Nr. M Erster Blatt 176. Jahrgang Montag, 10. Mai 1926 Erscheint täglich außer Boimtflgt unb Feiertag». Beilagen: Wietzener Familienblätter Heimat hn Bild Die Scholle »a«atr.k«;vy,preir: 2 Reichsmark unb 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüffe: Schriftlertung 112, Verlag unb Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnachrichten. Bnulger Siehe». Postsche p i tz e n sollte, was an- Aunefjmen fei. bleibe nichts übrig als Die Auslösung des Reichstages. Initiative des Reichspräsidenten. Orin Handschreiben an den Reichskanzler. Berlin, 10. Mai. (IDXB Funkspruch.) Der Reichspräsiden 1 richtete au den Reichskanzler Dr. Luther folgendes Schreiben: Sehr verehrter Herr Reichskanzler! Die „zweite Verordnung über die deutschen Flaggen" vom 5. Mai 1926“ ist In der Deffentlid)- kelt erheblichen Mißverständnissen begegnet Vie autzen- und wirtschastspolitischen Ereignisse der letzten Zeit die einer neuen Geltung Deutschlands Im Auslände den Weg ebneten und uns wieder iu die Weltwirtschaft eingliederten, erforbem eine starke Mitwirkung der Deutschen im rtuslande und ein freudiges Bekennen aller Auslanddeutfchen zum Deutschtum bei öffentlichen Kundgebungen. Dem stand im Auslände unter besonders schweren Begleitumständen der unselige Flaggevzwist hindernd Im Dege. Diesem Hebelflnno? soll durch die Verordnung uom 5. Mai d. 3- abgeholfen werden. unb ich bin überzeugt daß Vieser Zweck mit der Verordnung auch erreicht wird. Vichts liegt mir. wie Ich Ihnen bereits wiederholt zum Ausdruck gebracht habe, ferner, al? die durch die Verfassung bestimmten Rationalfarbev zu beseitigen. 3ch bin vielmehr nach wie vor fest ent schlossen, die Flaggen frage nuraufderGrnnd- lage der Verfassung;u behandeln. Leider hat sich aber aus den Erörterungen in ?resse und Oesfenttichkeit erneut ergeben, wie oet- ävgnisoo 11 und gefährlich für unser Volk der schwebende Streit um die Flagge Ist. hier In absehbarer Zeit auf verfaffungsmäßinrm Wege einen versöhnenden Ausgleich zu schassen, der dem fiegenroärtigen Deutschland und seinen Zielen ent- pricht und zugleich dem Derdegang und der Geschichte des Reich? gerecht wird, ist mein Innigster Wunsch. 3d) bitte Sie deshalb, Herr Reichskanzler, wr geeigneten Stunde, sowohl mit den g e - setzgebevden Faktoren im Reiche als auch mit dem an dieser Frage besondere intrr- effierten Parteigängern in Verbindung zu treten, um diesem Ziele nachdrücklich zuzustreben. Möge der Zeitpunkt nicht mehr fern sein, wo sich das deutsche voll wieder um ein und dasselbe Symbol seines Staates schart. Mil der Versicherung meiner hohen Der ichä' und mit freundlichen Grüßen bin ich 3hr sehr ergebener gez. v. Hindenburg. Prof. Dclbrüdjum Ziaggenerlch „Eine ebenso kluge tote mutige Tat". Berlin, 9. Mai. (WTD.) 3n einem Artikel Der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" unter Der Lleberschrist „ Für Die Flaggenverord- nuna" beschäftigt sich her berühmte Historiker Der Berliner Hntoerfiiät. Pro e sor HansDel- brück, Der Den Demokraten nahesteht. mit Der FloggenverorDnung des Rci^ ^Präsidenten. Die vielfachen Widerspruch. belonDers auch in parlamentarischen Kreisen gesunden hat. Er geht von Der Zeitungsnachricht aus, Dah am 23. und 24. April in einer Weimarer Zusammenkunft von etwa 60 Hochschullehrern. Darunter auch weit linksstehenden, auch Sozialdemokraen, von allen Seiten sestgestellt worden ist, dah das deutsche Doll heute nur in den Formen Der Republik bestehen unD sich auS seiner tiefen Erniedrigung wieder emporarbeiten könne. Der demokratische Berliner Historiker Friedrich QHe In e de habe in feinem Referat den Vorschlag gemacht, der sich mit der jetzigen Flaggenverordnung des Reichspräsidenten nahe berührt. Man könne nicht sagen, dah die Weimarer Versammlung den Meineckefchen Vorschlag gebilligt habe, aber es habe sich auch kein Widerspruch e-hoben. Delbrück führt weiter u. a. aus, daß die Aenderung der Landesfarben in dem Augenblick des nationalen Zusammenbruchs ein u o - geheurer Fehler war. Es sei wohl ziemlich allgemein anerkannt, daß es im besonderen ein Fehler war vom Standpunkt Der Republik. Aber, so höre man vielfach sagen, nachdem es einmal geschehen fei, müsse es durch geführt werden. Das sei wohl leider richtig, aber müsse man nicht wenigstens suchen. Den SchaDen. Den Der Fehler Des Flaagen- wechsels angerichtet habe, nach Möglichkeit abzürn il Dem? Schon Die Weimarer Verfassung verlache es. vnDem sie neben Den Reichsfarben andere Flaggen einführe. Das 3Deal, das ganze Deutsche Voll mit Herz und Verstand unter einer Flagge zu vereinigen, sei unerreichbar. Sehr große Teile des deutschen Volles tonnten und wollten sich nicht entschließen. Die schwarzrotgoldene Farbe zu hissen. Seien es Doch Die eDelften patriotischen Triebe, Die unsere Landsleute im Ausland verhindern, mit ihrem Konsul Die gleiche Flagge aufzuziehen. Weshalb solle her deutsche Konsul nicht auch Die Flagge h.llen. Die Die Deutsche Verfassung für die Masten Der in fremde Häfen ctnlaufenhen deutschen Schiffe befiehlt? Er könne sich nicht vorstellen. Daß das Ansehen her Deutschen im Ausland unter der Reform leihen sollte. Lr sei im Gegenteil überzeugt, dah man bann clu Zeichen der Annäherung der bcut- ichen Parteien und eine Milderung des varteigegensahes, also eine Stärkung des deutschen Ansehens erblicken werde Dah das Reichsbanner Schw.irzrotgold sich gegen hie □Teuerung wehre, geschehe nur deshalb, well man hier in her Reichsilagge zugleich Die Parteiflagge lebe. Der wahrhaft nationale Standpunkt aber müsse sein, daß man. da eine wirkliche Einheitsslagge einmal nicht zu erreichen fei, hie Schärfe des Gegensatzes der Symbole abfchwäche. Aus Dietern Grunde könne er Der Anordnung des Reichspräsidenten feinen Beifall nicht versagen. Es fei auch durchaus richtig, daß das Reichskabinett Den Entschluß gefaßt habe, ohne erst mit den Fraktionen' Fühlung zu nehmen Es würde eine reine "ft o r i t a t u r Des Parlamentarismus fein, wenn in solchen Fragen die Froktionen mitsprechen wollten und es wäre eine vollständige Bankerotterklä - rung des Parlamentarismus, wenn Der Reich.-- tag jetzt diele Flaggenverordnung zum Aillaff nahmen toolüe, die Regierung zu stürzen, und wenn es geschehen sollte, fo tonnte das Kabinett Luther ein ehrenvolleres Ende nicht finden. 3n leinen Augen, schließt Prof. Delbrück, und et Wille daß er im Sinne nicht wenigs Kollegen spreche, lei die Flaggenverordnung eine ebenso kluge wie mutige Tat. Disziplinarverfahren gegen Hörsing? Berlin. 10. Mat. CD TB. Funkspruch- Der Vorsitzende des Reichsbanners Schwarz-Rot- Goll) und Oberpräsihent Der Provinz Sachsen. Hörsing, soll nach Dlätternrel- hungen auf einer Versammlung des Reichsbanners in Rürnberg erklärt haben, er scheue sich nicht, Die Vermutung auszusprechen, Daß Reichskanzler Dr. Luther Den Reichspräsidenten von Hindenburg verleitet habe, durch Unterzeichnung der Flaggenverordnung einen Verfasfungsbruch zu begehen. 3m Anschluß Daran habe Hörsing die Forderung erhoben: ..Fort mit diesem Reichskanzler". Rach anderen Berichten soll Hörsing in diesem Zusammenhang auch von Hochverrat gesprochen haben. Wie her ..Montagmorgen" dazu meldet, soll Dr. Luther gestern den Ministerpräsidenten Braun gefragt haben, ob ein hoher Staatsbeamter in aller Öffentlichkeit fo schwere Anschuldigungen gegen das Reichsoberhnupt und den Reichskanzler erheben Dürfte. Ministerpräsident Braun habe über den genauen Wortlaut Der Rürnberger Rede Bericht eingefordert und davon werde es abhangen, ob aegen Hörsing disziplinarisch vorzugehen sei. Das Gemeindebestimmungsrecht Deutscher Reichstag. Berlin. 8. Mai. (V. D. Z.) Auf der Tagesordnung sicht die Beratung des Berichtes des Haushaltsausschusfes über die Anträge >nd Ent- fchliebungen betreffend Die Bekämpfung deS Alkoholismus. das Gemeindebestimmungs- recht ufto. Der Haushalt schlägt folgende Entschließung vor: a) Die Reichsregierung zu ersuchen, die vom Reichstag am 18. Februar verlangten Schutzgesetze gegen den Alkoholrs - mus nuranefjr schleunigst vorzulegen, b) Die Reichsregierung zu ersuchen, ball) in eine Prüfung eiruutreten über bie Derzeitigen Mißstände im Schank Hüttenwesen, über Die Mißstände bei der Verleihung von Konzessionen und ob zur Bekämpfung dieser Mißstände eine ftärfere Hinzuziehung vo n Gemeindemitgliedern bieillich ist. c) Die Reichsregierung zu ersuchen, bald in eine Prüfung einzutreten über die Mittel zur wirksamen Bekämpfung des Alloholmißbrauches, zum Schuhe der Volksgesundheit, besonders aber die Jugend gegen die Gefahren des Alkohols und über die Reuregelung des KonzesiionSwesenS. Schließlich wird die Reichsregierung ersucht, die vom Ministerium des 3trnern für diese Zwecke bereitgestellten Mittel für praktische Zwecke in dieser Angelegenheit zu verwenden, keineswegs aber für Propaganda im Sinne des GemeinDe- beftimrnu ngsr e chte s. Vas Gemelndebestlmmungsrechl hak der Ausschuß mit knapper Mehrheit abgelehnt. Abg. E o 11 m a n n 10 bis 40 Fuß breit. GS wurden auch große komplizierte Fort-Anlagen, Turme und Dogen- Pfeiler, sowie ein System von Gängen und Zimmern zur Aufbewahrung von Vorräten auS der Zett von 2000 bis 600 vor Christi freigelegt. migteit besteht, haben wir es in der Hand, 'Bölfer- bundsaktivnen unmöglich zu machen, die uns zu irgendwelchen Boykottmaßnahmen oder militärischen Maßnahmen gegen andere Staaten zwingen könnten. Die Einstimmigkeit des DölkerbundSrates bildet ja auch eine der Grundlagen des Berliner Vertrages, der im übrigen in Gens gar keine Rolle spielen dürfte, nachdem sämtliche Kronfuristen, haben zugeben müssen, daß keinerlei Handhaben für irgendwelche Einwendungen gegeben sind. Die Beibehaltung der Einstimmigkeit ist in jedem Falle für Deutschland die Voraussetzung aller Lösungen, hier können wir überhaupt nicht mit uns reder» lassen, solange nicht eine andere Form gesunden wird, die uns die gleichen Rechte sichttt. Unb das wird kaum möglich sein. Gegen röte Vermehrung der Sitze deS DölkerbundSrates sewst werden wir uns an sich vermutlich nicht unbedingt wehren. Es ist schließlich nicht einzufehen. weshalb nicht Spanien oder Drasilien oder China oder andere Staaten entsprechend der Dedeutung ihrer Welt- geltung in den Rat etntreten sollen. Rur muh eben Vorsorge getroffen werden, daß das Gremium des Rates nicht zu grotz wird, denn sonst wird der ganze Apparat verhandlungsunfähig. Bleibt also unsere Stellung zu Polen. Dah wir das Eintreten Polens in den Völkerbunds- tat nicht unter allen -Umftänben zu verhindern imstande waren, haben wir gewußt, als wir unsere Anmeldung seinerzeit nach Dens schickten. Die Polen haben ja wiederholl für einen der nichtständigen Sitze kandiert, daß er vielleicht bas nächstemal die Stimmen heranhole-i würde, die jetzt noch fehlen. Wogegen wir uns wehren, ist lediglich, daß Deutschlands Anmeldung mit dem Eintrllt Polens in den Rat unmittelbar verkoppelt wird. Geht aus den allgemeinen Wahlen Polen als Vertreter der Kleinen Entente in den Dölkerbundsrat hinein, dann müssen wir uns bannt abfinden. Das ist auch etwas ganz anderes, als das, was die Polen wollten, dis gleichzeitig mit uns durch die Tür gehen möchten, um damit ihre Grohmachtstellung zu dokumentieren und wohl auch um mit Hilfe des Völkerbundes ihr stark ramponiertes Ansehen zu bessern. Inzwischen ist in Polen die Lage nicht besser, sondern schlechter geworden. Der internationale Kredit ist gleich Rull, die Wirtschaftsnot nimmt zu. Ob Polen sich überhaupt in den Herbst hinüberrettet ohne Staatsbankerott, ist einigermaßen zweifelhaft. Entwickeln die Dinge fich aber in Warschau so weiter, bah Polen unter Äuratell gestellt werden muh. dann wird im Völkerbund kein Mensch Reigung haben, disfen konkurs gegangenen Staat ausgerechnet in den Rat zu schicken, und dann löst sich dieser Teil des Problems ganz von selbst durch die polnische Unfähigkeit nach der Ansicht der nteiften 'Blätter auch in der uneinigen Streikleitung bemerkbar machen. Die StreitzwischenfaNe mehren sich und nehmen auch an Erbitterung zu. Hier werden LebensmittellranSporte angehalten, Züge mit Steinen beworfen, dort wird die Entladung von Schissen von Freiwilligen verhindert ufto. Tagtäglich werden aus den größeren Städten Verhaftungen vvn 20, 30 und mehr Personen gemeldet. Die Regierung hebt indessen in ihrem heutigen Bulletin hervor, dah «s fich In den meisten Fällen um Taten Mit Straßen- Iürnmels handele, die mit dem Streik nichts zu tun hätten. Alle Zeitungen warnen die Bevölkerung vor Gewalttätigkeiten. Don Mangel an Kohlen ist bis zur Stunde nichts zu werken. 3n der Eity marschierten heute Militärtrupps in Richtung auf die Docks. Auch der Regents- Part wurde unter militärische Bewachung ge- Unruhen in der Provinz. 3n Cardiff muhte die Polizei mit Knüppeln vorgehen, um Ausschreitungen zu unterdrücken. Die betamUen berittenen Horfe-Guard- Wachen in Whitehall sind durch Life-Guards zu Fuh ersetzt Worten, die Gewehre tragen. 3n den Docks von Liverpool sind 3500 Arbeiter damit beschäftigt, 25 Dampfer zu löschen 70 Proz. der dortigen Dockarbeiter waren bis gestern zur Arbeit zurtickgekehrt. 3n den Manchester- DockS liegen zwei Schisse, die ihre Ladung nicht löschen können. Gin Zerstörer ist nach dem Hafen gesandt worden. In Portsmouth waren gestern 90 Proz. der Straßenbahnangestellten an der Arbeit. Ländern aufgesogen sein würde, zerstören. Die Geburtenziffer sei im Steigen, die Sterblichkeitsziffec im Abnehmen begriffen. 1913 Zählte man aus 10000 Einwohner 192 Geburten. 1924/25 etwa die gleiche Anzahl. Im Vergleich dazu habe Deutschland vor dem Kriege auf 10 000 Einwohner eine Geburtenzahl von 283, dagegen heute nur noch eine solche von 200 zu verzeichnen. In England entfielen 1913 auf 10 000 Einwohner 238 Geburten, heute nur noch 136. Die Kindersterblichkeit habe vor dem Kriege in Frankreich 13 Prozent betragen, sie sei 1925 nut 9 Prozent gefallen. Der Prozentsatz der Geborenen erreiche somit denjenigen Deutschlands unb übersteige ten Englands. Oie französisch-spanische Offensive in Marokko. In Preston mußte die Polizei gestern viermal mit Knüppeln gegen eine vieltausendköpfige Menge vorgehen, die versuchte. Me Poll- zeistcttion zu stürmen, um einen Verhafteten zu befreien. Verschiedene Polizisten bürten durch Steine und Ziegel getroffen. Auch in Hull fanden neue Ausschreittmgrn unb Plünterungen statt. 40 Personen wurden verletzt darunter zwei Polizisten In Rewcastle muhte die Polizei zwei Knüppelangrifse auf die zehn- taufendköpsige Menschenmenge machen. Im Bergwerksgebiet wurden mehrere weitere Attentate gegen Eisenbahnen unternommen. Sechs Mellen nördlich Rewcastle wurde ter größte Teil Oer Fensterscheiben eines Zuges eingeworfen. Verschiedene Passagiere erlitten Verletzungen. Ein Stgnalhäuschen wurde in Brand gesteckt. ' 3n Glasgow haben sich ebenfalls Zu- sammenstbtze zwischen Streitenden und Polizei ereignet. Den Hauptherd ter Unruhen bildete das östliche Stadtviertel. Die Polizei hat zahlreiche Verhaftungen vorgeuommeir. In D u n d e e ch eö auch zu Zusammenstößen gekommen, wobei fünf Personen verhaftet wurden. Als neues Moment find Plünderungen zu verzeichnen. In einigen Städten Englands macht sich Rah. rungsmittelknoppheit bemerkbar, die aber nach Angaben ter Behörden sich leicht wird beheben lassen. Frankreichs Bevölkerungs- stattstik. Paris. S. Mai. (Wolfs.) Arbeitsminister Durafour hielt gestern abend bei einem Bankett in Tours eine Rede, in der er auf die Bevöl- „?6slage in Franlreich zu sprechen kam. Er erklärte u. a_: In Paris gebe es nur 147 000 Arbeitslose, während die Zahl in Lonbon vor dem großen Streit 800 000. In Berlin 450 000 be- ßegente, daß Frankreich in etwa zehn Jahren von gewissen benachbarten Aus der Provinzialhauptstadt. Dietzen, den 10. Mai 1926. Der BraunKittel. Etwas vom Maikäfer. ist fie wieder da, die holde Zett, der „wunderschöne Monat Mai", da der Jüngling Urrebe^ reimt auf „Triebe", da „Blümlein blühen zu Haus , die Studenten jubeln: „Der Mai ist gekommen" und die Kinder fröhlich fingen: „Maikäfer flieg, Dein Bater ist im Krieg, Die Mutter ist in Pommerland, Pommerland ist abgebrannt, Maikäfer flieg!" Ja, dann ist er wieder da, der luftige Bursch« tm braunen Röcklein, nachdem schon im Winter v«r- eiiuelte vorwitzige Exemplar« durch ihr verfrühter Erscheinen unglückliche Redakteure zur Verzweiflung getrieben haben. Aber jetzt erscheint er nickt mehr einzeln, n nein, in Gesellschaft guter Freunde burri er lustig umher, nun „jeder weiß, was fn ein Tioifajer für ein Bogel fei", und nicht nur Mar und Montz verwenden ihn als Mittel für ihre bösen Streiche, es gibt auch andere schlimme Buben, die ich refpefflns an würdigen Onkem vergreifen und nicht bedenken, daß der Braunrock, den sie zwn Helfershelfer machen, früher gleich der Schwalbe und dem «torch bei seinem ersten Erscheinen feier lief) aus dem Wold eingeholt wurde. Roch im 17. Jahrhundert geschah das in Schleswig durch di- ipinnendsn Mädchen. Eine affe Beschreibung des „maygratenfestes" non Ulrich Petersen besagt. ,Cin sonderbarer Aufzug der vormaligen schleswig'schen Opinnradamazonen einen cancharidem ober mit grünen Zweigen Maykcifer einzuholen, wobei denn hiesiges Rathaus mit grünem Busche ansgezieret/ Später holten bann Kinder den ersten Maikäfer in die mit jungem Griin geschmückte Stadt ein. Der Maikäfer kündet ein fruchtbares Jahr. So beißt es 1625: „Item, wann es viel Maykäffer gibt. Helt man es auch für gute Jahre." Besonders ein gutes Weinjohr steht dann bevor. „Ein jeder Maikäfer hat ein Gläslein Wein auf dem Rücken", od-r meint der Elsässer: „ö jeder Maikäfer bringt • Ohme Win. axner mr muß m e abnehme." Trotz dieser günstigen Borbedeutung wird der braune Geselle nicht gern gesehen: mit gutem Grund. ?cnn wie Hebel sagt: „Im Frühjahr kommt alsdann brr Maikäfer, frißt euch die Bäume kohl mir Besenreis". Im Jahr 1481 suchte der Bischof von Chur der Plage dadurch zu steuern, daß er Me Maikäfer in ein ödes Tal verbannte, allwo sie verhungern sollten. Heute ziehen die Kinder in Schoren aus, um den „brummigen Draimrock" rote fßeicr Dörfler ihn nennt, von den Bäumen zu schütteln, nur in einem Wäldchen bei Basel Hot er eine Freistatt, wo er nicht