* ^oren. b,e Vfe?. neun. ium Vieren ^lpl ?* L s- e fein, L ^Qr. kr r-P°>h.i., Li8r°8°rfi«er “’i'Menfö *> 1««% 7 M.AZ F!chvh»-, B(u^nbc 9iQbeejI ![e Ä^rzkopf ?te Jftt " M * tz gM iiiliiiil® Will*. iiiii’M *riM I. SM 1 liebt rentabel ge> :n und auch N» L muh ble W «er im FrüMk Grünsuilrr en. lelhitter f fit ja^eW merde. Mibt hat ficu giar^ Unter kenne'S lionßluttet als is, Schönebeck t JhremMgut (viele Winter hlen, wenn Sie töoflen- »Kuchen &S& '$S9* 6 °°W itr IM6- , geister, nber«- Nr. 256 Erstes Blatt 176. Jahrgang Zrettag, 8. Oktober 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats.Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanf chlüffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAWiger General-Anzeiger für Oberhesfen druck UN- Verlag: vrühl'sche Univerfitütt-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Sietzen. Zchriftloilung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mnt Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil i.Vertr. H.Bcck, sämtlich in Dießen. Vie yeutschnationalen zur Politik von Choirq. In einem Brief an den Herausgeber der „Tägl. Rundschau", den Abg. Rippler, gibt der deutschnationale Reichstagsabgeordnete und ehemalige Parteivorsitzende Exzellenz Hergt ein klares Resums seiner Hofer Rede, aus dem folgende Absätze besondere Beachtung verdienen: Meine Kritik von Genf und Thoiry lief dann darauf hinaus, daß ich Realitäten vermissen müsse und die übertriebenen Erfolgsdarstellungen bedauere: ich habe aber vorausgeschickt, daß auch wir Deutschnationale bei objektiver Würdigung der Ereignisse folgendes anerkennen mühten: einmal, daß sich der Einttitt Deutschlands in den Völkerbund unter einer klugen und packenden Rede Dr. Stresemanns würdig vollzogen habe, ferner, daß es ein moralischer Erfolg für Deutschland sei, wenn seine Gegner, die zunächst auch bezüglich des Völkerbundes sich nur vom Widerwillen gegen Deutschland hätten leiten lassen, inzwischen sich zu solchem Drängen auf den deutschen Eintritt hätten verstehen müssen, daß ein weiterer, bedeutsamer Erfolg in der Haltung der Neutralen und aller der Staaten läge, die Deutschlands Eintritt wie eine Erlösung betrachtet hätten, daß endlich Genf und Thoiry für die künftige deutsche Außenpolitik gewiß Möglichkeiten dar- böten, wenn diese nur im weiteren Vorlauf von deutscher Seite richtig ausgenutzt und in Realitäten umgewandelt würden, und daß die Kon» ftellation der Staatengruppen innerhalb des Völkerbundes selbst, bei der sich schon starke Veränderungen gegenüber der früheren Struktur herausgestellt hätten, Deutschland vor bedeutsame Aufgaben der Zukunft stelle. Im zweiten Teile der Rede habe ich dann erklärt: Wenn so eine scharfe Kritik zu den Genfer Ereignissen notwendig sei und wir Deutsch- nationalen sie uns nicht nehmen lassen dürften, so dürfe doch solche Kritik nicht zum Selbstzweck werden: man dürfe sie, die vielleicht die bestehenden Gegensätze im Volke nur noch vertiefen würde, nicht verewigen: die Deutschnationalen dürfen für ihre Politik keinen Stillstand, sondern nur ein Vorwärts kennen und müßten sich folgendes vergegenwärtigen: 1. Locarno und Genf hätten von ihnen nicht verhindert werden können: die Tatsache bestehe, daß Deutschland im Völkerbund sei und dort zu arbeiten habe: auch die Deutschnationalen müßten um des deutschen Gesamtinteresses willen auf dieser Basis das Bestmögliche herauszuholen suchen und demgemäß mitarbeiten. 2. Allein komme Deutschland in der Außenpolitik nicht voran: man müsse mit den Auslandalliierten einerseits, Amerika andererseits paltieren, und auch die Deutsch- nationalen müßten sich zur Verständigung, insbesondere mit Frankreich, bereit erklären, vorausgesetzt nur, daß bei solcher Verständigung die Le^eneintereisen Deutschlands und die Würde gewahrt werden: 3. Innenpolitisch habe die Deutschnationale Volkspartei gesehen, daß sie bis auf weiteres allein gleichfalls nicht zu dem erwünschten Erfolge komme: man müsse sich also mit den Rachbarpartcien verständigen, und daraus folge zugleich, daß Brüskierungen zu unterbleiben hätten und man den Weg zueinander nicht durch Richt- verstehenwollen verbaue: 4. Weiteste Kreise des Volkes, vor allem auch die vaterländischen Verbände, feien deS Parteihaders satt: die Parteien hätten selbst das größte Interesse daran, den Eindruck der Einseitigkeit und des Parteiegoismus zu beseitigen. Aus diesen Ges.chtspunlten heraus sei in Köln Dom Deutschnattonalen Parteitage die Ver- ständigungs- und Reg.eruugZbereitschaft, zugleich aber auch die Bereitwilligkeit, auf dem Boden der v. Gahl-Iarresschen Arbeitsgemeinschaft zu treten, verkündet worden. Das sei jetzt die Parole für jeden deutschnattonalen Redner. Richt um eine unwürdige Anbiederung den Mittelparteien gegenüber handele es sich, sondern die Deutsch- nationalen erklärten kraft ihrer Verantwortung vor dem deutschen Volke diesem gegenüber, wie sie zur positiven Mitarbeit entschlossen wären und auf Grund der starken und lebendigen Kräfte, die hinter der Partei stünden, eine dementsprechende Regierungsbeteiligung verlangten. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages. Berlin, 7. Ott. (Wolff.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat heute unter dem Vorsitz des Abg. Hergt (Dn.) zu einer Sitzung zusammen. Zur Verhandlung standen der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, die Verhandlungen Dr. Stresemanns in Thoiry und die Vorgänge in Germersheim. Von der Reichsregierung wohnten den Verhandlungen außer Rcichsaußen- minister S t r e s e m a n n , Innenminister Dr. Külz, Reichswirtschastsminister Dr. Cur- ti u s, und Reichs ernährungsminister Has - linde bei. Vom Auswärtigen Amt waren noch Staatssekretär Dr. Schubert und Ministerial- direttor Gaus erschienen. Die Mitglieder des Ausschusses waren fast vollständig erschinen, ebenso die Vertreter der Länder. Rach einleitenden Worten des Vorsitzenden des Ausschusses er- Noch keine Entscheidung im Fall Seeckt. Des Reichskanzlers Rückkehr. - Empfänge beim Reichspräsidenten. Berlin, 7. Oft. (VDZ.) Reichskanzler Dr. Marx, der heute nachmittag in Berlin eingetroffen ist, hat bisher noch keine Besprechung mit dem Reichspräsident en gehabt. Auch ist bis zur Stunde ein Termin für eine solche Besprechung noch nicht vereinbart worden. Die Entscheidung über das Rücktrittsgesuch des Generalobersten von Seeckt dürfte also frühestens morgen zu erwarten sein. Der Herr Reichspräsident empfing im Laufe des Tages Herrn v. S e e ck t und später den Reichswehrminister Dr. G e h l e r. Die beiden Empfänge führen mehrere Blätter auf einen Versuch des Reichspräsidenten zurück, den Konflikt zwischen dem Minister und dem Chef der Heeresleitung gütlich beizulegen. Wie das geschehen könnte und ob dieser Versuch Erfolg gehabt hat, ist nicht bekannt. Jedenfalls sei eine Lösung, die den Rücktritt Dr. Geßlers nach sich ziehen mußte, undenkbar, da ein solcher Rücktritt unmöglich ohne Rückwirkung auf das Gesamtkabinett bleiben könnte. Freitag vormittag wird sich der Reichspräsident mit dem Reichskanzler besprechen und im Anschluß daran dürfte dann die Entscheidung über das Abschiedsgesuch des Chefs der Heeresleitung fallen. Wenn von gewisser Seite ein Zusammenhang der gegenwärtigen Vorgänge mit den Forderungen der früheren Interalliierten Militär - Kontrollkommission konstruiert wird, so ist das, wie die Blätter erfahren, abwegig. Die Stellung Seeckts dem Auslande gegenüber ist im Rovember 1925 endgültig geregelt worden. Die im Jahre 1926 eingelaufene Rote der Kontrollkommission befaßte sich mit der Stellung des Generalinspek- tvrs der deutschen Armee. Sie ging von der irrigen Auffassung aus, daß eine Verordnung von 1919 in dieser Frage noch in Kraft sei. Diese war aber aufgehoben, nachdem Seeckt schon eine Zeitlang sein Amt als Ehef der Heeresleitung geführt hatte. Die Rote war auch in diesem Sinne beantwortet worden. — Die Rach- richt, wonach das Reichswehrministerium die Angelegenheit Münsingen dementiert habe, und daß dieses Dementi falsch gewesen sei, ist, wie die Blätter erfahren, nicht zutreffend. Am Montag vor acht Tagen war die Angelegenheit von den Zeitungen aufgegriffen worden, und der Kommandeur des 9. Regiments hatte zugegeben, daß der Prinz als Manövergast in Münsingen gewesen sei. Der Reichswehrminister hat davon aus der Presse erfahren und sich an den Generalobersten v. Seeckt gewandt, und dieser hatte mitgeteilt, er selbst habe gestattet, daß der Prinz an den Hebungen der Reichswehr in Münsmgen teilnehme. Darin lag ein Verstoß gegen einen Artikel des Versailler Vertrages und gegen das Dienstreglement. Zeitungsschau. Der von seinem Posten als Chef der Heresleitung sck)eidende Generalober st von Seeckt findet auch in der Presse der Linken eine Würdigung, die die großen Verdienste des Generals um die Schaffung der Reichswehr sowohl, wie seine hervorragende Persönlichkeit unumwunden anerkennen. So schreibt Theodor Woff im „Berliner T a g e- b l a 11": „Für die Persönlichkeit des Generals von Seeckt empfand — und empfindet — eine besondere Sympathie auch mancher, der in der Beurteilung militärischer Erscheinungen mehr zum Skeptismus als zur Verhimmelung neigt. Herr v. Seeckt, nach außen hin kalt, fast starr mit seinem Monokel, fast unbewegte Statue, abweisend und unnahbar, gewann in der nichtdienstlichen Unterhaltung diejenigen, mit denen er sprach, durch eine zwanglose, feine und ritterliche Liebenswürdigkeit. Immer blieb jener Eindruck, der sich am besten durch das Wort „Gentleman" wiedergeben läßt. Immer auch der Gedanke, daß ebenso wie diese Ehrenmannsgesinnung überlegende Klugheit und autoritäres Selbstbewußtsein Herrn v. Seeckt verhindern dürften, jemals umstürzlerische Unternehmungen zu fördern ober sich in den Dienst einer in den alten Glanz zurückstrebenden Fürstenfamilie zu stellen. Er hatte, mit der in glänzenden Kriegsvperativnen erprobten Befehlsgeste, die Kappiruppen, die Prätorianer der Lüttwitz und Ehrhardt, zum Abmarsch aus Berlin bewogen, und er hat, wenn später die Dandenverschwörer mit heimlichen Winken an ihn herantraten und ihm, wie die Hexen dem Macbeth, Ruhm und Größe vorgau- Felten, stets das gleiche geringschätzige Achselzucken gehabt. Er hat im Gerichtssaale mit schneidender Schärfe erklärt, daß er den Aufruhr von rechts ebenso wie den von links zusammenschießen lassen würde, und zweifellos hätte er bei jeder offenen Revolte den Staat verteidigt, loyal und energisch seine Pflicht getan. Ihm fiel die für einen Heereschef peinliche Aufgabe zü, die Verkleinerung, den Abbau des Heeres und die vom Sieger vorgeschriebenen Ent- mafsnungsmaßregeln durchzuführen, und wenn man von der freilich sehr trüben Geschichte der Schwarzen Reichswehr absieht, muß man zugeben, daß er mit Umsicht und ruhiger Sachlichkeit auch diese Arbeit vollbracht hat, die vielleicht noch mehr als eine griff sofort Reichsauhenminister Dr. Stresemann das Wort, um über die Verhandlungen in Genf und Paris zu berichten. Die damit zusammenhängenden Spezialfragen sollen nach Mitteilung des Ministers nur gründlich erörtert werden, wenn die Vorberettung in dieser Hinsicht durch Fortsetzung der schwebenden Verhandlungen weiter fortgeschritten sein wird, was voraussichtlich in kürzester Frist der Fall sein werde. Es wurde Heeresvermehrung die Hand und den Blick des Organisators verlangt. Für all das schuldet das republikanische Deutschland ihm Dank." — Die „Frankfurter Zeitung" schreibt: „Cs ist sehr zu bedauern, daß Herr von Seeckt aus einem solchen Anlasse zu seinem Abschiedsgesuche gezwungen wurde. Man hätte wünschen mögen, daß dem hervorragenden Manne ein anderer Abgang beschieden wäre. Die militärischen Leistungen des Generals im Weltkriege und seine große organisatorische Tätigkeit an der Spitze des kleinen Reichsheeres, das er ganz neu aufzubauen hatte, zeigten einen Führer von glänzender Begabung. ttns berührt in diesem Augenblick mehr die Frage, wie Seeckt sich in den sechs Jahren, wo er oberster militärischer Ratgeber der Deutschen Republik war, dieser gegenüber verhalten hat. Für einen überzeugten Republikaner hat ihn noch niemand erklärt und er hat sich wohl selbst nicht als Demokraten betrachtet. Aber seine starke Intelligenz, die auch die politischen Verhältnisse übersieht und die des Herrn Ludendorff so weit übertrifft, sagte ihm, daß es mit der Monarchie und der Hohenzollern- Dynastie jedenfalls in der vor ihm liegenden Epoche nichts sei, und danach hat er sich eingerichtet. Es war natürlich, daß er viel beargwöhnt wurde, aber rückblickend möchten wir glauben, daß er das Bestreben hatte, sich loyal gegen die Verfassung zu zeigen. Im ganzen dürfte seine Meinung zutreffend durch die ihm zugeschriebenen Worte charakterisiert sein: „Den Staatsstreich kann nur einer machen, und das bin ich, ich aber bin nicht dumm genug, um ihn zu machen." Von den Blättern der Rechten schreibt die D. AZ.: Man glaubt annehmen zu müssen — anders wird Seeckts Entschluß nicht gedeutet —, daß der Generaloberst um die vorübergehende Einstellung des Kronprinzensohnes gewußt hat. Riemand begreift, wie der große Politiker der Vorsicht und der Klugheit, als der sich Seeckt stets bewährt hat, in die fatale Angelegenheit verwickelt werden konnte. Er dürste eben dem Ganzen gar nicht die Bedeutung beigemesfen haben, die von der Linken aus parteitaktischen Rücksichten in sie hineingelegt wurde. Durch die Verquickung mit der großen Politik aber wurde die Affäre des kleinen Prinzen zu einer Staatsaktion, die dem obersten Befehlshaber der Reichswehr, da die polittschen Instanzen sie nicht decken konnten, zur Preisgabe seines von den gleichen polittschen Instanzen gegen die immer erneuten Vorstöße der Entente bis heute verteidigten und durchgehaltenen Postens zwang. Man begreift die Haltung des Reichswehr- Ministers und bedauert doch allgemein, außer in den Kreisen, die nicht nur Seeckts, sondern auch Geßlers Sturz erstreben, daß er sich von dem langjährigen Mitarbeiter trennen muß, dessen Verdiensten erst eine spätere Wertung voll gerecht werden kann. Bemerkenswert sind schließlich auch die folgenden Ausführungen des der Deutschen Volkspartei nahestehenden „Darmstädter Tageblatts". Es schreibt: Es ist höchst bedauerlich, daß sich aus dieser höchst belanglosen Affäre eine hochpolitische Angelegenheit entwickelt hat. General von Seeckt hat unzweifelhaft einen Mißgriff getan und sich zu einer unklugen Handlung verleiten lassen, deren Tragweite er sich anscheinend gar nicht bewußt war. Recht eigenartig berührt es allerdings, daß d i e Familie d es ehemaligen Kronprinzen, obwohl sie allen Grund hat, sich Zurückhaltung aufzuerlegen, jetzt einem ihrer Angehörigen gestattete, Dienst in der Reichswehr zu tun, dazu unter Umständen, die, wenn sie bekannt wurden, recht peinliche Folgen haben mußten. Diese Folgen sind nun eingetreten. Sie haben zu einem Konflikt zwischen Dr. Gehler und Generaloberst v. Seeckt geführt. Sie haben zwei Männer auseinander gebracht, die beide sich um den Aufbau unseres Reichsheeres die größten Verdienste erworben haben und gipfeln nun in dem Abschiedsgesuch Seeckts. Jubel in Paris. Die französische Presse zum Rücktritt Seeckts. Paris, 8. Ott. (TTl.) Das Demissionsgesuch des Generals von Seeckt wird natürlich hier als sensationelles Ereignis behandelt. Die Kommentare der Links- und Rechtspresse betonen die hervorragenden Leistungen des Generals in bezug auf die Organisation der deutschen Reichswehr und die Schwierigkeiten, die er den Alliierten in der Entwaffnungsfrage in den Weg zu legen verstanden habe. Seeckts Rücktritt wird naturgemäß von der französischen Presse mit großer Befriedigung begrüß t. Man erklärt, daß derselbe einen Vorteil für die endgültige Durchführung der Entwasfnungsklausel des Versailler Verfolges bedeute. Die offiziell bekanntgegebenen Gründe seines Rücktritts wer- daraufhin eine besonder eSitzung desAus- schusses für die zweite Halste des Monats in Aussicht genommen. An die Rede des Reichsministers des Auswärttgen schloß sich eine längere Aussprache. Rach mehrstündiger Beratung an der sich die Dertteter aller Parteien betei- ligten, vertagte sich der Ausschuß auf Freitag mittag zur Besprechung der Germersheimer Vorfall«. I den angezweifelt. Man vermutet vielmehr, in dem Rücktritt ein Arrangement, das die Durchführung der von Stresemann in Thoiry eingeleiteten Verhandlungen erleichtern feil. Gleichzeitig drückt man die Befürchtung aus. daß Seeckt nur durch die eine Tür hinausgehe, um durch die andere wieder zurück- zukehren. Es fehlt auch nicht an Wünschen, den Reichspräs identen von Hindenburg in die Affäre verwickelt zu sehen. Der „Temps" betont, daß der Rücktritt des Generals auf alle Fälle eine Wendung in der Geschichte der deuttchen Republik bedeute. General von Seeckt habe einen Staat im Staate dargestellt, und Seeckt sei auf seinem Posten als technischer Ratgeber das Herz der Armee und der Schöpfer der neuen deutschen Militärn:acht gewesen. Reichswehrminister Dr. Geßler habe nur die Deckung für das Werk der militärischen Organisation g.bildet, die Seeckt mit seiner seltenen Energie durchgusühren verstanden habe. General Reinhard, der als möglicher Rachfolger Seeckts genannt wird, wird als der beste Republikaner unter den deutschen Generalen bezeichnet. 