Nr. 39 Erstes Blatt <76. Jahrgang Donnerstag, März 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, anch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fe rnsprechansch lüssc: Schriftleitung 112, Der- lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck und Verlag: Brühl'sche Universltäls-Vuch- und Steinöruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze?. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfcnnig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Unveränderte Lage in Gens. D cAnfnahmeDeutschlandsempfohleu. Schwedens Kamps gegen die Rats- crweiterung. Genf, 10. März. (Wolff.) Der ilntcr« ausschuh der Aufnahmekommission hat unter dem Vorsitz Chamberlains heute nachmittag ohne besondere Diskussion beschlossen, der Aufnahmekommission die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zu cmpseh- len. Der Llnterausschuh wird Donnerstag, der Ausnahnrekommission einen Bericht vorlegen, in dem erklärt wird, daß die im Völkerbundspakt enthaltenen Aufnahmebedingungen als erfüllt anzusehen sind. 3m Gegensatz zum Aufnahmeverfahren bei Bulgarien, Oesterreich imd .Ungarn wurde im Falle Deutschlands der Ausnahmebeschluh gefaßt, ohne von einem deutschen Vertreter noch besondere Erklärungen zu verlangen. Die . Aufnahmekommission wird bereits Donnerstag vormittag zu einer Sitzung zusammentreten, um den von dem Unterausschuß vorgeleaten Bericht zugunsten der Aufnahme Deutschlands zu genehmigen und sofort an die Völkerbundsversammluug weiterzuleiten. Vach der Sitzung des Untersuchungsausschusses der Aufnahmekommission, versammelten sich die Mitglieder des Volkerbundsrats zu einer zwanglosen Unterhaltung beim Tee, zu der auch der polnische Außenminister Skrzhnski hinzugezogen wurde. Ueber das Ergebnis der Besprechungen beim Vachmittagstee ^erklärten einzelne Vatsmitglieder, dah Fortschritte erzielt worden seien. Die Diskussion wird nach Eintreffen D r i a n d s fortgesetzt. Die Verhandlungen des Vates sanden in vollem Einvernehmen mit den deutschen Vertretern statt. Die Stimmung in den Genfer politischen Kreisen ist in den Abendstunden des Mittwoch völlig geteilt. Von italienischer Seite ist die Parole ausgegeben morden, daß die Schwierigkeiten zuge- nommen hätten und daß eine Lösung nicht abzusehen sei. Aehnlich äußert man sich auch im französischen Lager. Bei den germanischen Staaten dagegen herrscht eine optimistische Auffassung vor. Als wichtigstes Ereignis der Vachmittagsbesprechung der Ralsmikglieder darf festgestellt werden, dah der schwedische Außenminister Anden seinen ablehnenden Standpunkt in oller Schärfe aufrechterhalten hat und dah alle versuche, ihn umzustlmmen und zu überreden, ' an feiner Hartnäckigkeit gescheitert sind. Der konzentrische Druck auf die deutsche Delegation hat vielleicht noch an Intensität zuge- nommen. Trotzdem ist nicht das geringste Anzeichen dafür vorhanden, daß der Reichskanzler und Dr. Etresemann die Absicht haben, auch nur im geringsten nachzugeben. Der gleiche Druck richtet sich auch gegen den schwedischen Außenminister, weil, auch wenn Deutschland zur Zeit nicht in Genf vertreten wäre, der Streit an Schärfe nicht geringer sein würde. Die bisherigen Ratsmitglieder sind ja unter sich in der Frage der Erweiterung des Rats u n - einig. Da Deutschland es ablehnt, auf die eine oder die andere Seite zu treten und aktiv Stellung zu nehmen, so wird dieser Streit jedenfalls durch Deutschland nicht verschärft. Das Problem der Erweiterung des Rates bestand, bevor cs das deutsche Problem gab. Nur der Zeitpunkt der Behandlung des deutschen Aufnahmeantrages hängt Mit dem Verlangen einzelner Staaten nach neuen Ratssitzen zusammen. Der Beschluß der schwedischen Regierung trotz aller möglichen Folgen an ihrem Standpunkt fe st zuhalten, zwingt die Vertreter der auf einen Ratssitz Anspruch erhebenden Mächte, von ihren Regierungen neue Instruktionen einzuholen. Die Lage des britischen Bergbaues. Der Bericht der Kohlenkommissio». Landon, 10. März. (WB.) Der Bericht der Königlichen Kohlenkommission erklärt, die Schwierigkeiten in der Kohlenindustrie seien die Folge mächtiger wirtschaftlicher Kräfte. Die Kommission stimmt nicht der Ansicht der Zechenbesitzer zu, daß wenig getan werden könne, um die Organisation der Industrie zu bessern, und daß das einzig durchführbare Verfahren sei, die 'Arbeitszeit zu verlängern und die Löhne zu vermindern. Nach der Ansicht der Kommission sind große Veränderungen nach anderen Richtungen notwendig. Die Kommission weist darauf hin, dah in der Kohlenindustrie große Unterschiede herrschen. Zahlreiche Zechen sind, an modernen Maßstäben gemessen, schlecht angelegt. Viele Zechen haben zu geringen Vetriebsumfang, um eine gute Produktionseinheit zu sein. Eine Anzahl Zecken ist weder gut ausgerüstet noch gut geleitet. Die Methoden für die Verwendung der Kohle sind unwissenschaftlich. Vier Fünftel der Kohlen, die im Lande verbraucht werden, werden im Roh- zustande verbrannt. Oel und wertvolle Reben- produkte werden verschwendet. Die Forschungen über die Methoden der Kohlengewinnung und des Kohlenverbrauchs sind ungenügend. Die Dergwerksindustrie sollte an zahlreichen Stellen eng verbunden sein mit den anderen Industrien, u. a. mit denen für Gas. Elektrizität, Oel, chemische Produkte und mit den Kokereien. Die Verkaufsorganisation und die Desörderungsver- fahren sind zu kostspielig. Auch die Organisation der Arbeitskräfte in der Industrie ist sehr reformbedürftig. Die Kommission erklärt, daß sie das vom Vcrgarbeiterverband vorgeschlagenc Heil- Das neue Kabinett Briand. In Frankreich scheinen sich die wichtigen politischen Entscheidungen jetzt grundsätzlich nachts abzuspielen: morgens um sieben Uhr wurde Herr Briand gestürzt, nachts um zwei Uhr ist er zum Präsidenten gegangen und hat sich seine endgültige Ministerliste beglaubigen lassen. Sie weist einige neue Vamen auf. Vor allen Dingen ist der Finanzmini st er ansgewechselt worden; anstelle des Herrn Doumer, der durch die Ablehnung der Zahlungssteuer tatsächlich verbraucht war, ist Herr P e r e t getreten, der ebenso wie Leyges und de Monzie mehr nach rechts orientiert ist. Im ganzen ge° nonnnen hat man den Eindruck, daß es sich bei dem neuen Kabinett Briand um ein Verlec- gen h e i t s k a b i n e 11 handelt. Die Liste bat bis zum letzten Augenblick geschwankt, d. h. die Persönlichkeiten standen Wohl fest,, aber welche Ministerien sie bekommen würden, war noch unsicher. Da ist solange gewechselt worden, bis sie alle zufrieden waren. Herr Briand hat eben das 'Druckmittel gebraucht, daß er schleunigst nach Genf zurück müsse und deswegen gezwungen sei, das Kabinett Hals über Kopf zu bilden. Eben unter diesem außenpolitischen Gesichtswinkel ist für den Augenblick auch die Zusammensetzung des Kabinetts zu verstehen. Ob es Aussichten auf Bestand hat, wird ganz von dem A u s - gang der Genfer Konferenz abhängen. Herr Briand hat sich populär gemacht als einer der Väter des Locarnovertrags. Die bürgerliche Linke ist davon überzeugt, daß er im Augenblick als Außenminister nicht zu entbehren sei, und weil in Genf tausend Menschen auf ihn warteten, hat er sich auch bereit erklärt, die Kabinettsbildung von neuem zu übernehmen, weil er wohl derjenige war, der dieses Kunststück am schnellsten fertigbrachte. Wenn aber Genf, was schon bei der Haltung Schwedens, aber auch bei der Einstellung der deutschen Delegation nicht anders zu erwarten ist, keinen vollen Erfolg für Frankreich erbringt, dann ist es unvermeidlich, daß damit auch schon ein Schatten auf das neue Kabinett fällt und seine Vorstellung vorder Kammer sich unter nicht sehr günstigen Auspizien vollzieht. Beim parlamentarischen System — mag es nun das französische oder deutsche sein — sind« irgendwelche Voraussetzungen nie möglich. Das Llnwahricheinlichste ist eigentlich immer das Wahrscheinlichste. Trotzdem wird der objektive Chronist festzustellen haben, dah die Aussichten des Kabinetts Briand nicht sonderlich günstig; sind; denn die finanziellen Schwierigkeiten, über die Herr Briand am Samstag stolperte, sind u n b e h o b e n. Es ist zwar richtig, dah bei den meisten Kammerparteien ein starker Katzenjammer nachträglich zu verzeichnen war, als sie sahen, was sie durch ihre unüberlegte Abstimmung angerichtet hatten, aber von dieser negativen Erkenntnis zum positiven 'Dessermachen ist noch, ein weiter Schritt. Die Sozialisten haben sich jedenfalls daraus beschränkt, eine Entschlie- hung zu fassen, worin sie zwar die Bereitwilligkeit zur Llnterstützung eines links orientierten bürgerlichen Kabinetts aussprcchen, sich aber mit theoretischen Wendungen begnügen, die bei der praktischen Arbeit ebenso leicht versagen, wie bei der letzten Krise. Die Lösung des Finanzproblems ist jedenfalls vorläusig durch die Lösung der Kabinettskrise in keiner Weise gefördert. Frankreich steht und fällt aber mit der Möglichkeit, durch Steuernneues Geldzu schaffen, sonst geht die Inflation hoffnungslos weiter. Rasst sich die Kammer daher nicht auf, den Mut zur Tlnpopularität auf sich zu nehmen und dem neuen Kabinett die Mittel zu bewilligen, die sie dem früheren verweigerte, dann wird Herr Driand nach wenigen Wochen schon wieder abgewirtschaftet haben und dann dürfte er vermutlich endgültig genug daran haben, sich zu der Kulisse herzugeben. wohinter mangelndes Verantwortungsgefühl sich verstecken kann. Die Mmisterliste. Paris. 10. Mär;. (2DIB.) Um 1.45 Uhr nachts ho! Briand sich mit feinen Mitarbeitern ins Elysee begeben, um dem Präsidenten der Republik das neue Ministerium vorzu- fteUen, das sich wie folgt zusammenseht: Ministerpräsident und Aeußeres: Briand, Justiz: Pierre Laval, Inneres: M a l v y , Finanzen: Raoult Peret, Krieg: Painleve, Marine: George L e y g u e s, Oefsenllicher Unterricht: Lamoureux. Oesfentliche Arbeiten: de Monzie, Arbeit: D u r a f o u r, Landwirtschaft: Duran, Kolonien: Leon Perrier, Pensionen: I o u r d a i n , handel: Daniel Vincent. Die Unter ft aatsfetretariatc \.\'") folgendermaßen verteilt: Ministerpräsidentschaft: D a n i e l o u, Finanzen: Andre Fallier, Krieg: O s s o l a , IBieberaufbaugebiet: Pierre Morel, Wohnungswesen: Masseur. Die Pariser Presse beurteilt das neue Kabinett Briand im allgemeinen nicht ungünstig. Das Geständnis aber, daß irgendein Kabinett gebildet werden mußte, das es Briand ermöglichte. als autorisierter Außenminister nach Genf zurückzukebren, beweist, daß die Genugtuung der Blätter lediglich außenpolitischen Erwägungen entspringt. Besonders ist es die Person des mehr rechtsstehenden Innenministers M a l v y, die starken Anfeindungen ausgesetzt ist. Eine Konzentrierung nach dem Zentrum^ ist durch die Aufnahme von Peret in die Regierung erfolgt, der mit seiner Gruppe, den Linksradikalen, vor ca. 2 Monaten aus dem Kartell ausgeschieden war und sich die Sympathien der Rechten erworben hat, damit bietet er die Gewähr, daß die gemäßigten Rechtsrepublikaner, wie Maginot und die Gruppe Le Troquer zum mindesten in der entscheidenden Frage der Finanzpolitik für die Regierung stimmen wird. Me Radikal- f o z i a l i st e n. die nach wie vor den Kern der Regierungsmehrheit ausmachen, sind durch das Ausscheiden der vier radikal sozialistischen Minister Renault, Daladier, Chautemps und Chauvin stark vor den Kopf gestoßen worden, aber durch die Berufung von M a l v y als Innenminister mit der neuen Kombination ausgcsöhnt. Gs ist also eine durchaus zuverlässige Regierungsmehrheit vorhanden, die. unter Ausschluß der Sozialisten, von dem größten Teil der übrigen drei Gruppen gebildet wird, die dem Kartell angehören, den Linksrepublikanern, dem größten Teil der unabhängigen Linken und vereinzelten Elementen der Union republicaine, die bei wichtigen Abstimmungen Enthaltung üben werden. Das neue Kabinett muß offenbar gegen die Sozialisten regieren. Es verlautet, daß die Regierung unverzüglich das Finanzprojekt wieder aufnehmen wird. „Paris miöi“ glaubt zu wissen, daß Briand ursprünglich beabsichtigt hatte, fein Kabinett nur unter Hinzuziehung von Cailiaux iund de Monzie zu bilden, doch war dieser Plan an dem Widerstand Caillaux' gescheitert, der die Bedingung stellte, daß sämtliche Mitarbeiter des früheren Kabinetts, de Monzie einbegriffen, nicht in die neue Regierung eintreten dürfen. Das neue Kabinett wird am Dienstag sich dem Parlament vorstellen. mittel, nämlich die Rationalisierung der Bergwerke, nicht empfehle. Sie befürwortet daher die Fortführung der Industrie als Privatunternehmen, macht jedoch eine Anzahl von Vorschlägen für ihre Neuorganisation. Die Londoner Arbeilszeitkonferenz. Berlin, 10. März. (WTB.) Der Reichs- arbeitsminifter wird morgen nach London abreisen. Am Montag beginnen die Verhandlungen über das Washingtoner Abkommen. In London soll eine Auslegung gefunden werden, die eine gleich- zeitige Ratifizierung endlich möglich macht. Unser Entwurf zum Arbeitszeitgesetz ist abgefaßt im Hinblick auf das Washingtoner Abkommen. Dieses ist seinerzeit nach französischen und englischen Rezepten zusammengestellt worden. Auf seine Herstellung hatte Deutschland keinen Einfluß. Eine Schabionisierung der Anwendung in den verschiedenen Ländern ist praktisch nicht möglich, weil die Arbeitsoerhültnisse überall wesentlich verschieden sind. Die gesetzlichen Bestimmungen in den einzelnen Ländern könnten einander angenähert und unlautere Konkurrenzländer aiisgeschaltet werden, nicht aber können sie schablonenmäßig auf alle Länder übertragen werden. Auf deutscher Seite hegt man den Wunsch, in London eine Ratifizierung zustande zu bringen. Sturm im tschechischen Senat. Prag, 10. März. (WTB.) Der Senat behandelte die Interpellation wegen der Explosion in der Tischlergasse in Prag.' Der Minister für Nationalverteidigung erklärte, die Untersuchung habe ergeben, daß weder der bloße Transport auf noch so schlechtem Pflaster die Ursache der Explosion sein könne, noch daß von einer chemischen Zersetzung die Rede sein könne. Die Militärverwaltung würde die Schuldigen drakonisch bestrafen. Es sei aber das Furchtbarste für ihn, einzugestehen, daß bisher ein Schuldiger nicht habe festgestellt werden tönen, und daß die Ursache derExplosion nicht fe st st ehe. Der Minister führte dann weiter aus, Handgranaten gehörten zur notwendigen Ausrüstung des Mannes und in jede Kaserne. Senator Skalak (Komm.) ruft: Gegen wen Handgranaten? Wir haben doch keinen Krieg! Der Minister entgegnet: Gegen Sie brauchen wir keine Handgranaten. G e g e n S i e genügt der Polizeiknüppel. Das Haus war im ersten Augenblick völlig konsterniert. Dann aber brach der allgemeine Tumult los. Der Minister wurde von der gesamten Opposition umringt. Der Vorsitzende bezeichnet die Aeußerung des Ministers als ungehörig. Der Minister für die Vationalverteidigung entgegnet: „Ich werde nicht widerrufen, da ich nichts zu widerrufen habe. Ich bin auch Mitglied der Vationalver- sammlung und bin nicht dazu hier, mich beleidigen zu lassen. Ich wollte nur feststellen. daß die Ordnung auf der Gasse Sache der Polizei ist und nicht der Armee zusteht." Der deutschnationale Senator Friedrich wies die Ausfälle des Ministers auf das schärfste zurück. Er bedauerte, daß in den zum Teil sehr umfangreichen Ausführungen des Ministers jedes Wort des Beileids für die Opfer der Katastrophe gefehlt habe, und erinnerte daran, daß nach einer Äeußc- rung des Ministers Bechyne das tschechische Riesenheer in erster Linie gegen die Deutschen, Ungarn und Kommunisten da sei. Hessischer Landtag. D a r m ft a b t, 10. März. