‘n Ob ■-> ^9 »on «>« <’■ bis 2 23*>” W S X Üdtef8» ^On|n^-^ dll>» f^Sft Ä ^0/2*0 W ^rundlich ?e,°n6etl- chd^ht. V'pfge 98anleie i*Vlo* Wiedener es lebhast^ ^" !nten nL^' Sanften rJ5?,aten matUiJy* nach 9c ,Kn’ i 5> S er vrdr« mH te ■?• *i j?',»“,,Dn- Mben. \\cn'oextti)t i London aus 126,15 ichvächer mit 11325. aus 19,23 gegen das ulen waren kaum ver- ctrcideborse. !. Dez. Es wurden no- ) 29,50 bis 29,75; Sog- Sommergerste (für 6,50; Hafer (inl) 19 19.50 bis 19.75; Drill,25 bis 41,75; Sog- deizenkleie 11,75 bis 12; 5 Mark, Tendenz: licheö. >t der Tür, und für- it welchen Taben sie In heutiger schwerer Linie zum pralMen toir z. S. nur Mag- sse: Maggis Durze, i Fleischbrühwurfei, die len sind, jen f^!*367 ’cher Straße 12. et 18^6. hingen von & Sops Wc|t) jermarke der*«' ch Sohn . Steinweg r & Soehne &?s>/ Nr. 288 Erster Blatt 176. Jahrgang Donnerstag, 9. Dezember 1926 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feierlags Beilagen. Btetzener Familiendlättei Heimat im Bild Die Scholle monat$«üe)iigstrets; 2 Reichsmark und 20 Retchspsennig für Träger» lohn, auch Lei Nichterscheinen einzelnerNumm stehende diplomatische Korrespvnd«nt des ^Petit Journal", Marcel Ray, bringt heute eine Aufsehen erregende, zweifellos van französischer offiziöser Seite stammende Darstellung der gegenwärtigen Verhandlungen der Außenminister. Er erklärt, das Zustandekommen eines Kompromisses stehe dank dem französischen Entgeaenkommen unmittelbar b:vvr. Das Kompromiß sehe die Aufhebung der Militärkontrolle in der allernächsten Zeit vor, möglicherweise schon am 1. Januar, falls Deutschland dasür das Investigationsprogramm annehme. Die deutsche Delegation scheine diesem Kompromiß nicht ablehnend gegenübLrzu- stehen. Die Kontrolle über die entmilitarisierte Rheinlandzvne solle den fünf Signatar st aaten des Rheinlandpaktes, England. Frankreich, Deutschland, Italien und Belgien, übertragen werden. Man stehe also vor der Bildung einer neuen „großen Rheinlandentent e". Auf deutscher Seite betrachtet man diese Meldung als einen Vers uchs ball on und erllärt, daß sich ein solcher Vorschlag nicht in den Händen ter deutschen Delegierten befinde. Es wird hinzugesügt, daß irgendwelche Investigationen, die nicht auf Grund eines Mehrheitsbeschlusses des Völkerbundsrates von Fall zu Fall gefaßt werden, für Deutschland unannehmbar seien. Eine Sonderregelung für das Rheinland komme gleichfalls nicht 'n Betracht, da "fie über die Bestimmungen des Versailler Vertrages Yinausgehen würde. Irgendwelche Elemente Stahles (ständige Kontrollorgane) seien für das deutsche Gebiet auch dann völlig untragbar, wenn sie durch ein Kontrollorgan der Rheinlandmächte durchgeführt würden. Von deutscher Seite fbnnte einem solchen Vorschlag nur zugestimmt werden, wenn eine reziproke Rüstungskontrolle sowohl in der deutschen als a u ch i n der französischen Grenzzone festgelegt würde. Eine neue Sitzung der Botschaflerkonferenz. Paris, 8. Dez. (WTD.) Der Generalsekretär der Dotschafterkonferenz, M a s s i g l i. wird heute abend aus Genf nach Paris zu- rückreisen und morgen vormfttag hier eintreffen. Morgen nachmittag wird die 'Bo t - sch afterkonserenz zusammentreten, um sich mit der Frage der Entwaffnung zu beschäft gen. nachdem General Pawels seit Beginn der Woche wiederholt Besprechungen sowohl mit dem Generalsekretär der Dotschas> rronserenz als auch mit dem Interalliierten Militärkomitee gehabt hat. Der Sonderberichterstatter des „Journal des Debats" erklärt, daß vielleicht auf Veranlassung der alliierten Ministerpräsidenten noch gewisse Forderungengestellt werden würden, auf die mart nicht vorbereitet sei. Die Saarfrage in Genf. Zurückziehung der französischen Truppen. - Ein ziviler Bahnschutz. Gens, 9. Dez. (TU.) Die Saarfrage, die in den letzten Tagen von den juristischen Sa chver ständigen cingehend erörte t wurde, wird nun in einer der nächsten Ratss.hungen zur Behandlung kommen. Es handelt sich bekanntlich um die Zurückziehung der noch im Saargebiet befindlichen zwei französischen Regimenter. In der letzten Zeit hat sich eine neue Schwierigkeit ergeben, da von französischer Seite geltend gemacht wurde, daß beim Abzug der Truppen, gewissermaßen als Vorbedingung dafür, ein besonderer Eisen- bahnschutz gcschassen werden muß. Gegenwärtig dürfte eine Einigung auf folgender Grundlage bevorstehen: Es soll für die saarländischen Bahnen ein rein technischer Bahnschutz ohne irgendwelchen militärischen Charakter geschaffen werden, der ausschließlich der Re gierungskommission für das Saargebiet unterstehen und aus fremden von der Regierungslommisfion gewählten Staatsangehörigen mit rein zivilen Functionen bestehen wird und im Bedarfsfälle den Schutz der Bahnhöie und der Bahnlinien zu übernehmen hätte. Die (Einberufung । der WellwirtlchaslsKonferenz. Genf. 8. Dez. (TU.) Der Völkerbunds- ra t hat heute nachmittag auf Grund eines Berichtes des Generals eiretärs des VölieroundeS über die bisherigen Erfahrungen bei den internationalen Konferenzen auf Vorschlag Chamber- lainS bcschlo sen. die Weltwirtscha ts.onierenz zum 4.Mai 192 7 nach Genf einzuberuen. Zum Präsidenten der Konferenz wucoe der frühere belgische Finanzminister T h e u n i s ernannt. er sich nicht mit Frankreich gegen alle anderen Mächte verbündete. Sine Tatsache, die um so deprimierender ist, weil fie gerade Deutschland, dem einzigen Lande, das außer Fraickreich noch eine Zukunft: auf dem Balkan Hütte, gerade in dem Augenblick alle Wege verrammelt, in dem es selber wenigs! ens ein Teilchen der A.iionSfreiheit wiedergewinnt, die dem Balkan hätte helfen können. Starte (Erregung in Jugoslawien. Beschwerden beim Völkerbund und den Krotzniächtcu. Belgrad. 8. Dez. (LU.) Wie die „Politika" meldet, hat Rintschitsch eine Rote an d i e Großmächte gerichtet, in der auf die den Verträgen widersprechenden Bestimmungen des albanisch-italienischen Dertisges hingewie- fen und auf die Gefahren aufmerksam gemacht wird, die aus diesem Vertrag für den Balkan entstehen könnten. Ein hochgestellter Belgrader Politiker erklärte ausländischen Pressevertretern, daß Jugoslawien den Völkerbund anrufen werde, um die Anerkennung des italienisch-albanischen Vertrages mit allen Mitteln zu verhindern. Sollte sich der Völkerbund auf die Seite Italiens stellen, so würde Jugoslawien nichts anderes übrig bleiben, als auS dem Völkerbund auSzutreten. Der italienisch- lugoslawische Vertrag set jedenfalls durch den Derttagsabschluh zwischen Italien und Albanien h ins ä lli g geworden, da Italien es versäumt habe, den Vertragsbestimmungen entsprechend Jugoslawien von der neuen Sage zu unterrichten. Dr. Rintschitschs Rücktritt sei selbstverständlich gewesen nachdem seine Politik durch das Vorgehen Italiens in so peinlicher Weise bloßgestellt wurde. In politischen Kreisen Jugoslawiens herrscht außerordentlich unruhige Stimmung. Man spricht sogar von der Möglichkeit kriegerischer Verwicklunaen mit Italien im kommenden Frühjahr. Militärische Vorbereitungen werden getroffen. An der albanischen Grenze wird eine Umgruppierung und Verstärkung der jugoslawischen Truppen vorgenommen. Die Kabinettskrisis in Belgrad. Eine frankophile Regierung im Anmarsch. Paris, 8. Dez. ($11) Rach einer offiziellen französischen Information aus Belgrad steht die Bildung eines Konzentration s k a b i n e t t S bevor, in dem Marin- kowitsch daS Außenministerium übernehmen wird. Marinkowitsch ist ein franzosen - f reun dlicher Politiker, der außerdem auch für eine Anerkennung Rußlands ist. Der „Watin" weist darauf hin, daß sich durch den Abschluß des albanisch • italienischen Abkommens neue Schwierigkeiten für eine Begegnung Brands mit Mussolini ergeben hätten. Der Londoner Korrespondent des „Echo de PariS" berichtet über umfangreiche militärische Vorbereitun- gen Italiens in Rordalbanien, die in -velgvad stark beunruhigten. Die Demis.ion Rin- tfchitschs habe die ganze Derftändig-ungspolitik zwischen Jugoslawien und Italien über den Haufen geworfen. Italiens Vorgehen am Balkan, das durch Chamberlain bei dessen letzten Zusammentreffen mit Mussolini ermutigt worden sei, erinnere stark an die Okkupation Bosniens und schaffe eine ähnliche Atmosphäre der Ueberreizung. Die Rolle Frankreichs. Rom, 8. Dez. (WB.) Die Vorgänge In Albanien und Eüdslewien beschäftigen toe t::« hin die Presse. „Giornale d'Jtalia" berichtet aus Tirana, daß die albanische Kammer heut» abend über den italirnisch-albanischea Der. trag abstimmen müsse. DaS Ergebnis der Ab» stimmung sei nicht doraus-usehen, weil in den letzten Tagen südslawische und französische Agenten eine große Agitation ge^en den Vertrag ent^ldilt hätten. Das Mengen- mögllche sei von diesen Leuten berfucht Worten. Auch der französische und der fü&flateifcf’e Ge. sandte hatten wiederholt ilnterreimncei mit Ach- wrd Zogul über den Vertrag gehabt. In nationalen Kreisen Albaniens herrsche starke Feindseligkeit gegen Eüdslawien. Der italienisch-k'lben'sche Frennd'ck-a'tSPakt kenne nnrn >glich frm Grund für das Ab'chweicken 6nd- fla-iens in eine neue Politik abgeb-n. Sljer Frcundschastsvakt korq» nur ein Vorwand für die neue f-altum Süd. s.awiens sein. Das Blatt g'a-'bt, dast Süd- s'avien durch PoincarS aufgewieaelt werde, und daS nicht nur gegen Deutschland. fonbetn auch gegen I t a l i - n. Die „Srihuna“ m int, Südllawirn werde telbl nicht »uneben können, daß der Rücktritt Hinte schitschS. der sich in letzter Zett nur noch b*r Shmpatkie seines Königs er'reut habe, gegen Italien polttisch au5genr?.n>t werde. Schwere Kämpfe in China. Peking, 8. Dez. (Priv.-Lel.) Die grobe Offensive gegen die Stellungen der Äantoner Armee bei Hankau uiti> Ätufiang steht allen Anzeichen nach unmittelbar bevor Die Generäle Sun Lschuangsang und Tschang Tschung- t f ch a n g gaben die Konzentrierung ihrer Truppen im unteren Janatsetal so gut tv'.e beerrddet. Ihre Stellung, die das 3angtfetal gegen jeden eventuellen Vorstoß der Kanioner Truppen ao- riegeln soll, der von Hankau und Kiuklang aus längs des Jangtseflusses g:gen Schanghai erfolgen könnte und deren Zentrum Nanking und Pukau darstellen, ermöglicht ihnen nicht nur die wirksame Verteidigung von Schanghai, sondern auch eine tatkräftige Unterstützung der Armee Tschangtsolins bei ihrem bevorstehenden Angriff auf Hankau. Wie es heißt, werden sch die beiden Generäle in der Weise in ihre Rollen teilen, dah Sun T'chuan- sang, unterstützt von sieben Kriegsschiffen, fluhauswärts gegen Hankau vormarschiert, während L'chang Lschangtschang mit feinen Truppen die Verteidigung Schanghais übernimmt. Die zum Angriff auf Hankau von Vörden her bestimmten Truppen Tschangtsolins sind bereits im Vormarsch begriffen. Die Kerntruppen sammeln sich längs der Dahnl.nie Peking—Hankau und sind bereits in Fühlung mit den Kantoner Truppen, die ihre Stellungen in Hankau und längs des Hank'anslusses in fieberhafter ®;Ie befestigen und große Truppenmassen gleichfalls längs der Peling-Hankauöahn konzentrieren Wie gemeldet wird, ist es im Raume zwischen Hankau und Itschang bereits zu schweren Kämpfen gekommen, in deren Verlauf die Vorhut der Truppen Tschangtsolins dem General Vangsen, der erst kürzlich mit feinen Truppen zur Kantoner Armee überging, eine empfindliche Viederlage beigebracht haben soll. Dar Industrieprogramm der Sowjetunion für 1927. Moskau, 6. Dez. (Lsil.) Die Sowjetreaie- rung stimmte dem Jndustrieptogramm für das Jahr ic 27 zu. Danach wird im nächsten Jahr mit dem Dau des großen Dnjepr-Elektri- z i t ä t s w e r l e s und der 16C0 Kilometer langen Eisenbahn st recke zwischen O st türke st an und Südsibirien begonnen werden. Bci^e Projekte, Li- mit 300 Millionen Mark veranschlagt sind, dürsten erst in fünf Jahren ganz fertiggestellt sein. Durch die Ausnutzung der Wcs.erlräfte des Dnjepr für dir Elektrizität soll am Schwarzen Meere ein großes Industriegebiet erstehen, in dem die Metall- und die chemische Industrie vorherrschen sollen. Der Dnjepr selbst soll kanalisiert und der Schwarzmeerschifsahrt zugänglich gemacht werden. Sie Holz- und Getrnderxporte dürsten dadurch eine Herabsetzung der Transportspesen und eine wesentliche Lieferungsbeschleunigung erfahren. Die neue sibirische Eisenbahn wird ihre wirtschaftliche Dedeutung darin haben, daß sie das reiche Getreideland Sibirien mit dem getreidearmen Daumwolland Turkestan in Verbindung bringt Die Wahlen in Ungarn. Budapest, 8. Dez. (WTB.) Heute begannen die Wahlen in 103 Provinzbezirken und im Wahlbezirk Budapest-Land. In 53 Bezirken sand eine einstimmige Wahl statt. Unter den so Gewählten befinden sich Ministerpräsident Gras Stephan Dethle nund weitere fünf Mitglieder der Regierung, sowie Gras Albert A P P o n h i und Julius Goemboes. Der Abstimmungskampf war brsond-ers heftig in Waihen, wo der Staatssekretär im Finanzminister.um, Szaboktz, über den Legetimist en Grasen Julius Andras sh siegte. Von fünfzig Bezirken, in denen heule die Abstimmung notwendig war, stnd bis abends 8 Uhr aus siebzehn Bezirken Ergebnisse eingelaufen. Ueberall wurden die Regierungsanhänger gewählt. Vor der Abdankung des Königs von Rumänien. Bukarest, 9. Dez. (TU.) In gut unterrichteten Kreisen wird die Möglichkeit der Abdankung des Königs lebhaft besprochen. Sie wird sicher für die nächsten Tage erwartet. Vach der am gestrigen Mittwoch vollzogenen Operation haben die Aerzte erklärt, daß der König noch lange leben könne, doch müsse et sich von Staatsgeschäfien zurück- ziehen und in größter Ruhe fein Leben verbringen. Keine Fremdensteuer in Frankreich. Paris, 8. Dez. (WB.) 3n der Kammer beantragte der sozialrepublikanische Abg. Falcoz bei dem Arsikel bett, die Gebühr für die Ausweiskarten der in Frankreich lebenden Fremden, die von den Präfekturen geliefert werden, die Einführung einer Fremdensteuer. D o i n c a r d erwiderte, eint derartige Fremdensteuer werde feiens des Auswärtigen Amtes für unzulässig gehalten, da Frankreich durch eine ganze Reihe von internationalen Abmachungen g e b u n de n sei. Frankreich könne keine Steuer für Ausländer einführen, außer, wenn es diese Abmachungen kündige. Die Gebühr für die Ausweiskarte, die jeder in Frankreich lebende Fremde, der dort länger als einen Monat zuzubringen gedenkt, beantragen muß, belaufe sich auf 3 7 5 Franken für das Jahr. Kunst und Wissenschaft Reue römische Funde im Rheinland. Rahe Koblenz wurden in Horchheim bei Schachtausgrabungen dickwandige Gewölbe entdeckt. Man hat bisher eines davon geöffnet und darin einen sehr gut erhaltenen Steinofen und diele Urnen mit Ornamenten aus der Zeit deS römischen Lagers entdeckt. — Bei Mainz stieß man während Schachtarbeiten in Weisenau auf ein römisches Grabdenkmal. ES stellte in sehr guter Ausführung einen Mann und eine Frau dar. Beide trugen vornehme Tracht, die Frau die der römischen Dame aus der Zeit des ersten Jahrhunderts nach Christi, der Mann einen keltischen Mantel. Die einzelnen Stücke deS über drei Meter großen