3n Pariser diplomatischen Kreisen entwickelt man aus leicht verständlichen Gründen die Ansicht, daß dem Rücktritt des Generals von Seeckt keine besondere außenpolitische Bedeutung beizumessen sei. Es handele sich eher um eine innerpolitische deutsche Angelegenheit. Vor Thoiry und vor einem Jahre hätte der Rücktritt des Generals von Seeckt einen ganz anderen Wert gehabt. Jetzt hätte die Persönlichkeit des Oberbefehlshabers der Reichswehr nicht mehr die frühere Bedeutung. Sauerwein kommt im „M a t i n“ zu dem seltsamen Schluß, daß die Demission sowohl Seeckts als auch Severings, die deutsche Regierung von zwei Persönlichkeiten befreie, die ihr hätten lästig fallen fönnen. Sauerwein erinnert daran, daß die Dotschafterkonferenz v. Seeckt, den wahren Chef der deutschen Armee, in seinen Funktionen beschränken wollte, weil die Militärkontrollkommission in ihm einen Gegner gefunden hätte, der mit dem Anschein einer vollendeten Aflichkeit ihre Forderungen bekämpf le. Severing und Seeckt seien die Verkörperung der beiden deutschen Tendenzen, die sich unversöhnlich gegenüberstanden. Ebenso wie den schlechte:! G^undheitszustand Severings bezweifelt Sauer- tvein, daß die Teilnahme des Kronprinzensohnes an den Manovern den wahren Grund für die Demission Seeckts bilde. Es sei vielmehr anzunehmen, daß Generaloberst v. Seeckt ein Hindernis für die deutsch-französische Politik Stresemanns geworden sei. Jedenfalls werde die Kontrolle aufrecht erhalten, weil die Franzosen mit der bisherigen Regelung der Königsberger Befestigungsfrage sehr wenig zufrieden seien. Auch d i e Instruktionsbücher der Reichswehr seien von einem Geist beseelt, der nicht der von Locarno sei. Der Berliner Korrespondent des „3 o u r- n a l" sagt, die Tätigkeit Seeckts nach dein Kriege sei genau die gleiche wie die Scharnhorsts nach Jena. Man müsse sich in Frankreich hüten, an eine plötzliche Sinnesänderung in Deutschland zu glauben. Das „Echo de Paris" will in dem Rücktritt v. Seeckts eine Lösung des Konfliktes zwischen dem alten und dem demokratischen Deutschland erblicken. In Frankreich und anders- wo würden sich viele über die glücklichen Resultate der Politik der Annäherung freuen, die zum Siege der gemäßigten Elemente führe. Man müsse hoffen, daß dies so sei, aber fürchien, daß auch anders kommen könne. Vielleicht se en die Konzessionen, die in dem Rücktritt Seickts lägen, nur gemacht worden, um anderen bedeutenderen auszuweichen. Cs gebe für Deutschland augenblicklich ein offenbares Interesse, ein demokratisches Gesicht zu zeigen. Die Botschasterkonferenz. Paris, 8. Oft. (WTB. Funkspruch.) Rach dem „Mattn" wird die Botschafterkonferenz in einer ihrer nächsten Sitzungen bie allgemeine Frage der kurzfristigen Einstellung in die Reichswehr diskutieren und zu gleicher Zeit auch noch die schwebenden Fragen hinsichtlich der Besatzung von Königsberg und des Statuts für die Schutzpolizei Prüfern Wenn allen diesen Forderungen Genüge geleistet sei, könne alsdann die Militärkontrolle gemäß den Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages auf den Völkerbund übergehen. Zu kurzfristigen Einstellungen in die Reichswehr weist nfan unter Bezugnahme auf die Müns inger- Angelegenheit auf die Art. 174 und 175 dcs Versailler Vertrages hin, die bestimmen, daß Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten, die in der Reichswehr dienen, eine Verpflichtung für 12 Jahre einge hen müssen. Der Zusammenschluß in der deutschen Beamtenschaft. Berlin, 7. Ott. (WTB.) Auf dem 5. Bundestage des Deutschen Deamtenbundes wurde ein Antrag des Gescuntvorstandes angenommen, nach welchem dem Zusammenschluß des Bundes mit dem Gesamtverband deutscher Beamten- Gewerkschaften zugestimmt wird. Ferner wurde beschlossen, den Bisherigen Deutschen Beamten- Bund in dem zu gründenden neuen Bund, der die Dez-eichnung „Deutscher 'Beamten« Bund" trägt, aufgehen zu lassen. Weiterhin wurde einstimmig einer Aenderung des Programms des Deutschen Deamtenbundes zuge- sttmmt. Der erste Absatz unter „Verfassung und Gesetz" soll in Zukunft lauten: „Der Deutsche Beamtenbund steht auf dem Boden der republikanischen Verfassung deS Reiches und der Länder. Gr ist gewillt, im Geiste dieser Verfassung zu handeln und jeder Verletzung mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln entgegenzutreten." -Zum Bundesvvrsihendek wurde der frühere Vorsitzende, Lehrer Flügel, auf zwei Jahre wiedergewählt. Zu Vertretern deS Vorsitzenden wurden gewählt: Schrader von der Polizeibeamtenschaft, Kugler von den Postbeamten, Ehr mann von den Kommunalbeamten sowie OberregierungSrat E h - mann. Zu Beginn der heutigen Sitzung erstattete Bundesvorsitzender Flügel den Tätigkeitsbericht. Der Redner bezeichnete den Deamten- a 6 6 au als einen schweren Fehler. Ein neuer Deamtenabbau im Zeichen der neuen Derwal- tungSreform Dr. Reinholds müsse aufS schärfste bekämpft werden. Tie kürzlich erfolgte älm- bildung der Reichsbehorden durch den Reichs- wirtschastSminifter erfülle die Beamtenschaft mit grober Sorge. Der Redner betonte die Rotwendigkeit, daß die Beamtenvertretungsgesetzgebung die Idee der Selbstverwaltung Bringen müsse. Die Beamtenschaft leide schwer unter der Wirtschaftskrise, auf dem Gebiete der Besoldung sei man feit 1920 nicht wesentlich vorwärts gekommen. Die Organisationspolitik des Deutschen Beamtenbundes werde auch weiterhin von dem Gedanken der Einigkeit getragen sein unter Ablehnung jeder Parteipvlitik und konfessionellen Bindung. Unter großem Beifall wies der Redner darauf hin, daß die Beamtenschaft in schweren Zeiten den Staat gerettet habe. Hilfe für ausgesteuerte Erwerbslose. Berlin, 7.Ott. (TU.) Amtlich. Rach längeren Verhandlungen hat der Reichsar- beitsminister in einem Rundschreiben an die Lander die Grundsätze über die Hilfe für ausgesteuerte Erwerbslose mitgeteilt. Danach werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß die ausgesteuerten Erwerbslosen, d. h. Erwerbslose, die bereits ein halbes Jahr Erve bslo en-Unte.stützung t€,o en, soweit s i e der öffentlichen Fürsorge Bedürfen, eine gleich hohe Unterstützung erhalten, wie die unterstützten ErwerBslosen. Durch engeS Zusammenwirken der Fürsorgestellen mit den öffentlichen Arbeitsnachweisen und durch verstärkte Maßnahmen der Arbeitsbeschaffung soll den ausgesteuerten Erwerbslosen soweit irgend möglich, Arbeit vermittelt werden. Die Bezirks- fürsorgeverbände, denen die Unterstützung ausgesteuerter Erwerbsloser obliegt, erhalten hier- ffir vom Reiche Beihilfen in Höhe von 50 Prozent deS UnterstützungSaufwandeS. Die ursprünglich gedachte Beschränkung der Maßnahme auf Bezirke mit besonders hohen Erwerbslosen und Ausgesteuerten ist aufgegeben worden. Preußischer Landtag. Siedelunqs- und Crwerbsiosensraqen. Berlin, 7.Oft, 12 Uhr mittags. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Bereitstellung von weiteren Staatsmitteln zur Urbarmachung von staatlichen Mooren in den Provinzen Hannover und Schleswig-Holstein. Das Haus stimmt ohne Aussprache der Vorlage in zweiter und dritter Lesung zu. Dann steht ein Gesetzentwurf zur zweiten Lesung, der 40 Millionen Mark Zwischenkredite für Rentengutsgründungen bei der Preußischen Staatsbank bereitstellen will. . Abg. Bös (Sn.) betont, daß für das Siedlungswesen unbedingt mehr geschehen müsse und daß die Siedlungsfrage nicht von parteipolitischen Gesichts- ' punkten betrachtet werden dürfe. Vor allem müsse 7 die Kreditwürdigkeit derer geprüft werden, die Siedlungskredite von Millionen bekommen. Abg. M e i n e ck e (Dem.) erklärt die Zustimmung seiner Fraktion zu der Vorlage. Sehr beachtenswert sei die Forderung der Flüchllingsstedler zur Schaffung von Ausschüssen zur Nachprüfung ihrer wirtschaftlichen Lage. Abg. Stendel (D. V.) ftimmt für seine Partei dem Gesetzentwurf zu. Abg. Schmelzer (Zentr.si Wenn die Siedlungspolittk wirklich Erfolg haben soll, müsse auch die Landwirtschaft wieder rentabel gemacht werden. Abg. Dr. Kaufhold (Dn.) meint, es sei schon längst beschlossen worden, zinslose Kredite für Flüchtlingssiedler zu gewähren. Geschehen wäre aber nichts. Offenbar beständen auch Differenzen zwischen dem Reich und Preußen. Sonst sei es nicht verständlich, daß das Landwirtschaftsministerium offenbar nichts davon wisse, baß von den Preußen durch das Reich bewilligten 50 Millionen Siedlungskrediten 27 Millionen bei der RentenBank Bereit liegen. Ein Regierungsvertreter führt auS: llns ist davon nichts Bekannt, (Höri! Hört! rechts). Wir glauben verlangen zu tonnen, daß dem preußischen Landwirtschaftsminister davon auch Mitteilung gemacht wird. ABg. Peters- Hochdonn (Soz.) wünscht, daß auf dem Anleiheweg eine Milliarde Mark für eine großzügige Siedlungspolitik in Verbindung mit der produktiven Erwerbslosenfürsorge bereitgeftellt wird. Abg. Jakobh-Rasfauf (Zentr.) fordert, daß die Siedlungen so gestaltet werden, daß sie produktiv würden. Die Kredite müssen so bemessen werden, daß sie die Siedlungen nicht erdrosseln. Die Vorlage wird angenommen und auch in dritter Lesung verabschiedet. Es gelangt dann zur Besprechung eine ganze Reihe von Anträgen, die die Erwerbslosigkeit und deren Einschränkung zum Gegenstand haben, -il a. wird gefordert, daß in das Programm der Reichsregierung zur Ausgestaltung der produktiven Erwerbslosenfürsorge das Kanalprojekt Aachen—Rhein und die Regulierung der Riers ausgenommen und daß für ben Ausbau der Lahnkcmalisieruug 1,26 Millionen aus den Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge gewährt werden Ferner fordert ein Antrag den Ausbau des Fischerei- schiffshafens in Reukuhren. Verbunden wird mit der Beratung die Große Anfrage der Sozialdemokratie über die Stillegung und den Abbruch der Zeche „Vereinigte Margarethe" in Sölde. Die Stillegung erfolge aus rein , peiulatinen Gründen. Sie habe 800 000 Mark abgeworfen. Trotzdem sei der Abbruch der Zeche erfolgt. Unerhört sei dieses Verhalten des Stumm-Konzerns. Das rhrin-westfalische Kohlensyndikat habe Bereitwilligst Vorschub geleistet. Ein Negierungsvertreter erwidert, baß ein Son- berkommissar eine Prüfung veranstaltet habe, die ergeben hätte, baß biß Angaben des Stummkon- zerns zur Begründung der Stillegung nicht zu- treffen. Die Zechenverwaltung sei aber bei ihrer Haltung verblieben. Die Regierung werbe alles tun, um eine befriebigenbe Lösung herbeizuführen. Als Abg. Wiebemann (Dn.) in längeren Ausführungen die Notwenbigkeit der Einführung ber Arbeitsbien st pflicht betont, um so bort Erwerbslose einsetzen zu können' wo Arbeitskräfte gebraucht werben, erhebt sich bei ben Kommunisten ein großer und anhaltenber Lärm, unb es werben Schmährufe gegen den Redner laut. Mehrere kommunistische Abgeordnete werden zur Ordnung gerufen, besonders ber Abg. Sobottka (Komm.), ber immer wieder gegen den Redner vordringt, erhält einen zweiten Ordnungsruf und wirb gleich barauf, als er bem Redner zuruft: „Ich bringe nächstens einen Knüppel mit und schmeiße ihn dir in die Fresse!" von ber Sitzung aiisgeschlos - s e n. Er verläßt unter anhaltendem Lärm ber Kommunisten ben Saal. Kommunisten und Deutschnatio- nale bleiben erregt um das Rednerpult geschart, bis nach 5.30 Uhr Präsident Bartels die Sitzung vertagt. Die SIWoffMrke in Chorzow. Eine neue deutsche Note an Polen. Berlin, 7. Oft. (WTB.) Rachdem die deutsche Regierung auf G"rmd deS Urteils des ständigen 3nternationa'en Gerichtshofs im Haag vom 25. Mai 1926 die Rückgabe deS von der polnischen Regierung beschlagnahmten Stickstoffwerkes in Chor- zow (Oberschlesien) verlangt hatte, hat die polnische Regierung es am 9. September a b - gelehnt, Bieter Forderung nachzukommen. Auch waS den Ersatz des Schadens anbelangt, der den Oberschlesischen Stickstoffwe'-ken durch die Beschlagnahme entstanden ist, hat die polnische Regierung nur teilweise und vo^ig unbefriedigende Vorschläge gemacht. Durch das Haager ilrteil ist aber d i e älnzulässigkeit der Beschlagnahme einwandfrei festgestellt worden. Die deutsche Regierung hat deshalb im Oktober nochmals ihre Forderung auf Rückgabe der Chorzowwerke eindringlich wiederholt und der Erwartung Ausdruck gegeben, daß ihren berechtigten Ansprüchen in dieser Beziehung und auf dem Gebiete dec EntschädigungS- frage in kurzer Zeit stattgegeben werden wird. Sie hat zu diesem Zwecke vorgeschlagen, unter Hinzuziehung der Vertreter der erwähnten Gesellschaft und der derzeitigen Direktion der Chorzowwerke eine Kommission zu wählen und alsdann in Verhandlungen einzutreten. England und der Aahltruft. Deutsch-britische Jttduftricllenverhandlunqett. London, 7. Oft. (WTB.) In einem Leitartikel der „Times" über ben kontinentalen Stahltrust wirb das Für und Wider des Beitritts Großbritanniens erörtert. Am Schlüsse heißt es: Wenn auch die verschiedenartigen Auffassungen über bas Trustproblem eine aufmerksame Prüfung und reichliche Erwägung forbem, scheint doch kein entscheidender Grund zu bestehen, daß sich England zur Tilnahme an dem kontinentalen Trust drängen kann. Der englische Eisen- und Stahlhandel ist n i ch t reif für diesen Schritt und nicht fest organisiert. Bevor er nicht im Inland organisiert ist, kann er sich nicht an einer internationalen Organisation cis gleichberechtigt mit höchst organisierten Wettbewerbern beteiligen. Bisher haben die Vertreter des kontinentalen Handels mit Recht darüber geklagt, daß sie keine endgültigen unb bindenden Antworten von dem englischen Handel über Fragen von gemeinsamem Interesse erhalten könnten, nicht einmal auf die Frage, ob er sich an diesem Trust beteiligen wolle ober nicht. Dies zu wissen, genügt für ben Augenblick; allerdings scheint es in bem jetzigen Zeitalter der Massenproduktion und sorg- fältigen unb genauen Organisationspläne in allen wichtigen industriellen Ländern ber Welt wünschenswert, daß die Führer ber englischen Schlüsselindustrien ihre Lage neu erwögen. — An englischer offizieller Stelle legt man Wert auf die Feststellung, baß bie britische Regierung mit ben bevorstehenden Besprechungen zwischen ben Führern ber britisch en unb ber deutschen Industrie Ende dieser Woche nichts zu tun hat. Wenigstens der Teil der Verhandlungen wird auf dem Landsitz des TranSportministers Ashley stattfinden. der jedoch nur als Privatmann an ihnen beteiligt sein wird. Ein bestimmtes Programm ist für die Verhandlungen nicht ausgestellt worden, doch ist mit Sicherheit anzunehmen, baß beide Länder interessierende Fragen, vor allem der Kohlenhandel und das Eisen- und Stahlabkommen zwischen Deutschland, Frankreich, Luxemburg unb Belgien besprochen werben. Aus englischer Seite nehmen auch einige dem Unterlaufe angehörenbe führende Industrielle teil, doch werden bie Ramen gänzlich geheim gehalten' Verschärfung der Lage im Bergbaukonflikt. Beschlüsse der englischen Bergarbeiterdelegierten. Lonbon, 7. Oft. (TU.) Die Delegiertenkonferenz ber Bergarbeiter trat heute in London zusammen. Die Sitzung nahm einen ziemlich stürmischen Verlaus, so baß der Präsident Herbert Smith seinen Sitz zu verlassen drohte. Am Schluß ber Vormittagssitzung wurde ein Kommunique ausgegeben, das besagt, daß bie Entscheidung der Distrikte über die Vorschläge ber Regierung eine Ablehnung mit 737 000 gegen 42 000 Stimmen ergeben habe. Rur ein einziger Distrikt habe für bie Annahme ber Vorschläge gestimmt. Hieraus würbe eine Entschließung angenommen, wonach bie Konferenz die Abstimmung ber Distrikte zu eigen gemacht habe. Die Telegierien- kon'erenz nahm dann ben Antrag, die Sicherheits- Posten aus den Gruben zurückzuziehen und bie Gewerkschaften um Unterftüßung sowohl durch Verhinderung der Kohleneinfuhr wie auch durch Erhebung einer Kopfsteuer zugunsten ber Bergarbeiter zu ersuchen, mit großer Mehrheit an. Eine Sonderkonferenz beS Gewerkschaftskongresses soll über diese Frage entscheiden und die Labour Party soll im Parlament eine Altton in bie Wege leiten. Am Frettag wird die Delegiertenkonferenz die Beratungen fortsetzen. Llnverkenn» bar ist, baß diese scharfen Beschlüsse durch die Tatsache erheblich beeinträchttgt werden, baß bie Zahl der arbeitswilligen Bergarbeiter wieder erheblich gestiegen unb die Ziffer 200000 nahezu erreicht ist. Der Beschluß verursacht eine sehr ernste Lage. Besonders die Entscheidung zugunsten einer Zurückziehung der Sicherheitsleute aus den Grubeir. Eine solche Maßnahme war von dem Verbände bisher stets abgelehnt worden. Verant- worlliche Bergarbeiterführer scheinen doch daran zu zweifeln, daß der Vollzugsausschuß des Berg- arbeiterverbandes sofortige Schritte in dieser Richtung unternehmen werde, und scheinen der Ansicht zu fein, daß die wirkliche Absicht, die dahinter stecke, sei, einen Druck auf bie Regierung unb die Zechenbesiher auszuüben, um Verhandlungen auf einer für die Arbeiter