Nr. 2(3 Erster Blatt (16. Jahrgang Samstag, N- September 1926 Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle. Monate-Lezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrriü lind Verlag: Brühl'fche UmverfitätL-Bllch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße r. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchcin; für den Anzeigenteil i. Dertr. H. Deck, sämtlich in Gießen. M GektriWs-Ausslellling Gießen ? Die Elektrizität in Handel und Gewerbe. Von Dipl.-Jng. August Kunhemüller. Der elektrische Strom ist ein Wunder. Und das Feld der Anwendung des elektrischen Stroines in Handel und Gewerbe, das zu beackern der Gießener Anzeiger mir anläßlich der Elektrizitäts- und Gartenbauausstellung in der Volkshalle liebenswürdigerweise überließ, ist so ausgedehnt, daß selbst nur eine Ucbersicht über dieses Gebiet, ja selbst nur eine Aufzählung aller in Frage kommenden Anwendungsmöglichkeiten weit über den Nahmen, den mein Beitrag haben kann, hinausgehen würde. Reicht doch dies Gebiet von der elektrischen Schnellzugsmaschine der Gotthardtbahn bis zum Steuermotor des Doppelzellenschalters, vom tausendpferdigen Walzenzugmotor bis zur Nähmaschine der Schneiderwerkstatt. Zu einer derartigen ausführlichen Zusammenstellung ist hier natürlich weder Raum noch Anlaß. Unsere Betrachtung wird sich also wesentlich beschränken müssen, und zwar in der Hauptsache auf die Anwendung der Elektrizität im Kleingewerbe aller Art. Als gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts die Elektrizität das Gebiet der Theorie soweit beherrschte, daß ihre Einführung auch in der Praxis sich nach und nach ermöglichte, als um die Jahrhundertwende ein Elektrizitätswerk nach dem anderen erstand, da war es zuerst die Verwendung der Elektrizität für Beleuchtungszwecke, die bei der Allgemeinheit zunächst großen Anklang und in einem beispiellosen Siegeslauf überall, in Stadt und Land, im Haushalt wie im gewerblichen Betrieb, allgemeinen Eingang fand. Auch heute noch, trotzdem der Laie, zufrieden mit dem Erreichten, kaum mit einer weiteren Verbesserung der elektrischen Beleuchtung rechnet, wird auch auf diesem Gebiet ständig weitergearbeitet, sei es, daß eine bessere Ausnutzung des elektrischen Stromes durch geeignete Konstruktion des Leuchtkörpers, also der Glühlampe selbst, erstrebt wird, sei es, daß die Bestrebungen wie beispielsweise in der Schaufensterbeleuchtung dahingehen, mit denselben Mitteln wie bisher eine trotzdem bessere Ausnutzung des von der Glühlampe gelieferten Lichtstromes durch Wahl passender Armaturen zu erreichen. Das, was der Laie aber heutzutage bei dem Begriff „Elektrizität im Gewerbe" hauptsächlich sich denkt, ist die Verwendung der Elektrizität als Kraftquelle, als motorischer Antrieb von Arbeitsmaschinen. Und die Anwendung gerade zu diesem Zwecke hat eine ungeheure Bedeutung erlangt, ihre Mannigfaltigkeit ist beinahe unbegrenzt. Es fing auch hier wie bei der Einführung der elektriscken Beleuchtung ganz einfach an. Ein Motor wurde aufgestellt, der dann auf mehr oder weniger großen Umwegen über eine mehr oder minder lange und schwere Transmission die Arbeitsmaschinen antrieb. Als man dann später technisch denken und rechnen lernte, als man einsah, daß ein derartiger Antrieb in den meisten Fällen im Verhältnis zu der nutzbar übertragenen Leistung ganz enorme Verluste brachte, zumal dann, wenn beispielsweise zum Antrieb einer einzelnen kleinen Arbeitsmaschine die ganze schwere Transmission in Bewegung gebracht und erhalten werden mußte, ging man daran, zu unterteilen. Diese Unterteilung des gewerblichen Betriebes durch Aufstellen von mehr als einem Elektromotor führte dann schließlich dazu, jede Arbeitsmaschine für sich anzutreiben, d. h. zum Einzelantrieb jeder Maschine durch einen besonderen Elektromotor überzugehen. Diese Betriebsart bedingt wohl höhere Anschaffungskosten, Hot sich aber trotzdem in vielen gewerblichen Betrieben, so z. B. bei Holzdearbeitungs- und Druckereimaschinen fast durchweg, eingeführt, weil die höheren Beschafsungskosten auf der anderen . Seite wieder durch die wirtschaftlichere Art der Betriebsführung mehr als ausgeglichen wurden. Welche Arbeitsmaschinen treibt nun der Elektromotor vorwiegend? Welche kleingewerblichen Betriebe — größere industrielle wie landwirtschaftliche Betriebe immer wieder ausgenommen — haben • ihren Betrieb auf elektrische Antriebskraft eingestellt? Der Schlosser hängt feine Drehbank, seine Bohrmaschine, seine Fräsmaschine, seine Stanze an die elektrische Betriebskraft. Der Bäcker knetet feinen Teig elektrisch, feine Mehlsäcke werden vom elektrischen Sackaufzug an die Verwendungsstelle befördert, und wenn er einen größeren Betrieb hat, fo kommt für ihn auch die Teigteilmaschine und die Brötchen-Massenwirkinaschine mit Leistungen bis zu 6000 Brötchen in der Stunde hinzu. Für die Metzgerei kommt die . Fleischschneidemaschine, dann Knochensäge, Gewürzmühle und Schleifstein für den elektrischen Antrieb in Frage. In der Schreinerei ist, wie schon erwähnt, der elektrische Einzelantrieb besonders bevorzugt. Das Gatter, die Kreissäge, die Bandsäge, die Holzdrehbank, die Holzhobelmaschine und andere Holzbearbeitungsmaschinen sind zumeist alle mit besonderen Antriebsmotoren ausgestattet. Eine Absaugung der im Betriebe abfallenden Späne kann wie auch bei der Schleifmaschine des Schlossers durch eine elektrisch abgetriebene Entstäubungsanlage erfolgen. Auch der Müller wie der Brauer bedürfen der elektrischen Betrieb^raft, sei es zum Antrieb der Mühlen oder der Kompressoren, sei es für Auszüge oder Pumpenanlagen. Kurz, man dürfte heute im täglichen Leben kaum einem Gegenstand des täglichen Bedarfs begegnen, bei dessen Verarbeitung die Elektrizität nicht mehr oder weniger mitgeholfen hat. Auch das G a st w i r t - und Hotelgewerbe kann heutzutage den Elektromotor nicht mehr entbehren. Die elektrisch angetriebene Haushaltmaschine, die Brot schneidet, Fleisch durchdreht, Bohnen zerkleinert, Mandeln mahlt, kurzum das Mädchen für alles darstellt, kann vom Gastwirt ebensowenig vermißt werden wie die elektrisch an- getriebene Waschmaschine oder die Kühlanlage. Aber etwas Anderes muß doch noch kurz gestreift werden, und das ist das Gebiet der Anwendung der Elektrizität in der W ä r m e w i r t s ch a f t, das heute wenigstens bei uns in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt. Heute beginnt man, die Elektrizität auch im Gewerbe nicht mehr nur zu rein motorischem Antrieb, sondern auch als Wärmequelle zu verwenden. Im Haushalt ist man hierbei schon etwas weiter, aber beispielsweise gerade das G a st w i r t s g e w e r b e ist es, dem sich in der Verwendung des elektrischen Stromes zum Braten, Backen, Kochen usw. ausgedehnte Möglichkeiten eröffnen. Ein Hinweis auf die Ausstellung in der Volkshalle, in welcher der ganze Wirtschaftsbetrieb elektrisch geführt wird, aenügt wohl. Auch der Bäcker wird in nicht allzu ferner Zukunft feine Brote elektrisch backen, wie dies in der Ausstellung ebenfalls geschieht. Die Schokoladenüberzüge an Konditoreiwarcn können ebenfalls auf elektrischem Wege hergestellt werden. In der Schreinerei steht der elektrische Leimtopf, während bei der Metallbearbeitung neben dem Glühofen der elektrische Lötkolben arbeitet. Und vergessen wir schließlich nicht das Bügeleisen, das als einziger Apparat schon jahrelang für die elektrische Wärmewirtschaft Propagandadienste geleistet hat. So ist die Anwendung des elektrischen Stromes in den gewerblichen Betrieben jeder Art heute zu einer Notwendigkeit und zu einer Selbstverständlichkeit geworden, an die man vor einem Vierteljahrhundert kaum zu denken wagte. Und gerade diese vielseitige Anwendbarkeit der Elektrizität, ihre Anwendbarkeit in den drei Formen ihrer (Energie: der Beleuchtung, des motorischen Antriebes und der Wärmewirtschaft, ist es, die das von mir an den Anfang meiner Abhandlung gesetzte Wort voll und ganz rechtfertigt: Der elektrische Strom ist ein Wunder. Neue Wege zur künstlerischen GMengeftcittung. Von Dr. Ernst Küster, o. Professor der Botanik an der Universität Gießen. Vergleichen wir die Gärten künstlerisch-produktiver vergangener Jahrhunderte mit unseren zeitgenössischen, so wird der Vergleich wahrlich nicht zugunsten der letzteren ausfallen können: armselig vielmehr, höchst armselig werden uns weitaus die meisten Gärten anmuten, die in unserer Zeit entstanden sind, wenn wir uns bei ihrer Betrachtung dessen erinnern, was zumal aus dem Zeitalter des Barock erhalten geblieben oder wenigstens aus alten Stichen, Gemälden oder Beschreibungen uns bekannt ist. Daß der Gartenkünstler unserer Zeit und des vergangenen neunzehnten Jahrhunderts nicht mehr mit der Freiheit und Großzügigkeit schassen kann, die für den Barockkünstler selbstverständlich war, hat seinen zwingendsten Grund in wirtschaftlichen Verhältnissen, vor allem in dem hoch- aestiegenen Wert des Grundes und Bodens, der für unproduktive Umgestaltung zu Gärten nicht mehr so freigebig hergegeben werden kann wie einst; daß die künstlerische Durchdringung der verfügbaren bescheidenen Parzellen nur ausnahmsweise mit der Intensität vorgenommen wird, die in wirtschaftlicher Hinsicht recht wohl möglich wäre, scheint in dem Verfall des Interesses unserer Zeit an künstlerischer Gartengestaltung und künstlerischem Blumenschmuck begründet. Es ist sehr zu beklagen, daß gerade das, was unsere Zeit durch die ihr eigenen Formen von Handel und Verkehr zu bieten und zu beschaffen vermag, der Gartenkunst dienstbar zu machen allzu oft verabsäumt wird. Die Fülle der prächtig blühenden Arten, die aus fremden, botanisch und gärtnerisch jüngst erschlossenen Gebieten der Erde uns zufließen, die unabsehbare Schar schöner Sorten, die eine leistungsfähige Blumenzüchterei hat entstehen lassen, und nicht am wenigsten die sehr geringen Preise, zu welchen Sämereien aller Art auf den Markt gebracht werden, gäben unseren Gartenkünstlern und Gartenfreunden die Mittel an die Hand, Blumengärten von einem Reichtum und einer Farbigkeit zu schaffen, die keiner früheren Zeit erreichbar war. Wenn Gärten solcher Art oder Versuche, sie zu schaffen, nur ausnahmsweise angetroffen werden, und die künstlerischen Möglichkeiten, die in solchen farbenreichen Blütengärten der Verwirklichung harren, in Deutschland wohl noch niemals in größerem Maß stabe ausgenützt worden sind, so trägt daran in erster Linie der bedauerliche Mangel an Interesse seine Schuld, der so viele unserer Gartenbesitzer vom Neuen beharrlich sernhält und mit den altgewohnten Produkten der Ziergärtnerei zufrieden bleiben läßt. Zur rechten Stunde kamen Borchardts Mahnungen, dessen „Gartenphantasie" unlängst mit allem Nachdruck die Gleichgültigkeit der deutschen Gartenbesitzer gegenüber allen Herrlichkeiten moderner Blumenzüchtung geißelte. — Wenn wir uns in Gärten der klassischen Zeit die Mannigfaltigkeit der Mittel vergegenwärtigen, mit welchen die Erbauer sie zu schmücken verstanden haben, so fragen wir uns vielleicht, ob unsere an Erfindungen so reiche, im technischen Können so überlegene Zeit dem Gartenkünstler gar keine neuen Mittel für seine Werke zu schaffen vermocht hat. Ich glaube diese Frage im bejahenden Sinne beantworten zu sollen. Der Gartenkünstler des Barock hat die Vegetation seinem Gestaltungswillen untertan gemacht, er hat Berge aufgeschüttet und Täler ausgeschachtet, das Wasser zu turmhohen Säulen und zu schäumenden Kaskaden werden lassen — nur das Licht vermochte er nicht zu meistern: für dieses mußte er ausschließlich mit den Wirkungen rechnen, die die Natur herzugeben bereit war. Prüfen wir die Bedeutung, welche das Licht für die dem Garten eigenen Reize gewinnen kann, so werden wir,'wie ich glaube, auf vielversprechende neue Wege gewiesen, welche der technische Fortschritt unserer Zeit der Gartenkunst erschließt. Erst seit der (Einführung der Bogenlampe und anderer ähnlich leistungsfähiger Beleuchtungsmittel ist es möglich, einen Garten derart zu beleuchten, daß weite Flächen erhellt werden, und die von der Vegetation gelieferten Farben auf ansehnliche Entfernungen hin zur Geltung kommen, Licht und Schatten überdies nach Belieben über große Flächen und Räume verteilt werden können. Die alte Zeit beleuchtete ihre Gärten vorzugsweise mit Fackeln, Laternen, Lampions — es waren dabei die Lichtquellen selbst, die ein anmutiges Farbenspiel zustande brachten; der Garten aber und seine Vegetation kamen dabei ebensowenig zur Geltung wie bann, wenn über Kanälen und Wasserbecken des klassischen Gartens ein Feuerwerk seine Funken verschwendete. Erst die gleichmäßig brennenden, mit starker Leuchtkraft den Raum durchdringenden elektrischen Beleuchtungskörper werfen weithin Licht in das Dunkel nächtlicher Gärten und lassen alle Farben aufleben, die Laubwerk und Blumenfülle jenen verleihen: erst dank dem elektrischen Licht wird es möglich, auch in den Stunden der Nacht einem Garten diejenigen Reize abzugewinnen, die ihm eigentümlich sind oder sein sollen. Dem Gartenkünstler, der mit elektrischem Lichte folgerichtig zu arbeiten gesonnen ist, bieten sich eine große Zahl neuartiger Aufgaben. I'm elektrischen Lichte zeigen sich alle farbigen Objekte in anderen Farbentönen als bei Sonnenlicht. Rote Pelargonien oder Cßegonienrabatten, hellblühende Stiefmütterchen und Asterrondelle bestätigen in jedem nächtlich beleuchteten Garten die Erfahrungen des Physikers: optische Wirkungen. die den Theaterkulissen, farbigen Innendekorationen oder kostbaren Abendtoiletten gegenüber längst erprobt sind, werden auch für die Gartenpfkanzenwelt planmäßig mit verschiedenen Beleuchtungsmitteln, lichtfilternden Schirmen usw. zu prüfen sein. Der Gartenkünstler lasse das Licht über Robinien und Lärchen träufeln, auf glänzendem Lorbeer tausend Reflexe wecken, im Schwarz der Taxushecken schließlich ersterben; er schütte Lichtkaskaden über herbstlich gelben Roßkastanien und glutroten Ampelopsiswänden aus und lasse es bis ins Laubwerk hoher Platanen und Pappeln aufsteigen, deren Wipfel vom Lichte nicht mehr erreicht mit dem Dunkel des Himmels zusammenfließen; er durchleuchte alle Fontainen und lasse auf dem Spiegel des Wassergartens die letzten Strahlen schimmern. Auch vom Landschaftsgarten der Muskauer Periode soll der beleuchtungskundige Garten- künstler lernen: die vielgebuchteten Schlagschatten, welche im Sonnenlicht die Baumrronen eines Parks auf grüne Rasenflächen werfen, vermag er auch nachts auf diese zu zeichnen; er ist nicht abhängig von Wetter und Sonnenstand, und ihm ist es ein kleines, Schattengebilde in allen Richtungen entstehen zu lassen und zu phantastisch symmetrischen linearen Schöpfungen zusammenzuweben. Jedes kreisrunde Lichtfeld, das eine Helle elektrische Lampe auf irgendwelche Baumkrone malt, wird dem suchenden Auge eine Fülle bisher nicht geschauter Einzelheiten offenbaren und nicht weniger der Schatten der Blätter und Zweige, der die Wege mit seinem Spaliermuster uberspinnt. — Nächtlich beleuchtete Gärten sind uns allen längst bekannt, auch Versuche zur künstlerischen Verwertung moderner Deleuchtungsmöglichkeiten sind auf Promenaden, in Ausstellungsparks und an Stätten geräuschvoller Vergnügungen schon oftmals gemacht worden. Die Lichteffekte der Illumination alten Stils freilich dürfen nicht hierher gerechnet werden; solange sie eine Hallenfassade mit demselben Lichtgeflimmer überschüttet wie einen Blumengarten, wird sie den Forderungen des Gartens wenig gerecht, und erhebt sich in ihrem künstlerischen Werte nicht über die billigen Leistungen bürgerlicher Schaufenster, die durch die große Zahl der aufgebotenen Flämmchen überraschen und blenden möchten. Gärten, deren Erbauer beraten vom Physiker und vom Gärtner planvoll mit den Wirkungen des elektrischen Lichtes rechnen und alle belebten und unbelebten Teile des Gartens folgerichtig mit den Reizen starken fünftlidjen Lichtes schmücken, scheinen in Deutschland bisher nicht in Angriff genommen worden zu sein. Ausstellung und heimische Wirtschaft. .Wenn diese Zellen vor die Augen unserer Leser kommen, ist die Gartenbau- und Elektrizitäts-Ausstellung eröffnet. Damit wird in die Gießener Geschichte ein neues, sehr bedeutsames Ereignis eingereiht. Falls die Ausstellung das erfüllt, was man in maßgebenden Kreisen von ihr erwartet, bann wird sie der Ausgangspunkt einer neuen Entwicklung in unserem Gemeinwesen sein. Die Maßnahmen zur Belebung der heimischen Wirtschaft werden dann eine weitere, sehr beachtenswerte Verstärkung erfahren. Betrachtet man diese Ausstellung vom Standpunkt des gesamtwirtschaftlichen Intereßes unserer Stadt aus, so kann nicht zweifelhaft sein, daß die Vorteile von dieser Veranstaltung gar mannigfaltig und schätzenswert sind. Zunächst sind da die Handwerksmeister und ihre Arbeitsgehilfen, denen die Herrichtung der Ausstellung recht erfreuliche Verdienstmöglichkeiten geboten hat. Wenn man sich weiter vor Augen hall, daß die Kaufkraft der Bevölkerung heute doch schon besser ist als noch vor einem Jahre, bann wirb man auch bie Aussichten der mit geschäftlichen Hoffnungen ausstellenden Firmen und Handwerksmeister nicht ungünstig beurteilen können. In kluger Weise haben z. D. Die Firmen der Elektrizitätsbranche den Käufern von vornherein die Einräumung von Teilzahlungen zugesichert, und damit haben sie zweifellos eine sehr verheißungsvolle Maßnahme getroffen. Den Ausstellern ohne geschäftliche Absichten, den Mitgliedern der Gartenbauvereine, wird die große Schau erwünschte Gelegenheiten zu wertvollen Dergleichen und Studien geben, aus denen sie für ihren Eigenbau Nutzen ziehen können. Wenn sich heute auch in dieser Hinsicht gegenüber den letzten Iah ren manches zum Besseren gewandt hat, so toub man eö in den Kreisen biefer Aussteller- gruppe doch begrüßen, wenn man durch diese Veranstaltung neue Gesichtspunkte erhält, die das Schaffen im Eigengartenbau noch freudvoller gestalten können. Die wirtschaftssördernden Anregungen der Ausstellung haben jetzt schon gute Maßnahmen hervorgebracht, bie auf einen Auftrieb für unser heimisches Wirtschaftsleben abzielen. Durch den vom Verkehrsverein in die Wege geleiteten Schaufensterwettbewerb soll das Interesse der Bevölkerung in verstärktem Maße auf die Güte und Preiswürdigkeit der Warenlager unserer Gießener Geschäftswelt hingelenkt werden. Daß unsere Geschäfte das volle Vertrauen der Käuferschaft verdienen, unterliegt für uns keinem -Zweifel. Auf einem anderen Wege will der „(Siebener Anzeiger" bie Mitbürger in Stabt und Lanb ebenfalls mit erhöhtem Interesse für bie (Siebener Firmen erfüllen. Durch einen An- zeigen-Wettbewerb, der mit ber heutigen Nummer beginnt unb bis 5um nächsten Samstag einschließlich anbauert, lenkt er bie Aufmerksamkeit feiner großen Lesergemeinbe auf bie Aniünbi- gungen ber Geschäfte hin. Die Anzeigen werben durch ihre sorgfältige und wirkungsvolle Gestaltung dem Publikum das Preisrichteramt nicht leicht machen; es wirb sich, ebenso wie bei bem vielbeachteten Anzeigenwettbewerb gelegentlich der vorjährigen Iubiläumsnummer des „Gießener Anzeigers", auch diesmal sehr eingeljenb mit den Anzeigen beschäftigen müssen, um Aussichten für die Zuerkennung eines Preises zu haben. Durch dieses gründliche Prüfen unb ©egeneinanberabtcägen erzielt aber bie Geschäftswelt ben nachhaltigen Werbeerfolg, den sie bezweckt unb ben ihr keine andere Rellameart bieten kann. Das breiteste Forum ber Oeffent- lichkeit in Stabt unb Land, auf das die Ausstellung rechnet, ist auch für bie Geschäftswelt von großer Wichtigkeit zur Sicherung des Erfolges. Als weitere vorteilhafte Wirkung der Ausstellung unb ber nebenhergehenden Veranstaltungen darf man eine beträchtliche Steigerung bes Frembenverkehrs in unserer Stadt erwarten. Cs steht heute schon fest, daß die bedeutsame Veranstaltung in ber Dollshalle in unserer Provinz unb in ben benachbarten preußischen Kreisen bie Aufmerksamkeit ber Bevölkerung erregt hat. An diesem starken Besuch haben nicht allein die Aussteller unb bie Geschäfte ein großes Interesse, sondern auch bas Gastwirtsgewerbe wird ihn sehr willkommen heißen, weil auch ihm eine wirtschaftliche Stärkung recht not tut Deshalb eine Anregung. Vielleicht könnte unser städtisches Verkehrsamt im Einvernehmen mit den auswärtigen Verkehrsvereinen unb ben Qtabtbertoaltungen Sonberzugfährten ber Reichsbahn erreichen, an denen sich unter Umständen benachbarte Städte unb Dörfer zusammen beteiligen würden. Durch verbilligte Cisenbahnfahrt unb wunschgemähe Legung ber Fahrzeit könnte ber Besuch in Gießen wohl ansehnlich gesteigert werden. Wer biese Ausstellung unb ihre wirtschaftlichen Auswirkungen mit weit über den Tag hinausschweifendem Blick betrachtet, der wirb sich nftt uns bieser Tat freuen. Dank gebührt ben Männern, die ben lobenswerten Gedanken in schwerer unb uneigennütziger, opfervoller Arbeit zum schönen Werk gestaltet haben. And der Ausstellung gelten die besten Wünsche ber Bürgerschaft für einen vollen Erfolg. Deutschland in Genf. Die deutschen Delegierten haben auf den leeren Stühlen im Genfer Reformationssaal Platz genommen, auf die vor zwei Jahren Macdonalds, des ersten britischen Arbeiterpremiers, warnender Finger wies. Heute schreibt der „Manchester Guardian" aufatmend von diesem Tage des deutschen Einzugs in Genf: „Ein furchtbares Kapitel der Geschichte Eurovas ist beendet und ein glücklicheres eröffnet. Bis gestern ist Europa entzweit gewesen, heute ist es einig." Man wird es uns Deutschen nicht Übelnehmen, wenn es uns vorerst noch schwer fällt, in diesen enthusiastischen Ton einzustimmen. Zn schwer war der Weg von Bersailles über London und Cocamo nach Genf, zu lange war Deutschland der Paria unter den Völkern, allzusehr begegnen wir heute noch Rew und Argwohn bei den Feinden von gestern, allzu gering hat man unsere Fesseln gelockert, allzu dürftig feierliche Verheißungen gehalten. So ist uns dieser Tag, an dem wir, geehrt, gesucht und geachtet, wieder den Kreis der Böllerfamilie betreten, fein Festtag, fein Tag lauten Hubels. Hst doch für uns Genf kein erreichtes Ziel, kein Abschluß, sondern nur eine weitere Etappe >01 uf dem Wege zur endlichen Befreiung, ein neues Kampffeld für unser Ringen um die Wiedererlangung unserer vollen Staatssouveränität, ein neues Mittel, um unfern Volksgenossen jenseits der Reichsgrenzen besser als seither unsere Hilfe und unseren Schuh angedeihen zu lassen: Eine Fülle dringendster Aufgaben, deren Lösung uns unser Eintritt in den Völkerbund erleichtern soll. Auch die neue Strecke Weges, die sich von Genf aus unseren Augen eröffnet, bleibt bovnen= voll genug, dafür bürgen schon die unerhörten Hntriguen, die unserem Eintritt in den Völkerbund vorauf gingen, dafür bürgen die neuen Vertragsfchlüsse zwischen Frankreich und seinen östlichen Satraven, die dem Sicherheitspaft zum Trotz, der heiligen Allianz des Völlerbundeö zum Hohn, den Grund zu einer neuen Einkreisung des zerstückelten, waffenlosen Deutschlands legen. Wie seltsam klingen in diesem Spiel D r i a n d s emphatische Worte von der Völkerbundstribüne herab: „Es ist aus mit dem Krieg! . . . Fort mit den Kanonen! Run ist der Friede da!" Weis) hier die rechte Hand nicht, was die linke tut? Hst das der „heuchlerische Geist", der wie das „Svenska Dagbladei" mit Bitterkeit schreibt, hie Genfer Atmosphäre be- herrfcht? Wir werden gut tun, uns in dem Vkrrtschwall der Begeisterung und des Hubels, der in diesen Tagen in Genf auf uns niederrauscht. den Kopf klar zu halten für die harte Arbeit, die vor uns liegt und den Blick frei zu machen für die feinen Fäden des politischen Spiels, in dem wir bereits eine Rolle übernommen haben. Ob es die richtige war, wissen wir heute so wenig, wie wir wissen, ob überhaupt der Weg nach Genf der kürzeste in die Freiheit war. Der Locarnopakt, der ja erst nach unterem Eintritt in den Völkerbund in Kraft tritt, ist ein Reutralitätsvertrag zum Schutz unserer West- gren^e. Er bedeutet aber auch eine' 5 i n b un g an die W e st Mächte, die unsere Bewegungsfreiheit praktisch eng beschneidet. Er ist eben die Option für ein ganz bestimmtes politisches System, die eine Reihe anderer Möglichkeiten von vornherein ausschließt. Man hätte sich zum Beispiel eine Politik mit dem Ziel der Befreiung von den Fesseln von Versailles in enger Anlehnung an Amerika denken können. Die Vereinigten Staaten empfinden heute schon die Bestrebungen nach einem wirtschaftlichen Pan- europa als Vorläufer eines mehr oder minder engen politischen Zusammenschlusses als gegen sich gerichtet. Die Lockerung der europäischen Ein- heitssront durch Absplitterung eines so bedeutenden Wirtschaftskörpers wie Deutschland wäre ein Preis, den Amerika nicht hoch genug in Rechnung stellen könnte, wobei für uns abzu- toägen wäre, ob eine amerikanische Kapital- Herrschaft in Deutschland die Fesseln von Versailles aufwiegen. Amerikas Schuldnern, eben unseren Vertragskontrahenten von Versailles und nun auch von Locarno gegenüber, teilen wir mit Den Vereinigten Staaten das gleiche Intercste an einer allgemeinen Abrüstung. Also immerhin gemeinsame Linien genug, auf denen sich eine aktive deutsche AustenPolitit hätte aufbauen lassen können. Auf der anderen Seite lockt das bolschewistische Rußland, der große Gegner der Westmächte und des amerikaniichen Kapitalismus. Es ist zuzugeben, daß die Sowietunion solange ein gefährlicher Verbündeter ist, wie der russische Kommunismus bestrebt ist, über alle staatlichen Grenzen hinweg dem hemmungslosen Kampf geaen die bestehende bürgerlich« Ordnung die Bahn frei zu machen. Aber grave diese revolutionäre Hdee mit ihrer Skrupellosigkeit, mit ihrer eminenten Werbekraft gegenüber politisch unterdrück.en, wirtschaftckch und sozial leidenden Völtern ist b»r beste Bundesgenosse der rufsischen Außenpolitik: Die revolutionäre Idee macht erst Rußland zu dem unfaßbaren, darum so unheimlichen Gegenspieler Englands in Vorderasien und Indien, Englands, Amerikas und Iapans in China Eine außenpolitische Front mit Rußland hätte inner- politisch für uns ein ungeheures, vielleicht sogar auf die Dauer untragbares Risiko bedeutet, aber erne Möglichkeit zu einet Befreiungspolitik neaeu Versailles lag wohl auch hier. Dr. «Str e fern an n, von dessen Kanzlerschaft an man iwerhcmpt erst von einer aktiven deutschen Außenpolitik reden kann, hat den dritten Weg ge= maijit, direkt in die Höhle des Löwen selbst. Eine 0 r st a n d i g u n g mit den Westmächten, als den hervorragendsten Trägern des Versailler sTer£j!$£C5' allem aber eine Bereinigung des deutsch-französischen Gegensatzes dünkte ihm die wirkungsvollste Voraussetzung für einen deutschen Wiederaufbau und die Rückgewinnung der deutschen Souveränität. Deutschlands Eintritt in den Völkerbund ist ein wesentliches Glied in der Kette dieser Politik. Gerade der Völkerbund hat sich seit fein-r Gründung in der Hand der Westmächte als h-roor- ragendes Machtinstrument zur Aufrechterhaltung des m Versailles geschaffenen Status quo e-wiesen Wenn es uns als Ziel vorschwebt, diesen Völker- bund Wilsonscher Observanz, der in praxi so ganz anders wurde, als cs sich (ein Vater gedacht halte unserer Politik dienstbar zu machen, ihm also erst einmal den Charakter einer Dersichsrungsgejettschaft der Versailler Raubstaaten zu nehmen, dann bedeuten allerdings die Vorgänge, die unserem Einzug in Genf voraufgingen, wenig hoffnungsvolle Auspizien für unser Reformwerk. Briand, der alte Fuchs, der gestern schon wieder so enthusiastische Worte für Deutschland und seinen Beitritt zum Völkerbund fand, hat mit feiner ganzen diplomatischen Schläue. ohne persönlich mehr als nötig hervorzutreten, e i n dichtes Netz unerhörtester Jntriguen eingefädelt, um dem polnischen Freunde den versprochenen Ratssitz neben Deutschland doch zu sichern. Es müßte seltsam zugehen, wenn er (ein Ziel nicht erreichen würde. Um die Vermehrung der nichtständigen Ratssitze durchzudrücken, der eine starke Gruppe der Völkerbundsmitglieder aus grundsätzlichen Erwägungen widerstrebte, hat Herr Briand nicht vor einer brutalen Vergewaltigung der Vollversammlung zurückgeschreckt. Der ständige Ratssitz für Deutschland und die Vermehrung der nichtständigen Sitze wurden so miteinander verkoppelt, daß das eine ohne das andere nicht zu haben war. Wer von der Vollversammlung sich für die Gewährung eines ständigen Ratssitzes für Deutschland aussprechen wollte, mußte sich auch dem Diktat der Großmächte beugen und für die ihm widerstrebende Vermehrung der nichtständigen Ratssitze stimmen. Holland, Norwegen und Schweden haben zwar mit dem edlen Freimut unabhängiger Staaten den schärfsten Protest gegen diese Vergewaltigung einer Minderheit im Völkerbund kundgetan, aber auch sie mußten, nach den Worten des norwegischen Delegierten Hambro, „ihre Ueberzeugung auf dem Altar der Einstimmigkeit opfern", wenn nicht gerade sie, die treuesten Freunde, die Deutschland neben Oesterreich, der Schweiz und Ungarn im Völkerbund hat, die Aufnahme Deutschlands verhindern wollten. Dabei hat man sich nicht einmal gescheut, den verehrungswürdigen Fritjof Nansen, Norwegens greifen Delegierten, mittels der Abstimmiingsmaschine mundtot zu machen. Bon einer Antwort auf die schweren Vorwürfe, von einer Rechtfertigung der unerhörten Ratspolitik war überhaupt keine Rede. Diese Szene bleibt ein böses Omen nicht nur für den Völkerbund, der erneut bewiesen hat, daß es für ihn keine Rechte der Kleinen gibt, sondern auch für Deutschland, das sich mit dieser Politik der Großmächte abgefunden hat und dessen Name mit dieser Vergewaltigung der Völkerbundsversammlung untrennbar verbunden bleibt. Das Echo, das diese Genfer Ereignisse in der neutralen Presse gefunden hat, sollte unseren (Staatsmännern eine Warnung sein, sich in Genf nicht auf eine zu enge Liaison mit den Großmächten einzulassen, bi* schließlich auf eine Brüskierung der für die Recht! her Vollversammlung kämpfenden Neutralen hin- aiisläuft. Deutschland als Großmacht ohne die posi tiven Unterlagen zu einer unabhängigen Groß, machtpolitik wird bald zum Prügelknaben der West- machte, Deutschland an der Spitze der kleinen Stoa ten indessen wird mit ihnen bald ein Machtsaktv' werden, ohne den man m Genf keine Politik machen kann. Seien wir uns in diesem Augenblick dessen bewußt, was unsere Freunde im Völkerbund von uns erwarten, laßt uns mit ihnen glauben an den Sieg der Wahrheit und des Guten, aber laßt un« auch frei und mutig gleich ihnen darum kämpfen Sie werden es uns einmal danken und für uns ein« treten, wenn wir ihrer Hilfe bedürfen und mir werden ihrer bedürfen. Eine Rede Strefemanns vor der internationalen Presie. Genf, 10. Sept. (TLl.) Das Festbankett der Vereinigung der internationalen Hournallsten beim Völkerbund, das um 1.30 ilfjr begann, nahm einen festlichen Verlauf. Dreihundert Gäste hatten im Kuppel:aal des Hotels „Des Bergues" an vier langen Tischen Platz genommen. Die Menükarte zeigte im Vilde die Mitglieder des Rates um einen reich gedeckten Tisch versammelt, in dessen Mitte Ebamberlain sitzt. Mit freudigem Gesichts ausdruck blickt er zu Dr. Strese- m a n n und Briand auf, die über seinem Haupte die Gläser erklingen lassen. Die Reihe der Festreden wurde durch den Vorsitzenden der Vereinigung der Hournalisten eröffnet, der die Gäste, insbesondere Dr. Stresemann, herzlich willkommen hieß. Rach kurzen Ansprachen Rintschitschs und Denefchs. die beide die historische Bedeutung des Tages würdigten, hielt Dr. Stresemann eine längere Ansprache, die häufig von Deifalls- tunbgebungen unterbrochen wurde. Dr. Strese- mann führte aus, es sei über die Presse von dem Vorredner soviel Liebenswürdiges gesagt worden, daß ihm kaum etwas zu sagen übrig bliebe. Man wäre nicht zu dem großen Ereignis von heute gekommen, wenn sich nicht auch die Presse dafür eingesetzt hätte. Scherzend gedachte Dr. Stresemann dabei der symbolischen Wandlung, die sich von der bekannten Zeichnung bei dem Zusammensein der Presse in Locarno und dem dort durch die Darstellung von Enten in den Händen der Delegierten zum Ausdruck gebrachten Pessimismus bis zu der heute vorliegenden Zeichnung aus der Hand des gleichen Künstlers vollzogen habe. Mi. öiefer Aendcrung der Kritik sei er aufrichtig einverstanden. „Im Leben des Menschen und im Leben der Völker gehen die Dinge niemals so gradlinig, wie die Theoretiker