TL »■ *^'be g. , och mit einem ^cnr für gh, ‘ r H Dann eMn|d,Qrfei S® toten SAr Xurn” N« teä °f,ne Ännbewe- Gruppen- ®urte auch für °hke Lachsalven °mps und dar »t Lust grMen a''(t der turne» ^tn die beiden 15 Wasser. jje 15 h°t mit dieser 8 8U verzeichnen, nen in den fom» öen, war sie im ”•*846. mchsnnet. en Fliegerrennen Meister Pa ul ;er Blanchon- In. hlands grvhles ausgesahren. zu ?ie Strecke war folge ter starken bergischen Lm.> rer unb an bad kölner Qtabion. erster Suter- Ltet«6d)tM,v folgte. 'Sn len Fcansturi o. A Ml Msenstärke. de, die in 21m-- mit einem knap- m p s Bremen - Sieger hervor. ie ^gen. mg zum dpflege. ng an sporlliche» st die Aemege» die Fahrpreis endpslegr durch Mister in Krall igung zugunsten miet den tarifa* sich anerkannten örperlichen. !>»' der Jugend sur üae jugenduchcr ährt. AS ®er" auch Vereine ju or£ Die zur r'Egung SS- ton* ».jch bat K die em> LEr sich tön' b^-^verbandc ®ct(fcTw* -kommen., ge, erhalb inj, -enden Dic M. M Erster Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 11. Mai 1926 krsch «int täglich, anher Sonntags unb Feiertag». Beilagen: Gtetzen« Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle Nonatr-Vezugrpreir: 2 Neichsmark und 20 Reich» Pfennig für Träger- lohn, auch bei Nichter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer ©ewalt Fernsprechanschlüsse - Schrift l«itung 112, Der» lag unb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger riehen. Postscheckkonto: Kranlsurtam Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen dnttk rmö vertag: vrühl'fche Univrrsitittr-Vuch- Md Stetnöniderti B. tauge in Sietzen. 5chriftiettmrg uu7>^jdfäft$|tefle: SAnlftraM 1. Annahme von Anzeigen für die Tagesnnmmer bis zum Nachmittag vorher. Preis fir 1 nm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt» 10 Neichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20° , mehr Chefredakteur: Dr. Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H. Thyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Han» Füstel, iämtlich m Giehen. Dr. Hugo Eckener in Giehen. Der Mann und das Werk. Seit Reichskanzler Dr. Luther am Steuer unseres Staatsschiff cs steht, geht durch alle Kundgebungen des Kabinettschess und der Reichsregierung der Ruf zur Sachlichkeit hinaus in unser Volk. Entspannung der seit den Kriegsund Revolulionstagen überhitzten politischen Atmosphäre, Entgiftung des politischen Kampfes. Zusammenschluß aller derer, die guten Willens fhtb, zu prosaischer, nüchterner aber so notwendiger Arbeit am Wiederaufbau des Staates: das sind Programmpunkte, die im Lause der letzten 3aßre nicht auf dem Papier stehen geblieben sind, die vielfache Tatsachen wurden zum Wohl des Dolksganzen. Aber ein Dolk braucht mehr, um sich aus den Tiefen, seelischen wie wirtschaftlichen, in die uns der verlorene Krieg mit selinen Folgen von stolzer Höhe hinabstürzte. wieder emporzuarbeiten an die Sonnenseite des Lebens. Auch ein Volk, das sich die freieste Verfassung der Welt gab, das sich selbst als Souverän einsehte, braucht weithinleuchtende Symbole seiner nationalen Einhett, seines nationalen Stolzes, seines Dolksbewuhtseins, es braucht Helden, die ihm den Weg weisen .durch Opfer und Arbeit zur Freiheit". Es kann wohl nach einem schweren Schlag eine Zeit lang im Dunkeln tappen und irren, aber wenn es im Mark gesund und kernig blieb, wird es nach Führern suchen, die ihm voranschreiten, ihm Vorleben das Leben der aufopfernden Pflicht im Dienste des Ganzen. Das deutsche Dolk hat nach langer, düsterer Rächt die Fackel ergriffen, die ihm voranleuchtet auf diesem schweren Pfade der Arbett und des Opfermuts, als es Deutschland» besten Mann auf den Schild hob, als es Hindenburg zum Staatsoberhaupt kor. Und neben dieses Symbol des in den Deutschen wiedererwachten Willens zur Nation traten Männer der Tat, deren überragende Leistungen wie ein Fanal hinausleuchteten in die von Haß und Lüge verblendete Welt, die Deutschlands Namen wieder zu Ehren brachten unter den Völkern des Erdballs durch ihre sachlich nüchterne Arbeit, durch den Schneid ihrer Persönlichkeit, durch den unüberwindlichen Wagemut, mit dem sie allen politischen und wirtschaftlichen Hemmnissen ein trotzige» „Und dennoch!" entgeaenschleuderten. Dr. Hugo Eckener ist einer dieser wenigen, um die uns die Welt beneidet. Bescheiden tritt er zwar hinter sein Werk zurück, lenkt alles ab auf die Sache, der er dient. Und doch bleibt fein Name für ewige Zeiten untrennbar mit ihr verbunden, die große Persönlichkeit ist es, ohne die wir uns fein Wert nicht denken können, in der sich das Werk von Friedrichshafen gleichsam verkörpert. Wer gestern in der weiten Dolkshalle den schlichten Mann in seiner bilderreichen, anschaulich plastischen, von echt niederdeutschem Seemannshumor durchwürzten Art sprechen hören durfte von seiner Arbett, seinen Erfolgen, seinen neuen Plänen, den bannte die ruhige Sachlichkeit, die unbedingte Zuversicht, der Glaube an sein Werk, dem er sein Leben als Rachfolger des Grafen Zeppelin geweiht hat. Schwer ringt daS deutsche Volk um seine politische und wirtschaftliche Eristenz, aber über die Röte des OIH- 1iu" gibt der Meinung Ausdruck, daß das Zentrum gemein- fam mit den Deutsch-Rationalen, der Deutschen Deutscher Reichstag. Berlin, 10. Mai. DaS Haus setzt die Beratung der Vorschläge des Ausschusses für den Haushalt betreffend Bekämpfung des Al- koholismus fort Ein demokratischer Redner erklärt. dah in seiner Fraktion die Meinungen über das Gemeindebestimmungsrecht geteilt seien. Ein Abgeordneter der Bayerisch« Vollspartei wendet sich gegen das Gemeindebest i m mun g s r ech t und sagt ball) wird man nach seiner Einführung «rkennen. daß „Dernunft Hnsinn, Wohlfahrt Plage wird". Ein Abgeordnet« der Wirtschaftlichen Vereinigung wendet sich ebenfalls gegen das Gemeindebestimmungsrecht: Wir haben zwei Millionen Erwerbslose, sollen dazu noch die drei Millionen im GastwirtSgewerbe Beschäftigten kommen? Die Abstimmung wird auf DienStag vertagt. Auf der Tagesordnung steht die sozialdemokratische Interpellation über die Flaggenverordnung. Preußischer Landtag. Berlin, 10. Mai. Auf der Tagesordnung stand als einziger Punkt die zweite Beratung des K u l t u s e t a t s. Als Berichterstatter des Ausschusses empfiehlt Abg. Frau Wegscheide (Soz.) die Annahme der 30 vorliegenden Anträge, die u. a. Lehraufträge für deutsche Altertums- und Volkskunde. Professuren für das deutsche Grenz - und Auslanddeutsch- t u m . Errichtung eines tirchenrechtlichen Insti- tutes usw. verlangen 3n der allgemeinen Aussprache, an der sich Redner aller Parteien beteiligten. bespricht Abg. Weißmann die Richtlinien für den Geschichtsunterricht. Ein kommunistischer Abgeordneter kritisiert, dah die höheren Schulen besser behandelt würden wie die Volksschulen. Für die Volksschulen und die Junglehrer sei nie Geld da. Gin demokratischer Abgeordneter vertritt die Ansicht, dah in den höheren Schulen die fremden Sprachen mehr gepflegt werden müßten. Ein Abgeordnet« der Wirtschaftlichen V«einigung verlangt Brivatschulen dort, wo es an höheren Schulen mangelt Kultusminister Dr. Becker betont, dah die höheren Schulen für ihn Dollspartei, bet Bayerischen Vollspartei unb d« Wirtschaftspartei gegen den sozialdemokratischen Misttrauensantraa ftimmen werd«. Die Völkischen, die wahrscheinlich einen eigenen Misttrauensantrag einbringen werden, würden sich bei dem sozialdemokratischen Antrag der Stimme enthalten unb bannt wäre eine Mehrheit gegen den sozialdemokratischen Mihtrauensantrag gesichert selbst wenn bie demokratische Rcichstagsfraktion geschlossen für ihn ftimmen sollte. Zu erwähnen ist noch, dah die Germania üb« eine Kundgebung d« Berliner Zentrumspartei berichtet, in welcher die Erwartung ausgesprochen wurde, dah die Zentrumsfraktion des Reichstages alle verfassungsrechtlichen Mittel anwendet, um dem deutschen Volle die alt «erbten 21 attonalfärben als Symbol freiheitlichen Bolksstaates schwarz- rotgold unv«änbert zu «halten. Die Bayerische Volkspartei sieht zwar die Flag- genöetotbnung vom 5. Mai gerade im jetzigen Zeitpunkt für höchst untunlich an, hält ab« doch nicht dafür, aus diesem Aniah irgendeine Krise hervorzurufen. Die ganze Frage fet unnötig aufgebauscht worden. Angesichts des Schreibens des Reichspräsidenten an ben Reichskanzler sei bie Partei jederzeit bereit, zu einet frteb- lichen Lösung ber Streitfrage beizutragen. Die Reichstagssraktivn b« Deutschen Volks- Partei wirb gegen bas sozialdemokratische unb völkische Mißtrauensvotum ftimmen. Sollten die Demokraten aus derReichsregierung ausfcheiden. fo ist die Fraktion der Deutschen Volkspartei entschloßen, an der bisherigen Minderheitsregierung ohne die Demokraten festzu- hallen. Die deutschnationale Reichstagsfrak- tion erörterte ebenfalls die Flaggenfrage, kam- abet hinsichtlich ber Mißtrauensvoten noch zu keinem Beschluß. Ihre Entscheidung wird sie erst nach d« Rede des Reichskanzlers fällen. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages gab heute ihren Beschluß zur Flaggenfrage dahin bekannt: .,Für den Fall, daß es im Verfolg der sozialdemokratischen Interpellation über die Flaggensrage zu einer Re- greru.ngslrife kommt, ermächtigt die sozialdemokratische Fraktion ihre Unterhändler grundsätzlich z u Verhandlungen über R e u b i (b u n g ber Regierung." Die Reichstagsfraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung wird erst am Dienstag vormittag zu ein.« Sitzung zusammen treten. Sic wird vorher gegen die Mißtrauen ran träge in der Flaggen frage stimmen. Ihre Vertret« sind zum Dienstag vormittag zum Reichskanzler gebeten worden. Wie die Telunion toeifer er» fähri. wird die Flaggendebatte im Reichstagsplenum am D cnötcig noch nicht zum Abschluß gebracht werden. Sie entscheidenden Abstimmungen werden er st am Mittwoch abend stattftnden. an Stelle des weißen Fleckes der Karte von heute eine minutiös gezeichnete Karte treten kann. Wir würden das Luftschiff fo einrichten, daß es ohne Hilfe auf Eis ober Wasser lanben konnte. Wir würben von da aus Meereslotungen und noch vielerlei andere wissenschaftliche Feststellungen über den Pol machen. Es wäre möglich, mit einem Luftschiff, das die genügende Leistungsfähigkeit hat, der Wissenschaft wertvolle Dienste zu leisten, und das tun mir letzt vielleicht gerade! Es ist mir weiter gesagt worben, ob id> glaube, baß bas Luftschiff überhaupt noch eine Existenzberechtigung habe. Man fragt, ob nicht inzwischen das Zeppelin-Luftschiff abgelöst und überflüssig gemacht worden fei durch die moderne Entwicklung des Flugzeuges. In Friedrichshafen haben wir diese Frage nach allen Seiten hin erörtert. Ich muh gestehen, dah wir diese Einwendungen wenig ernst genommen haben, benn diese Einwände find so all wie das Zeppelin-Luftschiff überhaupt, und sie sind trotz aller Leistungen, die wir in Friedrichshafen vollbringen tonnten, immer wieder gemacht worden, ja sogar, als wir bie AmerikasaHrt machten. Jeder Mensch hat ein gewisses Quantum Geduld. Ich meine, davon recht viel zu haben, aber derartige Einwände, die auch trotz aller Taten nicht verstummen wollen, machen mich doch manchmal recht ärgerlich. 3d) bezweifle, daß es 'm drei bis vier Jahren moglid) ist. d-n Atlantischen Ozean mit Flug zeugen überqueren zu können Wir in Fried- richshof« bezweifeln dos mit gutem Recht, weil wir feit langem die Ansicht haben, daß die Grenze der Leistungsfähigkeit für Flugzeuge bei 2500 Kilometer liegt. Ernsthafte Konstrukteure von Flugzeugen wissen das genau. Es gibt bei Flugzeugen ein konstantes Gesetz, um das nicht herumzulomm« ist. Vor einigen Wochen hat zwar ein Flugzeug von Spanien aus den Atlantischen Ozean nach Südamerika üfarquert, und eZ ist nun von Hallrwissenden, technisch Halbgebildeten gesagt worden: Das ist d« Beweis dafür, daß das Flugzeug diese Ausgabe vollbringen kann. Ich hätte am wenigst« Veranlassung, bie Leistung Dieses Flugzeuges h«abAusetzen, benn die Maschine, bie diese Leistung vollbrachte, ist ein Erzeugnis ber Dornier-Werke, ber Tochtergesellschaft bes Zeppelinbaues. Ab« biese ileberauernng iß kein Bcwei? bafür, daß bas Flugzeug der Allantiküb«gueruug gewachsen ist. Bei dem Flug von Spanien aus k .gen die Plloten in Etappen Das Flugzeu^ am auch nicht glatt hinüber, sondern mußte «.ttoa 600 Kilometer von d« Südamerikanischen Küste entfernt aut ben Oze a n ni eher geben unb btc Zufuhr von Benzin durch ein Torpedoboot abwarten Glänzend ist der Wagemut ber Piloten unb die Leistungsfähigkeit des Flugzeuges, bas 16 Stund« lang auf dem Ozean anfern konnte. Hcbrigend erfolgte bie Fahrt mit dem Passatwind. Man kann ja auch bie Flugzeuge größ« bauen, und in b« Tat bestehen hierfür eine Menge Projekte. Ab« auch diese Riesenflugzeuge werben mir Benzin spaz ieren fahren über den Ozean. Je stärker ferner die Maschinen werden, desto stärk« wird natürlich bie Leistungsfähigkeit der Zeppeline sich gestalten, für die die stärkeren Maschinen selbst- berftänbltd) auch Verwendung finden würden. Selbst wenn es gelänge, mit Flugzeugen übet große transatlantische Strecken eine Last zu bringen, die ben Flugzeugverkchr wirtschaftlich machte, selbst bann würde man vielleicht doch unter Hmständen das Luftschiff vorziehen, allein schon d« gröh«en €idierl)eit unb deS ruhigeren Fluges wegen. Ich glaube mit vollem Recht und mit voller Aeberzeugung aus Erfahrung sagen zu können, daß da« Luftschiff die technische Entwicklung zunächst für weite Strecken beherrscht. And ich darf hlnzusügen, daß wir die neuen Luftschiffe mit neuen Ideen unb Verbesserungen bauen, denn wir sind nicht müßig geroefen. und daß hierdurch die Leistungsfähigkeit gegen heute noch um 30 Prozent erhöht werden kann. (Lebhafter Beifall.) Sie haben vielleicht noch allerlei Fragen bezüglich ber Sicherheit unb der Möglichkeit, ein Luftschiff in durchaus zuverlässig«, sicher« Weife zu navigi«en und zu fahren. Ich könnte allerlei mehr oder weniger theoretische Ausführungen machen, um Ihre Bedenken zu zerstreuen. Fest steht jedenfalls, daß ein Luftschiff auch sicher ist in Gewitter stürmen. Selbstverständlich kann ein BI'.' in das Luftschiff einschlagen, wie « bas schon oft getan hat, aber damit haben wir immer gerechnet unb unsere Maßnahmen entsprechend eingerichtet. Infolgedessen ist bet Blitz ungefährlich, solange es noch gut erzogene Blitze gibt. Bish« ist es ben Blitzen nur möglich gewesen, gelegentlich einmal untere Funkenstation zu zerstören. Hierauf ging Dr. Eckener zu einer Schilderung ber Ozeanüberquerung mit dem Z. R. Ill über, um dadurch den Beweis zu liefern, daß die Besatzung im unwandelbaren Gefühl der Sicherheit diesen weltgeschichtlichen Flug vollbracht hat. Die fesselnde Erzählung, die vielfach von prächtigem, urfpriingüdKin Humor gewürzt war, und die Zuhörer außerordentlich in Spannung hielt, war in der genußreichen Rede Eckeners ein gar köstliches Stück für sich, zeugte aber auch non der feinen Beobachtungsbabe und psychologischen Einfühlung, die den Kapitän in den Stand fetzte, wertvolle Aufklärungen über dieDolksstimmung in Amerika nach dem Gelingen ber großen deutschen Tat zu geben. Am Schlüsse seiner großangelegten Red« sagte Dr. Ecken« weiter: „Wir werden nur Wied« hoch kommen, wenn wir die innere Kraft wiederfinder.. Dazu ist nötig, dah wir ben Glauben an uns selbst wiederbekommen. den Glauben an unsere Mission, bah wir uns Wied« bewußt werden, ein wie tüchtiges Volk wir sind. Das ist ber wichtigste Erfolg. der gibt uns die Garantie, daß wir Wied« cmfsteigen w«den. Werrn Die s o die Angelegenheit des Zeppelinwerkes betrachten, bann werden Sie «kennen, welche moralischen Eroberungen wir in der Welt machen können, wenn wir dieses W«k stützen und fördern, wie es dazu dienen kann, uns Glauben unb Hoffnung Wied« zu v«schafsen. Sie werben dann auch ganz genau wissen, wie Sie sich zu stellen haben zu dem Appell, ben wir für bas Zeppelin-Luftschiff werk «lassen hab«, und ob Sie dieses Werk hinsink« lassen wollen ob« nicht. Alle materiell« Aufw«bung« soll« dazu bi««, dieses Werk zu erhalten unb damit zum Ausdruck zu bringen, dah wir alles tun wollen, geistig unb technisch, bas führende Volk zu bleiben und die Stellung Wied« zu erring«, auf die wir einen gerecht« Anspruch