Nr. 36 Erstes Blatt 176. Jahrgang Freitag, 12. Februar 1926 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrrrck und Verlag: vrühl'sche Universität Buch- und SteindruSerei R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: ZchnMrahe 7. Annahme von Lazeiae« für die Tagesnummer ois zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, ausoorts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20 e „ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Pofttid Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernft Blumfchcin; für den Anzeigenteil Hans Iüftel, sämtlich tn Bietzen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener FamilienblStter Heimat im Bild Die. Scholle. Monats-Vezugspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Die Finanzdebatte im Reichstag. Berlin, 11. Febr. In der ersten Beratung des Haushaltsplanes für 1926 nimmt als erster Redner Abg. Dr. Hergt Ziehung der höher bezahlten Angestellten in die Unterstützung sowie die Verlängerung der Unterstützungsdauer für zahlreiche fachliche und örtliche Gebiete wirksam geworden sind. Im einzelnen hat die Zahl der männlichen hauptunler- stuhungsempsänger sich von 1 555 000 aus 1 773 000, die der weiblichen von 212 000 auf 257 000 erhöht, die Zahl der unterhaltungsberechligt-n Angehörigen der hauptunterstühungsempfänger von 2 090 000 auf 2 359 000. Die vaterländischen verbände. Der Reichswehrmimfter hn HauShaltsauss chirß. Berlin, 11. Febr. Der Haushaltsausschuh des Reichstages setzte die allgemeine Aussprache über den Etat des Reichswchrministeriums für 1926 fort. Abg. Schmidt-Hannover (Dtfchn.) betonte, man sollte im Rahmen des von der Entente Zugestandenen alles im Etat ausschöpfen, was man nur könne. Die Substanz z. D. an Gebäuden, Kasernen usw. müßte von Deutschland erhalten werden. Er warnte insbesondere vor Streichungen, die die deutsche Wirtschaft schädigten, z. D. vor Streichung bei der Remonte. Die Stellung des Reichswehrministers zu den vaterländischen Verbänden werde deren innerem Wert nicht gerecht. Es sei eine geistige Bewegung und nicht nur eine militärische. Abg. v. Ramin (Völk.) betont, die Republikaner seien undankbar, denn ohne die vaterländischen Verbände gäbe es heute vermutlich kein Deutsches Reich mehr. Wenn den vaterländischen Verbänden Soldatenspielerei vorgeworfen werde, so könne heute unser kleines, mangelhaft ausgerüstetes Heer auch nichts anderes tun. Ein Spielball der Parteien dürften Reichswehr und Polizei nicht werden. Reichswehrmini ft er Dr. Gehler verweist gegenüber kommunistischen Angriffen darauf, daß in die Reichswehr selbstverständlich nicht Leute ausgenommen werden können, denen der zu leistende Eid nichts gilt. Deshalb sind amtliche Auskünfte erforderlich, daß es sich um zuverlässige und ehrliche Leute handelt. Purer Schwindel seien die Redereien von Meutereien in der Reichswehr. „Auf die politischen Aufgaben der vaterländischen Verbünde,“ so fuhr der Minister fort, „will ich mich in keiner Weise einlajfen. Ich habe ihnen nur ihre militärische Bedeutung abgesprochen. Ich freue mich, daß der Gedanke der Wehrhaftigkeit von ihnen vertreten wird; ich bedauere aber, daß es Partei verbände sind, sowohl die vaterländischen Verbände als auch das Reichsbanner. Dadurch wird eine älnruhe in unser Vaterland hineingetragen. Die Reichswehr soll aber nicht in diese Änruhc hineingezogen werden." Der Minister verwahrt sich dagegen, indiskret gewesen zu sein. Er habe im Gegenteil viel zu viel geschwiegen mit Rücksicht auf das Ausland. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. (Von unserer Darmstädter Redccktion.) Darmstadt, 11. Febr. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags führte die Beratungen über das Justizministerium zu Ende und erledigte einen Teil der zum Finanz- m i n i st e r i u m gehörenden Kapitel. Zu Kapitel 101 (Gerichte) lag ein Antrag Dr. Leuchtgens-Glaser vor, die Zahl der Landgerichtsdirek- toren von 16 auf 10 herabzufetzen, ferner soll die Zahl der Amtsgerichtsdirektoren, Landgerichtsräte, Oberamtsrichter usw. von 194 auf 183 vermindert werden, auch soll die Zahl der Staatsanwälte, Amtsanwälte und Gerichtsassessoren von 52 auf 46 herabgesetzt werden. Bei den mittleren und Unterbeamten wären 130 Stellen zu streichen. Der Antrag wurde gegen drei Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Schreiber-Reiber, der die Regierung ersucht, alsbald den Abbau von 6 Amtsgerichten und einer Strafkammer in Darmstadt vorzunehmen, wurde mit 9 gegen 4 Stimmen angenommen. Weiter beantragen die Abgeordneten, daß die Regierung eine bessere Verteilung des Gerichtsschreiberpersonals, entsprechend den Gefchäfts- laften, vornimmt. Dieser Antrag wurde mit 9 gegen 4 Stimmen angenommen. Ferner beantragen sie, zu prüfen, inwieweit Verminderungen des Personals bei den Amtsgerichtsgefäng- niffen, eventuell die Aufhebung einzelner Amtsgerichtsgefängnisse möglich ist. Der Antrag wurde mit 9 gegen 3 Stimmen angenommen. Ebenfalls stimmte der Ausschuß einem Anträge Dr. Werner zu, die Regierung zu ersuchen, festzustellen, wie viele und in welchen Stellen ehemalige elsaß-lothringische Beamte untergebracht sind. Das Kapitel 101 wurde dann genehmigt. Zu den Kapiteln 102 und 103 (Zellenstrafanstalt Butzbach und Landeszuchthaus Marien- schloß) verlangte ein Antrag Angermeier die Streichung verschiedener Positionen, besonders die Bezahlung für Geistliche. Die Streichungen wurden einstimmig abgelehnt. Ein Antrag Roth fordert die Zahlung ortstariflicher Löhne an Sträflinge. Der Antrag wurde ebenfalls einstimmig abgelehnt. Ein Antrag Dr. Werner, die Regierung zu ersuchen, bei einer Reuregelung der Desoldungsordnung, die besondere Einstufung der Strafanstalts- und Sicherheitsbeamten wohlwollend zu berücksichtigen, wurde einstimmig angenommen. Ein Antrag Weckler und Heinstadt .die Raumverhältnisse in Marienschloß zu prüfen und dem Landtag Vorschläge zur Behebung der Mängel zu machen, wurde angenommen. Eine Vorstellung des Vereins hessischer Strafanstaltsauf- sichtsbeanllen und -beamtinnen wegen ihrer Gehaltsverhältnisse wurde durch die Annahme des Antrages Dr. Werner für erledigt erklärt. Das Kapitel selbst wurde genehmigt. Eine Eingabe von Kriminalbeamten, die sich auf Kapitel 104 (Kriminalkasse) bezieht, wurde für erledigt erklärt, weil der für das Kleidergeld verlangte Betrag bereits in den Etat eingestellt ist. Das Kapitel wurde angenommen. Ferner wurde Kapitel 105 (Hvchbauwesen) genehmigt. Ebenso Kapitel 106 (Stellvertretungen und Aushilfskvsten). Mit der Annahme des Kapitels 107 (Postgebühren) war der Etat des Justizministeriums erledigt. Zu Kapitel 108 (Ministerium der Finanzen) hatte der Abgeordnete Angermeier einen Antrag eingebracht, wonach drei Staatsräte gestrichen und die Zahl der Ministerialräte auf 6 herabgesetzt werden soll, desgleichen mehrere Vortragende Räte und zwei ©teilen von ständigen Hilfsarbeitern. Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt. Ein Antrag Dr. Leuchtgens verlangt, daß auf den Inhaber gefetzt werden: 1 Staatsrat, 4 Ministerialräte, 3 Vortragende Räte sowie eine Reihe von Stellen mittlerer und ilnterbeamtcn. Abg. Dr. Werner beantragt, bei der Reichsregierung vorstellig zu werden wegen dringend notwendiger Befestigung des linken Lahn ufers in Gießen zwischen den Bootshäusern der Gießener Rudergesellschaft und des Gießener Vereins Rudersport. Der Antrag wurde angenommen und das Kapitel genehmigt. Ferner wurde Kapitel 109 (Hausverwaltung) genehmigt. Bei Kapitel 110 (Hauptstaatskasse) wird ein Antrag Angermeier auf Streichung einiger Positionen und Deamtenstellen einstimmig abgelehnt. Eur Antrag Dr. Leuchtgens verlangt auf den Inhaber zu bewilligen die Stellen: eines Rechnungsdirektors, zweier Oberrechirungsräte, zweier Rechnungsräte, zweier Hauptstaatskassenoberbuchhalter, zweier Hauptstaatskassenbuchhalter, sowie sieben Finanz- praktikanten. Der Antrag wurde abgelehnt und das Kapitel hierauf genehmigt. Zu Kapitel 111 (Landesvermessungsweien) wurde eine Vorstellung des Vereins der höheren Dermessungs- beamten, Landesverband Hessen (Mainz) wegen höherer Einstufung wurde der Regierung als Material der Besoldungsordnung überwiesen, desgleichen eine Vorstellung von oberen Ver- meffungäbeamten wegen Schaffung von Deförde- rungsstellen im mittleren Staatsdienst. Das Kapitel wurde genehmigt. Gin zu Kapitel 112 (Bauwesen) gestellter Antrag verschiedene der in Titel 1 bis 7 aufgeführten Deamtenstellen bis zur Erledigung der Reuorganisation des Bauwesens auf den Inhaber zu bewilligen, wurde abgelehnt und das Kapitel genehmigt. Kapitel 113 (Brücken- und üeber- fahrten) und Kapitel 114 (Landesamt für Wetterund Gewässerkunde) wurden genehmigt. Zu Kapitel 115 (Privatbahnen- und Kraftwagenverbindungen) hat der Hessische Verkehrsverband eine Vorstellung eingebracht zur Erhaltung von Kraftpostlinien. Die Vorstellung wurde der Regierung als Material überwiesen und das Kapitel angenommen. Ebenso stimmte der Ausschuß den Forderungen für Kapitel 116 (Stellvertretungen und Aushilfskosten) sowie Kapitel 117 (Postgebühren) zu. Angenommen wurde noch ein Antrag Dr. Leuchtgens-Glaser, in dem die Regierung ersucht wird, noch während der gegenwärtigen Tagung des Ausschusses R a ch w e i s e im einzelnen für jede Beamtengruppe unb insgesamt für alle höheren, mittleren und.Unterbeamten über die zu zahlenden Tagegelder und Reisekosten innerhalb und außerhalb des Amtsbezirks in grundsätzlicher und rechnungsmäßiger Darlegung vorzulegen. Die Fürstenabfindung. Aus dem Rechtsausfchrrtz des Reichstags. Berlin, 11. Febr. Die Generaldebatte über die Anträge zur Fürstenabfindung wurde im Rechtsausschuß des Reichstages unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Kahl (Dtsch. Vpt.) fortgesetzt. Abg. Dr. Everling (Dtschn.) wies darauf hin, daß in den Ausführungen des Abg. Reubauer (Komm.), der 2,6 Milliarden Fürstenvermögen bzw. Fürstenforderungen errechnet, Dutzende von Fehlern festzustellen seien. Was er z. B. als Iahresrente der Hohenzottern bezeichnet, sei der Ertrag ihrer eigenen Güter. Selbst für die verstorbene Großherzogin von Baden errechne er eine Rente. Das königliche Haus von Preußen behalte nur 17 Prozent seines Privateigentums, 63 Prozent fielen an den Staat. Von dem Grundbesitz in Lippe seien etwa V?. in Anhalt 7 Prozent, in Sachsen-Altenburg 1,7 Prozent, im Freistaat Sachsen nur das Gebiet um die Moritzburg, in Hessen vom Grundbesitz nichts, sondern nur Schlösser, die Lastobjekte seien, ebenso in Meiningen dem Fürstenhaus keinerlei Grundbesitz verblieben, während man in Gotha mit dem bekannten Enteignungsgesetz vorgegangen sei. In Mecklenburg-Schwerin habe der Staat 93 Prozent selbst des Hausgutes, in Strelitz 98 Prozent der Domänen und 99,5 Prozent der Forsten, in Oldenburg gleichfalls fast alles genommen. Auch der Kompromißentwurf verletze wichtige Der- fassungsgruirdlagen. An die Unterzeichner des Kompromißentwurfes müßte die Frage gerichtet werden: 1. Bleibt das Privateigentum erhalten? 2. Bleiben rechtskräftige Entscheidungen bestehen? 3. Bleibt die Rechtsgleichheit so weit gewahrt, daß man keine Sonderaufwertungsrechte schafft? Abg. Dr. Wunder 1 ick (D. Dp.) erklärte, die (Enteignungsanträge müßte die Deutsche Dolkspartei ablehnen, well sie für die Aufrechterhaltung des Privateigentums eintrete. Es würde auch höchst unsozial sein, die Mitgfieder der Fürstenhäuser aller Existenzmittel zu berauben. Abg. Frau Pfülf (Soz.): Sie sollen natürlich Renten bekommen wie andere. Abg. Wunderlich: Das ist in dem Enteig- nunggentrourf noch nicht einmal gesagt. Gegen diesen Entwurf ist zu sagen, daß er nicht mit der Verfassung vereinbar ist. Ware gleich bei der Revolution die Enteignung der Fürstenhäuser ausgesprochen worden, so hätte man sich damit als Reoolutionsrecht abfinden können. Das ist aber nicht geschähen und feit August 1919 haben wir die Weimarer Verfassung. Der Kompromißantrag will ein Sondergericht schaffen, das nicht als Ausnahmegericht bezeichnet werden kann. Dieses Gericht würde am besten aus einem Senat des Reichsgerichts gebildet werden. Das Sondergericht wäre nicht an starre Rechtsnormen gebunden und könnte in billiger Weise die Interessen der Länder berücksichtigen. Der Kompromißentwurf bedeutet keine Bindung der Parteien, aber er ist eine gute Grundlage für die gesetzgeberische Arbeit in dieser Frage. Abg. Landsberg (Soz.) Wenn die Stimmung für die entschädigungslose Enteignung durch Volksentscheid jetzt sehr aussichtsreich erscheine, so trügen gewisse Fürstenhäuser daran ein gut Teil Schuld. Der Kompromißantrag bietet eine schlechte Lösung. Wenn nicht nach dem formellen Recht, sondern nach Dilligkeitsgründen entschieden werden soll, ist nicht einzusehen, warum die Entscheidung Berufsrichtern übertragen werden soll. Wenn die übrigen Parteien einen Volksentscheid verhindern wollen, so wäre dazu der einzige Weg die Annahme des demokratischen Antrags, nicht die des Kompromißantrages. Aus aller Wett. Ehrungen für Professor Dagele. Die Universität Tübingen hat den hochverdienten Vorsitzenden des Schwäbischen Alpenvereins. Prof. a. D. Eugen Rägele in Tübingen, anläßlich seines 70. Geburtstages zum Ehrendoktor ernannt. In Tübingen wird eine Straße, Am Oesterberg, künftig den Ramen Rägele st raße tragen. Außerdem wurde Rä- gele zum Ehrenbürger seiner Vaterstadt Murrhardt ernannt. Chinesische Seeräuber. Hongkong, 11. Febr. (W. T. B. Funk- spruch.) Seeräuber, die als Fahrgäste an Bord waren, bemächtigten sich des kleinen französischen Dampfers „Jade" und leiteten ihn nach der Küste von Kwantung, wo sie Gold im Werte von 1 0000 Pfund Sterling von Bord schafften. Die Passagiere blieben unbehelligt. Wettervoraussage. Weiterhin vorwiegend bedeckt, Rebelbildung, milde, leichte Riederschläge. Obwohl die Temperaturen in unserem Bezirke wenig gefallen sind, hat die kalte Luft allgemein an Raum verloren. Mit Ausnahme von Schlesien ist Deutschland heute morgen frostfrei. Da von Westen und Süden her schwache Tiefauslaufer nach Deutschland hereingreifen, dauert das vorwiegend trübe, milde Wetter zunächst noch an. Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 6,8, Minimum 31 Grad Celsius. Riederschläge. 1,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 4,3 Grad Celsius. Am -er Provinzialhauptstadt. Gießen, den 12. Februar 1926 Die Svmmer-Sonderzüge. Lrwetterug des Gültigkeitsbereiches. rmk. Nachdem bereits im Vorjahr die Sommer- sonderzugkonferenz, die alljährlich in Baden-Baden tagt, das Bedürfnis anerkannt hatte, dem reisenden Publikum auf der Rückkehr vom Ferienort durch den Besuch von anderen sehenswerten Orten günstige Eindrücke zu vermitteln, wurden zunächst eine Anzahl Karten, die zur Rückfahrt von mehreren Stationen aus Gültigkeit hatten, eingeführt. Diese Karten werden nun bei dem bevorstehenden Som- mersonderzugverkehr in größerer Anzahl und vermehrter wahlweiser Benutzbarleit zur Ausgabe kommen. So sind u. a. folgende Verbindungen in Aussicht genomemn: Nach Baden für Freiburg, Triberg oder Freudenstadt, nach Neustadt oder Titisee, nach Basel, Schaffhausen oder Friedrichshafen^ nach Bayern: Berchtesgaden, Salzburg, Mittenwald oder Kufstein, ferner nach Griesen, Oberammergau, Mittenwald, Kufstein oder Füssen, eine weitere Karte nach Murnau, Kochel usw. Es steht fest, daß nach diesen Gegenden Sommersonderzüge gefahren werden. Der Fahrplan und der Tag, an dem die Züge verkehren, werden spätestens anfangs Mai bekanntgegeben. Die Züge führen durchweg wie auch im vergangenen Jahre 2. und 3. Klaffe. An der zweimonatigen Geltungsdauer der Fahrkarten für die Rückreise wird auch in diesem Jahr festgehalten. Der vielfach geäußerte Wunsch auf Zusammenstellung der Sonderzüge mit durchgehenden Schnellzugswagen kann wegen Mangels an derartigen Wogen nicht erfüllt werden. Ob sich der langersehnte. Wunsch der Reisenden, die Fahrt auf der Rückreise wiederholt unterbrechen zu können, erfüllen lassen wird, ist noch nicht bekannt. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 71/* älhr: „Sic Förster christel (Ende gegen 10 Ähr). — Hessische Vereinigung für Volkskunde, 8 Ähr, Grohejr Hörfaal der Universität: Lichtbildervortrag. — Deutscher Bund für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule, 8 Uhr, Iohannessaal: Familierräbend mit Vortrag. — Lichtbildervortrag. Man schreibt uns: Es sei noch einmal auf den Abend hinge» wiesen, den der Hessische Vaterländische Block. Bezirksverband Gießen, am Sonntag im großen Hörsaal der Universität veranstaltet. Oberleutnant a. D. von Fichte wird über die Entwicklung des Flugwesens unter Berücksichtigung des motorlosen Flugsports an Hand von glänzendem Dildermaterial, über das der Redner als früherer Kampfflieger verfügt, sprechen und anschließend eine Luftreife von Deutschland über den Balkan nach dem Suez» Kanal auf der Leinwand vorführen. Er wird dabei auch Gelegenheit nehmen, über die türkischen Verhältnisse während des Krieges in objektiver Weise zu sprechen. Herr von Fichte ist übrigens ein direkter Rachkomme I. G. Fichtes. ** Karneval. Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Das Polizeiamt weist erneut auf die Verord nung des Ministers des Innern vom 29. Dezember 1925 hin. Hiernach ist jede Maskerade und jedes karnevalistische Treiben, wie beispielsweise auch das Werfen von Äonfetti und Luftschlangen auf öffentlichen Wegen, Straßen und Platzen oder anderen öffentlichen Orten verboten. In der Zeit von Aschermittwoch ab sind alle karnevalistischen Veranstaltungen, wie Maskenbälle, Kostüm- und Trachtenfeste, Kappenabende usw. auch für geschlossene Gesellschaften verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mk. oder mit einer dieser Strafen bestraft. Die Polizeiorgane sind angewiesen, die Einhaltung der vorstehenden Bestimmungen aufs strengste zu überwachen und gegen Zuwiderhandlungen jeder Art unnachtsichtlich einzuschreiten. ** Vom Gewerbebetrieb der Dienst- männer. Das Polizeiamt teilt uns mit: Die Polizeiverordnung über den Gewerbebetrieb der Dienstmänner in der Stabt Gießen vom 24. September 1920 ist mit dem Tage der Veröffentlichung dieser Aendemng im Amtsverküydigungsblatt dahingehend abgeändert roorben, daß für die zu leistende Sicherheit an Stelle des seither vorgesehenen Betrages von 50 Mk. der Betrag von 20 Mark getreten ist. ** Ein Tlnglücksfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich gestern nachmittag gegen 2 Tlhr an der Ecke Frankfurter- und Lie» bigstrahe. Dort stieß ein Motorradfahrer, der — mit einem jungen Mann auf dem CBeifabrer- sih — die Frankfurter Straße heraufkam, mit einem Auto zusammen, das aus der Liebigstrahe kam und zum Bahnhof fahren wollte. Während der , Motorradführer, namens Wilh. Löchel von 1 Wettershain, bei dem Unglück lediglich mit einer Beschädigung seiner Hose davonkam und auch der Autoführer unverletzt blieb, wurde der Mitfahrer auf dem Motorrad, der 22 Jahre alte Gewerbeschüler Heinrich Wagner von Großen- Linden, durch den Anprall so hefttg von feinem ' VSih auf die Straße geschleudert, daß er einen > schweren Schädelbruch erlitt, dem er nach wenigen Minuten auf dem Transport nach dem Kach. ' Schwesternhaus erlag. Das Motorrad wurde i etwas beschädigt. Mit der Klärung der Schuld- j frage sind die Behörden zur Zeit beschäftigt. ! *• Deutschnationale Volkspartei. ; Man schreibt uns: Die am Montag stattgehabte Hauptversammlung erfreute sich eines starken De- 1 suches. Zunächst erstattete Prof. Dr. Heuser, ' der auch die Versammlung leitete, den Bericht j über die Tätigkeit der Ortsgruppe im abgelaufenen Geschäftsjahre. Daraus ging hervor, daß fich diese Tätigkeit vornehmlich auf Wahlen (Reichspräsidentenwahl, Stadtverordnetenwahl, Kreis- und Provinzialtagswahl) erstreckte. Diese Wahlen verursachten anderseits größere Aus- ' gaben, was auch au5 der Rechnungsablage zu j ersehen war. Bei der Vorstandswahl wurden die | Herren Gg. Kling zum 1. Vorsitzenden, Dr. , Lenz zum 2. Vorsitzenden gewählt. Als weitere Mitglieder des engeren Vorstandes gingen aus > der Wahl hervor: Aittonie Baehr, H. Go tt- I mann, Prof. Dr. Heuser, Ottilie K o w a r - zik, I. Loh, A. Moll, F. Rorth, Fr. , Weber, Fr. Weicker und W. Wetter. I Der erweiterte Vorstand setzt sich aus 32 Mit- ! gliedern zusammen. Rach Erledigung anderer , Ortsgruppenangelegenheiten hielt Dr. Lenz I einen Vortrag über die zur Zeit die Gemüter sehr stark bewegende hermögensrechtliche Aus- < einandersetzung mit den Fürstenhäusern. Hieran j 1 schloß sich eine kurze Aussprache. '.amt ßiifcn teilt auf bie Befördern 29. Dezember ter ab? unb \ebes lelstae^e auch das langen auf öffent* ltzen ober anderen i der Zeit von mevalistischen Ber- lostmn- und Irod)= ich für geschloffene Handlungen werden Rt oder mit einer eiorgane sind ange^ henüen Bestiminun- m und gegen Zu- iad)tfid)tlid) einzu- ür Treitax l9« führen 2. und Eungzdauer bet 1 ?nch In diesem Dunlch W mit durch. Wn Mangel; ®;rten. Ob sich Wen. die Fuhrt Sechen zu können, bekamt. lt UNS mit: Die lewerbebetrieb der ien vorn 24. Sep* er Detöffentlichung indigungsblaü bfr daß für die zu des seither Borge- k. der Betrag von mit tödlichem ieftcnt naHnM TÄ" jS*?* nach dem ■ ^ÄLchuld's a5£>lfftÄhfc' b eine» „ker. oj. J D-ri^ s igrE hervor. ^^nr?meienGf ^tDerÄte. Diele P eÄJ Ms' üts Sachlage -u lechnuf uröen d>" äfcf-i ^ng^ vv. Fahrpreis-Ermäßigung für deutsche Touristen auf österreichischen Bundesbahnen. Für das Jahr 1926 ist auf allen österreichischen Bundesbahnen auch den reichsdeutschen Mitgliedern der dem „Verband zur Wahrung allgemeiner touristischer Interessen" angehörenden Vereine Benutzung ermäßigtet Touristen-Rückfahrkarten gestattet. Oberhessen. Landkreis Gießen • Leihgestern, 10. Febr. Einen genußreichen Abend bot am Samstag der hiesige Turnverein 1893 durch einen turneris chen Werbe- und Hnterhaltungsabend in dem neuerbauten Saale „Zur Krone". Vach einem flotten Erösfnungsmarsch begrüßte der Vorsitzende Georg Held in einer kernigen Ansprache die Gäste und ermahnte unter Hinweis auf den Wert des Turnens die Jugend, soweit sie noch der Turnerei fernsteht, sich ihr zu widmen, zum Vorteile ihrer Gesundheit und zum Wohle des Vaterlandes. Vach einem lebenden Bild zur Ehrung der Gefallenen, zu dem der Vorsitzende Held ein von ihm verfaßtes Gedicht vortrug, ging man zum turnerischen Teil über. Die Leistungen zeugten von unermüdlichem Fleiß und Eifer des Vereins. Hierzu hatte in dankenswerter ^Weise der Turn-Verein Lollar eine Riege von 10 Mann, sowie die Turn- Vereine Steinbach und Wieseck je zwei Mann dem hiesigen Turnverein zur Verfügung gestellt. Vach einem kurzen Schlußwort, in dem der Vorsitzende den Mitwirkenden den Dank des Vereins aussprach, folgte Tanz, der alle Teilnehmer noch lange in guter Stimmung zusammenhielt. Am Sonntag versammelten sich die Eltern in demselben Lokale zu einem Elternabend. Hier zeigten die Kinder, jede Klasse für sich, durch schöne Ausführungen, daß bie Lehrerschaft ihr Bestes zum Gelingen des Abends hergegeben hatte. Herr Heß gab dem Wunsche Ausdruck, daß uns noch mehr solche Abende beschert sein möchten. z. Allendorf a. d. Lda., 11. Febr. Im Auftrag der hiesigen Ortsgruppe der Liga zum Schuhe der deutschen Kultur sprach hier vor überfülltem Hause Pfarrer Ho erste! über das Thema: „Die Greuellügner in Vöten". In fesselnder Weise zeigte der Redner, wie eng die Lügenpropaganda unserer Feinde mit der Kriegsschuldfrage verbunden ist. Die zahlreich erschienenen Zuhörer folgten den lehrreichen Ausführungen des Redners mit größtem Interesse und gaben ihrem Dank durch lebhaften Beifall Ausdruck. 's Grünberg, 11. Febr. Die erste diesjährige Holzversteigerung im hiesigen Stadtwald fand in den Distrikten Kreuzstein und Steinritsche statt. Trotz des schlechten Wetters hatten sich sehr viele Steigerer eingefunden, von denen das Bieten sehr lebhaft betrieben wurde. Es wurden bezahlt: Für ein Meter Duchenscheit 1. Klasse 13 bis 15 Mk., 2. Klasse 9 bis 10 Mk., Fichtenscheit 7 bis 8 Mk.. Duchenknüppel 9 bis 10 Mk., Fichtenknüppel 6 bis 7 Mk., Fichtenstöcke 1 bis 2 Mk.. Buchenreiser 2 Mk. Die Preise sind dem Vorjahre entsprechend, aber erfahrungsgemäß sind am hiesigen Orte die Preise der ersten Versteigerungen niedriger und ziehen bei den nächsten Versteigerungen an. _L Weickartshain. 11. Febr. In der Vacht wurde in die Werkstätte eines am Weickartshainer Bahnhof wohnenden Larden- bacher Fahrradhändlers eingebrochen. Der Dieb, der durch Eindrücken einer Fensterscheibe in den Raum gelangte, entwendete ein Kraftrad und suchte mit diesem das Weite. Am folgenden Tage wurde es ihm jedoch schon wieder bei Butzbach abgenommen. l. Hungen, 11. Febr. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Der Gemeinderat beschloß für das Rechnungsjahr 1925 eine Vacherhebung der Gewerbe- st e u e r für die noch nicht erfaßten Umfaße. Die Erhebung erfolgt in einem Vachtragsziel am 10. März 1926. Der Zufchlagssatz beträgt 20 Proz. Ein Gesuch des Radfahrervereins „Germania" Hungen um Heberlaffung von Fichten st angenholz zur Einfriedigung des Festplahes anläßlich des im Juli dahier stattfindenden Bundesfestes wurde genehmigt, ebenso fand die Heberlaffung des Galgenbergs als Festplatz die Zustimmung des Gemeinderats. Die nördliche Giebelwand des Spritzenhauses soll, da nicht verputzt, zum Deschiefern oder Verputzen ausgeschrieben werden. ~ Rodheim a. d. Horloff, 11. Febr. Die Gemeindeverwaltung hatte das Ergebnis der ersten Iagdverpachtung nicht genehmigt; darum kam sie noch einmal zum Ausgebot. Die F e l d j a g d blieb für den vorigen Preis von 300 Mk. in den Händen des Bürgermeisters Hofmann. Die W a i d j a g d behielt auch der seitherige Beständer Karl LI h l 2. von hier für 1150 Mk. Die Gemeindekasse ist mit diesem Ergebnis sehr zufrieden, denn sie erzielt nun aus der Jagd einen Mehrerlös von rund 1000 Mk. — In den Gemeinden des hiesigen Kirchspiels fanden Lichtbilderabende über Tirol statt als Zeichen der Verbundenheit, besonders mit den von den „Katz'lmachern" gequälten Südtirolern. Der finanzielle Heberschuß wird einer deutsch-evangelischen Alpengemeinde zugeführt werden. Kreis Friedberg. 2< Dad-Vauheim, 11, Febr. Der Stenographenverein Gabelsberger, der dem Bezirk Gießen Gabelsbergerscher Stenographen angehört, hielt unter dem Vorsitz von Verwaltungsoberinspektor Hans Schnell seine diesjährige Generalversammlung ab. Mit ehrenden Worten wurde des verstorbenen Gründers und Ehrenvorsitzenden des Vereins, Oberreallehrers Heuser, Mainz, gedacht, ebenso der verstorbenen Mitglieder Bankvorstand Hartmann Stoll, Paul Wilke und Adolf Glaser. Die Mitgliederzahl seht sich aus 151 aktiven und 35 passiven Vereinsangehörigen zusammen. Die Rechnung schließt mit einem Kassenbestand von 523,62 Mk. ab, was nicht in letzter Linie dem anzuerkennenden Entgegenkommen zu danken ist, das die Stadtverwaltung, die Dolls- bant und Private dem gemeinnützigen Verein durch Hnterstützungen erweisen. Der gute Kassen- bestand gab Veranlassung zu der Anregung, eine Schreibmaschine anzuschaffen und für eine neue Bibliothek in R e ich s ku rz sch r if t den Grundstock zu legen. Den Höhepunkt des erfolgreichen Vereinsjahres bildet der hier statt- gefundene Herbstbezirkstag des Bezirks Gießen, über dessen glänzenden Verlauf seinerzeit eingehend berichtet wurde. Der Verein war mit schönen Erfolgen am Frühjahrsbezirkstag in Laubach, am Derbandstag in Aschaffenburg und am Bundestag in München und den damit verbundenen Wettfchreiben beteiligt. Der Vorsitzende erstattete eingehenden Bericht über diese Veranstaltungen. Der Frühjahrsbezirkstag dieses Iah- reS findet in Friedberg statt, wo der dortige Verein gleichzeitig die Feier seines 25jährigen Bestehens begehen wird. Zur Zeit sind im Verein die folgenden Kurse im Gang, die alle sehr stark besucht sind: ein Anfängerkursus (Leiter Lehrer Barthel), ein Fortbildungskursus, ein Redeschriftkursus (Leiter Verwaltungssekretär Kreuz» und außerdem ein Schülerkursus in der Schule (Leiter Lehrer Oßwald). Die Hm» stellung in Re ich skurz sch r if t ist vollzogen, es wird nur noch in „Einheit" unterrichtet. Kreis Büdingen. * Nidda, 12. Febr. Die Aufnahme neuer Schuler in die hiesige N e a l s ch u l e i. E. findet am Montag, 19. April, statt. Man beachte die heutige Anzeige. Kreis Schotten. □ Laubach, 10. Febr. Das Wohnhaus des im Vovember verstorbenen Forstrats i. R. Eduard Andre („3m Hain") ist als Dienstwohnung für seinen 2lochfolger, Forstrat Kratz, zum Preise von 20 000 Mk. vom Staat an» gekauft worden. An das Haus stößt ein großer Garten, der nötigenfalls noch zu einem Äeben- bau benutzt werden kann. — Montag fand im Gasthof „Zur Traube" die Holzverfteige- rung des gräflichen För st er bezi rkS Gonterskirchen statt (aus den Distrikten Feldchen, Weingärtnerskopf, Forstwiese, Schepp- malsdickung). Es galten: Rm. Buchenscheiter 11 bis 12 Mk.; Rm. Duchenknüppel 8,50 bis 9 Mk.; Rm. Duchenstöcke 4,50 bis 5,50 Mk.; Rm. Reiser- knüppel 3 bis 3,50 Mk. Wesentlich höher, im allgemeinen 2 bis 3 Mk., waren die Preise auf der gestrigen Holzversteigerung des gräflichen Först erbezirks Ruppertsburg, die im „Solmser Hof" stattfand (aus den' Distrikten Lenzesberg, Glashau, Hubberg, Hirsch- roth). Hier war ein sehr starker Zudrang von Kaufliebhabern, hauptsächlich aus der Wetterau. Die Landleute dieser Gegend können das Holz dieses Bezirks bequem mit der eigenen Achse abfahren. — Vunmehr ist auch der Entwurf des Bildhauers Arnold-Beuern für das Ehren- denkmal der gebliebenen Söhne unserer Stadt bei der Bürgermeisterei eingetroffen, der wegen Erkrankung des Künstlers nicht früher geliefert werden konnte. Im Vordergründe steht ein Krieger in feldgrauer Uniform als Wächter vor den Ehrentafeln der Helden. Das Gesamtbild ist einfach, aber höchst stimitzungsvoll und ansprechend entworfen. Die Ausführung ist auf 8—10 000 Mk. berechnet, wird jedoch wohl wegen der herrschenden Geldknappheit auf bessere Zeiten verschoben werden müssen. — Im letzten Konzertbericht muß es heißen statt „Kosailski" K osi alski. -8- Burkhards, 9. Febr. Am Sonntag fand im Saale von Gastwirt Schmitt der diesjährige Hnterhaltungsabend des hiesigen G e» sangvereins statt. Der Besuch war über alle Erwartungen gut. Im Mittelpunkt des offiziellen Teils standen zwei Theateraufführungen. Reicher Beifall belohnte die Mitwirkenden für ihr Spiel. Hmrahmt wurden die Theateraufführungen von Chören des Gesangvereins und von Sologesängen und »Vorträgen. Die Chöre, sowie die Ernzelgesänge zeigten gut durchgearbeiteles Stimmenmaterial und sanden dankbare Zuhörer. Die Leitung öe£ Abends lag in den Händen des Dirigenten Lehrer Müller, her in einer 'kurzen Ansprache auf die Bedeutung des Abends und des Gesanges überhaupt hinwies. Vach Beendigung des offiziellen Teils hielt der übliche Tanz die Teilnehmer noch lange beisammen. lg. Gedern, 11. Febr. Die Hauptstraße unseres Ortes Ist durch den starken Fuhrwerksund Lastautoverkehr in recht schlechten Zustand geraten. Es wird daher allseits begrüßt, daß diesem Zustand ein Ende gemacht und die Straße demnächst mit finanzieller Hnterstühung des Kreises gewalzt werden soll. Zur Zeit ist man mit dem Anfahren des erforderlichen Stein- rnaterials beschäftigt. Den hiesigen Fuhrleuten und auch manchem zur Zeit Erwerbslosen wird hierdurch eine Derdienstmöglichkeit geboten, die ihm in dieser Zeit allgemeiner Geldknappheit sehr willkommen fein dürfte. — Dieser Tage fand im Gasthaus „Zum kühlen Grund" die Generalversammlung des Gesangvereins „Liederkranz" (gegr. 1842) statt. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt mit der Ausnahme, daß für Lokomotivführer Drück- mann als Beisitzer Jean Ob er heim gewählt wurde. Im Anschluß an die Vorstandswahl fand eine längere Aussprache über das diesjährige Arbeitsprogramm des Vereins statt. Es sieht für Mai ein Abendkonzert im Schlohpark vor, sofern die Fürstlich Stolbergische Verwaltung denselben zur Verfügung stellt. Weiterhin ist die ^Beteiligung an einem Sängerwettstreit in Aussicht genommen. 