gefangen werden darf. Anderwärts dienen die Tiere, die nicht ein un- 1 ^nde als .fy'ibnerfutter nehmen, zum be- Hebfc" ^Tinberfptel. Schon Aristonhanes spricht in den „Wolken" von den Knaben, die den Kater znm Sviel an einen Foden banden. Im 16. Jahr, hnnberf heißt es: „Dte Maiokefer bannb ich an tveben unnb mueften mir zuer flannb fluegen ober j • ('n ' diesem Spiel singen die Kinder per- falteten« Reime. Entweder das vorher bereits an- ^führte „Maikäfer flieg, dein Vater ist im Krieg", heilen zweite Hälfte Im Jahre 1848 folgendermaßen abgoroandelt wurde „der Decker ist im Oberland unb macht die Republik bekannt". Im Schwäbischen singt das kleine Volk unter anderem: „Mosakeafer predige, Moara kommt der Schroedige, Moara kommt der Dilldilldum, Bringt alle alten Weiber um." Heut« nimmt nun in Genf die Studt« nlom Mission des Völkerbundes, di« «ingesetzt ist, um all« Fragen zu prüfen, die mit der (k r w eite r u no des DölkerbundSrates im Zusammenhang stehen, ihre Arbeiten auf. Die Aus- sichten über die Möglichkeiten, die für die Kommission überhaupt bestehen, haben sich in letzter Zeit stark gewandelt. Es ist noch gar nicht lange her, da war man allgemein sehr pessimistisch und glaubte, daß aus den Beratungen überhaupt nichts berausfommen mürbe; heute ist die Stimmung in Paris und London wesentlich zuversichtlicher, nicht zuletzt deshalb, weil sowohl Chamberlain wie Briand die Erklärung abgegeben haben, daß alle Bindungen, die früher für sie bestanden, setzt fortgefallen sind. Das heißt also, daß Briand nicht die Verpflia)tung hat, die Polen unter allen Umstän- den In den Rat zu lancieren, und daß Chamberlain den Spaniern gegenüber genau so freie Hand hat. Fragt sich nur, wie weit die Staaten der Entente von dieser Freiheit Gebrauch machen, inwieweit sie also wirklich entschloßen sind, die Pflicht der Loyalität Deutschland gegenüber innezuhalten, gegen die sie im Frühjahr so schwer verstießen. Ein gutes Vorzeichen ist es gewiß, baß dieselben Juristen, bie in London bereits zufrieben- stellente Arbell geleistet haben, sich hier wieder treffen. Sie kennen röianter also, eine bestimmte Vertrauensbasis ist geschaffen, so datz man immerhin nicht von vornherein mit einem negativen Ausgang ter Beratungen zu rechnen braucht. Die amtlichen Stellen glauben sogar. Kbatz schon in vierzehn Tagen ein Bericht aus- beitet sein kann, ter den deutschen Wün- ebenso Rechnung trägt, wie den der übri- aen Staaten. Das ist indessen nur denkbar, wenn die Kommission sich lediglich auf die technische Seite beschränkt und alle Politik aus dem Spiele läßt. Beabsichtigt scheint das auch zu sein, jeden- salls soll zunächst eine Rnterkommlsslon tagen, die jede öffentliche Beleuchtung ausschaltet und die verschiedenen Lösungen solange durcheinander schüttelt, bis etwas Brauchbares herauskommt. Erst bann gehen die Dinge an die Studienkommission selbst zurück, die Wohl nur — wenn alles gut geht — dos ©iegel darunter fetzt. Für Deutschland aber ist und bleibt nun einmal das Politische ausschlaggebend. Unb da stehan für uns genau dieselben Gesichtspunkte im Vordergrrrnte. die schon im Frühjahr maßgebend waren. Wir müsien aus ©rünben ter Selbstachtung verhindern, baß Polen einen ständigen Ratssitz bekommt, wir müssen Wert darauf legen, baß das Gleichgewicht innerhalb des Rates nicht verschoben wird unb daß endlich das Prinzip ter Einstimmigkeit nicht beseitigt wird, eben weil sich sonst das älebergecoicht. ter ®ntenteftaatcn Deutschland gegenüber zu stark geltend machen kömtte. Rur solange bte Eirvsttm- dUf den Kops ter Bevollerung sc.. 1918 von 02 auf 02 Hektoliter zugenommen. Auch aus anderen Zahlen ergebe sich, daß von einem Rückgang des Alkoholverbrauches in Deutschland keine Rede sein könne. Der Altohol» mitzbrauch sei nur zurückzudrängen, wenn sich bi« gesellschaftliche Sitte ändere und wenn der massenhafte Anreiz zum Trinken aufhör«. Der Redner tritt dann für einen sozial- demokratlschen Antrag ein, wonach von der Regierung die Einführung des Gemeintetestim- rmrngSrrchteS erwogen werten soll. Abg. Rippel (bnat) erklärt, ein kleiner Teil ter deutschnationalen Fraktion sehe in dem GemeindebestimmwigSrecht eine wirksame Waffe zur Bekämpfung der Auswüchse des Alkohols und werde deshalb für den sozialdemokratischen Antrag stimmen. Wir haben starke sachliche Bedenken gegen daS Gemeindetestimmungsrecht. Wit brauchen ein Schavksiättengeseh, das mit energischen Mitteln den Auswüchsen entgegeo- trift Wir brauchen für die Jugendlichen bis zu 16 Jahren ein verbot desAlkoholver- b r a o ch e s und für Jugendliche bis zu 18 Iahten ein Verbot des Schnapsverkauf». Wir wollen auch eine Decmini ecung der Schank- stätten in dem Verhältnis eine auf 400 Einwohner. Dis sittlichen Qualltäten des Konzes- fionsnachsuchenden müsien strenge geprüft werden. 2m Ausschuß wird darüber zu verhandeln sein. Die Mehrheit meuter Partei lehnt das Ge- meindebestimmungsrecht ab. Abg. Frau Weber (Zentr.) bezeichnet eS als notwendig, die große Kulturfrage, di« hier verhandelt werte, aus dem Parteigezänl heraus- zunehmen. Die Angstpsychose vor en et Trockenlegung als Folge des Gemeintebestimmungs- rechtes sei vollkommen unbegründet. Won Hobe Angst vor dem Volle. Angst vor den Anhängern des Gemeintebest:mmungSr«chtes, weil deren Masse immer starrer anschwelle. Die Rednerin für ihre Person und nicht für das ganze Zentrum, spricht sich für dos Gemeintebestimmungsrecht aus. Abg. B i ck e s ^Dtsch. Dp.) wendet fich gegen das Gemeinbebestimmungsrecht. Tatsächlich sei der Alloholverbrauch in Deutschland in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Man sollte fick nicht immer auf bie Millionen berufen, die das Gemeintebestimmungsrecht verlangen. Die Unterschriften sind auf recht bedenklich« Weife gefammeü, vor allem sind viele Unterschriften gefälscht und von fremder Hand geschrieben. Dos Gemeinteheßimmungsrecht ist zwar geeignet, neue Zwietracht zu säen, nicht ober den Alloholgeriuß zu beseitigen. Wir stimmen dem Ausschußantrag zu und werten am Schankstättengefey Mitarbeiten Wir sind für weitgehenden Schutz der Jugendlichen Wir wollen auch, daß nur wirkliche Fachleute die Kowzession erhallen. Richt Polini- maßregeln können helfen, sondern in erster Linie A u f f f ä r u n g, freilich nicht im Geiste des .''elo- tismus der dem Menschen feine F-eude gönnt. '?fbg. Frau Arendsee (Korn.) befürwortet fol- oendsn kommunistischen Antrag: Der Reichstag spricht f-in Befremden darüber aus, daß die Reichsreaie- runq dem Reichstagsbeschkuß vom 18. Februar 1925, her ein Schutzgeseh zur Dskamvfung des Akkoholis- nlu6 verfange, immer noch nicpt nachqekommen ist. Der Roichstog ersucht bl? Reichsragierung, dieses längst gefordert« Gesetz nunmehr unter Einoe- ziehuno eines wirksamen Gemeindshestimmungs- rechts schleunigst Donulegen. Weit-rberawng Montag. ' Landtag. B e r l t n, 8. Mai. Der Preußische Landtag setzte die Berotung bes K u 1 t u s h a u s h n 11 s fort. Ein deuttchvolksparieilichsr Abgeordneter weist die An- grlsie als unbegründet zurück, daß evangelische Geist- 'iche von der Kanzel herab Politik trieben. Ministe- nalbireftor T r o n d e l« n b u r g legt dar, daß eine ebaldige und endgültige Reaeiuna der Psar- .rerbesoldung in Aussicht stehe. Abg. Frau Quermann (Z.) fordert eine Erziehung zum Bewußtsein und zur Freude am großen deutschen Volke. Nachdem noch verschiedene Redner dazu gesprochen hatten, schließt oie allgemeine Wissprache »her hen ersten Abschnitt des Kuttusetats. Unveränderte Streiflage in England London. 9. Mai. Rach einem heute nachmittag veröffentlichten Regierungsbericht ist keine wesentliche Aenderung der Streiklage zu verzeichnen. Die Eisenbahn-, Transport» unb andere Dienste arbeiten im wesentlichen ohne Reibung, obwohl örtliche Fälle von Einschüchterungen unb Störungen des Trans» Vvrtbienstes zu verzeichnen waren. In Lonbon und In be« Grafschaften im Innern des Landes hak sich die Lebensmittellage gebessert. Die Hauptaufgabe des Wochenendes war, die DockS offenzuhalten. Die Regierung stellt in Abrede, daß sie die Rachrichten zurück- ßolte, obwohl sie ihre Entschlossenhett betont, ihre MaßnaHmen betreffend die Rahrungsmittel- versorgung nicht zu enthüllen. Am Sonntag brachte ein zweiter Transport von 250 Loren unter Bedeckung von 16 Panzerwagen, Kavallerie und berittener Polizei Mehl von den Docks nach tem Depot im Hydepark. In einer großen Der- fammlung In London forderte der Sekretär des Elsenbahnerverbandes die Arbeiter eindringlich auf. sich vollkommen diszipliniert zu verhalten und friedlich zu sein. (SS dürften keinerlei Storungen der Ordnung und Cewalttäsigketten Vorkommen. Er sei der letzte, der einem ehrenvollen Frieden etwas in den Weg stellen wollte denn je rascher er komme, desto besser sei eS Die Hilfsmaßnahmen ter Regierung haben besonters durch die Ausstellung eines ter.Regierung störst)ig zur Dersi'.gmig ste'heiiten Privat- outoparks eine Besserung gezeitigt. Groß« Privatlastwageik wie lkeineve Wagen stchcm reihen- weise auf telephonischen Anruf dienstbereit. Lln» angenehm macht sich aber da- völligeStill- liegen der Glekt ri»i tä tSwerke bemerk» bar, für deren Inbetriebnahme durch die Technische Rvthilf« noch feine Aussicht besteht. Heute nwrgen sitzb bie meisten Londoner Leitungen zum Teil im alten Format toteter erschienen. 3>et ,Daily Graphic" erschien heute sogar toieter mU fernen Illustrationen. Die Generatttreikfeinb- uche A-röe des früheren liberalen Ministers und betonnten Juristen Simons, ter erklärte, daß ohne Benachrichtigung unb Degrünvuniz f«tnc ^öeit niebergelegt habe, seiner Firma Streik schaden haftpflichtig tDäw, 901 tn beit heutigen Worgenblättern ein ssHvhafteS Echo gefu/nben. Dieses Gcho wird sich Wettervoraussage. Milder bei zunehmender Bewölkung und neue zeitweise auffrischende südliche bis Gestrige Tagestemperoturen: Maximum: 10,5 Grad Celsius. Minimum: 1,4 Grad Celsius. Nieder- schlafe: 0,9 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: Aus aller Well. Das deutsche Rotorschjff „Baden- Baden" in Neuhork. 2 eubork. 9. Mat. (WTB.) DaS deutsch« Rotorschifs „Baden-Baden", daS infolge schwerer See erst beute nacht Sandyhock passierte ist heute früh 3 Uhr 30 Minuten an der Quaran» tänestatton von Reuvork «ingetrossen. Bei Herr- lichstem Sonnenschein und unter den günstigsten Windverhältnissen erfolgte die Fahrt des Schiffes von der Quarantäne nad> dem städtischen Pier. Flettner hatte beim Verlassen ter Qua- rcnttänestation die Rotoren an st eilen las- sen, so daß die Sinsahrt ausschließlich ntil chrer Benutzung erfolgte. Sie gestaltete sich zu einem Triumph zug. Zur Begrüßung ließen die Dampfer und Fährboote im Hasen die Sirenen ertönen. Kleinere Fahrzeuge mit Reugierigen umfuhren das Schiff, dos bei allen Fachleuten größtes Gr» staunen erregt«. Flettner erklärte, daß et mit ber Grgewri« der Reise äußerst zufrieden fei. tee sich ohne reden Zwischenfall vollzogen hat. legt« insgesamt 6000 Meilen öurück, davon 70 Prozent mit Rotorbenutzung. 'iWwe * M Uk>en °°r Lripr'l itr d-r bad, mH nennung. der drr 17- \ Dein e der W cultm f i>och „Achöier. bisike ode Änienka ri.-f-.termal Einwe 2lu>; fcflliN 3 Mottu und tn.W a ^der nach IM W1 2l.H.Sch vor allem Sr. Magn vlnzialdirc Kamm a $ten Her fommeii hi $tau Sr- M Dor! < -lebeutuna das H-ms jut bemitzu sMes M ining seinei KviMatioi Mbtndim« K^-Bccker-c ber Mbit! der derzeitig Vertreter d 6., .Dams ter, im Ola: mid Grühe Heimes 2 Koburg. 21 bsrlieteö c durch die C Re Man \i Derdindunj 11. M 8 feier an fier Mtanf; bcioi'btte A grobe Weift weift, fonbei -rrn dem hie nei Musis, piblitum de u ei; Wir lifh jene Ä ?.in 9toi mit dem t ten u zum 6eleqenheit Petitionen; eigene Sui 'Iftnrteflu „ Zwei 3at)rc Ncr rotcii biennal gra Mannt, bin. barrliib unb ?legtr Ipielfe die vierhand °uf ,wi S[0 allen, die jt unveryef),,^ "nwejeuhei, febnis, Rcq, "'ngerK rö auch n, tonnen. (?r »nb bie Luj darauf fehl, mejür , piujeige drmssche «trf di Herzgebobteller Maikäfer", ober er jprtd^t bcoon, daß ein Mensch lacht wie ein Maikäfer. In Schwaben heißt's: „Der hat Sonntag und Werktag e i Kleid o wie e Maikäfer", ober ,Ln sich hinein vergnügt sein, wie ein Maikäfer", „Das steht dem an, wie einem Maikäfer her Sabel". Sich unnötige Arbeit machen, heißt auf schwäbische „Maikäfer numeriere". Allgemein bekannt ist das „er rnaikäsen", wenn einer über einer Rede brütet, bah heißt, sich zum Reben vorbereitet, wie ber Maikäfer zum Fliegen. In Leipzig sagt man: „Er hat ä paar Maikäfer unter ber Rase", und meint damit einen Schnurrbart, mit sehr klein gehaltenen Flügeln. Eine Benennung, die offenbar recht alt ist, da sie schon ber Satiriker Philander von Sittewalb zu Anfang des 17. Jahrhunderts bezeugt. Dem Sprachschatz bes Volkes ist, wie wir sehen, ber Braun kitte! lieb und vertraut. Auf weniger gutem Fuß mit ihm steht ble hohe Dichtung, gibt e doch auf „jtäfer keinen anderen Reim als ..Schäler", und wer könnte den Maikäfer in jam- bH*e ober trochäische Verse einfügen! Da bleibt nichts anderes übrig, als den „Maikäfer" in einen . Maienkäfer" zu wandeln: so kann er auch im Distel-Wald surren: Maikäfer flieg' Einweihung des Chattenhauses. Am Samstagnachmittag tourte mit einem festlichen Alt das neue Hau« der Landsmannschaft „5 f> -i 11 i o“ an ter Phtlipp-Gail-Strasi« ebi- pcto'iht und seiner Bestimmung übergeben. Kurz nach. 4 Uhr erfolgte der feierliche Einzug der Glstc und der Astivitos ins Heim, tov im rot» rn.i fr-rot ccfd)nu"utten Saale im Erdgeschoß die Bieter nach einem Musikvortrage durch einen Prolog lDclan Lehn) eingeleitet tourte, während A. H S ch ä f e r die sehr zahlreiche Dersammlung, vor allem Herrn Pros. Laqueur als Vertreter Sr. Magnifizenz des Herrn Rektor-, Herrn Pro- vinzialdirektor Graes, Herrn Beigeordneten Dr. Hamm als Vertreter ter Stadt, die Damen, die Alten Herren und Aktiven tm neuen Hauie willkommen hieß. Aach einem Gesangsvortvage von Frau Dr. Hebet ergriff Dekan Guhmann das Wort zu einer längeren Rede, in der er die Bedeutung der festlichen Stunde würdigte und das Haus offiziell der aktiven Landsmannschaft zur Benutzung übergab; ter Redner gedachte besonders des A H Becker I., dem In Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Korporation die Verwaltung ter zum Besten der Verbindung und ihrer Mitglieder gestifteten 3a* kod'Becker-Spente übergeben tourte. 3m Aamen der Aktivitas dankte in einer kurzen Ansprache ter derzeitige 1. Lhargierte des feiernten Buntes; Vertreter ter befreundeten Korporationen im L. C Darmstadtia' und ,Merowingia", überbrachten un Rainen ihrer Derbindun^gen Glückwünsche und Grüße und stifteten zur Ausschmückung des Heimes Bilder des Altreichskanzlers un> ter Koburg. Rach gemeinsamer Astingung tee> Far- benlietes ersolgdc die Besichtigung des Hause- durch die Gäste Aeger-Gedächtnisfeier. Man schreibt uns: Wenn ber Konzertverein in Verbindung mit der Regeraeineinde am Dienstag, 11 Mai, 8 Uhr, m ber Stadtkirche eine Gedenk- feier an den am 11. Mai 1916 verstorbenen Mei- ff.-r oeranstallet, io liegt gerade für Gießen eine bclonberc Veranlassung dazu vor, denn hier hat ber große Meister nicht nur oft und mit Vorliebe ge- weist, sondern auch seine neuesten Tonschöpfungen gern dem hiesigen musikverständigen und auch moderner Miis't, wie er wußte, zugänglichen Konzert- 1 nbbfum bargeboten. Ein kurzer Rückblick auf R e - g c r 9 3ßi r t en in Gießen dürfte daher nament- lifh jene .streife interessieren. “'m November 1909 kam Max 'Roger zuiammen mi dem ausgezeichneten Geiger Sjenri M a r - i - >i u zum ersten '.Wale hierher. Auf dem bei dieser Gelegenheit bnraebolcnen Programm standen Korn ppfilionen non 'Mozart und Brahms sowie Regers eigene Suite im alten Stil op. 9.3 und das von Marteau gefpielte große Violinkonzert in D-Dur. Zwei Iah e später, im Januar 1911, erfreute uns 'Reger wiederum mit feinem Besuch und brachte diesmal Frau F 11 ch e r . M a r e tz k t mit, die, wie bekannt, lange Zeit als erste Reger Interpretin beharrlich und wirkungsvoll fiir seine Kunst eintrat; Rieger spielte damals mit Professor Trautmann die nierhandigen ,cinq pieces plttoresques“ und auf zwei SUaolercn die Beethoven Variationen, was ollen, die jenen Stunden beiwohnen "burften, ein unpergefrflmer Genuß bleiben wird Seine brhtmallqe ?lnwesenheit im Februar 1913 brachte uns dos Erlebnis, Reger als Dirigenten ber trefflichen Mei - ninger.Kapelle beobachten und in feiner Eigenart auch nach dieser Richtung hin bewundern zu können. Er lieh dabei spielen die Hiller-Variationen und die Luslspielouvertüre op. 120. Rur kurze 3elt darauf kehrte er wiederum mit dem Meininger Orchester hier ein, um sich diesmal auch als Chordiri' gent zu zeigen. Unter seiner Leitung fang der Akademische Gesangverein damals das Chor- wcrk „Die Nonne" op. 112, während bas Orchester bie Roman sch« Suite zu dem Programm beitrug. Im Februar 1914 lernten wir durch ble Meininger bie herrliche Döcklin-Suite Regers kennen, unb im Jahr barauf, 1915, spielte der Meister selbst mit dem Leipziger Gewandhaus-Quartett aus seinen Kommermusikwerken das noch in Meiningen entstandene Klavierquartett op 133. Das war sein letzte» Musizieren in Glesien. Aber nicht nur bei diesen Gelegenheiten sind Reaersche Kompositionen hier zu Gehör gebracht worden, sondern auch zu allen anderen Zeiten hat sich der Konzertoerein unter Professor Trautmanns Führung mit Erfolg dafür eingesetzt Professor Irautmann hat neben den drei Choralkantaten zwei bedeutende und für die Sänger schwer zu bewältigende Chorwerke zur Aufführung gebracht: den „Einsiedler" (mit dem Requiem wohl Regers bestes Chorwerk» und im Dezember 1925 den gewaltigen 1 00. Psalm, in ganz ausgezeichneter Wiedergabe, wie Publikum unb Kritik bamalfr einstimmig versicherten. Fast alle kon- zertierenben Künstler sinb in Giesien auch gern für Reger eingetreten, so Adolf Busch, Fritz Busch, Giese- king, Serkin, Frau Fischer-Maretzki, Erler-Schnaudt, das Wendling-Quartett, Amar-Quanett u. a. m. So ist in Gießen der Boden für Reger gut bearbeitet worden Es darf nach alledem wohl angenommen werden, baß die Gedächtnisfeier, für welche bie zur Zeit bebeutendste Reger-Inlerpretin, Frau Claire v. Conto, unb ber Organist Wieder gewonnen worden sind, warmes Interesse und die nötige Unterstützung finden wird. Karten sind bei Ernst Chollier zu hoben, für Konzertvereinsmitglieder zu ermäßigtem Preise. Ausstellung ,,Unsere gähne". Eine ganz vortreffliche Ausstellung zeigt gegenwärtig im Kaih. Deremshaus bie Bezirksgruppe Oberheffen bes Reichsoerbandes Deutscher Dentisten. Sie hat eine Schau „Unsere Zähne" hergerichtet, die eine ausierordenUiche Fülle des Lehrreichen und Sehenswerten enthält. Am Samstagmittag wurde die Ausstellung eröffnet und dabei die auf die Hebung unserer Volksgesundheit gerichtete Tendenz der Veranstaltung in Ansprachen des Dentisten S ch e 11 e r-Gießen, de Dentisten Büche von der dentistischen Fachschule in Frankfurt a. M. unb bes Beigeorbneten Dr. Frey mit Recht stark her- vorgehoben. Die Munb- unb Zahnpflege läßt be- konnllich noch viel zu wünschen übrig, unb beshalb ist es besonders dankenswert, daß durch eine Ausstellung wie die hier hergerichtete Aufklärung in breiteste Volkskreise getragen wird. An zahlreichen Modellorbeiten. die von der dentistischen Fachschule in Frankfurt sachkundig hergestelll wurden, sowie an Röntgenbildern usw. werden die Zahnkrankheiten und ihre Folgen gezeigt, woraus man leicht Schluß- folgerungen ziehen kann auf dos. was vorbeugend unb verhütend zu tun ist. Sachkundige Führung und Belehrung durch hiesige Mitglieder des Dentiftenner- bantes dient vortrefflich zum Verständnis der aus- gestellten Objekte. Der Zutritt zu ber Veranstaltung ist frei. Diese Ausstellung ist eine verdienst- volle Tat, der roi rdas stärkste Interesse der gesamten Bürgerschaft wünschen; sie reiht sich würdig und wirkungsvoll den Segnungen an, bie von der Rcichsgesundteitswoche in brei e Bevölkerungskreise ausstromten. Schon um seiner seiest willen sollte niemand versäumen, sich in dieser Ausstellung fachkundig gegebene Aufklärung zu holen und diese sorg- lich zu beherzinen. LZornotizen. — Lageskalender für Montag: Eckener-Lag: 8 Uhr, Vollshalle, Vortrag von Dr. Eckener. — Oeffentllche Ausstellung, „Unsere Zahne", von vormittags 10 Uhr bis nach,"«tags 6 Uhr„.Kath. Vereinshaus". — Licht spi> hauS, Bahnhofstraße ., 5amihc Schirnet ur/' Zur Chronik von Grieshuus". , Palast-Lichtspiele Der Vortrag Deutsche Heimatfilmc" findet wegen teS Dr.