hab«. (Langanhaltender, immer Wied« einseh«der. stürmischer Beifall.) Hi«auf intonierte die Kapelle bas Deutschlandlied, baS vo-n ber begeistert« Menge stehend mitgesung« würbe. Im Anschluß an die große Rede des Gastes sprach Stub. Scheel im Rain« ber Gießener Studentenschaft herzliche Dankeswort« an Dr. Eck«« für sein Erscheinen unb seine anfeuernben Worte) « ermahnte bie Jugend, t m Geiste Zeppelins und GckenerS am Wiederaufbau des deutschen Dalerlandes zu arbeiten, imb kommandierte zum Schluß zu Ehren Dr. Gcken«s ein« Salamcrnd«. In mustergültig« Orbmnxg leerte sich hierauf die Dollshalle von ber Riesen- berfammtmrg. DerMelzug der Studentenschaft In ber Kaiserallee stellte sich bie Studentenschaft: mit lodernden Fackeln um' webenden Fahnen in zwei langen, eindrucksvollen Spalier« auf. die Dr. Eckener, jubelnd begrüßt, im Auto langsam durchfuhr, um dann an der Spitze des imposant« Fackelzuges in fein Quartier zurück- ziachreii. Eine riesige Menschenmsnge säumte bie Marschstrahen und brachte bem Bezwinger des ozeanischen Luftraumes herzlichste Ovationen bar. Bor dem Hotel Schütz hatte sich mittlerweile eine unübersehbar große Menschenmenge angefammelt, die Zeuge der Ehrung Eckeners durch die Studentenschaft sein wallte. Gegen elf Uhr fuhr der Gast vor dem Gebäude nor, van der Menge mit brausenden Hochrufen empfangen. Kurz darauf rückte der Fackelzug unter den Klängen flotter Marschmusik der Kapelle Topp heran und nahm vor der Wohnung Eckeners Aufstellung. Es war ein außerordentlich eindrucksvolles Bild, das die riesige Menschenmenge und die lange Reihe der Fackelträger dem Auge darbot. Zm Nomen der Gießener Studentenschaft dankte cand. jur. Jüngst Herrn Dr. Ecken« herzlichst ffir seinen Besuch, ber für Gießen unb bie Studenten allezeit eine freudige Erinnerung sein werde. Er hoffe, daß auch Dr. Eckener immer gern an bie Stunben in ber hessischen Musenstcibt an ber Lohn zurückdenken werde, und daß er möglichst bald wieder hierher zu rück lehren, aber hoch über uns in der Luft, mit dem neueft« Werke ber deutschen Technik. Dr. (Gefeiter bankte ben Kommilitonen mit herzlichen Worten für bie Aufmerksamkeit, die ihm ein nußerordentlicyes Erlebnis sei, unb in ber zu seiner Freude bie u n • gebrocheneBegeisterungsfähigkeitber beutschen Jugend und ben festen Ausdruck des Willens erblicke, Deutschland wieder emporzubringen. Er erblicke eine hohe Ehre für sich in der Tatsache, dah dieses Gelöbnis durch die flammende Begeisterung in seiner Gegenwart zum Ausdruck komme. Nur mit Zuversicht und Mut würben wir weiter kommen. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf bas geliebte deutsche Vaterland schloß Dr. Eckener seine freudig aufgenommene Ansprache. Rack bem Gesänge bes Liebes „Burschen heraus!" rückten bie Kommiliton« zum Oswalds- gart« ab. wo bei ben Kläng« der Musik die Fackeln zusammengeworf« wurden. Allmählich verlief sich auch die Hauptmasse der Dsvolle- rung vor dem „Hotel Schütz", so daß fchsieß- Tid) — da außer einem «gen Kreis von Herren niemand bekannt war. daß Dr. Eck«er noch am selb« Abend weiterreis« werde — nur noch etwa 40 bis 50 Personen vor dem Hotel sich aufhielten Hüter deren begeisterten Zuruf« begab sich Dr. Eckener gegen 11.45 Hhr im Auto zum Bahnhof unb trat mit bem Berliner Rackt- schnellzug um 11.50 ab Gießen bie Weiterreise nach Berlin an. Gin großer Tag in ber Geschichte unserer Stabt Gießen ist verrauscht, seine Gin- brilcfe aber werden in Zehntausenden von Herzen und Köpfen weiter fe^enbig bleiben und Mitwirken an her Fortführung bes Werkes des Grafen Zeppesin unb Dr. Hugo Eckeners. “hetts. -?r^L on bos fi. 1 flthört Q »kb Me| >' Mchast H Mr Studeiü»- eine cnfeuonben tb. Im Seist« am Steterauf- u abeM mth m Sr. Sckeners [tiger Grimma c««t bet IWct« °tag. ? W di« x, »fe S W m«n V -Denwnsi fi1 2IB9rer6- ton«tenS Tie 2u, btt Akratisch« 3ii. bet6tbfltiM. dtag. f Tagesorbmmo ^!te Äeratuno Walter bei Deg^cheib« tUegcnbeit An- ie„^ deutsch« '■''wen Hit ba« ianbbeulsch. Etlichen SM. Ugemeintn Aus- er Parteien be- iihmann bie ^unterricht, er kritisiert, bah handeit würben LolkSschulen und ■ Sin demvkrati- Ansicht, bah in mben Spra- en Mhten. Sin jen Deainigung )ti, teö es an lltutminister Vr. i Schulen für ihn w« «»»SÄ ■es* r ^7.»eit bet Ito»*11'’ Seaeifft" ÄS »rt *Ä »«: WA tu IsllnäbU- M. DrvöNe' ff-1 schließ' k-L Herren ■r«>s trt,n„n* am Scken-r^^ be " Äel fid) ÄdfeS s < r a I'L.U-" ••’S?* ätscht, fetten E mit' ÄcrH H igf * »grüßt im 2iüc n du Lpitze W Quartier zurück- nenge säumte di« : Äzvmgu M e Ovation« dar ! miitlerweite «hie igf onqeianwtt rd> bie Studenten, uhr der M W te mit braulenden , nickte der ^chmusik der Samt her Dahnui'S in außerorbentfidi ne Mnschemnen^ Iträaer dem W benlenidja'! Mn!« jener herM^ jnb die a sein »erbe. $ irner gern «• jj ltad' ?n det W •r mogu-W D0* en, abu d » nlt dem neuesten te Httteltnmff untere# ®efamtMtbung^aufbaue# stehen. Deshalb hab« er Wert darauf gelegt dah bie BollSschullehrer bi« höhere Schule durch- machen mühten. Weiterberatung DienStag. Vie Genfer Studienkommiffion. Gens, 10.2HaL (Dolfs.) Der Prüfungs- auSschuß für bie Zusammensetzung des DöUer- bundsratS hat heute vormittag in geschlossener Sitzung unter dem Dorsitz von BundeSrat Motta feine Arbeiten ausgenommen. Motta wurde sofort einstimmig zum Präsidenten des Ausschusses gewählt. In der anschließenden öffentlichen Sitzung gab zunächst Lord Robert Cecil ein Srvrsee über bie vom Ausschuh zu behandelnden Fr 'nen bezüglich der Umbildung deS Dölker- bunbeitali. Sc i a t o j a - Italien erörterte die wesentliche T-bcutimg der Unterscheidung in ständige und nichtständige Ralsmitglie- bct. ?ie .Zahl der ständigen AatSsitze solle nach tr- Au'sassung des Völkerbunds Pakt es nur mit d m Gintritt von Deutschland, der Ber- c i iqtcn Staaten ober Rußland von Fils tu Fall erhöht werden. Die Zahl der nicht - [ > .'. n AalSmitglieder sei bereit# früher im lick auf die Möglichkeit des Beitrittes von Dru.söland von vier aus sechs Staaten erhöht tr'- 'cr. was im März dieses Jahre# vollständig aur,cr acht gelassen wurde. An dem Grundsätze der Einstimmigkeit der RatSbesch-lüss« müsse U^cr allen Umständen feit gehalten werden. Damm i ie praktische Anwendbarorit der (Sinftinnnig- keilöklausel übrig bliebe, darf eine wesentliche Erhöhung der AatSmitglieder nicht in Erwägung gezogen werden. Die Zahl der nicht-ftändigen AatSmitglieder kann im äußersten Falle nur um zwei bi# drei erhöht werden. Mil zehn AatSmitgliebern ist bas Ar- beiten des DölwrbundSrates sehr schwer. Mit zwanzig wäre der Aat nicht mehr arbeitsfähig Die Nachmittagrsitzung begann mit einer grast angelegten Rede Paul Doncours, in der er drei ihm wichtig erscheinende Gesichtspunkte in den Dor- bergrunb stellte 1. müsse die Einstimmigkeit des Rates aufrechterhalten werden, wenn man nicht den Völkerbund gefährden wolle. Es schwebe ihm persönlich als Ideal vor, dast die Einstimmigkeit, flau {ei für einige ganz genau zu bestimmende Fälle in einer späteren Zukunft aufgehoben werden müssen. Er nannte vor allem die Feststellung des Angreifers bei kriegerischen Konflikten, wobei er deutlich auf den Berliner Vertrag zwischen Deutschland und Rustland anspielte. 2. Betonte er die Zweckmäßigkeit imd Wichtigkeit des deutschen Eintritt» in den Völkerbund, doch müsse, um einen natürlichen Ausgleich herbeizuführen, d i e Zahl der nicht st ändigen Mitglieder gleichzeitig erhöht werden. 3. Warnte er vor icbem Beschlust, der durch die Vollversammlung in Form eines Ziifaftantrages dem Völkerbundspakt an- flefügt werden könne Weiter streifte Paul Boncour die Möglichkeit, auf ftänbige Ra 1 ssifte Überhaupt zu verzichten, worin er ebenfalls ein Ideal erblicke, für dessen Verwirklichung bie Zeit noch nicht gekommen sei. Der japanische Delegierte S a 11 u b a stimmte im wesentlichen den von Senator S c i a l o j a ain Dormittag gemachten Ausführungen zu. CHud) er vertrat bie Einstimmigkeitsklausel tm Aal und lehnte eine allzu weit gehende Erweiterung bes Aates ab. Die Aebe des schwebischsn Unterstaatssekretärs Sjoeborg bedeutete den Höhepunkt deS Tages. In ben Mittelpunkt seiner Ausführungen Hellie er bie vom schwedischen Außenminister Minden bereit# im März vertretenen Gedanken, bah bie Zahl der Aatsmitglieder unter kerne n Umständen, abgesehen von der Aeu- wahi Deuific Einstimmigkeitsllaufel tm Aat nicht aufrecht erhalten lassen. Statt bellen müsse ein turnrisgemöhes Ausscheiden der Aatsmitglieder angestrebt werden. Un- sererfeits werde eine Erhöhung der ständigen Aatssihe in keiner Weife durch den Dölker- bundspakt u -d church bie Abfichten feiner Gründer. vor allem deS Präsidenten Wilson, gerecht- fertig' Der Völkerbund müsse daher endlich das Prestige der Dollverfammiung wahren und jebe Aenderung, die ihren Ein- flutz elnschrönken könne, ablrhnen Zum Sa-Iuh foracb der Delegierte Chinas, der ben bekannten chinesischen Standpunkt vertrat. bah der gleichmäßigen Vertretung der einzelnen Äontincnte stärker Rechnung getragen werden müsse. Auch China hätte auf einen ständigen Ratssitz Anspruch. Der Vorsitzende, fahte hierauf knapp das Ergebnis des ersten TaaeS zusanTmen. In zwei Punkten sei Ueber- einfttmmung erzielt trorben: 1. hatten sich olle Delegierten für die Ein stimmigkeitsflau sel des Aales ausgesprochen und zweiten# hatten sie die Anschauung vertreten, dah jeder Beschluß vermieden werden müsse, der zu einem Zusahantrage des Völkerbundpaktes führen könne Ein Vorschlag Jugoslawiens. ® en f. 10. Mai. (WD.i Die jugoslawische Aegierung hat an das Völkerbundssekretariat ein Schreiben gerichtet, in dem für die nichtständigen Aatsmitglied« ei» System voegeichla- gen wirb, durch ba# diese nicht nur ihre eigenen Interessen, sondern auch diejenigen von bestimmten Slaatengruppen. zu denen sie gehören, zu vertreten hatten, so dah jeder Staat jederzeit mindesten# indirekt im Aate vertreten wäre. Zu diesem Zwecke schlägt Jugoslawien die Schaffung von ,h a l b st ä n d i g e n" Aatssitzen vor. die für die Dauer von 6 bis 8 Jahren an die Kleine Entente, bk skandinavischen Länder und südamerikanischen Staaten vergeben und etwa in jedem eiten Jahre im Turnus von den einzelnen itgliebtrn dieser Slaatengruppe besetzt würden. Die Kategorie der kleinen Staaten soll unter geringfügiger Erhöhung der Gesamtzahl der Aatsmckgsieder Vertreter mit einjährigem Mandat für den Aat entsenden. Frankreich und die Abrüstungskonferenz. Paris, 10. Mai. (WB.) Nachdem das .Journal" heute vormittag in einem offenbar beeinflußten Artikel die Instruktionen bejprach, die der französische Delegierte bei der Entwaffnungsconferenz des Völkerbundes, Paul Bo n c o u r, erhielt, behandelt der „Tcmps“ in einem Artikel heute abend die gleiche Frage. Beide Blätter treten energisch dafür ein, die Entwaffnung zu Land zu gleicher Zeit mit der zur See und in der Luft zu diskutieren. Nach dem „Temps" werde es eine wahre Ungerechtigkeit bedeuten, wenn man die Verteilst' gungsrnittel der .Nationen verringern wollte, die gezwungen feien, sich hinsichtlich ihrer militärischen Macht stärker zu organisieren, weil ihre geographische Lage in Europa sie Angriffen aus- sefte, während es andern Ländern, die sich hinter dem Ozean in voller Sicherheit befinden, freistehe, um den Ozean zu beherrschen, eine M a ch t des Meeres zu organisieren, die ein ebenso betracht- liches Erober''ngs. und Bcherrschungsmittel fei, wie ein starkes Landheer. Der „Temps" fährt dann unter Hinweis auf die Beteiligung Deutschlands on der Entwaffniingskonseren^ fort, die Deutschen wollten offenbar die Möglichkeit, die ihnen die Debatte über die Einschränkung der Rüstungen biete, dafür benutzen, um die Frage der effektiven Abrüstung der alliierten Mächte im Verhältnis, in dem Deutschland durch den Versailler Vertrag abaerüstet worden sei. aufzuwerfen. Die militärischen Klauseln dec- Versailler Vertrags müstten auf jeden Fall aufrediterhalten werden und unter keinem Vorwande dürfte die Rede davon fein, fie ouf andere Mächte auszu» dehnen. Ein neues ‘Bombardement von Damaskus? Paris, 10. Mai. (Wolff.) Der Korrespondent der „Chikago Tribüne" in Damaskus berichtet, die Franzosen hätten nach 15|'tantugem Bombardement durch Geschütze verschiedenen Kalibers und durch Luftangriffe das Stadtviertel Midan von Damaskus, wo sich die Drusen hinter Barri- kaden und in den Häusern verschanzt hätten, v o l l - ständig zerstört. Dieses Bombardement hätte an Heftigkeit und Dauer das vom vorigen Jahr übertroffen. Französische Offiziere hätten dem Korrespondenten mitgeteilt, sie hätten nach der Beschiestung in den Straßen die Leichen von 56 Aufständischen gezählt, während Eingeborene erklärten, dast während des Angriffs 300 ihrerLandsleute getötet worden seien. Jin Verlaufe des Straßenkampfes hätten die Franzosen drei Verwundete zu verzeichnen gehabt. Das Stadtviertel stehe n v ch i n Flammen, und es sei kein Wasser zum Löschen vorhanden, weil man kürzlich die Zufuhr abgeschnitten habe. Eine Bestätigung dieser Meldung lag zur Stunde nicht vor. Die Kampfe in Marokko. Paris, 10. Mai. (WTB.) Das amtliche Kom muniquS über die Lage in Span i/ch -Marokko besagt, dast gestern die spanischen Truppen im Ab schnitt Ajdir ihren Vormarsch wieder aufgenommen haben unb sämtliche Höhenzüge des Moraboe eingenommen hätten, nachdem sie den heftigen Wider- stand des Gegners überwunden hotten, der etwa 40 Tote mit ihren Waffen, 6 Maschinengewehre, ein Munitionslager unb viel Kriegsmaterial in ihren Händen gelassen habe. Im Abschnitt Melila habe eine Mteilung Suk-el-Zelato-Aslef besetzt unb eine feste Verbindung mit ben französischen truppen bei Acrar-N'Terial hergestellt. Nörblich von Tnbuba ist auch von hen Franzosen eine Offensive in Richtung auf bas Gebiet der Beni Mestara einaele'tet worben. Der Gegner habe vor ben französischen Linien neue Gräben ausgehoben, nachbem er bie alten wegen des Bombardements französischerseits hätte räumen müssen. Nach den ersten Nachrichten entwickle sich die Offensive erfolgreich. Hm R Uhr hatten bie Franzosen s2(mama. Kofelgbul. Kella-bes-Dukara unb Bar-el Kebir erreicht, ohne auf ernste Schwierig- feiten geflohen zu sein. Sie stänben im Gebiet her Pu Jtorra. Vorn östlichen Frontabschnitt sei nichts zu berichten. Die Stabilisierung des Franken. Paris, 9. Mai. (Wolff.) Die »Aeuhvrk Herold" meldet aus Aeuyork. der Gouverneur der Fedcrol Aeservebank von Aeuyork, Gouverneur verhandelte gegenwärl^ bi London mit dem Gouverneur der Lank von England, A o r m a n, über das Problem der Stablliskr-ung des Franken. Ss sei ein Fortschritt in den Verhandlungen erzielt worden. Sobald der gegenwärtige Streik beendet sei, würden Einzelheiten über die Plane, die alsbald in Kraft treten dürften, bekannt werden. Strong und Aorman planten außerdem eine gemeinsame ‘Reife ^nach Amerika, um zwecks Verhandlungen nicht nur für die Stabilisierung des Franken, sondern auch für die Wahrung anderer Länder deren Finmrzlage au studieren. Der für die Stabilisierung des französischen Franken zu gewäbrende Kredit werde mit 100 bi# 300 Millionen Dollars angegeben Unveränderte Streitlage in England. London. 