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.30 Uhr. Die Beratungen des Staatsvoranschlags für 1926 werden wieder aufgenommen. Abg. Glaser (Hess. Bauernbund) führt die wirtschaftliche Not der Gegenwart hauptsächlich auf die Revolution zurück und auf den Achtstundentag, den die Landwirtschaft nicht rnitgernacht habe. Der hessische Staatshaushalt verlange zwanzig Millionen Mark mehr als im Vorjahre, seine Partei fordere deshalb Sparmaßnahmen. Vmi einer Hetze, die zu den Steuerprotestversammlungen führte, tönnc nicht die Rede fein. Der Finanz- minifter kenne die Stimmung im Lande nicht. Gestiegen wären vornehmlich die persönlichen Ausgaben; hier wären nur wenige Streichungen vorgenommen worden. Dagegen wären die Beiträge der Gemeinden für bas Forstwesen unb die Felbbereinigungskosten erhöht worben. Bei bcr gegenwärtigen Steuerlast würben die Gemein- ben zusammenbrechen. Die Kulturaufgaben wolle der Finanzminister förbern, wenn auch ber hessische Stadt darüber zugrunde gehe; aber in erster Linie gelte es jetzt, ber Bevölkerung Brot zu schaffen. Am grünen Tisch mit hohen Gehältern könne man leicht bie Erfüllung aller möglichen Aufgaben fordern, wenn man sie aber aus seiner Tasche bezahlen müsse, benke man anbers darüber. Der Redner zählt eine Reihe von Aufgaben auf, bie bcr Staat auf sich genommen unb s i ch b a m 11 übernommen hat. Weiter roenbet sich ber Rebner gegen das Theater. Die Frage nach Republik ober Monarchie spiele beim Bauernbunb keine Rolle, son- bern nur die Frage ber Aufrechterhaltung ber Wirtschaft. Wer die Minister sind, ob sie Ulrich, Müller ober Schulze heißen, wäre gleichgültig, wenn ftc nur dem Lanbe helfen würben. Im Staat müsse Ordnung herrschen; die Kommunisten wollten gerade das Gegenteil. Die Internationale habe versagt, als während und Nach dem Kriege in Deutschland die Kinder verhungerten; keiner ber Marxisten im Auslanb habe damals einen Finger gerührt". Die Aufhebung von Kreisämtern usw., die von dem Abg. Lux empfohlen werbe, gehe nur darauf hinaus, Leute seiner Partei in beftimmten Aemtern unterzubringen. Der Bauernbund halte alle seine Anträge zu Kapitel 1, Forstwesen, aufrecht, mit Ausnahme des Antrages über bie Tagegelber. Die Behauptung ber Sozialbemokratie unb des Finanzministers, bie größeren landwirtschaftlichen Betriebe zahlten nur wenig Steuern, wäre falsch. Seiner (des Redners) Meinung nach müßten bie kleinen Betriebe überhaupt keine Steuern bezahlen. Gegen einen Antrag, ben kleinen Bauern steuerlich entgegenzukommen, habe bie Linke gestimmt. Die Bezahlung bes Be- amtenftanbes müsse im Verhältnis zum Einkommen der Bevölkerung stehen. Viele Arbeiter stimmten dem Bauernbund in ben Protestoersammlungen zu. Der Bauernbunb sei weber gegen die Arbeiter noch gegen bie Lehrer. Die Steuerprotestoersammlungen dienten nur, um Sparmaßnahmen burchzusctzcn, nicht politischen Zwecken. Die Behauptung bes Finanzministers, baß man ihm nach bem Leben trachte, müsse er mit Entrüstung zurückweisen; noch niemals hätte sich jemanb aus ber landwirtschaftlichen Bevölkerung an einer Mordtat beteiligt. Der Redner geht dann auf verschiedene Ausgabenerhöhungen ein. Vor dem Krieg hatte Hessen 8 Schulräte, jetzt 20. Aus ber Schulstatistik habe sich ergeben, baß es viele Klassen unter Nor- malftärfe gibt, barauf grünbeten sich die Abbauanträge bes Bauernbunbes. Die Mehrbelastung burch bie Sonbcrfteucr auf ben bebau- ten Grunbbesitz könne bie Bevölkerung nicht tragen. Im Anschluß an biefe Ausführungen erörtert ber Rebner bie gegenwärtige Lage bcr Lanb- wirtschaft. Die höheren Beamten in Hessen erhielten eine zu hohe Bezahlung; alle anberen Beoölkerungs- rreife müßten sich einschränken. Es sei nicht zu verstehen, wie bie Sozialdemokratie bie Verantwortung für bie hohen Gehälter tragen könne; cs seien ge= rabe Leute ber Linksparteien, die die hohen Gehälter beziehen. Die Regierung solle bie Not ber Bevölkerung nicht übersehen; der Bauernbund lehne bie Verantwortung dafür ob, sie billige aber keine Gewalttaten. In seinen Schlußworten bittet ber Redner bie Regierung unb namentlich bie Linksparteien, bie Ersparungsanträge bes Hess. Lanbbun- bes anzunehmen. Im anberen Falle solle ber Lanb- tag aufgelöst werben. Abg. Dr. Kcttcr (D. B. P.) meint, im ganzen Hause herrsche Einigkeit über die Vot der Bevölkerung, aber die Anträge der Opposition würden von der Regierung und den Regierungsparteien nicht mit dem notwendigen Ernst behandelt. Abg. Kaul hätte die Ausführungen des Abg. Leuchtgens als minderwertig bezeichnet, sich aber dann stundenlang damit beschäftigt. Aehnlich habe es der Finanzminister mit den Darlegungen des Abg. Dingeldeh gemacht. Ausgerechnet die Sozialdemokratie werfe der Deutschen Volkspartei Volksverhetzung vor; gerade die Partei, die durch Auspeitschung der Massen feit 50 Jahren jetzt zur Macht gelangt fei. Zu den Drohbriefen an den Finanzminister bemerkt der Redner, die Abgeordneten der Rechtsparteien .erhielten ebensolche Drohbriefe von unreifen Menschen, von denen sie aber fein Aufhebens machen. Die einzige Ausschreitung in • Helsen fei auf Veranlassung eines ehemaligen Parteigenossen des F i - nanzministers (gemeint ist Strecker) gegen den Abg. Dingeldey unternommen worden. Der Redner verliest dann einen telegraphischen Bericht (angeblich des Abg. Schreiber oder des Abg. Reiber- an die demokratische „Reue Badische Landeszeitung" in der die Vorgänge über den Landtag und die seinerzeitige Rathenau-- demonstration entstellt wiedergegeben ist. Es heißt darin: „Die Mitteilung von den Drohbriefen rief im Landtag Erregung in den Regierungsparteien hervor und die Rechte hatte Derlegenheitsruhe vorgezogen. Rur der Führer der Deutschen Dolkspartei, der beim Rathenaumord in Darmstadt eine provozierende Haltung gegen die Republik gezeigt hatte, besaß die Stirn und rief dem demokratischen Finanzminister zu: Denken Sie an den Rathenaumord." Tatsächlich hat er an die Rathenau d e m o n st r a t i o n erinnert. Ruch die anderen Angaben sind völlig unrichtig. Eine Bemerkung des Redners gegen den Finanzminister, daß er jede Kritik der Abgeordneten Leuchtgens und Dingeldep ablchne, verursacht lebhafte Unruhe, als er dann erklärt, es gebe aber auch Leute, die im Leben etwas geleistet hätten, wenn sie auch nicht die Welle der Revolution an den Ministersitz gespült hätte, und die durch die Klammern der Koalition festgehalten würden, entsteht ein minutenlanger Lärm im Hause. Der Finanzminister habe den Vergleich des Abg. Dingel dey mit den preußischen Verhältnissen abgelehnt; aber die Verkleinerung des preußischen Gebietes sei schon berücksichtigt, indessen gehe aus diesen Zahlen unweigerlich hervor, daß Preußen mit der Vermehrung der Deamtenzahl sehr vorsichtig gewesen sei. Der Redner bespricht dann Einzelheiten des Voranschlags. Man sollte nur einmal versuchen, das Defizit zu verringern; wenn man eine zurückgehende Tendenz wahrnehme, so würde dies beruhigend in der Bevölkerung wirken. Die Deutsche Volkspartei sei auch der Ueberzcugung, daß die Besetzung die Eteuerkraft Hostens schwäche, aber man habe die Ueberzeugung. daß die Regierung die Unterlagen hierfür noch nicht gesammelt ^rbe, ähnlich wie die Angaben über das Schulwesen erst jetzt gemacht wurden. Hessen müsse von innen heraus gesunden. Ein Anschluß Hessens an Preußen, wie ihn jetzt auch der demokratische Reichstagsabgeordnete Ko- rell wolle, iönne nicht in Frage kommen, namentlich nicht vom kulturellen Standpunkt aus. Würde Hessen in Preußen aufgehen und das preußische System eingeführt werden, so würde das bedeuten, daß in Hessen 1000 Lehrerstcllen aufgehoben würden. Abg. Lux hätte die Regierung ausgefordert, so fortzusahren wie bisher, das bedeute doch nur, daß das Defizit weiter zunehmen solle. Der Finanzminister habe erklärt, er befürchte und er erhoffe nichts mehr; das sei ein Grundsatz für einen Menschen, der mit der Welt abgeschlossen habe; der Finanz- minifter solle alles fürchten für das Schicksal eines zur Verzweiflung gebrachten Voltes, aber auch alles erhoffen für die Zukunft Hessens, eines der schönsten Länder Deutschlands. Rach einer Pause gibt Abg. Eberle eine Erklärung der Demokratischen Partei ab, in der das Vorgehen der Darmstädter Polizei gegen die Arbeitslosen bei der Demonstration am 8. März verurteilt wird. Hierauf wendet sich der Redner gegen den Abg. Dr. Keller und verteidigt den Finanzminister. Er spricht von der Rot des besetzten Gebietes. Es sei nicht zu verstehen, daß es Bauern gebe, die monarchistisch en oder nationalistischen Kreisen angehörten. Die Entschädigung der Geschädigten im besetzten Gebiete erfolge sehr langsam. Die Kredite für die Winzer wären nicht immer in die rechten Hände gelangt. Die weiteren Ausführungen des Red- ners richteten sich hauptsächlich gegen den Reichs- landbund. Abg. Kindt (Dutl.) meint, die Regierungsparteien und der Finanz- ' nrinifter stellten den früheren Reichsfinanzmini- . Her von Schlieben als den.schwarzen Mann hip; 1 dieser werde für alles mögliche verantwortlich f gemacht. Aus den Reben des hessischen Finanz- ministers könne man keinen Ausweg aus der , Finanznot erkennen; cs müsse eben gespart werden. 3n dieser Rotzeit sollten alle zusam- mcnstehen. um den wirtschaftlichen Schwierig- kellen zu begegnen. Die Deutfchnationalen hätten im Stthferausschuß, entgegen der Behauptung des Abg. Kaut, keinerlei Anträge gestellt, die antisozial wären. Aus der Statistik habe sich ergeben, daß fast 1000 Klassen in Hessen unter 3 0 S ch ü l e r hätten; das so reichlich mit Schulräten ousgestattete Landesamt für das Bil- dungswesen wäre selbst von dieser Tatsache überrascht worden. Die staatlichen Betriebe sollten nach der Meinung des Abg. Kaul Musterbetriebe sein: wenn man das verfange, so sollte man diese Betriebe aufheben, denn es könnten nicht dauernd Zuschüsse geleistet werden. Ein Betrieb, der Zuschüsse verlange, fei überhaupt kein Musterbetrieb. Der Redner befürwortet seinen Antrag, daß kein« politische Persönlichkeit ohne geeigneteVorbildung mehr ein Staats a. mt erhält; er weist ferner die sozialdemokratische Forderung der Ueberführung der Beamtenschaft in das Angestelltenverhältnis zurück. Weiter setzt sich her Redner mit dem Abg. Ruß auseinander. Wenn das Zentrum den christlichen Staat wirklich wolle, so könne es auf die Dauer mit der Sozialdemokratie nicht zu- sammengehen. Es geschehen noch Zeichen und Wunder, der Demoümt Reiber habe sogar eine Verkleinerung des Parlaments befürwortet. 3n seinen weiteren Darlegungen verurteilt Abg. Kindt il a. scharf die Przbergersche Finanzreform. Die Tatsache, daß in Hessen die Steuern um 20 Prozent höher seien als in Preußen, müsse doch zu denken geben. Den Einheitsstaat nur aus die Sparsamkeit zu gründen, wäre doch wohl nicht ausreichend. Der Befehl zum Vorgehen ge^en die Arbeitslosen sei vom Darmstädter Polizeipräsidenten ausgegangen, dcr Schupokomman- dant habe, als er sah, wre geringfügig die Sache war, den Befehl zurückgezogen. Der Sozialdemokratie und der Demokratie komme es nur auf eine H?he «egen die Schupo an. Es könnten nicht alle Kultureinrichtungen, die in einer Zeit wirtschaftlicher Blüte geschaffen wurden, aufrecht erhalten werden. Wenn man das in Hessen nicht einsehe, wären alle Reden hier im Landtag in te-'.i Wind gesprochen. Rächste Sitzung Donnerstag 9 Ahr. Die Kutturaufgaben des Reichs. Der Neichsinrrenmiuifter tut Reichstag Berlin, 10. März. Bei der Beratung dcs Haushalts des Rcichsministeriums des Innern ergriff Reichsinnenminlster Dr. Kuclz das Wort zu eingehenden Ausführungen über die kulturellen Aufgaben der Reichsregierung. Das Reichsministcrium des Innern müsse die Zentralstelle alles innerpolitischen staatlichen Geschehens im Reiche sein. Die Staatlichkeit der Länder sei zu achten, aber daß sie nicht ausschließlicher Selbstzweck sein solle, liege gerade im föderativen Gedanken ausgedrückt, der in den großen Lebensfragen der Ration zur Einheit wolle. Während die eine große Aufgabe seines Ressorts die sei, Zentralstelle für die innerstaatliche Entwicklung des Reiches zu sein mit dem Ziele der Festigung des Staats- gefügcs, sei die andere große Aufgabe die, Zentralstelle der Kulturpolitik des Deutschen Reiches zu sein. Auf dem Gebiete der Förderung der körperlichen, geistigen und sittlichen Gesundheit des deutschen Volkes, auf dem des Erziehuirgswesens, auf dem der K u n st p f l e g e , auf dem der Wissenschaftspflege und Forschung sowie auf dem der kulturellen Beziehungen zum Auslande erwüchsen dem Reiche ganz bestimmte Aufgaben. Besondere Mittel würden für die Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs bereit gestellt werden. 2m deutschen Schulwesen mache sich ein starker Drang nach Reformen geltend. Zwischen den Ansprüchen der Ellern, des Kindes, des Lehrers und der Kirche müsse die Synthese gezogen werden, wobei die Führung beim Staat liege. Bei den ForschungsinstitutcnseifalscheSpar- f a m k e i t nicht am Platze, denn ein dauerndes Ueberholen der deutschen Forschung durch andere Länder würbe nicht wieder einzubringende ideelle und materielle Verluste zur Folge haben. Der Minister schloß mit der Erklärung, daß dem Deutschen Reiche jede kulturelle Unterdrückung der in seinem Staatsgebiet lebenden Minderheiten fern liege. 3n der Aussprache wurden von sozialdemokratischer Seite die Mittel für kulturelle Zwecke als viel zu gering bezeichnet, während die Deutschnationalen besonders eine Erhöhung der Mittel für die körperliche Ertüchtigung der Jugend wünschen. Die Weiterberatung wurde aus Donnerstag vertagt. Kleine politische Nachrichten. An einem Bierabend beim Reichspräsidenten nahmen u. a. leit: Sämtliche in Berlin anwesenden Reichsminiftci und preußischen Slaatsminister, der Ches der Heeresleitung, die Staatssekretäre des Gleiches und Preußen, die Mitglieder des Reichsrates, mehr als hundert Abgeordnete, die früheren Reichs- und Staatsmi'mster, Vertreter der Hochfinanz, des Handels, der Industrie, der Gewerkschaften und der Presse. Das Befinden des Reichskanzlers a. D. Fohrenbach (Zentrum) hat sich aufreroröertt- lieh verschlechte! I. Dcr Schwächrzuftand ist sehr groß. Der Kranke ist ohne Bewußtsein. Von den Reizten wird der Zustand als sehr ernst bezeichnt. Die Zahl der Erwerbslosen Hot in der zweiten Hälfte des Februars feine nennenswerte Aenberung erfahren. Zwar ist bei den mäimlichLn Hauptu nte r ftü tzung s enipsängern gegenüber der Zahl vom 15. Februar eine Verminderung von 1 772 338 auf 1 750 757 eingetreten, dem steht aber bei den weiblichen Hauptun-terstüt- zungsempsängern eine Zunahme von 286 054 auf 306 050 gegenüber. Die Gesamtzahl der Haupt- unterftützungLenipfänger ist von 2 056 392 am 15. Februar auf 2 056 807 am 1. März zurückgegangen. Das bedeutet eine Abnahme um ein pro Mille. Das LandDpricht Berlin I veröffentlicht die Begründung des ablehnenden Urteils in dem Prozeß der Cisenbähnorganisationen gegen die Reichs bahn gesell schäft, in der es heißt: Aus der beklagten Roichsoahn liegt die Reparationslast. Zur Erreichung dieses Sonderzwecks hat man die Reichsbahngesettschaft aus der Reichsverwaltung herausgenommen und Verse l b ft ä n d i g t. Das Unternehmen, bei dem die Personalausgaben 65 Proz. aller Ausgaben aus- machen, läßt sich nicht allgemein in das allgemeine Schlichtungsverfahren hineintragen wie jedes andere Unternehmern * Am Donnerstag beginnen vor Dein ständigen internationalen Gerichtshof im Haag erneut Verhandlungen über einen deutsch-pol- nifchen Streitfall. Infolge der Teilung Ober- schlesiens ist Deutschland verpflichtet, au Polen 26 Millionen Goldfranken als Teil der Reserven der deutschen Sozialversicherung zu überweisen. Deutschland erkennt diese Verpflichtung an sich an. ist aber der Anficht, daß cs außerhalb der Daweszahlungen nichts leisten kann, ja überhaupt nicht leisten Darf und daß daher diese 26 Millionen Goldfranken den Da- wesmitttzln entnommen werden müßten. Rach dem Dawesplan ist Das Haager Gericht für Streitigkeiten als aus Der Auslegung dieses Planes zuständig. Kunst und WUenschast. Der „Fröhliche Weinberg" in Mainz und Wiesbaden. Die Erstauftührung von Karl Zackmoyers vielumstrittenem Lustspiele „®er fröhliche Wriw- berg“ im Mainzer Stadttheatee brachte nicht den allgemein erwarteten großen Theaterfkairdal, sondern verlies in aller Ruhr. Das Stück wurde von dem bis xum letzten Platz besetzten Hause bei allen Aktschlüssen mit außerordentlich lebhaftem Beifall ausgenommen. Rur vereinzelt machte sich hie und da bei einigen Stellen etwas Widerspruch bemerkbar, der sofort niedergehalten wurde. Auch die Wiesbade- nerErstaufführung brachte ganz im Gegensatz zu. den gehegten Befürchtungen keinen Thcaterslandal, sondern einen vollen Bühnenerfolg, der sich am Schluß des Stückes durch unzählige Hervorrufe der Darsteller dokumentierte. Deutsch-nordisches Studententreffen. Das Auslandsan.t der deutschen Studentenschaft beschloß, anläßlich der 700-Iahrseier Lübecks vom 31. QKai bis 8 3uni ein deutsch- nordisches Zusammentreffen nach Lübeck einzube- rusen, zu dem offizielle Vertreter jl(er nordischen Universitäten erw rrtet werden. Entdeckung einer Ruiuensiadt in Ecuador. 