ff nT&'Ä Mtzr Z Stift’ . £l Mnden |i(ü-W gut ^.Dritte ÄJj 3tocit; * ^ssen-LL^I'^ dä^LK-^ \ ÄÄL ,?arfcn lte W1960 (Bi^en. -ML 5 bpiele eröffneten i«v .4 einige Spieler dn dr^n ft7JeI5eim2.®ann. Sfi9hAeran9e8D(|en 6attt. ’n® unter schlecht» S ®rtTet Heuchelheim 3:3. Resultat 3:3, unentfchi?. en Ep. Dag. 1S00L gegen ÄjLnnl3,“f«.6en oorous. Bleifter ®ie^n siegte nach in/&'J^onem bpiel eimvand^ [ Mlbzeit 2:1). Die zweite mahmslos vor dem heuchel ;en, aber eine zahlreiche, eifrige >erte weitere Erfolge der Ser- betraten 1900 2. unb3. egen Heuchelheim 1. Qu b. Gießen zeigte den helfen, te auch über eine weit große, nnte daher kein Wunder nel; iltat bei Halbzeit 3:0 und m 900 lautete. Male auf den plan tretend haft der Sp. Agg. 1900 gab 0 in 2 mal 20 Minuten. . •ran&furt - Ajax Dam 5:4 (4:1). a.M, 5.Ämt. (W „einstigen Samstag im Lta- erbaut — eine der besten chasten - zu Gast und konnte iechmschrr üebecftgnchrü appen 5:4 • 6 i e fl erringen, lannfchaft fpieite den befferen bet infolge reichlichen Schuh- S die unverdiente Niederlage en Holländern gefielen befon- inte Sturm mit dem famolcn d die brillante Hintemann- lverlauf war ziemlich offen- edoch nach Halbzeit stark nach E mit viel Glück vor einer Der Schiedönchter komle Der Besuch war Verhältnis- Fußballmeisterschaft Oer D. T. )aa 1860 gefchlM', am Mgs- 6pan. ^5u6anäin^^ri” t tauft'fc»** abe,neMche Winde. ■mperafutxn: MaximM 20,0 tum 12,5 Grad Telsius, Veneter. heutige Dorgentem- CeWs. MMHaHtstck. iehen, den 8. 3um 1926. ;en 224er in Giehen. Erwarten zahlreich waren die den verschiedensten Teilen eigeeilt, um eine Wieder- i begehens nicht mir das ge- und das Lahntal waren stark auch aus Thüringen, Schlesien, arte, vom Mm und aus x die Angchmgen des ck ^ erschienen. Samstagabend beitsgemelnschaft der'S en esKV LSSM? i das gro^ftande, m 6t* I^'^and n Vereine, m Gera enWiMn M dann ertteter 224cT aus' StS^SS * ch'^E aeführt auf ielte d>e cM ^öarnn d S>otK dv n. Ä riefens fagt^ *$SS5p ägsjss- beiden Ona, dte Ortsgruppe Dietzen der 224er hatte toet Fahnennägel gestiftet, welche Kamerad 22 g g e l e - Dietzen mit herzlichen Worten übergab. Die Vertreter von 3ena und Erfurt sprachen ihre Freude über die Ehrung aus. Der Sonntag brachte noch zahlreiche 224er aus Oberhessen und dem Lahntal. Unter Führung von Mitgliedern des Verkehrsvereins wurde die Stadt besichtigt. Hm 11 Uhr war gemeinsamer Dang mit Musik nach dem Gefallenen- Denkmal auf dem Landgraf-Philipp-Plah zur Ehrung der gefallenen Kameraden. 5).; Reichswehrkapelle vom hiesigen Bataillon spielte am 116er-Denkmal das (Niederländische Dankgebet. Die Gedächtnisrede hielt Divisionspsarrer Haupt, der ehemalige Divisionspsarrer der 48. Reserve-Division, über die Dibelworte: „Sei getreu bis in den Tod", Off. 2oh. 2.10. Er führte aus, datz in allem Werden und Vergeben dieses Lebens die Treue der Menschenseele das Beständige sein soll. Durch Lehrer Pauli aus Steinbach i. T. erfolgte die Riederlegung eines Kranzes, der die Widmung trug: „Dem Gedächtnis seiner Gefallenen und Verstorbenen das Reserve - 2nfanterie - Regiment 224". Die Fahnen senkten sich, die Musik spielte das Lied von dem guten Kameraden, alles dachte in Ehrfurcht der Toten. Den Abschluß der erhebenden Gedenkfeier bildete das Trauerlied „Wie sie so sanft ruhn". Der Zug setzte sich nach Oswaldsgarten in Bewegung, woselbst der Vorbeimarsch der Kameraden an den Fahnen der 224er-Vereine Erfurt 'Unb Jena erfolgte. Anschließend war Frühschoppen im Saalbau Sauer. Die Wiedersehensfeier fand ihren Abschluß nachmittags ab 3 Uhr mit kameradschaftlichem Zusammensein auf der „Karlsruhe". Auch hier war der Besuch auhervrdentlich stark. Für eine vorzügliche Unterhaltung sorgte die DataillonS- musik vom Regiment 15 durch flotte Märsche, ansprechende Soldaten- und Vaterlandslieder. Lebhaft und fteudig wurde das Wiedersehen gefeiert. Rach dem Vorbild der Vereinigung Frankfurt und Offettbach wurde die Gründung einer losen Vereinigung 224er für Giehen, Lahn- lal und Oberhessen in die Wege geleitet. Der Verlauf der Tagung war überaus erfreulich und echt kameradschaftlich, es war eine erstaunliche Leistung der Gießener Ortsgruppe, die über ganz Deutschland zerstreut sitzenden ehemaligen 224er in so groher Zahl zu sammeln und hierher zu bringen. Gietzener Studenlenhilse. Samstag abend feierte der Verein „Gießener Studentenhilfe e. D." sein fünf- jährigeS Bestehen. Rach einem Konzert, über das wir noch berichten werden, fand in den Räumen der Universität und der Universitätsaula ein geselliges Beisammensein statt. Man begab sich nach Schluß des Konzerts von der großen Aula der Universität in die kleine Aula, wo von jungen Damen delikat belegte Brote, Würstchen und allerlei sonstige Herrlichkeiten äußerst preiswert zum Verkauf angeboten wurden. Mit mehr oder weniger Geschick rettete man sich diese Dinge aus dem großen Gedränge in einen ruhigen Winkel, wo man mit Muße seinen Appetit stillen tonnte. Inzwischen war der Saal der großen Aula von Stühlen befreit worden, das Studentenorchester und die älteren Herrschaften hatten sich auf der Galerie aufgebaut, eine Eisbude war erstanden, im Vorraum nach der Goethestrahe zu wurde Bier, in dem nach der Ludwigstrahe Zigarren und Kaffee feil- geboten, der Tanz konnte beginnen. Tanzordner versahen ihr schweres Amt mit bewundernswert ungetrübtem Humor, und die Kapelle spielte schneidig ihre Tamweisen, mochte es nun der „gute Mond" sein, der so stille durch die Abendwolken ging, ober das bekannte in Heidelberg verlorene Herz. Ueberall sprühte fröhlicher Geist akademischer Jugend. Dieser schwenkte sein Mädel im Tanz, jener hält es mehr mit den Inaktiven, die lieber „einen um“trarrfen. Keiner kam zu kurz, und wer Glück hatte, erhielt anfangs sogar für dasselbe Geld die doppelte Portton Cis. weil die Damen an der Eistheke sich in dankenswerter Weise geirrt hatten. — Die Studentenhilfe kann mit Befriedigung auf ihr Etif° tungsfest Aurückblicken: möge ihr auch ein recht schöner, finanzieller Erfolg beschieden gewesen fein! Wohl kaum einer ist unbefriedigt nach Hause gegangen. Mögen sich alle auch bewußt sein, wem daS Fest galt, und was diese Studentenhilfe in der Zeit der Rot der akademischen Jugend geleistet hat und leistet. Mögen aber auch die Träger bet Stubentenbilfe stets in Dankbarkeit genannt werden, die Allensteiner Schwestern und der „6tubentenoater“, Professor Eger, der in unermüdlichem Fleiß und Ausdauer sich in den Dienst dieser guten Sache gestellt hat. H. Chorkonzert des Lyzeums und der Studienanftalt. Zu dem am kommenden Donnerstag, 10. Juni, stattfinbenden Chorkonzert des hiesigen L h z e u m S und der S't u d i e n a n ft a 11, dessen Reinertrag sozialen Zwecken zugewandt werden soll, wirb uns geschrieben: Der etwa 150 Sängerinnen starke Chor bringt drei größere Chorwerke mit instrumentaler Begleitung zum Vortrag. Das Programm ist unter dem Leitgedanken: „Waldesleben und Waldeszauber" zusammengestellt. Die Soli und die Begleitung sind teilweise von funbefliffenen Freunden bet Schule in gütiger Weise übernommen worden. Jeder musikalischen Rümmer geht ein poetischer Vorspruch voraus, der dem Hörer Gelegenheit geben soll, sich für den jeweiligen Sttm- munaSgehalt des Werkes seelisch einzustellen. DaS erste Werk: .Wald bild er" von C. 2. Schmidt sind kleine selbständige Gesänge, die durch einen verbindenden 2ejt zu einem Ganzen zu- sarnmengefaht sind und das Tageserlebnis eines jugendlichen Waldwanderers schildern. Mit fröhlichem Hörnerklang beginnt das Vorspiel und schließt mit sühlockendem Vogelgesang. Eine „Burgruine" führt uns im Geiste zurück in. vergangene Zeiten: wir hören den „Kuckuck im Tannenwald", lauschen der Zwiesprache von „Kind und Bächlein", erleben eine „Gewitterszene", belauschen das Leben und Treiben der braunen Gesellen im „Zigeunerlager" und erfreuen uns am leichtbeschwingten Äinberreigen auf der „Waldwiese". Die feingezeichneten, anmutigen Melodien und Harmonien schmeicheln sich nicht nur in Ohr und Herz der Kinder, sondern werden auch den Erwachsenen Freude und Genuß bereiten. Größere Anforderungen als dieses in naivem Musilstil geschriebene Werk stellen die beiden anderen an die Ausführenden. Zu der