176. Zahrgang Mittwoch, 8. Dezember 1926 Der Entwaffnungshandel in Genf Der Bericht der Botschafterkonferenz. Aus dem Wege zu einer Verständigung? )e bezembn 1926 l(T66D itritt. otw« looenD wohl nicht bestritten werden kann. Der Parteibeschluß, duf den sich der Abg. en Karton- und e, mod. Muster Billigste Preise 5 prächtigen cherfreu! ajn e Schmidt Lrlcheinl täglich,außer Sonntags und Feiertag» Beilagen Vtetzener Famtliendlättei Heimat im Bild Die Scholle Monalr'kezLtzrrrei». 2 Reichsmark und 20 -retch»pfennlg für Träger, lohn, auch bei Richter, scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsplechanichlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach. ächten- Anzeiger Liehe». Polfd} cflonto: Frankfurt am Main 1168«. ’Dtrnn aus, den igotod iMA haus 34 Scholz in dieser Erklärung bezieht, hatte folgenden Wortlaut: Das Ziel der deutschen Innenpolitik muß !tr. 287 Erster Blatt Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für l rom Höhe für Anzeigen vvu 27 mtn DreUe örtlich 8, auswärt» 10 Reichspfennig; für Ne» blamean,eigen von 70 mm Brett« 35 Reichspfennig, Platzoorschrift 20u mehr. EhefredaKteur Dr Fnedr Wilh Vangc. Derantwoniich für Politik Dr. Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteil L Dertr. fj Beck, iämtlich in (Bienen. Zuspitzung der innerpolitischen Lage. Die Koalitionspolilik der Deutschen Volkspartei. - Kampfansage der Sozialdemokraten. Hoffmann (Dntl.) 14 Stimmen, auf den Abg. Blü her (D. Dp.) 12 Stimmen, auf den Aog. Seyf ert (Dem.) SStimmen, auf bcn Abg. Kaiser (Wirtschaftspartei) 16 Stimmen, die von den Abgeordneten der Wirtschaftspartei. der Aufwertungspartei und der Rationalsoziallsteni abgegeben wurden; auf Ministerpräsident Held vier Stimmen der Allsozialisten. $>:r Präsident stellte fest, daß demnach wiederum keine gültige Wahl zustande gefommen ist. Folge zu einer Paralhsierung der gesamten deutschen Industrieausfuhr führen. Die Rheinlandbesetzung. Paris, 7. Dez. (WTB.) Das „Journal des Döbats" schreibt, schon jetzt scheine die Frage der Rheinlandbesetzung umstritten. Es handele sich darum, eine Räumung vor den durch die Vertrage festgesetzten Fristen vorzunehmen i m Austausch gegen eine Verständigung mit Deutschland über eine ständige und wirksame Kontrolle in der entmilitarisierten Zone. Dieses Problem sei zu wichtig und zu komplex, als daß man leichtfertigerweise urteilen könnte, ohne das Für und Wider sorgfältig erwogen zu haben. Die Besetzung sei sowohl ein Pfand, als auch ein D r u ck m i t t e l, das man nur im Austausch gegen beträchtliche Gegenleistungen ausgeben könne. Anderer' seits sei es gewiß, daß die Schaffung eines Kontrvllshstems für das linke Rhnnuser tatsächlich Vorteile bieten würde, denn der Versailler Vertrag habe in dieser Hinsicht nichts vorgesehen. Die Frage müßte also sehr genau geprüft werden. Man werde jedenfalls eine Kontrolle fordern müssen, die die weitestgehenden Garantien sicherstelle. Vor einer Einigung? Berlin, 8. De;. (IBIB. Junffprudj.) Rach einem sehr optimistischen Bericht der vossischen Zeitung aus Brüssel, der anscheinend auf Nachrichten von Vandervelde zurückzuführen ist, soll in der Montagskonfercnz in der Jcage der Festsetzung b& Termins für die Zurückziehung der interalliierten Kontrollkommission dahin Ueberein- fllmmung erzielt worden fein, daß die Kommission so rasch wie möglich aus Deutschland abberufen werden soll. Die Frist, über die gesprochen wurde, habe zwischen acht und vierzehn Tagen geschwankt. Der Beschluß der Aufhebung der Kontrolle werde nicht davon abhängig gemacht werden, ob Deutschland bereits alle übernommenen Verpflichtungen zur Zufriedenheit der Gegenseite erfüllt hat. Die Westmächte hätten zur deutschen Regierung vertrauen genug, daß sie die in Gens gemachten Zusagen bezüglich der Befestigungsanlagen Königsberg und der militärischen Gebäude ein- halten werde, auch wenn die interalliierte Kommission nicht mehr bestehe. 3n der Frage der llebernahme der Kontrolle durch den Völkerbund solle nach den in Brüssel vorliegenden Mitteilungen Vandervelde, Brianb und Chamber Iain dem deutschen Standpunkt entgegen- gekommen fein. Die Juristen der beteiligten Mächte seien beauftragt worden, eine Formel auszuarbeiten. Die interalliierte Milltärkonlrolle würde danach unmittelbar durch die Kontrolle des Völkerbundes abgelöst werden, die nur auf besonderes verlangen des völ- kerbundsrales einzusehen hätte, ohne daß die Einrichtung ständiger Kommi^ionen geschaffen würde. Die Ätzung des Dölkerbundsrales. Genf, 7. Dez. (WTB.) Der Völkerbundsrat behandelte heute nachmittag in öffentlicher Sitzung die Frage der Einführung des Proporzsystems für die Wahl der nicht st ändigen R a t s m i t g l i e d e r, zu der eine Denkschrift der norwegischen Regierung vorliegt. Rach einer kurzen Aussprache, an der Scialoja, Chamberlain, Briand und Benesch in scherzhaften Wendungen und teilweise mit Anspielungen auf die eigenen parlamentarischen Erfahrungen mit dem Proporzsystem gegen ein solches Verfahren Stelluna nahmen, wurde die Vertagung auf März beschlossen. Der Rat genehmigte dann die im Rahmen der Arbeiten des Ausschußes für internationale geistige Zusammenarbeit unlängst beschlossenen Richtlinien für den Austausch von Reproduktionen aller Art von Kunstgewerben zwischen den staatlichen Reproduktionsanstasten und zur Abhaltung von Kollektivausstellungen in den verschiedenen Hauptstädten Europas. Neue Besprechungen. Genf, 7. Dez. (Wolsf.) Die Einzelbesprechua- -M zwischen den Außenministern der Rheinpakt - rächte wurden heute vormittag fortgesetzt. Am 8l| der deutschen Delegation, dem „Hetel Metro- tole“ fanden Unterteilungen zwischen Dr. Stre» c m a n n und Vandervelde und ferner zwi» ch«n TMnisterialdirektor Dr. Gauß und dem italienischen Ratsmitglied (Senator Scialoja statt. Aach Meldung der Schweizerischen Depeschen- cfltntur erklärte Dr. S1 r e s e m a n n die öfsent- l'che Meinung in Deutschland erwarte ohne Aufschub dieAufhebung derInterallirer- tn Militärkontrolle. Vandervelde er- bcherte. die Differenzen, die über die Entwaff- nungsverpslichtungen Deutschlands noch beständen, nützten vorher endgültig beseitigt werden. 3i im Laufe des Vormittags auch mit dec deut- hen Delegation durch einen B.'such beim Staats- clretär v. Schubert in Verbindung setzte. Rach Meldungen aus Paris steht die Reise Massiglis rach Genf in enger Verbindung mit dem Be- v>l u 6 der Dotschafterkonserenz zu en aus Deutschland vorliegenden Bericht über ie Abrüstungsfrage. Man erwartet in Paris, es den Staatsmännern wohl möglich fein r>nb, unter Umgehung der bisherigen Stellung- Mijme der Botschafter!onserenz aus Grund der 'om Massi'li oxgelegten Berichte die Frage der cuilschen Abrüstung als in befriedigender D e i s e g e l ö st zu erklären. Demgegenüber verbuchen aber natürlich chauvinisttsche Kreise einen hrartigen Beschluß als unwahrscheinlich darzu- , teilen. Massigst wird für Donnerstag in Paris , tcüdertoartet, um der Datschasterkonferenz, die an 5 l eiem Tage erneut zusammentreten wird, die reuen Direktiven aus Genf mitzubringen. Der deutsche Standpunkt. Gens, 7. Dez. (TU.) Die gegenwärtig einer llrendigung einer Militärkontro.le noch entgegen- «henden Schwierigkeiten werden jetzt « ursächlich in der polnischen .Forderung auf Isduzierung der deutschen Defesti- lungen im Osten sowie in der Ausfuhr ■er deutschen Halbfabrikate gesehen. Boi deutscher Seite wird darauf hingewiesen, Mß der Artikel 180 des Versailler Vertrages gfriglid) erklärt, das System der deutschen Be- Wigungen im Süden und Osten bleibe i m gegenwärtigen Zustande bestehen. Der «nlveis der Kontrollkommission, daß d'.ese De- Miigungen z u moderne Ausrüstungen Acten, muh daher a b g e l e h n t werden. Zu Frage der Ausfuhr von Halbfabrikaten wird hx deutscher Seite mit allem Nachdruck geltend Mnocht. txi6 die Forderung auf Unterbindung .stcser Ausfuhr in keiner Weise mit dem Ar° Wei 170 Absatz 2 des Versailler Vertrages in Ikßeteinflimmung stehe. Eine derartig rigorose MuSlegung dieser ‘Seflimmxmg würde in der die Volksgemeinschaft sein. Sie setzt den Ausgleich der politischen und gesellschaftlichen Gegensätze und die Zusammenfassung aller Kräfte zur Erreichung der äußeren Freiheit und inneren Ordnung und Gerechtigkeit voraus. Sie bedeutet deshalb im Grunde dasselbe wie die nationale Einheit. Die sogenannte große Koalition war noch nicht zu erreichen, wohl aber der Weg zu diesem Ziel. Am 12. August 1923 wurde die große Koalition die Grundlage für das Kabinett Siresemann. Sie s ch eite r t e am 7. November 1923, nachdem die Vereinigte Sozialdemokratische Partei ein Mißtrauensvotum gegen das Kabinett Dr. Strefemann eingebracht hatte, weil sie sich den Maßnahmen zur Wiederherstellung der inneren Ordnung und zur wirtschaftlichen Gesundung des Reiches widersetzte. Die V. S. P. D., die seit der Fusion der Sozialdemokratischen Partei mit der früheren Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei unter den Einfluß des radikalen linken Flügels geraten war, Hal nicht die Kraft aufgebracht, von sich aus die Verbindung der Partei in den einzelnen Landesteilen mit der Kommunistischen Partei zu lösen. Sie hat damit den Beweis erbracht, daß mit ihr in der jetzigen Zusammensetzung und bei ihrer Abhändigkeit vom Radikalismus im eigenen Lager eine fruchtbare Reichspolitik nicht ge- trieben und eine Volksgemeinschaft nicht erreicht werden kann. Das taktische Zusammengehen mit der Sozialdemokratie hat übrigens niemals etwas geändert an der grundsätzlichen Einstellung der Partei auf Bekämpfung der Sozialdemokratie, einer Bekämpfung, die den Grundsätzen des Parteiprogramms der Deutschen Dolkspartei entspricht. Nachdem die Große Koalition im Reiche durch die Politik der V. S. P. D. zerstört worden ist, erwächst der Reichstagsfraktion der Deutsck)en Volkspartei die Aufgabe, an der Bildung einer tragfähigen bürgerlichen Koalition zu arbeiten. Die Deutsche Volkspartei ist berufen, der Mittelpunkt der Sammlung aller staatsbejahenden bürgerlichen Kräfte zu sein, betrachtet aber auch die hierdurch angestrebte Entwicklung nur als eine Etappe auf dem Wege zur Volksgemeinschaft, wie auch die Große Koalition ein Weg zu diesem Ziel gewesen ist. Die Zusammenfassung der bürgerlichen Kräfte setzt die unbedingte Anerkennung des Grundsatzes voraus, daß Aenderungen der heutigen Reichsoerfassung nur auf verfassungsmäßigem Wege möglich sind, und erfordert das Bekenntnis zur positiven Mitarbeit am Staate sowie die Aufgabe jeder lediglich negativen zerstörenden Kritik und eine die Idee der Volksgemeinschaft ausschließende Art der Agitation. Eine Drohung ScheidemOnns. München, 7. Dez. (WTB.) In einer Versammlung der Münchener sozialdemokratischen Partei betonte Reichstagsabgeordneter Scheide- mann in einer Rede, daß die Sozialdemokratie als Dolkspartei die grundsätzliche Sortierung der Beteiligung nicht bloß an den Regierungen der Länder, sondern auch an der Reichsregierung erhebe. Recht scharj wandte sich Scheidemann gegen den volksparteilichen Abgeordneten Scholz wegen seiner Qnfterburger Rede und erklärte, die Sozialdemokratie habe die bisherige Regierung toleriert und mit ihr Tuchfühlung genommen. Wenn die Deutsche Dolkspartei nicht von den Erklärungen des Abg. Scholz abrücke, sei es mit der Tolerierung und der Tuchfühlung vorbei. Dann würde die Sozialdemokratie wieder frei fein zum Kampf gegen bie Regierung. Die Sozialdemokratie sei zur Mitarbeit an der Regierung bereit, aber auch zum äußersten Kampf entschlossen. Noch keine Entscheidung in Sach en. Dresden, Z. Dez. (Wolfs.) 3m Sächsi - fchen Landtag wurden heute b:i der Wahl des Ministerpräsidenten 95 Stimmzettel abgegeben. Davon entfielen auf den frühe een Kultusminister Fleißner (Soz.) 44 Stimmen der Kommunisten und Sozialdemokraten, auf den Abg. iaSeree»shn“^ v nricb n°d ipr»«'*0”“’ 'ÄJ1 «'n. hin« ll gewri.Shallo, f «u |1Z* 'S“' 15 STA t >lM.) Der preußische Staatshaushalt. KinanzririnisterHöPlcr-Aschof imLlaatörat De rl in, 7. Dez. (VDZ.) Der Preußische StaatSrat beriet den Etat 1927. Es liegt der Ausschußantrag vor, ein allgemeines Gutachten zu erstatten, wonach insbesondere mit Desri.di- gung fcftgcftellt wird, daß der Etaatshaushalts- plan für 1926 erheblich früher als der vor- jährige festgestellt worden ist. Er hält es für äußerst wünschenswert, daß der Haushaltsplan für 1927 vor dem 1. April 1927 festgestellt wird. Es wird begrüßt, daß die wiederholt vorgetragenen Wünsche des Staatsrats nach größerer Durchsichtigkeit des Haushalts gegenüber dem vorjährigen weitere Berücksichtigung gesunden haben. Mit Bedauern stellt der Staatsrat fest, daß seine wiederholten Anregungen, die Personalkvsten durch Verwaltungsreformen zugunsten der zu- rüdgebrängten Sachausgaben herabzusehen, wiederum nicht Rechnung getragen ist. Der Staatsrat erwartet, daß sich das preußische Staatsministerium sowohl im Interesse deS Staates wie auch ganz besonders in dem der schwer belasteten Gemeinden für die Aufrechterhaltung der „kleinen Garantie" deS Reichs für den Ertrag der älmsahsteuer einseht. Der Staatsrat erwartet, daß das Staatsministerium beim Reich mit aller Entschirt>enheit dafür eintritt, daß auch die Kosten der Krisensür- sorge in erster Linie vom Reich übernommen werden und die Gemeinden anteilmäßig mindestens nicht höher belastet werden als bisher bei den Kosten der Erwerbslosenfürsorge. Finanzminister Dr. Hö-ker-Aschos verwies darauf, daß die Einnahmen zum wesentlichen Teil auf äleberweisungs steuern beruhen. 75 Prozent der Einkommen- und Körperschaftssteuer hätten Länder und Gemein en auch im kommenden Jahre zu beanspruchen. Während die gesamten Aufkommen an Einkommen- und Körperschaftssteuern 1926 mit 2 350 Millionen Rm. berechnet worden seien, stelle das Reich für 1927 2750 Millionen Rm. als Aufkommen der Einkommen- und Körperfchaftssteuer ein. 70 Prozent dieser Summe berechnet, mache für Preußen ein Mehr von 83,4 Millionen Rm. aus. B.i der älmsatzsteuer habe man denselben Betrag wie im Vorjahre eingestellt. Cs sei aber fraglich, ob die Garantie des Reiche aufrechterhalten wer e. Reu eingestellt seien 10 Millionen Rm. für Wohnungsgeldzuschüsse mit Rücksicht auf weitere Erhöhung der Mieten und 22 Millionen für verstärcte Bauunterhaltung. Für die unterstützende Erw-rbslosenfürserTe seien keine Beträge eingestellt. Die pcodurtive A beüslesen- fürsorge werde auf Anleihen verwiesen. Die äleberschüsse der Betriebsverwaltungen und der Steuern unb Abgaben betrügen 1318 Millionen, ebensoviel die Staatsverwasttrngsausgaben. Der (Etat fei also Im Gleichgewicht. Ls sei richtig, daß bet Ueberschuß des Jahres 1924 in den Jahren 1925 unb 1926 verbraucht werbe. (Er könne biese Entwicklung aber nicht als bebrohlich bezeichnen. Der Minister ging bann noch auf die be- vorstehenden Verhandlungen über den Finanzausgleich ein. Der Entwurf der Reich^regie- tung bedeute für die Länder eine u n an * nehmbareVerschlechterung, weil er den Ländern die Garantie für das ^Imsahsteuerauf- kommen nehme. Preußen könne sich damit nicht abfinden und werde ebenso wie die anderen Länder eine Abänderung fordern. Preußen müsse weiter daraus bestehen, daß die Polizei- botationen in ber bisherigen Höhe toeiter- ge-ahlt würden unb es müsse toe'ter im Interesse ber Gemeinden verlangen, baß bie 0c- tränte ft euer nicht mit dem 1. April 1927 besei igt werde, ba sonst ber Ausfall bei bet Getränkesteuer von ben Gemeinden nur durch eine Verschärfung der Gewerbesteuer wieder ein- gebracht werden könne. Zum Schlüße wies der Minister darauf hin, daß ter preußische Etat Wtpe, bah bie finanziellen Verhältnisse Preußens burchaus gesund seien. Gegen eine Erhöhung der F)auszins^euer. Berlin,?. Dez. (Wolff.) Der Zentrolverband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes, ber Deutsche Industrie- unb Hanbels- t a g, bie Hauptgemeinschaft besbeutschenEin- zelhanbels, ber Reichsoerbonb ber deutschen Industrie und der Zenttaloerband des deutschen Großhandels haben den beteiligten Ministerien des Reichs und Preußens eine längere Entschließung überreicht, in der gegen eine Königsberg, 7. Dez. (Dolff.) Keranlaht durch bie Auslegung, die der ,.v o c w ä r t s“ seinem Bericht über die Jnsterburger Heb’ des Reichs- Ministers a. D. Dr. Scholz gegeben hat, äußerte sich Dr. Scholz auf Anfrage der Redaktion der „Königsberger Allgemeinen Zeitung" folgendermaßen: Die (Erregung sozialdemokratischer Kreise über meine im engeren Kreise der Vertrauensmänner meiner Partei in meinem wallkreise gemachten Ausführungen zur Frage der Regierungsbildung ist mir um so unverständlicher, als ich eingangs dieser Darlegungen ausdrücklich betont habe, daß die Deutsche Volkspartei entsprechend ihrer bisherigen Haltung auch zu Verhandlungen über die Große Koalition durchaus bereit i st. Die grundsätzliche Auffassung der Deutschen Volkspartei über die Frage der Regierungsbildung ist in dem allgemein bekannten Fraktionsbeschluß vom 12. Januar 1924 festgclegt, an dessen Grundlagen sich nichts geändert hat. Daß ich persönlich die Absicht eines etwaigen taktischen Zusammengehens mit der Sozialdemokratie unter den Gietzeuer Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und öteindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftlettnng und SeschäftZstelle: Zchlllltrahe 7. augenblicklichen Umständen f teptifeft beurteile, das auszusprechen ist mein gutes Recyt, das mir Diel Aeues haben auch bie Sinzelbe- I prechungen in Genf, bie ber gemeinsamen rußenministerkonferenz vom Montagabend folgen unb sich ausschließlich mit ber Militär- kvntrolle ber Alliierten unb dem Kontrolle echt des Völkerbundes beschäftigen, nicht er- Tracht ein Zeichen dafür jedenfalls, wie schroff stch im Grunde genommen bie Anschauungen gegenüber stehen. Herr Brianb, ber von vorn- ('«rein wußte, daß er allein schwerlich der fran- Ssischen Th^se, die in einer Verquickung der leiden zur Erörteruna stehenden Fragen gipfelt, mm Siege wird verhelfen können, hat zunächst 'Rückenstärkung bei der Dotschafterkon- ', r e n z in Paris gesucht, deren Generalsekretär I- iowischen in Genf eingetroffen ist, um hier zu । informieren und sich selbst zu unterrichten und bann wieder bie Pariser Botschafter von ber Otnfer Situation ins Bild zu sehen. Das ist natürlich nur ein Verzögerungsmanö- ■d« r, denn einmal kennen bie Genfer Delegationen den Stand ber Abrüstungsverhandlungen ' unb bie strittigen Punkte sehr genau unb zum jnberen sind die Außenminister bie Chefs ber pariser Botschafter, können also auch ohne De- 'chluß ber Dotschafterkonserenz handeln, wenn es iblig werden sollte. Aber Herr Driand will -cchl eher aktiv werden, bis das Botschafter, aennium gesprochen hat. Aendern wird sich aller, biugd dadurch an ber Gesamtlage nicht bas geringste. Wir haben alles, was man von uns verlangte, erfüllt, ja darüber hinaus noch H gegenüberstehen. Dies ist der erste Grundsatz. Der zweite Grundsatz ist folgender: Die Koste n für ein solches Vorgehen muh daS gesamte Volk tragen und nicht nur ein Bruchteil, nämlich diejenigen Amerikaner, die einen Anspruch gegenüber Deutschland haben. Das fremde Eigentum aber dient als Sicherheit für die Befriedigung der amerikanischen Ansprüche. Die Vereinigten Staaten können den amerikanischen ForderungSberechtigLen nur dann diese Sicherheit vorenthälten, wenn sie s e l b st die Sicherheit dafür übernehmen, daß die amerikanischen Ansprüche schließlich befriedigt werden. Der Präsident führte u. a. noch aus: Amerika fürchte niemanden und niemand fürchte Amerika, denn alle Welt wisse, daß Amerika seinen ganzen Einfluß gegen den Krieg und für den Frieden, für Verhandlungen und Schiedsgerichte als Mittel der Beilegung internationaler Streitigkeiten einsehe. Heber die Philippinen heißt es, trotz der Fortschritte der eingeborenen Bevölkerung auf dem Wege zur Sribstregierung. könne der Zeitpunkt nicht angegeben werden, wo Amerika nicht die Verant- wortung für die Verwaltung der Inseln tragen müsse. Amerika müsse eine der Gröhe des Landes und seiner Rolls in der Welt entsprechende Armee und Marine unterhalt n. Wenn Amerika jetzt und in Zukunft bewaffnet ble'be, so bedeute das keine Drohung. Amerika- Angebot, Verträge über die Beschränkung aller KrieasschiffStvpen nach der Formel von Washington abzuschließm. laufe noch. Die Botschaft spricht sich weiter für eine voll- smnbigs Aufrechterhaltung dec Pro- Hibitionsgesehe aus und lehnt den Gedanken einer Herabsetzung der Zolltarife nachdrücklichst ab. 65 Prvz. der gesamten Einfuhr seien abgabenfrei auf den amerikanischen Markt gelangt. Die Vereinigten S.aalen gewährten also zollfreie Einfuhr in einem Umfang, der größer fei. als in jedem anderen Land. poincare zur Hrankenhausse. Die Stabilisierung aus eigener Kraft. Paris, 7. Dez. (WTD.) In der Kammer crgrifs Ministerpräsident Poincare in seiner Eigenschaft als Finanzministec das Wort. Er betonte, daß zur Entwertung des Franken, zur Lebensmittelteuerung und zur Bedrohung des Dudgetg leichgrwichts Ec .ne Tatsache mehr bci- getragea habe, als die verschiedenen aufe.nanber gefolgten Inflationen, d e vorzunehmen die einzelnen Regierungen sich gezwungen geglaubt hätten und die er für seinen Teil stets mißbilligt habe. Alsdann entwickelte Poincare ein Programm, wonach eine in zwölf Iahren amorttsierbare Anleihe es ermöglichen würde, die kurzfristigen Bonds vom Iahre 1922 im Betrage von 3 Milliarden, von d.nen die Rückzahlung von 1400 Mill, beantragt worden sei. e nzulösen. Dis zu einer Stabilisierung sei man noch nicht gekommen. Heute vormittag hat man mich gefragt, so fuhr PoincarS fort, ob ich einen Plan hatte und ob ich nicht etwa ein Mechaniker sei, der