Dienstag, 9. Mörz Mb 176. Jahrgang Nr. 37 Erster Blatt Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preir für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re. klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Crnft Dlumfchein; für den An- zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezvgrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspsennig für Träger, lohn, auch bei Richter- - scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vnlü und Verlag: vrühl'fche UniverfitätL-vuch- unö Zteindruckerei K. Lange in Sieben. Schristleiiung und Gefchästzstelle: schulstratze 7. Deutschlands Kamps in Gens. Genf. 8. März. (TTl.) Die politische Lage hat sich nach der Abfahrt Briands nicht geändert. Es besteht jebtxf). die Absicht, durch vertrauliche Besprechungen zwischen den einzelnen Delegationen bls zur Rückkehr Briands die Situation soweit zu klären, daß am Dienstag oder Mittwoch die Besprechung der Locarno-Mächte mit mehr Erfolg als am Sonntag ausgenommen werden können. Die hauptschwlerigkeit der Verhandlungen ist in der Tatsache zu erblicken, daß sich unter den zehn Ratsstaaken, von deren Stimmen Deutschlands Wahl zum ständigen Ratsmitglied abhängt, ein Staat befindet, der seine Z u st i m m u n g hierzu nur unter der Voraussetzung erteilen will, dah auch ihm ein ständiger Rats- sih zugebilligt wird. Dieser Staat ist Brasilien. Man geht daher in der Annahme nicht fehl, dah von der Stellungnahme der brasilianischen Delegation für den weiteren Verlauf der Ereignisse auherordentlich viel abhängt. Fürs erste scheint jedoch Brasilien auf seinem Standpunkt zu beharren. Die von der spanischen Regierung .be- «eits vor Entsendung der Genfer Delegation ausgesprochene Drohung, int Falle der Richt» erlcmgung eines ständigen Ratssihes, aus dem Völkerbund auszuscheiden, wird demgegenüber in Genfer politischen Kreisen nicht allzu tragisch genommen. Auch von der polnischen Delegatton darf angenommen werden, daß sie sich unter dem Druck der anderen Mächte bereitfinden wird, ihre Ansprüche bis zum Herbst z u r ü ck z u st e l l e n, da während der Vollversammlung im September wie alljährlich eine Reuwahl der nichtständigen Mitglieder des Rats erfolgen wird. So ist es denn mit dem Veto Schwedens, so wenig dessen Bedeutung unterschätzt werden darf, allein nicht abgetan, denn es genügt nicht, daß ein Rcrtsmitglied wie Schweden gegen jedeErweiterung des Rates außer der durch Deutschland Einspruch erhebt, sondern alle zehn Mitglieder muffen der Wahl Deutschlands in den Rat ihrs Stimme geben. Unter diesen Tlmständen versteht man es, wenn in den Kreisen der Delegation die Lage auherordentlich ernst beurteilt "wird. Sm übrigen ist die Stellungnahme der deutschen Delegation unverändert. Die kann in Ruhe abwarten, ob es den anderen Großmächten gelingt, Brasilien von seinem Einspruch abzubringen und auch Spanien und Polen zu beruhigen. Sollte dies irich-t gelingen, so wird die deutsche Delegation im Vollbewußtsein ihres Rechtsstandpunk- tcs nach Berlin zurückkehren nrit der Gewißheit, daß der größte Teil der Welt ihren Entschluß biliigen wird. Die (Eröffnung der völkerbmdsversammlung. TTl. Genf, 8. März. Die feierliche Eröffnung der Vollversammlung des Völkerbundes erregte diesmal nicht das übliche Sntcreffe, da die großen Tage erst kommen sollen, immerhin hatte sich eine Schar Reugieriger vor bem Hotel 'Viktoria" eingefunden, durch das der Zugang zum Reformationssaal führt. Dis-Tribünen waren stark besetzt. Dagegen waren die Delegationen nur schwach vertreten. Einzelne Staaten hatten nur einen oder zwei Vertreter entsandt. Von deutscher Seite war nur Generalkonsul Aschmann erschienest, der hinter den Delegiertenbänken im Parkett seinen Platz hatte. Der Saal bot das bei den Vollversammlungen übliche Bild. Dor Beginn der Sitzung fand ein lebhafter Meinungsaustausch zwischen den einzelnen Delegierten statt. Auf der französischen Bank bemerkte man Paul Boncour und L o u ch e u r, auf den englischen Plätzen Chamberlain. Lord Robert Cecil sowie Dir Cecil Hurst. Graf Ishii, der erste Delegierte Japans und derzeitige Vorsitzende des Rakes, eröffnete die Sitzung mit einer kurzen Ansprache, in der er einen äleberblick über die Unterhandlungen gab, die zu dem Aufnahmeantrag Deutschlands führten. Ich bin sicher, so fuhr Ishii fort, daß ich nicht nur die Empfindungen der hier versammelten Vertreter ausspreche, sondern auch die Anschauungen der ganzen Welt, die unseren Verhandlungen folgt, wenn ich dem Ereignis, das uns hier vereinigt, die allergrößte Bedeutung beimesse. Eine große Ration beantragt, in den Völkerbund aufgenommen zu werden. Ich gestatte mir, hierin ein Anzeichen dafür zu erblicken, dah dieses Ereignis nicht verfehlen wird, neue Hoffnungen zu erwecken, um auf das Weltgewissen einen großen Einfluß auszuüben. Rach der Rede des Grafen Ishii wurde zur Wahl der Dollmachtenprüfungs- kvmmission geschritten und hierauf die Sitzung um eine Stunde vertagt. Rach der Pause wählte die Versammlung mit 36 von 48 Stimmen den portugiesischen ehemaligen Ministerpräsidenten Alfonso da Costa zum Präsidenten der Völkerbundsversammlung. Die Stimmen, die bei der Wahl der dänische Gesandte in Berlin, Zahle,' auf sich vereinigt hatte, gehörten zumeist den neutralen Staaten an, ferner auch Ungarn und Oesterreich. Der Wahl war der Bericht des Vorsitzenden der Kommission zur Prüfung der Vollmachten vorausgegangen. 48 Staaten haben ordentlich beglaubigte Vertreter entsandt, sieben Staaten, darunter Argentinien und Peru, sind nicht vertreten. Dann bestieg der neue Präsident L o st a unter bem Beifall der Versammlung die Präsident- schaftstribüne. Er dankte zunächst für die hohe Ehre, die ihm und seinem Lande durch die Wahl erwiesen worden sei, vor allem deshalb, weil die Aufgabe dieser außerordentlichen Vollversammlung von einer ganz besonderen Bedeutung^sei. Der Zweck der Versammlung sei, so fuhr er fort, dem Völkerbund seinen endgültigen Charakter zu geben. Wertvolle und bedeutsame Arbeit sei in den sechs ersten Vollversammlungen geleistet worden. Aber erst nach den Abmachungen von Locarno könne die Krönung des Völkerbundswerkes erfolgen. Genau genommen sei es nicht der Eintritt einer neuen Nation in den Bund, der dieser Versammlung ihre außerordentliche Bedeutung verleihe: denn es blieben noch andere Nationen, die außerhalb des Bundes stehen. Um nur die Vereinig- ten Staaten von Nordamerika zu nennen, deren Platz leider immer noch leer sei. Die besondere Bedeutung sei vielmehr der neue (3 e i ft, ber Geist von Locarno, ber Deutschlanb in den Völkerbund führe, der Geist der Brüderlichkeit, des beständigen Wachsens, alle Völker der Erde zu einen. Dies sei das große Ereignis der Stunde. Eine neue Epoche beginne für die gesamte Menschheit, eine Epoche der Ruhe und des Glückes nach der Zeit der Leiden und Sorgen. Costa hob besonders die Verdienste von Briand und Chamberlain um das Werk von Locarno hervor. „Viele," so schloß er, „werden sie nicht für zu optimistisch halten und darüber erstaunt sein, daß ich weder persönlich noch als Präsident dieser Versammlung keinerlei Zweifel hege und keinerlei Vorbehalte mache. Aber ich bin ein Mann des guten Glaubens und der Völkerbund, in dessen Namen ich zu sprechen die Ehre habe, darf auch nicht im geringsten mit ber Möglichkeit rechnen, baß unsere Hoffnungen scheitern. Die Entwicklung, bie wir erleben, ist so entfdjeibenb für ben Machtzuwachs des Völkerbundes, daß wir volles Vertrauen zu ihr haben müssen. Darauf schritt man zur Konstituierung der einzelnen Kommissionen. Jeder Staat ist in jeder Kommission durch je ein Mitglied vertreten. Aus ber juristischen und der politischen Kommission wurde, wie vorgesehen, eine gemischte Kommission gebildet, die ihren Vorsitzenden aus ihrer Mitte selbst wählt. Analog der gemischten Kommission wird eine Dubgetkommission gebildet werden. Beide haben bie Vorbedingungen für den Eintritt Deutsch- lanbs in ben Völkerbund zu prüfen. Chamberlain wurde zum Vorsitzenden des ersten so gebildeten Ausschusses, ber über ben Aufnahmeantrag Deutschlands zu entscheiden hat, und ber frühere französische Handels- und Finanzminister L o u ch e u r zum Vorsitzenden des Budgetausschusses, dem die Festsetzung des Jahresbeitrags Deutschlands und die nächsten Entscheidungen über den Bau eines Versa mmlungsgebäudes obliegen, gewählt. Chamberlain und Loucheur sind gleichzeitig Vizepräsidenten der Völkerbundsversammlung. Außerdem wurden folgende sechs delegierten zu weiteren Vizepräsidenten gewählt: Scialoja (Italien),- Ishii (Japan), Alleen (Reu-Seeland), Caballero (Paraguay), Titulesco (Rumänien). Morales (St. Domingo). Die beiden Ausschüsse nehmen am Dienstag ihre Beratungen auf. Die Versammlung vertagte sich darauf. Der Zeitpunkt ber nächsten Sitzung ist noch nicht bestimmt. Eine Ratssitzung. Genf. 8. März. (Wolff.) Dcr Eröffnung ber Völkerbundsversammlung ging heute vormittag eine Geheime Sitzung des Rats voraus, über deren Verlaus keine amtliche Mitteilung ausgegeben wurde. Von zuverlässiger Seite verlautet jedoch, daß Chamberlain, Scialoja und Vandervelde die übrigen Ratsmitglieder von den wichtigsten Besprechungen mit den deutschen Delegierten unterrichtet haben. Im Anschluß baran wurde das Verfahren über die Aufnahme Deutschlands besprochen. Es wurde dabei besonders auf einen Absatz im Art. l des Völkerbunds st atuts Bezug genommen, der die Frage behandelt, ob bie militärischen Verhältnisse eines Staates bei seinem Eintritt in ben Völkerbuird den Bestimmungen be= stehenber internationaler Abkommen entsprechen, üm im Falle Deutschlands diese Frage zu entscheiden, wird ber Völkerbundsrat seinerseits wie bei der Aufnahme Lingams, Oesterreichs und Bulgariens das Gutachten des st änd i gen militärischen Ausschusses des Völkerbundes einholen, ber sich seinerseits vor Abgabe seines Tlrteils an bie Dotschafterkonferenz wenden wirb. Die englische Auffassung. London, 8. März. (Ttzl.) In diplomatischen Kreisen in London wird die neue Lage in der europäischen Politik nach wie vor lebhaft erörtert. In Regierungskreisen ist man recht optimistisch und erwartet eine baldige Heber» Windung des toten Punktes in Gens. In London hat man die Hoffnung auf Deutschlands Entgegenkommen noch nicht aufgegeben. Man hofft auf die deutsche Verständigungsbereitschaft, weil man sich sagt, dah Deutschland durch seine Zwangslage schließlich zum Entgegenkommen genötigt fei. Die Wirtschaftsdepression müsse berücksichtigt werden. Deutschland könne es sich nicht gestatten, mit seinen Rachbarn im Winfrieden zu leben. Diese Auffassung beschränkt sich indessen auf die Gruppe, die man als die Chamberlain-Gruppe bezeichnen könnte. Der übrige Teil der politischen öffentlichen Meinung vertritt die Auffassung, daß Deutschland nicht nochgeben könne und dürfe. Ein Umfallen der deutschen Delegation in diesem Augenblick würde dem deutschen Ansehen in der Welt unberechenbaren Schaden zufügen. Der Hauptleidtragende aber würde der Völkerbund s e l b st sein. Bleibe Deutschland fest, so könne ihm niemand etwas anhaben. Zwar macht sich in der englischen Presse augenblicklich eine gewisse Unsicherheit bemerkbar, aber gute Beurteiler der Lage glauben, daß die englische Oeffentlichkeit sehr enttäuscht sein würde, wenn sie von Deutschland im Stich gelassen würde. Seit Wochen hat man hier den Standpunkt vertreten, daß Deutschlands Argument gegen eine Erweiterung des Völkerbundsrats unwiderleglich seien. Man würde es nicht verstehen, wenn die deutsche Delegation durch politische Konzessionen zur Kapitulation gebracht werden würde. Daß die deutsche Festigkeit auf eine schwere Probe gestellt wird, fühlt man in London deutlich. Dr. Luther, Sfrefemann und mit ihnen der schwedische Außenminister Unden werden nach Londoner Auffassung unter schwersten politischen Druck gesetzt. Chamberlain hat, wie schon einmal betont wurde, für die Vorverhandlungen freie Hand. Er kämpft nicht nur um seine von ihm persönlich vertretenen politischen Ziele, sondern gleichzeitig um seine politische Stellung als Außenminister. Unter diesen ümftänben ist bie erwartungsvolle Spannung des politischen Englands außerordentlich groß. Rirgenbwo verkennt man, daß sich ber politische Druck der Rachkriegspolitik auf dem Höhepunkt befindet. Reuter meldet aus Genf, Polen scheine vorläufig aus dem Rennen ausgeschieden zu fein. Bezüglich Spaniens und Bräsi- l i e n s sei man der Ansicht, daß sie vielleicht nachgeben werden, um den Eintritt Deutschlands zu erleichtern. Beide Länder würden vielleicht darauf bestehen, baß die Frage der Erweiterung des Rates während der augenblicklichen Tagung des Rates in der Versammlung erörtert und nicht bis September verschoben wird. In einigen Kreisen werde zwar der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß Spanien und Brasilien, wenn ihre Bestrebungen erfolglos bleiben sollten, vielleicht gegen Deutschland stimmen konnten, aber in verantwortlicheren Kreisen werde dies für ausgeschlossen gehalten. Uebcreinstimmend melden die Blätter, daß die Bcrtreier der Dominions bei der Konferenz mit Chamberlain sich ausdrücklich gegen die jetzige Zulassung weiterer Staaten außer Deutschland zum völkerbundsrat ausgesprochen haben. Dcr Genfer Korrespondent der „Daily Rews" schreibt, bie Aussicht, dah jetzt Deutschland zugelassen werde und einen ständigen Ratsfitz erlangen werde, und daß ferner alle anderen Fragen bis September vertagt werden, verstärke sich langsam aber stetig. Besonders da Schwedens Haltung durch einefeste Gruppe kleiner europäischer Staaten unterstützt werde. Der Genfer Korrespondent ber „W estminster Gazette" meint, bie Lage fei sehr ernst unb gebe nicht bie leiseste Aussicht auf Losung. Der Genfer Korrespondent des „Daily C h r o n i c l e" meldet, bei den Vorbesprechungen sei ein sehr starker Druck auf Deutschlanb ausgeübt worden. Von den Tlnterzeichnern des Rheinlandpaktes habe sich nur Belgien nicht daran beteiligt. Auf indirekte Weise sei Deutschland anscheinend zu verstehen gegeben worden, daß ein bestimmter Staat seine Zustimmung zu Deutschlands Eintritt verweigern werd.'