Nr. 262 Erstes Blatt 176. Zahrgang Montag, 8. November 1926 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen; Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle »onats.Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» Meinen einzelnerRumliiern infolge höherer rberoalt. Fernfprechan> chlüffe: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postschcdfonto: Kranfturt cm Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrvck und Verlag: vrühl'sche Umversilätr-Vuch- und Zlemdruckerel R. Lange in Siehrn. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. »»nähme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen vv.i 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20", mehr. Chefredakteur. Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den An« zeigenteil i.Dcrtr. H.Beck, sämtlich in (Biegen. er» Vorgehen der alten Gesetzbücher. Lob den FasMen ro.i Bologna Ruhm der Santa canaglia der Strafte ...!“ Lind über die ganze erste Gerte hinweg: Will man eine Bartholomäus» nacht? Aus Earpena kam kein Laut. Es muhte auf» fallen, dab diesmal der Duce nicht, wie nach den vvrausgegangenen Attentaten, den Befehl ausgegeben hatte: Keine Repressalien! Er lieft zwar, als der erste Schuft gefallen war, den Wagen anhalten, sprang aus und — so erzählt es sein Staatssekretär Grcnlli. der neben ihm saft — rief mit gewohnter Kaltblütigkeit: „Richts, es ist nichts! Ruhe setzt und daft mir keiner den Kopf verliert!" Aber dann hörte man nichts mehr von ihm. während es erschütternd wie ein Erdbeben durch (Italien ging. Rur sein Bruder, der seinen Popolo d'Jtalia leitet, lieh durch bie Presse berichten, daft der Duce mit seiner Familie in der Billa zusammen sei, deren Schwelle niemand überschreiten dürfe, sich mit den Schulaufgaben seiner Söhne beschäftige, beiter sei und die Geige spiele. Erst am Mittwochabend kehrte er nach Rom zurück. Mittlerweile raste die Brandfackel und brandete — immer nach den authentischen Schilderungen der Regierungspresse — der Ruft der Tausende zum Himmel: A morte! Den Galgen ber! Es wird gut sein, hier ausdrücklich zu betonen, daft mir wie im vorstehenden so im folgenden keine eigene Phantasie, noch eigene Meinung die Feder führt. Rur die aus der faszistischen Presse selber belegbaren Tatsachen sollen sprechen. Sie sind ernst genug, um jc?er Zutat entbehren zu können. Die Nachricht non dem Attentate wühlte schon die Nacht auf den Montag auf. Mit Schworzhemden überladene Lastwagen durchrasten die Städte. Au der Piazza Colonna im Herzen von Nom, unter den Fenstern des Palazzo Cbigi, von dessen Eckbalkon aus der Duce, der Abgott der Nation, bereits dreimal nach einem Anschlag auf sein Leben zur Menge n konnte, biwatierten Scharen von Faszisten. end traf der Generalsekretär Turati ein, um die Parole auszugeben. Sie lieh keine Zweifel übrig. Ein Brandherd bestehe im Innern und Leugern, eine Jnfektionsbeule, di? ausgeschnitten werden müsse. Zwischenrufe: Den Galgen her, den Galgen! Turaii: Einverstanden! Nach vier Jahren einer blöden Langmut müsse jetzt die Todesstrafe her, und zwar nicht nur für die ausführenden Verbrecher, sondern auch für die Anstifter. Und dies rückwirkend. Für Zauiboni, Capello, Luchetti usw. Welche außerordentlichen Gerichte einzuführen seien, spiele keine Nolle, wenn nur das Urteil au Tod laute. (Zum Tod:', wiederholte die Menge mit einem einzigen Schrei.) „Dem Duce wollen wir sagen: Heute wie ruftern sind mir bereit, dir zu gehorchen, unter der Bedingung jedoch, daß du nicht vergißt, wie die Größe der Nation mit deinem fieben verbunden i'!'" In Mailand ocifäntete der Faszisienführer unter ungeheurem Beifall: „Seit gestern abend sind bereits viele Repressalien erfolgt und andere werden noch durchgesülu: werden!" Selbst der „Popolo b'Stalia", obwohl zur Beherrschung ratend, brachte einen Ausruf, in dem et eilen vorkamen wie die folgende: „Und da zwei verdächtige Individuen in diesen Tagen mit verbrecherischen Absichten die Grenze überschrill.-n haben, seien auch sie erbarmungslos gelyncht." Die Strafexpck-.tiv::.?. es ist wahr, stieften da und dort aus Schi-l wehren der Polizei und des Militärs, aber üjc trennten sie in den meisten Fällen. Als in ßambrate bei Mailand die .Feuerwehr herbcie.l,'. um die in Brand gesteckten Gebäude einer Drucker?': und einer Gewerk- schäft zu retten, wurde mr Umkehr gezwungen. Ernst verlief ein Gesccht in Genua, wo das eßa" hier gegeben worden ist, wurde für dieses 3ahr Schillers „3ungfrau von Orleans" neu einstudiert. 3n bewußtem Gegensatz zu der 3n- szenierung der Shawschen Historie, hat der Spielleiter, 3ntendant Steingoetter, der «Jungfrau von Orleans" den Charakter einer «romantischen Tragödie" im Sinne Schillers gewahrt. Er gibt daher in den 11 Bildern, in die der Regisseur das Werk gegliedert hat, sehenswerte Bühnenbilder und durch zahlreiche Komparserie belebte Szenen. Daß Schillers hinreißendes Pa* thos 8um gebührenden Rechte kommt, war ein Hauptbestreben bei den Proben. Der größte Wert wurde wieder auf rascheste Abwickelung der Szenenfolge gelegt. Es findet nur eine Pause, nach dem 5. Bilde, statt. Bei den anderen Der- Wandlungen wird der Zuschauerraum nicht erhellt. Die Erstaufführung findet zu Schillers Geburtstag am Mittwoch, 10. Rov., statt. — Vortragsabend Regina Ulmanns in Keihners Buchhandlung. Man schreibt uns: Rainer Maria Rilke schreibt über die Dichterin: „Denken Sie. an meinem Geburtstag gerade erhielt ich, leihweise nur, das Novemberheft der Rundschau mit der Erzählung „Don einem allen Wirtshausschild" (ich kenne die andere Prosa nicht, die Sie anführen) — aber diese Arbeit Reginas — ich schrieb es ihr gestern — hat mir den Tag, den I ich weiter nicht hervorzufühlen gedachte, gegen meinen Willen zum Fest gemacht. Ich kannte nichts dergleichen von ihr, bei aller Herrlichkeit und Lauterkeit, die ich doch ihren anderen Sachen zugebe: hier war ihr unendlich mehr noch gelungen; das heißt, es war eben zu der unvorsehlichen Gnade, die das Schwere in ihr so wunderbar über die Strömungen der Zeit hinüberträgt, wie Chistophorus das immer schwerere Jesuskind — —, es war zu dieser Diktathaftigkeit ihrer Produktion, für die sie sich so kindlich rein und willig und heilig erhalten hat, das Gelingen der Arbeit hinzugekommen, die | Beherrschung dessen, was in diesem Göttlichen be» bedingungen erteilen die Postanstalten Auskunft. •* Rachnah men n a ch dem Saar- gebiet. Den Rachncchmcsendungen nach dein Saargebiet werden von den Absendern häufig Postanweisungen beigefügt, die wie im Auslandverkehr Über den vollen Rachnahmebftrag lauten. Die Postanstalten des Saargebiets sind in allen diesen Fällen gezwungen, neue Postanweisungen auszufertigen, weil die eingezogenen Rach '.ahrne- beträge im Saargebiet um die Einziehungs- und die Postanweisungsgebühr gekürzt werden. Die Rachnaymeversender seien darauf aufmerksam gemacht, daß auf den den Dries- und Paketnach- nahmesendungen nach dem Saargebiet beigefügten Rachnahme-Postanweisungen die Beträge nicht ausgefüllt sein dürfen. ** Warenproben in Wurfsendungen. Seit dem 1. November werden versuchsweise auch solche Druckstücke zur Verteilung als Wurfsendung durch die Post zugelassen, denen Warenproben beigefügt sind. Das Gewicht der Sendung darf 20 Gr. nicht Übersteigen. Die Gebühr beträgt 8 der tarifmäßigen Gebühr für Mischsendungen. Die Warenproben dürfen nur eine geringe Stärke haben, fc daß ihre Behandlung im Poslbetrieb, namentlich bei der Zustellung, auf keine Schwierigkeiten stößt; sie sind mit den Druckstücken zusammen unter Um- schlag einzuliefern und fo zu befestigen, daß sie der Wurfsendung nicht entfallen können. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 297 Kalber, 349 Schafe, 3328 Schweine. 3n der sich anschließenden äußerst regen Aussprache wurde eine große Reihe von Wünschen und Anregungen vorgebracht. Zünächst beschäftigte sich Mann- Gießen mit den wrlt- wirtschafttichen Vorgängen und erklärte, daß die letzten Zotterhvhungen die Kaufkraft herabgesetzt und die Arbeitslosigkeit mitgeschaffen hätten, llnfere bedeutendsten Wirtschafts sichrer erklärten deshalb die 28 europäischen Zollmauern für die Zukunft als ein Unding. Wertvolle Fingerzerge gebe hierzu der Bericht des Reichsverbands der deutschen 3ndustrie, mit dem sich -Rebner näher befaßte. Ein weiterer Redner wünschte für die Landbevölkerung ein dessen Bedürfnissen mehr entsprechendes schwereres Brot, wahrend zahlreiche Redner sich insbesondere mit ter Frage Klinik einlicfttte. Der Verbrecher führte eine Taschenlaterne und eine geladene Pistole bei sich. Er wurde als der 32jährioe Arbeiter Phil. Röhrig aus Rödgen festgestellt. Durch die Gießener Kriminalpolizei unD die Gendarmerie wurde gestern vormittag eine Durchsuchung vn Röhrigs Wohnung vorgenommen, wobei die Beamten sämtliches gestohlenes Gut, das in der Rockt zum 14. Oktober entwendet wurde, vor- anden und beschlagnahmten. Außerdem wurden ivch weitere Gegenstände, die von anderen Dieb- tählen herrühren, gesunden und fieber gelt eilt, darunter auch ein geladener Karabiner. Sämtliche Gegenstände sind aus der Bürgermeisterei Rödgen sichergestettt. Röhrig befindet sich als Polizeigefangener in der Klinik. •* Er lebt noch, sein Befinden hat sich gebessert. Der «Wchlarer Anzeiger" berichtete am Samstag, der bei der Schlägerei in Münchholzhausen durch Bauchschuß verletzte Hahn sei seinen Verletzungen erlegen. Wie wir heute vormittag in der Klinik hörten, ist die Wetzlarer Rachricht unzutreffend, in dem Befinden Hahns ist vielmehr eine leichte Besserung eingetreten. ** Ausbildungskursus fü r Turn- warte und Vorturner. Am Samstognach- mittag begann hier in der Turnhalle des Realgym- nasiums der von der hessischen Regierung veranlaßt« Kursus zur Fortbildung von Tnrnwarttn und Vorturnern. 32 Teilnehmer aus Oberhessen nahmen daran teil. Di« Leitung liegt in den Händen von Kreisturnwart Friede (Frankfurt a. M.) und Gauoberturnwart Will (Gießen). Die Teilnehmer erhalten vom Staat einen Koftcnzuschuß. Der Kursus erstreckt sich auf vier Samstage und Sonntage. ** Frachtfreie Beförderung von Pa- r e te n für den Kreuzer „Hamburg". Die nächste Gelegenheit zur frachtfreien Seebeförderung von Weihnachts- und anderen Prioatpaketen an die Besatzung des Kreuzers „Hamburg" nach Konstantinopel bietet der am 25. November von Hamburg abgehende Dampfer „Angora" der Deutschen Levante-Linie; Ankunft in Konstantinopel am 20. Dezember. Die Pakete müssen so zeitig aufgeliefert werden, daß sie spätestens am 21. November bei Matthias Rohde & Co, Hamburg, Freihafen, Lager Sandtorkai 33, eintreffen, lieber die Versendungsherrschbar ist und beherrscht fern will. Dieses lieber» gehen und Ueberwachen der in ihr geräumiges Gemüt groß und massig hingerückten Gegenstände — habe ich noch nicht gekannt — es trieb mir die Tränen in die Augen —, und mein Wesen war zutiefst von dem Bewußtsein bewegt, wie sehr ich, so oft ich mir Reginas gewaltige Aufgabe vorstellte, darauf, auf diese irgendwann eintretende Macht ihres tünftlcrqdjcn Willens, gewartet hatte. Nun war es da: Sieg! Sieg! — schrieb ich ihr." — 3n de r D o r t r a g - De r e i n i g u n g spricht am morggen D.enstag Rudolf Bred - schneide r aus Aussig über „Wanderungen durch die salzburgischen und bayrischen Alpen". Er wird seine Ausführungen durch ein zahlreiches. künstlerisch erstklassiges Lichtbildermaterial ergänzen. Diese Alpenfahrt in Wort und Bild bietet, so schreibt man uns. viel Belehrendes und läßt die Dergwelt in ihrer ganzen Pracht und Schönheit vor dem Zuschauer erstehen. (Siehe heutige Anzeige.) * *♦ Zur Volksabstimmung am 5. D e - zemder über die Auflösung des Hessischen Landtags sind die Stimmlisten dzw. Stimmkarteien vom 14. bis 21. November auszulegen. In großen Ge- meinden kann die Bürgermeisterei die Offenlegung schon früher beginnen lassen. ** Winterbeihilse für d i e Notlei de n- den unterer Stadt. Auf Vorschlag des städtischen Woylfahrtsausschusses hat der Finanzausschuß der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, im gleichen Umfange wie im vorigen Winter den de- dürftigen Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen, Rentnern, Erwerbslosen, Kurzarbeitern und sonstigen Notleidenden Zuschüsse zur Befchaffung von Kohlen und Kartoffeln zu gewähren. Insgesamt sind für tiefen Zweck 48 000 Mark vorgesehen, wovon 24 000 Mark die Stadt trägt, während der Rest vom Staat als unverzinsliches Darlehn gegeben wird. ** Erweiterter Werktags-Schalter- dien st beimPo st amtl (Bahnhof ft raße). Das Postamt schreibt uns: Äon Montag, 8. November ab wird der Briefausgabeschalter bereits von 7 Uhr vormittags (statt bisher 8 Uhr vormittags) geöffnet fein. Vom gleichen Tage ab wird der Schalterfchluß für den B r i e f • u n b P a - ketverkehr von 6 Uhr auf 7 Uhr abends verlegt. ♦♦ Die Ergänzungswahlen zur I n - duftrie- und Handelskammer Gießen betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die beteiligten Kreise be- — Tageskalender für Montag. Vortragssaal der Buchhandlung K e i h n e r : 8.30 