glauben. Die Hochempfindung einer Stunde kann naturgemäß nicht ein ganzes Leben anhalten. Ls mutz der Kampf zur Verwirklichung der empfundenen Idee folgen! Tabei gibt es Erfolge und Mißerfolge. Glücklich, der am Ende feines Lebens sagen rann, daß er die Dinge, für die er gekämpft, einige Schritte vorwärts gebracht fj-abc: Daß dabei der einzelne Mensch dies oder jenes noch erlebt, darauf kommt es nicht an. Der einzelne ist ein Tropfen im Meer des Ledens. Aber ob die Voller einen Aufstieg erleben, darauf kommt es an! Und es ist taum je eine größere Umstellung der Geister der verschiedenen Völker vor sich gegangen, als in dieser kurzen Zeit von weniger als einem Hahrzehnt." Minister Stresemann fand zum Schluß einige treffende Worte, um den ihm gegenüber immer wiederholten Vorwurf des Optimismus zurückzuweisen. „Wer nicht glaubt, daß die Dinge Vesser werden können, ist auch nicht in der Lage, die Kräfte seiner Seele auf deren Versicherung zu verwenden. Man muß an eine Zukunft glauben, um für eine Zukunft a r b e i = ten zu könne nl" Mit einem Hinweis auf die heutige Rede Briands und mit einem Dank an Chambcr'ain beendete der Minister feine temperamentvolle, mit allen Zeichen seiner oratvrischen Begabung vorgctragenen Ansprache, ging dann auf Briand zu und stieß mit ihm an unter dem nicht endenwvllenden Beifall der Versammlung, die sich von ihren Plätzen erhoben hatte uni") in laute Hochrufe ausbrach. Die Natsresorm. Der Kamps mir die Gleichberechtigung im Völkerbund. Gens, 10. Sept. (Sil.) Heute nachmittag tagte im Völlerbundssekretariat die erste Kommission (juristische) des Völkerbundes. Hn der Sitzung, an der Dr. Stresemann und Dr. Gaus teilnahmen, begann die Generaldebatte über das Reformprojekt der Studienkommijsion zur Unitoandelung des Rates. Es sprachen vor allem die Vertreter der kleinen Staa- t e ir, u. a. Schwedens, "Norwegens. Dänemarks, Hollands und auch Chinas, die das Projekt der Studicnkommission im einzelnen zerpflückten und scharfe Kritik an fernen "Bestimmungen übten. Der schwedische Außenminister Lofgren erklärte, die schwedische Regierung würde auf feinen Fall irgendeine Regelung akzeptieren, die die Mitglieder des Völkerbundes in verschiedene Kategorien gliedere. Die Gleichberechtigung aller Staa ten des Völkerbundes wäre eines der grundlegenden Prinzipien des gesamten Systems, auf dem der Völkerbund auf gebaut sei. Die Möglichkeit der Wiederwahl, die im Vorschlag der Studienkommission vorgesehen sei, dürfte in keiner Weise als ein besonderes Privilegium angesehen werden, das bestimmten Staaten verliehen würde. Es wäre dies nur eine Gelegenheit für die Versammlung, sich in Ausübung ihrer Souve- räockätsrechte die fortlaufende Mitarbeit eines Staates zu sichern, wenn dies notwendig erscheine. Der Entwurf stelle noch keineswegs ein völlig abgeschlossenes Projekt dar Aus diesem Grunde mühte die Kommission und vor allen Dingen die Anterkommission das Projekt noch eingehend prüfen und Ergänzungen schaffen. Z. B müsse eine Bestimmung eingefügt werden, daß die Festsetzung der Wiederwahl durch eine geheime Abstimmung vorgenommen werden müsse, und zwar in der gleichen Weise, wie die Wahl in den Völkerbundsrat erfolge. Hierauf sprach der norwegische Delegierte Vogt, der sich mit dem Prinzip des Rotationssystems einverstanden erklärte. Die norwegische Regierung würde jedoch das ursprüngliche Vroiekt der Studienkommission vorziehen. Er sei der Ansicht, daß die Wahl zum Dölterbundsrai nach einem Proportionalsyslem vorgenommen werden müßte. Der dänische Gesandte in Berlin, Zahle, erklärte, daß seine Regierung stets für völlige Gleichberechtigung aller Staaten ekngctreten fei Das Projekt der Studienkommission verstoße nicht gegen diesen GrundsoN sondern wolle nur die Mitarbeit bestimmter wtaaten, deren Mandate im Rate bereits abgelaufen seien, auch weiterhin dem Rat erhalten. Bestimmte und eindeutige Regeln müßten für die Wahl deS Rats festgelegt werden. Der holländische Iurist Limburg verlangte glrich- salls die Festlegung eindeutiger Regeln für die Wahl des RateS. Er erklärte fich gegen das Prinzip der Proportivnalwahlen. Der chinesische Vertreter erklärte sich mit der Erhöhung der Zahl der nichtständigen Ratsmitglieder von sechs auf neun einverstanden. Er verlangte, daß Asien zwei Ratssitze erhalte und betonte weiter, daß, falls die Versammlung nur einen Sih zugestehen würde, er einen solchen auf drei Hahre beantragen werde. Hierauf wurde die allgemeine Debatte geschloffen. Die erste Kommission faßte hieraus den Beschluß, eine Unter» k o in m i s s i o n aus 14 Mitgliedern zur erneuten Prüfung des Projektes der Studienkommifsion einzufehen. Es sind dies: Deutschland, England, Chile, Dänemapl, Frankreich, Htalien, Kolumbien, Hopan, Rvrwegcn. die Riederlande, Rumänien, Polen und die Schweiz. Die Befriedung der besetzten Gebiete. Köln a.Rh., 11. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Die auf Anregung der Botschaftertonserenz von Bevollmächtigten der beteiligten Regierungen in Koblenz aufgenommenen Verhandlungen wurden nach mancherlei Schwierigkeiten und Stockungen, die auch im Reichstage erörtert wurden, nunmehr abge- schloffen. Die Abmachungen besagen ungefähr folgendes: In der Absicht, mit der Vergangenheit noch über das Londoner Protokoll hinaus reinen Tifch zu machen, wird folgendes vereinbart: 1. von feiten der deutschen Regierung: a) daß sie mit allen Mitteln, über die sie verfügt, mit Einschluß derjenigen bet Justizverwaltung anwsiscn wird, datz unmittelbare ober mittelbare Vergeltungsmaßnahmen gegen irgend jemand wegen seines Gehorsam« gegenüber Anweisungen bet Befatzungsbehorben, wegen Diensten, die er ihnen geleistet hat und wegen den Beziehungen, die er mit diesen Behörden unterhalten Hal, nicht ergriffen werben; 2. von feiten der in der Äheiniandkommifsion vertretenen Regierungen: a) baß sie binnen zwei Wochen nach dem Inkrafttreten der Abmachungen den beuischen Behörden diejenigen deutschen Rcichsaugehörigen übergeben werden, Die als Gefangene im besetzten Gebiet In hast sind und von Militärgerichten wegen Taten verfolgt werden ober verurteilt sinb wegen Taten, die sie im Ruhrgebiet, in den Brückenköpfen Duisburg, Ruhrort und Düsseldorf ober in bet sog. Kölner Zone begingen. Ausgenommen sinb nur solche Personen, bie Verbrechen gegen das menschliche Leben mit Todeserfolg begangen haben; b) daß sie volle Straffreiheit allen Straftaten gewährt, bie im besetzten Gebiet seil der Besetzung bis zum 1. Februar 1926 begangen worden sind, mit Ausnahme der Slcaftacen des allgemeinen Rechts und der Spionage. — Es besieht Einverständnis darüber, daß Geldstrafen und Gerichkskosteu, die beglichen sinb, nicht zurückerstattet werden. Die deut^en Delegierten an der Arbeit. Genf, 10. Sept. (WTB^ Der Erste, Zweite unb Sechste Ausschuß zur Beratung von Verfassungsfragen, technischen bzw. politischen Fragen haben gestern ihre Arbeiten aufgenommen. Dabei haben z u in ersten Male die deutschen Delegierten rnitgewirkt, und zwar im Ausschuß für Verfafsungsfragen Reichsaußenminister Dr. öfrefemann und Ministerialdirektor Dr Gaus, im Zweiten Ausschuß Staatssekretär < D Freiherr D. Nheinbaben und im Sechsten Ausschuß Staatssekretär v. Schubert. Im Dritten Ausschuß wird Deutschland durch Prälat Kans und NN Fünften Ausschuß durch Dr. B r e i t f ch e i d und Frau Dr. Gertrud Bäumer vertreten Amerika Mm Eintritt Deutschlands. ° V■ 6«pt- Willi Lorentz tödlich. Sie hatten am 8. August Verwandten mitgeteilt, daß sie am Id August vom FurlschagelhauS aus eine Partie nach der Berliner Hütte machen wollten. Am 30. August wurde von einer Expedition die Leiche Lichtemannr in Einbrüchen zwischen Mösselc und der Furtschagelspihe gefunden. Auch Eispickel und Mütze des Lorentz wurden aufgefunden. Die Leiche Lorentz' dürfte unter Eisbrüchen begraben fein. Eine ganze Schulklasse an Pilzvergiftung erkrankt. 40 Volksschüler aus Mülden bei Glauchau erkrankten nach dem Genuß von Pilzsuppe während eines Schulausflugs unter Vergiftungsersck)einun- gen. Da ärztliche Hilfe sofort zur Stelle war, gelang es. Schlimmes abzuwenden. Trotzdem ist der Zustand von 20 erkrankten Kindern noch sehr bedenklich. Der Löwe ist los! In Genthin brach in später Abendstunde ein Löwe aus dem Zirkus Hagenbeck aus. Er lief durch die Stadt und sprang in die Schau- fensterscheibe eines Butterg eschäsls, wobei er sich starke Verletzungen durch Glassplitter zuzog. Nachdem er aus dem Laden wieder hinaus- flefprungen war, verkroch er sich in einem Hausflur, wo er von dem Zirkuspersonal wieder ein« gefangen wurde Unterschlagung im Essener Arbeitsamt. Bei der Uebergabe der Kassengeschäfte durch einen Urlaubeoertreter an einen vom Urlaub zurückkehrenden Kassierer des Essener Arbeitsamtes ergab sich in der Kasse ein Fehlbetrag von 40 000 Mark, die der Vertreter in den letzten Tagen in Teilbeträgen der Kasse entnommen hatte. Ein rumänischer Pctrolcumbrunnen in Branh geraten. In dem Petroleuingediet am Südabhang der Karpathen brach ein Petroleumbrunnen aus, der die ganze Umgegend überschwemmte. Aus bisher ungeklärter Ursache entzündete sich der Delftrom. Das Feuer verbreitete sich mit Windeseile und bedrohte die Gemeinde Mislea. Der Bewohner des Ortes bemächtigte sich eine unbeschreibliche P a ■ n i f. Sie verließen ihre Wohnungen und slohen. Nach Löschen der Flammen bot sich ein trauriges Bild der Zerstörung. Alle 'J^äumc und Feldfrüchte waren versengt. Menschenleven sind nicht zu bc> klagen. Meutereien im Halleschcn Strafgefängnts. In der Rächt zum Mittwoch wurde ein Beamter des Strafgefängnisses auf feinem Kontrollgang durch die I r r e n a b t e i l u n g, wo die Simulanten untergebracht sind, von Ausbrechern überfallen und schwer verletzt. Der wegen Raubmordes zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte R a u ch f u ß und ein Mitgefangener hatten das Fenster in der Tür ein* geschlagen und Den schweren Riegel tzurückge» schoben. Aus einem Suppenlöffel hatten sie sich einen Dietrich geformt, mit dem sie sich Die Tür aufschlossen. Zwei Mitgefangene, die sich an Dem Ausbruch nicht beteiligen wollten, wurden gefesselt und geknebelt. Ehe Rauchfaß den Dienstrevolver des überfallenen Beamten zu entsichern vermochte, wurden die Ausbrecher von hinzueilenden Beamten überwältigt. vom eigenen Fuhrwerk totgesahren. In W i n g e n h o h l (Kreis Aschaffenburg) liehen der ledige 60jährige Fra^iz Heeg und sein Nesse Robert Zilch einen mit Klee beladenen Wagen einen Abhang hinunterlaufen. Heeg bediente die Deichsel, Zilch die Bremse. Infolge des feuchten Grases geriet der Wagen ins Rutschen. Heeg glitt dabei aus, fiel zu Boden und wurde von dem Wagen am Unterleib überfahren. Infolge.der Quetschungen trat innere Verblutung ein, die seinen Tod sofort zur Folge hatte. Kassel mit ft Auch die Stadt Kassel will jetzt einen alt?a Zopf in die Rumpelkammer werfen und dem erfreulichen Beispiele von Krefeld und Koblenz folgen, die bereits vor einiger Zelt sich amtlich mit „K" schreiben. Der Magistrat hat nämlich nach Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, beim preußischen Staatsministr-- rium ziu beantragen, daß Der (Harne Der Stadt in Kassel mit „K" anstatt Der bisherigen amtlichen Schreibweise mit „C" umgeänDert wird. Tödlicher Unfall im Gaswerk. Bei Der Anlage neuer Krane im Städtischen Gaswerk Kassel ereignete sich ein schwerer Unfall. Der Monteur Knaufs aus Ihringshausen passierte in Deckenhöhe eine Laufkatze, Dio den Kran aufnimmt. Dabei tarn er scheinbar mit Der Starkstromleitung in Berührung unD stürzte ab. Fast zwei Stunden versuchte man den Verunglückten durch künstliche Atmung und andere Mittel wieder ins Leben zu rufen, leider vergeblich. Ob ein Verschulden Dritter vorliegt, wird Die Untersuchung ergeben. Line Bismarckfeier in Hannover. Am 16. unD 17. Oktober veranstaltet Der Verein zur Errichtung eines Dismarck-Rativnal- denkmals in Hannover einen Dismarcktag, auf Dem Universitätsprofessor Dr. Martin Spahn, M. D. R., über „Bismarck und Der Staatsgedanke" sprechen wird. D. Dr.-Ing. W. Beumer wird einen Vortrag über Bismarck, sein Werk und feine Person halten. Ferner werden sprechen Reichsminister a. D. Dr. Jarres, Staatssekretär a. D. Wallraf, Geh. Rat Dr. H i I g e r, Geh. Rat Dr. P o r s ch. Die Gedächtnisansprache am Bismarckturm hat Iustizrat Falk übernommen. Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat seine Beteiligung bereits zugesagt. Aufdeckung eines Mordes nach zehn Jahren? In Saarlouis wurde im Jahre 1916 Der Vollziehungsbeamte Ferdinand Derlen beim Stellen eines Kartoffeldiebes auf seinem Acker von diesem kurzerhand erschossen. Die Polizei fahndete lange nach Dem Täter, ohne seiner habhaft werden zu können. Run nach 10 Jahren scheint Licht in die Angelegenheit zu kommen. Eine Frau Erbel zeigte, um sich ihrer Gewissensbisse zu entledigen, ihren Mann als den Mörder an und hat ihre Aussagen mit ihrem Schwager zu Protokoll gegeben und unter-- schrieben. Ein Fassadenkletterer erwischt. In Berlin bemerkte ein Chauffeur, der mit seinem Wagen an der Autohaltestelle am Pariser Platz wartete, plötzlich, wie ein Mann langsam die Fassade des Hotels Adlon emporkletterte. Er machte mehrere Kollegen aufmerksam, die sofort das Hotelpersonal und Polizeibeamte benachrichtigten. Als der Fassadenkletterer in das offene Fenster eines im ersten Stock gelegenen Zimmers cinbrang, wurde er von den Polizisten verhaftet, ehe er etwas stehlen konnte. Auf der Polizeiwache gab er an, der 27 Jahre alte Ernst Lindner zu (ein. Die Deutscheneinwanderung in England. Aus einer amtlichen Statistik über Die in England angekommenen unD ausreisenden Ausländer geht hervor, daß während des letzten Jahres mehr Franzosen und Italiener als Deutsche von Den englischen Einwande- rungsbehörden als unerwünschte Elemente zurückgewiesen worden sind, und daß im Verhältnis zu Der Einwohnerzahl der betreffenden Länder auch Die Zahl Der zurückgewiesenen Belgier und Polen größer ist als Die Der Deutschen. Eine Hochzeitsfeier mit tragischem Ausgang. Bei einer Hochzeitsfeier in W u f s o w (Pom- mern) sank infolge Nachgebens der Deckenbalken die ganze Hochzeitsgesellschaft in den Keller. Dabei brach Feuer aus, das die Kleider der Frauen ergriff. Sieben Personen erlitten schwere Brandverletzungen, zwei Frauen wurden in be- deutlichem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Scharlachepidemie in Warschau. Die in Warsckau schon feit einigen Tagen auftretenDe Scharlachepidemie nimmt in letztm Zeit einen bedrohlichen Charakter att Allein in Den Warschauer Spitälern liegen üb i 50 Kinder an Scharlach erkrankt darnieder. 49 Personen bei Riga ertrunken. Unweit Rigas ist auf hoher See der kleine Pafsa- gierdampfer „N e u b a d" aus unbekannter Ursache untergegangen. Sämtliche Fahrgäste und Mannschaften des Schiffes, etwa 40 Personen, sind ertrunken. Der hohe Wellengang machte eine Rettung unmöglich. RAUCHER-UMFRAGE /■) Oen»n seiner Qßelh äh» «» J" micber cd) Äidfe M ... (Ofur bicgene Auf Branchen h< Ä Lebens wir übertrieben.^ ** 2lau । Stt «fang ff ""'«rsubri «® Sftetr ®" d N Wntejmci SÄ Denn t länger loer gemähten 1 die Stoppel S Uhr ihre noch einmal W entlalte Md Tchönh sch ®ii uni hohen 6t® ben der Helenen. 5 Golöblum« ri/as schm ländern [L daß sie lh königlicher möchte ma nicht nur i leuchtendem haltbaren D flnemoncn < Deih g^leid schwände, v und ein zar mit einer leiben den Tarten ein reszeit hm Äral phu$ dimer Acbenpraä •m bas na innem. Sie1 sende Dluni Md zwar i Tranzosm i sie in der g. kennt, - di, essantes um Leistungssah kelt in unser ja als Preis rabc leicht n Sderei.- lchaften 's' Wiche»/ K St*! ms ft St ingenierrrtebitie Technikum Ältenburq-Th STAATSKOMMISSAR Main kleinen Ar?,ihauS- halt gesucht. 'Borah: Nellen itiorß. 11-12 obdS. 7-8 Uhr In Gienen, Selierö- weg 91 l. 73841) Junger Kaufmann 23 Jahre alt, Mein (ürobeiicn, Bau- matcrialicn, 4V,j. Neiseiätigkett, prima Ne^erenzen, Aiotor- radsahrer, sucht io fort Stellung. Schr. 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Wenn man am gestrigen Nachmittag die Hauptgeschäftsstraßen unserer Stadt durchwanderte, merkte man bereits allenthalben, wie man sich in den Geschäften eifrig regte und rüstete, beim kommenden, friedlichen Wettkampf der Schaufen st er und Warenauslagen in Ehren und mit Erfolg zu bestehen. Noch freilich waren viele große Fensterscheiben geheimnisvoll verhängt, viele auch erst halbseitig: in zahlreichen Läden war man noch mit der Ausschmückung und werbekräftigen Anordnung dessen beschäftigt, was man in den kommenden Tagen zu zeigen und anzuempfehlen hat. Eine große Anzahl von Geschäften aber war auch bereits mit den Vorbereitungen fertig und zum Wettbewerb gerüstet. Es gab da scyon allerlei zu sehen, manchen neuen Einfall zu würdigen, Geschmack und Geschick in Aufmcicyung und Anpreisung zu vergleichen. Die Mittel, mit denen gearbeitet wird, sind verschiedenster Art: man sieht sowohl imponierende Fülle, wie wohlbemessene Auslese, man sieht Nüchternheit und Sachlichkeit, die Ware und Preise vertrauensvoll allein zum Publikum sprechen läßt. Daneben wieder Schmuckwirkung Belebung, durch geschickte Raumausnutzung, durch Beleuchtungseffekte, Blumenschmuck, Farbenkulissen, Stoffe und Bänder. Man sieht darüber hinaus noch viele gediegene Auslagen in mannigfaltigster Art bei allen Branchen hergerichtet. Es läßt sich heute nicht alles aufzählen, was es zu sehen gibt, an alle Bedürfnisse, alle Wünsche des täglichen und unalltäglichen Lebens wird man erinnert. Es wird eine Menge zu sehen fein während der Werbewoche: der Schaufensterwettbewerb dürfte ein so eindringliches, interessantes und wechselvolles Bild der geschäftlichen Leistungsfähigkeit und kaufmännischen Werbefähigkeit in unserer Stadt bieten, daß dem Publikum, das ja als Preisrichter walten soll, dieses Amt nicht gerade leicht werden wird. Herbstblumen. Wenn die Schalten des Tages und die Rächte länger werden, bleiche Herbstzeitlosen auf den gemähten Wiesen sprossen, silberne Fäden über die Stoppeln schweben und die Sonne erst nach 9 Uhr ihrem Rebelbade entsteigt, dann blühen noch einmal die Rosen. 3n der feuchten Herbstlust entfalten sie ihre Blumen zu voller Frische und Schönheit. Ueber die Gartenzäune erheben sich aus unbeachteter Blättermasse an übermannshohen Stengeln die Goldbälle, Wedel und Scheiben der verschiedenen Sonnenblumen, Gold- helenen, Goldruten, Golbrubeckien und wie die Goldblumen alle heißen, die uns die Flora Amerikas schenkte. Diese Herrlichkeiten aus den Dollarländern sind zwar von allzu hohem Wüchse, als daß sie ihre schweren Goldkronen mit wahrhaft königlicher Würde zu tragen vermöchten. Trotzdem möchte man sie nicht missen, beim sie zieren nicht nur den herbstlichen Garten mit weithin leuchtendem Gelb, sondern ergeben auch einen haltbaren Vasestschmuck. Die langstieligen Brautanemonen Japans, in seidiges Hellrosa oder Weiß gekleidet, Edelwicken, Löwenmäuler, Fuchsschwänze, verspätete Flammenblumen, Gladiolen und ein ganzes Heer von Staudenastern, überdeckt mit einer Fülle maßliebchenartiger Blüten, verleihen dem gepflegten, wie dem ungepflegten Garten einen Dlütenreichtum, der über die Jahreszeit hinwegzutäuschen vermöchte. Bor allem sind es die Gartenastern, Calliste- phus chinensis, die uns in ihrer unvergleichlichen Farbenpracht — sozusagen durch die Blume — an das nahe Ende der guten Jahreszeit erinnern. Diese gegenwärtig in keinem Garten fehlende Blume kam erst 1731 aus China zu uns, und zwar in der bekannten einfachen Fbrm. Die Franzosen nannten sie Königs-Margeritte. Was sie in der ganzen Welt, soweit man Dlumenpflege kennt, — die Tropenländer nicht ausgenommen — gegenwärtig dar stellt, verdankt sie deutschem Gärtnerfleiß. Wenn jemand äußerte, daß er auf seiner Weltreise nicht soviele uitd so schöne Blumen gesehen habe, als auf den Dlumenfeldern Erfurts an einem einzigen Tage, so ist das nicht übertrieben. 3n zahllosen Farbentönen von Weiß, Rot, Blau und neuerdings auch von Gelb, in einer Menge hochwachsender oder niedriger bleibenden Klassen, und in allen nur erdenklichen Formen der Dlütenbildung können wir sie dort in unglaublicher Menge bewundern. Man kann es kaum begreisen, daß eine nur wenig beblätterte Pflanze während der kurzen Dauer unseres Sommers derartige Dlütenmassen und solche Farben hervorzubringen imstande ist, wie wir dies an t>en Asternbeeten der neuen Anlage vor dem Hotel Kühne in der Bahnhofstraße zur Zeit wahrnehmen können, wo etwa anderthalbtausend blauer Hallenastern in Blüte stehen. Deutscher Asternsamen ist in der ganzen Welt gesucht, für ihn waren auch während der Kriegszeit die Zollschranken im Geheimen geöffnet. Doch hat der Verfall aller europäischen Währungen es mit sich gebracht, daß die deutschen Astern nach zweijähriger Eingewöhnung nachgebaut werden, um sich von unserem hohen Valutastande unabhängig zu machen. Deutsche Züchtergrirndlich- keit jedoch läßt sich nicht ersetzen. Mit der Aster gleichzeitig und bis tief in den Herbst hinein, solange der Frost nicht Einhalt gebietet. blüht die Dahlie. 3hre Beliebtheit wird von Jahr zu 3ahr allgemeiner. Zahllose Liebhaber wetteifern um den Besitz der neuesten und schönsten Sorten. Die Spanier brachten sie 1789 nach Madrid. Als Tropenpflanze zog man sie «ihrer vermeintlich eßbaren Knollen wegen in den Warmhäusern. Da jedoch dem vermeintlich neuen Gemüse auf der königlichen Tafel, noch der Pflanze der Aufenthalt in den Gewächshäusern wenig besagte. ging sie bald wieder verloren. Erst durch Alexander von Humboldt erhielten wir zu Beginn des vorigen Jahrhunderts eine Anzahl von Pflanzen, darunter eine gelbblühende. Diese waren einfachblühend, wie auch die ersten Züch- tuuZsergebnisse, deren man 1806 bereits 55 zählte. Die erste gefüllte Dahlie entstand 1830 im Hofgarten zu Karlsruhe. Das Mädchen von Bath, eine besonders schöne englische Züchtung, ward 1839 mit 20 000 Mark bezahlt. Dann entstanden in kurzer Folge die vielen tausende von Sorten mit kugelförmigen Blumen, die wir noch als Georginen kennen und deren Mittelpunkt damals das heute mehr durch sein Schwarzbier bekannte Köstritz war. Erst die neuere Zeit vermochte sich aus einer Erstarrung zu befreien, der man mit der Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Samstag, u. September 1926 Zeit verfallen war. Gegenwärtig schätzt man mehr die strahlige Kaktus- oder lockere Seervsenform. Eine Schönheitskonkurrenz der Dahlie erlebten wir in Gießen im verflossenen Herbst auf der Dlumenausstellung am Oswaldsgarten. Die gegenwärtige Gartenbau-Ausstellung in der Volkshalle verspricht darin noch reicher zu werden. Herbstblumen lösen Herbststimmung aus. Herbststimmung neigt zu Wehmut. Wir wollen aber nicht vergessen, daß es gerade die förmigen, wie auch die trüben Herbsttage sind, an denen die Ratur still verborgen und geheimnisvoll in Millionen von Keimen und Knospen die Blüten- träume des Frühlings vorbereitet. Wir wollen uns dessen beim Schwinden des Sommers dankbar erinnern. Rosegger erzählt von einem Hirtenbuben, der. ehe er mit seinem Vieh die Alm verließ, um zu Tal zu treiben, zwei Schalen auf das Dach der Hütte stellte, sie mit Milch füllte und dabei zur Sonne emporblickend sagte: „Liebe Sonne, du hast es gut gemeint, du sollst auch von der Handelsgärtner-Verbindung tatkräftig unterstützt wurde. Auch in diesem Jahre hat ein wiederholler Rundgang stattgefunden, und zwar im Zuni zur Rosenzeit und Anfang September. Aus dem Ergebnis ist kurz mitzuteilen, daß noch immer ganze Sttaßenzüge ohne Blumenschmuck geblieben sind. Auch fehlt es an den wichtigsten Verkehrspuntten, wie Marktplatz usw.. noch an der allgemeinen Beteiligung aller Anwohner, um das Dill) einer blumengeschmückten Stadt zu erhalten. Alles in allem kann jedoch gesagt werden, daß im Vergleich zum vorigen Jahr jetzt recht viel geschehen ist. Man bemerkt im einzelnen eine größere, auf verständige Pflege deutende Ueppig- keit sowie einen größeren Reichtum der Zusammenstellung im Gesamtbilde. Außer Scharlach- und Schlinggeranien sind sehr viel Petunien entweder allein oder zwischen anderen Gewächsen angepslanzt. Sie blühen reich in. leuchtenden Farben und bedürfen außer regelmäßigem Gießen und wiederholter Düngung keiner sonsttgen an sümtlichs Lelev rmd KEvaggßhvV dss Gretzenev AnzskgLBs Mv KSsdevrmg von wrEÄMStt ZMrmgsamsZgen Die Gartenbau- und Elektrizitäts-Ausstellung in Gießen bietet der Geschäftswelt Gelegenheit, die hiesige Einwohnerschaft und die zahlreichen Besucher aus dem Hinterlande zum Einkauf ihres Herbstbedarfs anzuregen. Es darf also damit gerechnet werden, daß die Zeitungsanzeige während der Ausstellungszeit vom 11. bis 19. Sept, in besonders sorgfältiger und geschickter Aufmachung in die Erscheinung tritt. Wie es für den Leser wichtig ist, den Inhalt dieser Empfehlungsanzeigen zur Kenntnis zu nehmen, so ist es auch für die Geschäftswelt wesentlich, die Anschauung des Zeitungslesers über die Wirkung der Anzeigen auf ihn kennen zu lernen. Wir stellen deshalb an alle Leser des Gießener Anzeigers folgende Frage: welche GmUßshkrnssa«zerge ite den Ämnmev« des Glstzenev Anzeisevs vom 11. bls 19. Cevtembse eirr- schlietzlich macht den levhaftsstsrs GkrdsrrB auf «Sie? Bei der Beantwortung darf nur eine Anzeige mit ihrer Nummerbezeichnung benannt werden unter Anfügung der genauen Anschrift des Einsenders. Die Nummer muß also deutlich geschrieben über der Anschrift stehen. Andere Zusätze sind nicht angängig. Die Einsendungen, die am zweckmäßigsten auf Postkarten vorgenommen werden, müssen am 21. Sept, bei uns eingegangen fein. Die Einsender, deren Nummernangaben sich in größter Zahl auf die bevorzugten Anzeigen vereinigen, werden in drei Gruppen geteilt und für ihre Mitarbeit mit folgenden Geldbelohnungen bedacht: Gvste Gvuvve: Orrei Delohnungerr von je AM. sc> - (Anzeige mit der größten Sttmmer^ahl) Zweite Gvupver Des! Belohnunsen von je AM. 25.- (Anzeige mit der zweitgrößten Stimmenzahl) Nvttte Gvnvve: Dvei BelohnAngen von je KLK.2L!.- (Anzeige mit der drittgrößten Stimmenzahl). Das Los entscheidet in jeder Gruppe. Nur Leser, die sich diesen Bedingungen unterwerfen wollen, find zur Beteiligung eingeladen. Angestellte unseres Derlagshauses find ausgeschlossen. Zehn Arrzeksenbeftellev, auf deren Empfehlungsanzeigen sich die größten Stimmenzahlen vereinigen, werden mit je einem wertvollen Werk über Geschästswerbung bedacht. Es soll ihren Sinn für gute Reklame noch mehr anregen. Wir bitten um ausgedehnteste Mitwirkung unserer Leserschaft in Stadt und Land, wie wir auch die Anzeigenauftraggeber darum bitten, ihre Empfehlungsanzeigen rechtzeitig vorzubereiten, damit ihnen eine hervorragende Ausstattung gesichert werden Kann. Vevlag des GieSsnev Slmsisevs etwas haben, nimm und trink." Wir wollen ähnlich handeln. Wenn gegen Ende des Monats die Astern und Dahlien verblassen, dann bereiten wir ein sonniges Gartenbeet, streuen in den lockeren Boden Liebeshainblumen oder Rittersporn einer einjährigen Sorte, Samen der im letzten Sommer reifte, nicht zu dünn aus, und sprechen: „Liebe Sonne, du hast uns viel Gutes und Schönes gebracht. Du wirst eine Zeitlang verschwinden und dich wenig blicken lassen. Wenn du mich bei deiner Wiederkehr vielleicht nicht mehr bescheinen kannst, weil ich in der Erde ruhe wie diese Samen, so erwecke sie im Wechsel von Vergehen und Auf erstehen zu ihrem Dasein in Schönheit in erneuter Fülle deines Lichtes." Rehnelt. Unsere Stadt im Blumenschmuck Richts trägt zur Verschönerung des Stadtbildes mehr bei, und hinterläßt bei Fremden einen angenehmen und nachhaltigen Eindruck, als eine reiche, nach den Gesehen der Farbengebung durchgeführte Schmückung ganzer Häuser- und Straßenfronten, wie das in einem Teil der Gnauthstraße vorbildlich geschehen ist. Richts ist aber auch besser geeignet, über die langweilige Oeöe bauversündigter Steinkästen hinwegzuhelfen, als wohlgepflegter Blumenschmuck an den Häuf er- fronten. Aus diesem Grunde hat der Verkehrs- Verein bereits lange vor den Kriegsjahren die Aufgabe übernommen, den Blumenschmuck an Fenstern, Ballons und Vorgärten durch Verteilung von Preisen für die hervorragendsten Leistungen nach Möglichkeit zu fördern, wobei er Pflege. Dies ist aber auch notwendig, wenn sie bis zum Herbst mit dem Blühen anhalten sollen. Reu ist die ausgedehnte Verwendung von Hänge- suchsien in mehreren äußerst dankbar blühenden Sorten. Doch ist die Blütenfarbe zu matt, um eine wünschenswerte Fernwirkung zu erreichen, besonders dann, wenn sie in Verbindung mit dunkelroten oder violettblauen Petunien an dunklen Hauswänden angebracht sind. Sehr erfreulich ist die ausgedehnte Anwendung künstlicher Düngung. Ohne eine solche wäre die geringe Erdmenge an Nährstoffen bald erschöpft. Die Ergebnisse des Preisgerichtes werden auch in diesem Jahre später bekanntgegeben. Gießener Wochenmarktpreise. Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 30, Käse (10 Stück) 60 bis 100, Wirsing 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 12 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat 25, Römischkohl 10, Bohnen (grüne) 12 bis 20, Bohnen (gelbe) 20, Unterkohlrabi 5 bis 10, Tomaten 12 bis 25, Zwiebeln 15 bis 20, Meerrettich 80, Rhabarber 15, Kürbis 8, Kartoffeln 4, Falläpfel 8 bis 10, Frühäpfel 15 bis 40, Birnen 10 bis 30, Zwetschen 20 bis 25, Mirabellen 35 bis 50, Pfirsiche 20 bis 30, Preiselbeeren 50, Brombeeren 50, junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Eier 14 bis 15, Blumenkohl 10 bis 130, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken 2 bis 4, Endivien 15 bis 25, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40: das Bund: Radieschen 10. Vornotizen. — Tageskalender für SamStag. Gartenbau- und Elektrizitäts-Ausstellung in der Vollshalle: von 3 bis 7Vg Uhr nachmittags Besichtigung, 4 bis 7 Uhr' nachmittags Konzert, 8 bis 12 Uhr abends Musik und Tanz. — Ruder- Klub „Hasfia": 8 Uhr Bootshaus, MonatSver- sammlung. — Deutschnationaler Handlun.gsgehil- fen-Verband: 81/» Uhr, Kaufmännisches Vereins- Haus, Mitgliederversammlung. — Reichsbund der Zivildienstberechtigten: 8.30 Uhr. „Stadt Lich", Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fünf-Uhr-Tee in der Ackerstrahe". — Astoria-Lichtspiele: „Der schüchterne Don 3uan“. — Tageskalender für Sonntag. Gartenbau- und Elektrizitätsausstellung in der Volkshalle. 11 Uhr vormittags bis 7.30 Uhr abends Besichtigung, 11 bis 1 Uhr vormittags Frühkonzert, 4 bis 7 Uhr nachmittags Konzert, 8 bis 12 Uhr abends Musik und Tanz. — 2.30 Uhr nachmittags: Dlumenkorso des Verkehrs- Vereins. — Konsumverein Gießen und Umgegend: Saalbau Sauer von 9 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends Warenausstellung. — Verein Rudersport: 9 Uhr vormittags Vorrennen, 2.30 Uhr nachmittags Ruder-Regatta auf der Lahn. — Lichtspieltheater wie Samstag. * •* D i e Gießener Geschäfte sind morgen geöffnet! Es sei noch einmal darauf hingewiesen, daß die Gießener Ladengeschäfte am morgigen Sonntag von 11 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, die Lebens-, Genußmittel- und Zigarrengeschaste von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags, geöffnet sind. Der Landbevölkerung, die in dieser arbeitsreichen Zeit Werttags nur schwer ober gar nicht in die Stabt kommen kann, sei bie morgige Einkaufsmöglichkeit besonders empfohlen. Die Besucher haben gleichzeitig gute Gelegenheit, mit Gründlichkeit den interessanten Schaufensterwettbewerb der Gießener Geschäfte und ferner nachmittags um 2.30 Uhr den sehenswerten Blumenkorso des Verkehrsvereins in Augenschein zu nehmen. ** Der Dlumenkorso, für den nachträglich noch eine Reihe toeiterer Fahrzeuge angemeldet wurden, wird morgen nachmittag 2 Uhr auf Oswaldsgarten aufgestellt, die Abfahrt erfolgt um 2V2 Uhr. Der Korso geht durch Reustadt, Bahnhofstraße, Alicestraße, Seltersweg, Sonnen- straße, Schulstraße, Kircbenplah, Lindenplah, Walltorstraße. Ostanlage, Moltkeslraße, Kaiser, allee nach der Volksha'le. 3m heutigen Anzeigenteil wird bie Bürgschaft a ifgeforöert, aus Anlaß der Ausstellungs- und Werbewvche, besonders heute und morgen Sonntag, zu flaggen, um den zahlreichen Besuchern unserer Stadt einen festlichen Empfang zu bereiten. ** Ausmarsch ins Manöver. Das hiesige Bataillon des 15. Infanterie-Regiments rückte gestern abend 9 Uhr unter klingendem Spiel von der Kaserne nach dem Bahnhof, um die Fahrt nach Süddeutschland zu den diesjährigen Herbstmanövern anzutreten. In den Marschstraßen hatten sich sehr zahlreiche Zuschiner eingefunden, die der Truppe herzliche Sympathiekundgebungen bereiteten. ** Eine große Missionsausstellung soll in der Zeit vom 17. bis 23. Oktober in Gießen stattfinden. Die Veranstaltung geht aus von der China- und Afrikamission, und sie wird mit großen Seltenheiten, z. B. die chinesische Ahnenhalle, beschickt werden. Mit der Ausstellung werden Vorträge verbunden sein. Die Gewerbe- und Maschinenbauschule Gießen, deren Abendkurse am 1. Rovernbcr beginnen, übermittelt Bauhand- werkern, Schreinern, Malern, Schuhmachern in einem bis drei Semestern die für die selbständige Ausübung ihres Berufes erforderlichen praktischen und theoretischen Kenntnisse. Die Ma- schinenbauschule bildet Maschinentechniker usw. in vier Semestern aus. Angegliedert ist eine Abteilung für Flugzeugbau und Radiotechnik. Außerdem haben die Schüler Gelegenheit, in einem' weiteren Semester sich im höheren Maschinenbau usw. auszubilden. (Siehe heutige Anzeige.) ** Das Fröbel-Seminar veranstaltet in den Räumen des Kunstvereins im Turmhaus am Brandplatz in der Zeit vom 12. bis einschl. 