Wil- denbruchschqn Dichtung „Der neue Herr Oluf" hat Ferd. Hummel eine von warmem Schaffensdrang eingegebene, echt romantische Musik geschrieben, die die bekannte nordische Sage von einem zu Erlkönigs Tochter in Liebe entbrannten Menschenkinde in trefflicher Weise verdolmetscht. Das letzte Werk „Waldharfen", ursprünglich von Edwin Schultz für Männerchor komponiert, ist von L. ©eilet für Frauenchor mit Streichquartett, Harmonium- und Klavierbegleitung neu bearbeitet und im Verlage von Fr. Kistner, Leipzig erschienen. Diele tausend „Waldharfen" stehen draußen festwurzelnd im Gelände. Der Wind mit seinen starken Händen streicht über sie: erst leise, bann lauter, immer lauter bis der ganze Dergwald braust und dröhnt, um dann wieder wie ein Hauch zu ersterben. Erschauernd, andachtsvoll lauschen die „kleinen Spielleut'" des Waldes, wenn von des „Großen" Griff und Schlag die Harfen klingen. Der Komponist hat es verstanden, dieser 'Ächtung von Jul. Wolff durch die klangmalerische Begleitung und die Gegenüberstellung von zart-lyrischen und bra- mattsch-wuchtigen Stellen einen adäquaten Ausdruck zu verleihen. Gicftcner Wochcnrnarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis 180, Matte 35 bis 40, Wirsing 40, Rotkraut 45, rote Rüben 20, Spinat 20 bis 35, Römischkohl 30. Spargel 100. Erbsen 40, Tomaten 60 bis 130, Zwiebeln 25, Meerrettich 80, Schwarzwurzeln 50, Rhabarber 20 bis 25. Kartoffeln, neue 20, alte 5, Kirschen 40 bis 50, Erdbeeren 130, Suppenhühner 110 Pf. das Pfund: Eier 11 bis 12. Blumenkohl 100 bis 120, Salat 10 bis 15, Salatgurken 50 bis 100, Ober- Kohlrabi 20, Rettich 20 Pf. das Stück: Radieschen Bd. 10 bis 15 Ps., gelbe Rüben das Päckchen 45 bis 100 Pf., Käse 10 Stück 60 bis 70 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 8 Uhr. Gastspiel des Kurtheaters Bad- Nauheim „Die Wette". — Gießener Radfahrerverein 1885: 8.30 Uhr, Liebigshöhe, Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rosen aus dem Süden". — Astoria-Lichtspiele: „Das rote Signal". — Vers ammlung der oberhessischen Frauenvereine. Am morgigen Mittwoch, 9. Juni, nachm. 3 Uhr. findet im Saalbau Sauer eine Versammlung Der oberhessischen Frauenvereine statt. Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht ein Vortrag von Frau Professor H er ä us-Offenbach über die Frage: „Was hat die evangelische Frau von ihrem Frauenverein?" (Siehe Anzeige.) * Di e Universität wird morgen nachmittag mit ihrem Lehrkörper, ihren Beamten und Studenten mittels Sonderzugs einen Ausflug nach Dad°Rauheim unternehmen, um dort einer Einladung der Bad- und Kurverwaltung zur Besichtigung des Bades Folge zu leisten. '* Zur Flugveranstaltung in Gießen wird uns mitgeteilt, daß inzwischen sämtliche Flugzeuge der Gesellschaft für deutsches Flugwesen. Berlin, hier eingetroffen sind, sodaß am morgigen Mittwoch das unveränderte Programm des am Sonntag ausgefallenen Flugtages zur Abwickelung gelangen wird. Die Besucher werden dabei eine Anzahl Piloten kennen lernen, die sich während des Krieges an der Front wiederholt ausgezeichnet haben, sei es als Jagd» oder Aufklärungsflieger, und von denen man wohl sagen kann, daß sie Meister in ihrem Fach sind. Erwähnt sei hier nur noch, daß morgen der bekannte Fallschirmpilot Ernst Streit, der mit 4300 Metern den Höhenrekord hält, den Zuschauern mit dem Heinecke-Fallschirm den modernsten Sport vorführen wird. Die Flugzeuge erscheinen einige Zeit vorher im Geschwaderfflug über der Stadt. Räßeres in Der heutigen Anzeige. " Abonnementskvnzerte unserer Militärkapelle. OKan teilt uns mit, daß am kommenden Donnerstagabend das erste Abonnemeittskonzert unserer Reichswehrkapelle im Philosovhenwald stattfindet. Die Musiffolge ist von Obermusikmeister L ö b e r Sorgfältig aufgestellt. Aus dem Programm sind hervorzuheben: Große Fantasie a. d. Oper: „Der fliegende Holländer", Cavalleria rusticana, Ouvertüre „Das Rachtlager", „Gräfin Mariza" usw. Der Besuch des Konzertes sei bestens empfohlen. *♦ D i e Stempelpflicht der Fußball- Wettspiele. Das Polizeiamt verweist auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen vom 15. Mai 1926, Amtsverkundigungsblatt Nr. 41 vom 21. Mai 1926, betreffend Ausführung des Urkundenstempelgesetzes : hier: die Stempelpsiicht der Fußballwett - sxiele usw. .jur genauesten Beachtung. Die Polizeibeamten find zur strengen Ueberwachung ange- wiesen. ie D i e Freitrevpe neben der katholischen Kirche, die vom Polizeiamt unterm 3. Mai gesperrt worden war, ist jetzt für den Der- kehr wieder fteigegeben worden. •• Sonnwendfeier auf Burg Münzenberg. Man schreibt uns: Wie alljäbrlich, so findet auch in diesem Jahre auf Burg Münzenberg eine Sonnwendfeier statt, und zwar am Sonntag, 27. Juni. Schon jetzt seien alle deutschen Volksgenossen darauf hingewiesen. Weitere Mitteilungen werden rechtzeitig veröffentlicht werden. * Familienlag der Matthausgemeinde. Obwohl schlechtes, regnerisches Wetter herrschte, und die mannigfachen anderen Veranstaltungen $ur_ gleichen Zeit gar manchen abgehalten haben Dürften, war doch am Sonntagnachmittag Der große Saal des „Philosophen- walds" überfüllt: die Matthäusgemeinde hielt ihren alljährlichen Sommer-Familientag ab. Der diesmal ungeteilte Freude bei allen ausgelöst hat. Der erste Teil der Vortragsfolge ward mit einem Marsch „Treue um Treue" eingeleitet, der von der Iugendkapelle H i l g a 11> t ausgeführt wurde. Lehrer Wehrheim als Vorsitzender der Männer» und Frauenvereinigung, begrüßte Die Versammlung mit den Worten, daß wir uns trotz Der Rot Der Zeit freuen dürfen, wenn wir unser Vertrauen ganz auf Gott richten und innerliche Menschen sind. Rach zwei Grdicht- vorträgen, „Muttersprache" von Schenkcndorf und „Der Halligmattose" von Allmers. und einem gemeinsamen Gesang leitete Pfarrer Mahr die Gedanken hin auf die Bedeutung des Sonntags als eines Erinnerungstages von ganz besonderer Art: nämlich des Gedenkens an den großen Liederdichter der evangelischen Kirche, Paulas Gerhardt, den man vor nunmehr 250 Jahren zu Grabe getragen hat: auch im Hauptgottesdienst am Vormittag war des Mannes in wür-. diger Weise gedacht worden. — Als einen besonderen Höhepunkt des Familientages darf man wohl Die gesanglichen Darbietungen unseres geschätzten StaDtkirchenorganisten, Lehrers Heinrich Simon, ansprechen, Der sich mit großer Hingebung unD Einpassung in die Liedvorträge cin- gcarbeitet hat. — Die Spiele der Kinder im Freien mußten leider des schlechten Wetters wegen ausfallen. Um so mehr brachte Der zweite Teil Die Freude an „Schnaken und Schnurren" zum Ausdruck. Die Löwe-Balladen „Prinz Eugen" und „Riemand hats gesehn", gesungen von Herrn Simon, wurden mit Begeisterung aufgenommen. Dann kamen die beiden Iugend- vereinigungen der Matthäusgemeinde zu Wort und brachten unter der Gesamtleitung von Pfarrer Hertel ihren altbewährten Ruf wiederum zu neuer Geltung: sie haben es wohl verstanden, das Echt-Volkstümliche und Heiter- Leichte zu bringen, ohne doch in den Ton deS gewöhnlichen Couplets und des üblen Schlagers zu verfallen. Ein alter Schwank von Hans Sachs, „Der Roßdieb zu Fünsing mit den tollen, diebischen Dauern", ein Spiel aus dem Jahre 1553, wurde von vier Jungen prächtig wiedergegeben. Dann erschieneir die „Schneider" auf der Bühne und entfesselten Lachstürme, als sie das Lied aus der Wetterau „Zu Regensburg auf der Kivch- turmspih" zur szenischen Darstellung brachten. Auch die beim fahrenden Volk oft befangene „Dumme Liese" fand den Beifall aller. Die Reigen der Mädchen werden immer wieder gern begrüßt, diesmal wurde getanzt: das „Märchen vom Ringlein" und das Lied „Einsam geh ich hier", dazu den Tätscher „Kleiner Schelm". Die jugendlichen Mitwirkenden gaben ihr Bestes und ernteten reichsten Beifall. Rach einem Schlußwort des Dankes an alle schloß der „Prinz-Citel- Friedrich-Marsch" den wohlgelungenen Familientag ab. " Billige Kirschen aus Rheinhessen. Dem „Mainzer Anzeiger" zufolge kommt aus allen Gegenden des Mainzer Deckens Die Rachricht von einer reichen Kirschenernte. In Budenheim, Heidesheim, Gonsenheim und Rieder-Ingelheim sind die Preise bereits auf 20 Pfennig für das Pfund gesunken und werden voraussichtlich bei starkem Marktangebot noch Wetter sinken. Sachverständige Händler prophezeien, daß in diesem Jahre die Kirschenpreise für Verbraucher die Höhe der Vorkriegszeit (10 bis 15 Pfennig pro Pfund) erreichen werden. 