3m Huacogebirge in der Provinz Earchi Wurde eine prähistorisch? Ruinenstadt entdeckt. Die Regierung HU beschlossen, zur Erforschuirg der Ruinen eine Expedition unter Leitung des deutschen Archäologen MaxHul? zu entsenden. Reue Funde in "Pompeji. Bei Ausgrabungen in Pompeji wurde die lebensgroße Bronzestatue eines griechischen Jünglings unversehrt vorgefunden. Es handelt sich um ein Meisterwerk aus der Zeit des Phydias. Furtwängler in Washington. Ein erlesenes Publikum, angesehene Persönlichkeiten aus der Diplomatie und der Gesellschaft, unter ihnen Unterstaatssetretär Grew und der deutsche Botschafter Frhr. v. Maltzan, wohnten dem Konzert Furtwänglers in Washington bei und brachten ihm nicht endenwollende Huldigungen dar. Später fand in der Botschaft ein Empfang zu Ehren Furtwänglers statt. Aus aller Well. Auf einer Skitour vou einer Lawine getötet. Arosa. 10. März. (WTB.) Bei einer Skifahrt am Osthang des Brüggenhorns wurde der deutsche Tourist Graf Georg von Werthern von einer Lawine getötet. Das Lawinenunglück ereignete sich bei einet Skitour auf das Arosaev Weihhorn. Der Graf und ein anderer Tourist überquerten den stillen Osthang des Buggen- horns und lösten dort eine Lawine. Die 250 Meter lang war und an manchen Stellen eine Tiefe von sechs bis acht Metern erreichte. Der Graf wurde mitgerissen und nur als Leiche geborgen. Der andere Tourist wurde von der Lawinc nicht getroffen. Der Graf war 22 Jahre alt und stammt aus Beichlingen, Prov. Sachsen. Ein ähnliches Unglück wirb aus dem Riefengebirge gemeldet. Der Förster Pohle aus den Leierbauden bei Spindelmühl stürzte am Samstag bei einem heftigen Schnee sturm auf einen Schueeschuhtour in eine große Schneegrube und konnte erst heute als Leiche gefunden werden. Schweres Unwetter in der Nordsee. Hombur g, 10. Rlärz. (Wolff.) Seit gestern abend herrscht ein orkan-artiger Sturm auf Der Rordsec und an Der Elbmündung von 10 bis 11 Windstärke. Die Station „Alte Lebe" ist von Fluten vollständig überfxüll. Die Signalstationen geben fortgesetzt Warnungsschüsse für Die Schifte ab. Das Wasser erreichte in Hamburg mit 141 ? Fuß Den Höchststand. Die Ä eil er in den niedrig gelegenen Stadtteilen sind voll Wasser gelaufen. Das Mitteldach des Hauptbahn- Hofes wurde in der vergangenen Rächt durch Sturm in 200 Quadratmeter Ausdehnung auf- gerisscn. Glücklicherweise wurde aber niemand verletzt. Auch sonst wurde in der Stadl durch den Sturm vielfach Schaden angerichtet. Infolge des heftigen Sturmes find die Fernsp röchlei- t u n gen von hier nach Schleswig-Holstein, Ost-, Mittel- und Süddeutschland sowie nach Danzig und Dänemark in größerem Umfango g e ft ö r t. Infolge des hejtigen Sturniwetters ereigneten sich, a n der holländischen Küste verschiedene Schiftsunfällc. Ein besonders schwerer Sturm herrschte an der Küste vor der Insel T e r s ch c Hin g. Hier ist heute morgen Der deutsch' Dampfer ,.M argaretha" auf Grund geraten. Die Wellen schlagen bereits über ärs nchisssdcck hinweg. Ein Motorrettungsboot ist zur Hilfeleistung ausgofahrcn. Die Besatzung wünscht jedoch das Schiff nicht zu verlassen. Bei Helder wurde das Leuchtschiff der Terschelling- bank von seinem Anter losgerissen. Ein Schleppdampfer ist dem Schiff zu Hilfe geeilt. Schwerer Gewiltersturm in Thüringen. Am Mittwoch brach um die Mittagsstunde über das kleine Thüringer Dors Eckstedt bei Weimar plötzlich ein Gewitter mit Hage l f ch l a g und woltenbrnchartigem Regen herein. Ein Blitzstrahl schlug in das Anwesen der Gutsmästerei und zerstörte den Iungviehstall vollständig. Holzbalken von mehreren Zentnern Gewicht wurden wie Papierfetzen über 100 Olletcr weit in das Dors hinein- geschleuder! Ei^e Windhose verursachte weiteren erheblichen Schaden. Etwa zehn Häuser wurden abgeDedt. In Den Häusern wurden d i e Wände eingedrückt, ganze Zimmer frei- gelegt und Möbel zerbrochen. Ein kleineres Gebäude wurde durch Den Sturm bis aus die Grundmauern zerstört. Das Unwetter dauerte nur kurze Zeit. Tagung des Zentral-Bereius deutscher Staatsbürger jüdische» Glaubcus. Dic Hauptversammlung des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wurde mit einer großen Kundgebung im Reichswirtfchaftsrot eröffnet, die von Dem Leitgedanken „Wege zum inneren Frieden jm deutschen Vaterland" getragen war. Außer den Delegierten aus allen Tellen des Reiches sah man Vertreter der Reichs-, Staats- und KommunolbehörDen. Reichstagsabgeordneter Dr. Ludwig Haas führte aus, daß die deutschen Juden nur ein Volkstum haben, das ist das deutsche Vcllks- tum. Es wäre kein Beweis von deutscher 2(rt, seine jüdische Abstammung zu verheimlichen und sich als Jude zu verbergen. In der langen Kette der Ahnen ind wir als deutfchjprechende Juden durch Die Gc- chichte gegangen. Als Deutsche sind wir erfüllt mm fchwerer Sorge, wenn wir sehen, wie in dieser Zell Der wildeste politische Gegensatz lebt, während wir Einheit und Geschlossenheit brauen. Jeder Diene einer Ueberzeugung, aber vergesse nicht, daß auch andere Träger einer guten und schlichten Ueberzeugung find. Deutschland ist «roß, wenn die Deul- chen sich gegenseitig achten. Den wahren Weg der Rettung zeigen uns die Worte des Deutschenliedes: „Einigkeit und Recht und Freiheit". — Für die jüdische Jugend sprach Dr. ined. Friedrich Brod- n i ß. Er wies Darauf hin, wie schwer es gerade der jüdischen Jugend gemacht wird, ihre Kräfte für positive Arbeit frei zu machen. In Der Schule, auf den Universitäten, in Den Lehrstuben, überall findet der junge deutsche Jude eine Atmosphäre des Mißtrauens, Der Abneigung, oft genug des Haffes. Ganze Berufe find ihm verschlossen. Mit dem Pariagefühl des Menschen zweiter Klasse geht er unter seinen Altersgenossen umher. Nur zu verständlich märe es, wenn sich viele unter dieser jüdischen Jugend ihrer Pflichten am Vater lande entzögen. Die deutschjüdische Jugend steht in einer Reihe mit den Bewegungen der Jugend, hie, fernab von der politischen Verhetzung, alle wahrhaft deutsch empfindenden jungen Menschen zu gemeinsamer Kulturarbeit sammeln. Diese neue deutsche Jugend, die Die wertvollsten Kräfte her jungen Generation in sich vereinigt, will vor allem Dem Worte „national" zu neuer Ehre verhelfen. — Als letzter Redner führte Dr. Ludwig Hollander aus, daß Manner und Frauen jeder pvlitifchen Richtung, Die mit Dem steten W/'en nur nach Der Wahrheit zu streben begabt find. Die einzelnen Gebiete unseres öffentlichen Lebens unter, suchen, durchfprechen und Refultate feststellen müßen, welche sic in bezug auf die großen Fragen Des Volkes gewonnen haben. Als aufrechte Juden werden mir jederzeit gern bereit fein, mit umringen Judengegnern zu sprechen, um mit ihnen einmal fest- zustellen, rnieoicl Schutt, rnieviel Unrnahrheit und wieviel Leidenschaft die Debatte bisher verdorben hat. Niemals merben mir uns mit ihnen in allen Punkten einigen, aber in einer großen Reihe von Gesichtspunkten läßt sich eine Entgiftung erreichen. Die Ideen müssen vermittelt merben, weil bie Einsicht ber andern erst nach vollbrachtem Werk kommt. „Durch die Dinge über die Dinge hinaus." Wir fordern unsere nichtjüdischen Mitbürger jeder politischen und religiösen Auffassung auf, eine solche Liga mitbegründen zu helfen, weil mir es eben am besten mitten, mie der innere Friede heute und auf lange Zeit in ganz anderem Maße, als es bisher per Fall mar, gemährt und gefördert merben muß. Der Kundgebung folgte Sonntag und Montag die Hauptversammlung im Preußischen Herrenhaus, und als Abschluß sechs öffentliche Kundgebungen in allen Teilen Groß-Berlins. Dreister 3uroelenraub. Berlin, 10. März. (WTB.) Heute abend gegen 6.45 Uhr verursachten zmei Jumelendiebe in der Schönhauser Allee unter den Hochbcchnbögen zmei starke Detonationen, roodurch das um ij^fe Zeit besonders zahlreiche Publikum in größte Bestürzung versetzt mürbe. Zu gleicher Zeit zertrümmerten sie das -Lchaufenster eines in unmittelbarer Nähe gelegenen Jurneliergeschäftes und raub = ten bie ko ft bare Auslage in Höhe von über 50 000 Mt. Die sofort an gestellte Untersuchung ergab, daß zwei Kanonenjchläge, wie man sic für Feuer werk gebraucht, gelöst worden waren. Bei ber all- , gemeinen Verwirrung gelang es den Dieben zu entkommen. Schwere Zuchthausstrafen für Wilderer. Das Schwurgericht Bamberg verurteilte Die Brüder Harthcm wegen gewerbsmäßigen Wilderns und Totschlages zu je 15 Jahren Zuchthaus. Die Brüder Harthau Hatten am 29. Dezember vorigen Jahres den Förster Spielmann im Hambacher Forst, der sie beim Wildern überrascht hatte, e r - schossen. Das große Glück. Zwei Duisburger StraßenbahnangefteUtc, die Bruder Pfeiffer, erhielten gestern die Nachricht, daß ihnen die Erbschaft eines in Amerika verstorbenen Verwandten in Höhe von 1 3 M i l- Honen Mark zufällt. Wettervoraussage. MUder, auch nachts, bei wechselnder Bewölkung wieder Aiederfchlagsneigung. zeitweifr auffrischende südliche bis westliche Winde. Gestrige Tagestemperaturen: Marimum: 4,4 Grad Celfius, Minimum: 0,3 Grad Celsius. Riederschläge: 4,4 Millimeter. Heutige Morgen- temperalur: 1,8 Grab Celsius. Aus -er Provinzialhauptstadt. Gießen, den 11. März 1926. Mord m Giehen. Gestern wurde bie Ehefrau Margarete M e n g e s, Walltorftraße 2-5, nach vorangegangener gerichtlicher Sektion ihres zwei Wochen alten Kindes, eines Mädchens, unter dem Verdacht verhaftet, bas Kind durch Schlage auf den Kopf oder sonstige Einwirkung stumpfer Gewalt und nachheriger Erdrosseluna vorsätzlich und mit Ueberlegung ums Leben g e - bracht zu haben. Die zweifellosen Spuren ber Erbrosselung am Halse will bie Frau, die in gänzlich unglaubwürdiger Weise behauptet, bas Kind sei eines natürlichen Todes gestorben, auf Wanzen- siiche zurückzuführen. Hinsichllich der Täterschaft muß Die Voruntersuchung weitere Aufklärung schaffen. Zur Hypothekenauswertung. Eine für die RüawirLung der Aufwertung äußerst wichtige Reichsgerichts- Entscheidung scheiill bisher wenig bekannt und beachtet worden zu fein. Das oberste Gericht hat in einem hier nebensächlichen Falle am 25. Ropember 1925 unter V. 18/25 folgende prinzipielle Entscheidung gefällt: „Eiirc vorbehaltliche Annahme der Leistung liegt nur dann vor. wenn das Verhalten des Gläubigers den Willen zum Ausdruck bringt, daß er die an ihm bewirkte Leistung als eine Erfüllung feiner Forderung an- irehme. Ist eine 2ürnahme in diesem Sinne nicht erfolgt, so bedarf es keines Vorbehaltes zur Erhaltung des Aufwertungs- rcchtes^ Das Verhalten des Gläubigers ist nach Treu und Glauben, sowie nach der Verkehrssitte und der Handelsgepflogenheit zu prüfen." Danach besteht ein Vorbehalt auch bei jeder vor dem 15. Juni 1922 ungenommenen Leistung, wenn der Gläubiger nicht ausdrücklich Verzicht leistete, was tu den wenigsten Fälle» geschehen ist. Die Unterzeichnung dcr in üblichen Formen gehaltenen Löschungsbewilligung kann nicht als Verzicht anaesehen werden, denn sie ist als Qulltungsleistung allgemein gebräuchlich unb meist — ohne daß beim Gläubiger die Ueberzeugung der Befriedigung bestand — deswegen erteilt, weil derselbe sich im WeigerungsfÄle S ch adenanf Prüchen des Schuldners arcsgesetzi sehen mutzte. Das Urteil bildet eine logische Ergänzung der Reich^gerichtsentscheidung vom Oktober 1923, Die den Mark-gleich-Mark- Irrtum beseitigte. Eine Annahme der Leistung gilt nach Treu und Glauben somit als nicht erfolgt, wenn sie in fast völlig entwertetem Papiergelde geschah, falls Der Gläubiger nicht anders bestimmte. Das Urteil ist speziell für die Rückzahlungen ab 1920 bis 15. Juni 1922 von Bedeutung. Für die Anmeldung der Forderungen bei den Aufwertungsstellen wird wesentlich sein, daß sie vor dem demnächst Wichtigen Auswertungstermin, dem 31. März 1926 geschieht, unter Hinweis auf obige erst nach dem 31. Dezember 1925 bekannt gewordene Entscheidung. Von besonderer Wichtigkeit ist die Anmeldung für die Verwalter fremder Vermögen und für Vormünder, sowie für Hypothetenbanke«, Rentenbanken ufto, die eine Teilungsmasse zu bilden haben. Sie setzen söch Regreßaillprüchcn ihrer Vollnwchtgeber, Mündel, Obligationsgläv- biger aus, wenn sie die Anmeldung oder die gerichtliche Geltendmachung der auf diese Weise Heftchen gebliebenen Ansprüche nnterläffen. ein zweirÄ Amnabor, M, jeintzü ■llmbciiN die mit Tajchenuhi miri) gern bie hiesige m anweiI. zur Mckz Echühanw 1923 iDol bart übei Sbllarf^ai bie cIoqLi Migicitsl «ZeichnungS und War ; WjaWu Äkuhvn, । amtlichen Auszahlm lung bet die gebüh schon bom Totdruck sind, eilig, Schecks ob Wgt auch Sfüdc erst 6i)i Unter öem Jv Arbeit- ''ch in der Ntöen gi hier Stol d)cl, b) 'Bübingen des Kreis wegen 3k Eisenbc in unseren den der C Toten iom < Oe 'Ss lc rf«" M 63 I°tkr< 30 W bis <0'.; junge bisMz 11 VIS 1- 45. ■ Selles1 i a g. wird uns d°b die - Schausp-" des lNn Konk Leber d Ludwig K- beute am 9r 40 Wimen öffnet Der Äa ®ieben toii nannf. Konkurs .Es wird SaMalto eines über die Hüffes und 132 6er; Gegenstände »en F»t L^hl 192, 2JBIM sind S8» '■ Mkz n Zug« HM •en d>1 P{l jüebbci^ schujscs tags gieruirg-ge' nung; V stahl; ;)ier des '’üigui teil des -ö 19. Lezein ncrhandkS iorgeoerba der Pjiec N w tzs "0en w« •äs ®fabt6 Turnen, Sport und Spiel. (Sitbe des Dortmunder Sechstagerennens. Dortmund. 1".März. (WB.) Bor überfüll = lern House wurden heute die Endkampfe im E r ft je n Dortmunder Sechstagerennen ausgetragen. Sieger wurden Rieger-Knappe mit 585 Punkten; 2. Möller-Lewanow mit 483 P.; 3. Degraeoe-Buysse mit 456 P.; 4. Persyn-Ver- jchelden mit 389 P.; 5. Bciuer-Krupkat mit 238 P.: 6. Satdow-Lorenz mit 152 P.; 7. Steingast-Iensen mit 66 P., 8. und Letzte Louet-Mühlhoff, eine )Runbe zurück und 354 P. Zurückgelegt wurden 3592,200 Kilometer. Rademachers verheißungsvoller amerikanischer Start. Reuyork, 10. März. (SU.) Radenia« chers erste Starts in Amerika bedeuteten einen Riesenerfolg für ihn und den d e u t s ch e n Schwimmsport. Sn Aeuhoven schwamm er. wie bereits gemeldet, die 400-Meter-Drust- schwimmen in einer Weltrekordzeit Außerdem brachte Rademacher drei amerikanische Rekords zu Fall: 300 Vards Brust in 4:0:6 Minuten, 400 Parbs in 5:22:4 Minuten und 440 Bards üt 5:53:2 Minuten. Zwei neue Weltrekorde Rademachers. Reuyork, Il.Mcirz. (WTD. Funkspruch.) Rabemacher konnte im Reuhorker Athletic- C-lub zwei neue Weltrekorde aufstellen, und zwar für 100 Vards mit 1:8:6 und für 100 Meter 1:15:8 Minuten. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. Religionsgemelnve. Gottesd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, 13.März 1926.Borabb. 6.15, morgens 9.00, abds. 6.30 u. 7.10. Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, den 13. März 1926. Freitag abds. 5.55, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbatausgang 7.10. Wochengottesdienst: morg. 6.45, abds. 6.00. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders» (Aus der „Radio-Umschau".) Freitag, 12. März. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.20 bis 5.45 Uhr: Hausfrauennachmit^ag — Programm u. a.: „Roggen- und Weizenbröt?" Bor- trag von Dr. Heinz Wolff. 