3m Laufe des Sommers sollen verschiedene Ausflüge unternommen und im kommenden Winter wiederum ein Konzert veranstaltet werden. Die Generalversammlung beschloß ferner die Einführung eines neuen Vereinsabzeichens mit dep 3nschrift des Vereins. Hm einem Mißbrauch vorzubeugen, sollen die Abzeichen Vereinseigentum bleiben und beim Ausscheiden von Mitgliedern zurückgegeben werden. Preußen. Kreis Wetzlar. Q Wetzlar, 11. Febr. Der neugewählte Kreistag hat in seiner ersten Sitzung folgende Personen zu Mitgliedern des Kreisaus- schusses gewählt: Beigeordneter Hiepe, Wetzlar, Pfarrer Bausch, Kölschhausen, Administrator Siebold, Altenberg, Geschäftsführer B ä r w i n k e l, Wetzlar, Handschuhmacher Fischer, Wetzlar, und Gemeindevorsteher D o- denbender, Salzböden. 3n den Vorstand der Kreissparkasse wurden gewählt: Vorsteher a.D. Drop, Katzenfurt, Lehrer Gaß, Dutenhofen, Geschäftsführ. Därwinkel-Wehlar und Geschäftsführer Ziegler- Wetzlar. Der Zucht- stierkörkommissivn gehören als Mitglieder an: Administrator Siebold, Altenberg, und Gemeindevorsteher R e d 1 i n g, Donbaden. In der Sitzung des Kreistages, über die wir bereits in der Vummer 29 des „Gieß. Anz." berichteten, wurden u. a. folgende weiteren Beschlüsse gefaßt: 1. Die Wahlen zum Kreistag für gültig zu erklären, 2. den Haushaltsplan der Krsissparkasse für das Geschäftsjahr 1926 in Einnahme und Ausgabe auf 63 250 Mk. festzusetzen, 3. den Kreis Wetzlar dem Vahrungsmittelamt der Stadt Koblenz anzuschliehen, 4. neue Satzungen für die Kreissparkasse zu erlassen, 5. eine Wertzuwachssteuerordnung für Grundstücksverkäufe in der Zett vom 1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1924 einzuführen, 6. die Lahnbrücke bei Oberbiel vom 1. April 1926 ab in die Unterhaltung des Kreises zu übernehmen, 7. die laut Beschluß vom 10. Juli 1925 vorgesehene Anleihe von 200 000 Mk. für die Hergabe von Baudarlehen zunächst im Wege des Wechselkredits bei der Landesbank der Rheinprovinz aufzunehmen. — Es ist beabsichtigt, eine Zwangsinnung für das Spengler- und Elektro-Installationsgewerbe für Stadt.und Kreis Wetzlar zu errichten. Zum Kommissar zur Ermittelung der Mehrheit der beteiligten Gewerbetreibenden hat der Regierungspräsident den Bürgermeister Dr. Kühn von hier ernannt • Dutenhofen, 10. Febr. Unsere Gemeindevertretung hat die Votwendigkeit der Instandsetzung einiger Darfst r a h e n erkannt und ist in dankenswerter Weise, trotz der großen Finanznot, dazu übergegangen. die Straßen ausbauen zu lassen. Man darf wohl hoffen, daß, wenn die Dorfstratzen in Ordnung sind, auch der Weg jenseits der Lahnbrücke passierbar gemacht wird. Daß dieser Weg, der als Verkehrsweg besonders für die Ahbacher Bewohner in Betracht kommt, nicht schon in früheren Jahren hergerichtet wurde, ist heutzutage besonders bedauerlich, da jetzt die Vot der Gemeinden viel größer ist als früher. Hebet die Lösung der Finanzftaae muh man ft$> denn auch allerlei Gedanken machen, zumal unter Ort Ieinerlei Wald besitzt und nur auf den Erlös der Gemeindewiesen rechnen kann. O Groh-Rechtenbach, 11. Febr. Bei Arbeiten auf einem dem Müller Dörr Hierselbst gehörigen, in der Vähe seiner Mühle gelegenen Grundstück wurden verschiedene Gegenstände gefunden, die daraus schließen lassen, daß sie schon sehr lange unter der Erde gelegen haben. Unter dem Funde befinden sich u. a. ein Schädel, der dem eines Menschen sehr ähnlich sieht, ein Metallgegenstand, den man sich bisher nicht erklären konnte, ein Schädel, ber von einem Tiere herzurühren scheint, sowie eine ganze Anzahl Knochen verschiedenster Arten. Da die Arbeiten auf dem Grundstück fortgesetzt werden, hofft man noch weitere Funde zu machen. Es dürste zweckmäßig fein, daß sich berufene Personen der gefundenen Gegenstände annehmen, um festzustellen, woher letztere stammen und ob und welchen Altertumswert sie haben. Den Metallgegenstand hat Lehrer Messerschmidt von hier in vorläufige Verwahrung genommen. ]:[ Hochelheim, 11. Febr. In diesen Tagen konnte der hiesige Turnverein auf sein 20jähr iges Destehen zurückblicken. Der Verein hatte beschlossen, das Stiftungsfest mit seiner Winterfestlichkeit zu verbinden, ©in- geleitet wurde die Feier durch ein Musikstück des hiesigen Mandolinenllubs. In seiner Begrüßungsansprache wies der verdiente Turn- toart und Vorturner, Johannes Reitz, auf die Bedeutung des Tages für den Verein und die Bedeutung des Turnens überhaupt hin: Ein gesunder Geist in einem gesunden Leib, beides seien Ziele, die der Verein erstrebe zum Wohle deS einzelnen, zum Wohle des lieben deutschen Vaterlandes. Reicher Beifall bewies dem Sprecher daß seine Worte bei den Zuhörern Anklang gefunden hatten. In einem dramatischen Volksstück, sowie in einem Turnerschwank leisteten sämtliche Darsteller Vorzügliches. Die von dem Wirt Karl Franz neu hergerichtete Bühne machte einen guten Eindruck. Der Vachmittag des folgenden Tages war ganz turnerischen Vorführungen gewidmet. Hierbei zeigte der Verein, an dem auch der Krieg und die schlimme- Vach- kriegszeit nicht spurlos vorüber gegangen waren, daß er wieder auf der Höhe ist und sich mit seinen Leistungen an Pferd, Barren und Reck manchem allen Stadtverein an die Seite stellen kann. Lehrer Gaß aus Dutenhofen, Leiter der Reichs- jugendwetttämpfe im Kreise Wetzlar und eifriger Förderer der Turnsache, zollte denn auch unfern Turnern warme Worte der Anerkennung. In seiner Ansprache über die Bedeutung des Turnens und der Leibesübungen richtete er die eindringliche Bitte an die anwesenden Väter und Mütter, mehr als bisher ihre Jungen dem Turnverein zuzusühren, damit aus ihnen Männer würden, gestählt an Leib und Geist, zum Segen unseres Vaterlandes! Möchten seine Worte bleibenden Anklang gesunden haben. Die turnerischen Vorführungen am Abend, Doppelübungen am Barren, Stabreigen und Kürturnen fanden gleichfalls ungeteilten Beifall. An diese schloß sich Tanz an. Hnser Turnverein kann mit dem Erfolg der beiden Tage wohl zufrieden fein. Hoffentlich ist auf finanziellem Gebiete auch etwas herausgekommen. <> Dornholzhausen 11. Febr. Gestern abend zwischen 6—7 Uhr wurde auf dem Wege von hier nach Lang-Göns der Reifende P a n k n i n der Firma Fertsch & Co. in Friedberg von zwei Keplen überfallen, zu Boden geschlagen und der mttge- führten Gelder in Höhe von 12 00 Mark, sowie seiner goldenen Krawattennadel beraubt. Panknin konnte sich sich bis nach Lang-Göns schleppen. Die Täter konnten bis jetzt nicht ermittelt werden. Kreis Biedenkopf. 9 Königsberg, 12. Febr. Bei Holzfällerarbeiten verunglückte hier der 29jährige Wilh. Schupp in der Weise, daß ein schwerer Stamm vorzeitig zu Fall kam und Schupp mit zu Boden warf. Der Verunglückte erlitt einen Beckenbruch und mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne Gießen nach der Chirurgischen Klinik in Gießen verbracht werden. Dillkreis. |_j EiseINroth, 11. Febr. Bei der hiesigen S emeindeholzversteigerung wurden sehr hohe Preise erzielt. Das Klafter Buchenscheit kam bis zu 60 Rm. — Der Bau Öen Straße Eisemroth — Oberscheld wird kommende Woche in Angriff genommen. Hierbei findet ein großer Teil unserer Arbeitslosen wieder reichlich Beschäftigung. Der Straßenbau wird von dem hiesigen Bauunternehmer Schmidt ausgeführt. — Die Eisen st eingruben sind noch teilweise lahmgelegt. Außer den Votstands- arbeitem ist ein ganz geringer Teil Arbeiter (Bergleute) eingestellt, so daß die Gruben wieder produttionsfähig sind. Der Absatz an Eisensteinen stockt aber noch immer. Wir empfehlen unseren Mitgliedern: Backöl, Kaltschlag-Dorlauf ............Liker Mk. 1.08 Tafelöl la........................Liter Mk. 1.26 Kokosfett, lose....................Pfd. Mk. 0.66 Kokosfett in Tafeln................ Pfd. Mk. 0.68 Margarine, nur beste Mark., Pfd. Mk. 1.00, 0.92, 0.75, 0.65 Trinkeier, ganz frische Ware .........Stück Mk. 0.16 Weiße Bohnen, gut kochend..........Pfd. Mk. 0.20 M Mtn Mm io Mol guter MIO! l8”a WMMilWm.!lW.L aus statt. 1326V ZAbendtaßX [ in allen kauf- \ / mIonischen Fichern Vogtsche \Handel88chuleGleflen. \ Goethestraße 32/ X. 1327a General - Vertretung in Frankfurt a. M. einer Dresdener Zigarettenfabrik sucht für den dortigen Bezirk einen bei der in Frage kommenden Kundschaft bestens ein» geführten Provision»»Vertreter. Es kommen nur Herren mit la Referenzen in Frage. (SctittftL Angebote unt. 1316V an den Gießener Anzeiger erbeten. Heute nachmittag 5 Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Herr Jakob Metzler III. im Alter von 60 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Kath. Metzler geb. Hofmann nebst Kindern und 6 Enkelkinder Familie Heinrich Metzler Familie Kar! Hahn. Heuchelheim, Rodheim, Atzbach, Göbelnrod, den 10. Februar 1926. Die Beerdigung findet Samstag, den 13. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Bachstraße 11 ■gg"!________1-11— 1 Oberhessischer Kunstverein Anläßlich des 50. Geburtstages des Kunstmalers Carl Fries, Ortenberg, und des Kunstbildhauers Johannes Ködding-Gießen lMWEidMWd Die Ausstellung wird Sonntag, den 14. Februar, vormittags 11 Uhr, mit einer Begrüßung eröffnet und bleibt bis 14. März Sonntags, Montags, Mittwochs und Freitags von 11—1 Uhr, Mittwochs auch von 3—5 Uhr dem Publikum zugänglich. In den vorderen Seiten-Abteilen: Oelgemälde und Aquarelle von W. Fritz-Ameburg, St. Kölble-Freiburg und Karl Bartels- Donaueschingen.1324c Für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Heinrich Kehler und Frau Gießen (Kreuzplatz 6 I), 10. Februar 1926 ................ MMiWt 10” 15” King SM» in allen einschlägigen Geschäften erhältlich. 01022 KarlS^miM, Neuenweg42,2d. 1075 !!! Heute Freitag!!! 151;15 354,91 Wh Der Bergnügungsausschutz. 01024 zx Ächtung! Achtung! A Uhr 6.66 Uhr 6.66 für packle ich den Beiried auch wieder anderweitig. 01023 Ziegelei Faber, Leihgestern 1339V Löb er. MM- und MMkliib an den Da Bureau Fritz Kehler 1336V gesucht. 1317D SMgWattz uni ngfutheiKunölget ganz 0981 AHM' von von in 1 21 St. in 1 39 St. in 1 66 St. in 1 in 1 Los, 163 St. Kiefernbauholz 3. Kl. in 7 Losen, 469 St. Kiefernbauholz 4. Kl. FlorFina (Darling Lord Khedive in 16 Losen, 611 St. Kiefernbauholz 5. Kl. = 323,27 in 12 Losen, 5 St. Fichten bauholz 3. Kl. = 7,76 Loseeinteilungen nebst Versteige, rungsbedingungen können zum Preise von 50 Pfennig vaS Stück von unterzeichneter Stelle bezogen werden. Zahlungsbedingungen: Die Holzgeldschuld kann gegen Stellung sicherer Bürgschaft bei Beträgen bis zu 700 Mk. bis Martini 1926 und bei höheren Be- Beachten Sie die Schaufenster Neustadt Nr. 79. Eh Vorzüge meines Kaffees kräftig, aromatisch, ausgiebig stets frisch gebrannt trägen zunächst auf die Dauer 3 Monaten gegen Berechnung 6% Jahreszinsen gestundet werden. Giehen, den 11. Februar 1926. Holzversteigerung in den Freiherrlich von Vordeck zur Vabenauschen Distrikten Mühlberg 1b und Voll le, 2a und b Donnerstag, den 18. Februar 1926. Versteigert werden: Stammholz V. Kl., Dirke: 2 Stck. 0,59 Fstm.; Auhknüppel, Rm.: Fichte 3; Vutzreisig, Rm.: Fichte 12; Scheiter, Vm.: Buche 255, Eiche 38; Knüppel, Am.: Buche 69, Eiche 77, Birke 6, Aspe 8, Kiefern 8, Fichte 10; Knüppelreisig. Am-: Eiche 70; Veisig, Rm: Buche 348, Ducheu. Eiche gemischt 340; Stocke, Rm.: Buche 129, Eiche 32. Zusammenkunft am Hofgut Appenborn um 9 Ahr vormittags. Die blau unterstrichenen Vummern kommen nicht zur Versteigerung. Londorf, den 11. Februar 1926. Hessisches Forstamt Rabenau. Schlager 1. Ranges in ied. HauSball unbedingt erforderlich, bietet hoh. Gewinn. Per Sick. 15 Pf. Anfrag. erbet, u. J. K. 3641 a.Budolf Boise. Berlin - Frieden«, Rheinstrefie 19 uusb Tücht. Provisionsvertreter möglichst aus der Eisen- bzw. Maschinen- Branche bet guten Berdienstmöglichkelten gesucht. Off u. K. lu«t»7an Ann °Erv. 0. Frenz, G. m. b. H., Wiesbaden. 55 6” hält jeden Montag und Donnerstag von 2-6 Ahr nachm. Sprechstunde in Treis a. d. Lda. in der Villa Felseck Dienstag und Freitag halte ich in Vidda Sprechstunde von morgens 10 Ahr bis nachm. 5 Uhr bei Schuhmachermeister Bach. 1315V Achtung! Freitag und Samstag 3 Pfund Waagen aller Art empfiehlt u. werden eichsahig hergestellt. BßöelnnBQoh - MsleiMW. Aus den Waldungen derStadt Giehen sollen am Montag, dem 1. März 1926, vormittags 10*/, Ahr, in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe" in Gießen versteigert werden: 7 St. Kiefernschnittholz 2. Kl. — 5,45 Fstm. in 2 Losen, 19 St. Kiefernschnittholz 3. Kl. 12,92 „ in 3 Losen, 1 St. Fichtenschnittholz 2. Kl. — 1,11 „ Los, Fichtenbauholz 4. Kl. = 19,83 Los, Fichtenbauholz 5a-Kl. = 20,97 Los, Fichtenbauholz 5b-Kl. —18,34 Los. Suche einen tüchtigen Betriebsleiter oder tätigen Teilhaber meinen Ziegeleibetrieb, evtl, ver- JfufGrund langjähriger Erfahrungen unferes Seniors Herrn Nejior Gianaclis, Cairo aus fünften orienialifchen Tabaken hergeftellt Nestor Gianaclis Frankfurt ttMain Flaschenbiere sb Faßbiere M Syphons Jedes Quantum frei Haus Münchener ■ Kulmbacher -Dortmunder - Fürstl. Fürstenberg Pfungstädter - Köstritzer Schwarzbier > Mainzer Aktien ______________________________________________________________________1318 D mit Lagerräumen, Pserdettall, Auto- bntle ufw. m auf erste Hypothek gegen Hobe Zinsen von Geschäftsmann zu leiben gesucht. Schr. Ang. u. 01011 an den Gtefi. Anz. Heinrich Driesch Seltersweg 70 [ Pfund 4.00, 4.40, 4.801 Von Samstag, den 13. Februar, bis einschließlich Dienstag, den 16. Februar, findet in Wetzlar in sämtlichen Räumen des Hotels Herzogliches Haus Großes karnevalistisches Treiben verbunden mit Winzerfest am Rhein statt :::: Original - Jazzband - Kapelle :::: ßlioitr gut erhalten, zu kaufen gesucht. Kasiezahlung. Schrift!. Angebote unter 01008 an den Giehener Anzeiger. CAIRO SeÜ18Z8 Die neuen Sorten Der Oberbürgermeister. 3. V.: Dr. Rosenberg. 13328 Emil Schmall Fernruf 83 Biergroßhandlung und Eisfabrik Fernruf 83 oder geteilt, zum 1. März MW« für Fabrikation von Papiersäcken gesucht. Aanz Schmitz, Gießen Restaurant „Sinn Rebstock" Samstag, den 13. Februar 61i Wemis MMs »lU Herrn! BFS Sie finden in meinem Herren- M ßvi garderobe-HauS ingroh. Auswahl WZ rta Nene elegante Herren-Aazttge, nur Hß tW Qualitätsware, von Mk. 20.— bis M WI 'jJit. 80.— und höher. Frack- und Km W Smoking-Aasige sehr billig. Sport- Hm hfj &nzttge mit 2 Hosen von Mk 35.— Bffl nn. Konfirmanden • Änxttge von W Hffil Mk. 18.— an. Kinder-Anzage, für Bai KM 2-8jähr., znSchleuderpr. Gummi- Hm O Mäntel von Mk. 15.— an. Bozener M WZ Mäntel in all. Preislagen. Lodon- W p.;-j joppen, teldgr Joppen v. Mk. 14.— Kg W an. irtauchester-Ansago WIE.35.—. W Kjä Windjacken v. Mk. 10.— an Dan- BB chester-Hosen, lang und kurz, von W BK Mk. 10.— an. Feidgr. Hosen, lang Wo Bi u. kurz,Mk. 11.—. Schwarie Hosen W W von Mk. II.— an. Gestr. Losen, W KM in allen Farben und Gröfien, von H B| Mk 8.—an. Sporthosen v.Mk. 8. — W HK au. Bnrschen-5osen ll>ik 5.— pro ®| M Stück. B ane Areeits-Anzage Mk.^8 HK 8.—. WetOblnßer-Anzage 3)it 11.-. IQ Kgl Grofier Posten Zephyr - Hemden W M mit 2 Kragen, in allen Gröhen, W M Stück Mk. 6.-. [1009 BI Abteilung II »M Bebranehte Ansage, noch sehr gut E3Ä BW erhalt., von Mk 12.— an. Frack-, W Smoking-, Gehrock-, Cniaway-An- W BH zage sehr billig. Sacco mit Westen KB «I und Hosen rote Kellner-Westen KÄ äuherst vretswürdtg. H Ein Versuch lohnt! "BQ H H9mewtW-fjaiis|| I £.80 WO I K OteBen. Sellersweg 58,1 toppe s HB Eins. Ecke Volksbad. Kein Laden, Hi Hotelreslanranl MistaBol“ Peter Gapb Morgen Samstag, den 13. Februar Warum quälen Sie sich noch? Sie erhalten eine MERCEDES Schreibmaschine für Mk. 38.50 monatlich ohne weitere Anzahlung bei 13“a FranzVogt&Co. BureauelorichlöDgen Gießen Goethestraße 32 Telephon 264. NMVMWWM Infolge verspätet eingegangener Genehmigung sind wir nicht in der Lage, allen unseren Mitgliedern, Gönnern und Anhängern eine schriftliche Einladung zu dem am morgigen Samstag, dem 13. d. Mts., abends 'M»le1t 8 Uhr, in sämtlichen Raumen der 91 ..Liebigshöho" stattfindenden ♦iBwürll'IIVIIIl :hen zu lasten. Einladungen sowie Karten hierzu bitten wir it enden Geschäften abzuholen: Herrenfriseurgeschäft Tränk ne r, en Baue; Schuhhaus Süfi, Marktstraße 9/11; Sportgeschäst neider, Neuenweg; Damenfriseurgeschäft Henkel, Plockstr. 