6. (Bautag des (Baues Hessen im G. D. A. sch. M a r b u r g, 6. Juni. Heute fand hier der 6. Eautag des Gewerkschaftsbundes Der Ange st eilten, Gau Hessen statt, zu Dem 70 Ortsgruppen, Darunter das besetzte Gebiet, etwa 200 Delegierte entfanDt hatten. Sonntag vormittag wurden in einer Sitzung Dundes- unD Berufsfragen erledigt, mittags 12 Ahr fand dann in den Stadtfälen eine große Ange st eilten-Kundgebung statt, zu der sich nicht nur die Delegierten, sondern auch Freunde des GDA. in großer Anzahl eingefunden hatten. Als Vertreter Der StaDt Marburg war Stadtrat Voß, für Die HanDelskammer Fabrikant SeiDel unD als Vertreter des Kaufmännischen Vereins Herr ®ular erschienen. Der Gauvorsihende, Stadtverordneter Eeßner (Frankfurt), begrüßte Die Herren, ferner Die Delegierten und die Dertteter Der befreundeten Vereine. Rach einem Referat des stellvertretenden Bund es Vorstehers Der GDA., Otto Debald (Berlin), über „die Arbeit unseres BundeS ist Dienst am Volke", gab Der Gauvor- sihende ©ebner noch einen kurzen Jahresbericht. aus Dem hervorgeht, Daß Die Mitgliederzahl Des GDA. im letzten Jahre im Gau Hessen auf 20 000, bei 70 Ortsgruppen, angewachsen ist. An stellungslose Mitglieder wurden vom GDA. im vergangenen Jahre 165 000 Mark, davon hn Dau Hessen 87000 Batf deFckYV. Vvn 14 000 Stellenvermittlungen durch den GDA entfallen auf Den Gau Hessen 1000. Den Verhandlungen des GDA. wurde schließlich in fvl- genden Drei EntschliHungen Abdruck gegeben: 1. Die zum Dautag des GDA. am 5. unD 6. Juni in Marburg versammelten Vertreter von 20 000 Angestellten auS Hessen. Hessen-Rassau, Waldeck und Bezirk Wetzlar erheben einmütigen Protest gegen Die immer stärker zutage tretenden Versuche der deutschen Arbeitgeber, die Folgen her Wirtschaftskrise durch Lohn- und Gehalts» druck, Arbeitszeitverlängerung und Abbau Der Sozialpolitik einseitig Der ArvÄtnehrnerschaft aus- zuerlegen. Rur durch eine zielbewußte Höherbewertung der menschlichen Arbetterkraft kann der Wiederaufftteg Der deutschen Wirtschaft erfolgen. Die Angestellten bekennen sich zum Ein- heitsgewerkschaftsgedaicken. Den sie im GDA. verkörpert sehen und geloben, mit aller Kraft für dessen Stärkung einzutreten. 2. Die zum Eautag des DewerkschaftSbundes der Angestellten versammelten Vertreter erblicken in Der Bevorzugung der früheren Offiziere unD abgebauten Beamten bei der Einstellung eine ungerechtfertigte Benachteiligung Der über viel weltergehende Berufserfahrung verfügenden Angestellten. Die Weitergewährung von Pension ohne Rücksicht auf Den Arbeitsverdienst steht nicht im Einklang mit Der vom Staat unD Der Wirtschaft so oft geforDcrtcn Sparsamkeit. Die Versammelten begrüben deshalb Die bisherigen Maßnahmen Der BunDeslettung des GDA. unD for- Dern, Daß solchen Pensums- unD WartegelDemp- fängern, Die in Der Privatwirtschaft Stellung finden, ihre Rentenbezüge für Die Dauer Der Beschäftigung ruhen. Die Deutsche Wirtschaft toirD nur Dann konkurrenzfähig feinx wenn Die tüchtigsten unD erfahrensten Angestellten an die Spitze Der Betriebe unD Abteilungen — nicht aber BetriebsfreunDe unD VerwanDte — gestellt werden. 3. Die versammelten Vertreter der Angestellten protestieren gegen Die Versuche, die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe zu beschränken. Die Sonntagsruhe hat keine Schädigung für die Geschäftswelt gebracht. Der Umsatz wird nur mit der Kaufkraft her Masse gesteigert, auch haben sich die Käufer an den Ladenschluß gewohnt. Die Versammelten erwarten vvm Reichstag und Den Behörden, daß sie Dem allgemeinen Verlangen Der Angestellten, sowie Den weitesten Kreisen der Geschäftsinhaber Rechnung tragen unD Dem deutschen Volke Die Sonntagsruhe erhalten. Sie verlangen ferner, daß die Behörden eine Verlängerung Der LaDenschluß-StunDe an Den Wochentagen nicht zuläht. fßerbembstag des Hessischen Schutzpolizeibeamlenverdandes. In Darmstadt wurde im Fürstensaal bei sehr starker Beteiligung der dritte Verbandstag des Hess. Polizeibeamtenverbandes abgehalten. Anwesend waren viele Vertreter von Behörden sowie mehrere Landtagsabaeordnete. Auf die Eröffnungsansprache des Polizeimajors Fendel-Sartorius erwiderten die Abgeordneten Dingeldey, Kindt und Leuschner im Namen ihrer Fraktionen mit dem Versprechen, für die Wünsche der Schutz- Polizeibeamten einzutreten. Den Vorsitz in der Versammlung führte Polizeioberleutnant S ch ö n i g. Polizeimajor Fendel-Sattottus berichtete in einem Bortrage über die Tätigkeit des Verbandes: dieser sei unpolitisch und wolle es auch bleiben. Der Verband zähle jetzt 644 Mitglieder. In der Besoldungsfrage sei viel, wenn auch nicht alles erreicht worden. Die Trennung zwischen grüner und blauer Polizei müsse aufrechterhalten, doch die Führung allmählich in einer Hand vereinigt werden. Polizeihauptmann Schmitt gab einen Bericht als Beisitzer der Polizeioffiziere, von denen 65 (von im ganzen 91) dem Vervande angehören. Er behandelte Fragen der Beförderung, der Krankenkasse und der Darlehenskasse. Schutzpolizeisekretar Keller erstattete den Kassenbericht: hiernach hat die Kasse einen Bestand von 1026 Mark. Polizeischulrat S ch a a b sprach über die Zivilversorgung. Der Versammlung lagen 43 Anträge zur Beschlußfassung vor, die zum größten Teile angenommen oder dem Vorstand zur Weiterbearbeitung überwiesen wurden. Der Vertreter des Ministeriums des Innern, Oberregierungsrat Siege r t, ergriff mehrfach im Verkauf der Verhandlungen das Wort und sagte einer Reihe von Wünschen die Erfüllung zu. Amtsgericht Gießen. Zwei auf einem benachbarten Gutshofe in Arbeit stehende und hort wohnhafte Familien Sch. unD G. sinh seit einiger Zeit mit einanDer berf einbet. Die Frau G. soll Die Frau Sch. im Rovernber und im Januar Durch verschiedene Aeußerungen schwer beleidigt haben. Die Beweisaufnahme ergab, Daß im Rovember Die Ehefrau G. allein geschimpft hat. Daß Damals auch Die Frau Sch. beleidigende Worte gebraucht hat, ist nicht erwiesen. Im Januar hat die Frau G. mit Schimpfen angefangen, die Frau Sch. hat mit Schimpfworten erwidert, worauf Frau G. noch» malsgefchimpft hat. Eine Straffreihettserklärung Der Frau G., wie sie Dies hatte beantragen lassen, konnte nicht erfolgen, weil sie selbst ajraefangpn hatte, weil die von ihr gefallenen BeleMgungen viel schwerer waren, und ttxril sie auch wiederholt beleidigt hat. Eine Widerklage gegen Die Ehefrau Sch. war nicht erhoben. Die Frau G. wurde deshalb zu zwei Geldstrafen zu je 2 5 Mark und zur Tragung her Kosten des Verfahrens DerurteiÜ. Außerdem wurde Dem Privatkläger die Publikationsbefugnis bezügllch der älrteilsformel ausgesprochen. Verantwortlich für Politik i. V. Dr. Hans Thyriot. iZiim Flughafen mfflf^T^T?n^T?TTTT^Tff^TfflfflfllTTTTT^TTT’TTTTT^^STTTT^TTTTT^TTTTTTTTT7fflTT^ffTTTTTTT?TTT?T^T!TffW7TW^^TTTTTTTTTTffW^TT??^ff■^ffMWffl 7 ............ ■jn.ii)|i.H.imoi!itMi,ii ■ MM MinM 6 Uhr! Wohnungstausch Fulda—Giehen Geboten in Fulda 4-Zimmer»Wohnung in guter, ruhiger Lage. Gesucht in Gießen 3—4-Zimmer-Wohnung. Schriftliche Angebote unter 04029 an den Gießener Anzeiger erbeten. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dr. Carl Stuhl. des Lyzeums u. der Studienanstalt i.E. zu Gießen in der Neuen Aula der Universität, Donnerstag, 10. Juni, ÄW fall die schon auf Privat- kundschaft gereist hat, voll erstklassiger Fabrik für Giessen gesucht. Schrtftl. Angebote unter 4959V an den Giess. Anz. WA« ielim« von Kolonialwaren - Großhandlung zum sofortigen Eintritt gesucht. Es kommen nur solche Herrn in Frage, dieBranchekennlnisse besitzen,und die in Frage kommende Kundschaft bereits mit Erfolg bearbeitet haben. Schriftliche Angebote unter 04039 an den Gießener Anzeiger erbeten. Sch.Kalbskisch ßiebigftr. 71 Telephon 1685 Todesanzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute mittag 12Va Uhr plötzlich und unerwartet aus einem arbeitsreichen Leben unseren herzensguten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Heinrich Sommeriad Ofensetzermeister nach kurzer schwerer Krankheit infolge Herzlähmung im Alter von 65 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. In tiefem Schmerz: Kohlen-Schlacken für Wegebau. Betonbau. Zwischendecken- füllung und Stetnfabrikatlon Zement-Schlackensteine für billige Bauweise, sowie äusserst billigen Koks für Industrie und Hausbrand lausend abzugeben von unseren Anlagen Mühlheim a. M. und Wetzlar. 