Nr. Erstes Blatt 176. Jahrgang Mittwoch, 10. Zebruar 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Lezugrpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fcrnsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der- lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranlsurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfijS1§-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: SchuMrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wich. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den An- zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich m Gießen. Deutschlands Antwort an Mussolini. Reichsauhenminister Dr. Stresemanns Erklärungen im Reichstag. Das war sicher nicht die Absicht Mussolinis, als er in der römischen Kammer geharnischte Worte wider Deutschland sprach, den Kampf um Südtirol erst recht eigentlich aufzurollen. Der deutsche Außenminister Dr. S t r e s e m a n n hat e? abgelehnt, Mussolinis Gongschläge mit ähnlich gearteten lärmenden Kundgebungen zu erwidern. Um so wirksamer war dafür, was Dr. Stresemann sagte, vor allem, was er an Tatsachen über die Vergewaltigung Südtirols -mitteilte, Tatsachen, die sich um so stärker einprügen und einprägen müssen, als sie in auffälligem Widerspruch zu den feierlichen Verheißungen stehen, die da? amtliche Italien der deutschen Bevölkerung Südtirols unmittelbar nach dem Kriege machte. Verheißungen, die nicht am Verhandlungstisch unter vier Augen gemacht worden sind, sondern die der ganze Erdball gehört hat und hören sollte. Es ist dem Faszis- m u s vorbehalten geblieben, sich über diese Verheißungen hinwegzii setzen. Es wird eine ungewöhnliche staatsmännische Leistung Mussolinis fein, wenn C5 ihm gelingt, die Mißgriffe des Faszismus in Südtirol zu beseitigen, um so die Politik der Faszisten gegenüber der deutschen Minderheit dem gemeinschaftlichen Recht und der gerade von den Verbündeten betonten hohen gemeinschaftlichen Gesittung Europas wieder anzupassen Der deutsche Reichsaußenininister hat in der Antwort an Mussolini das erwähnt und hervorgehoben, was das Recht der deutschen Bevölkerung in Südtirol sichert. Richt nur 'Mussolini und'Italien sollen das hören, die öffentliche Meinung Europas hat alle Tlrsache. sich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Die sa- szistische Gefchichtsphilosopyie reicht nun einmal nicht aus, das unvordenkliche Recht Italiens an Bozen und Laucins Rosengarten zu begründen. Dr. Stresemann hat nicht nur die geharnischte Tonart Mussolinis, er hat auch feine sehr gewagten gescknchtsphilosophifchen Konstruktionen abgelehnt. Die Italiermr von heute sind keine Rachkommen $er alten Römer. Soweit diese überhaupt bcvölkerungspoliti'ch festzustellen sind, nxiren sie beim Ausgang des weströmischen Reiches bis auf wenige verkümmerte Reste nah^u ausgestorben. Durch Jahrhunderte tummelten sich auf italienischem Boden fremde Bölker, die leils weiterzogen, teils seßhaft blieben. Tlnd diese sind die Vorfahren der zeitgenössischen Italiener, wobei klimatische und geopolitische Einflüsse im Ablauf der Jahrhunderte mitgewirkt haben. Aber auch die Römer, deren Ruten und Beile Mussolinis Faszismus entliehen hat. waren nicht die Schöpfer der antiken Kultur, von deren Höhe der Duce heute verächtlich auf die nordischen Barbaren herabsieht. Ohne Hellas hätte es feine römische Kultur gegeben, an welch geschichtlicher Tatsache auch das flammende Rationalgefühl der Faszisten nicht vorübergehen kann. Auch daran nicht, daß die Deutschen die Schöpfung des neuen Italiens nicht nur politisch und militärisch unterstützt und gefördert haben. Venetien ist für Italien bei Königgräh, Rom bei Sedan erobert worden, während Frankreich sich die Eroberung der Lombardei mit Rizza bezahlen lieh, dem Geburtsort des italienischen Freiheitshelden Garibaldi. Merkwürdig, dah die Faszisten sich daran nicht erinnern. Die Ausführungen Dr. Stresemanns sind, wie die Angriffsvede Mussolinis, diplomatisch und politisch zu werten. Es ist versucht worden, den massiven Angriff des Duce auf Deutschland durch die innerpolittschen Verhältnisse Italiens zu erklären. Daß der Faszismus für den Untergang reif sei, das glauben vielleicht nicht einmal seine geschworenen politischen Gegner innerhalb und außerhalb Italiens. Zweifellos ist aber, daß Mussolini v-on dritter Seite beeinflußt worden ist. Diese Beeinflussung war schon während des Ruhreinbruchs fest- zustellen, als es sich der französische Botschafter in Rom angelegen fein lieh, Mussolini deutsche Pressestimmen zu unterbreiten, die den Duce nicht nur politisch, sondern auch persönlich als Abtrünnigen vom Sozialismus aus das Schärfste angriffen. Mussolini ist aber nicht nur Parteiführer, sondern auch der Ministerpräsident eines großen Volkes, mit dem wir in Frieden und Freundschaft leben wollen. Schon Bismarck hat einmal gesagt, dah die Volker eines Tages die Fensterscheiben bezahlen müssen, die die Presse gegenseitig eingeworfen hat. Sicher sind auch diesmal fleißige Hände am Werk gewesen, um Mussolini die publizistischen Kundgebungen vorzulegen. Wenn also diese maßlosen Angriffe, die die deutsche sozialistische Presse aus parteipolitischen Gründen schon seit Jahren gegen den „Renegaten" des Sozialismus schleuderte, den Duce erregt haben mag, so ist es doch unser gutes Recht, gegen die Auswirkungen dieser Mißstimmung entschieden Einspruch zu erheben. Sitzungsbericht. Berlin, 9. Febr. Die Reichstagstribünen sind heute dicht besetzt, auch die Diplomatenloge, in der u. a. der englische Botschafter Lord d'Abernon und der österreichische Gesandte Dr. Frank zu bemerken sind. Der Sitzungssaal füllt sich langsam. Reichsauhenminister Dr. Stresemann bat schon einige Minuten vor Sihungsbeginii seinen Platz eingenommen. Auf der Tagesordnung stehen die Interpellation der Deutschnationalen über die Bedrückung der deutschen Bevölkerung in Südtirol und die Interpellation der Regierungsparteien wegen der jüngsten Mussolinirede. ReichsautzenminisLer Dr. Stresemann nimmt sogleich das Wort zu folgenden Ausführungen: „Die Ausführungen des italienischen Ministerpräsidenten in der Samstags- sihung der italienischen Kammer greifen tief ein in das Verhältnis Italiens zu Deutschland. Sie rollen darüber hinaus die Gesamtlage auf, die mit dem Abschluh der Verträge von Locarno und mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund in Verbindung stehen. Der rhetorische Ausdruck des Herrn Mussolini gäbe Veranlassung, ihm in der gleichen Art zu antworten. Die deutsche Reichsregierung muh es aber ablehnen, der mehr auf Massenversammlungen als auf die Aussprache mit anderen Rationen berechneten Tonart des italienischen Ministerpräsidenten zu folgen. (Beifall.) Wir wollen vielmehr in aller Sachlichkeit die Vorgänge untersuchen. Die Tatsache, dah Südtirol Italien zugesprochen ist, wird von uns anerkannt. Italiens Souveränität auf diesem Gebiete ist von uns stets respektiert worden und wird immer respektiert werden." ilnter lebhaften Hört! Hört-Rufen verliest der Minister dann die verschiedenen feierlichen Versicherungen des Königs von Italien und der amtlichen Stellen Italiens, in denen bei der Besitzergreifung Südtirols durch Italien der deutschen Bevölkerung jenes Landes die Wahrung ihrer Kultur und des deutschen Zollwesens in Sudtirol zugesagt wurde. Im Gegensatz zv allen diesen Zusicherungen hat das faschistische Regime eine bewußte Italianislerung und Entdeutschung Südtirols borgenommen. lieber diese nicht zu leugnende und auch von Mussolini nicht geleugnete Tatsache ist die Oeffentlichkeit unterrichtet. Sie ist nur verwirrt worden durch unwahre und entstellte Einzelnachrichten, wie die von einem Verbot der Weih- nachtsbäume und der geplanten Beseitigung des Waltherdenkmals in Bozen. Die deutsche Regierung hat diese falsche Rachrichten, denen sie vollkommen fernsteht, außerordentlich bedauert und die Presse zu größter Vorsicht ermahnt. Es ist auch die Vermutung geäußert worden, dah solche falsche Rachrichten absichtlich von Provokateuren verbreitet werden. Diese bebauer- lichen falschen Rachrichten ändern aber nichts an dem gesamte Tatbestand der Italianisierung Südtirols. (Sehr wahr.) In München ist in der Tat von wenigen Privatleuten eine Bewegung zum Boykott eingeleitet worden. Hinter dieser Bewegung stehen weder die bayerische Regierung noch deutsche amtliche Stellen. Ich halte es für durchaus unangebracht, wenn einige Dutzend Leute glauben, auf diese Weise deutsche Außenpolitik machen zu können. Diese reine Privatbewegung von unverantwortlichen Leuten hat den italienischen Ministerpräsidenten veranlaßt, dem deutschen Botschafter gegenüber zu erklären, daß er amtlich die Einfuhr deutscher Waren verbieten und zum Boykott Deutschlands auf* fordern würde, wenn derartige Bestrebungen nicht aushoren. (Rufe: Unerhört!) Ich halte es für ein unmögliches Vorgehen, die von der Regierung gemih- billigte Bewegung unverantwortlicher Kreise mit dem Bruch internationaler handelspolitischer Abmachungen beantworten zu wollen. Auf solcher Basis ist ein internationales Zusammenleben nicht möglich. (Beifall!) Wie an andere Staaten, so ist auch an uns die Frage gerichtet worden, wie wir uns zu einer Einbeziehung der Brennergrenze stellen. Unsere Antwort war selbstverständlich die, daß wir für eine solche Frage nicht die richtige Adresse sind. Oesterreich, nicht wir, grenzt an Italien. Wir achten das Selbstbestimmungsrecht der Völker und haben nur den Wunsch, daß unfern und Oesterreichs Wünschen, die auf dem Selbstbestimmungsrecht der Völker beruhen, nicht in die Ewigkeit hinein die Hindernisse entgegengesetzt werden, die wir seit 1919 erfahren haben. Wir können uns auch nicht der Meinung anschließen. daß es zweierlei Grenzen in Europa gibt, solche, die vertraglich garantiert und solche, die labil sind. Das was hier der deutschen Politik an Expansionsbestrebungen unterstellt wird, ist vollkommener Unsinn. Die deutsche Oeffentlichkeit hat in den letzten Jahren Italien große Sympathien entgegengebracht. Es hat sich erst geändert, als die Rachrichten über die Unterdrückung der deutschen Bevölkerung Südtirols sich immer mehr verstärkten. Wenn Mussolini meint, diese veränderte Haltung der deutschen Presse sei auf einen Befehl der deutschen Regierung zurückzuführen, so vergißt er, daß man in Berlin nicht wie in Rom die Freiheit der Presse willkürlich beschränken kann. (Sehr gut!) Wir können und wir dürfen auch -er deutschen Presse nicht verbieten, Sympathien zu empfinden, um einzutreten für ein Land nnd Volk, das feit vielen Jahrhunderten deutsch gewesen ist und der deutschen Kulturgemein- schast weiter angehört. Wenn aus der Unterdrückung eines Volkes die Gefahr einer Störung des Friedens entsteht, so ist der Appell an den Völkerbund gegeben. (Lachen rechts und bei den Kommunisten.) Das Reichskabinett hat gestern den Eintritt in den Völkerbund beschlossen und ist darin bestärkt worden durch die Mussolinirede. Diese Rede fordert nicht nur die Entdeutschung Südtirols, sondern sie ist in der ganzen Welt als eine Kriegsdrohung auf- gefaßt worden gegen Deutschland und Oesterreich. Derartige Drohungen sind mit dem Geiste des Völkerbundes schlechthin unvereinbar. Unvereinbar mit ihm ist der ganze Ton. die Aeberheblichkeit und Maßlosigkeit von Mussolinis Ausführungen, die kein Ausdruck innerer Kraft zu sein braucht. (Lebhafte Zustimmung.) Was Mussolini über Walther von der Vogelweide sagt, verkennt das Wesen dieses deutschen Dichters. Richt seine Bedeutung in der Weltliteratur, sondern das Deutschtum Walthers von der Vogelweide zeugt davon, dah Bozen innerhalb der deutschen Kulturgemeinschast liegt. (Lebhafter Beifall.) Mussolini wendet sich gegen die deutschen Touristen und spricht vom Mißbrauch italienischer Gastsreundschast, droht aber gleichzeitig Repressalien an für einen etwaigen Boykott Italiens durch Deutschland. Wenn die Zahl der deutschen Touristen in Italien zurüc^eht, so dürfte das nicht die Folge deutscher Maßnahmen, sondern die Folge der Mussolinirede sein. (Lebhafte Zustimmung.) Mussolini hat einst anders über Deutschland gesprochen. Roch 1920 rühmte er in einer Rede den Wert der deutschen Kultur und der deutschen Arbeit ftir den Wiederaufbau Europas. Mussolini hat für seine große Aktion die Land- tagsrede des bayerischen Ministerpräsidenten S)’c l d genommen, ohne den Wortlaut dieser Rede erst abzuwarten. Ministerpräsident Held hat ganz klar nur von der kulturellen Freiheit der Deutschen Südtirols gesprochen. Wir erscheint es allerdings wünschenswert, daß auswärtige Politik nur von den Reichsstellen und im Reichstag gemacht wird. (Lebhafter Beifall links.) Man sollte nicht durch Interpellationen die Ministerpräsidenten der Länder in die Zwangslage bringen, über Außenpolitik zu sprechen. Die Verantwortung für die Außenpolitik trägt jedenfalls nut d i e Reichste g i e r u n g. Wir lassen uns das Recht nicht nehmen, für die kulturellen Rechte der deutschen Minderheiten im Ausland einzutreten, wie wir auch die Rechte der in unseren Grenzen wohnenden nationalen Minderheiten wahren wollen. (Beifall.) Die Anteilnahme des deutschen Volkes an den Menschen deutsches Blutes jenseits unserer Grenzen ist ein Ratur recht, das wir uns nicht bestreiten lassen. (Lebhafter Beifall.) Wir werden im Völkerbund für die nationalen Minderheiten eintreten. Wir haben keine Gegensätze zum italienischen Volk und wollen mit ihm in Frieden leben. Aber zur Grundlage des Friedens gehört auch jene Selbstachtung, ohne die ein Volk vor sich selbst nicht bestehen kann. Aeuhere Machtlosigkeit ist nicht gleichbedeutend mit dem Verlust innerer Kraft. In diesem Gefühl weise ich die gegen Deutschland gerichteten Drohungen mit aller Entschiedenheit zurück. (Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Scholz (D. Vp.