherungsgesellschaften sind zu wiederholtem Male, und zwar mit sichtbarem Erfolg, auf die volkswirtschaftlichen Notwendigkeiten hingewiesen worden, ihre Reserven und sonstigen Vermögensanlagen mit langfristigen Hypotheken zu decken. Das Kreditgeschäft der Landwirtschaft erfordert besondere Maßnahmen. So wurde die Deutsche Rentenbankkreditanstalt errichtet. Eine weitere Einrichtung zur Beschaffung drei- bis fünfjähriger Realkredite ist, daß durch die Golddiskontbank im Verein mit der Rentenbankkreditanstalt Kredite in bisherigem Ausmaß von 250 Millionen Reichsmark gewährt wurden. Es darf schließlich auch an die vom Reich gebotene Hilfe zur Beschaffung von künstlichem Dünger sowie an die Kreditaktion zugunsten des Flachsbaus erinnert werden. Die Kreditlage der Landwirtschaft soll weiterhin durch ein Gesetz betreffend die Ermöglichung der Kapitalbeschaffung für landwirtschaftliche Pächter erleichtert werden. Der drückenden Geldnot der Landwirtschaft wird dadurch Rechnung getragen werden, daß die Fälligkeitstermine der von der öffentlich-rechtlichen Stellen an die Landwirtschaft gegebenen Kredite hinausgezögert werden. Ein Problem, das wegen feiner Bedeutung für die gesamte Wirtschaft die allergrößte Beachtung verdient, ist die Bergung der Ernte. Die Landwirte sollen durch Lombardierung der Produktion auf dem Wege der Genossenschaft Wechsel in Höhe von 60 Prozent des Wertes der lombardierten Kredite erhalten. Die Pariser Brocken. Don Alfred Korn. La yille lumiere — so nennt sich Paris seit jeher mit Stolz. Also die Lichtstadt oder die leuchtende Stadt. Einst hat beides gestimmt, iin wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Frankreichs Metropole war gut beleuchtet, als man anderswo noch im Finstern durch Kot watete, und ihre Geister blitzten hell, als andere Gegenden noch das Dunkel der Unwissenheit vor- zvgen. Aber die Zeiten ändern sich. Gewiß ist in Paris noch immer strahlende Geistigkeit zu Hause, die Pariser sind nicht dümmer geworden. Aber man hat inzwischen auch außerhalb von Paris allerhand gelernt. Der Primat ist im Erlöschen. Die Beleuchtung, die man sieht, ist ebenfalls nicht schlechter geworden. Unb die Lichtreklame feiert auch in Paris Orgien. Aber an der Spitze marschiert die erleuchtete Stadt nicht mehr. Die neue Welt hat ihr längst den Rang abgelaufen: sie hat mehr Geld, mehr Kraft, mehr Licht. Immerhin ist in Paris noch genügend Licht, um die Schatten au sehen: den Schmutz, von dem auch die großen Boulevards nicht verschont sind. Ein Heer von Straßenkehrern samt der modernsten technischen Ausrüstung zum Kampf gegen den .Unrat, reicht nicht aus, um das zu beseitigen. waS die Pariser (oder helfen die geschätzten Mitbürger aus der neuen Welt mit?) auf die Straßen ablagern. Mchtsdestoweniger ist der Schönheitssinn der Pariser außerordentlich entwickelt. Er äußert sich nicht nur in den unzähligen Standbildern aus Marmor, Stein und Erz, die an jeder zweiten Straßenkreuzung ein bemerkenswertes Verkehrs- hindernis Herstellen und in einigen Gärten in Massen den Bäumen Konkurrenz machen. Uebri- gens sind die meisten der verewigten Männer längst vergessen, ebenso wie die biedern Steinmetzmeister, die ihren Künstlernamen an den Ruhm des geehrten Mannes zu heften gedachten. Der Pariser Schönheitssinn bewirkt aber auch, daß die elektrische Straßenbahn in der innere Stadt keine Drähte als Oberleitung benützen darf, und daß keine Briefkasten äußerlich sichtbar angebracht sind. Die Briefkasten sind mit möglichster Unkenntlichkeit in verschiedene Gegenstände eingelassen, vorzugsweise in den unteren Schaft von Straßenlaternen oder in die Holzverschalung von Tabakläden ganz nahe beim Straßenpflaster. Dieses Derftecken des Briefeinwurfes hat den Parisern den Hang zu schriftlichem Verkehr nicht abgewöhncn können So sieht man häufig Leute in gebückter Haltung, scheu nach allen Seiten lugend, durch die Straßen schleichen. Das sind keine politischen Verschwörer, auch keine tiefgebeugten, erblos Hinterbliebenen, sondern es sind einfach Pariser die in einem fremden Arrondissement eine Gelegenheit zum Einwerfen ihres Briefes such bedingt notwendig ist. Die in dem genannten Tale vereinigten Gemeinden, Industrien, Kaufleute, Landwirte, Gewerbetreibenden und Arbeiter erblicken in jeder Verzögerung des Bahnbaues eine schwere Schädigung der wirtschaftlichen und Lebens- Interessen aller Bewohner. Die Entwicklungsmöglichkeiten eines zukunftsreichen Landesteils unseres Hessenlandes werden geradezu mit Gewalt unterbunden. Die Gemeinden sind dafür bereit trotz eigener wirtschaftlicher Röte, im Hinblick auf die genannten Notwendigkeiten jedes irgendwie tragbare Opfer zu bringen, und sie sind entschlossen, den Bahnbau in eigene Hände z u nehmen. Die Versammlung erhofft als selbstverständlich das unbedingte Eintreten der Regierung und des Landtags und erwartet daher finanzielle Unterstützung." WSR. Offenbach a. M, 10. Juli. Ein 17jähriger junger Mann kaufte in einer Gier- groß Handlung billige Fleckeier, die er dann an verschiedene Hausfrauen Weiterverkauf te unter bet Vorspiegelung, er sei aus Bayern und verkaufe auslieberständenbilliger. Die Polizei hat sich seiner Geschäftstüchtigkeit angenommen. Preußen. Unglücksfall oder Verbrechen? WSR. Limburg. 10. Juli. Am Rachmittag des 28. Juni ist die 19 Jahre alte Min na Schulz aus Reukölln, wie gemeldet, bei Limburg in der Lahn ertrunken. Ihr 'Begleiter, der Hausdiener Karl K n i s p e l aus Reukölln, der mit ihr in einem Paddelboot gefahren war, gab an, die Schulz sei zum Baden in die Lahn gesprungen, während er sich am ilfer befand, es läge also ein ^lnglücksfall vor. Lesen und Studieren während der Reise". Man sieht schon aus diesen Aeberschriften, daß das einzige Ziel der Reise in der Vermehrung der Kenntnisse erblickt wurde. Solche in Schweinsleder gebunbene dicke Wälzer, die man auf der ^eise mit sich führen wollte, sind gar viele verfaßt worden. Selbst Leibniz, der große Philosoph, vQt seine Reifeerfahrungen anderen mitgeteilt, der Physiker von Tschirnhauß gab „Anweisungen zur Reiseklugheit", und noch gegen Ende des 18. Jahrhunderts las Schlözer in Göttingen seinen Studenten „Reisecollegia". Das wichtigste dieser Reisehandbücher und auch das erste, das allgemeineren Einfluß er- taugte, war des Topographen Martin Zeiller „Fldus Achates oder getreuer Reisegefährt" von 1651. Einige Reiseregeln aus diesem Baedeker des 17. Jahrhunderts seien hier weniger zu Ruh und Frommen, als zunr Vergnügen unserer so ganz andersartigen Zeit mitgeteilt. „Wer emes guten starken Leibes, auch nicht zu alt noch zu jung ist", schreibt Zeiller, „der mag sich wohlgemut auf die Reise machen. Aber ehe er abrerst, hole er erst guten Rat bei Verwandten der verständigen und gelehrten Leuten, besonders aber bet solchen, die früher schon eine Reise Oemacht haben." Er soll fleißig in Reisebüchern tejen, llch durch Schwimmen und tägliche Spa- ztergange üben, damit er nicht „auf dem Wege ^hege, oder Blasen an den Füßen bekomme". Etwas Kochen muß der Reisende ebenfalls können, „auf daß wenn er in eine schlechte Her- berge kommt, ehe er sich durch übet zugerichtetej Spetsen etne Krankheit an den Hals esse, er [cjft zur Küche sehe möge“. Sehr ausführ- Heg stnd die Angaben über das. was man mit- nehmen soll. Als das „nötigste" empfiehlt er etn Gebet- und Gesangbuch, bann „ein geschmei- btgeg Stammbüchlein", da ja die Eintragungen berühmter Persotten die kostbarste Erinnerung an Die Reise bildeten; des weiteren werden u a