seine Maschine nicht mehr aufhalten könne, oder ein Reiter, dem das Pferd durchzegangen sei. IedeSmal, wenn ich auch noch so diskret auf Fragen geantwortet habe, dir mir gestellt wur- ben, hat sich die Spekulation meiner Worte bemächtigt. Ich habe keine Lust, die Spekulation zu begünstigen. Gewiß kann die Rrvalorisierung einer Währung eine Wirtschaftskrise Hervorrufen und Arbeitslosigkeit zur Folge haben. Aber es gab keine Stabilisierung, die nicht 0 ungünstige Folgen hatte. Wer eine ende Währung in eine gesunde umwandeln will, muh es berfteben, einen Abgrund z u überschreiten. Man beschwert sich über die Hausse des Fra nken. Das Hebel des Steigens der Währung ist aber weniger groß als das liebel, das die Pessimisten angekündigt haben. Die Regierung hat sich niemals der Illusion hin- gegeben, daß eins Finanz- und Währungs'efvrm ohne Opfer und ohne Leiden durchgeführt werden kann. Die Regierung hat ein D.'sastre verhindert und der Inflation ein Ende bereitet. Sie hat schließlich ernstlich damit begonnen, die Amortisierung der schwebenden Schuld zu organisieren. Auch die Preissteigerungen hat sie aufgehalten und schließlich, was das wichtigste sei, Frankreich hat aus eigener Kraft seins finanzielle Wiedererhebung durchgeführt, ohne seine Freiheit auf- zugeben und ohne irgenbetnc Bedingung des Auslandes erfülll zu haben. Eine italienisch-albanisch- jugoslawische Triple-Allianz? Belgrad, 8. Dez. (TU.) Die „Politika" berichtet, daß zugleich mit dem italienisch- albanischen Freundschaftspakt eine geheime Militärkonvention unterzeichnet worden sei, in der sich Italien verpflichte, Achmed Zogu Truppen zur Verfügung zu stellen, wenn fein Regime bedroht sei. Muisplini habe Jugoslawien vorgeschlagen, mit Albanien ein dem italienisch-albanischen Vertrag gleichlautendes Abkommen abzuschliehen. Diese Der- träge würden ein organisches Ganzes bilden und den Ramen Triple-Allianz erhalten. DaS Blatt meldet, daß die jugoslawische Regierung hiermit einverstanden sei. Die Mächte und China. London, S. Dez. (WTD. Funispruch.) Aus einer Versammlung von etwa, 100 konservativen Parlamentsmitgliedern forderte der Vorsitzende der China-Vereinigung, Großbrttanniien solle in China Die Führung übernehmen und der Kanton-Regierung mit teilen, daß sie. wenn sie Frieden und Ordnung in dem von ihr beherrschten Gebiet wieder herstelle und jeden Boykott und alle Streiks gegen die Ausländer beende, unverzüglich von den Mächten anerkannt werde. — Auch in amtlichen Kreisen Amerikas wird die kritische Lage in China aufmerksam verfolgt. An maßgebender Stelle wird ertläct, daß die Vereinigten Staaten unter keinen Umständen an der Seite Englands in China eingreifen würden. Das Staatsdepartement wolle sich mit der Rolle eines Beobachters der chinesischen Angelegenheiten begnügen. Kleine politische Nachrichten. In Den letzten Tagen hoben neue Besuche d e r Militärkontrollko in Mission im Osten Deutschlands staitgesunden, und zwar wurden die Festungen Königsberg und Lätzen inspiziert. ♦ Die Berliner Stadtverordnetenversammlung nahm einen Antraa auf Auflegung einer 150* Mtllionen-An leihe zum Wohnungsbau an. Mit diesen Mitteln werden für Berlin 30 500 Wohnungen gebaut werden, und 80 000 Arbeiter für die Dauer von sechs Monaten Arbeit erhalten können. Ferner wurde auch der Vorlage auf Aufnahme einer 20--Millionen.Dollar- Anleihe für die Berliner städtischen Elektrizitätswerks zugestimmt. Der Leiter des Internationalen Arbeitsamts, Albert Thomas, trifft am 15. Dezember in Ber - l i n ein, um hier in mehrtägigen Besprechungen mit den zuständigen Regierungsstellen die Frage der Neubesetzungen und Berteilung von Stellen im Internationalen Arbeitsamt zu klären. Kunst und Wissenschaft. Ein Sommer der Musik In Frankfurt. In Frankfurt a. M. bringt der Sommer 1927 eine große internationale Ausstellung „Die Mu- sik im Leben der Völker". Neben reich be. schickten musikhistorischen Abteilungen werden in umfassenden Gruppen aus allen Ländern und von allen Völkern Musikinstrumente gezeigt, auf denen nach Möglichkeit musiziert werden soll. So wird es sich vor allem um eine „tönenbe Ausstellung" Han- dein. Der Reichsverband Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer hat beschloßen, seine für 1927 in Aus- sicht genommene vierte Musikfachauostellung (die dritte fand 1922 in Berlin statt) im Rahmen der Ausstellung „Musik ün Leben der Voller" in Frankfurt a. M. durchzuführen. In Verbindung mit der Ausstellung werden große von Prof. Clemens Krauß geleitete und von Oberregisseur Dr. Lothar W a l l e r st e i n inszenierte Festaufführungen der Frankfurter Over stehen. Jur Wiedergabe Gelangen Beethovens „F i d e l i o", der völlig neuinszenierte „R i n g" von Richard Wagner und in Anwesenheit des Komponisten in einer Festwoche Werte von Richard Strauß. Ferner sind Verhandlungen im Gange, führende internationale Dirigenten für Festkonzerte in Frankfurt a. M. zu gewinnen. Bekanntlich findet auch das Musikfest der Internationalen Gesellschaft für neue Musik 1927 zum ersten Male in Deutschland, und zwar in Frankfurt a. M., statt. Endlich wird die Reaer- Gesellschaft ihr Musiksest im nächsten Jahre gleichfalls in Frankfurt a. M. oeranstallen. So steht im Sommer 1927 Frankfurt ganz im Zeichen der Musik. Aus aller Welt. Das Elfeubahnbauuuglück bei Salzburg. Zu dem Unglüd an Der Glanbrücke erfahren wir noch: Dienstag nacht veranlaßte die Dahn- inspektion der Deutschen Reichsbahn die Einfügung einer verstärkten Eisenkonstruktion an der Drücke. Zu diesem Zwecke wurde ein Kranwagen nebst Lotomotive an das Bauobjekt herangebracht. Der Kran wurde, um die Drückenkonstruktion zu heben, in einem Winkel von ungefähr 45 Grad geschwenkt. Gl ich darauf zeigte sich das Gegengewicht als zu leicht und rollte ab. Im nächlten Augenblick begann der Kran nebst Wagen in die Tiefe zu sinken und fiel schließlich ins Dachbett. Zwei Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, elf verletzt. Da tie Kuppelung zwischmr dem Kranwagen und der Lokomotive zerriß, kam die letztere knapp vor dem Abgrund zum Stehen. Lawinenunglück am Großen St. Bernhard. Am Dieitstag wurden etwa zehn 'Mönche und Rovizen des Hospizes auf dem Großen St. Dernhard von einer Lawine überrascht. Fünf Rovizen wurden mügerihen. Zwei konnten gerettet werden, während drei umS Leben kamen. Erdbeben In Südafrika. In Johannesburg wurde eine Reihe von Erdstößen verspürt. Im Wolhuter Goldbergwerk barsten tn einer Tiefe von 2700 Fuß die Felsen, wodurch ein Europäer und drei eingeborene Bergleute getötet und sieben Eingeborene schwer verletzt wurden. Lebendig verbrannt. In Muhbach bet Ludwigshafen benutzte die Frau des Lehrers Eschmann beim Reinigen des Ofens mit Benzin getränktes Stroh. Plötzlich schlugen die Hellen Flammen daraus hervor. Die Frau trug so schwere Verletzungen davon, daß sie bald nach ihrer Einlieferung im Krankenhaus verstarb. Auszeichnung eines Wohltäter». Dem Präsidenten der Niederländschen Am- bulance, Ionkher Lodolf van Revervoorden tot Oldeneule in Amsterdam ist in dankbarer Würdigkeit seiner Verdienste um die Förderung des Liebeswerkes zugunsten Frankfurter Altstadtkinder vom Magistrat die Silberne Plakette der Stadt Frankfurt tu M. verliehen worden. Jubiläum der Internationalen Schlaswogen- Gesellschaft. Die Internationale Schlafwagen»Gesellschaft konnte kürzlich das Jubiläum ihres 50jährigen Bestehens feiern. Sie wurde im Dezember 1876 von dem belgischen Bankier Ragelmakers gegründet unö verfügte anfang 1926 über 912 Schlafwagen, 625 Speise-, 26 Salon-, 10 Pullmann- und 166 Güterwagen. Die im Krieg gegründete „Mitropa" versieht lediglich innerdeutschen Dienst. Start Mittelholzers zum Afrikaflug. Der Schwe.zcr Flieger Mittelholzer ist nach monatelangen Vorbereitungen mit seinem Dornier-Wal „Switzerland" zu einem Afrika- Expeditionsflug von Zürich aus gestartet. fiapitäne mit gefälschtem Patent. Dem Letter der Mustcr-ngsjtelle für Seeleute m Finkenwärder wurde nachgewicsen, daß er Iahre hindurch jungen Seeleuten, die noch nicht die Se e f o h r t s H u le besucht hatten, gefälschte Patente ausgestellt hat, für die er sich gut bezahlen ließ. Richt weniger als 45 Einzelfälle konnte^ ermittelt werben. Der Letter her Musterungsstelle und ein 80 Iahre alter Schiffer sowie 44 Seeleute hatten sich wegen Urkundenfälschung und Bestechung vor Gericht zu verantworten. Erschwerend kam hinzu, bau infolge unkundiger Führung eines Schifssführers mit gefälschtem Patent ein Fisch- dampfer mit elf Mann in der Nordsee gesunken ist und eine schwere Kollision auf der Elbe verschuldet wurde. Der Hauptangeklagte wurde zu zwei Iahren Gefängnis, sein Mithelfer zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Teil der Seeleute wurde aus jurifti- schen Gründen freigesprochen, bei dem anderen Teil das Verfahren wegen Beamtenbestechung abgetrennt Neun Jahre Zuchthaus wegen Raubüberfalls auf ein Postamt. In Braunschweig verhandelte das große Schöffengericht gegen Paul G ö r i s ch , der im Ianuar dS. Is. mit einigen Genossen den Ueber- sall auf das Postamt in 3 e r f b c i m auÄ- geführt Hot, wobei ihnen Wertsachen im Betrage von etwa 30 000 Mark in die Hände fielen, außerdem wurden Görisch eintne andere Straftaten zur Last ge'egt. DaS Urteil laute« wegen schwerer Diebstähle und schweren Raubes auf 9 Iahre Zuchthaus. Doppelroudmord. 2n Himmelkartha (Sachsen) wurde die Fabrikarbeiterehefrau D u l i e s, deren Ehemann fick in Amerika aushält, und ihr Zjsähriges Söhnchen gestern abend in ihrer Wohnung von dem 19jähngen Wirtschaftsgehilfen Stopp durch Schläge mit einem Meißel auf den Kopf getötet. Der Mörder raubte 60 Mark aus einer Kommode und flüchtete. Er ist jedoch bereite verhaftet und geständig. Wettervoraussage. Wieder etwas kälter, Rachttrmper-aturen nahe um null Grad, tagsüber wenig auftlarenb. nur vereinzelt Niederschläge, Im allgemeinen trocken. Gestrige TageStemprraturrn: Maximum 0,9 Grad Celsius, Minimum minus 0,4 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 0,2 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 8. Dezember 1926. Fahrradmarder. Das Fahrrad ist von jeher ein beliebtes Objekt für die Landfinger gewesen. Richt allein, i daß es bei der regen Nachfrage nach Fahrrädern I leicht abzusetzen ist, einen erheblichen Wert Mr- stSllt und beim Abtransport nicht sonderlich auffällt, begünstigt es den Langfinger dadurch, daß es ihm die Hand zur Flucht reicht Aus dem Rücken des gestohlenen Stahlrosses reitet her Dieb von bannen und der auf Schusters Rappen angewiesene Verfolger vermag das Tempo des Fliehenden nicht zu halten. Nun wäre es schlimm um die Radfahrer bestellt, wenn nur der Sieb mit der Zett gehen und stets das entwenden würde, für das er Absatz bei den Hehlern findet. Auch die Technik, die Polizei und der Kaufmann gehen mit der Zeit unö so ist es zu einem schweren Kampfe zwischen den drei Safloren und denen gekommen, die vom Diebstahl leben wollen. Schon in der ersten Zett des Radsports gab es Fahrradhiebstähle, aber die „Hochkonjunktur" brach in her ’ Mitte der neunziger Iahre des vergangenen Iahrhunderts heran, als der Besitz eines Fahrrades zum guten Ton gehörte und nicht ein jeder In der Lage war, den damals hohen Betrag für ein Fahrrad zu erlegen. Die Technik erschien als erster Widersacher her Fahrradhiebe auf dem Plan. Mit Ketten und Schlössern suchte man Me Fahrräder gegen Diebstähle zu schützen, aber die Langfinger zogen sofort gleidt Sie konstruierten SdjneiteTangen und erst aQ die Techniker Stahlverschlüsse schufen, mußten die Diebe auf die Kneifzange verzichten. Wit her Stahl- fäge zu, arbeiten, verursachte Mühe unö Geräusch, kostete Zett und erregte Aufsehen. Sie Dache war also schon schwieriger aeworden und fie wurde noch komplizierter, als man Fahrrad- schlosser auf den Marti brachte, die ohne Kenntnis der zur O»Urning bestimmten Zahl nicht zu öffnen waren. Das Forttragen der Fahrräder mit dem Verschluß war zu gefährlich. Das Moment der Fluchtbegünstigung durch daS Fahrrad entfiel bet diesem Schloß und das „Hanhwert* der Diebe gestaltete sich um so schwieriger. alS die Technik immer neue DiebstahlSsicherun- gen erfand und die Radfahrer selbst über solche Sicherungen nachdachten. So konstruierte ein Mechaniker einen auf einer Feder sitzenden Dorn, der unter hem Sattel angebracht, in die Höhe schnellte, sobald ein Unbefugter in den Sattel sich setzte. Ein anderer Erslnder stellte einen Apparat her, der wie ein Kind zu schreien begann, sobald ein Unbefugter das Fahrrad benutzen wollte. Die Technik brachte abnehmbare Lenkstangen, herausnehmbare Vorderräder, feststellbare Steuerschäste, feststellbare Achsen unb Naben und abnehmbare Sättel. Die Diebe batten es immer schwerer und es tarn bald soweit, daß sie nur noch an ungesicherte Fahrräder sich heranwagten, Die Beute wurde gering und man hätte mit dem Grsolge im Kampse gegen den Fahrradmarder zusrieben sein können, wenn die Oertlichkeit öffentlicher Gebäude, Danken, Geschäftshäuser usw. nicht oft so ungünstig für das Abstellen eines Rades gewesen wäre, daß der Diebstahl geradezu herausgefordert wird. Es hat sich herausgestellt, daß Diebe einen Radfahrer vier Treppen hoch nachgestiegen sind, um das Rad zu stehlen, aber diese Diebe waren darum weniger gefährlich, als sie mit der Deute das Haus verlassen mußten unö habet gesehen werden konnten. Viel gefährlicher waren die .Hausdiebe", h. h. jene, die im Hause wohnend, die Fahrräder von der Treppe in die Wohnung holten und den Radfahrer auf her Straße nach dem Diebe suchen ließen. Diese ,Wohnungshiebe" nahmen die Fahrräder meist sogleich auseinander, verwechselten die Teile mit anderen Beutestücken und machten daS Rad selbst für Öen Besitzer unkenntlich. Aber auch gegen öiefe Umwandlungen hat die Technik einen Schutz gefunden. Sie hat die Sabrifnummem so tief eingeschlagen, daß ein HerauSfeilen oder Auslöten zwecklos ist und der Besitzer an her Nummer stets fest stellen kann, - ob das verwandelte Rad sein Eigentum ist. Im Kamps gegen den Fahrradmarder ist man aber noch weiter gegangen. Man hat Aufbewahrungsstellen geschaffen, in denen die Fahrräder gegen ein geringes Entgelt diebes-, wette» " und feuersicher aufbetoafort werden und diese in vielen deutschen Städten zur Einführung gekommenen Ausbewahrungssteilen Haden die Fah» a vaddiebstahle stark vermindert. Völlig werden I sie sich nicht auSrvtten lassen, aber daran sind 1 weniger die von der Technik ersonnenen Mittel oder gar eine Unzulänglichkeit her Aufbewahrungsstellen als vielmehr hie Sorglosigkeit vieler Radfahrer schulh. Ein ohne Aussicht stehen- gelassenes Fahrrab forbert zum Diebstahl he» aus und mancher, her nie an einen Fahrrad- diebstahl gedacht hat, ist durch die Gelegenheit zum Diebstahl zum Diebe geworden. Degen hie Behauptung, die Radfahrer lassen ihre Räder leichtsinnig stehen, könnten die Radfahrer alle» dings einwenden, daß man gegen niemand so unfreundlich ist, wie gerade gegen sie. Der Portier setzt meist eine Ehre darin, dem Radfahrer Schwierigkeiten zu bereiten und an vielen Stellen liest man Schilder, die auf ein Verbot des MitbrlngenS von Fahrrädern Hinweisen. Kann man auch begreifen, daß viele Hausbesitzer eine Beschädigung ihrer Häuser befürchten, wenn ein Auto dagegen fährt, so ist das Fahrrad doch zu leicht und zu klein und selbst zu empfindlich, als daß man mit ihm Löcher in die QBaucm rennen könnte. Heute, wo II Millionen von Menschen das Fahrrad zum De- ■ rufe benutzen, sollte man sich daran gewöhnen. H daß eS eine Daseinsberechtigung hat und daß II der Radfahrer fein LuxuSerzeugnis unseres Der» II kehrS ist. Man soll nicht von ihm verlangen, daß II er ein Wertobjekt ohne Aufsicht läßt unö man H soll nicht öenen öas Hanöwerk erleichtern, hie II von der Entwendung fremden GgteS leben. Die 1 FahrradaufbewahrungSsteilen, die auch In vielen großen Gebäuden eingerichtet worden finh. haben uns einen großen Schritt vorwärts gebracht und die Zeit wird nicht mehr fern fein, wo die Fah» radmarder sich ihre lüsternen Augen auSgucken | können, ehe sie ein herrenlos auf der Straß« i stehendes Fahrrad entdecken. 1 Bornotizeru — Tageskolender für Mittwoch. Stadttheater: 7j Uhr. „Cdonie1 (Ende gegen 10$ Uhr). — Verein Alter Burschenschafter: 8j Uhr, Frankenhaus, Vortrag von Professor Dr. Roloss. — Schützengelellschafl 1926 Klasseneinfchießen. — .Hubertus" Vereinslokal, Mitgliederversammlung^ Ex MS " A iibc, iS * ,rt geb 3cd). *3 5 E (onß ter der Dr Juch' und 1 ter 83 W c ypeur Äeor, ■4 kurzem xr ^trn nadjmi-i cintm ytofjen, LuhMie 6tJ ita 50 Jahre Mucken und bin Mvrri f)a:k, war de Markier, zeseyien gtgei ein leuchtend Milcher Pfl Aller äußert Da ter Hoß", Dar von allen chähl und bei ^angf wat er ter in Stent sik flammen! lern bot no1 ?inbtuditoH y der Duchdiuö verdienten D lichen Wschiel in seiner Tr den seltenen ' Sn, dessen var dc Treue und Li Grundlage eii Tune am ds retchgesegneleö krachte ter 3i kesiher Aicha fw Leide- den MtarbeiterS Aenschrn und Drud Wit D bidährtesten a! auch ein Mam Si Hit dir - bedeute, terzängllchen ' Davre bk- Qk Allo-Smoschim 2men des tec einen let meöerUcunfl, f ««JeTür% 2® U Ist von L ^«e |en in w .Dintei W Uen hat 7? Mhg du. LMu-liea 1 20bä Mahn ,rhr S; b... AsungSanzei^ we.chen w eingefjch E- Zur MKn bei -TfleS Öln(ö Ks^ben btt °ber > ph c. L in Der Der hin ft Göre macht. —T. k IttnilimMti-Hwote wGnachk- lllcl tll Sitte-6ltt ... bäum „ in aroher ausmabl in troncr Auswahl Gietzener Fleischhalle Walliorstrahe 33 Wallirrltrahe 32 auf, 170 und 0.75 1.10 LiO 1.10 Millionen, deutsch auf 100 Millionen französisch auf rund 80 Millionen. Dom GerichtLsaal zum Standesamt. . e r e Grohherzog von len kam gestern vormittag Im A to hier an, einen hier studierend.n ältesten Sohn zu Auf einem BodenseeDampser fuhr ein Brautpaar, das sich zankte. Der temperamentvolle Bräutigam zog einen Revolver, brachte seiner Angebeteten einen Streifschuß bei und verletzte sich ebenfalls mit der gleichen Waffe. Die Wunden waren leichter Ratur, das Paar genas nach wenigen Tagen und sank sich bann och nachgesliegen sind, übet bltU Shebt tan d, olt \\t mit bet *2ntt Atm unb babd grlehm . ge^btlid)« ttxitcn He , bie im Haufe vohneiL. : Treppe in bie Dobnun; hrer auf der Sttahe nad i Tiefe.TDobnunglblek meisl sogleich auseinander mit anderen Druleslücka selbst für den Besitzer u» egen diese llmaxinfifuryen n Schutz gesunden. Sie so tief eingeschlagen. bab Luslöten zDrckloS ist und mmei sieiS feftMen tim, ib sein Sigentum ist. 3n den Adendftunden des X ter großen Rinderhalle deS Cy. sehen Schlachtviehho es. Du mit einem Kostenaufwand von drei Millionen Marl errichtet Svrerhstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. JÜr unverlangt eingefanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Un^eigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. irei.ag brach in emnitzer städti- Mk D.t mt, Mk- Gesrk!W-Wp!k!slul!gsl!Nze!ge« erfordern heute eine sorgfältige Zeitgebung und Satzausstatlung. Gute Schl i'tungen sind nur erreichbar, wenn die Anzeigen ftiiüieliig genug onigegeüen werden. Der Annahmeschluh für alle Anzeigen im (Siebener Anzeiger entfällt auf den Nachmittag vor der Ausnahme. Empsehkungs- anzeigen müssen, je nach Umfang uno Satz, schwiertgketten, zwei bis drei Zage vorher bestellt fein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Zeitaufwand gefetzte Empfehlungen Wern öen WiMlen Wig! hen der Sprache emtommt, 4o rückt die eng» lische Sprache wohl bis zu 220 Millionen die russische vielleicht bis auf NO bis Tepvicbkel)!- 9Jiaid)inen und ‘■Üacfetttöidiier werden repariert i'Nd neretnini. IWI> A.Welx,SeUeriweaS (tmnnn.i Kaolans- naffe bei Geisse. lol*D weihnachtr- däume in allen Arügcn emuftebli vreiSweri Kurt v.Müichow Selterswca 52, im Hof. °—' Vermischtes. 30 Milliarden Telephongespräche in einem Jahre. Auf der Erde werden jährlich 29 570 000 000 Telephongespräche geführt. Davon sind 28 190 COO 000 OrlS» und 1 380 000 003 Ferngespräche Es gibt auf der Vrde 21 200 000 öffentliche Fernsprechstellen. Die me.ften Gespräche werden In den Vereinigten Staaten geführt, nämlich 19 Milliarden, also rund zweidrittel der auf der Erde geführten Gespräche überhaupt. Auf den Kopf der amerikanischen Bevölkerung kommen rund 180 Gespräche. Auf einen Einwohner kommen in Dänemark 121 Gespräche, in Norwegen 113, in Schweden 98, in Österreich 42, in Japan 38, in Argentinien 37, In Holland 36. in Deutschland 34, in Ungarn 30, in Frankreich 18, in England 18, in Belgien 16 und in Italien 8. Chinesisch die meislgesprochene Sprache. Man pslegt englisch, französisch, deutsch und spani.ch als Weltsprachen zu bezeichnen, weil sie am weitesten vrrbreitct sind. Die meistgesprochenen Sprachen sind eS aber nicht. Die meist- gesprochene Sprache ist chinesisch, das 435 Millionen Menschen sprechen. Dann kommt die indische Sprache, in der sich 230 Millionen Menschen verständigen. Erst in weitem Abstande kommt dann englisch, in dem sich 163 Millionen Menschen unterhalten. Auf englisch folgt deutsch mit 91 Millionen, spanisch mit 80. russisch mit 70, französisch mit 45. italienisch mit 41 und ukrainisch mit 35 Millionen. Wenn eL nur auf das D erste- emonehtt 08535 Karl Gerhard Gärtnerei Schiffend Weg. neb. dem ahen Friedhof. Rundfunk-Programm des frankfurter SenderS. (Aus der »Radio-Umschau''.) Donnerstag, 9. Dezemder. 12 bis 1; ilebertragung von Kassel: MittagS- kvnzert der Hauskapelle (Russische Musik). 3.^0 bis 4: Die Stunde der Äugend. 4.30 bis 5.45. Konzert deS Hausorchesters: Waldteusel-Walzer, 5.45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.43: Dortrag Dr. Passarge, Dozent an der Staatlichen Akademie der bildenden Äünftc zu Kassel, über „Spanische Städte, 1. Sevilla". 