Nr. 289 Erstes Blatt 176. Jahrgang Freitag, 10. Dezember (926 (Er|d)etnt täghd),aufeet Sonntags und Friertag» Beilagen Dietzener FamiUendlütter Heimat tm Bild Die Scholle monaii'Eejnflsprets; 2 Reichsmark und 20 Retchspfennig für Träger» lohn, auch bei dichter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer «Lewalt. Fernfprechanlchlblfe: 51, 54 und HL Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger »letze«, postsch cktonto: graeffurt am Blain 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vnrck vnd Verlag: vrühl'sche Unioersitütr-Vuch- nnö Steinöruderei R. Lanze in Sietzen. Schnstleitung un) Seschästrstelle: ZchnfNratze 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis |fir l mm höhe für Anzeigen oo.t 27 mm Drelle örtlich 8, auswärts 10 Reichspsrnnig. für *J?e* klameanteigtn von 70 m Breite 35 Reichspsennig. Piatzvorschrijt 20 , mehr. Ehefredakteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Dohlih Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Thyriot; für den übrigen Teil Vr st Dlumschcin: für den An» geigcnttil i.Tertr. H.Bech, fämtlich in (Bieten Vor einer (Einigung in Gens. SS ist nicht leicht, au8 dem Wust wider- sprechender Rachrichten, die aus Genf und Daris hierher gelangen, ein klares Bild der wirllichen Zustande herauSzufchälen, zumal sich die Lage lelbst von Augenblick zu Augenblick kaleidoskop- irtig ändert. Aber Verschiedenes wirb dem in» erelsierten Beobachter doch deutlich vor Augen jefüfjrt. Richt nur wir, sondern auch die Andren haben immer wieder betont, daß die Wi- lltärfontrollfrage und die InvestigationSfrage nichts miteinander au tun hätten. Gerade aus diesem Grunde, ist unS vexfichert worden. wird- über die InvestigationS- 'rage, die Lache deS Völkerbundes ist, in Senf verhandelt, während über die W i l i - :drfontrollfrage, Die Sache Botschafter- Konferenz Ist, in Paris verhandelt wird. Also nicht nur sachlich, sondern auch räumlich, Dell getrennt berät man über diese beiden An- zielegenhei en. Lind doch warten die Herrschaften in Dens mit ihrer endgültigen Entscheidung auf Die der Dolschasterkon'erenz in Paris, und deren Veneralfekretär pendelt dauernd zwischen Gen- Irr See und Seine hin und Herl Da werde ein enteret klug daraus! Was nun zunächst die M i l i t ä r k o n t r o l l» ßrage anbetrifft, fo zöge rt offenbar die Dot- fchafterkonferenz, das erlösende und längst erwartete Wort auszusprechen, durch das der un- keidl.chen Militärkontrellkornmission endlich das Lebenslicht auSgeblasen wird. Hier treffen zwei Faktoren zusammen. Obgleich General v. Pavel s z unb LegationSrat Forster mit beson- beren Vollmachten in Paris anwesend und fo- mit imstande sind, alle wünschenswerten Auf- Canmgen und Zusicherungen zu geben, werben noch Schwierigkeiten über die Befestigungen DoiÄ önigSberg, Rüstrin undGkogau t on.” f.ber die Herstellung und Ausfuhr von Str legagerä t gemacht. Hinter tet ersteren Sortenmg. die wahrscheinlich auf Zerstörung 6er vtelbefv rochen en Detonunterstände abzielt, stehl natürlich Frankreichs vielgeliebter Schützling Polen. Hinter der zweiten Forderung auf Beschränkung der Ausfuhr von Halbfabrikaten, die vielleicht jensritS des Ozeans bei der Herstellung von Waffen, Kriegsschiffen usw- Verwendung finden könnten, steht England. Dort ist eS blasse Angst, hier ist cd Handelsneid. Wie auS den verschiedenartigen Meldungen hervvrgeht, wollen die anderen Minister in Genf versuchen, aus Ehamberlain in der Richtung ein. zuwirken, dah England mehr Entgegenkommen als bisher in bezug auf die Ausfuhr von foge- rtanniem Kriegsgerät zeigt. Es wäre in der Tat unfered Erachtens undurchführbar, wenn man z.D. Deutschland die Herstellung und Ausfuhr von Motoren verbieten wolle, die vielleicht beim Dau von Torpedobooten oder Flugzeugen verwendet werden könnten. Eine Derartige Be- lchränkung wäre durch nichts, nicht einmal durch den Versailler Vertrag gerechtfertigt, und unsere Regierung würde nur der einstimmigen Auffassung tes gesamten deutschen Volkes entspre- Hen, wenn sie in dieser Hinsicht jetzt, wie bisher, fest bliebe. Lieber die Befestigungsanlagen dürfte sich schliehlich eine Verständigung erzielen lassen. Für die Schwierigketten, die in Paris gemacht werden, dürfte aber noch eine andere Delle massgebend sein. Die Machenschaften, durch die man in Paris bestrebt ist, die Genfer Eini- Dmgsverhandlungcn zu durchkreuzen, erinnern lebhaft an die Konferenz von Cannes. Auch bumals verhandelte Herr Briand für Frank- vtich in versöhnlichem Sinn und dafür wurde n von Poincar 6 gestürzt, der an seiner Delle dis Ministerpräfidentschaft übernahm, um ri der Folge den Ruhreinbruch ins Werk zu I-itzen. Zweifellos wiederholt sich jetzt der «'eiche Vorgang, wenn auch unter etwas veränderten ilmftänten. Es ist eigentlich verwunder- I ich. dah man in der gesamten Presse der Welt gerade in diesen kritischen Tagen so gut wie Oir nicht hierauf hingewiesen hat. Der Vater alles LlebelS sitzt in Paris. Wenn es nun aber richtig ist, dah die 3n- vestigationsfrage mit ter QHUUärtontroIIfrage unmittelbar nichts zu tun hat, bann verstehen wir nicht, warum man nicht in Genf den Schritt tut, den zu tun man offenbar auf Grund der Vorarbeiten ter drei (Zuristen. Gaus, Cecil Hurst und Aromageot, $u tun entschlossen ist. Man wartet auf bic Entscheidung ter Votschafterkon- serenz in Paris, weil diese angeblich vorhergehen imi6. Run ist aber ter Deschluh über die Handhabung ter sogenannten Investigationen v^m 1ö> [«rbunMrat bereits vor zwei wahren gefaxt und vor einem (Zahr geändert worden. Damals staied die Aufhebung der Militärkvntrolle in Deutschland noch nicht unmittelbar vor ter Tür, und trotzdem hatte man grobe Eile, solche Beschlüsse z-u fassen, ehe Deutschland Mitglied des Völker- tentes geworden war. Run hantelt es sich um die Annahme eines Zusatzprotokolls, durch tes allerdings sachlich eine sehr erhebliche A ende r u n g jener Beschlüsse im Sinne ter deutschen Forderungen herbeigeführt werten soll. Warum jetzt plötzlich die Zögerung und das Warten auf ten Beschluß ter Botschafterkonferenz? Offenbar liegt die psychologische Erklärung darin, dah Bri- inb nicht völlig freie Hand hat, sondern von Paris abhängt, wo eben wiederum Herr poincare, der Vater aller Liebel, die Drähte in der Hand hat. Lieber das Zusatzprvtokoll selbst wird sich erst urteilen lassen, wenn es angenommen ist und im Wortlaut vorliegt. Einfacher und ehrlicher wäre es jedenfalls, die früheren Beschlüsse als veraltet unb durch den Eintritt D.utschlands in den Völkerbund überholt, vollständig aufzuheben und nur in irgente.ncr Form Vorkehrung dafür zu treffen, daß untersucht werten kann unb soll, wenn eine bestimmte Beschuld g:ng über einen Verstoß gegen den Versailler Vertrag in Deutschland oder anderswo vor'.iegt. Wer fü. die Leute im Völkerbunde g bt es offenbar nichts Die innerpolitische Lage. Die Sozialdemokraten fordern Älärur g der Lage Berlin, 10. Dez. (DJIB. Funkspruch.) Die sozialdemokratische Reichslagssraktion nahm am Donnerstag in einer Sitzung Stellung zu den Reden des Fraktionsvorsitzenden der Deutschen volkspartei, Abgeordneten Dr. Scholz. Der Beschluß der sozialdemokratischen Reichstagssraktion hat solgenden IDortlaut: 1. Durch die Reden des Abg. Dr. Scholz, des Führers der Deutschen Volkspartei, in Insterburg und Königsberg sind die Vereinbarungen, die zwischen dem Reichskanzler und der sozialdemokratischen Fraktion über d i e Fühlungnahme mit den Regierungsparteien gefro fen waren, hinfällig geworden. Die sozialdemokra- tische Fraktion erhält dadurch {re i e Hand für alle politischen Entscheidungen. 2. Zum Riitztrauensootum gegen den Minister D r. Külz hat die Fraktion sofort Stellung genommen, und zwar durch die Rede des Abg. Breitscheid, durch ihre Erklärung zur dritten Lesung und durch ihre Abstimmung zum Schund- und Schrnuhgesetz, wobei ihr Mißtrauen gegen den Minister Külz scharf zum Ausdruck kam. Die Fraktion hält eine Entscheidung über die künftige Gestaltung der Reichsregierung für notwendig und wird sie bei der dritten Lefung des Rachtrags- etals herbelführen. Aus diesem Grunde wird sie sich bei der Abstimmung über den kommunistischen Mißtrauensantrag der Stimme enthalten. Diese Ankündigung der Sozialdemokraten, bei der dritten Lesung des Jiadjtragsetats eine Entscheidung über die politische Lage herbelführen zu wollen, wird von den Blättern dahin verstanden, dah die Sozialdemokraten einen Mißtrauens- antrag gegen das Gesamtkabinett einbringen werden, wenn bis dahin nicht bestimmte Zusicherungen vorliegen, dah an die Bildung eines Rechtsblocks nicht gedacht werde. Die dritte Lesung des Rachtragsetats wird erst in der zweiten hülste der nächsten Woche erfolgen. Man nimmt an, dah bis dahin Dr. 5 tref cmann zurückgekchri fein wird und es feinem Einfluß gelingen wird, die innerpoiitifche Lage zu klären. Eine Entscheidung ist daher vor Ende nächster Woche nicht zu erwarten. Die nächsten Besprechungen zwischen dem Kanzler und den Parteiführern find vorläufig auf Samstag angefeht worden. 3m Reichstag rechnete man gestern trotz der Zuspitzung mit der Möglichkeit eines Ausgleichs, da andernfalls nur die Auflösung übrig bleibe. Die Deutsche Volkspartei hinter Scholz. Berlin, 9. Dez. (Wolff.) Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei beschäftigte sich heute abend ebenfalls mit der Lage, die durch die Rede des Abg. Dr. Scholz geschaffen worden ist. Wie wir erfahren, trat sie einmütig hinter die Ausführungen ihres Vorsitzenden. Sie stellte fest, daß eine Bindung in der Koalitionsfrage nach keiner Seite hin vorliege. Das Ergebnis der Beratungen ist, daß die Fraktion grundfätz- (id) an der Koalition der Mitte f e ft • halt. Sollte eine parlamentarische Situation eintreten, die eine Verbreiterung der Regie- rungsbosis nötia macht, so werde die Deutsche Volks- Partei auch zu solchen Verhandlungen bereit fein. Die Demokraten warten ab. Berlin, 9. Dez. (TU.) Die demokratische Reichstagsfraktion hatte im weiteren Verlauf ihrer Sitzung eine eingehende Aussprache zu der allgemeinen politischen Lage, faßte aber keine B e - s ch 1 ü s s e. Die Fraktion will vielmehr abroarfen, welche Schritte der Reichskanzler unternehmen wird. Italiens Valkanaklion. Ernste Besorgnisse in Frankreich Paris, 9. Dez. (WTD.) Die französische Presse zeigt eine gewisse Erregung über das zwischen Italien und Albanien abgeschlossene Abkommen. Der Genfer Derichterstatter der ^Information" meldet sogar, dah Briand nach Been- endigung der Dölkerbundstagung direkt nach Paris rsisen werde, da die Spannung zwischen Belgrad und Rom ein Zusammentreffen Driands mit Mussolini im Augenblick nicht angebracht erscheinen lasse. Das gleiche Blatt spricht in Verbindung damit auch von den deutsch-italienischen Verhand- langen über einen Schiedsgerichtsvertrag und erklärt, ter it allen.sch-albanische Vertrag sei nur ein Glied in der Kette, die in dem Maße länger werde, als Europa sich stabilisiere und festige. Auch der italienisch-spanische Vertrag vom 1. August 1926 gehöre hierzu. Alsbald werde der italienisch-deutsche Vertrag folgen. Inzwischen leihe Str e fern an n, dessen lindernde Mystik nicht gegen Offensiven eines fühlbaren Realismus geschützt sei, Mussolini ein Ohr, während er mit dem anderen Vrianb zuhöre. Ein Gegenstück zu dem Vertrag vom 24. April 1926 sei in Berlin und in Rom in Vorbereitung. Derartige diplomatische Domrerschläge seien stets Warnungen. Keine schlechte Laune von einzelnen — ter Artikel spielt auf Italien an — werte aber die Karawane Hintern, vvrüberzuziehen: Die Kleine Entente festige sich und die deutsch-französischen Verhandlungen dauern an. Zranlreich und Jugoslawien. Ein Dementi der Havasagentur. Paris, 9. Dez. (WTD.) Havas veröffentlicht folgende Meldung aus Rom: Das „GHornale d'Italia" glaubt mitt eilen zu können, 1. dah der französische und der südslawische Generalstab präzise Abkommen abgeschlossen haben: 2. dah Frankreich Südslawien mit Kanonen, Maschinengewehren und Gewehren versorge, und zwar unter Inanspruchnahme ter Waffenfabrik in Lüttich: 3. dah die Revolte in S k u t a r i vom f ü b- I .awischen Generals! ab inspiriert und in Verbindung und vollkommener Liebereinstimmung mit Frankreich hervorgerufen worden sei: 4. dah Frankreich einen direkten Ante il an ter künstlichen Agitation gegen den italienisch-albanischen Pakt habe. In autorisierten Kreisen erklärt man, dah die vier Behauptungen des „Giornale d'Italia" ter tatsächlichen Sachlage widersprechen und jeder Begründung entbehren. Die Belgrader Regierungskrise. Belgrad, 9. Dez. (TLI.) Der radikale, Block hat P a s i t s ch nach erregter Debatte einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Damit hat Pasitsch die Führung ter Partei und die Lösung ter Kabinettskrise vollständig in seine Hand bekommen. Wer immer die Regierungsbildung übernehmen wird, der eigentliche Leiter der Politik 'wird Pasitsch fein. Die Demokraten haben daraufhin alle Verhandlungen abgebrochen, da sie sich weigern, ntit Pasitsch zusammenzuarbeiten. Marinkowitsch kommt als Auhenminister nicht mehr in Frage. Die Belgrader Polizeidirektion hat eine von ter Rarodna Obrana auf Sonntag einberufene Protestkundgebung gegen den italienisch-albanischen Pakt auf Weisung tes Auhenministeriums ver- Poten. England beruhigt. London, 9. Dez. (Wolfs.) Der diplomatische Korrespondent tes „Daily Telegraph" schreibt: In britischen Kreisen werden die in Paris und anderen Hauptstädten herrschenden Befürchtungen hinsichtlich ter Rückwirkungen tes italienisch-albanischen Vertrages nicht geteilt. (Aus begreiflichen Gründen, da Chamberlain an dem Zustandekommen der italienischen Bündnisse nicht ganz unbe-.ei'igt sein dürfte. D. Red.) Wie verlautet, hat Mussolini erllärt, dah es Südslawien sreistehe, mit Albanien, trenn es dies für angebracht hält, einen ähnlichen Vertrag ab» zuschliehen, wie Italien es getan habe. Hieraus wird der Schuh ge o;e.i, dah die der i'al enischen Regierung in Belgrad zugeschriebenen ehrgeizigen Plane nicht bestehen. Die Lage in Rumänien. Bukarest, 9. Dez. (Wolff.) Die politische Lage in Rumänien ist immer noch verworren. Die Rückkehr der Königin Maria, die immer mehr Herrin ter Lage zu werten scheint, wird jedoch schnell eine Klärung herbeiführen. Tre Königin teilt die Meinung, dah ter Drschluh vom 4. Januar betreffend den Thronverzicht Carols revidiert werden mühte. Bei bufer Gelegenheit wird die Stellung Carols aufs neue geprüft werden. Man hält es für möglich, dah et noch vor Ende der Woche nach Rumänien zurückkehren wird, und dah ein Regent- f ch a ftsrat ernannt wird, bevor eine Verschlimmerung im Befinden ter Königs^ eintritt. Einfaches. Wenn nicht all.'s so verwickelt unb oerllausuliert ist, dah sich ein gewöhiüicherSterblicher nicht auszukennen vermag, dann ist ih ien j.att wohl. Wir wolle., hos.e, und g.ben der bestimmten Erwartung Ausdruck, dah di d'ullche Vertretung in Gens wie in Pari- fest bleibt unb auf wirk.icher tatsächlicher Gleichberechtigung Deutschlands besteht. Briand bei Strefemann. Senf, 9. De;. (IU.) Briand ffattetc heute vor- mittag Dr. Sltefemann, der oon seiner Erkältung wieder genesen, im Hotel Metropole einen Besuch ab. Die Besprechung ging 12.45 Uhr zu Ende. Die Minister unterhielten sich zunächst über Vorschläge der Juristen in bezug auf die Abänderung des JnoestigationsprotokoNs und deren Form, wobei sich eine allgemeine Ueberein- ft i m m u n q ergab. Die weitere Besprechung betraf die Lage innerhalb der Bolschcksterkonse- renz, die nicht befriedigend ist, da ziemliche Schwierigkeiten, speziell in der Frage des Kriegsmaterials, ausgetreten sind. Es wird versichert, daß die hier anwesenden Staatsmänner bemüht sind, trotzdem zu einem Abschluß zu kommen. Für den Fall, dah in Paris keine Einigung erzielt werden solle, erwägt man, die rein technischen Fragen einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Da die Botschafterkonseren; sich auf Freitag vertagt hat, ist die für Freitag vorgesehene Fünsrnächte;u- fammenfunft in Frage gestellt. Der Generalsekretär der Botschasterkonserenz, M a s s i g t i, Iris t am Freitag früh wieder in Gens ein. Reue Verhandlungen der Außenminister werden nach Kenntnisnahme des Berichts der Botschasterkonseren; statt- finden können. Briands Optimismus. Genf, 10. De;;. (TU.) Briand machte am Donnerstagabend Pressevertretern Mitteilung über den Stand der gegenwärtigen Verhandlungen. Er betonte, daß er in Den Beratungen mit Dr. Streso- mann zu einer völligen Einigung gelangt sei. Die Entscheidung liege jetzt bei der Botschas ° terkonferenz. Er habe am Donnerstagabend ein Telegramm erhalten, daß sämtliche Entwaffnungsforderungen bis auf die Frage der Aus- fuhr von Kriegsmaterial und die D st - grenze geregelt seien. Bei den Derhandlungen in den letzten lagen, so führte Briand weiter aus, hätten drei Probleme zur Diskussion gestanden: 1. für die Aufhebung der interalliierten Kontrollkommission sei ausschließlich die Botschafterkonferenz zuständig: 2. über die Uebernahme der Völker- bunbstontrolle sei im Rate eine völlige Einigung zustande gekommen: 3. über die Kontrolle in der Rhein- 1 andzone werden eine Lösung durch ^eitere Verhandlungen gesucht werden. Er nehme an, dah bis zur nächsten Ratstagung im März zwischen den Regierungen eine Einigung über die Kontrollform gefunden werden könne. Die Kontrolle des Rheinlandes sei eine Angelegenheit, die ausschließlich die beteiligten Mächte angehe. Sine Lösung könne in der Richtung gefunden werden, dah den Rheinland Mächten eine Kontrolle In ter Form übertragen würde, dah dieses Gebiet gegen den Einmarsch irgendwelcher Truppen geschützt würde. Es würde sich also um eine Kontrolle hanteln im 3ntereffe Frankreichs und Deutschlands. Sie würde einen weiteren Ausbau des Rheinlandpaktes bedeuten. Briand betonte weiter, daß seiner Ansicht nach mit einer definitiven Regelung der InvestigationSfrage und dem Zustandekommen einer Einigung für Freitag gerechnet werden könne. Sobald die definitive Entscheidung der Botschafterkonferenz über die Aufhebung der interalliierten Militärkontrollkommission eingetroffen sei, könne die in den letzten lagen erzielte Einigung durch ein Abkommen in Kraft gesetzt werden. Für den heutigen Freitag sei eine neue Fünfmächtebesprechung vorgesehen. Er nehme an, daß am Samstag die Delegationen Genf verlassen könnten. (Einigung in der Snoeftigalionsfrage? Paris, 9 Dez. (Wolff.) Der Genfer Berichterstatter ter 5 avasagentur m?Itet, daß über die Frage der interalliierten MUitärio-.rirolle tes Versailler Vertrages, die nach Zurückziehung ter Interalliierten Milllär.ontrclllommission in Kraft treten soll, in Gens eine vollkommene Einigung erzielt Worten sei, die den Ausführungen tes Reichsauhenministers Dr. Stresemann in feinem Briese vom 3anuar 1926 vollkommene Genugtuung aebe. Es fei folgende Interpretation bestimmt worden: 1. Infolge des Funktionierens ter Investi- gatronsartikel:Essei wohl festgestellt Worten, daß nach Artikel 213 tes Versailler Vertrags nur in bestimmten Fällen oder unter gewissen bestimmten ilmftänten, die den Glauben berechtigen, daß Deutschland es an der Erfüllung seiner Verpflichtungen habe fehlen lassen, Investigationen gerechtfertigt seien. Dieser Artikel tonne aber n ich t eine ständige oder periv- dische Kontrolle rechtfertigen, mit unteren Worten, es werte keine Invistigation durch die ständige Organisation In Genf festgesetzt werden können, ohne eine ordnungsgemäß beim Völler- von der heutiger ** Oberhessen und die G aSsern- V H B Will, eist Sporimöalichkeit: 3m Walde und aus der Höhe gut, talabwärts gering (allgemein gut). steuergaran- iark. Die Reichs- über Adverrtbräuche. Näheres In Anzeige. Beibehaltung der 11 :1 t i e in Höhe von 450 Milli. an: „Hnb wer schreibt die Die Sitzung der Botschafterkonferenz. Die Lstbefestiqungcn. — Die Ausfuhr Kriegsmaterial. schrie er mich Bericht e??' T‘ Da war ich geschlagen, d:nn Berichte machen tut kein M nsch gern Ich Wettervoraussage. Bei nördlichen bis westlichen Winden wechselnd bewölkt, etwas kühler und vorwiegend trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 5,4, Minimum 3,2 Grad Delfins. Niederschläge: 0,6 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 5,4 Grad Eelsius. Bericht über die Wetterlage aus dem hoherodskops vom 10. Dezember, 8 Ahr morgens: Windrichtung: Nord. Windstärke: Frisch. Lufttemperatur: 0 Grad EelsiuS. Beschaffenheit der Schneedecke: Etwas ver- (pulverförmig). bundsrat eingegangene und von diesem weiterbearbeitete Beschwerde. 2. Hinsichtlich der Befugnisse der In- vestiga.ionSiommission: Bei der Regelung Ihrer Beziehungen zu den deutschen Behörden und den deutschen Staatsangehörigen sei den Einwendungen der deutschen Regierung entsprochen worden, mit anderen Worten, die Bestimmungen des §nvestigationsplanes des DöllerbundeS vom ahre 1924 seien der innerdeutschen Gesetzgebung be.üglich der chauöluchungen an« gepaßt und es sei abgemacht worden, daß bei diesen HauLsuchungen die Kontrolleure des Böl- kerbundes von deutschen Beamten begleitet sein würden. 3. sei entschieden worden, den Investigationskommis ionen, die in anderen Ländern als Deutschland (Angarn, Oesterreich, Bulgarien) funktionieren, deutsche Offiziere beizugeben. Diese Entscheidung sei die natürliche Folge des Eintri ts Deutschlands in den Bül'erbund und seiner Aufnahme in den Dölkerbundsrat. Einladung Mussolinis zur Unterzeichnung des italienisch-deutschen Freundschostspaktes n a ch Rom zu kommen, wegen der Gefahr einer Mißdeutung dieses Besuches a b g e l e h n t habe. Strefemann habe Briand mitgeteilt, daß der Vertrag Deutschlands mit Italien ein einfaches Schiedsabkommen sei, das aller besonderen politischen Bedeutung entbehre und nicht in irgendeinem anderen Licht« angesehen werden dürfe. Ver provisorische Hinanzausgleich Die Beratungen im Reichsrat. Berlin, 9. Dez. (BDZ.) Der Reichsrat beschäftigte sich mit dem provisorischen Finanzaus- gleichsgesetz. Der jetzt vorliegende Entwurf bringt eine Verlängerung der gegenwärtig geltenden Bestimmungen auf ein Jahr, also bis zum 1. April 1928. Die Länder haben sich, wie der Berichterstatter ausführte, mit diesem weiteren Provisorium abgefunden, wenn sie es auch bedauern, daß immer noch kein« endgültige Regelung erfolgen und bis zum 1. April 1927 die in Aussicht gestellte Berechtigung der Länder und Gemeinden, Zuschläge zurEinkommen - und Körperschaftssteuer zu erheben, nicht verwirklicht werden kann. Mit Rücksicht auf den Eha- ratter dieses Provisoriums hat die Mehrheit der Ausschüsse des Reichsrates davon abgesehen, die Forderung auf Wiederherstellung des Anteiles der Lander an der Einkommen- und Körperschaftssteuer in höhe von 90 Prozent wieder aufzustellen. Aber auch die Länder, die von der Erhebung dieser Forderung absehen, werden sich dieses Verlangen für den endgültigen Finanzausgleich Vorbehalten. Einmütig waren alle Länder in der Forderung auf Vi- ö da» «M. All SMS'VU Görtz- ** , ernkl Iss I Mield.b^ ■: ^laetstiienst iiner 6°^" -inilwejen. 