19. Sept, eine Ausstellung von Schülerinnenarbeiten der zum Herbst abgehenden Kindergärtnerinnen und Kinder- pflegerinnen. Die Besichtigung kann in der angegebenen Zeit täglich von 11—1 Uhr norm, und 3—5 Uhr nachm. erfolgen. Die Ausstellung wird, wie man uns schreibt, diesmal besonders reichhaltig und abwechslungsreich sein, sowohl was die Handarbeitssachen betrifft als auch die Bast- und Holzarbeiten usw. ** Straßensperre. Wegen Neupflasterungs- arbeiten hat das Polizeiamt den A st e r w e g zwischen Schillerstraße und Nordanlage bis auf weiteres für jeglichen Fährverkehr gesperrt. ** Reinlichkeit im Friseurgewerbe. Unter dieser Ueberschrist wendet sich der Obermeister der Friseur- und Perückenmacher- innung Gießen im heutigen Anzeigenteil mit einer Erklärung an die Oeffentlichkeit. Es wird darin Stellung genommen gegen die unzutref- fenden Gerüchte, die in der Stabt auf Grunb ber neuen Kreispolizeiverorbnung für bas Friseurgewerbe im Umlauf finb. Auf bie Erklärung fei hiermit hingewiesen. ” Plötzlicher Tod. Gestern nachmittag ereilte den Finanzpraktikanten, Ministerialober- revisor a. D. Bräuning von Darmstadt, der bei der hiesigen Universitätskasse in Diensten stand, während der Dienststunden auf dem Bureau ein plötzlicher Tod infolge Herzschlags. Der so jäh aus dem Leben geschiedene Mann stand im 29. Lebensjahre; er erfreute sich bei der Beamtenschaft der Universitätsverwaltung allgemein großer Beliebtheit. Um den Abgeschiedenen trauern seine alte Mutter, seine Braut und ein Bruder. *• Eine Achtzigjährige. Frau Heinrich Dohenrvdt Wwe., Schillersttaße 20 wohnhaft, kann morgen in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag begehen. ** Verkehrssünden i m August. Vom Polizeiamt wird mitgeteilt: In der Zeit vom 1. bis 31. August wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bzw. Kraft- und Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 28 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 10 wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 2 wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 7 wegen Fahrens, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 41 wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 16 wegen sonsti- ger Zuwiderhandlungen in vorkehrspolizeiltcher 5>in= • Zusammen st ob zwischen Motorrad und Fahrrad. Gestern abend gegen 6.15 iUjr fuhr ein Motorradfahrer mit Beisitzer vom Ludwigsplah durch die Ludwigstrave. An der Ecke Ludwlgstraße Goetheslraße kam aus der Richtung Sudan laue ein Radfahrer, der anscheinend seine Maschine nicht ganz beherrschte, und fuhr dem Motorrad in die Flanke. Durch den Anprall stürzten alle drei zu Boden. Der Radfahrer, ein Landwirt aus der Umgebung von Gießen, erlitt eine starl blutende Kopfwunde, sowie einen Bruch des linken -Unterarmes: er muhte nach Anlegung der Rotverbände durch die Freiwillige Sanitütololonne vom Roten Kreuz zur chirurgischen Klinik gebracht werden. Die beiden Motorradfahrer kamen mit leichten Abschürfungen davon ** W o i st eine Kuh g e st o h l e n? Der Polizeibericht meldet: Am Dienstag, 7. Hept., überaab ein Unbekannter einem hiesigen Mötzger auf Der Straße in der Westanlage eine Kuh mit Dem Er suchen, ihm diese mit nach dem Schlachthof zu neh men, wo er sie dann wieder abhoien würde. Da sich der Unbekannte bi? heute noch nicht um das Tier bekümmert hat, ist anzunehmen, daß cs durch eine strafbare Handlung erworben oder womöglich auf einer Weide gestohlen wurde. Der Eigentümer oder Personen, die enll. über den unbekannten Händler Auskunft geben können, werden ersucht, sich mit der Kriminalpolizei Gießen ins Benehmen zu setzen. ■* Fahrraddieb st ähle. In letzter Zeit wurden in Gießen nachstehend verzeichnete Fahrräder gestohlen: 1. Marke Schladitz, Nummer unbekannt, schwarzer Nahmen, chachgebogene Lenkstange, mit schwarzen Griffen und grauer Bereisung: 2. Marke Triumph, Nr. 385 709, schwarzer Nahmen ! mit grünen Streifen, gelben Felgen und hochgebogener Lenkstange. Bor Ankauf wird hiermit gewarnt. *'* Zwei Einbruchsdieb st ähle wurden in letzter Zeit hier begangen, wo Den Tätern Geldbeträge von 60 und 180 Mk. in die Hände fielen. Sachdienliche Mitteilungen nimmt Die Kriminalpolizei Gießen entgegen. ** Festgenom in c n wurden je eine Person | wegen Gewerbsunzucht, Kuppelei und Diebstahls. ** Das letzte Sommer-Sonderkonzert unserer Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister L ö b e r fand am Donnerstagabend auf Der „Liebigshöhe" statt. Die Veranstaltung war gut besucht und bildete einen würdigen Abschluß Der Konzertreihen Der Kapelle. Das sorgfältig zusammengestellte Schlußprogramm, Dos reiche Abwechslung bot, mürbe flott zum Vortrag gebracht und fand bei Dui Besuchern rechl freunDliche Aufnahme. Der lebhafte, teilweise stürmische Beifall, Den das Publikum Den Darbietungen zollte, fand in zahlreichen Einlagen seinen Ausgleich. In Diesem Zusammenhang seien besonders erwähnt: Die Suite „Ballet-Cgyptien", Die Fantasie über die Musik zum Märchen „Königokinder", die Große Fantasie aus „Götterdämmerung", Die Variationen über „Lang, lang ist's her" (Uylophon- solo) und der Walzer „Gruße von Der Lahn" (komponiert von Obermusikmeister W. Löben. Z» Den nunmehr abgeschlossenen Konzertserien läßt sich zu- sammensassenD sagen, daß der im allgemeinen sehr gute Besuch (besonders Der Abonnementskonzerte) gezeigt hat, Daß Die Gießener Bürgerschaft lebhaftes Interesse für Diese musikalische Unterhaltung während Der Sommermonate bekundet, und andererseits Die Kapelle stets nach besten Kräften bestrebt war, dieses Interesse machzuhalten und zu fördern. Das ist ihr in vollem Maße gelungen. Der reiche Beifall, Den sie für ihre trefflichen Leistungen in Den einzelnen Konzerten ernten konnte, bietet einen beredten Beweis dafür, co i’aiui d>, .Äduehc mit Befriedigung auf ihre diesjährige Sommer-Kon- zerttätigkeit zurückblicken, und auch die Bürgerschaft wird sich gern dieser Veranstaltung erinnern. z. ** Eine beherzigenswerte Warnung richtet Die GeneralDirektion des Hess. Lan- Desthealers in Darmstadt an junge Leute, die sich Der Bühnenlaufbahn rniDmen wollen, in nachstehen- Den Worten: Angesichts der an die GeneralDirektion gelangenden zahlreichen Anfragen betr. Anfänger- und Volonlärstellen sei Darauf hingewiesen, Daß keine Möglichkeit mehr besteht, Derartigen Gesuchen zu entsprechen, ganz abgesehen davon, daß Die GeneralDirektion nicht in Der Lage ist, Durch Erfüllung Derartiger Gesuche eine Verantwortung zu übernehmen und zweifelhafte Hoffnungen für Die Zukunft zu wecken. Es muß ernstlich betont werden, Daß augenblicklich Die Aussichten, falls es sich nicht um ganz große und ursprüngliche Begabungen handelt, erschreckend schlechte sind. So zeigt z. B. Die letzte Berliner Statistik vorn 5. September, daß von Bühnenangehörigen der Dortigen Erwerbslosenfürsorge 634 Schauspieler, 233 Opernsänger, 80 Tänzer, 71 Musiker, 69 Ehorsänger, 31 Kapellmeister und 7 Theaterdirektoren zur Last fallen. Dabei handelt es sich, wie ausdrücklich betont werden muß, um Durchweg fertige unD ausgebildete Künstler, die sämtlich in guten und festen Stellungen waren. ** 2 i e Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Friedelhausen (Kreis Gießen), Zell und Schmeinsberg (Kreis Alsfeld) sowie in Wenk bach (Kreis Marburg) amtlich festgestellt worden. Wettervora -sage. Bei schwach südwestlichen Winden langsam zunehmende Bewölkung, warm, vorwiegend trocken. Der Luftdruck über Mitteleuropa fällt langsam weiter. Unser Gebiet kommt in das Bereich von Randstörungen des über der Nordsee und Skandinavien lagernden Tiefdruckgebiets, so Daß die Beständigkeit Der Wetterlage nicht gesichert ist. Gestrige Tasfestemperaturen: 'JJiorinuim 26,7 Grad Celsius, Minimum 12,1 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 14,7 Grad Celsius, Preußen. Kreis Wetzlar. 3 Aus Dem Kreise Wetzlar, 10. Sept. Die Lage auf Dem Arbeits markt im Bezirke Des Arbeitsnachweises Wetzlar hat sich im Laufe Der zweiten Hälfte Des Monats August wieder etwas gebessert. Es wurden Ende August unterstützt: 1652 Haiiptunterstützungsempfänger, 972 Ehefrauen und 1858 Kinder. Bei Notstandsarbeiten wurden 352 Erwerbslose beschäftigt. Bon diesen Zahlen entfallen auf die Stadt Wetzlar 490 Haupt- Unterstützungsempfänger, 270 Frauen, 486 Kinder und 69 Notstandsarbeiter, den Landkreis Wetzlar 957 Haliptunterstützungsewpslinger, 595 Frauen, 1118 Kinder und 283 Notstandsarbeiter und Die zu Dem Arbeitsnachweisbezirl Wetzlar gehörigen Ge- meinDen Des Kreises Biedenkopf 205 Hauplunter- stützungsempfänger, 107 Frauen und 254 Kinder. In zahlreichen Fällen konnte der Arbeitsnachweis Beschäftigung vermitteln, besonders solche in Der Landwirtschaft. Die im Gang befindlichen Notstands- arbeiten werden aus Mitteln Der produktiven Er werbslofenfürsorge weiter unterstützt. d” Atzbach , 10. Sept. Arn 15. September wird in unserem Orte wieder eine B o l l post- agentur errichtet. Die Agentur wird wieder die Frau Witwe Keller übernehmen, Die bereits früher schon eine solche verwaltete und die heutige Poststelle innehat. Auch der nahe gelegene Ort Dorlar wird wieder seine Post von Der neuen Agentur erhalten. o G r o p r e chte ndn ch, 10. Srpt. Für das Rote,Kreuz wurden in Den Gemeinden der Bürgermeisterei Rechtenbach folgende Beträge gesammelt: Dornholzhausen 6,50 Mk., Ebersgöns 20,30 Ml., Großrechtenbach 15,50 Mk., Hochelheim 16,25 Mk., Hörnsheim 24,40 Mk., ' ueinrechtenvach 6,65 Mk., Münchholzhausen 12,50 Marl, Riederkleen 7 Ml., Oberkleen 12,60 Ml., Reiskirchen 12,60 Mk., Vollnkirchen 8,30 Ml. und Volpertshausen 5,35 Mk. Außerdem zeichneten die 14 Gemeinden der Bürgermeisterei je einen besonderen Beitrag. i Groß-Rechtenbach, 10. Sept. Gestern fand am „Schirnberg", im Zuge Der Prooinzial- straße Wetzlar—Butzbach, die V e r st e i g e r u n g Der diesjährigen Birmnernte statt. Bei den zum Verkauf kommenden Birnen handelte es sich in der Hauptsache um Bocks Flaschenbirne. Da (id) nur wenige Käufer eingefunöen hatten, bewegten sich die Preise in geringer Höhe. Es wurden für den Baum 1 bis 5 Mk. bezahlt. Der Zentner Birnen kam aus 1,50 bis 2,50 Mk. zu flehen. I Klein-Rechtenbach, 10. Sept. Die hiesigen Schulkinder unternahmen dieser Tage einen A n s f l n g n a ch F r a n k f u r t a. M.: sie besichtigten Den Zoologischen Garten, Die neue Mainbrücke und Die Zeil. Groß war Die FreuDe Der fiinDer über all das Gesehene, da sie noch nie Gelegenheit hatten, Das Leben unD Treiben einer Großstadt kennen zu lernen. <> Dornholzhausen, 10. Sept. Die hiesige Schule unternahm dieser Tage eine eintägige Wanderung n a ch Braunfels. Zu Fuß ging es über Großrechlenbach nach Wetzlar, von wo aus man mit der Labnbahn bis Station Braunfels und von da mit der Ernstbahn bis Braunfels-Stift fuhr. Große Freude bereitete den Schulkindern die Besichtigung des Schlosses Braunfels mit dem Rittersaal, der Schloßkirche und den Jagdsaal: einen herrlichen Rundblick hatten sie vom Schloßturme aus in das schöne Lahntal. Auch der Tiergarten, in dem jetzt wieder Rot- und Damwild vertreten ist, wurde aufgesucht. Interessant war für die Kinder der Anblick eines Rudels dieses edlen Wildes, das In den heimischen Wäldern nicht mehr vorkommt. Bon Braunfels aus wurde Die Rückreise durch das Solsbachtal angetreten: einer Bahnfahrt von Braun- fsls-Oberndorf bis Brandoberndorf folgte eine Fußwanderung bis Griedelbach, von wo aus die Heimreise mittels Wagen erfolgte, CO Niederkleen, 10. Sept. Dieser Tage sand hier die Ab n a h rn e der in diesem Jahre neu erbauten Wasserleitung mit Ortsent- Wässerung statt. Zunächst mürbe eine Besichtigung der Quellenfassung und der Brunnenkammer vorgenommen: beide sind im Distrikt „Heiligen- tüiilo" -wischen hier und Ebersgöns belegen. Die Einfassung Der Quelle unD Die Herstellung der Brunnen- lummer erfolgte bereits im Jahre 1913 durch den Unternehmer Rheinbay (Eleeberg). Die Quelle liefert täglich 350 Kubikmeter Wasser, wovon die Gemeinde nur etwa 50 Kubikmeter braucht, die übrigen 300 Kubikmeter aber als überschüssig ablaufen. Der Besichtigung der Ouellfnssung und Brunnenkammer folgte die Inaugenscheinnahme des Hochbehälters, der an der Provinzialstraße Wetzlar—Butzbach unmittelbar am Forsthause errichtet ist: gebaut wurde er, ebenso wie Die Zuleitung von der Quellenfassung zu ihn, schon im Herbst vorigen Jahres. Der Hochbehälter hat ein Fassungsvermögen von 90 Kubikmeter. Ebenso, wie die Abnahme zur vollen Zufriedenheit ausgefallen war, fiel auch eine Probe der Hndranten bestens aus. Der Druck des Wassers ist selvst an den tiefer gelegenen Ortsteilen so stark, daß es im Brandfalle möglich ist, auch die höchstgelegenen Brandstellen mit Den Hydranten ohne Inanspruchnahme der Feuerspritze zu bekämpfen. Im Anschluß an die Abnahme Der Leitung luno m der Gastwirtschaft Ohly eine kleine Feier statt, bei der Bürgermeister Schneider Der Bauleitung, Dem Unternehmer und nicht zuletzt and) den Arbeitern Öen Dank der Gemeinde für Die umsichtige Leitung Des Baues, Die gute Ausführung und Die mit anerkennenswertem Fleiß geleisteten Arbeiten aussprach. Kreisbaumeister F l e n- Der Dankte für Diese Ehrungen unD wies noch einmal auf Die mannigfaltigen Vorteile einer Wasser- leitüng sowohl in wirtschaftlicher, als auch in hygienischer Beziehung hin. Der Bau Der Leitung ist in verhältnismäßig kurzer Zeit durchgefübrt worDen. Die Arbeiten rourDen EnDe Februar D. y. begonnen unD waren schon Mitte August fertiggestellt. Die Entwässerungsanlage ist nur in Dem tiefer gelegenen Teile Des Ortes Durchgeführt. Das ganze Projekt war oon Der Regierung als Mtstandsarbeit anerkannt unD Der Gemeinde zu feiner Ausführung Zu- schüsse und ein Darlehen aus der produktiven Er- werbslosenfürsorge zur Verfügung gestellt. Trotzdem hat die Gemeinde noch ein größeres Darlehen bei der Landesbank aufnehmen müssen. Die Gemeinde wäre schon vor dein Kriege in den Genuß einer zentralen Trinkwasserversorgung gekommen: schon im Jahre 1914 war der Bau der Leitung an einen Unternehmer vergeben, konnte aberUwmals wegen des Kriegsausbruches nicht ausgeführt werden. R Oberkleen, 10. Sept. Die Bewirt- s ch a f t u n g des hiesigen GemeiNdewal- Des erfolgte bisher noch nach einem Plane, Der schon vor mehreren Jahrzehnten aufgestellt war und Den Grundsätzen Der heutigen Wald- bewirtschaftung in keiner Weise mehr Rechnung trug. 3n Erkenntnis Der RotwenDigkeit eineS neuen Betriebsplanes hat Die Gemeindevertretung die Reuansertigung eines solchen beschlos- stzn. Ein Forstkandidat Der Universität Gießen ist zurzeit mit der Aufstellung des Planes beschäftigt. Der neue Plan wird die Grundlage für Die Beforstung des Waldes, Holz- sällungen, Kulturarbeiten und alle mit der Waldbewirtschaftung zusammenhängenden Fragen bilden. Zur Bestreitung Der durch die Reuaufstellung entstehenden Kosten ist der Gemeinde von der Forstverwaltung eine Extrafällung im nächsten Wirtschaftsjahr in Aussicht gestellt. Kreis Marburg. sch. Marburg, 10. Sept. Die Lage des Baumarktes in den Landgemeinden Des Kreises Marburg hat sich in Den beiden letzten Jahren, wesentlich gebessert. 3m Jahre 1925 wurden insgesamt 102 Wohnhäuser sertiggestellt, davon 5 von Der Hessischen Heimstätte in Kassel: auch zwei Gemeindehäuser wurden im vergangenen 3ahre errichtet. 3n diesem 3ahre stehen im Kreise etwa 90 Häuser im Rohbau da. Rur dadurch, daß der Kreis bei Der Landespsandbriefanstalt in Berlin eine Anleihe von 300 000 Mark ausgenommen hat, wird es möglich sein, die Bauten bis zum kommenden Winter sertigzustellen. Das Auskommen aus der Hauszinssteuer war Derart gering, daß von Den 90 nur etwa 15 bis 20 Häuser hätten fertiggestellt werden können. Von Den Häusern, Die in diesem 3ahre ihrer Vollendung entgegengehen, entfallen ebenfalls nur 5 auf die Hessische Heimstätte in Kassel. Bei Den Bauten werden vielerorts Bruchsteine aus Gerneindebrüchen verwendet, auch Kunststeine werden gern gebraucht, ebenso ist auch die hessische Bauweise in Holzfachwerk anzutreffen. Dillkreis. IJ Eisemroth, 10. Sept. Die Arbeitslosigkeit nimmt hier immer mehr zu. Di« E i s e n st e i n g r u b e n haben ihren Betrieb schon längere Zeit f a st vollständig eingestellt. Der Straßenbau ist soweit beendet. Ein Verkäufe^] Zwei erstklassige, hnmigräblge vi,:i MM Hannov.vereö.Land- frtnoeht, mit Ab st.- Nachweis, zu verk. IVilh. Stark. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sowie für die zahlreichen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dörr sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Familie August Keppler Familie Werner Barth. R r fc WWWWWWWMLLN wogÄÄi 5SkWMlWsMeileii,MlslMsl!rbelkeiiusii>. 5000 m nebrauchlcs und neueS Gleis, 65 und 70 mm hoch, auf Stahlschwellen fertig montiert, SO Stück ae- braudite und neue Siahlinuldenkivver, ', u. 1 < cbm Inhalt, ferner zugehöriac Weichen und Drehscheiben, vermieten und verkaufen zu günstigen Zahlungsbedingungen 73681) Leipziger & Co., Feld- u. Industriebahnwerke A. G-, Frankfurt am Main, Weifffrauenstraffe 12. Telephon: H. 1570 und 9645. Z:t ' -*• M in \ -,sS-" ie ArbeitS« ttwtyt yi. Du z eittieitetll beendet. Ein en. 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Ein Antrag des Landesverbandes Freie und Hansestädte verlangte, daß an Stelle des Reichsnortnaltarifs Bestimmungen einer Reichslustbarteitssteuer geschaffen werden. Martens (Jamburg) begründete den Antrag und wies auf die unter chiedlichen führliche Offerten von nur einwandfreien Persönlichkeiten unter F. 3. G. 9790 an Rudolf Mosse, Frankfurt am Main. Reinlichkeit im Friseurgewerbe! In der Nr. 210 vom 8. September 1926 brachte der „Gießener Anzeiger“ den Abdruck der Polizeiverordnung für das Friseurgewerbe. Durch diese Veröffentlichung ist innerhalb des Publikums die Meinung entstanden, daß verschiedentlich die Bartflechte aufgetreten wäre, und folglich die Polizeiverordnung erlassen wurde. Ich kann demgegenüber erklären, daß die Polizeiverordnung schon seit 1904 für unser Gewerbe besteht. Was die Reinlichkeit und die Einhaltung derselben betrifft, muß ich bemerken, daß mehrmals im Jahre eine unverhoffte Revision von Seiten der Gewerbepolizei stattfindet, und Verfehlungen rücksichtslos geahndet werden. Zur Beruhigung des Publikums kann ich erklären, daß in dieser Beziehung von Seiten der Behörden keine Beanstandungen erfolgt sind. Auch sind keine Fälle von Krankheiten, die durch Bedienung eines Kunden übertragen wurden, bekannt. In der heutigen schweren Zeit, wo jeder um seine Existenz zu kämpfen hat, bin ich fest überzeugt, daß jeder Friseur darauf bedacht ist, seine Kunden sauber und rein zu bedienen, auch ohne Polizeiverordnung. Die Friseur-Innung richtet deshalb an die Bevölkerung die Bitte, sich durch diese Veröffentlichung nicht zu beunruhigen und den Friseur in seinem Geschäft nach wie Kaufe Benzin- Motor •10 P. 8. Schriili. Ang. m. Preis um. . 199 an d. Ä. Anz Einladung zur Cengralversanimliing Sonntag, den 19. September 1926, nachm. 3 Uhr, findet im Saale Karl Zinßer ordentliche General - Versammlung des Spar- und Vorschubvereins Allendorf a. d. Lumda e. G, m. b. H. Gsrtsnöau- M Elektrizitäts-Ausstellung Nach den Vorträgen am Montag, Dienstag und Freitag finden ab 9 Uhr LichtbilderWorführungen statt F^ankfu^t a. M. Restaurant Kölner Hof am Hauptbahnhof (rechts) 1. 2. Herrenzimmer Maurer. Londorf, Steinstraße. mit folgender Tagesordnung statt. Bericht über das Geschäftsjahr 1925. Vorlage der Iahresrechnung und Bianderer Erwerbszmeig müßte gefunden werden. So hat die Firma Wilhelm Grob eine Ziegel- brennerei mit Maschinenbetrieb eröffnet. Die Ziegelsteine sind von bester Beschaffenheit, und der Betrieb ist in vollem Gange. Durch dieses neue Unternehmen haben wieder einige. Arbeitslose ihren Unterhalt gefunden. DbcrlahnLreis. 0 Gräveneck, 10. Sept. Auf der Grube Georg-Joseph ereignete sich wieder ein U n - glücksfall. Nach einem Sjnengschuß brach unverhofft Gestein nach, zertrümmerte einen Rollwagen und traf den Bergmann May ans Elkerhausen so unglücklich, daß er ein Dein brach und einige Kopfwunden erlitt. Der Bergmann Staudt von hier trug Quetschungen am Oberschenkel und Rücken davon. — Die diesjährige Getreide-, Heu-, Grummet- und Kartoffelernte fällt hier sehr gut aus. Kreis Limburg. 0 Limburg, 10. Sept. Dieser Tage wurde bei Bramberg der Durchbruch bes 800 Meter langen Wasser st ollens für das im Entstehen begriffene Lahnkraftwerk vollendet. Zur Bedienung von Schreibmaschinen und Registratur wird gewissenhafte und gewandte Hilfskraft von hiesiger Fabrik gesucht. Schriftliche Angebote unter 06169 an den (Bie^ener Anzeiger erbeten. Fahnen heraus! Um die Wirkung des Blumenkorso u. d. Lchausensterausstellungen zu erhöhen, bitten wir die Bürgerschaft, während der Ausstellungs- und Werbewoche, insbesondere amSams- tag und Sonntag die Häuser zu flaggen. Dies gilt besonders für die Geschäftsstraßen sowie diejenigen Straßen, durch welche der Dlumen- korso geht. Die Läden sind an beiden Sonntagen (12. und 19. lfd. Mts.) geöffnet und zwar Lebens-, Genuß- mittel- und Zigarren-Geschäfte von 11 bis 6 Uhr, die übrigen Geschäfte lanz 1925. Genehmigung der Bilanz und Beschlußfassung über Verwendung des Reingewinns. Entlastung des Vorstandes. Vornahme von Wahlen. Vereinsangelegenheiten. Neuer leichter Lekonomre- wKgen billig zu vcrk. 06233 Bersrod, HauS 41. Bestimmungen freien Teile des Einkommens erstrecken, hinsichtlich der Gewerbe st euer sei die reichsgesetzliche Aufstellung einheitlicher Grundsätze notwendig. Zwischen den Zuschlägen zur Einkommensteuer, zur Gewerbesteuer und zur Grund- vermögenssteuer müsse eine vernünftige Realisation geschaffen werden. Die Gewervesteuerveran- lagung solle allgemein durch die Finanzämter er- folgen, das Aufsichtsrecht ausgebaut werden, das den Handelskammern bisher zustehende formelle An- härungsrecht solle zu einem materiellen Mitwirkungsrecht und. Einspruchsrecht und zu hohen Zu- schlügen erweitert werden. Da die neue Ordnung des Finanzausgleichs von den Ergebnissen der sogenannten Reichsfinanzstatistik abhängig gemacht wird, sei eine schnelle Durchführung dieser Aufgaben zu fordern unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten, die sich für kleine Gemeinden ergeben. Die Offenlegung des Kommunal-Eials jei deshalb von besonderer Wichtigkeit, weil nur dadurch der falschen Verwendung öffentlicher Gelder vorgebeugt werden könne. Die Forderung des Aus- gabe-Adbaues setze einen umfangreichen A u f • gabe-Abbau voraus. Das Entscheidende sei nicht der Abbau der Funktionäre, sondern ein Abbau der Funktionen. Während die Kosten der eigentlichen politischen Verwaltung verhältnismäßig gering seien, seien die Kosten der Wohlfahrts- ucrroaltung und vor allem der Wirtschaftsverwaltung übermäßig gestiegen. Im weiten Umfange erscheine eine Zusa m men* legung der Behörden wie auch der öffentlich- rechtlichen Institute erforderlich. (Krankenhäuser, Hochschulen.) Besonders dringend sei eine Reform in der Wohnungs - Zwangswirtschaft mit dem Ziel der Wiederherstellung der freien Bauwirtschaft und der Aushebung der Wohnungsämter. Ferner müsse eine richtige Verwendung der Hauszins st euer verlangt werden. Auf dem Gebiete des Bank- und Kreditwesens sei eine Arbeitsteilung zwischen Banken und Sparkassen anzustreben, sowie ein Zusammenarbeiten hinsichtlich der ZinspoNtik. Besondere Aufmerksamkeit sei dem Wiederaufbau des Realkredites zu schenken. In der Ableihepolitik sei große Mäßigung notwendig. Zum Schlüsse stellte der Redner noch einige Forderungen bezüglich der Wegelasten auf. Grundsätzlich solle die Kommunalselbstverwal- tung sich in keinem Falle im Gegensatz zur freien Wirtschaft stellen. Irn Interesse fruchtbarer Gemein- uhastsarbeit müßten die Unternehmer sich mehr als bisher an der Arbeit der kommunalen Verwaltung, Vertretungen, besonders auch an der Ausschußarbeit beteiligen. Korreferate hielten die Landräte Fried- r i ch (Hattingen) und Wisko11 (Beskow). Bullenverkauf. ,„D Stadt Gründern verkauft fetten Boaels- beroer Schlachtbullen. Schriftliche Angebote sind bis zum 15. d. M., nachnutlmrs 2 Uhr, nur der Bürgermeisterei emzureich Dort werd. Bedingung, vorher milgeteilt. He ss. Bnr § er meisterei Grü. nberg. Kreischen-Salz im Frühgetränk erhält den gesunden Menschen frisch und elastisch, verschafft Ihnen frühmorgens das Gefühl des körperlichen Wohlbehagen0 Kruschen-Salz erfrischt Ihr ganzes inneres System und hä’t Ihre Verdauung in bester Ordnung, so daß die so häufig auftretenden Darmverstopfungen völlig beseitigt sind. 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Döhne (Kassel) begründete den Antrag mit dem Hinweis auf die hohen Sondersteuern, die von den Gewerbetreibenden noch getragen werden müßten. Ein Antrag des Landesverbandes Oldenburg und der Provinz Sachsen wünschte eine reichsgesetzliche Regelung des Voltstrauertages. Der Antrag wurde ebenfalls angenommen. Hartleb (Kassel) dankte nochmals, daß man nach Kassel gekommen sei, und dankte dem geschäftsführenden Ausschuß für seine Tätigkeit. Präsident Köster erwiderte, daß die Erwartungen, die man auf den Verbandstag in Kassel gesetzt hatte, bei weitem übertroffen worden seien. Mit einem „frohen Wiedersehen" in Düsseldorf im nächsten Fahre schloß bann Präsident Köster den 51. Deutschen Gastwirtetag. (nur an Beamte) 73i2ss .... —........... streng reelles preiswertes Haus sucht und 500—1000 Mk. sofort zur Ver noch einige in Beamtenkreise gut eingeführte tüchtige Provisionsvertreter. Auch abgebaute Beamte werden einge- j stellt. Guter laufender Verdienst. Aus-1 Preußischer Landkreistag. In Breslau ist der Preußische Landkreistag unter Teilnahme von etwa 500 Landräten und Kreistagsmitgliedern zu seiner diesjährigen Tagung zusammengetreten. Das geschäftssuhrende Präsidialmitglied des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, Geheimrat Kastl, behandelte die Lage der deutschen Wirtschaft und ihre Beziehungen zur Kommun Verwaltung. Er erörterte die Konfliktspunkte zwischen Wirtschaftspolitik und Kommunalpolitik, wie sie sich in den letzten Jahren ergeben haben, so zunächst die Heber st eigerung der öffentlicher Lasten, Fälle überschüssiger Lasten durch die Kommunen, falsche Finanzpolitik durch die Gemeinden, Mißstände im Sparkassenwesen usw. Er forderte hinsichtlich der öffentlichen Finanzwirtschaft Sparsamkeit und Ausgabenkür- ; u u g. Bei Neuordnung des Finanzausgleichs solle auf die Regelung der Kommunalzu- s ch läge zur Reichseinkommen- und Körperschafts- ,teuer Bedacht genommen werden. Das Zufchlags- r-.cht dürfe nicht zur Erhöhung der Belastung der Wirtschaft führen. Die Kommunalzuschläge müßten sich auch auf die nach den reichsgesetzlichen ä Weinrestaurant. Sorgfältig zusammengestellte Weinkarte zu niedrigen Preisen. I Hoteä Kölner Hof i kalten Wasser von Mk. 3.50 bis 6.—. 20 Privatbäder. [ Große und kleine ^Conferenzräume WSÄ. Limburg, 10. Sept. In einem Hause in der Frankfurter Straße stieß gestern öend der 19jährige Spenglergesclle Karl S. eu 55jährigen abgebauten Eisenbahnschlosser im Baugewerbe in Lehrwerkstätten allein krrcht möglich ist und die Stadt keine Bauten in eigener Regie ausführt, bei denen die Lehrlinge praktisch ausgebildet werden können. — Der 40 Jahre alte Arbeiter Karl Sommer, der als arbeitsscheu gilt, verletzte heute vormittag nach einem voran- gegangenen Streit seine mit ihm in Scheidung lebeiide Ehefrau durch einen Revolver-» schuß am -Unterarm schwer. Der Täter richtete bann die Waffe gegen sich selbst und brachte sich eine schwere Kopfverletzung bei. Sein Befinden soll lebensgefährlich sein. Beide wurden im Krankenhaus eingeliefert. — In der Mvrdfache Pöhsch ist trotz der ange- stellten Recherchen noch kein Ergebnis erzielt worden. Der bereits bekanntgemachten Personalbeschreibung des mutmaßlichen Mörders ist noch nachzutragen, daß Pötzsch beim Gehen mit dem rechten Trin einknickt. Es. wird allgemein angenommen, daß der Mörder Selbstmord begangen hat. — Zu dem Lieberfall auf einen Landwirt, dcr nachts mit einem Mädchen im Ostpark spazieren ging, und dabei u in 1 O 0 0 Mk. erleichtert wurde, wird jetzt mitgeteilt, daß das Mädchen die Anstifterin des Raubes war. Ihre beiden Komplizen, der 24 Hahre alte Adam Kappes und der 31 Jahre alte Weiß konnten feff genommen werden. Bei ihrer Vernehmung gaben sie an, schon am Rachmittag gewußt zu haben, wo der Landwirt sein Geld ausbewahrt habe. Sie verfolgten ihn bis zum Mend, wo sie dann den Raub ausführten. WSN. Hanau, 10. Sept. Gestern mittag um 2 Uhr stürzte ein e lf e i nI) a l b j ä I) r i g e r Knabe aus einem Fenster einer im vierten Stock gelegenen Wohnung der Lamboystraße ab. Er war auf der Stelle t o t. Man nimmt an, daß er beim Beobachten der Dramen das Ucbcrgcroid)t verloren hat. WSN. Oberursel, 10. Sept. Auf der Hohemark brach in einem Sägewerk ein Brand aus, der rasch größeren Umfang annahm. Durch rasches, tatkräftiges Eingreifen der Oberurseler Feuerwehr konnte das Feuer auf feine Brandstelle beschränkt werden. Der Betrieb wurde nicht gestört. üsiioDa!- Regislriertee älteresModell, billig abzugeben. Zu erfragen «ÜUeßen. Kreuzvlalz 2. als -Untermieter wohnte, nach einem vorausge-- gangenen Streite die Treppe hinunter, so daß er unten mit zertrümmertem Schädel liegen blieb. Kräh ist kurz nach feiner Einlieferung im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Die Ursache der Tat ist in Miefs st reitigkeiten zu suchen. Die Mtern des Täters wollten Kräh aus der Wohnung heraus haben und strengten gegen diesen eine Räumungsklage an, die aber abgewiesen wurde. Als nun gestern der 19jährige Sohn abends 10 Uhr im Flur dem Kräh begegnete, fing er Streit mit diesem an und wollte ihn nicht in sein Zimmer lassen. Im Verlause des Wortwechsels gab er dem schwer augenleidenden und fast erblindeten Manne einen Stoß, so daß er die Treppe hinunterstürzte und dabei einen schweren Schädelbruch erlitt. Der Täter wurde verhaftet. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 10. Sept. Der Magistrat hat einen Antrag Lang auf Erricht »fung städtischer Lehrwerkstätten zur Ausbildung von Bauarbeitern abge- lehnt, weil qine Ausbildung von am 'Jeibneftenier oder Schissenberger । Zeg, in Nähe des Waldes, das sich-um harten eignet, negen Barzahlung NI lausen gesucht. Tchr. Ana. u. 7416O ! ut den Gieß. An-. | Verkäufe | 2 gebr., gut erhalt. Uhmchim (Gritzner - Langschifs und Naumann- Schmingschtsfi für 25 Mk. pro Stück-u verkaufen. 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Stürz ein die Ha ßendes Seid es, lvcirn d durch einen i infolge schar Das bedeutet Fahrgäste eü die die Dah Trifft dann dl leichlfinnigen er einen vrch selbst ;u Aus- ui befindlichen Aechtsprechu lichen, ganz Selbst verschu Dahn an eii Fahrgast in Haltens ab, gebvr^Kch WV ^beaters v§.r . wA* Nr. 71 Cafe Astoria Liebigstraße 43 7418D (Mft36 Bad eine oder Nähe der West- oder Nordanlage. Gventl. Umzugsvergütung. -J Schriftliche Angebote unter 06214 an 7365D । den Gießener Anzeiger. teil iiir Deutsche Schäferhunde Ortsgruppe WiesecK. [7419d Sonntag nachmittag 3 Uhr aus dem I-estplatz am Ried Propaganda- Vorführung mit Hilfe einiger Hunde. Polizei- end Schulzhuudevereiu 1914. Männer-Budeverein Dienstag, den 14. 