<,20? 12,61 Ul,« 20,« 12,75 169.04 14,71 93,52 ».70 1.82 112,56 81,67 64,36 12,447 5,87 Börje, Die 4., lt'9en öbli* 'tmW QU6tm °7^'L % Pirolen J 5arbenft Ab. * ÄMx, ;es betnoJ^teni Ut^ waren Qt£ Mitt. eobadlten9 >te Do, Arten, '^u einen, anfattien ’r e n g ft 0 u’ ,^ege- en Gewinn tyc. tien, Z::L-r 7-LZ'L i!che N»??'len. W*SS a-EZ "Staji^rt a. K oten. Leid- 4,187 12,55 110,92 20,38 12,69 168,18 15,63 93,06 69,40 1,78 112,02 81,27 61,04 12,387 5,83 Getreidebörse. uni. Cs wurden notiert: 30,50 bis 31, Loggen Sommergerste (für Stauer (inlänb.) 21 bis 23, 17,75, Weizenmehl (in- 42,50 bis 43, Loggen- Wnfieie 9,25, Roggen- stetig. oduktcnbörsc. . Die Tendenz im Der- gestaltete sich heute bei Yen für Weizen fester, eitlich. Die inlLndischen ehter Ernte sind schon en, und was noch ge- rforbert höhere Preis- sniveau für effektiven . sester, und zwar in erhöhten argentinischen ngen und dann auch in- gen seitens der inlöndi- in Futtermittel ist be- Hafer in besten Sorten cuhig: Futtermittel ohne -eptember-Deizen besserte dagegen nur um 1 Ml. rbreitete sich für Aoggem iet 1 Mk. über Dortags- ? Termine schwächer er» (hro 1000 Kilogramm). bis 182 ®f„ S°mm°r- :ste (inländ.) 173 bis 188, !06;(t>H>100 2«^ «& «. tererbsen 22 27. P nö „Juhan Ww einen •ffSswss. i aus dttWvmPvschM >t glücklichen u ^Qmt< iiüeften .& DOm reiche ®erf 'L? W L ÄüuHen w^rfchven' Fristen. •,®ott2^:jg26.(Bora^ ; i2.3un,.1oi u. 935- Samstag, 12. Zimt 1926 176. Jahrgang Nr. 135 Erstes Blatt Annahme von »nzelaen für die lügesnummtr Dis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breil« 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20® , mehr Chefredakteur: Dr. Fnedr Wich. Lang«. Derantworllich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den Übrigen Teil Ernst Diumschein: für den An» zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle ®enai$»Bejugsprtts: 2 Reichsmark und 20 Reichs Pfennig für Träger- lohn, auch bet Richter- Ken einzelner Nummern ze höherer Gewalt. Fernlprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: granffurt am Main 11688. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniS vnv Verlag: vrühl'sche Univerfi1üU.vuch' nuö Stehiöruderei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung unö Geschäftsstelle: ZchnMratze 7. Jur Fürstenenteignung. Aus parlamentarischen Kreisen wirb uns geschrieben: Der 20. Juni, als der von der Reichs-- regierung festgesetzte Termin für die Dolksabstiin- mung legt in die Hände des Dolles die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung des von den Kommunisten und Sozialdemokraten eingebrachten Antrags, der die völlige Enteignung des gesamten Besitzes der Fürsten und ihrer Familien bis zum letzten Rest ihres privaten Vermögens ohne irgendwelche Entschädigung verlangt. Eine mehr oder minder klare Erkenntnis, sehr häufig auf nur ein unbestimmtes Ahnen von der schicksalsschweren Bedeutung dieser Entscheidung ist allmählich in alle Kreise gedrungen, seit der auf Grund des Volksbegehrens eingebrachte Gesetzentwurf durch die Reichsregierung dem Reichstag vorgelegt, von diesem aber zusammen mit den Abänderungsanträgen des Zentrums und der Demokratischen Partei am 6. Mai vyn der Mehrheit obgelehnt wurde und folglich Die Abstimmung des Volkes stattfinden muh. Run sieht der „Volksentscheid" im Brennpunkt deS öffentlichen Interesses, aufs heftigste umstritten von den Verfechtern und den Gegnern des Antrages. Trotzdem herrscht noch vielfach völlige Llnklarheit über den innersten Kern des An- a über das, was er bezweckt, über seine irkungen, nicht nur auf die zunächst Betroffenen, die Fürsten, sondern auch auf die Gesamtheit unseres Volkes und über die eventuellen Folgen in innen- und außenpolitischer Hinsicht, falls die Volksabstimmung im Sinne ver ll>mmunistisch-sozialdemokratischen Antragsteller ausfallen sollte. Roch unklarer sind vielfach die Begriffe „Volksbegehren und Volksentscheid", was auch nicht weiter verwunderlich ist — ist es doch seit Erlaß der Reichst Verfassung das erste Mal, daß das deutsche Volk in seinen stimmberechtigten Einzelgliedern in die Lage versetzt ist, nicht mittelbar wie sonst durch seine Vertreter im Reichstag, sondern unmittelbar Einfluß auf die Einbringung und Verabschiedung eines Gesetzes auszuuben und seiner innersten Lleberzeugung und seinem Willen entweder durch Beteiligung an der Abstimmung oder durch Fernbleiben von der Llrne Ausdruck zu verleihen. Daher scheint es nicht unangebracht, trotz aller schon erfolgten Veröffentlichungen noch einmal das Wesentlichste herauszugreifen und klarzustellen. Der übliche Weg Der Reichsgesehgebung ist der parlamentarische, d. h. ein Gesetzentwurf wird von der Reichsregierung nach Beratung mit dem Rcichsrat und mit dessen Zustimmung bei dem Reichstag eingebracht, hier in drei Lesungen verabschiedet, vom Reichspräsidenten ausgefertigt und im Reichsgssetzblatt veröffentlicht. 3it besonderen Fällen aber kann das Volk selbst die Einbringung eines Gesetzentwurfes verlangen und erhebt diese Forderung in einem »Volksbegehren". Die erforderliche Mindestzahl von ^lnter- schristen für den Erfolg des Begehrens ist Vio der Gesamtzahl aller Stimmberechtigten, wobei die Wählerzahl der letzten Reichstagswahl zu- grunte gelegt wird. Zn dem vorliegenden Falle Wiesen die vom 4. bis 17. März aufliegenden! Listen 12,5 Millionen Unterschriften auf, so daß die vorgeschricbene Zahl — 3,95 Millionen ----- JAo ber bei der Reichspräsidentenwahl abgegebenen 39,5 Millionen Stimmen — mchrfach WAschritten war. Die Höhe der Zahl löste allenthalben Erstaunen aus, aber wenn man bedenkt, bah die Sozialisten und Kommunisten bei der letzten Wcchl rund 10,7 Millionen Stimmen zählten, und dazu die große Masie derjenigen regnet, die aus völliger Llnkenntnis desien, was sie verlangten, unterschrieben, zum großen Teil Qtfcr einer skrupellosen, auf die niedrigsten 3n- ftinfte berechneten Agitation, so wird die Zahl erklärlich Wäre der auf Grund des Volksbegehrens eingebrachte Gesetzentwurf im Reichstag angenommen worben, so hätte sich die Volksabstimmung erübrigt und der Entwurf Gesetzeskraft erlangt. Eine Volksabstimmung stellt immer eine Korrektur ober eine Kontrolle eines Reichstagsbeschlusfes dar. Da für die Gültigkeit der Beschlüsse des Reichstags Vorbedingung ist, daß mehr als die Hälfte der Abgeordneten bei der Abstimmung zugegen gewesen sind, so kann auch der Volksentscheid nur Wirksamkeit erlangen, wenn die Zahl der Abstimmenden um eine Stimme größer ' ist, als die Hälfte der Gesamtheit der Stimmberechtigten. Es ist gleichgültig, ob mit nein oder ja gestimmt touebe, und sogar leere Zettel gelten als Beteiligung an der Stimmabgabe. Bleibt die Zahl der abgegebenen Stiimnzettel unter der SSälftc so ist damit der Antrag von vornherein erledigt und kann vor Ablauf eines Jahres nicht wieder eingebracht werden. Daher kann unter Lim ständen ein Volksentscheid dadurch auf das wirksamste bekämpft werden, daß die Gegner von der Tlrne fernbleiben und damit verhindern, i>-;ry die erforderliche Stimmenzahl aufgebracht wird. Rach Gutachten bervo.-ragender Rechtsgelehrter und nach der Ansicht der Reichsregie- rung bedeutet dec kommunistisch-sozialdemokratische Antrag eine Verfassungsänderung und erfordert daher sogar eine quali ich.erte Mehrheit, also rund 20 Millionen Ja-Stimmen. Soviel über das Verfahren — nun ein Wort zu dem Entwurf selbst. Richt selten begegnet man der Auffassung, daß alsbald große Vermögenswerte, insbesondere bares Geld zur Vcr- teihmg gelangen sollten, und so konnte es Vorkommen, daß nach erfolgter Einzeichnung in die Listen für das Volksöe mehren die Unterzeichner auf die Auszahlung von einigen hundert Mark warteten in d:r sicheren Annahme, daß nun die Verheißungen sich erfüllen, und ihnen der Hin- Brasiliens Absage. Spanien wünscht seinen ständigen Ratssitz. Die dunitagung des Völkerbundsrates ist zu Ende gegangen. Ihr kam insofern besondere Bedeutung bei, als sie in Vorbereitung für die Septem- bertagung des Völkerbundes den Weg frei machen sollte, für die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund und die Zuteilung eines ständigen Ratssitzes. Das Ziel ist in der letzten Sitzung erreicht worden. Der Weg für Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund ist frei. Das Ziel scheint besonders durch die diplomatischen Bemühungen Chamber- lains und Briands erreicht worden zu fein, die gleich nach der Märztagung des Völkerbundes eingeleitet worden sind. Die Erklärung, die Spanien im Völkerbund abgegeben hat, bedeutet, daß es hie Ergänzung des Artikels 4 der Dölkerbundssatzung ratifizieren wird, wodurch die Annahme und In- kraftsetzung des Berichtes der Studienkommission in der Septembertagung ermöglicht wird. Spanien wird zwar an der Septembertagung des Völkerbundes nicht teilnehmen, aber es kann doch als sicher angenommen werden, daß Mittel und Wege gesunden werden, nach der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund den Wünschen Spaniens in jeder Weise gerecht zu werden und damit jede Mißstimmung zu beseitigen. Auch Brasiliens Vertreter, Mello Franco, hat in einer langen Erklärung angekündigt, daß Brasilien seine Kandidatur für den ftän- digen Ratssitz nicht aufrecht erhall, meldete damit aber gleichzeitig seinen Austritt aus dem Völkerbundsrate an, worüber aber erst im September entschieden werden wird. Vom deutschen Standpunkte aus ist es zu bedauern, daß Brasilien {ich zu die- sem Schritte entschlossen hat, denn die deutsche Delegation in Genf hat sich nicht grundsätzlich gegen einen ständigen Ratssitz Brasiliens gewandt, sie hat lediglich darauf bestanden, daß die Versprechungen innegehalten werden, die Deutschland im Falle seines Eintrittes gemacht wurden, daß vor allem keine Aenderungen der bisherigen Zusammensetzung des Rates vor dem Eintritt Deutschlands vorgenommen würden. An der freundschaftlichen Gesinnung Deutschlands sowohl gegenüber Spanien wie gegenüber Brasilien bestehen wohl auch bei diesen Staaten keine Zweifel. Die ganze Krise ist lediglich durch Strukturfehler des Völkerbundes verursacht worden, nicht aber durch ein besonderes Eingreifen und Verhalten Deutschlands. Wie es mit der Forderung Polens steht, die ja die neue Regierung erneuert hat, wenigstens der Oeftenttichkeit gegenüber, ist nicht bekannt geworden. Da man aber in Genf nicht darauf eingegangen ist, ist anzunehmen, daß chr nicht ausschlaggebende Bedeutung beigemeffen wird. Man kann als sicher annehmen, daß es den diplomatischen Verhandlungen Chamberlains und Briands gelingen wird, auch dieses eventuelle Hindernis für die Aufnahme Deutschlands vor der Septembertagung zu beseitigen. Brasiliens Note an den Völkerbund. Genf, 11. Juni. (TT1.) Das Völkerbund- fefretariat veröffentlicht heute den Wortlaut der Rote der brasilianischen Regierung, die Mello Franco gestern zum Schluß seiner Erllärungen dem Generalsekretär des Völkerbundes übergeben hat. Es heißt da u. a., nach Locarno sei die Rotwendigkeit der Vermehrung der ständigen Ratssitze derart offenkundig gewesen, daß es unbegreiflich sei, aus welchem Grunde in Locarno nur über die Einräumung eines ständigen Ratssihes an Deutschland die Rede gewesen sei. Die Wahl Deutschlands zum ständigen Ratsmitglied bedürfe jedoch eines einstimmigen Beschlusses aller Ratsmitglieder. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund werde zweifellos von der ganzen Welt gewünscht. Deutschland müsse im Völkerbund den Platz bekommen, der ihm seiner Bedeutung nach zu st ehe. Riemand habe dies dringender gewünscht als Brasilien, das am besten den Wert und die Bedeutung einer Zusammenarbeit mit Deutschland beurteilen könne. Brasilien habe damals auf eine Anfrage auch seine Sympathie für Deutschland offen ausgesprochen. Es sei im März nach Genf gekommen in der Absicht, an dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund sowie an der gleichzeitigen Zuerteilung eines ständigen Ratssihes an Deutschland, Spanien und Brasilien mttzu- wirken. Die französische Regierung habe damals offen die Berechtigung der brasilianischen Wünsche anertamit und auch der Vertreter Englands habe keine Einwendungen erhoben. Allgemeine ^leber- raschung habe dann das schwedische Veto gegen jede Erweiterung des Rats über die Erteilung eines Sitzes an Deutschland hinaus ausgelöst. Brasilien habe mit gutem Recht seine Stellungnahme entsprechend einrichten müssen. Die neuerliche Haltung Brasiliens und sein Verzicht auf den Ratssih sei ausschließlich von dem Bestreben diktiert, den universellen Charakter des Völkerbun- des zu erhalten Brasilien müsse die Verantwortung für die einseitige Entwicklung des Völkerbundes den Großmächten überlassen Es werde selbst dem Ideal des Völkerbundes treu bleiben Die Rote schließt dann mit folgenden Sähen: „Brasilien hat schmerzlich bewegt, aber mit der Ruhe des Bewußtseins unerläß- licherPflichterfüllung bon seinemVeto- r e ch t Gebrauch gemacht und es hätte gewünscht, daß man seine Absicht verstände und ihm Genugtuung gäbe. J^och hat es im anderen Falle niemals die Absicht gehabt, auf dem Veto unbedingt zu bestehen. Da die gegenwärtige Vierteljahrstagung des Rates die letzte vor der Sep- temberversammlung des Völkerbundes ist, verzichtet Brasilien in diesem Augenblick auf den Sih als nichtständiges Mitglied im Rate." Spaniens Ansprüche. Berlin, 12. Juni. (TU.) Die Morgenblätter melden aus Madrid: Der Minister des Auswär- tigen, $ anguas, äußerle Pressevertretern gegenüber auf eine Frage, betreffend die R a t i f i z i e - rung des Zusatzantrags zum Artikel 4 des Völkerbundpakts durch die spanische Regierung: Die spanische Regierung hat es bisher abgelehnt, diesen Zusatzantrag zu ratifizieren, damit Spanien für eine Wiederwahl freie Hand behalte. Spanien hat aber kein Interesse mehr daran, sich diese Möglichkeit zu erhalten, da die spanische Regierung fest entschlossen ist, auf der nächsten Versammlung im September nicht mehr zu kandidieren. Im gegebenen Augenblick wird sich der Völkerbund darüber schlüssig werden müssen, ob er das Gesuch Spaniens um einen ftänbigen Ratssitz annehmen oder ablehnen soll, Henn ein nichtständiger Sitz hat für uns alles Interesse verloren. Da die Dinge so stehen, und wir dem Völkerbund keine Schwierigkeiten bereiten wollen, hat das Madrider Kabinett beschloßen, den Zusatzantrag zu Artikel 4 des Völkerbundpaktes zu ratifizieren. Die spanische Regierung bringt so nicht nur ihren aufrichtigen Wunsch zum Ausdruck, eine freie Entwicklung des Völkerbundes zu erleichtern, sondern auch den festen, mehrfach und unerschütterlich bekundeten Willen, einen ständigen Sitz im Völkerbundsrat zu erhalten. genbe Erfolg ihrer Unterschrift sofort zuteil werde. Es ist doch gar vielen unbekannt, daß das zu enteignende Vermögen größtenteils Lairb- und Forstbcsih. Schlösser, Gärten, Kunstwerke usw. umfaßt. Ebenso häusig hört man das bittere Wort: „Warum sollen die Fürsten Millionen bekommen, wenn wir darben und für unser dem Staat geliehenes Geld nichts zurückbekom- men?" Auch diese Auffassung ist auf die Auspeitschung der großen kritiklosen Masse mit falschen Vorspiegelungen zurücrzuführen. Aufwertungsfragen haben nicht das geringste mit der vermögensrechtlichen Auseinandersetzung zwischen den Ländern und den vormals regierenden Fürstenhäusern zu tun. Die Fürsten haben durch den Ausgang des Krieges und die Inflation ihr Kapitalvermögen ebenso eingebüht, wie jeder anständige Deutsche — allein die Hohenzoller:, SS1/« Millionen, darunter 48 Millionen Kriegsanleihe — und sie unterstehen den gleichen Auf - wertunas gesehen wie alle übrigen Staatsbürger. Daß bei der kommenden Auseinandersetzung mit den Fürsten der großen Rotlage des Volkes Rechnung getragen und auch das Interesse des Staates in Betracht gezogen werden muh, wie es der Kompromihentwurf der Regierung vorsieht, ist ein Gebot der Selbstverständlichkeit, ebenso die Forderung, daß die Fürsten die Rot des Volles teilen: dies bedeutet jedoch keineswegs restlose Enteignung. Wird in ihrem Falle die Tlnperlehlichkeit des Eigentums aufgehoben, die die Verfassung einem jeden Bürger gewährleistet, wer schützt dann die Kirche, die Landwirtschaft, die Hausbesitzer, die Industrie, ja jeden einzelnen, der reale Werte besitzt, vor bem Zugriff ? Damit aber schwindet jedes Gefühl der Rechtssicherheit, und die unausbleiblichen Folgen würden die Vernichtung des in der letzten Zeit wieder allmählich wachsenden Vertrauens des Auslandes, eine Lahmlegung des Kredits, vermehrte Arbietslosigkeit und damit verschärfte Rot der weitesten Kreise der Bevölkerung sein. Wie ein Menetekel mutet uns an, was die „Rote Fahne" in ihrer Rr. 87 vom 15. April triumphierend schreibt: „Die Partei erlebt mit der Fürstenenteig- nungsFampagne seit langem ihren ersten großen politischen Erfolg, und es ist nur natürlich, daß auch das Selbstvertrauen der Parteimitgliedschaft wächst." Wer aber vermöchte die Einbuße an moralischem Wert und Ansehen zu ermessen, die unser Volk durch den geplanten Rechtsbruch überall erleiden würde, wo die Erinnerung an dis einstige Größe unseres Vaterlandes lebendig weiterlebt. Man wolle beachten, daß wir bei der Annahme dieses Volksentscheids dem Auslande, das heute noch deutsches Eigentum widerrechtlich beschlagnahmt hat. nur die Handhabe bieten würden, den Raub an deutschem Gut nun auch seinerseits als einen erlaubten Akt hinzustellen und unserem Volke sein Eigentum für alle Zeiten vorzuenthalten. Wer innen- und außenpolitisch des deutschen Volkes Wohlfahrt in Wahrheit will, der bleibe aus den oben angeführten Gründen am20. Iunider Urne fern! Das französische Kabinettsproblem. Erklärungen Briands nnd Franklin Bouillons. Paris. 11. Juni. (511.) Heute wurde in der Kammer die Aussprache über die Politik der Regierung erwartet. Zwischen dem Ministerpräsidenten und Franklin Bouillon ist es zu heftigen persönlichen Zusammenstößen gekommen, bei denen auf beiden Setten beleidigende Aeußerun- g e n fielen. Die von D r i a n d abgegebene Erklärung hat folgenden Wortlaut: „Rach meiner Ansicht ist eine Aussprache über die allgemeine Regierungspolitik unzweckmäßig. In ungefähr zehn Sagen wird das Sachverständigenkomilee seine Schlußfolgerungen unterbreiten, zu denen die Regierung Stellung nehmen wird, bevor sie dem Parlament unterbreitet werden. Was die Bildung eines Kabinetts der nationalen Einigung anlangt, so wird niemand bezweifeln, daß ich sie viel lebhafter wünsche als irgend etwas anderes. Ich habe bereits einen ersten Schritt in dieser Richtung getan, als ich die Bildung des gegenwärtigen Kabinetts übernahm. Der Gedanke eines nationalen Kabinetts muß aber von sämtlichen Gruppen gutgeheißen werden. und in ein solches Kabinett mühten die Führer sämtlicher politischer Gruppen berufen werden. Es gibt Liebhaber des Portefeuilles, die sich dazu drängen: aber nicht gerade diese kommen für die Bildung eines nationalen Kabinetts in Frage. Am späten Abend hat Franklin Bouillon in den Wandelgängen der Kammer seine Parteifreunde um sich versammelt und dem Ministerpräsidenten mit folgenden Aeußerungen entgegnet: „Ich halte daran fest, den Ministerpräsidenten über die allgemeine Politik des KabmettS zu interpellieren und ich werde im gegebenen Augenblick diese Interpellation einbrrngen. Ich werde von der Tribüne herab darauf Hinweisen, daß wir heute in einer Lage sind ähnlich wie zu Beginn des Krieges. Damals haben sich sämtliche Parteien. Sozialisten, Radikale und Gemäßigte, unter Hintansetzung parteipolitischer Erwägungen zusammengeschlossen, um das bedrohte Frankreich zu verteidigen. Heute sind wir einer ähnlichen furchtbaren Ge- fahr ausgesetzt. Die internationale Finanz erdrosselt uns. Wir gehen dem Abgrund entgegen." Franklin Bouillon hat mit seiner Erklärung lebhaften Beifall gefunden. Am Abend herrschte der Eindruck vor. daß die vorhandenen Gegensätze sich zwisHen den Gegnern des Kabinetts und seinen Anhängern sehr verschärft haben. Marokko-Debatte in Der Kammer. Paris, 12. Juni. (511.) Die Kammer hat gestern nachmittag die Aussprache über die Lage in Marokko eröffnet. Ein großer Teil der Sitzung wurde mit der Rede des kommunistischen Abgeordneten Doriot ausgefüllt. Es kam dabei zu lärmenden Kundgebungen. Kriegsminister P a i n l e v 6 protestierte wiederholt gegen Aeußerungen des kommunistischen Redners. Der Abgeordnete verlas Briefe A b d e l K r i m s , die an den Marschall Lhau- they gerichtet waren. In diesen Briefen gab Abd el Krim dem Wunsch zur Beendigung der Feindseligkeiten Ausdruck. Der kommunistische Redner wünschte genaue Angaben über die französisch-spanischen Maßnahmen und Abmachungen und wies auch auf die unfreundliche Haltung Italiens hin, das zu den Verhandlungen über Marokko herange- zogen zu werden wünsche. In einer Entgegnung antwortete Briand: „Eine internationale Konferenz zur Lösung des Marokko- Problems ist überflüssig. Spanien und Frankreich haben in Marokko bestimmte Aktionsgebiete, die sie allein angehen. Was Italien anbelangt, so schweben Verhandlungen mit diesem. Staat über gewisse Punkte. Sie werden in freundschaftlichem Geiste geführt, und das soll der Fall sein, solange ich Außenminister bleibe." Es kam noch zu einem heftigen Wortwechsel zwischen dem Abgeordneten der Rechten O u t r e 1) und dem Kommunisten V a i I - laut Couturier. Der kommunistische Abgeordnete wird wiederholt zur Ordnung gerufen. Der Kommunist Doriot schließt feine Rede mit der Behauptung, daß bei der Unterwerfung des Rifgebiets finanzielle und wirtschaftliche Gründe mitgesprochen haben. Der Redner behauptet, ein französisches-spani- sches Konsortium habe mit den Danken der beiden Länder Abmachungen zur Ausbeutung des Rifgebiets getroffen. Englische Protestnote an Rußland. London, 11.Juni. Die englische Reglern n g hat heute an die russische Regierung eine Note gerichtet, die sich mit den von Rußland nach England geleiteten Geldsendungen zur Unter st ützung des General st reits besaßt. In unterrichteten Kreisen wird erklärt, sie enthalte einen Protest gegen d i e durch nichts zu entschuldigende Einmengung Rußlands in d i e inneren Angelegenheiten Englands. Die englische Regierung stelle fest, daß der Generalstreik in England nicht ein wirtschaftlicher Konflikte gewesen sei, sondern, daß durch ihn versucht werden sollte, das Regierungs- f y st e m des Landes zu ändern. Ute Deutscher Reichstag viele tätig. die die Alte, a °berhe< Uuterb Parlamentarischer Abend. Darmstadt, 11. Juni. Der Präsident des Landtags hatte das Ministerium und zahlreiche Vertreter der Regierung, die Landtagsabgeordneten sowie andere Gäste zu einem parlamentarischen Abend im Landtagsgebäude eingeladen. Präsident Adelung begrüßte seine Gäste mit herzlichen Worten. Außer den Abgeordneten, Behörden und der Presse seien es heute vornehmlich Vertreter der Kunst und Literatur neben solchen des Kunstgewerbes unseres Hessenlandes, die seiner Einladung gefolgt seien. Eine kleine Ausstellung von Kunsterzeugnissen in den Parlamentsräumen, die keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit erhebe, soll den Beschauern einen knappen Einblick in das Schassen hessischer Künstler und des Kunstgewerbes gewähren. Wilhelm Michel hielt hierauf einen Vortrag, in dem er ausführte: Die Kunst ist im Geisteshaushalt der Menschheit wichtig als Hüterin und Aufgipfelung der großen Formstiftung, die allem menschlichen Schassen zugrunde liegt; als Erlöserin zum reinen Schauen, womit sie veredelnd und vergeistigend wirrt; als Führerin zur Gemeinschaft; als eine spezifische Kraft der Verjüngung und Lebendigerhaltung. Dr. Haupt sprach über die wirtschaftliche Bedeutung der künstlerischen Fachausbildung und versuchte besonders den Einfluß darzulegen, den die Kunstgewerbeschulen auf die künftige Entwicklung gewinnen müssen. Eingehend setzte er sich dabei mit der Gründung der Künstlerkolonie unL> mit der drrrch das Jahr 1901 geschaffenen Kunst- Politik auseinander. Die Veranstaltung war umrahmt durch Liedervorträge von Johs. Bischoff und Frau Massenburg vom Landestheater. Die Begleitung lag in Händen von Generalmusikdirektor Rosenstock. £egen f freier Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt mit Aufklaren, weiterhin Regenschauer bei wenig veränderten Temperaturen. Das Bild der Luftdruckoerteilung über Mittelund Westeurova hat sich seit gestern kaum verändert. Das Kerngebiet des die Wetterlaae bedingenden Tiefe liegt fast ohne Ortsoeränderung über Irland. An seiner Südostseite lösen sich Teilwirbek ab die mit ihren Regengebieten Deutschland überqueren und D|tn)ärtß wandern. Gestrige Logestemperaturen: Maximum: 16,5 Grad Celsius. Minimum: 9,8 Grad Celsius- Niederschläge. 