'NneiL ""»SL ' oye tr u -uriu ■? jhmAsten Quf 9riiSnö’ *! bewoox» e.'Wr «ber Qp> - ' *Mr em SiÄ! ?&*K- Ä^tf® dB 3eun xneF,men ,t.." °eu9- bos mQI1 7. 6, an u D n 1 n Hs!z Waldbeständcl »echen. dou ^ahluii«?, leno zu lausen aeluchi. M73ß Mdk. t-W Mfc'Mt tmachung. der Stobtwrorbnelcn. 111. Mo> 1926 unb-mil Hess. Ministeriums bts rinanyn sind die Au-> yemeinbeumlagen für 1926 roie folgt feft- ' Grundsteuer: I aus \t M s5S\d«? Gebäude und $au- z aus je 100 Mai! land- und sorskwin. 'n Grundbesitzes st ertseigenfume. tgebäubelfcucr: g auf je 100 Mar! r Gebäude nebst 3IJ: e des Lermägenssteuen 2. August 1899. merbeffeuet: niq auf je 100 Mark 5 land- unb fortoirb bes gewerblichen Am liebskapitcls. ijn auf je 1 Neich.' das Kalenberjahr 192-) etlichen Erttagssteuen i des hiernach oorlauns Qeroerbcfieuerbehag ieftgefteHle Steuer bleibt Dtlicher Steuern er- eMlsbiszM22.de ; September und No ic Januar und Matz KL-- sverfMn. - _ w Kaufmanns IÄSSÄ** orstraye > ernannt. S ®=# S L erna^Lters, t°®,c irren ®Sllbigetau5' ng f/Zsafls über JJ ^!ung bezeichn^ u^Änfl der , welche eu LSsr leöfl'Ä n«S sAKZ ay&s®* Rr. 157 Erstes Blatt 176. Jahrgang Donnerstag, 8. Juli 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats Bezugrprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der« lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: 2ttätiger Eichen. Postscheckkonto: Krantfnrt am Main 11686. GicheimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnilf und verklg: Vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindrurkerei R. Lange in Siehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. 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Ich habe diese Anträge begründet und darauf hingewiesen, daß die StaatSvegierung sie aufrechterhalten müsse. Der Herr Reichskanzler hat zugesagt, die Angelegenheit einmal dem Reichsverkehrsmini- Der vorzutragen und im Kabinett darüber zu beraten, und am 5. Juli hat der Herr Reichskanzler an die preußische Staatsregierung das folgende Schreiben gerichtet: „Ich beehre mich ergebenjf miizuleilen, daß die Reichsregierung nach nochmaliger eingehender Prüfung der Rechtslage zu dem Ergebnis gekommen ist, daß ein Anspruch Preußens auf Ernennung einer Persönlichkeit für die freie Stelle im Verwaltungsrat der Reichsbahn nicht gegeben ist. (Lebhaftes Hört! Hört!) Die Reichsregierung hat den Reichskanzler a. D. Dr. Luther zum Mitglied des verwaltungsrats der Reichsbahn ernannt“ (Erneutes lebhaftes Hört! Hört! Rufe bei den Kommunisten: Schiebung.) Die Staatsregierung hat sich gestern mit der Mitteilung der Reichsregierung beschäftigt und hat unter dem heutigen Datum dem Herrn Reichskanzler das folgende Schreiben zugehen lassen: „Die preußische Regierung bedauert auf das lebhafteste, daß sich die Reichsregierung zu einer derartigen offenkundigen Brüskierung des Landes Preußen bat entschließen können. (Lebhaftes Sehr wayr!) Die Reichsregierung hat nicht einmal den versuch gemacht, den eingehend begründeten Rechtsstandpunkt des preußischen Staates zu widerlegen und den Nachfolger des seinerzeit auf den Vorschlag Preußens ernannten Geh. Kommerzienrats A r n h o l d ernannt, ohne auch nur darüber mit der preußischen Regierung Fühlung zu nehmen. Die preußische Regierung wird zur Feststellung der Rechtslage eine Entscheidung des Staalsgerichtshoss herbeiführen.“ Die Persönlichkeit des Reichskanzlers a. D. Dr. Luther scheidet, wie ich ausdrücklich betonen möchte, bei dieser Erörterung völlig aus. Die von mir gekennzeichnete Form der Erledigung inefer Angelegenheit bedeutet eine Rücksichtslosigkeit, die die preußische Regierung nach ihrer ganzen bisherigen Einstellung und ihrem entgegenkommenden Verhalten von bet Reichsregierung nicht erwarten konnte. (Zustimmung.) Dies wird zu meinem lebhaften Bedauern zur Folge haben, daß die zu einer ersprießlichen Führung der Reichs- und Staats- geschäfte so nötige vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Reichsregierung und der Regierung des Landes, das mehr als die Hälfte des Reiches ausmacht, durch die Schuld der Reichsregierung in Zukunft sehr erschwert vx.rd. (Lebhafte Zustimmung.) Der Ministerpräsident unterstreicht noch einmal, daß die Stellungnahme der Staatsregierung lediglich darauf gerichtet ist. den Rechts st andpunkt des vrcuhischen Staatsinteresses auf dem Gebiete der S-isenbahn zu wahren. Die preußische Regierung teile nicht die Ansicht des Reichskanzlers, daß durch die Ernennung Dr. Luthers die Interessen Preußens am besten gewahrt seien. (Lebhafter Beifall.) Die Debatte. Abg. Roth (Dntl.) drückt die Befriedigung seiner 'Partei aus über die Stellung der preußischen Regierung. Der Ministerpräsident habe durchaus zu- ireffend die Rechtslage dargelegt. Weny das Reich glaube, Preußen eine solche Behandlung zuteil wer- )en zu lassen, so zeige das, wie stark in den letzten 7 Jahren das Ansehen Preußens gegenüber dem Dich gemindert ist. (Beifall rechts.) Abg. Blank (Zentr.) begrüßt die Ausführungen des Ministerpräsidenten. Hier handle es sich darum, gegen die Ausschaltung Preußens ener- gisch Einspruch zu erheben. Rach der authentischen Interpretation der einschlägigen Bestimmungen stehe Preußen ein Ernennungsrecht zu. Was Bayern mit [einer 12prozentigen Beteiligung am Eisenbahnbesitz zustehe, müsse wohl auch Preußen mit einem Besitz von 75 Prozent erhalten. Sogar Hamburg, das keinen Eisenbahnbesitz habe, habe 1 Mitglied im Der- nraltungsrat. Das Zentrum verlangt, daß die Siechte Preußens tatkräftig gewahrt würden. Abg. Riedel (Dem.) erklärt, das Reich habe gegenüber der Reichsbahngesellschaft 1. das Atstätigungsrecht des Generaldirektors und 2. bas Ernennungsrecht von Verwaltungsratsmitgliedern. Preußen mit seinem groben Bahnbefih habe ein Anrecht auf Vertretung und dürfe sich eine solche Brüskierung nicht gefallen lassen, die man Bayern gegenüber nie •nagen würde. Deshalb begrüße auch die demokratische Fraktion die Erklärung des Ministerpräsidenten nach Form und Inhalt. Die Fraktion fei außerordentlich peinlich davon berührt, daß Die Finanzdebatte in Frankreich. Eaillaux hat in der französischen Kammer die mit großer Spannung erwartete Erklärung über das Finanzprogramm der Regierung abgegeben und in großen Zügen die Finanzschwierigkeiten des Landes auseinandergeseht. Der erste Eindruck dieser umfassenden Darlegung scheint auf die Parteien einen großen Eindruck gemacht zu haben, so daß allgemein damit gerechnet wird, daß für das von Eaillaux geforderte Vertrauensvotum eine große Mehrheit zu haben sein wird, zumal die Gruppe Marin entgegen ihrem Verhalten bei dem ersten Vertrauensvotum sich diesmal an der Abstimmung beteiligen und wohl auch für Eaillaux' Programm stimmen wird, so daß lediglich die Sozialisten und Kommunisten in der Opposition verbleiben werden. Allein das Washingtoner Abkommen scheint bei der Gruppe Marin noch auf Widerstand zu stoßen. Vielleicht wird aber auch, da Eaillaux' Ankündigung, daß die Ratifikation erst nach Erlaizgung einiger Verbesserungen vorgenommen werden solle, für die Beseitigung der bisherigen Hemmungen sorgen. Der Finanzminister konnte sogar darauf Hinweisen, daß er schon gewisse Zusicherungen besonders für die Kredite und Anleihen erhalten habe, ein Positivum feiner bisherigen Tätigkeit und der Verhandlungen mit den Bankgewaltigen. Denn darüber scheint doch bei fast allen Parteien Einigkeit zu bestehen, daß ohne die Hilfe des Auslandes durch Anleihen eine Stabilisierung nicht durchführbar ist, zumal Eaillaux die Finanzlage des Landes in den düstersten Farben schilderte und darauf hinwies, daß, wenn nicht bald einschneidende Maßnahmen getroffen werden. der völlige Zusammenbruch zu erwarten sei. Unter diesen Umständen wird er auch eine Mehrheit für die besonderen Befugnisse für die Regierung von der Kammer erhalten. Eaillaux hat ausdrücklich, scheinbar in guter Kenntnis der Stimmung des Parlaments, die Bezeichnung Vollmachten vermieden, für einen Zustand, der die Tätigkeit des Parlaments für eine Zeit ausgeschaltet. So wird er Verständnis dafür finden, daß die Maschinerie des Parlaments zu langsam arbeitet, weil bei der Durchführung des Aktionsprogramms der Regierung gerade die Schnelligkeit, mit der die Maßnahmen durchgeführt werden, eine Hauptrolle spielt. Denn die Maßnahmen der Regierung würden sicher bei einer oder der anderen Partei immer Anstoß sinden, weil ja alle Schichten der Bevölkerung gezwungen werden sollen, m i t z u arbeite:-. an der Sanierung. Die große Frage bleibt dann nur, ob es Eaillaux im Verlaufe eines halben Jahres glückt, die Maßnahmen einzuleiten, und auch soweit durchzuführen, daß sich ein kommender Erfolg schon erkennen läßt, ob es ihm gelingen wird, das Vertrauen des Auslandes zu gewinnen. Das wird ihm um so eher möglich werden, wenn es ihm gelingt, für seine Maßnahmen eine möglichst große Kammermehrheit hinter sich zu bringen. Diese Aussichten scheinen durch die Rede gewachsen zu fein, zumal, wie Briand ausdrücklich in der Kammer feststellte, die Regierung geschlossen hinter dem Finanzmini- st e r steht, während Peret nicht zuletzt durch die Uneinigfeit im Kabinett zum Rücktritt gezwungen wurde. Eaillaux besitzt auch Energie genug, um etwaige Widerstände seiner Kabinettskollegen zu überwinden. Darin unterscheidet er sich vielleicht in der Hauptsache von seinen Vorgängern, die außerdem zu sehr an das Programm ihrer Parteien gebunden waren. Eaillaux hat also Aussichten, die Situation dadurch zu meistern, ob es ihm gelingen wird, ist aber eine andere Frage, die in der Hauptsache entschieden wird, ob feine Sparmaßnahmen auch die imperialistische Politik des Landes zu beeinflussen vermögen. Die Opposition der Sozialisten. Paris, 7. Juli. (WTB.) Die Kammer hat heute die Beratung über die Interpellation detr. die Finanz- und Währungssanierung fortgesetzt. Sie beschäftigte sich zu Beginn der Sitzung mit der Interpellation des rechtsradikalen Abgeordneten Franklin Bouillon, der über das Schuldenabkommen mit den Bereinigten Staaten spricht. Die Ausführungen des Abgeordneten, die einen starken Beifall auslöften. richteten sich in schärfster Weise gegen das Abkommen Mellon-B.eranger. Verschiedene amerikanische Senatoren und Repräsentanten Mitten erklärt, daß die Kriegsschulden nicht zurüGe- zahlt werden dürften, da sie für einen gern e i n f a m geführten Krieg verausgabt worden seien. Das Abkommen sei unannehmbar, da es drei Gefahren enthalte. Die erste betreffe die Höhe der Schuldsumme, die zweite die nicht vorhandene Sicher heits- und Transferklausel und die dritte die Möglichkeit, daß die Bereinigten Staaten die Schulden kommerzialisiere, so daß schließlich Deutschland eines Tages in die Lage kommen könne, sie Frankreich vorzuzeigen. Italien habe eine Reduktion von 70 Proz., Frankreich nur eine solche von 50 Proz. erhalten. Man müsse das Abkommen ratifizieren, um neue Kredite zu erhalten. Die Unterhändler Frankreichs haben bis jetzt keine Kreditversprechen erhalten. Frankreich würde also vielleicht einen Verzicht unterschreiben, ohne eine Gegenleistung erhalten zu haben. Der Führer der Opposition, der Abg. Marin, erklärte, die Regierung habe gesagt, daß sie hinsichtlich des Abkommens Mellon-Beranger die Vertrauensfrage stellen werde. Man müsse vor allem wis- en, ob bei der jetzigen Debatte über die Finanz- anierung die Frage des Abkommens als ein we- entlicher Bestandteil der Debatte betrachtet werden müsse. Das sei um so notwendiger, als die Regierung erklärt habe, wenn das Schuldenabkommen nicht ratifiziert werde, könne man keine auswärtigen Kredite erlangen. Briand erklärt, daß er zur gegebenen Zeit klar und offen sich vor dem Parlament aussprechen werde, worauf Franklin Bouillon in seiner Rede fortfährt. Die Katastrophe von Versailles, so habe er s. Z. erklärt, verurteile Frankreich zu einem Elend von 50 Jahren. Mit dem Abkommen von Washington werde diese Zeitdauer um 12 Jahre verlängert. Der Fehler liege daran, daß man nach Friedensschluß es versäumt habe, die Frage der interalliierten Schulden zu regeln. Mellon müsse dafür sorgen, daß Europa wieder prosperiere, damit es wieder ein guter Kunde der Vereinigten Staaten werde. Man müsse also von dem schlechtinformierten an ein besser unterrichtetes Amerika appellieren. Die Regierung könne Frankreich, Las aus dem Kriege siegreich und vollkommen entblutet hervorgegangen sei, nicht in eine Lage bringen lassen, in der es unter den Forderungen seiner Alliierten zusammenbreche. Abg. Blum führt dann aus: Die Debatte dürfe nicht zu einer Ministerkrise wie sonst führen. Sie muß durch einen formellen Hinweis für die gegenwärtige Regierung oder für die kommende Regierung zu Ende gehen, einen Hinweis, der dem Lande zeigen werde, was das Parlament wolle. Die Sozialistische Partei weigere sich, den Plan der Sachverständigen anzunehmen. Abg. Blum kritisiert sodann die Vorschläge der sachverständigen über die Erhöhung der indirekten Steuern. Es fei nicht einzusehen. wie die Sachverständigen die Schaffung ausbaufähiger Einnahmequellen Vorschlägen, während sie doch eine unverzügliche Stabilisierung für nötig hielten. Sehe die Stabilisierung nicht die Beibehaltung der bisherigen Höhe der Einnahmen voraus? Blum bemängelt alsdann im allgemeinen die von Eaillaux angelündigten Steuerentwürfe. Als Ersah hierfür biete man nur die Erhöhung der indirekten Steuern an. Das lehnen wir ab. Aber die Rede Eaillaux' enthält noch Schlimmeres, nämlich, der Regierung die M acht- befugnis des Parlaments hinsichtlich der vorgeschlagenen Formeln zu übertragen. Das niemals! ruft Blum aus. Seine Worte werden mit Beifall nicht nur auf der Linkem sondern auch auf einigen Bänken des rechten Zentrums und der Rechten ausgenommen. Der Fehdehandschuh ist uns hingeworfen worden, so fährt Blum fort, wir sind bereit, ihn aufzunehmen. Wenn es sich um eine Verwaltungsreform handeln solle, könnten wir Ja sagen. Auch für diese Steuern. Aber das Parlament hat nicht das Recht, auf fein Recht, Steuern anzunehmen oder abzulehnen, zu verzichten. Wenn es notwendig fei, würden die Sozialisten allein das Recht des Parlaments verteidigen. Blum erklärte, daß der Ausgleich des Budgets nur eine relative Bedeutung habe. Zum viertenmal habe jetzt ein Finanzminister erklärt, die Lage des Schatzamts sei verzweifelt. Das komme eben davon, daß man seit einem Jahre nichts unternommen habe. Jede versteckte Inflation werde seine Partei ablehnen. Das Ziel liege in der Konsolidierung. Dr. Luther ernannt worden sei, zumal auf ihn der lebhafte Widerstand gegen das preußische Vorschlagsrecht zurückgehe. Abg. Seiner! (Soz.) erinnert daran, daß gerade der Reichsverkehrsminister, der aus einem Ministerium hervorging, die preußischen Ansprüche voll und ganz vergessen habe. Wir müssen erwarten, daß Preußen wenigstens ebenso behandelt werde wie Bayern. Der nun entstandene Konflikt zwischen dem größten Lande mit dem Reiche sei sehr bedauerlich. Abg. Leidig (D. V.) bedauert auf das lebhafteste, daß der Ministerpräsident einen Katalog von Beschwerden gegen das Reich habe Vorbringen müssen und daß eine solche Brüskierung erfolgt sei. Meine politischen Freunde haben selbstverständlich nichts gegen Dr. Luther einzuwenden. Es handelt sich aber darum, daß auf den Posten im Derwaltungsrat ein Mann kommt, der in einem gewissen Vertrauensverhältnis zur preußischen Regierung, um Preußens Interessen besonders wahren zu können, steht. Wo bleibt das Wort des Reichskanzlers, der cs als seine Aufgabe erklärt hat, gute Beziehungen zwischen Reich und Ländern zu pflegen? Das Interesse fordert es, daß endlich Preußen die Bedeutung, die es beanspruchen fann, und die es jetzt nicht hat, die es aber im alten Reich besah, gegeben wird. (Beifall rechts.) Abg. Ladendorff (W. Dg.) teilt die Ansicht, daß die Reichsregierung sich Bayern gegenüber eine solche Brüskierung nicht erlaubt hätte. Die Erklärung des Ministerpräsidenten Die von den Sachverständigen angekündigte Wirtschaftskrise lasse sich vermeiden, wenn man vor der Stabilisierung den Franken bis zum jetzigen Stand der Indexziffern revalorisiere. Dies könne Frankreich aus eigener Kraft ohne irgendwelche fremde Hilfe zustandebringen. Die Sozialistische Partei lehne die Au3 I a n ö a n - leihe, auf der der ganze Sachverständigenplan und die Politik der Regierung aufgebaut sei, ab. Blum bemängelte, daß Eaillaux einer klaren Aeußerung über die Frage der Ratifizierung des Washingtoner Abkommens aus dem Wege gegangen sei. Frankreich müsse seine Verpflichtungen anerkennen, nachdem auch Belgien und Italien Schuldenregelungsabkommen abgeschlossen hätten. Die Worte Blums: Ich betrachte mich gegenüber Amerika für stärker gebunden als sich Deutschland uns gegenüber als gebunden betrachtet, wurden links mit Beifall, auf der Rechten mit Unruhe ausgenommen. Blum beschäftigte sich dann mit dem Ursprung der Wirtschaftskrise, für die er den Versailler D e r» trag in erster Linie verantwortlich machte. Schuld sei ferner die Illusion über di e Zahlungen Deutschlands, der Plan Bonar Laws, die Ruhrbesehung und der Re- parationsplan. Die sozialistische Partei habe von jeher den Standpunkt vertreten, daß die aus dem Kriege entstandenen Probleme nur auf internationalem Boden, durch eine internationale Anstrengung gelöst werden können. Aber dieser Gedanke sei unerfüllbar geworden, weil die Politik der letzten Kammer eine solche Anstrengung gemacht habe. Blum entwickelte nun das bekannte sozialistische Sanierungsprogramm, das in der Forderung nach einer Kapitalsabgabe gipfelt. Es handle sich heute darum, eine weitere Inflation und, was noch gefährlicher sei, eine Auslandanleihe zu vermeiden. Rach d-er Rede Blums vertagte das Haus die Weiterberatung auf morgen nachmittag. Das Echo der Presse. „Die Aera der Süßen beendet". Paris, 7. Juli. (WTB.) Dic Presse nimmt Die gestrigen Ausführungen Eaillaux' über das von ihm geplante Finanzprogramm nicht ohne Wohlwollen, aber doch mit einer gewissen Reserve auf. Der „Temps", der den Finanzminister für die Klarheit seines Exposes im ersten Teil lobt, macht einige Vorbehalte yinfichtlich des zweiten Teils und bedauert vor allem, daß Eaillaux sich gehütet habe, das Wort „Verwaltungsreform" auszufprechen, wie es notwendig gewesen wäre. Im übrigen sieht das Blatt in dem ExposS Eaillaux' erst einen zwar ziemlich umfangreichen aber noch nicht präzisen Prolog. — Der „yntranfigeant" sieht ebenfalls in dem zweiten Teil der Ausführungen Eaillaux' den wunden Punkt. Weder der Minister noch die Regierung würden sich an das verschwommene Programm des zweiten Teils der Rede Eaillaux' halten können. Wenn man nicht nur den Sturz des Franken auf- kalten, sondern auch die völlige Finanzsanierung durchführen wolle, müsse man den Sachverftändigen- plan als ein Minde st Programm ansehen, von dem man sich auf keinen Fall entfernen dürste. — Das „Journal des D6bats" schreibt, Eaillaux habe den Mut gehabt, auch unangenehme Wahrheiten zu sagen. Man habe den Eindruck gewonnen, daß er die Dinge, von denen er spricht, versteht und ihren Ernst nicht verheimlicht. Man könne sich leicht vorstellen, daß er bei der Abstimmung über das Ver- trauensootum die Sozialisten, die Kommunisten und eine Anzahl der Radikalen gegen sich haben werde. Das „Echo de Paris" meint, das Programm, das die Regierung gestern entwickelt habe, könne man billigen. Es könne zwar Kritik geübt werden, aber in seinen Grundlinien stelle es ein festes Gebäude dar. — „P e t i t I o u r - n a T ist der Ansicht, Schwierigkeiten würden sich erst entwickeln, wenn die Frage der Auslandskredite zur Sprache komme, da zahlreiche Abgeordnete eine Stabilisierung mit andern Mitteln diesen Krediten vorzögen. Auch bei der Frage der Vollmachten könne es zu Zwischenfällen kommen. — „Ere Rouvelle" meint, man könne den Unwillen der sozialistischen Abgeordneten