. wenn es nicht nachgebe. Dem gegenüber aber sei bie deutsche Haltung f e st. Deutschland werde und könne auch tatsächlich nicht nachgeben. Deutschland und die Kolonialmandate. Berlin, 8. März. (VDZ.) Der Vorstand der Interfraktionellen kolonialen Vereinigung des Reichstages hat an den Reichsauhenminister Dr. S t r e f e m a n n nach Genf ein Schreiben gerichtet des Inhalts, dah die Vereinigung eine Vertretung Deutschlands in der permanenten Mandatskommission des Völkerbundes als grundsätzlichen Anspruch betrachte, dessen Sicherstellung noch in gegenwärtiger Tagung des Völkerbundes verlangt werden müsse. Schwere Kämpfe in China. London, 9. März. (TU.) Die gestern in London eingetroffcnen Berichte aus China weisen wieder auf eine zunehmende Aktivität hin. Die Truppen des Generals W u p e i f u haben Käifong und Chengehow, das an der Nankau—Peking-Eisenbahn liegt, eingenommen. Die nationale Armee hat sich unter großen Verlusten an Kriegsmaterial zurückgezogen und nimmt eine starke Verteidigungslinie ein. Während eines Treffens zwischen den Kriegsschiffen der Fengarmee und den Küstenbatterien der nationalen Armee erhielten auch ein norwegischer und ein japanischer Dampfer Feuer. Der erstere wurde angehalten und nach Tientsin gebracht, während es dem letzteren gelang, in die offene See zu entkommen. Gestern unb heute beschossen bie Kanonenboote der verbündeten Streitkräfte die Taku - Forts, die das Feuer erwiderten. Die ausländischen Frauen und Kinder flüchteten nach Tientsin. 5000 Mann Schantungstruppen landeten in Peitang unb traten den Vormarsch am Sanho-Fluh landeinwärts an, um der Ra- tionalarmee die Eisenbahnverbindung abzuschnci- den. Es kam zu einer Schlacht, über deren Ausgang nichts bekannt ist. In den Abendstunden trafen zahlreiche Verwundete in Tientsin ein. In Iung-Ping-fu sind 20 000 Mann verbündete Truppen eingetroffen. Man erwartet, bah' es bei Lantschau zu einem Zusammenstoß kommen wirb. Südlich von Tientsin nähert sich die Kavallerie von Lu Tschung-ling der Stadt Tsongtschnu, wo die Hauptmacht Li Tsching lins steht. Die pariser AabmeitZlrisis. Paris, 8. März. (TA.) Der Präsident d e r R e p u b l i k hat sich unverzüglich nach seiner RücKehr aus Lyon in das Elysee begeben und mit den Beratungen zur Losung der Kabinettskrise begonnen. Als erster wurde der Präsident des Senates, de Selves, empfangen. Alm 11 Tlhr erschien der Präsident ber Kammer, Her rivt. Man ist allgemein der Ansicht, daß Doumergue, um Briand die Möglichkeit zu geben, so schnell wie möglich nach Genf zurückzukehren, die Losun- geix der Krise forcieren wird. Augenblicklich kommen Nur drei Persönlichkeiten für den Posten des Ministerpräsidenten in Betracht: bc Rlonzie, Caillaux unb der Gencralrestbenk von Marokko, Steeg. . Steeg ist unverzüglich nach dem Empfang der Rachricht von der Kabinettskrise aus Marokko abgefahren. Seine Ankunft in Paris hat sich durch den Sturm im Mittelländischen Meer verzögert. Caillaux hat heute erklärt, er werde den Posten des Finanzministeriums nur bann annehmen, wenn ihm gleichfalls bie Minifter- präsibentschaft angeboten werbe. Man schließt daraus, bah Caillaux die Liste seiner Mitarbeiter- bereits in ber Tasche Hatz Schließlich spricht man von Intrigen der Anhänger Herrivts, die den Kammerpräsidenten angeblich dazu bringen mochten, den Auftrag zur Kabinettsbildung anzunehmen. Der Besuch Drlcmbs bei dem Präsidenten der Republik wurde einen Augenblick nicht verstanden und mit ben Bemühungen Doumergues zur Losung ber Kabinettskrise in Zusammenhang gebracht. Briands Bemerkung, man habe ihm einen Teller auf de in Kopf zerschlagen unb mochte jetzt, daß er bie Scherben wieder auf lese, wird jedoch von ber Presse so verstanden, daß er an seiner Absicht festhalle, die Bildung des Kabinetts nicht wieder zu übernehmen. Briand Ivar auffallend schlechter Laune, sein unfreundliches Benehmen stand im merkwürdigen Gegensatz zu seinen sonst so jovialen Tlmgangsformen. Die Rechtspresse setzt ihren Feldzug zugunsten der Kammerauflösung unb Ausschreibung neuer Wahlen mit Rachdruck fort. Die „Liberte" weist darauf hin, daß die Kammerauflösung den Wünschen der Mehrheit des französischen Volkes entspricht und erinnert daran, dah der Präsident der Republik bei seiner Ankunft in Lchon mit den Worten „Auf 15- s u n g, Auflösung!" empfangen wurde. Wenn es auch richtig fein mag. dah die Mehrheit der Bevölkerung für Reuwahlen ist, so läßt nichts darauf schließen, dah der Präsident ber Republik von feinem Recht ber Kammerauflösung Gebrauch machen wird. Die Kammer hat das Budget noch nicht verabschiedet und nur die provisorischen Zwölftel des Budgets von 1925, die zur Zeit dazu bestimmt sind, die Regierungsausgaben monatlich zu bestreiten, angenommen. Eine Kammer- auflofung würde daher zur Folge haben, daß die Regierung wahrend der Dauer der Reuwahlen keine Zwölftel beantragen kann. Dazu kommt noch, daß die Wohlreformvorlage noch nicht verabschiedet ist. Deutscher Reichstag. Berlin, 8. Rkärz. Auf ber Tagesordnung steht bie zweite Beratung des Haushalts des R ei chs f i na nz m i n i ft e r i u m s für 1926 in Verbindung mit dem Gesetzentwurf über Steuermilderungen zur Erleichterung der Wirtschaftslage. Abg. Keil (Soz.): Die Sozialisten begrüßten, daß der Abbau der Finanzver- waltung nicht so radikal vorgenommen werden soll, denn der Abbau des Personals dürfe nicht die Durchführung der Steuergesetze gefährden. (Beifall bet ben Sozialdemokraten.) Cs fei einwandfrei feftgeftellt, dah 82 Proz. des Auskommens aus ber Lohn- und Einkommensteuer von den Einkommen bis 5000 Mark aufgebracht werden. Dagegen sei die Landwirtschaft verhältnismäßig steuerfrei. Insbesondere erkläre sich die Steuerfreiheit der landwirtschaftlichen Großbetriebe aus den durch die Steuerberatungsftellen des Landbundes geforderten Finanzierungskünste dieser Kreise. „Wir konnten mit erheblich niedrigeren Steuern auskommen, wenn jeder Steuerzahler ehrlich deklarieren würde. Jeder ehrliche Steuerzahler sollte deshalb die Forderung nach Offenlegung der Steuerliften unterstützen. Durch die Qteuermilöerungcn dürfen die sozialen Aufgaben des Staates und die Forderung des Wohnungsbaues nicht leiden. Unter diesen Voraussetzungen stimmten die So- ^oIMrtotratCH im Prinzip dem Vorschlag der Reichsregierung zu, die Umsatzsteuer herabzusetzen. Die Ermäßigung der Vermögenssteuer lehnten sie aber ab. Reichsfinanzminifter Dr. Reinhold: Das Gesetz über die Steuersenkungen hält sich sedr eng an den Anhalt meiner Etatrede. Eine Abweichung besteht nur darin, daß wir uns jetzt entschlvsfen haben, die Luxussteuer vollständig a u f z u h e b e n. weil auch ihre teilweise Aufrechterhaltung eine 'Besteuerung deutscher Qualitätsarbeit bedeuten würde. (Beifall.) Die Steuersenkungen dürfen nicht isoliert betrachtet toerben, sondern sie sind ein Leit des Programms der Regierung für die Wiederbelebung der Wirtschaft nach der schweren Krise. 'Dazu gehört in erster Linie die Hebung und Förderung des Apparats, dazu gehören weiter .Maßnahmen zur Kredithilfe, dazu gehört vor allem die Wiederbelebung der Bautätigkeit. Wir haben den Ländern und Gemeinden schon die Möglichkeit zur Her- gäbe billiger zweiter Hypotheken gegeben und wir wollen jetzt auch bei ter Beschaffung er ft er Hypotheken helfend vorgehen. zunächst durch einen gewissen Zwischen- tredit aus Aeichsmitteln. Die Steuersenkungen sind nur durchführbar, wenn wir gleichzeitig Sparsamkeilsmaßnahmen durchführen durch Arbeitsvereinfachung und Verwalt um g s r e f v r m. Die Steuersenckungsvor- schlage sind nicht, wie der Abg. Hergt zuerst sagte, ein „Sprung ins Dunkle". Es ist ja auch das poli- tische Wunder eingetreteir, daß die Deutschnationalen selbst jetzt die Sache nicht mehr als einen Sprung ins Dunkle betrachten. (Widerspruch rechts.), Sonst wäre es nicht.zu erklären, daß die Deutschnationalen nach der Hergtrede ©teuer- senkungsanträge eingebracht haben, die in ihrer Wirkung weit über die Regierungsvorschläge hinausgehen. (Hörti Hört! links.) Eine weitere Voraussetzung für die Steuersenkungen ist. daß wir die Ausgaben des außerordentlichen Etats, die für die Zukunft bestimmten Ausgaben, nicht mehr aus laufenden Einnahmen, sondern aus Anleihen bestreiten. Die Möglichkeit dazu besteht, denn die deutschen Spareinlagen vermehren sich dauernd in beträchtlichem Matze. Die Anträge auf Senkung anderer Steuern werden sich nicht durchführen lassen. Wir machen unsere Vorschläge immer von dem Gesichtspunkt aus, daß damit eine Entlastung und Belebung der Wirtschaft erreicht werden soll. Das ist von der an sich wünschenswerten Herabsetzung mancher anderer Verbrauchssteuern nicht zu erwarten. Die Steuermilderungsvorlage ist die Konsequenz, die die Reichsregierung aus der augenblicklichen wirtschaftlichen Rvtlage ziehen muh. Es ist eine Rotmaßnahme, zu der uns die Entwicklung der letzten Zeit gezwungen hat. Ich wäre nicht in der Lage gewesen, solche steuerliche Milderungen vorzuschlagen, wenn nicht hievor- sichtige Steuerpolitik des letzten Sommers es dahin gebracht hätte, daß wir in die Rotzeit mit Lleberschüssen hineingegangen sind. (Beifall.) Abg. Oberfvhren (Dn.) weift auf den riesigen Deamtenapvarat der Reichsfinanzverwaltung hin. Eine Vereinfachung in der Verwalturcgsvrganisation sei dringend notwendig. In der denwkratischen Presse sei jetzt die Parr^e ausgegeben worden: Richt Personen, sondern Aemter sollen abgebaut werden! Sine Reuorganisation der Landesfinanzämter sei vielleicht zu erwägen, aber man sollte auch den .landsmannschaftlichen Charakter nicht ganz verleugnen. Die Verwaltungsreform müßte das Ziel - haben, daß die Finanzbeamten sich nicht als Gegner, sondern als Freunde und Be° e rater des Publikums fühlen. Dir wünschen eine organische Reform der Steuergesetzgebung mit dem Blick aufs Ganze. (Beifall rechts.) Die Dranirtweinmonopolverwal- tung sollte von der Reichsfinanzverwaltung getrennt und kaufmännisch selbständig, ähnlich wie die Reichsbahnverwaltung, gestaltet werden. Wir wünschen die Aufhebung der Luxussteuer und die Milderung der Fusionsfteuer. Statt der Senkung der älmsahsteuer hätte man lieber den Anteil der Hauszins steuer abbauen sollen, der den Ländern und Gemeinden zufließt. Die Hauszinssteuer ist eine unsoziale, ja geradezu eine gemeingefährliche Steuer. Rotwendlg wäre auch eine Ermäßigung der direkten Steuern im Interesse der Wirtschaft. Die Weinsteuer und die Realsteuern der Länder und Gemeinden sollten aus Gründen der Gerechtigkeit schnell ermäßigt werden. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold: Wenn der Vorredner eine organische Steuerreform mit ccm Blick aufs Ganze verlangt, so muß ich ihm sagen, daß dazu im vorigen Sommer Zeit war. Ich habe ein fertiges Werk übernommen und konnte nur die Rot Maßnahmen Vorschlägen, die die Rotlage erforderte. Es kann doch nicht bestritten werden, daß die Senkung der Um« sah ft euer ganz sicher der Wirtschaft und den Konsumenten 500 Millionen erhält, die sonst in die Kassen der öffentlichen Hand flössen. Wenn nach der Meinung der Deutschnativnalen die bisherigen Senkungen der Umsatzsteuer bis auf ein Prozent richtig und gut waren, so ist nicht einzusehen, warum nun auf einmal die weitere Senkung auf 0,6 Prozent schlecht sein soll. Ein deutschnationales Parteimitglied hat mir in einem Artikel parteipolitische Finanzpolitik vorgeworfen. Aus dieser und anderen Stimmen ergibt sich nur, daß es der Rechten unangenehm ist, daß der jetzige Finanzminister dem Volke Erleichterungen bringt. Wenn man die Fmanz- volittk vom Parteistandpunkt aus betrachtet so dient man damit dem Volke nicht. (Beifall links.) Abg. Dr. Brüning (Zentr.): Der Minister hat zwar verschiedene Bedenken zerstreut die zuerst gegen seine Pläne bei uns bestanden,'aber restlos sind diese Bedenken nicht oeschwunden Er sagt selbst, daß es sich um Versuche handelt' Die Stellung des Zentrums zu den Finanzfragen bangt davon ab, daß, falls wir feine innere Anleihe erhalten, das Reichsbankgesetz so abgeändert wird, daß wir von der Reichsbank Summen erhalten, die uns nach der jetzigen Bankverfasfung nicht zur Verfügung stehen. Dann kommt noch die Schwierigkeit hinzu, daß Ländern und Gemeinden 450 Millionen aus der Umsatzsteuer garantiert sind. Durch die Erklärungen des Ministers über die Kredite für Landwirtschaft und Wohnungsbau ist ein Teil unserer Bedenken gegen die Senkung der Umsatz- steuer beseitigt. Die Angriffe gegen die Finanzpolitik des vorigen Sommer» haben sich als unberechtigt erwiesen. Andererseits erklären sich auch viele Angriffe der Deutschnationalen gegen den jetzigen Finanzminister nur daraus, daß sie nicht mehr in der Regierung sitzen. (Beifall im Zentrum und links.) Abg. Keinath (Dtsch. Vp.) weist darauf hin. daß heute viele Betriebe deshalb nicht, produzieren können, weil ihnen das nötige Betriebskapital fehlt. Mit Krediten sei da nicht zu helfen. Hier könne eine Besserung nur geschaffen werden durch die Möglichkeit der Wiederbeschaffung des Eigenkapitals. Die Befreiung der Wirtschaft von übermäßigen Steuerlasten fei die Voraussetzung dazu. Die Volkspartei stimme dem Grundgedanken des Regierungsentwurfes zu. habe aber Bedenken gegen manche Einzelheiten Die völlige Beseitigung der Luxussteuer sei zu begrüßen, müsse aber rückwirkende Kraft haben. Auch der Senkung der Fusionssteuer werde die Volks- Partei zustimmen. Bei der Vermögenssteuer sollten weitere Erleichterung eintreten. Mindestens sollten die A u f w e r t u n g s l a st e n bei der Vermögenssteuer in Anrechnung gebracht werden. Die Tarifstufen für die Einfommen- steuer müßten bei den mittleren Einkommen mehr auseinandergezogen werden. Die Beseitigung der Weinsteuer sei notwendig. Abg. Dr. Fischer (Dem.) wünscht eine Reugestaltung des ReichsfincmzetätS bis zur dritten Lesung unter weitgehender Verminderung der Forderungen für Personal und Reubauten. Wir müßten jetzt vier bis fünf Prozent der Steuereingänge auf deren Erhebung und Verwaltung aufwenden, während England mit 1 v2 bis l3/4 Prozent auskomme. Eine vorsorgliche Finanzpolitik müsse durch pflegliche Behandlung der Steuerquellen für deren dauerndes, gleichmäßiges Fließen sorgen. Darum begrüßen wir die in dem Regierungsgesetzentwurf zum Ausdruck kommende Abkehr von der Tendenz, die Wirtschaft unerträglich zu belasten, um nur den Steuerfäckel möglichst stark zu füllen. Wenn int Reichsrat die Ländervertreter erklärten, die Länder würden den durch die Vorlage bedingten Ausfall an Steueranteilen nicht einsparen können, so müsse demgegenüber betont werden, daß wir mit dem neuen Finanzausgleich für Länder und Gemeinden^ weit größere Einsparungen erreichen können. Die demokratische Fraktion wird gerne dem Appell der Regierung folgen und sich der Rotgemeinschaft anschliehen, mit der die Heberwinbung der gegenwärtigen schweren Wirtschaftskrise versucht werden soll. „Großhessen". Der Finairzminifter zu einer Entschließung der Reichsarbeitsgemein- schaft deutscher Föderalisten. WSN. Frankfurt a.M., 8.März. Zur hes- stl'chen Frage hat die Reichsarbeitsge- meinschaft deutscher Föderal! st en auf ihrer Tagung in Frankfurt a. M. am Sonntag fol- genbe Entschließung gefaßt: „Angesichts des Planes, infolge schwieriger Finanzlage, herbeigeführt durch den großpreußischen Zentralismus, die Eigenstaatlichkeit Hessens preiszugeben, fördert die Reichsarbeitsgemeinschaft deutscher Föderalisten erneut die alsbaldige Ausführung des Art. 18 der Reichs Verfassung (Reu- glieberung der Reichs). Zur Erzielung wirtschaftlicher und kulturellen Höchstleistung verlangt sie die Errichtung eines grohhessifchen Landes, welches das neu sich bildende Rhein- Mainische Wirtschaftsgebiet um Frankfurt a. M. als Mittelpunkt umfassen und den Beruf des hessischen Stammes als Eckpfeiler des deutschen Staatsgefüges und Bindeglied zwischen Rord und Süd, zwischen niederdeutschem und oberdeutschem Volkstum, erfüllen soll." .Finanzminister Henrich auf dessen Aeußerungen im Landtag diese Entschließung zurückzuführen ist, äußert sich dem Wolffbureau gegenüber dazu persönlich wie folgt: „In meiner Zuschrift an die „Wormser Zeitung" vom 24. Februar und in meiner Rede vom 5. März habe ich mich ausdrücklich dahin ausgesprochen, daß ich grundsätzlich auf dem Boden des deutschen Einheitsstaa tes stehe, daß ich aber, solange ich den Weg dafür nicht frei sehe, in dem Anschluß Hessens an einen anderen Staat keine Forderung des Einheitsgedankens erblicken kann. Aus allgemeinen politischen Gründen, gerade auch im Reichsinteresse, ist heute eine Aenderung in der Staatlichkeit Hessens, das von vier Ländern umgrenzt und zu 40 Prozent besetzt ist, höchst bedenklich. Meine Aeußerung im Finanzexpose vom 13. Ia- nuav war darum eine Warnun g an die Reichs- regienmg, es durch etwaige Richtbeachtung der durch die Besetzung entstandenen wirtschaftlichen Schädigungen des Hessenlandes es nicht dahin kommen zu lassen, daß das Land gezwungen ist, vorzeitig feine staatliche Selbständig- keit auszugeben. Einen solchen Zwang erachte ich auch schon dann als vorliegend, wenn das Land infolge seiner finanziellen Lage gezwungen werden sollte, lebenswichtige lulturelle Einrichtungen zu beseitigen, deren Existerrz in anderen Ländern des Reiches nicht gefährdet wird. Die Idee von Groß-Hessen bat im ganzen Lande wenig Anhänger. Ich halte auch diesen Gedanken höchstens im Rahmen eines provinziell gegliederten Einheitsstaates für diskutabel." Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident hat dein General der Heilsarmee in London zu seinem 7 0. Geburtstage des nachstehende Glückwunschschreiben zugehen lassen: „Zu Ihrem 70. Geburtstage spreche ich Ihnen meine innigsten Glückwünsche aus. In dankbarer Anerkennung der zahlreichen Wohltaten, die Angehörige der Heilsarmee notleidenden Schichten des deutschen Volkes, insbesondere seiner Großstädte, haben zuteil werden lassen. Möge es Ihnen vergönnt fein, noch viele Iahre an der Spitze Ihrer Organisation zum Wohle der Menschheit zu wirken, gez. v. Hindenburg.“ 2üif Grund des Gesetzes zum Schutze des Staa- les find 12 im Auslande lebende bulgarische Führer der renolnvanären Organisation der „Einheitsfront" in Abwesenheit zum Tode verurteilt morden. Der ehemalige Minister Zanka Bakalofs ilr srer gesprochen worden. Die Volkszählung in China hat ergeben, daß das Land 436 09,5 000 Einwohner zählt. Davon entfallen auf Peking 4 Millionen und auf Schanghai 5,5 Millionen. * Nach einer Meldung aus Beirut haben die Angreifer in der Gegend von Damaskus 156 Tote und 103 Verwundete gehabt. Sultan A tr a s ch. der Führer der "Angreifer, fei durch eine Fliegerbombe v e rw u n d e t worden. Aus aller Well. Englische LustpoMik. L o n d o n, 8. März. (WB.) 3in Unterhaus erklärte bei der heutigen Wiederaufnahme der Erörterungen über das Luftfahrtwesen der Konservative Hells, im Bau von Flugzeugen hätten die Ausländer England überflügelt. lu-ziiglich der G a n z m e t a l l f l n g - zeuge insbesoadsre die Iunkers gesell- schäft: hinsichtlich der Motore stehe jedoch das Ausland England nach. Harry Brittain bedauerte, das Fehlen einer Reichsluftpvli- ti f. Garro-Iones sagte, der Direktor der Imperial Airways Co. habe damit geprahlt, daß die Gesellschaft in einem Iahre 100 000 Meilen geflogen und 11000 Passagiere befördert habe. Der deutsche L u f t k v n z e r n sei dagegen 21/3 Millionen Meilen in sechs Monaten oder achtmal soviel geflogen und habe 38 000 Passagiere in sechs Monaten befördert, d. h. zehnmal so viel wie die englische Gesellschaft. Die Zeppelin-Eckener-Spende. Von den insgesamt erforderlichen rund vier Millionen sind bereits 2 300 000 Mk. durch das bisherige Ergebnis der Sammlung gesichert. Die Sammlung wird mit allerEnergie fortgesetzt. Es wurde beschlossen, der Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H. Friedrichshafen, die bereits mit dem Bau begonnen hat, 500 000 Mk. als erste Baurate zu überweisen. Eine ftöndige Feppelinverbindung Amerika—Europa. Rach Agenturmeldungen werden unter Beteiligung bedeutender amerikanischer Kapitalisten Pläne für eine dauernde Zeppelin-Verbindung zwischen Amerika und Europa geprüft, il. a. sollen Ford, Guggenheim und Rockesel l e r an dem Plan interessiert fein. Es verlautet, daß man sich auch in Washingtoner amtlichen Kreiseir stark für diesen Plan interessiert. Bei einem Brand ums Leben gekommen. In der Riegerschen Pappe, f ab rif in Trostberg (Oberbayern) enstand Großfeuer, das sich mit großer Schnelligkeit ausbreitete, es hat das Trocknereigebäude erfaßt und fand in den dort eingelagerten 2000 Zentner Pappe reichliche Nahrung. Insgesamt fielen dem Brande vier Menschen zum Opfer. Aus den Trümmern konnte bisher nur die vollständig verkohlte Leiche einer Frau ausgegraben werden. Vereiteltes Attentat auf den Berlin-Münchener Schnellzug. . Die Reichsbahndirektion München teilt mit: In der Nacht vorn 7. auf den 8. Mörz zwischen 10.45 und 11.15 wurde südlich der Station München- Moosbach, etwa 10 Meter vor dem Einfahrtssignal der Hartmannshofener Ueberfahrt, von ruchloser Hand zwei Eisenbahnschwellen quer über das Gleis gelegt. Der um diese Zeit fällige Schnellzug D 25 kam dabei glücklicherweise nicht zur Entgleisung. Für die Ergreifung des Täters wird eine Belohnung von 1000 Reichsmark ausgesetzt. Erdrutsch infolge Regens. Infolge der anhaltenden Regengüsse in den letzten Wochen haben sich in ganz Südwestdcutsch- land zahlreiche Bergrutsche und Dammrutsche ereignet. Reuerdings ist nun auch bei Siershahn im Westerwald eine Tongrube elügest ü r z f. Ferner kam bei Grossendorf infolge der Rässe wiederum ein Bahndamm ins Rutschen, über den eine Grubenbahn führte. Dabei stürzte eine Lokomotive mitsamt den an» hängenden Wagen in einen Weiher. Auf dem Hunsrück sind bei Dörrebach in einem Stein- bruch große Felsmassen abgestürzt und weitere Abstürze werden noch befürchtet. Großseuer. In N e u ft e 11 i n (Westpreußen) entstand ein großer Brand in der Pension Laasen, wobei der Dachstuhl des Hauses eingeäschert wurde. Es gelang, die vierköpsige Familie mit einer großen Feuerwehrleiter zu retten, während ein 23jähriges Mädchen, das in der Pension kochen lernte, nur als Leiche geborgen werden konnte. Kunst und Wissenschaft. Riddi Impekoven in Frankfurt. Riddi Impekoven war mit ihrem zweiten Gast spieli m Opernhaus ein außerordentlicher Erfolg bcschieden. Der Abend lieferte wieder den Beweis, daß ihre Stärke in den Tänzen begründet ist, die seinerzeit ihren Ruhm begründet haben. Der Reiz, der von ihrem Münchener Kaffeewärmer und ihrer Erna - Pinner - Puppe ausgeht, war auch heute wieder unwiderstehlich. Der musikalische Teil lag bei Hanns Avril in ben besten Händen, und so formte er sich mit Aecht in den stürmischen Beifall teilen, der nach Schluß der Vorstellung Riddi Impekoven immer und immer wieder vor die Rampe tief. Eine Rationalerziehungstagung ber Fichte- gesellschaft. Die zweite Ratioiralerziehungstagung der Fichtegesellschaft wurde in Halle von einer zahlreichen Festversammlung in der Aula der Uni» verfität durch den Rektor Professor Dr. Fleischmann eröffnet. Pfarrer Karl Bernhard R i 11 e r - Marburg sprach in einem einleitenden Vortrag über „das Verhältnis von Christentum und Rativnalerziehung". Er bezeichnete als Ausgabe der Tagung, zu untersuchen, wie es möglich sei, das Evangelium als lebens- fpendende Botschaft zu verkünden und damit das deutsche Volk zur Treue seiner völkischen Aufgabe gegenüber zu befähigen. Am Rachmittag sprach der Landesgeschäftsführer des Volksvereins für das katholische Deutschland in Württemberg, Dr. G e tz e n y ((Stuttgart), über das Dhema „Katholizismus und Rationalerziehung". Professor Althorst (Rostocks besprach die Stellung des deutschen Protestantismus zu den Fragen der Rationalerziehung. 2lu$ der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 9. März 1926. Notstandsarbeiten und Wohnungsbau. In Beantwortung einer Kleinen Anfrage im Preußischen Landtag erklärte der preußische W o h l f a h r t o m i n i st e r , das; die geltenden Bestimmungen über die produktive Erwerbs- lofenfürforge in gewissen Umfange eine U n - t e r ft ü 1; u n g des Wohnungsbaues zulasten. Sowohl die Erschließung non Siedlungsgelände wie die Herstellung van Baustoffen und Bauteilen für den gemeinnützigen Wohnungsbau werden, sofern sie durch ein gemeinnütziges 'Siedkungswesen erfolgt, als Not- ftandsarbeit durchgeführt und mit Reichs- und Staatsmitteln gefördert werden können. Ferner erklärte sich der R e i ch s a r b e i t s m i n i sie r damit einverstanden, daß bis einschließlich 30. April für die Beschäftigung erwerbsloser B a u I; a n d w e r k e r bei Wohnüngsbauten eine Grundförderung in Höhe der einfachen ersparten Erwerbslosenunterstützung als Darlehen gewährt werden kann. Gießener Wochenmarktpreise. Es kostete auf dem heutigen Wochenmarlt das Pfund: Butter 180 bis 190 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse 60 bis 140. Wirsing 30, Weißkraut 25, Rotkraut 30, gelbe Ruben 20, rote Rüben 20, Spinat 40, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 30, Rosenkohl 40 bis 60, Feldsalat 80 bis 120, Zwiebeln 20, Meerrettich 40 bis 80. Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepsel 15 bis 25, Honig 50, Rüsse 60, junge Hahnen 120 bis 130, Suppenhühner 120 bis 130. Endivien 80 bis 100; das Stück: Blumenkohl 60 bis 140. Salat 45, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 6.45 Uhr Opern-Gaftspiel „Margarethe" (Ende 10 Uhr). — Zentralverband der Hausangestellten: 8.30 Uhr, Gewerkschaftshaus, Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die eiserne Braut". Wettervoraussage. Meist bedeckt, westliche Winde, Temperaturen wenig geändert, stellenweise noch leichte Rieder- schläge. Das Tiefdruckgebiet mit feinem Kern über bem Rordmeer rückt langsam nach Osten weiter. Mitteleuropa liegt unter dem Einfluß westlicher Luftströmung, die zunächst noch weitere Feuchtigkeit ostwärts transportieren dürfte, die aber mangels größerer Temperatur-Gegensätze nicht zu stärkeren Riederschlägen führen wird. Teilweise kann sogar leichtes Aufklaren eintreten. Gestrige Lagestemperaturen: Maximum.12,4 Grad, Minimum 7,6 Grad Celsius. Riederschläge 0.4 Mm. Heutige Morgentemperatur 8,2 Grad Celsius. * ** Goldenes Doktorjubilcium. Der ordentliche Professor Geh. Medizinalrat Dr. med. et Dr. med. vet. h. c. Eugen Bostroem begeht morgen fein goldenes Doktorjubiläum als Doktor der Medizin. ** D i e Steuer-Prote ft Versammlung der wirtschaftlichen Verbände von Gießen und Umgegend morgen nachmittag in der Volkshalle auf dem Trieb beginnt um 3 Uhr. Redner sind bekanntlich die Landtagsabgeordneten Haury, Dr. Leuchtgens und Dingeldey. Die steuerliche Not der Zeit wird der Versammlung zweifellos einen sehr starken Besuch bringen. ** DieLandwirtschaftskammer veranstaltet am kommenden Donnerstag in Gießen einen Vortragskursus für die Landwirte der Provinz Oberhessen. Vormittags sinden Vorträge der Professoren Dr. Schmidt-Göttingen. Dr. Kra einer-Gießen und des Generalsekretärs Dr. R o t b e r t - Darmstadt statt. Für den Rachmittag ist eine Filmvorführung der Hess, landwirtschaftlichen Versuchsstation Darmstadt vorgesehen. ** Eine Achtzigjährige. Unsere Mitbürgerin Frau Katharine Schulze Wwe., Wie- secker Weg 19 wohnhaft, begeht morgen in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. *’'* Die Ortsgruppe Gießen des Bundes für christlich - evangelische Erziehung in Haus und Schule hielt ihre Monatsverfammlung am Donnerstagabend im Iohannessaal ab. Sie hatte in Pfarrer Marhvld -- Frankfurt a. M. einen vortrefflichen Redner gewonnen, der über »Die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben" sprach, ©inleitenö erklärte er den Begriff Ethik im allgemeinen als Sittenlehre, besser Lebeirslehre. Auf die Frage: Was ist die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben? ließ er den elsässischen Doktor der Theologie und jetzigen Missionsarzt Albert Schweitzer in seinem Buche „Kultur und Ethik" die Antwort geben. Dieser geht von dem Satze aus: Ieder Mensch hat das Bedürfnis zu leben, er soll Ehrfurcht vor seinem Leben haben. Wenn er nun diese Ehrfurcht auch auf fremdes Leben auf das gesamte in der Ratur (Mensch, Tier, Pflanze) übertragt, so entsteht ,die Ethik der Ehr furcht vor dem Leben". Gut ist alles, was Leben fördert, bös, was Leben zerstört. Die Ehrfurcht vor dem Leben ist dann ein Sichveranttoortlichfühlen gegenüber dem eigenen und fremden Leben. Diese Ehrfurcht führt zu mancherlei Konflikten, beispielsweise in der Frage: Wieweit darf ich zur Erhaltung meines Lebens in der Zerstörung fremden Lebens gehen? Die gewöhnliche Ethik sucht hier einen Ausgleich, indem sie sagt: „Bis zu einem gewissen Grad." Schweitzer empfindet alles Zerstören fremden Lebens schlechthin als Schuld, die uns immer wieder antreiben soll, zu prüfen, wieweit wir in der Vernichtung fremden Lebens gehen dürfen. So wird diese Ethik ein Gefühl der Tlnruhe in uns auslösen, doch wir werden gewissenhafter toerben gegenüber allem Leben, und unser Derantwörtungsgefühl wird geschärft werden. Zahlreiche Beispiele dienten zur Erläuterung des intereffanten Vortrages unb machten die Ausführungen gemeinverständlich. . —•— Der Verejn ehemaliger H e s s i - scher Leid-Dragoner des Kreises Gic- s; e n beging am Sonntagnachmittag in der Turn- naUe am Oswaldsgarten fein fünfjähriges Stiftung-- feil da > bei sehr starker Beteiligung einen recht schönen Verlauf nahm. Als Gäste nahmen die Vertreter rast sämtlicher Gießener Regiments- und Mi- töW ' bürg- ® .DflrtN eins 2 Dingen“ fort grub“ inens des uniM «Ä Dera ™ daege, heulen oßllen w rot" 5jenen° j-nbnie ffl eingfP’v. ber 'Zsuöcroen überreich“! .