"'b-'nZ liloil'men: S > j*. !efeil«n ,ri®«Z Ä ss^L ’6S% ®wi« 8-o, u. ’I> aber SN M JKunbmintet ■Whn. R vvr btt nn lächelt« |k läuh hon 1055 ’ursen nden 8 und Mitte tnj) 'und einem n noch einige in. 1734D 8 Ve- und 'n tieruuq oberl926 ühr Aeuenbx'g 28: Zigarren unb Dße ScnLung lchuhe, Möbel ien«u.§entn« ein Motorrad Wielen« und iW Zeile u. f.DentilalorS. mmf. SS38D rxator lephvn UW. MüNM. UM jbdfcbrditet ne^bÄs' »enTK bien an die Rektor- rat'- Nr. 237 Erstes Blatt 176. Jahrgang Samstag, 9. Oktober 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspsennig für Träger» lohn, auch Lei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenekAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick vnd Verlag: vrühl'sche Universitätt-Buch- und Lieindruckerei R. Lange in Sieheli. Schriftleirung und Seschüftrstelle: Schullttaße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Ne- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Playvorschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein: für den Anzeigenteil i. Vertr. H. T cd», jämtlich in Gießen. »TT" :--3 Seeckt. Sie unverhohlene Genugtuung, die aus den Pariser Blättern aller Schattierungen über den Rücktritt des Generalobersten von Seeckt spricht, macht den schweren Verlust, den das deutsche Voll erlttten hat, deutlicher, als alle deutschen Pressekommentare es vermögen. Der Mann, dessen Beseitigung unsere ehemaligen Feinde seit Jahr und Lag immer vergebens anstrebten, wurde das Opfer innerdeutscher Rankünen. Der Mann, der in den verworrensten Jahren der Rachkriegszeit, unbeirrt von der Parteien Haß und Gunst, den graben Weg der Pflicht ging, der nicht rechts noch links schaute bei der E^üllung seiner Aufgabe, dem Reiche ein neues Heer zu schaffen, der Mann, in dessen Hände Reichspräsident Ebert die ganze Macht diktatorischer Gewalt legte, als Putschgefahren von links und rechts die junge Republik bedrohten, dieser selbe stolpert über eine belang- ■ lose Kleinigkeit, die ein einziges Wort, zur rechten Zeit gesprochen, hätte ungeschehen lassen können. Denn eine Lappalie ist diese Soldatenspielerei des Hohenzollernprinzen doch trotz allem dräuendem Gegacker ängstlicher Kapitolswächter. Beim 9. Infanterie-Regiment in Potsdam, das d'e Traditionen des alten 1. Garde-Regiments zu Fuß fortführt, trat der älteste Sohn des ehemaligen Kronprinzen ein, um während der Manöverzeit Dienst zu tun. Generaloberst von Seeckt hat von dieser Tatsache gewußt, ohne den Reichswehrminister Dr. Getzler davon unterrichtet z.u haben. Die Anwesenheit des Prinzen in der Reichswehr blieb nicht lange verborgen. Die Linkspresse bemächtigte sich des „Falls", um ihn zu einem Vorstoß gegen den verhaßten Reichswehrminister weidlich auszubeuten. Dr. Gehler selbst erfuhr erst durch diese Angriffe in der Presse von dem ganzen Vorfall. Rach seiner Rückkehr vom Urlaub erklärte er dem Chef der Heeresleitung, daß er für diese Vorgänge weder dem Kabinett noch dem Parlament gegenüber ferne Deckung übernehmen könne. Generaloberst von Seeckt reichte daraufhin fein Rücktritt sgesuch ein, das vom Reichspräsidenten nach eingehender Rücksprache mit dem Reichskanzler und den beiden Beteiligten am Freitagnachmittag schweren Herzens bewilligt wurde. Es erhebt sich nun die Frage, wie gerade Seeckt, die Sphinx unter den Generalen, der stets Kühle, immer Zurückhaltende, sich niemals Festlegende, der Mann, der in Kreisen der radikalen Rechten wegen seiner unwandelbaren Festtgkeit gegenüber allen Verlockungen nicht übenttäßig beliebt war, sich zu einem Schritt verleiten lassen konnte, dessen Folgen ihm bei der Rervosität der berufenen Gralshüter der Republik unbedingt bekannt sein muhten. Erfreut sich doch gerade die Reichswehr von jeher der stärksten Deargwöhnung der Linken. „Ein Hohen- zollernprinz als Reichswehrsoldat", das konnte unmöglich ohne Preßhetze und Parlaments stürme vorübergehen. Bei der ganzen Einstellung des Generals von Seeckt zu den Kreisen, die dem Hohenzvllernhause nahestehen, ist es aus- aeschlossen, daß der General sich im Augenblick der Tragweite seiner Handlung bewußt gewesen ist. Es scheint vielmehr, daß man die Gutmüttg- keit des Herrn von Seeckt mißbraucht hat, und daß er, wie auch der deutschnationale „Berliner Lokalanzeiger" ausdrücklich betont, seine Genehmigung zur Dienstleistung des Prinzen Wilhelm ursprünglich in einem ganz anderen Sinne erteilt und gemeint hatte, als dann von ihr Gebrauch gemacht worden ist. Eine Ber- • Mischung gesellschaftlicher und amtlicher Aeuße- 1 rungen des Generals haben vermuttich zu dieser verhängnisvollen Verwicklung geführt. Es darf dabei nicht unausgesprochen bleiben, daß man • von den in Betracht kommenden Mitgliedern oder Beauftragten des Hohenzollernhauses gegenüber den maßgebenden Stellen der Reichswehr soviel Zurückhaltung und politisches Finger- spitzeng^ühl hätte erwarten müssen, um einen so peinlichen Zwischenfall von vornherein zu vermeiden. Denn es handelte sich bei der Dienstleistung des Prinzen Wilhelm nicht um den regulären Eintritt eines deutschen Staatsbürgers in die Reichswehr, sondern lediglich um einen zeitweiligen Aufenthalt bei einem Reichswehrtruppenkörper, der sich weder mit dem Dienstreglement, noch mit den Artikeln 174 und 175 des Versailler Vertrages vereinbaren ließ. Man hat also den Chef der Heeresleitung in eine unhaltbare Situatton hineinmanovriert, über die er oder der Reichswehrminister stürzen mußte, sobald diese Vorgänge von der Opposition aufgegriffen und propagandistisch ausgeschlachtet wurden. In einigen Organen der Reichshauptstadt greift man nun Aeußerungen auf. die Sauerwein im „Mcrtin" zum Fall Seeckt getan hat. Der französische Journalist glaubt, daß der Rücktritt des Generalobersten, gerade in diesem Augenblick der Anbahnung einer deutsch-französischen Verständigung, dem deutschen Auswärtigen Amt nicht ganz ungelegen gekommen sei. In deutschen Dlüttepn wird die Vermutung daran geknüpft, daß die Angelegenheit des Hohen- zollernprinzen nur ein willkommener Vorwand zur Beseitigung Seeckts gewesen fei, daß im Grunde genommen aber, eine Forderung der Dotschafterkonferenz dahinter gestanden habe, der man in der Wilhelmstrahs im Interesse einer günstigen Fortführung der Polittk von Thoiry nachgekonrmen wäre. Abgesehen davon, daß die Stellung des Chefs der Heeresleitung in den Verhandlungen mit der Lord d'Abernons Abschied von Beilin. Empfang beim Reichspräsidenten. Berlin, 8.Oft. (Sil.) Der Reich sprä- sident empfing heute in Gegenwart des Reichs- ministers des Auswärttgen Dr. Etresemann den Staatssekretär von Schubert, den neu ernannten bolivianischen außerordentlichen Gesandten unD bevollmächtigten Minister Villanueva zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Anschtteßend empfing der Reichspräsident den neu ernannten japanischen Botschafter Ragaokazur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens und des 2lbberufungsschreioens des bisherigen Botschafters Honda. Der Reichspräsident cnnp- fing sodann den scheidenden königlich großbritannischen Dotschaster Viscount D'Abernon zur Entgegennahme seines Abberufungsschreibens. In seiner Ansprache führte Lord d'Abernon u. a. aus: Mit aufrichtiger Bewegung überreiche ich Ew. Exzellenz heute das Schreiben meines erhabenen Herrschers, der meiner Mission in Berlin ein Ende setzt. Wenigen Botschaftern ist es vergönnt gewesen, in dem Land, in dem ie beglaubigt waren, Zeuge derartiger Umwälzungen zu sein, wie sie während der sechs Jahre meines hiesigen Aufenthaltes sich hier zugetragen haben. In dieser kurzen Zeit habe ich in bezug auf die wirtschaftliche Lage gesehen, wie die deutsche Währung befestigt worden ist, nachdem sie eine in der Geschichte einzig dastehende Krise überwunden hatte. Ich habe beobachtet, wie das Deutsche Reich durch finanziellen Chaos zu finanziellem Gleichgewicht schritt und ich konnte feststellen, wie der Wiederaufbau der deutschen Industrie und des deutschen Handels auf einer Grundlage sich vollzog, die eine tiefe Vorbedeutung für das zukünfttge wirtschaftliche Gedeihen dieses großen Landes ist Ich verlasse ein Deutschland, das in Frieden mit seinen Rachbarn lebt, dessen Sicherheit durch den Vertrag von Locarno verbürgt und dessen Platz unter Nn Völlecn durch einmütige Zustimmung in Genf begründet ist. Dieses Werk ist ebensosehr den unbezwingbaren Eigenschaften des deutschen Volkes wie der weisen staatsmännischen Führung derer zu verdanken, denen es diese Leitung anvertraut hat. Es ist ihnen vergönnt gewesen, Herr Reichspräsident, beim Abschluß dieser historischen Entwickelung an der Spitze des Deutschen Reiches zu stehen und zu den Auszeichnungen ihrer langen Laufbahn den unvergänglichen Ruhm hinzuzufügen, die Sache des Friedens gefördert zu haben. Ich werde stets eine lebhafte Erinnerung an Berlin bewahren. an die zahlreichen Freunde, die ich hier habe und an die nie versagende Liebenswürdigkeit und Aufrichtigkeit der zahlreichen Minister und hohen Beamten, mit denen zu verhandeln ich das Vergnügen hatte. Ich kann nur wünschen, daß mein Rachfolger die gleiche Rücksichtnahme Kontrollkommission bereits feit langem völlig geklärt war, enthalten die nun vorgebrachten Argumente so absurde und unerhörte Verdächtigungen des Auswärtigen Amts, daß es überflüssig erscheint, sie zur Debatte zu stellen. Der Fall liegt ja auch tatsächlich so klar, daß eä keiner derartig gekünstelten Motivierung bedarf. Die Organe der Linken sind natürlich über das Ergebnis ihrer Campagne auf das äußerste betroffen. denn auch sie sind sich bewußt, daß Deutschland in der Person Seeckts einen seiner Besten verloren hat, und daß sie mit der Beseitigung Seeckts den französischen Militärkreisen, wenn auch gewiß ungewollt, nur zu sehr in die Hände gearbeitet haben. Die 41 Dienstjahre des nun auf der Höhe des Lebens aus seiner Tätigkeit gerissenen Armee- chess sind eine Kette ununterbrochener militärischer Erfolge. Seeckt ist ein Sohn der Rord° mark. Schon sein Vater war General der Infanterie. er selbst begann seine militärische Laufbahn beim altberühmten Kaiser-Alexander-Garde- Grenadierregiment und kam schon 1897 erstmals in den Generalstab. Rach kurzen Frontkommandos als Kompagniechef und Datalllonskommandeur in Düsseldorf und Karlsruhe wurde er 1913 Chef des Stabes beim 3. brandenburgischen Armee-Korps in Berlin. Als solcher rückte er unter General von Lochow im August 1914 ins Feld. Rach dem Abbruch der Marneschlacht und dem Rückzug an die Ais ne, war er es, der die erste große Gegenoffensive bei Soissons im Januar 1915 vorbereitete, die ein großer deutscher Erfolg wurde. Bald darauf wurde er als Oberst Generalstabschef der Heeresgruppe Mackensen. Die große Durchbruchsschlacht bei Gorlice-Tarnow und der Feldzug in Galizien waren im wesentlichen sein Werk. Der Pour le merite und die Beförderung zum Generalmajor waren die Anerkennung für die geniale Anlage der Operationen. Dann ging es mit dem Feldmarschall Mackensen an die Riederwerfung Serbiens, die nach dem berühmten Donauübergang bei Semen- dria in einem beispiellosen Siegeszug gelang. Als Chef des Generalstabes der türkischen Armee wurde er dann nach Konstantinopel berufen, leider erst in einem Augenblick, wo die Kriegslage dort unten bereits hoffnungslos geworden war. Rach Kriegsende war Seeckt einer der wenigen hohen Offiziere, die sofort ein neues Korn- und das gleiche Entgegenkommen finden möge, das ich selbst gefunden habe. Der Reichspräsident erwiderte u_ a. mit folgenden Worten: Herr Botschafter! Ich danle Ew. Exzellenz aufrichtig für Die liebenswürdigen Wrr e. die Sie in dieser Stunde, in der Ihre hohe Mission in diesem Lande ihr Ende erreicht hat, an mich zu richten die Güte hatten. Sie haben sich nicht nur damit begnügt, die offiziellen Beziehungen zwischen Ihrer hohen Regierung und der ReichS- regicrung wieder auf Den Stand des gegenseitigen Vertrauens zurückzuführen, sondern haben sich auch bemüht, sich in die Lage des deutschen Volkes hineinzudenken und die unerhört schwierigen Verhältnisse Deutschlands zu verstehen. insbesondere auch in wirtschaftlichen Fragen. sowie Ihre reichen Kenntnisse und Erfahrungen zur Verfügung gestellt. Ihre Mission endet mit einem bedeutungsvollen Abschnitt in der europäischen Rachlriegsgefchichte. Mit dein Inkrafttreten der Locarno-Verträge und mtt Dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund hat die auf einen dauerhaften europäischen Srieben hinzielende Politik einen wichtigen Schritt vorwärts getan. In dieser Gestaltung haben Sie maßgebenden Anteil genommen, der Ihnen nicht vergessen werden wird. Wenn Sie nunmehr Ihrem Wunsche folgend in Ihr Vaterland zurücklehren, so fehen wir Sie. das können Sie, Herr Botschafter, versichert fein, mit aufrichtigem Bedauern scheiden. Dieses Bedauern erstreckt sich auch auf Lady d'Abernon, die es verstand, in den Jahren chres Hierseins die Botschaft in der Wilhelmstratze zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt zu machen und damit die Tradition fortzusetzen, die dem englischen Dotschasterpalais von jeher das Gepräge aufdrückten. Ich freue mich aufrichtig, aus Ew. Exzellenz Worten zu entnehmen, daß Sie sich gerne Ihrer Berliner Amtstätigkeit und Ihrer Berliner Beziehungen erinnern werden. und kann Ihnen meinerseits versichern, daß alle, die mit Ihnen in amtliche und gesellschaftliche Beziehungen zu treten das Vergnügen hatten, hieran mit Genugtuung zurückdenken werden. * Der Reichspräsident aab heute abend zu Ehren Lord d'Abernons ein Abschied s e s sen , an dem außer der Umgebung des Reichspräsidenten und verschiedener Persönlichkeiten aus seinem Bekanntenkreise der Botschaftsrat der englischen Botschaft, Addison, Reichskanzler Dr. Marx, Ministerpräsident Braun, die Reichsminister Dr. S t r e s e m a n n , Dr. C u r t i u s und Staatssekretär v. Schubert mit ihren Damen, ferner die Botschafter Dr. Sols und Gras v. Brockdorff- Rantzau sowie der Präsident des Roten Kreuzes, v. Winterfeldt, teilnahmen. mando übernahmen: anfangs beim Grenzschutz im Osten als Generalstabschef des Generals von Quast, dann als Chef des Allgemeinen Truppenamts im Reichswehrministerium. Rach dem Kapp-Putsch wurde er im März 1920 an Stelle des Generals von yüttwih Chef der Heeresleitung. Was er an dieser Stelle in ununterbrochener Tätigkeit Hand in Hand mit dem Reichswehrminister Dr. Geßler geleistet hat, farm nicht besser gewürdigt werden, als mit den Worten eines englischen Blattes, des „Daily Telegraph", der in diesen Tagen schrieb: „Die Schuld des Reiches gegenüber dem General ist sicher unermeßlich. Dieser überzeugte Monarchist hat aus militärischer Pflichterfüllung heraus das Reich, die deutsche Republik. Weimar gerettet gegen die extremen Reaktionäre, sogar gegen General Ludendorf und die Kommunisten in Sachsen. Kein anderer deutscher General erfreut sich eines ähnlichen Ansehens und Vertrauens in der nationalen Meinung Deutschlands. Er hat aus der Reichswehr das be st- trainierte 100 000-Mann-Heer in Europa gemacht, eine Armee aus ebensoviel Leuten, die auch Offiziere und Unteroffiziere fein könnten. General von Seeckt hat den alten Korpsgeist und die Regimentstraditionen aufrechterhalten, aber trotzdem das Heer modernisiert und demokratisiert und besonders ein neues intimes Vertrauensverhältnis zwischen Offizieren und Mannschaften geschaffen." Diesem bewundernden Urteil aus Feindesmund ist nichts hinzuzufügen. An dem Echo, das Seeckts Rücktritt überall in der weiten Welt gesunden hat, dem Jubel in Paris, dem ungläubigen Staunen ob soviel Torheit in London, Rom und sonstwo, können wir erst ermessen, was Deutschland an dem Manne verloren hat, der nun gehen muß. Und wie leicht hätte es den Männern, die jeden Tratsch über die Reichswehr zur Freude des Auslandes an die große Glocke hängen, bei ihren parteipolitischen Beziehungen zum Reichswehrminister doch sein müssen, durch direkte Vorstellungen Mißstände in der Reichswehr abzustellen, von denen sie Kenntnis erhalten hatten, und damit einen Konflikt vermeiden zu helfen, der so unermeßlichen Schaden anrichten »nutzte. Seeckts Abschiedsgesuch genehmigt. (§in Schreiben des Reichspräsidenten. Berlin, 8. Olt. (TU.) Amtlich. Der Herr Reichspräsident hat das Abschiedsgesuch des Generalobersten v. Seeckt unter wärmster Anerkennung der von ihm im Krieg und Frieden dem VaterlanD und dem Heer geleiteten hervorragendsten Verdienste genehmigt. Der Herr Reichspräsident hat Hern, Gcne.ao.c.t v. Seeckt heute empfangen und ihm seine Anerkennung und seinen Dank ^persönlich zum Ausdruck gebracht. Jener i at er an den Generalobersten nachfolgendes H a n d- schreiben gerichtet: „Sehr verehrter Herr Generaloberst! Ihiem Antrag um Entlassung aus dem Heeresdienst habe ich in der anliegenden Urkunde entsprochen. Ich sehe Sie mit große rn Bedauern au 5 Dem Heeresdienst scheiden, und es ist mir e.n aufrichtiges Bedürfnis, Ihnen in dieser Stunde namens des Reiches und im eigenen Ran.en von Herzen zu danken, für alles, was Sie im Krieg und im Frieden für das Heer und für unser Vaterland getan haben. Ihr Raine ist mit zahlreichen Ruhmestaten unseres Heeres im We.t- friege verbrrnden und wird in der Kriegsgeschich:e unvergänglich weiterleben, ebenso die stille und entsagungsvolle Arbeit, in der Sie in der hinter uns liegenden Rachkriegszeit die neue Reichswehr ausgebaut und ausgebildet haben und ebenso groß find Die Verdienste, die Sie sich in Den hinter uns liegenden Jahren der Erschütterung des Reiches um bie Erhaltung der Ordnung und der Autorität des Staates erworben haben. Alles dieses wird Ihnen unvergeßlich b.eiben. Ich hoffe zuversichtlich, daß Ihr vielseiti-es Wissen und Können, Ihre Tatkraft und rew e Erfahrung auch künftig unserem Vaterland n utz bar fein werden und bin in dieser Erwartung mit kameradschaftlichen Grüßen Ihr ergebener gez.: v. H i n D c n b u r g.