günstigeren Grundlage zu eröffnen. Der Beschluß wird von ben Bergarbeiterführern als eine Erklärung dafür angesehen, baß der Verband jetzt zu schärferen Kampfformen übergehen werde. Verurteilung der Attentäter auf König Msons. Paris, 7. Oft. (WTB.) Die Strafkammer in Paris verhandelte gegen die am 23. Juni, am Tage vor der Ankunft König Alfons von Spanien in Paris festgenommenen spanischen Anarchisten Bonaventura D u r u t t i unb Franzisko Ascarv. Die Angeklagten haben zugegeben, daß sie ein Attentat gegen ben König von Spanien geplant hätten. Durutti erflärte sogar, er habe König Alfons nicht töten, sondern ihn nur in die Gegend von Irun (Bilbao) entführen wollten. Er wollte ihn dort versteckt halten, um auf diese Weife jenseits ber Pyrenäen eine revolutionäre Bewe gung dadurch hervorzurufen, daß alte, die bem König den Treueid geleistet hatten, davon entbunben würben. Durutti wurde zu drei Monaten. Ascaro zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, und zwar lediglich wegen verbotenen Waffentragens und Benutzung falscher Pässe. Wie Havas mittellt, verlangen die spanische unb die argentinische Regierung die Auslieferung der beiden Verurteilten. Die Beiden sollen an ber Ermordung des Erzbischofs von Saragossa und an einem Einbruch in eine Dank beteiligt gewesen sein, weshalb ihre Auslieferung veranlaßt werden soll. Die Negierungsumbttdung in der Tschechoslowakei. Prag, 7. Oft. (TU.) Svehla wurde vom Präsidenten der Republik vor die Alternative gestellt, das künftige parlamentarische Kabinett mit D r. B e n e s ch zu bilden ober mit Neuwahlen zu rechnen. Da sich unter den tschechischen bürgerlichen Parteien immer noch zahlreiche Mararykanhänger befinden, nahm Svchla die Bedingung an. Um jedoch den Dr. Benesch feindlichen Elementen die unmittelbare Angriffsfläche zu nehmen, wurde im gegenseitigen Einverständnis vereinbart, daß Dr. Benesch, dessen Gesundheit angegriffen ist, einen zweimonatigen Krankenurlaub antreten soll. Er wird ihn im Süden Frankreichs verbringen. Die Abreise ist für morgen früh angesetzt. Seine Vertretung übernimmt der tschechische Gesandte in Berlin, Professor Krofta. Hochschulnachrichten. Professor sträpelin f. Geheimrat Professor Dr. Emil Kräpelin, ber hervorragende Psychiater ber Münchener Universität, ist im 71. Lebensjahre in München gestorben. Trauerfeier für Profeffor Gutbier. Die Universität Jena veranstal'ete gestern nachmittag für ihren aus dem Leben geschiedenen Rektor, Prof. Dr. Alexander Gutbier, eine Trauerfeier. Laut „Voss. Ztg." ist der Selbstmord Gutbiers auf einen Anfall geistiger Umnachtung infolge starker beruflicher Belastung zurückzuführen. Aus aller Wett. Dr. Lckener in Wien. Rach kurzem Aufenthalt auf bem Semmering ist Dr. Eckener in Wien eingetroffen. Die Stadt- gemeinbe Wien hat jede Hilfe für die Zeppelin- Eckener-Spende abgelehnt, obwohl in sämtlichen Bunbeslänbern die ßänberregierungen an ber Spitze dieser Aktion stehen. Auch ber Versuch, ben Präsibenten bes Deutschen Reichstages Lö Be, ben Reichstagsabgeorbneten Hilf er- bing, sowie ben Oberpräsidenten Hörsing, bie augenblicklich in Wien weilen, bei ber Stabt intervenieren zu lassen, führte zu keinem Ergebnis. Ueberlanbflug ber „Los Angeles". Washington, 8. Oft. (WTB. Funkspruch.) Das Marineluftschiff der Vereinigten Staaten, die „Los Angeles' (Z.R.3) wird bei günstiger Witterung am nächsten Montag nach Detroit fliegen. Dies ist der erste große Ueberland- f l u g der „Los Angeles" feit der Katastrophe der „Shenandoah" im vorigen Jahre. Kohlensäurevergiftungen in ber Lchuttheiß-Brauerei. In ber Berliner Schultheiß-Patzenhofer Braverer fiel ein Brauer beim Reinigen eines Bottichs, in bem im Gärkeller die Hefe vorbereitet wirb, infolge Kohlensäurevergiftung in Ohnmacht. Hm ihn zu retten, stieg ein zweiter Brauer in ben Behälter, brach aber ebenfalls ohnmächtig zusammen. Der Retter würbe tot aus bem Behälter gezogen, während der zuerst in ben Bottich Gestiegene sich wieder erholte. Drei weitere Brauer wurden bei ben Rettungsversuchen durch Kohlensäure leicht vergiftet. Wettervoraussage. Südliche bis westliche Winde, hall» bis ganz bedeckt, stellenweise erneute Regenfälle, Temperaturen schwankend, im ganzen wenig kühner. Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 14, Minimum 10 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 12 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 8. Oktober 1926. Aufwertung von Pfandbriefen der Hypothekenbanken. Unter dieser Ueberschrift gaben wir gestern einer Mitteilung Raum, die dem halbamtlichen Wolff- Bureau „von zuständiger Seite" zugegangen war. Diese Mitteilung, die wir im Vertrauen auf die Zuverlässigkeit des halbamtlichen Nachrichtenbureaus veröffentlichten, enthält jedoch wesentliche Unrichtigkeiten. Berichtigend teilt uns die G i e- ßener Bank-Vereinigung heute mit: Der Ablauf der Frist bezieht sich nur auf die Geltendmachung verschiedener Besonderheiten. Die abgelaufene Ausschlußfrist bezog sich nämlich auf: 1. die Anmeldung des Herausgabeanspruchs gegen die Bank, bei der gekündigte oder ausgelofte Pfandbriefe zur Einlösung eingereicht waren und welche die Stücke noch im Besitz hat: 2. die Anmeldung des Anspruches aus einem Vörde ha l t, wenn also der Gläubiger seinerzeit den Einsösungsbetrag entgegengenommen, jedoch sich seine Rechte ausdrücklich vorbehallen hatte; 3. die Geltendmachung des Anspruchs auf höhere Aufwertung, wenn der Gläubiger die Pfandbriefe, die er jetzt noch hat, seinerzeit im Umtausch gegen ältere Pfandbriefe desselben Schuldners erworben hat. Für die G e l t e n d m a ch u n g des eigentlichen Aufwertungsanspruchs aus den Pfandbriefen , laufen überhaupt n vich keine Fristen. Die Art, in der die Hypothekenbanken die Ausschüttungen auf die aufzuwertenden Pfandbriefe vornehmen, wird noch bekannt gemacht werden. Dabei wird eine Fristsetzung von Aus- schlußfristen überhaupt nicht in Frage kommen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 7.15 Uhr, „Ein Walzertraum". (Ende gegen 10 Uhr.) — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Der Dieb von Bagdad". — Astoria-Lichtspiele: »Aus dem fernen Osten". — Palast-Lichtspiele: 8 Uhr, Gastspielvorstellung des Darietskünstlers K. Scherber mit Gesellschaft. ** DasLutherbild in der Stadtkirche. Aus Anlaß des demnächst ftattfinbenben Reformationsfestes mag darauf hingewiejen werden, daß das Lutherbild in der Stadtkirche am Reforma - tionsfefte 1842, am 6. November, seinen Standort erhalten hat. Das Bild geht auf eine (Stiftung des Gesangvereins ,Lieder ° kränz', dessen Dirigent damals Kantor Schwabe war, zurück. Dieser Verein hatte zwei Konzerte veranstaltet und ben Erlös zur Anschaffung bes Bilbes bestimmt. Bei bem Reformationsfeste des genannten Jahres sang ber Verein im Gottesdienste, worauf Geh. Kirchenrat Dr. Engel bie Fostprebigt hielt. Im Eingang seiner Prebigt verlas er bie Stiftungsurkunde, unb bas Bilb würbe ent- hiillt. Es ist eine Kopie bes Lutherbilbes von Kronach in ber Stabtkirche zu Weimar, biefe Kopie rührt von bem Maler August Könitzer her. ** Straßensperren. Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten ist bie Bahnhof st roße Zwischen Schanzen st raße unb Westanlage für jeglichen Fährverkehr auf bie Dauer von vier Wochen gesperrt worben. Die W e i b e n g a f f e, vom Haus Nr. 10 ab, würbe wegen Vornahme von Bauarbeiten bis auf weiteres ebenfalls für jeglichen Fährverkehr gesperrt. ,** Zur Personenstands- unb B e - triebsausnahme am 10. Oktober werben gegenwärtig bie Listen verteilt. Die Ausfüllung muß nack dem Stanbe vom 10. Oktober erfolgen. * Reue Wiegegebühren für Der- Wiegungen auf von städtischen Lastwagen werden im heurigen Anzeigenteil von der Stadtverwaltung Bekanntgegeben. Die neue Gebührenordnung gilt mit Wirkung aB 1. Oktober d. I. * * Zur Bekämpfung ber Obstbaum- schädlinge müssen sämtliche Obstbäume bis Mitte November abgekratzt unb mit Kalkmilch bestrichen werben. Man beachte die heutige Bekanntmachung ber Stabtverwaltung. O D i e Eisenbahnbrücke in ber Kli- nikstraße wirb gegenwärtig mit einem neuen Anstrich versehen. Zur Entfernung ber Roststellen am eifernen Trägerwerk ist ein Sandstrahlgebläse aufgestellt, mit bem es leicht möglich ist, olle Träger in schnellster Zeit rostfrei zu machen. ** Eine interessante Erinnerung. Wie gut sich in früheren Zeiten in Gießen bie Konfessionen vertrugen, zeigt ein Vorgang aus bem Jahre 1842. Kurz vor bem Weihnachtsfeste biefes Jahres war bie Gattin des Oberrabbiners Levi gestorben: sie wurde am ersten Weihnachtsfeiertage zu Grabe getragen. Auf besonderen Wunsch des trauernden Witwers hielt der damalige erste evangelische Pfarrer der Stadt Gießen, Geh. Kirchenrat Dr. Engel, vor ungefähr 1000 Menschen auf dem Friedhöfe die Grabrede. ** Zur Richtigstellung. Man schreibt uns: Die Leitung des biologisch-physiologischen Fortbildungskursus liegt nicht, wie am Mittwoch gemeldet wurde, in den Händen des Profeffors Küsters, sondern in Händen des Oberstudiendirektors B e i f i n g c r»Heppenheim a. d. Bergstraße. (Jene Nachricht war uns von einem Lokalberichterstatter übermittelt worden. D. Red.) ** Der Verkehrsverein veranstaltete gestern abend in den oberen Räumen des Eaf bildes von §tq. m, diese Kopie ’ßer -er. 'n AornaHme ibofftra&e ^ftanfage uer von vier identza^e, Lvrnchme von is für geglichen L 5 t ei tag. Wunftfers K. adtkirche 1" Reforma. ^n, daß das Reforma. ^er- seinen aus eine nüieder- Santor -M hatte mti JK ÄnschaMg 'tftadl. ,bet 1926. 'estern ein ? 980 fh Sangen^ Jfft- te$eUn. ^Vih •?5J Ä "Ätz "cheZ Q Gläubig °n |ln®hie|e 'Q^eninnfen ,en6en Pfand- gemocht wer. «°°n Aus. m - und Be- ktober werden die Ausfüllung ober erfolgen, cen für Der« ftwogrn lveröm r Ttadtverval- ebühremrdnung >. I. - Obftbaum- vbstbmnne bis if Kalkmilch be- eutige Bekannt- in der Sti* einem neuen der Noftftellen mdftrohlaebläfe ift, alle Träger n. Erinnerung. Ziehen die Son« roang aus dem nachtsfeste dieser rabbiners Levi eihnachtsfeiertage -en Wunsch des ige erste euanae- i. flir’ijtnrat ifien auf dem Man schreibt -physiala' ,s liegt nicht, n den Händen ;n Händen des Heppenheim a. ms von einem b"n. -> W veranftaltele nrteit des CO e eine tW *;'Ä Sfi| £Ä« n, fo liege dies «“*Ä' re der ÄS r A JK Werbe- ^/«rens- die j nnes am °°« d-m rt ” * f"”e ^V9‘" aus Chinosol Bekanntmachung! ■ Offenbacher Lederwaren kauft man vorteilhaft bei Lederwaren-Weissbrunn aus Offenbach am Marn / Nurs Marktstr.21 (gelberLaden) Mhüivfl i Hotelrestaurant ■ bayrischer Hof Samstag morgens Wellfleisch mit Kraut Ein- a u f cf. f ung zeitige Amtsgericht Wetzlar. ß Ein Arbeiter aus Wißmar hatte sich Oder verbrannt? Haben Sie Furunkel, eiternde Oderhessen. Landkreis Gietzen. Heuchelheim, 7. Oft. 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Die Neuanlage der Wasserleitung für das Schenkschc Hofgut und die Gemeinde Hermann- stein soll gleichzeitig erfolgen. Nach den bisherigen Forschungen verfügt die Gemeinde über gute und wasserreiche Quellen, die den Gemeindebedarf voll decken werden. Obcrlahnkreis. 05601. Weilburg, 7. Oft. Hier wurde gestern ein löjähriger (Zunge aus Weimar aufgegriffen, der sich 10 Wochen lang auf der Landstraße heruingetrieben bat. _ Zuerst gab er an, er sei verschleppt worden, spater gestand» er aber, daß er seinen Eltern durchgegangen sei. Tillkreis. bL Dillenburg 7. Pkt. Nach dem Stande vom 2. Oktober befinden sich nn Kreise 1 2 8 6 23 oll- erwerbslose mit 2140 Zuschlagsempfängern. An Notstandsarbeitern sind zur Zeit 280 bis 300 Mann vorhanden. Die Gesamtzahl ist etwas gefallen. — In einigen Gemarkungen des Dill- kreises hat man neuerdings den Kartoffelkrebs festgestellt. Hoffentlich nimmt die verheerende Krankheit keine große Ausdehnung an. ftrciä Ätcd;brtui. WSN. Kirchhain, 7. Oft. In Specks- winkel fiel das dreijährige Kind eines Landwirts, während die Eltern an der Dreschmaschine beschäftigt waren, in einen Kessel mit kochendheißer Suppe, den die Mutter in den Hausflur gestellt hatte. Mit schweren Verbrühungen wurde das Kind in die Marburger Klinik verbracht, wo es bald darauf verstarb. Maingau. Frankfurt a. M., 7. Oft. (WSN. Draht- melöung.) Die gestern erfolgte Sektion der Leiche eines jungen Mädchens aus dem Prüfling, die in Begleitung ihres Bräutigams, des Stadtsekretärs Schmidt, während eines Spazierganges im Ost park plötzlich Der» storben ist, ergab, daß das Mädchen einen Schlag auf den Kops in der Schläfengegend mit einem stumpfen Instrument erhalten bat. Schmidt, der bet der Sektion der Leiche zugegen war, leugnet, dem Mädchen irgendwie Gewalt zugefügt zu haben; er verbleibt in Haft. Möglicherweise ist die Verletzung auf einen Sturz zurückzuführen. H a n a u , 7. Oft. Hier wurde ein Verkehrsverein gegründet, dessen Bestehen schon lange schmerzlich vermißt wurde. Er ist aus einer Arbeitsgemeinschaft hervorgegangen, die von der Ortsgruppe Hanau des Vereins Deutscher Rosenfreunde, der Ortsgruppe Hanau-Kinziggau des Verbandes Deutscher Gartenbauvereine, dem hiesigen Kleingartenbauoerein und dem Tierschutzverein gebildet wurde. Zahlreiche weitere Vereine haben sich angeschlossen, denen als besonderer Vorteil der Datumsschutz für alle von einem korporativen Mitglied geplanten Veranstaltungen zugestanden wurde. Beschlossen wurde die Errichtung eines Verkehrsbureaus, das der Vertreter der Hamburg-Amerika-Linie am hiesigen Platze übernahm. beiderseits der Bieber an der Brauhausstrahe sind in dieser Woche in Angriff genommen worden. Von einem mit vier Pferden bespannten großen Pflug, wie solche bei der Feldbereinigung zum Aufreißen von Wegen benutzt werden, wird das ganze Flußbett, das teilweise bis zu 80 Zentimeter tiefer gelegt wird, durchfurcht. Stellenweise ist aber der Boden so hart, daß nicht durchzukommen ist. Dadurch wird die Arbeit sehr erschwert, denn an diesen Stellen muß die Ausschachtung mit Hacke und Sch'-pe aus- gesührt werden, was besonders schwierig wird, da eine Ableitung des Daches nicht möglich ist und die ganze Arbeit im Wasser stattsinden mutz. Aach der Tieferlegung des 'Beltes werden beiderseitig Betonmauern bis zur Strahenhöhe hochgeführt, auf die dann ein Eisengeländer gesetzt wird. Durch zwei Betonbrücken wird der Verkehr von einer Straße zur anderen erleichtert. Die Arbeiten sollen in diesem (Zahre noch fertig- gestellt werden. — Die L a h n b r ü ck e, die in der Aähe unseres Dorfes an der Kreisstraße nach dem Allendorfer Wäldchen zu liegt, wird gegenwärtig einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Der Holzbelag wird erneuert, auch an der Eisenkonstruktion werden verschiedene Ver- bindungsträaer, die stark durchgerostet waren, ausgewechsett. Sämtliche Eisenteile werden mir Rostschutzfarbe gestrichen. Die Arbeiten sind soweit vorgeschritten, daß die Brücke, die seit 14 Tagen für jeden Verkehr gesperrt ist, wahrscheinlich ab nächster Woche wieder freigegeben werden kann. * Annerod, 7. Oft. Zu dem Bericht vom 4. Oktober im „Gießener Anzeiger" über die R e - paraturarbeiten am hiesigen Kirchturm ist ergänzend noch zu melden, daß die I n - standsetzung des Turmuhrwerks von dem Uhrmachermeister August Trebbe (Gießen) ausaeführt wird, während, wie schon berichtet, die Zifferblätter von der Firma Leib in Gießen aufgefrischt werden. !—I Lollar (Kirchberg), 7. Oft. Die beiden Gottesdienste am Sonntag werden dadurch ein besonderes Gepräge erhalten, daß u n - sere neu hergerichtete Kirche in Kirchberg eingeroeiht und wieder ihrer Bestimmung übergeben wird. Aus den baulichen Veränderungen (zu denen Geh. Baurat W a (b e = Darmstadt in unserer „Heimat im Bild" vom 16. 4. 