9., abends 8‘ , Uhr, bei Rahnefeld Heute Tanz-Abend Tausche meine 4-Zimmer°Wohnung mit oder Z-Zimmer-Wohnung gegen 4- bis 5-Zimmer-Wohnung in SWWgelMß nächsten Dienstag, den 14. September 1926, mittags 2 Uhr bei der Schule. Birnen und Zwetfchen. 742ID Dorf--Gill, den 11. September 1926. Der Bürgermeister. autotli. ©enetaloetlommiünfl Tagesordnung: Satzungsänderung I Der Vorstand. 7365DI Ludwigänri bei M Sonntag, den 12. Sept, von nach««, an Jazzbandmusik 7388D Dirigent: Heinrich Meter Gute Speisen und Getränke ES ladet ein Ludwig Werner. Burg Mriffli Sonntag, den 12. September: Nachkirmes Tanzgeld frei 7368d Verreist 0ii243 Dr. Hinze Vertreter Dr. Klewitz Stadttheater Dienstag, den 14. September 1926 Wulcl öes SMevlm Bnötobelni Erstaufführung! 385 *W 8111 Schwank in 3 Akten von Otto Schwartz und Carl Mathern. 7303c Anfang 8 Uhr. Ende nach 10 Uhr. Der Vorverkauf beginnt am Samstag, dem 11. Sept., in den gewöhnl. Kassenstunden. Von der Reise zurück Prof. Or. Walther Frauenarzt Zur Aufklärung! 7393D Rosenfirma Gebr. Schultheis Steinfurth bei Bad-Nauheim - Gegr.1868 PIANOHAUS SCHÖNAU SELTERSWEG 91 GIESSEN SELTERSWEG 91 PIANOS / FLÜGEL / HARMONIUMS REELLE PREISE/LANGJÄHRIGE GARANTIE BEQUEME RATENZAHLUNGEN Reiche Auswahl in den vorzüglichen Erzeugnissen der Firmen; C. Bechstein Julius Blüthner V. Berdux, A.-G., München Julius Feurich Carl Rönisch F. & P. Schiedmayer Ferd. Thürmer Gebr. Zimmermann A.-G. u. a. m. Ein Beschluß der Ausstellungs-Kommission, bestehend aus dem Herrn Vorsitzenden sowie 3 Herren des hiesigen Installateur-Verbandes, hat es uns unmöglich gemacht, den verehrlichen Einwohnern von Gießen und Umgebung auch unseren bekannten und beliebten Elektroliix-Staubsauger, der in über 31/.. Millionen Exemplaren in Deutschland im Gebrauch ist, während der Gartenbau- und Elektrizitäts-Ausstellung vorzuführen. / Da wir auch zur Zeit kein Ausstellungslokal besitzen, um dort der Kundschaft unseren Apparat kostenlos vorzuführen, bitten wir alle Interessenten für einen Staubsauger, sich vor Anschaffung eines solchen unseren Apparat kostenlos und unverbindlich in ihrem Heim vorführen zu lassen. / Wir werden durch ein Rundschreiben, das an sämtliche Haushaltungen Gießens zur Versendung gelangt, anfragen, wann und zu welcher Zeit eine derartige Vorführung genehm* ist. Wesfanlage 56 / Telephon 712 73920 „Elektrolux“ G. m„ Verkaufsstelle Gießen Wichtige Mitteilung an unsere Kunden Wir mußten zu unserem Bedauern unsere Anmeldung zu der vom 11.-19. September stattfindenden Gartenbau- und Elektrizitäts- Ausstellung in Gießen zurückziehen, weil sich der uns angewiesene Ausstellungsraum als zu klein erwies, um auch nur unsere besten Rosensorten in würdiger V/eise ausstellen zu können. Wirhaben uns deshalb entschlossen, eine eigene Sonderschau unsererwelt- bekannten Rosen am 26. d. Mts. in Gießen zu veranstalten, wozu wir alle Rosenfreunde einladen. Näheres geben wir durch eine Anzeige zwei Tage vor der Ausstellung noch bekannt. ÄRIED1NGER A.-G. Personal I700 für Metzgereien, Wurstfabriken, Erierniederlagen. Gasthöfe, Wirtschaften, Feinkostgeschäfte, Konservenfabriken. Konditoreien, Schokoladefabriken, Molkereien, Landgüter usw. usw., mit und ohne Eiserzeugung. INGENIEUR H. BRINKMANN, GIESSEN Anlagen werden im Betrieb auf der Elektrizitäts- und Gartenbauausstellung vorgeführt Nr. 3 8 Maschinen- und Bronzewaren-Fabrlk AUGSBURG Zuständige Vertretung Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, ft. September X926 Nr. 2(3 Drittes Biaü m Der Rechtsspiegel. Stratzenbahaverkehr und Anfallhastung. (Nachdruck verboten.) Die gesetzliche Grundlage der Straßenbahn- haftpslicht gibt das Reichshaftpflichtgesetz. Nach ihm hastet, über die allgemeinen Haftungsbestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches hinausgehend, der Unternehmer einer Eisenbahn, zu der auch Strafen- und Kleinbahnen gehören, für Lötungen und Körperverletzungen, die sich beim Betrieb der Dahn ereignen. Das ist selbst dann der Fall, wenn weder den Unternehmer, noch seine Angestellten oder Beamten ein Verschulden trifft. Die Haftung wird nur dadurch ausgeschlossen, daß die Dahn beweist, das) der Unfall durch höhere Gewalt, oder Selbstverschulden des Verletzten entstanden ist. Der die Haftung begründende Unfall muh sich „bei dem Betrieb der Bahn" ereignen. Unter diese Bestimmung fallen nicht lediglich solche Unfälle, die in den dem Bahnbetrieb eigentümlichen Gefahren ihren Grund haben, es gehören dazu in weiterem Umfange auch alle Unfälle, soweit sie sich unmittelbar beim Betrieb der Bahn in natürlichem Sinne des Mortes, also bei der Fortbewegung von Menschen und Gütern durch dieselbe ereignen. Ferner fallen darunter Vorfälle, die sich innerhalb des besonderen Bereichs der Dahnbetriebseinrichtungen, z. B. auf Bahnhöfen und an Haltestellen, ereignen. So ist es ein Betriebsunfall, wenn jemand beim Besteigen des Strahenbahnwagens fällt und sich verletzt: keiner dagegen, wenn jemand zur Stra- henbahn hin- oder ihr nachläuft und fällt, ehe ec sie erreicht hat. In letzterem Falle ist der Unfall eingetreten, bevor der Verunglückte mit der Dahn oder ihren Detriebseinrichtungen überhaupt in Berührung kam. Besondere Bedeutung erlangt das die Haftpflicht ausschliehende Selbstverschulden. das die Haftpflicht mindernde Verschulden, sowie das Vorliegen höherer Gewalt. Liegen die Fälle des Selbstverschuldens auch oft zweifelsfrei, so gibt es doch viele Grenzfälle. Nur zwei der bedeutsamsten von ihnen feien genannt. Einmal das so oft zu beobachtende leichtsinnige Stehen auf den Plattformen dicht am Ausgang, ohne sich festzuhalten. Besteht für solche Personen die Möglichkeit, weiter in den Magen oder die Plattform zu treten und tun sie das nicht, oder halten solche Personen sich nicht fest, trotzdem dies möglich ist, dann tragen sie selbst für ihr leichtsinniges Verhalten die Verantwortung. Stürzt ein solcher Fahrgast ab, so liegt ein die Haftpflicht der Strahenbahn ausschlie- hendes Selbstverschulden vor. Etwas anderes ist es, wenn dieser Unfall in einer Kurve oder durch einen ungewöhnlichen Nuck der Dahn, z.D. infolge scharfen Bremsens, herbeigefuhrt wird. Das bedeutet für die nahe am Eingang stehenden Fahrgäste eine Erhöhung der Detriebsgefahr, die die Bahn zum Schadenersatz verpflichtet. Trifft dann daneben den Fahrgast infolge seines leichtsinnigen Verhaltens eine Mitschuld, so hat er einen verhältnismäßigen Anteil des Schadens selbst zu tragen. Auf- und Absteigen bei einem in Fahrt befindlichen Magen stellt nach ständiger Rechtsprechung^ abgesehen von vielleicht möglichen, ganz besonders gelagerten Fällen, ein Selbstverschulden des Fahrgastes dar. Hält die Dahn an einer Haltestelle nicht und springt der Fahrgast in der berechtigten Erwartung des Haltens ab, so liegt darin eine Steigerung der Betriebsgefahr, die in Verbindung mit dem Selbstverschulden des Fahrgastes wieder zu einer verhältnismäßigen Teilung des etwa entstandenen Schadens führen müßte. Sn solchen Fällen „Der Blütengarten der Zukunst". Das Jubiläum eines Buches. Cs war im Jahre 1916 mitten im großen Weltkriege, da tauchte der Plan auf, den Verwundeten in den Lazaretten und den Kriegsgefangenen in der Ferne eine besonders sinnige Gabe zu senden. Vertreter des „Deutschen Studentendienstes von 1914“ fuhren damals zu Karl Förster nach Bornim bei Potsdam und übertrugen ihm die Herausgabe der sechsten Kunstgabe in der Neihe der Liebesgaben deutscher Hochschüler. Ihr voraus waren die berühmte Schwind-Spitzweg- Mappe und die Thomabilder gegangen. Förster schuf den „Dlütengarten der Zukunft". 25 000 Stück dieses überaus eigenartigen Buches kaufte seinerzeit das Kriegsministerium, um den leidenden und duldenden Söhnen des Vaterlandes eine Freude zu bereiten. In den 10 Jahren hat Las Buch eine Auflage von 70 000 Stück erreicht. Förster schrieb in seiner Zueignung zur ersten Auflage, in der er das Merkwürdige seines Unterfangens, mitten im Kriege ein Buch so beschaulichen Inhaltes zu schaffen, rechtfertigt: „Die Crdcnzukunft einer innerlich siegreicheren Menschheit, deren friedliches Heldentum, deren Zivilcourage ihrem heutigen militärischen Heroismus ebenbürtig geworden fein wird und seine unvergänglichen Inspirationen in sich auf nahm, wird ein Paradies der Naturbemeisterung und der Naturhingabe werden." Diese Prophezeihung ist in der Erfüllung begriffen. Sie war nicht leichthin niedergeschrieben. Der sie aussprach, ist ein Mann ganz ungewöhnlicher Art: ein Dichter, ein Prophet, ein Romantiker. „Ich wäre in jedem anderen Berufe bankerott gegangen, meine Liebe zu Blumen wäre mein sicherer Untergang gewesen," sagte er einmal. Und sein Vater meinte: man darf einer romantischen Neigung folgen, aber man tut es nur ungestraft, wenn man dabei konsequent ist. Karl Förster ist unter einem glücklichen Stern geboren. Dies gilt hier in buchstäblichem Sinne: .er fühlt sich zwar als Schlesier seiner engeren Heimat nach, als Lanbsmann Jakob Böhmes, «aber die alte Sternwarte in Berlin, in der inzwischen zerstörten Weltabgeschiedenheit am Ende der Charlottenstraße, in der Nähe des Berliner Theaters, deren Direktor fein Vater war, mit ihrem alten Park, bildete die Melt, in der er auf wuchs, und wo er früh das Unendliche im Endlichen schauen lernte. — Das heißt: man lernt das eigentlich nicht. Der Vater, der neben seinem Berufe zugleich Mitarbeiter an dem Verein für Ethische Kultur ist das mitwirkende eigene Verschulden des Fahrgastes gegen die evtl. Betriebsgefahr abzuwägen. Als Letztes sei noch die Frage des Vorliegens „höherer Gewalt" kurz gestreift. Höhere Gewalt sind alle solchen Ereignisse, die von außen kommen, also nicht im Betriebe ihren Ursprung haben, oder ihrer Natur nach mit dem Betriebe verknüpft sind. Sie müssen durch die Art und Wucht ihres Aubtretens die gewöhnlichen Zufälle des Lebens erheblich übertreffen. Danach sanden im allgemeinen Straßen- bahnzusammenstöße, sei es untereinander oder mit anderen Fahrzeugen, nicht unter den Begriff „höhere Gewalt". Die Zusammenstöße zählen zu den Ereignissen, die besonders im Straßenbahnverkehr einer verkehrsreichen Stadt mit einer gewissen Häufigkeit vorzukommen pflegen. Dann sind sie aber die Haftpflicht der Straßenbahn begründende Betriebsunfälle im Sinne des Reichshaftpflichtgesetzes, stehen sie doch mit dem Straßenbahnbetrieb und seinen allgemeinen Gefahren im inneren Zusammenhang. Ist das „Abjagen", von Kunden unlauterer Wettbewerb? , (Nachdruck verboten.) Eine interessante Wettbewerbsklage hat kürzlich das Reichsgericht aus Anlaß eines Rechtsstreits zwischen zwei Hamburger Speditionsfirmen beschäftigt. Die beklagte Firma erhielt von der Fabrik R. & Co. in Berlin im März 1924 den Auftrag, aus einer an sie gerichteten Wagenladung 37 Kisten an die Klägerin, eine andere Hamburger Speditionsfirma auszuliefern, damit diese die Weitersendung an eine englische Firma vornehme. Ein ähnlicher Auftrag wurde der Beklagten von derselben Berliner Firma im Avril 1924 erteilt. Die Beklagte hat beide Aufträge nicht ausgeführt, sondern sich mit der Ditte um den Auftrag zur Weiterbeförderung direkt an die betreffenden englischen Firmen gewandt, mit denen sie früher in Geschäftsverbindung stand, die aber seit einem Jahre ihre Aufträge der Klägerin erteilt hatten. Tatsächlich haben die englischen Firmen die Beklagte mit der Ausführung der Verschiffung der beiden Warensendungen beauftragt. Als die Klägerin von dec Berliner Firma in Kenntnis gesetzt worden war, machte sie Schadenersatzansprüche geltend und verlangte im Klagewege Verurteilung der Beklagten' zur Unterlassung der mifgeteilten Handlungen, die sie als „Abjagen" von Kunden und „unlauteren Wettbewerb" bezeichnete. Das Landgericht Hamburg erkannte auf Abweisung der Klage, dagegen hat das Hanseatische Oberlandesgericht die Beklagte im Sinne dec Klage verurteilt. Auf die beim Reichsgericht eingelegte Re- vision ist das Urteil des Oberlandesgerichts aufgehoben und das landgerichtliche Urteil wiederhergestellt worden. In den reichsgerichtlichen Entscheidungsgründen wird unter anderem dargelegt, daß die Auffassung des Oberlandesgerichts, daß das „Abjagen" von Kunden in der geschilderten Weise' eine gegen die guten Sitten verstoßende Wettbewerbshandlung fei, den Begriff des unlauteren Wettbewerbs Überspanne. Eine Verleitung der englischen Firmen zum Vertragsbruch gegenüber der Klägerin kommt nicht in Frage. Nur eine solche Handlung stellt sich regelmäßig als sittenwidrig dar. Saflungsfragen bei einem herabstürzenden Firmenschild. (Nachdruck verboten.) Am 8. März 1922 stürzten bei einer Firma in K. infolge eines orkanartigen Sturmes zwei war, hatte drei Söhne, außer Karl ist's der bekannte Pädagoge Friedrich Wilhelm Förster und der Ingenieur Ernst Förster, Chefingenieur der Hamburg-Amerika-Linie, als der er die Maschinenanlage des „Imperator" und des „Vaterland" gebaut hat, jene Wunderwerke, die das Staunen der ganzen Welt hervorgerufen haben. „Gott hat uns wenig Phantasie geschenkt, das meiste davon hat er für sich behalten, nur um eins beneidet er uns: das ist die Musik": dies Wort Karl Försters zeigt eins der Grund- elernente an, die in ihm frühzeitig Leben gewannen. Der Mann ist weder Doktor noch Pvoscssor, er ist Gärtner. In der Sandwüste der Mark, dem ärmsten Landstrich des deutschen Vaterlandes, arm an Boden, arm an Regen, hat er den „Blütengarten der Zukunft" erstehen lassen. Vor 10 Jahren noch waren es 10 Morgen, heute sind es 45, die sein Reich ausmachen: das Reich, wo die Blume absolut herrscht. Wenn man in diese Welt tritt, tut man gut daran, alle landläufigen und Kindervorstellungen dessen, was man unter Garten versteht, zu vergessen und zu vergraben. Der erste und allgemeine Eindruck, den man empfängt, ist der, hier offenbart sich die Schönheit. Es war Ende Juni, wo das Auge in ein Meer von Blau eintauchte, ein Meer von Licht, getragen von Tausenden und Abertausenden hoher Rittersporne. Es war da auch eine stille Ecke, ein Kinderspielplatz, wo dies Meer in eine kleine Ducht wies; von Cdel- tannen umsäumt und von mit dunkelsten Früchten schwer behangenen Kirschbäumen gebildet, wo summende Bienen über den duftenden, mannigfach leuchtenden Dlütenflor der Steingärten im Sonnenlichte glitzerten. Wo bin ich — fragst du — im Märchenlande der blauen Blume? Und jetzt blühen und duften gewaltige Fanale: es ist der Phlox. Bald scheinend wie Brandfackeln — bald wie weiße Schneemafsen. Weiße Tauben gurren, Goldfische spielen im Wasserbecken zwischen den Wasserrosen. Ein Mädchen sitzt und malt hier irgendwo eine Einzel- schöicheit. Eine niedrige Pergola öffnet den Weg in dieses Land, das von Büschen kletternder Rosen, Sträuchern, Tannen und hängenden Weiden rings umschlossen eine Welt für sich bildet. Seitwärts her öffnet sich dem Auge ein weites Feld mächtiger Farben: Dahlien von einer Pracht, wie die Hochebenen Mexikos, aus denen sie stammen, sie nie gesehen haben. Gottfried Keller hat schon ihre Zukunft geahnt und im „Grünen Heinrich" vorhergesagt: dieses Bild der Kraft und Schönheit. Tritt ihm nur näher schneide sie, stelle sie in ein Blumenglas: du merkst, die Worte sind keine Uebertreibung — Torpfeiler ein, welche die Toreinfahrt zum Lagerplatz begrenzten. Das über den Pfeilern mit zwei Stabeisen angebrachte Firmenschild wurde heruntergerissen und traf den Ehemann ver Klägerin, der im Dienste der Firma stand und in dienstlicher Verrichtung zum Lagerplatz gehen wollte, so unglücklich, daß er an den dabei erlittenen Verletzungen starb. — Landgericht Krefeld und Oberlandesgericht Düsseldorf haben die auf Leistung von Schadensersatz gerichtete Klage der Witwe des Verunglückten abgewiesen. Die von der Klägerin beim Reichsgericht eingelegte Revision ist ohne Erfolg geblieben und zurückgewiesen worden. Die Abweisung erfolgte mangels Beweises eines ursächlichen Verschuldens der Beklagten oder ihrer Beauftragten. Das Oberlandesgericht stellt zwar fest — so wird in den reichsgerichtlichen Entscheidungsgründen ausgeführt —, daß die Daufirma E. -L F. das Firmenschild im Auftrage der Dellagten auf den Torpfeilern angebracht habe und daß durch diese Anbringung die Standhaftigkeit der Torpfeiler beeinträchtigt worden sei. Es sieht jedoch den ursächlichen Zusammenhang zwischen der sehlerhasten Anbringung und dem Unfall nicht für erwiesen an, so daß die § 62 HGD., 273 DGB. nicht zur Anwendung kommen konnten. Denn der Sturm, welcher am Unfalltage in K. herrschte, hat eine ganze Reihe von ordnungsmäßig errichteten Gebäuden schwer beschädigt, so daß die Vermutung nicht gerechtfertigt ist, daß dec Unfall auf die Anbringung des Schildes zurückzuführen sei. Der Vorwurf der Revision, daß das Oberlandesgericht gegen die Grundsätze über die Verteilung der Beweislast verstoßen habe, ist nicht gerechtfertigt. Die LicherheiLsiLbereignung vor der IwangsvoMreckung. (Nachdruck verboten.) Sicherheitsübereignungen sind bei der Kreditbedürftigkeit mancher Geschäftsleute oft an der Tagesordnung. Doch muß zur Vermeid-ung der Anfechtbarkeit solcher Uebereignung en im Falle von Konkurs oder Zwangsvollstreckung die ernste Uebcrtragung des Eigentums gemäß § 930 DGB. an den Kreditgeber erweisbar sein. In solchem Falle kann der frühere Eigentümer unmittelbarer Besitzer bleiben. Dazu gehört aber — wie das Reichsgericht in der Entscheidung VI 46/26 v. 4.6.26 ausführt — die Vereinbarung eines bestimmten Rechtsverhältnisses, nach welchem der Erwerber des Eigentums den nur mittelbaren Besitz erlangt. Ergibt sich dagegen, daß beide Teile darüber einig sind, daß das Eigentum nur für die Zeit der Kreditgewährung übertragen werden sollte, so kann diese Uebereignung im Falle des Konkurses vorn Konkursverwalter angefochten werden. Ci.ie ernste Uebereignung sieht das Reichsgericht dann für dargetan an, wenn ein entsprechendes Rechtsverhältnis vereinbart worden ist und dec „kaufende" Kreditgeber die Schlüssel zu dem ihm ■ übereigneten Warenlager erhalten hat, obgleich dieses Lager in den Geschäftsräumen des Verkäufers verbleibt. Infolge der freien Verfügbarkeit über das Lager will das Reichsgericht darin über« Haupt eine Eigentumsübertragung im Sinne des § 929 Sah 1 DGB. erblicken. DLeGesäMgkeilsQutOmobilfahrL (Nachdruck verboten.) Eine neue Reichsgerichtsentscheidung enthält interessante Rechtsausführungen über den Ausschluß der Haftung beim Mitfahren aus Gefälligkeit des Fahrzeuglenkers. Arn 15. August 1923 schaffte der Chauffeur S. auf dem Lastkraftwagen des Kauftuanns M. in Godesberg schwere eiserne Rohre nach Dortmund. Unterwegs erlaubte er dem Schlosser B., sie haben Licht und Wasser, Urkräfte des Lebens getrunken. Ertönt hier irgendwo eine Beethovensche Sonate, die sich die unbedingte Stille schafft, die uns ergreift, von lichter Engelshand in Klängen gespielt, die wir plötzlich vernehmen? Wo Akkorde in Farben, Klangstimmen in steigendes und fallendes Licht, kontrapunktlich zusammen- gehalten, verwandelt sind und uns erleben lassen, was bisher als Geheimnis schaffender Kunst galt? Frage nach letztem und tiefstem Geheimnis des Lebens. Spricht hier irgendwo der.unsterbliche Geist Goethes aus seinem unvergänglichen Reiche zu unlerer Seele in neuer Sprache, die kein äußeres Ohr saht, desto deutlicher aber das Organ, das uns zum Schauen und Sehen gegeben ist? Es sind nicht nur witzige Einfälle, wenn Förster schreibt: „Das Leben ohne Phlox ist ein Irrtum", wenn er von der „Gnade der Pflanzen" spricht, wenn er von der „blauen Stunde" wie von einem tiefen Mysterium berichtet. Geist arbeitet hier an der Materie im Sinne der Evolution, und das Werk des Geistes ist Steigerung. Alles Vollkommene in seiner Art muß über seine Art hinaus, muß ein Anderes, Unvergleichbares werden. „In manchen Tönen der Nachtigall ist die Nachtigall noch Vogel, dann steigt sie über ihre Klasse hinüber und scheint jedem Gefiederten anbeuten zu wollen, was eigentlich Singen heißt." Das sind Goethes Gedanken und Worte, in die er feine tiefe Entdeckung der Urpolarität aller Wesen kleidet. Wenn Förster irgendwo bescheiden auf feine Arbeitsinspiration hindeutet, so können wir aus alledem, wie er selbst es sieht und beschreibt, nur darauf schließen, daß ihm im jahrelangen Umgang mit der Natur ein ähnliches ober gleiches zum großen Erlebnis würbe. Die Bestätigung biefer Annahme bietet ein kleines, von ihm 1925 im Verlag der ©arten« schönheit, Berlin, erschienenes Büchlein: „Unenb- liche Heimat", lieber den Inhalt dieses merkwürdigen „Andachtsbuches", das eine neue Aera der Naturbetrachtung einleitet, kann in diesem Zusammenhänge nur andeutend gesprochen werben. Auch wollen wir keinen um die Freude betrügen, es selbst zu lesen. Es ist ein hohes Lieb der Heimat. Es stellt weiter bie Frage: „weiht bu, was Blumen sinb?" Es führt uns ftaunenb auf neuen Wegen burch ben „St. Alltag", durch „Frühlingsneuland", es erstattet ben „Märzbericht", erzählt von der „Entfaltung", von „Blühenben Steinen", „alten Gutsgärten", wir erleben den „Hochsommer", das Gewitter und erfahren näheres vom Getier im Garten. Dann ber von Mülheim nach Dortmunb zu Fuß gehen wollte, auf dem Kraftwagen mitzufahren. Zugleich erhielt B. die Erlaubnis, am Qlbcnb bie Rückfahrt von Dortmund nach Mülheim wieder mitzumachen. Auf dieser Rückfahrt setzte sich B. so, baß seine Beine seitlich beS Führersitzes herunterhingen. Beim Vorbeifahren an bem Geländer einer Eisenbahnüberführung wurde ihm ein Fuß abgequetfcht. B. verlangte infolgedessen Schadensersatz von bem Chauffeur S. gemäß § 823 BGB. unb von seinem Dienstherrn nach $ 831 BGB. Das Lanbgericht Duisburg erkannte auf Abweisung ber Klage, bas Ober» landesgericht Düsseldorf verurteilte den beklagten Chauffeur S. zum Ersätze von zwei Fünfteln des dem Kläger entftanbenen Schadens. Auf die beim Reichsgericht eingelegte Revision des Beklagten hat der höchste Gerichtshof die Klage endgültig abgewiesen. In ben reichsgerichtlichen Entscheidungsgründen wirb u. a. ausgeführt: Das Oberlandesgericht hat feftgeftellt, daß der Beklagte jede Haftung durch die Erklärung ausgeschlossen habe, baß er für nichts aufkomme, wenn etwas passiere. Diese Erklärung hat ber Kläger stillschweigenb entgegengenommen. Diese Ausschließung ber Haftung aus unerlaubter Hanblung i st zulässig, unb zwar mit der sich aus § 276 Abs. 2 BGB. er* gebenben Begrenzung auch insoweit, als ein Verschulden des sich bie Haftungssreiheit Ausbedin- genben ober seiner Hilfspersonen in Frage kommt. So können ber Halter unb ber Führer eines Kraftfahrzeugs gegenüber bem Teilnehmer an einer Kraftwagenfahrt, bem sie aus bem Kraft- fahrzeuggeseh gemäß § 8 Nr. 1 ohnehin nicht haften, bie Haftung für etwaige Unfälle burch Vereinbarung ausschliehen. Dies kann insbesondere auch dann geschehen, wenn der Fahrgast aus Gefälligkeit unentgeltlich mitgenommen wird. Uebrigens steht fest, bah ber Unfall — mag ber Chauffeur S. auch zu nahe an das ©elänber herangefahren sein — boch zum übertoiegenben Teil durch bas Verschulben £e6 Klägers verursacht worden ist, ber auf der Rückfahrt in dem vollständig leeren Wagen hätte Platz nehmen können. Oberhessen. Landkreis Gießen. —.— Großen-Linden, 10. Sept. Die Re» gulierungsarbeiten an dem Lückenbach zwischen der Rindsmühle bei Leihgestern bis zur Mündung in den Kleebach bei Lützellinden sind f e r t i g g e ft c 111. Der gesamte Lauf des Baches ist gestreckt worden, dadurch wurde viel Gelände gewonnen und die Ueberfchwemmungsgefahr dos Täl- chens hoffentlich beseitigt. au. A u s d e m B u s e.ck c r T a l, 10. Sept. Von schönstem Welter begünstigt, fanden am Donnerstag auf der „Drauschel", einem landschaftlich wunderbar gelegenen Berg zwischen den in Betracht kommenden Orten, die Reichsjugendwettkämpfe der Bolksschulen von Beuern, Burkhardsfelden, Gr oßen-Buseck und Reiskirchen statt. Es traten 118 Knaben der genannten Orte im Alter von 8 bis 14 Jahren zu den Wettkämpfen an. In einem Fünfkampf, der sich auf lauter volkstümliche Hebungen erstreckte, maßen die jugendlichen Turner ihre Kräfte. Die vorgeschriebenen Hebungen waren deutscher Dreisprung (5,50 Meter: 0 Punkt — 7,50 Meter: 20 Punkte), Kugelstoßen, 5 Pfund (5 Meter: 0 Punkt — 7 Meter: 20 Punkte), Weitsprung (2 Meter: 0 Punkt — 4 Meter 20 Punkte), Hochsprung ohne Brett (70 Zentimeter: 0 Punkt — 1,20 Meter: 20 Punkte und 100-Meler-Lauf (19 Sekunden: 0 Punkt — 15 Sek. 20 Punkte). Die Leistungen sind als gut zu bezeichnen und liefern ber, besten Beweis dafür, daß seit Einführung der Reichsjugendwettkämpfe im volkstümlichen Turnen in unseren Schulen gute Fortschritte gemacht worden sind. Mit Preisen ausgezeichnet wurden bie» weilen wir im Bezirk bes alten Großen Königs in Sans-Souci, machen eine Reise von Berlin nach München, wobei wir ben Wegranbflor kennenlernen, u. a. m. Wir lernen fragen, lernen sehen unb ahnen etwas von bem, was Forster schreibt: „Natur geht ihren großen ferntbiffenben Gang in ben Bahnen ihres schwerdurchdringlichen Rhythmus, aber zieht uns zu immer reicherem Mitwissen, Durchbringen unb Mittun heran." Auch ihm hebt sich bie Zweiheit in einer tieferen Einheit auf: „Schönheit hängt irgenbtoie mit bem innersten Geheimnis ber Welt zusammen." „Pantheismus" hört man rufen. Nein, mein Freunb, so leicht ist's nicht gesagt. Die Tiefe beu Zeiten, bie Höhe ber Welt, baä Licht, bas vielhunbert- fache, „bas Wetter-, Licht- unb Gezeitendrama" eines einzigen Sommertages erweist, baß hier Schlagworte nicht ausreichen. „Immer wundersamer glimmen, je wacher unb bewegter wir bie Erbenheimat fühlen, in ben Tiefen ber Schönheit, bes Glückes unb Leibens leise frembartige Feuer." „Dlüht's am Ufer, wogt's in Saaten alles ist bem Gott geraten alles ist am Ende gut." Solche Welt hat Karl Forster sich geschaffen, er wirb wohl sagen, er habe an ihr mitgetan. Daß er so schreiben kann, ist bie Ernte feiner Arbeitsinspiration unb ber Konsequenz in dem Verfolgen bes gesteckten Zieles. Wir stehen vor bem Ertrage einer hartnäckig erstrebten Leistung, deren Kern war unb ist: bas winterhart ausdauernde Dlütengewächs, bie ©taube, zu höchster Entwicklung zu bringen. Es geschah in jahrzehntelangem Ringen durch strengste Auswahl von Arten unb Sorten stärkster Vitalität unb Blütenkraft. Von hier aus erfolgte Försters Revolution in ber Welt bes Gartens. Die Steigerung an Wuchs unb Farbe, bie ihm so gelang, hatte ungeahnte und toeitertragenbe Folgen, als er selbst geahnt — wie es oft bei Erfindungen geht — die Staude hat außer an Schönheit auch an Freiheit gewonnen: der Dlütengarten versorgt sich selbst. Velhagen unb Klasings Monatshefte brachten im Mai 1925 einen Aufsatz Försters, „Blumengärten für intelligente Faule". In diesem reizenden Thema ist ber ganze Forster versteckt, dec ben Ertrag einer dreißigjährigen Arbeit, seines Fleißes und seiner Intelligenz, die Mühen und bas Risiko ber Neueinführung fremder Pflanzen, ber Veredlung unb Neumchtung, ber Herausarbeitung neuer gartenkünstlerischer unb gartentechnischer Methoben an „intelligente Faule" verschenkt. — Dr. G„ N. ablChobe W ’iite, WPttwubn m 1. Kl @tünbl W MM und 9l(icl) Tid)i in oi wirb von c Slfdbcmil Er/olzcn e «'füg. Li). । feile b. G. Slubem er Nach! unter Msliich. Alisik unb (jlQD cin tz WMelü '"VeLiot sriinöitüd, SU Ion i. r£tfeQ ^r.°Z wVS y.’Glnbet te lot KJfcfc 'ütiN-s ssa W Suti'ß priifßrt diß ^t&ucstßn ^/I/lisch ttncjpihl ORJENTJABAK-uCIGARETT-FABR. YENIDZE, INH. HUGO ZIEFZ G MBH DRESDEN „<7^’f,UaUCUfiyrH 14 U‘ M DRESDEN-y.OLN-KONIGSEERG(PR.)-5ElFr1ENNER5DORF(SA) Prima Eiderlalttise 9 Pfd. ^6 — franko Dampfkäsefabrik *76A Rendsburg. Rheinhessen. Die Wormser GeLränKesteuer ungültig. WSN. Worms, 10. Sept. Die Getränke- st e u e r o e r o r d n u n g der Stadt Worms war vor einigen Monaten nach einem Verfahren vor dem Amtsgericht für ungültig erklärt worden. Auf Veranlassung der Stadtverwaltung hatte seinerzeit der Staatsanwalt Berufung eingelegt Die Berufung ist jetzt zurückgewiesen worden so daß das Urteil des Amtsgerichts äu Recht besteht. 1 8 Spielplarr der Frankfurter Theater. armen. Ans. Z Ahr. Opernhaus. Sonntag, 12. Sept.: Fidelio Arf. Z Ahr. Montag. 13.: Lärmen. Ans Z U6r Dienstag, 14.: Don Juan. Ans. Z Ahr Mitt- 5°^' lb.: Boccaccio. Ans. ZV2 Uhr. Donners- tag, Id.: Cavallerta ruftkana. Hierauf: Der Jajaöso. Ans. ?V2 Uhr. Freitag. 1Z.: Fidelio. W. 7 Samstag. 18.: Tiefland. Ans 73/-> älhr. Sonntag. 19.: Der Rosenkavalier Ans 6l/. Uhr. — Schauspielhaus. Sonntag. 12. Sept.: Orpheus in der Unterwelt. Ans. 8 Uhr Montag. 13.: Nibelungen 1. Teil. Ans. Z1/, AKr Dienstag. 14.: Schluck und Iau. 2Inf. 8 Abr' Mittwoch. 15.: Bürger Schippel. Ans. 8 Uhr Donnerstag. 16.: Nibelungen 1. Teil. Ans Z1/' älhr. Freitag. 1Z.: Nibelungen 1. Teil ‘ Dlnf Z1/^ Uhr. Samstag. 18.: Bürger Schippel. Ans 8 Uhr. Sonntag. 19.: Nibelungen 1. Teil Auf ?Ve älhr, VierKöLLer-SchauschWimmen in Berlin. vo. Ernst Vierkötter, Köln, weilte am Donnerstag auf Einladung des S. C. Poseidon wieder in der Reichshauptstadt, um der Bevölkerung zu zeigen, wie er den Kanal durchschwamm. Kopf an Kopf drängte sich an DeiF Ufern und in ocn großen, an der Spree gelegenen Vergnügungsgarten von Treptow die Menge. Aus Dampfern und in Hunderten von Booten aller Art haken ftch weitere Massen eingefunden, um dem Schauschwimmen beizuwvhnen. Als Vier- kotter und der Europameister Luber im blumen- geschmückten Boot zum Start an der Abtei- XäK JuPfrIn' begrüßte sie lauter Jubel und Händeklatschen. Luber Zeigte zunächst einige feiner glanzenden Sprünge von der etwa 12 Meter hohen Abtei-Drucke. Dann ging Vierkotter ins Wasser und schwamm im langsamen Crawl-Tempo um die Insel. Bald gesellten sich zu ihm zwei 500-Meter-Staffeln des S C Poseidon, um ihn auf der etwa 1800 Meter langen Strecke bis zum Ziel, dem Deutschen Bad an der Treptower Drücke, zu begleiten. Wie schon seiner- zeit beim Schwimmen „Quer durch Derlin" ließ Vierkötter auch jetzt wieder beide Staffeln im Endspurt hinter sich und schlug als Erster an. Merkötters Kanal-Rekord gebrochen. London, 10. Sept. (WTD.) Der Fran- zose Georges Michel konnte gestern nach wiederholten Versuchen den Kanal durch- fchw i m m e n. Er ist gestern abend am Kap Gr^nez gestartet und heute morgen um Z.25 Ahr an der Margarethenbai gelandet. Er hat mit einer Zeit von 11 Stunden 6 Minuten einen neuen Rekord aufgestellt. Ein Rekord Kemmerichs. . KopLuhagen, 10. Sept. (WTD.) Der deutsche Schwimmer Otto Kemmerich der wie gemeldet, als erster die Ostsee von der deut- scheu zur dänischen Küste durchschwommen hat, skartete gestern mittag um 12.10 Ahr von der Nordkufte der Insel Fehmarn und stieg gestern abend 11.10 Ahr bei Rödby auf der Insel Laa land an Land. Die Entfernung beträgt •nx^ira$cr ßimc V Kilometer. Kemmerich schätzt tedoch, da er infolge der Strömung im Zictzack schwimmen mußte, die durchschwommene Strecke auf 30 Kilometer. Er wurde bei der Ankunft -n Rodby von einer großen Menschenmenge mit Begeisterung begrüßt. Kemmerich hat durch seine Schwimmleistungen den von der hiesigen Zeitung „Politiken ausgesetzten Preis von 1000 Kronen gewonnen. Möbel weit unt. Preis Schlafzimmer von 375 J6 an Speisezimmer von 550 J6 an Aüchen von 120 .ä an Bettstellen SS .« Kachtschränke 15 Jl rilei-erschränke 35 Jt Waschtische Matratzen Deckbetten Chaiselongue; 32 J<> Diwons 75—125 .((, an bet Nr. 51 JftmHn änh.A.Brumlik Bahnhofstr.29 die unfere großen Steinbrüche y-ät der Butz- bach — Licher Bahn verbindet. Ein reger Betrieb legt Zugnis davon ab, daß unsere Steinindustrie in guter Blüte steht. Krcis Friedberg. CO Friedberg, 10. Sept. Der Kursus für Schulturnen unb Bewegungsspiele, der auf Veranlassung des Landesamtes für das Bildungswefen durch Oberreallehrer K l ö s in der Turnhalle der Augustinerschule erteilt wurde, ist nach dreiwöchiger Dauer beendet. Die Teilnehmer, meistens Lehrer aus Landschulen, wurden in vorbildlicher Weise in das neue Schulturnen eingeführt, lernten durch die Praxis die Wirkung der einzelnen Hebungen und Bewegungen auf den eigenen Körper kennen und damit den Bildungswert derselben für die Schüler beurteilen. Der Leiter wußte während der ganzen Dauer das Interesse der Teilnehmer zu erhalten, so daß trotz körperlicher Anstrengung auch in den letzten Tagen noch mit Ernst und Hingabe der zum Teil recht schwierige Stoss bearbeitet wurde. Es ist zu erwarten, daß dieser Kursus in den Turnbetrieb vieler Landschulen eine Aenderung bringt, daß das alte System mit seinen exakten, aber den Körper wenig bildenden Hebungen dem neuen Turnen mit kraftvollen, Zügigen Bewegungen weichen wird. Eine vierte Woche, in der in das Mädchenturnen hätte eingeführt werden können, wurde vom Landesami leider nicht genehmigt. CO R i e d e r f l o r st a d l, 10. Sept. Ein eigenartiger Unfall traf hier eine ältere Frau. Sie wollte eine Wespe am Fenster zerdrücken. Dabei brach die Fensterscheibe entzwei, ein Glassplitter drang der Frau in den Arm und z e r- schnitt ihr die Pulsader. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde die Frau in das Krankenhaus nach Friedberg gebracht. Kreis BüDirrgcrr. △ 'Nidda, 10. Sept. Gelegentlich des hiesigen Herb st Marktes wurden im ganzen 42 Prämien für gutes Zuchtvieh verteilt, unb zwar für Simmentaler Bullen 12 Preise. Hiervon erhielten die drei ersten Konrad Müller, Garnbach, Karl Krug, Heuchelheim, und Otto Horst II., Ruppertenrod. Sür Vogelsberger Bullen erhielt Heinrich Harth, Ober-Mockstadt, den 3. Preis. Für Simmentaler Kühe wurden Wilhelm Bauer, Niedör-Mockstadt, Otto Naumann, Düdelsheim, und Wilhelm Lenz, Ober-Schmitten mit den drei ersten Preisen bedacht. Für Simmentaler Kalbinnen erhielt Otto Roth, Steinheim, den 1. Preis, Karl Decker, Wallem- haufen, den 2. Preis, Hrch. Hermann Walther, Dauernheim, den 3. Preis. Für Vogelsberger Kalbinnen erhielt Eduard L i n f e r , Wingeshausen, den 1. Preis, Karl Walther, Ober-Mockstadt, den 2. Preis und Heinrich Hansel, Nidda, den 3. Preis. — Heute wurden hier die Z w e l s ch e n von den städtischen Bäumen d e r ft e i g e r t. Die ! Baume zeigten nur mäßigen Behang, demzufolge waren die Preise hoch. Der Zentner Zwetschen kam durchschnittlich am Baum auf 10 Mark zu stehen. Im Kleinverkauf werden hier für das Pfund 15 Pf. verlangt. Honigbirnen sind für 1,50 Mark der Zentner zu haben. Nidda, 10. Sept. Die Verschilfung der beiden H a r b t e i ch e hat in den letzten Jahren o stark zugenommen, daß fast die ganze Wasserfläche mit einem „Graswald" bedeckt ift. Ucberbies zeigt bas Wasser ben bekannten grünen Ueberzug, der den Anblick stark beeinträchtigt. So werben die beiden Teiche, die in früheren Jahrzehnten stark besucht wurden, zu willkommenen Brutstätten der Stechmücken, die gerade im H a r b w a l d e zu einer Plage geworden sind. Als im Vorjahre die Notiz durch die Zeitungen ging, die Pachter der Harbjagd trügen sich mit dem Gedanken, die Teiche ausmauern zu lassen, gaben sich viele Naturfreunde der Hoffnung hin, die Harb- teiche in alter Schönheit wieder aufleben zu sehen. Leider war sie trügerisch, unb man muß abwarten, ob nicht seitens des Besitzers, des hessischen Staates, irgend etwas geschieht, die Teiche wieder instand- zusetzen. Infolge des Schilfdickichts bieten sie natürlich den Wildenten willkommene N i st g e lege n h e i t und beherbergen sie in großer Zahl. le. Dleichenbach, 10. Sept. Wie schon berichtet, sind vor einiger Zeit die unerträg- lichen P a ch t p r e i s e für die Kirchengrund-- siücke um 25 Prozent heruntergesetzt worden: angestrebt war aber eine Neuverpachtung. Für die der Gemeinde gehörigen Grundstücke ist eine solche jetzt erreicht. Die neuen Gebote waren nun endlich von wirtschaftlicher Vernunft geleitet. Der durchschnittliche Pachtpreis für den Morgen kam aus etwa 50 Mark, während der I frühere säst die 3V»fache (!) Höhe hatte. — Die A f e r rn a u e r n der durch unser Dorf fließenden Bleiche sind durch die Hochwasser der letzten Iahre stark beschädigt worden. Nachdem einmal Dresche in bas Mauerwerk gelegt war. vergrößerte sich der Schaden besonders an der von starkem Durchgangsverkehr benützten Hauptstraße um so mehr, je länger die jetzt von der Gemeinde begonnene Instandsetzung hmausgescho- ben wurde. Das war geschehen, weil die Gemeindevertretung zunächst der nun widerlegten Ansicht war, daß der K reis, wenn auch nur zum Teil, für die Wiederherstellungstosten aufzukommen hätte. — Die Mannigfaltigkeit der Bodenverhältnisse unserer Gemarkung bringenauch eine erfreuliche Vielgestaltigkeit unserer heimischen Flora mit sich. Auf den Basaltresten des Bettenwaldes und besonders auf unserem Kalkberg findet sich manche kleine botanische Seltenheit. Am Nordhang dieses Berges, dicht an der Bahnlinie Gießen—Gelnhausen (zwischen Stockheim und Bleichenbach), blüht schon seit Iahren der nur an wenigen Stellen Oberhessens vorkommende gefranzte Enzian (Gentiana ciliata). In diesem Iahre tritt er hier in großen Mengen auf und in außergewöhnlich stattlichen Exemplaren, die jeden Naturfreund ergötzen müssen, auch wenn ihm die Pflanze unbekannt ist. Kreis Schotten. -s- H e r ch e n h a i n , 10. Sept. Die hiesige G e - meindejagd, bestehend aus ca. 1800 Morgen Feld unb Wald, würbe an ben Höchstbietenden, Wilhelm Ebel, Rechner aus Münzenberg, verpachtet. Der jährliche Pachtpreis beträgt 451 Mark. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. b. Ohm, 10. Sept. Die Schüler unserer Höheren Bürgerschule unternahmen in Begleitung ihrer Lehrer eine zweitägige Xaunustour. Mit der Bahn fuhr man zunächst bis nach Bab-Nauheim, bas eingehend besichtigt mürbe. Dann ging's zu Fuß nach dem Winterstein, über die Capersburg bis zur S a a l b u r g. Nachdem man hier gründlich Umschau gehalten hatte, fuhr man mit der Elektrischen bis Bad Homburg v. d. H., wo alle in Massen- quartieren (Jugendherberge) übernachteten. Am zweiten Tage fuhr man bis Frankfurt, um die Tierwelt des Zoologischen Gartens in Augenschein $u nehmen, worauf dann der Rückweg per Bahn über Gießen angetreten wurde. Die Schüler waren über das Gesehene in hohem Grabe befriedigt. * Merlau, 10. Sept. Im „Gießener Anz." Nr. 195 vom 21. August war berichtet worben, die Schulstelle des Lehrers Gemmer sei ausgeschrieben worden, Lehrer Gemmer werde in den Ruhestand treten. Dieser Nachricht lag ein Miß - v e r ft ä n b n i 5 zuqrimbe. Lehrer Gemmer ist bis jetzt nur beurlaubt unb noch nicht in ben Ruhestand versetzt. Man nimmt hier an, daß sich auf die evtl, auszuschreibende Stelle viele Bewerber melden werden. Starkenburg. WSN. Offenbach a. M, 10. Sept. In der gestrigen Stadtverordnetensihung teilte Oberbürgermeister Granzin mit, daß eine auswärtige Schuhfabrik, deren Geschäftsverbindungen mit dem Wohlfahrtsamt noch aus der Inflationszeit herrühren, sich bei der Belieferung des Amtes mit Schuhen für die Anterstühungscmpfanger Betrügereien durch Lieferung schlechter und dem Vertrag nicht entsprechender Fußbekleidung habe zu Schulden kommen lassen. Auch schwebe gegen die Firma eine Anzeige wegen Hinterziehung der Am sah st euer. Der Staatsanwaltschaft sei in beiden Fällen Anzeige erstattet worden. Durch das Rechnungsprüfungsamt werde der Umfang des der Stadt zugefügten Schadens festgestellt, ferner soll geprüft werden, ob und inwieweit ein schuldhaftes Verhalten der beteiligten Beamten vorliege. Ebenso soll der Geschäftsgang, die Art der Auftragsvergebung usw. bei den gesamten Sachlieferungen für das Wohlfahrtsamt einer Prüfung unterzogen werden. Von dem Ergebnis werde die Oefsentlichkeit zur gegebenen Zeit unterrichtet werden. — Der Werkmeister Peter K e t t e n b a ch begeht am 11. Sevtember in bester Gesundheit seinen 8 2. Geburtstag. Er ist bei der Feilenfabrik Karl Fuhr bereits über 63 Iahre in Stellung, davon über 40 Iahre als Werkmeister. Seine jetzige Wohnung hat der Iubilar schon über 46 Iahre inne. jenigen Schüler, die Z Der Punktzahl von 100, also 67, erreicht hatten. Ueberpuntte wurden gewährt. Die ersten Sieger sind folgende: 1. Preis Heinrich Rühl, Beuern, 161, 2. Theodor Bachmann, Burkhardsfelden, 156, 3. Karl Hahn, Gr.- Bufeck, 143, 4. Friedrich Balser, Reiskirchen, 135, 5. Wilhelm Lippert, Großen-Bufeck, 131, 6. Rudolf S chäfer, Reiskirchen, 120, 7. Christian Rühl, Burkhardsfelden, 111, 8. Heinrich Seipp, Großen-Bufeck, 108, 9. Heinrich Boß, Reiskirchen, 107, 10. Ludwig Möget, Reiskirchen, 102 Punkte. Mit den Wettkämpfen war auch der Austrag der Meisterschaften in den einzelnen Turnarten verbunden. Es wurden Einzelleistungen erreicht, die, wie nachstehend ersichtlich, als hervorragend zu bezeichnen find. Deutscher Dreisprung: Sieger Heinrich Rühl, Beuern, 9,40 Meter, 2. Friedr. Balser, Reiskirchen, 8,70 Meter, 3. Christian Rühl, Burkhardsfelden, und Karl Hahn, Gr.- Buseck, je 8,60 Meter. Kugel stoßen (5 Pfund): Sieger Theodor Bachmann, Burkhardsfelden, 11,20 Meter, 2. Heinrich Rühl, Beuern, 10,80 Meter, 3. Karl Hahn. Großen-Bufeck, 10,50 Meter. Weitsprung ohne Brett: Sieger Rudolf Schäfer, Reiskirckien, 4,10 Meter, 2. Heinrich Rühl, Beuern, Friedrich Balser, Reiskirck)en, Christian Rühl, Burkhardsfelden, Phil. Jünger, Reiskirchen, mit je 4 Meter, 3. Wilhelm Lippert, Großen-Bufeck, und Kart Hahn, Großen-Bufeck, mit je 3,80 Meter. Hochsprung ohne Brett: Sieger Theodor Bachmann Burkhardsfelden, 1,25 Meter, 2. Heinrich Rühl, Beuern, 1,20 Meter, 3. Friedrich Balser, Reiskirchen, 1,20 Meter berührt. 100-Meter-Lauf: Sieger Theod. Bachmann, Burkhardsfelden, 13fr Sek., 2. Heinrich Rühl, Beuern, 14z Sek., 3. Christian Rühl, Burkhardsfelden, 14$ Sek. Zum Schluß wurde noch eine viermal-100-Meter-Staffel gelaufen, bei der nachfolgende Zeiten erzielt wurden: Schüler von Reiskirchen 63 Sek., Schüler von Burkhardsfelden 63fr Sek., Schüler von Beuern 64 Sek., Schüler von Großen-Bufeck 64fr Sek. t Grünberg, 10. Sept. In Anwesenheit des Regierungsbaumeisters Schneider von der Kreisbauoerwaltung Gießen fand gestern nachmittag eine Gemeinderatsfitzung statt, in der über den Anbau an d i e Oberrealschule und über die Führung der Autostraße verhan- dett wurde. Regierungsbaumeister Schneider betonte einleitend die Schwierigkeiten bei der Herstellung der Baupläne, die vor allem in der Knappheit der für den Anbau bewilligten Mittel begründet liegen: er empfahl deshalb eine besonders scharfe Submission. Erforderlich seien für die Oberrealschule ein Physiksaal mit Nebenräumen, drei Klassenzimmer, ein Zeichensaal und ein Lehrerzimmer. Aus Sparsamkeitsgründen sollen im alten Bau drei Klassenzimmer durch Umbau gewonnen und die Abortanlagen in die Kellerräume verlegt werden: in dem Anbau seien der Physik- und der Siug- saal unterzubringen. Der Plan des Anbaues fei so zu gestalten, daß man in späteren Jahren leicht und billig eine Erweiterung vornehmen könne. Ein genauer Voranschlag sei wegen Zeitmangels noch nicht gemacht, die Berechnungen sollten vorerst nur den Rohbau ins Auge fassen, und die Submission hierzu erfi* einen genaueren Ueberblitf über die Kostenhöhe ergeben. Anschließend machte Oberstudiendirektor Angelberger Mitteilungen über das Wachstum der Schule und die notwendigen Erweiterungen, die nur auf das Allernotwendigste beschränkt werden sollten. Der Gemeinderat beschloß, die Vorarbeiten zu dem Bau dem Kreisbauamt zu überlassen, das die erforderlichen Ausschreibungen baldigst in die Wege leiten könne. Man hofft, mit den Bauarbeiten spätestens Anfang Oktober zu beginnen und diese bis Mitte November zu vollenden. — Auf Anregung des Regierungsbaumeisters Schneider wurde weiter beschlossen, die geplante Auto st raße in den Ortsbebauungsplan aufzu- nehmen. — Nach einer Mitteilung "des hessischen Ministeriums beabsichtigt der Staat, hier Beamtenwohnungen zu erbauen, wenn die Stadt den erforderlichen Bauplatz von 500 Quadratmeter Größe zur Verfügung stellt. Der Gemeinderat faßte hierzu einen bejahenden Beschluß. — Am 16. September wird hier eine B u 11 e n - A u k t i o n auf der Lehmkauie stattsinden. * Ettingshausen, 10. Sept. Mit einem Preisschießen endete jetzt das Uebungs- schießen, das der K r i e g e r o e r e i n in den letzten Monaten abgehalten hatte. Förster Philipp Keil schoß mit sechs Schuß 111 Punkte und erhielt den Ehrenpreis in Gestalt eines Hammels. Mit drei Schuß erzielte Heinrich Schomber 59 Punkte, die ihm den e r st e n P r e i s eintrugen. — Jetzt ist die Lokomotive zu der Feld bahn eingetroffen, Auto Tag und Nacht bei billigster Berechnung. 78S8J) Tel. 188. rsiSs'l IZMM» r werd, fachgemäß i | u. preiswert ge- t t stimmt u. revar. t GMklLL l Gießen. öioMAi l | Telephon 2403. | r Ankaufflbr.SHao. | |jL^armouium6| 3000 Atteste bezeug.. daß Hautjucken , Flechten. Pickel, Beinschäd., Krätze. Schuppen, läst. Schweiß, Hae- morrhoiden. Ausschlag mit,,Krttiz- nrgan“ .beseitigt werden können. 75-, 100- u. 150-Gr.- Pack Mk. 1.50. 2—, 3.—. Auch Versd Drogerie Karn, Schulstraße •e»ee®®e»eee Asbest- Platten, I, 2, 3, 4 u. 5 mm, wieder am Lager 7175c CarlSchunck H. SCHAFFSTAEDT Volksentscheid! BERLIN GIESSEN Im Zeichen desVerkehrs! 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September 1926, vormittags von 10 Llhr ab, soll das der Gemeinde Eberstadl gehörige Obst öffentlich meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft ist auf d.Dreispihe. Hessische Bürgermeisterei Eberstadt. Görlo ch.7364D 3 = a 2 L L = .-> 8- v s. * F r 8: n JA n N *0 W 3 ?- Zigarrenhaus Loeb Bäckerei und Caf£ Müller Offenbacher Lederwaren J. Röder . Uhren-und Goldwarenhaus Emil Oho-Kreuz-Drogerie AugustNoll Metzgerei u. Wirtschaft Karl Boller • Ingenieur-Bureau Hch. Brinkmann ■ Feinkost C. G. Kleinhenn • Elektrotechnik und Haushalt Carl Schunk ■ Hüte und Mützen J.Lehrmimd - Cafe und Konditorei Amend • Pianohaus Aug. Förster Herren moden Paul Jensen ■ Cafe Schwarz Nr. 5 6 Beteiligung. Angesehener Verlag w Frankfurt a M. sucht zwecks Ausbau einer neuen Abteilung einige Tausend Mark, für junge Kraft beste (Lristenzmugltchkeit. 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Donnerstag, den 16. I. M.. vormittags gegen 10 Llhr, wird im Anschluß an die fiskalische Obstvcrsteigerung das Obst aus den Freiherrlich von Aa- benauschen Gärten in der Gemarkung Alien-Buseck an Ort und Stelle meistbietend gegen Barzahlung versteigert. 7398D Freiherrliche Rentei Rabenau. Versteigerungsbegmn 10V2 Uhr vormittags. StrbaniunitidbtüWLÜiotiiitßfiiilitet Obstversteigerung. Donnerstag, den 16. September, 9 Llhr vormittags, werden in den staat- lichen Obstgärten in Mten-Duseck etwa 20 Ztr. Aepfel, 8 Ztr. Birnen und 2 Ztr. Zwetschen aus dem Daum versteigert. Auskunft durch Herrn Förster Müller zu Aiten-Buseck. 7396D Gießen, 10. September 1926. Hessisches Forstamt Gießen. Meine Kanzlei befindet sich ab 16. September Weslanlage 31pt. im Hause des Herrn Oscar Gutmann. Leun, Rechtsanwalt Telephon 109 73R1P Telephon 109. 40 Jahre bestehende WM ab t. Oktober wegen hohen Alters billig zu verpachten. 06209 A. Klotz, Wetzsteinstraffe 18. I. 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Allerdings dars nicht verkannt werden, bah diese Besserung zum großen Teil auf die Auswirkungen des englischen Bergarbeiterstreiks, also auf ein vorübergehendes Zufallsmoment, zurückzuführen ist. Inwieweit diese Besserung nach der Beendigung des englischen Streiks anhalten wird, bleibt abzuwarten. Für die eisenverarbeitenden Industrien ist ein Fortschritt in der Konjunkturbelebung nicht festzustellen. So berichtet die M a s ch i n e n i n d u st r i e über sehr uneinheitliche Absahverhältnisse; teilweise muß. len wettere Betriebseinschränkungen vorgenommen werden; anderseits zeigten sich aber auch einzelne Anzeichen sür eine allmähliche Besserung; als Folge der immer mehr durchgeführten Rationalisierung der Produktion trat vielfach eine rege Nachfrage nach Spezialmaschinen hervor. Wenig günstig ist nach wie vor die Lage der Eisen - 11 nö Stahlwarenindustrie; hier fehlen noch jegliche Anzeichen für eine Vermehrung des inländischen Bedarfs, während sich auf dem Auslandmarkt in verstärktem Maße die scharfe französische und belgische Konkurrenz bemerkbar macht. Es hat den Anschein, als ob neuerdings auch in der Kleineisenindustrie der Gedanke des Zusammenschlusses und der Ausscheidung lebensunfähiger Werke stärker an Boden gewinnt. Die meisten Fertigindustrien außerhalb^ des Gesamtgebietes der eisenverarbeitenden Industrien bieten ein günstigeres Bild. Die chemische Industrie verzeichnet einen befriedigenden Auftragseingang für die meisten Artikel. Das gleiche gilt für die elektrotechnische Industrie. Auch Textilindustrie und Verkehrsgewerbe können eine Belebung des Geschäfts feststellen. Wie weit die Auswirkung der in manchen Wirtschaftszweigen zu beobachtenden Belebung eine Steigerung der Gesamtumsätze innerhalb der deutschen Wirtschaft — das ist das Ausschlaggebende sür die Beurteilung der Gesamtkonjunktur — herbeigeführt hat, läßt sich für die letzten Wochen statistisch schlecht erfassen. Die vorliegenden Ziffern ergeben ein etwas widerspruchsvolles Bild. Das Erträgnis aus der A m s a h st e u e r erreichte für Iuni mit nur 58 000 000 Mk. einen Tiefstand, wie er seit Anfang 1924 noch nie zu verzeichnen war. Ein günstigeres Bild für die Entwicklung der Gesamtumsätze gibt der Postscheckverkehr, der mit 9,3 Milliarden Mk. die höchste Ziffer des ersten Halbjahres 1926 aufwies. Das gleiche gilt für den Abrechnungsverkehr dec Reichsbank und, wenn man vom Monat Ianuar absieht, auch für das Erträgnis der L o h n st e u e r; allerdings kann man diese nur in beschränktem Maße als Symptom der Konjunkturentwicklung bewerten, da bei ihr die Rückerstattung von 40 Mill. Mark in Ansatz gebracht werden müssen. Die Reichsbahn hatte eine erhöhte Wagengestellung zu verzeichnen, die allerdings ausschließlich auf den verstärkten Kohlenversand zurückzuführen ist, der mit der eigentlichen Konjunkturbewegung nichts zu tun hat; vom Kohlentransport abgesehen ist die Güterbewegung des 1. Halbjahres 1926 sogar noch um über 5 Prozent hinter der des 1. Halbjahres 1925 zurückgeblieben. Don wesentlicher Bedeutung für die Produktion ist die Gestaltung der Konsumfähigkeit der breiten Masse. Legt man ihrer Beurteilung die llmsahziffern der Konsumvereine zugrunde, so ist im bisherigen Verlauf dieses Iahres eine rückläufige Tendenz nicht erkennbar. Zu nicht so günstigem Ergebnis gelangt jedoch eine Um« frage, die der deutsche Genossenschaftsverband unter seinen Mitgliedern angestellt hat. Danach liegt bei den gewerblichen Genossenschaften der Umsatz je Mitglied nur in einzelnen Genossenschaften über, in den übrigen dagegen unter dem Durchschnittssah 1925. Angesichts der Bedeutung der Landwirtschaft sür die Gesamtkonjunktur ist für die weitere Gestaltung der Ausfall der Ernte von größter Wichtigkeit. Die ungewöhnlich hohen Niederschlagsmengen des Iuli haben stellenweise größere Schäden angerichtet und damit die Ernteaussichten herabgemindert. Nach den bisher erfolgten Schätzungen wird indessen sür Brotgetreide zum mindesten mit einer befriedigenden Mittelernte gerechnet. Börse und Geldmarkt. Die Börsenspekulation hat sich bei ihren namhaften Positionslösungen, die am Montag dieser Woche einsehten und einige Tage hindurch eine stärkere Senkung des Kursniveaus zur Folge hatten, weniger von allgemeinen wirtschaftlichen Erwägungen leiten lassen. Für sie kamen mehr positionstechnische Gesichtspunkte in Betracht, die auf eine Verringerung ihrer Hausseengagements hindrängten. Es tauchten nämlich Befürchtungen auf, daß die Beschaffung von Reportgeldern zum Medio und Ultimo September Schwierigkeiten machen könnte, einmal, weil man mit einer allgemeinen Geldverknappung rechnete, und sodann im Hinblick auf die vielfach zu großen Engagements, die sich in schwachen Händen befanden und den Banken Anlaß gegeben haben sollen, bei diesen Firmen auf eine Verringerung der Positionen zu sehen. Man hatte es also mit größtenteils freiwilligen, vereinzelt auch Zwangsexe- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Samstag, ft. September 1926 u. u»>IME I —IUI ■ ■■■■■■!IW—■—mwmin—--------- f u t i o nen zu tun. Die Wirkung dieser Abgaben auf die Kurse wurde durch die Vorstöße der Baissiers noch verstärkt. Den entscheidenden Einfluß auf die Tendenzgestaltung an den Daisse- tagen der ersten Wochenhälfte hatten also zweifellos Selbstexekutionen mittlerer und kleiner Dankfirmen, während das Publikum im ganzen an seinem Besitz festhielt und dadurch eine weitere Verschärfung der Kursrückgänge zu einem direkten Kürseinbruch vermied. Auch gegenwärtig hat es nicht den Anschein. als wenn das Publikum sich mit Mtien- verkäusen beeilt, so daß die Börse ihre Leerabgaben eindeckte und die Gesamttendenz trotz einer zurückgebliebenen Nervosität und Llnsicher- heit doch schon wieder günstiger geworben ist. Bei einer -Untersuchung der Frage, ob die von der Börse ins Feld geführten Befürchtungen zutreffend sind, stößt man als Tatbestand nur auf die allgemeine Neigung der Banken, ihre an schwache spekulative Seiten gegebenen Kredite nach Möglichkeit zu verringern und hiermit zum Medio und Ultimo September zu beginnen. Ein solches Vorhaben würde aus weite Sicht aber für die Börse nur nützlich sein, da dadurch eine Bereinigung ihrer positionstechnischen Lage einträte. Von der Absicht einer allgemeinen Einschränkung der Reportgelder int September ist dagegen bisher nichts bekannt geworden. Man kann auch nicht verlangen, daß die Banken schon in den ersten Tagen eines Monates über ihre Dispositionen - am Ende dieses Monats Aufklärung geben, da diese ja noch gar nicht übersehen werden können. Soweit sich die Verkäufe der Börse also auf Gerüchte über die Zurückziehung bzw. Einschränkung der Reportgeldgcwährung bei den September-Abwicklungen stützten, waren sie zum mindesten etwas voreilig. Ob die drei- vierteljährliche Hausse jetzt eine Beendigung gefunden hat, wird man endgültig erst übersehen können, wenn die Medio- und Ultimo« Regulierung vorüber ist. Daß die Kurssteigerungen in den letzten Monaten beträchtlich waren, geht nicht nur aus den Gegenüberstellungen des Niveaus zu Anfang des Iahres und heute, sondern auch aus einem Vergleich mit der Entwicklung der ausländischen Börsen hervor, den das «Äatistische Reichsamt angestellt hat. An den europäischen Börsen war im ersten Halbjahr 1926 überwiegend eine leichte Erhöhung des Kursniveaus zu verzeichnen. Im Vordergrund dieser Entwicklung standen die Kurssteigerungen in Deutschland, danach in England und Schweden. Der Aktienindex des Deutschen Reiches stieg von 106,1 im März auf 121,6 im Iuni, der Englands von 106,7 auf 110,3 und der Schwedens von 129,9 auf 139,3. Im Augenblick wird das Geschäft durch die israelitischen Feiertage und den bevorstehenden Mediotermin gehemmt, wäh- reird die Haltung der Börse unklar ist und von der weiteren Geldentwicklung abhängen wird. Der Sah für Monatsgeld, das Über den Quartalswechsel reicht, zeigt mit 53/4 bis 7 Prozent eine anhaltende Anspannung, während Tages- gelb in dieser Woche mit 5 bis 6V2 Prozent etwas billiger wurde. Die Versionen über eine Herabsetzung der Debetzinsen bei der Seehandlung bewahrheiteten sich nicht. Warenwechsel mit Großbankgiro werden zu etwa 53/fi bis 51/.? Proz. übernommen Berliner Börse. Berlin, 11. Sept. Die Wochenschlußbörje stand ebenso wie die letzten unter dem Zeichen großer Zurückhaltung. Das Börsengeschäft ließ sich n n - gemein ruhig an und erst später zeigten einige Spezialwerte etwas Bewegung. Die Tendenz gestaltete sich überwiegend freundlich. Die Abschlüsse hielten sich natur- gemäß in engsten Grenzen. Besondere anregende Momente lagen nicht vor, dagegen trugen auf der anderen Seite der Wochen! )Iuß und der in der nächsten Woche erreichte Medio zur reservierten Haltung der Spekulation bei. Die Erhöhung des Prioatdiskontsatzes am Geldmarkt spielte keine Rolle, da die Lage weiter flüssig bleibt. Tagesgeld 4,25 bis 6 Prozent, Monatsgeld 5,5 bis 7 Prozent. Im Deoisenoerkehr war Paris gegen London leicht befestigt auf 167,50. Die übrigen Valuten notierten fast unverändert. Mailand und Brüssel lagen gleichfalls freundlich. Börse. Frankfurt a. M., 11. Sept. Tendenz: fest. — Die gestrigen Reden Stresemanns und Briands in Genf konnten erst heute, nachdem der Börsenverkehr wieder seinen regulären Verlauf genommen hat, zur vollen Auswirkung kommen. Sie wurden als eine wertvolle Kundgebung für die weitere Entwicklung der außenpolitischen Lage beurteilt und hatten zur Folge, daß man auch in wirtschaftlicher Hinsicht glaubt etwas hoffnungsvoller in die Zukunft blicken zu dürfen. Die Spekulation zeigte etwas Unternehmungslust und schritt zu Deckungen, die an den Hauptmärkten Besserungen bis zu 2 Prozent bewirkten. Im Vordergründe standen infolge Fortdauer der Hochkonjunktur im Ruhr- dergbau immer noch Montanaktien, die am am besten abschneiden konnten. Bochumer plus 1,5, Buderus plus 0,5, Deutsch-Lux plus 1,5, Gelsenkirchen plus 2, Harpener plus 3,5, Mannesmann und Mansfelder je plus 2, Phönix plus 1,5 Prozent. Merkwürdigerweise blieben J.-G.- Farben auch heute wie in den letzten Tagen sehr ruhig. Der Kurs war kaum verändert. Im Verlaufe trat kleines Angebot hervor, so daß die Notierung von 273,63 auf 273 Prozent zurückging. Elektroaktien zogen etwa 1 bis 1,5 Prozent an. Auch Bankaktien wurden ca. 1 Prozent höher. Am Schiff- fahrts markte betrugen die Steigerungen für Hapag und Nord-Lloyd je 1 Prozent. Motorenakticn lagen ruhig und kaum verändert. Bauftoffaktien zogen mäßig an. Zellstost'akticn fest. Zuckeraktien zumeist gehalten. Das A n 1 e i h e g e s ch ä f t war wieder etwas reger. Kriegsanleihe stellten sich zum ersten Kurs auf 0,509. Ausländische Renten waren wenig verändert. Der Freiverkehr tendierte fast unverändert. Nur Benz schwächten sich auf 77 Prozent ab. Growag 60, Brown Boveri 130, Entreprise 8, Becker Stahl 31, Ufa 39,5, Unterfranken 95 Prozent. Der weitere Verlauf war durch die eingetretene Geschäftsstille beeinträchtigt. Die Kurse begannen leicht abzubröckeln, zumal die Stimmung unsicher wurde. Geld ist im kurzfristigen Verkehr angeboten. Für langfristges Geld besteht Nachsrage. Im D e - oisenverkehr haben sich die westlichen Frankenvaluten etwas erholt. Die Mark liegt weiter unverändert fest. Börsenkurse. Frankfurt a-M. Berlin Schlug»! i-Uhr- Kur» | fture Schluh.IAnfang Nurs | Quro Datum: 10. 9. | 11.9. 10. 9. | 11. 9 5% Deutsche Rcichsanlethe 4% Deutsche Reichsanlcihe . S'/a% Deutsche Ncichsanletbe 3°/, Deutsche Neichsanleibe . Deutsche Vvarprämicnanleihe 4°/0 Preußische Koniolü • • . 4° 0 Hessen 3'/«% Hessen 3°/0 Heilen Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto- Doll.-Schav-Anweikng-') 4°/o Zoll türken 6°/o Goldmerikaner Berliner Handelsgesellschaft Commerz- and Privat-Bank Darmst. unv Naiionalbank Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbank .... Disconto Commandit . - Mctallbank Mitteldeutsche Lrcditbank. . Oeslerreichiiche Kreditanstalt Weltbank........... Bochumer Guß - Buderus ........ . . Caro .......... । Deutsch r.'uxemburg (*>)ci)"cnlird)cner Bergiorrke. . Harpener Bergbau Naliwerkc Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . . . . Haiiraljüttc ..... Obcrbcdarf......... , Phönix Bergbau ...... Rheiustayl ......... Nicbcck Montan TclluS Bergbau Bereinigte Stahlwerke A,-G- Homburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . Cherainische Werke Albin . - Zementwerk Heidelberg . . Philivv Holzmann Anglo h ont.°Guano . . . . Chemische Mayer Alapin . . I. Jarbcnindustrie, 21.»®. ®oldschinidk Holzverkohlung . . Rülgerswerkc Lch-idcanstalt Alla- ElekkrizttätS-Gesellschaft Bergmann Mainkrattwerke ...... Schlickert . . Siemens L HalL^ Adlcrwertc -lllever ..... Daimler Motoren - ..... Heyliycnstacdk....... . Meguin. , Motorenwerke Mannheim frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union 91--® Schnhwbrik Her; . . . . . Sichel..... Zellstoff Woldhot ..... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waobäulel . . . 0.505 1 0.509 0.505 I 0,5075 — 1 1,4607 ! 0,4725 0.45 — 0.465 1 0,47 — _ 0.51 0,535 - - 0.275 — 0,46 ' — 0.4607 ; 0.4675 — - 0,41 ! — - —— 0,42 —» — 0.41 —- -1 — — i — 13,475 13.25 13,3 — ■* — — — 207,5* 206' 137,2* 136.7* 137* 136.7* 212.2' 214* 213* 213* 164,7* 166,2' 165,2* 166.5* 96 — — — 160,5* 161,5* 161' 161,2' 133,75 — — 136,25 — 136 136* 9 — 8.8 8.95 76,5 — - — 143* 144.5* 142.5’ 144,2' SS* 95,5 94.9 95* — — 79 79 25 147' 149.5* 149* 148.7* 161.5* 163,-5* 163' 162,2* 153 156.5* 153.2’ 155.9* - — 137 136* — — 144,75 144 75 50.5 53,9 53,75 69.5 — 70 - 117' 117,2* 117.5’ 117.6* 150.1* — 149 5* 149,5' 154 — 153,5' 151.7' — — — - — 137,5 137,5 155,5* 157.5* 156,7* 157.2* 155.5’ 157* 154.9' 157* 69,5 _ 132 — — — 116,75 116,25 117,5 — — 1 — 95 95 —- — ■ - — _ -73,6* 273,5* 273* 107,1 105,2 104,5 107,75 51,75 52 — — 116,5 117,5 117 116,25 163 - — — 156.7' 157,7* 157* 157.9* 155,25 156' 155,2* 155' — — w— 135 135* 135 5’ 135* 195’ — 197,7* 197* 83,25 j 83,25 83.75* 82.75 82 — 81.75* 81,5 28 — — —— 45 — —— —— — - 40 — — — — —— 49,5 — — — 146 144,5 — — 92.75 — 91,5 — 58,75 — 56,75 2.6 — 3 — 175 178 176 181 74.9 74 73,25 — 90 90 — — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Te l egraphische Auszahlung- 10 Septbr. 11- Septbr. Amtliche Nokt^runa Amtliche ‘Jiotiermtfl (»eld Brief Geld Bries iUmft.-zHoii 168,16 168,58 168,14 168,56 Buen-AircS 1,701 1,705 1,694 1,703 Ärss-°Antw- 11,45 11,49 11,53 11,57 Christiania. -itopenhagev 91,90 92,14 91,89 92,13 111,36 111,74 111,48 111,76 Stockholm 112,16 112,4.5 112,14 112,42 Helsingfors- 10,55 10,59 10,553 10,593 Italien. . . 15,oo 15,04 15,21 15,25 London - - 20,364 20,414 20,362 20,412 Neuyork . - 1,191 1,202 4,193 4,203 Paris - ■ - 12,00 12,04 12,16 12,20 Schwei; - - 81.025 bl.225 80,98 81,18 Spanien - 63.97 63,13 64,20 i>4,56 Japan . - - 2,025 2,029 2,025 2,029 ?Hio de Jan Wien in D-- 0.634 1.644 9,634 0,636 abgesi 59,20 59,34 59,20 59,34 Prag .... Belzrad - . 12,42 12,46 12,418 12,458 7,418 7,438 7,418 7,438 Budapest. . •1,872 u,892 5,875 5,89a Bulgarien 3,042 3,052 u,043 3,053 Lissabon -1,42.5 4,475 21,44.5 21,495 Danzig. . . 81,35 81,45 81,37 81,57 .fionftuuHn. 2,212 2,222 2,215 2,225 Alden 4,79 4,81 4,84 4,86 Canada. 4,197 4.207 4.197 4,207 Uruguav . 4,20 4.21 4.20 4.21 Berliner Pnrvri^enbörse. Berlin, 10. Sept. Festere Auslandmarktberichte veranlaßten im heutigen Mittagsverkehr der Berliner Produktenbörse ein weiteres Steigen der Preise für Weizen, da auch die direkten Schlußforde- rungen meist erhöht waren. Das Jnlandangebot besteht nach wie vor größtenteils aus unkontraktlichem Material. Die Umsätze hielten sich aber sowohl für prompte Abladungen wie auch im Lieferunggeschäst in kleinen Grenzen. So konnte im Zeithandel Septemberlieferung um 0,75 Mark sich erhöhen. (Spätere Ware lag noch fester. Oktoberware plus 1,25, Dezember plus 2,5 Mark. Im Roggengeschäft Hai sich die Situation wenig verändert. Das Angebot der Provinz für greifbare Ware ist wohl am Markt, aber dauernd hochgehalten, und der Bedarf mußte heute hohe Preise bezahlen. Auch im Liefcrungs- geschäst zeigten die Preise bei ruhigem Verkehr Steigerungen wie für Oktober um 2 Mark und für Dezember 2 Mark. Die Offerten in Gerste und Hafer bestehen zum größten Teil aus wenig guten Qualitäten, die naturgemäß schwer zu verkaufen sind, gute Ware ist knapp. Es wurden notiert (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 262 bis 266 Mark; Roggen, märkischer, 208 bis 214; Sommergerste 205 bis 248; Wintergerste 170 bis 175; Haser, märkischer, 171 bis 184; Mais, loko Berlin, 180 bis 183; Raps 100; (100 Kilogramm): Weizenmehl 36,25 bis 39; Roggenmehl 29,75 bis 31,60; Weizenkleie 10; Rog- gentleie 11; Diktoriaerbsen 43 bis 50; kleine Speiseerbsen 34 bis 38; Futtererbsen 24 bis 31; Rapskuchen 14,20 bis 14,40; Leinkuchen 19,20 bis 19,30. Danknoten. Berlin, 10 Septbr. Geld Bries Amerikanische Note, ..... 4,175 4,195 Belgische Noten ........ 11,42 11,48 Dänische Noten........ 111.14 111,70 Englische Noten........ 20,339 20.439 Franzönsche Noten ...... 12,14 12,20 Holländische Noten ...... 167,90 168,74 Italienische Noten ...... 15,16 15.24 Norwegische Noten...... 91,62 92,08 Dcutsch'Ocsterr-, 5100 Kronen 59,11 59,44 Rumänische Noten...... Schwedische Noten ... 111,77 112,33 Schweizer Noten...... 80,90 81,30 Spanische Noten....... 63,74 64,06 Tschechoslowakische Noten . . 12,39 12,45 Ungarische Noten..... 