13,2 Millimeter. Heutige Morgentemoera. tur: 13,4 Grad Celsius. Kunst und Wissenschaft. Prähistorischer $unb in Gibraltar. Bei Ausgrabungen in Gibraltar fand man das Stirnbein und andere Teile eines menschlichen Schädels, der gleicher Art sein soll, wie der berühmte „Gibraltar-Schädel", der in den vierziger Jahren deS vorigen Jahrhunderts gefunden wurde. Der neu entdeckte Schädel besitzt nach vorsichtiger Schätzung ein Alter von 20 000 Jahren. HroswiLha-Gedenkfeier in Gandersheim. Die Hroswitha-Gcdenkfeier, die die alte fast 1100jährige Stadt Gandersheim zum Gedächtnis der ersten deutschen Dichterin, der Rönne Hroswitha von Gandersheim veranstaltete, wurde mit einem Kirchenkonzert im alten Münster, der jetzigen Stiftskirche eingeleilet, bei dem Chor- und Orgelwerke aus dem 9. bis zunn 15. Jahrhundert zu Gehör gebracht wurden. Abends vereinigten sich die Festteilnehmer zu einer offiziellen Feier, die durch den Bürgermeister eröffnet wurde, in deren Verlauf Professor Meier, Braunschweig, einen Vortrag über die Geschichte der Stadt Gandersheim hielt. hochschulnachrichken. daselbst absähr " Aach! Tagung. 21 In unserer A eines Siahlhe ein persönlich« gelegentlich ' 30. Mai schi diele Varste dem Ortsv Banner? C «Deri ziM Main mit „Während bei am 30. Mai ßdc Ludmila statt: An de Personen mit der und aufs Vorbeimarsch' unterhielten f nicht mihzuv« und Gebärdei Abteilungen, feiten) ju rech Kameraden ai sie vor die „ Jedenfalls V verkannt und Grund dessen Helmer" zu, k diese Mensche Teeirksführer. aus Grund l dom „Liahlhi des persönlid aufrechterhält, ncht von Die handelt es sic gang, der üE lebms hinaus, ivegen des D WSA. Marburg, 11. Juni. Der Strafrechtslehrer und Aechtsphilosoph Geh. Justizrat Prof. Dr. Ludwig Träger in Marburg konnte gestern fein 7 0. Lebensjahr vollenden. Er stammt aus Werden a. d. Ruhr. Früher war er Jahre im preußischen Justizdienst * sSfj W *n tDirk J Äff ff-fe ftp für *5 geb' «fr* An Ä ®f»«5 S Berlin, 11. Juni. (VDZ.) Vor Eintritt in Tagesordnung kommt Präsident Lobe auf Lärmszenen in der gestrigen Sitzung zurück. Aus dem stenographischen Bericht ist zu ersehen, daß die Abg. K ü n st l e r (Soz.), v. Ramin (Völk.) und R i e s e b e r g (Dntl.) gestern unparlamentarische Zurufe gemacht haben. Sie werden deshalb nachträglich zur Ordnung gerufen. Nach Mitteilungen im Aeltestenrat soll der Abg. Rosenfeld (Soz.) seinen durch einen Ordnungsruf gerügten, den Reichspräsidenten beleidigenden Zurrst wiederholt haben. Im Stenogramm ist der Zuruf nicht zu ersehen. Dr. Rosenfeld hat aber die Möglichkeit der Wiederholung zugegeben und erklärt, daß er den Ordnungsruf nicht gehör! habe. Präsident L ö b e fährt fort: Wegen beharrlicher Wiederholung eines fdjon einmal gerügten Zurufes rufe ich den Abg. Rosenfeld nochmals zur Ordnung. (Gelächter bei den Kommunisten.) Zu diesem Heiterkeitsausbruch muß ich feststellen, daß im Aeltestenausschuß wiederholt betont worden ist, daß die Wiederholung eines schon einmal gerügten Ausdruckes einen besonders fchwe- ö< Sange, njw . SS.*? hie gZrtner- ve (stift lo!rd gjs Hecke erseht w Leise dem wv glrjch eineL nünftisen md Madels ^°Än' öon Anlab ) DezirkSturnm einen Toudep teilnehmen Zunft 10,15 rvtrd mrt W sich länger m c Arbeltz vssentlichri \ 400q 9( 5il.Unlerln Mlieffen y Straße 5, off »®le6en, t eoan ^-Llchtol, ^Nttbie Ä «fLuhrepl ^^Nplch wf® »atajjat.!, Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 12. Juni 1926. Vom Arbeilsmarkt im nördlichen Oberheffen. Die Lage des Arbeitsmarktes im Bereiche des Arbeitsamtes für dos nördliche Oberhessen, wozu Stadt und Kreis Gießen und die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten gebären, hat sich im Laufe des Monats M a i weiter- hin etwas gebessert. Eine Anzahl Arbeits- kräfte konnte im Baugewerbe und in der Landwirtschaft Erwerbsmöglichkeit finden. Daneben sind im ganzen Gebiete des Arbeitsamtes noch Notstandsarbeiten im Gange. Im einzelnen ist auf Grund der Zählungen vom 1. Juni zu berichten: Stadt Gießen: 1. Juni: 432 Hauptunter. stützungsempfänger, 532 Zuschlagsempfänger (am 1. Mai 421 bzw. 473). _Kreis Gießen: 1. Juni: 1373 Hauptunter- 1Ö^"0S1S bn0er' 1484 Zuschlagsempfänger (am _ Kreis Alsfeld: 1. Juni: 411 Hauptunter- ftüj)ungscmpfäng€r, 640 Zufchlagseckipfänger (am 1. Mai 495 bzw. 840). Kreis Lauterbach: 1. Juni: 91 Haupt- unterstützungsempfänger, 172 Zuschlagsempfänger (am l.Mai 160 bzw. 286). Kreis Schotten: 1. Juni: 314 Hauptunter. fSi9402PSe970)753 Suschlag-empfänger (am Insgesamt: 1. Juni: 2621 Hauptunterstüt« zungsempfänger, 3581 Zuschlagsempfänger (am l.Mai 2786 bzw. 3731). Gießener Wochenmarlktpreise. Gs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt Butter 160 bis 180, Matte 30 biS 35, Wirsing 30 bis 45, gelbe Rüben 60 bis 80, rote Rüben 20 Spinat 25 bis 30, Römischkohl 25, Dohnen 70 Spargel 50 bis 110, Erbsen 70, Tomaten 70 bis 100, Zwiebeln 20, Meerrettich 80, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, neue 15, alte 5, Aepfel 20 bis 40, Kirschen 35 bis 50, Stachelbeeren 30 bis 35, Erdbeeren 80 bis 120, Honig 50. junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 100 bis 120 Pfennig das Pfund, Eier 11 bis 12, Blumenkohl 80 bis 120, Salat 10 bis 15, Salatgurken 60 bis 80, Ober-Kohlrabi 25 bis 30, Rettich 20 Pf das Stück. Radieschen Dd. 10 bis 15 Pf.. Käse 10 Stück 60 bis 80 Pf., Tauben 60 bis 100 Pf. Bornotizen. _ 7" Tageskalender für Samstag. Goethe-Bund: 7V. Tlhr, Kaufm. Vereinshaus, Festabend zum Jahresfest. - Buchhandlung Lechner: Eröffnung der Ausstellung von Piper- Drucken. — Spielvereinigung 1900: Eröffnung der Sportanlage an der Liebigshöhe; 6,30 Uhr: Liga-Wettspiel. — Gießener Kreis der Christ- deutschen Jugend: 8 älhr, Großer Horsaal der älniversität, Lichtbilder-Vortrag, — Wassersport- Verein Hellas: 8»/. Uhr, „Frankfurter Hof". Monatsversammlung. — Geflügel- und Vogel- zucht-Verein: 9 älhr, „Pfälzer Hof", General- Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Rosen aus dem Süden" Astotta-Lichtspiele: Der Hochverrat von Panama". „ , ~ g eskalender für Sonntag: Rot-Kreuz-Wcrbstag: 3 Uhr nachmittags in der Volkshalle. — Akademischer Ausschuß für Leibesubungen: 4 Uhr nachmittags. Akademischer Turn- und Spielplatz, Wettkämpfe zur Einweihung der Laufbahn. — Baucrscher Gesangverein: 3 Uhr nach- Liebigshöhe, Sängertag. — Lichtspieltheater wie Samstag. ** QI u 5 dem Stadttheater bureau wird uns geschrieben: Die nächste Vorstellung smdet am Dienstag, 22. Juni, statt, und bringt emen neuen Schwank von Kastner und Möller- to e 1 $ e Der eine Autor, Alfred Moller, ist Mitverfasser des auch rnGießen bestens bekannten reizenden Lustspieles Meme Frau die Hvsschauspielerin". Die Reu- hott hat nach vorliegenden Berichten in Hamburg einen durchschlagenden Erfolg erzielt und durste auch hier, zumal eine sehr glückliche Besetzung sich ermögliche ließ, einer starken Wirkung sicher sein. — 21 u 5 ft e H u n g von Piperdrucken. Im Saale der Buchhandlung Keißner findet geaen- wartm eine Ausstellung der Piperdrucke statt. Es find dies vom Verlag Piper in München hergestellle Reproduktionen von Gemälden alter und moderner Meister. Die Wahl der Werke hat M e i e r - G r ä f e für den Verlag besorgt. Die Ausstellung ist werktags geöffnet, der Eintritt frei. (Siehe heutige Anzeige.) E i n Jugend - und Waldfest veranstaltet die Stadtmission Gießen morgen nachmittag auf der Waldbühne. Näheres in der heutigen Anzeige. — Die Deutsch nationale Volkspartei veranstaltet am nächsten Montag im ..Postkeller" einen Vortragsabend, bei dem Frau Abg. Annagrete Lehmann über „Fürstenberaubung und Mißwirtschaft der Linksparteien" sprechen wird. (Siehe Anzeige.) — „Wege zur Gesundung des beut« schen Volkes" ist das Thema, über das Dr. med. Walter Malech am kommenden Dienstag im großen Horsaal der Universität auf Veranlassung des Naturheilvereins einen Vortrag halten wird. Dlefcr Vortrag soll nützliche Hinweise und praktische 2lnleitungen geben. (Siehe heutige Anzeige.) O Die Ratenzahlungen bei staat- l' chen Abgaben. Zur Vereinfachung der Verwaltung der hessischen Abgaben hat das hessische Ge- amtminifferium, wie wir hören, folgende Anweisung an die unterstellten Behörden ergehen lassen: „In letzter Zeit hat sich bei manchen Staatsbehörden die Hebung herausgebildet, bei Bewilligung von Ratenzahlungen sehr geringfügige Beträge festzu- setzen. Derartige Bewilligungen belasten die Finanz« kassen, die solche Posten jahrelang nachzuführen haben, in einem Maße, das vom Standpunkt der Abgabenverwaltung aus nicht gerechtfertigt erscheint, weil die Kassen dadurch ihrer Haupttätigkeit — der rechtzeitigen Einziehung der Steuern — zu sehr entzogen werden. Sie wollen deshalb ihr Augenmerk darauf richten, daß bei Bewilligung von Ratenzahlungen nur bis zu Beträgen heruntergegangen wird, oie auch unter dem Gesichtspunkt einer wirtschaftlichen Geschäftsführung der erhebenden Kassen noch vertretbar sind." ** Der Werbetag des Roten Kren- z e ß am morgigen Sonntag sei hiermit nochmals in empfehlende Erinnerung gebracht. Vormittags findet bekanntlich um 11.30 Uhr am Palastlichtspielhaus eine Schauübung der Freiwilligen Sanitätskolonne statt, nachmittags ist für die Kinder aller Stande in ren -Verstoß gegen die Parlamentsordnung darstellt, gegen den schärfere Maßnahmen ergriffen werden müssen. (Zustimmung.) Auf der Tagesordnung steht als erster Punkt das Luftfahrtabkommen mit der Botschafterkon« ferenz. Das Wkornrnen wird ohne Debatte dem Auswärtigen Ausschuß überwiesen. Es folgt die Absttmmung über das kommunistische Mißtrauensvotum gegen die Regierung. Dafür stimmen nur die Kommunisten. Die Sozialdemokraten enthalten sich der Stimme. Die übrigen Fraktionen stimmen bageaen, so daß das Mißtrauensvotum nut großer Mehrheit abgelehnt wird. Dor der Abstimmung hatte Abg. Müller- Franken (Soz.) erklärt, daß die Sozialdemokraten besonders auch mit Rücksicht auf die gestrige Erklärung des Abg. Guerard (Zentt.) sich der Stimmen enthalten würden. Es folgt der Bericht des Verkehrsausschusses über den Lippe-Seitenkanal. Abg. Becker- Arnsberg (Zentr.) verlangt schleunige Bereitstellung von Mitteln für den Ausbau des Lippe-Seitenkanals. Die Ausschußentschließung wird einstimmig angenommen. Es erfolgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfes über die Gewährung von Darlehen zur Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung. Danach sind 600 Millionen 0U5 der Reichsgetreidestelle für mäßig verzinsliche landwirtschaftliche Kredite bereitzustellen. 15 Millionen davon sollen zu Siedlungszwecken und zur Ansässigmachung von Land- und Industriearbeitern verwendet werden. Abg. Rönneburg (Dem.) beantragt mit Rücksicht auf die neu eingegangenen Aenderungsanträge, oie Vorlage an den Ausschuß zurückzuoerweisen. Die Vorlage wird an den Ausschuß zurlickverwiesen. Um 3.40 Uhr schließt Präsident Lobe die Sitzung und beruft sogleich eine neue auf 3.50 Uhr ein. Auf der Tagesordnung der zweiten Sitzung steht zunächst der Bericht des Geschästsordnungs- ausschusses über die Anträge zur Strafverfolgung von Abgeordneten. Während der Ausschuß in allen Fällen die Verweigerung der Genehmigung zur Strafverfolgung beantragt, befürwortet er die Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. Kube wegen Anstiftung zum Mord. Abg. S t o h r (Völk.) erklärt, seine Freunde hätten selbst im Ausschuß die Genehmigung zur Strafverfolgung beantragt, damit dem Abg. Kube die Möglichkeit gegeben wird, die schamlosen Verdächtigungen zurückzuweisen, denen er seit längerer Zeit seitens der jüdischen Presse (Gelächter links) ausgesetzt sei. Tatsächlich liege gegen Kube weiter nichts vor, als die Verleumdungen eines wegen Raubmordes verurteilten Lümmels. Ohne weitere Debatte wird gegen die Stimmen der Kommunisten der Ausschußantrag angenommen, der die Genehmigung zur Strafverfolgung des Abgeordneten Kube ausspricht. Es folgt der Bericht des Volkswirischastsaus- schusses über dis Anträge, die sich auf die Lieferungsbedingungen des Kohlen- shndikais beziehen. Ein soz-aldemokrattscher Antrag hatte die direkte Brennstoffbelieferung der Genossenschaften verlangt. Ein Antrag der Bayerischen Volkspartei forderte ein Einschreiten gegen gewisse Lieferungsbedingungen der Syndikate durch die sich die Verbraucher geschädigt fühlen. Der Ausschuß hat die Anträge durch die inzwischen vom Reichslohlsnsyndikat beschlossenen neuen Grundsätze für erledigt erklärt. Abg. Rauch (Bayer. Vp.) beantragt, den Antrag feiner Partei nicht für erledigt zu erklären, sondern art den Ausschuß zurückzuver- weisen. Das Haus stimmt der Zurückverweisung zu. Die in der ersten Sitzung von heute an den Ausschluß zurückvcrwicsene Vorlage über dis landwirtschaftlichen Kredite ist statt dessen auf die Tages- torbnung der neuen Sitzung gesetzt worden, nachDie Debatte über die russischen Hilfs« gelber im Londoner Parlament für die streikenden Bergarbeiter hat die S o w j e t r e g i e r u n g veranlaßt, ihren Bevollmächtigten in London anzuweisen, dem Foreign Office mitzuteilen, daß es sich um Gelder privater Organisationen handle, mit denen die Regierung nichts zu tun habe. Vie britische Streillage. London, 11. Juni. (WB.) Der Derg- arbeiterverband veröffentlicht heute eine Erklärung, in der es heißt: Da die Grubenbesitzer nicht bereit sind, die Anempfehlungen des Gerichtes der Kohlenkvmmission aryunehmen, tamt der Bergarbeiterverband ein allgemeines Versprechen der Regierung, die von der Kohlenkommission anempfohlene Reform einführen zu wollen, nicht als befriedigend betrachten. Der erste Schritt zur Regelung der Streitigkeiten im Bergbau müßte darin bestehen, daß die Regierung genau det ai-- lierte Pläne für die Reorganisation der Dergbauindustrie zur Erörterung und Kritik Dor» legt. Die notwendigen Ersparnisse könnten durch einzweckmähigesKohlenverteilungs- f Hst em erzielt werden und bessere Preise durch die Einrichtung von Verkaufsverbänden, die möglichst überall mit den auswärtigen Interessen» kreisen in Verbindung treten sollen. Im übrigen sind die Bergleute nicht nur bereit, sondern wünschen sogar dringend, zur Reorgani- ganisativn der Kohlenindustrie beizutragen. Sie sind aber nicht gewillt, einer allgemeinen Herabdrückung des Lebensstandards von über vier Millionsn Männern, Frauen und Kindern, zuzustimmen. dem sämtliche dazu gestellten Aenderungsanträge zurückgezogen worden sind. 2fi>g. Hoernle (Komm.) verlangt Garantien dafür, daß das mit Hilfe der Kredite verbesserte Land auch wirklich den besitzlosen Bauernsöhnen, Flüchtlingen und Landarbeitern zur Verfügung gestellt wird. Abg. Schmidt (Pößneck! (Soz.) beklagt die hohen Zinssätze von 16 bis 18 Prozent, die von landwirtschaftlichen Genossenschaften erhoben werden. (Hört! hörtl) Der Redner erhofft von der Vorlage eine lebhafte Förderung der Siedlungstätigkeit. Abg. Rönneburg (Sem.) begrüßt die Vorlage. Die mit ihr erstrebte Bodenverbesserung könne zur Erreichung des Zieles beitragen, daß Deutschland sich aus eigener Scholle ernährt. Die Vorlage wird dann in zweiter und dritter Beratung endgültig angenommen. Es folgt die dritte Beratung des Antrags S ch u l d t (Dem.), der die zweimonatige Vorauszahlung des Gehaltes der Beamten als Einleitung zur Wiedereinführung der Dierteljahreszahlung verlangt. Abg. T o r g e l e r (Komm.) beantragt unter Wiederaufnahme des ursprünglichen Antrags Schuldt eine weitere Erhöhung der Zuschläge bei den Besoldungsgruppen 1 bis 9. Die kommunistischen Anträge werden a b gelehnt. Die Entschließung des Ausschusses wird angenommen. Hessischer Landtag. Darrnstadt, 11. Juni. Dar Eintritt in die Tagesordnung richtet der kommunistische Abg. Salm eine Kleine Anfrage über Verhängung von Geldstrafen im Zusammenhang mit der Sammlung von Unterschriften für das Volksbegehren in Alsfeld. Oberjustizrat v. E i f f er- ! widert, daß die Bestrafungen wegen unerlaubter Geldsainmlungen erfolgt sind. Eine Kleine Anfrage des Abg. Dr. Werner bezieht sich auf die Zündholzkontigentierung als Abwehr gegen die amerikanische Zündholzeinfuhr; ferner werden Zollmaßnahmen zum Schutze der Oden- wälder Hartstelnindustrie verlangt. Minister Raab erwidert darauf, daß der Stellvertreter Hessens im Reichsrat angewiesen sei zu sondieren, wie sich die Regierungen zu der Zündholzkontigentierung stellen. Die hessische Regierung habe sich noch nicht in dieser Frage entschieden, da auch die Auffassung der Handelskammern nicht einheitlich sei. Der Vertreter Hes- sens im Reichsrat sei angewiesen worden, bei den Verhandlungen über den deutsch-schwedischen Handelsvertrag für den Satz des autonomen Zolltarifs für Pflastersteine zum Schutz der Odenwäldcr Stein- mduftrie einzutreten. In diesem Sinne wäre auch dafür gestimmt worden. Abg. Galm (Komm.) behauptet in einer weiteren Anfrage, daß in Offenbach, auf Veranlassung des Abg. Kaul, ein Arbeiter verhaftet worden sei. Minister v. Brentano stellt dazu fest, daß es sich in diesem Falle nicht um eine Verhaftung, sondern um eine Aamenftststellung gehandelt hat. Das Haus tritt hierauf in die zweite Beratung der Regierungsvorlage über das hessische Gesetz zur Ausführung des Reichs- viehseuchengefetzes vom 26. Juni 1909 ein. Abgeordnete des Bauernbundes und der Deutschnattonalen haben zu Artikel 6 des Gesetzes einen Antrag eingebracht, durch den ein Teil der Kosten für Impfungen und Entschädigungen der Staatskasse auferlegt werden soll. Das Gesetz wird angenommen. Der erwähnte Antrag wird an den Ausschuß zurückverwiesen. Es folgt die zweite Beratung der Regie-- rungsvorlaae über den Entwurf eines Gesetzes zur Ausführung der Reichsverordnung über die F ü r f o r ge p f li ch t vom 13. Februar 1924. Abg. Delp (Soz.) wendet sich gegen die Krttlk, öte Abg. Kindt an Maßnahmen des Für- svrgeamtes der Stadt Darmstadt geübt hat. In längeren Ausführungen legt Abg. Delp hierauf die Arbeitsmethode des Darmstädter Wohlfahrtsamtes dar. Abg. Kindt (Dtschn.) führt nochmals den Fall an, in dem die Frage der Arbeitsfähigkeit einer älteren Dame rein nach dem medizinischen Standpunkt entschieden wurde. Wie von vielen Kleinrentnern die Sondersteuer auf den bebauten Grundbesitz aufgebracht werden soll, habe der Vorredner nicht gesagt. Es sei nicht zu beanstanden, wenn Leute, die früher in besseren Verhältnissen eine größere Wohnung hatten, diese beibehielten, um Zimmer zu vermieten, denn dadurch fielen sie ja dem Wohlfahrtsamt nicht zur Last. Rach weiterer Aussprache wird die Regierungsvorlage angenommen. Ein Antrag der Abgeordneten Haury und Gen. zur Schätzung in Brandfällen will, daß bei diesen Schatzungen öon der Brandversicherungskammer nicht die Friedenspreise sondern die tatsächlichen Gestehungskosten zugrunde gelegt werden und daß die Entschädigungen demgemäß auszuzahlen sind. Der Ausschuß hat, wie Abgeordneter Wiedmann mitteilt, in seiner Mehrheit beschlossen, den Antrag abzulehnen. Die Minderheit hält den Antrag aufrecht, den Abg. Haurv (D. Dp.) in ausführlichen Darlegungen mündlich erläutert. Abg. Mann (Soz.) sucht an einem Beispiel oarzulegen, daß der Antrag Haury Ungleichheiten in der Bewertu.ig von Gebäuden schafft. 2Ibg Haury (D. Vp.) weist demgegenüber nach, da«; an der Bewertung grundsätzlich nichts geändert werden soll durch seinen Antrag Der Antrag wird an den Ausschuß zurück- verwiesen. Abg. Dingeldey (D. V.) erklärt, daß der wchutzverem für Strafgefangene das Gut Hohenau an der Mainfpitze pachte und das Inventar käuflich übernehmen will. Auf dem Gute wird Landwirtschaft getrieben; auch sollen Meliorationsarbeiten vorgenommen werden. Hierzu sind 70 000 Mark erforderlich. Der Landtag wird ersucht, die Bürgschaft für diese Summe zu übernehmen. Das Haus stimmt dem Antrag zu. Ein Antraa Dr. Werner (Dn.) will, daß der Gemeinde Schotten die Einrichtung einer Ober- fekunda in ihrer Realschule gestattet wird. Der Ausschuß hat die Ablehnung des Antrags beschlossen. Abg. Werner tritt nochmals dafür ein und macht geltend, daß die Stadt Schotten weit ab von den großen Verkehrsadern liegt, und der Kreis kein Uebermaß an höheren Schulen habe. Man solle dem Wunsche der Stadt auch aus Gründen der Gerechtigkeit nachgeben. Der ablehnende Antrag des Ausschusses wird angenommen. (fine Regierungsvorlage zur Neckar-Kanalisie- rung, wonach wie Abg. Dingeldey mitteilt, der Bauzuschuß Hessens (50 000 Mark) in ein Aktienkapital umgewandelt wird, findet Zustimmung. Aus «Ker Welt. Eisenbahnunglück in Australien. Einer Londoner Meldung zufolge entgleiste zwischen Sidney unb Brisbane iuAustra-- ticn ein Schnellzug und stürzte'von einer zwölf Meter hohen Brücke ab. Fünf Personen wurden getötet und 40 verletzt. Es handelt sich durchweg um Mitglieder einer auf einer Gastreise befindlichen Londoner Operettengruppe. Zwölf Personen crirunken. Aus Madras wird gemeldet: In Vizagapatau sind 12 Personen infolge Kentern eines Bootes, das Passagiere vom Bollwerk zu einem Dampfer brachte, ertrunken. Drei weitere Personen wurden von Hafenbeamten gerettet, während fünf andere dos Ufer schwimmend erreichten. Schwere Anwellerkatastrophe. Im Auetal bei Rodenberg Hai sich, wie aus Rinteln gemeldet wird, eine schwere Unwetterkatastrophe ereignet. Besonders schwer wurden die Auetaldörfer Soldorf, Lyhren und Avelorn in Mitleidenschaft gezogen. Die in einem Wolkenbruch niedergehenden Wassermafsen waren so groß, daß die drei Gemeinden in kurzer Zeit unter Wasser standen. Der Ackerboden wurde weggeschwemmt, mit ihm Bienenkörbe, Zäune und alles, was nicht niet- und nagelfest war. Ebenso furchtbar hat das Unwetter in der Gemarkung Bekedorf-Kobbensen gehaust. Das Wasser wälzte sich in einem Strom vom Berg herunter durch die Aecker, die vollständig verwüstet wurden. Was von den Fluten nicht erreicht wurde, vernichtete der Hagelschlag. Es fielen Elsstücke bis zur Größe von Hühnereiern, die Roggenfelder sind platt gewalzt. Das Wasser kam so schnell, daß kaum das Vieh aus den Ställen gerettet werden konnte. Außerordentlich stark gelitten hat auch Bad Eilfen. Die sonst so sanfte Aue stieg in ganz kurzer Zeit um U Meter und verwandelte den Kurpark und seine schönen Anlagen in einen See. Das Wasser drang in die Verkaufsläden ein. Der Schaden geht in die Tausende. von einem Löwen angefallen. Auf der Probe des in Weimar gastierenden Zirkus Bornum wurde der mit 20 Löwen auf- tretende Dompteur Alberty von einer Löwin angefallen, die sich in feinen Oberarm und Brust verbiß. Es gelang dem Dompteur, iroh start blutender Wunden die Tiere in den Käsig zuruckzubnngen, dann brach er aber ohnmächtig zusammen und mußte in ärztliche Behandlung ae° bracht werden. Bet untrem hervorragende Neuheit direkt an Autobesitzer? 