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Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil Hans Füstel, sämttich m Dietzen. «rscheinttäglich,autzer JHW Ä Ä Kichtner Anzeiger scheinen einzelnerRummern N ■ $1 re* infolge höherer Gewalt. " änWnfAfi^n^tTia^ General-Anzeiger für Oberhessen $,anÄ0rtai‘m0atiH636. vni« Mil»Verlag: vrühl'sch« Unioerfitäts.Bii*. und stftni>räderet R. lange in Siegen. Schriftlettnng und SelchästrfteSe' Schulftrage 7. Die franzöfifche Kabinettsfrife. P6ret bleibt vorläufig im Amt. Paris, 9. 3uni. (TU.) Die Gerüchte, die heute vormittag über die Kabinettsbildung im Umlauf waren, erwiesen sich, wie aus dem im Laufe deS ÄlinistcrrateS veröffentlichten Kommunique hervorgeht, zunächst als unbegründet. Das Kommunique schließt zwar nicht ausdrücklich diese Möglichkeit aus. ES enthält aber die Feststellung, daß verschiedene von Finanz- minister P e r e t vorgeschlagene Maßnahmen einstimmig beschlossen wurden. Die wichtigsten der Mahnahmen sind folgende' 1. Einstellung der Ausgabe von Conponsheftem 2.Bevorstehende Aufhebung des Gesetzes über die Kapitalflucht durch ein besonderes Dekret. 3. Streichung der Loucheur- Steuern (vom 4. Dezember 1925) in Höhe von vier Milliarden für das kommende Steuerjahr. Es wird mitgeteilt, daß die Einrichtung der Amortisationskasse definitiv auf den 16. d. MtS. festgesetzt ist. Das allgemeine Interesse konzentriert sich noch immer auf die ministerielle Lage. Es besteht kein Zweifel darüber, daß P 6 ret gestern und heute wiederholt feine Demission angeboten und wieder zurückgezogen hat. Don einem Teil der Presse wird der Finanzminister wegen seines Verhaltens heftig angegriffen. Die Presse bespricht im übrigen die Möglichkeit eines Kabinettes der nationalen Einigung. Es wirb behauptet, dah Verhandlungen Zwischen den Gruppenführern bereits im Gange int). Als Ministerpräsident des neuen Kabinetts wird D r i a n d genannt. Daneben taucht auch heute der Dame D a r t h o u auf. Außerdem wird gemeldet, dah der Gcneralgouverneur von Marokko, von Steeg, sich nach Frankreich begeben habe. Der gegenwärttge Generalgouverneur hat noch nie eine Krise vorübergehen lassen, ohne sich dem Präsidenten der Republik für die Reubildung einer Regierung zur Verfügung zu stellen. Peret über die Finanzlage Paris, 9. Juni. (TU.) Der Finanzminister Psret wurde heute nachmittag von der Finanzkommission des Senats über folgende Fragen gehört: 1. Lage des Schatzamts, 2. Währungskrise, 3. Zurückschasfung der Kapitalien aus dem Ausland. Der Finanzminister bewnte eingangs erneut die Absicht der Regierung, die Inflation zu bekämpfen. Die Einnahmen und Verpflichtungen des Schatzamtes könnten ins Gleichgewicht gebracht werden. Der Finanzminister gab im übrigen die Erklärung ab, daß das kommende Budget ausgeglichen fein würde, ohne dah die Rotwendigkeit bestehe, neue Steuern^ aus- zuschreiben. „Es darf weiterhin nicht mehr der Fall sein," so fuhr der Minister nach dem halb- amtllchen Bericht fort, „dah die Währung eines fv großen Staates wie Frankreich tagtäglich willkürlichen Schwankungen ausgesetzt ist. Die Regierung habe einen zusammenhängenden Plan zur Stützung des Franken ausgearbeitet." Der Minister versicherte im übrigen erneut, daß der Goldbestand der Bank von Frankreich nicht angetastet wurde und daß er auch nicht zu Stühungsoperationen herangezogen werden soll. Was die Morgan- Anleihe anbelange, so sei man weit davon entfernt, sie völlig aufgebraucht zu haben. Rach den Ausführungen des Finanzministers entspann sich eine lebhafte Debatte, an der die früheren Finanzminister Caillaux, Marsal und D o u m e r teilnahmen. Lebhafte Äammerdebatten. Paris, 9. Juni. (TU.) 3in Verlauf der gestrigen Kammerdcbatte hat der Abgeordnete Guilhaumon auf die Rotwendigkeit der Bildung eines französischen Luft- fahrtkomitees hingewiesen mit der Begründung, dah Frankreich sich nicht von Deutschland überholen lassen dürfe. Deutschland verstärke unaufhörlich fein Luftgeschwader (!) und beherrsche bereits 5 0 Prozent des Weltluft- sahrtnehes. Zu Eingang der Sitzung kam es zu einem heftigen Wortwechsel zwischen Abgeordneten der Rechten und der Linken. Erstere erllärten, dah, toemx sie am Dienstag anwesend gewesen wären, sie ebenfalls gegen die Erhöhung der Abgeordnetenbezüge gestimmt hätten. Aus der Linken fielen heftige Zwischenrufe. Erst die Drohung des Präsidenten, die Sitzung aufzuheben, besänfttgte die Gemüter. 3n den Wandelgängen der Kammer wurde sehr eifrig die Ungewißheit der inner- politischen Lage erörtert. Man spricht davon, dah ein Mißtraueirsantrag gegen das Kabinett vorbcreftet werde, das zu Fall gebracht werden IdU,- damit endlich zur Bildung eines Kabinetts der nationalen Einigung ge- schrftten werden könne. Die Erhöhung der Abgeordneten- bezüge von 27 000 auf 42 000 Franken wurde nach einer bewegten Debatte in der Rachtsihung der Kammer kurz nach 1 Uhr mit 150 gegen 128 Stimmen abgelehnt. Die deutsch-französischen Verhandlungen. «Berlin, 10.Juni. (TU.) Da die deutsch, französischen W i r t f ch a f t s v e r h a n d - lungen vor den Reichstagsferien nicht beendigt werden können, wurde ein neues Prooifo - rium vorgeschlagen. Ein Teil der deutschen Dele- Die Bolkerbundratssitzung. Konflikt in der Saarkommiffion. - Aufhebung der Kontrolle über Oesterreich. Am Donnertag wird sich der Völkerbunds- r a t wieder einmal mit der Saarfrage zu befassen haben. Veranlassung dazu gibt der Konflikt, der in der S a a r k o m m i s s i o n über die Zurück- Ziehung der französischen Truppen aus dem Saargebiet entstanden ist und seinen Niederschlag in drei Gutachten an den Völkerbundsrat gefunden hat. Dabei zeigt sich der Vorteil, daß die französische Führung in der Saar- kommission durch die Wahl des Kanadiers Steffens zum Präsidenten der Regierungskommission endgültig ausgeschaltet ist, denn bei dem ganzen Konflikt handelt es sich um nichts anderes, als um den französischen Versuch, die Entscheidung des Dölkerbundsrates, nach der das französische Militär allmählich restlos aus dem Saar- gebiet zurückgezogen werden soll, zu hinter- treiben. Während Steffens und mit ihm das saarländische Mitglied der Regierungskommission K o ß m a n n die Ansicht vertreten, daß ein w e i - terer Aufenthalt französischer Truppen im Saargebiet dem Gei st und dem Buch ft oben des Versailler Vertrages widerspricht, stellen sich die französischen, belgischen und tschechischen Mitglieder auf einen entgegengesetzten Standpunkt. Sie verlangen, daß ein rein militärisch französischer Eisenbahnausschuß gewählt werden soll, dem zum Schutze des Streckennetzes des Saargebietes zwei französische Bataillone zur Verfügung stehen sollen, die auf das gesamte Streckennetz verteilt werden. Sie vertreten die Auffassung, daß diese Truppen notwendig sind, um französische Truppen- transporte aus dem besetzten Gebiet aus Frankreich sicherzustellen. Die Begründung ist recht faden- scheimg, da ja das Saargebiet nicht unbedingt als Durchgangsgebiet für französische Truppentransporte erforderlich ist. Es gibt genug Verbindungsstrecken, die außerhalb des Saargebiets liegen. Der Präsident Steffens hat vollkommen die französischen Absichten durchschaut, die darauf hinauslaufen, die Möglichkeit zu schaffen, die beiden französischen Bataillone dauernd im Saargebiet zu behalten und so die Forderung des Dölkerbundsrates vom Januar zu umgehen. Steffens verlangt, daß die Bataillone außerhalb des Saargebietes stationiert werden, wo sie dem Eisenbahnausschuß zur Verfügung stehen. Sollte ihr Einsatz wirklich einmal nötig werden, dann könnten sie ja sehr leicht an Ort und Stelle geschafft werden. Es ist kaum daran zu zweifeln, daß der Völkerbundsrat die Forderung des Präsidenten der Regierungskommission, die vollkommen den Wünschen der Saarbeoölkerung entspricht, anerkennen und demgemäß auch eine Entscheidung treffen wird. Außerdem kann er nicht selbst eine früher von ihm getroffene Entscheidung rückgängig machen, bloß, weil' ein Teil der Regierungskommis, fion aus rein politischen Gründen eine andere Auffassung vertritt, deren Begründung zudem sehr unwahrscheinlich ist und den tatsächlichen Verhältnisien durchaus nicht entspricht. Aufhebung der österreichischen Kontrolle. Gens, 9. 3uni. (Sil.) Die -weite öffentliche Sitzung des Völkerbundsrates begann heute vormittag 10.45 ilhr. Sämtliche Ratsmitglieder waren anwesend. Das Ereignis des Tages war, daß heute der Ratsplatz von Brasilien nicht leer blieb. Mello Franco erschien in Begleitung seines Gesandtschaftsrates. Zu Beginn der Sitzung erklärte der Vorsitzende Guani, daß man sich in den gestrigen Verhandlungen der Ratsmitglieder dahin geeinigt habe, die Entscheidung über die Abberufung der alliierten Truppen aus dem Saargebiet auf die Vollversammlung des Völkerbundes im September zu vertagen, um Deutschland Gelegenheit zu geben, bei dieser Frage mitzusttmmen, da es sich hierbei um eine Deutschland direkt interessierende Frage handele. Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung stand als erster Punkt der Bericht über die Aufhebung der österreichischen Dölkerbunds- kont rolle. Die Sitzung gestaltete sich zu einer feierlichen Kundgebung für Oesterreich Sämtliche Ratsmitglieder beglückwünschten der Reihe nach die österreichische Regierung und das österreichische Volk zu der nunmehr endgültigen Aufhebung der österreichischen Dölkerbundskon- trolle. Als Berichterstatter ergriff zuerst der englische Außenminister Chamberlain das Wort. Er wies darauf hin, daß die Lage Oesterreichs nach dem Zusammenbruch völlig hoffnungslos gewesen fei. Wenn man heute Oesterreich zu der Aufhebung der Völker-bundskontrolle beglückwünschen könne, so sei dies in erster Linie der Arbeit des Völkerbundes zu danken. Oesterreich sei jetzt in der Lage, seine Angelegenheiten selbst wieder in die Hand zu nehmen. Er verlas darauf einen Antrag, in dem die Funktion des Völkerbundkommissars in Anbetracht der Stabilisierung der österreichischen Finanzen am 30.3uni d. 3. endigt und in dem dem Dölker- bundskommissar der Dank für seine Mühe aus- gedrückt wird. Dieser Entschluß wurde vom Völkerbundsrat einstimmig angenommen. Nach Chamberlain drückte der Vertreter Italiens, S c i a I o j a , dem österreichischen Bundes- kanzler Ramek die Glückwünsche der italienischen Regierung aus. Es sprach ferner der tschechoslowa- kische Außenminister Dr. Benesch, der die Sympathie seiner Regierung für bas österreichische Volk ausdrückte. Er betonte bas ersprießliche Zusammenarbeiten zwischen beiben Völkern, bas in Den oerschiebenen vertraglichen Vereinbarungen ber letzten Zeit zum Ausbruck gekommen sei. Bunbeskanzler Ramek ergriff barauf selbst bas Wort unb bankte im Namen Oesterreichs sämtlichen Natsmitgliebern für bie ihm ausgedrückten Glückwünsche. Der heutige Tag, an dem die Völkerbundskontrolle endgültig aufgehoben werde, sei für das österreichische Volk von geschichtlicher Bedeutung. Er habe bas Bedürfnis, dem Völkerbund unb insbefonbere bem Völkerbunbskommifsar Zimmermann den Dank ber österreichischen Regierung für bie Mithilfe aus- zubrücken. Nach ihm verlas ber Völkerbunbskom- miffar Zimmermann einen Bericht über bie gegenwärtige Finanzlage Oesterreichs unb erklärte, baß er heute zum letztenmal als Völkerbunbskom- miffar vor dem Rat erschienen sei. Das Ungarntomitee des Völkerbundsrates trat heute nachmittag zu einer kurzen Sitzung zusammen, um über die Modalitäten der Aufhebung der ungarischen Finanzkontrolle zu beraten. Auf Grund der bereits gefaßten Beschlüsse wurde heute festgesetzt, daß der Generalkommissar des Völkerbundes Ende d. M. seinen Posten auf geben soll, ohne daß ein Rach- folger für ihn ernannt wird. Zur Kontrolle der für den Zinsendienst der Völkerbundanleihe verpfändeten Staatseinnahmen, sowie der Restbestände der noch nicht freigegebenen Anleihen werden zwei Treuhänder des Völkerbundes eingesetzt. Diese haben ihren Sih nicht in Budapest, sondern werden durch einen gemeinsamen Beauftragten dort vertreten werden. Die Beschlüsse des Ungarn-Komitees werden nun der morgigen öffentlichen Ratssitzung zur formellen Beschlußfassung vorgelegt, doch ist an ihrer Annahme nicht mehr zu zweifeln. Brasilien tritt nicht aus. Genf, 9.3uni. (TU.) Brasilien wird, wie nun bestimmt verlautet, zu der Septembertagung des Völkerbundes keinen Vertreter entsenden und sich bis dahin in der Frage der Ratserweiterung volle Zurückhaltung auferlegen. Die Entscheidung über die Aufnahme Deutschlands in den Völlerbund wird also im September ohne die Teilnahme Brasiliens fallen, jedoch wird Brasilien einen nichtständigen wiederwählbaren Ratssih zuerteilt erhallen. Durch diese Lösung ist der in den letzten Tagen allgemein erörterte Austritt Brasiliens aus dem Völkerbund vermieden und ein Teil der Hindernisse, die dem Eintritt Deutschlands tn den Völkerbund bisher entgegenstanden, ist beseitigt. Spanien bleibt hartnäckig. Berlin, 10 3unl Wie die Morgenblätter aus London melden, erklärte General P r i m o de Rivera in einem Telegramm an die British ilniteb Preß, Spanien werde voraus- sicytlich aus dem Völkerbund austreten, wenn seine Ansprüche auf einen ständigen Rats- s i h nicht erfüllt würden. Das spanische Kabinett hat beschlossen, an seinen Genfer Forderungen auf einen ständigen Ratssih für Spanien fest- zuhalten. Der Genfer Berichterstatter der „Morning Post" erfährt von gut unterrichteter Seite, daß Quinones de Leon, so weit Madrid in Betracht komme, ausgeschaltet sei und wahrscheinlich als Botschafter in Paris und als Vertreter beim Völkerbund zurücktreten werde. Quer Boule sei auf direkte Intervention des spanischen Königs angewiesen worden, an den Ratssitzungen teilzunehmen, statt den Sih offen zu lassen, tote es Primo de Rivera gefordert habe. Die Mandatskommission. G e n f, 9. Juni. (WB.) Die ständige Manbats- kommission bes Völkerbunbes lieh sich von leitenben Beamten bes australischen Kolonialministeriums über die Verwaltung des Mandatsgebietes von Reu-Guinea mündlich Bericht erstatten und verlangte dann ergänzende Auskünfte über das ehemalige deutsche Eigentum , das bisher von der Enteignungskommissivn verwaltet wurde und nunmehr vorwiegend Australiern, die im Weltkriege Heeresdienste leisteten, zum Kauf angeboten werden soll. Außerdem wurde der Referent um genauere Angaben über die Arbeitsbedingungen und auch über langfristige Arbeitsverttäge ersucht. 3n diesem Zusammenhang fei erwähnt, daß der VölkerbundSrat den von dem schwedischen Vertreter S j o e b o r g ausgearbeiteten Bericht über die ehemaligen staatlichen deutschen Plantagen und über die Rekrutierung von Eingeborenen zu militärischen Zwei» ken angenommen und durch eine Entschließung die Auffassung der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes gutqeheißen hat, wonach die Mandatsmächte tn feinem Teil deS ihnen anvertrauten Mandatsgebiets andere als Der- waltungsrechte besitzen. Aus dem Bericht Sjoeborgs geht hervor, daß sämtliche Mandatsmächte dieser Auffassung grundsätzlich zusttmmen, dah sie aber nur von der englischen und französischen Regierung vorbehaltlos angenommen wurde. Zur Frage der Rekrutterung der Eingeborenen sprach sich die Mandatskommission dahin aus, dah sie nur zur Verwendung im Polizeidienst ober zum Heeresdienst innerhalb des eigenen Territoriums zugelassen sein sollen. Auch hierzu liegen, nach dem Bericht Sjoeborgs, nunmehr nach drei 3ahren die Antworten der verschiedenen Ratsmächte vor, die dieser Auffassung grundsätzlich zusttmmen, wobei England seine ursprüngliche Haltung vollkommen aufgegeben hat. 3mmerhin macht die französische Regierung für die Mandate in Togo und Kamerun den Vorbehalt, daß diese Auffassung int Falle des allgemeinen Krieges nicht gelten soll. Auch die südafrikanische Regierung erklärte, nicht darauf verzichten zu können, in außergewöhnlichen Fällen alle freiwillig sich meldenden Personen zu rekrutteren, obwohl die Politik keiner südafrikanischen Regierung jemals darauf gerichtet gewesen sei, Eingeborene bei einem Konslitt zwischen europäischen Staaten in den Kampf zu schicken. gation ist schon nach Berlin abgereist, ber Rest, ebenso wie ber Delegationsführer Posse, bleiben in Potts, lieber bie Grünbe, bie zu ber neuen Unterbrechung ber Verhandlungen geführt haben, glaubt bie „Voss. Ztg." mitteilen zu können, baß bie Feststellung der Sätze bes künftigen Zolltarifs, über bie seit Wochen verhanbelt wirb, infolge ber burch das ftänbige Sinken bes Franken geschaffenen Unsicherheit auf zur Zeit unüberwinbliche Schwierigkeiten gestoßen ist, unb baß man sich deshalb geeinigt hat, die Besprechungen darüber bis zur Klärung der Situation zu vertagen. Der englische Kohlenstreil. Unterstützung durch die Sowjetregierung. London, 9.3unL (TTl.) Heute fand eine Sitzung des K o h l e n k o m i t e e s des englischen Kabinettes statt, um die durch den völligen Abbruch der Verhandlungen im Kohlenbergbau geschaffenen Lage zu beraten. 3n Regierungskreisen wird die Lage als sehr ernst betrachtet. Wie ver- I lautet, trägt man sich in Kreisen des Kabinettes mit dem Gedanken einer Abstimmung in den Grubenbezirken. „Daily Mail" veröffentlicht in sensationeller Form einen Bericht, in dem es heißt, das Kabinett habe sich gestern mehr sehr ernsten Fragen infolge der Unterstützung der englischen Bergarbeiterverbände durch die Sowjetregierung beschäftigt. Das Kabinett verfüge über genügend Deweismatettal, um die Ausweisung aller Sowjet- a g e n t e n aus England zu rechtfertigen. Der Premierminister sei gestern abend selbst nach London zurückgekehrt, da der Wortlaut der Erklärung festgelegt werden soll, die im Parlament verlesen wird. Die englisch-rufstfchen Beziehungen. London, 9. 