> gibt im Tiamcn der Regierungsparteien eine ©rfiärung ab, in der die Beleidigungen und Drohungen Mussolinis als eine Rückkehr zur Politik der Gewalt zurückgewiesen werden. Sie seien geeignet, den Frieden Europas zu bedrohen. Weder die deutsche Regierung noch irgendwelche amtlichen Stellen haben eine Parole gegen Italien ausgegeben. Wenn in der Presse gegen die Unterdrückung der Minderheiten in Südtirol Protest erhoben sei, so komme ein Einschreiten dagegen nicht in Frage, da feine rechtswidrige Handlung vorliege. Gegen ba£ Unrecht in Südtirol müsse vor aller Welt schärfster Einspruch erhoben werden. In der Beurteilung dieser Vorgänge wisse sich das deutsche Volk einig mit den Gerechtdenkenden aller Rationen. Der Redner schließt mit einer Sympathieerklärung für den deutschen Stamm in Südtirol, der feine Pflichten gegen den itcdie- nischen Staat voll erfüllt habe. (Lebhafter Bei- faH.) Abg. Stampfer (Soz.) stimmt den Ausführungen des Ministers zu und wendet sich scharf gegen die Mussolinirede. llebrt- gens sei das heutige Italien durch die Geschichte seiner Kämpfe um Einheit und Freiheit nicht das Italien der Raub- und Mord- polttik Mussolinis, sondern das Italien des von Mussolinis Werkzeugen ermordeten Matte- o11is. Mussolini dünke sich als Casar, aber er ist nur ein S a I i g u I a. Mit dem aufgeblasenen Hochmut des Emporkömmlings spotte er jetzt über die Leute in primitivster Kleidung. Als er früher solche Kleidung trua. trar er im« fer Bruder, beim er war damals Sozial d e m o f r a t. Wenn die Rationalisten einen Führer brauchen, mühten sie immer warten, bis ein Sozialdemokrat verrückt geworden sei. (Große Heiterkeit.) Wir Deutsche haben traurige Erfahrungen gemacht mit einem Herrscher, der Zerschmetterungsreden hielt. Weil wir Italiens Freunde sind, wünschen wir dem italienischen Volke, daß es sich bald aus der faszistifchen. Zwangsjacke befreien möge. Mussolini will Battisti in Bozen ein Denkmal setzen. Battisti ist als Märtyrer der italienischen Irredentisten in Oesterreich gestorben. Sein Denkmal würde also einen Mann zeigen, der die Volksgemeinschaft immer weit höher g e ft eilt hat, als die durch Eroberungskriege künstlich geschaffenen Landesgrenzen. Battisti hat in einer Rede die Kriegshetzer und Säbelrassler als Wahn- finnige bezeichnet, die ein Volk unschädlich machen mühte. Wir werden uns gern an der Sammlung für das Battisti-Denkmal beteiligen, wenn am Sockel diese von Battisti über Leute wie Mussolini gesprochenen Worte angebracht werden. (Beifall.) Abg. Dr. Spahn (Dn.) Die Rede Mussolinis hat klar die Gcwaltprlitik aufgedeckl, mit der das alte deutsche Volkstum der Südtiroler ausgerottet werden soll. Wir empfinden gegen Italien und das italienische Volk keine Abneigung. Von Italien, von der römischen Kurie und auch von den italienischen «Staatsmännern war bisher immer das Recht der nationalen Minderheiten auf kulturelle Autonomie betont wmdeu. Mussolini, der so gern an die alten Römer anknüpft, vergißt ganz, daß die alten Römer niemals die Stultur der von ihnen besiegten Völker unterdrückt haben. Die Mussolinirede war keine gute Begleit n.usik zu Deutschland Eintritt in den Völkerbund. Wir können die Ausführungen des Außenministers zur Völkerbundsfrage nicht unterstreichen, so sehr mir ihm zustimmen in der entschiedenen Zurückweisung der Drohungen Mussolinis und in der Ve tonung unseres Rechts und unserer Pflichten, Anteil zu nehmen an dem Schicksal unserer bedrängten deutschen Volksgenossen in Südtirol. Abg. Stöcker (Komm.): Wir protestieren gegen die Unterdrückung der Südtiroler. Drei Monate nach Locarno zeigt sich, daß der Geist von Locarno Schwindel und Betrug ist. Die Rede Mussolinis zeigt, daß in einem entscheidenden Augenblick alle Verträge wie Fetzen Papier behandelt werden. Der „Schwarze Mann" tut aber nichts anderes, als was B o n c o u r in Elfaß-Lothrin- gen und Ma saryk in der Tschechoslowakei zur Unterdrückung der Deutschen tun. Abg. Hampe (Wirtsch. Vg.) begrüßt in einer kurzen Erklärung die Ausführungen des Außenministers und schließt sich der Erklärung der Regierungsparteien an. Abg. Graf zu Reoentlow (Völk.) weist die Rede Mussolinis als unwürdig und verächtlich zurück. Das Frankreich des Paktes von Locarno lasse im „Temps" die Haltung Mussolinis begrüßen. Der Geist von Locarno sei eben nur eine Phantasie der deutschen Staatsmänner und ihrer Anhänger. (Sehr gut! bei den Völkischen.) Für die Westmächte sei der Pakt von Locarno nur die Bestätigung des Verzichts Deutschlands auf Elsaß-Lothringen und die nochmalige Anerkennung des Versailler Vertrags. Es fei eine Illusion, zu denken, daß Deutschland im Völkerbund die Minderheitenfrage besser regeln könne. Dafür sei die Rede Mussolinis der beste Beweis. — Damit schließt die Aussprache. Präsident Loedc: Ich darf das Ergebnis der Aussprache für den Reichstag mit Ausnahme der Kommunisten wie folgt zusammenfassen: Der Reichstag weist die sachlich unberechtigten und in der Form beleidigenden Angriffe und Ausfälle Mussolinis mit Nachdruck zurück. (Lebhafter Beifall.) In der ganzen Welt herrscht die rechtliche Auffassung, daß das Schicksal stammverwandter Minderheiten von ihrer Mutternation mit aller Anteilnahme verfolgt und ihr Ringen um das eigene Volkstum unterstützt wird. Obwohl das deutsche Volk nichts anderes wünscht, als in friedlichem Zusammenwirten mit den anderen Völkern feinem eigenen Aufbau zu dienen, wird es sich doch nicht abhalten lassen, für die deutschen Minderheiten unter fremder Staatshoheit eine gerechte Behandlung zu beanspruchen. (Lebhaftes „Sehr richtig!") Dieses Recht werden wir uns am allerwenigsten durch beleidigende Angriffe und sinnlose Drohungen beschränken lassen. (Lebhafter Beifall.) — Damit ist dieser Gegenstand erledigt. Es folgt die zweite Beratung der Gesetzentwurfs betreffend das verlängerte Wirtschaftsabkommen mit Spanien. Der Handelspolitische Ausschuß beantragt die Annahme der Vorlage. Abg. Haas (Dn.) roill die Interessen her deutschen Landwirtschaft im allgemeinen und des deutschen Weinbaus im besonderen Spanien gegenüber nachdrücklicher gewahrt wissen, als das in dem letzten Handelsabkommen geschehen sei. Dabei sei die Position unserer Händler eine sehr günstige gewesen. Wäre die deutsche Regierung nur noch ein paar Wochen fest geblieben, so hätte Spanien nachgeben müssen. Auch das vorliegende ! Prr.'/or'.^m Biete nicht die Möglichkeit, den deutschen Le urban in Dein Matze zu stützen. Daß er sicher vor Dem Zusammenbruch bewahrt werden föirn«. Für Die Landwirtschaft seien durch die Erleichterung der Südfruchteinfuhr neue Gefahren entstanden. Der überwiegende Lei! der Deutsch- natioi alen wird das Provisorium ablehnen. Abg. Kerp (3.): Der gewesene Reichsernäh- rungöminister Graf K a n i h hat mit seinen vorjährigen Erklärungen leider Rocht behalten, das) das Deutsch-spanische Handelsabkommen sich für den deutschen Weinbau als katastrophal und ruinös auswirken wird. Das jetzt vorliegende neue Provisorium bringt aber eine wesentliche Verbesserung für Die deutschen Winzer, trotzdem stehen iwch viele Mitglieder Der Zen- trumsfraklion Dem Provisorium ablehnend gegenüber. Wird bei Dem bald zu erwartenden Desini- kivum noch unter Die mit Italien vereinbarten Lätze heruntergegangen, so ist die Katastrophe für den Weinbau da. Abg. Dr. Schneider - Dresden (St. Vp) spricht sich namens der großen Mehrheit seiner SraTtion für die Annahme des spanischen Han- delspr lai t" hebt hervor, daß Dr. Stresemann bei oratorifchcn Hemmungslosigkeit Mussolinis die klare einfache Sprache der Tatsachen entgegensetzte. Denn so, wie Dr. Stresemann die Dinge schilderte, liegen sie in Wirklichkeit. — Der „D o r m ä r i s" nennt die Rede des Reichsaußenministers klug und geschickt und sagt: Der parlamentarische Außenminister Deutschlands hot sich gestern dem faszistischen Diktator moralisch und intellektuell überlegen gezeigt. Das Platt schließt seine Aussührungen mit den Worten: Deutschland tämpst gegen Mussolini, ober für Italien und für den Frieden einen guten Kampf, und es hat Aussicht zu gewinnen. (Bitt italienisches Dementi. M üncheu. 9. Febr. (WTB.) Das italienische Generalkonsulat in München teilt mii- Die Münchner Blätter bringen die Nachricht, daß in Bozen bereits $ 4 Ausweisungen verfügt worden seien. Diese Meldung entbehrt jeder Grundlage. Die Verordnung über Den Aufenthalt fremder Staatsangehöriger in Bozen und den übri gen Teilen des unteren Etschgebietes hat n o ch gar feine Anwendung gesunden. Rußland und die Abrüstungskonferenz. Moskau, 10. Febr. (WTB. Funkspruch.) Beim Volkskommissariat für auswärtige Angelegenheiten ist ein Telegramm des Generalsekretärs des Völkerbundes ein- gegangen, worin Der Bund der fünf Mächte die Verschiebung Der Einberufung Der vorbereitenden Abrüstungskonferenz mitgeteilt und das Volkskommissariat um seine diesbezüglichen Vorschläge befragt. In seinem Antworttelegramm weist Tschitscherin auf Die bereits ausge- drückte Bereitschaft Der Sowjetunion zur Teilnahme an Der Abrüstungskommission hin. Der vor geschlagenem Zusammensetzung Der Abrüstungs- kvmmiffion stimmt Die Sowjetunion zu. Sie hält an Der Tagung außerhalb der Schweiz fest und schlägt vor. sie möge in einem Lande statifinden. das Diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion unterhält. Der Schweizerische Bundesrat veröffentlicht gleichzeitig über die Beziehungen zwischen der Schweiz und SvwjetrußlanD eine Mitteilung, in der es heißt: ..ÄachDem Der Bundesrat von Der an Die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken gerichteten Einladung des Völker- bundsrates zur Teilnahme an Der vorbereitenden Kommission für die Abrüstungskonferenz Kenntnis erhalten hatte, bestätigte er Dem ®cncral« fetcetariat des Völkerbundes. Daß Die SowjetDele- gierten sich in Genf Der gleichen Erleichterungen und Vorrechte erfreuen würden tote Die Abordnungen aller anderen an Der Konferenz teilnehmenden Staaten Der Bundesrat ist bereit, zu erklären. Daß er den an Worowfli begangenen Mord nach wie vor verurteilt. Er lehnt aber jede Anerkennung einer Verantwortlichkeit von seiner Seite ab. Er erklärt sich außcrDcm geneigt, Der Tochter WorowMs eine finanzielle Beihilfe zu gewahren. 