Denk- Krisenstimmung in Berlin. Auf ihren Besuch am Montag beim Reichskanzler haben die Sozialdemokraten am DienStag gleich einen zweiten Besuch folgen (affen, wohl in der Absicht, um ihrem Vorgehen wegen der Ausführungen, die der Abgeordnete Dr. Scholz In Ostpreußen gemacht hat, noch stärkeres Gewicht zu verleihen: der alle Lateiner nennt das diligentiam prästare. Es soll den sozialdemokratischen Massen klar gemacht werden, daß ihre Führer von finsterer Entschlossenheit beseelt sind, sich unter keinen Umständen gefallen zu lassen, was Dr. Scholz getan hat. Und was hat er getan? Er hat als Politiker und Abgeordneter auf Grund zahlreicher Erfahrungen, die sicherlich nicht er allein, sondern außer ihm der Reichskanzler selbst und noch verschiedene andere Leute reichlich gemacht haben, der Ansicht Ausdruck gegeben, daß In Kultur- und Wirtschaflssragen kaum ersprießliche Arbeit mit den Sozialdemokraten zu leisten ist. Die Angelegenheit wird in einer Führerbe^prechung während der ersten Sitzung des Reichstages erörtert werden. Bis babin werden sich wohl die erregten Gemüter bet Sozialdemokraten einigermaßen beruhigt haben, namertlich wenn sie sehen, daß die Reichstagsfraktion der Deutschen Vollspartei unter der Führung von Dr. Scholz nach wie vor bereit ist, über eine Verständigung mit den Sozialdemokraten von Fall zu Fall zu verbandeln, auch wenn nach ihrer Ansicht wenig Ersprießliches dabei herau-kommen dürfte. Sine neue Rede des Abg. Scholz. Die Koalitionsrnöqlichkeiteir nach beiden Leiten. Königsberg, 8. Dez. (Wolff.) Dr. Scholz sprach gestern abend vor der Wirtschaftlichen Vereinigung der Deutschen DolkSpartei über die Wirtfchäftsfragen. Der Redner ging nochmals auf feine Ausführungen in Insterburg ein und wiederholte, das jetzige Kabinett habe als neutrale Regierung der Mitte fachliche Politik zu treiben, um sich die Mehrheit zu sichern, wo sie sie sindel Eine Trübung hätten bie Verhältnisse erschien durch die Hinneigung deS Zentrums und bei- Demokraten zur Großen Koalition und durch das Verhalten der Deutsch- nationalen. die die Regierung der Mitte durch Ausnützung aller parlamentarischen Mittel stürzen wollten. Rach seiner Arsichi sei das Verhalten der Deutschnationalen falsch. Sie müßten sich in einer Reihe von Fragen bewußt neben die Regierung stellen, um zu zeigen, daß man auch mit ihnen regieren könne, so, wie sie es bei dem Gesetz gegen Schund und Schmutz getan hätten. Sollte das Regieren von Fall zu Fall nicht mehr möglich sein, so sei objektiv mit beiden Seiten zu verhandeln. Scholz wie-erhclte, er habe in Insterburg nur Zweifel geäußert, ob die Verhandlungen mit der Sozialdemokratie mit Erfolg zu einer dauerhaften Regierung führen konnten. Gr habe gesagt, daß bei einer objektiven Beurteilung die Parteien der Mitte sich mit größerer Aussicht auf Dauer mit den Deutschnationalen verständigen könnten, während die Frage der Arbeitszeit und der Reichswehr nie mit den Sozialdemokraten gelöst werden könne. Diese Dinge habe er ausgesprochen mit dem vollen Bewußtsein seiner Verantwortung. Die Sozialdemokraten beim Reichskanzter. Berlin. 8. Dez. Heute mittag empfing Reichskanzler D r. Marx die sozialdemokratischen Parteiführer Hermann Müller- Franken und Wels zu einer D.sprechung, in der der Kanzler nochmals- betonte, daß, wie der Volks- parteiliche Abgeordnete Scholz schon selbst er- klärt hat, die 3nfterburger Rede keine programmatische Erklärung der Deutschen Volkspartei bedeuten soll. Die Sozialdemokraten sollen sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden gegeben haben. Ihnen liege vor allem an einer Aufklärung darüber, ob das Reichsiabinett tatsächlich bereit sei, auch über innerpoli- tische Fragen rechtzeitig vorher eine Verständigung mit der Sozialdemokratie zu suchen. Das gelte besonders für bie Arbeitszeitfrage. Hier verlangten bie Sozialdemokraten bestimmte Garantien. Der Reichskanzler werde sich wegen dieser Forderungen mit den Führern der Regierungsparteien in Verbindung sehen und auch das Reichskabinett werde sich voraussichtlich morgen mit dem innerpolitischen Fragenkomplex beschäftigen. 3m Anschluß an den Besuch der Sozialdemokraten habe der Kanzler auch den Abgeordneten Dr. Scholz empfangen, der bei dieser Gelegenheit nochmals betont habe, daß er in Insterburg lediglich seine persönliche Auffassung zum Ausdruck gebracht habe. Das Reichskabinett zur Beilegung des Konflifts. Das Zentrum gegen eine Koalition mit den Deutschnationalen. Berlin, 9. Dez. (WIB. Funkspruch.) Das Reichskabinett beschäftigte sich gestern nachmittag u. a. mit der Frage des Zuckerzolles, mit der Gewährung von Weihnachtsbeihilfen für Beamte und mit der innerpolltlschsn tage. Reichskanzler Marx machte ausführliche Mitteilungen Über die Borstel- lung der Sozialdemokraten wegen der Rede des Abgeordneten Dr. Scholz in Inster- bürg. Ls wurde die Möglichkeit erörtert, den durch diese Rede hervorgerufenen Konflikt b e i z u - legen. 3m Anschluß an die Kabinettssihung hatte der Reichskanzler Besprechungen mit den Führern des Zentrums. Wie die „Boffische Zeitung" wissen will, haben der Reichskanzler und maßgebende Persönlichkeiten des Zentrums den Fraktionsvorsihendcn der Deutschen Bolkspartei nicht in Zweifel darüber ge- laffen, daß sie für eine Koalition mit den Deutschnationalen nicht zu haben fein würden, und daß es schwere innerpolitische Komplikationen gäbe, wenn die Sozialdemokratie in eine Kampfstellung gegenüber dem Kabinett gedrängt würde. Da man in Kreisen der Bolkspartei wert darauf lege, daß die Austragung des Konfliktes bis zur Rückkehr Dr. Slrefemanns aus Genf vertagt werde, hält es das Blatt für möglich, daß die Entscheidung auf die nächste Woche verschoben werde, da man damit rechnet, daß die Bölkerbunds- tagang in Gens spätestens Anfang der kommenden Woche beendet sein wird. malS würben inS städtische Altertumsmuseum gebracht. — Bei Ausgrabungen in Korchen- oroich bei München-Glabbach an einer ehemaligen römischen Straße würbe ein Bau von erheblicher Ausdehnung freigelegt. Er gehörte zu einem inzwischen ebenfalls ausgegrabenen römischen Landhaus, das 30 Meter entfernt lag. Ehrung eines franMschen Gelehrten in Frankfurt a. 21L Der Frankfurter Oberbürgermeister Dr. L a n d m a n n gab zu Ehren von Professor Henri Lichtenberger, dem Germanisten der Pariser Sorbonne, der in der Universität Frankfurt einen mit stärkstem Beifall aufgenommenen Festvortrag über Goethes Bedeutung für das französische Geistesleben hielt, und Donnerstag in der Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft sprechen wird, ein Frühstück, an dem neben Vertretern der Stadtverwaltung und der Universität in Frankfurt ansässige Schriftsteller, u. a. Fritz v. Änruh, Alfons Paquet, Paul Kornfeld, teilnahmen. Dr. Landmann gab seiner Freude über den Besuch Professor Lichtenbergers Ausdruck und würdigte seine ausgezeichneten B:rd enste als Forscher und Gelehrter. Pros. Lichtenberger erwiderte und schloß mit der Hoffnung auf dauernde freundschaftliche Beziehungen zwischen den Wissenschaftlern und Dichtern Deutschlands und Frankreichs. Aus aller Welt. Em holländisches Kohlenverflüssignngs- verfahren. Aach einer Korrespondenzmetduttg soll auch in Holland eine neue Methode erfunden worden sein, um Roh st einkohle in rein molekula- rische, höchst aktive Kohlenstoffe umzuwandeln, welcher neue Stoff von dem Erfinder „Earb on- alPha" getauft wurde. Die Eigenschaften des Stoffes und seine einfache industrielle Herstellung sollen eine sehr vielseitige Verarbeitung der Kohle ermöglichen. Die ursprüngliche Erfindung ist von einem Holländer namens 3. S. Aarts, einem erfahrenen Sachverständigen auf dem Gebiete der Thermochemie, vor- geleg! worden und soll durch das Technologische Institut von Dougen weiterausgearbeitet worden sein. Seine Patente sollen heute im Besitze einer amerikanischen Firma sein, die bereits eine Fabrik für die probeweise Herstellung des neuen Kohlenstoffs erbaute und eine zweite im Auslände zu erbauen beabsichtigt. Sari Klinisch f. In Frankfurt a. M. ist der Seniorchef und Begründer der Firma K l i m s ch 8- Eo., in deren Verlag seit über 50 Jahren bas verbreitetste graphische Fachblatt der Welt, der .Allgemeine Anzeige für Druckereien" erscheint, im Alter von 86 Jahren gestorben. Deutscher Flottenbesuch in Holland. In Amsterdam ist am Mittwoch das Linienschiff »Hannover" aus Dillagarcia. von den holländischen Behörden begrüßt, eingetrof- fen. Während des eine Woche bauernden Aufenthalts des deutschen Schiffes finden zu Ehren der Besatzung verschiedene Festlichkeiten statt, die mit einem großen Empfang beim deutschen Generalkonsul Prinzen v. Hahfelb-Tra- chenberg für bad Ossizierkorps der .Hannover" eingeleitet werden. Millionenbetrug beim Reichsmonopolamt? Rach Blättermeldungen soll das Zoll-Grenz- kommissariat im Reichsmonopolamt große Schiebungen aufgedeckt haben, durch die das Reich um Mehrere Millionen Goli>mark geschädigt worden sein soll. Auch schwer belastet erscheinen zwei Direktoren der Monopolv'erwaltung, mehrere andere Angestellle der Verwaltung und eine Reihe von Kaufleuten. Die Anschuldigungen, die gegen die Belasteten erhoben werden, betreffen gewisse Vorkommnisse bei der Rheinischen Preßhefe- und Spritwerke A. G. in Köln, die seinerzeit mit dem Vorschlag an die Monopolverwaltung herangetreten war, auf dem Gesellschafts- Gelände in Monheim eine Reinigungsanstalt für Zwecke der Monopolverwaltung zu errichten. Bei der Lieferung der Baumaterialien für diese Reinigungsanstalt sollen die angeschuldigten Direktoren und Angestellten große Sondervergütungen erhalten haben. Für 400 000 Mark Zigarettenbanderolen gestohlen. Zigarettensteuerbanderolen im Werte von 400 000 Mark sind Einbrechern im Reichsfinanzzeugamt In Berlin-Dahlem in die Hände gefallen. Dom Reichsfinanzministerium ist eine Belohnung von 10 Prozent des Wertes der wieder herbeigeschafften Sachen und 3000 Mk. auf die Ermittlung der Täter ausgesetzt. Ein siebenjähriger Lebensretter. In Heidelberg rettete dieser Tage der erst sieben Jahre alte Adolf g eue r e r feinen Schulkameraden Werner Bleiler, der mit ihm am Turbinenhaus gespielt hatte und ins Wasser gefallen war, vom Tode des Ertrinkens. Der junge Lebensretter hat bereits vor einiger Zeit schon einmal ein junges Mädchen von dem gleichen Tode gerettet. Brand des KrnigSpalasteS in Bukarest. In der Küche für die Hofbediensteten des Bukarester Stadtschiosses ist Mitttr och um Mitternacht Feuer ausgebrochen, das sich infolge des herrschenden starken Windes rasch ausbreitete. Das Mittelgebäude mit dem T h r o n s a a l und den Empfangsräumen ist den Flammen zum Opfer gefallen. Grvßfeuer in französischen Teerölwerken. In den Teerölwerken von Lens bei Bethune ist ein gewaltiges Feuer au-gebrochen, das noch nicht gelöscht werden konnte. Der Schaden wird auf fünf Millionen Franken geschäht. Schwere Bluttat In Aachen hatte der Axbllter Heinrich Jansen, der wegen gefährlicher Körper- Verletzung seine- BruperS au sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war, am Rachmittag des Tages der Derurtellung mit seinen Eltern, mit denen er wegen frinn Frau in Winfrieden lebte, eine blutige Auseinandersetzung. Er schlug feinem 76sähri- gen Vater mit einer Flasche auf den Kops und schlug sodann mit einem Stuhl auf den Vater und feine 70jährige Mutter solange, bis beide reg. . . ’ro8 liegen blieben. Hierauf stellte er sich der Polizei. Diese sanden die Mutter tot auf und schassten den Vater, an dessen Aufkommen gezweifelt wird, in ein Krankenhaus. Schweres Eisenbahnunglück in der Mandschure!. Nach einer Meldung des „Neuyork Herold" aus Mulden sind bei einem Zügzusammenstoß in der Mandschurei 25 Personen getötet und 54 schwer verletzt worden. Lettervoraussaqe. Zunächst ruxf) Anhallen des mTen. dunstigen und trüben WetterS, später abnehmende Bewölkung, Temperaturen etwas fallen >, trocken. Gestrige Tagcstemperatm M-ximum 3.4, Minimum 3,3 Goad Eelsius. Riederschläge: 0,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 1,1 Gvad Eelsius. Bericht über die Wetterlage auf dem hoherodskopf vom 9. Dezember: Windrichtung ß silhr morgens: Rord. Windstärke: schwach Lufttemperatur 8 silhr morgens: minus 2,0 Grgd Celsius. Riedrigste Temperatur der letzten 20 Stunden .minus 4 Grad Celsius. Gesamtschneehöhe 8 silhr morg nZ: 23 Zentimeter. Höhe des in den letzten 24 Stunden gefallenen Reuschnees: 0. Beschafsmng der Schneedecke: pulverförmig. Sportmöglichkeitk gut * — Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 9. Dezember 1926, Wenn man sparen will? Herr Mayer kommt sehr oerdrießlich nach Hause. „Das sind doch eben miserable Zeiten! Den ganzen Tag ist kein Pfennig Geld eingegangen, und dabei muß man oon morgens bis abends das Portemonnaie in der Hano haben, um die Dielen und horrenden Rechnungen zu bezahlen! Willkte du nicht auch schon wieder Wirtschaftsgeld haben?" fragt er seine Frau recht bissig. „Geld habe ich allerdings (eins mehr, die paar Mark, die du mir immer gibst, sind in einem solchen Haushalt schnell alle! Aber ich habe ia noch Vorräte zu Hause. Dann koche ich morgen mittag Erbsensuppe, am Abend backe ich Mehlpfannkuchen . . " — ,Hör' auf, hör' auf, fleischlose Kost kann ich schon beim Aufzählen nicht vertragen, hier hast du meinen letzten Zwanzigerl Aber sei sparsam damit!" — „Ich bin immer sparsam", wehrt Frau Mayer ein bißchen empört ab. „Wahrscheinlich aber nicht genug," trumpft Herr Mayer aus, „und das muh anders werden, sofort? Jede Anschaffung, jede Reparatur, alles was nicht unmittelbar zum Essen dient, will ich vorher mit» geteilt haben! Dann kann man sich erst mal überlegen, ob sich die betreffende Ausgabe nicht vermeiden läßt!" — „Mir soll's recht lein, dann kann ich dich wohl gleich über verschiedene Vorhaben in Kenntnis setzen?" — «Lawohl, das kannst du, also laß mal hören!" — „Deine braunen Stiefel müssen gesohlt und gefleckt werden." — „Ja, das mästen sie. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde Ich unsere Schuhe selbst besohlen, die Schusterrechnungen laufen auch immer stark in die Kreide!" — „Hans muh sich ein neues Buch anschaffen." — „Muß er es unbedingt haben?" — „Natürlich, ich sagte doch eben .muh'." — „Das soll er antiquarisch laufenr — „Es ist erst vorige Woche im Buchhandel erschienen." — „Dann — bann soll er sich's meinetwegen holen!" — „Die Gasrechnung ist gekommen." — „Zeig mal her, Donnerwetter, die wird ja jeden Monat höher, man meint, ihr kochtet für ein ganzes Regiment anstatt für sechs, sieben Personen!" — „An die viele Wäsche denkst du nicht und an die Bügelei!" — „Na ja, also bezahlt werden muß sie." — „Dann will ich den Installateur für morgen bestellen, die Campe über unferm Waschtisch geht nach dem Andrehen dauernd oon selbst aus und an." — „Das bringe i ch in Ordnung, soviel verstehe ich noch jederzeit davon! Was meinst du, was uns der Mann bann wieder ’ne Rechnung schickt, weil er ein paar Drähtchen in Ordnung brachte! Komm' mal gleich mit ins Schlafzimmer, das ist eine Augenblickssache! So, nun halte mal den Stuhl fest, du wirst sehen, ich brauche nur die Birne fest zu drehen." Bei seinen vergeblichen Bemühungen, an bie ziemlich hoch angebrachte Campe zu gelangen, verliert Herr Mayer etwas das Gleichgewicht unb tritt mal nur so nebenbei vom Holzrahmen aus das Geflecht, aber immerhin stark genug, um den schönen Sitz durckzutreten. Frau Mayer ist ärgerlich, aber sie beherrscht sich unb schweigt. „Schimpf' doch nicht gleich, das Geflecht war alt, es hätte ohne dies die nächsten Tage nicht überstanden!" räsoniert Herr Mayer. „Aber ich Hobe doch nicht ein Wort gesagt!" — „Das macht nichts, aber ich fühle genau, daß du innerlich über mich erbost bist!" — „Na, schön, ich unterdrücke meine Gefühle und freue mich, baß du jetzt den Stuhl machen läßt." Herr Mayer überhört geflissentlich bie letzten Worte seiner Gattin und geht an bie Türe: „Hans, Hansl Hole mir mal schnell bie Leiter oon der Mansarde!! Dies Flackern kann einen ganz nervös machen, wenn du mir bie Sache heute mittag erzählt.hättest, jo hätte ich sie bei Tageslicht in Dränung bringen können!" — „Ich habe es selbst erst vorhin aemerfl!" — „So, so! Also komm mal her, Hans, bu hälft bie Ceiter auf der einen unb Mutter auf der andern Seite." Bedächtig steigt Herr Mayer hinauf, muß aber bald seststellen, daß das Flackern nichts mit der Anbringung der Birne zu tun hat. ,Hch werde jetzt den Zuleitungsdraht und den Steckkontakt untersuchen", sagte er im Hinabsteigen. „Hans, trag die Ceiter fort und bring mir den Werkzeugkasten!" Und dann: „Else soll mir die Stehlampe herüberbringen!" Glücklicherweise hört Herr Mayer nicht, was sein Sprößling in seinen zukünftigen Bart brummt: ,Lu komisch, wenn der Vater ausnahmsweise zu Hause etwas schafft, wird die ganze Familie mitbeschäftigt!" Herr Meyer hantiert intensiv an dem Steckkontakt und hat endlich vollen Erfolg zu verzeichnen: Die ganze Wohnung liegt aus einen Schlag im Dunkeln. Aus den einzelnen Zimmern hört man Aufschreien und Rumoren, unmittelbar darauf aus dem Nachbarzimmer das Klirren von Porzellan unb bann entsetztes Weinen: Ciefel wollte zur Türe hinaus unb hatte, in ber Dunkelheit verängstigt, den neben ber Türe stehenden Blumentisch mit den schonen Zierblumentöpsen umgeworfen und schreit jetzt aus Angst vor Strafe unb aus Furcht vor ber Dunkelheit. Frau Mayer schluckt abermals mit Heldenmut ihren Aerger hinunter und tröstet ihre Jüngste, bie sich jetzt wie eine Klette an sie hängt. Eine Stearinkerze ist halb gefunden, aber Ersatz» ro fe Ä id)tanUd Gi (jfrt jipiebel11, wurzelt' y -Zag j V. -esells^ lung- 7/ toi des [antenioU - au; uns tzeschi Nix Ara gesehten * tot» Siu Hermann feuer* ein großer einen 6ub« hört ja rannten - Der am nächste 5 W, d° stM-D Dtrffltnll sich um erste 2.1 Geigerin Die Äün Hochschul sich dort sondern Mehrere Hörtel ei Otvtliurni in Berlin Same, bie yeniin i u. a. am Publilum davonget' Dirigenti Dettlänb! voll vei rassige- ungewöh Ichiedenst Migt. i Sonntag Londoner Die Degü Hoppe Partner, i Zusammen -Bö Land. Ü während! im Dienst« ölllletl Jnben u ioblenze enftes. 1 tt die Hel v'enft ein 'stützen büi luenwn g Mchen J Awgen Bi «schrieben, U Mnlc BteUuno n MVfc des j fe LL und Mi i 'en Qbt ^1l|f,, 'ich ^ssa^. ^o&ntß Mion s?SPt ■ >-SLrx ***, wrgens: t?~.k jhir g ui ^3lnö> MrlqfelÄ**: nnui Ä.WtQtut Ä ft’Ä ^WW. paren will' ZSSL 5'svL ML * MMI alle! 1 fault- Dann koche ich k> "Ni AbrnS bocke ich <'or' auf, fjör' qu7 Ä?U,^,n dicht *> Ivanzitzttt ■«*1 nninmtt |pi|i ein bihchen empört ab. . IW itumpft fjert 8 anders werden, Wort! iparatur, alles was nicht ent, will ich vorher mit. man sich erjt mal übet, oe tluegabe nicht oermel. lkcht lein, bann kann ich ier|d)iebene Vorhaben in vohl, das kannst bu, dI|ö k Faunen Stiefel miisien * - -5a. bas muffen fit. vürbe id) uniert Sdjube rechnungen laufen auch - .San» mu^ K em et es ^dedtn-t a^tbotheben ,muK.“ - taufend - „Es ist ech del er|d)ienen.* - „Dann netmegen holen!' - „Die len." - „Zeig mal her, i jeden Monal höher, men ganzes Negimenl anftall - „An bie viele Döste Bügele!!' - „üla ja, alfo ' - „Dann will ich den bestellen, die Larnoe über ich dem Andrehen Säuernd - „Das bringe Ich in ich noch jederzeit davant i der Mann bann wieder er ein paar Drähtchen in mal gleich mit ins Schlo * nblicksjache! Es, nun Halle irjt leben, ich brauche nur - Bei (einen vergeblichen ziemlich hoch angebrachte ert fierr Mayer etwas bat nal nur |o nebenbei °m flecht, aber i*J,nF Titz burchzutrelen. Fm er > beherrscht sich unb W N! «< “SS ■ W' -®n .»i'-.Das macht nM MnNch »'r ™« iS* ß gnbringunfl6er. L unb tchen. HUI1t) bring mit Seil« •>' , ’(ol wtr H (ein Sproß!"!» 'nnrd w feste s WW sicherungen sind keine ba ,Wir esien jetzt beim Kerzenschein unser Abendbrot," schlägt Frau Mayer ovr, „unb legen uns bann gleich schlafen." — „Unb wann schreibe ich meinen Auflatz ein, den ich morgen abgeben muß", jammerte (Elfe. „Unb wann soll ich Mathematik unb Latein busseln'?' brüllt Hans, mit nicht sehr respektierlichen Blick nach seinem Aater iehenb. „Es ist jetzt nicht» an der Sachlage zu ändern, Kinder" sagt Frau Mayer, „morgen srüh bestelle ich sofort den Installateur!" Herr Mayer wibersetzt sich nicht, sondern reibt sich mit liebevoller Ausdauer feinen Ellenbogen, den er sich eben in der Dunkelheit aanj gehörig gegen eine scharfe Schrankecke gestoßen hat. A. Gtctzener «ochcnmarttpreise. am g. Dezember 1026 (Händlerpreise). 88 kosteten auf dem hnitigen Dochenmarkt: Hutter. D'd. 1.70 biS IM Matte 3o bis 40. Ääfe 60 biS ILO. Wirsing 8 bis 10. Weißkraut 5 bis 8. Lotkraut 10 bis 12. gelbe Lüben 10, rote Lüben 10. Spinat 20 bis 33. ilntcr-Äobl- robi 5 bis 8. Grünkohl 20. Rosenkohl 40 biS 50. Feldsalat 83 biS 100, Tomaten 50 bis 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 80, Schwarz. Wurzeln 35 biS 60. Kartoffeln 6. Aepfel 15 bis 35. Limen 10 bi8 20. Dörrobst 30, Honig 50, junge Hahnen 1.00 bis 1.10, Gänse 93 bis 1.20, Hülfe 70 biS SO, Tier Stück 16 bis 19, Blumen, kohl 80 bis ILO. Endivien 8 bis 20, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40, Tauben 50 biS 70. Vornotizen. — Lageskalender für Donnerstag. Ktzadier-AoenO blinder Künstler: 8 Uhr, Reue Xula der Universität. — Desellschasts-Derein G. B. (Klub): 5.30 Hf>t nachm. Gartensaal des Gefellschafts Hauses, ordentliche Generakverlamm. lung. — Rutscher Sprachverein: 8.15 Uhr, Hör- kuil de« Geographischen Institutes (Brand- platz 411), Dort vag von Professor Dr. Goehe. — Ächtspielhaus Bahnhofstraße: ^Dariele". — Ästoria-Lichllpieke: .D^rs verschwundene Brillantenkollier". — Au » dem Stadttheaterbureau wirb un, geschrieben: Wegen Erkrankung von Fräulein Alix Krahmer muh am Sonntag statt bes an- gesetzten Lustsviels „Bettinas Verlobung" ein andere, Stück eingeschoben werden, unb zwar wirb Hermann Sudermanns Schauspiel „Johannis- feuer" zur Aufführung gelangen. Zweifellos sieht ein großer Teil des Publikums gern wieder einmal einen Sudermann, unb gerade „Johannisfeuer" gehört ja au den wirkungsvollsten Werken des be- kannten Dramatikers. — Der Konzertverein schreibt uns. das; am nächsten Do mag, 12. Dezrmber. nachmittags 5 Uhr, das 4. Konzert in der neuen Aula statt- findet. Wie aus Vrm im QI rge gmteU wiederholt veröffentlichten Programm ersichtlich, handelt eS sich um einen Solistenabend, der uns die erste D kanntscha't mit einer hm gen ungarischen Geigerin, Irl. Maria Linz vrrmitieln soll. Die Künstlerin hat unter Prof. Dr. Hubay auf der Hochschule für Musik In Budapest studiert unb sich dort nicht nut das Diplom als D i o l i n i st i n, sondern auch alS Komponistin erworben. Mehrere ihrer W.ncke sind z. B. bei Breitkopf & Härtel erschienen. 3m weiteren Berlauf ihres Studiums besuchte sie die Hochschule der Musik in Berlin und war bisher die erste und einzige •Same, die (unter Pros. Priiwer) alS Dir i - g c n 11 n ausgebildet wurde. OllS solche hat sie u. a. am 1. Juli in einem Berliner Konzert bei Publikum und Presse einen unbestrittenen Erfolg davongetragen. Auch in Paris ist sie kürzlich als Dirigentin auf getreten. Rach dem Urteil Sachverständiger vorfügt Irl. Liz über emen wundervoll weiä-en Strich, hoch entwickelte Technik und rassiges Temperament. Ihre trotz ihrer Jugend ungewöhnlichen Erfolge werden von den verschiedensten Berliner Pressestimmen einmütig bestätigt, DaS Mendelssohn-Konzert. daS sie am Sonntag zum besten gibt, ist neulich in einem Londoner Konzert von ihr dorgetragen worden. Die Begleitung am Flügel hat Herr Hermann Hopp« aus Berlin, ihr ständiger musikallscher Partner, Übernommen, so daß auch ein bewährtes Zusammenspiel in Aüss cht steht. — Dortraa Redelsperger: Besetztes Land. Man schreibt uns: Der Vortragende hat während des Ruhrkrieges und der Separatistenzeit im Dienste der französischen Abteilung der Inter- alliierten Rheinlandkommission gestanden unb war Redakteur an dem berüchtigten .Koblenzer Nachrichtenblatt" des französischen Presse- bienstes. Durch feine Erlebnisse in dieser Arbeit hat er die Uederzeugung gewonnen, bah er sich in ben Dienst einer Sache gestellt hatte, bie er nicht unter- stützen dürfe. Redelsperger hat daraus feine Konsequenzen gezogen und ist freiwillig aus dem französischen Dienst ausgeschieden. Er hat dann feinen großen Bekenntnisroman „Besetztes Land", aeschrieben, in dem er als Elsässer für bas Volkstum Der Rheinlanbe unb des Elsasses gegen Frankreich tztelluna nimmt unb zugleich den Entwicklung,- Srozeß bes jungen Elsasses zum entschlossenen in treten für Heimat unb Dolksrecht schildert. Eduard Redelsperger wird am morgigen Freitag, 10. Dezember, um 8- Uhr abends, im groben Hörsaal der Universität forschen. Die Ortsgruppe Giehen des Vereins für das Deutschtum im Ausland uNd die Ortsgruppe Gießen des Hilfsbundes der vertriebenen Elsaß-Lothringer haben in unserem gestrigen Blatte zu diesem Vortrag ein. — Bortcaa Im DeulscyenBeamten- bunb. Durch bas Orrskartell des Deutschem Beamtcnbundes findet morflzr. abend im Unirrcsi- tätSgebäude, Ludwigstrahe Hörsaal 54. ein Dortrag statt. Pcwatdozcnt Dr. Heiland vrn ter hicligen Universität spricht über .Drundzüac des Beamtenrechts" und den E.rtwurf zu eine. Reichs- dienststrasordnung. Räheres in der heutigen An- zeige. — Gewerbeverein Giehen. Morgen. Freitag, abend findet im Gewrrbehaus eine Mitgliederversammlung mit wicht g?r Tag ^ordnung statt. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich •• Gine Sitzung der Stadtverordneten findet in der nächsten Dochr, vvraus- sichtlich am Donnerstag statt. Der Brratungs- .Dpellezettel" dürfte recht länglich auSfallen, da bekanntlich daS Stadtparlament feit längerer Zeit nicht mehr zu einer Sitzung versammelt war. •• Personalien. Der Präsident bcÄ Oberlandesgerichts zu Darmstadt Dr. Ludwig Lang tritt auf Grund des Altersgrenzcgrfetzes am 1. Februar n. 38. In den Ruhestand. — Mit Wirkung vom 1. April n. 3s. scheidet der Gerichtsvollzieher beim Amtsgericht Scholten Karl Robert Martin Koch aus Rachfuchen auS dem Dienst. " Ein Achtzigjähriger. Herr L Levy, der saft 33 3ahrr als Lehrer an der Dorschule des hiesigen Gymnasium- gctmrft hat. begeht am 13. 5. M t s. in voller körperlicher und geistiger Fr.sch- im Kreise seiner Kinder, Snkel unb Urenkel den 8 0. Geburtstag. Biele Giebener Werden sich des freundlichen Herrn, bei dem sie den ersten Schulunterricht erhalten haben, gerne erinnern und ihm auch weiterhin ein liebevolles Andenken bewahren. Levy, ein LehrerSsohn, ist am 13. Dezember 1346 in Heubach. Kreis Schlüchtern, geboren. Er besuch!« die Realschule zu Fulda, die Präparanden- anstalt zu Zell bei Würzburg und daS Lehrerseminar in Würzburg. Rach bestandmrr Prüfung tarn er nach Bad Orb und nach eing?n Sagten ar. die Öffentliche israelitische Bollsschule zu A igen- rod, Kreis Alsfeld. Während seiner neunjährigen Tätigkeit an diesem Orte hatte er schwere Kämpfe zu bestehen, die erst durch seine Berufung an das Siebener Gh.nnafium chr Snde fanden. Diese Anstalt stand damals unter der Leitung des Geh. Schulrats Prof. Dr. Schiller, der Levys Tätigktrt stets zu schätzen mußte. Ausgezeichnet durch eine seltene Pflichttreue unb Arbettssre-Vigke 1. hat Levy all seine Kräfte in den Dienst der Schule gestellt. Wiederholt vom Landes'ürsten a rckg zeichnet, trat Stbb a n 1. Dezember 1917, alS er 50 Dienstjahre hinter sich hatte, in den wohlverdienten Ruhestand. Seit bkfet Zeit lebt er in Hamburg. DiSmarck- straste 135, bei seinen Kindern. Mochten dem verdienstvollen, bescheidenen Manne noch viele Feierjahre voll ungetrübter Gesundh.it be- schieden sein. " Der Um - unb Ausbau des Tor- hauseS am SelterSweg ist jetzt soweit gediehen, daß die Uebsrgabe an den Berkehrs- verein bzw. den Leschalleverein in etwa acht Tagen erfolgen kann. Bekanntlich erhält der DerkehrSvercin die beiden rechts deS Hausflurs gelegenen Räume zur Errichtung f inrr Gefchäfts- stelle, während der Lefehall?vercin die auf der linken Seite befindlichen Räume zur Wiedereröffnung der Lefehall: bekommt. Gleichfalls in acht biS zehn Tagen wird auch die neue Dr- dürfnisanstalt, die unter dem Selterstorhaus in einwandfreiester Weise erbaut wurde, der Oefsentlichkeit zur Bersügung gestellt werden. Durch dies: Arbeiten unseres StrdtbauamteS erfahren einige recht dringende Wünsche der Bürgerschaft bcidefchenbe Erfüllung. ** D ie Lotwohnungen bei der Margarethenhütte. Bon den auS (6if.n- bahnwagrn auf den Gelände der Margarethen- Hütte errichteten Lotwohaungen sind bis jetzt zehn bezogen. Ein weiterer Block steht kur; vor der Bollendung und kann dann auch sofort belegt werden. Die Schaffung eines dritten Blockes ist ebenfalls schon in ANgri s genommen. Insgesamt sollen bekanntlich rund 30 solcher Lotwohnungen dort oben erstehen. •• Die Viehzählung in Giehen am 1. Dezember ds. Zs. hat folgende Feststellung ergeben: Vorhanden waren 449 Pferde (am 1. Dezember v. Zs. 405), Rindvieh 228 (245), Schafe 15 (13), Schweine 705 (524), Ziegen 366 (406), Federvieh 8895 (8941). Kaninchen und Bienenvölker find bei der diesjährigen Zählung nicht m t berücksichtigt worden. ** Ein 6egelf luggeug ber Gießener M a l ch inenbauschule. Wie wir erfahren, hat bie ylicgergruppe unserer Majchinenbauj le bank ber tatkräsügen Unterstützung einiger hiesiger Firmen unb Privatpersonen ihr erstes Segelflugzeug fomeit sertiggestellt, baß In ben nächsten Tagen mit kleineren „Sprüngen" begonnen werben kann. Das nach ber Segelfliegerschule Rositten beorberte Gruppen- mitglieb Ludwig chenh von hier ist vor einigen Tagen mit gut bestandener ^-Prüfung zurückgekehrt. Eine günstige Gelegenhell, bas ausmontierte Flugzeug zu besichtigen, bietet sich am kommenden Sonntagvormittag im Hofe ber Gewerbeschule. •• 61 n neues Ätaf tflelltoc tf. 3m Güterbahnhof Gießen ist man z»O. mU dem Dau eines größeren Kraftstellwerk.s beschädigt, das demnächst in Betrieb genommen werden soll. Durch üick» elektrische Steilwcr! werden zwei bi'her mit Handbetrieb verf.hTne Stellwerke in eines ücrclrTgi. was sür die Sif:nbabnv:rMal. tung eine nicht unbedeutende Kvsteneripckrnis bebrütet. Wopfrn. ol?tte 3uct>n*)u/ht> § >n.A ö. Hackrrbi-du TUiinC^rtv 8 •X : Au# dee eorrQftidi. Beekapperet „Küchenwunder“ So könnten Sie ausrufen, wenn Sie Ihren erstaunten Lieben eine der vielen Torten anbieten, die Sie ohne große Mühe und sehr preiswert nach den sorgfältig auSprobierlen Oetker-Rezepten hergestellt haben. Eine glänzende Auswahl vieler gänzlich neuer Rezepte für Kuchen, Torten und Kleingebäcke aller Art ist in dem neu erschienenen Oetker-Rezeptbucht Ausgabe F enthalten, das zum Preise von 15 Pfennig in allen einschlägigen Geschäften zu haben ist. Sie erhalten das Buch, wenn nicht vorrätig, auch gegen Einsendung von Marken von k Dr. A. 