nr. 33 Erstes Blatt K6. Jahrgang Dienstag, 9. Zebruar 1926 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drud und Verlag: vrühl'sche Univerfitals-Vuch. und Stcinöruderei R. Lange in Gießen. Zchrrftleitung und Geschäftsstelle: 5chu!strahe 7. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vczngrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der» lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gietzen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gietzen. Deutschlands Anmeldung in Genf beschlossen. Berlin, 8.Febr. (DB.) Das Reichskabi- nett hat in feiner heutigen Sitzung die Absendung einer Role einstimmig.beschlossen, durch die der> Eintritt Deutschlands in den Völkerbund angemeldel wird. Die mehrere Blätter melden, ist das Gesuch noch heute abend an den deutschen Generalkonsul in Genf abgegangen, der die Role morgen dem Generalsekretär des Völkerbundes überreichen wird. Der Wortlaut der Role dürfte Mittwoch früh veröffentlicht werden. Hebet die für die Entschließung der Reichsregierung entscheidenden Gesichtspunkte erfahren wir von zuständiger Seite folgendes: Die Gegensätze, die den Vertrag von Versailles überdauerten und Europa in ein Chaos zu stürzen drohten, hatten im Jahre 1923 ihren Höhepunkt im Ruhrkonflikt erreicht. Dieser Zustand, der jede wirtschaftliche Erholung Deutschlands ausfchloh, wurde durch das im Anschluß an das Dawesgutachlen entstandene Londoner Abkommen beendet. Rach Abschluß des Londoner Abkommens wurde im Völkerbund der übereinstimmende Wunsch nach dem Eintritt Deutschlands geäußert. Daraufhin hat die deutsche Regierung im September 1924 ihren grundsätzlichen Entschluß zum Eintritt in den Völkerbund bekanntgegeben, die Durchführung dieses Beschlusses aber von der Klärung bestimmter Fragen abhängig gemacht die für eine gleichberechtigte und gesicherte Stellung Deutsch, lands von entscheidender Bedeutung sind. Diese gesamte Entwicklung erfuhr einen impfind- lichen Rückschlag dadurch, daß entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrages die nördliche Rheinlandzone am 10. Jan uar 1925 nicht geräumt wurde. Dieser Rückschlag offenbarte andererseits um so deutlicher fcie Rotwendigkeit, in den politischen Beziehungen zwischen Deutschland und den Westmächten eine grundsätzliche Klärung berbeizuführen. Das geschah mit dem Aufrollen der Sicherheits- frage im Anschluß an frühere Erklärungen ähnlicher Art durch das deutsche Memorandum vom Februar 1925. In dem Memorandum war das Sicherheitsproblem ohne Zusammenhang mit dem Cintrrtt in den Völkerbund behandelt. Rach- dem die fremden Regierungen die Verbindung der beiden Fragen wünschten, hat's ich die deutsche Regierung durch ihre Rote vom 20. Juli 1925 grundsätzlich zu dieser Verbindung bereit erklärt. Auf der Grundlage dieser Verbindung ist dann das Vertragswerk von Locarno zustande gekommen, und zwar so, daß dieses Vertragswerk überhaupt erst durch den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund wirksam wird. Reben den Verhandlungen über die Sicherheit und den Völkerbund liefen selbstverständlich die Verhandlungen über die Räumung der Kölner Zone, die von dem Gegner mit der Erledigung der Entwaffnungsforderungen im Zusammenhang gebracht worden war. Tatsächlich ist nun kürzlich die Räumung der Kölner Zone erfolgt, wie auch im Sommer 1925 der Rest des Ruhrgebiets und die sogenannten Sanktionsstädte geräumt worden sind. Was die sogenannten Rückwirkungen des Vertrages von Locarno im besetzten Ge biet betrifft, so kann Deutschland nicht zugeben, daß nach Abschluß des Vertrags von Locarno überhaupt noch eine innere Berechtigung für die Besetzung deutschen Bodens durch fremde Truppen besteht, und muß zunächst eine weitere erhebliche Verminderung der Desatzungslasten in der 2. und 3. Zone, insbesondere eine starke Verminderung der Truppenzahl, und zwar mindestens gemäß der Rote der DItschafterkonferenz vom 14. November 1925, mit allem Nachdruck anstreben. Auf der anderen Seite muh anerkannt werden, daß diese Rote, die im Einklang mit den in Locarno abgegebenen Erklärungen erlassen worden ist, in einer Reihe wesentlicher Punkte bereits burd) geführt ist, und daß, zumal nach bestimmten Erklärungen der Vertrags- gegncr über die Herabsetzung der Truppenstärken, die kürzlich im Reichstag vom Reichs- mmifter des Auswärtigen verlesen worden sind, ~!c Ausführung der Botschafternote als ge- N ch e r t angesehen werden kann. Bei diesem ^atbestand ist es nur die gerade Fortsetzung der polittschc-.r Gesamtlinie, wenn nunmehr der Antrag Deutschlands auf Eintritt ?€.n lkerbund gestellt wird. Erst durch den ©intritl Deutschlands in den Völker- ir-lA oas Vertragswert von Locarno zur Wirtttcy.cit und damit gemäß dem Beschluß einer großen Reichstagsmehrheit für die Frie- ^nskrafke m Europa ein fester Boden geschaffen. H.eroei ist von entscheidender Bedeutung, oaß Deutschland sofort einen ständigen ® 1 $ wütigsten Organ des Völkerbundes, bem V off er bundsra t, erhält, Deutschland w.rd künftig bei all tert großen Angelegenheiten, für u;e der Volkeround zuständig ist, zum mindesten mit beraten und abstimmen. Bei zahl- reichen Entscheidungen des Völkerbundsrats aber wird Deutschlands Stimme darüber hinaus von entscheidender Bedeutung fein, da nach den Satzungen des Völkerbundes der Völkerbundsrat soweit nicht in besonderen Fällen anderes vorgesehen ist, einstimmig zu beschließen hat. ,vei allen politischen Spannungen ernster Art steht den Bundesrnitgliedern das Recht zu, eine Beratung im Völkerbund herbeizuführen und auf diese Weise ihren Standpunkt zur Geltung zu bringen. Dadurch wird Deutschland die Wie» derbeteiligung an den großen politischen Entscheidungen gesichert. Im Völkerbund kann ferner die Nachprüfung unanwendbar gewordener Verträge und solcher internationaler Derhättnisfe veranlaßt werden, deren Aufrechterhaltung den Weltfrieden gefährdet. Auch für die allgemeine Abrüstung, die eines der wichttgsten Ziele des Völkerbundes ist, kann Deutschland als Mitglied nachdrücklich eintreten, während es außerhalb des Bundes kaum eine Handhabe besitzt, um von sich aus auf die Beseitigung der Diskrepanz im Rüstungsstande der europäischen Länder hinzuwirken. Reben diesen allgemeinen Ausgaben hat der Völkerbund eine Reihe von Sonderausgaben übernommen, die gerade für Deutschland von lebenswichtiger Bedeutung sind. Dazu gehören zunächst die Verwaltung des Saargebiets und der Schuh Danzigs, zwei Fragen, deren befriedigende Behandlung ohne deutsche Mitwirkung nicht denkbar ist. Es kommt hinzu die Frage der Kolonialmandate, an denen beteiligt zu werden das deutsche Volk seinen berechtigten Anspruch erhebt. Endlich ist besonders auf das Problem der Minderheiten hinzufpei- sen, deren Schutz dem Völkerbunde andertraut tst. Angesichts der großen Zahl von deutschen Stam- mesangehörigen, die in fremden Staatsverbänden leben, hat Deutschland die Pflicht, sich an der Gestaltung des Schicksals der Minderheiten nach seiner Kraft akttv zu beteiligen. Selbstverständlich kann niemand erwarten, daß der Eintritt in den Völkerbund einen plötzlichen ülmschwung der Dinge herbeiführen könnte. Die deutsche Außenpolitik wird bei richtiger Abschätzung der ihr zu Gebote stehenden Mittel den mühsamen Weg des Wiederaufstiegs und der Erstarkung nur Schritt für Schritt zurücklegen können. Auf diesem Wege bedeutet der Eintritt in den Völkerbund einen Fortschritt, da er Deutschland neue Mittel und neue Möglichkeiten der Politik zur Verfügung stellt. Der Ratsfitz für Deutschland. Polnische Ansprüche. London, 9. Febr. (WTB. Funispruch.) Der „Daily Telegraph" schreibt, in britischen und in Völkerbundskreisen herrsche eine nervöse Stimmung darüber, daß die Zuweisung eines ständigen Sitzes im Völkerbundsrat an Deutsch- Italiens Dittaior, dem Träger der triumphierenden Gewalt des Faszismus, Benito Mussolini, ist man deutscherseits lange Zeit hindurch mit einer gewissen Sympathie begegnet. Man erblickte in ihm den Organisator eines neuen Italiens, eines auf die Bahn der Ordnung ourüdgeleileten Volkes und starker von einem allerdings durch Zwang herbeigeführten Zusammenschluß sich auswirlender nationaler Kraft. Auch dem italienischen Volk in seiner Gesamtheit gegenüber war eine vom Geiste der Versöhnung und des Vergessens beherrschte Entwicklung sympathischer Annäherung ringe« leitet worden, die überall ni-'u nur auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet, sondern auch in Politischer Beziehung zukunftsreiche Entfaltung verhieß. Anscheinend sind unheilvolle Kräfte am Werke, welche vor allem die bisher zutage tretenden Befriedungsabsichten der offiziellen italienischen Kreise durchkreuzen: Mussolinis Schimpfrede, für welche die Rede des bayerischen Ministerpräsidenten Held und eine daran an» knüpfende Interpellation des Faszistensührers Farinacci den Anlaß gegeben hatte, hätte vielleicht ohne diese Voraussetzungen wenigstens die diplomatische Form gewahrt. Rur während des Weltkrieges, in dem ja an Brutalität der Sprache das Menschenmögliche und Menschenunwürdigste geleistet wurde, ist in ähnlich schimpflicher Weise das deutsche Volk mit Ver- u n g l'i m p f u n g e n überhäuft worden. In verletzend hochfahrenden Worten hat Mussolini sich herausgenommen, Beleidigungen an unsere Adresse zu richten, die mit dem Gegenstand „Südtirol" an sich überhaupt in keine Verbindung zu bringen sind. Der politische Inhalt geht ebenfalls weit über den Rahmen einer sachlichen Behandlung der Südtiroler Frage hinaus. Niemals ist bisher an Deutschland von einer Grenzverschiebung am Brenner in offiziellen oder offiziösen Kundgebungen die Rede gewesen. Die deutsche Regierung hat sich bisher einer Zurückhaltung gerade in der Südtiroler Frage befleißigt, die so weit gegangen ist, daß sie in allen Kreisen, die in den brutalen Unterdrückungsmaßnahmen eine das deutsche Empfinden verletzende Willkür und Schmähung erblickten, kritisiert wurde. Deutschland muß verlangen, daß die Rechte seiner Minderheiten im Aus- lande von allen Staaten, die mit der Unterzeichnung beM3enfer Völkerbundsvertrags sich als Bürgen des nationalen Selbstbestimmungsrechts verpflichtet haben, einen den moralischen Erfordernissen entsprechenden Schutz garantiert erhalten. Das ist allerdings eine nationale deutsche Forderung, vor der es ein Zurückwsichen nicht gibt. Wenn Musso- lanö jetzt gewisse Schwierigkeiten Hervorrufen könne. Die im Rate vertretenen Mächte, die an dem Vertrag von Locarno beteiligt waren, seien verpflichtet, für die Zulassung zu stimmen. Spanien habe, obwohl es kein Unterzeichner von Locarno sei. Deutschland eine ausdrückliche Zusage in diesem Sinne gemacht. Mit anderen Mächten verhalte es sich aber, ganz abgesehen van Polen, das kein Mitglied des Rates sei, etwas anders. Der Berichterstatter spricht von Intrigen, die in gewissen alliierten Kreisen ermutigt würden, die Lage fei tatsächlich so, daß der Vertreter einer dieser Mächte so weit gegangen sei, anzudeuten, daß er, falls seinem Ganöe nicht gleichzeitig mit Deutschland ein ständiger Ratssih zugewiesen werde, vielleicht seine Zustimmung zur Zuweisung eines deutschen Sitzes an Deutschland verweigern müßte, wodurch vielleicht Deutschlands Eintritt in den Völkerbund verzögert werden könne. Es sei daher denkbar, daß die britischen Delegierten und die britische Regierung im entscheidenden Augenblick zu wählen hätten zwischen dem Aufschub der englischen Zulassung und zwischen der Zustimmung zur Erteilung ständiger Sitze an zwei oder drei Mächte, die keinen sehr wohlbegründeten Anspruch auf eine direkte Zuweisung hätten. Die „Times" meint, der Völkerbund sollte fähig sein, sich von Zeit zu Zeit ein neues Mitglied zu assimilieren. Es würde der größte Fehler sein, auf einmal und für alle Zeit zwei oder drei neue Mitglieder zu wählen, besonders wenn der Anspruch, wie es mit Spanien der Fall zu sein scheine, nicht im Wege der offenen Bewerbung, sondern vermittels Drohung mit Obstruktion im Rat vorgebracht werde. Es würde auch ein unerfreulicher Präzedenzfall schaffen, wenn man anerkenne, daß beispielsweise Polen mit Deutsch, land zugleich in den Rat aufgenommen werden müsse, weil Polen ein Staat fei, der gelegentlich Differenzen mit Deutschland hat. Ein Sih im Rat dürfe von den Mitgliedern nicht als eine Gelegenheit für die Förde-i. ung individueller Wünsche betrachtet werden, sondern als eine Gelegenheit, der Gesamtheit zu dienen, andernfalls würde Genf fast unvermeidlich seinen Charakter als Vermittlungszentrum verlieren und zum Kampfplatz entgegengesetzter Interessen werden. Die „Times" schlägt vor, daß die gewählten Mitglieder des Rates automatisch nach bestimmten Perioden zurücktreten sollten, um andern Platz zu machen, und für eine weitere bestimmte Periode nicht wieder wählbar sein sollten. erklärt, daß die italienische Regierung nicht daran denke, ihre Südtiroler Politik in irgendeiner Weise zu redigieren, so bedeutet diese Verhöhnung deutschen Ehrgefühls und Empfindens eine Herausforderung, die sicher zu einer weiteren Entfremdung beider Völker führen muß. Wenn Italiens Diktator "aber annimmt, daß eine rasche und rücksichtslose Verwelschung Deutsch-Südtirols die Südtiroler Frage aus der Welt schaffen werde, so dürste ihn die Zukunft bald eines anderen belehren. Die deutsche Bevölkerung Südtirols wird in ihrem Der- zweiflungskam.pf ausharren, so wie die Rheinländer, die Sudetendeutschen und die Deutschen in den an Polen abgetretenen Gebieten: ausgeharrt haben und weiter ausharren werden. Sie wird sich mit deutscher Zähigkeit nur noch fester an ihr Volkstum klammern und bis zu dem Tage sich wehren, an dem eine „gemäßigte" Regierung, die sicher einmal die Periode Mousso- lint ablösen wird, von der Verwelschungspvlitik Abstand nimmt. Hierauf kommt es uns zunächst an, daß wir den Südtiroler Deutschen in ihrem Kampf um das ihnen verwehrte Recht den Rük- fen stärken. Man sollte meinen, daß eine kluge italienische Politik bei der immerhin exponierten Lage des neuen Italiens