genannt. „Ein Perspektiv ober Fernglas item Augenbrlllen wider den Staub ein Spiegel, Kretde, Räucher- und Wachskerze ein Vetschast. so aber wohl zu bewahren, ein Messer samt Gäbelein. ein Kamm, ein Eßlöffel Ohr- lbsfletn, Zahnstörer. Kompaß. Sonnenweiser usw " Äetn Reisender soll sich ohne Waffen auf den Die von der Staatsanwaltschaft angeftclfte» Ermittlungen haben Verdachtsmomente gegen Knispel ergeben, die zu seiner Verhaftung geführt haben. Die S ch ü l z hatte, wie mitgeteilt wird, in dem Geschäft, in dem sie war, 5 00 Mark unterschlagen, womit sie mit K. nach Limburg fuhr. Bei der Verhaftung führte K. einen Teil dieses Betrages noch bei sich. Ferner ist festgestellt, daß die Sch. nicht gebadet hat. da sie nicht schwimmen konnte, und daß sie ihre Leibwäsche trug und keinen Badeanzug. Der Tod ist auch, wie die Sezierung ergab, nicht infolge rascher Abkühlung, sondern durch Ertrinken erfolgt. Wenn die Darstellung Knispels richtig wäre, dann hätte das Mädchen Selbstmord begangen, im andern Falle besteht die Möglichkeit, daß Knispel die Schulz durch Ertränken ermordet hat. Schweres Unweiter im Kreise Kirchhain. sch. M a r b u r g, 10. Juli. Zwei schwere Gewitter, die gestern über dem Kreis Kirchhain heraufzogen, entluden sich gegen 6 Ahr abends mit Hagel und wolkenbrucharti- g e m R e g e n, besonders über den Dörfern Erksdorf und Speckswinkel. In kurzer Zeit hatte das ilntoetter gewaltige Wasfermassen herbeigeführt, die beide Dörfer st a r k ü b e r s ch w e m m t e n. Das Wasser drang teilweise in die Wohnungen und Ställe ein, so dah diese geräumt werden muhten. Durch Wassermengen aus dem Allendorfer Grund wurde die Straße zwischen Erksdorf und Speckswinkel völlig unterwühlt und aufgerissen und für jeglichen Verkehr unpassierbar gemacht. Dor dem Dorfe Wolferode ist die Straße in einer Ausdehnung von zirka 300 Meter mit einem Wasser stand von wenigstens >Meter Hohe überflutet. Der Schaden in den Feldfluren ist ganz erheblich, starke Bäume wurden unterspült und stürzten um, das Getreide liegt wie gewalzt am Boden. In der Rähe von Speckswinkel wurden eine Frau und ihre Tochter durch einen Blitzstrahl betäubt. In Marburg ging heute nachmittag ein Gewitter nieder, das abermals der stark angeschwollenen Lahn neue Wassermass e n zuführte. Bei den Lahnregulierungsarbeiten in Fronhausen besteht die Gefahr, daß sie durch Hochwasser zunichte gemacht werden. Schweres Unwetter im Taunus. WSR. Ufingen, 11. Juli. Die hiesige Gegend wurde am Freitag abermals von einem schweren Unwetter heimgesucht. Mittags gegen 2 Uhr entlud sich ein Gewitter, dem schwere w olkenbruch a r t ige Rieder schläge folgten. Von den hochgelegenen Feldern und Wäldern zwischen Ufingen und den umliegenden Ortschaften strömten große Wassermengen ins Tal, und bald war die sonst so friedliche U f a in einen reißenden Gebirgsbach verwandelt. In den niedrig gelegenen Stadtteilen drang das Wasser in die Keller ein, so daß die Feuerwehr während des ganzen Rachmittags mit dem Auspumpen der Keller und Wohnungen beschäftigt war. Im nahen Eschbach traten gleichfalls Ueberfhrtungen in Kellern und Ställen ein. Kreis Wetzlar. ie. Nauborn, 10. Juli. Der hiesige Männe r g e s a n g o e r e i n „C ä c i l i a" errang bei einem großen Wertungssinaen deutscher Männerchöre, das gelegentlich der Hundertjahrfeier des Koblenzer Männergesangoereins „St. Castor" in Koblenz stattfand, im Klassen- wie im Ehrenfingen hervorragende Preise und im „höchsten Ehrensingen" der Abteilung B von 17 Vereinen den Preis des Achttagechores. Auf diese Erfolge unter der Leitung seines Dirigenten Rühl aus Wetzlar kann der Verein mit Recht stolz sein. <> Hörnsheim, 10. Juli. Wie vor kurzem im „Gießener Anzeiger", berichtet wurde, ist der Schneidermeister Hugo Rosenbaum von hier mit seiner Familie nach Amerika ausgewandert. Schon auf dem Ozean wurde'die Familie von einem vchicksalsschlage betroffen; das zweijährige Söhnchen st a r b auf dem deutschen Dampfer „Albert Ballin", den die Familie zur Ueberfahrt benutzte. 00 Kleinrechtenbach, 10. Juli. Hier sind in der letzten Zeit wiederholt Wildschweine aufgetreten und haben in den Kartoffelfeldern Schaden angerichtet. Es ist zwecklos, in der jetzigen Zeit Weg machen, und wer zu Fuß wandert, muß einen Stecken bei sich führen als Schutz gegen Hunde und zum Ueberspringen der Gräben. Sehr ausführlich wird die mitzunehmende Kleidung behandelt. Man war dabei sehr vor- sichttg. So verlangte noch Reichard in seinem zu Anfang des 19. Jahrhunderts erschienenen „Passagier auf der Reise", daß der Fuhreisende bei größter Beschränkung folgendes bei sich führe, um überall in Gesellschaft erscheinen zu können: „1. Beinkleider von so feinem Zeuge, daß sie zufammengerüttelt nicht großer als eine Faust sind. 2. Ein Paar seidene Strümpfe. 3. Drei feine Hemden, drei Halstücher, drei Schnupftücher. 4. Ein Paar Tanzschuhe, in die Scher- messer. Radel, Zwirn und Schere gesteckt werden. 5. Ein Pudersack, aus einem Frauenhandschuh gemacht. Das alles wird in drei Pakete gesteckt und in dem „feinen Rock" untergebracht, den man unter dem Wanderkleid trägt. Auf dem Wege kann man die Päckchen auch in ein Schnupftuch binden und am Ende des Regenschirmstockes tragen. Richt fehlen darf schon bei dem alten Zeiller die Reiseapotheke, die merkwürdige Medizinen und Tränklein enthält, und in anderen alten Reifebüchern werden ärztliche Ratschläge erteilt, wie z. B.: „Gefchieht's, dah jemand einen Arm oder Dein bricht, so lasset alsbald ein Tuch, dos mit Essig befeuchtet ist, umschlagen. Für Zerquetschungen der Hand oder anderer Teile nehmet Saft von stinkendem Mist und tropfet denselben in die Wunde." So wenig wir heute von solchen Ratschlägen halten, so gibt es doch einen, der heute immer noch so wichtig ist wie damals: Tu Geld in deinen Beutel! „Denn selbiges ist ein Mittel, dah man von aller Welt respektiert wird, vor dem Geld sind alle Türen offen“, heißt es in dem Hamburger Reisehandbuch von 1700. Zeiller empfiehlt, Goldstücke mitzunehmen und „im Beutel, Büchlein, ausgehvhltem Stecken, in den Schuhen, Hosen, Wams oder noch an anderen Orten" wohl zu verwahren. Lauerten doch Diebe, Räuber und Mörder dem Reisenden überall auf, und deshalb machte er auch sein Testament, bevor er die gefährliche Fahrt antrat, ging mit feiner ganzen Familie feierlich zum Abendmahl und nahm von allen Verwandten, Wohltätern. Freunden und eine Treib- oder gar eine Polizeijagd auf Sauen zu veranstalten, da es nur bei Schneefall möglich ist, sie „festzumachen" und „einzukreisen". Außerdem würde man jetzt den R e h w i l d b e st a n d unerwünschterweise beunruhigen. 