4948A BrennBloH-Giwlnanngs- nnä Verodelungs- O.m.b.H., Franklnrt a. BL, Savlnystraße 25. Elsenbein- anhänger (Plakette) SamStag, 5. 6. 26, verloren. 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Die ortsgerichtliche Verfügung ist zur Einsicht an der Ortstafel, Dergstrahe 20, angeheftet. 4931B Gießen, den 27. Mai 1926. I. QI. des Hess. Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. MMUMMIM. Im Qluftrage des Herrn Geheimrats Dr. Karl Siegesmund, Berlin, versteigere ich Donnerstag, den 10. d. Mts., nachm. 2 Llhr, gegen Barzahlung, auf der Leppermühle bei Grohen-Dufeck. 2 Wagen, 2 Wendepflüge, 1 Ackeregge, 1 Mähmaschine, 1 Wiesenegge, 1 Kelter, lRübenfchneid.,lHäufelpflug,lSchlitten, 1 Zentrifuge (90 Llr.), 1 Jauchefah, Pferdegeschirre, Leitern, Wagenplan, Dezimalwage, Sackkarre, Grubber, Jauchepumpe, Backtrog, Schleifstein, Waschkessel, Mehlkiste, Ofen, 5 Morgen Heugras, 17a Morgen Roggen, 2 Zuchtenten und 2 Zuchtgänse. 4945D Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator. die warme Weste! X.V^.oo MMMM.iiMM versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28: 2 Kleiderschränke, davon einer weih, eine komplette Küche, 4 Flurgarderoben (eine große), Sofas, 2 Eisschränke, 1 Standuhr, 1 Regulator, 1 gebrauchte Nähmaschine, gut erhaltene Herrenräder, 1 fast neues Büfett, Küchenstühle, Küchentisch, 1 neuer Herrenzimmertisch,Ablaufbretter,! Kinderschreibpult, 1 Kinderlaufstubl, Kinderwagen, Betten, 2 Motorräder (NSU) und Wanderer, Seifenpuloer, Zigarren, Zigaretten, Tabak, Weinbrand, Motorradlampen, Herren-, Damen- und Kinderschuhe, Herren- und Damenkleider (neu und gebraucht), 2 Bände von Friedrich v. Schiller aus dem Jahre 1816 u. 1817, 2 Kronleuchter für Gas- und elektrisches Fräulein 18 Jahre all, das die Handelsschule besucht hat u. in Stenographie ».Maschinenschreiben ausgebildet ist. sucht Stellung aus Bureau. Schrtftl. Angebote unter 04030 an den Giess. Ans, erbeten. Schellfische o.K.....Pfd. 35 Pf. Bratschellfische.....Pfd. 20 Pf. Seelachs o.K.......Pfd. 25Pf. Kabliau o. 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Irgendwelchen Zweck fönrfte allerdings eine Fortsetzung des brasilianischen Widerstandes nicht haben, höchstens den, sich nach unbeliebter zu machen, als Brasilien ohnehin ist. Recht kennzeichnend hierfür ist die Tatsache, daß die vorbereitende Abrüstungskonferenz in ihren Redak- tionsausschuß nicht Brasilien, sondern Argentinien als Mitglied für Südamerika berufen hat. Sollte trog allem Brasilien bei seinem Widerstand beharren, dann würde erst von der Vollversammlung auf Beschluß des Rates die Satzungsänderung nach dem Vorschlag der Studienkommission und dann die Neuwahl der nichtständigen Mitglieder des Rates vorgenommen werden: andernfalls könnte Deutschland gleich zum Mitglied des Rates gewählt werden und bereits bei den Arbeiten mitwirken. Jedenfalls werden die nächsten Tage Klarheit über die Haltung Brasiliens bringen. Dasselbe gilt für Spanien, wenn auch in etwas anderem Sinne. Man darf annehmen, daß Spanien sich in die Sachlage gefunden haben und sich damit begnügen wird, zu den Mächten zu gehören, die alsbald mit Zweidrittelmehrheit für einen längeren Termin in den Rot gewählt werden sollen. Wenn diese Annahme zutrisft, dann dürste sich auch Spanien der Satzungsänderung nicht widersetzen. Das ist deshalb wichtig, wett es allein vielleicht mehr durch Zufall als aus bestimmten Gründen den Beschluß des Dölkerbunds- rats noch nicht ratifiziert hat, durch den die Vor- ndhme von Satzungsänderungen erleichtert werden sollte. Spanien könnte also, wenn es wollte, die Vornahme einer Neuwahl des Rates im September verhindern, und diese würde erst im Januar statt- finden können, d. h. Deutschlands Aufnahme wurde dann solange verschoben werden müssen. Hierüber wird also diese Woche Klarheit schaffen. Obwohl die vorbereitende Abrüstungskonferenz Mit ihren Arbeiten noch so gut wie gar keinen Fortschritt gemocht hat, wird sich doch der Rat ebenfalls nflt der Frage zu beschäftigen hoben. Bekanntlich ist die ernste Meinungsverschiedenheit zwischen Frankreich uttd England darüber, ob zuerst Sicherheit geschaffen und dann abgerüstet werden soll, oder ob man durch Abrüstung die erforderliche Friedens- pcherheit schaffe, auf Grund einer Einigung zwischen Paul-Boncour und Lord Cecil dem Völkerbundsrat überwiesen worden, weil darin eigentlich eine Auslegung des berühmten Artikels 16 der Dölkerbunds- satzung einbegriffen ist. Auf diesen Ausweg waren die Herrschaften verfallen, weil an der Konferenz Amerika und Deutschland als Nichtmitglieder teilnehmen, die Angelegenheit aber von Rechts wegen den Völkerbund angeht. Man darf gespannt sein, wie sich nun der Rat mit dieser heiklen Frage ab- finden wird. Die Entscheidung des Rates wird auch für uns von ausschlaggebender Bedeutung sein, denn der Artikel 16, der schon in Locarno eine so große Rolle gespielt hat, ist für uns der Kern- und Drehpunkt des ganzen Sicherheits- und Abrüstungs- Problems. , . Eine dritte Frage, die die Gemüter lebhaft m Bewegung fetzen dürfte, werden die ungarischen Verhältnisse sein. Die Frankenfälschungsgeschichte schlägt ihre Wellen über Paris auch nach Genf, wobei die großen Moralhelden in Paris und anderwärts die Tatsache nicht vergessen sollten, daß einer der größten Geldfälscher aus politischen Gründen Napoleon war; die Ungarn können sich also auf ein berühmtes Vorbild berufen. Dann aber haben diese sich soeben sehr unbeliebt gemacht durch eine mit echt ungarischem Paprika gewürzte Darstellung der Abrüstungsfrage vom Standpunkt der besiegten Mächte aus, die in Genf übergeben worden ist. Gegen solche Wahrheiten ist man in Genf, Paris, London und Rom sehr empfindlich. Infolgedessen wird der Wunsch Ungarns, von der lästigen Finanz- kontrolle der Entente befreit zu werden, kaum in Erfüllung gehen. Aus diesen Ausführungen ergibt sich, daß der Dölkerbundsrat auch in seiner nächsten Tagung sich mit Fragen wird befassen müssen, die den Keim zu ernsten Auseinandersetzungen von vornherein in sich tragen. Namentlich die Art, wie das Problem der Auslegung des Artikels 16 gelöst werden wird, muß als Prüfstein für den Geist gelten, der nunmehr im Dölkerbundsrat obwaltet. Das Volksbegehren für die Landtagsauflösung. Der Hessische Wirtschafts- und Ordnung s b l o ck schreibt uns: Es ist äußerst amüsant, die Taktik der demokratischen und sozialdeniokrati- s ch e n Presse gegenüber dem Volksbegehren zu verfolgen. Da die Herrschaften bis jetzt von uns wohlweislich noch im Dunkeln gelassen worden sind über die Größe der ihrer Machtstellung drohenden Gefahr, bemühen sie sich, durch alle möglichen Zeitungsnotizen sich selbst über die Schwierigkeit ihrer Lage hinwegzutäuschen. Dabei kommen die widersprechendsten Behauptungen zutage. Einmal wird erzählt, daß die Vertreter des Ordnungsblockes im Lande mit angeblich höchst verwerflichen Mitteln Unterschriften auch aus den Reihen der Regierungsparteien herausholten; es wird die hohe, von staatsmännischem Geiste geleitete Regierung angerufen, damit sie schleunigst auf dem Wege der Verordnung das bißchen Demokratie der hesiischen Verfassung, welches in dem Rechte des Volkes auf ein Volksbegehren und Volksabstimmung liegen soll, vollends totschlägt. Dabei ist es charakteristischerweise die Sozialdemokratie, die in ihrer Not nach dem Staatsbüttel ruft und von ihm verlangt, es müßten die Unterschriften der Unterzeichner notariell beglaubigt werden, und zwar auf Kosten der Antragsteller. Man hätte einmal das Wutgebrüll über die reaktionäre, verwerfliche, volksfeindliche Reichsregierung hören sollen, wenn diese etwa auf den Gedanken gekommen wäre, bei dem Volksentscheid über die Fürstenabfindung ähnliche Anregungen zu geben. Auf der anderen Seite kommen dann die Meldungen und die zahlreichen kolportierten Gerüchte, welche besagen, dasi der hessische Wirtschafts- und Ordnungsblock mit