> iljien sich Hai, befflit anstaitung. der Frone den', die i fleiftemng dee Borsis Schwester farbige ® allerliebst non einer ten Ankla Derleilnm an 25 $ Wandersp auch der 1 BolfühM unb geniif btibe sehr weiteren ’ 16 Samen reske, die suchte '.Kus meinfdjafifii fröhlichen « M btt 1 Wgen seil Gießen Sonntag August c lerne Sch schickung 1 waren bi welche tif können. G Pinscher k leytere sch liebtet y Ijemtragei Pültzeihunk Tierrichters einen sehr Hunden toi gezeichnet, sehr gut. im jugeir befinden, deutend I kung erzi Dvbermch aus Sich selb. Cz j Wertung t schloß sich mitienfeicr Schwan Worte an i Gelangverei meister 6 d rung der Mten den Aw , Ein Q sinn dorti ’n von eia Wändet Witwe dc schon läng Zahlung w ^rauf ^n oieser in j m,f Bebau. S 'Hrens bei . Ein M ^hiesig betret & * bas ' e ÄL Lchz PZ '-Vä fftar vereine teil, zu denen sich noch zahlreiche nus= «artige Gäste gesellten, z. B. aus Wetzlar, Marburg, Butzbach, Frankfurt, Friedberg, Hanau, Darmstadt, Dieburg. Die Musik des Kavallerievereins Frankfurt eröffnete unter der Leitung ihres Dirigenten, Musikmeister Jäckel, die Feier. Nach dem Einmarsch der Fahnen und Standarten begrüßte der erste Darsitzende, Eidmann, namens des festgebenden Vereins die Gäste. Dann hob sich der Vorhang und auf der Bühne sah man hoch zu Roß einen Leibdragoner in der alten Paradeuniform des Regiments: das Bild löste lebhaften Beifall aus. Ein nettes Festgedicht wurde von Frl. Dora Weber norgetragen, worauf Dr. W o - daege die Festrede hielt. Mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland schloß der Redner seine wirkungs- oollen Worte. Die beiden lebenden Bilder „Morgenrot" und „Sei getreu bis In den Tod" stellten Szenen aus dem großen Kriege dar. Dankbare Aufnahme fanden auch die weiteren Darbietungen, ein Singspiel, der Schmuckreigen der Gießener Rad- fohrergesellschaft „Wanderer", ein Theaterstück und der Nymphentanz der Damen L. Becker und M. R e u l i n g. Eine ganze Reihe non Vertretern der Brudccoereinc überbrachten Glückwünsche, manche überreichten auch Andenken. Am Schlüsse der überaus ansprechenden Feier sprach Rittmeister a. D. Dr. EHL Ions allen Mitwirkenden den Dank des Vereins aus. D. H. E. In der festlich mit Girlanden, Fahnen, Wimpeln und Wanderemblemen geschmück- Turnhalle hielt am Samstagabend der V. H. C. Gießen fein 18. Stiftungsfest ab. Welcher Sympathien sich der Verein in der Bürgerschaft zu erfreuen hm, bewies der überaus starke Besuch dieser Veranstaltung. Den Reigen der Vortragsfolge eröffnete der Frouenchor mit zwei prächtigen Frühlingsliedern, die wohlverdienten Beifall fanden. Große Begeisterung erweckte eine, der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden sich anschließende, von 16 V. H. E.- Schwestern getanzte Rosenquadrille, die durch vielfarbige Beleuchtung wirksam unterstützt war. Ein allerliebstes Rokokostückchen: Meißner Porzellan, non einer Dame vorgetragen, sand ebenfalls lebhaften Anklang. Im Mittelpunkt des Ganzen stand die Verteilung der Wandcrauszeichnungen, die diesmal an 25 Wanderer erfolgen konnte und mit sinnigen Wandersprüchen begleitet überreicht wurden. Daß auch der Humor zu seinem Rechte kam, bewies die Vorführung einer ländlichen Konzertprobe für Solo und gemischten Chor, sowie eine Tragikomödie, die beide sehr beifällig ausgenommen wurden. Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildete eine von 16 Damen und 2 Herren ausgeführte Tanzhumoreske, die stürmische Heiterkeit hervorrief. Ausgesuchte Musikstücke der Kapelle Weller und gemeinschaftlich gesungene Lieder trugen wesentlich zur fröhlichen Stimmung des Abends bet, der, nach dem Dank des Vorsitzenden, durch das übliche Tanzvergnügen seinen Abschluß fand. —Der Verein Hu ndesport für Gießen und Umgegend veranstaltete am Sonntag unter der Leitung seines Vorsitzenden August Schwan auf der Liebigshöhe eine interne Schau von Hunden aller Rassen. Die Beschickung war eine sehr gute; die gezeigten Hunde waren durchweg gute Vertreter ihrer Rassen, welche sich auf jeder Ausstellung sehen lassen können. Man zählte etwa 100 Tiere, vom kleinen Pinscher bis zum massigen Bernhardiner. Gerade letztere scheinen sich in Züchterkreisen großer Beliebtheit zu erfreuen, denn es wurden da ganz hervorragende Exemplare vorgeführt. Auch die Polizeihunderasse stellte sehr gute Tiere. Das Vierrichterkvllegium legte bei' der Beurteilung einen sehr scharfen Maßstab an. Von den Jagdhunden wurden zwei Tiere ganz besonders ausgezeichnet, auch die Rotweiler toaren durchweg sehr gut. Eine Anzahl Hunde, die sich noch im jugendlichen Alter und in der Entwicklung befinden, wird sicher bei späteren Schauen bedeutend besser abschneiden, und höhere Bewertung erzielen. Erwähnt seien noch die guten Dobermänner und Dackel. Die Tiere waren meist aus Gießen und Umgegend, Wetzlar und Alsfeld. Es handelt sich nur um eine Schönheitsbewertung ohne Leistungsbewertung. — Abends schloß sich im Saale der Liebigshöhe eine Familienfeier des Vereins an. Vorsitzender August Schwan richtete hier herzliche Begrüßungsworte an die Gäste. Die Gesangsvorträge des Gesangvereins „Heiterkeit", geleitet von Chor- meister Schüttler, trugen sehr zur Verschönerung der Feier bei. Ein Einakter und Tanz füllten den übrigen Teil des Abends aus. Amtsgericht Gießen. Ein Landwirt von Leihgestern erzählte in einer dortigen Wirtschaft, einer Witwe von da sei von einer Gießener Pferdehandlung ein Pferd gepfändet worden. In Wirklichkeit hatte die Witwe das im Januar 1925 gekaufte Pferd schon längst bezahlt, und an der ganzen Erzählung war fein wahres Wort. Sie verklagte darauf den Landwirt wegen Beleidigung, worauf dieser in der heutigen Sitzung seine Aeutzerung mit Bedauern als unwahr zurücknahm und sich zur Zahlung der sämtlichen Kosten des Verfahrens verpflichtete. Ein Vrafchinenmeifter von hier, dec im Hause eines hiesigen Schneidermeisters wohnte, wurde im Rovember, als er mit einem Freunde das Haus betreten wollte, von dem Hausherrn und dessen Geschäftsteilhaberin beleidigt. Letztere löschte das Licht aus und nannte ihn . Lausejunge" und ..Hanswurst", während ersterer zu ihm sagte, er sei ein Lausjunge und noch nicht trocken hinter den Ohren. Der Maschinenmeister erhob Privatklage gegen die beiden wegen Beleidigung. Diese bestritten, den Privatkläger be- . ibigt zu haben, behaupteten vielmehr, sie seien von ihm geschimpft worden. Das Gericht nahm aus Grund der beeidigten Aussagen des Freundes des Privatklägers dessen Behauptungen als erwiesen und die Angaben des Angeklagten als widerlegt an und verurteilte sie zu einer Geld- ü r a f e von 25 Mark und zu den Kosten des Verfahrens. Schöffengericht Gießen. 1 Ziehen, 8. März. Unter Ausschluß der Oesfentllchkeit wurde gegen einen Mann aus Alsfeld wegen Notzuchtsversuchs verhandelt. Er hatte auf der Straße Alsfeld—Romrod eine Schneeschuhläuferin angefallen, die sich nicht wehren konnte; nur durch das zufällige Vorbei- fahren eines Gendarmen wurde Schlimmeres verhütet, der Täter ließ von seinem Opfer ab und ging flüchtig. Strafe: l Jahr 6 Monate Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust. Ebenfalls hinter verschlossenen Türen sand die Verhandlung gegen einen Landwirt aus Bilbel statt wegen Sittlichkeitsverbrechens. Mit Rücksicht auf die geistige Minderwertigkeit des Angeklagten wurde aus eine Strafe von 6 Mona t e n Gefängnis erkannt. Schöffengericht Wetzlar. 5» Gin Arbeiter aus Ebers-Göns wurde wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem Knaben zu einer G e f ä n g n i s st r a f e von !i M o n a t c n verurteilt. Bewährungsfrist lehnte das Gericht ab. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Ein Arbeiter aus K a tz e n f u r t wurde wegen gefährlicher Körperverletzung, begangen an einer Frau, der er mit den Fäusten ins Gesicht schlug, zu 2 Monaten Gesängnis verurteilt. Ein Monat gilt durch die Untersuchungshaft als verbüßt, während der Angeklagte für den Rest 3 Jahre Bewährungsfrist erhält. Einem Buchhalter von Wetzlar war Unterschlagung zur Last gelegt. Die Sache stellte sich als weniger schwer heraus, als die Anklage annahm. Uebrigens hatte der Angeklagte den in Betracht kommenden Betrag bald wieder zurückerstattet. Dem Angeklagten, der noch unbestraft ist, wurden unter Zubilligung mildernder Umstände 15 0 Mark Geldstrafe, Hilfsweise für je 5 Mk. 1 Tag Gesängnis, auferlegt. Ein Bergmann und ein Ehepaar waren wegen Unterschlagung bzw. Hehlerei angeklagt. Alle Angeklagten wurden aus der Untersuchungshaft vorge- fiihrt. Wie die Beweisaufnahme ergab, mar einem Metzger aus Herborn in _ber Eisenbahn auf der Fahrt von Herborn nach Frankfurt im Februar eine Brieftasche mit über 1 000 M k. 9 n = halt verloren gegangen. Den Verlust der Brieftasche gewahrte der Mann erst zwischen Butzbach und Bad-Rauheim. Den Angeklagten wurde zur Last gelegt, diese Brieftasche gefunden und sich angeeignet zu haben. Nach dem Ergebnis der Verhandlung gelangte das Gericht zur Verurteilung aller Angeklagten. Es erhielien der erste Angeklagte wegen Unterschlagung 6 M o n a t c Gefängnis und die Eheleute wegen Hehlerei je 3 M o - nate Gefängnis unter Anrechnung von je 3 Wochen Untersuchungshaft. Wirtschaft. ' Don den Schlachlviehmärkten. An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche war der Marktverlauf bei Rindern in der Hauptsache ruhig bis mittel; auch bei Kälbern. Schafen und Schweinen überwog diese Tendenz, doch verlief hier der Handel auch vielfach gut bis flott. Die Preise waren für alle Gattungen gut stetig, für Kälber, Schafe und Schweine mehrfach leicht gebessert. In den Auftriebsziffern sind keine wesentlichen Veränderungen eingetreten. Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 18-52 37-75 30-53 72-82 Bremen 23-52 35-75 40-50 64-76 Breslau 15-50 50-70 36-50 62-76 Chemnitz 18-47 35-72 35-50 65-83 Dortmund 15-53 35-80 25-50 75-85 Dresden 20-52 44-76 34-58 60-81 Düsieldorf 20-56 35-78 — 70-84 Elberfeld 20-53 40-75 — 65-83 Effen 24-58 38-100 — 74-85 FrankfurtM. 15-52 35-72 26-50 62-83 Hamburg 14-52 20-77 — 62-82 Hannover 18-53 30-75 25-52 70-81 Husum — — — — Karlsruhe 18-52 55-70 — 72-84 Kastel 20-55 42-60 — 65-84 Kiel 14-43 16-66 — 49-77 Köln 20-55 45-74 — 70-85 Leipzig 20-49 36-63 35-52 70-82 Magdeburg 17-50 30-63 20-45 65-83 Mannheim 12-52 52-75 24-38 68-82 München 32-52 60-80 — 53-80 Stettin 10-47 28-68 15-45 65-76 Stuttgart 11-52 57-74 — 60-83 Zwickau 15-48 40-65 35-60 72-85 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 9. März. Die Börse diskutierte lebhaft über die Genfer Verhandlungen und legte sich in ihrem Geschäft infolge der starken Ungewißheit über die voraussichtliche Erledigung der Streitfragen weiterhin Zurückhaltung auf. Das Kursniveau war infolge des stillen Geschäftes bei Beginn kaum behauptet. An ben Haupt Märkten t raten leichte Rückgänge ein, die jedoch in feinem Fall größeren .Umfang annahmen; allerdings bleiben andererseits auch nennenswerte Befestigungen aus. Immerhin fand in einigen Spezialwerten dennoch größere llmsahtätigkeit statt. So wurden Berliner Hochbahn mit etwa 91 Pröz., Rombacher Hütte mit 28 und Autoaktien übet dem gestrigen Stande umgefetzt. Seht stabil notierten deutsche Anleihen unter Führung von Kriegsanleihe (0,410). Am Mvntanm arkt war die Haltung recht unsicher, obwohl der französische granten« fürs sich heute gegen London auf 133,75 befestigt hatte. Der Abschluß der Rhein-Elbe- Union, der einen vorzutragenden Reingewinn von 1.7 bis 1,9 Millionen Reichsmark aufweist, war während der ersten Stunde noch nicht bekannt. Infolgedessen lagen auch diese Werte zunächst niedriger, u. a. Bochumer minus 2.75 Proz. 3m übrigen prägte sich gegen Schluß der ersten Stunde etwas stärkeres Interesse für die Reben- ZDertc aus, die größere Kursgewurne verbuchen konnten. Dies gilt besonders für Textil-. Motoren-, Metall- und die Mehrzahl der Waggon- Werte. Am Geldmarkt hörte man für tägliches Geld einen Sah von 5 bis 6' . Prvz.. für Monatsgeld 6' bis 71 .> Proz. Arantfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".,' Frankfurt a. M.. 9. März. Tendenz: Schwächer. — Die Börse setzte, angeregt durch me Geldflussigkeit. vorbörslich die • Auswärtsbewegung in mäßigem Tempo fort, obwohl das Geschäft einen ruhigeren Verlaus nahm. Bei Beginn des amtlichen Verkehrs drückte die Ungewißheit und der unsichere Verlauf der Genfer Verhandlungen die freundliche Haltung etwas zurück und gab zu einer stärkeren Zurückhaltung Anlaß. Die Kursbildung gestaltete sich uneinheitlich, wenn auch der feste Unterton zunächst vorherrschend blieb. Die Umsatztätigkeit erstreckte sich vornehmlich wieder auf solche Werte die im Kurse bisher zurückgeblieben sind. So konnte sich die Höherbewegung für '21 u t o - l aftien fprtfehen, da betanntliw ein Zusammen- i schluß der sich reu den Werke dieser Gruppe unter Auslandbeteiligung zu erwarten fein soll. Auch Zucker-. Bau-, Zellstoff- und Maschinenaktien tendierten weiter fest. Dagegen hatten die schweren Werte des Montan- und Elektro Marktes Kurseinbußen bis zu 1 Prozent aufzuweisen. Auch Farbwerte erlitten kleinere Rückgänge. Schärfer gedrückt waren Holzverkohlung (minus 1,25 Prozent». Am Banken markt blieben die Kurse zumeist gehalten, doch zeigten sich auch hier vereinzelt Abbröckelungen. Einem größeren Druck unter* lagen S chiffahrtsaktien. von denen Hapag um 1.5 Proz und Rordd. Lloyd um 1 Proz. niedriger wurden. Von A u t o - A k t i e n zogen Kleyer auf 50 Proz. an. mußten dann aber wieder 1 Proz. nachgeben. Daimler plus 0,5 Proz. Neckarsulmer blieben nach dem festen 5taube von gestern abend unverändert. Der heimische Anleihemarkt lag ruhig, die Kurse waren fest. Am Aus la ndr ent en* markt erhielt sich etwas Interesse für pln- gam, Türken und Rumänen, ohne daß diese Werte indessen Kursgewinne erzielen konnten. Der Freiverkehr war bebQufrtet. Beckerstahl 45, Bockerkohle 53. Benz 48. Brown-Boveri 70, Grvwag 53, Petroleum 73, Kabel Rheydt 107. Ufa 56.5. llfra 65 Proz. Der weitere Verlauf hatte luftloses Geschäft; die Tlmsatztätistkeii stagnierte zeitweise. Mit Rücksicht auf die bisherigen ergebnislosen Verhandlungen in Genf bekam eine schwächere Strömung die Oberhand, was be- fonberß in den führenden Werten zum Ausdruck kam. Der Ge-ldmarkt war weiter außer» ordentlich flüssig. Kurzfristige Ausleihungen wa- ren kaum anzubringen. Monatsgeld schwankte zwischen 6 und 8 Prvz. je nach Adresse. Bank- oiskonten 5 Proz.. Industrie-Akzepte 6 bis 6,5 Prvz. 3m Devisen verkehr ist infolge der Befestigung des französischen Frankens auf 135.— gegen London das Geschäft ruhiger geworden. London war gegen Kabel stark befestigt mit 4,86. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Schluß. 1-Ubr. Schluß. Anfang Kur« Äur» fiur» fiurc Datum: 8. 3. | 9.3. 8.8 9. 3. Deutsche Rctchßanletbr 4% Deutsche Reichsanleiyr . 0,398 0,38 0,4075 0,400 0,395 0,385 0,410 0,400 8‘/97a Deutsche Rttchsanletde 0,37 — 0.385 0,395 S% Deutsche ReichSanlcibe • Deunche Svarprämienanleihe 0,47 0/185 —1 0,5075 0,23 —- 4% Preußische Konsols • . . 0,38 — 0,38 0,395 4% Hessen......... 0,35 0,4 — 3’/«% Hessen......... — 1 -— 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dallar-Anl. — — 0,37 - 100 .