6.45 bis 7.15: .Die Refonnmelhode im neuspvachlichen Unter- richt, an deutschen Beispielen dargelegt. Dortrag von Geheimrat Max Walter. 7.15 bis 7.45: Italienischer Sprachunterricht. 8.15: Vortragsabend Dr. Erich Fortner, Dien: .Altwiener Miniaturen". Anschliehend: Dersuch Der ilebertragimg auswärtiger und ausländischer Stationen, Zürnen, Sport und Spiel. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. £ Diestens Ns »Mannschaft hatte sich am Sonntag Wieseckl verpflichtet, trat aber nur mit 10 Mann an, von denen einer noch das Spielfeld verlassen muhte. Die Wiesecker zeigten sich während des ganzen Spieles als die Besseren und siegten verdient 4:0. Heucheiheiml hatte Praunheim! zum Rückspiel als Gast. Beide Mannschaften zeigten ein flottes und technisch hochstehendes Spiel, das 2:1 für Heuchelheim endigte. Fronhausenl (B-ÄIaffe) versuchte es mit der A-ÄIaUe (Marburg!) und muffte dies mit einer empfindlichen 7.0-Riederlage bezahlen. Achtung Preisabschlag Empfehle: ti.ien Aula seine öffentliche Probevorlesung dien über das Thema: .Die Retz haut- blösung und ihre Behandlung". — i >r. Johann Georg Hartgenbusch, Assi- *• D i e Maul.» und Klauenseuche ist jetzt in Klein-Linden, ©taufenberg (Kreis Diesten), Dortelweil, Rieder-Eschbach (Kreis Friedberg), TillertShausen (Kreis Alsfeld) und Greifenstein (KreiS Wetzlar) amtlich sestgestellt worden. In Rockenberg. Rieder-Rosbach, Ober- Eschbach (KreiS Friedberg) und Kaulsiost (KreiS Schotten) ist bie Seuche erloschen. fesuchen. In der Mittagsstunde machten Die fei Den Herren einen Spaz.eraang durch die Stadt, fei dem sie von zahlreichen Bürgern erkannt und ferzlich begrüßt werden. •• ®in hochverdienter Mitarbei - ter der Brühl'schen UniverfitätS-, Buch- und Stein Druckerei R Lange, bet 83 Jahre alte frühere Schrei, er und Stereotype ur Georg Host, ist am Sonntag früh nach kurzem Krankenlager entschlafen und wurde Astern nachmittag auf dem Reuen Friedhof von rnern grosten Trauergefolge zu seiner letzten Ruhestätte geleitet. Der Heimgegangene, der über 50 Jahre im Dienste unserer Derlagsfirnra qrsianden und erst vor einigen Jahren sich in i>tn wohlverdienten Ruhestand zurückgezogen litte, war der Firma allezeit ein selten treuer Mitarbeiter, seinen Arbeitskollegen und Dor- feierten gegenüber ein aufrechter Mensch, allen ein leuchtendes Borbilb arbeitSfrohester, uner- B'dlicher Pflichterfüllung. Der bis in fein hohes ter austerordentlich rüstige und bewegliche later Host", wie er im Geschäft genannt wurde, r von allen, Die ihn näher kennenlernten, geätzt und bei vielen sehr beliebt. Der Familie nge war er ein hingebungsvoller Hausgenosse, : in Freud und Leib allezeit eng mit Illi t zusaimnenstand. Die gestrige ‘Xrauer- kler bot noch einmal Gelegenheit, Die allgemeine Wertschätzung des Dot?r Host' cinbruckSvoll zu bekunden. An seinem Sarge lang der Buchdruckergesangverein ..Gutenberg" dem verdienten Deteranen der Arbeit einen herzlichen AbschiedSgrust. Pfarrer Becker zeichnete in seiner Trauerrede in feingestalteter Weise "ben seltenen Persönlichkeitswert des Heimgegangenen, dessen Geben köstlich gewesen, weil eS et- füllt war von freudig geleisteter Arbeit, von Treue und Liebe. Durch tein Wirken auf dieser Grundlage einer hohen sittlichen LebenSaufkas- ■nng war dem seltenen Manne ein innerlich reichgesegneteS Leben beschieden. Am Grabe brachte ber Inhaber der Firma, Duchdruckerei- besitzer Richard Lange, in Worten voll liefen LeideS den Schmerz über Den Derlust dieses Mitarbeiters treuester Art, dieses aufrechten Menschen und lieben Hausgenossen zum Ausdruck Mit Batet Host sei nicht nur eine der bewährtesten alten Stützen des Geschäft-, sondern auch ein Mann in- Grab gesunken, dessen Heim« (lang für die Familie Lange eine schmerzliche Lücke bedeute. AlS äußere» Zeichen seines unvergänglichen Danke- legte Herr Lange an Der Dohre beS Derewigten einen Kranz nieder. Ro- tatioMSmaschinenmetster Rohrbach toiDmcte im Namen deS technischen Personals Dem Abgeschiedenen einen letzten Grust durch Wort und Kranz- niederleaung, Buchhalter Wellet tat da« gleiche Für die Angestellten Der Firma. Batet Host ist von uns gegangen, aber er wird unvergessen in unser ü*tec Gedächtnis fortlebcn! •• Winter im Dogelsbera. Seit einigen Tagen hat der Winter im hohen Bogels- berg kräftig Quartier genommen. Don Schotten an aufwärts liegt soviel Schnee, Dab der Schlitten- ferkehr ausgenommen wurde: unterhalb Schottens ift die Gegend noch schneefrei. Dom HoherodS- lspf hören wir heute früh, hab der Schnee etwa 20 bis 25 Zentimeter hoch liegt und die Skibahn seht gut ist. Die Temperatur betrug heute morgen 4 Drad minuS. vetföhm in bie Arme, um mit Hoch grösserer Liebe Den Brautstand sortzusetzen Da die Schweizer Gerichte jedoch diese Sache weniger leicht nahmen al« die jungen Leute, so wurde Der Detlobte wegen Körperverletzung angeklagt. In feiner Traut entlaub ihm ein ausge etchnc er Der ciiLc: vor Ce lit. Unter Tränen bat sie Den Richter, Den Zknobtcn nicht zu bestra en. Denn die Schramme an ihrem Arm hätte ihr kaum wehe getan. Jedoch mußte laut Gesetz entschieden werden, und Der temperamentvolle Jüngling wurde zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Sollte er jedoch in Den folgenDcn drei Iahten feine Braut betraten, so würde das Urteil nicht vollstreckt treten. Unmittelbar nach Der Der Handlung begab sich das Paar, gefolgt von zahlreichen Famlllrnmitgll.de rn und einer grof.cn WenschMmenge, auf das S.'andeSamt, um da« Eheaufgebot zu bestellen. JamUientragöble. In Riga hat sich in e ner polnifchrn Familla eine Tragödie abgefp'.eü, brr Drri Mrnschrnl.'Wtn zum Opfer gefallen sind. Die Gattin ein:« feit siebzehn Jahren gelähmten MannrS wollte Dielen von feinen Qualen erlösen und vergiftete ihn mit einer Zhankalilösung. Um ihrem Gallen in den Tod folgen zu können, bereitete sie auch für sich die tobbr.ngcnD? Mischung vor. Inzwischen tarn ibre Schwiegertochter nach Hause und trank bie Flüssigkeit auS in Der Annahme, dast eS Wasser fei Der Schtol.grrmutteo folgten Galle und Schwirgrrlochier in Den Tod, Gtostseuet auf dem Lhemnister Schlachtuiehhof. wurde, ein Grostfeuer aus. dast Da« ganze Gebäude bis auf die Umfas, ungsmauern c i n- äscherte. Obwohl fä.nt.iche Ührmnitzer Feuerwehren rasch zur Stelle waren, konnte von dem Gebäude nicht« gerettet werden. Der Brand, der bi« in Die späten Abendstunden Dauerte, ist in den Kel.erräun'.en Aum AuSbruch gekommen und fand besonder« reiche Rahrung In Der Kork- isolalion Der Wände. Wie in Den späten Abendstunden bekannt wird, hat Da« Feuer ein Menschenopfer gefordert. Rum aus IHonopolln. Beamte des Zollfahndungsdienstes Berlin-Bran- henburg haben in dem Keller eines Hauses in der Kopenicker Strahe eine geheime Likörfabrik ausgehoden. in der vergällter Spiritus, so» genanntes Monopolin, entgiftet und unter Zusatz von Essenzen zu Rum verarbeitet wurde. 300 Liier vergällter Spiritus wurden noch vorgefunden und beschlagnahmt. Die drei Inhaber wurden verhaftet. Walfischjagd mit dem Flugzeug. Der technische Leiter einer englischen Gesellschaft für Walfang, Kapitän George Mar- quanb, hat nunmehr ein Flugzeug für die künftigen Fangfahrten erworben. In einem Aufsatz setzt er die Rolle des FluMeugrs beim Walfischfang auseinander. Zunächst einmal soll auf Erlundungss lügen die Wale feststellen und den Ort durch Funkspruch den Fangschiffen melden. Sodann aber will man das Flugzeug selbst! zur Jagd verwenden. Getötete Wale treibe« infolge ihres Fettreichtums und der sich entwickelnden Derwesungsaafe lange Zell an der Meeresoberfläche. Es ist also nicht zu befürchten, wenn ein Walfisch durch ein Flugzeug erlegt wird, dab er sofort verschwinfet, sondern die zur Bergung notwendigen Schiffe fömten in aller Ruhe herbeigerusen werden. An Die Stelle der Harpune tritt bei der Walfischsagd In Flugzeugen die Fliegerbombe: die Bomben werden bei an Der Oberfläche schwimmenden Walen mit Aufschlagzündern versehen, während man beim Zielen auf Wale unter der Oberfläche Wasserbomben verwenden muh, wie sie im il-Qbcot- Krieg verwendet werden. So erscheint also Dem Kapitän die Waljagd mit Dem Flugzeug sehr aussichtsreich Aber eine andere Frage ist eS, wie lange man überhaupt noch Wale jagen wird, wenn diese technische Dernichtungsmethode allgemein in Aufnahme kommt. rnE «piitte’j J (($nie O aus Bielefeld wegen des am 2 Februar 1925 im Kaffee Rheinblick bei Budenheim begangenen DoppelmordeS an f.iner Bram, der Ottilie Münch, und deren zum zweiten Male verheirateten Mutter Julie Braun feinen Anfang. Für die Serbonblung find Drei Tage eingesetzt. Die Anklage lautet auf MorD in zwei Fällen. Die beiden erschossenen Frauen wurden erst einige Tage nach der Tai. nachdem das Eafe polizeilich geöffnet worden war. auf- gefunden. Der Täter war. nachdem er einen Zettel mit Dem Inhall, dast er den Dvppelnwrd begangen habe, zurückgelafsen hatte, flüchtig gegangen. Meyer, von dem man anfangs annahm, dast er ins Ausland geflüchtet sei, wurde erst anfangs dieses Jahre« in Stettin verhaftet. ®r gibt an, zuerst die Absicht gehabt zu haben, sich vor Den Augen Der beiden Frauen zu er- schiesten. Dann habe er aber Die Mutter, die ihn schwer gereizt habe, erschossen und hierauf auf Wunsch feiner Braut auch diese. Es ist eine Reihe von Sachverständigen und Zeugen geladen. IV,: Jahre Zuchthaus für einen Einbrecher- Innig. WSR. Wiesbaden.?. Dez. Dor Dem hief. Schäl,engericht hatte sich der bekannte Ein» und Ausbrecher Johann Montreal au«Sauerthal im Rheingau wegen Dreier schwerer Einbruchsdieb st ähle zu verantwo.ten. Bei einem Einbruch in Eltville hatte er mit einem von einem Tuch umwickelten Hammer, al« gerade ein O-Zug lärmend vorüberfuhr>die Scheibe erste« Gcfchäf.s.okals elngelchlagen und den Laden bann aufgeräumt. D.e beiden anderen Einbrüche begbig er in Wiesbaden. Hier räumte er in nicht weniger raffinierter Weise einen Schuh- und einen Tuchladen au«. Der Angeklagte, der 'bereits feit seinem 19. Lebensjahre f a st ständig im Zuchthaus sitzt, gab die Einbrüche unumwunden zu. Er erklärte kaltblütig, dast er erst im Zuchthaus seine Gewandtheit in der Begehung von Einbrücheir gelernt habe. Da« Zuchthaus sei in Wirklichkeit keine Besserungsanstalt, wie • man allgemein glaube, sondern eine Hochschule des Verbrechertums. Das Gericht verurteilte Den Angeklagten unter Einbeziehung einer noch zu verbüstendeir Strafe von neun Jahren Zuchthaus zu einer Gesamtstrafe von elf Jahren sechs Monaten Zuchthaus. Zuchthaus für Meineidige. WSR. PirmafenS, 7. Dez. Der Schuhfabrikant Hoch von hier und feine Frau hatten fich in einer austerordentlichen Sitzung des Zweibrücker Schwurgerichtcs wegen Meineides zu verantworten. Das Ehepaar hatte im Sommer Den Offen barungSeid geleistet, dabei aber verschwiegen, dast zwei Pferde sein Eigentum traten, die eS in einem Stall untergebracht hatte. Der Ehemann erhielt e i n Jahr und Die Ehefrau zwei Jahre und vier Monate Zuchthaus: ferner wurden beiden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. JfonnefeldtsTee J1.1L seit 1OO Jahren bewährt - « r von Millionen getrunken nWeihnachIs-Dosen ohne Aufschlag Überall erhältlich. besonders In Zeiten starken Re.severkehrs. die Beobachtung machen, bah der Ucj vor Abfahrt des ZugeS erscheinend.» R.'is.nde nir nach langem Suchen einen L.tzplatz vors.ndet und in Der ersten Erreg ng seinem il.itotllen Aasdruck gibt. UnD doch ist e« Io einfach, sich d.eseu Aerger zu ersparen! Zugleich mit der Fahrkarte kann man sich durch eine Platzkarte bereits Drei Tage vor dem Reisetage einen Platz im V-Zuge sichern. Der Inhaber der Platzkarte muh seinen P^iy bis zur Abfahrt des Zuges auch einge wnunen haben, Da später über Den Platz anderwellig verfügt werden kann. Fstr die Plotzkatte to.ro e nr Gebühr von 2 Mk. In der 1. Klasse. 1 Mk. In Der 2. Klaffe und 0.50 Mk. in der 3. Klasse erhoben. Platzkarten werden nur für diejenigen Stal onen. in denen O-Züge oder Kurswagen beginnen, ausgegeben. Man kann aber auch von allen anderen Städten aus Platzkarten schriftlich bestellen bzw. bestellen lassen und brdient sich zweckmähig hierzu Der H^fe e.neS Rrisebureaus mit Fahrkartenverkauf. Erfolgt di? Bestellung ohne ausdrückliche Anweisung, d e Platzkarten an eine besttmmte Adresse zu senden, so werden sie während der letzten drei Stunden vor Abfahrt de« Zuges bei der Fahrkartenausgabe De« AbgangSbahnyofs zur Abholung berellg halten. " Im Lichtspielhaus Bahnhof- st raste, gelangt jetzt der Flm „Darietö" zur Dorführung, ein sehr gefch ckt aufgebauteS Werk, Die Handlung Drama'.Isch sich steigernd und bis zum Schlust von hoher Spannung, dabei auf Mätzchen verzichtend. Eine künstlerisch« Glanzleistung, vom Alläglichen weit entfernt, bietet Emil Iann ingS als Träger der Hauptrolle. Spiel und MaSke find von eindringlicher Wirkung — in einigen Höhepunl en packend gesteigert — und durchfeg ausge eichnei obgetont. Würdig zur Seite steht ihm L i a d e P u 11 i in Der Dolle des fremden Mädchens, eine prächtige Figur von tenlperamentvo'lem südländischem Typus, den Mann verführerisch umgarnend — ihm Schicksal werdend. 3n Den beiden Rebenrollen verdienen Maly D e l s ch a s t und Warwick Ward lobende Crträbnung. Insgesamt: ein lehr erfolgreiches Filmwerk, das der deutschen Film- M ’s Z .Nullen, * 9ti> In bn "junftut1 QjraöhiS olle unö n;*/7 hüSs yÄS s LWL i i.4. »flimmien 11 tonflruitfle tii let Akr figenitn fym ^bracht in Äif In btn Luirl i ®Jlnb* füllte «inen 9Ql)nQb b- $ ^ntbmbott Iber« lLordenider, Ich, öitttl Sie Diebe halten .SJj? lotveit. bas l'lKfeertt Fahrräder ||* 16 ?urbe gering und man ! ™ Kampfe gegen den en (ein lönnen. tcenn bit Drbäude, Danken, (Je. 4 ost so ungünstig für ades flttoflen wär«, bah faauigtforbtci tnirb tef) Siebe einen Xab i RDD. Wo ist 2.. wo ist 3. Klasse? Auf cmicen gröberen Bahnhöfen der Deutschen i^ichsbahn wird seit einiger Zeit vor Einfahrt des Zuges d rch b;fonDere Tafeln an Den Fahrt- 'ichtungSan-eigern auch d.e Reihenfolge Der Bagerk.assen im Zuge bekanntg g dm. Ob und 1‘ajuf we.chen wetteren Bahnhöfen DLie Mastnahme noch cingeführt Werden Iann. wird zur Zeil crwogcn. Zur Erleichterang der Abfertigung der weisenden bei kurzem Aufenthalt der Züge ist. besonder« bä starkem Reiseverkehr, bereits an- gtorDnd, dast den wartenden Reisenden schon vor den, Einlaufen d:S Zuges ungefähr die Stille angegeben wird, wo Die Wagen Der einzelnen Mafien oDer bte Durchgangstoagen bestimmter Kurse halten werden. RDD. Die Sicherung eine« Sitzplatz c s lm V-Zuge. Wie oft Iann man, Lichtspielhaus Lahnhofstrahe: „DarielS". Asroria- .ckchtspiele- rau en feinde". — Dalaft-Llchllpiele: Mm der Magglwerke. — Klavterabend. Morgen. Donnerstag, -Bends 8 Uhr, werden zwei blinde Klavlerlünst- n in Der Reuen Aula der älniverfität ein Kla- :ierkvnzert geben, bei dem Kornposllioitm von ^ich. Ehopin und Reger zum Dorttag kommen -erden. Die Künstler spielen nicht etwa Pier» äntig, sondern auf zwei Flügeln, gewih ein icht alltägliches tünstlerifches Ereignis. D:r :lne der Künstler, Herr Emil Freund, ist ?in Kind unserer Stadt; er wurde hier blind eboren, hat 9 Jahre lang das Hochsche Kon- npotorlum in Frankfurt a. M. besucht und trllt noraen abend in seiner Baterftadt zum erstenmal Künstler vor die Oefsentlichk.'it. Sein Partner U) Herr Franz Loesfler aus Würzburg, «den Pianisten werden hervorragende lunst. rttsche Eigenschaften nachgerühmt, so Daö man i argen abend wohl ein wertvolles CuigniÄ im t.rhener Musl.leben erwarten darf. Da hierbei _,i Sohn unserer Stadt Im Mittelpunkt des Ubends steht, darf erwartet werden, daß unsere iIürgeifchaft eS an zahlreichem Besuche nicht -.•Men läßt. L. U. Don Der LandeSunive rsität. , !>r. med. Heinrich Kranz, As istenzarzt in ec .UnivetsitätS-AugenMnik, der sich für das » Fach der Augenheil unde an unserer UnlDerfität ,u habilitieren wünscht, toiro morgen. Donners- I» Mafistciich .. .kB la Cdtienflcifd)....... ä tttd. la Hackstellch.....ä Btd. la Nlaoswnrst. ä 1Mb. Gerichisfaal. Verurteilung eines Werbers für die Fremdenlegion. WSR. Limburg. 7. Dez. Unter Der A..° llage, feinen Freund, Den damals arbeitslosen 21 jährigen Otto Heil aus Weilburg nach der Fremdenlegion verkauft zu haben, hatte sich vor Dem hiesigen Schöffengericht der Landwirtsgehilfe Heinrich Dogelsang aus Weilburg zu verantworten. Die Beweisaufnahme gestaltete sich für den Angeklagten sehr ungünstig. Er überredete Heil, mit ihm nach Frankfurt $u gehen, um bei Der Firma Holzmann Anstellung zu finden. Rach einigen Tagen kehrte er ohne Hell zurück. Rach einigen Wochen traf au« der Fremdenlegion ein Brief von Heil ein, In dem er die Beschuldigung erhob, hab Dogelsang ihn in Matirz in eine französische Kaserne gelockt habe, wo er der Fremdenlegion einverleibt worden wäre. Al« Der Brief ankam, ging Dogelsang flüchtig, wurde aber später wieder ergriffen. Bezeichnend ist folgende zynische Aeuherung für den Angeklagten: „Wenn ich jede Woche einen solchen Ochsen zum Markte bringe, kann ich zufrieden sein." Das Ge icht kam zu einem Schuldig und verur eilte Den Angeklagten wegen Dergehen« gegen § 144 deS Str.-G.-B. zu zwei Jahren Gefängnis. Hochstapeleien eines Filmregisseurs. WSR. Frankfurt a. M, 7. Dez. Der frühere Ingenieur und spätere Filmregisseur Walter M i f. Der in Berlin wegen Betrügereien zu einer längeren Gelängn'S- ftra'e Derrrteilt worden war, Dann Strafaufschub erhielt und Die Rückkehr vergast, taudfti eines Tage« In Frankfurt aus. Er näherte sich einer Dame, die Im Dlltze eine« Vermögen« von 4000 Mark war und fich Damit eine Existenz gründen wollte. M'x war Der richtige Mann, dieses Geld unter Die Leute zu bringen. Er interessierte die Dame für Die Fabrikation ei-es Kravattenspanners, der bei einem Selbstkostenpreis von 18 Pf. zu ener Mark verkauft werden sollte. Auch für einen Briefmarkenklebeapparat habe er schon massenhaft Bestellungen. Die Dame fiel auf Den Schwindel hinein und wurde ihr Geld restlos los, das Der seine Herr mit gewissen Damen und in Spielklub« Durchbrachte. Das Gericht verurteilte den Hochftap'er zu neun Monaten Gefängnis und Drei Jahren Ehrverlust. • Mordprozeh Meyer. WSR. Mainz, 7. Dez. Dor dem hiesigen Schwurgericht nahm heute Der Protest I gegen Den 43jährigen Techniker Örn ft Meyer Dinn Stea! prieeferte eTUrf#tn*tr Molkerei- Butter Nr. I -ersrudei. wir Ui Paetpaketee von tz Pfti na, äu Ptund po»trrei Nachnahme M. 2.06 Probe f6br 'n d-o-rrd^n ouai B1U er ^ «... I lm a. I» 8 ▲U<*ew MoUeraeri*ußnlss«. Pent am Institut für efperlmeniille PsyHolozie uaD trpcrimentelle Pädagogik, der sich für da« Fach der effperirnentlllen Psychologir zu hablli- beten wünscht, wird am Freitag, 10. Dez.mber, 5 Uhr in der kleinen Aula eine Probevorlesung über: .Psychologie des Sport«" halten. en Fahrradnmdn mn mgen. OHan kt 2u'^ [len, in denen bie fab» es Entgelt Diebe«-, toetter- tpafjrt Verden unö Dielt SSÄWf »inhrd. &S.X Ä Temen Wf ff durch die e geworden. »EL ilw, greifen, be- digung Ki, so tft futo Dagegen i v als w» . Atuie, i rennen Ä jinn > geDöy man Bw ifl# unö bob luruierieufl ^jngen, bah jAt von chni n A min ?< 2« L« I1; &&& iTflern n SttW Herren» itbeden- fliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiiia ^äypolbekeoge'd». f Gunst. Beding M ■ durch »067c I I F. Heidemann I I Fruklarl e. BL I ■ Kaifervl 18-20 I lt>aniaj4M7»< I Eugen Scheel Mäusburg 17 Mäusburg 17 9W9——9——99——H Ludwig Spaar, Förster i. R Gießen, den 7. Dezember 1926. mnj) Bersrod, Schellnhausen, den 7. Dezember 1926. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 10. ds. Mts., nachmittags um 2 Uhr zu Bersrod statt. {Stellengesuche Londorf, den 7. Dezember 1926. in Kirtorf statt. 08600 Jakob /Paternus [Wohnungstausch] Frau Christiana König Wwe Pfd. 2 | Kaufgesuche"] w » Gießen, den 8. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Stadttheater Spielplans Aenderung * wegen Erkrankung eines Mitgliedes. Sonntag, 12.Dez^, 8. Soolltag-Ab.-vorsr. von 7 bis 9", Uhr: johonoisfeaer I Schausplelin4^kten von Sudermann 10i<* Mocli We Schellfische o. 5k., Psd. 40 Pf. Kabeljau o K-, Pid. 30 Pf. Seelachs o. K., Pfd. 35 Pf. BtanffiennftQ? Pfd. 25 Pf. 1J”7c ^unge, erstkl trächt. Simmentaler Kuh Laden mit Ecgenflumen gefnüit. Schr. Anaeb. unter 10109D an den Gieb. Anzeiger erbeten. \ Mietgesuche | Wer vermietet an jung, ktnderl. Cbep. zwei leere Zimmer für Wohnküche und Schlafzimmer geeignet, cöiL auch möbl.? Gest. Cff. u. Nr. 1515 an Herio, Plock- strabe 5. [lOltlh Statt besonderer Anzeige. Gestern nachmittag 4 Uhr wurde mein lieber^Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Schwager Herr Johannes Löchel im Alter von 74 Jahren von seinem schweren Leiden erlöst. In tiefem Schmerz im Namen sämtlicher Hinterbliebenen: Elisabeth Löchel Familie Zugführer Hühn. Gießen, den 8. Dezember 1926. Die Beerdigung findet Freitag, den 10. Dezember 1926, 3toci Amerikaner Ccicit und 1 weif, emaillierter Herd zu verkaufen. 