7. mhöfen 24. n,n07 Bon morgens lii Uhr mellflelhh m graut WM ,.M £*" Heinrich Bönse!. 01012 Herr AmtSphystkuS Dr. meb. 91. in W. hat mtt Serba-Seife bei (kkzem und rissiger Haut vorzügliche Er« folge erzielt. Ver Et.M.—.SS, so°/° verstärkt M. 1.— Zur Nachbehandlung ist Herba-Creme besonders zu empfehlen. Zu haben in allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien- Damenfrisieren, Shampoonieren sowie elektr. Vibrat-Massage und Maniküre empfiehlt 24D Beruh. Dosch Herren- and Damen-// Frlseorgesohait " Neuen Baue 12 j[ Ecke Weidengaase/,' Parfümerie und Toiletteartikel Bunter Abend in der Bunten Bühne 50 Seltereweg 50. 01021 Alles rennet, rettet zur Kappensitzung am Samstag, dem 13. Febr., bei Fritz Keßler, Neuenweg. — Jazzband-Musik mit ersten Geigern sowie große Ueberraschung. 1337V CAFE ERNST LUDWIG Samstag, den 13. Februar, abends 8 Uhr: l TANZ l Heiterer Abend 1l Eintritt frei I Rosenmontag Großer Fasching Als Gast: HEINZ SÄNGER, der bekannte Groteskkomiker und Tanzparodist Eintritt frei! jüngster Preisträger im Danziger 9-Komiker-Wettstreit Eintritt frei! Walltorttraste 17. Sauberes, ehrliches Mädchen für kleinen, tinder» losen Haushalt zum 15 März gesucht. Zu ersr Selteröweg 19 im Laden 10998 | Kaufgesuche"] MMS 2—4 - Sitzer, nicht unter 4 Steuer-L. £., gebraucht, aber gut erhallen, zu kaufen gesucht. Schr. Angebote unter 01016 an den Metz. Auz. Ser Dow. 10000 Mk. gegen guie Sicherheit lüleWtngelniöt. Schr. Ana. u. 1314D an den Äiefi. Anz. Samstag, 13 Febr. abends 9 Uhr: E. & A. U. ^c Kneipe. Der Vorstand. Verei’niglep Männerehor HannoDie-Gemiitlichkeit Samstag, l» Febr. abends 87« Ubr, im BereinSlotal, Faul- stich, Bahnhosstr. 87: General- Versammlung wozu wir unsere Mitglieder herzlichst etnladen. 13340 Der Vorstand. iVfitiiintninHliihiiiiiii'Uiiiiuiiiiiiiiiiiitiiiiiiininnrtiiiiiiti ________Anfang 6 59 Uhr. ,„,v Somstag, den 13. Februar Ruder- U gesellschaft Sonntag, d. 14. Februar, nachmittags 4 Uhr im „Bootshaus" 1810c Kreppel-Kaffee Bekanntmachung. Entsprechend den bereits erfolgten Veröffentlichungen der Provinz Oberhesten, des Kreises und der Stadt Giehen, sind in den Monaten Februar, März und April lf. Js. weitere Zahlungen an Gewerbesteuer vom Ertrag zu leisten. Am die Feststellung und Erhebung der zu zahlenden Beträge zu erleichtern, werden den Pflichtigen in den nächsten Tagen Anforderungszettel zugestellt werden. 13336 Giehen, den 10. Februar 1926. Finanzamt Giehen. 2 MMMle eins davon m.K asten, und 1 kl. Schrank mttSchubkasten, ferner 2 (tzeschäftö- wagen Platz halber billigst abzumb. ul"u3 Crednerttrahe 20. Kleineres, fastneues WM für einspännig zu fahren, zu verkaufen. Näheres Wiefeck, Turnstr. 12. otnJ, | Verschiedenes) Gründlicher Klavierunterricht wird in und aufier dem Haufe erteilt. Schr. Ang. u. 01018 an den Gieß. Anz. Zugelaufen Deutscher Schäferhund mitDressurhalSband Melllaoen Hl 8L I Verkäufe l'Ionn.-N.A.G.- Ml mit Anhänger preiswert zu verk. Schr. Ang. u. 1313k) an den » test. Anz. Weis. stttissägt 220 Mk., Rennrad neu, 100 Mk., Ith. Treibriemen neu. 8 m lang, 100 mm br., 40 Mk., zu verkauf. [1329D Klein-Linden Frankfurter Str. L Tel. 802. in oeipodKen. Haas Frankfurt. Str. 59. BaOfpiHi 1920 Gletze». Samstag, 13.V.M., abds. 8 Uhr öünftL: Mitgliederversammlung, anschliehend: Familien-Abend bn BereiuSlokal, Reustadt 78. 01031 benfion Bronöl Neuen Däne 22 Gul mööl. Zimmer Beste Verpflegung Tel. 1085. mV Drei möbl. «oder auch unmöblierte) Zimmer in guter Lage, mit Kllchenbenutzung, an ein Ehepaar Aum L April zu vernr. Schrift!. Angebote unter 01004 an den Glefi. Anz. erberen Eins, möbl., sreundl. Zimmer mit elektr. Licht an anfpruchSl.Herrnod. '^rL sos billig z.vrm. Zu erfr. t. d. Gefchst. d. Gteh. Anz. [01015 MI. Simmet zu vermieten [01019 Nordaulage 9 I. | Mietgesuche j Mbl.Zininitr ab 1. 3. od. 1. 4. ges. Schr. Angeb. unter 01006 a.d. Äiefi.Anz. Ehepaar sucht 2 Zimmer mit Küche od. Kochgelegenheit. Schriftl. Angeb. unt. 01000 an den Giefi. Anz. erb. Sehr schöne r-zimer-Wabn. in schöner gegen ebenso gutem Hause zu tauschen gi Schriftl..Angevole unter 01005 an den Gteh. Anz. erbeten Stellenangebote! Monatlich 600.- verd. nachweislich meine Vertreter Keine Borkenntn., kein Kapital nötig. Damen u. Herren in allen Orten ges. Angebote an fflax Krng.Sträutemot? (mnbLBerlinW.227 N. Ansbach. Str. 7 Bäcker- lehrlirm kann sofort od.Oslern emtreien bet 01013 Bäckermeister Friedrich Muth, Deuern. Zuverlässiges, sauberes Mädchen das schon in gutem Hause in Stellung war und Zeugnisse besitz», per 1. März 661a 6 Nr. 56 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Freitag, 12. Februar 1926 Turnen, Sport und Spiel Fußball. Bezirk Hessen-Hannover. y. Das Verbandstreffen S. C. 03 Kassel gegen S. Vg. Göttingen, das eigentlich den Kamps zweier annähernd gleichwertiger Gegner bringen sollte, entartete spielerisch wie sportlich vollständig. Die S. C.er machten ihrem guten Ruf alle Ehre und gestalteten ihr Spiel zu einer haushohen Lleberlegenheit über den sudhannoverschen Vertreter, die sich nicht so sehr im Spielverlauf, als vielmehr im Torverhältnis bemerkbar machte. Soweit die spielerische Lleberraschung! Sportlich wußten die Göttinger den besseren Leistungen der Kasselaner nur mit Llnfairnis zu begegnen, ein liebel, das sich immer bei dm Mannschaften zeigt, die nicht mit Anstand zu verlieren verstehen. Bei einem Leiter wie Burkhardt- Kassel konnten diese Llnsportlichkeitm natürlich nicht Oerfangen. Sie mutzten diese vielmehr mit der Herausstellung zweier ihrer Leute mit Recht büßen. Das Ergebnis 8:2 für S. C. B. ist in allen Teilen berechtigt. Wie vorauszusehen, verlor der F. C. W e h- lar gegen Hessen 09 in Kassel glatt mit 0:6. Ein besseres Abschneiden der Wetzlarer (ohne Schindler und Paulus!) war nicht zu erwarten. Die Mannschaft schlug sich trotz allem, besonders in der Verteidigung, recht gut. Die toenigen Wetzlarer Angriffe wurden nicht ausgewertet, so datz ihnen selbst das Ehrentor versagt blieb, während. „Hessen 09“ sich vor dem Tore sehr gefährlich und schutzsicher zeigte. Aus dem ArbeiLer-Turn- und Sportbund. Freie Turnerschaft Gießen I.—Freie Turnerschaft Friedberg I. 3:1. £ Mit drei Mannschaften weilte Gießen am Sonntag in Friedberg, alle drei konnten auch siegreich heimkehren. Friedbergs Erste konnte noch vor kurzem den Bezirksmeister des 6. Bezirks schlagen, mußte sich aber am Sonntag dem immer besser werdenden Zusammenspiel der Gießener beugen. Es war wohl das schärfste Spiel, daß die Gießener in letzter Zeit auszutragen hatten, leicht war ihnen der Sieg nicht gemacht, er erforderte große Anstrengungen. Vom Anstoß weg entwickelte sich so- fort ein äußerst lebhaftes Spiel, Friedberg war zunächst im Vorteil und setzte sich vor dem Gießener Tor fest. Es wurde höchste Zeit, als sich Gießen endlich freimachen konnte, der gut angesetzte Angriff endete mit Torschuß. Im folgenden Mittelfeldspiel iah man beiderseits recht gute Momente, die allerdings durch das zu scharfe Spiel des Friedberaer Halblinken etwas beeinträchtigt wurden. Ein dafür gegebener Elfmeter wurde von Gießen verwandelt. Friedberg lag wieder im Angriff, der Halbrechte gab einen hohen Ball aufs Tor, der vom Gießener Tormann, der leichtfertig feine Körpergröße über- schätzt hate, aus dem Netz geholt werden mußte. Halbzeit 2'1 für Gießen. Nach Wiederanstoß ein Spiel mit wechselnden Situationen, wobei Friedbergs Spielweise einen Ton schärfer wurde. Ein Elfmeter wurde vom Gießener Tormann glänzend gehalten, während Gießen einen ihm zugesprochenen Elser verschenkte. Ein wohldurchdachter Angriff der Gießener sicherte ihnen den dritten Erfolg. Zehn Minuten vor Schluß mußte der Friedberger Halbrechte vom Schiedsrichter wegen einer Ungehör'g- keit oom Platz verwiesen werden. Seine Weigerung, dem nachzukommen, hatte den vorzeiten Abpfiff zur Folge. Ecken 5:4 für Gießen. Das Spiel der zweiten Mannschaften endete 5:0 für Gießen, ein Beweis ihres Eifers und ihrer sich hebenden Spielerfahrung. Dies soll anerkannt werden, wobei aber auch gesagt werden muß, daß es auf dem Spielfeld nur einen, den Schiedsrichter, gibt, der Entscheidungen zu treffen hat. Jst's anders, leidet das Ansehen und alle Weiterungen, wie sie am Sonntag vorkamen, sind unausbleiblich, aber bei etwas mehr Selbstdisziplin vermeidbar. Das Spiel selbst war lebhaft und flott bis zum Ende, die Friedberger zeigten etwas Zerfahrenheit. Die Gießener Handball-Mannschaft ist im Aufbau begriffen. Sie hat ihr Spiel gegen die Friedberger Handballer zwar nur knapp, 1:0, gewinnen können/ aber die im Spiel entwickelte Energie berechtigt zu den besten Hoffnungen. Bleibt der Geist der Mannschaft auch weiter so, dann ist bei etwas mehr Wettspielerfahrung mit einem guten Sport zu rechnen. Freie Turnerschaft heuckelheim I.—-Freie Turner- schäft Fronhausen I. 9:0. £ Ein Neuling, Fronhausen, wählte sich am Sonntag einen recht spielstarken Gegner. Das Endergebnis ist zwar hoch, hatte aber für die verlierende Partei das Gute, daß manche wertvolle Erfahrung mit nach Hause genommen werden konnte. Der Platz war in bester Verfassung, bei Spielbeginn mußte sich Heuchelheim ins eigene Feld zurückdrängen lassen, aber nicht lange, nach 5 Minuten hatte es die Führung in der Hand. Heuchelheims prächtiger Mitteläufer eröffnete den Torreigen mit einem mächtigen Schuß, in kurzen Pausen folgt das zweite und dritte Tor. Heuchelheim entwickelte nun fein ganzes technisches Können, dem die Fronhäuser nicht mehr folgen konnten und sich in ein planloses Lerteidigungsspiel zurückdrängen lassen mußten. So kam, was kommen mußte: Bei Halbzeit führte Heuchelheim mit 7 Toren. Mit frischem, ungebrochenem Mut trat Fronhausen zur zweiten Halbzeit an. Fast war das Spiehflotter als bei Beginn, und als die Heuchelheimer Mannschaft einmal nachließ, war Fronhausen sofort im Vorteil, wenn auch der Enderfolg ausblieb. Beide Torhüter mußten wiederholt eingreifen, um dem Spiel eine andere Wendung zu geben. Fronhausen hatte einen neuen Mann zwischen die Pfosten gestellt, der seiner Aufgabe besser als sein Vorgänger gerecht wurde. Als achtes Tor wurde vom Heuchelheimer Mittelstürmer eine Ecke eingeköpft. Alle Anstrengungen Fronhausens, wenigstens zum Ehrentor zu gelangen, waren vergebens, kurz vor Schluß mußte das Leder zum neuntenmal hinter der Torraumlinie geholt werden. Das ganze war ein Spiel zweier disziplinierter Mannschaften. Heuchelheim Jugend—Rodheim a. d. V. 2:1. Dieses Spiel konnte der Bezirksjugendmeister Heuchelheim gegen die kombinierte Mannschaft Rodheims nur mit einem knappen 2:1-Sieg gewinnen. In der ersten Halbzeit führte Rodheim IX), wahrend m as der Sonntag bringt. Um die Westdeutsche Fußballmeisterschaft. Am 14. Februar nehmen die Endlämpse um die westdeutsche Meisterschaft prograrnmätzig ihren Anfang. In unserem Gau Hessen-Hannover stammen die teilnahmeberechtigten Mannschaften beide aus Kassel: es sind „Sport" und „Kurhessen". Vo" den vierzehn streitenden Vereinen sind bereits d::izehn ermittelt. Lediglich im Ruhrgau kennt man den Meister noch nicht: die Entscheidung liegt hier nur zwischen dem Favoriten Schwarz-Weiß-Cssen und B. V.- Altenessen. Die übrigen Gaumeister, die grötzten- teils schon im Vorjahre Lorbeeren ernten konnten, sind: V. s. R. Köln, Turu Düsseldorf, Arminia Bielefeld. Duisburger Spielverein und Sportfreunde Siegen. Die zweite Gruppe seht sich außer den oben Erwähnten noch zusammen aus Fortuna Düsseldorf. Rheydter Spielverein, V. f. L. Osnabrück, F. D. 08 Duisburg und Sportvereinigung 1911 Hagen. Die Ouvertüre am kommenden Sonntag bringt neben dem Entscheidungsspiel Schwarz- Weih-Essen—B. V. Altenessen folgende Vereine der ersten Gruppe zusammen: V. f. R. Köln—Sport-Kassel in Köln: Turu Düsseldorf—Arminia Dielefeld in Düsseldorf: Duisburger Spielverein—Sportfreunde Siegen in Ruhrort. Das Programm der Tabellenzweit e n lautet: Rheydter Spv.—Kurhessen Kassel in München-Gladbach: V. f. L. Osnabrück— Fortuna Düsseldorf in Hamm: Sportvereinig. 11 Hagen—S. D. 08 Duisburg in Hagen-Eppenhausen. Es ist natürlich autzerordentlich schwer, aus der Reihe der Bewerber die Sieger im Ringen um das „westdeutsche blaue Band" vorherzu- sagen, da gerade in den Entscheidungstrefsen häufig unberechnenbare Zwischenfälle alle Tips über den Haufen werfen. Will man aber der Papierform Glauben schenken, so werden die altrenommierten Klubs mit so berühmten Ramen, wie Turu Düsseldorf, Duisburger Spielverein, Schwarz-Weih-Efien und allenfalls noch B. f. R. Köln und Fortuna Düsseldorf in erster Linie genannt werden müssen. Ob die unserem Gau angeboren* den Kasseler Vertreter in dieser großen Klasse eine Chance haben, ist sehr zu bezweifeln, mb. V. s. B. (-). Der kommende Sonntag sieht nur ein Wettspiel auf dem Waldsportplah vor. Es ist die erste Iugendmannschaft, die gegen die gleiche vom Sportclub 19 00 ihr fälliges Verbandsspiel auszutragen har. Es besteht wohl fein Zweifel, daß die Jugend vom Spovtclub ihrem Gegner in Punkto Technik überlegen ist. Ob es aber wieder zu einem 7:0 Ergebnis kommt, dürfte zu bezweifeln fein. Das damalige Resultat kann nicht als Vergleich der tatsächlichen Spielstärke beider Mannschaften angesprochen werden, da die zu diesem Spiel gegebenen Vorbedingungen nicht gleich waren. Der Spielaus- schuß des V. f. D. hatte gewiß der vom Gau- jugendausschuh für die Dauer der strengsten Winterwochen verfugten Spielsperre, (vielleicht in etwas zu engherziger Ausdeutung) seine Iu- gendmannschaften pausieren lassen, während 1900 diese Zeit zur weiteren Vorbereitung für die noch auszutragenden Verbandsspielen zweckdienlich ausgenuht hatte. Infolgedessen traf die erstere gänzlich unvorbereitet auf ihren stärksten Gegner und mußte sich die Riederlage gefallen lassen. Ihre letzten Resultate zeigen jedoch eine stete Formverbesserung und lassen für Sonntag einen ausgeglichenen Kampf erwarten. Die Ligamannschaft fährt nach Dar rn- stad t zum Rückspiel gegen Sportverein 1898. Wie noch bekannt, konnte letzterer das Vorspiel auf hiesigem Platze nur knapp gewinnen. Die V. s. B.-Mannschast steht voraussi ptlich komplett, außer S t e g e r , der durch P o st ersetzt wird. Hoffentlich tommt sie mit einem ansprechenden Resultat nach Hause. Auch die Zweite unternimmt eine „Aus- landreise" in den Dill kreis und will in Sinn die Erste des dortigen Fußballvereins schlagen. Ob es ihr glücken wird, ist fraglich. Zum Schluß noch fährt die 2. Iugendmannschaft zur Austragung ihres fälligen Verbandsspieles nach Weilburg. 3m Reiche. Rasensport. Im Fußball treten die Spiele in das Stadium der Verbandsmeisterschast^>tämpse, und sind so überall von großem Interesse: nur zum Teil dienen sie noch der Ermittelung der einzelnen Dezirksmeister. Von den Repräsentativspielen verdient das Städtespiel Köln gegen Paris in Paris besonders hervorgehoben zu werden. In Brüssel geht der Länderkampf Belgien—Ungarn vonstatten. Auch im Handball und Hockey sind die Meisterschaftsspiele zum Teil schon so weit gefördert, daß die Kämpfe um die Verbandsmeisterschaften unter den einzelnen Dezirksmeistern beginnen. Turnen und Leichtathletik. Auf turnerischem Gebiet bringt der Sonntag verschiedene Kunstturn-Städtekämpse, so Hagen- Essen-Barmen in Hagen, Bieleseld-Dortmund- Dochum in Bielefeld, Beuthen (Oberschl.)