darauf bedacht fein müßte. Aktionen zu vermeiden, die einmal in ihrer späteren Auswirkung geeignet erscheinen, den Frieden Europas zu beunruhigen. Italiens Stellung im Mittelmeer, sein Drängen danach, den ersten Platz in den Reihen der Mittelmeermächte zu gewinnen, dürften geeignet sein, die gefährlichsten Katastrophen herbeizuführen. Ist es daher nicht Wahnsinn, mit irgendwelchen eingebildeten Gefahren die Phantasie eines so leicht erregten Volkes zu beschäftigen, das bei den Er- vberungsbestrebungen Mussolinis nur allzu leicht in die schwerste Kriegerische Verwicklung gedrängt werden kann? Daher ist das letzte Auftreten Mussolinis von einer so ungeheuren Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Frieden Europas, für den Mussolini selbst als Unterzeichner des Locarno-Vertrages höchste Bürgschaft übernommen hat. Aber wir glauben, daß Mussolini als Dikta» tor des Faschismus nicht mehr Herr der Bewegung ist. Er versucht daher mit den großen Mitteln der ihm eigenen pathetischen Rednergabe den Mangel an Kraft zu verdecken. Dieser Appell an die. Leidenschaften feiner Anhänger hat einen beinahe psychopathischen Charakter. Nachdem Italiens öffentliche Meinung durch die ilnterörüdung der nichtfaschistischen Das Echo der Muffolmirede. lini demgegenüber am Schluffe seiner Ausführungen Presse mundtot gemacht worden ist, klingt nichts über die Grenze, was im Lande selbst an immerhin nicht zu unterschätzender Opposition in Erscheinung tritt. Eines Tages wird auch das Gewaltregime nicht mehr, so wie es heute den Anschein hat, widerspruchslos vom Vollswillen getragen werden. Für die Zurückweisung, die seitens der Reichsregierung gegenüber den Ausschreitungen des italienischen Ministerpräsidenten zu erfolgen haben wird, bleibt richtunggebend eine scharfe, aber korrekte Ablehnung dieser ungewöhnlichen Form diplomatischer Aeußerung, wobei unter klarer Betonung der deutschen Haltung die Möglichkeit offen bleiben muß, zu einer normalen Zusammenarbeit mit Italien zurückzu- kehren. vor Strefemanns Antwort. Der deutsche Standpunkt. Berlin, 8. Febr. (121.) wie nunmehr endgültig seslsteht, wird Reichsaußenmini st er Dr. Stresemann bereits Dienstag im Reichs- tag auf die Rede Mussolinis antworten. In poli- tischen Kreisen Berlins ist man der Ansicht, daß Mussolinis Temperament ihn verleitet hat, die Sachlage vollkommen zu verschieben. Ls muh immer wieder betont werden, dah für keinen vernünftig denkenden Deutschen die Drennergrenze zur Zelt ein politisches Problem ist. Dafür ist aber das Land Südtirol zu einem hervorragend kulturellen deutschen Problem geworden, und zwar erst in den letzten Monaten, nachdem das saf- ziflische Regime sich entschlossen hat, durch die Unterdrückung der dortigen Presse, durch die bekannten Sprach- und Schulverordnungen das uralte deutsche Land zwangsweise zu itclienifieren. Mussolini hat auch in seiner letzten Rede nachdrücklich betont, dah er gewillt sei, mit diesen zwangsweisen Jtalienisierungsmahnahmen s o r t; u f a h ren. In der Rede Mussolinis wird angedeutet, dah hinter der Einmütigkeit der deutschen Presse offenbar Regie stecke. Dazu ist zu sagen, dah man in Deutschland eine Abhängigkeit der Bresse von der Regierung in dem Mähe, wie sie der Faszismus zur Hebung gemacht, nicht kennt. Es muh also hier ein Irrtum vorliegen, wenn der italienische Ministerpräsident auch nur glauben könnte, daß die Reichsregierung einen so starken Einfluh auf die deutsche Presse und somit auch eine Verantwortung für das habe, was die Presse schreibt. Viel natürlicher erklärt sich jedoch die einmütige Entrüstung der deutschen Oessentlichkeit ohne Unterschied der Parteien aus der bloßen Tatsache, dah in Südtirol eine urdeutsche Bevölkerung vergewaltigt wird. Ls mag zugegeben werden, daß einzelne Rachrichten über Südtirol übertrieben ober auch falsch waren. Allein, wer kann immer unterscheiden, was die faszistischen Rowdys tatsächlich tun. Die Rede Mussolinis ist jebenfalls nicht dazu angetan, seinen eigenen Behörden, soweit sie auch nur die Richtlinien ihrer Regierung befolgen wollen, Anerkennung zu verschaffen, vielmehr wirb sie bie Leidenschaften nochmehrzu unkontrollierbaren Ausschreitungen auf stacheln. Menn aber Deutsche versucht sind, derartige Ausschreitungen aus das Konto der italienischen Behörden zu sehen, so haben sie offenbar die Disziplin des italienischen Faszismus zu hoch eingeschätzt. Mussolini hat in seinen besseren Tagen einmal selbst gesagt, dah alle Streitigkeiten zwischen Deutschland und Italien auf Mißverständnissen beruhen. Seine Rede vorn Samstag ist ein klassisches Beispiel für die Richtigkeit seines Ausspruches. Die Reichsregierung sieht ihre vornehmste Aufgabe darin, Mißverständnisse zwischen beiden Ländern aus dem Wege zu räumen und glaubt damit dem Frieden Europas und den guten Beziehungen beider Hälfet ZU einander mehr zu dienen, als es die Drohungen des italienischen Ministerpräsidenten vermögen, der die italienische Trikolore gegen ein besiegtes und entwaffnetes Bolk siegreich über die Brennergrenje tragen will. Die Auffassung in England. London, 9. Febr. (WTD. Funkspruch.) Sämtliche Morgenblälter veröffentlichen ausführliche Berliner Berichte über den Eindruck der Rede Mussolinis in Deutschland. Der „Daily Telegraph" sagt, an hoher politischer Stelle sei ihm versichert worden, dah in diesem mrglückseligen Streite zwei persönliche Faktoren zu entdecken seien: erstens die Klugheit, der britischen Regierung, die es in Locarno ablehnte, irgendeinem Staate im Zusammenhang mit der Brenner-Grenze Garantien zu geben, der ztveite erfrerrliche Faktor sei, daß Mussolinis Drohung Frankreich den überzeugender: Beweis von Deutschlands wirksamer Entwaffnung geben sollte. Für den an dem Streit nicht beteiligten) Mächte rufe nur ein einziger Satz in Mussolinis Rede Aufmerksamkeit hervor, und zwar der, in dem Mussolini eine Andeutung über die Möglichkeit des Vortragens der italienischen Trikolore über den Brenner hinaus machte. Solch eine Drohung würde, wenn sie ernst gemeint war, die Stellungnahme des Völkerbundes erfordern, denn sie entspreche weder dem Geiste noch den Bestimmungen der Völkerbundssatzung und noch viel weniger dem Geiste von Locarno. Die radikale „D a i l y R e w s" bedauert, daß Mussolini zum natürlichen Sammelpuntt aller reaktionärer Kräfte geworden sei, die die Welt in den Abgrund alter Feindschaft und alter Eifersüchteleien zurückzuziehen versuche. In London nehme man den letzten Ausspruch Mussolinis weniger ernst, als in Paris. Er fei wohl mehr für den innerpolitischen Gebrauch bestimmt gewesen, weshalb man ihm keine große Bedeutung schenken sollte. Minimum 0,6 Grad Celsius. Niederschläge. Heutige Morgentemperatur wenn gen halten sind, die dem Raubüberfall eine politische Bedeutung beilegen. Der Leichnam deS ermordeten Sowie Kuriers Rette ist in Moskau eingetroffen. Tschitscherin. Litwinow und andere Mitglieder des Ruhen- kommissariots halten an dem im Außenlom- missariat aufgebahrten Sarge die Ehrenwache. Die Mörder der SowjelKuriere. Riga. 8. Febr. (Lettische Telegraphenagentur.) Die Leichen der beiden Mörder der ootojetfuriere sind festgestellt worden. Es handelt sich um die Brüder Gabrilowicz, Polen aus Litauen, die erst am Abend vor dem Verbrechen nach Riga gekommen waren. Sie waren politisch nicht interessiert. Die Zeugenaussagen lassen keinen Zweifel darüber, dah der Lleberfall rein krimineller Art war. 3n unterrichteten Kreisen nimmt man an, dah der Fall keine politischen Konsequenzen für die Be-- ziehungen Lettland zur Sowjetunion haben wird, obwohl in der Sotchetpresse Andeutungen ent" verbrüht. Einen schrecklichen Tod fand ein zwei Jahre alter Junge in Rückweiler. Er hatte sich mit seiner älteren Schinester nach Kinderart gezankt. Die Mutter wollte beide trennen und stellte einen Topf, der kochendes Wasser enthielt, auf die Erde. Der Junge stolperte über den Topf und fiel r u ck - lings in das kochende Wasser, wobei er sich den ganzen Unterleib verbrühte. Unter gräßlichen Schmerzen ist er bald darauf gestorben. Herzschlag im Straßenbahnwagen. In Ludwigshafen erlitt die 68 Iahre alte Ehefrau Maria Hake in einem Straßenbahnwagen einen Herzschlag, der ihren sofortigen Tod zur Folge hatte. Schreckliche Bluttat in einer Moskauer Klinik. Nach einer Meldung aus Moskau erschoß in der Klinik ein Arbeitsloser namens Losgat- schow den Nervenarzt Dr. M e i f e l, darauf den in einem Nebenzimmer beschäftigten Zahnarzt Mel- scharski. Den herbeieilenden Ehefarzr der Klinik, Dr. Hirschfeld, verletzte er durch zwei Schüsse schwer und verübte dann Selbstmord. Der Zustand Dr. Hirschfelds ist hoffnungslos. Die Personalpolitik der Reichsbahn. Deutscher Reichstag. Berlin, 8. Febr. Vor Eintritt in die Tagesordnung ergreift Außenminister Dr. S t r e s e - man n das Wort zu einer Erklärung, in der er auf die bekannte Rede Mussolinis hinweist und die Reichsbahngesellschast nicht exterritorial, sondern den deutschen Gesehen unterworfen sei. Abg. Dr. G i l d c m e i st e r (St. Vpt.) weist darauf hin, daß nach der Geschästsfatzung nicht der Verwaltungsrat, sondern der Generaldirektor die Verantwortung trage. Die übermäßig hohen Bezüge der leitenden Beamten seien bedenklich, und der Reichstag müsse darüber wachen, daß die Reichsbahnbeamten nicht als Beamte minderen Rechtes behandelt würden. Strafverfolgungsantröge gegen ReichsragsabgeorÄnete. Berlin. 6. Febr. (TU.) Der Geschäftsord- ordnungsausschuß des Reichstags beschloß im Falle des Abg. Bruhn (Dn.), der bisherigen Praxis des Reichstags zu folgen und die Genehmigung zur Strafverfolgung zu versagen, da es sich um eine einfache, durch die Presse gegangene B e - leidigung handle. Im Falle des vom Dienst suspendierten Landrats Abg. Bülow (Soz.), der des Versicherungsbetrugs und der Untreue angeschuldigt wird, wurde beschlossen, im Falle der Untreue die Immunität nicht aufzuheben, wohl aber im Falle des Versicherungsbetrugs. Der Antrag auf Aufhebung der Immunität des Abg. Dr. K ü l z (Dem.), des jetzigen Reichsinnenministers, wegen Beleidigung der Baronin von Gersdorff, wurde abgelehnt. Preußischer Landtag. Berlin, 8. Febr. Auf der heutigen Tagesordnung stand als einziger Punkt die erste Beratung des Gesetzentwurfs einer Gebäudeentschuldungssteuer. Sie Vorlage behandelt die bisherige Hauszinssteuer, für die nach dem letzten Finanzausgleich eine Neuregelung notwendig ist. Ser Steuer sollen die bebauten Grundstücke unterliegen, nicht aber Neubauten und neue Gebäudeteile, die nach dem I.Iuli 1918 bezugsfertig wurden. Frei von der Steuer sind die Gebäude öffentlicher Körperschaften und gemeinnütziger Vereinigungen auch religiöser Art, ferner Botschaften ufw. sowie kommunale Gebäude. Ser Steuersatz beträgt 40 Prozent des Goldmarkbetrages der Friedensmiete. Ser Finanzminister ist aber ermächtigt, die Steuer zu erlassen oder zu ermäßigen. Vom Betrage der Steuer gehen 8 Prozent an die Fürsorgeverbände. 16,4 Prozent werden für Neubauzwecke verwendet. Im Verlauf der eingehenden De- batte wies Finanzminister Sr. Hoepker- Aschoff besonders darauf hin, daß vom 1. Oktober 1924 bis .zum 1. Oktober 1925 über 93 000 Wohnungen in Preußen fertiggestellt worben seien, davon 50 000 aus Mitteln der Hauszinssteuer. Sie Vorlage wurde schließlich dem Haupt- ausschuß überwiesen. 0,9 Millimeter. würden. Präsident L o e b e sagt dies zu. Dann berichtet Abg. Groß (Ztr.) über die Rechtsverhältnisse der Reichsbahn. Der Ausschuß legt eine Entschließung vor: Die derzeitige P e r s o n a l p o l i t i k der Deutschen Reichsbahngesellschast findet nicht die Billigung des Reichstages, insbesondere weil die bei Beratung des Reichsbahn- und Reichsbahnpersonal- gcsetzes im Reichstag abgegebenen Erklärungen und Zusicherungen nicht eingehalten werden. In einer weiteren Entschließung wird die Reichs- regierung ersucht, ihren Einfluß auf die Deutsche Reichsbahngesellschaft geltend zu machen, damit 1. die Rücküberführung von planmäßigen kündbaren 'Beamten in das Arbeiterverhältnis aufhört: 2. der weitere M a f f e n a b b a u von Beamten und Angestellten eingestellt und etwa noch not- I wendige Personaloermindeningen durch natürlichen | Abgang erledigt werden, 3. die durch den nachträglichen Abbau in bestimmten Bezirken entstandene Rechtsungleichheit und materiellen Benachteiligungen beseitigt werden: 4. die in das Arbeiterverhältnis übergeführten I ehemaligen planmäßigen Beamten in erster Linie wieder in das Beamtenverhältnis zurücküberführt I werden: 5. die rechtlichen und geldliche,! Folgen der unter unzulässigem Druck (Drohungen mit Kündigung und Verlust des Wartegeldes) erfolgten Rückver- etzung ins Arbeiterverhältnis wieder gut gemacht werden. Schließlich wird die Reichsregierung ersucht, einen Gesetzentwurf vorzulegen, nach dem der geeignete Wartestandsbeamte der früheren Reichsbahn unter Wahrung der Bestimmungen des Reichsbcamtengesetzes zum Dienst bei her Reichs- I bahngesellschaft herangezogen werden könne, dafür Sorge zu tragen, daß Personalvertreter in den Derwaltungsrat berufen werden. Verhandlungen | zur Aenderung des Reichsbahngesehes. insbesondere des das Beamtenverhältnis regelnden $ 24 einzuleiten und dem Reichstag möglichst bald einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. Reichsverkehrsminifler Dr. Krohn e: Wir stehen vor einer recht unangenehmen Situation. Seit einem Jahr hat fein Gesetz im Reichstag mehr etwas für die Reichsbahngesellschast übrig. (Sehr wahr!) Um objektiv zu fein, müßte man anerkennen, daß die Gesellschaft gezwungen war, mehr Personal zu übernehmen, als bei ihren Reparationslasten e r t r äg l i ch war. Ander- eits hat aber auch die Leitung der Gesellschaft zu wenig in ihren Maßnahmen der Stimmung Rechnung getragen, die in dem verarmten deutschen Volke angesichts der so wachsenden Notlage herrscht. (Sehr wahr!) Die ausländischen Herren in der Leitung hatten als Vorbild ja ganz andere Eisenbahnunternehmungen als die alte staatliche Eisenbahn. Es muß jedoch anerkannt werden, daß die | deutschen Unterhändler seinerzeit viel erreicht Haden, vor allem die Aufrechterhaltung des Reichsbeamtencharakters für Reichsbahn- beamte. Wir werden uns weiter mit aller Gewalt gegen jeden Versuch sträuben, diesen Beamtencharakter zu beseitigen. Dabei sind uns leider Grenzen gesetzt durch die einschneidenden Bestimmungen des Z 24 des Reichsbahngesetzes. Auch auf dem gegebenen Rechtsboden wird sich aber auch manches zur Abstellung der Beschwerden des Personals erreichen lassen. Gegen das jetzt bei der Reichsbahn geltende System der Leistungszulage habe ich schon früher Bedenken geltend gemacht. Abg. Koch- Düsseldorf ' (Dn.) Das Verhalten her Reichsbahngesellschaft stehe in irassem Widerspruch zu dem allgemeinen Rechtsempfinden und auch zu den früheren Zusicherungen der Herren, die heute noch die Verantwortung für die Verwaltung der Reichsbahngesellschast tragen. Im besetzten und ehemals besetzten Gebiet habe die Reichsbahngesellschaft im Gegensatz zu dem unbesetzten Gebiet den Abbau ohne Entschädigung und Wartegeld vorgenommen. Wohlerworbene Rechte der Reichsbahnbeamten seien rücksichtslos von der Verwertung aufgeho- worden. Abg. Groh (Z.) nennt die Personal- politik der Reichsbahngesellschast einen unerhörten Bruch der Zusagen, die bei der Errichtung der Gesellschaft von Generaldirektor Oeser und anderen leitenden Persönlichkeiten gemacht worden seien. Das Reichsverkehrsministerium müsse einmal sagen: „Bis hierher und nicht weiter!" Abg. Schuldt (Sem.): Sie Entstaatlichung staatlicher Betriebe habe — wie das Beispiel der Reichsbahn beweise - die von manchen Wirtschaftsgruppen daran geknüpften Erwartun-> gen nichi erfüllt. Besonders aufreizend wirke die Nichtdurchführung des vom Reichsarbeits-- minifter für verbindlich erklärten Schiedsspruches. Es müsse hier einmal festgestellt werden, daß betont, die Reichsregierung habe den dringenden Wunsch, zu diesen Ausführungen Mussolinis Stellung zu nehmen. Sie wäre daher dankbar, die dazu vorliegenden Interpellationen mor auf die Tagesordnung gefetzt 1,2 Grad Celsius. Bornotizen. Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 77s Uhr „Uebersahrt" (Ende 101/? Uhr). — Technische Nothilfe: 8 Uhr. Großer Hörsaal der Universität, Versammlung mit Lichtbildern und Filmvortrag. — V. A. B.: Franken- haus, Vortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Sie Lieblingsfrau des Maharadscha". -1- Qlftoria« Lichtspiele: „Ser Kampf um die Heimat". — „A us der religiösen Dichtung der G e g e n w a r t". Morgen, Mittwoch, abend, wird im Vorträgssaal der Keißnerschen Buchhandlung über einem zweiten der hervorragendsten Vertreter der religiösen Dichtung der Gegenwart gesprochen werden, über- den bekannten Schweizer Dichter Albert Steffen. (Näheres in der heutigen 2ln* zeige.) — Hessische Vereinigung für Vo 1 k künde. Am nächsten Freitag wird der Privat- dozent für Volkskunde an der Universität in Frankfurt, Dr. Adolf Spanier, in der Hessischen Vereinigung für Volkskunde einen Vortrag halten über „Das kleine Andachtsbild vom. 14. bis 20. Jahrhundert". Unter den „kleinen Andachtsbildern" versteht man die (meist farbigen) Einlagebilder in den Gebetbüchern. Spanier hat über diesen Gegenstand eben ein größeres Werk im Druck: die Besucher des Vortrags werden also von einem gründlichen Kenner der Sache eine gute Einführung in einen Zweig der Kunst erhalten, der noch wenig bekannt ist, zumal Spanier seine Ausführungen mit Lichtbildern veranschaulichen wird, die von ihm selbst herqestellt worden sind. Da die Andachtsbilder dem Geschmacks des Volkes natürlich in besonderem Maße Rechnung tragen, wird der Besucher des Vortrags das Volk von einer Seite kennen lernen, die bis jetzt recht stiefmütterlich behandelt worden ist. (Siehe Anzeige in der gestrigen Nummer. — Der Verein Hundesport für Gießen und U m g. hält Anfang März auf der Liebigshöhe eine interne Schau für Hunde aller Nassen ab. Der Verein hat sich hierbei von dem Gedanken leiten lassen, jedem Besitzer von eingetragenen Rassehunden gegen geringe Kosten Gelegenheit zu geben, feinen Hund von erfahrenen Richtern begutachten zu lassen. Diese Veranstaltung dürste in weitesten Hundeliebhaberkreisen großem Interesse begegnen. Die Leitung liegt wieder in den Händen des altbewährten Vorsitzenden Aug. Schwan. Näheres wird noch bekanntaegeben. Der Akademische Ausschuß für Leibesübungen lädt in unserem heutigen Die silberne Hochzeit der Königin Wilhesmina, Amsterdam, 8.Febr. (WB.) Anläßlich des gestrigen silbernen Hochzeitstages in der königlichen Familie wurden in zahlreichen Orten kirchliche Gedenkfeiern abgehalten. An der Feier in der protestantischen Kirche von Apeldoorn nahm auch — vom Königlichen Palais in Het Loo in Kutschen ankommend — die königliche F ci - niilie mit Gefolge teil. In Amsterdam und in anderen Orten sanden in Uebereinftimmung mit dem Wunsche der Königin, daß alle anläßlich ihres silbernen Hochzeitstages beabsichtigten Aufwendungen und alle einlaufenden Gaben für die Linderung der durch die letzte Hochwasserkatastrophe anaerichie- ten Not bestimmt werden mögen. öffentliche Sammlungen zugunsten der Hochwassergeschädigten statt. Varis, 9. Febr. (WTB.)-Funkspruch.) In britischen politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die im Vertrage von Locarno von dem Führer einer Regierung, die Mitglied des Völkerbundes sei. gesprochenen Worte Anlaß zu lebhafter Kritik gäben und dah Mussolini verpflichtet sei. seine Sprache zu mäßigen. Zumindest aber sei eine derartige Rede d e p l a c i e>r t, in dem Augenblick, in dem Deutschland seine Zulassung zum Völkerbund fordere. Die französische Presse. Paris, 8. Febr. (WTB.) Während die Linkspresse die Ausführungen Mussolinis als einen Widerspruch mit der Politik von Locarno bezeichnet, bringt die Rechtspresse, soweit sie bis jetzt zum Wort gekommen ist, ihre Freude über die Rede des Duce zum Ausdruck. Die nationalistische „Liberts" schreibt, es sei schon geraume Zeit vergangen, daß man eine derartige Sprache geführt habe. Das sei etwas ganz anderes als das Vokabularium des Geistes von Locarno. Mussolini habe klar zum Ausdruck gebracht, dah, wenn Italien wolle, es seine Fahne jenseits des Brenners aufpslcmzen werde. Dieses Bild habe keinen Skandal verursacht. Die Presse in Berlin bemühe sich, den Diktator zu beruhigen und bittet Seine Majestät, doch nicht in Zorn zu geraten, während die französische Presse die Behandlung billige, die Mussolini dem unverbesserlichen Deutschland habe zuteil 'werden lassen. Ietzt, da Mussolini m t t der Peitsche geknallt habe, werde die Tiroler Frage nicht so bald wieder aufgeworfen werden. Selbst der Anschluß Oesterreichs an Deutschland sei kompromittiert. Durch eine einfache Kundgebung der Energie habe Italien an seiner Grenze für mehrere Iahre Sicherheit gegenüber seinem deutschen Nachbar geschaffen und in Trentino werde es keine autonomistische Kampagne geben, wie Frankreich sie im Elsaß beobachtet. Amerikanische Stimmen. Neuyork, 9. Febr. (TU.) Die Abendpresse verurteilt einstimmig Mussolinis Rede, die hier die Sensation des Tages bildet. „Evening World" erklärt, von einem Manne, dessen Vorbilder Napoleon und Cäsar seien, sei nichts anderes als die Herunter- leierung von Kriegsphrasen zu erwarten. Solches Säbelrasseln bringe blutige Auseinandersetzungen. Die Welt müsse sich noch mehr mit Mussolini befassen, bevor sie mit ihm fertig werden könne, und das sei die Gefahr. „Evening Post" erklärt, Mussolinis Rede zeige, warum Europa keine Lu st habe, abzurüsten. Als Imperialist denke er, nach dem nahen Osten und dem Balkan schielend, natürlich nicht daran, abzurüsten. Senator Dill erklärte in einer Unterredung, daß Mussolini anders gesprochen I)äfre, wenn es sich um Frankreich oder England oder um ein anderes bewaffnetes L a n d handeln würde. Es sei leicht, Deutschland gegenüber eine solche Sprache zu führen. Senator Willis sagte, daß sich Mussolini sehr irre, wenn er glaube, daß derartige Kriegsdrohungen die Weltmeinung beeinflussen könnten. Die Welt habe durch den Krieg genug gelernt. Eine wettere Absage. Der Philosoph der Llniversität Gießen. Professor Dr. August Messer, veröffentlicht iE „Pädagogischen Scho" folgenden offenen Brief an Professor Francesco Orestano, den Leiter des Internationalen Kongresses für sittliche Erziehung: .Vom 16. bis 20. April 1926 soll unter * Ihrer Leitung, sehr geehrter Herr Professor, in - Rom der 4. Internationale Kongreß für sittliche Erziehung" unter dem Protektorate Ihres Königs und des Ministerpräst- denten Mussolini stattfinden. Der Einladung, die mir zugegangen ist, kann ich zu meinem Bedauern ebensowenig Folge leisten wie meine Kollegen Sucken und Kersch e n st e i n e r und aus dem gleichen Grunde wie sie. Wenn Sie auf deren Ablehnung hin betonten. Sie hätten gegen Widerspruch von Seiten einer anderen Nation durchgeseht, daß die Deutschen zu dem Kongresse eingeladen worden seien, so ehrt dies Ihren gerechten und humaneit Sinn. Darum hoffe ich auch, daß es nicht vergeblich sein wird, wenn ich Sie bitte, auf dem Kongreß die folgenden Gedanken zum Ausdruck zu bringen: Der Kongreß berät über „5)ie Möglichkeit eines allgemeinen Sittenkoder als Grundlage der Erziehung". Muß nicht dieser „Sittenkodex" die Bestimmung enthalten, daß das eigene Volkstum, seine Sprache und Kultur, zu den höchsten sittlichen Werten gehört, und daß darum schweres sittliches Anrecht begeht, wer nationale Minderheiten in der Pflege ihres Volkstums derart v e r g e w a l t i g t, wie wir das mit tiefer Trauer und Entrüstung bei unseren Stammesbrüdern in Südtirol erleben? Als zweiten Gegenstand behandelt der Kvir- greß Ms Thema: „Die Persönlichkeit: die Mittel zu ihrer Entfaltung in Familie, Schule und Gesellschaft". Werden Sie die Gelegenheit wahmehmen. bei Erörterung dieses Gegenstandes zu betonen, daß eines der allerwichtig st en Mittel zur Entfaltung der Persönlichkeit darin besteht, daß ste inihrer angestamm- ten Vvlksart und Volkskultur heimisch werde, und daß alle die ein heiliges Ärrecht der Persönlichkeit verletzen, die Eltern verhindern, ihre Kinder in der Muttersprache unterrichten zu lassen? Wenn Sie, sehr geehrter Herr Professor, für diese Gedanken, über deren Geltung Sie sicher mit mir einig sind, auf dem Kongreß kraftvoll eintreten werden, so wird dies seinem Zwecke der „sittlichen Erziehung" und zwar nicht nur der Jugend, sondern auch der Völker zu dienen, in hohem Maße entsprechen. Mit ausgezeichneter Hochachtung Prof. Dr. August Messer." 2lus aller Welt. Die „Berlin" in Rio de Janeiro. Am Montag traf der deutsche Kreuzer „Berlin" in der brasilianischen Hauptstadt ein und wurde von einem brasilianischen Torpedoboot eingeholt und von einer Abordnung der deutschen Kolonie begruth. Trotz des allgemeinen Volksfestes, das hier zu Ehren der spanischen Flieger stattfand, zeigte die Bevölkerung g roß es Interesse für das erste deutsche Kreuzerschiff, das den Hafen nach dem Kriege anläuft. Die gesamte Presse der Stadt widmet dem Schiff freundliche Degrühungsartikel. Begeiferter Empfang der deutschen Matrosen in Reuyork. N e u i) o r t, 9. Febr. (TU.) Der Oberbürgermeister von N e u y o r k empfing am Montag in der Cityhall den Kapitän und die Mannschaft des Dampfers „Westphali a". Er erklärte, daß Neuyork stolz darauf fei, die Mannschaft der „Westphalia" beherbergen zu können. Die heldenmütige Seemannstat fei für die deutsche Rasse bezeichnend. Schon mehrere Stunden vor dem Empfang der Seeleute hatten sich Tausende von Menschen vor der Cityhall eingefunden und brachen beim Herannahen der Matrosen in begeisterte I u rufe aus. Erst ein starkes Polizeiaufgebot konnte den Weg zur Cityhall frei halten. Frau von Stephan f. In Berlin ist im Mer von 83 Iahren d i e Witwe des Staatssekretärs von Stephan gestorben. Sie hat ihren Gatten, den um die Gründung des Weltpostvereins hochverdienten Generalpostmeisters um 29 Iahre überlebt. Die Tochter Bismarcks gestorben. Gräfin Marie Rantzau, die einzige Tochter des Reichskanzlers Fürsten von Bismarck, ist im Alter von 77 Jahren auf ihrem Gute Dobersdorf bei Kiel gestorben. Roforfchisf „Baden-Baden". Der Erfinder und Konstrukteur des „Segelrotors", Flettner, hat das erste nach Amerika fahrende Rotorschiff auf den Namen „Baden- I Baden" getauft. Das Schiff wird im Laufe des Monats März feine erste transatlantische Reise antreten. tiO Grad ftälle in Schweden. In Nordschweden herrscht zur Zeit außerordentlich starke Kälte. In der Gegend von Pitea zeigte das Thermometer am Sonntag minus 60 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 9. Februar 1926. j Wünsche der Landes-Universität. Rektor und Gesamtsenat der Landes- Lini v e r f i t a f haben an den Landtag und die Regierung eine Eingabe gerichtet, die eine Zusammenstellung von längst als berechtigt anerkannten Anträgen der Landes-Llniversttät enthält, die aber trotz wiederholten Vorstellungen der Rektoren und des Senats bis jetzt noch keine Berücksichtigung gesunden haben. Es handelt sich dabei u. a. um folgende Forderungen: Erweiterungsbau für die ilni- verfitäts-Bibliothek, Vergrößerung x des Universitäts-Verwaltungsgebäudes, Errichtung eines Sportshäuschens für den Sportplatz der Uni« versität, Anbau eines kunstwissenschaftlichen Höraals, Neubau zur Aufnahme des mineralogisch- )etrographischen und des geologisch^paläontologi- chen Institutes, Schaffung eines Ordinariats ür Veterinärhygiene, Errichtung einer außerordentlichen Professur für Geburtshilfe und Poliklinik in der veterinär-medizinischen Fakultät. Schaffung einer dritten landwirtschaftlichen Pro- essur für Agrikulturchemie sowie einer außerordentlichen Professur für experimentelle Psychologie. (Wir werden auf diese Eingabe noch zurückkommen. S. Red.) Der Verkehrsverein gegen die Biebertalbahn. In der Generalversammlung des Verkehrsvereins Gießen, die gestern abend bei vollbesetztem Saale im Gasthaus „Hindenburg" stattsand, wurde mit Entschiedenheit gegen den Einspruch der Diebertalbahn gegen die geplante Postkraftwagenlinie Gießen—Krofdorf—Fellingshausen Stellung genommen. Einstimmig wurde der nachstehenden, an die Gießener Stadtverwaltung gerichteten Entschließung zu gestimmt: „Eine im Gasthaus „Hindenburg" in Gießen tagende, sehr stark besuchte Versammlung deS Verkehrsvereins Gießen nimmt mit Mißfallen Kenntnis von dem Vorgehen der Diebertalbahn gegen die geplante Postkraftwagenlinie Gieß en—Krofdorf—Fellingshausen. Sie erklärt, daß der Einspruch dieses Unternehmens nach Lage der Dinge durchaus unbegründet ist, und bittet die Stadtverwaltung, mit allem Nachdruck bei den maßgebenden Stellen in Derlin (Reichsverkehrsminister, Reichspostverwaltung) darauf hinzuwirken, dah dem Verlangen der Bieber- t a l b a h n unter Teinen -Ümft an den entsprochen, sondern ungesäumt die Inbetriebnahme der neuen Pvstkrastwagen- lini e gestattet wird." Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte t Butter 150—180, Matte 40, Käse 60—70, Wirsing 30—40, Weißkraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 20, rote Rüben 20, Spinat 35—40, Unter-Kohlrabi- 15, Grünkohl 30, Rosenkohl 60—70, Feldsalat 100 bis 120, Zwiebeln 20, Meerrettich 40—70, Schwarzwurzeln 60—70, Kartoffeln 4—5, Aepsel 15—30, Dörrobst 40, Endivien 100, junge Hahnen 120 bis 130, Suppenhühner 120—130 Pf. je Pfund: Eier 17—18, Blumenkohl 60—160, Salat 40, Ober-Kohlrabi 10—30, Lauch 10—20, Sellerie 40—70 Pfg. je Stück. Wettervoraussage. Heiter bis wolkig, südliche Winde, etwas milder, nur geringe Niederschlagsneigung, doch vielfach Nebelbildung. Der zur Zeit über der Biscaya lagernde Wirbel dürste einen neuen Teilwirbel abspalten, der in östlicher Richtung vorstoßen wird. Damit erfolgt naturgemäß eine neue Milderung durch die einströmende warme ozeanische Luft. Später ist wieder mit zunehmenden Niederschlägen zu rechnen». Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 4,5, Anzeigenteil 31t bedeutsamen sportlichen Veranstaltungen am Mittwoch abend und Donnerstag nachmittag ein. Näheres in der Anzeige. • Vermögens fteuervorauszahlung am 15. Februar. Es wird darauf hmgewie- sen, daß am 15. Februar (Schonfrist 22. Februar) die Dermögenssteuervorauszahlung wird. Die Vorauszahlung beträgt grundsahnch ein Viertel der für das Kalenderjahr 1924 festgesetzten Jahressteuerschuld. Offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften, die im Gegensatz zu der früheren Regelung jetzt als solche steuerpflichtig sind, werden bis zum 15. Februar einen vorläufigen Dermogeirssteuerbe- scheid erhalten. Die Gesellschafter können daher bei ihrer eigenen Dermögenssteuervoraus- zahlung von der an sich zu leistenten Vorauszahlung den Betrag abziehen, der auf den Anteil an der Gesellschaft entfällt. ** Neues U e b e r w e i s u n g s v e r f a h r e n für den Steuerabzug vom Arbeitslohn. Für Zwecke des Finanzausgleichs muß nach den Ergebnissen des Kalenderjahres 1925 ein neuer Verteilungsschlüssel für die Einkommensteuer auf- ncüetlt werden. Dazu müßten an sich, wie das auch für das Jahr 1922 geschah, die Arbeitgeber Ueber- weisungsblätter ausstellen, die den Namen des Arbeitnehmers, den von ihm bezogenen Arbeitslohn und den davon cinbehaltenen Steuerabzugsbetrag enthalten. Um aber die für die Wirtschaft daraus entstehende Arbeitsbelastung auf das geringstmögliche Maß zu beschränken, erklärte sich der Reichsminister der Finanzen durch eine Verordnung damit einverstanden, daß an Stelle der Ueberweisungs- blätter Ueberweisungslisten in vereinfachter Form nur für Arbeitnehmer eingereicht werden, die nicht in der Beschäftiaungsgemeinde selbst gewohnt haben. Für Arbeitnehmer, die in der Beschäftigungsgemeinde gewohnt haben, sind irgendwelche Unterlagen dem Finanzamt nicht einzureichen. Die Vordrucke für die Ueberweisungslisten werden von den Finanzämtern den Arbeitgebern auf Verlangen tostenlos zur Verfügung gestellt. Sofern der Steuerabzug vom Arbeitslohn im Jahre 1925 durch Verwendung von Steuermarken vorgenommen wurde, sind auch die Steuerkarten und Einlagebogen für das Jahr 1925 beim Finanzamt cinzureichen. Die Frist für Einreichung der vereinfachten Ueberweisungslisten, Steucrkarten usw., die ursprünglich am 15.2. ablaufen sollte, wurde bis zum 1.3. verlängert. ** Stadttheater. Es dürfte unser Theaterpublikum interessieren, daß das Mitglied unserer Bühne, Fräulein Ise Oßke, vom 1. September ab an die Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M. engagiert worden ist, nachdem die dortigen Bühnenvorstände die Leistungen der Dame hier in mehreren Vorstellungen angesehen hatten. -d. Städtische Rutzhol z per steige- r u n g. Bei der gestrigen Nutzholzversteigerung int Stadtwald wurden folgende Preise gelöst: Fichtenbaubolz 3. Kl. 27,50, 4. Kl. 24 Mk., 5a-Kl. 24 Mk.. 5b-Kl. 23 Mk., Weihtannenbauholz 3. und 4. Kl. 22,50 Mk., 5a-Kl. 21,50 Mk., öb-Kl. 20,50 Mk., Fichtenderbstangen 1. Kl. 27 Mk, je Festmeter. ’* U e 6 c r f a 11. Gestern abend gegen 8 Uhr wurde im Bergwerkswald bei einer Fichten- schonung in der Rühe der Wohnung des Direktors des Draunsteinbergwertes ein junger Arbeiter aus Leihgestern, der sich zur Arbeit nach Gießen begeben wollte, von zwei Kerlen überfallen. mit einem Knüppel stark mißhandelt und schließlich seiner Llhr und des Eßkännchens beraubt. Die Tater entkamen unerkannt. Dem Lieberfallenen wurde in der Wohnung des Bergwerkdirektors erste Hilfe geleistet. Polizeiliche Nachforschungen wurden von hier aus sofort mit aller Tatkraft eingeleitet. ** Das Beschneiden der Hecken. Nach dem Polizeireglement vom 24. Februar 1882 haben die Garten- und Feldbesitzer die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- oder Fußwegen einfriedigenden Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 Meter Höhe und 0,50 Meter Breite zurückzuschneiden. Zuwiderhandlungen sind strafbar. Nach dem obenerwähnten Termin, insbesondere im Sommer, dürfen lebende Hecken nicht beschniten werden, da hierdurch unzählige Bauten der nützlichsten Vogelarten vernichtet werden. ** „Kulturzüge" der Reichsbahn. Reichsbahn und Theater. Die von den deutschen Reichsbahndirektionen unternommenen Sonntagssonderzüge, soweit sie nach den Großstädten geleitet werden, ermöglichen den Teilnehmern der Sonderzuge, auch die Bildungsmöglichkeiten der Großstadt auf sich wirken zu lassen. Der mit dem Sonderzuge Ankommende lernt nicht nur das Stadtbild kennen, sondern erhalt zugleich wertvolle Anregungen in kultureller Hinsicht. Zum Beispiel hat die Reichsbahndirektion Cassel die Einrichtung der Sonntagssonderzüge dadurch ausgestalter, daß sie die Teilnehmer vormittags durch die Museen und Sehenswürdigkeiten führen läßt und ihnen nachmittags eine Sondervorstellung des Casseler Ctadtthealers zeigt. Für diese Aufführung mietet die Aeichsbahndirektion das ganze Theater: die Preise ermäßigen sich dadurch für die Theaterkarten, die im Voraus mit den Fahrkarten abgegeben werden, um 50 bis 60 Prozent. Auch für die Eintrittspreise in die Museen werden Ermäßigungen erwirkt, so daß den Teilnehmern für billiges Geld die Gelegenheit geboten ist, sich der Kulturgüter der Großstadt zu erfreuen. Ein derartiger „Kulturzug" verkehrt z. B. am 21. Februar von Marburg (Lahn), Seesen und Höxter nach Cassel. • Es leuchtet ein, daß durch eine solche verbilligte Reisemöglichkeit über Sonntag den Bewohnern der kleineren Städte ein außerordentlich wertvoller Dienst erwiesen wird. ** Sammlung für erblindete N u n d- funkteilnehmer. Von der Oberpostdirektion Darmstadt wird uns geschrieben: Im Herbst v. I. sind durch die Zeitungen Aufrufe an die Rundfunkteilnehmer in Hessen veröffentlicht worden, in denen eine Sammlung zur Beschaffung von Rundfunk- Empfangsgerät für Blinde angekündigt wurde und freiwillige Spenden dafür erbeten wurden. Dank der Opferwilligkeit der Rundfunkteilnehmer hat die Sammlung einen recht erfreulichen Erfolg gehabt. M't den uafgekommenen Beträgen war es möglich, ulfen B'inden im unbesetzten Teil des Volksstaates dessen, bh die Zuweisung eines Rundfunk-Empfangsgeräts wünschten, diesen Wunsch zu erfüllen. ** D i e verriegelte Schlafwagentür. In den Riegelverschlüssen der Schlafwagen der Mitropa wird in nächster Zeit eine Aenderung eintreten. Im Interesse der Sicherung für die Reisenden soll der jetzige Vierkantriegelverschluh so ab» geändert werden, daß die von innen verriegelte Tür ohne besondere Schwierigkeiten mit Hilfe eines Sicherheitsschlüssels von außen durch den Schlafwagenwärter geöffnet werden kann. Eine weitere Sicherung für" die Reisenden soll dadurch erzielt werden, daß in den neuen und in den umzubauenden Schlafwagen der Sitz für den Schlafwagenwärter auf dem Seitengang untergebracht wird. Wirtschaft. Von den Schlachlviehmärkten. An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hat sich der Handel in allen Gattungen nicht fühlbar gebessert: es überwog vielmehr auch in dieser Woche langsamer bis mittlerer Marktverlauf. Die Auftriebsziffern haben nur für Schafe im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme des Handels in Berlin eine erhebliche Zunahme erfahren. Die Preise blieben wiederum für alle Gattungen kaum stetig, bei Schweinen und namentlich Kälbern ergaben sich teilweise größere Preisrückgänge. Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 18-50 40-70 24-46 66-76 Bremen 23-48 35-75 — 64-73 Breslau 16-50 45-65 25-50 55-73 Chemnitz 20-47 40-70 — 64-78 Dortmund 18-52 35-83 25-50 75-83 Dresden 20-50 45-70 32-56 60-83 Düsseldorf 18-56 40-80 — 62-80 Elberfeld 20-55 40-75 25-50 65-79 Esten 25-54 40 <-105 25-50 68-80 FranksurtM. 15-53 35-74 25-50 55-79 Hamburg 12-50 30-75 — 62-79 Hannover 15-50 25-75 20-50 65-78 Husum — — — — Karlsruhe 16-50 55-70 — 68-77 Kastel 22-52 40-65 37-38 70-80 Kiel 14-49 25-66 24-52 49-73 Köln 18-55 50-80 35-42 60-82 Leipzig 20-50 40-66 25-50 70-80 Magdeburg 18-48 30-60 20-44 60-75 Mannheim 14-52 50-76 24-36 66-79 München 14-53 56-83 — 56-80 Stettin 10-48 30-70 15-40 65-76 Stuttgart 12-50 50-73 — 55-79 Zwickau 15-48 40-65 30-53 70-81 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Berlin, 9. Febr. Die in außenpolitischer Hinsicht herrschende Spannung drückte weiter auf die Stimmung der Börse und übertrug sich auf fast alle Märkte. So bröckelten Montanaktien bei Eröffnung um 1 bis 2 Prozent ab, obwohl bekannt geworden ist, daß die deutsche Regierung dem Kohlenbergbau in seiner bedrängten Lage durch die scharfe Konkurrenz der englischen Kohlenindustrie durch Steuererleichterungen, Frachtbegünstigungen usw. zu Hilfe kommen will. Schiffahrt saktien waren bis zu 3 Prozent niedriger. Die allgemeine Verstimmung wurde anfangs nur unterbrochen durch eine Haussebewegung am G 0 ld p f a n d br ie f m a r kt und Anleihemarkt. Diese Werte waren stark gefragt und hatten ansehnliche Gewinne aufzuweisen. Bei Kriegsanleihen, die bis zu 0,350 gesteigert waren, scheint es sich um eine spekulative Bewegung zu handeln, wenn auch als Käufer verschiedene größere Institute auftraten. An der Börse erwartet man mit Spannung die Rede des deutschen Außenministers um 2 Llhr im Reichstage. Trotz der Rückgänge an den Aktienmärkten konnte man feststellen, daß die Spekulation in ihrem grundsätzlichen Optimismus nicht erschüttert wurde, so daß im Verlaufe der ersten Börsenstunde hier und da bereits wieder Käufe hervortraten. Die Verfassung des Geldmarktes ist weiter überaus leicht. Tägliches Geld 51/, bis 7 Proz. und Monatsgeld zu 7 bis 8 Proz. reichlich angeboten. Im Devisenverkehr lagen die nordischen Valuten schwächer. Paris behauptete sich auf der Basis des gestrigen Tages. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a.M.| Berlin Sd)iuq» Kurs 1-Ube. I fiurs | Schlutz. Kur» Anfang Datum: | 8. 2. I 8.2. 9. 2. 5°/., Deutsche RcichSanleibe . 4% Deutsche Reichsanlcihe . B‘/a% Deutsche Reichsanlcihe 0.3375 '1,350 0.32 0,3175 0.33 0.315 o.:’l — 0,32 0.315 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparprämicnanleihe 0,41 0.395 0,39V 0,16 — 0,18 4% Preußische Konsols . . . 4% Hessen........ 11.31 0 27 — 0,325 3’/2°/o Hessen.......... Deutsche Gertb. Dollar-Anl. 90,25 92 dto. Doll.-Schatz-Anlreisug.') 99 — 93,15 — 4% '»Zolltürken......... 10,4 106 _ 5% Äoldmerikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft. Cammer»- und Privat-Bank 147,5* 147,5* 148 5* 1U4.5* 105,5* 128,2* 103,2* 10»,5* Dannst. imd Narionalbank . 129* 12« ti* 128,5* Deutsche Bank......... Denfftbe Dereinsbank .... 127,5* — 127,7* 120,7* 56 Dtsccmio Commandit . . . 13,' Ul* 121 2* 121,i* Metallbau!.......... 94 94.5 Mitteldeutsche Kreditbank. . 97' .'8* vg* 98,25 Oesterreichische Creditcmstalt • Wettbant ......... 7.85 7,85 0,083 ?-5 7.75 Bochumer Gllh ...... HO* — 89* 87,4' Ruderus . . ......... 47 45,75 46.12 47.4* 91* 9i 5* 46* 90* 91.13* 46 25* 89,62' 91 75* Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 90,5* Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . 113 S* 118* 114/2* 119,5 115 6* 118 1* 115' 120,5 Kaliwerk Westeregeln..... 125 — 123,4 122 Vanrabiitte ........ 39 52 38,9 3.62 40,5 Oberbedarf .......... Phönix Bergbau ....... Rheinnahl........... Riebest Montan ....... _ 79,5* 79.4* «0,62' 80.25* 83,5* 89.25 83* 84.75* 89,5 83, V- 88 Tellus Bergbau....... 5H,25 -u - Hamburg-Amerika Paket. . . 131* 130,2* 133,2* 130,7* Norddeutscher Llovd . . . , 158,5* 139,2* Cheramische Wette Albin . . _ I Zementwerk Heidelberg . . . 79 78.5 Philipp Hotzmann...... 61.5 63 SS 60,5 Anglo-Cont-Gnano..... 91,75 _ Chemische Malier Alapin . . — — — I. (5. Farbenindustric, A.-G. 130,5* 130,7* 132,9* 131* 6'wldschmidt.......... 75 Holzverkohlung........ 56,75* 78 Rütgerswerke......... 79 Schcideanstalt......... 103,75 IO? — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 99* 98,25* 99,62* 98,9* Bergmann . . ..... , 88 81,6 W Mamkraftwerke ........ 84 25 Schustert . . ......... Siemens L Halske ...... 87,5 88 86,4* 103,5* 101,2* 103* 101,5* Ldlerwette filetier ...... 39 38 38 39 Daimler Motoren. ...... 