1KWnl5^ 'Atn 2* r «“'S4. LSeMb« «Mchen « »L ihren. fr. be^ntie uhiürn Herren 5oll M Sicllu ftngen innt parteiisch« 1 Etlichen K Achren und gandesverein -ir die Hel Hm Äerztet He Lerstelan 1121 ins Leb- Ks diesen ehr Posten berufe chasl Mr. to dn unwrtn' ein e blnbrn, bau ibmln Dri Äoten Äin Ugi dafür noch viele hohen Amt« an der Spitz ßte Sie in i bindung mit zum Dohle OBitirMf ID 'Hingen Sie n Stiity: fein! “ euti cdjüietab’ Eenntnis hrrm üehung unb ' fier Zusamm ist. hatte bli intern ihrer einer Abende laben, um ih genbiport» f mengestellt, ' net, das Mei dürste bei ben ftmt tBittung l-ltendkn IRufi h. Krämer, fad in kurzen bens der Natton, als eine freie und ins ihrer Freiheit gesetzlich geschützte I n st i t u t i o n zur Wahrnehmung öffentlicher Interessen. Der Redner wendet sich dann scharf gegen di« Reichsregierung, die durch den Anlauf der ,D. A. Z." gewissermaßen die in dieser Zeitung gegen die preußische Regierung gerichteten scharfen Angriffe bezahlt hahe. Der schwerste Vorwurf sei gegen die Regierung deswegen zu richten, weil sie die Redaktion von dem Ankauf nicht unterrichtet hat. Es widersprech« dem zwischen den Verlegern und dem' Reichsverband der deutschen Presse vereinbarten Normal-Dienstvertrag, es sei auch ein unerträglicher Zu st and für alle Redakteure und Journalisten, wenn ihnen der Besitzer der Zeitung unbekannt sei. Hier tollte Deutschland di« fortschrittlichere österreichisch: Presseaesetzgebung nachahmen. Im Kampfe zwischen Geld und Geist müsse die Gesetzgebung für Gei st und Arbeit eintreten. (Lebhafter Beifall.) Am 4 Ahr vertagt sich das Haus auf Freitag. Erhöhung des guckerzolls. Berlin, 10. Dez. (WTD.) Besprechungen zwischen den Regierungsparteien über öie Erhöhung des Zuckerzolls babeix zu dem Ergebnis geführt, daß der jetzt zehn Mark betragende Zoll pro Doppelzentner auf fünfzehn Mark erhöht werden soll. Das Srnährungsministe- rium hatte eine Erhöhung auf zwanzig Mark in Aussicht genommen. Die Deutsche Bolkspartei, die Bayerische Dolkspartei und das Zentrum einigten sich aber auf eine Erhöhung auf fünfzehn Mark pro Doppelzentner, während die Demokraten für den bisherigen Zollsatz von zehn Mark etntraten. Die Zdllerhöhung soll am 1. Januar in Kraft treten. Da die Deutsch- nationalen jedenfalls f ü r die Erhöhung sind, ist eine Mehrheit dafür im Reichstag sicher. Die Weihnachtsbeih'.lse für Beamte, Erwerbslose, Sozial- und Kleinrentner. Berlin, 9. Dez. (VDZ.) In der heutigen Besprechung der Beamtenv^treier aus den Reichstcigsfraktionen der Regierungsparteien kam eine Einigung dahin zustande, daß die Weihnachtsbeihilfe betragen soll für die Beamten der Besoldungsgruppen l bis IV ein D ertel, der Gruppen V Lis XII ein Fünftel des für den Monat Dezember fälligen Einkommens, für die unverheirateten Beamten mindestens 33 rmd höchstens 60, für die verheirateten mindestens 50 und höchstens 80, dazu für jedes Kind 5 Mark. Wie das Nachrichtenbureou des BDZ. hört, werden di« Regierungsparteien außerdem beim Nachtragsetat des Arbeitsministeriums beantragen, eine Dumme von 25 Millionen zu We.hnachtsbe.- Hilfen für die Erwerbslosen, Sozialrentner und Kleinrentner auszuwerfen. Bei den in später Abendstunde stattgehabten Verhandlungen der Regierungsparteien mit den Sozialdemokraten lehnten die Vertreter der fogialdemokratischm Reichstags'rakllon es ab, um Antrag der Regierungsparteien zur Weihnachtsbeihilfe mit zu unterstützen. Sie behielten sich ihre Entschließung für das Plenum vor. Der Schulslreik in Westfalen. Dortmund, 9. Dez. (WB ) Die Zahl der in Westfalen streikenden evangelischen Schulkinder ist im langsamen Zunehmen begriffen. Im Stadtbezirk Groß-Ärrtmund betrug sie heute 1300, das ist etwa 8 Prozent. Aus den verschiedensten Orten wird über Versammlungen berichtet, die ihrer Sympathie mit den Streikenden Ausdruck geben, oder die den ©trelf beschließen. Auch die Gegenparteien entfalten eine rege Tätigkeit. Sie warnen vor allem in ihren Versammlungen vor den bedenklichen erzieherischen Folgen, die sich für die Kinder aus dem Streik ergeben können. An verschiedenen Stell:n haben die P a st o r c n daher beschlossen, den streikenden Kindern ihrer Gemeinden Sing - und Erzählungsstunden zu geben. Von den Regierungsbehörden sind die Lehrer des Krüsgebittes darauf hingewiesen worden, daß sie sich jeder Einmischung in den Streik streng zu enthalten haben und aufs peinlichste vermeiden müssen, auf die Weiterverbreitung des Streiks' irgendwelchen Einfluß zu nehmen. Im anderen Falle sind strenge Disziplimtrstrafen angedroht. Neuwahl des Vorstandes des Nerchslandbundes. Berlin, 9. Dez. (WTB.) In der Vertreterversammlung des Reichs land bundes wurde heute der gesamte alte Bundesvorstand wieder- gewählt und wesentlich erweitert. Der nunmehr aus 20 Mitgliedern bestehende Bundesvorstand seht sich zusammen aus 12 Vertretern des Mittel- und Kleinbesihes und acht Vertretern des Großgrundbesitzes. Auch die beiden Präsidenten, Graf Kalckreuth und Reichstagsabgeordneter Hepp, wurden auf die Dauer von drei Jahren einstimmig wieder- gewählt. Eine Erweiterung fand die Ge- famtorganifation durch den korporativen Anschluß des Danziger Landbundes. Verstöße gegen die Arbettszeil- bestimmungen. Hamburg, 9. Dez. (Wolff.) Das Schöffengericht E.'mshorn verurteilte einen Bankdirektor und einen Prokuristen wegen Verstöße gegen die Arbeitszeitbestimmungen zu je 1000 Mark Geldstrafe. Der Dankdirektor hatte verfügt, daß seine Angestellten auch am Sonntag zu arbeiten haben und daß sie wochentags über die gesetzlich und tari'lich zugelassene Arbe trzeit hinaus arbeiten, während er gleichzeitig ®ntl j’ urigen vorgenommen hatte. Paris, 9. Dez. (WTB.) Die Botschafterkonferenz hat heute nachmittaa von 5.30 bis 8 Uhr getagt. chaoas berichtet, daß der Sitzuna Marschall Foch lind die übrigen Mitglieder des Zntsralliier- ten Militärkomitees von Versailles sowie der Vorsitzende der Militärkontrollkommission in Berlin, General Walsh, beiwohnten. Die Botschasterkon- serenz habe von dem Ergebnis der Unterredungen Kenntnis genommen, die die alliierten militärischen Sachverständigen seit Montag mit General von Pawels hatten. Es scheine zur Zeit nicht, daß die beiden Fragen betreffend die Befestigungen ö 6 n Königsberg, Küstrin und Glogau und die Herstellung von Kriegsmaterial vollkommen geregelt seien. Das Ergebnis der heutigen Beratungen der Botschafterkonferenz werde unverzüglich den in der Botschafterkonferenz vertretenen und gegenwärtig in Genf weilenden Außenministern zur Kenntnis gebracht werden. Diese würden'die auf diese Weise vorgelegte Bilanz würdigen und der Botschafterkonferenz wahrscheinlich Preisungen zu erteilen haben, von denen diese in ihrer für morgen vorgesehenen Sitzung Kenntnis nehmen werde. Die Mißwirtschaft des Rheinlandmilitärs. Paris, 9. Dez. (TA.) Die heutige Sitzung der Kammer nahm teilweise einen recht stürmischen Verlauf. Die von dem Sozialisten A h r y erhobenen Vorwürfe b:dten ‘"h Mißstände auf, die bei der Desatzu^Zarmee im Rh inland herrschen. Ahry wies darauf hin, daß gegenüber dem Vorjahre die Ausgaben für das Oberkommissariat im Rheinlands um 15 Millionen verringert worden feien, aber immer noch 8'/» Millionen! Franken betrügen. Besonders dem Oberwmml'sar Tirard wurde vorgeworfen, daß täglich K u- r i e r e mit -diplomatischem Gepäck aus dem Rheinland nach Paris kämen und ihre Mission zu Privatzwecken mißbrauchten. Ferner kritisierte Ahry, baß die höheren Beamten im Rheinland prunkvolle Villen belegt hätten und daß der oberste Militärgeistliche eine Wohnung von 15 Zimmern innehabe. Die Besetzung im Rheinland sei kriegsmäßig aufgezogen und habe zuviele Generalstäbler. Der kommunistische Abgeordnete 2a f o n t stellte fest, daß eine von der Kammer eingesetzte Kommission Gelegenheit gehabt habe, an Ort und Stelle sich von der Berechtigung der Dor- würfe und den herrschenden Mißständen zu überzeugen. P d i n c a r 6 entgegnete daraus, die Regierung und die Finanzausschüße hätten bereits die Kredite von 15 Millionen auf 8,5 Millionen herabgesetzt. Es sei ihm daher unmöglich, weitere Einsparungen hierbei zu machen. Er lege Wert daraus, den Deämten und Militär- Personen Anerkennung zu zollen, die mit der dortigen Bevölkerung die kordialsten Beziehun- gen unterhielten. Der Zusahantrag des sozialistischen Aba. Ahry auf Kürzung der Kredite um 1,1 Millionen Fr. wird alsdann von der Kammer mit 350 gegen 208 Stimmen ab gelehnt. Deutschlands Sicherheit im Wesen. Leipzig, 9. Dez. (WTB.) Zu den Verhandlungen in Genf schreiben die ,Leipziger Neuesten Nachrichten" u. a.: Ss schrint und nun Zett zu sein, das) in Genf nicht immer nur von einer belgischen, französischen und polnischen Sicherheit, sondern daß endlich, un* zwar in deutlichen Worten von Deutschlands Sicherheit gesprochen wird. Die neutrale Zone, die sich nur über reichsdeutsches Gebiet erstreckt, ist und bleibt ein Pfahl im deutschen Fleische. Erweitert die neutrale Zone, daß sie einen ebenso breiten Streifen Landes westlich der deutschen Grenze umschließt, wie östlich davon und die Welt wird den Genfer Völkerbund zum ersten Male einmütig segnen, denn er hätte dem Frieden Europas einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Heber eine wirksame Kontrolle in dieser neutralen Zone wird man sich dann im zehnten Teile der Zeit einigen, die man jetzt an diesen hinterhältigen feuergefährlichen Schacher in Investigation, Industrie und Spionage wendet. Der deutsch-italienische Freundschaftsvertrag. Genf, 10. Dez. (Reuter. Funkspruch.) Angesichts der Meldungen von einer Beunruhigung in Völkerbundskreisen durch die Nachricht üver den Abschluß eine» deutsch-italienischen Schieds- und Freund chaftsoertrages wird betont, daß tatsächlich Verhandlungen über einen solchen Vertrag schwebten, ist seit einiger Zeit bekannt gewesen und daher ist keinerlei Ueverraschung oder überhaupt Erregung In gut unterrichteten Kreisen durch die Tatsache verursacht worden, daß die Unterzeichnung eines solchen Vertrages als unmittelbar bevorstehend angesehen werden kann. Der Vertrag entspricht dem Geiste der Grundsätze des Völkerbundes, geht in derselben Richtung wie die ähnlichen Verträge mit Spanien, der Schweiz und anderen Ländern und wird tn der üblichen Weise beim Völkerbund registriert werden. Es verlautet, daß Strefemann die Deutscher Reichstag. Berlin, 9. Dez. Präsident Loebe teilt bei Eröffnung der Sitzung unter großer Heiterkeit mit, daß die Abg. Scholem, Artbahns, Ruth Fischer, Schütz und Schwan zehn Tage Urlaub für eine Reise nach Moskau nachgesucht haben. Diese aus der kommunistischen Fraktion ausgeschlossenen Abgeordneten sollen sich vor der Moskauer Exekutive der komnmnistischen Internationale wegen ihres Konflikts mit der Frcik- tionsleitung verantworten. Dann wird beim Nachtragsetat die Beratung des Programms für die Ost Provinzen fortgesetzt. Abg. Dr. Oberfohren (Dn.) verlangt eine umfassende wirtschaftliche und kulturelle Förderung für das durch den Versailler Vertrag schwer geschädigte ®ren?,g?biet Schleswig- Holstein. Die Reichshilfe für dieses Gebiet würde im gesamtdeutschen Interesse liegen. Abg. D a r t s ch a t (Dem.) schildert die wirtschaftlichen und kulturellen Notstände in Ostpreußen. Ostpreußen sei schon vor dem Kriege als Stieftind behandelt worden. Die Abtrennung vom übrigen Reichsgebiet durch den polnischen Korridor habe schwere Schäden im Gefolge. Das Programm dürfe nicht durch alle möglichen Dünsche für andere LandeStcile gefährdet werden. Angenommen werden die Anträge, die je 2 Millionen mehr für Schleswig-Holstein, Bayern und Sachsen verlangen. Die kommunistischen Anträge werden abgelehnt. Angenommen wird der Antrag der zur, Förderung der Sportanstal- ten in Leipzig und im Grünewald je 200 000 Mark, in Münster 100000 Mark verlangt. ES folgt die zweite Drratung des Nachtragsetais für das Auswärtige 3m't Abg. Stampfer (Soz.) berührt die An- gelegenhett der ,D. 2. Z. und erklärt dazu: Ich muh int Zusammenhang mit diesem Fall warnen vor der Auffassung, die die Presse lediglich als ein Objekt und Werkzeug betrachtet. Dies« vom Obrigieitsstaat übernommene Auffassung ist des Volksstaates unwürdig. Im Dolksstaat will die Presse beachtet und geachtet sein als ein selbständiges Organ des geistigen LeAus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 10. Dezember 1928. Dom Aufspringen auf einen fahrenden gug. Wie häufig liest man, daß dabei ein eilige, Reisender, der daS Mitfahren noch im letzten Augenblick ertrotzen wollte, zu Schaden gekommen ist, und meist zum schweren. Zur Warnung möchte ich ein Erlebnis erzählen, das auch schlimme Folgen hätte haben können, aber nur insofern hatte, als ich wegen ilebertretung bahn» polizeilicher Vorschriften zu einer Geldstrafe ver- ' urteilt wurde. Es war in Butzbach Ich wollte mit einigen Bekannten nach Nauheim fahren, kam aber erst auf den Bahnsteig, als der Zug bereits anfuhr. Einer der im Zug fitzenden Hrrren riß die Abteiltür auf und winkte. Als leichtsinniger junger Mann gab ich der Versuchung nach unb sprang auf das Trittbrett. Den Aaßengrift neben der Türe erwischte ich auch noch glücklich Aber ich drehte mich auf dem Absatz und schlug mit dem Rücken gegen bi? Türe. Glücklicherweise glitt ich mit dem Fuß nicht ab und gelangte in das Abteil. Wäre ich abgeglitten, so fi?l ich neben den schon schnell fahrenden Eisenbahnwagen und konnte leicht mit dem Dein oder dem Ann unter die Räder kommen. And bas wegen einer Der» gnügungsfahrt! Nun die Lehre! Währenb des 2luf springens hatte der Zug schon eine größere GeschLvrndigkeit erreicht, als ich beim Aufspringen hatte. Infolge des Beharrungsvermög-ns chlleb mein Körper auf der Stelle, brr Zug wurde gleichsam unter mir weggerissen unb es kam wie oben beschrieben. Hand unb Absatz verhinderten ein Abstürzen. Soweit war der Leichtsinn unbestraft geblieben Ich freute mich, daß ich noch mitgriommen war. Aber, da gellte der Pfiff des Bahn- hofvorstandes. Der Zug hielt wieder. 2Iuf bas äußerste aufaeregt, sprang bet 'Bahnhofsvorsteher an das Abteil und machte mir die gröbsten Dorwürfe. Gr war nicht wieder zu er- kennen Sonst ein ruhiger, stets höflicher Mann, den ich gut fdnnte, schloß er. ,WaS hatte aber passieren können!" Doch etwas geärgert, da alle Beruhigungsversuche nichts fruchtetm, sagte ich schließlich: „And wenn, eS wären ja meine Knochen gewesen Ihnrn könnte das gleich gültig fein!" Da kam ich «aber böse an. Heftig regierung will diese Garantie fallen lassen und dafür die gesamte Garantie, die sich auf alle drei Steuerarten bezieht — Einkommen-, Körperschasts- und Umsatzsteuer — von 2100 auf 2400 Millionen erhöhen. Die Länder machen für ihren Standpunkt geltend, der Sinn der Umsatzsteuergarantie sei von vornherein der gewesen, daß die Länder von einer etwaigen Senkung des Umsatzsteuersatzes nicht getroffen werden sollen. Auf dem Gebiete brr Erwerbslosen'- f ü r s o r g e werden ben Ländern Erleichterungen in Aussicht gestellt, zwar nicht im Gesetz selbst, Wohl aber in der Begründung baw. In der Ausgesteuertenfürsorge will die Reichs- regierung versuchen, daß die Gemeinben weitgehend entlastet werben, Ob die Gemeinden ein Viertel oder ein Neuntel tragen sollen, muß im Arbeitslosenversicherungsgeseh entschieden werden. Der Reichsrat hmt sich für ein Neuntel entschlossen, die Reich-regieruna besteht auf ein Die' t 'l. Der Zuschuß für die Schutzpolizei soll beim Etat zum Austrag gebracht werden Die Entscheidung wirb davon abhängen, ob nach der zur Zeit stattfindenden gemeinsamen Prüfung die Länder mit 190 Millionen auskommen können, oder 210 Millionen brauchen. Für d'eGrunberwerbs- (teuer fordert bet Ausschuß auch ein unverändertes Provisorium, die Reichsregierung dagegen vertritt die Auffassung, bah ber Grund- stückverkehr dabütch zu stark belastet würde. Die Gemeindegetränke st euer war auf die Zeit bis zum 1. Dezember 1927 beschränkt. In den Reichsratsausschüssen wirb eine Verlängerung des bestehenden Zustandes in Aussicht genommen. Staatssekretär P o p i tz erflärt namens ber Reichsregierung, daß diese bereit sei, die Länder und Gemeinben von den Kosten ber unterstützenden Erwerbslosenfürforge mit Wirkung vom 1. April 1927 zu entlasten, und zwar aua> bann, wenn das Arbeitslosenversicherungsgeseh ab 1. April 1927 in Kraft treten soll. Der preußische Drvollmächtigte, Staatssekretär Weißmann, beantragt, die Bestimmung über die Zuwachssteuer zu streichrn. Der bayerische Bevollmächtigte, Finanzminister v. Krausneck, beantragt, daß die ßänber an der Einkommen- und Körperschaftssteuer mit Wirkung vom 1. April 1927 ab bis zu 90 Proz. beteiligt werden. Staatssekretär Popih erklärt, daß, wenn diese beiden Anträge Annahme finden, die Reichsregierung den Entwurf zurückziehen werde. Die Vertreter vost Oldenburg, Braunschweig, Thüringen und Württemberg schlossen sich der GrllärUng Bayerns an. Der bayerische Antrag wurde mit 42 gegen 22, der Antrag Preußens mit 43 gegen 25 Stimmen abgelehnt. Es blieb in den übrigen Bestimmungen des Entwurfs bei den Ausschußbeschlüssen. bat ihn also um Sntschuldiauag. Das besänftigte den verehrten H2vrn. Er lieh ben Zug toie&r anfahren unb sagte nur: „Aber anzeigen muß ich Sie doch!" Als ich schon, weit entfernt, an Me Sache gar nicht mehr dachte, ließ mich ber A.'ademie- bireftor rufen und fragte streng: Was haben 6it für Differenzen mit Ihren h.imiichen 'Behörden? Hier ist ein Strafmandat wegen Vergehen gegen die öffentliche Ordnung I" Nach Arhören des Sachverhalts entlieh et mich freu Mich Ich zahlte meine Strafe. Hoch war sie nicht. Dabei fällt mir die Antwort eines Schranken, Wärters ein. Ein eiliger, feiner Herr wollte mch kurz vor einem Zug über die Gtteise. Als ihn der Schrankenwärter daran hindertr, rief er erregt: „Lassen Sie mich doch was geht Sie an, es ist ja meine Sache, wrnn ich mich xu Mu- fahren lasse!" „Was?", sagte gifttg der Schrankenwärter, „waS mich das angeht? Wer kehrt denn den Treck weg?!" Tiefe Antwort hätte auch aus meinen Fall gepaßt. — K. Boruotizen. — Tageskalender für greif dä. Stadttheater, V/9 Ahr: „And Pippa tanzt" •öiwt gegen 10V4 Ahr). — Vertin für das Deutschtum im Auslande und Ortsgruppe der Elsah^Lothr'n» ger, 87$ Ahr, Großer Hörsaal der ilnlDrrTlät: Dorkrag Redelsperger. — Gewerbeverein, 87« Ahr, Gewerb^haus: Mitgl-ederversarnnilung. - Deutscher Deamtenbund, 8‘/4 Ahr. Anivers täl. Hörsaal 54: Dortrag. — Lichisp elhauS. Bahnhofstraße: „Wien— Berl.n". — Astoria-Lichttpie^: „Das verschwundene Driilant?n'oll er". - Markusa e m e i n b e. Kommenden Sonntag abend In der Ttadtkirche Gemeindefeier mit dem Thema „Deutsche Weihnacht". Mheres In der heutigen Anzeige. — LukaSgemeinde. Nächsten Sonntag abend im Lrkasfaal Fomilienabmd m.t Dortrag Versorgung. Gestern fanb im Sitzungssaale der Provinzialverwaltung unter dem Vorsitz be® ProvinzialdirektorS Graef unb in Anwescahrit von Vertretern der Ministerien des Innern und ber Finanzen eine Besprechung über Gasfernversorgung statt, an der außer den Genannten bis an der Sache interessierten Städte unb Landgemeinden, sowie ein Vrrtreter bei Hess. Städte- tags unb der Vorsitzende des Hess. Landgemeinde- tags teilnahmen. An das von ProvinzialoA Wolf erstattete Referat schloß sich eine sehr lebhafte Aussprache an, als deren Ergebnis der Vorsitzende folgendes feftstellen konnte: D.e ober* hessischen Kommunalverwaltungen schließen si-» zum Zwecke der nachdrücklichen und gemelnfama. Wahrung ihrer Interessen zusammen. Als str Organ wurde vorläufig eine Kommission bestelle die mit den beiden anderen hessischen Provinz« Fühlung zu nehmen und die vorbereitenden 2L- beiten aufzunehmen hat. L. ll. Ilnivcrsitäts-Gottesdienst. An kommenden Sonntag, 12. Dezember, vormittag» 11.15 Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt, zu dem ht erster Linie die Angehörigen der Universität eingeladen sind. Selbstverständlich hat ober auch jeder andere Zutritt. Die Predigt halt Prof. Dr. Bertram. ** ® Ine Störung in der SlektriHi- tätSversorgung trat gestern abend gegei 7,6 Ahr auf dem oberen DelterSweg ein. sämtliche Geschäfte lagen im Dunkeln und muht« sich notdürftig mit Kerzenbeleuchtung bebe!fer. Der Schaden, der auf die Zerstörung einer Sicherung zurückzusühren war. formte zum Glück it htner Zett behoben werden, so drh in dem ur diese Stunde gerade sehr lebhaften Geschäfts betrieb Line allzustarke Dxintr'cht.gung entftanll — Der Winter im Gebirge. Währe» bei unS im Tale Straßen und Chausseen naß urß schmutzig sind, liegt oben im Do gelSberx, nach einer Nachricht vom Hoherodskops von beide früh, immer nory eine Schneedecke von ettra 20 Zentimeter. Die Temperatur betrug heute VorneL •Solid MARGARINE I - % Damen* Halbschuhe Boxkalf, verseh. Formen Herren* Halbschuhe Hochelegant . ... Herren-Stiefel elegant und paeaend . Willkommene Beschenke Alleinverkauf seit dem Jahr 1883. tsiet4 . Verbesserte Padrang 30Pfg. *' Kein Verstopfen dem Blech streuen Jhr Badezimmer blitzt vor Sauberkeit, wenn Sie VIM zum Reinigen nehmen. V1M putzt alles: Metall, Porzellan, Steingut und Holz. Prächtig reinigt es auch Ihre Hände. Verliner Börse. Lettin, 10. De». Die Börse hatte heute einen Daissetag, die ersten amtlichen Kurse zeigten eine flaue Lenden-. Die im Borde» gründe stehenden Sermintoerte setzten mit 3- bi# öprozenligen Verlusten ein. Am Schiff» sahrtsrnarkle. wo das Hansa-Bezug« recht besonder- enttäuschte, verloren Kosmos 10 Pro». Das Publikum verhielt sich abwartend, so dan die Spekulation aus sich angewiesen War. Von der Haltung der TsseltenmärkTe wurde auch her Rentenmarkt in Mitleidenschaft gezogen Anatolier I verloren 3 Prozent. Anatolier II 2.S Prozent. 3m Verlause der ersten Dörsenstunte schwächten sich die Kurse neuerlich um 1 bis 2 Prozent ab Späterhin trat eine gewisse Beruht guirg ein, nachdem die Banken mit Interventionen entsetzten Die Entspannung am Geldmärkte blieb einflußlos. Monatsgeld 6>.< bis 7' 4 Prozent. 