“ | Um die Nachfolge Seetfts. Berlin, 8. Oft. (VDZ.) Die Ernennung des Rachfolgers für den zurückgetretenen Chef der Heeresleitung Generaloberst von Seeckt toirD nicht überstürzt werden. Die Annahme, daß die Entscheidung im Laufe des Samstag fallen müsse, ist ebenfalls irrig Als mutmaßliche Rach- folger des Generals v. Seeckt werden verschiedene Persönlichkeiten genannt. An erster Stelle, nach Ansicht eingeweihter Kreise, Generalleutnant Heye, der Kommandeur Der in Königsberg stehenden Reichswehrdivision. Heye war Mitglied der Obersten Heeresleitung unter Hindenburg und hat in den Tagen des Zusammenbruchs jene denkwürdige Kommandeurversammlung einberufen, die Dem Kaiser seinen Rücktritt nahelegte. Später war er im Reichswehrministerium tätig und hat während des Kapp-Putsches das Rcichs- wehrministerium in Berlin geleitet. Er soll es auch gewesen fein, Der General v. Lüttwih zur Abdankung veranlaßt hatte Außer General Heye unb neben dem General Reinhard wird noch General Hasse als Rachfolger v. Seeckts genannt Hier handelt es sich aber um Den Berliner Divisionskommandeur, nicht aber um den gleichnamigen Stuttgarter Divisionär. Laut „Lokalanzeiger" wird in politischen Kreisen angenom- men, daß in erster Linie mit den Generalleutnants Heye und Hasse Verhandlungen über Die Berufung eines der beiden Generäle auf Den Posten Seeckts geführt werden sollen. „Chef der Heeresleitung" wird jedenfalls Der Rachfolger Seeckts nicht werden, da es feit Deut' Sommer 1925 einen solchen nicht mehr gibt, was bisher praktisch nicht in Erscheinung getreten war. Dem Blatt zufolge bleibt noch die Frage offen, ob Der neue militärische Berater des' Reichswehrministers die Stellung eines Staatssekretärs im Reichswehrministerium erhalten soll. Kundgebung des Deutschen Deamlendundes. Eine Nede des Reichskanzlers. D e r l i n, 8. Oft. (WÄsf.) Die heutige Sitzung des fünften Beamtentages des Deutschen Beam- tenbundes brachte eine eindrucksvolle Kundgebung zu Dem Zusammenschluß des Deutschen Deamten- bundes und des GesamtverbanDes Der Deutschen Beamtengewerkschaften. Bundesvorsitzender Rektor Flügel führte u. a. aus, der neue Beamte n- bunD sei staats bejahend, staatserhaltend und staatsfördernD und werde keine Bestrebungen dulden, Die auf eine Zerteilung Des Staates hin- ausführten. Der neue Bund sei parteipolitisch und konfessionell neutral. Der neue Bund sei, wie bisher, bereit, mit allen Spihenverbänden Der Arbeiter und Angestellten ohne Unterschied Der Richtung in allen Fragen unD in Der Sozialpolitik praktisch zusammen- zuarbeiten. Der Vorsitzende des Grsanttverbandes Der Deutschen Deamtengewerkschaften, Fritz G u t s ch e, stellte fest, daß Der von ihm geführte Verband sich mit Den programmatischen Erklärungen des Vorsitzenden Des Deutschen Be- amtenbundes vollkommen einöerftanDen erkläre. Damit wurde ein Antrag. Der Den Zusammenschluß anerkennt, angenommen. Bundesvorsitzender Flügel begrüßte Darauf im Ramen des neuen Bundes Den Reichskanzler Dr. Marx, die Reichsminister Dr. Külz, Dr. S t i n g I, die Vertreter des Reichsfinanzministers, des Reichsarbeitsministers, des Reichswebrmini- sters, den Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. P ü n d e r, ferner den preußischen Ministerpräsidenten Braun, die preußischen Minister Höp - ker - Aschoff und H i r t s i e f e r. Hierauf führte Reichskanzler Dr. Marx u. a. aus, selten sei er der Einladung zur Konstituierung einer neuen Organisation so freudig gefolgt, wie am heutigen Tage. Der deutsche Volksstaat habe mit der Neugründung des Deutschen Be- amtenbundes wieder einen bedeutsamen Schritt vorwärts getan zu seiner Festigung und seiner Stärke. Die Reichsregierung habe allen Anlaß, denen, die zu dieser bedeutungsvollen Staatsaktion beigetragen haben, herzlichen Dank auszusprechen. Er verhandle lieber mit einer Stelle, als mit zwölf Stellen, von denen jede die andere zu übertrumpfen suche. Bei dem gesunden Sinn der deutschen Beamtenschaft sei er überzeugt, daß alle gefaßten und noch zu fassenden Beschlüsse im Sinne des ganzen deutschen Volkes liegen werden. Der Reichskanzler begrüßte es besonders, daß der neue Bund seine Interessen überparteilich darstelle. Das politisch neutrale sei im Sinne eines hohen Ideals aufzufassen, welches Großes für das-Wohl des Staates und des Volkes erstrebe. Wenn dies geschehe, dann werden auch die Irrtümer und Gegensätze aufhören. Einheit des Reiches, Wohlfahrt der Länder und Wohlfahrt des gesamten deutschen Volkes, das fei das mit dem Begriff „politisch neutral" ZN bezeichnen. Es dürfe für den deutschen Deamtenbund keine Frage der Staats form mehr geben. Die Verfassung sei da und sie zu schützen und zu elften sei die Hauptpflicht des Beamten- standes. Das Deamtenwesen und das Dsamten- tum habe in den schlimmsten Zeiten des Vaterlandes den Gang der ruhigen Entwicklung ermöglicht. Das (Beamtentum wäre geradezu z u Rettern des Vaterlandes geworden. Jetzt müsse an der Verfassung festgehalten werden. Sie müsse geachtet und geehrt werden. Wenn auu) die Republik gefestigt dastehe, es fehle ihr doch vielfach die Ächtung, die sie gu beanspruchen habe. Was man sich in dieser Beziehung in einzelnen Kreisen gestatte, sei in England und Amerika unmöglich. Die Verfassung sei die Grundlage unseres ferneren Aufbaues, die Grundlage unseres gesamten Wohles. 3eb;r Beamte Hobe die Pflicht, unerschütterlich fest und mit aller Ehrerbietung auf dem Boden der Verfassung zu stehen. Der Kanzler schloß seine mit minutenlangem Beifall auf genommene Rede mit herzlichen Glückwünschen für die Vereinigung. Ministerpräs denk Braun beglückwünschte sodann in einer Rede den Bund zu seiner Tagung und unterstrich die Aussühr'.mgen des Reichskanzlers. Die gesamte Beamtenschaft mühte zu ■ einem wichtigen Bestandteil des Volkes werden, nur durch die Einheit von Beamtenschaft und Volk könnten wir zu Höchstleistungen gelangen. Es sprachen sodann noch Vertreter des Reichstages, des Preußischen Landtages, der ostpreuß'schen und Danziger Beamten und der Beamtenschaft der besetzten Gebiete. Annahme des Hohenzoüern- vergleichs im Staatsrat. Berlin, 8. Oft. (DDZ.) Der preußische Staatsrat beschäftigte sich mit dem Entwurf eines Gesetzes über die Vermögensauseinandersetzung zwischen dem preuhischen Staat und den Mitgliedern des vormals regierenden preußischen Königshauses. Der Ausschuß hatte sich, wie der Berichterstatter mitteilt, davon überzeugt, daß die Verträge für den preußischen Staat nicht nur nicht unvorteilhaft sind, sondern daß sie eine Rotwendigkeit sind, und daß damit dieser Streit, der das preußische und das deutsche Volk seit Jahren zerreibt, nunmehr endgültig beseitigt wird. Der Ausschuß schlägt daher in seiner Mehrheit vor, Einwendungen nicht zu erheben und den kommunistischen Äntrag auf entschädigungslose Enteignung abzulehnen. Abg. Dr. ;M e e r f e l d t (S.) bedauert, daß die preußische 'Regierung auf eine so ungemein schnelle Erledigung der Vorlage drängte. Die Sozialdemokraten seien trotzdem gewillt, der geschäftsordnungsmäßi- rgen Behandlung der Vorlage keine Schwierigkeiten in den Weg zu stellen. Der Entwurf selbst befriedigt nicht. Die Sozialdemokraten lehnten daher die Vorlage ab. — Abg. Dr. Meyer lKomm.) lehnte ebenfalls die Vorlage ab. Freiherr v. Gahl (a. G.) gibt die Erklärung ab, daß seine Freunde der Vorlage zu st i m m e n werden. Gießener Stadttheater. „Ein Walzertraum". Die erste Operette der Winterspielzeit — „Walzertraum"' man muh sich besinnen, wann man das zum erstenmal gehört hat.....Leise, ganz leise zieht's durch den Raum, zärtliche Weise, Walzertraum . . .“, die unendlich oft gespielte, vielleicht populärste Melodie, die Oskar Strauß geschrieben hat. 3n diesem Dreivierteltakt, der musikalisch die ganze Operette bestimmt, vom Vorspiel bis zum letzten Vorhang immer wiederkehrend, beruht der Erfolg. Wenn man diesen einen Melodieeinsall wegnähme. — bliebe nichts als das Pikkolo-Duett lünd... ein fades und heikles Libretto von Felix D ö r m a n n und Leopold Jacobson übrig, die ihrerseits Hans Müllers, des Wiener Dramatikers, „Buch der Abenteuer" (Ro-> vellensammlung, 1905) als Vorlage benutzten. (Zwischen der Müllerschen Dramatik, wie man sie in den letzten Jahren erleben konnte, und etwa dem Mittelakt und der Schlußszene dieser Operette scheinen geheiirnnsvolle Zusammenhänge zu walten.) Der Wiener Walzer aber ist einfach nicht umzubringen. Man hat ihm oft genug den endgültigen Untergang prophezeit. Er lebt aber — seltsamerweise, denn dieser Rhythmus ist wahrhaftig nicht der innere Takt unserer Tage — immer noch, beherrscht siegreich das Feld, es fbringen Funken über aus der prickelnden Weise. Dies und gewisse stoffliche Motive rechtfertigen die Auferstehung und erklären die Wirkung. Zur Sache selbst braucht man wohl nur die nötigsten Stichworte zu repetieren. Erster Akt: Fürstentum Flausenthurn feiert die Vermählung der Prinzeß Helene. Prrirzgemahl ist Riki, ein simpler Wiener Leutnant — tapfer san mev net, aber fesch — namens Riki. Bei der großen Cour gehts noch eben gut, aber dann kommt der Krach. Riki will nicht: ihm paßt das alles nicht, er erklärt, mit schlichten Worten, seine Unfähigkeit. Reiht vor der Hochzeitsnacht mit Die Vorlage wird darauf gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Aus dem auszugsweise schon veröffentlichten Dergleichsvorschlag ist noch nachzutragen, daß ein Mantelgesetz eingehende Bestimmungen über die Versorgung der früheren Hosbeamten trifft. Ucber den etwaigen Wohnsitz für Wilhelm II. heißt es: Der Staat stellt dem vormals regierenden König Wilhelm II. auf etwaigen Wunsch Schloß und Park zu Homburg v. d. H. als Wohnsitz für ihn und seine Gemahlin auf Lebenszeit zur Verfügung. Der Staat stellt dem vormaligen Kronprinzen und seiner Gemahlin sowie chren Kindern und Enlelfindern auf Lebenszeit den im Reuen Garten bei Potsdam gelegenen Cä - cilienhof als Wohnsitz zur Verfügung. Deutsche Volkspartei und Große Koalition in Preußen. Berlin, 9. Oft. Der „Täglichen Rundschau" zufolge ist die Bereitschaft der preußischen Landtagsfraktrvn der Deutschen Volkspartei zu Besprechungen über eine Regierungser- tociterung in Preußen dem Zentrum und dem Ministerpräsidenten Braun nut geteilt worden. Die Mitteilung an das Zentrum ist erfolgt, weil von der Zentrumsfraktion die Anregung zu der bekannten Vorbesprechung zwischen den Abgeordneten Dr. Heß und Dr. Leidig ausgegangen ist. In der Fraktion der Deutschen Volkspartei ist diesmal mit besonderem Rachdruck von allen Seiten hervorgehoben worden, daß die Deutsche Volkspartei bei einem etwaigen Eintritt in Verhandlungen auch daraus bedacht fein müsse, diejenigen Kautelerv zu fordern und durchzusehen, die ihr einen ihrer Stärke entsprechenden Einfluß innerhalb der Regierung sichern. Rur dann kann sie auch die Verantwortung übernehmen. Preußischer Landtag. WSN. Berlin, 8. Oft. In der Freitagssitzung des Preußischen Landtags entspinnt sich eine längere Debatte über das Erwerbslosenproblem. Fast sämtliche Redner sind der Ansicht, daß der Er- werbswsigkeit nur durch Arbeitsbesch ass- fung Abhilfe gebracht werden könne. Von den Sozialdemokraten wird der Gedanke einer Arbeitsdienstpflicht abgelehnt. Schließlich kommt noch die Frage der Stillegung der Zeche „Vereinigte Margarethe" zur Sprache. Aber auch hier konnte man zu einem Beschluß nicht kommen. Das Haus vertagte sich auf Samstag. Für Montag ist die Beratung der Hohenzollernabfindung vorgesehen. Germersheim im Auswärtigen Neichstagscmrfchuß. Berlin, 8. Okt. Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages wurden unter dem Vorsitz des Abg. H e r g t (Sn.) die Fülle Germersheim im Zusammenhang mit den übrigen Zwischenfällen der jüngsten Zeit in den besetzten Gebieten verhandelt. Reichsminister für die besetzten Gebiete Dr. Bell gab eine ausführliche Darstellung der Vorgeschichte und des Tatbestandes der Fälle in Germersheim. Rach längerer Aussprache stellte der Vorsitzende fest, daß mit Ausnahme der kommunistischen Mitglieder der Ausschuß in Uebereinstimmung mit dem Reichsminister für die besetzten Gebiete Dr. Bell der Auffassung sei, daß die vorliegenden tief bedauerlichen Einzelfälle von deutscher Seite m i t aller Beschleunigung und unter nachdrücklicher Wahrung deutscher Interessen geklärt und weiter verfolgt werden müßten, und daß diese sich immer mehr häufenden Fälle in ihrer Gesamtheit nur als praktischer Beweis für d i e Unmöglichkeit einer weiteren Fortdauer der Besatzung zu werten sei. * chavas meldet aus Landau: Der französische Leutnant Rouzier, der am 27. September in Germersheim, da er sich im Zustand der Notwehr glaubte, von feinem Revolver Gebrauch machte, hat zu seinem Verteidiger, den Pariser Rechtsanwalt Jacques M o u r i e r gewählt, der ihn vor dem Kriegsgericht in Landau verteidigen wird, wo die Angelegenheit untersucht wird. In gewissen politischen Kreisen in Paris ist das Gerücht verbreitet, daß die Untersuchung des französischen Militärgerichts über die Vorfälle in Germersheim die Feststellung ergeben habe, daß das Auftreten des Leutnants Rouzier in gewisser Beziehung als provozierend bezeichnet werden müsse. einem Kameraden aus, auf Abenteuer. Priiv- zehchen bleibt traurig allein. Die Dynastie wird's nicht überleben. (Don psychologischen Bruchstellen soll hier nicht die Rede fein; in Operetten ist, grundsätzlich, alles möglich) Akt zwei: das Heimweh treibt den Riki einer Wiener Geigerin in die Arme. Er verliebt sich, sie auch. Aber das Glück ist kurz. Man erwischt sie beide, reißt sie auseinander, holt ihn zurück. Die Geigerin Franzi bleibt schluchzend im Garten liegen, And die Damenkapelle übertönt diesen Abschied mit singenden Geigen... Leise, ganz leise klingt's durch den Raum... So grelle Wirkungen kennt man aus den Stücken Hans Müllers gut genug. And sie sind unerschöpflich. Akt drei: das Försterchristei-Ende. Die Franzi hat dem Prinzeßchen die Geigentöne beigebracht, denen der Riki nicht widerstehen kann. Das ist die Stelle, wo er sterblich ist: dieweil er, hin und hergeworfen von schwankenden Gefühlen, einsam dafitzt, hört er's auf einmal wieder ... „leise, ganz leise ..And diesmal war's das Prinzeßchen. Jetzt ist es um ihn geschehn, und da liegen sie sich in den Armen. Aber im Hintergrund, schluchzend, die Franzi. And spielt dazu ... zärtliche Weise, Walzertraum ... Die Dynastie ist gerettet. (Wieder fällt einem ein: „mit Benutzung einer Ro- velle aus Hans Müllers Buch der Abenteuer".) Die Ausführung, unter Steinbreche r, war sehr wirksam; schmissig und flott. Besonders der erste Akt kam sauber und flüssig heraus. Die gevagte Situa.ion h ec und die rühr'e i*en Effekte später sind, da sie im Stil des Ganzen tief begründet liegen, kaum zu überbrücken. Das Orchester, unter Kapellmeister Reff, brachte den österreichisch weichen und leichten Charakter der Partitur mit Schmelz und Akkuratesse gut Geltung. Aus der Besetzung möchten wir an erster Stelle Inge van Heer (a. G. aus München) nennen: ein apartes, elegantes Figürchen; ein schöner, tragfähiger Sopran, natürlich, unverbraucht und sehr biegsam; auch darstellerisch eine rassige Leistung. Else Simon, als Franzi, war Die deutschenIndustriellen in England. London, 8. Okt. (Wolff.) Am Samstag findet in Ramsey bei Southampton im Hause des Transportministers Ashley die für zwei Tage festgesetzte Zusammenkunft zwischen deutschen und englischen Wirtschaftsführern statt. Die Initiative zu dieser Zusammenkunft ging von englischen Wirtschaftssüh- rern aus, die auch den vollkommen privaten und inoffiziellen Charakter der Besprechung betonten und darauf hinwiesen, daß es sich um einen Meinungsaustausch über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit d e r Industrien und Banken beider Länder hinsichtlich der eigenen wie der fremden Mächte, der Regelung von Lohnfragen usw. handle. Den Vorsitz wird der ehemalige Schatzkanzler Sir Robert H o r n e führen. Der deutschen Delegation sollen angehören: Dr. W a s s e r m a n'n von der Deutschen Bank, Dr. Cuno von der finpag, Dr. Silverberg vom Reichsoerband der deutschen Industrie, Geheimrat D u i s b e r g von der J.-G. Farbenindustrie und Dr. Sorge von den Krupvwcrken. Die englische Wirtschaft soll vertreten sein ourch Sir Mac Musst r a 11, Präsident der Vereinigung der britischen Industrie, Evan Williams, Präsident des Berg- werksbesitzeroerbandes, Sir Hugo H i r ft, Generaldirektor der Gen. Electric Company, Sir Thomas R o y d e n von der Cunard-Line, Colonel Vernon W i l l e y, der zur Textilindustrie Beziehungen hat, und Direktor der Lloyds-Bank ist, und Sir Goode- n o u g h , Präsident der Barclays Bank. öir Robert Horne erklärte einem Vertreter ber „Daily Rews", daß es sich bei den deutsch-englischen wirtschaftlichen Besprechungen um eine Erörterung handele, von der das Publv- fum keine sofortigen Ergebnisse erwarten sollte. Politische Fragen seien nicht dahinter zu suchen. Das Mitglied der deutschen Wirtschaftsdelegation, Generalkonsul Carl von Weinberg erllärte, der Hauptgrund für die Zusammenkunft beider Länder sei die Schaffung von Vertrauen. Wenn nicht die Europäer in der Lage seien, Vertrauen auf gegenseitige Aufrichtigkeit und Fähigkeit zu' haben und kommerziell zuscunmenzuarbeiten, so werde Amerika ihnen alles aus der Hand nehmen. Der Friede und das Wiederaufleben der Wohlfahrt Europas liege in sehr großem Maße in Händen Englands und Deutschlands. Beide Länder verständen sich wahrscheinlich besser als die meisten anderen Rationen Europas, weil sie gemeinsamere Interessen und Ziele hätten. Der Konflikt in der russischen kommunistischen Partei. Moskau, 9. Okt. (WTD. Funkspruch.) Das politische Bu reau des Zentralkomitees der kommunistischen Partei der Sowjet-Anion stellte die Tatsache einer Verletzung der Parteidisziplin durch die bedeutendsten Vertreter der Opposition fest und beschloß die Frage einer Auferlegung von entsprechenden Parteistrafen gegen Trotzki, Sinowjew und P a t a k o w, der nächsten Vollversammlung des Zentralkomitees und der Zentralkontrollkvmmission zu unterbreiten. Zn seiner Entschließung hebt das politische Bureau mit besonderer Genugtuung den außerordentlich einmütigen Widerstand hervor, den die Leningrader Arbeiter Sinowjew entgegengesetzt haben. — Großes Aufsehen hat hier gestern das plötzlich entstandene Gerücht hervorgerufen, daß Bucharin zu der Opposition übergetreten sei. Bekanntlich war Bucharin eine der stärksten Stützen Stalins und sozusagen der Sprecher der gegenwärtigen Parteileitung. Run soll Ducharm seine Ansicht geändert haben. Dies kann zur Stunde zwar noch nicht fest behauptet werden, doch ist es unzweifel- 6oft, bah Bucharin sich gestern an Trotzki und Sinowjew gewandt und den Versuch gemacht hat, sich mit ihnen zu verständigen. Wenn es tatsächlich zutrifft, daß Bucharin Stalin endgültig den Rücken kehrt, so würde dies der stärkste Schlag für das Zentralkomttee und Stalin sein. Polnische Protestnote zur Wilnafrage. Warschau, 8. Ott. (TA.) Der Korrespondent der Telunion erfährt von gut unterrichteter Seite, daß das polnische Außenministerium die Absicht hat, eine Protestnote gegen die Stellungnahme des russisch-litauischen Der- leider indisponiert uiu) mußte mit halber Stimme singen, hielt aber tapfer durch und gefiel besonders im Mittelakt durch Temperament und wienerisches Gemüt. Sehr hübsch, wie immer in solchen Rollen, Alois Resni (Frankfurt, a.G.); er gab den vertrottelten Duodezfürsten mit angenehmer Reserve und trockenem Humor. Franz Sauer a. G. enttäuschte; sein Graf Lothar war eine mehr als billige Witzblatt-Figur mit hohen und höchsten Fisteltönen; man kann dergleichen auch anders spielen. Steinb recher gab liebenswürdig, urwüchsig, auch stimmlich sehr frisch, den armen Riki. Reben ihm: Kurt H ampe, fescher, lustiger Kamerad, ein richtiger K. u. K. Operettenleutnant. In letzter Stunde war Frau Hemme-Weyer (Wiesbaden, a. G.) einge- sprungen; sie spielte die seriöse Oberkammerfrau von Insterburg darstellerisch und gesanglich mit geschmeidiger Einfühlung ins Ensemble. Der Beifall war, besonders nach dem zweiten Akt, sehr freundlich; auch gab es verschiedene schöne Blumensträuße. Dr. Th. Brief aus Rom. Von Gerd Kauter. Ihre etwas naive Frage, lieber Freund, was in Rom mir den stärksten Eindruck gemacht habe, ist nicht ganz leicht zu beantworten. Fasse ich sie wörtlich und sage Ihnen den tiefften aller Eindrücke ungeachtet ihrer Der> schiedenartigkeit, so werden Sie über meine Antwort lächeln. Deshalb will ich sie auch zurückstellen. Läßt man sich durch diese saubere und liebenswürdige Stadt treiben, so stößt jeder Schritt auf Bau- und Kunstwerke von Weltruf. Im einzelnen wirken diese Weltwunder ein wenig in der Weise auf mich, die ich für mich „Pittisch" nenne. Sie kennen den Roman „Pitt und Fox" wahrscheinlich gut genug, um mich zu verstehen. Ich meine die kühle, man würde heute sagen „schizoide", Art des Pitt, von den Dingen nicht überwältigt zu werden, sondern etwa zu denken: Vielleicht werde ich dies in einigen Jahren für den bedeutendsten Eindruck meines Lebens halten. träges zur Wilnafrage der Botschafter» konferenz zu überreichen. Die polnische Regierung ist der Ansicht, daß die Botschafterkonserenz die einzige dafür zuständige Stelle ist. da Wilna laut Beschluß der Dotschafterkonferenz vom Jahre 1923 Polen zugespro chen worden sei. Notstandsmaßnahmen in Hessen Darmstadt, 8. Ott. Der Präsident der Reichsarbeitsverwaltung hatmit- geteilt, daß er für das Rechnungsjahr 1926 aus Mitteln der produktiven Sr- werbslosenfürsorge zur Durchführung von Rotstandsmahnahmen im Rahmen des von der Reichsregierung aufgeftellten Ar- beitsbeschafsungsprogramms einen weiteren Betrag von 1 650 000 Reichsmark für Hessen unter der Voraussetzung zur Verfügung hält, daß das Land den gleichen Betrag aus Landes- mitteln bereit stellt. Er ersucht um möglichst baldige Bestätigung, daß in Hohe des vorstehenden weiteren Reichskontingents auch weitere Landesmittel verfügbar gehalten sind. Am im Bedarfsfälle das Reick^kontingent für 1926 voll in Anspruch nehmen zu können, ersucht daher der Minister für Arbeit und Wirtschaft im Einverständnis mit dem Minister der Finanzen, einen Beschluß des Finanz ausschus- s e s des Landtags herbeizuführen, der ihn ermächtigt, der Reichsarbeitsverwaltung gegenüber zu erklären, daß das Land Hessen für Maßnahmen der produktiven Erwerbslosenfürsorge bereit ist, für das Rechnungsjahr einen weiteren Betrag von 1650 000 Reichsmark vorzusehen. Damit beträgt das hessische Gesamt- kontingent für 1926 4 350 000 Reichsmark. Aus aller Welt. Das erste deutsche Flugzeug im besetzten Gebiet. Rachdem bisher der Einflug deutscher Flugzeuge in das besetzte Gebiet verboten war, ist den Raab-Katzenstein Flugzeugwerken in Kassel von der interalliierten Rheinlandkommission vor einigen Tagen die Genehmigung erteilt worden, mit dem Sportflugzeug „Schwalbe" auf der Opelrennbahn in Rüsselsheim zu landen. Die Desahungsbehörden konttollierten zwar das Flugzeug, bewiesen aber im übrigen Entgegenkommen. Das landende Flugzeug unter dem Führer Raab wurde vom Prinzen Heinrich von Preußen und dem Grohherzog von Hessen, die beide zufällig in Rüsselsheim anwesend waren, in Empfang genommen. Uebungsreife des Linienschiffs „Hannover". Das Linienschiff „Hannover" wird am 11. Okt. eine zweimonatige Uebungsreife antreten, in deren Verlauf verschiedene Häsen auf Madeira, den Cap Verdischen Inseln, den Kanarischen Inseln und in Spanien angelaufen werden. Am Ende der Reise findet ein siebentägiger Besuch von Amsterdam als Erwiderung des diesjährigen Besuches der holländischen Flotte in Kiel statt. Der Mordprozeh Böhme. Dresden, 8. Okt. (WTB.) Unter großem Andrang des Publikums begann heute vormittag vor dem Schwurgericht die Verhandlung gegen den 61 Jahre alten San.