35.5 35 35,5 34,5 Heykigenstaedt......... Meguin........... , — — 31 -- 32 Motorenwerks Mamtbeim . — Frankfurter Armaturen . . . fionservenfabrtk Brann . . . Metallgesclvchaft Kraoksart. Del. Union Ä.-G...... 20 1 — - — 108.25 62,5 _ 62,5 63 _ Schuhiabttk Hrr< ...... 29,5 _ Sichel. . ....... Zellstoff Waldhof....... 6,12 — 6,5 98,5 98,25 98,5 98,5 Zuckerfabrik Frankenthal .. Znckettabrkk WaabSulel . . . 45,12 40 — _ 14 43,75 42,25 — Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers",) Frankfurt a. M., 9. Febr. Tendenz: schwächer. — Vorbörslich schien es, als wollte die Börse ihren lebhaften Charakter wieder zurückgewinnen, denn bei Eröffnung war eine zuversichtliche Stimmung vorherrschend. Es war ein beträchtliches Aufleben des Geschäftes zu beobachten. Namentlich deutsche und ausländische Renten wurden bevorzugt. Kriegsanleihe stiegen auf 0,350. - Auch Türken beanspruchten weiter lebhaftes Interesse und erzielten bei großen Llmsähen neue Gewinne. Auch an den Aktienmärkten war die Kausneigung ziemlich rege, allerdings gingen dabei die Kurserhöhungen nicht über 0,5 bis 1 Prozent hinaus. Bereits bei Eröffnung des offiziellen Verkehrs trat dann ein empfindlicher Rückschlag ein, der sich namentlich für Montanaktien schärfer auswirkte. Montanaktien und Farbwerte erlitten Einbußen von 1 bis 2 Prozent. Die Abgaben, die nun einsetzten, erstreckten sich auch auf die anderen Märkte. Schiffahrtsaktien wurden in die Abwärtsbewegung hinein- gezogen und hatten Einbußen bis 2,5 Prozent auszuweisen. Bankaktien waren ziemlich gehalten, doch bröckelten auch hier die Kurse vereinzelt ab. Nur Reichsbankanteile waren um 1,25 Prozent höher. Schars gedrückt waren werte, die Verluste bis zu 4,5 Prozent hatten. Auto-Aktien wurden niedriger. Zucker- a 11 i en lagen uneinheitlich. Frankenthaler waren leicht gebessert, während Badische nachgaben. Dee K a s s a rn a r k t der Industriepapiere schloß sich der schwächeren Strömung an. Nur Bau - aktien machten in der Aufwärtsbewegung weitere Fortschritte. Der Freiverkehr verharrte in seiner festen Stimmung. Api 0.4, Bel- kerftahl 44. Beckerkohle 60 Prozent, Benz 37 Prozent. Brow-Boveri 73 Prozent, Entreprise 9, Growag 51 Proz., Hansabank 75 Proz., KrügerS- hall 91 Proz., Petroleum 80 Proz., Rastatter Waggon 14. ilfa 66 Proz., ilfra 60 Proz. Der spätere Verlaus war beeinträchtigt durch neu austretende Abgaben. Die Kurse bröckelten erneut ab, doch bewies der Markt eine ziemliche Widerstandskraft gegen größere Kursverluste. Der Geldmarkt ist unverändert sehr flüssig. Tagesgeld war zu 5', kaum anzubringen. Auch Monatsgeld ist in erheblichem Umfange angeboten zu 6V4 bis 3' . Prozent je nach Adresse. Bankdiskonten 6 4 Prozent. Industrie-Akzepte 7 Prozent. In das bisherige stille Geschäft am Devisenmarkt brachte der neue Rückgang des französischen Franken auf 131,70 gegen London etwas Bewegung. Sonst waren die Kurse nur wenig verändert. London gegen Kabel unverändert fest 4,36' Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 8 ffebr. 9. F«br. Amtliche Noti rnnq Amtliche Notierung (Wb l Dricr 04eld Pries Vlmn.-'Jtott. 168,1Ö 169,61 168,17 i6S,;Ö Burn-Aires 1.7’4 1,728 1.713 1J2? Brff.-Antw 19 07 19,11 19.07 19,11 Christiania 85,29 85,51 85,19 85,41 103,55 Kopenhagen 103,82 lt)3/. 8 103,2» Stockholm . 112,34 112,62 H2.38 112,66 Heln'ngfors. 10,552 10,592 10,652 10,592 Hlalien. . 16,88 16,H 16,89 16.93 London. . '-0,401 20,453 20,405 20,457 Wtunorf - 4.195 4,205 1,195 4.205 Paris. . . 15,59 i5.63 Ki. 475 SO,82 15,515 Schwei; 40 83 Hl,'13 »1,02 59,19 Spanien . 5',98 59,12 51,05 Japan .. . 1,890 1.894 1.885 1.889 Mo de Jan Wien in D-- ) r,20 1.622 ■1.532 9.624 Lest, abgeft. >9,04 59,18 59,06 59,20 Prag .... 12,419 12,459 12,415 12,455 Belgrad . . 7.39 7.41 7,37 7,39 Budapest. . Bulgarien 3.878 5,898 5,8.8 >,»9i 2,97 2,98 2.’»8 2,99 Lissabon '1 2 45 21.295 21,245 -1.295 Danzig. . . 80.91 RI.11 <9.91 81.11 Konstantin. >99 2,212 .',197 2,207 Alben. . 6,29 o.31 6.19 i.21 Canada. . . 4 186 4,196 1.185 4.197; Uruguay - 4,313 4,315 4,315 4.32.5 Banknoten. Berlin. 8. fiebr Geld Bries Amerikanische Viole« ..... •4.18» 4.209 Belgische Noten ....... Dänische Noten . ....... Englische Noten........ 19.00 103,14 19 1(1 103.60 20,367 20,46? Französische Noten ...... Holländffche Noten...... 15,63 115-,83 11 71 168.67 Italienische Noten ...... 16,90 16.98 Norwegische Roten...... Dentsch-Oesierr., 6100 firmen 85,04 85.46 58.93 69,23 Rumänische Noten ...... — — Schwedische Noten ...... 112,07 112,61; Schweizer Noten...... 80.715 81.135 Spanische Noien ....... 58. *10 69.20 Tschechoslowakische Noten . . 12.895 12.455 Ungarische Noten....... 5.84 5,88 Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 9. Febr. Es wurdet notiert: Weizen, Wetterauer 26,25. Roggen, in- ländifcher 17,50, Sommergerste für Brauzwecke 20,50 bis 22,50, Hafer, inländ. 18,50 bis 21,50, Mais, gelb 19, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 40,50 bis 40,75, Roggenmehl 26 bis 26,25, Weizenkleie 10,20 bis 10,30, Roggenkleie 10,25 bis 10,50. Tendenz matt. Letzte Nachrichten. Das deutsche Ausnahmegesuch. Genf, 9. Febr. (MTV. Funkspruch.) wie die schweizerische Depeschenagentur meldet, tdirb da» Gesuch Deutschlands um Aufnahme in den Völkerbund dem Generalsekretär des Völkerbundes morgen mittag durch den deutschen Generalkonsul Aschm ann zugestellt werden. Der v ölte r b un d s r a k ist für Freitag zu einer außerordentlichen Tagung unter dem Vorsitz des italienischen Vertreters einberufen worden, um über die Einberufung der außerordentlichen Vollversammlung Beschluß zu fassen, die sich über die Zulassung Deutschlands auszusprechen und die damit im Zusammenhang stehenden Fragen zu beantworten hat. Diese Versammlung wird für den 10. März in Aussicht genommen Etage au mieten gesucht, etwa 6 Zimmer, in zentraler Lags, möglichst halb zu beziehen gegen entsprech. Vergütung. Zuschriften unter 0937 an den Gießener Anzeiger. Wieseck, den 9. Februar 1926. 1219V Elis. Steinmüller geb. Luh Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen, für die vielen Kranzspenden, für die liebevolle Pflege unserer Krankenschwester und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Grabe sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. 1- N. der trauernden Hinterbliebenen: Karl Rein, Schmiedemeister. Gelegenheit. 4 Anzugs-, bzw. Kostiimttoffe, ä3m, braun und blau. Nadelstreifen, spottbillig au Oerf. 07-, »eiten, Kirchenplatz 15 II. Oroßen-Linden, den 8. Februar 1926. 0906 Heute morgen 4’/3 Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Bruder und Schwager Herr Johannes Graf im 70. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Marg. Graf geb. Laub Else Graf Ludwig Amend und Frau Marie geb. Graf. Gießen (Ebelstraße 39), den 8. Februar 1926. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 10. Febr., nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 0931 Haupt- oder Nebenerwerb hohe verdienstmöglichkeit beivornehm.BetatigunglkeinHau fieren» für eine grobe Aktten-Gesellfchast, von Weltruf. Diskrete Behandlung. Offert. unter F. E. P. 739 an Rudolf Moese, Frankfurt a. Hess. MMöls-MIWel (Biegen. Sämtliche aus der Univerntins-Biblioihek vor dem 20. Januar 1926 entliehenen Bücher (mit Ausnahme der von Studierenden enlltebenen) find bis spätestens 20. Februar b. I. zurückzugeben. Gießen, den 9. Februar 1926. Der Direktor: Ebel. .pflegt das Leder! OcA_&n_ Einmal ließ ich mich überreden, eine Schuhcreme zu nehmen, die ich nicht kannte; in 3 Wochen sahen meine Schuhe derartig aus, daß ich sie nicht mehr tragen konnte Seitdem gebrauche ich nur noch das gute, alte, erprobte und bewährte Erdal Wir bitten um Besichtigung unserer Fenster! FF] Konfirmanden- und Kommunikantenstiefel wetziar Fulda Aechaffenburg Lahnstraße 37 Marktstraße 17 Landingstraße 6 Bahnhofstraße 08 Dam.RindboxHalbschuhe gute Qualität, moderne Form Kräftiger Schulstiefel gute Qualität, Größe 27 — 35 Herr..Rindb.Schnlirstiefel gut. Fabrikat, sehr strapazierfäh. 5 MT Gelegenheitskaufs Gute Schuhe — außergewöhnlich billig! StNDf 6ÖT WO PHBSWÖ1 1208a Existenz! Hnfere@ennflloerttetungin (Siegen für den Bezirk Gießen ist per sofort zu vergeben. Nur durchaus seriöse Persönlichkeit kommt in Frage. Jur lieber: nähme sind Mk. 2000.- erforderlich. Gefl. Offerten unt. tt.G.an Annoncen Expedition I. Danneberg, Frankfurt a. M., Roßmarkt 7. 1188V Weltfirma sucht für verschied. 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Sonntag wieder ein großes Ereignis für Gießen, „Der ZIlle-Großfllm“: Die Verrufenen (Der fünfte Stand) 0 8 Akte nach den Erlebnissen des Professors Heinrich Zille. Aus seiner Mappe „Mein Milljöh“. I. d. H.: And Egede Nissen, Margarete Kupfer, Mady Christians, Frida Richard, Bernhard Goetzke Arthur Bergen, Paul Bildt u. a. m. — Dazu Wie einst im schönen Monat Mai Lustspiel in 2 Akten — sowie die neueste U FA-Wochenschau Ereignisse aus aller Welt Wegen des bestimmt zu erwartenden großen Andrangs bitten wir nach Möglichkeit die Nachmittagsvorstellungen 4 und 6 Uhr besuchen zu wollen. Freikarten haben nur Donnerstag und Freitag Gültigkeit. Keine erhöhten Eintrittspreise. mschaftsfahren um Den goldenen Bundespokal über 100 Km.» Start und Ziel Gießen; 12. September: Gau- Stafettenfcchrt. Reben diesen Wettbewerben veranstalten die Bezirke noch je 3 Wanderfahrten, ein 50- und 100-Km.-Rennen, sowie anläßlich der Bez.-Feste Eaalspvrtwettbewerbe verschiedener Art. Dem Kraftradsport, denr man lange Jahre im Bunde entsagt hat, soll in diesem Jahre wieder Der Platz eingeräumt werden, den er schon vor Dem Kriege eingenommen hat. Verschiedene Wettbewerbe im Wandersahren und Zuverlässigkeitsfahren sollen ausgeschrieben werden. Mittags fand ein Kampfrichterkursus statt, wobei besonders Die neue Wertungsart an praktischen Beispielen gezeigt tourDe. Saalsportfest in Nidda. i. Nidda, 7. Febr. Der in Oberhessen aufs beste bekannte Radfahrer-Verein 1894 Nidda hatte gestern abend die große Schar feiner Mitglieder und Freunde in den festlich geschmückten Gambrinussaal eingeladen. Bekannt durch gute und sehr gute Leistungen im Saalsport erfreut sich diese Wintersportveranstaltung von jeher eines guten Besuches, und auch diesmal waren die Niddaer Radsportfreunde in recht starker Zahl gekommen. In Haut oder in den Muskel gespritzt wird, so entsteht an Der Einsprihstelle eine Rötung und Schwellung. Deicher verwertete diese Mitteilung aur praktischen Feststellung von Scharlachgefähr- Dung. In einem Kinder- und Mütterheim kamen zahlreiche Scharlachfälle vor. Es wurden sämtliche Insassen mit Der Scharlachreaktion untersucht. Von 126 Personen zeigten 43 eine positive, 83 eine negative Reaktion. Von Den positiv reagierenDen Personen erkrankten weiter 21 Prozent, von Den negativ reagierenden 20 Prozent. Wenn auch diese Versuche erst am Anfang stehen, fo ergibt sich doch ein Hinweis auf Die Möglichkeit, allmählich mit Sicherheit scharlachgefährdete Personen ausfindig zu machen. Für Die praktische Bedeutung Der Entdeckung ist es am wichtigsten, daß es Den Dicks gelang, ein wirksames Serum zur Verhütung und Heilung von Scharlach herzustellen. Sie benützen Serumeinsprihungen rn Dreimaliger Wiederholung in Zwischenräumen von 5 bis 7 Tagen zur Erzeugung einer aktiven Immunität, also zur Bildung von Gegenstössen gegen Scharlach im Blut, Die vor einer Erkrankung bewahren. Gegen die ausgebrochene Krankheit kam ein Serum zur Anwendung, das nach allen Berichten sehr gute Erfolge hatte. Friedemann stand kein Dicksches Serum zur Verfügung, Dagegen konnte er infolge des Dankenswerten Entgegenkommens von Dochez, Reuyork, mit dessen Scharlachserum Versuche anstellen. Der Erfolg dieser Serumbehandlungen an Der Berliner Klinik ist ganz erstaunlich. Man braucht nur einen Blick auf Die Der Veröffentlichung beigegebenen Tabellen zu werfen, die Den Verlauf des Fiebers und Des Hout- ausschlags bei Der Erkrankung wiedergeben. Große Versuchsreihen lonnicn noch nicht durch- geführt werden. Bei der Kostbarkeit ^des Serums wurden nur Die allerschwersten Fälle von Scharlach (14) Der Derumbehandlung unterzogen. Friedemann bezeichnet Die Ergebnisse „Derart eindeutig und alle Erwartungen übertreffend", altbekannter Weife begrüßte der im Radsport in Oberhessen und den Radfahrer verein Nidda hochverdiente Sportfreund Bechtold die Festgemeinde. Dann aber beherrschte Fahrmart Hch. Lohmann mit seinen Reigenmannschaften das Feld. Seiner unermüdlichen Tätigkeit war es denn auch gelungen, einen ganz prachtvollen, durch fließende und recht schwierige Hebungen gefälligen Sechser- S ch ü l e r - -R e i g e n heraus,^bringen, Der seinem Lehrmeister, dem Verein und sich selbst alle Ehre machte. Die frischen, prächtigen Jungen, denen man ansah, daß sie mit ganzem Herzen bei der Sache waren, berechtigen zu guten Hoffnungen; ein solcher Nachwuchs wird den Verein noch manchen schönen Erfolg bringen. In dieser Meinung wurde man noch bestärkt, als auch der Sechser Her renreigen, der von jugendlichen Mitgliedern gefahren wurde, dem Verein in jeder Hinsicht zur Ehre gereicht und der den Beweis noch verstärkte, daß sich der Veranstalter um Die Ausbreitung des Radsportes unter Der JugenD und die sportliche Aus- bildung seines Nachwuchses alle Mühe angelegen sein läßt. Der im Aufbau recht gute Sechser- Damen-Blütenreigen ftonü, leider unter keinem guten Stern. Die Glanznummer des Abends war das Einer-Kunstfahren des altbekannten Gaumeisters Willy Göbel vom Radfahrerverein Wetzlar, der mit starkem Beifall aufgenommene Meisterproben seines erstaunlichen Könnens gab. Was.er zeigte, waren sportliche Delikatessen; man muß der Vereinsleitung Anerkennung zollen, daß sie solche sportlichen Hebungen ihren Sportfreunden bot. Den Abschluß des sportlichen Teils bildeten Radballspiele verschiedener Mannschaften, die alle mit Spannung verfolgt und beifällig aufgenommen wurden. Der Verein, der eine der Hauptstützen im Ostbezirk des Lahngaues B.D. R. ist, wird auch im kommenden Sportjahr in Bezirk und Verband sicherlich eine gute Pflegestätte für den Radsport