3unL (WTD.). Die „Daily Retos" berichtet, daß das Problem der britischen Beziehungen zu Rußland in allernächster Zell akut zu werden drohe, und dah sich die Regierung infolge der scharfen Spaltung der Ansichten unter ihren Anhängern bereits in einem Dilemma befinde. Auf der einen Seite ständen die gemäßigten Konservativen, die der Ansicht sind, daß eine neue Anstrengung gemacht werden solle, um eine englisch-russische Regelung zu erreichen. Auf der andern Seite stände die Gruppe der extremen Konservativen. Es seien bereits Anzeichen vorhanden, dah die zweite Gruppe einen starken Druck auf die Regierung ausüben wolle. Es könne jedoch mitgetedt werden, dah die offizielle Ansicht gegen hysterische Mtionen, wie sie diese Seite fordere, sei. Dies bedeute jedoch nicht, dah sich die Regierung gegenüber der Tätigkeit, die die Sowjetregierung seit einiger Zeit entfalte, untätig verhalte. Die britische Regierung habe im Gegenteil dauernd Beto e i s m ater i a l aufgehäuft und habe sich besonders eingehend mit der Rolle befahl, die Rußland und die russische Agitation bei den britischen Arbei- terschtoierigkeiten gespielt habe. Aber welche Aktion die btttische Regierung auch zu unternehmen beschliehen werde, den Bruch mit der Sowjetregierung halte sie in Anbetracht der allgemeinen internationalen Lage für eine Politik des Wahnsinns und sie habe sich davon überzeugt, dah die Ansicht der City in immer größerem Maße der Regierung hierin folge. Zu der Blättermeldung, daß Tschitscherin und KMnin eine Reihe wichtiger Besuche in Rom, Paris und Berlin abftatten würden, erklärt das Blatt, es dürfe nicht erwartet werden, daß die britische Regierung sowell gehen werde, daß sie die Sowjetregierung einlade. Aber es könne zuverlässig mitgeteilt werden, dah sie sehr wahrend verlangt die den ehelichen Deutscher Reichstag. Berlin, 9. Juni. 3n der Fortsetzung der zweiten Beratung der Novelle zum Reichs» knappschastsgeseh wird zunächst der Artikel 1 der Vorlage in der Ausschußfassung angenommen. Dagegen stimmen nur die Kommu- allgemeinen Versicherungswesens bleiben. Abg. Frau Plum (Komm.) Gleichstellung der unehelichen mit Kindern in der Familienhilfe. befriedigt sein werde, wenn jene beschließen Würde, auch nach London zu kommen. Die Lage könne mit folgenden Worten zusammengefaht werden: Die Tür steht weit offen für neue Verhandlungen mit Ruhland, aber Ruhland muh den ersten Schritt tun. nisten. In der Einzelberatung begründet Abg. Dr. Haadenkamp (Dn.) einen Antrag, nach dem die Beziehungen zu den Aerzten durch schriftliche Kollektivverträge zwischen den Kassen und den ärztlichen Organisationen geregelt werden sollen. Soweit es die Kasse nicht erheblich mehr belastet, soll sie den Versicherten die Auswahl zwischen den zugelassenen Aerzten freilassen. Abg. A u f h ä u s e r (Soz.) fordert, dah diejenigen Angestellten, die der Angestelltenversicherung unterliegen, auch der Krankenversicherung der Knappschaftskasse angehören müssen. Abg. Moldenhauer (D. Vp.) lehnt für olle Regierungsparteien den Antrag Dr. Haa- denkomp ab. Darin solle keine Stellungnahme gegen die freie Arztwahl liegen. Die Entscheidung über diese Frage müsse aber der Reform des " "' -- - - vorbehalten Abg. Gerig (Zentr.) will es den Satzungen der einzelnen Krankenkassen überlassen, ob durch die Krankenversicherung die Pflichtgrenzen für die Angestellten erhöht werden sollen. Unter Ablehnung des Antrags Haadenkamp (Dn.), des Antrags Auf Häuser (S.) und verschiedener anderer Aenderungsanträge wird der Abschnitt über die Krankenversicherung mit dem Anträge Gerigs (Zentr.) gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Zu dem Abschnitt der Pensionsversicherung liegen zahlreiche Aenderungsanträge vor. 3n den Verwaltungsbestimmungen ist es vorgesehen, daß die Organe zu z aus Vertretern der Arbeitgeber und zu $ aus Vertretern der Versicherten bestehen. Abg. Moldenhauer (D. Vp.) beantragt, daß die Organe je zur Hälfte aus Vertretern der Arbeitgeber und der Versicherten zusammengesetzt sein sollen. Die paritätische Zusammensetzung allein gewähre eine reibungslose Arbeit. Abg. H u s e m a n n (S.) tritt für die Ausschußfassung ein. Dann werden die Beratungen abgebrochen, da noch etwa 70 Abstimmungen zu erledigen sind. Das Haus vertagt sich auf Donnerstag 12 Uhr. Erste Lesung der Regierungsvorlage zur Fürstenabfindung. Deutsch-ruisischer Vertrag. Schluß 7.45 Uhr. Hessischer Landtag. Darmstadt, 9.3uni. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9V2 Uhr. Vor Eintritt in die Tagesordnung beantwortet Minister Raab eine Kleine Anfrage des kommunistischen Abgeordneten G a l m dahin, dah es sich bei der von diesem kritisierten Verfü- fügung des Ministers zur Arbeitslosenfürsorge vom 27. April lediglich um die Veröffentlichung eines Erlasses der Reichsregierung handelt. Eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Frl. Birnbaum über Me Auszahlung von Dorzugsrenten an bedürftige Altanlmhebesiher wird von Ministerialdirektor S p a m e r dahin beantwortet, dah ein solches Vorzugsrecht nicht bestehe. Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten ; es wird ein Antrag der Abgeordnete« Heräus, Birnbaum. Balser und Steinhäuser beraten, in dem die Errichtung eines Mutterheims in Mainz gewünscht wird. Ein Antrag der kommunistischen Abgeordneten Frau Roth fordert die Errichtung eines Mutter- und Säuglingsheims. Der Ausschuh beantragt dazu, diese Anträge für erledigt zu erklären, weil in gewissem Sinne (Einrichtung des Muttcrheims) den Wünschen entsprochen wird. Die Abgeordneten Frau Heräus, Roth und Balser treten für ihre Anträge ein. Ministerialdirektor Spanier weist darauf hin, daß in Mainz demnächst Räume für ein Mutterheim freigemacht werden. In Gießen sei ein solches Heim in der Klinik bereits vorhanden, und in Darmstadt bestehe eine entsprechende Einrichtung im städtischen Krankenhaus. Die Anträge des Ausschusses werden angenommen. Der Entwurf eines Gesetzes zur Ausführung der Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht vom 13. Februar 1924 und die dazu gestellten Anträge, die bereits gestern beraten worden sind, wurden zur Abstimmung gestellt. Der Entwurf enthält zahlreiche Artikel, über die einzeln abgestimmt wird. Dos ganze Gesetz wird schließlich in erster Lesung gegen die Stimmen des Bauernbundes a n g e n o m- men. Die zweite Lesung wird später erfolgen. Zu einem Antrag der Abgeordneten Heräus, Birnbaum und Hattemer zum Hebammenwesen hat der Ausschuß beschlossen, diesen Antrag der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Die genannten Abgeordneten beantragen bestimmte Regelungen des Hebammenwesens, bis das neue Hebammengesetz in Kraft tritt. Der Ausschußantrag wird ohne Debatte angenommen. Zu einer Vorstellung des Vereins der Aerzte hessischer Heil- und Pflegeanstalten wegen Weitergewährung der seither gewährten Vergütung für Unterrichtserteilung an den Krankenpflegeschulen hat der Finanzausschuß beschlossen, dem Antrag stattzugeben. Abg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) spricht gegen diesen Antrag. Abg. Frau Balser (Dem.) befür» wartet ihn. Abg. Engelmann (Soz.) bemerkt, daß überall Ausbildungsgebühren erhoben werden, den Aerzten dürfe man sie nicht vorenthalten. Ministerialrat Spanier erklärt, daß die Zahlung der Vergütung nicht der Besoldungsordnung widerspreche. Abg. G a l m (Komm.) stimmt dem Abg. Dr. Leuchtgens zu. In der Abstimmung wird die Vorstellung a b • gelehnt. Nachdem zwei Vorstellungen über Höherstufungen in der Besoldungsordnung erledigt waren, stimmt das Haus einer Regierungsvorlage zu, in der nachträglich die Bewilligung von Mitteln zur Sicherung der Lebensmittelversorgung im Herbst 1923 erbeten wird. Es handelt sich um eine finanzielle Regulierung aus der Inflationszeit. Die Summe (runb 100 000 Mark) wird bemn'ial Ein Antrag des Abgeordneten Lautenbacher über Vorlage einer Statistik der Wohnungssuchenden wird für erledigt erklärt, da diesem Wunsche inzwischen entsprochen ist. Ein Antrag der Abg. Dr. Werner und Gen., „Barmatskandal und Kredite für Landwirtschaft und Gewerbe , wird in Uebereinftimmung mit dem Ausschußantrag der Regierung als Material überwiesen. Abg. Kindt (Dn.) beschwert sich, dah der Antrag so spät beraten worden ist. lieber einen Antrag der Abg. Leuschner und Gen. zur Vorlage eines Gesetzentwurfes über die Herbeiführung der paritätischen Wirtschaftsvertretungen berichtet Abg. Dr. Riepoth. Die Meinungen darüber waren im Ausschuß gespalten. Die Mehrheit (9 gegen 2 Stimmen) hat sich für den Antrag ausgesprochen; das Plenum stimmt ihm ebenfalls zu. Dem Hause liegen drei Anträge (Dr. von Helmolt, Weckler und Rechthien) zur Regulierung der Ridda und der Nidder vor. Abg. Dr. Leuchtgens erstattet einen eingehenden Bericht über die AuSschuhverhandlun» gen. Dieser nahm dazu drei Anträge an. In dem ersten wird die Regierung ersucht, die Regulierung in Verbindung mit der Srwerbslosen- fürsorge durchzuführen und die Gemeinden in diesem Sinne anzuhalten. In dem zweiten wird einem früheren Antrag Dr. Werner eine andere Fassung gegeben; es wird darin die Regierung ersucht, sich mit Preußen und den zuständigen Reichsstellen wegen der Niddaregu- lierung in Verbindung zu sehen. Irn dritten Ausschußantrag wird beantragt, die oben erwähnten Anträge der Abgeordneten für erledigt zu erklären. Abg. Luii (Soz.) beantragt die sofortige Bereitstellung von Mitteln. Abg. Kindt (Dntl.) verlangt, daß zugleich mit der Niddaregulierung auch der Ausbau der Wasserkräfte Oberhessens vorgenommen wird. Abg. Wolf (Bbd.) weist auf die Gefahren hin, wenn die Regulierungsarbeiten eingestellt werden, denn manche Gemeinden hätten bereits dafür Geld aufgenommen. Abg. Weckler (Ztr.) wünscht die Heranziehung von Erwerbslosen zuv Niddaregulierung. Die drei Ausschußanträge werden angenommen. Ein Antrag des Abg. Re iber über den Stellenvorbehalt für Versorgungsanwärter wird für erledigt erklärt, ebenso ein Antrag der Abgeordneten Werner und Gen. wegen Vergebung staatlicher Arbeiten. Ferner werden gemäß den Ausschuhanträgen noch mehrere andere Anträge erledigt, darunter ist auch ein Antrag der Abgeordneten Lückel und Gen. über den Dammrutsch auf der Strecke Alzey—Worms. Dieser Antrag wird auf Grund der Regierungserklärung für erledigt erklärt. Dem Hause liegen etwa 10 Anträge vor, in denen gewünscht wird, daß eine Anzahl von Orten in eine höhere Ortsklasse versetzt wird, und zwar beziehen sich diese Anträge auf die Orte Neu-Isenburg, Lampertheim, Viernheim, Klein-Krotzenburg, Groh-Steinheim, Klein-Steinheim, Bieber, Hainstadt, Flonheim, Wendelsheim, Sprendlingen (Rheinhessen). Wörrstadt (Rheinhessen), Rieder-Weisel, Roßdorf und Gun- dernhausen. Alle diese Anträge werden für' erledigt erklärt. Der Theaterausschuß, der vor einigen Wochen gewählt worden ist, wird sodann formell durch einen Beschluß des Landtags bestätigt. Din Antrag der Abg. Dr. Werner und Genossen auf Einsetzung eines Ausschusses zur Prüfung der Frage des humanen Tötens der Schlachttiere wirb ckbgelehnt und dann die Sitzung geschlossen. Am Donnerstag werden Ausschutzsitzungen abgehalten und der Parlamentarische Abend stattfinden. Preußischer Landtag. Berlin, 9. Juni. Das Haus setzt die zweite Beratung des I u st i z e t a t s fort. Abg. Dr. Körner (Völk.) trägt Deamten- wünsche vor und verlangt u. a. Wiedereinführung der Dierteljahresgehaltszahlung sowie Durchführung der Beförderungen ohne parteipolitische Rücksichten. Gegenwärtig würden unter Verletzung der Verfassung völkische und vaterländische Richter, Staatsanwälte und höhere Justizbeamte zurückgesetzt. Zu den Vorwürfen gegen die völkischen Abgeordneten Kube und Wulle erklärt der Redner, daß beide schon vor Monaten sich freiwillig der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt hätten. Es sei ihnen damals keine Antwort erteilt worden. (Hört! Hört! rechts.) Für uns ist klar — so erklärt der Redner — daß lediglich parteipolitische Motive für das Vorgehen gegen Kube und Wulbe maßgebend waren. Staatssekretär Fritze erwidert, die Justizverwaltung denke gar nicht daran, parteipolitisch vorzugehen. Abg. H e i l m a n n (S.) erklärt, tatsächlich werde die Justiz politisch durchtränkt und zwar überall da, wo eine Rechtsregierung am Ruder ist. Das beweist Braunschweig und auch Thüringen. Der Vorwurf, dah es in Preußen die Regierung versuche, die Justiz politisch zu beeinflussen, sei von der Sozialdemokratie nicht erhoben. Die Aussprache wird unterbrochen zur Wiederholung der namentlichen Abstimmung über I den Antrag der Deutschen Voltspartei, der Demokraten und der Sozialdeinokraten über die Reichs- ratsstimmen, bei der sich am Vortage die 2e- schlußunfähigkeit des Hauses herausgestellt hatte. Wiederum war das Haus beschlußunfähig. In der sofort anberaumten neuen Sitzung wird noch der Rest der zweiten Beratung des Haushalts der Seehandlung erledigt. Hierauf wird die Iustizdebatte wieder aufgenommen. Abg. Dr. Kaufmann (Sn.) bezeichnet als wichtigste Aufgabe der Justiz, die Sicherung des Rechtsstaates. Das Rechtsgesühl unseres Volkes hat außerordentlich gelitten. Wir weisen die Angriffe der Linksparteien gegen die Organe der Justiz zurück. Einer, der die schlimmsten Angriffe erhoben hat, ist Ihr (zu den Sozialdemokraten) Genosse, der Herr Ministerpräsident Braun. Flunkereien und Ausreden können daran hinterher nichts mehr ändern! (Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Die Politisierung der Justiz, wie sie tatsächlich festzustellen ist, ist das größte Verbrechen. Ich stelle die Verfolgung der vaterländischen Verbände in Vergleich mit dem wohlwollenden Verhalten zum Reichsbanner, zum Rotfront-Bund. (Anhaltende Unterbrechungen und Lärm links.) Das Schlimmste der Ungerechtigkeiten aber ist der Fürstenraub, der auf Lug und Trug auf gebaut isi. 6i Uhr ein Attentäter erschoß sich daraus Ladens. Der Zu st and der im Türeingang des vier Frauen ist ist, Minimum Berückunteren Schüsse in einen Schönheitssalon. Nach einer Meldung aus Neuyork erschien um die Mitagszeit im Stadtzentrum in einem Schönheitssalon ein 27jähriger Mann und schoß mit einem Armeereoolver vier im Laden beschäftigte Frauen, darunter seine eigene Gattin, nieder. Der Wettervoraussage. Halb bis ganz bedeckt, bei zeitweise verstärkter Luftbewegung und weiteren Regenfällen mäßig warm. In der Nähe von Kapstadt ereignete sich schweres Eisenbahnunglück, bei dem nach den bisherigen Feststellungen 15 Personen getötet und 50 bis 60 Personen verletzt wurden. hoffnungslos. Die Tat soll aus Eifersucht erfolgt sein. Eine russische Stadl abgebrannt Nach einer Meldung aus Moskau ist dis Stadt Kotjelnitsch im Gouvernement Wjatka fast gänzlich infolge einer Feuersbrunst zerstört worden. Mehr als 7000 Einwohner seien obdachlos. Fast alle öffentlichen Gebäude wurden ein Raub der Flammen. Die Zahl des Toten konnte noch nicht festgestellt werden. Explosion in einer Schweizer Munitionsfabrik. In der eidgenossenschaftlichen Munitionsfabrik Aus aller Welt. Schweres Eisenbahnunglück in Südafrika. ©in neues atlantisches Tiefdruckgebiet hat sich mit feinem Kern nach den britischen Inseln verlagert und einen kräftigen Ausläufer über den Kanal hinaus nach Mitteleuropa entwickelt, der das Zwischenhoch das gestern eine geringe Aufbesserung des Wetters 'verursachte, zurückgedrängt hat. Wenn sich auch das Störungs- gebiet durch die Zufuhr [alter Luft etwas abschwächt. steht ^doch unter feinem Einfluß in den nächsten Tagen vielfach regnerisches, unruhiges Wetter in Aussicht. Gestrige Lagestemperaturen. Maximum 18,4, Minimum 10,2 Grad Celsius. Niederschläge- 3,3 Millimeter. Heutige Morgentemperal ic: 14,2 Grad Cesti' s. M «ii 7 flut be°tb« MM ^nnen frnia ö-. ^et6ebienf “ <5. =* Abg. Stendel (D. Vp.) erklärt, dah seine Partei immer zugegeben habe, dah Mißgriffe bei der Justiz öorfommen können. Das liege in der menschlichen Unvollkommenheit. Wir müssen verlangen, dah der Ministerpräsident auf das Schreiben des Preußischen Richtervereins wegen einer Hamburger Rede antwortet. Wenn er das nicht tut, dann entsteht der Eindruck, daß er aus parteipolitischen Gründen gehandelt hat und dah er jetzt nicht den Mut hat, die- einzugestehen und wieder gut zu machen. Wir begrüßen die Stärkung des Laienelements. Die Politik darf nicht in die Justiz hinein. Abg. Menzel (Komm.) verlangt grundsätzlich eine Reform des Strafvollzugs. Abg. P e r s ch k e (Wirtsch. Vergg.) wendet sich gegen' die scharfe Handhabung der bestehenden Preisbestimmungen durch die Gerichte. Durch solche Zustände wirke die Justiz vernichtend auf Kleinhandel und Gewerbe. Abg. Göbel (Zentr.) fragt nach dem Ergebnis eines Landtagsbeschlusses vom vorigen Jahre, wonach eine gegenseitige Amnestie der deutschen und polnischen polittschen Gefangenen in Oberschlesien erstrebt werden soll. Staatssekretär Fritze erwidert, daß die Verhandlungen in dieser Angelegenheit noch fortdauerten, und daß ein günstiger Abschluß zu. er- Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 10. Juni 1926. Der Giehener Flugtag. Gestern veranstaltete die Gesellschaft für deutsches Flugwesen, Berlin auf dem Gießener Flugplatz ihren schon für Sonntag an- gekündigten und dann wegen des schlechten Wetters verschobenen F l u g t a g. Unzählige Menschen strömten nach dem malerisch gelegenen Flugplatz, und doch waren es noch diel zu wenige, die die einzigartigen Leistungen der Flieger bestaunten. Das Programm begann mit einem Geschwaderkunstflug der Flugzeugführer Gröbedinkel, Haal und P eschke auf „Teufel", „Hexe" und „Babh"; majestätisch segelten sie über die Köpfe der Zuschauer dahin. Wie auf Kommando hoben sich alle drei steil empor und überschlugen sich nach hinten — ein Looping. Als nächster Programmpunkt fand ein Ziel- a b to e r f e n mit je 2 markierten Postbeuteln nach einem bestimmten Ziele statt, dem sich die Führer Gröbedinkel, Haal, Schuft er (auf „Schorchl") undPeschke mit wechselndem Kriegs- glückunterzogen. Sodann zeigte Gröbedinkel seine erstaunlichen Künste mit -seiner „Hexe", während Erb aus seiner PassaZiermaschine „Trumpf" die staunende Zuschauermenge zu deren größtem Ergötzen mit Trumpfschokolade bombardierte. Den ersten Höhepunkt des Nachmittags zeigte der F a l l s ch i r m p i l o t Streit, der seinerzeit den Höhenrekord Europas aufgestellt hatte; hier wurde fein Absprung mit atemloser Spannung erwartet; man sah, wie er sich im Flugzeug rüstete, sich aufrichtete und in gewagtem Sprung das Flugzeug verlieh. Sofort breitete sich der Fallschirm aus, langsam glitt der Pilot, umkreist von dem von ihm verlassenen Flugzeug zur Erde nieder, wo er von der Menge stürmisch begrüßt wurde. Es folgte dann ein äußerst interessantes Luftringen zwischen „Teufel" und „Hexe" und eine Jagd der kühnen Flieger nach kleinen Luftballons, die durch Rammen vernichtet wurden. Hierauf kam der zweite Höhepunkt: Chefpilot Haal zeigte auf „Teufel" die hohe Schule des Fliegens. Hoch empor schwang sich die Maschine, gelenkt von einem Manne, der im Kriege Deutschlands jüngster Heeresflieger war. Hier wurde alles gezeigt, was Flugkunst zu bieten vermag. Nur der Fachmann kennt alle Namen für die fabelhaften Leistungen des Piloten: Loopings, Rollings, Flügelrutschen und Flügelkurven wechselten miteinander. Mit besonderer Spannung wurden die Kettenloopings — zehn, elf Loopings hintereinander — und das Trudeln verfolgt. Unter dem Jubel der Zuschauer landete der PUot. Eine abermalige Dallonjagd beendete den Flugtag. H. Gießener Wochenmarktpreise. Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 160 bis 180 Pfennig, Matte 35, Käse (10 Stück) 60 bis 80, Wirsing 40, rote Rüben 20, Spinat 30, Römischkohl 15 bis 20, Spargel 60 bis 110, Erbsen 70, Mischgemüse 25, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 20, Meerrettich 80. Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln 5. Aepfel 35, Kirschen 30 bis 50, Stachelbeeren 35, Erdbeeren 110 bis 120; das Stück: Eier 11 hiS 12, Blumenkohl 100 bis 120, Salat 10 bis 15. Salatgurken 60 bis 100, Oberkohlrabi 30, Rettich 20 biS 25; das Bund: Radieschen 12 biS 15, gelbe Rüben 40 bis 60 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Chorkonzert des Lyzeums und der Studienanstalt i. E.: 7 Uhr, Neue Aula der Universität. — Philo- sophenwald: 8i Uhr, 1. Abonnementskonzert der Reichswehrkapelle. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rosen aus dem Süden". — Astoria-Lichtspiele: „Der Hochverrat von Panama". — Englischer Rezitationsobend. Morgen Freitay, abends 8.15 Uhr, findet im Großen Hörsaal der Unwersität ein vom Englischen Seminar veranstalteter englischer Rezitationsabend statt. Miß Evelyn Heepe, die schon vor dem Kriege in vielen Universitätsstädten mit großem Erfolg als Rezitatorin aufgetreten ist, wird ausgewählte Prosa (Dickens. Kipling) und Dichtung (Shakespeare, Poe, Kipling) vortragen. Ein sachkundiger Beurteiler — Professor Morsbach in Göttingen — rühmt ihre glänzende Interpretation englischer Dichtung, die einen tiefen und dauernden Eindruck gemacht habe. Zu dem Vortragsabend haben gegen ein kleines Eintrittsgeld außer den Studierenden auch ältere Schüler und überhaupt alle Interessenten Zutritt. (Siehe Anzeige.) ** Pfarrer D. Schlosser f. Wie wir kurz vor Redaktionsschluß hören, ist gestern in Frankfurt a. M., seinem letzten Wohnsitz, der frühere langjährige Gießener Pfarrer Geh. Kir- chenrat D. Georg Schloss er verstorben. Der Entschlafene hatte hier eine große Anzahl Freunde und Verehrer. Heber das Wirken des Verewigten werden wir morgen noch berichten. •* Der QBerbetag des Roten Ären» z e s, der am nächsten Sonntag auch in unserer Stadt stattfindet, findet in der Bürgerschaft erfreulicherweise weitgehendes Interesse. Die Veranstaltungen am Sonntagnachmittag in der Volksballe versprechen jedem Besucher einen besonderen Genuß, und sie sollten deshalb auch durch ftar- len Besuch ausgezeichnet fein. Heber die Einzelheiten der Darbietungen ist aus dem heutigen Anzeigenteil Näheres ersichtlich. Es ist jetzt erforderlich, daß die Kinder, die bei diesen Veranstaltungen Mitwirken wollen, umgehend in den Kindergärten angemeldet werden, damit die Lehrerinnen, die die Leitung und Anordnung deS Kinderumzuges übernommen haben, ihre Maßnahmen abschliehen können. Diese Aufforderung zur Mitwirkung der Kinder bezieht sich selbstverständlich aus die Kinder aller Stände. Hoffentlich wird diesem Rufe recht zahlreich Folge geleistet. — Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz hält anläßlich des Werbetages eine Schauübung ab, die am Sonntag vormittag 11.30 Hhr am Palastlichtspielhaus und in den Marktlauben stattfindet. ** Der Berliner Frsih-O-Zug, der in Gießen vormittags 7.15 Uhr einzutreffen hat, kam heute mit zweistündiger Verspätung hier an. Der Grund dafür war die Entgleisung eines Güterzuges bei Halberstadt, wodurch der Ö-Zug gezwungen war, von leinet üblichen Fahrstrecke eine ziemliche Entfernung zurückzufahren und dann einen Umweg über eine Nachbarstrecke zu machen. Die dadurch enb standene Verspätung wirkte sich bis hierher aus. Dem v-Zug selbst ist nichts passiert. ' Mehr Pietät! Von einem Leser wird * uns geschrieben: Früher wurde man schon in der fflW *3* tM'J.a nt>en n nidlt« 'el ktzÄ !Ä, MMS »tiS - «>« btt w» <. ri>u fl n »er Ed-lÄKoerm fährt b« FchM WcnJÄre. Wsth Stf&S 3,^ü4if)J°5rantiurt niU!rbinfl6aalen, S 8ls°ch!en,h°ul-n.!D Dorlar amtlich stM " Austrieb auf o furltr Schlacht^ j M 1249 Mer, 186 Altdorf ereignete sich in einer Grube mit Phosphor eine Explosion. Bis jetzt wurden drei Tote und zwei Schwerverletzte geborgen. Einige andere, deren Zahl noch nicht genau bekannt ist, liegen noch unter den Trümmern. hoffen sei. Abg. Frau Melfers (Soz.) verlangt sichtigung der Wünsche namentlich der Iuftizbeamten. Die Weiterberatung wird hierauf um auf Donnerstag 12 Uhr vertagt. AliceHrar Dir Altce-Frau OanbM'firautnoerein von Darmstadt in der , seine 26. orbent id ammlungab, die sehr Staatsrat Dr. Kratz begrüßte die Vertreter Landesbildungsamtes, de Stabt, des W. Landesvk sowie anderer Korpora 3rengäfte. (Er erstattete rer den Äahresbe ifirf wird: Getreu feir ten seines Bestehens beox Mce-Frauenverein |eim Förderung der § mar in erster Linie bi stelkmg von Berusstn Gemeinsam mit dem Hess Kmz hat sich der Alice- Aurbildung frelwilliaer n Krankenpflege bemüht 2)t Mce-^rauenoerein, M itn, üDtmooment jrtiaiH wilfen (Btbitien btt ÜBa der sozialen Fürsar "bisbilbuna der Berussschw in vier Mutterhäusern; t Hospital zu Darmstadt, bt das Stadtkrankenhau; zu l'ppshospital zu Goddeiau ten des Alice-Frauenven ausgebildete und 150 in i "n ganzen 351 Sdjmi vermögen der Inflation 9 "Amr, für die Schr 'Eiche und Wische 2 Joftungs. und 9}Uh(qef)(l Klgedessen müssen die Jungen der Schwester, Redner dankt« namens l CJmeftern des houptve W‘«en vor ber £ ±tUnb hingebende ! „i 'ety»efter ii RDM ‘“Ära"! N^chtiauna „^Anptv SZKS rSscs der L^-nti den. um bhler Rieten; ZWbi M die M verurteilte Fremdenlegionäre. »Daily New" meldet aus Kairo, daß sechs Fremdenlegionäre, nämlich vier Deutsche, ein Engländer und ein Amerikaner wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt worden seien. Si.e sähen jetzt in Damaskus ihrer Hinrichtung entgegen Die Legionäre desertierten infolge der Harte des Dienstes, wozu sie die Nähe der transiordanischen Grenze verleitete. Sie fielen aber in die Hände von Eingeborenen, die sie den Franzosen auslieferten. Mehrere andere Fluchtversuche waren erfolgreich. Zufammensioh mil Roten Frontkämpfern. In der vergangenen Nacht kam es in M i e ch o - witz (Oberschlesien) zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Mitgliedern des Reichsbanners und des Roten Frontkämpferbundes, in dessen Verlauf ein Arbeiter durch einen Gesichtsschuß verwundet wurde. Ein herbeieilender Polizeiwachtmeister wurde von einem Arbeiter durch einen Bauchschuß schwer verletzt. Als dieser den Polizeibeamten zusammenbrechen sah, tötete er s i ch durch einen Schuß in die Schläfe. Ein frecher Einbruch. Aus Aß mannshausen wird gemeldet: In einem hiesigen Hotel stieg ein Fassadenkletterer bei Nacht in sechs verschiedene Zimmer ein und stahl den schlafenden Hotelgästen Schmuck und sonstige Sachen im Werte von etwa 2500 Mark. Einer schlafenden Dame versuchte er einen Ring vom Finger zu ziehen, doch die Dame wurde wach und schlug Lärm. Der Einbrecher konnte bald darauf ergriffen werden. Vor dem Rathaus machte er einen Fluchtversuch, wurde aber in den Weinbergen wieder ergriffen. Er gestand, ähnliche Einbrüche auch in Wiesbaden verübt zu haben und gab auch den Verbleib der gestohlenen Sachen an. Der Tod auf den Schienen. In der Nähe der Schwetzinger Eisenbahnbetriebswerkstätte wurde ein etwa 17 Jahre alter Junge tot aus gefunden. Er muß von einem Zuge überfahren worden fein, denn der Kopf war vom Rumpfe getrennt. Der Tote ist in Schwetzingen wohnhaft und heißt Wechesser. Ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, ist noch nicht festgestellt Blutige Sirchweihe. Aus Hirschhorn am Neckar wird gemeldet: Im benachbarten Darsberg wurde bei der Kirchweihmusik dec in Neckarhausen bedienstete Knecht Heinrich Weintz von einem fremden Burschen durch einen Stich in den Kopf lebensgefährlich verletzt. Der Messerheld entkam unerkannt. itr 3u,i N. I S,‘&£ tt'Ä! !7ar. Hier wurde ollti 8u bieten vermag. Aur der 2-«** Wftm t?n: ßoopingi, Muwi, ilugelhirben Hielten M, er« oixinnung wurden die M eil Loopings hinter- .8 Rubeln verfolgt. Unter auer landete der Mt. gm? ijagb beenbete den Aug- lochenmarkchreise. dem heutigen Wochenmarkt 160 bis 180 Pfennig, Matte I 60 bis 80, Dwina 40, 8t 30, AvmischW 15 HB 20, Erbten T0, Mlchgwüst 15, Zwiebeln 20, WeerreM 80, 15, Sartoffcln 5, ÄM 35, ), Stachelbeeren 35, Erd- bas Stil cf: Der 11 bi« 12, i 120, Salat 10 bi# 15, 00, OöerMrabt 30, Rettich ■b: AaSieschen 12 51B U iO Pfennig. :noüzen. nber für Dvnnerrtog. eums und der Siudienanstalt ula der Universität. - Wo> , 1. AbonnementLkonzert der Lichtivielhaus, Bahnhofslraft: iüben“. - Astoria-Lichtsplelt: i Panama". er Rezitationsadend. ndr 8.15 Uhr, findet im Trohen St ein vom Englischen Seminar ier Auitationsabend statt. M die schon vor bem Ärtegt u ibten mit großem W ob ,n ist, wird ausgewahlte M 'd Dichtung lbhakespeore.^ Ein fachkunbiger Beurteil r - ch in Göttingen - \w LLSL LLSLL up" * WH"* D. feinem »«• »KÄ* $« gro'lt W« hier «Je3 Mrirn de# jntr. berichten, wir Kr-u« auch in unserer h»t in der -ou » ~c chendes 2nt^^tz„2oA- nta9nÄr ebien b-!°nd««" 2 durchs ten deshalb aW & etun9 A d) e»lV?4 •jß erlich"^' dielen e Kinder ^ ahlreich^N u' Willige Sa"anlzW 10 "ata“*"* tiftii»' « ffli t'n3Ulrehier an. * odurch greife eMni^i Schule belehrt, daß man bei der Begegnung mit einem Leichenzug die Kopfbedeckung abnimmt und stehen bleibt, vis der Leichenwagen mit der Leiche vorübergefahren ist. Das soll geschehen aus Ehrfurcht vor dem Tod, nicht vor dem Toten, den man ja in den meisten Fällen nicht kennt. Wo ist heut« diese Ehrfurcht vor dem Tod? Mit lautem Geratter fahren die Automobile an den Leichenzügen vorüber, wie man es am Sonntag wiederum in Klein-Linden beobachten konnte. Das Gesetz hindert sie nicht, aber man fragt sich doch: Wie können Menschen, die vor dem Allbezwinger Tod keine Ehrfurcht mehr haben, vor etwas anderem überhaupt noch Respekt zeigen? Das Gebaren dreier Kraftwagenführer, e» waren vergangenen Sonntag die Fayrzeuge VO 362, VO 2287 und VO 2127, mutz als größte Pietätlosigkeit bezeichnet werden. Möchten diese Zeilen doch dazu dienen, andere Kraftwagenführer zu bewegen, bei der Begegnung mit einem Leichenzug anzuhalten! •• Sonderzug nach Wildungen und der Edertalsperre. Am nächsten Sonntag fahrt die Eisenbahnverwaltung einen Gesellschafts- Sonderzug mit Schnellzugsgeschwindigkeit und 33z Prozent Fahrpreisermäßigung nach Bad Wildungen und Edertalsperre. Hinfahrt: Friedberg ab 7.23 vrn., Bad-Rauheim 7.32, Butzbach 7.46, Gießen ab 8.08 om.; Ankunft in Waldeck 11.10 vm. — Rückfahrt in Waldeck ab 3 Uhr nm., Wildungen an 3.30, Wildungen ab 7.28 nm., Gießen an 10.02, Butzbach an 10.24, Bad-Rauheim an 10.36, Friedberg an 10.45, Frankfurt an 11.28 Uhr nm. Preis der Sonderzugskarte 4. Klasse ab Gießen 6 Mk., Butzbach 6,60 Mk., Bad-Rauheim 7,20 Mk., Friedberg 7,40 Mk. • Die Maul- und Klauenseuche ist neuerding» in Lauter, Oberbeffingen, Ettingshausen, Saasen, Göbelnrod, Geilshausen, Hofgut Mühlsachsen, Hausen, Muschenheim, Oppershofen und Dorlar amtlich festgestellt worden. In Rutters- Hausen, Steinfurth, Orleshausen, Ranstadt und Gr.° Ältenstädten ist die Seuche erloschen. Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 2 Ochsen, 2 Kühe, 1249 Kälber, 186 Schafe, 367 Schweine. Alice-Frauenverein. Der Alice-Frauenoerein (Hessischer Landes-Frauenverein vom Roten Kreuz) hielt in Darmstadt in der „Bereinigten Gesellschaft" feint 2 6. ordentliche Mitgliederversammlung ab, die sehr gut besucht war. Staatsrat Dr. Kratz eröffnete die Tagung und begrüßte die Vertreter der Staatsregierung, des üandesbildungsamtes, der Provinzialdirsktion, der Stabt, des Hess. Landesverbandes vom Roten Kreuz, sowie anderer Korporationen und die übrigen Ehrengäste. Er erstattete sodann als Hauptgeschäfts- flihrer den Jahresbericht, in dem u. a. ausgeführt wird: Getreu seinen in nahezu 6 Iahrzehn- ten seines Bestehens bewährten Grundsätzen hat der Alice-Frauenverein seine Hauptaufgabe in der Förderung der Krankenpflege, und 3roar in erster Linie durch Ausbildung und Anstellung von Berufskrankenpflegerinnen erblickt. Gemeinsam mit dem Hess. Landesverein vom Roten Kreuz hat sich der Alice-Frauenverein auch um die Ausbilduna freiwilliger weiblicher Hilfskräfte für die Krankenpflege bemüht. Daneben wurde auch die vom Alice-Frauenverein, zum Teil schon seit Iahrzehn- len, übernommene freiwillige Lrebestättgkeit auf gewissen Gebieten der Wohlfahrtspflege und her sozialen Fürsorge eifrig gepflegt. Die Ausbildung der Derufsschwestern des Vereins erfolgt in vier Mutterhäusern; es sind dies: Das Alice- Hospital zu Darmstadt, das Alice-Heim zu Mainz, das Stadtkrankenhaus zu Offenbach und das Phi- lippshospital zu Goddelau. Die vier Schwesterschaf, ten des Alice-Frauenvereins haben insgesamt 201 ausgebildete und 150 in der Ausbildung begriffene, im ganzen 351 Schwestern. Da das Kapital- vermögen der Inflation zum Opfer gefallen ist, so ist es schwer, für die Schwestern, soweit sie nicht als staatliche und städtische Angestellte gelten, die Be- ioldiings- und Ruhegehaltsverhältnisse zu regeln. Infolgedessen müssen die Entgelte für die Dienstleistungen der Schwestern erhöht werden. Der Redner dankte namens des Hauptvorstandes den Schwestern de» Hauptoereins und der übrigen Schwetterschaften vor der Oesfentlichkeit für ihre auf- opfernde und hingehende Dienstausübung. Im Anschluß hieran wurden die Auszeichnungen mitgeteilt. Der Oberschwester in der Universitätsklinik z u Gießen, Margarete H a st e r, wurde in Anerkennung ihrer über 40jährigen Dienstzeit das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes verließen; es ist dies die höchste Auszeichnung, die das Rote Kreuz zu vergeben hat. Die Lehrzeit der Schwestern wurde auf 3 Jahre festgesetzt. Das Schmesterndiplorn soll nach fünfjähriger ununterbrochener Dienstzeit verliehen werden. Die Satzungen müßten dementsprechend geändert werden. Der Hauptvorstand suchte um die Ermächtigung nach, selbständia über die Abänderung und Neufassung der Schwesternsatzung Beschluß zu fasten. Der Redner sprach dann über die Ausbildung von weiblichen Hilfskräften für die Krankenpflege, über die Wohlfahrtspflege und die soziale Fürsorge. Die Zahl der Zweiavereine ist von 197 auf 141, und zwar die ordentlichen Zweigvereine von 101 auf 65, die außerordentlichen Zweigoereine von 96 auf 76 zurückgegangen. Dementsprechend ist auch die Gesamtzahl der Mitglieder von 33 441 auf 26 862 zurückgegangen. Es darf nichts unversucht gelassen werden, um dieser rückläufigen Bewegung Einhalt zu gebieten: wenn auch nicht erwartet werden Fann, d.'ß die Mitgliederzahl wieder die Höhe erreicht, zu der sie während des Krieges in gewaltigem Auf- irarsw. schwung (38 OOO) gelangt war. Es wurden zum Schluß noch die Veränderungen im Hauptoorstand und dessen gegenwärtige Zusammensetzung mitge- teilt. Frau Oberin v. Pflugk erstattete den Bericht über die Veränderungen innerhalb der Schwesternschaft (Neuaufnahmen, Ausbildung von Schwestern, Abgang durch Tod, Verleihung von Ehrenzeichen, Staatsexamen usw.). Es folgten bann die Berichte über die einzelnen Schwesternschaften in Mainz, Offenbach, Goddelau. Großherzogin Eleonore überreichte hierauf mit einer Ansprache Auszeichnungen, und zwar einer Schwester des Hauptoereins, zwei Offenbarer Schwestern und einer Schwester vom Philippshospitak das Ehrenkreuz, zwei Schwestern de» Hauptoereins dos Buch von der Großherzogin Alice und drei Schwestern des Hauptoeretns das Ehrengeschenk. Generalkonsul Mayer erstattete den Rechenschaftsbericht über die Jahre 1924 und 1925. In runden Zahlen betrugen die Einnahmen im Jahre 1924 82 000 Mk., die Ausgaben 68 000 Mk., 1925 die Einnahmen 136 000 Mk. und die Ausgaben 123 000 Mk. Der Voranschlag balanciert mit 122 000 Mark. Der Schatzmeister wies ferner auf die Schwierigkeiten der Kastenverhältnisse hin und richtete die Bitte an die Allgemeinheit zu freiwilligen Spenden. Frau v. Ewald berichtete über die Wohlfahrtseinrichtungen. Die Ardeitshilfe könne nur noch etwa die Hälfte der Kräfte beschäftigen, es halte auch immer schwerer, die Erzeugnisse abzusetzen. Auch die Nähstube klage über Mangel an Aufträgen. In den weiteren Ausführungen teilte die Rednerin mit, welche Spenden an Lebensrnitteln und Geld an Bedürftige zur Unterstützung gegeben werden konnten. Ferner wurden die Kinderbescherungen erwähnt, Kuren für bedürftige Kinder, die Einrichtung eines Kinderheims in Bingenheim in Oberhessen. Frau Geheimrat Wolbe berichtete über die Fürsorge für die Studenten. Die Rednerin bemerkte, daß die Rot unter der Studentenschaft sehr viel größer geworden ist. Die Außenseite täusche, die Mittel für das öffentliche Auftreten, der Übrigen- nur einen geringen Teil der Studenten umfasse, würde zumeist von anderen Stellen, den Vätern und Alten Herren getragen. Unter den Studenten gebe es sehr viele verschämte Arme. Manchmal müsse ein Student nach mehreren Semestern unter dem Zwang der wirtschaftlichen Verhältnisse daS Studium aufgeben. Hier müsse besonders geholfen werden. Es würden viele Freitische gewährt oder vermittelt. Kleidungsstücke würden in großer Zahl aus- gegeben. Aerztliche Hilfe und Mittel zu Erholungsaufenthalten wurden bewilligt. Die Studenten erwiesen sich stets außerordentlich dankbar. Berichte und Geschäftsführung des Hauptvorst andeS wurden gebilligt und die Aechnungs- ablage genehmigt. Der Hauptvorstand wurde ermächtigt, gewisse Satzungen, deren Aenderung zur Zeit nicht dorgenommen werden kann, unter Wahrung der wohlerworbenen Rechte der Schwesternschaft im Sinne eines Entwurfs der neuen Satzungen durchzuführen. Ferner wurden die Anwesenden aufgefordert, für das Rote Kreuz zu werben und für den Ausbau der Organisation zu wirken. Tagung des Dogelschutzvereins für Hessen. Der Vogelschutzverein für Hessen hielt dieser Tage in Darmstadt seine erste Tagung nach dem Kriege ab. die außerordentlich stark besucht war. Den Vorsitz führte Oberforst- tat Dt. U r ft a ö t, der die zahlreich erschienenen Vertreter von Behörden, die Vertrauensleute und die Mitglieder des Vereins begrüßte. Dr. ManSfeld von der Vogelschuhstativn d«S Freiherrn von Berlepsch in Seebach hielt einen seht lehrreichen Vortrag über den Vogelschutz, in dem er die durch langjährige Forschungen auf diesem Gebiete gesammelten Erfahrungen mitteilte. Der Redner ging dabei von der Fragestellung au«: Was ist Vogelschutz? Zur Beantwortung wies er zunächst auf die Gründe hin, die den Schutz der Vögel notwendig gemacht haben, auf den heutigen Stand der Forst- und Feldkultur, die das Landschaftsbild wesentlich verändert und die Vögel vielfach der Aistgelegenheiten beraubt haben. Darum ist es notwendig, den Vögeln ihre natürlichen Lebensbedingungen möglichst wiederzugeben. Die Getreide- und Fruchtfelder fast ohne jeden Daum und Strauch haben die Vermehrung der Pflanzenschädlinge außerordentlich begünstigt, da ihre natürlichen Feinde, die Vögel, stark abgenommen haben, weil es ihnen an Aistgelegenheiten fehlt. Es ist daher nötig, die Zahl Der Vögel zu vermehren, sogar über das notwendige Maß hinaus. Das kann nur geschehen durch Maßnahmen, die auf die Lebensbedingungen der Vögel eingehen. Es muh verhindert werden, daß durch die Schädlinge der Ertrag der Wälder und Felder geschmälert wird. Aehmen aber die Vögel die gebotene Hilfe an? Kommt wirklich ein Autzen beim Vogelschutz heraus? Aach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte können wir diese Fragen bejahen. Der große Autzen der Vögel für die 'Bekämpfung der Schädlinge ist allgemein anerkannt. Der Redner führte zum Beweise dazu noch ein Beispiel aus dem Jahre 1921 an. too durch Kahlfraß ein Waldgebiet fast vernichtet war, aber durch Ansiedelung von Vögeln gerettet wurde. 