Uhr, Vortrag von Regina UUmann aus eigenen Werken. — Freiwillige Gailsche Feuerwehr: 8.30 Uhr, „Schivkapaß", Monatsoersammlung. — Licht- jpielhaus, Bahnhofstraße: „Der schwarze Gnad". — Astoria-Lichtspiele: „Die Spürhunde von Winkel- £, 3m großen Saale des Gewerkschaftshauses traten am gestrigen Sonntag nachmittag o:e in den einzelnen Verteilungsstellen des Konfum» Vereins gewählten Vertreter zur o rden t l i d>e n Generalversammlung zusammen. <5api- reiche Zuhörer wohnten den Verhandlungen bei. Redakteur Detters als Vorsitzender des Aus- i zahlreiche Redner sich ursvesontere nru öiuy^ fichtsrats eröffnete und leitete die Versammlung, der Amsatzsteigerung befdyäfügten. Auf alle Fra- die bis zum Schluß einen sachlichen und be- gen ging Geschäftsführer D teuer m fernem fruchtenden Verlauf nahm. Schlußwort ein. 1 Bet feinen Ausführungen konnte Geschäfts- Die Jahresbilanz wurde hierauf ein- fubret Diener auf den gedruckt vorliegenden st i m mi g g e neh m i g t und dem Vodtand Ent- Geschäftsbericht verwesen. D eser war an- laftung erteilt. Die Verteilung drr Erubrrgung läßl'ck des 25iäbr qen Bestehens des Konsum- soll in der Weise geschehen, daß 8000 Mark dem vcnems besonders reichhaltig und geschmackvoll Reservefonds überwiesen und der Rest von ausgestattet. Rach dem Bericht stand das abge- 878,81 Mark zur Verfügung des Vorstandes gelaufene Geschäftsjahr im Zeichen einer beispiellosen Arbeitslosigkeit, die naturgemäß auch die Eww'.cklunq des Vereins hrmmte. war doch zett- toirfc fast de Hälft- der Mitglieder arbettslos. Trotzdem steigert- sich der Gesamtumsatz um 228 584 Mk. auf 2 638 215 Mk. Warenabgabe- stellen bestehen zur Zeit 37. Dre wurden im Kaufe bc£ letzten Jahres neu eröffnet: Rodheimer Straße. Kugelberg und in Fellingshausen. Das Haus Ecke Kftn-k- und Frankfurter Straße, in dem sich feit 1919 bereits eine Derteilungsstelle be- finbet, wurde käuflich erworben. Dir Bäckerei weist einen kleinen Rückgang des älmsatzes auf. Dieser Rückgang findet feine Erklärung bann, daß infolge der günft’gen Ernt' im Vorjahre ein großer Seit der Mitglieder in den Landorten Ihr Drot mit feTb ft gebautem Dftre.de bestellte, em anderer Teil kaufte Mehl, um sein Brot selbst zu backen. Trotzdem ze'gt der Bericht noch recht ansehnliche Zahlen. An We'zenauszugsmehl wurden 166 329 Psd . an Roggenmehl 1 290 587 Pfd.. an Hefe 2317 Pfd. verbacken. Daraus wurden annähernd 2 Millionen Pfund Dackware hrrgestelltz Der Gesamtwert der umgefetzten Dackware und Hefe beziffert sich auf 413 877,04 Mk. Au d.e Ber» lellungsstellen wurdrn 310 840 Pfd. We.zenaus- zugsmehsi 430 850 Pfd Rogaenmehl und 7002 Pfund Hefe geliefert. Die Kaffeerösterei zeigte eine recht gute Entwicklung. .Trotz der hohen Kaffeepreise, die in der allgemeinen Weltteuerung und dem gestiegenen Kaffeekonmm ihre älrsache hat. ist ein Umsatz von 32 400 Mk. erzielt worden. 3ntertffant war hierbei d e Feststellung, daß für jedes Pfund Kaffee, das emgcfubrt wird, 65 Pf. Zoll entrichtet werd-n muß. Eire besonders zufriedenstellende Aufwärtsbewegung hat die Sparabteilung au^utre fcn. 5h? reich ich fließenden Spargelder ermöglichten dir Finanzierung aller Unternefrnimien mit eigenem Kapftal. Der Stand der Sparkasse wies am Beginn des Geschäftsjahres einm Betrag von 103 8'3,54 Mk. auf und stieg am 3ahressck^uß auf 232 280,0a Mk. Auszahlungen wurden 762, Ein-ah^uagei 1955 getätigt An Personal beschäftigt der *2krein »ur Zeit 126 Personen. Die Mitglieder- betoegung zeigt infolge des bannenden Ausscheidens der sog. Papiersoldaten (die Richt- faufenfrm) einen Rückgang. 12131 waren am 3ahresschl''sse vorhanden. Für das nächste 3ahr liegt berefts wieder eine groß? Reihe von Reu- anirclbungen vor. 3n 21 Orten wurdm Lichtblld- vorträae gehalten, die von 8805 Personen besucht I wurden. Der F Im de- Gro°>-E^kaufs-G sellschaft wurde in Marburg. Butzbach. Dad-Rauheim und Friedberg borgeführt und von 910 Verbrauchern briucht. Für d e Aufklärunaftätigkeit wurde ein besonderer S kretär angestellt. Der Kassierer Gündervtb erläuterte die ebenfalls gedruckt nerfrgenbe 3«h res rech- n v n a, die m=t 6'2 671.97 Mk. abfchfteßsi An Rückvergütung für d'e M tglled:r sind 104740,75 Mark vorg.sehei. Di' Gewinn- und Verlustrechnung zeigt eine Endfumrne von 492 772,65 Mk. Die Erübrigung beträgt 8378,81 Mk. Für den AufsichtSrat gab dessen Vorsitzender Detters einm kurzen Bericht, nach dem sich alle Arbeiten der leitenden 3nstanzem reibungslos vollzogen. Die schwierigste Krisonzeit, hedinat w-rch die große Arbeitslosigkeit..fei von ter Genossenschaft gut überwunden worden, der Verwaltung und den Angestellten, nicht minder aber den Mitgliedern, die der Genossenschaft die Treue hielten, gebühre hierfür Dank.___________ akbewätzrte ävrtiid) empfohlen-überall erhältlich | auoQnal) unb Hopfen, ohne 1 Alleinig» Hevsieltevin.A. SW Wellfleisch mit Kraut. Es ladet ein Fritz Greilich. wett m Frankfurter Strane 7 — Tclevb. 1613 Inhaber Karl Rösinger Am Dienstag, den 9. 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Nachdem die Saargruben aber durch die französische Mißwirtschaft stark heruntergewirtschaftet worden siird, wird es, um die Gruben später wieder leistungsfähig zu machen, ganz erheblicher Aufwendungen von deutscher Seite bedürfen. Aus diesem Grunde erscheint eine Summe von 240 Millionen Goldmark als Rückkaufprcis für die Saargruben auh erordentlich hoch. Wie dem aber auch sei, die Höhe der Rück- kaussumme für die Saargruben darf, wenn es die sichere und endgültige Befreiung des Saargebietes von der Fremdherrschaft gilt, schließlich eine ausschlaggebende Nolle nicht spielen. Ein Verzicht auf die Volksabstimmung sollte auf keinen Fall stattsinden. B. eine tüchtige Stütze sein zur musikalischen Durchbildung der ihm Anvertrauten. Lind für fein Können mag der Erfolg von Frau Irmgard Heermann sprechen. — in — anstellig erwiesen, aber rodiie en, wenn sie nicht angetettet waren. Durrows hat überhaupt die Gärten des Staates Patiala unter seiner Oberaufsicht gehabt und über 600 einheimi'che Gärtner in den modernen Grundsätzen der Gartenpflege unterrichtet. Am interessantesten aber war das Leben und Treiben, daS et in den Gärten des Maharadscha beobachten konnte. Der Herrscher besitzt fünf Lieblingssrauen, von denen zwei tm Hauptpalast wohnen, während jede der drei anderen einen eigenen Marmorpalast besitzt. Die Gemahlinnen des Herrschers werden in strengster Abgeschlossenheit gehalten und dürfen von keinem anderen männlichen Auge als von dem des Maharadscha erbliat werden. „Ich muhte den neuen großen Garten, den ich anlegte, mit einer etwa 8 Frch hohen Mauer umgeben", berichtet der Engländer. „Mittendurch führt ein breiter, zwei Kilometer langer Fahrweg, auf dem die Frauen des Herrschers spazieren fahren können, ohne gesehen zu werden. Wenn eine von ihnen den Garten besuchen wollte, dann lieh einer der Detektive, die uns bei der Arbeit beobachteten, einige Minuten vorher ein gellendes Psellen- signal ertönen. Daraufhin muhte jedes männliche Wesen den Garten verlassen, der streng bewacht wurde. Auf Wunsch des Herrschers legte ich fünf Gemüsegärten an, alle von derselben Gröhe und streng von einander geschieden, in denen die Damen arbeiten können. Sie sollen daran viel Vergnügen finden, wie er mir erzählte. Die Lieblingssrauen machen in ihren Kraftwagen ge- legentlid) auch Fahrten außerhalb des durch Mauern geschützten Geländes, aber die Fenster der Wagen sind geschwärzt, so daß niemand hineinsehen kann. Die Damen selbst können hinauSblicken, wobei sie auf den gefederten Matratzen ruhen, die die Wagen statt der gewöhnlichen Sitze haben." Europäische Verständigung Don Dr. Cremer. Mitglied des Reichstags. staubige Samtrose durch's Fenster und in der letzten finden Erika und Mantl eine blühende, gelbe Rose im Garten. 3n dieser gelben Rose liegt die Symbolik der Komödie. Die Aufführung unter Intendant Richard Weichert war prachtvoll gestrafft und von ^ärffter Prägnanz. Alle, die das Werk auf der Bühne vereinigte, gaben ihr Bestes: an der Spitze Impekovens falscher Prophet Kllian. Höhepunkte der Komödie und der Darstellung waren seine Gespräche mit Ratteret (D a n e g g e r) und im letzten Akt mit Vierfuß (Taube). Irgend jemand sagte, die Komödie ist zu flug für die Bühne; der Beifall, der mitunter schon auf offener Szene nieder- prasselte, rehabilitierte das Publikum. So wurde es ein starker Erfolg, der Kornfeld, seinen Inszenieret und seine Darsteller wiederholt vor die Rampen rief. — L. W. können. Als Hauptgesichtspunkt bei der Regelung der Saarfrage wird man vor allen Dinaen den nicht außer acht lasten dürfen, daß eine Lösung gefunden wird, die auch für spätere Zeiten die Saarfrage als Streitpunkt zwischen Deutschland und Frankreich unmöglich macht. Der Versailler Vertrag steht für das Saar» gebiet nach 15 Jahren eine Volksabstimmung vor. Die Franzosen wissen genau, daß bei einer solchen Abstimmung das Saargebiet mit überwältigender Mehrheit für sein Verbleiben bei Deutschland votieren und Frankreich ohne Zweifel eine schwere politische Niederlage erleiden würde. Im Saarstatut ist gemäß § 34 eine gemeinde» und bezirksweise Abstimmung vorgesehen, was schon an sich die Franzosen begünstigt; nun hat es aber den Anschein, als ob man von französischer Seite eine Aenderung der kommunalen Abgrenzung jetzt dergestalt herbeiführen mochte, daß man alle diejenigen Orte zu einer kommunalen Derwaltungseinhcit zusammenschließen will, von denen man eine französische Mehrheit erwartet. Der Zweck ist klar: man will auf diese Weise zum mindesten eine Grenzberich- t i g un g erhalten. Auch das muh natürlich unter allen Umständen vermieden werben. Schon aus diesem Grunde würden Wit es für einen verhängnisvollen Fehler halten, wenn man auf deutscher Seite auf eine Volksabstimmung im Saargebiet verzichten würde. Wit sind unserer Sache bei einer Abstimmung durchaus sichet, auf der anderen Seite aber wäre es von hoher Bedeutung, wenn das dem Saargebiet durch den Versailler Vertrag angetane Unrecht durch das Ergebnis der Volksabstimmung öffentlich festgestellt werden würde. Ein deutscher Verzicht auf eine Volksabstimmung würde auch die Gefahr in sich bergen, daß Frankreich unter Umständen später erneut Ansprüche auf das Saargebiet erheben könnte, mit dem Hinweis darauf, daß die im Versailler Vertrage vorgesehene Dolksabstimmung nicht vorgenommen und daß das Saatgebiet ohne Befragung der Bevölkerung Deutschlaich wieder zurückgegeben wurde. Aus allen diesen Gründen darf auf eine Volksabstimmung, wenn es tatsächlich zu einer vorzeitigen Rückgabe des Saatgebietes kommen sollte, nicht verzichtet toerden. Leider ist der deutsch-französische Ausgleich nach Lage der Dinge ja mehr ober minder ein Handelsgeschäft, und da kann es keinem Zweifel Frankfurter Theater. „Kilian oder die gelbe Rose", Paul Kornfeld - Uraufführung im Schauspielhaus. Diese neue Kvrnfeldsche Komödie ist erfüllt von einer tiefen Gedanklichkeit, die vielleicht im theatralischen Sinne mitunter den Komödienton und die Satire ein wenig beschwert, aber nur stellenweise, denn aus verschiedenen Szenen springt die Satire auf die „Hebergeistigen“. auf den okkulten Snobismus prachtvoll packend in den Raum. Die äußere Handlung ist folgende: Im Hause der Frau Samson, wo Spiritismus, Okkultismus und Gott weih was noch getrieben wird, erwartet man den großen; Philosophen Ratterer, den „Meister". Statt seiner kommt Kilian, ebenfalls Meister, aber nur Duch- bindermeister, er will bestellte Bücher abliefern, die große Verwechslung setzt ein. Die gan^e hysterische Gesellschaft (Ausnahmen sind die Tochter Erika, der alle Vierfuh und der junge, Erika liebende Mantl) gruppiert sich voller Derzük- kung um den Propheten. Man will einen Abend übersinnlicher Kräfte inszenieren; ausgezeichnet ist die Figur des Prof. Kummeres, der als Mann der Wissenschaften den ganzen Humbug auf Hären will und auch von einem Irrtum in den andern läuft. Run erscheint auch noch der echte Glatterer und es ergibt sich ein wundervolles Zwiegespräch zwischen ihm und Kllian. Kurzum, auch dieser tollen Rächt tagt der neue Morgen, dessen Strahlen die Gespenster vertreiben, und der prächtige, alle Vierfuh bringt den schon dem Größenwahn nahen Kllian wieder zur Vernunft und Mllur zurück. In der ersten Szene fliegt eine gelbe. tigung einer jeden der drei Gruppen her. Die vielen nebenher laufenden größeren und Heineren Gruppen, die sich irgendwelche besonderen Arbeitsfelder erwähll haben, sollten dagegen möglichst bald in der tzinen oder anderen Form den Anschluß an die drei großen Hauptrichtungen organisatorisch finden, da die Fülle der mittleren und kleineren Organisationen nur verwirrend und damit letzten Endes schädigend für die Durchsetzung des großen Hauptgedankens wirken kann. Der Gedanke der europäischen Zusammen- arbeil ist im wesentlichen eine neue A u s - prägung alter Gedanken; ein europäisches Gesamtbewußtsein hat trotz aller kriegerischen Verwicklungen schon in früherer Vergangenheit bestanden und feinen Ausdruck