-Rat Dr. Justus Böhme. Er wird beschuldigt, seine dritte Ehefrau auf einem Iagdgang erschossen zu haben, um ihr großes Erbe anzutreten. Der Angeklagte schilderte die Geschichte von dem angeblichen Unfall. Er erklärte, wir trafen uns im Gasthof und schlugen den vereinbarten Weg ein. Mein Gewehr war mit Hühnerschrot geladen. Ich trug mein Gewehr im letzten Augenblick mit der Mündung nach oben gerichtet. Den Finger hatte ich Im AbZug. Ich verspürte plötzllch Hemmungen und stolperte nach seitwärts. Dann ging auf einmal der Schuh los. Tie weitere Verhandlung erstreckte sich insbesondere darauf, wie weit die getötete Frau von der Gewehrmündung weggewesen ist Der Angellagte hatte früher zugegeben, sie sei nur 50 Zentimeter entfernt gewesen. In der heutigen Verhandlmrg erklärte der Angellagte, es sei etwa zwei Meter gewesen. Geheimrat Professor Tr. Schmor! berichtete als Sachverständiger, daß der Tod durch einen Schrotschuß erfolgt fei. Die Einschuhstelle war am rechten Ohr. Die Wirkung muhte eine tödliche sein. Damit wurde der erste Verhandlungstag beendet. Eine Spur davon war da. Doch muß ich die Sixtina ausnehmen und die Säulengänge vor dem St. Peter. Stärker wirkten Dinge, die man nicht erwartete. Eine dämmerige Abendstunde in der Kirche • Santa Maria belta Vittoria, in der man Berninis „Verzückung der heiligen Therese" sehen kann, Don einer so unerhörten, intimen Weltlichkeit im Ausdruck der Gesichter, daß ich mich wundere, daß man's in einer Kirche stehen ließ. Ein Abend vor dem Palast des Königs, festlich theatralisch durch Laterne, Tor und Wache, weich und wett durch die blauschwarze Dämmerung, lebendig und fröhlich durch die Spiele der Kinder. Der Gesamt eindruck dessen, was ich sah. war wesentlich historischer Art. Ich merkte, daß ich, obwohl ich sicher es bisher geleugnet hätte, von der Realität der historischen Geschehnisse nicht ganz überzeugt war. So ganz sicher war es mir doch nicht gewesen, baß das alte Rom und die latemische Sprache, die Päpste und Michelangelo wirklich existiert haben. Hier ist mir der Zweifel zugleich bewußt geworden und erloschen. Richt etwa in Museen. Aber an den Säulen, die zwischen den Häusern stehen, an der überwältigenden Anzahl prächttger Kirchen, an der Decke der Sixtina und an dem beinahe unheimlichen Triumph, den man empfindet, wenn man in einer Sprachverlegenheit durch ein rein lateinisches Wort verstanden wird, und gar von Leuten, die nie Latein gelernt haben. Der stäüste Eindruck aber, um auf Ihre Frage zurückzukommen, ist schon nicht mehr Rom zuzuschreiben. Er kam einfach von einem etwa zehnjährigen Italienerjungen, der sich in der Dämmerung auf einem zweirädrigen Weinkarren die Via Appia hinaufzieh«! lief). Er ließ den Esel ziehen, wohin der wollte, und sah unö fang mit großen Augen langsam vor sich hin. Die Freude an Kunst und Historie ist im Grunde nur Freude am Menschen. And hier kam sie unvermittelt. i Prinz Friedrich von Hourburg. Dienstag, 12. Oft, abends 7 bis IO1/« Mr: Nibelungen 1. Tett. Mittwoch, 13. Olt., abends 8 bis 10 Mr: Der Revisor. Donnerstag, 14. Olt., abends V‘« bis 10 Mr: Prinz Friedrich von Homburg. F::itag. 1426id Sehenswert! Neu eröffnet! Vermietungen*] Ml. or-989 mte:en Passiva OHL b) aus Wechsel . . 46 000 — „ Summe der Passiva Mt Reingewinn Mk. der 554 47 811 - 8 706 05 20 356 49 7 336 36 739 - 3 465 48 3 300 — 240 — 305 70 572 97 90 312 39 Jn Apotheken yobc-iotc Uvtüäbrt. Bio-M«ge üu oermleicn 8301D ftaiferrtllce 35 I. Kasienbestand....... Wertpapiere....... Aktiv-Wechsel (diskontierte) . . - Geschäsksgulhaben bei Genosienschaften Geschäftsmobilar und Utensilien Dank-Guthaben in laufender Rechnung Gesamtkasieumsah in 1925 Mk. I 949 415 13, Mitgliederstand Ende 1925 225 Mitglieder, Zugang in 1925 17 Mit- glieder, Abgang in 1925 9 Mitglieder. Mitgliederbestand Ende 1925 233 Mitglieder. mnoott**. M U. ßtt rtw, in btrtn 'drira, den n Kanari« ■n angelaufen n siebentägiger rmiberung dn hen Flotte in mit Doppelschrauben-Passagierdampfer „LUTZOW" । Reise: 15. März bis 9 April / II. Reise: 1Z. April bis 7. Mai Vertreter-© esych Leistungsfähige Strumpffabrik sucht für Südhefsen (außer Frankfurt und Wiesbaden) mit Dertreter-Sitz Gissten einen tüchtigen Vertreter. 3n Frage kommen nur branchekundige Herren, welche sowohl bei Grossisten, als auch bei den maßgebenden Detaillisien sowie Waren, nnd Kaufhäusern bestens eingesührt sind und nachweislich gute Erfolge erzielt haben. Fa- briziert werden erstklassige Strumpf- und Wirkwaren. Ausführliche Angebote mit Nennung von Referenzen und bisher vertretenen Firmen unter 82790 an den Gießener Anzeiger erbeten. ntet gutem teufe twt> Manbhmg Dr. Wi .nt tmtle flana er# oßes Erbe schilderte die nsall. Er er- und schlugen Gewehr war mein Gewehr Mündung r hatte ich Im Hemmungen rts. Dann Schuh loi. ile sich ins- getötete Frau «sen ist Ger - sie fei nur ter teutlgen agte, es sei tat Ywfesior laubiger, daß tschuh er# t am rechten siche W Da» Stag beendet. Schauspielhaus. Sonntag, 10. OIL, abends 8 bis 93,4 Mr: Der fröhliche Weinberg. Montag. 11. Oktober, abends 71/» bis 10 Mr: Reservefonds......... Detriebsrücklage........ Geschä'tsgmhaben der Genosien.... Spareinlagen........- Bankschuld. a) in laufender Rechnung Mk. 3 779 62 NW&K WOLLGARNE >ch muß ich die nlengänge vor nm nicht er* in ter M ' »er man Gar# teuW* Ä lien dDettliw* iafi ich stehen lieh. Frankfurt a. M. Restaurant Kölner Hof am Hauptbahnhof (rechts) 3m Jahre 1925 vermehrten sich die Geschäftsguthaben um Mk. 4 751.05, die Haftsummen Ml. 237 000 - ; Betrag ' Gesamthaftsumme Ende 1925 Mk. 349 500 —. Summe der Aktiva Mk. 106 27' Schuld in laufender Rechnung an Genossen „ Aufwertungsfonds........ Neu üliden. 1926 n V* KL m ’m D», 1926 Z Ä daher ini einen ^ark vor. Gesamt, »mark. irze Zämme- Spiele der was ich , merkte, dab eugnet hä^> Geschehnis« sicher war es jtc Rom M unb M«-l. un» en Säulen> W > - 5 «Em i"- m int r^ebil2> lind Guthaben auf Postscheckkonto .... „ Guthaben in laufender Rechnung bei Genosien^ 7 bis 10 Mr: Fidelio. Bei Am der provinzialhaupistadt. G iest en. den 9. Oktober 1926. ' Erntedankfest. [ Man kann es in Zweifel ziehen, ob das ' Erntedankfest heute in Deutschlan» noch als ein allgemeines kirchliches BolMest Stiert werden kamt. An diesem Feste dankt der Christ fernem Gott, daß er Feld und Flur mit Segen gekrönt hat, die Prediger sprechen dabei über Die Witterung des letzten Jahres, die in dem Landman bald frohe Hoffnung, bald ernste Sorge-erregt^ sie reden von dem Ertrag der Felder, der Obst bäume, der Wiesen, in^Württemberg und am Rhein auch von dem Ertrag der sieben und lassen ihre Betrachtung wohl tn den^ schonen 65. Psalm ausklingen, m dem d^ Dichter aus alter Zeit zu Gott sagt. .Du suchest das Land heim und wässerst es und machst es sehr reich. Gottes Drünnlein hat Wasser die tfulle. Du läHeft ihr Getreide wohl geraten; denn also bauest du das Land. Die Anger sind voll Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchzet und singet." Es ist klar, daß das Erntedankfest in einer Wetterauer oder rheinhessischen Landgemeinde mit voller innerer Teilnahme aller Gemeindeglieder gefeiert wird; denn dort gehören alle Gemeindeglieder dem Bauernstände an, die wenigen Handwerker, auch Pfarrer und Lehrer mühen sich gleichfalls um Acker und Garten. Es ist klar, daß auf einem D'ttergute in Mecklenburg die alten Erntebräuche, das Einbringen des Erntekranzes, der Zug der Schnitter und Schnitterinnen noch ihre volle Bedeutung haben. Run gehe man aber in eine der Industriegemein- den, die sich zu beiden Seiten des Rheins in wettern Bogen um die Städte Mannheim und Ludwigshafen gruppieren, man betrete ein Hamburger oder Kieler Arbettepviertel. schaue auf die Schteckenberge in Hamborn am R ederrhein und Reunkirchen im Saargebiet, nach den Kaminen der chemischen Fabriken in Leverkusen oder in die Häuser der Textilarbeiter rm Erzgebirge. Dort haben die arbeitenden Menschen nicht einmal einen Blumentopf, in dem sie vor dem Fenster Petersilie pflanzen können. Was hat ferner der Gelehrte, der Beamte, der Kaufmann m der Großstadt für Beziehungen zu Ackerbau und Wiesenkulturi Biele Großstädter wissen Gerste und Hafer nicht voneinander zu unterscheiden, sie wissen, wie es in einem Konzertsaal oder in einem Kino aussieht, haben aber nie beobachtet, tote man in der Scheune die Korngarben lagert, und dir Frauen aus den Großstädten schrecken zuruck, wenn man auf dem Lande sie auffordert, einen Kuhstall zu betreten. C£ c._ „ Dennoch ist das Erntedankfest em Fest für alle Schichten unseres Volkes. Als unsere Gegner während des Krieges die Blockade über uns verhängten, haben wir kennen gelernt, wie nötig uns eine leistungsfähige Landwirtschaft ist, auch in den Jahren nach dem Kriege haben wir erfahren, wie sehr das Gedeihen unseres Volksganzen von dem Gedeihen der deutschen Feldfrucht abhängig ist. Sodann aber redet dieses Fest nicht nur von Erfolg und Mißerfolg des Sandmannes, sondern überhaupt von der Mühe und dem Segen einer jeden redlichen Arbeit. Hierbei zeigt sich eine merkwürdige Liebereinstimmung zwischen dem Auf und Rieder der Landwirt- schaft und dem wirtschaftlichen Leben überhaupt. Keine menschlich« Kunst und Mühe kann die Witterung gestalten, kann Hagelschlag, Frost, Heberschwemmung, Dürre, Mäusesraß und Baumschädlinge von den Feldern und Bäumen fernhalten, keine menschliche Kunst und Macht kann aber auch internationale Finanzschwierigkeiten, Stockungen in der Industrie und im Handel, Krieg und Anruhe, die das wirtschaftliche Leben stören, JJJtt 5hig. ton bar, $ tn NM Whon vor wt aus bet ■,*m SU Ian, ^rien zwar iflen Entge- unter tem Heinrich 'Zog von rlsheim an. 15. Oft., abends 8 bis 10 Uhr: Der Revisor. Samstag. 16. OIL, abends 7 bis 101/* Hhr: Nibelungen 1. Seil. Sonntag. 17. Oft., abends 8 bis 10 Hör: Schluck und Iau. Opernhaus. Sonntag, 10. Oft, abends 8 bis 9V» Hör: Salome. Montag, 11. Oft, abends 7V2 bis 10 Uhr: Martha. Dienstag, 12. Oft., abends 7Vz bis 93/4 Uhr: Ariadne auf Raxos. Mittwoch, 13. Olt., abends 71/? bis lO’A HÖr: Der fliegen' e Holländer. Donnerstag 14. Oftober, abends 7Vl- bis 10 Uhr: La Tra- viata (Violetta). Samstag, 16. Oft, abends 7 bis 10 Hör: Manon. Sonntag, 17. Oft., abends verhüten. Die Krisen im wirtschaftlichen Leben kommen, wie Sturmwinde und Kältewellen, die sich von Amerika her über den Kontinent verbreiten, und sind nicht aufzuhalten. Was dem Landmann der Maifrvst ist, das ist dem Industriellen, wenn er wegen der ausländischen Konkurrenz und, weil keine Aufträge bei ihm ein- laufen, die Pforten seiner Werke schließen muß. das ist dem Arbeiter, wenn der Fluchs der Erwerbslosigkeit auf ihm lastet. Das Erntejahr, das sich jetzt seinem Ende zune'.gt, war gut. das Jahr der deutschen Wirtschaft verhängnisvoll Aus allem diesem Geschehen lernen wir die Grenzen des Menschentums kennen, erfahren aber auch, daß wir von einet höheren Macht abhängig sind. Untere Vorfahren haben eine Kunst gut verstanden, die Kunst des Vertrauens, des Harrens auf Gott. In Zeiten frieger.scher Verwüstungen, in Sagen der Mißernte und unter dem Schrecken verderblicher Seuchen haben sie den Mut nicht verloren, weil sie des Glaubens waren: Gott hilft dennoch. Wenn wir in diesen recht harten Zeiten von der gleichen Zuversicht erfüllt sind, so werden wir weder national noch wirtschaftlich zugrunde gehen, wir werden auch die Energie haben, durch soziale Maßnahmen, durch Wohlfahrtspflege, mit einem Wort durch christliche Liebe und Brudergesinnung über die größten Schwierigkeiten Herr zu werden, wenn wir uns auch sagen müssen, daß das alles sehr bescheidene Seilarbeit ist. H. B. Bornotizen. — Lageskalender für Samstag. Gießener Rudergetellschaft: 8.30 Hör, Bootshaus. Jahres - Hauptversammlung. — Gesangverein „Heiterkeit": 8 Uhr, Surnhalle. Abendunterhaltung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Dieb von Bagdad". — Astoria-Lichtspiele: „Aus dem fernen Osten". — Palast-Lichtspiele: 8 Hhr, Gast- spielvorstellung des Varietekünstters Scherber. — Sageskalender für Sonntag. Oberhessischer Kunstverein: 11 Hhr norm., Turmhaus am Brand, Eröffnung der Ausstellung von Werfen bildender Kunst. — Stadttheater: 7 Hör, „Der Kaufmann von Venedig". (Ende 9.45 Hör.) — Verein für Motorradsport 1926: 7 Hhr vorm., Sternfahrt. — Verein für Hundesport: 9 Hhr totm., Schliesplatz am Mittelweg. Preisschliefen. — Paddler-Gilde Gießen: 2 Hhr nachm., Ab- paddeln. — Wartburg-Verein: 8 Hhr, Markus- saal. Lichtbildervortrag von Pfarrer Hertel. — Lichtspieltheater wie Samstag. — Palastlicht- spiele: 4 Hhr nachm. und 8 Hhr abends, Gastspielvorstellung des Barietelünstlers Scherber. Wetter vor Nack unruhigem, stellenweise stürmischem und regnerischem Wetter schwach aufklärend, kühler. lieber Schottland liegt der Kern eines sehr starken Wirbels, der an seiner Ost- und Südostseite ungewöhnlich starken Barometerfall heroorruft, der in schneller Bewegung begriffen ist. Allendorf an der Lumda, den 8. Oktober 1926. Spar- und Vorschuhverein eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Hnterschrift des Direktors: Loh. Hnterfchrift des Kontrolleurs: Formhals. 8315V Hnterschrift des Rendanten: Döll. Halts-Landschaften, grohstädtifches Straßarteben, Retterfzemrn. Stilleben, auch 2 Porträts darstellend —. welche berettS in anderen größeren Städten beifällig ausgenommen wurden. Ella Räuber-München bringt eine große« Zahl farbenprächtiger Holzschnitte: Blumen. Bogest Inerten. Ausgestellt sind Wetter noch ermge Aquarelle. Donaulandschaften von H. Wlll-Tre:s, z. Z. in Wien. Die Ausstelluna ist wieder Sonntags. Montags. Mittwochs, Frettags von 11 brs 1 Hhr, Mittwochs auch von 3 bis 5 Hhr geöffnet. •» 2)cr Goethe-Bund lädt im heutigen Anzeigenteil die Kunst- und Literaturfreunde zur Mit- glledschaft unb zum Besuch seiner literarischen «jor» tragsabende ein. Bekanntlich beruft der Bund, wie er uns schreibt, Kunstunlerneymen von hohem nang und unsere bedeutendsten Oiajtcr und Denker tn seinen Kreis. Wenn der Goethe-Bund als geistige Jitteressengemeinschaft bei seiner Mitgliederwerburg im Grunde genommen nur auf die ideellen Werte seiner lätigteü die Aufmerksamkeit richten mochte, jo ist er doch infolge der Ungunst der wirtschaftlichen Derhältnisie weiter und gerade der besten Kreise unserer Bürgerschaft gezwungen, auch auf die unterteilen Vorteile hinzuweisen, die er seinen Mitgliedern auf Grund eines starken unb allseitigen Zusammenschlusses gewähren unb bei entsprechenden! Zuspruch noch erheblich steigern kann. Das für die erste Halste der diesjährigen Vortragstätigkeit des Bundes aufgestellte Programm weist mit Ernst Zahn, Jakob Wassermann und Karl (£ Illing c r allbekannte und vielversprechende Namen aus unserer deutschen Dichterwelt auf. Nicht minderes Interesse dürften die für Anfang 1927 vorgesehenen Vortragsabende der Dichter Paul Keller unb Frank Thieß, sowie bes Astronomen Datier mit seinem vielbesprochenen Lichtbildervortrag „Ein Dorstoß in den Wellenraum" finden. Zum 100. Todestage Beethovens wird der Goethe-Bund am 27. März eine Gedenkfeier veranstalten, an der Professor Josephson vom Duisburger Konseroa- torium einen Vortrag mit Erläuterungen über die Persönlichkeit des großen Meisters hallen und der Bauersche Gesangverein durch Gesangsoorträge die Feier umrahmen wird. Im Hinblick auf dieses auserlesene Vortragsprogramm unb auf die den Mitgliedern gebotenen wirtschaftlichen Vergünstigungen dürfte der Bund mit feinem heutigen Werbe- aufruf allseitige Beachtung erwecken. Spielpran Der Frankfurter Theater. Wiederbeginn der totale Montag 3 Uhr. 8328D Prof .Brüning, Hriedrichsir. N Antomobi.- n. Wagenlackiererei Carl Vogel, Gießen Dantmstraße S.____ 49 779 62 23 393 92 69? 30 104 298 85 1 973 05 als selbständige Züge gefahren. Die Zusammenlegung der Berliner unb der Hamburger ' Züge hatte für die letzteren eine so gewaltige Belüftung gebracht, daß der Verkehr stark erschwert wurde und die Hamburger Züge erhebliche Der- 1 spätungen erlitten. Dieser Zustand wurde als unhaltbar erkannt unb beshalb die löiebereinlegung der Berliner Schnellzüge ongeorbnit. Es bleibt also bei dem Schnellzugverkehr von hier nach Berlin bzw. von dort über Gießen noch Frankfurt bei der Regelung, die wir im Sommersahrplan hatten. *• Der Sonderzug Gießen — Rothenburg o. d. Sauber, der für morgen geplant war, fällt wegen ungenügender Beteiligung aus. ’• Eine öffentliche Steuermah- n u n g erläßt die hiesige Stadtkasse in unserem Öeutigcn Anzeigenteil. Die säumigen Zahler seien auf diese wichtige Veröffentlichung besonders hingewiesen. *• Dienstjubiläum bei der Gießener Polizei. Am heutigen 9. Oktober kann der Polizeikommissar Wilhelm Schwinn auf eine 25jährige Tätigkeit im Polizeidienst zurückblicken. Nachdem er bis zum 1. November 1921 bei dem Polizeiamt Darmstadt, zuletzt als Polizeioberwachtmeister, tätig gewesen war, wurde er am genannten Tage als Polizeikommissar zum Polizeiamt Gießen versetzt. Polizeikommissar Schwinn hat sich in seiner langen Polizeidienstzeit und insbesondere in seiner hiesigen Tätigkeit durch sein Kenntnisse, seine Pflichttreue und fein entgegenkommendes Wesen das Vertrauen seiner Vorgesetzten und feiner Untergebenen sowie des Publikums erworben. 0 Bauliche Verbesserung an der Bahnhofsplatz « Treppe. Die Treppenstufen, die vom Dahnhofplatz zu der Brücke nach dem Wetzlarer Weg führen, werden gegenwärtig einer Reparatur unterzogen. Die Treppe und das Mauerwerk waren infolge ungünstiger Grundverhältnisse schadhaft geworden. Nunmehr wird die Treppe wieder befestigt, gleichzeitig wird das Mauerwerk verstärkt und dieses auch erhöht. Die Höhcr- führung der Mauer neben dem Friseurladen dient auch dazu, Raum zu schaffen für eine große Fläche, an der man den Stadtplan zur Orientierung der Fremden anbringen will. Die Verbesserungsmaßnahme ist nur zu begrüßen. 