--Berlin in Beuthen und einige kleinere. Die Hannoversche Musterturnschule gibt ihren alljährlichen Vorführungsabend im Kuppelsaal der Stadthalle in Hannover. Ein Hallenspvrtsest veranstaltet der S. V. Eimsbüttel in Hamburg. Die Universitäten Danzig und Königsberg haben einen Hochschulwettkampf vereinbart. Doxeu. Zu einem Box-Ländertampf der Amateure treffen sich die repräsentativen Mannschaften Deutschland und Schweden in Stockholm. Die westfälisch-hessischen Boxmeisterschasten werden in der Dortmunder Westfalenhalle durchgeführt. Fechten. In Hannover wird das Degenturnier um den Richter-Wanderpreis vonstatten gehen. Schwimmen. Eine der größten Veranstaltungen innerhalb der Deutschen Turnerschaft ist das in Halle alljährlich stattfindende Iahnschwimmen, zu dem zahlreiche Meldungen aus allen Teilen des Reiches eingegangen sind. Zu einem Sch'wimm- Städtekamps treffen sich Plauen und Zwickau in Zwickau, zu dem ein Vereinskampf Poseidon V. f. B. Leipzig—S. V. Zwickau 04 hinzukommt. Wintersport. Im Vordergründe steht die Austragung der Weltmeisterschaften im Kunstlaufen im Berliner Sportpalast, verbunden mit internationalen Kunstlaufen und einem internationalen Cishockeh- turnier. Wegen der Ungunst 6er Witterung sind die Deutschen Skimeisterschaften verschoben worden. Die schweizerischen Skimeisterschasten kommen in Wengen zur Entscheidung. Die österreichische Bobmeisterschast wird am Semmering ausgetragen. Die nordischen Spiele nehmen in Stockholm ihr Ende. Motor- und Radsport. In Chicago beginnt das Sechstagerennen mit den Deutschen Miethe und Golle am Start. die Jugend Heuchelheims in der zweiten Spielhälfte mehr vom Spiel hatte und auch zweimal einsenden konnte. Der Heuchelheimer Mannschaft gebührt für dieses Spiel ein Gesamtlob, während Rodheim, wenn es erst längere Zeit gespielt hat, jedenfalls einen beachtenswerten Gegener abgibt. Leichtathletik. Hallensportfest des Akademischen Ausschusses für Leibesübungen an der Universität Gießen. Für Mittwoch hatte der Akademische Ausschuß für Leibesübungen an der Universität Gießen zu einem Hallensportfest in die Turnhalle des Realgymnasiums eingeladen. Eine große Menge von Zuschauern hatte sich eingefunden: unter ihnen sah man Seine Magnificenz den Rektor Prof. Dr. Bürker, Provinzialdirektor Gräf, Beigeordneten Dr. Selb, sowie eine große Zahl von Professoren der Universität. Wenn man seit Jahren regelmäßig den Veranstaltungen des Ausschusses beigewohnt hat, bann muß man anerkennen, daß es vorwärts gegangen ist. Die Leistungen wurden von Jahr zu Jahr besser, die Teilnahme der Studenten an den einzelnen Uebungszweigen ist erfreulich größer geworden, das Interesse weiter Kreise ist erheblich gestiegen, ersichtlich in der großen Zuschauerzahl; die Halle war dicht beseht. Schöner nähme es sich jedoch aus, wenn aus der schaulustigen Jugend bald eine tatenfrohe werden wollte. Was jedoch am Mittwoch am meisten in Erscheinung trat, war die Tatsache, baß die Zahl der Uebungsarten eine wesentliche Erweiterung erfahren hat. Reu in den Uebungs- betrieb auf genommen wurden: Fechten, Schwerathletik und Boxen. Aufgabe des Abends sollte wohl sein, die Arbeftsweise einzelner Abtellungen zu zeigen. Zeit und Raum würden ja auch nicht zulassen, daß alle Arten der Leibesübungen, die der Ausschuß betreibt, bei einer Veranstaltung vorgeführt werden. So hatte man auch von der Aufbietung größerer Massen abgesehen, doch müßte es u. E. leicht sein, die einleitenden Freiübungen von 50 bis 60 Ausübenden zu zeigen. Es würde zu weit führen, jede Darbietung krttrsch zu beleuchten, doch sei hervorgehoben, daß alle Beteiligten mit sichtlicher Lust bei der Sache waren, und daß die Leiter der einzelnen Gruppen sich mit Eifer und Hingabe ihrer Arbeit widmen. Uniberfitätdtum» und Sportlehrer Dr. Werner, der für den Gesamtbetrieb verantwortlich zeichnet, hatte bei der Auswahl seiner Mitarbeiter eine glückliche Hand gehabt. An dem Wetturnen der Korporationen um den Sommer-Wanderpreis für Hal- lenturnen beteiligten sich drei Riegen. Burschenschaft Germania (Barren), Burschenschaft Arminia (Reck) und Burschenschaft Frankonia (Reck). Das Ergebnis hat gezeigt, daß alle drei Bewerber vollkommen gleichwertig waren, und datz nur die Glücklicheren den Sieg errangen. Den Wanderpreis für dieses Jahr erwarb sich Burschenschaft Germania mit 59,6 P., dicht gefolgt von Burschenschaft Arminia mit 59 P. und Burschenschaft Frankonia mit 58,7 P. Geheimrat Prof. Dr. Sommer, der Vorsitzende des Ausschusses, gab nach Beendigung der Darbietungen seiner Freude über das Darge- botene sowie über den zahlreichen Besuch Ausdruck und legte dar, daß der Akademische Ausschuß für Leibesübungen zwar langsam, aber desto sicherer seinen sich gesetzten Zielen näherkommt. Seine Amtsführungen berechtigen za großen Hoffnungen, und wir können im Hinblick auf die studierende Jugend nur wünschen, daß alle diese Hoffnungen sich bald erfüllen. Alles in allem: Das Hallensportfest 1926 war für den Akademischen Ausschuß für Leibesübungen ein voller Erfolg! Der zweite Tag des Hallensportsestes führte in das Städtische Dolksbad. Im Gegensatz zu den Vorführungen des Mittwochabend war das Schwimmen gairz auf den Wettkampf eingestellt. Eine stattliche Zahl von Besuchern war erschienen und folgte mit Spannung ben eflott» durchgeführten Kämpfen. Auch hier erwies es sich als zn-eckmätzig, daß man sachkundige Männer mit der Leitung betraut hatte. Seine Magnificenz Prof. Dr. Bürker sprach seine Anerkennung über die gezeigten Leistungen aus und gab dem Wunsche Ausdruck, datz sich der Kreis der Leibesübungentreibenden immer mehr erweitere, ihren selbst und auch dem Daterlande zu nutz und frommen. Die Ergebnisse der Schwimmwettkämpfe. 1. Beliebige Staffel, 3X4 Bahnen. 1. Sieger fomb. Mannschaft 3.39Vs; 2. Sieger Mannschaft der Burschenschafter 3.50. 2a) Brustschwimmen für Anfänger, 4 Dahnen. 1. Mohr (Germania) l.O’/s; 2. Wagner (Wingolf) 1.2Vs! 3. Pat (Agronomia) 1.4-/.. 2b) Brustschwimmen für Vorgeschrittene, 6 Bahnen. 1. Geismar (Alemannia) 1.26-/5: 2. Pirr (Darmstadtia) 1.30V,: 3. Stüh (Merowingia) 1.42. 3a) Seitschwimmen für Anfänger, 4 Bahnen. 1. Mohr (Germania) l.O1/,; 2. Mühl (Alemannia) 1.3" -: 3. Kümmel (Frankonia) 1.5 -> 3b) Seitschwimmen für Vor g e - schrittene, 6 Bahnen. 1. Stüh (Mervwin- gia) 1.243A; 2. Deuttel (Huberna) 1.25. 4a) Springen für Anfänger (4 Kürsprünge). 1. Schiel (Landsmannschaft Arminia Berlin) 28V,; Punkte; 2. Henneberg (Frankonia) 27' 3 Punkte; 3. Kümmel (Frankonia) 24 Punkte. 4b) Springen fürVorgeschrittene, 3 Pflicht- u nd 2 Kürsprünge. Rur Geismar (Alemannia) hatte gemeldet und erzielte 35' Punkte. 5) Rückenschwimmen für Vorgeschrittene, 6 Bahnen. 1. Riemann (Agronomia) 1.32Vs. 2. Pirr (Darmstadtia) 1.35V,. 6) Kopsweitsprung. 1. Darrs (stuck, agr.) 14,40 Meter, 2. Riemann (Agronomia) 10,10 Meter, 3. Stütz (Merowingia) 10 Meter. 7a) Freischwimmen für Anfänger. 4 Bahnen. Bormann (Frankonia) ging in 0,54 über die Bahn. 7b) Freistilschwimmen für Vorgeschrittene, 6 Dahnen. Riemann (Agronomia) in LIS1/, im Alleingang. 8) Brust staffel (3x4 Dahnen). 1. Wingolf 3.173/-„ 2. Germania 3.221/,, 3. Alemannia 3.333/-. Ein Wasserballspiel zwischen einer Maim- schaft der Universität und einer. Mannschaft des Gießener Schwimmvereins konnte der Schwimmverein für sich entscheiden. Das Hallensportfest des Akademischen Ausschusses ist vorüber, es war ein Fest, das so recht in die Jetztzeit paßt: Frei von äußerem, schmückendem Deiwerk war es ein Fest der Arbeit. Schwimmen. ) (Bau Hessen D. T» Dor'chwimmerstunde. Arn kommenden Sonntag findet im Städtischen Volksbad eine zweite Dorsch wimmer stunde des Gaues Hessen der Deutschen Turnerschast statt. Nachdem in der ersten im Nooember die Grundzüge des Schwimmens, der einzelnen Schwimmarten und des Springens durchgenommen, wird diesmal im Vordergrund die Lebensrettung und Wiederbelebung stehen. Der Deutsche Schwimmverband an die Amerikasahrer. vo. Am 12. Februar tritt der deutsche Weltrekordmann Erich Rademacher gemeinsam mit seinem Klubkameraden Frölich die Reise über den großen Teich an, um in Amerika gegen die Besten des Landes anzutreten. Unter der Leitung ihres Trainers und Beraters Behrens, des sportlichen Leiters des Hellas-Magde- burg, haben sich beide in gute Form gebracht. Der Deutsche Schwimmverband entbietet durch seinen Vorsitzenden Dr. Geisvw den beiden Qlmerifa- fobrem die besten Wünsche für die Fahrt in folgenden Worten: „Ihr kämpft und siegt für euren Verband und für euer Vaterland! Der eine Gedanke: „Sieg den deutschen Farben!" muh alles durchdringen, was ihr denkt und treibt. Freut euch dessen, daß ihr wert befunden seid, daß Millionen auf euch schauen; aber laßt diese Freude nicht zur Tieberhebung werden. In Demut soll der Sportsmann nach dem Siegerkvanz mit starker Hand und festem Wlllen greifen. Unterschätzt in dem frohen Bewußtsein eures Könnens die Schwierigkeiten nicht, die im Klimawechsel und anderen Faktoren liegen. Kämpft ritterlich, und wenn ihr unterliegen solltet, erkennet neidlos den Tleberlegeneren an, sollte es zum Siege gereichen, so siegt ihr nicht für euch, sondern für uns alle und unseren deutschen Ramen. Die herzlichsten und aufrichtigsten Wünsche des ganzen deutschen Schwimmsports geleiten euch! Gute Fahrt! Gut Raß! Dr. Geisow." Der Rekord Frölichs durch den D. S. D. anerkannt. vo. Jetzt hat auch der Deutsche Schwimmverband den letzten von Gustav Frölich aufgelegten Rekord anerkannt. Es ist dies der neue Rekord über 100 Meter Rücken, den Frölich am 21. Januar in Leipzig mit 1:14,1 auf 25 Meter Dahn ausgestellt hat. Lahn-Dünsberg-Gau. Am Sonntag fanden sich die Turnausfckuß- Mitglieder zu einer Sitzung in W i e s e ck flulammen, um über den Turnplan für 1926 zu beraten. Zunächst wurden die Daten der für das erste Halbjahr angesetzten Dort urner st unden für Turner und Turnerinnen festgelegt. Alsdann trat man in die Besprechung der für die Gauveran- staltvngen in diesem Jahr vorgesehenen Wett- kämpfe ein. Das Ergebnis der Beratungen ergab für das Gaufest, das am 11. Juli in Atz- bad) stattfindet, die Austragung je eines Zwölf« lampfes für Ober- und Mittelstufe, je eines Neunkampfes für Alters- und Unterstufe, sowie eines volkstümlichen Fünfkampfes für Turner, während für die Turnerinnen ein Neunkampf für die Oberstufe und ein Siebenkampf für die Unterstufe bestimmt wurde. Hieran anschließend wurde der Wettkamps für das am 22. August in Kessel« buch stattfindende B e r g s e st für Turner — Oder-, Mittel-, Alters- und Unterstufe je ein Vierkampf und für Turnerinnen und Schülerinnen je ein Dreikampf — angesetzt. Einen weiteren Punkt der Tagesordnung bildete die Einführung eines Gau -Sporttages als Verbandsveranstaltung, auf dem alle seither auf dem Gaufest mrt abgewickelten Meisterschaftskämpfe zur Austragung gebracht werden sollen. Ebenso soll auch auf dem Gausporttag die Staffelte um den Gau-Wanderpreis gelaufen werden. Die ursprünglich vorgesehene Herausgabe der Uebun < gen mußte vertagt werden, da die ausgedehnten Beratungen hierfür keine Zeit mehr ließen. Ferner wurde noch das Datum für das diesjährige SchÜ< । erwctturnen in Rodhetm (Bieber) auf de« 1 1. August festgesetzt. zrankreich und rNussolini. Von unserem Pariser W. S.-Korrespondenten. Paris, 11. Februar. Mit unverhohlener Freude verfolgt die Pariser Oeffentlichkeit die ungeheuerliche Rede Mussolinis gegen Deutschland. Alle Blätter, namentlich die der Rechten, betonen, daß Mus- . Mini so zu Deutschland gesprochen habe, wie es sich gehöre. Am wildesten gebärden sich das „Journal", das bekanntlich der französischen Schwerindustrie und besonders Creusot-Schnei- der nahesteht, sowie die „Victoire" Gustav Her« Des, Millerands Intimus', des früheren Sozialisten, dem jetzt nichts verhaßter ist als Deutschland und die französischen Sozialisten. Die „Victoire" überschlägt sich geradezu in Bosheiten gegen Deutschland, in dem sie schreibt, daß nunmehr hoffentlich die italienischen Freunde Frankreichs verstehen lernten, daß sie nur ein direktes persönliches Interesse daran hätten, daß Frankreich mit äußerster Energie die Rheingrenze schütze, und zwar von der Schweiz bis nach Holland, damit nicht eines Tages ein größeres Deutschland durch Oesterreich verstärkt seine „kolosialen" Armeen über den Brenner schickte, um zu sehen, ob Rom noch immer auf derselben Stelle stände wie zur Zeit Kaiser Rotbarts. Daß derartige Phrasen selbstverständlich nicht ernst genommen werden können und vielleicht auch gar nicht wollen, liegt auf der Hand. Aber die ganze Angelegenheit gewinnt denn doch allmählich, wenigstens von Paris aus betrachtet, ein sehr ernstes Bild. Hohnlächelnd stellt z. B. gerade das „Journal" fest, daß es nur scharfer Worte bedürfe, um sofort zu erreichen, daß sich Deutschland von einer hündischen Unterwürfigkeit zeige und sich jetzt nicht genug tun könne in geradezu anekelnden Freundschaftsbezeugungen, sobald der italienische Diktator nur mit der Peitsche knalle. Dies gereiche weder den leitenden deutschen Staatsmännern noch den deutschen Parteien zur Ehre. Die von einem Teil der deutschen Presse trotz der scharfen Angriffe Mussolinis geführte mäßige Sprache wird von denselben französischen Blättern so ausgelegt, als ob Deutschland alles daran setze, es keinesfalls mit Italien au verderben, und daß namentlich die deutschen Rechtskreise immer noch nicht die Hoffnung auf das baldige Zustandekommen eines deutsch-italieniscken Bündnisses aufgegeben hätten, trotz Locarno und trotz Völkerbund. Selbstverständlich richtet sich ein solches Bündnis nach Pariser Auffassung einzig und allein gegen Frankreich, wie Deutschland überhaupt bestimmt damit rechne, in vielen Fällen der Unterstützung des italienischen Delegierten im Dölkerbundsrat sicher zu fein. Am Quai d'Orsay weigert man sich noch, den Standpunkt Frankreichs in dem deutsch-italienischen Streit offiziell festzulegen, läßt aber ganz deutlich durchblicken, daß man hofft, durch diese ganze Angelegenheit eine ' entschiedene Annäherung Italiens an Frank- reich zu erzielen. Die Beziehungen zwischen Rom und Paris sind bekanntlich nicht die ? besten; sie waren sogar zeitweilig stark getrübt. Aber es ist nun mal eine alte Erfahrung, daß die Alliierten sich gegen Deutschland stets überraschend schnell wieder zusammenfinden. Wir haben auch einige Parlamenta- rierder verschiedensten Parteien gefragt, was sie über den deutsch-italienischen Zwischenfall dächten und erhielten darauf die verschiedensten Antworten. Ein Vertreter der Rechten erklärte: „Steht nach dem Anschluß Oesterreichs an Deutschland letzteres erst einmal in Wien, Schwachkopf. Von Alfred Brust. Der ostpreutzifche Dichter Alfred Brust ist zuerst auf dem Theater bekannt geworden: seine bedeutendsten Dramen sind „Der singende Fisch", „Die Schlacht des Heilands , „Cordatus" und „Tolkening". Diesen Alten, der tagein tagaus regungslos am Strande saß und dem Hantieren an dem Fischer- zeua zuschaute, nannten die Seefischer „Schwach, köpf". Immer saß er zusammengekauert auf einer Bootswinde oder sonstigen Gelegenheit, und im ständigen Kauen von Tabak traten die Backenmuskeln unablässig in gleichmäßigem Abstand aus dem schütteren Graubart hervor. Er hatte kein Bootsanteil, war überhaupt erst im späteren Leben zugezogen und dankte demütig, wenn ihm einmal dieser oder jener Fischer nach fettem Zug einen schwachen Dorsch in den Schoß warf. Nötigenfalls flickte er zuweilen Netze. An diesem klaren Mittag, bei den stillen Atemzügen der schimmernden See, geschah allerhand törichtes Unheil an den klargemachten Booten. Schon am Morgen war der Fischer Lars von einem heftigen Fieber befallen. Euse Boy glitt aus und brach sich den kleinen Finger. Die vier Männer der Familie Zach konnten ihr Fahrzeug nicht dicht kriegen und mußten noch zurückbleiben. Und kurz vor Abfahrt der acht anderen Boote stellte sich her- aus, daß der junge Kreuz mit einer Tochter des jüngeren Zach durchgebrannt war. In sechs Tagen sollte sie ihren Detter heiraten — damit Boot und Netzwerk in