-Eckcn. r-Vor- trages heute nicht statt. Reuer Termin wird noch befanntqegeten. — D i e Laban schule Frankfurt wird infolge Verschiebung Mittwoch, nicht am morgigen Dienstag, im Stadttheater unter Leitung von Frl. Lotte Müller anmnastisch-tänzerische Uebungs folgen, d)oreogr ir,hifd)e Studien, Ausdrucksstudieu und Tänze zur Ausführung bringen. Bei dem außer ordenllichen Interesse, das sich in Gießen seit langem für Tanz unb Gymnastik kundtut, wird diese erst malige Darstellung des Labonsystems sicherlich zahl reichen Besuch finden. (Siehe Anzeige.) Ein Deutscher Abend zum Besten ter Ausl'iltnmg von deutsche" Kolonialschwestern wird am kommeirten Sonntag von ter hiesigen^ Ortsgruppe des Frauen Vereins vom Roten Kreuz für Deutso. - fiter See im Stadttheater veranstaltet. Rinrahmt von Musikstücken, für die sich das Stutentenorchester danienswert erweise zur Verfügung gestellt hat, werden Kräfte des Stadt- theaters im Verein mit Fräulein Trute Heß vom Kösliner Stadttheater, die ja hier in Giesien keine Hnbefaimte ist, Goethes reizend amnutiges Schauspiel aus ter Weimarer Zell .Die Geschwister" zur Ausführung bringen. Dann werten durch Leihgesterner Burschen und Mädchen in der alten, schönen Hütrenterger Trecht, tm man heute I leider kaum mebr zu sehen bekommt, unter Gesang und Zwiesprache Szenen am Dorfbrunnen zur Darstellung kommen. Auch das bunte Leben und Treiben m einer alten hessischen dptnnftute soll vorgeführt werden. Georg Hesi. ein guter Kenner alter Hüttenberger Gebrauche, dem wir ja schon manch kurzweilige Schnurre in heimischer Mundart verdanken, leitet diesen Tell des Abends Die Preise sind so gehalten, daß jedem Mitbürger in Stadt und Land die Teilnahme an diesem ge nusiverlprecheirden Abend möglich gemacht ist. zumal die durch die Veranstaltung erzielten Ein- nahmcn dazu dienen sollen, durch Entsendung von Kranken- und Fürsorgeschwestern unseren deutschen Brütern, die in allen Weltteilen über See hart um ihre Existenz ringen, wieder die Wohltat deutscher Krankenpflege und mütterlicher Fürsorge durch deutsch« Schwestern zu verschaffen. (Räheres siehe Anzeige.) * " 2 prilwe11er im W a i hat uns der Wettergoti in den letzten Tagen gebracht. Rauhe Winde, Kält«, Regen und sogar Hagel machten den Aufenthalt im Freien ungemütlich und liehen eine schön geheizte Stube noch immer als geraten erscheinen. 3n der letzten Rächt kam sogar empfindlicher Rachtfrosk hinzu, der an dem jungen Grün und der Blütcnpracht allerlei Unheil an- richtete. Die Eishelligen MamertuS. Pankratius und Servatius, die vom 11. bis 13. Mai als gestrenge Herren zu fürchten find, haben eS mit dem Antritt ihrer Herrschaft offensichtlich sehr eilig gehabt, ganz gegen unseren Wlllen! O DaS Zest der goldenen Hochzeit bedingen am gestrigen Sonntag ter Pfarrer L *K Friedrich 6er i ba und Gemahlin geb. Bernhardt. Ostanlage 9 Hierselbst wohnhaft. Dem Jubelpaar ist noch eine ausierordentliche geistige und körperliche Frische beschieden. Dem alten Herrn, der 77 Jahre alt ist, und seiner im 71 Lebensjahre stehenden Gattin wurden vielfache herzliche Ehrungen bereitet. ** Hessischer Landes-Lehrerinnen- Verein. Auf der Hauptversammlung des Hessischen Landes-Lehrererinnen-Vereins, die am 15. Mai hier stattfindet, wird Margarete Treuge aus Hamburg über „Die soziaipädagoaifchen Ausgaben unserer Zell" sprechen. Margarete Treuge leitet seit Jahren die von Dr. Gertrud Bäumer und Dr. Marie Baum in Hamburg gegründete Soziale Frauenschule, die mit einem sozialpädagogischen In- stitut verknüpft ist, und gehört in Hamburg und wett über Hamburg hinaus zu den Führerinnen auf dem Gebiet aller Sozialpädagogik. Aus ihrer Kenntnis der tiefen fozialen Zufammenhänge unteres Lebens heraus ist ihr Sozialpädagoglk ein weiter Begriff, vor allem lieht sie jede Pädagogik — wie Ratorp — als Sozialpädagogik. So beruht ihr das Schwergewicht der Ausbilliung des künftigen Dolkslehrers in feiner vertieften sozialen Ausbildung. Sie verlangt vom Lehrer eine bewußte soziale Einstellung, eine starke innere Beziehung zum Leben, die Fähigkeit, seine Arbeit am Kinde einhüftigen in menschliche Beziehungen und Verbundenheiten. — Der äußere Rahmen, in dem sich menschliches Leben abspielt, ist der Staat. Marg. Treuge so-dert vom Menschen und vor allem von jedem Erzieher eine feste Stellungnahme zum Staat, die auf klarer politischer Ucberjeugung beruht. So sind Sozialpädagogik, Lehrerbildung unb Staatsbürger- künde ihre Hauptarbeitsgebiete, auf denen sie Eigenes und Hervo.ragendes leistet. " D. Sy C. Dir bie Anmeldungen auf den geplanten Sonderzug nach Hartmannshain zur Einweihung bes 3ugenbheims und ter Denkmalsweite auf der Herchenhainer Höhe nicht In genügender Zahl ein gelaufen sind, mußte von der Ausstellung eines solchen Zuges Abstand genommen werden. Dagegen ist es ter Hauptvereinsleitung gelungen, für die Rückfahrt ab Hartmannshain einen späteren Zug alS fahrplan- mähig. und ;war ab 6.52 Uhr. an Giesien 9.52 Uhr atente gehen zu lassen lsiehe 3nferat), so dasi also genügend Zeit für den Aufenthalt auf ber Höhe bleibt. Hoffentlich machen iccht viele Teilnehmer von dieser Vergünstigung Gebrauch, ist doch dadurch auch die Möglichleit geboten, da? eigens für ten Tug verfaßte Festspiel: „Die Priesterin" mit anzufehen. *• Schaukochen auf G a s! Rach einer Anzeige in unserer heutigen Rümmer findet am Dienstag. 11. d. Mi^, nachmittags 4 itfrr, und Mittwoch, 12. d. Mts., nachmittags 4 Uhr und abends 8 Ute Vortrag und Schaukochen auf Roedergasherden neuester Konstrullion im Saalbau Sauer, Reustadt 58, statt. Es wird für jede Hausfrau von 3ntereffe fein, hier zu sehen, wie sie vorteilhaft und billig mit Gas wirtschaften kann. Die Hausfrauen seien auf diele Veranstaltung besonders aufmerksam gemacht. *• Berichtigung. 3n dem Artikel „3 u r Reise nach Dalmatien" in unserer Reifebeilage vom Samstag ist ein 3rrtum unterlaufen, der hiermit richtiggestellt sei: Die Ausfüllung der Formulare übernimmt natürlich das 3 ugo- slawische (nicht, wie angegeben: Tschechoslowakische) Konsulat in Frankfurt. ~ Auftrieb auf dem heutigen Frank furter Schlachtviehmarkt: 294 Ochsen, 48 Bullen, 914 Kühe. 591 Kälber 37 Schaf». 3077 Schweine. Kleine Strafkammer Gießen. Gießen, 7. Mai. Zwei Landwirte au» Mittel-Gründau waren vom Amtsgericht Tübingen wegen Milchfälfchung au Geldstrafen verurteilt worden. Die Staat^mwaltschast verfolgt« dagegen Berufung, um eine strengere Bestrafung zu erzielen. Die Berufung hatte Erfolg. Da» Gericht mar der Ansicht, daß ein derart gemeingefährliches Vorgehen, durch das in erster Linie Kranke unb kleine Kinder gefährdet werden, mit bloßen Geld- strafen nicht wirksam bekämpft werden kann. Don den Angeklagten wurde der eine zu einer Gefäng nis strafe von 1 Woche und 50 M k. Geldstrafe, der andere, ber noch mehr Doffer zuge setzi hatte, zu einer Gefängnisstrafe von 10 Tagen und 60 M k. Geldstras« verurteilt. Außerdem wurde bestimmt, daß das Urteil auf Kosten der Angeklagten öffentlich bekannt zu machen ist. Das Urteil de» Amtsgericht» Bad-Nauheim, durch dos ein Kaufmann von der Anklage der Pfand Verschleppung freigesprochen worden war. wurde bestätigt. Ein Landstreicher, der außer zu Host zur Uebermelfung an bi» Landespolizei- behörde verurteilt worben war, erzielte mit seiner Berufung, daß von Uedermeisung abgesehen wurde. Das Gericht nahm zu feinen Gunsten an, baß er setzt Arbeit bekommen könne unb auch an nehmen wolle. Gerichtsfaal. Todesurteil im Meouprozeft. Darmstadt. 8 Mai. (Wolff.) Aach dreitägiger Verhandlung wurde Heu de das Urteil im Prozeß gegen ten Studenten Joses Mevn, ter am 21. August 1925 die Stütz» Anna ® t II- m an n aus Wirtelskirchen mittels eines Totschlägers und Erwürgung ermordet hatte, gefällt Meon wurde zum Tode und zur dauernden Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt Aus den Verhandlungen ist noch von Interesse, dasi die Sachverständigen — Amtsarzt Dr. Vif, Sanitätsrat Dr. Magnus Hirschfeld und Oberarzt Dr. Dannenberger — ziemlich übereinstimmende Urteile über Meon abgaten. 3n ihren Gutachten wurde Meon alS intellektuell unter dem Durchschnitt stehend bezeichnet, alS aemintert zurechnungsfähig oder alS erblich belasteter Reurvpath. Reue über den Mord habe er kaum gezeigt Dem weiblichen Geschlecht gegenüber sei Meon als seelisch-sadistisch zu tetradxten, die Triebstärke bei ihm nähere sich dem, waS die Wissenschaft als HypererotiSmus bezeichnet Der letztgenannte ter Sachverständigen erklärte, dasi die Minterwertigbeit nicht die verminderte Zurechnungsfähigkeit bedeute. Oberstaatsanwalt Wünzer bemerkte in seiner Anklagerede, dasi । on dem, was Meon zu seiner Verteidigung vor- br .d;te, kein Wort zu glauben sei. Es liege keime Affekthandlung, sondern eine wohlüberlegte Tötung. ein Raubmord vor. Meon sei weder «in psychologisches noch ein sexuell-pathologisches Rätsel. Di« Verteidiger suchten die Tat MeonS als Affekthandlung hinzusiellen, sie chavakterisier« sich als Totschlag, nicht alS Mord. 3n ter UrteiM- begründung wurde vorn Gericht auSgeführt daß ter Tötungsvorsatz zu bejahen und eine Affekthandlung ntchck glaubhaft sei. Di« Wegnahme des Geltes sei als Raub zu bezeichnen. Meon riss nach Verkündung des Ürteils in t*n Saal: .Das ist ein Mord!" Rundfunk-Programm deS frankfurter Senders. (Aus der ^Radio-Umschau".) Dienstag, 11. Mai. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchester». 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde: Aus dem Roman „Pitt und Fox" von Friedrick Huch. 6.15 bis 6.45 Uhr: Übertragung von Kassel: Vortrag des Direktors Reinhold Scheer von der landwirtfchafllichen Winterschule Wolssanger: „Unkrautbekämpfung und Bodenbearbeitung in Feld und Garten". 6.45 bis 7.15 Uhr: Vortragszyklus des städtischen Gesund- heitsamts: „Landheime", Vortrag von Prof. Dr. Schlesinger. 7.15 bis 7.45 Uhr: Funkbochschule Frankfurt: Charaktergestalten aus der Geschichte des neueren deutschen Unternehmertums, V. Aus dem Kreis ber Mitarbeiter und Jortsetzer Emil Rathenaus: Waller Rathsnau und Oskar o. Miller" — Vortrag von Professor Dr. Ktintzel. 7.45 bis 8 Uhr: Englische Citeraturproben, oorgetragen von Paul Olbrich, Studienrat an der Musterschule. 8 bis 8.30 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8.30 bis 10 Uhr: Vortragsabend Professor Marcell Salzer. 10 bi» 11 Uhr: Reue Schallplatten. 2 Teller Suppe für nur 13 Pfennig »rhnlt#n Ai- mfih-fnc; nuf hip r ninrhitp TTtpifp — h erhallen Sie mühelos auf die c nsachste Weise - durch kurzes Kochen mit Master - in reicher Sortenauswahl aus MAGGI5 Suppen-Würseln K 2 Teller Stores, enorm preiswert Mk. 5.50, 4.60, 3,75, 2.65 5taininji)nltfl!i?löpfr,3l!ii)rü9 in allen VreiSlaaen. 4164c SlügeügMösr Sonneöom Aliccstrasie 11, neben Hess. Hof Än!s-Mt!u>M (10 to.)| fahrt Ende bieiet Woche nach Richtung' Frankinri a. BL und zurück nach Stelen. lyüter nach und von genannter Richtung können noch nutflenommen. beziv mitiiebrachi werden. 4173V Stück: at i St Bender, («• nt. b.e.. Gikfccu Lveduion und ^.övetiran-vor: Marburger Stv. 7, Te,evh>m l->i9 u tN«. ,6tÜ Ott u6 ot eint« lehr kttee *n EchUpp«KdU»M>e, nu^en cn> 3n|-^nxÖunotn Dir bre-mallge Anwendung Ihrer .ti"». Igei • »t>Uincil. Stift' Ul le elnei halben Seche bat Selben lo gründlich beteiligt a auch bit MOl»Ulcherwel|e zu erwartende» Rück Lge biS beute aant ouigeblkbeii flnb. Hau> amtmann H? ü «tck. to fta fl6%ig). JRt. I - (25% tg) unb Dil. LbO I«. ftckrküe Norm Dazu .ßutfoeb.Creme- i 45, A6 ■ W f |g. In ave Lpstheken. Drogerien n $at(Qmedfn erhültlich Altes Blei iSbieiröbien- lauf: vrühlfcheLrackerei • D Schult» 7'9 Pens. BranflÄ"» Zimmer frei. Tal. 1085 IWD fliiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiD 3 BUM» rw^enuoha > (Ja 9aae, mit Seiler, cuiL Garage, sofort zu vermieten. Lchr. Angeü unter "313- an den Gte». «nz OIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIÜIIIIO 5nd)? miiöl. Zimmer uiö'tiich" Babnbofs- näbe 2d)x. Angeb u."3340a.d GiestAn». 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Mai 1926 4172D Bücklinge Psd. 35-5> 10 Slck 85-L Hofs aus statt. 85 L» 4183D Rollmops die 4-Liter-Dose ca. 22 etd. !töisri!.TWtst SUMM empsiehlt sich tm Rüben unb Klicken lSWflaitcrafl-c<»3ll Heute nachmittag 48/4 Uhr verstarb nach kurzem schweren Krankenlager im 79. Lebensjahr unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel der* Lokomotivführer i. R. Philipp Kehr Er folgte seiner vor 3 Monaten verstorbenen Ehefrau im Tode nach. Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 11. Mai, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Kirchstraße 30. zeichneten einzureichen. Liehen, den 7. Mai 1926. Der Oberbürgermeister. 3. B.: Dr. Hamm. Dienstag, den 11. Mai, nachmittags 4 Uhr, und Mittwoch, den 12. Mai, nachmittags 4 Uhr, und abends 8 Uhr nea» im Saalbau Sauer, Neustadt 58 Dienstag, 11. Mai Geöffnet bis abends 8 Uhr Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Schützenstraße 8 1), den 9. Mai 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. d. M., nachmittags 21£ Uhr, von der Kapelle des Neuen Fried- Tanz nii WM Eintrittskarten: Mk. 4.00 bis 0.50. Für Studenten, Schüler und Schülerinnen übliche Ermäßigung. Vorverkauf Theaterkasse und Konfitürengeschäft Huntemann, Seltersweg Nr. 53. Stadttheater Liehen Verschoben auf Mittwoch, den 12. Mai, abends 7 Uhr: Laban - Schule Herr Wilhelm Huthmann Schneider. Verlangen Sie Ruhr- Nußkohlen HiiMkWt üormitlag 11 W üofciti in Arnsburg. Sltstsdechani 41650 Lenz. Ls- Alerspeier profane @ettj ''nm KaZ ^nisvoll W feil; ®°9 « «>hl »U Gen, Qtei änj'Äg sr8?f' wäre« Haitis ^kmSre^°4 i Gießener Konzertverein Reger-Oesellschaft Dienstag, den 1. Mai 1926, abends 8 übr, in der Stadtkirche Reger-Gedächtnisfeier t 11. Mai 1916 Ausführende: Caere von Conta (Gesang) aus Erfurt Adolf Wieher (Orgel) aus Halle Reger 3 Choralfantasien und Lieder. Eintrittskarten: I. Platz (Altar und Empore) Mk. 3 — 1L Platz (Vorderschiff) Mk 2 —, III. Platz (unnu-neriert) M. 1.—. Studenten- und Schülerkarten 50 Pf., bei Ernst Challier und abends an der Kasse. — Für Mitglieder des Konzert Vereins und der Regergesellschaft L Platz 2 Mk. II. I Inta 1 50 >ik. nur im Vorverkauf bis zum 8- Mai. {3944c neue Sommer - msita- ganoffeln 111 Pfund 25^> »> >« Deue MatjeS-tzeringe 3 Stuck...............70 L, Pa. holl. Dollheringe «9,c Pure Milcher...3 Sick. 50 feinste groh-Dorw.Dollheringe Frische Fische Dienstag früh 9 Uhr eintreffenb: frische Schellfische im Ausschnitt.....Pfd. 40 H Pa. Eabliau und Seelachs im Ausschnitt Pfd. 30 H ff. Dratfische........Pfd. 25^ Frische FischkolelettS Pfd. 40^ Die LH, Ion' au, Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 4r8c Am 8. Mai entschlief nach langem schweren Leiden, im Glauben an ihren Erlöser, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Schwester Marie Weigel Miene r foe rgenu Iq den Haupt rollen Xenia De*ni — Olga Ticheekewa — Bax Haoeen Livio Pavana.lt — Hermaan Pleha. Ballettmädels der Wiener Oper. Offiziere, Soldaten des Deutschmeister-Regiments, K. K Kadetten, Nachtbummler, Hochzeitsxäste. Aufgenommen in Wien an d. schöne blauen Donau imiiifitiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiruuiiiiiiiimiiiiiiiniiiiiiiimiiiiini 2. Film: DieChronäk von Grieshuus (Junker Hinrichs erste Liebe). In den Hauptrollen: Lil Dagover und Paul Hartmann. Wegen des zu erwartenden grollen Andranges zu den Abendvorstellungen bitten wir höflichst, nach Möglichkeit die Nachm.