0 Sie gärtnerische Anlage vor dem^Hotel Kühne am Bahnhofsplah, die seither mit Sommerblumen bepflanzt war, soll nun durch etwa 500 bis 600 Duschrosenstöcke bestellt werden. Auf diese Weise wird man an Stolle der kurzen Iahresblüher recht dankbare, gärtnerisch und auch wirtschaftlich vorteilhafte Danerblüher schaffen. In Verbindung mit der gepflegten Rasenfläche wird diese gärtnerische Reugestaltung vom nächsten Frühjahr ab zweifellos sehr zur Derschonerang des Dahnhofsplatzes beitragen. Hoffentlich wird die Anlage auch stets den Schuh des Publikums finden. •* Der Oberhessische Kun st verein läßt, wie in der gestrigen Rümmer bereits bekanntgegeben, nach zweimonatiger Pause seine Ausstellungen wieder beginnen. Die Eröffnung fiirdet morgen, Sonntag, 10. Oktober, vormtttags 11 Hhr statt. Es sind ausgestellt: Oelgemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Carl Lenz in Erdhausen bei Gladenbach in größerer Zahl. In der Heimat seiner Familre hat er sich nach Beendigung seiner Studien an der Düsseldorfer Akademie als bodenständiger Mater niederge- lassen, seine Werke haben die Ratt'.r, die Menschen und das Leben der Heimnt zum Gegenstand und sind in kleinerem Hmsang bereits früher einmal gezeigt und gerne gesehen worden. E n ! anderer hessischer Künsller, Christian Deher- ; Kassel, steift zum ersten Mate einige seiner । Werke in G eßen zur Schau: 19 Aquarelle mo- I derner Künste chttma und verschiedenartigen In- Ml, MMk. 8 Sichelte» und gröntes Spezialgeschäft Overhesiens. 8292° rielMMN Wort. Iflnilffl Poftoecfano. Vohnungrtaiisch! Ich biete an in Frankfurt a. Main: Meine tn schöner, nefunber Lage belegene Wohnnna beitebenb au§ 2Bimmcr. Wohnküche. Svülküche mit Bad, Sveitekammer. bewohnbare Mansarde, Keller und vaus- garten, elektrisch Licht, Gas. Ich suche in Gießen: Eine oermimtge 2- bezw. kleinere 3- vts 4-Zirn-Wohnung. Schrifil. Angebote unter 8330D an den Gießener Anzeiger erbeten. Anerkannt erste Küche — Kleine Diners — Reichhaltige Tages- und Abendkarte zu mäßigen Preisen. Im Ausschank: Dortmunder Actien, Pils und Münchener Hotbrttu. 6792s! Weinrestaurant. Sorgfältig zusammengestellte Weinkarte zu niedrigen Preisen. Hotel Kölner kalten Wasser von Mk. 3.50 bis 6.—. 20 Privatbäder. 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Dr.*) Awei Dinge sind es, die bei der Beschäftigung mit der groben weltpolitischen Frage der Reparationsleistungen immer wieder in Erstaunen sehen. Einmal die naive Selbstverständlichkeit, mit welcher von feiten der Entente ganz deutlich ausgesprochen wird, daß die deutsche Exportsteigerung, die die Voraussetzung grober Tributleistungen an die Gläubigerstaaten von Deutschland ist, vor allem auch in die neutralen Länder gehen soll. Denn sonst würden sich die Siegerstaaten ihre Kriegstribute ja selber zahlen bzw. den deutschen Arbeitern auf Kosten ihrer eigenen Beschäftigung geben. Ist es da nicht selbstverständlich, dab man versucht, die Konkurrenz der deutschen Arbeiter vor allem auf die der anderen Länder abzuwälzen? Andererseits aber ist erstaunlich die Gleichgüttig- fett, mit der dieser offensichtliche Zweck des Dawes-Planes bei den Reutralen ausgenommen wurde. Es ist das nur erflärlid) durch die Propaganda, mit der die Entente es verstanden hat, ihre Kriegsziele und Rachkriegsabsichten der ganzen Welt als moralisch und berechtigt, ja selbstverständlich hinzustellen. Dazu muh die Wiederholung der Kriegsschuldlüge und die fortgesetzte Hetze gegen Deutschland immer wieder herhallen. Als dritte erstaunliche Tatsache könnte aber angesehen werden, dah man bei dem Mangel an psychologischem Scharfblick, der den Rechts- und Linksparteien in Deutschland gleicherweise eigen- tümllch ist, noch immer nicht merkte, wie Deutschlands Lage nicht nur in Polltischer, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht durch diese Propaganda geschädigt wird, und dah man erst recht nicht daran dachte, die öffentliche Meinung zu einer geistigen Offensive dagegen zusammenzubringen. Man weih in Deutschland immer noch nicht, dah man auch mit geistigen Waffen kämpfen kann und dah auch auf diesem Gebiete Angriff die beste Verteidigung ist. Dabei wäre es so überaus naheliegend, die Reutralen auf die Schädigungen hinzuweisen, die ihnen aus der Durchführung des Dawes-Planes erwachsen müssen, so dah es sich hier gar nicht um Stimmungen handelt, sondern um sehr reale Interessen der anderen Länder, die geschädigt werden. Diese Schädigung wird dann allerdings eine Mißstimmung erzeugen, die, wenn Deutschland auf diesem Gebiete weiter so unfähig und untätig bleibt wie bisher, von der geschickteren Ententepropaganda genau so gegen Deutschland gerichtet werden wird, wie die Dorkriegs- Propaganda, die zur Einleitung des Krieges diente. Als vor einigen Jahren die Welt vom Geschrei über das deutsche Inflationsdumping erfüllt war und Frankreich dies natürlich weidlich zur Stimmungsmache gegen Deutschland ausnutzte, habe ich schon darauf hingewiesen, dah, wenn grobe Reparationsleistungen von Deutschland gefordert werden und Deutschland überhaupt durch die Friedensverträge und die Gewaltpolitik der Rachkriegszeit in viel Froherer Armut gehalten werden soll als die anderen Länder, die ganze Weltwirtschaft geschädigt werden wird. Der Dawes-Plan hat nun keine andere Absicht, als Deutschland zu zwingen, seine „Schmuhkonkurrenz" fortzusehen, was natürlich auch seine politische Stellung immer wieder verschlechtert. Bei uns nimmt man aber die Verpflichtungen zu Reparativnsleistungen und den dadurch bewirkten Zwang zum Lohndumping gewissermaßen als eine unabänderliche Kriegsfolge hin, statt zum geistigen Wider st and dagegen aufzufordern. Da darf man sich dann auch nicht wundern, dah auch die Reutralen noch ganz im Banne der Entente stehen, lind doch wäre insbesondere bei den Handelsvertragsverhandlungen die gegebene Gelegenheit gewesen, für die Herabsetzung der deutschen Verpflichtungen und für eine definitive und vernünftige Regelung der Reparationsfrage Stimmung zu machen. Soweit ich sehen kann, ist von dieser Möglichkeit nicht im geringsten Gebrauch gemacht worden. Man hat Handelsverträge abgeschlossen, ohne darauf hinzuweisen, dah wir, um Repara- ttonen zu zahlen, die Einfuhr vor allem von Luxusgütern erschweren müssen. Wir hätten nach Wiedergewinnung unserer Handelsfreiheit mit solchen Argumenten der französischen Einfuhr viel schärfer entgegentreten müssen. Wir hätten auch Spanien in der Weinzollfrage nicht nachgeben dürfen, sondern hätten sagen müssen: Als Reparationsschuldner können wir es uns nicht leisten, soviel Wein von euch einzu- führen; bedankt euch dafür bei Frankreich und sorgt dafür, dah uns die ungerechten Reparationslasten genommen werden. Man hätte dafür die öffentliche Meinung mobil machen müssen, statt alles der Überredungskunst einiger Unterhändler zu überlassen. Besonders hätte man natürlich Frankreich gegenüber erllären müssen: Selbstverständlich werden unsere Handelsvertragsverhandlungen vor allem auch durch die Rücksicht auf die von den Alliierten geforderten Reparationsleistungen bestimmt werden, die es uns nicht erlauben, französische Luxuswaren zu niedrigen Zollsätzen, wenn überhaupt, hereinzulassen. Wenn ihr Repava- ttonsleistungen haben wollt, müht ihr uns viel inehr abkaufen als wir euch; denn wir können es auch den Reutralen nicht zumuten, uns möglichst viel Waren abzukaufen, nur damit ihr Reparationsleistungen bekommt. Statt dessen haben die Franzosen als geschickte Takttker sofort ein großes Geschrei erhoben: Die Deutschen verquicken die politischen Fragen mit den wirt- *) Der soeben erschienenen Arbett „D a s Transferproblem" von Geheimrat Ludwig Kastl und Professor Dr. Robert Liefmann (Leip- zig^G. A. Gloeckner), entnommen. schastlichen der Handelsbeziehungen, und die deutschen Michel, statt zu erwidern: Selbstverständlich tun wir das, beeilten sich wieder einmal, sich zu entschuldigen. Wir hatten eben, immer noch ohne Verständnis für die Bedeutung einer öffentlichen Meinung und ihre Geltendmachung bei allen außenpolitischen Fragen, wieder einmal versäumt, schon vor Beginn der Zollverhandlungen Flugzeugabsturz bei Metzen. Der Pilot tot. - Zwei Passagiere schwer verletzt, zwei leicht verletzt. * Ein schweres Fliegerunglück ereignete sich am gestrigen Freitagnachmittag gegen 1.15 Uhr bei dem gut zwei TNarschstun- den von Gießen entfernten Dorfe Beuern. Dort st ü r z t e das Flugzeug D 468, das von Frankfurt a. 21L nach Hamburg unterwegs war, an einem Bergabhang ab und ging dabei zum größten Teil in Trümmer. Der Pilot Basch wurde g e - tötet, die Fluggäste Anton Störte aus Oslo (Jtorroegen) und Zechmeier aus Nürnberg wurden schwer verletzt, wahrend die beiden anderen Fluggäste — deren einer Kurt Ziechner aus Frankfurt a. TR. war, der Name des andern bisher aber noch nicht ermittelt werden konnte — mit leichten Verletzungen davonkamen. Heber den tragischen Unglücksfall konnte unsere an die Unfallstelle geeilte Redaktionsvertretuna folgende Einzelheiten ermitteln bzw. durch Augenschein feststellen: Das Flugzeug D 468 flog auf der Strecke Frankfurt — Hannover — Hamburg. Es ist eine Fokker-Maschine (Hochdecker), also nicht zu verwechseln mit einem Junkers- Apparat. Die Fokker-Maschinen sind keine Ganzmetall-Flugzeuge, sie haben Tragflächen aus Fournierholz und sind mit Leinwand verkleidet. 9m Gegensatz zu diesem Typ sind die Junkers- Flugzeuge ganz aus Metall hergestellt, was bei einem Unglücksfall wie dein gestrigen den Vorteil hat, daß der Bruch der Tragflächen oder anderer wesentlicher Telle des Apparats viel seltener oder überhaupt nicht zu verzeichnen ist. Flugplanmäßig hatte das verunglückte Flugzeug den Flughafen Gießen nicht anzufliegen, sondern es hatte die Strecke Frankfurt a.M.—Hannooer ohne Zwischenlandung zu bewältigen. Daraus geht hervor, daß unser Gießener Flugzeug — das übrigens ein Junkers- Ganzmetallflugzeug, aber keine Fokker -Maschine ist — nicht identisch mit dem abgestürzten Apparat ist. Dieser war gestern nachmittag gegen 12Z Uhr flu«planmäßig von Frankfurt a. M. auf die Luftreise nach Hannover gegangen, um von dort weiter nach Hamburg zu fliegen. Die Maschine wurde von dem aus Berlin-Schöneberg gebürtigen, in Frankfurt a. M. wohnenden Piloten Basch geführt, der die Strecke schon seit längerer Zeit beflog. Der etwa 36 Fahre alte Mann hinterläßt feine junge Frau und ein Kind. Als Flugzeuggäste weilten vier Herren an Bord, deren drei gestern spät abends in Gießen dem Namen nach bereits bekannt waren. Der Passagier S t ö l e aus Oslo hatte sich zur Messe in Frankfurt a. M. aufgehalten und wollte nun nach Hause zurückkehren, der Fluggast Ziechner hatte Hannover als Reiseziel, das Reiseziel des Verunglückten Z e ch m a i e r blieb uns unbekannt,, ebenso das des vierten Passagiers, des Hauptmanns G r a e o e vom 3. Art.-Regt. in Frankfurt (Oder). Als die Maschine über dem Busecker Tal angelangt war, will man in der Passagierkabine Anzeichen von Molorstörungen bemerkt haben. Diese Behauptung findet eine gewisse Bestätigung in den Beobachtungen, die von Bewohnern in Beuern gemacht wurden, welche wiederholte unsichere Lage der Maschine, sogar starkes Schwanken derselben gesehen haben wollen. Anderseits wird heroorgehoben, der Pilot habe in dem herrschenden Nebel die Orientierung verloren, vermutlich den Gießener Flugplatz zur Vornahme einer Notlandung gesucht, diesen aber wegen des Nebels nicht gefunden und sei dabei schließlich bet Beuern gelandet. Jedenfalls hat der Pilot über dem Dreieck Beuern — Großen-Buseck — Reiskirchen mehrere Schleifenflüge gemacht, plötzlich ist er stark herabgegangen, dicht über den Ort Beuern hinweggeflogen und in der Richtung auf die dicht hinter dem Ort nach Climbach zu gelegenen Höhen und hat hier am sog. Krebskopf die Notlandung Dorgenommen. Dabei hat die Maschine mit der linken Tragfläche die Erde stark berührt, infolgedessen brach die Tragfläche, und der Apparat kam zum scharfen Niederbruch. Wie der Augenschein uns zeigte, sind beide Tragflächen zerstört, der Rumpf ist geknickt, das Fahrgestell glatt abgebrochen, wobei dte Achse des Fahrgestells durch den Boden des Rumpfes in die Kabine eindrang und dabei die beiden auf den Vordersitzen weilenoen Herren schwer verletzte. Der Pilotensitz ist gleichfalls stark in Mitleidenschaft gezogen, während der Motor gebrauchsunfähig wurde. Der hintere Teil des Apparats und dessen Schwanzende kamen etwas besser davon, immerhin kann man sagen, daß der Bruch sehr stark ist. Sachverständige Herren äußern die Vermutung, daß der Anlaß zu der Notlandung in einem M o - tordefekt gelegen haben mag, daß die Maschine infolgedessen nicht mehr vollständig in der Hand des Piloten war und nur deshalb so hart aufsetzte. Bei dem heftigen Anprall auf den Acker an dem Bergabhang muß der P i l o t B a s ch mit dem Kopf gegen den Motor geschleudert worden sein, denn ihm war ein Auge ausgeschlagen, außerdem hatte er noch andere schwere Kopfverletzungen, die alsbald den Tod herbeiführten. Der Passagier 3 e d) m a i e r aus Nürnberg erlitt einen Schädelbasisbruch, der Norweger Stäle einen komplizierten Hnterschenkelbruch am rechten Bein, Ziechner aus Frankfurt leichtere Verletzungen an Kopf und Beinen, Hauptmann Graeve ebenfalls leichtere Verletzungen im Gesicht. Ein kleiner Hund, der im Gepäckraum untergebracht war, kam unversehrt davon. Das Befinden der schwerer Verletzten ist heute früh den Umständen entsprechend gut, Lebensgefahr besteht für sic nicht. Unmittelbar nach dem Unglücksfall eitlen hilfsbereite Leute aus Beuern in größter Schnelligkeit herbei; die Beuerner haben sich durch ihre rasche, tatkräftige und zielklare Hilfeleistung sehr ausgezeichnet. Der Hellgebilfe Huber und Frau von Beuern sowie der sofort herbei- gerufene Arzt Dr. Gengnaael von Großen- Buseck leisteten tatkräftig die sacykundige erste Hilfe. Schon etwa eine halbe Stunde später trafen nach tekevhonischer Benachrichtigung Regierungsrat Schmidt, Vorstand der Luftverkehr A.-G. Ober Hessen-Lahngau in Gießen, mit dem Gießener ^lugplatzmonteur im Auto an der Unfallstelle ein, sehr rasch waren auch die Gießener Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz und Amtsarzt Dr. Orth- Gießen zur Stelle, ebenso schnell die Staatsanwaltschaftsbeamten unter der Leitung des Staatsanwalts Fischer- Gießen, um den Verunglückten zu helfen bzw. um die amtlichen Funktionen rasch zu erfüllen. Später traf noch der Frankfurter Flugplatzleiter Hauptmann a. D. Fe 1 my mit drei Monteuren im Auto ein. Die Verletzten wurden in die chirurgische Klinik in Gießen Überführt, während die Leiche des Piloten Basch nach der Freigabe durch die Staatsanwaltschaft gestern abend mit dem Leichenauto der Firma Haas in Gießen an der Unfallstelle abgeholt und nach Frankfurt a. M. gebracht wurde. Die Flugzeugtrümmer werden im Laufe des heutigen Tages fortgeräumt und nach Staaten bei Berlin transportiert, um dort durch fachmännische Untersuchungen wenn möglich Aufklärung über die Ursache des Unfalls zu schaffen. Die biefigen Untersuchungen sind natürlich noch nicht oeendet. Berichte von Augenzeugen. Das Flugzeug D 468 hatte zunächst eine kolossale Höhe, es fuhr über dem dichten Rebelmeer und wurde anfangs nur zeitweise zwischen den Wolken gesichtet. Ausfallend war der eigentümlich Ton des Motors, der nicht, wie normal, singend, sondern anormal brummend gehört wurde. Das Flugzeug überflog den „Roten Holzberg", eine kreisförmige Schleife bildend. Es wurde nun bedeutend tiefer gesichtet, und man merkte am summen den und unregelmäßigen Fliegen, daß es in unserem bergigen, für Landungen sehr ungünsttgen Gelände, niedergehen wollte; auch das Surren des Motors verstummte vorübergehend. Einige Beobachter wollen auch das Äbschießen einer Leuchtpistole bemerkt haben. Run flog das Flugzeug in verschiedenen Höhen einigemale über das Dorf, knapp über den Kirchturm her, schließlich nach Osten übt« die „Mönchwiesen", auf denen eine Anzahl Maste der elektrischen Lichtleitung stehen. Da auch hier die Landung schwer auszufühven war, flog die Maschine schließlich nach Rorden ab, über die „Gilbachwiesen", dem „Hachenbachskopf" hinauf, kaum zehn Meter über der Erde. In der Waldecke am „Krebskvpf" machte sie die letzte Schleife. Wahrscheinlich entdeckte der Pilot jetzt wenige Meter vor sich den sehr steilen Abhang, die eine Tragfläche berührte den Erdboden und das Flugzeug überschlug sich zweimal, sodaß es wieder aufrecht zu stehen kam und stürzte nun mit dem Propeller zuerst auf die Erde. Haushoch flogen die Splitter, und einem Trümmerhaufen gleich blieben die Reste liegen. Sofort sprangen beherzte Männer hinzu, um den Insassen zu helfen. Vier der letzteren konnten sich selbst befreien, nur der Flugzeugführer saß fest geklemmt in seinem Führe rsitz. Mit vieler Mühe wurde er aus seiner üblen Lage befreit, starb jedoch wenige Augenblicke später. Eine schwere Stirnwunde läßt darauf schließen, dah die Schädeldecke durch den Aufschlag auf das Führerrad gehoben war. Auch das rechte Auge war sehr schwer beschädigt, ebenfalls der rechte Arm. Einer der Hilfeleistenden, der Landwirt Ludwig Stein II., hatte den Arzt, die Gießener Sanitätskolonne und den Gießener Flughafen sofort telefonisch benachrichtigen lassen, sodaß kurze Zeit später ärztliche Hilfe zur Stelle war. Lin weiterer Zlugzeugunfall. WSN. Frankfurt a. M., 8. DEL Das Flugzeug D 6 7 6 der Süddeutschen Sport-Flugzeug- G. m. b. H. in Böpplingen (Württemberg), das vor einigen Tagen wegen Motvrbrandes in der Nähe von Neu-9senburg niedergehen mußte, erlitt heute einen neuen Unfall. 3n einer Höhe von 200 Meter setzte der Motor plötzlich aus, so daß eine Notlandung vorgenommen werden mußte, wobei das Flugzeug erheblich beschädigt wurde und abtransportiert werden mußte. Die Znsasfen, die gerade die Heimreise an- treten wollten, tarnen mit leichteren Verletzungen davon. der Welt zu verkünden: Die Uebernahrne solcher Lasten, wie der Dawes-Plan sie uns auferlegt, zwingt uns gleich nach Wiek>ergewimrung unserer handelspolitischen Freiheit am 10. Januar 1925 für alle nicht unbedingt notwendigen Waren die Einfuhr möglichst zu beschränken, in erster Linie natürlich den Ländern der Reparations-- gläubiger, aber auch allen Reutralen gegenüber. Diese mögen sich dafür bei jenen bedankenl Hätte man das getan und mehr Energie in der Durchführung gezeigt, so wäre die Reparationsfrage schon längst als ein internationales Problem erkannt und der Dawes- Plan wahrscheinlich schon lange aufgehoben. Statt dessen hat man die Handelspolitik wieder zu einer Prinzipienfrage gemacht und den alten Prinzipienstreit wieder entfacht. In der prinzipiell freihändlerischen Presse hat man so unpolitisch wie möglich betont, daß Deutschland an möglichstem Abbau der Zolle interessiert sei, um seinen Export zu steigern und feine Reparationsverpflichtungen erfüllen zu können Das ist zwar das Gegenteil der Polittk. die Professor Keynes von den guten 'Deutschen erwartete, aber tatsächlich die verbreitetste Anschauung. wenigstens in der Presse. Seltener ist die Anschauung vertreten worden: Deutschland hat doch gar nichts von der Forcierung seines Exports, macht sich vielmehr dadurch in der ganzen Wett verhaßt, nur um übermäßige und ungerechte Forderungen polittsch übermäch- tiger Gegner zu erfüllen. Sicher ist. daß die deutschen Reparationsverpflichtungen, solange sie bestehen bleiben, nur dazu beitragen, d i e schuh zöllnerischen Reigungen in der ganzen Welt zu verstärken, und daß es eine große politische Torheit ist. wenn unsere freihändlerische Presse, die zugleich auch immer für Verständigung mit dem Gegner um jeden Preis eintritt, die geistige Offensive gegen die politische und wirtschaftliche Versklavung Deutschlands unterlähL Doch soll hier auf die merkwürdigen politischen Zusainmen- hänge, die dabei vorliegen, nicht näher eingegangen werden. Ich habe zwar seinerzett auch die Erklärung der deutschen Hochschullehrer in der Zollfrage unterschrieben, jedoch den Passus, dah die Zölle als Druckmittel verwendet werden sollten, ausdrücklich unterstrichen und gleich- zeittg dem Deranstatter der Enquete, Prof. Adolf Weber, bemertt. es sei allerdings nicht zu erwarten. daß dieses Mittel mit genügender Energie benutzt werden würde. 