2lnflcb. u. R. L. 332 L. an Ala- Haassnsteln&Vogler A.-a.. Cassel. (irt4A Selbständiger BiUMt üiiö Sone,Sonant flauer und zieltze- wahrer Arbeiter, nr. leid) er Auffasfungs- gäbe, von hiesiger Grohhandlung gesucht. Schriftl. Angebote mit Gehaltsonspr. uyrer 04166 an den Gieh. An», erbeten. Junger MWA uur vom Lande, sofort gesucht. [H» i Bamer Weitzel Lang-Göns. Jüngeren Haus burschen vom Lande sucht Gen ft Balser, mit? Mäusbura 11 6er «otts-alle grohes Kinderfest, das aber auch Ben Erwachsenen allerlei wertvolle Darbietungen bringen wird. Hoffentlich findet die Veranstaltung die llntersttzung weitester Bürgerkreise, damit dem guten Zweck der Rot Kreuz-Sache eine ansehnliche nterstützung zugeführt werden kann. Die Kraftpostlinie Rie der- kleen —Gießen. Die Betriebsvorbereitunaen für bk Kraftpvstlmie Niederkleen—Gießen sind jetzt soweit gediehen, daß in den nächsten Tagen eine Konferenz zur Feststellung des Fahrplans stattfinden wird. Sobald hierüber eine Einigung Der beteiligten Gemeinden erzielt ist, dürfte die Aufnahme des Betriebs wohl mir noch eine Frage von wenigen Tagen sein. *• DaS 1I6er-Denkmal am Land- graf-PbiliPP-Platz wird gegenwärtig vom Stabtbauamt mit einer würdigen gärtnerischen Umgebung versehen. Das Anlagengelände ist bereits zum größten Teil umgegrabrn worden. Gegenwärtig sind die Planierur.gsarbeiten im Gange, nach deren Beendigung die Fläche mit Grassamen eingesät werden soll. DaS Becken um den Denkmalsockel hat man gleichzeitig von all dem Schmutz gereinigt, der an dieser Stelle bisher einen sehr unschönen Anblick bot. Wenn die g irtnerische Aruanlage abgeschlossen und ein- gesät ist. wird der ganze hergerichtete Denkmal- Platz mit einem Schutzgitter umgeben, das im Lause der Zeit durch eine auswachsende lebende Kecke erseht werden soll. Man hofft, auf diese Weile dem würdig gestalteten Denkmalvlah zugleich einen ausreichenden Schutz vor unver- nünfttgen Kindern zu geben. Daß die Anlage dann auch von unnützen Händen älterer Buben und MädelS verschont bleiben möge, darf wohl schon heute dringend gewünscht werden. *• Svnderzug nach Laubach. AuS Anlaß deS morgen in Laubach stattsindenden Bezirks turnfestes läßt die Gießener Turnerschaft einen Dondevzug fahren, an dem auch Dichttuvner teilneßmen formen. Abfahrt 8 Uhr trorm., Rück- funft 10,15 Uhr nachm. Sonntagsfahrkarte Cs wirch mit diesem Sonderzug Gelegenheit gegeben, sich länger in dem schönen Städtchen Laubach auf- mH alten, als es an den übrigen Sonntagen mög- ttch ist. wo der letzte Zug schon um 5 UHr nachm. daselbst abfährt. •• Dachklän ge zur Deichsbanner- Tagung. Unter dieser Lieberschrift gaben wir in unserer Dr. 125 vom 1. 3uni dem Bericht eines Stahlhelm-Mitgliedes Daum. daS darin ein persönliches Erlebnis mit Deichsbannerleuten gelegentlich des Deichsbanner - Umzuges am 30 Mai schilderte. Unter Bezugnahme auf diese Darstellung gehl uns setzt von dem Ortsverein Gießen des Deichs- bannerS Schwarz-Dot-Gold der nachstehende Bericht des hier in Betracht kommenden Bezirksführers bet Gruppe Frankfurt am Main mit der Ditte um Abdruck zu: „Während des republikanischen Tages in Gießen am 30. Mai 1926 fand bei dem Umzug an her Ecke Südanlage-Bleichstraße folgender Dorsall statt: An der genannten Stelle standen vier Personen mit Stahlhelmabzeichen in provozierender und auffälliger Weise, daß es jedem dort Dorbeimarschierenden sofort auffiel. Außerdem unterhielten sich zwei davon und deuteten unter nicht mißzuverstehenden höhnischen Bemerkungen und Gebärden auf unsere vorbeimarschierenden Abteilungen. Um größeren Unfug (Gewalttätigkeiten) zu verhindern, ließ ich eine Gruppe älterer Kameraden aus dem Zug treten und wollte sie vor die „Stahlhelmer" zum Schuh stellen. Jedenfalls haben die Stahlhelmleute die Lage verkannt und haben die Stöcke erhoben. Auf Grund dessen ging die Gruppe auf die ..Stahl- helmer" zu, die sofort flüchteten. Eine Absicht, diese Menschen zu belästigen, bestand nicht. Der TcdtfSfüßter.“ — 21 nm. d. Red.: Wir haben auf Grund diese- Berichts den Gewährsmann vorn „Stahlhelm" befragt, der seine Schilderung des persönlichen Erlebn'.s-es in vollem Umfange aufrechterhält. Wenn in dem vorstehenden Bericht von vier Stahlhelmern die Dede ist, so handelt es sich hier anscheinend um einen Vorgang, der über das berichtete persönliche Erlebnis hinausgreift. 3m übrigen büren wir, daß wegen des Vorfalles Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet ist, die eine Untersuchung bereits ein geleitet hat. Man wird deren Ergebnis abwarten müssen. •• Ein schlimmer Sturz mit dem Motorrad ereignete sich am vorigen Sonntag abend 7 Uhr In der Schvttstraße. Der Gestürzte. Herr Ernst Fleck, teilt uns darüber mit. daß er mit feinem Motorrad, seine Frau hinter sich fitzend, in mäßigem Tempo von der Rvrdanlage kommend, in die Schottstraße einbog und dabei in einen quer über die Fahrbahn lagernden Haufen Schottersteine geriet, da keinerlei Straßensperre vorhanden gewesen fei; die lagernden Schottersteine waren für die mittlerweile erledigte Straßenneudeckung bestimmt. Die Motorradfahrer kamen zu Fall, wobei der Mann den rechten Unterarm brach, während seine Frau schwer an der Kniescheibe verletzt wurde. Kurze Zelt darauf ist ein anderer Motorradfahrer über das gleiche Hindernis gestürzt, er kam dabei aber zu seinem Glück ohne Verletzungen nur mit dem Schrecken davon. Ein Qluto, das später in die Schottstraße hineinfahren wollte, wurde von Passanten auf das Hindernis aufmerksam gemacht. Wie der verunglückte Motorradfahrer Fleck uns weiter berichtet, ist erst abends gegen 1 .10 Uhr die Straße von Arbeitern des Dau- amtß vorschriftsmäßig mit einer Stange und Laterne abgefberrt worden. Dach dieser Darstellung — unser Gewährsmann nennt dafür angesehene Personen als Zeugen — läge also ein Versäumnis von (Beauftragten deS Stahlbau- amteS vor. das den Verunglückten bereits zu Ersatzansprüchen an die Stadt veranlaßt hat. Die Dechnung dürste unter Umständen recht gesalzen werden. *• Die Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Münzenberg (KreiS Friedberg), Hopfmannsfeld (Kreis Lauterbach) und Aybach (Kreis Wetzlar) amtlich sestgestellt worden. 3n Döthges (Kreis Gießen) ist die Seuche erloschen, in Ou-ckborn und in Utphe (Kreis Gießen) hat sie nicht weitev um sich gegriffen. Besichtig ung von Schlachtvieh in Sperr- und DeobachtungSgebie- ten. Das Kreisamt Gießen gibt bekannt: Dach- dem die Maul- und Klauenseuche im Dienstbezirk Grünberg eine außerordentlich große Verbreitung angenommen hat, ist es der Amts- veterinärarztstelle Grünberg unmöglich, die amtstierärztliche Untersuchung der Tierbestände, aus denen Klauentiere au Schlachtzwecken ober zu Duh- und Zucht Zwecken verkauft sind, sofort vorzunehmen. Die Tierbesitzer, die Antrag auf Erteilung der Genehmigung zur Ausfuhr oder Einfuhr zu stellen beabsichtigen, müssen den Antrag so rechtzeitig stellen, daß der Antrag am Ende der Woche bei der Amtsveterinärarztstelle weitergereicht ist. Die Besichtigung wird alsdann immer am Anfang der nächsten Woche stattsinden. •* D i e Eommer-Abonnementskon- Aerte unserer Mi litärkapelie unter der Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r haben am Donnerstagabend mit dem ersten Konzert im Philosophenwald ihren Anfang genommen. Der Auftakt zu diesen beliebten Veranstaltungen der Kapelle unseres Grenadier-Bataillons war in musikalischer Hinsicht recht verheißungsvoll. Obermusikmeister L ö b e r hatte ein gewähltes Programm zusammengestellt, das von der Kapelle unter feiner umsichtigen Stabführung in ausge- gezeichneter Weise abgewickelt wurde. Der Beifall wollte nach jeder Darbietung — sei es aus Opern, ober Potpourris, oder Märsche usw. — schier kein Ende nehmen, so daß sich Obermufit- meister Löder mit feiner trefflichen Musiker- schar immer wieder zu Einlagen verstehen mußte. Trotz des kühlen Wetters war der Besuch des Konzerts recht gut, sodaß auch nach dieser Dichtung hin der Kapelle für ihr fürdernswertes Unternehmen erfreuliche Aussichten gegeben find. Man darf jetzt mit Interesse dem zweiter Konzert unserer 15er entgegensehen. •• Frauengruppe der D. V. P. Man schreibt uns: Die Generalsekretärin FrLSchwarz aus Berlin sprach in der jüngsten 'Versammlung über „Kultur- und nationalpolitische Aufgaben der Frau". Sie möchte den polittschen Wirkungskreis der Frau ausgedehnt wissen. Dot und Dingen bet Wirtschaft um ihre Existenz sei eine Angelegenheit des Mannes allein, nicht Angelegenheit einzelner Stäube und Gruppen, es sei ein Dingen um die Ersten- deS ganzen Volkes und Vaterlandes. Sie glaubt, baß den Frauen aller Stände viel stärker ein Gemein- sames anhafte als dem Mann, baß darum die Frauen dazu berufen seien, ausgleichend und mildernd zu wirken, daS gegenseitige Verständnis anzubahnen, das so ganz verloren scherat. Wenigstens innerhalb bet Partei sollte es gelingen, das mehr Vernunftgemäße des Mannes mit dem mehr Gefühlsmäßigen der Frau zu verschmelzen. Sie betonte die Wichtigkeit, baß national eingestellte zuverlässige Frauen sich bereit finden, die internationalen Frauentagungen zu besuchen, so schwer das Opfer, das damit gebracht werden muß. auch scheint. Die Frau solle sich auch über die Dotwendigkeiten der 2lußcn- politik klar werden. Wohl fei das ganze Volk da noch weit von jeder Reife entfernt, aber bei dec allgemeinen Beschäftigung mit Politik fei Aufklärung in diesem Punkte dringend nötig. Sie sprach die Anerkenirung der Parteileitung für die treue Gefolgschaft der Frau gerade in schwierigen Zeiten au3. Jede Frau könne und müsse mitarbeiten, dem deutschen Volke wieder Sittlichkeit und nationale» Verantwortungsgefühl zu geben. Große Taten könnten immer nur von Einzelnen getan werden, wichtig aber sei es, daß hinter diesen wenigen b.e Anteilnahme der vielen stehe. Sie bedauerte, baß gerade die vaterländischen Verbände, in denen fo laut der Ruf nach dem Führer erschallt, den Führergedanken in sich selbst durch heillose Zersplitterung unmöglich machen. Es stehen dem Reichsbanner und dem Front kämpf erbund der Linksparteien 80 kleine RechtsorganNationen gegenüber, die sich untereinander befeßben. Die Frauenorganisativnen sind es. die das Gemeinsame der nationalen und kulturellen Ausgaben betonen, zuerst den Menschen, dann erst den Parteimann erkennen. Sie wollen daS einigende Band nicht verlieren, das alles Deutsche zusammenhalten Tollte. Die Rednerin schloß mit dem zükunstsfrohen Wort: „Wir heißen euch hoffen!" S. V. Starkenburg. * S a r m ft a b t, 11. Juni. Die Stadtver- orbnetenversammlung bewilligte 70 000 Mark für die Einrichtung der elektrischen B e - leuchtung in den städtischen Schulen. Ferner wurden 74 000 Mark bewilligt für Wie- derherstellungen in dem vom Staate übernommenen Herrenqarten. Die Versammlung stimmte grundsätzlich den bedeutsamen Plänen der Provinzialverwaitung über die Ferngasversorgung zu. — Deutschnationale Stadtverordnete haben bei der Stadtverwaltung einen Antrag auf Herabsetzung des Preises für elek frisch e n Strom gestellt. Die Heaq (Hessische Eisenbahn-Aktiengesellschaft). ein gemischt-wirtschaftliches Unternehmen, an dem die Stadt beteiligt ist, bezieht zum Teil Strom von anderen Werken zu zwei bis drei Pfennig die Kilowattstunde, berechnet aber ihren Abnehmern 45 Pf. für die Kilowattstunde. Der Erfolg ist, baß der Strompreis um 5 P s. herabgesetzt wurde. — Die ehemaligen An- gehörigen der beiden Darmstädter Artillerieregimenter haben beschlossen, ein g e - meinfames Denkmal zur Erinnerung an den Weltkrieg zu errichten. Der Darmstädter Bildhauer Professor Robert Cauer wurde mit der Ausführung beauftragt. Das Denkmal erhält feinen Standort im Befsunger Orangeriegarten. WSR. Darmstadt, 11. Juni. Gestern nacht hatte in ber Dieburger Straße eine Frau Licht angezündet und sich ins Bett gelegt. Anscheinend ist ein Funken des Lichtes in bas Dettchen> des 1> .jährigen Kindes gefallen. Als die Mutter erwachte, stand das Beffchen in hellen Flammen. Das Kind lebte noch und wurde ins Krankenhaus verbracht. Q Darmstadt, 11. Juni. Wie wir hören, beabsichtigt der Hessische Schutzverein für entlassene Strafgefangene zum Zwecke der Beschäftigung der Entlassenen mit landwirtschaftlichen Arbeiten das bei Trebur gelegene, ca. 390 Morgen umfassende (9 u t Hohenau mit Unterau zu pachten. Da» hierzu benötigte Kapital in Höhe von etwa 70 000 Tlf. soll gegen Staate bürgschaft bei der Kommunalen Landesbank und der Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Wohlfahrtsorga nisationen In Berlin ausgenommen werden. Außer dem Mainzer Dom sind ee noch folgende B a u- denkmäler des Landes, die dringende bau- liche Maßnahmen zu ihrer Herstellung und Erhaltung erfordern: Der Wormser Dom, die Nl> kvlaikirche in Alzey, Vie Katharinen» kirche in Oppenheim und die evangelische Kirche der Gemeinde Weiterstadt. Wie wir hören, sollen die erforderlichen Mittel — etwa 26 000 Mk. — durch eine besondere Regierungsvorlage beim Landtage in der Voraussetzung angefordert werden, baß sich an den Herstellung», kosten der geannten Bauwerke die örtlichen Stellen in entsprechender Weise beteiligen. Hessischer Gastwirtelag in Dingen WSR. Dingen, 11. 3uni. Der hessische Gaftwirteverband trat hier zu seiner 4 3. Tagung zusammen, wozu Vertreter aus allen Seilen Hessens erschienen waren. Dem Jahresbericht war zu entnehmen, baß dem Verein gegenwärtig 28 Vereine mit 1705 Mitgliedern angeboren. Die Lage des GastwirlS- gewerbeS habe sich nicht gebessert, sondern verschlimmert. Besonders bedrohlich sei die Konkurrenz der Strauß- und Heckenwirtschaften. In der Frage der Aufhebung der Wein st euer, und ber Frage des Gemeindeselbstbestimmungsrechtes fei ersvr'.eßl 6>e Arbeit geleistet worden, lieber Standesrragen wurden lobann verschiedene Referate gehalten, an die sich eine längere Aussprache an knüpfte. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählf. Der nächstjährige Verbandstag findet in Lauterbach in Verbindung mit der 25-Iahrfeier des dortigen Gast- wirtevereinS statt. Gerichtssaal. Ein Spionageprozeß. WSR. Karlsruhe, 11. Juni. Der Strafsenat des Oberlandesrerichts Karlsruhe verurteilte den früheren Kriminalassistenfcn 21 u g u ft Leut- wein von hier wegen Vergehens gegen das Splo- nagegefetz zu vier Jahren Zuchthaus, ab- täglich sieben Monaten Untersuchungshaft, und zehn Jahren Ehrverlust. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Ge tw'nden. Sonntag, den 13 Juni. 2. n. Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8: Pfr. Mahr. Zugleich Christenlehre f. d. Reukonfirmierten aus der Mat- fhäuSgemeinde. 9'/,: Pfr. Decker. 11: Kinderkirche f. d. MarkuSg. Vfr. Becker. - IohanneSkirche. 8: Pfr. DechfolSheimer. Zugleich Christenlehre f. d. Reukonsirmierfen aus b. Lukasgem. 9'/,: Pfr. Müller. 11: Kinderlirche für die Iohannesgem. Pf. Mül - ler. 8: Bibelbefprechung i. Iohannessaal. Pfarrast. Schultheis. — In der Reuen Aüla. 11V«: Univ.» Gottesdienst mit Predigt von Profestor Dr. Hans Schmidt. — Dieseck. 9'/,: Lic. theol. Laun-Gießen. 10’ «: Kinderkirche. - Watzenborn-Garbenteich. Watzenborn--Steinberg: 9. Garbenteich: 9'/,. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre. Lollar, nachm. 1'/,. 'Saubringen, abds. 8'/,. Kalhslische Gemeinde«. Gießen. Samstag, 12. Juni. 4'1 und 7 Deichte. Sonntag, 13. Juni. 3. Sonntag nach Pfingsten, 61/, Deichte, 7 Messe, Kom. der Jünglinge, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2 Christenlehre und Andacht. — Drünberg. 9'/, Meste mit Predigt. — Hungen. 9'/, Hochamt mit Predigt. — Sich. Meste mit Predigt. Deranfworflich für Politik i. 93. Dr. Hans Thyriot. Sonntaßdbicnft d. Herste n.Avotbcken am 13.6.26 Frau Dr. Marx. Dr. Schaffer. Hirschavotheke. ______________.jairnarzt: Dr. Adam.___________ Hoiiiinililnliblhi) o.lcmeiitdc, Cderjlr. 13. (ttotteö- llCdJpUhUlilUjl btenfte: Sonntag vormtticigtz 0'Uhr. Sonntai nachmittags 4 Wir. r,D Arbestsausfchretbung. Die nötigen Dachdeckerarbeilen an ber Stadtkirche zu Gießen sollen im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden: 5044D 1. ca. 400 qm Um- resp. Neudeckung. 2. Gerüststellung und Reparatur. Die Unterlagen liegen im Bureau des Architekten Bau rat Meyer, Frankfurter Straße 5, offen. Die Angebote sind bis zum Jreifag, dem 18. Juni, vormittags 11 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an den Unterzeichneten, ßlebigftToßc 56, abzugeben, woselbst auch die Eröffnung erfolgt. Gießen, den 11. Juni 1926. Für den evang. Gesamtkirchenvorstanb. Bechtolsheimer, Pfarrer. Miet reich? für 8%-J Eimer Wasser! 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Juni 1926. j fflbrfcrhfl _ 53 04180 M0LMI1Q1JMD* Bz la dirtiaBef Gießen, den 12. Juni 1926. 04160 Gießen, den 11. Juni 1926. 04140 Wieseck, den 12. Juni 1926. ? Bad-Nauheim, Gießen, den 12. Juni 1926. 5083V 04157 preis. 04069 unsere Mitglieder am all. Frtedo. Geg. Freunde berAlubit Belohnung abzugeb. ein. Gäste Willkomm. Asterweg 41, pari.1 ““c Der Vorhand. 8» praffs Kacker faffer j Verkäufe Eine ErstliugS« Am Freitag starb im 66. Lebensjahre unsere inniggeliebte Schwester und Tante Die Leichenfeier findet Montag, den 14. Juni, nachmittags um i/23 Uhr auf dem Alten Friedhof statt. Die Einäscherung findet in Friedberg statt. Konkursverfahren. Lieber das Vermögen der Firma Bruno Büttner in Diesten wird heute am 10.3uni 1926, vormittags 11 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Louis Althoff in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 26. Juni 1926 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Veschluhfaffung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigeraus- schuffes und eintrelenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der ange. meldeten Forderungen auf Freitag, den 9. Juli 1926, vormittags 8'/. Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Vr. 106 Termin anberaumt. Allen Personen, weiche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Ge- meinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 26. Juni 1926 Anzeige zu machen. 5066B Hessisches Amtsgericht in Diesten. SaMiiW gesucht. 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Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres teueren Entschlafenen, insbesondere hir die trostreichen Worte des Herrn Pfarr-Assistenten und der Altersvereinigung, sowie für die liebevolle Pflege der Krankenschwester und für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden, sagen wir auf diesem Wege unseren herzinnigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Geschwister Sommeriad. Familie Robert Bouffier. Motorrad 2'/- P 8., Dreiganggetriebe, Kickstarter, sstr 250 Mk. 0,1,7 zu verkaufen. Besichtig. Sonntags. Reiskirchen, Hauptstrahe 82. Verloren: [04184 Lila gestrickte Decke Allen denen, die uns bei dem Heimgange unseres lieben Vaters, Schwiegervaters und Großvaters ihre Aufmerksamkeit zuteil werden ließen, und die uns in seinen schweren Leidenstagen aufopfernd und liebevoll zur Seite standen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, dem Kriegerverein und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Amend. Gießen, den 12. Juni 1926. A. K. V. Carl Moos. Aster- weg 60, Tel. 1646. Ber r. ö. Zündavv-, Horex-, Ardie- und Nndge - Wbilworlh- Werke. »07, O Der Gießener Wingolf. I. N. u. A.: I. H. Simon, dzt. X forest. Wir betrauern den Tod unseres lieben A. H. Geh. Kirchenrat D.theol. Georg Schlosser (Oi 63/64) Am 9. ds. Mts. ist unser langjähriges Vorstandsmitglied Herr Seh. Rat D. Georg Schlosser in ein besseres Jenseits abberufen worden. Wir verlieren in dem teuren Entschlafenen den Gründer unseres Eleonoren-Hospizes in Bad-Nauheim, das sich unter seiner Mitleitung als ein Werk der inneren Mission seit 19 Jahren gut entwickelt hat Seine liebevolle Tätigeit in unserem Kreise sichert ihm ein treues Gedenken. Aufsichtsrat und Vorstand des Eleonoren-Hospiz Bad-Nauheim. Albert Seewalti Frankfurt a. M. Zeil 19. 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Mi mit einem d Republikanische Parte Dahlen entgegensieht, die Abrüstungsfrage, für sie, m Europa oo Mn erkennt deut! arbeiten des Sölferbi Mn halt die Mühl Eine Kommission solx Unwichtige; geht bir Anschein erweckt wer! kostspielige Organifati das täuscht doch nieir außerordentlich wenii dieser Arbeit nur Zeit hinter ben ftufiffen b glichen werden können Darauf wirken nui ändernden Konstell tit ein. Mr haben f rokkosrage in di beit. Der militärische beginnt (eine Forisehi heißt der diplomatisch und möglicherweise d großen Konferenz. Z noch hinzuzufügen, der englisch-türkische S zeschnet worden ist. Q feiner jahrelang (feit 1 gesetzten Politik, die t bes Weltkrieges in bez vsak nicht in Frage ober trotzdem die gute, «sederherzuslellen. 3 Island und Riißlank m England Sieger Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben einzigen Sohnes Heinrich sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christian Zimmer. Lieh (Kreis Gießen), Braugasse 16, 12. Juni 1926. 04144 is e lat aaszuleihen gegen nur 1. Hyvoth. und zeitgem. Zinsen. Schr. Ang. u. 04112 an den Gieh. Anz. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute vormittag 3 Uhr unsre geliebte unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Bonarius geb. Kramer nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 71 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Lina Schmidt Ww. und Kind Familie Jean Adam Familie Justus Kramer Familie Philipp Günther. Gießen, den 11. Juni 1926. Die Beerdigung findet Montag, den 14. Juni, nachmittags l/e4 Ohr, auf dem Neuen Friedhof statt. 04171 mit Mutterkalb au verkaufen. 04170 Heuchelheim, Marklstraffe 6. frischmelkende Siege =2™ au verkaufen. 0U4S Schiitzenttr. 5 v. 