Samstag, 10. April 1926 176. Jahrgang !k. 83 Erstes Blatt Friedensverhandlungen mit k Ahmed werden 2. 3. lobt den Ent- sein: 1. Stämme, Si Mohammed hitui und Si Scheddi. Die französisch-spanischen Unterhändler Atzjchluß eines militärischen Waffen- stillstandes nach Vesehung von bestimmten Stellungen; unverzüglicher Austausch der Kriegsgefangenen; Neutralisierung einer bestimmten Zone bis zur Verständigung über die Berichtigung der strittigen Grenzlinien; sich zu Vorbesprechungen in Paris treffen, um die Friedensbedingnngen für Abd et Krim aufzustellen. Sie werden dann gemeinsam nach Oudjda reifen. Nach einer havasmeldung dürsten unter den progvammpunften für die Verhandlungen zwischen Vertretern der Rifleute und Vertretern Frankreichs und Spaniens die folgenden zu finden 4. E n t s e r n u n g der für die Erhebung verantwortlichen Führer. Erst nach Einigung über diese Vorbedingungen könnten die eigentlichen Friedensoerhand- langen auf der Grundlage der Madrider Abmachungen beginnen. Durch die Abmachungen von Madrid seien im übrigen die wesentlichen Grundlagen für die eigentlichen Friedensverhandlungen wie folgt festgesetzt worden: Regelung der R i f g t e n j e am Uergha; Gewährung einer Verwaltungs- Autonomie unter der Souveränität des Sultans an die Rifstämme sowie endlich Entwaffnung der onttolle über sie. Der Rücktritt Malvys. Das Kabinett Briand vor neuen Schwierigkeiten. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe fit Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil 5 ans Füstel, sämtlich in Bietzen. Was die Hauptsache ist, die Wirtschaft muh sich Auslandkredite verschaffen, um die Steuern und Lasten, wie die Reichsbahntarife bezahlen zu können, die wieder die Voraus« sehungen für die Sachleistungen und so werter auf Grund des Dawesplanes sind. Diese Sachleistungen beruhen überdies auf unwirtschaftlichen Erwägungen. Deutschland wird gezwungen, Waren und Dienste in den internationalen Wirtschastsprozeh ohne Gegenleistung überzuführen, was an sich schon zu einer Storung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen führen muh. Der Währungsverfall vieler europäischer Länder ist ja in Wirklichkeit nur eine Folge jener törichten Bestimmungen des Versailler Vertrages, die wirtschaftliche Leistungen ohne Gegenleistungen zum Hebel der internationalen Wirtschaft machen wollen. UnD das ist auch die Krise des Dawesplanes. Rentner-Tagung in Kassel. 3n Kassel begann tie Ae i chs t a g u n g d e s Deutschen Rentner-Bundes, zu der Vertreter sämtlicher 28 Landesverbände, die 13bO Ortsgruppen mit über 350 000 Mitgliedern umfassen, erschienen waren. Rach Begrühungsworten lich von besonderer Bedeutung. Wie könne in einem ßano das Vertrauen wieder aufkommen, wenn das Echo einer heftigen Rede des Führers des Kartells noch im Lande widerhalle, und wenn ein im Kamps stehender Linkskarteilist damit beauftragt sei. die innere Politik zu leiten. Der neue Innenminister gehöre auch zur kar» tellistischen Richtung, aber nicht zu jenen Mitgliedern der ultrakartellistischeu Sekte, die das Land ihren Leidenschaften opfert. Das „Journal des Debats" schluh Malvys. Die Umstände feien heute weniger tragisch als während des Krieges, denn die Deutschen stünden nicht mehr in Royon, aber man stehe Schwierigkeiten gegenüber, die gebieterisch die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller fordern, wenn man siegen wolle. An dem Tage, an dem man das Komitee für nationale Einigkeit schaffen wolle, das dazu bestimmt f^i, die Verteidigung des Franken durch freiwillige Opfer zu organisieren unter Ausschluß jeder Parteirücksicht, sei es vorzuziehen, daß der Innenminister nicht ein Mann sei, dessen Rame Uneinigkeit! schasse, anstatt die Annäherung zu fördern. denn nach den bestehenden Internat. Tanger- Verträgen untersteht das Rif-Gebiet eigentlich der Oberhoheit Spaniens und Spanien bleibt im Grunde genommen allein verantwortlich für die Liquidierung des Rif-Krieges. Aus der anderen Seite will Frankreich natürlich durch diesen Friedansschlust sein Gebiet in Rordasrika erweitern. Daher verlautet offt- ziös am Quai d'Orsay, Frankreich verhandle nicht allein mit Abd el Krim, sondern mit sämtlichen Rifstämmen zugleich. Hierdurch möchte sich die französische Regierung in konsequenter Durchführung ihrer ganzen nordasrikani- schen Politik alle Möglichkeiten offen- halten. Wie weit aber gerade Spanien sich damit einverstanden erflären kann, bleibt abzuwarten. Den französischen Rationalisten erscheinen diese Friedensbedingungen natürlich überhaupt indiskutabel. Der „Gaulois" bezeichnet sie als „geradezu verrückt edelmütig". Aber trotzdem wird es noch schwer genug halten, auf dieser Grundlage mit Abd el Krim zu einer Verständigung zu gelangen. Die Unterhändler. Paris, 9. April. (TU.) Nach dem heutigen ftabineftsrat teilte painleoe mit, bafj die offi- zlellen Friedensverhandlungen mit Vertretern Abd el krlms in den nächsten lagen inOudjda, einem Orte an der algerisch-marokkanischen Grenze am 15. April eröffnet werden. 2lls französischer Bevollmächtigte werden daran General Simon, der bisherige Kommandant des Frontabschnittes von Taza, ferner Duclos, Generalsekretär In Rabat, p o u - sat, llnterdirektor für afrikanische Angelegenheiten am Quai d'Orsay, teilnehmen. Die spanische De I e g a 11 o n seht sich zusammen aus dem Direktor für die Abteilung Marokko Im spanischen Minister- präfidium Lope; B o 11 o a s, Major Aguilar, Leiter des Aufklärungsdienstes in Ajdir und Hauptmann Don Miguel. Die Rifdelegation besteht aus Si Mohammed Azerkan, dem Austen- Minister Abd el Krims, und den Vertretern der Abd el Krim. Gegend und Auslegung einer militärischen Die Kn je des Dawes=Plans. Es sind immerhin berufene Sachverständig«, nt durchaus nicht unvermittelt in den Vereinigten Staaten sich mit der Problematik des Dawes- । planes beschäftigen. Wenn die Handelskammer t Washington sich von der U. S.-Abteilung der internationalen Handelskammer über die Dawes- Lasten Deutschlands in Gegenwart und Zukunft 1 Berichten läßt, so müssen dafür ganz besondere Hrunde vorliegen. Sie können vielleicht auf die 1 öorge um die Sicherheit der in Deutschland rrtergebrachten Kredite zurückgehen, sie können ich aber auch aus der Furcht vor dem wachsenden ätschen Wettbewerb auf den auhenlandi- 'Hen Märkten herleiten lassen. Dafür spricht, dast n dem Bericht der U. S.-Abteilung der Internationalen Handelskammer die Auffassung verraten wird, die Zahlungsverpflichtungen oes Zweiten Dawesjahres erreichten die Grenzen *>er deu tschen Leistungsfähigkeit. Run sollen die Lasten des zweiten Dawes- IcihreS insgesamt ei.re Höhe von 1220 Millionen Hart erreichen. Davon hat die Reichs b a h n mittelbar und unmittelbar fast 1100 Millionen Btarf aufzubringen, während der Rest von 125 Mllionen Mark aus dem Zinsendienst für die Industrie-Obligationen stammt. Das redeutet, daß Deutschland auf Grund des TranSfer-Mechanismus überhaupt keine Zah- 'ungen zu leisten hat. Bleibt es bei der tech- -nfchen Anordnung des zweiten Dawesjahres, so iviid es im wesentlichen die deutsche Wirt- 'chaft sein, die sich mit den Lasten und Zahlungsverpflichtungen in Form hoher Eisen- b Q h n t a r i f e auseinanderfetzen muh. Indessen ritt schon im dritten Jahr, schärfer noch tm werten Jahr, eine Wandlung ein. Und im «Ünften Jahr, das schon als Rormaljahr anzu» lprechen ist, sollen die Lasten insgesamt 2,5 Mil- liarden Mark ausmachen, wenn, was allerdings ganz unwahrscheinlich ist, nicht auf Grund des .Wohlstandsindex" noch höhere Lasten hin- utlommen. Wie sich der Transfer-Mechanismus aus- tt/irtcn wird. Ist heute noch völlig ungewiß. Aber j c Entwicklung läßt sich ausdenken, dast es gerade die Vereinigten Staaten sein werden, ilm die der zweifelhafte „Segen" der Dawes- kiftungen nahezu unbegrenzt abströmt. Dafür sorgt zunächst das Schuldenabkommen der Ver- 'büiwetsn unter- und miteinander. Wenn England, Frankreich. Italien und Belgien schließlich nur nach Maßgabe der deutschen Leistungen zahlen tooHen, wird die Union freiwillig oder unfreiwillig zu dem Clearinghaus, in das alle Zahlungen zusammenströmen. Indessen hat die Union noch auf andere Leistungen und Zahlungen aus Deutschland zu rechnen. Diese werden sich im Rahmen der Verzinsung unb Rückzahlung der aufgenommenen Kredite vollziehen, wobei es technisch von untergeordneter Bedeutung ist, ob die neuen Kredite oder die Diederherstellungsverpflichtungen den Vorrang haben. _ , Was geschieht, wenn dieser Segen Jahr für Jahr in die Union abströmt? Sehr wahrscheinlich wird sofort das Transfer-Komitee eingreifen, um durch eine Senkung der Sachlieferungen die Bedrohung der deutschen Währung zu verhindern. Der Abgleich der Verpflichtungen ist ja so gedacht, daß die Varzahlungen aus den üeberschüssen des deutschen Außenhandels geleistet werden, da das System der Zahlungsbilanz die Uebertragung so großer Summen von Land zu Land nicht verträgt. Würde sich alles s» abwickeln, wie der Dawesplan reichlich phan- tastisch vorsieht, so mühte die Union jedes Jahr erhebliche Summen hereinnehmen. Das liegt an sich ■ nicht im Jweresse der Union, so daß als Ausweg nur die verstärkte Ausfuhr von Rohstoffen nach Deutschland bliebe. Dann aber würde das eintreten, ton§ alle wirklich Sachverständigen von der Auswirkung des Dawesplanes vorausgesagt haben. In dem Maße als Deutschland auf Grund seiner Verpflichtungen ars dem Dawesplan Rohstoffe hereinnimmt, muß cs diese mit verdreifachter Energie unter äuher- sler Senkung der Gestehungskosten als Fertigwaren auf die ausländi scheu Märkte werfen. Wenn Deutschland aus dem Dawesplan und aus dem Zinsendienst für die Kredite jährlich zwei Milliarden Mark und mehr nach der Union zahlen muß, so werden diese sicher wieder in Rohstoffkredite für Deutschland umge- lvandest werden müssen. Geschieht es nicht, so schaltet sich der Dawesplan selbst aus. Indessen wird «s wohl zu dieser Selbstausschaltung nicht kommen. Und zwar deshalb nicht, weil die Lasten des Rormaljahres über die Grenzen der deutschen Zahlungs- und Leistungsfähig- teit hrnausgehen. Das ist auch der Tenor des Berichtes der U. S.-Abteilung der Internationalen' Handelskammer Rach der Auffassung des Berichtes, der sich auf gründliches Studium der wirtschaftlichen Energien Deutschlands sowie der ausländischen Marktverhältnisse stützt, erreichen die Verpflichtungen des zweiten Dawes-Jahres die Grenzen der deutschen Leistungsfähigkeit. Es wird sich noch ausweisen, daß auch drese Auffassung nicht haltbar ist. _. Wenn die Rcichsregierung die Wirtschaft durch Kredite „ankurbeln" muß, wie den für die Reichsbahn, so ist das ein Beweis dafür, daß die volkswirtschaftliche Lastenverteilung untragbar geworden ist. Das Reich, das nicht über eigene Mittel verfügt, verschafft sich die Summen für die Ankurbelung durch eine unverhältnismäßige Besteuerung d er Wirtschaft. WaS dieser in FormvonSteu er n an Betriebsmitteln entzogen wird, wird ihr im Kreisumlauf als mit Zinsen belasteter Kredit wieder zugefuhrt. Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Honat$»Be;ug$preis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- Icheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüffe: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. " Postscheckkonto: ffrantfurt am Main 11686. TU Paris, 10. April. Die Blätter be- schäftigen sich ausführlich mit dem Rücktritt Malvys, dem man große Bedeutung beimißt. Man glaubt zu wissen, daß Briand Malvy gc- opfert habe, um dadurch die Stimmen einiger Rechtsparteien für die Finanzlage zu gewinnen. Rur so habe er die Steuerreform durchbringen können. Wie nicht anders zu erwarten war, ist die Stimmung der Partei Malvys, der Ra - dikalsozialisten, sehr erregt. Man hat nicht den Eindruck, daß die Wahl Durands zum Rachfolger des fortschrittlichen Malvy als Innenminister die. Gemüter beschwichtigen wird. Durand ist Mitglled der linksdemokratischen Senatsgruppe, die in ihrer politischen Richtung ungefähr den Radikalsozialisten der Kammer entspricht, aber etwas mehr nach rechts orientiert ist. Das Anziehen der ausländischen Devisenkurse wird mit der ungünstigen politischen Lage in Zusammenhang gebracht. In den Wandrlgängen der Kammer wurde am ö'rei* tag nachmittag von verschiedenen Seiten der Ver- inutung Ausdruck gegeben, daß das Kabinett Briand bei der Abstimmung über die Mahlreform unterliegen werde. Man erörtert bereits die Möglichkeit eines Kabinetts Pöret. In dem Cntlaffungs- gesuch Malvys, das am Freitagabend bekannt- gegeben wurde, heißt es: Er habe aufrichtig geglaubt, daß es ihm möglich sein werde, an der Seite Briands eine Politik der Loy ali - t ä t, des Zusammenschlusses und der Einigung in einer Stunde der ernsten Sorgen, die die öffentliche Meinung in Frankreich bedrücken, zu betreiben. Wenn es. sich nur um seine Person handeln würde, würde dieser Ausfluß der Leidenschaften wenig Bedeutung haben, denn die demokratische öffentliche Meinung habe ihm, .Malvy, gezeigt, daß das Land keinen Augenblick über den Sinn und die Bedeutung der gegen ihn gerichteten Angriffe im Zweifel sei. Aber man müsse mit denen rechnen, die durch seine Anwesenheit im Ministerium s ich vonBriand entfernen könnten und deren Beistand vielleicht unerläßlich für die Durchführung seines Programms sein werde. Aus diesem Grund ersuche er Briand, ihn von seinem Amt zu entbinden. damit Briand seine volle Handlungs- freiheit habe, wie er auch die seinige zurück- erlangen wolle. Der „Temps" schreibt: Malvy trete zuruck, nachdem er symbolisch im Ministerium des Innern wieder aufgetreten fei. Sein Rücktritt werde die Atmosphäre reinigen, wenn er einen politischen Wechsel anbeute. Die Stelle des Innenministers sei augenblick- (Don unserem Pariser V/. 8.