0 Vollnkirchen, 10. Juli. Das starke U n - weiter der letzten Tage hat auf dem Gehöfte des Landwirts und Händlers Konrad N e r n von hier erheblichen Schaden angerichtet. Die Wassermassen haben eine Mauer zum Einsturz georacht, so daß ein hierdurch in Mitleidenschaft gezogener Stall mit Stützen versehen werden mußte, um ihn vor dem Zusammenbruche zu bewahren. Das Vieh wurde durch die alarmierten Ortseinwohner aus den Ställen herausgeholt und in Sicherheit gebracht. <> Aus d e m K l e e b a ch t a l, 10. Juli. Die Unwetter der letzten Tage haben im Kleebach ° t a l e im großen und ganzen wenig Schaden angerichtet. Der K l e e b a ch führte allerdings Hochwasser, wie es bei stärksten Schneeschmelzen im Winter nicht größer gewesen ist. Die unmittelbar am Bachbette belogenen Wiesenflächen waren feeartig überschwemmt; das Wasser ist jedoch schnell wieder zurückgegangen. Ein Glück war es, daß die Heuernte eingebracht war; der größte Teil derselben wäre sonst vernichtet gewesen. Kreis Limburg. Limburg, 10. Juli. Seit etwa 14 Tagen wird der 64 Jahre alte Händler Wristian S i l i g m ü l l e r von hier vermißt. Der Mann war seit längerer Zeit krank und schwerhörig, so daß es nicht ausgeschlossen ist. daß er sich verirrt ober sich ein Leid angetan hat. Kreis Kirchhain. WSR. Kirchhain, 10. Juli. Wegen der immer noch herrschenden Maul- und Klauenseuche in den Rachbardörfern und wegen des Reuausbruchs der Seuche in dem nahen Roßdorf kann der auf den 13. Juli angesetzte Rindviehmarkt nicht abgehalten werden. Dagegen findet der Schweinemarkt an diesem Tage statt. Maingau. MSN. Frankfurt a. M., 10. Juli. Die Geschäftsleute am ßiebfrauenberg hatten, wie berichtet, in einer Eingabe den Polizeipräsidenten gebeten, Demonstrationen auf dem Liebfrauenberg nicht mehr zu gestatten, da die Geschäftsleute hierdurch empfindlichen Schaden hätten. Auf diese Eingabe hin hat der Polizeipräsident jetzt bestimmt, daß Ansammlungen auf dem Liebfrauenberg nicht mehr gestattet werden. — Gestern nachmittag wurde aus der Nidda am Riederwald die Leiche des 45 Jahre alten Arbeiters Johann Ungeheuer aus Rödelheim g e l ä n d e t. U., der 25 Jahre lang bei den Moenuswerken arbeitete, war vor einiger Zeit entlassen worden. Die Sorge um die Zukunft machten ihn schwermütig, und in dieser Stimmung hat er den Tod in der Nidda gesucht und gefunden. — Beim Platzwechsel stürzten heute nachmittag in der Nähe der Untermainbrücke ein Herr und eine Dame aus einem Boot in den Main. Die Badeanstaltbesitzer Gebr. M o s l e r konnten die des Schwimmens Unkundigen unter Mithilfe des Publikums ans Ufer bringen. WSR. Hanau, 10. Juli. Ern 14 Jahre alter Knabe namens Karl EmmeI stürzte gestern nachmittag beim Holzholen von einem Baum und erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er nach kurzer Zeit verstarb. JCMOKOLADfc BROCKEN VRALINIE Vertretung: Wilh. Erb, Gießen, Goethestr.44 Bekannten Abschied mit der Bitte, ihn in ihr Gebet einzuschließen und in gutem Gedächtnis zu behalten. Frankfurter Theater. Das Frankfurter Schauspielhaus brachte Gerhart Hauptmanns „Schluck und Sau“ zum ersten Male auf die Bühne. Es befremdet ein wenig, daß erst heute das Werk seinen Weg nach Frankfurt gefunden hat, denn wir haben es hier mit einer Dichtung zu tun, in der sich Schicksalsund Lebenserkenntnis mit unendlich feinen Stimmungen verweben und hinter derb auflliirgendem Komödienton Tränen vibrieren. Der Fürst, der Landstreicher, die Prinzessin, der alles erfüllendes Glück das Lächeln aus dem Gesicht gestrichen und sie innerlich abgestumpft hat, es sind alles Figurinen aus dem bunten Spiel des Lebens, in allen weben geheime Träume, und alle wissen nicht, wo Erwachen und Traum sich begegnet? Im Grunde genommen sind Fürst und Landstreicher eine Formel, deren Gleichung durch eine unbekannte Zahl, die Seele gelöst wird. ä.Ind hinter dem leidvollen Gelachter, dem lachenden Leid, steht der in den Purpur des Herbstes gehüllte Winter-Tod, das Ziel des wirren Tanzes bestimmend. Die Aufführung unter der Regie Heinz Hilperts war voll einfühlender Wirksamkeit und ließ das Wollen des Dichters dramatisch erstehen. Das Dagabundeirpaar „Schluck und Iau" verkörperten Robert Taube und Toni Impekoven. Taube wußte die goldene Menschengüte dieser Landstreicherseele humorvoll wiederzustrahlen, und Impekovens derber, o ersoffener 3au hatte neben aller drastischen Komik Augenblicke packendster Menschlichkeit. Die übrigen Darsteller Kundrh Sievert, Maria Krahn, Franz Schneider und Karl Heinz Gaffe ergänzten künstlerisch eindringlich das Spiel. Die zu Anfang jeden Bildes gespielte Musik Ernst Schons illustrierte stimmungsvoll die jeweiligen szenischen Vorgänge. Ludwig Sievert schuf einen farbenfreudigen, äußerst inhaltsreichen Rahmen zu diesem modernen Märchen. Das Publikum nahm diese Erstaufführung mit starkem, beifallsfreuoi- dem LInteresse entgegen. L, M. Turnen, Sport und Sviel. Deutschlands gegenwärtige Tennis-5pie1stärte. Die in diesen Tagen bevorstehenden iniernalio- nalen Tennisweltkämpse, die der Lawn Tennis- turnierflub in Berlin-Grunewald veranstaltet, haben ihre wesentlichste Bedeutung darin, daß sie eine ausgezeichnete Gelegenheit geben, gegenüber erster internationaler Klasse Deutschlands gegenwärtige Spielstarke im Tennis zu ermessen. Die kritische Betrachtung der Leistungen unserer Spitzenspieler must dabei seststellen, dast vier Tatsachen gegenwärtig das deutsche Tennisleben beherrschen. Erstens: Die alten Throne wanken. ?. I).: die alte Spielergeneration, die zwischen 1912 und 1914 etwa ihre gröstten Triumphe feierte, Froitzheim, 5). Kleinschroth, Rahe, auch die bisher in allen Kämpfen bewährten Damen Fr. Friedlcben und Fr. N e p p a ch , haben, wie das letzte graste internationale Turnier des L. T. T. E. erwies, Niederlagen hinnehmen müssen, die schwerer als bloß zufällige Niederlagen wiegen. Froitzheim, Rahe und H. Kleinschroth wurden geschlagen, Fr. Friedleben unh Fr. N e p p a ch mußten diesmal vor der Holländerin Frl. Bau man kapitulieren, die sie bisher immer iptten schlagen tonnen und die nicht einmal erste uropäische Klasse ist. Wir sind also im deutschen lennis sch^nbar mitten in der Umgruppierung. Die Ulten weichen, wenn auch ersichtlicherweise zögernd, )er Jugend. Zunächst leider nur der ausländischen fugend, wie man bisher nach dem wenig ermutigenden Ausgang dieser letzten internationalen Lei- itungsprüfung im deutschen Tennis schließen must. Zweitens: Begabte Spieler um die 30 schien. Der einzige, Landmann, hoch begabt, als Hockeyspieler schon von internationalem Format, kann wegen beruflicher Inanspruchnahme auswärtige Turniere fast gar nicht besuchen. In den bisherigen Turnieren war er in einer Fortm die Veranlassung geben könnte, ihn an die Spitze der Rangliste zu stellen, falls schon jetzt eine solche anf- qefteut würde. Drittens: Der jungen Generation seh - en noch Härte und Ausdauer. Wenn man ledenkt, dast die großen Franzosen und Amerikaner etwa 22 bis 27 Jahre alt und nur vermöge ihrer Jugend ein so heißes und hartes Spiel hin- ^ulcgen imstande sind, wie es bei uns noch zu den großen Ausnahmen zählt, wird man wünschen, daß Der Tennisnachwuchs durch Ergänzungs port sich so iit macht, daß er den ^gesteigerten An orderungen )C5 modernen Angriffsspiels gewachsen i t. Prenn cheint in dieser Hinsicht am meisten zu versprechen. Viertens■ Der Damennachwuchs fehlt, freilich verspricht Frl. Äußern Diel. Aber eine schwalbe macht noch keinen Sommer. Auch ihr fehlt noch so manches. Besonders muß ihr Rückhandschlag ivch besser werden; aber sie ist ja noch jung, sehr iung. Einige Fehler können sich die deutschen Damen licht abgewöhnen. Wann werden sie sich entschließen, wie die Holländerinnen sich ans Netz zu wagen? Dann werden sie beginnen, den Flugball nicht als -in oft unvermeidliches Uebel hinzunehmen und als bloßen Verteidigungsschlag anzuwenden? Wann »erben sie das Schmuttern lernen. Auch in taktischer Bestehung müssen die Spielerinnen fast alle noch vielseitiger werden. Da läßt sich in internationalen Beispielen lernen, wie man klugerweise lange und kurze, Harle und weiche, hohe und flache Schläge überraschend mischt, um die Gegnerin aus dem schlag zu bringen und in eine für die Abwehr mgünftige Stellung zu locken. Mit den schönen langen Böllen allein gewinnt man heute gegen in« icrnational erprobte Konkurrenz keinen Satz mehr. Das hört sich alles viel pessimistischer an, als es ist. Im Augenblick bewegt sich allerdings die Sei* slungskurye noch unten, weil wir noch keinen voll- oertigen Ersatz für die überalterten Größen haben. Aber wir besitzen zunächst einen Stamm von erst- Ilassigen, heute allerdings noch nicht überragenden Spielern, von denen Prenn, Zander (Berlin), Bräuer (Breslau) und Wetzel (Pforzheim) die Besten sind. Hartz, Jänicke, Pachali (Berlin), Schultze (Hanau) und Strauß (Barmen) verbrechen für die Zukunft noch Besseres. Was uns chlt, sind weder Nachwuchs noch Lehrer, sondern ein großes begeisterndes Vorbild, ein Nurmi des Tennis. R. G. Die Krummhölzer. Roman aus den bayerischen Bergen. Von Michael Wagner. 2. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Dann kam der borete alte Tirolergori, der alte, zchörlahme Knecht, an die Reihe. Kopfschüttelnd toic ein Pagodenmännlein gab er dem Heimkehrer die zitterige, runzliche Hand und antwortete mit glücklichem Lächeln auf Zenos Frage, wie es ihm gehe: „Freili, freili! Schnee gnua!" Hartl, der Oberknecht, selber ein Feldzügler, grüßte den Haussohn als Kameraden; alle aber zeigen frohe, freudige Gesichter, der Ander! noch und die 3cni, die Vroni, die Zenz, kurzum die ganzen Ehe- jalten. Und zwar schon einesteils, weil jedes den lillen Zeno gern hatte, und Toni, dem kommenden Herrn am Hofe oorzog, andernteils aber auch wegen 'cs Festtages und des damit oerbundenen Extta- chmauses. Stolz geleitete nach der ersten Begrüßung Walli -en Heimkehrer durchdie mit Tannengirlanden und mein knallroten „Willkomm"-Plakat geschmückte ?iir in die Stube, während sich der Troß der anderen wieder verzog. Beim Abendessen dann ging's bäuerlich festlich och her, saßen doch ihrer fünfzehn um den großen, »it grobem Leinen gedeckten Tisch. Und Walli chleppteSchüsseln mit Knödeln heran, richtige Ti- oler Speckknödel, Rauchfleisch in pfundgroßen 5tütfen und auch anderes Schweinernes und Geratenes. „Und wenn die ganze Sau draufgeht. Sauer," hatte sie vor einigen Tagen zum Uracher ;cäufjert, — „dös darf dich net reuen für unfern irieger!" Und der Bauer hatte gleichmütig erwidert: „Von nir aus zwoa!" Geredet wurde während dieser sozusagen privaten Sauern'Festtafel eigenllich gar nichts, oder doch nicht iel. Nur dann und wann, wenn eines fein Bier- irügel geleert, sagte er lakonisch: „Hartl!" — Der -Hartl hatte nämlich das Amt des Mundschenken übernommen. Endlich aber kam auch hier der Zeitpunkt, wo sch die festlich Versammelten aufatmend sagen durs» Die deutschen Kampsspiete Die Ergebnisse im Schwimmen. PnScoc-lSiesrcn Dritter im 200 Mcter- Gruftschwimmen. Kunstspringen für Männer: 1. Rieb- Idjlägcr 141,68 Punkte; 2. Kossag vorn Akademischen Turnverein Berlin 140,28 Punkte. 400 Meter beliebig für Frauen: 1. Frl. Lehmann (Poseidon Dresden) 6,52; 2. Frl. Krumme (Elberfeld) 7,46. 4X200 -Meter-Männer st affel (Freistil): 1. Magdeburger Schwimmklub von 96 10:36,9; 2. Sparta Köln 10:44,3. 1000-Meter-Freistil-Schwiminen für Männer: 1. Handschuhmacher (Westfalen Dortmund) 15,14; 2. Vierkötter (Poseidon Köln) 15:20,3. Die Staffeln 100, 200 und 300 Meter für Damen lyurden dem Schwimmklub Poseidon kampflos zu- gesprochen, da Bochum und Elberfeld nicht am start erschienen. Kunstspringen für Damen: 1. Frau Adler vorn Wiener Amateur-Sportverein 88,50 Punkte; 2. Frau Söhnchen vom A. B. T. S. Bremen 55,38 Punkte. 200-Meter-Bru st-Schwimmen für Männer: 1. E. Rademacher (Hellas Magdeburg) 2:58,2; 2. H. Zientz (Westfalen Dortmund) 3:03,6; 3. Pascoe (Gießen sG. S. V.s) 3:6,4. 200 - M c t e r - F r e i st i l: 1. O. Heinrich (Poseidon Leipzig) 2:25,6; 2. F. Berges (Iung- deutschland Darmstadt) 2:30,2. Die leichtathletischen Kampfspielsieger. Köln, 12. Juli. Mit ausgezeichneten Ergebnissen wurden gestern nachmittag die leichtathletischen Wettbewerbe im Rahmen der Deutschen Kampsspiele in Köln in den Entscheidungen durchgeführt. Es gab einige neue deutsche Rekorde, nachdem die Kämpfe am Vormittag u. a. zwei Damen-Weltrekorde im Speerwerfen iznb in der viermal 100-Meter- Staffel gebracht hatten. Kampfspielsieger wurden in den einzelnen Wettbewerben des Rachmittags: 800 Meter: Engelhardt- Darmstadt 1: 56.7. 100 Meter: Kömlg-Breslau 10,7. 400 Meter: Dr. Pelher-Stettin 49,2. Speerwerfen für Damen: Frau Schumann- Esten (Ruhr) 35,495 Meter (neuer Weltrekord). Diskuswerfen für Männer: Hoffmeister-Hannover 42,18 Meter. Dreimal 200 - Meier - Staffel: Stuttgarter Kickers 1:5,9 (neuer deutscher Rekord). 110-Meter-Hürdenrennen: Troß- bach-Verlin 15,1. 5 000 Meter: Dieckmann-Hannover 15:10,3 (neuer deutscher Rekord). Hochsprung: Skoczinski-Berlin 1,82 Meter. Viermal 10 0- Meter - Frauen- Staffel: S. C. Charlvttenburg 50,5. Speerwerfen für Man ner: Schlvkat 55,75 Meter. Olympische Staffel: Verband Brandenburgischer Athletikvereine 3: 34. Deutsche Staffel (25mal 250 Meter): Süddeutschland 12:17,7. Zehnkampf: Holz-Berlin. Marathon-Lauf: Reichmann-Siegen 2:58:28,9. Gauturnfest des Gaues Hessen (D.T.). —o— Ridda, 11. Juli. Das 53. Gau» turnfeft des Gaues Hessen (D. T.) fand in dem freundlichen Städtchen R i d d a eine überaus herzliche und, was doch schließlich die Hauptsache ist, eine nach jeder Richtung hin sachdienliche Aufnahme. Große Anforderungen waren an den Turnverein Ridda gestellt; mit den Geräteturnern waren diesmal auch die Wellten, daß die mühevolle Arbeit des Ausessens geschafft sei. Nun mußte nur noch das Fäßchen geleert werden. Als Walli abgetragen und der Hartl nach dem gemeinsam gesprochenen Tischgebet eben die Krügel wieder einfüllen wollte, sagte der Bauer: „Hartl! Halt stad!" „Ja, Bauer?" „I und meine Buam haben no allerhand z'reden, schenk von uns drei jedem noch a Maß ein, nachher könnt's mit’m Faß! zu euch nüber gehn und schaun, daß damit fertig werd's, gel!" „Juchhe! — Dös haut!" jubelte die Gesellschaft. „Aber gel, foan Radau net machen und koan Unfug! Hartl, du hältst Ordnung!" „Feit sie nix, Bauer'. — Guat Nacht beinanb!" Damit trollte sich die lustige Gesellschaft mit Krügel und Bierfaß! hinüber in die Kesindcstube, und es währte nicht lange, da klang auch schon ein flotter Ziehharmonikalandler zu den anderen herüber. Nun waren sie unter sich, die drei Krummhölzer, Vater und Söhne. Zeno lehnte im Herrgottswinkel und rauchte goldfarbigen Tabak aus feiner kurzen Stummelpfeife: der Vater hielt, wie gewohnt, den Kloben in der Faust, und Toni, der mit gespreizten Beinen, angetan mit ganz modern geschnittenem Anzug, jedoch hemdärmelig und ohne Kragen, breitspurig dasaß, hatte eine dicke Zigarre mit protzig rot-goldener Papierbauchbinde in fettig glänzendem feisten Gesicht stecken. Er trommelte etwas nervös mit den Fingern auf der Tischplatte herum und ließ forschende Blicke am still vor sich hin sinnenden Zeno vorbei zum schweigsamen Vater hinüber ftreifen. „Ja, ja!" jagte er dann und blies eine dichte Rauchwolke von sich. „Ja, ja!" Dabei blinzelte er auffordernd den Vater an. Der aber tut, als merkte er nichts von Tonis Ungeduld, und Zeno wartete mit der ihm an und für sich eigenen Zurückhaltung auf das, was da kommen sollte. Endlich öffnete der wortkarge Uracher den Mund zum Reden. Wie erleichtert atmete Toni auf. Aber: „Grad guat is, wenn ma so ruhig und alloanigs unter sich fein kann!" sagte der Vater, sich behaglich dehnend. Zeno nickte zustimmend. Toni aber konnte seine Ungeduld nicht mehr länger meistem. Mit schlecht verhehltem Unmut warf er dem Vater die auffordernden Worte hin: fämpier in den voUstumlicyeu .ucoungca vereinigt, einmal aus