6.815 5.885 Amtsgericht Gießen. * Gießen, 8. September. Vor einiger Zeit traf eine Frau V. morgens in Der Frühe vor ihrer Kellertüre einen unbekannten Mann, den sie in ihrem ersten Schrecken für einen Einbrecher hielt. Der Unbekannte sagte, er habe sich in der Kellertüre geirrt, und entfernte sich. Gleich darauf hörte die Frau D. von der R., die bei der Hauseigentümerin bedienstet ist, daß der Betreffende der Leiter eines in dem gleichen Hause befindlichen Geschäftes fei. Die R. meinte noch, sie nehme an, daß der Herr ihr nachsteige, fügte jedoch auf die Frage der Frau B, ob sie sich einmal nach ihm erkundigen solle, hinzu, sie interessiere sich nicht dafür, sie habe ja ihr Verhältnis. Trotzdem zog die Frau B. über den Geschäftsleiter Erkundigungen ein, die sehr günstig ausfielen. Sie teilte jedoch das, was sie gehört hatte, der R. nicht etwa in derselben Weise, sondern ganz entstellt mit und warnte sie vor dem Herrn, der nur Darauf ausgehe, sie zu verführen, und Der beim Tobe seiner Frau geäußert habe: „Gott sei Dank, Daß ich Die los bin.“ Die R. erzählte Diese Aeußerungen ihrer Dienstherrin, Die mit Der Frau B. nicht gut steht, unD Diese teilte Den Vorfall Dem Geschäftsleiter, Der sich eines sehr guten Rus es ^erfreut, und Der daraufhin Privatklage erhob, mit. In der heutigen Hauptverhandlung weichen Die Angaben Der Frau B. und Der R. üoncinanDer ab; Das Gericht schenkte jeDoch Den beeidigten Aussagen der R. vollen Glauben und verurteilte die Frau V. wegen ihrer beleidigenden Aeußerungen zu einer Geldstrafe von 50 M k. und zu Den Kosten des Verfahrens. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, Den 12. September. 15. n. Trinitatis. Gießen. Stadtktrche. 8: Pfr. Decker. Zugleich Christenlehre s. D. Neukonsirmierten a. Der Markus- gcmeinDe. 9'/,: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche für Die Matthäusg. Pfr. Mahr. - Iohanneskirche. 8: Pfarrass. Schultheis. Zugl. Christenlehre f. D. Reu. konfirmierten a. D. IohannesgemeinDe. 91 /,: Pfr. Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche f. d. Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer. Konsirmandensaal (Liebigstr. 56) 2; TaubstummengottesDienst. Pfr. Bechtolö- heimer. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre f. d. weibl. Jugend. Rachm. 1'/,: Mainzlar. - Wieseck. 87, Christenlehre; 97,. - Wahenborn-Garben- teich. Watzenborn-Steinberg: 8 Abendgottesdienst. Garbenteich: '!A\. Katholische Gemeinden. Gießen. Iamstag, 11. (Septbr. 4*/3 u. 7 Beichte. Sonntag, 12. Septbr. 16. Sonntag nach Pfingsten, 6V» Beichte, 7 Messe, Kom. der Jünglinge, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2 Andacht. — Grünberg. 97, Messe mit Predigt. — Hungen. 97, Hochamt mit Predigt. - Lich. 77, Messe mit Predigt. Letzte Nachrichten. Bombenallenlat auf Mussolini? Genf, 11. Sept. (MTB.) In den ersten Nach- mittagsstunden tauchte in den IDanbeigängen des Völkerbundes das bestimmte Gerücht auf, daß heute vormittag gegen 9 Uhr in Rom auf Mussolini ein Bombenattentat verübt worden sein soll. Mussolini sei unverletzt, während zwei oder mehrere seiner Begleiter verletzt worden seien. Das bestimmte Gerücht wurde von Mailand aus nach Basel und bald daraus nach Genf gebracht. Die Nachricht wird hier geglaubt, jedoch liegt eine amtliche Bestattung noch nicht vor. Arbeitslose und hohe Steuern belasten das Wirtschaftsleben stark. Der deutsche Automobilist kann dem tatkräftig entgegentreten, wenn er nur deutsche Reifen kauft. Dadurch wird die Arbeitslosigkeit verringert und die Steuerlast ermäßigt. Der Continental «Reifen in der neuen schwarzen Qualität erzielt höchste Kilometerleistungen, er ist hochelastisch und sicher. Fahren Sie nur den deutschen Reifen Vermählte Gießen, den 11. September 1926 738) D nh Gichen, den 12. September 1926 Walltorstrafie 5 Schillerstrafie 27 Statt Karten * O62Q5 Nr. 53 73 44 D Konditorei u. Cafe Am end Eintritt frei! Keine Kollekte! 74151) bitten wir, an den 7397D Nr. 65 Habe abzugeben Inhaber: WILH. GEORG 7474 n TaseleniiäiisHelnr.S'E8i!iiiö1fiießeüJMllsir.3 w j FILIALEN: Alsfeld Bad-Nauheim Butzbach Dillenburg Wetzlar an der Lahn < larten-, Okulier- und Kopuliermesser / Baum-, Raupen- und Heckenscheren / Baumsägen usw. Anmeldungen zum Abonnement sind bis spätestens 20 Sep. tombcr 1926 nur schriftlich an die Stadtverwaltung (viesien Bergstraße, Zimmer Br. 12, unter Angabe des Abonncmenls- lagcs und der Aufschrift „Theater Abonnement" qu richten. Die leWSHrigen Abonnenten haben Anspruch auf-Beibehol° tung ihrer Plnt.ie an Ihrem Abonnementstage, wenn sie diesen bis ZUM 17. September 1026 geltend machen. Gießen, den 9. September 1926. chürZetmeistSr, §. 'Z<;: Di. 91 ofjnbeiß. Hans Burger und Frau Mathilde geb. Lallet Zur Platte-Kirmes in Annerod da geht nur hin — ihr lacht euch tot, gejagzt wird bis der Boden kracht, Es ladet ein die Burschenschaft, bei Gastwirt Phillipp Knqelhardt. Reklame- wnd Geschäfts-»Wagen müssen bis heute Samstag nachmittags 7 Uhr bei jderso. Plöckstraße S, Telephon Nr. 1335 2hre Vermählung zeigen an Willi Heyne (Bretel Heyne geb. 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Diese arbeiten nur für die organisierten Verbraucher. An eigenen Fabriken besitzt die GEG unter anderen: 2 Seifenfabriken, 2 Webereien, 2 Zündholzfabriken, 1 Mostrichfabrik, 1 Nährmittelfabrik, 1 Teigwarenfabrik, 1 Bürstenfabrik, eine Kleiderfabrik, 1 Kistenfabrik, 1 Malzkaffeefabrik, 1 Gemüse-und Obstkonservenfabrik, 1 Zuckerwaren- und Schokoladenfabrik, Zigarren-, Zigaretten-, Rauch- und Kautabakfabriken. 14 Läger in allen Teilen Deutschlands dienen zur raschen Bedienung der umliegenden Konsumvereine mit den benötigten Waren. Zu den Mitgliedern der GEG zählt auch der Konsumverein GießenUmg 1901 gegründet, besitzt er heute in der Schanzenstr. 16 seine Betriebszentrale mit eigener Dampfbäckerei und modern eingerichteter Kaffeerösterei. Er unterhält 37 Verteilungsstellen. Eine eig.Sparkasse ermöglicht den Mitgliedern,ihre erübrigten Gelder gut und sicher anzulegen. - Jeder denkende Verbraucher sollte sich den Vorteil genossenschaftlichen Warenbezugs zunutze machen u. Mitglied im Konsumverein werden. Wettbewerb ist Kampf um den Sieg. Im Wirtschaftsleben ringen zwei Weltanschauungen um die Palme. Hie Privatwirtschaft! Hie Gemeinwirtschafti ist der Kampfruf. Die Privatwirtschaft wird gestützt durch Kartelle und Syndikate. Die Verbraucherschaft kann sich ihnen entziehen durch Organisation im Nr. 1 \ H linier jet M" SesamM formt M DerHältn' Mt 6lC Das chein der Z * tunflW' c anderer - bildenden die freie gfilM oft mit J archüel lausch« Darüb architettoni >u geben U enger De- Gebäude, es nut eir das archit erhaben u den Men Einen Garten fi sein Äuss keine Mui «ine mang1 zutäuschen. Zur C ganisat Entwickelui Depslanzur zeit so sein in jedem bäuden ein schlossenes Die G Micha aus dir Hausgäri beeinslus! auf die ! W. und Gan das" Syste keilförmig strahlen s zentrum j baqulegen Seröen mü Die gi Zwecken y derirn. lagen ein 16. und 1 und geist feste abh des lands 19. Iahrh mung" an UMtanfd/c fommen. . Sport u Sporte; die Nensci als Ausü tätig sind. Dir alle 6. N eine c Erlei («fi xub. Dah klaren @üc L"8 bedars Deise, toie schiel der durch Holz-Rolladen, Jalousien, Heiz- korper-Vorsteller, Anfertigung von Blitzableitern, Markissen, Laden - Fronten, Einfriedungen, ore, Bronze Arbeiten Künstler-AusstellungDarmetadt 1808 P Bade-Einrichtungen kauft man am beiten bei tswa Rudolf Rödiger Walltorstraße 35. Nr. 213 fünftes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheben) Samstag, 11. September 1926 ■ III« II II Gartenbau und Elektrizität. Gartentunst und Städtebau. Don Dr. Ernst Hamm, Beigeordnetem der Stadt Gießen.') Unter Gartenkunst versteht man diejenige der bildenden Künste, die den Garten in seiner Gesamtheit nach raumkünstlerischen Grundsätzen formt, d. h. ihn als Raum oder — bei größeren Verhältnissen — als eine Folge von Räumen bildet, die untereinander in Beziehung stehen. Das Gest altunasPrinzip, nach welchem der Garten angelegt wurde, bewegte sich im Laufe der Jahrhunderte nach zwei Richtungen: die eine Form schließt sich dem Charakter anderer Bauwerke und Gebrauchsgegenstände der bildenden Menschen an, die andere nimmt sich die freie Ratur zum Vorbild. Diese beiden grundsätzlichen Unterschiede bezeichnet man auch oft mit dem geometrischen oder richtiger dem architektonischen und mit dem freien lands'chaftlichen Stil. Darüber, ob dem landschaftlichen oder dem architektonischen Gestaltungsprinzip der Vorzug zu geben sei, dürfte heute wohl kein Zweifel mehr bestehen: Für den Garten, der doch in enger Beziehung zum Haus, zum öffentlichen Gebäude, zum Platz und zur Straße steht, gibt es nur ein mögliches Gestaltungsprinzip, nämlich das architektonische. Denn die freie Ratur ist so erhaben und göttlich, daß ihre Rachbildung durch den Menschen stets nur lächerlich wirken kann. Einen vortrefflichen Maßstab, ob ein Garten künstlerisch gelungen ist oder nicht, gibt sein Aussehen im Winter. Denn dort vermag keine Dlumenschönheit des Sommers mehr über eine mangelnde künstlerische Disposition hinwegzutäuschen. Zur Gartengestaltung gehört auch ein Organisationsplan. Ec zeigt die schrittweise Entwickelung des Gartens nach einem bestimmten Bepflanzungsplan, der für jede einzelne Jahreszeit so fein abgestimmt sein muß, daß der Garten in jedem Augenblick mit den zugehörigen Gebäuden ein nach Farbe und Form in sich abgeschlossenes Kunstwerk darstellt. Die Gartenkunst im Städtebau bezieht sich auf die großen Stadt- und Volksgärten, auf die Friedhöfe, Schmuckplätze, Spielplätze, Hausgärten, insoweit sie das städtebauliche Bild beeinflussen, auf die Vorgärten und schließlich auf die Daumpflanzungen der Straße. Als bekannt sehe ich voraus, daß die Park- und Gartenanlagen usw. in ihrer Gesamtheit das' System der Grünanlagen bilden, die radial keilförmig vom Stadtinnern nach außen aus- strahlen sollen, die Spitze des Keils dem Stadtzentrum zugerichtet. Es bleibt nun noch übrig, darzulegen, wie diese Grünanlagen ausgestaltet werden müssen. Die großen Parks haben heute anderen Zwecken zu dienen als in früheren Jahrhunderten. Dre herrlichen gartenarchitektonischen Anlagen eines Le Rotre und seiner Schüler im 16. und 17. Jahrhundert dienten den weltlichen und geistlichen Fürsten ihre glänzenden Hoffeste abhalten zu können. In der Blütezeit des landschaftlichen Stils Ende des 18. und im 19. Jahrhundert war der Park ganz auf „Stimmung" angelegt worden, um der sentimentalen Weltanschauung der damaligen Zeit entgegenzukommen. Heute dienen die Parkanlagen dem Sport und der Erholung. Der moderne Sport-Park muß durch breite übersichtlich geordnete Weganlagen erschlossen werden, um die Menschenmassen aufnehmen zu können, die als Ausübende oder Zuschauer in ihnen tätig sind. Eine derartige Parkanlage hat Plätze für alle Sportarten zu enthalten, daneben auch noch eine große Wiese, die zu Versammlungen, allerlei festlichen Veranstaltungen usw. dienen muh. Daß dieser moderne Park einer ganz klaren Gliederung und architektonischen Gestaltung bedarf, ist selbstverständlich. Die Art und Weise, wie das Problem gelöst wird, d. h. wie die verschiedenen Räume durch Bäume, Sträucher, Mauern, Hecken usw. geschaffen werden, bestimmt den praktischen und künstlerischen Wert des Geschaffenen. In Gießen kann eine derartige Anlage von großem Reize im Laufe der Jahre entstehen: der Trieb mit der Volkshalle, der durch den Philosophenwald mit einem anzulegenden Stadtpark in der Wieseckniederung, anschließend an die Ostanlage, verbunden ist. Damit ist schon auf eine andere Art des Parks hingewiesen, denRuhe-und Erholungspark. In ihm wird man reichlich einzelne Sitzgelegenheiten schaffen, aus Bäumen und Hecken Räume bilden, in denen Rosen- und Staudengärten, schön blühende Sträucher und Blumen untergebcacht sind. Durch Wasseranlagen kann bas ganze Bild belebt werden. Ein derartiger Erholungspark kann in idealen Fällen mit dem Sportpark verbunden sein. Das Gelände ist aber dafür maßgebend, ob eine derartige Verbindung zustandekommen kann. Zu einem Sportpark gehören natürlich auch Wasseranlagen. In Gießen ist auf dem Trieb dafür nicht der geeignete Platz. Es wird also entweder an der Lahn, oder im Zusammenhang mit dem Erholungspark in der Wieseckniederung eine besondere Wassersportanlage geschaffen werden müssen. Die Sport- und Erholungsplätze sind in praktischer und künstlicher Hinsicht so durchzubilden, daß sie wirken wie ein traulicher Stadtplah oder Saal. Im Zusammenhang mit dem Erholungsgarten darf die Freilichtbühne nicht vergessen werden, welche viele Städte heute schaffen. Für das hohe Riveau des Stoffes und der Darstellung, welche die Freilichtbühne fordert, bedarf es eines streng stilisierten Bühnenraumes. Die freie Ratur ist nur Hintergrund und Rahmen. Die Raturtheater der Barockzeit geben die besten Vorbilder. Zu diesen großen Gärten oder Parkanlagen treten in einer Stadt dann die kleineren *) Wertvollste Belehrung auf diesem Gebiet verdanke ich einem der bedeutendsten Gartenarchitekten Deutschlands, degi Städt. Gartendicek- tor Robert Schimpf in Freiburg i. Br. Schmuckplähe. Das Charakteristische dieser Plätze liegt darin, daß die umgebende Architektur dominieren, ihr also die dekorative gärtnerische Behandlung des Platzes unbedingt untergeordnet werden muß. Ein Platz muß immer ein Raumgefühl erwecken, und die den Platz umgebenden Gebäude müssen unter sich und mit dem Platz eine Einheit bilden. Das 19. Jahrhundert hat infolge des Riederganges der Architektur häufig die Raumwirkung gerade solcher Schmuckplätze durch falsche Bepflanzung verdorben: Daum- pflanzungcn, Heckenanlagen, Rasen, Wasser-, Kies- und Dlumenflächen müssen sich der Einheit unterordnen und dürfen den Raumeindruck nicht stören. Sie sind nur schmückendes Beiwerk und nicht Selbstzweck. Dor einem öffentlichen Gebäude eignet sich ein Schmuckplah nur dann, wenn fein Verkehr dort stattfindet: denn der Schmuckplah soll — den Gesamtplan der Stadt als Einheit betrachtet — einen Gegensatz bilden zu den Verkehr- und Ruhplähen und soll durch seine Ruhe wirken. In Verbindung mit diesen der Erholung dienenden Plätzen sind auch die Spielplätze für Kinder zu nennen. Für Großstädte wird die sogenannte „Kinderwagenentfernung" gefordert. d. h. eine Frau soll von ihrer Wohnung mit ihrem Kinderwagen bis zum nächsten Kinderspielplatz nicht länger als 10 Minuten zu gehen brauchen. Diese Kinderspielplätze müssen neben den Sandspielkästen für die kleinsten, auch Schaukeln, Kletterstangen. Wippen usw. für die größeren Kinder enthalten. Die Bepflanzung soll so sein, daß die Spielplätze in der kühleren Jahreszeit nicht zu stark beschattet, in der heißen nicht zu sonnig sind. Vorzüglich eignen sich die Jnnen- höfe ganzer Häuserblöcke für solche Plätze. Die moderne Architektur gestaltet bekanntlich nicht nur die Strahenansicht der Häuser nach künstlerischen Grundsätzen, sondern auch die Rückansichten. Wo nun die Häuser zu einem Block zusammengeschlossen sind, der eine große freie Innenfläche umschließt, entsteht ein Plahraum, dec sich für gärtnerische Anlagen mannigfaltigster Art eignet. Die Gesamtheit der reinen Hausgärten kann nach einem einheitlichen Plan angelegt und noch ein Raum für einen zentral gelegenen Kinderspielplatz ausgespart werden, der von allen Wohnungen beaufsichtigt werden kann. Die Hausgärten werden im städtebaulichen Bild beim Durchwandern der Straßen selten in Erscheinung treten, sie werden, wie eben ausgeführt, eine geschlossene architektonische Gestaltung nur in dem geschilderten Sinne einer Jnnenblockanlage erfahren können. Um so mehr wird aber das Straßenbild beeinflußt von den Vorgärten. Der Vorgarten ist städtebaulich durchaus berechtigt. Er gibt Abstand von der Straße, die Geräusche dringen gedämpfter nach den Wohnräumen und der Staub kann nicht so unmittelbar in die Wohnung eindringen. Seine Mindestbreite muß, um diesen Zweck zu erfüllen, 5 Meter fein. Der Vorgarten ist häufig unbeliebt, weil diese schmalen vor dem Gebäude liegenden Gartenstreifen für die eigentliche Gartennutzung ungeeignet sind und den Bauplatz oft unerwünscht verkleinern. Aufgabe der Stadterweiterung muh es natürlich sein, durch einen wohldurchdachten Plan diese Rachteile auszumerzen. Auf alle Fälle ist es ein Dinding, diese Vorgartenstreifen, wie es so gerne geschieht, nach Art der „Landschaftsgärten" zu behandeln. An einigen Bretzelwegen, die ein ganzes Landschaftsbild en miniature erschließen, stehen Zypressen, Birken, Tannen, Trauerweiden, die den Wohnungen Licht und Luft wegnehmen, wie Kraut und Rüben durcheinander. Die einzig künstlerisch mögliche Behandlung des Vorgartens ist die dekorative. Wie ein schönes buntgewirktes Band soll sich der Vorgartenstreifen an beiden Hausfronten der Straße entlangziehen und den Strahenraum, der durch Straßen und Haus- wände gebildet wird, unterstreichen, ihn nicht aber durch die erwähnte üble Bepflanzung zerstören. Diese Gestaltung ist aber nur zu erreichen durch eine Aenderung der Bauordnung: denn diese ist in ihrer heutigen Gestalt gerade selbst schuld am Vorgartenübel. Erwähnt sei noch, daß vor ein Monumentalgebäude kein Vorgarten mit dem üblichen geforderten Abschlußgitter patzt; er raubt dem Gebäude das Monumentale. Wir haben nun noch von den Da Umpflanzung en zu reden. Die früheren Jahrhunderte kannten die Daumbepflanzung im engeren Stadtgebiet noch nicht. Die Straßen waren dazu meist zu eng. Allgemein üblich wurde die Stratzenbepslanzung erst nach 1870, als die Städte reich wurden und ihre Straßen prächtiger und breiter anlegen konnten. Von diesen breiten Straßen hat man die Bepflanzung leider auch auf die schmalen Straßen übertragen und dadurch nicht nur den Straßenraum zerstört, sondern auch den Anwohnern Licht und Luft genommen. Die Art der Daumbepflanzung hat sich also nach der Straßenbreite zu richten: es kommt, der Stellung nach, seitliche Bepflanzung der Strahe an den Bürgersteigen und bei sehr breiten Straßen die Bepflanzung eines Mittelstreifens in der Straße in Betracht. Die Bäume können dann entweder frei wachsen oder leicht beschnitten werden. Beide Qlrten sind an der ihnen zukommenden Stelle berechtigt. Entscheidend ist die Gesamtsituation, Eine besondere Rote können schöne einzel- stehende Bäume und Baumgruppen dem Stadtbild geben. Gerade das Mittelalter hatte in der Anlage solcher Einzelbäume oder Gruppen eine besonders glückliche Hand. Wenn irgend möglich, muß die Stadterweiterung, falls auf dem einzuteilenden Gelände schöne Bäume und Daumgcuppen vorhanden sind, diese einzigartigen Werte schonen und in das Planbild einbeziehen. » Ruch der Blumenschmuck von Ballonen und Fenstern und die Derankung dec Häuser kann von ausschlaggebender Schönheit für ein Straßenbild fein. Dabei darf öie Architektur aber nicht zerstört, sondern sie muh unterstrichen und der Raumeindruck der Strahe erhalten werden. Kleingärten (sog. Schrebergärten), die dauernd wie eine sonstige städtische Anlage, bestehen bleiben sollen, müssen nach einem einheitlichen Plane angelegt werden. Auch sie müssen geordnete Zugangswege, Wasserentnahmestellen und womöglich auch Kinderspielplätze erhallen. Durch die Art und den Ort der Aufstellung von Gartenhäusern, durch Einfriedigungen (Hecken usw.) und durch Daumpflanzungen kann mit einfachen Mitteln eine derartige Anlage befriedigend gelöst werden, die sich in ihrem Aussehen wesentlich entfernt von dem Übeln Eindruck, den diese Schrebergärten gewöhnlich bieten. Zu den künstlerischen Gartenanlage.r, die mit dem Städtebau in Verbindung stehen, gehören auch, sofern sie nicht weit weg vom Stadtgebiet BT angelegt sind, die Friedhöfe. Absichtlich habe ich sie bisher nicht erwähnt: bemi gerade über die Friedhofsgestaltung ist im Rahmen eines kurzen Aufsatzes schlecht zu reden, weil das ganze Problem grundsätzlich einmal auf gerollt und an Hand von Bildern (Beifpiel und Gegenbeispiel) die unglaubliche Verwirrung des Geschmacks, die Pietät- und Kulturlosigkeit erst einmal enthüllt und gegeißelt werden muh, die sich heute gerade unter der Flagge der Pietät auf vielen Friedhöfen noch austobt. Das fei einem späteren Aufsatz oder einem Vortrag mit Lichtbildern Vorbehalten. Vie Werkstatt für landwirtschaftliche Betriebe. Von Dipl.-Jng. Mangold. (Rachdruck verboten.) Die immer weiter um sich greifende Anwendung der Maschine auch im kleineren landwirtschaftlichen Betrieb bringt es mit sich, daß nicht nur auf dem großen Hof, sondern auch im mittleren und kleineren Betrieb ein Raum geschaffen werden muß, wo man schnell und zweckmäßig kleinere Reparaturen usw. vornehmen kann. Besonders gilt dies für abgelegene Höfe, wo der Weg zum Dorfschmied weit ist und großen Zeit- und damit Arbeitsverlust mit sich bringt. Dann ist es für den Dorffchmied und die in größeren Dörfern befindlichen Reparaturwerkstätten eine unbedingte Rotwendigkeit, die langsame Handarbeit nach Möglichkeit auszuschalten und sich des Elektrowerkzeuges zu bedienen, damit die zur Reparatur überbrachten Maschinen in allerkürzester Zeit wieder instand gefetzt werden können. Gerade während der Erntezeit ist Schnelligkeit in der Reparatur, ohne daß natürlich dadurch die Güte der Arbeit leiden darf, ein Haupterfordernis. Heute, wo Wohl fast in jedem Dorf elektrische Energie zur Verfügung steht, werden zahlreiche Werkzeuge und Vorrichtungen in der Werkstätte, die früher von Hand betätigt wurden, vorteilhaft mit Elektromotoren ausgerüstet. Elektrowerkzeuge sind zeitsparend und jederzeit betriebsbereit. Ihr Anschluß kann fast immer an eine beliebige Steckdose erfoTger. Elektrische Handbohrmaschine. Das bekannteste und wohl auch am meisten gebrauchte Werkzeug ist die elektrische Handbohrmaschine. Für landwirtschaftliche Werkstätten werden Maschinen bis etwa 32 Millimeter Dohrdurchmesser gebraucht. Die AEG. hat hierfür vier Größen entwickell: bis 8 Millimeter Dohrdurchmesser, bis 15, 23 und 32 Millimeter. Diese Bohrmaschinen sind vollkommen regen» und staubsicher gekapselt; ihre Lager sind als Kugellager ausgebildet, Ecken und Kanten sind vermieden. Die Wicklungen sind besonders stark und halten deshalb äleberlastungen, wie sie beim Festklemmen des Dohrers auftreten, ohne Scha- Tischbohcmaschine für mittlere Leistungen mit elektrischem Antrieb. IS den für den Motor aus. Die Leistungsfähigkeit der Handbohrmaschine ist bei geringem Gewicht außerordentlich hoch. Zum Dohren von Löchern in kleinere Teile wie z. D. Deschlagteile, Schellen oder dergleichen genügt die Tischbohrmaschine. An einer Säule befindet sich dec Motor, der! mittels Lederpese durch eine dreistufige Schnurscheibe die eigentliche Bohrwelle antreibt. Diese Maschine wird für eine Bohrleistung von 10 Millimeter in Eisen und 12 Millimeter in Messing gebaut. Durch Herausschwenken des Zwischentisches können auch große, sperrige Stücke gebohri werden. Elektrische Werkzeugschleifmaschine. Eine kleine, sehr nützliche Maschine ist die Werkzeugschleifmaschine, die in den verschiedensten Ausführungen hergestellt wird. Sie dient zum Schleifen von Drehstählen, Spiralbohrern und anderen Werkzeugen und kann auf jeder Werkbank ausgestellt werden. Ein im Fuß angebrachter Druckknopfanlasser vollzieht das Ein- bzw. Ausschalten. Zum Anfachen des Schmiedefeuers wird, wenn elektrischer Strom zur Verfügung steht, fast allgemein das elektrisch angetriebene Schmiedefeuergebläfe verwendet. ' Mil einem derartigen Gebläse können je nach Gröhe zwei bis zehn Schmiedefeuer dauernd in Betrieb gehalten werden. Auch für Lötarbeit wird die Wärmewirkung des elektrischen Stromes durch Verwendung e l e k- trkscher Lötkolben, die f^»^er usb sparsam arbeiten, vorteilhaft a ^gewendet. Die von der Elektrobeheizung G. m. b. H., Rürnberg, ausgeführten Typen haben sich im Dauerbetrieb bestens bewährt. Die Einfachheit Hes Aufbaues ermöglicht rasches und leichtes Auswechseln des Arbeitsstückes und des Heizkörpers, wie sie kaum bei einer anderen Bauart erreicht wird. Die Wenigen Teile dieses Werkzeuges werden in einfachster Weise durch eine auf dem Zapfen des Arbeitsstückes auf geschraubte Mutter mit wenigen Handgriffen verbunden. Große Lebensdauer wird durch Verwendung besten Materials unb burch eigenartige, patentierte Herstellung bes Heizkörpers erreicht. Der Sitz bes Arbeitsstückes in Dem ringförmigen Heizkörper ermöglicht vorzügliche imb schnelle Wärmeübertragung auf bas Arbeitsstück bei geringen Wärmeverlusten unb größter Wirtschaftlichkeit. Der Wärmenachschub ist so günstig, daß auch bei schweren Lötarbeiten keine Änterbcechung bes Arbeitsvorganges nötig ist und bas Arbeitsstück bauernb bie zum Löten erforderliche Temperatur hat Af<3 Elektrisches Schmiedefeuergebläse. I® Als Ersatz für das bisherige Rieten seht sich infolge hoher Wirtschaftlichkert das elektrische Punktschweißverfahren immer mehr durch Punktweise können Eisenbleche bis zu 20 Millimeter unb Messingbleche bis zu 4 Millimeter Gesamtstärke verschweißt werben. Die Bleche werben hierbei als Wiberstand zwischen bie beiden Kupferelektroden einer Punktschweih- maschine gelegt. Durch Rieberdrücken des Fußhebels schließt man den Stromkreis. Der Strom fließt also von der einen ElektrW?-e durch das Blech (Widerstand) zur anderen Elektrode unb erhitzt das Blech an dieser Stelle bis zurSchweih- glut. Als Ersah für Feuerschweißungen zum Verbinden von kompakten Querschnitten, wie Flacheisen, Rundeisen, Profileisen jeder Art. Ringen, Reifen u. bgl. verwendet die moderne Werkstatt das elektrische Abschmelzschweißverfahren. Eine Stumpfschweißmaschine erseht erfahrungsgemäß drei Schmiedefeuer bzw. Schmiede. JEDEM SEIN AUTO! M AUTO-SCHNEIDER W ERSATZTEILLAGER / MARBURGER STR. 68, TEL. 1089/90/ SPEZIAL-REPARATURWERKSTÄTTE WARUM MEHR BEZAHLEN? VERLANGEN SIE UNVERBINDLICHES ANGEBOT UND VORFÜHRUNG UND KAUFEN SIE NUR VON DEM AUTORISIERTEN VERTRETER! (TXer FORD übertrifft an Preiswürdigkeit alle anderen -^/Motorfahrzeuge - Glauben Sie, daß 14 Millionen Ford-Wagen in 23 Jahren nur des billigen Preises wegen gekauft worden sind? Glauben Sie, daß beispielsweise von den 1914 gekauften Wagen heute noch 80% im Gebrauch wären, wenn der Ford nicht gut wäre? - Die Grundlagen der Fabrikation von Ford sind die weltberühmten Zohansson- Endmaße, die von Ford selbst hergestellt werden und höchste Genauigkeit der Werkzeuge undVorrichtungen gewährleisten. Ein park von präztsionsmaschinen, der seinesgleichen nicht hat, dient der Fabrikation des Ford-Wagens - Material, Laboratorien, Meßapparate, Werkzeugmaschinen und nicht zuletzt ein strenges Kontrollsystem bewirken die hohe Qualität des Ford-Wagens, die schon in seinem geringen Gewicht zum Ausdruck kommt - Niedriger Preis und Güte sind keinWider- spruch, wenn eine Massenfabrikation von über 2 Millionen im ^)ahre mitpräzisionsmaschinengeschieht,wieFord sie geschaffen hat. Ford hat oft den Preis gesenkt, aber die Qualität fortgesetzt verbessert - Die deutschen Fordwerke sind im Aufbau begriffen und schon heute ist ein be^richtlicherSah des Wertes deutsches Material und deutscher Arbeitslohn. Dieser Prozentsatz wird lm Laufe der Zeit noch eine erhebliche Steigerung erfahren. VERTRAUENSSACHE ist der Einkauf von HERD UND OFEN * Gewähr für eine wirklich fachliche Beratung bieten Ruf und Größe meines Geschäfts. Besuchen Sie ohne jede Verpflichtung meine Ausstellungsräume * * J. B. HÄUSER Neustadt 56 GIESSEN Telephon 660 Nr. 42 Nr. 63 5? JOH. FISCHER 5C Nr. 54 ÄLICESTRASSE NR. 28/10 FERNSPRECHER NR. 72 SPEZIALHAUS FÜR BESSERE KLEIDERSTOFFE SEIDENSTOFFE. SAMTE ■ DAMEN-, MÄDCHEN- UND KINDER-KONFEKTION - VIELSEITIGE AUSWAHL IN ANERKANNT GUTEN QUALITÄTEN ICOH1ENÄ GROSSHANDLUNG KOHS-ENHANDELSAESELLSCHAFT m. b.h GIESSEN MEYERHOFF & OOSLAR KREUZ PLATZ NR. 13 . 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September 1926 M ,tt- -« >"■ ' —IIMMTIIWM—III.■ !!!■■■■ — —II—UBIMmU Zur Kolonialfrage. y Von Dr. Paul Rohrbach. Em italienischer Korrespondent, Professor Se- natra, von der Turiner „Gazetta del Popolo", hat eben dem deutschen Reichsaußenminister die Frage vorgelegt, welches seine Auffassung über das Kolonialproblem in bezug auf Deutschland sei. Dr. Stresemann hat darauf geantwortet, 1. daß die Kolonialfragc Deutschland und Italien gleichmäßig interessiere, 2. daß in ihr die öffentliche Meinung in Deutschland vollkommen einheitlich sei, 3. daß durch die Fortnahme der Kolonien dem deutschen Volk das bitterste Unrecht geschehen sei. Es ist ein wirkliches Verdienst Dr. Stresemanns, daß er, abgesehen von der gesamtpolitischen Linie, die er in bezug auf Locarno und Genf festhält, das Minderheiten- und das Kolonialproblem so konsequent betont. Darüber, daß der Kolonialraub ein bitteres Unrecht an Deutschland war, ein Unrecht, das noch verbunden war mit einem besonders flagranten Wortbruch, braucht kein Wort mehr verloren zu werden. Die beiden anderen Punkte, die deutsche koloniale Einheitsfront und die deutschitalienische koloniale Interessengemeinschaft verdienen dagegen etwas nähere Beleuchtung. Ist eine Einheitsfront auf kolonialem Gebiete in Deutschtdnd vorhanden? Wenn man nach der Wie- derspiegelung unserer kolonialen Bewegung in der ausländischen Presse urteilen kann, dann ohne Frage ja! Als ein Zeuge dagegen wird von den großen Zellungen draußen nur die „Frankfurter Zeitung" zitiert — wenigstens in dem Sinne, daß man aus gewissen Artikeln von ihr herauszulesen bemüht ist, die Deutschen hätten unter ihre kolonialen Wünsche einen Strich gemacht und fänden sich damit ab, daß die andern die Kolonien hätten und sie die Erinnerung. Wir glauben nickt, daß dies einfach die Meinung des Blattes ist, aber wenn man die politischen Methoden und Grundsätze in den angelsächsischen und romanischen Ländern kennt, so sollte man sich allerdings sagen, daß dort nichts so großen Eindruck macht, wie Einheitlichkeit der öffentlichen Meinung. Gesetzt den Fall, daß jemandem die Kolonien persönlich nicht am Herzen liegen, und daß er an ihrer zukünftigen Rückgabe zweifelt, so müßte er sich doch sagen, daß, wenn eine Gelegenheit dazu eintreten sollte, den Gegnern am ehesten noch dadurch Eindruck gemacht werden kann, daß es in Deutschland tatsächlich nur eine Stimme in kolonialen Dingen gibt. Im übrigen hat Dr. Stresemann doch sicher recht: Im Volksbewußtsein ist die koloniale Einheitsfront vorhanden. Der letzte Hamburger Kolonialtag hat in England wie in Frankreich die stärkste Beachtung gefunden. In der französischen Presse dauert die Debatte über ihn immer noch an, und zwar besonders über die beiden Argumente, daß Deutschland eigene koloniale Rohstoffe braucht, und daß der Bevölkerungsüber, s ch u st nach einem „Auslaß" und nach üoerseeischer Betätigung verlangt. Wie gut die Gegner aufpassen, sieht man z. B. daraus, daß besonders auf das Wachstum eines so ausgesprochen kolonial - volkstümlichen Vereins hingewiesen wird, wie des „Bundes der Kolonialfreunde". Wenn die Eng- länder und Franzosen die Frage der deutschen Kolonien wirklich für „erledigt" hielten, so würde sie in ihrer Presse nicht fortdauernd einen solchen Raum einnehmen. Richt nur, daß unverkennbar mit einer aktiven deutschen Politik in kolonialen Dingen gerechnet wird — die Besorgnis ist ebenso unverkennbar, daß die deutsche Position internationalen Boden gewinnen könnte. Bezeichnend für das schlechte Gewissen in Frankreich und England ist es auch, daß nirgends mehr ein Wort über die koloniale „Unwürdigkeit" der Deutschen gewagt wird. Das ganze Lügenmaterial des englischen Blaubuchs und des französischen „Journal Ofsiciel" von 1918 ist wie fortgeblasen! Schon seit Monaten spielen die deutschen Kolonien auch in der italienischen Presse eine stärkere Rolle als früher. Dabei sind zwei Strömungen zu unterscheiden. In der einen heißt es: Wenn neue Kolonialmandate in Frage kommen, so hat Deutschland mindestens solange zurückzustehen, bis Italien befriedigt ist. Anderwärts aber wird eher eine Bereitschaft erkennbar, die deutschen und die italienischen kolonialen Ansprüche miteinander zu verbinden. Auf dieser Linie bewegt sich auch Sturm in Schmaledsck Roman von Sophie Kloerss. Copyright 1926 by Aug. Scherl G. m. b. H., Berlin. 20. Fortsetzung. 