-Korrespondenten.) Paris 9. April 1926. Frankreich muß den Krieg in Marokko jct)t baldmöglichst beendigen, wenn anders ihm durch dieses Marokko-Abenteuer nicht inner- und außenpolitische Schwierigkeiten schlimmster Art entstehen sollen. Der Marokko-Feldzug dauert zu lange und kostet viel zu große Opfer an Menschen und Geld. Das Parlament wird unwillig, das Volk verurteilt den Krieg auf das Allerentschiedenste. Die Regierung des Linkskartells hat daher das allergrößte Interesse daran, allein aus Prcftigerücksichten. so rasch wie möglich mit dem Marokko-Feldzug Schluh zu machen, zumal jetzt die Gefahr nicht mehr von der Hand zu weisen ist. daß hierdurch auch außenpolitische Komplikationen besonders mit Spanien und England, ferner aber auch mit Italien und anderen Staaten entstehen können. Die Regierung Driand-Painleve ergreift daher jede sich bietende Gelegenheit, um auf diplomatischem Wege dein Marokko-Kriege ein Ende zu bereiten, da es mit Waffengewalt in abs^barer Zeit nicht mehr möglich^ zu sein cheint. Die französische Regierung möchte sich auf keinen Fall dem gleichen Odium aussetzen wie Poincarö, dem es heute noch schwer verdacht wird, daß er eine sehr günstige Gelegenheit, Frieden mit Abd el Krim zu schließen, dadurch verpaßt hat, daß er sich weigerte, Abgesandte und .Unterhändler Abd el Krims überhaupt zu empfangen. Bekanntlich hat sich Pvincars in der französischen Kammer späterhin ins Gesicht sagen lassen müssen, ec habe wissentlich die Unwahrheit gesagt, als er als Ministerpräsident _ auf der Kammertribüne kaltblütig leugnete, überhaupt etwas davon zu wissen, daß Abgesandte Abd el Krims in Paris gewesen seien. Poincare mußte damals bekanntlich zugeben, daß diese Abgesandten sogar im Gebäude des französischen Außenministeriums geweilt hatten, aber von ihm nicht empfangen wurden. In den letzten Monaten sind erneute Verhandlungen mit Abd el Krim ausgenommen worden. Ein französischer Bevollmächtigter ist zweimal — wie jetzt offiziell zugegeben wird — im Hauptquartier Abd el Krims gewesen, um mit ihm selbst zu verhandeln. Die erste Reise war offiziös, die zweite aber offiziell. Die erneuten entscheidenden Besprechungen haben am 27. März in Targuist, dem Hauptquartier Abd el Krims, zwischen den beiderseitigen Bevollmächtigten stattgefunden, um zu versuchen, die Grundlagen für die Friedensverhandlungen festzulegen. Die Friedensbedingungen, Frankreichs und Spaniens werden zwar strengstens geheimgehalten. Immerhin verlautet so viel, daß sie sick) in den wichtigsten Punkten in folgendem Rahmen bewegen werden: 1. Verwaltungstechnische und wirtschaftliche Autonomie der Rif-Stämme. 2. Formelle Anerkennung des von Frankreich eingesetzten Sultans von QKaroEfo durch Abd el Krim. 3. Uebertragung der polizeilichen Exekutive im Rif an Frankreich und Spanien. 4. Allgemeine Waffenabgabe der Rifleute bis auf die für den Polizeidienst notwendigen Waffen. In Paris und Madrid zweifelt man gewiß selbst daran — um dies gleich vorwegzunehmen, daß Abd el Krim die letzte Bedingung wird annehmen können: jedenfalls wird sie praktisch kaum durchführbar fein, da die Araber und Rifleute bekanntlich stets mit ihren Waffen zusammen- leben, die sie gewissermaßen von der Geburt bis zum Tode begleiten. Zwei Tatsachen sind es nun, die die augenblicklichen Verhandlungen erschweren. Auf der einen Seite haben sich Paris und Madrid verpflichtet, nur gemeinsam — also nicht einzeln oder getrennt — mit Abd el Krim zu verhandeln. Heber die Bedingungen selbst aber haben sich Paris und.Madrid bisher noch n ich t verständigen können. Dies ist jedoch unerläßlich, des Kasseler Oberbürgermeisters berichtete ein Vertreter der Dundesleitung über die im vergangenen Jahr geleistete Aroeit. Mit alten Kräften soll versucht werden, eine Verbesserung der Aufwertungsgesetze zu erreichen. Ferner erhofft man vom Reichstag die Annahme eines besonderen Rentnerfürforgege- setzes, außerdem sei eine Entschddigungsklage gegen das Reich eingeleitet worden, die vor dem Berliner Landgericht in einer der nächsten Wochen zur Verhandlung kommen werde. Ein neues Duellgesetz. Berlin, 9. April. (WB.) Angesichts der Bedenken gegen die vom Reichstag und Reichsrat angenommene Aenderung des Militärstraf- gefetzbuches, wonach Offiziere, die sich am Zweikampf beteiligen, aus dem Heere entlassen werden sollen, beabsichtigt man in den Kreisen der Reichsregierung, einen neuen Gesetzentwurf vorzulegen, in dem die Mußvorschrift in eine Sonn» Vorschrift umgewcmdelt wird und in dem d i e Beamten und Offiziere gleichgestellt werden. Der Gesetzentwurf wird dem Reichstage voraussichtlich bereits bei feinem nächsten Zusam- mentreten vorliegen. Die Entscheidung über die Fürstenabfindung. Berlin, 9. April. Das „Berliner Tageblatt" teilt mit, daß das R e i ch s k a b i n e t t in der kommenden Woche über die Frage der Fürstenabfindung beschließen werde, lieber die Erledigung der beiden Gesetzentwürfe, nämlich des Kompromiß» gcsetzentwurfs und des zum Volksentscheid zu stellenden Entwurfs, sollen Anfang nächster Woche interfraktionelle Besprechungen zwischen den Regierungsparteien stattfinden, denen sich Beratungen der Reichsregierung mit den Führern dieser Parteien anschließen werden. Elektrifizierung der preußischen Domänendelriebe. Berlin, 9. April. (Wolff.) In einem Rund- erlaß des preußischen Landwirtschaftsministers werden die Regierungen ersucht, die Eelektrifizierung der Domänenbetriebe tatkräftig zu fördern. Die K o ft c n einschließlich etwaiger an die Ueberlandwerke zu entrichtenden Entschädigungen übernimmt der Domcinenfiskus. Der Domänenpächter bat sie mit jährlich 7 Prozent zu verzinsen und zu tilgen. 3n den dem Erlaß beiocaebenen Ricktl.n.-n >”"■* Spielte nicht mit indem « etwas 'diesem Zimmer 'n mA« Ds omaten,abe . Seiner lann m U $errn planen w*9 i w °.n I" «Ä IW"1 («■ chsells- Eben L i>*c }ogin. inflen> 'EW löilie miß " n!ch> *" «*' ° „# »«xS i* Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen vn-S mtd Verlag: vrühl'fche Umverfi1ät5-Vuch' und Stelnöruderei «. Lange in Siehen. Schriftleitung und Geschäftrftelle: Schulstratze 7. besonderer Wert darauf gelegt, daß die Anlage der neuzeitlichen Betriebsführung entspricht und vor allem auch K r a f t st r o m für den Gutsbetrieb erzeugt, da sich hierdurch die Anlage wesentlich rentabler stellt. Ferner ist in gewissem Umfange eine Erweiterungsmöglichkeit der Anlage oorzusehen. Der Anschluß an ein Ueberlandwerk soll im allgemeinen die Regel, die Herstellung einer eigenen Anlage die Ausnahme sein. Präsident Loolidge über Weltschiedsgericht und Abrüstung. Washington, 9. April. (WTB.) Bei der Grundsteinlegung zu dem neuen Heim des Nationalen PresseÜubs hielt Präsident Coolidge eine Rede, in der er nach einem Hinweis auf die Verantwortlichkeit der Presse für die Aufrechterhaltung harmonischer internationaler Beziehungen ausführte: Es ist nutzlos, das Recht pflegen zu wollen, wenn wir nicht Gerichtshöfe vorsehen. Unter Land trug diesem wichtigen Grundsatz kürzlich dadurch Rechnung, daß es seinen Entschluß bekundete, die internationale Rechtspflege durch seinen Anschluß an den Weltgerichtshof zu fördern. Dies geschah Hinter Vorbehalten, die die amerikanischen Rechte in angemessener Weise wahren und auch darauf hinzielen, die Unabhängigkeit des Gerichtshofes zu stärken. Llnsere Regierung hat diesen Schritt unternommen, weil sie glaubte, daß er die praktischste Methode darstellt, ihren großen Einfluß bei der Aufrichtung des Grundsatzes der Herrschaft des internationalen Rechts, wodurch Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten nicht im Wege der Gewalt, sondern durch die Vernunft geregelt werden können, auszuüben. Wir sollten zu der Annahme bereit sein, daß andere Länder, wenn sie eS auf sich nehmen, dieselbe Verpflichtung zu erfüllen, von denselben Grundsätzen beseelt sind, wie es die Grundsätze sind, von denen wir selbst durchdrungen sind. Heber den Aeder den Völkerbund sagte Coolidge, die Vereinigten Staaten hätten es abgelehnt, sich ihm anzuschliehen, weil sie sich vor jeder Verwicklung in Angelegenheiten anderer fernzuhalten wünschten. Es wird, sagte Coolidge^ weiter von großem Ruhen sein, wenn die Devöllerung davon unterrichtet werden kann, daß wir an der internationalen Rechtsprechung teilnehmen, weil sie uns selbst berührt. Wir wollen aber nicht in politische Streitigkeiten anderer Länder hineingezogen werden, weil sie uns nichts angehen. 3n der Abrüstungsfrage trat Coolidge für ein besseres Verständnis unter den Böllern im Interesse des Friedens ein. Wir suchen, erklärte er. die Methode, die augenblicklich allein von pratttschem Ruhen sein kann, um die internationalen Rüstungsbeschränkungen zu fördern. Wir sprachen oft aus, daß, bevor die Land- und Seestreitkräfte herabgesetzt werden können, die geistige und moralischeAb- r ü st u n g vvrangehen muh. Solange gegen- fertige Feindschaft in der Gesinnung der Böller vorhanden ist, ist es zwecklos, eine Abrüstung zu erwarten. Zum Schllrß empfahl Coolidge der Presse, sich bei den Deröffentlichungen von Ehrfurcht vor der Religion leiten zu lassen und erklärte, daß die Einrichtungen Ame- rllas auf dieser Grundlage weiter bestehen bleiben würden und daß die Presse diesem Geiste Rechnung tragen solle. Amerika und der Völkerbund. Houghtons Rückkehr nach Europa. London, 9. April. (TU.) Morgen wird - der amerikanische Botschafter H o u g h t o n von seiner Amerikareise in London zurückerwartet. Verschiedene Blätter schreiben hierzu, daß man in politischen Kreisen Londons der zukünftigen Politll der Bereinigten Staaten in europäischen Singen äuhrft pessimistisch gegenüber- stehe. Man glaubt, daß die pessimistische Auf- sassung Houghtons über die europäische Lage großen Eindruck auf den Präsidenten Coo- l i d g e gemacht hat und den Präsidenten weiter in seiner Ansicht gestärkt hat, daß Amerika Nch von dem Bölkerbund und der europäischen Politik fern halten müsse. Auch die Absage Rußlands an den Bölkerbund und die Abrüstungskonferenz soll Coolidge neuen Anlaß gegeben haben, der Dölkerbundpolitik fern zu bleiben, da man in Amerika der Anficht ist, daß das Fernbleiben Rußlands vom Böllerbund die ganze Organisation zur völligen Ohnmacht verurteile. Rußlands Rachbarstaaten würden auf keinen Fall ihre Rüstungen ernschränken, solange Rußland voll bewaffnet bleibe und damit eine ständige Kriegsgefahr für diese Staaten darstelle. DerUampsimenglischen Bergbau Die Entscheidung der Bergarbeiter- Exelutive verschoben. TU London. 9. April. Auf der heutigen Delegiertenkonferenz der englischen Bergar- befter wurde beschlossen, die endgültige Ent- fo/eibung über die strittigen Punkte zu ver- tagen. Das Exekutivkomitee der Bergarbeiter hat beschlossen, den Minenbesitzern eine Einladung zu neuen Verhandlungen für ben Anfang der nächsten Woche zugehen zu lassen. Die Tagung nahm einstimmig einen Entschluß an, in dem folgende Punkte zur Annahme empfohlen werden: 1. eine Erhöhung der Arbeitszeit je nach Lage der einzelnen Bergwerke kann nicht be- milligi werden: 2. ein Angleich der Löhne an einen bestimmten Minimallahn muß herbeigeführi werden,- 3. jede Herabsetzung der Löhne muh auf das sir.kteste abgelehnt werden. Rach Kenntnisnahme der noch ausstehenden B:'chlüsse verscdiedener B?rgwerksdiftri.te wird ein endgültiger Entschluß auf einer anderen Dele- gicd?nft? nferen5 herbei geführt werden. NiiAkehr des E Kronprinzen nach Rumänien? Dudape st, 9. April. (WTD.) Die Blätter melden unter Borbehalt: Exkronprinz Carol ist gestern abend aus Nizza lommend in Buda- t>cft ein getroffen in Begleitung seines Se- tretars und dessen Frau und ließ sich als Privatier Belin al Radu änmelden. Heute 10 übt vormittag verlieh Oer Extronprinz mit Begleitung die Hauptstadt und setzte seinen Weg nach der Grenz st ation Löhöfhaza fort. — In Bukarest, finden die Budapester Blätter- Meldungen über eine Rückkehr des Exkronprinzen nach Rumänien keinen Glauben. Bon einem Einvernehmen zwischen dem König und seinem Sohne ist nichts bekannt. Auch die dein Ex- kronprinzen nahestehenden Politller sind von den Budapester Rachrichten überrascht. Wenn Carol um 9.30 ilfjr Budapest im Auto verlassen hätte, so hätte er spätestens in den ersten Rachmittagsstunden die Grenze nach Rumänien überschritten. Hierüber liegt aber bisher feine Rachricht in Bukarest vor. Mussolinis Tripolis-Reise. Rom, 10. April. (TU.) Die italienische Presse legt Mussolinis Tripolis-Reise größte Bedeutung bei. Sie sieht darin einen Beweis für den neuen von Mussolini eingeleiteten Volkswillen zur kolonialen Ausdehnung. Für Italien mit seinem Volksreichtum sei diese Ausdehnung eine Naturnotwendigkeit, anders wie für Frankreich, das zur Kolonisation der Heimat und der nordafri- kanischen Kolonien schon auf fremde Arbeitskräfte zurückgreifen müsse. Dem Mißtrauen der französischen Presse setzt „Giornale d'Jtalia" die Aufforderung an die anderen Staaten gegenüber, über diese italienischen Forderungen nachzudenken, da der europäische Frieden nur durch gerechte Würdigung dieser italienischen Forderungen gewährleistet sei. Nach dem „Messagero" will Mussolini mit der Reise in feierlicher Weise vor aller Welt dasJnteresseJta- liens am Mittelmeer feststellen, das immer die Basis italienischer Größe gewesen sei. Wenn Italien das Mittelmeer auch nicht als Mare italicum betrachten wolle, so könne es doch njcht zugeben, daß irgendeine Macht am Mittelmeer die Vorherrschaft beanspruche oder die Freizügigkeit im Mittelmeer behindere. Aehnlich spricht sich der Unterstaatssekretär des Kolonialministeriums, Abgeordneter Cantalupo, aus. Er schreibt: Mussolinis Programm umfaßt nicht nur die Kolonialpolitik im Sinne einer notwendigen Expansion, sondern auch die Erziehung des ganzen Volkes zum kolonialen Gedanken. Italien ist zur Kolonialpolitik in Afrika um so mehr befähigt, da es stets volles Verständnis für die religiöse und kulturelle Bedeuttmg des Islams gezeigt habe. Das Attentat der Miß Gibson. Rom, 8. April. (WTB.) Im Mittelpunkt des öffentlichen Intercfses steht nach wie vor das mißlungene Attentat auf Mussolini. Die „Tribuna" meldet, daß Miß Gibson häufig in Arbeitervorvrten von Rom weilte, Almosen austeilte und Klagen sozialistischer Clemente anhörte, was sie mit dem Haß gegen Mussolini erfüllt zu haben scheine. Das „Giornale d'Italia" berichtet, daß Miß Gibson bei ihrer Vernehmung erklärte, feine Kommunistin zu sein, aber viel Sympathie für den Bolschewismus zu haben. Der „Impero" stellt die Hypothese auf, daß Miß Gibson religiösen Wahnsinn simuliert habe, um sich unauffällig auf ihre Tat vorzubereiten, und daß ihr angeblicher Selbstmordversuch im Februar vorigen Jahres nur ein Unfall bei der Einübung mit der Waffe gewesen sei, oder daß sie wirklich geisteskrank sei, und sich jemand ihrer bedient habe, um das Attentat durch sie ausführen zu lallen. Bei der Durchsuchung der Wohnung Miß Gibsvns wurden außer vielen religiösen Gegenständen mehrere faszistische Blätter gefunden, worin Angaben über die tägliche Arbeit und den Aufenthalt Mussolinis, seine Teilnahme an Versammlungen usw. mit Bleistift angestrichen waren. Der Arzt des Sanatoriums, in welches Violet Gibson nach ihrem Selbstmordversuch 1925 zwei Monate lang in Behandlung blieb, erklärte den Zeitungen, seine Pattentin hätte niemals mit ihm über politische Fragen gesprochen, sie hätte aber mehrere Male behauptet, einer revolutionären Familie z u entstammen. Im Parihotel, wo sie letzten Dezember wohnte, machte sie den Eindruck einer sehr nervösen, religiösen Wahnsinnigen, die oft unter Hallunziationen litt. Sie ging unter Hypnose mit steifem Körper und erhobenem Gesicht. Ihre Augen blickten starr in die Leere. Ihre Arme hingen wie leblos herunter. — Wie die Zeitungen berichten, hat der Abgeordnete Cassinelli, der von Amts wegen zu ihrem Verteidiger