Sparsamleitsrücksichten. zum andern aber auch, um das Zusammengehörigkeitsgefühl. beider Betriebsformen im Rahmen des deutschen Turnens zu vertiefen. Dazu hatte der Wettergott die Durchführung der umfangreichen Aufgabe durch die starken Regengüsse mit Hochwasser auch im Riddatal besonders in den letzten Tagen ganz wesentlich erschwert. Aber angesichts dieser Verhältnisse zeigte sich in glänzender Weife, was eine nahezu 70jährige turnerische Tradition auch in einem verhältnismäßig kleinen Gemeinwesen von 2400 Einwohnern, in dem allerdings jeder 6. Einwohner dem deutschen Turnverein an gehört, an turnerischen Gemeinsinn und Opferfreudigkeit zu leisten vermag. „Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten", das war der Leitspruch aller vorbereitenden Ausschüsse unter der kraftvollen und umsichtigen Oberleitung des Vereinsvorstandes und seines Vorsitzenden Dr. mcd. Fritz Koch geworden Auf der Gänswiese. dem historischen Festplatz an den Ufern der Ridda, stand die neue. 450 Quadratmeter Flächenraum fassende Turnhalle trotz vieler Schwierigkeiten vollständig gebrauchsfertig da und bot den stark besuchten Gaumeisterschaftskämpfen am Pferd, Barren und Reck am Samstagabend eine behagliche Unterkunft. Die Uebungspläye für die Wetturner des Zwölfkampfes und der Volksturner am Sonntag standen in „doppelter Ausfertigung" zur Verfügung, für trockenes Wetter auf weitem Wiesen- plan und für regnerische Zwischenfälle aus festerem Boden bzw. in gedeckten Räumen. Bei diesen Umständen konnte unter Leitung des Gauober- turnwartes Wilh. Will (Gießen) die reiche turnerische Arbeit in ruhiger Sicherheit begonnen und in planmäßiger Weise durchgefuhrt werden, zumal auch die Regenwolken eine anerkennenswerte Zurückhaltung übten. Mit rund 5 0 0 Zwölfkämpsern wurde die seitherige Teilnehmerzahl wesentlich überschritten; dazu kommen iwch die Turner und Turnerinnen der volkstümlichen Einzelwettkämpfe, die Fechter und zahlreiche Turner, die sich nur an dem Wettkampf der Vereins- und Bezirksriegen beteiligt haben und deren Zahl gegenüber den Vorjahren ebenfalls erheblich gestiegen ist. so daß mit tausend die Zahl der ausübenden Sumer der Wirklichkeit entsprechen dürfte. Der Pflege turnerischen Geisteslebens dienten eine sinnige Gedenkfeier für die Gefallenen des Weltkrieges am Johanniterturm, ein F e l b- gottesdienst bei Beginn der allgemeinen Wettkämpfe, eine erhebende Jugendfeier in der Stadtkirche, bei der Pfarrer Köhler eindrucksvoll auf die Pflege besonders der inneren Werte des deutschen Turnens hinwies, und schließlich ein vollständig regenfreier, stattlicher, auch von benachbarten Gauen (Gau Kinzig D. T. und Gau Wetterau) beschickter Festzug als Dank an die gastfreie Feststadt, deren Bürgermeister R i n g s h a u s em herzliche Worte des Willkommens den Turnern entboten hatte. Dem Dank der Gauleitung an die Turnerstadt Ridda gab der erste Gauvertreter Pfeiffer (Wetzlar) beredten Ausdruck, der bekräftigt wurde durch den Beifall der Turner, die anschließend ihre allgemeinen Freiübungen trotz Hemmungen des feuchten Geländes zu wirkungsvollster Darstellung brachten. Eine große Schar Festbesucher konnte sich des schönen Wetters, der abwechslungsreichen turnerischen Darbietungen und der mannigfachen Tlnterhaltungen des Festplahes ungestört erfreuen. Der Montag bringt den Cndkampf der Volksturner und den üblichen Ausklang des Festes in örtlichem Ausmaß. Anschließend geben wir einen Auszug der Siegerliste insbesondere für unsere Gegend. Ergebnis der Meislerfchaflskämpfe: Reck (11 Teilnehmer): 1. Sieg Anton Nies, Tv. Nidda, 107 Punkte; 2. Hrch. Keller, Tv. Burgsolms 98; 3. A. Fink, T. u. Spv. Marburg 97. Barren (15 Teilnehmer): 1. Aonton Nies, Tv. Nidda, 116 Punkte; Alfred Eckhardt, To. Nidda 110; 3. Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen 103. Pferd (7 Teilnehmer): 1. Karl Reuter, To. 1846 Gießen, 108 Punkte; 2. Hans Rehn, Tv. Nidda 100; 3. Adolf Fink, T. u. Spv. Marburg 99. Altersturnen über 45 Jahre, Neunkampf (9 Bewerber, 8 Sieger): 1. Hrch. Wolf, Tv. Nidda, 161 Punkte; 2. K. Bücking, Tv. Alsfeld 140; 3. E. Jung. Tv. 1846 Gießen 138. A!ter st« r n e n, 35 bis 45Jahre, Neunkampf (12 Bewerber, 10 Sieger): 1. O. lejtor, T. u. Spv. Marburg, 171 Punkte; 2. F. Henkelmann, T. u. Spv. Butzbach 152; 3. A. Rinn, Tv. Heuchelheim 150; 4. Hrch. Hamel, Tv. 1846 Gießen 141. Oberftufe, Zwölfkampf (24 Bewerber, 13 Sieger): 1. Wilh. W ei ß, Tv. Grohen-Linden, 199 Punkte: 2. K. Bernhard, Tv. Nieder-Wöllstadt 195; 3. Paul Goetfch, T. u. Spv. Marburg 189; 4. Fritz Weitershaus, Tv. Großen Linden 188; 5. H. Keller, Tv. Burgsolms 182; 6. W. Hofmann, Tv. Krofdorf 181; 8. Kurt Walter, Tv. Treis a. d. Lda., und L. M a l k o m e f i u s , Mlv. Gießen 173; 9. Kar! Keßler, Tv. Großen-Linden 167; 10. Hrch. Lein- weder. Tv. Treis a. d. Lda. 162; 11. Christian Volz, Tv. Lich 160. D b c r ft u f c , Zehnkampf (13 Bewerber, 9 Sieger): 1. A. Fink, T. u. Spv. Marburg, 176 P.; 2. A. Eckhardt, Tv. Nidda, und W. Loch, Tgm. Marburg 169; 3. Karl Schmidt, T. u. Spv. Marburg 164. Mi11elstuse, Zwölfkampf (64 Bewerber, 30 Sieger): 1. Erich Silges, Tv. 1846 Gießen, 188 Punkte; 2. Eduard Heyer, Tv. Krosdors 186; 3. R. Wagner, T. u. Spv. Butzbach 185; 5. Otto Hainstedt, Tv. 1846 Gießen 182; 6. Karl Stork, Tv. 1846 Gießen 180; 10. Willi Strauch, Mtv. Gießen 175. volkstümliche Wettkämpfe der Turnerinnen (Gaumeifterschast). 7^5 - M e t e r - 2 a u f (30 Bewerberinnen): 1. Siegerin Paula Hoffmann, Mtv. Gießen. 10,7 Sek.; 2 Erna Althaus, Mw. Gießen, 10,7 Sekunden; 3. Tilly Espach, Mtv. Gießen, 10,8 Sekunden; 4. Charlotte Amend, Mtv. Gießen, 11 Sek.; 5. Martha Seiferth, Mtv. Gießen, 11,2 Sek. Weitsprung (16 Bewerberinnen): 1. Siegerin Gerte! W a l d s ch m i d t. Tv. 1860 Bad- Rauheim, 4,26 Meter; 2. Tilly Espach. Mv. Gießen, 4,15 Meter; 3. Gerda Schmidt, T. u. Sp. Marburg, 4,04 Meter; 5. Johanna Kröck, Tv. Gießen, 3.73 Meter. Schlagball Weitwurf (9 Bewerberinnen); 1. Siegerin Anna Mörller Tv. 1860 Bad-Rauheim 54,47 Meter; 2. Ria Rosenschon, Tgde. Friedberg, 53,53 Meter; 3. Anna Junker. Tgde. Marburg, 47,20 Meter. Hochsprung (11 Bewerberinnen): 1. Siegerin Else Bickelhaupt, Ttv. Gießen, 1,41 Meter; 2. Tilly Espach, Mtv. Gießen, 1,36 Meter; 3. Gerte! Waldschmidt, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 1,33 Meter. Kugelstoßen (12 Bewerberinnen): 1. Siegerin Anna Mörller. Tv. 1360 Dad-Rauheim, 8,70 Meter; 2. Sofie Coll, Tv. Frankenberg, 8,30 Meter; 3. E. Trechsler, Tv. 1846 Gießen, 7,95 Meter. 