3n einem Gutachten einer Reichskommission, die diese- Gebiet eigen« aufsuchte, wurde der Tatbestand festgestellt. Besonders machte der Vortragende auf die Bedeutung der Blaumeise für die Säuberung der Apfelbäume von Schädlingen aufmerksam. Es ist für den Vogelschutz notwendig. daß man bat Leben der Vögel kennt; er muh eine wissenschaftlich« Grundlage haben, die auf der Beobachtung der Lebensweise der Vögel beruht. Es kann aber jeder Vogelschutz treiben, wenn er sich an die von den zuständigen Stellen erteilten Anweisungen hält. Ss gibt nur einen Vogelschutz, und zwar den, den uns die Aatur vorschreibt. Als besonders bedeutungsvolle Maßnahmen wurden von dem Redner die Schaffung von Aistgelegen- heiten und die Winterfütterung bezeichnet. Die Höhlenbrüter sind die Hauptinseltenvemilger. ihnen muh in erster Linie Gelegenheit zum Brüten gegeben werden. Freiherr von Berlepsch hat in langjährigen Beobachtungen herausgefunden, daß als Aistgelegenheit verlassene Spechthöhlen bevorzugt werden; er hat darum Aistkästen konstruiert, die den Spechthöhlen nachgebildet sind. Die Freibrüter, d. h. die auf Bäumen nistenden Vögel werden zum Aestbau veranlaßt durch log. Aistquirle. Bei dem regen Stoffwechsel der Vögel bedarf es oft nur weniger Stunden im Winter, daß die Tiere zugrunde gehen. Es müssen darum Futterplähe eingerichtet werden; ohne sie kann oft an wenigen Frost- und Rauhreiftagen die ganze Vogelschuharbeit des Sommers zunichte gemacht werden. Die Hauptsache ist, daß das Dach den eigentlichen Futterplah so schützt, daß daS Futter nie feucht werden und nicht festfrieren kann. Die Hauptvogelfeinde sind keineswegs die Raubvögel, denn diese sind verhältnismäßig selten. Die Schädlinge sind namentlich Spatzen, die vielfach die anderen Vogel aus ihren Restern verdrängen, ferner die Katzen. Iltis, Wiesel und Marder spielen keine große Rolle unter den Dogelfeinden; nur da, wo sie zu häufig auftreten, sollte man gegen sie vorgehen. Zum Schlüsse seiner Darlegungen machte der Redner noch Literaturangaben über Vogelschutz; er verwies nachdrücklich auf die Schftften des Frei- Herrn von Berlepsch und betonte nochmals, daß beim Vogelschutz nur der Weg erfolgreich ist, den die Aatur weist. (Lebh. Beifall.) Der Vorsitzende, Oberforstrat Dr. Ärstadt, verband mit dem Dank an den Redner die Aufforderung an die Anwesende für den Beitritt zum Vogel- schutzverein zu werben. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache. Turnen, Sport und Spiel. Vom Reit-Turnier in Bad-Rauheim. 4 Bad-A anheim, 7. Juni. Ein bedeutsames sportliches Ereignis war das Reit», Sprung-- und Fahrturnier, das der Reichsverband für deutsches Halbblut am Samstag und Sonntag hier veranstaltete. Eine gewaltige Besucherzahl aus nah und fern wohnte den Veranstaltungen bei, die viel spannende Momente boten; waren, wie aus der Voranzeige int „Gießener Anzeiger" ja bereits zu ersehen war, doch erstklassige Pferde und die bekanntesten deutschen Sportsleute zur Stelle. Turnierleitung und Teilnehmer waren voll des Lobes über die ihnen gewordene Aufnahme. Zahlreiche Preise standen für die einzelnen Konkurrenzen zur Verfügung, die gestiftet waren vom Verlag St. Georg (Berlin). Grand-Hotel Ieschke (Dad-Aau- betm), Gestüt Erlenhof b. Bad-Homburg v. d. H., von der hessischen Bad- und Kurverwaltung, der Stadt Bad-Aauheim und der hiesigen Hotelindustrie Aachstehend die Ergebnisse des Samstags: Leichtes Sag bf bringen: 1. Major Loh' Provinz (Des.); 2. Hessische Schupo Quäker (Major Fr eher); 3. Stall Westens Kurfürst (A. Staek). Reitprüf ung (Kl. L.): 1. Frl. von Opels Aristokrat (Bef.); 2. Stall Friedrichs Hofs Kavalier (Ekhardt); 3. Maj orDürckners Altklug (Bef.). Einspänner: 1. Hubers Gernold(WetI) (Des.). Einspänner: 1. Hubers Gernold (Werl); 2. Drückmanns (Gr.-Krrben) Hochtourist (Des.); 3. Ludwigs Poldy (Des.). Materialprüfung für Reitpferde (leichte): 1. Köhnckes Mantua (Graf F. C. Hohenau); 2. Cohnitz Dobraja (Staek); 3. Meckelourgs Percy (Major Dürck- ner). Schw ere Pferde: 1. Stall Westens „Eherubin" (Staek); 2. Mankiewih' „Foxtrott" (Frau Flersheim); 3. Dr. Wienands „Marion" (Des.). Reitprüfung, Kl. M.: 1. Dürckners „Admiral Scheer" (QHajor Bürckner); 2. Martoeds „Donner II" (Wätjen); 3. Stall Westens „Eherubin" (Staek); 4. Stall Friedrichshofs „Kavalier" (Ekhardt). Jagdspringen, Kl. M.: 1. Major Lotz' „Olnad" (Besitzer); 2. Tobels „Apoll" (Graf W. Hohenau); 3. Ecksteins „3m- parator" (Graf W. Hohenau); 4. Sprengers „Eassanova" (Major Loh); 5. Gräfin F. C. Hohenaus „Lady Pride" (Graf F. C. Hohenau). Der Sonntag brachte folgende Ergebnisse: Amazonenjagdspringen (Kl. M.): 1. Frl. v. Opel auf Arkan mit 0 Fehler tn 97 Sek.; 2. Gräfin Hohenau auf Waldtraut (8 Fehler, 106 Sek.); 3. Frau Franke auf Kurfürst (10 Fehler, 111 Sek.) usw. Reitprüfung für Reitpferde (Kl. M.): 1. Major Bürckner auf Caracalle; 2. Major Bürckner auf Admiral Scheer; 3. Wätjen auf Donner II usw. E i an ungsprüfung für Reitpferde (o. M.), leichte Pferde: 1. Frl. v. Opel auf Aristokrat; 2. Frau Franke auf Me- leora Ii usw., schwere Pferde: 1. Wätjen auf Donner II; 2. Stark auf Eherubin usw. Reitprüfung für DamenPferde: 1. Frau Franke auf Eherubin; 2. Frl. v. Opell auf Aristokrat usw. G r up p en f p rin g en z u Zweien: 1. Graf und Gräfin W. Hohenau. | Jagdspringen (Kl. M.): 1. Graf W. Hohenau auf Tommy (0 Fehler, 130 Sek.); 2. Major Lotz auf Provinz (0 Fehler 131 Sek.); 3. Graf W. Hohenau auf Imperator (0 Fehler 133 Sek.); 4. Graf W. Hohenau auf Apoll (0 Fehler, 138 Sek.); 5. Ehr. v. Knobels dorff auf Prellstein (0 Fehler, 144 Sek,). Die letztgenannte Konkurrenz war der Höhepunkt des Tages Beendigung des Süddeutschlandfluges. wb. Mannheim, 7. Juni. Heute abend 7.20 Uhr wurde der Süddeutschlandslug beendet. Ausgeschieden sind am 6. Juni die Flua?ceuae D. 165. D. 787, D. 892, D. 885, D. 886, D. 60. Im Laufe des heutigen Tages sind ausge» schieden: D. 893 (F u ch s), der wegen des schlechten Platzes in Konstanz nicht starten konnte, obwohl die Maschine in Ordnung war; D. 611 (Mo- harnrned) wegen Motordefektes in Nürnberg, D. 790 (Steinkraut) in Konftanz; D. 608 (Guritzer) gab in Friedrichshafen am 7. 6., 11.02 Uhr auf und flog nach Stuttgart zu- rück; D. 609 (Boeder) wegen Ventilbruches, D. 779 hatte erst am 7. 6., 12.50 Uhr, die erste Runde beendet; D. 514 (Heinze) ist auf dem zweiten Rundflug in Frankfurt a. M. wegen Kolbenbruches ausgeschieden. Beide Runden haben am 6. Juni beendet: D. 854 (Steinborf), D. 840 (o. Manteuffel), D. 884 (Walz), am 7. Juni: D. 854 (K a tz e n st e i n), D. 764 (B ü l ow), D. 649 (Osserman n), D. 829 (Gosse n) und außer Konkurrenz D. 847 (S ch o ng e r). Die Reihenfolge, in der die Maschinen den Etreckenflug beendet haben, gibt noch keinen Hinweis auf die endgültige Bewertung, bevor nicht die Auswertung der technischen Leistungsprüfungen vorlieat. Die endgültigen Resultate werden voraussichtlich erst Ende dieser Woche vorliegen. Gerichtssaal. Der Weilburger MLHlenbrand vor den Geschworenen. Limburg a. d. L., 9. Juni. (WSA.) DaS Schwurgericht beschäftigte sich gestern mit bem seinerzeit von uns gemeldeten großen Brand in der Moserschen Mühle in Weilburg, bei bem damals eintoanbfrei festgestellt worben war, bah Brandstiftung vorlag. Der Besitzer der Mühle, der 58jährige Mühlenbesitzer 2ldolf Moser aus Weilburg, hatte zunächst ben Verdacht auf den bei ihm beschäftigten Müller Pohl gelenkt, der auch einige Zeit in älntersuchung saß, aber fein Alibi nachweisen konnte. Schließlich stellte sich heraus, daß Mo- ser selbst den Brand angelegt hatte, um die 250 000 Mk., um welche Summe die Mühle versichert war, in die Hande zu be* kommen. Aus der Verhandlung ergab sich, bah Moser, nachdem er alle Vorbereitungen getroffen hatte, nach Frankfurt gefahren war und sich dort im Hotel Rational einquartiert hatte. Rbends fuhr er nach Weilburg zurück und steckte, nachdem er seinen Hofhund vergiftet hatte, tn ben frühen Morgenstunden die Mühle in Brand. Al« die ersten Flammen aus bem Gebäube schlugen, sah er bereits toieber im Zuge. In Frankfurt begab er sich toieber in sein Hotel und durchwühlte das Bett, um den Anschein zu erwecken, als ob er die Aacht dort zugebracht hatte. Der Angeklagte war voll geständig. DaS Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft. Verurteilung übn Polftelbeamten. WSN. Kassel, 9. Juni. Das Schöffengericht hatte vor einiaen Wochen die Polizeiwachtmeister Preuß und Lange zu je einem Jahr G e - f ä n g n i s und den Kaufmann Kelterborn zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie einem s p i o n a g e v e r d a ch t i g e n Manne zur Flucht aus dem Polizeigefängnis verholfen hatten. Gegen dieses Urteil hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt. Die Strafkammer als Berufungsinstanz ging über das erste Urteil wesentlich hinaus und verurteilte Lange zu zwei Jahren, Preuß zu bfei Jahren Zuchthaus und Kelterborn zu einem Jahr Gefängnis. Gegen letzteren wurde Haftbefehl erlassen. ist das Schönheitsmittel für alle, die eine zarte und jugendsiftche Haut nicht von zweifelhaften Geheimmitteln erhoffen, sondern überlegene Schönheitspflege aus natürlicher Grundlage treiben wollen. — Ein Zusatz von Kaiser-Borax zum täglichen Waschwasser, macht dasselbe nicht nur antiseptisch. reinigungskräftig und wunderbar weich, er macht es auch zum belebenden SchönheitS- wasser, zieh^glqttenü die Poren zusammen, heilt und verbindert<,'.dei regeltziäßigem Gebrauch Erkrankungen der Haut und.schasst durchfege Hautatmung einen klaren, reinen Teint von jugendlicher Frische und Zartheit. Kaiser-Borax wird niemals lose, sondern nur in der bekannten roten Original-Packung geliefert, welche für die Reinheit der Ware garantiert. — Ausführliche Gebrauchsanweisung liegt jedem Karton bei. — Heinrich Mack Nachf., Ulm a. D. MWk leiftllet von Kolonialwaren - Großhandlung zum sofortigen Eintritt gesucht. 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Weit tvi Gründe der Acnderunj zeugenden Symptome, gerade jetzt von neuen Aegypten. §ie englische Kriegsschiff nach 2ße?i sich aber mcht nur vo von englischen Blättern dies eigentlich eine Me gegangenen Abschnitt ! farbige Welt sei. 3m man den großen Dechs dahin erklären, daß die dem Weißen gegenüber Einstellung haben, die vor feinen überlegenen feinem überlegenen Dele einer »höheren" Mensche, Dringe gegeben, die e- Dam entgegenzutreten schtoach, und sre in der ganM genommen, bet unbestreitbare Qlutotitä1 jenem undesinierbaren Solen »Prestige" nennen, äleberlegenheit an auf mit ist es vorbei, und' tonnen die Weihen jeh| erfolgreicher asiatischer fachen, Ivie früher. 5 Farbigen gegenübei immer mehr, und diese ( n,(?t nur beim einzeln 1840 ^i l S jfie England de l$s™t?ttronmtoülleR IrT»*»:' SS’äSi Gießener 5 syfcS-Ä im« äeü‘" nannte man Ä bi bett. Die ich besser »Ül? be't halber nuS ^°b°l ^.de^zweier^^Ebad. ^'buunr, der 9fr eÄte ?7-n fommn 8lf,eL ;Uan heißen 'nY Unertl' l0„eil 8:-6.ey Erreiche mre,n- sie 1 „,.our mit Futcr geb, h'Suna fc'i« !?oti ®Qhl, Je'nOl 2 Eg r 3138A o«! Verschiedenes Perfekte i*eäigm iS Haoie. t ge- epar-. r nacher 1 2403. | Llav. tiiuDiSJ Ach Telefon 829 4997a Zein -*S Wä jenaben-ilunmt M Kunden an, geht auL autt Land. Zu erfragen 'n dn V. , , " Ikw ifdllfr fite ngenj m ch em* ipfetjl 4995D nke int 7 612. prima u jucht. M riet ; 31. I DSZ ieWBeize “••«tos: ‘oMhutV. ... .0.65 i|e nur . 0,86 ...180 nur. . . 128 'oje nur . UM es Gemüse! gebot! Dose. . .0) >» |jfg!nemar war ein prachtvoller Leon, der mit Klugheit und Keckheit zugleich die Klippe der Lüge umsegelte. Die blonde Ren6e S t r o - bratoa, eine urwüchsige Edrita, sozusagen von frischem Wald- und Crdgeruch umweht. Atalus hingegen, das verwöhnte Muttersöhnchen, über die eigene Einbildung stolpernd, erst langsam sich zu Besserem bekehrend, wurde in der Darstellung Thöerens glänzend charafterisiert. Alexander Engels voll gütiger Weisheit, Den Spaniers Kattwald ein Barbar comme i! faut und erst der Galomir B i b e r 1 i s, ein Menschenaffe voll köstlich blöder Dummheit. Leo Päse tti, München, hatte die Bühnenbilder geschaffen, die aufs Inhaltsvollste das Spiel illustrierten, bildhafte Wirkungen erzielten und von erfreulicher Raturalistik waren. Wie das ganze Spiel jenseits jeder gekünstelten Stilisierung stand, so auch sein künstlerischer Rahmen. Der frische Zug wehte von der Bühne herab in den Zuschauerraum und lieh die Zuschauer sich glänzend amüsieren. L, w. Waffentat aus dem Jahre 1866. Alle paar Tage muh eine Patrouille dorthin beordert werden, um die unflätigen Aufschriften $u entfernen, die fortgesetzt von Italienern, die über die Grenze wmmen, auf dem Denkmal angebracht werden. Ich habe selbst Zigaretten- und Zündhölzchenschachteln gesehen und hierhin mitgebracht, auf denen die Grenzen Italiens als bis Fiume und den Brenner sich erstreckend dargestellt sind ... Auf diese Weise wird dort für die Jrredenta im Dolle und in der Armee Propaganda gemacht. Deutsche Gemeinden haben Vertreter zu mir gesandt, die sich heftig beklagten, der Hohn und Spott der Italiener fei nicht mehr zu ertragen. Wir können in der Nachgiebigkeit Italien gegenüber nicht weiter gehen, die Zustände sind schon jetzt unhaltbar. Was haben wir von den Italienern im Dreibund? Wenn die Diplomaten sagen, wir dürften Italien nicht aus dem Dundesverhältnis herauslassen, weil wir es sviist Frankreich in die Arme tric- b en und bei einem allgemeinen europäischen Kriege dann sicher mit seiner Gegnerschaft rechnen mühten, so bin ich der festen Heberzeugung, daß wir trotz Bündnisses ebenso sicher mit dieser Gegnerschaft zu rechnen haben. Wie ein Pulverfaß wird Italien auffliegen gegen uns beim Ausbruch eines Krieges. Weder der König noch irgendeine Regierung wird diesen Ausbruch zurückhalten können. Hätten wir kein Bündnis mit Italien, so würde das für uns den großen Vorteil haben, daß wir von der Volksvertretung sofort die unbedingt notwendigen Gelder für den Ausbau der Armee erhalten würden, die uns jetzt, eben mit Rücksicht auf das Bündnis, verweigert werden. Wir haben von Italien als Bundesgenoffen nichts zu erwarten; es stört uns und Deutschland nur in unserer Bewegungsfreiheit und in der Befolgung unserer sonstigen wichtigen Interessen, wie es sich jetzt gezeigt hat, wo wir Italien zuliebe die Türkei vor den Kopf gestoßen haben. Sie haben nach dem Zweck und dem Ziele eines Krieges zwischen uns und Italien gefragt. Ich gebe zu, daß eine Eroberung italienischen Territoriums nicht in Frage kommt, höchstens eine kleine Grenzberichtigung. Aber ein siegreicher Krieg, und siegreich würde er sein, macht sich immer bezahlt. Wir würden dann imstande sein, das Trentino und Triest mit unerbittlicher Strenge von den italienischen Hetzern zu befreien. Ein Riederwerfen Italiens würde uns andererseits Bewegungsfreiheit nach der serbischen Seite hin geben. Was aber die Hauptsache ist, wir würden endlich von dem Alpdruck befreit werden, unter dem uns die italienische un» ausgesetzte Bedrohung unserer Südgrenze lon- tinuierlich hält. Diese Spannung ist nicht länger auszuhalten. Es ist gewiß richtig, daß ein Krieg zwischen uns und Italien schwerlich lokalisiert bleiben könnte. Aber ich bin der felsenfesten Heberzeugung, daß Deutschland und wir zusammen auch gegen eine Koalition Englands, Frankreichs, Italiens und Rußlands siegreich bleiben würden. Die italienischen Truppen haben sich, das haben wir konstatiert, in Tripolis durchaus nicht auf der Höhe ihrer Aufgabe gezeigt. Hnd Rußland? Es hat noch lange zu tun, ehe es seine Armee auf einen besseren Stand bringt und die Folgen des japanischen Krieges überwindet. Die Zurückziehung seiner westlichen Truppen bis hinter die Weichsel hindert Rußland, selbst wenn es sofort am Kriege teilnimmt, früher als nach Verlauf einiger Wochen an der deutschen oder österreichischen Grenze zu erscheinen. Dann werden aber die entscheidenden Schläge auf den anderen Kriegsschauplätzen bereits gefallen fein, und wir können Rußland mit vereinten, überlegenen Kräften entgegentreten. Deutschland und Oesterreich-Hngarn haben die innere Linie. Sie können im entscheidenden Augenblick zwei Millionen Soldaten auf einem Kriegsschauplatz vereinigen, das können die anderen nicht. Ich möchte nicht mit dem französischen oder englischen Generalstabschef tauschen bei dem Entwürfe eines Krieges zwischen diesen Staaten und uns. Die Türkei habe ich nicht erwähnt: ich glaube, wir hätten sie jedenfalls nicht gegen uns. Ich bin gewiß kein Optimist, aber ich habe die feste Zuversicht und Heberzeugung, daß wir auch der großen Koalition gewachsen sind. Wenn wir zwei zusammenhalten und einer dem anderen treu zur Seite steht in allen Lagen der kriegerischen Operationen, so bleiben wir gewiß Sieger. Kalmus. Von Leo Sternberg. Die Wasser sinken ... Die Landschaft, in Sintflutmüfte zerrissen, wo Bäume, Erdfetzen, Bretterhütten in hilflosen Inseln entschwammen, wächst wieder zusammen zu Flächen und Flut. Geheimnisvoll steigen liefen herauf: Es scheiden sich Wasser und Land. Die emporgetauchten Schrebergärten sind schwarz von Rabenscharen; frische Spuren von unzähligen Fußen folgen im feuchten Schlamm dem finkenden Flutrand. Wie die Schnitter die Mahd in Reihen legen, bleiben die Wellenmarken der weichenden Wasser zurück. Seltsame Beute im Rechen der Uferwiesen: Schilfrohr und Weidengerten, Kork und Glas, Gc- hälrn und Muscheln, Schwemmsand — Kalmus- wurzeln. Kein Knabe blieb zu Hause: Der Kalmus schwimmt. UeberaU stapfen sie wundersüchtig am Strand und fischen geringelte, warzige Stangen mit grünen Blätterschwertern aus dem Schaum. Wo schaukelte das fremde Strandgut her? In welchen Bächen, welchem verträumten Fluß, in welchem Teichranddickicht warf der Wogenschwall die bärtigen Wurzeln aus dem Grund? O, wie sie die fleckigen Zauberruten knocken und schlürfen den Muskat des weichen Marks! Was keine Blüte hat und doch bie Welt berauscht, riß sich los aus fesselndem Ankergrund. Was im Schlamme wuchs und dennoch Düfte der Verheißung streut, fährt vom Quell zum Meer, überall seine Botschaft tragend an trunkene Ufer. Arom des Unterirdischen ist entfettet, Weihrauch der unfaßbaren liefe dampft. Würzduft der Hölle und Nardc der Liebe fliegen mit der weichen Erde aus den Wassern. Ambra des Elements betäubt alles Blut. Oesterreich, Italien und der Dreibund? Conrads Befürchtungen vor einem bewaffneten Ueberfall Italiens. - Italiens Hetze in Südtirol.— Der Gegensatz zwischen Oesterreich-Hngarn und Italien auf der Dalkanhalbinsel und im Gebret des Adriatischen und Aegäischen Meeres hat stets für den Dreibund eine ernste Belastung bedeutet. Unter dem Eindruck des tri- politanischen Krieges, vor dessen Entfesselung Italien bei den Großmächten der Tripelentente angeklopft hatte, während es die offiziellen Bundesgenossen mit Beteuerungen seiner Friedensliebe hinter das Licht führte, war der alte Gegensatz wieder in den Vordergrund aller politischen Betrachtungen in Wien getreten. Der österreichische Außenminister Gras Aehrenthalbemühte sich zwar mit Erfolg, Italien von einer Ausdehnung des Kriegsschauplatzes auf die gefährlichen Gebiete der europäifchen Türkei abzuhalten, konnte damtt aber doch die Gegner des italienischen Bündnisses im Habsburgerreich nicht xur Ruhe bringen. Der Führer der italienfeindlichen Strömung, der u. a. der größte Teil der Generalität angehörte, und der auch der Erzherzog- Thronfolger Franz Ferdinand nicht fern» stand, war der Generalstabschef Conrad von Höhendors, dessen Präventivkriegsprogramm aus seinen „Erinnerungen" hinlänglich begannt geworden ist. Im Rvvember 1911 kam es in Wien zu einem heftigen Kampf zwischen den Diplomaten und den Militärs, aus dem der bündnisfreundliche Aehrenthal schließlich als Sieger hervorgegangen ist. Wir sind in der Lage, im Folgenden aus dem in Kürze bei der Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin erscheinenden 30. Bande der großen Allenpublikativn des Auswärtigen Amtes einige Schriftstücke zum Vorabdruck zu bringen, die den Standpunkt der Kriegspartei einerseits, des Grafen Aehrenthal andererseits besonders deutlich zum Ausdruck bringen. Zunächst ein Gespräch des deutschen Botschafters von Tschirschky mit dem neuen Reichskriegsminister General v. Auffenberg: *) „Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871—1914.