-Vorst, besuc >en zu wollen. Palast-Theater. Den'sche Heimat-Filme. Vortrag findet heute infolge Vortrases von Herrn Dr.Eckener nicht statt Neues Datum wird bek.geg. ÜluÖ1 2on ■ 3n letz' ■te der deatsa ' dieser UNS zu d« ligen. Konkurs lreisen haN ist in den 3 Prozent Men W c Licht Dg bilanz/e" tät duft ersten M ff* Ä ein ersteuM die entsorg, gegenhäll, d' soll über Di jubeln, denn Kandelsbi an Tatsächlich d sich auf eiw fuhr zurück- gerade von raten nicht Ausfuhr von ter Deurteilm Linie an. 01 als ein guteS ist eine üraqe eben unlerer fehlte selb! v felsigen Geld im Ausland k mehr unler 2 Ausfuhr ; günstig Ded^ delsverlr @in An^l geinacht, d H. dcrn lind in bereits abgel Liand des Deichsamts h Verträge er^el Eesamtaussul eine Steig einzelnen Lä b'iten leh'e Wolfen fiabi fteigerunaen: Gnnla Außlc w Luze' 3‘al Mr lebi mit dielen ! -uns waren, deutschen A 3eöenfa[fö belrestenten Mel ble zu tun übrig, Verträge mar^ mit Svanien, andere wiedei nüfe. einer A Tschechoslo^alk und Schweden. Mit Fran bereits seit I vhne dah sie ^er Grund lj dvnDeutschla Deistbegünsb, JW Fug« lofi Deutschla ^n9 erhalt« Deutschland ; J0" einem S\ Voller durch j deutscher Abend ,um Vesten der Ausbildung von deutschen Uotouialschwestern Sonntag, den 16. Mai, 6.30 Uhr pünktlich im Siebener Stadttheater Die Geschwister Schauspiel in einem Akt von Goethe. — Spielleitung: KarlIuhnke. Personen: Ludwig Linkmann, Trude Hetz, Karl Juhnke. Hüttenberger Volksleben Heitere Trachtenszenen am Dorfbrunnen und in der Spinnstube zusammengestellt von Georg Hetz.Leihgestern. der mufikalische TeU wird ausgesührt von dem Stuöenten-Grchefter unter Leitung des Herrn cand. med. Bergmann. Preise der Platze: eine. Wen. Anmeldungen für Alsfeld big 12. Mui bet Mttgl. Faber. Marktvb Sonderzug am 13. Mat nach Harlmannsbain fällt aus. Planmäf?. Zug ab tzsiei-en 8.16 Ubr, an var. mannShatn 11.08 Ubr. Rückiabrt: ab H. 6 52. an (Micken 952 Uhr. (4170c Nr. {08 Zweites Blatt Gießener Anzeiger {General-Anzeiger für Gberheffen)Montag, {0. Mai 1926 Deutschlands Außenhandelspolitik. Don HanS Dtngeldeh, ‘Berlin. 3n letzter Zeit konnte man von führenden Poluikern, aber auch in Dirtfchastskreilen, in Hinsicht auf die gegenwärtige Wirtschaftslage Deutschlands häufig die Ansicht hören, dah der tiefste Punkt der Wir Ichaftslriie überwunden sei, und das Jahr 1626 die Festigung und Gesundung der deutschen Wir.schast bringen würde, die man eigentlich bereits von dem Jahre 1925 erwartet hatte. Zweifellos haben wir bei der Betrachtung dieser Frage eine Anzahl Anhaltspunkte, die uns zu dieser optimistischen Auffassung berechtigen. «So kann man heute schon feststellen, das; die Zahl der Geschäftsaufsichten und Konkurse einen kleinen Rückgang aufzu- weisen hat, auch die Zahl der Arbeitslosen ist in den Monaten Februar und März um je 3 Prozent zurückgegangen. 3n der Hauptsache stützen sich aber die Vertreter jener optimistischen An icht darauf, daß untere Außenhandelsbilanz feit vier Mona en eine steifende Aktivität aufweist. 3m Dezember 1925 kann en wir zum ersten Male der staunenden Welt verkünden, daß unsere Außenhande sbi anz mit 36 Millionen aktiv war, im 3anuar 1926 stieg die Aktivität, 6. h. der Ausfuhrüberschuß, auf 87 Millionen, im Februar sogar auf 120 Millionen, im März auf 28G Millionen. Diese Zahlen sind zweifellos ein erfreuliches Zeichen, wenn man noch dazu die entspre 'enden Zahlen anderer Länder da- gegenhält, die fast durch"eg passiv sind. Man soll über diese Zahlen aber nicht gar zu sehr jubeln, denn man kann über die Ak ivität unserer Handelsbi'anz durchaus ge'.eiLer Meinung fein. Tatsächlich ist der Ausfuhrüberschuß hauptsächlich auf einen Rückgang unserer Einfuhr zurück usühren. während die Ausfuhr, gerade von Fertigfabrikaten, in den letzten Monaten nicht gestiegen ist. Darauf, auf die Ausfuhr von Fertigwaren, kommt es aber bei der Beurteilung un'erer Wirtschaftslage in erster Linie an. Ob der Rückgang unserer Einfuhr als ein gutes Zeichen betrachtet werden kann, ist eine Frage für sich. Er ist doch nur eine Folge eben unre~cr schlech en Wirtschaftslage, d. h. es fehlte selb ' vielen Großfirmen an dem nötigen flüssigen Geld, um in bemx bisherigen Umfang im Ausland kaufen zu können. Wir müssen vielmehr unser Augenmerk darauf richten, unsere Ausfuhr zu steigern. Dazu müssen aber günstige Bedingungen durch ents> rächende Handelsverträge oe'cha'fen werden. Ein Anfang ist ja in dieser Hinsicht bereits gemacht, d. h. mit einer ganzen Reihe von Landern find in den letzten Jahren Handelsverträge bereits abgelchlos'en worden, und wir können an Hand des Zahlenmaterials des Statistischen ReichSamts die günstige Wirkung tierer Handelsverträge ergeben. Danach erfuhr z. B. die deutsche Gesamtausfuhr im 3ahre 1925 gegenüber 1924 eine Steigerung von 34 Prozent. Bei den einzelnen Ländern, mit denen mir während der beiden leisten Jahre Handelsverträge abge- fchlossen haben, ergeben sich folgende Ausfuhrsteigerungen c England .... 53 Prozent Rußland .... 181 6 b-ct^ .... 55 Belgien .... 123 Luxemburg . . . 408 3‘al?n.....54 Wir leben daraus, daß die Handelsverträge mit diesen Ländern im allgemeinen günstig für uns waren, wenn auch nicht alle Wünsche der deutschen Wirtschaft dabei befriedigt wurden. 3ederstalls haben sie den Handelsve-'ehr mit den betreffenden Ländern durchweg be'ebt. Biel bfeibt nun auf diesem Gebiete noch zu tun übrig. Roch eine aanze Reihe Handelsverträge warten auf den Abschluß, insbesondere mit Spanien, Frankreich und Polen, während andere wiederum, infolge veränter'er Verhältnisse. einer Abänderung bedürfen, z. D. mit der Tschechoslowakei, der Schweiz, Oesterreich. Ungarn und Schweden. Mit Frankreich und Polen sind bekanntlich, bereits seit Jahren, Derhandlungen im Gange, ohne daß sie zu einem Abschluß geführt hätten. Der Grund liegt darin, daß die beiden Länder von Deutschland das Zugeständnis der absoluten Meistbegünstigung verlangen, ohne uns gleichwertige Zugeständnisse zu machen. Bestenfalls soll Deutschland eine listenmäßige Meistbegünstigung erhalten. Die Meistbegünstigung. die Deutschland zu gewähren bat, wird natürlich von einem Handelsvertrag zum anderen wertvoller durch die neuen Zugeständnisse, die darin wiederum einem Lande gemacht werden, und die dadurch automatisch allen Ländern, die unsere Meistbegünstigung genießen, zugute kommen. Darüber müssen unsere Regierungsstellen sich absolut klar fein und unsere Forderungen entsprechend abtoägen. Dies gilt insbesondere in Hinsicht auf Spanien. Bekanntlich war mit Spanien bereits im vergangenen Jahre ein Handelsvertrag abgeschlossen worden, der gewiß nicht als ideal bezeichnet werden konnte, aber doch die Möglichkeit eines geregel en Handelsverkehrs bot. Trotzdem wurde dieser Vertrag im 3ntereffe der deutschen Weinbauern wieder gekündigt. Die spanische Regierung antwortete darauf mit der Erklärung des Zollkrieges und zeigte sich den deutschen Unterhändlern, die über einen neuen Vertrag verhandeln sollten, wenig entgegenkommend. Es kam bann zum Abschluß eines provisorischen Abkommens, das nun dicht vor dem Ablauf steht, nämlich am 16. Mai. Man rechnete damit, daß bis zu diesem Termin der neue Handelsvertrag unter Dach gebracht wäre. Erst lieh sich auch alles ganz schön an, bis nach dem Intrigenspiel von Genf die spanische Regierung ein Einfuhrverbot für Farben erließ, durch welches Teerfarben und Zwischenprodukte unter ein Einfuhrverbot gestellt wurden. Unter gewissen Voraussetzungen kann zwar' eine Einfuhrerlaubnis erteilt werden, doch ist öen spanischen Behörden volle Freiheit zu jeder willkürlichen Handlung gewährt, so daß die Verordnung, entgegen den Dementis der spanischen Regierung, doch einem generellen Einfuhrverbot gleichkommt. Die spanische Regierung behauptet nun, daß dies F..rbeneinfuhrverbot zum Schutze der jungen spanischen Farbenindustrie notwendig geworden sei. Tatsächlich existiert in Spanien aber zurzeit nur eine einzige Teerfarbenfabrik, die im ganzen etwa 60 Arbeiter beschäftigt. Cs liegt daher klar auf der Hand, dah dieser Grund nur vorgeschoben ist, um den eigentlichen Grund zu verschleiern. Der eigentliche Grund ist aber der, um der spanischen Delegation ein Druckmittel für die Fortführung der Handelsveriragsverhandlungen in die Hand zu geben. Denn im 3ahre 1924 war die deutsche Teerfarbenindustrie an der Einfuhr in Spanien mit 66 Prozent beteiligt. Diese Zahl dürfte alles besagen. Inzwischen ist die deutsche Delegation zur Fortführung der Verhandlungen nach Madrid abgereist, und viele Augen begleiten sie. Wir erwarten von ihr nicht, daß sie einen fertigen Vertrag um jeden Preis mitbringt, wenngleich wir hoffen, daß eS zu einer Einigung zwischen den Vertragsparteien kommt. Aber eine Voraussetzung muh fein, daß Spanien zuerst das Farbeneinfuhrverbot aushebt, ferner aber muh die spanische Delegation, dem Wert der deutschen Meistbegünstigung entsprechend, Deutschland sonstige Zugeständnisse machen. Spanien ist hinsichtlich seiner Südfrüchte so aus Deutschland angewiesen, daß es ebenfalls vor einem vertrag- losen Zustand zurückschrecken wird. Es ist übrigens zu begrüßen, daß man diesmal Vertreter der deutschen Wirtschaf t zu den Verhandlungen selbst hinzugezogen hat, und es ist zu hoffen, daß auch die übrigen noch ausstehenden Handelsverträge unter Mitwirkung der deutsch«, Wirtschaft zu einem baldigen Abschluß kommen, damit die langsam be- ? innen de Gesundung des deutschen Wirtschafts- ebens anhalten und sich weiter entfalten kann. Verwaltungs uxus Unter diesem Titel setzt Dr. E. Flöhr im „B. T." auseinander, daß Deutschland heute noch von elf Reichsministern, 25 Ministern der Länder und rund 2500 Parlamentariern allein in den Ländern und im Reich regiert werde. Er weist daraus hin, daß Sachsen in Berlin eine Gesandtschaft mit einem Stab von zehn Herren unterhalte, während Deutschlands Botschaften in Paris und Angora nur je neun, in Moskau, Washington und Tokio nur je sieben und London und Madrid gar nur je sechs Berufsdiplomaten haben. Preußen unterhält noch in München eine Gesandtschaft, Bayern eine solche in Berlin und Stuttgart, ferner Generalkonsulate in Hamburg, Dresden, Frankfurt a. M. und eine unmittelbare Gesandtschaft im Auslande, nämlich beim päpstlichen cotuhl in Rom. Sachsen hat außer seiner Gesandtschaft in Berlin noch eine solche in München, Generalkonsulate in Köln und Frankfurt a. M. und ein Konsulat in Hamburg. Württemberg hat Gesandtschaften in Berlin und München, Konsulate in Hamburg, Dresden und Leipzig. Die übrigen Länder haben Gesandtschaften in Berlin. Das Reich unterhält eine Gesandtschaft in München und eine Vertretung in Darmstadt. Die Chimäre des Ruhms. Von Alfred Richard Meyer (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Belgien, Ende April 1926. Oluf fast allen alten Kathedralen Frankreichs und Belgiens hocken sie in vielerlei Her» hasten Gestalten, oft grotesk mit menschlichen Gliedmaßen oder auch Gesichtern versehen, als Wasserspeier ihre Verachtung auf das tägliche profane Getriebe tief unter ihnen ergießend, aus einem Kapitell unheimlich hervorwuchernd, geheimnisvoll lächelnd oder spöttisch feirenb oder sich untereinander anlnabbernd oder gar auf- fressend — die Chimären. Der Meister, der sie einst aus Stein in übermütige:, nein — man muß schon sagen: metaphysisch-höllisch bewegter Laune erschuf, ist immer unbekannt. 3n Frankreich mag er in den seltensten Fällen geboren fein: er war bestimmt immer niederdeutscher oder überhaupt deutscher Abstammung — das geht aus seinem typisch teuflischen Humor hervor. L. Maeterlinck, der Bruder des Dichters, hat zuerst grundsätzlich auf die Herkunft und den Sinn dieser Chimären hinaewie'en. in seinem Buche „Le gen re satirique dans la peinture flamande“. Auf thn geht auch in der Hauptsache der Docteur Eabanös im dritten Bande seiner „Moeurs intimes du passe“ zurück. Zwei Dichter aber sind «s besonders, die psychologisch-philosophisch dem kaum faßlichen Begriff der Chimäre am tieisten nahegekommen sind: 3. K. Huysmans in seinem Buche „Certains" und Rudolf Kaßner. ..Die Chimäre". Dennoch — der Begriff selbst bleibt ewig Chimäre. Was ist der Ruhm? Bei jedem Volke xlloas individuell Verschiedenes. Man soll nicht an diesem individuellen Ruhm herumdeuteln oder ihn gar kritisch schmälern wollen, wenn er eine Tradition hat. wenn diese Tradition wesentlich zur Befestigung des nationalen Gedankens beitrug. So widmete Friedrich der Große im 3ahre 1734 im Lager des Prinzen Eugen bei Philippsburg, als der polnische Erbfolce.rieg zehntausend Preußen zum kaiserlichen Heere gegen die Franzosen zog, dem Ruhm eine Ode, also beginnend: „Ein Göttliches in mir mit neuer Gewalt, dem Himmelreich entstammt, begeistert mich in heil'gem Feuer, der Ruhm mein tiefstes Herz durchflammt. Was deine Geister stolz verschönen, soll selig meine Laute tönen, ich will dein großer Sänger sein du weigerst nie dem Recht die Löhnung, und deines Lorbeers goldne Krönung wird jeden Mutes Siege weih'n." Belgien, so sehr es augenblicklich ein Land der Inflation ist, wähnt sich als siegreiches Volk. Das Schicksal, wie es in den Weltkrieg kam. ist ein trauriges, ja vielleicht ein tragisches. Belgien, zu klein und unvorbereitet, sich selbst den Sieg zu erringen, wurde durch „große Brüder" gerettet und hat heute seinen Ruhm — wie auch wir Besiegte den unseren für unser Volk in Anspruch nehmen können. Dennoch für Belgien handelt es sich weit mehr um einen „Ruhm", der propagandistisch gewaltsam schnell hochgezüchtet wurde und der jedem zu Besuch weilenden Deutschen als eine Chimäre des Ruhms erscheinen muß Dieser „Ruhm" ist nicht von gestern: er ist eine Angelegenheit allzu junger und lauter Propaganda: er ist mehr ein frischgetünchtes Aushängeschild als eine Sache nationaler Tradition von 3ahrhunderten her. Die prinzipielle Bedeutung des englischen Bohlenstreiks. Don Profestor Dr. Hermann Levy, Berlin. Es ist angesichts eines so gewaltigen wirtschaftlichen Ereignisses, wie es der Kohlenbergarbeiter- streik in England ist, völlig müßig, darüber zu disputieren, ob derfeloe durch eine geschicktere Politik der Regierung oder eine größere Kompromißbereitschaft der verstrickten Interessen hätte vermieden werden können. Dem Beschauer der in Frage kom- menden, komplizierten Verhältnisse des englischen Bergbaues mußte es seit langem klar (ein, daß hier so grundlegende Schwierigkeiten vor- liegen, dah ein Hin- und fjerjongliercn von kleinen Reiormmilleln weder für die Unternehmer noch die Arbeiter eine wirklich dauernde Befriedigung her- führen konnte. Und dies ist auch der Grund, weshalb man heute schon sagen kann: daß dieser Streik, wie er nun ausgehe, ob er von kurzer ober langer Dauer sein wird, niemals eine wirkliche endgültige Beilegung der Konflikte zur Folge haben" kann, wenn nicht die ganzen Dorausseyun- gen, unter denen heute der englische Kohlenbergbau arbeitet, eine Veränderung erfahren. In diesem Sinne ist der englische .Kohlenstreik in der Tat ein Problem „auf lange Sicht. Dor allem ging es dabei, zwischen den wirtschaftlichen und sozialen Seiten der Frage zu unterscheiden. Wäre die Beunruhigung im englischen Kohlenbergbau einer jener vielen Konflikte gewesen, welche von Zeit zu Zeit zwischen Arbeitern und Arbeitgebern ausbrechen, würde es sich bloß um Meinungsdifferenzen über bestimmte Lohnfeftfetzun- gen zum Beispiel handeln, so wäre sicherlich innerhalb des feit dem Beginn der staatlichen Subventionen nunmehr verflossenen Jahres eine Lösung gefunden worden, zumal der parlamentarische Ausschuß über den Kohlenbergbau in einem unlängst veröffentlichten, allein 294 Seiten umfassenden Vorbericht tatsächlich alle in Frage kommenden Möglichkeiten auf das genaueste festgestellt und erörtert hat. Die Schwierigkeit liegt aber dieses Mal in den wirtschaftlichen Verhältnissen, die zunächst ganz besonderer Ratur zu sein scheinen, deren Eigenart sich aber schließlich in Fragen allgemeiner Art auswirkt. Die Lage des Kohlenbergbaues ist im Jahre 1925 äußerst schlecht gewesen. Rach den amtlichen Ermittlungen wurden knapp 69 Millionen Tonnen ausgeführt gegen f a st 90 Millionen Tonnen im Zeitraum 1909 — 191 3. Weitere Ziffern ergeben, daß nicht weniger als 75 Prozent der englischen Kohlenförderung mit einem Verlust verkauft wurden, wenn man von der staatlichen Subvention absieht, und daß dieser Verlust bei mehr als 60 Prozent der Förderung mehr als einen Schilling pro Tonne betragen hat. Man erkennt ohne weiteres, welches die wirtschaftliche Lage des Kohlenbergbaues ohne Subvention fein würde, die es immerhin ermöglichte, daß im ganzen Durchschnitt 1 sh. 6 d. an der Tonne Kohlen verdient wurde. Der Staat will den Steuerzahlern die Bürde der Subvention nicht weiter auferlegen, die ja letzten Endes wieder von diesen getragen we den muß. Die Unternehmer felstn eine Mö llchkeit selbständiger, nicht auf den 3ufujuj angewiesener Rentabilität ocs englischen Kohlenbergbaues nur ir einer Reduzierung der Löhne oder noch stärker in einer Erhöhung der Arbeitszeit, die seit 1919 nur sieben Stunden beträgt und bei Berücksichtigung der tatsächlich geleisteten Arbeit im Bergwerk 5—6 Stunden ausmacht. Die Arbeiter hingegen wollen nicht jener Vorteile im Arbeitsverhältnis verlustig gehen, die sie während der Besetzung des deutschen R.,ein- und Ruhrgebietes und der zeitweilig glänzenden Konjunktur des englischen Kohlenabsatzes leicht erringen konnten. Es ist immer schwierig, errungene soziale Verbesserungen der Löhne und der Arbeitszeit wieder „abzubauen", wenn auch die Konjunktur sich verändert hat. Die sozialen Bedingungen find weit weniaer elastisch als die wirtschaftlichen. Hieraus ist der Konflikt entstanden. Man erkennt ohne weiteres: Es handelt sich nicht nur um einen Kampf zwischen Arbeitgeber und Arbeiter, sondern um die prinzipielle Frage: was soll geschehen, wenn die wirtschaftliche Lage einer Industrie die einmal erreichten Arbeitsbedingungen nicht mehr ertragen kann? Darüber hat nämlich der amtliche Bericht keinen Zweifel gelassen: daß unter den heutigen Verhältnissen für einen großen Sektor des englischen Kohlenbergbaues keine Rentabilitätsmöglichkeit besteht. Aber gerade diese Differenzierung innerhalb des englischen Kohlenbergbaues ist das so überaus erschwerende Moment. Man stelle sich vor, daß es in Großbritannien nicht weiniger als 1400 Grubenunternehmungen gibt, welche zusammen die enorme Zahl von mehr als 2500 Gruben besitzen. Diele beschäftigen nur 50 Arbeiter, andere mehr als 3000. Man kann 3n jeder Stadt, fast in jedem Dörfchen, verhältnismäßig rasch und mehr für den Augenblick nützlich denn künstlerisch einwandfrei im früheren Frontgebiet wieder ausgebaut, stehen die Trophäen des Krieges, alte Kanonen, Minenwerfer vvrsündflutlichen Kalibers, Graben-Revolvermaschinen, die wie aus Museen hervorgekramt anmuten und es auch bisweilen sicher sind. „Ver- overd door het Belgisch Leger“ steht stolz an so einem verrosteten Eisending, das niemals erobert wurde, sondern das von uns Deutschen einfach auf dem Rückzug vom Spätherbst 1918 zurückgelassen wurde als — altes Eisen, oft genug das Laufrohr noch gesprengt. So stehen allein in der Stadt Gent an die dreißig kleineren und größeren Geschütze als Siegesbeute. 