9er Kampf um die Ratssitze. Die Gefahr einer Mehrheit gegen Deutschland. L o tt Don, 10. Febr. (TU.) Der „Manchester Guardian" beschäftigt sich noch einmal mit dem Wunsche Polens, Spaniens und Brasiliens nach einem ständigen Sitz im Völkerbundsrat. Spanien drohe sogar, gegen die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zu stimmen, falls fein Wunsch nicht erfüllt würde. Wenn Spanien auf seinem Willen bestehe, dann würde mit Deutschlands Zustimmung Deutschlands Aufnahme bis zur Septembertagung des Völkerbundes verschoben tind Spanien nicht wieder zum Mitglied des Rots gewählt werden. Dos Vlatt betont, wenn Spanien durch Die Schwächlichkeit des Völkerbundsrats einen ständigen Sih erhalte, so würde das Die Ansprüche Brasiliens und Polens stärken, vor allem aber den gesamten Charakter des Dölkerbundsrats andern. Deutschland sei sehr wohl berechtigt, gegen eine Politik zu protestieren, die im Dölkerbundsrat eine Mehrheit gegen Deut sch land schaffe. Es sei sogar damit zu rechnen, daß Deutschland unter solchen Umständen feinen Antrag zurück- zöge, da es mit der gleichzeitigen Aufnahme Der genannten Mächte auf Die Stufe einer Macht zweiten Ranges zurückgeDrängt würde. Die „Schwarze Reichswehr". Berlin, 10. Febr. Im Haushaltsausschuß des Reichstages führte Reichswehrminister Dr. Gehler über Die sogenannte Schwarze Reichswehr aus. Daß er selbst und mit ihm Der Chef Der Heeresleitung ein absoluter Gegner Der Bildung von Formationen gewesen seien. Dte Bezeichnung ..Schwarze Reichswehr" stamme aus Deutschvölkischen Kreisen. Im Iahrc 1923 habe General LudenDorff beim General Seeckt vorgesprochen unD Den Vorschlag zur Bildung einer schwarzen Reichswehr gemacht. General Seeckt habe Diesen GeDanken aufs schroffste abgelehnt. Später habe Dann Der Abg. v. Graefe versucht, zu General Seeckt zu gelangen. Aber Dieser habe ihn gar nicht empfangen. Trotzdem habe sich besonders nach Dem verhängnisvollen Empfang Des Oberleutnants Roßbach durch den Reichskanzler Cutio Dann in Der öffentlichen Meinung Das Gerücht gebittet, als feien offizielle oder offiziöse Fäden gesponnen zwischen der richtigen und Der Schwarzen Reichswehr. Für das Reich habe später nur Die mißliche unD schwierige Aufgabe bestanden. Den bewaffneten Selbstschutz in Ruhe a u f z u l ö s c n. In Verbindung Damit ergab sich Dann Die RotwenDigkeff, Die Waffen des Selbstschutzes zu zerstören. Erst zu Diesem Zwecke wurden von Der Regierung Arbeitskommandos eingerichtet, die aber nicht mehr als etwa 135 Rkann betragen haben. Der Minister versicherte weiter, Daß jede Verbindung von Reichswehr- angehörigen mit Den vaterländischen Verbänden überhaupt verboten sei. Auch sei verboten, Zeitfreiwillige in Der Reichswehr auszubilden. Das Berufsbeamtentum bei der Reichsbahn. Berlin, 9. Febr. (WTB.f Von zuständiger Seite erfahren wir: Immer wieher taucht in der Oeffcntlichkeit und im Reichstag die Behauptung auf, die Reichsbahngesellschaft beabsichtige, das Berufs beomtentmn zu beseitigen, und immer wieder sieht sich hie Reichsbahngefellschaft genötigt, dieser Behauptung entgegen,zutreten. Schon hie Tatsache, haß es bei her Durchführung hes Dawesplanes gelungen ist, anstelle von Angestellten hen Rcichs- b a H n b e a in t c n zu schaffen, folltc genügen, um hicje Behauptungen zu entkräften. Nunmehr imro hie Absicht der Reichsbahngefellschaft, hie hinsichtlich her Kündbarkeit und Unkündbarkeil bei den ehemaligen Länderbahnen bestehenden Verschiedenheiten durch eine für die gesamte Reichsbahn einheitliche e g e l it n g zu ersetzen, erneut zum Vorwand für eine Wiederholung der gleichen Behauptung aufgegriffen. Mit dieser Absicht ist indessen eine Entrechtung der Beamten keineswegs verbunden. Sie bezieht sich ausschließlich auf neu o n z u st e l - lende Beamte und tastet also die bestehenden Rechte auch nicht eines einzigen der bereits im Dienst befindlichen Reichsbahnbeamten in irgendeiner Weise an. Den vorhonhenen Beamten wird nichts genommen werden. Jin Gegenteil, Taufende von Beamten würden durch die beabsichtigte Neuregelung besser g e st e l l t als bisher. Preußischer Landtag. Berlin, 9. Febr Rachdem ohne Aussprache ein sozialdemokratischer Antrag Dem Hauptausschuß überwiesen worden war. wonach bereits jetzt ein namhafter Teil Der im Haushaltsplan für das Iahr 1926 vorgesehenen Mittel für öffentliche Bauten zur Verfügung gestellt werDen foU, ging Das Haus zur zweiten Beratung Des Gesetzentwurfs über die Um gern e i n D u n g im rheinisch-westfälischen Industriegebiet über. In Der Aussprache erklärte Der Abg. Schmid- Düsseldorf (D. Vpt.) daß sich die große Mehrheit des Ausschusses auf den Boden der Regierungsvorlage gesteUt habe. Die Frage, ob es angängig sei, nach Dem Vorbild von Berlin im Ruhrgebiet eine solche Ei nh eitsgerneinde zu schaffen, sei verneint worden. Die Vorlage wurde endgültig angenommen. Aus aller Wett. Interessante Funde aus der Goethezeit. Professor Dr. E. v. Bamberg in Darmstadt hat soeben die bisher verschollen geglaubten Memoiren Der Caroline Iagemann, der bedeutendsten Weimarer Schauspielerin aus der Goethezeit und Geliebten des Herzogs Karl August, Der sie später zur Freifrau von Hehgen- dorfs ernannte, im Besitze eines Urenkels Der Künstlerin gefunden. Er wird sie denmächst durch den Sybillen-Verlag in Dresden veröffentlichen lassen. Die kulturgeschichtlich hochinteressanten Erinnerungen enthalten auch eine Reihe bisher unbekannter Briese und sonstiger Äußerungen berühmter Zeitgenossen, Darunter Goethe, Herzog Karl August, Herder, Wieland, E. T. A. Hoff - mannn, Devrfent, Iffland u. a. Der Reichskanzler zum Tode Der Gräfin Rar.yau. Der Reichskanzler hat aus Anlaß des Ablebens der Gräfin Rantzau an hen Reichstagsabgeordneten Furft Bismarck folgendes Beileibstelegramm gerichtet: Soeben erreicht mich die Nachrichl von hem Ableben her Gräfin Rantzau. Mit ihr ist das letzte Kiuh des großen Grünhers unseres Reichs, hes Fürsten Bismarck, hahingeschieden. Dem fiaufe Bismarck meine herzliche Anteilnahme auszusprechen. ist mir aufrichtiges Behiirfnis. Lin vermögen in Kupfer- und Rickelgelb. In Koblenz wurde eine alte Frau von achtzig Iahren, die in einem kleinen Häuschen unter dürftigen Umständen ihr Leben fristete, um sie vor Verwahrlosung zu schützen, in das städtische Altersheim cingelicfert Bei Feststellung des Mobiliars mürbe hie übcrrafchenbe Entdeckung gemach!, baß bk alte gebrechliche Frau, hie als arm galt, über einen ganz erheblichen Schatz verfügte. In oerfchiebenen Verstecken würben mehrere tausend Mark in Kupfermünzen gcfun= ben, ferner nahezu zwei Zentner Nickelgelb unb etwa 6 0 Pfund Silbergeld. Außerdem würben große Mengen von Fünf- unb Zehnmarkscheinen aus her Vorkriegszeit gefunden. Tödlicher Anfall von Streckenarbeitern Oberhof, 10. Febr. (WTB. Funkspruch.) Heute früh gegen :1 45 Uhr fuhr im Tunnel bei Oberhof ein Arbeiterzug in etwa 80 mit Gleis- arbeiten beschäftigte Arbeiter, Die das Herannahen des Zuges infolge Dee starken Rebels nicht wahrnehmen konnten. 6 Arbeiter wurden getötet, eine Anzahl mehr oder weniger schwer verletzt. Fahrlässigkeit. Nachts entstand in einem Hause der Kronen- straße in Karlsruhe dadurch ein Brand, daß das Dienstmädchen vergessen hatte, das elektrische Bügeleisen nach Gebrauch aus- zuschalten. Das glühend gewordene Bügeleisen siel durch ein eingebranntes Loch des Tisches in den mit Wasche gefüllten Wäschekorb, steckte die Wäschestücke in Brand und brannte außerdem noch ein Loch in den Fußboden. Das Feuer wurde so rechtzeitig entdeckt, Daß es von einer Hausbewohnerin gelöscht werden konnte. Vier Knaben in einer Kiesgrube begraben. Im Kölner Vorort Ossendorf sind vier Knaben beim Spiel in einer Kiesgrube von einstürzenden Kiesmassen begraben worden. Die Leichen wurden heute morgen aufgefunben. Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, östliche bis südliche Winde, kälter, stellenweise Frost, nur geringe Riederschlagsneigung. doch Rebel- oder Reifbildung. Die Lage ist seit gestern nut wenig verändert. Das Tiefdruckgebiet dürste sich noch weiter nach Westen zurüchziehen. während das Kalt- hiftgebiet in Mitteldeutschland langsam an Raum gewinnt. Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 3,1 Grad, Minimum: 0,8 Grad Celsius. Riederschläge 2,8 Mm. Heutige Morgentemperatur 1,9 Grad Celsius, Aus -er ProvmMhauptstadt. Gießen, den 10. Februar 1926. . OberheMcher Geschichtsverein. Wenn Der Oberhof fische Geschichtsverein auch in erster Linie hie Geschichte her engeren Heimat pflegt. |o lehnt er bei gegebener Gelegenheil doch fremde Stoffe nichl ab. So behandelte her Vortrag des Herrn Pros. S t r o t h m a n n am letzten Donnerstag hen Vorderen Orient zur Zeit des Mongolensturms im 13. Jahrhundert. Der Vortragende erinnerte zunächst in einem Ueberblick an die wichtigsten Mongolenführer wie Dschingischan und Hu- lagu unb zeigte an ihnen den enlscheibenhen Wert her Persönlichkeit im Völkerleben. Ganz tnapp würbe her äußere Verlauf her großen Katastrophe geschilbert, her alte Kulturzentren wie Sa- martanb unb Buchara, Merw unb Hama ha n (Ecba tana), hie Länher bis Syrien, unb 1258 Baghah unb das Kalifat her Abbafsihen zum Opfer fielen. Der alles zerstörende Eroberungszug her Mongolen kam nach Kiews Untergang erst in Schlösserstlnm Stehen, wo Heinrich her Fromme sich ihnen bei Liegnitz ent gcgenftelltc. Obwohl her Herzog fiel unb fein Heer geschlagen mürbe, zogen bic mitten Horben — offenbar weil sie bic Aussichtslosigkeit her Beren- nung her festen Stabte unb Burgen ein sahen — poch Ungarn ab. — Als Hauptthema mar gestellt hie Herausarbeitung her inneren Grunde bes Zusammenbruchs: hie religiösen Gegensätze. Der Isla m mar in sich gespalten: auch hie sunnitische Mehrheit hatte kein Solibaritätsgesiihl unb bas Kalifat war unter ben später schwachen Nachfolgern Harun al Raschids in Kleinasien zerfallen. Die Schiiten, die in religiösem Jnkarnations- unb Passionsglau- ben nur bic Märtyrer aus dem Blute Muhammeds als bic wahren Häupter anerkannten, lebten in her apokalyptischen Erwartung her Wicherkehr des Zwölften biefer „Imane" als Mahhi-Messias und sahen in Halagu bic Gottesgeißel, durch die sie bas abbassibifche Kalifat wegen seines Raubes an Mu- hammebs Haus vernichten könnten. Die Ismat- liten wollten nicht warten. Ihr Stifter gab sich als die Erscheinung bes Mahbi aus. Auf unzugänglichen Felsennestern straff religiös organisiert arbeiteten sie mit Meuchelmorb gegen bic Staatsgewalt. Als die unheilvollen Boten des „Alten vom Serge* pnb diese „Assassinen" auch ben Kreuzfahrern bekannt geworben. Die bamals noch stattliche orientöl i s ch c C h r i st e n h e i t gliederte sich schon fett ben Konzilen her alten Kirche in Nestorianer unb Jakpbiten. 3n den Städten saß seit 1800 Jahren eine einflußreiche Iudenschaft, der Hu- lagus Nachfolger einen Finanzdiktator zu entnehmen sich genötigt sah. Während vom Osten her der Buddhismus die Mongolen zu gewinnen trachtete, waren im vorderen Orient die Schiiten unb hie Nestorianer am regsten. Ein Führer des ersteren mar her bedeutendste Astronom des Mittelalters, Nasircbbin von Tus. Er spielte zunächst hie Assas- smenburgen dem Hulagu in bic Hanbe, unb, begleitete unb beriet diesen als Hofastrolog bei Bagdads Eroberung. Die Bemühungen her Nestorianer, bic einen getauften Mongolen zum Katho- likos wählten, mürben von her europäischen Ehriftenheit unterstützt mit hem Plane, zwi- schen einer asiatisch-mongolischen und her europäischen Christenheit Den Islam zu erbriitfen. Aber die Mongolenmacht zersetzte sich, unterlag im Offen dem chinesischen Einfluß unb erschöpfte sich im Westen durch bas Aufgehen in ben uneinheitlichen Islam. Interessant -ist bas Hineinspielen her europäischen Politik — Papst, Englanb, Frankreich, während Deutschland mit sich selbst beschäftigt bei Seite stand — in diese religiös-konfessionellen Angelegenheiten Asiens. -Zum Schluß wies der Vortragende hin auf die religionsnolitischen Nachwirkungen der mongolischen Sturmzeit unb auf verwandte^ Verhältnisse nn den heutigen Brennpunkten afiatii^er Politik in Syrien, Mesopotamien unb her Mongolei. Reicher Beifall bankte hem Rehner für seine Ausführungen unb bewies damit das Interesse her Zuhörer an diesen so wenig bekannten weltbeweaenben Ereignissen. Dr. W. Boriwtizen. — Tageskale über für Mittwoch: ^tabttheater: 7.30 Uhr: „Der wahre Jakob" (Ende 9.45 Uhr). — Akabemisches HaUensportfeft: 8.15 Uhr Turnhalle des Realgymnasiums, Wettkampf und fporlliche Vorführungen. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: , Die Verrufenen". — Deutsche Volkspartei. Morgen, Doönnerstag, abend int „S)inDenburg“ (Dvgesen- 3immer) Vortrag „Die Grundlagen des ^Liberalismus". Näheres in der heutigen Anzeige. — Deutscher Bund für christlich- evang. Erziehung in Haus und Schule. Freitag, 12. Febr., Familienabeitd mit Vortrag. (Siehe heutige Anzeige.) — Hessischer Vaterländischer Bl o ck. Kommenden Sonntagabend int Großen Hörsaal der Tlniversität Lichtbilbervortrag über den Flugsport. Der Redner. Oberleutnant a. D. von Fichte, war als Kampfflieger im Westen und im Orient an der Front. (Siehe Anzeige.) * *• Beiträge zur Zeppelin-Eckener-Spende in Gießen werden weiterhin von den Banken, der Bezirkssparkasse unD Der Stadtkasse entgegengenommen. Wir empfehlen Das nationale Werk Der opferfreudigen Unter* ftühung Durch unsere Mitbürger. Man beachte die heutige Anzeige. *• Die Benutzung der Straßenbahn-Zeitkarten betrifft eine Bekanntmachung Der Straßenbahndirrition in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten feien besonders darauf hingewtesen. * Städtische Holzversteigerung. Bei der gestern nngcEiuttigten Versteigerung im Stadtwald am nächsten Freitag kommen Stamm* reifer zum Ausgebot. Ö i c Maul- unb Klauenseuche hat in Muschenheim weiter um sich gegeriffen. Ort und Ge- mariung Muschenheim sinh" deshalb zum Sperrgebiet erklärt morden. In Bubesheim, Kloppenheim, Wolzhausen, Schmalheim, Melbach, Nieber-Florftabl, Weckesheun, Hochelheim und Niederkleen ist bic Seuche ausgebrochen, in Höchst a. b. Nibber, Ech- unb Burgsolms ist sie erloschen. RDV. Die Reichsbahn unb hie Stabt- f Vnr- Fahrpreisermäßigung zur vorübergehenden Unterbringung hilfsbedürftiger Stahtkin- ber auf hem Lande unb int Auslanoe wirb in hie- fem Jahre vorerst nach ben bisherigen Tarifbestimmungen weiter gemährt. Zahlreiche int Vorjahr wieher zutage getretene Mißbräuche geben Veranlassung, auf hie Innehaltung her bestehenhen Vorschriften Hinzurneisen. Für Kinher, bic nicht zum Landaufenthalt, sondern in andere Städte entsandt rnerhen, Die weher als Kurorte noch als Stähle mit ländlichem Charakter angesprochen werben können. Torfen futle. Datum: 0.385 Wünsche der Landesuniversität 0.365 geboten. Monatsgeld 7 | 129- 1135,5* 62 5 88 den niedrigsten 9 We itze Wochen Reinleinene Tischtücher, 130x160 cm . . von an Mk. 8.85 an von i von Mir. 1.95 von Mk. 2.90 von von von von von an an an an an an an Mk. 4.95 Mk. 4.95 Mk. 4.50 Mk. 2.85 Mk. 6.60 78,75* 82* 85,75 10.1 41,75 Geldverhältnisse Tagesgeld unverändert 108.62 62 30 99 43.5 43 Damentaghemden Damenbeinkleidcr . . . . Damennachthemden. . . . Prinzehröcke Hemdhosen Kissenbezüge Halbleinene Bettücher . . Teegedecke mit Servietten . . Reinleinene weiße Handtücher Reinleinene Küchenhandtücher Frottierhandtücher 78 62 5 0.375 0,3775 0,36 0,42 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 105* ! 105 5* 128* , 127,5* 125.75 i 125 9* 55 - 119,7* | 120,5* 60.25 31.5 6,5 98 423 90,25 I 99 10.35 42 i 146* । 129* 72,95 55.5 77 '.8.5 37,5* 86 81,5 83.5 100 37.75 94,5 24.5 32 0.35 0 34 0 3375 >.4175 0.20 0.3375 zu 5 bis 7 Prozent an« bis 8 Prozent. Im D c - ,145.7* 106* 127 5* 1125,6* j 120* 98.25* . . . . MK. 1.95 . . . . MK. 1.25 von MK. 1.25 an 62 91 128,7* 73 76 «6,4* 85,58 84* 100* 3,.5 38 29,75 weiter! werden. Danach wird schon ein Begleiter zugclassen werden, wenn mindestens vier Kinder gemeinsam reisen. Bei Rückbeförderung erkrankter .Kinder vom Erholungsort soll ein Begleiter auch bei weniger als 4 Kindern zugclafsen werden, wenn die Erkrankung und die Notwendigkeit des Begleiters bescheinigt ist. 86* 89* 112* 118* 122,75 88,5 51 77.75* 81* 55 4.208 19 13 103,56 VS 168.52 16,98 85.41 59,23 112,63 81,07 59.05 12.45 5,885 Vortags- 1.3525 0.54 0.41 0 18 > .34 1.188 19.03 103.04 20,375 15,51 167,68 16 9D 84,9' 58,93 112.07 80,67 58,85 12,39 5,845 94 97- 7.65 0,033 88,5‘ Du. 2.51 113 5' 0.82 92 99,15 97 97,-Ä* 80* 81* 37,5 35 Frankfurter Getreidebörse. i Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a.M., .10.Febr. Es wurden na tiert: Weizen, Wetterauer, 26,25; Roggen, inländi- cher, 17,50 bis 17,75; Sommergerste für Brauzwecke 20 bis 22,50; Hafer, inländischer, IS,50 bis 21,50; Mais, gelb, 18,50 bis 18,75; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 40,50 bis 40,75; Roggenmehl 26 bis 26,25; Weizenklcie 10,20 bis 10,30, Roggenkleie 10,25 bis 10,50 Mk. Tendenz: stetig. 7,62 86* 44,25 45" 88* 90* 111 ö* 116.7* 120 25.12 51* 77,9* 81* 87 145.7* 106* IN. 7* 125,5* 119,3* 98 7.5 85* 1128.7* | 70 76 97,25* 83.1* 100* 38 35,5 109 62 30 6.75 98,75 4i 43,62 43 5 45,5* 88* 88.75' 111* ; 118.12 120.52 37 51.25 77.25* 80.5* 87 In unserer Gardinen-Abteilung: Gardinen aller Art weit unter Preis 94.25 । »7* ' 0.032 I öffneten sogar gegenüber u, . - kursen um 1 bis 2 Prozent hoher. Das Haupt- interesse der Spekulation wandte sich nach wie vor dem Kriegsanleihemarkte zu, wo anscheinend außer spekulativen Käufen auch solche seitens ist die Fahrpreis-,'umßigung nicht zulässig. Ebenso darf die 'Verovnsügung für Kinder aus ausländischen Orten nicht in Anspruch genommen werden. Für den Transport nach den F e r i c n t o l o n i e n allen - nach einem Beschluß der Ständigen Tarif, kommission bei der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn - die bestehenden Bestimmungen er- Berlin Schluh-Änfang Kur» | Aura 9. 2 | 10. 2 Wirtschaft. Vor einerHerabfetzung d e r B ö r- senumsahsteuer. Wie verlautet, hat sich die Berliner Stempelvereinigung bereit erklärt, die Effekten-Provision von 6 auf 4 pro Mille zu ermäßigen und auf die Ausfall-Provision ganz zu verzichten. Infolgedessen dürfte ab 1. März auch eine Herabsetzung der Effektenumsatzsteuer, vermutlich aus die Hälfte, eintreten. * Erweiterung des Berliner Dör- sentermi nhandels. Die Aktien der Deutsch- Australischen Dampsschifsahrts - Gesellschaft und der Cosmos-Linie werden ab 16. Februar im Terminverkehr gehandelt. Lieber weitere 18 Papiere liegt ein Zulassungsantrag beim Reichsrat vor. * Besprechungen über die Rotlage des Siegerländer Bergbaus. Gestern fanden im Reichswirtschaftsministerium Besprechungen von Dertretern des Siegerländer Bergbaues mit den zuständigen Stellen des Reiches und Preußens über die Rotlage des Siegerländer Bergbaues statt, die zu keinerlei positivem Ergebnis führten, da die Vertreter der verschiedenen Behörden nicht in der Lage waren, irgendwelche Zusagen zu machen. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers" 4 Berlin, 10. Febr. Der Druck, der seit kurzem wieder auf der Börse lastet, hat sich zwar etwas verringert, ist aber von den Effektenmärkten noch nicht völlig gewichen. Anscheinend wirst der bevorstehende Medio seine Schatten voraus und veranlaßte zu E n t l a st u n g s a b g a b e n, so daß eine durchgreifende Besserung der Tendenz nach den letzttägigen Kursverlusten heute nicht eintrat. Immerhin setzten sich die Rückgänge nicht weiter fort. Montan- und Schiffahrtsaktien er- 129* I 149,2* 1128.5* 134* | 136* 1133,7* Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Donnerstag, 11. Februar. 3.30 bis 4 Llhr: Die Stunde der Jugend. 4.15 bis 5.45 Tlhr: Rachmittagskonzert des HauS- orchesters: Operetten. 5.45 bis 615 Uhr: Die Lehrstunde. 6.15 bis 6.45 Tlhr: älebertragung von Kassel: Vortrag von Dr. Heßling: „Die Verwendung der Milch im Haushalt". 7älhr: ilefcer- tragung aus dem Frankfurter Opernhaus: Der Freischütz, romantische Oper in 3 Aften von 1 C. M. v. Weber. Amerikanische Note» Belgische Noten . ...... Dänische Noten ........ Englische Noten ....... Französische Noten - Holländische Noten .... Italienische Noten...... Norwegische Noten ..... Deulsch-Oesterr.,» 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . . . Mieter des Erdgeschosses zunächst zwei Zimmer für Institutszwecke freigegeben sind, ist vom Hoch- bauammt Gießen auf etwa 50 000 Mb, von einem uns nahestehenden angesehenen Architekten auf etwa 35 000 Mk. veranschlagt worden. Davon sind durch eine Stiftung bereits 10 000 Mk. gedeckt, außerdem sind dem Institut erhebliche Dau° malerialien geschenkt und weitere Schenkungen in Aussicht gestellt worden. Die übrigen Baukosten können dem Staate aus Mitteln einer Stiftung, über die die Landesuniversität verfügt, zinslos vorgeschossen werden. Es scheint auch die Möglichkeit zu bestehen, die dem Lande Hessen vom Reiche überwiesenen oder in Aussicht gestellten Mittel für Rotstandsarbeiten für den Anbau zu verwenden. Ist das Kunstwissenschaftliche Institut dorthin verlegt, so kann das jetzt in zwei Dachstübchen des Seminargebäudes Bismarckstraße 16 hausende Sekretariat der Studenten Hilfe in dem oben erwähnten Gartenhäuschen mit geringen Kosten befrieMgcnb untergebracht und die von Jahr zu Jahr drückender werdende Raumnot im Vorl'esungs- g e b ä u d e gelindert werden. Denn das Kunstwissenschaftliche Institut wird dann das ihm im Jahre 1920 geschenkte, aber für seine Zwecke wenig geeignete und zur Zeit nicht beziehbare Haus Gvethestroße 48 für andere älniverfitäks- zwecke zur Verfügung stellen können. Dadurch wird auch die äußerst dringliche Raumbeschaffung für das Mineralogisch- petrographischeInstitut erleichtert werden. Die Raumnot dieses volkswirtschaftlich so bedeutungsvollen Instituts ist gegenwärtig derart, daß jeder Forschungsbetrieb eingestellt werden mußte und der .Unterrichtsbetrieb nur unter größten Schwierigkeiten und unter Heranziehung freiwilliger Helfer möglich ist. Mit verhältnismäßig kleinen finanziellen Opfern würde es auch jetzt schon möglich sein, durch Umstellungen behelfsmäßig etwas Arbeitsraum zu gewinnen. Kleine Mittel Würden auch genügen, Schränke zu beschaffen und instand zu setzen, um empfindliche Apparate und wertvolle Sammlungen zu bergen. Da aber auch für das Geologisch- palä ontologische Institut die nun be- vorstehende Regelung nur eine vorläufige ist, kann eine wirklich befriedigende Löösung der Schwierigkeiten, die jetzt Forschung und Unterricht in beiden Instituten hemmen, nur in einem aemeinsamenReubau gesehen werden, wie er bereits im Jahre 1914 begonnen werden sollte, aber infolge des Kriegsausbruchs unterblieben ist. (Schluß folgt.) Rektor und Gesamtsenat der Hess. Landes- Universität in Gießen haben, wie wir gestern bereits kurz berichteten, eine Eingabe bett, unerledigte Anträge der Landesuniversität an den Landtag gerichtet, die folgenden Wortlaut hat: Der Telamtsenat der Landesuniversität hat vor kurzem an das Landesamt für das Bildungswesen eine Eingabe gerichtet, welche eine Zusammenstellung von längst als berechtigt anerkannten Anträgen der Landesuniversität enthält, die trotz wiederholter Vorstellungen der Rektoren und des Senats noch keine Berücksichtigung gefunden haben. Obwohl der Senat die in die letzten Jahre fallenden bedeutenden Leistungen des Staates für die Landesuniversität dankbar anerkennt und die Schwierigkeiten der wirtschaftlichen Lage vollkommen toürbigt, fühlte er sich doch verpflichtet, die ganze Reibe jener Anträge dem Landesamt nochmals im Zusammenhang voJtzutragen und aus die bedenklichen Folgen hinzuweßsen, die sich für die LandeSuniversität ergebe» müssen, wenn die Erfüllung dieser zum Teil lebenswichtigen Forderungen immer wieder verschoben wird. Angesichts dieser ernsten Sachlage glauben wir uns mit der gleichen Vorstellung auch an den Landtag wenden zu muffen, zumal an diesen sonst immer nur die Anträge herantreten, die bereits von dem Landesamt und dem Finanzministerium in den Haushaltsplan eingestellt sind. Demgegenüber suchen wir hier dem Landtag ein Bild der Gesamt tage der Universität zu geben in der Hoffnung, dadurch eine planmäßige Erledigung unserer notgedrungenen Forderungen im Laufe der nächsten Jahre fördern zu können. Der im Jahre 1904 bezogene Dau der Universitätsbibliothek war nur auf