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Lassen wir die Wiesenspiele außer acht, die vorn Federball zum Krocket, vom Krocket zum Tennis und von dtesem zum Golf im Laufe einos Menschenalters übergingen, und plaudern nur ein wenig über das, was im Salon leere Stunden füllen soll, und dessen Kenntnis je nach dem Lauf der Zeit zu den gesellschaftlichen Vorteilen gehört. lieber der Mode erhaben thront nur das königliche Schachspiel, das ältesten Zeiten entstammt, nie Mode war im Sinne des Taaes- geschmacks und immer dem weniger Oberflächlichen zu beliebter Unterhaltung, dem Berufsspieler aber — seit alles Beruf und Gelderwerb geworden — zur Lebensaufgabe diente. Es ist fast eine Wissenschaft, hat eine eigene Philosophie und seine fanatischen Freunde. Karl der Große bekam von dem Kalifen Harun al Raschid ein Schachspiel aus Elfenbein und Ebenholz. Kaiser Otto II. besaß ein solches aus Bergkristall. Am Anfang dieses Jahrhunderts wurde in einem fürstlichen Park auf flacher Wiese eine Partie mit lebenden Figuren geritten, wie sie übrigens als Dalletteinlage auch in der bekannten Operette „Der Seekadett zu Fuß" vorkam — ein prächtiger Anblick in Kleid und Farbe der romantischen Zeit, der allen Teilnehmern und Zuschauern unvergeßlich sein wird. Eine Partie der Figuren ritt auf Schimmeln, die andere auf Rappen. Das Schachbrett diente schon in der römischen Kaiserzeit dem , D a in en s p iel". das unter Tiberius Mode war und jetzt in die Kinderstube verwiesen ist. Als Tiberius Julius Eanius zum Tode Dorurteilt hatte, gab er ihm noch zehn Tage zu leben. 3n dieser Frist spielte der Verurteilte Dame mit einem Freigelassenen, und als der Centurio mit der Wache antrat, ihn zur Hinrichtung zu holen, zählte Julius Eanius rasch seine Steine, sowie jene des Gegners und rief: Kopfschmerz Migrant- Neuralgie Zahnschmerz den Sinn des ernsten Dichters, sodaß er in seinem Liebeslenz schwärmerische Liebeslieder und neckische Gelegenheitsverschen dichtete, darunter das Gedicht vom Küssen: „Ich nur und die Liebste wissen, wie wir uns recht sollen küssen."' In der Abschiedsstunde, im winterlichen Garten am kleinen Domberg, dichtete er auf das „treue“ Herz der Braut das wunderzartc Lied, das noch Jahrhunderte später in deutsche Herzen sich schmeichelte: ..Ein getreues Herze wissen, hat des höchsten Schatzes Preis..." UnD war doch einer Ungetreuen gewidmet, denn die Braut brach ihm Wort und Schwur, während er in Rußland weilte, und zog als Weib eines fremden Kaufmanns in die weite Feme ... Als Flemming nach sechsjähriger Abwesenheit nach Reval zurück- kehrte, trat ihm im kleinen Gärtlein an der dunklen Mauer die jüngste Schwester der Treulosen entgegen. Weinend sprach sie ihm von Clsgen und sah den haltlosen Schmerz und r"t‘ die Tränen fliehen. Leise mahnte sie ihn ^erlagen durch3 eigenen frommen Trostworte: „Hat sich gleich gegen Dich Glück. Ort und Zeit verschworen: Was dich betrübt und labt. Halt alles für erkoren...“ Es erfuhr der stille Garlenwinkel nun Bei itrovanille D. R. R Elsaß-Lothringische Chronik. Von unserem ständi^n Berichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Straßburg, Anfang Juni 1926. Minister Laval ist zwei Sage im Elsaß gewesen. Das nationalistische „Journal de l'Est" beschwor ihn im voraus, nur ja nichts zu versprechen. Und der Mann, der einmal einer elsässischen Beamtenabordnung gegenüber geäußert hatte: „Man hat euch mit Versprechungen den Magen überladen", lieh sich das gesagt sein, versprach nichts, tat nichts, kam und ging wieder und hat nichts erziell, als einen Konflikt zwischen dem Abgeordneten Walter und dem General und Senator Taufflieb, in Gegenwart des Ministers, wobei der Abgeordnete sich schweigend verhielt, der General aber desto übler mit Verbalinjurien um sich warf. Und die französische Presse Straßburgs hat das triumphierend weilererzählt, daß es dteser autonomistisch gewordene Abgeordnete einmal gesteckt bekommen habe. Leur Cul- ture! Rebenbet aber sei bemerkt, der General ist schon lange pensioniert. Ohne kulturkämpferischen Zwischenfall ist der Besuch des Präsidenten der Republik in Metz vorbeigegangen, im übrigen aber ebenso wirkungslos geblieben. Richt einmal den Direktor Der Deportementszentralkasse Girard hat er mitgenommen. Und doch hatten bte Beamten wenigs Tage vorher in demselben Metz gegen das längere Verbleiben dieses Herrn auf dem elsaß-loth- Modefpiele. Don Alexander v. Gleichen-Ruß Politik versucht und bestrebt ist. sich den Zugang zu den kommenden großen internationalen Verhandlungen offen zu halten Indem wir gleichzeitig die Bemühungen Moskaus streifen, mit den Randstaaten, aber ohne Erfolg, in ein System von Garantie- und Reutralitätsverträgen zu kommen, sehen wir. wie sich neue Konstellationen vorbereiten. Sie richten sich nach der Situation, die der Locarno-Pakt (nunmehr endgülttg von Frankreich ratifiziert im Senat am 4. Juni) geschaffen hat und in ihnen wirkt zugleich die Tatsache des Berliner Vertrages zwischen Deutschland und Rußland weiter, die mit sauersüßer Miene in jenen Senatsverhandlungen eben auch als Tatsache hingenommen worden ist. Deutschlands Stellung zu alledem ergibt sich ohne weiteres. Wir sind an Der Marokkofrage direkt und indirekt nicht interessiert, und können froh sein, daß wir das nicht mehr sind, in einem Gegeneinander, das heikelste Probleme vielleicht in sich schließt. Wir nehmen ferner zur Kenntnis, daß der Locarno-Pakt von Frankreich ratifiziert ist, daß Briand abermals seiner Willen zu dieser seiner Außenpolitik betont hat. Wir können Den russischen Bemühungen, in Fortwirkung Des Berliner Vertrages Die eigenen internationalen Beziehungen fester zu knüpfen, nur Erfolg wünschen. Wir verfolgen aufmerksam, wie Die Position Italiens nach. Westen wie nach Osten sich hcrausarbeitel unD beDeutungsvoller toirD unD wünschen Italien eine überlegte unD realpolitische Außenpolitik Aber Die Hauptsache ist uns, was aus Locarno-Pakt unD VölkerbunDsanschluh bis zur Genfer Tagung unD in Genf im September toirD. Von unserer Seite ist Dazu nichts neues zu sagen. Die an Deren Mächte, insonDerheit Eng- lanD und Frankreich sollen aber wissen: das ist der letzte Versuch, das ist Die letzte Möglichkeit, Deutschland für Den VöllerbunD zu gewinnen. Roch einmal Darf mit einem Vorgang in Gens wie im März nicht gerechnet toerDen! Keine Deutsche Regierung, wie sie auch immer zusammengesetzt fei, toürDe Das überstehen unD Darauf sich einlassen können. Die anDere Seite hat Den Anschluß Deutschlands nun zu ermöglichen. Inzwischen aber soll eine weiterschauende deutsche Außenpolitik die unzweifelhafte Gunst der Lage, in der wir sind, und die gerade durch die bezeichneten neuen Konstellationen eher günstiger wird, ausnuhen, um die absolut notwendige Ergänzung, die Frage der Rückwirkungen im bekannten umfassenden Sinne erfolgreich weiter und vorwärts zu treiben! eonnta0j3.3nnt 1. (JtOtt. »Wk jert: M'S iter k w,?* "■ SfllifiSlW® sÜ&S -KZ- $ JjSfes russische Bündnis und seine Ergänzung durch jenen Vertrag vom Dezember 1925 bedeutet heute sehr viel weniger, als diese Verbindung der politischen Interessen Englands mit dem wittschastlichen und finanziellen Interesse der Türkei, mit der die Freundschaft her beiden Länder erneuert wird und mit der die Türkei und England in das Verhältnis der 70er und 80er Jahre zurückkehren. Der Mossuloertrag enthält ein ganzes System von Staatsverträgen. Zunächst erhält die Türkei als Grenze gegen den Irak die Brüsieler Linie der Völlcrbundsentscheidung von 1924, aber mit Veränderungen zu ihren Gunsten. Der Türkei wird weiter 10 Proz. des Rohertrages der Petroleumge- winniing im Irak überwiesen. Der Türkei wird schließlich in Aussicht gestellt: finanzielle englische Unterstützung direkt und indirekt, die entscheidende Mitarbeit Englands am wirtschaftlichen und finanziellen Wiederaufbau, dem die Türkei heute ja fast mittellos gegenübersteht. Türkei und Irak schließen unter sich Zoll- und Verkehrsabkommen und andere Verpflichtungen und sie schließen weiter einen Garantievertrag miteinander ab. Mit Recht nennt darum der „Observer" diesen Vertrag einen „Locarno vertrag" für den nahen Orient. Und die Pariser Presse muh anerkennen, daß England damit einen Erfolg davongetragen Hal, wie schon lange nicht mehr. Was Lloyd George in dieser Beziehung verfehlt hat, wird wieder gut gemacht, England behält Mossul, ohne sich mit der Türkei zu verfeinden, und schließt sich mit der Türkei enger zusammen, lockert so die an sich schon nicht mehr festen Verbindunoxn der Türkei mit Moskau. Der weitere Effekt wird dann sein, daß die Türkei sich dem Völkerbund an- schließt. Man muß einen gewissen Abstand nehmen, um die große Bedeutung dieses Abkommens richtig zu verstehen. Erst so schließen die großen Erfolge Englands in den asiatischen Teilen der orientalischen Frage sich ab. Roch mehr aber bereitet sich eine Stellungnahme Englands zu Rußland wieder vor, die an sich gar nichts neues in sich trägt, aber nur über der englisch-russischen Vereinigung gegen Deutschland und mit dem Zusammenbruch Rußlands zurückgetreten war. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang auch, wie der Friedensvertrag von Lausanne die alte vielumstrittene Frage - der Einfahrt von Kriegsschiffen in die Meerengen und nach dem Schwarzen Meer hin regelt. Keineswegs von gleicher Bedeutung ist Der Vertrag, Der von Frankreich mit Der Türkei jetzt formell nach längerer Vorbereitung abgeschlossen toorDen ist. Wohl regelt er in Bezug auf Syrien Grenzfragen, Die bestritten waren, aber er bringt Frankreich keineswegs eine Entlastung wie Der Moffulvertrag für England. Die syrische Frage und die syrische Krise ist trotz allem, was Herr de Iouvenel in Paris darüber berichtet, heute noch keineswegs beigelegt, bleibt eine große Schwierigkeit für Frankreich und zwingt dieses genau fo wie die ganze Marokkokomplikation an die Seite Englands. Immer wieder ist daraus hinzuweisen, daß heute die Dinge nicht mehr liegen wie 1920/23, als Frankreich im nahen Orient England mit solchen Schwierigkeiten unbequem wurde, um damit England Zugeständnisse an Frankreich in Der Dheinpolitik gegen DeutschlanD abzupressen. Heute ist Frankreich Darauf angewiesen, EnglanDs Unterstützung in Der ganzen Kette von Pro-^ blemen, Die sich an Die Tlamen Marokko unD- Syrien schließen, zu gewinnen. Es beDarf nur einer kurzen Erinnerung an Die Stellung Italiens, um Das Interessante und WeittragenDe Dieser ganzen Vorgänge zu unterstreichen. Italien will unter allen Um* stänDen bei Der Reuregelung Der Verhältnisse in RorDwestafrika beteiligt sein. Und wenn Eng- lanS heute geneigt ist, Frankreich toieDer Den ©cDanfen von 1904 in Aussicht zu stellen, Die Teilung RorDafrikas zwischen CnglanD (Osten) unD Frankreich (Westen) mit Ausschluß von Italien, so ist Das Italien von 1926 nicht mehr Das Italien von 1904. Es braucht sich Das nicht mehr gefallen zu lassen unD melDct feine Ansprüche sehr grünDlich an. Gleichzeitig hat es feine Beziehungen mit Spanien, verhanDelt es über eigene Beziehungen zu Jugoslawen, unD Dazu kommen Die Fäden toieDer zwischen Rom unD Moskau, an denen die Moskauer Außen- “APMreie.Nibt^ MultuJoWerkM „Centurio, du bist Zeuge, daß ich um einen Punkt gewonnen habe." Dann lieh er sich abführen. Bis in das 6. Jahrhundert läßt sich das „Domino" verfolgen, das zeitweise im Süden Europas mit Leidenschaft gespielt wurde und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts über Dte Alpen nach Dem RorDen kam. Es führte immer mit Den Karten einen stillen Kampf, Doch stand es bis jetzt weit im Hintergrund gegen Piquet. Whist, Skat. Tarock und Bridge im großen Reigen Der MoDesptele, und seine 36 Steine formten niemals jene gesellschaftliche BeDeutung gewinnen, Die Den 52 Karten Dss Whistspiels zukam. Heute hat sich das alte Domino einen prächtigen chinesischen Mantel umgetan und kommt als Mah-Iongg in eine so lebhafte Mode- strömung, daß seine Kenntnis für Die sogenannten schicken Leute bald unerläßlich sein wird. Dieses chinesische Domino, das von Peking über Amerika nach Europa kam und in diesem Jahr zum Schlager Der Leipziger Messe wurde, patzt zu Den Lackgegenständen, Den BuDDHas und den orientalischeir Parfümlampen, auch zu Den Frauenkleibern, Die heute Mo De sind. Es hat 144 Steine aus Elfenbein, mit Bildern geschmückt. Würfel unD Würfelbecher unD einen umrandeten Teppich, auf dem es gespielt wird. Die 144 Steine scheiden sich in Die Gruppe der Kreise, der Bambusstäbe und der Tharakteve. Dann gibt es Drachen, die vier Jahreszeiten, die vier Winde und Die vier Blumen. Dies alles muh sich nach bestimmten Spielregeln anetnanDer- fügen Es sinD reizvolle Zusammenstellungen. unD ihr Werden gibt Anlaß zu mancher spöttischen Redensart. „Ziehen Sie Ihre Blumen zurück, ich bin Der Ostwind!" ruft einer Der vier Spieler, doch seine Partnerin nimmt sine gute Jahreszeit zu Hilfe und rettet die Blumen. Wollte man heute Mah-Iongg auf einem Wiesentevpich mit lebenden Steinen spielen, wie jenes prachtvolle SHach an einem rotgoldenrn Herbsttag, es wäre ein großer kostümierter Ball Der im prächtigen Alt-China keineswegs des Reizes entbehren würde. So spielt man es aber im Salon, trinkt Tee dazu und denkt etwas ganz Reu es zu tun. während schon lange Die fremden Frauen mit den kleinen Füßen ihre Blüten vor Wind und böser Iahreszeft hüteten. Frau Mod lacht aber, sie hat einen neuen Scherz ersonnen. Außenpolitische Umschau. Don Prof. Dr. Otto Hoetzsch, M d. R. Die Dölkerbundstagung in Genf hat die beiden Hauptfragen zu einer wirklichen Lösung nicht brin- «en können. Zwar ist der Anspruch Polens auf einen ständigen Ratssitz von der Bildfläche oer lchwunden. Aber weder Spanien noch Brasilien haben formell und unzweideutig ihren Verzicht er klärt. Der Streit bleibt unausgetragen, auch wenn man glaubt, in dem neuen Wahlreglement eine Waffe zur.chinauswahl" Widerspenstiger zu haben, und wird sich so bis zum September hinschleppen. Man wird dann sehen, ob der Völkerbund selbst die straft aufbringt, seinen Willen durchzusetzen, wenn er sich nicht einer ungeheuren Blamage und einer gewaltigen Minderung seines Ansehens aussetzen will. Ob die Studienkommission, wie in Aussicht. genommen, zu ihrer zweiten Lesung am 28. Juni noch einmal zusammentritt, ist eine Frage von geringerer Wichtigkeit. An den Beschlüssen der ersten Lesung wird nichts zu ändern sein, und die Arbeit, auf die es ankommt, vollzieht sich hinter den Ku- lissen zwischen Kabinett und Kabinett. Die Leiter her großen Politik Englands und Frankreichs" aber frben alle Veranlassung, Die Herbstversammlung gründlich oorzubereiten, darüber nachzudenken, wer an dieser Krise schuld ist. Es war doch Spanien wie Polen bestimmt versprochen worden, daß ihr Anspruch ckuf einen ständigen Ratsfitz anerkannt und durchgesetzt werde, was man vor Deutschland geheim gehalten hat. Und nun, da die Betreffenden die Wechsel präsentieren, entstand an dem Widerstand Brasiliens, den man an sich auch durchaus begreifen kann, die Krise, an der also die hinterhältige und zugleich unüberlegte Politik von Paris und London die Schuld trägt. In Der Abrüstungsfrage ist noch weniger geschehen. Die Kommission, Die getagt hat, war ja nichts weiter als eine Sichtungskommission technischer Art. Sie hat Die Probleme gestellt. Die Fragen, um Die es sich Dreht, Die Gegensätze heraus- gearbeitet, Die vorhanden sind, und setzt in Unterkommissionen Der militärischen Sachverständigen Die Arbeit fort. Der VölkerbunDsrat als solcher kann lebiglid) Den Bericht über bas entgegennehmen, was geschehen ober vielmehr nicht geschehen ist. Aus wie lange Sicht biese Arbeit angelegt ist, geht baraus hervor, baß man bie wirkliche unb ganz große Abrüstungskonferenz für Ende 1927 in Aussicht nimmt! Daß bas ben Rorbamerikanern zu lange dauert, bas hat Die in Der Form vorsichtige, Der Sache nach aber recht bestimmte ReDe Coolibges am 31. Mai mit einem beutlidjen Wink gesagt. Für bie Republikanische Partei in Rorbamenka, bie roieber Wahlen entgegensieht, ist es ja von Bebeutung, baß die Abrüstungsfrage, ein wichtiger Programmpunkt für sie, in Europa vorangehe. Man erkennt beutlich bas Bemühen in Genf, bie Arbeiten bes Völkerbunbes nicht abreißen zu lassen. Man hält bie Mühle unausgesetzt im Klappern. Eine Kommission folgt ber anderen. Wichtiges unb Unwichtiges geht burcheinanber. Daburch soll ber Anschein erweckt werben, baß bie umstänbliche unb kostspielige Organisation wirklich etwas schaffe. Aber das täuscht boch niemals barüber, baß biese Mühle außerorbentlich wenig Mehl mahlt unb baß mit dieser Arbeit nur Zeit gewonnen werben soll, bamit hinter ben Kulissen bie großen Gegensätze ausgeglichen werben können. Darauf wirken nun bie unausgesetzt sich ver- änbernben Konstellationen ber großen Po- tif ein. Wir Haden kürzlich schon hier bie M a - r o k k o s r a g e in biefem Zusammenhang Gehandelt. Der militärische Feldzug ist zu Enbe, unb es beginnt seine Fortsetzung mit anberen Mitteln, bas heißt ber diplomatisch-politischen Auseinandersetzung unb möglicherweise dahinter einer Heraufziehenben großen Konferenz. Zur Ergänzung bes Bildes ist noch hinzuzufügen, baß inzwischen am 4. Juni der englisch-türkische Vertrag über Mossul unterzeichnet worben ist. Englanb steht bamit am Enbe seiner jahrelang (seit 1922) zäh unb konsequent fortgesetzten Politik, bie barauf hinausging, ben Erfolg des Weltkrieges in bezug auf Mesopotamien unb ben Irak nicht in Frage stellen zu lassen, anbererseits aber trotzbem bie guten Beziehungen mit ber Türkei wiederherzustellen. In biefem Ringen zwischen Englanb und Rußlanb um ben Einfluß in Angora ist Englanb Sieger geblieben. Das alte türkisch- 3m allen Reval. Don R. Kanlih-RieDeck. Alte vernachlässigte Häuser bresthaft gleich Greisen auf Krücken, nehmen im Stadtkern von Reval Dem fortschrittlichen, robusten Geiste Helligkeit und Bewegungsfreiheit. Ihre unsauberen runzligen Gesichter stimmen verDrießlich. Es gibt ältere Häuser in alten lieben ötäDtcn Deutschlands aber sie heimeln an. weil sie Spuren sorgfältiger Pflege zeigen. Den Fremden aus Deutschland friert es deshalb im grauen Stadt- Herzen Revals, sodaß ihn Der alte Hanseort am Rordlandmeer mehr enttäuscht als fesselt. Ein deutscher Gelehrter meinte einmal, es rieche in Reval zu sehr nach Staub. Spinntoeb unD Katzen... Rur wer mit Dem EntDeckersinn Des AltertumsfreunDes zwischen Den Häuserreihen dahingeht. Dem wispern unter Verfall unD Unsauberkeit die angejahrten Haustüren. Pforten und Torbogen mit verstaubtem Schnitzwerk, hüb— „Demokratie". Ist es ein Wunder. Daß ®lfab-ßotf» ringen von einem GnDe bis zum anderen widerhallt vom Rufe nach Autonomie? Die klerikale Volks» Partei hat Diesem Rufe ein mächtiges Echo geschaffen Durch große Massenversammlungen in Straßburg, ß-olmar unD Mülhausen, in Denen sie Die Autonomief Sicherung erhob, wie sie sie auf faßt: als Verwaltungsautonomie in toeiüfl- stens äußerlicher Uebereinftimmimg mit Den Bestrebungen Des französischen Regio,lalismus. „IeDer Einsichtige", schrieb Dazu die Parteipresse selbst, „hat Die Wahrnehmung gemacht. Daß Die Stimmung nicht etwa künstlich Durch Die Redner in Die Versammlung hineingetragen wurde, fo,v Dern Daß Die Referenten durch Dte sich stürmisch äußernde Ueberzeugung Der Versammlung mitgeriffen tourDcn.“ Als von Der Schulfrage gesprochen unD Die 1600 eingetoanDerten französischen Lehrpersonen erwähnt wurden, brach der Ruf los: „Hinaus mit ihnen!" Als Der Aba Walter zu Der „Zukunft" Stellung nehmen wollte tour De jede Rennung Des tapferen Wochenblatt ee mit tosenDem Beifall begrüßt und Damit Dem ReDner Die Kritik aus Dem MunDe geschlagen Dem Schlagwort „Verwaltungsautonomle" ani = toortete aus Dem Saal Der vielstimmige Rui „Rein, politische Autonvmiek" und gegen ole verhältnismäßig zahme Entschließung wurde teut gemurrt. Die Parteien müssen Der AutvnomiesorDe rung Rechnung tragen, sie müssen geradezu vor ihr kapitulieren. Unterschiede bestehen höchstens in Dem Maß Des Entgegenkommens. Das Boll will gefühlsmäßig Die Autonomie als ehr irgend wie geartetes Verfügungsreckst über sich srlbst und seine Angelegenheiten. Dieser Wille toirD. wenn man sich auch alle anderen Fra«n erledigt dentt. stets toach gehalten werden Durch die fxan- zösische Sprachenpolitil in Der Schule. Wir wollen Damit nicht sagen. Daß Frankreich nicht einlenken, nicht eine anDere, versöhnlichere Sprachen- politit im Deutschen Sprachgebiet Elsaß-2oih° ringens treiben könnte, wenn es Das wollte. Aber eben für Diesen Willen fehlen nicht toeni- N*. Ms MlÄ-. Flemmings zweiten Liebesfrühling. Denn er verlobte sich Der jüngsten Riehusen, Die seine LieDer liebte unD fang, auch fein unvergleichliches: „2n allen meinen Taten laß ich Den Höchsten raten..“ Ausgesöhnt mit seinem Geschick, kehrte Der junge Dichter balD nach Hamburg zurück, mit Der Hoff- I nung im Herzen, zur Rosenzeit Die Braut heim» non ewiger Dunkelheit und Feuchtigkeit grüne Krusten haben unD Die verrosteten Ringe unD Anqeln verborgener Falltüren sich tief in Den Stein gruben. Irgendwo stößt eine dunkle Stiege in Die Mauer und teilt sich in mehrere kurze Stiegen. Die regellos Durch Das Gebäude laufen unD vor irgenDeiner Türe enDen. Die Jahrhunderte alten Haustüren und Hoftore öffneten sich vor manchem großen Deutschen Mann unD schade nur. Daß Reval Die Erinnerung an be- DcutenDc Gäste unD Besuche nicht in Gedenktafeln wahrt. Am kleinen Dörnberg, unter Den Dunklen, massigen Einfassungsmauern, auf' Deren Rücken weitläufige Adelshäuler Heben, liegt eine hübsche eiserne Pforte. Sie Drückt sich in Den Winkel zwischen einem verwitterten, gemütlichen Turm und eine mürrische Gartenmauer. Durch ihre gebrochenen Muster sieht ein behüteter altertümlicher Hof. Pforte und Hof scheinen aus früheren Jahrhunderten vergessen zu sein. Laut poltett bas ©taDtgetriebe Dann vorüber unD schert 'ich wenig um Das freunDliche Geheimnis im Winkel. Steintreppen, schroff, winkelig, arbeiten sich zu chm hinauf, sie liegen zwischen zwei Reihen sehr wqaljrter krummer, buckliger Häuser, unter ruef- unD Im Kopfe den einzigen Gedanken, Daß ihm nirgends im Heben Frankreich Die Kolonial zutage von 16 Prozent zum Gehalt gezahlt würde. Die 'irniril Der Verwal- kein einziger fr an- ...... in Elsaß-Lothrtnasn Der Verwaltung wegen Deutsch gelernt bat 16 Prozent von rund 50 000 Franken Gehall, Das sinD 8000 Franken. Soll man sich nicht Dafür, wenn es schon nicht anders gebt, einmal einen Rachmittag lang durch eine Prvtew^ersammlnnq schleifen lassen? Wenn man nur Hornlxiut am Ehrgefühl hat. hält mans schon aus. Girard hielt es aus. Er ist noch in Metz. Er toirD Dort flehen bleiben, solange fein Schutzpatron die Macht hat. Heben bleiben als Sinnbkld der französischen sichtslosen Dachtraufen und titteulenspiegellustigen I führen zu können. Aber ihn rief bald der Tod Regenröhre,i. Paul Flemming. Deutschlands | 3m Garten am kleinen^ Domberg zu Reval wackerer Dichter, ist in Den Rovembertagen 1633 über Diese Treppen gestiegen, um hinter Der schmalen Mauerpforte fein bräutliches Glück zu besingen. Die Pforte schloß nach Der UnterftaDt das Gartengrundstück Des Revaler Handelsherrn Riehusen ab. UnD Elsgen Riehusen erwählte sich Der junge Dichter zur Braut. In fröhlicher Eile hatte das Liebespaar einander Treue geschworen. Denn Die Deutsche Handelsgesellschaft. Die vom holsteinischen Herzog Friedrich ausgeschickt war. und der Flemming als Arzt folgte, sollte ihre gefahrvolle, beschwerliche Reife ins tiefe Rußland fortsehen. — Das hübsche Revaler Kauf- rnannstöchterchen verwandelte mit Zauberkraft Brite Belekiknrx- «hrlltgeiilliehaii nGibililirgir" l DamintHelinng BIiBh e. V. beute vmtMend -Stadt Sieb“. Besprechung über denBerbandsiaa in Darmstadt. 5074c Ter Vorstand. 9. W ÄMhA ($-$.) 