10. Mai. (WTV.) Tine amtliche Mitteilung besagt. Im allgemeinen herrscht Ordnung im Lande. Aus dem Gebiet der Lebensmittelversorgung bleibt die allgemeine Lage befriedigend. Die Zahl der freiwilligen Dockarbeiter nimmt zu. Der Postdienst funktioniert im allgemeinen befriedigend. Die Streikbekämpfung durch die Regierung wird hon Tag zu Tag wirllamer. Hinzu kommt, daß sich der Streik als solcher auf verhältnismäßig wenige Punkte konzentriert. So stark die Deeinträchtigung der Wirts b ^i durch Stillegung des Verkehrs auch sein rr . V zeigt sich doch immer deutlicher, daß der Angriff auf zu schmaler Front erfolgt ist. Aur ein kleiner Bruchteil der englischen Arbeiterschaft ist gewillt, zu streiken. Da der Gewerkschaftsrat den Streit gern ablehnen möchte, wird er bald völlig einflußlos werden. Aadaulusttge Elemente werden dann den weiteren Verlauf des Streiks bestimmen, der dann nur mit der völligen Aiederlage der Arbeiterschaft enden kann. 2n politischen Kreisen verlautet, daß Gerüchte, wonach der König beabsichtige, zu unter- öcnicren, völlig unbegründet sind. Es werde dagegen für möglich gehalten, dast eine Sitzung des Geheimen Staatsrateö bevorstehe, in der dem Regierunasversprechen. wonach die bei der Arbeit Verbleibenden gegen den Verlust von Gewerkschaftegeldern, Pensionsgcwährung und gegen alle Repressalien geschützt werden sollen, Wirksamkeit verliehen werden wird. Es werde außerdem erwartet, daß das volle Gewicht der Regierungsmaßnahmen, die der Streikbewegung entgegenwircen und sie zum Scheitern bringen sollen, innerhalb der nächsten Tage fühlbar werden wird und im gleichen Augenblick gesetzgeberische und andere Aktionen unternommen werden, um die größtmögliche moralische Wirkung hervorzurufen. Vie Tumulte in Schottland. In Glasgow wurden Samstag früh zahlreiche £ ‘'en geplündert, und es kam zu vielen /nsammenstöhen mit der Polizei, besonders n einem östlichen Bezirk. Als die Polizei der Menge nicht Herr werden konnte, wurden weitere Polizisten und Hilfsfchuhleute aus anderen Teilen der Stadt herbeigeholt. Die Prllzei wurde mit Töpfen Pfannen, Eisen st angen und Hämmern beworfen, die Polizisten wurden aber nicht verletzt. Heber 60 Verhaftungen wurden vorgenommen. Am Abend kam es im Süden und Osten der Stadl zu neuen Unruhen. Landenfenster wurden zertrümmert und Waren, besonders aus Schuh!ä\-n entwendet. Polizei und Hilssschuh- leute f' en bis zum frühen Morgen einen schwer: ii Stand. Zahlrrnche Knüppelangriffe wurden gemacht. Es wurden 72 Verhaftungen vorgenommen. so daß die Zahl der feit Donnerstag abend Verhafteten auf über 200 gestiegen ist. Eine Anzahl Verhafteter wurde zu drei Monaten Zrrchthaus verurteilt. Viele Fabriken in e^oltlanb muhten infolge der älnmöglichfeil, ihre Produkte zu befördern schsießen Bei E d i n b u r g ereignete sich ein Zug- zusaminensloß, wobei drei Personen gelötet wurden. In ber Nähe von Newcastle entgleiste ein Zug. Es würbe ein Reifender verletzt. Die Lage im Lande ist im allgemeinen wieder ruhig, jedoch scheint bie Stimmung gereizter zu werben. Die Hochöfen in 92 Stahl- unb Zinkplaltenwerken, bie sich größtenteils in Swansea unb Umgebung besinben, finb sämtlich erloschen. Don zustänbiger Seile wirb erklärt, es werbe außerordentlich hohe Kosten verursachen, sie wieder in Gang zu setzen. Die seit bem Streik von 1921 gewonnenen Absatzgebiete seien jetzt unwiberruslich verloren. Unter ben freiwilligen Arbeitern besinben sich viele Universitäls- ftubenten. Streikdebatte im Unterhaus. London, 11. Mai Am Montag übte Lloyd George im Unterhaus scharfe Ärv til an dem Kabinett, die bei den Konservativen einen Sturm der Entrüstung hervorrtej. Er führte Beschwerde, daß ein Brief des Erzbischofs von Canterbury, in dem dieser greifbare Waffenstillslandsvorschläge machte, zuerst an die offizielle Funkspruchableilung. gesandt, von dieser jedoch nicht verbreitet worden fct Ebenso wenig habe die offizielle .British Gazetk" den Brief des Erzbischofs her- öffentlich! Auf bk Anklagen Lloyd Georges, die von der Arbeiterpartei mit Beifall ausgenommen wurden, antwortete Churchill und verfprach. daß der Brief des Erzbischofs Io bald wie möglich in diesem Blatt veröffentlicht werden soll. Weiter erklärte Ehuvchill, es sei notwendig geworden, vorläufig alle# Druckpapier zu requirieren, ba# sich für bie Herstellung ber von der Regierung herauSge- gebenen Aotzeitung .British Gazette" eignet. Das neue polnische Kabinett. Warfchau, 10. Mai. (Wolff.) Dem Piastenführcr Witos gelang es nunmehr, ae- meinfam mit der Rechten und der nationalen Arbeiterpartei gegen die Opposition der Linken eine Regierung zu bilden. Viele Mitglleder de# zurückqetrelenen Kabinett# Slri)nfsis behalten ihre Portefeuilles. Das Außenministerium, da# Krkgsministerium und das Innenministerium wurden neu besetzt. Skrhnssi lehnte die neuerlich angetragene Mitwirlung an der neuen Regierung ab. Dem polnischen Gesandten in Bukarest, Wie- lowiejssi, wurde angeblich der Dorfchlag gemacht, das Außenpvrtefeuille zu übernehmen. Seine Antwort soll noch ausstehen. Die vier Koall- tionSparleien, aus die sich die neue Regierung Witos stützt, verfügen im Landtag nicht über eine Mehrheit, doch dürfte da# Kabinett auf bie wohlwollende Neutralität der christlich-nationalen Monarchisiengruppe rechnen können. In Kreisen der polnischen Linken kündigt man schärfste Opposition an. Deutscher Abstimmungsfieg im Hultschiner Ländchen. Gleiwitz. 11. Mai. (TU ) Die gestrigen Gemeinderatswahlen im Hultschiner Ländchen endeten trotz des starken tschechischen Terrors mit einem überwältigenden Siege der Deutschen. So erhielten in Ära- warn die Deutschen 24 Mandate, während sich die Tschechen mit nur sechs Mandaten begnügen mussten. Ans aller Welt. Byrds Polfahrt. Wahrend A m u n d s e n auf Spitzbergen schon seit geraumer Zeit auf gutes Welter wartet und der Australier W i l k i n s über jeden seiner kurzen Flüge im Polargebiet lange Berichte an die Presse weitergeben läßt, hat der Amerikaner Byrd ohne viel Aufhebens zu machen, in alter Stille in Kingsbay auf Spitzbergen seinen Fvller- Eindeckec bestiegen und einen energischen Vorstoß zum Pol hin unternommen. Rach den bisher vorliegenden telegravhischen Meldungen will er das heißersehnte Ziel alter Rordpolfahrer erreicht und dreimal umkreist haben. Von hier aus läßt sich selbstverständlich nicht feststellen. ob seine Angaben den Tatsachen entsprechen und ob er wirklich den Rordpol erreicht hat. Der Vorstoß des Amerikaners Byrd Hal mit ernster Forschertätigkeit nicht# zu tun, e# handelt sich hier lediglich um ein sportliche# Unternehmen. Er hat jedenfalls gezeigt, daß e# möglich ist, mit einem leistungsfähigen Flugzeug den Pol zu erreichen. Arnundsen will nun. angefeuert durch den Byrdschen Erfolg, mit seiner „Rorge" in den nächsten Tagen ebenfalls aufbrechen. Da er aber schon einmal Schiffbruch erlitten hat, muh man auch jetzt seinem Unternehmen rocht skeptisch gegenüberstehen, des- sen Bedeutung schsiehlich auch nurreinfporl- licher Ralur sein kann, da die „Rorge" viel zu llein ist. um am Rordpol niebergehen unb bort längere Zeit für Forschungszwecke bleiben zu können. Amunbsens Start ;um Rordpol. Oslo, 10. Mai. (WTB.) Rorges HanbelS- — vg Sjöfartslidende erhielt folgendes Telegramm aus Trvmsö: Das hiesige geophysische Institut Hal von Arnundsen ben Auftrag erhalten, von morgen früh ab, alle Wetternachrichten von nordnorwecstschon und nordrussischen Stationen zu senden. Dies dürfte auf einen Start am morgigen Tag hinbeuten. Das Wetter ist andauernd ausgezeichnet auf Spitzbergen. Wettervoraussage. Halb bis ganz b-?bcckl, weitere Regenfälle, keine Nachtfrostgefahr, südliche bis westliche Winde. Ein neues Islandtief hat den vorübergehend über Mitteleuropa aufgetretenen Luftdruck schnell zurückgebrängl unb mit seiner Regenfront, bie gestern noch über Großbritannien lag, unser Gebiet erreicht. Die unter bem Einfluß von süblicher Luft eingetretene Erwännung wirb keine durchgreifenbe sein, ba unser Gebiet allmählich von der bas Tief bis auf feine Sübfeite umfpülenben kälteren Luft erreicht wirb. Gestrige Taqestemperaturen: Marimum 13,1 Grab Celsius, Minimum Ich Grab Celsius, Nieder- schlage 0,3 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 6,4 Grad Celsius. 2 gut möblierte innrer zi) verniie.cn l,«-? Stcvbanstraße 6. 1Ö8L WMl » "■•nuteten k n» !v danlane «. tos. Ml Zimmer frei. Tel. 1083. ^telienangebotej Kleiner Landwirt in ben 50er Satiren, mit 1 Kind. Besitzer von 9 Morgen Land, einem neuen Cefo- nomiegebäube. schuldenfrei sucht eine in all.3lrb.erf. Hanihil- teriB unges.i. d. 40 I., evtl. Am. fpätHelrit. Witwe m Ktnb nicht ausgefchl. Schr.Ang. ». 4208V a.b.Gß.«n». Reisende! 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Auch ich halte diefran zöfische Gefahr für die größte und m i t mir der Adel und die große Mehrheit der klerikalen Partei.* * Der Bericht fährt bann fort, daß der Minister Präsident und Kricgsminister de Brocgueville dem Militärattache bei einem Gespräch über die belgische Armeeresorm gesagt habe: „Wenn ich der Generalstabschef von Deutschland oder auch von Frankreich wäre, und das strategische Jntereste, das Wohl meines Vaterlandes erforderte es. so wurde ich leinen Moment zögern, neutrales Gebiet zu betreten und mir den Durchmarsch zu erzwingen (frayer le passage). Das ist |o selbstverständlich, daß ich mich gegebenenfalls (le moment donn6) nur über das Gegenteil wundem würde." gez. von Klüver. Major hn Generalstab Schreiben des (veneralftabschess von Rloltke an den Staatssekretär des Auswärtigen Amts. Berlin, den 18. Dezember 1914. Euerer Exzellenz beehre ich mich auf die mir übersandten Auszüge aus dem Französischen Gelb buch dos Folgende zu erwidern: Eine Unterhaltung S. M. des Kaisers mit dem König von Belgien, bei der ich beteiligt gewesen, hat nicht stattgefunden. S. M., der König von Belgien, hat mich bei seiner letzten Anwesenheit im Neuen Palais zu Potsdam nach Tische in eine Konversation gezogen, S. M. der Kaiser war dabei nicht zugegen. Der König erzählte mir, daß er wiederholt den deut schen Manöoem inkognito als Zuschauer beigewohm habe und gab in offener Weise seiner Bewunderung für die deutsche Armee Ausdruck. Es kam im Laufe der Unterhaltung zu einem Vergleich der deutschen und französischen Armee, der indesten rein hypothc tisch behandelt wurde. Ich habe bei dieser Gelegenheit meiner Ueberzeugung nachdrücklich Ausdruck verliehen, daß unser f)eer dem französischen sich an Ausbildung und innerem Wert überlegen zeigen werde, wenn es einmal zu einem Zusammenstoß tommen sollte. Daß der Krieg von uns gewünscht werde, habe ich nicht gesagt, es auch gar nicht sagen können, weil ich nie im Zweifel darüber gewefen bin, daß ein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland gleichbedeutend mit einem allgemeinen europäischen Kriege sein und für Deutschland den schweren Krieg nach zwei Fronten bedeuten werde. Ich bin nie so frivol gewesen, diesen Krieg zu roün schen; allerdings habe ich dem Könige gegenüber meiner Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß bie Kraft bes deutschen Volkes sich in einer bie Wett überraschenden Weise zeigen werde, wenn Deutsch land angegriffen werden sollte. Dann werde das Volk zur Verteidigung feiner nationalen Existenz wie ein Mann zujammenstehen. Ich stelle es auf das bestimmteste in Abrede, daß ich gesagt habe, ich halte den Krieg für notwendig und nnoermeidlich (that war was necessary and inevitable) und ebenso, daß wir jetzt ein Ende machen müßten (cette fois il faul en finir). Diese Unterhaltung wurde zwischen dem König und mir unter vier Augen geführt. S. M. der Kaiser nahm cm derselben nicht teil, ebensowenig hab« ich an einer Unterhaltung teilgenommen, die zwischen den beiden Monarchen stattgefunden hat Was die Aeußerungen anbetrifft, die DL «am bon mir in seinem Bericht oom 6. Mai 1913 in den Mund legt, und über deren Quelle er sich nicht aus spricht, so erkläre ich dieselben von Anfang bis zu Ende für erfunden. Der Verantwortlichkeit meiner Stellung wohl bewußt, bin ich nie jo unvorsichttg gewesen, mich, fei es in größerem oder kleinerem Kreise, außerhalb meines engsten Militär-Ressorts über eine eventuelle Kriegführung unsererseits zu äußern. Alles, was M. (fambon als meine Aeuße nmgen mitteilt. Ist entweder von ihm ober seinem Gewährsmann erfunden. gez.: Moltte. Tagung des Reichsdundes der Kriegsbeschädigten, (Bau Hessen. WER. Mainz, 9 Mai. Gestern und heute Hand hier der 2. Vautag des Gaues Hessen des Reichsbundes de rKriegs- beschädigten (ehemalige Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebene) statt, zu der aus allen bes 20. Jcchrhunberts. Dem steht gegenüber bie fast Brucknersche Naivität unb Unmobernitöt eines geborenen Provinzialen, ber bei ben alten Meistern wie kaum ein Zweiter zu Hause gewesen ist, ber ähnlich in Seb. Bach lebt, wie Bruckner innerlich bei Palestrina beheimatet war, unb in einer höchst unzeitgemäßen Strenge ber Mittel sich unter Ewig ieitslidjter stellt. Bon hier gesehen ist Reger keine Zivilisations-, jonbem eine ausgesprochene Kultur gestatt, unb seine künstlerische Erscheinung gehört zu ben ehrroürbigsten unb bedeutsamsten des legten Menschenalters. Je tiefer man in jein Werk einbringi, desto mehr fesselt die fraglose und unbedingte Deutschheit seiner Tonsprache, die sich schon im Notenbilde sehr auffallend kund tut. Genau wie bei Bach, Beethoven, Schumann, Hugo Wolf ist sein Notenbild ausge sprachen gotisch überladen, eine wenig übersichtliche, aber unendlich liebevoll durchgeführte Graphik, und auch in geistiger Beziehung spürt man immer jenes urdeutjche Uebermaß aus Leidenschaft, das lieber jede Form sprengt oder zum Uebermaß ausweitet, um nur ja alles irgendwie Sagbare bis zum Aeuher- ften auszudrücken. So erscheint Reger gerade in den Werken, die seit seinem Tode in unwiderstehlichem, stillen Borrücken sind, d. h. besonders den Orgelwerken der Weidener Jugendzeit, als ein großer Expressionist lange vor der Geburt dieses Schlagwortes, aber gleichzeitig auch als ein ehrfurchtgebietender, mathematiknaher Baumeister feiner Kunst. Es hat manchem zunächst so scheinen wollen, als sei dann der spätere Reger, der sich zu einem mufter« gültigen Gleichmaß gebändigt hatte, etwa der Meister der Mozanvariationen, eine Art Ueberläu- ter zum Akademikertum geworden. Aber nichts roäre törichter, denn diese Auffassung als eines Verräters an sich selbst. Vielmehr muß man das Gesamtwert Regers als ein Bruchstück betrachten, in dem nach dem ersten Aufftieg zur technischen Beherrschung der Mittel die uns heute so überraschend ericheinende, dionysische Epoche sich als Sturm- unb Drangabschnitt barbletet. Was bann als geglätteter Stil feiner Meininger Hoskapellmeisterjahre aussieht, ist in Wahrbeit als lleberqang zu der eigentlichen Meisterzeit zu verstehen, aber leider kam diese selbst durch den plötzlichen Tod des Komponisten nicht mehr zur Entfaltung. Wir wissen von einer ganzen Reihe gewaltiger Pläne des Meisters, u. a. zu einer ersten Simonie, bie nicht mehr zur Ausführung gelangt sind, und ein Wort von ihm aus feinen letzten Lebenstagen ist bezeichnend für den iragifchen Abbruch seiner riesenhaften Entwicklung: , Ach Kinder, ich fange jetzt erst richtig an". Das Dorrücken seines Lebenswertes hat vor allem deshalb etwas so ungemein Ueberzeugendes und Naturhaftes, weil es gerade auf den Gebieten zu beobachten ist, die sich keiner kapitalistischen Reklame und großstädtischen Propaganda zugänglich erweisen: Haus- und Kirchenmusik sind es, wo Max Regers eigenwillige Persönlichkeit sich immer klarer als wahrer Eckpfeiler abzeichnet, und das ist um so mehr zu begrüßen, weil gerade diese Gebiete vor allem der Blutemeuerung und einer starken Weiterentwicklung bedürfen. Auf diesen Wegen kommt Mar Reger den wertvollen Teilen unseres Volkes auch viel inniger nahe, als es auf der vielfach veräußer lichten Wahlstatt von Konzertpodium und Opern bühne der Fall sein könnte. Die Trauer, einen sol chen Meister lange vor der Zeit verloren zu haben, wird ausgeglichen durch die freudige Gewißheit, ihn geistig immer mehr zu unserem Allgemeinbesitz werden zu sehen, und es steht zu hoffen daß ein weiteres Jahrzehnt der Regerpflege ihn in gleichem Maße weiter ins Gesamtberonßftein der Nation ein gehen lassen wird. Ein F!ug im Sandsturm. Der englische Flieger Allan 3. Cobham, ber auf seinem Rückflug von Kapstadt nach London die etwa 8000 Km bis Kairo in 10 Tagen zurücklegte. ist auf diesem Flug in einen furchtbaren Sanbfturm geraten, den er in einem Telegramm an bie ..Daily Mail" dramattfch schildert. ..Freitag nachts raste ein furchtbarer canbfturm über Südägypten und dem nördlichen Sudan", berichtet er. „3n einer Höhe von 5000 Fuß waren wir noch in ben dichten Sandmassen. und so klommen wir bis zu 11 000 Fuß empor, ohne den Staubwolken zu entgehen. 