'Rachdruck verboten. Helene Jessen bekam ihre roten Flecken im Gesicht. „Ich hab' es gut gemeint mit dir, deshalb brauchst du nicht unverschämt zu werden. Dein Benehmen gegen mich ist unverschämt — jawohl —" ihre Stimme wurde scharf, „und ich werde mit deinen Eltern reden und mir das verbitten." „Ich habe dich nicht beleidigen wollen, Tante Helene. Das weißt du ja auch. Entschuldige,' wenn es dir so vorkam. — Kann ich jetzt zu Riekchen gehen?" Am liebsten hätte die aufgeregte Frau gesagt: Du brauchst überhaupt nicht zu meiner Tochter zu gehen. Aber das schluckte sie doch lieber hinunter. „Geh zu ihr. Du brauchst nicht mit ihr über diese Sache zu sprechen." Ilse sprach aber sofort über diese Sache. Und erfuhr, daß Riekchen langst darum wußte. „Wie tonnt* ich dir das sagen, meine Ilse. Ich weiß doch, wie erlogen das alles ist. kümmere dich nicht darum, was Mutter sagt, sie redet sich immer in Dinge hinein, die gar nicht sind. Ach nein, du bist nicht kokett. Es ist nur zu begreiflich, daß sie dich alle gleich so gern mögen. — Ilse, wenn du doch bald Braut wärest. Er kommt sicher bald zu deinen Eltern!" „Wer kommt?" fragte Ilse «Md tat ganz harmlos. „Du weißt es schon. Und wenn du erst Frau Baronin bist — wirst du mich auch noch ansehen?" „Für die Frage verdienst du einen Strafkuß, Riekchen. Du bist mir immer die beste und liebste Freundin gewesen, wie kannst du auch nur im Scherz so reden. Wer bis dahin--» Ich glaube, er hat schon vielen Mädchen schöne Augen gemacht unb schöne Worte gesagt. Sie sind so drüben hinter der Königsau. Die Franzosen des Nordens, sagte Onkel Dithmer in Kiel." „Mit dir spielt er ganz gewiß nicht, Ilse. Darum ist mir gar nicht bange. Nur wie das für dich wird, wenn du da in Dänemark lebst, und sie hassen doch uns Schleswig-Holsteiner--" zu verbinden. Auf dieser Linie bewegt sich auch das Interview des Prof. Senatra mit Dr. Stresemann. Italien hat, praktisch gesprochen, ebensowenig Kolo- nun wie Deutschland, denn weder Tripolis noch Massaua, noch Somaliland stellen einen kolonialen Wert dar. Die Italiener können dort weder Siedlungspolitik treiben, noch Rohstoffe holen, noch eine nennenswerte Menge Waren absetzen. Daher ihr Drängen nach Abessinien und Ujre Politik der gegen Frankreich gerichteten Sicherungen im Mittelmeer. Gerade weil in Italien der innere Druck in der Richtung auf koloniale Expansion so stark ist, und weil Italien zweifellos Aussichten hat, fein koloniales Forderungsprinzip über kurz oder lang durchzusetzen, muß auch von deutscher Seite dasselbe Prinzip mit Nachdruck vertreten werden. Die drei Argumente: Beoölkerungsdruck, Rohstoffmangel und Absatznot gelten für Deutschland und für Italien gleichermaßen, und was den Italienern eines Tages recht fein wird, das wird dann auch den Deutschen billig sein. Dazu kommt, daß der „moralische" Rechtsgrund für die koloniale Beraubungn Deutschlands, der einzige, der seinerzeit von den Gegnern geltend gemacht wurde, jetzt von ihnen fallen gelassen wird. Der Kassierung des Blaubuchs durch den einstimmigen Beschluß des Windhuker Landesrats ist das offizielle Versprechen der süd- amerikanischen Unionsregierung gefolgt, sie würde nie wieder auf dies Lügendokument Bezug nehmen — und in demselben Sinn ist von Südafrika aus auch eine Bitte nach London gerichtet worden. In dem Stresemannschen Interview ist außer der Verwandtschaft der deutsch-italienischen Kolonialinteressen und die allgemeine Besserung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Italien betont worden. Die innere Grundlage für eine solche wäre allerdings erst dann hergestellt, wenn von italienischer Seite die Verfolgung des Deutschtums in Südtirol, sei es auch nur stillschweigend, eingestellt wird. Bei dem eigentümlichen Charakter des Faszismus ließe sich denken, daß, sobald das Bedürfnis nach einer nationalen Aktion in größerem Stil durch koloniale Erfolge befriedigt ist, die Südtiroler eher in Ruhe gelassen werden könnten. Es gibt Italiener genug, die es im stillen eingestehen, daß Südtirol in der italienischen Politik einen weit geringeren Platz einnehmen würde, wenn man es nicht als „Ableitung" für die nationale Leidenschaft des Faszismus brauchte! Auch unter diesem Gesichtspunkt wäre die koloniale Interessengemeinschaft zu begrüßen. OstafrikanifcheAussichLen Von Wolfgang Weber. Während Italien seine nordostafrikanische Expansionspolitik sogar auf unser ehemaliges Deutsch-Ostafrika ausdehnt, ist es interessant zu hören, wie weit Deutschland jetzt in seiner ehemaligen Kolonie wieder festen Fuß gefaßt hat. Der Verfasser hat kürzlich sechs Monate die Verhältnisse im Inneren Ostafrikas studiert. D. Red. Deutsch-Ostafrika ist wieder in den Vordergrund unseres Interesses gerückt. Es ist nicht nur zu einem begehrenswertem Land für unsere Auswanderer geworden, sondern auch der Mittelpunkt eines großzügigen Wirtschaftsprogramms. Es hat lange Verhandlungen gekostet, bis die Wiedereröffnung unserer ehemaligen Kolonie für die deutsche Ansiedlung vor knapp einem Jahre ermöglicht wurde. Die fünfzehn deutschen Firmen, die sich in der zwei Jahre früher eröffneten Kenya-Provinz niedergelassen haben, konnten ihre Handelsbeziehungen bis weit nach Uganda ausdehnen und England fürchtet diese Konkurrenz auch im Tanganjika-Territorium. Drei Gründe haben die De ff mm g für Deutsche endlich durchgesetzt. Die Zahl der hier lebenden Weißen hat sich von 4500 auf 2000 verringert, wenn man die unwesentliche Abtrennung von Ruanda und Nyassa nicht rechnet. Ein zweiter Grund liegt darin, daß die den Deutschen weggenommenen, vom Staat verkauften und von Griechen und Indern für fast nichts erworbenen Besitzungen überall verkommen, da den neuen Eigentümern die Mittel zur Bepflanzung eines zu großen Besitztums fehlen. Endlich war die Deffnung aber auch ein staatswirtschaftlicher Schachzug. Während die hier lebenden Farmer jeden erübrigten Pfennig aus Afrika fort nach Hause schicken, lassen die D e u t s ch e n ihr Geld „«eine Mutter ist doch auch Schleswigerin. Das hat doch immer herüber und hinüber geheiratet. Darum mache ich mir gar keine Gedanken." „Aber gestern hat Vater einen Brief aus Altona bekommen von Propst Lilie. Der kommt diesen Winter wieder zur Visitation. Der schrieb, man sehe die Sache in Altona sehr ernst an. König Christian ist elender als man erfährt. Er kann das Zimmer nicht mehr verlassen. Und was man sich von seinem Sohn zu versehen hätte, das wäre nicht gut für die Herzogtümer." „Es ist schon seit zwanzig Jahren so", jagte die sorglose Ilse. „Seit ich denken kann, ist immer davon die Rede gewesen." „Jetzt wird es ernst." Riekchen war viel überlegener, und ihre Gedanken gingen bei allen Dingen auf den Grund. „Kannst du dir vorstellen, daß Krieg zwischen Dänemark und den Herzogtümern wird, und du lebst da drüben, und hier gehen die Freunde und Verwandten gegen euch? Hch würde verrückt, wenn ich das erleben müßte. Ilse wurde blaß. „Ich weiß nicht — — So hab' ich mir das nicht vorgestellt. Ich dachte immer — — —Sieh mal, die Studenten da in Kiel, die redeten js auch viel. Doch Hammersmid sagte, das hätte tetae Not. Studenten rasselten gern mal mit dem Säbel, den sie nicht hätten. Schleswig-Holstein hätte ja gar keine Soldaten und keine Waffen, und Dänemark dächte nicht an irgend etwas Gewaltsames. Und — Riekchen, das kann doch nicht kompien." „Es wird schon kommen. — Wenn du ihn aber so über alles lieb hast, wie eine Frau das soll, daß du sagst: Dein Land ist mein Land, und dein Gott ist mein Gott---" „Sei still! Bitte, sei still!" Eine ganze Weile sprach keine von ihnen. Dann fragte Ilse leise: „Könntest du jemand so liebhaben?" Keine Antwort. „Riekchen — sag' doch — mir kannst du es sagen — könntest du — zum Beispiel Georg Grütz- mann---Ja? — Das könntest du? Alles um ihn verlassen, Eltern unb Heimat und---" Wieder Schweigen. „Ja, gehen mit ihm, das könnte ich auch. Das glaub’ ich schon. Aber eine Dänin werden" — Sie riß sich zusammen. „Er ist ja noch nicht gekommen. in den Pflanzungen arbeiten, vergrößern sie womöglich und das Kapital bleibt Afrika er. halten. Vorläufig handelt es sich bei den bisher angekommenen Deutschen fast ausschließlich um e r - fahrene Vorkriegspflanzer, die überall gern aufgenommen werden. Eine 2lngeftelltenftel« lung bedeutet hier etwas ganz anderes als in anderen Teilen der Erde, denn die roenigen Europäer bekleiden hier ausschließlich leitende Posten — alle schwere Arbeit wird von Schwarzen erledigt. So haben die meisten der neuangekommenen Deutschen diesen Weg gewählt, um sich gleichzeitig in die neuen Verhältnisse einarbeiten zu können. Von den vielen Veränderungen ist die Verschiebung in der Zusammensetzung der Bevölkerung vielleicht die einschneidendste. Die Hauptrolle spielen nicht Engländer oder Deutsche, sondern Inder und Griechen. Die Entwicklung des griechischen Besitztums in Afrika ist eine Entwicklung für sich. Im Sudan und im Kongostaat liegt der ganze Handel in ihren Händen. In Ostafrika dagegen, wo die kaufmännische Klasse von den Indern vertreten wird, nehmen sie eine mehr und mehr dominierende Stellung unter den P l a n- tagenbesitzern ein. Man kann den Griechen eine gewisse Berechtigung ihrer Ansiedlung nicht absprechen. Sie waren die ersten, die sich am Kili- mandscharo angepflanzt haben und sie arbeiteten vor dem Kriege an der Kultivierung derjenigen Gebiete, in denen sich keine Deutschen a«Geüelli wollten. Der billige Verkauf beutfdjen Eigentums hatte auch weniger neue griechische Ansiedlungen, als vielmehr eine Erweiterung der bestehenden zur Folge. Neu sind dagegen die indischen Pflanzungen. Die Inder — vor allem Goonesen — waren vor dem Kriege Vertreter des Handels an der ganzen Ostküste, aber es ist noch nicht lange her, daß sie sich bis weit ins Innere ausdehnten. Heute reicht ihr Einfluß bis an die Grenze des Kongostaates unb in Uganda sorgen sie durch Schulen unb Wanberprebiger bafür, daß indische Kultur Ueberlieferung erhält. Daß ehemals deutsche Pflanzungen in indischen Besitz übergegangen sind, das ist sehr bedeutsam in der Entwicklung dieser Rasse in Afrika. Damit ist das bunte Rassegemisch, bas bem heutigen „German East" — so nennen es bie Engländer heute noch — sein Gepräge gibt, noch lange nicht erschöpft. In den Händen der Norweger liegt die Verwertung des Urwaldholzes; sie sind Besitzer großer Mahagoni- unb Tiekholzplan- tagen. Schweizer betrachten ben Sisal als ihr Ressort, aus dem man den Hanf herstellt. Endlich spielen auch diejenigen Deutschen eine gewisse Rolle, die hier bleiben konnten- Elsässer und Danziger wurden von den Ausweisungen nicht betroffen. Sehr viele deutsche Missionen wurden auf diese Weise erhalten, unb für bie heutigen Einwanberer ist es sehr belangvoll, baß burch bie elsässischen Farmen die Deutschen nie ganz ihre Stimme in ihrer einstigen Kolonie verloren haben. Kein Wunder, daß inmitten dieser Völkerbowle, wie sie die Engländer selbst nennen, jetzt eine Rasse hervorzutreten beginnt, die vielleicht mehr Berechtigung als andere hat, in Afrika gehört zu werden. Es sind die Neger s e l b ft, bie lange genug mit auslänbischen Elementen zusammengelebt haben, um auch für sich Selbstänbigkeit zu forbern. England sucht der Bewegung dadurch die Spitze abzu- brechen, daß es für die (Eingeborenen Reservate schafft, in denen sich Asiaten und Europäer nicht an- siedeln dürfen. Allerdings sind die kleinen Eingeborenenpflanzungen vom wirtschaftlichen Standpunkt vollständig unrentabel; aber ben Negern finb die Augen vor Europa geschlossen und damit ist der Zweck erreicht. Mit diesen Reservaten, die ebenfalls aus deutschem Grund und Boden bestehen, ist auch das letzte Stück Erde aufgeteilt. Alle ihre heutigen Besitzer unb alle die, die sich als die neuen Herren des Landes betrachten, sind nicht besonders entzückt, wenn unter den Deutschen auch bie vielen erfahrenen Vor- kriegspflanzer zurückkehren. Um so wesentlicher ist es für biese, baß sie von Seiten der Engländer nicht nur keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt bekommen, sondern auch nach Möglichkeit unterstützt werden. Bei den Engländern hat der Krieg kaum Haß zurückgelassen. Man behandelt die Deutschen im Gegensatz zu allen anderen Rassen als gleichberechtigt. Wie sehr der Krieg für viele Engländer eine sportliche Angelegenheit war, geht schon aus den Berichten Lettow-Vorbecks über seine eng- Ich muß noch nicht ja ober nein sagen. Es wirb sich alles schon historisch entwickeln, wie Vater sagt." Aber während sie lachte, waren ihre Augen ernst. „Komm, meine Alte, wir wollen hinausgehen in ben Garten, zwischen ben Bäumen wirb mir leichter werden." Unb wie sie die stillen Steige hin- gingen, über die von allen Seiten die Rosenbüsche ihre blütenschweren Zweige hingen, legte sie ben Arm um bie Cousine. „Das wußte ich nicyt, daß du ihn so tief im Herzen hättest, Liebe." „Red' nicht davon. Es hat keinen Sinn. Er fragt nichts nach mir. Er wirb nie nach mir fragen." „Dann oerbiente er Prügel. Jawohl. Du bist so gut, so treu, so warmherzig, so selbstlos, — suchen soll er, bis er ein zweites Riekchen Jessen findet." Aber Riekchen lächelte nur traurig. So jung sie war, die Erfahrung hatte sie doch gemacht, daß den Männern die hübsche Außenseite viel mehr bedeutet als ein schönes Innenleben. * Der Herbst kam in das Land. Der Wind blies über die Stoppeln. Die Schmalebecker Jungen liefen über bie Felber unb ließen Drachen steigen. Die Doktorsgören hatten einen großen Zeugbrachen aus rotem Glanzkattun, in ber Mitte bie Hamburger weißen Türme tragenb. Solch herrliches Untier hatte Schmalebeck noch nicht gesehen. Thomas Raben hatte ihn bei seinem letzten Besuch mit- gebracht, auf bringenben Wunsch von Aenne unb Gitta, bie gerabe so sehr die Herbstfreuden ber Jungens mitmachten, wie sie bei allen Streichen dabei waren. Sie waren ihm zum Dank um den Hals gefallen, eine Kundgebung, die ihm sehr neu war, die er aber mit guter Haltung über sich ergehen ließ. Am Sonnabendnachmittag zogen sie mit Fiete hinaus, ihn aufzufeiern. Der Wind ging kräftig. Am blaßblauen Himmel waren lange Federwolken, ein Zeichen, daß er noch auffrischen würde. Der aroße Drachen begann gewaltig zu ziehen, und Aenne, die ihn allein am Tau hatte, schrie gellend, als ihr die Schnur in den Fingern riß, und die Beine so merkwürdig leicht wurden über ber Erbe. „Gitta, Gitta, faß mit an, ich kann ihn nicht halten." Doch auch zu zweien konnten sie bas Untier nicht bänbigen,. unb Hans, ber zu Hilfe kommen wollte, verwickelte sich in bas liichen (Befangenen hervor; heute spricht man mit objektivem Interesse unb mit unverhohlener Be- rounberung über bie Leistungen ber beutschen Truppen. Währenb aber in den Plantagengegenden bie Deutschen ganz familiär mit ihren Gutsttachbarn verehren, hat sich in Mombassa das Verhältnis etwas geänbert. Hier ist bie erste beutsche Hanbels- k o l o n i e entstauben, bie ben Englänbern eine schwere Konkurrenz bebeutet. Die Deutsche«« wickeln ihre Geschäfte unmittelbar mit ben Jnbern ab, bie aus kaufmännischen wie nationalen Grünben lieber von bie{en kaufen. Es ist nur selbstverstänblich, wenn die dort lebenden Engländer diesen Erfolgen fein« besondere Sympathie entgegenbringen; umso höher ist es ihnen anzurechnen, wenn sie der weiteren Ausbreitung ber Deutschen keine Schwierigkeiten irt den Weg legen und sie mit außerordentlicher Achtung behandeln. Allerdings lebt die deutsche Kolonie vollkommen abgeschlossen für sich. Es sind etwa, fünfzig Deutsche, die ihre eigenen Veranstaltungen und ihren eigenen Klub haben. Die heutigen Ankaufsverhältnisse haben sich gegenüber früher sehr verändert. Fertigt K a f s e e Plantagen sind so gut wie nicht zu haben, da alles in festen Händen ist unb bie Preise im Verkaufsfalle enorm finb. Fünfzehn £ für ben Hektar, ober gar 2 Schilling für ben Strauch ist keine Seltenheit mehr. Leichter kann man noch nicht bepflanzten Boben bekommen, ber sich für Kaffee eignet. Er erforbert schwere Arbeit, aber gerabe ber berühmte Kilimanbscharo-Kaffee bebeutet Kapitalanlage in einem erstklassigen Objekt. Das Gegenteil ist Baumwolle. Das Gouvernement verpachtet Baumwollboden, und da man nach fünf Monaten bereits ernten kann, pflegen kapitalschwache Ansiedler sie zu bevorzugen. Man kann nicht genug dabei zur Vorsicht raten. Erst in die- fern Jahre haben durch das Ausbleiben der letzten Regenzeit die meisten Elsässer, bie Baumwolle pflanzten, ihr Kapital verloren. Risikoloser sind kleine Küstenpflanzungen, vor allem Gummi unb Hanf, ben bie Deutschen vor 30 Jahren nach Afrika importiert haben; heute sicht Sisal an erster Stelle ber Probuktion Ostafrikas. Seine Exoort- zifser beträgt fast I Million Pfunb gegen 370 000 bei Baumwolle unb 350 000 beim Kafsee. Enblich können sich die kleinen Pflanzungen mit Mais bet ungünstigem Wetter stets über Wasser halten. Die Aussichten für Kolonisten in Oftafrifa sind durchaus nicht schlecht, und einen Vorteil hat dieses Land noch vor allen anderen, unb auch bem an- schließenben Kenya gegenüber: bie billigen A r- b e i t s f r ä f t e. Die schwarzen Boys erhalten selten mehr als 20 Schilling im Monat, unb auch in einem Kilogramm Baumwolle steckt nicht mehr als eine Erntearbeit von 3 Pfennig. Dabei wirb Kaffeepflücken usw. von Kindern erledigt, und die Anwen- bang von Traktoren macht die Pflanzungen von <; üionarbeitern unabhängig. Diese immer mehr in Anwendung kommenden landwirtschaftlichen Maschinen sind ein ebenso großes Feld für die deutsche Industrie, wie die Einführung von Motoren. Augenblicklich roerben bie meisten Maschinen in Sisal- unb Baumwollwerken noch mit Holz geheizt. Da aber in bem Augenblick, wo dieses weiter als 6 Kilometer herantransportiert werden muß, der Motor billiger ist, so werden früher oder später alle Maschinen darauf umgestellt werden. Es besteht Mangel an, wegen Beschaffung von Ersatzteilen unbedingt nötigen Vertretungen dafür. Leider reagierten bisher noch keine deutschen Firmen auf die Anregung von deutsch-afrikanischer Seite. Es sind nicht nur wirtschaftliche Gründe, die Ostafrika zu einem beoorzugenswerten Land machen. Es gibt zwar eine strenge Absonderung nach Indern, Negern unb Weißen, aber zwischen ben wenigen Europäern selbst gibt es keinen sozialen Unterschieb. Für bie Schwarzen bleibt jeder „Mzungu" der „Bwana Mkubwa", ber „große Herr". Ein Europäer, ber sich einmal hier eingewöhnt hat, ist ber ungekrönte Herr seines Distrikts unb wirb ihn nie mehr für bauernb verlassen wollen; denn Afrika ist das Land ber unbeschränkten Jnbivibualität. EBei Jn Ad oabr-lOte bewährt. 1426ick 11 •m. -'aixBaasannaunui nachschleppenbe, noch nicht aufgefierte Bott unb schoß kopfüber auf ben Sturzacker, ein wildes Gebrüll ausstoßend. „Fiete! Fiete!" Fiete hatte sich verschlafen unb gedankenlos abseits gehalten, im Innern sehr verdroßen, daß ihm Hanse die drei auf die Seele gebunden hatte. „Als wenn man ein Kindermädchen ist." Langsam, mit schlaksigen Schrillen, kam er heran. Da riß bet Hansens Gestrampel bas Tauwerk, Aenne fühlte, wie es ihr burch bie Finger glitt, stieß einen letzten Schrei aus, unb kopfüber, vom Hall befreit, schoß ber Vogel ber Lüfte irgendwo in die Tiefe. Auf allen Aeckern, wo die Bengels mit ihren Papierdrachen neidvoll die Sache beobachtet hatten, begann ein gewaltiges Rennen, dettn jeder wollte die Beute bergen. „Renn' doch, Fiete, renn’ doch, Fiete," riefen die drei Geschwister, „du hast doch die längsten Beine", unb sie schossen selber baoon wie die Hasen. Ebenda kamen Hanse, Ilse und Raben von der Straße heran, sich die Sache anzusehen. Als Fiete, der nicht die geringste Neigung hatte, hinterher zu sausen, sie sah, hielt er es doch für bester, nachzulaufen. Aber schon flog es an ihm vorüber, licht- rot, mit dunklen, wehenden Locken, rief ihn an: „Schlappschwanz" und tauchte in einer Ackerfurche unter. ,Lch hab' ihn, ich hab' ihn." „Himmel, kann deine Tochter laufen. Wie der „ qu«W „Ha, sie ist in allen Dingen so behende. Nicht so schwerfällig wie ihre Mutter." „Fishing Jor compliments, Hanse?" --Nicht nötig zwischen uns, Thomas. Nein, so leicht und graziös war ich nie. Auch Eveline, Ilses Mutter, nicht. Sie hat es von ihrer Großmama. Die ist noch die Frau Marquise aus einem Watteaugemälde. Wenn sie im goldenen Kranz zur Kirche gehen wird, du sollst sehen, da wird sie all uns Junge ausstechen." „Wann ist die goldene Hochzeit?" „Am zweiundzwanzigsten Januar. Gerade noch vier Monate. Wirst du dazu kommen?" „Wenn ich es ermöglichen kann, gewiß. Schmalebeck fängt an, mir etwas wie eine zweite Heimat zu werden. Der Ruhehafen, wenn Hamburg mich zu sehr hetzt." (Fortsetzung folgt.) Die Verwendung der Elektrizität im Haushalt wird infolge des vom 1. Oktober 1925 ab geltenden Strompreistarifs eine weitere ungeheuere Steigerung erleben! ' V- ' " ' - Ui.- ' v"' 'M. ■ Das Elektrizitätswerk Gießen erzeugte: 1902 .. 492 799 kwh 1922.4349992 kwh 1912.1546582 kWh 1925 . 6 680000 kwh ES KOSTET: 1 Liter Wasser kochen..........= 1 y4 Pf, 10 Tassen Kaffee bereiten.......= 1 % Pf. 1 Liter Tee bereiten.............= 1% Pf. 3 Pfund Kartoffeln kochen.......=2%Pf. 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Sie hat'en von der Stärke der beiden Parteien keine deutliche Vorstellung und rechneten im allgemeinen mit einem langen entscheidungslosen Hinziehen, währenddessen man ein gemeinsames Eingreifen vorbereiten könne. Alle wurden daher durch die schnellen Erfolge der Verbündeten überrascht und mutzten nun bereits Ende Oktober Stellung zu den neuen Ereignissen nehmen. Allerdings hatten dir Mächte den Grundsatz proklamiert, dah durch den Krieg eine territoriale Veränderung am Balkan nicht herbeigeführt werden dürfe, aber niemand dachte mehr daran, ihn ausrechtzuerhalten: den Verbündeten galt die Aufteilung Mazedoniens als selbstverständlich, ja, Serbien plante die Erwerbung Albaniens, und in Bulgarien traten sogar Wünsche nach dem Besitz Konstantinopels auf. Bon diesen Plänen wurden unter den Großmächten Oesterreich und Rußland in erster Linie berührt. Die Donaumonarchie mußte erwarten, daß von einer erheblichen Vergrößerung Serbiens die grohserbische Idee — Vereinigung aller Serben unter dem Szepter des Belgrader Königs — in chrer grundsätzlichen Feindschaft gegen Oesterreich neue Kraft gewinnen und noch offensiver als bisher auftreten werde. Es galt daher für ein Gebot der Selbsterhaltung, Serbien mindestens im Westen einzuschränken und Albanien vor ihm zu retten. Serbien sollte vom Adriatischen Meere serngehalten werden. Rur so meinte Oesterreich seine bosnischen und dalmatinischen Besitzungen vor einer gefährlichen ilm- klammerung schützen zu können: ein serbischer Hafen an der Adria werde doch nur ein Vorposten Rußlands sein. Die Wiener Regierung konnte für ihren Standpunkt weiter geltend machen, daß Albanien und Serbien stammfremd feien, ein serbisches Albanien also die Vergewaltigung einer Rationalität bedeute und Stoff zu ewigen Unruhen geben werde. In die gleiche Richtung wiesen die Interessen Italiens, dem die Entstehung einer neuen slawischen Großmacht am Adriatischen Meere nicht willkommen sein konnte. Auf ganz andere Wege ging die russische Politik. Ihr war die Verstärkung Serbiens, in dem sie seit ungefähr einem Jahrzehnt einen zuverlässigen und rührigen Bundesgenossen gegen Oesterreich-Ungarn sah, durchaus erwünscht, und die russische öffentliche Meinung sah in dem Triumphe Serbiens den Sieg der eigenen Sache. Sassonow begünstigte daher die Ausdehnung Serbiens bis zur Adria, während er Bulgarien, das sich weniger fügsam gegen Petersburger Winke gezeigt hatte, kühler gegenüberstand. Insbesondere konnte er das Streben nach Konstantinopel nicht dulden, aber diese Frage hatte für den europäischen Frieden geringe Bedeutung, da keine Großmacht hinter Bulgarien stand. Weit schwieriger war der Gegensatz der beiden östlichen Kaisermächte in der s erbis ch -alb anisch en Angelegenheit zu regeln. Sobald die militärischen Ereignisse so weit fortgeschritten waren, dah die siegreichen Balkanstaaten ihre Bedingungen zu formulieren begannen, wankte der allgemeine Frieden: Oesterreich lieh keinen Zweifel, dah es Serbiens Vordringen nach Westen nicht dulden werde, Ruhland verlangte ebenso deutlich Befriedigung der serbischen Wünsche. Die Entscheidung hing zum guten Teil von der Haltung der übrigen Mächte ab. Deutschlands Stellung war von vornherein gegeben. Es mußte Oesterreich unterstützen, weil der Bundesgenosse diese Angelegenheit für eine Lebensfrage erklärte, andererseits suchte es nach einem für Rußland annehmbaren Ausgleich, um den Frieden zu behaupten. Es hat daher fortgesetzt Mahnungen nach Wien gerichtet, jede Provokation Rußlands zu vermeiden, und sich zugleich bemüht, eine Vereinbarung der Großmächte über die endgültige Gestaltung der Bal- kanverhältnisse herbeizuführen. Anders der Bundesgenosse Rußlands. In Frankreich wurde der Sieg der Dalkanstaaten mit brausendem Jubel begrüßt. Da die Pforte Instruktionsoffiziere und Geschütze aus Deutschland, Serbien dagegen aus Frankreich bezogen hatte, so sah man in dem Ausgang einen Sieg der französischen Armee über die deutsche: man glaubte einem Zusammenstöße mit Deutschland zuversichtlich entgegensehen zu dürfen. Die Franzosen waren im Irrtum, denn nicht wegen schlechter Taktik und Bewaffnung sind die Türken geschlagen worden, sondern wegen ihrer schlechten Verwaltung, die von den militärischen Mitteln keinen Gebrauch zu machen verstand. Indessen Poincare, der Leiter der auswärtigen Politik, stand durchaus unter dem allgemeinen Eindruck. Ohnehin, wie früher erwähnt, einem großen Kriege nicht abgeneigt, war er weit entfernt, die deutschen Bestrebungen zu unterstützen; wie vor einigen Monaten sucht er die Differenzen zwischen Dreibund und 'Tripelentente geflissentlich zu erweitern, indem er wider besseres Wissen in Petersburg und London die deutsche Politik verdächtigte, daß sie Rußland isolieren und zu einem demütigen Rückzug zwingen wolle. Ratschläge zur Mäßigung, wie sie von Berlin nach Wien gegangen sind, hat er in Petersburg nicht erteilt. England stand dagegen mehr auf dem deutschen Standpunkte. Die serbische Frage berührte England nicht direkt, aber an einem Kriege zwischen den Festlandsmächten hätte sich England infolge seiner engen Verbindung mit Rußland und Frankreich doch beteiligen müssen. Aber die augenblickliche Gelegenheit erschien nicht günstig. Der Dreibund schien ungebrochen, und bei den zahlreichen mohammedanischen Untertanen Englands war ein Krieg, der sich an den Untergang des Sultanreiches anknüpfte, nicht populär. Grey war daher ebenfalls um einen Ausgleich bemüht. Me diese Momente bewirkten, daß die russi- •1 j Sterling, die sich übrigens mllitärisch noch nicht fertig fühlte, beschloß, es nicht zum Aeußer- sten zu treiben, zumal auch Oesterreich entgegenkam. Es war zwar nicht bereit, den Serben Besitz am Adriatischen Meere zu gestatten, garantierte aber, daß sie auf einer Eisenbahn durch Bosnien, die eventuell neutralisiert werden könne, «oder durch Ausbau der Donau-Adria-Dahn einen Zugang nach einem Adriahafen erhalten könnten. So sei den serbischen wirtschaftlichen Bedürfnissen und der Sicherheit Oesterreichs Genüge geleistet. Bereits im ersten Drittel des Rovember, also als der Krieg noch nicht einen Monat gedauert hatte, hatte man sich in Wien und Petersburg zu diesen Entschlüssen durchgerungen, es hätte also, sollte man meinen, unter Assistenz von Deutschland und England bald ein Kompromiß gefunden werden können. Aber da trat wiederum die Macht dazwischen, die bereits die Politik der großen Möchte in den Sommermonaten durchkreuzt hatte: die chauvinistisch-panslawistische Agitation in Serbien und Rußland. Regierung und Ration in Serbien weigerten sich, auf die adriatischen Pläne zu verzichten: die öffentliche Meinung schäumte über von Angriffen auf Oesterreich, Sassonows Mahnungen zum Einlenken wurden für nichts geachtet, weil man nach den Erfahrungen der letzten Monate fest auf die russische öffentliche Meinung, der sich auch die Regierung werde fügen müssen, baute. Unbekümmert um alle Vorstellungen der Großmächte rückten serbische Truppen in Albanien ein, um dies Land mit dem Königreiche zu vereinigen. IN der Tat setzte sich die russische Öffentlichkeit mit Macht für Serbien ein. Wie früher wurde, die Regierung aufgefordert, dem Dundesvolk zur Seite zu stehen, Sassonow wurde schon Verrat an der allgemeinen slawischen Sache vorgeworfen. Selbst der Zar, der stets einer friedlichen Lösung zustrebte, begann unter dem Einfluß des Großfürsten Rikolaus Rikolajewitsch wankend zu werden. (Mitte Rovember.) Angesichts dieser populären Strömung wagte Sassonow nicht, den Serben die russische Unterstützung ganz zu entziehen; er hielt wenigstens an der für Oesterreich ebenfalls unannehmbaren Forderung fest, dah ihnen ein Hafen an der Adriaküste zuteil werden müsse. Es sei viel weniger konziliant als vor einer Woche, urteilten übereinstimmend der deutsche und italienische Dot- .schaster (20. Rovember). Schon begann man den Bruch mit Oesterreich ernstlicher ins Auge zu fassen; Rüstungen wurden veranstaltet durch Vor- schiebung von Truppen nach der Galizischen Grenze und durch Zurückbehaltung des ausgedienten Jahrgangs, wodurch die aktive Armee um mehrere Hunderttausend Mann verstärkt wurde. Frankreich und England wurden um Llnterstützung für den Kriegsfall angegangen. Poincare gab selbstverständlich die Zusage unbedingter Gefolgschaft und zugleich bemühte er sich, Italien vom Dreibund abzusprengen und es mindestens zur Reutralität zu bestimmen. Aus England erhielt Sassonow zwar eine gleiche Zusage nicht, aber die Hoffnung, daß England im Kriege nicht neutral bleiben werde, schwand damit keineswegs. Die russischen Rüstungen verschärften die Lage außerordentlich. Denn natürlich muhte Oesterreich auch seinerseits militärische Vorbereitungen durch Auffüllung der Galizischen Kadres treffen, und Rüstungen von Grohmächten gegeneinander sind in der Regel der erste Schritt zum Kriege. Bald machten sich die Rachteile der Rüstungen in Oesterreich bemerkbar: finanzielle und wirtschaftliche Schwierigkeiten ergaben sich, die ohnehin längst erregte öffentliche Meinung geriet noch mehr in Wallung: die Anschauung wurde laut, dah man gegen Serbien, den ewigen Friedensstörer, mit Gewalt vorgehen müsse und auch den Kampf mit seinem russischen Hintermann nicht scheuen dürfe; der Zustand zwischen Krieg uni> Frieden sei unerträglich. Wie in Ruhland begann also auch in Oesterreich die öffentliche Meinung die Regierung vorwärts zu treiben; die Zeit sei schwerer als 1866, sagte Kaiser Franz Josef. Wiederum hat sich in dieser Krisis Deutschland als Bundesgenosse und Friedensmahner bewährt. Es lieh keinen Zweifel an feiner Bundestreue, mahnte aber vor jeder Maßregel, die Rußland als Friedensbruch auslegen könne, ab und erreichte dadurch, daß Oesterreich in der Tat die Besetzung Albaniens zulieh und sich die Regelung dieser Frage erst für den Friedensschluh zwischen der Pforte und ihren Gegnern vorbehielt. Hierdurch war wenigstens die Gefahr eines unmittelbaren Zusammenstoßes aus der Welt geschafft: schwerlich hätte Rußland bei der Erregung der Panslawisten ruhig zusehen können, wenn Oesterreich den Serben den Einmarsch in Albanien verboten und dem Verbot durch Bedrohung Belgrads Nachdruck gegeben hätte. Ebenso arbeitete Deutschland in Italien mit Erfolg der französischen Agitation entgegen. Auch hier stand wie in Rußland die Demagogie im Gegensatz zur Regierung. Zum größten Teile antiösterreichisch gesinnt hatte sie nur wenig Verständnis für die Gefahren, die für Italien aus einem serbischen Hafen an der Adria erwachsen konnten, die Regierung hat daher zuerst den serbischen Wünschen nur lau widersprochen. Aber das deutsche Argument, dah es Italiens Ansehen unmöglich zuträglich fein könne, wenn Oesterreich allein die Zurückweisung der serbischen Ansprüche überlassen bleibe, wirkte, und allmählich begriff auch die Presse, dah man an dieser Stelle trotz aller Abneigung gegen Oesterreich mit Italien zusammengehen müsse. So gelang es, den Dreibund zusammenzuhai- ten, und das war von bestem Eindruck auf England und damit mittelbar auf Rußland: Sassonow zeigte sich der deutschen Anregung, eine Konferenz der Großmächte solle auf Grund der letzten österreichischen Vorschläge — wirtschaftlicher Zugang Serbiens zur Adria — den neuen territorialen Zustand am Balkan feststellen, zugänglich. Wiederum kamen Schwierigkeiten aus Frankreich. Obgleich die Petersburger Regierung die österreichischen Rüstungen richtig als rein defensive Maßregeln betrachtete, suchte Poincare sie als bedrohlich zu schildern und Rußland zu weiteren Schritten zu treiben, wodurch die Kriegsgefahr vergrößert werden muhte, und die Presse steigerte ihren aggressiven Ton ebenfalls. Hier kam zum guten Teil die Wirkung der russischen Bestechungsgelder, die wie Iswolskys Korrespondenz offenbart, mit Hilfe Poincares an die wichtigsten Zeitungen verteilt worden waren, zum Ausdruck: die französische Presse zeigte sich zeitweilig russischer als ihre Geldgeberin. Indessen die Festigkeit und Mähi- gung des Dreibundes sowie die andauernde Reserve Englands waren stärkere Gegengewichte. Kurz nachdem die Kriegftihrenden eine Waffenruhe abgeschlossen hatten (3. Dezember), trat eine Konferenz der Großmächte in London zusammen, die sofort grundsätzlich entschied, dah Albanien zum selbständigen Staat erhoben und Serbien vom Adriatischen Meere ferngehalten werden solle. Damit war die Kriegsgefahr zwischen den Großmächten behoben, wenn auch die Verhandlung über die Regelung der sämtlichen Balkanfragen noch mehr als ein halbes Jahr in Anspruch nahm. Der Dreibund hatte somit in einem überaus wichtigen Punkte seinen Willen durch- geseht, freilich gewann die Feindschaft Serbiens ■gegen Oesterreich neue Antriebe, und das südslawische Problem in der Donaumonarchie harrte nach wie vor noch der Lösung. Die Automobilisierung des Verkehrs. Die Automobilisierung des Verkehrs hat im Jahre 1925 in der ganzen Welt gewaltige Fortschritte gemacht. In Deutschland ist im Laufe dieses Jahres die Produktion von Kraftwagen von rund 18 000 auf 55 000 gestiegen, nachdem man endlich auch bei unS erkannt hat, daß das Automobil kein Luxus-, sondern ein G e - b r a u ch s f a h r z e u g ist, und nachdem man begonnen hat, sich in den Produktionsmethoden darauf einzustellen. In fast allen anderen Ländern, die zum Teil schon vor vielen Iahreii zur Massenproduktion übergegangen waren, ist die Produktionssteigerung im Jahre 1925 weit geringer. Sie stieg in den 03 e r ei ni gten S t a a- t e n von 35Q5 Mill, auf 4154 Mill. Stück, und auch in den maßgebenden beiden europäischen Produktionsländern, in Frankreich und England, in ähnlichem Ausmaß, und zwar von 145 000 auf 177 000 bzw. 133 811 auf 176197. Auch in Italien, das in jüngster Zeit einen starken Export von Automobilen entwickelt hat, war die Produktionssteigerung nicht im entferntesten so groß wie in Deutschland. Die Zahl der her- gestellten Kraftwagen flieg lediglich von 35 000 auf 39 575 Stück. Wenn Deutschland so auch quantitativ nur der drittgrößte Produzent in Europa ist und hinter England und Frankreich weit zurücksteht, so können wir uns doch, was die Qualität der Erzeugnisse anbetrifft, durchaus mit den anderen Ländern messen, wie die zahlreichen Renn- erfolge deutscher Wagen in den schwersten internationalen Konkurrenzen zeigen; doch ist das nicht verwunderlich, da Deutschland das Heimatland des Autos ist. Aber auch der 4le- bergangzur Massenerzeugungbraucht, was die Qualität des deutschen Wagens anbetrifft, in dieser Hinsicht durchaus keinen Rückschritt zu bedeuten. Auch Amerika stellt in der Serienproduktion Typen her, die sich durch Lebensdauer, sicheres und bequemes Fahren von dem deutschen Durchschnittswagen vorteilhaft unterscheiden und außerdem, trotz des Zolles, noch viel billiger sind. Allmählich läßt sich jetzt auch übersehen, welchen Zuwachs im Laufe des Jahres 1925 der Weltbestand an Kraftfahrzeugen erfahren hat. Bedauerlich ist es, daß trotz des brennenden allgemeinen Interesses für den Automobilverkehr die ziffernmäßige Erfassung sowohl der Produktion als auch des Bestandes in vielen Ländern, und zwar auch in Europa, noch immer nicht lückenlos möglich ist. In mehreren Ländern z.D. gibt es noch kleine Registrierung, oder diese wird nur von einzelnen großen Städten oder! Departements durchgeführt. Der Aufstellung einer Weltstatistik stellen sich daher die größten Schwierigkeiten in den Weg. Immerhin haben die jährlichen Erhebungen, die das llniteb Äates Department of Cvmmerce mit Hilfe feiner zahlreichen Vertreter an allen ausländischen Plätzen aus Grund aller nur erreichbaren Angaben über Produktion, Ein- und Ausfuhr, Steuern usw. veranstalten läßt, einen hohen Grad von Zuverlässigkeit, wenn auch natürlich ein gewisser Teil immer aus mehr oder minder zuverlässigen Schätzungen besteht. Die vom Department of Com- merce kürzlich veröffentlichte Statistik über den Weltbestand an Kraftfahrzeugen nach dem Stande vom 30. Juni 1926 zeigt, verglichen mit dem Bestand am 1. Januar 1925, in den wichtigsten Ländern folgendes Bild: Nach dem Stande vom 30. 