— 95,8 — dto- Doll--Scha8°Anweisng.'> 99,4 — 99,55 — 4®/o Zolltürkeu....... • 5% Goldmexikaner • . • . Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank Deutsche Bank Deutsche Bereinsbank .... Disconto Commandil . . . Metallbank Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterreichische Creditanstalt. Wcstbank Bochumer Gab ....... Buderus....... Caro .. a-Luxemburg ..... irchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben.. . . Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte ....... Oberbedarf ......... Phönix Bergbau . Ryeinttabl . Riebest Montan ..... Tellus Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llavd . . . Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmcmn...... Anglo-Cont.-Guano Chemische Mäher Alapiu . . I. G- Farbcnindustrie, Ä.-G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung ..... Rütgerswcrkc . ....... Scheideanstalt Allg. ElektrtzitätZ-Gesellschast Bergmann Mamkraftwerke ....... Schustert . . ......... Siemens 4 Halske ..... Adlcrwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt . . . Meguin........ Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chast Frankfurt. Pet. Union A^-G.. Schuhfabrik Herz . . ..... Sichel Wellston Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 12,5 12 12,3 39,5 39,75 — 147,75 — 148.25 111 110,5* 110 110,5- 128,5 —— 128.4 128,2' 1?8 127,9 127,5* l'l.o —— -M— 120,5 120,75 120,7* 81,5 85 103 103* 102,75 103* 6,8 6,05 6,9 0,039 0,039 0,275 —. 45 — 85 44,9 83,25* 4J 44.5 42,5* 83,5 87* 87, <5 86,-5* 89,75 88.75 87, r 105,25 105,5 104* — 117,25 122,5 — 122 36,5 —- 35 49,5 — 46 44,75* 76 — 75,75 75,5* 82 81,25* 81,4 SO, 5* «4 84 - 54 — 140 138,5* 139,9 _ 138,5 137,2* 138 41 1 — 86,75 86 — 67,3 «6,9 66,63 — — — 88 — — — ——- - -- 128 128,2* 128,25 12.8,5* 69,25 69 67,75 67,13 63 61,75 — *— 75,6 76,4 —— 92,9 91,25 — 94 93' 94,4 94* 84 — 84,62 81,25* 88,75 — •— — 84 — 84,2.5 83,25* 104,5 — 103 102,5* 45,25 49,5 45,5 50 43,5 44,5 —- 23 — ---- 28 29,75 — 36 — .20 —— —— 43 — — _ 93 _— 70 — —— 26 — 25,5 —- 4,9 — — 108,25 108,5 109 109,2.5 45 — 44 — 48 49 45 —— Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 8 Märö- 9. März. Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld Brief Amft.- Nou. 168,2^ 168,69 168,20 168,62 Buen.-AirrS 1,6-»:; 1,697 1.691 1,695 Brss.-AnNv. 19 055 10,095 19,05-5 19,095 Christiania. 89,84 90,06 89,92 90,04 Kopenhagen 108,83 109.11 108,83 109,11 Stockholm . 112,58 112,76 112,44 112.72 Helsingfors. 10,555 10,595 10,552 10,69? Flatten. . . 16,83 16.87 16,835 16,875 London. - 20,382 3),<14 •20,386 '20,438 Neoyork - . 4,195 4.2UT. 1.19.5 4.205 Paris - . . 15,03 >5.07 15,27 15,31 Schwei; . . 80 745 83.945 80,7-2 x0,62 Spanien. 59,11 59,2.5 59,13 59^7 1,890 Japan . - - 1,880 1.8-4 1,886 Rio de Jan. O.blG '.618 — — Wien rn D-- Oest. abgefl. 59.11 59,25 — Prag .... 12,417 12,436 12,416 12,456 Belgrad . . 7,385 .‘,40.5 7,387 7.407 Bodavett. - 1,875 6,895 —— — Bulgarien 3,03.5 3.045 3,035 3,045 Lissabon i\ 22.i 21.2/0 .'1,225 21.275 Danrig. . • Konstaictku- 80 84 2,198 81.04 2.208 — — Athen 5 8!' .5.9/ Canada. . . 4.175 4.185 4,175 4.185 Urnguan . . 4,295 4,835 4,295 4,305 Berlin, 8 Mär; Gelo Diirs Amerikanische Violen » . . .. Belgische Noten........ Dänische Noten..... . . Englische Noten...... . Französische Noten...... Holländische Noten...... Atalien iiche Noten...... Norwegische Noten. .... Teuksch.Oesterr-. 5iso Kronen Rumänische Violen Schwedi''chc Noten ..... Schweizer ‘.'Zolin....... Spanische Noren....... Tschechoslon'arische Nolen . . Ungarische VZoreu......< L182 19,00 108,60 20,355 15,20 167.88 16,88 89,73 58,99 112,19 «0,58 •59.00 12,;:« 4,202 19.10 1o0.ll 20,455 15,28 168,72 16,9t. 90,17 59,29 112,7.5 XO.98 .59,30 12.44 5,905 Arautfnrter foktrciDcbnnc. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers'.) Frankfurt a. M., 9. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetteraucr 26 bis 26,25, Roggen, inländischer 17 bis 17,25, Sommergerste für Bra ■ » zwecke 20 bis 22,50, Hafer, inländischer 18,50 bis 21,50, Mais, gelb 17 bis 17,50, Weizenmehl, inländisches, Spezial l) 39,50 bis 40, Roggenmehl 25 bi3 25,-50, Weizenkleie 9 bis 9,25, Roggenkleie 9,50 bis 9,75. Tendenz: Ruhig. Berliner ProdnLtenvörjc. Berlin, 8. März. 3m Berliner Produkten- handel war Jnlandweizen la um angeboten, doch zeigte sich hier und da die zweite Hand. Die letzttägig festgesetzten Kurse waren aber wohl infolge der anhaltenden schwachen Weltmann- preise hier nicht zu erzielen. Roggen behauptet seinen letzten Preisstand, da dem sehr knappen Angebot verhältnismäßig großer Bedarf der Mühlen sowie nach Nordseehäfen gegenüberstcbi. Gerste ruhig, Hafer hvch gefordert, doch nur in besseren Sorten gefragt unb etwas fester. Int Lieferungsgeschäft konnten sich die Wrizenpreise. soweit überhaupt seitens der amtlichen Mäkle.- erste Kurse festgesetzt werden tonnten, nicht voll behaupten. Mai-Lieferung um eine Mark auf 262 rückgängig, (März und Juli ohne Qiotit. desgleichen Märzroggen, während Mai mit 175 unb 3uli mit 178 aus ber Basis des Samstagschlusses eröffneten. Es notierten per 1000 Kilo: Weizen, inärf. 249 bis 253, Roggen, märt 148 bis 152, do. pomm. 146 bis 15Ö, Sommergerste 162 bis 186, Futtergerste 136 bis 150, Hafer, märt. 159 bis 169, per 100 Kilo: Weizenmehl 32,25 bis 35,75, Aoggenmehl 21,50 bis 23,25, Weizenkleie 10, Roggenkleie 8,80 bis 9, Viktoria' erbsen 26 bis 32, kleine Speiseerbsen 23 bi» 25, Futtererbsen 19 bis 21, Peluschken 20 bis 21, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 22 bis 25, Lupinen, blau 11,50 bis 12.50, do gelb 13,75 bis 14,50, Serradelle (alt) 14 bis 21, do. (neu) 26 bis 29, Rapskuchen 14 bis 14,50, Leinkuchen 18,50 bis 18,60, Trockenschiffyel 8,20 bis 8,50, Kartoffelflocken 13,70 bis 14, Soyaschrot 18.50 bis 18,60. BÄcherlisch. „Die schöne Literatur" bringt in ihrem Märzheft an der Spitze eine Würdigung des Dichters Paul Ernst, der in diesen Tagen seinen 60. Geburtstag begeht; angeschlofsen ist eine sorgsam zusammengebrachte Bibliographie. W. von Einsjebel führt seine Llntersnchung ..Gibt es eine Literaturwissenschaft?" fort und beschäftigt sich mit den neuen Prominenten Korfs (jetzt auf Kösters Lehrstuhl in Leipzig), Unger, Radler unb Mahrholz. Zum Schluß, wie üblich, der ausführliche Heberbürf über die Neuigkeiten ber Bühne unb bes Büchermarktes. — Führer durch das private n - terrichts- und Erzichungsweseir Deutschlands. Herausgegeben von Obev- lyzealdtrektor Hafa, Gnadau, Erstem Vorsihenben des Reichsverbandes deutscher freier (privater) Unterrichts- und Erziehungsanstalten c. V. 2. verbesserte Auflage. 1926. Verlag iniftein, Berlin SW. 68. Preis 1,80 Mk. 280 S. 8". — Schicksal und Heldentum. Rede zur akademischen Feier der Reichsgründung am 18. Januar 1926. Von Karl Helm. (Marburger Akademische Reden, Rr. 12.) Marburg, R. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung 1926. — Es ist ein allgemein geübter Brauch bei den akademischen Reichsgrün- dungsfeiern, daß die hu Mittelpunkt stehende Fesi rede sachlich dem Arbeitsgebiet des jeweiligen Redners entnommen wird. Oft kommt auf diese Weise eine etwas befremdliche Diskrepenz und eine nur oberflächliche Bindung an die innere Bedeutung der Feier zustande. Der vorliegende Vortrag des bekannten Marburger Germanisten und Religions- wifsenschajtlers Karl Helm über „Schicksal und Heldentum" hat- einen befriedigenden Ausgleich und eine tiefere Beziehung zum geschichtlichen Anlaß her Rede sowohl, als auch zur deutschen Gegenwart um 1926 gefunden. Helm gibt eine sprachlich und kulturhistorisch fundierte Darstellung, wie untere (heidnischen) Vorfahren den Schicksalsbegriff ausgefaßt und sich mit ihm auseinandergesetzt haben. Das Verhältnis des Individuums zum Schicksal führt zur Deutung des germanischen Heldentums, wie es sich am reinsten in der mittelalterlichen deutschen Volksepik, in der Heldensage ausgeprägt hat. Die Schluß- bctrachtung verweist auf die Aktualität und innere Bedeutsamkeit dieser nur scheinbar weitabliegenden Dinge für die deutsche Gegenwart und vor allem für eine deutsche Zukunft des Wiederaufstieges. — Hans E. Kinck. Die Anfechtungen des Rils Brosme. Roman. Aus dem Norwegischen übertragen von Ellinvr Drösser. Haessel, Leipzig 1926. — Zum Träger der Handlung wählte Kinck einen mit goldener Last der Kultur beladenen Pastor, der in Gegensatz gerät zu den in mittelalterlichen Gewohnheiten und Gebankengängen befangenen norwegischen Tal-Bauern, zu deren Seelsorger er bestellt ist. Kinck meistert in diesem Romane — nach wilden Entladungen der gegeneinander anstürmenden Gewalten — die synthetische -Ueberbrüdung dieser krassesten Gegensätze. Wie tobende Ausbrüche ber Raturgewalten entfesseln sich die Kämpfe zwischen dem 3beal der Tlnsträflichkeit der Lebens-- entfaltung und den althergebrachten Anschauungen des „Greisenlandes Norwegen". Psychologische Perspektiven, überraschende Gedankenverbindungen blitzen in jeder Hrile auf, beleuchten hinter den Worten liegenden, verborgenen Sinn, der uns aber schließlich als der liefere Gehalt des Geschehens, des Handelns, ja der eigenen Gedanken bewußt wird. 3n heidnischer Anfechtung eines kalten, klaren Verstandes stehen alle Begriffe kulturellen Seins: Kunst. Geschichte der Menschheit, Christentum, Schönheitsbegrisf, Eros fluten uns aus dem Ringen dieses Landpastors als ewig fließende, nie zur Ruhe findende Fragenkomplexe entgegen. 3n die Grohstadtseele des Landpastors bricht das Naturerlebnis mit aller Gewalt herein, neue Kraftquellen erschließend. Die von starckem Erleben ständig neugespeisten Gedankenfluten begraben alle doktrinären Weisheiten, Prinzipien und Systeme unter sich unb lassen eine Mensch-Tierfabel entstehen, deren bizarre Komik überwältigt. 76 Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Johanneskirche. Mittwoch, 10.März abends 6 Llhr: Pasfionsgottesdienst. Pfr. Ausfeld Tabletten in allen u. Dwqrelcn TU. 1 l/ Katarrh bei Husten, HeLserkei rrrF Start’ lBI»? p gj P s»S- §8 «? So JMeM. s CD s &!* 3 Z -- — y X. S- P ? ZZL3 3 ? 6-^ fggsgsysr A8LssZ.Tss8 ZZ'Z «b Sg R (Q cyO =f ZL 5 p 2 FM® ” © »er o 5 » p @ 9 a? EZ ^ZOq B-O'SS' xp<8'&s’^S Sy CD 'S -TTT „ 3 ’S 5 ttb'Scp ’ R.A" 2 ro eytih Di ^770- —• ri w. rg;g c 2* T § rSf a^TT^.p'# c#-(5iK>ä 2§ SAäh&.P yüo g£S2-3 ti£ gt? .-?3isSÄ. ZZ2^2 §6*A5 ^IH3 i'-5 s S« »2s «Hit Stil« ft ZL- LZ d s o< 5 Z.3-Z «'55^ 3 — 3 2 " '5 §s' CD 2 g %•__ 3 cf> 3 c§a-«ts 3^KS o Ä® umPi620 •9e" KrLk'NT Jjn D>.?undetx L?ZÄZ y ^-2 b 3L 6) §f|W» 11 Sjl l*s 0 o 3 eng, G> lichclE - °'^-Ä kanM« ei« »» , Heftig?, L % wäre: unchLel" Tage spat Mwerkschas koinm’ssar' Aeutralisie sagten da"" Es war englisches konnte. M gültige, Sle.M-s I Soalle. Has |ur halten jufltur rangen oder starker sie d1 BolksstimM bet wiW tungscrllaru hort es ost dieser weit- Monarchen blieben, b. h rung mache daß sie cur „Eure? wärtige kann sie m der ersorder die Regiern andere Poli öfs'enllichen Frage wieji deutschen & delt, die deuts ist, je gebun ossenlliche Me Gegner sich t nistet können auch Wuter einem Mer wird Oppch - wird brii chend zu beb den Gegneni annehmlichke davor bewah der. Ls wür für die eng! Msche!>iegi Kabinett dur Unyiiriebenl). Ne gelegt Sanier uni b Tage in Gens Nachgiebigkeit W deutsi bundssehnsuch handeinlasser gegen unsere I.B. stehen den polnische gefallen lasse land ihn sich dingungen 0 hinabwurger Lloyd Georg! für bin Fall, unterzeichnen, 'n Vorrat Hal chn illemencel Mund: „fis s bie es sich handelt 1? vergleicht n b oder 7 3oh ln Besriedigu ö'ehungsarbeil P? s»tig gel W Arbeit s Völkerbünde e und noch mej oegmn der ^olkerbund n Ätschen Mi NjlUljr, '" dieser % pcoporrional '^de fein '^n sicher ni ä'2 3. Sg)®' s'oiQ^ 2 Z 3 3*0 -a-COÄ L P, r- » 0 70 3 <» 5, •—. y ?!»?«! s-C&S «iS. Z' 3 A “h’J «12,2 ' K: 3. y « "--jS A»&s 2 » "y 3 cn_^'8'£2 ä " D^B " q" T> Z g'H 5'S^g-p: h&8zfs 2> 3 CP H--LZZZZ- 3 StE'“» 1*0)5 &" (^g1 g»-1.8’o.?fsrm ft'H t«4 -0'3 y «r 2 5« 3. -3 rt c?s 01 IH& Z ?2kZ ?s&Ä al 2, 3 X, g s i—i X /?■ '"i '& ty cp 9* 2 y* ?£S?b5 Z L^tzZ sss Rigol’ 5 o X u. o c - a j- S-Z"Z°'-Z ZSs. fs- r- 3 -* 'S, £ 1 HUP Rdsg- 14 @3-3 ® g tt -0.3 S^eZSssÄ L-ZZL^ 2 3 S äa%3aÄä *** e art S 5 p 2.8 A« 2 2. s’Söäiggg’aas "^cyo Z 3 Sg ", D (D p. 3 3 r» £>§* Is!£r«rl;s,§[f* äfiplhg & Q TT _ P P y -P ä(9 § 3 P g.-^ 2 p ^~e „ **s- ^ZE°ß p 3 c a —pcd — ® y ■ 3‘ *-i y - o® g 3.51 P 3-Seo Z, 3^Z 3 Q:P p y P D c§ 3‘3 Vc-p y = g|p% gffs’a »Z Mw- ® WirLr» w ^61 ‘SS y —n 2 Q Z'Z ^S.S' Etr^-ä' p D ro P__wJ-Jr> o KZ-«'ZILL--p Ap @S§’" „go* » 03 p ex S — 2 s W 1 3 " S7=< aa3 I I —Wl 08»= ZZ aS55 p &,Ä ol3|s®i§ if#lWraith fäi&fOs 3 slClC1 Citiöto p2.-8< 3-As Ms^IZ^ZsIs 5 ft "-rt ■■ rt nO, 8 S» g «b p - §gs=== >g8,sSla-§ L^rb 2„ ° ssZ55s^ ■g®3-8'33-. >» er- D O' 2 CD e -31P 5 rL—>p >- Cl,^ „ '5' « a -9'Gl-3 ,^«,2*—■*3>3 cp&ftaä*§ai* y=?S 3 §-§^.= cfl. s; 7 ®6)G>§ c sBsg^ÄitfrQS-Fäs; a*’HWW»ihWäl äsiCStJfjshls’lflf plP «» AKL^*? »g 2>"9 ^.Z &S^BM Se»®§äögs 2*^0 »äg.53 p ÄSo'Ö'.ä'3 ti SffBZ- ^ZL-5 Dl -- - g- ZS IB J &It »| ® g &o.>3’aM“3s«:i»3|o^yrg^fg.||feo! S D i 2 E " P KJ »6 .. «8 ^Z88 LZ^-LZ-cD-ZZL ALKpIEHZZ ?^ssßZ§ = sKLL?u»§I-^§—•e-3’- o," o1 2 p p " ti'ZrKr Z^ssss §• P 6 Z.3 tlsf6 s &o8'e 5 p 3 2 3 ®c/C Z p Ls" n D- — y- y 2.CP —E. y 33TT p ’p'ti q?2. ö y - ß’^o 2 70 ? -S-y —PCD _ -OÄ 0*2, 3 S- 5012-5§ §p 5 P L'p q^o* S» 2j'E'cq -Ö'+t 3. S mB, c p p t- 2 __<3>c§ 2 3 K g-3 S « 3 J§.Q W^LK ja-^s 111: KZ.8Sti3ffa="i3ö P °"ZZ.Hß!^ZKAs>S ' jiiii jiF»iriiPnyi swAt^ DZ°ZZ |cy|fs h ffEZ ®? |H| Walps kW3 3-|| ’pfllhffitr piiinÄiSK4ßJ öts.'SSfg^ÄÖS, .,-7 D _pV 2 Ss^p KL 2 -3c» 3 SG ■plirr - O5-^ ty 9 p ÄKkW^zsi? lsfr’p«pH!f»it4e|piSKj If h8i»ti’s"seri;Jf •• Ji sh M H, ’%' O<’32-Äff7?-S H O X~O' LP U* y" ? X ’ R * Oro EH>a«3ä ” ft r 3 ? 3-‘ o> IWIM LssshUsiffM MZ^ssZZ-W sZstz-sZKkZsz-"AGE^^"^o^88«-^ = MZ-A§»xZIAZ-ML»Z^§°^s-oß^ Z3-3L LzSMZ-UU j» 3 y—r,yP - Crl O&O ^(g 3 P^p = nO 3d. e 2 2'S3 _ 2.CD p.pf P3sf A-K^sZ' rp P, P A sh3» ZZ^Zß llffi s.L|s- L-s-ZB.z' p CI' y V? 3 -ö'c JT.-—CD „ P P 3 y dhi&th 1 g'^gsj®“ o @«2 D rt s’S* ®7? o* y p" s*®* E iN^-AölzWkUni»'Ktz ^Z?"LK88-Z.ZIZZ'^ZS^2.L"S'ZL.H>ZK-^ §23 2,AK y K .^Z AZ ' D S 3 G< (Q- PO; P — 2, —-— L L « ft -rt & § O ÜS a 2o, öby-- rt ST P °'2,'1 8 2^ « ”3 3 p 3CW g fi SS S 2 2 3 y 3 D ■ 5oo-s R p DCD PZ 5'iP1slo2 Holzheim, 8. März. Dieser Tage sprach hier Landwirtschaftsrat Dr. Schaad vom Landwirtschaftsamt Butzbach über das Thema „Betriebswirtschaftliche Fragen in der jetzigen Rotzeit der Landwirtschaft". Der Vortragsabend, der sehr stark besucht war, brachte dank den lehrreichen Ausführungen des Redners einen wertvollen Gewinn. 