5.45 bis 6.10 Ähr. Aebertraaung von Kassel: Dr. Rolf Prasch. Oberregisseur des Schauspiels int Stadttheater Kassel, spricht anläßlich der Ausführung im Staatstheater über Wedekind und „Marquis von Keith". 6.20 bis 7.15 Uhr. „Die Musik der alten Griechen", Dortrag von Dr. Wilhelm Heinitz, Hamburg. 8.05 bis 8.15 Ahr: Film-Wochenschau. 8.15 Ahr: Gastspiel der Münchener Kammeroper: „Dr. Erich Fischers Musikalische Haus- komöbien". 7 Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf drm heutigen Wochen markt das Pfund: Butter 170 bis 190, Malle 30 bis 40, Käse 65 bis 140, Wirsing 30, Weißkraut 25, Rotkraut 30. gelbe Rüben 25, rote Ruben 20 Spinat 35, Anter-Kohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 30, Rosenkohl 50, Feldsalat 100 bis 150. Zwiebeln 20 Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 25. junge Hahnen 110 bis l30 SuPPenhuhner ll0 bis 130 Russe 60, Endivien 80: das Stuck: Eier 12 bis 13, Blumenkohl 60 bis 160, Salat 40 bis 45, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 20, Sellerie 30 bis 50. Bornotizen. — Tageskalender für Donners- i a g. Lichtspielhaus Bcchnhosstr.: „Die eiserne Br.:ut". Astoria-Lichtspicle: „Der wilde Sheriff". — Aus dem Stadttheoterbureyu wird uns geschrieben: Es sei daraus hingewiesen, daß die morgige Ausführung von Sutton Banes Schauspiel „ll e b e r s a h r t" die überhaupt letzte des spannenden und bühnenwirksamen Werkes ist. * Das Andenken a n G u st a v Heyer, den bedeutenden Forstmann und früheren langjährigen Professor unserer Aniver'ität, ehrten Stadtvexualtung und Landesunioersität heute, gelegentlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages Heyers, durch die Riederleaung von' Krän- zen an dem Denlmal des Verstorbenen in der Friedl,ofsanloge. * Eine Sitzunades Provinzialaus- s ch u s s c s wird nm Samstag, 13. März, vormittags 9.30 Uhr beginnend, im Sitzungssaal des Re- g'erungsgebäudes zu Gießen stattsinden. Tagesordnung: 1. Gemeinderaiswahl i n Eberstadt: hier: Berufungen des August Gorr I. und des August Zimmer in Eberftodt gegen das Urteil des Kreisausschusscs des Kreises Gießen vom 19. Dezember u. I. 2. Klage des Landesfürsarae' aerbanocs der Rheinprooinz gegen den Bezirkssin- sorgeverband Friedberg (Hessen) wegen Erstattung der Pslsgekostcn für Heinrich Zander. — G e in c i n d e r a t s s i tz u n g e n in Büdingen; hier . Klagen der Gemeinderatsmitglieder a) S i - chel, v) Walther, c) Zschietzfchman n in Büdingen gegen den Beschluß des Kreisausschusses des Kreises Büdingen vom 21. Dezember 1925 wegen Berhöngung von Ordnungsstrafen. ** Z u Dem Leichensund aus dem Eisenbahngleis bei Göbelnrod ergeht in unserem heutigen Anzeigenteil ein Ausschrei- den der Gerichtsbehörde. Die Persönlichkeit des Toten konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. G e st o h l e n wurden in den letzten Tagen ein zweirädriger Handwagen, ein Fahrrad Marke Brennabor, eine Taschenuhr mit Schlüssel und großer, jeingliedriger Doublekette, sowie eine silberne Armbanduhr mit abgebrochenem Sekundenzeiger, die mit kleiner goldener Kette versehen war und als Taschenuhr getragen wurde. Lor Ankauf der Sachen wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. DHD. Einlösung der Dollarschatz- antocil iingcii. Die Verpflichtung des Reiches zur Rückzahlung der am 15. April d. 3‘. fälligen Schotzanwei!ungen des Deutschen Reiches von 1923 (Dollarschahanweisungen) ist von der Reichs- bar t übernommen worden. Die Einlösung Oer DAlarschahanweisungen erfolgt deshalb nicht durch Die estoatsschulden-Lilgungslasse, sondern vom Fälligkeitstage ab durch Die Reichshauptbank l Zeichnungs-Abteilung, Berlin. Breitestr. 8/9), und zwar zu oem auf Den Stücken angegebenen Rückzahlungsbetrage ohne Abzug in Scheck auf Reuyorl, auf Wunsch auch in Reichsmark zum amtlichen Berliner Mittelturse für telegraphische Auszahlung Reuyork. Alle mit Kafsencinrich- tung versehenen Reichsbantanstalten vermitteln Die gebührenfreie Einziehung. Die Stücke können schon vom 15. März ab mit dafür vorgesehenen Vordrucken, welche bei Der Reichsbank erhältlich sind, eingereicht werden. Die Aushändigung der Schecks oder die Auszahlung in Reichsmark erfolgt auch für die vor dem 15. April eingereichten Stücke erst vom 15. April ab. Eine Warnung für Arbeitslose. Anter Dem Druck Der starken Verschlechterung Dex Arbeitsmarttlage in ganz Deutschland macht sich in der letzten Zeit ein verstärtter Zuzug nach den großen Städten und Industriegebieten bemerkbar. Demgegenüber wird von maßgebender amtlicher Stelle erneut Darauf hingewiesen, daß die Arbeitsmarktlage gerade in diesen Gebieten sehr ungünstig, und zwar bedeutend ungünstiger als durchschnittlich im Reiche ist. Es besteht nirgends Die Möglichkeit, planlos zuströmende Arbeitskräfte unterzubringen. Int Eigensten Interesse der Arbeitsuchenden ist daher vor Zuzug nach den großen Städten und den Industriegebieten dringend zu warnen. : Tierschutz an Baustellcn. Die nunmehr wieder reger einsetzende Bauzeit setzt viele emsige Menschen in Tätigkeit, aber auch viele fleißige Pferde. Für diese möchten wir ein gutes Wort einlegen. Die Bauherren, Baumeister, ausführenden Maurermeister und Fuhrherrn mögen auf den Bauten ernstliche Vorkehrungen gegen Pferdeschinderei treffen und strengste Anweisung geben, daß die Poliere oder Aufseher jede Quälerei der Zugtiere verhindern. Beim Anfahren von Steinen, Baumaterialien usw., sowie auf den Anfuhrwegen in der Stadt schlagen manche Fuhrleute in der unbarmherzigsten Weise auf die Tiere los. Derartige widerwärtige Szenen müssen endlich verschwinden. Ihr, die ihr die Macht dazu habt, zeigt, daß ihr Menschen seid! Sehr wichtig ist das Herrichten guter Anfuhrwege. Wo vom Bau- oder Fuhrherrn vielleicht nicht selbst darauf geachtet wird, mache man sie darauf aufmerksam oder, wenn dies wirkungslos bleibt, wende man sich an die Polizei. ’■'* Deutsch - englischer Nachttele- p h o n d i e n ft. Der englische Generalpostmeister teilt mit, daß ein vorläufiger Nachttelephondienst am Montag, 15. t>. M., zwischen London und den folgenden Städten in Deutschland eröffnet wirb: Berlin, Hamburg, Bremen, Köln und Frankfurt a. M. Der Dienst wird auf die Stunden von 6 Uhr nachmittags bis 7 Uhr vormittags beschränkt, Bon 8 Uhr nachmittags bis 7 Uhr vormittags können 'Abonnementsgespräche zur Hälfte der normalen (Tages-) Gebühren unter gleichen Bedingungen wie für derartige Gespräche in anderen englisch-kontinentalen Diensten bestellt werden. Es ist augenblicklich noch nicht möglich, anzugeben, wann der volle Telephondienst zwischen England und Deutschland ausgenommen werden kann. Ein gewöhnliches Drei- Minmen-Gespräch von Frankfurt a. M. »ach London kostet 14,20 Mark. Reue v - Z u g - W a g e n. Auf Der Strecke Berlin—Bebra - Franksurt—Basel sollen zu Beginn des Sommersahrplans eine größere Anzahl neuer Durchgangswägen für Schnellzüge eingestellt werden, die allen Ansprüchen Der Jetztzeit in bezug auf Bequemlichkeit unD Sicherheit Rechnung tragen sollen. Besonderes Augenmerk soll auf gute Aussichtsmöglichkeit gelegt werden, Da nur Der klare Ausblick beim Durchfahren landschaftlich schöner Gegenden einen ungetrübten Genuß aller Raturschönheiten bieten kann. Die neuen Wagen sollen Abteile 1., 2. und 3. Klasse führen, ‘M Die deutschen Münzprägungen i in Februar. 2m Mouqt Februar wurden in Den Deutschen Münz störten für 8 990 792 Mark Einmarkstücke, 8 652 532 Ml. Zweimarkstücke, 1 727 625 Mk. Dreimarkstücke, 3 153 985 Mk. Fünfmarkstücke geprägt. Anter Te üccckcytigung Der eingezogenen Münzen beträgt dayui der Umlauf an Silbergeld in Deutschland 263 063 030 Mt. Cinmarkstülle. 65 148 684 Mk. Zweimarkstücke, 151 736 976 Mt. Dreimarkstücke. 8 421 530 Mk. Fünfmarkstücke. Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter S ch l a ch t v i e h m a r 11: 4 Ochsen, 11 Kühe, 1265 Kälber, 254 Schafe, 396 Schweine. Kirche und Schule. Im Dekanat G ehen halt in der Zeit bis 19, Mörz Missionar Laut- Frankfurt a, M. von der Basler Mission Licht- bildervorträgLüber Ehina. Auf seiner Rundreise besucht er folgende Dekanatsgemeinden: Dgubringen, Wieseck, Garbenteich, Allenoorf a. D. Lda., Alten-Bufeck, Beuern, Rödgen, Annerod und Leihgestern. Eine Dekanytslonfercnz des Dekanats Gießen unter Dem Vorsitz des sie mit Schriftlesung und Gebet eröffnenden Dekans G u ß m a n n - Kirchberg nahm nach einer Reihe von amtlichen Mitteilungen einen Vortrag von Privatdozent Lic. L a u n - Gießen über „die Stockholmer Bewegung zur Einigung der Kirche" entgegen. Eingehend wurden die ihr vorausgehenden sozialen Bewegungen, wie Die auf Einigung zielenden Bestrebungen in Deutschland und Den anderen Nationen behandelt. Einzelne führende Persönlichkeiten wurden gezeigt und Stockholm als ein Markstein auf dem Wege zum gemeinsamen christlichen Wollen nachgewiescn. Eine rege Aussprache schloß sich an. Friedberger Konferenz. O Friedberg, 9. März. Die Hessische Evangelische Vereinigung, Die sogenannte „Friedberger Konferenz", veranstaltete heute hier eine Bezirksversammlung, an der die Geistlichen des Dekanats Friedberg, sowie die Lehrer des Kreises Friedberg in größerer Zahl teil- nahmen. Der Vorsitzende, Pros. L a m p a s - Friedberg, begrüßte es, daß auch die Lehrerschaft der Einladung gefolgt sei, und gab der Hoffnung Aus- druck, daß das gute Verhältnis, das feit langem zwischen der Friedberger Konferenz lind den evangelischen Lehrern Hessens bestehe, auch weiterhin anhalten möge. Dann hielt Pfarrer Hochdahl- Dexheim einen Vortrag über Die Konkordats- frage, insbesondere über das Thema „K o n k o r- D a t und Schul e". In klaren Ausführungen behandelte der Referent Die weitschichtige und schwierige Materie. Die Bedeutung des Konkordats liege einmal auf staatsrechtlichem. Dann aber hauptsächlich auf kulturellem Gebiete, sei es doch eine große Gefahr für unsere Staatsschule und damit für die gesamte deutsche Bildung, die man romanisieren wolle. Aber auch dem konfessionellen Frieden und dem interkonfessionellen Zusammenleben in unserem Volte erwachsen aus dem Konkordat, wie es in Bayern Gesetz geworden, große Gefahren. Wir stünden in dem Konkordat vor einer Schicksalsfrage des deutschen Bottes. Eine anregende und fruchtbringende Aussprache folgte den lichtvollen Ausführungen. Amtsgericht Gießen. Die im Alter von 19 bis 26 Fahren stehenden, teilweise vielfach vorbestraften und keiner geregelten Arbeit nachgehenden Rich. Ehr. R., Br. L., E. Sch. und Friedr. A. von Gießen überfielen in Der Nacht vom 7. zum 8. Juni v. I. noch vorangegangenem Wortwechsel in einer Wirtschaft vor Den Wohn- boratfen in Der Kaiserallee mehrere anständige Leute und mißhandelten diese in geradezu lebensgefähr- dender Weife nach hinterlistigem Ueberfall mit Latten. Ein Mitangeklagter, der sich vorher als „Polizeisvitzel" ausgegeben hatte, trug feine Haut nicht zu Markte, sondern ging durch. Mit dieser Betätigung ihrer Ratiflust aus Roheit hatten die Angeklagten noch nicht genug. Ungefähr eine Stunde darauf überfielen alle, außer Br. L., in der Fo- hannesstraßL eine Anzahl älterer Kaufleute und prügelten wiederum nach hinterlistigem Ueberfall auf sie los, so daß auch hier ein älterer Herr zu Boden geschlagen wurde. Sn der Hauptverhandlunq unternahmen Die angeklagten Leute den Bersuch, sich als die Angegriffenen hinzustellen. Da cs sich hier um immer mehr einreißcnde Ausschreitungen von größter Brutalität handelt und solcher Wegelagerei mir aller Strenge entgegengetreten iverbcn muß, um solche Elemente von rohen Gewaltakten abzuhalten, wurden verurteilt: Rich. Ehr. R„ der sich auch Der Beleidigung eines Polizeiwachtmeisters schuldig gemacht hatte, in eine G e s a m t g e f ä n g n i s st r a fe von fünf Monaten und einen Tag, Friedr. A. in eine solche von fünf Monaten, E. Sch. in eine solche von sechs Monaten, Br. L. in eine Gefängnisstrafe von sieben Monate 11. Heinr. R., der flüchtig gegangen war, mußte freigesprochen werden. Der jugendliche Herm. R. wird sich vor dem Jugendgericht zu verantworten haben. Aus dem Amtsverkündiguttgsblatt. Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 20 vom 9. Marz enthält: Kurzarbeikersür- sorge. — Wahlen der Mitglieder zur Lier- Lrztetamnter. — Maul- und Klauenseuche in Bettenhausen, Friedelhausen, Leihgestern, Grü- ningen, Watzenborn-Steinberg, Ettingshausen, Lang-Göns. Billingen und Dorf-Gill. — Gesuch zur Errichtung eines Schlachthauses in Lumda.— Volksbüchereien. — Aushändigung der „Hessischen Verfassung" an Die zur Entlassung kommenden Schuler. — Bildung und Zusammensetzung der Schulvorstände. M?t> verlange ausdrikklicb gummiert und impri für D#men> Herren u.l CoDtioeaUl • Regenmäntel, Regenhüte und Sportbekltidun; Konkursverfahren. Aeber das Vermögen des Gastwirts Ludwig Krieger II., in Wieseck wird heute am 9 März 1926, vormittags 11 Ahr 40 Minuten, das Konkursverfahren er. öffnet. Der Kaufmann Louis Althoff in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 27. Märzl926 bei dem Gerichtecmzumelden. Es wird zur Beschlußfaff'-mg über die Beibehaltung des ernannten oder Die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigeraus- schusics und eintretenden Falls über die in tz 132 Der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der ange- meldeten Forderungen auf Freitag, den 9. April 1926, vormittags 9 Ahr, vor Dem unterzeichneten Gerichte, Saal 101, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Kon- kursmasie gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Ge- mcinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch Die Verpflichtung aufeckegt, von dem Besitze der Sache und von Den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konlursperwaltec bis zum 27 Marz 1926 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht in Gießen. 2261 ö Bekanntmachung. Die zur Herstellung eines Leitungstunnels im Bahnkörper Der Eisenbahn nach Fulda im Zuge des Schiffenberger Weges erforderlichen Erd-, Maurer- und Schlofferarbeiten sollen öffentlich vergeben werden Angebote sind bis zum Mittwoch, dem 17. Wär- 1926, vormittags 10 Uör, im Stadtbauamt, Asterweg 9, abzugeben. Daselbst sind Vordrucke erhältlich. Zuschlagsfrist 3 Wochen. 22718 Gießen, den 6. Mürz 1926. Stadtbauamt. Braubach, Nutzholzverftelgermg 1,74 fm Eichennutzscheiter, 3 m lang rm rm rm rm fm fm fm fm fm Flmtenstcimme Za-Klasse Fichtenstämme Zh-Klasse 8,11 48,00 124,00 0,20 fm fm fm fm fm Im 9 91 497 4 97 80 33 30 11 25 206 0,57 0,13 1,02 0,74 1,13 2 Ficktenstamme 3. Klasse Ficntenstämme 4. Klasse EimenDerbstangen Fichtenderbstangen 1. Klasse 8,00 Fichtenderbstangen 2. Klasse 4/M) 1926, vormit- Gemeindewald 2223P 22,<)0 fm Montag, den 15. März tags 9 Ühr, kommen im Zur Versteigerung: 62 Eichenftämme 2 Buchenstämme 1 B irrenstamm 1 Kiefernstamm 3. Klasse 1 Kiefernstamm 4. Klasse 1 Fichtenstamm 2. Kl. Eichennutzknüppel, 2,50 m lang Fichtennuuscheiter, 3 m lang Fichtennutzknüppel, 2,50 m lang rm Fichtennutzreisig. Zusammenkunft: Distrikt Finkenholz, Kreisstraße Gießen Leihgestern, den 8. März 1926. Bürgermeisterei. Holzverfteigerung Die Gemeinde Frankenbach verkauft Donnerstag, den 18. März 1926, von vormittags 10 Uhr ab, auf dem Gemeindehaus nachstehende Mengen Holz Langnuhholz (Radelholz). Klaffen Abschnitte la2786t 47,873fhn. lb 2 St. 0,38Zstm 1b 196 „ 58,48 „ 2a 22 „ 6,77 „ 2a 167 „ 75,40 „ 2b 11 „ 5,52 ,, 2b 55 „ 38,26 „ 3a 12 „ 7,69 „ 3a 14 „ 14,21 „ 3b 11 „ 7,31 „ 4a 1 1,11 Stangen in Den Steinen und Altbruchsheck 464Stang. 1, Kl. Rutzscheiter u. Ruhknüppel 466 „ 2. „ 18 Rm. Rutzscheiter 260 ,, 3. „11 «, Ruhknuppes. Das Holz ist alles geschält und liegt zum Teil an günstiger Abfuhr. Die Bedingungen werden vor der Versteigerung vekanntgegeben. Der Bürgermeister: Bernhardt. 