seinen Bemühungen, bie gesetzlich vorgeschriebene Zahl der Unterschriften zu erlangen, kläglichen Schiffbruch erlitten hat. Wir können über all diese Ergüsse mit einer ruhigen Handbewegung hinwegsehen. Wir kennen genau die außerordentliche Stärke unserer Position. Der Hessische Wirtschaftsund Ordnungsblock hat heute bereits die von ihm erwarteten Beweise ziffernmäßig in Händen, daß bie von ih m geleitete Bewegung von den breitesten Schichten unseresBol- kes aus allen Parteien bereitwillig aufgenommen wird.Die Linksparteien mögen sich nur kurze Zeit noch gedulden, dann sollen ihnen die Ziffern bekanntgegeben werden, die für sie das Ende ihrer Herrschaft in Hessen ankündigen 1 Boshafter schon und etwas ernster zu nehmen sind die Versuche der beiden Linksparteien, mit allen Mitteln die Führer der Zentrumsfraktion in Hessen und die Zentrumswähler zu umgarnen. Hierzu mag einiges in aller Offenheit bemerkt werden. Bereits früher einmal wurde von dem Abgeordneten Dinge ldeh in einem Aufsatz über die politische Lage in Hessen erklärt, daß die Rechtsparteien in Hessen wäh» reird der abgelaufenen Landtagsverhandlungen in keiner Form etwa von dem Zentrum die Sprengung der Koalition erwartet hätten. Die Rechtsparteien wissen sehr Wohl, daß dafür infolge der fehlerhaften Landtagswahl vom Jahre 1924 die Voraussetzungen zur Zeit noch fehlen. Roswitha von Gandersheim. Eine Geschichte von Ludwig Bäte. Zum dritten Male stand Rudberta, die Fröhlichste aus Gandersheims Klofterschule, an Roswithas Zellenlür, laut pochend. Nichts regte sich drinnen. Nur aus dem Hofe rief das fröhliche Leben der Klosterschaft. Sie wagte nicht einzutreten, so lose ihr sonst auch der Schalk im Nacken spielte. Etwas Fremdes lag in dieser Schwester, deren tiefe Augen, oft seltsam entrückt, in rätselhafte Femen tauchten, bei der Mette sich manchmal von dem schweren Gebetbuch hoben und sich traumschimmernd in der goldenen Heiligenwelt der Wölbung verloren. Doch war sie gütig und lieb, und mancher Apfel wanderte in ihre Tasche, und bei mancher feinen Paramenten- arbeit, welche die Mädchen unten stickten, hatten ihre Hände geholfen. Und so klug war sie! Keiner konnte, so hold von der lieben Heiligen erzählen wie sie, keiner im Kloster wußte so schöne Sprüche. Selbst Riccardis, die Klosterfrau, nicht, die doch Roswithas Lehrerin gewesen. Höchstens Gerbig, die Frau Aebtissin. Aber die sah sie selten. Nur daß sie hin und wieder ihr Bücher bringen mußte, fremde, dicke Folianten, die Roswitha las, und die oft von einem Kloster weither tarnen, das sie St. Gallen nannten, und von einer Burg, von der aus Ger- dlrgs finge Schwester das Schwabenland regierte. Sie pochte abermals. Dann trat sie schüchtern ein, den Arm voll Weidenkätzchen. Roswitha hob erstaunt und verträumt den Kopf aus dem schweren Fensterbogen, in dem sie lange /gesessen. Noch lag der Märzmorgen heilig auf ihrer adligen Stirn. Das Tischchen unter dem Fensterbogen lag schriften- Überhäuft. Eine kleine Lampe schwelte schwach wie ein verirrter Geist der Nacht, die sie wieder durchsonnen und zergrübelt hatte. Freundlich winkte sie Rudberta heran: „Siehst du dort die hohen Tannen?" Ob sie die sah! Und des Klostermüllers Otfried, der just vom Holzfällen heimkehrte; der Riccardis Gänse und Puten und der Frau Aebtissin schlanken Zelter, den Heribert, der Hütejunge, pfeifend auf die Weide trieb. Roswitha sah in ihr erregtes Gesicht und lächelte. Warum wollte sie gerade Rudberta die neue Dichtung vorlesen, die in diesen wundersamen Tagen in ihr aufgequollen war? Und tat doch recht, denn als sie leise anhob, wurde es still in den großen kornblumenblauen Mädchenaugen. Roswitha las. Wie die Hirten einst im Tann ein seltsam Licht aufleuchten sahen, staunend der Meier den Herzog Ludolf, Ottos edlen Ahnen, rief, der dort das Kloster, ihre Heimatstatt, baute, den trotzig-stämmigen Niedersachsenbau, eng und wuchtig mit der Ottonenerde verwurzelt. So einfach und schlicht schritten die Verse. Der Wald atmete in ihnen und die harsche, schnittige Lust der Harzhöhen. Tannen rauschten, ängstlich duckte sich der Wald — Licht leuchtete. Im schmalen Raum glaftete die Sonne. Wie früh diesmal der liebe Lenz kam! Unten schnoben die Pferde die frische Frühlingsluft ein. Wie silberne Brunnstrahlen brachen die Tauben ins Blau. Kätzchen streuten ihren goldenen Regen, und irgendwo von Den braunen Beeten wehte schon der süße Ruch der Veilchen. Roswithas Hand zuckte auf Rudbertas Blondhaar. Mit Heftigkeit stieß sie ein Bild zurück, das sie vor Jahren in ihrer Marienlegende mit silbernem Stift gezeichnet, die kinderlose Anna vor dem Nest der jungen Vogelbrut. Ach, ein solch Geschöpf als eigen lieb zu haben, hineinzufenken, was in ihr wuchs! O früher Traum, lachende Jugend, Geraun der Heimatbäume, feuchtblaues Geleucht des sächsischen Himmels! Dann rief eine Glocke, lieber den Flur gingen Schritte. Rudbertas Augen lagen dankbar in Ros- withas tiefem Geleucht, aus dem die Heimat aufge- ftiegen war nach all den orientalischen und antiken Bildern ihrer frommen Dramen und Legenden. Hochauf schritt die Dichterin ins Refektorium. Keine Schwester sah den Kranz aus Tannen und Farn, der schimmernd auf ihrer Stirn lag und den blassen antiken Reif fast zudeckte. Hundert Jahre früher hatte Notker den Kranz liederselig um jein heiteres Schwabenhaupt geschlungen: aus Zellenstille das frühe Geflecht deutscher Heimatkunst. Im Garten aber saß Rudberta und träumte den schimmernden Frühlingswolken nach. Die Rechtsparteien erwarten vom Zentrum nur, daß es feine eigenen Interessen und die Interessen seiner Wähler nüchtern und flat er- kenne und daraus die Folgerungen ziehe, die es im Interesse seiner eigenen Existenz ziehen muh. Der Wirtschafts- und Ordnungsblock erwartet keineswegs etwa eine Zentrumspolitck in Hessen, die von besonderen gefühlsmäßigen Neigungen gegenüber den Rechtsparteien diktiert wird. Er schätzt aber den politischen Sinn und die Intelligenz und die staatsmännische Verantwortlichkeit der Führung der hessischen Zentrumspartei genügend hoch em. um sicher zu sein, daß das hessische Zentrum in dem entscheidenden Augenblick seinen Anhängern den Weg nach eigener Entschließung frei gibt. Das hessische Zentrum wird dann zugleich mit der Wahrung der eigenen Interessen und seines Bestandes auch eine im wahren Sinne staatserhaltende Politik in Hessen verfolgen. Daraus folgt, daß weder Versprechungen noch llmtocrbungcn gegenüber der Zentrumsfraktion Sache des Hessischen Wirt- schasts- und Ordnungsblockes fein können. Dieser hat seine Arbeit einzig und allein unter dem Gesichtspunkt der Rettung der hessischen Wirtschaft und der heftischen Steuerzahler gestellt. Uni) er hat viel zu viel Vertrauen zu der überzeugenden Kraft seiner Beweisgründe, als daß er irgendwelche verborgenen taktischen Winkelzüge gegenüber der Zentrumspartei einschlagen müßte. Gewiß ist auch uns bekannt, daß im Zentrum zwei Richtungen sehr stark um die Entscheidung kämpfen. Die eine Richtung, die durch den Abgeordneten Ruh und Persönlichkeiten, wie den früheren hessischen Landtagsabgeordneten, einstigen Gewerkschaflssekretär und jetzigen Regierungsrat im Ministerium für Arbeit und Wirtschaft Knoll repräsentiert wird, sieht das Heil für das Zentrum in einer engen Verbindung mit der Sozialdemokratie. Diese den linken Flügel des Zentrums bildenden Kräfte sind Anhänger der Weimarer Koalition und können deshalb auch jetzt nicht das Maß von Duldsamkeit gegenüber den eigenen Parteigenossen aufbringen, das dazu nötig ist. den Zentrumswählern die Entscheidung über die künftigen Geschicke Hessens frei zu geben. Sie sehen alles daran, das Zentrum in einer einseitigen Linksrichtung festzulegen, die verhängnisvoll nicht nur für den hessischen Staat, sondern in allerster Linie für das Zentrum selbst werden muh. Die Tausende von Bauernstimmen und Stimmen der kleinen Handwerker und Gewerbetreibenden, die nur mit äußerstem Mihvergnügen ein Zusammengehen mit der Sozialdemokratie bisher geduldet haben, würden dem Zentrum ohne weiteres den Rücken kehren, wenn es die Politik jener Herren betreiben wollte. So weit sind wir aber in Hessen glücklicher- toeife nicht. Eine besonnenere, nüchterne und