1Z.MM Bezirks- turnen In Ober- Mörlen. Alle Bezirlsmeine sind öu zablrelchcin Besuche eingeladcn. Bahnfahrt biS nach BadÄauheiuu von dort schöne Submn- derung über den Jo- bannisbergo-M' mit dem iüoitauto nach dem Jestorie. rrngischen Boden eilte Profstversamotiung abgehalten. Die selbst auf diesem politisch so heißen Boden ein Unikum war. Girard hatte Den Bei banD der Steuereinnehmer du och einen Briet an dessen Vorsitzeirden beleidigt indem er sie eine Bande von Besessenen nannte und veracht - lich vom Offiziersdienst dies« Boomten im deutschem Heere sprach Die Beamten. Die ganze Presse. Die Abgeordneten hatten Die 6trafnei feyung Des heißblütigen Vorgesetzten verfangt. Die Forderung war wie ein Sturm DinxM Land gegangen, aber Den Günstling irgendeines Pa riser Mächtigen wegzufeaen. batte er nicht vermocht. Dre Regierung tieft wissen, es fei kein Kredit für Die Umzugskvften Da. Die Beamte» legten zusammen und boten Der Regierung die Umzugslosten an. Run tarn Die Protestveriamm' lung. Die Girard ihr „Fort!" m die Ohren rief Aber Der Mann hat Hornhaut am Trommelfell M I F Oberhessen. Landkreis Gieszen X Klein-Linden, 11.Juni. Nach der Beendigung der Feldbereinigungsarbeiten entstehen jetzt an den neuangelegten Wegen im Ortsbereich fortgesetzt neue Gärten, die unserem Ortsbild zur Verschönerung gereichen und den Eigentümern in dieser schweren Zeit wirtschastlich sehr zustatten kommen. Am sog. Hellberg haben zahlreiche Besitzer Oedland urbar gemacht, das sie mit O b st - baumanpslanzungen versehen. Unsere heimische Obstzucht wird aus diese Weise recht gefördert. s. Kl ein-Lind en, 12. Juni. Sein 50- jähriges Arbeitsjubiläum kann am heutigen Tage der Tabakarbeiter Kaspar R e u s ch l i n g von hier feiern. Im Jahre 1876 bei der Firma Georg Philipp Gail tn Gießen als Schulentlassener eingetreten, versieht er noch heute in voller Rüstigkeit seinen Posten in treuester Pflichterfüllung als Packer in der Tabakabteilung dieser Firma. —.= Watzenborn-Steinberg, 11. Juni. 2luS den jüngsten Gemeinderatssitzungen ist zu berichten: Ein Erlaß der Ge- meindesondergebäudesteuer entsprechend dem Verhältnis des Staatssteuersatzes zu 6em Steuersatz der Gemeinde soll stattfinden in den Fällen, in denen das Finanzamt einen Erlaß der staatlichen Sondergebäudesteuer anordnet. weil die Friedensmiete des betr. Gebäudes nicyt mehr als 4 Prozent des Friedenswertes beträgt. — Für das Hessische Krüppelheim wurde ein Betrag von 10 Mark bewilligt. — Eine Ortssatzung wegen der Vergnügungssteuer soll erlassen werden. Von der Erhebung einer Vergnügungssteuer wird abgesehen bei FamUienfeierlichkeiten, sofern hierfür ein Urkundenstempel nicht erhoben wird. Im übrigen sind ohne Rücksicht auf die Größe der Veranstaltungsfläche folgende Beträge vorgesehen: Für Tanzbelustigungen allgemein 10 Mt., für Maskenbälle und Kostümfeste 20 Mark, für größere Veranstaltungen im Freien 20 Mark, für sonstige Veranstaltungen 10 Mark. — Hinsichtlich Ueberlassung einzelner Wege an die Firma Scheidhauer & Giessing zur Ausbeutung soll erst beschlossen werden, wenn feststeht, ob die Wege der Gemeinde zugesprochen werden. — Zur Abdeckung des Umlagebedarfs sollen erhoben werden: Eine Sonderge- bäudesteuer von 53,7 Pf. auf 100 Mark Steuerwerk. Don der alsdann noch verbleibenden Umlagesumme sollen an Grundsteuer erhoben werden: Auf Gebäude und Bauplätze 12 Pf. von 100 Mark Steuerwerk und auf land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundstücke 21 Pf. auf 100 Mark Steuerwerk. Die Gewerbesteuer wird zu aus Umlage- und Betriebskapital und V3 auf den Ertrag verteilt, und zwar werden erhoben 54 Pf. von 100 Mark Steuerwerk auf land- und forstwirtschaftliche Anlage- und Betriebskapitalien und auf den Gewerbeertrag 78 Pf. von je 1 Mark des für das Jahr 1925 festgelegten Steuersolls. — Die Gesamtzahl der Vollerwerbslosen beträgt in hiesiger Gemeinde augenblicklich 52, außerdem beziehen 87 Personen Tabak- arbetterunkerstühung. — Der hiesige, am 1. Jan. 1876 gegründete Gesangverein „Sängerkranz'' feiert am kommenden Sonntag sein 5 0- jähr. Bestehen durch ein Sängerfest, mit dem ein Gesangwettstreit verbunden ist, an dem sich 19 auswärtige Vereine beteiligen. £ Wieseck, 12. Juni. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feiern heute'die Eheleute Heinrich Löwenstein und Frau Sibylle, geb. Schul. Das Jubelpaar, das im 73. Lebensjahre steht, erfreu! sich noch einer guten geistigen Frische und körperlichen Rüstigkeit. 5. Trohe, 11. Juni. Der 2,20 Meter lange Roggenhalm aus dem Lumdatal, von dem der „Gieß. Anz." in voriger Woche berichtete, hat einen hiesigen jungen Landwirt nicht ruhen lassen. Er yat einen Halm von 2,56 Meter gefunden. — So sehr auch die Landwirte seither auf Regen warteten, so sehr sind sie nun seiner überdrüssig; denn es ist allmählich Zeit für die Heuernte geworden. Im vergangenen Jahre war sie um diese Zeit schon im Gange. Auch mit dem Hacken der Kartoffeln ist man noch weit zurück. Die starken, mit Hagel vermischten Regen vom Freitag köm»en leicht der Frucht schädlich werltzm, indem sie fie -um Lagern bringen. I—I Staufenberg, 11. Juni. Die Pflasterung des A u f g a n g w e g e s auf die Burg läßt der Kreis jetzt vornehmen. Dadurch wird Lnölich ei« sehr lästiger Aebelstcmd beseitigt. gt, spricht vielmehr tzafür, daß die französi- Schulverwaltung nut ihrem verschwiegenen eg gegen die deutsche VvtkAprache sortfahren Wird, Wie sich aber das Volk dazu stellt, dafür Gegen gerade auS den letzten Tagen mehrere höchst b^eichnende Kundaebunaen vor. Die Stellung des katholischen VolksteilS hat in den Auto- nomiekundgebungen der klerikalen Partei deutlich Ausdruck gefunden. Auf der evangelischen Seite veröffentlichen gerade jetzt die kirchlichen Blätter eine gemeinsame Kundgebung sämtlicher kirch- Uchen Vereinigungen, die offen den Vorwurf erhebt, daß die Schulbehörde im Gegensatz zu ihren eigenen Versicherungen einen Zustand duldet oder fördert, in dem Volks- und Kirchen- fprache in den Religionsstunden systematisch unterdrückt wird. „Wir können dieser Rot nicht länger zusehen, weil darüber Jahrgang um Jahrgang unserer Schulkinder in steigendem Maße unfähig gemacht wird, mit innerlichem Ruhen am GDttesdienst und religiösen Leben teilzunehmen." Zur Kirche tritt die Lehrerschaft. Sie hat in der Pfingstwoche einen „Tag der Volksschule" veranstaltet. Keinen Lehrertag gewöhnlicher Art. sondern eine Tagung, auf der die Vertreter der Erwerbsstände in zwei Vorträgen zu den Lehrern sprachen und ihre Wünsche an die Schule vorbrachten. Im Mittelpunkt stand die Sprachenfrage und die Forderung, den Volksschulunterricht auf der deutschen Sprache aufzubauen. Womöglich noch bezeichnender war der Derbandstag der Bauernverbände, wo in den Reden wieder die Sprachenfrage neben die üblichen Gegenstände einer bäuerlichen Stan- desversammlung trat und wo die Aussprache diesen seltsamen Gegenstand stürmisch aufgriff, sodaß er ganz in den Mittelpunkt trat. Das Volk will seine alte Schule wiederhaben. Bei allen Entschließungen und Kundgebungen heißt der unvermeidliche Kehrreim: deutscher Unterricht vom ersten Schuljahr ab! Der Minister Laval aber hak auf seiner Elsahreise etliche Schulen besucht und überall mit Genugtuung die Fortschritte der Kinder im Französischen festgestellt. Das ist die Antwort der Regierung auf die Forderungen bed elsaß-lothringischen Volkes. l—1 Mainzlar, 11. Jumi. Schulvorstand mrd Gemeinderat haben die Anschaffung und Einrichtung einer Küche für die Mädchen- fortbiloungsschulen beschlossen. Wemr die Raumfrage gelost ist, soll am 1. Juli mit dem Kvchunterricht, den Fräulein Grossart, Gießen übernehmen wird, angefangen werben. Kreis Friedberg. Ä Dad-Rauheim, 11. Juni. Auf Ver- anlassung des Vereins der Freundinnen junger Mädchen hielt hier Pfarrer Deg- g a u einen ebenso fesselnden, wie lehrreichen Vortrag über „Hans Thoma, der Raturmaler". Der Redner verstand es, äußerst lebendig den menschlichen und künstlerischen Werdegang des Altmeisters zu zeichnen. Treffliche Lichtbildes unterstühten das gesprochene Wort. Die hiesige Singakademie hatte sich in dankenswerter Weise mit mehreren gesanglichen Darbietungen in den Dienst des Abends gestellt, der un Kuv- hause bei gutem Besuch stattfand. tOber-QHörlen, 12.Juni, Anserfreundlich in den Ausläufern der Taunusberge gelegener Ort Hal ein farbenfrohes Festkleid angelegt. Von Samstag bis Montag begeht unser Turnverein die Feier seines 25jährigen Bestehens. Er hat aus diesem Anlaß die Turner des 5. Bezirks im Gau Hessen zu ihrem diesjährigen Bezirksturnen in den volkstümlichen Hebungen eingeladen. Schon einsnal trafen sich Turner des Hesiengaues in unseren Mauern, es war am 13. Juni 1909, als die Gautum- fahrt nach hier führte. Der Tag ist den älteren Turnern noch in bester Erinnerung. Wie damals wird auch diesmal unsere Einwohnerschaft wieder ihre rühmlichst bekannte Gastfreundschaft ausüben. Freiquartiere stehen für die Kampfrichter zur Verfügung, und für die Wetturner ist am Sonntag freier Mittagstisch vorgesehen. Gut ist für das Wetturnen von fast allen Be- zirksvereinen gemeldet worden, die Zahl 400 ist erreicht, davon entfallen allein 60 Wettkämpfer auf die Turngemeinde Friedberg. Das Wetturnen der Schüler findet aus erzieherischen Gründen am Samstagnachmittag statt, losgelöst von dem unvermeidlichen Festestrubel des Sonntags. Die Wetturner machen am Sonntag früh den vorgeschriebenen Turngang von Bad- Rauheirn aus. Das Wetturnen selbst beginnt anschließend für die Turner und Jugendturner auf gut hergerichtetem Turnplatz. Der Rach- mittag sieht Festzug, allgemeine Freiübungen, Kürturnen und Volksfest vor. Es wird mit einem recht guten Besuch von Festteilnehmern gerechnet, auch aus den im Kreise Gießen gelegenen Bezirksvereinen, zumal von Bad-Rauheim aus unser Ort mit Postauto oder auf schönen Wayderwegen bequem zu erreichen ist. Kreis Büdingen. !I Büdingen, 11. Juni. Aus der jüngsten Gemeinderatssihung ist zu berichten: Der Beitrag für den B a d e v e r e i n wurde für dieses Jahr um 100 Mark erhöht. Die Finanzkommission wurde beauftragt, die von der Stadt an Vereine und sonstige Korporationen seither geleisteten Beiträge einer Prüfung zu unterziehen und bei der Beratung des diesjährigen Voranschlags eingehenden Bericht zu erstatten. Wegen der Erbauung eines Wohnhauses der Reichspostverwaltung wird die Gemeinde soweit wie möglich helfen und entsprechende Vorschläge machen. Die Aufnahme eines Kassedarlehens bei der hiesigen Bezirkssparkasse zur Abdeckung der Forderungen der Büdinger Handwerksleute aus der vorjährigen Bautätigkeit wurde genehmigt. nd. Nidda, 11. Juni. Trotz steter Warnung der jungen Leute vor dem Eintritt in die französische Fremdenlegion gibt es immer wieder Deutsche, die sich für diesen qualvollen Dienst werben lassen. So erhielt kürzlich wieder ein hiesiger Geschäftsmann von seinem Stiefsohn aus Marokko zwei Briefe, worin er mitteilt, daß er im besetzten Gebiet französischen Werbern in die Hände gefallen sei und sich in der Fremdenlegion befinde. Der junge Mann war vorher in Frankfurt in Stellung. Er bereut bitter seinen Schritt, leider aber zu spät. Ein anderer Fremdenlegionär aus hiesiger Gegend hat infolge seiner Sprachkenntnisse durch den Besuch einer höheren Schule insofern ein erträgliches Los gefunden, als er im Postdienst der Legion beschäftigt ist und nicht mehr die schweren Strapazen in der Glühhitze mitzumachen braucht. Kreis Schottert. * Schotten, 11. Juni. In der Rachkriegszeit schlossen sich geschichtlich interessierte Mitglieder des V. H. C. - Z w e i g v e r e i n s S ch ot- t e n zu einer „Vereinigung Vogelsberger G e s ch i ch t s f r e u n d e" zusammen, die alljährlich mindestens eine heimatkundliche Wanderung unternimmt, auf der heimat- geschichtlich bedeutsame Plätze des Vogelsbergs besucht werden. So führte der diesjährige Ausflug unter Führung von Landwirt Hofmann und Lehrer Jung von Betzenrod über Betzenrod, Wüstung Vockenhain nach dem Petershainer Hof. In der Hauptsache wurden siedlungsaeschichtlich'? Probleme erörtert. Aus der Region der „Rod"dörfer, die im weiteren Kreise den Oberwald umgeben, wanderte man bergwärts in das Gebiet der jüngeren „Hain"- dörfer, von denen wegen der ungünstigen Lage eine größere Zahl wieder zur Wüstung geworden ist (Vockenhain) oder sich auf dem Wege dahin besindet (Petershainer Hof, noch zwei Hofreiten). Der „Brotweg" und das „Russengrab" erinnerten an die Zeit der Freiheitskriege. Außerdem wurden seltene Vertreter der heimischen Tier- und Pflanzenwelt sestgestellt; zur größten Freude der Wanderer sah man in der Rähe der 500-Meter- Grenze eine Anzahl des äußerst seltenen Apollo (weißlich, mit großen roten Augen auf den Hinterflügeln). □ Laubach, 11. Juni. Der sog. Marktplatz bietet seit seiner Umpflasterung einen gefälligen Anblick. Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts war keine umfassende Pflasterung vorge- nommen worden. Dieser Platz führt den Namen „Marktplatz" erst seit einigen Jahrzehnten, und zu Unrecht. Die Märkte sind niemals hier abgehalten worden, außer dem unbedeutenden „Christmarkt". Die sog. „Hüllst" (Halde) zwischen der Wetter und der Hungener Straße war der Ort der Märkte. Im Bolksmund heißt jener Platz „L i n d e p l a tz", nach der gewaltigen Linde, die ihn früher zierte. Auch das alte Rathaus, das erst 1853 abgerissen wurde, füllte einen großen Teil des „Lindeplatzes" aus. Es war ein stattlicher Holzbau, mit einem unverhältnismäßig hohen Dachreiter. An ihm befand sich das H a l s e i s e n , worin der Frevler gefesselt und ausgestellt wurde. Zu diesem Schauspiel rief ba& „A r m e s ü n d e g l ö ck ch e n" die Bevölkerung zusammen. Im Obergeschoß des Rathauses war ein großer Saal, in dem die Festlichkeiten abgehalten wurden. Im Anbau des Rathauses befand stch das städtische Brauhaus, worin die Bürger sich selbst ihr Bier brauten. — Die Sommerfrucht steht im allgemeinen gut. Dagegen hat die Kleeernte teilweise recht geringe Aussichten; viele Kleeäcker waren völlig ausgewintert. Etwas besser wird die H e u e r n t e werden. A e p f e l wird es kaum geben; besser steht es mit den Birnen. Die N u ß d l ü t e ist völlig erfroren. — Die Rehböcke haben teilweise schlecht aufgesetzt. Junghasen sieht man verhältnismäßig wenig. Dagegen haben sich die Dachse stark vermehrt. Dasselbe läßt ich von den Füchsen sagen. Gedern, 11. Juni. Der hiesige Prämiierungsmarkt mackte als erster seines Zeichens unserer Stadt alle Ehre Und übertraf alle Erwartungen. Der Besuch von auswärts war trotz der anfangs nicht gerade günstigen Witterung sehr stark. Aufgetrieben waren 274 Stück Großvieh einschl. Bullen, 13 Ziegen und Ziegenböcke, sowie 639 Ferkel und Läufer. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß der Auftrieb bei günstigerer Witterung noch wesentlich stärker gewesen wäre. Das zur Prämiierung vorgeführte Vieh (Bullen, Kalbinnen und Kühe) wurde allgemein als vorzüglich bezeichnet, so daß es für die Prämiierungskommission eine recht schwierige Ausgabe war, ein gerechtes Urteil abzugeben. Besonders bewundert wurden die züchterisch außerordentlich wertvollen Bullen beider Rassen (Vogelsberger und Simmentaler), die zur Prämiierung standen und teilweise von Gemeinden käuflich erworben wurden. Durch veterinärpolizeiliche Maßnahmen das Rindvieh mußte eine Desinfektionsgrube >assieren) war dafür gesorgt, daß die Ein- chleppung von Seuchen nach Möglichket vermieden wurde. Auf dem Schweinemarkt entwickelte sich bald ein recht flotter Handel. Für Ferkel wurden je nach Alter 35 bis 50 Mark pro Kopf bezahlt. Die Tiere fanden beinahe restlos Absatz. Um 1 Uhr mittags ließ der Brieftaubenklub Gelnhausen die angekündigten Brieftauben fliegen. Die mit Spannung erwartete Verlosung begann um 2.30 Uhr nachmittags. Rachdem damit der offizielle Teil des Marktprogramms seine Erledigung gefunden hatte, wandte sich die Menge mehr den zahlreichen Verkaufs- und Vergnü- gungsftänden zu. Kreisdirektor Geh. Reg.-Rat B o e ck m a n n sprach sich in recht anerkennender Weise über das Ergebnis des Tages aus, während der Vertreter der Landwirtschaftskammer, Herr C e l l a r i u s, Schotten, versprach, seinen Einfluß bei der Landwirtschaftskammer dahin geltend zu machen, daß sie auch fernerhin den Prämiierungsmärkten unserer Stadt ihre Unterstützung zuteil werden lass e. Auch aus den Kreisen der Einwohnerschaft und der auswärtigen Besucher wurde der Wunsch laut nach weiterem Ausbau des Marktes unter Beibehaltung des festgelegten Termins, der für die Landwirtschaft recht günstig sei. Die Gemeindeverwaltung wird wohl, angeregt durch den guten diesjährigen Erfolg, der weiteren Ausgestaltung des Prämiierungsmarktes ihre ganze Aufmerksamkeit zuwenden. Gelegentlich des Prä- miierun^smarktes trieben auch hier, wie es anderwärts bei derartigen Anlässen beobachtet wurde, Taschendiebe ihr unehrliches Handwerk. Verschiedentlich wurden Geldbeträge gestohlen; ein Marktbesucher büßte sogar seine Brieftasche ein, die er in der inneren Rocktasche trug. Leider gelang es nicht, einen Vertreter dieses unsauberen Handwerks auf frischer Tat zu ertappen. — Kaum ist der Prämiierungsmarkt vorbei, so rüstet man in unserem Städtchen allgemein zu dem am kommenden Sonntag dahier stattfindenden Bundesfest der Vogelsberger Sängervereinigung, mit dem die Fahnenweihe des Arbeitergesangvereins' „Vorwärts" verbunden ist. . Die Vorbereitung des Festes liegt in den Händen des genannten Vereins. —Rieder-Seemen, 11. Juni. Da trotz mehrmals stattgehabter Dürgermeister- w a h l keine Einigung erzielt werden konnte, wurde nunmehr Heinrich Sinn er dahier zum kommissarischen Bürgermeister für unsere Gemeinde bestellt und verpflichtet. —Ulfa, 11. Juni. Bei der Pferdeprämiierung in der P f er d e z ü ch t er - Vereinigung Alfa wurden folgende Züchter mit Preisen bedacht: 1. Preis Herrn. Fil- singer-Reinhäuserhof, Otto Mogk-Alfa; 2. Preise R. Widdersheim-Bersdorf, H. Wolf-Alfa und H. Filsinger-Reinhäuserhof; 3. Preise O. Jäger- Alsa, H. Döll-Alfa. PH. Reitz-Alfa und Hch. Jüngling Wtw.-Alfa. Als Preisrichter waren tätig: Oberlandstallmeister Schörke-Darmstadt. O. Schneider-Atphe und W. Wolf-Düdelsheim. Preußen. Kreis Wetziar. XX Krofdorf, 11. Juni. Die Wanderhaushaltskurse, wie sie seit zwei Jahrzehnten in unferm Kreise eingeführt sind, haben bei ihrer jeweiligen Einkehr in unserer Bürgermeisterei stets eine sehr gute Aufnahme gefunden. Bisher wurden diese Kurse nur im Winterhalbjahr in drei Gemeinden abgehalten. Die Rachfrage ist aber so rege geworden, daß die Wünsche während der Winterzett nicht mehr alle berück- sichttgt werden tonnten. Die Kreisverwaltung hat daher eine zweite Lehrerin für diefen Wirkungskreis zunächst versuchsweise eingestellt. Als seinerzett die Anregung zu einem Sommerkursus hierher erging, erklärten sich binnen kürzester Frist nicht weniger als 22 Teilnehmerinnen dazu bereit. In dem Moosschen Saale herrscht nunmehr unter Leitung von Fräulein Ludwig ein vielgeschäftiges Treiben, wobei es gilt, die angehenden Hausfrauen auf ihren späteren Beruf vorzubereiten. ch. Hochelheim, 11. Juni. Die zahlreichen Kirschbäume in unserer Gemarkung zeigen, je nach Lage und Alter, einen recht guten Behang, jedoch dürste als Durchschnittsergebnis nur eine gute Mittelernte zu verzeichnen sein. Mir der Frühkirschenernte wird man bereits Ende nächster Woche beginnen können. ch. Aus dem Kleebachtal, 11. Juni. Begünstigt durch die feuchte Witterung der letztem Tage ist das D i ck w u r z s e tz e n hier gut voran geschritten. Vielfach macht sich in unserer Gegend ein starker Mangel an Sehpflanzen bemerkbar. Man bezahlt für das Tausend guter Dickwurz- pflanzen durchschnittlich! 4 bis 5 QJlf. — Die starken Regenfälle der letzten Tage haben Dvs Lagern der zu üppigen und dicht stehenden Kornfelder bewirkt. In den Weizenfeldern tritt, wie auch aus anderen Gegenden berichtet, der Rost in größerem Umfange auf. Mit der Heuernte dürfte in der nächsten Woche an- gefangen werden. Kreis Biedenkopf. kz. H e r m a n n ft e i n, 11. Juni. Rach einem reich gesegneten und arbeitsreichen Leben verschied hierselbst im 73. Lebensjahre der Gemeinde- und Kirchenrechner Heinrich Burk. Hardt. Der Verstorbene hat 40 Jahre lang in hiesiger Gemeinde das Amt als Gemeinde- und Kirchenrechner treu verwaltet. — In der Dill und ihren Rebenslüssen macht sich ein besonderer Fischreichtum auch in diesem Jahre wieder bemerkbar. Das Einheimsen größerer Fischmen- gen geschieht zur Zeit der Heuernte und kurz danach, wenn die Wiesen gewässert werden. Auf Grund althergestammter Gerechtsame dürfen die Wiesen mit dem Dillwasser von Samstagabend bis Montagmorgen gewässert werden. Es sind hierbei bestimmte Stunden festgesetzt. Während der Wässerung ist der Wasserstand niedrig, und mit großen Retzen steigen dann die Fischer zum Fang ins Wasser. Auch mit flinken Händen werden viele Fische gegriffen. Dillkreis. WSR. Dillenburg, 11. Juni. Ein hiesiger Metzgermeister schlachtete dieser Tage eine Kuh des Landwirts Stremmel von hier und fand dabei in dem Magen des Tieres den Trauring der Frau Stremmel, den diese beim Häcksel schneLden vor sieben Jahren verloren hatte. Kreis Limburg. D Diez, 11. Juni. Die Franzosen scheinen jetzt doch Vorbereitungen zur R äu m u n g des Schlosses Oranienftein nebst den dazugehörigen Rebengebäuden zu treffen. Wie verlautet, beabsichtigt die preußische Anterrichts- Verwaltung das Schloß zu einem Sanft» erziehungsheim, verbunden mit einem Internat, umzuwandeln, in dem begabte Söhne abgebauter Beamter, Offiziere, Geistlichen usw. auf Staatskosten erzogen werden sollen. Kreis Westerburg. * Westerburg, 11. Juni. Die Aussichten aus eine befriedigende O b st e r n t e haben sich auf dem Westerwald sehr verschlechtert. Infolge des regnerischen Wetters und der ungewöhnlichen Kälte haben die Obstbäume, deren reicher Blütenflor auf eine gute Ernte hatte hoffen lassen, schweren Schaden gelitten. Zwetz'chen und Birnen haben gar keine Früchte angesetzt, die Apfelbäume zeigen nur geringen Ansatz. Oberwesterwaldkreis. O. Höhn-Urdorf, 11. Juni. Gestern fand das vom Westerwälder Züchterverein veranstaltete Tierschau-Fest hier statt. Trotz der ungünstigen Witterungsverhältnis! e war die Schau von nah und fern gut beschickt. Die Preisrichter konnten mit Genugtuung feststellen, daß sich die Viehzucht nach dem Kriege wieder gut erholt hat; besonders die Schweinezucht erhielt eine lobende Anerkennung. Ein Festessen im Bahnhofshotel und Tanzbelustigung im Steup- scheu Saale gaben der gutgelungenen Veranstaltung das übrige Festgepräge. Maingau. WSR. Frankfurt a. M, 11. Juni. 3n der Schellingstraße war am Mittwoch eine Ehefrau mit Wäschekochen beschäftigt. Plötzlich stürzte die Frau auf den Vorplatz und schrie um Hilfe. Ihre Kleider waren auf bis jetzt noch nicht bekannter Attache in Brand geraten. Hausbewohner eilten hinzu und löschten die Flammen. Die erlittenen Brandwunden waren jedoch so schwer, daß die Frau gestern ihren Verletzungen erlegen ist. oder sich zu qua- JHHOfrPSON').oae sich zu < 'enbrauchen. 