4-X-75-Meter-Staffel: 1. Sieger Männerturnverein Gießen, 1. Mannschaft, 41,/5; 2. Sieger Turngemeinde Friedberg; 3. Sieger Männerturnverein Gießen, 2. Mannschaft. Weitere Ergebnisse folgen. Radsport. Stürze beim Rennen auf der Avus-Dahn. Berlin, 11. Juli (WTD.) Bei dem Rennen auf der Avusbahn überschlug frch heute nachmittag der Rennwagen deS Fahrers E m m e r t ch. Er sprang aus der Rordkurve und stürzte vor der Tribüne ins Publikum. Dret Personen wurden leicht ver 1 e0t. Beide Fahrer blieben völlig unverletzt und konnten am Rennen weiter teilnehmen. -Ungefähr um dieselbe Zeit geriet der Rennwagen des Fahrers Rosenberger vor der TribüneD ins Schleudern, schlug um und stürzte gegen die Zeittafel. Der Zeitnehmer, ein Student der Technischen Hochschule, wurde getötet, drei weitere Zeitnehmer und der Mechaniker des Wagens erlitten Verletzungen. Der Fahrer Rosenberger wurde nur leicht verletzte Fast gleichzeitig st ü r z t e der französische Fahrer Chassagne 3 Kilometer vor der Südschleife. „Also nachher — wennst halt amal rausrucken tatst!" Eine erwartungsvolle Stille folgte. Die Uhr ticktackte wichtigtuerisch, als schritte ein Grenadier auf der Wacht auf und ab. Von der Küchel vor hörte man Walli mit dem Geschirrr hantieren, und aus der Gesindestube klangen fröhliches Lachen und Harmonikaweifen herüber. Da richtete sich der Uracher aus feiner gebückten Haltung auf und lehnte sich zurück, die mächtiae Brust in tiefem Aufatmen dehnend. Die Faust, welche den Kloben hielt, lag schwer auf dem groben Leinen des Tischtuches. Einige Augenblicke schaute er noch vor sich hin, als wollte er seine Gedanke nochmals zusammenfassen, bann begann er ruhig und ernst: „Hör, Zeno — jetzt hätten wir drei halt was ausz'reden mitananb —" „Ja, Vater?" erroiberte Zeno, den Vater voll anblickend. ,Alfo hör: Die^ erst' Zeit, wie dir dös schwere Unglück mit dem Fuaß im Feld draußen passiert is, war i völlig wie norm Kopf g'schlagen. Allweil und allweil hab i studiert: was soll e Bergbauer mit oan Fuaß! Dös is nixen! Dös is nixen Net mal was Halberts mehr!" Uracher schob eine kleine Pause ein, lat einen kräftigen Trunk aus seinem Krug und fuhr dann fori: „So hab i mir denkt! Lang bin i ganz sinniererisch rumgangen — was machen — was machen! Halt stad! Mittennei kommt mir da a Gedanken: was Bauer! Hin oder her! Hat ebba der Bua schon amal a extrige Freud dazua g'habt? Und warum hat er denn fein' Schnitzlerei? Is ihm die net lieber? Wenn er a fei Arbeit ahn g'recht g'macht Hai — aber 's Liebere war ihm halt doch d' ochnitzlerei! Grad a fo hab i mir dafelm denkt und net anderst. Und sag selber, Zeno — hab i recht g'habt ober net?" „I hab bir's ehvor schon oft gnua g’fagt!" schob ber Toni eifrig dazwischen ein. Zeno aber schaute dem Vater einige Herzschläge lang in die grauen Augen, bann nickte er und sagte: „Wahr is, Vater!" „Woll!" konstatierte der befriedigt. Dann fuhr er fort: „Und es hat gar net lang ang'ftanben, wie i dös breufiw g'habt hab, da is von dir berfell Brief von Frankfurt kommen. In dem, wo drin- fteht, daß d' di schön stad wieder aufg’rappeft hast und zu deiner großen Freud zu an berühmten Bildhauer-Professor fo quasi in d' Sehr aehn darfst. Aha, denk i mir da, jetzt sieht matrs oöch völlig, wie's fein will! Wennst mir als a Bauer a lieber g’toefen wärst — mi hat's doch g'freut — für bi! Woll! Du taugst halt amol zum andern besser!" .Freili! Jeder nach sein Gusto!" So der Toni wieder. Zeno aber wartete schweigend, was dec Vater ihm weiter zu sagen hatte: „Dafelm hab i mit ’n Toni oft darüber hin und her g'rebt, was da z' machen wär. Denn da am Hof hat die Schnitzlerei koa Hand und Fuaß — dös G'fchäft g'hörl unter d' Leut! Und schau — grab, als ob es fo fein hätt' wüsten — is gleich nach'm Kirta ber Schnitzer Fürlegcr im Markt unten g’ftorben. War a schöns Sacherl da: a faubers Häuf! mit der Schnitzerwerkstatt und a Laders — na, du kennst ’s ja selber! Die alte Fürlegerin is ganz alloa dag'standen, denn die oanzige Tochter is z' Rosenheim verheirat’. Da blitzt mir auf amal a Gedanken auf! — Höllsaxxen — dös wär a Gäu für 'n Zeno!" Der Uracher schlug mit ber flachen Hand auf bie Tischplatte, daß bie Bierkrüge wackelten. „Verstehst, Zeno! Unb dem Toni hab i's g’fagt und der war 0 glei dafür. So, und jetzt hör: und nachher bin i schnurstracks zur Fürlegerin marschiert mit dem Gedanken und hab's g’fragt, ob sie ton Lust hätt' das ganze Zeug! überananb z' verkaufen. Und glei war s' dabei! Selber hat si's schon im Sinn g’habt' Merkst was, arvd, als ob's fein hätf müssen! Und etli Täg draus hat dös Fürlegersche Sacherl mir g'hört. Alls mitnanb — Häusl, Werkstatt unb Laben! Unb jetzt wart's nur mehr auf sein' neuen Herrn!" Zeno starrte den Vater sprachlos an. Seine Augen glänzten. Dann stotterte er vor Meude: „Ja — und — unb —" „Neinfitzen sollst bi — und net alloa!* lachte Uracher bröhnend auf und streckte in rascher Bewegung dem Sohne die Hand hin. Wie da der Zeno zugriff. In seiner Stimme jubilierte es: „Also wir gehören soll's?! Mir! Und —" „Allweil dir — unb net mir!" lachte jetzt auch ber Toni. „Deswegen wollen wir ja mitnanb reden! — Gel, ba fchaugft! Ja, k hab dem Väter fest auq, fl rebt!" (Fortsetzung fvtzH und Mitfahrer wurden leicht verschlug. r-Uhr. 0.5125 0.5025 15,5 DÜf- 45 154 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt om 11. bis 27. Juli stattfindenden Deutschen Seeflug-Wettbewerb 1926 — bis zum Rach- nennungsschluh insgesamt 17 Meldungen — wird von den Veranstaltern als sehr günstig angesehen. Diese Ansicht erscheint gerechtfertigt, wenn man bedenkt, daß der deutsche Seeflugzeugbau zum erstenmal seit 12 Jahren zu einem Wettbewerb rüstet, daß die deutsche Flugzeugindustrie ohnehin von der allgemeinen wirtschaftlichen Rot- lage besonders schwer betroffen ist, wenn man ferner beachtet, daß auch große ausländische Wettbewerbe schwer um ihr Zustandekommen zu kämpfen haben. Muhte doch z. B. der größte amerikanische Wettbewerb um die „Pulitzer Trophäe" wegen Mangels an Interesse ausfallen, die italienische „Coppa del Mare" konnte nur mit drei Meldungen aufwarten. Der Deutsche Seeflug-Wettbewerb ist fein Publikums-Wettbewerb. Er stellt in seinem gan- zen Ausbau eine ernste Prüfung des deutschen Seeflugzeugbaues dar, da man unter den heu- tigen Verhältnissen der deutschen Flugzeugindu- • strie keine Teilnahme an einem Wettbewerb zu- muten kann, der nur Geld kostet und feine für die Praxis verwertbaren Ergebnisse bringt. Aus diesem Grunde mußte darauf verzichtet werden. y tftoa ein reines Flugzeugrennen, wie sie die genannten ausländischen Wettbewerbe darstellen, zu veranstalten. Ebenso konnte der Wettbewerb nicht auf eine andere Spezialeigenschaft des Fleugzeuges, wie etwa Steigfähigkeit, Tragfähig- keit oder Streckenleistung, beschränkt werden, da derartige Forderungen nur zu einer Ueberzüch« tung des Wettbewerb- Flugzeuges führen, nicht aber einen praktisch verwertbaren Flugzeugtvp -ergeben. Der Deutsche Seeflug-Wettbewerb 1926 sieht deshalb seine Aufgabe in der „Züchtung eines seetüchtigen, leistungsfähigen und betriebstüchtigen Postflugzeuges, wobei auf Geschwindigkeit, Steigfähigkeit. Flugstrecke und Sparsamkeit des Bauaufwandes gleicher Wert gelegt wird" Der Erreichung dieses Zieles dienen in gleicher Welse die vom 11. bis 23. Juli stattfindenden technischen Prüfungen und die daran anschließenden auf vier Tage verteilten Streckenfluge. frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 12. Juli. 80,25 247,5* 93 100 Auch an den Altien Märkten kam es zu stärkeren Kurseinbuhen, und die ersten Rotierungen für Terminwerte lagen 4 bis 5 Prozent unter den letzten Rachbörsekursen. Der Kurseinbruch war besonders scharf bei Rom- bacher Hütte, die schon am Samstag ganz erheblich gefallen waren. Die Kapitalzusammenlegungsquote wird jetzt zwischen 8:1 bis 10:1 geschäht. Rach Börsengerüchten soll über die Sanierungsmahnahinen innerhalb der Verwaltung noch keine Einigung bestehen. Der Rückgang dieser Werte und der bevorstehende Medio- termin waren die Hauptgründe für die schwache Tendenz der heutigen Börse. Am Geldmarkt hält die Erleichterung an. Tagesgeld 4.5 bis 5,5 Prozent, teilweise war es sogar schon zu 3,5 Prozent erhältlich. Monatsgetd 5 Prozent. Wechsel mit Bankgiro 5 bis 5,5 Prozent. Dörsenkurle. 247,5* 56,5 139,5 | 138,2* | 121,5* 96; 119,25 162 1 81,5 88.5 । 