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Dezember 1926, nachm. 4 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. 10136D Italien! § ANllMIM werd iachgemäk il preiswert gestimmt u revar S.NrNLiL (Ble&eOioifitLli Lelevdon 2403. AnkaelflbT.ftlQa u. Harmoniums Allen, von welchen wir uns bei unserem Weggang nach Obbornhofen nicht persönlich verabschieden konnten, sagen wir auf diesem Wege ein herzliches Lebewohl! A. Stamm und Frau Gießen, 7. Dezember 1926 Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben teuren Entschlafenen Philipp. Hofmann sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank» Die trauernden Hinterbliebenen: Elise Hofmann geb. Gerhard und Kinder. Mag, Den 10. Deiemöet 1926, aaMiiiW 2 not versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, zwangsweise gegen Barzahlung: iobsd 1 Sola, 2 Schreibtische, 1 Waschtisch, 1 Schrank, 1 Schreibmaschine, 1 Schwer- stange aus Stahl, 4 Chaiselongues. Hebbel Gerichtsvollzieher in (Sieben Dammstrabe 24 I. Telephon 239. Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht die Kameraden von dem Ableben unseres lieben Kameraden Heinrich Ludwig Morler in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Freitag, den 10. 12. 26, statt Zusammenkunft 2V« Uhr an der Kapelle des Neuen Friedhofs Da« Kommando. C. Wenzel. Fr. Wenzel 4 Römer 14, 7—8. Aus kurzem Ruhestand nach einem arbeitsreichen Leben selbstloser Pflichterfüllung rief heute abend Gott der Herr seinen treuen Diener am Wort, meinen geliebten Mann und unseren treusorgenden Vater, den Pfarrer i. R. Carl Roth im 7L Lebensjahre zu sich in die ewige Heimat In tiefer Trauer; Emilie Roth geb. Schneider Studienrat Th. Roth nnd Familie, Rostock Stndienrat W. Roth, Dortmund Pol.-Med.-Rat Dr. A. Roth nnd Frau. Brandenburg Apotheker A. Roth und Frau, Altenkirchen Landw.-Aas. Dr. I!. Roth und Frau, Groß-Umstadt. Marienschloß-Rockenberg (Oberhessen), den 7. Dezember 1926. Trauerfeier Freitag, 10. d. M, 12 Uhr, in der Kirche zu Rockenberg. Beerdigung 2.15 Uhr in Butzbach vom Portal des Friedhofes aus. Von Beileidsbesuchen wolle'man bitte absehen. 10147D Fr. Levermann Gießen, Seltersweg 81 Bielefelder Herrenwäsche Sonder-Angebote Verein Rudersport Gießen 1913 e. V. Monais- versammlung CamStag, I l.Tcz.. 9 Uhr, im Bootsbaus. T.-O.: 1. Eingänge, 2 Weibnachisieier, 3. Verschiedenes. ZabUetchenBesuch erwariel 10130c der Vorstand. Sog tata, WofienoeOtn flnoulltten, Hianilflren GierttlifljefioDf- n. eefHöis- tnnffnge Büöioim-BetiflBöiung Buölfopfföneifien empfiehtt ioi50v Hans Götz Damen-onö öenenfrlfeurgefdjöfi 1 Asterroeg 1 Haltestelle der Sttatzenbahn. I Vsi-eins^ Dfonmer BeamteM onswnell (Sieben. Morgen Alreitag. den 10. Dezember, abcndS 8.15 Ubr viinktl, UuivcrsitätSNula, Hörsaal 54: Bomw des Herrn Privat- Toz. Dr. Heiland: Srundzüge des veamtenrechts, Entwurf zu einer Reichrdtenststraft ordnuny. Fortsetzung: Freitag, den 17. Dezember ds. IS. iZeik und Cvt wie Metze Leo Leu Tiut bk 5 p'ty dor l°Wn ii f LciÄi ® K-stsM ‘‘ft- 2ßxt geschienen, dtofl so g( «couve (| Lenz.) Auf 6( ötfid dur, sichet ii PM Der Le‘" Dor von { W, öa| $ auch t Ä" Kn,- wir Z'Mr in * lagen ! ■ 'st st« ru eS 'S,6""*'! ***»«, u 3 Kompl. Betten mit Federzeug, ein DerliKo, 3 Kommoden, 1 Ausziehtisch, mehrere kleine Tische, 1 Sofa, 1 Spiegel, 1 Jimmerofen, 3 Kleiderschränke, 1 Sessel, 1 Regulator, zwei Nachtschränke, Bücherregale, zwei Waschtische, I Küchenschrank, mehrere Zier tische, 1 Gasherd, mehrere Stühle u. noch viele andere Hausund Gebrauchsgegenstände. Versteigerung gestimmt. Ludwig Hortmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 Telephon 1414. gs Sülle eI, Ä4» 0=11 wtcrnäw teerte M eu (i (6 e r i oicle 46 iahen, ^fsen einz tab tit- yuhiin^- in U ;wuätDiniw »d «* »rüen® rotten. ® lördr M "Seanr an gleiche lellt groh Aihn, Pe»! milfintg. 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Der a£6 Einlage zum Reichsarbeitsblatte llr. 45 foeben veröffentlichte Entwurf eines Ar- oeitSschutzgeseheS bringt keine besonderen Lieber'- raschungen, sondern entspricht dem. waS aus idrund der Dorverhairdlungen und Dorentwürie rrtoartet werden konnte. Trotzdem wird er eine Sülle von Erörterungen wachrufen und bedarf nngehenden Studiums durch alle Beteiligten. Denn er ist ein recht kompliziertes und nicht leicht verständliches Werk. DaS ist der erste un- erfreuliche Eindruck deS Entwurfes. So wertvoll es ist, daß nunmehr die in der Gewerbe- ocdnung verstreuten Borschristen mit fünf Ver- rrdnungen über Arbeitszeit und dem Kinder- schuhgesetze zusammengefaßt urrd zugleich mit dem internationalen Abkommen in Einklang gebracht werden sollen, fo bedauerlich bleibt doch, dah nicht eine einfachere und einheitlichere Form dafür gefunden werden konnte. Der Entwurf hat 60 Paragraphen, von denen viele 4 bis 5 Absätze oder 6 biS 7 Ziffern haben, so dah ein umfangreiches Gesetz vorliegt, dessen einzelne Bestimmungen sich so verflechten, tab dre Beteiligten nur auf Grund längeren Ltubiunrs an Hand von Erläuterungen sich durchwinden werden. Dabei ist keine Rechtseinheit erreiche Die besondere Verordnung über die Arbeitszeit in Krankenpflegcanstalten bleibt bestehen Land- und Forstwirtschaft, Tierzucht. Fischerei und Hauswirtschaft sind ganz ausgenommen. Dee- und Binnenschiffahrt, Näherei und Luftfahrt werden nur einem einzigen Paragraphen unterworfen. Die Beamten sind völlig ausgenommen: und die Vorschrift, dah -von der Be- Hörde bik Arbeitszeit und andere Bedingungen der Beamten auf die Arbeiter und Angestellten m gleichen Betriebe übertragen werden können, stellt grohe Gruppen von Arbeitnehmern (Eisenbahn, Post usw.) unter die Willkür der Der» lvaftung. DaS Gesetz ist auch mit seinen 60 Paragraphen nicht etwa vollständig. Das kann es nutzt sein. Reichsarbeitsminister. Landesbehörden und örtliche ArbeitSaufsichtSämter haben weitgehende Befugnisse zu ergänzenden und vollziehenden Anordnungen sowie zur Bewilligung von Ausnahmen. Die Selbstverwaltung ist hier nicht fruchtbar gemacht worden Der Gedanke, hier den BezirkswirtschaftSräten und dem Reichs- wirtschaftSrat ein Feld praktischer Betätigung zu eröffnen ist nicht verwirklicht worden Einen kleinen Ersatz dafür bietet die starke Bezugnahme auf Tarifverträge. Aber auch diese wirb die Gewerkschaften wenig befriedigen Denn da die öffentlich-rechtlichen mit Strafdrohung verschärften Vorschriften deS Gesetzes nur die Mindest bedingungen zugunsten der Arbeitnehmer, insbesondere das H ö ch st m a h der Zulässigen Beschäftigung aussprechen, jo steht einer Verbesserung dieser Bedingungen. .nSbesondere einer Verkürzung der Arbeitszeit durch Vertrag nichts im Wege. llnb die besondere Ermächtigung zu Abweichungen vom Gesetze durch Tarifvertrag ist eine Ermächtigung zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, i nSbesondere zu stärkerer Ausnutzung der Arbeitskraft. Lind eine solche prinzipiell durchaus richtige und wertvolle Befugnis des Tarifvertrages zur Lockerung staatlichen Zwanges hat sozialpolitischen Wert nur, wenn dadurch die Befugnis anderer Stellen zu gleichem Vorgehen ausgeschaltet wird. Das ist im Entwürfe nur zu geringem Teile der Fall. Deswegen werden die Gewerkschaften an der Erweiterung ihrer Kompetenz nur gemischte Freude empfinden. Dec Abschnitt „B e t r i e b s g e f a h r e n" wiederholt im wesentlichen die geltenden Bestimmungen der Gewerbeordnung. Die Zusammenfassung macht aber besonders deutlich, wie scharf die 'Behörden vorgehen können, um nicht nur ganze Gewerbezweige, sondern auch einzelne Unternehmer zur Durchführung von Detriebseinrich- lungen im Interesse • der Gesundheit und Sittlichkeit der Arbeiter zu zwingen. Schließung des Betriebes oder zwangsweise Durchführung auf Kosten des Inhabers sind die letzten Mittel. Reu und bedeutsam ist, daß Anordnungen erlassen werden können, wonach Maschinen- und Betriebseinrichtungen von den Herstellern nur mit bestimmten Schutzvorrichtungen auf den Markt gebracht werden dürfen. Der umfangreichste und meist umstrittene Abschnitt ist der'dritte, über Arbeitszeit. Er stellt den Grundsatz des 8-Stundentages oder der 48 ■» Stundenwoche fest und läßt eine weitgehende Aenderung der Arbeitszeit zu, so- In Spaa. Don Rolf Brandt*). Aus diesem armen Deutschland, in dem die Revolution überall aus einer dunklen Asche von Hoffnungen hervorichlug, aus einem Land, das dabei war. sich selbst zu entwaffnen und Millionen und Abermillionen von Gewehren und Hand- granuten aus der Bevölkerung zu ziehen, kam ich zu der ersten nach Versailles solgenden großen Konserenz, zu der Konferenz zwischen Frankreich. England, Stallen, Belgien und Deutschland in Spa. Zum ersten Male kam man wieder hinein in die bunte Welt der anderen: Welt, von der man fast nichts mehr verstand. Sobald ich in das schöne Kurhaus von Spa kam, das als Presfehcim eingerichtet war. merkte ich. dah man um diese Zett, Juli 1920, als »er noch eine Sehenswürdigkeit bedeutete. bstand von allen anderen war fast jede Minute mit den Händen zu greifen. Es konnte ja auch keineswegs meine Absicht sein, ihn zu verändern. Rur ein paar englische Kollegen, die ich noch aus der Zett vor dem Kriege kannte, traten auf mich zu. und einer von ihnen erklärte, der Krieg sei jetzt zu Ende, man habe beiderseits gehaßt und beiderseits harte Worte ge- braucht. Jetzt sei Friede. Da war eine Basis, auf der man menschlich stehen konnte. Ich habe darum mit den englischen und amerikanischen Kollegen manche Stunde verbracht und sah in diesen Iulttagen zum ersten Male nach sechs Jahren hinein in die Welt der andern. Wie sie dachten, wie sie lebten, woran sie glaubten und was sie fürchteten. Keiner von all den angelsächsischen Kollegen konnte verstehen, daß wir den Frieden von Versailles unterzeichnet hatten- Bei den Engländern war schon deutlich die Distanz zu den Franzosen zu merfen. Man liebte sich schon um diese Zeit nicht mehr. Die Belgier waren von infernalischem Haß, unb cS gibt die berüchtigte Episode von dem Tage, da das Abstimmungsergebnis von Ost- prcuhen bekannt wurde. Da saßen ein paar deutsche Herren zusammen und tranken ein Glas Bier. Auch der frühere Kolonialminister Wernburg war unter ihnen. Vielleicht hatten sie ein Wort deutsch zu laut gesprochen. Jedenfalls war plötzlich große Erregung in der Bevölkerung. Als der Vertreter des Wolsfschcn Telegraphen- bureaus. ein ganz außerordentlich friedfertiger und gutmütiger Kollege, irachdem er seinen Dienst getan hatte, zu dem kleinen ^okal ging, in dem •) Aus dem interessanten Srinnerungsbuch des bekannten Kriegsberichterstatters »So sieht die Weltgeschichte aus ..(Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 36). daß auch die Zusammeadrängung auf 5 Wochentage möglich ist. Bei ununterbrochener Arbeit darf die Wochenleistung einschließlich Sonntagsdienst 56 Stunden betragen. Besteht die Dienstleistung vorwiegend in Arbeitsbereitschaft. so darf die Beschäftigung 12 Stunden täglich dauern. Mehrarbeit ist bis zu 2 Stunden täglich und 60 Stunden im Kalenderjahre ohne weiteres zulässig. Durch Tarifvertrag oder mangels tariflicher Regelung durch das Aufsichtsamt kann Mehrarbeit bis zu 240 Stunden im Jahre zugelassen werden. Wettere Ausnahmen gelten für „außergewöhnliche Fälle' und für bestimmte Angestellte oder Betriebe. Ganz ausgenommen ist die Tätigkeit im Bergbau unter Sage und in sc^enannten Familien betrieben, bei denen aber nicht mehr als drei nicht verwandle Personen zum Haushalte gehören dürfen. Auch wissenschaftliche, künstlerische, erzieherische Tätigkeit ist ausgenommen. Mehrarbeit muß mit einem „angemessenen" Zuschläge entlohnt werden, der vom Gesetz vorgesehene Satz von 25 .Prozent kann durch Vereinbarung beliebig vermindert werden, lieber die Frage, ob Arbeitnehmer verpflichtet sind, lleberstunden zu leisten, wenn sie traft Gesetzes, kraft Tarifvertrages ober traft behördlicher Genehmigung zulässig sind, schweigt das Gesetz sich aus. Damit entsteht eine llnklarheit, die unbedingt beseitigt werden muß. Denn die noch geltende Arbeitszeit-Verordnung von 1923 ist von der Regierung und von manchen Gerichten dahin ausgelegt worden, als würde damit in die Arbei'sverträne eingegriffen und den Arbeiter spar abends sein Rachtmahl zu nehmen pflegte, trat ihm ein belgischer Rittmeister entgegen und schlug ihm mit der Reitpeitsche ins Gesicht Es erfolgte nach langem Hin und Her eine kaum das Maß der Höflichkeit ballende Entschuldigung der belgischen Regierung. Dabei war der Kollege als Vertreter des offiziellen deutschen Depeschenbureaus Mitglied der deutschen Delegation. Inzwischen — die Jahre sind vergangen — hat der Rtttmeister. wie ich ganz zusallig «fuhr, eine ganz bevorzugte Karriere gemacht ... Persönlich merkte ich damals von dem Vorfall erst etwas, als mich englische Kollegen baten, nad) dem Kursaal zu kommen, wohin man den Verletzten gebracht hatte. Ich hatte an dem Abend an einem Tisch gesessen, an dem englixhe Herren mit ihren Frauen saßen: in einem Lokal, in oem auch getanzt wurde. Ich wollte selbstverständlich nicht tanzen, nicht tanzen in Spa. nicht tanzen als Deutscher. Plötzlich hörte ich — und die anderen Gäste am Tisch natürlich auch - von den Rebeittifchen das Wort „hoch e" durch den Saal tönen. In diesem Augenblick setzte die Musik ein. Da sagte eine der jungen englischen Frauen zu mir und sah mich fest und freundlich an: .,W ollen w i r tanzen?" Ich zögerte, wollte eben eine De- merkung machen, da ftanb die Lady schon und sagte: »Ich denke, wir tanzen jetzt ganz bestimm t!" Ich tanzte den langen Tanz zu Ende, denn sie tvollte nicht aufhören. Ein englischer Offizier in voller -Uniform kam in den Saal, fetzte sich an unseren Tisch und blickte die Reihen der anberen Tische ruhig und mit sehr hartem Blicke an. Als ich den Tanz beendet hatte, sagte die zweite Dame am Tisch: „Der nächste Tanz ist für S i e reserviert. Herr Brandt". Aber da kamen schon andere englische Herren imb erzählten, was inzwischen geschehen fei. Dor dem Kursaal tobte belgischer Mob. Französische und belgische Journalisten