3ch war noch zweiTage vor Was e .st l.stand im Rovember 1918 hier, als die englischen Soldaten friedlich auf dem einen Ufer des Leie-Kanals in einem Estaminet zum Orchestrion tanzten, die deutschen Soldaten auf dem anderen Ufer dasselbe taten, sogenannte Feinde, nur durch ein bißchen Wasser und primitivstes Drahtverhau voneinander getrennt und das Maschinengewehr m^hr zum Scheine denn zum Angriff ausgestellt. War das noch Krieg? Kann da von einer Eroberung die Rede sein? Damals, als es sich hier noch um einen besehlsmähigeii Rückzug unsererseits handelte. Und wenn überhaupt jemand von Eroberung hier reden wollte, könnten es höchstens die Engländer sein und niemals die Belgier. Die tarnen erst erheblich später und mögen sich ja da schließlich diese Trophäen gesichert haben, die nur Chimären von Trophäen lind. Run steht das in den frühl'.ngsgrünen Vorgärten der Kircken gekuschelt oder sichtig protziger vor einem Theater oder sonstwo auf einem öffentlichen Platze. Der Verkehr der Straßen ringS- sich hieraus eine Vorstellung machen, wie verfchieden die ganze technische und organisatorische Struktur der englischen Kohlenbergwerke sein muß. In der Tat hat der Ausschuß in vielen Fällen geradezu vorsintflutliche Derhällnisse festgestellt. Er hat Berechnungen aufgestellt, nach denen sich ergibt, daß z. B. zwischen Januar und Juni 1925 die kleinsten Betriebe über 8 sh. Verlust an der Tonne Kohlen hatten, während die größten immerhin — auch ohne Subsidien — einen kleinen Gewinn verzeichn neten. Diese Tatsache ist von größter Tragweite. Unzweifelhaft hätte bei einer stärkeren Betriebskonzentration, wie sie etwa in Rheinland Westfalen vorhanden ist, auch der englische Kohlenbergbau schon längst zu einer kartellisti- scheu Organisation überzugehen vermocht, welche in der Lage gewesen wäre, unrentable Betriebe zugunsten der Gesamtheit stillzulegen, und den Wettbewerb aller gegen alle auf sogenannten unbestellte- nen Märkten so äu regulieren, daß hier eine ausreichende Preisbildung erzielt worden wäre. Die Zersplitterung macht dieses Verfahren unmöglich. Demgegenüber hat der parlamentarische Ausschuß mit vollem Recht die „Rationalisierung", welche den A r b e i t e r f r c i f e n vor- schwebt, abgelehnt. Denn diese würden nur eine staatliche Erhaltung der nicht mehr leistungsfähigen Gruben auf Kosten der Allgemeinheit bedeuten, eine Zukunftspolitik ohne irgendwelche Rücksichtnahme auf die freien wirtschaftlichen Verhältnisse. Hingegen haben sich die Unternehmer im Laufe der letztwöchentlichen Verhandlungen zu der Gewährung nationaler Minimallöhne bereitgefunden, obschon auch diese eine höchst bedenkliche Schabionisierung der industriellen Organisation gerade angesichts der völlig differenzierten Produktionsver- hältnisfe bedeutet. Keine Einigung konnte dagegen wegen der Verlängerung der Arbeitszeit auf acht Stunden erzielt werden. Auch hier liegen die Ursachen tiefer, als man zunächst meinen möchte. Auch der parlamentarische Ausschuß ist bemerkenswerterweise gegen den Achtstundentag gewesen. Er berechnet zwar, dah nicht weniger als 30 Millionen Tonnen Kohlen dann mehr gefördert werden könnten, aber er wirft die Frage auf: Wohin mit dieser Mehrerzeugung bei den bereits überfüllten Märkten? Und wiederum: Wird bei der verlängerten Arbeits- zeit im ganzen trotz erhöhter Einzelleistung nicht mehr erzeugt, so würden 130 000 Arbeiter zu entlassen sein und die Arbeitslosigkeit vermehren. Da liegt der Kernpunkt der ganzen Frage. Eine Reorganisation des englischen Kohlenbergbaus auf Grund höherer Leistungen der Arbeiter wäre nur möglich, wenn zumindest der heute veraltete Teil der englischen Kohlenbetriebe zugrunde gehen würde. Ein radikaler Resormversuch wäre nötig. Man kann nicht das Loch des einen Aermels mit dem Stoff des anderen Aermels flicken, wenn der Anzug ausgebessert werden soll. Würde die unrentable Erzeugung veralteter Gruben fortfallen, die wirklich rentierenden aber bei erhöhter Arbeitszeit rentabler wirtschaften, s o märe der dann tätige Teil des englischen Kohlenbergbaues gerettet. Es müßten also allerseits Opfer gebracht werden, um eine große Industrie neu aufzubauen. Hierin liegt die eigentliche Schwierigkeit. Man wird nach diesen Darlegungen nicht umhin können, das eigentliche Problem des Riesenkonfliktes in den wirtschaftlichen, nicht in den sozialen Verhältnissen zu suchen. Im Grunde genommen ist das englische Kohienproblem, wenn es sich auch als großer sozialpolitischer Kampf barfteQt, wie so viele Fragen der heutigen Zeit, ein Ueberproduktions» problem — oder Unterkonsumtionsproblem — der Nachkriegszeit. Die englischen Kohlenarbeiter wuß- ten, weshalb sie gegen das Dawes-Abkommen waren: weil sie sofort in den deutschen Kohlen-Sach- leiftungen eine Gefahr neuer Marktüberhäufung und damit ihrer eigenen Lohnbedingungen erblickten. Aber sie sollten heute bedenken, daß die besondere Schwierigkeit, unter denen gerade der englische Kohlenbergbau leidet, darin besteht, daß seine Organisation — technisch wie wirtschaftlich — nicht „up to date“, d. h. modern genug ist. Ist es unter solchen Verhältnissen gerechtfertigt, zum Schutze der antiquierten Verhältnisse die Hilfe der Konkurrenzländer anzurufen, deren Organisation eine bessere ist? Es dürfte verständlich sein, wenn internationale Arbeiterschaften in Frage unwürdiger Arbeitsbedingungen zusammenstehen. Ander steht es, wenn gewisse Forderungen einer einzelnen nationalen Arbeiterschaft darauf hinauslaufen, sich durch staatliche Hilfe, durch Hilfe der Steuerzahler und durch eine Ausschaltung fremden Wettbewerbes einem wirtschaftlich zwar gerechtfertigten, aber in feinen Auswirkungen zunächst für alle Beteiligten fchmerzli das vier ganze 3afjre lang drw b ' ging, bis auf uniert <aben sich in den Gemeinden des Hüttenberges bis auf den heutigen Tag erhalten. An der Der obungsfeier nimmt die gesamte Dorfjugend teil, indem sie in gemeinschaftlichem Zuge vor dem Verlobungshause aufmarschiert, dort dem verlobten Paar bas sogenannte „Ehestandslied" singt und ihm zur Verlobung durch Händedruck Glück wünscht. Der Bräutigam zeigt sich dann durch ein Geldgeschenk er kenntlich, für das in der Regel ein Faß Bier ge trunken wird. Die männliche Dorfjugend läßt es sich hierbei nicht nehmen, die Verlobung außerdem nock; durch lautes Peitschenknallen vor dem Hause des Brautigams oder der Braut anzukündigen. Naht aber ber Hochzeitstag, unb bas Aufgebot wirb vom Stanbesbeamten erlassen unb im Gemeindebekannt machungskasten zum Aushang gebracht, bann voll stehen sich oft noch viel lustigere Stückchen. Kaum hat ber Drtsbiener bas Aufgebot ausgehängt, so finben sich schon am selben Abenb junge Burschen, die ben Kasten mit Pflügen, Eggen, Eggenschleifen u. dgl. „[tiefen" (stützen). Die Stärke der Stützen - richtet sich ganz nach der körperlichen Konstitution der Brautleute. Sind ber Bräutigam und die Braut groß und stark, so werden auch stärkere Stützen verwandt, bei kleineren Brautleuten erfüllen schwächere Stützen den Zweck. Den Rekord in dieser Beziehung haben nun junge Burschen eines Hüttenbergdorfes vor kurzem geschlagen, indem sie bei dem' gleichzeitigen Aushang von drei Aufgeboten neben" allen möglichen sonstigen Gegenständen den Teil eines d'cken Baumstammes dem Bekanntmachungskasten als Stütze unterstellten. Man mag über diese Sitten denken, wie man will, die Jugend hat sie von den Vorfahren ererbt und wird sie sich auch nicht nehmen lassen. Kreis Biedenkopf. 1 Biedenkopf, 8. Mai. Der piefige Schwetnemarkt war mit 10 schlachtreifen Schweinen. 37 Läufern und 213 Ferkeln befahren. Die Ferkel kosteten 30 bis 35 Mark für 4 bis 6 Wochen alte Tiere, 40 bis 45 Mark für 6 bis 8 Wochen alte. kz. Waldgirmes, 8. Mai. Die Obstaussichten sind in diesem Jahre bis jetzt ausgezeichnet. -Die Birnen sind verblüht und haben gut angesetzt. Die Apfelbäume sind zum Teil noch im schönsten Blühen, die schon vorhandenen Fruchtansätze versprechen eine gute Apfelernte. kz. Naunheim, 8. Mai. Die Maulwurfs- plage macht sich in diesem Jahre wieder in starkem Matze bemerkbar. Unsere Gemarkung hat bedeutend mehr Maulwürfe als die beiden' Nachbargemeinden Waldgirmes und Niedergirmes. Zu Beginn des Frühjahrs suchten die Tiere die noch niedrige ftornfaaf heim, jetzt haben die Kerstenfelder zu leiden. Dillkrcis bl. Dillenburg, 8 Mai. Der Bezirksver band, der seinerzeit die Ueberlanbzentrale m Oberscheld erwarb, konnte im letzten Ge schästsjahr daraus eine Einnahme von etwa 160 000 Mark erzielen. Mit dem Betrag sollen vor allen Dingen notwendige Verbesserungen ausgeführt wer den. Bekanntlich schweben auch Verhandlun gen zwecks Beteiligung des Dillkreises an dem Unternehmen. bl. He rb o rn, 8. Mai. Unter dem Einfluß ber luten Witterung nehmen die F r ii h j a h r s d e teHarbeiten auf dem Westerwalde einen guten fortgang. Wintersaat ist im Durchschnitt seh? gut, o baß mit einer guten Korn- nnb Weizenernte ge rechnet werden kann. Allem Anschein nach scheint es auch in diesem Jahre viel Obst zu geben. Die Bäume blühen reichlich. einerlei, ob er nun von uns noch gesprengt wurde oder sein noch Jahrhunderte überdauerndes Gehäuse Irgendwelchen fahrenden Leuten zur Sommer- oder Winterwohnung überläßt: Besucht ja das Kriegsmuseum in Zeebrügge! Was man denn auch tut — schon weil man auf der äußersten Spitze der Mole bei dem sogenannten Molenfürsten — o, lieber Freund, wo magst du weilen? - so angenehme Stunden verleb» hat, nicht nur als damals „Intrepid" und- „Iphigenie" mit ihrem Betoninhalt die Zufuhr zum Brügger Kanal für unsere U-Boote definitiv sperren soUten und der Molenfürst den Hohenzollern von S. M. persönlich überreicht erhielt... Alm das Pfingstfest herum im Mai vor acht Jahren war das. .. Um nun ein Museum zu sein, mit dem Schlagerstück der „Original"-Messe der deutschen U-Boot-Kommandanten und mit einem offiziellen Führer vom Colonel G. Stinglhamber D. S. O. als Menaging Directeur, der sich noch ein besonderes Vorwort vom Late Duke of Wellington's Rgt. Major C. S. Langdale schreiben lassen mußte. Das hier soll nun ein Museum sein? Es ist die Chimäre eines Museums für jeden Deutschen und noch mehr für jeden Deutschen, der das Vergnü- gen hatte, dieses Original-Kasino im Kriege per- sonlich zu kennen und dort als Gast zu verkehren. Hier hat man bas wundervollste Musterbeispiel, wle Legenden entstehen können, so auch die, • --m * ,enem Husarenstückchen der Engländer im Mai 1918 gegen Zeebrügge und Ostende kein mnziges deutsches U-Boot mehr den Hafen von -vrugge verlassen habe. „Da lach ik as de Bur. wenn he mit'n Meßforken kiddelt ward!" Din 1? ^bst so manches liebe Mal auf Deck eine£ U-Bootes von Brügge nach Zeebrügge gefahren und an der Mole bei dem „Fürsten" ausgestiegen, herzlich bedauernd, daß ich die Oberhesfen. Landkreis Gießen. • Heuchelheim, 8. Mai. DaS Jahres- fest ber K i r ch engesangvereine des Dekanats Gießen wird am Sonntag vor Pfingsten, 16. Mai, hier stattfinden. Da die Kirche im Innern noch nicht ganz wiederhergestellt ist, werden der Gottesdienst um 1.45 Uhr und auch die Nachfeier um 3.30 Uhr in der neuen geräumigen Turnhalle abgehalten werden. n Große n-Linden, 8. Mai. Die Pflasterung der Kreisstraße Großen-Lin- d e n—K lein-Linden wird so eifrig betrieben, daß diese Arbeit voraussichtlich bis Pfling- ften beendet ist. — Mit Der teilweisen Grablegung des Kleebachs ist seit einigen Tagen begonnen worden, der Rest der männlichen Erwerbslosen hat hierdurch Beschäftigung gefunden. Damit die Anwohner durch den von den Autos aufgewirbelten Staub nicht mehr belästigt werben, läßt die Kreisstraßenverwaltung die durch die hiesige Stadt ziehende Kreis st raße mit Teer bestreichen. £ Wieseck. 10. Mai. Nachdem die A u s- b e s se r u n g s a r be i t e n. die an einem Teil des Weges zwischen Gießen und Wieseck borge- Kommen wurden, z u Ende geführt sind, kann von morgen, Dienstag, ab der Autoverkehr Wieseck — Gießen sein?n Betr'.eb in vollem Umfange wieder aufneymen. Wahrend der einen Woche, in der der Betrieb infolge der Straßensperre ruhen mußte, konnte die Wahrnehmung gemacht werden, daß das Fehlen des jetzt gewohnten Verkehrsmittels sehr unangenehm empfunden wurde. s. Rödgen, 8. Mai. Die hiesigen Arbeitslosen und einige aus dem nahen Trohe werden für einige Wochen Arbeit haben, da in unserem Dorf ein langer Straßenzug kanalisiert und diese Arbeit als Notftandsar- beit ausgeführt wird. Die Ausführung hat der Bauunternehmer Schäfer aüs Wi^eck übernommen. Daubringen, 8. Mar Unter den kleinen, noch nicht schulpflichtigen Kindern sind die Masern ausgebrochen, so daß fast der größte Teil der Kinder erkrankt ist. Die Krankheit hat glücklicherweise bis jetzt einen günstigen Verlauf genommen. D.e Kleinlinde r s ch u l e mußte ihre Pforten schließen. — Die Gemeinde hat eine neue Sandgrube in ber Nähe des großen Quarzitsteinbruches anlegen lassen und diese einem Konsortium von vier Leuten verpachtet, die die Verwaltung darüber und vor allem den Zufahrtsweg, sowie die gesamte Anlage instand zu halten haben. Die durch die Ausbeutung der Grube vereinnahmten Gelder fließen zur Hälfte in die Gemeindekasse. i Grünberg, 8. Mai. Ein Kölner Auto, bas sich auf dem Wege nach Hause befand, brannte auf ber Straße Grünberg—Gießen im Walbe unweit Grünberg fast vollständig aus. Durch einen heftigen Knall wurde ber Fahrer, der stch allein im Wagen befand, aufmerksam imd konnte sich durch rechtzeitiges Abspringen noch retten. Das Auto wurde nach Grünberg geschleppt. — Die Vorstandsmitglieder ber Mittel st anbsverelni- gung unb des Bauernbunbes hielten eine gemeinschaftliche Sitzung ab, in ber wichtige Ge- meinbeangelegenheiten besprochen wurden, u. a. auch bie Erweiterung des Gallusmarktes. Vorerst ist geplant, daß am ersten Tage des Gallus- Marktes Schweine- und Krämermarkt, am zweiten Tage Rinboiehmarkt, Prämiierung und Verlosung ftattfinben soll. Eine Kommission ist beauftragt, biefer Angelegenheit näherzutreten unb hierüber einen Plan oorzulegen. Kreis Friedberg «jl Bad-Nauheim, 8. Mai. In der gestri- .gen Sitzung ber ©tabtoerorbneten fand bie ^gesetzliche Anorbnung, wonach die im Jahre 1926 ^begonnenen NeubaiitenfünfJahregrunb- ft e u e r f r e i finb, die Zustimmung ber Versammlung. Gutgeh: ßen wurden zwei Vermietungen in städtischen Neubauten, ferner verschiedene Neuregelungen des Schwimmbabbetriebs im stäbti- fefjen neuen Freibab. Die Einzelkarte kostet in biefem Jahre 30 Pf. (voriges Jahr 25 Pf.), die Dauerkarte 6 Mk. Kinber zahlen die Hälfte: diese Vergünstigung gilt für Jugendliche bis zu 17 Jahren (seither nur bis zu 14 Jahren). Der Antrag ber Verwaltung auf Umbau bes städtischen au f e s Hauptstraße 55 wurde gegen die Stimme ber Verwaltung abgelehnt, weil bas betreffende Haus baufällig und zum Abbruch reif fei. Da der Wohnungsmangel feine Benutzung vorerst noch notwendig erscheinen läßt, wurde naber 1000 Mk. für die allernotwendigsten Reparaturen bewilligt. In der vorigen Sitzung schloß sich an den Antrag ber Verwaltung und des Bauaussckiusses, die M i e t- p reife in einer größeren Zahl städtischer Häuser ab 1. Juli um 5 bis 10 Proz. zu er- höhen, eine lebhafte Auseinandersetzung zwischen einem Privathause unterrichtet. In dem vvr- > genannten Jahre wurde das Gemeindewirtshaus umgebaut und Schulzwecken dienstbar gemacht. 1891 erfolgte ein zweiter Umbau, der das Anwesen von Grund auf änderte. Um Raum für eine 2. Schulklasse zu schiffen, wurde 1914 ein neues Schulhaus begonnen. Mit Ausbruch des Krieges muhten die Arbeiten eingestellt werden. Die Fertigstellung unterblieb nach Kriegsende, weil die nötigen Geldmittel fehlten. Dafür wurde ein zweiter Saal dem alten Schulhause angebaut, was mit geringerem Kostenaufwand geschehen konnte. Kreis Alsfeld. 6e* 311S f e I ö, 8. Mai. (Stadivorstands- sihung.) In der jüngsten Sitzung gelangte der Voranschlag der Stadt-, Hospital- und Armenkasse für das Rechnungsjahr zur Vorlage. Er balanciert in der Betriebsrechnung mit Mart 461 640 in Einnahme und Ausgabe, in der Vermögensabteilung mit Mark 29 142 gegen Mark 185 020 im Vorjahre: insgesamt belaufen sich die Einnahmen und Ausgaben demgemäß voran- schlagsmählg auf Mark 490 782 für das Rechnungsjahr 1926. Der ümlagenbeb ar f beziffert sich, nachdem die Finanzkommissivn bei der Vorberatung des Voranschlags etwa Mark 9000 an den Ausgaben für den Betrieb gestrichen hat, , auf Mark 91 000 gegen Mark 83 00U im Vorjahre. Es wäre an und für sich möglich gewesen, ohne Erhöhung der Umlagen im neuen Voranschlag auszukommen, wenn nicht eine sehr erhebliche Herabsetzung der Steueranteile vom Reiche erfolgt wäre. Während im abgelaufenen Rechnungsjahre der Anteil der Stadt aus Einkommen-, Korperschafts- und Tlmsahsteuer Mark 77 000 betragen hat, ist der Anteil nach dem neuen Schlüssel für das Rechnungsjahr 1926 vom Reiche auf Mark 61 870 festgesetzt worden, was mithin einen Ausfall von fast Mark 16 000 bedeutet, für den anderweitig Deckung gesucht werden muß. Infolge der allgemeinen ungünstigen wirtschaftlichen Lage ist ferner bei der Gewerbesteuer im neuen Rechnungsjahre mit einem erheblichen Steuerausfall zu rechnen. Dieser Ausfall muß auf die anderen Realsteuern umgelegt werden. Man ist bei der Aufstellung des Voranschlags von dem Grundsatz äußerster Sparsamkeit und. Einschränkung der Ausgaben ausgegangen. Bei der Einzelberatung wurden an verschiedenen Rubriken Abstrich? in den Ausgaben mit zusammen Mark 3000 gemacht, das Betriebskapital wurde von Mark 25 000 auf 20 000 herabgesetzt. Unter Berücksichtigung dieser Aenderungen ergibt sich ein Umlagenbebart von Mark 83 000, das ist dieselbe Summe wie im vorigen, Voranschlag. Die Steueraus- schlagsfätze wurden wie folgt für das Rechnungsjahr 1926 beschlossen. 