“ Sammlung der diplomatischen Allen des Auswärtigen Amtes. Im Auftrage des Auswärtigen Amtes herausgegeben von Johannes Lepsius (f), Albrvcht Mendelssohn-Bartholdy, Friedrich Thimme. 5. Reihe. Zweite Abteilung: „Weltpolitische Komplikationen". Band 30—33 (5 Teile). Im Verlage der Deutschen Derlagsgesellfchast für Politik und Geschichte in Berlin W 8. Feldmarschaü Conrads Sturz. Der Botschafter in Wien von Tschirschky an den Reichskanzler von Dethmann- Hollw eg. Ausfertigung. Rr. 328. Wien, den 18. Rovember 1911. Ganz vertraulich. Ich habe heute dem neu ernannten Kriegs- Minister General von Auffenberg feinen ersten Besuch erwidert und bei dieser Gelegenheit eine eingehende vertrauliche Unterredung mit ihm gehabt, die manch interessantes Licht auf die in maßgebenden militärischen Kreisen herrschenden Stimmungen unb Wünsche wirst. Der General brachte sehr bald das Gespräch auf die italienische Tripvlisexpebition und auf das Verhältnis Oesterreich-Ungarns zu Italien, speziell auf die Frage, ob es opportun sei, das Dundesverhältnis zu diesem Rachbar zu lösen. General von Qluffenberg bekannte sich ganz zu dem bekannten Standpunkte des Generalstabschefs Conrad von Hötzendorf unb verhehlte nicht, baß in dieser Beziehung eine scharfe Meinungsverschiedenheit zwischen den militärischen Stellen und dem Grafen Aehrenthal bestehe. Ich darf bemerken, daß ich dem Kriegsminister eingehend bie Gründe barlegte, aus benen vom allgemeinen politischen Standpunkte eine Fortdauer der Zugehörigkeit Italiens zum Bündnis mit ben Zentralmächten wünschenswert und nützlich erscheine. General von Auffenberg erkannte diese Gesichtspunkte als theoretisch gewiß zutreffend unb logisch an, bemerkte auch, baß er ganz ähnliche Deduktionen vom Grasen Aehrenthal gehört habe. Leider müsse er aber bekennen, daß sie einer Prüfung vom praktischen Standpunkte aus nicht standhielten. Ich ließ nun den General reden, um ein Bild von dessen Anschauungen zu gewinnen. Er führte ungefähr folgendes aus: Die Spannung zwischen Italien und uns ist derart scharf geworden, daß sie nicht schärfer werden kann. Die Italiener tun uns alles an, was sie nur können: ber nächste Schritt weiter könnte nur ber bewaffnete Ueberfa 111 sein. Don ber Animosität, die in Italien gegen uns herrscht, können Sie kaum eine Vvrst^Iung haben. Ich komme soeben von einer Jnsektions- reise in Südtirol zurück. Was ich da gesehen und gehört habe, übertrifft selbst meine Erwartungen. Wir haben da zum Beispiel in ber Rähe der Grenze ein schlichtes Denkmal an eine \;v. ^6 Konzept ietterauer Bauern, Don mit dem besonderem Interesse Kenntnis genommen. Wie außerordentlich unerwünscht uns eine Verschärfung der österreichisch-italienischen Beziehungen sein muh, bedarf keiner Degrüirdung. Es wird daher nach wie vor unsere Aufgabe sein, in Wien und Rom bei jeder Gelegenheit vermittelnd und beruhigend zu wirken und den Standpunkt des Grafen Aehrenthal in dieser Frage zu stützen. v. Dethmann Hollweg. Am 30. Rvvember wurde General Conrad seines Postens als Generalstabschef enthoben, und Botschafter von Tschirschky konnte dem Grafen Aehrenthal seine Glückwünsche aussprechen. Tabei enthüllte der österreichische Minister den Hauptgrund seines Erfolges: solange Ruhland fest auf der Seite der Tripelentente stand, konnte Oesterreich-Ängarn es nicht wagen, offene Feindschaft mit Italien zu proklamieren. Privatbrief von der Hand des Vortragenden Rats Freiherrn von Romberg Berlin, den 24. Rvvember 1911. Ihrem Bericht über eine Unterhaltung General von Auffenberg habe ich mit verspricht und bei dem unbeständigen Witterungs- >es Erntewetter ve Soweit der General. Er sprach ruhig und ohne jeden Eifer, und man merkte es seinen Worten an, dah er von der Richtigkeit seiner Deduktionen tief überzeugt war. Graf Aehrenthal sagte mir kürzlich im Laufe eines ganz vertraulichen Gesprächs: „Sie wissen, ich habe wegen Italien einen schweren Stand. Wenn ich nicht mit allen Mitteln versucht hätte, die Presse hier im Zaume zu halten, so wäre ein Brand entstanden, der nicht zu löschen gewesen wäre. Ich hoffe aber, ich werde es durchhalten." Zurzeit liegt ja die Entscheidung über die Politik noch in den Händen Seiner Majestät des Kaisers und des Grafen Aehrenthal, und diese beiden sind, wie sich ein hiesiger Politiker neulich mir gegenüber äußerte, die beiden einzigen Freunde, die Italien in Oesterreich hat. von Tschirschky. In Berlin sah man den zunehmenden Einfluß der österreichischen Militärs, die ihren großen Optimismus so unverhüllt auf die erwarteten Waffentaten des Bundesgenossen gründeten, mit ernster Sorge und suchte die Stellung des verantwortlichen Auhenministers zu stärken: Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg an den Botschafter in Wien von Tschirschky Kreis Schotten. Id. Schotten, 9. Juni. Unsere Gegend wird eben von wandernden Handwerksburschen geradezu überlaufen, denen man, sofern sie anständig sind, gern eine kleine Unterstützung reicht. Oberhessen. Landkreis Gietzen. Climbach, 9. Juni. Rächsten Freitag feiert der weit über unser Dörfchen hinaus bekannte Forstwart i.R. Severin Leyerer mit seiner Ehefrau Katharine geb. 'Hagel das Fest der Goldenen Hochzeit. Severin Leyerer, ein Veteran aus dem Feldzug von 1870/71, stand viele Jahre im Dienste der Freiherren von Vordeck zu Rabenau und war früher in Friedelhausen und später in Climbach als Förster tätig. Am Tage nach seinem 79. Geburtstag, am 28. Mai, wurde dem aUseits beliebten und verdienten alten Beamten durch seine Behörde eine seltene Ehrung zuteil. Ber- anlaht durch eine Einladung seitens der Freiherrn von Vordeck zu Rabenau fanden sich an diesem Tage die Förster der Umgebung an der Adolfsbütte. einer Jagdhütte im „Eichenwald" zwischen Bersrod und Allertshausen, ein. 3m Ramen der Freiherrn von Vordeck zu Rabenau überbrachte Rittmeister Baron Röder von Diersberg dem Jubilar herzliche Glückwünsche. Eine in der Vähe stehende .Eiche wurde dem Jubilar zu Ehren „Severin- e i ch e" benannt und mit einem bekränzten Schild gekennzeichnet. In der Jagdhütte schloß sich nach alter Jägerart eine fröhliche, schön verlaufene Feier an. Severin Leyerer ist trotz seiner 79 Jahre noch geistig und körperlich sehr rüstig. 4 L i ch, 9. Juni. Der hiesige Männer- g e s a n g v e r e i n „Cacilia" ist einer der ältesten Gesangvereine Oberhessens und kann im Jahre 1928 auf sein 9 0j ähriges Bestehen zurückblicken. Was der Verein in den letzten Jahren mit seinen Konzerten geboten hat, ist alles Lobes wert. Die Leistungen standen auf anerkennenswerter Höhe. Die Konzerte waren ein Stück rechter Volksbildungsarbeit. In erster Linie verdankt der Verein diese Leistungen seinem kunstsinnigen Dirigenten, Lehrer Stein. Der Verein hat sich im Laufe der Zeit einen guten Stamm älterer zuverlässiger Sänger her- angebildet, die mit Leib und Seele ihrem Verein ergeben sind. So kann im laufenden Jahre einer der Sänger, Weißbindermeister Friedrich Schäfer, auf seine 53jährige aktive Mitgliedschaft zurückblicken. Er wurde im letzten Jahre durch Ueberreichung der goldenen Radel geehrt. Weihbindermeister Karl Schäfer ist 46 Jahre und Altbürgermeister Heinrich Fuhr 42 Jahre aktiver Sänger. Den beiden letzteren und weiteren 11 Sängern wurde die silberne Radel für über 25jährige aktive Mitgliedschaft überreicht. In diesem Jahre können zwei weitere Sänger auf ihr silbernes Vereinsjubiläum zurückschauen. Der Verein, der seit einiger Zeit dem Hessischen Sängerbund angeschlossen ist, läßt durch sein Mitglied E r n st Trechsler eine Vereinschronik führen. Aus dieser ist zu ersehen, dah der Verein am 22. Rov. 1838 gegründet worden ist. # Obbornhofen, 9. Juni. Im Laufe des Monats Juli soll hier ein T u r n e r f e st abgeyalten werden, verbunden mit der Weihe eines Banners unseres hiesigen Turnvereins, welcher vor einigen Jahren gegründet wurde und eine stattliche Anzahl von Mitgliedern aufweist. Die Vorbereitungen zu diesem Fest sind nun schon im Gange. — In unserem Ort tritt schon seit einigen Wochen unter den .Siinbern der Keuchhusten sehr hartnäckig auf. Auch viele schulpflichtige Kinder sind davon befallen. — Nachdem zu Ostern 15 Konfirmanden entlasten s« * ft» 1 t*S9«n»» fielen ^laudl < dr»a 30 Dolltomi S b 5 wn6 Dorlar. der ®tntJninaI[ger gut gev.E i man J1" A Hri £ S belobend fijlaunbeim die Menstrage und Becker abgesperrt wesen, wodurch « r Lahnstraße steizuleg' ist unsere Gemeinde Mitten. Am Ortsa mehrere neue Hause mL b« .er n sich, dem Aeußeren b lichen Ausdruck zu g ien wird Wert U 'Jlr.46 - em bunten Fachwerk und (en, die hübsche omni aebung hervor. <> Dbermeß, kallberschützen, ein Preisschieben at qung zu verzeichnen wertvollen Gebrauch <> hochelhe und Klauenseu Breitling angenomm 13 Sehösle verseucht, sührung der angeo1 hier ein Landjäger st lungsarbeiten keine das Landrotsamt gi verseuchter Gehöfte kung $um Fahren m <> hörnshe fanaverein oen Ausflug nach dem ichu§enoerein hie// a htrgeridjtelen Schieß/' ersten Schießübungen ■ <> Dvrnholzh tagabenb fand in der 1 bildervvrirag \ Pfleger q.D. Engels, und einen guten B Aortrag galt als W schajsung eines Lich Schule. Für diesen . der Veranstaltung ^.Frühjahr d. F kaliberschützeni dem im Distrikt „! Schießstand fein erste . Dornho chausseemäßige Aus! weges von hier n Durchführung der S ?cht gute Fo Notftandsorbeit onerk ^.ltt"Mftellt, die Zuffen Dieser Ta. S bK Kulturan Ettten, und zwar v faÄV” 2uc laufende «n.r, charakter dieses Jahres ungünstige fürchtet wird. Die Käufer find W die das Heu mit ihren Gespannen abholen, und dieses z. T. auf Vorrat kaufen, da die wenigen Wet- terauer Wiesen infolge der großen Bodenfeuchtigkeit einen schlechten Graswuchs zeigen. — Die leichten Negenfälle der letzten Tage, sog. „Dröppelwetter", brachten die zum Setzen der Dickwurzpflanzen nötige Bodenfeuchtigkeit. Die Bewohner der Vogelsberger Dörfer holen deshalb eben im tiefer gelegenen Niddatal ganze Wagen voll Setzpflanzsn und bezahlen für das Tausend 3 M k. ^erh worden waren, wurden auch wieder 15 Abc-Schützen neu in die Schule aufgenommen, so daß die Schüler z a h l an unserer zweiklassigen Schule die gleiche geblieben ist. Die Oberklasse zählt nun 33 Schüler und die Unterklasse 32. Nachdem Schulverwalter Reidel zu Ostern dem Abbau zum Opfer gefallen war, wurde Schulverwalter Bops mit der Versetzung der zweiten Lehrerstelle bauftragt. Kreis Friedberg <> Butzbach, 9. Juni. Der Bürgermeister hat nach Anhörung der Stadtverordnetenversammlung mit ministerieller Genehmigung eine PoI i ° zeiverordnung erlassen, nach welcher Fahrzeuge aller Art in der Stadt auf der von Friedberg durch Butzbach nach Gießen (Weiseler Straße— Markt—Wetzlarer Straße), sowie auf der nach Lich (Markt—Griedeler Straße) führenden Straße eine Fahrgeschwindigkeit von 20 Kilometer in der Stunde nicht überschreiten dürfen. Die Taunusstraße ist nach der gleichen Polizeiverordnung für den Durchgangsverkehr mit Kraftfahrzeugen gesperrt. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. bestraft. Die Verordnung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten. # Wohnbach, 9. Juni. Auch in unserer Gemarkung ist, wie in den Nachbargemarkungen, der Weizen vom Rost befallen. Die Weizenfelder sehen von weitem wie versengt aus. Allem Anschein nach wird aber der Weizen diese gefährliche Krankheit ohne weiteren Schaden überstehen, denn die neu sich bildenden Blätter haben ein gesundes Aussehen. Es ist somit bei uns wohl keine Beeinträchtigung des Ernteertrags zu befürchten. Alle anderen Fruchtarten zeigen prachtvollen und gefunden Stand: das Korn, welches gut entwickelte Aehren zeigt, steht in voller Blüte. Der Klee hat sich gut entwickelt, so daß er als Grünfutter schon seit einiger Zeit Verwendung findet. Ebenso haben die Kartoffeln guten Stand. — Die Obsternte scheint in diesem Jahre gering zu werden, Aepfel und Zwet- schen haben sehr wenig angesetzt, dagegen zeigen Birnen und Kirschen einen besseren Behang. Die früheren Kirschensorten fangen bereits an zu reifen, auch bei den später reifenden Sorten haben die Früchte an den außenstehenden Aesten schon eine rötliche Farbe, aber bei genauerem Zusehen bemerkt man, daß diese unter dem Frost gelitten haben und abgestorben sind. — Die Heuernte verspricht bei günstigem Wetter sehr gut zu werden, denn der Stand der Wiesen ist ausgezeichnet. §§ Ober-Florstadt. 9. Juni. Die letzten Regengüsse haben das Bild der Arcker vorteilhaft verändert. Das Getreide entwickelt sich gut. besonders befriedigen Gerste. Roggen und Hafer. Der vom Getreiderost befallene Weizen hat sich zum Teck aus eigener Kraft erholt, zum Teil sind aber auch ungünstige Rachlvir- kungen festzusteUen: der Grasbestand in den Wiesen gibt Hoffnung auf eine gute Heuernte« Besonders gut entwickelt haben sich die Frühkartoffeln. wie überhaupt die Kartoffelernte gut zu werden verspricht, wenn nicht zu lang anhaltende Regengüsse eine gute Ernte in Frage; stellen. Ein wenig erfreuliches Bild bieten die Obstbäume, besonders die Aepfrlbäume. Der De- pang an diesen ist fo aut wie Rull. Birnbäume zeigen fchoar besseren Ansatz. Unter den Mirabellenbäumen kann man die unentwickelten Früchte dutzendweise liegen sehen. Bei genauerem Betrachten muh man feststellen, dah alle abgefallenen Fruchte welk und wurmstichig sind. Auch den Johannisbeeren haben die letzten Rachtfröste im Mai größeren Schaden getan, als man vorheer angenommen hatte. — Am 27. Juni findet in unserer Gemeinde das Volksmissionsfest des Kirchspiels Florstadt statt. Damit ist eine größere kirchliche Feier verbunden. Im Mittelpunkt dieser freier steht die Predigt des Missionars Walter aus Beuern. Umrahmt wird der Gottesdienst durch musikalische und gesangliche Darbietungen. Am Rachmittag findet eine Festversammlung vor der Schule statt. Hier werden wiederum Missionar Walter und der Volksschriftsteller Raumann sprechen. Kreis Büdingen. nT Ridda, 9. Juni. Die Reichsbahn Verwaltung läßt zur Zeit ihre Schienenwege mit Sprengwagen befahren, die ein Ain * krautvertilgungsrnittel auf den 'Bahnkörper verspritzen. Der Erfolg ist glänzend. Schon nach wenigen Tagen werden alle Stengel und Blätter gelb und sterben ab. Rur die harten Gräser zeigen hier und da noch eine grüne Spitze. Man hofft, durch zeitgemäße Wiederholung der Besprengung völlig das Alntraut zu vernichten, was gegenüber der früheren Beseitigung durch Arbeitskräfte eine riesige Kostenersparnis bedeutet. id. Aus dem oberen Niddatal, 9. Juni. Die Zeit kurz vor der Heuernte wurde von jeher dazu benutzt, die noch vorhandenen Heuvorräte zu verkaufen, um für die neue Ernte Platz zu schaffen. In diesem Jahre hält man jedoch vielfach die noch vorrätigen geringen Mengen süßes Heu zurück und verkauft nur das saure Futter zu einem Preise von 3,20 Mk. bis 3,40 Mk. für den Zentner, da der Stand der Wiesen nur eine knappe Ernte mühungen unmöglich ist, eine ganze Anzahl Wohnungssuchender anders als in einem städtischen Gebäude unterzubringen. Geplant ist die Errichtung einer solchen Baracke für etwa 10 Familien. Die Versammlung stimmte im Prinzip zu, daß der Errichtung näher getreten werde, wobei jedoch die Frage geprüft werden soll, ob nicht die Errichtung von Reihenhäusern ins Auge zu fassen sei. Auf jeden Fall soll die Angelegenheit möglichst so geordert werden, daß die Wohnungen in diesem Jahre noch bezogen werden können. Die Frage, wo die Wohnbaracke hingestellt werden soll, wurde zunächst noch offen gelassen, es wurden hierzu ver° chiedene Vorschläge unterbreitet. — Am Montag besichtigte der gesamte Stadtvorstand auf Einladung der Bürgermeisterei die Arbeiten zur Erweiterung der Wasserleitung im QueUengebiete von Ober-Breidenbach, die zur Verstärkung der Wasserzuführung in der Hochdruckleitung gegenwärtig nach den Plenen des Kulturbauamtes Gießen vorgenommen werden. —.— Alsfeld, 9. Juni. Der in ganz Oberhessen, Vogelsberg und Schwalmgrund berühmte P r ä m i c n m a r f t ist auf den 5. Juli festgelegt. Zur Preisbewertung find zugelassen: Pferde (Kalt- unb Warmblutzucht), Rinder (Simmentaler und Vogelsberger), Ziegen (Saanerrasse),^Schafe (oberhessisches Landschas), Schweine (Deutsches Edel- schwein und veredeltes Landschwein). Mit dem Prämienmarkt sind verbunden: Fohlenoersteigerung seitens der Landwirtschaftskammer Darmstadt, Sui» lcnauktion seitens des Landwirtschaftskammerausschusses für Oberhessen, Ziegen- und Lämmermarkt seitens des Kreisziegenzuchtvereins Alsfeld, Schweinemarkt und Krämermarkt. Ferner veranstaltet der ländliche Reit- und Fahroerein Alsfeld eine Reit- und Fahrkonkurrenz. Zur Prämiierung stehen reichliche Geldmittel zur Verfügung. o. Alsfeld, 9. Juni. Die von der Firma Karl Riebel, Gießen, veranstaltete Ausstellung, welche am 6. d. M. geschlossen werden sollte, mußte auf Wunsch hiesiger und auswärtiger Kunstinter- essenten noch um einen Tag verlängert werden. Der Befuch der Ausstellung war über Erwarten gut. Im Anfang war der Zuspruch mittelmäßig: als aber bekannt wurde, daß die reichhaltige Ausstellung nur gute Kunst von bekannten Künstlern aufzuweisen hatte, steigerte sich der tägliche Besuch bis zum Schluß der Ausstellung auf über 100 Personen. Sehr erfreulich war es, daß den Schülern höherer Lehranstalten Gelegenheit gegeben war, die reichhaltige Kunstsammlung unter sachkundiger Führung zu besuchen. Auch die hiesige Gewerbeschole besichtigte die Ausstellung unter Führung von Rektor Schindel, wobei den Schülern von feiten der Schulleitung die einzelnen Kunstrichtungen vor den ausgestellten Werken erläutert wurden. Sehr zu begrüßen wäre es, wenn die von Bürgermeister Dr. Völsing bei der Eröffnung gegebene Anregung, die Kunstausstellung zu einer alljährlich wiederkehrenden Einrichtung zu machen, in die Tat umgefetzt werden könnte. Kreis Lanierback. sl. Maar. 9. Juni. Eine rege Bautätigkeit herrscht auch in diesem Jahre wieder in unserem Dorfe. Galt sie im vorigen Jahre besonders dem Reu- ober Umbau von Wohnhäusern, fo hat man sich in diesem Jahre vor allem die Scheunen und Ställe Dorgenommen. Richt weniger als sechs Ställe bzw. Scheunen sind in den letzten Wochen neu erstanden. Starkenburg. ' D a r m st a d t. 9. Juni. In seinem Heimatorte Biebesheim wurde Regierungsrat Gustav Bechtel zu Grabe getragen, der am 3. Juni zu Darmstadt nach kurzer Krankheit unerwartet gestorben war. Am 25. Juli 1877 geboren, besuchte er zuerst die Volksschule seines Geburtsortes, bann kam er in das Ludwig-- Georgs-Gymnasium zu Darmstadt. Das Reifezeugnis erwarb er in Büdingen, nachdem er als Primaner aus Gesundheitsrücksichten seine Schulstudien ein Jahr lang hatte unterbrechen müssen. Darauf studierte er in Tübingen und Gießen Rechtswissenschaft, widmete sich nach dem Bestehen der beiden Prüfungen und Erledigung des dazwischenliegenden Vorbereitungsdienstes der Versicherungswissenschaft. Am 19. März 1913 wurde er zum beamteten Dor- standsmitgliede der Landesversicherungs» an st alt Hessen ernannt und wirkte in dieser Stellung bis zu seinem Tode. Preußen. Kreis Wetzlar. kz. Wetzlar, 9. Juni. Der 50 Meter hohe Schorn st ein der früheren chemischen Fabrik, die jetzt zu Wohnzwecken dient, wird niedergelegt. Da er gefähliche Risse bis zu drei Zentimeter Breite aufwies, hatte man schon vor Jahren mehrere Meter an dem Schornstein abgebaut. — Bei dem Neubau der Kirch st raße erhielt auch die Christuskirche eine würdige Umgebung. Von der Straße aus steigt jetzt eine breite Freitreppe zu dem Kirchenportale empor. Die neu errichtete niedrige Mauer um die Kirche schließt grüne Gras- flächen mit schönen Ziersträuchern ein. Aus dem ganzen Schlammfeld um die Kirche sind mustergültige Anlagen entstanden, wie sie der prächtige Bau der Christuskirche als Umgebung beanspruchen kann. — Die Friedhofskapelle auf dem Niedergirmefer Friedhof ist im Rohbau fertiggestellt. Auf der Turmspitze leuchtet weithin eine vergoldete Kuppel mit vergoldetem Kreuze. Mächtige Säulen tragen einen Vorraum. In der Turmspitze ist ein Glöcklein sichtbar. 