2270V Bekauutmachuug. Der Voranschlag der Gemeinde Steinbach für das Rj. 1926, siegt vom 12. Wär- 1926 ab. eine Woche auf hiesiger Bürger- »neifterei zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Frist vorgebracht werden. ES wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Steinbach, den 10. März 1926. Hessische Bürgermeisterei Steinbach. _______ Krämer._____2260V Bekanntmachung^ Der vom Gemeinderat Durchberatene Voranschlag der Gemeinde Londorf für 1926 Rj. liegt vom 16. März l. I. ab. eine Woche lang auf Der Amtsstube Des Bürgermeisters zurEinsicht der Beteiligten offen, woselbst innerhalb dieser Frist Einwendungen schriftlich ober Zu Protokoll vorgebracht werden tonnen. Es werden Umlagen erhoben, zu denen auch Die Ausmärker beizutragen haben. Londorf, Den 10, März 1926. Bürgermeisterei Londorf. ___ Au mann.___2269V Holzverkam. Die Gemeinde Gedern verkauft im Wege des schriftlichen Angebots zirka 300 fm Jlchtenstommhol; 2. bis 5b-Klasse. eingeteilt in 5 Lose, 2 ä 50 im und 2 ä 100 fm. Cs kann auf jedes Los allein oder insgesamt geboten werden. Das Holz ist mit Rinde gemeßen und geschält. Angebote sind verjchloffen mit Der Aufschrift „Holzverkauf" bis spätestens Dienstag, den 16. März 192:. mittags 12 Ahr, Der unterzeichnete,! Bürgermeisterei einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Tage. Die Lerkaufsbedingungen der Gemeinde werden durch Einreichen von Geboten anerkannt. Auskunft erteilt nach vorheriger Benachrichtigung der Qemembcförftcr Kipper, Ober-Seemen. 2226V, Gedern. Den 8. März 1926. Hessische Bürgermeisterei. und sind glücklich darüber. 'aufen auchSie deshalb heute noch für, Fein kost-Margarine .Ä W. y'.ix 'fiV Liebe Hausfrau! Die Zeiten sind schwer. Das Haushaltsgeld ist knapp. Die Butter ist teuer. Sie müssen sparsam wirtschaften. Das ist einfacher, als Sie glauben. Sie geben für jedes Pfund Butter 2 Mark aus, „Blauband,( können Sie für die Hälfte kaufen. Die anderen Hausfrauen tun es, Sie sind restlos Unfrieden. Ihre Kinder erhalten zu jedem Pfund gratis die bunte Kinder-Zeitung „Die Blauband-Woche1* Fordern Sie die „Blauband-Woche" zu jedem Pfund. flr.59 Kleider-Samt Die trauernd Hinterbliebenen. Gießen (Löwengasse 19), Heuchelheim, 11. März 1926. Friedhofes aus statt. 01705 Gießen (Dammstraße 23), den 11. März 1926. 01 723 ä 2277 D Lollar, den 11. März 1926. 78 D Wohnungstausch Press.Vertreter geladen. 01710 in Um recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Dorstand. in | Mietgesuche an Handlungen. 90A r- I >1 Lichtspielhaus Bahnhofstraße Bahnhofstraße RHONE |62D Kaufen. 01618 LleWWe 55 D 2273c Die Beerdigung findet am Samstag, 13. März, nachmittags 3lh Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Der Landes - Verbandstag 1926 findet am Samstag, dem 13. und Sonntag, den 14. März, im Saalbau Sauer statt. Zu den Verhandlungen am Sonntag sind Abgeordnete, Behörden und 650 Modehaus 9” Salomon Geboten: 4- Zimmer-Wohnung Darmstadt. Gesucht: 5—6-Zimmer-Wohnung Gießen. Schriftliche Angebote unter 01720 den Gießener Anzeiger. B ’ extrafeiner Köper-Samt, 70 cm breit.... 10.50, (714. April /Beginn neuer Kurse'1 Vogtsche tiaodelsschüleGieöen ^Göethestraße 32 A Xx 2256a >4? j Besonderes Angebot in schwarzem A: feiner Köper-Samt, 70 cm breit, Meter Mk. 7.50, Hansa Handelsschule J. Kunze! mann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorn. Hermes Neue Kurse Stadttheater wreitaa, 18. März, 23. Freitag-M.-vrll. u. 7*/8 b. nach 10 Uhr 3itnt letzten Male lleüerfahtt. Schauspiel in3 Akten von Sutton Baue, deutsch von Kart Klement. Die Beerdigung findet Freitag, den 12. März 1926, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen I>. a. Oe. A.-V. Sektion Gießen. Sonntag, 14.März z. MMriilig. Abfahrt 8.24 nach Marburg-Süd. Gin Antrag schädigten ei von dem I wartet, f/ier, Stunbunf ter, wie früh allgemein Geld. 2age( tralischrn An Erwerbs! sei bereit, de 3 Kopfhörer wenig gebraucht, preiswert zu ver- In tiefer Trauer: Otto Rau, Polizeiwachtmeister. Kalksaft Orgas ist ein Auszug aus Aetgen und anderen Früchten. (S8 ist na= türl. Kalk ans Pflanzen, der v. Organismus ganz anfaenom. wird. Für werd. u. still. Mütter, als a. für Kinder, die ein schlecht. Knochenger. hab., außerord. emp- fehlenöw. 1 Fl. 2 ./<. Reformhaus, oufi Kreuzplatz 5. Unbekannte Leiche. Heute vormittag wurde auf der Bahn- strecte Grünberg—Göbelnrod nahe bei der Eisenbahnbrücke die Leiche eines unbekannten jungen Mannes, der von einem Zuge überfahren worden ist, aufgefunden. Der Kopf ist vom Rumpfe getrennt, die Gesichtszüge sind deutlich erkennbar. Die Leiche und ihre Kleidung werden von der Bürgermeisterei Grünberg zunächst verwahrt. Wer über die Person des Unbekannten Auskunft erteilen kann, oder auch nur glaubt Vermutungen zu haben, wird aufgefordert, dies unverzüglich bei dem Amtsgericht Grünberg oder der Staatsanwaltschaft Gießen vorzubringen. Grünberg, den 10. März 1926. 2275D Heiiisches Amtsgericht. Souritaa,14.Mär» Lana-GönS — Cleeberg— Butzbach. 5Std.Abf.9w5 Uhr. SonntagskarteButz- back.2258c Mittwoch abend 8 Uhr verschied nach langem schweren, in Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, die treusorgende Mutter ihres lieben Kindes, möine liebe Tochter, Schwiegertochter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Anna Rau geb. Ullrich im Alter von 34 Jahren. rmmm Tel. 240 AUTO AUCH NACHTS. Landtagsop! allein wirft man setzt s Maß messe, Gewährung rmd man hi da, so habe dagegen au Maßgabe h Ebensogut w werbskosen a die Fürsorge bah wieder ' handle Mit jein und darr bitten. 2 für Bauten sind dem j) Mark Schul viele hi Reiseauto 2 bis 4-Sitzer, wenig gebraucht und gut erhalten, zu kaufen gesucht. Diskretion zugesichert. Schrift!. Angebote unter 2274D a. d. Gießener Anzeiger. Aonfirmanden-Uhren Nicket Taschen u. Armbaudnbreu 1M. statt UüU'.Vir.. Silber 15 Mk. statt 26 2)11 Tula Silber, löftelnine Anker llbr mit Svrungdeckcl 35 Mk. stall 60 Mk. In Brillen und Zwicker h 2 Mk., nur im billigen ^olalausverkaus, wegen Ausgabe deS Lndengeschästö 01712 liDtmaiflerei Som. Miitzlsllotze 2. Schenken Sie Uhren, sie erziehen zur Pünktlichkeit,' Pünktlichkeit ist's halbe Leben 9iur kurze Belt dieser billige Perka11f. Gar.naturr.Bienen- Llüten-Schleuder- HONIG edelst.Qu.l0Pfd.°Ds. fr.Nachn.HM., halbe 6.50,Garaut.Znrückn. Imk.Btenenhof.Jnh. Carl Scheibe, Ober- neu! and 73 Bremen. la Saeise- iorbffela laufend abzugeben. Leihgesterner Weg 21. Telephon 1308. 01703 einen Seite die gleiche i schäftigte fid er die ft c durch die Re er: heute ist unsere Steue wir gar nich teilen währten vergünstig,, werden von achtel Gegen diese i "ölkerung roe ^•tjlen, aber r fie verdienen der RA Qud wird. Wir fir '°gen: Landtc nadj Hause. Landtag! Vertreter gesucht bei hoher Provision für Siadt und Land (euißefübxt in Drogerien, Kolomalwarcn- Geschasiens von Chem.-lechn. Fabrik. Schr. Angebote unter 2276V an den Gieß. Anz. Saat- kartoffeln „Preußen" u. „Odenwälder Blaue" offeriert billigst 61703 H. Heister, Leihgesterner Weg 21. Telephon 1308. 6 Akte. Abenteuer aus dem wilden Westen. — Ferner Jimmy, der braune Bär Schauspiel in 6 Akten. Ev. SladlmissioB, Löberstr. 14 Freitag, den 12. März, abds. 8'/a Ahr Vortrag von Iuden-Missionar D. Lörvy, Köln: Gottes Gerechtigkeit gegen Israel Gottes Liebe zu Israel Juden und Christen sind herzlich ein- geladen. — Eintritt frei. 2279V Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir unseren innigsten. Dank. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Karl Kaietsch. Vermietungen | Pens. Brandl bÄ Zimmer frei. Tel. 1085. IR88P Am 9. März verschied nach kurzem Krankenlager meine liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarethe Horst verw. Rühl geb. Sack. Bis einschließlich Sonntag das größte Ereignis der Saison: Die eiserne Braut (Dir wollen wir treu ergeben sein) 8 Akte von deutschen Schiffen und blauen Jungens. I d. H.: OTTO Ci E B t) H K (unser Friderleus Kex) als Kommandant des Schulschiffes „Gneisenau“, Erna Hörens, Claire Bommer, Blaly Delachalt, Werner Plttschan, Ernst Dernbnrg, Otto Reinwald, Clomsntine Piessner. Wegen des bestimmt zu erwartenden großen Andrangs zu diesem außergewöhnlichen Filmwerk bitten wir, nach Möglichkeit die Nach- mittags-v orstellungen besuchen zu wollen. Unser anerkannt vorzügliches Hausorchester unter Leitung von Herrn Stork hat zu diesem film eine besonders wirkungsvolle Musik zusammengestellt Eintrittspreise: Mk. 1.-, 1.20,1.60, 2.00. Jugendliche unter 14 Jahren nur von 4 bis 6 Uhr Saalplatz 50 Pf., I. Platz Mk. 1.—. ===== Anfang 1 Uhr, 6 Ehr und 8.15 Ehr. ===== Sie sparen bis zu 90% und mehr gegenüber Neuanschaffungen durch die chemische Reinigung Ihrer Garderobe und Zimmer-Ausstat- tungen. Wir färben und reinigen alles,— womit Sic sich bekleiden und Ihr Heim schmücken. 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März 1926 nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen", Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: Eine Plüschgarnitur (Sofa und sechs Stühle), 1 Damenfahrrad, 2 Schreibmaschinen, 3 Schreibtische, verschiedene Lacke und Farben, 1 Materialienschrank, 1 Glasschrank, 1 Ladenschrank, 1 Sofa, 1 Schränkchen mit Spiegelaussatz, ein Büfett, ein Vertiko, ein Musikautomat, 1 Kastenwagen. Hebbel. Hess. Gerichtsvollzieher in Gießen Dommstraße 24 I. 2267O J5S*e von Beif «M der Ouvertüre die Türen geschlossen 3 t Es an anderen Orten üblich 1 Zuspätkommende würden sich den Dank vieler erwerben, wenn sie zu geeigneter Zeit ihren auffuchen würden, und nicht während des Tprels. —in— Anstellungsaussichten in der Türkei. Bon einem seiner Mitarbeiter in der Türkei — einem deutschen Handwerker — sind dem Deutschen Ausland-Institut vor kurzem die nachstehenden Mitteilungen zugegangen. Sie sind in jeder Hinsicht sachlich gehalten und dürften auch insbesondere deswegen, weil die türkische Republik mit zu den Auslandgebieten zählt, für die in den Kreisen unserer Auswanderungswilligen besonderes Interesse vorhanden ist, einer eingehenden Beachtung wert sein. „In Staatsbetrieben, z. B. bei der Militareifenbahn, sowie bei Grubenunternehmungen eine Anstellung zu erhalten, ist sehr schwer, wenn nicht überhaupt unmöglich. Der Maschinenbau. die Optik und Feinmechanik bieten auch für Elektrotechniker kaum Erwerbsnwglich- keiten. _ Es werden Wohl ab und zu einige Posten frei, für die dann aber gleich mehrere ortsan- säffige Bewerber vorhanden sind. Die Bezahlung beträgt durchschnittlich 80—100 türk. Pfund ohne Kost und Zimmer. Dauschlosser und Schmiede können an den Reubauten Arbeit finden, doch ist die Rachfrage nach solchen Kräften sehr schwach. Die Durchschnitts löhne schwanken zwischen 4—5 türk. Pfund für den Lag. Am besten liegen die Arbmts- und Lohnverhältnisse für Maurer und Zimmerleute; diese verdienen durchschnittlich 6 türk. Pfund Tageslohn. Angora weist wieder eine ziemlich rege Bautätigkeit auf, an der auch bekannte deutsch« Unternehmen stark beteillgt sind. Als nicht befriedigend muß die ArbeitSmarVlage in Konstantinopel bezeichnet werden. Zwei türk. Pfund sind dort schon ein ganz guter Verdienst. Die Lebensverhältnisse in der Türvei sind ungefähr folgende: In Angora wie auch in den anderen Städten bezahlt man in einem Hotel (d. h., was man hier Hotel nennt) fünfzig Piaster täglich, muh dann aber mit 3—4 anderen Personen zusammen wohnen. Für ein Privatzimnrer, wenn man ein solches findet, sind 15—20 türk. Pfund monatlich im voraus zu bezahlen — aber ohne Möbel und ohne Bett. Die Kosten der Verpflegung betragen, wenn man einigermaßen als Europäer leben will, etwa 1—P /. türk. Pfund täglich. Es kommen viele nach Konstantinopel, denen gerade das Geld bis dort reicht; sie müssen dann ein sehr entbehrungsreiches Leben führen. Es ist vielfach eine reine Glückssache, Arbeit zu finden, zumal wenn keine genügenden Gelder vorhanden sind, um, falls nötig, weiter zu reisen. Rur sehr wenige Firmen kommen für die Reisekosten auf, da viele von ihnen mit den Arbeit- d.S tn.g sand Leute T ?at( b;i auf f-.aen 6° sol' i-rer 1 l Sie v° Lagen M Verzögern Suvh, dal hergestl Ämunehr fahrt d 5d)®ie' noUvendik tierfltube Dagen i Anfchlub vendige ist aus u Zementsei angebtad Delichtm neben d großen ' Deckst gen Ute: Jorarbei Lanka, barer M 3m Drai Film ix Olympi Frohmach auhervrde, nahmen so Z L° Mr L m. b. h. oerlatn der Mitg Aussichlsr und besor reoisor h Bericht e gehoben: Währung spüren. A Kasse gefh marin, fo lagen, öafj werben ton tiü, bafo ;u Haden 1 Handwerke Anspruch im Jahre bis 12, z Jahre au 16, zuletz dings 13 Der Bors Loge her sich doch ö M Span nung eine lei erwähn, Origen B ende 40 0» 50 000 Mo, MO Mark diese Spari Diese Entschließung wurde fast einstimmig gegen einige Angehörige der Linksparteien angenommen und darauf die Versammlung geschlossen. Türkei 1 ■s? falls streit^ 3**, in dZ. LeÄ ihm58?”1 Lc * 6-i Ich Copyrij fo Fortse; -Das i 2"'kel fori England st Amerika fl6 BWen ! vstel losaebf '»ihre Vn gr Karasc frermar W ßL äJ.Men, "0 bei ?^lnianz fehlt, fei Ss- 8.3?; -Afc Eine Kundgebung der rhein- hessischen Winzer. WSR. Mainz, 10. März. In der Stadthalle fand heute nachmittag eine große Steuer- protestkundgebung statt, an der etwa 12 0 0 0 Landwirte, Winzer und Weinhändler teilnahmen. Der große Saal konnte die Teilnehmer nicht fassen, uni> es muhte eine Paralellversammlung unter freiem Himmel im Stadthallengarten stattfinden. Es waren folgende Organisationen vertreten: Hessischer Weinbauernverband, Hessischer Weinhändlerverein, Vereinigte Sektindustrie, Rheingauer Wein- bauverbarrd, Rheiygauer Weinhändlerverband, Hessisch ?r Baue mV e rein und Freie Rheinhessische Dau.rnschaft. Als R:dner traten auf der Vorsitzende oer Freien Bauernschaft Mossel- Marienborn, Kommerzienrat S i t t m a n n » Oppenheim, Konsul Heinrich- Mainz für den rheinhess. Weinhandel, Bürgermeister Hirschmann- Mittelh dm und Weinhändler Ruthe- Wiesbaden für den Rheingauer Weinhändel. Die am Schlüsse der Versammlung von dem Hauptgeschäftsführer der Freien Bauernschaft Seckl- Gonsenheim verlesene Entschließung fand stürmische Annahme. Sie gipfelte in den Forderungen: Größte Sparsamkeit in Reich und Lau- derir, Aenderung der Steuergesetzgebung, restlose Beseitigung der Wein- und Schaumweinsteuer, eine Zollpolitik, die die Ernährung des deutfchen Volles mit deutschen Produktionen garantiert, baldige Wiederherstellung der Realkredite, weit- gehendste Vereinfachung der Steuergesetzgebung, sowie Festlegung des Existenzminimums für den Landwirt, Protest gegen das Gemeindeselbstbestimmungsrecht, Umgestaltung der sozialen Fürsorge und endlich Umgestaltung des Reichswirtschaftsrates in ein dem Reichstag gleichgeartetes Wirtschaftsparlament. Rach der Kundgebung #>gen die Teilnehmer in langen Demonstrationszügen unter Dorantragen von schwarzen Fahnen und mit Schildern, die ihre Forderungen zum Ausdruck brachten, ab. Der Zug bewegte sich durch alle Straßen der Stadt und verlief ohne Störung. Gießener Stadttheater. Frankfurter Operrrgaftspiel: „Margarethe". Es würde eine verfehlte Einstellung sein, Gvunods Oper „Faust" mit Goethes Menschheits- tragödie in Vergleich zu setzen und sie von diesem Gesichtspunkte aus werten zu wollen. Gvunods Werk ist eben eine „grotze Oper": eine Gattung, die auf französischem Boden die stärkste Blüte trecken konnte. Richt Goethes philosophisches Rmgen, seine Lebenssyrubolik hatten die De° arberter des Textes angTgogen — sondern nur einzig allein die Handlung, so, wie sie dem französischen Geiste zusagt er: das Gretchen-Drama And wenn man die Brücke, zwischen beiden Werken von der Völkerpsychologie aus schlägt, da wurde sich gerade an diesen beiden Werken das gegensätzliche Empfinden, Denken und Gestalten der beiden Rationen am allerklarsten Zeigen. Denn Gvunods „ Faust" oder besser Margarethe', wce man das Werk in Deutschland im Gegensatz zu Goethes Dichtung genannt hat, ist eben für Frankreich ein durchaus nationales Werk geworden: vielleicht Mr eine ganze Epoche der Inbegriff französischer Musik. Diese Musik ist als Kind ihrer Zeit dem Theater entwachsen, und will die theatralische Handlung begleiten, naiv emvfindsnd, ohne myA- fche Reflektionen, sie will uicht Menschheitsprobleme ergründen, sondern durch den Reichtum ihrer Melodie gefallen. Gewiß mag Gvunods Melodie uns vom germanischen Empfinden aus nickt immer tiefgründig erscheinen, denn bei jedem ilrteil schwingt doch immer wieder, wenn auch vnbewuht, das Erleben des deutschen Faust mit. Vermag man sich aber für die Aufnahme des Werkes völlig limzustellen, so wirb die musikalische Fülle sich ganz erschließen, und dann mtro das Werk uns als eine geschlossene einheitliche Leistung zwischen den raffiniert gewandten Textdichtern und der hafte klang auch noch in öen ersten Szenen des dritten Aktes durch, aber schon regt sich das unbewußte Ahnen des Erblühens. Roch ganz mädchenhaft im „König von Thule", so schlicht, einfach, irmig, unberührt. Doch so bald erwacht in ihr das Weibliche beim Erblicken des Schnruck- kästchens. Mit einem Wale tritt aus der bisher so verschlossenen Mädcheiistimme em anderer Klang hervor, ein Wille zum Blühen: in der Iuwelenarie die Knospe am Aufbrechen. Uiti) nun entfaltet sie sich in der Szene mit zur Blüte. Roch klingt aber mädchenhaftes Zagen durch. Mondscheinseligkeit . . . And erst in der Einsamkeit wird sie sich ihrer selbst bewußt, da erfaßt sie der Taumel ihres Glücks: das Well' erwacht, ein sehnendes Verlangen nach dem Geliebten. 