beteiligten sich als Hetzer. Da krempelte ein bekannter amerikanischer Pressemann die Aermel hoch und sagte zu mir — und im gleichen Augenblick war ich auch schon wieder von ©nglänbern umgeben —: „Wenn hier gedopt wird, boxe ich mit, aber hinein in die Gesichter dies« belgischen Viech« I". So können Engländer sein. D« Tanz war vielleicht heldenmütiger als die freundlich an- gebotene Hilfe des Armes und der Fäuste. Es ist so merkwürdig. Man versteht so wenig von. einanber. Die jungen Damen hatten sicher nichts anderes getan als gehandelt, wie es ihnen der Instinkt ihr« Rasse vorschrieb. Ab« wie ausgeprägt die Intuition dieses Handelns ist, bleibt mir doch unvergeßlich. ... nehmem eine Pflicht zu Mehrleistungen auferlegt, die ihrem Anstellungsvertrage widerspricht, und der erste Entwurf des Reichsarbeits- Ministers enthielt rine ausdrückliche Verpflichtung zu lleberstunden. In dieser Frage muß Klarheit fein, wenn das Gesetz nicht von vornherein zum Zankapfel in der Wirtschaft w«den soll. Der erhöhte Schuy für weibliche und jugendliche Arbeitnehmer erfährt eige doppelte Verbesserung, indem der Begriff der Jugendlichen von Personen unter 16 Jahren auf solche unter 18 Jahren ausgedehnt und der bisherige Unterschied zwischen Arbeitern und Angestellten beseitigt wird. W«tvoll ist auch der verbess«te Mutterschutz. Das Recht der Mutter, 6 Wochen vor und 12 Wochen nach der Riederkunft die vertragliche Arbeitsleistung zu verweigern, erhält erst jetzt ihren Wert durch die Vorschrift, daß ihnen in dieser Zeit trotzdem nicht gekündigt werden darf. Die Sonntagsruhe toicb als Grundsatz sestgehalten, ab« mit so vielen Ausnahmen durchbrochen, dah im ganzen keine Verbesserung im Sinne der Arbeitnehmer eintritf. Das gilt namentlich vom Handelsgewerbe für offene Derkauf st e l l e n, wo für Bedürfnisgewerbe und für Orte unter 5000 Einwohnern dauernd und in übrigen an sechs Sonntagen im Jahre, an bestimmten Orten auch häufig«, zwei- bis sechsstündige Arbeit zugelassen werden kann. Reu ist die Regelung der Erfayruhrzeiten bei Sonn- tagSbienft, die den Arbeitnehmern mit regelmäßig« Sonntagsarbeit einen anderen Ruhetag Gießener Stadttheater. Leo Lenz (nach Lcribe): „Leonie." Rur die Lumpe sind bescheiden: Lustspiel (nach Scribe) von Leo Lenz. Wir wissen nicht und können es heute kaum noch nachprüfen, wieweit Scribes Mitarbeiter Lecouve an dem fünfaktigen Lustspiel „Zeenhände" geistig beteiligt gewesen ist. Aber es hätte uns ein wenig angemessener geschienen, trenn man die ganze Angelegenheit etwa so getauft hätte. Lustspiel von Scribe und Lecouve (bearbeitet für die Gegenwart von Leo Lenz.) Auf Scribe — so scheint uns — ist bei diesem iStüd durchaus der Hauptton zu legen, und es ist sicher nur ein Keiner Zufall, wenn einem boshafte Verse von Heine dabei einfallen.....Es ;ft ein großes Zaubertzück voll Teusclslust und Liebe, von Meherbeer ist die Musik, der schlechte Tert von Scribe." Es tut nichts (ober wenig) zur Sache, daß es hier sowohl ohne den Beelzebub, als auch ohne Meherbeer und überhaupt ohne Musik abgeht. Ein Zauberstück ist es jedenfalls. Und der Text ist von Scribe. lind zwar im Guten, wie im Bösen. Don ..schlechtem Text" zu sprechen, konnte Heine sich leisten: wir haben uns gewöhnen müssen, vorsichtiger in unseren Urteilen zu fein. Wir können ruhig sagen: der größere Teil des Textes ist gut ist stellenweise ausgezeichnet. Es ist sogar zu erwägen, wieoiele von unseren jungen Dramatikern so geschmeidig, elegant und wirksam bie Kunst des „Stückeschreibens" beherrschen und im Blut haben, wie dieser („waltete" und fast berüchtigte) Franzose. Wie viele dies ganz sichere Gefühl für die Erfordernisse. Möglichkeiten, Wirkungen des TheatersI Wieviele auch nur diese halb unbekümmerte, halb raffinierte Technik, baS Handwerkliche dabei, die Mache, die — mit einem Wort der französischen Dramaturgie — große mise en scene! Dies alles aber brachte d« Abend erfreulicher und sehr lehrreicher Weise ans Licht, unb dies alles geht durchaus' auf das Konto von Scribe. (Und Lecouv6: aber Scribe konnte es auch allein.) Womit mcht verschwiegen fein soll, daß vieles in dieser ausgesprochenen Formtalentiert- heit uns heute gar nicht mehr schmeckt unb wirklich veraltet ist. Auch das ist in Lenzens •Bearbeitung noch deutlich zu spüren. Z. D. die sehr umständliche unb weitschweifige Exposition, die wir heute längst überwunden haben — follten. Ob« die Mache im Übeln Sinn. Mit andern Worteii: die gänzliche Sorglosigkeit in der Wahl der Mittel, die Gleichgültigkeit gegen die lieberlegimg von Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten, auf die wir immerhin auch im Lustspiel Derr legen, ob« doch nicht ganz ver- zichten tooHcn. Es ist stellenweise geradezu üb«- wältigend, wie das Ganze ineinairdervaßt. Wiedas klappt, wie das fimftiomert, wie alles am Schnürchen geht, als ob es bie natürlichste Sache von d« Welt' wäre. Mit Heines Worten: es ist ein großes Zauberstück. Ein ganz erstaunlich wirksames. , Hm endlich auf Lenz zu kommen: er hat das Ganze aufgebügelt, hat es auf neu frisiert, geglättet, sprachlich uns angepaht. aktuell oct- ziert. Er hat sogar die beiden ersten Akte ber Franzosen zusammengezogen: ihr Personal stellt ihm gegebene Größen bar, nur die Ramen werden verändert. Dazu kommt: b« Blick für eine gewisse Zeitgemäßheit b« allen Fabel und für die Effekte jenes alten Lustspiels, das übrigens einen merklichen Einschlag ins Familienrührstück mit gutem Ausgang hat. Daß eine uradlige Familie in Finanzschw'.e- rigkeiten kommt unb genötigt wird, in irgendeiner — möglichst standesgemäßen — Form sich zu rangieren unb im bürgerlichen, geldverdienen- ben Leben irgendwie Fuß zu fassen v«suchen mutz, ist heute natürlich ebensowenig ungewöhnlich. wie nach der französischen Revolution, iln» gewöhnlich ist höchstens, daß eine arme, nur geduldete Verwandte aus dem Familienkreis hinausgeekelt wird, sich auf eigene Füße stellt, Glück hat, eine große Modekönigin und Be- sih«in eines berühmten Modesalons wird. Diel berühmter, als die aristokratische Familie, die zwar die Rase über die „Schneiderin" rümpft, der eS aber deswegen geschäftlich nicht besser geht: ganz im Gegenteil. Schadet aber nichts: die Verstoßene, nunmehr Besitzerin des «sten Schneid«ateliers „Leonie", ist eine Modekönigin mit gutem Herzen, lScribe sagte: mit Feenhänden.) Und siehe da: „Leonie", der Engel, rettet die sehr bedrängten Verwandten aus geldlichen Röten, ja vor peinlichst« Berührung mit dem Staatsanwalt, stiftet eine Verlobung und bekommt selbst zum Lohn — dies ist wahrhaftig nicht mehr als billig — den heimlich geliebten, von grundloser Eifersucht herrlich geheilten Sohn des Hauses zum Mann. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Mit einem Wort und abermals: ein großes Zauber - stück, bei dem man nur bedauert, daß es nicht noch mit ein« dritten Verlobung aufwartet: die Marquise von Marnier und b« Herzog von Gramont waren noch frei unb hätten ein vortreffliches Paar gegeben. Die Regie hcttte Dolck. Es wurde sehr hübsch gespielt. Gute Konversation: elegante Toiletten: großzügige Aufmachung: Tempo. lRur kam an zwei Aktschlüssen d« Vorhang zu spät.) Der Spiellett« hatte auch durchaus das richtige Gefühl für bie „großen Szenen", für bie theatralischen ®ebärben des Stückes, für bie Trümpfe, die effektvoll auf den Tisch des Hause« geworfen Donnerstag, 9. Dezemder (926 in der Woche siche«. Der Ladenschluß dauert regelmäßig von 2 bis 7 Uhr. Er kann durch behördliche Genehmigung verkürzt w«den entwed« auf 8 Uhr abends ob« 5 Uhr morgens, imb auch mit Zustimmung von zwei Dritteln der Gewerbetreibenden verlängert auf 6 Uhr abends. Aehnlichc Vorschriften gelten für das Friseurgewerbe, Apotheken bleiben den bisherigen Bestimmungen unterstellt. Die Durchführung des Gesetzes wird durch befonberc Arbeitsaufsichtsämter uber- wacht. die eine Erweiterung der bestehenden Gc- Werbeaufsichtsämter bedeuten. In den Schlutz- beftimmungen ist ausdrücklich die Anhörung von wirtschaftlichen Verbänden ober Fachverbän- ben der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor Erlaß von allgemeinen Verordnung, n vorgeschrieben. Interessant ist auch die Vorschrift, daß die Zulassung behördlicher Ausnahmen von d« Erfüllung bestimmt« Bedingungen zum Schutz« der Arbeitnehmer abhängig gemacht w«den können, doch dürfen diese Bedingungen nicht .auf dem Gebiete d.'r Entlohnung" liegen. Wichtig ist schließlich noch bie Bestimmmrg. dah _im Falle eines Krieges ober anderer Ereignisse, welche die Landessicherheit gefährden", die sämtlichen Vorschriften desArbeitsschuhgesetzeS durch Verordnung ber Reichsregierung ganz ob« teilweise außer Kraft gesetzt werden tonnen. Da ausdrücklich auch fchw«e Wirtschaftskrisen als Gefährdung der Lanbessicherheil genannt sind, so wirb damit der Reichsregierung eine Vollmacht erteilt, bie weit über das heute oder vor dem Kriege gellende Recht hinauSgeht. Dieser § 57 wird sicher heiß umlämpst w«den. Er ist in gewissem Sinne die Angel des Gesetzes. Denn, wenn er bestehen bleibt, so ist bei ber zu erwarteichen Dauerkrise unser« Wirtschaft, der ganze Arbeitsschutz abhängig von ber Reicks regierung, das heißt von der politischen Zusammensetzung des Reichstages und von dem Einfluß, den die Wirtschaftsgruppen auf die Re- gierung ausüben. Bei Ausbruch des Weltkrieges unb in ber Währungskrise hat der Reichstag Zett genug gehabt, um bas Gesetz den Zeitumstän- ben entsprechend zu ändern, bzw. der Reichsregierung eine entsprechende vorübergehende Ermächtigung zu erteilen. Es ist nicht recht ein^u-' sehen, warum das künftig nicht ebenfo gut mög? lich sein unb warum bas Parlament sich selbst dauernd von d« Entscheidung einer so wichtigen Frage ausschalten soll. Die Finanzkontrolle. Der Generalagent Parker Gilbert hat deil ausführlichen Bericht für das zweite Dawes- jahr veröffentlicht. Es wäre gut. wenn dieser Bericht in allen Teilen die Aufmerksamkeit tin- bet. die er verdient. Denn dies« Bericht zeigt, daß die Finanzkontrolle in einer Weise sich aus- zuwirken beginnt, die schärfste Bedenken erregen muh. Parker Gilbert hat im Auftrag der Verbündeten darüber zu wachen, daß Deutschland alle Leistungen auf Grund des Dawesplanes pünktlich vollzieht. Ab« ber Generalagent tut noch mehr: er übt schärfste K r i t i k an der Finanzpolitik unb den finanzpolitischen Methoden d« Reichsregierung. So. wenn et sich über die Anleihepolitik äußert, oder wenn er sich mit den Staats- und Gern e i n d e f i n a n z e n beschäftigt. Schon an sich ist eine solche Kritik wegen bei unterschiedlichen Voraussetzungen nicht immer einwandfrei. Parker Gilbert ist Bürg« der Vereinigten Staaten, er ist drüben auch Rechtsanwalt gewesen. Das schasst nicht immer das richtige Verständnis für die Finanz- und Wirtschaftspolitik in einem Staate, der zwar den Krieg verloren hat, aber darum der Pflicht nicht enthoben ist, das staatliche Leben in Gang zu halten. Und das ist um so schwerer, als die Reichsfinanzen schärfst« Kontrolle unterstehen. Der Generalagent hat beträchtliches Material in seinen Berichten aufgestapelt. Vielfach zu dem Zweck, um Kritik an der deutschen Finanzpolitik zu üben. Gewiß, diese Politik verträgt Kritik, fordert sie sogar h«aus. Indessen, der Gen«alagent soll und darf nicht vergessen, daß die von ihm entdeckten Fehl« in d« Hauptsache eine Folge des Versailler Vertrages und des Dawesplanes sind. Ein Land, das in seiner Finanzgebarung frei ist, kann unb wird in einem gegebenen Fall ander« handeln. Es wird an d« Hand des Bericht» für das zweite Dawesjahr zu prüfen sein, wie weit das Kontrollrecht des Generalagenten geht. Auf die Dauer ist es unerträglich, dah der Generalagent Jahr für Jahr einen Bericht ver- werden. Es gibt in jedem Akt mindestens einen, unb sie kamen alle famos heraus. Im ersten Akt: die Brüskierung d« späteren „ßGonie“. Im zweiten Akt: nach zweieinhalb Jahren bie' Begegnung der Adelsstölzen mit der „Schneiderin". Im dritten All: „L6onie" läßt alle Minen springen. Im vierten All: „Leonie", jetzt Wied« Germaine, siegt auf der ganzen Linie: die eingebildete gräfliche Grohmutt« kriegt den Star gestochen, der verliebte Herzog einen Korb: zuvor heftig« Zusammenprall mit dem eis«süchtigen jungen Grafen. Die beiden V«lobungen. Die Feenhände. Und üb«dieS die naheliegende (bei Scribe ausgesprochene) Moral und schöne Rutz- anwendung. Die Gräfin Germaine und Schneiderin Leonie spielte Susanne Heym: geschmackvoll cm den gefährlichen Grenzen vorbei, sehr sicher in Heber« gängen und Schattierungen: gleichmäßig glaubhaft unb gleichmäßig liebenswürdig als Geduldete und Verstoßene, wie als Glückskind unb guter Geist, als große Dame und liebende Frau. Auf d« Gegenseite die vornehm konservative, aufgeblasene unb herzkalte Gräfin s August» M a r ck s), ber nüchterne, seriöse, inS Fahrwasser; bet Zeit getriebene Graf Armcmb (Telekh), fein brauseköpfig« Sohn Henri (Hank e), eine erfrischend natürliche Locht« unb Enkelin (Scherer). Dazu die von Eisig lebendig angefaßte, sympathisch vermittelnde Zwischenftgur eines jungen Diplomaten, zwei prachtvoll zeitgemäße, ob«flächliche Modedamen mit exaltierten Temperamentsausbrüchen (Baumann: ran Malten) und bet galante, von Gehre mit Humor und Saune gesprochene Herzog von Gra- inont. Die Reuerfcheinung schien dem Auditorium sehr zu gefallen. Dr. Th. / öfventüd)!, der zum Teil nichts anderes enthält, als eine Rvrgelei an den sknan-pdMschen Methoden Deutschland«. Sie sind, w.e gesagt, ncht vollkommen. Aber sind die Methoden voll- 'vmmen, auf Grund deren die Finanzpolitik in den Bereinigten Staaten oder in Gnalanb be- iorgt wirb? Sie tonnen in 8in$e[fauen auch messerscharfe Kritik vertragen. DaS Parker Gilbert als Kritik beigesteuert hat, ist in keinem Fall neu. Wenn er da» langsame Zorrschreiten der ReichSffnanzstatifttk beklagt, so ift ihm darin beizustimmen. Aber hier sind Lchwieriaieiten ungewöhnlicher Art wirksam. Der Generalagent hat mit Befriedigung festaestelkt, daß auch Im zweiten DaweSsahr d i c Leistungen erfüllt worden sind. Rur seht er nicht auseinander, daß diese Erfüllung auf Ko st en der LebenSlraft der deutschen W r r t s ch a f t geschehen ist. Bon der Gesamtleistung in Höhe von 1.2 Milliarden Mark hat ja die Reichsbahn allein fast 900 Millionten Marc dufbringen müssen. Wie leicht und einfach das gewesen ist, wissen wir Ja. Damit die Reichsbahn die notwendigen Bestellungen für den Lskomvtiv« und Wagenpark hinausgeben konnte, muhte daS Reich mit einem beträchtlichen Kredit einspringen. Im dritten Dawesjahr, das vom 1. September 1926 bis 31. August 1927 läuft, find ebenfalls 1,2 Milliarden Marl zu leisten, darunter wieder 850 Millionen Mark von feiten der Reichsbahn! Evang. Psarrerverein. ö Am Dienstag fand die H e r b st p r o - oinzial-Dersammlung des Svangel. PfarrervereinS im Hotel Diktoria zu Gießen statt. Die Leitung der Versammlung lag in den Händen deS