sein. * I Vom ArbeiLersportkartell. h. In einer der letzten Sitzungen von Vertretern der angeschlossenen Vereine des Sport- kartells wurde einstimmig beschlossen, den Film von der Internationalen Arbeiter- Olympiade, die im Juli -1925 zu Frankfurt a. M. stattfand, in Gießen und Ilmgegend zu zeigen. Der Film, der sich „Die neue Groß- m a ch t“ betitelt, bringt Szenen aus der Olympiade, die sicherlich reges Interesse in Den Sportvereinen erwecken werden. Die Länge des FilmS ist annähernd 1800 Meter, sodaß Der Besucher auf seine Kosten kommen wird. Geplant sind in Gießen 2 Vorstellungen, und zwar am 7. März; ferner wird der Film anschließend noch gezeigt in Krofdorf, Heuchelheim, Lollar, Wieseck, später in Steinbach, Altenbuseck, Groß-en-Linden und Großen-Duseck. Durch Inserate in den Tageszeitungen wird der Oeffentlichkeit weiteres mitgeteilt werden. Wie im Vorjahre, fo findet auch in diesem Jahre in Gießen, als Vorort der Arbeitersport- bewegung im hiesigen Bezirke, ein Reichsarbeitersporttag am 13. Juni statt wozu vonseiten des Sportkartells bereits Maßnahmen getroffen worden sind, nun auch diesen Tag au einer wichtigen Veranstaltung zu machen, an Dem die teilnehmenden Vereine -eigen können, inwieweit sich Die sportlichen Erfahrungen des vorigen Sporttages ausgewirkt haben. Die Freie Tumerschaft hat in Gießen diesen Winter an tüchtigen Kräften zugenommen, be sonders die Leichtathleten sind mit ihren Leistungen fortgeschritten, sodaß mit den besten Hoffnungen zu den sportlichen Veranstaltungen dieses Jahres herangegangen werden kann. Die Fuß- ballabteilung der Freien Turnerschaft, die unter einer neuen Leitung steht, entwickelte sich ebenfalls gut, so daß sie in der kommenden Spielzeit gut abschneiden wird. Der Wassersportverein „Hellas", der dem Kartell angehört, hat einen neuen Platz erworben; er wird diesen Sommer besonders den Schwimmsport und Den Rudersport betreiben und eine Kanoe-Abteilung seines Tätigkeit angliedern, da ihm Die jetzigen Platzverhättnisfe genug Raum bieten. Den Wünschen Der Wasser- fportier gerecht zu werden. Aus dem Amtsverkündigungsblutt. * Das AmtsverkünDigungsblatt Nr. 11 vorn 5. Februar enthält: Die Februarmiete. — Geschäftsgang bei dem Kreisamt Gießen. — Falsche Reichsbanknoten. — Maul- und Klauen« seuche in Reinhardshain und Billingen. — Beschneiden Der Hecken. — Handwerkslehrlinge. — Ausführung des Art. 20 des Dolksschulgefetzes. —- Feldbcreinigung Harbach. — Dienstnachrichten. daß trotz Der bisher geringen Versuchszahl die Veröffentlichung zulässig und nottoenDig ist. Das Serum wurde in einer Menge von 40 bis 50 Kubikzentimeter in Den Muskel gespritzt; in sehr schweren Fällen muhte Die Einspritzung am folgenden Tage wiederholt werden. Das Serum sollte möglichst früh verwandt werden, doch scheint es, daß innerhalb Der ersten drei Krankheitstage Verschiedenheiten in Der Wirkung nicht bestehen. Erst vom vierten Tage ab scheint Die Wirkung weniger auffallend, wenn auch immer noch deutlich zu sein. Als Wirkung Der Einspritzung verschwand der Hautausschlag innerhalb 12—14 Stunden, das Fieber sank zur Rorm ab, das Allgemeinbefinden hob sich in überraschender Weise. Das Krankheitsgefühl verschwand: Kinder, Die noa) am Tag der Einspritzung schwerkrank darniederlagen. saßen am nächsten Tag ganz wiederhergestellt, spielend im Bett. Rie traten Kompli' rationell auf. soweit sie nicht zur Zeit Der Serumeinsprihung bereits vorhanden waren. Friedemann ist der Ansicht, daß wir kein anderes Heilserum besitzen, das selbst am ersten Krankheitstage und in schwersten Fällen eine derart kupierende Wirkung auf Den Krankheitsvorgang besitzt. . Diese Mitteilung Der Berliner Kliniker bestätigen nur, was einheitlich aus allen außer- deutschen Kliniken über das neue Scharlachserum berichtet wird. Trotz Der verhältnismäßigen Jugend der neuen Entdeckung scheint man schon zu Dem Urteil berechtigt zu sein, daß hier ein u n * g ewöhnlicher Fortschritt in der Heilmedizin gelungen ist. Der Arzt muhte bisher auch schweren Scharlachfällen vielfach nur als wartender Beobachter gegenüberstehen, ohne eine sichere aktive Hilfe an der Hand zu haben. Mit dem neuen Scharlachserum wird ihm eine solche Heilmöglichkeit an die Hand gegeben. Es ist zu hoffen, daß in Bälde hinreißende Mengen des bis jetzt noch sehr kostbaren Stoffes zur Verfügung stehen werden. ^Seiner ' .d?rch ffj^XSelun. 9e|Qlligen"'e>nbe Unb ML Vllin „6? kä J Nen Ce Ehr, Wn bei un o?°lpungen- Mein 2'c,n l»l- d'° Langgöns, 7. Febr. Der gestrige turnerische Werbeabend, veranstaltet von der Griesheimer Turngemeinde in der hiesigen Turnhalle, gestaltete sich zu einer mächtigen Kundgebung für die deutsche Turnsache. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des hiesigen Turnvereins, Herrn Sern, der mit einem Appell an die Jugend endete, und nach kernigen Worten des Sprechers der Griesheimer Turngemeinde, hielt der 2. Gauvertreter des Gaues Hessen, Redakteur Schneider-Butzbach, eine markige Ansprache. In kraftvollen Worten umriß er die große Bedeutung des deutschen Turnens in der Jetztzeit mit dem Ziel der Erziehung zu echt deutschen Männern, gestählt an Körper und Geist. Dann folgten in bunter Abwechslung Gesangsvoxträge der Gesangsabteilung des Gastoereins, rhythmische Hebungen, Frei-, Keulen- und Stabübungen der Turnerinnen und Geräte- und Freiübungen der Turner. Alle Hebungen, wahre Glanzleistungen, exakt und formvollendet in jeder Beziehung, erregten bei der zahlreichen Zuschauermenge größte Bewunderung. Gar oft wurden die Hebungen von dem Beifallssturm des staunenden Publikums unterbrochen. Ganz Hervorragendes wußte die Damenriege zu bieten, besonders auch in den aufgeführten Reigen und Tänzen, überall feinste Rhythmik und Anmut. Nach Schluß des reichhaltigen Programms verlebte man mit den Gästen noch einige Stunden gemütlichen Beisammenseins. Der hiesige Turnverein darf mit dieser Werbeoeranstoltung, die am heutigen Sonntag wiederholt wurde, zufrieden sein. Da auch viele Auswärtige von den benachbarten Turnvereinen erschienen waren, darf man hoffen, daß durch die gegebenen Anregungen, die Turnerei in unserer Gegend weiteren Ausbau erfährt, und daß neue Jünger Jahns geworben wurden. ls. Lich, 8. Febr. Es verdient öffentliche Anerkennung, daß einige Straßen unserer Stadt — kanalisierte Neuanlagen — die seither grundlos und in einem unwürdigen Zustand waren, nunmehr sachgemäß mit Steinschotter versehen und dadurch für Mensch und Vieh gangbar gemacht werden. Dem Tierfreund mußte manchmal das Herz wehe tun, wenn er gezwungen war, zu sehen, wie die armen Zugtiere sich erfolglos mühten und quälten, um die schweren Lasten durch den Morast zu bringen, in den die Räder bis fast an die Nabe einsanken, dabei oft noch mißhandelt von unvernünftigen Fuhrleuten. Die Fürsorge unserer Stadtverwaltung geht sogar so weit, daß auch Feldwege größere Strecken weit chauffiert werden. Unb das ist gut so. Allerdings wäre dann auch zu wünschen, daß die spitzen und scharfkantigen Steine mit einer Erdschicht überdeckt würden, damit nicht die Tiere Schaden art ihren Füßen unb bis Fuhrleute an ihrem Schuhwerk nehmen. Die Landwirte wären dankbar dafür, wenn das Versäumte bald nachgeholt und dieser Fehler bei der Neuher- richtung der Amtsgerichts- und Wallstraße gar nicht erst begangen würde. Erfreulicherweise gewinnt ja die Tierschutzsache in unserer Stadt immer mehr Boden, und ihre Bestrebungen finden in weiteren Kreisen mehr unb mehr Eingang. Nach zuverlässigen Mitteilungen hat sich die Zahl der Mitglieder des T i e r s ch u tz o e r e i n s in hiesiger Stadt in den letzten Jahren fast versiebenfacht (von 10 auf nahezu 70). Da sollte man, wenn nicht alle aufgewandte Mühe und Arbeit illusorisch werden soll, den oben angebeuteten, aus Landwirtskreisen kommenden Wünschen nach Herstellung einwandfreier Fahrwege bereitwilligst Rechnung tragen. Unb dies um so mehr, als ja zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: finden doch dabei die stets zunehmenden Arbeitslosen zweckmäßige und auch lohnende Beschäftigung. Kreis Friedberg. ss. Friedberg, 8. Febr. In den letzten Tagen hatten wir wiederum Gelegenheit, zwei hervor- ragende Vorträge zu hören; man muß anerkennen, daß die m Betracht kommenden Vereine sich alle Muhe gaben, ihrer Zuhörerschaft nur das Beste zu bieten. Im „Verein für das Deutschtum in Ausland sprach der k. u. k. General von Einem über das Thema: „O du mein Oesterreich". Der große Hörfaal im Polytechnikum erwies sich als zu klein, so daß ein großer Teil der Erschienenen keinen Platz mehr fand und umkehren mußte. Der Vortrag wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. Ein ebenfalls hochinteressanter Vortrag war es, den der V o l k s b i l- dungsoerein am folgenden Abend in demselben Raum veranstaltete, und der ebenfalls sehr gut besucht war ,in dem Dr Kräder über die „Kunst der Gegenwart" sprach. An der Hand von Lichtbildern führte er eine Reihe moderner Kunstwerke der Architektur, Plastik und Malerei mit den entsprechenden Erläuterungen vor. Ob es ihm ganz gelungen ist. seine Zuhörer von dem Werte der neuen Kunst zu überzeugen, bleibt dahingestellt, jedenfalls bot der Vortrag viel des Interessanten unb Anregenden. WSA. B a d -- A a u h e i m, 8. Febr. Gestern fanb hier die Einweihung des Evangelischen Gemeindehauses statt, das aus den Ruinen des 200jährigen, bis zum Kriege noch benutzten Gotteshauses der alten Wil- helmskirche erbaut worden ist. Der Festakt fand vor geladenen Gästen statt. Beben den zahlreich erschienenen Bertretern der Behörden, Stadtverordneten sowie Gruppen aller Stände und Berufe nahm auch die Geistlichkeit der Umgebung an dem Festakt teil, u. a. Dekan Bogel vom Dekanat Friedberg und der Superintendent für die Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner. Die schlicht-wirkungsvolle Weiherede hielt Kirchenrat Pfarrer W i s s i g, der seit 1892 als Seelsorger hier wirkt. <$ Bad-Nauheim, 8. Febr. Unterem ausführlichen Bericht über die jüngste Stadtver- ordnetensitzung fügen wir noch an, daß in der nichtöffentlichen Sitzung einem Geländetausch mit dem Fiskus zugestimmt wurde, über die Fürsorge für einen Schwerkriegsbeschädigten beschlossen und vier Auswertungsgesuche erledigt werden konnten. Weiter wurde die Pacht für Die beiden Apotheken festgesetzt und ein Einbürgerungsgesuch befürwortet. = Bad-Nauheim, 7. Febr. Der Eisen bahn verein Friedberg hielt gestern abend hier sein zweites üßinteroergnügen in der Turnhalle ab, weil in Friedberg selbst zur Zeit ein geeigneter Saal fehlt. Ein vorzüglicher Geist des Zu- fammenhaltens beseelte die große Eisenbahnerfamilie, in der vom höchsten Beamten bis zum einfachsten Arbeiter alle Schichten der Bevölkerung vertreten sind. Regierungsrat Ucko vom Eisenbahnbetriebsamt Friedberg konnte als Vorsitzender des Vereins in seiner herzlichen, mit lebhaftem Beifall aufgenommenenen Begrüßungsansprache seiner Freude über den guten Geist des Vereins besonderen Ausdruck verleihen. Für beste Stimmung sorgte das mit vielem Geschmack ausgestellte Programm, das nicht nur vorzügliche musikalische Vorträge des Friedberger Salonorchesters und erheiternde Couplets bot, sondern auch mit gut gespielten Theaterstücken aufwartete. Für die rechte Eisen- bahnerstimmunq sorgte auch die „berufliche Einstellung" des Festes. Zur Anzeige eines jeden Stückes sowie auch zu Beginn eines jeden Tanzes ertönte ein Läutewerk, und ein Signalmast zeigte danach an, daß begonnen werden konnte. Ein strammer Stationsvorsteher mit roter Mütze und zwei Schaffner in Uniform hielten die Tanzordnung. Die Friedberger waren mittels Sonderzugs nach hier gekommen, der sie auch wieder heim- brachte. (_ Niederflorftadt, 8. Febr. Die Maul- und Klauenseuche ist nun, nachdem sie schon längere Zeit auf dem Gutshof ausgebrochen war, in zwei weiteren Bauernhöfen festgestellt worden. — Am Samstag wurde zu ermäßigtem P r e i fe das Fleisch eines Bullen durch die Gemeinde verkauft. Das dreijährige Tier war infolge eines leichten Fehlers in den Hinterbeinen nicht mehr zuchtfähig und mußte abgeschafft werden. Der Verkauf des Fleisches brachte der Gemeinde mehr ein als der Verkauf des Tieres, und außerdem konnten die Enwohner erstklassiges Fleisch 30 Pf. billiger pro Pfund kaufen wie im Laden. In etwa vier Stunden waren die sieben Zentner ausverkauft. Kreis Birdiugen. i. Nidda, 8. Febr. In „Krafts Saalbau" versammelte sich nm Samstag der Lehrerturnverein Nidda und Umgebung, eine Arbeitsgemeinschaft von Lehrern aller Schulen, die im besonderen der körperlichen Erziehung dient, um in die „Neue Turnschule" eingeführt zu werden. Die praktische, Darbietung hatte der Vorsitzende, Turn- und Sportlehrer Beck, übernommen, der mit einer Knabenklasse ein Stundenbild vom Schulturnen der Unterstufe gab. Zunächst die Unterschiede zwischen der alten und neuen Turnschule herausschälend, zeigte er in Wort und Beispiel das Wesen der „Neuen", Dabei eine Dreiteilung vornehmend: 1. Laufschule: 2. Körperschule; 3. Leistungsturnen. Die Leistungen der sieben- und achtjährigen Jungen waren ganz erstaunlich und fanden ungeteilten Beifall Der zahlreich erschienenen Lehrer, Die sogar von Lich und Laubach gekommen waren. Den Abschluß Der Lehrstunde bildete ein Ballspiel: Volknerball, das auf besonderen Wunsch wiederholt wurde. Im zweiten Teil der Zusammenkunft sprach Studienrat Lauckhardt über das Fußballspiel. Seine klaren Ausführungen über den König des Bewegungsspiels erläuterte er durch eine eigens dazu beschaffte Tafel, auf der er verschiedene markante Fälle mit beweglichen Figuren erklärte und den Gang eines Spieles erläuterte. Die Vorführungen klärten sicher manche Hnklarheiten und behoben manches Vorurteil gegen dieses wertvolle Kampfspiel. Die nächste Zusammenkunft wird im März stattfinden. — Dem von hier scheidenden Begründer und Vorsitzenden, Turnlehrer Beck, sprach im Namen der Mitglieder und des Hauptvorstandes Lehrer Wolf- Hnter-Schmitten Den Dank aus, Dem sich Obmann Ganz- Ober-WidDersheim