3n der Kirchenszene — dieses Zerknirschtsein, oiefc wachsende Seelennot. Welch seliges Er- Efn an die unschuldige Kindheit, dann^ welches Erschaudern, welche Seelenqual beim Wachrufen des Schuldbewußtseins durch Mephistopheles. Das Zusammenbrechen bei dem „Verdammt" und an der Leiche des Bruders. Und wieder im Kerker — dieses Schweben zwischen glückseliger Erinnerung und dem Entsetzen vor Mephistopheles: das Grauen vor dem Geliebten: die verzückte Verklärung. Der an sich wenig dankbaren Rolle des Valentin nahm sich Adolf Perm an n warm an. Im Gebet, »ich immer gleichbleibend, der gediegene Belcantosanger, in der Zweitämpfszene, im Sterben lebenswahr in der Darstellung. Was Viorica ^sanglich und darstellerisch gab, laßt sich mit Worten schlechthin nicht fasten. Das war das Seelendrama Gretchens. Das Heldisch-Ringende des Faust hat bei Gounod einen starken chrischen Einschlag erhalten. Dem entsprechen die stimmlichen Anforderungen: u. a. ein crescendofähiges hohes „C“ in der Cavatine. Die dramatische Kraft der Gestalt buht dadurch ein, baß die Initiative zum Handeln bei Mephistopheles liegt. Adolf Iäger war da am stärksten, wo das Durchschlagende Der 300-Millronen-Kredit an Rußland. Don unserem P^Mitarbeiter. Berlin, Anfang März. Die deuffche Wirtschaft steht im Zeichen der beginnenden östlichen Orientierung. In führenden politischen und wirtschaftlichen Kreisen steht der deutsche 300-Millionen-Kredit an die Sowjetunion zur Belebung chres Wiederaufbaus im Mittelpunkt des Interesses. Jetzt, nachdem diese deutsch-russische Kreditaktion in ihren wesentlichsten Zügen feststeht, dürfte es angebracht sein, einiges über btc Vorgeschichte dieser und ähnlicher Verhandlungen zwischen Deuffchland und Rußland zu sagen. Bereits im Jahre 1923 kam ein Kreditabkommen, jedoch wesentlich oeringeren Ausmaßes, zum Zweck der Finanzierung des Austausches von russischem Getreide gegen deutsche Jndustrieerzeugnisse zustande, ohne daß diese Kreditmaßnahmen einen bedeutenden Einfluß auf die deutsch-russischen Wirischafts- rbeziehungen ausgeübt hätten. Von großer Bedeutung für beide Teile war der im Oktober 1925 zwischen der Deutschen Bank und der Reichskreditgesell- chaft A.-G. einerseits und der Russischen Staatsbank ' ndererseits abgeschlossene Vertrag, der einen 100= stillionen-Kredit für die Sowjetunion oorsah, wel- ber zu 75 Prozent feilens der deutschen Banken lnd zu 25 Prozent von feiten der deutschen Industrie- und Handelsfirmen getragen wurde. Erst- nalig wurde hier der Versuch gemacht, das russische Geschäft in größerem Maßstäbe von Deutschland tus zu finanzieren und so einer der Hauptbcstre- bungen der deutschen Wirtschaft nach Gewinnung neuer Absatzmärkte weitiD öglichst entgegenzukommen. Zugleich ermöglichte diese Kreditaktion den Rusten ne Durchführung ihres umfangreichen Importprogramms, das ohnedem infolge des Scheiterns der russischen Hoffnungen auf einen großen und umfangreichen Getreideexporä im Wirtschaftsjahr 1925— 926 gewaltige Streichungen hätte erfahren müssen. mit Theaterinstinkt geschaffenen Musik erscheinen. Dann wirb das Werk seine Kraft und somit feine Wirkung (darauf kommt es ja bei den Romanen an) zu jeder Zell erweise::. And Gvunods Musik ist ja nicht ohne Ein- ,^kf das deutsche Openrschaffen geblieben. Es ließe sich eine ganze Reihe von melodischen Elementen, die von Gounod ausgehen, auch in o ilt rU-^<^clt OHüsll Nachweisen: von der großen Zahl seiner bewußten Rachfolger in romanischen xäni>em ganz zu schweigen. In der Ausnutzung der technischen Mittel der Musik, in der Instrumentation, in der Behandlung der gesanglichen Lmie hat er Vollkommenes gegeben, so daß fein Orchester, obwohl unsere Ohren durch die Riesen- llan^örper stark beeinflußt sind, noch heute in orudK, Harb? und Sättigung des Klanges un- verblaht dasteht: noch heute kann der Sänger sich bei ihm nach den Kraftforderungen des modernen Musikdranras in der Beherrschung des Gesanges als Gesang, in der Gestaltung der charakteristischen melodischen Linie zeigen. Tritt der deutsche Künstler diesem Werk gegenüber, so wird bei ihm das Mitschwingen des stofflichen Urgrundes ferne Darstellung wesentlich von der des Romanen unterscheiden: bei letzterem Theater, bei ihm eine mystische Vergeistigung romanischer Theatralik. Das wird man stets feststellen können, wenn man dies Werk einmal nur von Romanen dargestellt sieht. Der Geist des Werk->s wird uns iricht ergreifen können, wenn sich die Darstellenden nicht des Mittels bedtenen, in dem es geäußert ist, cn der Kunst des Belcanto. Gounods Melodik erfordert den schönen Gesang, aus ihm heraus tst sie entsprossen. Daraus ersteht eine Forde- run$ für den Darsteller, die restlos erfüllt sein mich, wenn er dem Werte voll Genüge leisten etwa, daß die Darstellung nur in stunmltcher Virtuosität gipfeln soll, aber als ^Eel zum Zweck ist der Belcanto unerläßlich. Vwrica A r s u l e a c trat bei der ersten De- geMtung Faust keusch-zurückhaltend entgegen; raxp ganz Kind, eine Knospe. Dieses Knospennr, me Die Existenz des Staates in Frage stellt | Der für die russische Volkswirtschaft so dringend und brellestc Devölkerungsschichten zur Der- **-“A------- — ---------- zweiflung treibt, sowie der Regierungsmehrheit des Landtaas sprechen wir jedes Vertrauen ab. da er einmal viel zu klein und dann vor allem zu kurzfristig war, um größere Jnftallationskäufe zu tätigen. Ein Land wie die Sowjetunion, das in überragender Weise agrarisch eingestellt ist, bedarf naturgemäß vornehmlich langfristiger Kredite, da nur diese den Produktionsbedingungen der Landwirtschaft enffprechen und so die Möglichkeit einer zweckmäßigen Verwertung der bewilligten Kredite geben. Es konnte also der im Oktober der Sowjetunion gewährte 100-Millionen-Kredit den Ansprüchen und den Bedürfnissen der russischen Wirtschaft nicht im entferntesten genügen, um so mehr, da er bereits in den ersten Monaten dieses Jahres abgedeckt werden sollte. Deswegen wurden gleich im Anschluß an die Unterzeichnung des deutsch-russischen Handels- und Wirtschaftsvertrages am 12. Oktober v. I. erneute Kreditverhandlungen zwischen beiden Staaten geführt, die mittlerweile zum Abschluß gekommen sind und em interessantes Licht auf die steigende Bedeutung des russischen Marktes für die deutsche Wirtschaft werfen. Bei dieser neuen Kreditaktion, die an Ausmaß alle bisherigen übertrifft, handelt es sich um einen Gesamtkredit in höhe von 30 0 Millionen Mark, der zur Erteilung von russischen Aufträgen an deutsche Wirtschaftskreise, besonders an die notleidenden Teile der deutschen. Industrie, verwandt werden soll, und dessen Finanzierung wiederum durch ein deutsck)es Bankenkonsortium, an dessen Spitze die Deutsche Bank und die Reichskreditgesell- schaft stehen, erfolgt. Interessant und bedeutsam ist, daß abweichend von dem 100-Millionen-Kredit des vergangenen Jahres das Reich bzw. die einzelnen Länder eine Ausfallsgarantie für diesen Exportkredit übernehmen sollen, was durch die Langfristigkeit des neuen Kredits — läuft er doch zwei bzw. vier Jahrs — notwendig geworden ist. In der Sitzung des Haushaltsausschusses des Reichstages vom 25. Februar wurde beschlossen, die Reichsregie- rung zu ermächtigen, eine Garantie für Liefergeschäfte nach Rußland bis zum Höchstbetrage von 105 Millionen Mark, d. s. 35 Prozent des Gesamt- tredils, zu übernehmen. Gleichzeitig ist die Reichsregierung an die einzelnen Länder mit dem Ersuchen Ijerangetreten, durch eine Erhöhung dieser 35prozen- tigen Garantie auf insgesamt 60 Prozent, allen leistungsfähigen deuffchen Firmen die Ausnutzung diefer Exportmöglichkeit nach Sowjetrußland zu ermöglichen. Das Eigenrifiko der Lieferfirma würde sich also nach Wschluß dieser 60prozentigen Garantie von Reich und Landern noch auf 40 Prozent belaufen, die die Banken und die Jnduftriefirmen gemeinsam zu tragen haben. Dieser Gesmntwarenkredit von 300 Millionen zerfällt in zwei Kategorien, von denen die eine Hälfte, 150 Millionen Mark, bis zum Ende des Jahres 1928 läuft, also auf zwei Jahre befristet ist und sich auf diejenigen Warengattungen erstreckt, die zu leichteren Jnstallationsarbeiten Verwendung finden sollen, wie z. B. fertige Maschinen, Werkzeuge, Textilien usw. Jedoch muffen diese den Charakter des zusätzlichen Exports tragen, d. h. über den Rahmen des bisherigen Exportplanes der deutschen Jndusttie hinausgehen und somit in Deutschland vermehrte Arbeitsmöglichkeit schaffen. Die deuffche Regierung geht dabei von dem fraglos berechtigten Standpunkt aus, daß für diese kleineren Aufträge eine zweijährige Kreditierung ausreicht, während für die zweite Hälfte des 30'l-Millionen-Kredits eine Laufzeit von vier Jahren, also bis Ende 1930, vorgesehen ist. Diese Gruppe soll diejenigen Warenllese- rungen umfassen, die sich auf die Gesamtausrüstung russischer Fabriken, sowie die Ausführung größerer Arbeiten wie die Einrichtung von Walzwerken, Hochöfen, elektrischen Kraffftationen usw. beziehen, und deren Einrichtung schon allein die Langfristigkeit des Kredits rechtfertigen. Nach diesen Gesichtspunkten wird die neu zu schaffende interministerielle Stelle sich mit der Prüfung der einzelnen Lieferungen hinsichtlich der dafür in Anspruch zu nehmenden Garantien zu befaffen haben, wobei Abweichungen im Einzel- sall auf Grund besonderer Umstände zugestanden werden können. Der leitende Gedanke, von dem aus sich auch die Reichsregierung entschlossen hat, für den an Rußland 5U gewährenden Kredit die Garantie zu übernehmen, war, daß die deutsche Industrie den größten Teil ihrer Absatzmärkte in der Welt verloren hat, und daß es jede Gelegenheit zp ergreifen gilt, neue Absatzgebiete zu gewinnen und die Weltgeltung der deutschen Industrie zurückzuerobern. Gerade Ruß- land mit seinem ganz allgemein vorhandenen Warenhunger, besonders nach hochwertigen Jndustrieerzeug- niffen, sowie mit seinen fast unübersehbaren Absatzmöglichkeiten ist wie kaum ein zweites Land der Welt berufen, der deutschen Wirtschaft die so drin gend benötigten Exportmöglichkeiten zu bieten und dadurch zur wirtschaftlichen Gesundung Deutschlands beizutragen. Aber das russische Geschäft ist heute, nachdem auch Rußland so ungeheuer verarmt ist, im wesentlichen eine Frage des Kredits, und zwar eines langfristigen, da nur ein solcher für die Sowjetunion wirkliche Vorteile bringt. Wenn sich führende deutsche Wiltschaftskreise mit Unterstützung des Reiches jetzt enffchloffen haben, eine langfristige Finanzierung des russischen Wiederaufbaues oorzunehmen, so haben sie dabei vor allem die Vorteile für die deutsche Wirtschaft und Exportindustrie im Auge gehabt, benn die Wiederbelebung des deutschen Arbeits- Marktes war einer der Hauptgründe für die Gewährung des neuen Rußlandkredites. Die deutsche Wirtschaft erhält durch diese neue Kreditaktion bestimmte russische Lieferungsaufträge, die ohne das Zustandekommen der deutschrussischen Kreditverein- barung aller Voraussicht nach an andere Länder vergeben worden wären, da die Sowjetunion bei ihren Bestellungen auf Kredite angewiesen ist. Dadurch, daß die mit Hilfe der 300-Millionen-Kreditaktion getätigten Lieferungsgeschäfte nach Rußland einen zusätzlichen Export ermöglichen, wird für die deutsche Wirtschaft vermehrte Arbeitsmöglichkeit und eine Stärkung der Produktionsbasis erreicht, die fraglos einen belebenden Einfluß auf den Gesundungsprozeß der deutschen Wirtschaft haben wird. Auch vom politischen Standpunkt aus ist der neue 300-Millionen°Kredit nur zu begrüßen, da er der Sowjetunion zeigt, daß Deutschland trotz der Paktverhandlungen und des Eintritts in den Völkerbund nicht geneigt ist, mit Rußland zu brechen und sich zu antirufsifchen Tendenzen im Völkerbund mißbrauchen zu lassen. Rußland ist heute ein politisch und wirtschaftlich wiedererstarkender Faktor innerhalb der europäischen Mächtegruppen, mit dem in jeder Beziehung in ein gutes Verhältnis zu kommen die Aufgabe und das Bedürfnis Deutschlands ist. Für uns ist gegenwärtig Rußland eines der wenigen Länder, von dem uns nichts trennt, mit dem wir fragen in vielen politischen und wirtschaftlichen Zielen zu gemeinsamer Arbeit verbunden sind. Darum: „Hin zu Rußland!" Der llampf um die Lufffrerheit. Die Verhandlungen in Paris über die Beseitigung der uns im Londoner Ultimatum auferlegten Beschränkungen auf dem Gebiete der Luftfahrt sind ein gutes Stuck vorwärts gekommen, so daß sich, wenn man optimistisch sein wollte, bereits der Zeitpunkt bestimmen läßt, an dem die Beratungen ihr Ende finden werden. Aber wohlgemerkt, nur wenn man optimistisch sein will. Eine ganze Reihe von Hindernissen ist nämlich noch zu überwinden. Da bekanntermaßen die Franzosen keine angenehmen Verhandlungspartner sind, muß damit gerechnet werden, daß sie im letzten Augenblick in der BPschafterkonferenz den Versuch machen werden,' alles Erreichte wieder zu zerschlagen, um den ihnen sehr bequemen Zustand der Unterdrückung unserer Luftfahrt auch weiterhin aufrechtzuerhalten. Heber die Verhandlungen selbst kann naturgemäß nichts gesagt werden. Wohl aber spiegelt sich in der Pariser Presse doch manches wieder, was in der Botschafterkonferenz vor sich geht. Da haben wir es zuerst mit einem Versuch zu tun, Garantien zu erlangen, daß wir auch tatsächlich die uns wiedergegebenen Bewegungsfreiheit nicht dazu benutzen, um Kriegsfahrzeuge zu bauen. Die deutsche Presse hat auf dieses Manöver bereits entsprechend reagiert und es, ebenso wie die deutschen Vertreter in Paris, in der eindeutigsten Weise zurückgewiesen, da die Absicht klar zutage tritt, die Ueber- wachung der deutschen Luftfahrt in verschleierter Form fortzusetzen. Nebenbei bemerkt, wird der Versailler Vertrag durch diest Verhandlungen gar nicht berührt, der uns den Bau _ von Kampfapparaten untersagt, aber die Handelsluftfahrt ohne Einschränkung erlaubt. Wenn Frankreich fürchtet, wir könnten die wiedererlangte Freiheit benutzen, um uns eine Luftwaffe zu schaffen ober, womit die Franzosen anscheinend auch rechnen, mithelfen, andere Mächte auszurüsten, so zeugt das nurvon ihrem eigenen schlechten Gewissen. ndfaienr, die sie von auswärts verpflichtet hatten, sehr traurige Erfahrungen gemacht haben." Im Anschluß an diesen letzten Hinweis soll nochmals betont werden, daß Reisen in die Türkei und ins Ausland überhaupt auf gut Glück nur dann unternommen werden sollten, wenn den betreffenden Auswanderungswilligeit genügend Geldmittel zur Verfügung stehen, um nicht nur die Reisekosten, sondern auch die Lebensunterhaltungskosten, gegebenenfalls auf längere Zeit, aus eigener Tasche bestreiten zu können. Das Deutsche Ausland- Institut in Stuttgart ist jederzeit gern bereit und in der Lage, über die Preisverhältnisse in den verschiedenen Ländern eingehende und sachgemäße Auskunft zu erteilen. Oberhessen. Landkreis Gießen. cf. Heuchelheim, 10. März. Am Sonntag fand in der Turnhalle ein vom Gesangverein „Teutonia" veranstalteter Konzert- und T eater-Abend statt. Der große Saal war bis auf den letzten Platz beseht. Die Besucher 1 nen voll und ganz auf ihre Rechnung. Die D -rsteller und der Verein können mit dem Cr- soli ihrer Veranstaltung zufrieden sein. Wiefeck, 11. März. Nachdem die Auto- h 111 e vollendet ist, konnte sie in den letzten Tagen ihrer Bestimmung übergeben werden. Eine Verzögerung erlitt die Inhenuhungnahme dadurch, daß der Zufahrtsweg gründlich hergestellt unb chauffiert werden mußte. Nunmehr vollzieht sich die Ein- und Ausfahrt der großen Autos ohne alle Schwierigkeiten. Die Halle ist mit alten notwendigen Erfordernissen versehen. Eine Montiergrube ermöglicht ein bequemes Nachsehen der Magen und ihrer Getriebe, Wasserleitung und Anschluß an die Kanalisation erleichtern das notwendige Reinigen derselben. Die feste Boöendecke ist aus Beton mit einer darüber gelegten starken Zementschicht hergestellt. Oberlicht und seitlich angebrachte Fenster sorgen für die notwendige Belichtung. Die räumlichen Ausmaße gestatten neben dem beanspruchten Raum für die zwei großen Wagen die bequeme Einrichtung einer Werkstatt und Unterbringung aller sonstigen Utensilien. Gegenwärtig ist man mit den Vorarbeiten zur Errichtung einer großen Tankanlage beschäftigt, die in unmittelbarer Nähe der Halle gebaut werden soll. — Im Draunschen Saale wurde gestern abend der Film der ersten internationalen Arbeiter- Olympiade in Frankfurt, der sich „Die neue Großmacht" betitelt, vorgeführt. Der Besuch war außerordentlich stark. Die hochinteressanten Aufnahmen fanden am Schluß lebhaften Beifall. c5 Lollar, 10. März. Am Sonntag hielt die hiesige Spar- und Darlehenskasse e. G. m. b. H. ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung unter sehr großer Beteiligung der Mitglieder ab. Nachdem der Vorsitzende des Aufsichtsrats Hofmann die Versammlung eröffnet und besonders den Vertreter des Verbandes, Oberrevisor Hartmann, Gießen, begrüßt hatte, wurde Bericht erstattet. Daraus fei folgendes hervorgehoben: Das zweite Jahr seit Festigung unserer Währung ließ auck das hiesige Institut die Folgen spüren. Wenn aucy die Anforderungen, die an die Kasse gestellt wurden, begreiflicherweise sehr stark waren, so kann man doch mit großer Genugtuung sagen, daß diese im großen und ganzen befriedigt werden konnten. Leider geht es auch hier wie überall, daß Baugelder als langfristige Realkredite nicht zu haben find. Die Folge davon ist, daß die Bauhandwerker den gewährten Betriebskredit stärker in Anspruch nehmen. Die Zinsen, mit denen die Kasse im Jahre 1925 arbeitete, betrugen für Einlagen 15 bis 12, zuletzt 10 Prozent und wurden im neuen Jahre auf 11 Prozent festgesetzt, Darlehen 18 bis 16, zuletzt 14 Prozent, ausschl. Provision, neuerdings 13 Prozent zuzüglich 1 Prozent Provision. Der Vorstand genehmigte 51 Kredite. Die innere Lage der Genossenschaft ist sehr befriedigend, zeigt sich doch durch Erhöhung des Eigenkapitals, Zufluß von Spareinlagen und Einlagen auf laufende Rechnung eine erfreuliche Kräftigung. Ganz, besonders sei erwähnt, daß die Spareinlagen, die bei der vorjährigen Bilanz 6000 Mark betrugen, bei Jahresende 40 000 Mk. überschritten und heute rund 50 000 Mark betragen. In dieser Summe sind über 3000 Mark Schulspargelder enthalten. So erfreulich diese Spartätigkeit ist, so dürfte sie doch immer noch Die tolle Herzogin. Roman von E r n st Klein. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Das wäre nicht weiter auffallend," fuhr der Artikel fort. „Es ist ein öffentliches Geheimnis, daß England schon längst seinen Petroleumfrieden mit Amerika geschlossen hat und daß die beiden angelsächsischen Weltmächte jetzt vereint auf das große Ziel losgehen, die gesamte Erdölproduktion der Welt in ihre Gewalt zu bringen. Auffallend aber ist, daß Herr Karaschin sich von London nicht — wie man hätter erwarten dürfen — nach Paris, sondern nach Berlin begeben hat, wo er unmittelbar nach seiner Ankunft Konferenzen mit Walter Grolmanns, dem deutschen Stahlkönig, und Direktor Fritz Röder, dem Chef des Bankhauses Röder, Darfeldt und Compagnie hatte Walter Grolmans hat erst im Vorjahre die gesamte Eisenerzproduktion im Ural an sich gebracht und greift auch sonst mit seinem Riesenunternehmen tief in das gesamte russische Wirtschaftsleben ein. Das Bankhaus Röder, Darfeldt und Compagnie war vor dem Kriege die Vertrauensstelle der zaristischen Regierung bei ihren internationalen Geldgeschäften, und scheint auch von den neuen Herren Rußlands mit demselben Vertrauen beehrt zu werden. Wenn also Herr Karaschin von seinem Besuch bei Lord Durnham spornstreichs zu Walter Grolmans und Dr. Fritz Röder fährt, gibt das zu denken. Es ist nur die Frage, wie die französische Regiermig über diese Reisen des Herrn Karaschin denkt! Oder sollte sie bis heute keine Ahnung von ihnen gehabt haben?" Die französische Regierung hatte schon eine Ahnung von den Reisen und Besprechungen des Herrn Sergej Karaschin. Und sie machte sich auch ihre Gedanken darüber, sehr ernste, sehr besorgte Gedanken sogar. Das bewies die Anwesenheit des Herrn St. Au- bain in London. 9. Kapitel. Wenn Las Valdas geglaubt hatte, Grace werde ihm bei seiner Rückkehr opferbereit in die Arme reger in Erscheinung treten. Die Guthaben in laufender Rechnung stiegen im vergangenen Jahr von 13 000 auf 62 000 Mark. Die Gesamteinlagen bzw. Gutschriften unter dieser Rubrik beliefen sich auf 484 000 Mark, die Belastungen auf 463 000 Mark, gegenüber 164 000 Mark bzw. 174 000 Mark im Vorjahre. Die Zahl der Kunden in laufender Rechnung stieg von 65 auf 100. Die Ausstände aus diesem Konto betrugen beim Jahresschluß rund 52 000 Mark in 156 Abschnitten. Hierbei sind durchweg kleinere Posten. Zum erstenmal erschien ein neues Konto: das der Aufwertungsansprüche. Diese sind mit rund 7000 Mark ausgewiesen. Der Ueber- schuß im Betrage von 2209,80 Mark verteilt sich wie folgt: Ueberweisting an den Reservefonds 800 Mk., an den Aufwertungsfonds 200 Mk., 18 Proz. Verzinsung der eingezahlten Geschäftsanteile, der Rest an die Belriebsrücklage. t Grünberg, 10. März. Die hiesige Bezirkssparkasse kann für das abgelaufene Geschäftsjahr 1 925 eine recht günstige Weiterentwicklung ihres Geschäftsverkehrs feststellen. Die Zahl der Spareinlagen stieg von 565 Ende 1924 auf 954. Der Bestand an Spareinlagen. der Ende 1924 126 000 Mk. betrug, erhöhte sich auf 344 000 Mk. Es ist mithin ein Zugang von rund 220 000 Mk. zu verzeichnen. Nach ihrer Höhe verteilen sich die Spareinlagen wie folgt: Einlagen unter 100 Mk. 307, von 100 bis 500 Ml. 486. von 500 bis 1000 Mk. 104, über 1000 Mk. 57. Die Guthaben im Kontokorrentverkehr betrugen am 30. Dezember 1925 115 230 Mark. Der Gesamtumsatz belief sich auf rund 6 650 000 Mk. Die eingehenden Gelder gelangten ausnahmslos innerhalb des Sparka'sebez'.rks zur Ausleihung. Ausgeliehen waren am Jahresende 547 825 Mk. Diese Entwicklung ist ein erfreuliches Zeichen tmedererwachenden Sparsinns, sie ist um so mehr als günstig zu bezeichnen, als die wirtschaftlichen Verhältnisse im abgelaufenen Jahr im Sparkassebezirk recht ungünstig waren. Das Notstandsjahr 1924 kam erst in 1925 für die Landwirtschaft richtig zur Auswirkung, und es war einem großen Teil der Einwohnerschaft nicht möglich, Rücklagen zu machen, da die Abdeckung der Notstandskredite, Steuern und sonstige Ausgaben ihre Mittel in Anspruch nahmen. Eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse, auf die wir hoffen müssen, wird es auch diesen Kreisen möglich machen, sich Rücklagen durch Spareinlagen zu schaffen, um in Zeiten der Not auf diese zurückgreifen zu können. Kreis Kricdbcrg. _ Bad-Nauheim, 10. März. Unter dem Vorsitz von Kolonnenführer Heinrich Stamm hielt die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz ihre sehr stark besuchte Hauptversammlung ab. Der Bericht des Vorsitzenden hob den glänzenden Verlauf des siebenten Hessischen Kolonnentages, der hier stattfand, besonders hervor, außerdem den im Oktober nach Gießen zur Besichtigung der Kliniken unternommenen Lehrausflug. Unter lebhaftem Beifall wurde Oberbademeister Kissel seiner Verdienste um das Rote Kreuz wegen zum Ehrenmitglied ernannt. 58 Krankentransporte wurden im abgelaufenen Jahr von der Kolonne ausgeführt, davon 22 nach auswärts. Erste Hilfe konnte in 15 Fällen geleistet werden. Beschlossen wurde, am 9. Mai gemeinsam mit den Kolonnen Gießen, Friedberg und Lich eine größere Hebung in Butzbach abzuhalten, woselbst die darniederliegende Kolonne wieder zu neuer Tätigkeit angeregt werden soll. Bei dieser Gelegenheit soll gleichzeitig die Besichtigung genannter Kolonnen durch den Inspekteur für die Provinz Oberhessen, Dr. Gros, Gießen, erfolgen. Eine vorbereitende Besprechung der Kolonnen- sührer von Gießen, Friedberg, Bad-Nauheim und Lich findet kommenden Sonntag in Butzbach statt. Die hiesige Kolonne, die zur Zeit 60 aktive und übet 200 unterstützende Mitglieder zählt und außerdem auch über einen Iungzug verfügt, hat unter der aufopfernden Tätigkeit des Kolonnenarztes. San.-Rat. Dr. Hahn, in den letzten Jahren einen erfreulichen Aufschwung genommen. WEN. Bad-Nauheim, 10. März. Am Samstag wurden hier zwei 18jährige Burschen aus Dahl (Westfalen) fest genommen. Sie hatten sich mit der Angabe von zu Hause entfernt, zur Fremdenlegion gehen zu wollen. Ein Beauftragter der Eltern, auf deren Veranlassung die Festnahme erfolgte, holte die Abenteuerlustigen hier ab und beförderte sie fallen, so hatte sich dieser erfahrene Stratege auf dem Gebiete der Liebeskunst gründlich geirrt. Er war am Abend in Burnham Tower eingetroffen, einige Stunden, nachdem Lord Burnham selbst zurückgekehrt war. Das Diner war bereits vorüber und der Tanz im kleinen Salon in vollem Gange, als das Auto des Portugiesen an der Rampe des Schlosses vorfuhr. Der Butler nahm ihn in Empfang, geleitete ihn mit der englischen Butlern angeborenen Feierlichkeit zu seinem Appartement und meldete ihm, feine Lordschaft befinde sich in der Bibliothek, wo er bereits das Spiel begonnen; Lady Grace wünsche dem Herrn Grafen einen recht guten Appetit und erwarte ihn nachher im Tanzsalon. Las Valdas biß sich auf die Lippen. Doch noch größer war feine Enttäuschung, als er, nachdem er einen hastigen Imbiß zu sich genommen und sich umgekleidet hatte, in den Salon kam. Lady Grace schwebte gerade am Arm eines Tänzers vorüber, als er eintrat. Sie winkte ihm kurz, beinahe herablassend, zu — das war alles. Ließ ihn an der Tür stehen und, innerlich kochend vor Wut, mußte er warten, bis Miß Elliot die Finger von den Tasten sinken ließ, und der Tanz zu Ende war. Dann erst durste er Ihrer Ladyship die Hand küssen. „Ich hatte einen anderen Empfang erwartet, Lady Grace", konnte er sich nicht enthalten, ihr zuzuflüstern. „Wirklich?" „Haben Sie oergesfen, was Sic mir schrieben, Grace?" Seine Augen suchten bie_ ihrigen, drohend — gebieterisch. Aber hier im Salon, inmitten ihrer lachenden, schwatzenden Gäste fühlte sie sich sicher. Sie wollte ihr Spiel staben, ihr Amüsement, ihren britischen Flirt. Es war doch zu hübsch, mit dieser südländischen Leidenschaft Katze und Maus zu spielen. „Blicken Sie mich nicht so an!" lächelte sie. „Jeder Ihrer Blicke wird von meinen intimen Freundinnen auf Dauer und Intensität kontrolliert. Ich wette, meine Schulfreundin Betsy Murton hört ganz genau, was Sie sprechen, obwohl sie gerade an der ärgeren Seite des «aales sich von Ralph Stanton den Hof machen läßt. Betsy hört mit den 21 Ligen!" wieder in ihre Heimat. — Seit einigen Tagen treiben hier verschiedene Schwindler ihr Unwesen. Eine etwa 25jährige Frauensperson erschwindelte bei Metzgern und sonstigen Geschäftsleuten aus den Namen eines hiesigen Villenbesihers Waren aller Art. Ferner hat ein etwa 20 b i s 22jähriger junger Mann verschiedentlich versucht, unberechtigterweise Gebühren für Hausmüllabfuhr einzukas-- fieren. Quittungen Über bezahlte Beträge stellte er aus gewöhnlichem Notizblockpapier aus. Vor dem Schwindlerpaar, das vermutlich auch anderweitig versuchen wird, in ähnlicher Weise zu „arbeiten", wird nachdrücklichst getoamt. Ober-Mörlen, 10. März. Unter im November im vierten Wahlgang gewählter neuer Bürgermeister A. E. Schmidt wird am 12. d. Mts. in sein Amt eingeführt. Damit hat der feit Juli tobende Kampf um das Bürgermeisteramt, worüber wir wiederholt berichtet haben, sein Ende erreicht. Kreis Büdingen. „ ?" Nidda, 10. März. Die holländischen Milliarden erb schäften erhitzen bereits seit Jahr und Tag die Gemüter der Rheinhessen und führten eine große Gemeinde zusammen, die sich an einer Hoffnung auf ungezählte Glücksgüter, die ihr mühelos in den Schoß fallen sollen, erwärmt. Jetzt beginnt man auch in Oberhessen, die trüben Hofsnungs- lämpchen anzuzünden. Hier handelt es sich um den großen Nachlaß des Feldmarschalls Paul Würz, eines gebürtigen Schleswigers, der in holländischen Diensten gegen Ludwig XIV. kämpfte. Da der Name Würz auch in unserer Gegend ziemlich häufig vorkommt, hat man einen Ausschuß gebildet, der die Angelegenheit klären und evtl, die Interessen Erbberecht gter vertreten soll. Die Träger des angegebenen Namens werden natürlich gut tun, mit einer großen Portion Hoffnungslosigkeit der fragwürdigen Erbschaftsan gelegenheil gegenüberzutreten. Unter-Schmitten. 10 März. Der Betrieb der Staffelschen Papierfabrik, der Mitte Januar stillgelegt wurde, ruht noch immer. Die Hoffnung, durch größere Aufträge aus Amerika die Arbeit in vollem Umfang wieder aufnehmen zu können, hat sich bis jetzt noch nicht erfüllt. Die arbeitslos Gewordenen, die sich etwa mit je 30 auf die Orte Ulfa, Ober- und Unter-Schmitten verteilen, werden, soweit es sich um männliche Arbeitskräfte handelt, zum großen Teil von den Gemeinden beschäft gt. Der Wegebau in den Gemarkungen der in der Kriegs- und Nachkriegszeit stark vernachlässigt wurde, tonnte ja viel starke Arme beschäftigen und die Notzeit der Arbeiter mildern, aber die Gemeinden sind an ihre geldlichen Mittel gebunden. th. Leidhecken, 10. März. Infolge der schlechten wirtschaftlichen Lage lassen die Müller der südöstlichen 5Betteruu fast in allen Orten bekanntmachen, daß sie an einem der nächsten Tage durchs Dorf fahren, um neue Kundschaft zu erwerben und Mahlfrucht aufzuladen; sie geben durchschnittlich für 200 Pfund Weizen 130 Pfund Mehl und etliche 40 Pfund Kleie. Es ist schon lange her, daß der Müller regelmäßig in den Ort kam. Seither mußte alle Frucht hingebracht werden. Auch ein Zeichen der Zeit! Kreis Scholten. Ig. Gedern, 10. März. Dieser Tage fand im Reichertschen Gasthaus eine Versammlung der Gruppe Handel des neugegründeten Vereins sürHandelundGewerbe statt. Der Hauptpunkt der Tagesordnung war die Vorstandswahl. Diese ergab folgende Zusammensetzung des Vorstandes: 1. Vorsitzender: Jean Oberheim, 2. Vorsitzender: Berthold Simon, Schriftführer Willi Limpert, Rechner: Max Homburger. Weiterhin wurde der Beschluß gefaßt, in Telephonangelegenheiten eine Eingabe an das hiesige Postamt zu machen. Der Beitrag wurde auf 20 Pfennig pro Monat festgesetzt. Mit der Ausarbeitung der Satzungen wurde eine Kommission beauftragt. Dem neuen Verein traten sofort 30 Mitglieder bei .