der Familie blieben. „Schwachkopf, komm mit", riefen die drei restlichen Brüder Kreuz, als die Boote in See stachen. Und die Fischer lachten im Chor. Schwachkopf verneinte. „Der kleine Hans hat sowieso nicht viel geholfen", sagte er ernst und wichtig. „Helfen will er auch?" Und die Fischer lachten im Chor. Da ging ein Ruck durch die alten Knochen. Schwachkopf trat auf das Kreuz-Boot zu und sprang gewandt hinein. Es war zu spät, ihn wieder auszubooten, denn das Schiff glitt zwischen den Buhnen hinaus, und der Alte saß bereits fest an der Steuerpinne. Sechs Stunden brauchten sie bis zu den Netzen. Die Brüder Kreuz schimpften weidlich, denn Scüwachkopf aß ihr Brot und trank ihren Schnaps; und beim Einholen der Netze verstand er nicht zu sv wird damit von selbst die Frage der Wiedervereinigung Ungarns mit Oesterreich erneut akut. Dies aber würde eine höchst gefährliche Verschiebung des europäischen Gleichgewichts bedeuten, die weder Italien noch Frankreich, noch vor allen Dingen die Staaten der Kleinen Entente und besonders die Tschechoslowakei und Jugoslawien widerspruchslos hinnehmen könnten. Ein anderer Parlamentarier wies darauf hin, daß Deutschland es vor dem Kriege doch noch viel schlimmer getrieben hätte hinsichtlich der französischen, dänischen und polnischen Minderheiten innerhalb Deutschlands. Wenn Mussolini jetzt Gleiches mit Gleichem in Südtirol vergelte, so hätten die Deutschen nicht den allermindesten Grund, sich zu beklagen. Das italienisch-britische Geheimabkommen. Die Erklärungen Macdonalds, daß er an einen englisch-italienischen Geheimvertrag über Mossul und Tunis glaube, durch den die Stellung Frankreichs im Mittelmeer stark geschwächt würde, hat in England größtes Aufsehen erregt. Baldwin sah sich veranlaßt, heute im Unterhause zu erklären, daß kein Geheimvertraa irgendwelcher Art zwischen England und Italien bestehe. Was von derartigen Dementis zu halten ist, weiß jedes politische Kind. Es ist selbstverständliche Pflicht eines Staatsmannes, bestehende Geheimvertrage zu dementieren, denn der Sinn eines Geheimvertrags ist eben, daß er geheim bleibt. Hätte Baldwin das Gerücht über einen englisch-italienischen Geheimvertrag nicht dementiert, so hätte er ihn in der Sprache der Diplomaten offen zugegeben. An dem Bestehen eines englisch-italienischen Geheimvertrags ist wohl kaum zu zweifeln, denn die italienische Politik strebte schon lange einen engen Anschluß an England an. Die italienischen Bestrebungen kamen England durchaus gelegen, das erstarkte Italien bildet ein gutes Gegengewicht gegen Frankreich und einen guten Bundesgenossen im Mittelmeer, den man gegen d i e Türkei und auch unter Umständen gegen Frankreichs Kolonialpoliti? im nahen Osten verwenden kann. Ein englisch-italienisches Z u - sammengehen im Völkerbund wird für beide Staaten von großem Nutzen sein, denn der französische Einfluß, der sich hauptsächlich auf seine östlichen Vasallenstaaten stützt, wird durch die englisch-italienische Front wesentlich abgeschwücht. Das wird auch in allen Entwaffnungsfragen, mit denen sich der Völkerbund in nächster Zeit zu beschäftigen haben wird, sehr wichtig fein. Nur mit englischer Hilfe kann Italien seinen Kolonialbesitz weiter ausdehnen, denn bei diesen Bestrebungen wird es stets auf französische Interessen, wenn nicht sogar auf französischen Kolonialbesitz stoßen. Auch feine albanischen Pläne wird Italien nur bei Anlehnung an England verwirklichen können. Auf der Abrüstungskonferenz werden zweifellos die großen italienischen Seerü- ft u n g e n zur Sprache kommen. Gegen wen können sie gerichtet sein? Gegen England nicht; denn es gibt im Mittelmeer keine englisch-italienischen Gegensätze. Zur Verteidigung der italienischen Küsten gegen Jugoslawien und Griechenland reicht eine unbedeutende Flotte aus. Die Marinepolitik Musiolinis kann sich daher nur gegen Frankreich richten, mit dem vielleicht einmal eine Auseinandersetzung wegen Tunis notwendig wird. Mussolini verfehlt bei keiner Gelegenheit, darauf hin- zuweisen, daß Italien einen größeren Kolonialbesitz brauche, um seinen Menschenüberschuß unterzubringen. Italien mit einer starken Aushelfen; denn solches hatte er nie im Leben getan — wie sich jetzt erst herausstellte. Dabei hatte sich ein flotter Wind aufgemacht. Noch weiter draußen war die See sehr bewegt, und ein Boot, das dort ous- gelegt hatte, kam zurück, und man rief einander zur Eile an. Es war dunkel geworden, und die Bootslaternen waren angezündet, als unversehens eine große Woge das Boot auf ihren Rücken nahm. Aber Schwachkopf legte das Ruder nach lee. Nach Backbord und Steuerbord kamen ein paar matte Schreie durch das Rauschen der Wellen. Da mußten Boote gekentert sein. Kein Licht war mehr zu sehen. Hohles Heulen stand ganz hoch in der Luft. Jetzt ging es hart auf hart. Johns Kreuz sollte ans Ruder^ Aber der alte Mann, der da saß, schob ihn mit kräftiger Gebärde von sich. „Festhalten! Nicht rühren!" schrie er durch das Tofen. Und seine Stimme hatte eine nie gehörte Sicherheit. Und er fing Woge auf Woge ab, indes d,e drei Brüder schon mehr tot als lebendig an den Stricken hingen. Die Nacht war schwarz. Der Mast wurde gekappt. Die Netze und alles, was Ballast bedeutete, ging über Bord. Die Lampe zerschellte. Nur einmal mußte ein Bursche ein Zündholz unter der Jacke anreiben, aufblitzen lassen, damit der Alte seinen Kompaß ansehen konnte. Dann tauchte das große Feuer auf, das die Bewohner des Dorfes am Strande auf der Düne entzündet hatten. Aber im Angesicht des Feuers gingen die letzten Boote hinab, und niemand von der Besatzung kam wieder an Land. Nur das Kreuz-Boot,'von Schwachkopf gesteuert, wurde durch die Brandung mit einem so großen Schwung auf den Strand geworfen, daß es in Trümmer ging, und die Brüder bewußtlos mit blutenden Nasen von dem Alten hinter die Vordüne geschleppt werden mußten. Den Fischer Lars hatte das Fieber gerettet. Euse Boy dankte seinem kleinen Finger das Leben. Die vier Männer der Familie Zach hatten das Boot nichr dicht bekommen. Und der junge Kreuz war ">cht umsonst mit der Tochter Zach dlirchqebrannt. Unter solchen Umständen trat der Vetter Zach von der Heirat zurück. Denn die Kreuz und Zach konnten jetzt ehelichen, weil das Kreuz-Boot noch zu reparieren war, und die Familie Kreuz-Zach hatte die beiden einzigen Boote im Dorf. In der nächsten Generation heißt die Familie Kreuzoch. Und der Schwachkopf'? Ja! Der bekam gelegentlich nach fettem Zug einen schwachen Dorsch in den «chotz geworfen. Nötigenfalls flickte er zuweilen ,.I)cnn bas Leben ist nun einmal hart. Und schließlich kann man doch Fieber und Finger und Wanderung muß sich immer Gebiete offenhalten, wohin es diesen Menschenstrom lenkt. Nur dann wird im Lande selbst Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit verhindert. Tunis ist das alte große Ziel jeder nationalistischen Regierung Italiens gewesen, denn dort hat Italien seit altersher die größten wirtschaftlichen Interessen. Eine starke italienische Bevölkerung ist über das ganze Land verteilt und hat den größten Teil des Handels in den Händen. Der Gegensatz zwischen Italienern und Franzosen in Tunis besteht seit der Besetzung des Gebiets durch die Franzosen in unverminderter Schärfe fort. Neben Tunis ist das Auge der italienischen Kolonialpolitik aber auch auf Syrien gerichtet. Die italienische Presse betont bei jeder Gelegenheit, daß Frankreich nicht in der Lage ist, das Mandat über Syrien zu verwalten. Italien wäre sofort bereit, an die Stelle Frank- reichs zu treten, um dann eine gemeinsame Politik mit England im nahen Osten zu betreiben. Auf diese Weise würde sich Italien an der Oel- beute im Mossulgebiet beteiligen können. Die Steuerbelastung in Hessen. Der hessische F i n a n z m i n i st e r hat auf einer der zahlreichen Protestresolutionen die nachfolgende Antwort gegeben, die auch für die Gesamtbevölkerung des Landes von Interesse sein dürfte, und die zugleich als Antwort auf ähnliche Protestresolutionen gelten kann: Die wirtschaftliche Not fast aller Kreise der Bevölkerung, insbesondere auch der Arbeiterschaft, der Landwirte und der Gewerbetreibenden ist mir selbstverständlich genau bekanyt und ich fühle sie um so mehr, als sich diese Not auch auf die Staatsfinanzen in geradezu verheerender Weise a u s w i r k t durch Verminderung der Steuereinnahmen und durch Vermehrung der Staatsausgaben auf dem Gebiete der Erwerbslosenfürsorge. Ilm die Einschränkung der Staatsaufgaben und damit auch der A u s g a'b e n sind die berufenen Vertreter des Volkes gemeinsam mit der Regierung seit langem ernstlich bemüht. Diese Ausgabenverminderung hat aber ihre Grenze und sie kann nie so weit gehen, daß wichtige Lebensinteressen des ganzen Volkes oder einzelner Teile desselben gefährdet und der Zweck des Staates in Frage gestellt werden. Daß in solcher Notzeit alle, die noch irgendwie dazu imstande sind, dazu beitragen müssen, das G a n z e zusammenzuhalten, wird ohne weiteres von wahrhaft vaterländisch denkenden Volksgenossen begriffen werden, wie man andererseits auch in der Regierung weiß, daß solche Opfer und Steuern um so harter drücken, je schwerer es der gesunkene Ertrag der Wirtschaft macht, diese Lasten zu tragen. Darum wird und muß es auch weiterhin das Bestreben der Regierung sein, die unvermeidlichen Lasten nach Möglichkeit gerecht zu verteilen. Wenn vielleicht die wirtschaftlichen und damit die steuerlichen Verhältnisse in Hessen noch ungünstiger liegen als in manchen anderen Ländern, so ist es bekannt, daß das auf die unseligen Wirkungen der Besetzung säst der Hälfte des Landes zurückzuführen ist. Es ist auch bekannt, daß ich aus diesem Anlaß aufs äußerste bemüht bin, das Reich zur Anerkennung einer Schadensersatzpflicht zu veranlassen. Ich wäre besonders dankbar, wenn mich die Bevölkerung bei dieser schweren Aufgabe, die ich ja gerade zu ihrem Nutzen übernehme, unterstützen wollte. Daß die Bevölkerung sich in ihrer Not an lhre Regierung wendet, ist ihr gutes Recht. Sie sollte das aber nicht in abfälliger Kritik oder gar in der Form unoerhüllter feind- seliger Drohungen tun, wie sie zu meinem Leck und das andere dem Glück — haha! dem Geschick zurechnen. Mein Freund, der Regenpfeifer. Die meisten Leute werden wohl, zunächst, nur eine verschwommene Vorstellung von diesem merkwürdigen Vogel haben, den man Regenpfeifer getauft hat. Es wird ihnen auch kaum damit gedient sein, etwa aus dem Brockhaus zu erfahren, daß der Regenpfeifer (charadrius pluvialis) der aus 19 Gattungen und über 100 Arten bestehenden Familie der Stelzvögel (siehe diese!) zuzurechnen ist: ein Vogel mit kurzem, wanMöigen Schnabel, langgerihten Nasenlöchern, schlanken, dünnen, an der Ferse etwas verdickten Deinen mit drei Zehen, schmalen, spchen Flügeln, kurzem runden Schwanz und meist weichem, düster-braungelbl'chen Gefieder ....! Hat man nun ein Bild? Sieht man chn etwa vor sich? Vielleicht. Wenn man aber Diefeä Buch gelesen hat, dann kennt man ihn besser, den Charadrius. den kleinen Lähol von der hohen nordischen Heide, sieht ihn ganz deutlich vor sich Men, hört ihn, streichelt ihn fast mit Der Sjanö, bestaunt sein Nest und seine bunt- fledigen Eier, ist gerührt und entzückt von den großen. blanken, dunklen Augen, dem breiten Ordensband über der Drust, von seinen zierlichen, schlanken Bewegungen und seiner großen Klugheit und Zutraulichkeit — mit einem Wort, wir haben ihn liebgewonnen und sagen: unser Freund, der Regenpfeifer. Seit Löns und feinem berufensten skandinavischen Erben Svend Fleu- ron fand man nicht solche Schilderung, so menschliches Naturerlebnis, so gütige und herzliche Verschwisterung mit dem Tier, wie in diesem Buche des Schweden Bengt Berg. („Mein Freund, der Regenpfeifer". 111 Seiten mit 74 Abbildungen. — Verlag Dietrich Reimer, 2. Auflage. Berlin 1925. — Im gleichen Verlag ist auch das erste Werk von Berg erschienen, ..Mit den Zugvögeln nach Afrika".) Dies aber „ist die schier unglaubliche Geschichte von einem Vogel, der in einer öden Berggegend Lapplands mit drei wandernden Männern gut Freund wurde". Bengt Berg zog mit einem Finnen und einem Lappen viele Tage lang auf dem Pidjastjokko umher, immer die Kamera bereit, stets bedacht, etwas zu sehen und zu erleben. Da fand er eines TageS. hoch oben in der Heide den kleinen Lähol bei feinen Diem And nun setzt das wunderbare und wirkschmerzlichen Bedauern an einzelnen Orten vvrgekommen find, — bevor sie sich die Tatsache überlegt hat, daß die hessische Regierung für die gegenwärtige wirtschaftliche Not nicht verantwortlich gemacht werden kann, und daß die auf der Bevölkerung ruhenden Steuern im Ganzen nur zu einem Viertel von dem hessischen Staat für seinen eigenen Finanzbedarf erhoben werden, die übrigen drei Viertel nimmt das Reich und nehmen die Gemeinden und Kommunaloerbände in Anspruch. Das deutsche Volk hat in heldenhaftem Ringen und in bewunderungswerter Ausdauer vier Jahre hindurch Gut und Blut für fein Vaterland geopfert. Ist dieses Vaterland heute, wo es durch die Auswirkungen des verlorenen Krieges in eine ungeheure wirtschaftliche Krisis hineingeraten ist, nicht mehr wert, d u r ch O p f e r e r h a l t e n zu werden? Ich bin überzeugt, daß kein Deutscher diese Frage in ablehnendem Sinne beantwort^ wird, und ebensowenig brauche ich zu versichern, daß mir keine größere innere Befriedigung zuteil werden kann, als wenn es mir gelingt, nicht nur den Fehlbetrag im Staatshaus- haltzu beseitigen, sondern auch eine fühlbare Herabsetzung der Steuerlast zu er° reichen. Kirche und Schule. Die Kirchengesangvereine im Dekanat Gießen. :—: Gießen, 9. Ian. Auf Einladung des Vertrauensmannes der Kirchengesang- vereint im Dekanat Gießen, Pfarrers Stauba'ch von Watzenborn, fand in Gießen eine Versammlung der Vorsitzenden und Dirigenten der Vereine statt. Cs wurde beraten über das alle Jahre wiederkehrende K i r d) en* g.esangvereinsf est. Als Festtag wurde der Sonntag Ex au di festgelegt, der dieses Jahr auf den 16. Mai fällt. Dieser Sonntag bleibt jetzt als Festtermin ein für allemal festgelegt für die künftigen Jahre. Das Fest findet in Heuchelheim statt und ist dem Gedächtnis Paul Gerhardts gewidmet, dessen 250. Todestag sich in diesem Jahr wiederholt. Als Festchöre für die kirchliche Feier wurden gewählt die Gerhardtschen Lieder: 1. Die güldene Sonne ... 2. Geb dich zufrieden ... 3. Zeuch ein zu deinen -toten .;. In der Nachversammlung, in der jeöer Verein einige selbstgewählte Lieder vorträgt. wird als Massenchor gesungen: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud ...“ Für den Herbst wurde ein Treffen sämtlicher Dekanatskirchengesangvereine in der Nähe von Gießen vorgeschlagen. Tieber Tag und Ort dieser Zusammenkunft soll mit den Vereinen erst Rücksprache genommen werden. Wirtschaft. • Die amtliche Großhandels- Indexziffer. Die auf den Stichtag des 10. Februar berechnete Grohhandelsindexzisfer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 3. Februar (119.2) um 0.3 Prozent auf 118.8 zurückgegangen. Die Dollaranleihe der pfälzischen Städte überzeichnet. Die 7proz. Serienbondsanleihe bayerischer Pfalzstädte in Höhe von 3 800 000 Dollars, die gestern zur Zeichnung auferlegt wurde, hatte bei gleichzeitigem umfangreichen Zeichnungseingang aus mehreren europäischen Ländern vollen Erfolg. * Krupp — de Wendel — Gewerkschaft N o r d d e u t s ch l a n d. In Bestätigung früherer inoffizieller Mitteilungen von einem liebergang linksrheinischer Gruben aus dem Besitz der Firma Krupp an eine dem de Wendel- Konzern nahestehende Gruppe erfährt der WTB.