3m D ev i s en ve rke h r konnte sich Mailand gegen London leicht befeftiae.i aus 111150. Oslo nachgebend. Die übrigen Valuten SeüilenmarU Berlin—Frankfurt a. M. Telearovb'tche Auszahlung. 9. Tc;br. 10 DtLbr. amtliche '.Wort ntna Ämiltchc '.fiotirruua «tlb lertt' Selb Ortet yinut ?Nou 167,91 168.45 167.94 Orrn flirrt- 1.714 1.718 1.715 58.42 1.719 Br-l “Innv 58.44 58.58 58.56 tbri(Hanta IU6.52 106.78 106.14 106.40 fiopenbnacii 111.V» 112.18 111.89 112.17 Swckbolm IM.16 IM.44 IU.Z2 112.50 ^chingrort 10.57 10.61 10,567 10.607 $ielkn . . London. . . 18.32 18.36 18.25 18.29 .0.364 20.415 20.368 20.418 'Ji’ennorf . . 4,2» 05 4,2105 4.1998 4,2095 Ton«. . . 16.84 16.88 16.525 16.565 etvwriz . . '1.118 M.28 61.18 61.36 Sva"i:n. 63.85 64.01 ixl.79 63.95 Japan . . 2.061 2.065 4.001 2.005 -Hlo dr (ton den In T '.499 '.SOI 0.455 0.457 Cefl. ebflcit 59. r« 59.40 59,245 59,385 M.43-2 12.472 12,431 12.471 Bclirap . 7.397 7.417 ?.u»7 7,417 Budap.-st. >.882 0,902 a.874 5.595 Bul arlcn ...eß 1.0t 3.UI ■».04 F’Habon . 1.525 21.675 21.525 21.675 Tarui«. . . 41,50 61,70 81.50 81.70 fionfl ntin 2.1U •2.11 2.112 2.125 fltben. . • 5 41 5 46 5.44 5.46 Canada 4.19b 4 200 4.196 4,206 Uni un« 4.18; 4.19t 4 »15 4.215 Cakro . • 20.899 20.951 20.899 ».951 ankfurter l^ctrcidcbörse. Frankfurt a. M., 10. Dez. Es wurden notiert: Weizen (Wrtterauer) 29,50 bis 29,75; Roggen (inl.) 24,75 bis 25; Sommergerste (für Brauzweckel 23,75 bis 26,50; Hafer (inl.) 19 bis 19,50; MaiS (ge.b) 19.50 bis 19.75; Weizenmehl (inl., Spezial0) 41,25 bis 41,75; Roggenmehl 35,75 bis 36,25; Weizenk.eie 11,75 biS 12; Roggenkleie 12 bis 12,25 Mark. Letzte Nachrichten. Stresemann Nobelpreisträger. Oslo, 10. Dez. (1DIB. Drahtmeldung.) Da» Nobel Komitee Hot Stresemann und B r 1 a n b mit dem Nobel Ariedensprei» für 1926 und General Dawes und Chamberlain mit dem Nobel- Friedenspreis für 1925 ausgezeichnet. Ministerpr stveni Paschitjch. Belgrad, 10. De;. (DIB. Drohtmeldung.) Der frühere jugoslawische Ministerpräsident p a - schitsch ist unmittelbar vor seiner Betrauung mit der Kabinettsbildung an einem Schlaganfall gestorben. Ein seltsames Geschick hat den greifen Staats- nutnn. den Schöpfer der modernen serbischen Großmacht in dem Augenblick auS seiner politischen Tatigleik abberusen, in dem ec wiederum sich rüstete, als achtzigjähriger Greis fcie Leitung der Staatsgcschäfte zu übernehmen. Das serbische Dol? verliert in ihm den bedeutendsten Staatsmann seiner modernen Geschichte und das zu einer Zeil, in der wieder einmal bro benot Wolken den politischen Horizont deS Balkans beschatten, in der Jugoslawien sich durch das italtenische Protektorat über Albanien aufs schwerste bedrängt fühlt un) zu einer Neuorientierung seiner Außenpolitik schreitet. lige Gesangs .tdjte und mit Run Ast« Tehiit: 0.72 97,7$ 15,12 16 4.1 Kl «15,5 136 162.5 158 157.13 152.62 14* 152 167 j 191 SV 5 88 58,25 36.13 153 15U.25 K3 161 152.5 186 * 96 80 HO 216.5 68 305.75 125 166,5 153 201 122.5 158 M 171.5 117 62 141 5 102,25 125 5 112 153 25 1*6,5 96 79,5 n.TOlo u 6n;.-i u.785 u.6975 0.6M 100 132 305 124.9 121 5 2J0 181.5 0.7125 0.655 0.6625 9. 12 10. 18 15.75 4.1,62 .'64.75 193.5 Bit 179 168.5 157.1. 170.12 143 7.5 ISS 167.5 106.25 167.75 1*8.62 l>2,25 140 13 151.25 74 75 184 132 2., 107.75 124 25 237,5 Hl 1*6.5 167,62 168 188.5 246.5 175 165 75 IM 167,5 7,5 156.25 ,03 16.3.5 164.75 177.5 144 181.75 118.5 61.75 5 142.5 .23 5 102 5 126 69.9 ,13 128.75 171 5 156.6 153.5 151 110.75 151 191 99.5 öl 38,5 52 158,9 HO 135 J12.5 128 n 76 0.&25 0 78 0.445 <1.70 0,70 194 250 178 25 167.5 156 170.5 143,5 7.5 157.5 168 108 16h 169 1*1.3 I 138.5 , 149 74.» 181 12 130.25 123 5 2361 190 51 175 25, 101 189.5 167 163,5 95 125.75 i 158 der Abteilungen, deren Mitgliedersiand bald die stattliche Zahl 100 erreicht habe (Er gab die Versicherung ab. daß bei allen Veranstaltungen, ob nun Wettspiele, Wanderungen oder Hebung», und »e- lehrungsspiele, durch geeignete altere Personen auf strengste Ordnung und Zucht gesehen und dast leitens der Leitung alles getan werde, was nicht allein der körperlichen, sondern auch der geistigen Entwicklung der Jungen» dienlich sei. Eine harmonische Durchbildung von Körper und -eist sei da» ange strebte fliri. Für den unterhaltenden teil war Frl. Gisela Wanner gewonnen, die einige Gesangs Dorträge In feiner Weife zu Gehör brachte und mit lebhaftem Beifall belohnt wurde. Gymnastische Hebungen und eine Anzahl lebende Bilder, von •’ Die amtliche Großhandelsindex z i f f e r. Die auf den Stichtag des 8. Dezember berechnete Grofthandelsindestziffer d«S Statistischen ReichSamtS ist gegenüber dem 1. Dezember um 1,0 v. H. auf 131,3 gestiegen. Don den Hauptgruppen hab:n die Agrarerzeug- niffe auf 133,6 angezogin. während die Jndu- striestoffe mit 123,1 nahezu unverändert blieben. Frankfurter Äörfe. Frankfurt a. M., 10. Dez. Tendenz: Schwach. — Die innerpolit.schen Besorgnisse und die bisherigen Genfer Grgrbn.sse genügten, um bei der anhaltenden grossen GZchaftsunlust «inen weiteren Kursrückgang h rbeizu- führen. 3. ®.-5 a r b e n setzten vorbörslich 5Ve Proz. schwacher ein, konnten sich allerdings später etwas erholen. Immerhin ist e n An'angsverlust von 2,5 Pro-, zu verzeichnen Don Montan- werten büßten Rheütstahl 6. Riebeck 4,25 und Rheinische Braunkohlen 2,5 Proz. ein, die Werte der Rhein-Slbe-Ilnion verloren bis zu 3 Proz., Mansfelber minus 1.5 Proz. Auch Kaliaktien waren abgeschwächt. Am Dankaktienmarkt waren Tommerz 3 , und Dresdner 2.5 Prvz. niedriger. Die Werte des Metallbank- Konz er ns waren in Verbindung mit ter enttäuschenden Kopitalerhöhung bis zu 3 Prvz. schwächer. Schifsahrtsaktien wiesen Verluste biS zu 2.5 Proz. auf. Von Elektro- werten bühten Siemens 1 Prvz. ein. Am variablen Markte waren Autoaktien stärker gedrückt. Daimler minus 2,5, KI: per minus 1 Proz. Süddeutsche Zuckeraklien nur knapp behauptet. Ta'jaL'ien schwächer. Holzmann minus 4. Zement Heidelberg minus 2.5 Prvz Der Anleihemarkt folgte der Bewegung an den Aktienmärkten. Kriegsanleihe ging auf 0.72 zurück, ländische Renten, besonders Türkei. flau. Der Freiverkehr blieb säst umsatzlos. Gro- wag 69.5 Proz. Der weitere Verlauf war unsicher und weiter zur Schwäche geneigt. 3m Devisenverkehr stellte sich Par S auf 123,25. Die Reichsmark war gegen Kabel mähig befestigt mit 4.206. Am Geldmarkt blieb Tages- gcld gesucht, der Satz stellte sich auf 5V, Prvz. Monatsgeld 7 bis S'/i Prvz. je Adresse Börsenkurse. 294,5 18" 245,25 176 165.5 156 16. 142 25 7,5 157 164.5 103 164.5 165 177,75 135,13 145.12 73,63 181.75 IW 10« 121 830 18« 171.5 137 161.5 157,75 Berlin stbin^* flnfano flnr» ' tr 9 12. 10. 12 Wirtschaft. Die Kohlenproduklion in Hessen. Die monatliche Statist.k der Kohlenproduktion des DvlkSstaates Hessen weist für den Monat Roosmber 1926 folg?nte Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden g fördert 35 0?3 Tonnen, verkauft wurden d.ivon 9417 Tonnen; der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelcreiprod kten erzeugt. 625 Tonnen Braunkohlenbriketts. Außerdem wurden in Hessen erzeugt eine Anzahl Tonnen St.inprefkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauches verblieben am Monntsschluh absatzfähig: 12 035 Ton: en Rohiohlen, 826 Tonnen Briketts, 2428 Tonnen Rakprehsteine, zusammen 15 309 Tonncn Braunkohlen und Braun- kohlen-Produkte im G.samtwerte von 114 750 Mk. Kreiling jun. und einigen Iugendspielern vortrefflich oorgeführt. zeigten einen kleinen Liirschnül aus der gymnastischen Schul« und dem sonstigen Sportbetrieb der Vereins. 3m Mittelpunkt der Der- anftahung stand ein sehr interessanter Bon rag des Svortaraies Dr. Heist, der in allaemeinversländ- liche« Worten die günstige Beeinflussung des in der Entwicklung begriffenen Körpers, speziell des Herzens und der Lunge. durch die sportliche Betätigung erklärte und an Hand eines Kurvenbildes deutlich vor Augen führte. Die u. a von ihm angeführte Tatsache, dast *? der Lunge eines sitzend Arbeiten den unbeschäftigt bleiben und mit der in diesem Teil ruhenden verbrauchten Lust einen der gefährlichsten Krankheitsherde im menschlichen Körper bilden, dürste allen genügt haben, von der Notwendigkeit des Sports, insbesondere des Äugendsports, zu überzeugen. Seine dankbar aufgenommenen Ausführungen schloffen mit einer an die Aktiven und Jugendlichen gerichteten Mahnung zur Enthaltsamkeit im Alkohol und Nikotingenuß. Nach einigen kurzen Dvnkesworten des 1. Vorsitzenden des Vereins, Herrn Ä. Overbeck, an die Personen, die durch mühevolle Arbeit das Gelingen des Abends ermöglicht hatten, und mit der Bitte an die Eltern um Unterstützung und Mitarbeit wurde der erste Elternabend durch das gemeinsam gesungene D. f. B- Lied beschlossen. iVtflnffert s.$i Si>.-i a Hessen.......... VI. Hessen Tcutlche Wend- Dollar flnl. dto-Doll.-Schatz-Amreiln«. . 4% Jctltutten......... 5% Sowmerckaner Berliner Haudelüqclellschaft. Coinincr; und Privat-Bant, larmft. und Nationalbank . Tcutich« Bant......... liefonto Conunandit Dresdner Bank........ Metallbanl........... Mltteldeulsche Lredilbank . . Ctfie relchische CrrditanstaU. NelchSbank Bochumer Guß........ Buder-S....... «aro ............. Demich Lnrembura...... Gellentirchener «erswerke. . Harpcner Beraban fialiroerfe AicherSleben.... Malnvcrf Wcsieregelu Lauraditlte........... n.inneSmann . ManS elder Ldcrbcdarf........... BKönir Bcrabau....... Rlieinische Braunkohle» . . . iNlKinftnlH........... Wt.-l-cd Montan........ ZrÜHS Brraimu....... verein late Stahlwerke . . . . Ürtmburq Ämrrifo Paket. . . 9torbdeultcher üleno . . . . (Lüeramische Werke Albin . . Zcmcnlwerk Heidelberg . . . Philivv Holtmann...... Anglo (Tont Guano..... Chemische Maner Nlapin- . . 1 oldschmidt Holrver vhlung st G star.en-stndustric. . . Rütqcrvwcrte........ Schrtd annalt All«. ElektrljitäkS-Gesellschaft Bergmann . . . El ttr. Lieferungen...... Licht und -Uralt . . 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Mr mch auf meinen kl oruotizeu. alenbet für $teiL Ihr: „llnb tanjl* - Lettin für H tvalli# ZrlSgruPpe ter Slfah-Lrlbt «her HörsM der Ünin?rfli tg>r - Aewerbedmln, ■ Mkgl-edermfamtMs; bunb S'h Ilhr, UntixtT.H ag. - Lichchltlhau», M Mn'. - t i:illiint?nton er". imeittbe. Kommenden co- adlkirche (Semeindefeikr mit r ieihnachl". Nah««« >«btt * metnde- MM \fi. Näheres In der W '• Elternabend der Jugend- und ^chülsrabteilung des v. f B. Aus der Er- rtnntnis heraus, dast eine gründliche sportliche Ersetzung und Ausbildung der Zöglinge nur bei eng fier Zusammenarbeit mit der Elternschaft möglich ist hatte die Leitung der beiden Abteilungen die llliern ihrer Jugendlichen und Schüler erstmals zu filier Abendveranstaltung im Saalbau Sauer eilige- 1 laben, um ihnen Zweck und Ziel de« heutigen Iu- qenbiporl« klarzumachen. Da« mustergültig zusam- 5 niengcfteaie Programm war in jeder Weise geeignet, da« Elternhaus dem Sport näherzubrinaen, und durfte bei den außerordentlich zahlreich Erschienenen ktne Wirkung nicht verfehlt haben. Nach einem einleitenden Musikstück begrüßte der Iugendleiter. Herr h. K r ä m e r , die Gaste und Dereinsmitglieber und gab in kurzen Dorten ein Bild von der Entwicklung morgen 0 Grad. Die Skisporwerhüstriste werten als gut bezeichnet Aus ter Rhön meldet man uns vom Donnerstag mittag eine Schneehöhe von 15 Zentimeter, ab 600 Meter Höhe. Der Schnee ist körnig, bte Schneedecke geschlossen Die Landfttasten sind günstig für den Aotei'port, da- Skige.änte be'indet sich in guter Verfassung. nxiltung ’R.y-ffiw 8 M 3fWrn k" !k Mm m JS un5 Qa^y 5" das ■fetal SrjtW'1 * en und w M^imScbirg^h, ysjgjtw«" Hie Temper" nuten in ben Ruhestand trat, durch eine Abordnung, bestehend au« Dberftublenbireftor Dr. Kammer, öiebigs-OberrealschuIe Darmstadt, Studiendirektor (Born, Realschule Oppenheim, als Vertreter der Anstalten, denen Dr. Dorfeld seinerzeit »orgestanden tet, ferner Oberstudiendirektor Voepperling, Oberrealschule Mainz, und Rektor Ullman n, ffictere Bürgerschule Babenhausen, im Namen von ?"> Direktoren und Letzrerkallegicn eine Ehrenukkunde -^erreicht, die folgenden Wortlaut hat: „Die unter- - schneien Oberrealschulen, Realschulen und Höheren Bürgerschulen überreichen Herrn Ministerialrat Dr. I lorfclb bei seinem Aucscheiden aus dem hessischen Staatsdienst diese» Blatt in dankbarer Anerkennung -einer hohen Verdienste um da» gesamte beffifr. Karl Habicht in Darmstadt, vollendete am 1. Dezember sein 7 0. Lebensjahr. Archer ^ihlreichen Glückwünschen au< der Aerzteschast Md ihren Organisationen ging ®4. ©jnitätorat >r. Habich t ein Schreiben teS Ministers k»es Innern zu, in dem eS heiht: .Seit Iahr- ,. 25 Serie laLinon. mit Hohlsaum, weiß mit nerrenrucner farbiger Kante; oder haibl.-inene für Damen u Herr., handgestickt, N am6 ntu C D 61 auskrflft Linon.alleBu< bst.vorrät Damentücher ^-Ba,i8t’ mit HohlsM 75 oder Serie oder M I Mietgesuche Weißweine 8 Rotweine i Schaumweine Preiswerte Weine Si'cherf sparsamste t/erruendung Krankenweine Liköre | Vereine^] Ml Spirilnosen 2.25 Preiswert! Seltersweg 70 Als besonders praktische Geschenke empfehle: Stiefel in allen Größen 1921 1921 1919 1919 1919 1.25 1.35 1.05 1.25 In allen Abteilungen vorteilhafteste Angebote Warme Winterschuhe in Filz u. 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Dezember, vormittags II1/* Uhr pünktlich im Turmhaus am Brandplatz: Mml«s R ildmIsGM Zur Verlosung kommen 60 Gewinne: Anrechtscheine und angekaufte Kunstwerke mannigfacher Art Letztere sind von Sonntag den 12. bis Mittwoch, den 15. Dezember in der vorderen 'Abteilung unseres Ausstellungsraumes zur Schau gebracht und können nach der Verlosung alsbald wahrend der üblichen Ausstellungszeiten an der Kasse in Empfang genommen werden. Die Mitglieder werden zu dieser Veranstaltung freundlichst eingeladen. 10172c Der Vorsitzende: Bücking. Ä Mist zu verkaufen. ZozelSgaffe 9. Telephon 1375. Ein praktische, Q J | I Fest-Geschenk als 50 Stock u. bringen Ist ein eleganter, fescher U U U V i 11 U wie W ■ solche zu 20.00, 15.00 [ Verkäufe Elektrische Hand- u. Tisch- Bohrmaschine sa't neu. billig au verkaufen. 08592 Crednerftr.461l.r (Sine sebr gute W KßBzerlzilher preiswert au verk. Liedigftr. 19 II. M-Schautel- pferd.rsolländer und Burg au verkaufen. Uavlanögaffc 27. Verein fjnnöefootl für Giebeln. 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DaS alle- waren Ausgaben, die in den letzten Jahren und Monaten ihre Erledigung «funden. Noch stehen unserer Gemeinde aber grohere und schwerere Ausgaben bevor, ^lnd da sei in erster Linie einer sehr wichtigen Aufgabe gedacht, die hoffentlich in den ersten Wochen tn Angriff genommen werden tonn. Es ist die Anlegung der Wasserleitung und damit verbunden die Ausführung der Ä a n a [ i f a t i o n. Die Bewohner teS Nordteil« unsere« Dorfe« und ein Teil der Anwohner der Frankfurter Straße verspüren bereits die Segnungen der Kanalisation, denn dort liegt sie schon einige Jahre. Für dto noch nicht angcschlolsenen Straßen ist infolge der Lage de« Dorfes am Nord- und Westabixvig eines Hcchenzugc« die Anlage verhältnismäßia leicht durch,zusühren. denn Gefälle ist überall und reichlich vorhanden. Auch die Wasser- bef chaffung ist leicht zu regeln: der Anschluß an das Wasserwerk der Stadt Dießen ist bereits in Erwägung gezogen. Die Entscheidung über die Ausführung des gesamten Werke« erfolgt in den nächsten Tagen Man wende nicht ein, daß Klein-Linden gute, zum Teil unversiechbare Brunnen habe. Gewiß. da« Wasser ist wohl gesundheitlich einwandfrei, enthält aber sovicle Nebenbest andt ei le (Kalk, Elfen. Salpehrr). die es zur Verwendung beim Waschen direkt unbrauchbar machen. Auch male man sich einmal die Folgen aus. die bei einem trockencil Sommer ein Vrohfeuer haben könnte I Als ziemlich gesichert ist die geplante Versorgung unserer Gemeinte mit Gas aus dem Gießener Gaswerk anzuschen. Die Stadt Gießen legt die ßuleitungen bis in die Woh- nungen und stellt selbst die Gasherde auf. Sie lieferst das Gas zu demselben Preise wie derr Haushaltungen in der Stadt. Die HauSinstalla- tioneri werden amortisiert und gehen nach einer Aeihe von Jahren in den Besitz der Interessent en über. Auch die Derkehrsfrage fei an dieser Stolle kurz gestreift. Der gegenwärtig eingerichtete Aulobusverkehr ist nur ein Notbehelf. Nur eine Möglichkeit gibt es, den Verkehr nach Klein-Linden zu beheben, und das ist der Ausbau der Elektrischen von Gießen nach hier. Die Stadt Gießen selbst hätte das größte Interesse daran, würde doch durch diese neue Linie das gesamte Südoiertel der Stadt dem Verkehr erschlossen. Man sehe sich einmal den Bekehr an, der an manchen Tagen sich nach den Kttniken und weiter/südlich nach Klein-Linden zu abwickelt, dann wird man sicher zu der Uederzeuguna gelangen, daß der Ausbau dieser Linie Genau so wichtig ist, wie anderer schon bestehender Linien. Gerade jetzt sollte man den Ausbau des Unterbaues bereits vornehmen, auch wenn die Linie vorerst noch nicht eröffnet werden sollte. Arbeitskräfte sind genug vorhanden. Vielleicht wird die Arbeit ab Norftandsarbeit anerkannt, und ein Zuschuß wäre bann gewiß. Vielen Arbeitern wäre für längere Zeit Arbeit und DerdienstmögHch. kett gegeben; denn die ganze Strecke bis Mitte Klein-Linden beträgt immerhin rund 2 Kilometer. Vielleicht ist auch in den nächsten Jahren die Moa- ttchkeit nicht ausgeschlossen, daß Klein-Linden in den Besitz einer Haltestelle der Eisenbahn kommen kann. Wenn wir auch vor den Toren der Stadt Gießen liegen, so ist doch eine Haltestelle für Personenzuge, vor allem aber für den Güterverkehr eine unbedingte Notwendigkeit. Da heißt es also' in der nächsten Zukunft aufpaffen und die Gelegen' Heiken nicht versäumen. Und nun fei noch eines letzten Punktes Erwähnung getan, und das ist die sehr wichtige Frage der Eingemeindung unseres Vororts nach der Stadt Gießen. Die Stimmen der Gegner und Anhänger dieses Gedankens werden sich z. Z. wahr, schemlich noch die Wage halten, jedoch wird im taufe der nächsten Jahre mancher Gegner zur anderen Einsicht kommen, denn mit der Verwirk' uchung dieses Gedankens sind doch auch recht große Vorteile verbunden, die aufzuzähken hier nicht am Platze ist. 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Weibnachlöfcicr mit Peicheuing lut ■ Sinben UW! der.LiediaSdovt. 2ie ifiiiglicaelain lit am saale-nga f vormeig- legen voiim* B" wolle man» in» Lifieit von Saiten .ui X irnttet Saalamwm Ka«sjs yiieisoeirinlflDOJ 1876 - 1S25 )l)t. -odil' luranl' (fetöfleC p, H- V- I Sampl' , i, ubenb; » Heute " -- I ar. 289 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Eine notwendige liranterweiteruna I &a’V*It Vv$) eine ku^e Novelle: Sm schon 7l", verloren geglaubter Sohn kehrt unerkannt in im Kampf gegen die Schundliteratur großen Heimatblatt wurde das Ganze getragen durch eine grauen- Das einzig Wahre ist Narr bleibt, wer vom Leben wird belebt durch Empfehlungsanzeigen in Ihrem angestammten Der heimkehrende Vater stirbt vor Entsetzen am Schlaganfall, die Mutier verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Sie endet also wahrscheinlich durch Selbstmord. — Weiter find keine Pesvnen da« Elternhaus zurück. Um zu Geld zu kommen, hat er seinen Freund, der al« Goldgräber in Amerika glücklicher war al« er, umgebracht und beraubt. Jetzt will der Sohn sich in der Heimat ansiedeln. Sein« Mutter überredet den Vater, dem Fremden, der sich gegen Voraus- bezahlung eines ansehnlichen Schlasgeltes unerkannt einquartiert hat, in ter Nacht umzubringen und zu berauben. Der Vater geht zunächst in« Wirtshaus, um sich für die grausige Tat Mut anzutrinken. 3m Wirtshaus erfährt er dann, daß er sein eigene« Kind beherbergt. Gr eilt nach Haus, um es seiner Frau mitzuteilen. wen sie für die Nacht unter ihr Dach aufgenommen haben, aber er kommt bereits zu spät. Die Frau hat In ihrer Geldgier schon dem Schlafenden die Kehle durchschnitten und beraubt. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschloffen. Jur unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügkes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. ’ werden solange hemmende Gesetze drohen, bis sie sich ihrer moralischen Verantwortung bewußt geworden und zur Hebung und Vertiefung der Weltanschauung des Volkes rniHuwirken bereit ist. Weihnachtsgeschäft Hallo! Ha Hol ruft es am Fernsprecher: hallol oder holla! rufen wir wohl, wem, wir einen Laden beim Eintritt teer finden. Wer sollte es diesen Wörtchen, die heute im G triebe des städti- schen Lebens unentbehrlich scheinen, noch ansehen, daß sie ursprünglich der Ruf nach dem Fährmann (dem Fergen) auf der anderen Seite des Flusses waren und eigentlich .Hol über!