insbesondere im Mittelalter durch die gemeinsame Derteibigungs- front der europäischen Völker gegen den Islam, die Mongolenemfälle usw. ebensosehr gefunden, wie in der gerne infamen lateinischen Verkehrssprache der Gebildeten und der innerhalb des europäischen Kulturkreises durch die gemeinsame katholische Religion gepflegten geistigen Zusammenarbeit. Rach der Sprengung der religiösen Einheit der europifchen Menschheit hat man durch die Bildung des europäischen Konzerts der Mächte versucht, auf politischem Gebiet eine Art von Verbundenhell zu schaffen und den Frieden zwischen den europäischen Vollem zu sichern, und hierbei — im großen gesehen — auch den Erfolg einer toacbfenden wirtschaftlichen und kulturellen Verknüpfung der verschiedenen Rationen und eine Verringerung der Kriege innerhalb Europas erzielt. Das europäische Konzert brach zusammen durch den Weltkrieg; mit ihm das auf einer unübersehbaren Zahl von Verträgen beruhende Zusammenarbeiten des Kontinents auf dem Gebiete der Wirtschaft und Kull turpslege. H ute erscheint es natürlich, bei der vor- dränger.der Bedeutung der wirtschaftlichen Momente für die Gesamtlage der europäischen Böller den Rachdrn--' neben der politischen Verständigung vor aller, i auf die wirtschaftliche Verständigung zu legen, außerdem aber dem grundsätzlich überall anerkannten Selbstbestimmungsrecht der Böller praktisch Geltung zu verschaffen und in den ohne Rücksicht auf die nationale Zugehörigkeit willkürlich geschaffenen Staatsgebilden der Pariser Verträge den Minderheiten den Schutz ihrer nationalen Eigenart und Kultur und ihrer staatsbürgerlichen Gleichberechtigung zu sichern. Die Schwierigkeit des Problems _ der Zusammenfassung Europas bedarf keiner Erörterung. Der bloße Vergleich der europäischen Verhältnisse mit denen anderer Kontinente zeigt zur Genüge, wo der Hebel anzusetzen ist, um zunächst einmal auf wirtschaftlichem Gebiet den europäischen Ländern die Aussicht zu eröffnen, sich eines Tages den Europa traft seiner besonderen Leistungsfähigkeit zukommenden Platz im Wirtschaftsleben der Welt wieder zu verschaffen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit erfordert aber auch einen Ausgleich auf politischem Gebiet und eine Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Kultur. Sie muh davon begleitet sein, damit die öffentliche Meinung der beteiligten Völler die weltgeschichtliche Bedeutung des sich jetzt vollziehenden Vorganges erfaßt und sich seiner Zwangsläufigkeit bewußt wird. Es wäre falsch, zu meinen, daß ein auf Zusammenarbeit sich einstellendes Europa nun» I mehr innerhalb der europäischen Grenzen ein I neues System der Absperrung gegen b i e Musikalische Morgenfeier. Die Morgenaufführung des Ehepaars Heermann erhiell durch die Lieder von Gustav Traatmann eine besondere Rote. Trautmann ist in seinem Liedschaffen em Lyriker, der nicht nur dem Tert dient, sondern ihn persönlich bereichert durch die Tiefe seiner Gefühlserfassung. Sein Inneres strömt frei heraus, in großer, weit ausladen der Linie und, wo es erforderlich ist. in Weichheit und Anmut. Riemais aber verliert et sich in Sentimentalität, immer spricht ein warmes Lebensgefühl zu uns; denn aus dem Erleben heraus sind feine Werke geschaffen; naturwahrer Gesang. Für feine starke Gestall tungsgabe sprechen auch besonders die Vorspiele zu den einzelnen Liedern, die mit treffender Kraft in die StimmungSwell des Textes hinein» führen, mit charakteristischer Linie dem Dichter den Boden bereiten. Der Begleitungspart folgt dem gefühlsdynamischen Erleben und bindet sich mit der Gesangstimme zu einer organischen Eftl- heit, dem ÜÄed im modernen Sinne. Frau Irmgard Heermann gestalletediese Lieder mit feinem musikalischen Geschmack; auch in der wechselnden Reihe der Stile des Programms (Brahms. Wolf, Reger, Mahler) bewies sie sichere Darstellungsgabe. Von Ramr aus besitzt sie eine wohllautende Altstimme, die besonders in Mittellage recht ergiebig erscheint. Die Hohe konnte sich infolge enter Indisposition nicht in ihrer vollen Große entfalten, immerhin folgte sie auch so dem musll kalischen Wlllen mit Erfolg lind nach dem so reichen Programm nötigte ihr das Publikum raxt> eine Zugabe ab (H- Wolfs „WehlaS Gesang"). Am Flügel waltete ihr Lehrer Dlltor Heermann. Seine pianistischen Fähigkeiten foerden ihm in fernem sttmmbildnerifchen Wirken übrige Welt verfolgen kSn.lle. Die gewaltigen Energien der europäischen Wirtschaftsvölker bedürfen zu ib.er vollen Auswirkung zugleich eine* kraftvollen Hinausstrebens in die übrige Welt. Sie zwingen dazu, in anderen Erdtellen sich tüirt- sam zu betätigen und dort Pionierarbeit für den Fortschritt und die Entwicklung menschlicher Arbeitsmöglichkeiten und die Dienstbarmachung der Raturschätze für die Menschheit zu leisten. Glicht nur der schwarze Erdteil kommt hierbei in Betracht. dessen Erschließung Verständigung und Zusammenarbeit aller großen Wirtfchaslsvoller Europas vorausscht. auch die übrigen Erdteile bedürf en der europäischen Mitarbeit ebensosehr, wie es eine Frage von Leben und Sterben für den europäischen Kulturkreis ist. jenseits der Ozeane ein vorläufig noch unbegrenztes Feld der unterliegen, daß man in Frankreich bestrebt sein wird, möglichst viel aus diesem Geschäft herauszuschlagen und auch mit den Saar gruben noch ein Geschäft zu machen. Falls das Saargebiet durch das Ergebnis der DolkSabstimmung wieder an Deutschland fällt, so hat Deutschland nach dem Versailler Vertrag ein Rückkauf recht auf die Saargruben. Ebenso wie bei der _ im Friedensvertrage für 1935 vorgesehenen würde es sich auch bei einer vorzeitigen Regelung der Saarfrage lediglich um die Hohe des R uck- taufpreises handeln; ibn wird 5T(-V1treu9 möglichst hoch zu schrauben versuchen. ^a<9 § $6 des Saarstatuts soll der Preis, den 'Deutschland bei einem eventuellen RücLauf zu zahlen hatte, von einer dreigliedrigen Sachverständigenkommission festgesetzt werden, der ein Deutscher, ein Franzose und ein vom Völkerbund zu erneuender Vertreter angeboren soll. Als Rückkaufpreisfur die Saargruben wird ein Betrag von 240 Mll- 3m (Barten des Maharadschas. Die Gärten der indischen Fürsten haben sich stets durch besondere Pracht ausgezeichnet. Aber auch an diesen alten Schöpfungen einer hohen Gartenkultur geht die Zeit nicht spurlos vorüber, und der moderne Maharadscha, der Auto fährt und Radio hort, will auch einen modern angelegten Garten besitzen. So hat sich denn der Fürst des indischen Staates Patiala einen englischen Gartenarchitekten kommen lassen, George Durrows, der ihm in fünfjähriger Arbeit aus einem 20 Hektar großen Urtoalbgebiet eine prächtige Gartenanlage im modernen Geschmack schaffen muhte. Der Garten, der auf dem von Schlangen bevölkerten, von undurchdringlichem Dickicht bestandenen Terrain entstanden ist^ umfaßt einen eigenen Rosengarten, hat breite Fahrwege, einen Golfplatz. Spielplätze für Tennis. Krocket und Kricket. Bei der Arbeit wurden vielfach Elefanten verwendet, die sich als sehr Thoiry und das Saötprobkm. Don unserem saarländischen Mitarbeiter. Ob die von Dr. Strefemann und Briand in Thoiry eingeleitete deutsch-franzosische Derständ:- aung schließlich zum Erfolge führen, oder ob Die Sabotagepolitik Pokncares fuh als stärker erweisen und ein Ausgleich zwischen den beiden Nachbar» Völkern vorerst nicht zustande kommen wird, ist eine Frage, deren Beantwortung heute noch im -vchotze der Zukunft liegt. Wenngleich man aber noch keineswegs weiß, wie sich die Dinge entwickeln werden, so erscheint es doch angebracht, die Auswirkungen einer soll, deutjch-französifchen Verständigung auf das Saargebiet ins Auge zu fassen. Be. den unverbindlichen Besprechungen zwischen dem deutschen und dem französischen Autzenminister in Thoiry hat es sich, soweit die deutschen Voraussetzungen in Frage kommen, um folgende vier Dinge gehandelt: einmal um eine fortschreitende Herabsetzung der Besatzungstruppen und unmittelbar im Anschluß daran die Räumung der zweiten und dritten Rheinlandzone spätestens im nächsten Jahre, zum anderen um die Rückgabe des Saar- aebietes an Deutschland und den Ruck» kauf der Saargruben, und zwar zum Betrage von 240 Millionen, wobei die Frage offen ge» wssen wurde, ob die Rückgabe des Saargebietes mit oder ohne Volksabstimmung erfolgen soll, ferner am die Abschaffung der Militärkontrolle und Ausübung der Kontrolle durch den Völkerbund und schließlich um eine wohlwollende Neutralität Frankreichs bei der Liquidierung der Frage (Eupen* Malmedy. Als Gegenleistung Deutschlands soll ein Teil der deutschen Eisenbahnobligationen zugunsten Frankreichs mobilisiert werden. Daß eine weitere Besetzung des Rheinlandes und des Saargebietes mit der Mitgliedschaft Deutschlands im Völkerbunde und mit dem Locarnovertrage unvereinbar und bei einer endgültigen Bereinigung der deutsch-ftanzösischen Beziehungen eine Unmog* lichkeit ist, bedarf kaum einer erneuten Auseinandersetzung. Wenn, wie es in Aussicht genommen ist, eine Gesamtregelung aller zwischen Deutschland und Frantreich schwebenden Probleme erfolgen soll, so muh selbstverständlich auch die Saarfrage endgültig erledigt werden. Daß hierbei noch eine große Reihe erheblicher Schwierigkeiten zu überwinden sein wird, wird man sich allerdings kaum verhehlen In einer Reihe eindrucksvoller Kundgebungen ist im Laufe der letzten Wochen in den euro- püischen Ländern zu dem Gedanken der europäischen Verständigung Stellung genommen worden. -Weitere Kundgebungen ähnlicher Art s.nd zu erwarten. Es scheint an der Zeit, daß die Oeffent- lichkeit sich eingehender sowohl mit der Bewegung beschäftigt, als auch mit der Frage, ob und in welchem Umfange ihre Ziele erreichbar find und vom besonderen Standpunkt des deutschen Dolles aus Forderung verdienen. Die D.elgeftalftgkeit der Bewegung auf europäische Verständigung ist der beste Beweis dafür, daß ihr ein Gedanken gang innewohnt. der gleichzeitig aus den verschiedensten Gesichtspunkten heraus und in den verschiedenst«! Köpfen ans Tageslicht getreten ist, ohne daß in einem frühzeitigen Augenblick es möglich gewesen wäre, hie Verbindung organisatorisch herzustellen. Man kann nicht sagen, daß die heute hervortretenden Bestrebungen in ihrem Ziele hinlängliche Verschiedenheiten beweisen, um ihre dauernde Trennung zu rechtfertigen. Für alle ist es charakteristisch. daß sie. weit entfernt vorn landläufigen Pazifismus, die Rotwendigkeit kräftig betonen, auch unter den veränderten Verhältnissen eurer europäischen Verständigung die Eigenart der einzelnen Volker auf dem Gebiete ihrer inneren Verwaltung, ihres Geisteslebens und ihrer besonderen wirtschaftlichen Begabung als besonders wichtige Voraussetzungen für das Ge- deiljen Europas anzuerkennen und ausrechtzu- erhalten. Gerade hierdurch haben es die verschiedenen Organisationen erreicht, daß in ihnen der sogenannte Pazifismus keineswegs überwiegt, sondern im Gegenteil aus den Kreisen, denen eine starke Betonung der nationalen Linie am Herzen liegt, ihnen ein außerordentlicher Zuzug entstanden ist, und zwar nicht nut in Deutschland, sondern ebenso sehr in den übrigen größeren und kleineren Ländern. Die bedeutendsten Vereinigungen sind die Paneurvpäifche Bewegung, b.e sich um die glänzende Persönlichkeit des Grafen Couden- hove-Kalerghi gruppiert, der Verband für europäische Verständigung, in welchem die leitenden und verantwortlichen Staatsmänner der europäischen Länder besonders hervortreten. und die Internationale Handelskammer, welche führende Wirtschaftler Europas zu gemeinsamem W.rken zusammenfaßt. Propagandistisch ist die Paneurvpabewegung bisher am erfolgreichsten hervorgetreten. Sie ist von einem besonderen Schwünge des politischen Idealismus getragen und wendet sich unmittelbar an die Massen, während das Publikum des Verbandes für europäische Verständigung mehr aus Poll- tikem und Persönlichkeiten des Decwaltun gs- lebens und der Wissenschaft besteht die Internationale Handelskammer ober, wie es sich schon in ihrem Ramen ausdrückt, Handel und Industrie besonders erfaßt. Während Paneuropa vor allem das zu verwirklichende Ideal der Zusammenfassung Europas zu einem einheitlichen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Willen aufstellt und in die öffentliche Erörterung rückt, bringt es die Ratur der beiden anderen Verbände mit sich, daß sie mehr auf einen schrittweisen Fortschritt in der Richtung auf Zusammenfas! uag der europäischen Kräfte eingestellt sein müssen, als auf bestimmte älmschre bung des erstrebten Endzustandes. Daraus erklären sich die meisten der scheinbaren Unterschiede zwischen ihnen; daraus aber leitet sich auch die besondere Existenz berechn Betätigung zu suchen. Die Doreussetzung für die Derwerllichung einer europäischen Verständigung wird Immer fein, daß die wichtigsten Volker Europas unter sich zu einem Einvernehmen gelangen. Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland. Frankreich und England ist das große, vorab zu lösende Problem, dem heute die Bemühungen vor allem zu widmen sind. Ist hier die Verständigung gesichert, to muß fast zwangsläufig der Anschluß der übrigen Länder sich voll- ^ieben. Für jedes der drei Völler wird feine Einstellung abhängig von der Beantwortung der Frage sein, wie es selbst dabei abschneiden wird, wenn es sich grundsätzlich und auf lange Sicht für den Verständigungsgedanken praktisch einsetzt. Keines wird dabei außer Acht lassen dürfen, daß die Interessen der anderen genügend Rechnung zu tragen ist, um allen drei Völkern die Verkündigung begehrenswert erscheinen zu lassen. Wenn in Deutschland der Gedanke der Verständigung aber da und dort deshalb verwor'en wird, weil man glaubt, bah er seine endgültige .Hntertoerfung unter den Willen der anderen und eine Verewigung seiner, durch den Frieden von Versailles geschaffenen Lage bedeute, so spricht aus einer solchen Einstellung doch ein starker Mangel an berechtigtem Selbstvertrauen und eine unrichtige Einschätzung der im deutschen Dolle wirksamen Kräfte. Die besondere Bedeutung Deutschlands auf wirtschasts-technischem Gebiet, seine besondere Befähigung zur methodischen Behandlung der Probleme, seine bemerkenswerte Disziplin und der besondere Dildungs- und Schaffensdrang des deutschen Dolles rufen außerhalb Deutschlands im Gegenteil die Befürchtung wach, daß durch die wirtschaftliche Verständigung mit Deutschland dieses gewissermaßen automatisch im Lause weniger Jahrzehnte seine Stellung derartig verbessern werde, daß ihm auf einer großen Reihe wichtiger Gebiete zwangsläufig die Führung zufällt. Deutschland darf, wenn es seine nationalen Tugenden aufrecht zu erhalten und zu pflegen weiß und seine nationalen Fehler erfolgreich zu bekämpfen vermag, ohne falschen Optimismus wohl darauf rechnen, daß seine Stellung als gleichberechtigter Partner einer europäischen Verständigung der großen Wirtschafts- Völker nicht nur auf dem Papier steht, sondern sich auch aufs kräftigste auswirken wird. Deshalb ist es notwendig, daß eine lediglich negativ sich einstellende Kritik überwunden wird und das deutsche Voll in seiner überwiegenden Mehrheit sich auf positive Mitarbeit am Ziele der europäischen Verständigung einstellt. Dabei wird es aber angesichts der Rotlage bet Wirtschaft in allen Ländern Europas vor allem darauf ankommen, möglichst schnell aus her Zeit der Erwägungen hinaus zu schreiten in eine Periode praktischer Arbeit, für welche naturgemäß die Arbeiten ber freien Verbände nur die Bedeutung von Vorarbeiten haben können, währenb bie Arbeit selbst den Regierungen zufällt. Die Regierungen brauchen für diese Arbeit aber den nötigen Rückhalt in bet äleberzeugung ihrer Böller. Die einzuschlagenbe politische Linie muß hieb- und stichfest gegen jede Act innerpolitischer Veränderungen fein. Das kann nur geschehen, trenn bie Frage der europäischen Verständigung keine solche des Kampfes der Parteien, sondern — wie es bei allen Fragen ber Außenpolitik wünschenswert wäre — von der Gesamtheit ber Parteien verständnisvoll ausgenommen und rüd^ haltlos gefördert wird. Aus den. AmLsverkändiqunslSblalt. * Das Amtsoerkündigungsblatt N r. 89 vom 6. November enthält: Volksabstimmung über die Auflösung des 3. Hessischen Landtages. — Maßregeln gegen die Verbreitung von Seuchen durch Danderschafherden. — Regelung des Frci- bankfleischverkaufs für die Landgemeinden des Kreises Gießen. — Maul- und Klauenseuche in Langd.— Ausbau des Schiffenberner Weges Turnen, Sport und Spiel. gierte zunächst niemand. AIS dieses Rufen zum Brüllen wurde, kriegte es einer mit der Angst und ging. Ein zweiter' folgte langsam. Wir waren noch mit ein paar Mann auf dem Achterdeck, da meinte 'Balentin, der gut reden hatte, denn er brauchte nicht mitzugehen: der letzte müsse w<5d)cun' gud'n Abend" sagen, — das würde Eie in Wut bringen, und das abendliche Kasperle- theater wäre mit einem Schlage für immer vorbei Mit einem Schlage Der Lausejunge! Ich hab' auf ihn gehört. Acht Tage hatte ich eine geschwollene Backe. Wenn Sie nun um die Welt segeln — Sie werden das ja nickt zu Ihrem Vergnügen tun; ntd)t wahr, Sie hatten sich schon einmal zur Ruhe gesetzt, aber dann kam die dreimal bekreuzigte Inflation — wenn Sie nun um die Welt segeln, sollen Sie auch ein klein wenig an uuch denken, wie ich an Sie gedacht habe, die ganze lange Zeit. Luckners Reise ist nämlich die Reuauflage eines Versuch3, den ich selber, mit einigen Freunden, vor nunmehr vier Jahren unternahm. Wir hatten -war keinen Diermast- Gasfelschoner. sondern nur ein umaebautes Petl- boot, aber die Idee war dieselbe. Im Hafen von Stockholm sind wir im Winter 22*23 erbärmlich eingefroren, weil unser mitgenommenes Geld über Rächt einen Dreck wert war. Ich wünsche Ihnen mehr Glück (und Meer-Glück). Kann sein, wir treffen uns draußen. Es rumort scheußlich in mir. Und noch eins: -erbrechen Sie sich nicht den Kopf über meinen Ramen Schriftsteller haben zuweilen die Laune, sich zu verstecken Scheun' gud'n Abend, Käpp'n! DarTempo beriihmterZchwimmer Don Kurt E. Behrens. Magdeburg. I. Johnnie Weißmüller. Allgemein sieht man in Iohnnie Weißmüller heute das Ideal eines Erawl» schwimmers; jeder, der ihn einmal in Aktion gesehen hat, wird sein elegantes, rhythmisches Schwimmen nicht vergessen, und doch hat man dabei das Gefühl, als ob eine Maschine durch daS Wasser geht, so gleichmäßig arbeiten Arme und Beine zusammen. Bei meinem Besuch in Chicago*) nahm ich die Gelegenheit wahr, mit B a ch r a ch. Weißmüllers Trainer, eingehend über den Stil und den Werdegang dieses zur Zeit schnellsten Schwimmers der Welt zu sprechen Weißmüller schwimmt ein Tempo, da: die Ameritaner „thc amrican six beat-double* trudgeod-crawl“ nennen, Ueberfeht: amerikanischer Sechsschlag Doppel-Schere n - K r i e chst o h. Dieser Schlag ist eine ungeheure Verbesserung gegenüber dem australischen Crawl und besteht, wie schon der Rome sagt, aus sechs kurzen Schlägen der Füße und gleichzeitig einem Doppelscherenschlag der Deine, bei dem allerdings diese kaum merllich abgebeugt und nur ganz wenig geschert werden. Eine Hauptcharakteristik des Weiß- müllerschen Tempos, wie es von ihm vollendet gezeigt wird, ist seine hohe Lage im W a s s e r. Er hält Kops und Schultern hoch, die Füße aber tief und dabei macht er das Kreuz hohl, wodurch her Widerstand des Wassers (Hydrvplanprinzip) bedeutend verringert wird. Die ticse Lage seiner Füße (Propeller) gibt rhm eine vielfach größere Treibkraft, als wenn die Füße teilweise wie beim australischen Crawl in die Luft schlagen. Der markanteste Vertreter des australischen Crawl war übrigens der im Kriege gefallene vielversprechende Magdeburger Kurt Bretting, bei dem allerdings auch die außerordentlich hohe Lage des Körpers auffiel Eigentlich scheint es auf den ersten Blick, als ob sich Weißmüllers Stil, besonders fein Arm- tempo. fast gar nicht von dem anderer erstklassiger Amerikaner und tauch europäischer Sprinter (Darany, Heitmann) unterscheidet, und trotzdem ist er insofern besser, als er die Arme vor bet, Eintauchen und dem dann folgenden Durchziehen unter Wasser nicht vollständig ausstreckt (ovciTcach). Rach Dachrachs Ideen über die Armführung beim Crawl soll der Arm stets im Ellbogengelenk etwas abgebeugt bleiben, wie überhaupt eine der ersten Lehren der amerikanischen Trainer die ist, die Armführung über Wasser nicht steif, sondern mit möglichst erschlafften Muskeln auSzufuhren. Hierdurch vermeidet Weißmüller ein stärkeres Rollen des Körpers, wie man es z. B. bei Lauffer bemerkte., Aber weiter ist es ihm dadurch möglich, eine bemerkenswert rhythmische Gleichmäßigkeit seines Armtempos zu erzielen, die wohl in erster Linie dazu beiträgt, daß sein Stil so elegant und flüssig aussieht. Dies wäre aber nicht möglich, wenn der Arm zu weit ausgestreckt oder gar quer vor dem Kopf eingetaucht toirb. Weißmüllers Beins chlag unterscheidet sich beim oberflächlichen Hinsehen ebenfalls nicht viel von dem anderer guter Schwimmer. Tatsächlich aber liegen seine Füße durch die hohe Haltung des Kopses tiefer im Wasfer, als es sonst üblich'war. Rach Dachrachs Ansicht sind weiter Weißmüllers Knie und Spann gelenkiger als bei den meisten anderen Schwimmern, wodurch die Propellerbewegung der Fuße und das Scheren (trudgeon) seiner Deine spielender aussieht. Dabei ist aber sein Dein- schlag mindestens so kräftig wie der Lauffers, der bekanntlich auf seiner Deutschlandfahrt verschiedentlich Proben seines enormen Deinschlags gab. • Was Weißmüller besonders für den Schwimmsport geeignet macht, sind seine Mustel- ftränge, von denen seine Freunde ganz enthusiasmiert behaupten, daß sie die längsten und weichsten sind, die man je an einem Menschen ge ehen habe. Das vollkommene Zusammenspiel seiner Muskeln scheint eine natürliche Folge dieser Eigenschaften zu sein. Die Atemtcchnik des Chilagocrs ist ebenfalls von der vieler anderer Sprinter außerordentlich verschieden. Früher atmeten die meisten Kurz streck en schw immer selten öfter als bet jedem dritten oder vierten Tempo, ja bei 50-Meterstrecken im Bassin wurde oft nur einmal auf der ersten Dahnlänge. dann an der Wende und schließlich zweimal au? der letzten Dahn- länge „Luft geholt". Den bekannten Ungarn^, Zoltan von Halmay, der übrigens nur *) Der Der-sasser hat Rademacher und Froelich nach Amerika begleitet. Die Red. Käpp'n Coltzau. Don Waldemar Keller. In der Zeitung las ich, daß Graf Luckner. der jetzt mit Dem Viermast-Gafselschoner „Vaterland" eine zweieinhalbjährige Reife um Die Welt macht, für fein Schiff den Kapitän Coltzau als Führer gewonnen habe. Taufende werden darüber wegichen. Warum soll der Mann nicht Coltzau heißen? Ein Rame. Aber es kann dock der Fall eintreten, daß solch ein Rame etwas bedeutet. Erinnern Sie sich, Herr Kapitän Coltzau. daß Sie vor rund 20 Jahren einen Leichtmatrosen an Bord der Hamburger Viermastbark „Alster- schwan" hatten, Den Sie „Jimmy" riefen unD ziemlich verhätschelten? Gestatten 6ie: dieser Leichtmatrose bin ich. Es war auf der Reise, die am 20. Dezember 1005 begann, von Hamburg nach Santa Rosalia in Rieder-Kalisornien, Dann nach Rewcastle in Reu-Süd-Wal es, weiter nach Tallal (Chile), zurück nach Rewcastle, wieder über Die Südsee nach Chile — Pisagua, später Caleta Buena — und die schließlich am 1. März 1908 in Hamburg endete. Als schon das Feuer von Reuwerk in Sicht kam, wäre Ihnen der Dengel beinah noch von oben gefallen Erinnern Sie sich? Kaum. Aber mir ist diese Zeit sehr lebendig. UnD jeden Morgen wenn ich aufstehe und mensendieke, mache ich vor.Ihnen. Herr Kapitän, eine besonders tiefe Rumpfbeuge, denn Ihr Bild, jene Gruppenaufnahme aus Santa Rosalia, hängt über meinem Bett. An Ihrem steifen schwarzen Hut, den Sie zum Khaki-Anzug trugen, ist ein mit Den Armen schwamm und die Derne nach» schlevpte, sah man wiederholt bei Kämpfen in deutschen Bassins über 50 Meter nur ein einziges Mal atmen, und zwar an der Wende. Anstatt regelmäßig der Lunge Sauerstoff zuzuführen, hiÄt man den Atem unter Wasser an. wodurch natürlich mehr Energie und Muskelkraft verbraucht wird als bei einem regelmäßigen Einatmen. Man hat es oft genug gesehen, wie erschöpft solche Schwimmer schon bei ganz kurzen Strecken waren. „Als Iohannie zu mir kam", erzählt Dachrach, „war er noch jung, also leicht zu leiten und zu formen. Wir hatten ihn bei einem Wettkampf zweier Volksschulen entdeckt. Ich beschloß Daher, mal einen Versuch zu machen, mit jedem Tempo einen Atemzug zu verbinden. Zuerst war dies eine ziemliche Anstrengung für Weißmüller, aber nach einigen Monaten tä glichen Uebens hatte er diese Technik nicht nur begriffen, sondern so vervollständigt, daß der Rhythmus und die Regelmäßigkeit seines Tempos keineswegs gestört wurde, in anderen Worten: seine Arme und Deine wußten nichts davon, daß er bei jedem Tempo den Kopf etwas aus die Seite legte, um zu atmen.“ Heute atmet Weißmüller bei jedem Tempo, ob er 50 oder 500 Meter schwimmt. Dadurch ist es ihm wohl auch in erster Linie möglich, zu jeder Zeit in einem Rennen feine bekannten Spurts zu inszenieren. Denn er hat stets noch eine Reserve von unverbrauchter Energie aufgespeichert. Kreismrnlag des Mittelrheinkreises der D. T. — Ein außerordentlicher Kr eisturntag des Mittelrheinkreises Der D. T. sinder am 28. Rovember in Wiesbaden statt. Es gilt, für Den verstorbenen Kreisvertreter Schulrat E. Schmuck einen Rachfolger zu kuren. Wieviel Kandidaten aufgestellt werden, ist noch nicht bekannt. Destimmt genannt wird bereits Gauvertreter Rektor Hans Schiller, Der von feinem Frankfurter Gau in Vorschlag gebracht wird. Man hörte auch schon Oberreallehrer Roth (Darmstadt), ein Langs- Dörfer Kind, nennen, der zur Zeit Gau- vertreter des Gaues Rhein-Main ist. ebenso Fabrikant A. Pfeiffer, den beliebten und im Kreis hochgeschätzten Vertreter unseres Hessen- gaue5. Es entzieht sich aber unserer Kenntnis, ob letzterer überhaupt geneigt ist. das Amt anzunehmen. Mit E. Schmucks Ableben ist auch die Stelle des Schriftleiters Der Kreisturnzeitung frei geworden. Auch hier hat der Kreisturntag Reuwähl vorzunehmen. Dieses Amt soll grundsätzlich nicht mehr mit Dem Amte des Kreisvertreters verbunden werden. Gegenstand der Beratungen wird ferner bas nächst jährige Kreisturnfest sein, das bekanntlich in Darmstadt am letzten Sonntag im Juli stattfindet. Der KreiSturntag wird von insgesamt 300 Abgeordneten aus den 27 Gauen des Kreises beschickt werden. Der Gau Hessen stellt allein etwa 25 Abgeordnete. Da diese nicht mehr neu- gewählt werden konnten, werden diejenigen Delegierten entfanbt, die auf Dem letzten Gau tum- tag für den Kreisturntag auf der Marksburg im April bestimmt worden sind. Gießen l.