6. 1926 vom 1. 1. 1925 (in 1000 Stück) Vereinigte Staa ten 19 954,3 6 1 1726,5 6 England 816,0 55 778,2 60 Frankreich 735,0 53 573,4 71 Kanada 716,0 13 636,5 14 Deutschland 323,0 193 256,0 244 Italien . . 114,7 346 89,7 450 Neu-Seeland . 99,4 14 60,6 18 Belgien . . 92,1 84 65,0 121 Schweden . . 80,5 75 63,0 95 Spanien . . 76,0 286 70,0 314 Dänemark . . 66,7 51 47,5 72 Niederlande . 56,3 130 31,0 226 Norwegen . . 27,6 99 20,5 132 Schweiz . . 37,5 104 29,8 134 Oesterreich 17,6 371 15,1 420 •) Personen- und Lastkraftwagen. Den Wellbestand an Kraftfahrzeugen berechnet das Department of Commerce für den 1. Januar 1926 auf 24 589 249 Stück, so daß also aus jeden 71. Erdbewohner ein Putarn o b i k zu rechnen ist. Davon entfallen 20 837 146 Stück auf Personenwagen, 172 617 auf Autobusse und 3 463 866 auf Lastkraftwagen. Wie die Statistik ferner zeigt, ist nach den Vereinigten Staaten das automobilreichste Land H a w a i mit elf Personen auf ein Automobil, dann folgen Kanada mit 13 Personen, Neuseeland mit 14 Personen und 21 u ft r alten mit 20 Personen auf einen Wagen. In Europa hat Dänemark die Führung mit 51 Personen auf einen Wagen. Noch reichen die europäischen Staaten sämtlich nicht an die obengenannten Ziffern heran, wenn auch tu vielen Staaten der relative Zuwachs weit größer gewesen ist, als in den obengenannten Staaten, in denen zum Teil schon eine gewisse Sättigung mit Automobilen erreicht zu fein scheint. So entfielen am 1. Januar 1926 in Deutschland 193 Personen auf ein Auto, gegenüber noch 244 im Vorjahr. Ein günstiges Ergebnis, das nur von wenigen Ländern übertroffen wird. Allerdings geht die starke Steigerung des Automobilbestandes in Deutschland nur zu einem Teil auf Rechnung der deutschen Fabriken. Zu einem guten Teil hat dazu auch die Einfuhr amerikanischer Wagen beigetragen, während vor noch gar nicht langer Zeit bei uns ein amerikanischer Wagen eine Seltenheit war, betrug der Prozentsatz amerikanischer Wagen in Deutschland auf Grund obenerwähnter Statistik per 30. Juni 1926 nicht weniger als 25 Prozent. Doch in vielen anderen europäischen Länder.» und selbst in England, ist der Prozentsatz amerikanischer Automobile weit stärker. Besonders tritt das hervor in den s kandinavi- schen Ländern, die durch die Kopenhagener Fordfabri? buchstäblich überschwemmt worden sind, und auf dem Balkan, wo das Fordsahr- zeug wegen seiner anerkannten Strapazierfähigkeit besonders gute Lebensbedingungen hat. In Deutschland dagegen hat Ford sich noch nicht so ausbreiten können, da man hier noch immer in hohem Maße darauf eingestellt ist, mehr auf die Schönhell, als auf die Zweckmäßigkeit, zu geben und da es auch hier infolge des relativ besseren Straßennetzes auf die Strapazierfähigkeit nicht so ankommt. 2lllerdings scheinen auch hier die Anschauungen in einer Aenderung begriffen zu sein, wozu noch der ümftanb kommt, dah Ford vor kurzem, wenn auch im bescheidenen Umfange, am Berliner Westhafen die — teilweise — Herstellung seiner Wagen aufgenommen hat und mit seinen neuen Typen aitch dein Geschmack des deutschen Käufers mehr entgegenkommt, so daß auch bei uns in der nächsten Zeit mit einer starken Zunahme der Fords gerechnet werden muh. Interessante Einzelheiten über das Vordringen des amerikanischen Automobils in der ganzen Welt zeigt nachstehende Tabelle. Prozentsatz amerikanischer Automobile: Ägypten ... 55 Frankreich . . 10 Norwegen . . 75 Australien. . 85 Griechenland 70 Österreich . . 5 Dänemark . . 75 Indien.... 85 Rumänien. . 70 Deutschland . 25 Irland.... 72 Schweden . . 85 England ... 48 Italien.... 2 Spanien ... 50 Finnland . . 85 Niederlande. 45 Türkei .... 50 Amerika hat also unteftyitten die Führung, und es ist ausgeschlossen, daß sich dieses Bild im Laufe der nächsten Jahre erheblich ändern wird. Immerhin ist die europäische Erzeugung in langsamem Vordringen begriffen. Die europäische Produktion ist in den letzten drei Jahren auf das Zweieinhalbfache gestiegen und dürfte auch in der nächsten Zell infolge der verspäteten Umftellung auf Massen- erzeugung in verschiedenen Ländern noch weitei stärker steigen, als in den Vereinigten Staaten. Während vor drei Jahren die amerikanische Erzeugung noch fünfzehnmal größer war als di- Europas, ist sie heute auf das Zehnfache zurück- gegangen, und es ist zu hoffen, daß diese Tendenz noch weiter anhallen wird. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. $üt unverlangt eingefandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge find lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Sonntagsdienst d. Aerzte tu Apotheken am 12.9.26 Dr. W. Klein. Dr. Steinreich Engelavolhekc. Zahnarzt: Dr. bischer. - - werter niehts! Für 45^ wird Jhre Wäsche blendend weiß und- was ebenso wiektig ist- sie wird geschont! 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Aug. veröffentlichten, hat die Oeffentlichkeit eindringlich darauf hingewiesen, wie außerordentlich mangelhaft die Verkehrs- interessen der Stadt Gießen und der Provinz Oberhessen von der Reichsbahnverwaltung jetzt beachtet werden. In Zuschriften aus unserem Leserkreise kam die Entrüstung über dieses eigen* artige Verhalten der Reichsbahnverwaltung lebhaft zum Ausdruck. Dankenswerterweise haben sich unsere hessischen Landtagsabgeordneten Frl. Birnbaum, Dr. Keller und Dr. Rie- po 1 h in einer Anfrage an die hessische Regierung der Berkehrsnöte unserer Provinz angenommen. Wair darf Wohl hoffen, daß die hessische Regierung mit allem Rachdruck bei der Reichsbahndirektivn Fränk - s u r t a. M. auf eine unsere Provinz befriedigende Aenderung des Fahrplans-Entwurfs hin" wirken wird. Mittlerweile hat sich nun auch der Hessische Derkehrsverband in Darmstadt mit einer Eingabe an die Reichsbahndirektion Frankfurt und an die Reichsbahnhauptverwaltung in Berlin gewandt, in der er für die Interessen der Provinz Oberhessen eintritt. Die Eingabe hat folgenden Wortlaut: 2n den Entwürfen zum Winterfahrplan 1 926/2 7 ist die hessische Provinz Oberhessen erneut gegenüber anderen Teilen des Deutschen Reiches ganz besonders stark benachteiligt. Die geplanten Einschränkungen im Schnellzugsdienst sollen nach den vorliegenden Entwürfen im Direktionsbezirk Frankfurt a. M. namentlich die oberhessische Schnellzugsstrecke Frankfurt a. M.—G letzen und weiter treffen. Nach dem Entwurf sollen auf dieser wichtigen Durchgangsstrecke nur mehr drei O-Zugspaare in jeder Richtung verkehren, von denen das eine, D 191/19 2, für Oberheffen ohne jede Bedeutung ist, da die Züge ohne Aufenthalt zwischen Frankfurt a. M. und Kassel durchfahren. Der einzige bisherige Aufenthalt dieser Züge in Bad-Nauheim ist in dem Entwurf leider gestrichen worden. Die bereits in unserem Schreiben vom 22. März 1926 von uns beantragten Aufenthalte für D 191/192 in Gießen sind leider auch jetzt nicht eingerichtet worden. Praktisch kommen für die Verbindung zwischen Frankfurt a. M.—Friedberg—Bad-Nau- heim—Gießen und weiter nach Norden und nach Nordwesten nur mehr zwei O-Zugs- paare in Frage. In jeder Richtung soll morgens früh und abends spät ein Schnellzug verkehren, während den ganzen Tag über kein O-Zug zur Verfügung steht. Ein Vergleich mit den Verhältnissen vor dem Kriege ergibt klar, datz gegenüber der Konkurrenzstrecke Frankfurt am Main— Fulü a—B ebra die hessische Linie stark benachteiligt ist. Die folgende Aufstellung mag diese Behauptung erhärten: Von Frankfurt a. M. nach Norden auslaufende Schnellzüge: Sommer 1914: über Gießen 9 l)-Züge, 4 Eilzüge = 13 Züge; über Fulda 9 O-Züge, 3 Eilzüge — 12 Züge. Sommer 1926: über Gießen 8 O-Züge, 3 beschleunigte Personenzüge = 11 Züge: über Fulda 7 O-Züge, 1 Eilzug, 2 beschleunigte Personenzüge = 10 Züge. Winter 1926/27 nach Entwurf über Gießen 3 O-Züge, 3 befchl. Pers.-Züge = 6 Züge (davon ein O-Zug ohne alle Qkbeutung für Oberhessen): über Fulda 5 O-Züge, 1 Eilzug, 2 beschleunigte Personenzüge = 8 Züge. Winter 1926/27 nach unserem Vorschlag: über Gietzen 4 O-Züge, 3 beschleunigte Personenzüge = 7 Züge (davon ein O-Zug ohne alle Bedeutung für Oberhessen): Über Fulda 4 O-Züge, 1 Eilzug, 2 beschleunigte Personenzüge = 7 Züge. Zu dieser Aufstellung dürfen wir bemerken, daß selbverständlich die beschleunigten Personenzüge nicht als vollgültiger Ersatz für Schnellzüge gewertet werden dürfen. Alm indessen ein völlig objektives Bild zu geben, sind die beschleunigten Personenzüge, die vielfach an die Stelle von Eilzügen der Vorkriegszeit getreten sind, hier aufgeführt. Die Einschränkungen im Winter- fahrplan 1 926/27 sind nach obiger Aufstellung gegenüber dem Jahre 1914 und auch dem Sommerfahrplan 1926 auf der hessischen Strecke über Gießen ganz ungleich größer als auf der preußischen Strecke über u t & aA Während auf der Fuldaer Strecke von 7 O-Zugspaaren nur zwei Wegfällen, also fünf weiter verkehren sollen, sollen nach öem Entwurf auf der Strecke über Gießen von acht O-Zugspaaren nicht weniger als fünf in Wegfall kommen, so daß noch, tote bereits betont, Praktisch zwei O-Zugspaare für Oberhessen verblieben. Es liegt auf der Hand, daß eine derartige Beeinträchtigung der oberhessischen Hauptstrecke im großen Durchgangsverkehr für das Wirtschaftsleben der Provinz Oberhessen von denkbar größtem Nachteil fein muß. Mit anderen Organisationen und Stellen erheben wir gegen die geplante unverantwortlich starke Beschneidung des Schnellzugsverkehrs auf der Strecke Frankfurt o. M—Gießen und weiterhin hiermit nachdrücklich Einspruch und bitten, im Wege eines gerechten Ausgleiches die leider nun einmal beschlossenen Einschränkungen gleichmäßiger erteilen zu wollen. ■3u diesem Zwecke machen wir, um praktische Arbeit zu leisten .folgenden positiven Vorschlag: Die Züge D 85/86 werden für die Dauer des Winters 1926/27 statt über Hanau—Fulda— Debra über Friedberg — Gießen — Kassel geführt. Die geplante vereinigte Füh- rung dieser Züge ab Flieden und bis Fulda mit und Oberhessen. den Münchener Zügen D 89/90 wird auf die Strecke Göttingen—Hamburg beschränkt, wobei die Vereinigung bzw. Trennung der Frankfurter und Münchener Zugteile nach Göttingen verlegt wird. Die Führung der Züge D 85/86 über Gießen erscheint fahrplantechnisch möglich, wie die folgenden Fahrzeiten ergeben: D 85/86 Gietzen — Kassel: O 85 ab Frankfurt a. M. 1.23, ab Friedberg 1.58, ab Dad-Nauheim 2.09, ab Gießen 2.37—2.40, ab Kassel 5.00—5.10, an Göttingen 6.20, D 89 aus München an Göttingen 6.09, O 85 wie bisher weiter mit D 89 vereinigt ab Göttingen 6.32, an Hamburg 11.28. — D 86 ab Hamburg 7.03, D 86 im bisherigen Plan von D 90 mit diesem vereinigt an Göttingen 12.01, O 86 nach München ab Göttingen 12.05, Göttingen ab 12.11, Kassel 1.25—1.33, Gießen 3.48—3.51, Bad-Nauheim 4.22, Friedberg 4.30, an Frankfurt a. M. 5.03. Wir sind uns durchaus darüber klar, daß es einer gewissen Entschlußkraft bedarf, die seit Jahren über Hanau—Fulda geführten Züge O 85/86 über die oberhessische Strecke zu fahren. Andererseits wäre indessen eine Beschränkung der oberhessischen Strecke auf 2 O-Zugspaare derart ungeheuerlich, daß ein Aus gleich unter allen Alm ständen geschaffen werden mutz. Wir dürfen hierbei daran erinnern, daß anderwärts infolge der von der Reichsbahn beschlossenen starken Einschränkungen im Schnellzugsverkehr ebenfalls Verlegungen von Zügen stattfinden: So soll der wichtige Zug D 282 Holland— Frankfurt a. M., der seit Jahren rechtsrheinisch geführt wird, im Winter 1926/27 infolge Wegfalls von D 304 linksrheinisch über Bingen—Mainz gefahren werden. Wie O 282 beispielsweise für den direkten Wiesbadener Verkehr in Wegfall kommt, das durch O 48 Anschlüsse erhält, so wäre durch einen Zusammenschluß von P 43 mit D 89 und von O 42 mit D 90 der Verkehr der Stationen zwischen Frankfurt a. M. und Fulda mit Hamburg usw. zu bedienen. Alnfer Vorschlag hat den Vorteil, daß die Mehrleistungen der Reichsbahn an Zugkilometern gegenüber dem Entwurf sich auf je einmalige Fahrt Göttingen—Fulda bzw. Flieden —Göttingen beschränken, also denkbar mäßig sind. Lebhaftes Erstaunen und berechtigten Alntotllen hat in Oberheffen weiterhin die bedauerliche Tatsache ausgelöst, daß für die oberhessischen Strecken gegenüber dem Sommerfahrplan 1926 an Sonn- und Feiertagen wiederum eine außerordentlich starke Beschränkung der Zugleistungen eintreten soll. Wir dürfen auf unsere eingehend begründete Zuschrift vom 23. Marz 1926 Bezug nehmen, in der wir eine derartige Beschränkung gerade des Sonntagsverkehrs für die Interessen der oberhessischen Gegenden besonders abträglich bezeichnet haben. Es muh auffallen, daß gerade auf den oberhessischen Strecken an der keineswegs mehr zu verantwortenden Alebung einer starken Beschneidung des Sonntagsverkehrs festgehalten wird. Anderwärts wird dem Bedürfnis, gerade auch an Sonn- und Feiertagen den Personenaustausch zwischen Stadt und Land zu fördern, weit mehr Verständnis entgegengebracht, als dies seitens der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. hinsichtlich der oberhessischen Strecken der Fall ist. Die Dinge liegen so, daß die hessische Provinz Oberhessen durch die Fahrplangestaltung der Entwürfe zum Winterfahrplan 1926/27 in ganz besonderem Maße geschädigt erscheint. Von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. wird erwartet, daß sie in letzter Stunde den berechtigten Wünschen Oberhessens Rechnung trägt, und zwar sowohl, hinsichtlich des durchgehenden Schnellverkehrs, wie auch namentlich der Gestaltung des Verkehrs an Sonn» und Feiertagen. Wir würden es begrüßen, wenn in einer gemeinsamen Aussprache, zu der auch die ober- hessischen Interessenten einzuladen wären, die für die Provinz Oberhessen lebenswichtigen Der- kehrsfragen erörtert würden. Jedenfalls aber muß unter allen Almständen vermieden werden, daß der für die Provinz Oberhessen unannehmbare Entwurf für den Winterfahrplan 1926/27 so, wie er veröffentlicht ist, zur Durchführung gelangt. Der Reichsbahn - Hauptverwaltung in Berlin übersenden wir Durchschlag dieses Schreibens. * . * Man ist dem hessischen Derkehrsverband Dank schuldig dafür, daß er in dieser entschiedenen Weise der Reichsbahn vor Augen führt, welche Ungerechtigkeit gegenüber der Provinz Oberhessen sie begehen will. Wir haben bekanntlich mehrfach auch an dem Derkehrsverband Kritik geübt, weil er bisher die Interessen unserer Provinz recht stiefmütterlich behandelt hatte. Alm so mehr erkennen wir nun an, daß er jetzt nach der Nauheimer Tagung vor einigen Wochen eine erfreuliche Wendung zu Gunsten unserer oberhessischen Belange vorgenommen hat. Der Derkehrsverband darf gewiß sein, daß er bei seinem Eintreten für die oberhessischen Der- kehrsinleressen die volle Alnterstützung unserer Provinz finbeix wird. Bei der Erörterung dieser Angelegenheit werden sich vielleicht manche Mitbürger gefragt haben, warum der Derkehrsbund Oberhessen in dieser Sache bisher nicht hervorgetreten ist. Aus Grund unserer Kenntnis der Dinge können wir mitt eilen, daß die hier in Betracht kommenden Persönlichkeiten es an der Vertretung unserer oberhessischen Derkehrs- w^xsche aud) bei der jetzigen Fahrplangeftaltung xncht fehlen lassen werden, daß jedoch ein Dor- gefren von Bundes wegen bisher nicht in Betracht kommen konnte, weil der Bund «och xxicht konstituiert ist, sondern jetzt nur ein Organisationsausschuß besteht, der die programmatischen Grundlagen des neuen Bundes auszuarbeiten hat und diese demnächst in einer Sitzung beschließen wird. Ein Wunsch aus Nidda. Man schreibt uns aus Nidda: Dor einiger Zeit wurde von interessierten Kreisen ein Gesuch an die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. gerichtet, das die Späterlegung des Perfonenzugs 504 w. ab Gießen 5.31 früh um etwa 25 Minuten erreichen sollte. Leider ist diese Eingabe von der Reichsbahn ablehnend beantwortet worden. Die Ablehnung wird damit begründet, daß der Pz. 504 in Lich mit Pz. 515, in Oberwiddersheim mit Pz. 501 und in Mit- tel-Gründau mit Pz. 503 kreuze und bei der gewünschten Späterlegung daher in Gelnhausen frühestens um 8.09 vorm. eintreffen könne. Hierdurch gehe der Anschluß an den Zug 807 nach Fulda verloren, weil letzterer wegen des unmittelbar dahinter liegenden O-Zuges 41 ab Gelnhausen keine spätere Lage erhalten könne. Ferner gehe in Nidda der Anschluß des Zuges 4184 von Schotten an den Pz. 503 nach Gießen verloren. Letzterer könne nicht mehr beschleunigt werden und mülle, wie jetzt, zur Erreichung des wichtigen Anschlusses an den befchl. Pz. 768 Gießen ab 9.42 vorm. nach Frankfurt um 9.37 vorm. in Gießen eintreffen. Mit Rücksicht darauf fei eine Späterlegung nicht zu erreichen. Es ist sehr zu bedauern, daß sich im Interesse von etwa 200 Schülern, Geschäftsangestellten und Beamten, die den Zug auf der Strecke von Nidda bis Büdingen täglich benützen, keine spätere Abfahrt des Zuges, besonders im Winter, ermöglichen läßt. Anmerkung derRedaktion: Wir fragen die Reichsbahndirektion: Sollte sich der Wunsch der Bewohner Niddas nicht mittels eines Triebwagens erfüllen lassen? Rundfunk-Programm deS Frankfurter Tenders. (Aus der „Nadio--Amschau".) Sonntag, 12. September. 8 bis 9 Alhr: Morgenfeier, veranstallet vom Wartburgverein Frankfurt a. M. 10.30 bis 12 Alhr: Alebertragung von Kassel: Mittagskonzert. 12 bis 1 Alhr: Alebertragung von Kassel: Kinderwettbewerb. 4 bis 5 Alhr: Stunde der Jugend. 5 bis 6 Alhr: Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 7.30 bis 9.30 Alhr: Alebertragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Hauptkonzert des Verbandes der Deutschen Zithervereine anläßlich des 36. Kongresses. 9.30 bis 10.30 Alhr: Alebertragung von Kassel: Humor in Wort und Musik. Anschließend bis 12 Alhr: Aletertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Montag, 13. September. 4.30 bis 5.45 Alhr: Konzert des Hausorchesters: Alte Tanzmusik. 5.45 bis 6.05 Alhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Alhr: »Aus dem Spessart", Vortrag von Georg Keimex. 6.45 bis 7.15 Alhr: »Das heutige Athen", Vortrag von Hans-Leo Abshagen. 7.15 Alhr: »Das Locheimer Liederbuch", Vortrag von Dr. Felix Gunther (Berlin). 8.15 bis 9.15 Alhr: Klavier-Abend Michael Zadora (Berlin). 9.15 bis 10.15 Alhr. Arien und Duette. Rätsel-Ecke. Kreuzworträtsel. 2 10 11 11 13 Vt 15 17 20. 19 21 22 23 2*t 29 2S\ 52] 2 5 50 B Eil E3I BI 3/ |53 1. Don links nach rechts: 1. Haustier: 2. Stadt in Südtirol; 6. Titel; 9. Arzneipflanze; 12. Volksstamm; 13. griechischer Gott; 16. Feldblume; 17. Gouvernement und Stadt in Rußland; 18. kleiner Mensch: 20. großer Fleiß; 21. griechisches Epos: 25. weiblicher Vorname; 27. militärische Streif wache; 28. Stadt in Brasilien; 30. biblischer Frauenname; 31. Musikinstrument; 32. fettige Flüssigkeit; 33. russischer Strom. 2. Von oben nach unten: 1. Waffe; 2. Schweizer Kanton: 3. Scbicksals- göttin; 4. berühmter Geigenbauer; 5. deutsches Gebirge: 7. Körperteil; 8. Nebenfluß der Donau; 10. Schneesturz; 11. Gedichtart; 14. Leumund; 15. Dichtungsart; 19. Bankeinrichtung; 20. Lasttier; 22. englischer Adelstitel; 23. Titelheld eines Frey- tagschen Romans; 24. englische Hafenstadt; 25. biblische Person; 26. Raubvogel, 28. europäische Hauptstadt; 29. Molchart. Gilder-Rätscl. kj Silbenrätsel. Aus den 41 Silben: a — a — bo — dap — de — do — e — e — en — er — für — ge — gi — gout — ho — ka — ke — ter — ne — now — o — or — paß — pho — ra — ra — ra — ram — rat — rol — fang — fap — sche — fei — fes — fter — ti — to — ul — win — za sind 16 Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Herbstblume; 2. Erzeugnis der Kochkunst; 3. germanischer Heerführer; 4. griechische Dichterin; 5. Stadt in Pommern; 6. Stadt in Holland; 7. Gebirgsstraße in der Schweiz; 8. ägyptischer König; 9. Muse; 10. Kleidungsstück; 11. Berg in Tibet; 12. Baumeister; 13. Blasinstrument; 14. Berg in Armenien; 15. Alpenland; 16. Nebenfluß der Bode. Sind die Wörter richtig gebildet, ergeben deren Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn ein Zitat von Adolf Wilbrandt. 1 Zahlenrätsel. 12345678 Ort in Oberbayern. 2 4 7 8 2 6 Italienische Insel. 3 4 6 2 6 4 Männlicher Personenname. 4 6 7 8 4 6 Stadt in der Provinz Sachsen. 5 2 4 6 1 Pelzart. 6 1 3 2 4 3 Insekt. 7 2 5 3 5 3 Große Rosine 8 3 5 3 Göttin. Wirrwarr. Es ist zu bilden aus: a d e h i t Weiblicher Personenname. e i 1 r t u Gerichtliche Entscheidung. e m n p s u Bestimmte Aufgabe. c e e h o p Zeitabschnitt. a c d h n o Schlachtort in Böhmen. i i k m m r y Tierische Anpassung. Sind die Wörter richtig gebildet, ergeben deren Anfangs- und Endbuchstaben, beidemal von oben nach unten gelesen, zwei umstrittene Landstriche. Rätsel. Zwei Brüder laufen um die Wette, Und bald ist der, bald der voraus; Nachts ruf) n sie kampsesmüd' im Bette Einträchtig beieinander aus. Auslösungen. Bilderrätsel. Der Gehorsam ist der Anfang aller Weisheit. Silbenrätsel. 1. Drohne; 2. Iran; 3. Elsfleth; 4. Quitte; 5. Uri; 6. Egmont; 7. Lodi; 8. Lotos; 9. Etat; 10. David; 11. Eva; 12. Revers; 13. Schnittlauch; 14. Celle; 15. Hokker; 16. Olmük. Die Quelle der Schönheit ist das Herz. Verschmelzungsaufgabe. Geranium — Elevator — Riesling — Tantieme — Resultat — Urheber — Dromedar — Europa — Dragoman — Ebenholz — Rumsteak — Landauer — Eulalia. Gertrud (Eberle. Kreuzworträtsel. ÄTÄTl A □ IS T E N iLlOlR C KW L E N J 1 im ö IB BlElRusj^r|xn^.l2JRF ______iß IBHBlB-a K L II -i 5 3 O s T JT ÄjR Zusammensehausgabe. Erd Rücken — erdrücken; Erk Singen — erklingen; Miß Raten — mißraten; Unter Stützen — unterstützen; Vers Anden — versanden. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch. Kaviar. In den „Lustigen Blättern" lieft man folgende lügenhafte Geschichte: Der alte, stocktaube Tobias hat Zeit seines Lebens noch niemals Kaviar gegessen. Das kommt vor. Eines Tages erhält Tobias eine Einladung auf den Landsitz seines Schwiegersohns, der ein sehr vermögender Arzt ist. Der alte Tobias fährt hin, trifft um die Frühstücksstunde ein und findet einen großen Topf mit Kaviar vor. Er nimmt ein Messer- spitzchen voll davon, kostet, verdreht die Augen vor Entzücken, nimmt noch ein Messerspitzen, greift zum Teelöffel, nascht still und versonnen ein Viertelstfündchen, legt wohlig seufzend eine kleine Pause ein, sieht sich im Raum um, bemerkt, daß er solo ist, tut sich den ganzen Inhalt der Kaviarbüchse auf seinen Teller und kniet sich rein, kniet sich richtig rein. Schön! Der Kaviar ist alle. Der alte Tobias erhebt sich. Ein wenig unbequem ist ihm nach der Orgie zumute. Er hat den dringenden Wunsch, einen tüchtigen Spaziergang zu machen, nimmt seinen Hut und begibt sich ins Freie. Als er über die Felder streift, knallt von irgendwo der Schuß eines fahrlässigen Rebhuhnjägers Der alte Tobias hörte nichts davon, aber er fühlt einen stechenden Schmerz im Rücken, dort, wo er am hintersten ist. Vor den Augen wird es ihm schwarz, er sagt noch einmal „Gott behüte!" und wird bewußtlos. Nach Stunden erwacht er in einem Operationsstuhl. Vor ihm steht sein Schwiegersohn, der Arzt, hat einen weißen Kittel an, hält in der einen Hand eine Pinzette, präsentiert in der anderen ein halbes Dutzend Schrotkörner und sagt ernst: „Da guck her, die hab' ich dir aus dem Rücken gepvlkt." Da seufzt der alte Tobias ergebungsvoll: ..Poll weiter, ich hab' mindestens ein Pfund davon gegessen!" tikefts 4 M Grotrian- Pianinos 6600D Aßmann Schneider Nr. 22 loool Sperrholz Televbou 119. 6Ö09D Nr. 25 Nr. 43 Bürsten-, plnsel- Spezialhaus STOEWER-WERKE AKTIENGESELLSCHAFT VORMALS GEBRÜDER STOEWER, STETTIN.NEUTORNEY Landwirtschaft!. 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Suppe für 6 Personen kochen........ 1 einfaches Mittagessen für4 Personen bereiten 1 besseres Mittagessen für 4Personen bereiten 1 Vollbad (250 Liter) herzustellen...... 1 Brat- und Backofen zu Heizen je Stunde 4v: 7l/s 27 6-8 Kugellager-Einbau / Zahnrad-Anfertigung _______ Nr. 13 Für Erwachsene gelten am: 15. September, .rote Karten 16. September, .grüne Karten 17. September, .weiße Karten —4W44lU Autogen-Schweißerei / Transmissionen Instandsetzung von Maschinen, Maschinen-Pumpen und -Ventilen aller Art. Anfertigung aller Hobel-, Dreh- und Fräsarbeiten. Hausfrauen aofljet—BratPt—Sartef—Bügelt—Baöet—Setzei Kaffee-Spezialmischung I Pfund 4 Mark Bau- und Möbelschreinerei mit elektrischem Antrieb Herstellung von allen vorkommenden Bauarbeiten Anfertigung von Zimmer-Einrichtungen aller Art nach eigenen und gegebenen Entwürfen Nr. 44 Die Waren-Ausstellung im „Saalbau SAUER", Gießen, ist vom 11.—19. September 1926 Sonntags von 9 Uhr morgens bis 8 Uhr abends Wochentags von 12 Uhr mittags bis 8 Uhr abends geöffnet. (Eröffnung Samstag-Nachmittag 5 Uhr.) Film-Vorträge für Kinder finden am 15., 16. und 17. September, nachmittags 4 Uhr, im „Lichtspielhaus Einhorn“ statt; für Erwachsene an den gleichen Tagen, abends um 8 Uhr. Abends haben Kinder unter 14 Jahren keinen Zutritt. Eintrittskarten für Filmvorträge werden in der Ausstellung ausgegeben. Alle Veranstaltungen sind unentgeltl. Eintritt wird keiner erhoben. Die Zentrale in der Schanzenstraße 16 kann jederzeit besichtigt werden. Verbraucher! Nichtmitglieder! Mitglieder! Alle sind höflichst eingeladen. Der Vorstand des Konsumvereins Gießen u. Umg. Bau-und Maschinenschlosserei FRIEDRICH RAU Kirchstraße 6 * Telephon 1309 Gaskocher u. -Herde, Heiz- u. 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Die Milch stammt von solchen Gütern, die für sorgfältigste Gewinnung Gewähr bieten. Nach dem Melken wird die Milch sofort durch Kraftwagen in unsere Molkerei gebracht. Durch eine Reinigungszentrifuge wird zunächst etwa noch vorhandener Schmutz aus der Milch entfernt. Erfahrungsgemäß ist die Befreiung der Milch von Schmutz nur durch ein maschinelles Reinigungsverfahren möglich. Einfaches Seihen der Milch, auch wenn es wiederholt geschieht, kann nur als Vorreinigung betrachtet werden, niemals als endgültige Reinigung. Im Anschluß hieran wird die Milch auf eine Temperatur von 63 Grad Celsius gebracht und 30 Minuten lang auf dieser Temperatur gehalten. Ein Kochen der Milch findet nicht statt. Dieses Verfahren gewährt auf Grund der einmütigen Anschauung der gesamten Milchwissenschaft die Garantie, daß die Milch von allen schädlichen Keimen, insbesondere Krankheitskeimen befreit worden ist. Die Milch behält ihren Rohmilchcharakter, besitzt keinen Kochgeschmack, rahmt gut auf, ist leicht verdaulich und alle Nährstoffe, auch die Vitamine, bleiben erhallen. Nach diesem Der« fahren wird die Milch sofort durch eine Tiefkühlanlage auf 3 bis 4 Grad Celsius heruntergekühlt, dann sofort in Flaschen gefüllt und mit dem Kronenverschluß „Mikro" versehen. Dieser Verschluß verhindert einerseits, daß eine neue Infektion der Milch stattfindet, andererseits eine nachträgliche Verfälschung, da der einmal gelöste Verschluß nicht wieder zu verwenden ist. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika, die auf dem Gebiete der Milchversorgung führend sind, wird von der Bevölkerung fast nur derartig behandelte Milch genossen. Da auch in Deutschland die Versorgung der Städte mit einwandfreier Milch in immer größerem Maßstabe mit dauererhitzter, tiefgekühlter Flaschenmilch erfolgt, haben wir uns ebenfalls entschlossen, diese Milch in Flaschen zu liefern, in der klaren Erkenntnis, daß diese Art der Versorgung von zahlreichen Autoritäten der Wissenschaft als die zur Zeit dem Stande der öffenllichen Gesundheitspflege allein entsprechende angesehen wird. — Diese erstklassige Qualitätsmilch wird frei Haus in 1-Liter- und Vz-Liter- Flaschen zum Preise von 34 Pfennig per Liter geliefert Bestellungen werden in unseren Filialen, sowie im Hauptgeschäft (Telephon Nr. 207) und durch unsere Milchausträger entgegengenommen. Dainpfmolserei GieSen Gedewee Hygienisch einwandfreie Milchversorglms