3n dieser wirbelnden Wirrnis war nichts zu sehen. nut wenn wir direkt herunterblickten, konnten wir einen breiten, dunklen Schatten quer durch ben gelben Sand müh fam erkennen. Das war ber Ril. Wir landeten bei Atbara. Als wir aber hier hörten, bah der Sturm dm nächsten Tage wohl noch schlimmer fein wurde, stiegen wir wieder auf gegen 12 000 Fuh m die Höhe 3c weiter wir nach Rorden flogen, desto schwieriger war es, den Fluh unten zu erkennen. Der Ril war unter einziger Führer, denn der Kompaß konnte uns bei diesem Wetter nichts helfen. Plötzlich entdeckte ich. dah ber schwache Schatten, dem ich folgte, nicht mehr der Ril war. und mir war Har, dah wir verloren waren, wenn wir nicht einen Wegweiser cnrfspüren konnten Heber uns. unter uns und um uns waren gelbe dichte Sandwolken, unter denen mit Anstrengung die Wüste zu erkennen war. Wit ängstlicher Spannung ging ich herunter. Mir war klar, dah es ohne Wegweiser nutzlos war, zu fliegen, und hoffnungslos, zu landen, da feine Ansiedlung, überhaupt fein Leben in der Rähe war. Aengstkiche Minuten verflossen; viele Kilometer flogen wir ziemlich dicht über den Boden hinweg. Dann fand ich glücklicherweise einen alten eingettodneten Wasserweg, und als ich diesem trockenen Flußbett folgte, kam nach wenigen Minuten, die mir Stunden schienen, der Ril plötzlich in Eicht Der Sandnebel wurde immer dicker, und als wir die Windungen VeS Rils verlassen mußten, blieb uns nur noch die Eisenbahnlinie. über der ich in einer Höhe von 20 Fuß flog, um sie nur nicht za verlieren Rirgends war ein Horizont; wir konnten nicht feststellen, was die Wüste war und was der Sandsturm. Dieser Flug mit einer Schnelligkeit von 160 Kftn. in der Stunde wenige Fuß über der Erde war sehr ermüdend, aber fchließlicb kamen wir glücklich nach Wadh Haifa unb in beiferem Wetter nach Assuan." JMJew Hess«ns die Delegierten des Reichsbundes, «otoie Vertreter der Dehörden und der Parteien erschienen waren. Die Beratungen am Samstag befahlen sich mit Organisations- svagen. Am Sonntag sprach Pfarrer Frese- Liu- (Essenheim) über die Ziele der Friedensbewegung. Ms zweiter Redner referierte Bun- besdorsihender Pfendner über die sozialpolitischen Aufgaben der Organisation. Er verlangte u. a. Angleichung der gegenwärtigen Renten an die Vorkriegsrenten und Uebernahme der Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen durch das Reich, sowie Beseitigung der Befugnis der Reichsbahngesell- fchast und der Reichsbank, Über die Entlassung von Schwerkriegsbeschägidten selbst entscheiden zu können. Diese Entscheidung soll an die Zustimmung der Reichsbehörden gebunden sein. Der Redner gab dann interessante Zahlenbeispiele über den Anteil der Tuberkulosesterbefälle an der Gesamtsterblichkeitszahl der Kriegshinterbliebenen, der sich auf 30 bis 35 Prozent beläuft, sowie über die überraschend hohe Zahl der Selbstmörder in den Kreisen der Hinterbliebenen der Kriegsopfer und der Kriegsbeschädigten. Als nächster Redner sprach Reichstagsabgeordneter Erich R o h m a n n, Direktor des Hauptversorgungsamtes Stuttgart, über die Tätigkeit der einzelnen politischen Parteien in der Frage der Unterstützung und Fürsorge der Kriegsopfer, wobei er betonte, daß alle Parteien im Wahlkampfe mehr versprochen hätten, als sie zu halten in der Lage seien. Die einführenden Referate wurden mit großem Beifall von der Versammlung auf- öcnommcn. Anschließend wurden noch eine Reihe Anträge der einzelnen Ortsgruppen erledigt. Aus der ProvinzialhaupiMt. Gießen, den 11. Mai 1926. Kälterückfälle im Mar. Seit altersher sind im Dolle die Tage des 11., 12. und 13. oder auch des 12., 13. und 14. Mai wegen chrer Rachtfrostgefahr gefürchtet. Rach den Heiligen dieser Tage Mamertus (11.) Pankratius (12.) und Servatius (13.), sowie Bonifatius (14.) hat man sie die „drei gestrengen Herren", „drei Eisheiligen" oder „drei Eismänner" genannt. Auch der 15. Mai, Sophie, steht deshalb noch in schlechtem Ruf als die „kalte Sophie". Die Besorgnis des Landmannes und Gärtners um die zarten Kulturen der Felder, namentlich aber um die Obstbaumblüte, ist in dieser Zeit wvhlbegründet. Der im Volke fest eingewurzelte Glaube an die drei gestrengen Herren ist nun zwar durchaus berechtigt, bestätigt sich aber keineswegs in jedem Jahre: oft verlaufen die gefürchteten Tage ganz harmlos, zuweilen sind sie sogar wärmer als andere Maitage. Die Külterückfälle des Mai sind nämlich, wie durch umfangreiche wissenschaftliche llnter= suchungen festgestellt worden ist, nicht an bestimmte Daten gebunden, wiewohl sie die Tage gegen Mitte Mai bevorzugen, sondern verteilen sich auf den ganzen Monat. Wichtig ist ferner der Umstand. daß die Kälter-ücksälle um Mitte Mai in gewissen Jahresreihen auffallend stark in die Erscheinung treten, in anderen Jahresreihen dagegen nahezu oder ganz verschwinden. Dieses Verhalten der Erscheinung führte einige Meteorologen dazu, das Vor^mdensein der sprichwörtlichen drei gestrengen Herren ganz in Abrede zu stellen. Genauere Untersuchungen zeigten aber, daß die Kälterückfälle eine Art Periodezität besitzen und nur dann nicht in langen Jahresreihen von Temperaturbeobachtungen hervortreten, wenn sie in den Mittelwerten aus mehreren Tagen gesucht werden. Verwendet man beispielsweise den Mittelwert aus einem Zeitraum bvn 5 aufeinanderfolgenden Tagen, insonderheit - vns der Eisheiligen-Periode vom 11. bis 15. Mai, "t wie es u. a. Dove getan, so macht man geradezu - die Untersuchung unwirksame da nämlich einem ■ Kälterückfall stets eine erhöhte, oft hochsommer- » liche Wärme unmittelbar voranzugehen pflegt, können der 11. und 12. sehr warm, der 13. und 14. Mai sehr kalt ausfallen: beide Extreme vereinigt heben sich auf, und so tritt in dem fünftätigen Temperatur-Mittelwert keinerlei Depression hervor, obwohl tatsächlich ein sehr heftiger Kälterückfall vorhanden ist. Je länger die in solcher Weise verwendeten Jahresrähen sind, um so mehr verwischt sich das Resultat, bis eS endlich ganz negativ ausfällt. Schwanken die Kälterückfälle auch zeitlich hin und her, so sind sie dennoch vorhanden: in vielen Jahren kommen sogar zwei, drei unD mehr, bis zu sechs Temperatur-Depressionen im Mai vor. Der alte Volksglaube an die Eisheillgen hat demnach seine Berechtigung. Kälterückfälle sind immer abhängig von einer bestimmten Luftdruckverteilung, die wieder eine Folge der Bodenerwärmung durch die Sonnenstrahlung ist. Charakteristisch für die Entstehung des Phänomens ist das Vorhandensein hohen Luftdruckes im Westen und niedrigen Luftdruckes im Osten von Europa. Diese Verhältnisse erzeugen nach dem Windgesetz über Mitteleuropa eine nördliche oder nordwestliche Luftströmung, die uns kalte Luftmassen aus der Polarregion und von den von schmelzenden, wärmeentziehenden treibenden Eismassen erfüllten Rordatlantischen Ozean zuführt. Mit der Kälte bringen uns jene Strömungen aber auch vorwiegend trockene Luft, die Aufklärung bewirkt und dadurch die Wärmeausstrahlung des Bodens begünstigt. Daher kommt es, daß die Kälterückfälle bei klarem Wetter um so gefährlicher sind, weil sie dann leicht zu Racht- frösten führen. Wirksame S chu tz m i t t e l gegen diesen Ra- turvorgang gibt es leider nicht, doch leistet, namentlich bei stillem Wetter, die künstliche Rauchentwicklung durch sog. Rauchfeuer und Rauchfackeln oft recht gute Dienste. Will man Gewißheit darüber erlangen, ob in der bevorstehenden Rächt Frost zu erwarten ist, so bediene man sich eines sog. feuchten Thermometers, das man einfach dadurch herstellt, daß man die Quecksilberkugel mit feuchter Gase umwickelt und diese wieder mit einem Zipfel aus einem darunter aufgehängten Wassergefäh- chen ihre Feuchtigkeit saugen läßt. Zeigt das feuchte Thermometer am Mittage weniger als 4,5 Grad Celsius, so tritt Rachtfrost ein, bei 4.5 Grad selbst sinkt die kommende Rachttempera- tur auf 0 Grad. Wolken hindern die nächtliche Wärmeausstrahlung des Bodens: sind solche also vorhanden, ist der Himmel bedeckt, so braucht man Nachtfröste oder Reif nicht zu befürchten. Scheint dagegen die Sonne uiid ist der Himmel klar, dann liegt die Gefahr starker nächtlicher Abkühlung vor. A. St. Schulrat Heinrich Scherer. ö. Am 10. Mai. feierte ein über die Grenzen Hessens hinaus bekannter Schulmann und pädagogischer Schriftsteller, Schulrat i. R. Heinrich Scherer in völliger geistiger und körperlicher Rüstigkeit seinen 7 5. Geburtstag. Die hessische, wie überhaupt die gesamte deutsche Lehrerschaft, gedenkt an diesem Tage des hervorragenden Mannes mit Dankbarkeit und Stolz. Heinrich Scherer wurde am 10. Mai 1851 zu Borsdorf in der Wetterau geboren. Er trat 1868 in das Lehrerseminar zu Friedberg ein und fand 1870 eine erste dienstliche Verwendung in Niederramstadl bei Darmstadt. Ein Jahr nach seiner Staatsprüfung wurde er nach Gießen versetzt. Hier setzte er seine in Darm stadt begonnenen Studien in Mathematik, Literatur. Geschichte. Philosophie und Pädagogik fort und konnte im Jahre 1876 die Prüfung für Oberlehrer. Seminarlehrer und Schulinspektoren bestehen. Rachdem er bis dahin an einer Elementar klasse gewirkt hatte, wurde er nunmehr auf Vorschlag von Direktor Schiller in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen und Fähigkeiten als Reallehrer an das Gymnasium verseht. Mit dieser Anstalt war ein pädagogisches Seminar für die Kandidaten des höheren Lehramtes verbunden. Scherer hatte in diesem neuen Wirkungskreise die Ausgabe, die Anwärter durch Vorunterricht und durch Leitung ihrer Unter- richtsversuche in die Methode des Unterrichts einzuführen, hinter dem Vorsitze Schillers wurden diese praktischen Arbeiten von Besprechungen begleitet. 1888 kam Scherer als Stadtschulinspektor nach Worms. 1904 wurde er als Kreisschulinspektor nach Büdingen versetzt. Auf seinen Wunsch kam er im Herbst 1912 nach Offenbach. 1922 trat Schulrat Scherer in den Ruhestand. Er war von 1894—99 Schriftleiter des Hessischen Schulboten und von 1899—1904 zweiter Obmann des Hessischen Landeslehrervereins. Allen Schulfragen widmete er mit Fleiß und Gründlichkeit feine volle Aufmerksamkeit, auch entfaltete er auf pädagogischem Gebiet eine reiche, schriftstellerische Tätigkeit. Gießener Wochenmarktpreisc. Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 200 bis 210, Matte 35 bis 40, Käse 50 bis 140, Wirsing 40, Weißkraut 35. Rotkraut 40, rote Rüben 20, Spinat 35 bis 45, Römischkohl 20, Spargel 100 bis 140, Mischgemüse 20 bis 25, Tomaten 120 bis 150, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 25, Kartoffeln 4 bis 5 Aepsel 20 bis 40. Kirschen 100 bis 120, Erdbeeren 350 bis 400; das Stück: Eier 10 bis 11, Blumenkohl 120 bis 150, Salat 25, Salatgurfen HO bis 130, Lauch 5 bis 20, Rettich 20, Sellerie 20 bis 50; das Bund: Radieschen 15 bis 20, gelbe Rüben 50 Pfennig. Bornotizen. — Tagestalender für Dienstag: Gießener Konzertverein: 8 Uhr in der Stadtkirche Reger-Gedächtnisfeier. — Volkshochschule: 8 Uhr Oberrealschule Kursus Literatur. — Kath. Dereinshaus: bis 8 Ähr Ausstellung „liniere Zähne". — 4 Uhr Saalbau Sauer Schaukochen. — 8 llhr Saalbau Sauer Vortrag über Eigenheime, veranstaltet von der Gemeinschaft der Freunde. — Lichtspielhaus, Dahnhosstraße: Familie Schimek. ** Neue Ausweise. Das.Kreisamt schreibt uns: Gemäß einer Verfügung des Herrn Staatspräsidenten und des Ministers des Aeußern sind ab 1. April 1926 neue Ausweise für den Verkehr mit Ostpreußen und dem besetzten Gebiet e in den Verkehr gekommen. Die v o r d i e f e m Zeitpunkte ausgestellten Ausweise (weißes Quartformat) haben bis auf weiteres noch Gültigkeit. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß diese Ausweise in absehbarer Zeit ihre Gültigkeit verlieren. Damit die alten Ausweise allmählich aus dem Verkehr kommen, erscheint es zweckmäßig und angebracht, sich schon jetzt unter Beifügung des vor dem 1. April 1926 gefertigten Ausweises einen neuen Ausweis ausstellen zu lassen. ** Straßensperre. Das Polizeiamt teilt mit: Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird hiermit die Schützenstraße zwischen Rodhelmer Straße und dem Grenzweg Krosdorfer Straße von Samstag, 8. Mai 1926, ab bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. “• Der Verein Volkshochschule Gießen hielt am Samstag seine diesjährige Mitgliederversammlung ab. Zum letztenmal gab der bisherige Geschäftsführer, Dr. Hans Werner, den Jahresbericht, aus dem hervorgeht, daß die Arbeit sich stetig entwickelt, in den Arbeitsgemeinschaften, in Einzelvorträgen, größeren Veranstaltungen, in Austauschabenden und in den belehrenden Besuchen städtischer Aemter. Es fehlt aber noch an einem Platz, der zu regelmäßigen freieren Zusammenkünften dienen tonnte. Vielleicht kann er sich einmal in einer öffentlichen Lesehalle finden. Zu den sehr bescheidenen Geldmitteln steuern wesentlich der Staat (für den Direktor Hassinger da war) und die Stadt bei, denen lebhaft gedankt wurde. Der neugewählte Vorstand besteht aus Stadtschulrat Alles. Dr. Flörke, Geheimrat Haupt. Parteisekretär Häuser. Professor M i t t e r - maier, Rektor Schmidt, Lokomotivführer Simon, Rektorin Weitzel, Bankbeamten Wellhausen. Die Geschäftsstelle ist bei Frl. Balser, Wolfstraße 10, untergeb rächt. Besonders lebhaft kam der Dank für den scheidenden Geschäftsführer zum Ausdruck. ° Die Freiwillige Sanitätsko könne vom Roten Kreuz wurde am <§toiuin>gmitt;ig zu einer größeren Sanitätsübung- nach Butzbach alarmiert. Trotzdem die Kolonne anläßlich des 2>in: und Sportwerbetages in Gießen eine größere Anzahl Sanitätsmannschaften hier benötigte, konnten doch dank der Bereitwilligkeit der Mitglieder kurz nach M Uhr 38 weitere Sanitätsmannschaften mit einem Lastkraftwagen nach Butzbach abfahren. Da es sich nach der Meldung um ein angenommenes größeres Explosionsunglü'ck in einer chemischen Fabrik handeln sollte, so mußten außer dem zu benötigenden Verbandmaterial und Tragbahren noch Gasschutz- und Sauerstoffapparate mitgeführt werden. Durch Straßensperre zum Fahren von Umwegen gezwungen, traf die Kolonne Gießen um 1.45 Uhr als zweite Hilfsmannschaft ein und erhielt von dem die Uebung leitenden Inspekteur ihre Ausgabe übermittelt, welche darin bestand: „Drei Arbeiter, welche bewußtlos in einem mit giftigen Gasen angefüllten Raum Ingen.- zu bergen, sowie weitere fünf mehr oder weniger schwer Verletzte zu verbinden und nach einem angenommenen Krankenhaus zu verbringen." Die „Verunglückten" waren in kurzer Zeit geborgen und auf dem inzwischen durch eine Behelfsvorrichtung zum Transport eingerichteten Lastkraftwagen abtransportiert. Außer der Kolonne Gießen waren an der Uebung beteiligt die Sanitätskolonnen Bad-Nauheim, Friedberg und Lich, die alle Aufgaben zur größten Zufriedenheit lösten. ** Der Sommerfahrplan tritt am 15. Mai in Kraft. Rechtzeitig erscheinen soeben die beliebten Storm-Kursbü er. Reben der Ausgabe Storm Reich (4 Mk.) ist für unser Verkehrsgebiet die Ausgabe Storm West-Süddeutsch- land (2 Mk.) mit den Fahrplänen ganz Wesk- und Süddeutschlands maßgeblich, in’ Zlmftter Linie auch die Ausgabe Mitteldeutschland (1.50 Mk.). ®a der Sommer-Fahrplan wieder erhebliche Aen- dcrungen bringt, empfiehlt sich die sofortige Anschaffung. Das Storm Kursbuch bringt eine bedeutungsvolle Reuerung in der Tafel „Fernverbindungen", die alle brauchbaren Züge wichtiger Verbindungen über verschiedene Reifewege übersichtlich vereinigt. Es sind nicht nur v°Züge und Luxuszüge, sondern auch Eil» und Personenzüge, sofern sie für den Durchgangsverkehr Bedeutung haben, berücksichtigt. Diese Fernverbindungen sind von großer Wichtigkeit für den Geschäftsmann, der wenig Zeit hat. denn er kann in einigen Sekunden ohne Rachschlagen die günstigsten Verbindungen feststellen. —Hypotheke ngläubnger- und Sparer-Schutzverband. Im Saale „Hindenburg" versamemlten sich die Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe, um Stellung zum Volksbegehren zu nehmen. Der Redner des Abends, Geheimrat Best aus Darmstadt, sprach in nahezu zweistündigen Ausführungen über „das Volksbegehren für eine ge rechte Aufwertung". Redner kommt zuerst auf das Aufwertungsgesetz vom 16. Juni 1925 zu sprechep und weist darauf hin, daß die Gerichte mit Aufwertungsprozessen geradezu überlastet feifcn. Es werde dabei oft einseitig das Interesse der Schuldner gewahrt, das Interesse der oft viel ärmeren Gläubiger werde wenig beachtet. Der Schuldner, der seine Schuld vor 1932 bezahlt, kann 8 Proz. Zinsen in Abzug bringen, so daß seine Entschädigung noch wesentlich unter 25 oder 15 Prozent bleibt. Seine Schuldforderung wird dagegen höchstens mit 5 Prozent verzinst. Das Aufwertungsgesetz ist — nach Ansicht des Redners — ein grober Rechtsbruch. Man hat das Sparkapital und dadurch die