0S5”: Frankfurter Strane 58 vart. geletnt, zu verkauf. Alten - Buserk, 08563 Steingasse 14. Schöner roter Langhaar- Teckel mit Stammbaum, in gute Hände abziigeb. Med -tHail r.Batseh Licher Str. 106. I<43a Geräumig! S 3x7= Zimmerbans mit Mansarde, in freier ruhiger Lage, unter günsugen e- dingungen zu verk. Schr. Ang. u. 08556 an den Gieb. An». mit Morgenkaffee für jungen Herrn ab 12. XH. für eine Woche gesucht. Schriftliche Angeb unter 08552 an den Giefr. '»'inzeig. erbet. Zwei bis drei leere Zimmer von älterem kinderlosem Ehepaar aniterl gesucht. Schr. Angeb. unter 08562 an den Gieb Anz. G llr. 287 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 8. Dezember 1926 Don Äarl Frhr. v. W e r t rna nn. Dietzen. g. Klein-Linden, 7. Dez. Unfer ist in letzter Zeit wiederholt der Schauplatz Unfer Ort von Bismarckstr.j n II Skagerrakschlacht ge G. F W Föhn Föhn Wie feiner Zelt be< Ländliche Reit > StMllti llilitui iiiiilitii Die Maul- und Klauen s e u ch e ist nun auch in unserem Dorfe aufgetreten. Sie brach unter dem Diehbeftande de- Landwirts Dg. Schmidt aus. mählich zu ruhmvollem Klang gelangt: seine „F'.ucht" scheint jedoch diesen guten Ruf nicht festigen zu wollen. England ist groß und von noch Lichtbilder auS der zeigt werden. • Londorf, 7. Dez. richtet, ist im Herbst der der jene Halbjahresfrist vor den Präsidentenwahlen beginnt, innerhalb deren der Präsident der Republik lau« Verfassung nicht zur Auflösung der Kammern schreiten Dürfe. Es beginne also eine Periode der Souveränität des Parlamentes. Wenn der Präsident der Republik Gesetze, welche von den Kammern angenommen worden seien, zurück- weise, so könnten diese Gesetze trotz des Widerstandes des Präsidenten durch den blohen Willen des Parlamentes, das aufzulösen der Präsident keine Möglichkeit habe, in Wirksamkeit treten. hl hM Frankfurter Theater. 2km Reuen Theater wurde Aus vcn: Amtsverkündigungsblatt. • DaS Amtsverkündigungsblatt Ar. 98 vom 7. Dezember enthält: Sparkassen- wesen. — Ortssatzung über die Erhebung von Vergnügungssteuer für Tanzbelustigungen in der Gemeinde Röthges. — Maul- und Klauenseuche in Klein-Linden. Staufenberg. Hungen und Treis a. d. Lda. — Bekämpfung der Schnalenplage. — Gemeindewasserleitung Birklar. «— Dienstnach» richten. Tüchtige Slitern fiierfttmb.f.Suttöid). nu&etb.Ni|ea'iiid- arb. pro Tag 3 M. 3u erst, in b. Geich, des @icr. Aiu. i.Mu GalSworthys „Flucht" uraufg« ührl. GalSworthy ist ein Rame, der in Deutschland all- und Fahrverein Rabenau ins Leben gerufen worden. Bisher setzten sich sein« jungen Mitglieder, die den Reitsport erlernen und pflegen wollen, aus den Orten Londorf, Kessel- b a ch , und hauptsächlich Geilshausen zusammen. Erfreulicherweise haben sich jetzt die jungen Leute von Weitershain auch a.s Mitglieder zum „Ländlichen Ret-- und Fahr-Derein Rabenau" angemeldet; in diesen Tagen ist dort eine „Zungreiterabteilung Weitershain" gegründet worden. Zweimal in der Woche findet Abteilungsreiten statt, und mindestens einmal im Monat ein größerer Geländeritt. Dorträge über Pfxrdehaltung, Pflege und Zucht sind für später geplant, um das Verständnis der jungen Landwirte dafür noch zu erwe t?rn. I Lauter, 7. Dez. Die Ausschreibung der Drainage zur Feldbereinigung hatte viele Bewerber gefunden. Die Gebote für das Ausheben der Gräben, Rohrlegen utd Zuwerfen lagen alle unter dem Doranfchlag, das geringste Gebot sogar mit 42 Prozent. Den Zuschlag erhielt die Firma Ester-Röthges mit 18 Pfennig pro lfd. Meter. Sie muhte die Verpflichtung übernehmen, die einheimischen Arbeiter bei dem Werk zu beschäftigen. Den Zuschlag für dos Fahren der Rohre erhielten die hiesigen Landwirte mit 40 Pfg. pro Zentner. Die Rohre werden von dem Tonwerk In Lich geliefert. Galsworthy bis Shaw weit, bei dem Theaterstück „Flucht" ist eS ratsam, die Betonung auf die erste Silbe des Wortes, auf Theater zu legen. Hier handelt es sich in der Tat um nach äußeren Wirkungen zie'endes Theater. Eine Reihe von Episoden baut der Dichter zur Handlung auf. Ein Hauptmann a. D. hat nächtttcher- weise ein tiefes Gespräch mit einer Dirne (wir kennen diese Gespräche nun zur Genüge), ein Detektiv will die Dirne arretieren, dec Held deS Stückes schützt sie, Zweikampf, Kinnhaken, unvorhergesehener Totschlag, da der Deiektiv mit dem Kopf gegen eine Eisenstange schlägt. Der Held bekommt Zuchthaus, der Austakt zur Flucht ist geschaffen, und nun seht ein kinohaltes Geschehen ein. Iln6 es ist nicht immer spannend, wenn auch stellenweise amüsant, was sich in diesem auf die Bühne verpflanzten Wild-West- Film ereignet. Gut ist die Wirtshauss ene, un- ausgenuht bleibt der Schlutz in der Sakristei, zwischen Flüchtling und Pfarrer. Galsworthy wählt hier den recht einfachen Weg der Rührseligkeit; er lätzt den Flüchtling sich selber der ihn verfolgenden irdischen GerichtsamkcU ausliefern — die Flucht ist beendet. D e Regie Mar O p h ü l s gab sich die größte Mühe um die Uraufführung. Sie ließ nach eigenem Ermessen zwischen den Bildern Lautsprecher reden und stempelte so das Ganze noch mehr »um großausgemach'en Kriminalfilm. Die Darstellung war in ihrer Gesamtheit gut, M ttelpunki Karl Günther als Held und Flüchtl'ng die'er tollen Geschichte. Dem Publ kum gefiel d e Flucht, wie lauter Beifall bewies; es amüsierte und interessierte sich aufs lebhafteste. L. W. yORW weljfiu MWen Mbarich Nangen 'mpsiebll beste Nord- "wäre I0n9o Hamburger Alchhandiung A sivch Naäiüar. Lch'üür 1 tcl 1612 OlMtz Oberheffen. Landkreis Wietzen X Klein-Linden. 7. Dez. Am Sonntag fand in unserer Gemeinde durch eine Anzahl freiwilliger Helfer eine Geldsammlung für das Denkmal zu Ehren der Gefallenen statt. Wie man hört, ist das Ergebnis der Sammlungen sehr zufriedenstellend. Die Beträge können in drei Raten bezahlt werden. Zur Verstärkung des Dau- fonds werden weitere Spenden gern entgegengenommen. Uebrigens dürften sich die Deranfdjlagtcn Baukosten des Ehrenmals wohl etwas ermäßigen, da ein Teil der Arbeiten durch freiwillige Leistungen von Facharbeitern ausgeführt werden soll. —K lein-Linden. 7. Dez. Gestern wurde die K o ch s ch u l e für die Mädchen- fortbildungsschule durch Rektor M ö n - n i g eröffnet. Es nehmen daran 2d Mädchen auS Klein-Linden und 13 aus Ailendorf a. b. Labn teil. Der Unterricht findet Montags und Samstags vormittags statt. Leiterin des Haushal- tungsunterrichtes ist Fräulein Säubert von i Äfronf°Ä? LauiStaS, dr»". **• Tüi.:“’ Central' Ve^ammlung im VootSba»^ ‘•g&S an sollen n- lCllI,e Der '-W 1,016 inS StidttheaW Spitipl«"' . L-ndttA„, «ife. .Ein Krieg der versäumten Gelegenheiten" — das war der Weltkrieg für die Mittelmächte und ihre Gegner. — Der deutsche General Hoffmann hat feine kritische Geschichte des Weltkrieges unter d esem Kennwort in die Welt geschickt; der Erste Lord der Admiralität Churchill hat d «selbe Bezeichnung für die Kriegführung der All: erten in Anspruch genommen. Aber teerig zahlreich lind die Gelegenheiten gewesen, die sowohl hüben als auch drüben verpatzt wurden. Es sind zumeist andere Gelegenheiten — andere: dec Zeit, dem Orte, dem Anlässe und dem Ziele nach —, dis die einen oder die anderen versäumten. Rur in einem Falle scheint eine bestimmte Gelegenheit ofsensichtlich von beiden Parteien verpatzt worben zU sein. Der Dardanellenfeldzug hatte sie geboten. Die Alliierten haben es damals oerfäumt, durch recht- und gleichzeitige Bereitstellung der erforderlichen maritimen und Landkriegsmittel die Türkei auf die Knie zu zwingen, die noch neutralen Dalkanstaaten auf ihre Seite zu ziehen und die unerläßliche kurze Verbindung zwischen den Wes'.mächten und Rußland h-rzuste!len; sie haben es also versäumt, einen gewaltigen Angriff auf die österreichisch-ungarische Stellung aus dem Sädosten schon damals möglich zu machen, il.nb die Mittelmächte haben das Versäumnis des Gegners auszunühen unterlassen. Der Feldmarschall Conrad von Höhendorfs hat den Angriff auf Serbien und Montenegro bis nach Saloniki führen wollen, um die Bildung einer neuen Südostfront der Feinde ein- für allemal auszuschliehen. Aber General von Falkenhahn versagte sich aus polittschen und militärischen Gründen diesem großen Plane. Aus dem Südosten kam dann im Herbste 1918 der Stoß der Westmächte, der den Zusammenbruch der Mittelmächte einleitete. Für sie bedeutete eben die Dersäumnis einer solchen Gelegenheit die endliche Riederlage oder bestenfalls ein Remis, für die Feinde dagegen nur den Aufschub des immer noch möglichen Sieges. 3m Nachlaß Conrads finden sich die Dokumente, die diese versäumte Gelegenheit illustrieren. Auf der Seite der einstigen Gegner hat nunmehr Winston S. Churchill (in dem in deutscher Sprache bei K. F. Köhler in Leipzig erscheinenden zweiten Bande seines Erinnerungswerkes »Weltkrisis") die Driege ausgebre.tet. Wenn der kühle Engländer von dieser versäumten Gelegenheit spricht, dann erhebt sich seine Sprache zu einer fast südländischen Leidenschaftlichkeit. DaS kann nicht wundernehmen! Diese versäumte Gelegenheit war sein eignes Schicksal geworden und hatte dem Ansehen des britischen 3mperiums im Oriente einen Schlag versetzt, von dem sich das Reich nur schwer erholen konnte. Die ersten Erfolge des englisch-französischen Flottenangriffs aus die Dardanellen — die Riederkämpfung der äußeren Fvists Ende Februar des Jahres 1915 — hatten den Balkan förmlich elektrisiert. Bulgarien wechselte damals deutlich wahrnehmbar seine Haltung. General Pa g et, der sich als Führer einer außerordentlichen Gesandtschaft in Sofia befand, drahtete an Lord Kitchener, daß et auf Grund einer Audienz beim König zur Ueberzeugung gelangt fei, „das Dardanellen unternehmen habe einen so tiefen Eindruck gemacht, datz die Möglichkeit eines Angriffs Bulgariens auf einen Dalkansta t, der sich der Entente anaefchlosfen habe, aller Voraussicht nach nicht mehr bestünde, daß vielmehr Grund zur Annahme vorhanden sei, daß das bulgarische Heer m Kürze gegen d i e Türkei marschieren würde, um an der Unternehmung gegen die Dardanellen teilzunehmen". Auch Rumänien beobachtete von da ab wachsam und wohlwollend den weiteren Verlaus der Dinge. Rutz- land, das ursprünglich nur tausend Kosaken für ihres Vetters Karl Gustav von Pfalz-Zweibrücken, den die Reichsstände ihrem Wunsch gemäß 1649 zu ihrem dereinstigen Rachfolger bestimmten. 3m Laufe der Fahre entwickelte sich am Hofe eine üble Günstlingswirtschaft; Unwürdige wurden ausgezeichnet und die alten Minister vernachlässigt. Zur Förderung einer ihr von ihrem französischen Leibarzt empfohlenen „fröhlicheren Lebensweise" sollten aus 3talien herbeigerufene Sänger und Komödianten beitragen. Für solch« Dinge, namentlich aber für Geschenke an ihre Günstlinge, verschwendete Christine so große Summen, daß in ihrer Kasse meist Ebbe war, und sogar das Silbergeschirr versetzt werden mußte. Don ihrem Stat Halter in Pommern ließ sie sich 50 000 Taler schenken, außerdem borgte sie 200 000 Taler zusammen, die sie nie zurück- zahlte. Als ihr die Schulden über den Kops wuchsen und auch die inneren Verhältnisse des Landes immer schwieriger wurden, beschloß Christine 1654, nachdem Oxenstterna sie drei Fahre zuvor nur mit Mühe von dem Gedanken abgebracht hatte, endgültig dem Thron zu entsagen. Am 17. 3uni 1654 verließ sie ihr Daterland, und nun begann ihr abenteuerlicher Zug durch Europa. Rachdem sie kurz zuvor in (Innsbruck öffentlich zum Katholizismus übergetreten war, au dem sie sich feil ihrer Fügend hingezogen fühlte, wurde ihr am 21. Dezember 1655 in Rom vom Papst Alexander VII. ein glänzender Empfang bereitet Fn einem Amazvnenlleid«, nach Männerart zu Pferde sitzend, von 300 prachtvoll gekleideten Reitern umgeben, zog sie in die ewige Stadt ein. Aber ihr unruhiger Geist ließ sich hier nicht lange festhalten; im Sommer 1656 ging sie nach Paris, wo Ludwig XIV. sie ehrenvoll empfing. sowie Ilm lif/lm mb Schleien M» A4\t bti WAtic UW®, BabnboismüSTcl', MjMt üt unbr frei| Prager Brief. Don unseren: p.-Korrespondenten. Prag, Dezember 1926. Das Abgeordnetenhaus hat den Staatsvoranschlag für 1927 mit einer starken Mehrheit angenommen. Für den Loranschlog stimmten die tschechischen und deutschen Rechtsparteien einschließlich der slowakischen klerikalen Volks- partei, deren Eintritt in die Regierungsmehrheit sich nunmehr vollzogen hat und deren Eintritt in das Kabinett nach Erledigung des Staatsvoranschlages durch den Senat vor sich gehen dürfte. Außer diesem Regierungsblock sprachen sich für den Staats- Voranschlag (mit Ausnahme des Kultusetats) auch die tschechischen Rationalfozialisten aus. Für eine Anzahl von Kapiteln schließlich auch Vie tschechischen Sozialdemokraten. Diese sozialistischen Parteien wollten durch ihre Haltung den besonderen Charakter ihrer „staatsbildenden Opposition" bekunden. Zweifellos bedeutet die starke Mehrheit, die sich für den Staatsoorarrichlaa zufammenfand, einen taktischen Erfolg des Ministerpräsidenten S v e h l a. Fn einer Kundgebung an das slowakische Volk rechtfertigt die slowakische Volkspartei ihren Eintritt in die Regierungsmehrheit Die gegenwärtige bürgerliche Regierung hätte den Zweck, die Fehler des bisherigen Regimes, das unter sozialistischem Einfluß gestanden habe, wieder wett^umachen. Die Kundgebung oer- harrt auf dem Prinzip des Pittsburger Vertrages und stellt die Landesautonomie der Slowakei in Aussicht, als einen ersten ernftßaften Schritt zur Verwirklichung des Autonomieprogramms der Partei. Zunächst wird der slowakischen Dolksportei das bevollmächtigte Ministerium für die Slowakei zugewiefen werden. Als Zwifchenorgan iwifchen dem Ministerium und den Gauoertretungen oll aber "ein Gauverband geschaffen werden, an eren Spike ein slowakischer Agrar,er treten soll. 9m Abgeordnetenhaus wurde seitens verschiedener sudetendeutscher Abgeordneter auf die andauernde Unterdrückung des fubeten- deutschen Schulwe-fens hingewiesen. Aus tschechischer Seite fei demgegenüber ein Ausbau des Schulwesens mit gegen 17 000 Volks- und über 500 Bürgerschulen zu verzeichnen. Die tschechischen Min- derheitsschulen würden zum großen Teil von deutschen Kindern besucht. Durchschnittlich kämen auf eine derartige Schule bloß 7 tschechische Kinder, aber auch diese Zahl werde nicht einmal überall erreicht. Die Minderheitsfchulen dienten in erster Linie Tfchechisierungszwecken. 9m Fahre 1925 seien gegen 8000 deutsche Kinder genötigt gewesen, tschechische Schulen zu besuchen, eine Anzahl, die 130 deutschen Schulklassen entspreche. 9m ganzen gäbe es 2000 arbeitslose sudetendeutsche Lehrer. Diese Aeußerungen verschiedener Parlamentarier, sind im Anschluß an die letzten Erklärungen des lln- terrichtsministers Hodza über die kulturelle Autonomie dahin zu ergänzen, daß laut offiziösen Pressekommentaren die Verwirklichung einer kulturellen Autonomie auf breiter Grund- laae nicht ins Auge gefaßt, sondern lediglich beab- sichtigt ist, die Bezirks- und Landesschulausschüste auf Grund der Ergebnisse der letzten Parlamentvwahlen auszubauen, daß allen Parteien, auch denen der Minderheiten, das volle Vertretungsrecht und so die Basis für eine Einflußnahme auf die Schulverwaltung Hugeftanden werde. Präsident M a f a r g f erklärte in einem 9nter- view einem Vertreter der „Deutschen Presse" (christ- lichfozial), er sei prinzipiell vom demokratischen Standpunkt aus fürdie Autonomie neben der natürlichen Zentralisation, die das moderne Staatswesen bedeute. Die in der Tschechoslowakei bevor- stehende konsequente Durchführung der Gauverfas- fung werde auf allen Gebieten der Verwaltung eine gemiffe Autonomisierung bringen. Auf kulturellem Gebiete könne und müsse jedes gebildete und selbst- bewußte Volk i e I b ft ä n b i g an feiner Vervollkommnung arbeiten. Zur Frage der Abkürzung der Militärdienstzeit erklärte der Präsident, persönlich f ü r diese Abkürzung zu fein. Der lieber« gang von der ißmonatigcn Dienstzeit auf 14 oder 12 Monate erfordere auch aus wirtschaftlichen Gründen (Arbeitslosenfrage), gewiße Vorbereitungen. Masaryk erklärte sich ferner für die Trennung von Staat und Kirche, ohne sog. Kulturkampf. 9ustizminister Mayr-Harting (deutsche christlich-soziale Partei) erklärte in einem 9nteroiew für die offiziös; „Prager Presse", daß der Versuch einer neuen Politik, der sich in dem Eintritt der Deutschen in die Regierung ausdrücke, erst dann zu einem Erfolge werden könne, wenn eine wirkliche Annäh etzrung der breiten Schichten der Bevölkerung plahgegrisfen habe. Zu diesem Zwecke müße man sich beiderseits vorsichtiger Zurückhaltung befleißigen, die Tschechen müßten die bisherigen Methoden der Politik aufgeben, die Sudetendeutschen aber ihre Erwartungen für die nächste Zeit auf ein möglichst bescheidenes Maß herabschrauben. Einige rechtsstehende Organe haben in dieser Woche darauf hingewiefen, daß mit dem 27. Rovem- Dei einem zweiten Besuch (1657) erregte sie dadurch starkes Mißfallen, daß sie in Fontainebleau aus eigener Machtvollkommenheit ißren Oberstallmeister Monaldeschi wegen angeblichen Hochverrats hinrichten l.eß, uni) man war froh, als sie endlich w eder nach Ftalien abzog. 2n Rom erhielt sie plötzlich die Rachricht vorn Tode ihres Rachfolgers Karl Gustav, der nur einen vierjährigen kränklichen Sohn hinterlassen hatte. Sie begab sich daraufhin im Februar 1660 nach Stockholm, um Ansprüche aus den Thron geltend zu machen, wurde jedoch abgewiesen und zur Unterzeichnung einer Entsagungsakte gezwungen. 1667 tarn sie noch einmal nach Schweden, weil sie die Hoffnung mxh keineswegs aufgegeben hatte, wieder in den Besitz der Krone zu gelangen. Als sie erfuhr, daß ihr die orfent- liche Ausübung ihrer R Iig vn verboten werden solle, kehrte sie, ohne Stockholm erreicht zu haben, wieder um und ging zunächst nach Hamburg. Seit 1669 lebte Christine wieder In Rom, wo sie sich mit Künsten und W ssenschasten beschäftigte und eine Akademie begründete. Tas reich bewegte Leben dieser merkwürdigen Frau endete am 9. April 1689. Fhre Leiche wurde mit großem Pomp in der Peterskirche beigefetzt, und ihr vom Papst ein kostbares Monument errichtet. den Balkan verfügbar machen konnte, bot nunmehr zur Ser volle Uitcrftü^ung an und begann, ein Armeekorps unter Generl Fstvmine bei Datum zufammenzuziehen. um bei dem. wie es annahm, nahe bevorstehenden Fall Konstantinopels miteinrücken zu können. Am 2. März drahtete der englische Gesandte in Dckarest, datz ihm der rumänische Ministerpräsident gesagt habe, er gelange immer mehr zur Uebcrjcugung, datz Ftalien „sich bald rühren werde". Besonders wichtig war die Wirkung auf Griechenland. Aus einem Telegramm des brittschen Militärattaches in Olt^e“ vom 3. März war zu erkennen, daß der griechische Generalstab eine Hnterftütjung des Angriffs zur Dee durch eine Landoperation für not g erachtete und die Ausschiffung von vier bis fünf gr echischen Divisionen am äußersten Eüdendc der Halbinsel vorbereitete, die gegen die Höhen östlich von Maidos Vorgehen sollten. England hatte damit damals zur Verfügung oder unterwegs nicht nur das australische Armeekorps und alle weiteren Truppen in Aegypten, die königliche Marin edivif.vn und eine französische Division, sondern mindestens auch drei griechische Divisionen und ein russisches Armeekorps, das sich bei Datum sammelte. Man durste also hosten, die Gallipolihalbinse! und Konstantinopel noch im Avril zu nehmen, wenn albe gerannten Streitkräfte sogleich planmätz g eingesetzt wurden. Dahinter lagen Bulgarien und Rumänien, die entschlossen waren, dem Falle Konstantinopels und Zusammenbruche der Türkei nicht untätig zuzusehen. Rußland — von seinen Verbündeten abgeschlossen, stark unter Munitionsmangel leidend — Rußland war es Vorbehalten, diese einen großen, ja vielleicht den entscheidenden Erfolg versprechende Kraftentfaltung zu zerstören. Am 3. März teilte das russische Auswärtige Amt dem englischen Botschafter mit, daß „die russische Regierung sich mit der Beteiligung Griechenlands an dem Dardanellenunternehmen nicht einverstanden erklären könne, da mit Sicherheit hieraus Schwierigkeiten erwachsen würden. ..." „Der Kaiser", fügte Sazonofs hinzu, „habe anläßlich seines Vortrages gestern erklärt, er könne unter keinen Umständen mit Griechenland vor den Dardanellen zusammengehen". „Das war hart", ruft hier Churchill aus. „Gab es denn keine Hand, die ein M netekel an die Wand schrieb, keinen Gest seiner Vorfahren, der diesem unglücklichen Fürsten den Untergang seines Hauses, das Verderben seines Volkes — die blutige Kellerszene in Jekaterinburg vvraus- sagte?" 