über den Sachverständigenbericht und über die Vorschläge der Regierung verstehen, aber die Durchführung der Kapitalsabgabe erscheine gegenwärtig unmöglich. — Der „Figaro" beglückwünscht Eaillaux dazu, daß er die Wahrheit gesagt und die Aera der Lügen beendet habe. Das Schicksal des Kabinetts werde auf jeden Fall von den Stimmen der gemäßigten Parteien abhängen. __________________ finde die volle Billigung der Wirtschaftlichen Vereinigung. , Damit ist die Große Anfrage erledigt. güt eine friedliche Lösung. Berlin, 8. Juli. (TU.) Wie die Morgenblätter über die letzte Kabinettssitzung vor dem Beginn des Urlaubs einzelner Minister erfahren, hat der Konflikt, der zwischen dem Reich und Preußen in der Frage des Verwaltungsrats der Reichsbahn entstanden ist, das Reichskabinett beschäftigt. Der Brief, den der preußische Ministerpräsident Braun in dieser Angelegenheit an den Reichskanzler gerichtet hat, wird durch ein Schreiben der Reichsregierung beantwortet werden, das das Bestreben hat, eine friedliche Beilegung des Streitfalles herbeizuführen. Die Schweres Unwetter bei Metzen des ablehnende Stellungnahme der preußischen Regier rung entsprechen, wie von zuständiger Stelle er klärt wird, nicht den Tatsachen. Amerikas Enttäuschung. . Neuyork 7.Juli. (TU.) Amtliche amerika- Nlsche Kreise bezeichnen die vorbereitende Abrüstungskonferenz als einen völligen Versager. Das Ziel, eine Grundlage für die Weltabrustungskonferenz zu finden, sei in keiner Beziehung erreicht worden. Die Washingtoner Regierung habe ihre Delegierten nur deshalb nicht abberufen, um nicht den Anschein aufkommen zu lassen als ob Amerika die Genfer Arbeiten sabotieren wolle. Das amtliche Washington habe aber bereits die Abberufung der Delegierten erörtert. Reichsregierung wird allerdings ihren Standpunkt, daß sie allein für die Ernennung der Bcrwaltungsratsmitglieder zuständig ist, voll auf- recht erhalten. Sie wird diesen Rechtsstandpuntt aber eingehend begründen und erwartet, das) die preußische Regierung ihn anerkennen wird. Vor allem ist man im Reichskabinett der Ausfassung, Last der S taa t s g e rich ts h o f für dicse Frage gar nicht zuständig ist, da es sich ja nicht um die Auslegung von Staatsverträ- gen handelt. Die Anrufung des Staatsgerichtshofs , würde nur im äußersten Konfliktsfalle in Betracht kommen und man hofft, daß Preußen uicfen Konflikt ebenso wie das Reich vermeide n wird. Hochschulnachrichten. Der neue Rektor der Landes-Universität. __ L. 11. Zum Rektor der Landesuniversität für die Zeit vom 1. Oktober 1926 bis 30. September 1927 wurde in der gestrigen Sitzung des Gesamtsenats der ordentliche Professor in der Veterinärmedizinischen Fakultät Dr. Wilhelm Zwick gewählt. Rektoratswechsel an der Universität Frankfurt. weise erst feststellen, wenn die Flut völlig verschwunden ist. Ebenfalls schwer betroffen wurde die Feldmark zwischen der Station Schiffenberg und dem Orte Watzenborn-Steinberg. Auch hier waren die Wassermengen so gewaltig, daß die Senkung des Geländes zwischen der Station Schisfenberg und den Orken Watzenborn-Steinberg in kurzer Zeit in einen See verwandelt wurde. Die Straße nach der Station Schiffenberg war sehr bald schon überflutet, so daß es den in den frühen Morgenstunden zur Arbeit nach Gießen gehenden Bewohnern Watzenborns nicht möglich war, die Station Schiffenberg zu erreichen. Auch mit Fahrrädern oder Wagen war hier nicht durchzukommen. Es blieb den Leuten nichts anderes übrig, als umzukehren und den Umweg über die höher gelegenen Gemarkungsteile nach Garbenteich zu machen, um von hier aus mit einem späteren Zuge Gießen zu erreichen. Die Bahn st recke zwischen Garbenteich und Gießen stand in dem betroffenen Geländeteil bis zur Schienenhöhe im Wasser. Da aber auch hier im Laufe des Vormittags die Flut zurückging, konnte der Zugverkehr ohne Unterbrechung aufrechterhalten werden. Watzenborn-Steinberg wurde von den Niederschlägen gleichfalls stark betroffen, jedoch trat hier glücklicherweise ern st erSchaden nicht ein, da die höhere Lage Watzenborns ein rasches Abströmen der Fluten in die Felder bewirkte. Die direkte Land st raße zwischen Steinberg und G i e ß e n lag an der tiefgelegenen Stelle im Wiesengrund bei Steinberg gleichfalls tief unter Wasser, so daß auch hier keinerlei Passiermöglichkeit vorhanden war. Von der Gewalt der Wassermengen zeugt die Tatsache, daß an der Brücke über den Bachlauf bei Steinberg die G e > länderpfosten u'n b - balken glatt weggerissen wurden. Ferner spülte die Flut große Mengen Feldgewächse mit fort. Von den Bewohnern wird erklärt, daß sie in den letzten 30 Jahren ein Unwetter von d i e s e r H e f t i g k e i t nicht erlebt hätten. Daß das Wetter in der Tat ganz außergewöhnlich schlimm war, teilt auch die hiesige Wetterdienststelle mit, die im heutigen Wetterbericht von der letzten Rächt eine Riederschlagsmenge von 74 Millimeter meldet. Bei allem Unglück, von dem unsere südliche Nachbarschaft betroffen wurde, muß man es noch als eine glückliche Fügung onsehen, daß die Flut ohne weitere Hemmnisse rasch verlaufen konnte. Von Schadensfällen auf dem Abflutwege durch den Kleebach zur Lahn liegt uns bis zur Stunde keine Meldung vor. Nachdem die letzten Tage auch in der hiesigen Gegend mehrfach starke Regenfälle und in naher Entfernung vorbeiziehende Gewitter gebracht hatten, die glücklicherweise keinen allzu schweren Schaden anrichteten, setzten gestern abend gegen 9 Uhr in Gießen und in der Umgebung wiederum kräftige Niederschläge em, die in unserer Stadt bis gegen 1 Uhr nachts anhielten. Gegen morgen, etwa von 4 Uhr ab, war hier ein Gewitter bemerkbar, 'das erneut kräftige Negenfälle brachte. Erst gegen 6 Uhr sanden die elektrischen Entladungen ihr Ende, dagegen dauerten die Niederschläge noch bis gegen 7 Uhr an. In der Nacht gegen 3 Uhr tobte ein st a r k e s Gewitter auch in der südlichen Umgebung Gießens. Der Mittelpunkt des Unwetters war bei den Orten Hausen, Garbenteich und Watzenborn - Steinberg. Das Gewitter dauerte hier bis gegen 45 Uhr an, wobei die Niederschläge ziemlich beträchtlich waren. Im Anschluß an dieses Wetter setzte gegen 25 Uhr ein molken- bruchartiger Regen ein, der mit außerordentlicher Heftigkeit ohne Unterbrechung bis gegen 7 Uhr niederströmte. Das Unwetter brachte für die betroffenen Orte, insbesondere für Garbenteich große Wassernot. Von den höhergelegenen Feldern und Ortsteilen strömte die Flut in raschem Steigen in die tiefer- gelegenen Straßen Garbenteichs, wo im Handumdrehen das entfesselte Element nicht nur die Straßen überflutete und dabei erheblich beschädigte, sondern auch in die Keller, Wohnungen und Stallungen eindrang. In zahlreichen Wohnungen schwammen die Möbel im Wasser. Stellenweise stand die Flut sogar bis zur halben Treppenhöhe nach dem er st en Stockwerk hinauf. Bei der Bergung des Mobiliars und des Viehes mußten die Retter etwa bis zur Brusthöhe in den reißenden Fluten waten, die aus den Ställen geholten Pferde konnten: sich nur durch Schwimmen in der Flut behaupten, das Kleinvieh mußte entweder getragen oder auf Wagen in Sicherheit gebracht werden. Von dem Federvieh scheint viel umgekommen zu sein: Augenzeugen berichten, daß sogar Enten sich schwimmend nicht behaupten konnten, sondern in dem Strudel der Fluten untergingen. Heute vormittag gegen 10 Uhr war die Flut glücklicherweise schon im Verlaufen begriffen, jedoch stand das Wasser in manchen Wohnungen noch bis zu s/4 Meter Höhe. Soweit man bis jetzt übersehen kann, ist der Schaden im Feld, in den Gärten und im Orte selbst sehr groß. Näheres hierüber läßt sich natürlicher- Die englische Kohlenkrisis. London, 7. Juli. (WTD.) 3m Unterhaus ist der vom Handelsminister geforderte Kredit von drei Milltanen Pfund Sterling zum Ankauf von ausländischer Kohle mit 245 gegen 115 Stimmen gebilligt worden, nachdem em Antrag der Arbeiterpartei auf Herabsetzung dieses Kredites abgelehnt worden war. Die Ar- beckerparter erhob Einspruch gegen die Einfuhr deutscher Kohle und gegen die Ausgaben, die die Riederlage der britischen Bergarbeiter bezwecken. Der Bergbauminister gab bekannt, daß in den letzten zwei Monaten 1012 000 Tonnen Kohle aus Europa und den Vereinigten Staaten in England e i n g e f ü h r t worden seien. Die Eisenbahngesellschaften machen bekannt, daß am 19 3uk der volle fahrplanmäßige Betrieb wieder ausgenommen wird. Diese Mitteilung, die zweifellos im Einvernehmen mit der -Regierung erfolgt ist, kann als deutlicher Hinweis dafür angesehen werden, daß mit eurer baldi g en Beilegung des Kohlenkonfliktes gerechnet wird. der gebet Dr. Dr. Staatssekretär a. D. Dr. Lewald feiner Freube darüber Ausdruck, daß die Deutschen Kampfspiele im befreiten Köln stattfänden und dadurch zu einem Befreiungsfest des ganzen deutsckien Volkes wurden. Die großen Erfolge des deutschen Sportlebens, die gerade in letzter Zeit im Ausland errungen roorbrn feien, seien ein nicht zu unterschätzender Schritt auf dem Wege zur internationalen Verständigung. Gouverneur o. D. Dr. Schnee dankte im Namen des Bundes der Auslanddeutfchen der Stadt Köln, daß sie durch die Deutschen Kampfspiele den Auslanddeutschen Gelegenheit gegeben habe, wieder am befreiten Rhein ihre Gefühle für das deutsche Vaterland zum Ausdruck zu bringen. Weiter sprach er die Hoffnung aus, daß auch für die Volksgenossen im noch besetzten Gebiet bald die Stunde der Befreiung schlagen möge. In großen Zügen gab der Redner ein Bild davon, eine wie geringe Rolle die Auslanddeutschen vor dem Kriege bei weiten Kreisen des deutschen Volkes gespielt haben. Kostbares deutsches Stammesdlut sei damals verschwendet worden. Seitdem aber ganze Gebietsteile vom Mutterlande abgetrennt wurden, habe der Begriff des Auslanddeutschtums für uns die ihm zukommende Würdigung gefunden. Zur Frage der Kolonialmandate betonte Dr. Schnee die Notwendigkeit, unsere Ansprüche immer wieder zU betonen, bis sie erfüllt seien. Nach seiner lieber- Zeugung sei eine Außerachtlassung unserer Forderung auf die Dauer unmöglich. Es handle sich hier um eine Notwendigkeit des Völkergeschehens. Der Redner schloß seine Ausführungen, indem er im Namen der Auslanddeutschen das Gelöbnis abgab, baß sie am beutschen Daterlanb festhalten unb der Heimat bie Treue bewahren würben. Das Dolksentscheidsergebnis in Hessen. Darmstadt, 7. Juli. Das amtliche Ergebnis des Vvllsentscheids über den Entwurf eines Gesetzes zur Enteignung der Fürst e n v e r m ö g e n am 20. Juni 1926 liegt jetzt vor. Aus dem umfangreichen Zahlenmaterial seien hier nur die Gesamtziffer-n für Hessen wiedergegeben. Die Zahl der Stimmberechtigten betrug 866 625, Stimmscheine wurden 5103 abgegeben. Die Zahl der abgegebenen Stimmen überhaupt betrug 374 728. 10 156 . Stimmen waren ungültig. Die Zahl der gültigen Stimmen belief sich auf 364 572. Don den gültigen Stimmen lauteten für den Gesetzentwurf (Ja-Stimmen) 348 954, gegen den Gesetzentwurf (Rein-Stimmen) 15 618. Beim Volksbegehren betrug die Zahl der Eintragungen 325 609. Auf hundert Stimmberechtigte kommen 40,3 gültige Ja-Stimmen. Die Auseinandersetzung mit den Hohenzovern. Kunst und Wissenschaft. Gemäldeversteigerung in Frankfurt. Bei der Versteigerung von Gemälden moderner Meister im Auktionshause Rudolf Bangel in Frankfurt, dessen Katalog wir kürzlich anzeigten, wurden u. a. folgende Preise erzielt: Lieber- mann (Spinnerinnen) 10 800, Thoma (Wiesen- landsckaft) 7800, D a u m i e r (Drei Köpfe) 7800, Trübner (Prozession) 5600, Munch (Am Fenster) 4800, S p i tz w e g (Sommertag) 4800, R e - noir (Pfirsiche) 4600, Courbet (Winterlandschaft), 4100, Achenbach (Aufnahme des Lotsen) 4000 und S l e v o g 1 (Pfalzlandschaft 3000). — Die Beteiligung aus dem In- und Auslande war sehr rege. Auch Museen waren vertreten. Professor Kraus bleibt in Frankfurt. Professor Clemens Krauß, der Intendant des Frankfurter Opernhauses, der vor einiger Zeit einen Ruf an die Wiener Hofop r unter günstigen Bedingungen erhalten hatte, hat nunmehr seinen Vertrag mit der Stadt Frankfurt verlängert. Entdeckung einer Wikinger-Inschrift. Bei Cpokane im Staate Washington (11. S. A.) wurde ein Felsblock mit einer Runeninschrift gefunden, die der norwegische Professor Opsjon entzifferte. Die Inschrift besagt, daß dort vor etwa 1000 Jahren eine kleine Gruppe Wikinger gelandet sei und einen schweren Kampf mit Indianerin zu bestehen hatte. Der Zugang zu dem Grabe, in dem die Gefallenen bestattet sind, wurde noch nicht sichtbar. Auf der Tafel ist auch noch eine früher unternommene Wikinger-Expedition erwähnt. Ausgrabung einer prähistorischen Stadl bei Odessa. Bei Ausgrabungen in der Rähe des Dorfes llfsatow, 7 Werst von Odessa entfernt, entdeckten Gelehrte des Odessaer Historisch-Archäologischen Museums Reste einer prähistorischen Stadt. Die Fundamente, Mauern und ein ganzes Reh mit Kalksteinen gepflasterter Wege sind gut erhalten. Es wurde viel wertvolles wissenschaftliches Material zutage gefördert. Rach Ansicht der Ge- leorten ist damit ein Bindeglied zwischen der prähistorischen ukrainischen Tripolis-Kultur und der historischen griechisch-scyth'.schen Epoche deS nördlichen Schwarzmeergebiets gefunden worden. Ein Tagdes Auslanddeutschtums in Köln. Köln, 8. Juli. (TU.) Im Rahmen der Deutschen Kampfspiele fand am Mittwochabend im großen Saal der Kölner Messe ein Deutscher Abend statt, der insbesondere der Begrüßung der zu den Deutschen Kampfspielen nach Köln gelommenen Auslanddeutschen galt und gleichzeitig den Deutschen im Ausland zeigen sollte, daß nach wie vor jeder Deutsche sich mit seinen Landsleuten im Ausland kulturell und geistig eng verbunden fühlt. Oberbürgermeister Dr. Adenauer hielt die Begrüßungsansprache, in der er darauf hinwies, daß infolge des verlorenen Krieges 20 Millionen Deutsche in Europa getrennt von der Mutter Germania seien. Die Deutschösterreicher habe er dabei noch nicht mitgerechnet, denn die sechs Millionen Deutschösterreicher seien Deutsche wie wir und bildeten einen deutschen Staat wie wir. Rur fremde Willkür halte sie noch von uns fern. Außerhalb Europas seien weitere 20 Millionen Deutsche getrennt von uns. Riemand in Deutschland denke daran, diese 46 Millionen Deutsche, die von uns getrennt sind, aj(e mit uns Politisch zu vereinen. Das fei ein unmöglicher Gedanke. Wer nötig sei, daß diese 46 Millionen Deutsche mit uns in Sprache und Kultur vereint bleiben. Auch dieses Derbundensein sei ein lebender Faktor von gewaltigem Ausmaß. Diese kulturelle und geistige Verbundenheit mit den Auslanddeutschen wach zu halten und immer fester zu gestalten, iazu seien dieselben Faktoren wieder berufen tie vor 100 Jahren sich ans Werk begeben hätten: Gesang, Turnen und der Sport. Er grüße sie heute als die Deutschen, die auf der weiten Erde zerstreut seien. Nach Oberbürgermeister Dr. Adenauer gab der Vorsitzende des Reichsausschusies für Leibesübungen, deutsche Volkspartei und Arbeitsgemeinschaft der Rechten. Bdrlin, 7. Juli. (TU.) Die Nationalliberale Korrespendenz befchäftigt sich heute mit der Anregung der Arbeitsgemeinschaft im preußischen Staatsrat, in allen Parlamenten und Körperschaften zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaftder staatser'haltenden Parteien zu schreiten und bemerkt zu diesem Thema u. a. folgendes: Eine Stellungnahme durch die berufenen Instanzen der Deutschen Volkspartei ist zur Zeit nicht möglich, da Fraktions- und Parteivorstand in Berlin nicht versammelt sind. Man wird darauf Hinweisen müfsen, daß eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Parteien, von denen die eine in der Regierung, die andere in der Opposition sich befindet, praktisch nicht möglich ist. Bevor man daher den Gedanken einer engeren Zusammenarbeit zwischen Deutschnationaler Partei und Deutscher Volkspartei überhaupt erörtern kann, mühte diese Divergenz beseitigt sein. Aber auch bann kann sich das engere Verhältnis nur aus einer längeren tatsächlichen politischen Entwicklung ergeben. Die Erlebnisse der letzten Jahre können nach dieser Richtung nicht optimistisch stimmen. Was heute für die Deutsche Volkspartei der Kern des liberalen Gedankens ist, das hat bei der letzten Sitzung des Zentralvorstandes der Deutschen Volkspartei Geheimrat Kahl als den verantwortungsbewußten Tatsachen- m u t bezeichnet, das ist das innere Pflichtgefühl, sich zum Staat zu bekennen und an ihm mitzuarbeiten, auch wenn uns manches an diesem Staat nicht gefällt. Die Deutschnationale Volkspartei hat sich bisher nicht zu diesem Standpunkt durchringen können: sie hat im vorigen Jahr zwar einen Anlauf genommen, hat es aber bann roieber oorgezogen, sich in bie Opposition zurückzuziehen und diejenigen zu schellen, die ihre innerste Pflicht an verantwortungsvoller Stelle zurückhält. Mancherlei Anzeichen sind dafür vorhanden, daß man in deutschnationalen Kreisen das Verkehrte dieses Weges erkannt hat. Der Entschluß der Deutschnationalen Partei zur Rückkehr zur verantwortlichen Mitarbeit erscheint uns daher die erste Voraussetzung für eine Entwicklung in der Richtung auf die Anregung der preußischen Arbeitsgemeinschaft im Staatsrat zu sein. Zum Rektor der Frankfurter Universität für das Amtsjahr 1926/27 wurde der ordentliche Professor der wirtschaftlichen Staatswissenschaften und ' Finanzwissenschaft Dr. Wilhelm Gerlofs wählt. Zu Dekanen wurden gewählt: in juristischen Fakultät Geh. Justizrat Professor Burchard, in der medizinischen Professor Bernhard Fischer, in der philosophischen Professor Fedor Schneider, in der naturwissenschaftlichen Professor Dr. Erwin Madelung, in der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Professor Dr. Kal ve ran. Berlin, 7. Juli. (TU.) Zu dem Ersuchen Generalbevollmächtigten des ehemaligen preußischen Königshauses, v. Berg, in Vergleichsverhandlungen mit den Hohenzollern einzutreten, hat die preußische Regierung bisher einen Beschluß noch nicht gefaßt. Die Pressemeldungen über eine aus ei Hier Welt. Unwetterkatastrophe in Satbfcn. ©ine furchtbare Unwetterkatastrophe, wie sie feit 1870 nicht wieder zu verzeichnen gewesen ist suchte am Dienstag nachmittag die Gegend von Bischofswerda heim. An Fluren, Straßen und Häusern wurde unübersehbarer Schaden angerichtet. Am schwersten tour je der Ort Burka heimgesucht. Auf den umliegenden Bergen ging über eine Stunde lang ein Wolkenbruch nieder. Mit elementarer Gewalt schossen bie Wasser- massen die Berge herab, ergossen sich ins Dorf und rissen alles mit sich fort. Viel Kleinvieh ist in den Fluten umgelommen. Der Ort bildet einschrecklichesDildderDerwüstung. In Demih-Thumiy kamen die Fluten in den Dahngleisen der Strecke Görlitz-Dresden ange- toälzt und ergossen sich in die Dahnhofsanlagen. bie unter Wasser gesetzt wurden. Auch weiterhin nach Bautzen standen die Kartoffelfelder unter Wasser. Bei Spittwitz ist das Schwarzwasser aus den Ufern getreten. Eme neue Einsturzkatastrophe. Augsburg, 8. Juli. Am Mittwoch nach- ^stttag suchten in Bernstein ani Walde etwa 40 Personen, Männer, Frauen un& Ander, vor einem Gewitterregen Schuh und ftüch- teteii in eine leerstehende Turnhalle. Infolge ^Es Blitzschlages stürzte die Giebelmauer der Turnhalle ein und begrub öie Schuh- fucfyenben unter sich. 14 Personen wurden ourep herabstürzende Mauerstücke schwer verletzt. _ . Tleue Unreeller in Oberoskerreich. , , 7. ijult (WB.) Heber Oberösterreich hat sich gestern ein neues 'Unwetter entladen. In Vragarten wurde die Einwohnerschaft morgens durch Hornsignale der Feuerwehr aus den Häusern geholt, da sich ungeheure Wassermassen heranwälzten. Das Vieh muhte aus den Ställen getrieben werden: es konnte nur mit knapper ' Olot gerettet werden. Der Schaden an Kulturen 1 ift sehr groß. Die Straßen wurden bis auf den steinigen Untergrund aufgerissen. Sogar beladene Heuwagen wurden von den Fluten fortgetragen. Ucberfdjroemmungen in Mexiko. 