0. Ober-Bessingen, 8. März. Am Freitagabend von 8 bis 8.30 Uhr konnte man am nördlichen und nordwestlichen Himmel ein schönes Raturschauspiel beobachten. Das Firmament erglänzte da in rotgelben, violetten und blauen Lichtstrahlen, Die oft eine große Länge erreichten und wie die Lichtstrahlen eines Scheinwersers dahinhuschten. Eine Anzahl Ortsbewohner stand auf Der Straße und vermutete in Der Richtung Hausen— Albach einen Brand. Der Berichterstatter glaubt behaupten zu können, daß cs sich hier um das bei uns seltene Schauspiel eines Nordlichtes handelte. Es wäre interessant, zu erfahren, ob auch anderwärts man die Erscheinung beobachtete und wie man sie Deutet. I. Hungen, 8. März. Aus Der jüngsten GerneinDeratssitzung ist zu berichten: An Stelle Des verstorbenen GerneinDeratsmitglieDes Karl Stein tritt Der Landwirt Heinrich Hofmann V., Der in das Amt eingeführt und betman den Kindern, die mit einem Majernkrcmken in Berührung gekommen sind, also sich infiziert haben, rechtzeilig das Serum von Personen einfprigt, die kürzlich Masern überstanden haben und sich in der Genesung befinden. Allerdings gibt es auch Falle, in denen sich der Ausbruch der Masern trotz Einspritzung von Nekonvaleszenienferum nicht verhüten laßt. Aber auch hier wird zum mindesten erreicht, daß die Erkrankung regelmäßig außergewöhnlich leicht und harmlos verlauft. Diese Methode der Ma- feinverhütung mit Rekonvaleszentrenserum — in Dem sich bic Schutzsiofse gegen Masern befinden — hat die Nachteile, daß sie nur bis zum sechsten Tage nach der Ansteckung Erfolg verspricht, und daß man mich den genesenen Kindern naturgemäß nur geringe Blutmengen zur Serumgewinnung emziehen tonn; daher stehen verhältnismäßig häufig nicht genügende Mengen Schutzferum zur Verfügung. So wurden denn in der Münchener Kinderklinik von Degkwitz Versuche mit dem Blut von Erwachsenen angestellt, die in ihrer Kindheit Masern überstanden hatten. Er ging von der Voraussetzung aus, daß bei Er? wachsenen, die nach einmaligem Ueberstehen der Masern ihr Leben lang vor dieser Krankheit geschützt blieben, eben die damals gebildeten Schutzstoffe noch viele Fahre nach dem Ablauf der Krankheit im Blute kreisen müßten. Entnimmt man nun dem Erwachsenen Blut und spritzt es dem gefährdeten Kinde rechtzeitig ein, so werden auch hier genügend Schutz, stoffe übertragen, um den Ausbruch der Krankheit zu verhüten. 9n der Hälfte der Fälle hatte diese Methode vollen Erfolg: in der anderen Hälfte jedoch gelang.es nicht, den Ausbruch zu verhindern: allerdings ist der Verlauf dieser Masern dann außer- orbentlid) leicht. Für das in der Familie befindliche Kind, wo stets genügend (yltcmblut zur Verfügung sieden dürfte, ist diese Methode als geradezu, ideal zu bezeichnen. Entweder es kommi überhaupt nicht zu einer'Erkrankung, oder diese verläuft schnell und leicht und verleiht trotz des abgefchmächten Verlaufes dem Erkrankten einen Schutz für lange Zeit wie bei gewöhnlichem Verlauf — allerdings nur, wenn das Erwachsenenblut spätestens bis zum 4. bis 5. Tag nach der Ansteckung eingespritzt worden ist. Leider werden aber die Aerzte besonders von den sozial niederen Kreisen und dem breiten Mittelstand sehr häufig erst dann geholt, wenn die Krankheit schon in vollem Gange ijt und eine ungünstige Wendung genommen hat. So ging man denn — wie Professor Degkwitz selbst in einer ausführllcheii Arbeit jüngst berichtet hat — schon im Jahre 1920 daran, ein Masernfchutzserum vom Tiere zu gewinnen, das man noch nach dem sechsten Tage einspritzen könnte, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern. Nach jahrelangen Vorarbeiten ist es nun endlich gelungen, von Schafen ein Serum zu gewinnen, das die angesteckten Kinder vor dem Ausbruch der Erkrankung zu schützen vermag. Und zwar entfaltet das tierische Masernfchuhferum die besten Wirkungen, wenn es erst am 7. bis 10. Tage nach der Ansteckung den gefährdeten Kindern eingespritzt wird. Die Dauer des Schutzes beträgt 1 bis 2 Monate. Und schließlich vermag nach den Angaben von Degkwitz das vom Tier gewonnene Schutzferum beim mafernkranken Kinde selbst das Auftreten von Komplikationen zu unterbinden, auch wenn man es erst längere Zeit nach dem Entstehen des Ausschlages dem Kinde cinfpritzt. Selbstverständlich bedarf das Dcgkwitzjche Ma- fernschutzserum noch der gründlichen Nachprüfung. Sollie es sich jedoch bewähren, fo wäre eine medizinische Großtat vollbracht worden. Frankfurter Theater. Man muh schon sagen, ohne damit in Ucber- treibung zu verfallen: das Außergewöhnliche, hier wirb's Ereignis! Die Maisäry, unbe- Pflichtet wird. — Die Brennholz- und Ruh- Hol z v e r st e i g e r u n g e n vom 11., 16. und 25. Februar werden genehmigt, ebenso findet ein Nachtrag zum Wirtschaftsplan und die Herstellung einer Drainage im Pflanzgarten die Genehmigung des Gemeinderats. — Die Beschaffung einer fahrbaren I a u ch e p u m p e wird gutgeheißen, wenn sich diese auch als Wasser Zubringer bei Feuerlöschzwecken verwenden und mit verhältnismäßig billigen Mitteln auch mit elektrischem Kraftbetrieb einrichtcn läßt. — Die Anlegung eines Grabens längs des Auwicsenwcgs und Die Herstellung von Ueberfahrten wird beschlossen, das Material ist auf Kosten Der beteiligen Grundbesitzer zu beschaffen, die erforderlichen Arbeiten werden auf Die Gemeindekasse übernommen. — Einige zu Strahenzwecken benötigte Parzellen sollen von Der Gemeinde erworben werden. — Bei den am Freitag und Samstag im hiesigen Gemeinde- w ald abgehaltenen H olzvcrst ei gerungen wurden folgende Preise erzielt: Scheiter: Buchen 17 bis 20 Mk. je Raummeter, Knüppel: Buchen 15 bis 18 Mk., Hainbuchen 11 bis 15 Mk., Eichen 5 bis 6 Mk.. Eschen und Erlen 4 bis 8 Mk.. Fichten und Kiefern 6 bis 8 Mk."ft-Lm.. Stöcke: Buchen und Hainbuchen 5 bis 6 Mk.. Eichen und Eschen 2,50 bis 4 Mk., Kiefern 5 bis 7 Mk. je Raummeter, Reiser: Buchen 1,50 bis 2 Mk.. Eichen und Eschen 0,50 bis 1 Mk, je Rm.. Eichen- Rollen 12,50 Mk. je Rm.. Schnittholz: Eichen 53 Mk.. Kiesern 33 Mk., Fichten 37 Mk. je Mm.. Werkholz: Birken 30 Mk.. Eschen 56 Mk, Kiefern 2. und 3. Kl. 25 Mk. je Fstm.. Bauholz: Fichten 5a- u. 5b-Klasse 20 Mk. je Fstm., Derbstangen: Fichten 16 Mk. je Fstm. Kreis Friedberg. x. Friedberg, 8. März. Der gestrige Sonntag stand hier im Zeichen Der Politik: am Vormittag um II Uhr sprach an dem Kriegerdenkmal der kommunistische Landtagsabgeordnete G a l m über die Fürstenabfindung. Die Zuhörer bestanden außer einem kleinen Häufchen von Parteigenossen zum größten Teile aus Neugierigen. Mr Den Nachmittag um 3 Uhr hatten Die vereinigte demokratische und sozialdemokratische Partei zu einer öffentlichen Versammlung ins Hotel Trapp eingeladen. Die Versammlung war sehr stark besucht. Als erster Redner sprach Reichstagsabgevrdneter K 0 r e l l über „Gegenwartsfragen der Reichspolitik". Er bekannte sich als Anhänger des Gedankens, unsere staatliche Selbständigkeit aufzugeben und uns an Preußen anzuschließen, um damit einem Einheitsstaate einen Schritt näher zu kommen. Der zweite Redner. Landtagsabgeordneter Lux, sprach über „Die steuerliche Velastung in Hessen". Beide Redner sanden lebhaften Beifall. Zwei Diskussionsredner, denen nur eine kurze Redezeit zugcbilligt war, konnten in der erregten Versammlung fast nicht zu Wort kommen. Zum Schluffe wurde eine Entschließung angenommen, in welcher der Finanzpolitik des Finanzministers Henrich volles Vertrauen -entgegengebracht wird und die demselben gemachten Vorwürfe mit Entrüstung zurückgewiesen werden. 00 Nieder-Florstndt, 8. März. Die aus vielen Orten gemeldete Grippeepidemie macht sich seit der letzten Woche auch hier immer mehr bemerkbar. Ganze Familien sind an Grippe erkrankt. Schwere Fälle sind erfreulicherweise bis jetzt nicht vorgekommen. — Die Maul- und Klauenseuche hat hier ihren Höhepunkt überschritten. Die Seuche ist diesmal nicht schlimm ausgetreten, die meisten Tiere hatten in ein bis zwei Tagen die Krankheit überwunden. Nur Iungvieh (Ferkel) ging ein. — Der Gemein derat in seiner alten Zu- sammetisehung trat nochmals zu kurzer Beratung zusammen. Auf der Tagesordnung stand die Vergebung der Anfuhr von S t e i n c 1 . Ein Teil des Gemeinderats hatte schriftlich die Erteilung des Zuschlags verhindert, um dem Zweckverband, an dem die Gemeinde zu vier Siebenteln beteiligt ist, Gelegenheit zur Ueber- nahme der Arbeit zu geben. In der Sitzung kam es zu einer lebhaften Aussprache, Da aber Der Zweckverband mitgeboten hatte, glaubte man, Den Steigerern Den Zuschlag nicht verweigern zu können, unD will Dem ZweckverbanD Die Anfuhr der spater zu liefernden 300 Meter übertragen. । > Aus der nördlichen Wetterau, 8. März. Der derzeitige Stand des Winter- g c t r e i D e s ist auch in hiesiger Gegend recht zufriedenstellend. Infolge der feuchtwarmen Witterung der letzten Zeit -hat fich die junge Saat günstig entwickelt. Iedenfalls dürfte jetzt bei Der vorgeschrittenen Iahreszeit Die Gefahr Der Auswinterung vorüber sein. Don Dem Stand unserer Rotkleefelder ist weniger günstig zu berichten. Durch den im Vorwinter heftig einsetzenden Frost und dadurch, daß fich bet Eintritt des Winters zahlreiche Mäuse in den stritten ein Sonderfall unter den deutschen Künstlern der Gegenwart, ist wieher zu einem Gastspiel in das Operettentheater nach Frankfurt gekommen und nun entrollt sich am Premierenabend das bunte strahlende Dild eines Festes, dessen Königin Mihi Massarh ist. Das klingt etwas geschraubt, aber cs ist eine Tatbestands- Meldung aus hem Reich Der Frankfurter Kunst. Das Operettentheater verband mit dieser Premiere — aufgeführt wurde »Die Teresina", eine Operette von Rudolf Schanz er und E. Welisch, Musik von Oskar Strauß — die Einweihung baulicher Erweiterungen: ein neues Foyer und neue Treppenanlagen präsentterten sich. Die Aufführung selbst wurde geleitet von einem renommierten Gast-Regisseur aus Berlin. Dr. Reinhold Druck, und im übrigen war alles auf einen festlichen Ton gestimmt, über dem als Dominante die große Kunst der Massarh schwang. Die Operette wird säst Nebensache, obwohl die Musik von Oskar Strauß gefällig. liebenswürdig, von rhythmischem Glan, aber ohne Originalität ist. Das Wesentliche ist der unvergleichliche Ehamie, die künstlerische Souveränität, der persönliche Zauber der Massary: das Publikum ist völlig im Danne dieser Frau, die tatsächlich als Diva nicht ihresgleichen hat und die mit ihrer unendlich seinen Musikalität und ihrem wunderbaren Instinkt für das Künstlerische selbst Die Plattitüde zu adeln, immer aber das Publikum in höhere Regionen künstlerischen Genießen- mit der persönlichen Kraft ihrer Gestaltung zu heben vermag. Es war wieder ein großer geseU- schaftlicher Abend, ein glänzendes DilD und ein stürmischer Erfolg, an dem neben Der Massary auch die Frankfurter Künstler des Operetten-* theaiers durch ihr Streben, Bestes neben Dem berühmten Gast zu geben, Anteil hatten. L. W. Xfecfelbcrn einnisteten, hat diese Saat an manchen Stellen nicht unerheblich gelitten. Zur Zeit sind die meisten Landwirte eifrig mit der Pflege ihrer Obstbäume beschäftigt. Sehr lohnend war die Bekämpfung der schlimmsten Schädlinge durch das 'Anbringen von Klebgürteln: besonders wurde hierdurch eine große Zahl von Frost- shannern vertilgt. Diele Landwirte dürften sich in dieser Beziehung aber immer noch eifriger betätigen. Kreis Büdingen. Nidda,-8. März. Die mit dem zweiten Morgenzug von Schotten fotnmenben Reisenden Haden hier beinahe 2* Stunden Aufenthalt, um über Friedberg nach Frankfurt weiicrfahren zu sonnen. In einer Besprechung mit einem Vertreter der Reichsbahn wurde die Zusage gegeben, den Aufenthalt um etwa eine Stunde ab- zuknrzen, so daß Frankfurt schon kurz nach 12 Uhr erreicht wird. Auch der Nachmittagszug nach Friedberg 4.25 soll etwas spater gelegt werden, um den hier beschäftigten Arbeitern Gelegenheit zu geben, ihre Einläufe von der Abfahrt besorgen zu können. f_ Nidda, 7. März. Heute hielt der hiesig: ricger verein im Gambrinus einen B c - 3 : r T 3 t n g ab, der sehr gut besucht war. Außer dc» Verhandlungen von Vereinsanqelegenheiten' fand auch ein Lichtbildervortrag über Erlebnisse im Weltkriege statt, der für alle ehemaligen .Krieger viel Interesse bot. i). Nidda, 7. März. Vor zwei Tagen war in ^-üttengesäß ein Motorrad gestohlen worden. Dec Dieb kam gestern abend mit dem Rade zu einem hiesigen Fahrradhändler, um eine Reparatur vornehmen zu lassen. Kurz vorher hatte aber die Gendarmerie die Geschäfte von dem Diebstahl verständigt. Kaum hatte Wachtmeister K. von hier das Geschäft verlassen, als ihm die Ankunft des Diebes gemeldet wurde. Obgleich der Beamte sehr vorsichtig zu Werke ging, um den Dieb zu fassen, batte dieser doch die Gefahr rechtzeitig erkannt: er ließ das Rad im Stich und floh in der Dunkelheit schleunigst aus der Stadt. Doch wird er seiner Bestrafung nicht entgegen, da seine Personalien bekannt sind. Er stammt aus Langenselbold. Das gestohlene Rad kam auf der hiesigen Bürgermeisterei in sichere Verwahrung. Kreis Schotten. y Saubad), 8. März. Gestern morgen predigte auf Einladung des „Evangelischen 'Bundes" Pfarrer Haupt, der Sekretär dieses Bundes, in der hiesigen Stadtkirche. Am Abend stielt er, ebenfalls in der Stadtkirche, einen eingehenden Vortrag über die Bestrebungen und Ziele des Bundes. Der Vortrag war sehr gut besucht. — Der diesjährige S ch n ep f en str i ch ist als recht gut zu bezeichnen. Zn den städt. 'Waldungen sind ein halbes Dutzend der Langschnäbler bis jetzt geschossen worden. In dieser Woche wird auch der Schnepfenstrich in den gräflichen Waldungen, die bisher geschlossen' waren, wieder eröffnet. Der beste Strich ist im sog. „Eiern" auf der Wasserscheide von Wetter und Horloff, südlich von unserer Stadt. -- Das schwere Hagelwetter und der Schneefall der vergangenen Woche haben der Winterfrucht nicht geschadet. Schön steht im allgemeinen der Klee: teilweise hat ec etwas durch Mäusefrah gelitten. Es sollten gemeinsame Maßregeln zur Vertilgung der Massenhaft auf- tretenden Vager ergriffen werden. Der einzelne ist machtlos. .Xlngentetn günstig hat sich der Graswuchs entwickelt. Die Wiesen sind in ihrem Wachstum so vorgeschritten, daß man glauben könnte, man stünde schon im April. Eichelsdorf, 8. März. Vor einigen Wochen löste sich der seit Jahren hier bestehende Turnverein auf. Den Bemühungen einiger Freunde der Turnsache ist es nun gelungen, die Gründung eines neuen Turnvereins durchzusetzen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Bürgermeister Knodt gewählt. Die Turnstunden finden im Lehrschen Saale statt. Der junge Verein beabsichtigt, dec Deutschen Turnerschaft als Mitglied beizutreten. § Ulrich st ein, 8. März. Bei der Verpachtung des Pfarrgutes, die in diesen Tagen stattfand, wurde im ganzen ein hinter dem Friedenspreis stark zurückbleibendes Ergebnis erzielt. Die A e ck e r wurden im ganzen zum wirklichen Wert gepachtet: die Wiesen aber blieben allzusehr hinter dem wahren Preis zurück, so daß die Verpachtung wohl nur teilweise die Genehmigung der zuständigen Behörde finden wird. * Rainrod. 