3n Athen tat her russische Gesandte auf Befehl seiner Regierung, was er konnte, um den Anschluß Griechenlands zu hintertre.ben. 3m besonderen wurde dem Stönig von Griechenland bedeutet, datz man es unter keinen Umständen dulden würde, datz er mit seinen Truppen in Konstantinopel einrückte. Man war jedoch mit der Deteilgung einer griechischen Division einverstanden, „das hat den Vorteil, datz der König nicht in eigener Person ins Feld rücken kann . Kann es da wundernehmen, daß König Konstanttn sich zurückgestotzen fühlte und in seiner ursprünglichen neutralen Haltung verharrte? Arn Morgen des 7. ging aus Athen das folgende lakonische Telegramm in London ein: „Der König hat Denizelos' Vorsch'äge nicht gebilligt Das Kabinett ist" zurückge.reien." Die Westmächte erhielten nicht die unter kränkenden Vorwänden eingeschränkte griechische SyCe. Es kam zu dem mit ungenügenden, sukzessive eingesetzten Kräften geführten Dardanellenscld- zug der Alliierten, der — scheitern mußte. Das englisch-französische Landungsheer verl eß nach Monaten eines opfervollen Ringens die Halbinsel Gallipoli und baute die Salon'kifront aus. Der große Krieg ging weiter — noch drei Fahre lang. Schicksalstage des Weltkrieges. Die versäumten Gelegenheiten im Dardanellenfe^dzug Aus den Memoiren Churchills. AG welcher nm TVrettan abend iwlichenSund 7 ühr rin Pakct auS dem Aato vor dem „Wti'dxn Hoi", ibaüBbofitr., berauSnenommell hat ift ertann:, unö wird ardneo, dasselbe argen gnle«e- lobnunn >m „ abiibieDerL_J^ Christine von Schweden. Zn Ihrem Z00. Geburtstage. Don Ernst Edgar R e i rn 6 r d e S. Trotz mancher Fehler und Schwächen ist Königin Christine en? bebe :t en fr? Frau gewesen. Wan bat sie häufig mit Elisabeth von Englaick) verglichen, nur war „die jungfräuliche Königin" keine fchöngeistige Phantastin, sondern durchaus dem Realen -ugewandt. — Die Tochter Gustav Adolfs und Marte Eleonorens von Brandenburg erhielt auf Wunsch ihres DaterS eine männliche Erziehung Hochbegabt, las Christine bereits mit 18 Fahren Polybius und Thukydides im Urtett, sprach italienisch und französisch wie ihre Muttersprache, lateinisch und deutsch ziemlich korrekt, studierte Plato und Tacitus und übertraf an Scharfsinn manchen Philologen von Berus. Durch Ofenßiema in die Politik eingefüprt, beschäftigte sich Christine schon als Vierzehnjährige mit Re- gierungSgcschästen, und zwei Jahre später fiel im Staatsrat keine Entscheidung, bevor man ihre Ansicht gehört hatte. Rachdem sie 1644 die Regierung angetceten batte, widmete sich Christine im Anfang mit Eifer den Staatsgeschäften; aber aus die Dauer fand chr lebhafter Geist keine Befriedigung in der Potttck- Bei weitem stärker fesselten sie Künste und Wissenschaften. Sie wollte aus ihrer Hauptstadt ein Zweites Athen machrn und berief bedeutende Gelehrte, wie Descartes, Dochart, Foffius, Meibom usw. an ihren Hos. Obwohl Christine, ebenso w.e Elisabeth, eine Schwäche für Die Männer hatte, lehnte sie, um ihre Unabhängigkeit nicht zu verlieren, alle Bewerbungen um ihre Hand ab, darunter auch die Derkehrsunfällen gewesen, da der überaus starke ÄrafttoagenDerfebr durch die belebtesten Dorfstraßen gehen mutz. Glück im 11 n- glück hatte heute nachmittag gegen 3 Uhr ein Motorradfahrer aus Allcndorf a. d. L. Dieser war im Hofe des Hauses Wetzlarer, Straße 77 auf die Maschine ausgestiegen, statt, auf der Straße, und beim Hinausfahren fuhr er in ein aus Gießen kommendes, von vier Personen besetztes Auto. Durch schnrelles Herumreißen der Steuerung tonnte der Chauffeur de- Autos größeres Unglück verhüten, so daß es nur einen Zusammenstoß gab. dem allerdings das neue Motorrad des Besitzers zum Opfer siel. Das Auto hatke^ Signal gegeben, das der Motorradfahrer, deA Ohrenschüher trug, im Hofe nicht gehört hatte. Er kam mit dem Schrecken und Schaden davon. [£) Lollar, 7. Dez. Am Samstag trat die hiesige Ortsgruppe der Liga zum Schuhe der deutschen Kultur mit ihrer zweiten Veranstaltung in diesem Winter in die Ocffent- lichkeit. Es wurde ein einzigartiger Sport- und Spielfilm vorgeführt. RachmittagS wurde er den älteren Schulkindern von hier und den Rachbarorten gezeigt. Die Vorführung am Abend, die für Erwachsene bestimmt war, hatte besonders aus Turn- und Sportkreisen regen Besuch aufzuweisen. t TreiS a. d. Lda., 6. Dey. Der hiesige Kriegerverein „Germania" hielt gestern nachmittag bet Kamerad Wirt Becker eine gut besuchte Vierteljahrsversammlung ab. Rach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten wurde befd)[offen, im neuen Fahr einen Familienabend bei Kamerad Will abzuhalten, zu dem ein Dereinsredner der „Haffia" um ciren Vortrag gebeten werden soll. Außerdem sollen Kreis Friedberg 4. Dad-Dauheim, 7.Dez. Auch im nächsten Jahre wird unsere Dadestodt wieder als Tagungsort für wissenschaftliche und wirtschaftliche- Verbände gewählt werden. Bekannt ist jetzt schon, daß in den Lagen vom 27. bis 30. April der 2. Kongreß für Psychotherapie hier stattsindet. Ein Ausschuß hat mit der Vorbereitung zu dieser bedeutungsvollen Veranstaltung bereit- begonnen. pb. Butzbach, 7. Dez. Im »Deutschen Haus" fand eine Versammlung von Vertretern der Stadt, verschiedener umliegender Gemeinden, der hiesigen Geschäftswelt und d^L Handwerks statt, um über die Errichtung verschiedener A u t o l i n i e n zu beraten. Bürgermeister Dr. Jansen betonte in seiner Ecöfsnun^anspcache, Laß Stadt und Land gemeinsame WictschaftL- und Derkehrsintercsssn hätten, die seither nicht genügend beachtet worden seien. Am diese Interessen zu heben und zu wahren, sei es erforderlich, bessere Deröindungsmöglichkeiten zu schaffen. Lies sei der Hauptgrund zur Einberufung der Versammlung. Seitens verschiedener Gemeindevertreter wurde dies anerkannt und betont, daß sie bereit seien, hierbei, soweit möglich, mitzuhelfen. ES wird beabsichtigt, zunächst eine Privat- auto-Gesellschaft zu gründen, über welche Herr Freitag näher berichtete. Versuchsweise sollen täglich zwei- bis dreimal einige noch näher zu bezeichneirde Strecken befahren werden, unter der Voraussetzung, daß die zu berührenden Gemeinden einen Zuschußbttrag leisten. Ein« weitere Versammlung soll in Kürze definitiv Beschluß fassen. Zur Wahrung der gemeinsamen Wirt- schaftS- und Verkehrsinteressen wurde dann auf Vorschlag von Bürgermeister Dr. Jansen ein Verein gegründet, und ein besonderer Organisationsausschuß gebildet, der alle noch zu lösenden Fragen behandeln soll- 5 Steinfurth, 6. Lez. Gestern wurde hier Pfarrer, Otto Metzler, der Rach'olger Pfarrer Wecks, in sein Amt eingeführt. Der Superintendent für Oberh-.ssrn, Oaerkicchen- rat Wagner (Gießen) nahm die feierliche Handlung vor. Auch in der Filialgemein^o Wisselsheim stellt« sich der neue Pfarrer gestern seiner Gemeinde vor. Kreis Büdingen. '! Büdingen, 7. Dez. Aus der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses des Kreises Büdingen ist als besonders bemerkenswert zu berichten: Die Besoldungen des Bürgermeisters. Gemeinderechners, Polizeidieners und Jeldschützen von Hainchen wurden dem Vorschläge des Kreisdireklors entsprechend festgesetzt. Der Bürgermeister erhält hiernach jährlich 1732,50 Mark, der Gemeinderechner 1010 Mark, der Polizeidiener jährlich 670 Mark und der Feldschütz 1106,25 Mark. In nichtöffentlicher Sitzung wurde u. a. beschlossen, das Vertragsverhältnis zum Hess. - Nass. Wirtschaftsverband mit Wirkung vom 1. April 1927 zu l äse n, da mit diesem Zeitpunkt die Straßen auf die Provinz übergehen. Dem neugegründeten Verkehrsbund Obe rh essen tritt der Kreis als Mitglied bei. bs. Nidda, 6. Dez. Zum erstenmal seit ihrem Bestehen hat die Landwirtschaftskammer f ü r e H en durch einen Lehrgang den Wiesen- b a u in den engeren Kreis der Bearbeitung gezogen. Daß dafür ein Bedürfnis vorlag, beweist das In- tereste, das von der bäuerlichen Bevölkerung der VeranstaUung entgegengebracht wurde. Ucber 300 Landwirte aus der Wetterau und dem Vogelsberg hatten sich heute hier eingefunden, so daß der große Saal des „Gambrinus" bis auf den letzten Platz besetzt war. Verschiedene ländliche Fortbildungsschulen der Umgegend, sowie die Schüler der landwirtschaftlichen Winterschule zu Nidda waren ebenfalls zugegen. Als Vertreter der Regierung hatte sich Kreis, direkwr Dr. G a ß n e r von Büdingen eingesunden. Der Vorsitzende der Landwirtschastskammer für Hessen, Oekonomierat Hensel-Dortelweil, wies auf die steigende Bedeutung der Grünlandwirtschaft hin und wünschte, daß gerade die landwirtschafttreibende Bevölkerung des Vogelsberges sich mehr dem Wiesenbau zuwende, einmal um durch Verminderung der Zahl der Arbeitskräfte gegenüber dem Getreide- t und Hacksruchtbau die Rentabilität zu steigern, bann aber, um eine sichere Rente, besonders in Jahren I ungünstiger Witterung, zu erzielen. Auf Grund seiner 40jährigen Erfahrungen im Amt sprach bann v Kulturbauinspektor Kunz vom Kulturbauamt Lau- terbach über dos Thema: „De- und Entwässerung der Wiesen." Den zweiten Vortrag hielt Landwirt- OerFrosch mit derMaske Roman von Edgar Wallace. 10. Fortsetzung. 'Nachdruck verboten ,Vch bin recht froh, baß er nicht hier ist", sagte sie sichtlich erleichtert. .Ich möchte mit Herrn Maitland sprechen. Können Sie das möglich machen!" Das strählende Gesicht des Philosophen bewölkte sich. „Das wird sehr schwer halten", sagte er. „Der alte Herr empfängt nie jemanden. Nicht einmal die Finanzgrößen der City. Er haßt Frauen und Fremde und, obgleich ich doch schon so lange mit ihm arbeite, bin ich nicht einmal sicher, ob er sich an mich gewöhnt hot. Worum handelt es sich denn? Ella zögerte. „Um Rays Gehalt", und bann, als er den Kopf schüttelte, fuhr sie drängend fort: „Es ist so wichtig, Herr Johnson. Ray hat einen so an- spruchsvollen Geschmack und wenn man seinen Gehalt noch verkürz!, so heißt bas---ach, Sie kennen doch Ray genau!" Er nickte. „Ich weiß wirklich nicht, ob ich da etwas tun kann", sagte er zweifelnd. „Ich will jeden- falls hinausaehen und Herrn Maitland fragen. Aber ich könnte Hundert gegen Eins wetten, daß er Sie nicht empfangen wird? Aber als Herr Johnson zurückkam, sah sie ihn schon von weitem lächeln. „Kommen Sie nur rasch, bevor er es sich überlegt hat", sagte er und führte sie zum Lift. „Sie müsien allein die Konversation führen, Fräulein Bennett! Er ist exzentrisch und so hart wie Feuerstein." Er führte sie in einen kleinen, bequem möblierten Salon und mies auf einen Schreibtisch, der mit Papieren bedeckt war. „Das ist mein Zimmer", erklärte er. Eine Rosen- holztür führte zu Maitlands Bureau. Johnson klopfte leise an und mit schneller pochendem Herzen trat Ella dem seltsamen Mann gegenüber. Der Raum war groß und der Luxus der Ausstattung verschlug ihr den Atem. Das Rosenholl der Wände war mit wundervoller Silberarbeit eingelegt Jedes Stück der Einrichtung war mit erlesen- stem Geschmack gewählt und der Teppich, über den sie schritt, schien von größerem Werte als das Jn- „Er ist Selfmademan, aber er ist eigentlich nicht bösartig. Wenn ich nur begreifen könnte, warum er Sie empfangen hat?" „Empfängt er denn sonst niemanden?" Er schüttelte den Kopf. „Nicht, wenn es nicht absolut notwendig ist. Und das ereignet sich vielleicht zweimal im Jahre. Ich glaube kaum, daß er überhaupt je mit einem Menschen im ganzen Hause gesprochen hat Nicht einmal mit den Direktoren." Johnson führte Ella in bas Hauptbureau hinunter. Nay war noch nicht gekommen. „Die Wahrheit ist," gestand Johnson, als sie ihn mit Fragen bedrängte, „daß Ray heute noch über- Haupt nicht irn Bureau war. Er ließ sagen, daß er sich nicht sehr wohl fühlt und ich habe es so eingerichtet, daß er heute als frei gilt." „Er ist doch nicht krank?" fragte sie beunruhigt. „Nein, ich habe ihn telephonisch gesprochen. Er hat ein Telephon in feiner neuen Wohnung." „Ich dachte, es wäre nut ein einfaches Zimmer?" sagte Ella entsetzt. Die gute Hausfrau in ihr empörte sich. „Eine ganze Wohnung? Wo denn?" „In Knightsbridge". antwortete Johnson ruhig. „Ja, es klingt teuer, aber ich glaube, baß er sie billig bekommen hat. Ein Mann, der ins Ausland ging, hat sie ihm für einen Pappenstiel untervermietet. — Darf ich offen sein, Fräulein Bennett?" ,Hst es Rays wegen, so bitte ich Sie darum", antwortete sie hastig. „Ray beunruhigt mich in letzter Zeit", sagte Johnson. „Natürlich möchte ich alles, was ich kann, für ihn tun. denn ich habe ihn sehr gerne. Jetzt ist es meine einzige Sorge, seine ziemlich häufigen Abwesenheiten vom Bureau zu verschleiern. Sie brauchen ihm das nicht wieberzusagen. Aber es ist eine ziemliche Mühe, denn der alte Herr hat einen unerhörten Instinkt dafür, wenn Angestellte sich vom Dienste drücken. Ran lebt ein wenig (arger, als er es sich eigentlich leisten kann. Und ich habe ihn so gekleidet gesehen, als wollte er mit den elegantesten Leuten der Stadt in Konkurrenz treten." Die unbestimmte Unruhe in Ellas Seele wuchs zur Panik an. „Cs ist doch--— nicht etwa im Bureau etwas Unrechtes oorgefaüen?“ fragte sie ängstlich. „Nein, ich nahm mir die Freiheit, feine Bücher durchzusehen. Eie stimmen. Sein Kassabuch ist bis auf einen Penny in Ordnung. Mit roher Offenheit gesagt: er stiehlt nicht. —- Zum mindesten nicht bei uns. Ader noch ein anderes Detail. Er nennt sich Raymond Laster in Knightsbridge. Ich habe das durch Zufall yerausgefunden und habe ihn gefragt warum er einen andern Namen angenommen habe? Seine Erklärung war ziemlich glaubhaft. Er wollte nicht, daß Ihr Vater hören sollte, daß er auf so großem Fuß lebe. Er hat eine ziemlich einträgliche Nebenbeschäftigung. Aber er will nicht sagen, welcher Art sie ist." Ella war froh, als Johnson sie verließ. Froh, einen stillen Platz inmitten weiter Parkflächen zu erreichen. Sie mußte nachdenken und sich über ihre künftige Handlungsweise klar werden. Roy war nicht so geartet daß er sich von ihr ober von Johnson mit drakonischer Strenge würde behandeln lassen. Auch der Vater durste nichts erfahren. Sie mußte sich an Ran wenden. Vielleicht entsprach es der Wahrheit, daß er eine einträgliche Nebenbeschäftigung habe. Eine Menge junger Leute benutzten ihre freie Zeit auf solche Weise. Ader Ray war kein Arbeiter. Sie setzte sich in einen Parksessel und war so sehr in ihr Sinnen verstrickt, daß sie es nicht gewahrte, als jemand vor ihr stehen blieb. „Das ist ja wunderbar!" sagte eine lachende Stimme und sie sah in Dick Gordons hübsche blaue Augen auf. Er setzte sich auf den Sessel neben dem ihren. „Und jetzt werden Sie mir bitte sagen, in was für Schwierigkeiten Sie geraten sind?" „Warum meinen Sie, daß ich in Schwierigkeiten geraten bin?" stammelte sic. „Sie machen ein so trauriges Gesicht", lächelte er. „Vergeben Sie diesen Auszug. Ich habe einen offiziellen Besuch bei der Gesandtschaft der Vereinigten Staaten abstatten müssen. Jetzt erst bemerkte sie, daß er das Festkleid des Beamten trug, Gehrock, Zylinder und die vorschriftsmäßige Krawatte. Sie fand, daß et sehr gut darin aussah. „Ich glaube beinahe, daß Ihr Bruder Ihnen Sorgen macht? Ich habe ihn vor wenigen Minuten gesehen. Hier ist er wieder!" Sie folgte der Richtung feines Blickes und wuchs vor Erstaunen in ihrem Sessel auf. (Fortsetzung folgt) die Kinder, am Abend für Erwachsene. Der Besuch beider Vorstellungen toav durchaus zufriedenstellend. E i ch e l s b o r f, 7. Dez. Infolge der starlen Ausnutzung des zur hiesigen Försterei gehörenden Waldes in den K.i:gs- und Rach- kriegsjahren wird die Verminderung des Holzschlages, die bereits in den Vorjahren einfetzte, auch in diesem Jahre fortgesetzt. Außer der: Durchforstung eines jungen Bestandes kommt nur das Schlagen von geringen Brennholzmengen in Frage, so daß die beteiligten Gemeinden üjr Lesholz nur aus entfernteren Distrikten erhalten können. In den Dörfern macht das Bestreben, durch Anschaffung von Kohlenbsen sich vom H o l z f e u e r unabhängig (.u wissen. weitere Zo.t'chritte. * Eichelsdorf, 6. D.z. G.stern vollendete unser alter Schäfer Heinrich Link, wohl der älteste Schäfer Oberhessens. sein 7 9. Le bensjahr. Der Alle, nun schon 53 Jahre hier bedienstet, ist bei gttrm Wetter noch täglich bei fernen Schafen, obwohl se n Sohn vor einigen Jahren d'.e Herde übernahm. Ober-Schmitten, 7. Dez. Die Weih- n a ch t s f p a r k a ss e. die jetzt im dritten Jah.e ?ier besteht, erweist sich immer mehr als eine egensreiche Einrichtung. Jetzt, vor Weihnachten, können wieder 1 0 200 M k. Spargelder zuzüglich der Zinsen an die Sparer ausgeteilt werden. Die Einlagen erfolgen in beliebiger Höhe an jedem Sonntag, die Verwaltung der Kasse ist ehrenamt.ich. — Da die Feldbereinigungsämter zur Zeit dermaßen mit Arbeiten überlastet sind, daß in den ersten vier Jahren kaum eine neue Gemarkung in Angriff genommen werden kann, hat sich die Gemeinde entschlossen, den nach Ulfa führenden Hohlweg teilweise a u f z u f ü l l e n und zu ch a u s s i e r e n. Die umfangreichen Arbeiten, die noch während des Winters auLgeführt werden sollen, stehen unter der Leitung des Försters Schmidt- EichelSdors, eines anerkannten Fachmannes auf dem Gebiete des Wegebaues. Da die durch den Dlillstand der Stasfelfchen Papierfabrik arbeitslos Gewordenen bis auf wenige in anderen Industrien Arbeitsgelegenheit gesunden haben, werden einheimische Ar- beitskräste nur in geringem Maße zur Derfü- K stehen. Wie rasch die sog. Hohlen, die n Unterbau von Steinen haben, in die Liese wachsen, beweist die Tatsache, daß innerhalb von drei bis vier Jahrzehnten der genannte Hohlweg durch Abschwemmung des Bodens bei schweren Regenfällen etwa 1 Meter tiefer geworden ist. )—( Ruppertsburg, 7. Dez. Infolge der Eröffnung des Betriebs der chemischen Fabrik Friedrichshütte toar die Zahl der Arbeitslosen in unserer Gemeinde in letzter Woche auf 11 herabgesunken. Auch sie finden jetzt für einige Zell Beschäftigung, denn die Holzhauerei in den umliegenden großen gräflichen und Gemeindewaldüngen bat begonnen. Da aber aus unserem Dorfe allein acht Rotten mit insgesamt 60 Arbeitern diesem Erwerb nachgehen. so dürfte das Holzfällen leider bereit- Ende Januar beendet fein, trotzdem mehr Holz geschlagen wird, wie im vorigen Jahre. — Dieser Tage wurde aus unserem Friedhöfe die Leiche eines italienischen Kriegsgefangenen ausgegraben. — Rachdem im Herbst vorigen Jahres dahier der erste Bethel- Film gezeigt wurde, fand jetzt auch die Vorführung des zweiten Teils statt. Zu der Feierstunde im Gemeindesaal hatten sich nachmittags über 100 Kinder eingefunden. Zu der Abendvorführung in der Kirche waren etwa 150 Erwachsene erschienen. Der Eindruck, den Wort und Dlld machten, war überwältigend. — Zum Besten des Krankenhauses Johann- Friedrich-Stist La ubach sammelten die hiesigen Konfirmanden in unserem Dorfe einen Leiterwagen dMI Liebesgaben, bestehend in Kartoffeln, Gemüse, Obst usw. § Babenhausen, 7. Dez. Sonntag und Dienstag führte hier die Schuljugend ein Weihnachtsspiel „Nun singet und seid froh" auf. Die Zuschauer sanden sich jedesmal zahlreich ein und horchten gespannt auf das, was sich da vor ihren Augen begab: wie der Nikolaus sich zur Erbenreise zurechtmachte, wie die Engelschar an Weihnachtssachen arbeitete und schasste, wie die Jugend die Krippe anbelete usw. Zahlreiche Chöre verschönten die Darbietung, die auf bemerkenswerter Höhe stand. schaftsrar Dr. Schad von der landwirtschaftlichen Schule zu Nidda über „Pflege und Düngung der Wiese". Als dritter Redner sprach Abteilungsoorstand Dr. Finger von der Landwirtschaftskammer Darmstadt über „Die guten und schlechten Wie- senpflanzen" Nach einer Mittagspause setzle dann die Aussprache ein, die sich sehr anregend gestaltete. Im Mittelpunkt stand die Frage der Stickstofsbün- Sber Wiese, wobei Männer der Praxis die rie ergänzten. Aus der Versammlung heraus würde die Anregung gegeben, im Sommer Lehrgänge durch die L a n b w i r t f ch a f t s k a m - m e r zu veranstalten, die dem Kennenlernen guter Gräser dienen sollten. Auch wurde die Anlage von Lehrgräsergärten in den einzelnen Dörfern empfohlen. Ein sechsteiliger Grünlandfilm des deutschen Grünlandvereins, sachlich erläutert durch den letzten Redner, bildete den Beschluß der Tagung. A Ridda, 7. Dez. Der im Dienste der hessischen Drandversichrrungskarnmer tätig« Bau» schäyer des hiesigen Bezirks, Zimmermeister Karl Fink, wurde gestern hier unter zahlreicher Begleitung zur letzten Ruhe bestattet. Er erreichte ein Alter von 66 Jahren. — Der Kriegerverein »Hafsia" Ridda wählte an Stelle des irach Fürth L O. verzogenen Ober- amtsrichters Muhl den hiesigen Dankovrstand Hermann L e u m zum ersten Vorsitzenden. Zum zweiten Vorsitzenden wurde Gerichtsvollzieher Reuter gewählt. — Im Kasinosaale hielt Oberstudiendirektor Philipps aus Friedberg einen sehr beifällig auf genommenen Vortrag über „Deutschen Humor". Der Redner schilderte die humoristischen Dichter aus aller und neuer Zeit und trug einzelne Stellen und ganze Gedichte aus ihren Werken vor. Kreis Schotten. □ Laubach, 6. Dez. Am Sonntagmittag führte der hiesige Zweigverein dsS Vogelsberger Höhenclubs feine letzte Wanderung in diesem Vereinsjahr aus. Auf der Schottener Straße zog man in stattlicher Zahl über die Station „Laubacher Wald" in das obere Seental, von wo man sich zum stattlichen Marktflecken Freienfeen wandte. Der Marsch durch die stimmungsvollen Waldungen und Wiesengründe in ihrem schimmernden Winterkleide bot eine Fülle von reizvollen Landschaftsbildern. In Freienseen zeigte Prof. Dr. Roesch e n, der Kreisurkundenpfleger, die reichen Schätze des Gemeindearchivs. Besondere Anziehung boten die verschiedenen Kaiser-älrkunden (von Karl V. an), welche die Erteilung dr s Wappens, oben Aäler, unten Schwan, sowie die Freiheiten des Marktfleckens enthalten. Außerdem wurde die stattliche Kirche besichttgt. Der älteste Teil gehört der frühgoti- schrn Bauzeit an; der gewaltige Turm zeigt Schlufselschiehschorten (16. Jahrh.). Das Schiff entstammt der Mitte de- 18. Jahrhunderts. Beim Kaffee im Gasthaus „Zur Linde" bot Prof. Dr. Rocschen einen Uebcrblid über die Geschichte des Seentals. Am Abend hielt der Zweigverem im „Solrnser Hof" seine ordentliche Hauptversammlung ab. Der verdiente, zielbewußte erste Vorsitzende, Justizobersekvetär Elbe, gab einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Vereins. 11 Wanderungen wurden ausgeführl, darunter eine zweitägige in den Vogelsberg und eine solche in die Rhön; in launiger Weise wurden die Einzelheiten der Ausflüge besprochen. Sodann wurde der neue Wanderplan feftgelegt. Es besteht eine wissenschaftliche Abteilung und eine Gesangsobtellung (gemischter (S-ljor), außerdem ein Wander-, ein Markierungs- und ein VergnügungSausschuß. Der Mitgliederbestand hat sich erhalten. Die Prüfung der Rechnung zeigte, daß die Frnanzverhältnisse in bester Ordnung sind. 11 Mitglieder formten toegen ihrer regelmäßigen Teilnahme an den Wanderungen dekoriert werden; zwei langjährige eifrige Mitglieder wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die Wahl des neuen Vorstandes ergab: Justizobersekvetär Elbe 1.Vorsitzender, Dr. Wachtel, 2. Vorsitzender, Justizsetretär Becker, Schriftführer, Rechner Eduard Göbel HL, Rechner des Vereins. Rach Schluß der Tagesordnung blieb die stattliche Tafelrunde noch einige Stunden bei munteren Gefangen und in angeregter Unterhaltung beisammen. — Bereits im vorigen Jahr hatte die Vorführung des Be- t h e l - F i l m s in hiesiger Stadttirche allgemeinen A cklang gesunden. Gestern wurde ter zweite Teil dieses Films in der Stadtkirche geboten. Am Rachmittag war Vorführung für Rudingshain, 7. Dez. In ber vorig« Woche wurde bi unserer Gemarkung mit den Meliorationsarbeiten begoßen. 