18 Pfg. für je 100 Mark Steuerwert der Gebäude und Bauplätze, 36 Pfg. für je 100 Mark Steuerwert der land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücke. Nach einer Verfügung des Ministeriums des Innern sollen diese beiden Steuerwerte möglichst im Verhältnis von 1:2 besteuert werden, was bei diesem Ausschla^ssatz geschehen ist: 45 Pfg. auf je 100 Mart Steuerwert des landwirtschaftlichen Anlage- und Betriebskapitals. 45 Pfg. auf je 100 Mark Steuerwert des gewerblichen Anlage und Betriebskapitals. 30. Pfg. auf je 1 Rin. Gewerbeertragssteuer vom staatlichen Gewerbe- vertra^ssoll des Rechnungsjahres 1925 ; 40 Pfg. Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz. Dies« Steuersätze ergeben nach Abzug eines bestimmten Betrages für Erlässe und Ausfälle an Steuern den Betrag von Mark 83 000, das ist dieselbe Summe wie im Vorjahr. Der Voranschlag wurde in dieser Form genehmigt. Man ging davon aus, daß in Anbetracht der hohen Steuersätze, welche der Staat bei der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz in diesem Jahre erhebt, die städtische Sondersteuer auf keinen Fall gegen das Vorjahr erhöht werden dürfe. Verschiedene bei der Beratung des Voranschlags gcstellto Anträge und Wünsche wurden an die zuständigen Kommissionen zur Prüfung überwiesen. -er. Homberg a. d. Ohm, 8. Mai. Dieser Tage wurde in Gegenwart des Kreisschulrats Huff aus Alsfeld ein Kursus für die Hand- arbeitsl.ehrerinnen des Kreises, speziell für die Lehrereinnen der näheren Umgebung Hombergs, in der hiesigen Stadthalle eröffnet. Die Leiterin ist Frl. De iß aus Bellersheim. Der Kursus wird voraussichtlich bis Pfingsten dauern. Nach den Pfingstferlen beginnt ein ähnlicher Kursus in Kirtorf für die Handarbeitslehrereinnen aus dessen nächster Umgebung. Weitere Ä'urfc werden in den größeren Orten folgen. — Durch die Bautätigkeit in diesem und im vergangenen Jahre ist allmählich die Ober-Osleidener Straße aus- gebaut. Für später ist die Verbindung derselben mit der Ernst-Liidwig-Straße in Aussicht genommen. Allenthalben spürt man die rege, vermittelnde Tätigkeit des hiesigen B a u v e r e t n s , der sich darum auch großer Wertschätzung erfreut. der Linken und der Wirlschastsparlel an, deren Ergebnis die Vertagung des Verhandlungspunktes war. Nach nochmaliger Beratung im Bauausschuß kam jetzt der Vorschlag zur A n n o hm e , der die Mieten in den betreffenden Häusern auf dem seitherigen Satz bis zum 1. April 1 927 stehen läßt. Dagegen stimmte die Mitte, die eine Erhöhung von 5 bis 10 Prozent forderte. Unter Besprechungen wurden gegen der von einer hiesigen Firma eingerichteten Autoverkehr nach dem Waldbaus und dem Johannisberg Beanstanoun- g e n oorgedracht, u. a. daß sie das Gewerbe der Lehnkutscher schädigen und auch die Ruhe bes Waldes stören, tue im Interesse der Kurgäste erhalten werden müsse. Die Verwaltung sagte Prüfung der Angelegenheit zu. In der nichtöffentlichen Sitzung wurde ein kleinerer Geländeankauf gutgeheißen. Kreis Büdingen. „ ?" Nidda, 8. Mai. Infolge des augenblicklich günstigen Geschäftsganges in der Holzindustrie konnte eine Anzahl der durch Stilllegung der Staffel'schen Papierfabrik arbeitslos Gewordenen in dem hiesigen Sägewerk Unterkommen. Einige haben auch in der Basaltindustrie Arbeit gefunden. Der größte Teil aber ist noch unbeschäftigt und sieht recht trübe in die Zukunft, weil nach fast viermonatigem Stillstand immer noch keine Hoffnung auf baldige Wiederaufnahme der Arbeit vorhanden ist. nd. Nidda, 8. Mai. Zu unserer Nachricht vom 4. d. Mts. über die Anwesenheit des Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt ist berichtigend mitzuteilen, daß es sich bei den Verhandlungen nicht um die Erbauung eines Zollamts, Jon- dern um Errichtung von Wohnhäusern für Finanzbeamte drehte und dazu die erwähnten Bauplätze in Aussicht genommen finb. L Nibba, 8. Mai. Die Stabtverwaltung ist stets bemüht, ben Arbeitslosen nach Möglichkeit B e s ch ä f t i g u n g zu verschaffen. Es wurde die Anlage eines E i s t e i ch e s beschlossen, wozu die er forderlichen Arbeiten in Kürze in 5 Losen vergeben werben sollen. Der Teich kommt auf ben östlichen Teil ber Gänswiese, zwischen Allee unb Flutgraben, unweit bes Sportplatzes bes Fußballklubs. Der hier vor bem Kriege beftanbene Eisverein hatte ehemals bie Fläche gepachtet. Die Anlage soll nicht nur dem Eissport dienen, sondern auch den Metzgern, Gastwirten usw. ihren Bedarf an Eis liefern. ' „?" Nidda , 8. Mai. Die S t r e ck e Nidda- Schotten ist von dem neuen Fahrplan etwas enttäuscht worden. Das 5. Zuavaar ist ausgeblieben, und seine Einlegung wird nach wie vor nur ein frommer Wunsch bleiben. Eigentlich ist nur eine Verbesserung im Zugverkehr eingetreten. Der zweite Morgenzug weist eine günstigere Verbindung nach Frankfurt auf. Zu begrüßen ist der T h e a t e r= spätzug am Sonntag von Gießen, d bis Nidda durchgeführt wird. Damit hat die Reichsbahnverwaltung auf eine Dorkriegseinrichtung zurückgegriffen, die es den Freunden guter Kunst ermöglicht, wenigstens am Sonntag das Stadt theoter in Gießen besuchen zu können. th. L e i d h e ck e n , 8. Mai. In ber jüngsten Gemelnberatssitzung wurde nochmals über bie Drainage verhanbelt. Es war von vier Ge- meinberatsmitgliebern der Antrag gestellt worden, den Beschluß der vorhergehenden Sitzung als Fehl- beschloß umzustoßen und einen neuen zu fassen. Nach längeren, zum Teil stürmischen Verhandlungen sollen nun 50 Meter aufgegraben und bie Fehler nachgesehen und ausgebessert werben, zumal hier, bet kein größerer Schaben entsteht. — Durch die e r - höhte Bautätigkeit beträgt bie Zahl ber Arbeitslosen in hiesiger Gemeinde nur noch 2. Kreis Schotten. ==.= Gebern, 8. Mai. (Aus dem G e - meinberat. Wie in früheren Jahren, so soll auch in diesem Jahre eine Prämiierung der Blumenfenster unb Vorgärten vorgenommen werden. Der Gemeinderat Hal für die P r ä- miierung z u m P r ä m i e n m a r f t den Betrag von 500 Mk. vorgesehen. — Der Schulvorstand lehnte den landwirtschaftlichen F o r t b i l -- bu ngsunterrid)t während des Sommers und die Einrichtung berdrittenMädchenfort- b i l b u n g s s ch u l k l a s s e , für bie in erster Linie haue wirtschaftlicher unb Kochunterricht vorgesehen mar, ab. Dagegen will man ben Hanbarbeitsunter- richt in ben beiden bestehenden Mädchenfortbildungs- chulklasien möglichste Förderung angedeihen lassen. Der k a u f m ä n n i sch e unb gewerbliche U n - terricht, ber in vier Klaffen erteilt wirb, erleidet ourf) während bes Sommerhalbjahres keine Unterbrechung. Kreis Schotten. „?" Ober-Schmitten. 8. Mai. Bei der Instandsetzung und teilweisen Erneuerung des Turmes auf dem Schulhaus « । konnte aus einer Inschrift der Wetterfahne fest- i gestellt werden, daß die Gemeinde erst seit ‘ dem Jahre 1832 ein eigenes Schul- | ßvus besitzt. Vorher wurden die Kinder in < reiche v L Srund 192t W* Varl aj- ■ zählt unlt' n Düben ifj bl ' Der Industrie ^lussichiKr^ Wof), eine Mienkaptzal fleit Auf d findende v Das Dir 14- üortsetzu! Nun war ni*f mehr ftr , nUno men; *“■ wir fiönm Meü? Du b J® vhn Jas ttniietq 9et»oqcn J öemem egen, bah i kostet nicht ?e" .^sprach schon jü Seiberf ^euhrosen. ' sollt und £ b°t für s u'jN nach Sj no; J!° vieles g S?r mitqci ZLr M ehe Ä SÄ? “'n [o S.fir deinen, fen9 wollte Ver SÄ ^töiru h tri«, > u«n. ’bWl’kh : 6ih nQr?0(f)en Ietten E”«® •n M bje>etbt '«in blb'e Mb t *i~ S-LK t In Ä L'Kk IerÄi°r' Mir ' rfi|i mit ' 8- Mai. ». Ütöer *°Q" ffe^vris *Är Und ihm UJ Mil Sfr as?h ,?«" tauft Des aber S'b°t wird oom ’emeinbebefanni M'dann coli b‘udtyn. Haurn .ausgehSngt, io me Burschen, Eggenschleisen .a,r^ der Stützen • •ien fionfiitution "" und die Braut litte Stützen oer Nullen schwächere me|er »eyeljung Jjuttenbergborfe? ■ bei dem "gleiche boten neben allen den leit eine? infmadjungsfaften über diese Sitten > hat sie oon den auch nicht nehmen L Der hiesige 10 schlachtreisen yerfefn bescchrai ’crf für 4 big 6 ‘art für 6 big S Die Obitaus- tzt ausyyidjnet. en Ml angesetzt. och im schönsten snichlansütze oer Maulwursr- e wieder in star arfung hat bebem eiden Nachbarge rgirmes. Zu Be^ ere die noch nieb‘ die Gerstenselder Der Bezirksoer andzentrale im letzten Sc- ion etwa 16000H sollen vor ollen ausgesührt wer Serhandlun- s Dillkreiser dem Einfluß der rllhjahrrbe- walde einen guten chschnitt sehr 9ul- ®ei,ienernte qe- ein nach scheint er st 31! geben. aöcndc W Kund gelegt, es abgestimmte vi ,st der MH m' 't alle5 Ln °rS atmige Kamdb Männern « «riegspiah der Smp fi-rt s.ifrtA ASZ Är® t5an|.^' A'l- Be»"< ege- Sielen ^yZJlinc mit besiegte ibtt v» . (j)On grübe 'K7E ' redende" 9QW J o §eg' •&weUelt "'no gegenei"' :nxpü 9 je» wäre" Muer .Art«' dsU^ . übet J »„d Sarstelle^/, bl. Weidelbach. 8. Mau Die Gemeinde ist mit dem Bau einer Wasserversoraungs- anlage beschäftigt. Bei den Anlagen finden zahlreiche Erwerbslose Beschäftigung. Oberlahnkrei». ' Weilburg. 8. Mai. Der st ä d 1 i f ch e Haushaltsplan für 1 926 /27 schließt im ordentlichen Etat mit 637 900 Ml., im auster- ordentlichen mit 233 000 Ml. in Einnahme und Ausgabe ab. Die tSewerbestcuer mustte von 200 auf 300 Prozent erhöht werden. Ebenso wurde die Drundvermögcnsteuer von 150 auf 200 Proz. erhöht. Die HauShaltS-Abrechnung von 1 92 i schließt mit einem Ueberschuß von 15 962 Marl ab Aach dein Brrwal^ungsberichl übet 1925 zählt untere Stadt 3671 Einwohner. Kreitz Marburg sch. M a r b u r g, 8. Mai. An der hiesigen U n i n e r i i 1 ä t haben sich für dieses Sommeriemester ! ..-her 2 3 36 Studierende imma tri tu liert. 3m leisten Sommersemester waren es um diese Zeit 2166. Die Immatrikulation ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Wrinibftcinkfliiiifl des Marburger Kunstinstituts. WLA. Marburg. 9 OTai. 3n ^Anwesenheit zahlreicher Bertrcier der Behörden und unter s.'arker Beteiligung der Bevölkerung sand heute i e 'eierliche Grundsteinlegung deS aus Anlast der 4.00-Ilahrseier der Uni-- p e r f-i 1 ä t Marburg gestifteten <3 u b i - läumslunstinstitute statt. Unter den Teilnehmern bemerkte man u. a. den Staatssekretär Lammers vom preustischen Bolksbildungs- miniftetiurn. den Dberpräfibenten der Provinz Heffen-Aafsau. Dr. S ch w a n d e r. und Landes- haupttnann von Gehren. Professor D. Frei Herr von Soden legte in einem Bortrage über ..Wesen und Ursprung christlicher Äunft" die Aufgaben des neuen Forschungsinstitut- dar. Kreis Westerburg CO Westerburg, 8. Mai. Des Frühlings frühe Boten find auch zu uns auf den Westerwald geklettert. Born Walde hört man den hie» saft iinerwüdllchen K u d u rf feine Stimme durch die filuren tönen. Zu sehen isl dieser Bogel selten, da er sich aus Scheu den menschlichen Woh nungen sernhält. Aber auch das Auge kann die Spuren des Lenzes deutlich hier erkennen. 21 e p je I und Birnbäume stehen wie grafte Blumen- sträuße auf grünem Anger, und mit Blumen übervoll sind nn[cre Westerwaldwiesen. Am Rande der Wiesen entfalten allmählich auch die K a - ft a n t e n b ä u in e ihre Bluten, durch die sic das 'Aussehen mit Kerzen geschmückter Weihnachtsbäiime bclommen. In den (Bärten finden wir die duftigen Dolden des Flieders. Wer seht heraufkommt aus den Tätern der Lahn und des Rheines, der kann zum zweiten Riale die Freuden erleben, die die Frühlingstage bringen; denn im Tale dürfte die erste Blute gewist vorüber sein. Eins ist nur zu wünschen, daß die kalten Winde, die gestern eilige- seist haben, bald wieder warmer Witterung weichen, damit sich weiterhin alles gut entwickelt. Wirtschaft. • Der Saaten st and in Preußen Änf a n g M a i. Die Aprilwitterung war im ganzen Lande vorwiegend trocken und sonnig bei meist kühlen Büchten. Das Bild, das sich aus dieser Weltergestaltung sür den Saatenstand ergibt. entspricht im großen und ganzen demjenigen au Beginn des Bormonats. Die Hauptfruchtart, der Boggen, zeigt mit der Bote 3.0 genau einen mittleren Stand, allerdings gleichzeitig eine gelinde Verschlechterung gegenüber dem Aprilstand (um 0,1 Punkt). Auch die Gerste hat um 0 1 Punkt nachgelassen, dagegen hat sich der Weizen (2.8) um 0.1, die Biesel- und die gewöhnlichen Wiesen um 0,2 Punkte verbessert. Die übrigen Fruchtarten sind gleichgeblieben. Für die Frühjahrsbestellungen ergibt sich ein recht einheitliches Bild im ganzen Staat; bis auf Kartoffeln und 01 üben ist dle Bestellung fast durchweg beendet. * Der Abschluß der I. G. Farben- Industrie A. G.. Frankfurt a.M. Der Aussichtsrat der I. G. Zarbenindustrie A. G. ve- Ichloß, eine Dividende von 10 Prozent auf das Aktienkapital von Bm. 641 600 000. vorzuschlagen. Auf die Bamenvorzugsaktien entfällt eine Dividende von 3,5 Prozent. • Junkers Flugzeuge A. G. und 3unfer6 Motorenbau G. m. b. H in Dessau. 3n der in Berlin abgehaltenen Generalversammlung der Junkers Flugzeugwerte A. G. und Bunkers Motorenbau G. m. b. Sy. Dessau wurde beschlossen, den Geldaufwand mit den Auftrag beständen in Uebcrclnftimmung zu bringen, ohne die Forschung, die DerfuchSanstalt und die Entwicklung neuer Flugzeugtypen zu beeinträchtigen. Das Werk wird unbeachtet der hoffentlich nur zeitweiligen Einschränkung in der Lage fein, jedem beliebigen Lieferungsaustrag nachAukomwen Die für die ilmftellung notwendigen Mittel können bereitgcstellt merben. T 7 pro^ent. öolbanleibe der Stadt Dresden von 1 " 26. Zwei Konsortien, deren eines von der Sächsischen Bank in Dresden (Sächsische Notenbank) und der Firma Gedr. Arnhold, Dresden Berlin, und deren anderes von der Deut schen Essenklen- und Wechselbank In Jranksilrt o. 5)1. geführt wird, haben von der Stadt Dresden eine Tproyntige Anleihe in Höhe von 20 Mill. Mart übernommen, die ausschließlich durch Verlosung von 1929 bis 1943 (kündbar 1931) rückzahlbar ist, und die am 12. b. TI. zum Kurse von «8s Prozent zur Zeichnung aufgelegt werden soll. Eine 2MillionenObligaltons «nleihe der Stadt Bonn. Der Stadt Bonn ist. das Recht erteilt worden, im Inland mttzulegende Inhaberschuldverschreibungen bis zum Betrage von 2 Mill. Mark auszugeben. Die Verzinsung soll 8 Prozent und die Tilgung 2} Prozent betragen. Die einkommenden Mittel sollen für die Errichtung der städtischen Werstanlage mit zugehöriger Werft- bahn, für den weiteren Ankauf von Industriegelände und für die Errichtung eines Bureauhauses Verwendet werden. Für diese Zwecke sind bereits 3 Mill. Mark Schuldverschreibungen ausgegeben worden, so baft sich der insgesamt aufzunehmende Betrag auf 5 Mill. Mk. beläuft. Von den SchlachtviehmärKten. An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hielt sich die Marktlage für Binder, Schafe und Schweine überwiegend auf mittlerer Linie; für Kälber war der Handel verfchie- dentlich etwas besser. In Austriebsziffern und Preisen sind nur geringfügige Schwankungen zu verzeichnen; die Preise waren mit wenigen Ausnahmen gut gehalten. Aus den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Ainder Kälber Schafe Schweine Berlin 20-54 40-82 28-61 65-74 Bremen 30-60 30-83 — 65-74 Breslau 20-52 45-68 30-55 55-71 Chemnitz 24-54 40-70 40-62 62-80 Dortmund 20-58 35-80 35-56 72-77 Dresden 25-54 35-73 40-64 60-80 Düsieldorf — — — — Elberfeld 20-58 42-75 30-50 65-78 Esten — — — Frankfurt M. 15-58 40-80 25-50 60-77 Hamburg 16-56 30-88 20-58 60-73 Hannover 15-57 30-85 20-58 60-73 Husum — — — — Karlsruhe 22-58 70—80 — 70-80 Kastel — — . — - — Kiel 17-50 25-66 28-65 49-78 Köln 20-60 45-100 —- 70-82 Leipzig 25-54 38-73 20-60 60-75 Magdeburg — — — — Mannheim — 50-78 — 70-75 München 19-56 66-86 — 56-78 Stettin — — — Stuttgarl 13-54 70-86 — 54-77 Zwickau 15-52 35-66 35-63 73 - 83 Berliner Börse. Berlin, 10. Mai. Bei Wochenbeginn mangelte es an jeglicher Anregung, und die Zurückhaltung der Spekulation äußerte sich daher in unveränderter Geschäfts st ille an den meisten Märkten. Gegenüber den letzten Nachbvrsen kursen waren nur geringe Berändernn g e n zu verzeichnen. Lebhafte Umsätze vollzogen sich in den 'Aktien der I. G.- F a r b c n i n b u ft. r i e, die vorbörslich einen Höchstkurs von 155 erreichten und bei offiziellem Beginn mit 153,5 gehandelt wur den. heimische Anleihen lagen im Angebot. Die allgemeine Tendenz wurde nach Festsetzung der ersten Kurse noch etwas schwächer. Am Geld m a r k t war das Angeboi weiter sehr reichlich. Tagesgeld 4 bis 6 Prozent, in namhaften Betragen wurde es aber noch hierunter angeboten. Monatsgeld 5 bis 0,5 Prozent. Im Devisenverkehr nv- Das lachende Haus. Roman von Sophie K l o e r ft. 