25,25 | 44,75 | 56,75, 36 127,25 86.25 33,5 157.75 69,5 80.25 aehmigung zur Veranstaltung einer Meisterschaft der Reichswehr erteilt. Das über 100 Kilometer führende Rennen gelangt im Rahmen des Dundesfestes des B. D- R. in Dresden am Montag, 9. August, auf der gleichen Strecke zum Austrag, auf der die Meisterschaft im Der- einsmannschaftsfahren ausgefahren wird. Die Meisterschaft wird von Reichswehrformationen als Patrouillen fahrt bestritten, bei der fünf Mann von jeder Formation starten dürfen und die Zeit des dritten Fahrers gewertet wird, falls die drei Mann geschlossen ankommen. Als Siegespreis winkt der siegreichen Formation der Goldene Bundespokal und den siegreichen Fahrern je ein goldenes Ehrenzeichen. Wassersport. Die fleißigsten deutschen Rudervereine. do. Der Deutsche Ruderverband veröffentlicht jetzt eine recht interessante Statistik über die Fahrtenzahl seiner Verbandsvereine im letzten Ruderjahr. An erster Stelle steht unter diesen über 400 Klubs die R.-G. Hannover-Linden von 1899 vor R.-C. Favo- rite-Hammonia Hamburg, die beide über 5000 Fahrten ihrer Mitglieder zu verzeichnen haben. Insgesamt 37 Vereine haben über 2000 Fahrten durchgeführt, 122 Vereine über 1000. Unter denen, die meniger als 100 Fahrten melden, find 16 verzeichnet. Die 20 fleißigsten Vereine sind: 1. R.-G. Hannover- Linden 1899 5483, 2. Faoorite-Hammonia Homburg 5186, 3. Lübecker R.-G. 1885 4721, 4. R.-G. Speyer 4580, 5. Hallescher R.-V. Böllberg 4492, 6. Dresdner R.-V. 4449, 7. R.-R. der Turngemeinde in Berlin 4213, 8. R.-C. Bamberg 3973, 9. Würzburger R.-G. 3963, 10. Karlsruher R.-V. 1879 3597, 11. R.-K. am Wannsee Berlin 3577, 12. Oberweser R.-V. Bremen 3499, 13. R.-C. Havel Brandenburg 3376, 14. R.-R. des Essener T. F. C. 3166, 15. Wiking Leipzig 2894, 16. R.-C. Aschaffenburg 2821, 17. W. V. Düsseldorf 2804, 18. Bremer R. V. v. der vo. Bund eine Verschlechterung erfahren. Das Schwergewicht des Marktverlaufes hat sich nach der langsamen bis ruhigen Linie verschoben. Die Auftriebsziffern haben für Rinder, Kälber und .... — Tendenz: Lustlos und schwächer. — Die Börse eröffnete die neue Woche in lustloser Haltung und an den Hauptmärkten mit schwächeren Kursen. Dos Publikum war nur in ganz geringem Umfange als Käufer am Markte. Die Wettervoraussage. Wolkig mit zeitweiser Aufheiterung, wärmer, doch meist trocken. Die Regengebiete find ostwärts abgezogen, so daß Deutschland heute morgen regenfrei ist. Don Frankreich her schiebt sich ein Hochdruckteil nach Deutschland vor. der zunächst noch nordwestliche später aber mehr südliche Luft heranführt und zeitweise Aufklärung im Gefolge fjat. Jedoch ist eine längere Dauer des trockenen Wetters nicht wahrscheinlich, da westlich von uns erneut starke Temperatur-^lnterschiede sich zeigen, die zur Verstärkung von Ausläufern einer atlantischen Depression Veranlassung geben können. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 19.4 ®raö Celsius, Minimum: 12.2 Grad Celsius. Riederschläge 0,2 Millimeter. Heutige Morgen« Temperatur: 15.5 Grad Celsius. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Amschau".) Dienstag. 13. Juli. 4,30 bis 5,45 Ufa: Konzert des Hausorchesters: Operetten. 5,45 bis 6,05 Uhr. Die Lesestunde. 6,15 bis 6,45 Uhr: Vortrag von Dr. Stichtenoth über „Volksmusik im Zeitalter der Maschinen". 6,45 bis 7,15 Uhr: „Anschauungsbilder bei Kindern", Vortrag von Dr. Efaenstein. 7,15 bis 7,45 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7,45 bls 8,15 Uhr: Italienischer Sprachunter- richt. 8,15 Uhr: Übertragung von Hamburg: „Der Herr der Erde". Anschließend: Reue Schall- platten. Ht. $ •rf; Schl N'7'b W*’’ lag««!’ Dar Ski. öiein8Jwr (fa Äet-ir für jj/yje Re WtV^aff e^ir eift» ,7er die tzr bitiit Soleier bei j1" |i? ^aher üb fü? he 5 w &V- LU Berlin Bremen Breslau Chemnitz Dortmund Dresden Düsseldorf Elberfeld Essen Frankfurt M. Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Volksstaates Hessen weist für den Monat Uuni folgende Zahlen nach: An Braunkohlen wurden gefördert 35 390 Tonnen, verkauft wurden davon 9636 Tonnen: der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelerei- brobuftcn er^engt: 525 Tonnen Braunkohlenbri- kens 1323 Tonnen Raßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen eine Anzahl Tonnen Stein- Preßkohlen erzeugt. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauches verblieben am Monatsschluh absatzfähig: 12803 Tonnen Rohkohlen, 1212 Sonnen Briketts 2918 Tonnen Rastpreßsteine, zusammen lo 933 gönnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtwert von 132 655 Dm. * Zinsermäßigung für Monats- geld bei der Berliner Stempelver- e i n ig u n g Die Berliner Stempelvereinigung hat den Habenzinssah für Geld von 14 Tagen i , eimm Do(Ien -Zeitmonat um '/. Prozent au) 4'/2 Prozent ermäßigt. Die anderen Sätze b^ben unverändert. Auf Beschluß der übrigen deuffchen Bankvereinigungen wird mit Wirkung oom 9 2uli ab der Zinssatz für Gelder von min- lL Tagen bis zu einem vollen Zeitmonat .auf £..'2 Prozent herabgesetzt, wahrend die übrigen Satze unverändert bleiben Genehmigung der Reichsbahn^ au ft rage. Der große Auftrag der Reichs- eisenbahn auf Lieferung von Oberbaumaterial an den Stahlwerksverband ist nunmehr vom Sisenbahnzentralamt genehmigt worden, doch werden zunächst nur 500 000 Tonnen mit einer Obtion au toeitere 150 000 Tonnen im Werte von 75 Millionen RM. übergeben. Berliner Börse. 0361:1111 12. 3uli. In der neuen Woche nahm der Rückgang der westlichen gleich bei Beginn wieder ein rascheres Tempo an. Brüssel das vormittags mit 209,50 gegen London einsehte teurbe bereits mit 223 gegen das Pfund gehandelt. London-Paris, das mit 187,50 am vamstag schloß, ging heute auf 191,50 zurück. Frankfurt a.M.^ Berlin 86,75 144,6* 145,2' 114.25 114’ 115 7,15 ■ - auf die Mmimalstrafc von zusammen 7 M o n n t e n i Gefängnis und empfahl dem Angeklagten, ein Gnadengesuch vorzulegen. Ein Arbeiter aus G. wurde zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er an einem erwachsenen Mädchen mit Gewalt strafbare Handlungen vorgenommen hatte. Wegen Bettelns erhalt er fünf Tage Haft. Die Untersuchungshaft wurde mit zwei Wochen und fünf Tagen angerechnet. Der Angeklagte nahm die Strafe sofort an. Zwei Kaufleute aus W. waren des Betrugs an- geklogt. Sie sollen einer Anzahl von Frauen Wäsche verkauft und ihnen Wechselformulare zur Unterschrift vorgelegt haben unter Verschweigung dieses Umstandes. Die Frauen glaubten, nur Empfangsbestätigungen unterschrieben zu haben. Da einige Frauen bekunden, es könne möglich sein, daß die Angeklagten von „Wechsel" und ..Akzept" gesprochen hätten, erfolgte Freisprechung mangels ausreichenden Beweises. Ein Lehrer aus dem Vogelsberg, der zugleich Rechner der Spar- und Darlehenskasse des Ortes war, hat längere Zeit hindurch größere Betrage in Gesamthöhe von etwa 1600 Mark unterschlagen und die Kassenbücher gefälscht. Das alte Tagebuch hat er, um seine Verfehlungen zu verdecken, verschwinden lassen. Außerdem hat er eine einzelne Quittung gefälscht. Rach mehrstündiger umfangreicher Beweisaufnahme sah das Gericht, dem Antrag des Staatsanwalts entsprechend, die Anklage in allen Punkten für erwiesen an und verurteilte den Angeklagten unter Annahme mildernder Umstände zu 9 Monaten Gefängnis. Gerichtssaal. Lin Meineidsprozeh. “ Darmstadt, 9. Juli. Der wegen Betrugs mehrfach vorbestrafte Friseur Albert Eisenhauer aus Hammelbach hatte im Zusammenhang mit einem unerlaubten Fahrradverkauf den bisher unbeftraften, etwas geistesschwachen Maurer Val. Stals veranlaßt, vor Gericht einen M e i n e i d zu schwören. Das Schwurgericht verurteilte Eisenhauer zu 2 Jahren und 2 