5EIFENPULVfir WZ $ 1 wenn sie sich ihre Kleider beschmutzen wascht MThompson's Seifenpulver in kurzer Zeit alles wieder sauber, ohne daß Sie zu reiben l«v Die Don vrandulA' / ®n ^Aend rot« fc?5* S'Ä® ^|l*n wochr an, ,ftaäei^3t einem ft r6®w»' wt der Heuernte und hin nesen gewässert toerben. Lu' M-f-n dl. Altwasser von KaMaa- 'vrgen gewässert werden. ck ite Stunden lestgesehl. M. * öer Dalsernand niedrig !h«n steigen dann die Fisch« Jer Auch mit flinken Hän Fische gegriffen. Lillkreis. nburg,11.3uiti(SmMifltI lchtetr dieser Tage eine Aut remmel von hier und fand gen des Tieres den Jrair cemmel, den diese beim Häcksel >ben Jahren verloren is Limburg. $unl Die Fran»vs en schei- bereitungen zur Lau mung Vranienstein nebst der -engebäuden zu treffen. Die gt die preußische Unterrichte- Schloß zu einem Panin m, Derbunben mit einem lwanöeln, in dem bcaabke Beamter, Qssiziere. stm erzogen werden WNen 1 Westerburg. q, lt.3uni. Die Aussichten °w KS«Z tte fjoffen lassen schweren Schuhen und Simen haben 0 ,e nc Die Apfelbaume zeigen nur ge- ocsterwaldkreiS. hnrt 11. Juni. @e|'ern '°nb ib ern gut I nach beni Kneje a ders die im l8*nnutiL i™ w' ;66®18Ä««te-*’ FestgePMe. Mainga»^ j„ nksurl k eine66*‘ ,e Mr am ®®gL PlaYiiÄ ®fk* S. » i®1 f* M lihre ut*" f . 150»$ ilve» ,Halles er.oh"e ■eite". iuqv°' Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen Die Nordsee Don Alfons Paquel. Man kann die Ostsee mit ihrer schwachen Drandung, ihrem gleichmäßigen, angenehmen Wellenschläge und mit ihren lieblichen, von Buchenwäldern überzogenen Strandlandschaften dem Mittelgebirge vergleichen. Dann ist die Nordsee ihrer rauheren und schrofferen Natur nach den Alpen ähnlich. Ihre Bilder sind gewaltiger und herber, fie sind niemals ohne eine ernste Großartigkeit, man hat an ihrer Küste, an ihren Inseln, auf ihrem täglich wieder von der Nut bedeckten und täglich von der Ebbe blohgelegten Wattenmeer den Eindruck, sich in einem ewigen Kriegsgebiet des Menschen mit der Natur zu befinden Die Nordsee ift die ö« der knatternden Drandung. der salzigen, reißenden Winde, des mächtig gespiegelten und trügerisch spiegelnden Lichts, des unendlich großen wolkigen Himmels. Don ihren zerrissenen, vom kargen Strandhafer bewachsenen Dünen weht an stürmischen Dagen der seine, scharfe Flugsand in Fahnen.- Der starke Unterschieb von Ebbe und Flut gibt dem Leben an her Nordsee den bezwingenden kosmischen Pulsschlag. Dieser Wechsel der Gezeiten und die Änmittelharkeit, mit der Wind und Sonne den Charakter jedes Tages immer wieder von Grund aus neu zu bestimmen, gibt hier dem Leben der Menschen den wetterfesten Zug. jene eigentümliche Härte und Schweigsamkeit, die wohl aus die Zurückhaltung dieser Menschen gegenüber den Möglichkeiten des nächsten Tages zurückgeht. Der einzige Binnenländer, Goethe, der früh etwa« von der Natur dieser Menschen ahnte, vhne jemals ihr Land besucht zu haben, hat auf seinen Freund, den aus Ostsriesland gebürtigen 6>r. Neil, die etwas glatten, etwas schon- malenden Derse geschrieben: „Unb dieses Leben sollt ihr billig kennen. 1 Das Land Wohl kennen, dem es angehört. Das immerdar in seiner Fluren Mitte Den alten Biedersinn, die deutsche Sitte. Der Freiheit längsten Sproß genährt: Das meerentrungne Land der Gärten und der s Wiesen. Den »eichen Wohnsitz jener tapsern Friesen!" Die Derse sind sicherlich im ganzen äu- treffenb unb werben noch immer gern bort oben jitiert. Aber sie verraten nur wenig von der Rauheit, der Großartigkeit, der Kargheit dieses Landes unb der Menschen, die auf den fetten Marschen des Küstenranbes als reiche Bauern unb Dicljzüchter sitzen, aber brausten auf den Inseln schon zufrieden find, ihre Sandberge gegen das Meer zu behaupten und ihre kleinen Häuser im Schutz der Dünen unb bet spärlich angepslauzten Wäldchen zu bewohnen. Mit einem tiefen Aufatmen, mit einem herben GlückSgefühl tritt der Gast aus dem Dinnenlande in Jenen äußersten Bereich der deutschen Nordsee. Es ist gleichsam ein anderes Land hier. Ein tief er» fischendes Leben unter neuen Bedingungen. D i e Seebäder. Ls war das naturbegeisterte 18. Jahrhundert, bas die Schönheiten und Heilkräfte der Nordsee nicht anders als die der Hochalpen entdeckte! Dann dauerte e8 noch ein paar Jahrzehnte, bi» man auf den friesischen Inseln begann, die ersten primitiven Einrichtungen für die Beherbergung und Unterhaltung von Badegästen zu schaffen. Da« erste Seebad war Norderney, das später in der hannoverschen Zeit seine noch bestehenden, heute aufs modernste ausgestatteten Kureinrichtungen. fein hübsches Konversationshaus und seine mit viel Mühe angepflanzten Wäldchen erhielt und seine sichtbare Erinnerung an die Kontinentalsperr.'. die Napoleonschanze, als eine Art Sehenswürdigkeit in seine bescheidenen Anlagen einbezog. Aber eS folgten dann auch die übrigen ost- friesischen Inseln, die der Küste in einem weiten, leicht geschwungenen Bogen vorgelagert sind unb sich nun bemühten, dem Binnenlande ihre Borzüge bekannt zu machen. Man beförderte die mutigen Feriengäste, die von der See meist noch nie etwas gesehen hatten, in langsamen Gespannen und kleinen Segelschiffen vom Festland ?u den Inseln hinüber, man bot ihnen einfache, aobere Unterkunft in den niederen, kabinen- Lhnlichen, mit dem Hausrat seefahrender Leute vollgepfropften Hütten der Fischer. Immer mehr waren die Leute von den Inseln auf die Der- dienstmöglichkeiten durch die Fremden angewiesen, dennn seit der Einführung der Schleppnetze in die Hochseefischerei waren ihre alten Fischerei- grünbe zerstört. Das Baden in der Nordsee war immer eine Herrliche Sache, aber es war im Anfang nicht so ungefährlich und bequem wie heute. Man begann in ätorderney mit em paar schwerfälligen Babekutschen, in denen die Gäste gerade Platz genug batten, sich stehend umzu- fleiben. Erst viel spater gab es bie Zelte und Strandlörbe, die beute vor den dichten Reihen der zweirädrigen Dadekarren die reinen, ebenen, unendlichen Flächen am Strand beleben, über die der Wind den glitzernden Schaum der Wellen in großen Flocken hintreibt. Dahinter stehen dann gewöhnlich auf der Höhe der Dünen bie festgebauten, um einen sonnigen Hof von Sandhaufen angelegten, verschließbaren An- kleibezellen, von denen der Badende lustig zum Strand hinabsteigt. Und außer diesen Einrichtungen. deren Schönstes die freie Luft, das freie Wasser und die freie Bewegung im munteren Getriebe des Strondlebens ist. gibt es auf den Inseln auch die ärztlich geleiteten Anstalten mit ihren Zellen für Warmwasserbäder, mit ihren Kureinrichtungen bis zum künstlichen Lichtbad, zur Heilgymnastik und zur Nöntgenkammer. Entzückend an sonnigen und windigen Tagen dieses bunte leichtbe'vegte Treiben am Strande, die breite. Gleichmäßig feste, dem nackten Fuß wohltuende feuchte Sandfläche, bie weiß unb bunt gekleideten sonnverbrannten Menschen zwischen den Sitzlörben. den rotgestreiften Zelten, den mit Umsicht und kindlichem Eifer gegrabenen Sandburgen vor der rauschenden Gischtfront des Meeres, und über allem die bunten Wimpel, gehißt an biegsamen Stangen. Die Badewärter. mit der Trompete an 6er Seite, bereit, die Badenden, die sich zu weit hinauswagen. zurückzurufen, stehen auf dem Ausguck. Man hält sich wegen der täglich wechselnde^ Zeiten für Ebbe und Flut auch mit dem Baden an bestimmte Stunden. vor ollem vermeidet man das Baden zur Zeit der Ebbe, die den Badenden mit ihrer saugenden Bewegung unwiderstehlich ins Meer reißt. Am Strand entlang führen gepflasterte Pfade, verteilen sich über bie steilen wildzerklüfteten Wüstenlandschaften der Dünen, in deren schmale Tälchen da und dort ein Gemüsegärtchen, ein Kartoffelbeet eingebettet ist. Konzertpavillons, glasgedeckte Berauben ragen auf den Anhöhen ein Signalmast auf der Düne, ein Leuchtturm, der am Abend sein Dlihfeuer aussendet, gibt der Insel ihren Charakter Die Inseln sind nach Größe, Art und Form verschieden, nur ihr Grundzug ist einheitlich. Die „grüne Insel" Borkum mit ihren zahlreichen großen Hotels unb das geräumige, mit einem guten Dampferhafen, mit Flugzeughallen. Rennplatz, Kuranlagen versehene, durch lange Stein- bämme geschützte Norderney sind die Inseln der verwöhnteren Gäste. Das schließt natürlich nicht aus, daß man' mit geringen Mitteln auf diesen Inseln seines Lebens nicht minder froh werden kann, als jene Leute, bie noch bem am Strand verbrachten Tage am Abend die Hotelveranda, den befrackten Ober, die buntverhangene Tischlampe, ben Konzertsaal, die Tanzdiele und die Dar nicht missen mögen. Auch die kleineren Inseln geben sich in den Sommermonaten alle Mühe, ihre Badegäste zu unterhalten. Aber sie haben doch im wesentlichen ben Charakter von Familienaufenthalten. Sie sinb die Inseln des Mittelstandes. Und übrigens fehlen nirgends die Erholungs- und Genesungsstätten der Großstädte und Landkreise des inneren Deutschland, die brav daherziehenden singend marschierenden Kinderscharen. Die Inseln. Wenn man ben Strand von Cuxhaven _unb von Helgoland unb bie nordfriesischen Seebäder der schleswig-holsteinischen Küste hinzurechnet, so hat man im Sommer die Wahl zwischen siebzehn Orten an der Nordsee. Hier ist nur von den ost friesischen Inseln die Rede, den sieben zwischen der holländischen Grenze und dem oldenburaischen Wangeroog. Wer Näheres wissen will, der schreibe an die Badeverwaltunaen. In ihren hübschen Prospekten behauptet jeoe einzelne dieser Inseln, am weitesten draußen in der See AU liegen; ein Blick auf die Karte zeigt, daß diese Unterschiede nicht so sehr groß sind, jede bietet Salzwasscr unb Seeluft genug, auf jeder ist Platz iür Gäste. Auch Langeoog und Wangeroog mit ihren Strandhotels unb ihren guten Verbindungen zum Festlanbe lassen es an Zerstreuung nicht fehlen. Zurückgezogener lebt man auf bem schmalen, langgestreckten Juist unb auf Spiekeroog, primitiver, doch nicht unbehaglich auf dem kleinen, nur im Motorboot ober im Segelboot von Norbbeich her'zugänglichen Baltrum. Nach Borkum fährt man in zwei Stunden vom Emdener Außenhafen hinüber; nach Norderney. Spiekeroog. Langeoog von Norddeich. Wangerooa ist am besten von Bremerhaven aus auf einem der kleinen vortrefflichen Lloyddampfer au erreichen. Reizend trotz ihrer Daumlosigkeit ist Die großartige Dünenkette von Juist mit ihrer reichen Flora. Reicher an Abwechslung das freundlich« Langeroog mit seinen weilen, zum Horizont des Festlandes offenen Wiesenflächen unb seinen Tausenden von Möwen, die im Strandhafer an der Ostspitze dieser Insel nisten. Wangeroog liegt der Fahrstraße der großen Dampferlinien am nächsten Hier fehlen niemals die Schiffe, die Rauchfahnen am Horizont, hier ist man bem großen Leben der See am nächsten, bie Feuerschiffe ber Jade- unb Wescrmündung und ber Blinkfeuer von Helgoland kreuzen des Nachts ihre Strahlen mit denen, bie der Leuchtturm dieser Insel des Nachts auf das Meer hinaussendet. Die „Saison" der Nordsee sind die Monate vom Ende Juni bis Ende September. Der Kontrast zum aewöhnlichen Leben der Stadtmenschen ist stark: bie Fluten der See zerstäuben an den breiten Sandflächen der Inseln und überschütten den Körper mit ihrer Frische. Ein tiefes Aufatmen, ein herbes Wvhl- gefühl erwartet den Gast der Nordsee. Man sollte sie im Dinnenlande besser kennen, bann würden noch viele zu ihr hinausfahren unb immer wieder zu ihr zurückkehren! • Nach den Nordseebädern sind ab Gießen folgende Zugverbinbungen zu empfehlen: Heber Hannover: Gießen ab 10.18 abends in ber Richtung Bremen. ®mben, Norddeich: Gießen ab 11.44 abends in der Richtung Bremen. Bremerhaven, mit unmittelbaren Schiffsanschlüssen Heber S i e g e n » H a ge n: Gießen ab 8.41 morgen» in der Richtung Siegen, Hagen. Münster, Emden, Norddeich. Die durchgehenden Wagen bis Norddeich verkehren in der Zeit vom 1. Juli bis 5. September d. I. Wegen kostenloser Auskünfte über sämtliche Zugverbinbungen, sowie Beratung in allen Aeiseangelegenheiten wende man sich an bas Mitteleuropäische Reisebüro in Frankfurt im Hauptbahnhvf. Dieses besorgt auch die Paßvisa für sämtliche Länder und versendet Fahrscheinhefte (Rundreisen) für In- unb Ausland unter Nachnahme: das Institut besorgt endlich Fahrtausweise für Personenbeförderung zu Lande, zu Wasser und in der Luft, Hotelvermittelung an allen Plätzen unb Prospekte für Bäber unb Kurorte. Wanderfahrten. Durch den Odenwald von Michelstadt nach Amorbach. Mit dem Frühzug Frankfurt—Hanau—Eber- bad) erreicht man gegen 8 Uhr vormittags das im Herz des Odenwaldes gelegene Michelstadt. Ehe man sich auf die Wanderschaft begibt, lohnt sich ein kleiner Abstecher nach dem an der rauschenden Mümling gelegenen, weithin berühmten, ganz eigenartigen Schloß Fürstenau (5 Minuten), der Residenz oer Grafen von Erbach-Fürstenau; ber gewaltige Torbogen gehört zu dem Kühnsten, was die Baukunst der Renaissancezeit hervorgebracht hat. Ganz nahe bei Schloß Fürstenau (2 Min.) stehen die Ueberrefte der berühmten Einhardsbasilika, ein historisch wie kunstgeschichtlich gleich interessantes Baudenkmal. — Aber zurück zu unserem Reiseziel. Man durchschreitet das saubere und freundliche Michelstadt und macht auf dem Marktvlatz halt. Bewundernd steht ich vor einem merkwürdigen Bauwerk aus dem Jahre 1484, dem Rathaus der Stadt. In unserem Rücken befindet sich der Marktbrunnen mit dem Standbild des Erzengels Michael. Ringsum alte Häuser. — Man folgt nun ber Wegbezeichnung bes Odenwaldklubs (gelbes Deieck) unb ist nach 15 Minuten am Waldessaum. Durch schweigenden Wald, an der Emi- lienhütte und dem Forfthaus Sylvan vorbei, führt ber Weg nach Euldach (1 Stunbe), einem wunderschön gelegenen Jagdschloß des Grafen zu Erbach- Erbach nut einem weitausgebehntem Park unb Wiesenfläcyen ringsumher. Zahlreiche Ueberrefte römischer Bauwerke, die aus der Nachbarschaft herrühren, lenken unsere Aufmerksamkeit auf sich. Da ist ein 8 Meter hoher Obelisk, getürmt aus Steinen des Römerkastells bei Würzberg, ein Haupttor vom Wurzberger unb ein Seitentor vom Eulbacher Kastell. ein römisches Wachthaus. Altäre. Botiosteine usw. In bem kleinen See liegt eine Insel, worauf sich eine Kapelle erhebt. — Wir fetzen die Wanderung fort unb benutzen bie Landstraße, überschreiten nach 10 Minuten die hessisch-bayerische Grenze unb erreichen nach 25 Minuten das Bauerndorf Box- brunn. Da wir noch einen weiten Weg vor uns haben, halten wir beim Gastwirt Hilbert Einkehr. Dann geht es weiter, bis wir nach 25 Minuten bie sog. „Silber" erreichen. Nun biegen wir links ab unb folgen ber weißen Wegbezeichnung (Rambus). Wir manbern am Anfang ohne Aussicht im Wald auf dem „Russenpfadspäter ,eboch werden wir durch prächtige Fernblicke entschädigt. Wir steigen I den Berg hinunter, kommen an ber Kapelle zu Amorsbrunn vorbei und sind am Ziel ber Wände rung, in Amorbach. Es gehört unbestritten zu den lieblichsten Punkten bes Ooenwaldes. Ein freundlicher Wiesengrund umschließt den etwas über 2000 Einwohner zählenden Ort; waldbedeckte Höhen um geben ihn schirmend unb bewirken ausfallende Milde bes Klimas. An Sehenswürbigkeiten sei nur die protestantische Kirche erwähnt, bie wegen ihrer weltberühmten wertvollen Orgel viel besucht wird. Wer aber mehr wissen und sehen will, der manberc hin unb erfreue sich an den Schönheiten, bie bas liebliche Städtchen bietet. Gießen—Krofdorf—Waldhaus—KirchderS— Gladenbach. Wir fahren mit dem Postauto nach Krofdorf, gehen entweder die schöne Waldstraße oder benutzen eines der schon früher beschriebenen Tälchen: Glcibach- oder Fohnbachtal zum gastlichen Forslhaus Waldhaus. Don hier führen uns blaue Striche nach Kirchvers, wo wir auf die vom Dünsberg kommende, rote Punktmarkierung stoßen, der wir nunmehr folgen. Durch verschiedene idyllisch gelegene Dörfchen führt uns das Wegczeichen zu dem anmutig in einem Talkessel gelegenen Städtchen Gladenbach. Besonders schön ist der Weg zwischen Rollshausen und Mornshausen, der sog. Subach, wo er sich nur zwischen Bergen hindurchwindet. Der letzte Teil der Wanderstrecke führt Über den mit einem Turm bestandenen Kirchberg, von dem man eine prächtige Aussicht genießt. Don Gladenbach fahren totr über Nd.-Walgern der Heimat wieder zu. Dauer der Wanderung, die für die heiße Jahreszeit weniger empfehlenswert ist. von Krosdors aus etwa 4 Stunden. Dutenhofen—Stoppelberg—Kirschen- Wäldchen—Honigmühle—Wehlar. Am Bahnhof Dutenhofen, bis wohin wir die Dahn benutzen, beginnt daS Wegzeichen: schwarzer Strich, dem wir über Münchholzhausen, zunächst durch Feld, später durch Wald auf den 400 Meter hohen Stoppelberg folgen. Der auf dem Gipfel stehende Aussichtsturm, von dem man früher eine herrliche Aussicht genoß, ist leider wegen Altersschwäche gesperrt, doch sind genügend Durchblicke auf die schöne Hingegen!) vorhanden. Am Fuße des Derges liegt das Weiler Kirschenwäldchen, dem wir zwecks Rast einen Besuch abstatten. Zur Zeit der Kirschenblüte ist ein Desuch äußerst lohnend. Hier verlassen wir die schwarzen Striche und wandern vorerst auf unmarkiertem, später mit L (Lohnhöhen- weg) bezeichnetem Wege zu der im Wetzbachoder Siebenmühlental reizvoll gelegenen Honigmühle. wo wiederum gute Einkehr ist. DaS hübsche Tal abwärts gehend, erreichen wir über Nauborn unser Endziel Wetzlar. Dauer der Wanderung 4'/? Stunden. Reiseliteratur. — Das letzte Heft ber illustrierten Monatsschrift „Die beutfdje Nordsee" (Verlag „Die Deutsche Nordsee", Detmolb, Hornsche Straße 30) mibmet seinen Leitartikel bem Kriegshafen Wilhelmshaven, der auch heute noch für ben Binnen- länber genug Sehenswertes bietet. Zum 100. Geburtstage bes Helgoländers Seebabes liefert Dr. Haeberlin-Wyk einen mit vier alten Stichen bzw. Karten geschmückten Beitrag. Die urwüchsige Kunst bes Fnesenmalers Hans Peter Feddersen wirb gleichfalls mit Abbilbungen verständlich gemacht Weitere Aufsätze sind dem Problem bes Vogelzuges, bem Verkehr an die Nordsee über Wilhelmshaven unb der Wirkung bes Lichtes an ber Nordsee gewidmet. Neben unterhaltenden Beiträgen enthält bas Heft sodann eine Reihe von Nachrichten über bie Nordseebäder unb ben Verkehr dorthin, die besonders denen willkommen sein werden, die demnächst ihre Ferien an der Nordseeküste zubringen wollen. — Deutscher Hotelführer 1 926. 217 Seiten 8". Verlag ber „Deutschen Hotel-Nachrichten, vereinigt mit Küche und Keller". Heinrich Eisler, Hamburg. — Wegweiser für dasDadnerland 19 2 6. — Heber die ausgedehnten badischen Erholungsgebiete im Schwarzwald, am Neckar und Bodensee ist in neuer erweiterter Auslage ber „Wegweiser und Hotelführcr 1926“ erschienen, der in übersichtlicher Weise die wichttgsten Angaben über bie einzelnen Bade- und Kurorte sowie Sommerfrischen und Fremdenstädte hinsichtlich Reiseweg, Höhenlage, Landschaft. Klima und Heilanzeigen, Sehenswürdigkeiten usw. enthält. Der illustrierte Führer weist über 1000 Gaststätten mit den neuesten, meist herabgesetzten Einzelpreisen nach, sodaß die Auswahl eine- Kur- oder Erholungsaufenthaltes, die Ausführung von Rundreisen und Wanderungen wesent- ilch erleichtert wird. 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FORDSON Savignystraße 25 5081ss Gesundheits- 04127 öffentlich verpachtet werden. 4707V Der Neinerlös fließt der Jentralleitung des Roten Kreuzes und örtl. Anstalten zu CO CO Auskunft erteilt die Fürstliche Ober- försterei zu Lich sOberheffen). Quieta als Kaffee! Sonntag von 11 bis 1 Uhr Frühschoppen Sonurag, den 13. Juni 1926 Beginn 3 Uhr nachmittags lassen. (Ziehen, den 7. Juni 1926. Der Oberbürgermeister. I. V.. Dr. Rosenberg. Für Kinder unter 14 Jahren 25 Pf. 4992 D Montag, den 14.3uni, und Dienstag. \ den 15. Juni 1926, soll das Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbie- des Gräflichen Forstamts Laubach. 1. Donnerstag, den 17. Juni, von vormittags 8 Uhr an, in der Gemarkung Laubach auf der Geifewiese: 30 Lose — 25 Morgen (ohne die Lose 1, 2, 11 Wege zur GesuDdung des deutschen Volkes Redner Herr Dr.med. ÜBalter Malech aus Frankfurt am Main. Jur Deckung der Unkosten werden 50 Pf. erhoben, für Mitglieder 30 Pf 6 Tage zur Probe jyegP- auf Kredit im Wiesecktal, am Fürstenbrunnen, an der Eselswiese (fr. Staat) und von den Wiesen in der Gemarkung Wieseck. Dienstag, den 15. Juni 1926: vormittags 9 Uhr an Ott und Stelle an der Anneröder Straße von den Wiesen am Altentisch und Utersbrun- nen, anschließend an der Rödger straße von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzenmorgen; nachmittags 1 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Für die uns anläßlich unserer Vermählung in so reichem Matze erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen hiermit herzlichsten Dank Hermann Krämer und Frau Karolina geb. Löfiert Gietzen (Gartenstratze 3), den 12. Juni 1926 04164 Für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten sprechen wir auf diesem Wege allen Freunden und Bekannten unseren herzlichen Dank aus Aostrrtzee Schwarzbrrv W Heute -MH Moderner 04121 Tanzabend Origina Jazz-Band während der Arbe tspausen nach schwerer körperlicher oder geistiger Arbeit sollte man seine verbrauchten Kräfte durch das vollwürzige, nahrhafte Kösttther Schwarzbier ergänzen. Es ist eine flüssige Aahrung, die die aufgenommenen Speisen leichter verdauen hilft und dem Körper neue Energien zuführt und so Schaffenskraft und Arbeitsfreude bringt. Das echte Köstritzer Schwarzbier ist erhältlich bei £mit Schmall, Biergrohhandlung und Eisfabrik, und in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften- 2550ss Rotes-Kreuz-Werheag in der Dotkshalle. Angebotsunterlagen und Zeichnungen liegen von Mittwoch, 16. Juni an, auf unserem Zweigbureau im Amtsgericht, Zimmer 218, während der Dienststunden zur Einsicht offen, woselbst die Angebotsformulare, keine Zeichnungen, gegen Erstattung der Herstellungskosten, bezogen werden können. Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis IHonfag, den 28. Juni, vorm. 11 Uhr, in unserem obengenannten Zweigbureau ein- zureichen, wo sie in Gegenwart etwa erschienener Bewerber eröffnet werden. Zuschlagsfrist 6 Wochen. Gießen, den 12. Juni 1926. Hess. Hochbauamt Gießen. I. V.: Kuhlmann. (Broker Kinderumzug Musikvorträge des Studentenorchesters Vorführungen der Gymnastikschule Schumann-Grundmann Tänze, einstudiert v. Frau (Erna Schumann Kunstfahren Gießener Radfahrvereine Angelsport Kasperletheater Tanzboden für Erwachsene und sonsüge Vergnügungen. Geöffnet vom 12. Juni bis 30. Juni 1026 Werktags, mit Ausnahme von Freitag Eintritt frei I Eintritt frei I 3 Ö Ollüiilllilllllllllllllllllllllll) Prima Speisekartoffeln empfiehlt H. Trecheler. 73 Steinttrake 73. Teleph. 1581. fliiniiiiiiiiiiinniiiiiiiiiiiiiD Fische re i - V erpachtu ng. Die fürstlichen Balfischereien in den Gemarkungen: Ettingshausen, Münster, Oberbefjingen, Mühlsachsen. Lich und Oberhörgern sollen in 6 Abteilungen am Mittwoch den 30. Juni 1926 nachm. 3 Ahr im Holländischen Hof zu Lich auf 12 Jahre Karl Stochert und Frau geb. Denk (Kreuzplatz 6) feiern am 13. Juni ihre silberne Hochzeit Korsetten uleihtinden sind in großer Auswahl zu billigen Preisen zu haben im Reformhaus, Kreuzplatz 5 (Schaufenster beachten) la Kreissäge Welle mit Ringschmierlager, la 600 Blatt, Gestell u Schiebetisch 50 M splangeVorrat Carl Schunck = a ar O 3 Q)- sa uft jo 3 3 S c® Wettkampfe zurLinweihung der Laufbahn auf dem akadem. Turn- und Spielplatz am Sonntag, 13. Juni 1926, nachm. 4 Uhr, mit Beteiligung von Mannschaften des 6. Hochschulkreises und Gießener Sportvereine. 4937D Eintritt frei. Terrasse 50 Pf., für Angehörige der Universität frei. Der Akadem.