einen Bücherzuwachs von zwanzig Jahren berechnet. Es war deshalb von vornherein für das Jahr 1921 ein Erweiterungsbau vorgesehen, der nun nicht mehr lange verschoben werden darf, wenn die Bibliothek nicht in eine unerträgliche Raumnot geraten soll. Wie wichtig diese Forderung für die gesamte Landesuniversität ist, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden. Ebenso erübrigt es sich die Unhaltbarkeit der Zustände in unserem Verwaltungsgebäude noch einmal darzulegen, da sie nach jahrelangen Bemühungen der akademischen Behörden vom Landesamt für das Dildungswesen durch Einstellung einer für die Vergrößerung des Gebäudes bestimmten Summe in den Staats- haushaltplan für 1922 anerkannt ist. Es ist uns keine deutsche Universität oder Hochschule bekannt, bei der das Rektorat, daS Sekretariat, die Verwaltungsbehörde imd die Kasse so dürftig und unzulänglich untergebracht wären wie bei uns. Wir bitten daher, auch diesen Rotstand. sobald es die Finanzlage zuläßt, endlich zu beseitigen. Für den Sportplatz der Universität ist wiederholt ein Sports Häuschen gefordert worden, dessen Plan bereits von dem Hochbauamt ausgearbeitet ist: es soll einen Raum für den Ausschuß und das Studentische Amt, Diensträume für die akademischen Turnlehrer und einen Raum für Gymnastik bei schlechtem Wetter enthalten. Bei der unbestreitbaren Wichtigkeit der Leibesübungen für die Gesundheit und Kräftigung der akademischen Jugend müssen wir auch auf diese Forderung großes Gewicht legen. Das Kunstwissenschaftliche Institut der Universität ist seit 1905 in einem kümmerlichen Gartenhäuschen untergebracht, das den Bedürfnissen eines Universitätsinstituts so wenig entspricht, daß es immer schon den akademischen Witz und Spott herausgefordert hat. Den gegenwärtigen Zustand dieses Instituts haben wir in unserer Eingabe an das Landesamt nach sorgfältiger Prüfung der wiederholten Beschwerden des Direktors und der Studierenden als unwürdig, gesundheitsschädlich und feuergefährlich bezeichnen müssen. Indem wir dies hier wiederholen, bitten wir die Mitglieder des Landtags, die etwa geneigt fein sollten, dieses Urteil und ähnliche Urteile in unserer Eingabe für Uebertreibungen zu halten, uns mit ihrem Besuche zu beehren und sich durch den Augenschein von der Sachlage zu überzeugen. Im Falle des Kunstwissenschaftlichen Instituts kann den unerträglich gewordenen Uebelständen mit verhältnismäßig geringen Mitteln abgeholfen werden. Der Anbau eines kunstwissenschaftlichen Hörsaals an das dem Staate gehörige Haus Ludwigstraße 34, in dem von dem Company, die in Erwartung einer lOprojentigen Gewinnausschüttung um 7 Prozent anzogen, ym übrigen wirkten sich infolge der großen Geschäfts stille günstige Momente, u. a. die Umgestaltung des gegenwärtigen Steuersystems durch den neuen Reichsfinanzminister und die beabsichtigten staatlichen Subventionen für den Kohlenbergbau nicht entspre chend ihrer wirtschaftlichen Bedeutung aus. Die blieben weiter sehr flüssig. Letzte Nachrichten. Das deutsche Aufnahmegesuch in Genf überreicht. Berlin, 10. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die deutsche Rote mit dem Gesuch um Aus nähme Deutschlands in den Völkerbund ist heule mittag in Gens dem Generalsekretär des Völkerbundes überreicht worden. Die Rote hat folgenden IDortlaut. „Herr Generalsekretär! Unter Hinweis auf das deutsche Memorandum an die Regierungen der Ratsmächte vom September 1924, auf die Ihnen. Herr Generalsekretär, übersandle deutsche Rote vom 12. Dezember 1924 und auf die Antwort des Völkerbundes vom 14. Marz 1925, sowie unter Bezugnahme auf die in Abschrift hier beigefügte Rote der übrigen an dem vertrage von £ o - catno beteiligten Regierungen vom 1.Dezember 1925, beehre Ich mich, gemäß Artikel 1 der Völkerbundssatzung namens der deutschen Regierung hiermit die Aufnahme Deutfchlands in den Völkerbund zu beantragen. 3d) bitte Sie, diesen Antrag baldmöglichst aus dir Tagesordnung der Bundesversammlung sehen zu wollen. Genehmigen Sie, Herr Generalsekretär, den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung. gez. Stresemann." Die Abschrift bet Rote der an dem vertrage von £ o c a r n o beteiligten alliierten Regierungen vom 1. Dezember 1925 taufet: „Die deutsche Delegation hat gewisse filarftet- tungen hinsichtlich des Artikels 16 oer VLlker- bundsfahung verlangt. Wir find nicht zuständig, im Namen des Völkerbundes zu sprechen, wir zögern aber nicht, nach den in den Versammlungen und den kommisfionen des Völkerbundes bereits gepflogenen Beratungen und nach den zwischen uns ausgetauschten Erläuterungen Ihnen die Auslegung mifzuteilen, die wir unsererseits dem Artikel 16 geben. Rad) diesen Auslegungen sind die für die Bundesmitglieder aus diesem Artikel sich ergebenden Verpflichtungen so zu verstehen, daß jeder der Mitgliedsstaaten gehalten ist, loyal und wirksam mitzuarbeiten und der Satzung Achtung zu verschaffen und jeder Angriffshandlung entgegen- jutreten in einem Maße, das mit seiner militärischen £age verträglich ist und seiner geographischen £ age Rechnung trägt. gez. Vandervelde. Briand. Baldwin. Ehamberlain. Dr. Benesch. Skrynski. Scialoja.“ 5% Deutsche Rcichscmleche . 4% Deutsche Ncichsanleche . 3'/,«/» Deutsche Reichsanleibe 3% Deutsche RcichSanleihe . Deutsche Svarpriumenanleib« 4®/o Preußische ÄonsolS . . . 4% Hellen . . . ..... 3’/?/« ÖelTtn.......... 3®/0 Hessen ....... Deutsche Gertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Auweisug.*) <’/0 Zolltürken I 5% Goldmertkaner ..... | Berliner Handelsgesellschaft. Lommerj- und Privat.Bank Darmst. und Ncuionalbank . Deutsche Bank........ Deutsche Bcreinsbank .... Disconto Lommandir .... Metallbank........... Mitteldeutsche Kreditbank. . Ocsterreichische Kreditanstalt. Westbank ........ Bochumer Gaß ....... Buderus..... Caro ...... Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau..... Kaltwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurabütte . . . Oberbedars .......... Phönix Bergbau ..... Rheinstabl........... Mebcck Montan Tellus Bergbau....... Hamburg-Amerika Paket... Norddeutscher Llovd ... Theramtsche Werke Albtn . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann ...... Anglo-Cont.-Guano Chemische Mai)cr Alapin . . I. G. Farbeninvuftrie, A.'G. Goldschmidt.......... Holzperkohlung RütaerSwcrke Echerdcanstalt Allg. ElektrtzttätS-lZrseklschast Bergmann Mamkraftwerke ....... Schuckert . . Siemens L Halske ..... Ädlcrwerke flletjec Daimler Motoren. ..... Hehligenstaedt ....... Mcgmn Motorenwerke Mannbeim . Frankfurter Armaturen . .» Konservenfabrik Braun . . . Mcrallgrscll'chast Frankfurt. Pct. Union 3.«®. ..... Schuhfabrik Herz Sichel. • ......... Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . » Zuckerfabrik Waghäusel . . . fialbleinene Tischtücher, 130x160 cm . . von MK. 5.40 an — MK. 8.90 der Reichsstellcn erfolgen. Der Kurs der öprozrnt. Kriegsanleihe stieg sprunghaft auf 0,375. Schutz» gebietsanleihen stellten sich auf 7,65 Prozent. Ferner erhielt sich das Jntereffe für Pfandbriefe. An den Aktienmärkten waren keine größeren Kurs* Veränderungen zu verzeichnen. Eine Ausnahme bildeten die Aktien der Continental-Caoutchouc^ visenverkehr fetzte Paris gegen London feine Abwärtsbewegung fort. Die Pfundparität stieg auf 133. Die übrigen Valuten waren kaum verändert. Fritz Nowack Mechanische Wäschefabrik und Ausstattungshaus 1254a In allen Abteilungen weit unter Preis Nur noch 3 Tage! Frankfurt a.M. Schluy-1 l-Uhc» fcnr»|lxnre 9. 2. j 10. :• 9 Febr. 10. Febr. Amtliche Notierung Geld । Briet Amtliche Notierung Geld i Brief Amft.-Noll. Buku.-Aires Brss.-Äntw. Chrtsttania. Aopenhaged Stockholm . LelstngsvrL. Italien. . . London. . Neuyork . . Paris.... Schweiz . . Spanien. . Japan .. . Nio de Fan. Wien in D-- Oest. abgest. Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien . Lissabon . Damig. . . .Ronftnnttn. Atbcn. . Canada. . - Uruguay 188,17 1.7 43 19,07 85,19 103,29 IM tc.s:) 15.475 60,88 5M5 1.885 0.622 59,06 12,415 1.37 5,878 2,98 21,245 80.91 2.197 6.19 4.185 4,315 D 168,.'9 1.727 19,11 85,41 103,55 112,66 10,SSL 16,93 20,457 4,205 15,515 81,02 K 0,624 69,20 12,455 Ä 2.99 21.295 81.11 2.207 6.21 s.195 4,325 intnot« 166.11 1,716 19 075 85,29 103,57 U- te 15,32 80.78 65.98 1,881 0.622 59,06 12,41 7,376 5.878 2,98 21 245 80 91 2,2' 6.09 4,18 4.315 n. 185,5 1,721 19.11 85,5 W W ’S 8'1,9 fii 1.62 59,7 18,4 7,39 5,89 2.9 21.29 81,1 2,2 <5.1 4,1 4.32 r i 4 0 5 S 8 0 5 1 1 1 9 5 Berlin, 9 Febr Geld Briet 1261B Kaiserallee 45 Telephon 1243 a Gebr, gut erhaltene 933n()l 1266 D Fichtenstamm 2. Kl. 2,08 Fstm. [0943 sucht straffe 5. 1258h 12681) Weber. 11110 buch. L 12390 Euler. dem heutigen Tag. 1262B 1265c Sto 1 te. Sonder-Angebot 0.66 Pfund Pfund sacken u. v. a. 12720 1.08 Liter 1.08 Speiseöl feines Liter 12350 Brennholz Nr. 1. 12361) vorzugt. 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Frau Marie Kumpf, Gießen, Bis- marckstrahe 6. 2. Frau Else Gregorius, Gießen, Stein - straße 78. 3. Herr Georg Wienhold, Gießen, Wall- torstrahe 59. Die Tätigkeit derselben beginnt mit Angebote sind bis zu obigem Termin bei unterzeichneter Stelle einzureichen, woselbst in Anwesenheit der Dieter die Eröffnung erfolgt. Die Zahlung geschieht in 3 Terminen unverzinslich. Kesselbach, den 8. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei. Keller, Oberbürgermeister. Holzsnbmissio» Montag, den 15. d. M., nachmittags 4 Uhr, kommen aus dem hiesigen Gemeindewold folgende Holzsortimente zum Berkau»: Kassenstundön entgegen. i Namens des Ortsausschusses der Stadt Giehen: Schriftliche Bewerbungen erbittet Moli M, Mn haiiptposllagerod. Verloren grüngraue Papierbrieflasche mit Inhal! etwas über 1000 Mk. Gegen Belohnung von 200 Mark abzugeben aufdem Fundbureau des Bahnhofs Giehen. Haupt- oder Nebenerwerb hohe Verdienstmöglichkeit betvornehrn.Betäkigun,nkcinHauneren) für eine groffe Aktten-Gesellschafr, von Weltruf. Diskrete Behandlung. Offert unter F.E. P. 739 nn Rudolf Kosse, Frankfurt a. M. Zagdverpachtung. Mittwoch, den 17. Februar 1926, nachmittags 2 Uhr, soll die Gemeinde- Feld- und Waldjogd auf weitere 6 Jahre im hiesigen Rathaus öffentlich verpachtet werden. Ober-Ohmen, den 8. Februar 1926. Bürgermeisterei Ober-Ohmen. Professor Dr.ßönig, Vorsitzender des Vereins für Luftfahrt. sMietzeku.WlirgMeMe sofort gesucht. (Es wird nur auf Herren mit gewandten Umgangsformen reflektiert, evtl, abgebaute Beamte. Ausbildung erfolgt Donnerstag, den 11. Februar nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen", Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: a) Voraussichtlich bestimmt: 2 Diwans, 2 Klubsessel, 2 Bücherschränke, 50 Meter roten Drell, 1 Wollteppich, ein komplettes Speisezimmer (1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch mit 6 Lederstühlen), 1 großen Bücherschrank (roh Eiche), zwei Büfetts, 1 Kredenz (alles neu, Eichenholz), 2 Kassenschränke, 1 großen Spiegel, 1 Regal, 1 Schreibkaffe, 2 Schreibtische, 1 Schreibtisch (Mahagoni), 2 Klubsessel, 1 Silberschrank, 2 Klaviere, 1 Registrierkasse, 1 kleinen Warenschrank, 1 Ladentheke, 1 Toilettenspiegel, 1 Vertikow, 2 große Erkerspiegel, 6 Verbandskasten mit Inhalt, 200 Vorderradgabeln, 10 Motorradlaternen. b) Bestimmt: 1 Militärkastenwagen, 1 Herrenfahrrad, 10 Badeanzüge, 14 Badehosen, 12 Paar Sportstrümpfe, 7 Wanderkittel, 8 Paar verschiedene Schuhe und Stiefel, 1 Sport» anzug aus Ledersamt, 1 Wandcrkluft(Wasch- samt), Wanderlämpchen, 20 Damen-Filz- und Velour-Hüte, 1 Strickkleid, 2 Strich» Fichtenstämme 3. 4. 5a- 5b» Kiefernstämme 3. 4. 5. DillllliillllllllllllllllllllllllD OlMWes hsiiäiicta 1 9 14 23 19 24 65 168 Wassersport Neue Skull einrichtung mit Ausleger. Dreh- dollen und Rollsitz, i Paar Tkullö bil- ligst abzugeben Schillerstr. 