'Das hat sich dann auch bestätigt. Außenpolitische Umschau. Von Prof. Dr. Otto Hoetzsch, Md.R. In Thoirh haben Stresemann und Briand keineswegs, wie man gleich oberflächlich gesagt hat, einen „accord" geschlossen oder ein Einzel* Programm entworfen. Sie haben dort umfassend das deutsch-französische Verhältnis besprochen. Der deutsche Außenminister hat sich damit abgefunden, daß er in den Vorfragen der Milttärkontrolle, der Rheinlandbesatzung usw. nichts in Genf erhielt, und ist auf das Gebiet übergetreten, auf dem eine ganz allgemeine, umfassende Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich begonnen werden soll. Lassen wir beiseite, was sich darum noch in Genf und später herumgerankt hat. Fassen wir lieber die Sache selbst so illusionsfrei und ruhig wie irgend möglich an, die die nächsten Wochen und Monate aufs stärkste beschäfttgen wird und die hüben und drüben natürlich auch auf die Innenpolitik reflektieren wird. Daß diese ganze Verhandlung Zeit braucht, dah aus ihr selbst heute noch nicht erkennbare Schwierigkeiten entstehen können, ist ebenso klar, wie fraglich ist, ob der allgemeine Gang der Weltpolitik den beiden europäischen Staaten die Ruhe und Sammlung lassen wird, auf dem Wege vorwärtszukommen. Der Ausgangspunkt dabei ist für Frankreich einfacher als für uns. Für Frankreich kann die direkte Auseinandersetzung mit Deutschland nur Vorteile bieten. Vor allem dann, wenn irgendeine finanzielle Abmachung zustande käme, die, wenn auch nur vorübergehend, die französische Währung stabllisierte und Frankreich ermöglichte, die Entscheidung in ber Schuldenfrage Amerika gegenüber hinauszuschieben. Die Trümpfe in bem Spiel, das jetzt begonnen wird, sind zwar nicht alle, aber doch erheblich und gut in Frankreichs Hand. Darum ist es Briand auch leicht geworden, sein Kabinett trotz bekannten und vorhandenen Widerspruchs zur Zustimmung zu bewegen, er hat es ja nicht gebunden. Er eröffnete eine Bahn, auf der Frankreich noch im Besitz aller seiner Positionen ist. Und sein Kabinett hat nicht mehr getan, als die „Rühlich- keit" dieser „interessanten" Verhandlungen an- zuerkennen und sie auf die unverbindliche Behandlung der Sachverständigen zu schieben. Doch ist das nicht vollständig. Briands Stellung ist heute im Kabinett eine andere, als sie 1922 war, weil Frankreichs Stellung eine andere getoorben ist. Selbst der toilbefte französische Chauvinist, wenn er etwas Verstand hat, sieht ein, auch Poincare weiß das, daß jetzt die Bahn von Locarno und Genf auch für Frankreich zwangsläufig ist. Es gibt, wie die Dinge sich nun entwickelt haben, für ein Frankreich, dessen internationale Stellung sich nicht zu seinen Gunsten immer mehr verschoben hat und das von gefährlicher Isolierung bedroht ist, keine andere außenpolitische Arbeit, als innerhalb des Systems von Locarno und Genf. Das sieht Poincare, das sieht der nationale Block desgleichen, und so liegen eben die Dinge anders als 1922 in Cannes, als Briand den befannten Dolchstoß aus Paris erhielt. Ein solcher Dolchstoß würde Briand selbst gewiß heute schwer treffen, noch schwerer aber, ja tödlich — die französische Währung und deren Katastrophe ein- leiten. Für Deutschland ist der Ausgangspunkt schon nicht so einfach. Zwar die Formel ist leicht gegeben, auch richtig, wie Dr. Stresemann sie ausgesprochen hat, daß die ganze heutige Situation eine europäische Verständigung erfordere und daß eine solche nur möglich sei mit einer deutsch-französischen Verständigung. Roch etwas genauer hat er das in seiner Partello rresponk^nz mit der Frage formulieren lassen: „Wird es gelingen, in einem Austausch politischer und finanzieller Inter» Hcfzft berufen haben. H. D. ch er Karl-S setzuna in den Apotheken 8-'sl er dort Gericht ihn zu Gerichtssaal. Eme Verzweiflungstat. man die Dressur drr mitiDirtenben Tiere — Hahn. Henne und Ente — bewundern. Zum Schlüsse sei noch eine ganz hervorragende Leistung Scherbers gewürdigt: seine Handschatten- bilder und Pantomimen. Hierin hat Scherber eine Vollendung erreicht, wie sie in diesem Umfang höchst selten anzutreffen ist. Die Darbietungen fanden stürmischen Beifall des Publikums. ** D i e Maul- und Klauenseuche ist neuerdings auf der Iungviehweide Warthof bei Grünberg, in Queckborn, Harbach (Kreis Gießen), Kaulstos, Schönhausen bei Gedern (Kreis Schotten) und Rieder-Rosbach (Kreis Friedberg) amtlich festgestellt worden. 2n Lauter hat sich die Seuche nicht weiter ausgedehnt, infolgedessen konnte der Sperrbezirk auf das verseuchte Gehöft beschränkt werden. 3n Vilbel, Ober-Rosbach. Rödgen, Assenheim (Kreis Friedberg), Bermoll und Erda (Kreis Wetzlar) ist die Seuche erloschen. willfahrte seinem Wunsche und verurteilte fünf Monaten Gefängnis. verrat militärischer Geheimnisse. Viels um ucHiiHrti Adifen Sie beim Einkauf auf die bekannte Schutzmarke! Hausierer, die minderwertige Nachahmungen anbieten, weise man zurück! Quieta erkennt man an dem köstlichen Geschmack und der Billigkeit. Quieta ist 2—3 mal so ausgiebig wie Bohnenkaffee und Malzkaffee. Nur in Lebensmittelgeschäften erhältlich! er - Abend. 3n der und hohe Steuern belasten die deutsche Wirtschaft unerträglich. Willst Du dem tatkräftig entgegentreten? — Dann kaufe nur deutsche Reifen! Das neueste Produkt Deutschlands größter Reifenfabrik ist der „Conti# nental * Schwarz“; er erzielt erstaunlich hohe Kilometerleistungen- Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 170, Matte 35, Käse (10 Stück) 60 bis 150, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10, Spinat 20, Aömischkohl 8 bis 10, ^lnter-Kvhlrabi 5, Feldsalat 100, Tomaten 20 bis 35, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 40 bis 100, Kürbis 8, Kartoffeln 5, Aepfel 15 bis 30, Birnen 10 bis 20, Zwetschen 20 bis 22, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100, Gänse 100 bis 110, Russe 80, Preiselbeeren 70 Pf. das Pfund: Eier 15 bis 16, Blumenkohl 20 bis 150, Salat 10, Endivien 8 bis 20, Ober-Kohlrabi 5 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück; Radieschen Dd. 12 Pf. @Miiinenial:i±£ WSN. Königstein, 8. Okt. Der von seiner Arbeitsstelle in Königstein entlassene 25jährige Arbeiter Gruber begab sich von hier nach Karls» ruhe, um dort Arbeit zu suchen. Nachdem er zwei Tage lang nichts gegessen und auch die Fürsorgeämter es abgelehnt hatten, ihm Reisegeld zu ge» währen, ließ er sich dazu hinreißen, auf" der Kaiser» straße einer älteren Dame die Handtasche zu entreißen, wobei er je st genommen wurde. Nach seiner eigenen Aussage wollte der Mann u n - bedingt ins Gefängnis kommen, da wenig st ens zu essen bekäme. Das Bei Norpulenz oder Veranlagung raten wir allen Lesern, die korpulent oder zum Starkwerden veranlagt sind, 30 Gramm Toluba» Kerne zu kaufen, die bet völliger ilnschädlichkeit fettzersetzend und ansatzoerhindernd wirken. Die echten Toluba»Kerne erbalrenSre mtt Gutachten, genauen Angaben über Gebrauch und Zusammen- Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 9. Oktober 1926. Die Arbeitsmarktlage im nördlichen Oderhessen. 3nt Bereiche des Arbeitsamtes für das nördliche Oberhessen (Stadt und Kreis Gießen und die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten) hat sich die A r b e i t s m a r k t l a g e im Laufe des Semptember nicht geändert. Am 1. Oktober war die Ziffer der erwerbsloser: Hauptunter- stühungsempfänger und der Zuschlagsempfänger gegenüber dem Stande vom 1. September nahezu unverändert. Die Landwirtschaft benötigte im September noch in ziemlichem Umfang Arbeitskräfte, außerdem waren im ganzen Bezirk Rotstandsarbeiten (Straßenausbau und -Verbesserungen, Kanalisations- und Wasserleitungsbauten, Wasserlaufregulierungen, Wiesenentwässerungen usw.) fortgesetzt im Gange. Für die nächsten Monate sind weitere Rötst andsar beiten vorgesehen, so daß es voraussichtlich möglich sein wird, die Arbeitslosen- zrfser auch fernerhin möglichst günstig zu halten. — 3m einzelnen ist über den September zu berichten: Giehen-Stadt. 1.Oktober: 488 Haupt- unterstützungsempfänger, 697 Zuschlagsempfänger (1. September: 470 bzw. 663); Kreis Gießen. 1.Oktober: 986 Haupt- unterstühungsempfänger, 1252 Zuschlagsempfänger (1. September : 1037 bzw. 1307); Kreis Alsfeld. 1. Oktober: 403 Haupt- unterstützungsempfänger, 746 Zufchlagsempsänger (1. September: 410 bzw. 795); Kreis Lauterbach. 1. Okt.: 111 Haupt- unterstühungsempfänger, 192 Zufchlagsempsänger (1. September: 80 bzw. 139); Kreis Schotten. 1. Oktober: 226 Haupt- unterstützungsempfänger, 432 Zuschlagsempfänger (1. Septernber: 209 bzw. 402); Insgesamt: 1. Oktober: 2214 Haupt- unterstühungsempfänger, 3319 Zuschlagsempfänger (1. September: 2206 bzw. 3306). Mehr StratzendisziMn. (Stoßseufzer eines Radfahrers.) Mehr Straßendisziplin! Was heißt das eigentlich? Die Antwort ist doch sehr einfach: Rechts gehen, Fahrdamm nicht in schräger Richtung, sondern quer überschreiten, vorher einen Blick nach beiden Richtungen der Fahrbahn werfen, nicht an Straßenecken auf dem Fahrdamm ein Schwätzchen halten; — rechts fahren und ausweichen, links überholen, an Straßenkreuzungen Signal geben und ein den Verhältnissen entsprechendes Tempo einschlagen. Dies sind Vorschriften, die jeder Fußgänger und Fahrer eigentlich wissen sollte. Sie kennen auch wohl alle diese Regeln. Aber befolgen sie sie auch? Nein! Warum nicht? Wahrscheinlich sind sie zu bequem und gleichgültig. Vielleicht huldigen sie auch der Ansicht, daß Gießen eine Kleinstadt, und der Verkehr an Fahrzeugen unbedeutend sei. Dem ist aber nicht [o. Ich bin schon in Großstädten, wie Dresden, Leipzig, Kassel gefahren, teils zu Rad, teils im Auto, wobei ich selbst am Steuer saß. Dort weiß jeder Fußgänger und Fahrer, was er zu tun und zu lassen hat. In kleineren Städten dagegen ist überall dasselbe Bild wie in Gießen. Es könnte vielleicht hier eingeworfen werden, daß die Straßen und Bürgersteige zu schmal wären. Zugegeben. — Nebenbei bemerkt ist das in den älteren Teilen der Großstädte aber ebenso. — Also ist das immer noch fein Grund, daß man kreuz und quer auf dem Fahrweg herumläuft, was besonders ältere Leute, die mit der Zeit nicht mehr mitkönnen, und Kinder, die noch ziemlich verständnislos der Sache gegenübcrstehen, so gerne tun. Will man mit dem Rad einen Fußgänger, der sich auf dem Fahrweg befindet, überholen, so muß man Signal geben. Die Folge davon ist aber sehr ost, daß der Fußgänger entweder rechts oder links binübergeht. Plötzlich kommt ihm jedoch der Gedanke, daß er ja in ein Geschäft will, das gerade auf der entgegengesetzten Sette liegt. Also nun noch schnell rüber, ehe der Radfahrer kommt. Doch schon zu spat, und der schönste Zusam- men stoß, bei dem meistens der Radfahrer, infolge irgend eines Bruchs am Rad, der Leidtragende ist, ist fertig. Wer bekommt die Schuld? Der Radfahrer. Bekanntlich ist das Publikum meistens auf Seiten des Fußgängers. „Der Radfahrer hätte ja langsam fahren können." Hätte der Radfahrer vorher fein Signal gegeben, und der Zusammenstoß wäre erfolgt, so hätte er auch die Schuld gehabt, und das mit Recht. Also wenn ein Warnungszeichen gegeben wird, geradeaus gehen, oder stehen bleiben, bis der Fahrer vorbei ist. Aehnlich ist es mit Kindern. Ick) kann es ihnen nicht verüveln, wenn sie in der Freude ihrer Freiheit überall da herumtollen, wo Platz ist. Hier sollten die Eltern belehrend einschreiten. Es könnte dadurch viel Unglück verhütet werden. Auch die Fahrer dürften mehr Straßendisziplin halten. Ein Hebel ist natürlich, daß die Straßenbahn auf einer Seite der Straße läuft, anstatt in der Mitte. Das läßt sich aber nicht ändern, da die Straßen Gießens, wenigstens die Hauptverkehrsstraßen, zu schmal sind. Gerade deswegen muß von Seiten der Fahrenden, besonders der Radfahrer, aufgepaßt werden. Besonders schlimm ist es auf dem Selters - weg und in der B a h n h o f st r a ß e von der Lie- biastraße bis zum Bahnhof. Wenn man abends zur „Bummelzeit" über den Seltersweg fahren will, so ist vor lauter Poussiererei, besonders der jungen Bürschchen von 16 bis 17 Jahren und ihrer „Däm- Persönlichkeit des Bariet6künftlers Karl Scherber, der in den Palasttichtspielen ein dreitägiges, bis morgen einschl. laufendes Gastspiel gibt, präsentierte sich ein Arttst von reifem Können. Die Vielseitigkeit und das gute Gelingen der zahl- reichen Darbietungen wirkten verblüffend und hinterliehen einen vorzüglichen Gesamteindruck. Scherber findet in feiner gemütlichen Art schnell Kontakt mtt dem Publikum. Er zeigte sich als Zauberer, Schnellmaler, 3ongleur, Gedächtnis- meister, chinesischer Gaukler usw. Vortreffliche Leistungen waren feine Zongleurkunststücke verschiedenster Art. Allgemeine Bewunderung erregte seine Gedächtniskunst. Außerordentlich lebhaften Beifall fand sein Padischah-Akt, das Zerreißen von Papier (ohne dabei hinzusehen), das sich zuletzt als schönstes Deckenmuster darstellt. In feinem chinesischen Gaukler kunststück konnte eben“ von 12 bis 13 Fahren, nicht durchzukommen. Um mit Schiller zu sprechen: „ . . . Und errötend folgt er ihren Spuren . . wandeln oft zwei lange Reihe die Srtße entlang, vorne Weiblecn, hinten Männlein. Der Radfahrer klingelt sich die Finger lahm. Aber keiner von der Gesellschaft denkt daran, auszuweichen. Ja, ja, der Jugend von heute gehört die Welt!? Aehnlich find die Verhältnisse in der Bahnhofstraße. Will man schnell zur Bahn, so ist vor lauter entgegenströmenden Menschen, die merkwürdigerweise vom Bahnhof aus links gehen — wahrscheinlich ist dieser Bürgersteig dem Bahnhof etwas näher wie der andere — nicht durchzukommen. Mit Hilfe der P o l i z e i und von Warnungsschildern wäre hier vielleicht Abhilfe zu schaffen. Also verhütet unangenehme Zwischenfälle und Unglück durch Innehaltung der so notwendigen Straßendisziplin. E. MWonsOUssLeüung in Gießen. Die Baseler Mission veranstaltet in den Räumen des früheren Hotels Großherzog vom 20. bis 27. Oktober eine völkerkundliche Ausstellung aus ihren Arbeitsgebieten. Es werden Gegenstände gezeigt werden, die jeden, der für Mission, Kolonialpolttik und Geographie Interesse hat, anziehen werden. Aus Asien wird das Modell eines chinesischen Wohnhauses, aus Indien werden Götzen, Hausrat, Spielsachen, von der Goldküste das Modell einer Regerhütte und Sklavereigegenstände gezeigt. Di.e Ausstellung wird jeden Tag von 10 bis 12 llhr und von 3 bis 7 ülhr geöffnet fein. Heber die Eintrittspreise werden Jirsernte Auskunft geben, die in der nächsten Woche im „Gießener Anzeiger" erscheinen. Mit dieser Ausstellung sollen Missions- Vorträge verbunden fein, die abends 8 Ahr im Johannessaale gehalten werden. Missionar Z e h l e (Stuttgart) wird sprechen über „Deutschlands Anteil an der Erziehungsarbeit in Afrika", älniversitätsprofessor Dr. D. Frick (Gießen) über „Die allgemeine Missionslage", Missionsinspektor Oehler (Basel) über „Die Lage der Missionsarbeit in China", Missionar Lauk (Frankfurt a. M.) über „Chinesisches Familienleben" und Missionar S ch l a u d r a f f (Gießen) über „Bilder aus der Geschichte von Qlfante“. Diese Dorträge werden in Verbindung mit der Ausstellung dadurch Bedeutung erhalten, daß jetzt die Missionsarbeit wieder einen neuen Aufschwung genommen hat. Rachdem durch den Vertrag von Versailles der deutschen Mission zunächst ihre Tättgkeit unmöglich gemacht worden war, sind es jetzt Vertreter der englischen Regierung, die die Baseler Mission nach Kamerun Aus der Rhön. L F U l b a , 8. Ott. Dem R h ö n k l u b . der in 70 Zweigvercinen jetzt 13 250 Mitglieder zählt, ge» bührt das Verdienst, die Rhön, das unter dem Namen „Land der armen Leute" lange Zeit verkannte eigenartige deutsche Mittelgebirge, erschlossen zu haben. Erstreckte sich die Tätigkeit ursprünglich in der Hauptsache auf die Schaffung eines zuverlässigen Wegenetzes, so hat man sich in den letzten Jahren daneben auch des Hüttenbaues angenommen. Mehrere größere Zweigoereinc haben jetzt ihre Hütten teils vollendet, teils noch im Bau. Die Zweigvereine Würzburg und Fra aJ Di r t erfreuen sich im .Haus Franken" am Dammers- seid, unter Benutzung eines Pferdelazarettes 1923 vergrößert und vollendet, eines schönen Besitzes. Schweinfurt kaufte ein Prioctthaus am Gan» golfsberg und bekam sein gemütliches „Schweinfurter Haus". H o f h e i m baut einen Turm in den Haßbergen, während Dermbach auf dem Gläser ein schönes Unterkunftshaus errichtete und N e u ft a b t feine Hütte am Käuling unter Dach brachte. Vacha hat unter großen Opfern seinen baufälligen Bismarckturm auf dem Oechsen wieder wetterfest gemacht und daneben ein hübsches Unter» kunftshaus errichtet. Auf dem P! e ß hat die t h ü » rin gische Regierung einen stattlichen Bal- kenturm erbaut, der einen großartigen Rundblick erschließt. In dem Jagdschlößchen unterhalb des Gipfels hat der Zweigverein Salzungen eine vorbildlich eingerichtete Jugend» und Wander- Herberge in diesem Jahre eingeweiht. Mit Hüttenbauplänen tragen sich noch folgende Zweigvereine: Hanau, auf dem Simmersberg; Eise- nach am Abhange des Ellenbogens; Kassel am Buschschirmküppel oberhalb Hilders. Vollendet wurde in diesem Jahre die Fuldaer Hütte an der Maulkuppe; sie wurde am Sonntag eingeweiht. Das Haus ist ein wachtturm- ähnlicher, aus dem Felsgestein der Umgebung errichteter Rundbau, der sich in seinem Aeußeren sehr gut der ernsten, herben Rhönlandschaft einfügt. Die Hütte enthielt u. a. ein sehr gemütliches Klubzimmer und sieben Schlafräume, von deren Fenstern man eine entzückende Fernsicht auf die Rhön genießt. Die Zimmer sind nach den Bergen benannt, die sich von dem Fenster aus dem Ang« des Beschauers barbieten. 