staatSmännischere Führung der hessischen Zentrumspartei wird auch die Wähler des Zentrums in Hessen in die Lage sehen, selbst und souverän über die künftige Entwickelung in Hessen mit dem Stimmzettel beim Volksentscheid und bei der künftigen Landtagsneuwahl zu bestimmen. Daran ändern auch alle Versuche der demokratischen und sozialdemokratischen Presse nichts, aus einzelnen Aufrufen jenes linken Zentrumsflügels Honig zu fäugen. Ihnen gegenüber sei darauf verwiesen, daß die „Mittelrheinische Volkszeitung", das Bingener Zenlrunisblatt, in Rr. 126 vom 2. Juni 1926 sich „von geschätzter Seite" folgendes schreiben läßt: „Die Demokraten verzichten eben bei ihrer geringen Stärke auf eine selbständige Politik; sie sind nur noch der Schatten der Sozialdemokraten, wodurch sie sich freie Hand erlaufen für ihre unentwegte Beamten Politik. And die Sozialdemokraten haben es leicht, aus anderer Leute Haut Riemen zu schneiden. Steuern bewilligen ist eine sehr schöne Sache, wenn andere sie bezahlen müssen. Die Anträge im Sechserausschuß beweisen klar und deutlich, daß den beiden Linksparteien jeder Wille zum Sparen von Haus aus abgeht. Erst das sehr energische Auftreten des Zentrums hat die beiden anderen Koalitionsparteien zur Vernunft gebracht. Die Beschlüsse, bie der Landtag bei der Dudgetberatung angenommen hat, beweisen es. In ihrem Ergebnis reichen sie nur aus. das Defizit zu mildern. Die Beseitigung des Defizits ist aber nur das eine Problem. Richt minder wichtig ist für das Voll die Beseitigung des Steuerdruckes. Daran tarnt zur Zeit nicht gedacht werden. Das riesige Defizit, von dem der Finanzminister anfangs sprach, sein nicht gerade geschicktes Wort von der Auflösung Hessens, die Tatsache, daß schließlich der Landtag bei den Sparmaßnahmen statt seiner die Feder führte, kann sehr wohl treue, alte Zentrumswähler — die das Ringen der Fraktion um Ersparnisse mit verfolgt hatten — zu der Auffassung bringen, daß sie ihre Stimme nach wie vor dem Zentrum geben, daß sie aber zu der Finanzgebarung der bestehenden Regierung keinerlei Vertrauen haben. Muß man diesen Parteifreunden nicht Gelegenheit geben, ihre Meinung bei dem Volksbegehren zu äußern? Sie werden sich durch keine Partei- Parole davon abhalten lassen. In dieser Frage kann die Zentrumswählerschaft nur in der Form des Volksbegehrens ihre Meinung sagen. Bei der programmähigen Wahl ist das in diesem Ausmaße nicht der I Verfügung haben. Genausogut aber viel schneller und unab - -wenn sie scheint - ist das natürlichste bleich mittet für jede Wäsche - wenn Sie eine Rasenfläche und viel Zeit zur DTTHOMPSON'S hängig vom Wetter bleichen Sie Jhre Wäsche mit Die letzten Dinge. Von I. H e i l b u t Die letzten Dinge geschehen auf den Feldern. Goldgestrichen die Linie der Ferne. Oben graudunkles Blau. Drei Kälber trinken sich satt. Die Mutter steht still. Sie wartet. Zwei Heine an ihrer Rechten, ein Sohn an der Linken. Sie strecken die Racken nach unten, schlatschen am Euter, die drei. Die Kuh steht und wartet. Da beginnt ein Streit. Sie boxen sich mit den Köpfen, die Kleinen — unter dem Bauche der Mutter boxen sie sich. Die Alte wendet den Kopf, langsam, und hop, hat das Söhnchen eins mit dem Horn. Das Söhnlein springt weg, und gleich kommt es wieder und fängt wieder am Euter zu schlatschen an. Dann beginnen sie wieder zu boxen. Daneben auf weicher Weide ein Pferd. Aufgerichtet, braunblank — es horcht. .? Mit ememmat jagt es die Weide entlang, galoppiert, galoppiert reiterlos, frei. Es steht still am Zaun. Die Flanken beben, es weht aus den Rüstern ein Wind. Es blickt. Ein Storch in der Luft, im Schnabel ein Bündel Stroh. Wie ein ruhiger Läufer läuft, mit langen Schritten, den Körper vorübergestreckt. Er sieht aus, wie ein guter Bote. Dann flattert er langsam. Auf einem Hause, neben dem Schornstein steht er. Da hat er sein Rest. Ein Oechslein am Zaun, reiht das Gras von der Erde. Gan; leise sagt ein Mensch auf der Straße Mo-öö . . . Das Oechslein guckt. Rein, solch ein Wunder. . . denkt es vielleicht. Die braunweihe Kuh hält den Kopf am Grase und faucht. Muffelmaul! Pferde grasen daneben. Hinter den Pferden schreitet ein Storch. Einmal gab es ein Heines Geplänkel. Die Pferde fingen mit dem Rindvieh an. Ein braunes war keck. Ganz dicht heran an die Ochsen kam es und forderte sie heraus. Ein Ochse springt los, den Kops in der Ducke. Da sausen die Pferde davon. — So necken sie sich. Die Schafe find lustig, solange sie leben. Sie laufen alle zugleich und springen. Und alle zugleich stehen sie still — und gucken. Mitunter springt eins mit den Füßen, hop, auf den Rücken des andern. Am liebsten stellen sich zwei mit den Köpfen gegeneinander. Ein dritter boxt einem von beiden ans Fell. Dann fallen sie voneinander, die beiden. Ein Radfahrer weht vorbei. Guten Abend. Es ist beinahe dunkel geworden. Ein Vogel kreist unaufhörlich über einem Stück Feldes. Mitunter schießt er hinunter. Dann kreist er wieder. Später fliegt er voraus und beginnt ein anderes Stück Landes zu überkreisen. Gr sucht irgend etwas da unten. Ein Dulle steht da. Schwarz ganz und gar. Wellig zottelt fein Schwänzlein. Er rührt sich nicht. Das ist der Teufel. Run bin ich im Dorf. Die Leute find schon zu Bett gegangen. Früh um 1/26 älhr fahren sie aus. Morgen wird Heu geladen. Ein Mädchen in blauweihgewürfeltem Kleid begießt die Tomaten. Sie hat ein Stück Land — die Lehrerin an der Schule. Wenn sie sich bückt, verdecken die Dohnen hochblühend den Menschen. Wo ist sie? Verschwunden. Dicht bei der Kirche zieht ein Teich an der Straße entlang. Da gibt es plötzlich ein jammerangstvolles Geschrei. Der Pastor, mit einem langen Stock predigt der letzten Ente im Teich. Und der Pastor bedroht sie. Er spritzt tüchtig nach ihr. Die Ente gehört ihm. Er will für sie sorgen. Kommt nicht die Rächt? Allo Ente, willst du? Willst du heraus aus dem Wasser! Willst du! . . . jlnb: platsch, baut der Stock in den Teich. Da springt sie flatternd an Land, fliegt, rennt auf dem Stückchen Deinen, die sie besitzt. Der Pastor läuft hinterher und predigt. Die Ente schreit rasend vor Angst. Sie ist ein verzauberter Prinz. Das Jammern verhallt. Der verzauberte Prinz muß zur Ruhe gehen. Run geht auch der Pastor zu Bett. Rur das Mädchen im blau gewürfelten Kleid. Sie hackt noch im Garten. Sie ist ein Fräulein, sagen die Leute, sie kommt aus der Stadt. So früh w.e die anderen kann fie nicht schlafen. Ochsen und Kühe verhalten sich stille. Rur mitunter ein Ruf aus der Ferne. Gott bewegt alle ‘Säume. Fall, sie kann nur von der Wahl fernbleiben oder von der Partei abspringen. Änd Tausende sind diese Wege schon gegangen. Soll das weiter so gehen und damit die Partei vernichtet werden? Darf eine Partei, die keinen Gewissenszwang kennt, die jede Formaldemokratie ablehnen muh, in einer solchen Frage einen Zwang ausüben, wenn sie aus bester Information weih, daß die Wähler sehr geteilter Auffassung Wer die seitherige Finanzpolitik sind? Es gibt weite Kreise in der Partei, deren Vertrauen nicht nur zu der Finanzpolitik der Negierung, sondern auch zur Führung der Geschäfte im Landesamt für das DildungsWesen. die ebenfalls nur in demokratischen Händen ist, stark erschüttert ist. Darf die Partei es wagen, diese Strömungen zu unterbinden?" I F Flugreise nach Paris. Von Paul Steinfurth. Es läßt sich nicht leugnen, daß Paris bereits seit geraumer Zeit entdeckt ist. Das ist ein Malheur, wenn man etwas Neues erzählen soll, aber es ist unabänderlich, und mit dieser, sozusagen, Gottge- wolltheit muß man sich trösten. Und das Flugzeug? Den Kühen, die auf den weiten Weiden Belgiens und Frankreichs, als sie des brausenden silbernen Riesenvogels ansichtig wurden, ihre geruhsame Müßigkeit jäh unterbrachen und in wildem Schrecken nach allen Richtungen auseinanderstoben, den Schafherden, die neben-, über- und untereinander zusammenrückten und, die Köpfe beinahe in den Boden vergruben, in irre*' Dumpfheit ein elementares Schicksal über sich Hinwegrasen fühlten, war es sichtlich noch etwas unerhört Neues. Aber wir menschlichen Bewohner dieser zivilisierten Erde tun uns ja nicht umsonst einiges darauf zugute, daß wir in der Entwicklung, in unserm Wissen ein erkleckliches Stück