ernannt wurde, den Auftrag angenommen. Meuterer in Saloniki. Athen, 9. April. (WTD.) Rach einem Bericht des Kriegsministeriums haben in der vergangenen Rächt in Saloniki drei Offiziere Teile der Garnison von Saloniki aus gewiegelt und sind nach der Ortschaft Allatini marschiert. Der Beweggrund zur Meuterei ist materielle! Art. Eine Division umzingelte schnell die Meuterer, die erklärten, die Bewegung richte sich nur gegen ihre Vorgesetzten und sie würden sich ergeben, wenn ihnen versprochen würde, daß diese Vorgesetzten durch andere ersetzt werden würden. Die Regierung stellte den Meuterern zur bedingungslosen ilebergabe eine Frist. Die Flotte begab sich nach Saloniki. Die Führer der Meuterei und ungefähr 200 Soldaten, die sich ihnen angeschlosfen hatten, haben sich dem Kommandeur des Armeekorps von Saloniki bedingungslos ergeben. Die Rädelsführer werden vor ein Kriegsgericht aestellt werden. Kleine politische Nachrichten. Rach den bis jetzt vorliegenden Berichten der Arbeitsämter wird für die zweite Hälfte des TNärz mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um etwa vier Prozent gerechnet. Einzelne ländliche Bezirke bezeichnen einen Rückgang von über zehn Prozent, während in einzelnen Es'idlen noch ein Anwüchse n der Arbeitslosigkeit zu beobachten ist. Der päpstliche Runtius in Berlin, Mon° swnore Pacelli, ist in Rom eingetroffen. Arn Bahnhof waren mehrere Vertreter des Dcttttans sowie namens der deutschen Botschaft Prälat Monsignore Sleinmann zugegen. Runtius Paceltt, der seit einigen Iahren nicht in Rom gewesen ist, wird etwa 14 Tage hier bleiben. Besondere politische Anlässe sind mit dem Besuch nicht verbunden. • Der Präsident der französischen Republll Dournergue wird die Pfingstfeiertage in De- gle-.tung Marschall Ioffres in Metz üer bringen. Zu den geplanten Veranstaltungen gehört u. Lo Lo Lo en en en en en 8,70 17,96 26,59 1,11 4,58 12,61 18,52 1,77 in 5 in 2 in 4 Atxbnch, HauS Nr. 101. Wilh. Jung III. Willi. Germer II. Ph. Jung XV. Karl Rinn Karl Jung II. Eichenbauholz 2. Kl. Eichenbauholz 3. Kl. Eichenbauholz 4. Kl. Eichenbauholz 5. Kl. in 2 Lo en in 5 Lo en in 4 Lo en in einem Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Job. Klein V. frischmelkende Ziege verkaufen. 02528 Nordanlage 3. Los Kiefernbauholz Kiefernbauholz Kiefernbauholz Fichtenbauholz Los Eichenschnittholz Los Eichenschnittholz Eichenschnittholz Losen Eichenschnittholz Los Franz Neumeier Eleonore Neumeier geb. Kautz Erstklassiger VogelSberger Allen denen, die wir der Feiertage halber nicht rechtzeitig benachrichtigen konnten, hiermit die traurige Mitteilung, daß es Gott gefallen hat, unsere liebe, unvergeßliche Mutter, Großmutter Schwiegermutter, Schwester und Tante . untet 02182 an den [3248c Gieß. Anz. erbeten. NOvlMkslklgkkW für HM- mrltt nnb Kcioeriictrciöfiihf. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am 3243B (Herdbucktier) 17 Monate alt, steht zum Verkauf. to”D Heuchelheim bei Gießen, Marktstrahe 9. Oie Beerdigung findet statt: Montag, den 12. April, nachmittags 372 Uhr. 3,38 10,84 14,82 13,01 12,12 3,27 Statt besonderer Anzeige. Heute morgen entschlief nach langem Leiden unser geliebter Vater, Schwiegervater und Großvater Karl Schön,Fürstlicher Baurat im 80. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Wilhelm Schön, Kreisdirektor Lieh und Bingen, den 10. April 1926. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Geschw. Thörner. Monatsversammlung Samstag, 10. Avril, abends8',Uhr,Ver- einSlokal, Plockstr.ö. “*"c Ter Vorstand. Schrlftl. Angebote.. _ „ _ unter 02438 an den im Saalbau ,,3ur Ltnoe", Lollar, ein qrofies (Wien. Anz. erbeten. * 2. Kl. in 3 Losen 3. Kl. in 3 Losen Äeibinaschine neu, billig zu verkaufen. (0-2506 Kell, Schllier- ntraße 34. ■LZimmet mit zwei Betten für zwei solide junge Leute zum 15. 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Daß das Vergängliche ein Gleichnis werde, das ist die faustische Botschaft nordischen Schauspiels. Die Wiedergabe (in der Inszenierung von Xe- leky) wurde des spröden Stoffes Herr und fing die Hörenden ein, selbst da noch (und vielleicht gerade da), wo der Weg der Dichtung am verschlun- genslen und geheimnisvollsten sich zu verlieren scheint. Die Regie führte mit scharfen Akzenten und starken, theatralischen Mitteln das dramatisch-sinn- fällige Widerspiel der ersten Akte abklingend in den klärenden, versöhnlich rundenden und rückführenden Epilog. Mit tieferem Sinn war die Kostümgebung und Stilcinkleidung aus der Zeitgebundenheit („Ende des vorigen Jahrhunderts") gelöst. Ob nicht manche Streichungen sowohl dramatisch, wie dichterisch Gewinn brächten, ist zu erwägen. Als szenische Höhepunkte sind die erste Hälfte des zweiten und der ganze dritte Akt (Fabrikantenoersammlung) zu bezeichnen, die ausgezeichnet inszeniert und gespielt waren. Hier taten auch die Bilder Löfflers ihre beste Wirkung. Aus dem figurenreichen Ensemble können nur einige Namen herausgegriffen werden. Doranstellen möchten wir G e f f e r s und Susanne H e y m. Gef- fers gab den Holger: Herrenhaft, männlich, schroff und knapp, imponierend in der Haltung, in Maske und Ton. Sehr fein, ganz von innen heraus gestaltet und gesprochen die Rahcl der Heym, die einheitlichste und ungebrochenste Gestalt im Drama. Teleky (Bratt) bot eine interessante Charakterstudie, zeichnete eine absteigende Menschenkurve nach. Hanke (Elias) spielte mit Temperament und Hingabe; aber von Anfang an in der Gefühlslage um einen Ton zu hoch, ohne Steigerungsmöglichkeiten (übrigens auch sprachlich unausgeglichen). Goll (in einer Doppelbesetzung) ganz leicht, flüssig und überlegen als Fabrikbesitzer Soerd; sehr eindringlich V o l ck (Hans Braa und Anker). Wir nennen noch Juhnke (Halden), Safte („Die Feldmaus"). Schubert (Falk), Wehrt und Gehre (Besitzer). —Es gab, besonders nach den letzten Akten, starken Beifall. wirtschaft und Staatstunft. Von Dr. jur. et phil. Friedrich Lenz erb. Professor der Staatswissenschaft an der Um- versität Gießen. Nichts leichter, als ein Staatsmann zu werden, nus dem Beruf des Syndikus oder des Juristen den lllebergang zum Konferenzdiplomaten von mter- i ationalem Ausmaß zu gewinnen. Erfordern die Fußangeln des Friedensvertrages nicht feinste Kenntnis des internationalen Rechts, die Fmanz- Vauseln des Dawes-Planes nicht Vertrautheit mit tem internationalen Bankgeschäft? Und sollten die Abmachungen von Locarno oder Genf in Wahrheit ^on dem Abschluß eines internationalen Schienen- SarteUs oder vom Ausbau eines Marinetrusts sich unterscheiden, bei denen es auf die Quote, den «tampf gegen Außenseiter, Anteil an der Leitung unb- greifbaren Gewinn ankommt? Wobei dem beamteten Staatsmann nur das erfreuliche Aktivurn »leibt daß er aus Genf mit leeren Händen wiederlehren darf, ohne von seinen Auftraggebern ab- »ebaut zu werden. . . Die Denkweise einer Regierungskoalition laßt sich Schon aus innerpolitischen Erwägungen leichter zu- ■edjtbiegcn, als die Denkart scharf rechnender Pr>° -atwirtschastler. Wohlklingende Phrasen, an denen tie öffentliche Meinung seit jeher sich vergnügt, er- fktzen in der diplomatischen Sprache die nüchterne Kritik des Handclsredakteurs. So ist die Bilanz un- (ierer Nationalinteressen noch leichter zu „frisieren" cis irgendein privater Abschluß. Wer könnte sie auch Hefen? Wäre es — in einem wie im andern Fall — »icht Torheit, fein Berufsgeheimnis jener Oeffent- ■idjfeit preiszugeben, die zu beherrschen das Ziel ßkdes echten Führers sein muß? Brasilien ist in Genf □n allem schuld, und Deutschlands Ansehen in der yöeltmeinung gewachsen! Wen geht es denn auch an, daß der „Locarno-Geist" in Schweden, in Italien, Spanien und Brasilien unfreundliche Gefühle wider uns geweckt, dem großdeutschen Gedanken eine neue Lchranke vorgelegt, die Türken isoliert hat? Daß alle moralischen Opfer, die wir Franzosen und Polen mit der Garantie der neuen Grenzen gebracht, im Einverständnis beider Mächte nur neue Militärbündnisse gezeitigt haben? Daß unsere Vorliebe für Genf Deutschland in Englands Schlepptau bringt und allen kriegerischen Möglichkeiten des britiscy- cussischen Konflikts preisgibt? Die außenpolitischen Gefahren solch scheinbarer Aktivität treten zuruck hinter taktischen Augenblickserfolgen, die Angst vor Katastrophen zwingt auf der gewählten Bahn fort. Machtkämpfe zwischen Staaten lassen sich eben nicht in den Gedankenkreis des Wirtschaftssyndikus tmb des Formaljuristen bannen. Eine wirtschaftlich orientierte Staatskunst wird niemals völlig friedlich fein, wie ein verbreiteter Irrtum lautet. Kampf um die Märkte und gegen Außenseiter macht ihr Wesen - aus, zumal im Zeitalter der Jmperialwirtschasten. Fragen der Ehre und der Sicherheit lassen sich auch nicht rechtlich schlichten: das Wachstum schon der Völker stellt ihnen ständig neue Aufgaben. Hätte Guropa einst den Friedensplan des Abvee St. Pierre über den der „Heiligen Allianz" befolgt, wir hätten noch ein spanisches Amerika und einen türkischen Valkan! Kann es mit der Genfer Liga onhers werden? Rußland wie die Vereinigte». Staaten bergen heute schon dynamische Gewalten, die weder durch ein internationales Jriedensrecht noch durch er- merbswirtschaftliche Motive sich beschränken lassen. Dabei entfaltet Rußland sich bewußt im schärfsten Gegensatz zur „westlerischen Denkart. Eben darum betont Deutschland, im Bannkreis seiner westlichen Vesieger, den individualistisch-kapitalistischen Grundzug feiner Wirtschaftsorvnung. Eben hieraus ruht der Dawesplan, dies Geschöpf des Hauses Morgan unb der Londoner Vereinbarungen. Wie aber, falls der britisch-russische Konflikt, der die Welt bis China f)in in Unrast hält, an unseren Ostgrenzen einmal cusgetragen würde? Man denke sich Teile unserer Zieichswchr unter französischem Oberbefehl für Polen wider Rußland kämpfend, oder auch nur ein Dölker- bundshecr durch Ostdeutschland marschierend, mit zwei Millionen Arbeitsloser und deutscher Kommunisten im Rücken! Sollten nicht politische Leidenschaften alle Hilfsgerüste der wirtschafllichen wie der juristischen „Vernunft" zerbrechen? Ist nicht die 6hre, Sicherheit und Selbstbestimmung jedes Volks ein Gut, das aus den Tiefen nationaler Leidenschaft ftets neu behauptet und zurückerworben werden muß? Eben dies lehrt unsere eigene Geschichte — zuletzt nod) in der Erhebung vom August 1914; hiernach Gießener Stadttheater. Björnson: „lieber unsere Straft" (11) EL ist gut, sich wieder einmal auf dieses Schauspiel zu besinnen. Wir sehen es heute Dohl mit a :r Exkursion vor zwei ld)er Stelle die Straße > schneidet, wie sie vm an der Nehmühle bin unb von da ob bunt limmt bis nach 9laun= n stieß man inm'iüit ites Gräberfeld. Wahn mgebung, vielleicht r ?r munter flitfr nbr nftfjen ju futyn, uigt Ruhe gtfunben bei her heuchrl- n g unweit der prtu- dieser olMvrischea t ipttt. Die hiesige St ,62 Hektar (baoon 41 Homburg v. d. H., S. April. (WSW) Sin giügefleibeter Mann in mittlerem Alter machte in einer größeren Anzahl von hiesigen Geschäften verschiedene Einkäufe und bezahlte die Waren mit Schecks auf eine hiesige Dank. Der der Einlösung stellte sich jedoch heraus, daß keine Deckung vorhanden war. Die polizeilichen Er- nnttelungen haben ergeben, daß es sich anscheinend um einen Kranken handelt. 'mULCUID OIAMQIt fir wu dcTB neuen S00 Ml! als Darlehen von Prtvat-Beamien tn erster Stellung ae^ sucht. Schr. 81ngeb. u. 02503 a. d. G. A. Unsere Fabrikate werden seit Jahren in gleichmäßig ansteigender Linie mehr und mehr anert~'-t'4qer für ibn ist bis jetzt noch nicht bestimmt. <> R ied e r M e e n , 9. April. Die Wahl des Pfarrers Kulke aus Seelow (Brandenburg) zum Pfarrer der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde ist nunmehr burd) bas evangelische Konsistorium der Rheinproowz besta - t i g t worden. Die Amtseinführung wird am Sonntag, 2. Mai, stattfinden. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 9. April. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat in den beiden letzten Derichkswvchen zu Anfang eine kleine Besserung erfahren, seitdem ist sie wieder konstant geblieben Zu Deginn der De- ricktswoche standen 21 456 Arbeitsuchende zur Verfügung. Die Zahl der Reumeldungen ist nicht zurückgegangen, so daß die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden in jeder der beiden Wochen etwa 25 500 betrug. Am Schlüsse des Derichtszett» raumes standen noch 23961 Arbeitsuchende zur Verfügung - Am 7. April wurde am Schleusen- lanal der Riederräder Schleuse eine männliche Leiche aus dem Main gelä ndet. Der Tote, anscheinend dem Kaufmannstande angehorig, ist 55 bis'60 3cchre alt, 1,70 Meter groß, breit- schultrig. hat graue Haare und Sttrnglatze. — Aus dem Main gelandet wurde ferner bi der Rahe der Wilhelrnsbrücke am Donnerstag die Leiche eine« jungen Mannes Sie war mit grauer Windjacke, langer dunkler Hose, schwarzen Stieseln bekleidet und muh schon längere Zeit im Wasser gelegen haben, da sie sehr verwest war. _______________________ 12.30 btS 1 Uhr: Große Erzieher: AuZ den Schritte« des Marc Aurel. 2 bis 3 Uhr: Die Stund« der 3ugend. Für Kinder vom vierten Jahre ab. 3 bis 4.30 Uhr: Liebertragung Meisterschaftsspiel D. s. R. Mannheim gegen Fußball - spvrwerein Frankfurt. 4.30 biS 520 Ubr: Konzert deS HauSorchesterS: Die Oper der Woche. 5.20 bis 6.10 Ilbr: Hcbertragung von Darbietungen der Mainzer Funkausstellung 6.10 bis 7.10 ilbr: Stunde deS Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: Reuere schwäbische Dichter. Vortrag und Vorlesung von Alfred Auerbach. 8.30 biS 9.30 Ubr: Die Söhne Dachs Erster Abend: Earl Philipp Emanuel Dach (1714 biS 17881 9.30 bis 10.30 ilbr: ilebertragung von Kassel: „Musik und Muscker in der Karikatur". Anschließend bi» 12 Uhr: Übertragung von Derlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Montag, 12. April. 11.30 biS 12.30 Uhr: Sonderkonzert für die Mainzer Funkausstellung. 4.30 bis 5.20 Uhr. Konzert des Hausorchesters: Reue Tanzmusik. 5.20 bi» 6.10 Uhr: Ilebertragung von Darbietungen der Mainzer Funkausstellung. 6.15 bis 6.45 Uhr: Die Dücherstunde. 6.45 bis 7.15 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 7.15 biS 7.30 Uhr: Englische Literaturproben. 7.30 Uhr. Uebertra- gung aus dem großen Saal des SaalbaueS: Zwölftes Konzert des Frankfurter Orchestervereins. 10 bis 10.30 Uhr: Schallplattenkonzert. WIE PRÜFT MAN CIGARETTEN AUF IHRE QUALITÄT eine Cigarette ohne Kritik langsam durch, damit man dadurch eine Einstellung zur ■ Eiaenart qewinnt und von den vielleicht andersartigen gewohnten Geschmacksempfin- . loskommt Die zweite Cigarette lasse man bei völliger körperlicher Entspannung und um d.du,.h dl. Feinheiten ...„dmn kommen. Es Ist eigenartig, daö seiest hiirUndAn Kunst Musik oder Literatur beobachtet werden Msrtd erobern, geneu raschere ............. Genüsse sonst^e KHUksH, - die Z.,t D.e neue Oü-reUe ReernUmn Sasch, gib. e,ne gu.e Geleg^heh zur Anwendung der empfohlenen Kritikmethode. 