4- Unbeachtete Vorschriften für Radfahrer. Man schreibt uns vom Lande: Wer in der gegenwärtigen Zett, sei es am Abend oder in später Rnchtstunde, die Landstraßen benutzen muh, ist keinen Augenblick sicher, vvn einem Radfahrer ohne Laterne umge* rannt zu werden. Man kann mtt Bestimmtheit feststelleri, eher neun Radlern ohne Laterne als einem mit Laterne zu begegnen. Dabei fahren viele mit solcher Geschwindigkeit, bah man sie erst merkt, wenn der Zusammenstoß unvermeidlich ist. Zum Schutze der Passanten sollte die Pcllizei und Gendarmerie mit aller Schärfe gegen diesen immer mehr einreißenden Unfug Vorgehen. •* DerMandolinen-undGitarr en- Verein „Reapolita" errang am Sonntag auf einem großen Mandolinenwettstreit in Dotzheim bei Wiesbaden gegen sehr starke Konkurrenz mit 158 Punkten den bterten Preis. An dem Wctttstrett waren u. a. große Vereine aus Mannheim, Köln, Mainz, Koblenz und Wetzlar beteiligt Der Erfolg der Gießener ist unter diesen Umständen sehr beachtenswert und stellt dem Verein und seinem Dirigenten, Hans Sonntag, das beste Zeugnis aus. WSN. Darmstadt, 8. Okt Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte das Bezirksschöffengericht gegen den Kaufmann Hans Will ecke von Hindenburg wegen Verrats milltäri l, . Geheimnisse. Das öffentlich verkündete Urteil, das rechtskräftig ist, lautet auf ein Jahr echs Monate Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft. elfen dis Freiheit Deutschlands durch Stabilisierung der französischen Valuta zu erreichen?" Mtt der noch genaueren Präzisierung, daß „wir nicht neue Verpflichtungen übernehmen, aber schon im Dawesplan eingegangene in beschleunigter Weise erfüllen sollen." Damit ist gewiß ein wettfHauend er ^Gedanke ausgesprochen, aber nicht mehr als eine Anregung und eine Aufforderung. Zunächst: ist Frankreich im Besch aller Po- sttionsn, die es nur räumt Zug um Zug und gegen Zugeständnisse, fo ist Deutschl and überall der Fordernde, der die Karte des Völlerbundseintritts und der daran zu knüpfenden Bedingungen ohne Gewinn dafür ausgesvielt hat unb nun von vorn anfängt mit der Milttärkontrolle, Rheinlcmdbesatzung und allen diesen bekannten, immer wieder aufzuwerfenden Fragen. Was Deutschland seiner!etts bieten kann, ist einmal die wirtschaftliche Zusammenarbeit, für die im Eisenpakt und im Halidesvertrag die Grundlagen geschaffen werden sollen. Lind sodann: finanzielle Opfer, mtt denen es sich gewissermaßen den Weg zur Befreiung auf friedlicher Dahn frei machen will. Schon die erstere Richtung weift 'auf größte Schwierigketten. Das neue Provisorium schafft normale Beziehungen, aber eben nur den Anfang dazu unb läßt für vieles die Regelung offen. Der Eifenpatt ist immer rroch nicht unter Dach. Es ist eine gewaltige Sache, dieses Bündnis zwischen deutscher Kohle und französischem Eisen, das natürllch politische Folgen haben wird. Aber vielerlei Hemmnisse sind noch zu überwinden. Roch mehr: Spricht man nicht jetzt etwas leicht in Deutschland von der Bereitwilligkeit zu finanziellen Opfern, zu denen man doch schließlich das Geld haben muß? 3n bezug auf die Befreiung des Rheinlandes, auf Supen-Malmedh. auf das Saargebiet? Gewiß, die Währung ist stabilisiert, die Ansammlung neuen Kapitals im Gang. Aber unser Wirtschafts- und Finanzsystem sind noch wett davon entfernt gesichert zu sein oder gar zu florieren. And sodann: schiebt man bei solcher Erwägung, neue finanzielle Verpflichtungen auf sich $tt nehmen, um politische Vortelle zu gewinnen, die sehr verführerisch flingen, schiebt man da nicht etwas leicht die Lasten aus dem Dawesplan, die sich ja erst 1928 voll auf Deutschlands Schullern legen, beiseite und den ganz großen GesichtSpuntt seiner Revision von Lasten, die nach unserer allgemeinen Lieberzeugung für unser Deutschland unerträglich sind? Abermals ein Schritt Wetter: Wie man auch die Frcwe, ob dieEisenbahnobligationen zu mobilisieren seien, drehe und wende, man stößt dabei an den Dawes-Plan, an die Transferfrage, an Nordamerika. Ist es schon gefährlich, dem Gedanken deutsch-französischer Verständigung ohne die Berücksichtigung Englands michzugshen, so wäre es für Deutschland schlechterdings verhängnisvoll und schädlich, wollte es an die Arbeiten der nächsten Wochen Herangehen ohne den Blick auf Nordamerika. Es ist nötig, diese Warnung auszusprechen und zu unterstreichen. Sonst müssen Rückschläge kommen, die schädllch sein toerben, Wir können nicht ohne Nordamerika an diese ganzen Verhandlungen Herangehen, und wir wollen es auch nicht, weil in dem Zusammenhang der nordamerö- kanischen Finanz- und Schuldenpolitik gegenüber uns und gegenüber den Siegerstaaten Momente liegen zu großen Wendungen in unserem Sinne. Schuldenpolitik: Deutschland hat den Dawesplan angenommen, er läuft, zu gegebener Zett muß an seine Revision gegangen werden. Frankreich hat seine Schulden an Amerika noch nickt geordnet. Es steht uns nach wie vor fest, daß Frankreich das Joch seiner Schuldenarrangements mit Qhner^a wie mit England auf sich nehmen muß. Ohne dies keine Anleihe, keine Stabilisierung der Währung, keine Ruhe und keine Ordnung. Wir haben nicht Frankreichs Zuteresse dabei wahrzunehmen. Will Frankreich versuchen, in diesen Verhandlungen ohne Amerika und um Amerika herum etwas zu erreichen, so ift das seine Sache. W i r wollen jedenfalls diesen Lrmnpf nicht aus der Hand geben, ehe wir ganz genau wissen, was wir dafür erhalten! Das hier Angeführte ist zurückhaltend, nüchtern, wenn man will, etwas pessimistisch. Denn es zieht den Schleier weg von vielen verwickelten. Schwierigkeiten, über die die Stimmung in Genf und der Wille, zu einer Verständigung zu kommen, leichter hinwegsah. Wir stimmen Dr. Str es e- mann durchaus zu, daß ohne Glauben und Optimismus in solchen großen Sachen nichts zu erreichen ist. Auch wir wollen an die Arbeit geben, eine deutsch-französische Verständigung größten Stils in diesen Monaten zu begründen, alnd wir scheuen durchaus nicht vor großen, auch finanziellen Opfern zurück dafür, wenn wir da- mtt wirklich die ganz großen Ziele erreichen. Aber es ist ein Geschäft, und ein Geschäft, das mitten in den nun einmal wieder enger gewordenen Beziehungen der Weltwirtschaft und Weltjwlttll mitten drinnen steckt. Gerade daraus, daß diese Beziehungen wieder enger wurden, hat Deutschland die Vortelle in den letzten Jahren gezogen. Die deutsche Außenpolitll wäre unverantwortlich leichtherzig und töricht, wenn sie das aus der Hand gäbe und übersähe, daß das, was wir jetzt wollen, bestimmt nicht in Gens zu erreichen ist, daß das, was wir jetzt wollen, zwar in Paris angebahnt und begründet werden muh, aber abgeschlossen werden kann unb darf nur im großen Rahmen auch der Beziehungen Deutschlands zu England und vor allem zu Rvrd - amerika. hW.-MarKe m \emtt • i e AMnge : nach Karls- «dem er zwei Uhde oon ilürildjtr ndete Urteil, iah: sechs rchnunz von t Mann u n - en, da er dort Das Eerlcht rteilie ihn zu 'Mat. MU, gt. * »ern wt Der« i «schlof. TlprÜHQ(irfl Wer. y LU riet. a rn m e r §, irelfes iszz en Besitzes. “Man. ' "Schwein. !tm in den 1 Qui dm "'chl«r und I ?nlet Lach 1 leinen bau» en wieder Iches Unter« U die thü. •'dien Bal. Rundblick erhalb des >9 en eine "ander. ■ Mit hüt« eigoereine: g.CHfe« '.Kassel b Hilders. Fuldaer wurde am wvchvurrn- mgebung er« leutzeren sehr : einfügl Sie ’ KlubMmr Msiern man ihon genieht. rannt, die sich ■’ Beschauerr inlaguns ent ober zum mm rolua- ilnlchSdl'M wlrten. Die nit ©utaajiew - 3uwg M bekannte erwertißc in zurück! (östlichen juieta ist nenkaftec »nsmitteV Gießen 06936 Am6.0ktoberwurdeunserKlaus.Rainer geboren 1926 Bad Berka, 31m Sofienheilstätte z. It. Frauenklinik Gießen Bad Salzschlirf 9. Oktober 1926 Drucksachen al ier Art liefert in jeder gewünschten Ausstattunf^tilrein und oreiswert die Brühl’tcbe Univ.-Druckerei. R. Lange Dr. Adolf Tegtmeier und Frau Gertrud geb. Seipp Palast-Lichtspiele Nur noch heute und morgen die sensationelle Attraktion Kari Scheiber der vielseitige deutsche Variete-Künstler in seinem staunenerregenden Programm Eintritt M. 0.70, 1.-, 1.50, 2.- Dr. med. Edmund Wetter Emmy Wetter geb. Ringel geben ihre Vermählung bekannt Trinkt das gute Mainzer Aktien-Bier! Em=®=.h„man “ * 14 “ K Biergroflhandl. u. Eiitabrik ......... - . 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Dr. Kuermann herzlichst ein. I.Teil: Der deutsche Frontsoldat 1914 -18 (Schlacht und Grauen). 2. Teil: Der deutsche Staatsbürger 1918—? Ankostenbeitrag 50 Pfennig. Gießen 10. Oktober 1926 Kirchhain z. gt. Homberg, Bez. Kassel Goethe-Bund Einladung an die Bürgerschaft von Gießen 3 Dichter-Abende Donnerstag, den 21. Oktober; Ernst Zahn aus Meggen in der Schweiz Mittwoch, den 3. November: JakobWassermann a. Altaussee (Oesterr.) Freitag, den 3. Dezember: Karl Ettlinger Mitglieder mit Angehörigen freien Eintritt. Mitgliedsbeitrag vierteljährlich nur Mk. 5.—. Nichtmitglieder: Karten zu Mk. 2.50 (Loge) und Mk. 2.— pro Platz. Vortragssaal: Festsaal des früheren Hotel Einhorn (Kirchenplatz) 8 Uhr abends. Neuanmeldungen und Kartenvorverkauf: Challier, Neuenweg, Telephon 671.8275c 5jielwteinigung 1980 e.B. Tonnerstaa, den 14. Cft. >926, abends 9 Ubt pünktlich: mtwei-iwnw ,bUn& Don ^Un9en, zur Ve?er Art. ^°tu.Aus, ^Aechts. ,Wtten. echMt-2-5 achm. ""^karren, “etOfenunb » Trau- bei Preiswert L®JLJ957 Sir George Die Literatur, die den Anteil Rußlands an der Vorgeschichte, dem Verlaufe und dem Ausgange des Weltkrieges schildert, erfreut sich des lebhaftesten Interesses der deutschen Lesewelt. Das ist ganz natürlich. Das alte Zarenreich war der Koloß, dessen Millionenheere — wenn die Zahl galt — die Armeen der Mittelmächte niederringen oder mindestens so sehr binden konnten, daß Deutschland und Oesterrcich-Ungarn niemals und nirgends ein relatives Uebergewicht erreichten. Das russische Reich der Romanows brach im Frühjahre 1917 zusammen. Seine Ausschaltung aus dem Weltkriege wurde aber bei uns höchstens als eine Entlastung, nicht als eine Befreiung empfunden, d:nn aus den Wehen dieses Umsturzes wurde eine bolschewistische Welt geboren, die mehr ober minder die g.f.imtc europäische Gesellschaft bedrohte. Die Dolschewisierung Rußlands trug erheblich zur moralischen Zerrüttung der schwer ringenden mittelmächtlichen Heere und noch mehr zur Unterwühlung ihrer hungernden Heimat bei. Eine Sowjetrepublik, die von der Ostsee und dem Schwarzen Meere bis zum Stillen Ozean reichte, mußte aber auch nach geschlossenem Frieden das Antlitz der Erde bestimmen. Daß Rußland im Weltkriege trotz des größten Heldenmuts feiner Söhne versagen und schließlich sich zur Ruinen- und Dlutstätte wandeln muhte — das zu schildern und zu erklären, haben die hervorragendsten Geister Rußlands und der Westmächte versucht. Paleologue, der Botschafter der ftanzösischen Republik am Hofe des Zaren, hat diesem Werke seine tiefe Einsicht und die künstlerische Kraft seiner Sprache geliehen. Aber Paleologue fehlten die unmittelbaren Erfahrungen aus beiden Revolutionen selbst. Bald nach dem Ausbruch der März- Revolution abberufen, war es ihm nicht mehr beschieden, die Ablösung der bürgerlichen Revolution durch den Terror der Lenin und Trotzki zu schauen. Sein englischer Kollege — Sir George Buchanan — hat nicht nur — wie Paleologue — den Kriegsausbruch und den Sturz des Zaren in Rußland erlebt: er stand vielmehr mitten in den Revolutionen, er sah das Kommen der bolschewistischen Götter. Zu einer Zeit, da die Aufmerksamkeit des deutschen Lesepublitums durch, die eigene Heimat ch- iss! Preise, men- JJ*1 e|D|. L^r°QÄo6n. SM schlug sich die Mutter mit arroganten oder verdächtigen Wohnungssuchenden herum. Wieder wollte niemand anbeijjen. Und mann brauchte das Geld dringend. Die Spekulation mit den Aktien der Baugesellschaft und der Terag erwies sich als verfehlt. B ststst.. Februar waren die Papiere ständig gefallen. Noch eine Woche hatte Ernst Wilemar zugewartet, dann Buchanan. tief berührende, politische Ereignisse von dem Studium der Geschicke Rußlands abgelenkt war, veröffentlichte Buchanan feine Erinnerungen. Er bot mit ihnen ein blendendes G.s.mllbilv seiner Erlebnisse, die die Zeit von 13Z6 bis 1921 umfassen, namentlich aber ein Bild der russischen Menschen, der Zusammenhänge der russischen Ereignisse: Land, Leute, russisch: Psvche uni) Rußlands gewaltiges, finsteres Schicksal. Sachlicher als Paleologue malte Buchanan doch mit leuchtenden Farben. Wo der Franzose aufhörte, begann der Brite erst recht mit grandioser Schilderung: Zarenende und Bolschewismus. Jetzt, da der Deutsche nach ilebertoinöung der bittersten Rot die Geschichte des Weltkrieges, seiner Ursachen und Auswirkungen mit der durchdringenden Schärfe deutschen Geistes, mit durch Leiden geschärftem Erkenntniswillen durchforscht, wird ihm eine deutsche Ausgabe des Werkes Buchanans von besonderem Rutzen sein. (Eine solche erscheint dieser Tage, von Else Baronin Werlmann besorgt, unter dem Titel „M eine Mission in Rußland" im Verlag für Kulturpolitik in Berlin.) Daß gerade Buchanan über die russischen Revolutionen schrieb, hat an sich einen besonderen Reiz. Einem großen Teile der Welt gilt der einstige englische Botschafter am Zarenhofe als der Urheber der russischen Revolution. Man tut seiner InteUigenz zuviel, seinem Charakter zu wenig Ehre an, wenn man das behauptet. Aber — ein Mitschuldiger war Sir George. Er selbst gesteht, daß die nächsten Verwandten des Zaren, daß die ganze konservative russische Welt die Rolle verurteilte, die er unmittelbar vor und nach dem Tage von Pskow gespielt hatte. Ratürlich weist er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurüa. Aber seine Verteidigung wird fast immer zur Anklage, wenn man eben die Beschuldigung einschränkt, wie es oben geschah. Ein Beispiel: Buchanan ist (als Indiz) auch seine Passivität gegenüber dem Schicksal des Zaren — des Vetters, Freundes und Verbündeten des Königs von England (!) — zum Dorwurfe gemacht, ja er ist sogar beschuldigt worden, die matten Bemühungen seiner Regierung zur Rettung des Zaren zum Scheitern gebracht zu haben. Gegen diese Beschuldigungen führt nun Buchanan ins Treffen: „Am 21. März, als Seine Majestät noch in der Stavka to.ir, fragte ich Miljukoff. ob die Rachrichten der Preise über die Verhaftung des Zaren wahr wären. Er crotbertc, daS sei nicht gant zutreffend Seine Majestät sei nur seiner Freiheit beraubt ein hübscher Euphemismus - und würde unter Eskorte nach Zarskoje Selo gebracht werden. Ich erinnerte ibn daran, daß der Zar des Königs naher Verwandter und intimer Freund sei, und fügte hinzu, ich hätte gerne eine Zusicherung, daß alle Vorsichtsmaßnahmen für die Sicherheit Seiner Majestät getroffen werden würden. Miljukoff fragte mich, ob wir Vorbereitungen für die Aufnahme der kaiserlichen Familie in England tiä en. Auf meine verneinende Antwort sagte er. er wünschte dringend, daß der Zar Rußland so ort verließe. Er würde daher dankbar sein, wenn Seiner Majestät Regierung ihm ein Ql!1)1 in England anböte. Ich bat daS Foreign Oifice telegraphisch um die betreffende Ermächtigung. Am 23. März benachrichtigte ich Milmkosf. raß der König uird seine Regierung glücklich feien, die Bitte der provisorischen Regierung erfüllen zu können. Werde das Achlangebot angenommen, so müsse die russische Regierung natürlich angemessene Vorkehrungen für den Unterhalt treffen. Am 26. März sagte mir Mrljukoss. das Reise-, vrojelt sei dem Zaren noch nicht vorgetragen Warden. denn man wolle erst die Opposiiion crS Sowjets überwinden, auch konnten die Majestäten erst abreifen, wenn es ihren Kindern be'.ec ginge. — Mehr als einmal erhielt ich die v?.i- sicherung, es gäbe keinen Grund zur Befor-'.nis um den Zaren. Mehr konnten wir nicht tun „Mehr tonnten wir nicht tun.“ - Diese Behauptung richtet Buchanan und die englische Regierung, wenn das „wir" auch sie einschließen soll. Es gibt aber eine Erklärung für dieses fürchterliche „Mehr konnten wir nicht tun", das die Katastrophe von Jekaterinburg möglich machte: Die englische Regierung, von Buchar.en belehrt, glaubte an die Fähigkeit des reaeiuMonierten Rußland, den Westmächten im W.d- triege eine bessere Stühe zu fein, als das Rußland der Zaren. Daher auch ihre Eile bei l'cü Anerkennung der provisorischen Regierung. „Während noch eine Chance für die Anerkennung deS Großfürsten Michael als Regent oder Zar bestand, verlangte und erhielt ich", schreibt Buchanan, „die Vollmacht, jede de sa to eingcse.cke Regierung anzuerkennen ... Am 18. März sch mit .Miljukoff diese Frage an, doch ich sagte ihm. bevor ich von der mir bereits erteilten Vollmacht Gebrauch machen würde, mußte ich die Versicherung haben, daß die neue Regierung cen Krieg bis zum Ende durchkämpsen wolle." Am 24. März notifizierte er Miljukoff die Anerkennung. Das russische „Kanonenfutter" war zugcsichert worden. — Um dieses Kanonenfutter zu erlangen, war der Botschafter Seiner britischen Majestät bereit, jede Demütigung auf fick zu nehmen. Als er nach der Korniloff-Assäre — im Dliobcr 1917 — mit dem französischen und dem italienischen Botschafter bei Kerenski, der indessen Ministerprasi- leuchtung einschaltete. Und als letzter klappte er die großen Bücher zu. Jede Einzelheit kannte Martina auswendig. „Fräulein Wilemar!" „Bitte, Herr Schramm." Durch die offene Tür fragte die Männerstimme: „Wie notieren hobelfähige Bretter ab Versandstation?" „Franko Mannheim: achtundsechzig." „Und sägefallende Tannenbretter ab Bayern?" „Zwounbsünfzig." „Danke, Fräulein Wilemar." „Bitte, Herr Schramm." Martina schrieb weiter. Wie eine Uhr ging ihr neues Dasein hin. Seit vielen Wochen lebte sie in dieser Welt. Schwer und drückend war es am Anfang gewesen. Von neun bis sechs immer in demselben engen Raum: das lastete auf Seele und Leib. Von neun bis sechs als Mensch zu verschwinden: nicht jeder brachte das so rasch zuwege. Unpersönlich war ja alles, allein auf die Sache gestellt. Maschinen eilten da hin und her, Ma- schinen diktierten Briefe, Maschinen sprachen durchs Telephon, Maschinen gebrauchten höfliche Formeln. Es war schwer, aber es ging. Man mußte sich nur gehörig im Zaume halten. Mußte, wenn man die vier Treppen herausfuhr, abtun, was nicht zum Geschäft gehörte. Etwas davon blieb doch im Herzen und furrte als Unterton bei der Arbeit mit. Die Stimmung der Morgenstunden schwang über den ganzen Tag hin. Manchmal freilich rebellierte das zurückgedrängte Ich. Manchmal sprang ein Gedanke hoch und wollte nicht schweigen. Er bohrte im Hirn, Drängte fremde Worte in die Korrespondenz und trieb kleine Seufzer über die Lippen. Die blutarme, alternde Kollegin, der die andere Zimmerhälfte gehörte, seufzte oft so. Martina hielt sich tapfer. Niemand merkte ihr an, daß sie seit vierzehn Tagen keine Nachricht von Benno hatte. Immer war sie gleich freundlich, gleich heiter. Flink gingen ihr die Briefe von der Hand. In allem und jedem wußte sie Bescheid. Wenn sie so weitermachte, durfte sie nach dem ersten Halbjahr mit zwanzig Mark Gehaltserhöhung rechnen. Schlimm wurde es erst, wenn sie im Kraftomnibus faß. schiedenesj lerer Beamter reicher Unter- -Wahrung und e'lenZeugnlfien erzielte (ftjolge Irivat- unben. W it. 0G901 Gies«. Ülnfr. NM- . trrrrcht ichskurzsckriit erteilt OM cdanlage 191, Gesang- nterricht mimbegabieTa- u. Herren wird in jahrelangen U'i6 erprobter )ode erteilt. Bet'. Kurie Ende ber.Meldunger zeit 81SD citanlaftc 6. Dr. Meyer Eine tolle Nacht kam. Kamevalstaumel hatte sich der Menschen bemächtigt. Kursaal und Tearoom waren ein einziges Gewoge. Schon näherte sich der Morgen. Immer noch blökte das Saxophon wie verrückt. Blechernes Vogelgezwitscher mengte sich bar- ein. Hunderte Hände applaudierten. Kein Ende wollte der Tanz nehmen. Papierschlangen zischten auf und wickelten sick um die dampfenden Paare. Monsieur Alberti faßte Kreuth beim Aermel. „Madame Sabukowa wünscht mit Ihnen zu tanzen." Kreuth straffte sich. „Bestellen Sie: ich tanze mit Madame Sabukowa nidjtr „Es kostet Sie Ihr Engagement", stammelte Monsieur Alberti fassungslos. „Ich tanze mit Madame Sabukowa nicht." Nach einer halben Minute kam die Sabukowa die Estrade horabgeschritten. Eine Gasse öffnete sich. Zwei weiße, ringlofe Finger winkten Kreuch heran. „Sie tanzen mit mir nicht?" fragte sie dicht an seinem Antlitz. Ihre Zähne lagen bloß. „Ich bedauere." Die Sabukowa lächelte. „Trotzkopf." Leicht tippte sie an Kreuths Vorhemd. „Was könnte ich Ihnen bieten?" Sie legte den Kopf zurück, daß der Hals sich fpannte. „Welche Genugtuung?" „Es gibt nicht, was Sie mir bieten könnten, Madame." „Oh!" Ihr Oberleib schwang zurück. „Es gibt nichts, sagen Sie?" Ganz nahe kam sie wieder. „Wenn ich aber will?" „Es gibt nichts, Madame", sagte er fest. „Gar nichts?" Kreuth schüttelte den Kopf und hielt ihren maßlos erstaunten Blick aus. Die Sabukowa wechseste die Farbe. „Sie lügen!" zischte sie. „Nichts —" wiederholte Kreuth und merkte nicht, daß er ins Leere sprach. Keines der Gesichter ringsum trug die Züge der Sabukowa. IX. Martina sah von der Schreibmaschine auf. Der letzte Schnee war von den Dächern gegenüber geschmolzen. Tag um Tag bröckelte ein neues Stück Mörtel vom Gesimse an der Ecke ab. Erst nach fünf flammten jetzt drüben die Lichter auf. Immer war der alte, weißhaarige Mann der erste, der die Be- Stumpf blickten die Menschen vor sich hin. Hart stieß einer den anderen an. Und die Gebanten liefen, wohin sie wollten. Zuweilen war es, als führe Benno mit. Leibhaftig sah Martina ihn vor sich. „Hast du mich denn vergessen?" Wie er lachte, wie seine Zähne blitzten: „Wo denkst du hin? Aber Schwarzkopf, die ewige Hetzjagd, du weißt doch." ..Bald sind es drei Monate, Benno." „Ein paar Tage noch. Zwei Wochen höchstens." „Ich sehne mich zu Tode, Benno." „Liebes du, ich will dich küssen —" Auch daheim türmten sich die Sorgen. Das Kon- kursverfahren näherte sich dem Ende. Allerlei Verdächtigungen waren gegen den Vater laut geworden. In sich gekehrt und verbissen kämpfte Ernst Wilemar gegen feine Widersacher. Ziemlich teilnahmslos zeigte sich Lily. Diele Dutzende Zuschriften