Vorstandsmitgliedes, Pfarrer Be r n b e ck»Okarben, der mit Schriftlesung und Gebet eröffnete. Der Schriftleiter, Pfarrer D. Fritsch, war infolge dienstlicher Verhinderung nicht anwesend, dagegen waren bet Superintendent, Oberkirchenrat Wagner, und der Vorsitzende, Dekan D. 2aubt - Planig, erschienen. D. 2 audt sprach zunächst im Anschluß an einen Artikel im „Kirchenblatt" von einem Richt- pfarrer über die Rechte des Pfarrers nach der Re i ch S v e r f a s s u n g. Lr zeigte, daß der Fragenkomplex schon im Verband der Pfarrvereine behandelt würde und eine Kommission dafür gebildet ist. GS erscheint ratsam, die reichsgesehliche Regelung resp. Ausfühtumgs- bestimmungen zum Beamtenrecht abzuwarten. Wegen Bildung der Pfarrerausschüsfe und zur Bearbeitung der ganzen Frage wurden zwei Vertreter — Pfarrer Landmann- Gettenau und Hofprediger Widmann- Gedern dem Vorstand beigegeben. Hierauf sprach D. 2 audt über den Entwurf des Landeskirchenamtes über daS Lehr- vikariat. Rach der Behandlung dieser Sache in der Hauptversammlung des Vereins (Referat Schuster - Rierstein) und auf Grund des Än- lrages Georgi - Ermenrod, hat nach Ueberbrin- gung der Wünsche des Vereins die Kirchenregie» rung mit dem Gesetzgebungsausschusz verhandelt und den Entwurf herauSgebracht. In der gründlichen Aussprache über den Entwurf fand dieser Zustimmung: man hofft, daß etwas Brauchbares für die jungen Pfarrer und die Kirche geschaffen wird. Als weiterer Punkt der Tagesordnung wurde der Bescheid der Kirchenregierung auf die Wünsche und Beschwerden der nicht d e f i n i- :iven Pfarrer mitgeteilt. In der Aussprache über diese AiAwvrt würde trotz der Anerkennung der Rotlage der Kirche, begründet in der bekannten ablehnenden Stellung des Staates Hessen gegen die berechtigten Ansprüche der Landeskirche, allgemein der ablehnende Standpunkt der Kirchenregierung bedauert. Der Leiter der Der- sannnluna stellte einen Antrag beim Landeskirchentag auf Erlaß einer Notverordnung in Aussicht, Oberkirchenrat Wagner berichtete hierauf über die geplante Pfarrtöchterkasse. nach einem Schriftsatz des Präsidenten D. Dr. Bernbeck. Sie soll als eine soziale Einrichtung des Pfarrstandes und der Kirche die Not der alleinstehenden Pfarrtöchter lindern. Die geplante Kasse wurde allgemein freudig begrüßt, es wurde gewünscht, daß die Kaste möglichst bald gegründet wird: bei der nächsten Sitzung des Landeskirchentages soll eine Gesetzesvorlage über die Kaste eingebracht werden. Es würde auch angeregt, die geplanten Beiträge der Pfarrer Friedrich Siemens. Zu feinem 100. Geburtstage. Don Dr. F. van Bleuten. Rahe bei Lübeck, in dem zu Mecklenburg- Strelitz gehörigen Ländchen Ratzeburg, liegt die Domäne Menzendorf, die in der Zeit nach den Freiheitskriegen ein Landwirt Siemens, der aus Goslar am Harz stammte, auf lange Iahre gepachtet hatte. In dieser gesegneten Landschaft erlebten seine zehn Söhne ihre schöne Jugend, und es ist, als ob die erstaunliche Kraft der technischen Erfindung, die sie später fast alle ausgezeichnet hat, aus dieser ketnhaften norddeutschen Erde ihre frischen Lebenskräfte gezogen hätte. „Es waren glückliche Iugendjahre," erzählt Werner von Siemens, bei- älteste und genialste, in seinen Lebenserinnerungen, „die wir in Menzendorf, ziemlich frei und wild mit der Dorfjugend aufwachfend, verlebten. Die ersten Iahre streiften wir frei und ungebunden durch Wald und Flur. Unseren Unterricht hatte meine Großmutter übernommen, sie lehrte ims lesen, schreiben und übte unser Gedächtnis durch Auswendiglernen unzähliger Gedichte. 'Vater und Mutter waren durch ihre wirtschaftlichen Sorgen zu sehr in Anspruch genommen, um sich viel mit unserer Erziehung beschäftigen zu können. Der Vater war zwar ein herzensguter, aber sehr heftiger Mann, der unerbittlich strafte, wenn einer von uns feine Pflicht nicht tat. Furcht vor deS Vaters Zorn und Liebe zur Mutter hielt imsere kleine, sonst etwa- wilde Schar in Ordnung. Als erste Pflicht galt die Sorge der älteren Geschwister für die jüngeren. Es ging soweit. daß die älteren mitbestraft toutben, wenn eines der jüngeren etwas begangen hatte. Das hat das Gefühl der Verpflichtung. für die Geschwister und namentlich für die 3(ihfleten zu sorgen, schon früh in uüS geweckt und befestigt.'' Die erstaunliche Erfinder- und «Forscher- Phantasie, die in dem Siemensschen Stamme scheinbar plötzlich in so überaus reichem Maße aufgetaucht und von einer durch glücklichstes Gleichgewicht von Freiheit und Zucht geförderten zu verdoppeln, um besser helfen zu können resp. die Renten zu erhöhen. Nach einer Mitteilung von Ecrib « Wetterfeld über die geplante Erhöhung der Sterbe- kaffe, die allgemeine Zustimmung fand, wurde die Versammlung geschlossen. Wirtschaft. * Ein spanischer Auftrag für die Kruppsche Germaniawerft. Die Kruppsche Germaniawerft in Kiel hat von der. G-om- tania Transmediterranea in Barcelona dm Auftrag auf den Reubau eines Motorschiffes von 5200 Tonnen Tragfähigkeit erhalten. Es handelt sich um ein schnelles Passagierschiff, das auch eine Sondereinrichtung für den Bananentransport erhalten wird. e Peters Union AG. in Frankfurt a. M. Ein Teil der neuen Z-Mill.-Rm.-Aktien, über deren Ausgabe die jetzt einberusone H.-V. zu beschließen hat. soll für ein BrzugSrecht der Aktionäre zur Verftiaung gehalten werden. Der Rest dürfte laut „ F. Z." an ein befreundetes ausländisches Konsortium gegeben werden. Dbrfenwkfe. Datnnn 8.1«. 0.76 I «».>• 0.76 0.7025 0.7V4 O.TOti IW r.»2A 0.G- j tl.625 O.M ! - e.?6o s7,rs 188 Ito,28 112 I27?8 m i 100.25 86.8 223 Dollar-AiN- kchatz-Kmrrisng. . 118 «e 135 312,R 128.5 1*3 IW 170 156.5 HO Hfl) (61,18 6.7662 0,22 #6.5 187,5 175.6 865,12 lt*3 242 180.25 168.5 157 179,1« 14» 0.765 vck 0,t 189 167,75 109.25 110.5 15» 192.6 223 102.75 127,26 81BJJ 12R.7« 170.5 156.6 161,5 136 318.M 129,75 172,6 'N 15.3.5 108.5 155 190 168.25 169.25 18) *4? 158*6 167.6 :W bto.l »s 178.5 167,75 187,16 170.6 7?6 157.26 168 197 16,61 16,1 I -s 44.75 I 167.82 IW, «2 183 141 150 (83.75 131 107,ö IB4.5 m! I 264.5 193.75 I 2M.5 '178.25 I 1W.5 167.75 | 168,« IW 120 M 191.5 1«5 S5 140 167,65 165 55 173.0 117.9 1.56 162.12 145.25 lol 153.9 IW 103.25 M4 166 IBS. 5 182 149 76.5 184.25 130,5 "?il 102 139 198.6 103.0 s 126.76 158.5 HO (66,25 151,Ri IM 151,75 1155,25 I 191.5 99 98 :i,2 1 M3 I 222 i 102,5] (Zttöl 5% Deutsche NeichSanletVe . 4% Deutsch« NeichSaoieihe . 87,% Deutsch« Nrichsanlethc 3% Deutsche RetchSanleide . Demschr Sparprämicnontettfe 4% «nuhtsche Äcttfol« . . . 4% Hefseu........... 0%% fidfett.......... *fo Hcnrn ........... 1150.28 L-t 131.62 109,1 m3 140 ! IW 1164,76 4% H«warten......... 6% afosdmrritanrr . . - - Berliner Handck^scsMchaft. (Kommen- und ^rivat-Bank. Darmst. und Tiutionafbant . Deutsche Bant......... TiSkcmtv Comninndi: . . . Dresdner Beftt Mrtallbonk........... Mitteldeutsche Ereditdank. . Österreichische Kreditanstalt. Retchsbank . . . Bochumer Gnß ....... Buderu? Caro ....... Deatsch-Wttmimra...... tyelsenkirchener Bergwerke. . Hdtpdner Berabau...... Kaliwerke Nscherbleben. .. . Lialtwerk TOeftcxtgtln L'ournbültc • Mannktzmann ... Mansieldcr. .......... Oberbedcnf. Pyöntr Bergbau ...... Rheinische vrannkohlen . .. '.)lfc(nftahl........... flltebcrt Mvntatt........ TelluS Bcmbau '^eretntlitc Stahlwerke.... Hamburg Ätnerika Paket. . . Vlorddeuttchcr Kloirv..... Chetamische Wette «Ißt# . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holjmann ...... Anglo Cont. Änano . . ., . Chemische Mäher Alaptn. . . Goldschmidt.......... Holzveriohltum. . ...... H G. Farven-Industrie. . . OlätgMtorrft......... Schrideanstalt Ast«. Elektrtzitütt-KcseKschast Berqmanu........... Ekektr. Lieferungen ..... t:icht und ölraft ....... Mainkraftwette . Schultert Siemens & Halske ..... Adlerwcckc Kicher ...... Daimler Motoren. ..... Hehligenstardt......... Meguin............ Mannheimer Motoren .... Frankfurter Armaturen . . . .Opnferwnfabrif Braun . . Metallaeselpchdft Frankfurt. Pel. Union K.--W. . ...... Schtthiadrt'k Hrr^ - . .... Zenstoff Aschaffenburg.... .iellstdff Wüldbof....... Zuckcrsnbrü FrmNeuthNl . . ?,uckerfabril Waghäusel . . . ■Berlin Schluß ^nfltug snr» -tue- Fravkfmt a.M. I-Ude» Kur» 8. 12. 0.12 10 L 8 <28 Berliner Börse. * Bert i n, S. Dez. Die Börse eröffnete in der in letzter Zeit üblichen Geschäfts stille bei vorwiegend freundlicher, aber Erziehung zutage trat, war übrigens interss» santerweise In dem Geschlechte seit Iahrhundec- ten verankert. Leun auch der sog. Wedbinger Zweig der Familie, der mit den bekannten Erfindern nur einen gemeinsamen Urgroßvater hatte, zeigte in drei RNtglledern derselben Generation dieselbe Begabung, die nur durch äußere Umstände vielleicht nicht die Bedeutung eines Werner, Han«, Wilhelm und Friedrich erreichte. Friedrich, dessen 100, Geburtstag wir heute feiern, War einer der jüngeren Geschwister: als er geboren wurde, war Werner schon 10 Jahre alt und fühlte sich als der ältere Deuber. „Ich mahle mir," sv erzählt er launig, „auch das Sttasrecht übet meine Geschwister an, was oft zu Koalitionen gegen mich und zu heftigen Kämpfen führte, die aber immer ausgefochten wurden, ohne die Eltern anzurufen. Einmal lvkte der Bruder Hans gegen den Stachel, und die beiden beschlossen, den Streit in einem Zweikampf ausznsechten. Gin Flihbvgenduell. Zehn Schritte wurden abgemessen, auf mein Kommando: .Los'/ schossen wir beide unsere gefiederten Pfeile mit einet angeschärften Stricknadel als Ssütze auseinander ab. Mein Bruder Hans hatte gut gezielt. Sein Pfeil traf meine Rasenspihe und drang unter der Haut bis zur Rasenwurzel. ilnser Geschrei rief den Vater herbei, der daS Pfeifenrohr auszog, um den Missetäter zu züchtigen. Werner aber erklärte dem Vater: ,Hans fann nichts dafür, wir haben rms duellierti' Da brummte der alte verdutzte Göttinger Student etwas von .DrMtmheiten', steckte aber das Pfeifenrohr wieder in den Pfeifenkopf" Friedrich fühlte als Lübecker Katharinen- ghmnasiast Seeluft und Seeluft und fuhr — wertvolle Schulung feines Lebens — zivei Iahre als Schiffsjunge um die Weit, immer mit offenen Augen. Dann setzte das schon erwähnte tvertvviie Sich-gegenscitig^helfen der Geschwister ein und, nachdem Friedrich 1848 als Freischärler gegen Dänemark bewies, daß auch er in Menzendorf die Waffen zu führen gelernt hatte, ging der Zweimidzivan-igjährige mit feinem Bruder Wilhelm nach England, um dort für Werners Tele- gvaphenavparat zu wirken. Aber schon glühte auch in ihm die Erfinderleidenschaft auf. Bald uneinheitlicher Renten5. Iemrhr sich der Medio nähert und bald anschließend die Unterbrechung de« Börsenverkehrs durch die Weihnachtsfeiertage in Aussicht sieht, um so richiger wird die Umsatztättgkeit. Die Kursbik- dung ist lediglich ein Zufallsprodutt und unterlag auch heute ^chwantungen. Angeboten waren besonders Maschinenaktten. Etwas Rachsrage zeigte sich für Ehemiewerte efestigen. Auch Mailand etwa« fester mit 112 gegen das Pfund. Oslo-London 1913. London-Kabel 4,8490. ®eDi1e*martt Setltn—Srcmtfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 6. fcesfec. p $*£br. Ämtlfd): l?iott runfl '.'imrilldc ^otttruua . "fett'. . JOrtC!,.... vu ii Altc? (.711 IW.yM 1,716 58,56". 1.714 L vrff.AMw .•MV* 58.41 Chn'stianto • 10»,»3 106,78 SoeentMUKi; Stvckbvim hclfinqsor^ ile.tt 10.666 <7.96 !lt.L W.flto 111.w 0 »12.16 (12,41 (0.61 iTtcfkn . . . Ä 16,32 18,36 London. . . J1.37I (1,364 20,415 Ncuyvtt . . .#99 20.861» eW.tol Berlin, 8 Dr^bt . : nngswesen und Sie GnS- hei^technik, wurde von .um mit zahlreichen Erfindungen und Ausgestal.nagen gefördert, die zum Teil jetzt überholt, zum anderen aber selbst ober vervollkommnet noch heute größte Bedeutung haben, wie daS Heizversahren mit freier Flammenentfaltung, die GaSfchmelLwanneN, die ilm- versalgaskockcherbe, PetrolemngaSöfen. Spiritus- glühlampen, Wasserwärmeapparare usw. Als bann sein Bruder Wilhelm 1883 verschied, mußte et auch die besonder- dem Siemensstahlverfahren gewidmeten Werke in England mitverwalten. AlS er, reich an Erfolgen und Ehrungen, aber auch in vielen Kämpfen erprobst am 26. Mai 1904 in Dresden starb, konnte für &daS gelten, was Werner von Siemens im iihlcoctc seiner Erinnerungen betont: „Erfolg Mißerfolg. Ciefl und ^kiederläge, hängen tm menschlichen Leb,.', vielfach ganz von der reda- zeitigen und richtige.^ Benutzung sich barbietender Gelegenheiten ab. Die Eigenschaft, in kritischen Momenten schnell entschLosten zu fein und ohne lange HeberTegung daS Richtige zu tun, ist mir während meines ganzen LebenS so ziemlich treu S* 'leben, trotz bei etwas träumerischen De- enleb-enS, in das ich vielfach, ich könnte fast sagen, gewöhnlich versunlen war. In unzahliaen Fallen hat mich diele Fäbigleit vor Schade^i ve- withrt und in lchwiengen Lebenslagen richtig geleitet." Tendenz £üe Cm r, g.x.f x-. C. Farben zogen auf 314 Prozent an. Am Geldmarkt machte Mr Erleichterung Fortschritte. D-rneSg.'ck> 5 Prozent. Monatsgeld b,5 für erste und 8.25 Prozent für zweite A-resse-- 3m Devisen- verkehr hatte der französische Franlen nach der gestrigen Abschwächung eine Eryoluirg zu verzeichnen und stellte sich gegen London auf 121’25. Mailand gleichfalls befestigt mit 112 geqen das Pfund. Oslo-London 19,13. London- ?.bei < 3490 unverändert. o ankfttr-fcr vctrciScbörsc. 5 v a n [ f u r l *. M.. 9. Dez. Es wurde» notiert: Weizen (15; ticrauer) 29.50 bis 29.75: Roggen (inL) 24,75 vis 25; Sommergerste (für Brauzwccke) 23.75 bii 26.50; Hafer (inl.) 19 bi$ 19,50: Mais (gelb) 19.50 bis 19.75; Weizenmehl (inl.. Spezial0> 41.25 bi« 41.75; Rog- genmehl 35.75 bis 3d.25; Wo zenkleie 11,75 bis 12: Roggenkleir 12 bis 12.25 Mark. Tendenz: stenq. ö cantyuikv Lchlachtvtcr,martt. Siönifurt a. M . 9. Dez. Aujtriev: 79 Rinder; 34^ Kälter, 835 Sch.tte: 231 Schlr.üne. Gs notierten 100 Pfund Lei eichgeivicht: Kälber: beste Mast- und -laufllalfeev 72 bis 73 Mark: mUHerc Mast- unc aauglä vev 64 bis 71; gelinge Kälber 58 .iS 63; Schafe: Maftlämmtc und jüngere Mofthämmel: Wcidemast 37 bis 42; mittlere Mgstläminer, älter: ZiaftMimntl und gut genährte Schate 32 bis 36; fleischiges Schaf- Vieh 25 bis 30 Marl. Marlivcrlau- Kälber bei lebhaftem. Schvie bei regem Handel cu»MrttufL Bei Schweinen unterblieb die Adti->.ung n>egen geringen Aicktt ie. Duchertisch. Ott» Flake: Der Erkennende. Philosophie der Frettoerdung. 2S5 Seiten 8°. Geb. 12 Ml. Otto Reichl. Verlag, Sann» stadt 192t. 804 Hüter Per Ehre Rutsche x'ugcnb im Kampf um Friels n und Freiheit des Vaterlandes. Von Rudolf Eiders haut. 275 Seiten 8' mit 29 Vf'lbildern und Buchschmuck von Ludwig Götz. De-Vau-Verlag G. m. b. H.. Düsseldorf. 812 — Otto Mittler: Deutschland. Deutschland! Roman. 429 Seiten 8°. Grell Fühlst Verlag; Zürich. B.nttn. Leivzig. 816 — G u st a v K v st n e: H e l d c n l e b c n. Ein Scharnhorst-Roman. 331 Seiden 6n. Verlast m Fr. Wild. Grünow, Leipzig. Auf „I.- sehnen" und ,'Aiannesstreden", die beiden en. en Teile der 'Trilogie, fo(gi !