änsschoO für Leibesübungen -Beteil Dienstag, öen 15. jnni.fläös. Slllit im qrotzen Hörsaal der Universität WenlllA Bortrag Cafe Astoria Heute Verstärkte Kapelle . findet Sonntag, den 13. Juni, nachmittags 3 Uhr ein 30®* nnb MW W Festredner: Iugendsekretär A. Stabe, Friedberg u. a. Posaunen und Gesangschöre wirken mit. 50780 tend versteigert werden, und zwar: Montag, den 14. Juni 1926: a) vormittags 9 Uhr, Zusammenkunft am Schlachthof, von den Wiesen im Neustädter Feld, Hohleiche und auf der Insel: b) vormittags 10$ Uhr in der Restauration von Georg Schrimpf, Kaiserallee 4, von den Wiesen am Weiher, am Ohleberg, im Heegstrauch, am Alten Steinbacher Weg (Rußland) und vom Obstbaumstück an der Licher Straße in vier Abteilungen; c) nachmittags 2 Uhr in der Restauration „Philosophenwald" von den Wiesen -Ä Heute abend 5035c Künstler-Konzert Anschließend Tanz Tisch, Schrank, Truhe prechapparate Schallplatten niedrige Preise, wöchentlich Mk. 3.- an Katalog gratis! Vertreter gesucht! ton™ & Rupp Frankfurt a. M. 392 Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf den Ministerial- erlaß vom 16. Juni 1893 und die Ergänzungen hierzu werden unter Vorbehalt der Genehmigung Hess. Ministeriums die Erd-, Maurer-, Beton-, Steinmetz-, Zimmer-, Grobschlosser-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten, sowie die Trägerlieferung für den Umbau des ehemaligen Gar- nisonlazaretks in Gießen, Draugasse 7, zu einem Forst-, Agrikulturchemischen und Geologischen Institut im öffentlichen Wettbewerb ausgeschrie- MwUtlM. Das Heugras von den staattichen Mesen wird versteigert: 1. von Gemarkung ttiten-Bufed: Mitt woch, den 16. Juni, vormittags 9 Uhr, m der Otto Rabenauschen Wirtschaft zu Alten-Buseck. 2. von Gemarkung Staufenberg—Dau bringen: an demselben Tage, 14 Uhr nachmittags, an der Bahnhaltestelle Dau- bringen. 3. von Gemarkung wieseck: Donnerstag, den 17. Juni, vorm. 10 Uhr, in der W. Philipp Bierauschen Wirtschaft zu Wieseck. 4. von Gemarkung Gießen: an dem- selen Tage, nachmittags 2 Uhr, im Phi- losophenwald. — Hier werden am Sckluß der Versteigerung etwa 300 Düngersäcke gegen Barzahlung losweise ausgeboten. Auskunft zu 1 durch Förster Müller, Alten-Buseck, zu 2 durch Förster Braun. Daubringen, zu 3 und 4 durch Förster Brück, Rödgen. 5046V Gießen, den 7. Juni 1926. Hessisches Forstamt Gießen. * ? e---o. htzLZLZ *. eT Einladung MWPWWetterwWes zu Bad Salzhausen am 20. Juni 1926 laden höfl. ein Bad Salzhausen und Nidda, Juni 1926. Die Hessische Badedirektion. Der Kur- und Derkehrsverein Bad Salzhausen u. Nidda Ausführliche Programme erhältlich bei der Bade- Kasse in Bad Salzhausen und durch den Kurverein (Nidda, Bergstratze 3)._____________________________5076V Auto-Gelegenheitskäufe! 10 30 P.S. Dürkoppwagen, offen, 6-Sitzer,pa.Zustand, Boschanlage 7 15 P.S. Adlerwagen, offen, 2-Sitzer, gutem Instand, Karbidlicht 6 16 P.S. 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Juni, mit Beginn um 9 Uhr vormittags, in der Aepfelsbach von ca. 172 Morgen daselbst, am Alten Keller, in den verschiedenen Heegbrücken, Gölle- und Hexewiese. 5. an demselben Tage, nachmittags von 12 Uhr an, auf dem Jägerhaus von ca. 103 Morgen in Ruthardshausen, Hauxteilen, Hahlgatten, Mulsau, Langhecke, Geräums und Lingelbach (neue Wiesen von Friede. Günther und Ferd. Jochem): ferner von ca. 17 Morgen in der Silbach, Elgersbach, Giehern und Bruchwiese. Wiesenwärter Silß dahier und die betr. Gräflichen Förster sind angewiesen, die Wiesen, die durch numerierte Holzpslöcke ober Steine kenntlich gemacht sind, auf Verlangen vor dem Termin vorzuzeigen. Die Waldgrassaniennuhung im Förster- bezirk Ranstadt soll für das Jahr 1926 meistbietend verpachtet werden Barzahlung bis 1. Juli d. Js. Gebote bis 18. Juni 11 Uhr vorm. erbeten. Auskunft d. Herrn Hegemeister Semper in Ranstadt. Fürstliche Revierverwaltung Gedern. AUSSTELLUNG DER PIPER-DRUCKE im Saal der Buchhandlung Keißner Beschluß: Das Konkursverfahren über das Vermögen des Viehhändlers Berthold Berlin in Beuern wird, nachdem der in dem Vergleichstermin vom 19. April 1926 angenommenen Zwangsvergleich durch rechtskräftigen Beschluß vom 1. Mai 1926 bestätigt worden ist, aufgehoben. Gießen, den 5. Juni 1926. Hessisches Amtsgericht. DIE WELTMARKE Touring Mk. 3 575.— | plus Fracht Limousine Mk. 4 450.- ( Unverwüstlich, starke Tourenmaschine Billigste Unterhaltungskosten Wir suchen tüchtige Verkäufer. Schriftliche Angebote Autorisierte Ford-Vertretung „Frankfurt“ Gebrauchs - Kraftwagen - Vertrieb G. m. b. H., Jakob Klaternus Giessen Kaffee stets frisch gebrannt aus eigener Rösterei 5O4OI) anerkannt vorzügliche Qualität Pfd. 3.20, 3.GO, 4.-, 4.40, 4.80. Schokolade in allen Preislagen Marken'Schokolade von: Sarotti, Holler, Slollwerck, Mdurion Kant usw. Bonbons, Pralinen billigst —■—........—■— ——■ —ewwe****!**™*******Man verlange ausdrücklich---—------------ !Giessener Brauhaus-Bierei Großen-Buseck und Rödyen. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen beabsichtigen, wollen sich an den städtischen Wiesenmeister Klos, Am Rodtberg 5, wenden. Die Bürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, vorstehendes in ihrer Gemeinde bekanntmachen zu o c£ SB*?« C* Q, Ete® X s Nr. 155 Drittes Blatt Samstag, 12. Zuni 1926 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger fiir Gderheffen) Der Rechtsspiegel. Don der Pflegjöafl des Bürgerlichen Gesetzbuches. Las Bürgerliche Gesetzbuch unterscheid«: die Vormundschaft und die Pfiegschaft. Erstere gliedert sich in die Vormundschaft über Minderjährige und über Volljährige. Der bei weitem am häufigsten vorkommende Fall ist die Vormundschaft über das uneheliche Kind, mit dessen Geburt das Jugendamt des Geburtsortes kraft Gesetzes die Vormundschaft erlangt und das bis zum Eingreifen des endgültig zuständigen Vormundschaftsgerichts die erforderlichen vormundschaftsgerichtlichen Maßnahmen zu treffen hat. Diese Amtsvormundschast ist im Jugendwohl- fahrtsgeseh und in den hierzu erlassenen landesrechtlichen Aussuhrungsbestimmungen geregelt. Im Amtsgerichtsbezirk Gießen bestehen das Stadtiugendamt Gießen für den Stadtbezirk und dos Kreisjugendamt, dieses für die Landgemeinden des Kreises. Rach § 1776 des BGB. sind zur Führung einer Vormundschaft bestimmte Personen in bestimmter Reihenfolge berufen. In der Praxis gestalten sich die Dinge ost anders. Ein Vormund ist häufig gezwungen, Prozesse zu fuhren oder in einer Familie mit fester Hand zuzugreifen. Für beide Dinge ist nicht ein jeder brauchbar, viele scheuen auch die mit dem Amte verbundene Inanspruchnahme mancherlei Art und den Lohnausiatl. Dieses sei hier im Rachgange zu einen» früheren Aufsatz im Rechtsspiegel gesagt. Im Gegensatz zur Dor- rnrmdfchaft, die sich auf den Schuh von P e r- svn und Vermögen eines Mündels erstreckt, bezweckt die Pflegschaft grundsätzlich lediglich die Wahrnehmung einzelner Angelegenheiten eines veriretungsbedürstigen Pfleglings. Sie kann neben der elterlichen Gewalt des Vaters oder neben einer Vormundschaft eingelcitet werden, wenn der Gewalthaber oder der Vormund vermindert sind, gewisse Angelegenheiten des Pfleglings zu besorgen, z. V. wenn ein Erb- iafser oder Schenker bestimmt hat, daß dem Gewalthaber (z. D. dem verschuldeten Vater des ininderjährigen Erben) oder dem Vorinund (mit dem er vielleicht verfeindet ist) die Verwaltung nicht zustehen soll. Das Gesetz kennt weiter die Pflegschaft über volljährige Gebrechliche, die z. V. wegen Taubheit oder Blindheit, oder weil sie stumm sind, einzelne ihrer Angelegenheiten nicht zu besorgen vermögen. In diesem Falle darf die Pflegschaft nur mit Einwilligung des Betreffenden angeordnet werden, es sei denn, daß eine Verständigung mit ihm nicht inöglich ist. Die Einwilligung ist jederzeit widerruflich. Ein abwesender Volljähriger erhält ebenfalls einen Pfleger, insoweit seine Dermögensangelegenheiten fchrsorgebedürftig sind. In diesem Falle muh der Betreffende nicht auffindbar sein. Das gleiche gilt von einem Abwesenden, dessen Aufenthalt zwar bekannt, der aber an der — rechtzeitigen — Rückkehr und der Besorgung seiner Vermögensangelegenheiten verhindert ist. Die Pflegschaften für eine Leibesfrucht, für unbekannte Beteiligte und für ein öffentlich gesammeltes Vermögen sind seltenere Fälle. Auf die Pflegschaft finden im allgemeinen die für die Vormundschaft geltenden Bestimmungen Anwendung. Sie endigt für eine unter elter- Itcher Gewalt oder unter Vormundschaft stehende Person mit der Beendigung der elterlichen Gewalt oder der Vormundschaft. Die Pflegschaft für eine Leibesfrucht endigt mit der Geburt des Kindes. Die Pflegschaft zur Besorgung einer einzelnen Angelegenheit — der bei weitem am häufigsten vorkommende Fall — endigt mit ihrer Erledigung. Anordnung und Aufhebung der Pflegschaft sind Sache des Dormundschaftsgerichts. In der Regel wird eine vormundschastsgerichtliche Genehmigung das Ziel der Pflegschaft sein. Ist diese Genehmigung rechtskräftig erledigt, so wird die Pflegschaft wieder aufgehoben. Cs ist ein weit verbreiteter Irrtum, daß ein einmal bestellt gewesener Pfleger auch noch weiterhin Der- Iretungsbesugnisse für den Pflegling behalte. Solches ist jedoch nur bei Dauerpflegschaf- len der Fall, für die der Pfleger, wie der Vormund für die Vormundschaft, zu seinem Ausweise eine Bestellungsurkunde erhält, die nach beendigter Pflegschaft zurückzugeben ist. F. G. Haftung für AuskunfterLeilung. In dieser Fra re herrscht nach wie vor eine we.tge ende Unklarheit, wesh.-lb einige Anh US- ountte ie.-r am Platze sein dürften. Zunächst ist sehr wesentlich, ob zwischen dem Auskunft Erteilenden und dem Ansragenden ein V e r - tragsverhältnis besteht. Wenn nicht, wenn es sich also beispielsweise um irgendwelche Gefälligkeitsauskünfte, etwa von feiten einer aufgegebenen Referenzfirma, handelt, so kann kein Anspruch auf Haftung für aus der erteilten Auskunft etwa entstandene Schäden oder Verluste geltend gemacht werden, es mühte denn sein, dah die Auskunst oder der Rat vorsätzlich falsch erteilt worden wäre: auch blohe Fahrlässigkeit würde keine Ersatzansprüche begründen. Die Auskunft muh lediglich nach bestem Wissen erteilt werden. Dah der Kaufmann, der sie gibt, sich erst noch lange selbst informieren müsse, kann nicht verlangt werden. Ersatzpflichtig wird er erst, wenn er arglistig gehandelt hat. Dagegen liegt die Sache anders, wenn zwischen den beiden Tellen ein Vertragsverhältnis bestehl, die Auskunft insbesondere gegen Entgelt erteilt wird, also etwa von einer Auskunftei, einem Bankier oder einem Rechtsanwalt. In diesen Fällen haftet der Erteilende für eigenes Verschulden, sei es vorsätzlich oder fahrlässig, sowie für das Verschulden von Erfüllungsgehilfen. Besondere Erwähnung verdienen noch die Fälle, in denen beide Teile in Geschäftsverbindung miteinander stehen und sich gelegentlich unentgeltlichen Rat erteilen. In diesen Fällen wird das Bestehen eines Dertragsverhällnisses und damit die Haftungspflicht für die Richtigkeit der Auskunft oder des Ratschlags angeuom- mcn. Kaufleute im Sinne des Handelsgesetzbuchs haben auch noch die besondere Bestimmung zu beachten, dah der Rat» oder Auskunfterteilende die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns zu beobachten hat. Die unverschlossene Kellertür in der Gastwirtschaft. Die gegenwärtige Reichsgerichtsentscheidung enthält wohl zu beherzigende Ausführungen für jeden, der glaubt, sich nur auf die Sorgfaltspslicht der gesetzlich Verpflichteten verlassen zu dürfen, ohne selbst vorsichtig vorgehen zu müssen. Am 12. Januar 1922, abends gegen 11 ülhr, verunglückte der Gastwirt S. in Ohligs in der Wirtschaft „Festhalle", die von dem bellagten Hotelbesitzer P. in Solingen gepachtet war und der Beklagten D. in Köln gehörte. Der als Gast in der Wirtschaft weilende S. hatte in dem ungenügend beleuchteten Hausflur statt der Türe der Toilette irrtümlich die nebenan befindliche Kellertüre geöffnet, war die dunkle Kellertreppe hinabgestürzt und hatte einen Schädelbruch erlitten. Er macht die Beklagten als Gesamtschuldner haftbar. — Das Landgericht Elberfeld hat die Klage gegen den Besitzer vollständig, gegen den Pächter zu drei Vierteln abgewiesen, das Oberlarrdesgericht Düsseldorf dagegen hat der Klage gegen beide Beklagte zu drei Vierteln stattgegeben und den Kläger zu einem Viertel wegen eigenen Verschuldens abgewiesen. Dieses Urteil ist in grundsätzlicher Beziehung vom Reichsgericht bestätigt worden. Aus den reichsgerichtlichen Entfcheidungs- gründen ist hierzu folgendes bemerkenswert: Das Mitverschulden des Klagers wird vom Oberlandesgericht darin erblickt, dah er nach dem Oeffnen der Kellertür, als ec ins Dunlle sah, nicht vorsichtig mit dein Fuhe vorwärts getastet hat. Darin ist keine Überspannung dec Sorgfaltspflicht des Gastes zu erblicken. Die Vorschrift des 8 254 Abs. 2 BGB. beruht aus der Erwägung, dah es nicht nur die Pflicht eines jeden ist, schädliche Eingriffe in fremde Rechts- gebiete zu unterlassen, sondern auch die Aufgabe jedes ordentlichen und verständigen Menschen, sich tunlichst vor Schaden zu bewahren. Wer — pochend auf die SchadensersahpfliHtt des andern — jede Mab reg et zur Abwendung eines Schadens unterläht, verstößt wider Treu und Glauben, wenn er den andern für die eigene Rachlässigkeit in Anspruch nehmen will. Gegen die Verurteilung zu drei Vierteln können die Beklagten keine berechtigten Einwendungen erheben, denn die bauliche Anlage stellt bei ungenügender Beleuchtung nach den Feststellungen des Oberlandesgerichts eine richtige .Menschensalle" dar. der schon wiederholt Personen zum Opfer gefallen sind. Schadenshaftung aus dem Einsturz eines Hausbalkons. Alle Hauskäufer aus der Inflationszeit sollten sich den folgenden Vorfall zur Warnung dienen lassen: Im Jahre 1922 verunglück.e die Frau des Textil- großhändlers M. dadurch tödlich, dah sie mit der Balkonbrüstung ihrer im ersten Stock gelegenen Wohnung abstürzte. Sie war, veranlaßt durch wiederholtes Klingeln, auf den Eckbalkon ihrer Wohnung hinausgetreten, um nach der Haustür zu sehen. Sie hatte mit den Händen kaum die Brüstung des Balkons erfaßt, als die Brüstung auch schon herabfiel. Die Frau stürzte mit ab und erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen sie nach wenigen Stunden starb. M. und dessen minderjährige Kinder machten nun den Besitzer und die Vorbesitzer, die das Haus acht Monate vorher noch besehen hatten, verantwortlich. Das Landgericht Düsieldorf hat alle Beklagten verurteilt, hauptsächlich aber nur dem Kläger M. gegenüber. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat der Klage gegen den jetzigen Hauseigentümer in vollem Umfange stattgegeben und ihn u. a. zur Zahlung von Rentnbeträgen von monatlich 80 Mk. an den Kläger verurteilt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die verunglückte Ehefrau das 65. Lebensjahr vollendet haben würde. Das wäre der 1. August 1948. Ferner wurde die Ersatzpflicht auch den Kindern gegenüber festgesetzt. Die Haftung der früheren Eigentümer wurde von einem Eide des Klägers M. über die Mitteilung von dem Eigentumsübergang an den jetzigen Eigentümer abhängig gemacht. Dis hiergegen beim Reichsgericht eingelegte Revision des neuen Eigentümers ist so gut wie erfolglos geblieben. Der 3. Zivilsenat hat lediglich dessen Scha- densersatzpflicht gegenüber den Kindern auf den Schaden beschränkt, der ihnen aus dem Wegfall ihres Unterhaltsanspruchs gegen ihre verstorbene Mutter erwachsen wird. Auf die Revision der früheren Besitzer ist das Urteil insoweit aufgehoben worden, als diese den Kindern gegenüber bedingt verurteilt waren, so daß sie nur im Sinne des landgerichtlichen Urteils verantwortlich find. Das Reichsgericht hat als erwiesen angesehen, daß der neue Besitzer auch nach Bekanntwerden der Schadhaftigkeit der Balkonbrüstung die ihm obliegende, zur Abwendung der Gefahr erforderliche Sorgfalt nicht beobachtet hat und deshalb aus § 836 BGB., wie auch aus dem Mietverttag, haftet. Die Rechtsstellung der Reichsbahnbeamten. Mit der Rechtsnatur der Reichsbahngesellschaft unZ> der daraus folgenden Rechtsstellung der Rerchsbahnbeamten befaßt sich ein Urteil des Reichsgerichts vorn 19. März 1926: Auf Grund der Entstehungsgeschichte der deutschen Reichs- bahngesellschast und der maßgebenden Gesetzesbestimmungen gelangt das Reichsgericht zu folgendem Ergebnis: Der Betrieb der Reichseisenbahn und die damit in Verbindung gebrachte Erfüllung der Reparattonsverpflichtungen sind Angelegenheiten des Reiches. Die Reichsbahngesellschaft ist eine für Besorgung dieser Angelegenheiten errichtete, mit eigener Rechtspersönlichkeit und mit den Rechten der Selbstverwaltung ausgestattete, aber in die Verfassung des Reiches eingegliederte und seiner Aufsicht unterstehende, öffentlich-rechtliche Anstalt in der Form einer Handelsgesellschaft. Die Stellen der Reichsbahngesellschaft sind mittelbare Reichsbehörden, die Reichsbahnbeamten sind mittelbare Reichsbeamte im staatsrechtlichen Sinne und folglich hinsichtlich aller ihrer dienstlichen Verrichtungen Beamte auch im Sinne des Strafgesetzbuches. Der Verband oberhessischer evangelischer Frauenvereine hielt seine diesjährige Hauptversammlung am Mittwochnachmittag im Saalbau Sauer in Gießen ab. Dekan G u ß in a n n - Kirchberg cr- öfffnete im Auftrag der Vorsitzenden der hessischen evangelischen Frauenvereine, Fürstin Elisabeth zu Erbach-Schönberg die Tagung mit einer kurzen Andacht, woraus Frau Kindt- Gießen als Vors.tzende der hiesigen Frauenvereine die Anwesenden, besonders Obertirchen- rat Wagner-Gießen, willkommen hieß und die hiesige „Zuflucht" dem Interesse und der Unterstützung der Vereine, besonders deren vom Lande herzlich empfahl. Oberkirchenrat Wagner wünschte der Arbeit der Frauenvereine am Dienst unseres Volkes und seiner Jugend guten Erfolg. Den Jahresbericht des Verbandes trug die Vorsitzende vor: sie konnte von einem seltenen Wachsen des Verbandes, dem 21 neue Vereine beigetreten sind, berichten, so daß 148 Vereine dem Verband angehören. Der Vorschlag, auch in diesem Jahre wieder eine gemeinsame Dereinsfahrt zu machen, fand allgemeinen Anklang. Pfarrer S t a u b a ch - Watzenborn lud ein. an dem von einigen Vereinen in der Rähe Gießens am 4. Juli geplanten Ausflug an den Rhein bis Koblenz teilzunehmen. Die Kasfenverhältnisse des Verbandes sind in gutem Zustand. Die Vorsitzende machte den Vorschlag, für erholungsbedürftige Frauen einen angemessenen Betrag zu verwenden, was gutgeheißen wurde. Frau H e r ä u s - Offenbach sprach sodann in längerer Rede über die Frage: „Was hat die evangelische Frau von ihrem Frauen- verein?" Die Frauenvereine sorgen vor allem für die Pflege der Kranken, Armen, Einsamen. Säuglinge, verwahrlosten K nder. Ihre Aufgabe bezieht sich auch auf die christliche Erziehung der Jugend, öffentliche Moral und Sittlichkeit. Die Frauen sind das lebendige Gewissen unseres Volkes und sollen auch das Evangelium dahin bringen, wo die offizielle Kirche vielleicht keinen Zutritt hat. Der anregende Vortrag fand den allgemeinen Beifall der Anwesenden, dem Dekan Gußmann in anerkennenden Worten des Dankes Ausdruck gab. dessen Weltruf In der Verwendung nur allerbesten Materials u. sorgfältigster Arbeit beruht Trotzdem Ist Brennabor nicht teurer als Jedes andere Fahrrad unbestimmter Herkunft u. deshalb kauft der Kenner nur Brennabor Das beste Rad ;; < 7<:;_ SöA’if * Der dritte Schutz. Kriminalroman von Ole Stefan!. 10 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Kramer machte ein paar Schritte, spürte die kleine Senkung eines Grabens unter feinen Füßen, ging weiter und fand sich auf einer Act Landstraße. Er stellte sich seitlich auf und schrie dem heran- brausenden Gefährt: „Halt! Halt!" zu. Kurz vor ihm, als der Strahl der Scheinwerfer ihn unmittelbar traf, sprang der Wagen wie er- schreckt mit einem Ruck seitwärts, so daß er einen Augenblick schräg zu liegen schien, und fuhr im Bogen um ihn herum. „Hallo!" schrie der Anwalt, so laut er konnte: „Wo liegt Godesberg?" Er sah im ungewissen Licht eine Sekunde lang den Chauffeur: ein Negergesicht — doch mit fahler weißer Hautfarbe, das ihn aus aufgeriffenen Augen anstarrte. Das Innere des Wagens war leer. „Halten!" schrie Kramer noch einmal. Das Albinogesicht drehte sich ruckartig nach ihm um, bann war der Wagen an ihm vorbei in die Finsternis gejagt. Nur die bleichen langen Strahlen der Scheinwerfer tasteten weiter durch das Gelände. Kramer sah ihm schweißgebadet nach. Es war ein niedriges, langgestrecktes Fahrzeug gewesen — mit grauer Karosserie. Als er sich umwandte und verzweifelt sich in der Nacht zurechtzufinden suchte, hörte er hinter sich das davonrasende Auto fünfmal lajiggezogen in die Nacht heulen. „Ein teuflischer Nachtspuk!" sagte Kramer vor sich bin und zündete eine Zigarette an. Vergeblich schalt er sich einen Narren: seine Hand zitterte. Er aing entschlossen den Weg weiter, bis er zu feiner Freude ein Licht in der Nähe schimmern sah. Er. lief darauf zu — und erkannte die Villa Ester. Erschöpft blieb er einen Augenblick stehen. Dann rafft er sich auf, sicher den Weg nicht mehr zu verfehlen, und eilte zum zweiten Male dem Strom zu. Zum Ueberttuß mehrte sich das Wetterleuchten im Süden und zeigte ihm die Merkmale seines Herwegs. Ein unruhiger Wind hatte sich erhoben und trieb Staubschwaden durch die Luft, es knackte in den Aesten der Bäume, und leiser Donner begann in der Ferne zu murren. So kam er endlich auf die Bonner Landstraße. Doch ehe er sie betrat, stand er im Nebenweg, um Atem zu holen, ein paar Sekunden still. Einzelne Tropfen begannen zu fallen. Da sah er, fünf Schritte vor sich, die Landstraße entlang eine Gestalt hasten. Er ging ihr nach, der immer stärker pfeifende Wind verschlang den Hall seiner Schritte. Eine einsame Straßenlaterne tauchte an einer Wegkreuzung auf, in ihrem Schein erkannte er den jungen Mo- linsfi, der auf die Villa Grete zuging. Kramer machte einen Bogen um die Laterne herum, doch auf einmal sah er den Polen nicht mehr. Er war in der Finsternis verschwunden. Kramer begann zu laufen. Schon senkte sich der Weg allmählich, und er sah zu seinen Füßen im Ta! die Lichter der Villa glänzen. Von der Kirchturmuhr in Godesberg fing es an zu schlagen. „Schon zehn Uhr!" knirschte Kramer durch die Zähne. „Eine volle Stunde vertrödelt!" Aber noch während der Nachklang des zehnten Schlages in der Luft zu hängen schien, wurde er jäh zerrissen durch einen scharfen Knall, der aus dem Tal heraufschoß. „Der Dritte ist der Treffer —“ brannte es vor seinen Augen. „Brentheim! Brentheim!" schrie Kramer, von sinnloser Angst gepackt und raste den Weg hinab. Er stürzte, zerschlug sich das Knie, raffte sich auf und rannte weiter. Fünfzig Meter vor der Villa stutzte er. Mit dem Instinkt des Raubtiers, das von Gefahr weiß, fpürte er im Dunkel der anderen Stta- ßenseite ein lebendes Wesen. ..Wer ist da?" schrie er, seinen Revolver aus der Tasche ziehend. „Molinski! — Wer sind Sie?" schrie es wieder. „Hier ist Kramer!" „Herr Rechtsanwalt — was ist da drüben passiert? Haben Sie gehört — ein Schuß!" In der Erregung fand der Jüngling nur mühsam die deutschen Worte. „Mitkommen!" schrie Kramer und flog in großen Sprüngen die Gartenmauer zur Pforte entlang, den Browning erhoben, die Dunkelheit mit Augen und Ohren durchspürend. Fortwährend bellte und heulte der Hund hinter dem Haus. — Frauenstimmen tönten von der Villa her. Grete rief hell: „Vater! Vater!" ,Hallo! Ich, Kramer — bin hier!" „Kramer!" antwortete es, halb vom Winde verschlagen. „Haben Sie Vater gesehen?" „Brentheim! Brencheim!" schrie Kramer noch einmal. Und Molinski schrie mtt: .Herr Kommistar!" Sie standen an der Gattenpforte, die Tür war nur angelehnt. Kramer packte den Arm des Polen. Er glaubte, etwas gehört zu haben. Links zur Seite hinter dem Fliederstrauch an der Mauer, wo er heul bei Sonnenaufgang den Lederknopf gefunden, schien sich etwas geregt zu haben. Er stand gebückt und spähte in das Dunkel des Sttauchwerks. Und als der Hund einen Augenblick still war, hörte Kramer vom Boden her ganz leise, wie ein Hauch, seinen Namen rufen. Im Nu flammte sein Streichholz auf. Und beleuchtete einen Moment lang den Kommissar, der mit weißem, verzerrtem Gesicht auf der Erde zwischen den Zweigen des Fliederbusches lag. Dann erlosch es. „Herr Kommistar!" stammelte Molinski mit versagender Stimme. Kramer kniete nieder und nahm den Kopf des alten Mannes in feine Arme. Dabei fpürte er einen feuchten, warmen Fleck auf der Vorderseite des Rockes. „Wie fühlst du dich, Brentheim?" sagte er leise. „Hast du Schmerzen?