“ Erbeuten? .Hola, hola, ferg, hol!" heißt es in einer Schrift des Heidelbergers Olearius (um 1500). mehr umzubringen. Dun, drei öeitben sind ja auch für eine kurze Novelle schließlich genug! Auch hier handelt es sich wieder um eine Dichtung von starker künstlerischer Qualität. Der grausige Stoff ist wirklich gestaltet. Selbst der Laie muß zugeben, daß die kleine Novelle als echte Kunst zu werten ist. Und doch ist und bleibt ein derartiges Kunstwerk offenbarer Schund! Das Jammervolle, das Greuliche, Renten und Empfinden des naiven Lesers Verwüstende auch dieses Dokumentes ist wieder das Weltanschauliche, also das, was hinter und zwischen den Zeilen steht, was dem Leser einfach fuggeriert, aber vom .Künstler" klugerweise nicht offen ausgesprochen wird. Geld regiert die Welt! predigt dieser. .Glück ist allein abhängig vom Besitz!" — Weniger unsympathisch ist in diesem Fall« freilich der Gedanke, daß der am Freunde begangene Raubmord sich hinterher am Tater selber wieder rächt, aber Im übrigen — ? — Eine leider weit verbreitete und von allen Kennern ernst genommene Art moderner Kunst verherrlicht offensichtlich das Verbrechen in jeder Storni und Preist dieses als einzige« Rettunas- mittel aus inneren und äußeren Nöten. Ich finde, die Ethik in der Literatur dieser Art ist für einen gesund empfindenden Menschen einfach zum Dalleerbrechenl — Auch der Film, den ich eingangs erwähnte, schlägt in dieselbe Kerbe. ®r ist zweifellos glänzend aufgemacht. technisch sowohl, als auch fünft- lerisch. Das Manuskript wurde nach einem viel- gelesene« und viel bewunderten Roman einer großen Wochenschrift bearbeitet Gewiß hat die Getellfchaft, die diesen Film herausbrachte, Unsummen geopfert, ein fabelhaftes Personal auf die Beine gebracht und wundervolle Szenerien geschaffen. Wenn man sich rein künstlerisch einstellte, den Film nur al« Bildenserie auf sich wirken ließ, konnte nun Szenerien von unvergleichlicher Schönheit genießen. Aber loieder mehr und anderes erwartet, al« was sein Portemonnaie leisten kann Hinterher vergißt sich im Leben alles! Verbrechen werden auch vergessen, wenn du nur erst das Glück erjagt hast. d. h. über einen wohlgefüllten Tresor verfügst!" — 3TI e« nicht höchste Zeit, daß unsere berufenen Instanzen endlich Abwehrmittel auch gegen den künstlerisch ausgezogenen Schund ergreifen ? Nicht um die Frage Kunst oder Schund banöeli es sich, sondern vor allem ist der Kampf gegen den kunstvollen Schund zu führen Es mutet mich oft direkt komisch an, wenn ich biedere Schulleute sich eittrüsten sehe über 3n- dianerbücher und Groschenromane, die in ihrer Klasse wieder einmal auf getaucht sind, und die doch kein Verständnis für die wert größere Gefährlichkeit des künstlerischen Schundes haben Wissenschaft. Kunst und Lebensanschauung sind gleichwertig. Sine Kunst aber, die nicht auch der Gesundung der Weltanschauung in unserem Volke dient, darf auch nicht den Anspruch auf Freiheit machen Der Freiheit der Kunst Elektromotor geriet unter Wasser, so daß das elektrische Licht verlöscht^ Giftige Gase bildeten sich, bi« das Atmen bedeutend erschwerten Das Doot sank am 15. April um 10 älhr vormittags, wir toten ungeachtet der Anwesenheit ter giftigen Gase unser Möglichstes, um das ern- gedrungene Wasser mit den Handpumpen zu entfernen. Der elektrische Strom blieb au«; geringe Mengen von Schwefelsäure traten au« ter Sammlerbatterie aus. Das in diese Batterie eintreten te Seewafser verursachte keine Bildung von Ehlorgasen Untere einzige Hoffnung stützt sich auf die Tätigkeit ter Handpumpen. Dis zu dieser Stelle schrieb ich bei Denutzung des durch den Deobachtungsturm ein dringenden Lichtes. Es ist 11 Uhr 45 Minuten Unsere Kleider sind durchnäßt, und wir leiten unter Kälte. Ich behaupte, daß bei allen Anlässen die ‘Bemannung eines Unterseebootes ihren Dienst stets auf das sorgsamste ausüben und immer mutig an die Arbeit gehen muß. Ich habe auch sehr ost gesagt, man dürfe nicht übertrieben vorsichtig fein. Sv mancher wird sich hierüber luftig machen, doch verharre ich fest bei meiner Ansicht. Der Tiefen- druckmesser im Kommandoturm zeigt eine Tiefe von 15,8 Meter an. Wir versuchten weiter, das Wasser auszupumpen, doch rührte sich das Unterseeboot bis jetzt, 12 Uhr, nicht. Wenn die Wasser- tiefe, In der wir liegen, laut Angabe ter Karte 18 Meter beträgt, so arbeitet ter Tiefendruckmesser ungefähr richtig. Für den Dienst auf einem Unterseeboot müssen Offiziere und Mannschaften mit äußerster Sorgfalt ausgewählt werten, da sonst zu befürchten ist, daß in Augenblicken, wie dem gegenwärtigen. Unzukömmlichkeiten entstehen könnten Ich freue mich darüber, daß meine Leute ihrer sülcht unentwegt und tadellos nachgekommen sind. Ich bin über ihre Leistungen sehr befriedigt. Letzte Aufzeichnung im Unterseeboot. Don Derthold Krause. Nur mit Grauen können wir uns in die Lage der Braven versetzen, die. im Innern eine« gesunkenen Unterseebootes eingeschlvssen, meistens unrettbar dem Tote verfallen sind. Wie diese Lage ist. hat der Kommandanl de« am 15. April 1940 mit 2 Offizieren und 12 Mann versunkenen japanischen Unterseeboote« Nr. 6. der Leutnant Sakuma. gewissenhaft wie folgt aufgezeichnet, biS ihm der Tod den Schreibstift aus der Hand nahm: .Ich bin außerstande, die Bitte um 'Vergebung für den Verlust Seiner Majestät Unterseeboot, sowie für den Tod meiner Leute, woran meine Sorglosigkeit allein die Schuld trägt, in Worte zu kleiden. Alle Leute sind ihren Pflichten bis zu ihrem Tode bei Entfaltung höchster Energie nachgekommew Wir verloren inifer Leben tn treuer Pflichterfüllung für das Wohl des Datcrlante«. Unsere einzige Besorgnis ist, dieser Unfall könne von ter Öffentlichkeit so aufgefaht werten, daß die weitere Entwicklung des Unter- seebootwesen« gehemmt wird. Wir g;ben uns der sicheren Hoffnung hin, daß man nicht in einen solchen Fehler verfallen, sondern im Gegenteil alle« daran setzen wird, das Unterseeboot sowri? wie irgend möglich zu vervollkommnen. Wenn man diesen Wunsch erfüllt, so haben wir kein anderes Begehren mehr zu stellen. Als wir zur Unterwasserfahrt in die Tiefe tauchten, versuchten wir die Kette te« Derschluh- fchieber« zu bewegen, doch riß sie, so daß wir genötigt waren, den Schieber von Hand zu öffnen. Es war aber schon zu spät: das Achterschiff hatte fich mir Wasser gefüllt, und das Unterseeboot sank unter einem Winkel von 25 Grad. Der Auf den Tod war ich stets vorbereitet, mein letzter Wille liegt in einem Behälter ter Kavafaki- toerfe. Dies ist übrigen« ganz meine private Angelegenheit, und ich wünsche, daß hierüber nicht weiter gesprochen werde. Meine lieben Freunde Asami und Taguci mögen ihn meinem Vater übergeben. Ich richte an Seine Majestät die untertänigste Ditte, die Gnade zu haben, daß die trauernten Familien meiner Leute nicht tem Glend preisgegeben werden. Dies ist die einzige Sorge, die mich tn diesem Augenblick bedrückt. Ich bitte, den nachstehend benannten hohen Personen meinen Abfchiedsgruß zu übermitteln: Vizeadmiral Shimamura, Kommandant der 2. Eskadron. Vizeadmiral Fudz-i. sowie den Kontre- admiralen Hawa und Bamashika. ,, ;---Der Luftdruck steigt beständig, und ich habe daS Gefühl, als ob die Trommelfelle an beiten Ohren platzten. 12 Uhr 30 Minuten: Das Atmen verursacht große Schmerzen. Ich glaubte, den Gasolmtank ausgeblasen zu haben: ich bin jedoch durch Galo- ltogase vergiftet. Die Uhr zeigt jetzt 12 Uhr 40 Minuten." Das Unterseeboot konnte erst 50 Stunden f bä ter gehoben werten. Die gesamte Besatzung war erstickt. Der lautliche Unterschied der beiten Wörter er- ttart ftch daraus, daß die ältere Sprache für unser Abölen“ zwei Formen hatte: Halen und holen Nun bangte man im Mittelalter, um einen Ruf S" verstärken, ein ä an, da« sich später zu ö ver- dunkelte (HM! holä! bald!). Auch Da« Ausruf- toort t ol mußte iuxh bis inS 18. Jahrhundert oiesem Zwecke dienen. Die beiten Rufe: „Feurio! V^rdiol" in Schillers „Räubern" gehören wohl zu den letzten dieser Art, sie sich noch im Schrifttum Finten. Viele unserer Wörter entern ja auf em tonloses e. das den Schall, auch wenn man es verlängert, nicht weit trägt (»Diebe! Hilfe!"). Wie gana anders mag da in den unsicheren Zeiten des Mittelafter« m dunller Nacht oft ter Ruf: „S)ufa! Mordw! D.ebio!" erklungen sein! In Konstanz sollen übrigens noch heute die Felchen des BotenfeeS in den Straßen mit „Felchio! Fllchio!" au«gerufcn toerten. Holla! Hallo! sind also eigent- N 'ne DefthlSfvrrnen Wn „holen (Halen)" mit tem schall verstärkenden a (Ö); sie forderten den Fährmann auf, ten Rufer zu holen. Im ersten Bande ter von Jakob Grimm gesammelten Weis- tuiner (volkstümliche Rechtsfahungen- heißt eS in einem Weistum vom Jahre 1471: .Deeh ein mentfete Mit Mchns üenfeit des Mains) und riff bn male: Hallo! Hallo! wolt ine ter ferge tem mt baten..." Sinngemäß wurde dann ter Ruf auch auf der Jagd verwendet, zunächst als Zuruf an die Hunte, das Wild zu holen. Snd- ttch gebrauchte man es. um überhaupt die Aufmerksamkeit eines andern zu erregen. Je weiter vom Ursprung, um so verwehter und Verblasen er wird meist die ^teutung ter Wörter, wie der Rauch, ter aus dem Schornstein geht. - So ist Hallo! ein Nachllang alter Zeit, einer Zeit, tn ter Brucken noch selten waren, als Furten und Aähren noch eine wichtige Rolle spielten. Welch weiter Weg von da bis zum Fernsprechers H, Kommunale Arbeiten und Ausgaben in Klein-Linden. OO Klein-Linden, 9. Dez. Wie allenthalben, so hatte auch hier die Durchfüyrung der F e l ö bereintgung große älnzusrietenheit aebvacht. Heute, zwei Jahre nach Fertigstellung, sind die meisten ter ehemaligen Gegner von ter lieber- zeugung durchdrungen, dav die Durchführung ter Bereinigung von großem Segen für unsere ganze Gemeinte, insbesondere für die Landwirte gewesen ist. Anschließend an die Feldbereini- gung fand eine OrtSvermessung statt, und ttn Zusammenhäng damit konnte die Gemeindevertretung ehren weitsichtigen Ortsbauplan schaffen, ilnfere Gemeinte kann mit Stolz auf dieses Werk zurückblicken, zeigen sich doch seine Vorteile schon in ter gegenwärtigen Zeit: selbst für die nächste Generation wird sich ein Mangel an Baugelände nicht mehr fühlbar Nörchen. Im Offen und Süden unseres heute 2000 Seelen zählenden Dorfes sind neue Straßen geschaffen worden, deren Breite von 8 Meter die Gemeinde davor bewahrt, in Zukunft Land für Straßengelände kaufen zu müssen. Außerdem sind die Grundstücke an diesen neuen Straßen bn Werte bedeutend gestiegen. Zwei dieser Straßen, die Heeg- und Bergstraße, seinen bereits eine Anzahl stattlicher Neubauten. Die ebenfalls neue Ringstraße bietet Baugelände im äleberfluh. In der Feldbereinigung wurde der Gemeinde ein Stück Niederwald zugeteilt. Nachdem durch Erwerbslose der Wald niedergelegt und das Gelände urbar gemacht worden war, wurden hier größere Anpflanzungen von Aepfel- und Birnbäumen vvr- genommen. Von Sachverständigen aus unserer Von Heinrich Scharrelmann. Bremen. Vor mir liegen drei interessante Äultur- dokumente au« der jüngsten Vergangenheit: Ein neu erschienener Roman, eine Novelle au« ter illustrierten Sonntagsbeilage einer unserer ersten TageSzeituTigen und ein« Ricsenanzeige, die zum Massenbesuch eine« neuert .Gala-Elite-Film«' oeizen soll. Der stattlich« Roman im ihn farme von 450 Selten ist von einem Au-länder geschrieben und von einer deutschen Frau übersetzt. Ich verschweige absichtlich £uel und Verlag, weil e« mir nicht aus das einzeln« Buch, von tem hier Mt Rete ist. ankommt, sondern auf das Typische einer gewissen Sorte .moderner Dichtungen". In solidem Leinenband und in durchaus geschmackvoller Zeichnung präsentiert sich daS Buch Siz vorteilhaft. ilnt> der Inhalt? — O, er lt auch einer strengen ästhetischen "Beurteilung rtbl Der Ausbau der Handlung ist ziel bewußt und zwingend, und der Stil ist oft von geradezu klaftischer Kürze und Wucht. Unb fä)tagend sind bit Blitzlichter, die hier und da auf Menschen und Verhältnisse geworfen werden. Es handell ftch also um ein Buch, das reich an künstlerischen Qualitäten ist und da« daher sicher fein darf, von allen Rezensenten anerkannt und lobend besprochen zu werden. ilnb doch — als ich mit der Lektüre fertig war — tarn ein tiefes Erschrecken über mich. Dis Buch enthält di« Geschichte eine« Menschen, ten fein Schicksal zu Diebstahl, Laster, Gefängnis und Mord führt. Verführung eines jungen Mädchen-, Auswanderung nach Amerika, Der- anmmg. Einbruch. Strafzeit, vergebliche Versuch«. wieder zu Verdienst zu kommen, Schändung eines zehnjährigen Stinte«, dessen Ermordung, Flucht vor ter Polizei, Ergreifung und Hinrichtung — das sind die Etappen der Handlung. Also E^ntertreppengeschehen In Reinkultur!! Noch widerlicher aber als die sehr realistische Schilderung ter Verbrechen ist die dem unbefangenen Leser suggerierte Weltanschauung, die sich durch dieses .Kunstwerk" zieht. Ein öder, unproduktiver Materialismus redet dem Leser ein: Der Mensch den V Oberhessen. varrdkrcis Gichen 00 Klein-Linden, 9. DeK Durch die Der setzuna von Pfarrer Ackermann nach Nordheim im Nied ist unsere Pfarrstelle gegenwärtig verwaist. Der für unsere Gemeinde vorgesehene Pfarrverwalter wird erst nach Neujahr feinen Dienst hier antreten können. Infolgedessen Ist durch das Dekant ein Dertretungsplan aufgefteUt worden. Die benachbarten Psarrer haben die Vertretung übernommen. Kirchliche Amtshandlungen, wie Hochzeiten und laufen, können nur an Sonntagen, und ;war unmittelbar nach dem Gottesdienst vollzogen werden. Bg. Groften-Duseck, 9. Dez. Einen ebenso unerwartetem, tote feltenen Besuch bekam gestern abend eine In der Deuemer Strafte Wohneiche Familie. Sin Fischreiher flog in der Dunkelheit gegen daS Küchenfenstm und kam durch die zertrümmerten Scheiben herein. Rochdem der erste Schreck überstanden war, wurde der seltene Bogel gefangen und in einer groben Stifte untergebracht. Qutfter einer geringen Verletzung an einem Flüge- zeigt er keine Wunden auf. Um so verwunderlicher ist es, da ft daS Tier weder fliegen, noch sich auf den Deinen Haltern kann. Heute wurde eS von zahlreichen Schulkindern und vielen Erwachsenen besichtigt. Man will den Bogel bereits fett Wochen in der Gegend beobachtet haben. be. Mainzlar, 8. Dez. Gegenwärtig wer- den die Reuarbeiten an der Lu m d a - t a l b a h n zwischen unserer Station u»d Dau- bringen fortgesetzt. Die seitherigen Schwellen und Schienen werden durch neue ersetzt. Zeitweilig muhte der Uebergang über die Strafte nach Dau- brlngen für Fuhrwerke gesperrt werden. ' TreiS a. d. Lumda, 10. Dez. Unser Mitbürger Heinrich Meier und seine Ehefrau, geb. Mink, feiern am kommenden Sonntag, 12. Dezember, ihre goldene Hochzeit. Kreitz Friedberg. «f. Friedberg, 8. Dez. Drei um die Sache der Deutschen DolkSpartei hochverdiente Mitglieder werden in diesen Tagen unsere Stadt verlassen, um nach Darmstadt überzusiedeln: Bros. Wilh. Kloos, der erste Dorsitzende der Ortsgruppe, dessen Frau, Dorfitzenbe der Frsuen- gruppe. und dessen Schwiegervater, Buch Händler Karl S c r i b a. früherer langjähriger zweiter Vorsitzender. Zu ihren Ehren veranstaltete die Ortsgruppe eine A b s ch t e d S f e i e r im Deutschen Hause, die überaus zahlreich besucht war. Geh. Fustizrat W i n b e ck e r fand warme Worte des DankeS und der Anerkennung und teilte mit, daß die drei Scheidenden zu Ehrenmitgliedern ernannt worden seien. Don Gießen war eine Abordnung der Provinzialftelle erschienen, an deren Spitze Professor Dr. Kraus- muller und Landtagsabgeordnete Frl. Diyn- Baum, und überreichten als Andenken ein schönes, vaterländisches Bild. Zahlreiche weitere Ansprachen, besonders von der besonders stark vertretenen Frauengruppe, Dankreden der Gefeierten, musikalische und deklamatorische Vor- träge sorgten für einen schönen und stimmungsvollen Verlaus des Abends. WÄR. Friedberg, 9.Dez. Beim Transport von zirka 50 Beniner schweren Gittermasten in Wölfersheim brach der Vorderteil eines Wagens. Der Fuhrmann geriet unter einen h e r u n t e r s a l le n de n Mast und muhte mit bedenklichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Arcitz Büdingen. T Bidda, 9. Dez. 3n dem Gemeindehaus« des benachbarten Gettenau übern achtete dieser Tage ein in den mittleren Jahren stehender Bruder der Landstrabe. Als ihn der Ortsdiener am Morgen auSlassen wollte, vermochte er ihn nicht aufzuwecken. Besinnung S- l o s wurde er in das Krankenhaus nach Fried- berg überführt, wo er kurz nach der Ein- kieserung starb. Aach den Ausweispapieren: l handelt es sich um den bljährigen Schlesier Anselm Politzki, dem der Tod Knotenstoa unt> F Schnappsack so plötzlich aus bet Hand genommen. — Der hon bet Stadt neu errichtete Elstetch aus der Gän-wiese bietet jetzt, wo er nur mit einer dünnen Et-decke versehen ist, eine grobe Gefahr für die Kinder, da seine Diese beim Einbrechen der Decke den Tod durch Ertrinken naherückt. Kreitz Schotten. ld. Aus dem Vogelsberg, 9.Dez. Sn Frost und Schnee haben dieser Tage die Schl e° hen die Vollreife erlangt und geben nun, mit Essig und Zucker eingemacht, für die un- verwöhnten Dewohner des obflarmen VogelS- bergeS eine wohlschmeckende Beikost. Kreitz Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm, 9. Dez. Ein großer Erfolg war die am Samstag und Sonntag stattgehabte Ausstellung des Ge- flügkl-, Kaninchen- und Vogelzuchtvereins 1921. Wenn schon die große Beteiligung der Züchter an der Ausstellung besonders be- mcrkenswett war, so bedeutete der Besuch der Schau einen weiteren großen Erfolg des ausstellen- den Vereins. Mehr als 900 Personen Haden die Veranstaltung besucht und sich lobend darüber ausgesprochen. Leider mußte die Ausstellung der Vögel unterbleiben, da die auswärtige Firma, die die Beschickung der Schau mit exotischen Vögeln übernehmen wollte, infolge unvorbergesehener Um° stände ihrem Vorhaben nicht Nachkommen konnte. Mehr als 400 Tiere der verschiedensten Gattung von Geflügel und Kaninchen haben die geräumige Stodthalle gefüllt. Die Prämiierung brachte zahlreichen Ausstellern wohlverdiente Anerkennung. Die Ehrenpreise bestanden in Hühnern, Hasen, Weckern, Lössein, Obstkörben, Butterdosen und ähnlichen nützlichen Gegenständen. Auch die Vereins- Verlosung hat einen vollen (Erfolg gezeitigt. L Ober-Ohmen, 9. Dez. Sie Ar beitS- lofensrage tritt nun auch für unteren Ort wieder härte: in den Vordergrund. Gegenwärtig werden hier 10 ErwerbSlofe gezählt, jedoch wird sich diese Zahl tn Kürze erhöhen. 3m Sommer und Herbst fanden zahlreiche Arbeiter bet den Walzarbeiten auf der Ohmstrafte, im Keilfchen Steinbruch, als Maurer ober als Dreschmaschinen- versonal Beschäftigung. Da ine meisten dieser Arbeiten im Winter ruhen, nimmt die Arbeits» dp Holzhausen bei Gradenbach, 9. Dez. Der älteste Sohn des Kaufmanns L., hier, stürzte an einer abschüssigen Stelle der Strafte mit dem Fahrrad, das schon längere Zeit einen Gabelbruch aulwles, und verletzte sich schwer am Kopf und Hals. Mitfahrende Freunde verbrachten ihn in die elterliche Wohnung. Dillkreis. WSM Saiger, 9.Dez. Am 15.Dezember wird die 8,15 Kilometer lange Teilstrecke Hai- ger— Rabenscheid der Reubaustrecke Hal- ger—Gusternhain mit den Bahnhöfen Flamm.rs- hach und Langenaubach für Personen, Güter-, Gepäck-, Erpreßgut, Privatdepeschen. Leichen- und Tierverkehr und mit dem Bahnhof Raben- scheid für den Personen»- und Gepäckverkehr und den Güterverkehr in Wagenladung eröffnet. Oberlahnkreis. WSR. Weilburg, 9. Dez. 3n Arfurl brach gestern mittag gegen halb zwei Uhr Feuer in der Scheune und in zwei Ställen eines uaiiD4>u,e-> au». Durcy das rasche auf seinen Herd beschränkt werden. Der Schaden, grei e.i ter Arfur er Feuern «hr konnte der Brand der s e h r g r o ft ist, ist nicht durch Versicherung gedeckt. Kreis Usingen. WSA. Ufingen, 9. Dez. 3n D o d a. d. Weil fand eine Besprechung über die Aufschließung des WeiltaleS durch bessere Poftautoverbindunaen statt. Das Ergebnis war die Bereitwilligkeit der Post, ab 1. Januar 1927 die Autolinie Dad-Rau» h e i m — R o d a. b. W e i l in ött-ei Linien -v erteilen, und zwar in die Linie 03 a b - 01 au • Beim — Ufingen und die Linie Ufingen — Roda. d. Weil bzw. Weilmünster. Diese Reu. regcaing entspricht den seit Oahren vvrgebrachten Wünschen der Interessenten; sie wird in Kraft treten, sobald die beteiligten Gemeinden die geringen Garanliebeträge, die zur Uebernaftme etwaiger Betriebsaus.ülle eines IahreS dienen sollen, übernommen haben. Der Steuerabzug vom Kapitalertrag. Don Regierungsrat Dr. P l o ch - Schotten. 1. wo tritt der Steuerabzug ein? Der Steuerabzug voyi Kapitalertrag, der in den § 83 bis 88 des Einkommensteuergesetzes vom 10. August 1925 geregelt worden ist, unterscheidet sich wesentlich von der Kapitalertragsteuer, die auf Grund des Kapitalertragfteuergesetzes vom 29. Marz 1920 erhoben wurde. (Einmal ist der Kreis der {teuer*- pflichtigen Rechtsvorgänge teils eingeschränkt, teils erweitert. Dann aber ist der Steuerabzug vorn Kapitalertrag heute nur eine besondere Art der Erhebung der Einkommensteuer und kommt bei der endgültigen Veranlagung zur Anrechnung, während die fr. ere Kapitalertragsteuer eine Vorbelastung des Kapitaleinkommens darstellte und neben der Einkommensteuer erhoben wurde. Dem Steuerabzug unterliegen: 1. Dividenden, Zinsen. Ausbeuten und f o n ft i g e Gewinne, welche entfallen auf Aktien, Kuxe, Genutzscheine, sowie auf Anteile an der Relchsbank, an KolonialgeseUschaften, an bergbautreibenden Vereinigungen, welche die Rechte einer juristischen Person haben und an Genossenschaften, sofern bei letzteren die Zinsen je Mitglied und Jahr 10 Mk. überfteigen, — Hiernach soll also alles erfaßt werden, was die Gesellschaft als Gewinnanteile den Gesellschaftern zukommen läßt. Behält eine Gesellschaft einen Teil ihres Gewinnes als Gewinnvortrag oder zur Bildung von Reserven zurück, so wird 'hiervon kein Steuerabzug vorgenommen. Der Grund dafür, daß man bei Genossen schäften die Gewinnanteile (tm Gesetz als Zinsen bezeichnet) unter 10 Mk, steuerfrei laßt, liegt darin begründet, daß die Geschäftsanteile bei Genossenschaften meistens nicht voll einbezahlt sind; es handelt sich hier häufig um geringe Kapttalbeträge, bei welchen die Vornahme des Abzugs in keinem Verhältnis zum finanziellen Ergebnis steht. Wenn also eine Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaft auf das Geschöstsguthaben eines Mitgliedes im Jahre nicht mehr als 10 Mk. ayszahlt oder gutfthrelbt, dann oll ein Steuerabzug nicht ftattfinben; Aus der vor- tchsntzen Aufzählung ist weiter zu entnehmen, daß >ie Gewinne, welche auf Anteile an einer G. m. b. H. allen, nicht dem Steuerabzug unterliegen. Diese Tatsache bedeutet eine Einschränkung gegen den früheren Zustand. Der Grund dafür ist in § 57 des Einkommensteuergesetzes zu suchen. Dort ist bestimmt. daß, mein tn dem Einkommen eines unbeschränkt Steuerpflichtigen Gewinne aus Anteilen an einer G. m. b. H. enthalten fin^unb das Gesamteinkommen nicht mehr als 20 000 Mk. beträgt, die Einkommensteuer sich um 10 Prozent der Gewinne, jedoch höchstens um 500 Mk. ermäßigt. Man ging hierbei von der Erwägung aus, daß gerade bei einer G. m. b. H. vielfach Personen beteiligt seien, die auf dis verteilten Gewinne zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts angewiesen feien. Auch stehe in diesen Fällen die G. m. b. H. häufig der offenen Handelsgesellschaft oder der Einzelflrma so nahe, daß eine Doppelbesteuerung einmal durch die Kör- Serschaftssteuer bet der G. m. b. H.. andererseits die Inkommensteuer bei dem Gesellschafter Ungerecht' fertigt sei. Blieben nun diese Gewinne dem Steuerabzug unterworfen, so wurden zahlreiche Erstattungen notwendig werden, die im Interesse der Vereinfachung vermieden werden müssen. 2. Einkünfte aus ber Beteiligung an einem Handelsgewerbe als stiller Teilhaber. Diese Dorfchrist ist neu, sie ist in den Kreisen ber Steuerpflichtigen noch nicht hinreichend bekannt geworden. Der stille Teilhaber unterscheidet sich von einem sonstigen Gesellschafter dadurch, daß er keinen Anteil an dem gewerblichen Vermögen, bas bem Inhaber bes Gewerbebetriebs gehört, erwirbt. sondern nur ein Forderungsrecht aus seiner Kapitalbeteiligung gegen den Betriebsinhaber hinsichtlich seines Gewinnanteils besitzt. Seine Einkünfte werden deshalb als reine» Kapitaleinkommen behandelt. 