anschloß, Dabei wünschend, daß seine Arbeit reiche Früchte tragen und er in seinem neuen Wirkungskreis, in Mainz, all das finden möge, was er sich als Turn- und Sportlehrer erhofft und erwünscht. „?" Aus Dem Niddatal, 8. Febr. Die durch Stillegung Der Staff elschen P a - piersabrik arbeitslos Geworbenen, Die sich in Der Hauptzahl auf die Orte Unter- und Ober- Schmitten verteilen, sollen durch Notstands- arbeiten vorläufig Beschäftigung finden. Die Gemeinden wollen, soweit es ihre finanzielle Lage gestattet, durch UcbertDcifung von Steinklopfarbeiten, Herrichtung von Gemarkungswegen und sonstigen Arbeiten in Feld und Dorf über die schwere Zeit hinweghelfen. Vorerst ist nicht abzusehen, wann der Betrieb der Papierfabrik wieder eröffnet werden kann. — Die Verhältnisse in der Holz- i n d u st r i e unseres Tales haben sich etwas gebessert, allein die Absatzkrisis ist noch immer nicht vollens behoben, weil die Bauindustrie mit Aufträgen zurückhält. Unter diesen Umständen muß immer noch mit der Möglichkeit Der Kurzarbeit gerechnet werben. )( Ortenberg, 8. Febr. Am nächsten Donnerstag kommt in unserer Kirche der Luther- f i 1 m zur Vorführung. Der Reinertrag der Ser« anftaltur.g ist zur Hälfte für unsere Kranken- fchwesternstation bestimmt. Die Vorführung wird durch Gemeindegesänge unb Erläuterungen an passender Stelle umrahmt sein. Kreis Schotten. □S a ubach, 7. Febr. Für das gestrige Konzert im Schlosse hatte die hiesige Konzert- und Vortragsvereinigung die Trio- oereinigung Eckel-Krauß-Engert aus Frankfurt gewonnen. Die Vortragsfolge bildeten: 1. Anton Arensky, Trio O-Moll, Opus 32; 2. Peter Tschaikowsky, Trio ä-Moll, opus 50. Der Klavier- virtuose Christian Eckel bewies wieder seine überlegene Sicherheit, und die Mitwirkenden, Konzertmeister Hermann Krauß (Violine) und der Solocellist Franz Ennert zeigten sich ebenfalls voll auf künstlerischer Hohe. Allen Darbietungen wurde dankbarer Beifall gespendet. Im nächsten Monat wird als fünfte Veranstaltung ein Klavierabend des Konzertpianisten R. v. K o f a i l s k i und des siebenjährigen Wunderkindes Miriam Longo aus Neapel an einem noch zu vereinbarenden Tage im Schlosse geboten werden. — Aus dem Rechnungsjahr 1 924 der Gemeinde ist ein Heberschuß von 27 460,54 Mk. verblieben. Dieser Heberschuß wird jedoch, aller Voraussicht nach, im Rechnungsjahr 1925, das noch nicht zum Abschluß gebracht ist, aufgebraucht werden. Das Rechnungsjahr 1925 wird sich bei weitem ungünstiger gestalten als das Vorjahr. Deshalb ist an außerordentliche Ausgaben, wie Ehrendenkmal usw., nicht zu denken. Als Haupteinnahmeposten ist zu nennen der Erlös aus den Waldungen, der sich auf gegen 87 00 Mk. beläuft; allerdings sind gegen 29 000 Mk. Ausgaben für die Waldungen zu verzeichnen. Das Rechnungsjahr 1924 der evangelischen Kirchengemeinde zeigt eine Einnahme von 3822,93 Mk. und eine Ausgabe von 3760,53 Mk. Auch dieser Heberschuß wird wohl im Rechnuungsjahr 1925 verbraucht werden. Ig. Gedern, 7. Febr. Das am gestrigen Abend im Stiebelingschen Saale stattgehabte Winterfest des hiesigen V. H. C. - Z w eigne rein s blieb der Tradition treu und reihte sich den schönsten seiner Vorgänger in früheren Jahren würdig an. Nach Der Eröffnung durch einen Kla- uieroortrag begrüßte der 1. Vorsitzende, Apotheker Deesenmeyer. De recht zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder und Gaste aus Wenings, Oder- Seemen unD BurkharDs. Besonderen Dank spendete er Der hiesigen Gemeindeverwaltung, Die in verständnisvoller Würdigung der Vereinsziele unb -aufgaben im abgelaufenen Jahre durch eine geldliche Unterstützung Den weiteren Ausbau Des BaDe- haufes am Großen See ermöglichte und auch Dem B. Sy. C. Jugenheim auf der Herchenhainer Höhe einen namhaften Beitrag bewilligte. Im Auftrage Des in letzter Stunde verhinderten 2. Vorsitzenden des Gesamtoereins, Lehrers Link-Rudingshain, richtete Lehrer Ludwig- Burkhards herzliche Worte der Begrüßung an die Anwesenden. Es folgten dann gesellige Darbietungen verschiedenster Art, die sämtlich sehr beifällig ausgenommen wurden. Im weiteren Verlauf des Abends wurden zwei Ver- einsmitglieder in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste um den Zweigverein mit dem goldenen Wanderabzeichen bedacht. □ Gonterskirchen, 8. Febr. Die hiesige Gemeindejagd wurde an Den Seibenfabri» kanten Dr. Schlösser in Elberfelb zum Preise von alljährlich 1335 Mk. verpachtet. Wie man hort, wird jedoch zwecks Abrundung des Jagdgebiets ein Teil an Den Grafen zu Solms-Laubach abgetreten, wogegen dieser ebenfalls durch Abtretung von Jagdgelände entschädigt. Die Waldung rechts der Straße Laubach—Gonterskirchen (Giern usw.) wird an Dr. Schlosser, die Waldung links Der Straße an Den Grafen fallen. Unfere Gemeindejagd hat einen guten Wildbestand, zur Zeit jedoch gemindert. Auch kommt Hochwild vor. Der Schnepfenstrich ist im allgemeinen auch gut. Kreis Lauterbach. 5 Lauterbach, 8. Febr. In unterem Kreise finden jetzt allenthalben die Jagdverpachtun- gen statt. Im allgemeinen werden dabei die Friedenspreise erreicht: Die KemeinDejagb in Heblos für 480 Mk. an Baron H. K. R i e d e s e l - Sickendorf, in Rimlos für 100 Mk. an F. Sänger unb G. Sandmann in Lauterbach, in Ilbeshausen der 1. Jagdbezirk für 250 Mk. an L. Mönnig - Ilbeshausen, der 2. Bezirk an Oberförster Rausch- Romrod für 565 Mk., in Crai n selb an eine Jagdgesellschaft aus Grebenhain unb Crainfeld für 500 Mk., in Gunzettau an Revierförster Eichenauer für 500 Mk. Starkenburg. Offenbach, 8. Febr. (WSA.) Nach einer Mitteilung des Städtischen Statistischen Amtes waren am 29. Januar im Bereich des Arbeitsnachweises Offenbach insgesamt 1 6 6 7 5 Arbeitssuchende gegen 15 734 in der Borwoche vorhanden. Die Zahl der Unterstützungs- empfänger betrug 15184. Groß-Gerau, 8. Febr. iWSN.) Bei Anlage eines Spargelfeldes wurde in einem Nieddorfe ein vorhistorisches Grab mit 7 Urnen freia.elegt. Das Museum in Darmstadt wurde sofort benachrichtigt. Die Fundstelle wird der Hundskirchhof genannt. Rheinhessen. Mainz, 8. Febr. (WEN.) 3m benachbarten Budenheim hat ein Bahnarbeiter, der als braver Mann geschildert wird, seine Frau mit einem Beil lebcnsge- fährlich verletzt. Der Tat ging c\n Streit voraus, an dem die Frau Schuld tragen foIL Preußen. Maiugau. WEN. Frankfurt a. M., S. Febr. Dem gestrigen Polizeibericht zufolge sind wiederum gefälschte 10-Marl-'Reichsbank- noten im Verkehr festgestellt worden. Diesmal handelt es sich um halbfertige Stücke, die sowohl in Der Farbe und in den Bildern als besonders auf der Aückseitx plump ausgeführt sind. Amtsgericht Wetzlar. -- W e tz l a r, 5. Febr. Ein Arbeiter aus Wetzlar hatte sich dadurch der Hnterfchlagung schuldig ge- macht, baß er im Frühjahr einen Betrag von 65 Mk., Den er für gelieferte Seife unb Seifen» pulver für eine Karlsruher Firma einkassiert hatte, nicht an Die Firma ablieferte, fonbern für sich verbrauchte. In Der heutigen Verhandlung war der Angeklaate geständig; er will aus Not gehandelt haben. Mit Rücksicht darauf, daß er schon wegen Eigentumsvergehens vorbestraft ist, wurden ihm unter Versagung mildernder UftänDe 2 "Woche n Gefängnis zudiktiert, unb ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt. Ein Schneider aus Wetzlar war wegen gefährlicher Körperverletzung unter Anklage. Der Angeklagte wohnte bei Den Eheleuten W. zur Miete. Bei diesen fand am Heiligabend 1925 eine Feier statt. Der Angeklagte kam mit einem Gast des Hauses in Wortwechsel. Als Die Ehefrau Des Hausbesitzers sich in Den Streit einmischte, wurde sie vom Angeklagten beschintpft, worauf Der Hausbesitzer selbst erschien unb schließlich mit Dem Angeklagten ins Handgemenge tarn. Ersterer erhielt vom Angeklagten einen Stoß, daß er hinfiel. Als die beiden anderen Beteiligten Den am Boden liegenden aufheben wollten, erhielten sie Messerstiche ins Gesäß bzw. in Die 'JticrengegenD, so daß sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Der Angeklagte bestritt, Der Messerheld gewesen zu fein. Die Verhandlung ergab jedoch einwandfrei Die Täterschaft des Angeklagten. Demgemäß erkannte das Gericht, zumal Der 'Angeklagte nicht das erste Mal vor Gericht stand, unter Versagung mildernder Umftänbe auf 2 Monate Gefängnis unb Auferlegung der Kosten des Verfahrens. Buntes Allerlei. B)ie fflin die attische Göttin nach Berlin? Die Herkunft der attischen Göttin, für die das Berliner Museum eine Million gezahlt hat. und die seit kurzem öffentlich aufgestellt ist, hüllt sich noch immer in ein geheimnisvolles Dunkel, das vermutlich sobald nicht aufgeklärt wird. Wie abenteuerlich es bei solchen Erwerbungen herzu- gehen Pflegt, erzählt höchst anschaulich Hans Aosenhagen tm Februarheft von Velhagen & Klasings Monatsheften, die zum erstenmal eine farbige Wiedergabe des Originals zeigen. Bekanntlich haben die Regierungen der Mittelmeerländer die Ausfuhr antiker Kunstwerke verboten. Aber selbst der dümmste Bauer weih, daß er bei Anmeldimg eines Fundes bei den Behörden wenig oder nichts zu erwarten hat, und so deckt er die Stelle, wo er, einsam arbeitend, auf einen behauenen Stein stößt, sorgsam wieder mit Erde zu und wartet geduldig eine günstige Zeit ab. wo er unbeobachtet den vermuteten Schatz heben kann. Er weiß in der nächsten Stadt sichere und verschwiegene Leute, die ihm jedes gefundene Stück abnehmen, auch das wertloseste, in der richtigen Doraussetzung, daß er, zutraulich gemacht, ihnen auch einmal eine wirkliche Kostbarkeit ins Haus trägt. Die Hauptschwierigkeit besteht freilich darin, einen wertvollen und vielleicht umfangreichen Fund unbemerkt über die sorgsam bewachte Grenze zu schassen; doch auch das läßt sich mit Hilfe einiger zuverlässiger Menschen erreichen. Sind die Grenzwächter durch einen metallischen Händedruck nicht zu gewinnen, so muß zur Steinsäge gegriffen und Der Fund in so viele Stücke zerschnitten werden, daß diese bequem und unauffällig an verschiedenen Stellen über die Grenze befördert werden können. Der kluge Aufkäufer reift voraus ins Nachbarland, nimmt die Einzelstücke, in Empfang und setzt sie mit Hilfe eines guten Bindemittels wieder zusammen. Aun° mehr handelt es sich für ihn nur noch darum, jemand zu finden, der ihm die Antike ablauft. Da er selbst sie den Museen nicht anbieten kann, weil sonst leicht herauskäme, woher das Stück stammt, und weil er fürchten muh. daß man in dem Lande, wo er feinen Wohnsitz hat, von seiner gesetzwidrigen Handlung erfährt, bietet et das irgendeinem gewandten Agenten für einen so günstigen Preis an, daß dieser schnell feinen Vorteil ersieht und mit 'Freuden zugreift. 3n aller Heimlichkeit wird nun das antike Bildwerk fortgeschafft und Händlern, Die nähere Beziehungen zu den großen Museen und Sammlern unterhalten, gezeigt. Aachdem diese durch Befragung von arc§ioliogifchen Autoritäten über den wissenschaftlichen und künstlerischen Wert des Gegenstandes sich unterrächtet haben, wird er gekauft und gelangt nunmehr in den Gesichtskreis Der wirtlichen Interessenten. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Amschau".) Mittwoch, 10. Februar. 3—3.30 Tlhr: Die Stunde der Jugend. 3.30 bis 5 Uhr: Aachmittagskonzert des Hausorche- fters: Wunsch-Aachmittag für das neue Bund- funfgebiet. 5—6 Uhr: Uebertragung von Hamburg: Funtheinzelmanns Kindertheater ,Schneewittchen und die sieben Zwerge", Märchenspiel von C. A. Görner. 6.15—6.45 Uhr: Dücherstunde. 6.45— 7". 15 Uhr: Vortragszyklus Der 3’nbuftrie- unb Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau: ,Die nächsten steuerlichen Anforderungen", Vortrag von Syndikus Dr. Köbner. 7.30 Uhr: Uebertragung aus dem großen Saal des Saakbaues „Sie Jahreszeiten": Oratorium von Haydn. Sein oder Nichtsein. Lin Kriminalroman von der Wasserkante. Don Moritz Schäfer. 16. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Onkel Otto bestellte sich einen Grog. Verwundert blickte ihn der Kellner an. „Jetzt in der heißen Jahreszeit?" wagte er eine Kritik, „wir haben einen sehr schönen Eiskaffee, wenn der Herr vielleicht —" „Hab' ich Sie gefragt, Männeken?" wies der Seemann den Uebereifrigen in die Schranken. „Ich halt's nu mal mit'n steifen Grog, und wenn ich den nich haben kann, geh' ich 'n Haus weiter." „Sofort, mein Herr", beeilte sich der Ganymed zu versichern, nahm die Serviette mit unnachahm« ltchem Schwung unter den Arm und flitzte davon. „Eiskaffees brummte Onkel Otto in den Bart. „Der Kerl soll mir gestohlen werden mit seinem labbrigen Gesöff." Es dauerte eine ganze Weile, bis der Grog kam. Inzwischen genoß Hinriks einen schmalzigen Ope- rettenfchlagek und die Perspektive auf Mühlfeld und seinen Galgenvogel. Eifrig steckten die beiden die Kopfe zusammen. Sie tuschelten so leise, daß gewiß fefn Mensch in der Umgebung eine Silbe verstand. Dann kam der Grog. Aber er schmeckte dem Bestel^r nicht. Schon der Duft konnte des Onkels sachverständiger Nase gar nicht imponieren, und die Zunge streikte, als sie mit dem Inhalt in Berührung kam. „Dunnerlittchen", brummte der alte Herr vor sich hin. „Wenn ich nicht genau wüßte, daß das Grog ist, hielt ich das Zeugs für Kamillentee." Mühsam zwang er einen Schluck hinunter und schütelte sich. „ZahlenI" rief er mit Stentorstimme, und wieder flitzte der Kellner herbei. „W i e viel?" sagte der Gast mit beißender Ironie, als der Kellner eine für die damaligen Tage exorbitante Summe forderte. „Ja, Männeken, für bat Geld köp' ick mir ja 'n ganzes Faß Rum!" Milleidig zuckte der Befrackte die Achseln. Onkel Otto aber warf wütend eine Handvoll Papier auf den Tisch und erhob sich. „Das sind 500 Mark zu viel, mein Herr!" „Na, denn köpen Sie sich for den Rest 'n kranken Kanarienvogel und kurieren ihn dann mit Ihrem Grog!" Sprach's und schickte sich an, das Lokal zu verlaßen, nicht ohne vorher noch an den Tisch des schönen Fedor zu treten und den Beau durch den lauten Ruf: „Guten Abend, Herr Mühl- seld!" aus seiner Unterhaltung aufzuschrecken. Als hätte er einen Geist gesehen, starrte ihm der Gast ins Gesicht. Gleichzeitig blickte auch