-Handelsdienst. daß nunmehr diese Transaktion abgeschlossen ist. Sämtliche Kuxe der Gewerkschaft Norddeutschland sind von dieser Gruppe übernommen worden. * Polens Schuldenlast. Nach endgül- hgen Berechnungen betragen die Schulden des polmschen Staates im In- und Auslande ins- kaum glaubliche Tagebuch ein, in dem erzählt wird, wie der große, fremde Mann dem kleinen Vogel Stückchen für Stückchen näher kommt; nicht nur äußerlich, sondern auch, wie Mensch das Innere des kleinen Wesens erschließt. fernen Herzschlag belauscht, seine helle Stimme versteht und dem Rätsel der Tierseele mit unendlich zarten und weichen Händen nachtastet. Diele Stunden sitzt Bengt Berg auf einem Stein in der Heide neben dem Regenpfeifer, üeht ihm zu, folgt jeder Bewegung, spricht mit ihm, füttert ihn. darf ihn streicheln und bringt es mit unermüdlicher Geduld und Liebe dahin, daß der Vogel ihn versteht, daß er weih: dieser Mensch ist gut, zu ihm und seinen Begleitern darf er Vertrauen haben; vor ihnen braucht er sich nicht flach an den Boden zu drücken — indes das Herzchen sichtbar gegen die bunt- gezeichneten Brustfedern schlägt — wie vor dem Bussard oder den Raben, die räuberisch spähend übet das Fjäll streichen. Bei diesen Menschen, die zu ihm gekommen sind in feine weite Einsamkeit, braucht er nicht das oft geübte Spiel vom kranken, flügellahmen Vogel zu spielen, um sie von den kostbaren, behüteten und geliebten Eiern fortzulocken, in denen seine Kinder dem Llcht entgegenwachsen. Er kennt diese Drei (und ganz besonders den Einen), wartet auf sie und weiß: sie sind gut und freundlich. Weiß es so gewiß, daß eines Tages die glückliche Stunde des großen Wunders da ist: der Mensch legt te^Sunb unter das Rest mit den Eiern am Voden. Lähol kommt herbei, setzt sich hinein unö ... „ich hob nun unseren kleinen Vogel behutsam unendlich behutsam vom Boden au> . rind der kleine Regenpfeifer brütet rubig weiter in der Hand des Menschen. Pickt nach dem bunten Halstuch, dreht Eiern um, setzt sich behaglich zurecht und laßt sich, aus der anderen Hand, mit elnem Regenwurm füttern ...» Es klingt un- glaublid). Aber man überzeugt sich, wenn man me begleitenden Bilder sieht, glänzend gelungene Kam eraauf nah m e n, die Tag um Tag jede kleine .^toegung, jedes Näherkommen, jede fast un- Icheinbare Bereicherung, dieser seltenen Kameradschaft festhalten ... So ist dieses Buch, mit einem feinen und gütigen Herzen erlebt und niedergeschrieben. Möchte es in recht viele Hände kommen. Es verdient weiteste Verbreitung und wird immer und überall Freude wecken und 42 42,5 — — Berliner Handelsgesellschaft. Lommerj- und Prtvat-Bank 143 2* 106' 106 5* 145,9* 106* 106,5' 130 2' Darmst. und Naiioualdank ■ 125' 130,5' 120.2* Deutsch« Bank........ Deutsch« BeretnSbank .... 124' — 124.2* 12<* 65.5 — —— — DiSconto Lommandtt . . . 118.2- 122 119,7' 121' Metallbau!. ......... 92.25 95 — Mitteldeutsche Kreditbank. . 97.5' 97,75* 98.5* 99' Oesterreichische Kreditanstalt. 6.1 7.4 7.4 7,5 8 Ä o 0,033 — __ Bochumer Guß........ 85* 87,5' BoderuS ■ . . ........ Caro ........... 44 48,5 42.4 46,25 44' —■ 41.5' *■ Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 86' 90' 89' 87.9* 89.5* 89,25' 0 75* Harvener Bergbau...... Kalauerte AscherSlebeu.... 111.5' 817.5 112 5' 111.7' 115.25 112 4* 117 5* Kaliwerk Westeregeln..... 117.35 124,5 118,5 123.5 Laura Hütte........... Oberbedarf. .......... 34.25 37 34.1 37* 48' — 50* 51* Phönix Bergbau..... . 78' 78,25' 77.5' 78,5' Rheinstahl........... 81.5' 88,5 64.5 83.25* 88,25 81,25' 82.9* TelluS Bergbau. ...... 86 87 Hamburg-Amerika Paket.. . Norddeutscher Llovd .... 127' 133,5* 129,7* 136* 127 1' 133,7* __ Theramtsche Werke Albin . . — Zementwerk Heidelberg . . . 78 5 79 — Philipp Holzmann...... 62,5 63 61,25 —• Anglo-Cont.-Guano..... * _ 84.25 Chemische Mayer Alapin . . — — I. G. Farben Industrie, A.-G- 126,6' 69 129 4' 128,2* 69 126,2* Holzverkohlung........ 53.5 74 64 75 77.5 99 7,62 77,5 «llg- Elektrizitäts-Gesellschaft 97' 98.4* 97' 97.75' Bergmann ......... 84' - 85' 85,5* — Matnkraftwerke........ 81 Schlickert , . ...... . , 83,5* 84.72* 82.75* 85* Siemens & Halske ...... 99 25* IJl* 99,5' 102* Adlerwerke Kleyer ...... 87 40 37.5 39 25 Daimler Motoren. ...... 34.5 35,5 33,5 34 Heyligenstaedt......... Meauin. ........... Motorenwerke Mannheim . 23 29 — 30 7. — — 27 — Frankfurter Armaturen .. Konservenfabrik Braun . . . — — — — Metallgeselllchaft Frankfurt. Pet. Union A.»G. ..... Schuhfabrik 6et$ . ...... 106 60 108 5 61 68 — 28 28,25 28,6 — Sichel.............. 5,62 «■■ 6JS Zellstoff valdhof....... Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . 97.75 98 d6,5 97,5 44.5 43 46.5 45 43 — Berlin. 11. Febr Geld Brief Amerikanische Note« ..... 1,195 4,215 Belgische Noten . ....... Dänische Noten ....... 19.045 103,92 19 145 104.41 Englische Noten........ 20,372 20,472 Französische Noten ...... 15.5-5 15 635 Holländische Noten...... 167,33 IG8.1: Italienische Noten ...... 16 91 17.02 Norwegische Noten...... Deutsch-Ocstcrr-, i 100 Kronen 85,19 85.61 58.96 59,26 Rumänische Noten...... — — Schlvedifche Noten...... 112,02 U3,58 Schweizer Noten....... 80,695 81.09) Svauiscke Notrn....... Tschechoslowakische Noten .. 58,95 59 25 12.395 12.455 Ungarische Noten 5,84 5,88 Neues von Shakespeares Testament. Wir wissen so wenig Tatsächliches von Shakespeares Leben, daß jedes neue Licht, das auf die Persönlichkeit des großen Dramatikers fällt, uns willkommen ist. Den zahlreichen Problemen, die Shakespeares Testament vom Sahre 1616 aufgibt, ist nunmehr von neuem ein englischer Forscher, S. O. Addh, nachgegangen, der ein vorzüglicher Kenner der Kultur der elisabetha- schen Zeit ist und seine neuen Beobachtungen in der letzten Hummer von „Notes and Queries" veröffentlicht. Besonders viel hat man sich mit der Bestimmung Shakespeares beschäftigt, daß das zweitbeste Bett seiner Frau Anna zufallen solle. Sidney Lee kommt in seiner Biographie des Dichters zu dem Ergebnis, daß diese Bestimmung als eine Nichtachtung seiner Frau gedeutet werden könne. Es sei zwar ein häufiger Brauch der Zeit, eine bestimmte Bettstelle oder einen anderen Gegenstand des Hausrates als einen Teil des Erbes der Frau zu bezeichnen; es sei auch nicht ungewöhnlich, daß das beste Bett einem anderen Famllienmitglied zugesprochen werde, aber es gebe kein Testament außer dem Shakespeares, in dem ein Bett die ganze Hinterlassenschaft bllde. Außerdem habe der Dichter den Pflichtteil, den seine Frau erhalten mutzte, dadurch geschmälert, datz er das Haus in Blacksriars, das er besah, seiner Tochter Susanna vermachte. „Diese Maßnahmen sind ein vollkommener Beweis," sagt Sidney Lee, „daß er seine Frau von dem Genuß seines Dermö- gens nach dem Tode ausschliehen wollte." Gegen diese Annahme, die den Charakter Shakespeares in einem unschönen Licht erscheinen ließe, wendet sich nun Addy in seinen Ausführungen, die ein großes Material beibringen. Zunächst zeigt er, daß nach dem damals geltenden Recht das ..Pflichtteil" für Frau und Kinder genau fest- gelegt war. Die Witwe erbte stillschweigend ein Drittel von dem persönlichen Besitz ihres Ehemannes, und es war für den Testator nicht nötig und auch nicht bräuchlich, diesen Anteil noch besonders zu erwähnen. Wenn Shakespeare seiner Frau also ein Bett vermachte, so hinterließ er ihr noch etwas über den selbstverständlichen Pflichtteil hinaus. Gibt es nun wirklich kein anderes Testament, in dem nur diese Zuwendung für die Frau enthalten ist? Die Testamente von Warwickshire, der Grafschaft, zu der Shakespeares Geburtsstadt gehörte, sind verloren gegangen. Aber aus gleichzeitigen letztwilligen Verfügungen in anderen Gegenden Englands weist Addy nach, daß eine solche Bestimmung auch hie und da sonst vorkommt, so z. B. in dem Testament eines gewissen Sohn Hill von Grimestorpe, der seinen Freunden und Verwandten verschiedene Legate ausseht und seiner Frau Rosa nur sein bestes Bett und sonst nichts hinterläßt. Wir wissen nun, daß Rosa Hill dieses Testament anerkannt hat und darin durchaus keine schlechte Behandlung sah, denn sie erbte ja außerdem noch ein Drittel des ganzen Geldes und der sonstigen Habe. Aber das zweitbeste Bett? Das ist etwas, was die Verehrer Shakespeares doch als eine Ungerechtigkeit empfinden, und trotzdem kann man auch diese Verfügung ganz harmlos deuten. Shakespeare vererbte seiner Frau nicht „eins der besten Betten in meinem Hause", tote es Philipp Morton von Bradfield tat, sondern er vererbte ausdrücklich das zweitbeste Bett. Dowden, der berühmte Shakespeare-Forscher, meinte, daß der Dichter damit vielleicht einer „Laune" seiner Frau entgcgengefommen sei, da sie in diesem Bett besonders gut schlief. Addh aber findet eine andere Erklärung; er meint, man dürfe nicht vergessen, daß ein Bett in jenen Zeiten sehr häufig ein Erbstück war, und daß sich nicht jedes Bett zum Vererben eignete, tocmx es, wie damals häufig, in die Wand eingebaut und daher nicht leicht zu entfernen war. Vielleicht hat Shakespeare in das Haus „New Place", das er sich in Stratford baute, das beste Bett so einbauen laßen, daß es nicht fortzubewegen war. Was das Haus zu Dback Friars anbetrifst, so bis 2 Prozent aufzuweisen. Auto-Aktien waren ebenfalls höher. Kleyer plus 2,5 Prozent, Daimler plus 1 Prozent. Zuckeraltien waren befestigt. Zellstoff-Aktien strebten weiter nach oben. Der K a s s a m a r k t der Sn- dustriepapiere hatte gleichfalls überwiegend Kurssteigerungen aufzuweifen. Der Freiverkehr zeigte freundliche Haltung. Api 0.4, Deckerstahl 45 Prozent, Deckerkohle 61 Prozent, Benz 35.5 Prozent, Drown-Boveri 71 Prozent, Entreprise 9.5 Prozent, Growag 51 Prozent, Krügershall 90 Prozent, Petroleum 80 Prozent, Ufa 63 Prozent. llnterfranfen 60 Prozent. Sm weiteren Verlaufe blieb die Stimmung allgemein freundlich, besonders für Aktienwerte, die neue Steigerungen auftoiefen, wogegen Anleihen später leicht abbröckelten. Das Geschäft blieb im allgemeinen ruhig. Am Geldmarkt war mit Rücksicht auf den bevorstehenden Medio eine Verknappung zu verzeichnen. Tägliches Geld war bis 6 Prozent gesucht. Monatsgeld ist unverändert 63/< bis 7'/° Prozent. Sm Devisen- verlehr stellte sich das englische Pfund auf einen Gegenwert von 4,8635. Paris gegen London 131.60. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Febr. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 26 bis 26,25, Roggen (inl.) 17,50, Sommergerste (für Drau» zwecke) 20 bis 22.50, Hafer (inl.) 18,50 bis 21,50, Mais (gelb) 18.50, Weizenmehl (inl. Spezial 0) 40 bis 40,50, Roggenmehl 25,75 bis 26, Weizen- und Roggenkleie 10 bis 10,25. — Tendenz: unverändert. Berliner Produktenbörse. Berlin, 11. Febr. Der scharfe Rückschlag in Amerika kam auch in neuen Preisberichten Liverpools und die nicht unbeträchtliche Herabsetzung der Schiffsforderungen zum Ausdruck. Sn Weizen blieb das Angebot klein und die bis 3 Mk. ermäßigten Gebote führten nur zu wenigen Umsätzen. Roggen ist wohl mehr zu kaufen, ist aber gleichfalls billiger als gestern gehalten. Gerste und Hafer ziemlich ruhig, in mittleren Qualitäten angeboten und nur gute Sorten begehrt, Mehl matt, Futterartikel still. Sm Lieferungshandel gingen Weizen um 3 Mk. zurück. März 265, Mai 273, Roggen per März mit 165,5, 3>/r und per Mai mit 177,4 Mk. schwächer. Es notierten pro 1000 Kg.: Weizen, märk., 244 bis 247, pomm. 244 bis 248, März 265 bis 264.5 bis 265, Mai 273, Roggen, märk., 145 bis 150, pomm. 145 bis 149, März 165, Mai 177 bis 177,5, Gerste, märk., 168 bis 196, Futtergerste 140 bis 158, Hafer, märk., 155 bis 166, Raps 340 bis 345, für je 100 Kg.: Weizenmehl 32 bis 35.25, Roggenmehl 21.45 bis 23.75, Weizenkleie 10.5 bis 10.75, Roggenkleie 9.3 bis 9.5. Eingesandt. (Für Form und Snhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Klage auS der „Schwarzlach". Zur Zustand der Hinteren Eder st raße gibt mir Veranlassung, mich an die Öffentlichkeit zu wenden. Wer gelegentlich des letzten Hochwassers die Ederstrahe benutzen wollte, mußte sich erst schlüssig machen, ob er nicht einen Rachen benutzen oder hoch „zu Stelzen" durch die Wassermassen waten sollte. Wochenlang war die ganze Gegend links und rechts der Cderstratze ein See. Das Wasser überspülte in einer Breite von 4 bis 5 Metern die Straße. Der Schaden, der den Besitzern von Gärten entstanden ist, würde ein empfindliches Loch in den Stadtsäckel reißen, wenn er geltend gemacht würde. Daß die Stadt ein Verschulden trifft, ist als sicher anzunehmen, da sie den einzigen Flutgraben, der seither die Wassermassen der Lahn zuführte, zuwerfen läßt, und zwar mit der Müllabfuhr der Stadt. Ein ästhetisch und hygienisch wahrhaft ideal ausgesonnener Platz dirett am letzten Hause der Straße! Der kommende Sommer wird von den Bewohnern als ein „Segen" empfunden werden, wenn zu dem Gestank der Müllabfuhr- toar dieses von Shakespeare 1613 für 140 Pfund gekauft und sofort mit einer Hypothek von 60 Pfund belastet toorben. Dadurch, daß die Tochter Susanna mit der Hebernaßme des Hauses zugleich auch diese Hypothekenschuld übernahm, erhielt sie nur, was ihr zustand, denn das Haus zu Black Friars gehörte infolge der unbezahlten Schuld nicht zu dem frei verfügbaren Besitz des Erblassers. „Grade die Tatsache, daß Shakespeare seiner Frau nur eine kleine Gabe und nichts sonst hinterlieh, spricht schon dafür, daß sie ein selbstverständliches Recht auf einen viel größeren Teil des Besitzes hatte," sagt Addy; und dies wird durch das geltende Recht bestätigt, das ihr ihr Witwenteil ganz selbstverständlich zubilligte und die Erlaubnis, noch 40 Tage nach dem Tode in der Wohnung des Gatten au bleiben, bis ihr ihr Anteil ausgezahlt sei. Addy vermutet, daß Susanna und ihr Marrn, Dr. Hall, gewiß der Mutter alle ihr zukommenden Dinge ohne jede Schmälerung ausgeliefert haben. Arnold Mendelssohns „Geistliche Ehormufik". Wie man in der „Neuen Zeitschrift für Musik" lieft, hat Professor D. Arnold Mendelssohn ein kostbar gebundenes Originalexemplar seines großen, vom Leipziger Thomanerchor ur- aufgeführten Motettenzyllus „Geistliche Chormusik" dem Rate der Stadt Leipzig als dem Schirmherrn des Thomanerchors überreichen lassen. Das folgende Anschreiben wurde der Schenkung beigegeben: Hochgeehrter Herr! Am Freitag, dem 18. Suni 1920, hörte ich zum ersten Male in meinem Leben den Thomanerchor fingen, und zwar S. S. Dachs gewaltige Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied". Die Vollendung des a cappella - Gesanges, wie ich sie an jenem Sommernachmittag in der lichtdurchfluteten Thomaskirche zu erleben das Glück hatte, bestimmte mich, der Anregung Dr. Straubes Folge zu geben, und ein in der Frühzeit meiner Entwicklung mit beson- stelle noch der der atemraubende Gasgeruch der etwa 100 Meter vom letzten Haus entfernten Feldbacksteinbrennerei hinzukomrnt und mit den zu erwartenden Millionenschwärmen der Schnaken eine Nachtruhe überflüssig macht. Wenn ein Stadtvater Snteresse an der Ederstrahe nehmen will, so soll ihm hier schon angeraten sein, zum Begehen der Straße bei nassem Wetter sich mit wasserdichten Stiefeln zu bewaffnen, denn aus der Straße wird er von einem Wasserloch ins andere fallen; einen Bürgersteig kennt man in der Ederstrahe nicht. Eine Dame im weißen Kleid bekommt bei solchem Wetter durch ein vorbeifahrendes Lastauto gratis die Zeichnungen für die in Aussicht genommene Stickerei des Kleides aufgezeichnet, denn der Dreck spritzt 3 bis 4 Meter im Umkreise. Es taucht die Frage aus: Bezahlen denn die Bewohner in der „Schwarzlach" Steuern, daß man sich ihrer annehmen muh? Diese Klage reiht sich würdig an die Klage der Bewohner des Dchissenberger Weges. Dem Einsender wird es nicht Wunder nehmen, wenn er in diesem Sahre unseren beliebten Heimatdichter Alfred Bock nicht mehr seinen gewohnten täglichen Spaziergang durch die „Schwarzlach" nach dem Rodberg zu nehmen sehen wird. K. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der ^Radio-Umschau".) Samstag, 13. Februar. 3.30—4 lUjr: Die Stunde der Sugenb. Aus dem deutschen Liederkranz (Liedervorträge Frankfurter Schulen): Bismarck-Mittelschule. 4.15 bis 5.45 injr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Zu Richard Wagners Todestag. 