150 äentnet flenn. Snnnnift zu verkaufen. (3250D Peter KreböWwe. Ober-Obmen iKrelS AlSseldl | Kaufgesuche | Höherer Beamter wünscht Villa am liebsten Ein samiltcnhauS, zu Kausen. Schristl. Angeb. mit Pretsang. u. 32210 an den Gieß. An. 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April, nachmittags 4 Ähr. bei der unterzeich» neten Stelle einzureichen, wo alsdann die Ocffnung in Gegenwart der erschienenen Bieter erfolgt. Das Holz ist mit Rinde gemessen und vorher einzusehen, spätere Reklamationen werden nicht mehr angenommen. Bedingungen meröen im Termin bekanntgegeben, können aber auch vorher eingesehen werden. Freie Wahl unter den Angeboten bleibt Vorbehalten Zuschlagsfrist 10 Tage. Rähere Auskunft erteilt Forstwart Leschhorn-Billingen. Billingen, den 8. April 1926. Bürgermeisterei Billingen. Anmeldungen von Schülern und Schülerinnen für das Giehener Pädagogium können noch bis zum 19. er. getätigt werden. Radelholz-Ruhfcheiter und Knüppel kommt am Mittwoch, dem 14. April 1926, vormittags von 7,10 Ähr ab. in der Wirtschaft Gerlach in Bieber erneut Gefunden hat jeder Radfahrer, der ein Gold- Rad sein eigen nennt, daß er das Richtige gewählt, denn außer der unübertrefflichen Qualität ist es leicht laufend und von einer Eleganz, die von keiner anderen Marke erreicht wird. Ganz besonders wird die Marke Gold-Rad von den Damen infolge des leichten Laufes und der eleganten Ausstattung bevorzugt. Verlangen Sic deshalb bei Bedarf eines guten Fahrrades die Marke Gold-Rad. 3241 D Die Direktion: Liebigstratze 46 Fernruf 275 3223h Pat tmei Patachon Das Riesen-Monstre Elite-Zirkusprogramm in 6 Akten. Mit Pat und l atachon als 1 odesakrobaten. Kunstschützen und Meisterjoneleure in den Hauptrollen. Lachstürme werden über unsere Besucher hereinbrechen über Pat und Patachons heitere Einfälle. — Ferner: Frauen, die vom Weg abirren Gesellschaftsdrama in 6 Akten. In den Hauptrollen: Ellen Kürtf Olaf Fyord, Helene von Rolvary. Paul Otto, Elena Lunda. 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Diele Fäden lausen von l/U L IW M V UM v- I v i v “ •- > »I» 1 v-r • f ** J dürfnislose Mensch und GeiftHirte allein ungluck- lich und verlassen? Die Eidechse sitzt vor ihm auf der Steinplatte und die harten derben Finger des Mannes dürfen sie berühren, ganz leicht, ganz zart... Plötzlich steigt der Blick des Alten dem blauen Himmel zu. Uni> er legt sich auf den Rücken und sieht einem Adler in der blauen See des Rachmittagshimmels zu. O. das Vergnügen! Dieses wunderbare Vergnügen. Wie er seine Kreise zieht I Wie er dahinsegelt, stolz, schwungvoll, lustte-. rauscht, von Wonne beseligt. Ein leiser Reid steigt im Stadtmenschen hoch. 3ft dieser fletne Aufenthalt nicht über alles reizvoller Äs eine durchbüffelte Geometriestunde in der Schule »u Hause? Ist das Spiel des Adlers nicht auch eine Art Geometrie? Aber das versteht dieser Mann alles nicht. Er liegt auf dem Rücken und folgt dem Spiele des Adlers, bis ihn der blaue Schleier der Ferne aufnimmt. Die Augen des Alten glänzen. Welch ein heroisches herzliches Erlebnis!... Die Heimcttpflege in der Kommunalpolitik. Bevenuto!“ ruft mir der Geißhirte nach, und ich lasse ihn zurück bei feiner großen Herde, bei seiner primitiven Holzslöte, bei seiner Ameisengemeinde, und seiner Eidechse, die seinen Pfiff zwischen den kleinen gelben Zähnen liebt. Da öffnet sich die See. eine Reihe Segelblätter erblühen ferne, und es ist mir, als ob sie ein Sinnbild meiner rastlosen Wünsche wären iind meiner rastlosen Sehnsucht... ,v. ./nüber zur Kommunalpolitik, intern ist die Pflege des Gemeinwesens in jeg- iiier Beziehung. In ihm sieht man alle sozialen, hiltureUen und wirtschaftlichen Maßnahmen, die irr den Bürger Vorteile tragen sollen, viel scharfer >e icinanbtr. Von sämtlichen Einrichtungen wird der [Birger stark berührt, er steht unmittlbar mit ihnen ft Verbindung, er hat Rechte zu ihnen und Pslich- iii Deshalb soll sich die Kommunalpolüik. wie wir ste heute sehen, nicht in der Gemeindewirtschaft mit ibSeriellen Interessen erschöpfen. Zur Gemeinde. Ciitif gehören die 'Aufgaben, die dem inneren Aus- ?(nu unseres Volkes dienen. Wir müssen uns von )«n Gedanken frei machen, daß die Kommunal- 'Ermattung nur dazu berufen ist, den Burger zu 'e-uiffichtigen. von ihm die Steuern einzuziehen ii-d ihn sonstwie zu Pflichten zu rufen. Kommu-' ciiwinschast darf nicht Selbstzweck der Gemeinden ein, ihre großen Linien müssen auf die gesamte Ziaatswirtschaft eingestellt fein, deren gesunde Entnickelung auch eine Befruchtung der Kommunal- virt{d)aft nach sich zieht. Eine gesunde Kommunal- nirtjchoft kann aber nur ihre Wurzeln in Gemeinen schlagen, in denen der Heimatgedanke bei der -labtocrmaltung und bei den d^e Bürger sühren- ~t-i Organisationen eine starke Stütze sindet. Zur stiimatpslege durch die Kommunalpotitik gehört ri j)t nur der Heimatschuß im engeren Sinne. Alle 8 .strcbungen der Heimatpflege müssen in der Kom- m malpolitik ihren Niederschlag finden, die in ihrem Endziel auf die Erziehung der ge,amten Einwohner zur Gemeinschaftsarbcit hinauslaufen, st-imatpslege in Beziehung zur Kommunalpolitik tarf nicht nur literarische und künstlerische Be- totgung sein, sie muß anknüpsen an das kommu- nale Wirtschastslebeji, denn nur über bic|e Bc- jichunqen hinweg können die Fäden für em star- tercs Interesse am Heimatgedanken gesunden werden. 5305 landwirtschaftliche Klein- und Mittelbetriebe gezählt. Die Leiter dieser Betriebe bedürsen dringend einer eingehenden Beratung und Belehrung in allen landwirtschaftlichen Fragen. Feldrundgänge. Vorträge. Versuche sind für die Betriebe notwendig, vor allem Aufklärung über die erforderliche Umstellung der Betriebe von der Körnerwirtschaft zur Viehzucht und Weidewirt- schäft. Die wirtschaftliche Kraft des Vogels- berges beruht vor allem anderen in seiner Landwirtschaft und hier wieder besonders in seiner Vieh wirtschaft. Die schweren Mißernten der letzten Zahre und die Rückschläge haben die Rotwendigkeit erwiesen, daß die landwirtschaftlichen Betriebe im Vogelsberg sich mehr und mehr auf die Viehzucht um ft eilen müssen. Auch der in Deutschland allgemein verzeichnete erheblich vermehrte Fleischkonsum und Verbrauch an Milch. Butter. Fette u. dgl. bietet hierzu großen Anreiz und verlangt, daß der Viehzucht, der Wiesen- und Weidewirtschaft mehr wie bisher Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Kaufkraft und Steuerkraft würde mit der Umstellung erheblich gesteigert, der hessische Staat hätte von dieser wirtschaftlichen Hebung des Vogelsberges nur die besten Vorteile. Der Vogelsberger ist im allgemeinen Steuerungen nur langsam zugänglich, er hängt am Althergebrachten, an von Vater und Großvater überkommenen Lehren. Er braucht Zeit und Aufklärung, um die modernen Fortschritte in Wissenschaft und Technik auf sein Gut zu übernehmen. Eine längere Beratung und Be - Kleines Wunder in der Einsamkeit des Berg- landes... Die Landlvittschastsämier und landw. Schulen im Vogelsberg. Man schreibt uns: Die hessische Regierung hat im Zähre 1920 in richtiger Erkenntnis der Bedeutung der Landwirtschaft für den Wieber- ausbau von Volk und Vaterland aus einstimmigen Landtagsbeschluß eine Vermehrung der landwirtschaftlichen Schulen herbei- gesührt und aud) für die Kreise Alsfeld. Sdjotten und Lauterbach landwirtschaftliche Schulen und Landwirtschaftsämter eingerichtet. Diese Fürsorgemahnahmen für die Landwirtschaft im Vogelsberg wurden von der Kreisbevölkerung sehr freudig begrüßt. 3m Kreis Schotten z. B. werden Man faßt es kaum. Seit über fünfzig Jahren sitzt der Mann in dieser Gegend, und die Zeder ist sein Dach seit zehn Zähren. Hat dieser Mensch in dieser Einsamkeit, in diesen schweigsamen Zähren seines Lebens nicht seine Sprache verloren? Weiß er. was Dtntec dem nächsten Höhenrücken für ein Land liegt < Weih er etwas von tet Erde, von der Mett-' Kennt er das Meer, die Stadt, und — besten Ausdruck dieser Zeit — den Flieger und sein Flugzeug? Weih er denn, daß er lebt? Er weih es. Aber er hält dies für keine bedeutsame Tatsache: er hält dies für keine Tragödie, für kein Glück, für kein freudiges Er» eignis. Seine Zufriedenheit ist erhaben. Wie wunderbar muh dieser braungebrannte, allen Umganges bare Mensch fühlen! Zn seiner Einfachheit und primitivsten Lebensführung! Sieh! Kaum sah ich an seiner Seite, blinzelt er nach der Sonne, ob ich wohl Schatten genug habe, greift in seinen Ranzen, holt daraus em Stua Broccio: er meint es gut mit mir. Dies allein wäre ein köstliches Erlebnis. 3n mir wird das Gefühl wach, daß kleine, einsame, bedürfnislose Menschen in ihrem Herzen und in ihren Handlungen gut find, ehrlich, freundlich Sein Stückchen Broccio! Vielleicht fein Abendessen! Ein Käse, scheinbar aus Salz und Paprika, dem gegenüber jeder Roquefort muoe Butter ist. Aber er ruft eine Geift herbei, er melkt sie, langt es nicht, hat er deren noch mehrere, er reicht mir den Becher, einmal, Dreimal, so oft ich will. Er 'schiebt, um es mir bequemer zu machen, eine Steinplatte weg. Aber sorgfältig und langsam, denn auf der Steinplatte tummelt sich eine Ameisenschar. Und auf einer zweiten Stern- platte sonnt sich eine große, wunderschöne Eidechse. Seine Kameraden. Wie glücklich muft_ter Hirte sein, mit den Tieren zu verkehren: -iere sind treu. Er erzählt mir schließlich, als ich ein Stückchen von dem harten Broccio gegessen und Geihmilch getrunken habe, er erzähl, nn^ dah diese Eidechse jeden Tag zur selben Stunde wiederkommt. , Zft dieser grauhaarige Mann, dessen Erotz- vater noch Rapoleon gekannt, im Hause Buona- - - - hältnisfe im Staatlichen in kleinerem Maßstabe I auch in da. Gemeindeleben hinuverzuleiten. Hier müssen die Bestrebungen, die Kommunalwahlen mehr auf die Eigenarten der Gemeinden ein zu- stellen und sie durch die Bedürfnisse einer guten Heimatpflege zu beleben, einsetzen. Es wird an den ausbauwilligen Parteien liegen, die Belebung des Heimatgedankens, wie ihn die Kommunalwahlen in der Regel mit sich bringen, auch über den Wahl- ♦ag hinaus weiterzuführen. Die Parteien müssen sich im Interesse des gesunden istaatsgedankens berufen fühlen, in den Gemeinden fruchtbares Neuland zu bearbeiten. Nicht umsonst hat man die Gemeinden als die Zellen des Staates bezeichnet. Sie gesund w erhalten und sie von unten herauf mit neuen Zm- vuljen zu befruchten, wird Aufgabe aller Organisationen fein müssen, die die Notwendigkeit eines ccsunden Staatsgedankens erkannt haben. Wer fici im kleinen treu ist. wird es auch dem Staate gegenüber fein, und wer sich nn Gemeindeleben pflichtbewußt fühlt, wird seine Kräfte auch dem großen staatlichen Gemeinschasisleben niajt verfemen. Anfänge für eine gesunde Heimatpflege in der Kommunalpolitik finden sich in tommunab politischen Abenden, die einen Resonanzboden für die kommunalpolitische Arbeit der Kommunalparla- mentaricr darstellen. In vielen deutschen Stadien, namentlich im Westen, wo die kommunalpolitische Entwicklung starke Träger hat, ist man dazu über» gegangen, die Bevölkerung in parteipolitisch-tendenziösen kommunalpolitischen Abenden mit der Gemeindearbeit und mit den großen und kleinen tommunalpolitischen Problemen vertraut zu machen und diese Aufgaben nicht allein den Stadtverordnetenversammlungen zu überlassen, deren Debatten mehr oder weniger parteipolitisch beeinflußt sind. Die Notwendigkeit für solche Einrichtung findet darin ihre Bestätigung, daß in vielen Städten kommunalpolitische Vereine bestehen, die sich nut kommunalpolitischen Fragen beschäftigen und über die Parteien hinaus heimatkundlich begründete Anregungen für eine gesunde Fortentwicklung der Kommunalpollik geben. Auch die Schulen finden in dieser kommunalpolitischen Hennatpflege eine dankbare Ausgabe. Den Kindern, selbst den Fortbildungsschülern sind oft die kommunalen Wirtschaftseinrichtungen unbekannte Begriffe. Man weiß wenig non den Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken,' von den Krankenanstalten, den sanitären Einrichtungen, von den Volksbildungsanstalten, man weiß nichts oder wenig vom Städtebau, von seiner geographischen oder geschichtlichen Entwicklung, und doch bietet gerade der Städtebau für die Jugend eine Fülle von Anregungen, die in die Familien hineingetragen werden und das Interesse hierfür beleben. Auch manche Entscheidung des Gcmeindeparlaments würde den Einwohnern weniger überraschend vorkommen, wenn sie die Einrichtungen der Gemeinde und ihre wirtschaftlichen Bedürfnisse kennen. Lerne deine Heimat kennen und lieben! Das soll im tiefsten Sinne der Zweck der Heimatpflege in der Kommunalpolitik sein. Wenn es gelingt, die Volksgenossen von der parteimäßigen Einstellung zu fommunalpolitifdjen Fragen frei zu machen und alle Gemeindeeinrichtungen in Verbindung mit den Ueberlieferungen aus der Heimatgeschichte und mit Bezug auf die Bedürfnisse der Ortseinwohner und ihre sozialen, kulturellen und wirtschastlichen Bestrebungen zu beurteilen, bann dürfte die Heimatpflege in der Kommunalpolitik das Pflichtbewußtsein in der Gemeinde schärfen und die Freude am Ehrenamte in der Gemeinde wieder beleben. ’tos, 1.(5 arbeit. rb (Ein. n ** 9.85, 0.(3 Md. So, 18.50 breit, in Weitz, Hen Preisen 5üm utlJO ichtcht. 