2] Wetzlar, 9. Juni. Um der Staubplage innerhalb der Stadt mehr als es bisher möglich war, zu begegnen, beabsichtigt die Stadt die Anschaffung eines Motorsprengwagens. Die Bevölkerung hatte Gelegenheit, der Vorführung eines solchen Wagens modernster Konstruktion bei zuwohnen. Von den Vertretern der Firma B ü s Gar oft treten sie jedoch mit großer Unverschämtheit auf und weifen unter Drohungen kleinere Geldgeschenke zurück. So forderte in Ulfa ein Handwerks- bursche, der sich als ausgewiesener Saarländer ausgab, Gaben von mindestens 1 Mark und wurde, da er solche nicht erhielt, so ausfallend gegen die Bevölkerung, daß er nach Verabreichung einer gehörigen Tracht Prügel ins Haftlokal verbracht werden mußte. Bei der Vernehmung durch einen Wachtmeister stellte es sich heraus, daß es sich um einen vor einem Jahre aus einer Strafanstalt des Saargebietes ausgebrochenen „schweren Jungen" handelte, der sich, mit falschen Papieren versehen, bis in unsere Gegend durchbettelte und dem jetzt seine Unverschämtheit zum Verhängnis wurde. — = Gedern, 9. Juni. Die am Montag- abend vorgenommene Einweihung des ersten Prämiierungsmarktes nahm einen recht eindrucksvollen Verlauf. Abends bewegte sich ein stattlicher Festzug nach dem neuen Marktplatz. Am Iestplatz begrüßte Bürgermeister Müller die Menge und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Einwohnerschaft an dem Einweihungsakte so lebhaften Anteil nehme. Der Prämiierungsmarkt sei in erster Linie im Interesse der einheimischen Landwirtschaft, des Handels und des Handwerks ge- chaffen. In richtiger Erkenntnis der Tatsache, daß ür den Vogelsberger Landwirt hauptsächlich die Viehzucht, für die alle Vorbedingungen gegeben eien, in Betracht komme, und der Landwirt daher dieser sein Hauptaugenmerk zuzuwenden habe, habe die Gemeindeverwaltung und -vertretuna von An- ang an das Ziel verfolgt, der einheimischen Viehzucht durch die Einrichtung des Prämiierungsmarktes einen neuen Ansporn zu geben. Außerdem sollen den Handel- und Gewerbetreibenden durch den starken Zustrom auswärtiger Besucher neue Absatzmöglichkeiten geschaffen werden. Dank gebühre der Kreisbehörde, insbesondere dem Kreisveterinäramt und dem Landwirtschaftskammerausschuß der Provinz Oberhessen für die der Sache geliehene verständnisvolle Unterstützung. Der restlose Absatz der Lose sei ein erfreulicher Beweis dafür, daß man der zum erstenmal stattfindenden Marktverlosung volles Vertrauen auch außerhalb unserer Stadt entgegen» bringe. =.= Gedern, 9. Juni. Beim gestrigen P r ä • miierungsmarft wurde durch die Gendarmerie eine Verhaftung wegen verbotenen Glückspiels vorgenommen. Der Verhaftete wurde heute dem Amtsgerichtsgefängnis Ortenberg zugeführt. „?" Eichelsdorf, 9. Juni. Der Hagel- fei er tag der beiden Gemeinden unseres Kirchspiels am 8. Juni war von jeher der Auftakt zur Heuernte. Anschließend rauschten in den Wiesen die Sensen. Da bekanntlich die Landwirte erst nach 'Beendigung der Arbeiten auf Kartoffel- und Dickwurzäckern mit der Heuernte beginnen, müßte auch strahlende Sonne den Erntebeginn verzögern. Sind doch die genannten Arbeiten durch die anhaltenden Regentage noch stark im Rückstand. Die Dergwiesen, die von dem heißen Sommer des Jahres 1921 stark verbrannt waren und sich nur schwer erholten, zeigen zum erftermal wieder üppigen Graswuchs, so dah sie eine volle Ernte versprechen. Auch das zur Versteigc"ung kommende Gras an den Kreis- strahen ist infolge der feuchten Witterung seh^ gut geraten und durfte recht zahlreiche Liebhaber find«.. Beständiges sonniges Wetter wäre jetzt dringend zu wünschen. Kreis Alsfeld. fe* Alsfeld, 9. Juni. Aus der StnbtDor« ftanbsfthung. Festsetzung des Wasser- gelbes: Hierzu wurde beschlossen, wie bereits für das 2. Ziel Wassergeld im Rechnungsjahr 1925, zu dem nach Einschätzung festgestellten und zu dem nach Wassermesser zu erhebenden Wassergeld für das Rj. 1926 wieder allgemein einen Zuschlag von 50 Proz. zu erheben. Bezüglich des Wassergeldes für die Gar- tenanschlösse wurde beschlossen, wie seither, eine Abgabe von 4 Mk., 5 Mk. oder 6 Mk., je nach der Große der Gärten, zu erheben. — Fortführung der Postkraftwagenlinien: Hierzu mürben die von der Oberpostdirektion Darmstadt aufgestellten neuen Bedingungen für die Weiterführung der Kraftwagenlinien Alsfeld—Zella, Alsfeld—Neustadt, Alsfeld — Kirtorf, Alsfeld — Großfelda — Ehringshausen vom 1. Juli 1926 ab genehmigt. Die für die Strecke Alsfeld—Kirtorf von der Stadt verlangte Zahlung von 1027 Mk. Garantiesumme für das Betriebsjahr wurde bewilligt. Wie der Vorsitzende mitteilte, mußte die Strecke Treysa bis Zella wegen schlechter Besetzung aufgehoben werden. Ob auch die Strecke Alsfeld—Kirtorf zu halten sein wird, ist gleichfalls zweifelhaft. Gegen die ohne Anhörung der beteiligten Gemeinden von der Postver- töaUung angeordnete Aufhebung der Teilstrecke Kirtorf- Ehringshausen wurde Beschwerde geführt. — Der Voranschlag der Ober-Realschule für das Rj. 1 9 2 7 wurde ohne Debatte genehmigt. Es wurde dazu beantragt, die von der Direktion der Schule angeregte Wiedereinstellung einer abgebauten Lehrkraft, sowie die Einstellung zweier neuer Lehrkräfte abzulehnen. — Der Voranschlag der höheren Bürger-Mädchen- s ch u l e für das Rj. 1927 wurde gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Fraktion genehmigt. Die sachlichen Ausgaben wurden nach dem Ergbnis der Rechnung vom Jahre 1925 von 1250 auf 250 Mk. herabgesetzt. — Die A u f ft e 11 u n g einer Sterbetafel mit dem Stadtplan wurde genehmigt, die Aufstellung hat nach den näheren Angaben der Stadtverwaltung zu erfolgen. — Für die Deutsche Lungenheil st ätte f ü r m i n b erbe m i 11 e 11 e Kranke in Davos wurde ein Jahresbeitrag von 10 Mk. bewilligt. — Dem Kreispferdezuchtoerein Alsfeld wurden zu den Kosten einer am 3. Juni abgehaltenen Pferdeprämiierung 30 Mk. bewilligt. — Eine längere Debatte entspann sich über die zur Beratung stehende Frage der Errichtung einer Woh n- barocke. Nach den Ausführungen des Vorsitzenden ist Sie Errichtung einer solchen ein dringendes Erfordernis, da es dem Wohnungsamt trotz aller Be- W iu,Nontit.unbi 3U bett ßZZU . .Gerung ZLK Köp“aL (3eiL @01 HH lj sing- Braunschweig wurde auf dem Solmser Platz ein Motorsprcngwagen mit einem Fassungsvermögen von 6000 Liter einem Kreis von städtischen Beamten unter Führung des Bürgermeisters und von Stadtverordneten vorgefübrt. Der mächtige Wagen mit einem auf der Rückseite befindlichen Hochsitz für den bedienenden Beamten machte einen vorzüglichen Eindruck. Die größte Spenaweite soll 26 Meter betragen. Bei der praktischen Vorführung war im Nu der geräumige Platz besprengt, und der neu ausgebaute breite Mühlgraben in seiner ganzen Breite unter Wasser genommen. Weitere Versuche, die dann an der Lahn vorgenommen wurden, ergaben eine Überraschend schnelle Füllung mit einer Saugleitung. Der Wagen kann außerdem al« Feuer- löscher Verwendung finden. Auch diese Versuche fielen befriedigend aus. Eine am hinteren Teil an- geschraubte Schlauchleitung brachte einen Wasserstrahl von etwa 30 Meter hervor, eine für hiesige Verhältnisse vollkommen genügende Höhe. Die Kosten des Wagens werden auf etwa 23 000 Mk. geschätzt. rtr. Dorlar, 9. Juni. Mit dem Stand der Ernte in der hiesigen Gemarkung sind die Landwirte im allgemeinen recht zufrieden. Das Getreide ist gerade in den letzten Wochen sehr out gewachsen, und besonders die Frühkartoffeln haben sich sehr gut entwickelt. Auch verspricht man sich eine zufriedenstellende Obsternte. Ebenso wird wohl die Heuernte recht gut auSfallen: die ersten Wiesen sind bereits obgemäht und die ersten beladenen Wagen in die Scheunen eingefahren worden. kx> Naunheim, 9. Juni. Die Lahn st raße, innerhalb unseres Ortes nach der Lahnseite gelegen, war bisher nur auf Umwegen zu erreichen, da die nächste Verbindung von der Hauptstraße durch diq Nebenstraße und das Anwesen des Landwirtes Becker abgesperrt war und nur einen Fuß» wea frei ließ. Die Gemeinde kaufte das ganze Anwesen, wodurch es möglich war, den Eingang zur Lahnftrahe freizulegen. — In dem Bauwesen ist unsere Gemeinde im letzten Jahre sehr vorgeschritten. Am Ortsausganye nach Wetzlar wurden mehrere neue Häuser errichtet. Ein Wohnungsmangel besteht hier nicht. Die Bewohner bemühen sich, Dem Aeußeren der Häuser einen recht freundlichen Ausdruck zu geben. Aus Abwechslung in Farben wird Wert gelegt. Besonders sticht das Haus Nr. 46 — ein Fachwerkbau — mit seinem bunten Fachwerk und seinen bunt gestrichenen Balken, die bübsche Schnitzereien zeigen, aus seiner Umgebung hervor. <> Oberwetz, 9. Juni. Der hiesige Klein- kaliberschützenoerein hielt am Sonntag ein Preisschießen ab, bei dem eine rege Beteiligung zu verzeichnen war. Die Preise bestanden in wertvollen Gebrauchsgegenständen. <> Hochelheim, 9. Juni. Die Maul- und Klauenseuche hat hier eine weitere Verbreitung angenommen. Insgesamt sind bis jetzt 13 Gehöfte verseucht. Zur Ueberwachung der Durchführung der angeordneten Sperrmaßnaymen ist hier ein Landjäger stationiert. Damit die Feldbestellungsarbeiten keine Unterbrechung erfahren, hat das Landratsamt genehmigt, daß die Tiere nicht verseuchter Gehöfte innerhalb der hiesigen Gemar- kung zum Fahren verwendet werden dürfen. > Hörnsheim, 9. Juni. Der hiesige G e - ja n averein veranstaltete am Sonntag einen Ausflug nach dem Rhein. — Der Kleinkaliberschützenoerein hielt am Sonntag auf seinem neu hergeridjteten Schießstand in der „Hohl" seine ersten Schießübungen ab. <> Dornholzhausen, 9. Juni. Am Sonntagabend fand in der hiesigen Turnhalle ein L i ch b bildervortrag statt, der von Kreisjugend- pfleger a. D. Engels, Wetzlar, veranstaltet wurde und einen guten Besuch aufzuweisen hatte. Der Vortrag galt als WerbeoeranstaltunH für die Beschaffung eines Lichtbildapparates für die hiesige Schule. Für diesen Zweck soll auch der Reinerlös bei Veranstaltung Verwendung finden. — Der im Frühjahr d. I. hier gegründete Klein- kaliberschützenverein hielt am Sonntag auf dem im Distrikt „Wäldchen" neu hergerichteten Schießstand sein erstes Schießen ab. <> Dornholzhausen, 9. Juni. Der chausseemäßige Ausbau des Verbindung^- weges von hier nach Lang-Göns, der bei der Durchführung der Zusammenlegung ausgeführt wird, macht gute Fortschritte. Die als sog. kleine Notstandsarbeit anerkannte erste Teilstrecke ist bereits fertiggestellt, die restliche Strecke im Ausbau begriffen. Dieser Tage fand durch den Sachland- Messer des Kulturamtes die Vergebung weiterer Arbeiten, und zwar von rund 3300 Kubikmeter Erdbewegung, 1600 Quadratmeter Rasenarbeiten, 160 laufende Meter Postenbefestigung, 1000 Quadratmeter Chaussierung sowie der Bau einer Betonbrücke über den Kleebach statt. Sämtliche Arbeiten sind als Notstandsarbeit anerkannt: zu ihrer Ausführung ist der Gemeinde aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge ein Zuschuß und ein Darlehen bewilligt worden. Durch die Ausführung des gesamten Projektes, das auch zwei Kleebachdurch. stich« in sich schließt, wird den zahlreichen Erwerbslosen der hiesigen Gemeinde voraussichtlich noch für längere Zeit Beschäfti^ingsmöglichkeit gegeben wer- den. Der Ausbau des Weges, der in der Gemarkung Langgöns von der Gemeinde Langgöns zur Zeit ebenfalls vorgenommen wird, wird von der hiesigen Einwohnerschaft mit Freude begrüßt, da er in dem bisherigen Zustande besonders bei schlechtem Wetter kaum passierbar war. Kreis Biedcnkops. T Waldgirmes, 9. Juni. In vorletzter Nacht wurde in der Gastwirtschaft und Metzgerei Schmidt eingebrochen. Der Dieb hatte das Fenster zum Laden eingedrückt, die Ladenkasse um etwa 20 Mark beraubt und den Ausgang durch die Laden-und Haustür, die er von innen öffnen konnte, genommen. Fleischwaren sowie die Vorräte in der Gastwirtschaft hat er verschmäht. Man nimmt hier oUgemein an, daß der Dieb kein Auswärtiger gewesen ist. XX Breidenbach, 9. Juni. Am Sonntag tagte in unserem freundlich geschmückten Dörfchen die Bezirksoersammlung der Freiwillige nFeuerwchren des Kreises Biedenkopf. Das Feuerlöschwesen hat innerhalb der letzten Jahre im Hinterlandkreis einen erfreulichen Aufschwung genommen. Während 1896 in Bottenhorn die erste Wehr gegründet wurde, bestehen heute solche in allen größeren Gemeinden, Waldgirmes und Hermann- stein sind in diesem Jahr gleichfalls nachgefolgt. An der Spitze des Verbandes steht heute noch der Grün- der Hermann aus Bottenhorn. Tillkrcis. bl. Dillenburg, 9. Juni. Dom v-Zug 922 wurde am Dicnstagvormittag auf dem hiesigen Bahnhof der Schlosser Sauer aus Fronhausen ersaßt und auf die Gleise geschleudert. Mit schweren Verletzungen am Kopf und den Rippen wurde der Bedauernswerte dem hiesigen Krankenhaus eingeliefert. Man denkt, ihn am Leben zu erhalten. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 9. Juni. 3n der Rächt zum 8. 3uni wurde in der Falkensteiner Straße ein WohnungSeinbruch ausae- fuhrt. Gestohlen wurden verschiedene silberne De- stecke und eine rohseidene Büfettdeckr mit Ornamenten goldbestickt, im Gesamtwerte von 500 bis 600 Mk. — Fe st genommen wurde der Kaufmann Otto D o r e n t e r, genannt Lux aus Polen, weil er einen schwungbasten Handel mit gestohlenen Radioröhren und Apparaten betrieben hat. — Einem Bauunternehmer wurden gestern nachmittag von seinem Lagerplatz in der Friedberger Landstraße 15 Zentner Eisen gestohlen. Die Täter wurden von Zeugen gesehen, wie sie mit einem Wagen davonfuhren. sie konnten jedoch entkommen. — 3n Harheim wurde die Leiche einer Frau aus der Ridda gelandet. Es handelt sich um eine 60jährige Witwe, die vermutlich in einem Anfall von Schwermut vor einigen Tagen den Tod in der Ridda gesucht hat. WSN. Homburg v. d. H., 9. Juni. In der letzten Nacht ist hier einem Fassadenkletterer ein hervorragender Fischzug gelungen. Der Einbrecher, der anscheinend ein erstklassiger „Fachmann" ist, erkletterte mittels zweier zuiammenge- bunbener Leitern bas erste Stockwerk einer Villa und drang in ein von einem amerikanischen Kurgast bewohntes Zimmer ein, wobei ihm Wertsachen in Höhe von etwa 18 0 0 0 M k. und 7 5 0 M k. Bargeld in die Hände fielen. Nachdem ihm der erste Streich gelungen war, kletterte er noch einen Stock weiter in das Zimmer eines anderen Kurgastes, hatte aber dabei das Pech, daß die Bewohnerin zufällig zu Hause war und um Hilfe schrie, worauf er schleunigst Reißaus nahm. Die Dame beschreibt den Einbrecher als schlanken, elegant gekleideten Mann mit einer Hornbrille und tadellosem Aeußeren. Kreis Aulda. WSR. Bad Salzschlirf. 9. 3unl Auf dem hiesigen Bahnhof ereignete sich gestern vormittag gegen 11 Uhr ein tödlicher 11 n - glücksfall. Der Eisenbahnschaffner Lohn von hier geriet beim Rangieren zwischen die Pufser zweier Eisenbahnwagen und wurde zu Tode gedrückt. Der Verunglückte, der in den 40er 3ahren steht, ist Vater von sieben Kindepn. Eine gestohlene Briefmarkensammlung wiedergefunden. WSR. Frankfurt a. M, 9. 3uni. Rach dem heutigen Polizeibericht wurde hier von der Kriminalpolizei der 33jährige Sattler Walter Franke, alias Frohwein, aus Dresden gebürtig, festgenommen, der dringend verdächtig ist. an dem am 12. April bei einem zum Rachteile des Professor Schäfer in Meißen erfolgten Einbruch teilgenommen zu haben. 3n seinem Besitz befand sich die seinerzeit gestohlene klassische Mexiko- und D u r o p a - Briefmarkensammlung, die einen Wert von 60 bis 65 000 Mark darstellt. Wie weiter bekannt wird, hat Franke, der sich in einem Wiesbadener Hotel unter dem fingierten Rainen „ Frohwein" eingetragen hatte, dem hiesigen Briefmarkenhändler Otto Hase einen Teil der bereits umgeklebten Sammlung zum Kaufe angeboten. Da einzelne Marken, besonders altdeutsche und mexikanische, in den Fachzeitungen als gestohlen gemeldet und ganz genau beschrieben worden waren, wurde der Händler stutzig, und er ließ den Mann, als er wiederkam, um Geld zu holen, von der Kriminalpolizei festnehmen. Man fand bei ihm Gepäckscheine. 3n den Koffern Frankes wurde dann tatsächlich Der größte Teil Der gestohlenen Briefmarkensammlung entDedt uuD dem Bestohlenen wieder zugestellt. Franke hatte Die Absicht. Die wertvolle Sammlung nach Der Schweiz zu schaffen unD Dort zu veräußern. Durch Das Eingreifen der Polizei konnte er aber noch rechtzeitig an diesem Vorhaben verhindert werden. Hauptversammlung des evangelischen Pfarrvereins. t Frankfurt a. M., 8. 3unt. Die diesjährige Hauptversammlung des hessischen evangelischen Pfarr- Vereins, die sehr zahlreich besucht war, tagte heute im Hotel Kronenhof dahier. Rach einer von Pfr. Fritsch, Freilaubers- heim, gehaltenen turzen Morgenandacht begrüßte der Vorsitzende, Dekan D. 3 audt, Planig, Die AnwesenDen, besonders den Vertreter des Landeskirchenrats, Oberkirchenrat Wagner, Gießen, und den der Landesuniversität Prof. Dr. Frick, Gießen. Sodann erstattete er Den 3 ahres - bericht über das abgelaufene Dereinsjahr, besonders über Die Tätigkeit des VorstanDes, die sich auf die Errichtung einer Psarrersterbekasse, auf einen Vertrag mit Der Lebensversicherungsbank Karlsruhe, auf Prüfung Der Gesellschaft Der Freunde-Wüstenrot unD viele andere für den Pfarrverein wichtige Angelegenheiten erstreckte. Die Mitgliederzahl beträgt 448. Verstorben sind 8 Mitglieder, deren Andenken in der üblichen Weife geehrt wurde: ausgetreten sind 16, eingetreten 12 Mitglieder. Die von Dekan Röschen, Wichemheim, vorgetragene Abrechnung konnte von einer guten Entwickelung der Kassenverhältnisse berichten. Die beantragte Entlastung des Rechners wurde, verbunden mit dem Dank für seine pünktliche Arbeit, genehmigt. Der Schriftleiter, Pfr. D. Fritsch, Ruppertsburg, gab Dann eine eingehende Darstellung seiner Erlebnisse unD Erfahrungen in der Schriftleitung des „Hessischen Kirchen blattes" unD bat um eifrige Mitarbeit an dem Vereinsblatt. Auf Antrag Der Versammlung nahm er sein Amt für ein weiteres 3ahr wieder an. Heber Den drohenden Theologen - mangel in Der evangelischen Kirche berichtete Dekan Gußmann, Kirchberg. Die Zahl der TheologiestudierenDen hat um zwei Fünftel gegen 1914 abgenommen, so daß Dec Bedarf an jungen Geistlichen für 3ahrzehnte nur zur Hälfte gedeckt werden kann. Der Redner wies auf die inneren und äußeren Gründe hierfür hin und zeigte mancherlei Wege zur Abhilfe dieser Rot. Pfarrer S i e b e ck, Merlau, spricht sodann über d-ieUmwandlungunserer höheren Schulen, besonders Der auf dem Lande, in mathematisch-naturwissenschaftliche Anstalten, wobei Die humanistische Bildung zu kurz kommt, die gerade zum Studium der Theologie nötig ist. Beide Vorträge wurden eingehend besprochen. Prof. Dr. Frick, Gießen, wies u. a. Darauf hin, Daß es jetzt auch Abiturienten Der Oberrealschule unD Des Realgymnasiums möglich sei, nach 6 bis 7 Semestern Theologiestudiums an jeder Universität Examen zu machen, so daß sie fünf 3ahre nach Ablegung ihrer Reifeprüfung bereits im Kirchendienft Anstellung finden können. Pfarrer Steiner, Ehringshausen, wünschte, daß auch den Frauen Der Kirchendienst ermöglicht werde. Pfarrer Glock, Mainz, wünschte eine Aufbauschule mit humanistischer Bildung und bewußt evangelischer Weltanschauung. Die Anschauungen und Forderungen Der nicht definitiv ange ft eilten Pfarr- verwalter brachte Pfarrverwalter K n e 11, Lauterbach, zur Sprache und wünschte schnellere Anstellung, Da offene Pfarrstellen genug vorhanden seien. Er forderte Frauen- und Kinderzulage auch für noch nicht Angestellte. Auf Grund der Ausführungen des Pfarrers Oiebcd wurde folgender Antrag von Der Hauptversammlung angenommen: „Die Hauptversammlung des hessischen Pfarrvereins erblickt in der Richtung, die das höhere Schulwesen in Hessen in Der letzten Zeit genommen hat unD Die in Den ©tunDentafeln in Die Erscheinung getreten ist, eine Gefahr nicht nur für Den theologischen Rachwuchs, sonDern für Die Allgemeinbildung überhaupt. Sie fordert deshalb eine gleichmäßigere Verteilung der humanistifchen und Der Realanstalten über das ganze Land, größere Berücksichtigung Der sprachlichen, namentlich altsprachlichen BilDung auch auf Den Realanstalten, und geringere Betonung Der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer." Rach Dem Mittagessen referierte Ober- kirchenrat Wagner über Die finanzielle Lage Der hessischen Landeskirche. 