-Hanau I. 1:1 (1.1). £ Wohl 700 Zuschauer umsäumten gestern Den Gießener Platz, als die Bezirksmelfter des 3. und 4. Bezirks das Spielfeld betraten, um den Reigen Der Spiele um die Kreismeisterschast zu eröffnen. Dem Schiedsrichter Moller. Vilbel, stellte sich Hanau komplett, Gießen mit einem Mann Ersatz. Der Anstoß Gießens kam bis zur Hanauer Verteidigung, die in sicherer Weise Härte. Eine gewisse Rervosität zeigte sich bei beiden Mannschaften, von Der sie sich auch nicht so bald freimachen formten. In Der 7. Minute, flankte Gießens Linksaußen mit kräftigem Schlag, Rechtsaußen schoß unter Dem Dei'all Der Massen ein: 1:0 für Gießen. Eine Minute später Strafstoß für Hanau, Der ebensogut für Gießen hätte lauten können, Gießens rechter Verteidiger köpfte daneben, kurzes Geplänkel und Hanaus Mittelstürmer glich unhaltbar aus: 1:1. Wieder waren die Aussichten für beide Gegner dieselben. Die prächtigsten Svenen wechselten unaufhörlich, schon lag Gießen wieder vor Hanaus Tor. die Gelegenheit wurde jedoch nicht ausgenutzt. Dasselbe Pech hatte Hanau vor Gießens Heiligtum einen Augenblick später. Die folgende erste Ecke für Hanau brachte bange Sekunden für Gießen. bis der Torhüter sicher klärte. Allmählich sah man Die Stärken und Schwächen der beiden Mannschaften. So fiel bei Hanau Die äußerst sichere Abwehr Der Verteidigung auf, Die Den Tormann gar nickt dazu kommen ließ, sein Können zu zeigen. Sehr Lichtsleck. Im Mittschiffslogis ging damals Der Witz um: Der Schwanenkutscher sei deutlich erkennbar, denn er habe sich die Droschkennummer an den Zylinder gesteckt. Sind Sie, etwas verspätet, böse? Du lieber Gott! Können Sie überhaupt „böse" sein? In Den Aufzeichnungen aus meiner Globetrotterzeit, die unangetastet im Schreibtisch ruhen, ■ erben Sie „ein Där mit einem Milchherzen" genannt. Uni) so waren Sie auch, so sind Sie — ich bin dessen gewiß — noch heute. Wo Sie hin- sassen, wachst kein Gras mehr, toeim Sie wollen. Aber meistens wollen Sie nicht. Als Der hünenhafte Donleymann Krach mit Den Matrosen an- .'ing und eine glühende Eisenstange zur Hand nahm, sich auszutoben, da traten Sie gemächlich an ihn heran, schlangen beide Arme um seinen Körper, und in diesem Schraubstock war er wehrlos wie ein kleines Kind. ..Meister ', sagten Sie, „sünd Se mall?" Weiter nichts. Ein Vär mit einem Milchherzen. Vielleicht bin ich befangen. Der Bumbootmann Riä.olas Droccoa im austra- lüden Rewcastle hat mir hinterbracht, daß Sie behauptet haben: ich sei „the beft boy on övard". Aber seitdem sind zwei Jahrzehnte dahin, uns- allen hat der Wind gar heftig um die Ohren eepfiffen, und die Dinge von früher schwanken längst jenseits des magischen Rebels, der olles Persönliche in geweiteten Formen erscheinen läßt. Damals, als Sie mich während einer Rächt- wache im Hasen von Pisagua lchlafend auf Der Fleischkiste fanden, Ihr Dootskisfen unterm Kopf, und mich unsanft erweckten, indem Sie mit Daumen und Zeigefinger meine Olafe zusammenpreßten, — damals hab' ich über diesen infamen Griff, der einem mitten im schönsten Traum die gut war auch die gesamte Läuferreihe. Die besonders in ihrer Schnelligkeit einen wesentlichen Faktor darstellte. 3m Sturm scheinen die Außenstürmer die besten zu fein, jedenfalls ließ es Der Innensturw zu gewissen Zeiten an Der notigen Entschlossenheit fehlen. Auf der Gerte Greßens war ebenfalls Läuferreihe und Verteidigung sehr mit hingegen Der Sturm die einheitliche Lime stark vermissen lieh, wobei sich Die in letzter Minute notwendig machende Einstellung eines Ersatzmannes hemmend bemerkbar machte. Trotz der erdenklichsten Anstrengungen beider Meister wollte es bis zur Pause keinem glücken, Führung und 3ieg an sich zu reißen. Gleichwertig beendigten sie die erste Spielhällte. Rach dem Wechsel zeigte Gießen eine volle fKilbe Stunde lang eine ganz leichte Ueberlegen- beit, Die aber immer wieder von der ballsicheren Verteidigung Hanaus erledigt wurde. Zudem wurde Die Lücke im Gießener Sturm immer ersichtlicher, der rechte Flügel siel durch das Versagen des Ersatzmannes vollkommen aus. Alle Anstrengungen Gießens führten zu keinem weiteren Erfolg. Run machte sich Hanau frei, und griff Gießen mit Wucht und Entschlossenheit an. die letzten 15 Minuten gehörten Hanau vollkommen. Zahlreiche Torchancen wußte aber Hanaus Innensturm nicht auszunüyen, außerdem hatte Der leichtsinnig werdende Torhüter Gießens riesiges Glück, indem er Den Ball immer wieder in letzter Minute erreichte. Zwei Durchbrüche Gießens brachten auch keine Aenderung, so daß das äußerst interessante Spiel für Die beiden Dezirksmeister mit dem ehrenvollen Resultat von 1:1 beschlossen wurde. Wenn man sich das Spiel Gießens vom Dorsonntag gegen Vilbel vor Augen hält, ist es allerdings offenkundig, daß Gießen unter seiner sonst gezeigten Form gespielt hat, was aber nur auf das Konto seiner Stürmerlinie zu schreiben ist. Rimrnt sich die Elf das gestrige Spiel zur Lehre, durfte sie für die kommenden Sonntage einen beachtenswerten Gegner abgeben, denn, um ehrlich zu fein, dem Spiel- verlQUf Der letzten Viertelstunde entsprechend hätte Hanau das Spiel gewinnen müssen. Gleßcu 1. Jugend—Hanau 1. Jugend 5:0. Hanau, Das anläßlich seines Spiels um die Kreisrneisterfchajt auch seine zweite und Jugend- Mannschaft mitgebracht patte, war mit seiner Ju- gend Derjenigen Gießens, Die den Meister des 3. Bezirks repräsentiert, nicht ganz gewachsen und mußte nach schönem Spiel ihrem Gegner Den Sieg überlassen. Die Jugend Gießens war nicht nur körperlich überlegen, sie zeigte auch ein technisch höher stehendes Spiel. Das Resultat hätte höher lauten fönnen, wenn nicht die gesamte Elf sich im Torschießen versucht hätte. Giehcn II b—Hanau II. 1:2 (0:2). Da Gießens stärkste 2. Mannschaft zu gleicher Zeit in Daubringen ein Seriensviel auszutragen hatte, mußte Hanau mit Der Ilb-Mannschaft vorltib nehmen. Wer deshalb auf eine starke Ueberlegenheit der Hanauer getippt hatte, sah sich getauscht, denn überraschenderweise hielt Gießen sich ganz gut. Ein Elfmeter für Hanau wurde verschossen. Bis Halbzeit konnte Hanau durch seinen flinken Sturm das Ergebnis auf 2:0 stellen, dem der etwas unbeholfene Jnnensturm Gießens nichts entgegensetzen konnte, obwohl mitunter die Aussichten dazu gegeben waren. Nach der Pause flaute Hanau etwas ab, und Gießen kam unverhofft zu seinem Treffer. Dadurch lebhaft geworden, gab Hanau alles heraus, um das Resultat höher zu gestalten, was von Gießen ober vereitelt wurde. Im weiteren Verlauf wurde das Spiel ziemlich unschön, so daß der Schlußpfiff des Schiedsrichters als Wohltat empfunden wurde. Der FutzbaK vom Sonntag, hesfen-hannover. S. 23g. Göttingen — S. 23g. Münden 4:1. Sport Staffel — Kastel 03 3:3. Spielverein — Tura Kastel 1:0. 6. 23g. Marburg — Kurhestcn Kassel 4:0. Borussia Fulda — Hessen 09 Kassel 2:3. Ma ubezlrk. Im Moinbezirr sielen am gestrigen Sonntag alle Spiele aus. Ein Privatspiel zwischen der Ligareferve des Fußballsportvex- e in § Frankfurt und Der ersten Mannschaft der „Eintracht" Trier endete 2:2. Interessant bei diesem Tressen ist'das erstmalige Mitwirken des schwedischen Internationalen Wijk, Der sich gut einführte und sehr schöne Leistungen zeigte, trotzdem er sich mit feinen Rdbenleuten nicht verstehen konnte. Bezirk Bayern. Der 1. F. E. Nürnberg konnte feinen vorjährigen Rivalen, Bayern-München, trotzdem er ohne Kalb antreten mutzte, mit 2:1 besiegen. Die Verteidigungen waren gleichwertig, aber der Angriff von Rürnberg war, trotzdem man Wider in die Läuferreche zu- «■■■WMaM—ii mmimiii n«in Puste nimmt, nicht wenig gewettert. Heute weiß ich: es war eine überaus milde Art, Den Dummen Jungen, Der sich Den Teu'el ums Schiff kümmerte, an feine Pflicht zu gen.ajnen. RichtS wäre mir geschehen, hätte ich nicht DaS Pech gehabt, bah Der erste Steuermann hinzukam. So mußte ich Denn, allein, bas Deck waschen, von vorn bis hinten. Aber, nicht wahr, Die historischen Tatsachen dürfen Nicht verfälscht werden. Ich habe einmal eine Ohr'eige von Ihnen bezogen, Die das Ron- pluSultra aller Ohrfeigen war. Sie hat, im Laufe der Jahre, gewissermaßen Familienglanz bekommen. Wenn ich heute meinen beiden Jun- genS sage: „Ruhe! Oder es gibt was aus Käpp'n Colhaus Armenkasse!" — dann kriechen sie unter die Betten Ehrlich gestanden: ich hatte diese Ohrfeige zu 95 Prozent verdient. Den fehlenden Rest rechne man auf Die allzu kräftige Ausführung. Warum aber auch haben Sie mich mit Der vermaledeiten Kompaßrose gcelenbet ? Mich und die anberen. Jeden Abend rie'en Sie uns auf die Drücke, erst Moritz, bann Lampe, Dann Frieb — e — rich... unb so weiter. Rechts und links herum mußten wir Die Striche herunterschnurren. Weil ich'S so schön konnte, belegten Sie mich mit Dem Ehrentitel: bie Klapperschlange. (Rachträglich herzlichen Dank!) Ge- wohnlich standen die Steuerleute Dabei und lachten sich schief. Lins riß die Geduld. Eines Abends beschlossen wir, Ihre sowieso nicht rosige Laune ein bißchen anzuheizen. Ich weiß nicht, was Ihnen, Der sonst immer lächelte, in die Quer gekcmmen war. Vielleicht hatten Sie Im Suppentopf deS Kochs Sievers Buxen wieder mal eine Kakerlake gefunden. Kurz: auf Ihr Rufen rea- rüefgesogen hatte, besser wie der Angriff der Münchener und entschied somit das Spiel. Eine große Ueberraschung bildete der 4:0- Sieg von Wacker-München über A.S.D. Rürnberg. Dieser Sieg wird aber erklärlich, wenn man erfährt, daß Rürnberg ohne Sorg, Wachtler und Sindel antrat unb außerdem schon in Der zehnten Minute Kissinger verlor, so daß bie Mannschaft 80 Minuten mit 10 Mann spielen mußte. Bezirk Rhein. Im Bezirk Rhein überraschte die neuerliche Niederlage der S. D.^M annschaftWaldhos gegen D. f. L. Neckarau 1:3. S. 23. Mannheim mußte damit seinem Rivalem, dem S. D. D a r m st a d t die Spitze überlasten. Darmstadt siegte 4:3 überraschend in Ludwigshafen gegen den dritten Spitzenverein Phönix. Die Darmstädter zeigten sehr gute Leistungen und haben den Sieg verdient. Bezirk Rheinhessen-Saar. Aucb im Bezirk Rheinhesien-Saar konnte die 0:l.Nieoerlage der S. D. Wiesbaden gegen Den F. D. Saarbrücken auf eigenem Platz überraschen. Damit ist der S. V. Wiesbaden vorläufig aus der Spitzengruppe ausgeschaltet, und Der Kampf um die Spitze spielt sich vorerst nur zwischen Wor- mntia Worms und S. 23. Mainz ab. Bezirk Württemberg-Baden. Hier konnte ein Punktvcrlust des D. f. B. S t u Iti gart in Heilbronn nicht überraschen. Ergebnis: 1:1. Heilbronn war immer schon ein heißer Bvtzen, unb aanche Spitzenvereine haben hier schon Punkte lasten müsten. Fußball - Länderkamps Oesterreich-Schweden 3:1. In Anwesenheit von etwa 40 000 Zuschauern kam am gestrigen Sonntag auf dem Sportplatz Hohe Warte der Fußball-Länderkampf Oesterreich gegen Schweden zum Austrag. Die Oesterreicher konnten nach interessantem Spiel den Sieg mit 3:1 (2:1) für sich entscheiden. Neuer Weltrekord Arne Borgs. Stockholm, 7. Nov. (WB.) Bei dem heutigen Wettschwimmen über 400 Parbs stellte Arne Sorg einen neuen Weltrekord mit 4 Min. 27 Sek. auf. Oberhesten. Landkreis Gießen —.— Großen-Linden, 7. Nov. Unter sehr starker Wahlbeteiligung — 90 Prozent Der Wahlberechtigten stimmten ab — fanb heute die Bei geordnetenwahl statt. Es siegte der bisherige sozialdemokratische Beigeordnete Weigand mit 720 Stimmen gegen den Kandidaten des Bürger Vereins und Der Landwirte, Kaufmann Faber, auf den 570 Stimmen entfielen. Heuchelheim, 8. Rov. Am morgigen Dienstag, 9. Rovember, begehen bie Eheleute Lokomotivführer a. D. Georg Rinn unb Frau Lotte geb. Müller, Ernststraße wohnhaft, bas Fest Der G oldenen Hochzeit Das Jubelpaar erfreut sich noch voller körperlicher Rüstigkeit. d" Lollar, 7. Nov. Ein t ö d l i ch e r Unfall "reignete sich am Freitag auf dem hiesigen Bude- rvsfchen Eisenwerk. Die vor einiger Zeit stillgelegte Dampfturbinenzentrale sollte wieder zur Benutzung instandgesetzt werden. Bei den erforber- lichen Arbeiten geriet der Maschinist Deibel von Staufenberg mit der S t a r k st r o m l e i tu n g in Berührung unb wurde augenblicklich getötet. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. t Grünberg, 6. Rov. Der G c m c i n D e ■ rat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung u. a. mit Der Erweiterung des Geländes für Den G alluSmarkt. Der starke Besuch des diesjährigen Marktes hat gezeigt, daß der Marktplatz zu klein ist. Wan beschloß, einige anliegende Geländestücke hinzu nm eh men. und hofft, damit den berechtigten Ansprüchen genügen zu können. Weiter erklärte man sich Damit einverstanden, e ne Wertzuwachssteuer nach Den jetzt herausgegebenen ministeriellen Richtlinien für Die Grund st ücks Umsätze zu erheben, die in der Zeit vom 1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1 923 vorgenommen wurden. Dem Anträge einer auswärtigen Firma, hier Anschlagsäulen zu errichten, wurde nicht stnttgegeben. Im übrigen beschäftigte sich die Versammlung mit Heineren Vorlagen. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 6. Rov. DaS hiesige Amtsgericht wird einer gründlichen baulichen Erneuerung unterzogen. Die Straßenfront des GebäudeS erhäll einen modernen Verputz. Im Innern ift durch Entfernung von Wänden unb sonstige Umänderungen den er im selben Augenblick Milliarden unsichtbar kleine Lebewesen, die die Zellen zerstören. Und Zerstörung ist doch auch Leben." „So", sagte Martina still. ,Hst das vielleicht zu hoch? Kann das nicht jedes Hirn üegrelfen?" „Gar nicht zu hoch", versicherte Martina. Aber im AuMU^ck wußte sie nicht, was sie mit der neuen Erkenntnis anfangen sollte. „Also gewisser- maßen eine Unsterblichkeit im anderen Sinne", sprach sie endlich. „Im selben oder im anderen Sinne, wie Sie wollen." Morell tat das Präparat wieder an seinen Platz. Immer aufs neue kam Martina auf die Arbeit Morells zurück. Nie noch war sie einem solchen Menschen begegnet. Mit anderen Augen sah der Dinge und Menschen. Es war, als lebte er in einer besonderen Welt. Dünn und klar war dort die Luft. Unwichtig schien das ganze Dasein aus einmal, klein und kleiner wurde der Alltag. Fast quälend wirkte die Empsinduno. „Ist es nicht schwer, diesen Standpunkt zu gewinnen?" fragte Martinq einmal, als man mieber bei Vater Abel sah. „Immer ist es das Schwere, an das wir uns halten müssen", antwortet? Morell. , Nur der Um» aanfl mit dem Schweren bringt uns vorwärts. Er schäm Distanz und festigt das Herz." Martina seufzte. Mit seinen grauen Augen blickte Morell sie an. „Auch Sie wären nicht geworden, wer Sie sind, wenn Sie es leichter gehabt hätten." „Was wissen Sie von mir?" lachte Martina gewaltsam. Morell ging auf den Ton nicht ein. „Ihr Standpunkt unterscheidet sich nicht sehr von dem meinen. Mir hat die Wissenschaft den Weg gewiesen. Ihnen Ihr eigenes Erleben." Abermals lächelte er. „Und bekanntlich führen viele Wege nach Nom." „Ach, was Ihnen einfällt", sagte Martina leichthin. Im Moment war ihr jedenfalls nicht zumute, als ob sie sich zu beklagen hätte. Aber gleich schlich etwas heran, was sie niederdrückte. „Sie meinen das Unglück daheim?" Zögernd fetzte sie hinzu: „Das war wirklich schwer." (Fonjetzung folgt.) ©tfMfernffien des starken Verkehrs Rechnung getragen worden. Heue Bureau räume gestatten ebw zweckmäßigere Unterbringung der etrv,einen Abteilungen. Aus dem Gesagten ergibt sich das Verbleiben des Amtsgerichts von sslbst. Es könnten sogar noch einige Ortschaften hinzukc-mmen. Bnd-Rauheim. 6.Rov. Der Pächter deS hiesigen Jagdreviers ^Frauenwald und Reu- anlagen" hatte für diese Tage seine Jaqdfteunde zu einer Treibjagd eingeladen. Die Jäger stellten sich in großer Zahl ein — es waren ihrer nahezu 30 —. aber daS Wild kam nicht in der entsprechenden Zahl aus seinen Schlupfwmkeln hervor. So hatte die Jagd nur ein schlechtes Ergebnis. Mit 3 Rehen und 17 Hoscm mußte man sich begnügen, Zahlen, die u^^ens deutlich zum Ausdruck bringen, wie stark der R>rli itand in den letzten Jahren zurückgegangen U. Dabn handelt es sich beim Frauenwald um ein gutes Revier, dessen Pächter dazu rin weidgerechter Jäger und anerkannter Mldheger ist. h. WölserShcim, 6. Rov. 3n ferner jüngsten Sitzung brichäftigte sich der DemeIndernt mit dem vom Kreisamt für dieses Jahr borge- schlagenen Aus s ch lagsätzen der Gemeindesteuer. Der Gemeinderat en.arte ftch mit dem Vorschlag einverstanden, wonach auf je 100 Ml Stererweri erhoben werden von Gebäuden und Dau Plätzen 9.7 Pft vom land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitz 19,9 Pf., vom land- und forstwirtschaftlichen Betriebskapital 10 Pf., vom gewerblichen Betriebskapital 10 Pf., von der staatlichen Dewerbeertragssteurr (BcrgtocrL 100 Ps.. von der Sondergebäudesteuer 17,3 Ps., Gesamtergebnis 16 509 OEu Weiter wurde über die Besoldung der Gemeindebeamten verhandelt. Bisher bezogen: der Bürgermeist.-r 2180, der Gemeinderechner 1320, der Feldhüter 2400, der Polizeidiencr 1240 und der Rachtwächter 800 Mk. Das Kreisamt schlug in derselben Reihenfolge vor: 2200, 1600, 1500, 1100 und 800 Mk.. während der Gemeinderat 2000, 1200. 1500. 1100 und 800 Ml. bewilligte. flrciö Schotten. ld. Schotten, 6. Rov. Die Ergebnisse der Treibjagden, die eben schon hie und da stattfinden, sind selbst in Revieren, die durch Jahre hindurch mit größter Liebe gepflegt wurden, äußerst mager. So betrug die Strecke in einer Revierjagd < Waldjagd) des Forstamts Schotten 1 Rehbock, 1 Fuchs, 4 Hasen, obgleich fast 30 Schützen zur Stelle waren. Gedern, 6. Rov. Mit dem Dau der neuen Straße Gedern—D urkhardS wird in Kürze begonnen. 3n erster Linie sollen, wie verlautet, einheimische Unternehmer Berück- sichtigMrg finden und als Arbeiter Erwerbslose in Frage kommen. * Eichelsdor f, 6. Rov. Gestern wurde im Möserschen Saale unter großem Rndrange von Käufern und Reugierigen die Zwangsver- fteigerung des 21. Fallschen Anwesens, der Iunkermühle, vorgenommen. Die Mühle, sowie einige in ihrer Umgebung liegende Grundstücke erwarb Ingenieur Bernhard Henß au8 Wiesbaden für 28 000 Mk.. der neben Ku nden- Müllerei auch einen maschinentechnischen Betrieb emrichten will. Die übrigen Grundstücke, etwa 26 Morgen, sanden zu hohen Preisen unter der bäuerlichen Bevölkerung unseres Dorfes Käufer. Für Ackerland wurde bis 80 Pf., für Wiesen bis 50 Pf. für 1 Quadratmeter bezahlt. Der Gesamterlös von 45 000 Mk. bleibt weit unter der Taxation und beträgt etwa ein Viertel der vorhandenen Schulden. Von nuferem über 900 Einwohner zählenden Dorfe wird es begrüßt. daß nunmehr wieder ein Mühlenbetrieb ton Platze m Gang kommt. * Sichelfach 1 en. 6. Rov. Der am H-'ber- tustage während einer Treibjagd im Forstort Lehnkops zwilchen her und Glashütten auf' gefundene Tote wurde hier beerdigt. Wie die gerichtlichen Frststellungge.i ergaben, handelt es sich um einen etwa 50 Jahre alten, aus dem Rheinland stammenden Maler (Anstreicher), der anfangs September zuletzt in Eichelsachsen schwer betrunken g-sehen wurde. Ein? Beeren» fammlerin sah ihn dann auch um diese Zeit in dem zum Stein köpf im Lehnkvpf gehörenden Schutzhäuschen liegen ohne zu ahnen, daß es ftch um eine Le'che handelte. Da neben dem Toten eine geleerte Schnapsflasche stand, ist anzunehmen, daß unmäßiger Alkoholgenuß ö:e Sobeä- ursache war. Ilm einen Raubmord Hand lt es sich —! « ■ ■ liMIIIH ■ -I । -■II <-■ --- aut feinen Fall, beim die .Fechtpfennige", über 30 Mk., waren noch vorhanden. e 11 lr. ch stein, 6. Rov. Hier finden an sämtlichen Abenden dieser Wvch. E v a n g e I i • sationSvorträge statt. Die Leitung hat Pfarrer Kornmann, der mit den Dorträgen hn Verein mit anderen Herren eine sehr anerkennenswerte Arbeit leistet. L Unter-Seibertenrod, 6. Rov. 3n unserem erst 40 3alfee alten Schulhaus ifl das gesamte Balkenwerk vom Wurm zerfressen und morsch Man schreibt das dem Umstande zu, daß zum Bauen Wmdlallhvlz, oder im Soft ges Hlagenes Holz verwendet wurde. Da das Schulhaus ein Holzhaus ist. dürste das Morschwerden des Gebälkes in den nächsten Jahren eine Repaixttur von Gruird aus 7rotw«ckng machen, die für unsere kleine Gemeinde namhastc Kosten vcruriachTN wird. 3n der Rachbargemernde Ober-Ohmen macht sich am Dachstuhl oet. Schllhaufes derselbe Mißstand bemerkbar. Bei einer Reparatur des Daches im letzten Sommer wurden einige ganz morsche Dalken entfernt Mair hofft, die große Reparatur noch eimge Jahre binaus'chieben zu können. ld. ÄuS dem vorderen Dogelsberg, 6. Rov. Die von der Landwirlscha'tSkammer, den LandwirtschaHSämtcrn und den Obst- und Garwn- bauvereinen seit Jahren betriebene Aufklärungsarbeit beginnt doch allmählich Früchte zu tragen, denn das Obstbaumpflanzen wird hierzulande in den meisten Fällen sachgemäß durch- geftihrt. Rur für unsere Klima- und Bodenverhältnisse passende Sorten aus Gegenden mit ähnlichen WachstumsbedingunL^n werden gesetzt. An Stelle des gegrabenen BaumlochS mit feinen glatten, den Saugwurzeln nur schwer bas Eindringen ermöglichenden Wänden tritt immer mehr das gesprengte Pflanzloch, das nach allen Seiten aufgeloderten Boden aufveist. Da die meisten älteren Zwetschenbäume ein Opfer des Frostwinters 1923 24 zu werden scheinen, wendet man auch der Rachzucht dieses Baumes größere Aufmerksamkeit zu und pflanzt nicht einheimische entartete Setzlinge, sondern aus Baumschulen bezogene bessere Sorten. Kreis Alsseld. 3 Homberg a. d. Ohm, 6. Nov. Dieser Tage war hier billiges Kraut zu haben. Ein Händler aus Schweinsberg zahlte nicht die Fracht deS Wagens, und deshalb wurde auf Antrag der ©ülcrabfcrtigurtg Homberg die Ladung meistbietend öffentlich versteigert. Der Zentner Weis-kraut kostete 40 Pf.. Rotkraut 80 Pf. L Mücke. 6. Rov. 3n unferm Efei.ien Ge> meinwesen hat in diesem Jahre eine r c g e a u- tätigleit geherrscht Es sind drer schmucke Reubauten entstanden, ferner wurde ein größerer Umbau vor genommen. Durch die Deutsche Bau- und SiedlungSgernrinschaft, Sih Darmstadt, wurde auch ein schmuckes Einfamilienhaus errichtet, an dem eine Steintafel mit entsprechender Zuschrift prangt. Gegenüber ist ein stattliches Geschäftshaus erstanden. I Ruppertenrod, 6. Nov. Eine bedeutsame Kulturarbeit hat bc*- Kreis Alsfeld in diesem Jahre geleistet. Die wichtige Land- ftrafjc Grünberg — Ulrichstein wurde von der Kreisgrenze zwischen Unter-Seibertenrod und Ober-Ohmen bis m den Kammerwald, in der Nähe von (Brünberg, gewalzt, wozu ein halbes Jahr gebraucht wurde. Diese Strecke ist rund 11 Km. lang. Unter bedeutendem Kostenaufwand hat der Kreis die schöne, breite Straße in bester Weise Herstellen lassen. Leider mußten die Walzarbeiten wegen der vorgeschrittenen Jahreszeit und wegen Geldmangels jetzt eingestellt werden, so daß noch eine etwa 14 Km. lange Strecke bis zur Kreisarenze bei Lehnheim im nächsten Jahre zu walzen ist. Dies soll gelegentlich der Herstellung der Straße Mücke—Homberg geschehen. Die jetzt beendeten Arbeiten standen im Zeichen der produktiven Erwerbslosen- f ü r s o r g c, hatten doch etwa 20 Erwerbslose aus den näheren Orten für längere Zeit lohnende Beschäftigung, ungerechnet die Arbeiter, die im Keilschen Steinbruch in Ober-Ohmen bei der Herstellung des Straßenschotters Arbeit fanden. Im nächsten Jahre soll die Straße geteert werden, was im Hinblick auf die große Staubplage äu begrüßen ist. = Ober-Ohmen, 6. Nov. Bei der heutigen Trcibiagd im Ober-Ohmer Jagdrevier Nord kamen 5 Rehe, 11 Hasen, 2 Füchse und ein Dachs zur Strecke. — Bon jeher war es hier üblich, daß zur Beschotterung her (Bemeinbeftra- ßen und - wege Feldsteine, welche die Landwirte von chren Grundstücken cmsuhren, in zerschlagenem Zustande verwandt wurden. Die Art der diesjährigen Bedarfsdeckung macht hiervon erftmalia eine Ausnahme, da das Ober-Dl) m er B a sa lt- werk die Steine, die in ihrer Härte von den Feldsteinen lange nicht erreicht werden, liefert. — Aus dem Ohmtal, 6. Rov. Der öor- winterliche Saatenst an d unf.'rtr Gemarkungen zeigt em recht erfreuliches B i i d Der Roggen treibt ziemlich rasch. An Einhett- lichkeit des 6tanbe5 kann er nicht übertroffen werben. Keimfähigkeit und Triebkraft beS Weizens sind ebenfalls aufs höchste entwickelt. Dic Wintergerste, die erst seit einigen Jahren hier angebaut wird, hat sich gut herauötzemacht. Ebenso Tft der Stand des Rapses günstig. Kreis Lauterbach. Schlitz, 6. Rov. Der ® cmeinberat beschloß in seiner jüngfton Sitzung die Anschaffung eineS 50 K. B. A- Generators für bas Elektrizitätswerk. Für die Banda r l e h e n , die der Baugenossenschaft und der Heimstättenbaugefellschaft gewährt worden sind, wurde der Zinsfuß mit Rücksicht auf die allgemeine ZinSsenkung um 1 Prozent ermäßigt. Für ein Zweifarnilienwvhnhaus für Staatsbeamte. mit dessen Bau der Staat kommendes Frühjahr beginnen wird, wird die Stadt einen Bauplatz zur Beifügung ftetlen. Zur Abstellung des Bettlerunwesens wurde die Einführung von sog. Wohlfahrtsscheinen beschlossen, wie sie auch in anderen Städten schon mit Erfolg angewandt werden. P. Schlitz, 6. Rov. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Bo lkSp artet, die annähernd 100 Mitglieder zählt, nahm in ihrer letzten Versammlung die Reuwahl des Bor- standes vor, welche folgendes Ergebnis hatte: Bvrsitzender Fabrikdirektor Haag, Schriftführer Rentmeister Frick, Rechner Lehrer Sommer. Zum erweiterten Borstand gehören die Herren: Schreinerrneister 2. Paul, Kaufmann Fr. Hinkel, Arbeiter M. Wildner, Schuhmacher- meister H. Becker, Landwirt und Mühlenbesiher W. Bernhardt, Schreinerrneister H. Schaub. Außerdem gehören irod) zum Gesamtvorstand Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Dr. Riepoth und die zur Partei sich rechnenden Mitglieder des Gemeinderats. — Unter Kirchengesangverein hat in der letzten Zeit unter Leitung seines Dirigenten, des Lehrers W e g e I, einen sehr erfreulichen Aufschwung genommen. Oft doch die Zahl der aktiven Sänger auf über 60 gestiegen. Die Verlegung der allwöchentlichen ilebungsftundc aus einem ziemlich ungeeigneten Schulsaal in den kirchlichen Ge- merndesaal wurde mit Freuden begrüßt. Welcher Sympathie der Verein sich in der Gemeinde erfreut, beweist die Tatsache, daß auf einen Aufruf hin ihm die Mittel zur Anschaffung eines neuen Harmoniums sofort zur Verfügung gestellt wurden. — 3m Gemeindesaal wurden an zehn Abenden fortlaufend Evangelisations- versammlungen durch den Evangelisten Wiegand aus Treysa abgehalten, die unter Mitwirkung der Pfarrer bei starkem Besuch einen sehr eindrucksvollen Verlauf nahmen. Volksbildungstagung in Friedberg. sf. Friedberg, 6. Nov. Die über ganz Deutschland verbreitete Gesellschaft für Volksbildung hatte auf Freitag nachmittag zu einem Dolksbildungstag in dem großen Hörsaal des Polytechnikums eingeladen. Die Versammlung war stark besucht, besonders von Lehrern aus Friedberg und der Umgebung. Der Zweck der Gesellschaft ist, „die Bevölkerung des Deutschen Reiches mit Bildungsstoff und Bildungsmitteln zu versehen, um sie in höherem Grade zu befähigen, ihre Aufgabe im Staat, in der Gemeinde und Gesellschaft zu verstehen und zu erfüllen". Der Geschäftsführer der Gesellschaft, I. Tews, Berlin, entwickelte in zweistündigem Dortrag in geistvoller Weise die Ziele und die Arbeit, die zu diesem Zweck bisher geleistet worden sei. Mit Bedauern sei fest- xufteöen, daß die Zahl der einschlägigen Vereine bis letzt noch viel zu Nein sei; in nur etwa einem Zehntel der deutschen Städte und Orte seien derartige Vereine vorhanden. Dann streifte der Redner die verschiedenen Arbeitsgebiete, besonders das Vor- tragswcsen, von dem er verlangte, daß das Stoffgebiet dem Verständnis der Hörer angepaßt und klar, wahr und einfach fei. Jedes politische und konfessionelle Moment sei aus der Tätigkeit des Vereins ausgeschloffen. Dk Volksbildung solle im Dienste der ganzen Volksgemeinschaft stehen und nicht im Dienste einer Partei. Die Anlegung von Volksbüchereien werde von der Zentralstelle auf das lebhafteste unterstützt , im Jahre 1925 26 überließ Me Gftechchaft über 173000 Bände an 10 000 Volksbüchereien. Zum Schluffe gab der Vortragende noch prafri-'che Anleitungen über die Bildung und das Arbeitsfeld eines Vereins, dessen Bestrebe^ stets dahin gehen mäste, seinen Mitgliedern Stunden einer remen und edlen Freude zu bereiten. 3n der Aussprache stellte Schulrat Scherer. Offenbach, i och fest, daß die Gesellschaft für Volksbildung s. Z. in Darmftabt gegründet worden fei, und unser engt res Vaterland deshalb als deren öeburteftälte zu betrachten fei. Der Leiter der staatlichen Zentralstelle für Volksbildung in Hessen, Schulrat Has ° finger, Darmstadt, berichtete noch über die Tätigkeit dieser Stelle, die stets bereit sei, in allen Fällen beratend zur Seite zu stehen. Der Vorsitzende der Versammlung, Direktor Prof. Di. Schäfer, sprach zum Schlüße dem Redner den Dank für seine vortrefflichen Worte aus. Starkenburg. WSN. Groß-Gerau, 7. Nov. Am Samstag- morgen geriet auf der Landstraße zwifejen Groß-Gerau und Nauheim ein Auto aus Bensheim, das mit Zuckerrüben beloben war, i n Brand. Kaum hatte der Lenker den Wagen zum Stehen gebracht, als eine hohe Stichflamme aufschlug, die die Drähte der Teiegraphenleitung durchichmelzen tteß. Infolgedessen stürzte ein Mast der Leitung um. Das Auto verbrannte mit seinem Inhalt völlig. Durch den Brand , wurde eine längere Verkehrsstörung verursacht. — 1 Am Samstagabend ereignete sich auf dem Hofe der hiesigen Zuckerfabrik ein schwerer Unfall. Beim Zusammenschieben von Güterwagen geriet der 39 Jahre alte Arbeiter Peter Anthes, Vater von fünf Kindern, zwischen d i e Puffer und wurde sofort zu Tode gedrückt. WSN. Messel, 7. Nov. Der etwa 40 Jahre alte Zimmermann ©ermann fuhr am Freitagabend in der Dunkelheit mit dem Rade von Darm stadt nach Messel. Unterwegs geriet er, anscheinend durch das Licht eines vor ihm fahrenden Fuhrwerks geblendet, unter dasselbe und erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald nach seiner, Einlieferung in seine Wohnung verstarb. Rheinhessen. WSR. Mainz, 7. Rov. Wie verlautet, sollen sich die Beträge, die der vor einigen Tagen aus seinem Amt sristlos entlassene Direktor Wilhelm Weitzel des hiesigen Ein- quartierungsamtes veruntreute, auf viele Tausende von Mark belaufen. Weitzel bezog ein Gehalt von 700 Ml monatlich. Da et sowohl tote feine Frau aus begüterten Familien stammen, ist es rätselhaft, wo baß Geld hingekommen ist. Der Stadt entsteht kein Schaden, ’ba Deckung vorhanden ist. Preußen. Kreis Marburg. sch. Marburg, 6. Rov. Die Lage des Arbeitsmarktes im hiesigen Bezirk hat sich in den letzten Wochen nicht wesentlich verändert. Am Schluß des Monats Oktober waren noch 1056 (Ende September 1019) männliche und 254 (231) weibliche Arbeitssuchende gemeldet. Crwe bslosen- unterstühung bezogen 529 (505) männliche und 46 (49) weibliche Personen. Die Zahl der Rot- standsarbeiter ist bedeutend zurückgegangen. 3m Lause des Monats- wurden in der Stabt Marburg zwei Rotstandsarbei:en (Kanalisations- arbeiten) beenbet und über 60 Arbeiter entlassen. die Rotstandsarbeit Lahnregulie- r u n g bei Fronhausen geht ihrem Ende entgegen. Es sind bei dieser Arbeit gegenwärtig noch 100 Mann beschäftigt: weitere Rotstandsarbeiten, die eine fühlbare Erleichterung des Arbeitsmarktes mit sich bringen würden, sind leider im laufenden Jahre nicht mehr zu erwarten. Kreis Wetzlar. • Wetzlar, 8. Rov. Zu bent Bericht über die Renovierung der Außenseiten unserer Franziskanerkirche (Är. 260 des „Gieß. Anz." vom 5. Rov.) ist berichtigend mitzutrilen, daß die Dausumme nicht 30 000 Mark, sondern etwa 14 bis 15 000 Mark beträcft. Das große Würfelspiel. (Martina IBilcmar.) Roman von Franz I a d e r Kappus. 36 Fortsetzung Jladjöruif verboten „Arbeiten," murmelte Kreuth, „arbeiten. Es müßte harte Arbeit (ein; etwas für die Hände, etwas, das jo müde macht, daß man abends wie tot in dos Bett fällt. Das könnte ich wohl. Das vielleicht allein." „ , , „Es gibt so etwas", sprach Martina zuversichtlich. Längst hatte sie beschlossen, Benno vor-uschlagen, was Heddenhausen ihr geraten hatte. Uno kurz berichtete sie, wovon die Rede war. „Droschkenchausfeur?" Darauf war Kreuch nicht gefaßt gewesen. „Wäre nicht eben das das Richtige? „Vielleicht", sagte Kreuth und überlegte. Martina öffnete ihr Täschchen. . Ganz bestimmt, Benno. Hier hast du Hedden- ha '.ms Adresse und Teftphon. Gehe gleich morgen zu hm hinaus. Er Hilst uns sicher." Schweigend fujritten die zwei nebeneinander. Fest setzten sie die Füße. Die Zukunst hatte das Wort, kleine, noch nebelhafte Bilder sprangen auf, reihten sich zu einem Film, rollten ab und gewannen zages, scheues Leben. Andere stürmten darüber und verwischten die ersten. 2lbcr was blieb, war ein Isises Gingen im Herzen, ein frohes Befreitfein von schwerer 'Saft. Bor dem hohen Gittertor wollte Kreuth Martina an r ch ziehen Doch sie stemmte die Arme an feinen ßeib „Martina!" „Nicht", sprach sie still. Auf einmal wehrte sich alles in ihr gegen Bennos Zärtlichkeit. Tat das nur die Nähe des Krankenhauses oder {tteq der Widerstand aus ihrer Seele auf? Sie wußte keine Antwort. „Auf morgen also, Martina." Kreuth küßte ihr beide Hände. „Leb wohl, Benno." Nachdenklich ging Martina durch die ©eiten.« Pforte. XXVII. Doktor Georg Morell legte die Feder nieder und stand vom Schreibtisch auf. Eine Weile blickte er auf die dicht beschriebenen Blätter hinab, dann begann er mit gesenktem Kopf auf und ab zu wandern. Seine neue Arbeit befriedigte ihn nid)L In keinem Falle durfte er damit vor dem diesjährigen Kongreß in Paris erscheinen. Die interessanten Fälle, die er während der letzten Zeit in Kassel zu Gesicht bekommen hatte, reichten nicht hin, ein lückenloses Bild zu bieten. Mit Recht konnten die Fachkollegen Einwande erheben. Und hier? Hier war noch weniger zu erwarten. Im Krankenhaus Landsberger Allee" biteben die letalen Ausgänge infolge der verhältnismäßig geringen Bettenzahl an sich beschränkt. Was nützte das modern eingerichtete Laboratorium, was frommten die besten Mikroskope, wenn nur unzulängliches Leichenmaterial zur Verfügung stand? Nein: diese Stelle durfte für ihn nur ein Uebergang sein. Er brauchte ein reicheres Betätigungsfeld. Marell zog den weißen Mantel aus und trat ins Freie. Lind wehte die Luft. Ein grüner Hauch fchim- ! mertc von den Beeten. In ihren blauen Kitteln | rekelten sich Kranke und Rekonvaleszenten auf den Lanken. Schon hatte die Sonne heilende und ftär« lende Kraft. Hoch warf der Springbrunnen seine funkelnde Soule. Es war der erste wirkliche Früh- lii'gstag. Aus dem Verwaltungsgebäude kam Marttna. „Guten Tag, Doktor Morell." Zur Hälfte waren ihre Augen geschlosien. Die leuchtenden Kieswege blendeten. „Guten Tag. Fräulein Wilcmar." Morell lächelte. „Wie pünktlich wir immer sind." Die Uhr unterm Dadiranb des Mitteltraktes schlug zwei. „Unsere Zeit", sagte Martina unbefangen. Tief holte sie Atem. Eine Freude war es, die herbe, wurzfee Darme in die Lungen zu saugen. Das durchrieselte den ganzen Körper unb prickelte wohlig im Blut. Oyne Grund lachte Martina auf einmal. „Gehen wir also." Seit Wochen speisten Morell unb Martina zusammen. Die kleine Wirtschaft jenseits des Viadukts paßte ihnen gerade. Immer fand man noch einen freien Tisch, immer wurde man rasch bedient, immr war das Gedeck zu einer Mark achtzig gleich schmackhaft. Bei Vater Abel mußte jedermann zufrieden sein. Nicht leicht waren die zwei stillen Menschen aus sich herausgeganaen. Die Anatomie des Kranken- Hauses hatte die Anknüpfungspunkte ergeben. Schon nach den ersten Tagen kannte Martina .eben Winkel des weitläufigen Komplexes. Aber auch die Anatomie wollte sie sehen. Morell zeigte ihr bereitwillig sein Reich. „Jetzt gehören Sie jo zu uns, Fräulein Wils- mar. Auch sonst wird es Ihnen nicht schaden, wenn sie da ein wenig hineingucken." Beklommen trat Marttna über die Schwelle. „Sie müssen vergessen, daß es tote Menschen sind, an denen ich hier Herumschneide", sprach Morell ernst. „Eigentlich gibt es ja keine toten Menschen." „Weil die Seele weiterlebt?" „Unb ber Leib." Morell öffnete die nächste Tür. „Vom Leib wissen wir es bestimmt. Von der Seele nehmen wir es nur an. Aber wahrscheinlich läuft bas auf dasselbe hinaus." Martina schültefte den Stopf. Ihre großen Augen [trieben umher. Ein fremder Geruch legte sich schwer auf die Brust, Hohe Regale zogen sich die Wände entlang. Da und dort standen etikettierte Glasgefäße mit Heller oder dunkler Flüssigkeit in den Fächern. Rätselhafte Gebilde schwammen darin. „Das verstehe ich nicht, Doktor Meorell", gestand Marttna aufrichtig. Morell trat an bas Tischchen beim Fenster und spannte ein Präparat aus dem Mikroskop. „Dieses winzige Stückchen zum Beispiel: bis gestern hat es gelebt." Martina hob sich auf die Fußspitzen. „Was ist das?" „Ein Porttkelchen Milzüberzug. Von einem Toten natürlich." Marell lächelte in seiner verhaltenen Art. „Auch heute würbe das Stückchen M'lz- überzug noch leben, wenn ich nicht Haft geboten hätte." . Wieso leben, Doktor Morell?" fragte Martina gespannt. Nicht bas geringste Unbehagen spürte sie. „Gemeinhin sagt man verwesen," erklärte Morell. „Aber die Verwesung ist nur eie andere Art Leben. Wenn ein organischer Körper stirbt, gebiert I Groß-Rechtenbach, 6. Rov. Der Herbst bringt uns dem Zeitpunkte näher, wo die Gemeinden >n ihren Waldungen dasHolz für das laufende Wirtschaftsjahr fällen lassen. Gestern fand hier die Vergebung der Holzhauerarbeiten an die Akkordanten der einzelnen Gemeinden statt. Die geforderten Fällungskosten bewegen sich ungefähr *n derselben Höhe, wie im Vorjahre. Es wurden gefordert für den Festmeter Nutzholz 1,80 bis 2,20 Mark, den Raummeter Derbholz 2 bis 2,50 Mark, Stangen 4. bis 8. Klasse 4 Mark für 100 Stück, Stockholz 3 bis 3,50 Mark je Raummeter, der Raunimeter Reiser (100 Wellen) 0,60 bis 1 Mark, ausgearbeitete Reiser 0,20 Mark je Raummeter, Rückerlohn für den Festmeter Nutzholz 0,30 Mark und den Festmeter Eichen 1,20 Mark. Die Akkordanten erhalten durchschnittlich eine Entschädigug in Höhe von 2 Prozent der Fällungskosten. Dillkreis. WSN. H a i g e r, 7. Noo. Der Buchhalter Werner Bauer aus Haiger suhr bei Weidenau mit seinem hell erleuchteten Motorrad in ein ohne Licht fahrendes Fuhrwerk. Der Zusammenstoß war so stark, daß der Mann vom Rade geschleudert, überfahren und so schwer verletzt wurde, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Maingau. WSR. Frankfurt a. M, 7. Rov. Gestern nachmittag 4 Uhr stürzte sich an der Alten Drücke ein älterer Mann in selbstmörderischer Absicht in den Main. Vorher hatte er sich mit einem Stiiet einen tiefen Stich in irte Herzgegend beigebracht. Ein Fischer rettete ihn aus dem Main, und die Rettungswache brachte ihn noch lebend ins Heiliggeisthospital. — Freitag abend gegen 7 Uhr brachte sich der etwa 30 Jahre alte Lischlergeselle Gottlieb Single aus der Töngesgasse, der seit längerer Zeit arbeitslos war, mehrere Messer st iche in Hals und Drust bet und stürzte sich dann in einen Weiher in den öffentlichen Anlagen. Er konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Allgemein wird angenommen, daß der Mann, der als fleißig und ordentlich geschildert wird, den Tod gesucht hat, weil er trotz aller Bemühungen keine Arbeit finden konnte. - 3n einem Hause in der Westendstraße stürzte am Samstag mittag, als die Familie gerade das Mittagessen ein- nehmen wollte, plötzlich mit furchtbarem Krachen eine Verbindungswand ein, wodurch die in_ dein Zimmer aufgestellten Möbel uflv. fast völlig zerschlagen wurden. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Durch den Einsturz hat sich im ganzen Hause eine Senkung bemerkbar gemacht, so daß Gefahr für den Einsturz des ganzen Hauses besteht. Dev angerichtete Schaden ist sehr beträchtlich. Beisetzung des Landeshauptmanns Dr. Woell. WSR. Wiesbaden, 7. Aovember. 3m Siyungssaale des Landeshauses fand gestern mittag eine Trauerfeier für den vor einigen Tagen in Frankfurt verstorbenen Landeshauptmann für ben Regierungsbezirk Wiesbaden Dr. Wöll statt. Eingesegnet wurde die Leiche durch den Bischof von Limburg Dr. Kilian. An der Bahre sprachen der Vorsitzende des nassauischen Kommunallandtages Hopf- Frankfurt a. M.. der die kommunale Tätigkeit des Verstorbenen in Frankfurt schilderte. Stadtrat Dr. Lutsch- Frankfurt a. M., welcher besonders sein Wirken auf dem Gebiete des Fürsorgewesens, der Lahnkanalisierung und der Meliorationen im Westerwald würdigte, Oberpräsi- dent Dr. Schwär der -Kassel, der die Mitarbeit des Verstorbenen in schwerer Zeit am Wiederaufbau des Staates hervorhob und Landesrat K r a n z b ü h l e r, der für die Beamten- und Arbeiterschaft Abschied von dem Toten nahm. Unter den Klängen des Chopin- schen Trauermarsches wurde dann die Leiche aus dem Saal getragen und auf dem Südfriedhof beigesetzt. .Zur Vorbereitung der Autostraße Hamburg - Frankfurt - Basel. WSR. Frankfurt a. M., 6. Aov. Rach- dem in der Sitzung am 11. September die Gründung eines Vereins zur Vorbereitung der Auto st raße Hamburg — Frankfurt—Basel beschlossen wurde, fand heute im Rathaus unter dem Vorsitz von Stadtrat Dr. Schlotter und Oberbaurat Uhlfelder die Gründung des Vereins statt, der den Rainen „Hafraba e. V." mit dem Sih in Frankfurt a. M. erhielt. Als Mitglieder traten sofort bei die Länder Baden und Hessen, Provinzialverbände fast aller an der Strecke liegenden ßänber, eine Reihe von Handelskammern, Verkehrsvereine und Verbände aller Qkt, Privatgesellschaften usw. Der vorbereitendS'-Arbeits- ausschuß, dem der Dank der Versammlung für seine ersprießliche Tätigkeit ausgesprochen wurde, wurde auch einstimmig zum Vorstand gewählt. Dieser seht sich aus folgenden Herren zusammen: Oberbaurat Decker (Kassel), Regierungsrat Dr. Krebs (Darmstadt), Geheimrat Prof. Dr. O h e n (Hannover), Oberbaurat Uhlfelder (Frankfurt a. M.), Oberregierungsral Dr. Zierau (Karlsruhe). Zum Vorsitzenden des Vorstandes wurde Professor O h e n (Hannover) bestimmt. Den Dor- sih des Verwaltungsrats und der Mitgliederversammlung führt statutengemäß der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M. TragischesEndeeinesThepaares WSR. Marburg, 6. Rov. Der auf einer Reife durch Deutschland begriffene Leiter eines russischem Trusts, Direktor Oskar Krämer aus Moskau, und seine Frau Helene sind kürzlich chast Frankfurt. Set Union n.»(9...... chohiabrik Herz....... Sichel. Zellstoff Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckeriabrst Waghäusel > - . Sdjinß. Kars 1-Ubr. fturt Schluß. Kur» Anfang Kurs 6. 11. 8- 1L 6. 11. 8. 11. 6.820 0.853 0,8105 0,855 — — 0,79o5 0,80 — 0,77 0.81 0,90 0.90 0,925 0,48 0.48 0.76 0.7705 0.8175 0,73 — — 0,75 — — 0,75 — 0,71 —- 95 — —> — — —» —- 18,95 18.8 18,5 _ 48.75 49,25 267 284,75 270 283 196,75 201,5 196.75 200.5 269.5 273’ 270 272 192 195,5' 193,75 192' 112 179.25 183,9 179,5 182.5 184 181,75 182.5 185 157 165 159,5 161,5 — 8/25 8,25 8.6 75 —- — 180 — 179.5 179,75 122 122,75 122,25 122,75 — — _ 177 182.75 180 179.5 180.25 183 182 183 199.5 199 199 198,5' 160 158 5 159.5 160' 169,75 167 167 167.5 80 80,75 80,75 82,75 108 — 108 107,25 143 140.5 142 141,7’ 204 204,75 205,25 205 183,75 184 182 183.75 —- 100 154 151 - 153 186 189,75 185 189,4 178.5 180 177,5 189 | 82 — _ 134.75 1 161 160,13 162,9 — — 101) _ — —— 371 373 471,75 374 150,5 150 150 153 — 70 145,9 147 148 189,5 191,75 171,75 172.75 170.4 170,5 168 169.5 166,5 168,5 113 111 — 156,25 158.5 156.5 157,5 210 210 209,75 210,75 117,9 114 117 115,5 103.75 104.9 103,5 105,25 35.75 — — 58,5 — 58.25 — - — 47,75 — — — _ 52.25 — — — 184.75 187,75 — 122 —* 122 — — — —— — 6 _ 218 219 218.9 219,5 91 91 92.62 111,5 112,25 113 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt cu M. Telegraphische Auszahlung. 6 Novbr- 8. Novbr. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Wcld Brief Amst--Roll 168,03 168,45 168,17 168,59 Buen.-Aire« 1.707 1,711 1,709 1.713 Brff.-Anttv 58,53 104,82 58,67 58,58 58,72 Thristiania. 105,08 104,82 105,08 Kopenhagen 111.80 112,08 111,90 112,18 Stockholm - 112,19 112,47 112,24 112.52 HelfingforS. 10,569 10,609 10,572 10,612 Italien. . 17,9.3 17.97 17,70 20,386 17,74 London. . 20,374 20,426 20,438 Neuyork . . 4,2035 1.2135 4,206 4'216 Paris. - . 14,01 14,05 13,82 13,86 Schweiz . . 81,09 61,20 81,05 81,25 Spanien . 63,42 63,58 63.32 63,48 Japan . . . 2,064 2,568 2,067 2,1471 'Hio de gan. Wien In D-- 0,574 9.576 0.576 9.578 Cefi. abgest 69,26 69,40 69,30 59,44 Prag .... Belgrad . . 12,447 12,487 12,457 12,497 7,405 o,895 7,425 7,415 7,435 Budapest. • 6,915 6.90 5,92 Bulgarien 3,032 3,042 3,037 3,047 Lissabon 21,525 21,575 21,525 21,575 Danzig. - Konstantin. 81.48 81,68 81.49 61,69 2,095 2.105 2,115 2,125 tzltben 5,19 5,21 5,24 5.26 Canada. . . 4,207 4,217 4.209 4.219 Uruguay . - 4,165 4.175 4,175 4,185 Banknoten. Berlin, 6 Novbr (Mb Brief Amerikanische Note» ..... 4,189 4,209 Belgische Noten ....... 58,37 58.67 Dänische Noten . . ..... 111,47 112,03 Englische Noten........ 20,34 20,44 Französische Noten . ..... 14,09 14,17 Holländische Noten . . 167,66 168,50 Italienische Noten ... . , 17,88 17,96 Norwegische Noten ...... 104,49 105,01 Dcutsch'Oesterr., a 100 Kronen 59,07 59,37 Rumänische Noten ... . . 2,245 2,285 Schwedische Noten..... 111,89 112,45 Schweizer Noten...... 80,75 81,15 Spanische Roten....... rschechoslowalische Noten . . 63,19 12,412 63,58 12,472 llnoarische Noten . . ... 5.855 5.895 frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 8. Nov. Auftrieb: 1409 Rinder, darunter 369 Ochsen, 48 Bullen, 680 Kühe, 312 Färsen: 297 Kälber: 349 Schafe: 3328 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete. höchsten Schlachtwerts: jüngere 57 bis 60 Mark, ältere 57 bis 58; sonstige vollfleischige 48 bis 53; fleischige 45 bis 47. Bullen: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 49 bis 55; sonstige vollflei- schige oder ausgemästete 44 bis 48 Kühe: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 49 bis 54; sonstige vollfleischige ober ausgemästete 42 bis 48; fleischige 32 bis 41; gering genährte 22 bis 30. Färsen (Kalbinnen, Jungrinoer): vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts 55 bis 60; oollflei- schige 48 big 54; fleischige 40 bis 47. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 75 bis 80; mittlere Mast- und Saugkälber 68 bis 74; geringe Kälber 58 bis 67. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- Hammel (Weidemast): 40 bis 44; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 33 bis 39; fleischiges Schafoieh 25 bis 32. — Schweine: Fettfchweine über 300 Pfund Lebend- , gewicht 80 bis 83; vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 80 bis 83; von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 81 bis 83; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 79 bis 82; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 78 bis 81; Sauen 70 bis 75 Mark. Marktverkauf: Geschäft in Rindern und Kälbern ruhig, in Schafen und Schweinen ausverkauft. Es wird ausverkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Rov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,50 bis 29,75 Mk.: Roggen, inländischer, 24 bis 24,50; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26,50; Hafer, inländischer. 20 bis 20,25; Mais, gelb, 19,75 bis 20; Weizenmehl. inländisches, Spezial 0, 42 bis 42,75; Roggenmehl 35 bis 36; Weizen- und Roggenkleie 11,25; Erbsen 45 bis 80; Linsen 50 bis 90; Heu, süddeutsches, gut, trocken, 7,75 bis 9,75; Weizenstroh, drahtgepreht, 4,25 bis 5; Roggenstroh, geb., 3,75 bis 4; Treber, getrocknet, 17,25 Mk. Tendenz: Stetig. Büchertisch. — Reue Frauenkleidung und Frauenkultur. 11. Heft. Verlag G. Braun G. m. b. H. Karlsruhe. — Das Rovemberheft der „Reuen Frauenkleidung" bringt vorwiegend Festkleider für Rachmittag und Abend aus süddeutschen Modewerkstätten, Stuttgart und München. Es ist erstaunlich, wie die moderne schlanke Linie immer wieder abgewandelt wird, wie die Kleider durchaus eigenartig und doch modern und elegant wirken. Reizende Kinderkleider und -mäntcl, Handarbeiten in einfachen und schwierigen Stick- arten und einzelne kunstgewerbliche Möbel, die der im Stile der Zeitschrift gekleideten Frau den passenden Rahmen geben sollen, vervollständigen die Abbildungen. Gediegene Aufsätze über allerlei die Frauenkultur betonende Themen heben die Zeitschrift über das Rivean einer bloßen Modezeirung weit hinaus. — Daheim. Rr. 6. Das neue Heft atmet bei aller Behaglichkeit, die sein Roman und Guß- manns entzückende Plauderei .Aus schwäbischem ; Winkel" ausatmet, den Geist der Zeit. Ernstes kulturhistorisches Forschen spricht aus Paul Gehs Aufsatz „Tausend 3ahrc Weltgeschichte im Spiegel der Mode". Der Landfrau und dem berufsuchenden Mädchen ist ein Aufsatz mit vielen Bildern über Geflügelzucht gewidmet, Wilhelm Schuster gibt eine ausgezeichnete Rovelle und endlich berichtet sarkastisch ein Aufsatz über den Spvrt- reEoröler. — Eine bewegte Folge aktueller Bilder, drei bilderreiche Seiten mit modischen und praktischen Ratschlägen für die Frau schließen das Heft ab. — Marionetten. Herausgegeben von Alfred Altherr. Mit textlichen Beiträgen von Hans 3elmoli und Rene Morax. Drei Original- Lithographien von Gauchat und Rüegg, drei far-J bige und 30 Schwarz-Abbildungen. Eugen Rentsch Verlag, Erlenbach-Zürich. — Das elegant und großzügig ausgestattete Werk wird für die Bibliothek jedes Theaterfreundes, darüber hinaus jedes literarisch 3nteredierten eine willkommene Bereicherung sein. Denn es knüpft an eine schöne und sehr alte Tradition wieder an, an die Bestrebungen des Grafen Pocci, um nur einen neueren Ramen zu nennen, wirkt wie eine ermunternde 3Huftration zu einer der schönsten Rovellen Storms, wie eine Sammlung farbiger Arabesken zu Kleists geistvollem und tiefgründigen Essay übers Marionettentheater. Auf den Bildtafeln liegt der Rachdruck: Phantasie, Farbengefühl und theatralischer Witz in Bühnenbildern und Figurinen. Das Buch sollte berufen sein, wieder Freude zu wecken an der primitivsten, zugleich kindlichen und tiefsinnigen Form des Theaterspiels. 611 — Orchester von oben. Don Alfred Polgar. 323 S. 8°. Berlin, Ernst Rowohlt Verlag. 1926. — Polgar, der kurz hintereinander drei Bände „Schriften des Krttikers" veröffentlichte, seht hier, was er in seinem Buche „An den Rand geschrieben" begonnen hat. fort, und man könnte sich über derartige Produktionsfähigkeit wundern, wenn man nicht darauf aufmerksam gemacht würde, daß der3nhalt des neuen Bandes eine Sammlung und Auswahl aus früher bereits Erschienenem darstellt. Mit dieser Auswahl hat Polgar — im ganzen gesehen — zweifellos einen glücklichen Griff getan: was zustande kam, ist ein unterhall- sames Buch voller Kleinigkeiten: Skizzen, Feuilletons, Glossen: nachdenkliche, gutbeobachtete, zum Teil sehr boshafte Miniaturen, die Witz und Em- fall und einen oft überraschend zu gespitzten Stil präsentieren. 574 ' Rundfunk-Programm. Dienstag. 9. Rooember: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Ccheir Franck. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.30 bis 7 Uhr: Bortrag von Professor Wilhelm Fechner über f „Kassel von einst". 7.30 bis 8 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8 bis 8.15 Uhr: Englische Literaturproben. 8.15 bis 9.15 Uhr: Gesellige Lieder für drei Singstimmen von W. A. Mozart. 9.15 bis 10.15 Uhr: Frankfurter Lokaldichtungen. Nur 2 Esslöffel von „Seelig’s kandiertem Kornkaffee" brauchen Sie, um einen Liter jenes gesunden und wohlschmeckenden Hausgetränkes herzustellen, das seit 40 Jahren in vielen Familien gern getrunken wird. — Sie sparen also und geniessen durch „Seelig’s kand. Kornkaffee** 1 Pfundpaket nur 50 Pfennig. Winterkur für 4582ss Nervenkranke u. Nervös-Erschöpfte. SpczialLnraneialt Bofheim 1. Taonun bei Frankfurt a M. Prospekte durch Dr. M, Schulze-Kahleyes, Nervenarzt.