3. Zinsen aus Anleihen, die In öffentlichen Schulbüchern eingetragen oder über die Teil- schuldoerschrelbungen ausgegeben sind, wenn die Eintragung in öffentlichen Schulbüchern ober He Ausgabe von Teilschulverschreibungen nach Einführung der Rentenmark (15. November 1923) erfolgt ist, ober wenn es sich um mertbeftänblge Anleihen banbelt Also berartiae Anleihezinsen stnb vom Steuerabzug ausgeschlossen, wenn die Anleihe schon vor dem 15. November 1923 in öffentliche Schulbücher eingetragen oder über sie schon vor diesem Zeitpunkt Teilschuloerschreibungen ausgestellt worden sind und es sich nicht um wertbestäm oiae Anleihen handelt. Als wertbeständig fteb 2*n- leiyen dann anzusehen, wenn in ihnen die Zahlung einer Geldsumme versprochen wirb, deren Höhe nicht durch Angabe eines festen Betrages, sondern durch Bezeichnung des Maßstabes bestimmt ist. ™a) dem der geschuleie Geldbetrag zu errechnen ist (Roggen- anleihe, Kohlenanleihe). _ . Die ausgewerteten früheren Industrieobliaa- ttonen und oerwandten Schuloerfchreibungen sollen nach Auffassung des Reichssinanzminssters zu den unter 3 genannten Anleihen gehören, d. h. ihre Zinsen unterliegen dem Steuerabzug vom Kapitalertrag. Der Reichsfinanzhof hat in Dlefer Frage noch nicht entschieden. Aus der Zusammenstellung der Falle, in welchen ein Steuerabzug vom Kapitalertrag vocgenommen werden muh? ergibt sich andererseits, daß nicht abzugspflichtig sind folgende wichtige Äapi- talemfommensarten: a) Zinsen aus Rapfttiforberungen sonstiger Art einschließlich Zinsen aus Einlagen und Guthaben vei Sparfaften, Banken und anderen Kreditanstalten, also die Kapitalforberunsszin- sen, gleichviel ob sie auf Kauf, Darlehen ufm. beruhen; b) Zinken aus Hypotheken, GrundscbuLen uh* Auch hier tritt ein Steuerabzug nicht ein, bi« Zinsen sind unverkürzt an den Gläubiger zu zahlen. *■ — Damit ist natürlich nicht gesagt, daß diese Einnahmen überhaupt steuerfrei seien, sie unterließen selbstverständlich der Einkommensteuer, nur nicht dem Steuerabzug bei ber Zinszahlung. Der Steuerabzug ist auch dann vorzunehmen, wenn die Kapitalerträge in einem land- ober forstwirtschaftlichen ober gewerblichen Betrieb ansallen. da der Schuldner, der den' Steuerabzug oornimmt nicht nachprüfen und festsiellen kann, ob die Kapitalerträge für den Gläubiger Einkünfte aus Kapitalvermögen ober aus (Gewerbebetrieb barstellen. ' Der Gläubiger hat bei seiner Steuererklärung Immer ben ungekürzten Betrag als Einnahme elnza- fteUen. ba andererseits die abgezaaene Steuer Im Deranlagungsversayren auf die endgültig zu zahlende Einkommensteuer anzurechnen Ist. 2. Berechnung des Steuerabzug» und Fälligkeit. Dem Steuerabzug unterliegt ber gefamte Kapitalertrag, ein Abzug von Sä ulbzinsen, Werbung»- kosten ünb Steuern ist nicht gestattet. Der Steuerabzug beträgt ohne Unterschied 10 Prozent des Kapitalertrags und ist vorn Schuldner für Rechnung des Gläubigers vorzunehmen. Uebemimmt ber Schuldner die Steuer zugunsten des inländischen Gläubigers, so ist die übernommene Steuer al» Leistung des Schuldners zum Kapitalertrag zuzu- rechnen, es ergibt sich dann gemäß § 4 ber Ausführungsbestimmungen ein Abzug von 11,11 Proz. ober */e bes ausgezahlten Betrags. Der Steuerabzug ist auf ben nächsten burch 5 Reichspfennig teilbaren Betrag nach unten abzurunden. Die Steuer ist bei Fälligkeit bes Kaoltalerirag» für Rechnung be» Gläubigers einzubehalten ur» innerhalb einer Woche noch Fälligkeit an bie Finanzkaffe abzuführen. Die Abführung muß auch bann erfolgen, wenn ber Gläubiger die (Einforte- rung des Kapitalertrags unterläßt, also z. B. bie Zinsschein« Nicht einlöst. Werben Dioibenben ufm. in einer Generalversammlung beschloßen, so gilt al» Fälligkeitszeltpunkt ber lag, für ben bie Lusfchüte tuns beschlossen ist, im Zweifel ber folgende Tag nach der Generalversammlung. Ist zwischen Gläubiger und Schuldner vor Fälligkeit eine Stundung vereinbart, dann ift_ ber Steuerabzug erst eine Woche nach Ablauf der Stundungsfrist abzuführen. 3. Entrichtung der Steuer und Haftung. Die Steuer ist an die Kasse des Finanzamts ob- zuführen, bas für bie Veranlagung bes Schuldner» zur Einkommensteuer ober SÖrperfdjaftöfteuer zuständig Ist. Der Schuldner hat hierbei eine Anzeige nach vorgeschriebenem Muster dem Finanzamt einzureichen, wobei die Richtigkeit und Vollständigkeit zu versichern ist. Die näheren Angaben sind aus Dem Formular ersichtlich. Handelt es sich beim Steuerabzug um Einkünfte au» einer stillen Gesellschaft, fe ist die Anzeige In doppelter Form einzureichen. Der Schuldner Ist in jedem Fall wtpfftdftet, dem Gläubiger eine Bescheinigung über bke hohe der Kapitalerträge, des Steuerabzugs unb über ote Zeit, für welche bie Kapitalerträge gezahlt stnb, unM über dis Vornahme de» Steuerabzug» zu "teil«, sowie die Finanzkasse zu bezeichnen, an die Der Steuerabzug ab geführt wurde. Der Schuldner hastet für die Steuer neben dem Gläubiger. Seine Haftung Ist nur eine Konsequenz der ihm auferlegten Bcryfhdjtung zum Steuerabzug. Neben ben-. Schuldner hastet aber auch ber ©Milbiger, und zwar deshalb, weil es sich ja um eine Steuer handelt, welche ihn treffen soll, wenn sie sie auch nicht unmittelbar bei ihm erhoben wirt. Allein seine Haftung ist nicht unbeschränkt, sie tritt vielmehr nur dann ein, wenn: a) der Kapialerirag nicht vorschriftsmäßig gekürzt worben ist. b) der Schuldner die einbehaltens« Beträge nicht vorschriftsmäßig verwendet hat und dem Gläubiger dies bekannt war. Die Haftung erlischt hier indessen, wenn ber Gläubiger bem Finanzamt von dieser Kenntnis unverzüglich Mitteilung macht. 4. DetanlagungsOTrfaftctn. 2m allgemeinen gilt durch den Steuerabzug das Einkommen, das bielem unterliegt, als veranlagt, ohne daß es eines oefonberen Verfahrens bedarf. Dies ist überall bann der Fall, wenn das gesamt«, nach 8 54 EStG, abgerunbete Einkommen (oer- mindert um Sonberleiftungcn und steuerfreien Teile) nicht den Betrag von 8000 Mark übersteigt. Ist dieses Einkommen höher als 8000 Mark, fo werden auch die Einkünfte veranlagt, bi« dem Steuerabzug unterliegen. Denn hier wirt bie Steuerschuld, soweit sie auf den Kapitalertrag entfällt, burch den Steuerabzug niiht DoUftänbfg getilgt, da bas Einkontmen unb damit auch diese Einkünfte einer 10 v. H. übersteigenden Steuer unterliegen. Der Steuerabzug bedeutet hier nur eine Vorauszahlung auf bie bei ber Veranlagung fest» zu setzende Steuer unb wird auf Hefe Steuer nach 5 102 bes EStG, ungerechnet. 5. Erstattung des Steuerabzugs. Eine Erstattung bes Steuerabzugs erfolgt außer in einigen sonstigen unbedeutenden Fällen: a) an den Schuldner, wenn der Steuerabzug oorgenommen und die Steuer abgeführt warben Ist, obwohl eine Verpflichtung hierzu nicht bestand. Wenn also ein Hopothekenschuldnsk bei Zahlung ber Hypothekenzlnfen He ÄapMl $ bas ‘Qtii. Aus. h W t Mm * tM“ 8* !'• im» i. «^u ;le>* Mnftet NtenhJ?1^ ^nu } ®ei”t;nknlVIal* btt Mit u c l»e gr, eiw 3,^r”"hw Jtee Mtntg »-I*. «|. wsjte » •»■«ft» ■s* t*1* * 56-“« WZ Dotnimmt Uen Jann, ob bit «J S'LL J! «r ^“««rnäniM roVl5 5lnnahmt «ins» . PiMMt tzttuet k 4JF!U * °bM» unb MM 'N d" gtsamtr fopi- ^ Szlnsen, ffifrbunp». ! Sk taltei. 2er Steuer. ? 10 Promt des Ra. :d)ulbner |ut ^um nt!'- Utbemimmt bet * b« mLndischtfl etnommene Steuer ol» >um SapiloUtltag M„. ln genüg g 4 der Lu> D-ug oen 11,11 fyoi Betrags. Der Sltumfr «4 5 Nelchßpsench M- abzurunden. ligkclt des Savitalttttag» iflers tinzubehallen unb t) gaaiflitit an die N- ' Wjninfl mu6 auch Milbiger bit dlnjortih terlSßt, also z. fl. btt itxbtn KMrüen u\vo. be\4yWn, \o M als ftt bin bit thiMüh Mel der fnlgtnbe Tag ung. : und Schuldner vor FS1- vereinbart, dann ift der che nach Ablaus der oiun- Steuer unb Haltung. Rasse des Finanzamts eh* ranlagung des Schuldners er Säroer,chaslrslmr m* r Hal hierbei eine «>W uster dem B-mM«"' itigteii und WnbiQltlt ren Angaben sind aus d« delt er sich einer stillen ®tW* Her u bezeig. « w 6ä* LV "Sitetuww ** »* in jTlÄÄ*“ ;S. «j*s£ SA.:; SÄ®« -HS- triit •«! ” **#** kb ?«uer flb8& nit r$s5s «rtraassteuer abgezogen und an die Finanzkafst adgefvHrt hat. b) an den Gläubiger, wenn das gesamte, nach § 54 (EStQL abgerundete Einkommen (also nach Abzug der Sonderleistungen und dcs steuerfreien Teils) für 1925 1100 Mark und für 1926 1300 Mark im Jahr nicht übersteigt und in diesem Einkommen Einkünfte enthalten sind, die dem Steuerabzug vom Kapitalertrag unterlegen haben; hier erfolat Die Erstattung aber nur insoweit, als bte einbehaltenen Steuerbetrug«! jährlich 20 Mark übersteigen. Diese auslegende vorichrift der Ausführung», beftimmungen geht weiter als das E^vtG. in § 34, wo eine Erstattungsmöalichkeit nur dann ausgesprochen wird, soweit di« einbehaltenen Steuerbetrage oierleljahrlich 5 Mark überfteigen. Nach Gesetz wäre also, wenn der Abzug | a) im ersten Vierteljahr 4 Mk., b) im zweiten ,, 4 * c) im dritten „ 4 „ a) im vierten „ 10 „ beträgt, eine Erstattung nur bezüalich des letz, tcn Abzugs von. 10 Mark möglich, während nach den Aussührungsbestimmunaen (da im Jahr mehr als 20 Mark) der ßefamte Abzug erstattet werden muß. Ls soll hier nicht unter- sucht werden, ob die Aussührunasbestimmungen eine solche Abänderung des Sesettesiertes vornehmen können, jedenfalls wird sich die Praxis der müderen Bestimmung bedienen. Die Erstattung erfolgt also, abgesehen von Fall unter a, bann, wenn in den Geringen Einkommen solche Einkünfte enthalten sind, die dem Steuerabzug vom Äapialtertrag unterliegen. Für die Er- ftathmg zuständig ist das Finanzamt, das für die Veranlagung des Erstattunasberechtigten zur Sin- lernmenfteucr oder KSrperschaftsfteuer zuständig ist oder wäre. Es ist hierzu ein Anjrag erfordern«, der binnen drei Monaten nach Ablauf des Steuer abschnittes für diesen Steuerabschnitt zu stellen ist. Für Erstattungen aus dem Kalenderjahr 1925 war die Frist bis zum 30. 6. 1926 verlängert worden. Der Nachweis für den Erstattungsgrund ist zu führen, was in jeder geeigneten Form geschehen kann (Benachrichtigung der Bank über die Gutschrift, worin die f)öt)c des Kapitalertrags vermerkt ist, Bescheinigung des Schuldners usw.). wird der Erstattungsantrag abgelehnt, io ergebt hierüber ein anfechtbarer Bescheid. 6. Rechtsmittel. Fordert das Finanzamt auf Grund seiner Fest- itellungen von dem Schuldner Steuerabzug vom Kapitalertrag an, und bestreitet der Schuldner die Derpslichtung zur Vornahme derselben, so ist gegen die Anforderung der Einspruch innerhalb eines Monats Noch Bekanntgabe zulässig. Lehnt das Finanzamt die Erstattung des Steuerabzbgs vom Kapitalertrag ab (s. 5. am Ende), so ist hiergegen der gleiche Rechtsbebelf gegeben. Vermischtes. Die Feuerwehr muh branbftiften! Ein Berichterstatter des „Investja", der eine merkwürdige Gerichtsverhandlung aus Sibirien meldet, erklärt ausdrücklich seinen Lesern, daß er einen wahrheitsgetreuen und ganz ungeschminkten Gerichtsbericht gibt Der Ort der Verhandlung ist der Saal des Volksgerichtes von Tschita in Sibirien, einer kleinen Stadt in der Nähe der großen Stadt Berista. Aus der Angcklagtenvank sitzen sämtliche Feuerwehrleute de» Ortes, voran der Brandmeister Mattinoff. Sie sind alle angeklagt, eine große An- zahl von Brandstiftungen begangen zu haben; zuerst leugneten sie jede Schuld und hüllten sich in tiefes Stillschweigen, aber dann entschließt sich einer zu dem folgenden erschütternden Geständnis. „Genosie Richter," sagt er, .bie Ursache für das ganze Unglück liegt in der neuen „Sparsamkeitsmethode". Der Sowjet hat uns erflärt: es gibt nur alle drei Monat« einmal einen Brand bei euch, und ihr verlangt, daß wir euch für alle Tage bezahlen. Das ist zu viel! Das geht nicht so weiter. Von jetzt ab werdet ihr 50 Kopeken für die B r a n d st u n d e erhalten. Also gut. Beim nächsten Brand, den wir in einer Viertelstunde löschten, erhielten mir 12* Kopeken auf den Kops. Kann man davon leben? Wir suchten uns damit zu Helsen, daß wir langsam löschten und den Brand vier Stunden lang ausdehnten. Das brachte uns zwei Rubel auf den Kopf. Aber auf die Dauer half auch das nichts. Unsere Mitbürger wollen nun einmal nicht branbftiften, und di« Feuersbrünste sind zu selten. Da blieb uns nichts anderes übrig, Genosse Richter, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen, unb so veranstalteten wir denn von Zeit zu Zeit kleine Brände, um unser Leben zu fristen." Welche Strafe auf dieses freimütige Bekenntnis hin ausgesprochen wurde, wird leider nicht mitgeteilt. — Und wenn die ganze De- schichte etwa nicht wahr sein sollte (was wir aber nicht behaupten wollen), so ist sie hnmeitm nicht schlecht erfunden. Jrauen machen den Theaterersolg. Johannes Schere hat einmal als Erklärung dafür, daß der geniale Dichter Grabbe so wenig Erfolg beim Publikum gehabt habe, den Umstand angeführt, daß er ..nicht» für Frauen sei'', und er knüpfte daran die Bemerkung, daß die großen Erfolge stets von Frauen gemacht würden. Es mag dahingestellt fein, ob dies immer in der Literatur zutrtfft: zweifellos aber ist es beim Theatee der Fall. Man braucht nur in einem gut besetzten Theatersaal daS Publikum zu betrachten, um immer wieder festzustellen. daß die überwiegende Mehrzahl der Besucher weiblichen Geschlechts ist. Heute mehr als je macht die Frau den Kassenerfolg eines Stückes. Einmal hat Die Damenwelt mehr Zeit, in» Theater zu geben, al» die Männer, die länger an» Geschäft gefesselt und abend» müde find; so dann kennt der Herr iwch eine größere 3afrl anderer Vergnügungen, denen er feine Mußestunden widmet. Dor allem aber ist e» da» persönlich« Interesse, an bestimmten Schauspielern oder Schauspielerinnen. da» die Frau in» Theater lockt, und Die Damen von freut« benutzen di« Bühne al» eine zwar ist e» merkwürdigerweise nexb mefrr der weibliche al» der männliche Star, der anziefrt. Art Anschauungsunterricht in der Kunst des eleganten Auftretens und des guten Sichanzie- frens. Wie sich z. V. eine berühmte Schauspielerin — man denke an die Massary — schminkt, waS für Toiletten sie trägt und tote sie sie trägt — daS ist für einen großen Teil der Besuche- rinnen de« Theater» viel Intereffanter al» da» ganze Stück. Diesem ausschlaggebenden Einfluß Der Frauen tragen natürlich die Theaterdichter Rechnung, und besonder« di« englischen Dramatiker haben eS verstanden, sich ganz nach dem weiblichen Geschmack zu richten. Daraus weist der Londoner Theaterkritiker William Pollock in einer feinen Psychologie deS modernen Kassenstücke« frln. Die Stücke von Frederick Lonsdale, Somerset Maugham oder Noel Eoward, die jetzt auch bei uns viel gespielt werden, stellen die Frauen in den Vordergrund, geben ihnen Gelegenfreit, viele und schöne Toiletten zu zeigen, und machen sich über die Männer lustig. Sehr geschickt ist z. D alle«, WaS Frauen schmeicheln und interessieren kann, in dem Schlager „Miß Cheneys Ende" berücksichtigt, der in Berlin schon mehr als 100 Ausführungen zu ve«eichnen fraL Der Triumph der Heldin, der schlagkräftige Humor der andern Frauentypen und die vielen mensch- lich-allzumcnichlichen Füge der Acrren magnetisieren die Frauenwelt. Dagegen können sich Dramen. die sich mefrr an Manner wenden, nicht mefrr durchsetzen. Pollock erwähnt al« Beispiel da» vortreffliche Stück ..Da« treue Herz" von Menckwn Hoffe, das begeisterte Kritiken erzielt«. aber rasch vom Spielplan abgesetzt wurde, weil die Damen darüber entsetzt waren, wie ein Mann feine Braut und eine gute Stellung im Stich lasten kann, um Abenteuer in fernen Landen zu suchen Rundfunk-Programm de» frankfurter LenderS. (2Utf der .Radio-Umschau".) Samstag, 11. Dezember: 3.30 bis 4: Die Stunde der Tugend. 4.30 bi» 5.45; Konzert des Hausorchesters: Hector Berlioz, 5.45 biS 6.05. Die Lefestunde. 6.15 bis 6.45: Der Briefkasten. 6.45 bl» 7.15; Fmckhoch schule: -Der europäische Roman des 19. und 20. 3abr- frunderts. Flaubert und Zola". Vortrag von Prof. Dr. Schultz. 7.15 bte 7.45; .Rativnalisieruna und KausmannSgebilfen". Vortrag von Heinrich Auerbach, Gau vorsl eher im Deutichnattonalen Handlungsgehilsen-Derband. 7.45 bi« 8.15; .Stilwandlungen in der Sprechkunst der Bühne". Vortrag von Alfred Auerbach 8.15 bi« 10.15: ilebertragung von Kassel: Filmball in sämtlichen Räumen der Stadthalle Kassel. 10.30 bi« 11: Weihnacht «Woche des armen Kinde« — OHelo bvamen. Anschließend bis 12.30; Tanzmusik. ------- 4 Briefkasten der Redaktion. (RechtSgutachten sind ohne Derbindlichkelt der Schriftleitung.) h. M. Wenden Sie sich an das Kreisamt Gießen. Dort erhalten Sie die gewünschte Auskunft. Warum nehmen Sie keine Fays ethfeSüdenerMineral-Paihlien? Sie sind gul für jeden,den Husten y. Katarrhe oudlen Mehl, feinstes Spezial 0... Pfund 25 H SchokoL-Nikolause, 10,20,30,50 H Mehl, Auszug Pfund 28 H Lcbkuchcn-Nikolausc 5, 10 H Tannenzapfen, 10, 20,40,100,110 H Paket 18 H Lebkuchen Schokoladen, in allen Preislagen Rot- und Süßweine 3.00 x 3.30 X Basler und Nürnberger Lebkuchen Elisen-Lebkuchen, /.-> 2.25, 2.75 x Merkur Spezial Pfund 75 L, Pfund 65 H Stück 17 A Pfund 36 H Mehl, in 5-Pfund-Säckchen 1.50,1.70 jt Mehl, in lO-Pfd.-Säckchen 2.85,3.20 je Weiße Lebkuchen Walnüsse......... Haselnüsse....... Erdnüsse......... 1.20 je 1.30 je 1.50 Jt 1.60 jt 1.60 2.30 X Montagne...... Tarragona...... Prorato ........ Samos.......... Malaga......... Douro-Portwein Osthofener............. Niersteiner Galgenberg Riesling.............. Eier .. Kristallzucker Sch weineschmalz garantiert rein amerik. .. Pfund 85 H Kokosnußbutter „Bömin"... 65 Margarine: Rama u. Blauband, % Pfund 50 p, .... 1.00 x Pfund 70 H Pfund 84 H Pfund 56 Korinthen............. Rosinen............... Sultaninen............. Mandeln .............. 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Diejenigen hiesigen Einwohner, welche im Laufe dieses Jahres Hunde abgeschafft, aber noch nicht abgemeldet haben, wollen dies spätestens bis zum 31. Dezember entweder mündlich oder schriftlich auf dem Stadthause Bergstraße, Zimmer Nr. 19, vormittags in der Zeit von 8—1 Uhr anzeigen. Vordrucke für schriftliche Abmeldungen sind dort erhältlich. Die Verbindlichkeit zur Entrichtung der Hundeabgabe dauert bei Nichtabmeldung auch im folgenden Jahre, und zwar so lange fort, als die entsprechende Anzeige versäumt wird. Gießen, den 7. Dezember 1926. Der Oberbürgermeister: Keller. Haus- und Küchengeräte, Herde und Oefen sind sehr praktische Geschenke von bleibendem We^rtl Walltorftr. 36 im Saal: Morgen Samstag und Sonntag großer Puvveuverkau» in allen Gränen und (Sortimenten billig, billig, sowie Burschen- u. Herrenanzüge, Lodenjoppen, Lodenmäntel. 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Diel» beiden Fragen richteten die Süddeut- schenMonatshefte (München) an führende Vertreter deutscher Kultur und veröffentlichen in ihrem soeben erscheinenden Sonderheft »Deutsche Ouhmft" über fünfzig daraufhin eingelausene Antworten. Sie stammen in der Hauptsache aus verwandten Schichten: Professoren, darunter zahlreiche Rektoren von deutschen und österreichischen Universitäten, technischen Hochschulen und Kunstakademien, Historiker, Pädagogen, wie, um überall nur einige Namen zu nennen, v. Below. Al. Eckener, Marcks, Dietr. Schäfer, Ed. Nleyer, Böhler. Wien, ferner Künstler, tote Hans Pfihner, Männer der Wirtschaft, tote Duisberg. Reusch. Gras Kalckreuth. der Führer des NüchSlandbundes, lehrende A e r z t e, wie Prof. Sauerbruch und der Psychiater Bumke, Soldaten, wie Generaloberst d. Seeckl, Politiker, wie Oberbürgermeister OarreS. Kapitän Ehrhardt, Müller-Mei- ningen, schließlich kirchliche Persönlichkeiten und Staatsbeamte, wie Erz. v. Sydow, Dorsitzender des Deulschrn und Oesderreichischen Alpenvereins, Pfalzkornmissar Wappes u. a. Ohre oft sehr ausführlichen Beobachtungen erstrecken sich nicht gleichmäßig über die ganze Breite unseres Volkes, noch über alle Bereiche feiner Arbeit. Trotzdem ist ihr Onhalt verschieden genug nach Grundstimmung, Beobachtungen, Temperament und Gedanken. Bei doch im groben und ganzen vereinender Tendenz der Antworten ist diese erstmalige Rundfrage solcher Art höchster Beachtung würdig. Der Münchener Historiker Karl Alexander d. M ü l l e r hat dem Heft ein tiefgründiges Vorwort vorouSgeschickt, in dem er auch auf die Hauptgefahr des heutigen Deutschen hinweist: „... Die Arbeitsamkeit, der Ersindungsgeist, die Daterlandsliebe, der Odealismus in unserem Volke, vor allem in der Ougend der hier behandelten Schichten, erscheinen den Betrachtern ungebrochen. Das glauben auch wir. Aber was wir in, Krieg erlebt haben, ist eines: kein Odealismus kann auf die Dauer sbandhalten ohne ein bestimmtes vo cwä r ts weisendes Odeal. Dieses Odeal sucht unsere Ougend. Wie Lagarde einmal gesagt hat, wo sie nur von ferne Oufunft 1». unserer Gegenwart ahnt, ist sie bereit, ihr zü dienen. Deshalb hat sie mit Freuden den sich in Hunderttausenden dem Kriege geopfert, solange er ihr als Träger einer deutschen Zukunft erschien. Deshalb haben viele in ihr sich mit Begeisterung dem Sozialismus hin» gegebcn, solange sie ihn für stark und ehrlich genug hielten, die Welt zu überwinden. Deshalb drängt eS sie heute instinktiv zu grobdeut- schen Gedanken hin, weil sie fühlt, dab hier etwas NeueS ins Leben heraufwachsen teilt Aber waS sie bisher erleben muhte, war, dah die ersteren dieser Odeal« sie betrogen haben, dah man ihr jede tätige Begeisterung für das letztere verargt Was ihr, wie unserem ganzen Volk, heute von oben her angelernt werden soll, ist Zufriedenheit und Sichabfinden mit der Gegenwart Die Hauptgefahr des Deutschen als Volk aber ist gerade die, sich allzu leicht zufrieden zu geben uird sich in feine häuslichen Dinge vor der Welt zu verspinnen. Nichts hat unS mehr gehindert an einem groben politischen Beruf, als unser stock- blütiges Phlegma und unsere Neigung zu bequemem Optimismus. Beruhigen wir uns also nicht bei dem OdealiSmuS und dem nationalen Gefühl, die wir in der Heranwachsenden Ougend Hubert Die heutige Einheit des «rationalen Gefühls ist zu einem groben Teil vor allem doch natürliche Gegenwehr gegen den furchtbaren OerFrosch mit derMaske Roman von Edgar Wallace. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten Zeitig ain nächsten Morgen wurde Dick Gordon nach Downingstreet oorgeladen, und es wurde ihm mitgeteilt, daß ein spezielles Ressort geschaffen worden sei, das sich ausschließlich mit jener Gefährdung der Ocffentlichkeit beschästigen solle. „Sie haben carte blanche, Hauptmann Gordon. Man mag mich tadeln, weil ich Ihnen diese Stellung gegeben habe, aber ich bin ganz sicher, den richtigen Mann gesunden zu haben , sagte der Ministerpräsident. „Sie können jeden Offizier von Scollond Vard wählen, den Sie zu verwenden wünschen.