26. Holzverfleigenmg. Die Fürstlich Solmfische Obersörsterei .Hohensolms versteigett an Ort und Stelle: Montag, den 15. Februar aus dem Distrikt Windelbach: Stammholz Fichten Va-Kl. 5 St. mit 3,30 Fstm., Vb.Kl. 29 St. mit 5,12 Fstm., Lärchen Vb.Kl. 3 St. mit 0,71 Fstm.: Stangenholz Derbstangen Eichen 2. Kl. 10 St. «Wagendeichsel), Fichten I. III. Kl. 452 St., Reisstangen Fichten 95 St.: Schichtnutzholz Eichen 9 Am. Autzscheit (Döttcherholz), 4 Am Rollen, 6Rm. Knüppel. Scheitholz Buchen 47 Rm., Sichen 3 Rm., Knüppel Buchen 121 Rm., Eichen 24 Rm , Kiefern 6 Rm., Fichten 4 Rm.: Stockholz Sichen 39 Rm., Reisholz Buchen 5270 Wellen, Eichen 1500 Wellen. Zusammenkunft 10*/2 Uhr auf der Landstraße Eingang in die Windelbach. Dienstag, den 16. Februar, aus dem Distrikt Ihelscheid: Stammholz Kiefern IV. Kl. 1 St. = 0,57 Fstm., Fichten Va-Kl. 2 St. — 0,81 Fstm., Vb»Kl. 71 St. -= 12,99 Fstm., Stangenholz Derbstangen Fichten l./III. Kl. 368 St., Reiserstangen Fichten IV. und V. Kl. = 2600 St., VI. Kl. = 600 St. (Bohnenstangen), Schichtnutzholz Eichen 3 Rm. Auhknüppel. Knüppel Buchen 24 Rm., Eichen 14 Rm., Reisholz Buchen 2900 Wellen, Sichen 1000 Wellen. Zusammenkunft 10 Tlhr bei Bekanntmachung. Beiträge für die Zeppelin-Eckener-Sjrendc nehmen noch bis auf weiteres sämtliche hiesige Sanken sowie die Sezirkssparkasse und die Stadtkaffe während der üblichen holzversteigerung. Aus dem Gemeindewald Wißmar kommt am Samstag, dem 13. Februar 1926, von vormittags 10 Uhr ab, in der Wirtschaft Bittendorf zu Wißmar folgendes Holz zur öffentlichen Versteigerung. Distrikte 9c, 11a und 12a, im Trieb, 11b, 12b Kennelsheck, 13a, Toter Mann, 10 Maulsbach. Eiche: 64 Rm. Ruhrollen (2 Mtr. lang), 17 Rm. Deichselholz (4 Mtr lang), 74 Rm. Scheit und Knüppel, 40 Rm. Reiser. Buche: 703 Rm. Scheit und Knüppel, 1446 Rm. Reiser. Fichte: 2 Stämme 0,32 Fstm., 14 Derb- und 9 Reiserstangen. Distrikt 7a Reihensteinerwald. Kiefern: 42 Rm. Ruhknüppel 1,5 Mtr. lang (Iaunlattenholz), 3 Rm. Knüppel und 292 Rm. Reiser. An» fang im Trieb mit den Nutzrollen. Nähere Auskunft: 1244V Krofdorf, den 8. Februar 1926. Der B u r g e r m e i st e r. Großer Garten mit vielen Obstbäu- men. in bestem Zu- stand, nabe derStadt an der Straße ge- legen, ZU verkaufen. Schr. Ang. u. 1121D an den Gieß. Sin«. Biwes KW» nicht unter 17Jahren für tagsüller gesucht. Storti Röhl Marktplatz. 03n (Wti ein minelgr. grauer Hund tlanghaariger Spitz, Bastardt, nur den Namen „Oskär" hörend. Wiede rbr. erb. Belohng. Real. z. 6e.wau.it, Zkatserallee 127. 2-Hirni.lotomo (auch befchlagnahmesreie) von ruhigem, kinderlosem Ehepaar gegen beste Miete per sofort oder später zu mieten gesucht. Dringlichkeilsschein vorhanden. Schriftliche Angebote unter 0947 an den Gießener Anzeiger erbeten.__ 58 Mk. Demjenigen, der mir ca. 300 Mark auf ca. 3 Monate gegen Sicherheit leiht. Angeboie unt. Nr. 1057 an ilerso, Plock- Soeben erschien: Das wahre Gesicht der Swaantje (Ein Wort für Hermann Löns von Carl Ernst )256D Preis Mk. 1.30 WWA SliWlMW Walltorsttaße 21 Fernruf 1342 Altrenomnnerte eingesühne 56oWtllWlt-6. sucht zum Vertrieb ihrer hochwertigen Erzeugnisse per sofort Herrn als Vertreter gegen Provision. In Frage kommen nur strebsame, an intensives Arbelten gewöhnte, bei derDetailkundschast bestens eingeiührle LerkansSkräfte. Bewerber, die eriüäünie Bedingungen nachweislich erjüllen, belieben schriftliche Angebote mit Bild und )'engnisabschlisten unter 1247D an den Gießener Anzeiger etnznsenden. Größeres Werk sucht schwerkriegsbeschädigten Arbeiter Schade&Fiillgrabe 26, Eüörolflffr, 20, VMM. 24, Zrmlsmler Sir. 89, Mvsbiirz 1. 12f7tc Angebote sind getrennt nach Losen bis zum Eröffnungstermin Montag, den 22. d. W., vormittags 10 Ähr, auf dem Bürgermeisteramt in Krofdorf abzugeben. Auskunft erteilt Förster Lucas-Wißmar. Gute Abfuhr nach dem 2,5 km entfernten Bahnhof Wißmar. Bieter unterwirft sich den hier gültigen allgemeinen Holzver- kaussbedingungen. Zahlung ein Drittel nach Zufchlag, Rest am 1. April d. 3-, jedoch vor Abfuhr. Krofdorf, den 8. Februar 1926. Der Bürgermeister. 12451) Rein amerik. Schweine- Schmalz »O.rßo zu verkaufen. Brückmann, Hoadok-Lolligoatora (5tu Gespann gute Arbeitspferde 7- u. 13jäbr., unter aller Garantie (auch einzeln) fotüie5oiif merweizentBle Za- i'tieii, frübretfenö. sehr ertragreich, und BeielerHaserNr.2 von der L.-Kammer anerkannte 1 Ab- saaten. abzngeb. bei C. Müller, Heu riettenbos bei Lau- WöhnungslausGli In gutem Zustande befindliche 3 - Zimmer Wolina. «Parterres , Nähe der Babu, gegen gleichgroße ob. S-Zimm- Woßng. zu tausch n gesucht. Schriftliche Angeb. unter 0948 an den Gieß. Anz. 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Eine Gesetzgebung, die dm Reiche noch nicht in Angriff genommen worden ist, obwohl es dringend geboten wäre, ist die Schulaesehgebung. Diese Materie ist zwar in der Reichsverfassung selbst geregelt, aber es handelt sich nur um Rahmenbestimmungen, die noch ausgefüllt werden müssen durch Reichs- und Landesgesehgebung. Auch diese Gesetze aber werden noch ntcht die endgültige Entscheidung bringen, sondern diese liegt erst bei der Praxis. Die Reichsverfassung enthält wirklich zwingende Regeln im Enderfolge überhaupt kaum, sondern sie richtet nur den Kampfplatz her, auf dem die Kämpfe schließlich ausgefochten werden sollen. Während das Mittelalter noch den Begriff einer Staatsreligion kannte und noch bis zur neuesten Zeit der preußische ^Staat — ebenso wie die 'anderen deutschen Staaten — ausgesprochen christliche Staaten waren, bringt die neue Reichsverfassung hier volle Parität, die bis zur äußersten Folge durchgeführt ist. Richt nur alle Religionen, sondern auch Dissidenten und Vertreter einer bestimmten Weltanschauung nicht christlicher Art stehen völlig gleich. Demgemäß können auch Schulen eingerichtet werden auf diesen verschiedenen Grundlagen, und der Schwerpunkt liegt bei dem Willen der Eltern und Erziehungsberechtigten. Die von der Reichsverfassung in den Bordes gründ gestellte Schule ist diejenige, in der sich alle Kinder zusammenfinden, ohne Rücksicht auf Konfession, in der aber der Religionsunterricht ordentliches Lehrfach ist für diejenigen Kinder, deren Eltern keinen abweichenden Willen kund geben. Es können indes innerhalb der Gemeinden auf Antrag von Erziehungsberechtigten Schulen für die einzelnen Bekenntnisse eingerichtet werden, in denen dann die Kinder nach Bekenntnissen getrennt, einen Unterricht erhalten, der mit einem Religionsunterricht in dem betreffenden Bekenntnis zusammenwirkt. Hier liegt der eigentliche Schwerpunkt der ganzen Schulgesehgebung. 3n dem diesbezüglichen Artikel 146 der Reichsverfassung heißt es: „Das Nähere bestimmt die Landesgesetzgebung nach den Grundsätzen eines Reichsgesetzes." Dieses hier vorgesehene Reichs- geseh ist das sogenannte Reichsschulgeseh, über das man schon so vieles gehört und gelesen hat. 3m 3ohre 1923 legte die Regierung einen Entwurf vor, der auch beraten, aber nicht verabschiedet wurde. Der Reichsminister Schiele ließ einen neuen, sogenannten Referenten-Cntwürf ausarbeiten, der aber gar nicht zur Vorlage gelangte. Er wurde nach seiner Bekanntgabe naturgemäß der Gegenstand zahlreicher Kritiken und Angriffe Don den verschiedensten Seiten aus, so daß es kein Wunder war, wenn er schließlich still verschwand. 3eht hört man von einem Reichsschulgesetz überhaupt nichts mehr. Es ist aber dringend notwendig, daß die Gesetzgebung in die Hand genommen wird. Es geht nicht an, eine so wichtige Materie dadurch zu erledigen, daß man die Dinge in der Schwebe läßt und sich mit ständigen neuen Aushilfsmitteln begnügt. Es muß auf die Dauer ein wirklicher Rechtszustand auf diesem Gebiete geschaffen werden, der allen Teilen zeigt, wie weit sie gehen können. Die Anfeindungen gegen das Bayrische Konkordat stammen nicht zum kleinsten Teile daher, daß jenes Reichsgesetz wohl nicht ergangen war, daß also die bayerische Regierung selbst nicht genau wissen konnte, wie weit sie hier der Römischen Kurie entgegenkommen durste. An sich kann auch dem Erlaß eines solchen Gesetzes kaum etwas im Wege stehen, denn es soll ja garnicht einer bestimmten Richtung zum Siege verhelfen, sondern es soll allen Richtungen die Möglichkeit geben, sich die Schule zu schaffen, die sie für die richtige halten. Es kann allerdings keinem Zweifel unterliegen, daß dennoch versucht wird, das Schulgesetz jeweils im Sinne der eigenen Partei auszugestalten, und aus diesem Bestreben entstehen wieder neue Das Winterdenkmal. (Aus den „Geschichten aus seltsamer Jugend".) Von Franz Karl Ginzkeh. Ginge es nicht um die Elemente, schiene mir das Nachfolgende kaum des Erzählens wert. Denn es handelt von nichts anderem, als der Sehnsucht eines Knaben nach dem schonen kristallenen Wunder des Schnees. Möglich aber, daß noch ein anderes mich zur Erzählung dieser kleinen Dinge treibt, nämlich das Mysterium der Vererbung in einem merkwürdigen und doch klarliegenden Beispiel aufzuzeigen, und damit auch die große BedeutunH wieder einmal zu rechtfertigen, die dem Einfluß früheren Blutes zugeschrieben wird. 3ch bin in einem Lande geboren, wo es nur selten Schnee gibt. Kommt er einmal auf Flügeln der Dora oder eines feuchten Nordwests, so erscheint er nur als flüchtiger und gar nicht gern gesehener Gast, und es hat den Anschein, als wüßte er dies auch, denn er macht sich, was mancher in seinem Falle täte, so dünn es nur nur angeht und bemüht sich auch, so rasch als möglich wieder zu verschwinden. Die dort einheimischen 3taliener hassen den Schnee, sie sagen, er sei häßlich wie ein Leichentuch. 3ch hörte das bereits als kleiner Knabe, war aber durchaus anderer Meinung, denn in meinen deutschen Kinderbüchern stand der Winter als ein fröhlicher und höchst eigenartiger Geselle ab- konterfeit, der breit und behaglich über der Welt liegt und nur dazu da ist, den Kindern Kurzweil zu bereiten. Aber an Kurzweil fehlte es mir auch sonst nicht, und es mußte eine tiefere Bewandtnis damit haben, warum mich Jahr für Jahr zur Winterszeit eine ganz unbändige Sehnsucht nach dem Schnee befiel, so daß ich förmlich krank wurde nach ihm unb keinerlei Freude an der grünen Mildheit des Südens empfinden tonnte. Heute weih ich es genau, es war der Geist der Väter in mir aufgewacht, der sprach aus mir und verlangte sein Recht. 3n der deutschböhmischen Heimat sahen die Väter seit 3ahr- hunderten in ihren kleinen Weberhütten und ließen das Schiffchen schnellen und traten den Tritt dazu, lang vor Morgengrauen bis in die tiefe. ersehnen sollte, sich aus freien Stücken ins Weih der Entsagung einfügt, ins Leuchten nach innen und den Stubentraum. Einmal hatte es den Anschein, als wollte der Schnee wahrhaftig kommen; ich saß auf der Schulbank an einem winterlichen Vormittag und plötzlich wirbelte es scharf und dicht zur staunenden Erde nieder, ich starrte nur immer in den wunderspendenden Himmel hinauf, der Lehrer predigte tauben Ohren. Zwei Stunden ging das so fort, schon lag das weihe Gespinst gut fausthoch auf dem Rasen vor der Schule aufgehuschelt, ich dachte an gar nichts anderes mehr, als hinauszulaufen und darin herumzustampfen und mit den weihen Vollen zu werfen, wie es im Buche stand, da spaltete sich plötzlich das Grau des Firmaments und aus azurblauer Grotte sprang eine höhnisch frohlockende Sonne hervor und frah ihn glattweg in der letzten Stunde des Unterrichtes fort, den schönen, strahlenden Schnee. Als wir paar deutsche Buben schließlich auf diese Wiese stürzten, lag er nur noch in kleinen dürftigen Mulden und Rinnen kümmerlich auf gespart, wir aber stürzten darüber her unb scharrten eilig zusammen, was noch zu fassen war, und warfen es uns begeistert an die Köpfe. Cs waren jedoch heimtückische Geschosse, Dumdumkugeln sozusagen, denn sie waren bereits arg mit Sand und Erde vermischt, es war eine durchaus dreckige Angelegenheit aud dem Ganzen geworden. Ein einziges Mal nur in meiner Kindheit, und das war für mich die Erfüllung, schneite es zwei Tage und zwei Nächte lang. Ich hatte plötzlich das Gefühl, als wäre aus dem Hellen Norden, wo der Geist zu Hause ist, ein Heimatsgruh zu mir gedrungen, väterliches Winterleuchten segnete den Knaben. Diesmal beschloß ich, zu retten, was nur zu retten war. Ich lief wie besessen auf meinen Spielplatz hinab und begann mit michelangel^ken Gebärden einen Schneemann zu bauen, mit Beinen, so dick wie Heringsfässer, und einem Kopf, so groß wie die halbe Welt. Er war mehr breit als hoch gewachsen, ansonsten aber ein unglaublich stämmiger, schier unverwüstlicher Geselle, wie er eben der Gröhe meiner Sehnsucht entsprach, ein gewaltiges Denkmal meines stürmischen Protestes gegen die winterlose Welt, Schwierigkeiten politischer Art, die das Zustandekommen des Gesetzes hindern. Nun muh man allerdings eines bei der ganzen Frage berücksichtigen: solange keine Aen- derung erfolgt, bleibt der bisherige Zustand im Schulwesen erhalten. 