weiter sind. So muß also seufzend zugegeben werden, daß nicht nur Paris bereits entdeckt, daß sogar auch das Flugzeug zum mindesten nicht mehr ganz unbekannt ist. Und doch ist etwas Neues bei dieser Luftreise. Es liegt weder im einen noch im andern allein, vielmehr in ihrer Kombination, in der Tatsache an sich, daß man jetzt im Flugzeug nach Paris reifen kann. Bisher konnte man von Berlin aus die meisten europäischen Hauptstädte auf diesem Wege erreichen. Aber der Draht nach Paris ist erst jetzt in langwierigen Verhandlungen wieder angeknüpft worden. Begeisternngsfähige Gemüter möchten in diesem Fortschritt vielleicht etwas Symbolisches sehen, zumal die Linie durch die Luft bekanntlich die kürzeste iü. Aber die Verhandlungen, deren Folge die Eröffnung dieses Verkehrsweges ist, sind doch keineswegs auf solchen Höhen eines reinen Idealismus geführt worden, sondern durchaus von dieser Erde der nüchternen Realitäten gewesen. Und das ist gut ^Denn hier hat sich die Unmöglichkeit einer Unter* eidung in oieger und Besiegte erwiesen, weil der Deutlicher als mit dieser Sprache können auch wir die Lage der Zentrumspartei in Hessen nicht kennzeichnen. Die Sprache der Tatsachen und die Wucht der durch das ganze hessische Volk gehenden Bewegung machen es für uns völlig überflüssig, aus dem Wege der Hintertreppen irgendwelche Beeinflussung der künftigen Entscheidungen der Zentrumspartei in Hessen zu versuchen. Deshalb können wir auch mit absoluter Ruhe. mit lächelnder äleberlegen- heit die Angriffe und Versuche der Sozialdemokraten und Demokraten mit anschauen. Wir wissen, daß die Mehrheit des hessischen Volles unserem Wege folgen und den Führern der Demokratie und Sozialdemokratie die verdiente gründliche Abrechnung nicht vorenthalten wird. kulturelle und wirtschaftliche Wettbewerb seine eigenen Gesetze hat. Unter Ausschaltung der politischen Hemmungen wird die Regie vollkommen paritätisch gehandhabt. Täglich fliegt eine deutsche und eine französische Maschine, die eine hin, die andere her. Dabei ist es übrigens bemerkenswert, daß auch die Franzosen schon jetzt lieber mit der Junkers-Maschine der Deutschen Lufthansa als mit dem Farman fliegen, obwohl nach Ansicht der Fachleute auch diese Maschine ausgezeichnet ist. Um so mehr können wir mit dem Anfang zufrieden sein. Man rechnet damit, daß die Strecke Berlin— Paris eine der erfolgreichsten Linien innerhalb des Luftverkehrs überhaupt werden wird. Ergiebig dürfte auch der Frachtverkehr werden, wenn z. B. die großen Modehäuser ihre Waren im Flugzeug befördern. Aber auch der Prsonenverkehr ist schon jetzt sehr stark. Waren doch an einem der letzten Tage mehr Passagiere angemeldet, als das Flugzeug fassen konnte, so daß ein Teil wieder umkehren und einen Tag länger in Paris bleiben mußte. Das hat feinen Grund wohl darin, daß der deutsche Reiseverkehr, dessen Hauptstrom im vorigen Jahr nach Italien ging, sich jetzt stärker auch Frankreich zuwendet. Man bekommt einen Begriff davon, wenn man hört, daß allein das Berliner Konsulat täglich etwa 140 bis 150 Pahvisa ausstellt, die meisten nach Paris, einen großen Teil an die französische Riviera, viele aber auch für Reisen, die dem früheren Kampfgebiet gelten, das sich mancher, der dort in Stellung gelegen hat, heute wieder an sehen möchte. Natürlich ist der deutsche Besuch noch nicht zu vergleichen mit dem englischen. Die englischen Reisenden beherrschen Varis. Wo man geht und steht, hört man englische Laute, zumal sich auch viele Amerikaner in Paris aufhalten. Trotzdem muß man den Eindruck haben, daß die Franzosen sich bereits in erheblichem Maß auf den deutschen Besuch eingestellt haben. Am deutlichsten spricht dafür der starke Umschlag der Stimmungen. Man kann in einer französischen Revue Couplets mit Sticheleien auf Amerika und England hören, aber nirgendwo macht sich noch etwas wie Deutschenhaß bemerkbar. Deutschland bezahlt, das ist Es führte über 250 Kilometer und gestaltete sich zu einem großen radsportlichen Ereignis Frankfurts. Schon morgens um 4.50 älhr wurden die 6-Amateure auf die lange Reise geschickt, denen 10 Minuten später die ^-Amateure folgten. Um 5.30 Uhr starteten dann die Berufsfahrer. Die Rennstrecke führte über Groß-Gerau, Darmstadt, Hanau, Friedberg, Bad-Rau- Heim, Usingen zur Tenne, wo eine 20-Minuten- Zwangspause einzuhalten war. Von da ab zog sich die Strecke über Reu-Weilnau nach Mainz- Kastel wieder nach Groß-Gerau, Langen, Reu- Isenburg zurück zur Sachsenhäuser Warte. Bot schon die internationale Besetzung, es waren Schweizer, Italiener, Belgier, Holländer und besonders unsere deutschen Fahrer von erstem Rufe erschienen, die doch sozusagen die Elite des Derufsfahrertums darstellten, einen ganz ausgezeichneten Sport, so überraschte das Rennen selbst angenehm, indem es sich auch hier zeigte, daß sämtliche Fahrer zäh kämpfen konnten und sich einen gigantischen Kampf lieferten, der bis ins Ziel andauerte. In flottem Tempo gingen schon die Amateure auf die Reise, denen es erst auf dem Rückwege in Groß-Gerau gelang, den 8-Führer, der ein glänzendes Rennen fuhr, einzuholen, der aber seinerseits sich nicht entmutigen ließ und sich dem Rudel anschloh, um dann doch noch im Ziele den Sieg, wenn auch knapp, aber doch sicher an sich bringen konnte. Die Berufsfahrer schossen in geschlossenem Felde von einem Troß von Automobilen und Motorrädern begleitet, die staubigen Straßen dahin, ohne daß indes sich einer der Fahrer aufge- rafft hätte, die Teilnehmer etwas unsicher zu machen. Cs wurde ein schnelles Tempo gefahren, niemand wollte nachgeben. Auch die Steigungen erbrachten nicht, wie man vermutete, einen interessanten Augenblick, denn alle Fahrer bewältigten sämtliche steile Steigungen ziemlich glatt. Auch die Witterung, die sehr günstig war, trug viel zum Gelingen des Rennens bei Die letzten 10 Kilometer gestalteten sich zu einem zähen Ringen um die Ehre, und zwar zwischen den Rennställen Opel, Misa und Diamant. Den Sieg trug um Reisenbreite der Schweizer H. Suter auf Misa davon, der durch ein Mißverständnis der Opelmannschaft zum Siege kam. Von einem eigentlichen Siege kann man nicht sprechen, da die Abstände sich um Bruchteile von Sekunden handelten und gewiß auch jeder andere Teilnehmer dieselben Leistungen vollbrachte, wie der Sieger. Lilles in allem ein Rennen, wie es noch selten „Rund um Frankfurt" gegeben hat. Die Organisation des Rennens klappte vorzüglich. Die Ergebnisse sind folgende: Ältersfahrer ab Usingen: l.Käb, 2. Mesch, 3. Wagener. Amateure: Zeit 8.25,25. 1. H. Lersch, 2. R. Zeißner, 3. I. Zind, 4. C. Gugau, 5. E. Müller, 6. O. Kürschner, 7. L. Tüller, alle dichtauf. Berufsfahrer: Zeit 8.25 Std. 1. H. Suter (Schweiz) Mifa, 2. Belloni (Italien) Opel, Reifenstärke zurück. 3. van Hevel, Opel, 4. H. Fischer, 5. R. Huschke, 6. Rebe, 7. Gah. Alle dichtauf. Universität Breslau Deutscher Hochschur-HandbaAmeister. vo. Das Schlußspiel um die Deutsche Hochschul- Meisterschaft im Handball ging am gestrigen Sonntag in Halle oonftatten. Anfangs gingen die Breslauer, die sich in guter Form befanden, in scharfem Tempo in das Spiel, ihre Torführung wurde jedoch immer wieder ausgeglichen, so daß das Halbzeitergebnis 2:2 war. Nach Halbzeit flaute das Spiel ab. Knapp eine Minute vor Schluß der regulären Spielzeit gelang den Breslauern ein Durchbruch, der zu einem vierten Tor führten, so daß die Universität Breslau mit 4:3 (2:2) Deutscher Hochschul-Handball- meister wurde. Oberhessen. Landkreis Gießen. f. Klein-Linden, 7. Juni. Eine reichhaltige Tagesordnung lag zur jüngsten Gemeinde- r a t s s i tz u n g vor. Als erster Punkt wurde über die nunmehr sichergestellte Einrichtung der Autolinie Gießen—Niederkleen verhandelt und die von der Postverwaltung festgesetzten Richtlinien anerkannt und eine Garantiesumme anteilsgemäß übernommen. Wie feststeht, soll bei guter Benutzung und Rentabilität ein Anhängewagen hier stationiert werden. — Als Mitglieder für den Ausschuß zur Prüfung der Anträge auf Mietunterstützung werden gewählt vom. Gemeinderat Ph. Klein und Fr, Weigel, II., die Hauptsache, und die deutschen Reisenden bringen Geld ins Land. Wandlungen also, die einen ganz handfesten Hintergrund haben, die freilich