- „Ich werde Sergeant Elk nehmen", sagte Dick sofort, aber der Ministerpräsident sah ihn mit zwei- feinden Blicken an. „Dos ist gerade kein hoher Rang", wendete er ein. „Es ist ein Mann mit dreißig Dienstjahren. Lasten Sie ihn mir, Exzellenz und geben Sie ihm den Rang eines Inspektors." Der Ministerpräsident lächelte. „Wie Sie wünschen." Und als Sergeant Elk am gleichen Nachmit- tage die Beförderungsliste durchfoh, begrüßte ihn fein neuer Titel. Eine Weile lana war er verblüfft, aber dann dämmerte ein langsames Verstehen über fein Ge- sicht- „Ich möchte wetten, daß ich der einzige Polizeiinspektor in England bin, der nicht weiß, wann Wil- heim der Eroberer noch England kam", sagte er und fein Stolz war nicht ohne Berechtigung. VIIL Roy Bennett War cs nicht Torheit, an feinem Pulle zu sitzen und Tag um Tag, der sich nicht mehr als Hindernis vor den Sonntag stellte, mit Nachdruck auf diesem rie- sigen Dienstkalender auszustreichen? War es nicht Torheit, während die müßige Hand auf den Akten ruhte, von diesem kommenden Sonntao zu träumen, von dieser Stimme, von diesem Mädchengesicht? Dick hatte Schönere schon bewundert, Stolzere, ober solche, aus denen eine launisch feffelnbe Seele sprach. Aber was ihn bewegte, wenn bie Erinnerung äußeren Druck, der noch auf uns siegt WaS darüber hinausgeht, ist noch durchaus unklar, bruchstückhaft, in sich selbst zerspalten, unbeständig — um kein Haar weniger als etwa in der öffentlichen Meinung von 1815 oder 1848, auf welche wir immer großartig herabgrsehen habeit Wenn es eine geschichtliche Verteidigung für die Fehler Wilhelms II. gibt so ist eS diese, dah diejenigen, die ihn stürzten, sie alle noch einmal wiederholt haben. Deutschland ist vor dem Krieg von oben aufgefordert worden, zufrieden zu fein, und Hai sich zufrieden gegeben: es hat bie Folgen erlebt. Heute vernehmen wir den gleichen Befehl...“ 3m Lande der Silberkrone. Ein Besuch in Albanien. - Um Das Petroleum von Dalona. Don Leo Sanio. Er oh) übersetzte. offenen strohgedeckten Hütten lagern Esel den Oberbefehlshaber der albanischen Armee, darf mit seinen Grenzsoldaten zufrieden sein. schluckte ich denn drei Pillen und kletterte hinter den in bas Boot hin- „Sagen Sie mir, Herr Johnson, warum ber Alle Hanbschuhe im Bureau trägt?" Johnson schüttelte ben Kopf. „Das weiß ich nicht Früher dachte ich, daß es nur geschieht, um bie Narbe auf seinem Handrücken zu verdecken, aber er ist nicht der Mann, der deswegen Handschuhe tragen würde. Seine Anne sind bis zur Schuller hinauf mit Kronen und Ankern und Delphinen tätowiert" „Vielleicht auch mit Fröschen?" fragte Dick ruhig und es schien den andern zu überraschen. „Nein, einen Frosch habe ich nie an ihm gesehen. Ein Bündel von Schlangen ist auf fein Handgelenk tätowiert, das habe ich gesehen. Mein Gott, der alte Maitland wird doch nicht etwa ein Frosch fein?" fragte er. Und Dick lächelte über die Angst, di« aus feiner Frage sprach. „Das möchte ich selbst nur zu gerne wissen", sagte er. „Ich würde ihn für gemein genua hatten, um sogar ein Frosch oder etwas Aehnliches zu fein", sagte Johnson. In diesem Augenblick tarnen Ray und feine Schwester heran. Ray sah düster drein und der Anblick Gordons schien ihn nicht heiterer zu stimmen. Ellas Wangen waren gerötet und sie war bis zu Tränen erregt „Hallo, Gordon," begann Ray ohne Einleitung, „Sie sind es wohl gewesen, ber meiner Schwester Geschichten über mich zugetragen hat. Und Sie haben Elt beauftragt mich auszuspionieren. Ich weiß es, benn ich habe Elt gerabe babei betroffen, wie er . . ." „Ray, bu barfft nicht fo zu Hauptmann Gorbon sprechen", unterbrach ihn seine Schwester. „Er hat mir nie etwas Nachteiliges über bich erzählt. Was ich weiß, habe ich mit eigenen Augen gesehen. Und dann scheinst bu zu vergessen, dah Gordon Papas Gast ist" .Lebermann macht solches Aufheben meinetwegen", brummte Ray. „Sogar ber alte Johnson." Er schlug bem Philosophen auf bie Schulter. „Man hat wohl seine Sorgen mit Ihnen, mein Junge", sagte Philo. Die Situation entspannte sich erst, als John Bennett mit der Kamera auf bem Rücken den roten Gartenweg heraufkam, um feine Gäste zu begrüßen. „Ach, Herr Johnson, ich muß mich vielmals bei Ihnen entschuldigen, weil ich den Tag Ihres BeHerren ber albanischen Regierung unter, bas uns zum hölzernen Ml . „ Inzwischen hatten ber Minister unb ber Präfekt ihre Hüte eingepackt unb hohe schwarze Fez auf- gesetzt unb weihten mich in aller Eile in bie Geheimnisse ber albanischen Verfassung ein. Ich erfuhr, baß ber Senat aus 18, bas Parlament aus 56Mit- illiebem bestehe, baß ber Präsibent vom Volke für ieben Jahre gewählt werbe unb Albanien sich feit ler letzten Revolution — feit zwei Jahren — vollkommen konsolibiert habe. Dank bem Präsidenten Ahmet Zogu I. unb ber glücklichen Lösung, wonach bieser als Mohammedaner die Stellung des Staatsoberhaupt bekleide, indes fein Vertreter, Herr Evangholi, Katholik fei. „So wurde ber langmütige unb blutige Parteihaber geschlichtet und bie Bahn frei für eine fortschreitende Europäisierung unb wirtschaftliche Erschließung Albaniens." unb Pferde, kleine Dörfchen tauchen hinter armseligen Feldern auf, die Straß« läuft jetzt direkt aufs Gebirge zu. Links strecken sich hügelabwärts Tabakpflanzungen hin — ist doch Tabak neben Ziegen unb Schafen ber wichtigste Exportartikel bes armen Landes. Abermals Grenzkontrolle, von weitem tauchen Häuser hinter Zypressen auf und bie hohen Maste einer Funkstatton. Wir lanben auf dem Hauptplag von Tirana. (Ein CafS, gleich drei Moscheen, ein paar alter- tüwttche Brunnen unb daneben ber Nebau einer kleinen Villa — bas Senatsgebäude. Die Häuschen ber europäischen Gesandtschaften umschließen den Platz unb auf der anderen Seite bie Ministerien unb bas Parlament. In der Altstadt langgestreckte, niedrige offene Basare — sämtlichen Handwerkern der Stadt kann man hier bei ihrer Arbeit zusehen. Da werben Schuhe geklopft, dort Decken und Tep- pick« gestickt, hölzerne Sättel gezimmert, Fez sind auf ihren Formen wie Blumnentöpse in Reih unb Glied zur Schau gestellt unb auf Tischen hocken ein paar Männer unb spinnen Garn auf. Am Ende bes Ortes ein weiter, von einer niebrigen Mauer umschlossener Platz. Drei hohe Zypressen im Hinter- gründ, davor eine kleine Kanzrt. Wundervolle Stille unb Abgeschiedenheit. Hier versammeln sich die Mohammedaner zu Fasten unb Gebet. Jetzt sitzen ein paar Soldaten im Gras unb paffen Zigaretten. Dieser Staat, einer der kleinsten unb ärmsten (Europas, besitzt etwas, worum ihn fast jede Groß- Als D u r a j x o in Sicht kam, erschien ber ältere Herr in bickem, schwarzem Anzug aus D.ck — mir anderen glaubten in unseren weißen Leinenanzügen vor Hitze zu vergehen — unb schlüpfte in einen schwarzen Mantel, den ihm ein jüngerer, modisch gekleideter Mann bienftbefüfien reichte. Unb bann standen beibe, von noch einigen schwarzäugigen braungesichtigen Mannern nicht ganz klar befinier- barer Nationalität umgeben, an ber Reeling unb blickten würdevoll nachdenklich zur Küste hinüber. „Das Gepäck für Seine Exzellenz!" kommandierte der Obersteward. Exzellenz? Da erfuhr ich, daß dieser Herr Pandeli Eoangheli heiße, Vorsitzen- der des albanischen Senats unb Stellvertreter des Staatspräsidenten sei, und die anderen Herren zu seinem Gefolge gehörten: Sekretär und Minister und Präfekt. Wi- wurden bekannt und ber Präsident lud mich ein, mit ihm in Durazzo an Land zu gehen. Ob ich nicht Lust hätte, seinen Sekretär nach Tirana zu begleiten? Und der bot mir liebenswürdig gleich eine kleine Dose an: „Chinin, für alle Fälle!" So diese zarten Züge widerspiegelte, war anderes, war mehr. Nie noch hatte ec einen Sonntag fo ungeduldig herbeigesehnt. Als er mit einem Lächeln ber Erwartung das Tor des Tartenzaunes öffnete, sah er bie rundliche Gestalt des philosophischen Johnson in einem Gar- tenstuhle ausgeftredl. Der Sekretär erhob sich, um ihm mit einem Ausdruck unendlichen Wohlwollens die Hand zu reichen. Dick mochte den Mann gerne leiden. Er war ein Repräsentant jener geduldigen Klasse, deren beste Tugenden in ihrer Loyalität und ihrem unermüdlichen Fleiß für die zugeteilte Arbeit liegen. „Ray sagte mir, daß Sie kommen würden, Hauptmann Gorbon. Er ist mit Fräulein Bennett im Obstgarten, und wie ich aus einem gelegentlichen Blick hinüber entnehmen konnte, bekommt er gerade eine Gardinenpredigt." „Geht er nicht mehr ins Bureau?" fragte Dick, während er feinen Staubmantel ablegte. ,Lch fürchte, cs ist für immer aus." Johnsons Gesicht wurde traurig. ,Lch selbst mußte es ihm sagen. Der Alt« hatte es herausgefunden, daß er weggeblieben war unb durch irgendein höchst listiges unb unterirbisches Benachrichtigungssystem hat er erfahren, baß Ray ein unjolibes Leben führt. Er ließ einen Buchsachoerständigen kommen, um bie Bücher nachzuseyen, aber die waren, Gott sei Dank, alle in bester Ordnung. Ich bin selber beinahe hin- ausgeflogen." „Wissen Sie vielleicht, wo Maitland wohnt?" fragte Dick langsam, „unb auf welche Weise? Besitzt er ein Haus in ber Stadt?" Johnson lächelte. „3a gewiß", sagte er sarkastisch. „Erst vor einem Jahre habe ich entdeckt, wo es liegt) und bis jetzt habe ich es noch keiner Seele gesagt. Der alte Maitland wohnt in einer Gegend, die beinahe ein (Elenbsquartier zu nennen ist. Er wohnt schlecht, ganz so ärmlich wie ein Arbeitsloser. Und dabei besitzt er Millionen. Er lebt mit feiner Schwester. Sie besorgt ben Haushalt unb hat wohl nicht viel Arbeit barmt. Nie habe ich gesehen, baß Mattlanb auch nur einen Penny für sich ausgab. Er trägt ben gleichen Anzug feit bem Tage, an bem ich zu ihm kam. Zu Mittag nimmt er ein Glas Milch unb eine Zwei Pence-Semmel zu sich unb versucht manchmal, mich bahin zu bringen, sie für ihn zu bezahlen." Dann rattern wir mit bem Auto durch Durazzo ins Land hinaus. Es ist kein behördlicher Wagen, wie überhaupt der Verzicht der Regicrungsinüglie- der aus irgendwelche Vergünstigungen und Sonder- bchandlung vielleicht das sympathischste an diesem Spiel „albanischer Staat" ist: es könnte mancher Großmacht und ellichen Republiken zur Nachahmung empfohlen werden. Hinter Durazzo — die kleinen, schmutzigen Häu- fer und Basare haben sich um die Ecke gedrückt — beginnt die Chaussee nach Tirana, der Stolz des modernen Albaniens. Sie ist erst nach dem Kriege geschaffen worden, Oesterreich hatte nur ein« holperige, schwer befahrbare Straße angelegt, zur Seite der Feldbahn, die während des Krieges die Truppen von der Küste ins Land hineinbeförderte. Die Gleise dieser Feldbahn überwuchern Disteln aber rechts wird durch Gestrüpp und Stein die Trasie der neuen Bahn gezogen, welche die Küste, Durazzo und Valona, mit Tirana verbinden soll. Albanesen in wächtisrn Turbans — ein Schutz gegen die sengenden Sonnenstrahlen — hocken am Straßen- rano unb klopfen so ein bißchen di« Steine für sich hin. Autos kommen uns entgegen, überholen uns, Staubwolken wirbeln hoch, und wenn sie sich verziehen, erblickt man kleine Karawanen von Reitern, bie langsam burch bas niebrige Buschwerk zu Seiten ber Straße dahintraben. Viele Frauen, der dichte, schwarze Schleier läßt nicht einmal ihre Augen frei. Kemal Paschas Reformen haben bei ben Mohammedanern in Albanien bisher nur schwer Eingang gefunden, unb die Frauen sind hier orlhoboxer als irgendwo sonst in ber Türkei. Alle paar Kilometer steht em sauber gestrichenes Blockhäuschen neben ber Straße: hier wohnen bie Posten, beren Ausgabe bie Instandhaltung der Straße ist. Diese erweist sich denn auch, vom Staub abgesehen, größtenteils in recht gutem Zustand, unb das Auto fiel in kaum ein Dutzend tieferer Löcher unb Gruben hinein. Vor Karawansereien — Auf bem Molo wimmelte es von zerlumpten Burschen und Männern in weiten Pluderhosen, zwei oder drei Fordautos standen da und bemühten sich vergeblich, keuchend und prustend den Staub abzufchütteln, der in einer dicken Kruste, auf den Chassis lag. Dahinter dörrten bie Häuser von Durazzo, etliche halb zusammengefunken, in der Sonne, StächeIbrahtzäune zogen sich Schutthügel hinauf, dazwischen Gerümpel aller Art, Blechbüchsen, Sacke und fiiften, mächtige Steinquadern wahllos vor Baracken unb Depots hingeworfen, als seien sie hier noch so seit bem letzten Sombarbe- ment ber österreichischen Flotte liegen geblieben. Aber weiter oben wirb gebaut unb, ben ganzen Ort beherrschend, gleißt auf dem nächsten Berg in makellosem Weiß das Schloß des Präsidenten. Darunter zerfallen bie Ruinen des Palais, wo einst ber Prinz von Wieb residierte. Bevor wir in bie Stabt einbiegen bürfen, müssen wir in eine kleine Hütte treten unb bie Pässe vorzeigen. Dieser Miniaturstaat Europas mit feinen 800 000 Einwohnern nimmt es mit ben Gepflogenheiten ber Großmächte richtig ernst, er schenkt sich keinen von besten Bräuchen, und bie Männer ber Regierung gehen babei mit gutem Beispiel voran. Selbst mit bem Präsibenten bes Senats wurde keine Ausnahme gemacht, auch sein Diplomatenpaß ward geprüft, registriert und vidiert, wie bie ber anderen Minister, bie Soldaten — sehr stramm in ben alten österreichischen Uniformen — spielten ernst Grenz- polizei, unb von ber Wand lächelte ein junger, liebensroürbiger Herr mit glattem Gesicht unter prächtigem Tschako in einer bestickten Uniform. Dieses Bilb eines von Backfischen heiß umschwärmten Filmprinzen stellte Präsident Ahmet Zogu bar, 1 Sreitag, 10. Dezember 1926 macht beneiden könnte: seine Valuta. Der Lek, gleich einem Goldfranc, ist zwar eine Banknote, muh aber aus Verlangen von der Nationalbank jederzeit in Gold umgewechsclt werden. Tattächlich sieht man kaum Papiergeld. Dagegen barf_ man ein Wiedersehen mitber alten österreichischen Silber- kröne feiern, bie das allgemeine Zahlungsmittel ift Dann gibt es noch Franc- und Liremünzen im Verkehr und oor allem das 10- und 20-fironen- und Francgoldstück, und die armen Teufel von Albanesen klimpern mit diesen Münzen, daß selbst Rentenmarkbesitzer darob Gefühle bes Neides nicht unterdrücken können. Ist bie österreichische Krone unb der Franc als Zahlungsmittel am meisten verbreitet, so wird der Handel von der Lira beherrscht. Italien hält ihn fast vollkommen in Händen. Bisher wohl ohne größeren Konkurrenten. Aber das wird bald anders werden. Um Valona, kaum 20 Kilometer vom Meer, sind Petroleum quellen entdeckt worein Wiedersehen mit der alten österreichischen Silber- Gesellschaften „Ferrooie dello stalo Jtaliane" und der „Miniere Bitume Selenitza", zwei englische — Anglo-Perstan und Ruston — bas Syndicat Franco-Albanien unb bie Standard-Oil. Es wird nicht lange dauern und Valona. cih schmutziges, elendes Hafendori, wird vielleicht der zweifelhaften Ehre teilhaftig werden, eine weltpolitische Rolle spielen zu Dürfen unb von ber simplen Bezeichnung eines Ortes zu einem Begriff aufrücken, wie Mostul unb wie Baku. Dann wird man wieder einmal entdecken, daß es eine albanische Frage gibt, inan wird eigene Konferenzen einberufen, Minister werden Reden halten, Armeen marschieren unb das Prestige ber europäischen Großmächte wird verlangen, baß Gasgranaten unb Fliegerbomben nach Albanien geworfen werben. Oder vielleicht nach Paris ober ßonbon ober Rom. Petroleum ist leicht entzündlich, unb was in Valona als harmloses Feuerchen beginnt, kann halb Europa in Brand setzen. DerArbeitsmarkI im nördlichen Oderhessen. 3m Bereich« des Arbeitsamtes für das nördliche 06 « r f> e ff e n, umfassend Stabt unb Kreis Dieben und die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten, hat sich bie Sage des 21 r» b ei t s ma r k t e s Im Saufe deS Monats November etwas ungünstiger gestaltet. Die rückläufige Bewegung, die man übrigens alljährlich um diese Zeit beobachten kann, wurde auch diesmal wieder insbesondere durch die ©in» ftctlurg von Dauarbeiten octanlafjt Notstands- arbeilen sind im ganzen Bezirk des Arbeits- amles im Gange. 3m einzelnen ist ziffernmäßig zu berichten: Gießen-Stadt. 1. Dezember: 557Haupt- unterstühungscmpfänger. 605 Zuschlags empfänger (1. November: 510 bzw. 558). Kreis Gießen. I. Dezember. 931 Haupt- Unterstützungsempfänger, 1151 Z uschlags ernpfän- ger (1. November: 913 bzw. 1163). Kreis AlSfeld. 1. Dezember: 335 Haupt- Unterstützungsempfänger, 39? Zuschlag-empfänges (1. November: 377 bzw. 381). KretS Lauterbach. 1. Dezember: 132 HauptunterstühungSempfLnger, 152 Zuschlags- em| jünger (1. November: 129 bzw. 147). KreiS Schotten. 1. Dezember: 217 Harrpt- untersiühungsempsänger, 225 Zuschlag-empfänger (1. November. 198 bzw. 206). Insgesamt. 1. Dezember 2222 Hauptunterst ützungSempfang er. 2530 Zuschlagsempfänger (1. November: 2127 bzw. 2463). Gerichtssaal. Das Urteil im Mordprozeh Meyer. WSN. Mainz, 9. Dez. 3m Mvrdpcozeß Meyer wurde beute nachmittag das Urteil verkündet. Der Angeklagte wurde wegen Totschlags in zwei Fällen zu je zehn Jahren Zucht- h a u s. die in eine Gesamtstrafe von 15 Zähren umzuändern fint>, ferner Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf 3ah re, verurteilt. Der Staatsanwalt hatte in feinem Plä- suches bei uns fo oft verschieben mußte. Aber ich freue mich unendlich. Sie hier zu sehen. Wie ift man bei Ihnen im Bureau mit Ray zufrieden?" Johnson warf einen hilflosen und ausdrucksvollen Blick auf Gordon. „Oh, so ziemlich, Herr Bennett", stotterte er. Ein Gefühl des Unbehagens überkam Dick, als er begriff, daß Herr Bennett nichts von bem neuen Berufe seines Sohnes erfahren bürfe. Auch Johnson schien biefe Tatsache mit Mißvergnügen zu erfüllen unb nach bem in etwas gebrückter Stimmung verbrachten Mittagessen, als bie beiden im Garten allein waren, schüttete ber ehrenwerte Mann Dick sein Herz aus. ,Lch schäme mich, weil ich den allen Bennett betrüge. Ray hätte es ihm sagen wüsten." Dick vermochte ihn nur beizupstichten. Des jungen Mannes zornige Selbstsicherheit irritierte ihn unb es war nteberbrürfenb für ihn, dieser plötzlichen unb unverhüllten Feindschaft, bie Ellas Bruder ihm entgegenbrachte, zu begegnen. Er entbetfte, was viele verliebte junge Männer entdecken wüsten, daß die Gloriole ihrer Liebsten nicht auch deren Verwandte und Freunde mit gleichem Lichte bestrahlt. Unb er entdeckte auch, daß der rundliche Herr Johnson genau wie er selbst von ganzem Herzen in bas Mädchen verliebt war. In ihrer Gegenwart war Johnson nervös unb zerstreut. Er schien unglücklich, wenn sie fortging unb noch viel unglücklicher, als Dick später ihren Ann nahm und sie in den Rosengarten führte, 6er hinter dem Haufe lag. ,Zch weiß nicht, was dieser Mensch hier zu suchen hat", sagte Ray wild, als die beiden verschwunden waren. „Er gehört nicht zu unferer Klasse, und er haßt mich." .Lch kann mir nicht denken, daß er Sie haßt, Nay", sagte Johnson und erwachte aus seinem unglücklichen Brüten. ,Rx ist doch solch ein liebenswürdiger Mensch." „Unfmnr sagte der andere verächtlich. ,SSx ist ein Snob. Er ist vor allem ein Polizeimann und ich hasse diese Spitzel. Sie können mir glauben, daß er sich hoch erhaben über uns dünkt. Ader ich bin ebenso viel wie er unb ich wette, baß ich viel mehr Geld als er verdienen werde." (Fortsetzung folgt.) Turnen, Sport und Spiel von tert Dillenburger Plai» Winnen. Buntes Allerlei. Die Wellenlänge eines Geruch». strahe in Offenbach eine Scheune angezüntet^fo dah dem Eigentümer ein Schaden von 8300 j2£l entstand Durch den Brand wollte er dir Tötung eines gewissen Atzkr, ter öfters in ter Scheune nächtigte, bezwecken. In ter Doruntersuchung haue er dies auch zugegeben, bestritt es aber letzt. Das Urteil lautete wegen vorsatzttcher Brandstiftung auf vier Iahre Zuchthaus und zehn Iahre Ehrverlust, sowie Stellung unter Polizeiaufsicht. Hinsichtlich des Mordplanss komtte ter Angeklagte trotz starken Derdachtes nrcht überführt werten. tz. Am Sonntag sind für den Lahnkreis vier Begegnungen vorgesehen. Im Hauptspirl emp- fängt die S.Dg. Gießen 1900 den Spitzcn- führer Germania Marburg auf eigenem Platz. Trotz feines guten Tabellenplatzes ist Germania nicht die überragende Elf. wie sie es ihrem Torverhältnis und ihren Punkten nach sein sollte. ES kann den 1900ern gelingen, dieser Mannschaft Herr zu werden, wenn eS bei ihnen int Sturm nur halbwegs klappt. Im Falle eines Gießener Sieges sind diese den Marburgern ernsthaft auf den Fersen. — Ockershausen gegen Herborn. Ein Kampf um den zweiten Platz, in dem sich Ockershausen kaum seiner evtl, noch bestehenden Meisterschaftschancen begeben wird. Herborn, da- sonst immer den Dorteil des eigenen eigenartigen Platze« hatte, wird diesmal auch die Tücken eines fremden in Ockershausen kennenzulernen, Gelegenheit haben. — _ D. C. Wetzlar gegen Gladenbach dürste für den Plahverein einen sicheren, nicht allzu hohen Sieg ergeben. Es gilt für die B. C.er, die Zil-Hteber- läge des Borspiel« in Gladenbach wettzumachen. — Dillenburg gegen Frankenberg. Büchertisch. _ 5 A. Aord: .Die Sichel" (Ring-Beo- lag Berlin W. 30. Leinen 6 QM.). — Der Roman schildert den „roten Tod in der Mongolei'. Sin Kenner von Land und Leuten und der letzten politischen Dorgänge in A.ien nimmt die Kämpfe und Derwickelungen dort zum Hintergrund für eine dramatisch aufgebaute Erzählung. DaS Land der tausend Rätsel ist in den SchnittkreiS der bolschewistischen Sichel gerissen, und alt« Kultur droht unter dem Blutschritt der Propaga.ndeure eines „neuen Zeitalters" zu zerbrechen. Mit aller Kraft kämpfen Dertreter ter alten (ulturtragen- ten Schichten Asiens an gegen die Zersetzung-- Methoden des Bolschewismus und suchen durch neue Gestaltung der alten Kulturen ein Schicksal aufzuhalten, wie es das russische Bürgertum traf. i( 834 — „Die unvergeßliche Stunde" von Elisabeth Rüssel (Gräfin Arnim). Roman. 353 Seiten 8' . Derlag willst ein, Berlin. - Ein Liebesroman, ter klug, graziös, voll Humor und doch sehr ernsthaft einen eigenartigen sittlichen Konflikt behandelt: ter Roman einer alternden Fvau, die plötzlich und gegen ihren Willen von der Leidenschaft eines jungen Mannes Über- vamrt wird. Die sie sich zu diesem unerwarteten Schicksal stellt, Wie die kluge Erfahrenheit ihre« Alters, die überkommenen movalischen Anschiu- ungen mit weiblicher Eitelkeit und der Sehnsucht nach Glück und Jugend kämpfen, das ist das tiefe, menschlich« Problem diese« Buches. Daneben Ne meisterhafte Schilderung des Milieus, de« gepflegten, kühlen, etwa- steifen Geben« ter „guten Gesellschaft", in dem die- merkwürdige Liebes- und Ghedvama sich abspielt. 