3nfolgc Der mißlichen Erchergerschen Steuergesetzgebung, die auch Dem hes Heben Staate viele Unannehmlichkeiten bereitet hat, ist auch die hessische Landeskirche in eine schlechte finanzielle Lage gekommen. Die Ausgaben der Kirche sind völlig normal, die Anstellung-Verhältnisse der jüngeren Herren hängen mit Den schlechten Finanzen zusammen. Die SchulDen der Landeskirche betragen 2,5 Millionen Mark. Eine Besserung Der Verhältnisse ist nur möglich Durch Erhöhung des Staatszuschusses und Der Beiträge Der einzelnen Gemeinden. Gin« Entschließung Berk, Roßdorf, dahin- gehenD, daß das Landeskirchenamt angegangen wird, auf Erhöhung DeS StaatszufchusseS zu dringen und wenn möglich, Den Klageweg zu beschreiten, um der Kirche zu erhalten, waS ihr von Rechtswegen gehört, wurde angenommen. Heber Die vom Psarrverein errichtete Dterbekasse, mit Der sich über 5/< sämtlicher Pfarrer einberftanDen erklärt haben, berichtete Dekan D. 3 a u D t. Da aber Die Krankenkasse Der hessischen evangelischen Geistlichen eine Sterbeversicherung angeschlossen hat, Die einen namhaften Beitrag in Sterbefällen vvrsieht, wurde beschlossen, von feiten des Pfarrvereins von einer Sterbeverficherung abzusehen. Der Psarrverein trat Der Gießener Ä o cb f dj u l - gesellschaft als ständiges Mitglied bei. Das Landeslirchenamt wurde gebeten, die Wünsche Der PsarramtSkanDiDaten nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Zuletzt berichtete Pfarrer Brill, Groß- Steinheim, Über Die Baugenossenschaft der Gemeinschaft Der Freunde in Wüstenrod. Er steht der Sache wohlwollend gegenüber. Mit einem gemeinsamen Gesang wird die Tagung gegen 5 Tlhr nachmittags geschlossen. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 9. 3unl Am 11. Februar, nachmittags gegen 2 Uhr, fuhr ein hiesiger Kraft- Wagenführer von der Ludwigstrahe her durch die Liebigstraße nach dem Bahnhof zu. Als er an die Kreuzung Liebigstraße — Frankfurter Straße kam, sah er einen Motorradfahrer in schneller Fahrt die Frankfurter Straße her auf sich zukommen. Um einen sonst unvermeidlichen Zusammenstoß vorzubeugen, riß er schnell seinen Wagen nach links herum und fuhr auf den Bürgersteig vor dem Polizeirevier auf. Dort stieß Der Motorradfahrer wider das rechte Vorderrad des Wagens, und durch diesen Anprall oder durch das Ausfahren auf den Bordstein flogen Der Motorradfahrer und ein auf dem Soziussitz befindlicher Maschinenbauschüler vom Rad. Letzterer fiel so unglücklich, daß er nach wenigen Augenblicken verstarb. Auf Grund einer umfangreichen Beweisaufnahme verurteilte heute Das Gericht den Motorradfahrer wegen fahrlässiger Tötung zu 2 Monaten Gefängnis und wandelte diese Strafe in eine Geldstrafe von 300 Mark um. Es hielt für erwiesen, Daß Der schnell fahrende Angeklagte den Tod seines Mitfahrers Dadurch verursacht habe, daß er versuchte, vor Dem langsamer fahrenden Auto noch vorbeizukommen, anstatt anzuhalten oder in die Liebig' straße einzubiegen. Strafmildernd wurde insbesondere berücksichtigt, daß der Mitfahrer sich leichtfertigerweise nicht an dem Rad während des Fahrens festgehalten hatte. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Umschau".) Freitag, 11. Juni. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Haussrauen-Nachmittag. 5.45 bis 6.05 Uhrr Die Lefestunde. 8 Uhr: Uebertraguny von Berlin.» „Die beiden Nachtigallen", Operette in drei Teilen von Willy Bredfchneider. toooeo für Personen- und Lastwagen 4986D zu vermieten Telephon 1248 Kaiserallee 45 Ztrebsamenherren kann die Vertretung für Gießen, Umgebung unö anderen freien Bezirken der Vnvat- .Krankenversicherung Aknen - Gesellschaft „(üei'euao" übertragen werden. «Gewinn- betetliaunp bis 80° , jährlich an die Vers.) Diese Berncherung in eine laeinaeiübrte, an 17 Verbände angeschlosseue Akiien-Ge- fellschafl mit 1 Million Reichsmark Aknen- flaphal. Geil. Offerten eotl persönliche Vorstellung bei S.A. Lunlcnhcmer, Fmlfiirt „.M. Moselstraste 331.' woselbst auch Aufnahmen sofort erfolgen können.4AS7D Vertreter Wir suchen noch für verschiedene Bezirke arbeitsfreudige Herren Feste Anstellung erfolgt bei Eignung nach kurzer Ginarbeit. 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Mittwoch, den 16. lfd. 2n„ vormittags 9 Uhr, wird das 5)eugys von den fiskalischen Wiesen in den Gemarkungen Garbenteich, Leihgestern und Watzenborn, das Gras von Schneisen, Mähplatten, den Eisteichen, des Petersweihers und der Klosterwiese in der Wirtschaft des Georg Sommer VI. zu Watzenborn versteigert. Weitere Auskunft erteilen die Herren Förster Menges zu Forsthaus Baumgarten und Heß zu Leihgestern. 5001V Gießen, den 8. Juni 1926. Hessisches Forstamt Schiffenberg. __Schneider.__ Holzfubmission. Zu den bei der Hess. Staatsforstverwaltung üblichen Bedingungen werden fubmiffionsweise verkauft: 4989D Fichten-Stammhvlz 2. Kl. 2 St. = 6,07 Fstm., 3. KI. 17 St. = 26,34 Fstm., 4. Kl. 32 St. = 26,41 Fstm.. Sa-Kl. 22 St. = 11,23 Fstm., 5b-RL 9 St. = 2,43 Fstm. Das Holz lagert in der Abteilung Enzigsberg 6 der Försterei Sichenhausen, ist geschält und ohne Rinde gemessen. Schriftliche Angebote, getrennt nach Stärkeklassen, mit der Aufschrift „tzolz- submission" werden erbeten bis Samstag, den 19. Juni 1926, vormittags 10 LIhr. Schotten, den 8. Funi 1926. ________Hess. Forstamt Schotten.________ Bullenverkauf. Die Gemeinde Treis a. d. Lda. beabsichtigt einen fetten, 14 Zentner schweren Dullen zu verkaufen. Schriftl. Angebote per Zentner Lebendgewicht sind bis zum Freitag, den 11. Juni 1926, nachmittags 4*/, Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen wo auch die Bedingungen eingesehen werden können. 4950V Treis a. d. Lda., den 7. Zuni 1926. ____________Bürgermeisterei.____________ Bekanntmachung. Der Kram- und Schweinemarkt in Hohensolms findet am 14. Juni 1926 statt. Für den Auftrieb der Tiere ist eine bestimmte Stelle geschaffen. Die Benutzung anderer Stellen Mr diesen Zweck, sowie das Handeln mit Dieh außerhalb des Marktplatzes ist verboten. Der Auftrieb darf nicht vor 9 Uhr vormittags stattfinden, er endigt um 10 Ähr. Auf dem Markt dürfen nur Tiere aus seuchenfteien Orten aufgettieben werden. Hohensolms, den 7. Juni 1926. Die Polizeiverwaltung. _________Ber Bürgermeister. 4994V öen 1L OLiMiiiJ Uhr versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28 zwangsweise gegen Barzahlung: 1. 1 Sprechapparat, 1 Partie Kranzdärme, 2 Kastenwagen, 2 Schreibtische, 2 Sofas, 1 Kommode, 1 Flurgarderobe, 1 Glas- schrank, 1 Diwan, 1 Nähmaschine. 2. Voraussichtlich bestimmt: 1 Ernterechen, 3 Sessel, 3 Stühle, zwei Riemenscheiben, 1 Treibriemen aus Leder (14,40 Mir. lang, 11x6), 1 Garderobeständer, 1 Partie Durchschlagpapier, fünf Pflugscharen, 2 elektr. Fahrrad-Beleuchtungskörper. Hebbel Hessischer Gerichtsvollzieher in Gießen Dammftraße 24 I. 4999V Eäernuddn führend Nacca roni tKrawiwijii iiiminniiM—mm nininwiii'nwnMi Beim kühlen Wetter »Ät 5WSadie warme Weste! xq. Modehaus IS Salomon Sonntag, den 13. Juni 1926 Beginn 3 Uhr nachmittags fc-tazWag in der Dolkshalle. Großer Kinderumzug | Musikvorträge des Studentenorchesters Vorführungen der Gymnastikschule Schumann-Grundmann Tänze, einstudiert v. Frau Erna Schumann Kunstfahren Gießener Radfahrvereine Angelsport Kasperletheater Tanzboden für Erwachsene und sonstige Vergnügungen. Der Reinerlös fließt der Zentralleitung des Noten Kreuzes und örtl. Anstalten zu Eintritt 50 Pf. Für Kinder unter 14 Jahren 25 Pf. 4992D Für die mir aus Anlaß der Vollendung meines 70. Lebensjahres in so ungeahnter Fülle erwiesenen Aufmerksamkeiten gestatte ich mir, allen, die meiner freundlichst gedacht und denen ich noch nicht persönlich danken konnte, auf diesem Wege meinen herzinnigsten Dank auszusprechen Gießen, den 9. Juni 1926 August Noll r Für die uns anläßlich unserer silbernen Hoch- I | zeit erwiesenen Aufmerksamkeiten, besonders | । dem Gesangverein Heiterkeit, Annerod und der t | Kapelle Topp, sagen wir hiermit unseren herz- r lichsten Dank r Gießen, den 10. Juni 1926 Jakob Schupp und Frau Fahrradhandlung, Seltersweg 83 Handgeklöppelte Spitzen Decken und Motive Seidene Schals, in schwarz u. weiß — schöne Muster, gute Verarbeitung — empfiehlt zu sehr billigen Preisen Spezial-Spitzen-Geschäft Schmitt Wwe. Teufelslustgärtchen 26. 04057 Ab heute: Ein neues Meisterwerk: Der Hochverrat von Panama Interessieren Sie sich für das Leben auf hoher See? Interessieren Sie sich für das Treiben der internationalen Spione? Interessieren Sie sich für den politischen Geheimdienst der amerikanischen Marine? Interessieren Sie sich für die Minen, mit denen der Panamakanal in die Luft gesprengt werden sollte? Interessieren Sie sich für ein Marinedrama, das so gewaltig ist, daß die amerikanische Regierung ihre gesamten Dreadnoughts, Schlachtschiffe, Kreuzer und Torpedoflottillen für die Aufnahmen zur Verfügung stellte? Dann besuchen Sie die Astoria - Lichtspiele, Seltersweg im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34 bleibt der herrliche „Henny-Porten-Film“ „Rosen, aus dem. Süden“ bis einschließlich Sonntag auf dem Spielplan. — Ferner: „Baby Peggi“ ,n „My Darling“ Filmschauspiel in 6 Akten. Bei diesem Henny-Porten-Film werden Geschenke an die Besucher verteilt. 4981c mwani w . u"11 >bwi—?w—■—nr—fwww— Engter Mags-M Miß Evelyn Heepe: Vortrag englisch.Erzählungen (Dickens, Kipling) u. Dichtungen im Großen Hörsaal der Universität Freitag, 11. Juni, abends S1/« Uhr. Eintrittsgeld 1 Mk., für Schüler 30 Pf., für Studierende 50 Pf. Texthefte sind in beschränkter Anzahl vom Englischen Seminar, Ludwigstr. 19, zu haben. 4856V O) c D O CD *a c LU 0) " CD Erhältlich in allen größeren Kohlenhandlungen. 80 Prima nahgestreckte tattr-Mrimm Neue Italiener 3 Pfd. 25 Pf Aug. Noll, Kreuz-Drog., Ludwigsplatz-Drog.u. Neustadt-Drog. 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Juni 1926 Dörfenkurle. 122,25 136,5 67 Berliner Börse. gcrung heute um ivei sich damit dem Kurse von 17 4S 119.5 70 27,25 136 57 66 69 30 57 Wirtschaft. * Der Jahresabschluß der Deutschen Reichsbahn. Der Abschluß der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft für das vorn 1. Oktober 1924 biS 31. Dezember 1925 laufende Geschäftsjahr ergibt ein zufriedenstellendes Gesamtbild. Rach der Detriebsrechnung hat der Personenverkehr 1711 Mill. Mark, der Güterverkehr 8536,9 Mill THarf erbracht, während sonstige Einnahmen sich aüf 420,8 Mill. Mark belaufen. Von Einnahmen im Betrage von insgesamt 5668,7 Ahll. Rm. stehen 4849,9 Mill Mark Ausgaben gegenüber, die sich auf rund 3014,2 Mill. Mark persönliche und auf rund 1835.7 Mill. Mark sächliche Ausgaben verteilen. Es entfallen also 62,15 Proz. der Ausgaben auf persönliche und 37,85 Proz. auf sächliche Ausgaben. Der sich hiernach ergebende Tieberschuh von 818,8 Mill. Mark dient zur Bestreitung des Dienstes für Reparationsschuldverschreibungen (399,3 Mill. Marf), zu den Zuweisungen zur gesetzlichen Ausgleichsrücklage (113,4 Mill. Mark) und zu' den erforderlichen Rückstellungen für Detriebsabfchrei- bung und Derlustgefahren (150 Mitt. Mark). Der verbleibende Reingewinn von 156,1 Mill. Mark ist bestimmt zur Zahlung der 7prozentigen Bor- zugsbividende auf die bereits ausgegebenen Dvr- »ugsaltien. Der Rest in Höhe von 153,1 Mill. UEarf wird auf neue Rechnung vorgetragen. • Die Insolvenzen der ersten I u n i w o ch e. 3n der' ersten Äuniwoche bleibt die Konkurszahl mit 191 (gegen 234 in der Vorwoche) unverändert, wenn man berücksichtigt, daß hie Berichtswoche einen Tag weniger umfaßte. Dagegen zeigt die Zahl der Gefchaftsaufsichten mit 106 (150) ein Rachlassen der Reuerofs- nungen, das über den durch den Ausfall eines Tages bedingten Rückgang hinausgeht. An den neu eröffneten Konkursen waren 4 Wtiengesell- schäften (10), 18 G. m. b. H. (25), 2 Komm.-Ge- sellfchaften (1), 3 Ting. Gerrossenschaften (5), 17 O. H. G. (0) beteiligt. Geschäftsaussichten wurden über 2 Akt.-Ges. (3), 4 G. m. b. H. (10), 1 K G. (1), 9 O. H. G. (0) und 1 Sing. Gen (0) Verhängt. Rranffnrtrr 3nnafnrtn . . AonicrDtnfabriT Braun . . Metallkirscll'chafl ftranfhm . Bet. Union 21.-61. . . , Lchubladrtk £>et$ Sichel... . ...... Zellston Walddos...... Suderfabrif Frankenthal . . Buderfabrff ffloobäufti . . . Berlin, 10. Juni. Im Anschluß an die starke Befestigung der Schlußkurse der gestrigen Börse hat heute die Haussebewegung wieder völlig die Oberhand gewonnen und die Börse eröffnete auf allen Gebieten in durchaus s est e r H a l tu n g. Aus dem Auslande lagen wieder zahlreiche Kaufaufträge vor, besonders für E l e k t r o- und B a n k a k t i e n. I. G. Farben-I n du ft rie, die bereits gestern insgesamt 9 Proz. gewonnen halten, setzten die Steigerung heute um weitere 4 Proz. fort und nähern .j. k *■ »• «•■-> 200 Proz. Don der heutigen (8. D. der I. G. erwartet mdn günstige Mitteilungen über die verschiedenen Probleme der Gesellschaft. Am M o n t a n m a r k t waren infolge der Farben-Hausse besonders Rheinstahl und Riebcck- Montan wesentlich gesteigert, wie überhaupt in 'Anbetracht der günstigen Lage auf dem Kohlenmartre Frankfurt a.M. Berlin Schink- 1-Utr. Schluh»>Anfanki Ritt» Uur^. kor» Kurs Datum: | S. 6. ' 10 6 9. 6 10 6. Deutsche ReichSanleid, • •Io Deutsche RcichSanleiye • 0,4125 0.415 0.41 0.Ä5 0.415 0,39 8’/,% Deutsche NctchSanlcthe o.:k, — 0,34 0.3825 Vi, Deutsche RcichSanlcibe • Demjche vvarpramicnanleihe 0,415 _ 0.44 0.4275 0,226 — 0,245 - 4* Preußische KousolS ■ ■ u.:w5 0,385 0,38 0,38 • o Vesten 0,39 _ WA Hessen 3% Hellen ... ...... — — 0,355 97 — Deutsche Dertb. Dollar-Lnl- 94,5 bro T'oll Schau-Anwrilag.-) _ — •lo XoOmrtcn - • . 6% Solbmcrifaner 12^2 12,62 _ S0 50 — Berliner HandelSaeseLfchast Lammerz- und Privat-Bank Lannst. und Nalionakdaok • Deutsche Bant........ Lcnkfchc BereinSbank 158 ias,2- 137* 132' 109" 142.2- 136' 158.5- 108.2- 137* 133- 160,5- 109- 142- 136' 84 — DtSconlo Lommandit K.'elallbank........ $ iNeldcullche Lreditbank . . cejierreichiiche lirchitanftalt Vcstbank . . 129,2' 105 109- 132.5* 110 110,2* 129,4- 109,75 132' Hl- 6,6 6,8 6,75 6^ 107,2- 70,5 109,5* 74,5 Buderus ......... — 73J75 Laro ..... .... Drillich Hurcmbnrfl . . 57- 109* 115,2- 113,7- 118,2- 59- 110- 114,7- 58.5' 114,7- 118,7* Gelsenkirchener «crawette. Harpener Bergbau . ... palrwrrkc Aschersleben.... Kaliwerk Wefteregelu..... Laaradnlte ........ Dberdedars .......... Pbbnts Berg da» ...... 121.7* 126,25 133.25 36,75 53.5 87.25- 119,5- 126,1- 128,5- 135,25 88,5' 122,25 122,2* 124.5- 132 36,4 54- 86,9- 113.2- 113,5 126- 129,7* 135 37 54* 89,5- 122- 117,25 fltbnnitnM . Riebet Montan........ LelluS Bergbau...... 62,75 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llood . . 141.5* 136.7- 139,5- 136,5* 139,5- 137-9* 139,5- 187,5- Lberamische Werke AlbiU . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Hollmcmn ... 52,1 _ 95,8 67 98 68,5 66,4 Anglo Cont. Guano . ... _ _ 74 Chemische Mader Alapin . — _ $• ®- slarbenindufiric, V.-G 192.5- 197.4- 191.5* 199* Goldschmidt......... Holzverkohlung....... 80,5 80,5 80 81,25 59.9 KütgcrSwcrkc....... 87 87 85 89 Hcheidcanstalt......... 126,12 134,5 «flo- Elekn-llttälL-Gesellschakl 121,5- 123,4* 120- 12:1,7- Bcrpmaun ...... 118,75 95.25 112 154- 120- 121' Mamkrasiwerkc . . _ Schuckerl........... Siemen» Ännltche Nolleruna t^cld Srief i^eld Bnes Änm-iMoii 168,59 169.01 168.58 169,00 Bnen-Airrc 1,694 1,698 14191 1,698 Brff-Antw 12,74 12,7S 12,56 12,60 «chrisnanla. »3,16 93,4h 9.3.19 93,43 Kopenhagen Stockholm . 111,08 112,33 111,3b 112,61 Ul,25 112,31 111,63 112.59 10,552 15,52 10,592 15,56 10,55 15,30 10,59 15,37 London. 20,412 20.464 20,411 20.463 Nconork . 4,195 4,205 4.195 4.205 Baris. - . Schwell - 12,52 12.56 12.50 12,54 81,19 81,39 81.195 81.395 Spanien - 64,07 64,23 64.02 64,18 Japan . .. Wo de Ian 1,969 1,973 1.962 1.966 0.652 n.654 U.646 u.648 Dien ln D - Oesi.,abgest 59,24 59,38 59,25 59,39 Prag ... Belgrad . . 12,415 12,45.5 12,419 12,459 7.404 7,421 7,40 7.42 Dudapcii. . Buloarien Lissabon 5,868 3,05 5,888 3,06 5,868 3,05 5,888 3,06 21,445 21,495 21,445 21,495 Danzig. . .Ronftnttn. 80.94 81.14 80,96 81,16 2,235 2,245 2,24 2,25 Alben 5,19 5,21 5,19 5,21 Canada. . 4,197 4,207 4,197 4,207 Uruguav 4.265 4,275 4.265 4.275 Berlin, 9 Juni Amerikanische Note» . . . . . Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Roten. ...... Franzonlche Noten ...... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Demsch-Astcrr., L ioo Aroi.ev Rumänische Noten..... Schwedische Noten . . Schweller Noten a Roten owtckische Noten . . e Noten . . . Geld 4.188 110,70 20,355 12,62 168,18 15,80 93,02 59.32 1,755 111,97 81,27 63,94 12.385 5.83 Briet 4,208 12,79 111,35 20,455 12,68 169,04 15,88 93.4S 59.67 1.795 112,51 81,67 64,26 12,445 5.87 3 rauf für ter Börse. Frankfurt, 10.3uni. Tendenz- Sehr fest. — Die Börse eröffnete in zuversichtlicher und fester Stimmung. Unter dem Einfluß der fortdauernd günstigen Verfassung des Geldmarktes vermochte sich die Geschäftstätigkeit um ein Vielfaches zu heben, wobei wiederum 3. G. Farben-Ondustrie die Führung hatten und bei bedeutenden Umsätzen weitere 2,5 Prozent gewannen. Der Kurs erreichte nahezu 198 Prozent, die ©tÄgerung betragt insgesamt seit gestern über 10 Prozent. Die lebhafte Arnsahtätigkeit erstreckte sich auch auf die übrigen Märkte, für deren Werte gleichfalls Deckungsbegehr sich geltend machte. 