2>ie immer weiter ansteigenden Wassermasfen lassen eine Isolierung der Stadt Mexiko befürchten. Im Umkreis von 15 Kilometern von B.nb die Eisenbahnschienen unter Wasser. Man befürchtet den Ausbruch einer Hungers» n o t, wenn es nicht gelingt, rasch größere Mengen von Lebensrnitteln nach der Stadt zu bringen. Die Ernte auf der mexikanischen Hochebene ist vollkommen vernichtet. Man schätzt den Schaden auf 10 bis 15 Millionen Pesos. Die blinden Passagiere vom „Sibi Ferruch-. In Marseille wurde in der Angelegen^ peit ver h eiml ichen Einschiffungen an Zord des Dampfers „Sidi Ferruch", in dessen Bunkern elf Araber, welche die Fahrt von Algier nach Marseille als blinde Passagiere zurücklegen toollten, ben Sob fanden, das Urteil gefällt. Sechs Angeklagte wurden zu je zwei Jahren Gefängnis und je 6000 Franks Geldstrafe.Verurteilt Gin weiterer Angeklagte wurde wegen mangels an Beweisen freigesprochen. 3m Skeinbruch verunglückt. $n einem Steinbruch in Hohen st ein (Taunus) ereignete sich ein schwerer Unfall. Za>ei tvaren damit beschäftigt, Gesteine mittels Muldenkippern zu befördern. Einer berfelbeir hatte sich rittlings auf einen Bremshebel gesetzt und konnte deshalb nicht mehr abspringen, als der Wagen nicht zum Stehen kam. Offenbar war bet Bremshebel nicht richtig angesetzt. So stürzte der Arbeiter mitsamt dem Kipper in die Tiefe, wo er mit zerschmettertem Schädel und gebrochenem Genick tot liegen blieb. Der andere Arbeiter hatte sich an dem Geleise zu schaffen gemacht und entging so dem Verderben. versicherungsfälschungen. Die Münchener Polizei ift einer grofeangelegten Fälschung von Angestelltenversicherungsmarken auf die Spur gekommen und hat die Täter verhaftet. Vier Buchdrucker und ein Po st angestellter kamen überein, Marken dieser Versicherung anzufertigen und in den Verkehr zu bringen. 110 Bogen zu je 100 Marken wurden hergestellt und dem Postangestellten am Schalter zur Weiterveräußerung übergeben. Durch die Aufmerksamkeit eines anderen Postbeamten wurde der Verkauf der Versicherungs- marken rechtzeitig vereitelt und die Behörde in Kenntnis gesetzt. Ein Irrsinniger im Eisenbahnzug. In dem Aachmittagszuge zwischen Immenhausen und Mönchenhof (bei Kassel) spielten sich am Montag gegen 4 Ahr aufregende Szenen ab. In einem Abteil vierter Klasse, das mit Arbeitern und Arbeiterinnen besetzt war, sprang plötzlich ein großer Mann auf, der schon vorher; durch seine starke Figur aufgefallen war, und raste mit einem großen Dolchmesser in der Hand unter Drohrufen im Abteil um» her. Die Insassen flüchteten, nachdem auf das Ziehen der Rotbremse der Zug hielt, aus dem Abteil. .Auf der freien Strecke gelang es einer Anzahl Männer, den Tobsüchtigen zu überwältigen und in Immenhausen der Polizei zu übergeben, die ihn dem Kasseler Wohlfahrtsheim übergab. Die Zuginsassen kamen mit dem Schrek- ken davon. Durchgebrannte Affen. Die fünf Affen des Heidelberger anatomischen Instituts haben bas Weite gesucht, unb zum Ergötzen der Straßenvassanten in ber ganzen Stabt akrobatische Kunststücke auf Dächern, an Blitzableitern, Bäumen, Schornsteinen, Dachfenstern — in einem Taubenschlag bezogen sie fogar eine „Notwohnung" — unb dgl. ausgeführt. Wie verlautet, sollen sie später jeboch mieber ihre rechtmäßige Wohnung aufgesucht haben. Wettervoraussage. Meist wolkig unb noch Regenfälle, Winde aus wechselnden Richtungen, wenig kühler. Die mit ihren Kerngebieten westlich von uns liegenden Störungen haben durch die Heranführung von kühler westlicher Luft Temperatur- gegcnsätze veranlaßt, die sich in starkem Gewitterregen auslösen. In Gießen ging in der vergangenen Rächt die ganz ungewöhnliche Regenmenge von ca. 74 Millimeter nieder. Die Luftströmung wechselt weiter zwischen südlichen und nördlichen Winden und gestaltet die Wetterlage unsicher. Gestrige Tagestemperaturen: Riaximum 21,4 Grad Celsius. Minimum 14,3 Grad Celsius. Riederschläge 73,8 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 16,8 Grad Celsius. M-erP' jaus, Bahnhofstt am Rhein". - - «-Äclll» iini^ lern K^aft) V ,IB die W lagen, v' Hier Sieben Ätr* dl* Sf denen Mrod «unM LI sSÄÄ srs SSn6® eatti des M rheinische Land MchbargMete, W einem W « scheu R* dürfte mcht M Genuß und - Lägest lag: AeöigMye, " Anlagei tärkapelle fir lag 5 Mr am L folge ist: 1. Stau 2. Ouvertüre zur 6, Sappe: 3. J Osstnbachschen Of ju Haus", Walj marsch I. al ,D der Drohe. " Derieh amt uns mitteil bis 30. Ium fol banbhmgen bim unb Xabftiljttr ■ Triften erobert: jur Nachtzeit oßm zeigen tilgen Fa. Anzeige wegen ? schwindigieü, 1 Q die rechte Straße tvegen Fahrens i zeigen wegen si veckehrspvlitische " Gestol Ententeich. S. August v. 3. verübten Einbruö macht, r« M wurde ein yffi Ler in T'chn int gestohlen wuröer bericht folgendes stohlenen Gegensti aus dm Schmoll 2chn gelegen ist, Mung der ftädti ^aonsche Sdnala: vwatsanwalMi Jn Schlamm Hera ^brauner 5a miltWg00n Nauheim. Hempel, -___Karl Mli *i bar; 01 * Nett, i c, mit 4 sißh Die N- ?achep sj W behto9erun9 '"Nfa0,1 6(n ’^eit s*-. J9 die ist >»Ä KSÄ Uen £ .^ahV °5 TZ U Dorf s?-L>L «"of^N«bin >tdii"'elder " getreten. k°'°^°ph°. 'n LZ 5 -Äks S'L« Mr^ 6Än an Än b^s auf g *lkn Sogar beladt $ uten fvrtgetragen 1 in Mexiko. Ä/^Men ®‘a^ Mexiko be. x- Kilometern von Wncn unter Wasser. H einer Hungers- > rasch Mere Wen- h.^r Stadt zu brin- «panischen hochebene ;in«J* den ullwnen Pesos. 'om „Sidi Zcrruch". r r'l \er Ungelegen- snschlssungen an t Ferruch", in dessen dte Fahrt von Algier Passagiere zurücklegen - das Urteil gefällt zu je zwei Jahren tranlß Geldstrafe vertagte wurde wegen igespwchen. oerunglüdl. 1 in $ol)enftein Werer Unfall Zwei vstigt, Gesteine mit- >ern. Einer tex.Xt'&tn n DrerMebei gefct; aehr Mpringen, als n tarn. Offenbar trat ; angesehi. So slmzli Kipper in die Liese, Schädel und gebracht . Der andere Arbeiter e zu schaffen gemach! :rben. ölschungen. i ist einer grohangeleg- elltenvers'icherungsmar' en unb hat die Täter drucker und ein ncn überein, Marin fertigen und in den )ogen zu je 100®«- i dem PostangeMn armcherung überMr eines anderen Post' us der Dersicherungs- und die Mord« ° SANZ-L «i MM) M*“'» au,r-z-ad- oM»«^ «affe, da- »*5 Ai-cke «*"’ “ft mitt«8* i«lieK«"=ulel.l* ** rauSsagk- noch «'hier. ÄS «n Tempers ienu«%^ getfl‘IU ah -K-Z H’Wge meter. F sellitlS- Au§ der provlnzialhanpiffadt. G i e ß e n. den 8. Juli 1925. Gießener Hoch'chulgefellschaft. Ausstellung mittelrheinischer und hessischer Kunst. Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der LlniversitLt Gießen (Gießener Hochschulgesellschaft) hält am kommenden Sonntag ihre Hauptversammlung und Festsxhung im Borlefungsgebäude der Universität ab. Die Hauptversammlung wird in der kleinen Aula tagen, die Festsitzung wird in der neuen Aula stattfinden. Hier werden Prof. Dr. Rauch- Giehen und Prof. Dr. L o e s ch k e - Trier ürter- essante Vorträge mit Lichtbildern halten, zu denen auch R i ch t m i t g l i e d e r unentgeltlich Zutritt haben. (Man beachte die Anzeige.) In Verbindung mit der Tagung der Hoch» schulgesellschaft findet von Samstag. 10. Juli, bis Montag, 12. Juli, in der Kleinen Aula der Universität eine Ausstellung von Photo- *graph.en, Reproduktionen und Originalen des ’ Gießener Kunstwissenschaftlichen Instituts statt, die gleichzeitig als weitere Illustration des innerhalb der Tagung von Prof. Dr. Rauch gehal- lenen Vortrages über mittelrheinische und hessische Kirnst dienen soll. Im Besonderen hat die Ausstellung den Zweck, eine Art Rechenschaft ab* zulcgen von dem, was auf dem Gebiete der Erforschung mittelrheinischer und hessischer Kunst, die seit Jahrzehnten zu den hauptsächlichsten Forschungsobjekten des Gießener Kunstwissen- schastlichen Instituts gehört, von diesem in stiller, anspruchsloser, aber eindringlicher und umfassender Arbeit geleistet worden ist. Das ausgestellte Material, das trotz seiner Fülle den Umständen entsprechend nur einen Teil der Arbeit des Institutes darstellen kann, sucht eine Anschauung zu vermitteln von dem gewaltigen künstlerischen Geschehen, das seit den Tagen Karls des Großen bis zur Jetztzeit das rnittel- xheinische Land und die von ihm befruchteten Rachbargebiele in beispiellosem Gestaltenrexchtum zu einem der interessantesten Bezirke des deutschen Kunstschaffens macht. Dxe Ausstellung dürfte nicht nur dem sachverständigen Gelehrten Aufschluß und Anregung, sondern auch dem lunstliebenden Laien xn hohem Maße seltenen «Aenuß und bildende Unterhaltung bieten. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Liebigshöhe, 6V4 Uhr: Abonnementslon^ert der Reichswehrlapelle. — V. f. D. Jugexxd, 8 Uhr, im Krokodil: Pflichtversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Grüß mir das blonde am Rhein". — Astoria-Lichtspiele: »Parisette". ** Anlagenkonzert unserer Militärkapelle findet morgen, Freitag, nachmittag 5 Uhr am Liebigdenkmal statt. Die Musik- folge ist: 1. Armeemarsch II, Rr. 224, A. Häfele; 2, Ouvertüre zur Operette „Pique Dame", Frz. d. Suppe; 3. „Ofsenbachiana", Phantasie aus Offenbachschen Opern, A. Conradi; 4. „Bei uns za Haus", Walzer, Jvh. Strauß; 5. Armee- niarsch I, al „Der Hohenfriedberger", Friedrich der Große. *• Verkehrssünder. Wie das Polxzei- amt uns mittexlt, wurden in der Zeit vom 16. bis 30. Junx folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bzw. Kraftrad Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 10 Anzeigen wegen Fahrens zur Rachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 9 An- , eigen wegen Fahrens auf Bürgersteigen, eine Anzeige wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 7 Anzeigen toegen Fahrens, ohne die rechte Straßenseite eixxzuhalten, 5 Anzeigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 6 Anzeigen wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolitischer Hinsicht. •• Gestohlene Silbersachen im Ententeich. Zu dem in der Rächt zum 9. August v. I. in der Alicestraße in Gießen verübten Einbruchsdiebstahl, bei dem Silbersachen gestohlen wurden, wird im heutigen Polizei- vericht folgendes gemeldet: Ein Teil der gestohlenen Gegen st äxxde wurde in dem Ententeich auf dem Schnxällschen Grundstück, das an der Lühn gelegen ist, aufgefunden. Unter Hinzu- ziehung der städtischen Motorspritze wurde der Teich ausgepumpt und die Gegenstände durch städtische Kanalarbeiter unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei aus dem Schlamm herausgeftscht. Es fehlen jetzt noch tne größeren Gegenstände aus Silber. Personen, die irgendwelche Wahrnehmungen über den Verbleib der noch fehlenden Silbersachen gemacht haben, werden ersucht, der Kriminalpolizei Mitteilung zu machen. Auf Wunsch wird Verschwie- Senbeit zugesichert. ** Ein Fahrradmarder dingfest gern ad, t. Der Polizeibericht meldet: Festgenommen aurbe ein 18jähriger junger Bursche aus Wißmar, der in Gießen innerhalb drei Tagen vier Fahrräder gestohlen hatte. Der Dieb wurde dem Gericht zugeführt. Die gestohlenen Räder konnten wieder bci= gebracht werden. — Das Publikum sei bei dieser Gelegenheit nochmals davor gewarnt, Fahrräder ohne Aufsicht sichen zu lassen. Es empfiehlt sich, die Räder abzuschließen, damit den Dieben das Handwerk etwas erschwert wird. ** Fe st genommen wurden hier eine Frauensperson wegen Diebstahls und ein Mann wegen Betrugs. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Hausanschlußarbeiten ist b:c Straße „Am Riegelpfad" zwischen der Ebelstratze und der Hehligenstaedtschcn Fabrik bis auf weiteres für jeglichen Fährverkehr gesperrt worden. •" Erhebung in der Erwerbs» losenfürsorge. Durch Reichsgeseh vom 25. Juni ist der Reichsarbeitsm'.nister ermächtigt worden, mit Hilfe der Arbeitsnachweisämter eine Erhebung in der Erwerbslosenfürsorge zu veranstalten. Die Erhebung soll vor altem darüber Klarheit bringen, welche Wirkung die etwaige Einführung des Lohtxklassenshstems in der Er- werbslolenfürsorge haben würde. Auf ihre Ergebnisse sollen demnach Beschlüsse von großer Tragweite aufgebaut werden. Reben den Fragen nach Aller, Familienstand und Dauer der Alnter- stühung ist die Erfassung des Berufes und des wöchentlichen Rorrnalbruttoverdienstes, den er vor Eintritt der Erwerbslosigkeit bei seinem letzten Arbeitgeber gehabt hat, von besonderer Bedeutung. Zur zuverlässigen gründlichen Beantwor- tung der letzten beiden Fragen ist der öffentliche Arbeitsnachweis auf die Mitarbeit der Arbeitgeberschaft angewiesen. Ihre Auskunstspflicht ist durch § 2 des Gesetzes festgelegt. Die Arbeitsnachweise senden Fragekarten an die Arbeitgeber, be idenen die Erwerbslosen zuletzt in Beschäftigung standen. Der Erhebungszweck verlangt, daß die Fragekarten genau beantwortet und bis spätestens 20. Juli an die öffentlichen Arbeitsnachweise zurückgegeben werden. * V ernxehrt e Genossenschafts- grundungen im Juni. Die deutsche Ge- nossenschaftsbewegung weist im Juni seit langer Zeit zum ersten Mal einen Zugang auf. Die Gesamtgründungen belaufen sich auf 189 Genossenschaften aller Gruppen, denen 170 Auflösungen infl. 35 Richtigkeitserffärungen gegen- überstehen. Konkurse sind im Juni 14 festgestellt. Der Zugang an Genossenschaften ist im Juni um 30 höher, als im Mai und der Rückgang um 11 ringer. Rechnet man die 14 Konkurse hinzu, dann bleibt ein Reinzuwachs von fünf Genossenschaften. Den Hauptanteil an den Reugründungen haben die Mieter-Baugenossenschaften mit 44 gegenüber 13 Auslösungen. Auch die Kreditgenossenschaften haben mit 39 Gründungen gegenüber 24 Auflösungen einen Zuwachs zu verzeichnen, unter denen sich 16 städtische gewerbliche Kreditgenossenschaften befinden. Bei den 24 Auflösungen sind nur 3 städtische Kreditgenossenschaften enthalten, der Rest, entfällt auf ländische Spar- und Darlehnskassen. Die Konsumvereinsbewegung weist 8 Reugründungen und 24 Auflösungen auf. Bei den Handwerkern, gab es ebenfalls 8 Reu» grünbungen und 18 Auflösungen. Hier zeigt sich ein merklicher Rückgang der Auslosungen. Bei der genossenschaftlichen Organisation der Händler hat sich mit 4 GiÄndungen und 4 Auslösungen im Bestand nichts verändert. Einen Rückgang zeigt wieder das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen mit 57 Gründungen, denen 66 Auflösungen gegenüberstehen. •• Austrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: Vier Ochsen, 4 Bullen. 1125 Kälber. 124 Schafe, 417 Schweine. 70 Jahre Gesangverein in Schlitz. 6" Schlitz, 5. Juli. Zu den ältesten ober- hessischen Gesangvereinen gehört der hiesige Männergesangverexn „Harmonisches Kränzchen", der in diesen Tagen sein 70- jähriges Bestehen durch Veranstaltung eines nationalen Gesangswettstreites feiern konnte. Der leistungsfähige Verein, der namhafte Musiker wie Kantor Ranz, Komponist K. Aug. Kern, Lehrer Stein (jetzt in Lxch) als Dirigenten gehabt, hat eine sehr interessante und abwechslungsreiche Geschichte. Die Jubiläumsfeierlichkeiten begannen am Samstag abend mit einem Kommers, der durch die Mitwirkung des Gießener Dauer- schen Gesangvereins besonders verschönt wurde. Die Chöre, die von den „Bauern" unter Leitung ihres bewußten Dirigenten O. G ö r - lach in vollendeter Wiedergabe zu Gehör gebracht wurden, ernteten immer wieder dankbaren Beifall. Die guten Beziehungen, die von jeher zwischen dem „Harmonischen Kränzchen" und dem Bauerschen Gesangverein gepflegt wurden, kamen zum Ausdruck in den Ansprachen, die der 2. Vorsitzende des „Harmonischen Kränzchens", Georg Habermehl/ uxxd dem Vorsitzenden des Gießener Vereins, Louis Dello f, mit Begeisterung gehalten wurden. Louis Bellos überreichte dem Jubelrerein einen goldenen Lorbeer- lranz und außerdem ein Bild mit schönen Ausnahmen vom letzten Beisammensein der beiden befreundeten Vereine. Geschenke wurden auch von der Schliherländcr Vereinigung, denx Männerchor 1 8 3 7 Schotten und dem Doppelquartett Dad-Rauheim überreicht. Der Sonntag brachte morgens das W e 11 - fingen, mittags ein Festzug, und schloß abends mit einer feenhaften Durgenbeleuch- tung ab. Der Festzug, in dem die Schlihcr- ländertrachten zur besonderen Geltung kamen, war liebevoll vorbereitet, wurde leider aber durch einen Gewitterregen stark gestört. Auf dem Festplatze begrüßte der Festpräsident, Landtagsabgeordneter Bürgermeister Dr. Riepoth, die Festgäste. Die inhaltreiche, ttesempfundeixe Festrede hielt Oberpfarrer Döckner. Es sprachen weiter Kreisdirektor Michel (Lauterbach), Graf von Schlitz, genannt von Goertz, Duch- druckereibesitzer G u n t r u m. Alle Redner feierten das deutsche Lied als eine Quelle der Kraft und wiesen auf die heimatlichen und vaterländischen Ausgaben des Männergesangs hin. Das Wettsingen erfolgte in 2 Abteilungen, anerkannte Musikkritiker standen als Preisrichter zur Verfügung. Zahlreiche wertvolle Preise waren gestiftet, u. a. vom Grasen, von der Stadt Schlitz, Reichsminister a. D. Dr. Decker, von Behörden xmd Privaten. Rachstehend brixxgen wir die Ergebnisse. Abteilung 1 (Preisrichter: Musikdirektor Karl Kern (Frankfurt a. M.) und Musikdirektor Leber (Fulda). Stadtklasse 1: 1. Pr. Gesangverein „Eintrachf-Angersbach, 175 Punkte; 2. Schot» tener Männerchor 1837, 1721/? P.; 3. Männergesangverein Riederaula, 169l/3 P.; 4. Gesangverein „Liederkranz"-Hersfeld, 169 P. Ehrenpreissingen: 1. Männergesang- verein-Bernshausen, 81V» P.; 2. Gesangverein „Eintrachf-Angersbach, 80* '2 P. Stadtklasse 3: 1. Doppelquartett Dad- Rauheim, 167 P.; 2. Männergesangverein Lauterbach, 165Vs P.; 3. Gesangverein „Harmonie"- Alsseld, 164 P. Ehrenpreissingen: 1. „Harmonie"- Alsfeld, 82 P. Landklasse 3: 1. Männergesangverein Bernshausen, 147*/2 P.; 2. Männergesangverein- Huhdorf, 147 P.; 3. Gesangverein „Frohsinn"- Angersbach, 147 P.; 4. Männergesangv.-Hopf- mannsfeld, 136 P.; 5. Gesangverein „Sängerlust"-Frischborn, 130 P. Ehrenpreissingen: 1. Männergesang- verein-Bernshausen. 81'/, P.; 2. Gesangverein „Frohsinn"-Angersbach, 8OV2 P- Abteilung 2 (Preisrichter Kantvr H. Samper (Darmstadt) und Studienrat Hch. W e r 1 6 (Mainz). Stadtklasse 2: 1. Gesangverein „Erhei- terung"-Altenburg, 168'/, P.; 2. Gesangverein „Lieder!ranz"-Lauterbach, 159 P.; 3. Männer- gesangverein-Oberßimbach, 149 P. Ehrens xng en: 1. Gesangverein „Crhei- terung"-Altenburg, 80 P. Landklasse 2: 1. Gesangverein„Sänger- kreis"-Landenhausen, 144V2 P-: 2. Männer- gesanaverein-Asbach. 