8. März. Heute fand hier eine von einheimischen und Wetterauer Steigerern außerordentlich stark besuchte Brenn- holzversteigerung des Forstamts Eichelsdorf statt, bei der die bisher in unserer Gegend erzielten Brennholzpreise stark überboten wurden. So kamen ein Raummeter Buchen- scheitholz aus 16 bis 18 Mk.. Buchenknüppel auf 12 bis 14 Mk., Buchenstöcke auf 7 bis 8Mk., Buchenreisig auf 2,50 bis 3 Mk. Das Brennholz minderer Güte und Holzart war kaum billiger. Da die Waldungen des Forstamts Eichelsdorf von einem dichten Netz fester Straßen durchzogen sind, ist der Andrang der Käufer wegen der leichten Abfahrt des Holzes besonders groß. Kreis Alsfeld. fr-fr Alsfeld, 8. März. Nachdem nun die Stadt einen ausreichenden Konzert- und Festsaal im „Deutschen Hause" besitzt, ist die Möglichkeit der Veranstaltung von Militärkonzerten vorhanden. Es fand daher am gestrigen Sonntag abend das zweite große Konzert der Kapelle der Gießener Reichswehrkapelle unter persönlicher Leitung von Obermusikmeister L ö b e r statt. Das ausgewählte künstlerische Programnr, das im ersten Teil Streichmusik brachte, im zweiten Teile Blasmusik, fand stürmischen Beifall bei dem sehr dankbaren Publikum, das den großen Saal dicht besetzt hatte. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Miiitarkonzerte der Gießener Kapelle bei uns ebenso eine ständig« Einrichtung werden tonnten wie die regelmäßigen Vorstellungen des Gießener Stadttheaters in Alsfeld. W Burg-Gemünden, 8. März. Der Ohm - Lumdatal-Sängerbund faßte in feiner außerordentlichen Versammlung, die hier stattsand, den Beschluß, in diesem Jahre mit 'Rücksicht auf die außerordentlich schlechte Finanzlage von der Abhaltung eines Bundessän- gerfestes Abstand zu nehmen. Dafür soll am 13. Juni in Bieder-Oh men ein Wertungssingen stattfinden. W 21 u s dem Ohmta l, 8. März. Unsere Landwirte sind, wie man hört, mit dem Heber» w intern des Getreides im allgemeinen zufrieden. Der Wintrrweizen steht gut, der Roggen, mit Ausnahme von zu nassen Aeckern, ebenfalls. Der Klee hat sich, begünstigt durch das warme Frühlingswetter, in den letzten Tagen ebenfalls sehr gut entwickelt. Starkenburg. WEN. Darmstadt. 8. März. Heute vormittag d e m o n st r i e r t e n mehrere tausend Arbeitslose in der Rheinstraße, um für eine Erhöhung der Erwerbslosen Unterstützung Propaganda zu machen. Eine Kommission von etwa 20 Arbeitslosen begab sich zum Oberbürgermeister und protestierte dagegen, daß die Stadtverordnelenversanunlung, die über die Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung zu befinden habe, diese Woche nicht zusammentreten soll und dadurch eine Verzögerung der Erhöhung eintrete. Der Oberbürgermeister erklärte sich bereit, die Wünsche der Arbeitslosen in einer diese Woche einzuberufenden Sitzung des Finanzausschusses zur Erledigung zu bringen. Die Kommission gab sich damit zufrieden. Die im Anschluß an diese Besprechung vorgesehene Demonstration wurde durch die Schupo verhindert. Außer unwesentlichen Zusammenstößen kam es zu keinerlei Zwischenfällen. Es wurden einige Ruhestörer festgenommen. Gegen mittag rückte die Schupo, die auch ihren Panzerwagen bereitgehalten hatte, wieder ab. Preußen. Der Kommunaikonflikt Biebrich-Wiesbaden. WER. Biebrich, 8. März. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung von Biebrich sind am Samstag zusammengetreten, um zu der Kündigung des Eingemeindungsvertrages durch Wiesbaden Stellung zu nehmen. Die vom Wiesbadener Oberbürgermeister als die Schuldigen hingestellten Bürgermeister Scheffler und Stadtverordnetenvorsteher Schröder erklärten, sie hätten geglaubt, mit ihrer Zustimmung zu dem Vertrag im Interesse Wiesbadens und Biebrichs zu handeln. Heute säheir sie ein, daß sie einen schweren Fehler gemacht hätten. Sie hätten infolgedessen auch schon Verhandlungen mit der Thüringer Gasgesellschaft eingeleitet. Sowohl Magistrat wie Stadtverordnetenversammlung mißbilligten c in* stimmig d i e Haltung ihrer Vertreter und beschlossen, bei der Gesellschaft vorstellig zu werden, damit der Vertrag auf friedlichem Wege gelöst wird. Sollte das nicht äu erreichen fein, so wird der Rechtsweg beschritten werden. Auf jeden Fall besteht angesichts dieser Haltung der Stadt Biebrich die toffnung, daß der Streit gelöst wird und die tngemeinöung zum April erfolgen fann. Kreitz Wetzlar. HlWetzlar, 8. März. Der Kreisverband s e l b st ä n d i H e r Handwerker hat an die Büraermeisterämter und Gemeindevorsteher des Kreises ein Rundschreiben gerichtet, in dem er um Mitwirkung bei der B e k ä m p f u n g des sogenannten „S ch w a r z a r b e i t e r t u m s" bittet. — Im Zuge der Straße von hier nach W e i d e n h a u f e n befindet sich am Waldausgange eine doppelte 8-Ku rve, die bei dem heutigen gesteigerten Äraft- fahrzeugoertehr eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit bedeutet. Wie wir hören, sind bei den zuständigen behördlichen «testen Verhandlungen im Gange, die die Beseitigung der Kurven und eine Geradelegung der Straße an der bett. Stelle zum Gegenstände haben. x. p. Odenhausen (Lahn), 8. März. Bei der am Samstag stattgefundenen Gemeinde- H o l z v e r st e, g e r u n g wurden überaus hohe Preise erzielt, die in keinem Verhältnis zum realen Wert stehen. Ein Raummeter Scheitholz kam bis an 26 Mk., Knüppel bis 18 und Reiser an 2,50 bis 3 Mk. Es ist bedauerlich, daß sich die Gemeindegliedcr angesichts der trostlosen Wirtschaftslage das Holz selbst so teuer gemacht haben. <> Nieder-Kleen, 8. März. Die Arbeiten an der Fertigstellung des Wassertet- t u n g s b a u e s für die hiesige Gemeinde haben einen guten Fortgang genommen. Die Rohrlegung im „Schneiderberg" ist soweit beendet und eine fertige Teilstrecke bereits unter Druckprobe genommen. Die Zahl der augenblicklich beschäftigten Notstandsarbeiter beträgt 30. Die Frage der Kanalisierung des tiefer gelegenen Dorfteiles ist noch nicht abschließend geregelt, weil eine Anzahl der in biejem wohnenden Hausbesitzer gegen die Heranziehung zu den Kanalisierungskosten Einspruch erhoben hat. DUlkreiS. bl. Eibelshausen, 8. März. Der hiesige Turnverein erbaut eine neue Turnhalle. Die Baukosten sind zum größten Teil durch eine Lotterie aufgebracht worben. Den Bauplatz hat die Genreinbe billig zur Verfügung gestellt. LJ Eisemroth, 8. März. Die A r b e i t s - losigkeit in der hiesigen Gemeinde hat jetzt ihren Höhepunkt erreicht. Nachdem einige Eisensteingruben schon vor längerer Zeit stillgelegt wurden, hat nunmehr die letzte noch arbeitende Grube S a a l g r u n d die Arbeit bis aus die Notstanbsarbeiten eingestellt. Ein kleiner Teil der Arbeitslosere findet zwar am Straßenbau Eisemrod—Oberscheld Beschäftigung, jedoch ist dies auf bas Gros nicht ausschlaggebend. — Der Saaten stand ist hier befriedigend. Das Korn hat gut überwintert, der starke Frost hat ihm nichts geschadet. U Uebernthal. 8 März. Durch die Sparmaßnahme der Reichsbahnverwaltung war unser Bahnhof stillgelegt. Nun hat sich die Reichsbahnverwaltung bereit erklärt, nachdem der Personenverkehr schon vor einiger Zeit wieder eröffnet wurde, auch die Güterzüge für Wagenladungsverkehr ab 1. Rkärz wieber halten zu lassen. Die Fracht der Wagenladungen erfolgt aber, je nach Richtung, bis zum lüichstgelegenen Bahnhof. Auch muß für die Unterhaltung der Bahnhofsgleise aufgekommen werden. Für den Stückgutverkehr bleibt unser Bahnhos, da er noch unbesetzt ist, geschlossen. Die Stückgüter müssen nach wie vor in Eisemroth abgehvlt werden. Kreis Aulda. WSR. Fulda, 8. 2Ikarz. Beim hiesigen Amtsgericht sind in der Zeit vom 1. Januar bis 1. März insgesamt 2500 Zahlungsbefehle beantragt worden. hessische Landwirtfchastslammer 4. Hauptversammlung. Die Landwirtschaftskammer für Hessen hielt am Samstag im Sitzungssaale des Landeskircheutages in Darmstadt ihre 4. Hauptversammlung ab. Sie wurde durch den Vorsitzenden, Oekonomierat Hensel, eröffnet, der die Anwesenden, insbesondere den Ministerialdirektor Hebel Oberlandwirtschafts» rat Dr. May und Regierungs Becker als Vertreter der Regierung begrüßte. Der Präsident widmete dem verstorbenen Generalsekretär Oekonomierat Dr. Wetz einen Wannen Nachruf und sprach hierauf dem Vizepräsidenten der Kammer, Oekonomierat Hahn, Heßloch, zu feinem 70. Geburtstag nachträglich die Glückwünsche der Landwirtschaftskammer aus. Der Redner erklärte, er habe die Genugtuung, daß die Land- wirtschaftskammer, Vorstand und Beamte, getan haben, was sie konnten, unsere Bauern in ihrem Existenzkampf zu unterstützen und ihre traurige Lage zu bessern. In längeren Ausführungen setzte sich dann der Präsident mit den Angriffen des sozialdemokratischen Abg. Lux im hessischen Landtag gegen die Landwirtschaftskammer auseinander. Er wies zahlenmäßig nach, daß die Behauptung des Abg. Lux unrichtig fei, daß der Voranschlag der Landwirtschaftskammer seit 1914 um 57 Proz. gestiegen wäre, während der Staatsvoranschlag nur um 46 Proz. zugenommen habe. Ebenfalls sei die Behauptung unrichtig, daß die Landwirtschaftskammer vor dem .Kriege viel weniger Beamte gehabt habe als jetzt. Van einem Abbau der Beamten der Landwirtschaftskammer könne nicht die Rede fein, weil die Kammer ihre Beamten nicht vermehrt habe. Die Angriffe im Landtag sollten nur der Agitation dienen unö waren nur Reden zum Fenster hinaus gewesen. Der Präsident, der Vorstand und die Beamten würden sich durch diese Angriffe nicht abhalten lassen, Ihre Pflicht zu tun im Dienste der Landwirtschaft. Die Mehrheit der Kammer ftimmte den Ausführungen des Präsidenten über die Angriffe im Landtag gegen die Landwirtschaftskammer lebhaft zu. Generaldirektor Dr. Hamann erstattete hierauf einen längeren Bericht über die Tätigkeit der Landwirtschaftskammer int Jahre 1925; er streifte hierin die Frage dec Kreditbeschaffung für landwirtschaftliche Betriebe, Steuerfragen, die Tätigkeit der Saatbaustel'leu. erörterte Fragen der Pferdezucht, der Rindviehzucht, der Schweinezucht ttnb der Ziegenzucht, sowie die Förderung des Obst-, Gemüse-, Garten- und Weinbaues. Weiter wurden in diesem Bericht behandelt die landwirtschaftliche Buchführung, das Versuchsgut Selgenhof, das Versuchs- unb Mustergut Groh-Umstadt, die Hessische Landwirtschaftliche Zeitschrift, das Vortragswesen, die Haushaltungsschulen und der ländliche Bauberatungsdienst. Im Anschluß hieran erstattete Generaldirektor Dr. Hamaun einen Bericht über die Lage der Landwirtschaft, auf den wir noch zurückkommen werden. Der Bericht wurde mit lebhafter Zustimmung auf genommen. Nach längerer Aussprache wurde ein Antrag des Vorstandes einstimmig angenommen, in dem es heißt: „Die Hauptversammlung der Landwirtschafts- kammer wolle bei der hessischen Regierung den Antrag stellen, daß für alle Anämiefälle die sogenannte Bekämpfungs- und Enschädigungspflicht nach preußischem Muster eingeführt und Dem Gesetz rückwirkende Kraft verliehen wird." Ferner wurde nachstehender Antrag einstimmig angenommen: „Die Hauptversammlung wolle beschließen, daß 1. bet der Reichs- und Landesregierung beantragt wird, von einer Zugtier- oder Fahrzeugsteuer, die die Landwirtschaft belasten, unbedingt Abstand zu nehmen: 2. bei denselben ferner beantragt wird, eine Reform der Kraftfahrzeugsteuer dahingehend diirchzuführen, daß eine Erhöhung derselben mit rückwirkender Kraft ab 1. Januar 1926 stattfindet und daß durch Einführung einer Ergänzungssteuer der tatsächlichen Inanspruchnahme der öffentlichen Verkehrsanlagen ditrch die Kraftsahrzeuge Rechnung getragen wird." Schließlich wurde noch eine Entschließung angenommen, in der gegen die Vernachlässigung und Schädigung der Interessen der deutschen Landwirtschaft durch die Politik der Reichsregierung Protest erhoben wird. Ferner wurden Anträge bezüglich des Abbaues der Wöin-, Getränke- u n b anderer Steuern angenommen. Ein Antrag, im September d. I. eine landwirtschaftliche L a n d e s a u s st e l l u n g zu veranstalten, verfiel wegen der starken Verbreitung der Maul- und Klauenseuche in Hessen der Ablehnung. Sie soll evtl, im nächsten Jahre stattfinden. Der Ankauf des der Stadt Worms gehörenden Kttrhaufes in Michelstadt i. O. um die Summe von 175 000 Mk. zur Errichiung einer landwirtschaftlichen Haushaltungsschule wurde mit 29 gegen 12 Stimmen genehmigt. Die Debatte hierüber gestaltete sich recht lebhaft. Im wesentlichen sprachen sich die Mitglieder der Landwirtschaftskammer aus Starkenburg und Rheinhessen für den Antrag aus, die aus Oberhessen jedoch in der Mehrzahl dagegen. Die Verjammlung beschäftigte sich hierauf mit dein Voranschlag der Landwirtschaftskammer in Verbindung mit den Voranschlägen der Haushaltungsschulen Langen, Lindheim, und her Hessischen Landwirtschaftlichen Zeitschrift für 1926. Dec Voranschlag schließt in Einnahme und Alisaabe mit 1275 070 Mk. ab (im Vorjahr 1 239 809 Mk.): darunter sind 197 790 Mk. Staatszuschüssc. Ein Antrag Fenchel (Ober-Hörgern) will 1. daß in Rubrik 1^ (Umlage) die Summe von 720 000 Mk. um 170 000 Mark, also auf 550 00 Mk. herabgesetzt wird, d. h. 100 Mk. Umlage um 4,7 Pf. ermäßigt; 2. es soll ein Ausschuß von 6 Mitgliedern (je zwei aus einer Provinz) gebildet werden, um festzustellen, wo man diese Summe herabfetzen kann. Abg. Fenchel bemerkte noch dazu, dec Antrag solle kein Mißtrauensvotum sein, aber er könne im Augenblick keine Em- zelvorschläge machen. Nach längerer Aussprache wurde der Antrag Fenchel in Punkt 1 mit 29 gegen 12 Stimmen abgelehnt, dagegen wurde der Punkt 2 (Sparausschuß) einstimmig angenommen. Dec Vor anschlag wurde darauf gegen 2 Stimmen (Fenchel und Lutz) angenommen. Nachdem noch in scharfer Weise gegen das den hessischen Bauernstand kompromittierende Theaterstück „Der fröhliche Weinberg" Stellung genommen worden war, wurde die Tagung geschlossen. Kleine Strafkammer Gießen. * G i e ß e n , 5. März. Ein Kaufmann war vorn Amtsgericht wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 4 0 0 M a r E evtl. 2 0 Tage Gefäng- n t s verurteilt worden. Seine Berufung wurde, da er der ordnungsmäßigen Ladung nicht Folge geleistet, kostenpflichtig verworfen. Ein Landwirt war in erster Instanz wegen Vergehens gegen das Reichsviehseuchengesetz freigespro- chen worden. Er soll an zwei Tagen, 'trotzdem im Ort die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen mar, in seinem Gehöft und an den Eingängen nicht vorschriftsmäßig gekalkt haben. Die Beweisaufnahme in der Berufungsinstanz ergab die Schuld des Angeklagten, weshalb dec Berufung der Staatsanwaltschaft stattgegeben und der Landwirt in Geldstrafen von zweimal 10 Mark verurteilt wurde. Ein Kaufmann war vom Amtsgericht wegen zweier Vergehen gegen das Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen zu zusammen 10 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Er hatte ohne Erlaubnis des zuständigen Kreisamts einen Kraftwagen in Gebrauch genommen und auch mit einem Wagen Probefahrten unternommen, ohne im Besitz des richtigen Kennzeichnens zu sein. Nach längerer Vorhand lung erkannte das Berufungsgericht auf je 15 0 Mark Geldstrafe oder 10 Tage Gefängnis. Ein mit 7 Tagen Haft und Ueberweifung an die Landespolizeibehörde bestrafter Bettler erreichte durch feine Berufung, daß ihm die Usber Weisung abgenommen wurde. Eine größere Umsatzsteusrsache mußte ausgesetzt werden zwecks Einholung eines ausführlichen Gutachtens des Sachverständigen. Rundfunk-Programm des Frankfurter Genders. (Aus der »Radio-Umschau".) Mittwoch, 10. März. 3.30 bis 4 Uhr. Die Stunde der Jugend. 