halte sie auf ihre Annonce erhalten. Nun ließ sie es sich nicht: nehmen, jede halbwegs ernste Spur zu verfolgen und zu prüfen. Halbe Tage schrieb sie Briefe. An manchen Nachmittagen verschwand sie für eine oder mehrere Stunden. Aber immer verdrossener kam sie von jedem neuen Stelldichein bei Rumpelmayer ober im Cafä Wien zurück. „Ewig das alte Lied", berichtete sie abends Martina. Mister Hutchinson hatte die sechs Zimmer zum ersten März gekündigt. Seine Geschäfte waren abgeschlossen, er mußte heim nach Amerika. Wieder Die Sabukowa antwortete: „Berufstänzer sistieren für mich nicht. Danke." Kreuth wußte nicht, wie er von der Stelle weggekommen war. Mitten im Wirbel der Tanzenden sand er sich wiedet. Mechanisch führte er seine Partnerin: acht Onestep-Schritte, die kleine Pause mit dem vorgestellten linken Fuß, vier Takte Drehung — noch nicht ganz sattelfest war die blutjunge, glut- äugige Kroatin. Dankbar und heiß blickte sie zg ihm auf. Zwei Tage gab Kreuth noch zu. Unverständlich war ihm, warum er nicht in derselben Nacht abgereift war. Ordentlich hatte er sein Teil abbekommen. Ewig würde der Peitschenhieb brennen. Aufreizend war das Getue um die Sabukowa. Immer zog ein Schwarm Männer hinter ihr her; scharfe Wacht hielten die beiden Begleiter. Dennoch häuften sich auf Schrill und Tritt Blumen um sie. Bis zu den Hüften saß sie in Rosen, wenn sie in dem schneeweißen Motorboot auf das Meer hinaus- suhr. Bezahlte zerlumpte Fischerjungen streuten ihr Veilchen vor die Füße, wenn sie nachmittags nach der Torre di Mostaccini spazierte. Die ganze Riviera di Ponente blühte nur für sie. Aller lieber- schwang des Südens diente ihr. Knirschend tat Kreuth wie die anderen Besessenen. Einmal stand er ihr zufällig auf zwei Schritte gegenüber. Finster war sein Antlitz geballt, während er den Blick in sie bohrte. Aber sie lächelte -hu an: unbefangen, beinahe vertraut. Alles Blut schoß ihm in die Schläfen. Und das: was sollte das bedeuten? Schwül wirbelten die Abende. Heiß und immer heiser stieg es Kreuth zu Kopf. Alles um ihn war offenbares ober hämisch-verhülltes Werben. Da und dort oerübelte man ihm feine Zurückhaltung. Beleidigt träufelten sich enttäuschte Sippen. Lauernde Männeraugen triumphierten. Keine Der Frauen ließ et an sich heran. Und nahm auch kein Trinkgeld mehr. W1 a Cbieti, A Jahre mev )potl)d gebucht. c. Ang. ii. y3 den G!eg. IM 'N etftffeOifle ,hek auimert' § Landhaus Gienen, esucht. Ang. u. je zwcckö Äst' ii, angeii' 1 Aenh, :n zweck- heirat bringen, weil meine Regierung gerne annimmt, daß das neue Rußland unter Ihrer Führung vor keinem Opfer zurückschrecken und, solidarisch mit seinen Verbündeten, die Waffen nicht niederlegen wird", dann bekommt das „dos neue Rußland" einen besonderen Klang, der annehmen läßt, daß der von Buchanan unterrichteten englischen Regierung die Nachricht vom März-Umsturze nicht so ungelegen gekommen sein mag. Sir George Buchanan weist, wie schon gesagt, die Beschuldigung zurück, der Vater der russischen Revolution gewesen zu sein. Allzugerne wäre er aber, wie aus seinen Bekenntnissen zu entnehmen ist, der Vormund des revolutionierten Rußland gewesen. An dem Friedenswillen Rußlands ist er schließlich gescheitert. Der Widerstreit dieses Willens und der Absicht Englands, Rußland im Kriege zu erhalten, hat nicht wenig dazu beigetragen, den Bol- kchewiken die Wege zu ebnen. Fahrplanwünsche der Strecke Stockheim - Gedern. —Don der Strecke Stockheim- Gedern, 8. Oft. 3n dankenswerter Weise haben sich in letzten Zeit sowohl der Hessische Verkehrsverband, als auch der im Entstehen begriffene Oberhessische Verkehrsbund der schlechten Zugverbindungen auf den oberhessischen Strecken angenommen. Auch die Reichsbahndirektion hat für viele Wünsche endlich verständnisvolles Entgegen- lommen gezeigt. Für unsere Strecke ist leider gar nichts oder wenig erreicht worden. Denn die einzige Verbesserung, die Einlegung eines Frühzugs nach Gedern besonders für die Schüler der im Aufstreben begriffenen Gederner Hof- kaplaneischule, ist den unmittelbar beteiligten Kreisen zu verdanken und stand schon vor der Aufstellung des Winterfahrplans fest. Der sehr mangelhafte Sonntagsfahrplan ist nach wie vor unverändert geblieben. Wir haben von Gedern nach Stockheim und weiter nach Heldenbergen — Frankfurt an Sonntagen eine unhaltbar gewordene Zugpause von 10 Stunden. Jeder Vettehr an Sonntagmittagen ist völlig unterbunden, die Bewohner müssen weite Wege zu Fuß machen, wenn sie an Sonntagnachmittagen eine auswärtige Veranstaltung besuchen oder etwa zu einer Beerdigung wollen. Auch die gottesdienstliche Versorgung mancher Gemeinden — auch daraus darf vielleicht einmal hingewiesen werden — ist sehr häufig unnötig erschwert. Ebenfalls ist für a l l e T a g e eine spätere Verbindung sowohl nach, als auch an Werktagen do? Frankfurt und an Sonntagen nach Gießen zu fordern. Von den vier Zügen, die zur Zeit innerhalb von vier Stunden von 4 bis 7 Llhr nachmittags an Werktagen von Frankfurt nach Stockheim fahren, könnte ruhig einer ausfallen, etwa der Zug W 4109, dafür könnte unserer Strecke, ohne Erwachsen von besonderen Kosten, eine spätere Abendverbindung gegeben werden. Vor allen Dingen ist nach wie vor eine frühere Verbindung über Gedern hinaus nach dem Vogelsberg nötig; vielleicht könnte der jetzt neu eingelegte Frühzug ab 7 Ahr Stockheim nach Lauterbach durchgeführt werden; nur so ist es überhaupt möglich, in einem Tage nach den schön gelegenen Ausflugsorten des Vogelsbergs zu kommen. Die Aeichsbahndirektion vertritt bekanntlich den immer wieder gegen jede Zugverbesserung auf unserer Strecke ins Feld geführten Grund, daß jeder neu eingesührte Zug auch rentieren müßte. In erster Linie wäre aber danach zu fragen, ob ein bestimmter Bezirk oder eine einzelne Strecke als solche rentieren. Das kann wohl von unserem Bezirk oder unserer Strecke behauptet werden. Wer öfters Gelegenheit hat, den Personen- und Güterverkehr auf dem Bahnhof Gedern zu beobachten, oder um noch ein Beispiel zu nennen, wer einmal den Güterverkehr an den Tagen des bekannten Ortenberg er Kalten Marktes gesehen hat, der der Elsen- bahn grobe Einnahmen bringt, oder wer die täglichen Güterzüge auf unserer Strecke aufmerksam beobachtet, der weiß, daß von einer Anrentabilrtät unserer Strecke keine Rede sein kann. Deshalb müßte ihr billigerweise auch eine bessere Personenzugverbindung gewährt werden. Ein Mißstand, den schon )eder empfunden hat, der die Strecke von Frankfurt nach Gedern gefahren ist, oder von Gießen oder Gelnhausen kommend in Stockheim umsteigen mußte, und der sicher ohne besondere Ankosten bei gutem Willen abgestellt werden könnte, ist einmal her lange Aufenthalt der durch sehenden Züge Frank- furt — Stockheim — Gedern in Stockheim, zum anderen die lange Fahrtdauer. Der Zug Frankfurt-Gedern 4105 hat in Stockheim ein Lager von 37, der Zug 4111 sogar von 44 Minuten, andere Züge etwas weniger, tadu kommt beim Zug 4105 in Heldenbergen-Windecken ein Aufenthalt von 31 Minuten; so ist es kein Wunder, daß der letztgenannte Zug von Frankfurt nach Gedern für etwa 70 Kilometer fast 4 Stunden braucht, bei anderen Zügen liegen die Verhältnisse ähnlich. Die Reisenden, die öfters diese Strecke befahren müssen, sind wahrlich nicht zu beneiden. Eine Verkürzung der Aufenthalte und der Fahrtdauer ist unbedingt zu erstreben, die Einlegung eines Eilzugs- Paares wäre sehr zu begrüßen. An Montag Morgen bestand früher für die vielen Geschäftsleute, die an Montagen nach F r a n kf u r t müssen, eine Früh- Verbindung von Gedern aus, deren Wiedereinführung von diesen Reifenden sehr gewünscht wird. Zur Zeit müssen sie schon um Mitternacht zu Fuß oder zu Wagen von Gedern nach Stockheim aufbrechen, um rechtzeitig zum Markt oder zu anderen Geschäften in Kank- furt zu sein. Hoffentlich gelingt es hen genannten Verkehrsbünden und allen zuständigen Instanzen, bald auch für unsere stief- I mütterlich behandelte Strecke die nötigen Verbesserungen zu erreichen. Oderhessen. Landkreis Gießen. : Beuern, 8. Oft. Am die am 1. Oktober freigewordene Gemeinderechnerstelle haben sich 10 Kandidaten, darunter vier Gemeinderatsmitglieder, beworben. Bei dieser hohen Zahl der Bewerber fällt es dem Gemeinderat, in dessen Hand die Vorentscheidung liegt, schwer, seine Entscheidung zu treffen. — Sn fürsorglicher Weise läßt die Gemeinde gegenwärtig an ihren Ob st bäumen Klebgürtel gegen Obstschädlinge anbringen. Auch den privaten Obstbaumbesitzern wäre dringend zu empfehlen, ähnlich gegen die Daumschädlinge vorzugehen. — Die Dickwurzernte ist in vollem Gange. Sie ist als gut zu bezeichnen. Die Sorte „Eckendorfer Riesenwalze" bringt Exemplare wie in wenig Jahren. Ein hiesiger Landwirt erntete eine Dickwurz, die das respektable Gewicht von 16 Pfund aufzuweisen hatte. $ Wir bürg, 8. Oft. Pfarrer Haupt - Gießen, der Generalsekretär des Evcmg. Bundes, hielt in Göbelnrod und in Rernhards- hain einen Vortrag über „Ratur und Gott", mit Lichtbildern und kmematograpHischen Bildern. Beide Vorträge fanden trotz der arbeitsreichen Zeit eine dankbare Zuhörerschaft, die den Ausführungen des Redner mit Sntereffe folgte. -s-Harbach, 8. Oft. Der Ausbau einer direk - ten Verbindung mit Lich für den Fuhrwerksverkehr ist in Angriff genommen. Der alte Waldweg, der in die Kreisstraße Hattenrod-Lich in der Rähe des Pflanzgartens einmündet, konnte seither seines schwachen Anter- grundes wegen als Fahrstraße für schwere Fuhrwerke nicht benutzt werden. Gegenwärtig werden Teile dieses Weges fest ausgebaut, so daß in Zukunft schwere Lastwagen diesen Weg passieren können. Wenn erst einmal das ganze Stück von Harbach bis zur Einmündung in die Kreisstrahe fertiggestellt sein wird, dürfte man den neuen Weg zu schätzen wissen, denn er bedeutet für unseren abgelegenen Ort infolge seiner direkten Verbindung mit unserer Rachoarstadt Lich eine Wegersparnis von 2 bis 3 Kilometer. 7^ Hungen, 8. Oft. Ober-Sustizinspektor Schäfer von hier, der einst mit 14 Jahren in den hessischen Sustizdienst eintrat, konnte in diesen Tagen das 50jährige Dienstjubiläum begehen. Der unermüdliche Fleiß und die hin- gebungsvvlle Treue, mit der der Jubilar allezeit seinen Dienst versieht, fand in einer kleinen Feier auf dem hiesigen Amtsgericht die Anerkennung feiner vorgesetzten Behörde. Ein gemütliches Zusammensein abends im „Solmser Hof" mit Kollegen und Freunden beschloß das seltene Jubiläum. Seine gereifte Lebenserfahrung und sein sachkundiger Rat. mit dem er manchen Streit ohne Prozeß im stillen schlichtete, hat ihm die Achtung weiter Kreise gebracht. Möchte es dem wackeren Manne vergönnt sein, in der jetzigen körperlichen und geistigen Frische noch manches Jahr seinen verantwortungsvollen Beruf auszuüben. — Von Montag bis Mittwoch dieser Woche hat Prof. Helmke-Gießen Ausgrabungen prähistorischer Gräber hier vorgenommen. Schon im Anfang dieses Iahr- hunderts hat der damalige Villinger Pfarrer Freund im Villinger Wald ein Grab öffnen lassen, das heute noch die Steinbettung zeigt, auf die der Tote gelegt wurde. Der am Montag einige hundert Meter davon geöffnete Hügel brachte leider ein negatives Ergebnis. Dagegen zeigte das im Anschluß daran im Hungener Wald. Distrikt Psaffenwiese, geöffnete Hügelgrab eine ganz andere Bestattungsweise und vermittelte außerordentlich wertvolle kulturhistorische und religionsgeschichtliche Aufschlüsse aus der Zeit von etwa 600 bis 700 vor Christi Geburt. Bei der Abtragung des Hügels wurde ein über halbkreisförmiger Steinkranz bloßgelegt, der durch eine ebenfalls aus rohen Findlingssteinen von Rorden nach Süden verlaufende etwa 40 Zentimeter hohe Mauer abgeschlossen war, die an der Südecke einen verhältnismäßig breiten Eingang zur Grabstätte ließ, Reben der Mauer konnte man an der 50 Zentimeter hohen und ll/2 Meter langen verbrannten Erdschicht mit Aschenresten und Aeberbleibseln verkohlten Holzes die Stelle erkennen, wo einst die Leichenverbrennung stattgefunden hat. Unmittelbar davor wurde die Beisetzungsstelle fest- gestellt an der etwa handhoch zusannnengehäuf- ten Asche, über der zwei aus 3 bis 4 Spiralen bestehende Armbänder von Bronze zutage gefördert wurden, ferner ein Topf aus Ton, der wohl Speise oder sonstige Gegenstände enthielt, wie man sie nach dem damaligen Totenkult dem Toten für seine Reise mitzugeben pflegte. Letzteres ist zugleich ein Hinweis, däß bereits im vorchristlichen Heidenum der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tode i.n irgendeiner Form bestanden haben muß. Die Fundstücke wurden dem Museum in Gießen überwiesen. Das Grab soll geöffnet bleiben und nach Deseit'gung der Schutthaufen so hergerichtet werden, daß es dem heimat- kundl'chen Anterricht der Schulen in der Am- gegend dienen fann. Kreis Schotten. >—( Ruppertburg, 8. Oft. Vom schönsten Wetter begünstigt, hielt her neugegründete Horloff -W ettertal - Sängerbund 'hier sein erstes Bundessingen ab. Etwa 300 Sänger der Männergesangvereine Gonterskirchen, „Liederkranz", Hungen, Inheiden, Langd, „Eintracht", Laubach, „Harmonie", Laubach, Röthges, Ruppertsburg und Wetterselü, sowie zahlreiche Zuhörer füllten den geräumigen Schlörb'schen Saal. Rach der Begrüßung durch den Bundes- Vorsitzenden I. B ö ch e r und einer Ansprache des Lehrers D e b u s über die Bedeutung des Liedes und die Ausgabe der Gesangvereine und Sängerbünde, die mit einem Hoch auf das deutsche Lied schloß, wurden rasch einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt. Dann begann das Singen. Jeder Verein sang zwei selbstgewählte Chöre, zu- Nätsel-Ecke. Silbenrätsel. ak — ar — der — cho — des — dy — e — e — e — ei — en — fut — he — i — i — [e — timet — mu — ne — nie — nolb — o — re — ri — ro — roro — sa — sack — sau — si — ter — ur — roa — wer — zi — zi. Aus oorstehönden 37 Silben sind 15 Wörter zu bilden, die folgende Bedeutung haben: 1. Kaffeezusatz; 2. geistiger Eigentümer; 3. Tiernahrung; 4. gewalttätiger Mensch; 5. biblischer Name; 6. Fluß in Tirol; 7. deutsche Hauptstadl: 8. einmastiges Fahrzeug; 9. römischer Kaiser; lü. italienische Insel; 11. Laufvogel; 12. amerikanischer Staat; 13. Körperorgan; 14. Wegmaß; 15. männlicher Personenname. — Nach richtiger Bildung der Wörter müssen diese in der ersten und dritten Buchstabenreihe, beidemal von vorn nach hinten gelesen, ein Sprichwort ergeben. Kreuzworträtsel. 12 13 8 9 10 18 19 21 22 23 31 35 3» 57 11 15 32 36 38 M16 20 0BQBQ EBM'lEai Bietae 1. Don links nach rechts: 2. Prophet; 8. Singstimme; 11. Gemüsepflanze; 12. Genuhmittel; 14. männlicher Personenname; 15. Fluß In Frankreich; 16. Bergweide; 17. Stadt im Rheinland; 19. weiblicher Vorname; 21. Erfinder eines Stenographiesystems; 26. Ballade von Bürger; 31. Abschiedswort; 32. andere Bezeichnung für Richtschnur; 34. Wasser in fester Form; 35. natürliches Wasserbecken; 36. Schlingpflanze; 37. Anteilschein; 38. Stadt im Rheinland. 2. Von oben nach unten: 1. Junges Haustier; 2. großer Schornstein; 3. Stadt in Frankreich; 4. Nebenfluß der Saale; 5. Saatkorn; 6. Lebensvorgang; 7. heimliches Gericht; 9. biblischer Name;. 10. große Tür; 12. Bodensenkung; 13. biblische Person; 18. Denkzeichen; 20. Nebenfluß der Donau; 21. Ruhepause; 22. Dichtungsart; 23. seemännischer Ausdruck; 24. Birkengewächs; 25. Körnerfrucht; 26. weiblicher Vorname; 27. Edelwild; 28. fettige Flüssigkeit; 29. Stadt in Brasilien; 30. wie 2; 33. Luftart. Bilder-Räifck. -f ^ • Verschmelzungs-Ausgabe. Es soll aus nachstehend aufgeführten je zwei Wörtern durch Umstellen der Buchstaben je ein neues Wort gebildet werden, deren Anfangsbuchstaben, aneinandergereiht, eine Jahreseinteilung ergeben. Lei — Zank: Schreibstube. Amt — Luna: Erziehungsanstalt. Bor — Erle: Zierbaum. Irene — Nest: weiblicher Personenname. Drei — Eugen: Eigenschaft. Don — Mal: militärisches Kleidungsstück. Leer — Niet: Edelwild. Elle — Vier: militärischer Weckruf. Scharade. Das erste ist der Sohn des zweiten, - Den beide Silben auch bedeuten; _T' * Dem dient die See zum Aufenthalt, " > Doch feine Heimat ist der Wald. Bruchftückaufgabe. Die nachstehenden acht Wortbruchstücke ai — Im — ar —lf — um — al — hr — uD ollen durch Ansetzen je eines Buchstabens am An« ang zu Wörtern umgeftaltei werden Diese Buch- toben ergeben alsdann, aneinanderaereiht, den Namen eines jedem Weidmann wohlbekannten Heiligen. Auflösungen. Silbenrätsel. 1. Obstzucht; 2. Aelpler; 3. Gabel; 4. Bulwer; 5. Awre; 6. Eibisch; 7. Herder; 8. Oder; 9. Hering; 10. Kredit; 11. Charge; 12. Vigogne; 13. Amt(s)- Vorsteher; 14. Amatl; 15. Geige; 16. Iller; 17. Ellipse. Blau wie der Himmel liegt vor dir die Welt. Scharade. Allerhand. Arithmetische Aufgabe. Wenn bei der ersten Verteilung 44 und bei der zweiten nur 12 Pflaumen übrig bleiben, so hatte die letztere 32 Pflaumen mehr erfordert. Gingen nun bei einer Verteilung von 2 Stück mehr an eine bestimmte Zahl Kinder insgesamt 92-mj$r daraus, so muß die Zahl der Kinder so groß gewesen sein, wie 2 in 32 enthalten ist. Es waren demnach 16 Kinder und 108 Pflaumen. Kreuzworträtsel. iäUrUTL m rzn m BaniBHEi l öfflBnigQ 0OOI3 TIP ämTn versleckräksel. BIBIE ÄmT LIMORIO ~mi Ir' 1. Hammer; 2. Zange; 3. Feile; 4. Hobel; 5. Nagel; 6. Bohrer. Bilderrätsel. Wenn Friede die Völker eint, blüht Gottes Segen überall. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Berufe. „Was macht denn Ihr Mann, Frau Botze?" „Der verteilt Zettel in den Straßen, wenn Reichstagswahl ist. Und was tut Ihrer, Frau Butze?" „Meiner verkauft schwarze Glasscherben, wenn Sonnenfinsternis ist." Meilensteine. „Heute, Liebling, sind wir fünf Jahre verheiratet, und wie jedes Jahr habe ich auch wieder einen Kuchen gebacken." — „Wie aufmerksam von dir," erwidert der Gatte. „Ich blicke auf die anderen fünf als Meilensteine zurück." Anfall. Dem Hausherrn meidet das Dienstmädchen: „Her Direktor! Bei Herrn Weier oben ist das Wasserrohr geplatzt!!!^ Bedenklich wiegt der Würdige sein Haupt: „Der arme Mann! Er gefiel mir schon die ganzen Tage nicht?" (Lust. Dl.) Nordisches Sprichwort. Bei den jütischen Bauern und Fischern besagt ein altes Sprichwort: Du sollst deine Pfeife nicht aus dem Tabaksbeutel eines andern stopfen. — Warum nicht? — Weil sie dann keinen Zug hat. — Warum hat sie keinen Zug? — Weil sie zu fest gestopft ist. meist ein Volks- und ein volkstümliches Lied und einen Kunstchor. Wenn man bedenkt, daß manche Vereine im Sommer gar keine oder nur sehr wenige Singstunden haben, so muß man die Leistungen durchweg als gut bezeichnen. Der aufgegebene Pflichtchor: „Hab' oft im Kreise der Lieben" von Silcher, wurde als Mossenchor auf dem Kirchenplatz gesungen und zeugte von guter Schulung und Auffassung. Verschiedene schöne Chöre erfreuten noch im Freien und im Saale die Freunde des deutschen Männergesangs. Kreis Alsfeld. —Homberg a. d. Ohm, 8. Ott Das vom Stadtvorstand genehmigte Gefallenen- Ehrenmal wird nach Anhörung des Denkmalpflegers Prof. W a l b e - Darmstadt durch den Bildhauer Arnold- Beuern ausgesührt. Das Denkmal kommt links von der Fr edhofskapelle zu stehen. Inmitten eines Chrenfriedhofs mit 35 einzelnen Gedenksteinen wird sich ein Sockel aus Muschelkalk erheben, der den Ritter St. Georg trägt. Die Gesamthöhe ergibt 4 Meter. Das Ganze wird non schönen gärtnerischen Anlagen umgeben. Die Einweihung hofft man im Frühjahr 1927 vornehmen zu können. Prof. W a l b e schreibt über das Ehrenmal: „Ich habe mich damit in jeder Beziehung einverstanden erklärt und glaube, daß durch die Ausführung dieses Entwurfs die Stadt Homberg in den Besitz einer ganz besonders schonen Kriegerehrung gelangen wird, die mit der alten Kapelle zusammen ein stimmungsvolles Bild darstellen wird." Starkenburg. WER. Darmstadt, 8. OIL In letzter Zeit mehren sich, wie dem „Hessischen Volksfreund" gemeldet wird, die Fälle, in denen junge Leute in der Gegend „Gesalzenes Wasser" zw> schen Laudenbach und Heppenheim von unbekannten Autoinsassen überfallen werden. In der Rächt vom Donnerstag zum Freitag ereignete sich wieder ein lieber» fall, wobei ein junger Mann von Weinheim, der sich mit einem Revolver zur Wehr sehen wollte, mittels Gummiknüppel schwer bearbeitet wurde. Rur durch die Flucht konnte er sich retten. Offenbar handelt es sich um Werber für die Fremdenlegion, die hier ihr Unwesen treiben. Es handelt sich um ein Personenauto, das an fraglicher Stelle ohne Licht hält, um nicht bemerkt zu wrrden. Wegen des Vorfalles ist Bericht an die Polizei erstattet, Rheinhessen. WSN. Mainz, 8.Okt. Der bei der hiesigen Filiale der Dresdner Bank in Stellung gewesene 21jährige Kassenbote Hans Lutz von hier. Meßmer^.. fett 80 Jahren bekannt — feinste Mischungen zu billigsten Preisen. 