^ Der Alte atmete tief. „Machen Sie Licht!" flüsterte Kramer hastig dem Polen zu und reichte ihm die Schachtel. Molinski stttch mehrmals ungeschickt Streichhölzer an, ober der Wind verlöschte sie gleich wieder. Doch sah der Anwalt, daß Brentheim die Augen geschlossen hatte. Er atmete leise und durch feinen Körper lief ein regelmäßiges, heftiges Zittern. „Holen Sie Franz!" flüsterte Kramer. „Wir wollen ihn ins Haus schaffen, oder haben Sie keine Kraft?" „Dazu genug!" sagte der Jüngling mit zittern- der Stimme und faßte die Beine des Kommissars. Aber Kramer bedeutete ihn, innezuhalten. Denn Brencheim bewegte die Lippen. Und sagte mit einer schwachen Stimme, die aus weiter Entfernung zu kommen schien: „Nicht der Baron, Kramer! Nicht der Baron!" Und sank Kramer schlaff in die Arme. VIII. Ein Toter ist so merkwürdig schwer zu tragen. Molinski mußte Franz holen, den der Schuß halb ernüchtert zu haben schien. Schweigend trugen sie ihre Last ins Haus und legten sie aufs Sofa. Grete warf sich mit einem Schluchzen, das ihre zarte Gestalt fdjütteüe, Kramer in die Armx, der sie sanft auf einen Stuhl setzte. Molinski küßte ihr mit tränqnerfüHten Augen die Hände. Maria aber, die vorn Flur aus die Szene mit- angesehen hatte, fiel plötzlich ohne einen Laut ohnmächtig zu Boden. Franz hob sie auf und trug sie in ihr Zimmer. Dann kam er zurück. „Benachrichtigen Sie sofort von Esser aus die Gendarmerie! Aber eilen Sie sich, wir brauchen Sie hier." „Jawohl, Herr Rechtsanwalt!" sagte der Gärtner und schwankte zur Tür. Molinski hielt ihn zurück. „Ich werde gehen", faßte er mit Bestimmtheit. „Ich laufe schneller als Sie. Sie müssen bei Maria bleiben!" „Gehen Sie beide!" sagte Kramer zögernd. „Das wird das beste sein." ,^3d) habe keine Furcht." Molinski verließ straff aufaerichtet das Zimmer. Und Kramer, der am Fenster lehnte und ihm mit einer seltsamen Falte zwischen den Augenbrauen nachblickte, sah ihn leichtfüßig durch den Garten laufen und im Dunkel verschwinden. Die Gewitterwolken hatten sich verzogen. Es waren nur ein paar Tropfen gefallen, anderwärts aber schien es tüchtig geregnet zu haben, denn ein kühler, belebender Hauch tarn von draußen herein. „Es gibt gute Fußspuren im Sande heute nacht!" mußte Kramer unwillkürlich denken. (Fortletzung folgt.) j£h |i bröselten im Kurse weiter ab. Don Motoren gaben Kleher etwas nach, während Dainfter 0,5 Prozent anzogen. Von Baustoffaktien lagen Wayß & Freytag fest. Zuckeraktien gebessert. Von Zellstoffaktien büßten Waldhos 1 Proz. ein. Deutsche Renten waren etwas lebhafter gefragt. Kriegsanleihe eröffneten mit 0,420, senkten sich aber später auf 0,41 Schutzgebiet niedriger 5,37. Von ausländischen Renten tendierten Türken ziemlich fest. Der Freiverkehc hatte freundliche Stimmung. Veckerstahl 23 Prozent, Venz 70 Prozent, Entreprise 8, Growag 57 bis 59 Prozent, Krügershall 108,5, Ufa 48, Unterfranken 76. Der weitere Verlauf brachte keine wesentlichen Aenderungen, zumeist blieben di« Anfangskurse unverändert. Der Geldmarkt ist weiter sehr leicht. Tagesgeld stellte sich auf 3,5 bis 4 Prozent, Monatsgeld 4,88 bis 5,12 für erste Adressen und 5,5 bis 6 Prozent für zweite Adressen. Privatdiskonten 4,38 bis 4.5. Jndustrieakzepte 5 Prozent. 3m Devisenverkehr blieb Paris angeboten und lag etwas schwächer mit 166,50 gegen London. Brüssel 164, Mailand 135,25 gegen London ebenfalls schwächer. Mark und Pfund sind unverändert. Spielplan -er Kranksurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 13. 3uni: Die Fledermaus. Montag, 14.: Salome. Dienstag, 15.: Der Opernball. Mittwoch, 16.: Don Jüan. Donnerstag, 17.: Tiefland. Freitag, 18.: Der fliegende tolländer. Samstag. 10.: Der Losenkavalier, önntag, 20.: Eine Lacht in Venedig. Schauspielhaus. Sonnlag, 13. 3uni: Dorrn. 11 Uhr: Ausführung der Opernschule. Abends 8 Uhr: Orpheus in der Unterwelt. Montag. 14.: Ostpolzug. Dienstag, 15.: Wilhelm Sell. Mittwoch, 16.: Gläubiger. Hierauf: Don- bouroche. Donnerstag. 17.: Orpheus in der Unterwelt. Freitag. 18.: Der Misanthrop. Samstag, 19.: Weh dein, der lügt! Sonntag. 20.: Orpheus in der Unterwelt. Rundfunk-Programm. Sonntag, 13. Juni. 8—9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vorn Wartburgverein. Frankfurt a. M. 9.30—11 Uhr: Uebertragung von Hamburg: Hauptversanunlung des Vereins deutscher 3ngenieure. 12—1 Uhr: Mittagsständchen, veranstaltet vom Musikverein Liederrad. 2—3 Uhr: Die Stunde der 3ugend. 4—6 Uhr: Uebertragung vom Frankfurter Stadion: Entscheidungsspiel um die D. F.-B.-Mei- sterschaft: B. S. C. „Hertha" Berlin gegen Sp.- Vgg. Fürth. 8.30—9.30 Uhr: Loewe-Dalladen. 9.30—10.30 Uhr: „Philosophische Dialoge". Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Montag, 14. 3uni. 4.30—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 5.45—6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.30—7 Uhr: „Unterricht und Erziehung in den Vereinigten Staaten II“, Vortrag von Geheimrat Walter. 7—7.30 Uhr: Funkhochschule Frankfurt: „Charaktergestalten aus der Geschichte des neueren deutschen Unternehmertums: Walter Rathenau, sein wirtschaftliches und politisches System“, Vortrag von Professor Dr. Küntzel. 7.30—7.45 Uhr: Englische Literaturproben. 7.45 bis 8.15 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr: Vortragsabend Dr. Erich Fortner: Süddeutscher Humor. 9.15—10.15 Uhr: Rhein-, Wein-Scherzlieder- und Duettenabend. Aus dem Amtsverkün-igungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 47 vom 11. Juni enthält: Rückzahlung der Dollarschatzanweisungen des Volksstaats Hessen. — Besichtigung von Schlachtvieh in den Sperr-- und Beobachtungsgebieten. — Maul- und Klauenseuche in Queckborm Utphe und Röthges. — Dienstanweisung für die Schulleiter, Lehrer und Elternbeiräte. — Dienststunden des Kreisschulamts. — Verzeichnis des Bücherbestandes der Kreislehrerbücherei. — Dienstnachrichten. Letzte Nachrichten. 100 Prozent Friedensmiete in Hessen ab 1. Juli. ö Darmstadt, 12. 3unL Wie wir hören, ist beabsichtigt, die gesetzliche Miete vom 1. 3uli a b auf 100 Prozent der Friede n s m i e t e festzusehen. Hierin würde sich ein Zuschlag für laufende 3nstandsetzungskosten von 15 Prozent der Friedensmiete befinden. Die gewerblichen Zuschläge für Räume mit einer Friedensmiete von 601 bis 1800 Mk. sollen von 10 auf 5 Prozent und für Räume mit einer solchen von über 1800 Mk. von 15 auf 10 Prozent herabgesetzt werden. e ^enblicken fiifbt^rauns* alle Arten Gewebe H Rätsel Ecke Berlin Frankfurt g.M. Wirtschaft 11. 6 | 12 6 Datum: 0,4185 0.4187 13,5 84,5 i 131* I 131* 109,51 IW.5* 1 6.9 7.1 72,5 144 66,5 121.7 121 112,2' 65,75 36 138 137 F Banknoten. I Geld Tendenz: 1 109.2' 141 135 64 65.9 109,5* 141,2* 135,7' 131,2' or 120,2' 0,4125 0,3875 0.385 0,45 0.24 0,3875 122" 119* 111,1* 152,2* 63 6f,5 194,7* 79,5 89 69 31 136,12 58,12 187,5* 59,75 89,5 feit trotz der recht regen Dörsentätigkeit, und die Lachfrage nach täglichem Geld minimal. Auch Privatdiskonte werden kaum angeboten, während bankgirierte Wechsel schon seit längerer Zeit überhaupt nicht zu haben sind. Angesichts des außerordentlichen Rückganges im Wechselbestand der Reichsbank, der noch größere Ausmaße angenommen hätte, wenn nicht die Reichsbank die Red:s- kontierungen an öfffentlichen Stellen stark eingeschränkt hatte, spricht man bereits jetzt davon, daß die Reichsbank, wenn sie die Herrschaft am Diskontmarkt behalten will, sehr bald eine weitere Diskontermäßigung vornehmen müsse. frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 12. 3uni. Pater — Manie — Grad — Gestein — Normt — Glucke — Kanon — Liga. Fußwanderung. Auflösungen. SilbenRatsel. 1. Arrac. 2. Noah. 3. Manko. 4. Ulme. 5. Ter» nun. 6. Madrid. 7. Alba. 8. Ceres. 9. Hagenow. 10. Emme. 11. Trafoi. 12. Spankorb. Anmut machet schön das Weib. Scharade. Mißernte. Vuchsiabenversehung. Modena — Anklam — Roenne — Ostende Kremsier — Kempten — Ohligs. Marokko. Schepzrätses. Als Berg wird's in der Schweiz geschaut Und manchmal auch erklommen; Bei uns ist's nur ein Nasenlaut, Da heißt's: „Mög's wohlbekommen!" 113,5* 73 58* 115* 119,5* 128,1* 130* 137,62 36,12 53,5* 90’ 119’ 113,5 64 65,25 i 36,25 35 121,75 70 29.25 3 138 59 68.5 1114,9* ! 72 116* : 122* 129,5* 1133,5* 144,5 54* 90,9' ; 119,9* 116 4,19 12,47 111,24 20,375 12,47 168,08 15,16 84,31 59.40 1,80 111,99 *81,32 64,94 12,395 6.85 187,9* 80.5 88,75 0,415 0,375 0,44 0,23 0,375 0,39 97,1 12.5 51 159* 109,2* 141,5* 134,6* 130,5* 109,75 7,1 Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redakttontttsch. Das lote Huhn. Durch ein Dorf kam ein Automobil gerast, im sonntäglichen 100.Kilometer-Tempo, und fuhr einem Huhn über den Hals, einem großen, jungen, prächtigen Suppenhuhn. Der Wagen hielt, man stieg von den Sitzen und suchte nach dem Besitzer des Tieres. Der kam auch bald angelaufen und erhob ein mörderisches Wehegeschrei. Ausgerechnet dieses Huhn lege täglich Stück für Stück 6 Eier und nun sei es tot, das liebe, gute, süße Tierchen. „Was wollen Sie haben?" fragte der Autofahrer. „6 Mark", sagte der Bauer. „Ich biete 4 Marl, sind Eie zu- frieden?" Das war der Bauer keineswegs, er woll» te seine 6 Mark. „Ich verzichte gern auf das Huhn", sagte der Autofahrer, „ich will es nicht haben, Sie können es mitnehmen, aber mehr als 4 Mark gebe ich nicht." Man zankte sich und konnte natürlich nicht einig werden. Da kam ein Reisender in Unter» Wäsche heran. Das heißt, er trug nicht nur Unterwäsche, er reiste in ihr. immerhin kam er heran und fragte: „La, was'n los hier?" Man klärte ihn auf und er hatte sehr schnell begriffen. Er ließ sich von dem Bauern das Huhn, von dem Automobilisten die 4 Mark geben, nahm selbst 2 Mark aus der Tasche und sprach: „Also Sie verlangen 6 Mark? Ditte sehr, hier sind sie. Und Eie wollten 4 Mark zahlen, verzichteten aber auf das Huhn?" Sprach's, nahm das Huhn unter den Arm und marschierte von dannen, die beiden andern hatten ihr Recht und er ein gutes Suppenhuhn für 2 Mark. Engländer. Drei Engländer gehen wortlos über die Straße. Ein Auto sticht aus einer Seitenstraße und über- fährt ein Pferd. Pause. Die drei Enländer gehen wortlos weiter. Eine Stunde spater: „Hast du gesehen, wie das Auto das Pferd überfuhr?" Pause. Die drei Enländer gehen wortlos weiter. Eine halbe Stunde später: „Das war kein Pferd. Das war eine Katze." Pause. Die drei Enländer gehen wottloS weiter. Eine halbe Stunde später legt der Dritte seine Stirn in aalten: „Wann werdet ihr endlich aushören, euch zu streiten?" 97,5 66,1 Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ........ Mcinkrastwerkc . . Schucken ...... » » . Siemens 4 HalLke ..... Ädlcrwerke Älcyer ..... Daimler Motoren- ..... Heyligenstaedi • ■ ..... Meantn . . . . Motorenwerke Mannbeim ftranffiitttr Armaturen Itonferfcnfabrif Braun . . Metallgesellchast Frankfurt. Pek. Union A--G- . . . . Schuhfabrik Herz ■ ■ . . . . Sichel. 194,7* 80,75 58 88,5 134,25 122,7* ; 117,5 95.25 111,4 ! 50 I 66,75 I 131 | 138,75 36,75 ; 54.75 I 90* i 119' , 63 | 11.6 ] 12 6 Tellu-3 Bergbau Hamburg-Amerika Paket. Norddeutscher Llovd Eberamischc Werke Albin ^cmcr.troexl Heidelberg . Philipp Holzmann . . Deutsche Lereinsbank • • • Diöcomo Lommandit Metallbank........ Mitteldeutsche Cxcditbank. Testerreichiichc Kreditanstalt Weltbank Bochumer Gab ..... Buderus ..... Laro ......... • »-Luxemburg irchencr Bergwerke. Harvencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . Kaliwerk Westeregeln.... Lanrahütte Oberbedarf ...» Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. i136,5* 1134,7* 109* i 141* I 134* ! 153* 154,7* Befestigt. Zum heutigen Wochenschluh war die Veranlagung der Börse zwar etwas freundlicher als am Vortage, doch wies die Kursbildung eine große Unregelmäßigkeit auf. Zu der besseren Stimmung trug vor allem der flüssige Geldstand bei; das Geschäft hielt sich jedoch in engen Grenzen und erstreckte sich nur auf einige Haupt- und Spezialwerte, die mit Besserungen von 1 bis 2 Proz., vereinzelt auch darüber, aus dem Verkehr hervorgingen. Lach Erledigung der von der Spekulation borgenonpnenen Deckungen flaute das Geschäft stark ab und nahm einen lustlosen Charakter an. Die Lachfrage erstreckte sich besonders auf 2. G. -Farbenindustrje, hie heute exkl, 10 Proz. Dividende gehandelt wurden und einen Gewinn von 2 Prvz. erzielten. Die Kauflust übertrug sich auch auf einige Montan- und Kaliwerte. So konnten Har- pener 1,5 Proz., Phönix 0,5 Proz. und Rheinische Braunkohle 3.5 Proz. anziehen. Don Kaliwerten hatten Westeregeln eine mäßige Steigerung zu verzeichnen, die aber später wieder verloren ging. Liedriger wurden Buderus minus 0,5 Prozent. Rheinstahl und Mannesmann waren knapp gehalten. Einen Gewinn von 2 Prozent erzielten Scheideanstalt. Deutsche Erdöl konnten 2 'Prozent anziehen. Von Elektrowerten wurden AEG. 0,75 niedriger, während Schuckert und Siemens sich zirka 1 Prozent erholen konnten. Von Bankaktien wurden Bayerische Hypotheken 1 Prozent fester, desgleichen Deutsche. Dresdner plus 0,5, Darmstädter und Lational- bank und Disconto je minus 0,5 Prozent. Schifffahrtsaktien lagen fast umsatzlos und 57,9 - 116*: 120,2* | 122,7* 129,5* 130* Slnolo-Cont.-Guano . . . . Chemische Mäher Älapin - ■ I. G- Farbernndustrie, A-G- Goldschmidt......... Zellstoff Waldhof. . . . . Zuckerfabrik Frankenthal Bnderfflbrif Waabäukel - Phönix Lerabao Rneinstahl. . . . Pi.'bcck Montan. 1. Von l ' f s nach rechts: 1. Tierleiche. 4. Sportausdnm. 7. Voltsgemeinschaft. 9. Griechischer Gesetzgeber. 11. Sinnbild .des Köstlichen. 12. Wehrmacht. 13. Bildhauer. 15. Flächenmaß. 17. Muse. 18. Geheimnisvolle Kraft. 19. Spanischer Heerführer. 22. Zuchtmittel. 25. Lebenssaft. 26. Geburtsstand. 27. Berliner Vorort. 28. Deutscher Dichter. 2. Von oben nach unten: 1. Schicksalsgöttin. 2. Raubvogel. 3. Heilmittel. 4. Bruchstück. 5. Fluß in Thüringen. 6. Amerikanischer Schriftsteller. 7. Badeort in Belgien. 8. Produkt der Steinkohle. 9. Fruchtkorn. 10. Schlechte Eigenschaft. 14. Besuchender. 16. Spielteil des Schauspielers 18. Kleines Raubtier. 19. Vorsteher eines Klosters. 20. Nebenfluß der Weichsel. 21. Wie 1 senkrecht. 22. Helfender Vorschlag. 23. Männlicher Personenname. 14. Vorgebirge oes Harz. Bilderrätsel. 109,5* 1 109,5* - • 7,25 95,25 12,55 I 50,751 Holzverkohlung . Nütgcrswerke . . Schcidcanstalt . Silbenrätsel. aar — al — au — bad) — bal — bar — can de — de — bei — den — dy — e — ef — en — en — gau — ge — ger — gold — nun — ja — ket — na — la — li — ling — Ion) — mi — mit — na — neun — now — ra — re — roß — sau — sen — stein — tat — te — the — wen. Aus vorstehenden 43 Silben bilde man 17 Wörter mit folgender Bedeutung: 1. Sprengstoff. 2. Ver- wandter. 3. Schlachtort in der Provinz Sachsen. 4. Quellnymphe. 5. Schweizer Kanton. 6. Erhaben ausgearbeitetes Bild. 7. Gedichtform. 8. Insektenlarve. 9. Fisch. 10. Teil von Italien. 11. Schles- wigsche Insel. 12. Philanthrop. 13. Nebenfluß der Weser. 14. Legierung. 15. Slawischer Dolksstamm. 16. Biblische Person. 17. Stadt in der Provinz Brandenburg. Hat man die Wörter richtig gebildet, ergeben die Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn ein Zitat aus Shakespeares „Romeo und Julia". Kreuzworträtsel. * D i e deutsche Dierausfuhr. Rach den Veröffentlichungen des Statistischen Reichsamts hat Deutschland 1925 im Außenhandel von Bier einen Ausfuhrüberschuß im Werte von rund 21,1 Millionen Mart erzielt, wogegen der Vorkriegs-Ausfuhr-äleberschuh im Jahre 1913 22,88 Millionen Mark, also rund 1,78 Millionen Mart mehr betragen hat. Als Ursache für den Rückgang des Dierexportes wird angeführt: Das weite Abliegen der Produktionsstätten, insbesondere der bayrischen Exportbierbrauereien. von den deutschen Ausfuhrhäfen, die hohen innerdeutschen Frachtkosten, die amerikanische Trockenlegung, die Prohibitiv-Zölle der Einfuhrländer des Weltmarktes, sowie der scharfe Wettbewerb der außereuropäischen Brauereien. ^Berliner Börse. Berlin, 12. Juni. 9m Gegensatz zu der gestrigen Börse wurden heute gleich bei Beginn a u s allen Märkten wesentliche Kursbesserungen erzielt. Die mit Rücksicht auf den Medio vorgenommenen Positionslösungen fielen demgegenüber nicht ins Gewicht. Die Geldflüssigkeit und die anhaltenden Auslandkäufe führten besonders am Montan- und Elektro- markt zu nennenswerten Kurserhöhungen. Der feste Schluß der Frankfurter Abendbörse machte sich heute besonders bemerkbar. 9n 9. G. Farben- I n d u ft r i e , die heute exklusive 10 Prozent Dividende gehandelt wurden, waren große Umsätze zu beobachten. Die hier eingetretenen Steigerungen übertrugen sich auch auf Rheinstahl und Riebeck- Montan. Am Montanmarkt wurden außerdem Gelsenkirchen und Phönix von der Spekulation bevorzugt. Schiffahrtsaktien lagen dagegen unter dem Einfluß der pessimistischen Ausführungen über die deutsche Schiffahrt auf der Hamburger Eisen- und Stahl-Jndustriellen-Tagung recht gedrückt. Die Hausse in Deutsche Erdöl nahm bei starken Käufen der Kulisse ihren Fortgang. Bankaktien lagen uneinheitlich. Reichsbank waren befeftiat Am heimischen Renten- markt herrschte nur geringes Interesse, die Kurse waren saft unverändert. Von Auslandrenten .waren Türken befestigt, besonders Bagdad I und II. 3n der sehr regen Aussprache wurden noch I Der Geldmarkt ist u n v e r ä n d e r t f l ü s s i g. allerlei praktische Winke gegeben, die zur Deant- Tagesgeld war zu 3t bis Proz. angeboten, für toortung der aufgeworfenen Frage auch vorn erste Adressen noch hierunter. Monatsgeld Si b Standpunkt der ländlichen Frauenvereme aus 61 Prozent. 9m De v i s e n v e r k eh r war Pari lehrreich waren. weiter leicht abgeschwacht. Mailand wurde gegen Dekan Gußmann schilderte zum Schluß London mit 134 bis 134,50 gehandelt. Oslo war noch feine Eindrücke von dem großen Deutsch- weiter recht stau. (21,70 bis 21,80 ^egen London.) evangelischen Frauentag in Darmstadt, den er als Madrid fest. Kabel Warschau 10,13 unverändert, eine hochbedeutende Kundgebung der deutschen | Dörlenkutte.__ evangelischen Frauen vor Augen führt. f Briet 4,21 12,53 111,80 20,475 12,53 168,92 15,24 94,79 59,70 1,84 112,53 81,72 65,26 12,455 5.87 Berlin, 11 Juni Amerikanische Sloiee Belgische Noten ..... . Dänische Noten ...... Englische Noten ....... Frarnönsche Noten ..... Holländische Noten ..... tzlnlienische Noten ..... Norwegische Roten Deutsch-Ocstorr., i 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten ..... Spanische Noten , Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten 138 I 137* 1136,5' 135,2* I 135,9* s 1:73,5 Urtb ©ClbtltGtltte 5o Deutsche Reichsanlechr . Man spricht zur Zeit an der Börse Diel - Deutsche Sborvrämienanteihe schiedenheiten bestehen, in deren Folge sich em <'i. 12. Juui. Amtliche Noli runa (3elb 1 SBrief Amtliche Notierung l Brief AmM-Nou 168,56 168.98 168,55 168,99 Buen.-AircL 1,690 1,694 1,691 1,695 Brss- Antw 12.375 12.415 12,47 1^51 Lhristianta. 94,48 94,72 95,03 95,27 Kopenhagen 111.44 111,72 111,36 111,64 Swckholm 112.31 112,59 112,30 112,58 Helsingfors 10,548 10,588 10,548 10,588 Italien . 15,16 15,20 15,32 15,36 London • 20.407 20.459 20.414 20.466 Neunork . 1.195 4.205 4,195 4.20.) PoxiS. • . 12,21 12,25 12,25 12,29 Schwei; . . 81,16 81,36 81,22 bl, 42 Spaoien f 64.80 64.911 65.72 65,8.8 Japair . . . 1,962 1,966 1,96-3 1.967 >Hio de Jan 0.645 0.647 0,447 0.449 Wien in D-- Lest- abgest 59,25 69,39 59,25 59,39 Prag ... 12.417 12.457 12,418 12,458 Bclzrad . . 7.41 7.43 7,41 7,43 Budapest. . 5,868 5,888 5,868 5,88.8 Bulgarien 3.H5 3.06 5,052 3,062 Lissabon 21.445 21.495 21.445 21,495 Danzig. . 80.96 81,16 80,97 81,17 fionft..nrtn. 2,23 2,24 2,23 :>24 Athen 5,19 5,21 5,19 5,21 Conada. . 4.198 4,208 4,197 4,207 Uruguay 4.265 | 4.275 4.255 4,265 Kreuzworträtsel. lTgTäI A BBHBB Verwandlungsaufgabe. Farbe — Stuhl — Pose — Metze — Weiner — L D Ih E 27 15 20 21 25 22 26 6181 Privat! Inh.: Seite: Ausbild uM immer Qeberbruibc verschlimmere «ES emileht B Tod zur Sch, sich meine au cnievüfien au Äiudagen Hat Mrkmsir. fitbeiit Ich bin mit) Milcher stde wich genö auftuivrechen Bandagen koijenios ju s K. Nu! und bei , ein Abkor Edg Carl Fr, Rud J-B BrQ Ro$ In Gei «»Bat A1>Mont Konzert des HauSocheM 'm 545-6.05 Uhr' Ji*ft r; Unterricht und Srzrehung Staaten W'.W« 7-7.30 Ubr: FunkhochM »MäÄ® »?6ÄS't* und Aettenabenb. l*NtL 'J^Qn!o. 4 h. 12 I '«mV *«■ i"*-*,Qn^°tb ' Wnoin JS“**». jutabe. Bernte, ^"ersehuüg. ?ofc- - °I«. „ «Otto. vorträtjel. 'Draufgabe. za. q m Norm - '^Mnz. ■—-— lrenkaM, “"»Mdtoutt« tote Mn. m ein Automobil g»ak u WemDo.unbg;^ 'er □Dagen hielt, man fti« 'S “V“ 5*rba nngelausen und erbot rKk Abgerechnet dieses ld pr ®lu(f 6 Ein und nun flute, suhe Tierchen. jfi zteder Autofahrn. ,g Mrf 1 °iete 4 Mark, sind Sie m. t Aaun keineswegs, er woll- )eW* gern auf das tzuhn', MD es nicht haben, Sie . aber mehr als 4 Mark gr. antte sich und konnte natürlich a kam ein Aeifendn in Unter. eG, er trug nicht nur Unter- ihr. immerhin kam n hnan as'n los hin?" Man Härte lehr schnell begriffen. Erliest i das Huhn, von dem 'M- rk geben, mchm selbst 2 Marl sprach: .Also Sie verlangen hier sind sie. Und Sie wollten ichletcn aber auf Dai Huhn?' ! Huhn unter den Am. und ren, die beiden andnn hatten ;utes Suppenhuhn für 2 Mark. Engländer. eben wortlos über die Strahe. einer Seitenstrahe und über- fe Sie Drei ßnlänber geben Stunde später: .Hast du ge. ms Pferd überfuhr?' Paufr. mwvckvs weiter. Smr halbe war trin Pferd. Das war eine drei Knländer gehen wortlos Stunde fpäter legt der W n; ,Wann werdet ihr endlich reiten?“ D V E y s A N EEr Mf M G iCTSÄ*****' tftj, Apoth^l fAsS'JeiS ADI AlICOTAl TABAK besser denn je! Uebera/1 zu haben. Generalvertreter! HERMANN HOSSE, Gießen» Wilhelmstraße 44» Fernsprecher 300 3087V Maccaroni Eiernudeln führend — —4IMK4MU FUJI ■■IlTIUllfUIJlW und bei den nachstehenden Geschäften, die mit uns ein Abkommen über Lieferung von Gasgeräten auf Teilzahlung getroffen haben: 2338V Edgar Borrmann, Neustadt 11 Carl Hensel, WalltorstraDe 10 Fr. 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