3n Preußen herrscht bisher die konfessionelle Volksschule in dem Sinne, daß evangelische und katholische Kinder in den. Schulen getrennt gehalten werden, so daß es also' ausgesprochen katholische und evange.ische Schulen gibt. Dasselbe ist in den meisten anderen Bundesstaaten der Fall. Nur in Baden und in Hessen- Darmstadt gibt es die sogenannten Simultanschule, das heißt, eine solche, die zwar christlichen Charakter trägt, in der aber die Kinder beider Konfessionen zusammen sitzen, mit natürlich getrenntem Religionsunterricht. 3n Preußen gibt es diese Schulart im ehemaligen Herzogtum Nassau, einem Teil der jetzigen Provinz Hessen- Nassau, wo sie 1866 beibehalten wurde. Es kann auch gar keinem Zweifel unterliegen, daß sich diese Simultanschule überall bewährt hat. wo sie besteht, allerdings werden von katholischer Seite Wünsche laut, auch in den Gebieten der Simultanschule die Trennung durchzuführen, aber diesen Wünschen stehen wieder große Kosten entgegen. Die rein konfessionelle Schule ist überhaupt nur wirklich durchzuführen da, wo entweder die Bevölkerung konfessionell einheitlich ist, oder wo es sich um so große Städte handelt, daß die Schulen beider Konfessionen ohne weiteres gefüllt werden. Sollen in kleineren Ortschaften mit gemischter Bevölkerung zweierlei Schulen bestehen, so bleibt es selten aus, daß für die eine ober die andere Konfession große Wege entstehen, weil der Schulbezirk großen Umfang annehmen muß, um die nötigen Kinder zur Füllung der Schule zusammen zu bekommen. An sich ist es nach der Reichsverfassung sehr wohl möglich, solche Simultanschulen einzurichten nach dem Willen der Eltern; es ist aber sehr die Frage, ob eine derartige Willenserklärung zustande kommt und hier nicht der rein konfessionelle Standpunkt die Oberhand behält. Gins ist jedenfalls sicher: der christliche Gedanke ist im deutschen Volke noch fester verankert, als man es nach der Revolution annehmen konnte. Selbst in Kreisen, die vielleicht der Religion an sich gleichgültig gegenüberstehen, herrscht dennoch der Wille, zum wenigsten den Kindern einen Religionsunterricht zuteil werden zu lassen, um ihnen hier die freie Entscheidung zu ermöglichen. Gegen solche Stellungnahme der Eltern ist aber auch vom allgemeinen Staatsstandpunkte aus unmöglich etwas einzuwenden, denn es handelt sich nur um das Selbstbestimmungsrecht des Staatsbürgers, auf das gerade der moderne Staat den größten Wert legen muh. Aus dem Grund geht es aber auch nicht an, den Erlaß des Reichsschulgesehes immer wieder hinauszuschieben. Es ist vielmehr dringend geboten, daß hier bald ganze Arbeit gemacht wird. Stefan George und die deutsche Jugend.') Von Marie Duchhold. Stefan George wird von der 3ugend als eine der ersten geistigen Gestalten empfangen: Das Wort, Monstranz des Geistes, das Gedicht, die Struktur neuer Weltordnung. Der „Stern des Bundes" vor allen anderen Werken Stefan Georges wird Buch der Gesetzestafeln. Denn hier steht ja in ehernen Zeilen das neue Weltbild in der Dichtung, und hier wandelt ja der neue Menschentypus. So lautete das 3a zu Georges Schöpfung leidenschaftlich und streng, älnd nun vollzieht sich -das, was den von außen her Schauenden als völlig unverständliches Phänomen gilt: leidenschaftlich und streng geht die Liebe der 3ugeni> Tafel "für Tafel ja-sagend •) Aus dem kürzlich erschienenen, im Auftrage des „Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht“ von H. Seifert herausgegebenen Buche „Die Schule der Gemeinschaft“. Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. Nacht. Das 3ahr strich am Fenster vorbei, mit Frühlingssehnsucht und Svmmerverhcihung und dem Lächeln des Herbstes, sie wußten wenig davon, es war wie verbotenes Land da draußen, es fehlte die Zeit zur Verwirklichung irgendwelcher Sehnsucht, die wurde ins Linnen mitverspon- neu und lief mit ihm in die Welt hinaus. 3m Winter war es anders, der Winter rief die Leute von damals nicht hinaus, er führte sie zu sich selbst zurück. 3m Ofen zirpte die Flamme und das weiße Flimmern draußen vor den kleinen Fenstern deckte die Sehnsucht zu. Nun war es endlich gut, es war das beste, daheim zu sein. Meinen Vätern schien ihr Schicksal weniger hart, es träumte sich gut im Dämmerlicht, draußen lag die weihe Weite wie ein unbeschriebenes Blatt, wer was zu sagen hatte, der schrieb es hinaus, auf die Tafel der Innerlichkeit. Dwauhen wehte der Winter, drinnen webte der Weber und beider Arbeit war gut. Was war ich kleiner Knabe anderes als ein Erbe? So oft der Himmel sich grau überzog, nahm ich hinter dem Fenster Platz, wie einer, der auf ein Schauspiel begierig ist und es kaum erwarten kann. Schwebte bann die erste weiße Flocke herab, wuchs mein Verlangen ins Grenzenlose. Der ersten folgte die zweite, der zweiten die dritte, es war aber meist schon fraglich, ob die vierte noch erschien. Meist setzte Regen ein unb mit dem Winter war es wieder vorbei. Durch diese Erfahrung gewitzigt, hielt ich beizeiten die Hand hinaus und suchte meinen Winter auf der Hand zu erhaschen und sah dann wehmütig zu. wie die feine geäftelte Flocke auf der Wärme der Hand zerging unb nichts als ein Tropfen übrig blieb, der aussah wie ein Sehnsuchtstränklein. Es war eine tolle Geschichte, was hatte ich kleiner, im Süden geborener 3unge mit dem Schnee zu schaffen, den ich aus eigener Anschauung gar nicht kannte? Es ist kein Zweifel daran: Erbteil der Väter rumorte in mir, uralte Sehnsucht war wieder lebendig geworden, Gott weiß wie weit zurückreichend, vielleicht bis in die Eiszeit. Es liegt etwas Gespenstisches darin, den inneren Schrei vergangener Geschlechter immer wieder übernehmen zu müssen, ob man mag ober nicht. Und baß ein Kind, das eigentlich nichts als Sonne und grünes Musizieren der Natur durch die Latinität der Georgeschen Schöpfung, bis plötzlich die Gegenkraft der Kritik und Zerstörung auch gegen diese Form, auch gegen diesen 3nhalt zu rasen beginnt, ein Unendliches vermissend sich umblickt unb den schon begonnenen Tempelbau läßt unb sich abwendet. Zuerst aber Stefan Georges Werk unb feine Bebeutung für die 3ugenb. Georges Verkündigung in der Darstellung des Wortes gab das Wort als Leib. Das Wort „bedeutet" nicht, es i st. Das Wort ist magisch. Darum vermag es eine neue Welt unb einen neuen Menschen zu beschwören. Stefan Georges Wirkung auf die 3ugenb der 3ugcnbbetoegung geschah vor allem durch den „Siern des Bundes". Dieses Werk hat innerhalb der 3ugcnb eine ganz außerordentliche Verbreitung gefunden. Die Kriegsfreiwilligen trugen es mit im Tornister. Cs wurde gelesen, vorgetragen, auswendig gelernt, es prägte sich ein in die Seelen der 3ugenö wie kein anderes Buch, es ward ein Brevier der 3ugend. Das ist nicht zuviel gesagt. Während alle anderen Werke Georges mehr oder weniger ästhetische Gefühlssphären der 3ugenö berührten und auch beschwingten, soweit überhaupt andere Werk von ihm gelesen und bekannt wurden, im besten Sinne des Wortes populär wurde nur der „Stern des Bundes": Seine Wirkung ist keineswegs ästhetisch zu werten, seine Wirkung war magisch, b. h. die Tafeln des Buches drangen in Form und Zn- Halt ein in eine 3ugenb, die neue Form und neuen 3nhalt verlangte unb ihn hier unabweisbar und endgültig aus erster Hand zu empfangen das Glück hatte. Aber — und nun ist ein sehr wesentliches Charakteristikum zu berichten — die 3ungen wurden doch nicht zu ©eorgianem, nicht zu 3üngern, nicht zur Gefolgschaft. Die strenge Leidenschaftlichkeit, mit der gerade der „Stern des Bundes" ausgenommen wurde, kennzeichnet sich noch besonders dadurch, daß eben nicht das ftattfanb, was vielleicht zu erwarten gewesen wäre. Es kam zu keiner Jüngerschaft. Während um George und seinen Kreis sich gerade ein besonderer Typus 3ugend zusammenfand zu solcher Jüngerschaft, hielt sich die 3ugenb der 3ugenbbetoegung fern. Das bedeutet nicht ihre Unfähigkeit zu bedingungsloser Hingabe an eine 3bee bzw. an den Verkünder einer 3dee, sondern im Gegenteil eine wesentliche Eigenkraft in Haltung und Handlung. Angenommen und einverleibt ist der Reichs- und Bundesgedanke. angenommen das Wissen um den neuen Adel, um Blut unb Geist bes neuen Eros, zutiefst begriffen die Wahrheit von Herrschaft unb Dienst, unb dennoch: man wird nicht 3ünger, man wird nicht Gefolgschaft. Der Einfluß auf Denk- unb Sprachformen ist ziemlich bebeutenb, unb ich meine hier gewiß nicht bie paar armseligen Schreiberzeugnisse äußerlicher Nachahmer. Auf Reinheit, Klarheit, Strenge bes sprachlichen Ausbrucks hat die Georgesche Form jebenfalls einen maßgebenben Einfluß ausgeübt. So sehr aber bi Dorf-Gill, 9. Febr. Am Samstagabend weilten im hiesigen Schulsaale die Großmeister und einige Mitglieder der Bruderschaften des Iungdeutschen Ordens von Holzheim und Dornholzhausen, um auch in unserem Dorfe den jungdeutschen Gedanken auf Üben zu lassen. Großmeister Reuter, Dornholzhausen, ber Verfasser des im Iungdeutschen Orden bekannten Werkchens „Muttererde — Vaterland, Gedichte eines Bauern", sprach in einem längeren Vortrag über Zweck und Bedeutung deS Iungdeutschen Ordens. Es wurde anschließend eine Gefolgschaft gegründet, der sofort 12 Mann beitraten. Es sind meistens Kriegsteilnehmer, man hofft aber, daß sich auch die Iugend noch anschließt. Die Gefolgschaft wird der Bruderschaft Holzheim angegliedert werden. Streik Büdingen. • Büdingen, S. Febr. Amtsgerichtsrat Dr. A n D r a e , Ortenberg, hat nach seiner Wahl in den Kreisausschuß sein Mandat zum Kreistag nieder^elegt. An seine Stelle ist Kaufmann Schmoll, Nidda, in den Kreistag eingetreten. le. Bleichenbach, 9. Febr. Am Samstag veranstaltete die hiesige Bruderschaft des I. D. O. gemeinsam mit dem Kr i e g e r v e r e i n einen ("xamilienabenb. Er war dem Gedenken unseres Bolksdichters und Meistersingers Hans Sachs ge° widmet, dessen Todestag sich am 19. Januar d. I. zum 365. Male jährte. Nach einem einleitenden Dortrag über chans Sachs als Volksdichter und Volkserzieher wurden drei seiner Schwänke: „Der tote Mann", „Der Roßdieb zu Fünsing" und „Das heiße Eisen" sehr gut dargestellt. Zwischendurch hörte man vom hiesigen D. H. C.-Q u a r t e 11 zwei Volkslieder aus der Zeit des Meistersanges. In einer „Kritik der Bruderschaft" wurde in Hans Sachsscher Art allen 3rr''crn lachend die Wahrheit gesagt. Es ist erfreulich, sestzvstellen, wie frisch und unmittelbar diese alte schlichte Volksdichtung heute noch auf unsere einfache Dorfbevölkerung wirkt. Kreis Scholten. )—( Ruppertsburg. 9. Febr. Der hiesige Krieger verein hielt am Sonntagabend unter Leitung seines langjährigen Präsidenten und Dezirksvorstehers Lehrer Eichelmann im Saale des Gastwirts Schlörb einen in allen Teilen wohlgelungenen Familienabend ab. Nach einer kurzen, kernigen Begrüßungsansprache des Vorsitzenden folgte die Vorführung von Lichtbildern aus der Sommeschlacht, die die Schrecken des Krieges und die Heldentaten unserer braven Feldgrauen in voller Größe erkennen ließen. Don ergreifender Wirkung waren die von Mitgliedern dargestellten lebenden Bilder: 1. Stolzenfels, 2. Auf der Wacht. 