Kaufkraft des Volkes vernichtet. Durch die Anleiheablösung hat man die Anleihen aus dem Börsendienst genommen. Eine weitere Folge ist der hohe Zinsfuß, der so- erheblich ist, daß er nicht erwirtschaftet werden kann; 12—15 Prozent können auch die Industriewerke nicht aufbringen. Auslandkredit kann den Inlandkredit niemals ersetzen. Die Wiederausrichtuna der Wirtschaft kann nur aus eigener Kraft erfolgen. Der Sparerbund fordert einen gerechten Ausgleich zwischen Gläubiger und Schuldner, Die Sparer schlagen eine 50prozentige Aufwertung vor, das sei eine Regelung, die möglich und tragbar ist. Die Schulden der Jndustriegesellschaften sind von 14,8 Milkiarden in der Vorkriegszeit auf 691 Millionen zu rück - gegangen. Die Industrie yat während des Krieges und in der Nachkriegszeit riesige Werte und Kriegsgewinne erhalten. Der Mittelstand aber und der Sparer haben Riesensummen verloren. Es muß die Wiederherstellung des Sparsinns, die Wiederbelebung der Kaufkraft weiter Kreise erstrebt werden, nur dadurch werden sich Konsum und Geschäftsverkehr wieder heben. Redner geht dann auf den U m wertungs-Gesetzentwurf näher ein. An Stelle der 25 Prozent Hypothekenaufwertung sieht der Entwurf 50 Prozent vor für alle Hypotheken nach dem 1. Januar 1919; als Meßzahl dient die Riesensterne im Wettall. Der Frühling hat feine bunten Flaggen gehißt, rind ein Blick auf den Rachthimmel läßt uns erkennen, daß der Winter sein bisheriges Quartier verläßt. Aber noch haben wir Gelegenheit, die winterlichen Sternbilder (Stier, Orion, sowie den hellstrahlenden Sirius im großen Hund) am Westhimmel zn sehen: wie leuchtende Jnschrifttaseln der Ewigkeit schimmern ihre Zeichen am Firmament, und ihr Licht brandet auS fernsten Weltraumtiefen über unsere Erde. Die hauchzarte Lichtbrücke der Milchstraße wölbt ihren weiten Bogen von Horizont zu Horizont und läßt den Blick im Raumlosen versinken. Aber immer wieder findet das Auge zurück zu dem Sternbild des Orion, dessen grandiose Schönheit den Westhimmel schmückt. Wie ein gewaltiges lateinisches X ist es onS Dach der Rachtkuppel geheftet: vier helle Eck- fterne und in der Mitte in gerader Linie die drei Gürtelsterne (der sogen. „Jakobsstab-,, Darunter in geheimnisvollem Glanz der Ori on-Rebel,ein llrnebel, aus dessen ungeheueren Massen sich einstmals, in späten Jahrmillivnen, ein neues Sternsystem gestalten wird. Unter den beiden sogen. Schultersternen des Orion (den man auch den „Wilden Jäger" nennt) fällt derjenige auf, der in der linken Ecke steht: die rot- leuchtende Beteigeuze, deren Geheimnis erst vor wenigen Jahren durch den berühmten Deutschamerikaner Michelson entschleiert werden konnte. Mit Hilfe des sog. Interferometer gelang es Michelson, der sich schon vorher durch feine vergleichenden Versuche über die Lichtgeschwindigkeit in Der wissenschaftlichen Welt einen Ramen gemacht hatte und dessen Arbeiten später durch Die Verleihung Des Robelpreises ausgezeichnet wurden, Den scheinbaren Durchmesser Der Beteigeuze zu messen. Es war am 13. Dezember 1920, als Michelson Das Hooker-Te- leskop Der Mount Wilson-Sternwarte in Kalifornien (das größte Fernrohr Der Welt', an das man das Interferometer angeschlossen hatte, auf Die Beteigeuze richtete. Die Beobachtungen und Messungen ergaben, daß dieser Hauptstern im Orion ein ungeheurer Gasstern ist, dessen Durchmesser ungefähr 300 Mal so groß ist als Der unterer Sonne, was mit anDeren Worten sagen will. Daß Der Rauminhalt Der Beteigeuze Den unserer Sonne um Das 27 millionenfache übertrifft! Wie wenig unsere ErDe gegenüber Diesem Riesenstern beDeutet, wirD erst klar, wenn wir wissen, Daß 1 '/4 Millionen CrDkugeln Den Rauminhalt unserer Sonne ausmachen. Die Beteigeuze ist, wie gesagt, ein ungeheurer, allerdings außerorDentlich Dünner Gasstern, d. h. sie ist eine Sonne im ersten StaDium Der Entwicklung, eine „Sonne Der Zukunft" gewissermaßen. Erst im Aeonenlauf toerDen ihre ausgedehnten Gasmassen sich allmählich verdichten. und je mehr sie sich zusammenziehen, desto mehr wird sich Die Rotglut in ein gelbliches Licht verwandeln, um sich schließlich, im Höhepunkt Der Entwicklung, zur Weißglut zu steigern. Bei toeiierer Verdichtung wird (in langsam beginnender, absteigender Entwicklung) Die Temperatur sich vermindern, und allmählich wird die Beteigeuze ein gelblicher und später ein rötlich leuchtender und langsam verlöschender Zwergstern werden. Denn auch im Bezirk der Sterne gibt es Jugend und Alter, auch dort ist, fteilich in weit größer gedachten Zeitmaßen, als Der Mensch sie an- zulegen gewohnt ist, alles Geschehen an das große Raturgesetz Der Entwicklung geknüpft, das alles Werden und auch das Ziel unserer Reife bestimmt. Aber Die rote Beteigeuze ist nicht Der einzige Riesenstern am Firmament. Ein Stern von ähnlicher Größe ist die rotleuchtenDe Mira Ceti im Walsisch, Die Dr. Francis Pease (von der Mount Wilson-Sternwarte) im Januar 1925 genau unter- sucht hat. Diese Mira ist ein Stern von veränderlicher Lichtstarke. Jeden elften Monat erreicht Dieter seltsame Stern eine Lichtstärke erster bis vierter Gröhe, um Dann zur neunten Größe zurückzusinken. in welcher Gestalt Der Stern nur mit starken Instrumenten auffindbar ist. Auch hier eine riesige Gassonne. die noch von einem dunklen Begleiter umkreist wird, der zeitweise ihre Oberfläche zum Teil verdeckt und so ihre Lich!stärke vermindert. Wenn Die Messungen Der Astronomen richtig sinD, Dann toirD Die Beteigeuze vom Antares (im StembtID Skorpion) an Größe noch toeit übertroffen. Sein Durchmesser soll annähernd Doppelt so groß sein als Der Der Beteigeuze, D. h. minDestens 500 mal so groß als Der Durchmesser unterer Sonne. währenD Arcturus (im Sternbild Bootes) nur einen Durchmesser von 32 Millionen Kilometern erreicht, was Dem zwanzigfachen Betrag des Sonnendurchmessers und Dem tausendfachen Rauminhalt unserer Sonne entspricht. Schon diese Vergleiche lassen deutlich erkennen, daß unsere Sonne, in Deren Licht wir wandeln, ein Zwergstern ist. Der Die Epoche seiner höchsten Leucht traft längst durchlaufen hat und sich in absteigender Entwicklung befindet. Die Temperatur all dieser Riesen- und Zwerg- fterne, Deren Farbenskala uns über ihr Entwick- lungsstadium eintoanbfrei Aufschluß gibt, ist sehr verschieden. Weiße Sterne (also Sonnen im höchsten Stadium Der Leuchtkraft) besitzen eine Temperatur von etwa 10 000 Grad, gelbe Sterne (z. B. unsere Sonne) eine solche von 5—6 000 Grad unD tote Sterne etwa 3020 Grad. Die rote Riesensonne Beteigeuze ist von uns etwa 200 Lichtjahre entfernt, wobei man sich vorzustellen hat, daß das Licht in einer einzigen Sekunde 300 000 Kilometer Durcheilt und in einem Jahr (31 556 926 SekunDen) runD 10 Billionen Kilometer (-1 Lichtjahr) zurücklegt. Diese Strecke, Die Der Lichtstrahl in einem Jahr Durcheilt, toürDe ein D-Zug erst in runD 12 Millionen Jahren Durchfahren. Erst diese Ziffer vermittelt uns einen ungefähren Begriff davon, was 200 Lichtjahre bedeuten. Der rechte untere Eckstern im Sternbild Orion, Der weiß- leuchtende Rigel (übrigens ein Doppelstern) ist sogar etwa 500 Lichtjahre von uns entfernt, gleichfalls ein Riesenstern, Da er uns, trotz Der gewaltigen .Entfernung, als Stern erster Größe entgegentritt. (Sein Rauminhalt Dürfte etwa 20 000 Mal so groß fein als Der unserer Sonne.) Ilm Die Entfernung Des Rigel Deutlicher zu machen, sei angeführt: wenn wir auf einem Blatt Papier Den AbstanD zwischen Sonne und ErDe (Der etwa 150 Millionen Kilometer beträgt) mit einem Millimeter bezeichnen, Dann toürDen wir Den Stern Rigel erst in einer Entfernung von 30 000 Kilometern eintragen können. Da Die Milchstraßensterne sogar runD 5000 Lichtjahre von uns entfernt find, so ergeben sich Raumtiefen, Die man nur noch rein rechnerisch, nicht aber begrifflich zu fassen vermag. UnD wenn wir unser Auge gar zu Der zarten Lichtinsel Des AndromeDa. Rebels richten, Der als Rachbarmilchstrahe erkannt wurDe, Dann ergibt dieses sogar eine Entfernung von über einer halben Million Lichtjahre! Und dieser Andrvmeda-Rebel ist erst wieder ein erster Merkstein auf Dem Wege zu neuen Sternmassen. Die außerhalb unserer engeren Milchstraße Den unfaßbaren Gesetzen ihrer Bewegung gehorchen unD ihren Schicksalsweg wandern. Aber unser Auge sucht das Licht, Das in überirdischem Glanz vom nächtlichen Himmel tropft: ewige Wegspur Dem forjchenDen Geist und Trost Den Mühseligen und Beladenen W aurwMi'.u,, m i ml ———— auf jeder Packung! Die kiuge Hausfrau nimmt nur mir dem Na menzzug: Äauhr je. Mi Krühs dient A toanbtcv der Tag beteliun wird ei am 15. kgentn ist eS । vorn I die am form u meiner btt hie, Lheaterc M für Tagung im Tri! Das g; 6omilc .Zur Der gk beerbe i Biüer der ei, Mig Liebe ü vom Fr Hinrich, Forste des in I Werk E« eiitf tbenl9 tfsS braver von W betrag 1919 e rlnjpck gestellt Vertn forben Schutz iahlun chulde unger Meng lvertur Aufwe ren, v die 3l vorsteh Rechts' die An Dienst sammel bis dtt lvarten scheu scheE' ihre dn itufetcic vorträc oesängl $lann‘ leitete, einer S von (ft 6o!ogef fmnig u Larth Aezitatio fier Art ihren Bo ssrtSt ragende der fPlelcbrai allein: 6 reine, ed tieften ( Übersicht Diniers ®ud) ai Nacht $ wahrent , 9.® randw durch b; Plftnpi Rohrle Mer (Bi Ärafl yroin in sernte die Motg{n DO Bon her Werft, teilen ft [ |( I - N 1 2 ■ Studentenschaft in Wichs Aus- naer Rundfunk-Programm des frankfurter Tender-. (Aus der .Radio-Umschau".) IHUtrood), 12. Mai. 3,30 bis 4 tifcr Die Stunde der Jugend. .Iung-Siegiried" (für Kinder vom JO. (Zähre ab). 4.30 bis 5,45 ilfjr: Konzert des Hausovchesders: Selten gehörte Ouvertüren. 6 bis 7 tihr: „Aus dem heutigen geistigen Leben Schwabens". Vortrag und Proben aus lese von Alfred Auerbach. Hermann Hesse. 7 bis 7,30 Uhr: Beamten fort» bildungskurse — fünfter Vortrag „Die Entwick- Limfl des Reichsfinanzwesens'. Vortrag von Di Fritz Reum art. 7,30 bis 8 Uhr: Schachstunde. 8 bis 9.15 Uhr: Konzert des Maerzschen Madrigalchores : Palestrina. 9,15 biS 10,15 Uhr: Dichtungen in Altfrankfurier Mundart. turum führt, erfreut sich mit jedem Lahre ftärfertn Zuspruchs aus der Provinz. 3n die Untertertia, die Aufnahmeklasse, wurden zu Ostern 36 Schüler ausgenommen; eine größere Fohl Bewerber mutzte ab- gewiesen werden, da die Errichtung einer Parallei- klosie au« Eparsarnkeitsrücksichten nicht möglich war. Insgesamt zahlt die Anstalt zur Leit etwa 130 Schuler. Für die Obertertia bestehen Parallelklassen. Nächste Ostern wird die noch im Ausbau begriffene Schule bic Oberprima bekommen, aus der dann ztt Ostern 1928 die ersten Abiturienten entlasien werden können. — Der Kustos am hiesigen Museum, Prof. Dr. B l c ch e r . hat eine Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung im Kreise Friedberg ine Leben gerufen, die demnächst mit ihrer Tätigkeit beginnen wird. Angestrebt wird in erster Linie die 'Bearbeitung von Ortsgeschichten. Es liegt schon eine größere Zahl von Anmeldungen zur Teilnahme vor. stellung genommen hatte. Im Landtagsgebäude wurden dem Reichspräsidenten das Staatsministerium, die Staatsräte, daS Präsidium deS Landtages und die Feaktionsvorstände vorgestellt. Der RÄchspräsident empfing hieraus eine Abordnung der Universität Jena, die ihm die Ehrenurkunde über seine Ernennung zum Ehrenbürger der tiniv « rsität überreicht« Dann folgte der Reichspräsident einer Einladung deS Staats- Minister- Leutheusser zum Frühstück in dessen Hause. tim 13? tihr begann bi« Festvorstel- lung. Das Staatstheater war bis auf den lebten Platz gefüllt und begrühte den Reichspräsidenten mit einem dreifachen brausende» Hoch. Reben dem Reichspräsidenten nahmen u. a. in der früheren großherzoglichen Hofloge Platz Staatsminister Leuthkiuher, LandtagSpräsident Dr. Wernick, die Staatsminister Dr. Sattler und Dr. von Klüchhner, Generalmajor n. Viereck, Oberbürgermeister Müller, Admiral Scheer und der Rektor der Lanbesuniversität, Professor Dr. Gutbier. Hierauf dirigierte Generalmusikdirektor P r ä t o r i u s das Vorspiel zu den Meistersingern, das einen starken Eindruck machte. Auch die Rütli-Szene aus SchillerS „Wilhelm Teil" hinterlieh einen tiefen Eindruck. Rach Schluß der Darbietungen erhob sich der Reichspräsident und sprach die Verse: „Wir wollen fein ein einzig Volk von Brüdern, in keiner Rot uns trennen und Gefahr", worauf das Deutschlandlied gesungen wurde. Siner der Darsteller brachte darauf ein Hoch auf den Reichspräsidenten aus. in das die Anwesenden begeistert ^instimmten. Auf dem Wege vom Theater zum Schloß wurden Hindenburg von den die Strahen dicht umfäumenben Wen- schemnafsen begeisterte Huldigungen dargebracht. Im Festsaal des Schlosses empfing den Reichspräsidenten die Hofkapelle mit dem Einzugsmarsch her Gäste aus „Tannhäuser", worauf Staatsminister Leuth iuher den Reichspräsidenten begrühte Hindenburg dankte in einer kurzen Ansprache. Rach den Ausführungen des Reich-- Präsidenten intonierte die Kapelle bas Deutschlandlied. Inzwischen hatten sich im Schlohhof etwa 6 0 0 0 Sänger aufgestellt, für deren Dor- träge sich Hindenburg vom Balkon aus herzlich bedankte. Rach dem Empfang im Schloh trat der Reich, Präsident um 11 tihr die Rückfahrt nach dem Bahnhof an. Letzte Nachrichten. Der Reichspräsident in Weimar Berlin, 10. Mai (WTB.) Reichs- Präsident v. Hindenburg Hai sich heute früh nach Weimar begeben, um der thüringischen Regierung einen Besuch abzustatten Der Herr Reichspräsident ist von Staatssekretär Dr. Meißner, dem Adjutanten Major v. Hindenburg und dem thüringischen Gesandten in Berlin Dr. M ü n z e l begleitet. Gegen 12 tihr mittags traf der Reichspräsident mit Begleitung in Weimar ein. Zum Empfang hatten sich auf dem Bahnsteig eingefunden Staatsminister Leutheuffer, Oberbürgermeister Dr. Müller, der Kommandeur der 3. Kavalleriedivision und der Präsident der Erfurter Oberpostdirektion. Der Reichspräsident fuhr durch die von einer dichtgedrängten Menge besetzten Strahen nach dem Fürstenhaus«, dem Thüringer Landtagsgebäude, vor dem die 3c - Kirche und Schule. 5 Friedberg, 10. Mai. Das Lehrerseminar hat nach einem mehr als 100jährigen Bestehen auf« gehört zu fein, ebenso die mit dem Seminar verbundene vierklassige Seminarübungsschule, an der die angehenden Lehrer ihre praktische Dorbildung empfingen. Ein neuer Schultyp, die Aufbau- schule, har die Räume des Seminars übernommen. Die neue Dollanstalt, die in sechs Jahren zum Ma- = Vilbel, 10. Mai. Kürzlich wurde von hier da, Dortommcn de» Bärenlauchs als Seltenheit gemeldet. Diese Mitteilung kann noch ergänzt werden durch Nennung zweier weiterer wirklicher Seltenheiten. Es sind bie Ulmus campestris, var. suberosa, zu deutsch Korkrüster, die im Dilbeler Wald noch auftritt, und bann Gentiana cruciata, eine seltene Enzianart, die auf dem nahen Kirschberg noch vorkommt und sich trotz ihrer alpinen Lebensart hier erhalten hat. Man hat es bei dem Enzian jeden- falls mit einem Eiszeitrelikt zu tun, ähnlichw ie beim Frühlingsenzian (Gentiana vema). der bei Rödgen (Kreis Gießen) als besondere Seltenheit vorkommt. Äircie Schotten. wg. Schotten, 10. Mai. Hier fand unter dem Vorsitz von Dekan Volp (Laubach) die 2. diesjäh. rige Konferenz der Geistlichen desEvan. gelischen Dekanats Schotten statt. Sie wurde mit Schriftlesung und Gebet durch Hof- Prediger Widmann (Gedern) eröffnet. Die übliche wissenschaftliche Exegese, diesmal von Epheser 3, 1—12, hatte Pfarroerwalter N au m a n n (Ober-See- men) übernommen.