ü laum erforscht, der Kunsthistoriker beschäftigt sich in unserem spezialistischen Zeitalter öca> «richt initRasfen- kunde und der Anthrvpvlvge erst recht nich: mit dem Künstler oder gar mit Oer Seele <5s ist er staunlich, wie es Günther auch in dieser.! Bucha wieder verstanden hat auf der Grundlage neuer. aber durchaus einleuchrcnd.7r und einfacher Gesichtspunkte ganz ncuv ZusavunenhärUe auj zudecken und die Ergebnisse der verschiedenen Ein- zelwisfenschafren tu einem auch dem Laieck i laten Bild zu vereinigen. 792 — 5>ic Bedeutung der Rasse Im Leben der tfcöltet. Einführung zu her unvollendet hinterlafs«ien „Rnsseniundr Fr.iick- ‘ reichö" des Grafen I. A. Gobineau. Aus dem Französischen übertragen und hu-attsgegebAi von Dr. Inlius Schwabe. Preis: Geh. 2,50 *2ttu, geb. 3,80 ORt. I. F. Lehm an ir» Verlag. Mü.nche-n. ZH Religivnsgeschichtliche Uuellenbüchetei. hevausgegeben von Sludienbiretror Pros. W. 1 spielhaus brachte eine ganz reizende Urauf- ; Mhrung von Fritz Peter Buchs Märcheu- tomvdie „P i u k e p u nheraus. Ein Märchen vom lustigen Maler Pinlepunk und dem Heinen, stinken Sonnenstrahl Firlefanz, von seinen Srcun- den, der Liese und dem Peter und dem großen, dicken, glitzernden Winter. Frischen, fröhlichen Märchengeift strömt diese lievenswürbig-, Komödie aus. Besonders schön sind die Bilder, da der Sommer mit Blitz, Donner. Sturm und Regen int Walde Abschied feiert, und Frau Sonne mit ihren Strahle-ckindern erschc'.i'.:. Oder wenn der Winter mit dem Mond und Klirrebein, dem Frost, im Tannenwald Beratung hält, und der Weihnachtsn'ann das Spielzena au.smarschie- ren läßt. DaS Märchen ist mit liebevollem Oke» ständnis ausgedacht, und da der Dichiae» auch gleichzeitig sein eigener Inszenator war, so rundete sich die Ausführung zu einem künstlerisch wirkungsvollen Abend ab. Bruno Hartls be* schwingte Rhpthmen umgauieln das Märchen, begleiten melodiös den Gang der Handlung und die verschiedenen Tänze. Fast sämtliche M;talie- der des Sch-auspielbauses vereinigte das Spiel auf der Buhne, unb alle ohne AnSi.ahme verhalfen dem ,.Pinlepun7' zu seinem wirklich großem und lauten Trsoig. Fritz Peter B U ch, der Dichter und Regisseur, sowie Bruno Hartl unb alle Darsteller ntußten sich wiederholt dem großen unb kleinen Publikum zeigen. Zum Schluß sah mau strahlende Augen, fedfc Backen. 1 unb hörte freudig plappernde Münder. — Im I Opernhaus hat man auf ein vor ungefähr I zehn Iahren aufgeführtes Weihnachtsmärchen =u- I 'stickgegriffen: ..Peterchenö SZ 6 n b f a b r t“ von Gerdt v. Bassewih, Mufft Clemens S ch m a l st i ch. Die Aufführung verfehlte auch diesmal ihre Wirkung auf die Kinberherzen nicht, und die beiden tklncn Hauptdarsteller Liesel Ehrist unb Lilli 11 bl (Peterchen unb Anne* liefe) machten ihre Sache ganz famos. Vor Iabren war es Riddy Impekoven, die als Liesel in diesem Märchen ihre Triumphe feierte. Die interessante und amüsante Mondfahrt nach dem sechsten Käferbein wurde mit Äug' und Ohr U'rfftzlungen und auks lebhafteste betlaffcht. L. W. «WO von von 7483*» 30000.00 10000.00 5009.00 3000.00 1500.00 Ziehung nächste Woche! 1 Ausgabe der Gewinne noch vor Weihnachten! Generalvertretanff für tleHwen: Jacob Kaufmann, Offenbach a. Main Gewinnplan and Lose *lnd erhältlich In GleS.-a bei Kani rott'.a Otte Jacobi. Klrcbenpl. 8; E. Leffler, Lotterie Haus derJugend Höchster Gewinn Wert M.40000.00 im gQnstl|a!M Fall 1 Hauptgewinn 1 Prämie 1 Hauptgewinn 2 Hauptgewinne 4 Hauptgewinne fl.tvtkn fein, den tat- Stotterei -ab. denn der mutz jenem Kusse eigen Roeeler L Go Lich, und HllckerbrLu, München sowie alle anderen Backzutaten in bester Qualitit preiswert irtoort. it 136 tcm. sagten: „Der Doktor holen." ilnb doch hat auch schönen Lippen bclommmen. ging einst in Begleitung an seinem Lager vorbei, wurde von seinem Anblicke Sultaninen, Auslese Korinthen Cocosflocken Georg Hebstreit Dlerverlc-, «tetzen, Kllnltstra-e 21. selbe Herrscher einst einem--------. Sprachfehler dieses Ritters war txm diesem Heinrich Driesch Seltersweg 70 eeiu Alanus wird dich « ein Kühchen von König n ®avgQrttc ihrer Äimmerfrju als er ftbltef. Sie so dinger'Nen. datz liebst einer beschichte der *Befcui-----e. — ... 21 bb Übungen. Preis in Seinen oebunöeit 10 OKI. Verlag von Albert Langen in München. — Artur Fürst, dessen populärtechnische Werke einen so breiten Befolg gehabt war unter den vielen, die in unserem technischen Zeitalter über solche BeiKorpulenz oderDeranlagung raten mir allen Leiern, die korvulent oder xum Slarkwerden veranlagt sind, 80 Gramm Totuba- Sterne au taufen, die bei nöUiaet Unkchadlirdkeit ietuetfeotnb und anfatzverbindernd wirken Die echien Toluba-Kerne erhalten Sie mit (Mut- achten, genaue» Angaben Über Gebrauch und in- samtnensetzunn in den ShurhcEen. >2sl sie sich niederbeugtc und ihn herzlich kühle. So kam die Gelehrsamkeit auch einmal zu einem Liebeslohn, der ihr sonst nicht brich eden zu sein pflegt. Eine deutsche Jrau unter den Eskimos. Go diele Werke auch schon über Reisen und Forschungen in den Ländern bei Polarkreises erschienen sind, so stammen doch oll diese Berichte von Männern. Zum erstenmal erzählt jetzt eine Frau, eine deutsche Künstlerin, von ihrem mehrjährigen Aufenthalt aus Alaska, wohin sie nicht so sehr der Hunger nach Gold als der ihr angeborene Abenteurerdrang trieb. Augusta GnderS-Gchicha- nowsky hat in den eisigen Wüsten deS arktischen Winters und in der Einsamkeit der Polarnacht mitten im ewigen Schnee unter den Eskimos Idyllen und Tragödien erlebt, wie sie nur einer Frau begegnen und nur mit weiblicher Herzens- Wärme geschildert werden können. „Neben möglichster Sachlichkeit", erzählt sie selbst, „ging mein Streben in erster Linie nach W'edergabe jener ganz unvergleichlichen GemütSstimnrunacn. die jeben empfindsamen Menschen erfassen müssen, den ein gütiges Schicksal in dieses geheimnisvolle Land der magischen Mitternachtssonne und des wundersamen Aordlichtes führt. Was ich als alleinreifende Frau trotz aller Warnung wagte, was ich weltfern, ohne jegliche fremde Mittel und nur auf eigene Kvast gestützt, einer gewaltigen Aalur ablauschte, möchte ich dem Leser, so nut es mir möglich ist. vermitteln.- Ums Jahr 1900 ging die junge Berliner Künstlerin, die sich stets nach dem hohen Aorden gesehnt hatte, mit bca Gvldjägern nach Alaska, zu einer Zeit, da selbst für Manner außerordentliche Tatkraft und förmlich spannenden Gemch zu machen. Fürst führt den Leser in leicht fohlich.r Form zukn Bci- ständnis der physikal.schen ©ru i ia en der- Lichter-eugung sowie ihrer techn scheu X itoertbir-.ecn vom Kirnfpan bis zur go3gcifcUie.i W:lsiam- latnpe und zeigt, weiche 51 nlumme menschlichen Grflndungsgeistes aufgebotea werden mufji', um diese Entwicklung za fördern. ®t wir) in die GevurtsstStie einer nrnzeitlichen Glühlampe geführt und sieht sie vor seinen Augen als ein Meisterwerk der Ingenieurlunst ersteh m. Auch ein Ausblick auf die weiter« Entwicklung, die zukünftige Verwirft.chung des Lichtes fehlt nicht. Ebensowenig eine zufa.nmrnhäng^rde Darstellung ber Licht- und Beleuchtungsm: )ung. Arn Schlust wird die Lichtwirtschaft behau eit, die die Aufgabe hat. alle Wirtschaitssrage« vom Standpunkte der Beleuchtung aus zu untersuchen und die Ergebnisse wirtschaftlich auszuwerten. 786 — 3m Berlage von H. ß. Schlapp (Darmstadt, 192b) erschienen drei heitere, Mundartliche Theaterstücke: „Am Kasfeetisch im Odenwald" und ..Junge Ehe", Schwan! in Darmstädter Mu,Gart von Karl Schaffnit, sowie „Die schöne Meiusine". ein übermütiges Dorfststck in drei Aufzügen von Karl Friedrich. — Beim Düchereinkaus für den Weihnachtstisch wird das Dezemberhesi der kritischen Monatsschrift „Die schöne Literatur" (Der- Lag: Ed. Avenarius. Leipzig) «in willkommener Führer fein. Die Brsprechu>vgen dieses Heftes über neue Bücher von Hans Grimm, Isolde Kurz. Hans Franck Gustav Frenssen Hans Tinge schreiben, wohl der Berufenste Höchste dad^ci!nin!» verband sich bei ihm mit Meisterschaft deS Stils und einer schlichten Klarheit ber Darstellung, die fähig war. auch verwickelte und schwierige Probleme dem Laien unbedingt klar und ihm btt Lektüre seiner Bücher zu einem WWW Hessenquell (Pilsener) Exportbier Hockerbrllu „Weltruf" empfiehlt in ShphonS und Orig.-Flafchen- füllungen aus der Brauerei Ihiing-Melchlor, t.-.no6 an. dem bei aller Genialität nut ganz leiten ein wirklich aboerunbetes und vollendetes Kunstwerk glücken wollte. 819/21 — Artur Fürst, ,Das elektrische Licht". Bon den Anfängen bis xur *" „ 1.20 „ 0.80 .. 0.72 'M ... . , . '-Ä s - L'W !m Schlutzb.nör elirt fetonen Jj ^rhrst bmd&et »n. eine fliitorie Mn Ci’ 'M iwtai Mmbetl, faj ,, „ , 6Ä: HL Mildert über ihr? in Dk »r, btibtfeekR bet 8V AbdilduiMi. &!} 1 8. Lchnami tafa n> und teuM, b:c W Safftnfunte, bett Aor» M «nb AM ift hrurr früntttr kirnt camit 's JWwttffan» ein. rassisch» BtbtMtfcit »fe dsM btt Wuv tzishrr »rch tarn n- t IxsttzäM 'ich in vfr mit der Seele. 64 fit n- et auch in diesem Luch titf der iSnmdlagc unter, atter unb eiüsachr Oe- ükgek'r 5eeflW3taUale Kirchenplatz 15. Frische Seeftsche Kieler Dücktnge gebackene Fische 45 Pf. üei7’ Marinaden fste. Wurstwaren frische Landeier. Don flcifciflcn Die nen gesammelter I» Schlender- HONIG aller' Qual, lü PW • Bückne 'X'it 10 w. tmlueMk.K.S''franko NatUn aaurt Heller Rleebenta i’tt i — iitbt. Provrvöck- tbtn ä 1'... Utft. neue Wit 1 SOfrf aea Por» eins, «ar 3ututfn Dbitolnnt u. txjnin« verland ^Werder", 4berder z» an der L^»oet n>*en 5 h Ä*- HKs i,äN «! 6U Ein Sanii-i . 10(1 bst * tLSfe Zur MMMni fst Weizenmehl Pfd. 0.30 Zucker, gemahlen „ 0.36 Mandeln, süße 2.60,2.40,2.20 Haselnußkerne, neue Pfd. 1.90 itrc giftt historische Aovelle. die hier vorliegende Er- jtiung aus dem 11. Achthundert, .Der Dbnft v'Lungen ist. — Die folgenden beiden Erzählungen von Wilh. Dchmidtbonn .Die Letzte Vur noch drei" (Ar. 202) sind dem Dasein der Userbewohner de« Ahe Ines entnommen. — Den Deschlutz macht Brentano (Ur.203) .Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen iannerC, Me schon vor zwei Menschenaltern «Fveiligrarh zu schönen Versen begeisterte. Die vorzügliche Mnleltunq des Berliner Literatur- Historikers Julius Betersen weist diesem Klei'wd deutscher Aovellistit seine Stellung innerhalb der Romantik und innerhakb des Lebenswerks Dren- A»i, »">Ä » UÄ Brandenburg und viele andere Aeuerscheinungen fesseln durch ihre lebendige Sachlichkeit. Die monatliche Beilage, .Die äiahreserntc'. bringt dazu zwei weihnachtliche Kapitel aus dem prächtigen neuen Roman Friedrich Schnacks „6c» bostian im Wald — Der Katalog 10 8 7 von Rudolf Banget Frankfurt, bringt Gemälde des 17. bis 20 Jahrhunderts Aus dem mit 28 Abdildungs- tafeln ausgestatteten Kataloge sind etwa die folgenden Aamen für den Sammler unb Kunst- !re und von besonderem Interesse: Achenbach. Alt- eim. Bauriedl. Boudin, W. Busch. Äorot. Dill, s. d. Gebhardt, Kampf, Lc-nbach, Lelstilow. Liebermann, Menzel, Millet, Schiestl. Schirmer, Schönleber, Schreyer, CH. Schuch, Spihweg, Thoma, Trübner. ilhde unb Zügel Vermischtes. Merkwürdige Küste. Den weisen SvkraleS mag seine berüchtigte Gemahlin Lantippe zu einer recht e.gmartigen Ansicht über das Küssen gebracht haben, denn- er soll einem gewissen Kritobulos geraten haben, einem gekützten Weibe ein ganzes Fahr lang aus den Augen zu gehen. Auch meinte er ein anderes Mal, datz es weit aeführlicher ist. einen Kuh auf einen schonen Mund zu drücken, als den Spitzen blanker Schwerter entgegettzugehen. Wir tooflen nichl Habern mit Ihm, und auch nicht darüber entscheiden, ob er Recht oder LInrecht hat. Als Kaiser Otto IV. in Italien weilte, begegnete er eines Tages einer edlen Nvrentinerin, welche ihm so wohl gefiel, datz er ihr gerne ein Kühchcn verabreicht hätte. Da er aus seinem Herzen keine Mördergrube machte und diesen Wunsch zu verschiedenen Malen öffentlich aussprach. so erfuhr auch Fräulein Gualdrate Berti, wie sich die Schöne normte, betrat. Sie tat empört und wies das kaiserliche Verlangst standhaft zurück, indem sie erklärte, nur denjenigen zu küssen, der sie nachher zum Traualtar führte. ü Mlay, Mache-:. N! chtlichf üutGttWg. ^hiMitirtilot Prol. D. Dem Kaiser gefiel dreie Absicht so wobl. datz er Ibt einen ferner hübschesten Hoskavalierr zum ®utten erwählte, und diesem nach Snpfang des ersten K Ncs einen grosten Tel! d.r Aomaona als Grafschaft zum Sehen verlieh. - Kaiser Rudolf von Habsburg war in den Jahren schon ziemlich sortgeschrftten, als er die jage bild' Elisabeth von Burgund $u seiner zweiten Gemahlin machte und mit ihr »ach Spever zog. Beim festlichen Empfange war ibt dort B ft Hot Fr ed- rich beim Verlaften des Xe.scwag.-ns dchilfttch. und ihre Aeizr entfla:nmten ten hohe« Herrn dermalen, bab er. ohne auf feine g lstlich' Würde zu achten, der sungen Kaiserin einen Kuh auf die rosigen Lippen drückte. DnS nahm Rudolfs G<- n.ablin übel auf und floate die Ihr wBeriasrene ilnbili dem Kaiser. Da A dvls selber gern? küstte. so nahm er das Vergehe» des Bischofs nicht krumm, unb nur seiner Gemahlin zut.cbe Hetz er Ihm sagen, er möge es sich In Zukunft vergehen lassen, Frauen za tüflen. und wenn et dies gar nicht zu unterlaßen imstande se so foUe er sich selbst eine heiraten. Wne besondere Kraft Kuhn heft dazu gehörte, um der drohenden Ge» fahren Herr zu werde» Xj4 der wachsenden Gr'.dgrüberstadt Aome trieb es Ut lm.uc. nä ?et an den $ol heran, und so unternahm He allein weite Wanditungea iudb Aorde.', mutzte fia) m.t De.n Gewehr gegen den Lieberfall von Danditeit wchrc-l, wurde von Wöl.ea bedroht, die sie mit dcm Revolver verjagte. Dann lebte sie einige dtti unter den GslimoS der Seward-Hulbtnsrl, deren Freundlichseit und Güte f.e gar n chl g nug rühmen kann. 3n ihrem ZeU empfing sie den Besuch der braven und gutartigen Ru.urkinder, die sic mit ichmackhaften F scheu versorgt«, und ihr die allertchdnsten und seltensten Dlamen brachten. Sie sammelte hier auch SSk.molchade.'. unb es gelang ibt. ein leiteneS. unversehrtes Gremplar mitzubringen, das sie dem Museum für Böllerkunde In B rlin stiftete. Nachdem sie sich durch ihn. erste Fahrt nach dem Aorden überzeugt hatte, .datz es auch für eine Frau möglich war. sich Im hohen Aorden mehrere Jahre c f- Aubaltttt." kehrte sie im Fahre 1933 wieder nach Alaska zurück, gründete sich hier in einem einsamen Blockhaus ein freundliches He.m. das f.e mit allen möglichen Sammlung n und felbstae- schaftenen Kunstwerieu ausstattete. Sie lammtlta im arktischen Sommer seltene und liebliche 'Blumen. ja auch kbstliche Beoren und schmackhafte Dllze unterm 65. Breitei^rab. pflanzte alle möglichen Gemüse mit schbnem Gc'olg an und verkehrte eifrig mit ihren Freunden, den Esli n.os. Schlimmer war es freilich, die furchtbare Kälte und die entsetzlichen Schnerstürme des W ater» zu ertragen: da mutzte fle Ihre gelirbten Hunds zum Opfer bringen, die fle nicht mehr mit d "ch- ftfttern konnte. Aber die Polarnacht hatte auch ihre grausig-schönen Aeize. In der e'.sumstar ten Ginsamkeit, in der tausend Gefahren la erteil, eröffneten sich ihr Gedank:nwe'.t7n. «zu d en wir den Weg im geschäftigen Treiben des Alltags nur selten finden". Älnb welche Selig eit war es. wenn dann nach den lichtlosen Tagen des harten Winters der Südwi id den Lenz ü>er die Gisfelder trug und im Schnee die reichst« Dlütenwelt hervvrzauberte! Rundfunk-Programm. Freitag, 10. Dezember: 3JO bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bi» 5.45 Uhr: Haussrauen-Nachmitlag. Programm u. a.: „®as die Hausfrau als Arbeitgeberin wissen mutz", Vortrog von Fräulein Ernst vom Städtischen Berufvanit. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Die Fürsorgeeinrichtungen des deutschen Handwerks", Aortrag von Dr. Böhm. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochfchulc: „Psychiiche Kranthettsursachen", Dortrag von Prof. Dr. Erich Stern-Tiehen. 7.15 bis 7.45 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 8.15 bis 9.15 Uhr: Uebertragung aus Mannheim: Konzert. 9.15 bis 10.50 Uhr: Konzert des Frankfurter Mo tettenchors. 10.30 bis 11 Uhr: „Weihnachtswoche des armen Kindes". — Alt-Frankfurter Weihnachtsabend: Weihnachtsgedichte von Stoltze, vorgetragen von Conrad Hub. ZU MW WoUlengasfe 26., üW71 Jteilng löftrzK smiA' seil USUht BeBfleliis ml! Senat. Zum Andres Inh.: W. Säulke / Telephon 1132 Freitag Metzel- suppe z Ab 90hr morgens HeHllfiiuli mit Kraul o, Meerrettich zelle, pelze, VeWesötze, Amei, Vliiliii, MAS r«« Booetiflus Amu 3ufammcnlj'5ng< auUu- sc dir lIIII!!llllIIItl!lIlIl!IIII!IIIIlII!IIllIlIlIIII!IIil!III!!IIsIIIIIII!IIIIIllII'IIllII!IllIIlll!I!lllll Einladung zur Seiet des WWW WeHw «erSeUKuMMWlMIilIsMr zu Dietzen Samstag, den 11. Dezember: Abend'.-. 8 Uhr: Brgrsttzungsabend im Restaurant „Andres Lonnenstrahe. 1. Lichtbildervortrag von Herrn Dr. Wilhelm Luh, Frandsurt a.M.. über: Di« Hüttenberger Volkstracht. 2. Alle Volkslieder aus dem 15. unb 16. Jahrhundert für ge- • gemischen Thor,- Dirigent: Herr Prof. vr. Karl Schmidt, Fnedberg. 3. Vortrag eigener Dichtungen van Herrn Georg Hetz, Leihgestent. Sonntag, den 12. Dezember: Vormllagr 11 Uhr 15: Festfitzuna im grohentzSrsaal der UnwerfitLt: 1. Begrüßungsansprache; lieberbli* üb. d. Geschichte d Vereinigung. 2. Festoorlrag von Herrn vr. Alfred Götze, ord. Univertitüts« Professor, Gietzen, über: Märchenforschung. Nachmitttags 4 Uhr: Hauptversammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht,- 2. Pechmmgsablage und Entlastung des Rechners,- 3. Wünsche und Anregunoen; 4. Verschiedenes. 10131U Gäste find zu allen Deranstaltungen willkommen! llllllMIlWIIlPlllllllllPlllllllslllHllllUlllllllllllllMlllsllHIIlllllllllllllllllllllllllllW Fisch, gentrale Marktlaube. fVreimn vormittag findet Berkau« stau von frtftbtm «abltau. Lri est siirben. LeriackrS. fttotbarsckr, Eck, olle. Rotzuligen, xlret« fiirstcn uiw. mik Verkauf mir tu ber Marktdalle. tel 95 Q. L A. Verbcp. MMllZkll! Äinblebet v. Jt 6.20 an ioivie alle anderen ^kehrrwaren kaufen Lie mt« nro- Ker Ersparnttz tm Lederwatmaeschän Heuen Baue 17 itcfltnüber ‘01J2D Cafe Krämer. Drucksachen averArt bk SrLhsftche UniversttStt'DntSrrLt. 8. 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Dezember 1926, von vormittags 8.30 Uhr ab. in der Gastwirtschaft von Ludwig vom Schloß in Aeustadt aus den Förstereien Aeustadt und Allendorf Distrikte 1c, 2b, 14. 16d, 19s. ^0b. 25b, 23a, 22b: Eichen: 571 rm Scheiter und Knüppel, Buchen: 313 rm Scheiter und 375 rm Aeisig 3. Klasse, Dirken und Aspen: 14 rm Scheiter und Knüppel. Kiefern und Fichten: 56 rm Scheiter: und Knüppel. Zahlungen können im Termin geleistet Lich (Oberhessen), den 8. Dez. 1926. Hessische Bürgermeisterei Lich. Völker. Kinderfäustel reine Wol e. gestrickt, farbig . - Kinderhandschuhe reine W'olie, gestrickt... • ... Anleihe vom 1. April 1882, Anleihe vom 1. Juli 1904: Für 100 Mark Nennwert werden 12 50 Reichsmark vergütet (auch für Kleinbesitz), Anleihe vom 22. Dezember 1922: Es werden ca. 25 Prozent des Goldwertes vergütet, und zwar für otüde zu 5000 Mark — 0,80 Reichsmark, für Stücke zu 10 000 Mark — 1,60 Reichsmark. Die Einlösung erfolgt durch die Stadtkasse Lich in der Zeit vom 15. Dezember Kinder-Leib- und Seelhösen 8a wo'lgeniischt, ohne Klappt, Größe 60 mit Klappe, Größe 60 1.75 jede weitere Größe 25 Pf. mehr Kinder-Schlu pfhosen kräftige Baumwolle mit warmem Futi'T. Größe 35 jede weitere Größe 20 Pf. mehr Kinder-Schlupf hrsen la Kan*- ster Krankenhaus zugeiührt werden muhten. Di? beiden anderen sind mit dem Schrecken davongekommen. \ Buntes Allerlei. Frauen, die DNde zähmen. Von dem veredelnden und verstttlichenden Sin- stuh der 3tqu ist schon zwar sehr viel geschrieben worden, und ein Sprüchlein ei zählt svt ar »Ein grimmer Bär wird zahm gemacht von einer zarten Frauen." Wie der australiiche ForschüngSreUende Jack Molaren behauptet, vermag die weihe Frau primilioen Dollern gegenüber fe ,r viel mehr auszurichten als ihr männlicher Gefährt«. .Weihe Frauen," schreibt er. „werden von den Wilden oft so sehr vcrehrt. dah ihre bloste Gegenwart genügt, um eiwas durchzusehen, was ein Mann nur mit gröhler Schwierigkeit, wenn überhaupt, erzwingen könnte. 3n der Südsee z. D. wünichen sich die eingeborenen Frauen nichts so sehr, als .ganz so zu fern wie die weihen Miflus", und in diesem Bestreben eignen fit sich viele nützliche Dinge an, besonders in Der Kinderpflege und Der Hygiene, nur weil sie sehen, dah Die Frauen Der Missionare und Pflanzer derartige- tun. Die eingeborenen Ehemänner aber lernen allein durch Die Beobachtung weißer Stauen und Der Stellung. Die sie in Der Familie einnehmen, dah auch ihre Frauen nicht nur Arbeiterinnen sind und wie das liebe Vieh behandelt werden dürfen, sondern dah sie Liebe und Achtung verdienen So bewert die weihe Frau durch ihr blohes Vorbild dasEheichicksal ihrer dunklen Schwester. Richt ander- ist es in gefährlichen Lagen. Das Auftreten einer tre Den Frau Dctfeill nie seine IDttlung. Aul Den Salomo..Inseln gibt es ein blondes junges Weib, die Frau eines Händlers, Die ImftanDe ist, Die schlimmsten Ausschreitungen und Orgien d r Wilden zu beenden, wenn sie er ch.int. Wenn ein weihet Mann sich in Den heiligen Kreis dieser Zeremonien wagte, so würde er sofort getötet werden. Ab r die Wilden haben vor der weihen Frau eine solche Ehrfurcht, dah sie ihr zuliebe tdoft aui ihre uralten scheußlichen Gebräuche verzichten 3it Reuguinea gelang rS htr Stau eines Missionars, einer gebrechlichen altenDame.einenAusruhrDerMenfchen- sresier zu verbindern, Den diese teil Wochen planten, und den ihr Mann sowie andere Weihe vergeben- zu ersticken gesucht halten: ia. die Wilden wurden nicht nur friedlich, sondern versprachen auch, Die Menschenfresserei überhauvt aufzugeben, und sie hielten ihr Wort! Einer Frau ist es allein zu verdanken, dah die wildesten und gefährlichsten aller Siämme auf den Fnleln Der Torres-Slrahe sich den Forderungen der Zivilisation zugänglich zeigten. Diese Frau lebt dort als eine Art Beamter seit vielen Jahren, und sie ist Der einzige weihe Mensch auf Den Inseln. Verschiedene De nohner haben mir erzählt, dah niemand von ihnen so hoch geachtet werde wie diese 5rau und dah sie besonders ihren Mut bewundern, mit dem sie es unter ihnen auS» hält. Solche Frauen haben gevih Mut, aber es ist auch noch etwas anderes, wodurch sie Die Wilden zähmen, irgendeine geheime Ztraft, die wir Männer nicht ahnen können. Srn nützliche- Insekt. Ein winziges Tierchen, wohl das kleinste aller Inietterr. ist al- ein grober Ruhling erkannt worden. SS ist dies Die Schlupswespe i"nchogrimm.> tvanet-iens, Deren Wichtigkeit als Mutämpser gegen Die SchäDlinge her Land- und Forstwirtschaft Pro' Hase entdeckt Hai. Im Sommer 1924 wurden Die Gemüsekutturen in Der UmgcgenD von Berlin auch Die ü.'r S.uogischr.r Aeich ran talt zu Dagte.n, von Den Kohl- und Heckenweinlrngen sehr stark heim- gesucht, und dazu tarn auch noch die Rebleute, die massenweise Sier absetzte. rrotzDem kam eS zu keinem vvllnSndigcn Kahlsrap. Pros, -al« stellte test, Dah die Mehrzahl Der Ster von Der Schlupiwespe angeboren wurde, worauf fi< zugrunde gingen. Er hat sich daher eingehend mit diesem winzigen Feind Der Rohlfchädtinge deschäsiigk und leine Uevensgeschichte eingehend dargestellt. Die Schlup,Wespe erreicht in ihren ^Grohtormen- eine Länge von 0,9 mm, die .Rkeinformen" meffen aber nur 03 mm; sie sind also wesentlich kleiner als Die Infusorien, uuD höchstens Die Pantoffeltierchen tonnten sich mit ihnen an Winzigkeit messen. Roch Haier erkennt man die Kleinheit dieses Insektes, wenn man ibt Gewicht mit Dem einer Stubenfliege vergleicht Iricnogramma wiegt, wenn sie frnch ausgeschlüpst ist, 0,02 mg, wahrenD ein: frisch ausgeschlupfle Stubenfliege 15 mg schwer ist. Also erst 750 Schlupfwespen wiegen soviel wie eine fltubenlliegc. Die Eier de- Tierchens besitzen durchschnittlich etne Länge von 0,1 mm und eine Breite von 0,04 mm. Ein Kohlweihlingsei hat Den 2 000sachen Umfang, unD Doch genügt Die Versenkung Dieses winzigen Schmarotzereies, um Das 61 Des Wirtes in säst allen Fallen zu vernichten. Dazu kommt, Dah Die kleine Schlupswespe in ihrer Wirtswahl säst unbeschränkt ist, Eier der verschiedensten Insekten, die von Hase den Wespchen zur Eiablage angeboren wurden. Dienten ihr als Rest, aus Dem wohleniwickelte junge Tierchen zum Vorschein kamen. Da Die Liste Der Wirte von Trichogramma eine große Anzahl der gefährlichsten Schädlinge der Forst- und Lanwirl- schäft umiaht sowirD dieser NeineFreunD DeSMenschen im großen Umfange zur Schädllngsvekärnplung verwendet werden können. Der kleine Schmarotzer ist leicht zu züchten und in großen Mengen zu erhalten. Deshalb ist auch bereits von rufst 6)en Gelehrten seine Verwendung in Dec Schädlings- bekämvfung vorgelchlagen toorDen. Wie weitere Untersuchungen zeigten, wurden von Den in großer Zahl abgelebten Eiern der Kohleule 80 u 0 von Der Schluplweipe de allen; ste vernichtet also die SchäDlinge zum allergrößten Teil unD darin lie„t ihre praktische Bedeutung für DU Landwirtschaft. wo pfeifen ein Verbrechen ist. Das Pfeiien ist nicht allerorcs D.e harmlose Liebhaberei, als die w.r es in unserem Lairde ansehen Es gibt Landstriche, in Denen matt sich schweren Gefahren aus^eyt, wenn man die Lippen zum P.isf spitzt, und schon mancher Forschungsreisende ist durch eine solche Unbesonnenheit oder Achtlosigkeit in eine üble Lage geraten. Der vieler, ahrene englische Reisende Oberstleutnant P. T. Etherton erzählt, wie er einmal aus seiner Reise durch die Wüste Gobi bei einer Rast In einem mongoli'chen Lager zufäll g pfiff. Das Lager geriet dadurch in eine wilde Aufregung. Der mongolische Häuptling tarn zu ihm unD erklärte, er habe Die Gotter verletzt und daS ganze Lager werde von schwerem Unglück heimgelucht werden; er fragte, was er gegen dieses Unhell zu tun gedenke. „Da ich Die. Vorliebe der Mongolen für starte Getränke kannte," erzählt Etherton, „fo meinte ich, Daß ich mit die'em Hilfsmittel Friede und Freundschaft am besten wiederherstellen könnte. Ich brachte also eine Fla'chc Sherry Brandy hervor und versetzte den Häuptling Damit in eine so gnädige Stimmung Datz er DaS gefährliche Pfeifen vergaß und mir Die Mitglied chast bei feinem Stamme auf Lebenszeit antrug." Schlimmer g.ng es einem cngli chen Beamten, Der sich auf einer geheimen Mission in einem indischen Staat an der Rordwestgrenze des and. Er war als Mohammedaner gekleidet, und ihm lag sehr Daran, te.n Ausiehen zu erregen. Ais er aber eine bekannte Melodie von einem Eingeborenen-Orchester hörte, fing er unglücklicherweise an m.tzupfeifen. Dadurch wurde er sofort als Europäer erkannt^ eine wütende Menge umringte ihn, und um ein Haar hätte ihm das Pfeifen da» Leben gekostet. Rur seine Kaltblütigkeit und DaS Umgreifen der Polizei hinderte Die Weng« Daran, ihn zu erschlagen. Unter Den Arabern und verschiedenerH mittelasiatischer. Dollern ist Da» Pseisei' verpönt, well man dadurch böse Dämonen herbetrusk. Man m::ß, wenn man eine Sünde begeht, sich einer 40tägigcn Rein g ing und Buße unter* Wersen, erst Dann ist der Wund wieder von Dem Durch das 'Pfeifen hervorgerufenen Fluch befreit. Wer in den unwegsamen Geb.rgstälerr^ deS Himalaya zu pfeifen wagt, bringt dadurch Die ihn begleitenden Kul s in heftigen Aufruhr. Sie werden ihm erzählen, Daß nicht nun Der Zorn Der Götter, sonDern auch Lawinen unD Schneestürze Dadurch hervorgerufen uxrDcn. Pfeifen hat aber auch in Den zivilisierten Gegenden bei manchen Berufen eine üble Vorbedeutung. So glauben z. B. Die Schauspieler dith es eine schlechte Vorbedeutung für ein Stück ist, wenn auf Den Proben gepfiffen wird, und Die Seeleute haben den Aberglauben, daß man Durch Pfeifen einen Sturm beraufbe'chwört. 3n einem Bergwerk soll niemals gepfiffen werden, welll dadurch leicht ein Unglück herbeigc^aubert werden kann. 3n Island gilt das Pfeifen für ein Vergehen gegen Di» göttliche Gesetz. Ludwigs XIV. Karussell. -Sie Bezeichnung .Karu fell" wurde in früheren Zeiten nicht von dem erst im 19. Jahrhundert beliebt gewordenen Vergnüg ingSinstrument Der Rummelplätze gebraucht, sondern es bedeutet« eine prunkvolle Festveranstaltung, bei Der Retter sich in allen möglichen Turnieren und Wettbewerben zeigten. Eine Der größten dieser Veranstaltungen, die je stattaefunden haben, war Da» Karussell Ludwigs XIV., Das im Jahre 1662 Die Welt in Ausregung versetzte. Es war ein Festzug von etwa 500 prunkvoll kostümierten Reitern, an Deren Spitze Der König selbst alä römischer Imperator einherzog. während Romer. Inder, Perser, Türken, und sogar Amerllanep fein exotisches Gefolge blldeten. D.e Cßielgeftaltia- keit des Auszuges hatte noch einen politischen Rebensinn: sie sollte die Herrschaft deS Sonnenkönig» über Die Welt auSdrücken. Zu diesem Zwecke wurde im Reichtum Der Kostüme ein Prunk entfallet, wie et in Der Kostüm» unD Thealerge'chichte einzig dasteht. Die Erinnerung an Dieses Karussell wurde in einem gewalsigeni Folianten der königlichen Druckerei bereinigt. Ein einzigartige» Exemplar dieses Druckes mit den Porträtbildnissen der österreichfchen Angehörigen des Königs und vielen anderen Miniaturen erwarb Prinz Eugen von Savoyen für sein« Bibliothek, es besindet sich jetzt in der Wieneo Rationalblbliothek. _ __ verleiht rosiges, jugendklschee JFjf Sä 3ns • Antlitz u. ein rein, urtcr Teint, ß ™ äBwölSBe Alle» dies erzeugt die echte F e ££_L—ÄSfeckenDferd-Seife VniNllllfSull die beste Llllenmlldistife ailiy HIIEII «• SUMA schaßt für mich ! In der brodelnden SUMA-Schäum-Löfung vollzieht fleh von fclbfi die Reinigung Ihrer Wäfche, die Sie fonft gewohnt waren, mit großer Mühe rein zu reiben - zum Schaden der Gewebe. Schlimmer noch als das Reiben ifl die (hemifchc Einwirkung von fcharfen Wafchmitteln. SUMA ift völlig frei von Soda, Waff er glas und künftlichen Bleichmitteln.. 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