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Nun war der Damm gebrochen; sie lieften sich nicht mehr steuern. „Und wenn Rose nach Hamburg kommt — Gott ja, wir gönnen es ihr doch von Herzen —, aber warum soll ich dann nicht auch mein Rosenhaus IjuberV? Du denkst, ich bleib’ am Ende nicht hier? Sei gan$ ohne Sorge, mich wirst bu nicht los. Und das rentiert sich doch. Das Geld ist doch nicht fork- geworfen. — Und die Heizanlage, die kommt doch deinem Webezimmer mit zugute. Die lassen wir so legen, daft sie die ganze Hausseite erwärmt. Das kostet nicht so viel mehr — ich hab' mit dem Reisenden gesprochen, der neulich hier war. Denk mal, was das schon für eine Erleichterung mit dem Heizen ist. Und Seiderhelm in Hamburg hat immer Bedarf in Frührosen. Ich bekomm' sie glänzend bezahlt." „Du solltest es ihr doch gewähren", sagte auch Thora, und sie sagte es nicht ohne Egoismus, denn sie bat für sich nicht viel, sie war viel praktischer. Einfach nach Hamburg gefahren und alles bestellt, was man notwendig brauchte! Man brauchte plötzlich so vieles ganz notwendig. Und dann Mutter neue Bücher mitgebracht, ..daft du doch mal ein biftchen schmökern kannst, Allerliebste," und eine weiche Strickjacke, „weil es im Winter so zugig ist im Haus, vielgeliebte Mutsch," und „das hat ja gar nicht viel gekostet. Danach muß man nicht immer fragen." Und ehe sich Margrit Bunsen dessen versah, roarjjier ein Hunderter verbraucht und dort. Und an der Südseite des Hauses begannen schon Maurer den Grund auszuschachten unb "eine Türöffnung hineinzubrechen tu ihre Webstube; dort sollte der Eingang zum Rosenhaus werden. Und Ille war den ganzen ~ag dazwischen und kommandierte und war verstimmt, daß es nicht größer werden konnte, denn „je gröftcr. um so eindringlicher", und Thora murrte: „Du mit deinem Gewächshaus —, die sollen sich nie bezahlt machen", und dann schalt sie auf die Piepenstehl, die mit der neuen Waschmaschine nicht waschen wollte, wo es doch halbe 'Arbeit war, und dazu ging das Kind, die Rose, so wunderlich zerstreut und verträumt durch die Tage, und wenn man sie ftagte: JRa, freust du dich auf Hamburg und die Kunst- Gewerbeschule?" sagte sie versonnen: ,La, ich glaube. Aber schöner als dieser Sommer kann ^nichts iver- den." „Loft sie in Ruhe", sagte Ille zu Thora. ,.eic liebt Jens Appeldorn. Er ist es nicht wert. Kein Mann ist es wert, von unserem Mucki geliebt zu werden. Die wissen gar nicht, was für ein goldener Kern in ihr sitzt. Ich will ihr nur wünschen, daß die Sache nicht mit Tränen endet. Gestern ist sie wieder zwei Stunden lang allein am Deich hingegangen. Sie ringt mit ihren Gefühlen." Und sie lief zu ihrem Bau und ärgerte sich, daß er nicht größer wurde. Alles in allem war das helle Singen und Lachen viel seltener geworden im Haus, dafür kamen öfters verstimmte Gesichter und kleine Reibereien. Sic, die sich immer alles neidlos gegönnt hatten, wurden reizbar und eifersüchtig. „Du willst aber auch alles für dich, denk gefälligst mal an andre", das Wart fiel immer häufiger. Frau Margrit sah mit Schrecken den Schatz, der auch ihr zuerst riesengroß erschienen war, unter den Händen zerrinnen. So viel noch für den Bau. so viel für Roses Jahr in Hamburg, so viel für Thoras Anschaffungen — da war fast nichts mehr übrig. Und immer hatten sie neue Wünsche. Ihre Kurse aufgeben? Sie würde sic mit doppeltem Eifer aufnehmen müssen zum Winter, denn die Jugend hatte einmal Blut geleckt und würde die frühere Enge nicht wieder dulden. Das tat sie ja auch gern. Alles für die Kinder. Wenn es die glücklich machte —. Doch es sah nicht mehr so aus. als seien sie wunschlos glücklich. Thora — ach. die war hartes Holz, die stand schon fest. Ille — Illc war immer einmal mit dem Kops gegen die Wand ge gangen, das würde noch jahrelang jo bleiben —, aber die kleine Rose, das weiche, verträumte Kind—, was war mit der? — Was machte sie jo still? Warum sah sie manches Mal jo heimlich glücklich aus und hatte dann solche Unruhe in den Augen, als würde sie gehetzt von etwas, was die Mutter nicht sehen konnte? „Frag' sie bloß nicht", riet Thora. „Wir haben alle solche Zeiten gehabt. Rose ist noch viel zu sehr Gor mit ihren zwanzig Jahren. Und geht eigentlich jetzt erst durch ihre Backfischstimn.ungen. Die muß man allein durchsechten. — Mein Himmel, kam ich mir wichtig vor, als ich zum erstenmal dachte: „Eigentlich wäre es doch das beste, tot zu fein." „Das hast du gedacht? Du, Thora?" starte Paris gegen London 154, Brüssel gegen Lon don 157, Warschau gegen Kabel 10,68, London gegen Kabel 4,85§. OMrl entarte. Frankfurt a-M. Berlin SAU - >.UI,e. Schlxh. i Hnfang P.ute ! Änr» Mut« Taht*n: IS. ; 0 5 8. 5 10 5. T' Ttntfctr RklidSanlktdr • < Teutfcte 4tti(hs.mleiöt . 0.3712 — 1 0.365 — — 0,36 0.3b ”■ . Xtadtbe RelchSanlkide ? Tcatitbr ReichöonUide . — — 1,250'' 0.35 ii, r. — — Tanlttif ^uaiPrämienanleihe — — — e Prrußilibt Aonfoli — 0.350 0,33 4 . Hegen 0.37 — 0.39 8‘W -Hetzen 8,95 — 0.88 3% Hetze« . • • — — o io TeuHcfte Lcnd Tollar-Änt. wo- Doll 2chav«^nrretwa..' — — 94.5 — — — — — <°/h Soll Hirten 11,75 11,12 12.13 — We iSotbmerifalter — 45 - — Berliner Hande|SaeseU)chaN aotrnntn anb Privat BüNt 130 103,3 10.1,7* 149' 105,7' 148.7* Ul-.,7" ; arm ft. und Nailonaldaul IW 9 — 126.' 126- Deutsche 5uuf Jlentfrtjr BeretnSbaitk 124 — 125* 124.5* 90 — — T iScoiuo Cmiunandit 180,5 —- 121 120,7* MetaUbaut. ..... «4.5 — — Mim ldeuu'che re hi!bank IOC — 113 — •_ ritcrreidriidie GrrbimnfiaU 7 ti.9J Weilvank — — — — Bochumer (Suh....... — 92* 90,23 BuderuS . ........ 00,75 59,5 60 — Karo .......... — 53.25 Vl,25* Deutsch- Lurembllr«..... i^elfenhrdjener Bergwerke . 97 99,75* 97* 101' .!6.2>- 99.9' Harvener Dcrabau h’nliroerfe AscherSlebe.f.... — 115.7* 117,5" 115,«- 1.10 — 128,75 126,2* tiaiiroert Welteregeln . . . 130 LU, 25 129,9* 85.5 Unurahütte ...... . 36,5 CterDcbarf ....... 51.75 — *9' 50* ‘Pbomr t-erfli-au ...... 79,-3 77.5 77,25 -HUcinfrubf ...... 95* ■U' 94.62 94 'Htebtrt Montan........ 60 25 126,r — 93 92,62 Hamvurg-Amerila Safet. . . Norddeutscher Llovd . . 126* 127,9' 126,7' 124.5 IM* 125- 115* Sdcramtlche Werke «Ibtii . . 4S,5 — I - _ /Zementwerk -6etoelhero . Vdiltvv HoUunmn 97,5 — — CH, 5 — 1 «9 — ‘.'tunlo h'niii- i^uaite . _ _ _ Übenmdie Maner Alapiu . — — — — 3- 6' ("rorbeninhuftrie, N..(A. («otdikt Midi....... 153.7* 153.7* 151,5 1X1,2* 74.75 76 77 — Holzv.'ikolpunn ...... Rülaerstverle....... 6.1.9 63 — HO, 75 78,25 — Scheidcanstalt ....... 112 — ■SlOö- Elcklrtzttät» ««eieNschast 110.5* 109,2* 1109,9" 109,2' tfVrmnann 105,1 __ I 104 lir, Walntrattroerfr ....... 99.5 99,5 1 Schlickert ....... 99,62' 96,9* 97,75* 95,75' Siemens 4 Halvke ..... 141.25 140,1* 110,5* lto.5 Adlenderic .er...... 63 02,5 62,5 62 — 63,5 65,75 HevllgciEaed' ..... Wanin. ..... 27,5 .18 _ Motorenwerke MauubeUn — — — Frankfurter flrmamrtn «ouicröenfabrif Braun 40,25 — — — ‘.''.etaltaefen'diaft Rrnnffnrt Pct. Union Ä -6> 107 107.5 — — 71 —• 7a,25 — Echuchabrik Her; — 35 — Sichel 4,5 — — Zellston @atblw 130,25 121,75 129 — üucfmcbrtl Srcntftnflial - . HutierTnbnf Waaoöicket 52,5 62,25 trt - I — frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 10.Mai. Tendenz: lüft los. — Zu Wochenbeginn zeigte die Börje, die weiter unter dem Druck der gespannten innerpolitischen Verhältnisse steht, im allgemeinen recht g c ringe Unternehmungslust. Immerhin war die Stimmung auf einigen Gebieten zunächst zuversichtlich, besonders für I. G.- F a r d e n i n d u st r i e, die infolge der günstigen Dividendenerklärung oon 10 Prozent stark in den Vordergrund gerückt waren. Gut gehalten waren S ch i f s a h r t s a k t i e n , die aber keine nennenswerten Unisätze aufzuweisen hatten. Bankaktien behauptet. Z u ck e r a k t i e n hielten sich auf der Basis vom Samstag. Auf den anderen Märkten, namentlich am Montan- und Elektromarkt waren G l a 11 fte 11 u n g e n vorherrschend, die zu Einbußen bis zu 2 Pro zent führten. A u t o a k t i e n gaben leicht nach. Deutsche Anleihen lagen lustlos und neigten zum Rachgeben. Das einzige Gebiet, das lebhafte Umsätze bei steigenden Kursen mifzuweisen halte, war ber 21 u 5 l a n b r e n t e n m a r 11, wo Türkenwerte auf Pariser Anregung hin in lebhaftes O)c schäft verwickelt würben. Der Freiverkehr war sehr still. Benz 72, Brown Booeri 75, Entreprise 10, Growag 57, Ufa 52, Ufra 79 Prozent. Im weiteren Verlaufe kamen erneut Befürchtungen wegen des englischen Streiks zur Geltung, so daß bei fast völlig stagnierendem Geschäft die Kursabböckelungen ihren Fortgang nahmen. Am Geldmarkt war die Lage sehr leicht und unverändert flüssig. Tages gelb bleibt zu 4 bis 4,5 Prozent reichlich angeboten. ----im—iiiiMi ir -------rae „Ille auch. Als sie damit anfing, war ich schon brüber. Aber herrlich mußte das fein, jo im weißen Totenkleid zu liegen, blumenbeoerft, Lichter und Tränen und — - " oie lachte hellauf. „Was machst du für ein Gesicht, Mutting? Man ist eben verdreht in den Jahren.' „Und ich hab' keine Ahnung davon gehabt. Und ich dachte, ich wüßte alles, was meine Kinder dachten." „Sei froh, daß du vieles nicht wußtest. Es war jchrecklicher Trödel und am besten, man redet nicht davon. Später lacht man darüber. Laß Riucki ihren Weg gehen, sie wird schon bald damit fertig fein." So begnügte sich Frau Margrit damit, ihre Jüngste bisweilen still an sich zu ziehen, itzr über das Haar und die Schultern zu streichen, und Rose schmiegte dann die Hand in das Gesicht der Mutter, sagte leise und zärtlich: „Meine 21Uerbcfte", sah ihr aber nicht in die Augen. Ja, es war nicht einfach, Mutter zu sein. Die alten Zeiten mit ihren straffen Erziehungslinien, ihrer Selbstverständlichkeit des Frauenlebens waren leichter gewesen. Man konnte nichts tun als abwarten und inzwischen soviel Liebe geben, so unendlich viel Liede --Gott sei Dank. Mutterliebe ist ein unversieg- sicher Brunnen. — In Gottesgabe wunderten sich alle Bewohner, baß der Herr Aribert in diesem Sommer jo viel von Homburg herüberkam, wo er sonst nur ein seltener Gast gewesen war. „Er wird Gelb brauchen", meinte der alte Herr. Aber seine Frau schüttelte den Kopf. „Dazu brauchte er nicht die vielen Besuche. Und daß er nun wieder vierzehn Tage herkommt — —" Man mußte glauben, daß er die Wahrheit sprach mit seiner Behauptung, ihm sei die Ruhe des Landlebens zur Zeil Bedürfnis nach seinen langen Reisen. Und dem einstigen Erben konnte man doch auch nicht verwehren, sich auf dem alten Familien- gnt einznleben. „Er wird doch nie ein Landwirt", sagte der alte Herr. „Ich, von meinem Stuhl aus, weiß besser auf den Feldern und in den Ställen Bescheid als er, der den ganzen Tag draußen herumsteigt." { Das war auch solch ein neuer Zug an dem | jungen Gnädigen, dies Herumstreifen. Die Flinte Monatsgeld 5,5 bis 6,5 Prozent k Adresse. Bant diskonten 4,75 Prozent. Industrieakzepte 5,25 bis 5,5 Prozent. Im D e o i s e n v e r k e h r sind neu nenswerte Veränderungen der Frankenoaluten nicht eingetreten. Paris gegen London 154, Brüssel gegen London 158. Das englische Pfund wurde gegen Kabel mit 4,85t gehandelt. Devisenmarkt Berkin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung 8 Mai 10 Mal Amtliche Nori runo Ämtltchc Notüruna (Velh Brie< (9e(6 We- ftmii »ton im,s: ■ i^.W” IßS.fc 169,00 BukN 31rtfl 1,6x7 1.691 l.ö <8 1.6-4.- »ri Intw 12,88 12.92 12,96 90,39 l.i.oo te’brirtianfa 90.19 "1.41 90,61 .Votx-n hager 109.51 >09.79 109,70 109,78 etc*tlnolm 112.19 112.47 16,82 112,1h 112,4'. 10.s48 16,78 10. MS 16,77 10,58s 16,81 tonbrn . 20,363 20.11.; -■0.361 2U.4H Wenner! iÄ 1.205 4.19.5 l,2U. Parts - • • 1.3,»3 1.1,20 13.21 Echwet; Si.H 9,21 59,35 Prag - - - Belzrad . . 12,42 12,46 12,418 12,456 7,4" 7,42 7,40 >.42 Dudaoest. ».86 5.W 5,86 J.8N Pul „arten .1,043 1,073 ;,ou 3,054 Lissabon 21.395 21.445 .•1,395 .'1.44- Danäy - 80,77 SO,97 ',20 -91,7? *0,97 .1konÜe.lltiu. 2,19 2.162 2.172 Alden 5,24 5,26 5,24 5,20 Canada. 1,20 l.tl 1,30 4.21 Uruqnnh 1.305 4.315 1.315 4.325 D a n l n v t e n. Berlin, 8 Mal «Selb Brie- Amerikanische Note»..... Belgische Noten ........ Dänische Noten ....... Enaiticke Noten. ....... Französi'che Noten ...... Voüändiichc Noten ..... tttatienssche Noten...... Norwealsche Noten..... Deutsch. Oestrrr.,5 ioo Jhonat Rumänische Noten...... Schwedische Noten..... Schweizer Noten ..... Spanische Noten ...... Tschechoilomaluch- Noten . . llnaarische Noten 4,191 12,'JO 109,18 20,M 13,24 168,23 16,74 J0.07 59.24 1. 111,97 12,40 5,885 4,811 12,90 109,72 40.42 13.30 169,07 16,81 90,53 59.54 1.585 112,577 Hl, 41 60,31 12,417 5,875 .onksurtcr Gctrcivrbörsc. Frankfurt a. TH., 10. Mai. Es wurden notiert: Weizen, Welterauer, 29,50 -30 Ml Roggen, inländischer, 19,25—19.50; Sommergerste für Brauzwecke 22—24; Hafer, inländischer, 22,50 bis 23,50; Mais (gelb) 18, Weizenmehl, inländisches, (Spezial 0) 42—42,50; Aoggennieht 28,25—28,50, Weizenkleie 9,50; Aoggenklew 11, Erbsen 28—36; Linsen 40 70; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 9; Weizen- unb Aoggenstroh 6—6,50; Treber, getrocknet, 15,50—16 Ml frankfurter Lchlachtvichmarkt. Frankfurt a.M., 10. Mai. Auftrieb: 125b Rinder, darunter 194 Ochsen, 48 Bullen, 918 Färsen und Kühe, 591 Kälber, 37 Schafe, 3577 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige ausgeiuc ■ ::e höchsten Schlachtwerts 56 bis 63 Mk . junge, i lei tätige, nicht ausgemästete und ältere aus gemästete ’s bis 55; mäßig genährte Junge und gut genährte ältere 40 bis 46. Bullen vollfleischige aus gemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 54; vollfleischige jüngere 40 dis 47. Färsen unb Kühe vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlacht werts 54 bis 60; vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 45 bis 52; wenig gut entwickelte Färsen 43 bis 53; ältere aus gemästete Kühe und weniger gut entwickellte jüngere Kühe 35 bis 44; mäßig genährte Kühe, und Färsen 30 bis 42; gering genährte Kühe unb Färsen 15 bis 28. — Kälber feinste Mastkälber 75 bis 80; mitt lere Mast- und beste ©aougtälber 65 bis 74; geringere Mast- unb gute Saugkälber 56 bis 64; geringe Saugkälber 46 bis 54. — Schafe: Mastlämmer unb Masthämmel 45 bis 50; geringere Masthämmel und Schafe 38 bis 43. — 5 ch w e i n e vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 76 bis 78; unter 80 Kilogramm 70 bis 75; von 100 bis 120 Kilogramm 76 bis 78; von 120 bis 150 Kilogramm 75 bis 77; Fettschweine über 150 Kilogramm 75 bis 77, unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 70 Ml. Markt verlaus: Bei lebhaftem Handel in allen Viehgattun- gen ausverkauft. 1cinc rann jcber '-wlqlvwlvil mit Dr.Mlnrellhs»ottenSther! über die Schulter gehängt — der August hatte die Eröffnung der Hafl.nj.igd gebracht —, schlenderte er durch die Felder unb Holzungen, die sich überall in üvpigster Pracht dazwischen schoben. Diese vielen Wälder und Wäldchen waren der Stolz des alten Herrn von Brockdorf. Man sollte solche Luchen und Eichen, in solchen Mengen zusammenstehend, in den ganzen Herzog tümern suchen, wo doch die holsteinischen Buchenwälder seit alters her berühmt sind. Es gab einen Kampf zwischen ihm und dem Förster um jeden 'Baum, der geschlagen werden mußte, und er bc gönn so etwas wie Zuneigung zu dem Reffen zu fühlen, seit der Lobeshymnen über die wünderoollen Bäume lang. Beute brachte Brockdorf von seinen Streifereien nicht heim. Aber sehr heiter, ganz gegen sonstige Gewohnheit, sah er oft aus, unb der einzige Mensch, oer sich diese Heiterkeit erklären konnte, war Frau Tierarzt Qualmann, die auch seit einiger Zeit Spaziergänge unternahm, weil sie zu stark würde. Und Frau Dualmann brauchte ihre Augen und begegnete dem jungen Herrn merkwürdig oft — nicht immer allem. Doch feit der Zurechtweisung von Frau Lehrer Kallies schwieg sie über ihre Beobachtungen. --Wenn man gewohnt ist, jeden Gedanken mit den Schwestern zu teilen, hat Heimlichkeit ihre Schattenseiten. Wieder, immer wieder wollte Rose erzählen von den zufälligen Begegnungen bei ihren Stadtfahrten, bei dem Holen der Post, beim Sam mein der Steinpilze im Haselholz — immer wieder versagte die Sprache, sooft sie anfeftte. Sie hatten yelacht. Sie hätten sie geneckt. Sie hätten gefragt: ,Hot er Feuer gefangen? .Sind diese Begegnungen auch von seiner Seite so zufällig?" Und Ille hätte etwas von einem Pomadenanfto traten gesagt — ja, das Wort hatte sie einmal gebraucht— Rose wollte und kannte es nicht wieder ! hören — nein, lieber alles für sich behalten' Wenn Mutter gefragt hätte--aber die war ja ganz ahnungslos. Die dachte nur an Roses Sachen für Hamburg, unb daß man eine gute Pension für sie bekam, und ob das Geld reichen würde--nein, Mutter konnte man es nicht erzählen. (Fortsetzung folgt) J Turnen, Sport und Spiel. Turnen. Ausscheidungsturnen der Deutschen Turnerschast im Mittelrheinkreis in Mainz. O Der Mittelrheinkreis der D. L. hatte sich am gestrigen Sonntag in Mainz seine Getreuen -usammengerufen. um sie zu prüfen, ob sie an den II. Deutschen Kampfspielen erfolgreich mitkämpfen könnten. 88 Turner und 33 Turnerinnen meldeten sich zum 12= bzw. 9-Kampf. 25 Turnerirmen bestritten den Dreckarnpf. Gießens Turnerschaft war vertreten durch Turner Karl Reuter vorn Turnverein 1846. der mit 188 P. sich an die 4. Stelle setzen konnte. Paula Hofmann vom Männer--Lurn° Verein wurde im Reunkampf mit 132 Punkten 5. Siegerin. Beide haben sich damit das Recht erworben, in Köln Gießens turnerische Belange vertreten zu dürfen. Roch schwieriger gestaltete sich der Wettbewerb im Dreikampf der Turnerinnen. Elfriede M ü n n i ch vom Turnverein 1846 konnte zwar 11. Siegerin werden, doch nur 6 Turnerinnen des Mittelrheinkreises werden in Köln mitturnen dürfen. Die Ergebnisse im allgemeinen sind folgende Turner: 1. Höflich, Mainz-Kostheim 211 P., 2. Kammandel, Sachsenhausen 203 P., 3. Katz. Mamz-Kastel 189 P., 4. Karl Reuter. Gießen Lv. 1846 188 P. — Turnerinnen 9-Kampf: 1. Clse Schmitt, Koblenz 150 P., 2. Eitel, Wiesbaden 141 P.. 3. König, Hanau 140 P., 4. Röske, Frankfurt 136 P., 5. Paula Hofmann. Männer-Turn-Derem Gießen 132 P.; 3-Kampf: 1. Else Friede, Franksurt-Bockcn- heim 51 P., 2. Haugarter, Frankfurt Tv. 1860 50 P., 11. Elfriede Münnich, Tv. Gießen 1846 41 Punkte. Fußball. Spielvereinigung 1900 Metzen. Resultate vom 9. Mai: Spielvereinigung 1900, 2. M.—Herborn 1. und 2. komb. 7:0. Spielvereinigung 1900, l.Igd.—D. f. R. Butzbach 1. Igd. 8:0. Spielvereinigung 1900, 2. Igd.—V. f. R. Butzbach 2. Igd. 7:1. Um die süddeutsche Meisterschaft. Außballsportverein Frankfurt — Saarbrücker $. V. 1:1. 3n dem gestrigen Spiel trat Saarbrücken in stärkster Aufstellung an, während bei Frankfurt für Pache und Klump wieder Ersatzleute spielten. Frankfurt machte einen etwas ermüdeten Eindruck. Trotzdem wurde das Spiel von beiden Seiten gut und in ziemlich fcharfer Form durch- geführt. Die Verteidigung beider Mannschaften war ausgezeichnet. Saarbrücken machte bereits in den ersten Minuten einen überraschenden Vorstoß und erzielte im Anschluß daran auch das erste Tor. Indem Frankfurt sich bemühte, den Ausgleich herbeizuführen, zeigte es im Feldspiek leichte ^leberlegenheit. Trotzdem gelang es den Frankfurtern erst, 20 Minuten vor Schluß durch Kopfstoß ihr Ausgleichstor zu erzielen Damit hat der Frankfurter Fuhballsportverein den noch nötigen Punkt erreicht, um über Mannheim hinauskommend den dritten Platz in der Tabelle der süddeutschen Meisterschaftsspiele zu erlangen, der zur Teilnahme an den Spielen um die । deutsche Meisterschaft berechtigt. f Der Berliner Meister. Hertha Berliner Sp. C. konnte sich in seinem • Spiel gegen Rorden-Rordost gestern endgültig als Berliner Meister qualifizieren. Ungeklärt in Südostdeutschland. In Südostdeutschland ist die Meisterschaftsfrage noch nicht geklärt, da das Spiel Breslau 08 gegen Viktoria Forst nach einmaliger Verlängerung unentschieden abgebrochen werden mußte. Privatspiele 3n einem Prioatspiel standen sich gestern der l.F. C. Nürnberg und die Spieloereinigung Fürth gegenüber. Nach beiderseitig schwachen Leistungen siegte die Spieloereinigung ^sürth mit 1:0 (1:0). — Ferner spielten Wacker München — Hanau 93 3:1.