- Das Referat von Pfarrer Lic. Dr. Stumps (Eschenrod) über die Frage: Ent- spricht der Schulzwang dem Schul- und Bolsibeal? löste eine lebhafte Aussprache aus. Sodann befaßte man sich auf Grund eines Ausschreibens des Landeskirchenamtes mit der (Erörterung des aktuellen Problems der Feiertagsheiligung, wobei einmütig fest- gestellt wurde, daß diese in der Gegenwart sehr viel zu wünschen übrig lasse; man verurteilte besonder, die bedauerliche Tatsache, daß die Sonntagsfeier er- heblich beeinträchtigt werde durch die immer mehr auskommende Unsitte, viele Veranstaltungen auf den Samstagabend zu legen; auch wurde allgemein bedauert, daß vielfach Vereinsfeierlichkeiten nicht einmal auf die gottesdienstlichen Zeiten Rücksicht nähmen. Weiter wurden verschiedene, die Dekanats- biblioihek betreffende Fragen besprochen; zum Bibliothekar wurde Pfarrer B r e u n l i n (Burkhards) bestimmt. Pfarrer Römer (Schotten) sprach sodann über den Evangelischen Kreiswohlsahrtsdienst. End- lich wurde beschlossen, in diesem Jahre im Dekanatsbezirk zwei Gustav-Adolf-Feste zu veranstalten, und zwar in den Gemeinden Ulfa und Eschenrod. Die nächste Konferenz soll am 16. Juni stattsinden. □ Laubach, 13. Mai. Vorgestern morgen 10* Uhr sand die feierliche Einweihung des neuen Krankenhauses des Johann- Friedrich-Stifts statt. Eine zahlreiche Versammlung aus der Stadt und gegen 60 Bewohner aus den Orten der früheren Grafschaft Laubach sowie die Vertreter des Kreisamts hatten sich eingesunden. Bürgermeister Böhm begrüßte die Versammlung. Oberbaurat Rod nagel (Schotten), der mit der Bauleitung betraut gewesen war, eröffnete die Reihe der Ansprachen, indem er die Bedeutung der Krankenhäuser würdigte. Sodann sprach Pfarrer Waldeck (Darmstadt) als Vertreter des „Elisa- b e 11) e n ft i f t s", bas schon bisher Diakonissinnen als Schwestern des Johann-Friedrich-Stifts geliefert hatte. Für das neue Krankenhaus sind drei n-'ue Diakonissinnen gewonnen worden. Hierauf gab der Anstaltsarzt, Dr. Philippi, eine Nebersichl über die Entwicklung der Chirurgie. Es folgte die Ansprache von Kreisdirektor B ö ck m a n n. Dann sprach der Vorsitzende der Landesanstalt, die das Gebäude der früheren Kleinkinderschule zu einem eigenen Krankenhause für Lungenkranke gegenwärtig umbaut. Hierauf gab Pfarrer Nebel eine Darstellung der Gründung und Entwicklung des Johann-Friedrich.Stifts. 1678 war die Alt Laubacher Linie des Grafenhauses erloschen, woraus Johann Friedrich von der Wildenfelser Linie zur Regierung kam. Dieser konnte feinen Herzenswunsch, ein Armen- und Waisenhaus nach dem Muster des Höllischen Waisenhauses zu errichten, der schweren Zeitverhältnisse wegen nicht ausführen und band testamentarisch seinem Nachfolger Friedrich Ernst diesen Wunsch aus die Seele. 300 Gulden aus seinem Vermächtnis bildeten dc-n Grundstock des Baiikapitals. 1711 war der Bau vollendet: er bildete ein Viereck, dessen Südseite (in der Vorstadt» und Westseite (Rentkammer) noch stehen. 1879 wurde die Anstalt reformiert und in das Krespelsche Haus an der Schonener Straße verlegt: die Pflege wurde nun Schwestern aus dein Elifabethstift anvertraut. 1893 wurde, vornehmlich durch die Bemühungen von Dr. Vogel, ein neues Krankenhaus errichtet, bas 14 Kranke aufnehmen konnte. Außerbem würbe eine K'leinkinderfchule gebaut; 1911 würbe noch ein besonderes „Altersheim" errichtet. Den «chluh der Feier bildete die Uebergabe des Krankenhauses durch den Grafen Georg zu Solms-Laubach. An diese Einweihungsfeier schloß sich eine Besichtigung des neuen Krankenhauses, die in allen Teilen voll befriedigte. 40 Kranke können Ausnahme finden. Zwei Operationssäle, ein Entbindungszimmer und ein Rontgen-Kabineit sind vorhanden, ebenso mustergültige Baderäume. Die Kosten des neuen Krankenhauses belaufen sich auf gegen 100 000 Mark. Nach Schluß der Besichtigung lud der Graf zu einem Imbisse im Schlosse ein. ♦ (E i d) e I s b o r f, 10. Mai. Nachbem bereits im Spätherbst bes vergangenen Jahres ein Obst- baumpflegekursus hier stattgesunden hatte, hielt Obstbauinspektor Wiesner aus Gießen im Austrage des Landwirtschaftskammerausfchusfes für Oberhessen nun einen dreitägigen Pfropfkursus ab, an dem 11 junge Leute von hier teiln'hmen. Nach kurzen theoretischen Belehrungen und Hebungen wurden die Schüler in eifriger praktischer Arbeit soweit geförbert, baß sie nunmehr in ber Lage sind, Veredelungen aller Art vorzunehmen. Es kann fest- gestellt werden, daß nicht nur die Kursusteilnehmer, Meßzahl des Großhandels, nicht nur die vovardafi«. Bel der Markanleihe des Reichs find ein Nennbetrag von 50 Prozent des Goldmarkbetrages zu gewähren, tbenfo soll es bei den Anleihen der Länder und Gemeinden gehandhabt werden. Redner wendet sich aegen die Bevorzugung von Ausländem, die während bet Inflation große Werte (Häuser usw.) an sich brachten auf Kosten der deutschen Hypothskengläu- tiger. Bei früheren Markanleihegläubigem ist Ersatz von Währungsverlusten zu leisten. Als Goldmark- betrag gilt bei Ansprüchen, die vor dem 1. Januar 1919 entstanden sind, ber Nennwert. Bei späteren Ansprüchen wirb ber Golbmarkbetrag baburch fest- cefteüt, baß ber Nennbetrag nach Maßgabe des Wertverhältnisies umgerechnet wirb. Es ist ferner zu forbem Wiebereintragung gelöschter Hypotheken, Schutz gegen zwischenzeitliche Eintragungen, Rück- iohlung unb Verzinsung, Umwertung von Grund- chulben, Jndustrieobligationen und Schuldoerschrei- •ungen, von Psandbriesen. Umwertung von Spar- kassenguthaben und Versicherungsansprüchen, Umwertung bei Kapitalabfindung Kriegsbeschädigter und Auswertung ihrer Ansprüche. Zum Schlüße des klaren, verständlichen Vortrags ermahnte ber Rebner die Zuhörer zu eifrigem Mitarbeiten bei bem bevorstehenden Volksbegehren. (Lebhafter Beifall.) Rechtsanwalt L u l e y dankte dem Redner und bat die Anwesenden, sich als Helfer und Werber in den Dienst der Aufwertung zu stellen unb Beiträge zu sammeln. Eile fei notroenbig, da schott in 14 Tagen vis drei Wochen das Auflegen der Listen zu erwarten fei. ** Die Ortsgruppe Gießen des „Deut- I d) e n Bundes für chri st lich-evangelische Er ziehung inHausundSchule^ hatte ihre diesmalige Monatsoerfammlung zu einem genußreichen Unterhaltungsabend ausgestaltet. Klavier- vorträge wechselten mit Deklamationen und Solo« aefängen, bas Melodrama „Das Lieb vom braven Mann" beschloß den Abend. Herr R. Richter leitete die einzelnen Teile der Vortragsfolge mit einer Sonate von Beethoven und einem Präludium von Chopin stimmungsvoll ein. Die Begleitung der Sologesänge und bfj Melodramas führte er feinsinnig unb meisterhaft aus. Frau Menbelssohn- Bartholdy bot in ihren Deklamationen und ber Rezitation des Melodramas einen Kunstgenuß reinster Art. Sie wußte, wie immer, die Zuhörer durch ihren Vortrag zu fesseln und die Herzen zu packen. ffrL Stammler zeigte sich nicht nur als hervorragende Solistin, sondern auch durch Einstudierung der Chorgesänge mit ihrem Schülerinnenchor fürs Melodrama als tüchtige Gesanglehrerin. Alles in allem: Es war ein genußreicher Abend. Hier sprach reine, edle Kunst, die auf die Zuhörer den nachhaltigsten Eindruck machte. Der Johannessaal war überfüllt. “ Verein ehern 1 16er. Rus Bad - Ra uheim wird uns geschrieben: Am. 15. und 18. Mai d. I. flnbet in un erer Heimatstadt der Frühjahrsvertretertag des Verbandes «hem. Angehöriger des Inf -'XegtS. 116 und verwandter Formationen sta.". tim den Verlauf der Tagung würdig zu gestalten, sind die Vorbereitungen Ichon im Dolhm Gange. Die Tagung wird eingeleitel durch einen Begrühungsabend am 15. Mai, in den Räumen des herrlich gelegenen Teichhauses. Dem einladenden Verein ist es gelungen, die Kapelle deS LehrbataiUons vom Inf.-Regt. Rr. 15 Marburg zu gewinnen, die am Samstagnachmittag und -abend in Uniform unter persönlicher Leitung von Musikmeister Große spielen wird. Bewährte Kräfte der hiesigen Vereinigung werden mit kleinen Theateraufführungen und humoristischen Vorträgen für Unterhaltung sorgen. Die eigentliche Tagung beginnt am Sonntagvormittag ebenfalls im Teichhaus. *• Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Das gegenwärtige Programm bringt u. a. den am Sonntag in den Palasllichtspielen gezeigten Film -Zur Chronik von Grieshu uS". der nach der gleichnamigen Erzählung von Theodor dtonn bearbeitet wurde. Das Wer. zeig! stimmungsvolle Bilder der einsamen, toikv i Heidrlandschaft, aus der einstmals die Burg derer von Grieshuus trotzig emporragte. Der .Film erzählt von der Liebe des Junkers Hinrich, von feinem Schicksal, vom Brudermord. Paul Hartmann als Junker Hinrich, Lil Dagover als Bärbe und Rudolf Forster als Junker Detlef bieten Hervorragendes in Mimik und Darstel.ung und gestalten das Wmck zu einem Erfolg. —z— Oberhessen. Kreis Friedberg ,u zweistündigen ehren für eine«. Mrsi auf ba£ 19?5 JU sprechen ^richte mit Nus Haftet feien, ereffe der Schuld oft viel ärmeren )er Schuldner, ber ’n 8 Proz. Zinsen mtfd)äblgung noch zenl bleibt. Seine Gens mit 5 Pro gefetz iit - nach Rechtsbruch, Man die Kaufdast der ileiheablöfung hat idienst genommen. Jinsfufj, der so er fttt werden tarnt. ibuftrltmrtt nicht ben Snlanbtreblt fjtuna ber Mick i erfolaen. $er i Ausgleich zwi Sparet schien r, das (t\ eine \\V Die Schulden 1 143 Milliarden Millionen zurück zrend der Kriege» Werte und Kriegs nd aber unb brr loren. Er muß bic !>ie Wiederbelebung i| werden, nur ba^ b Geschäftsverkehr in auf den Örn näher ein. 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Mai, nachmittags 4 Uhr, und abends 8 Uhr "ss. im Saalbau Sauer, Neustadt 58 E ®emai . A des A c in; JQnflen '^gnis Gi to-Beteio dMIiltMOetuno von Wehlar nach Vntzbach. Abfahrt norm, nach Wetzlar. Treffpunkt für Nachzügler: Butzbach, „Hessischer Hof". Führer: Oberturnwart (Erb und Schriftführer Jung. Um zahlr. Beteiligung bittet Heraus aus der Not! Wie Oberwinden wir die Wirtschaftskrise? Hebet dieses Thema spricht am Mittwoch, dem 12. Mal, abend- S Uhr. tat Hotel Dopfeld Herr Alex Vogel, Berlin Referent der sozialpolitischen Abteilung los G.D.A. 'tfnflOifoflfot Die Zeit ist ernst. Sie fordert eine entschlossene AIHICIICIIIu Stellungnahme zu den Fragen der Wirtschaft Wir laden zu dieser Versammlung alle Angestellten freund l. ein Gewerkschaftsbund der Angestellten (Ortsgruppe Gießen). om Schade&Füllgrabe Gießen Filialen in allen Stadtteilen Gießen Gemälde Versteigerung Mittwoch, delU2.d§.Mk. nachmittags 3 Uhr bestimmt und pünktlich versteigere ich im Hotel Restaurant Bayrischer Hof, Bahnhofstraße: Zirka 20 Gelgemälde erster Meister u. a. von Prof. Franz von Defregger, Albert von Keller, Anton Hoffmann, Karl Heffner, Adam Kunz, G. Berger, Ruduschli usw. Sowie: Mehrere Bronzen von Große Versteigerung. Mittwoch, den 12. Mai 1926, versteigere ich im „Kötoen", Neuenweg 28, ab 2 Ubr nachmittag-: 1 Warenschrank. 2 Kleiderschränke, 2 Betten (bauen eint mit fteberbetfcnl, 2 Tische (gut erhalten». 1 Kommode, 1 Trumeausviegel. 10 Garten tische. 2 Haudtuchständer, 1 Kleiderbüste 1 Petroleumosen, 1 Kinderbett. 2 Salon seffel. 2 Kinder-Promenadewagen, 1 Rohr fessel, Stühle, 1 Wäschemangel. 1 Wring maschine, 1 Nähmaschine, 1 ovalen Tisch. 2 Küchenbretter, 3 Stehpulte, 2 Schreib- tischstühle, 1 Kinderfabrstuhl 1 Elnkoch- avvarat, 2 elektrische Lampen, Herren- u. Dameniahrräder, Rot- und Weinwein. Oelsardinen, Büchsenwurst, Seife. Waschpulver, Erbsenwurst, 1 gr. Teppich. Eau de Cologne, Zigarren, Liköre, Koffer, Damenblusen,Ttschdecken,2De-imalwaaen. 1 Croauett-Sviel, Tabak, Eiumachtöpfe. Herren- und Damenkleider, gebraucht und neu, Herren- und Damenstrickwesten (neu), Herren- und Kindermützen, Feldflaschen, Trinkbecher, Frühstücksbüchsen, Wander- kocher, Biergläser, Taffen. Kinderschuhe, Hausschuhe, Fahrradkörbcheu, Fahrradständer. Satteldecken, Luftpumpen, Bilder und Oelgemälde- 1 Radioapparat mit Verstärker, Brotschneidemaschinen, 1 Eismaschine, Motorradlaternen, Romane, eine Schusternähmaschine. 4211D Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28. ar Besichtigung von 9 Uhr ab. I— Himmelfahrttag FRÜH-KONZERT Alte, angesehene leistungsfähige Fabrik techn. Oele und Fette sucht Aum Besuche von Landwirten rührigen Vertreter geg. hohe Provision. Eingeführte Vertreter erhalten besondere Vergünstigung. Gchriftl. Angebote unter 4051D an den __________Gtetzener Anzeiger.__________ Die he <ßom !°lger „alM zu: Unlängst hie stantl z tuns inffl,r0 toll» S störend ®' . W u te fflrunöbN1 ÄftS gtticht'et worb zahlet durch iihl von i)^£ S 6W# Wie eine M EnleignuG Ä und W" 9; von rggzu l minifür sieht st versucht, lewe keil befchon Die erste Ministers! acjwungei in kiesten ausj tunq 'st unnch Landern eme dieser Sätze, b. hauset erhöbe Jelraac, deren bau ükrmciwuni Georg Appel Gießen Mieten von ans eZ/wi Frische Seefische in strammer Eispackung billig ein- getroffen. 4214 c Nleinhenn Babnbosstrabe 59 Telephon 66 Mittwoch früh und Freitag lieferbar, empfehle blutfrifche WWW Mellon 0.8. Bfilinge Catiisljetinge cmhsollstllmlik Ötieniels der d. Engel- apotheke 1^ Die Idealste, gesündeste Kinderkleidung, größte Auswahl, billigste Original-Listenpreise bei Frdr.Teipel • Salomon taoÄtagwwI W«IUM ■ mslom mil Mille nofi Sem SWellverg Abmarsch 6 Uhr vomLudwigsplatz ab. Verträge und Schaukochen auf Roeder-Gasherden neuester Konstruktion S Modeh»us alomon Schulstraße Für Himmelfahrt Spitzen-ä-Spezialität! SS1— ~~7 Staubfc^d^ ren Monaten ist erJhr sNutzholzversteigerung Die Gemeinde Frankenbach verkauft Montag, den 17. Mat 1926, Anfang boem. 10 Ahr, auf dem Geineindehaus zu Frankenbach folgende Mengen Holz: 33 Eichen-Slämme mit 17,25 Fstm. Kl. 2 bis Kl. 6 25 Um. Eichen-Auhscheiter 20 Am. Gichen-Auh lnüppel 742 Sick. Aadelbolzstämme mit 317,37 Fstm. Kl. 1a bis 3a 276 Stangen l. Kl. 81 Stangen II. Kl. 58 Stangen Ul. Kl. Das Nadelholz ist alles geschält. Inte- reffenten können das Holz vorher ansehen, und erteilt Förster I e s e r i ch näh. Auskunft. Frankenbach, 8. Mai 1926. Der Bürgermeister Bernhardt.______41920 Brennabor- Kinder- und Klappwagen billigste Preise o. größte Auswahl 4203D Aug.Kilbinger , Pfund von 0.15 in Schokolade 3 Tafeln ä 100 Gramm von 0.78 in Dose von 0.32 , Pfund 0.24 Schachtel 0.90 n" 11 Pfund von 0.20 .1 Allemal: Rah m s ■ buttecgleich! ” W MARGARINE Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesien) Dienstag. U. Mai 1926 4IM] ^'SkLgbri! „»um Belut: tragbar wäre ft». 15 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Jur 400*3a^r»Steter her UniverfttSt Marburg. JT Marburg. 9 Ttot fHe rie$f8i>*w Hauptversammlung beS^flnlbetf ItÄ L^ßhlt- P * * Marburg mit her zugleich ha- fftwf. jährige Bestehen des Marburger <3tubenten5einr# und vor allen Dingen hie Grundsteinlegung zmn Bau des groben Kunstinstituts nerbtmben tinr kann als ein würdiger OTuffoft zur nächstjährig^ 400«3ohrfeier her 57- ri'"' Marburg ■ygltcn. den Abschluß einer wirklich ausreichenden Lebensversicherung für die Bevölkerung des Mittelstandes, deren Vermögen größtenteils zerstört worden sind, zu gewährleisten. Hier muh eine Erhöhung angestrebt werden, daß bei Einkommen bis zu 15 000 Mark und Vermögen unter 50 000 Mk. der tot- sächliche nachgewiesene Aufwand des Steuerpflichtigen als abzugsfähige Sonderleiftuno anzu- sehen ist und oollstänoig — nicht in b e • grenzter Höhe — fteuerfrei bleibt Der Ausfall an Steuereinnahmen verschwände gegenüber dem Segen, den die Abschlußmöglichkeit wirklich ausreichender Lebensoersicherungsverträge der produktiven Bevölkerung des Mittelstandes bringen würde. Die Begünstigungen, die dos EStG, den Lebensversicheru^igsprämien gewährt, müssen also erweitert und weiter ausgebaut werden, immerhin sind sie auch jetzt schon beachtlich und verdienen im Publikum mehr bekannt zu werden. Die Vergünstigungen des EStG, beschränken sich aber nicht nur auf die Lebensversicheningsprämien, sondern umfassen auch die Kapitalempfänge, die der Steuerpflichtige auf Grund von Lebens-, Unfall - und sonstigen Kapitaloersicherungen nach Eintritt des Versilherungssalles aiisgemhst bekommt. Auch diese Kapitalempfänge haben bemerkenswerte steuerliche Vorteile: Nach § 6 Abs. 3 EStG, unterließen sie der Desteuerung nicht, sind also als fteuerfreie» Einkommen anzu sehen. Es sind wohl in erster Linie sozialwirtschaftliche Momente, die die Gesetz, gebung zur Schäftung dieser steuerlichen vergün- stigimgen veranlaßten: Diejenigen, die sich auf den Lebens- oder Todesfall versichern, gehören meistens nicht den begüte'rten Kreisen an. Sie versuchen bei nicht hohem Einkommen und trotz der Dezimienina ihres Vermögens durch Kriegs- und Nachkriegszei' auf dem Wege einer Versicherung entweder sict selbst für den Fall des Alters. oder im Falle ihren Todes der Frau und den Kindern als besorgtet Hausvater nach Möglichkeit eine Sicherung zu schaffen. Daß der Gesetzgeber dieser volkswirftchostlich so bedeutsamen und für den zukünftigen Wiederaufbau unentbehrlichen Vevölkerungsschicht bei ihren Siche- rungsmaßregeln für Tod und Alter steuerlich entgegenkommen muß, ist selbstverständlich. Daß weitere Vergünstigungen anzustreben sind und auch Aussicht auf Erfolg haben dürften, muß m immer weitere Denälkerungskreise einbringen. Je mehr das Piiblikiim sich über die jetzigen fteuerlidien Vorteile der Lebensversicherungsprämien klar ist, um so mehr wird e? daraus seine Kanseguenzen ziehen, die steuerlichen Vorteile und Begünstigungen aus- nützen und in Zukunft für deren Erweiterung rin- treten. Das Publikum muß folgendes wissen: 1. haß auch nach dem neuen Recht die nach Eintritt des Versicherungsfalls dem Steuerpflichtigen zusallr-nden Kapitalempfänge steuerfreies Tin- ko m m e n sind, und 2. daß jährliche Ledens- Versicherungsprämien in der ehr gonge erwähnten Höhe abzugsfähige Sonderletstungen MI- den und steuerfrei sind. Ob die begrststenowerte Erhöhung der abzugsföhfgen Sondertrist^ngsn fQr Lebensversicherungsprämien In ciÄfflbbarw strit efn- tritt tft imwmfb Erstrebensmeri m* stomustch Das lachende Haus Roman von Sophie K l o e r ß. Steuerliche Begünstigung von Lebensversicherungsverträgen Von Gg. Lind, Rechtsanwalt in Grünberg (Hess.). 