3ä dieser Woche sollten die Arbeiten in erweitertem Umfange fortg.-setzt werden, da das Holzfällen für die Demei:ide jetzt beendet wurde. Leider hat Schneefall den Arbeiten bis auf weiteres Einhall geboten. ld. Aus dem Vogelsberg, 7. 'Dez. Schneefall und Frost haben - die Schafe, die bis dahin infclge der außerordentlich günstigen Herbst Witterung genügend Weide fanden, in den Stall gebannt. Das Uebernachten im Pferche ist für dieses Jahr beendet. Der früher überall geübte Brauch, dem Schäfer, wenn er mit seiner Hrrde bis zum 1. Advent auch nachts draußen war, einen S chä ferbur zu schenken und ihm, wenn er noch länger „pferchte", sogar einen Schäfermantel zu verehren, wird kaum noch geübt. Jedoch gibt man jetzl vielerorts statt dessen aus gleichem Anlässe ein ansehnliches Geldgeschenk. Kreis rllsselv. WSR. Alsfeld, 7. Drz. Die am 1. De- zemder 1926 stctttgrhabte Viehzählung ergab für die Stadt Alsfeld folgendes Bild: 12! Pferde (Vorjahr 133). 269 Sttick Rindvieh (333). 71 Schafe (37). 324 Schweine (330), 114 Ziegen (179), 3933 Stück Federvieh (3228). ch Lehrbach, 7. De;. Vor kurzem gelang es hiesigen Waldarbeitern, einen äußerst febenen Fang zu machen: nämlich einen zur Ordnung der Ragetiere gehörenden fogenannten Siebenschläfer. Vor Jahren wurde schon einmal ein solches Tierchen in den^Wäldern an- getrvfsen, blieb aber unbeachtet. ^Dies zweite Exemplar ließ Lehrer Loos von einer Berliner Tierausst opferet präparieren. Es ist ihm von dort die Mitteilung zugegangen, daß el sich um „ein Museum-st ück ersten Ranges" handelt. Der neugewählle Därgermeister Heinrich Stroh hat sich m dankenswerter Weis, bereit erklärt, die Ausstopfung-kosten zu übe» nehmen. Der Siebenschläfer wir) unter den Lehrmitteln und den Gegenständen des naturgeschichtlichen älnterrichts unserer Schule einen Ehrenplatz erhalten. — Dieser . Tage hielt der hiesig« Gesangverein seine Jahresversammlung ab. Man beschloß u. x der Anschaffung einer neuen! Vereins sahne näherz rttreten. Der seitherige Vorstand wurde durch Zuruf wie der gewählt. Der Dirigent, Lehrer Loos, betonte in seiner Ansprache, daß besonders durch die Pflege des deutschen Volksliedes bei geselligen Zusammenkünften Aufgabe tn keiner An, y-**6rt b»ub l3f" oufarnmenfünftn * »«• und öafj man [“he als die vielfach (omDoIüionen. 5® ^Ea, » ?^Dründun, Srnom, :7 M m beqtüH fragen, lmwdlchasi- I an gemeinlam Erlebte L“ !E ÄriWt iu kl Jebtt Kriegm>erem & flilt. das Andenken d?n alWrl.ch^, «nfie'.ern zu ehren. 3nt 8 selbstversländlich kralle KnHSteilnehmev Kranen zu einem um rn 0mgt:1l unb und Dantfotfe l b*n : vngeiien eud)M*.u nvch die H beMch-chrMchu öetoib trennt beutln* t, aber es gibt noch die !er einen I Und auf er Zstl! .Sinlqle't und d des @(üde8 Unterem Haf onaHIrf). Wo« die Gründung, ßntold- unseres Kriegcrorrrins ben. ietzlar. '. De». Zm dritte« |te ist hier dstWaul» llusaebrvchen Sie teil' , dah bereits übet tut jene verhüngt wurde. M^mi^toher^elorg, ^mindesten nicht bei -es Detail Er yennl sich fhirbsidge. 3-h ^be da» en unb habe ibn fltl t amen aMM-m-mr nlid) aloubH- 5r w, ‘ rfilAt sa-rn, weM t-fon sie versieh. M "L EL nfen unb sich aber M lar werben. M ®® °°" *•? "&K “ e 11 ™,i5l Stute h» sr.«Ä 's*tf Ml"»-"-" tfjf«*** ■ «ja» * * 'ftt*“ *» »J?1** im nt< pfirsichzarten Teint gibt beseitigt sofort gkeiT und Röte 30,e0v.l20Pfg. nis die Ausbreitung der verheerenden Krankheit, zumal sie unter dem Jungvieh schon zahlreiche Opfer gefordert hat. L Vollnkirchen, 7. Drz Der Einbruch in die hiesig« Jagdhütte, üdrr den vor kurzem ' ir „©ieftencr Anzeiger- berichtet wurde, hat nun- ehr seine Auf klär ung grfund^rr. Als Täter ist ein junger Mann auS Aauborn er- mltielt worden, der den Einbruch in Gemeinschaft Buntes Allerlei. woher kommen die CWjer Im Schlveizerkäfe? Sie Frage nach der Entstehung der Luch« im Schweizerkäse ilt ein dttiebter Scherz, von deren Beantwortung hier nicht die Rede sein soll. Wenn man ernsthaft nach dem Grunde tiefer Erscheinung in dem wohlschmeckenden Schweizer Aationalerzeugnrs fragt, so wiro kaum einer unter hundert die richtige Erklärung geben tonnen. Man kann da die merkwürdigsten Der» mutungen hören, und ei gibt Leute, dis dabei bleiben, dah die Löcher nur dazu da seien, um „Ile Zwischenräume auSzusüllen". oder darin einen besonderen Schmuck des Käses erblicken. Zn Wahrheit gehört Oie Löcherbiidung aufs engste zu dem Duhm bei echten Emmentalers, und in ihnen prägt sich seine Güte aus, so dah man sagen kann: „3e gröber dir Löcher, desto btf.er der Käs:". St: Frage nach der Herstellung der Löcher im Dchweizerlos: ist in neuester Zeit zu einer höchst wichtigen Angelegenhnt geworden, tic besonders die Amerikaner beschäftigt. Sie Danlecs sind nämlich grofte Freunde des Schwei» zerläses, und man findet ihn überaus häufig als Belag bet beliebten .Sandwiches". Diese Bevorzugung kommt nicht daher, dah die Löcher ebenso gut bezahlt werden mü|en wie der Käse selbst, und dah daher der Verkäufer ein gute- Geschäft macht, sondern von dem be.i.aten Geschmack dieses PrvduiteS. das freilich mit der .Gröhe der Locher irgeirdwie zusammrnhängt. 'Die Käsemacher von Michigan behaupten nun, ein Verfahren herausgefunden zu haben, das es ihnen ermöglicht, die Gröhe der Loch« im Käse ganz nach Belieben hrrzustellen und den besten Emmentaler zum Preise von 80 Pfennigen da« Pfund zu liefern. Diese kühne Behauptung hat in der Schwei» berechtigtes Aussehen erregt und einen geharnischten Protest der Käsckünsller von Emmental hervorgerusen. die es für ausgeschlossen Hilten. dah man in Amerika einen gleichwertigen .Emmentaler" erzeugen könnte. Der I Wert der Emmentaler Käs.»s wird durch eine jener Heinen Ursachen hervorgebracht, die be- lanntlich so große Wirkungen haben. Ein kleiner Bazillus ruft in der Milch GärungSerscheinungen hervor, bevor sie sich in Käse verwandelt. Mit Hilfe dieser wohltätigen Mikrobe toerben die sauren Salze in der Milch in kohlrnsaure Gase verwandelt, die während dieses Vorganges Diesen von verschiedener Gröhe hervorbringen. 'Bei Abkühlung der Masse Der* dunsten diese allmählich und lassen die Loch« im Käse zurück. Der Käse soll dadurch den .zarten Auhgcschmack- «batten, den nun dem Emmentaler ncchrühmt. Sehr viel trägt ab« auch da» Erünfutlcr der Schwci'er Küb: b:i. die srch von den aromatischen Alpen slan en nähren. So sind denn die Schweizer Käs tünstler der sesten Ge- wihheil, dah i le Amerikaner die Güte ihre» Srzeugi if es nie err ichen werden, so große Fort- schritte sie auch In der Bereitung de» .Smmen- tclerv" gemacht haben. Die Schw.r» produziert jährlich Käse im Werte von etwa 100 MiUioncn Mark, unb so ist der Schweizerkäse ein gut« Teil des „nationalen Reichtums". Die kleinsten Meisterwerke. Sie Handwerker hatten in früheren Tagen mehr Zeit al» heute unb waren wohl auch geschickter, da s.e sich mehr auf baS Werk ihren Hönde als auf die Arbr.t der Maschine verlassen muhten So sind denn in der Dergangrnheil Wunderwerke ge'chassen worden, die s.ch durch ihre scher unbegreifliche Kleinheit auszeichnen und durch die dabei verwendete Kunstfertigkeit über den Wert bloher Spielereen erheben Eine engli'che Ze.tschrijl stellt einige der kleinsten Meisterwerke zusammen. So schuf unter der Regierung der Kön g.n Elisabeth ein Schmied, Mark Soallot, ein Sch.oh, das clr ver'ch ebene Teste au» Messing, Öden unb Stahl auswie» und doch zusammen mit dem Schlüssel nur 60 M'lligramm wog: er ver.ertigte auch eine goldene Kette mit 43 Gliedern, befestigte sie an dem Schloh und legte bann die Kette einer Fliege um den Leib, die diese Last leicht sortzog. Sh itvch berühmterer Meister der Kleinarbeit u>ar OSwaldu» Aorchin- gerus, von dem berichtet wird, er habe au» Elfenbein 1600 bis in alle Einzelheiten ausgeführt« Teller gearbeitet; diese Test« waren so winzig, dah sie alle in einem Becher Platz hatten, der auS einem normal großen Ps«fferlern gemacht war. (Dies dürfte denn doch eine fromme Sage sein. D. Red.) 3n dem Museum zu Salem in Reu-England ist ein Kirschkern, der ein Dutzend silberner Löffel enthält. Ser Stein ist von gewöhnlicher Gröft^ und die Löffel sind so winzig, dah sie nur mit Hilfe eine» Mikroskops bewundert werden können Kanada besitzt eine der kleinsten Maschinen, die e» in der Welt gibt; sie mihi weniger alS 1 4 Zoll und hat einen Zylinder, der l/M Zoll im Durchmess« hat. Ein Arbeiter in Leeds führte das Silbermodell einer Dampfma ch ne aus, dar nur l/i Zoll hoch ist, au» 165 Sc len besteht unb in jede Einzelheit vollendet ist Eines der minutiö'cften Schmuckwerke ist bie Arbeit eine» Turiner Juwelier», ber eine Perle fanb, deren Form e» ermögl chte. aus ihr ein kleine» Doot zu machen Das Segel dieses L.liputschisschenS ist aus getriebenem Gold mtt Diamanten verziert unb da» Licht am Bug ein klein« Rubin; ein Smaragd bient al» Ruder Sa» Schiffchen m egt nichl ganz 15 Gramm unb wurde für einen Pro s von 50 000 Mark verkauft. bahnzug der Linie 23. wobei « zu Fall kam unb ihm vom Anhänger der linke F u tz abgefahren wurde. Der Mann wurde In» Krankenhaus verbracht. — Am vergangenen Sonntag wurde in einem hiesigen Gemälde- falon eingebrochen und dabei zehn wertvolle Gemälde bekannter moderner Meister, zum Teil mit Rahmen, g c stöhlen. Dor Ankauf wird gewanu. Sachdienliche Msttei- lungen erbittet die hiesige Kriminalpolizei. Kommissariat 3. WSR. Hanau. 7. Dez. Sin schwerer Unfall ereignete sich heute morgen auf dem hiesigen Ostdahnhos. Sin 41 Jahre alter Batzn-' arbeitet bemerkte wie eine Milchkanne zwischen bie Geleise fiel. Um Sachschaden zu vermeiden, sprang er schnell zu, wurde aber von einem Rangierwagen ersaht, wodurch ihm beide Fühe über dem Knöchel abgefahren wurden. Er wurde ins Krankenhaus verbracht. mU seiner Geliebten, einem Mädchen aus Oberbiel verübt hat. Der Täter hat sich schon einige Zeit von seinem Slternhause in Raubam en f«nt unb bei seiner .Braut" özw. deren Eltern in Ob«biel ausgehalten, zu manchtr Zeit hat ba» junge .Paar" auch in einer Feldscheune in der Rahe von Wetzlar kampiert. Zum Derhangnis wurde den Tätern eine Strickjacke, bie ba» Mädchen am Tatorte zurückgelassen hatt^ Der Landjäger zeigt« diese Jacke Ux Mutier de» Mädchens, die diese al» ihrer Tochter gehörig bezeichnete; damit waren die Tät« überführt. Okach einigem Leugnen legten teibe ein umfassende» Geständnis ab; sie gaben zu, den Einbruch in der Rächt auf Freitag nach dem Buh- unb Dettag gemeinsam verübt zu hadrn. Wie schon Im .Diestener Aiz:iger" berichtet, hatten sie ei sich in der Hütte recht gemütlich gemacht, Sisen »uberelUi unb verzehrt, verichie- dene Getränke sich gut schmrcken lassen unb bann auch in ber Hütte gefdjlafen. Einwohner von hier, bie an dem fraglichen Aoend spät von Griedelbach nach Hause gingen, haben In ber Jagdhütte Licht gesehen, glaubten jedoch, die Jagbpächter befanben sich in ber Hütte Die Täter befinden sich einstweilen noch auf freiem Fuhr. • O Aiederkleen, T. Dez. Eine öffentliche Deisammlung des hirfigen Kriegerver- e i n S fand am Samstagabend In ber Gastwirtschaft Ohly, hirrfelbst. statt, in ber O3etflLntt» nont a.D. von Lohberg»Wetzlar über bie .Kriegsschuldsrage" sprach. Die sehr lehrreichen Ausführungen des Rebners fanden den Brifall der Versammlung, in der sich auch eine Anzahl Richtmltglieder de» Ädegert>ertln» befanben. Kreis Biedenkopf. # Königsberg. 7. Dez. Sin ausgesprochen er älnglüdttag war h.er der gestrige. Morgen» verunglückte Im Walds bet Holzhauer Fischer, da ein u m st ü r z e n d e r Baum ihn am Kopfe schwer verletzte. Die große W mdo scheint ersrnillchrrweise aber nicht lebensgefährlich zu se.n. 2lls nachm.ttags die Frau beS Bürgermeisters Kohlen in ben Herb nachsulltr, explodierte ein Sprengkörper, der sich in den Kohlen befunden halte. Die Frau wurde an der Hand unb im Gesicht schwer verbrannt. D e Fensterscheiben würben zertrümmert und bi» zu 20 Meter weit weggeschleudert. DillkreiS. WER. Dillenburg, 7. Dez. Am Sonntag morgen sah ber Rechner ber Spar» unb Darlehenskasse In Breitscheib. Karl Thomas. am Kasfeetisch. Er hatte gerade seinen Kaffee eingenommen, al» er ein plötzliches Un- Wohlsein bemerkte; ein kurzer Aufschrei und er brach leblos zusammen. Der Arzt konnte nur noch den T ob seststellen. Gin Herzschlag hatte feinem Leben ein jähe» Ende be eitet. bl. Dillenburg, 7. Dez. Die Arbeits- Marktlage im Kreise hat in den letzten Monaten eine Besserung ersahren. Die Erwerbslosenziffer beträgt heute nur noch 828 gegenüber rund 1400 Mann in den Vormonaten, an Zuschlagsempfängern zählt mau 1441 Personen. Einzelne Werke konnten Arbeiter e i n ft 111 e n. — Die Regierung hat bk Inbetriebnahme der Autokinie non Mandeln nach hier genehmigt. Slrcie Marburg. H Marburg. 7. Dez Sie heutige Stabt-- verordnetensitzung dewill gtc die Witte! zur Anlage einer städtischen Rodelbahn, die sich jn e nc#n Tütchen hinter Spiegelslust in der Richtung zum Kirchhainer W g bin- ziehen soll. — Ferner wurde die Pachtung eines grohen Diesen geländeS im Afsöller beschloss?n. aaf den ein Flugplatz ein- gerichtet werden soll. Brkinnttich ist für ba» kommende Jahr bie Ci ibrz ehung Marburg- in ba» Lustverkehrsneh geplant. Cbcrtocftmvalbfreid. WSA. Hachenburg. 7. Dez. Der äugen- blickliche Stand der B a s a l t i n b u ft r ; t auf dem Westerwald wird in Fachkreisen als günstig te;eld)nM. Dcrschiedene Firmen sind mit laufenden Aufträgen von Drob- und Kleinpflastersteinen tU über da» F.ühjabr gedeckt. Auch die SchotterwCTke haben ziemlich guten Ablatz Matngau. DSR Frankfurt a. M, 7. Dez. Ser Magistrat hat sich heute mit ber Frage der Gewährung einer Winterwirtschaftsbei- htlseanHilfsbedürftige befastt. unb sich damit einverstanden erllärt, bao d.n unterstützten Erwerbslosen des Arbeitsnachweise» und den iln- terstützungSempsängern des WphlfahrtZamt?» eine einmalige gestaffelte Winter bei- Hilfe gewährt wird, wobei ber niedrigste Sah mindestens 12 Mark pro Einzelfall betragen soll. Erwerbslose, dis später als am 1. Juli 192ö hier zuzezozen sind, kommen für die Gewährung der Dritzilfe nicht in Dttracht. Ser Gesamtaufwand für die vorgesehnren Dsihllsen beträgt rund 400 000 Mark. Die Auszahlung der Beihilfen soll baldmöglichst erfolgen. D.r Magistrat beschloh weiter, die Stabt Frankfurt an dem Ausbau der Ridda oberhalb des B namefer Wehres in den Gemarkungen Bonames ad'Berkersheim auf genossenschaftlicher Grundlage zu beteiligen und die Bewilligung de» anteiligen Betrages von 65 000 Ml. bei ber Stadtverordnetenversammlung zu beantragen. — Gestern abend wurde in b:r Rahe des Schönhofs ein älterer Mann namens Oppenheimer von einem Straßenbahnwagen b:r Linie 18 überfahren unb getötet. Er wollte einem andern Strahenbahnwagen ausweich.n und trat dabei auf das Geleise, wo aus nächst:r Rühe ein Wagen heransauste, ber wegen der kurzen Entfernung nicht mehr zum Halten gebracht we-r- den konnte Ser Mann geriet unter die Plattform unb wurde so schwer verletzt, dah er noch unter dem Wagen starb. Den Wagenführer trifft keine Schuld. — A.n Samstagnachmittaa wurde in ber Bethmannstrahe ber Privatier Frieb- r ich Theobald von einem Personenkraftwagen angefah > ’n unb am Kopfe so schwer verletzt, bao er nach Dem Hoospital verbracht werden mußte, wo er inzwischen verstorben ist. Ser Verunglückte fall trotz abgegebener Warnungszeichm in das Auto hineinge- laufen fein. Sie Schuldfrage ist noch nicht geklärt. — Gestern vormittag gegen 9 Uhr sprang im Stadtteil Heddernheim der Arbetter Georg Scholl auf einen fahrenden Straften- Wollene Unterkleider Bekanntmachung Bekanntmachnng. 11|ph jlj|1 Äm Montag, dem 13 Dezember 1926, Da in verschiedenen Orten der näheren All LUI|||iU|11|LL Äittags 1 Uhr. kommen in Grotzen- Umgebung unserer Stabt die Maui- und «D I 'folgende, in gutem Zustande be- Awuenseuche herrscht, muft der diesjäh- gangbarsn Ausführungen jo- findliche Möbel und verschiedene Ltnrich- rjne Weihnachtsmarkt am 13. Dezember >■ rr , Eduard Gondner 10 090D 1 ItrAncf 1 Normal- 2 Schreib- 1 Sofa. Toiletten- Gießen, Sleinfttahe 84/86. Telephon Nr. 326. woeeo bleiben weich und helfen länger, wenn fie mit LUX - Seifenflocken gewefdien werden. Reiben Sie ober nicht und vermeiden Sie fdierfe Wefchmittel, die die zarten Wollfyfern hart und filzig machen. Und wie einfach ift die Wdfche ! Sie brauchen die Stücke nur im lauwarmen Llch. den 4. Dezember 1926. Hessische Bürgermeisterei Lich. Völker. SEIFENFLOCKEN 'SUNLICHT'MANNHEIM 1 Slliimer. 1 Etsfchrnnk. f dir utf, 1 Schreibmaschine, uhr, l Lüiett, 1 Srebrn», tische. 2 Gba ielonnuee. 1 Jrifenr-Einrilnnng- I LUX-Schaum auszudrücken u. fie dann mehrmals lauwarm auszufpülen. Doppelgroße Packung 90 J U=3 Normalpackung SO Pfg. >. / Donnerstag, 9. Dez., nachmittags 2 Uhr verfteiaere tch tm Löwcn. Neueuweg 28, dahier \roanflSroetfe gegen Barzahlung: Ausnahme-Angebot! 21b vmer nnt. Tnaesvreti nbzng. einige Autooaragen HALM 16 'ily Lagersetupper. 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Die Gemeinde Ga.chente'.ch beabsichtigt einen gut genährten Eber auf dem Wege des öffentlichen Angebots zu verkaufen. Angebote Pro Zentner Lebendgewicht können bis zum 5re tag, ben 10. Dezember b. 2.. nachmittag» 2 Llhr aus dem Rachaus eingereicht werden. Räherc Bedingungen find durch die unterzeichnete Bürgermeisterei zu erfahren. 10114 D Garbenteich, 6. Dczbr. 1926. Hessische Bürgermeisterei. Dark. ©tauben Sie daran? Wer kann wissen — ? Irgend etwas Wahres wird schon dran sein. Leider fijtb sie noch nicht Allgemeingut oeworden. Unserem lieben Vaterlande wäre sonst sicher viel Unbill erspart geblieben. Beinahe wären wir in die hohe Politik hineingeritten. Zwar sollte uns« Münchener Kindl vor Jahren schon in den Reichstag gewählt werden, aber als Repräsentant der alten weltbekannten Zuban-Ztgarettensabrik mußte es schon seiner vielen Arbeit wegen ablehnen. ; Außerdem stellen wir einzig und allein höchstrangige Zigaretten her/ machen aber keinen blauen Dunst in Schachteln. Aber, bitte, verstehen Sie das doch nicht gleich falsch! ,■ Wir sprachen von Ahnungen. Unser lieber Dr. Ali Nabi beschäftigte sich gerade mit dem Gedanken einer Einladung an das Kindl, als ihn unsere Anfrage wegen einer Besucksmüg. lichkeit erreichte. Kann man hier nicht auch an eine Ahnung glauben? über gar an eine Gedankenübertragung? Aufrichtig freute sich der ergraute Mann über die Gelegenheit, das Kindl endlich einmal empfangen zu können. Schatzkammern köstlichster Tabakernten hatte er für seinen Schützling zusammengebrecht, Mischungen von wundervollster Vollkommenheit mit seinen treuen Gehilfen erprobt. Viele hatten mit blinkendem Golde versucht, ihm seine Geheimnisse ab» zulauschen. Nichts hat der gute Doktor preisgegeben. . Seine Arbeit gilt nur dem Werke seines Jugendfteundes Zuban, dem er die Treue hält. Wie wird er das Kind! in Erstaunen versetzen! Sofort an das Kind! die Antwort heraus: Willkommen in deiner zweiten Heimat. — Übermorgen hören Sie mehr! Die Geschmacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeiten. Wir gehen mit! Die leichten, süffig süßen Mischungen unserer Zigarette» sind Glanzstücke der heutigen Zigaretten-Herstellungsart. Trum seien Sie mcht nur Lebenskünstler, sondern werden Sie Künstler des Geschmacks! Rauchen Sie die 4 Pfg.-Zigarette Zuban Nr. 6! 10108D I NmeiWg 3.-. 240, Schürzen! Mausburg 10. 10097a an dem Zeichen zu erkennen. Markt 16 10096» Lt.Atener lernres Normalhemden Normalhemden 1.80 2.50 2.80 Normalhemden mit Doppelbrust, besonders gute Qualität 3.50 Normalhemden schwere Qualität, mit Doppelbrust. ..... 4.00 mit buntem Einsatz ......... für Herren, gut wollgemischt Berthold Kühne Gegründet 1798 • Seltersweg 26 .3.25 3.40 Normaljacken wollgemischt.... Normalhosen gute Qualität.... Normalhosen kräftige Ware.. . Normalhosen gut wollgemischt. Futterhosen für Herren........ 3d) biete exira billig an: Hcmdrntuch Biber. 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Weimar, Pir., Dtrekior Vernseife jationen werden gebeten, Vertreter zu nennen. 2. Einrichtung einer Buchführungsstelle im Bereich des Bezirksverbandes Gießen. 3. Beratung des Ausstellungsplanes. 4. Verschiedenes. Der Vorsitzende: Dr. Krausmüller. macht der Hausfrau (freude Gewerbeverein Giehen Mitgliederversammlung Freitag, den 10. Dezember, 8V«Uhr, im Gewerbehaus Tagesordnung: 1. Bildung des Handwerkerrats. Die Organi- Damen-Schürzen, siamosen Mk. 1.95, 2.20, 2.40, 2.80, 3.00, 3.50, 4.25 Damen-Schürzen, Satin Mk. 2.60, 2.80, 3.00, 3.40, 3.80, 4.25, 4.50 Damen-Kleiderschürzen Mk. 6.00, 6.75, 7.50 Mädchen-Hängerschürzen Mk. 1.15, 1.25, 1.40, 1.60, 1.85, 2.00, 2.60 Mädchen-Schulschürzen Mk. 1.80, 2.20, 2.50, 2,65, 3.00 Knaben-Schürzen Mk. 1.10, 1.25, 1.40, 1.50, 1.80, 1.95 Bestellunien auf la Welhnachte- puten ä Psd. 1.50, nimmt entgegen 100731) Sreiherrild) Hieöefel- slve Wüerroaltung Sickendorf, Poft Lauterbach (Lberh.) Drucksachen aüerAtt Nit vrühl'fche UniverfilLrr VruSerei. B. 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Anap, Hosbes.. Burg b. CeHe, 1.8.28. — Bestätige, ootz mein Bruchle den durch Ihre Methode vollständig ge- hell, ist. Frau Kohlmeyer, Holtrup, 26. 7.28. — Ich bin durch die Methode des Herrn Dr. med. H. L. Mey?r vollständig geheilt. F. Diebesgut, Waldsrobe, 2X7.26. -- Trotz meiner schweren Arbeit als Landwirt ist zu meiner grotzen Freude mein Leistenbruch vollständig ausgehellt. Herzlichen Darik. H. Schafeld, Steinbrunöorf, Ar. Herford, S. 9. 26. - U«l>er 100 amrlleh beglaubigte Zeugnisse Geheilter liegen vor. Sprechstunde unsere» approbierten, speziell ausgebildeten Vertrauensarztes in: Gießen, Bahnhofshotel Lenz Samstag, den 11. Dezember, S—12'/, Uhr oormittags. 