Monaten Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und dauernder Eidesunfähigkeit. Stals erhielt die Mindeststrafe von e i n e m I a h r Zuchthaus: doch will das Gericht ein Gnadengesuch befürworten. a f t ie n lagen schwächer. Die Einbußen betrugen etwa 2 Prozent, nur Siemens waren stärker gedrückt minus 4 Prozent. Bankaktien neigten ebenfalls zu Rachgeben. Darmstädter minus 0.75 Prozent. Deutsche minus 1.75 Prozent. Dresdner minus 1.4 Prozent. Schiffahrtsaktien büßten bei ruhigem Geschäft nur wenig ein. Motoren werte lagen bis zu 1.5 Prozent schwächer. Auch Bau-, Maschinen- und Zuckeraktien schlossen sich der Abwärtsbewegung an. Gut gehalten waren deutsche Anleihen. Ausländische Renten gingen dagegen etwas zurück. Der Frciverkehr lag lustlos. Brown-Boveri 121 Prozent, Entreprise 6 Prozent. Growag 60 Prozent, Rastatter Waggon 15, Ufa 38 Prozent. Der weitere Verlauf wurde etwas freundlicher, eine Geschäftsbelebung war damit aber nicht verbunden. Auch die Besserungen hielten sich in engsten Grenzen. Der Geldmarkt steht im Zeichen weiteren Angebotes. Tagesgeld 4 Prozent. Monatsgeld 5 bis 5,25 Prozent. Privatdiskonten 4,37 bis 4,5 Proz. Industrieakzepte 4.87 bis 5,12 Prozent. Im Devisenverkehr vermochte sich Paris gegen das Pfund zu behaupten mit 187,50. Dagegen war der belgische Franken mit 210 gegen London erheblich abgeschwächt. Mailand notierte gegen London 141. Berliner ProduktcnvÄrjc. Berlin, 10. Juli. Die festeren Preismeldungen aus dem Ausland und damit in Uebereinstimmunx höherer Schlußforderungen blieben im Berliner Produktenhandel nicht ganz ohne Einfluß. Aber auch die feit heute morgen niedergehenden Regen verstärkten die ausländische Anregung. Weizen, wie auch Roggen, konnten sich bei Beginn nicht unerheblich im Preise steigern. Für Hafer waren die Forderungen unnachgiebig. Auch Gerste verhältnismäßig fest. Mehl höher im Preise gehalten, aber schwer abzusetzen. Im Lieferungshandel stellte sich der Weizen durchweg 2,50 Mark über letzter Notiz. Roggen bis 2 Mk. erhöht. Es notierten (1000 Kilogramm): Roggen, märkischer, 212 dis 215 Mk.: Sommergerste 205 bis 212; Gerste, inländische, 190 bis 204; Hafer, märkischer, 209 bis 218; Mais, loko Berlin, 173 bis 178; (100 Kilogramm): Weizenmehl 37,75 bis 39,75; Roggenmehl 30 bis 31; Weizen- kleie 10; Roggenkleie 11,25; Biktoriaerbfen 35 bis 46; kleine Speiseerbsen 30 bis 34; Futtererbsen 22 bis 27; Peluschken 23,50 bis 27. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Juli. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 31,75 bis 32 Mark; Roggen, inländischer, 23 bis 23,25; Hafer, ausländischer, 21,25 bis 23; Mais (gelb) 17,75 bis 18; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0), 42,75 bis 43; .Rog- genmehl 33 bis 33,25; Weizenkleie 9; Roggenkleie 11; Erbsen 32 bis 45; Linsen 45 bis 75; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 10 bis 10,50; Weizen- und Roggenstroh 6 bis 6,50; Treber, getrocknet, 15,50 Mark. Tendenz: fest. Arankiurter Schlachtviehmarkt. 'Frankfurt a.M.. 12. 3uIL Auftrieb: 1815 Stück Rinder, darunter 557 Ochsen. 51 Bullen. 1207 Färsen und Kühe; 536 Kälber. 35 Schafa. 3428 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfund Lebendgewicht: Rinder: Ochsen. vvllfleischigL ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 55 bis 60. junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 48 bis 54, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 38 bis 46; Bullen, vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 40 bis 53, vollfleischigc jüngere 40 bis 47; Färsen und Kühe. Vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 54 bis 59, vollfl. ausge- mästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu sieben Jahren ^48 bis 54, wenig gut entwickelte Färsen 43 bis 53, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 38 bis 47. mäßig genährte Kühe und Färsen 30 bis 38, gering genährte Kühe und Färsen 18 bis 28. Kälber: Feinste Mastkälber 60 bis 66, mittlere Mast- und beste Saugkälber 55 bis 59, geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 54. geringe Saugkälber 35 bis 44. Schafe: Mastlämmer und Mast- hämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 42. Schweine. Vollfl. von 80 bis 100 Kg. 76 bis 80, unter 80 Kg. 70 bis 75. von 100 bis 120 Kg. 76 bis 79, von 120 bis 150 Kg. 76 bis 79, Fettschweine über 150 Kg. 75 bis 78, unreine Sauen und geschnittene Eber 58 bis 68. Marktverlauf: Bei Rindern lang= fatner, bei Kleinvieh und Schweinen schleppender Handel. Rinder und Schweine hinterlassen Äeber- stand. Große Straftammer Gießen. * Gießen, 6. Juli. Ein Landwirt aus Oberhessen hatte sich vor einigen Wochen wegen Urkundenfälschung vor dem Schöffengericht Gießen zu verantworten. Da ein Zeuge seine frühere belastende Aussage zuruckgenommen hatte, gelangte das Schöffengericht zur Freisprechung des Angeklagten und sprach ihm außerdem eine Entschädigung für um schuldig erlittene Untersuchungshaft zu. Hauptsächlich wegen des letzteren Punktes hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. In der heutigen Be- rufungsoerhandlung führte der Staatsaiiwalt aus, nach der Beweisaufnahme komme in erster Linie eine Verurteilung des Angeklagten in Betracht; sollte das Gericht aber wiederum mangels Bewei es zu einer Freifprechuna gelangen, so dürfe dem Angeklagten keine Entschädigung zugesprochen werden, denn ein begründeter Verdacht gegen den Angeklagten bestehe nach wie vor, von erwiesener Unschuld könne keine Rede sein. Die Strafkammer beließ es bei der Freisprechung, lehnte aber, dem An- 'r.ag des Staatsanwalts gemäß, die Entschädigung für die Untersuchungshaft ab. 3n zwei weiteren Fällen nahmen die Angeklag- ■en vor Eintritt in die Verhandlung ihre Berufungen zurück, da auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte und sie Erhöhung der Strafe befürchteten. Großes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 7. Juli. Ein junger Mensch hatte -m Laufe der Jahre 1925 und 1926 zu R. an Mädchen von 8 und 9 Jahren strafbare Handlungen vorgenommen; außerdem hatte er öffentlich ein Aergernis erregt. Der zuständige Kreisarzt bezeichnete den Angeklagten als schwach begabt, im übrigen aber für verantwortlich. Das Gericht erkannte Kurs 10. 7. JW6 DieSotsch Berlin. SÄ® Generals LWnatM £ gewlt in dec ««l to M 2Januar iu roorhro sein. Inspektor' einen der be gleichzeitig Außerdem i) Marschall S< Augenmerk । bet deutscher Munitioi scheu Regien Me oerlaut erteilten Ans schen Regier mlttell. von jnffi daß dem Äeii mehrere M Z. Juli jugegai Dental verhör fragen der Organisation b alliierten Mii von den beteil Die „Ti „Bei der De man nicht ai um eine A also um eim handelt. Abi in Betracht z können, daß । aus unget bett, ben.ioit toeifai ntiflen. rate ßeedt ift. eine 'Sexeinbari rangen der So; durch eine Dero die Stellung eine hob und fjetn Minister unterste gerechtfertigt, da Frage von ne: mals gefundene monatelang in ( Seite Mtty n« neuen Raum ju g Aweiselloz rine I Völkerbunds Deutschland mr müßte, daß fe j ausgeht, d« rollen und die £h & die »n Mm toor&en ift, Sri8** wünschen trollfonnnfa|.;. MM berh. ®fl, bar gedilll fe % ÜonK der l-UIjr. I Schluß«>Anfang 6ur, | Kur» , Qur-. 12 7 | 10. 7. I 12 7. Dalum: 5% Deutsche Reichs anleihe . 4% Deutsche Ncichsanlcihe . 3'/»% Deutsche Rcichsanleihe 3% Deutsche Ncichsanleihe . Deutsche k-parprämienanleih« 4% Preußische Koniols . ■ 4% Hessen 3*/9°/n Hessen • . . ...... 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto- Doll.-Schav'Antreisng.*)