3n Preußen 38 Prozent bet Soeben*- miete. 3n Bayern (sozialistensreie Regierung) 36 Prozent ber FriedenSmiete. wovon Wieberum 11 Prozent für den Wohnungsbau Verwendung ftnben, in Hessen nur 8 Prozent. 3n Württemberg 19 Prozent be?r Friedensmiete (mit ber Finanzpolitik ber wüstem bergischen svzialistensre>en Negierung sucht sech ber hessische Finanzminister ja mit Vorliebe zw verteidigen). 2n Oldenburg (sozialistenfreie Regierung) 18 Prozent der Friedensmieie. Eine Regierungsvorlage. durch Gesetz den Steuersatz auf 30 Prozent der FriebenSmieie zu erhöhen, ist vom Landtag noch nicht genehmigt. In Hessen 40 Prozent der FriedenSmiet». Das ist das wahre Gesicht der Steuerpolitik des hessischen Finanzministers. Man laste sich durch die langatmigen Veröffentlichungen des Staatspresseamtes nicht täuschen. Das ‘ he'fifjye Dolk hat ein Recht darauf, die wahren $a*t- fachen kennen zu lernen. .Kennt es sie aber, so wird es unserem Rufe folgen: Auslösung des Hessischen Landtags und b art- big ft e Neuwahl! ben Dervrdnungsweg wählt. DaS hessische Volk läßt sich aber herüber nicht täuschen, bah bie Regterungsmänner der heutigen hessischen Re- nur die 'Beauftrag.en ihrer Parteien sind, baß also bie Koalitionsparteien bie volle Verantwortung für diese Steuerverordnung müzu- lragen haben. Die im Hessischen Wirtschaft-- und O r dnungsblock zusammengeschlossenen Par- teten der Opposition haben im Landtag Front gemacht gegen ben Versuch, dem hessischen Volke auf dem Verordnungswege derartige ungeheuerliche Lasten aufzuerlegen. Sie haben zur zweiten Lesung des Staatsvoranschlags den Antrag gestellt, die Verordnung der hessischen Regierung alsbald aufzuhe- b e n. Dieser Antrag ist mit den Stimmen ber Regierungsparteien niederge stimmt worden. Gänzlich unwahr aber ist es. wenn der hes- sifche Finanzminister sich zur Verteidigung feiner Verordnung auf die Gesetzgebung der anderen Länder beruft. Deshalb sei im folgenden kurz zusammengestellt, wie die Belastung des Grund- besetzes durch die Sondersteuer in den verschiedenen Ländern geregelt ist. Die Zusammenstellung stutzt sich auf amtliches Material. Das neue Einkommensteuergesetz vom 15. August 1925 (EStG.) begünstigt den Abschluß von Lebensversicherungsvertragen in mehrfacher Hinsicht. Wenn trotz der Geldknappheit der Abschluß von Lebensversicherungen bei den großen Versicherungsgesellschaften zugenommen hat, so ist die günstige Behandlung, die das Einkommensteuergesetz den Lebensversicherungsoerträgen zugesteht, sicherlich nicht ohne Einfluß dabei gewesen. Gegenüber dem seitherigen Recht, das die Lebensversicherung als abzugsfähige Werbungskosten behandelte, ist durch das neue Recht insofern eine Aenderung eingetreten, als die Lebensoerfiche- rungsprämien nunmehr unter die sog. „Sonder- leiftungen" eingereiht worden sind, die steuerlich bis zu einer gewissen Grenze des tatsächlichen Aufwandes abgezogen werden dürfen. Sie sind also insoweit st e u e r f r e i. Der § 17 Abs. 3 des EStG, erklärt ausdrücklich als „abzugsfähige Sonderleistun- gen": Lebensoerficherungsprämien, die für Versicherungen des Steuerpflichtigen oder eines feiner nicht steuerlich selbständig veranlagten Hausangehörigen auf den Todes- oder LebensfaU gezahlt werden. Unter Lebensversicherungen versteht das Gesetz alle gebräuchlichen Formen-, neben der einfachen Versicherung auf den Todes- f a 11 (d. h. Zahlung eines bestimmten Kavitals nc dem Todesfall), genießen die gleichen steuerlichen Vorteile und Begünstigungen, auch alle die mannig- fachen Aborten der Versicherungen auf dem lieber- leben** und Erlebensfall, forme bfe |m. ..kurzen Versicherungen" und die übrigen D«ficherungs. kombmasionen: Abgekürzte Versicherung (Zahlung bei Versicherungskapitals nach Eintritt des Todes ober auch bei Erreichung eines gewißen Lebensalters), Versicherung auf ben Erlebensfall (Zahlung des Kapitals nnr bei E» reichung eines bestimmten Lebensalters, — Ans- steuerversicherungen — znm Zwecke der Studiums, erleichterung —) u. ä. Die Lebensversicherungsprämien sind als abziehbare Sonderleistungen anerkannt nicht nur, wenn es sich um eigene Lebensversicheningsprämien des Steuerpflichtigen selbst handelt, vielmehr dehnt sich die^ Abzugsfähigkeit auch aus auf Prämien »für feine Frau und feine minderjährigen 8 in ber, ioroeit sie steuerlich nicht selbständig zu veranlagen sind. Die Abzüge für die Lebensoersicherungsprämien dürfen aber nicht in der vollen Höhe des wirklichen 'Aufwandes in Abzug gebracht werden, sondern nur in einer gewissen Jahreshöhe (§ 17 Abs 2 ESsiG.». Diese beträgt für den Steiierpflichtiaen jährlich -480 Mark, für seine Frau jährlich 100 Mk., für das erste siind jährlich 100 Mk., für jedes weitere Kind jäbr- l'ch je 100 Mk. Ts ist klar, daß diese Beträge nicht ausreichen, wenn jemand einen Lebensoersicherungsverträge abschließen will, der für sich und seine Angehörigen einen wirklichen Rückhalt für den Todesfall ober* "für sein Alter gewähren soll. Die Abzüge sind insbesondere dann viel zu gering, wenn Steuerpflichtige in verhältnismäßig höherem Alter sich versichern wol- len. Dieser Tatsache hat das neue Gesetz insofern Rechnung getragen, als der § 112 EStG, eine -E r • Höhung der Abzüge für solche Lebengver- sicherungsverpflichtungen oorsieht, zu denen sich der Steuerpflichtige in den Jahren 1923 bis 1926 verpflichtet hat. Voraussetzung für die Abzugserhäsiung ist ober, daß der Steuerpflichtige mindestens 50 Jahre alt ist, fein jährliches Einkommen den Betrag von 15 000 Mk. und fern Vermögen ben Betrag von 50 000 Mk. nicht übersteigt. Es tft bann fotzende Staffelung ber Abzüge je nach bem Akter norge* sehen: Mter: fährt, abzugsfähiger Beitrag: über 50—55 960 Mk. « 55—60 1200 „ ~ 60 1400 „ Di» Erhöhung ber jährlichen Abzüge ist, aber nicht gegeben, wenn der Steuerpflichtige eine» Anspruch ober eine Anwartschaft auf Ruhegehalt, ober andere wfederkehrende Leistungen von mehr alsj 2000 Mark jährlich hat: bann darf er höchstens tfojtz ber Altersvorausfetzungen den Normalbetrag vo« 480 Mark jährlich abziehen. Es ist schon darauf hingewiesen worden, daß ein derartig geringer Jahresbetrag nicht genügst, um darin erlaubt man sich im gegenseitigen Interesse mal ein offenes Wort. Wollen Sie wirklich Pole- rnatz wieder den Hof verpachten?" „Will? Ich werde müssen. Obgleich es mir schwer wird. Denn er ist — Sie kennen ihn ja aud^ Frau von Brockdorf — kein guter Landwirt, und es gab da allerlei Schwierigkeiten." Die alte Dame lächelte. Man wußte in der ganzen Gegend, wie oft Frau Margrit auf die Zahlung der Pacht warten mußte. „Ja, wenn Christian an seiner Stelle stände! Der kann etwas. Und wenn er auch viel bei Grim im .Fidelen Seifensieder' sitzt, das gibt sich. Absr der Alte denkt nicht an ein Abgeben seines Hofes und Christian wird sich etwas anderes suchen müssen. Er sprach neulich davon, zu Ostern eine Adminqtrator- stelle anzunehmen." „Es gäbe da noch eine andere Lösung." Margrit horchte auf. Die Worte waren so gesagt, daß sie spürte, hmter ihnen stand eine Absicht. „Und die wäre?" ,Lch muß zunächst von uns reden. Mein lieber Mann kann sich, je länger um so weniger, mit bem Gut beschäftigen. Es tmrb ihm schon zu oieh wenn Heiber abends mit ihm über die Arbeit des nächsten Tages reden will: und die Bücher durchzusehen, macht ihn geradezu krank. Es ist ja auch alles bei meinem Neffen in ben besten Händen. Nur daß er — natürlich — die Freude nicht an seiner Arbeit haben kann, die er haben müßte, solange er weiß: Jeden Tag kann das ein Ende nehmen, und ich steh^ auf der Straße. Seit drei Jahren hat er uns das Opfer gebracht, auf jede sichere Stelle zu verzichten, um Gottesgabe für uns zu verwalten. Wir sind chm großen Dank schuldig. So kommen mehrere Gründe zusammen, die es meinem Manne wünschenswert erscheinen lasten, ihn ganz, wenigstens auf lange Jahre, an bas Gut zu fesseln. Wir haben hin und her überlegt, auf welche Weise dies am besten geschehen könnte: und nun steht es fest, daß er zum ersten Oktober das Gut als Pachtung übernimmt. Wir bleiten in unserem Heim, er lebt so mit uns wie bisher, bis er einmal ein eigenes Glück gefunden hat — uxr wünschen ihm, daß das in nicht zu ferner Zeit der Fall sein möge —, und es ist für alle die beste Lösung. Durch das Erzählen wäre es ja auch erst etwas geworden. So war es ja nichts. Gar nichts. Ganz harmlos. — Ein paar gewechselte Worte, ein war- wer Blick — mehr als warm wollte sie ihn nicht nennen —, ein Zusammenschlendem durch die stillen Waldwege, wobei sie ihm die besten Stellen für den Anstand zeigte, sie wußte, wo die Hasen abends in die dörflichen Kohlgärten schlüpften — ja, und dann seine Freude, daß sie nach Hamburg kommen würde. Was war eigentlich für ihn dabei für eine Freude? In der großen Stadt ist man sich ferner als auf dem einsamen Dorfe. Aber schtießlich, ob sie nun wollte ober nicht — ftr freute sich auch. Mitte September fuhr sie mit Koffer und Taschen hinüber nach der großen Stadt. Es hatte sich so gemacht, daß die Mutter nicht, wie sie wollte, mit- fahren konnte, und Rose war ja auch bekannt in Hamburg, konnte sich am Bahnhof ein Auto nehmen unb sich zur Pension bringen lassen. Das war keine Heldentat. Wie sie durch die Sperre kam, zog jemand den Hut. Glühend rot wurde das junge Ding und ärgerte sich über dies Rotwerden so, daß es immer heißer wurde. ■ „Also endlich, gnädiges Fräulein. Der Zug hat zwölf Minuten Verfpähmg. Wollen Sie mir Ihren Gepäckschein geben? Bitte, ich besorge die Sachen. Der Kofferträger bringt sie an mein Auto. — Nein, bas dürfen Sie nicht abschlagen. Das Wenige, was ich für einen Liebling meiner Tante tun kann, ist, daß ich Ihnen die Ankunft hier erleichtere." Da wehre sich einer. Rose saß in dem eleganten Kupee, Blumen im Glashalter, seidene Kissen um sich, kam sich wie eine Prinzessin vor und fragte nur — der Kofferträger ließ warten —: „Woher wußten Sie meinen Zug?" -Als ich gestern herüberfuhr, äußerte mein Onkel ^fällig, daß Sie heute ebenfalls fahren würden, und da kommt doch nur ber Morgenzug in Frage." Diel zu schnell fuhren sie durch die Straßen, viel zu schnell waren sie in der Pension, und als Rose an dem verrußten Hause in der lärmenden Straße ausfrteg, sah sie etwas unsicher auf dies künftige Zuhause. Einladend sah es nicht aus. „Wenn Sie es hier nicht aushalten können, bann kommen Sie hinaus zu mir", lächelte Brockborf. „Meine kleine Villa liegt an ber Rotenbaum- Chaustee. Der Garten ist noch wunberschön, und für mich wäre es ebenso eine Ehre wie eine Freube, wenn Sie sich dort einmal unter der großen Platane von Ihrer Pension erholen wollten. Pensionen sind immer gräßlich." „Danke", sagte Rose lakonisch und wußte nicht, sollte sie sich geschmeichelt fühlen, oder war das eine Dreistigkeit? Würde er die jungen Baronessen seiner Bekanntschaft auch so aufgefordert haben? Sie hätte freilich in diesem Punkt beruhigt sein dürfen. Aribert von Brockdorf, einen so großen Dünkel er selber hatte, sah alle Frauen vom gleichen Gesichtspunkt aus an. Vielleicht war er gegen die kleine blonde Rose Bunsen noch höflicher und vorsichtiger als gegen manche hochgeborene junge Dame seiner Kreise, denn er spürte zu gut die völlige Unberührtheit, das in tiefster Seele Keuschsein des jungen Geschöpfes. Und eben diese Unberührtheit bereitete ihm, der immer neue verfeinerte Genüße suchte, eine gerade- zu ästhetisches Entzücken. Was wußte Rose von solchen Seelenweaen? Alles in ihr war so gerade, so schlicht und absolut ehrlich. Ja war ja, und nein war nein, und wenn jemand ihr sagte, er liebe sie, was konnte das anders fein als das eine große, das ganze Leben ausfüllende Gefühl? Don Liebe hatte Aribert von Brockdorf freilich noch kein Wort gesagt. Die alte Frau von Brockdorf hatte den Landauer anspannen lasten und war zu Bunsens gefahren. Selten waren solche Besuche, denn die kleine gichtige Frau ging nicht mehr viel aus dem Bereich des Gutes hinaus, und zur Stadt fuhr sie nur, wenn sie Weihnachtseinkäufe machen wollte. Das war dann eine große Sache. Heute brannte ihr aber etwas auf der Seele. „Halten Sie mich nicht für indiskret, liebe Frau Bunsen, wenn ich da in Ihre eigensten Angelegen- heiten Hineinrebe. Aber Sie wissen, als gute Nach- Nr. (09 Drittes Blatt Die hessische Steuerpolitif. Dom Hessischen Wirtschafts - und Ord- nunasblock (Landbund, Deutsche Volkspartei und Deutschnationale Dolkspartei) gingen uns am 8. Mai folgende Zeilen mit der Bitte um Aufnahme zu: Unlängst find im größeren Teile unseres Landes die staatlichen Steuerzettel ausgegeben worden. Grausen, Entrüstung, bitterste Verzweiflung erregten diese Sendboten ber hessischen Regierung in ben weitesten Schichten bes hessischen Volkes. Geradezu vernichtend und oermögenzer- störend wirten insbesondere die Belastungen des Haus- und Grundbesitzes durch die hessische Sonder st euer aus den bebauten Grundbesitz. Aus allen Städten und vom platten Lande laufen täglich zahllose Mitteilungen und Beschwerden üoer die fürchterliche Stimmung bei uns ein, die durch diese Steueroolitik im Volke angerichtet worden ist. Die Belastungen der Steuerzahler durch die Anforderungen gehen in einer Unzahl von Fällen weit über das Zahlungsoermögen der Steuerpflichtigen hinaus. Sie wirken geradezu wie eine Beschlagnahme ober entschädigungsloie Enteignung. Kein Wunder, daß sich bie Angriffe unb Klagen gegen bas hessische Finanzministerium von Tag zu Tag mehren. Der hessische Finanz- minister sieht sich in bie Verteidigung gedrängt und versucht, seine unhaltbare Lage in der Deffentlidj- feit zu beschönigen. Das kann nicht gelingen. Die erste Behauptung des Finanz- Ministers geht dahin, daß er durch das Reich gezwungen sei, die Steuersätze zu erheben, die in Hessen ausgeschlagen worden sind. Diese Behaup- tuug ist unrichtig. Die Reichsgesetzgebung läßt den Ländern eine Bewegungsfreiheit sowohl innerhalb dieser Sätze, die für ben Staats- unb Gemeinde- haushalt erhoben werden, wie auch namentlich der Beträge, deren Gesamtsumme für den Wohnungs- bau Verwendung finden soll. Während der hessische Finanzminister mit der Inanspruchnahme des Haus- besitze? zugunsten der öffentlichen Verwaltung an bie ober ft c Grenze des nach dem Reichsgesetz Zulässigen herangegangen ist, hat es die Möglich- feiten, bie Mittel ber Sondersteuer für den Woh - n ungtnbau nutzbar zu machen, bei weitem nicht erschöpft, sondern ist weit unter dem geblieben, was in anderen Ländern für diesen Zweck Verwendung findet. Der einzige Trost, den der Steuerzahler haben könnte, daß die hier weggenommene Summe wenigstens für produktive Zwecke für die Linderung ber Wohnungsnot unb Besserung der Wohnungsverhältnisse Verwendung findet, ist damit in Hessen zerstört. Die zweite Behauptung des Finanzministers, daß er infolge der Reichs- aesetzgebung unter Umgehung des hessi- schen Landtags die Sondersteuer in Hessen durch Verordnung habe ausschreiben können, redet gleichfalls an der wahren Sachlage vorbei. Richtig ist. daß das Reichs- gesetz Den Regierungen der Länder ein« solche Ermächtigung gibt. Ebenso richtia tft aber, daß die anderen g,öftere» Länder von dieser Trmächtigmng feinen Gebrauch gemocht haben. Dort haben sich die Finan^minister pfftchtmästig gesagt, bah man die Bevölkerung nicht mit solchen Lasten belegen kann, ohne den gewählten Volksvertretern Gelegenheit gegeben xu habe». Über diese Dinge mittzuentscheiben. 