10110 D „Hermes“ Aerztl. Institut für orthopädische Bruchbehandlung <3. m. b. H., Hamburg, Esplanade 6. (Dr. H. L. Meyer.) Wir warnen vor Pfuschern, die uns nachzuahmen versuchen, ohne den Kernpunkt der Sache überhaupt zu kennen. 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Violinkonzert, Stücke von Pergolesi, Beethoven, Mozart, Linding Paganini und Pugnani. Eintrittskarten: 4.—, 3 — und 2.— Mk. bei Emst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 1.— Mk., nur im Vorver- kauf bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweiskarte.iooosc VBenta-Piaiws Meisterwerke deutscher Klavierbaukunst (Fabrik München-Laim) V. Berdux zählt nicht zu jenen Pianofabriken, deren Ruf nicht über die engsten Landesgrenzen hinausgeht; den Namen V. Berdux hört man fast in aller Welt, und überall ist bekannt, daß dieses Fabrikat zu den höchstrangigen der deutschen Klavierbranche zählt, und jeder Besitzer eines V. Berdux ist stolz darauf, ein solch herrliches Meisterwerk aus der altberühmten Münchner Klavierfabrik sein eigen nennen zu können. Alleinvertretung: PianohausSchönau Seitersweg 91 Reichhaltiges Lager in Pianos und Flügeln aller Preislagen. Meine äußerst günstigen Zahlungsbedingungen ermöglichen den weitesten Kreisen die Anschaffung eines guten Pianos oder Flügels. VEREIN UNION Verband der alten Herren Unsere Mitglieder werden gebeten, den Klaviervortrag der beiden blinden Künstler Freund und Loeffler morgen abend 8 Uhr in der Neuen Aula zu besuchen. DER VORSTAND 10124D_________ 3hr Bruch wird imm« gröber, wenn Sie ein jchlechtsitzrnde» unfc lästige, Federbruchband oder Gummiband tragen. Durch solche Bänder verschlimmert sich da» Leiden und bann zur Todesursache werden. ($s entsteht Brucheinklemmung, die operiert werden mutz uno den To zur Folge i aben bann.) Deshalb legi e» in !7hrem Interesse, sich meine augerst bequeme, unverwüstliche Spez al-vandoge an- sertigen xu lassen Durch Tag und Nacht Tragen n einer Bandagen haben sich nachweislich Bruchleidende lelbst geheilt 5O52ag Werkmeister A. B. schreibt u.o. .Mein schwerer Leiftenbruch ist gehellt. Ich bin wieder in meinem 66. Lebenssahre ein gan,«r nd glücklicher Mensch!' Landwirt Fr. St. schreibt u. a. .Ich sehe mich genötigt, Ihnen nach 2 Iakren meinen innigen Dank auozusprechen . . wurde ich ganz befreit von meinem Letcrn." Bandagen von Mk. 15,- an. Für Bruch- und Dorsalleidend« kos cnlos zu sprechen in: Dietzen, IC Dezember, von 8—12 Uhr, tm Holel .Lenz- a Bhf. 8. HBiüng. Sveziul-öiiMM. Bfiin, Bonner straBe 249. Schreibtische Bücherschränke Eiche gebeizt auf bequeme Teilzahlung! HAUSRAT Gemeinnützige Möbelversorgung für das Rhein-, Main- und Lahngebiet G. m. b. H. Gießen, Lindenplatz 1 ___________________________________________ ,01«a Nr. 281 Dritte; Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 8. Dezember 1926 Aus dem Reiche der Frau. Venn es Weihnacht wird . .. Don Margarl Lenne. „Bon drauh' vorn Walde komm ich her. ich muh euch lagen, es weihnachtet sehr! Allüberall aus den Tannenspihen sah ich goldene Lichtlein sitzen: und droben aus dem Himmelstor u sah mit großen Augen das Christkind hervor Mit solchen und ähnlichen Worten trat Unecht Rupprecht zu mir ins warme, vom Brat® ipfeldust durchzogene Stübchen, da ich ein Kind -och war. und heute, nach 30 Jahren, bringt er dieselbe Dotschast meinem Aesthäkchen. Ls ist ein Unterschied zwischen damals und jetzt: der Alte vom Walde kommt als leibhaftiger. fleisch» rewordener Bote aus dem Märchenland in die Kinderstube, die kleinen Herzen schlagen, die Augen hängen gläubig an dem Werhnachtsbvten: Das Himmelsivr ist aufgetan." Und es schließt sich nicht, auch wenn der Alte nieder hinausgepollert ist und seinen vollen Sack iu Füßen der Kleinen ausgeschüttet hat. Dann ?rft sängt das selige Weihnachtswunder so recht ;u blühen an. einer köstlichen Blume gleich, die ich im Kinderherzen von Lag zu Tag mehr mtsaltet: Da ist das Adventsbäumchen, das jeden Sonntag ein Lichtlein mehr bekommt: da huscht '»es Abends geheimnisvoll Christkink lein oder Frau Holle am Fenster vorbei, klopft leise an und legt dem braven Kind ein Zuckerstückchen oder eine goldene Ruß aufs Fenstersims. da kommt die große Stunde, wo Kindlein mit glü- tzenden Bäachen sein „Wrchnachtsbrieschen" malt oder es'der Mutter gewichtig vorsagt und abends voll banger Erwartung vors Fenster legt. Welch jubelnde Freude, wenn es dann am nächsten Morgen vom Weihnachtsmann geholt ist! — Und endlich naht — v wie lange mußte man doch wartenI — der allerseligste Augenblick, da die Türen zur verschlossenen Weihnachtsstube aus. [pringen und der Weihnachtsbaum mit Lichtern md Gaben als holdester Marchentraum vor HindleinS strahlend-gläubigem Auge steht, heilige Erfüllung alles kindlichen Sehnens! Wer je ein Kind dieses weihnachtliche Mär- chenreich In seiner ganzen Innigkeit durchleben 'ah, wie könnte der auf den törichten Gedanken iommen, hier „ausklären" zu wollen! Wir ist, als könnte ein Mensch, der dies Wunder in seiner Kindheit nicht leibhaftig und solchergestalt erfahren hat. gar nicht ein Dollmensch werden, als habe er eine Stufe in seiner seelischen Gut» Wicklung übersprungen, die für ihn leben»not* wendig gewesen wäre. Ist sein Gemütsleben nicht verarmt zugunsten „rationalen Denkens" ? Und dennoch gibt eS in unserer ausklärungs- lüchligen Zeit Bestrebungen, die neben dem Oster. Hasen und dem (allerdings bedenklicheren) Klap. perstorch — bedenklich wegen der Gefahr un- fauberer Aufklärung — auch dies zarteste und zugleich stärkste Erlebnis der Weihnacht aus der Kinderstube verbannen wollen, — um der Wahrheit" willen Gewiß, Baum und Geschenke sollen ja bestehen bleiben, aber alles übernatür- bdje Beiwerk müsse als „Lüge" fallen. Toren, die nicht wissen, daß eben dies „Bei. werk" für das wundergläubige Kinderherz Leben bedeutet, daß das Kind als unmittelbare Wahrheit empfindet, was uns Großen nur Symbol sein kann. Wir haben die gedankliche Ueber. tragung im Gleichnis nötig, dem glücklichen Kinde ist das Gleichnis ursprünglichste Wirklichkeit. Die Jahre der Kindheit. in denen Ge- nnit und Phantasie von solch schöpferischer Stärke sind, daß Märchen Wirklichkeit wird, sind gezählt, sie dauern kaum länger als das erste Jahrzehnt. Gönnen wir unfern Kindern diese kurze Spanne Zeit, dies erste und nie wiederkehrende Paradies! Wie soll man ichenken? Don G. 3 f o l a n i. Wie soll man schenken? Das ist die Frage, die zum Weihnachtsfest eine große Bedeutung hat. Man könnte kurz antworten mit dem Goethe- schen Wort: „Leget Anmut in das Geben!" Aber das wird der nur verstehen, der Anmut besitzt. Die meisten Menschen glauben, daß das Schenken darin besteht, daß sie einen Gegenstand kaufen — oder womöglich nicht einmal bas sondern nur das Geld nehmen — und das Geschenk dem. den sie damit erfreuen wollen, übergeben, womöglich noch gute Lehren daran knüpfen und Bedingungen stellen. Wer etwas schenken will, muß vor allem eines im Auge haben: den Wunsch, eine Freude zu bereiten. P ppen. Don Clara P r i e ß. Run kommt schon wieder die Zeil, wo die Puppen unser besonderes Interesse in Anspruch nehmen. Sie sind im allgemeinen rascher verbraucht als wir Menschenkinder und benötigen dringend, mindestens einmal im Jahre Auffrischung und Nachwuchs. Für diese Neuerung und Dcrmehrui» arbeiten das ganze Jahr la.ig viele fleißige Hand«, besonders in der Thüringer Hausindustrie. Sn der Dorweihnachtszeit kommt barm die „Puppensaison", und jede Mutter freut sich, eintaufen oder bekleiden zu können. Es ist uralter Brauch, uralte Kunst, den Kindern Puppen zu bilden und anzukleiden. Alles mögliche Material ist dafür angewendet worden, Ho^. Ton. auch kostbares Elfenbein. Schon in den vorhistorischen Gräbern finden sich Neste von Puppen, mit Gewebteilen bekleidet. Aus Ton sind auch die Puppen der ältesten ägyptischen Grabstätten geformt. Bei - deutschen Ausgrabungen in Aegypten fand man das Grab der kleinen Sängerin Tadzu. Dort lagen ihr Berufswerkzeua, eine Lyra, ihr Schmuck, Spangen. Toilettegegenstände ufto. Sm Sarge fand man die Mumie des etwa zehn Sahre alten Mädchens, eng an ihre Brust gepreßt eine Hvlzpuppe. buntbemalt, mit beweglichen Gelenken. und ehre schöne Glsenbempuppe in semster Arbeit. An der Geschichte der Puppe läßt sich ein gut Stück Kultur- und Trachtengeschichte lernen. Sede Mode wurde von ihnen mitgemacht. und da man bis in das vorige Sahrhundert hinein feine besondere Kindertracht tarnte, sondern dar- Ehc man laust, soll man lange nachsinneu. was erfreuen könnte und beim Kauf sich in das Innere gleichsam desjenigen zu mfct.en suchen den man beschenk en will. Sn vielen Familien ist eS z. B Sitte, den Kindern auf den Weihnachtstisch die Bücher und Hefte zu legen, die man ihnen, wenn man sie nicht zum Wechnachtsseft gäbe, eine Woche später doch laufen müßte. Dom Kinde zu verlangen. daß es sich freuen soll über etwas, das es sowieso erhalten muß, für das es womöglich, wenn das Kind es nicht erhalten würde, in der Schule eine Strafe bekäme, ist eine Hartherzig- feit Man erzähl Kinder geradezu zu Lügnern und Heuchlern durch derartige Gefchenle: denn die Kinder fühlen sich bewogen. Freude zu heucheln über derartige Gaben. Besitzt man nicht so viel, den Kindern außer ganz nützlichen Gegenständen, die man sowieso kaufen muh, etwas zu schenken, so kaufe man ihnen eine Kleinigkeit für wenige Pfennige, und man wird eine aufrichtige, wahre Freude erzielen. Natürlich gibt es auch Abstufungen. Der neue Anzug und das neue Kleidchen erfreut jedes Kind, wenn auch die Eltern es ohne das Weihnachtsfest anschasfen müßten, weil ein Kind meist es nicht so emfcfi.ibet, wenn jene Gegenstände der Erneuerung bedürfen und des- hall> das neue Kleid als einen neuen Schmuck gleichsam mit Freuden begrüßt. Der Gattin den Braten zu schenken, den wir zum Feste kaufen müssen, ist ein Unsinn, aber ihr eine Näscherei zu laufen, die sie besonders liebt, aber sich nicht gönnt, ist ihr eine Freude. Aber auch durch die Art und Weise der Hebergabe eines Geschenkes kann man zur Erhöhung der Freude beitragen, wie andererseits die Freude verringern und stören. Seber hat an sich und anderen im Leben gewiß schon die (Erfahrung gemacht, dah die Heberraschung. die ein Geschenk Hervorrufen soll, vermindert wird, wenn vorher allzu viel davon gesprochen ward, wie sie andererseits erhöht wird, wenn das Geschenk ganz unerwartet kommt. Es ist daher sehr ungeschickt, vorher Darüber au sprechen, womöglich denjenigen, den wir beschenken wollen, raten zu lassen, was mir scheuten. Negen wir doch dadurch die Phantasie des Empfängers an, sich großartige Vorstellungen zu machen vor. dem Geschenk, das er zu ertoarten hat. und die Phantasie geht leicht hoher hinaus, als die Wirllichteil zu folgen vermag. (Sine andere Hngefchicklichkeit ist es. den Geschenkempfänger bei der Hebergabe des Gescheutes in irgendeiner Weise über den Wert des Geschenkes auszuiläeen. „Ich habe die beste Ware crusgesuchl, die ich bekam!" oder „Es Hal mir viele Mühe gemacht, gerade dies Stück zu finden!" Das sind eigentliche Dinge, die selbstverständlich sind. Wenn auch nicht die beste Ware, aber gute soll der Geber wählen, er soll sich Mühe geben bei dein Einkauf und nicht das erfte Beste kaufen, das ihm in die Hand fällt. Der Sugend gegenüber sind Derartige Aeden erst recht unangebracht und völlig unpädagkmisch, denn das Kind soll jedes Geschenk gleich achten: es soll keine Hnterschiede machen und soll sich über die Kleinigkeit ebenso zu freuen lernen, wie über die Kostbarkeit. Wer dem Kinde bei der Gefchenkü bet gäbe sagt: „Dieser Gegenstand ist besonders teuer; den mußt du mit besonderer Srrgsalt hüten!" der sagt ihm dadurch zugleich: „Minder kostbare Geschenke kannst du mißachten!" Gin Kind merkt dergleichen mehr, als Erwachsene oft benfen. Aber auch Erwachsenen gegenüber ist es unzart und unschön, von der Kostbarkeit, von der besonderen Mühewaltung b:i der Auswahl des Geschenkes zu sprechen. Wie man dies auch ein- kleiden mag, der Gesch enkem psänger hort immer nur heraus, daß er Dem Geber zu besonders großem Danke verpflichtet fein soll. Empfindet er das nicht durch das Gesck>enk selbst so wird der Abstand zwischen der Scheingroße des Geschenkes in der Rede des Gebers und der eigentlichen Im Empfinden des Empfängers nur um so größer. Natürlich ist beim Schenken auch in Betrag zu ziehen, wem man etwas schenkt. Man schenkt einem Angestellten, einem Dienstboten, dem das Weihnachtsgeschenk gleichsam ein Teil des Gehalts oder Lohnes ist das sie zu erwarten berechtigt sind, natürlich in. anderer Weise, als solchen Personen, denen wir ohne irgendeine Verpflichtung eine Aufmerksamkeit erweisen wollen. Von jenen haben wir kein Gegengeschenk zu erwarten, und, wenn es auch wie erwähnt, unschön und urtflug ist das Geschenk, das wir üjiien nach strebte, die Kleinen der höheren Stände die große Mode mitmachen zu lassen, so haben auch jene Puppen die feierliche und umständliche Gewandung. Rnsrock imb Toumüre, Perücken. Empire- und Diederme erkleider. Bald stellen sich dann weitere luxuriöse Be- dürsnisse dieser kle.nen Damen ein. Man baute ihnen köstliche Puppenhäuser, von denen sich manche in Museen erhalten haben. Man scheint dabei auch nwralische Bestrebungen gehabt zu haben. Don einem derartigen Kunstwerk der Nürnbergerin Anna Köserlin heißt es: „Sv schaut nun an das Kinderhaus, ihr Kinder, inn' und außen. Schaut's an und lernet bevor aus. wie ihr c n- mal sollt Hausen." Die Liebhaberei für diese kostbare Spielerei ist auch heute den Erwachsenen noch nicht verloren gegangen. So hat die König.n von England sich ein wunderschönes Puppenbaus bauen lassen, an dem nicht weniger als 1600 Menschen gearbeitet haben. Zwei Sahre lang bastelte man an dem Schlößchen, das mit alten Errungenschaften der modernen Technik ausgestaltet ist, Autogarage und Warmwasserheizung, Gemälde berühmter Maler und eine Dibl.othek voll winziger. in rotes und grünes Leder gebundener Werke der berübmtcften Schriftsteller enthält. Auch die reifrockigen. eleganten Teepuppen und die überschlanken, kapriziösen Lotte-Fr. tzel- Puppen verdanken solchen Liebhabereien ihre Beliebtheit. Für die Kinder sind heute im allgemeinen die Puppen einfacher und kindlicher geworden. Da ist befr ders Frau Käthe Kruse, die es verstanden hat, echte Kinderpuppen, kleine Wun- gebe.i, durch untere Rede zu vergrößern, so ist es ebenso unnötig und unklug, von einer bescheidenen oder geringen Gabe zu sprechen. Denn der Angestellte oder Dienftbvle. Dem wir sagen würden: „Ich habe 3duck nur eine kleine, bescheidene Gabe zum Weihnachtsfest geschenkt!" würde mit Rechr annehmen daß wir mit ihm unzufrieden seien. Er soll unsere Zu- sriedenheit mit seine.: Leistungen auch aus dem Werte des Geschenkes edennen, und wenn wir ihm auch nicht sagen: „Mein Geschenk hat diesen Wert!". Io kann man ihm doch wohl sagen: ..Sch hosje. daß Sie aus meinem ©eichen! er- fchen. daß ich mit Sbuen zufrieden bin!" Dagegen wirkt es recht unschön, an die Hebergabe de» Geschenkes - sowohl bei Angestellten wie bei Kindern — Bedingungen, pädagogische Lehren, Ermahnungen und dergleichen zu knüpfen. wie z. D: .Sch hoffe. Eie nehmen sich nun weiter zusammen!" oder .Sch schenke Ihnen das aber nur unter Der DeDingung, daß ich weiter mit Ihnen zufrieden sein kann!" Oder zum Kinde gar: „Aber, wenn Du nicht Heiliger oder aitiger bist dann nehme ich dir das Geschenk wieder fort!" Man setzt den Wert einer Gabe leicht herab, indem man zu wenig feierlich bei der Hebergabe verfährt. Nicht selten geschieht das Dienstboten oder Angestellten gegenüber. Ein Handwerksmeister, der einem Lehrling während der Arbeit zurust: „Gustav, ich muß dir auch noch dein Ehristgeschenk geben!" und Damit aus dem Portemonnaie neun einzelne Markstücke und zehn Zehnpsennipstücke zu lamm en sucht, raubt feiner Gabe jede" Wert. Der Gelcheniernpfänger fühlt dabei, daß dem Meister das Geschelck weiter nichts ist. als ein Teil feines Lohnes, den er womöglich widerwillig gibt. Ebenso unschön ist es, roeiui die Hausfrau dem in der Küche rackernden Mädchen das Geschenk herausbringt mit den Worten: „Hier, Auguste, ist auch Ihr Weihnachten! Hoffentlich sind Sie zufrieden Damit! Halten Sie sich aber jetzt nicht damit zu sehr auf! Sie Kimen sich die Sachen nachher, wenn Sie fertig find, anfehen!" Das Weihnachtsgeschenk soll ein Weihnachtsgeschenk sein. Zur Deihnachtsbeschcrung soll man sich Zeit lassei:. sie nicht geschäftsmäßig zwischen Tür unb Angel abfertigen. Sie soll eine Feier fein. Die Freude des Schenkens und Beschenkt- werdens ist um so größer, je enger bei Kreis ist. in dem Geber und Beschentte siH befinden. Daher sind auch die Massen beschrrungeu, die von men- d>er. Vereinen veranstaltet zu werden pflegen, nicht sonderlich schon, ebensowenig die öffentlichen Bescherungen von Armen. Wei Hnachts-Bäckereien. Zu Den vielen Sorgen für den Weihnachts- nsch gehört auch das Weihnachtsgebäck. Am schnellsten ist diese Frage erledigt, wenn man im nächsten Geschäft die Sachen einfach tauft Aber wie viel Freude uracht es. wenn man am Abend selbst den Kochlöffel rührt unb die kleinen Finger der Schulpflichtigen emsig sich mühen, schöne Figuren auszustechen. ja es kommt sogar vor. daß Iungmönner, die sonst nicht gerne mvt dem Kochlössel Freundschaft schließen, ganz gerne Mithelfern damit das „Christkind" für sie auch etwas „verliert". Honigplahchen 250 Gramm Honig in einer Schüssel am warmen Herde zergehen lassen, 125 Gramm Zucker, sowie ein ganzes Ei hinzurühren, hernach einen gehäuften Kaffeelöffel gestoßenen Zimt, halb sovie. Nelkengewürz. ein Päckchen Anis, 2 Gramm Kardamom. 1 Gramm gestoßene Muskatblüte, etwas feingewiegte Zitronenschale, 50 Gramm Orangeat und 500 Gvamm Weizenmehl, abwechselnd mit sechs Eßlöffel Milch und eineinhalb Päckchen Backpulver hinzugemengt. Der Teig wird am gutgemehlten Brett verarbeitet, nachdem er eine Stunde geruht hat, nochmals durchgeknetet, einen halben Zentimeter dick auegerollt und Plätzchen, Herzchen und Leokuchen ausgestocheu. Die letzteren mit halbierten, abgezogenen Mandeln verziert und mit verdünntem Eigelb bestrichen, sehen besonders einladend aus. Auf gut ge- toachsteln Blech werden die Honigplätzchen in einer halben Stunde bei Mittelhitze gebacken. Alle Honiggebäcke find gleich vom Blech zu nehmen. da sie erkaltet ankleben und gerne brechen. Derartige Bäckereien find stets einige Zeit vvr dem Feste herzustellen und in Blechbüchfen kühl iunt> trocken aufzubewahren. Teeplätzchen Auf das Backbrett schüttet man 400 Gramm Weizenmehl. 120 Gramm öt^maiöuuirganne. 160 Gramm gestoßenen Zucker, zwei Eigelb sowie ein Päckchen 'Vanillezucker, ein Päckchen Backpulver und eine Messerspitze Ola:i’on und verarbeitet alles mit ungefähr fechS EHloffcl Milch zu einem glatten Teig. Gut Messerrückenausgerollt, werden kleine Run» . . und goldgelb in 15 bis 20 Minuten gebacken. Nach Dem Erkalten wird die Boden.Ieu.- mit Marmelade bestrichen unb ein zweites Planche:: ebenfalls mit Der Bodenseile darauf gedruckt, der Rand wird iu Grießzucker gewälz. Das Gebäck, welches sich in Blechdosen wochenlang Irlich hält, schmeck: vorzüglich und gereicht jedem Weibnachtsteller oder Lettisch zur Zierde Gute billige Keks. 70 Gramm Butter werden mit 2 Eiern. 250 Gramm Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker schaumig gerührt, sodann eine halbe Lasse Milch u;i? <50 Gramm Weizenmehl mit 2 Päckchen Backpulver vermischt, dazu- gcgeben und zu einen: zarten Teig am Brett« verarbeitet, einen halben Zentimeter dick auS- gecollt und in verschieder.eu Farmen ausgestochen. Mit etwas mit Miick verdünntem Eigelb bestrichen und goldgelb gebacken, bilden diese guten leichtvertaulick^" Keks ein wohlschmeckendes Hausgebäck Die Backbleche sind am besten mit Palmin zu bekt reichen. 5 e: n c Da nillehörnchen. 200 Gramm Mehl. 50 Gramm Mondamin 200 ©ramm Dutt er. 125 Gramm Mandeln. 1 Eigelb, 100 Gramm Zucker Die Masse wird auf dein Brett verarbeitet. sehr kleine Hörnchen davon geformt (je kleiner, desto netter sehen sie aus) und sofort hellgelb gebacken. Noch uxinn wendet man sie in seinem Zucker, dem etwas Vanille zu- gesetzt ift, um. Einfaches Duttergedack. 4 (Sier, 125 ©ramm Datier, 1 Pfund Zucker werden schaumig gerührt, nach und nach gibt man eine große Lasse Nahm dazu: Mehl, soviel der Leig an» nimmt, bis er geschmeidig ist. ein halbes Päckchen Morrdamin-Dackpulver uird 15 Gramm Zimt Der Leig wird auf dein Dackbrett fertig- gemacht, ausgerollt, beliebige Figuren davon aus- gestochen. mit Eigelb, das mit Wasser verdünnt! wurde, gepinselt und duirkelgelb gebacken. Amerikanisches Konfekt. Die Kerne von 1 Psund Walnüssen werden klein geschnitten, mit P/4 Psund Puderzucker und dein Saft von 5 bis 6 Apfelsinen gut geknetet, kleine Drote von der Blasse geformt, die man über Nacht kalt stellt und am anderen Tag in Würfel schneidet Wiener Zuckerle von Hagebutten. 150 Gramm geriebene Nüffe oder Mandeln werden mit 150 Gramm Puderzucker und 150 Gramm Hagebrttenmarmelade verknetet, nach Debars noch soviel Puderzucker dazugewirtt, bis sich die Masse tünn aus rollen läßt. Das ganze wird mit Zuckerguß bestrichen und in beliebige Formen geschnitten. Australische Nüsse. 