0 1k 10.50, O.ld Das Wirtschaftsleben in der heutigen Form, das sich nicht an den Ort ober an örtliche Voraussetzungen l’inbet, zeigt vielfa chbie Tendenz einer starken Ab- 'limipfung des Heimatsinns. Die Fäden für die Pflege Heimatgedankens durch die Anteilnahme her Bürger an der Kommunalpolitik find bei vielen verloren gegangen, feitdem durch den Ausbau der Verkehrswege die Freizügigkeit zu weiten Aas- urißen führte, die nur durch die Wohnungsnot vorübergehend eingeengt wird. Der Austausch der Kräfte auf dem Arbeitsmartt führt naturnotwendig auch zu einer Entfremdung der Familien und Kinder vom kommunalen Gemeinschaftsgedanken. Was nettem noch Wohnsitz und Heimat im erweiterten U Sinne war. ist heute vielleicht schon vergessen, nachdem sich die Familien durch den Wechsel des Arbeitsortes mit veränderten Arbsits- und Wirt- schastsbebingungen auch, auf veränberte Verhall- !nisse einftellen müssen. Deshalb hat man auch dem Siedekungsgedanken die Kraft für die Pflege des Heimatgedankens beigemessen. Liber hier kann der Hcimatgebankc nur in solchen Familien konstant l-lciben, deren Berufs- und Wirtschaftsoerhaltnisse leinen Wechsel des Wohnsitzes bedingen. Das Hei- matgefühl fehlt, wenn bas innere Verwobensem mit den Geschicken der Gemeinde nicht vorhanden ist Deshalb ging die Entwicklung im politischen lieben auch dahin, in den Gemeindewahlgesetzen eine Bestimmung einzufügen, die die Stimmberech- tzcung bei Gemeinbewahlen an einen zeitlichen Minbestaufenthalt in der Gemeinde knüpfte, um bebiird) den Anfang zu einer starken Erziehung her Wähler zu heimatkundlichem Denken in der (franeinbe zu schaffen. Nicht alle Parteien sind der iJlcinung gewesen, daß es über einen solchen Weg ‘ hinweg gelingt, das Interesse der Bürger an den ' Einrichtungen der Gemeinden zu beleben. Das In- tereh'e an den Kommunalwahlen in ihrer heutigen «fcjtalt entspringt nicht mehr dem Verlangen, die Wrtschaftsinteressen der Gemeinde in bestem Sinne li vertreten, ober ihre Bebeutung gegenüber den 'Jlad)bargemeinben zu stärken. Das Interesse kon- zentriert sich heute auf bas Bestreben, bic Stimme ber Partei zu geben, der nach der Weltanschauung b<5 Wählers die Macht sowohl im Staats- als auch im Gemeindeleben gilt. Die Tendenz der heurigen Kommunalwahlen ist daruf gerichtet, die Ver- St,h. d Korsisches Erlebnis. Von Franz Friedrich Oberhäuser. Rach einsamen, die Seele dämpfenden Wan» ter ftunten in den korsischen Bergen begegnet man endlich dem Leben. Das steingewordene Leid ter selsigen Wildnis ist wie ein ermatteter Traum in die Vergangenheit gesunken. Mit weißer Erika ist nun die Erde gesegnet Zaghaft noch und scheu: aber es blüht ringsum. Und die sehnsüchtig suchenden Augen nehmen das erste süße Frühlingswunter freudig auf. Unter einer Zeder liegt ein Geißhirt. Seine zahlreiche Herde weidet auf den matt» grünen Hangen. Es ist warm und still. Durch diese Stille kommt mir der Gruß des Berghirten lauter entgegen. Er ist freundlich und kurz. Der blaue Schatten der Zeder verspricht ein Raststündchen. 3n ter Ferne steigt der Monte Eorona in den Himmel und die breite, einsame, weiße Strafte führt der See zu, hinab gegen Porto und Piano. Wundersamerweise kommt mit ter Begegnung mit diesem einsamen, alten, braungebrannten, grauhaarigen Geifthirten eine latfe klingende Poesie aus unserem Denken. Der Bnck streift wieder über Landschaften, über die Schattierungen des Geländes, über dunkle Baum- inseln Korsika liegt weit von Paris. Und ein Meer trennt diese 3nsel ter Schönheit von Frankreich: aber nicht allein die 3nfel, auch Gesinnung, Art und Wesen dieses Znsewolkes. Italien ist hier näher Aber Weltgeschichte hat mit diesem menschlichen Erlebnis nichts zu tun. Es gehört ganz einem korsischen Geifthirten. Ziegen und Schafe, zahllos, weiden ringsum Manche Säften haben dünn klingende, kleine Glöckchen am Halse hängen. Der Hirte schert sich nicht viel um seine Herde. Sind es doch — sagt er nach langem Schweigen - weit über tausend, die er bewachen hat. ilnb sein Bruder, der breiter südlich, gegen Ajaccio eben auch em Hirte ist, ftat sogar gegen hunderttausend Lämmer... Man ist ergriffen über die Bedürfnislosigkeit dieser Menschen. Vita povera! Vita miserabile! So sagen die Leute, die Menschen in den Städten, wenn sie an einem Geifthirten vor- überkommen. Wenn sie eine Büchse geräucherten Lachs ein Düchslein Ananaskompott aus dem Reisesack holen und Rast halten in ter Rahe eines Geifthirten. Sie schwatzen allerlei Zeug und bedanken sich freundlich für die Geiftmilch, die ihnen ter Hirt anbietet. Diese einsamen Menschen haben sich ebenso ihr Leben zurechtgemacht, genau so, wie wir alle dieses Gesetz befolgen müssen. Em kleiner Teil gehört uns, und ist uns zu eigen, wie tem Bauer ein Stückchen Acker, aus dem er die Früchte holen muh. Dieser Geißhirte toeift von einer vita povera nichts. Er kennt die vita miserabile nicht. Seine Lippen schweigen, seine unb mKiMg. leigert: 32W 16. M vormittag! in der Försterei Leih- oalhes aus den Fortt- pf, Rabenpfuhl, M- e: Derbslangen M- l.fil NuMlerw! Mhknuppel nn: W m: 40 Fichte. «r-M Eiche 2. fil., Fichte 2. fit toüppt U: 3,4 Fichte 2.81 i: 14,4 Eiche; Züchte. SlammMM Stöcke rw: Solche jchte 1. fit.; 4/5 W mir das M topf 16 unb 2 ’ >rige Besichtigung ien wegen ®ute □nrtt werden. SÄ- >te Stelle- g. April 1926- teiaenin9- ,.5.^1106 . 6 Äpril ift6. Dom amtsrichterlichen Slrafhefehl. (Nachdruck verboten.) Auf schriftlichen Antrag des Staatsanwalts kann der Amtsrichter einen schriftlichen Strafbefehl erlassen, ohne daß vorher eine Verhandlung stattfindet, wenn es sich um eine Übertretung oder um ein Vergehen handelt und nur eine Geldstrafe oder eine Freiheits- (Haft- oder Gefängms-)strafe von höchstens drei Monaten, sowie eine etwa ver- wirkte Einziehung oder die Bekanntmachung einer Entscheidung festgesetzt wird. Die Ucbcrmei- sungdesBefchuldigtenandieLandes- Polizeibehörde, die bei Betteln, Landstrei- chsrei, Vernachlässigung der Familie durch Spiel, Trunk ober Müßiggang und hierdurch nötig gewordene öffentliche Unterstützung, ferner bei Gewerbs- unzucht, Arbeitsscheu und Nichtverschaffung von Unterkunft trotz behördlicher Aufforderung in Frage kommt, also die Einweisung in ein Arbeitshaus, kann jedoch nicht durch einen Strafbefehl erfolgen, sondern setzt eine förmliche Verhandlung vor dem Amtsrichter voraus. Findet der Amtsrichter Bedenken, die Strafe ohne Hauptverhandlung festzusetzen, so ist eine Hauptoer- handlung anzuberaumen. Das gleiche ist der Fall, wenn sich Amtsrichter und Staatsanwalt über die Höhe einer Strafe, die letzterer beantragt hat, nicht einigen können. Es ist dieses ein Fall, der in der Praris seltener vorkommt. Der Strafbefehl selbst, der die dem Beschuldigten zur Last gelegte strafbare Handlung, die zur Fest- jetzung der Strafe herangezogenen strafgesetzlichen Bestimmungen und die Beweismittel (in der Regel die Namen der Zeugen der Tat) enthalten muß, enthält stets die Androhung, daß er voll st reckbar, b. h. rechtskräftig wie cm Strafurteil, wirb, wenn der Beschulbigte nicht innerhalb einer Woche nach der Zustellung des Strafbefehls schriftlich oder zu Protokoll des Gerichtsschreibers Einspruch erhebt. Immer wieder kommt es vor, daß jemand, der einen Strafbefehl erhalten hat, diese Urkunde kurzerhand an das Gericht zurückschickt und daraus lediglich schreibt: „Zch erhebe Einspruch." Die Frist ist bann wohl gewahrt. Der Form ist aber doch nicht Genüge getan. Denn dieses Schriftstück laßt — ohne Unterschrift — nicht erkennen, daß der Em- sprach von dem Beschuldigten selbst oder von einer von ihm beauftragten Person eingelegt worden ist. In feststehender Praxis verlangen deshalb die Ge- richte, daß ein Einspruch, um wirksam zu wer- den, auch unterschrieben sein muß. Das Amts- gericht hat nicht zu prüfen, ob ein nicht unterschriebener Einspruch tatsächlich von dem Beschuldigten herrührt oder mit feinem Wissen und Willen eingelegt worden ist, sofern nicht zweifelsfrei erkennbar ist, daß der Einspruch vom Beschuldigten herrührt. Ein nicht unterschriebener Ein- pruch wird deshalb vom Amtsgericht in der Regel verworfen. Andernfalls kommt die Sache zur Hauptverhandlung, wenn nicht der Beschuldigte seinen Einspruch wieder zurücknimmt, oder der Staatsanwalt etwa aus Grund neuer Erhebungen die Klage fallen läßt. Der Angeklagte, der nicht persönlich erscheint oder sich durch einen mit schriftlicher Volln^icht verlegenen Verteidiger vertreten läßt, wird nach gesetz- kicher Vorschrift mit Bestimmtheit erwarten dürfen, daß sein Einspruch ohne Beweisaufnahme durch Urteil verworfen wird. Im übrigen ist das Gericht bei feiner llrteilsfällung an den im Straf» befehl enthaltenen Ausspruch weder in bezug aus die zur Anwendung kommenden Strasvorschriftcn noch in bezug a*u f das Strafmaß gebunden. Schließlich ist noch zu erwähnen, daß cjn Angeklagter, dem gegen den Ablauf der Einspruchsfrist „Wie- dereinsetzung in den vorigen Stand" gewährt wor- den war, keine Wiedereinsetzung gegen das feinen Einspruch verwerfende Urteil hat. Fristlose Kündigung infolge Nichtzahlung des EehaUs. Anter Berufung auf § 71 Ziffer 2 des Handelsgesetzbuchs, ter als Grund zur fristlosen Kündigung auch die Richtbezahlung des Gehalts vorsieht, hatte ter Leiter der Berliner Zweigniederlassung einer auswärtigen Firma feine Stellung, in ter er sein Gehalt nur unregel- mäßig erhielt, fristlos getimtegt und auf die Bezahlung seines Gehalls bis zum nächsten gesetzlichen Kündigungstcrmlii geklagt. Er hatte dabei indes übersehen, daß der § 71 des HGD. die Einschränkung enthält: „sofern nicht besondere Lim stände eine andere Beurteilung rechtfertigen." Lind gerate auf diesen Passus berief sich die Beklagte, indem sie Schadenersatzansprüche geltend machte. Land- und Kamme r g e r i ch t erkannten zu ihren Gunsten, und das Reichsgericht wies die Revision des Klägers ab. Das Kammergericht wies in seinem Urteil besonders auf die verantwortungsvolle Stellung des Klägers als selbständigeii Leiters der Berliner Zweigniederlassung hin und betonte, daft er seinen Posten wegen der dadurch gefährdeten erheblichen 3ntereffcn der Beklagten nicht einseitig und plötzlich niederlegen durfte. Diesen Ausführungen hat das Rete stockt und ist ein langsamer Quell. Aber sein Herz redet und seine Seele lebt! Es ist mir, in dieser fast wortlosen Unterhaltung mit diesem Geifthirten gerate so, als ob diese einsamen Berghirten dem Herrenmenschen näherstünden. 3hr einfacher, klarer Charakter, ter nur Gut und Döse kennt, beweist es. 3hre primitive Lebensart ist wie eine leicht faftliche Melodie. Sie haben keine Bedürfnisse, sind also meist zufrieden. Sie strecken die Hand aus, einen Befahl zu erteilen, er wird befolgt. Sind der Freund marmigfachen Lebens, sie liegen unter Zedern und Korkeichen im blauen Schatten, rufen, wenn sie Durst haben, eine Gcift herbei, die ihnen Milch gibt, sie essen scharfen Broccio aus Ziegenmild), und ihr Hunger ist gestillt, sie pflegen sorgfältig eine für sie schöne ^Interhcll- tung mit allerlei Getier, und empfinden vielleicht dunkel, daß sie eine Freundschaft haben. Sie sind Reiche, weil sie Vertrauen genießen. Vita miserabile! Der Geißhirte pfeift leise durch die kleinen gelben Zähne. Und die Eidechse hebt den Kopf, blitzschnell. Der Geihhirte lächelt. 3ch muh mich ganz still hallen. Denn die Eidechse ist mir fremd und ich bin nicht ihr Freund... So glücklich ist nur ein Geißhrrt. Ob es jeftt der ist, ter neben mir sitzt, oder ein anderer, unterhalb deS Monte Rotondo, bei Lucciana. Ob es ein korsischer Geißhirte ist, oder ein deutscher Halterbub in unseren schönen Hochwäldern, aus unseren duftgeschwellten Alpenmatten, sie alle führen eine vita povera für viele Menschen, und sie alle sind doch um ein Stücklein himmelblauen, sonnigen Glückes reicher... S Mnlchine ßchuhnm Aekinle Beginn ■ Treppe i das M hinauf. > „Jall Sier mageren- oar gan. jianbgein (fen mifi fierM‘- Sn M- denn, n „Go „We wandte „M Meste über das freuen." „So? wie mir copy 37. F->-' 1)00) les. 6in [prang 1 ab- 7m „Stel rief er ' In bi jjölienfpe *n, oC. . « te • ® * •84 »na. n • SS 10 ^2 3 4=° x" । ' V r > Ohne Fleisch doch kräftige Suppen und schmackhafte Gemüse zuzubereiten, ermöglicht auf einfache und sparsame Weise WW die altbewährte 3199c Reichsgericht sich angeschlossen mit dem Hinzu- fügen, in derartigen Fällen werde es stets Sache des Richters sein, zwischen den Interessen beider Teile die richtige Abwägung vorzu- nehmen. Der Berufungsrichter habe in dem vorliegenden Falle mit Recht die Interessen der Beklagten für die wichtigeren gehalten. Polizeistunde und RespeKtfrist. 3m Gegensatz zu den Gepflogenheiten der Vorkriegszeit übt die Polizei seit einigen Jahren vielerorts eine scharfe Kontrolle der Gastwirtschaften daraufbin, ob die Polizei st unde genau innegeyalten wird, und zwar kommt es ihr dabei nicht nur darauf an, sich zu überzeugen, daß nach Eintritt der Polizeistunde dem Gaste nichts mehr verabreicht wird, sie will auch sehen, daß der letzte Gast bereits verschwunden ist. Unter diesen Umständen war es keine Seltenheit, daß Wirt und Gäste zur Anzeige gebracht und mit Strafverfügungen bedacht wurden, lediglich weil die Gäste noch fünf oder zehn Minuten im Lokale verweilt hatten: und das vielleicht ganz ohne ihre Schuld, weil der Kellner zum Empfang der Zahlung nicht gleich zur Stelle war, oder weil er nicht sofort wechseln konnte, oder weil es Aufenthalt an der Garderobe gab usw. Damit soll es nun anders werden. Verschiedene Polizeiverwaltungen haben sich schon in letzter Zeit einer milderen Praxis besleißigt. An sehr vielen Orten ober bestand die Polizei noch immer auf ihrem Schein, und die Gerichte urteilten noch dem Buchstaben des Gesetzes. Das wird ihnen in Zukunft nicht mehr gut möglich sein, nachdem das K a m m e r g e r i ch t, das sich schon verschiedentlich gegen eine Ueberspannung des Begriffs der Polizeistündenübertretung ausgesprochen hatte, jetzt anläßlich eines Einzelfalls ausdrücklich anerkannt hat, daß Wirt und Gästen unter Umständen eine Räumungs- und Respektfrist zugebilligt werden muffe. Dieser Einzelfall spielte sich in Erfurt ab. Dort waren der Wirt und Betriebsleiter eines großen Lokals, in dem eine von etlichen hundert Personen besuchte Versammlung stattgefunden Halle, zur Verantwortung gezogen worden, weil sich nach Eintritt der Polizeistunde, die auf 3 Uhr festgesetzt war, noch Gäste in ihrem Lokal befunden hatten und das Lokal nicht um 3 Uhr geschlossen worden wäre. Das Schöffengericht, vor dem die Beklagten geltend machten, daß rechtzeitig Feierabend geboten und um Z3 Uhr mit dem Einkassieren begonnen worden sei, daß nach 3 Uhr nichts mehr verabreicht worden fei, und daß man die Gäste unmittelbar nach (Eintritt der Polizeistunde doch nicht mit polizeilicher Hilfe entfernen könne, fällte ein freisprechendes Urteil, wogegen die Strafkammer auf Geldstrafe erkannte, indem sie ausführte, die Gäste hätten das Lokal bis 3 Uhr verlassen müssen; die Annahme, daß erst um 3 Uhr mit der Räumung des Lokals anzufangen fei, fei abwegig; mit dem Einkassieren des Geldes hätte eben so frühzeitig begonnen werden müssen, daß um 3 Uhr das Lokal geschlossen werden konnte. Diese Entscheidung wurde beim IV. Strafsenat des Kammergerichts angefochten, der sie aufhob und die Angeklagten f r e i f p r a ch mit der Begründung, sie haben ihre Pflicht getan, als sie um 3 Uhr Feierabend boten. Rach Rechtsprechung und Praxis stehe den Gastwirten eine Räumungs- frist nach Eintritt der Polizeisllmde zu; die Annahme der Straikammer, daß mit dem Schlage 3 Uhr das Lokal hätte geräumt fein müssen, sei unzutreffend; entscheidend sei, daß nach Eintritt der Polizeistunde keine Speisen und Getränke mehr verabreicht worden seien. Die Personen, die nach 3 Uhr noch im Lokal anwesend waren, seien ober nicht als Schankgäste anzusehen gewesen. Falsch bestellte Briefe. Die Aneignung versehenllich falsch bestellter Briefe ist strafbar. 