3» Kessen hat man den Landtag an-geschaltet. DaS hatte seinen guten Grund. Die Parteien der Koalition haben sich gescheut, vor ihren Anhängern unb vor dem Lande die Verantwortung zu übernehmen. Sie haben gemeint, sich vor einer solchen Verantwortung dadurch befreien zu formen, daß die Regierung unter Ausschaltung deS Parlamentes Auch für den künftigen Besitzer. Aribert ist mit keinem Gedanken interessiert für Landwirtschaft, er wird sehr zufrieden sein, daß alles so geordnet ist. Auf zwanzig Jahre bekommt Heider die Pacht: bis dahin wird er wißen, was er dann anfangen will." Eine kleine Pause. Margrit las zwischen den Worten. Wir können dem einen das Gut, bas mit uns verwachsen ist, nicht zu freiem Belieben in die Hände geben. So nutzen wir die Macht, die wir noch haben, den anderen sicherzustellen. Und wenn dein Kind — Aber genannt wurde Thoras Name nicht. „Nun dachte mein Mann — Sie wissen, er hat immer das wärmste Interesse für Sie und die Ihren —, ob vielleicht Heider auch Ihren Hof hin- zupachten könnte. Die Aecker litten Grenze an Grenze. Eine Unbequemlichkeit wäre nicht für ihn damit verbunden, wohl aber ein Gewinn. Und für Sie wäre er ein sicherer Pächter, denn ich glaube, wir können für ihn bürgen." Margrit sah überrascht auf. Das kam plötzlich. Und schien mit einem Male so naheliegend und so einfach. Es konnte außer Polematz nur der Pächter von Gottesgabe in Betracht kommen. Wenn das eben verpachtet wurde. Wenn nur nicht-- Ja, wenn Thora da nicht einen Strich durch die Rechnung machte. Denn Heider immer in nach- fter Nahe — hier auf dem Hof fast jeden Tag, sozusagen dazu gehörig zum lachenden Haus — „Sie müssen es sich in Ruhe überlegen", sagte die alte Dame. „Ich dachte nur, es wäre netter, mir Frauen besprächen das erst einmal ganz unoer- bindlich miteinander. Wenn Sie geneigt sind zu ber., Sache, geben Sie mir gelegentlich ein bißchen Bescheid. sonst bleibt alles, wie es war. Sicher besprechen Sie die Sache auch gern mit Ihren Töchtern. Haben Sie schon Nachricht von Rose? Fühlt sie sich nicht gar zu einsam ohne die Schwestern?" So war ganz natürlich ein Uebergang gefunden -u Familiengesprächen, und ehe sie ging, trat sie in die Webstube unb sah auf dem Webstuhl eine Chaise- longuedecke, die für ein Hamburger Geschäft be- stimmt war. Lichtblauer Grund mtt einzelnen schmalen türkischen Streifen, die beiden Enden achtzig Zentimeter brett, ganz in Rot, Gold unb Grün gemustert. (Fortsetzung folgt.) Aussehen dke neben-- Sie §WMK bis zu 90° o und mehr gegenüber Neuanschaffungen durch die chemische Reinigung Ihrer Garderobe und Zlmmer-Ausstat tungen. Wir färben und reinigen alles, womit Sie sieb bekleiden und Ihr Heim schmQcken. 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Es sind eine ganze Reihe neuer Ortsgruppen entstanden, z. V.: Eorbach. Essen u. Industriegebiet, Melsungen, Hofgeismar, Wiesbaden ist wieder gut aufgelebt; im ganzen sind es rund 20 Ortsgruppen. Vielfach Haden Marburger Dozenten dort Vorträge gehalten. Der Vorstand ist unverändert geblieben, nur trat an Stelle des Herrn H a e r e u s, Hanau, Land- gerichtspräsidem a. D. Grimm, Hanau, an Stelle des Pros. Schaefer, Warburg. Prof. Thiel und an Stelle des verstorbenen Geh. Rat Prof. T u c z e k Pros. G ö p p e r t. Rach Deendigung der Versammlung begaben sich die Teilnehmer in die Aula der Universität, wo sich ein Festvortrag des Pros. D. Freih. v. Soden über „Wesen und Ursprung christlicher Kunst" anschlotz. Unter Dorantritt einer Musikkapelle, des akademischen Lehrkörpers (Rektor, Dekane und Pedelle in AmtStracht), der Chargierten der Studentenschaft mit Fahnen, zogen dann die Teilnehmer in geschlossenem Zug zum Vauplah im Dicgenviertel. wo eine gewaltige Menschenmenge Aufstellung genommen hatte, die Zeuge der (bereits gestern gemeldeten. D. Red.) Grundsteinlegung des Kunstinstituts sein wollte. Rach einem einleitenden Musikvortrag sprachen hier Geh. Rat Prof. Dr. Troeltsch. Landeshauptmann von Gehren namens der Provinz Hessen-Rassau, Wirkl. Geb. Rat Ober- landesgerichtsprasident a. D. Dr. Frihsch namens der privaten Stifter. Oberbürgermeister Dr. Voigt namens her Stadt Marburg und Professor Dr. Lommatzsch, der die ®runb- fteinlegung^-llrfunhe zur Verlesung brachte. Folgende Herren gaben dann drei Hammerschläge ob. Regierungsbaurat Lütke. Staatssekretär Dr. Lammers. Ministerialrat Dr. Sch in» dowski, Staatsminister a. D. Dr. Schmidt» 011. Oberprasident Dr. Schwände r, Landrat Thöne. Landeshauptmann von Gehren, Landeshauptmann Dr. W o e l l. Amtsgerichts- \rat Walbschmidt. Wirkl. Geh. Obersustizrat Schmidt, Geh. Oberregierungsrat Dr. StöIzel. die Landräte Sarrazin Witt- m e r und Sckwebel. Oberbüraermeister Dr. Antoni, Oberbürgermeister Stadler, Dr. Via nm. Stadtrat Dr. Sperling, Ober- bürgetmdfter Dr. Voigt. Prof. Kürschner, Geh OBerregierimgdrat Dr. v. Hülsen, die Prokssoren Dr. Lommatzsch. D. Frhr. von enden. Dr. Genzmer, Dr. K. Müller. Dr Dentfchbein. Dr. Hamann. Dr. 3a- rabSkstal. rand. für. Kreischer, Betriebsrat- Vorsitzer der 3. Gaßmann und zum Schluß Geh. Rch Prof. Dr. Troeltsch. Mit dem Gelange des Deutschlandliedes schloß die Feier, der sich ein Festmahl in den Dtakrifäl-n an fügte Wirtschaft. Berliner Börse. . fflftgpner Drahtbericht des „Gießener 'Anzeigers".) Berlin, 11. Mai. Die Börse eröffnete wieder l uyi in der bisherigen 2 n ft ( o f i a ? e i t. An kn Aktienmärkten stockte bas Geschäft voll * kommen, so daß zahlreiche variable Notierungen t gestrichen werden mußten. Die Kurse bröckelten allgemein leicht ab. Unter dem Druck der innsrpoliti schen Spannung war f a ft jede U rn s a tz t ä t i g feit eingestellt. Exotische Werte oermochkn 3"^reffc auf sich zu lenken Obgleich von einer Seile. ?■ nn den Pariser Verhandlungen über die Wie benmfnabme des Änleihebienftee für die alten türkischen Staatsschulden beteiligt ist, über das mangelnde Entgegenkommen der Türkei und den oor> läufigen Abbruch der Verhandlungen berichtet wird, setzten türkische Renten unter Führung der Anatolier ihre Befestigung noch fort Besonders fest notierten auch Mazedonische Renten. Die Gesamttendenz ist demnach, wenn man von den Exoten absieht, als lustlos und schwächer zu bezeichnen. Am Geldmarkt nannte man vielfach unveränderte Sätze. Tägliches Geld stellte sich auf 4 bis 6, bei der Reichskreditgesellschaft auf 3,5 bis 4,5 Proz., Monatsgeld auf 5,5 bis 6 Proz. Die FlüssigkeitdesGeldmarktes hält an. Am Devisenmarkt ergab lick nur eine belangreiche Aendemng in der belgischen Währung, die aus Intervention stark anzog und seit einiger Zeit erstmals wieder besser lag als der französische Frank. London-Brüssel zog von 157 am Vortage auf 153 an, London-Paris notierte unverändert 155. DörlenvMr. Devisenmarkt Derk»—Iraakftrrt cl M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 10 Mai. 11. Mai. Amtliche HotL-rnna Amtliche 9totternna c^eld Brief 67 1.961 1.965 Rio de Jan 0.612 0.614 u.606 0.608 Wien in D-- Erft, abgeft 59,21 59,35 59,215 59,26.5 Prag . • . 12,418 (2,458 12,417 12,457 Helzrad . . 7.10 7.42 7,405 7,425 Dudavrst. . 5,86 5,88 5,865 5,885 Bulaarien 3,044 3,054 „044 3,0.54 Lissabon 31,395 21,44-5 21,395 21.445 Danlla. 80.77 80,97 SO. 79 80.99 Konftanttn 2,162 2.172 2,165 2,165 Athen 5,24 5.26 5,24 .5,26 Canada. 4.20 1,21 4,20 4,21 Uruanan 4.315 1.325 4.315 4.326 zu 5,25 Prozent, P r i o a td i s k o n t e n 4,75. Am Devisenmarkt notierte der Pariser Frank in Pfundparität 155,75, die Brüsseler Psundparitäl 126,55. Mark und Pfund unverändert. ranffurtcr Getreidebörse. lEigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-' > Frankfurt, 11. Mai. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,50 bis 30, Roggen, inländischer, 19,25 bis 19,50, Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24, Hafer, inländischer, 22,50 bis 23,50, Mais (gelb) 18 Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 42 bis 42,50, Roggenmehl 28,25—28,50, Weizenkleie 9,50, Roggenkleie 11. Tendenz stetig. Frankfurter Pferdemarkt. Frankfurt a. M., 10. Mai. (WSR.) Der Auftrieb des heutigen Pferdemarktes betrug insgesamt 600 Pferde. Zu Beginn war das Geschäft schleppend, konnte sich aber im weiteren Verlaufe gut erholen. Obwohl das schöne Wetter Zahlreiche Landwirte, die auf dem Felde beschäftigt sind, abhielt, war der Besuch aus den Kreisen der Fuhrunternehmer und des Handels ein zahlreicher. Die Preise stellen sich wie folgt. Beste Arbeitspferde schweren Schlages 1600 bis 1900 Mark, Arbeitspferde mittleren Schlages 1000 bis 1500, gute Wagenpferd?' (Holsteiner Basse) 1200 bis 1600, Geschäftspferde 400 bis 800 Mark, Schlachtpferde erste Qualität 0,27 Mark pro Kilogramm, zweite Qualität 0,22 Mark pro Kilogramm. Rachster Dserdemarkt 7. 3uni 1926. Berliner Produktenbörse. Berlin, 10. Mai. Die neue Woche eröffnete im Berliner Produktenhandel für Brotgetreide in allgemein fester Tendenz und zwar für Roggen in verhältnismäßig größeren Ausmaßen als für Weizen. Die Ämsahtätigkeit blieb aber wiederum sehr klein, da die 3nlandS- erzeuger Material nur sehr schwer abgeben wollen und dann auch nur zu hoch gehaltenen Preisen. Gerste ist sehr still geworden, während die Rachfrage für Hafer bei stärkster Zurückhaltung der Provinz kaum Befriedigung findet. Mehl immer noch still. Futtermittel gleichfalls ruhiges Geschäft. 3m Licferungshandel wandte sich das Hauptinteresse in Liebereinstimmung mit den niedrigeren amerikanischen Saatenziffern für Roggen in erster Linie zu. Unterstützt wurde diese Bewegung durch die nicht vielversprechenden Saatenstandsberichte für deutschen Roggen. Dic ersten Kurse lagen für Mai 2 Mk., 3uli 2* 1 2/? Ml. September PA? Mk. höher. Weizen schließt fich in etwa erhöhten Schlußforderungen an. Mn Notierungen plus V» Mk.. 3ull plus 2 Ml. September plus V/«. Mk. Es notierten prr 1000 Kg.: Weizen (mär!.) 297 bis 299, Rogge- (märk.) 176 bis 181, Sommergerste 193 bis 207. inländische Gerste 172 bis 185, Hafer (mär!. 193 bis 203; für je 100 Kg.: Weizenmehl 36.7.-' bis 39.50. Roggenm-ch. 25 bis 26.50, Weizenkleic 11 bis 11.25, Aoggcnllcie 11.80 bis 12. Viktoria etbfen 29 bis 39. kleine Speiseerbsen 23 bis 25 Futtererbsen 20 bis 23. Peluschken 20 bis 23 Ackerbohnen 22 bis 24. Wicken 23 bis 30, Lupinen (blau) 11.75 bis 12.75, Lupinen (gelb) 14 bis 15, ecvrab e a>t ..... HolzverkolNung . . . msteaerSwerkb ...... Scherdeanstolt «Ha- Beramami ÜR öm fr aftorrtc . • . • « Schockern Siemens 4 Hulsvi . . .... Adtcrwerte Ktcyer ..... Daimler Moro««. ..... veyligenstaedi 5*1/.- Deutsche Rcichsanlethr . 4% Deutsche N^ichSan leihe - 3'/,°,'n Deutsche ichsanleihe 3% Deutsche Ncichsaitleihe ■ Deutsche Svarvraimcnanletbe IX Preußische ÄonlolS 4% Hessen ■ • 3V.°/n Hessen 3°/o He neu........ Deutsche Dertb. Dollar-Lut. dto- Toll -Schas-Amreisua.'l <°/o riollrürten 5% Goldmcrikaner Berliner Handelsgesellschatt. «Lormncrz- und Privat-Bank Darmst. und Nanonalbank . Deutsche Bank. . . . Deutsche BereinSbank . . . . Disconto Commandst Metallbau!. Mitteldeutsche Creditbauk Oesteereichllche Creditanstalt Westbank ... Lochumer (Slafi ..... Budcr i-' ...... tarn ....... Demich^r:u«mdurg . . . . ; Gelsenkirchener Bernwerke. Harpcner Bergbau Raltroetfc Aschersleben . . . Kaliwerk Wcstercgelli . . . . Laurabütke ...... Oberücdarf ...... Phonir Bergbau ..... 0.3625 0.375 0.365 0.3725 — — 0,3.502 0,352.5 0.356 — 0.35 0.3.5 0.43 0,415 — 0.43 0.34 — 0,215 — — — 0,35 0,3575 0,37 - 0,39 —— —— —— — — 0,37 — 100 — 96.5 — — —» 12 12.2 I 12 44,75 44,5 1 48 — 147 — 148,2* 147.2' 10.5,7- 105,25 105,5* 105,2' 125.75 — 125.5* 125* 124.5 — 124,7 123,5* 89 5 — — —— 120.75 120 .>• 120,2* 92,.5 — 107 — 116.3 —- 7 7 7 6.95 — — — — 90.25 — 90,2.5 90,75* 59,5 — 58,13 — 52,25 — 53,25* 52 96 95 96.62' 95' 99.75 — 98,13' - 98,7.5' 115, ?' 114.. 12» 114 127.2* 126 130 126,7.5 129 —— 36 -- 35 35,:> 48,5 — ■50* 77.5 77* 79* • 93.75' 92.9' 94' 93,25- 92.5 — 93 60,2.5 — 127' 124' 125,5* 126,2* 125* 129,6* 123,7* 123,1* 18.5 _ 98 98,7.5 — _ IT7.5 67 67,5 — — 76 — — — _ 158 9- 1.52,2* 1.53.6* 152,7* 76 76,1 77 77 63 62 77 74,5 77,9 74,5 110,6 —• 110,2- 108,7* 109,9* 109,2- 104,5 E— 104* 102,6? 99,5 99 97,5' 96,25* 97* 96,12 143,5* 143,25 143' 143,5* 61,5 60,5 61.62 60,25 63 —• 63,5 — ——- _ '17 — — — — — re — 17 — — — i M - 107,62 107 — — 73 — 77,13 — 35,5 — 3.5 4,25 — — — 127 126.5 125 —- 51,2-5 ■51 51,13 62,2.5 62 — Berlin, 10 Mai Geld Brie- TeiH AW Gröille AnSwabi Martc Hammer von Mk. In. an ^enniSichube von Ml. 5.— an Tenniöichude, echte amerikanische, mit Greve-Loble von Mk. 950 an 'df.'c von Mk 2 25 an Lpauner, Lacke, Qele m'to., Pfosten und yicttr. Reparaturen u Neu- bespannen fachmithig tu etaener Werkstatt lnnertzalb 24 Stunden Aug. Kilbinger Selterwweg 79 3865D Telephon 222 Schellfische Kabeljau Seelachs Schoben Maifische -reffen Mittwoch u. Hreitas zu billigsten Tagespreiieu ein Hechte Blaufelchen Rheinsalm empfehle Kreitag etni reffend 4213c Samhsrj.FisclihaBäly, A. ftodi Siachsolaee Schuksrr. 10 Amerikanische Note,..... 4,19 4,21 Belgische Noten .... 12,87 12,93 Toniichc Noten .... 109,13 109,67 Englffchc Noten........ Französische Noten..... 20,32 20,42 13,26 13,32 Holländische Noten .... 168,13 168,97 Ztalienische Noten...... Norwegische Noten. ... Deutsch-Qestcrr., 4100 Kronen Rumänische Noten 16,71 16,81 90,34 59,21 90,80 59,51 Schwedische Noten . . 111,87 112,33 Schwester Noren . ... 80,96 81,36 SvanIsche 9wten....... 60,05 60,35 Tschechoslowakische Roten . 12,40.5 12,465 Ungarische Note» 5.84 5.88 finn einsetzten, drückten das Kursniveau weiter erab. Der unverändert den Markt stützende f l ü f • i g e Geld st and verhinderte ein starkes Herab- aleiten der Kurse insofern, als dadurch das ange- ootene Material verhältnismäßig leicht untergebracht werden konnte. Das Geschäft bewegte sich in so engen Grenzen, daß Kursnotierungen zunächst kaum zustandekommen konnten. Die Rückgänge, die sich auf fast alle Werte übertrugen, gingen über 2 Prozent nicht hinaus. Vereinzelt kam es zu Kurssteigerungen. So waren u. a. Neckarwertke Eßlingen um weitere 2 Prozent höher. Auch Zement Heidelberg konnte sich um 1,75 Prozent befestigen. Starke Einbußen zeigte der M o n t a n m a r'k t. wo diese die Höhe von 1,75 Prozent erreichten. Rur Kali Aschersleben waren 0,75 Prozent gebessert. Der Farbenmarkt hat nach Bekanntwerden der Dividende an Interesse wesentlich eingebüßt. Auch hier gab es Rückgänge bis zu 1 Proz. Stark gedrückt waren Rütgerswerke, 2,5. Auch am Elektromarkt gingen die letzttägigen Kursavancen wieder verloren. Rur Siemens & Halske hielten sich auf chrem gestrigen Stand. Bank- a k t i e n bröckelten leicht ab. Desgleichen Schiff- fahrtsaktien. Von Autoaktren wurden Kleyer um 1 Prozent niedriger, Neckarsulmer um 1,25. Der Kassamarkt der Jndustriepapiere lag lustlos und überwiegend niedriger. Von Zucker- a k t i e n gaben Heilbronner Zucker 1,25 Prozent nach. Deutsche Anleihen zeigten nur geringe Aenderungen. Kriegsanleihe 0,375. Etwas lebhafter verkehrte der ausländische Rentenmarkt, wo Türkenwerte unverändert in großen Beträgen umgesetzt wurden und ansehnliche Kurs- gewinne erzielen konnten. Der Freiverkehr lag schwächer Becker Stahl 45, Benz 70, Brown Boveri 72, Entreprise 10, Growag 56, Ufa 50, Ufra 76. Im weiteren Verlauf wurde die Stimmung etwas zuversichtlicher. ausgehend von dem Zarpener Markt, wodurch aud) die anderen Werte dieser Gruppe leichte Bessemngen erzielten. Auch Harpen. werte waren gebessert. Die anderen Märkte hatten gehaltene Kurse. Die Flüssigkeit des Geldmarktes tritt in immer stärkerem Angebot hervor. Der Zinsfuß für' läglill-es Geld dürfte sich heute auf 4 Prozent stellen. Monatsgeld ist gleich favL bilfiaer zu haben, und zwar 5 bis 6,5 Prozent, je nach Zldrefse. Dagegen waren Wechsel gesucht **'•* S[e, Frau Nachbarin, auch hlsr erscheint uns®* quter.JtomfrancS. den mein Mann und Ich schon seit Jch- ren täglich trinken. Ich kann Ihnen nicht genug empfehlen, ihn ebenfalls In Ihrem Haushalt zu verwenden. Er ecnmecW vorzüglich und Ist dabei ungemein billig. 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