3. Vaters Abschied, 4. Des Kindes Sehnen, 5. Die Fahne der 61er vor Dijon. Sie wurden begleitet und erläutert durch einen Chorgesang des Gesangvereins und mehrere Sologesänge. Der zweite Teil des Programm- trug mehr heiteren Charakter. Heitere Solovorträge und schöne Volkslieder wechselten miteinander ab. Besonderes Verdienst um das Gelingen erwarb sich außer dem Vorsitzenden noch Kamerad Wilhelm Port II. -s- Herchenhain, 9. Febr. Der von Pfarrer v. d. Au seinerzeit in« Leben gerufene Kirchenchor war im vorigen Iahr auch ein Opfer der durch die Dürgermei st erwähl geschaffenen Verhältnisse geworden. , Den Anstrengungen von Pfarrer Fritsch ist es nun gelungen, den Chor wieder ins Leben zu rufen. Mit gutem Erfolg hat er bereits feine UcbungS- stunden wieder aufgenommen. Dirigent ist Lehrer Weimer. — Der hiesige Kriegerverein veranstaltete int Saale von Kamerad Adolph einen L i ch t b i l d e r a b en d . der sehr gut be- sucht war. Gezeigt wurden die Lichtbilderserien. die die Kämpfe um Reims und in der Champagne 1914 und die Sommeschlacht 1916 behandelten. Erläutert und besprochen wurden die Bilder von Kamerad Fortbildungslehrer Stein- m a n n. Die Vorführung hat allgemein gut gefallen, und es wurde der Wunsch nach entsprechender Wiederholung laut. )—( Gonterski rchen, 9. Febr. Im vorigen Herbst wurde unser langjähriger Pfarrer Hochgraefe nach Assenheim verseht. Am Sonntag fand nun die Einführung setnes Nachfokgers, des Pfarrvrwalters Weimar, Sohn des Gynmasialprrf Jor5 Weimar in Darmstadt, statt. Auch in dem Filialorte Einartshaufen hielt er feine Antrittspredigt. -t- Rudingshain, 9. Febr. Die Delegiertenversammlung des Niddatal- sängerbundeS dem 13 Gesangvereine an- gehören, sand am Sonntagnachmittag im Saale des Gasthauses zum „Vogelsberg" dahier statt. Die Bundesvereine Turn-Gesangverein Schotten und der hiesige Männergesangverein waren geschlossen erschienen und erfreuten durch schöne gesangliche Darbietungen. Der Bundesvorfitzende Schäfer, Eichelsdorf, begrüßte die Erschienenen und leitete die Versammlung. Das Rechnungsjahr 1925 ergab einen Lieberschuh von 85 Mk. Der Anschluß an den Hessischen Sängerbund wurde vorläufig noch zurückgestellt, da der Bund seinen Mitgliedern nicht zumuten kann, in dieser Zeit die hohen Beiträge aufzubringen. Aus denselben Gründen wurde der Antrag ab- gelehnt, in diesem Iahr eine Rheinfahrt zu unternehmen. Die Beteiligung deS Bundes an verschiedenen Festlichkeiten macht es unmöglich, ein Wertungssingen abzuhalten. Es wurde auf nächstes Iahr verschoben. Durch Zuruf erfolgte die Wiederwahl des Bundesvor- st a n d s. Ein Hoch auf das Deutsche Lied schloß die eindrucksvolle Tagung. (Sier- - Nudeln U $ vecwendet wer beobachtet, werdend, wer rechnet wurf: „Aber Liebling, haben die arme»» 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Ehrel Am Nachinittag desselben Tages wurde gegeben. Andrea war entzückt, und voll Freude Rosen ein, dann al wem kommen den»» die Blumen? in der Mare- nahm die Blinde, ohi»c ein Wort zu sagen, die Dlun»en und warf sie zum Fenster hinaus. Das tat nun Andrea wieder leid, und in fünftem Dor- Mühlfeld, es war mir eine ganz besonders „Einsteigen!" rief der Schaffner Langenscben Klinik ein Strauß prachtvoller chal-Niel-Rosen für Fräulein Margot Lorenzen ab,..v)err Kapitän Hinriksl Ich kann Ihnen auf all dies keine Antwort geben, zumal hier nicht auf dem Bahnhof. Sehe»» Sie doch nur, die Leute werden ja schon aufmerksam!" „Man tau! Geniert mich garnich!" „Auch widerstrebt es mir, Sic mit gleicher Münze zu bedienen. Aber das sag' ich Ihnen: Sie lauschen sich in mir! Die schlimme Meinung, die Sie von mir haben, werd' ich z»l schänden machen — feurige Kohlen werd' ich auf Ihr Haupt fam- mein —" „Feurige Kohlen! Daß ich nid) lach', Herr Mühl- feld. Geben Sie nur acht, daß Sie sich dabei die Finger nicht verbrennen, Aber wenn »ch Ihnen mal einheizen soll, so richtig einheizen, Herr Mühlfeld, dann brauchen Sie nur noch einmal nach Andrea zu fragen. Wenn Sie dann aus allen Poren schwitzen, dann kriegen Sie noch 'ne kalte Dusche, daß Sie wieder zur Besinnung kommen, 'n Morgen, .Cierr brachte sie ihrer Schutzbefohlenen die Blumen. Margot sog begierig den herrlichen Duft der iber fragte sie überrascht: „Von ihrer Stirn — wenn ich stören sollte —* und er machte Miene, das Abteil zu verlassen. „Nein nein, bleiben Sie nur." „Ich danke Ihnen." Er nahm Andrea gegenüber Platz und es entstand eine frostige Pause. Andrea mochte fühlen, daß sie in ihrer Antipathie zu schroff gewesen sei, und das weibliche Taktgefühl drängte sie, Mühlfeld wieder zu versöhnen. „Ick) habe Ihne»» noch für die schönen Stofen zu danken," sagte sie freundlick), „die Sie für Mnrgot nach der Klinik sandten. Es war wirklich eine nette Aufmerksamkeit." „D, nicht der Rede wert! Darf ich »nid) nach dem Befinden der Kleinen erkundigen?" „Augenblicklich liegt kein Grund zur Klage vor." „So wollen wir hoffen, daß das große Unternehmen der Patientin zum Heil ausschlage. Wann die Operation stattfindet, wissen Sie wohl noch nicht?" „Nein. Die Aerzte lassen lins mit Absicht ÜW den Termin im unklaren." „Sehr begreiflich. Uebrigens ist' Langen ja ein ganz patenter Diagnostiker. Als Operateur — ich weiß nicht —" „Sie glauben nicht, daß er —" Andrea war erschreckt zusammengefahren. Doch Mühlfeld wehrte lächelnd ab. „Fürchten Sie nichts, meine Gilädigjte! Die Hand des Mannes ist ein bißchen schwer. Man sagt, daß er auch brutal zufassen könne. Aber das macht ja nichts; die eigentliche Operation wird zweifellos Wallot vollziehen. Das läßt sich der junge Mann keineswegs nehmen. Die Rollen sind in diesem Fall getauscht, Wallot vollzieht den operativen Eingriff, und fein großer Lehrmeister assistiert." „Aber woher wissen Sie —" (Fortsetzung folgt.) Sein ober Nichtsein (Ein Kriminalroman von dec Wasserkante. Von Moritz Schäfer „Ich weiß nid)t, Kind. Wahrscheinlich von Dr. Wallot." Als aber Heinz seine ärztliche Konsultations- visite machte, »vußte er von nichts. „Nein, wirklid) nicht", sagte er, als Andrea meinte, er verstelle sich. „Die Blumen sind sicher nicht non mir." Eine Stunde später brachte die Post ein Billett für Andrea. Erstaunt, wer von ihrem Aufenthalt in der Klinik Kenntnis habe, erbrach sie das zierliche, nnd) Frangipani duftende Brieschen und las zu ihrer genzenlosen Uebcrraschung: „Hochgeehrte, gnädige Frau! Durch Zufall erfahre ich, daß Sie sid; mit Frl. Margot in Berlin befinden. Id) hatte nämlich eine telephonische Unterredung mit Herrn Vanselviv, wobei mir so ganz nebenbei, nach Erledigung des Geschäftlichen, Mitteilung von den Ereignissen gemacht wurde, die sich hier norbereiten. Meine herzlichen Wünsche begleiten die teure Patientin auf ihrem Leidenswege, der, so hoffe ich zuver- sichtlid), im wahrsten Sinne des Wortes durch Nacht zum Lid;t führen wird! Id) bitte Sie, Frl. Margot die paar Blumen, die ich mir zu senden erlaubte, als kleines Zeichen meiner freundschaftlichen Verehrung zu überreichen. Ihnen selbst, gnädige Frau, verbindlid)ste Empfehlung und einen ehrerbietigen Handkuß Ihres sehr ergebenen Fedor Mühlfeld." Das war korrekt in der Form, ärgerte Andrea aber doch. Sie konnte sid) selbst keine Rechenschaft geben, weshalb. Es mochte die instinktive Abneigung fein, etwas Schriftliches von diesem Manne in .Händen zu haben, von dem sie wußte, daß er in der Reichshauptstadt unsauberen Freuden nachspürte. Als sic Margot das Billett vorgelesen hatte, Blume»» dod) nicht verdient!" Statt aller Antwort fiel ihr Margot weinend um den Hals. Sie schluchzte »nid wollte sich yar nicht tröste»» lassen. Andrea war ratlos. Wenn die seelische Erholung so aussah, die Margot unbedingt haben sollte, bevor der entscheidende Eingriff erfolgte, dann konnte das ganze Resultat in Frage gestellt werden. Und ein Haß gegen Mühlseld wallte in ihr auf. Es war ihr, als hafte das Unheil an den Spuren dieses Menschen, wohin er auch immer komme. Zum Glück beruhigte sich Margot bald wieder, und als fick) Andrea gegen Abend zur Ab reife rüstete, war die junge Blinde heiter und gefaßt rote zuvor. * Andrea saß in einem Abteil 2. Klasse des nach Rostock bereitstehenden Abendschnellzuges als einziger Passagier. Da plötzlich, gleich nad) der Abfahrt, kam über den Seitengang noch ein hyper- elegant gekleideter Herr zu ihr ins Coupe, stutzte bei ihrem Anblick und riß den Hut vom Kopfe. „Welch freudige Ueberraschnng, Sie hier zu finden, meine Gnädigste!" Mühlfeld! Immer »nieder dieser Mensch! Die Ueberraschung war jedenfalls nur auf seiner Seite angenehm. Andrea hatte das dunkle Empfinden, daß hier kein Zufall gewaltet, sondern daß Mühlfeld ihr nachgespürt und mit voller Absicht die Gelegenheit ergriffen habe, mit ihr allein zu sein. Ohne Rückhalt gab sie ihren Gedanken 'Ausdruck. „W u ß - ten Sie, daß ich diesen Zug benutze?" „Aber meine Gnädigste! Wie hätte id) ahnen können! Indessen, ich sehe eine Unmutsfalte auf Uchtbildervortrag des Herrn Oberleutnanta. D. von Fichte: I. Die Entwicklung des Flugsports 2. Mil dem Flugzeug nach dem Suez-Kanal am Sonntag, 14. Februar, abends 81/* Uhr, im Großen Hörsaal der Universität Eintrittspreis 0.50 Mark und 10 Pfennig für Steuer, • Karten an der Abendkasse. Studenten und Schüler t die Hälfte. - Hessischer Vaterländischer Block Bezirksverband Gießen. 1248D e gebacken, y !?aUrvln -rxxjutv echt, wenn, in - Statt Karten Grüningen Februar 1926 Holzheim 0933 Frieda Leidich Karl Laux Verlobte Klein-Dratow, Post Klein-Plasten (Mecklenburg) 8. Februar 1926 Die Geburt ihres dritten Jungen zeigen an Ewald von Hainmacher Margret von Hammacher geb. Vichler i 1241V | W Air? lrid N nich bem (?re inte; Einr Äali Press leibst fogat mit Ü Auhe die e ist, Geisel denn öie As ' heute die ' inbei von San 3 a äntl öen A Ac rui libi zwk GrOrMP hFUNF ♦ DAS «IN APOTHEKEN HIK.E.IV1E. UEHINE BESTE U. DROGERIEN yiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihiiiiiiiiii.iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiy I Konsumverein Gießeno. lnig.mebGH.! Älttkt ßaöilau o. 8. seeiadje o. 8. MOhorid) o. 8. BtotUiennitf) ©tflne geringe frisch und fein= schmeckend zu haben bet 0959 Georg Wallenfels gegenüber der Enäelavotbeke Hansa Handelsschule / Kunzeimann üießen, Bahnhofttr. 60 vorm. Hermes Neue Kurst Stottern welch, nur belAngst- flefüblen u. schnellen» Rede», auftritt, kann radikal beseitigt werden ditrchSelbst- htlse u. ohne Beruss- ftörunfl mit meiner bi lliaen,ärztlichen»»)' »ohlenen und paien- tiert Methode. Erfolg evtl, fcho»» in 2 b.3 Wochen, auch da, wo andere Versuche versagten Bei Kindern v. 7. Jahre c Kostenlose Auökw in Gießen Samsti 13. 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Winterhoff, Drogerie, Kreuzplatz 9/10. 1001* Höhere B ürgerschule Hungen Die Anmeldungen für das neue Schuljahr werden Dienstag, den 16. Februar 1926, vormittags von 9—1 Uhr und nachmittags von 2—4 Uhr von dem Unterzeichneten entgegengenommen. Hierbei sind Geburtsschein, letzter Impfschein und Abgangszeugnis vorzulegen. In die Sexta werden Knaben und Mädchen ausgenommen, welche die Grundschule 4 Jahre lang mit Erfolg besucht haben. Diejenigen Eltern, die glauben, dah ihre Kinder schon nach 3 Jahren Grundschule in die höhere Schule übertreten können, müssen zunächst einen entsprechenden Antrag an die Grundschule richten. Mit Beginn des neuen Schuljahres ist für Schüler, die später in ein Gymnasium oder Realgymnasium eintreten wollen, wahlfreier Laieinunterricht eingerichtet. Hungen, den 9. Februar 1926. Der Leiter der Höheren Bürgerschule. _______ ______________________Dr- Stotz. 1246D Lichtspielhaus • Baiinftofstraffle 34 • Ab honte hl» ein*chl. Sonntag wieder ein großes Ereignis für Gießen, „Der Zille-Ciroßliim“: Die Verrufenen (Der fünfte Stand) 8 Akte nach den Erlebnissen des Professors Heinrich Zille. Aus seiner Mappe „Mein Milljöh“. L d. H.: And Egede Nissen, Margarete Kupfer, Mady Christian«, Frida Richard. Bernhard Goetzke Arthur Bergen, Paul Bildt il a m. — Dazu Wie einst im schönen Monat Mai Lustspiel in 2 Akten — sowie die neueste U FA-Wochenschau Ereignisse aus aller Welt Wegen des bestimmt zu erwartenden großen Andrangs bitten wir nach Möglichkeit die Nachmittagsvorstellungen 4 und 6 Uhr besuchen zu wollen. — Keine erhöhten Eintrittspreise. 1264c Original Jazzband Tanz 1221c Ter Vorstand. Tel. 183. 1257V Domäne Werg Donnerstag Metzelsuppe Schellfische große, o. K„Pfd.0.40 Kabeljau o. K., Pfd. 0.30 Seelachs o. 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Ringel, Welzlar la EideMkäse 9 Pfd. 6 Mk. franko Damvfkäiekabrik, Rendsburg. Altes viel «Blecröhrew kauft Brühlsche Druckerei D- Schulstr 7'9