4.20 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Mozarts Ouvertüren. 5.45 bis 6.10 Uhr: „ Frankfurter Märchen", verfaßt und vorgetragen von Dr. Ludwig Harald Schütz. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Das Lohn- und Arbeitsproblem (Amerika und wir)". Zweiter Teil. Vortrag von Direktor Otto Behrens. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule „Die Weichtiere". Vortrag von Dr. F. Haas. 7.15 bis 7.45 Uhr: Funkhochschule Frankfurt: „Der Mensch als Maschine 1“, Vortrag von Polizeiarzt Dr. Vrieger. 7.45 bis 8.15 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr: Dichtungen des ostasiatischen Gedankenkreises. 9.15 bis 10.15 Uhr: Mozart-Beethoven-Abend. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zum Abba« in Hessen. Gießen. Im „Gieß. Anz." wurde aus Darmstadt berichtet, daß im Finanzausschuß des Hessischen Landtags ein Antrag Schreiber-Reiber, der die Regierung ersucht, auch 6 Amtsgerichte abzubauen, angenommen worden sei. Gin solcher Antrag ist unverständlich, denn durch diesen Abbau erwachsen dem Staate neue Ausgaben für Bauten, weil das Amtsgerichtsgebäudc- z. D. in A nicht groß genug ist, um das Personal und die Akten des von B nach A zu verlegenden Amtsgerichts aufzunehmen. Wie ist es mit den Kosten der Errichtung der erforderlichen neuen Beamtenhäuser? Nachdem die Ortsgerichte nicht mehr zuständig sind. Jmmobilarveräußerungs- verträge aufzunehmen, hat man nach Anlegung der neuen Grundbü^er die Zahl der Amtsgerichte zur Bequemlichkeit des Publikums vermehrt. Hoffentlich sagen das Plenum des Landtags und die Regierung zu jenem Antrag ein kräftiges „Nein". Das Publikum würde durch den beantragten Abbau erheblich an Geld und Zeit geschädigt, um das weiter abliegende Amtsgericht aufzusuchen. Würde z. B. eins der Amtsgerichte zu Hungen oder Lich abgebaut werden, dann mühten entweder die Bewohner von Lich und Umgegend nach Hungen reffen, oder umgc- kehrt die von Hungen und Umgegend nach Lich. Vor dem Kriege bestand die Zweite Kammer der Landstände aus 55 Abgeordneten, heute beträgt die Zahl 70; damals bekam ein Abgeordneter ein Tagegeld von 9 Mk. und eine Uedernach- tungsgebühr von 3 Mk., zusammen 12 Mk.. heute 18 Mk. bezw. 10 Mk., also zusammen 28 Mk. Der Arbeiter verdient aber heute teilweise weniger als damals. Wenn die Herren Abgeordneten Schreiber-Reiber im Interesse des Landes Geld sparen wollen, dann mühten sie eine wesentliche Herabsetzung der Anzahl der Landtagsabgeordneten beantragen. A. D. Tüchtiger Mietgesuche oon Kolonialgroßhandlung in (Biegen gesucht. Schriftliche Angeboie über seitherige Tätigkeit, Alter u. Lohn unter 2205D an den Gießener Anzeiger. 2 geräumige Zimmer möglichst eins ntdbl für Wohnung, eilte* leer für ruhiges Br - reaurtn gutem Hau ie u. 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Tel. 1085. 1d ■ --- Vergebung. 3m Wege des schriftlichen Angebots sollen die nachstehend aufgesnhrten Gegenstände für die Zeit vom 1. April 1926 bis 31. März 1927 vergeben werden: A. Derzehrungsgegenständc: Ungefähr: 1. 1500 kg Rindfleisch, 2.2000 kg Rindsnierenfett, ausgelassen, 3. Roher und geräucherter Speck nach Bedarf, 4. 1200 kg Schweinefleisch, 5. 600 kg Würstchen, 6. 2000 kg Schweineschmalz, ausgelassen, 7. 500 Liter Vollmilch, 8. 2000 kg Handkäse, 9. 1500 kg Quark, 10.4000 kg Bohnen, 11. 4000 kg Viktoria. Erbsen, 12. 3000 kg Linsen, 13. 600 Liter Essig, 14. 3000 kg geschälte Gerste, 15. 3000 kg Burma-Reis, 16. 3000 kg Nudeln, 17. 2000 kg Gerstengrütze, 18. 2500 kg Hafergrütze, 19. 2500 kg Weizengrieß, 20.3000 kg Salinen-Kochsalz, 21.10 Tonnen Heringe, 22. 50 kg Pfeffer, 23. 50 kg Kümmel, 24. 700 kg Malzkaffee, 25. 300 kg Bohnenkaffee, roh, 26. 30 000 kg Roggen- rmehl, 27. 18 000 kg Weizenmehl, 28. Weizenmehl 00 nach Bedarf, 29. ,400 kg Staub- ^mehl. Die Muster sind von Angeboten getrennt vorzulegen. B. Verbrauchsgegenstände: Ungefähr: 1000 kg Seifenspähne, 1500 kg Schmierseife, 2000 kg Soda, 10 000 Bogen Fensterpapier, 1000 kg Makulaturpapier, 200 Stück emaill. Eß- näpfe, 200 Stück Kaffeebecher, 20 Dutzend Eßlöffel, 200 Stück Wassergläser, 100 Stück Kehrichtschippen, 12 Dutzend Kämme (Horn), 200 Stück Leibstuhlgefäße, 100 Stück Deckel, 50 Stück Spucknäpfe, 200 Stück Schiefertafeln, 200 Stück Salzgläser, 100 Stück Scifennäpfe, 100 Stück Waschschüsseln. C. Stoffe zum Verarbeiten: Ungefähr: 800 m Rohleinen, stark, 500 m Rohleinen, mittelstark, 160 m Halstücherstoff, blaugrau, 2000 m Hosenträgergurt, 750 m Krankenkleiderstoff, 680 m Drell, 3300 m Beiderwand, 5500 m Kal- muck, 2200 in Tuch, schwarz, 350 kg Wollgarn, 3500 m Baumwollköper, 4500 in Leinen, 80 cm breit, 4000 in Bettzeug, blauweiß kariert, 1500 m Handtuchstoff, 5500 m Leinenstoff für Hemden, 2000 m Rohleinen, leicht, 2000 Stück Taschentücher, 500 kg Gips, 500 kg Kreide, gemahlen, 200 kg Oker, hell und dunkel, 500 kt Bleiwciß in DI, 200 kg Leinöl, gekochtz 100 kg Sikkativ, 150 kg Eichenholzlack. 120 kg Emaillack, 50 kg Vernsteinlack, 200 kg Terpentin-Ersatz, 1500 kg Sohlleder, 400 kg Rindleder und sonstige Schuhmacherartikel. Kostenfreie Angebote sind bis zur Er- offnungsstunde: Dienstag, den 23. März 1926, vormittags 10 Uhr, verschlossen und mit der Aufschrift: „Lieferung für die Zellenstrafanstall" einzureichen. Jur gleichen Stunde sollen die Angebote auf den Bezug der Knochen, Lumpen (einschl. alter Strümpfe), des alten Eisens, der Zinkblechabfälle, der Patronenhülsen und der Kuchenabsälle für das Rechnungs- jahr 1926 geöffnet werden. Bedingungen für die Bewerbungen und Lieferungen enthält der Ministerial- erlaß vom 16. Juni 1893. Er kann nebst den übrigen allgemeinen und besonderen Bedingungen werktags zwischen 9 und 11 Uhr vormittags und zwischen 3 und 4 Uhr nachmittags auf der Geschäftsstube des Oekonomen und des Bau- und Arbeitsinspektors eingesehen werden. Abschriften können gegen Erstattung der Schreibgebühr bezogen werden. 3m Gesuch um Abschrift ist der Lieferungsgegenstand näher zu bezeichnen. Zuschlagsfrist: 10 Tage. Für die Angebote ist ein besonderes Formular vorgeschrieben, das zum Stückpreis von 10 Pf. von unserer Kanzlei bezogen werden kann. Die Verzehrungsgegenstände werden für die Zeit vom 1. April bis 30. September 1926 vergeben. 2193V Butzbach, den 20. Februar 1926. Die Direktion der Hess. Zellenstrafanstalt. Holzsubmissio». Montag, den 15. März 1926, vormittags 10 Ahr, werden aus der Forstwarte I die in nachstehend aufgeführten Distrikten lagernden Holzsortimente im Submissionswege vergeben: Los 1. 3 m Distrikt Nundeheg von Holz-Nr. 422 bis inkl. 868 1 Fichtenstamm 3. Kl. 1,56 Fstm. 7 Fichtenstämme 4. „ 7,84 „ 61. „ 5a- „ 43,36 „ 374 „ 5b- „ 129,25 „ Los 2. Distrikt Kohlkaute von Holz-Nr. 869 bis inkl. 1137: 3 Fichtenstämme 2. Kl. 4,07 Fstm. 22 „ 3. „ 19,71 „ 48 „ 4. „ 38,46 „ 104 „ 5a- „ 67,57 „ 91 „ 5b- „ 31,77 „ Los 3. Distrikt Nundeheg u. Obig den Rödern von Nr. 64 bis inkl. 421: 1 Fichtenstamm 4. Kl. mit 0,69 Fstm. Los 4. Distrikt Zimmerplatz und Verschiedene von Nr. 1 bis inkl. 63 und 1211 bis inkl. 1433: 12 Fichtenstämme 3. Kl. mit 12,30 Fstm. 30 „ 4. „ „ 31,87 „ 68 „ 5a- „ „ 47,36 „ 123 „ 5b. „ „ 37,70 „ Angebote find nach Losen und Klaffen getrennt, bid zum Termin einzureichen. Angebote mit zusammengezogenen Losen oder Klaffen oder mit Bemerkungen oder Vorbehalte versehen, werden nicht berück* 'fichtigt. „Die Bedingungen können auf hiesiger Bürgermeisterei eingesehen werden, und werden im Termin nochmals bekannt gemacht. Forsiaspirant Forster zu Treis a. d.Lda. zeigt auf Wunsch das Holz vor. Das Holz ist mit Rinde gemessen, und ist entrindet. Allendorf a. d. Lda., den 6. März 1926. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. 2186V Holzverfteigerung des Gräflichen Forflanrts zu Laubach. Donnerstag, den 11. ds. Mts., vormittags 10‘/< Ahr, im Gasthaus zur Traube zu Laubach: 1. aus Försterbezirk Freienseen, Distr. Heinzeberg 1, 2b, Struth 2 und Wetterauerstrauch: Rm. Scheiter: 30 Buche 1., 20 2. Kl.: 4 Eiche 2., 14 Nadel 2.; Knüppel: 33 Buche 2., 4 Eiche 2., 4 Nadel 2.; Reisknüppel: J2.?u$e aus Heinzeberg 4. Blau unterstrichene Nummern in den erwähnten Distrikten werden nicht ausgeboten. 2- aus Jorsterbezirk Jägerhaus, Distr. Hoher-Rain, Strickberg, Buchholz 1b, Lang Hecke 1 u. Thomasbiegel 1: 248 Rm. Buchenstöcke: Distr. Kirchberg 1, 2, 3a: Am-..?uche 300 1., 95 2. Kl. Knüppel: 48 Stocke: 113 Reisknüppel: 17 Stamm- reifer (abständig): Distr. Strickberg, Kirchberg 2 und Hoher-Rain: 6 Stück Hain- un& I4 Stück Eschenderbstangen -chsttn u. Langwiede 3 u. 4 in lang). Kirchberg 2 kommen nur die bezeichneten Buchenstammknüppel 1. Kl„zum Ausgebot. Kohlreiser u. Les- Holz flachenweise. 21820 Bekanntmachung. Der vom Gemeinöerat beratene Bor- anschlag für das Rj. 1926 liegt vom Mittwoch, dem 10. ds. Mts. an, eine Woche lang auf dem Bürgermeisterei- Bureau zur Einsicht offen. Einwendungen können dort schriftlich oder mündlich vorgebracht werden. Bemerkt wird, daß eine Umlage erhoben wird, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Steinheim, den 8. März 1926., Bürgermeisterei Steinheim. 21990 Schmidt. Werkmeister berT Smarrenfabrtfntion sucht möglichst sofort anderweitig Stellung. Schriftliche Angeboie unter 01668 an den Gtenener Anzeiger erberen. Holzsnbmisfion Aus den Waldungen der Gemeinde Großen-Buseck kommt folgendes Fichien- Stammhol; zum Verkauf: 20820 Los 1: 20 Stck. 3. Kl., 27,19 fm Los 2: 23 Stck. 3. Kl., 39,40 im Los 3: 42 Stck. 3. Kl., 71,14 tm Los 4: 34 Stck. 4. Kl., 28,26 fm Los 5: 31 Stck. 4. Kl., 33,56 lm Los 6: 60 Stck. 4. Kl., 66,76 fm Los 7: 78 Stck. 5a-Kl„ 42,76 fm Los 8: 61 Stck. 5a-Kl„ 43,78 fm Los 9: 47 Stck. 5s-Kl., 32,46 fm Los 10: 98 Stck. 5H-KI., 26,31 fm Los 11: 143 Stck. 5b-Kl., 41,79 fm Die Angebote sind verschlossen, nach Lo- sen getrennt, bis zum Freitag, 12. März 1926, mitags 1 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Eröffnung erfolgt. Die 93er- kaufsbedingungen werden im Termin bekanntgegeben, auch können dieselben vorher bei uns eingesehen werden. Das Holz lagert an guten Abfuhrwegen, z Stunden von der Bahnstation Großen-Buseck entfernt und wird auf Wunsch durch Forster Wagner, Großen-Buseck oorgezeigt. Großen-Buseck, 4. März 1926. FieischRMer- und Aufbewahrungs- Schränke von 40 Mark an. Teilzahlung bis zu 1 Jahr. Direkt von der Spezlalfabrik. Preisliste gratis und franko« Backofen ■ indnsfrie Lanlerbacii 234 in Hessen. 2200D Hessische Bürgermeisterei. Gans. Nutzholz-Verkauf. Freitag, den 12. März, vormittags 9 Llhr. kommt auf hiesigem Rathause aus den Schutzbezirken Cleeberg und Weiperfelden folgendes Nutzholz zum öffentlichen Verkauf: 62 Eichenstamme mit 20,48 Fstm. 2 Buchen „ „ 1,28 276 Nadelholzstämme „ 109,79 347 Nadelholzstangen 1. Kl. 180 . 2. . 180 „ 3. „ 15 Rm. Eichenschichtnutzholz 4 Mir. lang (Deichseln). Submission. Daran anschließend im Wege des schriftlichen Angebots um 2 Ahr nachmittags: Schutzbezirk Eleeberg. Los Nr. 1, Distrikt 28: 304 Fichtenstamme mit 138,99 Fstm. der Klaffen la bis 4a. Los Nr. 2, Distrikt 27: Die Nr. 1 bis 240 — 240 Fichtenstamme mit 154,10 Fstm. der Klaffe la bis 4a. Los Nr. 3, Distrikt 27: Die Nr. 241 bis 426 und 544 bis 6,13 = 256 Fichtenstämme mit 164 Fstm. Klaffe la bis 4a. Schutzbezirk Weiperfelden. Los Nr. 4, Disttikt 25: Gaulskopf, 422 Fichtenstämme mit 120,75 der Klaffe la bis 2b. Los Nr. 5, Distrikt 22: Gaulskopf: 263 Fichtenstämme mit 63,49 Fstm. der Klaffe la bis 2b. Los Nr. 6, Sammelhieb Markwald: 37 Fichtenstämme und 1 Fichtenstange 1 Kl. mit 19,43 Fstm. aus Distrikt 8 18 Stuck mit 18,70 Fstm. Klaffe la bis 3b. Die Angebote müssen für jedes Los getrennt mit dem Vermerk, daß die Der- kaufsbedingungen anerkannt werden, bis zu obengenanntem Termin eingereicht werden. Auch ist ein Sammelgebot für mehrere und sämtliche Lose zulässig. Der Zuschlag bleibt für jedes Los besonders Vorbehalten. Das Holz ist sämtlich geschält, doch werden die Kosten des Schälens besonders berechnet und sind innerhalb acht Tagen nach der Genehmigung an den Unterzeichneten zu zahlen. Auskunft erteilt Förster Schneider-Cleeberg, Förster Müller-Weiperfelden sowie der Unterzeichnete. Cleeberg, den 4. März 1926. Höhn, Bürgermeister. 2184D • stattfindenden 2203c netto 5 Pfund * 1.20 4-Liler-Dvse 8-Liter-Dcse Wir bitten unsere Mitglieder, sich zu der am Mittwoch, dem 10. ds. Mts., nachmittags 3 Ähr, in der Dolkshalle A2.20 .K 4.— zu beteiligen, zumal da dort unser Fraktions-Vorsitzender Herr Rechtsanwalt Dingeldeh und Herr Zimmermeister Haurh, M. d. L.» sprechen werden. iRolltttopS, Bratheringe, Heringe in Gelee, Bismarck- beringe, Kronsardinen die ILiter-Dose.......1.— Bratheringe, feinste engl. 0. Koos 4-Liter-Dose.........3.20 feinste Norweger ohne Kops 8 Sauerkraut, ff., selbst einge- N machtes, Pfd. ISA, 3 Pfd. 50 4 V Apfelsinen, ba§ Dutzend 90 H 9 Jf, 1.60 und 2.— MMwBwK B Babnbosstr.27, Telephon 1631 Mittwoch früh 9 Uhr eintreffend: ff. Cabliau obnc Kopf 1,.95c im ganzen Fisch 4—8'psündig, Pfund 30 c") im Ausschnitt.....Pfund 35 Seelachs 0. K.. ..Pfund 30-z Merlan 1 -2^-ofünd., Pfund 45 <1 Ersatz für Schellfische, Pfd. 45-} Frische Bratfifchc.. Pfund 30 <), 3 Pfund ................80 Seeaal ohne Kopf im Ausschnitt .... Pfund 35-) Große Schellfische ohne Kopf Pfund 75.) Goldbarsch 0. K. Pfund 45 4 Frische Fischkoteletts, Bfd. 35 und 40 c} Feinste englische Bücklinge I daS Pfund 65 -) ff. große Fettbücklinge das Pfd. 28 die Kiste mit I Der beliebte Golda- StrumpfoRP primaSeidenflor, mit dreifachem Rand und extra verstärktem Fuß ist eingetroffen! Vorrätig in 25 Farben a a und allen Größen, bk Uv jedes Paar........Mk. ===== Modehaus Salomon Schulstraße 4 ,19,a Donoriig, ta II. März 10 nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „ßötoen“. 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