1 Pfund Puderzucker, 1 Eiweiß, Saft und Schale einer halben Apfelsine wird solange geknetet, bis sich kleine Bällchen daraus formen lassen, auf die man von beiden Seiten Nußhälsten drückt, und dann an der Duft trocknen läßt. (30 Stück.) Winterliche Gerichte. Grünkohl mit Speck. Nachdem der Kohl von den Nippen gestreift, mehrmals gewaschen unb in starkem Solz was er abg kocht worden ist. frischt man ihn kalt ab. drückt ihn aas unb schneidet ihn fein. Ein Eßlöffel Zwiebelstückchen wird in Fett gelb geröstet, d.e Kohlmenge. etwas Salz und geriebene Muskatnuß 6*lgcg ben, unb einige Minuten gedämpft. Duiui stäubt man e neu Löffel Mehl Darüber, verrührt den Kohl mit frischer oder künstlich bereit ?ter Fleischbrühe unb läßt ihn dann noch einige Aigenblicke cullkochen. Kleine rohe Kartoffeln 'merben in ger ebenem Drot gewälzt unb tn reichlichem Fett braun gebacken. währe -d man gleichzeitig Speckwürfel mit- rösten läßt. Hiermit w rd der Grünkohl garniert Gepökelte ober geräucherte Zunge kocht man in folgender Weise: Die PöPlzunge wird gewaschen, in 2 Liter kaltem Wasser mit Gewürz, S. ppengrün und Zwi bei währub drei Stunden in fest verschlossenem Tops langsam gekocht. Sobald 'ich die Spitze des Z:mgenfleischeS weich sticht, ift tie Zunge gar. Sie wird herausgenommen. Die Haut abgezogen unb die Tunke besonders fertiggemacht. Die geräucherte Zunge wird ebenso b.-hOildelt, nachden: man sie vorher eine Nacht über in Wasser hat liegen lassen. Nehrücken auf deutsche Art. Man legt den Rehrücken zwei Tage lan; in eine ab- ge kochte Marinade mit Warzeltverk. Gewürz unb der von Amnut und Haltbarkeit, zu schäften. Wan mochte jedem Mädel gleich so ein: Puppe bescheren . die in köstlicher Auswahl vorhanden sind. Die vielen Mütter aber, denen cs nicht möglich ist. in diesen Zeiten so Schones und Kostbares zu laufen, mögen sich damit trösten, daß die Liebe des Kindes auch hier nicht nach Schönheit -unb Kostbarkeit geht. Die alte Puppe wirb im neuen Kleid aufs neue geliebt werden, und geschickte M tlcrhände werden mit wenigen Kosten g rode hier Schönes zu erfinden, zu basteln w ff en. Man muß auch der Phantasie, der Geschicklichkeit der Kleinen freien Laus lassen und nicht zu viel zu Fertiges schenken. Wer zu stricken versteht, der arbeite dem Puppe lind die übliche bunte W nterausstattung mit wollener Jacke, Gamaschen Schal und Mühe. Denn auch die Puppenkinder stehen im Zeichen des Sports unb bringen oft einen auf den Rücken gekannten Rodelschlitten gleich mit auf die Welt. Im übrigen geht es den Puppenkindern wie unS Müttern. Je mehr man für ein Kind sorgt um so mehr liebt man es. Wünschen wir vieler. Kindern und vielen Eltern biete Freude für die nahende Festzeit. Die Weihnachtstrompele. Don Max SungnideL Wenn man 65 Pfennige hat und einen kleinen Jungen dazu, 'o muß man für die 65 Pfennige eine blecherne Trompete tatien Die blecherne Trompete muß man dem kleinen Jungen schenken. Wenn man bas getan hat. bann sangen alle Himmel an zu tönen; selbst die Erde fchüttect und jubelt unter dem heiseren, hell» schnappenden Ton dieses blechernen SnstrumeniS. Man wird erleben, daß die Trompete mit dem kleinen Jungen ganz zusammenwächst. Heber- all. wohin er gcf)t unb nn er steht, überall quarrt und stöhnt, tri .seit u .d f£meliert tie Trompete mit Sie macht Feiertag. Jahrmarkt, Kirmes. Rattenfängerzauberei und Schmerzensmufik. Die Trompete kriecht sogar in die Träume des kleinen Jungen. Sic legt sich taiizmüde in fein BetL Plötzlich, im Traum, greisen die Hande ded tteinen Jungen nach :hr. Hnd mitten in der Nacht, im tiefsten Schlaf, quarrt und springt das irrsinnige Ding auf, läßt das Herz stillstehen. reißt einem stier die Äugen auf wie die Trompete des Süngften Gerichts. Sie zerrt an den Nerven herum, als wären sie Schissstaue. Zu guter Letzt wartet man nur aus den Qlugenölid. wo der kleine Sungc die Trompete beiseite legt, damit man das Folterwerkzeug zer» treten oder zerschmettern kam: Aber das geschieht nickt. Die Trmnpete bläst vielmehr in das Herz des kleinen Jungen ein wahnsinnige- Kräftebewuhtsein hinein, einen Elefantenatem. Sn zwei Tagei: schon ist sie ein Teil von ihm geworden. Sa, sie wird immer frecher, immer fürchterlicher. Sie lagt einen aus der warmen Stube. Man wird heimatlos. Man verflucht sich felbst. daß es einmal eine Zeit gab, die einem 65 Pfennig erübrigen ließ. Damit man sich an dem Latz einen Srrfinnsläfig bauen konnte. Sin Strafgericht, eine Henkerslaune ist die Lrompefe geworden. Wann, wann kommt endlich der groß« Augenblick, wo ein Lastwagen Darüber fährt unb das verrückte Ding groschenplatt drückt? Wann? Lit-fl. Sami brat man ihn in Butter mit dern- fell-en Wurzelwerk nicht zu schnell gar. Nachdem bcr Rücken aus der Pfanne gehoben und toarm gestellt ist, zieht man einen Te'.l der Mar.nade unter und kocht diese vollständig ein. Dann g.eht man XL Liter Sahne hinzu, gibt zwei zerstohene Wacholderbeeren hinein und kocht diese Soße ein wenig ein, worauf man sie vom Feuer nimmt, mit acht bis zehn Tropfen Maggis Würze vollendet und durch etn Sieb über den Rücken g.eht. Geräuchertes Kalbfleisch. Es ist bedauerlicherweise noch viel zu wenig bekannt, dah sich das Kalbfleisch sehr g t zum Räuchern e gnet. Rn Zartheit des Gewebes übertrifft es noch das Schweinefleisch. Der typische Wohlgeschmack des Geräucherten ist dem Kalbfleisch ebenso e gen wie dem Schweinefleisch. Dah ersteres nicht so fett ist, ist sicher fein großer Rachteil und wird von denen, deren Magen Fett nicht gut verträgt, sogar angenehm empfunden. Zum Räuchern eignet sich am besten der Schlegel oder d.e Keule, außerdem auch der Dug. Letzterer ist besonders zart: doch läßt er sich nicht wie der größere Schlegel so leicht in gleichmäß ge Stücke schneiden wegen des großen Innenknochens und der platten Schaufel. Wer gelegentlich eines Festessens mit Gästen Wert auf große, schöne Kalbs- fchinkenschnitten legt, tut gut, sich eine Kalbskeule zu räuchern. Wer aber etwas ganz Feines und Zartes bringen will und nicht soviel Wert auf die äußere Aufmachung legt, soll sich einen Kalbsbug räuchern. Die Vorbehandlung des zu räuchernden Kalbfleisches ist folgende: Das Fleisch wird fest mit Konservensalz eingerieben und e nige Tage liegen gelassen. Dr.i ßit er Was er werden mit 500 Gr. Salz und 70 Gr. Kandiszucker gekocht und erkaltet über das Kalbfleisch gegossen. Eine Keule soll ungefähr drei Wochen in der Lake bleiben; für den Dug genügen 14 Tage. Rach dieser Zeit wird das Fleisch in den Rauch gehängt. Das geräucherte Kalbfleisch kann nun entweder wie richt ger Schinken gesotten oder in Teig gehüllt gebacken werden. Aber auch braten läßt sich geräuchertes Kalbfleisch. Es ist warm wie kalt ein selten gutes, zartes und äußerst appetitlich aussehendes Fleischgericht. Hasenpfeffer. Es gibt Hausfrauen, die dieses pikante Gericht ebenso schätzen wie den Hasenbraten selbst. Darum ist es nicht zu begreifen, wie Hausfrauen die kleine Mühe scheuen können, es zu bereiten und alle die Teile, die man „Hasenklein" nennt, einfach fortwerfen. Gut und richtig zubereitet, wird es sicher von allen Hausgenossen gern gegessen werden. — Beim Ausnehmen des Hasen fangen wir, wenn er noch frisch ist, das Blut auf und schneiden Kopf und Rippen ab. Außerdem gehören noch zum Hasenpfeffer die Innenteile, Herz, Lungen, stieren. Die Geber braten wir nach Belieben wie Gänseleber zum Abendbrot. Nachdem das Hasenklein in wenig Wasser mit einer großen Zwiebel und etwas Salz gut weich gekocht, von den Knochen befreit und in Stücke geschnitten ist, stellt man es in feiner Brühe warm und bereitet die Soße. Klein geschnittener Speck wird im kleinen Schmortopf ausgebraten, 1 Löffel Butter hineingegeben, 1 Löffel Mehl darin gebräunt, die Brühe — nebst 1 Messerspitze Pfeffer und ebensoviel gestoßenem Gewürz, 1 Lössel Zucker und 2 Lö sel Es.ig — da ugegossen und durchgekocht. Es muh gut herzha't schmecken, wie Gänseschwarzsauer. Wer das Blut gebrauchen will, bräunt das Mehl nicht im Fett, sondern rührt das Blut damit an. Ein kräftiges Wintergericht. Eine gute Berwertung von Schweinefleisch ist feine Verarbeitung zu Klößen, welche die Kartoffel- ^uppe zu einem äußerst kräftigen Gericht gestalten können. Rohe Kartoffeln werden geschält, in dünne Scheiben geschnitten und guter Fleischbrühe zugeseht. Diese ist Bedingung zum Gelingen des guten Gerichtes. Hat man aber gerade keine kräftige Fleischbrühe zur Hand, so nimmt man für je einen Teller Suppe einen Maggi-Fleischbrühwürfel und gibt diese in das Kochwasser mit den Kartoffeln. In diesem Falle darf aber das Wasser nicht mehr gesalzen werden, da die Maggi-Würfel schon den erforder- .lichen Salzgehalt besitzen. 250 Gramm gehacktes Schweinefleisch wird mit zwei Eiern, einem in Wasser aufgeweichten und wieder ausgedrückten Brötchen vermischt, eine große feingehackte Zwiebel wird noch beigefügt und entsprechend Salz. Aus dieser Masse werden mittelgroße Klöße geformt. Diese werden in die kochende Supve gelegt und mit den Kartoffeln weich gekocht. Der Fleischgeschmack der Klöße teilt sich der Suppe mit, die dadurch äußerst kräftig und anregend wird. Biel Schnittlauch oder jetzt im Winter viel klein geschnittener Winterlauch verbessert noch wesentlich dieses kräftige und wohlschmeckende Gericht, das gut für vier Personen ausreicht. Büchertisch. — ileberblidt man von dem soeben erschienenen reichen schönen advent- und weihnachtlichen Dezemberheft der «Zeitwende" (C. H. Deck'sche Verlagsbuchhandlung in München) aus noch einmal den Inhalt der vorhergehenden elf teste des 2. Jahrgangs, so fällt einem der auertoert der dargebotenen Beiträge auf. Wir finden in diesem Jahrgang, um mit dem unterhaltenden Teil zu beginnen, eine der besten Tiergeschichten der gegenwärtigen Literatur: die Geschichte des „Troll-Elch", die uns Mikkjel Fönhus mit stärkster Einfühlung in W.ld. Hund und Jäger erzählt. Weiter beschäftigte sich die „Zeitwende" in Wort und Bild mit modernen Malern wie Unold, Hans Gött. Matthias May; von älterer Kunst bietet sie u. a. sehr interessante Beiträge über die Katakombenkunst und den mittelalterlichen Totentanz. Bon den Aussätzen über unser Volkstum sei der von Helmut Schreiner über Prostitution und der von Robert Gaupp über die Frage der Bolksentartung wegen ihrer aktuellen Bedeutung ganz besonders hervorge- hoben. Was Alfred Wildermuth über die sozialen Erfahrungen eines Werkstudenten berichtet, trifft gleichfalls eine Frage unseres heutigen Gemeinschaftslebens. Don edler Allgemeinverständlichkeit sind die Beiträge von Geheimrat Burdach über die Sprache des jungen Goethe, von Professor Hashagen über die Historiker- Pflichten im neuen Deutschland, von Geheimrat Hans von Schubert über das Papsttum in Italien und Geheimrat Boßler über die literarische und sprachliche Physiognomie des Italienischen, Französischen und Spanischen. Ein weiterer Teil der Beiträge, die alle von lebendiger Beziehung zum Ehristentum zeugen, beschäftigt sich mit der religiösen Problematik der Gegenwart. Man muß sagen, dah es die Herausgeber der „Zeitwende" verstanden haben, in kurzer Zeit unsere besten Köpfe in den Dienst ihrer Ideen zu stellen, und daß sie ständig bemüht find, ihren Lesern das Beste zu bieten. So entnehmen wir dem im Tezemberhest beigelegten Prospekt, daß den Lesern des neuen Jahrgangs der „Zeitwende" unter viel», verlockenden Aussätzen ein neuer, zum ersten Rale in Deutschland veröffentlichter Roman von Johan D o j e r „Die Auswanderer" geboten wir ein Werk, von dein man versichert, dah es die Kraft und die Lebendigkeit der „Lofotsischer" habe, jenes Werkes, das den Weltruhm des norwegischen Dichters begründet hat. Wir geben der Zuversicht Ausdruck, daß die „Zeitwende" in unserer so sehr zerstreuten und so sehr ungeii'tiq gewordenen Zeit der Sammelpunkt bleibe für alle, die vom evangelischen Ehristentum aus die Stärkung und Erhaltung unseres Dolksdaseins erhoffen. — Der Hund, älnabhängige Zeitschrift für praktische und wissenschaftliche Kynologie. Verlag: Gersbach & Sohn, Berlin W 35. — Im neuesten Heft plaudert I. Berta aus der 'Frühzeit des Dobermannpinschers, inbem er seine Erinnerungen als erster Richter der Rasse, der ihrer Zucht die Dahnen gewiesen hat, niederlegt. Der Abschnitt über Jie „Abrichtung und Führung" wird durch den 3. Teil des Berichts über die von Konrad Most äußerst sorgfältig angesteilten Versuche über die Spürfähigkeit und lehrreiche bildliche Darstellungen ausgefülit. — Besonders reichhaltig ist diesmal der „Kyno- logisck Beobachter", dessen Inhalt von v. Otto, Dr schäme, I. Berta u. a. bestritten wird. Wirtschaft. Jur Konjunkturentwicklung. Don der deutschen Wirtschaftskrise ist zuerst die Landwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen worden; kurze Zeit darauf griff sie über auf die Prod-ktionsindustrien des Bergbaues, der Eisenindustrie usw. Bevor sich die gesunkene Kaufkraft dieser Gewerbe und ihrer Arbeitnehmer in den sogenannten Derbraucherindustrien voll auswirken formte, war die schlimmste Notlage der Landwirtschaft überwunden; ebenso brachte der englische Bergarbeiterstr:.k einem bedeutsamen Teil der Prod- ktionsindustrien ein starkes Ansteigen der Deschästtgung. Aus diesem Grunde sind die Derbraucherindustrien von der eigentlichen Not der Krise nicht in dem Maße betroffen worden wie Landwirtschaft und Produktionsgewerbe. Mancherlei Momente sprechen für das Kommen einer stärkeren Belebung der Wirtschaft. Die Geldsätze sind nicht unerheblich ermäßigt worden; Monatsgeld ist in Iahreszinssähen ausgedrückt von 8,9 Proz. im Januar d. I. auf 6,34 Prozent im Oktober gesunken; der Privatdiskont hat sich in derselben Zeit ermäßigt von 6,27 auf 4,84 Proz. Die Gütererzeugung hat nicht nur in den Rohstoffindustrien, sondern auch in den Derbrauchsindustrien zugenommen; so hat sich z. B. in der Textilindustrie die Erzeugung von 81,1 (1913: 100 gesetzt) im April d. I. erhöht auf 94,7 im Oktober. Der Güterverkehr der Reichsbahn hat eine Steigerung erfahren von arbeitstäglich 128 700 Wagen im Juli auf 139 9^0 Wagen im September. Die Zahl der Wechiei- prvteste ist zurückgegangen von 1103 je Arbeitstag im Januar auf 168 im Oktober und die der Konkurse in derselben Zeit von 84,3 auf 18,6. Der Beschäftigungsgrad konnte sich nicht unerheblich bessern. Während im Januar noch 29,7 Proz. der Mitglieder der Facharbeiterverbände erwerbslos oder Kurzarbeiter waren, betrug diese Zahl im Oktober nur noch 17,3 Proz. Starke Bedenken verursacht jedoch nach wie vor noch die Verfassung des deutschen Außenhandels. Während die Einfuhr im Januar nur 707 Mill. Mark betrug, ist sie im Oktober auf 990 Mill. Mark gestiegen, während gleichzeitig die Ausfuhr nur um rund 85 Mill. Mark zunehmen konnte; einer Steigerung der Rohstoffeinfuhr um rund ein Drittel steht eine Steigerung der Fertigwarenausfuhr von nur 10 bis 12 Proz. gegenüber. Es ist schwer zu sagen, ob wir künftig mit einer weiteren günstigen Entwicklung rechnen können, da die für die Konjunkturbelebung maßgebenden Elemente in ihrer Ginzelauswirkung sich nicht genau übersehen lassen. Zwe ? fllos ist für einen erheblichen Teil der Wirtschaft nur der englische Streik (also ein vorübergehendes Moment) die älrsache der Belebung gewesen, während für andere Gewerbezweige auch innerwirtschaftliche Triebkräfte zu ihr be:getragen haben, wobei allerdings der Einfluß des Arbeits- befchaflungsprogramms nicht zu übersehen ist, das mit teilweise recht künstlichen Mitteln die Wirtschaft beleben soll. Man kann sagen, daß eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die Fortsetzung eines allmählichen und in mäßigen Grenzen sich bewegenden Weiteraufstiegs besteht, daß allerdings die älnsicherheit in der Beurteilung der im einzelnen vorhandenen Triebkräfte ein sicheres Urteil nicht ermöglicht. Diese Unsicherheit möge man sich an dem Beispiel der Konsumfinanzierung klarmachen. Manche Kreise, namentlich aus den sogenannten Verbraucherindustrien, erhoffen von ihr eine nicht unwesentliche Belebung des Geschäfts. Diese Hoffnungen können aber auch fehl- schlagen, beim man darf nicht vergessen, daß die gewährten Kredite verzinst und zurückgezahlt werden müssen; da aber diese Kredite nicht aus sich selbst herausgewirtschaftei werden können, wird man in der Praxis die Zurückzahlung durch höhere Gehälter und Löhne gki bewerkstelligen suchen. Auf diese Weise können Lohn- und Gehaltsforderungen vorgelegt und unter Umständen auch verwirklicht werden, die dem natürlichen Gang der Ko.gunt.ur D-rau^ucd und |ie daher | veranlaßten. Daneben bad><.n Diz Besorgnisse! banken befestigten Von den vari- Dresdner um je Ob Prozent. 96 75 178,5 158.5 .07.5 165 173.5 223 Banknoten. 140 150 76 5 184.13 130 107.5 125 234,5 191.25 173.5 143.13 44.5 269 192 252 179,5 wegen der Medio-Abwickelung bestehen. M o n - t a n a f t i e n litten vor allem darunter, daß die 16 55 173 117.75 61,35 144,5 220 102,5 129.75 englische Kohlenausfuhr wieder fre.gegeben worden ist. Immerhin war die G e s a m t h a 11 u n g freundlich unter Bevorzugung von Spezial- werten, besonders Farbenakti.n. die 2,25 Proz. höher einschten. 3m Verbindung damit zogen Rheinstahl 2.75 Proz. und Riebeck-Montan 1,5 Prozent an. Am Elektromarkt standen Siemens in lebhafterer Nachfrage. Lahmeyer pluS 1,5, AEG Plus 2 Proz. M o n t a n a k t i erv waren fast geschäftslos bei mäßig erholten Kursen. K a l i to e r t e etwas höher. Von Groß- wegen der Erhöhung der Selbstkosten zum baldigen Abbruch bringen. Werven Lohnforderungen nicht bewill.gt. entsteht die Möglichkeit, daß die Personen, die die Konsumfinanzierung in Anspruch genommen haben, ihren Verpflichtungen nicht Nachkommen können und daß sich daraus üble Rückwirkungen auf die Durchhaltung der Konjunktur ergeben. Auch auf den Umstand verdient noch hingewiflen zu werden, daß Ersparnisse in Z'. kunft nicht mehr wie bisher an einigen wenigen Zentralstellen zusammenfliehen, non denen aus sie in der volkswirtschaftlich richtigsten Weise angelegt werden können, dah sie sich vielmehr in unzählige kleine Kanäle verzetteln, aus denen nie ein systematischer und folgerichtiger Aufbau einer Konjunktur möglich ist. Man tut also gut daran, die kommende Entwicklung mit einer grw'sfen Vorsicht zu betrachten. Dorfenkurle. Geschäftliches. Weihnachten steht vor der Tür, und für« sorgende Liebe sinnt, mit welchen Gaben sie Freude bereiten kann. In heutiger schwerer Zeit wird man in erster Linie zum praktischen Geschenk greifen. Nennen wir z. B. nur Mag- gi's bewährte Erzeugnisse: Maggi's Würze, Maggi's Suppen, Maggi's Fleischbrühwürfel, die jedem Haushalt willkommen sind. sich Darmstädter und 156 152,13 145,75 152 154 189 75 105 25 96.25 53 35,25 Filiale Lieh, Butzbacher Straße 12. Gegründet 1876. Alleinvertretungen von Steinway & Sons (bedeutendste Klaviermarke der Welt) Rud. Ibach Sohn 188.5 313,5 130 16.5 43.9 265 192 250 179 5 169.5 157 171.5 146 7.5 158.75 165.5 107.5 166 169 5 IM 140 149.5 78 185.5 131 124.75 233 193 174 101 139.5 170.5 165.5 99 127 157.5 168.75 169.25 18-25 148.4 76 158 133,25 108 5 125.25 237.5 193.5 175.75 140.5 169 75 165.75 Pianohaus 5% Deutsche Reichsan eibe 4% Deutsche Retchsanleihe . 3'/,% Deutsche Reiche anlcihe 3°/n Deutsche Reichsnileibe . Deutsche Soarpramienanlcihe 4% Preußische Konsols - - - 4° o Hessen 3'/a°/A Hessen 3% Hessen • ■ Deutsche "Sertb. Dollar-Anl- dio- Toll. Schatz-Anweimg. . 4% ,-jolltürken 5% Äolvmenkaner Berliner Handelsgesellschaft, tommerv und Privat-Bank. Darmsl. und Ncuionalvauk . Deutsche Bank Diskonto ixommcmbtt Dresdner Bank ....... Metallbau!........... Miiteldeutsche Kreditbank . . Lcste reichische Kreditanstalt. Reichsbank Bochumer Goß Buder.4 . ......... Caro ............ Temsch-twremburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpe-cr Bergbau . . NaUwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütle • annesmann......... Mans'eldcr Cberbrbarf Pbönir Berabau....... Rheinische Braunkohlen . . . Rhcinstahl........... Rtedcck Montan Tellus Bergbau....... Bereinigte Stahlwerke . . . . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher llloyo . . . Chcramische Werke Albin . . 'jrmcnlwerk Heidelberg . . . Philivv Hol;mann...... Anglo Lont Guano..... Chemische Mäher Alapio. . . >> oldschmidt....... . Holzver ohlung § G Farven-Industrie. . . RütgerLwerke . ....... Scheid anstatt ....... Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann .......... Ellttr. Lieferungen...... Licht und öl rast . . Mainkraftwerki Schocken........... Siemens 1,03 51,23 81,02 61,22 Spa lien . 63.75 63.91 ■13,80 63,96 Japan . . . 2.062 2.066 2,0.2 2,06<> Rio de Jan 9.497 1.499 -.496 9.498 Wien in D. ütft. abgcsl 69,24 59.38 59,24 59,38 Prag . . . 12,434 12,474 12,432 12,472 Belirad . 7.412 7,432 7,397 7,417 Budapest. 5.882 >,902 o,882 5,902 Buliarien 3,039 3.045 3.03 5.04 Lissabon . 21,575 21,625 21,525 21,675 Danzig. . . 81,53 •>1,73 61.50 81,70 Konst ntin 2.097 2,107 2,102 .112 Atben. . . 4.49 4.51 5,49 5,51 Canada . 4.201 J.2O5 4,199 4.209 11 ru uan - 4.175 4.185 4 185 4.195 Tatro . . 20,899 20.951 20.899 20.961 4,187 4,207 58.32 58.62 111.72 112.28 20.334 20.434 16,39 16.47 167.68 168.52 18.15 18,25 106,73 107,27 59.14 69.41 2.13 2.17 112.17 HZ.7.> 80,92 81,32 — — 12,422 12,482 5.85.5 5.895 Frankfurt a. M, 8. Dcz. Tendenz: äln« sicher. — Die Effektenbörse zeigte auch heute große Geschäftsunlust, wobei die außenpolitischen Vorgänge und die Meldungen aus Gens die Spekulation zur weiteren Zurückhaltung Grotrian — Steinweg Schiedmayer & Soehne W. Ritmüller & Sohn (Deutschlands älteste Pianofabrik) 9888a 1926 Ur.28 Hl*'!!' «L- wnot$tl n fleKt)5111 lohn- schein«"^ infolge b ’-’Äi ritt» ’■ poll gugol W (OtedN Spor Mesen- K jeder m de jufl w Z einiger himMendc MtiigLN nieder in nmg iu b. Der aufito runfl in sich, wenn Balkan ö dementiert. Drusttone gänzlich wenige mi kühne Dehc nicht ganz aufs W die Aegieni schwieg. En bti w im die.Udr.i eilen" W Aachrichte nach twni ten. die o Grund zu Ilm so grab die 1 Ichen 3t bombe. Di fenllffltü l fumnlen de abfohit lähm Wen die Avmmeninr Auskunft. 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