3m 3uni v. 3. verurteilte das Reichsgericht den Angeklagten M. R. wegen Unterschlagung, weil er einen an A. R. adressierten Brief, den der Briefbote versehentlich ihm ausgehändigt, seines Geldinhaltes beraubt hatte. Man soll sich also nicht dem Glauben hingeben, daß ein richtig adressierter Brief, der uns fälschlich ausgehändigt wurde, unser Eigentum wird, denn der Briefträger handelt ja nicht als Vertreter des Absenders, sondern nur als sein Bote, und ändert somit durch feine falsche Bestellung nicht den ursprünglichen Willen des Absenders ab. Zürnen, Sport und Spiel, Fußball am Sonntag in Hessen- Hannover. Siegen gegen Kassel morgen in Wetzlar. tz. Rach mehrmaligem Verlegen des Spieles um die Westdeutsche Fußballmeisterschaft zwischen dem Vertreter von Südwestfalen und Hessen-Hannover, Sportfreunde Siegen, gegen Sport Kassel ist es nunmehr am gestrigen Freitag nach Wetzlar auf den morgigen Sonntag in das dortige Stadion angefetzt worden (siehe 3nserat in der heutigen Nummer)). Die Veranstaltung liegt in den Händen des Wetzlarer Fußball-Clubs von 1905. Es ist für unsere Gegend eine der beiden wenigen Gelegenheiten, in dieser Saison den eigenen Bezirksmeister und den best- bekannten Meister von Südwestfalen im Kampfe zu sehen, nachdem das für Gießen vorgesehene Spiel Kurhessen Kassel—Osnabrück in der Runde der Zwei- ten nach Paderborn verlegt wurde. Wie bekannt, gelang es unserem Vertreter nicht, sich auch nur mit einem Punktgewinnn in den westdeutschen Endrundenspielen durchzusetzen. Der Hessenmeister glaubt nun, gegen die Südwestfalen dem Zustand als punkt- loser Inhaber des Tabellenschwanzes ein Ende machen zu können. Es ist nicht ohne weiteres onzu- nehmen, daß ihm dies gelingt. Siegen—Duisburg 1:1 und Siegen gegen Alleneffen 2:2 find zwei Ergebnisse, die der Spielstärte der Siegener Elf das beste Zeugnis ousstellen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß Siegen im Vorjahre die einzige Mannschaft war, gegen die die Kurhessen als vorjähriger Bezirksmeister Punkte mit nach Hause nehmen konnten. Sportfreunde Siegen haben sich zu einer derart achtbaren Spielstärke aufgeschwungen, daß man in ihnen eher den Sieger vom Sonntag sehen könnte als in Kassel „Sports Mit Dr. Hohmann als Millellälifer hat die Elf einen Rückhall I und in ihrer standfesten Verteidigung mll Rich- I stein als rechtem Beak und Müller im Tor eine | Abwehr, die schon der besten westdeutschen Klasse schwer zu schaffen machte. Dr. S ch u b a ch und Bosch im Sturm sind dessen treibende Kräfte. Gegen diese Elf dürste „Sport" unter normalen Umständen einen gleich schweren Kamps führen, wie gegen die anderen westdeutschen Vertreter, die ihm das Leben so sauer machten. Und doch hat gerade dieses Mal „Sport" sich das Ziel gesetzt, unter allen Umständen seines Gegners, den es keinesfalls unterschätzt, Herr zu werden. Seine beste Waffe ist der Schlußmann. Mit Bönig im Tor hat „Sport" schon manches Resultat gehallen, das eigentlich über seine Kräfte ging. Kellner, Reumann als Verteidiger sind die fast beste Hintermannschaft des Bezirks. Schwach ist nur die Läuferrreihe, während der Sturm unter Führung von Gras meyer und Bock sich zeitweise zu recht beachtenswerten Aktionen aufschwang. — Die Gießen-Wetzlarer Fußballanhän- ger werden wohl freudig die Gelegenheit wahrneh- men, sich das Spiel anzusehen. Schwarz-Weiß Essen gegen kurhessen Kassel in Kassel. Dos ist die andere Möglichkeit für den Bezirk, seinen zweiten Vertreter im Kampf zu sehen. Man nennt in westdeutschen eingeweihten Kreisen den Essener Klub „Schwarz-Weiß" die beste westdeutsche Mannschaft. Man bezeichnet weiter deren Mittelstürmer Horn als den besten westdeutschen Angriffsführer und reif dafür, internationale Ehren zu genießen. Horn stürmt für Essen Mitte und ist zugleich deren gefährlichster Mann. 3n manchen der westdeutschen Endspiele schoß er allein olle Tore, manchmal 3 bis 4. Trotzdem dieser Spieler mit seinem Können für sich allein steht, ist doch das übrige Mannschaftsgebilde der Essener von einer derartigen Güte und Ausgeglichenheit, daß seine Mitspieler für den Hefsenver- treter genau fo zu fürchten sind. Kurhefsen wird kaum Aussicht auf irgendeinen Erfolg in diesem Kampf haben. Wanderfahrten. Unter dieser Ueberschrift werden wir für die diesjährige Wanderzeit eine Reihe von Vorschlägen für interessante Wanderfahrten veröffentlichen, die hoffentlich manchen anregen werden, fick) Sonntags aufzumachen und die Heimat zu „entdecken". Die Vorschläge werden von erfahrenen, kundigen Herren ausgearbeitet, die keine Touren für „Kilometer- freffer" zusammenftellen, sondern in Uebereinftim» mung mit uns Gewicht darauf (egen, daß der Wanderer mit Bedacht und offenen Augen genießend die Schönheiten der Heimat in sich aufnehmen und daraus wahre Befriedung für den Alltag schöpfen kann. Für die sichere Orientierung der Wanderlustigen haben, was bei dieser Gelegenheit einmal öffentlich mit Dank anerkannt sei, der V. H. C. im Gebiete des Vogelsberges, der Taunusklub im Taunus und der Westerwaldklub in feinem Bezirk durch Wiederherstellung der 2ßecjemarfierungen in guter Weise gesorgt. Und nun frischauf hinaus in Feld und Wald! (Ausschneiden! Aufheben!) Gießen — Wißmar — Wißmarbachtal — Waidhaus — Fohnbachlal — Krofdorf. Wir gehen durch die Llntersührung der Eder- strahe nach dem 1V4 Stunde entfernten Wißmar und folgen hier den schwarzen Strichen, die durch das vielgewundene Wißmarbachtal aufwärts zum Forsthaus Waldhaus führen. Das Tälchen, das eines der schönsten in der näheren Umgebung Gießens ist, bietet gerade jetzt, zur Zeit der Schlehenblüte, einen überaus reizvollen Anblick. In seinem oberen Teile kreuzen wir die schwarze Punktmarkierung: Gießen—Fronhausen. Aach einer Erholungspause in der gastlichen, in anmutiger Waldlandschaft gelegenen Försterei wandern wir durch das liebliche Fohn- bachtal. urtterwegs schöner Gleibergblick, nunmehr blauer Strich, nach Krofdorf, von wo wir das Postauto zur Heimfahrt benutzen können. Die ganze Wanderstrecke ist in vier Stunden zu machen, kann jedoch auch noch um 3 4 Stunden verkürzt werden, indem man den Zug nach Lollar benutzt und von hier dem schwarzen Strich nach Wißmar folgt. Garbenkeich — Pfahlgraben — Kloster Arnsburg — Lich. Von Garbenteich, bis wohin wir die Dahn benutzen, wandern wir auf der Straße nach Dorf-Gill, der roten Strichmarkierung nach bis zum Walde, bei dem wir nach links einbiegen, um alsbald zu dem überaus gut erhaltenen Pfahlgraben. dem gewalttgen Kulturwerk aus der Römerzeit, zu gelangen, und dem wir eine große Strecke das Geleite geben. Dald darauf kommen wir zum Iägerpfad, von wo man teilweise recht hübsche Ausblicke nach der -Wetterau, namentlich auf Burg Münzenberg genießt. Aach knapp 2ftünZ>iger Wanderung erreichen wir Kloster Arnsburg mit guter Wirtschaft. Man versäume nicht, die teilweise noch sehr gut erhaltenen Klosterbauten, so vor allem die hochinteressante Klosterkirche und den prächttgen Kapitels aal zu besichtigen. Bon Arnsburg gehen wir den blauen Ringen nach durch das liebliche Gottesackertal nach dem Städtchen Lich, von wo nach einer Besichtigung des fürstlichen Schlosses und Parks die Heimfahrt erfolgt. Die ganze genußreiche Wanderung dürfte 3Vr Stunden beanspruchen. Dad-Aauheim — Ober-Aosbach. Wer noch recht kommen will zu der berühmten Rosbacher Kirschblüte, dem empsehlen wir für Sonntag die bequeme Halbtagstour nach dem Rosbacher Kirschberg. Man fahre mit Sonntagsfahrkarte nach Dad-Aauheim Vorn Bahnhof daselbst nehme man am besten den Weg durch den Park zum Johannisberg (Aussichtsturm!) und von da weiter zum Bad-Aauheimer Hochwald. Auf der am Watdhaus vorbeiführenden Straße gelang: man nach kurzer Zeit zum Hexenhäuschen 'Schutzhülle). Von dorr aus benutze man, sich stark links haltend, den Weg zu den Ockstad t er Tannen. Am Waldrand entlang führt dann ein aussichtsreicher Höhenweg, der herrliche Blicke Iauf Bad-Aauheirn, Friedberg und die Wetterau bis hinüber zum Vogelsberg gewährt und zur Linken von den im Dlütenschmuck stehenden Ock- Pianohaus den in Anspruch. — w — 3197c ReichhaltigeAuswahl allererster Marken in jeder Preislage Ohne Anzahlung Bei Barzahlung höchster Rabatt Langjährige Garantie Gegründet 1876 Bahnhofstr. 65 b Gießen Fernruf Nr. 1367 Filiale: Lich (Oberhessen), Butzbacher Str. 12 Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 29 vom 9. April enthält: Maul- und Klauenseuche in Lang-Göns. — Handbuch für das Deutsche Reich 1926. — Tagung der hessischen Missionskonferenz. — Wandkarte des deutschen Volks- und Kulturbodens in Europa. — Dienstnachrick'ten. städter Obstanlagen begleitet wird, an der Ma- rienlaube vorbei nach dem Exerzier- und Schießplatz der ehemaligen Friedberger Garnison Von hier aus folge man der Weinstrahe, einer alten Römerstrrahe, bis zum Löwenhvf, bleibe bann aber auf dem Waldrandwege, auf dem man in wenigen Minuten den Ausflugsort „Waldschlöh- chen" (Restauration) erreicht. Hier befindet man sich auf der Höhe des Kirfchberges. Der Blick nach der Ebene zu schweift über das unermeßliche Blütenmeer, das die größten hessischen Kirschenkulturen zur Zell vorzaubern. Der Weg nach Ober-Rosbach geht dann mitten durch den Kirschberg. Vom Bahnhof Rosbach v. d. H. aus benutze man den Abendzug, der mit gutem Anschluß in Friedberg über Bad-Aauhrim wieder heimwärts fährt. Die eigentliche Fußtour nimmt vom Bahnhof Bad-Aauheim an§ 2 bis 3 ©tun« Strafkammer Gießen. * Gießen, 9. April. Eine Frau aus Beuern hatte tm 3anuar 1924 gegen mehrere Gemeinderats- Mitglieder und insbesondere den dortigen Beigeord- nsten eine Schmähschrift verfaßt und tm Dorfe an- geheftet. Sie war daher wegen verleumderischer Be- ieioigung vom Amtsgericht zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. 3hre Berufung, die auf Herabsetzung der Strafe obzielte, wurde ver- worferi. Wegen fortgesetzter Milck)fälschung durch Wasser- zusatz bis zu 60 Prozent war ein Landwirt in B e r - stadt zu zwei Monaten Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Da er in der heutigen Berufungsverhandlung Nachweisen konnte, daß er bisher einen tadellosen Lebenswandel geführt hatte, wurde die Strafe auf einen Monat G c - f ä n g n i s herabgesetzt. Ratsel-Ecke 0 T S E EI F O C O S 5|E Nl N vorstehenden Bruchstücken sind durch An- von Anfangs- und Endbuchstaben Wörter IT IE or im de l en au ena ak az ah mm Aus kreuzworlrät hängen von Anfangs zu bilden. Aneinandergereiht ergeben diese je zwei E15 Bruchstückrätsel. Dramatische Dichtung Teil eines Bauwerks Rebenfluß der Fulda Viehweide im Hochgebirge 3talienischer Maler Teil eines Baumes Deutscher Dichter Halbaffe Durchsichtiges Gewebe Bestandteil der Milch Hundename. el. R Buchstaben der einzelnen Wörter ein Sprichwort. Bilderrätsel. I. Von links n a ch rechts: 5. Schweizer Luftkurort; 9. Name aus der griechischen Mythologie: 10. Fluß in Italien; 12. Zeichen; 13. andere Bezeichnung für Faultier; 14. Pflanze mit hohem Stamm; 17. deutscher Strom; 20. Alpenpaß, 21. Aufnahme und Ausstoßung von Luft; 23. Geschenk; 26. weiblicher Vorname; 27. Stadt in England; 28. nordisches Sagenbuch; 29. Drama von Ibsen. II. Von oben nach unten: 1. Naiwsisch; 2. Figur aus Schillers Don Carlos; 3. biblische Person; 4. sportlicher Ausdruck; 6. Vorrichtung zum Eintreiben von Pfählen usw.; 7. griechischer Gesetzgeber; 8. Schweizer Kanwn; 11. Fluß in Sibirien; 13. Flächenmaß; 15. Tageszeit; 16. Stadt in Persien; 18. Hieb- und Stoßwaffe; 19. Muse; 21. Tochter des Zeus; 22. Lebensende; 24. chemisches Element; 25. weiblicher Personenname. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom AedaMonSttfsch. Eine „keine Anfrage". Am Aschermittwoch trat ein Herr in einen Mehgerladen und forderte zwei Brühwürstchen. Zuvor fragt er nach dem Preis der „Fasten- speise". Kaum hat der Meister geantwortet, da ertönt ein surchtbarer Donnerschlag und ein gewaltiger Graupelsegen prasselt gegen die Schaufensterscheiben. Betroffen steht der Würstchen- freund da, schaut gegen den dunklen Himmel, und murmelt: „Stille, stille! Eine kleine Anfrage wird doch wohl noch erlaubt sein?" Optische Täuschung. Ein neuer Regimentskommandeur hatte in der kleinen Garnison mit dem bequemen Brauch gebrochen, Offiziere zwanglos ohne Degen gehen zu lassen. Eines Tages sieht er vom Fenster aus einen Leutnant ohne Degen an seinem Hause vorübergehen. Er reiht das Fenster auf und bittet den jungen Herrn sofort auf ein Wort zu sich herauf. Der Leutnant steigt schuldbewußt die Treppe hinauf,'wird vom Burschen eingelassen. Auf dem Flur sieht er den Degen des Obersten hängen. Ein Gedanke, ein Griff, Degen umgeschnallt, und sicher tritt er an dem öffnenden Burschen vorbei, Hand am Degen, dem Gestrengen gegenüber. Der stutzt, faßt sich und bittet gesammelt und liebenswürdig den jungen Offizier zum Abend auf ein 'Butterbrot Mit gehorsamstem Dank verschwindet der Delinquent, hängt den Spieß wieder an und geht erhobenen Hauptes durch den Vorgarten ab. Der Oberst sieht ihm nach, stutzt wieder, hat er einen Degen ober nicht? Er bemerkt noch, wie der Leutnant seine heimkehrende Gattin ehrfurchtsvoll begrüßt. Schon auf dem Flur tritt der Oberst ihr mit den Worten entgegen: „Dag mal, Mariechen, hatte der Leutnant Schulze eigentlich einen Degen um ober nicht?" — „Ganz gewiß nicht; ich habe bestimmt gesehen, daß er keinen Degen hatte!" — „Siehste, Mariechen, das habe ich auch gedacht, er hatte aber doch einen!“ Rätsel. Wenn einer sich mit mir verbindet, O Wunder, daß sich keiner wiederfindet; Und sitz' ich an dem Erker vor dei'm Haus, So mach' ich ein Gefängnis draus. Run suche mich und setze mich vor Roten: Dann findest du und lösest auch den Knoten. Auflösungen. Silbenrätsel. 1. Friesen; 2. Rest; 3. Oie; 4. Einspruch; 5. Han- vec; 6. Leunis; 7. Ibsen; 8. Celle; 9. Hillern; 10. Eckstein 11. Silo; 12. Firnis; 13. England; 14. Stettin; 15. Torgau. Fröhliches Fest und Sonnenschein. Umslellungsralsel. b: Robe, Life, Euter, Feier, Sire, Range, c: Ober, Seil, Treue, Eifer, Reis, Rager. Ostern. Silbeurätsel. ba — bürg — da — e — ei — el — em — es — fe — gel — gelb — hei — i — ib — ing — kas — kent — ler — tert — low — mi — mu — nef — ro — sal —- sen — tasch — til — u — ve —- vid — wer. Aus vorstehenden 32 Silben finb 16 zweisilbige Wörter zu bilden, die folgende Bedeutung haben: 1. männlicher Personenname; 2. nordischer Dichter; 3. italienische Insel; 4. deutscher Dichter; 5. Verordnung; 6. Stadt in Turkestan; 7. Laufvogel; 8. biblischer Priester; 9. kleine Münze; 10. Teil eines tierischen Produkts; 11. Gewürz; 12. militärische Ehrenbezeugung; 13. Stadt in Holland; 14. weiblicher Personenname; 15. österreichischer Feldherr; 16. Verwandter. — Rach richtiger Bildung ergeben die Wörter in ihren Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn ein Zitat von Theodor Körner. Kreuzworträtsel. 1t i MM vö\ Lrgänzungsaufgabe. Ohr—Ring, Skat—Block, Thal—Hahrt, Eis—Bein, Rauch—Fang, Halm—Frucht, Ar—Rest, Schrift—Stuck, Eck—Stein. Osterhase. MISS §3 Die tolle Herzogin. Roman von E r n st Klein. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 37. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Was ich tue--* begann sie — — Doch da machte Sir Walter etwas Unerwartetes. Eine Sekunde lang horchte er — — dann sprang er auf den Lichtschalter los. Drehte ihp ab. — — — „Stellen Sie sich hinter mich, meine Damen!" rief er mit leiser Stimme. In derselben Minute ging unten im Hause ein Höllenspektakel los. Ein dumpfer Krach — Stimmen, wild, wütend durcheinander--ein Schuh — — — Dann kam es schwer und polternd die Treppe herauf. „In Ordnung", sagte Sir Walter und schaltete das Licht wieder an. Oesfnete die Türe und rief hinaus: ,^)abt ihr ihn?" < „Jawohl, Sir Walter!" „Herein mit dem Kerl!" Vier stämmige Kriminalbeamte schoben einen mageren, kleinen Menschen ins Zimmer. Der Mann war ganz anständig gekleidet — wenn ihn auch das .fionbgemenge mit den Hütern des Gesetzes ein biß- cbcn mitgenommen hatte. Dach unruhig hin- und herflackeryde, farblose Aeuglein, eine lange, schmale Nase über auffallend zurückweichendem Kinn gaben dem Gesicht etwas Vogelartiges, Unsympathisches. Fortwährend wetzte die Zunge über die dünnen Lippen hin und her — so eine rechte Pflanze ausr dem Sumpfboden der Londoner Verbrecherwelt. „Das ist ja eine entzückende Schönheit", begrüßte Sir Walter den Gefangenen. „Wie nennst du dich denn, mein lieblicher Bursche?" „Go to Klares! ' war die gemütvolle Antwort. „Werde mich hüten! Kennt ihr den Kerl?" wandte sich Sir Walter an die Beamten. „Alte Freunde, Sir Walter", erwiderte der Aelteste von ihnen. Inspektor Gordon wird sich über das Wiedersehen mit Jim, dem Wieseljimmy, freuen." „So? Na, dann erfreut den Inspektor so»schnell wie möglich! Er soll ihn mal fragen, was er in diesem Hause suchte. Und wer chn auf den Beobachtungsposten von Burnham House gestellt hat?" Der Gesell war bei dem Namen des in 8er Unterwelt Londons gefürchteten Inspektors zusammen- gezuckt. Gordon hatte seine eigene Art, Verhöre anzustellen, die dem härtesten Burschen auf die Nerven gingen, und Wieseljimmy schien daher seinerseits gar nicht erfreut von dem bevorstehenden Wiedersehen. Noch scheuer, noch unruhiger zuckten seine kleinen, listigen Augen. Noch nervöser wetzte die Zunge. Er begann zu drucksen.-- Sir Walter sah's und winkte den Beamten ab, die den Gefangenen bereits hinausführen wollten. „Mir scheint, Jimmy wünscht sein schuldbeladenes Herz zu erleichtern. Wartet einen Moment! Na, wie ist's, hast du mir etwas anzuoertrauen?" .Gehängt will ich werden, Mylord," stotterte der Kerl in wüstestem Slang los, „wenn ich viel weih. Kommt da vor ein paar lagen ein Gent zu uns--" ,^u wem — zu uns? Wer sind diese uns?" „Hm--Mylord--das habe ich vergessen. Ich habe immer an so einem schwachen Gedächtnis gelitten. Ein Erbübel." „Sehr bedauerlich, dann bin ich gezwungen Inspektor Gordon zu bitten, dieser Gedächtnisschwäche nachzuhelfen'." , „Confound, Gordon--ich — ich will sehen, daß ich mich erinnere, Mylord. Ja — ja ganz recht --Joe Schwanenhalz und Schiffer-Dan waren es. Wir waren gemütlich in unserem Salon zusammen — da kommt der fremde Gent herein--" „Einen Moment! Wie sah er aus?" „Hm — wie er aussah? Ein Gent — hab' ihn mir nicht sonderlich angesehen." „Franzose?" „Nee." „Engländer?" „Totsicher. Er brachte eine Empfehlung von einem gemeinsamen Freunde mit--" „Würde mich interessieren, den Namen dieses gemeinsamen Freundes kennen zu lernen." „Weiß ich wirklich nicht, Mylord. Gehängt will ich sein, wenn ich es weiß. War ein Freund vom Schiffer-Dan." „Und wo zum Beispiel ist jetzt Schiffer-Dan?" Wieseljimmy grinste. „Der ist überhaupt nicht mehr." „Was heißt das?" „Was ich jage, Mnlord. Schiffer-Dan ist alle. Dieser verdammte Hund von einem Chauffeur —" Er stockte. Biß die Sippen zusammen. Er war zu weit gerannt in seiner Vertrauensseligkeit--- Doch Sir Walter ließ nicht mehr locker. .Halt, alter Knabe — nicht plötzlich das Gedächtnis verlieren! Was ist das für ein Chauffeur? Vielleicht der Chauffeur vom Grafen Las Valdas? Heraus mit den Bonbons!" Drucksen, Fluchen, Stottern seitens des Inqui- rierten. „Derselbe, Mylord", entschloß er sich endlich, zu antworten. „Die Pest über ihn! Schiffer-Dan war just kein Honigpüppchen — stand seine sechs Fuß in den Stiefeln--aber wie ihm der Perkins die Faust in sein blühendes Angesicht legte, fiel der arme Dan um wie ein Stück Holz. Als wir ihn aufhoben, um ihn ins Auto zu tragen, war glicht nur das Sinn, sondern auch gleich der ganze Schädel mit aus dem Leim gegangen. Ein Glück, daß der Schwanenhalz dem Kerl eins mit dem Sack gab — ich kalkuliere, der hätte uns sonst alle miteinander kalt gemacht." „Warum habt ihr den Chauffeur Überfällen?" „Mylord, wir sollten was suchen bei ihm!" „Was?" „So'n Wisch von 'nem Vertrag. Lord Burnham oder sonst irgendein so großes Tier stand darunter unterschrieben." „Habt ihr ihn gefunden?" „Nee —" „Auch nicht in seiner Wohnung?" „Auch nicht, Mylord." „Und warum habt ihr die Damen verfolgt?" „Der Gent, der uns die Sache angedreht hat, wollte das so haben. Er meinte, die Ladys feien auch hinter den Papieren her, und wenn sie's finden täten, sollten wir sehen, daß wir's in die Finger bekämen. Aber da hätten wir natürlich nicht mit dem Sack gearbeitet —" fügte er gleichsam als Beweis seines savoir vivre hinzu. Sir Walter hatte gehört, was er hören wollte. Und was vor allem die beiden Frauen hören sollten. Er ließ den Mann abführen. __________ „Nun, Frau Herzogin," wandte er sich an Gloria, „halten Sie es — nachdem Sie mit eigenen Ohren gehört haben, mit welch verzweifelter Ge sellschaft wir es da zu tun haben — nicht doch für angebracht, mir zu vertrauen?" Gsloria und Grace hatten gehört. Diese beiden vornehmen Damen sahen auf einmal Gestalten einer Welt vor sich aufsteigen, die sie bis jetzt nur vom Hörensagen kannten. «chiffer-Dan--Wieseljimmy --! Was für Namen! Was für Menschen' Selbst Gloria konnte sich des Schauders nicht erwehren! Rollte der Schlamm dieser Welt vielleicht dis an ihre eigenen Füße---? Sie atmeten beide auf, als sich die Türe hinter den Beamten und ihrem Gefangenen schloß. Freier fühlten sie sich---. Grace wandte sich mit nicht mißverstehender Bitte in den Augen zu der älteren Schwester. „Ich glaube, Sir Walter wird uns helfen", sagte sie. „Ich verlange nichts sehnlicher, meine Damen. Wie Sie selbst gehört haben, besteht hier eine ganze Verschwörung, die daraus ausgeht, den Vertrag, den — nun kann ich ja aussprechen, was bis jetzt bloß Vermutung war — Lord Burnham über die russischen Oelkonzessionen abgeschlossen hak, in die Hände zu bekommen. Ich bin sicher nicht weit von dem Zentrum dieser Verschwörung entfernt, wenn ich mir einen gewissen Herrn im Hotel Ritz näher ansehe--" „Aber wo ist das Dokument?" rief Gloria. „Es ist nur eine Abschrift — nicht das Original. Wo ist diese Abschrift? Diese Leute und ihre Hintermänner haben sie nicht! Und — dann die--" Ein Blick der Schwester erinnerte sie rechtzeitig. Sir Walter fing diesen Blick auf — und erstaunte darüber. Woher die Angst der Lady Neville? Las Valdas---9 Er sah, wie Gloria der anderen zunickte. Er fing an, langsam zu begreifen, warum die beiden Frauen so erbittert um das Geheimnis kämpften —. „Sir Walter," sprach endlich Gloria, „meine Schwester und ich sehen ein, daß wir am besten tun, an Ihre Hilfe zu appellieren. Doch bevor wir Ihnen alles auscinandersetzen, möchte ich Lord Neville sprechen. Wäre das möglich?" (Fortsetzung folgt.) Jch schmecke gut mache satt und bin nicht teuer Sechs Teller feiner Suppe in den Sorten: Erbs fein, Erbs mit Speck, Erbs mit Reis, Blumenkohl, Spargel, Grünkern,Tomaten, Pilz, Ochsenschwanz, Krebs, Teigwaren ergebe ich.nur20Min. in Wasser gekocht, ohne alle Zutaten, denn diese vereinige ich alle in mir. Jeder Kaufmann hat mich. in Wurstform teerte- o. Mistei- sänle ter Ul Hielte. Maschinenbau, Baugewerbe, Schreiner, Schuhmacher, Kuu raewerbUche Zeichner, Elektriker, Mechaniker uiw. Abendkurse. Beginn 3. Mai 192«. Lchrvtäne kostenlos durch die Dnektion 274% Die kluge Han«trau verwendet nur För xSRPQt alte u.neue Holz-La dv, Linoleumböden besonder) au1 und die höchsten Glanz gebenden Belco u Cctka Wachse. In allen einschlägigen Drogerien erhältlich. Chem. 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Es lohnt da- er, einmal über die Frage nachzudenken, w a s An - eihen eigentlich bedeuten, und unter velchen Umständen man es verantworten kann, sie l^szunehmen. Dabei sei vorausgescbickt, daß die Itpge, ob eine Anleihe mit einer solchen Zweck- l e st i m m u n g irgendwo auf der Welt zu haben kl, außer Betracht bleiben soll. Nach meiner lieber- kjgung würde jeder denkbare Anleihe-Geber sich ijrie privatwirtschaftliche Kalkulation über die Pro- Icktivität der mit der Anleihe zu schaffenden Bau- fcn vorlegen lassen und sich, nachdem er diese Kalkulation durchstudiert hätte, mit starker Sehnsucht »och solideren Gegenden abschiednehmend auf die Lahn setzen. Was also bedeutet eine Anleihe? Man muß diese (trage vom Gesichtswinkel einer Firma aus be> Machten, roenn^ man ihr nahekommen will. Wann sicht eine Firma eine Anleihe aufzunehmen? Wenn ihr eigenes Geld nicht mehr ausreicht, ein neues rroduzierendes Werk zu errichten ober ein bestehendes auszubauen oder zu vergrößern. In jedem Falle muß die Betonung nicht auf dem Worte Werk, sondern auf dem Worte produzierend liegen. Denn nämlich die bei Errichtung des Werkes aufzu- fleUenbe Zukunfts-Kalkulation ergibt, daß das Werk über die Verzinsung der Anleihen hinaus eine Rente richt abwerfen kann, so ist die Anleihe wirtschaftlich so l s ch und kann den Anleihe-Nehmer nur in Sorgen und in ein fortgesetztes Arbeiten für andere hin- einbringen. Zu dem Begriff „produzierend" gehört ober als gleichwertiger Begriff der des Absatzes, las Produzieren nützt dem Werke solange nichts, Wie der Absatz fehlt. Die Absatzfrage also wird für Anleihe-Geber und -Nehmer bei der Kalkulation, ob die Anleihe produktiv sein kann, eine wesentliche Rolle spielen. Damit sind die Grundlagen gekennzeichnet, auf denen das Hereinnehmen einer Anleihe wirtschaftlich überhaupt zu verantworten ist, gekennzeichnet vom Standpunkte des privaten Hnterneh- mer 5 aus. Schwieriger liegen die Dinge, wenn sie der P o l i t i t e r, der nicht nur an die Prioatwirt- jdidft, sondern auch an die Gesamtwirtschaft iu denken hat, beurteilen soll. Für ihn nämlich kommt es wesentlich darauf an, wie eine solche Anleihe die Handelsbilanz beeinflussen kann. Die Frage, ob ein privates Unternehmen auf Grund einer Anleihe rentabel wirtschaften kann, beweist ja nichts für die Gesamtwirtschaft. Gesetzt z. B. den Fall, ein Unternehmer erfände eine Methode, um, sagen wir aus Bananen ein neues haltbares Genuß- mittel herzustellen, bas im großen Umfange von der Seoölferung gekauft würbe, unb er finanzierte fein Unternehmen durch eine Auslandanleihe, dann könnte dieser Unternehmer die Anleihe ohne Schwierigkeiten verzinsen und für sich noch eine erhebliche Rente herauswirtschaften. Da er aber sein Rohmaterial importiert, ohne irgend etwas wieder zu exportieren, da er darüber hinaus J ei n e Zinse n ins Ausland zahlt, so würde diese Anleihe, was Handels- unb Zahlungsbilanz angeht, ausgesprochen unwirtschaftlich fein. Sie würbe um so unwirtschaftlicher sein, wenn bas neue Eonußmirtel zum Nahrungsmittel würde unb zum Beispiel drosselnd auf den Verbrauch von Roggen einwirkt, könnte andererseits einen wirtschaftlichen Charakter dadurch bekommen, daß k5 die Weizen-Einfuhr so stark entlastete, daß von der Gesamtwirtschaft aus ein Plus an Nährwerten bei geringerem Aufwande van Geld dabei herauskäme? Damit sind die allgemein wirtschaftlichen Erwägungen zur Anleihefrage kurz angedeutet. Wie sieht es nun in bezug auf den praktischen Fall aus? besetzt, eine Firma kauft ihr Rohmaterial aus dem Auslände, veredelt es in Deutschland und setzt es wieder nach dem Auslande ab, wobei der Verkaufspreis den Einkaufspreis um den Betrag von Lohn unb Gewinn übersteigt. Dann ist bie Anleihe ohne jeden Zweifel probuktio. Gesetzt den heiteren Fall, dos; Inland-Material verarbeitet und ohne Rabbau fluuiiinbringenb ausgeführt wirb, so ist auch dann von Produktivität zu reden. Gesamtwirtschaftlich zweifelhaft wird die Sache schon in dem Augenblick, wo zwar f ü r d a s W e r k s e l b st die Anleihe noch produktiv ist, sie aber in bezug auf Ein- und Lus f u h r keine Bedeutung hat, das heißt, der Wert der ausgeführten Dinge den der eingeführten nicht mehr überschreitet. Dann beginnt schon ein tugatior Einfluß auf die Zahlungsbilanz, da ja die Linsen für die Anleihe ins Ausland ge = schickt werden müssen, jede Zinszahlung also eine Rachfrage nach Devisen bedeutet. Der Einwand, daß in diesem Falle die Anleihen den inneren Darkt beleben, ist ohne Zweifel richtig, aber man muß sich darüber klar sein, daß ein noch so belebter innerer Markt auf die Dauer eine Wirt- fchast dann nicht gesund erhalten kann, wenn diese innere Belebung auf ff o ft e n von Handels- nn b Zahlungsbilanz geht. Die Wirtschaft kommt bann in bie Situation einer Familie, in der alle Hänbe von morgens bis abenbs fleißig tätig -find, bie aber am Ende bes Jahres mit Schrecken -sicht, daß sie trotz aller Arbeit (Belebtheit bes inne- Ttn Marktes) ihren Lebensunterhalt nicht verbient, Imbern zum Teil vom Vermögen genommen hot. Ein Blick auf bie Jnflationsjahre, in benen kann eine Hanb feierte, unb in denen jeder zu verdienen glaubte, beweist bie Richtigkeit der Behavp- itng. Vielen Einzelbetrieben ging es relativ gut, unb der Gesamtbetrieb Deutschlands ging dabei säst zugrunde. Der innere Markt hat eben für ein Volk, dus in die Weltwirtschaft eingegliedert unb unfähig ist, seinen gesamten ßebensbebarf inert) alb ber eigenen Grenzen zu erzeugen, nicht bie gleiche Bebcu- tung wie für eine von der Weltwirtschaft unabhängig lebende Bevölkerung. Man sieht also, daß auch die Anleihefrage ij) r e zwei Seiten hat und die dazu berufenen Stellen stets sehr ernsthaft die Produktiokraft einer Anleihe nicht nur unter dem Gesichtswinkel, ob sie speziell dem Anleihenehmer eine Rente gibt, zu betrachten haben, sondern auch unter dem anderen, ob für bie gesamte Wirtschaft babei eine Erleichterung ober Erschwrung der Handels- und Zahlungsbilanz herauskommt. Damit soll unter keinen Umständen ber Beaufsichtigung privater Anleihen durch den Staat das Wort geredet werden. Es gibt andere Mittel, um einen gewissen Einfluß auf erhebliche Ausland-Anleihen auszuüben. Bekanntlich kann der Reichsfinanzminister zusammen mit dem Steuerausschuß des Reichstages Ausland- Anleihen von der Kapitalertrags st euer befreien. Hier also haben wir eine Stelle, die, ohne im geringsten wie Zwangswirtschaft zu wirken, in der Lage ist, stark regulierend einzugreifen. Wenn diese Stelle die Frage der Steuerbefreiung ausschließlich unter gesamtwirtschaftlichen Gesichtspunkten sieht, so kann die Anleihen, bit bie Bilanz der deutschen Wirtschaft bedrücken könnten, ohne Schwierigkeiten verhindern. Wirtschaft. Börse unb Geldmarkt. Nachdem entgegen allen Gepflogenheiten an den letzten Tagen vor den Feiertagen eine starke Hausse eingesetzt hatte, während sonst diele Vorfeiertage Abwicklungen gewidmet sind, zeigte sich bei Wiedereröffnung der Börse, daß diese Hausse reichlich stürmisch inszeniert worden war, so daß sich alsbald eine Reaktion bemerkbar machte. Wie immer glaubte die Daissespekulaiion diese Gelegenheit benutzen zu müssen, um einen Kurseinbruch hervorzurufen; soweit sich bisher übersehen läßt, ist ihr dies aber nicht gelungen, obschon sie damit gerechnet hat, daß das große Publikum, das sich in der letzten Zeit mehr als seit Jahren an der Börse engagiert hatte, ihr mit Derkäufen folgen würde. Dies ist jedoch nicht geschehen, 'nenn schon auch vereinzelt von feiten des Publikums Gewinnmitnahmen erfolgt sind. 3m großen ganzen hält man aber noch an seinen Werten fest und wird hierbei von dem Umstand unterstützt, daß sich neuerdings auch das Ausland wieder an der Berliner Börse betätigt. 