5.45—6.15 lU)t Die Lesestunde (für die reifere Fügend): „Meister Reinecke" von Carl Ewald. 6.15—6.45 Ahr. Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: E. Decker spricht über „Rückkoppelungsstörungen". 6.45—7.05 Ufjr: Zwanzig Minuten Amfchau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 7.05 bis 7.15 Uhr. Der Briefkasten. 7.15—7.45 Ahr: Schachstunde. 7.45—8.15 Ahr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung. Vortrag von Frau Henriette Fürth: „Die Kaufkraft der Löhne und Gehälter vor und nach dem Kriege". 8.15 bis 9.15 Ahr: Alebertragung von Cassel: Heiterer Abend. 9.15—10.15 Ahr: Heiterer Abend. Anschließend bis 12 Ahr: Aebetragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsoerkündigungsblatt 91 r. 12 vom 9. Februar enthüll: Erwerbslofenfür-- forge. — Wahl der Mitglieder zur Tierärztekammer. — Die Bildung einer öffentlichen Wafferge- nossenfchaft in Burkhardsfelden. — Maul- und Klauenseuche in Muschenheim. — Feuerlöschwesen. — Landesfeuerlöschordnung. — Errichtung einer Metzgerei-Anlage in Muschenheim. — Schulvorträge. — Osterferien. — Schulaufnahmen. — Gefunden, verloren. — Dienstnachrichten. Vüchertisch. — Reue Fr auenkleidung und Frauenkultur. Zeitschrift für persönliche, künstlerische Kleidung, Körperkultur und Kunst- Handwerk. Verlag G. Braun, Karlsruhe. Das 2. Heft 1926 vereinigt neben einer Reihe neuartiger Modellentwürfe für Frauen- und Kinderkleidung in begrüßenswerter Variabilität der textlichen Zusammenstellung u. a. Gedenkworte zum 50. Geburtstage der verstorbenen Worpswede? Malerin Paula Modersohn unb eine sehr interessante Abhandlung des Berliner Malers und Schriftstellers Hans Mützel über „Die slowakisch- mährische Hemdtracht". (Eine Anreaung zur Kleidgestattung; ogL sein kürzlich erschienenes Buch „Dom Lendenschurz zur Modetracht".) Besonders lesenswert erschienen uns ferner die Auf- sähe „lieber die Stellung der Frau in Japan" und über „Das Kunstgewerbe Europas". — Die äußere Ausstattung ist tadellos. derer Neigung gepflegtes Kunstgebiet von neuem zu betreten, um in diesem Felde mein Schaffen kühner als bisher sich auswirken zu lassen. Die Frucht meiner Arbeit der letzten Sahre habe ich zusammengesaht unter dem Titel: Geistliche Chormusik. Ein Motettenwerk für das evangelische Kirchenjahr. Dieses Werk dem Rathe der Stadt Leipzig als dem Schirmherrn des Thomanerchors zu- eignen zu dürfen, ist mein lebhafter Wunsch; denn damit wird derjenigen Stelle der gebührende Dank zu geben versucht, der es in erster Linie zuzuschreiben ist, wenn diese aus den Tagen der Väter ererbte wundervolle Snftitution der deutschen Kultur erhallen geblieben ist, und, wie Tausende hoffen, auch ferner, ja für alle Zeit, erhallen bleiben wird. Richt das erste Mal, hochgeehrter Herr, ist es, daß den „Wohl Ehrenwerten, Groß- und Vorachtbaren, auch Hoch- und Dielgeehrten Herren Dürgermeister und Rathmannen der Stadt" für den „Musikalischen Chor zu Leipzig"' ein Motettenwerk zu „geringem Geschenke dargebracht" wird. Ein Gleiches tat auch Heinrich Schütz am 21. April Anno 1648 in der Vorrede zu seiner „Geistlichen Chormusik"; und ich folge in meinem jetzigen Tun also nur dem erlauchten, mir in so Vielem vorbildlichen Geiste dieses großen deutschen Meisters. Wie Er, so möchtest parvum licet componere magno — auch ich eine „dienstfreundliche Ditte aussprechen, daß Sie und die Herren des Rathes mein Präsent groß- günstig auf- und annehmen möchten, und nach Gelegenheit der Zeit zuvörderst Gott dem Allerhöchsten zu Ehren und meiner wenigen Person zu gutem Andenken durch dererselben berühmb- ten Chore mit gebrauchen lassen wollen." Sn der Hoffnung, daß diese meine Bitte freundlich aufgenommen werden möge, bin ich, hochgeehrter Herr Oberbürgermeister, mit dem Ausdruck der vorzüglichsten Hochachtung Shr sehr ergebener Arnold Mendelssohn. Darmstadt, 11. 12. 1925. w^-Rahma- buttecgkich W MARGARINE Gießen: Bahnhofstraße 14 <4 die ix 21) geseher unter (Leg/ wendet amtatii cher [ suchun; Ti Wochei amtslik A.. In Hlutpr) Delitzer °en wow QUWoliW(he. » 6M, 'ß,n«i aus b Axi, gemei dupnben. 2er Zwisch 6a,ran- unicre Jf’fy "vn ’e "ochst? jE^chlondz A, lErbund SS soll, tri! ?OI Ä'7). « »J Giehe runöfl rieh zuneh 2Inor mäb'l ve.se von o ^tolo. leitigu N Ü aufslch' die De Zn 18. & Jahre ©i juun stanl wär §in' anzr € wolle) foni A wir! gemäs Wie ginnet bemer G L S: O 10% 1 A< Uhr. A L 1 Uhr Z Qlmta, S dem Gem die vl schafft zu ric stand« vorsch & Sein oder Nichtsein. Lin Kriminalroman von dec Wasserkante. Von Tlorifo Schäfer. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ich verlange keine Schonung — ich verlange nur das Eine: rechtfertigen Sie sich, und dann gehen Sie!" „Nun denn, wir leben in einer tollen Zeit. Dos wissen Sie. Es kann geschehen daß alle Kalkulationen durch die Macht der Ereignisse zu schänden werden. Es kommt nur darauf an, daß man den Kopf oben behält. Die solidesten Häuser bekommen Risse und Sprünge. ,Unb Sie wollen behaupten---" „Krisen gibt es schließlich einmal in jedem Geschäft. So etwas muß überwunden werden. Es kommt nur darauf an, daß man den Kopf oben behält. Augenblicklich, meine Gnädigste, kann leider nicht geleugnet werden, daß sich das Haus Lorenzen in einer solchen Krise befindet. Und ferner muß gesagt werden, daß Herr Lorenzen drauf und dran ist, den Kopf zu verlieren." „Soll das heißen —?" „Verzeihung, das, was Sie voraussetzen, wollen wir nicht zur Sprache bringen. Es klingt häßlich und verrückt den Kernpunkt der Dinge. Fassen Sie sich, Frau Andrea, es kann —" „Ich verbiete Ihnen, mich —" Mit überlegenem Lächeln, dem der Zynismus nicht fehlte, winkte er ab. „Es ist nicht die richtige Gelegenheit, um Worte zu feilschen. Ich bitte Sie, meine Gnädigste, jetzt keine falsche Empfindlichkeit. Es handelt sich darum, Ihren Gatten vor dem Sturz aus stolzer Höhe zu bewahren. Wollen Sie dazu die Hand bieten oder nicht?" „Ich? Wie könnte ich--" „Sie vermögen mehr für ihn zu tun, als Sie denken. Aber darüber reden wir noch. Vorläufig mag es Ihnen zum Tröste dienen, daß es noch hilfsbereite, selbstlose Freundschaft gibt, die Ihren Gatten nicht im Stiche lassen wird. Freilich muß es sich diese Freundschaft gefallen lassen, von gewissen Seiten mit scheelen Blicken gemessen zu werden. Aber der Altruismus muß sich an Verdächtigungen gewöhnen — es ist fein Los, verkannt zu werden —" „Wenn ich Sie recht verstehe, wollen Tie selbst „Sie verstehen mich recht, Frau Andrea! Ich bin bereit und imstande, eine durchgreifende Sanierung des Hauses Lorenzen in die Wege zu leiten. Die Stützungsakton, die ich durchzuführen gedenke, wird die Firma in die Lage versetzen, allen Stürmen zu trotzen, die über sie hingehen werden." „Und diese Stürme werden — müssen kommen?" „Leider, Andrea! Sie sind bereits im Anzug. Vielleicht ist Lorenzen f*on morgen mitten im Wirbel des Orkans." „Mein Gott! Und ich weiß von nichts!" Ihre Kraft war gebrochen, der Kopf sank ihr in die Hand, sie starrte vor sich hin. Wie Mephisto, seines Sieges gewiß, stand er neben ihr, beugte sich über sie und seine Augen schossen Blitze. „Andrea —" flüsterte er heiß und suchte ihre Hand zu fassen, „um Ihretwillen will ich ihn retten." Hastig entzog sie ihm die Hand-, seine kalten Finger hatten sie wie eine Natter berührt. „Lassen Sie mich!" keuchte sie atemlos. „Verzeihung, wenn mich das Mitgefühl zu weit trieb." „Ich werde mit Thomas reden. Er wird mir die Wahrheit sagen. Wenn alles sa kommt, wie Sie sagen, wird mich mein Mann an seiner Seite finden." „Das ist groß gedacht! Ich habe nichts anderes von Ihnen erwartet. Indessen —" „Indessen? —" „Meine Gnädigste, Sie kennen doch Loren- zen, wissen, daß er verschlossen ist und aufbrausend, wenn man sich in sein Vertrauen drängt. Ja, >ch bin überzeugt, er würde lieber untergehen, als eine Hilfe annehmen, um die er nicht gebeten hat. Man muß seinen Starrkopf diplomatisch beikommen." „Diplomatisch? Wie verstehen Sie das?" „Nun, mau muß Vorsehung spielen, ohne daß er es merkt. Lassen Sie mich nur machen. Freilich brauch' ich dazu Ihre Unterstützung." „Was könnte i ch dabei tun?" „Zunächst müssen Sie Ihre Taktik ändern. Sie dürfen nicht mit der Tür ins Haus fallen, ihm nicht auf den Kopf sagen, daß er bankrott sei." „Bankrott! Mein Gott, ist es denn wirklich so weit?" „Noch nicht! Aber dicht vor dem Ruin hält der gute Thomas, das ist leider Tatsache." „Und ich soll —" „Sie sollen unbefangen sein und sich nichts merken lassen. Inzwischen arbeite ich vor, um iym zu helfen. Und Sie werden meine Bundesgenossin." Wieder regte sich das Mißtrauen bei der gemarterten Frau. „Sprechen Sie endlich deutlich," rief sie, „was verlangen Sie von mir?'' Der Zug fuhr langsamer, die Bremse knirschte, gleich darauf hielt der Wagen. „Güstrow," riefen die Schaffner, „zehn Minuten Aufenthalt." Ohne auf Andreas Fratze zu antworten, hatte sich Mühlfeld nach dem Seltengange begeben und sah zum Fenster hinaus. Gleich darauf kam er zu- rück. „Na, das kann gut werdens Ein netter Andrang", sagte er und fetzte sich seelenruhig Andrea gegenüber. Gleich darauf stürmten mehrere Reisende ins Abteil und okkupierten sämtliche freien Plätze. Ein Bahnbediensteter kam, die Deckenbeleuchtung anzuzünden, auf dem Bahnsteig riefen fliegende Händler ihre stereotypen Anpreisungen, „Zei- hingen, Reiselektüre — Erfrischungen, Keks, Schokolade." Mühlfeld ließ sich eine Zeitung hereinreichen und vertiefte sich in den Kurszettel. „Hm, hm," machte er leise und reichte dann Andrea das Blatt hinüber, „hier lesen Sie, gnädige Frau!" Andrea tanzten die Buchstaben vor den Augen: die Gedanken wirbelten ihr im Kopf, und nur mit Anstrengung konnte sie den Sinn der gedruckten Zeilen fassen. Es war eine Notiz im Handelsteil, auf die sie Mühlfeld aufmerksam gemacht hatte. „Die jüngsten Vorgänge auf dem Devisenmarkt", hieß es dort, „haben einer der bekanntesten Banken Berlins in eine schwierige Situation gebracht. Wie wir erfahren, hat das Haus Markowitz & Co. feine Zahlungen eingestellt. Das Fallissement dürfte weitere Kreise ziehen; der Sturz verschiedener, mit Markowitz stark liierter Firmen in der Provinz scheint bevorzustehen." „Hat mein Gatte mit Markowitz zusammengearbeitet?" Wie ein Hauch drang die angsterfüllte Frage zu Mühlfelds Ohr. Um von den Mitreisenden nicht verstanden zu werden, mußte sich Andrea dicht zu ihrem Begleiter hinüberbeugen. Ein paar widerspenstige Löckchen, die sich aus ihrem Hut her- iwrbrangten, streiften seine Stirn und peitschten sehr , Blut auf. Dennoch zwang er sich zur Ruhe, nur die Augen rebeten wieder ihre begehrende Sprache. „Seien Sie in dieser Beziehung unbesorgt, An- brea,* gab er ebenso leise zurück, „unsere Angelegenheit hat mit bem Berliner Fall nichts zu tun. Ich machte Sie auf bie Notiz nur aufmerksam, weil die Pleite Markowitz' symptomatisch ist für die gegenwärtige Konstellation. Ein jahryundertealtes, stolzes Haus falliert — niemand hätte das für möglich gehalten. Has liegt so in der Luft. Was Generationen hndurch tragfähig war, kann morgen in Schutt und Trümmer sinken." Der Zug fuhr weiter. Eine Dame in Mittel- jähren aß mit gutem Appetit ein Schinkenbrot, ein junger Herr schälte eine Apfelsine, ein noch jüngerer rauchte und ein würdiger Alter, Typ Stubengelehrter mit Intelligenzbrille, lac. Andrea schwieg. Den schmerzenden Kopf in die Polster zurückgelehnt, versuchte sie, ein klares Bild der Lage zu gewinnen. Aber noch immer ranzten ihre Gedanken. Der Jüngling warf die Apfelsinenschalen auf den Fußboden, der rauchende Mensch klopfte seine Shagpfeife am Fensterrühmen aus. Merkwürdig diese Flegeleien lenkten Andreas grübelnden Geist auf. Unwillkürlich verglich sie die Unart dieser Werdenden mit der gepflegten Uebcrkul- tur des Gents, der ihrem Gatten Hilfe versprach. „Um Ihretwillen, Andrea", hatte er gejagt. Andrea schloß die Augen, um nichts mehr sehen zu massen, ober em leiser Anruf Mühlfelds zwang sie, wieder aufzufahren. „Andrea," flüsterte er dicht an ihrem Ohr, „wir werden in einer halben Stunde zu Hause fein. Ihrem Manne steht das Wasser bis an den Hals, aber wir zwei werden ihn aus der Putsche ziehen. Wann kann ich Sie in Rostock sprechen? Wann und wo?" „In meines Mannes Gegenwart. Kommen Sie morgen, ich werde ihn bitten, zu Hause zu bleiben." „Nein! Sie verkennen vollständig die Situation! Thomas darf von unserer Rettunasaktion nichts wissen. Sonst legt er mir Kontreminen in feinem Trotz. Treten Sie auf den Seitengang, ich folge Ihnen. Rasch, wenn ich bitten darf! Sehen Sie, wie uns die Menschen anstieren!" (Fortsetzung folgt.) Billige feSocken Realschule i. E. Nidda Die Aufnahme neu eintretender Schüler findet Montag, den 19. April 1926, um 9 Uhr, in der Schule statt. Vorzulegen sind dabei: Geburtsschein, Impfschein und letztes Schulzeugnis (mit Einzelnoten). Die Realschule i. E. befolgt den amtlichen Lehrplan für die Realschulen und Oberrealschulen. Um den aus der Richtung Gelnhausen—Stockheim kommenden Schülern den Besuch zu erleichtern, lassen wir den Unterricht erst um 8*° Uhr beginnen. Zur Aufnahme in die untersten Klassen der höheren Schulen werden zugelassen: 1. Schulkinder nach vierjähriger Grundschulpflicht; 2. Im Einzelfall besonders leistungsfähige Schulkinder nach dreijähriger Grundschulpflicht. Unter den besonders leistungsfähigen Kindern sind solche zu verstehen, deren geistige und körperliche Veranlagung und deren Schulleistungen bestimmt erwarten lassen, daß sie auf die Dauer mit guten Schülern, die 4 Jahre Grundschule durchlaufen haben, Schritt halten können. Die unter 2 genannten Schüler müssen sich einer Aufnahmeprüfung in Deutsch und Rechnen unterziehen; gefordert wird das Pensum des 3.Grundschuljahres. Anträge auf Zulassung zu dieser Aufnahmeprüfung sind alsbald bei dem Leiter der betreffenden Volksschule zu stellen, der sie bis zum 15. Februar seiner Schulaufsichtsbehörde zur Entscheidung vorzulegen hat. Nidda, den 9. Februar 1926. 1294D Die Leitung der Realschule i. E.: Lauckhard. Jur Aufklärung! Auf die seil einiger Zeit erscheinenden billigen Angebote für Schuh-Reparaturen (Sohlen und Fleck) teilen wir ergebenst mit, daß sämtliche Mitglieder unserer Innung auf Wunsch der verehrten Kundschaft in der Lage sind, Reparaturen bei Verwendung des gleichen Materials und Ausführung zu denselben Preisen auszuführen und stellen diese Angebote absolut keine Sondervergünstigung dar. Wir bitten daher ein ver« ehrliches Publikum, bei Ausführung von Schuhmacher- Arbeiten nach wie vor sich vertrauensvoll an die bisher bewährten Meister zu wenden, die auch Gewähr dafür bieten, einwandfreie Arbeit zu liefern. Es bricht sich Bahn nur das, was gut, Beim Schuhwerk mußt Du daran denken; Vor Billigkeit sei auf der Hut, Es kann Dir niemand etwas schenken. - ltl9D ostpreutzischer und Ermelander Pferde worunter mehrere egale Gespanne, stehen ab Montag, dem 15. Februar 1926, in unseren Stallungen, Walltorstratze 71 zum kommissionsweisen Verkauf Ml Werg, Wo Telephon Nr. 862. 13300 QUALITÄTSWAREN Für den Herrn fjmnamts Zentrale: Frankfurt am Main Nur fehlerfreie erprobte Für die Dame Iagdverpachtung. Montag, den 15. Februar, mittags 1 Uhr, soll aus hiesigem Rathause die Gemeindejagd, zirka 2900 Hess. Morgen Teld und Wald, in zwei Bezirken öffent- lich meistbietend auf 9 Jahre zum zweitenmal verpachtet werden. Die Bedingungen werden im Verpachtung stermin näher bekanntgegeben. Langd, den 10. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei Langd. Fritz. 1321D Mr Wegebau, Betonbau, Steinfabri- kation und Kmischendeckenfüllung fortlaufend in verschiedenen Körnungen abzugeben. BrennNofl-tBerolnnungb u.Bereöelunos- _ Gesellschaft m ö. S. „9Bid V SklMkfurk o. 8U SlwIlllMM.25 DtumWü AM W “Bä MssllMuog Wein lLvretsivett Ole örW'sche Mnln.-Dniiferet L Lange. Sieben. Schulstt. 7. Vogtsohe\ Handelsschule \ Gießen, Goethestr. 3.1 Beginn \ des neuen Schuljahre . 1 i 14. April 1 ä Prospekte kostenlos m durchdieSchulleitur.g M Dr. R°ul