sein Begleiter auf, und Hinrichs sah graue, listige Augen aus einem Geierkopf auf sich gerichtet. „Mein lieber Kapitän, Sie hier! Welche Ueber- raschung!" Mühlfeld hatte sich gefaßt und ging auf Hinriks zu. „Aber, sagen Sie nur, wie kommen Sie denn nach Berlin?" „Nich wahr, bat wunnert Sie, Herr Mühlfeld. Na ja, unsereins will o o k mal Großstadtluft riechen!" „Darf ich Sie an unfern Tisch bitten? Ein alter, lieber Geschäftsfreund — gestatten die Herren —" „Geschäftsfreund? Nee, ich danke!" Der Onkel hatte keine Lust, die nähere Bekannschaft des Raubvogels zu machen. „Ich stand schon im Begriff, zu verduften. Lassen Sie sich nur ja nicht stören in Ihren „Geschäften", Herr Mühlfeld!" Und rasch, bevor Mühlfeld eine Einrede Vorbringen konnte, mar er draußen. * * * Hinriks stand am andern Morgen sehr früh auf, um den um 7.15 Uhr vom Stettiner Bahnhof abgehenden Zug nicht zu versäumen. Es war verabredet, daß er sich mit Andrea am Bahnhof treffen sollte. Statt dessen wurde er um $7 Uhr in der Frühe vom Kaffee weg durch den Portier seines Hotels an den Fern precher gerufen. Andrea teilte ihm mit, daß sie auf Wunsch Margots noch einen Tag bleiben werde: sie gedenke dann allein zurückzufahren. „Ausgeschlossen, Kinning. Dann bleib' ich auch, bis du mitkommst." „Auf keinen Fall, Onkel Otto. Ich weiß, daß du dir aus Berlin nichts machst. Wie willst du die Zeit totschlagen?" „Wird sich schon finden?" „Nein, Onkelä)en, du reisest! Sei lieb! Ich bin ja doch kein Kind mehr!" „Aber —" „Kein „aber", Onkelchen." „Geht's denn Margot nach Wunsch?" „Alles in Ordnung! Die Kleine ist wohlauf und guten Muts. Bloß langweilig ist's ihr." „3ft das alles?" „Wahr und wahrhaftig, Onkel Otto. Ich will ihr heut noch ein bißchen die Zeit vertreiben. Sie muß sich erst eingewöhnen in die Klinik. Sie muß sich allmählich an Patienten und Dflegepersonal an- schließen. Wenn sie gleich so allein ist, könnte das Heimweh kommen." „Hm. Dann grüß' sie man schönstens von mir." „Danke, Onkelchen. Margot läßt ebenfalls herzlich grüßen. Und ich soll dir sagen, sobald sie wieder sehen kann —" „Donnerlichting!" unterbrach der Alte unwirsch. „Was ist denn das für ein Klappern im Apparat?" Es war aber gar kein Klappern im Apparat, der Kapitän wollte nur seine Rührung verbergen. Aber die da am andern Ende des Drahtes stand, wußte Bescheid. Sie wischte sich einen Tropfen aus den Augen und rief dann, rasch gefaßt: „Hallo, Onkelchen, bist du noch da?" „Ja, hier bin ich." „Dann bleibt's also dabei. Du fährst heute morgen, ja?" „Meinetwegen." „Schön. Und ich komme morgen nach. Gute Reise, Onkel Otting. Erstatte Thomas Bericht." „Will's besorgen, Kinning. Und gib Margot einen Schmatz." Recht war's dem alten Herrn eigentlich gar nicht, daß er allein fahren sollte. Aber er war nun mal überrumpelt worden und mußte gute Miene zum bösen Spiel machen. Als er mit seiner Handtasche durch die Sperre schritt, schlenderte auf dem Bahnsteig im englischen Regenmantel — denn es war am Morgen ein leichter Schauer niedergegangen — nach allen Seiten ausschauend, eine wohlbekannte Gestalt umher. „Nu brat mir einer ’n Storch", dachte Hinriks. „Da haben wir ja wieder unfern Hans Dampf in allen Gassen!" Er trat an den Herrn im Regenmantel heran und rief ihm über die Schulter zu: „Ausgeschlafen, Herr Mühlfeld?" Der Angerufene fuhr herum. „Ach, Herr Kapitän! Sehr erfreut! Sie wollen schon wieder abreisen?" „Wie Sie sehen, so." „Waren Sie denn ganz allein in Berlin?" „Warum nich? Dachten Sie, ich reise mit gros ßern Gefolge, wie der Sultan von Marokko?" „Mit einem Sultan haben Sie allerdings eine nur sehr entfernte Ähnlichkeit, Herr Kapitän." „Na also! Die Aehnlichkeit überlasse ich anderen Leuten, die immer mit 'nem Harem herum« gondeln! Uebrigens, kommen Sie mit nach Rostock?" „ Nein, ich bleibe hier." „Hm. Dann warten Sie auf jemand. Am Ende gar auf Ihren Geschäftsfreund?" „Ihre Wißdegierde frappiert mich, Herr Kapitän!" „Meine „Wißbegierde" hat ihre guten Gründe, Herr Mühlfeld." „Und welche, wenn ich fragen darf?" „Hm. Sie haben mich gefragt, ob ich allein fahre. Das spricht Bände, mein Lieder!" „Ich verstehe nicht —" „Na, dann will ich deutlicher werden. Sie haben eine feine Witterung, Verehrtester! Dachten Sie vielleicht, ich reife mit Andrea?" „Mit Andrea?" Kornische 5rageJ."_ „Ne, komische Antwort! Sie sprechen da von der Gattin Ihres Freundes Lorenzen wie von einer guten Bekannten. Nennen Sie alle Damen Ihres Bekanntenkreises beim Vornamen?" „Aber verzeihen Sie, Herr Kapitän! Sie selbst sprachen doch von Andrea!" „Das soll wohl so sein in der Familie! Aber woher Sie das gleiche Recht ableiten, das ist mir denn doch unerfindlich." „Und mir ist unerfindlich, woher Sie dos Recht ableiten, mit mir in solchem Tone zu reden." „Das will ich Ihnen sagen, Herr Mühlfeld. Sie haben sich da eine recht hübsche Maske von Biederkeit und Ehrlichkeit zurechtgemacht. Aber mich alten Mann täuscht so was nicht. Ich weiß, was dahinter - steckt. Und danach wähl' ich meine Adresse." „Herr! Ich halte Ihren grauen Haaren dieses Benehmen zu gut!" „Haben Sie gar nicht nötig, Herr Mühlfeld. Wenn Sie's wünschen, steh' ich noch meinen Mann." (Fortsetzung folgt.) Nutz- niH BremholzverfcherW. Montag, den 15. Februar I. HS.» vormittags 11 Ahr, werden in der Gast- wirtschaft von Karl Lenz III. in Betzenrod aus den Staatswalddistrikten Kohlhag 3, Hirzenberg 1, 2, 7 und 9 und Rüdewald 6 der Försterei KUiansherberge versteigert: Autzhvlz: Stämme: Eichen 4. Kl. 2 St. 0,96 Fstm., 5. Kl. 8 St. = 2,53 Fstm., 6. Kl. 6 6t. = 1,66 Fstm. Eschen 6. Kl. 3 St. = 0,27 Fstm- Ahorn 4. Kl. 2 6t. = 0.68 Fstm. Almen 4. Kl. 2 St. --- 0,99 Fstm., 5. Kl. 1 St. ---- 0,35 Fstm., 6. KI. 3 St. 0,53 Fstm. Kirschbaum 6 Kl. 2 St. — 0,72 Fstm. Akazien 4 Kl. 2 St. = 0,48 Fstm. 6 Kl. 6 St. --- 0,90 Fstm. Linden 5. Kl. 1 St. ----- — 0,13 Fstm. Erlen 6. Kl. 4 St. = --- 0,63 Fstm. Aspen 4. Kl. 1 St. — --- 0,47 Fstm., 5. Kl. 2 St.---- 0,68 Fstm., 6. 5U. 3 St. ----- 0,62 Fstm. Linden 1 Kl. 1 St. -- 0,62 Fstm , 4. Kl. 1 St. =0,36 Fstm. Kiefern 3. Kl. 1 St. = 0,57 Fstm., 4. Kl 4 6t = 1,99 Fstm., 5. Kl. 15 6t = 6,79 Fstm. Lärchen 5. Kl. 5 St. =- 1,49 Fstm. Fichten 2. KI. 1 St. = 1,00 Fstm., 3. Kl. 5 St. — 7,63 Ffluu, 4. Kl. 31 St. -- 28,71 Fstm., 53-Kl. 52 6t. --- 28,58 Fstm., 5b«SU. 123 St. = 27,79 Fstm. Weymutskiefern 3. Kt 2 St. = 3,11 Fstm. Buchen B 2 Kl. 1 St. = 0,44 Fstm. Derbstangen. Buchen 1. Kl. 4 St --- 0,10 Fstm. Lärchen 1. Kl. 28 St -- 1,84 Fstm. Fichten 1. Kl. 58 St -- 4,75 Fstm., 2. Kl. 41 St. --- 1,31 Fstm. Dutzknüppel Am.: 2 Lärchen, 13 Fichten 1 Kl., 13 2. Kl Autzretfig Am.: 26 Fichten. Brennholz: Scheiter Am.: 6 Buchen 1. Kl., 30 Buchen 2. Kt, 2 Hainbuchen, 2 Ahorn, 1 Alme, 1 Erle, 2 Akazien, 5 Aspen, 2 Kiefern, 40 Fichten. Knüppel Am.: 12 Buchen 1. Kt, 18 Buchen 2. Kt, 31 Eichen, 1 Hainbuche, 3 Eschen, 3 Ahorn, 3 Almen, 7 Obstbäume, 38 Erlen, 21 Aspen, 7 Linden, 6 Kiefern. 6 Fichten. Aeistg Am-: 325 Buchen, 260 Eichen, 40 Ahorn, 28 Almen, 55 Linden, 256 Weiden, 92 Obstbaume. Stöcke Am.: 4Buchen, 1 Alme,65Fichten. Das Holz beliebe man sich vorher an« zusehen, fpatere Beanstandungen können nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Bechtold zu Kiltanshetberge und die unterzeichnete Stelle. EichelLborf, den 6. Februar 1926. Hessisches Forstamt Gichelsdors. ___________Bechtel.________1183V Nutzholzversteigerung Nächsten Freitag, den 12. ds. Mts., kommt aus den Waldungen der Gemeinde Ettingshausen folgendes Nutzholz zur öffentlichen Versteigerung: (Schnittholz) Kiefern-Stämme 2. Kl. 6 St. mit 7,50 Fstm. „ , 3. „ 18 „ „ 18,40 „ Fichten-Stämme 1. „ 3 , „ 6,97 „ - » 2„ 7 , „ 10,90 „ „ „3.-5. „ etwa 70,00 „ Fichten-Derbstangen............25 „ , Nutzreisig..............46 Rm. „ Bohnenstangen......... 950 Stück Eichen-Stämme 4. Ät 5 5t. mit 5,02 Fstm. „ „ 5. , 9 . , 4,43 „ „ „ 6. „ 57 „ „ 12,84 „ Zusammenkunft 10 Uhr am Sportplatz Wcudetngang. 1222V Ettingshausen, den 8. Februar 1926. Bürgermeisterei Ettingshausen. __0 P P e r._______________ Bekanntmachung. Der Voranschlag für 1926 liegt vom 10. dS. AUS. ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen tonnen während dieser Zeit schriftlich oder mündlich zu Protokoll erhoben werden. Ettingshausen, den 7. Februar 1926. Bürgermeisterei Ettingshausen. Opper. 1204V Brennholzversteigerung. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am Freitag, dem 12. Februar 1926, vormittags 9'- Ahr, (Abt. 104 und 114, Stadtwald, Bezirk des Försters Geisel, Gießen) versteigert werden: 66.6 Am. Kiefernscheiter, 11 „ Fichtenscheiter, 122,2 . Kiefernknüppel. 3 „ Eichen- und Fichtenknüppel, 150 Wellen Buchen- und Eichenreistg, 4260 , Kiefern- und Fichtenreisig, 75 Am. Kiefern- und Fichtenstöcke. Zusammenkunft: Alter Steinbacher Weg, 2. Schneise. 12188 Gießen, den 8. Februar 1926. DerOberbürgermeister.F.D.:vr.Aosenberg. Jagdverpachtung. Donnerstag, den 11. Februar 1926, vormittags 10 Ahr, soll die Gemeindejagd, umfaffend etwa 800 Hektar Feld und 270 Hektar Wald auf 9 Jahre verpachtet werden. Die Bedingungen werden bet der Der- Pachtung bekannt gegeben. 1169V Wieseck, den 5. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei Wieseck. ___________Schvmber.___________ Bail- md Aitzhvlzverßeigkrmz. Am Donnerstag, 11, Jebruar, vormittags 9 Uhr anfangend, sollen aus den Distrikten Mühlberg und Kleine Röthe 92,08 fm Eichen-, Schnitt-, Bau- und Grubenholz, größtenteils schönes Wagnerholz: 14,20 fm Fichten-Bauholz, 7,78 fm Fichtenderbstangen und 6000 Fichten- Boynenstangen meistbietend versteigert werden. Bedingungen werden vor der Versteigerung oekanntgegeben. 1115V Zusammenkunft an der Straße Dillinger,—Langd, am Waldeingang. Bidingen, 4. Februar 1926, Bürgermeisterei Dillingen. ___________Pauli.___________ Jagd-Verpachtung. Donnerstag, den 16. Februar d. 2.» vormittags 11 Ahr, soll in der Wirt- schäft Erbes, dahier die hiesige Gemeindejagd auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Das Jagdgebiet umfaßt 104 Hektar Wald und 478 Hektar Feld, liegt 10 Kilometer von der Bahnstation Mücke, hat täglich zweimalige Autoverbindung an die Bahnstation, und die Hallestelle der Autopost liegt in der Mitte des Jagdgebiets. Anter-Seibertenrod, den 8. Februar 1926. Bürgermeisterei Anter-Seibertenrod. _______Momberger. ____ Bekanntmachung." Der Voranschlag der Gemeinde Geilshausen für das Rechnungsjahr 1926 liegt vom Mittwoch, dem 10. Februar 1926 ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei offen. Einwendungen sind während dieser Frist schriftlich oder zu Protokoll bei der Bürgermeisterei vorzubringen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizuttagen haben. Geilshausen, den 8. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei Geilshausen. ____________Wagner._______1207V Zu verpachten Ein Raum, zirka 196 qm Grundfläche, und Nebenräume mit zirka 80 qm Grundfläche geeignet für gewerbliche Zwecke oder wittschast in Gießen gelegen. Interessenten wollen ihre Adresse unter 1162V an den Gießener Anzetger einsenden. IHemi* BaWporfcl Mittwoch. 10. Fcbr. 1926, SV, abcndS in der Turnhalle des Realgymnasiums rmeii,Mieii,GWliliUSsleii IDettfönW nnö Borfäötnngen Donnerstag, den 11. Februar 1926, 4-Vr Ubr nachmittags: SchwimlilwelilöWse im Bollsöaö Eintritt frei. 899V Die Angehörigen der Universität sowie alle Freunde der Turn» und Svonsache ladet ein Ser Mv. MMutz (flt Eeioesoanngen. ins der religiösen Dichtung der Gegenwert: Albert Steffen Llc. Robert Goebel-Marburg) Mittwoch, 10. Februar, Vortragssaal der KeHuorschen Buchhandlung, Schulstr. 8, abends 3.30 Uhr pttnkUlch. Zur Unkostendeckung Mk. 1.— erbeten, Studenten und wer nur weniger zahlen __kann, 50 Pf.____________0887 Mittwoch 1213c 8^* Großes WWW Saalbau Sauer. Achtung! Hmtli-Tohleii uni) Absätze Mk. 4.30 Imil-Lohlen „ „ „ 3.30 Kindersotzleil je nach Größe. Genabte Sohlen Mk. 1 mehr. Eilaufträge in 3 Stunden. Gute Handarbeit und gutes Material. Jt ___Bruchstrahe 22. 0530 Holzversteigerung. Freitag, den 12. Februar, im Markwald Bettenhausen. Brennholz: 7 Rm. Buchen-Scheit, 90 Rm. Buchen-, Eichen-, Lärchen- und Kiefern-Knüppel, 425 Rm. Buchen-, Eichen- und Fichten-Reisig, 89 Rm. Buchen-, Eichen-, Kiefern- und Fichten-Stock, 314 Rm. Buchen-, Eichen- und Fichten- Durchforstungsreisig. Nutzholz: 10 Fstm. —40 Stück Eichen-Stämme 6. Kl., 0,28 Fstm. — 5 Stück Eichen-Derbstcmgen, 5,19 Fstm. = 96 Stück Fichten - Derbstangen, 740 Bohnenstangen, 22 Reisstangen, 39 Rm. Nutzreistg. Zusammenkunft oormittags 9l/2 Uhr an der Waldecke der Straße Bettenhausen -Muschenheim. Bettenhausen, den 7. Februar 1926. Der Markvorsteher. _____________Roth.__1224V gwangsversteigerung! Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen in Krofdorf am Freitag, dem 12. Februar 1926, vormittags 11 Ahr, 2 Klaviere öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert werden. Treffpunkt 10e/4 Ahr an dem Bürgermeisteramt. Krofdorf, den 9. Februar 1926. Die Gemeinbekasse. Bechtholb, DollziehungSbeamter. 1230V Tornister Brotbeutel Rucksäcke u.sonst.Alumiuium- Waudcrkram, Ju- neublicberbücbcr usw. bet 0913 Ako MM, Kirchenplatz 8, I. mr Käme -®ot gut und billig, reelle reife Ware. 9 Psd' Holsteiner Käse Jt 3.95,9Pjd rote Kugel- Else Jt 8.95, 9 Psd. dan. Talellettkäse Jt 8.10, 9 Psd. dfln. Edamerfettkäse Jt 8.10, 9 Psd. Tilsiter Fettkäse I Jt 9.45, 9 Psd Tilsiter kett- käs» II Jt 8.20,9 'ittö. däa. Scliwolxerfett- käse Jt 9.90, ab Kiel. Nachnahme. Holnei- ntscheS Käselager Jobs. Kröger, Kiel 9Zr. 37, Hcissel- iuannstr.1u.17. tl906s Heute und morgen erhalte frische 5tiW zu billigsten Preisen. 1216c LMlWM 17 Marktplatz 17 Telephon 1662. PHONE I62D Mi-MM Tel. 240 AUTO AUCH NACHTS. Grüne Heringe Seelachs Schellfische Kabeljau emvfiehlt Mittwoch früh etntrefsend 1227c Hamburger Fifchhdlg. A. Koch Nachflgr. Schulstr. 10, Tel. 1612. Gl. SAM ob tu* Kops 6t.toliiuio.fi. GM SMM BotL-5(W Frisch geräucherte Bötlinge Frisch geräucherte Amen Frisch geräuchert. 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