— Bayern München (ersatzgeschwächt) — Sportfreunde München 3:3. — Jahn Regensburg — Hanau 93 3:2. — 1. F. C. Pforzheim — Schwaben Augsburg 3:1. — Frankfurt — Stuttgarter Kickers 3:2. — In der Pokal-Vorschlußrunde siegte V. f. B. — München 1860 3:2. — Nordmain: Hanau 94 — V. f. R. Frankfurt 3:0. — Das in Braunschweig ausgetragene Repräsentativspiel Norddeutschland — Nordholland endete mit einem Siege der deutschen Elf 3:2. Eine englische Fußballmannschaft in Frankfurt am Main. Ium ersten Male seit langer Zeit wird sich in Frankfurt a. Main eine englische Fußballmannschaft mit deutschen Spielern messen. Die hervorragende englische Amateurmannschaft Kingstolan F. C., London, wird dieser Tage mit der 1. Mannschaft von Eintracht, Frankfurt, auf dem Stadiongelände zusammentreffen. Französische Fuhballmeister- schaft. Paris, 9.Mai. Heute nachmittag fand im Stadion zu Colombes bei Paris das Endspiel um die französische Fußballmeisterschaft statt. Olhmpic-Marseille siegte gegen Malen- tignt) mit 4:1. Italien - Schweiz 3:2. In Mailand wurde gestern der Fußball- känderkampf zwischen Italien und der Schweiz ausgetragen, der die Italiener mit 3:2 (3:0) als Sieger, sah. Hockey. In dem Endspiel um den Hockey-Silbe r sch i l d siegte Berlin über Mitteldeutschland mit 5:2. erbetage. ( jr Schwimmen. Abschwimmen der Schwimmabteilung des T. B. v. 1846. 100-Meter-Stafsel, gelaufen von 5 Aktiven, 5 Altersklasse 19.8 09, 5 Alterskia, e 1910/11 und 5 Jugendlichen 1912 und jünger, sah die Spiel- Vereinigung von 1903 und die Gießener Turner- schast, erstere sogar mit 2 Mannschaften, auf dem Plan. An dem Stillauf beteiligte sich 1903 und der Verein für Bewegungsspiele. 1900 glänzte mit einer stattlichen Läuferschar, die in einheitlicher Kleidung ein schönes Bild bot. vo. Mit dem Monat Mai ist die Reurege- lung der Bestimmungen über die Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugendpflege durch den preußischen Volkswohlfahrtsministcr in Kraft getreten. Die Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugendpflege wird danach unter den tarifarischen Voraussetzungen behördlich anerkannten Vereinen zur Förderung dec körperlichen, sittlichen und geistigen Erziehung der Jugend für von ihnen veranstaltete Ausflüge jugendlicher Personen unter 20 Jahren gewährt. Als Vereine für die Jugendpflege sind auch Vereine zu verstehen, die nicht als solche, aber in den ihnen angeschlosfenen Iugendab ei.ungen i)'e Förderung der körperlichen, geistigen oder sittlichen Erziehung der Jugend bezwecken. Die Fahrpreisermäßigung wird sowohl zu Wanderfahrten, wie auch zur Beteiligung an sonstigen Veranstaltungen der Vereine, insbesondere auch an sportlichen Veranstaltungen gewährt. Die zur Inanspruchnahme der Fahrpreisermäßigung notwendige behördliche Anerkennung ' erfolgt in Preuß en durch die Regierungspräsidenten. Für diese behördliche Anerkennung kommen die Jugendorganisationen, Iugendabteilungen und die Jugendliche umfassenden Vereine der folgenden Rcichsorganisationen in Betracht: Deutscher Reichsausschuß für Leibesübungen, Deutsche Turnerschast, Reichsausschuß der Deutschen Iu- gendverbände, Zentralkommission für Arbeiter- Sport- und Körperpflege. Mit Bezug auf das ganze Reich hat dazu der Reichsinnenminister bemerkt, daß die einheitliche Behandlung der angeführten Reichsorganisationen für das ganze Gebiet des Reiches als eine unbedingte Notwendigkeit anerkannt werden muß und auch anerkannt worden ist, wenn dauernde Reklamationen und Schwierigkeiten vermieden werden sollen. Deshalb sollen die genannten Organisationen mit den ihnen an- geschlossenen Verbänden ausschließlich für die Ermäßigung in Betracht gezogen werden. Es können also Vereinigungen anderer Reichsverbände die Fahrpreisermäßigung nicht bekommen. Vielmehr beliebt nur für solche außerhalb de« genannten Reicksorganisa'ionen stehenden Vereinigungen die Möglichkeit der Anerkennung, die sich nicht über das Gebiet eines Landes hinaus erstrecken. Umrahmt wurde der Handballkampf durch Vorführungen des Stadtamtes für Leibesübun- gen, die Sportlehrer Paulus mit zirka 150 Teilnehmern aus den Wetzlarer Vereinen als „täglich 10 Minuten Gymnastik" und „Laufschule" zum Vesten gab. Desgleichen wartete der Wetzlarer Turnverein mit mehreren Riegen im Barrenturnen und Pferdspringen auf. und das Lyzeum zeigte eine kurze durchgreifende Frauengymnastik. Alles in allem kann man die Veranstaltung trotz der Ungunst der Witterung als voll gelungen bezeichnen. Leichtathletik. Niederlage Houbens in Wien. Wien, 9. Mai. Im Revanchekamps zwischen dem deutschen Meisterläufer H o u b e n - Krefeld und seinem Klubkameraden Schüller- Kreseld über 103 Meter bei dem internationalen Leichtathletikmeeting der Wiener Sportclubs „Hakoah" in Wien wurde Houben abermals einwandfrei geschlagen. Schüller siegte in 10,8 Sekunden vor Bürger-Wien, der mit sechs Meter Vorgabe bedacht worden war. Houben Dritter. Br-ustbreite zurück. In einem zweiten Dorgabelaufen über 100 Meter, in dem Schüller nicht antrat, konnte Houben in 11,1 Sek. vor Lederer-Wien, der 4 Meter Vorgabe hatte, siegen. (Siebener Turn- und Sport Es war eine schöne und dankbare Aufgabe, der die Siebener Turn- und Sportvereine am Samstag und gestern ihre Kräfte widmeten. Rach außen hin galt es, für das Turnen und den Sport in seinen verschiedensten Arten zu werben, damit alle Kreise der Mitbürger mit Interesse erfüllt werden für diese treffliche Arbeit zum Wohle unseres Volkes: in den Vereinen selbst sollte durch die Gemeinsamkeit des Auftretens der Gedanke der turnerischen und sportlichen Interessen-Verbundenheit und der gegenseitigen Stützung und Befruchtung geweckt bzw. vertieft werden, damit allen der Weg zum gemeinsamen Ziel, dem Dienst an Volk und Vaterland, erleichtert werde. Daß die Aufgabe in ihrem ersten Teil durch diese Veranstaltung befriedigend gelöst wurde, darf hier festgestellt werden: Beweis: der starke Besuch und die lebhafte Anteilnahme des Publikums an allen Darbietungen. Hoffentlich stellt sich in naher Zukunft heraus, daß auch der zweite Teil der Aufgabe seine Erfüllung gefunden hat, die man zweifellos in den breitesten Schichten unserer Bürgerschaft begrüßen würde. Am Samstagabend brachte die Veranstaltung in der Volkshalle einen schönen Auftackt. Der Besuch war allerdings nicht ganz so zahlreich, wie man es hätte wünschen müssen: die vielen anderweitigen Veranstaltungen an diesem Abend und die empfindliche Abendkühle taten dem Zustrom der Bevölkerung hier Abbruch. .Unter der Ungunst der Witterung, die sogar mit Regen und anständigem Hagel aufwartete, hatte auch der Besuch der Darbietungen der Leichtathleten, Turner und Fußballer am gestrigen Rachmittag auf dem älniversitäts portplah zu leiden, dagegen fand sich eine riesige Menschenmenge gestern nachmittag in der Volkshalle ein, um hier die Leistungen der Turner und Radfahrer in Augenschein zu nehmen. Sämtliche turnerischen und sportlichen Darbietungen am Samstagabend und Sonntagnachmittg fanden wohlverdienten, lebhaften Beifall. Diese lobende Anerkennung möchten wir ausdehnen auf die Kapelle Topp, die den Vorführungen in der Volk, ha le einen schönen mus k.cklschen Rahmen gab. Boxen und Reiten füllten den Samstag abend aus. Unter der straffen Leitung des Sportlehrers Schneider zeigte der Gießener Doxverein zunächst Vorübungen im Boxen, später Boxkämpfe in den verschiedensten Gewichtsklassen. Der Gießener Reit - und F a h r k l u b brachte unter dem Kommando des Reitlehrers S ch ö m b s zunächst Abteilungsreiten in allen Gangarten, Volten, Zirkeln, Seitengängen und Gehorsamsspringen zur Vorführung: hierbei ritten die Damen: Frau Riemann, Frl. Rinn, Frl. Ihring, Frl. Pfeffer, Sri. Stolte, Frl. Meesmann. die Herren: Dr. K l i n g s p o r . Wilh. Klingspor, Wilh. L o e b e r . stud. Gottmann, © r e g o r t Im weiteren Verlauf des Abends erfreute der Reit- nnd Fahrklub mit einer von vier Damen und vier Herren gerittenen Quadrille, an der beteiligt waren Frau Riemann, Frau Dr. Pauly, Frl. Rinn, Frl. ©tolte, die Herren Dr. Klingspor. Wilh. Klingspor, Hans D a r n a ß und Reitlehrer S ch o m b s , das Kommando führte Herr K ö s s i n g e r. Das Publikum gab seiner Zufriedenheit lebhaften Ausdruck. Am Sonntag nachmittag traten die Spielvereinigung 1 9 0 0, der Verein für Bewegungsspiele, der Ballspiel-Club 1 920 und die Gießener Turnerschaft mit gemeinsam zusammengestellten Mannschaften auf den Plan. Volkstümliche (leichtathletische) Hebungen und Fußball tarnen hier zu ihrem Recht. Die Darbietungen, über die wir unten gesondert berichten, fanden lebhaften Anklang: leider zeigte sich der Wettergott hier von einer sehr unangenehmen Sete. Anschließend zeigten die Gießener Turne r s ch a f t und die Radfahrer-Vereine Germania, Fortuna, 1 8 8 5 und Wanderer in der Vollshalle ihr turnerisches bzw. radsportliches Können. Als ausgezeichnete, erfolgreiche Meister ihres Arbeitsgebietes verdienen hier hervorgehoben zu werden der Gau- frauenturnicart Paul, Oberturnwart Erb und der Radsahrer-Fahrwart L y n ck e r. Die Turnerinnen, Turner und Radfahrer sicherten sich mit ihren Leistungen, über die wir nachstehend berichten, einen vollen, mit lebhaftem Beifall unterstrichenen Erfolg. Ohne dem Können der übrigen Mittvirlenden Abbruch zuzufügen, möch- ten wir an dieser Stelle als eine ganz besonders glanzvolle Cinzelleistung das Rad-Kunstfahren der Herren Pfund und Von E i f f hervorheben. Hm die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten hatte sich ein kleiner Ausschuß unter der Leitung des Beigeordneten Dr. S e i b eifrig bemüht. Handball. Wetzlarer Sport. handball'^-TNannschaft — 8-Maunschaft 11:3. Gymnastik, Geräteturnen, Lausschule. tz. Mit dem Handballsport zwischen zwei Auswahlmannschaften der Stadt Wetzlar kam gestern das Kampfspiel im Rahmen der Reichsgesundheitswoche und des Turn- und Sporttages auf dem Spilburg-Stadion zur Geltung. Vor fast einem halben Tausend Zuschauer wickelte sich das Programm ab. Besonders das Spiel zeigte spannende Momente. Die beiden Mann- schaften (grün-weiß gegen rot-schwarz) zeigten in ihren Angriffslinien Vorbildliches. Grünweih als B-Elf führte ein mustergültiges Zusammenspiel vor, das nur des kurzen Entschlusses zum Schuh in Tornähe entbehrte, während die A-Elf in ungleich schnellerer, wenn auch nicht immer zuverlässigerer Kombination eher und wuchtiger zum Schuß kam, und das meistens mit Erfolg. Daher datieren, auch die vielen Torerfolge der letzteren. Trotzdem war das Spiel verteilter, als das Resultat es vermuten läht. Schiedsrichter Seibert vom Turnverein leitete einwandfrei. Im besonderen hatte das Spiel den Zweck, eine Auswahl für das am kommenden Sonntag in Siegen i. W. stattkindende Städterückspiel Siegen — Wetzlar zu treffen. Diesem Ausschuß war in dankenwerter Weise der älniversitätssportplatz bereitwilligst und kosten- *ä"ä samssss. grunces veicyaften. sollte den Zuschauern das vielseitige Schwimmen $n öer ©tei ener ^urn- und Sportgeschichte vorgeführt werden. So war auch mancher Schwirm werden die Werbe.age vom 8. und 9. Mar 1926 mer und manche Schwimmerin mitbeteiligt, die zur an bedeutsamer Steile verzeichnet stehen. Mögen Erheiterung der Zuschauer dienten. Neben den Vor- ftch ihnen weue^e, in gleichem Maße erfolgreiche führungen war der Gedanke vorherrschend, von dem ^.age anschließen. sich die Abteilung leiten ließ, für ihre Sache neue Freunde zu gewinnen, damit das Schwimmen immer mehr Allgemeingut der Deutschen wird. Der eiqcnt- Punktlich um 2 30 älhr gestern nachmittag liche Wettkampf bestand in Einzelschwimmen für begannen auf dem älniversitütssportplah die alle Altersklassen. Der erste Kamps war eine Lagen- leichtathletischen (volkstümlichen) Hebungen. Ein staffel für Turner und Jugendturner: diese konnten hübsches Bild abwechslungsreicher Betätigung die Jugendturner für sich entscheiden? (Beide Stas- entrollte sich vor den Augen der interessiert Zu- fein schwammen mit Ersatz.) Das Brustschwimmen . schauenden, ileberall gab es etwas anderes zu für Turnerinnen gewann L. H a u b a ch mit einem sehen, und man könnte es fast bedauern, nur zwei Meter Vorsprung. Das Brustschwimmen für Ju- Augen zu haben. Hier wurde gesprungen — genbturnerinnen entschied H. Weeg für sich. Dann hoch, weit und mit dem Stabe: dort wurde folgte das Schwimmen der Altersturner, ein scharfes geworfen: mit der Kugel, mit dem Speere, mit I Nennen über die ganze Strecke: es endete im toten dem Diskus und die Kleinen mit dem leichten | Rennen (Zeit 30 Sekunden). Den Wettkampf der Dalle. Auf der herrlich angelegten Aschenbahn Schüler gewann Otto Kern, den der Schülerinnen wetteiferten Kurz- und Landstreckenläufer. Anni Pfund. Das Lagenschwimmen der Turner Dank muh man der Leitung zollen, dah sie war wieder ein scharfer Kampf, auch dieser endete unerbittlich streng die festgesetzten Zeiten inne- im toten Rennen zwischen Ehr. Weeg und Kurt hielt und so zur flotten Erledigung nicht un- H o r e y s e ck. Ferner zeigte die Schwimmabteilung wesentlich beitrug. Auch der pünktliche Beginn Wettrennen für Schüler und Schülerinnen, Hinder- fiel angenehm auf, weniger vielleicht bei den nisschwimmen, Rückenschwimmen ohne Armbewe- unpünktlich erscheinenden Teilnehmern, deren gung, Einzelspringen, Tellertauchen und Gruppen- Enttäuschung deutlich bemerkbar war: denn gar springen. Neben der ernsten Seite wurde auch für mancher hätte sich gerne heute, da es nicht um den Humor gesorgt; so erregten wahre Lachsalven Sieg und Ehre ging, an einem „alten Rivalen der Fallschirmsprung, der Reiterkampf und das gewetzt". Hier dürfte der pünktliche Beginn Springen eines Turners in einem mit Luft gefüllten sicher eine erzieherische Wirkung haben. Anzug. Sehr schön war die Lichterstasfcl der Turne- Bei den Cinzelkärnpfen sah man sehr an» rinnen: im verdunkelten Volksbad gütetn die beiden sprechende Leistungen, bei den Sportlern wie bei I ro*e . Irrlichter über das Wasser. Die den Turnern: ersteren muß bei den Läusen wohl Schwimmabteilung des Turnvereins hat mit dieser ein kleines Plus zuerkannt werden, ohne die Veranstaltung einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Leistungen der Turner, deren Haupteinstellung Mögen alle Turner und Turnerinnen in den körn- auf anderem Gebiet der Leibesübungen liegt, ab- wenden Wettkämpfen das verwenden, was sie im zuschwächen. Die MannfchaftZkämpfe: eine 20mat- Winter im Hallenbad gelernt haben. Radsport. O zmella schlägt Branchonnet. Bei dem gestrigen internationalen Fliegerrennen im Kölner Stadion siegte der deutsche Meister Paul O ß rn e l l a über den Olympiasieger Blanchon- n e t (Paris). Fusiball. I Rund um Köln Gestern wurde Westdeutschlands größtes ö. Rach den leichtathletischen Vorführungen Straßenfahren „Rund um Köln" ausgefahren, zu traten zwei kombinierte Mannschaften aus der dem 200 Meldungen Vorlagen. Die Strecke war Spielvereinigung 1900, V. f. D. und Ballspiel- 250 Kilometer lang und stellte infolge der starken Club 1920 zu einem Propaganda-Fußballspiel an. Straßensteigungen, besonders im bergischen Land, Das Spiel endete zu Gunsten der besseren 21. = große Anforderungen an die Fahrer und an das Mannschaft 4:1 (Halbzeit 2:1). Der älnparteiische, Material. Start und Ziel war im Kölner Stadion. Zutt 1900, war dem vpiel ein gerechter Leiter. I -Um 4y2 älhr nachmittags traf als erster Suter- Schweiz in 8,21,42 ein vor Rotter- Schweiz. *UttlCr lltlv JiQufCU)ter. dem dichtauf DelloNi - Italien folgte. Bei Len Die Gießener Turnerschaft trat anschließend Herrenfahrern siegte I. Dumm- Frankfurt a. M. in der Volkshalle mit einigen Darbietungen ge- m 8.44,11 vor Müller-Barmen mit Reifenstärke, meinfam auf. so zeigend, daß sie nicht nur dem Rainen, son.ern auch der Tat nach einem Ver- -ivRlluÖ. banbe eingeg edert ist. Die gemeinsam gezeigten ; „ r „ , „ ______. .. . Freiübungen der Turner und das Barrenturnen ffprsnxM V r r h ? & &-IC m ^mc der Turnerinnen fanden verdienten Beifall. Eben- lt-rdckm ausgetragen wurde, endete mit einem knap- so wurde das Fechten, jene Leibesübung von großem körperbildenden Wert, tie bis in und - r ^rü Bremen — über das Mannesalter erfolgreich betrieben wer- Stoln ~ 5ranf'urt 9,n9 Köln als Sieger hervor. den kann, von den Fechtriegen beider Turnvereine --------- vorgeführt. Als weitere Punkte turnerischer Be- föahrDteisermähmiintl tätigung zeigte der Turnverein von 1846 mit mußigung JUin seinen Turnerinnen ein gut ausgearbeitetes Ge- I (jtoeate Der Jugendpflege, meinturnen an zwei Pferden, mit feinen Sumern Ermäßigte Fahrpreise zur Leteillgung an sportlichen em gewandtes Springen am Spningttsch. Der Veranstaltungen 2nanner-Turnvereln stellte mit seinen Turnern 1 eine Riege am hohen Reck, die durch ihre älebun- gen sehr gefiel. Die Turnerinnen brachten in rascher Folge einen Ausschnitt aus dem Gebiet der Frei- und Handgeräteübungen (Keulen- und (Stabübungen), so ein den Turnerinnen besonders geeignetes Arbeitsfeld kennzeichnend. Der Beifall bewies, daß die dargebotenen ilebungen Anklang gefunden. Die Radfahrer verdienen ein Gesamtlob, denn die gefahrenen Reigen klappten alle ganz vortrefflich. Seien es nun „Fortuna", „Die Wanderer", „©ermania" oder „1885". Das Kunstfahren war eine Klasse für sich. Ein 2er-Radball vervollständigte das fesselnde radsportliche Programm. Di' jlrtats 2 Reid)5 -leicht ßeiuene folge & lag «nschnst E' pol FlanlM Der 5 Seit unseres 2 gedungen regierunc in unser und D Dinolph Zusainm sind.chu venöiser M N Mn Hieben fn Dohl des Wer auS den 2 die uns d von ßvi-e zuarbeiten ein Doll. Dell gab, braucht toi nalen Sin! Wlksöetou den Weg Freiheit". Schlag ein irren, aber blieb, toiri voranschreii opfernden deutsche Ui Nel erg fern schtoei muts, als Schild hol vberhaupt Und ni wiebtttme ner der: ein Fanal - verblendete yi Ehren b durch chre Tchneid ch überminhli tischen uni „LTnb den Eckener Welt benc Werk zuri dient. 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