140'/3 P.; 3. Gesangverein „Koniordia"-Langenschwarz, 140 P.; 4. Männer- gesangverein-Wchrda, 138'/- P.; 5. Gesangverein „Harmonie"-Ällershausen, 1371/2 P. Eh r en sing e n: 1. Männergesangverein- Asbach, 71V, P.; 2. Gesangverein „Sängerkreis"- Landenhausen, 70 P. Landklasse 3a: 1. Gesangverein „Froh- sinn"-Fraurombach, 1441/» P-l 2. Männergesang- verein-Psord, 135 P.; 3. Männergesangverein Kleba, 129 P.; 4. Männergesangverein-Willofs, 124V-2 P. Ehrensingen: 1. Gesangverein „Froh- sinn"-Fraurombach, 79 P.; 2. Männergesang- verein-Pfordt und Männergesangverein-Kleba, 69'/, P. Westerwälder Heimatfest. sp. Hachenburg, 5. Juli. Tagelange mühevolle Arbeit hatte den Straßen und mittelalterlichen Gäßchen Hachenburgs am Samstag und Sonntag ein strahlendes, festliches Gepräge gegeben. Galt es doch, alle Westerwälder und Westerwaldfreunde zuxn Gautag des Westerwaldvereins in Hachenburgs Mauern zu vereinen. Lebendige Geschichte sollte dabei den Besuchern vorgeführt werden, und so umstrahlte öenxx die Pracht des Mittelalters alle Häuser und Zinnen des Westerwaldstädtchens, dadurch dem großen Festspiele, dem Höhepunkt des Festes, den passenden Rahmen gebend. In ungezählten Scharen strömten am Samstag die einzelnen Gruppen des Westerwaldvereins vom Walde, vom deutschen Rhein, von der Lahn und von der Sieg, ja aus dem fernen Ruhrlande Hachenburgs Mauern zu. Am Eingänge der Haupt- strahe grüßte das alte Stadttor, eine Nachbildung aus fernen Zeiten; zwei mitelalterliche Wächter heischten den Tribut und begrüßten die Freunde in Hachenburg. Immer größer wurde die Zahl der Besucher, der alte Marktplatz füllte sich immer mehr. Dann erschienen die Ortsvereine, stellten sich im Viereck aus, und die Feuerwehrkapelle intonierte in wuchtigen Klängen den Fridericus- Rex-Marsch. Der Gesangverein Hachen- bürg sang „Westerwald, mein Heimatland", darauf begrüßte Bürgexineister Kappel die Erschienenen mit herzlichen Worteix und dankte den Mitarbeitern an dem Gelingen des Gnutagcs. Hierauf gab Dekan Heyn seiner Freude über eine solch tiefe Bekundung des Heimatgedankens Aus- dnick und schloß mit denx alten Ruf: „Hui! Wäller? — Allemol!", an den sich das gemeinsam gesungene Deutschlandlied anschloß, dessen Eindruck noch erhöht wurde durch feenhafte Beleuchtung des Marktplatzes, des Schlosses und der Kirche. In flottem Marsch begaben sich die Teilnehmer dann zum Festkommers in den Saalbau Friedrich. Konzertstücke, Freiübungen der Hachenburger Turnerinnen, Volkstänze, der Herborner Gruppe und Mundart-Gedichte umrahmten hier die Ansprachen der Herren K l a u e r und Kappel. Musikklänge weckxcn am nächsten Morgen die Festgäste. Alsbald begann ein lebhaftes Treiben, aus dem der Ruf: „Hui, Wäller? — AUemol!" freudig herausschallte, von Mund zu Mund fort- getragen. Auf dem Sportplätze trafen sich die Jugendgruppen, um körperliche Gewandtheit in edlen Wettbewerb zu zeigen. Die Stafette und der 1 0 0 - M e t e r - L a u f wurden von Wetzlar und Steinen errungen, die je zum zweiten Male die Wanderpreise an sich brachten. Im 200- Meter-Lauf blieb Steinen ebenfalls Sieger, während Wetzlar im 400-Meter-Lauf den Sieg an seine Fahnen heftete. Vor demHöhepunkt des Festes, der Aufführung des F e st s p i e l s „Hachenburg im 15. Jahrhundert" richtete Bürgermeister Kappel an die vieUausendköpfige Versammlung freudige Willkommengrüße, und wies auf das Festspiel hin, das den Zuschauern den Be- weis erbringen sollte, daß Hachenburg seine Heimat liebe und alte Traditionen nicht vergesse. Das Festspiel, von 150 Spielern ausgesührt, versetzte in das 15. Jahrhundert. Gerhard von Sayn feiert Hochzeit mit der Prinzessin Johannette von Wied. Schon frühe herrscht reges Lebeix und Treiben, denn die letzten Vorbereitungen werden getroffen. Zwei Kaufleute können leider nicht an dem Feste teilnehmen, sie müssen nach Frankfurt zur Messe. Indes alles geschäftig ist, reitet Juixgaras Gerhard seiner Braut entgegen. Zwischen den freien Bauern und den Leibeignen entspinnt sich eine wüste Schlägerei, plötzlich ertönen Fanfaren, es wird Spalier gebildet und die Wiedschen ziehen ein. Die Glocken läuten Willkommen, und Tillmann, der große Hachenburger Glockengießer, lauscht den ehernen Stimmen und prüft den Klang. Das Brautpaar zieht mit Gefolge ben Burgberg hinab zur Trauung in die Kirche. Hachenburgs Bürger bringen ihre Glückwünsche dar und überall herrscht Freude. Der Hofnarr ergötzt die Teilnehmer an der Hochzeit und Tanzweisen locken zum Tanze. Nach der Hochzeitsfeier bricht der Graf zur Jagd auf. Die Kunde von einem Ueberfall feindlicher chorden auf einen zurückkehrenden Kaufmannswagen unterbricht jäh die Freude. 2llles eilt dem Feinde entgegen und besiegt ihn. Ein Herold kündet den Kaiser, und in glänzendem Zuge reitet dieser ein, um Gerhard mit der Würde eines Oberstuhlherrn zu belohnen. Mit „Heiko Gerhard, Landesherr von Sayn" schloß das Festspiel unter tosendem Beifall und den Klängen des Deutschlandliedes. Nach dem Festspiele stellte sich der F e st z u g auf. Malerisch zogen die Gruppen, ein Herold, Friedrich III., zwei Ritter zu Pferde, Knappen, Ratsherren, Tillmann, Zunftmeister. Kaufleute mit ihren Wagen, der Abt und Mönche, der Hofnarr, Landsknechte, Gerhard von Sayxx mit Johannette von Wied, Jagdgruppe mit Meute an den Zuschauern vorbei. Heroorgchoben seien die Namen der Verfasser des Festspiels, die Herren Flecken st ein, Klau er, B ü s s e. — In allen Lokalen herrschte am Nachmittag Hochbetrieb. Heute, Montag, verließen die Gäste Hachenburg, befriedigt, tief im Herzen neu verwurzelt'die Liebe zum Westerwalde, seinen Bewohnern und seinen Sitten, stolz auf seine vergangenen Zeiten. v- 1 :■ ;•1 Vertauscht! Ein brauner Handkoffer in dem Nach- miltagszug von Frankfurt a. M. nach Nauheim. Umtausch erbittet L. Rempel, Bad-Nauheim Karlstraße 20. 04744 MMWU Samstag, den 10. Juli 1926, : gchm.4Uvr, versteigert ber Unter« yid)nete in Mainzlar zwangsweise gegen bar: L ‘Büfett, 1 Schreibtisch, 1 Sofa, ein Usch mit 4 Stühlen, 1 Tischchen mit 2 Korbsesseln, 1 kl. Kredenz mit einem Aickelservice, 1 Lüster (elehtr.), einen Regulator u. 1 neues Damenfahrrad. 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In den ich den Sozialist Sozialisten ärger Aolschewismus d zen Lo!k ohne X sacht, wer ein verabscheut, wiv aus Dosen geb' brechen ist, dah pas in den < eingetreten bin Hier im < Rafynen meiner Sage in Stofie färänfe mich ba mus die Vernein hck und Dmoir, den Fafzismus ; durch Tetoall g MethrLen, die i Hre aus dieses nicht beantwort ich doch tvirili! Tauer ohne Z ohne Zomensch Dassen gegen behauptete man, ttegegen öeutsc es logisch, s^ckt und stärkste gehredigt und 1 Schillere Unc Öderer Kriege, du Zeichen ge[ui Wugt 'Emer ne wr den Frieden Eietzene N dem Ze AMr Don „ S i-chre nicht m mtt diesem SiTj S Mung ,1 S 2 und . ff Mr Ä* W gar .das q A lvie i? ausb W lie ?^den 5'Do giftig? ^rd. ü niil 2 ' "ran rnn SÄf aus ; Steißen । öu’tlDii **1 mereilliO si- SL mit ünterrecung 'N h, an feinc 5 Krieges i“ lrchs; an vtme müung haben d liung als aus25^andern .„letzt, die M Kn als dre nur das eme: mänien und die Irres Heer Mitansmusse geringerer W Der Krieg beg antwortlich?/ ganze Delt s Gewalttat^' uberöauerlM schatten Msm Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Hl (57 Zweites Blatt Donnerstag, 8. Juli (926 Vereinigung oder Verfall. Eine Unterredung mit Francesco Nitti, ehern. Ministerpräsidenten d. Königreichs Italien. Francesco Nitti. der ehemalige italienische Ministerpräsident, lebt fern vom faszistischen Italien in Paris als Märtyrer seiner Ideale internationaler Verständigung und der Herrschaft der Besonnenheit über Leidenschaften und Vorurteile. Trotz aller schlimmen Erfahrungen ist er sich und seinen Idealen treu geblieben als Vor- tämpfer einer neuen und besseren Welt, wie er sie erhofft. Ich hatte den Vorzug, eine längere Unterredung mit ihm zu führen. „Das ganze Elend Europas stammt", so sagte er. „aus den Friedensverträgen. Präsident Wilson war ein ehrlicher und aufrichtiger Mann, der an seine großen Ideale glaubte: aber er kannte Europa nicht, und so war es möglich, daß gegen seine Wünsche und Vorschläge sogenannte Friedensverträge gemacht werden konnten, die eher als eine Art Fortsetzung des Krieges zu betrachten sind. An Stelle von einem Oesterreich-Angarn — eines aus verschiedenen Staaten zusammengesetzten Reiches mit einheitlicher Oberleitung — haben wir fünf oder sechs: an Stelle einer elsaß-lothringischen Frage haben wir sieben oder acht, an Stelle von Abrüstung haben wir noch viel stärkere Rü - st u n g altz vor dein Kriege. Europa, das damals aus 25 Ländern bestand, ist jetzt aus 35 zusammengesetzt, die gegeneinander höhere Wälle aufrichten als die chinesische Mauer. Bedenken Sie nur das eine: Drei kleine Staaten, Polen, Rumänien und die Tschochoslowakei. haben ein st ä r - leres Heer als das vor dem Kriege des Militarismusses bezichtigte Deutschland, bei weit geringerer Bevölkerung und zerrütteten Finanzen. Der Krieg begann auf dem Balkan. Aber nun ist ganz Europa balkanisiert. Wer ist ver- antworttich? Es ist schwer zu entscheiden. Die ganze Welt ist verantwortlich für diesen Geist der Gewalttätigkeit, der den eigentlichen Krieg weit überdauert hat. And nun diese Diktatorenherr- schaften Faszismus und Bolschewismus (in diesem Sinne gleichlaufende Phänomene) und fünf oder sechs andere Militärdiktatoren oder nattona- listische Asurpatoren. Sie fragen mich, warum ich Italien verlieh. Letzten Endes hatte ich in Italien kein Glück. Ein Staatsmann, der in der Politik einen mittleren Kurs anschlägt, der an Demokratie und Fortschritt glaubt, kann zwischen starken Extremen der Linken und Rechten kein Glück haben. In den Augen des Mittelstandes war ich den Sozialisten zu freundlich gestimmt. Die Sozialisten ärgerten sich über mich, weil ich den Bolschewismus durchaus ablehnte. Wer dem ganzen Volk ohne Anierschied der Klassen zu dienen sucht, wer ein System von Gewaltmaßnahmen verabscheut, wird sich im politischen Leben nicht auf Rosen gebettet sehen. Mein ganzes Verbrechen ist, daß ich für den Frieden Europas in den Grenzen meines eigenen Landes eingetreten bin. Hier im Auslande liegt es aber nicht im Rahmen meiner Absichten, Erklärungen über die Lage in Italien abgeben zu wollen. Ich beschränke mich daraus zu sagen, daß der Faszismus die Verneinung aller Grundsätze von Freiheit und Demokratie ist. Ich wünschte nicht gegen den Faszismus zu bekämpfen. Gewalt kann nur durch Gewalt gebrochen werden, und das sind Methoden, die ich nicht liebe. Ich möchte daher Ihre aus dieses Thema bezüglichen Fragen lieber nicht beantworten. Das italienische Volk kenne ich doch wirklich gut genug. Es kann auf die Tauer ohne Freiheit ebenso wenig leben wie ohne Sonnenschein und Wärme. Als man die Waffen gegen den deutschen Kaiser erhoben, behauptete man, Freiheit und Demokra- t i e gegen deutschen Militarismus zu verteidigen. Ist es logisch, daß nunmehr die Freiheit erstickt und stärkster nationalistischer Militarismus gepredigt und verwirklicht wird? Schwere Anordnungen sind immer die Folge schwerer Kriege. Freiheit und Demokratie sind die Zeichen gesunden Volkslebens. Kriegsfieber erzeugt immer neue Fieber. Nur ehrlicher Kampf für den Frieden und für die Vereinigten Gießener Stadttheater. Leo Lenz: „Bettinas Verlobung." Auf dem Zettel steht — in Klammern —: Verfasser von „Heimliche Drautfahrt". Cs ist nicht zu bestreiten, Leo Lenz, der eigentlich Schwairzara heißt, aus Wien stammt und übrigens gar nicht mehr zu den Jüngsten zählt, hatte mit d/esem Stück einen Erfolg, der fast durch ganz Deutschland lief. Der Hinweis ist also verständlich: gerechter schiene uns — wenn es schon sein muß — die Autorschaft von „Bettinas Verlobung" zu unterstreichen. Dieses Lustspiel nämlich ist zweifellos eine stärkere und geschlossenere Leistung, als der Publikumsei^olg der ..Broutfahrt", die merkwürdig überschätzt, und der verziehen wurde, was gelegentlich heftig angekreidet zu werden pflegt. Z. D. eine bis an die Grenze der An-Dramattk gehende Langatmigkeit. Wesentlicher scheint doch die Inkongruenz zwischen dem (so liebenswürdigen und so gut zu begreifenden) Hinneigen und Zurücksehnen nach dem Ro- .koko und der Haltung der Gestalten, die eben nicht aus jenem Jahrhundert kommen. And wo in der „Drautfahrt" wirklich einmal die Atmosphäre dieser leider abgelebten Zeit flüchtig eingefangen ist, da kommt sie von außen her, von Doccherinis Menuett. Aber hier: hier bleibt der Dichter im 20. Jahrhundert mit allen Figuren, und eine ilüchttge Maskerade ä la Watteau ist ohne tiefere Bedeutung, ist entzückend und rührend zugleich und verdirbt nichts. Die innere Einheitlichkeit des Personals, das übrigens auch durch eine gewisse Typisierung gebunden ist, bleibt gewahrt und rundet das Ganze: diese drei Akte, bei denen man gar nicht weiß, ob man lächeln oder in Bewunderung ausbrechen soll, wenn man sieht, mit wie wenig sie auskommen. Lenz ist entschieden nicht Dramatiker von Temperament. Der erste Akt intrvduziert genau so schleppend, wie in der Dreutfahn". Man weiß in der Mitte schon, wie es enden wird. And dennoch, das ist das Merkwürdige, man langweilt sich nicht, ja man fällt nicht einmal aus der Spannung. Worauf es an- fommt, ist jenes je ne sais quoi, in Stimmung und Farbe des Lustspiels, das man kaum näher um- chreiben kann, das aber seinen Wert ausmacht und die drei Akte zusammenhält und innerlich bindet. Leo Lenz, Verfasser von „Bettinas Ver- Slaatcn von Europa lann ein harmonisches Zusammenarbeiten herbeiführen." „Sie glauben also an die Vereinigten Staaten von Europa?" „Lassen S.e mich mit einer Frage antworten: Gab es im Jahre 1400 einen Menschen in Italien, der an die Möglichkeit eines italienischen Zusammenschlusses geglaubt hätte? Italien war in hundert Staaten geteilt, und jede Stadt bildete eine staatliche Individualität im ständigen Kampf mit den Nachbarn. Die Stadt war das Vaterland. Pisa haßte Genua stärker als der Angar den Rumänen haßte oder der Pole den Russen. Wir haben nur eine Wahl: ^Bereinigung oder Verfall. Europa unter Einschluß Rußlands vor dem Kriege ist nicht größer als die Vereinigten Staaten von Amerika. Amerika und wir unterscheiden uns nur durch den Namen. Dort leben dieselben Völkerschichten wie hier: Angelsachsen, Germanen, Romanen, Slawen usw. Aber Amerika ist eine große Einheit. Man kommt von Neuyork nach San Francisco ohne Zollschranken. Ein Markt für alle — das ist die Stärke Amerikas. Können wir nicht damit anfangen, eine große wirtschaftliche Einheit zu bild-n? Es kommt darauf an, den Anfang zu machen." „Glauben Sie, daß Italien eine Friedensmacht sein wird?" „In Italien", antwortete Signor Nitii, „werden mehr Dummheiten gesprochen als getan. Italien kann sich nur im Rahmen der Freiheit und des Friedens entwickeln. Es muß kämpfen für persönliche Freiheit und für Handelsfreiheit. Seine Bevölkerung ist für das kleine Gebiet zu groß. Es verfügt über keine Mineralschätze. Es kann nur fort» schreiten bei harter Arbeit und Frieden. Augenblicklich geht noch alles drunter und drüber. Siegerirrwahn, Absolutistenirrwahn, Widerstand zwischen dem kapitalistischen Europa und dem bolschewistischen Rußland. Wir müssen unbedingt Rußland für Europa zurückgewinnen, ohne seinem politischen System zu verfallen. Ich glaube an die Wiederherstellung von Freiheit, Liberalismus und Frieden. Wir haben nicht nur eine Vergangenheit, sondern auch eine Zukunft." Das polnische Chass, Von Dr. W. Steffens, M. d. L. Wie ist es doch zu der Mairevolution in Polen gekommen? Verstiegene Großmannssucht, „imperialistische Wahnideen" ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Kräfte des Landes und infolgedessen unsinnige Ausgaben für ein übergroßes Heer, Verschwendung verbunden mit Bestechlichkeit und Demoralisation, bankerotteur- mäßige Finanzpolitik, sinnloser Wirtschaftskrieg mit Deutschland, dauerndes Anziehen der Steuerschraube, Herabsetzung der Gehälter, Verringerung der sozialen Leistungen, Sturz des Zloty, erschreckende Arbeitslosigkeit, Ansicherheit und Ziellosigkeit der Führung, wüsteste Parteizerrissenheit — all das hatte über Polen eine permanente Krise herafbeschworen. In diesem Polen, das der Franzose Boncourt noch vor kurzem als den Schützer der westeuropäischen Kultur gegen asiatische, bolschewistische Ankultur gepriesen hat. herrschte das Chaos. In der allgemeinen Gewitterstimmung bedurfte es nur eines elektrischen Funkens, um den massenhaft auf gehäuften Zündstoff explodieren zu lassen. Auf allen Seiten wurde der Ruf nach der Dittatur täglich immer lauter, der Schrei nach dem starken Mann. Die national-demokratische Partei hat zweifellos schon auf ihrem Parteitage in Warschau, an dem Dmowski und Stan. Grabski teil» nahmen, die rassistische Diktatur ins Auge gefaßt Im Kabinett Witos (ohne Skrzynski) kündigte sie sich bereits an. P i l s u d s k i kam der Diktatur von rechts zuvor. Getragen von einer starken Welle von Vertrauen und Popularität auf Grund seiner Vergangenheit, richtete er seine Diktatur auf. Er sollte, so hofften seine Anhänger, Polen aus der unerträglichen Not und Verwirrung, aus der Korruption, aus wirtschaftlichem und sozialem Elend retten. Wird er es können? Ist er dazu lobung", der auch einen ., Francois Villon" und eine „Heimliche Drautfahrt" schrieb — so sollte man billig seine theatralische Sendung bezeichnen. Bettinas Verlobung. Besser Bettinas Verlobungen, die falsche und die richtige, die moralische und die unmoralische, die mit dem Verstand und mit der Eitelkeit und die andere, bessere, zuletztlachende, mit dem Herzen. Baronesse Bettina geht, anfangs zögernd, nach allerlei Kämpfen und Beschwernissen, am Ende mit fliegenden Fahnen ins andere Lager über. Entläuft ihrem Legationsrat, der vor lauter Korrektheit, vor lauter Dienst, vor lauter Karriere feine Braut verkümmern läßt, und fliegt endlich dem alten Jugendfreund an den Hals, der ohne Ehrgeiz und ohne Streberei ein Kerl ist, bei dem das Herz, die Hände und auch der Schnabel durchaus da sitzen, wo sie hingehören. Die Geschichte dieses Frontwechsels, dieser Wendung eines jungen Herzens bestimmt die Linie der drei Akte und füllt sie aus. Wirklich ganz aus bis zum Schluß: was bei Lustspielen eine Seltenheit ist. Alles andere ist nur Aufputz. Beiwerk, Drum» unddran. Das gräfliche Elternpaar, zur psychologischen Deutung Bettinas („Was du ererbt von deinen Vätern hast . . ."). Oder das verliebte Taubenpaar des schönen Namens von Kankelfitz. Oder der prächttge, weißhaarige Landpfarrer. der Dienstmann Nr. 64 mit dem goldenen Gemüt, das Fräulein von Kleist endlich, ein halb romantisch-ironischer, halb unziemlicher Scherz, Düpierung des Publici, keine Verneigung ins Dixhuitieme, sondern — man staunt — das (Laden)fräulein von Herrn Kleist, der ein un- dichterisches Friseurgeschäft ganz bürgerlich betreibt. Die Inszenierung Volcks war zwar nicht darauf bedacht, die Gemächlichkeit und Bedächtigkeit der Szenenführung im Tempo zu befeuern, hatte aber das hohe Verdienst eines tadellos geschloffenen, fein ineinandergreifenden Ensemble- spiels: alles abgestimmt und aus einem Guß: Alix Krahmer, das niedliche Barvneßchen. das endlich doch durch Lachen und Weinen sein Herz (väterliches Erbteil), in den einzig richtigen Hasen steuert: zum Grafen von Mach, den G e f f e r s so unbekümmert, geradezu und sympathisch herausbrachte, wie er sein soll, das rechte Gegenteil von Hankes steif »korrektem genug Politiker. Staatsmann? Die Staatspräsi- dentschaft hat er klugerweise nicht angenommen, um sich nicht mit der Verantwortung zu belasten. Aber durch feine Vertrauensleute im Staats- und Ministerpräsidium will er die tatsächliche Diktatur ausüben. Sind nun Ruhe. Ordnung und Sicherheit in Polen hergestellt? Mit Nichten. Es brodelt wie in einem Hexenkessel: die Gegensätze zwischen den nationaldemokratischen und all- polnischen Zaszisten und den polnischen Sozialisten sind so stark wie nur je. Der Haß der ersteren gegen Pilsudski und der ihnen feindlichen Generäle, besonders Sikorski, ist sicher incht geringer geworden. Wird Pilsudski die Popularität bei feinen Anhängern behalten, wenn er diktatorisch durchgreist? Es scheint nicht so. Er will die Verfassung „entbemofratifieren“. Die Parlamentarier hat er in seiner grobkörnigen Weise scharf abgelanzelt. Er hat einen Gesetzentwurf einbringen lassen, der Verfassungsänderungen. Erweiterung der Rechte des Staatspräsidenten und besonders Vollmachten für die gegenwärtige Regierung vor- fieht: vor allem: die Sitzungsperiode des Sejm soll im Juli geschlossen, der Sejm viele Monate lang vertagt werden, und innerhalb dieser parlamentslosen Zeit soll der Präsident die Gesetzgebung durch Verordnungen ausüben. Die Rechte steht dem außerordentlich kritisch gegenüber, da sie keine Machterweiterung der jetzigen ihr unsympathischen Regierung will. Aber vor allem ist es darüber zum Bruch mit den Sozialdemokraten gekommen, die Pilsudski mit emporgetragcn haben. In ihren Reihen ist der von Moskau aus propagierte Kommunismus stark verbreitet. Sie haben den Absichten Pilsudskis stärkste Opposttion angekündigt und drohen mit neuem Amsturz. Der sozialistische „Robotnik" nennt das ganze Vorgehen eine Komödie und verlangt Auflösung des Sejm. Der „Daily Herald" hatte Recht, wenn er schon bald nach der Revolutton xm Hinblick auf die Verschiedenheit der Ansichten Pilsudskis und der Sozialisten über das Parlament