81Z ist und Tropenblumen, obwohl prächtig gefärbt, doch duftlos sind. Auch benutzt man zur Geruchlosmachung von Apparaten für Duftekperi.nente stark strahlendes künstliches Licht. Intercs anl ist auch, daß viele geruchzerstorende Mitt.l während des Prozeßes auch Farben zerstören. So Wicken Ehlorin- und Hydrogen-Peroxyd sowohl als Ge° ruchzerstörcr, wie als Bleichmittel. Die Fähigkeit des Lichtes oder chemischer Mittel verursacht daS Verschwinden Leisen, was die Ehemiler „Doppel- Verbindungen" nennen. Die Schwingungen bei .einer Dvppelverbindung bezeichnet Mr. Hopper als Grundursache des Geruches. Bloße Flüchtigkeit oder Löslichkeit kann die verschiedenen, teil- senfchastlich beobachteten Geruchsphänomene nicht erklären. Diele üb.raus flüchtige Substanzen rufen keine Geruchsempsindung hervor. Andererseits können wechselnde Geruchsstärken auf die Rotationsschnelligkeit der Erzeugunaseleltronen zurückgeführt werden. Derdünnte Lösungen riechen etwas anders als die gleichen Substanzen in konzentrierter Form infolge de« magnetischen Einflus es der Moleküle aufeinander bei Zusam- menbrängung in reinem Zustande. — Dillenburg gegen Wenn die Frankenberger ter _ noch nicht kennen, dürften sie dort kaum ge- Die feltfamen Be^i Hungen ter Entstehung Gerüchen zur Zartenbildung und zu den verschiedenen Erscheinungen von Acht» Wärmestrahlung und Sielt.i ität sind ein von ter Forschung noch wenig erschlossenes Gebiet. Hier einige- Licht zu verbreiten, unternimmt QL E. Hopper in einer amerikan.schen Zeitschrift. Gehörsinn und Klangwellen zeigen eine immerhin noch offenkundigere 3uf ammengebör igietf, aber auch hier mußte die moderne Technik erst eine Methode finden, um zusammengesetzte Töne in ihre Bestandteile zu zerlegen und wieder au- sammenzusehen, um au einer genaueren Schüt- wng ter physiologischen Tatsachen zu gelangen. Diel schwieriger ist es jedoch, nachzuwetten, daß die Geruchsphänomene, nicht minder al« die des Lichtes wellenartige Ausstrahlungen irgendeiner Art, vielllicht „Geruchs-Ionen" darstellen, welche beim Zuf..mmenftoß von Atomen stark riechender Substanzen als ungesättigte elektrische Ladungen frei werden. Die Elemente, welche Riechmiswun- gen von sich geben, gehören fast ausichließlich zu jenen Substanzen, die, chemisch genommen, von wechselndem Bestände finJ. Ihre ungesättigten Verbindungen bringen eine El.cktronenbewe- gung hervor, bie eine Wckl:nb:wegung mit vielhundertmal kürzeren Wellen erzeugt, als jene des Lichtes aufweist, und vielhundertmal so häufiger Wiederholung, und die von den De- ruchsnerven als Geruch empfunden wird. Mr. Hopper meint, daß es möglich fein mu,fe, diese Wellen so zu verändern, daß sie mit dem Spektroskop untersucht werten können, um da.ucch das „persönliche" Element b:l der stlnt rsuchung von Gerüchen auSzuschalten und viell icht zur Entdeckung mancher, außerhalb der menschlichen Riechfahigkeit liegenden Gerüche zu gelangen. Daß solche theoretisch« Betrachtungen über Messungen des Geruchssinnes nicht ohne praktische Bedeutung sind, erhellt aus den Bestrebungen neuerer Versuche zur Bekämpfung eines Baum- wollschadlings, des Samenwiebels. Dieser wird durch Gifte mit dem charakteristischen Geruch von Daumwollpflanzen, ter so anziehend für den Damenwiebel ist, angelockt und vernichtet. 3n Verbindung mit dem Urfprung von Gerüchen, ter Bildung von Farben, Licht- und Wärme- erscheinungen, ist die Betrachtung von Interesse, daß der Duft getoif,er Pflanzen, wie der Racht- viole. vor dem Dunkeuoerten kaum bemerkbar (Dresdner S. E.), Geiger (A. S. D. Rürrüberg): Hofmann (Bayern-München), Wolpers, Harter (Hamburger S. D.), Hochgesang (l. F. E. Rurn- berg). Dcherm (A. S. D. Rümberg). -- Grstrtz: Hvrn, Lang. Munk lH. S. D.). KlingSeis (Wacker- München). Di« Schweizer stellen folqente Elf: Pulver (Doung Boys): Ramseyer (F.E.Dem), Deweck (DrashopPerS): Gesrr (Servette), v. Arr (Doung Boys). Reuenschwander (Gcashoppers): Tschirren. Weiler! (GraShoPPers). Brand (F.E.Dern). Aldo Poretti, Fink (F. E. Lugano). — Ersatz: Pache (Gras Hoppers), Wiedmer (Grenchen), Iäggi lll (Solothurn). Mit ter Aufstellung der schweiz «rischen Mannschaft ist man in schweizerischen Fachkreisen im allgemeinen sehr zufrieden. In ter deutschen Mannschaft stehen durchweg einzeln bewährte Spieler, eS bleibt allerdings noch die Frage, wie sie sich untereinander verstehen werten. Aus die Spieler dec 6. Dg. Fürth muhte wegen deren Spanienreise verzichtet werten. Die Meinungen darüber, daß die Ausstellung glücklich sei. sind geteilt. Sv ist es chwer, über den wahrscheinlichen Ausgang des Spiels, der knapp sein sollte, etwas zu sagen. Reichsjugendabzeichen und Turn- und Zporlverbände. vv. DaS Reichsjugendabzeichen ist im ersten Iahre seit seiner Einführung insgesamt rund 4600mal verliehen worden. Rach einer Aufstellung des Deutschen R.ichSausschusseS für Lei- beSübungen entfallen davon 37,4 Prozent auf vereinslofe Jugendliche, 62,6 Prvz. auf Iugend- liche, die einem Turn- oder Sportverband angeboren; Die Mehrzahl ter Jugendlichen hat unter liefen Derbänten die Deutsche Sportbebörte für Leichtathletik gestellt, auf die von den insgesamt 62,6 Proz. allein 24,2 Proz. entfallen. An zweiter Stelle steht die Deutsche Turnerschaft mit 19 Proz., erst im weiteren Abstand folgt der Deutsche Schwimmverband mit 9,1 Proz. Die übrigen Derbänte können nur geringe Prozentziffern verzeichnen, davon ter Deutsche Ruter- verband 2,8, die Deutsche Pfadsinterschaft 1,9, ter Derband „Eichenkreuz" 0,3, auf verschiedene andere Derbänte entfallen 1,9, auf weitere Iu- gendverbände 2,4 Prozent. Bezirksligavorschau für Hessen-Hannover. tz. Rach seinem sonntäglichen Erfolg gegen den D. f. D. Kurhessen Marburg hat ter D. f. B. Gießen diesmal einen schwereren Gang, und zwar nach Kassel zu dem Reuling Hermannia. Im Dvrspiel er).eiten die Gießener auf eigenem Platz ein unentsch.eden 2:2. Hermannia ist ebne sehr hart und körperlich spielende Elf. die speziell auf eigenem Platz schwer zu schlagen ist. Man kann also dem D.f. D. Gießen nicht allzuviel Hoffnung auf Sieg machen. In ter Dordgruppe stehen 2 Spiele am kommenden Sonntag an. SPielv. Kassel gegen Göttingen 0 5. Dieses Spiel gewinnt dadurch an Deteutung. daß den Göttingern am Sonntag ter sensationelle Sieg über den Mestter Sport Kassel gelang. Spirlv. Kassel ist zur Zeit Spitzenführer in bet Rord-aruppe. Rach dem Öer- zeitigen Können der beiten Mannschaften ist ter Ausgang des Kampfes völlig offen. -Einbeck gegen Sport Kassel. Auf dem Einbecker Platz hat Sport den Sieg noch nicht in der Tasche. Restlos geklärt ist die Lage noch in feiner der beiden Gruppen. Höchstens am Ende der Tabelle sieht es für die Inhaber trifte au«. Im Rorten Münden und im Süden Marburg; die beiden werten um den Abstieg wohl kaum her- umkommen. Besonders interessant wird ter Der- gleich ter beiten Spihenftihrer im Kampf um die Meisterschaft werden. H er tappt man noch völlig im Dunkeln, nachdem der Sieg des S.E. 03 Kassel, des 5. ter Rordgruppe über den Spitzenführer des Südens, Kurhessen Kassel, alle Berechnungen über den Haufen warf. Lahnkreisvorschau. Deutschlands Fußball-Länderkämpfe. Der am kommenden Sonntag bevorstehende Fußballkampf Deutschlands gegen die Schweiz gibt Anlaß zu einer Betrachtung ter bisherigen Länterkämpfe Der'ich- landS. Seit 1908, also zu einer Zeit, als her Fußballsport noch in den ersten Iahten ter Entwicklung steckte, hat Deutschland insgesamt 59 Länterkämpfe z^m Austrag gebracht unö ist batet mit 12 Rationen in Verbindung getreten. Die Abschlußbilanz dieser Kämpfe ist nicht als überaus günstig anzusprechen, denn nut 17 Kämpfe wurden gewonnen, während 30 verloren gingen und 12 unentschieden endeten. D e laufend« Spielzeit mit vier Siegen und einem Unentschieden hat seht wesentlich dazu beigetragen, ein noch ungünstigeres D Id zu verwischen. Der höchste ziffernmäßige S eg wurde 1922 auf ter Olympiade zu Stockholm erzielt. Rußland wurde in der Trostrunde mit 16:0 au« ter Konkurrenz geworfen. Die größte Riederlage erlitt Deutschland« Slf 1909 beim Qärtber- kampf in Oxford gegen England, wo die Vertreter des Mutterlandes ter deutschen Mannschaft mit 9:0 eine etwas kräftige Abfuhr bewilligten. Während gewöhnlich bei sportlichen Kämpfen verschiedene Erfolgs-Abschnitte feststellbar find, kann man dies bei ten Länterkämpfen Deutschlands nicht behaupten. Es sind mitunter mäß ae Erfolge erzielt Worten, die auch gelegentl d?« Siege über andere Länder nicht verwischen können. Die Auseinanterfolge einiger beachtlicher Ergebnisse konnte nicht so gedehnt werten, daß sich von einer Erfolgsserie sprechen Iaht. In ter Vorkriegszeit z.B. w rten von 33 Kämpfen nur sechs gewonnen, davon allein t>hr gegen d'e Schweiz, und fünf blieben unentsch eben. Diese wenigen Erfolge verstreuen sich auf eine Zeitspanne von s«hs Iahren. wobei noch zu bedenken ist, daß in ten Iahren 1903, 1939 und 1913 nicht ein einziger Sieg erfochten werden konnte. Am besten hat Deutschlands Fuhballvertre- tung, die insgesamt g?gen 12 Rationen in die Schranken trat, gegen die Schweiz abgeschnttten. A"ch das hat seine Berechtigung, weil die Schweizer eine Ration sind, bei der da« Fußballspiel aus ten verschiedensten Gründen heraus nur sehr schwer Spitzenleistungen erreichen kann. Andere Rationen, wie etwa die Oester- reicher, Tschechen und Ungarn haben ganz andere Fuhballtale:tte aufzuweisen, al« die Schweizer. Bezüglich Deutschland mutz g-sagt werten, datz die teilweisen Mktzerfolge seiner Lander- mannschaft ihre Ursache nicht bar n hoben, datz die Allgemeinl-eistungen ferner Vereine schwache sind. Die guten V-rein« rannschaften. Wie s^r in ten Großstädten Süd- und Rorddeutschlands zu Hause sind, haben in ihren internationalen Kämpfen zum Teil hervorragende Ergebnisse erzielt. Richt immer glückliche Mannschaftsaufstellung, Versagen einzelner Mannschaftsteile und ähnliche Umstände, baten zu teix häufigen Rieder- lagen ter deutscher Mannschaft oft beigetragen. Betrachten wir bie einzelnen Kämpfe gesondert nach ihren ©egnern, so kommen wir zu l folgendem Bild: Gegen die Schweiz trat Deutschland elfmal an, g'wam sechsmal, unterlag F dreimal und spielt? zwe'mal unentschieden. Der nächste Gegner ist Holland. Drei Kämpfe wur- 7 den gewonnen, vier gingen verlorm. drei blieben unentschieden. Als nächster folgt Ungarn, mit dem zur Zeit leider ferne Spiele möglich sind, well — ebenso wie bei Oesterre'ch. die Tschechoslowakei und England — das Vorhandensein von Berufsspielern vorerst noch ten sportlichen Verkehr unterbindet. Don den acht gegen Un- -gam ausgetragenen Spielen tourte nur eins gewonnen, wahrend drei unentschieden blieben und vier verloren gingen. Aehnlich ist das Verhältnis zu Oesterreich. Auch her nur zwei Siege, vier Riederlagen bei 7 Spielen. Datz Deutschland — wie andere Lander auch — gegen England keine Chancen hat. ist nicht über- rasctend. Ein unentschiedenes Ergebnis bei vier Spielen, dafür aber ein Torverhältnis von 3:19, kennzeichnet am besten die Situation. Auch Schweden, gegen welches Land Deutschland seit 1911 sechs Begegnungen durchgeführt Hai. war immer ein schwerer Gegner. Rur ein Sieg konnte errungen werden, und nur ein Spiel war unentschieden zu gestalten. Mit Belgien ist bet sportliche Verkehr erst seit kurzer Zeit wieder auf genommen; er erstreckt sich bisher aber nur auf die Vereine. In der Vorkriegszeit war die Mannschaft ter Belgier stärker als zur Zeit, Deutschland hatte denn auch bei drei Speien drei glatte Rieterlagen Heimtragen müssen. Selbst gegen das kleine Finnland konnte keine sportliche Ueberlegenbeit dokumentiert werten. Das Fazit aus drei Spielen, je eins gewonnen, verloren und unentschieden, sagt mit Deutlichkeit die Ausgeglichenheit. Dänemark. Rot- wegen und Italien haben je zweimal einen Kampf gegen Deutschland gesehen. Degen Ror- wegen wurden beide Sviele gewonnen, aber ebenso prompt gingen die Kämpfe gegen die beiten anderen Rationen verloren. Bleibt noch Rußland. da« futzdallsportlich gar keine Dedeu- dvyer die Todesstrafe wegen Totschlags in zwei Fällen beantragt. Brandstiftung mit Mordversuch. WSD. Darmstadt, 9 Dez. Dor dem hiesigen Schwurgericht hatte sich gestern ter 26- jährige, als „schwerer Junge" allgemein bekannte und vielfach vorbestrafte L o t h a r W a 11 e r aus Franksurt-Riederrad wegen vorsätzlicher Brandstiftung in Verbindung mit Mord- versuch zu verantworten. Der Angeklagte hatte im September des Vorjahre« in ter Wald- ch Rach Beendigung der Vorrunde ruhen am Sonntag bie Spiele um die Kreismeister- chaft. Dafür hat sich die Freie Turnerschaft Gießen drei Mannschaften aus Butzbach verpflichtet. Die frühere Ila-Mannschast Giehens will ten Aufstieg in die höhere Klasse wagen und wird nun als I b geführt. In dieser Eigenschaft versucht sie sich nunmehr in Spielen mit Mannschaften ter 1. Klasse. Will die neue (Siebener Ib-Mannschast gegen die 1. Mannschaft Butzbachs günstig abschnei- ten, muß sie recht gute Leistungen zeigen, öenn Butzbach konnte am Sonntag sogar Wetzlar 1 3:0 schlagen. - Vorher spielt die 2. Mannschaft Gießens (die frühere II b) gegen die 2. Mannschaft Butzbachs. Hier steht ein gleichwertiges Spiel zu erwarten. — Im Spiel der I u g e n d m a n n s ch a f t e n ter gleichen Vereine wird Gießen jedenfalls überlegener Sieger bleiben. Wieseck hat ebenfalls Besuch aus dem 6. Bezirk: die erste Mannschaft spielt gegen die gleiche O b e r - M ö r 1 e n s , vorher messen die Iugendmannschaften ter gleichen Vereine ihre Kräfte. In beiden Spielen muh man Wieseck als ten voraussichtlichen Sieger ansprechen. Heuchelheim I folgt einer Einladung nach Fronhausen und wird dort feiner größeren Spielerfahrung und bessern T«hnik durch einen überlegenen Sieg Ausdruck verleihen. Fronh-nsen strebt ebenfalls den Aufstieg in die erste K...sse an, darf sich dann aber durch vorherige unvermeidliche Rieterlage nicht beirren lassen. Die Disqualifikation der Firma Opel ausgehoben. Ber 1 in, 9 Dez. Rach Ve.Handlungen zMchrn ter obersten na.ionaLen Sportkommiftion und der Automobllfirma Opel ist die Disqualifikation mit sofortiger Wirkung aufgehoben worden. Dieser Beschiutz ist auf Grund gegenseitiger Zugeständnisse zustande gekommen. Es ist anzunehmen, datz die Firma Opel sich im nächsten Iahre an allen Rennveranstaltungen wieder beteiligen wird. Normalsprungbreit des Deutschen Schwimmverbandes. Das Springen von federnden Brettern ist ein Gebiet des Schwimmsports, welches in Deutschland besonders erfolgreich gepflegt wird. Seit Wiederemsührung ter olhmp scheu Spiele konnten die deutschen Springer stets mit olympischen Ehren in ihre Heimat zuruckkehren. Rach 14jäbriger Pause sollen unsere Springer in Amsterdam wiederum die Weltmeisterschaft bestreiten Sie sehen sich nun vor eine wesentlich schwerere Ausgabe gestellt, weil inzwischen die Schweden und Amerikaner ihre Bestimmungen durchgedrückt haben, die von unseren bisher maß- Sb enden deutschen Reaeln wesentlich abweichen, m dem deutschen Rachwuch« an Springern die Vorarbeit zu erleichtern, war eS in erster Linie nottoenbig, ein einheitliche«, überall gleiche« Sprungbrett zu schaffen. Diese Aufgabe, bie dem bandSrückspiel auszutragen. Im Vorspiel auf hiesigem Platz führte D. f.B. nach durchweg überlegenem Spiel bis kurz vor Schiuh mit 2:1; nur ein Fehler ter Hintermannschaft ermöglichte e« ten Kasselanern, den Ausgleich zu erzielen. D f B muß mit Ersatz für Mandler, ter im letzten Spiel herausgestellt wurde, antreten; trotzdem sollte es V. f.B. nicht unmöglich sein, einen knappen Sieg zu erzwrnaen. Aus hiesigem Platz hat di« Ligareserve die 1. Mannschaft H e u che 1 hei m s im Gesell- schaftsspiel zum Gegner. Di« V.f.D.-Elf wird versuchen, die früher gegen Heuchelheim erlittenen Schlappen wettzumachen. . Die Dritte wagt einen Gang mit dem ^.Klassenvertreter Burgsolms auf dessen Platz und wird wohl kaum mit einem Sieg rechnen bürfen. _ Wegen „Platzmangel tragt die vierte Mannschaft ihr Gesellschaftsspiel gegenHeu chel- heims Zweite auf dem Hessenplatz au«. Die 1.Iugend.Mannschaft tritt auf dem Waldsportplatz gegen die glnch« von Rie- bergirmc« zum Diplomspiel an. Auf ihr Ab- schneiden darf man gespannt sein, da sie ihr« Form in letzter Zeit stark verbessert hat. Auch die 2. Iugend-Mannschaft tragt auf eigenem Platz ein Diplomspirl gegen Dau- bringens 1. Iugend au«; sie wird sich gegen ten körperlich überlegenen Gegner stark wehren müssen. Die 3. Iugendmannschaft hat die erste Iugend von Grünberg zu Gast. Erste und zweite Schülermannschaft find nach Heuchelheim eingeladen. Spielvereinigung 1900 Gietzen. ö. Ob „Germania"-Marburg weiter in überragender Weise die Führung in ter Lahnkreis- liga behalten kann, wird daS am kommenden Sonntag in D.ehen auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe statt findende Verbandsfußballwett- spiel ze'gen. Hier tritt die Ligaelf ter Dpiel- oereinigung 1900 der 1. Elf des Rasensportvereins „Germania 08"-Warburg im Meisterfchafts- rückspiel entgegen. Das Vorspiel in Marburg ging Z: 1 für den damal gen Platzverein aus. Für die Einheimischen gilt cs, diese Scharte am kommenden Sonnt g nach Mc glichke t auszuwetzen. Wohl ist die Schuhkraft bei ten Germanenstürmern größer als bei dem Platzverein, der dagegen in ter Läuferreihe und in ter Verteidigung über das solidere Können verfügt. Der S.eger wird ohne Zweifel erst mit denn Schlußpfiff de« Llnpärtei.schen feststehen. Die Ligarefervemann^fchaft empfängt zu einem Gesellfchistsspiel die 1. Eit des Sportverein« „E i n t r i ch t" - A11 e n d o r s (MWB ), die aus ter 6-Klasse hervorgeg mgrn. sch mit Erfolg an den Ligaaufstiegspielen beteiligte, zum Schluß aber auS ter Taoelle ohne erficht!.chen Grund gestrichen wurde. Die 3b - M a n n s ch a f t ist bei D a u b r i n - gens II. zu Gast, um das seinerzeit abgebrochene Derbandsspiel zu wiederholen. In kompletter Ausstellung mühte es den 1900em zu einem Sieg langen. _ c Die 1. Iugend liefert der Marburger Sportvereinigung „D. s. D. - K u r h e s s e n" ein Gesellschaftsspiel in Marburg. Hier treffen wo hi die beiten zur Zeit besten Iugendmannschaften te« Lahnkreises zusammen. Die 2. und 3. Iugend 1900s stehen wieder einmal im Diplomspiel gegenüber. Aus dem Arbeiter-Turn« und Sportbunt». Dezernenten für Springen im SchwimmauSfchufß des D. S. D. gesteM wurde, ist jetzt nach fast einjährigen Versuchen restlos gelost. An Stelle ter immer verschiedenen Holzbohlen warten als Fcderungselemente Stahlplatten von 50-3 Millimeter Brette und 12 Millimeter Stärke gewählt, die mit e.ner ganz bestimm:en Steigung fest auf zwei Auflager geschraubt sind. Der A ilauf kann mittels einer Derlängerungsplatte auf jedes mögliche Maß gebracht werden. Die DefestigungS- fchrauben ter Platten haben flache Köpfe, welche unter ter Kokosmatte, die als Belag vorgeschrieben ist, nicht hervortreten. Die A svahl des Stahles gibt sichere Gewähr für gleichbleibente Federung und fast unbeschränkte Haltbarkeit. Für ten Unterbau sowohl der Sin-, als auch ter Dreimeterbretter wurden und Hingt standfeste Äonftruttionen ausprvbiert, die es ten Dateanstalten möglich machen, ihre bisherigen Sprunganlagen vollständig p normalif er en, ohne mehr Geld ausgeben zu müssen, als jetzt ein bi« zwei Reparaturen erfordern. Leiter werten schon durch einige Rachahmungen Verwirrungen an- gerichtet. Es sei deshalb betont, daß nur das Rormalsprungbrett des D. S. V., das übrigen« patentamtlich geschützt ist, Anrecht auf allgemeine Ginführung hat. D. f. V. Auch am kommenden Sonntag ist ter V. f. D wieder durch neun Mannschaften in DerbandS- bzw. Gesellschaftsspielen vertreten. Die Liga fährt nach Kassel, um gegen die dortige „Hermannia" daS fällige Der- tung bat Seit dem 3uni des Vorjahres hat Deutschland aus fünf Spielen gegen Finnland, Schweiz. Holland (zweimal) und Schweden neun Punkte hrimgebracht und damit den Schluhstand nicht wesentlich verbessert Hoftentlich ist die Pechsträhne mm endlich überwunden. gum Fuhballlreffen Deutschland-Schweiz hat ter Deutsche Fuhball-Dund folgend« Mannschaft aufgefl eilt: ®rtl (Wacker-Munchen); Kutterer (Bayern-München). Drier (Hamburger 5 05)' Schmidt (1. F. E.Rumberg), Köhler rr-Äi; Dis Qi t ^tßb »• A«*Ü «■Sl‘ Sjs ÄZHL 'Si>M D v.T. Ä "" * *Ä “"’S! Geriet. eln« Geruch». SC-Jä FSriS * «äS™ KvZ Zs^ <Ä? b3,t|ttllen. vrichr 5heS ®S «-'S» Wisse jn ein« 8(:lttontnbenv »uunv.vrMz mii M Ä nz-uzi. al» len unö vielhundertmal |i । und öle »on dm ®> h empiundsu al:b. M nwglich fein inüje, dies: n, daß Re mit dem Cjnf. den können, um da.H ent ba bet llntilujina Jollen und Dietl ich« iUt uberhalb der menH^en n Gerüche zu «tanze?. I.'trachtungni übet TUI. isS nidjt ohne praftlldje aus Sen ^rebungm Dämpfung dnd 2aum. wntoiebel». 'iMa Wb ralirtM^n Gnuch von \o an-iehend für Ja :lodt und oemiitei 3i Uilprung von Serüchv, eben, Licht- und Därme, belrachtung von 3nkreHt &®le der Licht kaum banedbf , obwohl Prächtig aefäcl ) benutzt man zur Srru- raten für Du'terperlmentt äches Licht. 3nkt;lani ist lerftorenbe Ä Mend arben zerstören. So wirken ,*oM M1 «g. ®r Mchmittel. Die tch>r Mtel veruttacht dai ni die Chemiker .Doppeb Die Lchwingungen ta inn die verschiedenen, M> m S°r»WdS»°-M« :roS W 6*K ipiintmng HE Teruchsstarken au! tu t?K«£ :r,MS llr aufeinander w W em Zustande herlM- „ <« l) Leuten und bf( .ort M fuu ante S^KittKeS ÖJ R in den Mur l gerißen, u^^ ^ran gtschritt b« $ M!afiet ■et« gewismus unv ln Sch^ z es j pqh f>liche 9tu" ^man. 4 rt^rtie««K, ÄÄ e E SrsahreuÄ.,^. 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Jn jedes Haus ein Neu aufgenommen: CRESQ Mützen Ium Backen Auszugsmehl... .s-Pfund-Beutel 1.35 Zu i Weilmacta empfehle Ä auflaben» u. Puppenküchen - Drtlkel in । reicher Auswahl, Bonbonnieren, Pralinen, lose unb in Packung, ff. Mar- ‘ qipan von nur ersten Z5 Achtung! Morgen Samstag 3 Pfund lllastpserdefleisch _ 10174a Bitte ausschneiden und in der Küche aufhängen Kamelhaar-Niedertreter Hl*- und Ledersohfe Or65e 30—42 Firmen. Schokoladen! Beim Einkauf von 5 Dosen Konserven gewahren wir auf obige Preise auherdem 5 Prozent Rabatt! Elegante Herrenhalbschuhe verschiedene Ausführungen 15.90, 14.90, 11.50, 9.95 MWWWÄ Neuenweg 17 empflehlt seine grobe Auswahl in: Lebkuchen, Pfeffernüsse, Spclulotius, Waffeln, Helfe, Marzipan, Nougat, Pralinen, Zchokolaben, Dragees, Bonbons Hausladen-, Puppenküchen- und MW uno Btolioeo in Geschenkpackung von Hartwig & Vogel, Sarotti, Mauxion und Goldina Wt »null In MnAn von Haeberlein, Nürnberg, zu billigsten Preisen Herren-Stiefel in verschied. 