7887A Hur 4 Pfennig kostet MAGGI8 Heischbrlih-Wlirfel 8273c Einfach in kochendem Wasser aufgelöst, ergibt der Würfel gut 1/4Lifer kräftige Fleischbrühe zum Trinken und Kochen, zum Verbessern oder Verlängern von Suppen und So3en aller Art Würfel mittag in einem 21 u t o eine Dienstreise nach Wallau bei Hochheim, um in einer Dieb- stahlstache Ermittelungen an^ustellen. Auf dem Rückwege m der Rahe des .WanderSmanns" muhte das Auto einem mit lieben Kindern befetten Lastauto scharf nach links aas weichen. Dabei stich der Waaen aneineTelcgraphen- st a n g e und foulte, sich überschlagend, d e n Abhang hinunter, wobei bte Insassen in grobem Dogen herausgeschleudert wurden. Die beiden Kriminalbeamten Wolfram und o t e f - fens wurden dabei schwer verletzt, wahrend der dritte Beamte und der G-bauffeur mit Hautabschürfungen davonlamen. Die Schuldsrage ist noch nicht geklärt. Kreis Fulda. WSN. Fulda, 8. Okt. Sn den Fluren der Rhön tritt in diesem Fahre die Ackerschnecke in großen Massen auf und richtet bei der jungen Saat erheblichen Schaden an. Seiten «en; ' " Malt, ■ ‘lo. Isiüch abels 7 uv f Dielen. Ut*>* bir die 5Belt t. Um M M Er inQ *. < w, eint, all. w. lrdMvn-M. Frau Latze?' Etraßen, tuenn tot Ihrer, Frau slosscherben, menn ünf 3af)te oe» >e ich auch wie- 5ie aufmerffam f) Wä. auf M." L Dlenstmädchen: . Meier oben ist ige sein Haupte siel mir schon die «Lust. Dl.) Dort und Fischern befällst deine Pseife andern stopfen. dann leinen Zuz ug?-Dell sie-u aes Wasser" M- ipentzeim von überfallen »riL M Vvn » Dvlver M W Mppel schwer be- . «U(f)t konnte er -•»SÄ* Jion, wyq* sich M § Stelle ohne W M gW 'N. 6d ber W i« der nach Unterschlagung von 35000 M k. flüchtig gegangen war, wurde in Quakenbrück verhaftet. Die Festnahme erfolgte in dem Augenblick, als er mit der hier wohnenden Mutter seiner Ibjährigen Geliebten eine Zusammenkunft hatte. Die hiesige Kriminalpolizei hatte vor der Abreise der Frau nach dem genannten Ort Kenntnis erhalten und verständigte sofort die dortige Polizei. Die Geliebte des Lutz, die 16jährige Margarete B e r r, machte gestern im hiesigen Polizeigebäude, als sie von einer Vernehmung zurückgeführt wurde, einen Selbstmordverf u ch , indem sie sich zum Fenster hinausstürzte. Hierbei erlitt sie eine leichtere Kopfverletzung und wurde nach dem städtischen Krankenhaus verbracht. Das gestohlene Gell) wurde bis auf einen kleinen Betrag wieder zur Stelle geschafft. Preußen. Kreis Wetzlar. c? Wetzlar, 8. Okt. Sn den Kreisen der die. ligen Handwerker, Kaufleute und der sonstigen Gewerbetreibenden herrscht zur Zeit große Aufregung über die in den letzten Tagen herausgekommenen Gewerbe- fteuranforberungen. Es handelt sich hierbei um die endgültige Veranlagung für das Jahr 1925. die erst jetzt bekannt gegeben wird. Da die Vorauszahlungen hierfür vielfach mit s«hr geringen Summen getätigt worden sind, haben manche Gewerbetreibende noch erhebliche Vachzahlungen zu leisten, die bei der teilweise immer noch schlechten Geschäftslage für viele fast unerschwinglich sind. Dazu kommen noch die Vorauszahlungen für 1926, die das Bild weiter verfinstern. Aus der andern Seite hat die Stadt wieder erhebliche Ausfälle bei der Gewerbesteuer zu verzeichnen, weil große Teile der hiesigen Industrie im vergangenen Iahre ohne jeden Ertrag abgeschlossen haben, und deshalb nach dieser Richtung hin nicht besteuert werden können. Wie hier eine beiden Teilen gerechte Lösung gefunden werden soll, ist noch das Problem, dessen Lösung wohl sehr schwer fallen wird. Die Stadt selbst dürste wohl über äleberschüsse nicht verfügen, weil die starke Bautätigkeit ansehnliche Summen beansprucht. Dies selbst ist zum größten Teile wieder eine Folge der großen Erwerbslosigkeit, deren Linderung auf der anderen Seite wieder ein Gebot der Pflicht ist. Am kommenden Sonntag wollen die Handwerkerkreise in - einer Generalversammlung zu der Frage Stellung nehmen. li Wetzlar, 8. Okt. Die wirtschaftliche Lage in unserem Sndustriebezirk hat in den letzten Wochen eine weitere Ent - lastung erfahren, wenn auch die Zahl der Arbeitslosen immer noch beträchtlich ist. Diese letztere Frage dürfte auch für die nächste Zukunft leider nicht zu beseitigen sein. Die Zahl der Erwerbslosen kann daher auch nicht mehr allein ein Maßstab für die Beschäftigung aller Industriezweige abgeben. Die von der Regierung bewilligte Vergütung von zwei Mark pro Tonne geförderten Eisenerzes für den hiesigen Bezirk hat die Wiederinbetrieb- nahme einiger Erzgruben im Lahn- und Dillrevler ermöglicht, und damit auch die Einstellung mancher Belegschaft wieder gestattet. Weiter dürfte der inzwischen abgeschlossene Eisen- palt auch für die hiesigen Werke manche Auswirkungen haben. Dazu kommt der bis heute günstige Herbst, der die Bautätigkeit in vollem Umfange weiter gestattet und den Absatz des viel benutzten Zements keinen Einschränkungen unterwirft. Auch in der optisch-mechanischen Sn- d u st r i e ist eine Belebung des Absatzmarktes seit diesem Sommer festzustellen, wenn auch Kredite hierbei auf längere als sonst übliche Zeit gegeben werden müssen. Durch die großen Bauten des Spar- und Bauvereins, sowie durch die von den Kommunalbehörden in Angriss genommenen Straßen- usw. Bauten werden auch wieder Teile des Bauhandwerks mit Arbeit versorgt, während andere Erwerbszweige über sehr geringen Auftragseingang klagen. Die Gewerkschaft Raab hat die Ausbeutung in ihren bisherigen Stollen aufgegeben und hat neue Aufschlußarbeiten in der Räbe von Garbenheim begonnen, wo größere Eisensteinoorkommen erwartet werden. Die früher hier besonders blühende Lederhandschuh i n d u st r i e, die in der Vorkriegszeit etwa ein Viertel der gesamten deutschen Armee belieferte und besonders auch für das Ausland sehr stark arbeitete, ist infolge der Umwälzungen wohl am meisten betroffen und mußte sich vollkommen u rn st e l l e n, wobei die heutige Produktion noch nicht ein Vierte Iber Vorkriegszeit erreichen dürfte. Die vor dem Kriege hier noch vielfach betriebene Ledergerberei ist vollständig eingegan - gen und wird nu rnoch in dem nahen Brand- obernborf, bas in dieser Branche von jeher berühmt war, betriebn. Wenn die Witterungsverhält- nisse in den nächsten Monaten günstig bleiben und die Beschäftigung in der Sndustrie ebenfalls eine weitere Belebung erfährt, so steht zu hoffen, daß manche Befürchtungen wegen der Arbeitslosenfrage gebannt werden. XX Wißmar, 8. Ch, Im Vorjahr wurden hier und im benachbarten Launsbach große Entwässerung s-°-Anlagen im Lahnfeld durchgeführt. Es handelt sich um rund 90 Hektar, die sich fast zu gleichen Hälften auf beide Gemeinden verteilen. Die Kosten stellen sich für den Morgen auf 125 Mc. für Wißmar insgesamt auf 21 500 Ml. und für Launsbach auf 23 000 Mk. Die Finanzierung ist für beide Gemeinden die gleiche, beide haben ein 7prozen- tiges Darlehen von 10 000 Mk. bei der Deutschen Bodenkultur A.-G. in Berlin ausgenommen, das in dreijährigen Raken zurückzuzahlen ist. Die Drainage hat sich bereits im ersten Erntejahr auf das beste bewährt, aber die Klagen über die Entrichtung der Zahlungsbeiträge sind besonders bei den kleinen Landwirten allgemein. XX Krofdorf, 8. Okt. Unter den sieben Landbürgermeistereien des Kreises Wetzlar hat die vereinigte Bürgermeisterei Atzbach- Launsbach die st ä r k st e S e e l e n z a h l. Sie zählt insgesamt 12 Ortschaften mit 2006 Gehöften, 11 456 Bewohner. Während Vetzberg mit 476 Köpfen als bas kleinste Dorf gilt, zählt Krofdorf allein 1879 Bewohner. KrofdorpGleiberg gelten aber bekanntlich als ein Gemeinwesen, mithin zusammen 2299 Einwohner. HohensoIms gilt als die kleinste Bürgermeisterei des Kreises, sie zählt in 10 Dörfern mit 748 Gehöften nur 3969 Einwohner. XX Vetzberg, 8. Okt. Der preußische Staat, der Eigentümer der Burgruine Vetzberg ist, hat bekanntlich schon in der Vorkriegszeit, wenn auch gerade nicht in glücklicher Form, den gewaltigen Bergfried besteigbar gemacht. Snfolge der fortgesetzten Witterungseinflüsse mußte die Aufstiegsleiter erneuert werden. Wenn auch Personen, die nicht ganz schwindelfrei sind, den wundervollen Ausblick vom Turm sich schwerlich verschaffen werden, lohnt es doch für viele, von hier den Blick in die Landschaft zu senden, wenn man den Bergkegel ersteigt. Besonders das Bild der Schwesterburg ist wunderbar. Aber um auf diesen herrlichen Aussichtspunkt zu kommen, hat man einen höchst abschüssigen und gefahrvollen Weg hinanzu- steigen. Der Gemeinde ist es verboten, an dem Wege zur riebe etwas zu verbessern. Das L a n d r a t s - amt Wetzlar als Aufsichtsbehörde für die Ruine würde sich den Dank zahlreicher Touristen erwerben, wenn es dafür sorgen wurde, daß der Weg verbessert und an einzelnen Stellen mit Schutzgitter versehen würde. Streik Westerburg. 00 Westerburg, 8. Okt. Hier stieß der Kraftwagen des Dr. Wengen rot y, der vorschriftsmäßig scharf rechts von der Reustraße in die Adolfstraße einbog. mit einem links fahrenden Motorradfahrer aus Haiger zusammen. Durch die Geistesgegenwart Dr. Wengenroth's, der seinen Wagen sofort ab- bremste, kam der Motorradfahrer mit heiler Haut davon, während sein Rad in schwer beschädigtem Zu st and zur Wiederherstellung in die Werkstatt abgeschleppt werden mußte. Dr. Wengenroth konnte mit seinem wenig beschädigten Wagen weiterfahren. — In Salz wurden am Sonntag in Anwesenheit des Gei st l. Rates Fischbach (Limburg) die neuen Glocken eingeweiht. Das neue Geläute besteht aus vier Glocken. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 8. Ott. Wie wir von zuständiger Seite erfahren, haben die Raab- Katzenstein-Flugzeugwerke in Kassel das Angebot der Stadt Frankfurt a. M. zur Verlegung des Betriebes dieser jüngsten beut- schen Flugzeugfirma nach Frankfurt angenommen. Mit der Umsiedlung soll im Dezember begonnen werden. Sm Ansästuß an die Fluzeug- fabrifaiion wird dann auch in Frankfurt bas e r ft e deutsche Flugzeugkaufhaus eröffnet werden, in dem zu günstigen Preisen und Zahlungs- bebingungen kleine offene 6port= und größere mehrsitzige Reiseflugzeuge vertrieben werden sollen. — Emen großen Menschenauflauf verursachte bieser Tage in einer stark belebten Straße in Bad- Nauheim ein Frankfurter Ehepaar. Streitobjekt war ihr Kind, das die Frau im Auto mitgenommen hatte, um sich von ihrem Mann zu trennen. Der Mann war ihr daraufhin nach- gereift, stellte sie in- Bad-Nauhcim xur Rede, und der in das Forum der Oeffentlichkeit getragene häusliche Krieg konnte erst durch das Einschreiten der Polizei beendet werden. WSA. H ö ch st a. M., 8. Ott. Drei hiesige Kriminalbeamte machten gestern nach- GonntanSdienst d.Aerzte n.Avotbeken am 10.10.26 Dr. S. Klein- Dr. Smdt. Velikanavolbekc. Hahnarxt: Dr. Nockerbeck. *D in \chuh- u. Leaar- yadiäftu ' । Der „echte Kathreiner vertat 1 MlWMNemklMMorm / MQsam gerieten Wrapl Der Gehalt machte! mocM elfe Leelerworcn wieder neu! v., ,>ihiui.. irtihmnr" 'inniw s UM KUWN K< oiifoßk Wintermäntel in beffer Verarbeitung und modernen Farben Cf 18.00 1^00 ICIlIldl auch mit Pelz garniert . 28.00 ÄVlIlk. - .. 32100 9 Q00 tSRimO auch mit Petz garniert 35.00 OlTlk. Velour de laine Petzgarn. $1’$$ auch elegant gefüttert ........ 37.00 Xs 4 Ulk. 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Für die feste Grundstimmung der Börse ist bezeichnend, daß sie ein Ereignis w'e den Streit der Hamburger Hafenarbeiter in der letzten Woche einfach ignorierte, ja die Aktien der großen deutschen Schiffahrtsgesellschaften gerade in den Tagen des Streiks unter Hinweis auf deren Charakter als Freigabepapier und die durch die Zurückziehung amerikanischer Schiffe in der Hamburg—Amerika-Fahrt von uns erzielten Erfolge heraufsetzte. Aber nicht nur die Papiere der transatlantischen Reedereien stiegen: auch die Bereinigte Elbeschiffahrtsgesellschaft konnte einen Gewinn von über 20 Prozent verbuchen. Selbstverständlich war dies nur möglich weil an anderen Marktgebieten seit Mitte der' vergangenen Woche Haussebewegun- g e n im Gange waren, die für die Tendenz der Effektenbörse einfach die Richtung abgaben. Von ihnen wurden die durch aktuelle Ereignisse weniger hervortretenden Werte mitgerissen. Die zweite Hand leistete willige Gefolgschaft, und so kam denn die vorteilhafte Gesamttendenz zustande. Allerdings ist hierbei charakteristisch, daß fast jeweils kurzfristig Gewinnrealisationen erfolgten, die den mehr spekulativen Charakter der umfangreichen Anschaffungen des Publikums und der Spekulation zu dokumentieren scheinen. Reine Anlagewerte blieben und sind noch heute demgegenüber vernachlässigt, zum Teil sogar in einer leicht rückläufigen Kursbewegung. 3m Mittelpunkte standen, wie bekannt, der Dankaktienmarkt und der Markt der heimischen Renten. Als zweite Garnitur der beliebtesten Papiere sind chemische und. O e l w e r t e, sowie Kvlonialpapiere anzuführen. Die nachstehende Uebersicht veranschaulicht, um eines dieser Gebiete herauszugreifen, wie sich die wichtigsten Großbank-Aktien allein in der Hälfte dieser Woche, vom Montag, 4. Oktober, bis Donnerstag, 7. Oktober, entwickelten: 4. Oft. 7. Oft. Darmstädter und Rationalbank 226,00 234,00 Berliner Handelsgesellschaft 219,00 232,75 Commerz- und Privatbank 141,00 150,50 Deutsche Bank 167,62 183,75 Disconto-Kommandit 160,75 170,50 Dresdner Dank 141,50 155,00 Den Käufern der Bankaktien schwebten anscheinend die im laufenden Geschäftsjahr bedeutend gestiegenen Gewinnmöglichkeiten der Banken vor, die zum Teil über relativ kleine Eigerckapitalien verfügen und daher die Aussicht auf eine hohe Verzinsung bieten. Aber auch die Versionen, die sich mit angeblichen Verhandlungen über einen Zusammenschluß innerhalb der Großbanken beschäftigten, wollten nicht verstummen. Rach der einen Lesart soll es sich um die geplante Zusammenfassung der Mehrzahl aller großen Institute, nach der anderen um zwei bestimmt genannte Großbanken handeln. Was hieran wahr ist, wird erst die Zukunft ergeben. Die allgemeine Börsenhausse wirkte insofern immer wieder als, Antrieb namentlich für Bankaktien, da ja die Emissionstätigkeit durch die anhaltende Erhöhung des Kursniveaus weiter befruchtet wird. Bei der Deutschen Bank verwies man noch besonders auf die ehemaligen türkischen Interessen dieses Institutes, die in der Bilanz voll abgeschrieben find und für deren Regelung jetzt anscheinend der Zeitpunkt gekommen ist. Direktor Meißner von der Deutschen Bank verhandelt gegenwärtig in Konstantinopel mit der türkischen Regierung, ohne daß jedoch schon Positives über einen eventuellen Erfolg bekannt geworden wäre. Zeigt die Aufwärtsbewegung der Bankaktien bereits einen frischen Zug, so haben Kolonialwerte zum Teil noch weit über dieses Maß hinausgehende Kurssprünge zu verzeichnen: 4. Olt. 7. Oft. Schangtung-Bahn 7,10 Ostafrika-Eisenb. 30,00 Deutsch-Ostafrika 225,75 Reu-Guinea 675,00 9,90 (bis 12) 33,00 260,00 850,00 Die Tabelle zeigt, daß die Börsenspekulation tiefere Gründe für ein Vorwärtstreiben der Kolonialaktien gehabt haben muh. In der Tat liegen diese insofern vor, als bei einer Entscheidung des Haager Schiedsgerichtes im Sinne des deutschen Antrages die aus der Beschlagnahme des deutschen privaten Aus- landeiaentums durch den Versailler Vertrag geschädigten Unternehmungen die Aussicht auf eine Vergütung in der Höhe haben, wie sie von der Reparationskommission anerkannt worden sind. Die auf Grund des Liqui- dationsschadengesehes geleisteten Entschädigungen sind in Inflationsgeld bezahlt worden und größtenteils schon entwertet gewesen, als sie in die Hände der Kolonialdeutschen bzw. -Gesellschaften gelangten. Bei Schantung beispielsweise hatte die damalige Inflationszahlung den Wert, daß man im Falle der Liquidation jedem Aktionär, der vor dem Kriege 1000 bare Goldmark einzahlte, jetzt auf diesen Betrag 2,50 Reichsmark zurückgeben kann. Rach der bisherigen Lage muh somit, etwas deutlicher ausgedrückt, das ehemals deutsche Auslandeigentum als verschenkt bzw. von den Unterzeichnern des Friedensver- vertrages geraubt angesehen werden. Das lag aber zweifellos nicht in ihrem Sinne, da im Ver- failler Vertrag (Artikel 297) ausdrücklich festgelegt wurde, dah das Deutsche Reich den Geschädigten angemessene Barvergütung zu zahlen habe und diese als Reparationsleistung verrechnet wird. Die deutsche Regierung verlangt jetzt eine Anrechnung solcher Zahlungen, die im vollwertigen (Selbe noch zu leisten wären, auf die Dawes-Anuitäten und hat zu diesem Zweck das Haager Schiedsgericht angerufen. Es ist somit also eine bedeutende Kurschance bei den betreffenden Papieren vorhanden, sie hängt aber an einem seidenen Faden: dem Spruch des Haa- ger Gerichtes, der endgültig ist. Die Spekulation scheint über einen sehr weitgehenden Optimismus zu verfügen. Am Markt der heimischen Staatsrenten notierten am: 2. Oft. 7.01t. -5% Reichsanleihe 0,535 0,605 (6. Oft. 0,625) 4° o Reichsanleihe 0,5125 0,600 3,5" o Pr. Kons. 0,515 0.605 4"/0 Tayr. St.-Anl. 0,490 0,620 Schutzgebietsanl. 7,450 8,400 Bei diesen Werten beruhte die Steigerung auf rein stimmungsgemäßen Einflüssen. Die Aufnahme der offiziellen Rotiz für die Ablösungsanleihe beschäftigt bereits die Dörsen- organe und wird noch in diesem Jahr erwartet. Am Geldmarkt bereitet man sich langsam auf die Wedioabwicklung vor. Eine Erleichterung will nach dem September-Ultimo nicht so recht eintreten. Tagesgeld bedingt immer noch 6 bis 7 Prozent. Die Befürchtungen, die hier und da wegen der Geldversorgung zum Medio auftauchen, erscheinen jedoch übertrieben. Am Privatdiskontmarkt sind die Umsätze gänzlich unbedeutend. Dörlenkurle. Frankfurt a.M. Berlin 8. 10. | 9. 10. 8. 10. | 9. 10. Darum: 0.6025 G 605 0,60 95 17,9 18,25 170,9 170,6: 104.5 77 I G. 134 1134,25 100 128,25 164,5 ft [191,25 159.5 114 87.4 101 227' 149.5- 232' 182' -90,7' 121,25 47 38,5 142 8,4.-, 98 59 3 189 88.9 103 164.25 161 295,75 120 141.9 206 85,75 159,5 159,5 15t 14! 8.45 0.75 0,362 104 139 199,25 | 87.5 82,25 27 47.5 142.25 207.5 86,75 157.5* 102,75 73.5 157.25 166.2- 167.7* 141.2* 152 76 73,5 118.7* 156.5 151,25 170 170,25 120* | 121.5 157,25 159,25 294.62 120 Schlug»! l»Uhr» Kurs fiui» I 160 168,75 1160,75 S-blüh-! Anfang Kur» I Uurc 150- -31* l 182* 160 170,5* 151.75 , 143,5 8.4 290' 125 51,75 127,75 173 161,5 18,12 ' 46 213 149.5 233 183,25 137,6* 199 85,75 82 73 122 158.5 154 । 143 166.75 163,5 0.61 0.60 0.59 0.80 159* | 103,25 73 1 159,25 167 ; 168 ! 143 * 152 77 Holzverkohlung ....... Rütgerswerkc Scheideanstalt........ Allg. ElettrtzttätS-Gesellschal Bergmann ........ Mainkraftwerke ...... Schlickert . . . . Siemens Dr. fäompson's Seifetfpulver 3(B =31926 1826 Günstigste Gelegenheit zur Deckung des täglichen Bedarfs in weißen Waren und zum Wischtücher. . . . . Mk. 0.85, 0 58, 0.29 Weihe Halbleinenhandtücher . . . . MK.13O, 0.95 Mk. 7.25, 4.25, Reinlein. Tischtücher, 130x160 cm Reinleinene Servietten, 60x60 cm . Mk. LU Indanthrenfarb. Tischdecken. . Mk. 2.25, 1.75, Unser Ruf als Haus der guten Qualitäten bürgt für die Güte auch unserer billigsten Angebote 8292a Etagenheizungen Fernsprecher 1659. 08 MO Warmwasserversorgung .J8 Beste und billigste k Bezugisqmellef.Ktifiastier-anstruniente! 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