3n erster Linie sollen in den letzten Tagen für französische, schweizerische und tschechoslowalische Re tz- nung Käufe vorgenommen worden sein. Die Spekulation schritt infolgedessen auch bereits am Donnerstag zu Deckungen. Selbstverständlich hatte die Baissespekulation auch wieder ihre Argumente, und diesmal waren es die in Aussicht stehenden verschiedenen Inlandanleihen, so von feiten der Reichsbahn und der Reichspost. Darüber hinaus sprach man auch wieder von einer in Bälde aufzulegenden Reichsinnenanleihe. Bis die letztere Tatsache wird, dürfte aber noch geraume Zeit ins Land gehen, während die zu erwartenden Reichspost- und Reichsbahnanleihen, die lediglich für werbende Anlagen verwendet werden sollen, doch im Gegenteil einen Stimulans für den Aktienmarkt abgeben sollten, da ihr Erlös der Industrie in Gestalt von Aufträgen zugute kommt. Die Spekulation betonte aber lediglich die andere Seite, daß hierdurch dem Markte in größerem Maße Geld entzogen würde und die Flüssigkeit des Geldmarktes ein Ende nehmen würde. Die derzeitige Gestalt des Geldmarktes ist bekanntlich alles andere als natürlich und der Allgemeinlage entsprechend, so daß eine Entziehung der schwimmenden Gelder lediglich nach der Richtung hin wirken würde, daß der kurzfristige Geldmarkt in ein richtiges Verhältnis zum Kapitalmarkt kommen würde. Es ist auch nicht zu unterschätzen, daß während des Monats April recht viel Dividendengelder frei werden, die wenigstens zum großen Teil erneut Anlage suchen werden. Wenn auch die Schwerindustrie im großen ganzen dividendenlos geblieben ist, so sind die Dividendenerklärungen, namentlich der Gesellschaften der weiterverarbeitenden Industrien, doch reichlicher beschlossen worden, als nach dem Verlauf des Jahres 1925 zu erwarten war. Die Folge hiervon ist auch die größere Rachfrage nach einzelnen Spezialwerten, wie ja überhaupt die Hausse der letzten Wochen mehr eine solche der Spezialwerte war, wobei Autowerke und einzelne Sonderpapiere lebhaft gehandelt wurden. Am Rentenmarkt stehen zur Zeit wieder einmal die Kriegsanleihen im Vordergründe, und zwar ebenfalls in Verbindung mit den Gerüchten über eine bevorstehende Reichs- innenanleihe, wobei man eine Amtauschmöglich- feit alter Anleihen in die neue Reichsanleihe erwartet. Einstweilen liegen jedoch keinerlei Anzeichen dafür vor, daß man mit derartigen Vermutungen auf dem richtigen Wege ist. Am Geldmarkt hat die letzte Entspannung zum März-Llltimo nur einen Tag gedauert. Jetzt ist bereits die alte Flüssigkeit bei Sähen bis zu 4 Prozent herunter wieder vorhanden. Trotz Ermäßigung des Reichsbankdis- kontes ist die Entspannung der Reichsbank zum Dierteljahresultimo nicht über das normale Maß hinausgegangen, so daß man schon jetzt sagen kann, daß die Beurteilung der Lage seitens der Reichsbank bei Vornahme der Diskontermähi- gung als zutreffend erwiesen wird. * I. G. Farbenindustrie A.-G., Frankfurt a. M. Die Nachricht der „Financial News", daß die National City-Bank in Neuyork der deutschen Farbstoffgruppe Witte März einen kurzfristigen Kredit von 25 Millionen Dollar eingeräumt habe, und dieser später in eine langfristige Anleihe umgewandelt werden solle, ist, wie dem „D. H. D." von zuverlässiger Stelle der I. G. Farbenindustrie mitgeteilt wird, vollständig aus der Lust gegriffen. Dort ist von Anleiheverhandlungen in Amerika überhaupt nichts bekannt. * Frankfurter Bank in Frankfurt am Main. Für bas Geschäftsjahr 1925 wirb wiederum eine Divibenbe von 6 Prozent vorgeschlagen. * Zunahme derDetriebsstillegun- gen in Sachsen. Wie die „Tägliche Rundschau" aus Dresden meldet, hat sich die Zahl der beim Sächsischen Arbeitsministerium eingegangenen Anzeigen über beabsichtigte Betriebsstillegungen im März auf 610 belaufen, gegen 324 im Februar. Die meisten Anzeigen (180) entfallen auf die Textilindustrie. Dann folgt mit 120 Anzeigen die Maschinen- und Fahrzeugbauindustrie. * Der Saaten st and in Preußen Anfang April. Die Statistische Korrespondenz berichtet über den Saatenstand in Preußen anfangs April u. a.: Die Feldfrüchte haben sich ziemlich gut entwickelt. Die wichtigsten Wintersaaten werden besser als „mittel beurteilt, und zwar Weizen, Roggen und Raps mit 2,9, Gerste sogar mit 2,7. Auch Luzerne und Rieselwiesen mit je 2,9 Klee wird schlechter als mittel mit 3,2 bewertet. Dörsenkurle. Frankfurt a.M. Berlin Sditu .1 Kurs | i«iu- r> Schlufj-I flirr 1 Anfang Datum: 9. 4 | 10 4 9.4. | 10 4 5°/. Ternsche SleichsanleiHe 0.455 '1.4625 0.46 0,4625 4% Deutsche Neichsanleihe — — 0.44 — 3Vi°/n Deutsche Neichsanleihe 0.465 — 1.4375 0,52 3°/. Deutsche Neichsanleihe 0.550 — 0,54 _ Deutsche Sparprannenanleihe 0,276 — 0,265 _ 4% Preußische KoniolS 0,450 — 1,4375 1.4325 4° o Hejsen ..... 3'/,% Hessen ...... 3% Heuen.......... Deutsche Sertd. Dollar-Anl. 0.430 — — —» — — 0,4 — 0.420 — 0,43 100 — 99,6 — dto Doll -Schav-Anwctivg.^ 99.75 — 99,9 —- 4e/0 Hollturken 13,05 13,175 13,25 5% Goldmerikaner . . 41.25 41,5 Berliner Handelsgesellschaft «Lommerj- und Privat-Bonk 152' — 151' 151.5' 114.5- 115' 114' 115' Zarmit und 'Jlaitonalbanf 135’ 136.25 115,2- 136.5' Deut'chc Bank 135,12 135,9 134,9' 135' Deuische Bereinsbank • ■ 88 — _ Disconto Commandit 131.2- 131,5- 130,5- 131,2' Metallbank 96.5 — — Mitteldeutsche lLrcdttbank 100 101' 100,5' _ Oestetreichische Credttanslalt 7,5 7.75 7.5 7,75 Weltbank 0,062 0.061 — Bochumer Gaß ■ ...... 91 — 90' 94' BuderuS .....«... 63 65' 63 65 Karo ........... 51.5' — 52,5' 53‘ Deutsch-Luxemburg ..... 98' 100- 97,25' 100' Gelsenkirchener Bergwerke. 98.5' 100’ 98' 99,5' Harpener Bergbau ... 107' 109,5' 108,5' 109.5' Kaliwerke Äschersleben.... 128 _ 129.5- 130.7' Kaliwerk Westeregeln. .... 133 — 130' 136,5 Laurabütte . ....... 40,5 43 41 41,12 50' Oberbedarf .......... 50,5 50* Phönix Bergbau ....... 80.75’ 82,25" 80.75' 81.9' Ryeinstahl ......... 92.5' 94' 92' 93,75' Niebcck Montan........ 99,5 100,5 99' 100 TelluS Bergbau. ...... 37 Hamburg.Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . 155,1’ 150.5' 157' 153' 153,7* 150,7' 156,2’ 153' Lheramtsche Werke Albin . . 46 _ Zementwerk Heidelberg . . 98 97 _ _ Pdilivv Hohmann .... 76,25 77 75,75 — Anglo-Cont-Guano . ... 95 — 92,25 Chemische Mayer Slapin . — _ 9- G starbenindustrie, A.-G. 139.7' 142- 140,2' 142.1' Goldschmidt......... Holzverkohlung........ Rütgerswerke........ 83 82 81,75 84,5 72,5 82,5 74 6’2,9 82,5 83,12 Scheideanstalt ....... 115 116 - Allg. ElektrUttätS-Gesellschaft 102,5- 104' 103,5* 103,7- Bergmann ....... 97 — 98.5' 99,5' Mainkrastwerke ..... . 94,5 95 — Schuckert ......... 87 88.5 87.12' 89' Siemens & Halske ...... 113,5 113' 114,4- Adlerwerke .filetier ...... 60 62 61 63 Daimler Motoren. ...... 65 66,75 65,75 66 Heyligcnstacdt ....... 32,5 — — — •’i-eauin. ....... Motorenwerke Mannheim 45 — — - — — 56,5 - Frankfurter Armaturen 28 —— — - Konservenfabrik Braun . . 46 — — Metallgcsell chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G..... 110,5 — 85 — 86,25 — Schuhfabrik Herz - . .... 40 — — —» Sichel ......... 3,75 — 4 — Zell stoss Waldhof...... 125 —— 126 126 Zuckerfabrik Frankenthal . > Zuckerfabrik Wagbäusrt . . . 55 61 56 61 46 — Frankfurter Abeudbörse. Frankfurt, 10. April. Tendenz befestigt. — Die schon an ber gestrigen Abendbörse hervorgetretene leichte Befestigung fand im heutigen Wochenschlußoerkehr eine mäßige Fort« seßung. Die Spekulation, durch das Nachlassen der Verkäufe ermutigt, zeigte etwas Unternehmungslust, die in Wochenschlußdeckungen an den Aktienmärkten unter Bevorzugung der führenden Montanwerte zum Ausdruck kam. Das Geschäft ging aber über den am Samstag gewohnten Umfang nicht hinaus, zumal eine gewisse Zurückhaltung unverkennbar weiter vorherrschte. Größere Nachfrage hatten nur einige wenige Spezialpapiere, die in- •a© sqi's6v2;sq 'koiA z vm,s 'diaqpjb uaJjaqaßjoJ minne erzielen konnten. Am Montanmarkt waren besonders Rheinstahl stark begehrt und konnten um über 2 Proz. anziehen. Phönix gingen etwa 1 Prozent höher. Ferner waren Buderus um 0,5 Prozent, Gelsenkirchen um 2 Proz. und Laurahütte um 2 Proz. gebessert. Die Werte der I. G. Farben konnten um 1 Proz. anziehen. Am Elektro- markt kamen nennenswerte Umsätze nicht zu- stände, nur Schuckert gingen 1,5 Proz. höher. Der Bankaktienmarkt verkehrte ruhig bei uneinheitlicher, aber überwiegend leicht befestigter Haltung. Schiffohrtsaktien waren wenig verändert. Von A u t o a k t i e n hatten Neckarsulmer einen Gewinn von 1,5 Proz. aufzuweisen. Aus den K a s s a m a r k t der Industriepapiere drückten noch einige Angaben, so daß hier die Stimmung geteilt war. Zuckeraktien neigten eher weiter zum Nachgeben. Der deutsche Rentenmarkt lag sehr still. Kursbesserungen von Belang waren nicht zu verzeichnen. Von ausländischen Renten wurden Ungarn etwas lebhafter umgesetzt, auch Türken zogen mäßig an. Der Pfandbrief- mar k t verkehrte in freundlicherer Tendenz, bevorzugt biteben süddeutsche Pfandbriefe. Goldpsanb- briefe waren weiter angeboten. Der Freiver - kehr lag still. Beckerstahl 44 Beckerkohle 59, Benz 70,5, Brown-Boveri 68,5, Entreprise 11, Growag 55, Krügershall 101, Ufa 55 Proz. Der weitere Verlauf war ruhig. Der flüssige Gelbstand war geeignet, die Stimmung noch etwas fester zu gestalten. Das Angebot am Geldmarkt ist wieder größer geworben. Der Satz für tägliches Gelb "bürste sich unter 5 Proz. stellen, auch Privatbiskonten wurden unter 5 Proz. genannt Manatsgelb 5,5 bis 7,5 Prozent. Industrie Akzepte 5,75 Proz. Das D s • visengeschäft trug einen lebhaften Charakter. Paris unb Brüssel lagen weiter schwach gegen Lon- bon, unb zwar mit 142,50 bzw. 129. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphtfche Auszahlung. 9 April- 10 April- Amtliche 'Jiort rung Amtliche Notierung Geld I Brie Geld Briet «mit.-'Jiou 168.33 168.55 168.36 168,78 ' Buen. Aires 1.669 1,673 1.673 1.677 Brss Antw 15,79 15.83 15.98 16.02 Cbristiania. 90.19 90,41 90,12 90,34 Kopenhag.-n 109,89 110.17 109,90 110,18 Stockholm 112..38 112,66 112,43 112.71 10,592 Hclsingfor-5 10,55 10,59 10.552 Italien . 16.87 16,91 16.86 16,90 London. 20,394 2O,!46 20,396 20.448 Vleunorf ■ 4.195 4.205 4,195 4,205 Paris. . 14,35 14,39 14.415 14.455 Schweiz . 80,99 81.19 80,92 81.12 Spanien • 59.255 59,395 59,26 59,40 Japan . . 1.937 1.941 1.941 1,945 thlo be Ian Wien in T - 0.548 0,586 0.591 0,593 Ceft. abgeft 59,23 59,37 59,175 59,215 Prag - . • 12,42 12,46 12.419 12.459 Belgrad . . 7.395 7,415 7,395 7,415 Budapest. 5.87 5,89 5,865 5,885 Bul arien 3,045 3,055 3,045 3,055 L-ssabon 21,325 21.375 21.325 21,875 Danzig. . 80.92 81.12 80.88 81.08 Konst nun. 2,06 2,07 2,057 2.1.67 Athen 5,54 5,56 5,54 5,56 Canada. 4,193 4,203 4,193 4,203 Urunuap 4.285 4.295 4.295 4.305 Banknoten. Berlin, 9 April Geld Brie» Amerikanische Woien..... 4,179 4,199 Belgische Noten 15,79 15.87 Dänische Noten ....... 109,58 110,12 Englische Noten - ....... 20,36 20,46 ftrainöfifdje '.Ontett ..... 14,38 14,46 Holländische Noten .... 167.98 168,82 Italienische Noten ...... 16,88 16,96 Norwegische Noten. ... 90,04 90,50 Deutsch-Oesterr., 5100 Kronen 59,13 59,43 Rumänische Noten ...... 1,74 1,78 Schwedische Noten..... 112,07 112,63 Schweizer Noten ...... 80,9-2 81,32 Spanische Noten....... 59,29 59,50 Tschechoslowakische Noten .. 12,39 12,45 Ungarische Noten . .... 5.845 5,885 Berliner Börse. Berlin, 10. April. Entsprechen!) bem Verkaufe ber ganzen Woche, in ber sich Abschwächungen unb Befestigungen mit kurzen Zwischenräumen ablösten, war bie Börse heute wieber wesentlich bese- st i g t, obwohl, wie am Wochenschluß üblich, bas Geschäft nur jögernb einsetzte. Entlastungsverkäufe ber Spekulation waren nicht weiter zu bemerken, und gleich nach Festsetzung ber ersten Kurse setzten Deckungen ein, bie das Geschäft sichtlich belebten. Am Montanmarkt ftanben Rheinstahl weiter im Mittelpunkte bes Interesses, die in kurzer Zeit ein weiteres Prozent gewannen, nachdem schon bie erste Notiz gegen gestern 1,5 Prozent höher lag. Deutsch-Lux erreichten wieber ben Paristand und überholten Gelsenkirchen. Auch die übrigen Werte lagen im allgemeinen fester, doch konzentrierte sich bas Geschäft auf einzelne Spezialmärkte und Werte, die erheblich anzogen. So bestand u. a. größeres Interesse für Karlsruher Maschinen, ferner Schantung. Der Anleihemarkt blieb ruhig. Am Geldmarkt war bie Lage wieber überaus leicht.Tagesgelb war zu 4 bis 6 Prozent angeboten, Monatsgelb 6 bis 7 Prozent umsatzlos. Im Devisenverkehr lag Paris weiter schwach mit 141,90 gegen Lonbon, ebenso Brüssel mit 129,50 gegen Lonbon. Wettervoraussage. Wechselnb bewölkt, nördliche Winde, vorübergehend kälter, bann Nachlassen ber Nieberschlags- neigung. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 11,2 Grab Celsius. Minimum: 2,9 Grab Celsius. Nieber- fchläge: 1,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 8,0 Grab Celsius. Sonntagsdienst d. Äerzte n.Apotveken am 11.4.26 Frau Dr. Marx. Dr Slipper Engelapocheke. ___________Sabnarst: Dr Adam.__________”D 11011 nnflftnüffhp Gemeind-, Cderur. IX Gottes ZlvU‘lyd|iUU|UJI, dienuc: Sonntag vormltiagS !>- , Uln Sonnla i nachniinags 4 Uhr."D A HEITMANN’ä Simplifix'»’ reinigt nnd färbt zugleich ohne Kochen aUe Stoffe und Kleidungsstücke bequem und billig. Diese Marke fordern. Erhältlich in Drogerien usw. die anerkannt gute besitzt tatsächlich alle Eigenschaften, die Ihrer Wäsche nützen. allein echt mit dem Kennzeichen früher wusch man nur mit Seife; wer hätte auch daran gedacht, die kostbaren Wäschestücke scharfen Laugen, angemacht mit ätzenden Waschpulvern, auszusetzen? 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