schrieb: „Es liegt nicht viel Sicherheit bezüglich der Lage in Warschau vor". And wie stehen die Aspekte sonst für die Tätigten Pilsudskis? Wird er eine vernünftige Wirtschaftspolitik durchführen, den Zollkrieg mit Deutschland schleunigst beendigen? Das Wirt- schaftsprogramm des Ministers Kwiattowski gibt no,ch wenig Hoffnung dafür, es ist fast rein akademisch, aber nicht praktisch. Wird Pilsudski eine verständige Minderheitenpolitik treiben wollen, treiben können? Die deutsche Fraktion des Sejm hat die polnische Bevölkerung aufgefordert, Partei für Pilsudski zu ergreifen, da Pilsudski mehr als alle anderen sich für den Schutz der Minderheiten einsetzen würde. Selbst wenn man seinen besten Willen dazu anmnunt, — wird er dazu imstande sein? Wird er es können, gegen den energischen, rabiaten Widerstaiid des iiationalistischen Chauvinismus, wie er im Westmarkenverein und in der Nationaldemokratischen Partei sich verkörpert? Die Nationaldemokratem haben das Verlangen der Akrainer auf Selbstverwaltung ein „unerhörtes Verbrechen" genannt. Der Westmaicken- verein schimpft in einem Aufruf in hetzerischer Weise auf „die Raubgier der Deutschen", die in listiger Ausnutzung der Friedensliebe der Völker nach dem Osten drängten und hinterlistig in Oberschlesien und Pommerellen agitierten. Die Dizemarschälle des Sejms vom Nationalen Volks- verbande, Sehda und Zwierzynski, haben an einem politischen Tee beim Ministerpräsidenten nicht teilgenommen, „weil die nationalen Minderheiten daran teilnähmen"! Alles Sturmzeichen aus den aHerleßten Tagen! Werden sich in kommenden kritischen Tagen die Minderheiten, vor allem die stärksten, die Akrainer und Weißrussen, das bieten lassen? Wohin man blickt: der Staats- und Wirt- schastslörper Polens ist aus den Fugen: ob Pilsudski ihn einzurenken vermag? Starke Zweifel sind berechttgt. Wir aber haben dem allen gegenüber das stärkste Interesse an der Gestaltung der Dinge in Polen im Sinne der Herstellung einer vernünftigen Ordnung, insofern, als Deutschland nicht einen Nachbarstaat vertragen lann, der andauernd von konvulftschen Erschütterungen heimgesucht wird, dadurch beunruhigend auf unser Land und unsere Wirtschaft wirkt und außerdem immerfort nationalistischen Aspira- Diplomatenbeamten. Gut auch alle übrigen: das Elternpaar (D o l ck - M a r ck s), die Turteltauben (Scherer-Baste), Gehres Pastor (eine sehr hübsche Figur), und das Fräulein . . . von Kleist (Heym). Das Lustspiel wurde vom gutbesetzten Hause verdientermaßen herzlich entgegengenommen. Dr. Th. Christoph Ludwig aus Sietzen, Oberbäcker im Nordamerika Nischen Unabhängigkeitskrieg. Don Prof. Dr. v. Hauff. Christoph Ludwig wurde im Jahre 1721 in Gießen geboren und erlernte hier das Däcker- gewerbe. Seine getoaltige Gestalt und seine ganze zum Herrschen beftimmte Art paßten wenig zu dem friedlichen Handwerk. Dazu kam ein abenteuerlicher Zug, der ihn frühzeitig in die Fremde trieb. Er diente im österreichischen Heer, wo er gegen die Türken kämpfte, ließ sich dann in Preußen anwerben und kämpfte im ersten Schlesischen Krieg mit Danach war er sieben Jahre lang Matrose auf englischen Schiffen, kam bis nach Ost-Indien und landete schließlich in Nordamerika. Von jetzt ab hatte Ludwig das Bedürfnis, sich in Ruhe niederzulassen, und mit 33 Jahren wandte er sich wieder seinem alten Handwerk zu und eröffnete in Philadelphia eine Bäckerei. Als aber die Engländer die Steuern und Zölle in Nordamerika fortgesetzt erhöhten und auf die wachsende Selbständigkeit der Ansiedler nicht die gebührende Rücksicht nahmen, da wachte in dem Bäckermeister der Soldat wieder auf. Er stellte sich, wie die meisten Deutschen, von Anfang an auf den Standpunkt, daß man auch auf die Gefahr eines Krieges hin seine Selbständigkeit wahren müsse. Da Ludwig außergewöhnliches organisatorisches Talent besaß, finden wir ihn noch vor Ausbruch der Feindseligkeiten in den Kommissionen, die den Krieg vorbereiteten, und wenn wir nichts von Ludwigs militärischer Vergangenheit wüßten, so würden wir nicht begreifen, wie er eine leitende Stelle in einer Pulverkommission einnehmen konnte, die dafür sorgen mußte, daß Honen auf deutschem Gebiet Raum gibt Dmowski!): insofern, als wir dringend wünschen müssen, daß die Deutschen in Polen die Möglichkeit erhalten, ihre deutsche Kultur ungestört pflegen zu können: fchließllch insofern, als Polen einmal sich wird entschließen müssen, eine vernünftige deutsche Ostgrenze anzuerkennen! FrankreichsBevölkerung Von Professor Paul Zreye, Frankfurt. Noch nie hat ein Land dieser Erde eine derartige Flut verschiedenster Rassen aller Weltteile über sich ergehen lassen wie Frankreich im letzten Kriege. Alle Kontinente waren ja auch mobil gemacht, um uns Deutsche zu Boden zu ringen. Weiße, schwarze gelbe und braune Soldaten waren an der Westfront innig vereint um, wie ein amerikanischer Professor in einem Gedicht recht zynisch sagte, die Zivilisation an den deutschen Rhein zu bringen. Doch nicht nur Truppen aller Rassen mrd Färbungen rief Frankreich herbei, nein, zum Ersah für feine zu den Fahnen gerufenen Männer holte es aus feinen Kolonien, aus Afrika, aus Indochina Massen von Eingeborenen, die in der Industrie und in der Landwirtschaft beschäftigt wurden. And als im Frühling 1917 auch China gegen uns in den Krieg geschoben wurde, da engagierte Frankreich zu gleichen Zwecken Tausende von chinesischen Kulls. Einzelne französische Blätter wagten damals ganz zaghaft warnend ihre Stimme zu erheben gegen die doch wohl unausbleiblichen Blutmifchungen. doch in der Flut des entfesselten Chauvinismus wurden diese Stimmen verschlungen, und typisch für die Denkweise jener Tage war es, wenn z. B. die französische „Gazette de Tientsin" sich sogar stark für die Einfuhr nordchinesischer Kulis ein- sehte, denn das seien, so hieß es in dem Artikel, kräftige, tüchtige Leute einer reinen Rasse. Zweifellos hatte der gute Mann ja auch recht. Doch nun ist der Krieg längst vorüber. und auch in Frankreich haben sich die überhitzten Gemüter mählich abgekühll. Der Mohr hat feine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehn! Man hat sich auf sich selbst besonnen und nach und nach bis auf einige Cadres nunmehr die meisten der andersrasfigen Kolonialtruppen in ihre Heimat abgeschoben. And die braunen, gelben und schwarzen Arbeiter verschwanden ja schon bald nach Ende des Krieges. Aber recht erhebliche Spuren dieser Flut aller Völker sind dennoch in Frankreich zurückgeblieben, daran ist nicht zu zweifeln. Aebrigens soll hier nicht unerwähnt bleiben, daß das Prestige der Engländer sowohl als auch der Franzosen bei ihren exotischen Untertanen durch diesen Massenbesuch in Europa stark gelitten hat. Wie wir und alle Kriegsmächte überhaupt, so hat auch Frankreich ja im Weltkriege schwere Verluste an Menschenleben erlitten. Durch Einbeziehung Elsaß-Lothringens glaubte man diese Verluste wieder gut zu machen und darüber hinaus überhaupt dem an Geburtennachwuchs schon seit, langem leidenden Lande frisches, kräftiges Neublut zuzuführen. Die Hoffnungen in dieser Beziehung haben sich aber nicht ganz erfüllt, denn wie die Volkszählung vom Marz des Jahres zeigt, hat eine Zunahme der rein französischen Bevölkerung des Landes überhaupt nicht stattgefunden. Diese zeigt im Gegenteil ebenso wie früher einen schwachen Rückgang. Es fehlen noch genaue Ziffern aus Korsika und' aus dem Departement Haute-Vienne. Jedoch läßt sich an der Hand der erzielten Rusultate schon heule die Gesamtbevölkerung Frankreichs auf etwa 40 445 981 berechnen. Höchstens um wenige tausend Menschen kann sich diese Ziffer noch ändern. 1921 betrug die Bevölkerung 39 209 766 Menschen. Das ergibt also einen Zuwachs von 1 225 000 Köpfen. Diese Vermehrung kommt aber nur durch das Einfließen von Ausländern, deren Zahl im Jahre 1921 nicht weniger als 1 550 459 betrug und heute aber schon auf 3 Millionen angeschwollen ist. Anfang des Jahres 1926 gab es in Frankreich 2 845 000 ausländische Arbeiter dieser wichtige Kriegsstoft in geirügender Menge vorhanden war. Da aber die Versorgung mit Brot für den Soldaten nicht weniger wichtig ist, als die mit Pulver, wandte sich Ludwig wieder feinem eigentlichen Handwerk zu und zeichnete sich dabei so aus, daß er zum Oberbäcker des gesamten Heeres ernannt wurde, als die englische Armee unter dem Schuh der Kriegsschiffe in Nordamerika gelandet war, und der Krieg regelrecht begann. Ludwig sollte für je 100 Pfund Mehl 100 Pfund Brot liefern, wie das von feinen Vorgängern her üblich war. Aber er sagte: „ 100 Pfund Mehl geben 135 Pfund Brot und so viel werde ich liefern." Schon kurz vorher hatte Ludwig seine Aneigennühigkeit bewiesen, indem er bet einer Versammlung für eine freiwillige Kriegssteuer eintrat und, als ein großer Teil der Versammelten dagegen redete, sich mit einem für feine Verhältnisse sehr hohen Beitrag auf die Liste fetzte und so den Antrag einstimmig durchbrachte. Seinen Stab von Bäckergesellen suchte er sich selbst zusammen, — er hatte sie so gut im Zug, daß er das Heer auch unter den schwierigsten Verhältnissen stets so gut mit Brot versorgte, daß dies die höchste Bewunderung der Offiziere erregte. Sie achteten es deshalb nicht unter ihrer Würde, mit dem Bäckermeister zusammen an einem Tisch zu sitzen, und nie fehlte bei solchen Gelegenheiten ein schönes Glas, das sich Ludwig aus China mitgebracht hatte, und aus dem auch Washington auf sein Wohl trank. Als die Engländer Philadelphia besetzten, verlor Ludwig sein ganzes Eigentum: aber nach Kriegsschluß brachte er doch wieder ein Vermögen zusammen, und als er im Jahre 1801 kinderlos starb, schenkte er sein Geld einem deutschen Verein, der Aniversität von Pennshl- vanien, zwei deutschen Kirchen zur Verteilung an arme Kinder und einer Schule, dis noch heute seinen Namen trägt. Benjamin Rush, der sich in Philadelphia aÖ Arzt, Politiker und sozialer Schriftsteller einen Namen gemacht hat, schrieb eine Lebensgeschichte Ludwigs, die eine zweite Auflage erlebte, woraus man sieht, daß der ehrsame Bäckermeister nicht vergessen wurde: und er verdient es, daß man sich seiner auch in Deutschland von Zeit zu Zeit erinnert. Oberhessen. Landkreis Gießen X Allen do rf o.d. L., 7.Juli. Die Kreisbau- behvrde laßt jetzt die für Automobile und Fuhrwerke gleich gefährliche kurze Kurve der Straße Wetzlar-Gießen art der Klee -- bachbrücke durch Anschütten wesentlich verbreitern. Hierdurch wird die Gefahr eines Zusammenstoßes in der scharfen Biegung erheblich abgeschwächt werden. Die Kreis st raße von der preußischen Grenze bis Klein-Linden wird neu eingedeckt. In der Aähe der Obersorgemühle wird die Krümmung des Kleebachbettes beseitigt und ein gerades kurzes Flußbett hergestellt. Durch Auffüllen des alten Bettes wird erheblich Land gewonnen, das bei der Feldberemigung mit aufgeteilt werden wird. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 7. Juli. Der hiesige G e - schichts- und Altertumsverein unter- nahm gestern einen Ausflug in die T a l z s l v r a von Wisselsheim (bei Dad»Aauheim), an dem sich auch eine Anzahl Mitglieder und Freunde Bad-Rauheims und der umliegenden Orte beteiligte. Lehrer H. Oßwald-Bad- Aauheim, ein vorzüglicher Kenner dieser und dazu kamen noch etwa 250 000 Ausländer in anderen Lebensstellungen. Die bei der jetzigen Volkszählung zutage getretene Verschiebung der Ziffern für die einzelnen Landesteile läßt sich bLsonders auf zwei Hauptgründe zurücksühren. Erstens sind nun die während des Krieges ans den eigentlichen Kampfgebieten nach Süd- und Westfrankreich vorübergehend verpflanzten Bewohner in ihre Heimatgebiete zurückgekehrt, und zweitens hat die rasch anwachsende industrielle Entwicklung in einigen Departements eine sehr begreifliche Zunahme der werktätigen Bevölkerung gezeitigt. 47 Departements weisen eine Zunahme und 41 Departements eine Abnahme der Bevölkerung auf. Unter anderen Landesteilen zeigen die Departements Seine et Oise sowie Seine mit dem Zentrum Paris einen Zuwachs von 441 967, das Departement du Aord von 169 549 und Pas de Calais von 175 513 Menschen. 3n diesen Landesteilen ist die Zunahme im wesentlichen der wachsenden Industrie zuzuschreiben. Auch im Departement Bauches du Rhone nahm die Bevölkerung um 75 000 zu. In anderen Bezirken, so besonders in den Alpes Maritimes und im Departement Doubs, hat die systematisch durchgeführte Mobilmachung der Wasserkräfte eine recht belangreiche Zunahme der Bevölkerung her- vvrgerufen. In den Alpes Maritimes schätzt inan den Zuwachs auf nicht weniger als 100 000 Köpfe. Im wesentlichen zeigt die jetzige Volkszählung, daß die Bevölkerungszunahme keineswegs auf Geburtenüberschuß, sondern auf den Zustrom von Ausländern zurückzuführen ist. Rach Herausgabe der endgültigen und detaillierten Resultate wird es natürlich von Interesse sein, einen Ueberblick darüber zu gewinnen, wie sich zahlenmäßig diese Ausländer auf die verschiedenen Rationen verteilen. Im Verhältnis zu seiner Heimatbevölkerung, deren eigentlichen französische^ Teile obendrein nicht zunehmen, sind Frankreichs Kolonialbesitzungen und Mandatsgebiete einfach übergroß. Mit Recht muß man daran zweifeln, ob daS Mutterland auf die Dauer in der Lage sein wird, diese ungeheueren Gebiete zu halten. Mit Bezug auf das britische Weltreich liegen die Verhältnisse viel günstiger. Hier hat das Mutterland jährlich einen starken Bevölkerungszuwachs. Allein im Iahre 1924 schickte das britische Inselreich nicht weniger als 155 374 und im Iahre 1925 wiederum 140 594 Ansiedler in die Gebiete seiner Dominions, darunter besonders nach Canada und Australien. Zu einer solch belangreichen Abgabe von Menschenmaterial zwecks Ansiedlung in seinen weiten Kolonialgebieten ist Frankreich nicht in der Lage. Obendrein liegen, abgesehen von den nordafrikanischen Dependencen, die meisten Lleberseebesihungen Frankreichs in tropischen Ländern, die sich für eine Daueransiedlung durch Europäer weniger eignen. Mit der ilntertoerfung Abd el Krims geht der Marokkofeldzug langsam seinem Ende entgegen. Allem Anschein nach drängt Mussolini bei dieser Gelegenheit nach einer neuen Marokkokonferenz. Dort will er dann offenbar Italiens Kolonialansprüche überhaupt zur Geltung bringen. Zweifellos hat sein Land einen starken Geburtenüberschuß, es drängt nach neuen Tätigkeitsgebieten, und das italienische Volk wird seinen Duce bei diesen Kolonialintentionen gegenüber Frankreich sicherlich unterstützen. Gerade für uns Deutsche mit unserer rasch zunehmenden Bevölkerung sind diese Dinge von allergrößtem Interesse, denn wie kaum ein anderes Volk in Europa haben wir ein gutes Recht, an der Siedlungspolitik der Welt stärksten Anteil zu nehmen. „Was hatten Sie mit Molinski?" „Dem kleinen Polen? Sie — das ist ein reizender Junge. Der war mir sehr sympathisch. Ja — dem armen Bengel habe ich seinerzeit wohl viele unnötige Kopfschmerzen verursacht. Ganz gegen meinen Willen, ich schwöre Ihnen. Ich habe wahrhaftig selbst geglaubt, was ich ihm durch meine Andeutungen eingeredet habe. Glauben Sie mir, ich war außerordentlich überrascht, als ich später durch die Zeitungen erfuhr, daß Grete Brentheim nicht die Mörderin war." „Aber wie kamen Sie darauf, es zu glauben?" „Weil ich bestimmt dachte, sie gesehen zu haben, Mensch. Ich war in jener Nacht im Garten." „Das dachte ich mir." "Den Alten hatte ich glücklich durch ein Ge- rausch, das ich draußen verursachte, ins Freie gelockt — ohne von ihm gesehen worden zu sein. Auf einmal steht eine weihe Frauengestalt mitten im Garten, hebt mit einem leisen Aufschrei einen Revolver gegen den Kommissar, und ehe ich mir darüber klar werden konnte, was das zu bedeuten hatte, krachte der Schuß los und der Alte stürzte zu Boden. Ich glaubte fest und steif: es wäre seine Pflegetochter gewesen. Zumal ich einige Tage vorher eine sehr energische Aussprache zwischen Grete und Brentheim mitangehört hatte. Sie trafen mich übrigens damals gleich nach diesem Streit, vor der Gartenpforte, erinnern Sie sich? — Ja — ich dachte mir, das Mädel hat sehr heißes Blut, von ihrem Vater her, wissen Sie, das merkte ich bei der Musik— ich nahm also an, daß sie In einer Aufwallung von Zorn, vielleicht ohne zu wissen, was sie tat, halt ihren Pflegevater über den Haufen geschossen hatte. Wie hätte ich darauf kommen formen, daß es das Der dritte Schutz. Kriminalroman von Ole S t e f a n i. (Schluß.) „Lieber Kramer, es ist mir eine Herzensfreude, Sie wiederzusehen, und da ich Sie draußen vorbeigehen sah, könnte ich mir nicht verkneifen, von der Gelegenheit Gebrauch zu machen. — Wie geht es Frau Ellen?" „Danke, gut!" knurrte Kramer — wütend und amüsiert. „Sagen Sie — waren Sie die ganze Zeit über in Europa?" „Geschäftsgeheimnis, lieber Rechtsanwalt. Jedenfalls bin ich immer stark in Anspruch genommen gewesen." „Und man hat Sie immer noch nicht wieder festgesetzt?" „Nein — denken Sie! Seitdem Sie den Kontinent verlassen haben, ist man mir gegenüber von einer bemerkenswerten Schüchternheit geworden!" „So? — Nun, hören Sie, Racoszy: da wir nun mal zusammensitzen, könnten Sie mir eigentlich etwas aus den Tagen erzählen, als wir uns zum letzten Mal sahen. Mir ist damals nicht recht klar geworden, welche Rolle Sie eigentlich gespielt haben." „Ach damals — in Godesberg? Lieber Kramer, das war ja eine schrecklich ernsthafte Geschichte, davon spreche ich wirklich nicht gern." Seine Augen verdunkelten sich einen Moment. „Damals wollte ich eine alte Rechnung liquidiert haben. Ich habe mich längst heiteren Branchen zugewandt. Aber wenn Sie nicht allzu indisret sind — was wollen Sie wissen Flora, hatte die Führung übernommen und machte die Teilnehmer in sehr interessanter und anschaulicher Belehrung auf die besonderen Merkmale, die charakteristischen Formen und die Anpassungsfähigkeit einer großen Anzahl dieser Pflanzen, die sonst meistens nur am Meeresstrande Vorkommen, aufmerksam. Leider sind schon eine Anzahl dieser Pflanzen ausgestorben, um ein weiteres Aussterben zu verhüten, hat Lehrer O ß ' Wald es mit Erfolg unternommen, in dem Sumpfgcbiete bei Wisselsheim einen kleinen Raturschuhpark anzulegen, in dem diese Pflanzen geschützt werden; auch ist man mit Erfolg bemüht. die bereits ausgestorbenen Arten wieder anzupflcmzen. Sr. m a r ttin ■ SaMtauSetm. einer der besten Kenner der Geschichte des Bade- wesens. gab anschließend noch sehr interessante Mitteilungen über das früher bei Wisselsheim betriebene Salzwerk und die dortigen Salinen. Den meisten Teilnehmern war es vollständig unbekannt, daß bet Wisselsheim früher ein Gradierwerk bestanden hat. Man sieht, wie wertvoll derartige Ausflüge für die Kenntnis unserer Heimat sind, und man kann nur wünschen, daß derartige Veranstaltungen öfter stattfinden möchten. _ _ WSN. Bnd-NauheiM, 7. Juli. Gestern nachmittag versuchte ein j n n g e r M e n s ch, sich in der Nähe des hiesigen Bahnhofs vor einen fahrenden Zug zu werfen. Ein in der Nähe stehender Feldhüter sprang im letzten Augenblick herbei und verhütete die Tat. Es handelt sich um einen jungen Mann aus Friedberg, der den größten Teil seiner Kleider ins Wasser geworfen hatte und nur noch mit Hose und Schuhen bekleidet mar. Die Polizei nahm sich des nicht ganz Zurechnungsfähigen an und transportierte ihn nach Friedberg. 00 Nieder-Florstadt, 7. Juli. In unjern Waldungen kommt die Tollkirsche noch an verschiedenen Stellen vor. Auch im benachbarten Hessenwald ist sie noch häufig zu finden. Ihr Standort ist dadurch leicht festzustellen, daß sie dieselben Plätze liebt wie Himbeeren. — Infolge der starken Regenfälle führt die Ridda Hochwasser und tritt an einzelnen Stellen schon über ihre Ufer. — Die Zahl der G r • w erbslvfen ist hier wieder auf 100 gestiegen. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 7. Juli. Der Gemeinde- r a t verhandelte in seiner jüngsten Sitzung u. a. über die Erbauung des Vierfamilien ha u- s e s für die Beamten der Neichsfinanzver- w a l t il n g. Die zuerst vorgesehenen Bauplätze am neuen Schulhaus und in der Hindenburgsiraße wurden preisgegeben und beschlossen, im Steinweg einen Bauplatz für das Gebäude bereitzustellen. Zum Schlüsse wurde noch über das Angebot einer Filmfirma über einen Fremdenwerbefilm verhandelt. Der Gemeinderat ist der Herstellung eines solchen nicht abgeneigt. — Die Pflasterung der Hindenburg st raße ist jetzt soweit beendet, daß in Kürze mit den Arbeiten in dem Neuenweg begonnen wird. Unliebsam bemerkbar macht es sich, daß unter dem Eisenbahnviadukt nicht gepflastert worden ist. Für diese Stelle hat die Reichsbahnverwaltung die Unterhaltungspflicht. Hoffentlich führen die Verhandlungen mit dieser zu dem Ergebnis, daß auch hier gepflastert wird. — Der diesjährige Kreistag wird am 10. Juli abgehalten. Auf der Tagesordnung steht vor allem der Voranschlag für 1926. L. Nidda, 7. Juli. Heute wurde hier der Sommermarkt abgehalten. Wegen der im Kreise herrschenden Klauenseuche durften keine Schweine und kein Rindvieh aufgetrieben werden. Es standen etwa 100 Pferde und Fohlen zum Verkauf. Sicher wäre die Zahl viel höher ge- worden, wenn nicht gleichzeitig durch die Landwirtschaftskammer in Reichelsheim i. d. W. eine Fohlenversteigerung abgehalten worden wäre. Dieser Mißstand muß in künftigen Jahren vermieden werden. Trotz der großen Zahl der Marktbesucher war der Handel sehr gering. Es fehlt am (Selbe. Der Krämermarkt war verhältnismäßig besser. — Die Heuernte ist hier größtenteils beendet, zieht sich aber infolge des ungünstigen Wetters nun doch noch in die Länge. Für frisches Heu werden gegenwärtig 2,50 Mk. geboten. Bei diesem Preise halten aber die Verkäufer mit dem Absatz zurück. Infolge der sehr schweren Gewitterregen in den letzten Tagen hat sich das Getreide schon gelegt, hauptsächlich Roggen und Hafer. ]:[ Gelnhaar, 7. Juli. Im kommenden Oktober werden es bereits 5 Jahre, daß sich unsere Gemeinde mit dem Bau eines neuen Schul- Hauses befaßt hat. Die Verhandlungen scheiterten an der mangelnden Uebereinstimmung der damaligen Gemeindevertretung. Im folgenden Jahre, durch den Kreisausschuß gezwungen, wurde mit den Ausschachtungen begonnen, aber erst 1923 ist der Rohbau fertiggestellt worden. Nachdem dieser zwei Winter hindurch stand, konnte im Herbst 1925 der Lehrer endlich einziehen. An einem der letzten Sonntags beschloß nun die jetzige Gemeindevertretung, noch in diesem Jahre die N e b e n q e • b ä u b e, sowie Hof, Garten, Brunnen unb Umzäunung fertigsteUen zu lassen. Bisses, 7. 3uli. Rach 14jähriger Tätigkeit in unserer Gemeinde verläßt uns Lehrer Wilhelm Henkel, um an seinem neuen Wirkungsort Saubringen, Kreis Gießen, tätig zu sein. Mit ihm verliert die Gemeinde einen tüchtigen Lehrer, dessen Weggang allgemein bedauert wird. Richt nur im engen Kreis der Schule war Lehrer Henkel rastlos tätig, auch im Vereinsleben unseres kleinen Dorfes wirkte er unermüdlich, und in der sozialen Fürsorge ließ er es an seinem guten Willen und Können nie fehlen. Als Vorsitzender des Beamtenkartells Echzell war er allen Mitgliedern eine wertvolle Stühe. A 2(ii5 der nordöstlichen We11eran, 7. Juli. Die Heuernte ist beendet. Dank der günstigen Witterung konnte Heu von guter Qualität nach Hause gebracht werden. Das Getreide hat sich in diesem Jahre an Halm und Aehre vortrefflich entwickelt. Hafer und Korn sind fast gleichlang im Halme, Gerste und Weizen stehen in der Entwicklung den genannten Getreidearien wenig nach. Infolge der starken Regenfälle der letzten Tage hat sich die Frucht, besonders auf gut gedüngten Böden, stark gelagert, auf manchen Aeckern liegt sie wie gewalzt. Die Kartoffelfelder zeigen diesmal ein ganz besonders prächtiges Aussehen ; Stengel und Kraut haben sich kräftig entwickelt. Kreis Schotten. Ib. Schotten, 7. Juli. Die diesjährige Heuernte ist besonders auf den Talwiesen reich an mancherlei Zwischenfällen. Vielfach wurde auf diesen die Mähmaschine außer Gefecht gesetzt, da sie samt den Zugtieren zu versinken drohte. Stecken bleiben unb Umwerben beim Abfahren des Heues sind alltägliche Erscheinungen. Mancher Pferdebesitzer muß mit Hilfe eines geliehenen Kuhgespannes sein Heu von versumpften Wiesen abfahren. Schwerere Unglücksfälle kamen bis jetzt nicht vor, aber ungemein häufig sind leichtere Beschädigungen von Mensch, Tier, Maschine und Wagen, in jedem Falle Mahner zur gemeinschaftlichen 2(nlagc von Entwässerungsgräben. Nachdem in den tieferen Lagen des Gebirges die Heuernte beendet ist, beginnt in den Wäldern und Feldgehölzen die H i m b e e r c r n t e. Infolge der Maifröste und naßkalten Frühjahrswitterung hängen die Beeren ziemlich vereinzelt und sind kleiner als in früheren Jahren. Da die Obsternte nur spärlich ausfällt, sind die Himbeeren sehr begehrt, und wer Zeit hat, durchstreift den Wald, um süßes Wildobst zur Gelee- und Saftbereitung einzusam- meln. Die Bronibeerernte verspricht im kommenden Herbste besonders reich zu werden, da die Brombeerhecken eben mit Tausenden von Blüten übersät sind. 4- Schotten, 7. Iuli. Die warme Witterung und der ausgiebige Regen in den letzten Tagen haben dem Boden gut zugeseht. Die Heuernte ist gut ausgefallen, es werden Pveise von 2 bis 2,50 Mark pro Zentner genannt. Auch die Frucht steht gut. Rotwendig wäre nur dem Vogelsberg, der jetzt schon mehrere 3ahre hindurch Mißernten gehabt hat, gutes, trockenes Erntewetter. — Mit Beginn der Ferien ist auch der Fremdenverkehr und Sommerfrischebetrieb gestiegen. Die herrliche Ratur, die ausgedehnten schönen Wälder, die gute Luft, preiswerte Verpflegung sind besondere Vorzüge des Vogelsbergs. Schotten. 7. Iuli. Am Sonntag stattete der Oberhesische Geschichtsverein, Sih Gießen, unserer Stadt einen Besuch ab. Unter sachkundiger Führung wurde ein Rund- gang durch die Stadt unternommen, das Schloß, alte Fachwerkhäuser und Sehenswürdigkeiten näher besichtigt. 3m Rathaus war eine kleine Altertumssammlung Schot tener Altertümer aufgestellt, die großes Interesse erweckte. Die Stadt ließ im alten städtischen Silberschah den Gästen einen Ehrentrunk kredenzen. Eingehend wurde die altehrwürdige Liebfrauenkirche besichtigt. Pros. Dr. Rauch (Gießen) gab hierzu ausführliche Erläuterungen. Oberreallehrer Detter (Alsfeld) hielt einen sehr interessanten Vortrag über das früher hitzr bestandene „collegium musicum“, d. i. die früher hier in großer Blüte bestandene Kirchenmusik, etwa um 1570 begründet und bis 1824 bestanden. Ein großes Rotenmaterial, das im kirchlichen Archiv aufbewahrt wird, zeugt noch von dem Wert, den man früher auf die Pflege guter, kirchlicher Musik legte. Das Archiv der Kirche birgt überhaupt wertvolle Dokumente und Bücher einer längst vergangenen Zeit. Bei dem Essen begrüßten Baurat Rodnagel namens des Bauamts Schotten und Bürgermeister Men- g e l namens der Stadt Schotten die Gäste in herzlichen Worten: deren Vorsitzender Geheime Rat Prof. Dr. 2 e h a g h e i (Gießen) dankte für den überaus warmen Empfang. Sein Hoch galt der alten Stadt Schotten. Ein Gang nach Dem Alteburgskops, Gefallenendenkmal. Haus Luginsland beschloß den Ausflug. ld. Aus dem vorderenVogelsberg, 7. Iuli. Der erste Iulisonntag, der Tag des H o h e r o d s k o p f f e st e s , der im Volke als Regensonntag gilt, brachte auch in diesem Iahre Dienstmäbchen in ihrer hysterischen Gespensterfurcht tat!" Sie schwiegen eine Weile. „Racoszy!" sagte Kramer bann. „Ich hoffe bestimmt, Sie eines Tages hoch noch zu fangen!" „Ja? — Das ist ausgezeichnet! — Das gehört doch noch zu ben wenigen Reizen, bie mir bas Bafeln zu bieten hat. — Wie fanbeit Sie übrigens meinen Lachner?" „Nun, wenn man schon so etwas werten will — so war es vielleicht Ihre beste Leistung!" „Nicht wahr?" rief Racoszy unb klatschte wie ein Kind in bie Hänbe. „Das war meine glänzendste Rolle! Kramer, bas Wort vergesse ich Ihnen nicht!" „Nun —" sagte ber Anwalt lächelnd, „wenn wir einmal rein fachlich reben wollen, so kann ich mich beim doch nicht enthalten, Ihrer Eitelkeit einige kleine Stöße zu versetzen: war es benn nötig, baß Sie — in ber Sanbverg-Maske — meinem Assi- (tonten Schulz an jenem Nachmittag aus heiler Haut plötzlich Ihr Ehrenwort gaben. Sie wären nicht ber Mürber Brentheims gewesen? — Was für eine romantische Pose, mein Lieber! Wie taktisch falsM unb gefährlich für Sie! Unb vor allem: war es benn überhaupt nötig, baß Sie bamals als Rechtsanwalt Kramer austraten? — Sie Haden an Nebengeräuschen in ber Leitung gemerkt, baß jemanb Ihr Gespräch abfing. Gut! Aber warum sind Sie in Ihrem grauen Auto nicht gleich Stübner entgegengefahren unb haben sich aus dem Staube gemacht? Wozu erst bas Risiko des Abenteuers auf ber Insel Grafenwerth?" Racoszy zeigte lächelnb seine weißen, tabellofen Zähne: „Sport, mein Junge. Davon lebe ich." „Na", sagte Kramer ausstehend, „bas gerabe wirb es wahrscheinlich sein, was Sie mir eines wieder Gewitter mit starken Riederschlä- g e n und Hagel. Wenn auch die abgeerntetsnl Wiesen, die Hackfrüchte und Futterpflanzen nach heißen Tagen eines ausgiebigen Regens bedurften, so wars doch für die Fruchtfelder des Guten zu viel und diese liegen stellenweise wie gewalzt da. Am stärksten hat sich die Gerste, die in diesem Iahre besonders gut herausgewachsen ist, gelegt; sie wird sich auch kaum wieder erheben können, am wenigsten dort, wo gut gedüngt wurde. =.= Gebern, 7. Juli. In ber Zeit vom 19. bis 31.Juli finbet hier für bie Lehrer bes Bezirks Gebern ein Werkunterrichtskursus statt. Kursusleiter ist Schulrat D e n z e r (Dannstabt). Id. Eichelsachsen. 7. Iuli. Die Maul- und Klauenseuche, die durch auf dem Gederner Prämiierungsmarlte von einem Händler gekaufte Ferkel in drei hiesige Bauerngehöfts eingeschleppt wurde, hat sich nicht weiten verbreitet. Da Viehhändler unser Dorf meiden, stockt der Absatz von Vieh, oder wird zum mindesten recht erschwert. Der dadurch der Landwirtschaft erwachsende Schaden wird in Zukunft zur größten Vorsicht beim Einkauf von Ferkeln bei Händlern mahnen. * Groß-Eichen, 7. Iuli. In würdiger Weise beging der hiesige Turn-ve^ein das Fest seiner Fahnenweihe. Am Abend vor dem Hauptfesttag leitete ein Fackelzug die denkwürdige Veranstaltung ein. Auf dem Festplah brachte der Männergesangverei n unter Leitung seines Dirigenten Lehrer Ilge einen Chor zu Gehör, anschließend hielt der Vorsitzende des Turnvereins, Lehrer D o p f, eine Ansprache. Turnerische Darbietungen der verschiedensten Art, sowie Gesangsvorträge füllten den Abend weiter aus, ferner sprach noch der Vorsitzende Bopf über Zweck und Ziele der deutschen Turnfache, und dankte dem l. Turnwart Herrn. Stamm für seine eifrige Mitarbeit. Am Hauptfesttag, 6onn- tag, morgens fand Festgottesdienst statt, in dem Pfarrer König die Predigt hielt. Kurz nach 1 Llhr bewegte sich der Festzug zum Festplah, wo die Gesangvereine „E i n t r a cht"-La uba ch und Männergesangverein - Groh- Eichen unter Leitung von Lehrer Ilge mit einem Ehorgesang den Weiheakt eröffneten. Rach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden hielt Pfarrer S t a u b a ch - Watzenborn-Steinberg, der 18 Iahre lang hier als Seelsorger gewirkt hatte, die Festrede, der sich nach einem Prolog die Enthüllung und die Weihe der Fahne anschloß. Gauoberturnwart Will- Gießen Überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Gaues Hessen und wies in treffenden Worten auf die Bedeutung und die Ziele des deutschen Turnens hin. Turnen des hiesigen Vereins in den verschiedensten Arten, sowie turnerische Darbietungen der Vereine Grünberg und Laubach bildeten den Abschluß dev schönen Feier. Anschließend kam auch die Geselligkeit voll zur Geltung. Der Turnverein wurde 1913 von Lehrer Hallstein gegründet, der 1914 in Frankreich fiel. Der jetzige Vorsitzende Lehrer Bopf steht seit Ende 1925 an dev Spitze des Vereins. Die schöne Fahne wurde von der Firma H i s g e n - Lich geliefert und ist zu aller Zufriedenheit ausgefallen. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm, 7. Iuli. Der Verbandstag der Freiwilligen Feuerwehren und glerchzeitig der Kreisfeuerwehrtag des Krerfes Alsfeld finden am 18. d. Mts. hier statt. Die hiesige Feuerwehr feiert bei dieser Gelegenheit ihr Stiftungsfest. An dem Feste werden neun Wehren des Kreises und die Wehren von Gießen, Lauterbach, Lollar und Kirchhain teilnehmen. Bei einer Hebung unserer Wehr wird eine Mvtorfeuer^ spritze in Tätigkeit treten, die vielen Wehren noch nicht bekannt ist .— Mit dem Ablauf der vorigen Woche kann im Ohmtale die Heuernte als beendigt angesehen werden. Da: inzwischen der Samen (Raps) herangereift ist, sind die Landwirte mit dessen Hinterbringung jetzt beschäftigt. Der Regen hat die Dodenkruste erweicht, die Bearbeitung der Hackfrüchte ist dadurch wesentlich erleichtert. ch Lehrbach, 7. Iuli. Die hiesige Hei- delbeerernte hat begonnen. In der Blüte versprach man sich eine reichere Ernte. Daß sie den Erwartungen nicht entspricht, daran sind wohl die Froste im Frühsommer schuld, wie überhaupt die ganze Obsternte unter der Kälte gelitten hat, zumal die Aepfel, was man jetzt erst gewahr wird. Viele Fremde, bie in früheren Iahren bei uns ihren Bedarf an Heidelbeeren zur Genüge decken konnten und durften, durchstreifen unsere Wälder, ohne — leider — das erwünschte Ergebnis zu erzielen. — Starkenburg. * Darmstadt, 7. Juli. Zum Rektor der Technischen Hochschule ist für bie Zeit vom 1. September 1926 bis zum 31. August 1927 ber orbentllche Professor Franz K n i p p i n g gewählt worben. — Slättermelbungcn zufolge würbe in Tages, wie ich hoffe, in bie Arme treiben wirb. —- Aber nun muß ich wirklich gehen." „Ich auch!" sagte Racoszy, sich erhebenb. „Aber durch einen anberen Ausgang. Ich habe mich aufrichtig gefreut. Sie zu sehen. Grüßen Sie Ihre schöne Frau» — Was zum Teufel, Ali, willst bu wohl bem Herrn seine Uhr miebergebeh!" Erstaunt blickte Kramer auf ben braunen Mann, ber ihm mit verlegenem Grinsen seine golbene Uhr hinhielt. Schnell steckte er sie roieber in bie Tasche unb knüpfte seinen Rock fest zu. „Hoffentlich fehlt Ihnen sonst nichts, nein? — Also auf Wiebersehen im gemütlichen Deutschland. Gute Reise!" „Noch eins!" sagte Kramer, ehe er burch ben Gang ben Raum verließ. „Ich war zwei Jahre nicht in meiner Heimat. Wissen Sie zufällig, wie es Maria geht?" „Sehr gut. Sie hat ihre Strafe hinter sich, ein Teil ist ihr wegen guter Führung mit Bewährungsfrist erlassen worben. Der gute Franz hat sie geheiratet. Sie betreiben jetzt eine nette kleine Gärtnerei in Bonn unb ahnen nicht, wer ihnen seinerzeit in einem krankhaften Anfall von Edelmut bie Summe geschickt hat, bie ihnen ben Ankauf ermöglicht bat. „Wer benn?" fraaie Kramer erstaunt. „Sie haben boch nicht etwa selbst?" „Sagen Sie," unterbrach ihn ber Baron rasch, „Sie wollen boch sicher auch gerne wissen, wie es Molinski geht?" „Ja?" „Er hat natürlich seine Grete gekriegt. Haben Sie etwas näheres erwartet?" hokfch^ivoge ö t m ;■ miänfltr - Ah K Slaroersteigs autbin burdjjdim 152fr große Parze bei um versumpfte irägnisse höchstens verwendet werden XX Aus d Dri der 'IBanbc bergischen Oi die in früheren mit gemalter schmückt sind, in weih vorherrschen, der Dewohner u Farben auch in fr dungsstücken sehr Hauser unserer eingemeihelle 3 Zeit ausgefrischt tigert Sreigi schnft feilt tiie ^eiligen Schrift, noch echte §act sonders für den 2 Leider ist aber ji daS hvMmhwe ben und das Hai mit Dewins und bäude seine Schi Avrnehmheü de stammenden Sie fein HausV das Gewände ein« nüchternen Woh tragen diese Zes Hüttenberg, sond gegen- die schöne bauten noch i iiride erhalten Krei W Destert -^reiSjugend bürg, der am 5 halten wurde, ver M 2vm frühen fS'L ft1?'* begeistert find schärft 6 . Aus xeich^ tichan ' [jnö e Ausbre^Agen. der W? eMich berge A beend Le-nforten beginnen 3 , ?ir sichtig Old Äunö9®ütc Witterung V Leben SruckederWV« ji** ringer Teu oer Mnzertredsten härtet die Mis Dinzeckmsenv laum de' «nylt trifft m bäume. Der gr nur wenige Ertrag. > Vj&Hit. ? kam auch die @e» ]• Der Turnverein Ulstein gegründet, 1. Der jetzige Tot- leit Ende 1925 an der ine Fahne wurde von geliefert und ist zu Hen. »seld. Olm, 1. M Der SttitotHiqen zeitig btt Kreitz- -elfes t ftatt. Die hiesige er Triegenheit ihr oerden neun Dehren von Gießen. Lauter- ieilnehmen. Sei einer rd eine Mvwrseuev die vielen Wehren M dem Ablauf bei )hmtale die Heu- mgesehen werdem Da aps> herangerettt ist, len Unterbringung B 1 die Dodr-ckruste er- ICr Hackfrüchte ist [L Die hiesige -ei' innen. 3n der M schere Ernte. Dav h® nicht, daran sind vohl schuld, wie überhaupt ter der Kälte gelitten »früheren 3ahren.be ? das erwünschte Sr »s,...... -SU '„n 4m» eÄ*lrnee ffl o Ff d) (Kreis Heppenheim) eine Frau auf de nr Heuwagen vom Blitz erschlagen und zwei Männer gelähmt. WSN. D a r m st a d t, 7. Juli. Das Reichsgericht wird sich am 13. Juli als Berufungsinstanz mit dem Fall des Studenten Joseph Meon, der bekanntlich vom Schwurgericht wegen Ermordung der Stütze Anna Gillmann zum Tode verurteilt wurde, zu beschäftigen haben. Rheinhessen. -4- Aus deni Weinbaugebiet, 7. Juli. Die schwülfeuchten Dortage, von dem Weinbauer mit „P e r o n o s p o r a w e11 e r" bezeichnet, haben das Auftreten dieser gefährlichen Pilzkrankheit stark begünstigt. Die Winzer sind eben eifrig an der Arbeit, durch Bespritzen mit Kupfervitriolbrühr der weiteren Ausbreitung des Pilzes entgegenzuwirken. Trotz s^der langen Regenperiode haben sich die Wein- , berge gut entwickelt, die Blüte ist bei frühen Deinsorten beendet, spätere blühen noch oder beginnen zu blühen. Jur Zeit sind die Aussichten auf ein gutes Weinjahr nicht u n g ü n ft i g. Natürlich ist die Weinernte nach Menge und Güte noch stark von der lammenden Witterung abhängig. — Das wirtschaftliche Leben im Weinbaugebiet steht unter dem Drucke der Mißernte desDorjahre s. Die Einkommensteuer ist auf Grund des Ernteaus- falls stark ermäßigt, kleine Winzer find ganz davon befreit. Man hilft sich mit den vorn Reich gewährten Winzerkrediten. die jetzt wieder zur Auszahlung gelangten. Es wurden pro Morgen Weinberg etwa 80 Mark gewährt, die mit 4 Prozent zu verzinsen sind. Rur ein geringer Teil der Weinbergsbesitzer hat von diesen Winzerkrediten keinen Gebrauch gemacht. Das erhärtet die wirtschaftliche Rotlage, die in weiten Winzerkreisen vorhanden ist. — Die Ob st ernte dürste kaum besser fein als die Oberhessens. Der- cinzelt trifft man mittelmäßig behangene Apfelbäume. Der größte Teil aber hat keine, oder nur wenige Früchte. Die Dienen liefern guten Ertrag. Preußen. Kreis Wetzlar. ,5» Lützellinden, 8. Juli. Bei der hiesigen Hrasoersteigerung auf den Gemeindewiesen jourben durchschnittlich 6 bis 10 Mk. für etwa 15 Ar große Parzellen bezahlt. Es handelt sich hierbei um versumpfte, sehr saure Wiesen, deren Erträgnisse höchstens als Schaffutter und Stallstreu verwendet werden können. XX Aus dem Hüttenberg, 6. Juli. Bei der Wanderung durch unsere Hütten- bergischen Ortschaften fällt es auf, daß die in früheren Jahren erbauten Wohnhäuser mit gemalten Blumen st räuhen geschmückt sind, in denen Vie Farben blau, grün, weih vorherrschen. Ein Vergleich mit der Kleidung her Bewohner unserer Gegend zeigt, daß diese Farben auch in den zum Schmuck getragenen Kleidungsstücken sehr behebt sind. Diele alteWohn- häuser unserer Gegend tragen in die Dalken aingemeihelte Inschriften, die, in neuerer Zeit aufgefrischt, den Rachkommen von wichtigen Ereignissen berichten. In keiner Inschrift fehlt die Wiedergabe einer Stelle der Heiligen Schrift. Im Hüttenberg trifft man auch noch echte Fachwerkgebäude an, die be- * sonders für den Altertumsfreund interessant sind. Leider ist aber zu beobachten, daß man vielfach das Holzschnihwerk, die Figuren. Köpfe, Trauben und das Rankenwerk malerischer Holzbauten mit Dewurf und Tünche bedeckt und so dem Gebäude seine Schönheit "nimmt Die vermeintliche Vornehmheit des aus dem holzarmen Süden flammenden Steinbaues läßt also dem Besitzer fein Hans^ das in seinem altertümlichen Gewände eine Zierde bedeuten würde, zum nüchternen Wohnkasten verunstalten. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, daß nicht nut im Hüttenberg, sondern auch in der weiteren Alm- gegenb die schönen, alten „Kurtrierschen" Holzbauten noch lange in ihrem Original- eteide erhalten bleiben. Kreis Westerburg. 00 Westerburg, 7. Juli. Der dritte Areisjugendtag des Kreises Wester- Lu r g, der am Sonntag in R enne rod abge- Halten wurde, verlies in seinem ersten Teil glanzend. Dom frühen Morgen bis zur Mittagspause Sonnten sich die Augen der Zuschauer weiden •an dem turnerischen und sportlichen Wettkampf iber schulentlassenen Jugend. Im Staffettenlauf Holte sich Wallmerod den silbernen Pokal, .allerdings mit fremden Kräften, was bei solchen 'Veranstaltungen nicht vorkommen sollte. Auch bet kleine Pokal wurde ihm zuerkannt. Im Faustballspiel kämpfte Ufingen gut, war aber ■Segen die besser trainierte Mannschaft Breid- Hard unterlegen. Am Rachmittag brachten Ge- Vttterwollen reichlichen Regen, der sich nrt Strömen auf den Festzug ergoß. In der FestHalle wieS der Landrat Dr. Schieren in einer begeisterten Ansprache auf den Zweck bet Kreisjugendtage hin. — Aus besonderen Gründen sind die Kreditbedingungen bet der hiesigen Kr eis s p arka s s e erheblich verschärft worden. Maingau. WSR. F r a n k s u r t a. M„ 7. Juli. Der Kirchenvvrstand der katholischen Heiliggeist- pfattei im Stadtteil Riederwald hat die Erbauung einer Rotkirche mit Pfarrhaus be- 'chlossen. Die Kirche wird nach den Plänen des Frankfurter Architekten Martin Weber, des Erbauers der Bonifatius-Jubiläumskirche in Sachsenhausen, errichtet, der aus einem beschränkten Wettbewerb als Sieger hervorging. Mit den Arbeiten soll nach Lösung der Finanzfrage begonnen werden. — Unter dem Rainen „Arbeit s- gemeinschaft Frankfurter Wirtschaft sverbände" haben sich zusammen- gc schlossen: Dank- und Dörsenverein e. D-, Handwerkerrat Frankfurt, Derband Mitteldeutscher Industrieller, Derein des Einzelhandels von Frankfurt a. M, Zentralverband des deutschen Großhandels, Bezirksgruppe Frankfurt. Der Zweck des Zusammenschlusses ist das Zusammenwirken in Fragen der Gemeindepolitik und zur Wahrnehmung gemeinschaftlicher wirtschaftlicher Interessen unter ausdrücklichem Ausschluß der Parteipolitik. Die Geschäftsführung wurde für das Jahr 1926 27 dem Derband Mitteldeutscher Industrieller Frankfurt übertragen. WSR. H ö ch st a. M.. 7. Juli. Die Leiche des vorgestern angesichts einer großen Zuschauermenge in den Main gesprungenen Ratur- a p o st e l s ist heute vormittag etwa 200 Meter unterhalb der Unglücksstelle gdänbet worden. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß es sich um einen 41jährigen Mann namens Gömmerl aus Bamberg handelt. In seinen Ausweispapieren toac als Beruf Artist angegeben. Wie- weiter verlautet, soll er ein sehr eifriges Mitglied der sogenannten Häusserpartei gewesen sein. Don anderer Seite wird gemeldet, daß Gömmerl, der bekanntlich von einer riesigen Menschenmenge verfolgt wurde, nicht freiwillig in den Fluh hineingesprungen sei, sondern daß er von einigen jüngeren Burschen in das Wasser hineingestohen worden sei. Ob die letztere Lesart zutrifft, konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Turnen, Sport und Spiel. Hauptversammlung des D. R. A. Tie Hauptversamml ung des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen am vierten Tag der Deutschen K a m p f s p i e l e in Köln, der, sportlich als eine Art Ruhetag eingeschaltet, der Kölner Jugend gehörte, hat Oberbürgermeister Dr. Adenauer, (dem Cxz. L e w a l d "für die großen Verdienste der Stadt Köln um die Kampfspiele dankte), Dr. B i l l st e i n , den Beigeordneten der Stadt Köln, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin, Geheimrat Dumm, den bisherigen Präsidenten des Gesundheitsamtes und den Geheimen Ministerialrat Belin vom Preußischen Wohlsahrts-Ministerium zu persönlichen Mitgliedern des D. R. A. ernannt, Dr. Adenauer außerdem in den Vorstand des D. R. A. berufen. Für die Durchführung der 3. Deutschen Kampfspiele liegen Anträge von Frankfurt und Breslau vor. Bezüglich des Verhältnisses D. R. A. — D. T. wurde der Vorstand ermächttgt, wenn es die schwebenden Verhandlungen mit der D. T. 'wünschenswert erscheinen lassen, in die Satzungen eine Bestimmung einzufügen, wonach Großverbänden ein Einspruchsrecht gegen die Uebernahme grundsätzlich neuer Aufgaben durch den D. R. A. zustehen sollen. Die Hauptversammlung beschloß ferner, folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten zu senden: „Mit ehrerbietigstem Dank für die bei der Eröffnung der Deutschen Kampfspiele erwiesene und mit aller Begeisterung aufgenommene Kundgebung sendet die heutige Jahresversammlung des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen ehrfurchtsvolle Grüße der im Reichshauptausschuh vertretenen Verbände. Die deutsche Jugendim Geiste ihres hohen Vorbildes und Förderers zum Dienst am Vaterland zu stählen, wird uns Ziel und Aufgabe bleiben. Lewald, Do - minicus, Jarres, Linnemann." Gerichtssaal. Verurteilter Heiratsschwindler. WSR. Kassel. 7. Juli. Dor der hiesigen Strafkammer hatte sich wegen Betrugs und Heiratsschwindels der langgesuchte angebliche Dr. med. Rudolf Hubertus Weber, der auch in Frankfurt ein längeres Gastspiel gegeben halte, zu verantworten. Weber, der 35 Jahre alt ist. und angeblich in Bonn Medizin studiert Hat. will auf der Insel Pap (einer früheren deutschen Kolonie in der Südsee, die durch den Friedensvertrag an Japan gefallen ist) große Reichtümer erworben haben, mit denen er nach Kriegsschluh nach Deutschland zurückgekehrt sei. Vor etwa 2 Jahren siedelte er nach Augsburg über, wo er sich mit einer jungen Dame verlobte, die bald darauf unter dunklen Alm- ständen verstarb. Wegen Vergehens gegen §218 des Strafgesetzbuches wurde er zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, in der Berufungsinstanz aber freigesprochen. Run begann Weber ein sehr abenteuerliches Leden und betrieb in großzügiger Art und Weise den Heiratsschwindel. Durch seine Frankfurter Heiratsvermittlerin lernte er eine junge Schweizer Dame kennen, der er sich als Walter D e u t s ch l e vorstellte und mit der er Autofahrten nach Bad Homburg und Bad-Rauhe im unternahm, wobei ein alter Herr aus Mexiko, der angeblich Mitglied einer Verschwörung gegen den mexikanischen Präsidenten Obregon gewesen fei, in geheimnisvoller Weise angeschossen wurde. Rach einem Intermezzo mit einer Schwedin, wobei er von der Schweizerin in flagranti ertappt wurde, verlobte er sich in einem Frankfurter Hotel mit der Schweizer Dame und verabredete mit ihr, sich in Amerika trauen zu lassen, wozu die Braut das nötige Kleingeld aus Basel von der Mama holte. Aus der nun folgenden Amerikareise ließ er die Braut unterwegs in Hannover sitzen und verduftete. Während seiner Anwesenheit in Bad-Rauheim knüpfte er auch mit einer Frankfurter Dame Verbindungen an, deren Paß. der bei Weber gefunden wurde, ihm zum Verräter wurde, da festgestellt wurde, daß er an dem Dokument mit Radierwasser gearbeitet hat. In Kasseler Tageszeitungen gab der Schwindler während seiner Durchreise Heiratsinserate auf. Aus den Eingängen suchte er sich eine geschiedene Frau heraus, mit der er sich bald daraus verlobte. Im Hause seiner Braut lernte er auch eine junge Oesterreicherin kennen, der er ebenfalls einen Heiratsantrag machte. Das junge Mädchen verlobte sich zum Schein mit ihm, ließ ihn dann aber in einem Kasseler Kaffeehaus von der verständigten Polizei festnehmen. Die umfangreiche Beweisaufnahme, in der zahlreiche Zeugen aus dem ganzen Reiche antraten, verlief völlig zu Alngunftcn des Angeklagten. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamtstrafe von 4 Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Das Gericht hielt den Angeklagten in allen Punkten für schuldig und versagte ihm mildernde Umstände. Es verurteilte ihn zu 3 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und 4 Wochen Haft wegen falscher Paßsührung. wobei betont wurde, daß man überhaupt noch nicht wisse, ob er wirklich Weber heiße. Kirche und Schule. )( Stockhei m, 6. Juli. Gestern nachmittag fand unter dem Vorsitz des Dekans Schäfer (Büdingen) eine Konferenz der evangl. Geist- iichen des Dekanats Büdingen statt. Die Konferenz wurde seitens des Leiters mit Schriftlesung und Gebet eröffnet. Pfarrer Kalbhenn (Obermockstadt) erstattete Bericht über die letzte Tagung des Landeskirchentags, der sich bekanntlich mit der schlechten finanziellen Lage der Hessischen evangl. Landeskirche befaßte. Der übrige Teil der Konferenzverhandlungen war mit geschäftlichen Angelegenheiten ausgefüllt. Das diesjhärige Gustav-Adolf- Fest des Dekanats wird voraussichtlich am 25. Juli auf dem Herrnhaag gefeiert werden. Die Festpredigt hat der Schriftführer des Zweigvereins, Pfarrer Werner (Usenborn) übernommen. Wirtschaft. Die Disconto-Gesellschaft zur Wirtschaftslage. Die Direktton der Disconto-Gesellschaft führt in ihrem Bericht zur W i r t s ch a f t sl a g e u.a. aus: Die mehrfache Ueberzeichnung der deutschen Stahltrust-Anleihe in den Vereinigten Staaten wird man einmal der Tatsache zuzuschreiben haben, daß auf Grund des vorgenommenen Zusammenschlusses und seiner erwarteten Auswirkungen in der Richtung einer Verbilligung der Produkttonskosten Wert und Rentabilitätsaussichten des neuen Gesamtunternehmens sehr günstig beurteilt werden. Abgesehen hiervon wird man aber den großen Erfolg der Anleihe auch als erneuten Beweis für das Vertrauen des Auslandes zu der deutschen Wirtschaft überhaupt auffassen dürfen. In die gleiche Richtung deuten auch die Wertpapier- fäufe des Auslandes, die in den letzten Wochen und Monaten für die feste Haltung der deutschen Effektenmärkte vielfach von erheblicher Bedeutung waren. Zweifellos spricht eine Reihe von Anzeichen dafür, daß manche Industrien in der Vereinfachung ihrer Betriebsorganisation und im Zusammenhang damit auch in der Herabsetzung ihrer Produktionskosten inzwischen erfreuliche Fortschritte gemacht haben. Das gilt natürlich in erster Linie für Fertigwaren herstellende Industrien. Ein Beispiel bietet in dieser Beziehung die Automobil-Jndu- st r i e . bei der die auf Grund weitgehender Rationalisierung möglich gewordenen Preisermäßigungen eine Belebung des Absatzes zur Folge gehabt haben. Die wirtschaftliche Depression hat eine sehr starke Einschränkung der Zufuhren aus dem Auslande zur Folge gehabt. Diese erstreckt sich auch in erheblichem Almfang auf Rohstoffe, deren Beschaffung für eine volle Beschäftigung der betreffenden Derarbeitungsindustrien unumgänglich ist. Das gilt vor allem für die Textilindustrie, die wohl am meisten auf ausländische Rohstoffe angewiesen ist. Der Ausfuhrüberschuß, den Deutschland seit Dezember 1925 aufzuweisen hat, ist durch die starke Bremsung der Einfuhr ermöglicht worden. Seine Aufrechterhaltung hat auf die Dauer eine weitere Steigerung des Exports und als Voraussetzung für diese eine weitere Erleichterung unserer, durch inländische Produktionskosten und ausländische Zolltarifpolitik geschaffenen Wettbewerbslage zur Bedingung. Der Ausfuhrüberschuß von 600 Millionen Rm., den die letzten sechs Monate gebracht haben, bedeutet eine sehr wirksame und erwünschte Stütze unserer Zahlungsbilanz gegenüber dem Ausland. Im Verein mit der starken Geldflüssigkeit im Jnlcmde hat er in erheblichem Almfange die Abdeckung kurzfristiger Ausland- verbindlichkeiten und die Ansammlung von Aus- landguthaben ermöglicht. Gleichzeitig flössen im bisherigen Verlauf dieses Jahres der Aktivseite unserer Zahlungsbilanz weitere 800 Millionen Reichsmark zu, die von den ausländischen Kapitalmärkten erneut Deutschland im Anleibewege zur Verfügung gestellt wurden. Es darf aber nicht überleben werden, daß dieser Reserve infolge der Anleiheausnahme im Auslande auch für die Dauer gesteigerte Zins- und A m o r t i s a t i o n s v e r p f l i ch t u n g e n in fremder Währung gegenüberstehen. Zusammenfassend ist zu sagen, daß trotz der namhaften Aleberschüsse in der Handelsbilanz und in Anbetracht der besonderen Verhältnisse, auf die ihr Entstehen zurückzuführen ift, außerdem aber auch wegen der starken Kreditaufnahme im Auslande die Aktivität der deutschen Zahlungsbilanz zunächst noch sehr bedingter R a t u r ist- Der Hinweis hieraus erscheint angebracht angesichts der Meldung, daß der Reparationsagent beabsichtige, demnächst die auf seinem Konto der Reichsbank sich anfam- melnden Reichsmarkgelder zum Teil in bar zu übertragen. Organisationsveränderungen in der deutschen Industrie. Abgesehen von technischen Fortschritten und Her- besserungen im einzelnen Betrieb ist die Erhöhung der Leistungsfähigkeit und mit ihr die lleberroin- düng der schweren wirtschaftlichen Krise vor allem mit Hilfe organisatorischer Beränderungen inner- halb der verschiedenen Industriezweige zu erreichen versucht worden. Diese Organisationsoeränderungen gehen zum Teil vor sich in der Form des Eingehens neuer kartellmäßiger Bildungen. Bekanntlich ist die Kartellentwicklung seit der Währungsstabilisierung wieder sehr stark in Fluß gekommen: es sind sogar, über den Rahmen der deutschen Volkswirtschaft hin- ausgreifende, zahlreiche internationale Neubildungen auf diesem Gebiete zu verzeichnen. Von bereits gegründeten bzw. vor der Gründung stehenden Verbänden dieser Art sind zu nennen das internationale Schienenkartell, das eine feste Kontingentierung des Auslandabsatzes der beteiligten Länder vorsieht, ein Abkommen zwischen dem Deutsch-Tschechischen Röhrenkartell und den französischen und belgischen Röh- rensabriken über gemeinsame Regelung von Ver- kaufspreisen und Absatzgebieten, ein Verband euro- päischer Emallierwerke, der die maßgebenden Werke Deutschlands, Oesterreichs, Ungarns, der Tschechoso- wakei und Polens umfaßt und die quotenmäßige Verteilung der Aufträge auf Grund der bisherigen Absatzverhältnisse zum Gegenstand hat, ein euro- päisches Holzschraubensyndikat, eine Konvention zwischen der deutschen und englischen Glühlampen- Industrie usw. Weitere internationale Kartellzusammenschlüsse sind in der chemischen, der Textil-, der Glas- und anderen Industrien teils neu geschaffen, teils wieder angebahnt worden. Wenn es sich hier auch zum Teil um weniger bedeutsame Artikel handelt, so deutet die ganze Bewegung doch darauf hin, daß der internationalen Kartellierung als Aus- weg aus den gegenwärtigen Absatznöten der euro- i päischen Industrieländer wachsende Bedeutung bei«?* gemessen wird. . \ Von viel größerer Bedeutung als die Kartelle ; sind für die Verbilligung der Produktionskosten Zusammenschlüsse innerhalb der einzelnen Industriezweige, deren Wirkungen sich unmittelbar auf die Gestaltung der Produktion erstrecken. Hier handelt es sich vor allem darum, die einzelnen Betriebe nach Möglichkeit zu spezialisieren und die speziali- fierten Betriebe zu Gemeinschaften -wsammenzu- schließen. Durch Vereinfachung des Produktionsprogramms wird es den einzelnen Unternehmen ermöglicht, sich auf die billige Herstellung von Typen und Serien umzustellen. Erschwerend wirkt hier jedoch die Beschaffung von Kapital in Serbin- düng mit vorübergehendem Rückgang der Umsätze und schwankender Beschäftigung. Der Weg der Spezialisierung, der Vereinheitlichung und Einschränkung der Fabrikationspro- gramme ist bisher in Deutschland mit größtem Er- folg anscheinend in der Maschinenindustrie beschritten worden: hier haben sich neben umfangreichen Zusammenschließungen zahlreiche Spezialisierungsund Verkaufsgemeinschaften gebildet, innerhalb deren die Produktionsprogramme der Mitglieder (vielfach sogar der gesamte Verkauf) systematisch geregelt werden. Noch weiter als diese Organisationsformen gehen die Interessengemeinschaften, von denen allerdings im Laufe der letzten Jahre eine ganze Reihe wieder verschwunden ist. An Neubildungen aus der jüngsten Vergangenheit auf diesem Gebiet ist neben dem Abschluß einer engen Gemeinschaft zwischen der Kammgarnspinnerei Stöhr & Eo. und den Elberfelder Textilwerken sowie dem Zusammenschluß von vier Berliner Grvßmühlen $u einer Betriebsgesellschaft vor allem die Vereinigung nahezu der gesamten deutschen Linoleumproduktion zu einer Inter- essengemeinschaft zu nennen. Das markanteste Beispiel für das Fortschreiten von der Interessengemeinschaft zur Vollfusion bietet aber die I. G. Farbenindustrie und auf dem Gebiete der Montanindustrie die Gründung der Vereinigten Stahlwerke. Auch die Süddeutsche Zucker-Aktiengesellschaft in Mannheim ist vor kurzem auf die gleiche Weise entstanden, indem sechs bereits in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossene süddeutsche Zucker- fabriten sich nunmehr zu einer einzigen Gesellschaft verschmolzen haben. Es ist damit zu rechnen, daß dieser Prozeß weiter geht. ' Die xufünftiaen Zinssätze. Durch den Beschluß der Preußischen Staatsbank (See- tHIXCLIN -HrtrtRU/rtSSep Köstlichen Schimmert u. seidenweichen Glanj durch rtuxolin-Haarwasser F. UJOLFFc SOHN s * Handlung), die Haben-Zinssätze nicht herabzu- schen, dagegen entsprechend der Ermäßigung des Reichsbcmkdiskontes die Soll-Zinssätze um 1 '™o/o zu ermäßigen, erfährt die Spanne zwischen Debet- und Kreditzinsen eine Verringerung um 1 '2 Proz, Auch die Berliner Stempelvereinigung hat sich dahin entschieden, die Habenzinsen für Tagesgeld in provisionsfreier bzw. Provisions- Pflichtiger Rechnung unverändert zu belassen, während sich die Soll-Zinsen ab 7. Juli automatisch aus 7 Proz. ermäßigen. Für Gelder von 15 Tagen bis zu einem vollen Monat ist ein Beschluß noch nicht gefaßt. Desgleichen steht die Entschließung der öffentlichen Sparkassen über die zukünftige Verzinsung der Einlagen noch aus. Es ist möglich, daß der Einlagen-Zinsfuß nicht gekürzt zu werden braucht. Dagegen wird der Sah für Termingelder, der sich augenblicklich aus 5 bis 0V2 Proz. stellt, wohl auf jeden Fall ermäßigt werden. * Kommunalanleihen für dieBau- tätigfeit der Gemeinden. Zu den Grundsätzen für Kommunalanleihen geben der preußische Minister des Innern und der Finanzminister in einem Runderlaß eine Erläuterung, der der Amtliche Preußische Pressedienst folgendes entnimmt: Wenn die Gemeinde die Errichtung von Wohnungsbauten in eigene Regie übernimmt, so wird der Wohnungsbau insoweit zu einer Verwaltungsangelegenheit der Gemeinde, und die erforderlichen Ausgaben sind Gemeindeausgaben. Die für diese Zwecke aufgenommene Anleihe wird daher für eigene Zwecke der Gemeinden im Sinne von I Ms. 2 der Richtlinien aufgenommen. Bei außerordentlichem Wohnungsmangel und verhältnismäßig geringen zur Verfügung stehenden Mitteln wird im allgemeinen jede Förderung der Wohnbautätigkeit durch die Gemeinden, die sich in angemessenen Grenzen hält, als dringlich anzuerkennen sein. * Scheidhauer & (3 i e ß i n g 21.=®., Bonn Nach Abzug von 152 845 Rm. Abschreibungen verteilt die Gesellschaft für das abgelaufene Geschäftsjahr 1925 aus dem Reingewinn von 232 351 Rm. eine Dividende von 3 Prozent (im Vorjahre 6 Prozent). Der Rest wird auf neue Rechnung vorgetragen. * Ueberzeichnung deutscher Aus - I a n d a n l e i h e n. Die von der Provinz Westfalen durch Vermittlung des Londoner Emissionshauses M. M. Rothschild & Sohn aufgelegte 835 OOO-Lstrl.