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Hofemroeio Giese». Sellersnieg 58,1 tone. Nr. 289 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffenl Zreitag, 10. Dezember 1926 Der Sammler aus Aunft und Wissenschaft. GberhMcher Seschichtsverein. Dr. Waas: Eigenkirchenrecht und Jnvestiturstreit. Aul Einladung deS Olcrh.'ssifchen GcfchichtS- vercins sprach S>v. Adolf -di a a ä über .Eigen» kirchenrecht und Investitur ft reit". Der Vortragende, der. bevor er die Leitung der städtischen Bücherei und Lesehalle in Darmstadt übernahm, an der Stadtbiblivthrk zu QUanu tätig Dar, hat sich schon seit einer Reihe von Jahren mit den Fragen beschäftigt, die er in seinem Dortrag anschaitt. DaS von ihm gewählte Thema kann insofern als dankbar bezeichnet werden, als .die au« mehrfachen Einzelwurzetn von bedingter Bedeutung entspringende Bewegung zuletzt in autzerordentlich.'m Mähe die Geschicke des Heiligen Ad mischen Reiches Deutscher Ration beeinflußte. Gegen Ende des 11. und zu Beginn deS 12. Jahrhunderts, so führte der Dortragende aus. robte in ganz Deutschland ein Kampf, den wir uns nicht erbittert und verbissen genug vorstellen können. Hut ein kleiner Teil davon ist der Stampf von Kaiser und Papst um die Einsetzung der Bischöfe, der unter dem Damen Investiturstreit bekannt ist. Die Chroniken reden von Haß, Feindschaft und Erbitterung in diesem Kamps, und die Urkunden sind Zeugnis davon, vor allem die Fälschungen, die überall in Deutschland 'n diesem Kampf entstanden, und di« mir aus der Massensuggestion eines erbitterten, von religiösen Antrieben geförderten Streiten- zu erklären sind. In jedem lleinen Kloster, in jeder Pfarrkirche kämpfte man darum, ob weltliche Große, Könige. Herzöge. Grafen oder Ritter, über das Kloster verfügen. Herrenrechte in Gericht und Verwaltung ausüben sollten, oder ob sie nur nach Wunsch des Ables das Kloster alS seine getreuen Dögte das ausüben sollten, was dem Geistlichen sein Stand nicht gestattete: Gericht und Waffenschuh. ES ist der große Kampf, der sich auf sich selbst besinnend«! Kirche gegen das Eigenkirchenrectzt. das lange Jahrhunderte hindurch für da« kirchliche Leben bestimmend war. Es ist bi« erste große Revolution, die Deutsch- lond erlebte, und die erste geistige Bewegung, di« Deutschland in großen Teilen seines Volkes erschüttert", und zwar wandelt sich eine zunächst rein resigiöse Bewegung in eine kirchendolitische. um dann ganz ins Gebiet der Politik sich zu verlieren. die relig'öse Bewegung aber versanden zu lassen. Auch die deutsche Eigenkirche war ursprünglich religiös erfordert, da- Mifftvns- christentum der Karolingerzeit als Religion der Könige und des Adels, die erst allmählich die Gesamtheit deS Volkes zu sich Herangehen will, konnte ln einer Missionskirche nicht anders aufgebaut fein, es brauchte den Schuh des Königs und bas Adels, sein Wille, das Thristentum durchzusetzen, war die allein treibende, haltende Kraft. Langsam schafft sich daS Thristentum Raum und schafft eigene« christliche« Leben, das sich Im Mönchtum zunächst äußert. Di« Klunia- ^enserbew«gung ist erste« Zeugnis dafür. Don Lothringen aus dringt sie in Deutschland ein. oerändert hier aber vollständig ihren Eharakter. Sie findet die Eigenkirche vor und glaubt in ihr ein Hemmnis für die Entwicklung christlich-kirchlichen Lebens zu sehen, da« überwunden werden muß. wenn Entfaltung möglich sein soll. Damit ist der Kampf auf Tod und Leben gegeben, der m jedem Klösterlein. aber ebenn di« Beseitigung der Sigenkirch« gelang meist nicht, sie wandelte sich in die Landeshoheit und das landesherrliche Patronatsrecht der weltlichen oder geistlichen Fürsten. Auch di« Entwicklung der Laiengewalten lahmte der Kampf lange Zeit hindurch. Äur die geistlichen Staaten hatten Vorteil von dem Kampf, da sie dort, wo Bogtfreiheit. Aufhebung der Gigenkirchenrechle der Laien durchgesetzt wurde. Schutz und Herrschaft über dies Kloster an sich zogen und da« Kloster damit deren neuen Staaten einverleibten. Das um 1075 aber so starke religiöse Leben der Bewegung erstarrt, bis eine neue Welle neue Impulse, nach Deutschland brachte. Do bedeutet dicssr große Kampf für unsere Geschichte eine« der tragischsten Ereignisse. di« mit Rotwendigkeil erwachsene Revolution der deutschen Kirchen erscheint so als kri- ttscher Wende Punk! unserer Geschichte. Die Zuhörer dankten dem Vortragenden durch ihren Beifall für seine Ausführungen, die erkennen ließen, daß er auf dem in manchen einzelnen Punkten strittigen Gebiet gut bewandert ist. Dr. W. verein für öas Deutschtum im Ausland. Prof. Aubin: Das Deutschtum in Böhmen und Mähren. Dor ,^urzem hatte die Iugendgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland zu einem Vortrag eingeladen, für den es gelungen war. Prof. Dr. Aubin von der hiesigen Universität als Referenten zu gewinnen. Der Redner sprach in hochinteressanten Ausführungen über das Deutschtum in Böhmen und Mähren. Zwei über da« Deutschtum in Böhmen und Mähren aufgestellte Theorien, deren Anhänger sich scharf befehden, so führte der Redner au«, müssen kritisch untersucht werben. Die älteste und bis vor einigen Jahren allein herrschende, begründete die Anwesenheit der Deutschen in Böhmen und Mähren mit einer Einwanderung aus dem benachbarten deutschen Grenzgebieten, die von der slawischen Bevölkerung wegen der Hebung dec Kultur und Erweiterung und Verbesserung der Wirtschaft gerne gesehen werde — eine These, di« sich aus päpstliche ilrhmben auS dem 13. Jahrhundert, die Schwierigkeit der Kirchenverfassung infolge der deutschen Einwanderung betreffend, stützt. Diese, von dem Tschechen Balatzktz ausgestellte Idee lebte nach dem Zusammenbruch Oesterreichs und Deutschland« wieder auf und fand in dem Prager Professor Bretholz, der schon 1912 diese« Problem in seiner Geschichte von Böhmen und Währen behandelt hatte, eine sich stet- sie gernd« Gegnerschaft. Richt allein um eine deutsche Kolonisation in Böhmen und Währen handelt es sich nach seiner Ansicht, sondern um eine deutsche Urbevölkerung. Ursprünglich bewohnten die Dojer die genannten Länder, die sich jedoch nach dem Stnfall der Markomarmen mit diesen vermischten. Wahrscheinlich infolge des Druck« der nachdrängenden Slawen wanderte der größte Teil von ihnen im 6. Jahrhundert — nach Bret- holzens Theorie allerdings erst im 8. Iabr- hundert — nach Bayern aus, woraus die ein- dringenben Slawen — Tschechen genannt — da« ganze Gebiet in Besitz nahmen. Run geht die Behauptung Bretholzens dahin, daß nicht erst im 13. Jahrhundert die Deutschen als Ko- lonisationsbevöllerung Böhmen und Mähren besiedelt hätten, sondern daß nur ein Teil der markomannlschen Bevölkerung das Land verlassen hätte, der andere aber seine alten Wohnsitze bcibehalten habe. Dieser germanisch-teutlche Rest fei dann allerdings gegenüber den slawischen Tschechen in den Hintergrund getreten, habe jedoch durch die deutsch« Kolonisation im 13. Jahrhundert jene Stärkung erfahren, die für den allgemeinen Aufschwung deS Landes von so großer Bedeutung wurde. Mit dieser seiner Theorie will Bretyolz den Beweis führen, baß da« deutsche Element in Böhmen und Mähren Pri- vattechte hat: eine wichtige Tatsache, die demgemäß von der tschechischen Regierung innerhalb Der Politik Berücksichtigung fordere. Wie stellte sich nun der Vortragende zu dieser Frage? Richts weist nach Prof. Aubin« Ansicht aus die Richtigkeit der Bretholzfchen Theorie hin. Geschichtsschreibung. Sprachwissenschast und Archäologie. die HilsSnnttel einer jeden exakten Geschichtsuntersuchung, können keinen positiven Beweis dafür erbringen oder lassen Doppel- deutungen zu. Die karolingische Geschichtsschreibung von 805 nennt Böhmen al« ein von Slawen bewohntes, durchaus national einhei».cheS Land. Rirgends findet sich unter den Aufzeichnungen Karls des Großen über Rechte der Deutschen eine Spur von einem eigenen deutschen Stammesrecht in Böhmen, so tote auch kein Rest des Ehristentums aus der martern an» nlschen Periode zurückgeblieben war, da di« Fürsten Mährens sich in Byzanz wegen der Einrichtung einer eigenen slawischen Kirch« wandten. Mit Hilfe der Sprachwissenschaft läßt sich nur die von niemand bestrittene Tatsache der Anwesenheit von Deutschen vor den Tschechen beweisen. Die überwiegende Menge der Ortsnamen weist ganz deutlich auf die jüngere Periode, die Kolon isationsperiobe des 13. Jahrhundert« hin. Alte deutsche Grunbworte wie -heim, fehlen ganz, ^o wie man auch die alten bajuvarischen Damen auf -stätten. -Hofen, -Hardt und -rieb vergeblich suchen wird, was der Germanist Edward Schröder (Götttngen) überzeugend nachgewiesen hat. Die zurückgebliebenen Reste der Markomannen waren also entgegen Bretholzen« Theorie so gering, daß irgend ein Einfluß auf sprachlichem wie auf archäologischem Gebiet nicht festzustellen ist, denn mir zwei archäologische Funde auS dem 6. und 11. Jahrhundert könnten als Spuren der urdeutschen böhmischen Bevölkerung angesehen werden. Auch beutet die Dialektmischung auf böhmischem und mährischem Gebiet überzeugend auf die spätere Kolonisations- zeit hin, da eine zahlenmäßig größere marte- mannische Restbevöllerung einen einheitlichen Sprachgebrauch vorausgesetzt hätte. Einen sehr guten Beweis für die erst seit dem 19. Jahrhundert anzusetzende Anwesenheit größerer deutscher DevbllerungSgruppen sieht Fell? Heinrich Schmidt in der von diesem Jahrhundert ab eintretenden sprunghaften Entwicklung der Kultur, die auch auf politisch-wirtschaftlichem Gebiet eine plötzliche war, daß sie keine allmähliche Wandlung vom Volksstaat zum Territorialstaat kannte. So müssen wir nach Ansicht deS Redners die Theorie von Brecholz alS verfehlt ablehnen, denn die Kontinuität im Sinne Bretholzens gibt es eben nicht. Aber letzten Ende« ist e« ja müßig, um einige 100 Jahre zu rechten, da feit dem 13. Jahrhundert mit der deutschen Einwanderung und deren Rach kommen bi« auf unsere Tage vor allem deutsche Kulturttäger die wesentlichen Grundlagen für den jungen tschechoslowakischen Staat gefegt haben. Dr. A. W. lieber Tierpsychologie. Dor kurzem sand im Deethovensaal in Berlin ein außerordentlich interessanter. Vortragsabend statt. Der Gießener Tierpsychologe UniversitätSprosessor Dr. H. Kraemer sprach über das Thema „Können Tiere denken?" Prof. Kraemer kam alS ernster und anerkannter Wissenschaftler zu dem Ergebnis und Glaubenssatz: „3a. das Tier denkt. Das hochentwickelte Tier übt in einfacher und untempll- zierter Weise eine eigene selbständige Denk- tätigkeit aus und läßt sich nicht nur durch den Instinkt leiten. Unterschiedlich zum Menschen ist diese Denktätigkeit etwa wie bei einem Kind« und einem hochentwickelten, erwachsenen Menschen." Es wurden im Lichtbilde di« verschiedensten Gehirne gezeigt, vom winzigen Fisch- und Amphibiengehirn an in Aufwärtsentwicklung biS zum Hunde und Menschen. Hochinteressant ist nicht nur die verschiedene Größe de« Gehirn« — denn auf die Masse allein kommt e« nicht an bis zu einer gewissen Grenze —, wichtiger noch ist die verschiedenartige Falten- und Zur- chenverästelung im Gehirn. D.efe Furchen und Falten sind beim entwickelten Tiere vorhanden. Besonders hervorgchoben wurde, daß diese Lichtbilder vom toten Tier genommen wurden: der Vortragsabend wurde vom „Weltbund zum Schutz der Tiere und gegen die Vivisektion" veranstaltet. Gesellschaft für Grd- und Völkerkunde Gießen. Dr. Klüpscl: Ltudicnreisen in den Bereinigten Staaten. Dor der Gesellschaft für Srd- und Völkerkunde sprach im stark bcfctj.cn Saale der Reuen Aula Privatdozent Dr. Walther K 1 ü p s e l. Gießen, über seine 6tubienic.,e;i in den Bereinigten Staaten. Der Vortragende wies daraus hin, daß seine wissenschastlichen Beobachtungen Spezialvorträgen Vorbehalten bleiben sollen, und daß die reichen milgebrachten Materialien, namentlich die Bodenproben erst eine eingehende Bearbeitung erfahren müßten, bevor RähereS darüber mi geteilt werden könne. Dorausge.chickt wurden allgemeine Eindrücke über Land und Leute, welche, wie der Redner betonte, in Auswahl und Darstellung bi« zu einem gewissen Grad« subjektiv fein müssen, da jeder Reisend« in fremdem Lande immer nur einen beschränkten Ausschnitt des flehen« kennen lernt. Der Redner ft reifte kurz den LandschasiS- charakter und gab einen Uebcrbllck über da« bunte Dölkergernisch der Eingewanderten und über die farbigen Rassen. Dabei ging er des' Räheren ein auf das Wesen des Amerikaner« selbst, über welches bei unS vielfach noch falsche Vorstellungen bestehen. Dabei hob der Redner die Diszipliniertheit, die Ehrlichkeit und da« ungezwungene Wesen des Amerikaners lobend hervor. Er betonte, daß die Sicherheit auf dem Lande in den Süd- und Weststaaten größer sei al« in Europa. Zum Schluß wurde auf die Aus- wanderungSsrage ein gegangen und davor gewarnt, ohne genügende Geldmittel auSzuwandern oder sich auf Derwandte drüben zu verlassen. Im zweiten Teil seines Vortrages brachte Dr. Klüpfel instruktive Lichtbilder fast ausschließlich nach eigenen Ausnahmen. Don ReuorleanS mit feiner Interessanten französischen Altstadt ging «S quer durch die sumpsigen Riederungen Louisiana« nach den Prärieen am Dols von Meriko in Te?a«. Anschaulich erläutert waren die Wirkungen der Rordstürm«. welche da- Land zeitweise heimfuchen und ein katastrophale« Viehsterben verursachen. Heber El Paso am Rio Grande ging die Reis« nach Reumeftko un6 Arizona, wo di« giganttsche Schlucht d«S Solo- radoftuffe«, da« Grand Eanhon, daS Apachenland mit seinen Riefenkakteen und die Gegend von TuScvn besucht wurden. Die Umgebung von Qo« Angele« (Kalifornien) mit ihreck wundervollen altspanifchen Millionen und den imposanten Erdölfeldern war in vielen Bildern vertreten. Gntlana der pazifischen Stüfte wurde die Reise über das reizvolle Monterey nach Dan Franzisko fortgefeht und vom Mi. Tamalpai« mit seinen Sequoia-Wäldern di« Aussicht auf die im Meer ertrunkene Landschaft de« Goldenen Tore« genoßen. Hebet die Slerro-Revada hinweg galt ein Besuch der wegen ihrer Gold- und Silbererze berühmten Mohave-Wüste. Quer durch Revada führten dann die Reisebilder nach Utah an den Großen Salzsee tinb nach ©alt Lake City am Fuße der schneebedeckten Kette der Wasatch Mountains. Der gewaltig« Tagebau der Kupfergrube Bingham zeugt von dem Mineralreichtum des Staates Utey. Rech Durch- guerung des nördlichen Evteradoplateaus zogen Bilder von den Rocky Mountain« mit ihren Gletschern an dem Auge vorüber. Mit einiatn Aufnahmen au« Chicago und Den Riagara*ällen fand die Tanne Reife ihr K. Verein der freunde derhumanistifchen Gymnasiums. Prof. Loeschke: Die Erschließung der römischen Kaiser-Residenz Trier. Im Nahmen der Veranstaltungen des „Vereins der Freunde des humanistischen Gymnasiums" hielt nn Physikalischen Institut Prof. D. Laeschke aus Trier, der Leiter der derzeitigen dortigen Ausgrabungen. über das Thema „Die Erschließung von Trier, der römischen Kailer-Residenz", einen sehr intereflanten und anschaulichen Vortrag mit Lichtbildern. Nach einer kurzen Einführung, die sich mit den historischen Doraussetzungen allgemeiner Art, mit der Geschichte der rheinischen Altertumsforschung und des Provinzialmuseums in Trier befaßte, fand Profesior L o e s ch k e den geeigneten Ausgangspunkt für feine Darlegungen in zwei Üichttnldern, die die geographische und oerkehrsmaßige Situation des alten Trier deutlich machten, das, um Christi Geburt gegründet, vier Jahrhunderte lang römische Stadt und, die letzten 100 Jahre hindurch, auch römische Residenz ge- wesen ist. Das erste der besprochenen alten Bauwerke ist ein Doppeltor das man erst spät als solches aus einer darübergebauten Darockkirche heraus freigelegt hat. Das Tor war in ein altes Gräberfeld hinein- gebaut, besten Untersuchung eine genaue Datierung des Baues gestattet: kurz nach 259. Ein anderes römisches Bauwerk ist die Basilika, um deren Re- ftaurierung sich Friedrich Wilhelm IV. verdient gemacht hat. Der Bau ist unter Konstantin errichtet, stammt also aus der Residenzzeit des alten Trier (ca. 300—400), und gibt ein imposantes Bild von der Raumwirkung der Römerbauten. Auch aus der Baugeschichte des Domes wurden sehr aufschlußreiche und schöne Bilder gezeigt, fiter fehlen noch umfang, reiche Grabungen. An der sog. Römerbrücke sind die Pfeiler (der heutige Oberbau ist neueren Datums) wohl römischen Ursprungs: doch gelang es Loeschke, stn trockenen Sommer 1921, Spuren noch älterer Fundamente nachzuweisen: dieser Teil ist zweifellos römischen Ursprungs. Auch mürben Teile eines Brückentors in der Stadtmauer gefunden, das durch- aus zu der Fahrbahn der von Loeschke ermittelten Fundamente stimmt. Wohl um 100 n. Ehr. ist das Amphitheater errichtet, was Grabungen nach der Freilegung ergaben. Auch sind hier große Unterkellerungen, Erdtreppen am fiang und Umgänge nachzuweisen. Bemerkenswett ist, daß das Theater- tor mit einem Stadttor identisch war. fiterfür fehlen ebenfalls noch die sostematifche Untersuchung und eine ausführliche Publikation. Bei der Kanalisation von Trier wurden römische Straßenreste aufgedeckt: allmählich wurde das Bild eines Netzes von regelmäßigen Vierecken gewonnen. Interessant ist die Nachweisung verschiedener Straßenschichten: die Lage des römischen Trier ist einige Meter unter dem heutigen anzunehmen. Die römischen Bäder sind verschwunden: nur Reste eines großen Bades hat man gefunden, das um 100 n. Ehr. wahrscheinlich nach dem neronifchen Grundrißtyp erbaut und um 1900 von einem Franzosen rekonstruiert wurde. Auch hier fehlt die maßgebliche Publikation. Dann das gewaltige Monument der kurz vor 300 n. Ehr. erbauten Kaisetthermen, die eine außerordentlich schöne und klare Grundrißgliederung aufweisen. Um 400 wurde das Bad gänzlich umgebaut: doch gehen die Meinungen über den Zweck des Umbaues weit auseinander Vielleicht handelte es sich um eine Kirche. Eine Publikation hierüber soll 1927 erscheinen. lempetimuten werden erst jetzt aefunten; ihre Lage ist bekannt. Fragmentarische Plastiken sind vorhanden, Götterbilder des 1. Jahrhunderts. Es handelt sich um einheimische Gottheiten, um ein großes fieiligtum des Lenus Mars in erster Linie. Zuletzt gab der Redner an fiand von Lichtbildern einen Ueberblirf über die Grabungen, mit denen man sich gegenwärtig beschäftigt 30 fieiliatümer wurden schon freigelegt, darunter ein sehr schönes Mithraskultbild. Statuen einheimischer Mutter- göttinnen. auch ein riesiges Monument des germanischen Wotan und das Stierbild — eine sehr reife Plastik — einer alten Flußgottheit. Um 340, als Trier Christenstadt und Bischossstadt wurde, haben die Ehristen den ganzen heiligen Bezirk zerstött. Die ein verwittertes Ueberbleibfel und Zeichen welthistorischer Entwicklung wirkte zuletzt das Bist» eines Fundes aus christlicher Zeit, der eine Brosche in Kreuzform darstellt. Prof. Loeschke schloß seine hochinteresianten, mit lebhafter Anteilnahme aufgenommenen Darlegungen mit dem fiinweis auf die großen Aufgaben, die die Wissenschaft, knsbesondere die Kommission zur Erforschung der Vorgeschichte der Rheinprooinz, noch zu leisten hat. Deutscher Sprachverein. Professor Dr. Goetze: Sprache und Kultur. Zu einem sehr fesselnden, leider nicht besonders zahlreich besuchten Dortrage hatte di« Gießener Ortsgruppe des DeutschenSprach- verelns geladen: der Germanist Prof. Goetz« sprach über da« Thema: »Sprache und Äultur". Es ist leider auf dem zu Gebote stehenden Raum nicht möglich die überaus lehrreichen und lebendig entwickelten Ausführungen des Redners einigermaßen vollständig zu vermitteln: wir müssen ur.« auf die Wiedergabe der wesentlichsten Gesichtspunkte beschränken. Ausgehend von den historischen Doraussetzungen und den Anfängen einer Wissenschaft von der deutschen Sprache betonte der Dortragende zunächst, wie dem Duvchschnittgebildeten gemeinhin die stetig fliehende Entwicklung der Muttersprache wen.g bewußt fei, toi« er vielmehr meist am Grund, atz einer starren .Richtigkeit" festzuhalten sich gewöhnt habe. Sehr bemerkenswert ist weiterhin die außerordentliche Mannigfaltigkeit unseres Sprachgebrauches, die sich aus Landschastsunter- schieden ableitet. Ein paar gemeinverständllche, dem alltäglichen Leben entnommene Beispiele machten dies eindringlich (lat. Die Buntheit des sprachlichen Ausdruck« ist ebenso verbreitet, wie di« Unsicherheit io der Bildung gewisser Haupt- und Zeitwottförmen (auf dem Baum, aus dem Daum«: backte, buk u. a.). Der Redner erklärte weiterhin eine Kritik für unhaltbar, die DerSnderungen in früherer Zeit zwar hinnimmt wti) billigt, moderne Entwicklung aber db- iehnt- Die Gesamtheit der Sprachveranderungen ist als Leben der Sprache zpi bezeichnen. Das Sprachleben steht in enger Verbindung mit dem Kulturleben eines Volkes i»i weitesten Sinn; Sprachgeschichte ist immer und notwendig Kulturgeschichte. 3eber Kulturbesitz muß sprachlich gedeckt sein. Immerfort aber entstehen neue Kulturgüter, für die zunächst keine Deckung vorhanden ist. Die drei wichtigsten Möglichkeiten zur Heber* brückung der so en!stehenden Spannung zwilchen Kultur und Sprache sind Metapher (Bld). Entlehnung und Bedeutungswandel. Besonders den beiden letzten Punkten widmet« der Dottragende sein« mit vielen Beispieles anschaulich gemachten Da^egungen. Im allgemeinen gilt der Satz: Wit den Sachen dis Wörter. Mit der Entlehnung der Sachen geht die sprachliche üebernahme Hand in Hand. Besonders lehrreich sind die römischen Einflüsse bet unseren Voreltern, die sich heute auf vielen Kulturgebieten (Hausbau, Gattenbau, Schmiedekunst, Schreibkunst u. v. a.) noch le cht nachweifen lassen. Eine besondere $fcäcutung kommt den sog. Lehnübersetzungen zu, die einen bewußt gestaltenden Urheoer ooraussetzen. Als besonders proMematifd) wurde z. B. di, mtereffante Entwicklungsgeschichte des Eigenschafts- wottes braun behandelt. Die Entlehnung aus dem lateinischen prunum (Pflaume) bietet eine befriedigende Lösung. 9nterefiante Sprachentwicklung läßt sich im Bedeutungswandel verfolgen, fiier ist festzustellen, daß die Namen älter sind als die Wörter (nomen ante rem). Beispielsweise haben die Erfindungen der Buchdruckerkunst, des Schießpulvers, der Stteichhölzer und des Torpedos auf teilweise erheblich ältere Wörter zurückgreifen müssen. Insbesondere Torpedo ist schon bei Cicero und Barre in der Bedeutung Zitterrochen (lateinisch torpere) zu belegen. — Die anregende und lehrreiche Veranstaltung wurde nach kurzer Diskussion durch den Vorsitzenden der hiesigen Ottsaruvpe des Sprachvereins, Ge- heimerat Befragtet, geschloffen. 9»* 5o«fl|fll Stetzel infoltz* richt«" Zu harn1 n in <1 einschlägigen Genb&ftaB Beispiele meiner Leistungsfähigkeit M, 130 cm breit, gestreift, Mk Mtr. Mk eihnachtsgeschenk Ziehuno am l5.u 16. Dez 19k 10158a "tvSlichs. Bevor Sie Ihren Bedarf decken, überzeugen Sie sich bitte von meinen großen Lägern. mit med recht oit misti'sch, großen i htm Werf. 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