1925 wertvolle Anregungen gab. D. Red.) sei folgendes erwähnt: Durch die Freilegung des Chores — die Orgel ift in dein Seitenschiff, dem Eingang gegenüber, ausgestellt worden — kommen die wun- Ausschuß, insbesonder von den beiden Vorsitzenden, geleistete Arbeit, er wandte sich aber auch mit einem Appell an die Geschäftswelt, die Bestrebungen des Verkehrsvereins nach Kräften zu unterstützen. Der übrige Teil des Abends verlief bei musikalischen Darbietungen in bester Weise. =s 23 o m V. H. C. In der letzten Vorftands- sitzung erklärte sich der 23. H. C. bereit, dem neugegründeten Oberhessischen Derkehrsver- d a n d beizutreten. Für den Vogelsberg-Film und das Werk „Hessenland" wurden 400 Mk. bewilligt. Der begrüßenswerte Vorschlag des Zweigoereins Darmstadt, im Wanderjahr 1927 eine gemeinsame Rheinfahrt sämtlicher Zweigvereine vorzusehen, hat beim Zweigverein Mainz freudigen Widerhall gefunden. Die Mainzer schlagen letzt schon den 23. August für den Ausflug vor und Haden sich bereit erklärt, sämtliche Vorbereitungen in die Hand zu nehmen. Die nächstjährige Hauptversammlung des 23. H. C. findet anfangs Juni in K a f (e l statt. Der dortige Zweigoerein verspricht jetzig schon ein Programm, das die Schönheiten und ^ehenswür- biofeiten der alten Hessenstadt und ihrer Umgebung jedem Teilnehmer bequem zugänglich machen will. — Peter-Geibel-Feier. Wie der „Frischauf" bekanntgibt, findet die Geibel-Feier des 23. H. C am 17. Oktober in Klein-Karben statt. Nachmittags wird am Geburtshause des Westerauer Dichters die Enchiillung der Gedenktafel erfolgen, die von Künstlerhand in Eichenholz ausgeführt ist. Der 2. Vorsitzende des Gesamt-V. H. C., Lehrer C. L i n ck (Rudingshain), wird dabei die Ansprache halten. Es schließt sich daran die eigentliche Feier in einem Saale an, wobei Zimmermann (Frankfurt a. M.) die Geibel-Gedächtnis-Rede hält und Dichtungen Geibels in größerer Zahl zum Vor- trag kommen. Geibels Witwe und Sohn, die Behörden und der befreundete Taunusklub werden bei der Feier vertreten fein. Innerhalb des 23. H. C. sind alle Vorbereitungen für die Geibel-Ehrung von einem besonderen Ausschuß getroffen worden, dem die 23. H. Cer Prof. Dr. Warner (Butzbach), Scheid (Okarben), Weidenhaus (Friedberg) und Schwarz (Vilbel) angehören. ** Jugendkilometer auf der Reichsbahn? Die Vereine für Jugendpflege klagen darüber, daß die Fahrpreise für Jugndfahrten auf der Deutschen Reichsbahn zu hoch feien; bei Jugendfahrten ist für Hin- und Rückfahrt der einfache Fahrpreis (van 3,3 Pf. je Kilometer) zu zahlen. Es werde daher angeregt, sog. Jugendkilometer einzuführen, und zwar mit dem Grundpreis von 1 Pf. je Kilometer. Bei der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (Hauptverwaltung) hat Abg. Schuld jetzt gebeten, die Einführung von Jugendkilometern in Erwägung zu ziehen. berbaren gotischen Spitzbogenfenster und Kreuzgewölbe wieder zu der Geltung, die ihnen die alten Meister zugedacht hatten. Neue gemalte Kirchenfenster, die 4 Evangelisten und die Auferstetchng darstellend, dämpfen das eindringende Licht angenehm. Die in den alten Farben wieder bemalten Grab- monumente der Herren v. Rolshausen und v. Rodenhausen und ihren Frauen aus den Jahren 1586 und 1631 sind eine künstlerische Zierde des Chors. Der taubengraue Farbton des Gestühls, das matte Gelb der Wände und Decke und die sandsteinroten Säulen und Gewölberippen, bei denen die einzelnen Teile durch hellere Striche abgesetzt sind, stehen in guter Harmonie und rufen eine ernst-feierliche Stimmung hervor. Auch die Beseitigung des abgeschlossenen Herrensitzes, genannt Herrenstübchen, über dem Südeingang unter dem Turm gibt dem Kircheninnern eine größere Raumfülle. Die Empore trägt an der Vorderseite in zwei quadratischen Füllungen folgende kurzgefaßte Chronik: „In der Nähe einer germanischen Opferftätte wurde dahier einst eine Holzkirche errichtet, der später rein romanischer Bau folgte. Unsere drei Glocken stammen aus dieser Zeit. An gleicher Stelle erhob sich 1495 das jetzige Gotteshaus. Ihm wurde 1508 (M V VIII) der Chor ungegliedert. Mannigfaltige Veränderung erfuhr der innere Bau im Laufe der Zeit 1777 bis zur Gegenwart. Die jetzige Wiederherstellung auf Grund alter gefundener Vorbilder wurde 1926 in schwerer Nachkriegszeit vorgenommen. Den opferwilligen Entschluß faßte die Gesamtkirchengemeinde- oertretung einstimmig. Gott zur Ehre/ (6s folgen bann bie Namen des jetzigen Kirchenoorstandes.) Die übrigen Füllungen der Vorderseite der Empore werden durch wirkungsvolle Ornamente belebt. In die Hohlkehle, die den unteren Abschluß bildet, ist das Glaubensbekenntnis geschrieben. Die Er- bavungsjahreszahl des Chores 1508 (MVVIII) wurde bei den jetzigen Arbeiten zum erstenmal freigelegt, ebenso ein Spruch über der Kanzel. Die gemalten Kirchensenster wurden gestiftet von den Öemeinbegüebern, ben Frauenvereinen bes Kirchspiels, bem Grafen Eberhard von Schwerin auf Friedeihausen und dem Geistlichen des Kirchspiels. Die Arbeiten wurden ausgeführt: Maurerarbeiten: Maurermeister Deibel, Lollar, und Preis, Daubringen; Weißbinderarbeiten: Weißbindermeister R i n g l e b , Lollar, und Weimer, Daubringen; Schreinerarbeiten: Schreinermeister Geisler, Lollar; Zimmerarbeiten: Zimmermstr. Heid, Staufenberg; Steinmetzarbeiten: Steinmetz Kreis, Gelnhausen; Malereien: Kirchenmaler Velde, Nieder-Ramstadt; Fenster: Prof. Linnemann, Frankfurt; Fenster eingesetzt: Hirz, Gießen; Orgel: Orgelbauerei Försterö-Nicolaus, Lich; Pflasterarbeiten: Pslastermeister Karl Frey, Daubringen; Installation: Schwabe, Lollar. Die Arbeiten wurden in engster Fühlungnahme mit bem Denkmalspfleger Geheimrat Prof. Walde, Darmstadt, und dem Kreisbauamt Gießen vorgenommen. Der Voranschlag wurde nicht überschritten. * Lollar, 7. Oft. Dom schönsten Wetter begünstigt, sand am Sonntag bas P r ei. s - schießen des Veteranen - undKrieger- vereins Lollar unter großem Andrang von Sportfreunden feinen Abschluß. Die Schießresultate sind durchweg als gut zu bezeichnen und wesentlich besser als im vorigen 3af>r. Es wurden mit drei Schuß geschossen von Konrad Pfeffer, 35 Ringe, 1. Preis; Heinrich Christ, 34 Ringe, 2. Preis, Heinrich Brück, 33 Ringe, 3. Preis; Heinrich K l i n k e l, 33 Ringe, 4. Preis; Friede. Häuser, 33 Ringe, 5. Preis; Wilh. Schwalm, 32 Ringe, 6. Preis; Karl Gilbert, 32 Ringe, 7. Preis; Zohs. Schäfer, 32 Ringe, 8. Preis; Theodor Beckel, 32 Ringe, 9. Preis; Dr. Artur Dietz, 32 Ringe, 10. Preis; Friedr. Schön, 31 Ringe, 11 Preis; Armin Becker, 31 Ringe, 12. Preis Kreis Friedberg. <£ Bad-Nauheim, 7. Oft. Der hiesige Turnverein von 1860, der größte Verein am Platze, im Gau Hessen zur Zeit führend auf dem Gebiete des Volksturnens, hält sich seit Jahresfrist auf eigne Kosten einen Turn- und Sportlehrer. Ab 1. Januar kommenden Jahres ist für die Stelle Turnlehrer Willi S i n n w e 11 in Cuxhaven verpflichtet worden. Sinnwell, einer der besten deutschen Geräteturner, gehörte der Amerika- r i e g e der D. T. an; auf bem Louisviller Turnfest errang er einen der ersten Siege. Kreis Büdingen. △ Nidda, 7. Oft. Nach dem kürzlich in der Bahnhofstraße erfolgten Diebstahl eines größeren Geldbetrages wurde gestern in der Schloßgasse ein neuer Diebstahl begangen. Während der Besitzer eines Spezereigeschäfts mit seiner Familie sich in dem neben dem Laden befindlichen Wohnzimmer aufhielt, wurde ihm mittags der Inhalt seiner L a - denkasse gestohlen. Als er bie Klingel der Ladentüre hörte und sich sofort in den Laden begab, war niemand mehr dort, bie Kasse aber aufgerissen und leer. Den Bemühungen der Gendarmerie gelang es, in diesem Falle zwei Handwerks- bu r scheu im Alter von 25 bzw. 22 Jahren als Täter zu verhaften. Wachtmeister Kammer von hier, der sich auf einem Dienstgang in Fauerbach aufhielt und den Diebstahl dorthin telephonisch gemeldet erhielt, erfuhr durch Landwirte, daß zwei Handwerfsburschen im Orte gewesen seien und in der Richtung nach Unter-Lais marschiert wären. Er nahm sofort die Verfolgung auf und traf die beiden im Walde zwischen Fauerbach und Un- ter-Lais. Nach kurzem Verhör gaben s i e ben Diebstahl z u, worauf der Wachtmeister sie o e r- dadurch des Betrugs schuldig gemacht, daß er sich erwerbslos meldete und Erwerbslosenunterstützung auszahlen ließ, obwohl er in der gleichen Zeit krank gemeldet war und von der Ortskrankenkasse Gießen Krankengeld bezog. Durch Strafbefehl war deshalb gegen ihn auf 50 Mark Geldstrafe, hilfsweise zehn Tage Gefängnis, erkannt worden. Auf feinen spruch ermäßigte das Gericht die Strafe 20 Mark, hilfsweise vier Tage Gefängnis. Wegen Beleidigung stand ein Arbeiter A tz b a ch unter Anklage. Die Beleidigungen soll der haftete und in bas hiesige Amtsgerichtsgefängnis einliefertc. Das Geld konnte bem Bestohlenen größtenteils wieder abgeliefert werden. Kreis Schottert. =.= Schotten, 7. Oft. Don der Generalversammlung des Turnvereins wurde einstimmig der weitere Ausbau der Turnhalle nach den Plänen bes Architekten Bonder- f_d) midt genehmigt. Die Turnhalle soll Turnsaal, Singsaal, Bad- und Wirtschaftsraum, außerdem eine Wohnung im Dachstock enthalten. Der Bau soll derart gefördert werden, daß der neue Saal bis zum nächstjährigen großen Sangersest fertiggestellt ist. =.= Gedern, 7. Oft. Die v i e r oberen Dolfsschulflassen unternahmen als Ersatz für die nicht zustanbegefommene Heidelbergfahrt gestern ihren H e r b ft 11 a (( e n a u 5 f l u g. Die 1. und 2. Klasse hatte als Ziel die Städte Friedberg — Bad-Nauheim gewählt, während die 3. und 4. Klasse der Herchenhainer Höhe einen Besuch abftatteten, wo neben einer herrlichen Fernsicht das Jugendheim und das 23. H. C.-Ehren- mal die Aufmerfsamfeit der Schüler auf sich zog. — Hier wurde ein Kraftsportverein gegründet, der die verschiedenen Kraftsportarten, wie Boxen, Stemmen, Ringen, Jiu-Jitsu usw. pflegen will. Dem Verein traten sofort 15 Mitglieder bei. —s— Kaulstoß, 7. Oft. Auch in unseren Ort ist die Maul- und Klauenseuche einge- schleppt worden. Während bis jetzt hier nur drei Ställe verseucht und alle Fälle anscheinend leichter Natur sind, tritt die Seuche im benachbarten Sichenhausen in sehr bösartiger Form auf. Dort sind bis jetzt 1 3 G e h ö f t e, fast die Hälfte des Dorfes, verseucht. Es ift jetzt vollständige Sperre über sämtliches Klauenvieh verhängt worben. Kreis -llsscl-. Y" Grebenau, 7. Ott. Heute würbe durch Schulrat Huff aus Alsfeld hier ein Kurs us für Kochen und Hauswirtschaft eröffnet. Derselbe wird vier Wochen dauern und ist obligatorisch für die fortbildungsschulpslichtigeir Mädchen unserer Schulgemeinde. Da die Zahl derselben bereits 28 beträgt und eine größere Beteiligung ausgeschlossen ist, wird anschließend ein Lehrgang für freiwillige Teilnehmerinnen, die sich schon in stattlicher Zahl gemeldet haben, stattsinden. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 7. Oft. Der „Hess. Landesztg." zufolge beabsichtigt die Hessische Can dw irtschaftskammer schon seit längerer Zeit die Errichtung einer Wein bausch u l e an der Bergstraße. Die Kammer hat sich nun für Heppenheim entschieden und bereits ein Gelände von etwa 30 bis 40 Morgen angekauft. Mit der Reuanlage der Weinberge wird gleich nach der Aberntung der Feldfrüchte begonnen. Durch die Errichtung der Weinbauschule hofft man, den Weinbau an der Bergstraße wieder mehr zur Geltung zu bringen, nachdem er in den letzten Jahrzehnten wesentlich zurückgegangen ift * Darmstadt, 7.Ott. Die Arbeitsmarktlage in Stabt und Kreis Darmstadt hat sowohl in der letzten Woche als in dieser eine Besserung erfahren. Es sind zu verzeichnen: Arbeitsuchende: Stadt: Männer 2798, Frauen 433; Kreis: Männer 1883, Frauen 272; Unterstützungsempfänger: Stadt: Männer 1712, Frauen 306; Kreis: Männer 1807, Frauen 265; Zuschlagsempfänger: Stadt: 2749, Kreis 2634; Notstandsarbeiter: Stadt: 251, Kreis 0; Kurzarbeiter: Stadt: 8, Kreis 10. WSN. Heppenheim, 7. Oft. Bei der hiesigen Bezirksspartasse haben im Monat September die (Spareinlagen um 125 000 Reichsmark, die Guthaben im Scheck- und Konto- forrentverkehr um 47 000 Reichsmark zugenommen. Das von der Kasse eingeführte Bausparsystem erfreut sich lebhaften Zuspruchs. Die erste Zuteilung von Bauspardarlehen wird tn aller Kürze erfolgen. Rheinhessen. WSN. Mainz, 7. Oft. Hier sind größere U n t e r s ch l e i f e aufgeberft worben. Ein Beamter der bischöslichen Steuereinnahmestelle hat 1 8000 Mark Kirchen st euergelder unterschlagen. Da die Angehörigen des Täters jedoch bereits Schadenersatz leisteten, dürste die Angelegenheit kein gerichtliches Nachspiel haben. Preußen. Kreis Wetzlar. kz. W e ö (a r, 7. Ott. In der La h n hat man in letzter Zeit öfters eine Anzahl toter Fische gefunden, manchmal einige Dutzend. Woher das Fischsterben kommt, läßt sich nicht leicht feststellen; jedenfalls sind die Abwässer der Fabriken auf das Fischsterben nicht ohne Einfluß. Im allgemeinen sind die Fischer und Angler, die oft in Reihen die Ufer säumen, mit bem Fischbe staub in biesern Jahre z u f r i e d e n , ba sie öfters mehrere Pfund schwere Fische nach Hause tragen können. =5= Lützellinden, 7. Ott. Beim Zwetschen- pflücken stürzte die 13jährige Schülerin Andermann aus beträchtlicher Höhe vom Baume. Das Mädchen trug schwere Armbrüche davon. Kreis Bievcnkopf. kz. H e r m a N N st e i N , 7. Oft. Unser lange gehegter Wunsch nach einer Wasserleitung wird jetzt in Erfüllung gehen. Viele 23erhandlungen sind in letzter Zeit in dieser Sache gepflogen worden. Die 8260V Heuchelheim, Frankfurt a. M., den 7. Oktober 1926. Niiberes 06942 Lindenvlatz 12. 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Wir weisen deshalb auf den Prospekt dieser Organisation bin. der der heutigen Auslage unserer Zeitung beiliegt. 8256D Palast-Lichtspiele Sielen Freitag, 8., Samstag, 9., und Sonntag, 10. Oktober je abends 3 Uhr, auch Sonntagnachmittag 4 Uhr Persönliches Auftreten Sensationelle ßastspietoorstellung des berühmten vielseitigen Varietekünstlers KARL SCHERRER Flotte BnlOnietin in der Woll- und Kurzwarenbranche erfahren, suchen für OBERHESSISCHER KUNSTVEREIN Wiederbeginn der Ausstellungen imTurmhaus a.Brandplatz Eröffnung Sonntag, den 10. Oktober, vormittags 11 Uhr: Oelgemälde und Zeichnungen (Heimatkunst) von Karl Lenz- Erdhansen. Aquarelle moderner Kunstrichtung von Christian Beyer-CasseL Farbige Holzschnitte (Blumenstücke) von Ella Ränber-fflflnchen. Die Ausstellung ist wieder zu den früher üblichen Zeiten: Sonntags. Montags, Mittwochs. Freitags von 11-1 Uhr, Mittwochs auch von 3-5 Uhr geöffnet. Eintritt für Mitglieder frei. Eintrittspreis für Nichtmitglieder 30 Pfennig. 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Es ist Wohl unnötig, zu unterstreichen, daß die Grundfrage der französischen Außenpolitik die deutsch-französische Annäherung ist. Diese Frage wurde während der historischen Unter» Haltung zwischen Stresemann imt) Briand nur innerhalb großer Umrisse behandelt. Aus dem Stadium des „Mystizismus . wir man hier nicht ohne Ironie sich ausdriickt, drr unbestimmten Erklärungen und nebelhaften Perspektiven ist diese Frage auf die reelle Basis der praktischen Politik und der praktischen Verhandlungen, die sehr schwierig und kompliziert sind, gebracht worden. Es wäre deshalb eine große RaiSität. wenn man eine Losung dieser Frage in der näheren Zukunft erwarten wollte. Trotzdem wird in den beteiligten Kreisen, auch der Regierung, die Frage weiter besprochen, und die technischen Organe der Regierung beschäftigen sich schon jetzt damit, die verschiedenen Seiten des französisch-deutschen Annäh erungsprvblems in seinen Einzelheiten zu studieren und zu bearbeiten. Man würde in erster Reihe einen großen Fehler begehen, wenn man annchmen wollte, daß innerhalb des französischen Kabinetts oder unter den höheren Regierungsbeamten sich grundsätzliche Gegner einer Verständigung mit Deutschland fänden. In der deutschen Presse hatte ich Gelegenheit, zu lesen, daß z. V. Louis Marin an der Spitze dec Opposition jener Kabinettsmitglieder stehe, die Gegner der Politik Driands seien. Dies ist falsch. Die mir aus besten Quellen zur Verfügung stehenden Informationen bestätigen die Rachricht, daß der Vortrag Driands über seine Besprechungen mit Stresemann keinerlei grundsätzliche Widersprüche seitens irgendeines Mitgliedes des Kabinetts Poincarä hervorgerufen hat. am wenigsten seitens Poincar6s selbst. Auch Louis Marin widersprach nicht. In der Sitzung des Min'sterrates diskutierte man und diskutiert man noch jetzt ausschließlich über die Frage der Verwirklichung der deutsch-französischen Annäherung und über die Bedingungen des Abkommens, aber durchaus nicht darüber, ob es für Frankreich wünschenswert ist oder nicht. Auf diesen praktischen Bodden ist diese Frage gestellt worden. Deshalb ist zu verstehen, wenn der Ministerrat, und in erster Linie Poincarg selbst und seine technischen Regierungsorgane die Frage der deutsch-französischen Annäherung von allgeinein gehaltenen Spekulationen über die Kontinental Politik und allerhand angehängten fremden Elementen befreien wollen. So wurde z. D. in Thoiry unter anderem auch die Frage der gemeinsamen Arbeit Deutschlands und Frankreichs in Rußland berührt. Der Ministerpräsident verhält sich ablehnend gegenüber Verhandlungen zwischen Frankreich und der Sowjetunion. Er glaubt nicht daran, daß etwas' Ersprießliches von solchen Besprechungen zu erwarten sei, und weist den Gedanken einer gemeinsamen Arbeit Deutschlands und Frankreichs in Rußland, als einen Gedanken, der die ®rund- frage nur verdunkeln kann, energisch und weit von sich. Indem sie, auf diese Weise, die deutsch-französische Annäherung für eine wünschenswerte und sogar notwendige Tatsache anerkennen, glauben aber die Kabinettsmitglieder und die technischen. Organe der Regierung, daß auf dem Wege zu ihrer Verwirklichung noch viele und schwer überwindbare Hindernisse, sowohl politischer als auch finanzieller Ratur liegen. Von einer Reihe von Unterhaltungen mit vorzüglich unterrichteten Persönlichkeiten, die Regierungskreisen nahestehen, und teilweise direkt an der Bearbeitung der in Thoiry aufgeworfe-nen Fragen teitnebnien, ausgehend, kann man dies» Hindernisse als folgende bezeichnen. (Ich schicke voraus, daß ich ausschließlich Meinungen unterrichteter Personen wiedergebe und kein Werturteil fälle.) Vorerst muß bemerkt werden, daß von feiten Deutschlands keinerlei konkrete Angebote in bezug auf die