— Auch hier beobachtete man am Freitagabend gegen 8 älhr den von vielen Orten gemeldeten Feuerschein, der gar manchen Beobachter einen Brand in der weiteren Umgebung vermuten lieh. Es war ein schönes Naturschauspiel, welches das Firmament in verschiedenfarbigen Lichtstrahlen von großer Ausdehnung erglänzen lieh. In- „Jch muß Sie sprechen!" stieß er zwischen den Zähnen hervor. „Ich beschwöre Sie, Gras, rollen Sie nicht so dromatische Augen! Kommen Sie, setzen Sie sich jetzt hübsch artig ans Klavier; morgen dürfen Sie mich wieder auf meinem Spazierritt gu den Klippen begleiten." Und als Triumphatorin führte sie ihn an den Flügel. Tosender Beifall begrüßte ihn. Doch aus dem Spazierritt wurde nichts; denn am nächsten Morgen, gerade als sich die sportfreudige Gemeinde in der Hall sammelte, fuhr dröhnend und stampfend ein stolzer Viererzug die Rampe herauf. Mit lautem Jubelruf stürzte Grace herbei, um die junge Frau zu begrüßen, die auf dem hohen Kutschbock saß und mit sicherer Hand ihre schäumenden, schnaubenden Hannoveraner vor dem Tore parierte. Das war Gloria, Herzogin von Sainsbury, Graces Schwester — in England bekannt, berühmt und belächelt als die „tolle Herzogin". Gloria, Lord Burnhams älteste Tochter, hatte nach dem Kriege Edward Percy, neunten Herzog von Sainsbury, geheiratet, den direkten Nachkommen jenes William Percy, der mit Wilhelm dem Eroberer nach England kam, und aus dessen Stamm dann später die Grafen und Herzöge von Northum- berland hervorgingen. Die Sainsbury-Linie zweigte von den Northumberkand im fünfzehnten Jahrhundert ab und begründete ein eigenes großes Machtbereich an der schottischen Grenze, wo Henry, der erste Graf von Sainsbury, sich in den Cheviot Hills ein festes Schloß baute: «ainsbury Castle wurde im Laufe der nächsten beiden Jahrhunderte der Mittelpunkt einer gewaltigen Herrschaft, die sogar eine Zeitlang den Glanz der Northumberlands verdunkelte. Doch im siebzehnten Jahrhundert kam das Unglück über das stolze Geschlecht. Nicht etwa durch politische Ereignisse ober unsinnige Verschwörungen, sondern durch die charmante Gestalt der Prinzessin Jacobina Odespini, die sich Herzog Henry als Ehe- gifponfin aus Italien mitbrachte. Die leichtlebige, heißblütige Italienerin verdarb die schöne, gleichmäßige Aufzucht der Sainsbury, deren stockbritisches, zähes Blut die Fusion mit dem dünnflüssigeren italienischen nicht vertrug. Aeußerlich zeitigte zwischen hat tue Landessternwarte auf dem Königsstuhl bei Heidelberg die rätselhafte Natur- erscheinung als das in unseren Regionen seltene Nordlicht gedeutet. XU Einartshausen, 10. März. Im Einverständnis mit dem Minister des Imiern wurde die hiesige Gemeindejagd dem seitherigen Pächter Friedrich Schmitt aut dem ScheUnhos für wertere 6 Jahre zum Preise von 500 Rm. überlassen. — In nächster Zeit wird Der hiesige Lehrer Wilhelm Alles seinen Wir kungsort verlassen, um nach Ober-Widders- Heim, seinem neuen Dienst ort, überzusiedeln. Nur ungern sieht man ihn scheiden. Denn er war ein ruhiger, besonnener Mann, der das Wesen der Landbevölkerung kannte und achtete. Heber 8 Jahre wirkte er hier. Er war Dirigent des Ge- sangvereiiis und eifriger Förderer des Kleinkaliber-Schützenvereins. X!X Betzenrod, 10. März. Die hiesige Jagd wurde in zwei Abteilungen verpachtet. Höchstbieten- der war im Bezirk I Öouis Süße! in Schotten mit 505 Mt., im Bezirk II Chr. Rausch, Ober seemerhof, mit 495 Mk. X'-X Gonterskirchen, 10. März. Die Gonterskirchener Jagd hat der Graf zu Lau b a ch für 1440 Mk. für 6 Jahre gepachtet. Kreis Lauterbach. Schlitz, 10. März. Der Gesangswett- streit, den der Gesangverein „Harmonisches Kränzchen" aus Anlaß seines 80jährigen Bestehens am 4. Juli veranstalten wird, ist nun endgültig gesichert Am Sonntag fand hier der Delegiertentag statt. 25 Vereine werden sich an dem Wettstreit beteiligen. Starkenburg. WSN. Darmstadt, 10. März. Bei einer hiesigen Betriebskrankenkasse sollen beträchtliche Unregelmäßigkeiten aufgedeckt worden sein. Man spricht von etwa 8 00 0 M. Unterschlagungen. * Darmstadt, 10. März. Die Beschlußkammer des Landgerichts hat gegen den Studenten M e o n aus Bensheim, der öic Stutze Anna ©illmann getötet hat, das Hauptverfahren wegen Mordes eröffnet. Das Gutachten des Amtsarztes Dr. V i x bezeichnet den Angeklagten als zurechnungsfähig. Aus Antrag des Staatsanwalts und des Verteidigers wird aber noch ein Gutachten des bekannten sexualpathologischen Sachverständigen Sanitäts- rat Dr. Magnus H i r s ch f e 1 d in Berlin eingeholt. Aus diesem Grunde wird die Verhandlung gegen Meon wieder hinausgescho- b en; wahrscheinlich wird dieser Fall in Der nächsten Tagung des Schwurgerichts im April oder Mai verhandelt. Preußen. Kreis Marburg. WSN. Marburg, 10. März. Den Nachforschungen der Polizei ist es gelungen, festzustellen, daß Die im Walde bei Riebelsdorf erhängt ausgefundene Dienstmagd K. aller Wahrscheinlichkeit nach ermordet und von dem Täter, um den Verdacht von sich abzulenken, in die Stellung einer Selbstmörderin gebracht worden ist. Als Täter kommt der 21jährige Landwirtssohn Sch. in Frage, der bereits verhaftet wurde. Sch. wurde in das Untersuchungsgefängnis in Marburg eingelie- sert. Sch. hatte mit der Dienstmagd seit längerer Zeit ein Liebesverhältnis, das nicht ohne Folgen bleiben sollte. Dittkrcis. WSN. H a i g e r, 1. März. Die Basalt- i n d u st r i e, die seit dem Herbst arg darnieder- liegt, scheint sich jetzt wieder zu beleben. In verschiedenen Betrieben in der Nähe von Herdorf sind im Laufe dieses Monats Arbeiter eingestellt worden. Wie man hört, sollen gegenwärtig Absatzmöglichkeiten bestehen, und man rechnet mit weiteren Neueinstellungen. WSN. Herborn, 10. März. Gestern nachmittag verunglückte infolge einer Panne am rechten Hinterrad in der Nähe von Burg ein Limburger G e sch ä f t s a u t o. Das Rad löste sich schließlich vom Wagen, der sich überschlug und in den Chausseegraben stürzte. Der Führer flog durch die Glasscheibe und wurde erheblich verletzt, ein im Wagen befindlicher Herr kam mit heilen Gliedmaßen davon. Der Chauffeur wurde dem Herborner Krankenhause zugeführt. —«MfTWIl» !>■ ■■IUI 11 H icaoull I Hl B—— diese Kreuzung zwar prächtige Resultate. Die Sainsbury waren bis dahin alles breite, beinahe vierschrötige Gesellen gewesen, echte, biedere, kreuzbrave Grenzer, die zwar einem Humpen Ale und einem gezogenen Schwert nicht aus dem Wege gingen, ansonsten aber gute Hauswirte und solide Ehemänner, wahre Mustergatten waren. Mit George, dem Sohne der schönen Jacobina, sing das Malheur an. Er war nicht mehr, wie sein Vater, keltisch, rotblond und breitschultrig, sondern schlank und dunkelbraun. Statt der etwas wäffrig-grauen Sainsbury- Augen hatte er die weichen, übermütig-dunklen der Odespini. Er heiratete sehr spät, nachdem er sich in der ganzen Welt herumgetrieben hatte, und kam auch als Vater verheirateter Söhne und Töchter aus den ewigen Weibergeschichten nicht heraus. Alle seine Nachkommen, männliche wie weibliche, schlugen in dieselbe Kerbe. Die Männer wurden Spieler, Raufbolde und Schürzenjäger, die Frauen ftolperien in ihrer Jugend fortwährend auf dem rauhen Pfade der Tugend und endeten im Alter als Betschwestern. Der Teufel hatte nun einmal das ehedem so stolze und geachtete Geschlecht in den Klauen und schleifte es immer näher an den Abgrund heran. Dabei waren die Sainsbury als echte Teufelsschüler alle durch die Bank schöne und liebenswürdige Menschen, ebenso gefährlich für ihre Mitmenschen wie für sich selber. Edward Percy, der neunte Herzog von Sainsbury, galt als der schönste Mann Englands — doch als Gloria Burnham ihm ihre kleine, feste Hand reichte, besaß er von der stolzen Herrlichkeit seines Hause snur noch das alte, halb verfallene Stammschloß in den Cheviot Hills und die Fische rechte im Tweed, alles andere war ihm unter den Händen entglitten. Die hunderttausend Pfund, die Gloria mit in die Ehe brachte, reichten gerade dazu, um die Schulden zu bezahlen, die sein Vater hinterlassen hatte, und um Sainsbury Castle gründlichst auszubessern. Als dieses große Werk vollendet war, legte sich Edward Sainsbury mit einer Lungenentzündung zu Bett und verließ es nur, um in Sainsbury Church an der Seite seiner Ahnen zur ewigen Ruhe bestattet zu werden. Dreiundzwanzig Jahre war Gloria alt, als sie mit ihrem einjährigen Söhnchen zurückblieb. (Fortsetzung folgt.) Wirtschaft. • Börsenausfall am Oster-Sarns- .t a g. Die Berliner Börse wird am Samstag vor Ostern, 3. April, für jeglichen Geschäftsverkehr geschlossen bleiben. Demnach wird auch die Produkten-, Devisen- und Metallbörse aussallen. Bekanntlich haben die Banken an diesem Tage gleichfalls ihre Bureaus geschlossen. * Die Aufwertun g der Berliner Gtrahenbahnobligationen. 3n einem Prozeß gegen die Stadt Berlin wegen der Höhe der Aufwertung der Straßenbahnobligationen hat das Landgericht Berlin I entschieden, daß die Obligationen nicht als Gemeindeanleihen, sondern als Industrieobligationen mit 15 Prozent aufzuwerten sind. * Elektrotechnische Fabrik Offenbach borm. Schröder & Co. in Offenbach a. M. Wie verlautet, hat das Unternehmen Antrag auf Geschäftsaufsicht gestellt. Die Passiven sollen sich auf etwa 600 000 Reichsmark belaufen. * Wiedereinstellungen beiThhssen. Infolge Besserung des Kohlenabsatzes ist der Thyssenbergbau in Hamborn in der Lage, von jetzt ab die kürzlich beurlaubten 3000 Bergleute wieder einzustellen, so daß zu hoffen ist, daß sich die in Hamborn besonders stark daniederliegende Wirtschaftslage weitester Einwohnerkreise allmählich wieder beleben wird. * Bochumer Verein f ü r Bergbau und G u ß st a h l f a b r i k a t i o n. Der Jahresabschluß des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation weist einen Reingewinn von 130 928 Mark auf, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. ' Ford Credit Compagnie A. G., Berlin. Diese Gesellschaft ist dieser Tage in das Berliner Handelsregister eingetragen worden. Wie der DHD. meldet, wird die Deutsche Ford- Gesellschaft den Handel und Creditverkäufe in Automobilen, Traktoren und allen Motorfahrzeugen betreiben, unter Bevorzugung der Typen Ford, Fordsvn und Lincoln. Das Grundkapital beträgt 2 Mill. Rm. Zu den Gründern gehört an der Spitze die Ford Motor-Compagnie A. G. in Berlin. Vorstand ist Kaufmann Albertis L. Byrns. ^RordpeutscherLloydA. G.,Bre me n. Wie die „Hamburger Rachrichten" melden, hat der Oberste Gerichtshof in Washington das Revisionsgesuch des Norddeutschen Lloyd gegen die amerikanische Regierung wegen der im Kriege beschlagnahmten Hasenanlagen am Hudson im Werte von 5 Mitl. Dollar zurückgewiesen. Das Iustizdepartement behauptet, dem Norddeutschen Lloyd fehle eine gesetzliche Grundlage für seine Klage, da nur der Verwalter des feindlichen Eigentums für eine Verwertung eventueller Ansprüche zuständig sei. * Rhein-Elbe-Änion-Abschlüsse. In der A. R.-Sitzung der Gelsenkirchener Bergwerks- A. G. wurde die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 1924-25 vorgelegt. Der Abschluß weist einen Gewinn von Rm. 1772 239 (im Vorjahre einen Verlust von Rm. 11 098 262) auf, der auf neue Rechnung borgetragen wird, eine Dividendenzahlung kommt also nicht in Frage. Bei der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten- A. G. beträgt die Schlußziffer der Bilanz 220 254 495 Rm., während der verfügbare Reingewinn 1 914 247 Rm. ausmacht. Zu Abschreibungen wurden verwendet 9 100 000 Rm., die als besonderes Konto für Abschreibungen auf der Passivseite der Bilanz erscheinen. Der Reingewinn von 1 914 247 Rm. soll auf neue Rechnung vorgetragen werden, (o. H. V. 'am 27. März.) * Bedeutende amerikanische Petroleum-Fusion. Wie dem DHD. aus Neuyork gemeldet wird, ist soeben eine der bedeutendsten amerikanischen Prtroleum-Fusionen zustande gekommen, und zwar hat sich die Tide- water Company mit der Associated Oil Company unter deni Namen Tidewaler Associated Oil Company vereinigt. Das Kapital der neuen Gesellschaft beläuft sich auf 240 Mill. Dollar und besteht aus 10 Mill. Stammaknen und 1,5 Mill. 6proz. kumulativen Vorzugsaktien. * D i e Bedeutung des Fremdenverkehrs für die italienische -Zahlungsbilanz. Wie dem DHD. aus Mailand gemeldet wird, betrugen die Einnahmen Italiens aus dem Fremdenverkehr infolge einer halbamtlichen Veröffentlichung im Iähre 1925 rund 3.5 Milliarden Lire. Daraus ergibt sich, daß die Hälfte des Defizits der Zahlungsbilanz durch den Fremdenverkehr gedeckt wird. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Berlin, 11. März. Die feste Haltung der Frankfurter Abendbörse übertrug sich heute auf die hiesigen Märkte. Die Stimmung, die anfangs unsicher war, wurde gegen Mittag ausgesprochen f" st- Bei Beginn waren die höheren Freioerkehrs- kurse des vorbörslichen Kcmllwerkehrs behauptet oder noch erhöht. Die Führung übernahmen wieder eine Reihe von Spezialwerten. Besonders fest lagen Schiffahrtsaktien, die Werte der 3. (9. Farben - I n d u strie, einzelne Montanwerke (Gelsenkirchen, Rombacher Hütte, Mannesmann), Bankaktien und D e l iu e r t e. Es ver- Inntete, daß die Deutsche Erdölgesellschaft grundsätzlich mit der Anglo-Persian-Gruppe über das Verkaufsabkommen einig sei, doch durfte eine endgültige Beendigung aller hiermit zusammenhängenden Verhandlungen nach unserer Kenntnis nicht vor der zweiten Hälfte dieses Jahres zu erwarten fein. In Schiffahrtsaktien bestand eine ausgesprochene Spezialhausse, die zu Kurssteigerungen von 5—7 Proz. führte. Die Steigerungen für Schult- Heiß-Aktien setzten sich anfangs nicht fort, Dagegen konnten Kahlbaum um weitere 5 Proz anziehen. Die günstigere Meinung der Börse dürfte hauptsächlich auf die Nachrichten aus Genf zurückzuführen sein. Von amtlicher Seite kommt die Meldung, daß der Aufnahme-Ausschuß der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zugestimmt habe und daß die Aufnahme unmittelbar bevorstehe. Man nimmt an, daß in diesem Falle der deutschen Forderung entsprochen werden wird. Das Gesamtbild der Börse war daher unter Anregung der Kurserhöhungen verschiedener wichtiger Papiere sehr freund- l i ch. Während Der ersten StunDe kam es auch in Ehemieaktien zu einer größeren Geschäftstätig leit. Am Geldmarkt ist Die Lage uiweränDert flüssig. Tagesgeld 5—6,50 Proz., Monatsgeld 6,50 bis 7,50 Proz. Im internationalen Baku- tenoerkehr zeigte Paris gegen London einen leichten Rückgang auf 134, während Oslo wieder sehr fest lag. Auch Das englische Pfund konnte weiter gegen Kabel anziehen. Börsenkurse. Datum: Frankfurt a.M. Berlin Schluö- l-Uhr« Schluh.IÄnfang Kur» flut» flute | Auto 10. 3. | 11. 3. 10.3 j 11 3. 5% Deutsche ReichSanleihe *•/« Deutsche Rcichsanleiye 8‘/»% Deutsche Reichsanleihe 3% Deutsche ReichSanleihe Deutsche Sparprämienanleihe 4% Preußische KonsolS . . 4% Hessen 3Vi% Hessen ..... 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl dto. Doll.-Schalr-Anweisna-’ 4% Volltürken 5°/o Goldmerikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Pnvat-Bank Darmst. und Nattonalbank Deutsche Bank........ Deutsche DereinSbank . . . DtSconto Commandit Metallbank......... Mitteldeutsche Crcditbank. Oefterrrichische Creditanstalt Wellbank ........ Bochumer (Kuß Buderus . .» . Caro .. Deutsch-Luxemburg..... Gelsenkirchener Bergwerk» . Harpener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben. . . Kaliwerk Westeregeln.... Laurahütte . .» . Oberbcdarf ..... Pbönir Bergbau ..... Rheinstahl ..... Richeck Montan....... TelluS Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . Norddeutscher Llovd • . . Cheramtsche Werke Albin -Zementwerk Hetoelhrrg . Philipp Holzinann . . . Anglo-Cont-Guano .... Chemische Mayer Alapin . y. 6). Farbcnindustric, Sl.-G Holdscbmidt......... .Holzverkohlung RütgerSwerke Scheidcanstalt ft Allg. ClcktrizttätS-Gesellscha! Bergmann ........ Mainkraftwerke ...... Schlickert . ........ Siemens ° Ach,» schwarz. K.^ren Mett in a[, ächtet tvüv "wtenscha ft dwröc y Enten nur eine Aucht euch g StoieDerf? Nre 3 ^mt W ii-ä ?”'« alle d-e auf^ aus -v rK tersKre } •ft eiAn1 Ä sS'ä' W.w