3m großen unö ganzen läßt sich sagen, daß die Dorfe bereits wieder ins Fahrwasser einer Haussebewegung geraten ist. Stärkeres Interesse wandte sich auch dem M o n t a n m a r f t e zu, wo besonders Mannesmann, Rheinstahl, Phönix und Harpener im Vordergründe standen. Phönix konnten auf 89,5 anziehen. Buderus plus 1,75 Proz., Deutsch-Lux plus 3,75 Proz. Harpener plus 2 Proz., Mansfelder plus 3 Proz.. RheinstaHI plus 1,25 Proz. Elektroaktien verkehrten ruhiger bei gleichfalls fester Haltung. Siemens & Halske erzielten eine namhafte Steigerung (plus 2 Prvz.). Bankaktien, die auch im lebhafter Kaufbewegung standen, setzten ihre Steigerungen fort. An der Spitze standen Darnat- Bank plus 1,25. Deutsche plus 0,5, Disconto plus 0.75, Dresdner plus 1 Proz. Reichsbank waren nur mäßig höher. Bemerkenswerte Festigkeit wissen erneut die Aktien des Metall- bank -Konzerns auf. Scheideanstalt plus 4 Proz. (die Kursavance dieses Papieres beträgt gegenüber dem gestrigen Mittagsstande also 8 Proz.). Metallbank plus 3,25, Metallgesellschast plus 1,75 Proz. Schiffahrtsaktien schlossen sich der Aufwärtsbewegung an. Hapag plus 1. Rordd. Lloyd plus 1,5 Proz. Auch Motorenwerte zogen kräftig an. Kleyer plus 3, Daimler plus 2,75 Prozent. Zuckeraltien konnten nur mäßige Gewinne erzielen. Baustoffaktien waren um 1 Proz. fester. Deutsche Erdöl unverändert. Die übrigen Kasfawerte lagen fester bei ruhigem Verkehr. Am deutschen Anleihemarkt war das Geschäft lustlos. Kriegsanleihe eröffneten mit 0,420, senkten sich aber später auf 0,415. Ausländische Renten waren kaum verändert. Der F r e i D e r - kehr lag ruhig und ohne wesentliche Veränderungen, nur Ufa waren befestigt. Decker Stahl 27. Benz 67, Drown Boveri 87. Growag 58. Krügersyall 106, Ufa 46,5 Ufra 76,25 Prozent. Der weitere Verlauf blieb für Farben- und Dankaktien sehr fest. Im allgemeinen behielt das Geschäft seinen lebhaften Charakter bei. Am Geldmarkt herrscht weiter große Flüssigkeit. Monatsgeld 4,75 bis 6 Prozent, je Adresse. Privatdiskonten 4.37 bis 4,5 Prozent. Industrie- afßepte 5 Prozent. Tägliches Geld dürfte sich wieder auf 4 Prozent stellen. Im Devisen- verkehr lagen die lateinischen Valuten Schach-Ecke. bcaibciiH von L Or b a Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Losungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers" Problem Nr. 65. von John Crmn. 5 3 4 2 1 6 8 3 2 5 4 Schwarz. Weiß. Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 4 Steine Kf8; Dh5; Sb5; Bc4. Schwarz: 2 Steine. Kf6; Bf7. Eine .scharf pointierte Aufgabe. Partie Nr. 49. Die nachfolgende kombinationsreiche Partie wurde im Semmering-Schachturnier gespielt. Eici Iranisch. Weiß: Spielmann. Schwarz: Ianovski. 1. e2 - e4 1. c7 - c5 2. Sgl - f3 2. Sb8 - c6 3. d2 - 64 3. c5 X 64 4. Sf3 X 64 4. Sg8 - f6 5. Sbl — c3 5. e7 — e6 6. Lei - e3 Meistens geschieht hier 6. Sc6:. bc6: 7. e5; jedoch ist die Textfortsetzung auch nicht 3U 6. Lf8 - b4 L64 - f8! Die Wfc Antwort auf 12. Lc8 - aö 11. 12. 7. 8. 9. 10. 7. 8. 9. 10. 65 c6 67 f2 - Sc3 67 - b7 X Sf6 - Lfl - 63 S64 x c6 e4 - e5 D61 - g4 verwerfen. 6...... Besser 6 .. . . Le7 , den Damenzug. H. Ta8 - bS Hier^. wird der Austausch des gefahrdrohenden 1 3 erzwungen, wodurch Schwarz zur Rochade ge engt. 13. 0 - u auf 13. La6: folgt Da5+ 13. 13. La6 X d3 14. c2 x d3 14. c6 - - c5 15. b2 - - b3 15. g7 - - g6 16. Sdl - b2 16. Dd8 - a5 17. Dg4 - e2 17. Lf8 - e7 18. L)e2 - f2 18. 0 - 0 19. Sb2 — a4 19. Tf8 - c8 20. Tal - cl 20. Tc8 - c6 21. Tel - c2 21. Tb8 - c8 22. Tfl - cl 22. Da5 - b5 23. Df2 - d2 23. Sd7 - b6 24. Sa4 X b6 24. a7 x b6 25. h2 - - h3 25. Db5 - a6 26. a2 - - a4 26. Da6 - b7 In Frage käme hier b5 27. Kgl - h2 27. Db7 - d7 28. Dd2 — _e2 28. d5 - - d4? Dis hierher hat Altmeister Ianovski die Partie ausgezeichnet gespielt, mit dem Bauernzuge begeht er jedoch einen entscheidenden Fehler, indem er die Ehance hergibt, jemals mit c5—c4 durchbrechen zu können. Rur so ist es für Spiel- mann möglich, diese für ihn Positionen auf Verlust stehend«) Partie noch zu gewinnen. 29. Le3 - 12 29. Dd7 - 65 30. Tc2 - c4 30. (7 - fb Um der Drohung Dc2 nebst L64: zu begegnen. 31. Lf2 - h4 32. b3 - b4 33. Lh4 x e7 34. De2 X e5 35. b4 X c5 31. D65 - 68 32. f6 x e5 33. D68 x e7 34. Tc6 - 66 35. T66 - 65 Hierdurch glaubte Ianovski in Vorteil zu kommen, jedoch die folgende Opferkombination Spielmanns mag ihn sicher sehr überrascht haben. 36. c5 X b6! 36. Tc8 X c4 37. b6 - b7 37. Tc4 X cl Was soll Schwarz tun? Auf 37 Te5: folgt 38. b8 D + . Df8 39. DfS+ KfS: 40. Tc4:, auf 37.. . , Db7: 38. De6+: und 39. Tc4 38. b7 - b8D+ 38. 165 - 68 39. Db8 - b6 39. Kg8 - f7 40. a4 - a5 40. Tel - c8 41. f4 - f5! Weih strebt Linienöffnung an, um durch starken Angriff zu gewinnen. 41. . . . 41. gO x f5 42. a5 - ab 42. T68 - 65 43. De5 - f4 43. T65 - 67 44. Db6 - b3 44. Kf7 - e8? Dies verliert sofort, mit Df6 war die Partie vorläufig noch zu halten. 45. Df4 - e5 45. T67 - 65 46. De5 - h8+ 46. Ke8 - 67 47. Db3 - b7+ 47. TcSe - c7 48. Dh8 - c84- 48. K67 - 66 49. Db7 - b64-. Aufgegeben.' Eine eigenartige Partie. Lösung des Problem« Ur. 63. Don HL Joseph. 1. Lc3 - 64! Mit leichten Mattvarianten. * Richtige Lösungen zum Problem Rr. 63 sandten ein: Herr Oberreallehrer Klippel, hier', Fräulein Gertr. G., Wetzlar. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redakttonckttsch. Mode. „Mensch, was trägft du für einen eleganten Ueberzieher?" — „Richt wahr? Etwas gant Apar- tes ... itamelbaarftoff ... Wie sitzt er mir?" — „Wie angewachsen!" Gewifsenhast. »Du, ick hab' eine Flasche Parfüm jetlaut! Riech mal!" - „Is det nich Hehlerei?" sLust. Bl.! Finanzierung. Herr Meyer kommt zum Lotteriekollekteur, um ein Los zu kaufen. Der Kollekteur legt ihm verschiedene Lose vor, und es entspinnt sich darauf folgender Dialag: M.: .Kann man auf dieses LoS etwas gewinnen?^ C.: „Abcr gewiß, der Hauptgewinn beträgt 100 000 Mark!" — ilnb wann ist die Ziehung?" fragte Meyer weiter. — „Am 21. Juni!" erwidert der Kollekteur. Da schüttelte Herr Meyer nachdenklich sein sorgenvolles Haupt: „Leider, dann kann ich das Los nicht faulen, ich brauche nämlich das Geld schon am Fünfzehnten." sLust. Bi s Allerhand Rekorde. Feuerstrahlend kam die junge Frau vom Sportplatz. „O Dieter," sagte sie zu dem Gatten, „ich bin ja so stolz. Denk dir nur, ich habe heute drei Dereins- rekorde gebrochen. Im beidarmigen Reihen habe ich unsere Höchstleistung von dreiundsechzig Kilo auf vierundsechzigeinhalb hinaufgeschraubt. 3m Speerwerfen überbot ich unfern Rekord um volle neunzig Zentimeter, und im Kugelstoßen erreichte ich achtkommadrei Meter." — „Du weißt noch nicht alles", stöhnte Dieter. „Die nicht angenähten Knopfe an meinen Anzügen haben heute erstmalig die Zahl von zehn überschritten!" sLust. Bl.j wieder schwächer. Paris gegen London 163,50, Brüssel 160,—, Mailand 132,50. Das englische Pfund stellt sich gegen Kabel auf 4,86,5. Die Mark liegt unverändert fest. vaÄfiurtsr Getreidebörse. Frankfurt, 10. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 30,50 bis 31, Roggen, inländischer, 20,75 bis 21,25, Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24, Hafer, inländischer, 21 bis 23, Mais (gelb) 17,50 bis 17,75, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 42,50 bis 43, Roggenmehl 28,75 bis 29,25, Weizenkleie 9,25, Roggenkleie 11 Mk. Tendenz fester. Kranksurtcr Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 10. Juni. Auftrieb: 4 Rinder (darunter 2 Ochsen, 2 Färsen und Kühe), 1249 Kälber, 186 Schafe, 367 Schweine. — Kälber: Feinste Mastkälber 66 bis 72, mittlere Mast- und beste Saugkälber 57 bis 65, geringere Mast° und gute Saugkälber 48 bis 56, geringe Saugkälber 40 bis 46. — Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 38 bis 44, mäßig genährte Härnmel und Schafe (Merz- schafei 25 bis 30. Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 76 bis 78, unter 80 Kilogramm 70 bis 75, von 100 bis 150 Kilogramm 75 bis 78. — Marktverlauf: Kälber und Schafe bei langsamem Handel ausverkauft, Mastkälber über Rotiz gehandelt. Bei Schweinen ruhiger Handel und etwas äleberstand. Berliner Produktcnvörse. Berlin, 9. Juni. Die Umsahtätigkeit geht im Berliner Produktengeschäft mehr und mehr zurück. Den glatten und hochgehaltenen Jnlandforderungen für Brotgetreide steht lediglich Deckungsfrage gegenüber. Da anderseits das Ausland mit seinen schwankenden Preisen noch hier keine Anregung bringt, eröffnete das Kursniveau wenig verändert. Jin Zeitgeschäft ließ der Mangel an weiteren Jnlandabla- düngen aus neuer Ernte den Weizen etwa 1 Mark höher eröffnen. Roggen befestigte sich nur leicht bei geringer Unternehmungslust. Futtergerste mehr gefragt und fest. Hafer in guten Sorten höher angeboten. Oelsorten zeigen vereinzelt Ansätze zu gebesserten Preisen. Es wurden notiert (1000 Kilogramm): Roggen, märkischer, 177 bis 181 Mark: Sommergerste 187 bis 200; Gerste, inländische, 173 bis 186; Hafer, märkischer, 195 bis 206; (100 Kilogramm) Weizenmehl 37 bis 39,25; Roggenmehl 25,25 bis 26,50; Weizenkleie 9,50 bis 9,75; Roggenkleie 11,30 bis 11,40; Viktoriaerbsen 36 bis 46; kleine Speiseerbsen 26/50 bis 32,50; Futtererbsen 22 bis 27; Peluschken 22,50 bis 27/50; Ackerbohnen 23 bis 26; Wicken 32 bis 35; Lupinen, blau, 13 bis 15; Lupinen, gelb, 17/50 bis 19,50; Rapskuchen 13,70 bis 13,90; Leinkuchen 17,60 bis 17,80; Trockenschnitzel 9,90 bis 10,30; Soyafchrot 19,50 bis 19,80; Kartoffelflocken 20,20 bis 20,60 Mk. Verantwortlich für Politik L 33. Dr. Hans Thyriot. NlVo ist die Frau, die ihre eigene zarte Haut den Wirkungen eines scharfen Waschpulvers äusseren würde? Nirgends ! — Warum aber nun die zartfaserigen Gewebe feiner Leibwäsche solchen zersetzenden Vorgängen Tungeben? Man schone dicW^asche wie sich selbst, indem man nur milde, gute Seife verwende, die in ihrem reichen Schaum den Schmutz auflost und dank ihrem hohen Fettgehalt die Gewebe schmiegsam und weich erhält. uutVasdunibevl Die unersetzlichaKsm- Seiffrfut die Waschei *■ A - • 7 1 *• ; , • - wwästittdas I i i» Hr. v, M W Rt; 5^- r- '.i>A.'i :< M M E I Volks befriedigte ^4 H>lw* |J4 sdt«5 flt» ,'.lich,aub" 6’ es>: "d^ Der dritte Schuh, ftrhnmokomcm von Die Stefan i. 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Wieder an der Vorderecke angelangt, sah der Anwalt den alten Lachner neben Grete in einem Feldstuhl hocken und Limonade trinken. „Ja — zum Teufel!" fluchte der Anwalt, „Habe ich denn geträumt?" Ein lautes Geräusch wie das Fallen eines Stuhles in einem der Zimmer bewog ihn, sich umzuwenden. Ohne Besinnen sprang er auf einen Mauersims und blickte in Gretes Zimmer. Es war leer. Aber aus dem Nebenzimmer hörte er jetzt deutlich ein Stöhnen. Schnell schwang er sich zu Brentheims Fenster. Und sah den Alten mit in die Hände vergrabenem Kopf halben Leibes auf dem Schreibtisch liegen, während ein umgefallener Stuhl hinter ihm auf dem Boden lag. Angstvoll rief er ihn an. Der Alte fuhr jäh empor und starrte den Kopf im Fenster mit weit aufgerissenen Augen an. „Ach, du bist's, Kramer!" sagte er mit heiserer Stimme. „Komm, steig herein!^ Kramer sprang ins Zimmer und sah besorgt auf seinen alten Freund. Noch nie hatte er den Kommissar so verfallen gesehen. Seine Gesichtszüge hatten etwas greisenhaft Müdes und Ergebenes angenommen, als er mit zitternder Hand auf einen Zettel wies, der auf dem Schreibtisch lag. Kramer beugte sich darüber und las mit zugeschnürter Kehle: „Es ist Zeit, die Sache zu erledigen. Der Dritte ist der Treffer." „Dieser Schuft!" sagte Kramer, und blinde Wut quoll in ihm auf, als er den alten Mann ansah. „Der Dritte soll ihm nicht gelingen. Ich gehe keine Minute von deiner Seite." „Ich danke dir!" sagte Brentheim mit mattem Lächeln und drückte ihm die Hand. — , Vielleicht ist es das beste," sagte Kramer, der sich bemühte, ruhig zu überlegen, „du fährst für ein paar Wochen irgendwohin in einen verborgenen Winkel. Inzwischen werde ich die Gegend hier nach jeder möglichen Spur abgrafen. Ich schwöre dir, daß ich Erfolg haben werde." „Schwöre nicht! — Wenn ich nicht mehr hier bin, wirst du auch ihn nicht mehr an diesem Ort finden!" Er sprach den Namen nicht aus, weil er ihn voraussetzte — mit einer Selbstverständlichkeit, die Kramer bewegte. „Komm'." schlug er vor. „Laß uns ruhig zusammensitzen und alle Möglichkeiten überlegen, die die Situation bietet. Ich werde mir eine Liste aller Personen aus der Umgegend machen, die wir kennen." u „Das hat noch Zeit. Jetzt will ich m den Garten gehen und sehen, ob ich noch eine Tasse Kaffee bekommen kann. Dann wollen wir ruhig essen und dann können wir uns meinetwegen zusammensetzen. Und bevor ich schlafen -gehe, werde ich meinerseits meine Sachen erledigen . . . für alle Fälle! Er blickte auf seinen Schreibtisch. Kramer schlug einen leichten Ton an: „Laß mich heute in deinem Zimmer schlafen, willst du? Oder komm zu mir herauf!" „Unsinn!" sagte Brentheim energisch und seine Gestalt straffte sich wieder. „Ist Gefahr da, so wollen wir ihr ins Auge sehen und tun, was zu tun ist!" Sie gingen in den Garten, und Brencheim setzte sich zu Delscher. Niemand hätte ihm das Ereignis der vorigen Stunde angesehen. Der Anwalt hatte ihm absichtlich noch nichts von seinen Erlebnissen mit dem Musiklehrer erzählt. Er zog es vor, diese Spur auf eigene Faust zu verfolgen. Suchend blickte er um sich: weder Lachner noch Grete waren bei der Gesellschaft. Schließlich entdeckte er sie beide allein bei einem Rosenstrauch in einer Ecke der Gartenmauer. Es gelang ihm, sich unbemerkt an sie heranzupirschen. Er ging nämlich durch die Pforte auf die Straße und schlich sich geduckt auf der anderen Seite der Mauer zu der Stelle hin, wo die beiden standen — auf die Gefahr hin, von etwa des Weges kommenden Passanten aufgescheucht zu werden. Er hörte jedes Wort, das gesprochen wurde, und war sehr enttäuscht. Sie sprachen sachlich über Rosenkultur und bewunderten die frisch aufgebrochenen Knospen. Das hecht: Lachner sprach, in seiner freundlichen leisen Art, Grete antwortete selten und mit einer gewissen nervösen Zerstreutheit. ~ Schließlich sagte sie, nach den Tischen hinuber- blickend: „Ich glaube, die Herren brechen auf. Ich muß wieder hinüber." Und da kam, was Kramer erwartet hatte und weswegen er hier im Staube der Landstraße hockte. Lachners Stimme sagte: „Fräulein Grete — schauen Sie mal im Tischkasten in Ihrem Zimmer nach, da liegt etwas für Sie!" „Ich danke Ihnen!" war die nach einer Weile gegebene Antwort. Der Anwalt hörte sich entfernende Schritte, erst die leichtfüßigen Gretes, dann die langsamen des alten Mannes. Er blickte vorsichtig über die Mauer und sah die beiden bei der Gesellschaft stehen. Er gewahrte Oelschers hagere Gestalt, wie er dem jungen Mädchen lebhaft die Hand küßte, die sie ihm mit energischem Kopfschütteln plötzlich entzog. Dhne sich zu besinnen, schwang er sich in- den Garten und lief geduckt durch das Strauchwerk zur Seitenfront des Hauses, wo er in Gretes Zimmer stieg. Er sah sich in dem hellen freundlichen Stübchen um. Dann zog er die Schreibtischlade auf, sah Brentheims Armeerevolver, darüber einen zusam- mengefalteten ^Zettel. Er hörte Gretes Stimme auf dem Gang, steckte schnell den Zettel zu sich, verschloß die Lade und sprang zum Fenster hinaus. Der Garten war schon wieder leer. Der hereinbrechende Abend vermochte nicht die Schwüle zu heben, die während des ganzen Tages auf dem Tale gelastet hatte. Bedrohlich dunkle Wolken schoben sich vom Süden her am Himmel heran. Kramer sah sich unbeobachtet und entfaltete das Papier. Es war adressiert an Fräulein Grete Brentheim und zeigte im Inneren die wenigen, in Lateindruckschrift nut Blei geschriebenen Worte: „Mauer 10 Uhr. R." Kramer setzte sich auf eine Bank und versank in Nachdenken. Welche Rolle spielte Lachner in diesem Schauspiel, das vielleicht bald seinen Höhepunkt erreicht haben würde? Es erhob sich die Frage: Hatte er die beiden Zettel gebracht oder nur den an Grete? Wer war der Briefschreiber? Ihm fiel der Mann ein, von dem sich Lachner auf der Landstraße verabschiedet hatte. Er verwünschte sich, ihm nicht nachgegangen zu fein. Aber dann hätte er den Musiker nicht beobachten können. Er fuhr auf. Jemand war leise herzugekommen und hatte sich zu ihm gesetzt. Es war Brentheim. Sie schwiegen eine Weile. „Ja," sagte Brentheim schließlich mit einem Seufzer. „Sehr lustig ist ja das alles nicht." „Weißt du was!" Hub Kramer an. „Wir werden" Schulz Herkommen lassen. Sechs Augen sehen mehr als vier!" „Ach was, wir brauchen niemanden. „Doch, doch. Ich will ihm gleich telegraphieren." „Wozu denn? Es sind grab genug Menschen hier." , ; „Bitte laß mich es tun. Du weißt, wie verläßlich er ist und was für gute Dienste er uns wiederholt geleistet hat." Schulz war ein Berliner Geheimpolizist und dem Rechtsanwalt restlos ergeben. „Tu, was du willst , sagte Brencheim. Die Wolken hatten nun den gattNen—Himmel bezogen. Ein heftiger Wind mußte, nach ihrer Schnelligkeit zu schließen, in den oberen Lüften herrschen. Unten auf dem Erdboden war es schwül und ruhig wie zuvor, kein Blatt rührte sich an den Bäumen. Es war schon fast ganz dunkel geworden. Brentheim fing wieder mit gedämpfter Stimme an: „Das Unheimliche ist ja bloß, daß wir ihn überall fühlen müssen und wissen, er ist da. Nur daß ich ihn nicht kenne. Vielleicht sprechen wir täglich mit ihm und schütteln ihm die Hand. Wer weiß, in welcher freundlichen Gestalt er mir unter meinen Gästen begegnet. Mir war heut nachmittaa zumute wie auf einem Maskenball . . . Wer ist der Feind?" Kramer litt darunter, den Alten in solcher Stimmung zu wissen. „Ich will gleich telegraphieren. Wie macht man das hier?" t rüna folgt.» Derlei End Mark. Dr- m ! UM ®CÄ $>rt erhalt Wchskansl §er vorliegende Ent such heS Mhstages, di icke Ausei na n de Ländern und den H' Mm buch Jnckatrvo Ctauna hat dieses ( Mvvrcherein beM Wsen seiner WiM Mt. Sie hat in allen Mrungsparteien auf ( -roinWehenttviM r Ser Fassung wirkt. Sie hat fchllehll bet AusschuhbMtunge praktischen Grsehgwun von sich aus den Heuti setzentlourf beim 2 tzetchsrat Jjat diesen S her 2MW angcnotm legt entscheidenden D< Grundlage des jetzt Gesetzentwurfes eine jung der Ausei den vormals regierend den wird. Der Gesek S Lö, ehemals regierenden U rührt lassen. Vachderversasjunl Windung der Re Grundlagen des Recht ben. Zn ihnen gehören aller Slaotsbür barkeil des jiri im Volksbegehren tu Me Enteignung JarhnUifetl» diesen obersten Rechts Demgegenüber hält die 9 2?"?aßigen Trun! gen und gesetzgeberisch S lassen, die sich au Ä Abstellung de S&9 unb Nlalit Ä» ÄÄ IBM aber fe"5 geteilt, überwiegend ÄS? st'nerseiis finjt Äen Se??n9 in Wn ÄJJJ- nunn WenJsff® «u r burthLTy babei ke ."ah eit, J9'ein ®üi 'chen "'scheid ’Ä ’T laa.Zlcrs wuE?^teit - JynuiniftÄ1. ,Don d 1en mit 8 e faU,(em . Hg. n ^"'fall a ^"’sl”'We“nfo|a..rö. WM S’ b,6 von von von 4093c Ecke Frankfurter Straße Friedrichstraße 14 Feinkost Kolonialwaren Pfund 10 SM 1.08!». 0.95 Siedeln SCHADE & FULLGRABE Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund Pfund 1.04 0.66 0.68 Pfund Pfund Pfund Auchovy und Sardellen Pasten Worchester- und Remouladensosien. 0.90 0.68 MMM M/„ig kMOnger W Aeme-Vloitlieli ZrMeii,°.n° MmtMill..... mtöoiinen 0.25 0.28 0.40 0.16 0.30 9.34 0.42 Suman rein amerikanisches . 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