Gegenleistungen für die Räumung des Rheinlandes und des Saargebietes gemacht worden sind. In Thoiry sind diese Fragen nur in der allgemeinsten Form behandelt worden. In Paris ist man aber der Me'nung, daß die Initiative von der deutschen Regierung ausSchreckenstage in Florida Von geschätzter Seite wird uns der im Folgenden wiedergegebene Privatbrief zur Verfügung gestellt, in dem die Unwetterkatastrophe in Florida, die ja allen noch frisch im Gedächtnis sein dürfte, von einem Augenzeugen anschaulich geschildert wird. den 21. Sept. 26. Meine Lieben Alle! Meine Karte werdet Ihr erhalten, auch Zeitungsberichte gelesen haben. Heute will ich versuchen, das Schreckliche wieder ins Gedächtnis zu rufen. Freitag abend, den 17. Sept., fuhren Tante, Maidie und ich noch ganz sorglos ins Kino. Onkel wurde verlacht wegen seiner Bedenken in bezug aufs Wetter. Ohne Regen kamen wir gegen VslO Uhr heim. Um 10 Uhr setzte starker Wind ein, gegen 12 starker Regen. Bis V23 steigerte sich das Unwetter aufs entsetzlichste. Die Sintflut kann nicht erschreckender gewesen^ sein. Es heulte und ächzte und stöhnte. Man hörte die Bäume brechen. Die Rächt war pechschwarz. Ich war natürlich aufgestanden und hatte mich angezogen. Meine einzige feste Türe nach Rorden flog beständig auf und lieh den ^egen kubelweise hereinströmen. Bis 6 Uhr früh hielt ich stand, stemmte mit meinem Körper die Türe, natürlich triefend nah. Alle Dachfenster, Vorhänge zerrissen und schlugen um das Haus. Es regnete durchs ganze Dach. Um 6 Uhr erfaßte ich mein elektrisches Licht und stürzte hinaus. Mit unsäglicher Mühe erreichte ich die Küchentüre, deren Schlüssel ich hatte. Endlich gelang es mir, aufzuschliehen. Irn Wohnzimmer fand ich Onkel und Tante ruhig und geduldig bei einem Kerzenstümpfchen sitzen. Das Unwetter hielt an bis gegen 8 Uhr. Wir kochten Kaffee, Wedemeyers kamen und erzählten, daß ihre Garage eingestürzt, ihr Auto begraben; daß Hansens Haus und Garage zusammengebrochen, der Schwiegervater 3 Stunden unter den Trümmern gelegen, daß das neugebaute Haus von K. Theodor wie ein Häufchen Bretter gehen müsse, welche bestimmte konkrete Vorschläge über die Kompensationen für die vorzeitige Räumung sowohl des Rheinlandes als auch des 6aor- gebictes machen muh. Denn, nach der Meinung der Regierung nahestehender Polit ker, besteht kein Zusammenhang und bestand auch keiner zwischen der vorzeitigen Räumung des Rheinlandes toet/er mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, noch mit den Abmachungen in Locarno. Die Räumung der zweiten und dritten Zone hängt mit den Reparationszahlungen. mit der Entwaffnung und mit der Frage der „Sicherheit der französischen Grenzen" zusammen. In dieser Beziehung bleibt die ganze Frage unverändert, wie sie es war vor dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und vor Locarno. Deshalb könne die Räumung der zweiten und dritten Zone vor Ablauf der OHu- pationsfrist nur vor sich gehen als Gegenleistung für entsprechende Kompensationen wirtschaftlichen und politischen Inhalts. In noch höherem Maße trifft dies zu in bezug auf die vorzeitige ileber- gabe des Saargebietes an Deutschland nach einer Volksabstimmung. Man kann aber cmneh- men. daß Deutschland für die vorzeitige Räumung des Rheinlandes und der Saar eine Geldentschädigung in Form eines Rückkaufes dec Saargruben und einer Mobilisierung der Obligationen der Reichsbahn anbieten werde. Was die vorzeitige älebergabe des Saargebietes an Deutschland anbetrifft, so besteht sie, nach der Meinung der Franzosen, aus zwei Fragen: 1. Der Anordnung der Volksabstimmung zu einem früheren Termin, als im Jahre 1935, oder die Rückgabe des Gebietes ohne Volksabstimmung. 2. Dem Rückkauf der Saargruben. Frankreich könnte seine Einwilligung zu einer früheren Volksabstimmung geben, aber nur bann, wenn Deutschland ihm irgend welche politische und wirtschaftliche Kompensationen zu bieten in der Lage wäre. Wenn ein solcher Kompensations- Vorschlag in der Form eines Handelsvertrages ober auch anberen Charakters seitens Deutschlands gemacht würde, so wäre er einer ernsten Beachtung Frankreichs sicher. Was die Saargruben anbetrifft, so wird eine Summe von 240 Mill. Mark genannt. Diese Summe wäre für Frankreich ein annehmbares Angebot. Es fragt sich nur, ob Deutschland in der Lage ist, diese Summe auf feinem inneren Markte aufzubringen, und ob es möglich fein wird, sie zu transferieren. Die französischen Kreise sind sich darüber im Zweifel. Ebenso verhält man sich skeptisch in Bezug auf die Einwilligung des Reparativ nsagenten Parker Gilbert zur Transferierung dieser Summe, oder einer noch höheren, wenn auch die vorzeitige Räumung des Saargebietes gegen eine Geldkompensation vorgenommen werden sollte. Denn diese Finanzoperation könnte auf die Festigkeit der deutschen Valuta und auf die Wirksamkeit des Dawes- planes eine ungünstige Wirkung ausüben. Somit liegen die Schwierigkeiten nicht nur in der prinzipiellen Einwilligung Frankreichs, sondern in den finanziellen und den finanz-technischen Möglichkeiten feiner Ausführung. Viel verwickelter liegen die Dinge in der Frage der Mobilisierung der Eisenbahn-Obligationen. Wenn in Bezug auf die Räumung des Saargebietes und auf die Entschädigung für diese Räumung alles von der Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich abhängt, und weiterhin von der Einwilligung Parker Gilberts zur Transferierung der vereinbarten Summe, so ist in der Frage der Mobilisierung der Obligationen der Reichsbahn das Einverständnis sämtlicher Reparationsgläubiger Deutschlands notwendig. Cs ist aber kein Geheimnis, daß Mussolini sehr feindselig gegenüber dem Gedanken einer deutsch-französischen Verständigung eingestellt ist; er fürchtet diese Verständigung und strebt danach, sie zu verhindern. Man kann auch nicht behaupten, daß die englischen Industriekreise, besonders jetzt nach dem Abschluß des Stahltrusts, an welchem die englische Metallindustrie keinen Anteil hat, mit großer Sympathie die deutsch-französischen Annäherungsverhandlungen begleiten. Wenn man auch annehmen kann, bah bie englische Regierung dieser Annäherung und der Mobilisierung der Cisenbahnobligationen keine Schwierigkeiten in den Weg legen dürfte, so kann man dies gegenüber der italienischen Regierung nicht behaupten und man muh schon jetzt den Widerstand Italiens in Rechnung stellen. UcbrigenS kann die Mobilisierung der Obligationen nur auf dem amerikanischen Geldmärkte vorgenommen werden, da in Europa nicht die notwendigen Kapitalien dazu zur Verfügung stehen. In den Vereinigten Staaten dagegen wird als Vorbedingung jeder zugunsten Frankreichs vorzunehmenten Finanztransaktion die Ratifizierung des Mellon-Be- ranger- Abkomme ns über die Schulden- frage betrachtet. Dieses Abkommen ist aber in Frankreich höchst unpopulär und wird dort als drückend empfunden. Zuguterletzt wird es wahrscheinlich vom französischen Parlament doch genehmigt werden, wenn auch mit gewissen Änderungen. Es ist noch eine große Frage, ob die Vereinigten Staaten ihre Einwilligung zu diesen Aenderungen geben werden. Das deutsch-französische Abkommen kann somit auf Hindernisse stoßen, bie auf dem Gebiete des amerikanischen Geldmarktes liegen, b. h. außerhalb ber Machtkompetenzen Deutschlands und Frankreichs. So stellen sich die Schwierigkeiten, die sich nach der Meinung französischer Regierungskreise der deutsch-sranzösischen Annäherung entgegenstellen, bar. Die e Schwierigkeiten sind natürlich zu beseitigen, aber nicht so leicht und nicht so schnell, wie manche sich dieses vorstellen. Was aber bie Frage des Handelsvertrages anbetrifft, so hoffen bie Franzosen, daß es hier wohl keine besonderen Meinungsverschiedenheiten geben wird, da das zwischen Deutschland und Frankreich abgeschlossene provisorische Handelsabkommen in Paris als vollständig befriedigend angesehen wird und es deshalb sehr gut aI8 Grundlage für einen zu schließenden Handelsvertrag bienen könnte. Das neue Polen. Das heutige deutsche Schicksal wird durch einen einzigen Blick auf die deutsche Landkarte erfaßt: Da zeigt sich, daß es zwei Deutsche Reiche gibt, einen Rumps und ein Teilstück oben im Rordosten, genannt Ostpreußen. Zwischen beiden Teilen hindurch geht das Gebiet eines neuen 30-Millionenstaates, Polen. Leicht geht das Wort „K o r v i b o r" über bie Lippen, aber seine furchtbare Bedeutung wird erst durch die Karte klar. Deutschland ist durch den polnischen Korridor in zwei völlig getrennte Staatsgebiete zerstückelt! Und diese, jedem Selbstbestimmungsrecht der Völker hohnsprechende Ungeheuer- lichkeit geschah auf altem deutschen Kulturboden, auf dem uns so notwendigem beutschen Acker- lanb. Roch schutzloser ist jetzt ber deutsche Osten dem einbringen ben Slawentum preisgegeben. Unverhüllt äußert Polen heute schon seine Gc- lüste nach dem wie eine Insel vom Reich getrennten Ostpreußen. Untere Ostmark ist geographisches Tiesdruckgebiet, auf bas von jenseits ber Grenze ber slawische Hochdruck nachbrängt. Um biefe Gefahr voll zu erfassen, genügt es nicht, nur mit Anteilnahme die sich häufenden Meldungen über die Bedrückung des Landes aufzunehmen. Eingehender bewuht werden muh sich jeder Deutsche der ungeheuren Gefahr, im Osten. Wiederum liefern ein vorzügliches geistiges Rüstzeug die Süddeutschen Monatshefte (München) in ihrem soeben erscheinenden neuen Grenzlandheft „Das neue Polen". Diese Schrift behandelt das politische und wirtschaftliche Problem durch berufenste, meist in den entrissenen Gebieten tätige Mitarbeiter in klarer, knapper und doch umfassender Weise. Rur angedeutet werden kann hier die Fülle des Stoffes. Ueber die geschichtliche Entwicklung und der mit ber überragenben deutschen Kultur durch Jahrtausende gehenden Geschichte der deutschen und polnischen Siedelung im Osten führt bie Darstellung zu den heutigen Zuständen, zunächst zu Berfas- sungsleben und Verw altungspraxis, wo fast vollständige Reufchaffung des Beamten- körpers, Mangel an Vorgebildeten und doch infolge des politischen Systems eine Ueöerzahl von Beamten und Behörden durch Zentralismus und Zersplitterung die „Polnische Wirtschaft" in ungeahnter Weise fördern. Trotzdem erfährt ber Kampf geq m bie deutschen M'nberheiten, erfahren bt‘ Polonisie ungs'estreoungen k.iner ei Milderung. Die co ch u i p o l i t i c, die eingehend und mit neuestem Zahlenmaterial geschildert wird, zeigt erschreckende, an Südtirol erinnernde Methoden — und Erfolge; ebenso erschreckend ist die Benützung der Religion als Kampfmittel. Ist es doch Polen in seinem 1925 abgeschlossenen Konkordat gelungen, die Kurie von einem wirksamen Schutz der deutschen Minderhe ten, bet deutschen Geistlichen und vor allem des Gebrauchs der Muttersprache im Religionsunterrichte abzu- halten. Von der polnischen Industrie als feit Kriegsende vielfach treibbausartig sich entwickelndem Glied in der Wirtschaft dieses, als Ganzes genommen, durchaus landwirtschaftl.chen Staates wird ein groß angelegtes D.ld nut neuesten Produktionszahlen aus allen Gebieten ber Schwer-. Tertil» und Fertigindustr.e unter Vergleich mit der heutigen deutschen und der gesamteuropäischen Industrie gegeben, und im Anschluß daran daä heute noch ungelöste polnische Währungsproblem eingehend erläutert. Wesen. Gliederung und System von Parteien und Presse enthüllt ein reichhaltiger Aussatz. Polens Grenzsctzung gegen Litauen und besonders gegen die West Ukraine sind ebenso willkürlich, wie jene gegen Deutschland und bilden bei der Erregbarkeit des polnischen Volkes eine dauernde Gefahr für feine Rachbarn. Deth - manns falsche Polenpolitik im Kriege, die einen Sonderfrieden mit Rußland verzögerte und der gleichen Ueberschähung Polens und dem gleichen falschcm Mitleid wie 1830 entsprang, war seinerzeit von den Süddeutschen Monatsheften schon in ihrem Grundirrtum erkannt und bekämpft worden, und es ist ebenso schmerzlich wie lehrreich, in dem Heft jetzt jene prophetischen Warnungen neben der Schilderung der heutigen harten Wirklichkeit stehen zu sehen. Das Schlußbild über die politische Lage, das auch alle jüngsten politischen und wirtschaftlichen Ereignisse, wie Zollkrieg, Locarno und Gens, einbezicht, kommt zu dem Ergebnis, „daß Polens Ent» stehungs- und Entwicklungsgeschichte ganz dazu angetan ist, Europa um einen Brandherd zu vermehren". Mit diesem Heft „Das neue Polen" haben die Süddeutschen Monatshefte ihre b?re:ts erschienenen hervorragenden Grenzlandheste „Deutsch-Südtirol" und „Die Tschechen" wertvoll vermehrt. Kreistag des D.Z.V. Der Kreis 2 des Main-Wefer-Gaues (Oberhefsen, Lahn- und Dillgebiet) des Deutschnationalen chandlungsgehilfenoerbandes hielt am Sonntag in Butzbach einen Kreistag ab. Nach einer Begrüßung der Vertreter der Ortsgruppen durch den stellv. Kreisoorfteher erstattete Kreisgeschäftssührer Schultz-Gießen den Jahresbericht, der eine weitere Vergrößerung des Mitgliederbestandes und eine günstige innere und äußere Entwicklung der Ortsgruppen erkennen ließ. Nach einer Aussprache über den Jahresbericht hielt Kreisgeschäftsführer Schultz einen Vortrag über „Sozial- und g e w e r k f ch a f t s p o l i- tische Aufgaben. Ausgehend von dem soeben in Kraft getretenen Westeuropäischen Stahlkartell und dem Zusammenschluß der chemischen Industrie behandelte der Redner die Stellungnahme der Angestellten- und Arbeitergewerkschaften zu den Ausführungen des Generaldirektors Silverberg auf der Dresdener Tagung der deutschen Industrie. Weiter besprach der Redner die Umwandlung der Arbeitslosenfürsorge in eine Arbeitslosenversicherung, die auf Veranlassung des D. f). D. geschaffene Lehrlingsregelung in Hessen, Arbeitsgerichte, Novelle zum Angestelltenverficherungsgefetz, Knappschaftsgesetz, sowie die dringend erforderliche Berufsberatung und die erstmalig vom D. H. V. eingerichteten Berufswettkämpfe. Gaubildungsobmann Süß sprach über „D i l - dungsausgaben" unter besonderer Berücksichtigung der Berufswettkämpfe und des bevorstehenden Gaubildungstages in Frankfurt. Weitere Referate dienten dem inneren und äußeren Ausbau des Verbandes. Das Schlußwort sprach Gauvorsteher Auerbach- Frankfurt. Es fei Aufgabe des Verbandes, nicht nur die materiellen Interessen der Derbands- mitglieder zu vertreten, sondern auch den Zusammenhang mit dem Beruf zu knüpfen und zu erhalten. Nur Neutralität des Verbandes gegenüber den Parteien und Religionsgemeinschaften könne eine Gewerkschaft vor Erschütterungen bewahren, aber jeder Kaufmannsgehilfe habe die Pflicht, durch Mitarbeit in allen bürgerlichen Parteien den Einfluß der Kaufmannsgehilfenschaft zu stärken. an der Erde liege. Was war mit Kruses? Karl Kruse kam zu Fuß gerannt 3 Meilen. Sein Auto war begraben, das Haus vom Fundament gerutscht, stand schief. Wir holten unser Auto, die Armen, Liesel mit Jungen und Karl Theodors Frau abzuholen. Wir kamen nur P/s Meilen, dann überholte uns der schlimmste Sturm. In der größten Finsternis, das Auto vom Wind hin und her geworfen, kehrten wir den gefährlichen Heimweg zurück. Wie wir die Garage erreichten, weiß nur Gott. Unb nun fing es erst von neuem an. Kam der Sturm in der Rächt von Rorden, so hatte er jetzt feinen Anlauf von Süden und er entwurzelte noch alles, was seither Stand gehalten hatte. Oh, der Jammer, wie sie dahingestreckt wurden, die lieben, lieben Tannen. Aber wir waren behütet, keine fiel aufs Haus. 2Iur fing es jetzt an, ins ganze Haus zu regnen. Eimerweise schöpfte ich ohne Unterbrechung das Wasser aus den Zimmern, von 10 Uhr bis zum Dunkelwerden. Licht hatten wir nicht, aber andre hatten auch kein Wasser. Das einzige Plätzchen, das trocken blieb, wenigstens von oben, war das Badezimmer. Dort schlugen wir Tante ein Bett auf. Onkel und ich verbrachten die Rächt auf Stühlen in der Küche unter Regenschirmen. Es regnete und stürmte noch die ganze Rächt. Gegen Morgen wurde es stiller. Aber nun hieß es, den ganzen Tag das Wasser hinauszutragen. — Die Läden waren offen. Wir fuhren am Montag nach Ch- toaten. Fast alles ist schon ausverkauft. Alle Läden sind zertrümmert. Fast kein Haus steht. Aber erst in Coral Gables, Cocrunt Grove und Miami und Miamibeach, ohne all die andern Orte. Es ist nicht zu beschreiben. Manche Hotels, die sie als Hospitäler eingerichtet hatten, sind jetzt noch zusammengefallen und haben die Kranken, Verwundeten und Pfleger begraben. Hier haben sie heute früh 50 Gräber gegraben. Die meisten in der Stadt haben kein Heim mehr. Viele brachten die Rächt im Wasser zu. Aber keiner klagt. Jeder ist still und hilfsbereit. An seinen eigenen Verlust zu denken, hat man nicht Zeit. Unser Garten ist hin. Eben schafft ein Reger die Bäume fort. Wir suchen unsre Sachen zu trocknen. Kein Bild, kein Buch hat stand- gehalten, aber wir leben und können auch noch arbeiten. Morgen sind Onkel und Tante 57 Jahre verheiratet. Run scheint die Sonne wieder. Sie hilft uns und macht wieder Mut. Onkel und Tante können wieder in ihren Betten schlafen, ich bin im Wohnzimmer einquartiert. Maidie und Karl Theodor haben das Dach wieder gedeckt. Es ist natürlich alles schwer zu haben. In die Stadt (Miami) darf niemand, weil alles offen da liegt. Um 6 Uhr darf keiner mehr au? der Straße fein. Unsre Freunde in Coco mit G ove haben alle gelitten, aber sie leben. Die Sicaßen sind bergehoch mit Bäumen gefüllt, daß man nicht durch kann. Vor nicht langer Zeit haben die armen Menschen durch einen Bankkrach ihr Geld verloren und nun all ihr Hab und Gut. Don Rorden ist Hilfe in Anzug. Zeitungen haben wir noch nicht wieder bekommen, so wissen wir noch nichts Räheres. Es wird ja schnell wieder aufgebaut, aber die Menschen weckt keiner wieder. Der armen Tante ist schier das Herz gebrochen über die herrlichen Bäume, aber sie vergißt es im Anblick des furchtbaren Jammers ringsum. Obst gibt es dieses Jahr nirgends. Alles ist besät mit den unreifen Früchten. Es scheint nebensächlich, macht aber hier einen großen Teil des Verdienstes und der Rahrung aus. Ratür- lich steigen alle Preise. Bald schreibe ich wieder. Bitte sendet den Brief nach Darmstadt weiter. Ich kann's nicht noch einmal schreiben. 