- Anleihe ist gestern vormittag überzeichnet worden. Auch bei der Auflegung der Niederländischen Tranche des Karitasverbandes der Römisch-Katholischen Kirche in Deutschland wird infolge erheblicher Ueberzeichnung eine Repartierung erforderlich fein. ry rauf tu riet Börse. Frankfurt a. M., 8. Juli. Tendenz: s e st. Die Börse, Die ihre Sicherheit und Zuversicht zurückgewonnen hat, eröffnete den heutigen Verkehr mit einer neuen Aufwärtsbewegung, wobei der Geschäfts umfang eine weitere Steigerung aufwies. Bei den Banken lagen Kaufaufträge von privater Seite vor und die Spekulation glaubt, von der durch den neuen Frankensturz hervorgerufenen französischen Kapitalflucht eine weitere Belebung durch zahlreiche Auslandskäufe erwarten zu dürfen. Richt zuletzt bot auch der leichte Stand des Geldmarktes der Spekulation Anregung zu neuen Deckungs- und Rückkä uf en. Der Markt hatte infolgedessen heute ein überaus lebhaftes und hausseartiges Gepräge. Starkes Interesse konzentrierte sich wieder auf die Werte der I. G. F a r b e n - In d u st r i e, die zum ersten Kurs auf 251,5 anzogen, also gegenüber dem gestrigen Mittagskurs um etwa 8 Prozent gesteigert toarqn. Scheideanstalt plus 1,5 Proz., aber Holzverkohlung minus 1,25 Proz. Am Montan markt herrschte ebenfalls recht reges Geschäft, wobei Gelsenkirchen und Rheinstahl im Vordergründe standen. Gelsenkirchen plus 3,5 Proz., Harpener plus 3,5 Proz.. Mansfelder plus 2 Prozent. Elektroaktien lagen etwas unsicher. AEG- waren kaum verändert, dagegen zogen Bergmann um 5 Proz. an, Siemens plus 2,75 Proz., während Schuckert gegenüber der gestrigen Abendnotiz 1,75 Proz. niedriger wurden. Bankaktien lagen weiter begünstigt. Darmstädter plus 1,5 Proz., Disconto plus 3 Proz., Dresdner plus 2,5 Proz, Metallbank plus 1,5 Proz. Reichsbank und Deutsche plus 1 Proz. Schifffahrt a k ti e n waren weniger beachtet, trotzdem konnten Hapag um 3 Proz. anzichen, während Llohd unverändert blieben. Motorenwerte lagen weiter recht fest. Daimler plus 3,5 Prozent. Kleyer plus 5 Prozent, 71611. plus 1,75 Prozent. Zellstoff-Aktien setzten ebenfalls ihre Steigerungen fort. Aschaffenburger plus 2.5 Proz., Waldhof plus 3 Proz. Oelaktien wenig verändert. Zuckeraktien weiter fest. Maschinenaktien neigten eher zum Rachgeben, Karlsruher minus 1 Proz. Von Bauaktien zogen Wayß & Freytag 1 Proz. an. Deuts ch e Anleihen lagen befestigt, aber ohne nennenswerte Amsätze. In ausländischen Renten entwickelte sich bedeutendes Geschäft, besonders in Türken, die sehr begehrt waren und recht feste Haltung hatten. Außerdem waren besonders 5proz. Russen und Ungarische Goldrente befestigt. Der Freiverkehr konnte von der festen Strömung nichts profitieren, das Geschäft blieb lustlos und die Kurse waren unverändert. Bcckerstahl 21 Proz., Benz 88 Proz., Drown-Bovebi 123 Proz., Entreprise 6, Gro- wag 60 Proz., Ufra 80 Proz. Die Erleichterung am Geldmärkte macht Fortschritte. Tagesgeld unter 5, Monatsgeld 5 bis 6 Proz. Privatdiskonten gleich 43/8 bis 4Ve Prozent. Industrie-Akzepte 5 Prozent. Im Devisenver- kehr verursachte die Absicht der französischen Regierung, die Stabilisierungsmaßnahmen des Frankens auf einen längeren Zeitraum zu verteilen, eine erneute scharfe Abschwä- chung. Paris gab gegen das Pfund bis auf 188 nach. Die übrigen lateinischen Valuten schlossen sich der Abwärtsbewegung an. Brüssel senkte sich auf 196 gegen London und Mailand ging auf 147 gegen das Pfund zurück. Mit diesen Kursen erreichten die lateinischen Valuten einen neuen Rekord-Tiefstand. Berliner Börse. Berlin, 8. Juli. Reben den außerordentlich günstigen Mitteilungen über die Lage im Ruhrkohlenbergbau sind es die verschiedensten Gerüchte über bevorstehende Finanztransaktionen, die dem Markte neue Käuferschichten zu- sührlen und auch das Ausland hat die Abschwächung wahrgenommen. Demgegenüber konnte die Warnung einer Berliner Großbank keine Wirkung erhalten. Die Kurse eröffneten heute fast auf allen Märkten bis zu 6 Proz. über den gestrigen Schlußnotterungen, vereinzelt gingen b;e Steigerungen noch wesentlich über 6 Proz. hinaus. Do gewannen I. G. - Farben ungefähr 13 Proz. Hier wollen die Gerüchte über eine bevorstehende Kapitalerhöhung nicht verstummen. Ain Montan markt waren ebenfalls gute Kursavancen zu verzeichnen. Gelsenkirchen plus 8 Proz. Auch Schi ffahrtsaktien wurden lebhaft umgeseht: trotz des Dementis der Hapag hält man die Frage der Kapitalerhöhung für akut nach der demnächstigen Rückkehr Cunos aus Amerika. Heimische Anleihen lagen ebenfalls recht fest. Von ausländischen Ren- t e n waren namentlich Mazedonier, Anatolier und Ungarn stark gesteigert. Am Geldmarkt bat die Erleichterung weitere Fortschritte gemacht. Tagesgeld 5 bis 6 Proz. Monatsgeld blieb umsatzlos. Im Devisenverkehr verursachte die Opposition der Sozialisten im französischen Parlament eine neue starke Entwertung des französischen Frankens. DiePfund- parität fheg auf 188, was einen Rekord-Tiefstand des Frankens bedeutet. Auch Brüssel und Mailand waren erneut stark abgeschwächt. Brüssel gegen London 193, Mailand gegen London 147,50. Börsenkurse. Frankfurt a.T?.| Berlin Schluß l-Uhr- Kur» Kur» Schluh. Kur« Anfang Kura Datum: 7.7. । 8.7. 7. 7. 8. 7. 5% Deutsche Rcichsanleihe . 4% Deutsche Rctchsanleihe . 8Vi% Deutsche Reichsanlcih« 8% Deutsche Neichäanleihe . Deutsche Svarpräinienanleihe 4% Preußische KoniolS - . . 4% Hessen 3‘/i% Hessen....... 3% Heven Deutsche Wertd. Dollar-Anl. dto- Doll.-Schatz-Anweisug.*) 4% Zolltürken. 5°/0 Goldincrikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nanonalbant . Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbaok .... Disconto Commandit . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Credttbank. . Lcsterreichrsche Creditanstalt. Weltbank .......... Bochumer Gutz . ...... Buderus............ Caro Deutsch-Luxemburg . Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. . . » . Laurahütte Oberbedarf ......... Phönix Bergbau ..... Rhcimighl Riebeck Montan ....... Tellus Bergbau....... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . . . Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holjmann...... Anglo-Cont-Guano..... Chemische Mayer Alapin . . I. G. Farbenindustrie. A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung Rütgcrswerke Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Berammm .......... Matnkraftwerke ....... Schuckert ........... Siemens & HalSk» ..... Adlerwerke Kleyer Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt..... Megmn........... , Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Herz . . ... Sichel Sctlfioff Daldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wag häufel . . . 0.441 0,4825 0,4405 0,4875 — — 0.41 0.45 — — 0,4005 0,44 0,55 — 0,500 0,52 0,231 _ 0,2307 — — — 0,4002 — 0,35 _ — — — — 0,385 — — — 0,38 96 — 96,4 - — —— — 14,55 15 I 14,75 _ 62,25 52,5 1 - — 172.5 — 172* 176,6* 121,5* 125,5' 122* 124,5* i;o* — 170,5' 177* >51' 156,5' 150* 155,5* 85,5 — 141,2’ 146,2' 141,7* 146* 115 117 111 117 118* 7,4 7,1 7,3 — — — 136' —' 133.5* 142' 89 93 87,5 95.75* 74,5 — 73,5* 77.2.5 136.5- 142,5- 134,7* 142- 154* 162,5' 152.1* 164* 138' 146,5' 136* 147* 137,7' 143 137.7' 143* 147 155 147 154 52 — 51 58 67* — 70* 72* 110' 115,2' —* 114.9* U .3.5' 138' 131* 139,4* 1.39 — 135,5 144,5 74 — 146,5* 155' 146,5* 155' 144,5* 150.6* 142,5' 150,2* 53 _ _ 105 106 83,5 87 82,62 78 — 85 — — 238* 251,5* 236' 254' 93,5 98,25 93 98,5 58,5 58 - 101 104.5 100 - 134,5 140 — — 135' 141.5' __ 142.9* 119,7* 124,7' 117,2* 124* 96 — 117* 123* 116,5* 124* 164* 168.7' 161,2* 168,5* 80.25 84,5 80 8.5 88 91,5 86.75 92,5 25,75 — - 44,75 — - — — 44 — 17 _ 42 — — — 127,75 — — — 83 — — 34; 75 — 33,62 _ 3,4 — — _ 153 159 153.5 159 67,5 70 67 — 78,5 82 — — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Juli. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 31,75 bis 32; Roggen, inländischer, 22,75 bis 25; Hafer, ausländischer 21 bis 23; Mais (gelb) 17,75; Weizenmehl irtlänb., Spezial 0 42,75 bis 43; Roggenmebl 32,75 bis 33,25; Weizenkleie 43,75 bis 38 25 Weizenkleie8,75 bis9; Roggenkleie 11. Tendenz- Fest. 7 Juli. 8. Juli. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Amst.-rfton 168,45 168,87 168,45 168,87 Buen-Aires 1.696 1,700 1,692 1,698 Brss.-Antw. 10,72 10,76 10,37 10,41 Christiania. 92,08 92,32 92,03 92,27 Koprnhogen 111,23 111,52 111,24 111,42 Stockholm - SelRngforS. 112,46 112,74 112,44 112,72 10,547 10,587 10,547 10,587 Italien. . . 14,12 14,16 13,92 13,96 London. . 20,401 20,452 20,402 20,454 NetWork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Paris.... 11,24 11,28 10,93 10,97 Schweiz . . 81,18 81,38 81,20 81,40 Spanien. . 66,77 66,93 66,77 66.93 Japan . . . Nio de Jan. 1,965 1,969 1,964 1,969 0,665 0.669 0,666 0.668 Wien in D-- Oest- obgeft. 69,31 59,45 59,30 59,44 fc:: 12,422 12.462 12,418 12,458 7.42 7.45 7,43 7,4, Dudapes» . . 5,875 5,885 8,65 8,85 Bulgarien 3,015 21.425 3,025 3,035 3,045 Lissabon 21,475 21.375 21,425 Danzig. . . Konstantin. 81,01 2,295 81,21 2,305 80,30 2,285 81,10 2,295 Athen 5,19 5,21 5,19 5,21 Llanaba ■ . . 4.199 4,209 4,199 4,209 Crugnav . . 4.175 4.185 4.195 4.205 Banknoten. Berlin, 7. Juli Geld Brief Amerikanische Note» ..... Belgische Noten..... Dänische Noten ....... Englische Noten. ....... Französssche Noten..... Holländische Noten..... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... 4,181 10,71 110,97 20,377 11,52 168,08 15,35 92,12 59,55 1,97 112,12 81,32 66,68 12,395 5,85 4,201 10,77 111,53 20,477 11,58 168.92 15,43 92,58 59,85 2,01 112,68 81,72 67,02 12,455 5.89 Frankfurter Schlachtdiehmarkt. Frankfurt a. M, 8. Juli. Auftrieb: 8 Rinder, darunter 4 Ochsen, 4 Färsen und Kühe 1125 Kälber, 124 Schafe, 417 Schweine. Es kostete der Zentner: feinste Mastkälber 64 bis 68 mittlere Mast- und beste Saugkälber 56 bis 63, geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 55, I Alle für die Redaktion bestimmten Mittei die Positionsfehler, durch web gerät Diese Fortsetzung 9.. . . 9. Lc8-g4! Industrieverlag Spaeth und Linde (Berlin XV 10), 303 1926. Goetheschen Sinne), alles von Wert. (im 4,30 20,80; 28. De2-g4 29. Le4xg6 30. Sd2-e4 31. Se4xc3 32. Dg4-dl 33. Tel -fl 15. Sa5 - c6 16. Lg4-h5 29. 30. 31. 32. 33. 10. e5xd4 11. Sc6-a5 12. Sa5-c4 13. c7-c5 14. Sc4-a5 27. 64-43 28. Sb4-c2" H7xg6 Dd6-c6 Dc6xc3 d3-d2 Sc2xal 15. Sblxd2 Die Partie Capablanca Bogoljuboff (London 1922) ist mit dieser Partie bis hier übereinstimmend; hier jedoch spielte Capablanca 15. Lei -b2, worauf folgte 15. . . ., Sa5- c6 16. d4 -d5, Sc6 b4 17. Sbl -d2, Sb4xc2 18. Ddlxc2, Schwarz bald war chen Iates Vorzuziehen 17. . . . 18. Lei - b2 19. e5xd5 Stärker, als 20. Lc2-e4 21. Ddl-bl 22. Sf3xd4 23. Lb2xd4 24. Dbl-d3 0-0 Tfl-el La4-b3 c2-c3 10. Lcl-e3 11. c3xd4 12. Lb3 —c2 13. Le3 - cl 14. b2-b3 15. . . . 16. 112-113 17. e4-e5? Ein entscheidender Richtige Lösungen zum Problem Rr. 67 sandten ein die Herren: Amtsgerichtsrat E. Verlach. G. Götz, Lehrer E. Simon. Prof. W. aus Gießen, Schulamtsanwärter O. Stumpf, Garbenteich. Aufgegeben, denn nach 34. Ddlxal, Dc3xal 35. Tfl-al entscheidet sofort 35... Tf8-cS Lösung des Problems Rr. 67. Don H. A. L. Kuskop. 1. Ka5-b4, Ke3-e2 2. Kb4-c3, Ke2xdl oder 3. Df6 — f 1 oder Tdl-el matt. Gegen Capablanca- London 1922, sowie Dr. Lasker, M^risch-Osttau 1923 spielte Bogoljuboff hier bei weitem nicht so stark 9. . . ., e5xd4, c3xd4 und jetzt Le8-g4, was, wegen der nun von Lasker gewählten Fortsetzung 11. Sbl -c3! nicht empfehlenswert ist. Der Bogoljuboffsche Plan ist gut, immer muß er in der richtigen Zugfolge zur Ausführung gelangen; 9 Lc8-g4 10. Lei -e3 und jetzt erfte5Xd4! etc. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Amschau".) Freitag, 9. Juli: 3,30 bis 4 -Ußr: Die Stunde der Jugend. 1 bis 5,45 Ahr: Hausfrauennachmittag. Pro- Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 4 Steine Kf7; Da2; Sd2, e4. Schwarz: 3 Steine Ke2; Bd3, e3. Eine lehrreiche Aufgabe, wegen der zahlreichen Verführungszüge. Partie Nr. 53. Die nachfolgende, von Schwarz stark geführte Partie wurde im Schachturnier zu Reuyork im Jahre 1924 gespielt. SpanischePartie. Weiß: F. D. Iates. Schwarz: E. D. Bogoljuboff. steht gut. Die von Iates gewählte Fortsetzung ist keineswegs bester. gramm u. a.: „Die Frau und das Stadion", Vortrag von Frl. Hilde Kögel, Turn- und Sportlehrerin am Stadion Frankfurt a. M. 5,45 bis 6,05 Ahr: Die Lesestunde. 6,15 bis 6,45 Ahr: „Die deutschen Bäder im Rundfunk", Vortrag von Sanitätsrat Dr. Paul Frank, Direktor des Rettungsamtes der Stadt Berlin. 6,45 bis 7,15 Ahr: Funkhochschule Frankfurt: „Reue Wege der gegenwärtigen Philosophie: Ludwig Klages und das Problem einer Charakterkunde". Vortrag von Privatdozent Dr. Heinemann. 7,45 bis 8.15 Ahr: Italienischer Sprachunterricht. 8,15 bis 9,15 Ahr: Operettenabend. 9,15 bis 10,15 Ahr: Bunter Abend, 4 e3 in eine Verluststellung noch 17. d4—d5. 17. Sf6-d5 - 18. Sc6xd4 19. Le7-f6? Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom DedattionSttsch. Schwäbisch-ländliche Disziplin. Die Bäuerin lockt das Säule: Komm, gang her, Butzele! Komm, Listele, gangl“ - Das Butzele kam aber nicht. Die Bäuerin rief ihrem Mann: „Gehscht her! Gehscht glei her, du Dackel, du dommer!" —Der Bauer kam und zwar sofort. Die nette Figur. „Ich sinde, Frau T hat eine nette Figur." „Die, eine nette Figur? Da irren Sie aber gewaltig. Die kann überhaupt nichts fertig kaufen, als höchstens einen Regenschirm." wiederschlagen. 20. Dd8xd6 21. Lh5-g6 22. Lf6xd4 23. c5Xd4 5. 6. 7. 8. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. O r b a ch. 1. e7-e5 2. Sb8-c6 3. a7-ad 4. SgS-f6 5. Lf8-e7 6. b7-b5 7. d7-d6 8. 0-0! 1. e2-e4 2. Sgl — f3 3. Lfl-b5 4. Lb5-a4 zug verdienen. Wenn Weiß nämlich den Schwarzen dazu zwingen wollte, müßte er mit 9. h2—h3 ein Tempo verlieren. 9. d2-d4 Am die von Bogoljuboff (London 1922) eingeführte Verstärkung, beginnt mit 9...., Lc8- g4 zu vermeiden, ist hier es unbedingt notwendig, 9. h2-h3 zu ziehen. Was Weiß spielt, ist gleichgültig, der Plusbauer muß für Schwarz entscheiden. 24.... 24. Sd5-b4 25. Dd3-f3 25. Ta8-c8 26. a2-a3 26. Tc8-c3 1. ..., Ke3-e4 2. Kb4-c3, Ke4-e3 3. Tdl-el matt. w ,täglich." -U: * SdnerVlun'- ‘VctniP, 7. 112, * «Srs dürfte vor der Tschigorin> fchen Verteidigung 8 Seb—a5 usw. den Vvr> geringe Saugkälber 40 bis 46 Mk.; Mastlämmer und Masthämmel 40 bis 46, geringere Masthäm-- mel und Schafe 38 bis 45, mäßig genährte Häm- mel und Schafe (Märzschafe) 20 bis 37 Mk.; Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kilo 77 bis 81, unter 80 Kilo 72 bis 76, von 100 bis 150 Kilo 77 bis 80, Fettschweine über 150 Kilo 76 bis 79 Mk. Marktverkauf: Bei rußigem Handel geräumt. Berliner Produktenbörse. Berl in, 7. Juli. Die Marktdepeschen des Auslandes waren erneut fest, auch die Schlußforderungen geigten Erhöhungen. Beide Momente regten aber den Berliner Martt nicht sonderlich an, so daß sich allgemein nach der gestrigen Hausse eine wesentliche Beruhigung breit machte und die Preise nur wenig höher stellten. Das lungen, Lösungen usw. sind zu richten an Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 69. Don I. Crum. Wett toJL3* gesellst j‘n" neuer 1 erjsi ZN Hungen ü? •Sen ®('r M *« h ti KHZ htn Ellen übrige 4»$ 8: sS-s Ü sollendes erkla Sie preuh'sch° * ^er^°glich-rw 5 nach der das A Sauf Dieb«" bahn und nicht ^jchsbahngesellchas cus eint DerpsltchK hm einen Sch tm v°N bestehen ronben 18 M M titelt ernennt und wsünsaufE intMuertenW fügt die W* lientoltungsrat J» lichleit, dm prtiW Der DirjtotW. Delery IW - runq aufeelorbcrt, eme tunastd ernennen, btr preußischen Zrnbolb sofort do Serwaltungsrates et: Lisher ist von de der pteufoW Ar vielmehr wurde im von der lieichsregi gewiesen, baß es si derartigen Vertret schaftler und nich beamtet «Gegen die Person di sung benannten Uli keinerlei Einwände । leit 25 Jahren an le tätig ist. Das Ren zwei frühere Staat Staatsleireiär oer/r, 3r. 0. Hertel, Sach, nrrpräfiben/en Butt '"eie Reichsregierung l besondere Methoden Innung des Reichsla fen Derwaltungsrai lebe Fühlungn> chen Regiernn oeutet eine Uebetgel nung der Wünf Qrunäe ist die preuj gen gewe/en, durch e f»eit der Oestentlichl Innung Dr. ßuffjer Wrung auch info Luther während M„ acht Monate t Mrialrats Schuh Kchdahn ablehn h'NMü, baß ein SB ein beamtet trna Schachbrieflasten. Amtsa. Rat. G. G., hier. Rach 1. La3-c5, a4-a3 kann 2. Sb6xd7 matt? nicht folgen, wegen 2... Ke5-d5 -lus der Schachwelt. Die Freie Schachvereinigung in Frankfurt a. Main veranstaltet von Montag, den 5., bis Mittwock), den 7. Juli, einen Wettkampf zwischen Schachmeister G. Schories und Rheinschachmeister W. Orbach. Herr Schories erwarb bekanntlich die Meisterschaft in Barmen 1905, wobei er im Stichkampfe mit Dr. S. Tartakower von 5 gespielten Partien 3 hiervon zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Gegenwärtig findet in Budapest ein internationales Schachmeistertumier statt. — „Die schöne Literatur" (Herausgeber Will Vesper; Verlag Ed. Avenarius in Leipzig) vermittelt im Juliheft in einem äußerst interessanten Aussatz über Hermann Burte, den Dichter des „Wilt- feber , des „Katie", dem Leser ein abgerundetes Bild seines künstlerischen Könnens, das durch kurze biographische Angaben und ein ausführliches Literaturverzeichnis nach roefentlid) ergänzt wird. Ferner nimmt Hans Brandenburg in feiner Fortsetzung der „Bilanz der jüngsten literarischen Vergangenheit" Stellung zu Strindbergs dichterischem Schassen und zieht am Schluß seiner Ausführungen eine anschauliche Parallele zwischen Strindberg, Wedekind und Shaw. Aus dem weiteren Inhalt des Heftes fei noch auf die umfassenden Buchbesprechungen hingewiesen sowie auf die ausführliche Registrierung der Neuerscheinungen, der Zeitschriftenschau und Uraufführungen, denen sich eine Reihe lesenswerter und wichtiger Mitteilungen anschließen. — Das I n s e l s ch i s s. Eine Zeitschrift für die Freunde des Jnselverlags. Heft 3. — Dies Heft hat dieselbe vornehm- gediegene Haltung wie alles, was der Jnselverlag.herausbringt. Es enthält vor allem zwei Iubiläumsaufsätze; einen Gruß an Däubler, den nun bald Fünfzigjähriaen, von Spunda, nebst Proben aus seinen kosmisch flutenden Versen und dem Bild seines mächtigen, dionysischen Hauptes. Und einen zum 80. Geburtstag der Elisabeth Foer- ster-Nietzsche. Dazwischen eine feine Balzac-Novelle, eine Handvoll Anekdoten, eine Ovid-Uebertragung von Hölderlin; alles ausgewählt, alles bedeutend Büchertifch. — Steuern uni Buchführung für den Bäckermeister und Konditor- meister. Gemeinverständliche Darstellung der den Bäckermeister und Konditormeister hauptsächlich angehenden Steuergesetze nebst einer leicht faßlichen Anleitung zur Buchführung in diesem Handwerk. Don Dr. jur. et rer. pol, K, H. Lange. 27. Df3-e2 Dorzuziehen war hie? 27. Df3-d2 27. . .. — .. geringe bereitstehende Material ist in den Forderungen zu hoch gehalten, um den Händlern hier am Platze wie auch in der Provinz große Betätigung zu ermöglichen. Auch Gerste ruhig, wenn auch das Riveau ein festes bleibt. Hafer hat anhaltend nur weniges Angebot bei behaupteten Preisen, in Futterstoffen zeigte sich keine sonder- ließe Belebung. Im Zeithandel kam für Weizen keine große Amsahtätigkeit zustande, da der Mehl- absah für spätere Lieferung sich nur auf einer verschwindend kleinen Basis bewegt. Lediglich laufender Monat Anaebote 1 Mark höher. Aeyn- lich waren die Verhältnisse für Roggen, auch hier stellten sich die Preise nur leicht über letzte Rotiz. Cs notierten per 1000 Kilo: Roggen, märt, 215 bis 218; Sommergerste 205 bis 212; inländ. Gerste 209 bis 219; Hafer, märf., 190 bis 204; Mais (loko Berlin) 174 bis 178; per 100 Kilo: Weizenmehl 38 bis 40; Roggenmehl 30,50 bis 31,50; Weizenkleie 10; Roggenkleie 11,25; Viktoriaerbsen 35 bis 46; kleine Speise- erbsen 30 bis 34; Futtererbsen 22 bis 27; Pe- luschkÄr 23,50 bis 27; Ackerbohnen 22 bis 24,50 Wicken 32 bis 33; Lupinen (blau) 14,50 bis 16,50; Lupinen (gelb) 19 bis 21,50; Rapskuchen 14,30 bis 14,50; Leinkuchen 19 bis 19,50; Trockenschmhel 10,20 bis 10,70; Sohaschrot 20,20 bis Kartoffelflocken 23,80 bis 24.20 Mark. 5 3 2 6 4 8 7 1 b b g ■ h h 6 3 2 4 d e Weiß. Schwarz. d e 9/ 8 M 7