24 Stunden nicht aus den nassen Kleidern gekommen und den nächsten Tag wieder, nicht gewaschen, nicht geschlafen. Ihr müßt Euch schon die Mühe machen. E. tr. 3. Australische Kamele. Das Kamel ist uns als das „Schiff der Wüste" in der Sahara i nd in anderen Teilen des Orients eine geläufige Erscheinung. Aber Kamele in Australien? Das klingt uns höchst sonderbar, und doch hat dies nützliche Tier dort allmählich eine immer größere Bedeutung gewonnen. Kamele wurden um 1850 aus Afghanistan nach Südaustralien eingeführt. Seitdem ist durch Aufzucht im Lande und durch weitere Einführung ihre Zahl auf über 11000 angetoaebfen. Es hat sich gezeigt, daß das in Australien gezüchtete Kamel dem eingeführten überlegen ist. Cs find daher von der Regierung Kamelfarmen eingerichtet worden, und auch private Züchter haben sich mit dieser gewinnbringenden Arbeit beschäftigt. Zunächst kamen mit den Tieren afghanische Kamel ührer, und es gibt auch noch heute solche in Australien, aber die weihen Ansiedler ersetzen fie in immer größerem Maßstab. Es gibt zwei verschiedene Arten der Verwendung. Die eine ist die Benutzung des Kamels als Lasttier; bei der anderen wird das „Schiff der Wüste" als Zugtier vor großen Wagen verwendet, und man tiifft schwerbelastete Gefährte, die mit 6 und 8 Kamelen bespannt find. In den abgelegenen Teilen des Landes, in denen die Transportverhältniffe noch sehr im argen liegen, kann man lange Reihen von Kamelen sehen, die wie eine Riesenschlange durch den Busch wandern. Der afghanische Kamelführer, der auf dem Leittier reitet, bietet in seiner farbigen orientalischen Kleidung einen seltsamen Gegensatz zu der schlichten Erscheinung der australischen Begleiter. Auf lange Entfernungen sind 3 Zentner schon eine beträchtliche Last, aber unter günstigen Bedingungen kann ein starkes Kamel auch 6 Zentner tragen. Die australischen Lastkamele haben merk- würdige Eigenschaften. Ihre Lieblingsnahrung sind die scharfen dornigen Gewächse des Busches, und jedes von ihnen hat feinen Ramen, den der Führer laut ausruft, um das widerspenstige Höckertier zur größten Krastentsaltung anzuspornen. Meistens ist jedem Kamel sein Rame auf das Geschirr geprägt, und man liest da sehr liebevolle Benennungen für diese Tiere, deren Bosheit und Ungehorsam nur schwer zu besiegen sind. Trotz dieser Untugenden sind sie aber ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Erschließung Australiens. Sie werden am meisten im Süden verwendet, wo das Land einen Wüstencharakter hat, aber selbst im Rorden, wo an Wasser kein Mangel ist, haben sie die Stelle der Pferde eingenommen. Turnen, Sport und Spiel. Gründet Altersriegen! Eine neue Zeit ist angebrochen, und mit ihr ist das Gewissen erwacht, daß man seinen Körper üben muß, wenn man sich bis ins hohe Alter hinein gesund erhalten will. Wie jedem Deutschen ein gewisses geistiges Dildungsstreben innewohnt als Erbgut kulturbewußter Ahnen, so beginnt jetzt auch die Leibesübung einen selbstverständlichen Platz im Leben des einzelnen einzunehmen. Unö das ist nicht nur bei der Tugend so, sondern auch die alten Herren bekommen allmählich Gefühl dafür, daß eine Fettschicht um die Lenden «in störendes und unpassendes Anhängsel ist. Unsere Turn- und Sportvereine mögen aus dieser Wandlung der Anschauungen die praktische Schlußfolgerung ziehen und in viel größerem Maß, als dies bisher der Fall ist, sich auch um die Aelteren kümmern. Bei den Turnern gibt es in vielen Orten schon Altersriegen, und das Altersturnen steht sogar in hoher Blüte. Die Riegen oder ganzen Abteilungen setzen sich aber doch zum größten Teil aus solchen Mitgliedern zusammen, die schon Jahre oder Jahrzehnte lang geturnt haben, also bereits über eine erhebliche Fertigkeit verfügen und denen das Turnen eine selbstverständliche Lebensgewohnheit geworden ist. Biel seltener findet man, daß sich neue Mitglieder anmelöen, die von Leibesübungen bis dahin fast nichts gewußt haben, die also ihren Wert erst an sich erproben wollen zu einer Zeit, wo Organe und Glieder schon ziemlich abgenutzt und steif geworden sind. Die Sportvereine, die ja auch alle viel jüngeren Datums find als die Turnvereine, haben dagegen in Zahlreichen Fällen überhaupt noch keine Altersabteilungen. Zur Einrichtung von solchen Riegen, die ein Bedürfnis sind, gehört allerdings ein gewisses Geschick, eine geeignete Lehrerschaft, eine besondere Form des Llebungsbetriebes. Individuelle Ausgleichs ar beit wird in der Hauptsache der Inhalt der Uebungsstunden sein müssen, Ausgleichsarbeit für die verschiedenen Mängel, die am Vollgebrauch der Glieder hindern. Dann gilt es, das Trägheitsmoment zu überwinden, der Llebungsleiter muß also verstehen, den einzelnen immer wieder heranzuziehen. Zur Leitung von Altersr'.egen gehört also ein energischer Mann, dessen Haupteigenschaft gesunder Humor sein muh. Richt Kommando, nicht Lieberzeugen hilft, sondern nur Mitreißen. Das Schwimmen im MiLLelrheinkreis der D. T. — In Friedberg fand am Samstag und Sonntag ein Kreisschwimmertag des Mittelrheinkreises statt, mit dem ein Lehrgang zur Ausbildung von Schwimmwarten und Dorschwimmern verbunden war. Etwa 80 Turnerschwimmer aus allen Teilen des Kreises nehmen daran teil. Der Lehrgang begann am Samstagnachmittag in der Turnhalle der Friedberger Turngemeinde mit einem sehr klar aufgebauten Dortrag über „Wesen und Zweck von Lehrgängen", den der Kreisschwimmwart Bitsch (Frankfurt a. M.) hielt. Er will, wie Guts Muths, in dem Schwimmen nicht eine Leibesübung im gewöhnlichen Sinne gesehen haben, sondern einen Erziehungsfaktor in unserem ganzen kulturellen Leben. Das Schwimmen soll Gemeingut aller Turner und Turnerinnen werden. Vom Schwimmen als Leiöesübung sollten wir kommen zum Schwimmen als B r a u ch k u n st im Dienste der Leberrsrettung und dann erst zum Schwimmen als Leistungsprüfung im Wettkampf. Lieber die Geschichte des Schwimmens sprach darauf Verbands- schwimmwart Stürmen (Traben-Trarbach). Das Schwimmen ist, wie der Redner ausführte, eine der ältesten Leibesübungen, die schon von den Kulturvölkern des Altertums gepflegt wurde. Interessant war die Mitteilung, daß im Jahre 310 v. Ehr. Geburt bereits an den Ufern des ; Tiber die erste römische Militärschwimmanstalt erstanden sei. Die ersten Lebensrettungsgesellschaften in Deutschland verdanken ihre Gründung der Pädagogischen Bewegung des Philantropimismus im 18. Jahrhundert. Den Vorträgen folgten Praktische Liebungen im Trockenschwimmen, die zeigten, wie die Bewegungen des Schwimmens und Springens im Turnraum vorbereitet werden können. Eine sehr würdige Veranstaltung war am Samstagabend der Degrühungsabend, den die Lurngemeinde Friedberg zu Ehren der Turner- schwimmer im Kasinosaale veranstaltete. Zum Gruß entboten herzliche Worte: Studienrat Lhierolt für die Turngemeinde Friedberg: Studienrat Schuhmann für den Turngau Hessen: Kreisoberturnwart Frey (Mainz) für die Kreisleitung: Bürgermeister Dr. Seyd für die Stadt Friedberg. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag über „Das Turnerschwimmen und die deutsche Lebensrettungsgesellschaft", den Robert Braun (Frankfurt a. M.), der Schwimmwart der D. L., hielt. Richt einzelne Höchstleistungen, sondern Bildung der Masse sei das Ziel der D. T. Dr. med. Schöndube (Frankfurt a. M.) referierte über die Einwirkung des Schwimmens auf den menschlichen Körper vom ärztlichen Standpunkt aus, vergaß aber auch nicht, auf die Gefahren hinzuweisen, die denen drohen, deren körperliche Beschaffenheit in irgendeiner Weise den Anstrengungen nicht gewachsen ist. Die Arbeit des Sonntags galt ganz der praktischen Betätigung im städtischen Schwimmbad. Kreisschwimmwart Bitsch begann mit vorbereitenden und wassergewöhnenden Liebungen und mit Grundübungen des natürlichen Schwimmunterrichts nach den neuesten Forderungen der Fachliteratur. Henkel (Offenbach) schloß im Schwimmen in den verschiedenen fingen als Schulschwimmen, Schnellschwimmen und Dauerschwimmen an, und Trost (Darmstadt) gab Anleitungen für das Reigenschwimmen, Schulspringen, Kunst- uird Turmspringen waren dann weiter Gegenstände gründlicher Llnterweisung, und vor allem dann auch das Rettungsschwimmen, das ergänzt wurde durch Wiederbelebungsversuche bei Ertrunkenen. Auch Anregungen für die Ausgestaltung eines Schwimmfestes wurden gegeben. Eine Schluhbesprechung faßte die Ergebnisse des sehr anregend verlaufenen Lehrgangs kritifch zusammen. Die BezirksLiga in Hessen - Hannover. Der vergangene Sonntag brachte Ergebnisse, die nicht ohne weiteres als normal anz s hen sind. In der unser Heimatgebiet umschließenden Südgruppe des Bezirkes holte sich der Vereinigte V. f. B. Kurhessen-Marburg den ersten Punkt, und ausgerechnet gegen den Bezwinger des Altmeisters Kurhessen-Cassel, gegen Do - russia-Fulda, in einem unentschiäenen 1:1 Spiel, wobei Fulda von Glück sprechen kann, daß es nicht überhaupt verloren hat. Marburg zeigte sich von der besten Seite, spielte eifrig und verständnisvoll, während man von den Borussen den Eindruck hatte, daß sie in ihrer Leistung gegenüber dem Dorjahre zurückgegangen sind und daß ihr Sieg gegen Kurhessen-Cassel mit Recht als unverdient bezeichnet wurde. In einem weiteren Südtreffen teilten sich Herma n n i a und Hessen 09, wie schon so oft, unentschieden 2:2 in die Punkte. Wohl verschoß Hermannia zwei Elfmeter, aber dennoch entspricht das Ergebnis den gezeigten Leistungen. Sehr knapp siegte „Sport" Cassel, der Dezirksmeister, gegen Hellas Münden mit 5:4. Man hatte von ihnen zu ihren Gunsten eine größere Tordifferenz erwartet. Trotz technisch reiferer Spielweise mußte sich der S. C. 03 Cassel von dem Reuling Tura Cassel mit 1:2 geschlagen bekennen. 03 siel besonders in der zweiten Hälfte sehr ab. Göttingen 05 zeigte trotz seines 3:1 Sieges gegen F. V. Einbeck nur sehr schwache Leistungen, Einbeck dagegen spielte ungeheuer eifrig. Zwei Casseler Vereine führen die Tabellen in den beiden Gruppen an, im Rorden Tura, im Süden Hermannia. Ohne Punktgewinn ist noch Münden im Rorden. Im Süden liegt zur Zeit 7wch V. f. D. Gießen an letzter Stelle. Ein Iahnfonds des Amerikanischen Turnerbundes. Der Amerikanische Turnerbund, der in den Vereinigten Staaten das Turnen nach deutschem Vorbilde pflegt und sich aus deuschsprechenden und deutschbürtiaen Mitgliedern zusammensetzt, entfaltet zur Zeit dank der Rührigkeit seines Bundessprechers George Seibel eine rege Tätigkeit. Der Besuch der deutschen Amerikariege zum Bundesturnfest in Louisoille unter Leitung des Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft, Direktor Dr. Berger, hat den Vereinen viele Anregungen gebracht und überall eine Steigerung der Arbeit in den Vereinen im Gefolge gehabt. Man bemüht sich auch um die Hebung des sogenannten geistigen Turnens, d. h. man will deutsche Sprache und deutsches Schrifttum, deutsche Sitten und alles das pflegen, was als besondere deutsche und turnerische Eigenart anzusprechen ist. Zur Förderung dieses Zwecks ist der sog. „Jahnfonds" gegründet worden, der bereits eine Grundsumme von 30 000 Dollar enthält. Es wird nun angestrebt, diesen Fonds auf 100 000 Dollar zu erhöhen, und zwar bis zutz nächsten Tagsatzung in Cleveland. Die Bemühungen um di« Auffüllung des Fonds sind von bestem Erfolge begleitet. So wurde vom Syrakufe-Turnverein eine Spende von 1000 Dollars überreicht, und der Nord-St. Louis-Turnverein kündete die Ueberwei- sung von 5000 Dollars an. Es ist erfreulich zu hören, daß die amerikanischen Turner derartige Opfer bringen, um deutsches Wesen in ihren Reihen zu vertiefen und zu verbreiten. Finanzielles zu „Dernpsey-Tunney". Rach den jetzt in Einzelheiten bekannt werdenden Summen, die bei dem Kampf Dempsey- Tunney um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht erzielt und bezahlt wurden, haben rund 137 000 Zuschauer insgesamt Eintrittsgelder in Hohe von fast 1900 000 Dollar bezahlt. Demp- seh erhielt eine Kampfgase von 850 000 Dollar, der Manager Alex Rikard hat einen Verdienst von einer halben Million Dollar zu verzeichnen. Für die Inanspruchnahme des Stadions Philadelphia waren 170 000 Dollar zu bezahlen, die Summe der Steuern betrug rund 270 000 Dollar. as der Sonntag bringt. Spielvereinigung 1900 Giehen. ö. Am Sonntag empfängt die fi i g a e l f den Verein für Ras en spie le Butzbach mit seiner 1. Mannschaft zum angesehten Meisterschaftsspiel in Gießen. Die Butzbacher haben es bis jetzt nur zu zwei Punkten gebracht. Trotzdem sollte man sich hüten, diesen Gegner zu unterschätzen. Gerade die diesjährigen DerbandsspieLe zeigen zu Genüge, daß fast alle Ligamannschaf- ten des Lahnkreises mit ihren Leistungen unberechenbar sind. Die Spielvereinigung 1900 wird zwar diesmal wieder mit ihrem rechten Läufer antreten, jedoch fehlt dafür der seit Sonntag gesperrte Mittelstürmer, wodurch der Sturm wohl an Durchschlagskraft Einbuße erleiden wird, sollte nicht in letzter Stunde eine neue Kraft ihren Einzug in die Mannschaft halten. Eine besondere Anziehungskraft wird das vor dem Ligaspiel zum Austrag kommende 3u« gen d-Lokal derby haben. Gerade die Jugendmannschaften der Spiel Vereinigung 190 0 und des Vereins für Bewegungsspiele Gießen lieferten sich in den letzten Jahren Partien, die jeden Fußballfteund begeisterten. Die 1. Jugendmannschaft der Spiel- vercinigung gab am Samstag eine Probe ihres Könnens durch einen 9:0-Sieg über Butzbach Sie wird auch gegen den V. f. B. das bessere Ende für sich behalten. Vormittags spielen die 2. 3ugenbmannp schäften. Die Ligareservemannschaft fährt nach Butzbach zum Meisterschaftstreffen in der A- Klasse und wird wohl bei kompletten Antreten auch erfolgreich sein. Die 3a (Lehrmannschaft) sieht man gegen Heuchelheim II dort wohl als überlegenen Sieger, während die 3 b (4.) Mannschaft bei Daubringens II. die Punkte holen will. V. s. B. (-) Richt weniger als acht Mannschaften beschäftigt der Verein am kommenden Sonntag, teils in Verbands- teils in Privätspielen. Die Liga empfängt auf eigenem Platz zum fälligen Rückspiel die Liga des F. C. 05 Wetzlar. Das 4:4 des Dorsonntags dürfte das Kräfteverhältnis beider Mannschaften kaum richtig wiedergeben, da die V. f. D.-Mannschaft unter sehr ungünstigen Umständen kämpfte. Diesmal wird sie in stärkster Aufstellung, allerdings ohne den verletzten Dingel und den disqualifizierten Kreß I, antreten. Kunst in Not. Von Lisa Steffen, Chemnitz. Die deutsche Musik ringt um Sein oder Richtsein im Schicksalskampfe gegen die Mächte der Zeit. Ein Blick in die Konzertsäle, in denen sich die Zahl der leeren Stuhlreihen ständig mehrt, zeigt auch dem oberflächlichen Betrachter die verhängnisvolle Wandlung, die sich im Verlaufe der letzten Jahre im öffentlichen Musikleben Deutschlands vollzogen hat. Man fragt nach den Llrsachen, und sogleich stellt ein bequemes Schlagwort sich ein: die „Rot der Zeit". Damit hat man in erster Linie die Knappheit an Geldmitteln im Auge, die weite Kreise angeblich dazu zwingt, die Kunst heutzutage als Luxusartikel zu betrachten, — als entbehrliches Gut, das erst nach Sicherstellung des Unentbehrlichen Anspruch auf Berücksichtigung haben darf. Was aber gilt heute als unentbehrlich? Ist es nicht das Materielle im feineren oder gröberen Sinne? Man glaube doch nicht, der Riedergang des deutschen Musillebens sei mit Geldschwierigkeiten hinreichend zu begründen, — der Rückgang und drohende Verfall einer Kultur könne als Folgeerscheinung äußerer Röte erklärt werden. Rein, die Bedürfnisse unseres Zeitalters, vor allem der Heranwachsenden Generation sind vielfach ganz anderer Art. Ein neuerwachtes, zunächst ganz gesundes Lebens- und Raturgefühl treibt den heutigen Menschen zum Sport, Tanz und zu aller Art von Körperkultur. Hierfür scheut er fein Opfer und es wäre auch soweit alles in Ordnung, wenn dieser Betonung des Körperlichen eine starke, innerlich gefestigte Seele das Gegengewicht hielte. Aber mte ist es damit bestellt? Durch die Anspannung der Kriegs- und Revolutionszeit erschlafft, sucht man seine Seelenkräste durch oie primitiven Reizungen moderner Vergnüg, ngsstätten zu bleiben oder gibt sich vielfach jenem trägen Kunstgenießertum hin, daS treffliche Erfindungen wie Radio, Grammophon und dergleichen mißbraucht, um Wahl- und ziellos alles, was einem in den Wurf kommt, ohne innerlich tätige Anteilnahme zu verschlucken. Daß dies eine allgemeine Verflachung und seelische Verarmung nach sich ziehen muh, ist offensichtlich. Obwohl auf diese Weise ungeheure Mengen aller Art von Musik konsumiert werden, ist es gerade diese Kunst, die dabei ihrer Bedeutung als einer innersten Angelegenheit des deutschen Wesens verlustig zu gehen droht. Kann doch ihre Existenz in einem höheren Sinne nur auf innerer, tätiger Anteilnahme, kurz: auf der Pflege der Musik durch die Gesamtheit beruhen. Lind dies ist denn auch einer der Hauptwege, die zur Wiedererstarkung der deuffchen Seele führen können. Voraussetzung aber und Grundlage für das Interesse am öffentlichen Musikleben (Konzert, Theater usw.) ist notwendigerweise die Pflege der Musik im Hause. Wie die Familie den Grund- stock des Staates bildet, so bildet die Hausmusik den Grundstock für das Musikleben überhaupt. Sie schafft ein persönlich tätiges Verhältnis des Einzelnen zur Kunst und wo sie verkümmert, erlischt die Anteilnahme an dem Kunst- leben. Sie ist es, die zugleich ein heilsames Gegengewicht gegen das praktische Leben mitbilden hilft, daS in unseren Tagen auch das geistige Gebiet beherrschen möchte. Wer in noch so bescheidenem Maße der Musik mit innerem Ernste dient und von ihr nicht allein Unter- haltimg und Zerstreuung erwartet, sondern sich bereitwillig zur Sammlung zwingen läßt, dem erschließt sich ihr inneres Leben, und er erfährt eine Erstarkung seiner seelischen, ja schöpferischen Kräfte. Ihm ist die Musik nicht Luxus, sondern Lebensnotwendigkeit. Freilich, wo die Musik keinen lebendigen Widerhall findet, da gilt es für den Künstler aufzuhorchen, ob nicht die Kunst etwa jene Grenze überschritten, wo sie ins Künstliche sich versteigt und verliert, wo sie im schlimmen Sinne unpopulär wird. Zu jeder Zeit ist solche Etn- kehr geboten. Aber die entgegengesetzte Gefahr, — Prostitution der Kunst möchte ich sie nennen — ist heute ernster denn je: gibt die Kunst sich hin an die Welt, so geht sie unten in der Welt. Statt der Veredelung dient sie der Frivolität, Eitelkeit und Verflachung: statt Ewiges widerzuspiegeln, wird sie zum Modeprodukt des Tages. Rur die Erkenntnis des drohenden Verlustes kann eine neue Wertschätzung der Musik erwecken. Die Hebung der Musizierfreudigkeit wird entscheidend sein für das Schicksal der deutschen Musik. Drum: Wer aus dem eigenen Instrument mit eigenen Händen sich und den ©einen jene innere Freude schafft, die nur auf tätiger Anteilnahme an der Kunst beruhen kann, wer seine Seele lieber von den edlen Kräften unserer alten und neuen Lieökunst erfüllen läßt, statt sie durch Gassenhauer zu vergiften, wer seinem Kinde durch guten Musikunterricht eine Quelle dauernder Lebensfreude und Energie erschließt, statt mit dem gleichen Kostenaufwande flüchtige Vergnügungen zu bestreiten, der hilft, daß der deutsche Künstler wieder ein Publillim finde, hllft, daß die Rot der deutschen Musik nicht zur Schmach werde. Oscar Wrlde in Amerika. Oscar Wilde hat einmal in den Anfängen feines Ruhmes eine Vorttagsreise nach Amerika unternommen, ist aber ziemlich enttäuscht wiedergekommen, obwohl seine großartige Begabung für Reklame ihm einen Erfolg bei den Vankees sicherte. Er hat seine „Eindrücke von Amerika" ausgezeichnet, die aus seinem Rachlaß im Jahre 1906 in einem wenig beachteten Heft veröffentlicht wurden. Eine französische Zeitschrift macht jetzt wieder auf diese geistvollen Bemerkungen aufmerksam, die in ihrer Ablehnung des Amerikanismus sehr viel Aehn- lichkeit haben mit der harten Verurteilung der Reuen Vor dem fiigatreffen tritt die Zweit« gegen dre Zweite von Riedergirmes zum Derbandssp-.el an. Rach ihrem letzten Spiel zu urteilen wäre der Platzelf ein sicherer Sieg zuzutrauen, trotzdem Riedergirmes ein zäher Gegner ist. Die Dritte hat vormittags die zweite Mannschaft des Sportvereins „Hessen" zum Derbandsspielgegner, und wird "einen anderen Geist mitbringen müssen als in den letzten Spielen, andernfalls die Punkte den Soldaten zufallen werden. Auch die D i e r t e hat im Punktekampf gegen Lollars Zweite den Vorteil des eigenen Platzes. Erste und zweite Jugendmannschaft tragen gegen die gleichen der Spiel- vereinigung 19 0 0 auf deren Platz Diplomspiele aus. Für die Schülermannschaften stellt ^Hessen" seinen Platz zur Verfügung. L i ch und cr-11 n ° a si^d die Gegner, die Rückspielver- psilchtungen nachkommen. Die Lahnkreisliga hctt für den 10. Oktober fünf Begegnungen vorgesehen. Als Hauptspiele steigen: Gießen 1900 gegen V. f.R. Butzbach und D.C. Wetz- lar gegen Germania Marburg. Während 1900 Gießen ziemlich sicher über Butzbach triumphieren wird, ist der Ausgang Wetzlarer Spiels noch offen, wenn auch Marburg em wenig stärker erscheint. Auf jeden Fall ist unter den genannten der Kreismeister zu suchen. Zwei gleich starke Gegner treffen sich in Herborn-Gladenbach. S. C. Riedergirmes fährt nach Frankenberg und dürfte dort voraussichtlich Sieger bleiben. Die Bezirksliga in Hessen-Hannover hat am kommenden Sonntag als Haupttreffen auf dem Programm die Begegnung „Sporf gegen Spielv. Cassel. Rach der schwachen Leistung „Sport's" in Münden ist der Ausgang des Spieles vollkommen offen. Trotz der guten Leistung der Marburger Vereinigten geben wir diesen im Kampfe gegen den Altmeister Kurhessen-Cassel in Cassel kaum irgendwelche Erfolgschancen. Borussia Fulda hat Hermannia Cassel zu Gaste. In Göttingen steigt als Plaheinweihungsspiel das Lokaltreffen S. Vg. gegen S. C. 05. Die vier zuletzt genannten Mannschaften sind gleichwertige Gegner. tz. Die Verbandsspiele im Deutschen Arbeiter - Sportbund. 3n der I. klaffe. £ Als einziges Verbands spiel findet auf dem Wiesecker Sportplatz ein Spiel zwischen Wieseckl und Alsfeld I statt. Dtzr der Ausgang des Spieles für beide Vereine auf die Gestaltung der Tabelle bedeutungslos ist, darf angenommen werden, daß es mehr den Charakter eines Gesellschaftsspieles erhält. Die Frage nach dem Sieger muß offen bleiben, beide Mannschaften müssen voraussichtlich mit Ersatz antreten, und werden ein Spiel zeigen, das sich von den seitherigen harten Punktspielen wohltuend unterscheidet. Am Samstagabend sindet in Frankfurt die Protestverhandlung Wetzlar! — Gießen! statt. Falls nach dem Llrteil ein Wiederholungsspiel notwendig ist, soll das Spiel am Sonntag ebenfalls ausgetragen werden. 3n der II. Klasse. Wies eck II — Raunheim II. Dieses Spiel dürfte für Wieseck gewonnen werden, vorausgesetzt, daß Raunheim nicht mit verstärkter Mannschaft antritt. — Gießens Ild-Mann- schäft tritt auf eigenem Platz gegen Marburg II an und wird wohl ganz bestimmt der verlierende Teil sein. Ihr Partner, die Ila- Mannschaft Gießens, spielt anschließend gegen Leun I. Hier ist der Ausgang nicht zweifelhaft, Gießen wird sicher gewinnen. — $ au bringen! hat Wetzlar II zu Gast. Für den Platzverein sollte man das Spiel nicht ohne wetteres verloren geben, ebenso große Siegesaussichten hat Wetzlar. — Fronhausen! und R o d h e i m I werden sich in Fronhaufen ein Spiel liefern, dessen Ausgang offen gelassen werden muß. Beide Mannschaften haben sich in ihrer kurzen Spielperiode sehr gut entwickelt und werden ein dementsprechendes Spiel zeigen. Welt durch Dickens, der die angelsächsischen Brüder ebenfalls auf einer Vortragstournee kennen gelernt hatte. „Jeder Mensch scheint hier die größte Eile zu haben, den Zug zu erreichen,“ schreibt Wilde. „Das ist eine Seelenhaltung, die für die Ausnahme von Dichtungen wenig günstig ist. Wenn Romeo und Julia sich beständig mit der Stunde der Abfahrt ihres Zuges beschäftigt hätten, wenn die Frage der Retourbilletts ihnen nicht aus dem Kops gegangen wäre, dann hätte Shakespeare keine Gelegenheit gehabt, seine schöne Dalkonszene zu schreiben. Man wird am Morgen nicht durch den Gesang der Rachtigall, sondern durch die Pfeife des Dampfers erweckt." Was Wilde in der Reuen Welt den stärksten Eindruck macht, das ist die Weite des Raumes und die riesigen Dimensionen so vieler Dinge. Der Riagara enttäuscht ihn aber ebenso wie Rew Vork und er meint, daß die jungen Ehepaare, die diesen Wafferfall bestaunen, davon einen schlechten Vorgeschmack des künftigen Ehelebens mitnehmen müßen. Man hat ihm den „Wilden Westen" gerühmt aber er sindet auch hier nur schlechte Manieren. Während er das Puritanertum von Boston verabscheut, entzückt ihn die Chinesenstadt von San Franzisko, wo Matrosen den Tee in zierlichen Porzellantaffen entnehmen. Vor den Goldgräbern von Colorado spricht er über Benvenuto Cellini und erregt bei ihnen mit der Schilderung dieses Gewallmenschen ein solches Jntereffe, daß sie ihn fragen, warum er diesen Mann nicht mitgebracht habe, und höchst enttäuscht sind, als er ihnen bekennen muh, er sei schon mehrere Jahrhunderte tot. Sodann erzählt er die Geschichte von einem reichen Geschäftsmann, der die Eisenbahngesellschaft verklagte, weil sie ihm einen aus Paris stammenden Abguß der Venus vonMilo ohne Arme geliefert habe, und der seinen Prozeß gewann! „Kleine Oasen in dieser weiten Wüste der praktischen Vernunft" sind ihm die jungen Amerikanerinnen, von denen jede .zwanzig Männer zu Sklaven hat und sie mit köstlicher Unbefangenheit regiert“ >-! > §6efa«8®6iil tim II. Dieses ar werben, rot- mit Verstärker S Ilb'lann- gegen Mar» iz bestimmt der einer, die Ha» -It anschließend Ausgang nicht gevtmen. - ,a%i'er B Srcmzisko,^ Sie Ausnahme Wenn Romeo tunöe der 21b« venn die Frage dem «opfere keine Gele- ne8uf?reibS en Gelang der des Samplers M den stark- le des Raumes ler Tinge. mie Äew Port toi*?.“ neb«™™?, :«S in wi fe«*. ^Senen ’&nn- Wa|Äel- -r^„. ich,ischen Brüder !e kennen gelmit 9a w ^rgirmes '0011 dvra^ L la >ver ! ^ttreften ‘nU -Sport" £ Kdachen Ausgang 05 der H reinigten en Altmeister EM irgend. Fulda hat • Sn 06t* ngsspiel dos Die vier zu- gleichwertige tz. le m Portbund. iten?Ä2 ebenso große lonhausent Fronhausen röt >n gelassen wer» ben sich m ihrer oickell und wer« zeigen. l smdet auf dem schenDieseäl Ausgang des Gestaltung der angenommen ■ emos Gesell, ch dem Sieger raffen müssen , mb mxben to sritherigM. Mnscheidei. Frankfurt die - Gießenl Diedrrhvlmgs» ek am Sonntag Banknoten. Darwin U 6975 0.6125 und ihren 18.75 40,4 135,6 99 294 124,5 128 191.9 87.9 101,75 200 89,5 160* 102.5 160 168,2' 168-7* 142* 151 75.5 74.5 120,2* 157,5 154,5 144 167 163,25 162 158,5 139,6* 200 88 84,25 0,75 0/16 0.60 0.38 159.5* 103 167.75 168.25 152 77 120* 157,25 162.5 160 139.5 202,25 82.75 83 47 38,25 159.5 105 74 159 168 168 146 155.5 72 73.5 120,75 159 153,75 143,75 168 166,75 4,196 11,63 111.18 20,409 12,33 168,27 16.29 92,03 69,33 112,23 81,20 63.01 12,425 5.89 1101,75 i — 1292.7* 124 1128.25 18.3 50 232.75 150.5 234 183,75 171,5 150.5 143.75 8,35 230.5* 150* 230* 182* 171* 151.12 143.5 8.4 Letzte Nachrichten. Seeckts Rücktritt genehmigt. Berlin, 8. Ott. (TU. Drahtmeldung.) Der Reichspräsident von Hindenburg hat das Ab- schiedsgesuch des Generalobersten v. 5 eetf f genehmigt. Tschechoslowakische Roten Ungarische Noten... . der ilnt ertön der Börse leicht schwächer. Auch der Erport will sich noch immer nicht entwickeln, da die hohen Frachten wenig nutzen lassen. Gerste ist in mittleren und geringen Sorten angeboten, hat aber nur in guten Sorten Frage. In Hafer sind die Offerten knapp. Für Mais fanden vereinzelte Lifankäufe statt. Mehl ist in Weizenmehl sehr still, Roggcnmchl aus der Provinz gesucht. ES wurden notiert per 1009 Kilo: Wetzen, märt., 259 bis 262; Roggen, märt., 213 bis 218; Sommergerste 212 bis 252; Wintergerste 180 bis 185; Hafer, mark, 180 bis 191; Mais (loto Berlin) 188 bis 190; per 100 Kilo: Weizenmehl 35,50 bis 38; Roggenmehl 30,25 bis 32; Weizenfleie 9,90 b s 10,25; Roggenklere 10,50 bis 10,60; Biktoriaerdsen 44 bis 54; Keine Speise- erbfen 30 bis 34; Futtererbsen 21 bis 27; Ack«r- bohnen 20 bis 22; Rapskuchen 14,40 bis 14,60; Leinkuchen 19,20 bis 19.30; Trockenschmtzel 8 80 bis 9; Sohaschrot 19,20 bis 19,60; Kartosfelflocken 20 bis 21 Mark. Devisenmarkl Berlin—Frankfurt a. M. Telearophifche QI u 6 a a b > una 18 1 46,5 | 234 75 I 151 I 234 I 183.5 | 98.5 | 170.5 153 144 8,25 70 160 104.25 73.5 160.5* 169.5 169 143 155.5 72 73 121.75 158.5 155 76,75 4,176 11,57 111,12 20,309 12,17 167.43 16,21 91,57 59.03 111,77 80,80 62,69 12,385 5.85 292.5* 122 52,5 127.75 174.5 162,75 98,75 58.25 3 188.5 86 104,25 Rundfunk-Programm. Samstag, 9. Oktober. 3.30 bis 4 iUjr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Tlhr: Konzert des Hausorchesters: Comille Saint-Saens. 5.45—6.05 Ähr: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15 115r: Stenographischer Fort- bildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 7.15 bis 7.45 Uhr: Funkhvchschule Frankfurt „Die großen Romane von John Galsworthy". Dvrtrag von Prof Dr. Schultz. 8.15 bis 9.15 Uhr: Uebertragung aus der Lulaslirche: Orgelkonzert. — 8.15 bis 9.15 Uhr: 11 Übertragung von Cassel. Klavierabend von Herrn O. D. Maeckel, Frielendorf. Anschließend bis 12.30 Uhr: Ile- bertragung von Berlin: Tanzmusik. Büchertisch. Die Wirtschaftspsychologie 151* -30* 180.7* 170,5* 151,75 8.4 Frankfurt a. M„ Weizen, Wetterauer, 28,50 bis 28,75 Mack; Roggen, inländischer, 22,75; Sommergerste für Brauzwecke 23,50 bis 28; Hafer, inländischer, 17,50 bis 19; Karl Kurzrock iin Verlaufe eines Streites erstochen hatte, vor dem Schwurgericht zu verantworten. Old hatte ein Derhältnis mit d r 25jährrgen Franziska Brunner, die in Scheidung lebte. Anfangs blieb dasselbe auch ungetrübt. Während einer längeren Abw^fmheit Olds flog die „Braut" jedoch in den Armen anderer herum. Old verzieh ihr immer wieder, bis zum nächstenrnal. So wechselten immer Krach und Versöhnung bei dem „liebenden Paar". Als nun die Brunner zu Anfang dieses Jahres ihre Aeigung dem Glasschleifer Kurzrock zuwandte, wurde Old das Spiel zu dumm, und er stellte den Rebenbuhler zur Rede. 3m Laufe der Auseinandersetzung gr.ff Kurzroü den Old an, dieser zog das Messer und darchschnitt ihm die Halsader, so daß der Tod sofort eintrat. D.>s Gericht (am zu der Auffassung, daß der Angeklagte die Rotwehr überschritten habe und verurteilte ihn zu einem 3 ahre Gefängnis wegen Körperverletzung m"t Todeserfolg. Cs müsse aber sestgestellt werden, daß die Zeugin Brunner ein ganz frivoles Spie! betrieb und den Old hinterging, wodurch dieser in begreifliche Erregung geriet Beteiligung an den Gesellschaften bleibt im Besitz der Familie Stinnes, die auch die freie Entscheidung in der Geschäftsführung hat. Die Verpflichtungen, die seitens der Firma Hugo Stinnes gegenüber dem deutschen Bankenkonsortium noch bestehen, werden in Durchführung der Transaktion abgegolten. 7ranksurLcr Börse. Frankfurt, 8. Olt. Tendenz: Schwach. — Die Börse stand heute bei Beginn wieder unter dem Eindruck der innerpolitischen Ereignisse, die noch keine Klärung gefunden haben. Die Stimmung war anfangs nicht unfreundlich, doch entwickelte sich das Geschäft nur zögernd. Die Reigung zum Rachgeben der Kurse war wieder mehr ausgeprägt. Das Kursbild zeigte zunächst einen uneinheitlichen Charakter, da befriedigend lautende Wirtschafts- berichte gegenüber scharfen Rückgängen einen gewissen Rückhalt boten. Bei Beginn des offiziellen Verkehrs kam es aber zu schärferen Abgaben, von denen jedoch nur die Aktie n- Märkte betroffen wurden, während die Rentenmärkte bei lebhafteren Umsätzen die Steigerungen ihrer favorisierten Werte fortsetzen konnten. Die Kursrückgänge an den Aktienmärkten betrugen zunächst 1 bis 2 Prozent, im Verlaufe wurden diese aber überschritten, und es traten stärkere Einbußen ein. Von Montanwerten eröffneten niedriger: Buderus, Gelsenkirchen und Rheinstahl je minus 1,25 Prozent. Phönix minus 2 Prozent, Harpener minus 0,75 Prozent, Klöckner minus 1 Prozent. Auch Kaliaktien gaben etwa 2 Prozent nach. Eine Ausnahme bildeten Laurahütte, die gesucht waren und erneut eine scharfe Steigerung (plus 5,5 Proz.) erfuhren. Rheinische Braunkohlen plus 1 Proz. Von Chemiewerten lagen 3.G.- Farben anfangs 1 Proz. schwächer und gaben im Verlaufe noch ein weiteres Prozent nach. Goldschmidt minus 2,5 Prvz., Holzverkohlung minus 1,25 Proz., aber Scheideanstalt plus 0,25 Proz. Der Elektro markt lag nicht einheitlich. Elektrisch Licht und Kraft zogen um 2,3 Proz. an; Felten war knapp gehalten, während AEG. ein und Siemens 2 Proz. nachgaben. Am Bankenmarkt erlitten Darmstädter einen empfindlichen Rückschlag um 4,5 Proz., bei den unmittelbar darauf einsehenden Rückkäufen konnten sie von diesem Verlust 2 Proz. wieder zurückgewinnen. Lebhaft war das Geschäft in Deutsche Bank, die 1,5 Prozent anzogen. Commerzbank behauptet. Die anderen Werte dieser Gruppe bröckelten ab. Metallbank minus 1,25 Proz. Sch if f - f ahr tsakt ien büßten etwa 1 Proz. ein. Schau tung minus 2Proz. Der Motorenmarkt lag uneinheitlich. RS11. gaben 2 Proz. nach, Kley er zogen 0,5 Prvz. an. Von Textil- werten waren Hammerfen gesucht. Don -Zellst offaktien gewannen Äschafsenburger abermals 2 Prozent, während Waldhof 0,75 Prozent niedriger wurden. Bau - undZucker- a k t i e n schlossen sich der Abwärtsbewegung an. Wayh & Freytag waren um 2,25 Prozent gedrückt, Zement Heidelberg minus 0,5 Prozent. Von Zuckeraktien büßten Badischer 1,75 Prozent, Heilbronn 1 Prozent, und Offstein 0,5 Prozent; dagegen lag Frankenthal 0,7 Prozent fester. Von Oelaktien schwächten sich Rütgerswerke um 1,25 Prozent ab, Deutsche Erdöl gehalten. Das hohen Wert für das praktische Leben behandelt Prof. Dr. Erich Stern (Gießen) in feinem in der neuesten Rümmer 4254 der 3llustrierten Zeitung (Verlag 3. 3. Weber, Leipzig) erschienenen Aussatz „Die Bedeutung der Psychologie für das Wirtschaftsleben". Anläßlich des Ablebens von Rudolf Gucken wird in einem kleinen Beitrag ein kurzer Ueberblick über das Schaffen und Wirken des großen Philosophen gegeben. Don archäologischem 3nteresse ist der illustrierte Beitrag aus der Feder Prof. Dr. F. Dehns über die Ausgrabung des Mithras- lempels zu Dieburg (Hessen). Die Ausstellung des Leipziger Kunstvereins „Deutschrömische Malerei und Zeichnung von 1790 bis 1830" wird in einem von Abbildungen nach charakteristischen Gemälden aus jener Kunstperiode begleiteten Beitrag von Dr. Hildegard Heyne eingehend gewürdigt. — Volk und Scholle. Heimatblätter für beide Hessen, Rassau und Frankfurt a. M. — Heft 8 erscheint als Kurhessen-Hest mit einer Reihe gediegener, z. T. sehr hübsch illustrierter Beiträge. Wir nennen etwa Dieterichs Aufsatz über „Marburg und Hessen", Siegels Abhandlung über die Hessen-Kafselschen Truppen im Dreißigjährigen Kriege, Deckers Beitrag „Schloß Ludwigseck" und die „Seltsamkeiten" von Marie Brehm. 3nteressantes Material verarbeiten die Miszellen und die Buchbesprechungen. 5% Deutsch- Ncichsanleth« • 4% Deutsche Reichsanleihe • 3'/a°/n Deutsch.: Rcichvanleihe 3% Deutsche RcichSauloihe • Deutsche Soarvcamienanlcihe 4e/0 Preußische KonsolS • . . 4°'» Hessen 3'/»0/n Hessen 3°/0 Heuen........... Deutsche Werth. Dollar-Ant- Dto. Doll -Schatz»Anweilug.*) 4°/0 Zolltürken 5% Goldmerikaner ... . Berliner Handelsgesellschaft. Üommerz. und Prlvat-Bank Dannsi. und 'Jlarionalbant . Deutsche Bank......... Deutsche Bereinsbank . . . . DiSconto Commandtt . . . Metallbank........ • Mitteldeutsche Kreditbank. . Lette .reichliche Cred. laust alt Westbank ....... . Bochumer Hutz ...... Buderus ......... Demsch-Luremburg .... Gelsenkirchener Lcrgloerke. . Harvener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. .... paurahuttc ........ Oberbedarf..... Phönix Bergbau ....... Rheinttahl........... Melicck Montan ..... Tellus Bergbau ■ ..... Bereinigte Stahlwerke A,-G- Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philivv Holzmann...... Anglo-Cont.-Guano . . . . Chemische Mayer Alapin . . I. G. Farbenindustrie, A.«G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung Rütgerswerke Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ......... Mamkrasrwerke ....... Schlickert Siemens girier Ämu.« 'Jiott 16.",81 168,23 167 .84 166,26 Bu-n.«Aires I.7H 1.718 1.704 1,708 Bra Antw 11,62 11,66 11,64 11,68 C Kristiania 91.84 92,l;6 91,fr2 92.04 Kopenliagrn 111.35 111,03 111.36 111,64 Skockdolm 112,1'2 112.13 112.03 112.32 HcliingforS 10,542 10.582 10,545 10.585 yiaiicn . . 16,11 16.18 16,58 16.62 yonbon. . zü, 341 20,394 20,352 20.401 Neu«ort . . 4,193 4,2113 4,195 4.205 Poris. . . 12.090 12,135 12.08 12,12 Schweiz . 81,00 61,20 ML 98 M.18 Svanicn . 63.02 63.18 62 52 62.68 Japan . . . 2.031 2.043 2.H32 2,0 6 Rio de Ian Wien in D-' 0.614 0.616 0,579 0.581 Lest, abgest 59,20 59,34 59,20 59,34 Prag ... 12,417 12,457 12,415 12,455 Aelzrad . . 7,411 7,4 3 7.413 7,433 Budapest. . 0,87 5,89 6,87 6.89 Bulgarien ..03 .1.04 3,025 3,035 Lissabon 21,525 21.5:5 21.475 -1,525 Danzig. . 81,35 81.55 81.35 81.55 Äonft.-.ntln. 2.165 2,175 2,185 2.195 Alden 5,09 5,11 5,09 5.11 Kanada. . . 4,197 4,207 4,197 4,207 Urugnoti 4,205 4.215 4.205 4.215 Berlin. 7 Oktbr 1 Geld Brie' 7. 10. 8 10 Amerikanische Roleu ..... Arlaischr Nolen ....... 0.6005 v.61 Dänische Nvken ....... Englssche Koten ........ b,6Ü 0.60 Französtsche Waten ...... 0.5875 Holländische Noten ...... >.7505 0,795 Italienische Noten ...... 0 375 — Norwegische Norcn...... 0.6105 i),60 4 5 Dcutsch'Oesterr.. i 100 Kronen 0, / 2 Rumänische Noten...... 0 67 — Schwedische Noten ...... 0,6 —— Schweiler Noten....... — — Spanische Noten ...... Handschuhe ö22ia Gießen, Kreuzplatz 6 10. Fortsetzung. Nachdruck verboten. "ÄÄ? I Tanz-Institut Bäulke Stolte 8241C Hauptpreislagen für den Herbst 8.50 12.50 8226a Gießen, Marktplatz 2, neben der Engelapotheke Lindenplah 1 Telephon 641 Filz- und Kamelhaarschuhe in großer Auswahl TH Bekanntmachung \ pITA ÄR I OF1 /X I Die Besitzer von Obstbäumen der *■ vxj fi 1V4. 9 markung Gießen werden hiermit a fnrXori out* Sa» der Ge- 77«N 0by5Z Lichtspielhaus 8239c JTc/uiÄ/iauf Drucksachen aiierArt liefert !n jeder gewünschten Ausstattung stilrein und xxdswert die Brühl'eche Unlv.Druckerci. k. Lange. Der Berkaus von Kraut, Kartoffeln und Obst auf Wagenladungen findet Sams- chen werden hiermit aufgefordert, zur Bekämpfung der Obstbaumschädlinge sämtliche Obstbäume bis Mitte November gehörig abkratzen und mit Kalkmilch (gelöschtem Kalk, der mit viel Wasser verrührt ist) bestreichen zu lasten. Gießen, den 7. Oktober 1926. Feinste Obst-, Gemüse- und Essig-Konserven in vollkommenster Sortierung Drieschs Kallen ist doch der beste Samstag Tanz-Abend iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiiiiiiiiiiiiiii Wolfstraße 21 :: Telephon 1055 Unterricht in Kursen und Einzelstunden Beginn neuer Kurse Anfangs und Mitte Oktober. 8120D An einem kaufmännischen und einem Schüler-Kursus können sich noch einige Herren beteiligen. Empfehle dreie Woche s-mD la WWW ä W. 80 W. ta WW 6 ä W. 1.00 Bll. ,aMdSlMlSeNLW.1.10M. (BieBeiierSle IW.MMr.32 in bekannt bester Qualität trifft Anfang nächster Woche frisch ein. 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Bekanntmachung .Auf Beschluß der Stadtverordneten- Bersammlung vom 8. Juli 1926 und mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern vom 21. September 1926 zu Nr. M. d. I. 30 722 werden die Gebühren für Verwiegungen auf den städtischen Lastwagen wie folgt festgesetzt: Die Wiegegebühr beträgt für 1 Zentner Nettogewicht 4 Pf., 82448 die Mindeftwiegegebühr jedoch 40 Pf. Bei Verwiegungen von 500 bis 3000 Tonnen wird ein Rabattsatz von 15 Proz. und bei Verwiegungen von mehr als 3000 Tonnen ein solcher von 25 Proz. gewährt. Die Rückvergütung erfolgt am Schlüsse des jeweiligen Rechnungsjahres. Für Verwiegungen außerhalb der festgesetzten Dienststunden ist die doppelte Wiegegebühr zu bezahlen. Vorstehende Gebührenordnung tritt mit dem 1. Oktober 1926 in Kraft. Gießen, den 4. Oktober 1926. Der Oberbürgermeister. ________I. V.: Dr. Ham m. Geschäfts-Empfehlung! Die Firma Offenbacher Lederwarenvertrieb A. KANN, Kirchenpl.9, ist heute durch Kauf in meinen Besitz übergegangen Parole: »Großer Umsatz, kleiner Nutzen!« Ein Beweis KtenmtpSnurNW. 4.50 10 Prozent auf alle mitübernommenen Waren --------- Reparaturwerkstatt im Hause --------- Filiale Friedberg Hauptgeschäft Gießen Filiale Gießen Eröffnung 15. Okt nur Kirchen platz 9 nur Bahnhofstr. 49 Offenbacher Fabrikniederlage J. Röder ______________________________________________________________ 8231 D Erst jetzt stockte sein Blut. Millionen Ameisen kribbelten über seinen Leib. Sechs Lire, fünfzig Cen- tesimi. Knapp für ein Frühstück langte das. Und dann? Und weiter? Zorn schäumte in ihm hoch. Wut ballte seine Fäuste. Schwarzkopf! Man hätte den Menschen längst seinem Schicksal überlassen müssen. Statt dessen hatte man ihm Geld geborgt, alles Geld, das man besaß. War es nicht hirnverbrannt, toll? „Bis morgen. Rund neunzehntausend, einschließlich Zinsen." Wild lachte Kreuth auf. Jetzt saß man fest: ohne Geld, ohne Hoffnung. Gemach — man konnte fid) ja helfen. Der Wiener Paletot war da, der Frack, der Smoking: vielleicht reichte der Erlös hin, das Zimmer zu bezahlen. Vielleicht blieb sogar etwas für das Billett übrig; Personenzug dritter Klasse. In Berlin wartete Martina. Seit Monaten wartete sie. Wie sie ihm an den Hals fliegen wird, lachend, weinend. Er solle doch gleich erzählen, sehr viel. Warum wankte Martina? Warum hing sie wie Blei an seinem Arm? Kreuth nahm die Lunge voll Luft. Schweratmend blickte er über das Meer. Eine Barke mit grünem Licht schaukelte in der Ferne. Gleichzeitig spülten die Wellen über den Ufersand. Ein sanfter Wind wehte. „Nein!" stieß Kreuth hervor. „Nein!" Auch dieser Nacht folgte ein Morgen. Der neue Tag tat weh. Die Bilder aller Dinge schmerzten auf der Netzhaut. Unerträglich war der Duft der Rosen und fßeildjen. Der tiefblaue Himmel höhnte. Durch Mark und Bein ging das Lachen der frohen, sorglosen Menschen. Nachmittags mengte fid) Kreuth unter die Promenierenden. Alles schlenderte nach der Spianate del Capo Sank Ampelio. Im Kursaal konzertierte das Künstlerorchester. Nebenan im Tearoorn wurde getanzt. Die Kellner verneigten sich. Kreuth war ihnen nicht unbekannt. Die kleine, schmale Bianca flatterte auf ihn zu. „Den nächsten Charleston?" bettelte sie mit flammenden Augen. Sie wußte, wie glänzend sie mit dem schlanken Deutschen Figur machte. Immer hatte sich ein Kreis um die beiden gebildet. Kreuth würgte an einem Wort. Seit gestern hatte er keinen Bissen im Magen. Leichter Schwindel erfaßte ihn. „Das weniger", sprad) er stockend. „Aber etwas anderes, Bianca." Er wollte sie beiseite Montag, den 11. Oktober Wiederbeginn des Klavierunterrichts Johanna Vogt ®oetf)e|trafee 32jILofl9os Bekanntmachung. Betr.: Personenstandsaufnahme und Detriebsaufnahme nach dem Stand vom 10. Oktober 1926. Durch Beamte des Polizeiamts Gießen werden an alle wohnungs- und Betriebs-Inhaber Listen ausgegeben, die von jedem Inhaber einer selbständigen Wohnung oder eines Betriebes nach dem Stand vom 10. Oktober 1926 auszufüllen, und alsbald dem Hausbesitzer oder dessen Vertreter au übergeben sind. Die Nicht- crfüüung dieser Verpflichtung kann mit Geldstrafe belegt werden. Die näheren Bestimmungen bezüglich der Eintragungen sind aus den Vordrucken ersichtlich. 82438 Gießen, den 6. Oktober 1926. Der Oberbürgermeister. I. V.: vr. F r e y. 9.50 10.50 und höher Zweimal lief Kreuth die Strandpromenade hinauf und hinab. Bordighera träumte. Hie und da blinzelte ein Licht von den Hügeln. Klumpen mit fahlen Umrissen waren die Villen. Schwarz schatteten die Palmen und Olivenhaine. Im ungewissen Schimmer breitete sich das Meer. Blaß und unerreichbar funkelten die Sterne. Irgendwo ferne surrte ein Auto. „Wenn ich mein Geld wieder habe," sprad) Kreuth zu sich selbst, „reise ich ab. Morgen — am besten gleid) morgen. Es geht nicht weiter so, wirklich nicht." Dieses Dasein lastete auf ihm. Seine Seele rief nach Martina. Als Kreuth die Hotelhalle wieder betrat, schlug ihm Aufruhr entgegen. Vor zehn Minuten war Böla Schwarzkopf verhaftet worden. Zwei Kriminalbeamte aus Genua hatten ihn aus dem Zimmer geholt. Schon war das Auto wieder unterwegs. In Gruppen stand das Hotelpersonal beisammen. Fragende Blicke flogen Kreuth zu. Argwöhnisch musterte ihn der Direktor. Wer die Rechnung bezahlen würde? fragte er höflich und dringend. „Wohl ein Mißverständnis", stammelte Kreuth. Leise ahnte er, daß es kein Mißverständnis war. Tausend Dinge fielen ihm auf einmal ein. Schon einmal hatte er sich gefragt, ob alle die Vollmachten, die Schwarzkopf mit sich führte, echt waren. In Budapest hatte Schwarzkopf eine Sendung Chemikalien, die für Serbien bestimmt waren, aufgehalten und kurzerhand verkauft. Eine Depesche aus Belgrad aerftreute die Bedenken des Spediteurs und der Zollorgane. In der gleichen Art wurden auch anderswo kreditierte Waren in Bargeld verwandelt. Plötzlich war Kreuth sehend geworden. Wieder lief er durch das Dämmerdunkel der Nad)t. Was ging Schwarzkopf ihn an? War es nicht wichtiger, was aus ihm selbst wurde? Er griff in die Tasche mit dem Metallgeld. Im matten Schein einer Lampe zählte er: Sechs Lire und fünfzig Cen- tesimi. nehmen, doch im selben Augenblick drängte sich ein breit grinsender Amerikaner heran. „Später", rief sie über die Schulter zurück. Sie mußte ja tanzen. Dafür wurde sie bezahlt. Kreuth wartete. Erst als die Musik aussetzte, kam Bianca wieder. Beide Hände preßte sie an das Herz. „Einmal werde ich da tot umfallen." Ein wenig welk Iad)te ihr kleiner, kirschroter Mund. „Was gibt es, Baron?" Leise sagte Kreuth: „Die Sacke ist die: Euer Maitre de danse ist doch ausgesprungen? Vorgestern, wenn ich nicht irre?" „Ja", nickte Bianca. „Er tanzt jetzt in Porto- fino; achtzig Lire pro Abend. Er ist ein Künstler.' „Und noch kein anderer verpflichtet?" Verwundert schüttelte Bianca die schwarzen Locken aus dem Gesicht. „Warum fragen Sie Baron?" „Ist Monsieur Alberti da?" „Drüben im Bureau. Den Korridor entlang, dann die kleine Treppe hinunter." „Danke, ist weiß."' Mit großen Augen blickte Bianca ihm nach. Selbstherrlich thronte Monsieur Aberti im dritten Zimmer. Mit vornehmer Zurückhaltung wurde Kreuth empfangen. Womit er bienen könne, fragte Monsieur Alberti, die Hände auseinander gelegt. Schon nach den ersten Worten Kreuths war er im Bilde. „Herr Schwarzkopf hat andauernd Pech gehabt. Im Spiel, bei den Frauen — und jetzt das! Ich begreife Sie, Herr Baron. Sie stehen ohne Geld da. Sie tanzen nicht Übel. Ihr Frack fitzt gut. Ich biete Ihnen vierzig Lire pro Abend und das Souper." Benno von Kreuth wurde Maitre de danse im Tearoorn neben dem Kursaal. Ihm war, als schlügen Wogen über ihm zusammen. Mit weißen Zähnen lächelnd, tat er seine Pflicht. Er tanzte wirklich nicht übel: Tango und Shimmy ebenso wie Charleston und Habanera. Brillanten schossen Feuer, Gold- und Silberflitter schrie, Perlen und Straß irisierten. Alle Parfüms der Erde griffen betäubend ineinander. Irgendwo im Trubel tanzte Bianca an Kreuth vorbei, „Pauvre daran", sprach sie lautlos mit kirschroten Lippen. Rasch hatte sie sich orientiert. Wie durch rote Nebel sah er alles. Durch geschlossenen Großeinkauf mit über 300 Schuhhändlern grösste Preisvorteile die meiner Kundschaft zugute kommen Eine blasse Dänin öffnete mit der Linken ihr Täschchen und reichte ihm einen fd)malen Brief. „2luf Wiedersehen." Der blande Herr daneben nickte zustimmend. Kreuth hatte sein erstes Trinkgeld bekommen: hundert Lire. Aber nicht alle waren so taktvoll wie die Dänin. Manche der gepflegten, cdelfteingefchmückten Hande schoben nach dem letzten Tanz einfach ein paar Banknoten in die Brusttasche seines Fracks. An- bere hielten ihm zerknülltes Gelb mit krallig gespreizten Fingern hin: „Da!" Kreuth biß bie Zähne zusammen. Schmählich war, was er trieb. Scham unb Pein fraßen an feinem Herzen. Wie glühenbe Kohle brannte das Gelb in ben Taschen. So tief war man also gesunken. Aber man war stark, man mußte kühl im Kopfe bleiben. Nur wenige Tage noch — unb bann: fort von Borbighera! Der Name mußte verschwinbcn, versinken in ber Erinnerung. Nie bürste Martina erfahren, woher bas Gelb stammte. Nur mehr sollte es werben, etwas mehr noch. Wenn ber zwanzigste Taufenber voll war, wollte er reifen; unbebingt, un- wiberruflich. Schon war es fast so weit, als Maria Feo- bororona Sabukowa auftauchte. Alle Gespräche verstummten, währenb sie burch ben Raum schritt. Wie eine Fürstin trug sie bas Haupt mit bem braunen, glatt gescheitelten Haar. Hach griffen bie Bogen ber bünnen Augenbrauen in bie Stirne., Eine weiße, ringlose Hanb flocht zwei Finger in bie kostbare Perlenkette-. Ihr Gang in bem königsblauen Paiqettenkleib, baran Schuppe an Schuppe metallisch schimmerte, war wie ein fernes, leuchtenbes Lächeln. Zwei ältere Herren schritten stumm unb feierlich neben ih^ — Langsam kam bas Leben roieber in Fluß. Erst am nächsten Abend tanzte die Sabukowa. Zweimal drängte es Kreuth zu ihr hin, aber auf halbem Wege wechselte er bie Richtung. Ihm war, als zucke es geringschätzig um bie Munbwinkel ber Russin. Währenb er mit ber Dänin tanzte, kam er ihr einmal so nahe, baß sie sich berührten. Eine Minute später verbeugte er sich vor ber Sabukowa. Derwunbert schaute sie ihn an. Dann lächelte sie mit schiefgezogenen Lippen. (Fortsetzung folgt.) r nm hi iiiiiibtt ihwmw , —m— tag, ben 9., 16., 23. unb 30. Oktober, sowie am 6. November 1926 nur auf Os- »valdsgarten statt. 8207B Gießen, ben 6. Oktober 1926. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Des großen Erfolges wegen und auf vielfachen Wunsch bleibt der märchenhaft schöne Film Der Dieb von Bagdad nrHiiii!niiiiihuunlhiiiiliiirTTmflfflnnvfMiffl,JHiiiiiHtiliniiiiiiiii!!iHiiiHiii!miiiiHiii!iiiiiiTffliiHii bis einschließlich Sonntag auf dem Spielplan Fhb»»|Muiianlanni! DccUthe? LhuhTMtsnUanflle L 6.».b.n