in der Politik noch nicht sehr viel zu spüren, im täglichen Leben aber auf der Straße, im Hotel, in den Geschäften, überhaupt überall, wo man mit einem Franzosen gufamentrifft, deutlich und vorhanden sind. Die Eröffnung der Luftlinie wird all diese Dinge wahrscheinlich noch weiter beeinflussen. Man reift so am bequemsten, am schnellsten und am interessantesten. Auf dem Rückflug brauchten wir von Pgris bis Köln nicht viel mehr als zwei Stunden. Der Paris—Warschauer V-Zug ist auf der gleichen Strecke 9 Stunden unterwegs. Die Behörden tun alles, um die Fluglinie populär zu machen und die Reifeannehmlichkeit nicht zu schmälern. Paß- und Zollkontrollen werden in den entgegenkommendsten Formen ohne jede Schikane abgewickelt. Der Schupobeamte, der Zöllner in Köln, steht hinter dem Pariser Douanier an Liebenswürdigkeit um nichts zurück. Und dann gibt es wohl kaum eine Strecke im internationalen Flugverkehrsnetz, die fo interessant wäre wie diese, wenigstens für den, der den Kriea in Frankreich miterlebt hat. Die zerstörte Landschaft hat ein neues Kleid bekommen. Man sieht ihr Wiederwerden, ihr Wiederauferstehen aus Ruinen und Wunden, die der Krieg, die namentlich englische Geschütze hinterlassen haben. Paris freilich weiß nichts mehr vom Kriege. Es lacht und flirtet, wirft feine Lichtermaffen ins Dunkel, ist heute mehr eine Stadt der Fremden und hat trotz der Inflation — oder gerade durch sie — einen stärkeren und wilderen Pulsfchlag denn je. Frankfurter Theater. Sonntaginorgen im Schauspielhaus. Ernst Klein, ein junger Dramatiker, Wird erstmalig von der Vereinigung der jungen Bühne aufgeführt. Sein Stück heißt ..D a v o s" und ist schwindsüchtig im wahrsten Sinne des Wortes. Zwei äußerst durstige, kranke Akte hindurch quält eine Schwindsüchtige ihren Geliebten, einen jun- oon den Interessenten Drolsbach und Deibel VI. — Die Kreisstraßendauverwaltung beabsichtigt, zur Verhütung der Staubentwicklung die Kreisstraßen durch den Ort mit einer Teerflüssigkeit zu tränken unter Beteiligung der Gemeinde an den Kosten. Der Gemeinderat begrüßt das Vorhaben, jedoch soll der Bürgermeister mit dem Kreis verhandeln um evtl. Uebernahme der gesamten Kosten auf die Kreiskasse unter dem Hinweis auf die finanziell schlechte Lage. — Die Aufnahme eines Kaffenkredits bis zur Höhe von 5000 Mark je nach Bedarf bei der Bezirksfpar- faffe Gießen wird gutgefjeißen. Das Darlehen dient hauptsächlich dem Zweck, die laufenden Ausgaben für gegenwärtig durchzuführende Notstandsarbeiten zu decken. Des weiteren wird beschlossen, von einem Darlehen in Höhe von 2000 Mark von der Feld- bereinigungsgesellschaft Klein-Linden Gebrauch zu machen. — Die Arbeiten zu den Gossenpflasterungen in der Wetzlarer Straße sollen ausgeschrieben werden. — Der Gebührentarif für Feldgeschworene wird abgeändert nach den Vorschlägen des Kreisamts und beträgt bis 2 Stunden 1,25 Mk., für 2—4 Stunden 2,25 M., über 4 Stunden 4,50 Mk. Bei Bahnfahrt werden 3. Klaffe und die außergewöhnlichen Unkosten besonders berechnet. — Ein Antrag der Landwirtfchaftskammer betr. Stiftung eines Preises zur Tierschau in Grünberg LÜrd abgelehnt. >< Allendors a. d. Lahn, 7?*3uni. Der jetzt in voller Blüte stehende Roggen hat einen vorzüglichen Stand. Es Wurden schon jetzt Halme von über 2,10 Meter Höhe gemessen, so daß bei Weiterem Wachstum mit einem guten Ertrag an Stroh und Körnern zu rechnen ist. Auch der Hafer 8eigt ein üppiges Wachstum. Der Stand des K^es ist vorzüglich. Die Kartoffeln stehen ebenfalls gut, einzelne Lücken in den Reihen sind auf die Verwendung fehlerhafter Setzkartoffeln aus eigener Zucht zurückzuführen. Dieser Tage wurde mit dem Sehen der Dickwurzeln begonnen, die Pflanzen sind vielfach noch nicht genügend abgehärtet, so daß bei heißer Witterung Verluste eintreten Werden. — Dieser Tage Wurde ein hiesiger Landwirt von se-inem Pferde gegen den Unterleib geschlagen. Obgleich der Mann zuerst nur geringe Beschwerden verspürte, verschlimmerte sich der Zustand bis zum anderen Tage, so daß die Einlieferung in die Chirurg. Klinik Gießen nötig Wurde. Hier stellte sich die RotWendigkeit einer sofortigen Operation heraus, da lebenswichtige innere Teile verletzt Waren. Der Zustand des Verletzten'ist sehr besorgniserregend. £ Wieseck, 8. Juni. Einen wie lebhaften Widerhall die letzten Ereignisse in unserer Gemeinde bei der Bürgerschaft gefunden haben, bewies in der gestrigen Sitzung des G e m e i n d e r a t s die außerordentlich starke Besetzung des Zuhörerraums. Der erste Punkt der Tagesordnung betraf die Aussetzung des G em einderalsbeschlusses vom 2. Juni, wonach die Bürgermeisterei den Voranschlag für 1926 für jedes Gemeinderatsmitglied vervielfältigen sollte. Einleitend führte der Bürgermeister aus, daß er die Ausführung dieses Beschlusses ausgesetzt habe. Hierzu hätten ihn rechtliche Bedenken veranlaßt, da der Gemeinderat nicht das Recht habe, in die Verwaltung der Bürgermeisterei einzugreifen. Nach den gesetzlichen Bestimmungen macht sich, falls der Gemeinderat aus feinem Beschluß beharrt, die Einleitung eines Verwal- tungsstreitverfahrens notwendig, der Gemeinderat habe heute nun die Pflicht, sich zu entscheiden, ob er auf seinem Beschluß beharre ober auf dessen Durchführung verzichte. Nachdem von der bürgerlichen, der sozialdemokratischen und der kommumstischen Partei Erklärungen abgegeben waren, daß an eine Zurücknachde des Beschlusses nicht zu denken sei, beschäftigte sich Gemeinderatsmitglied Benner eingehend mit der ganzen Angelegenheit. Er wies zunächst nach, daß nirgends niedergelegt ist, daß den Kommunalabgeordneten keine Abschrift des Voranschlags ausgehändigt werden dürfe. Wohl aber werde, trotzdem auch das Gegenteil nirgends steht, in wohl allen Städten, Kreisen usw. ein meist sehr umfangreicher und ausführlicher Voranschlag den Abgeordneten vor der Beratung zugestellt, ja sogar in einigen Landgemeinden unserer unmittelbaren Nachbarschaft erhalten die Ge- meinderatsmitgliedcr vor der Beratung eine Abschrift des Voranschlags auszugsweise zugcstellt. Warum hierzu in Wiefeck erst die Einleitung eines Verwaltungsstreitverfahrens notwendig fei, fei unverständlich, und angesichts der Lappalie, um die es sich doch handele, mit großen Gefahren für die Gemeinde verbunden, da die Kosten dieses Streitverfahrens wohl keine allzu geringen sein würden. Der Gemeinderat befinde sich auch völlig i m Recht, wenn er auf die Durchführung seines Beschlusses bestehe, denn in der Landgemeindeordnung stehe ausdrücklich, daß der Voranschlag dem Gemeinderat v o r g e I e g t werden muß, darunter fei wohl niemals ein V o r l e s e n , wie seither üblich, zu gen, ziemlich verkrampften Menschen. Es kommt zu den unerquicklichsten, man kann getrost sagen unappetitlichsten Szenen, Aesthetik bleibt dem Stück "fern. Eine dekadente Erotik Weht aus diesem Spiel. Ernst Klein hat sicher den „Zauberberg" Thomas Manns gelesen und hier seine ersten Anregungen gesunden, vieUeicht hat er auch das Thema aus sich heraus entwickelt, Wie es auch immer sei, es bedeutet eine Geschmacklosigkeit, ein derartiges Leiden in dieser Weise auf die Bühne zu bringen und zu dramatisieren: die Schwindsucht gewissermaßen zu einer Sexualtragödie auszuwerien. Vier Personen beherrschen das Spiel, der Bruder und der Freund sind nur Rahmenfiguren. Im Mittelpunkt steht die schwindsüchtige Schauspielerin Hilde, ihr geistig völlig zerrütteter Freund Werner und ein reicher Mensch mit seiner Geliebten Asta. Beide sind ebenfalls schwindsüchtig und stehen in einem unerfreulichen Verhältnis zueinander (sie will Werner, und er Hilde für sich gewinnen). Unausgegorene Phantasie gefällt sich nun in lächerlichen Explosionen. Der Schluß bringt noch einen Eifersuchtsmord, und der Autor scheint den Glauben zu haben, ganz neue Wege der dramatischen Dichttunst zu beschreiten, während das ganze in Wirklichleit richtig gehender Kitsch ist. Schade um Schauspieler wie Korwarzik und Fuchs, die sich mit solchen Rollen abmühen müssen. Maria Weißmann hätte ihrerseits einige Szenen dezenter abdämpfen können. Das Ain- glaublichste bei der ganzen Aufführung Waren die in der Mehrzahl erschienenen jugendlichen Zuhörer, die durch ihre DeifaNsäußerungen sich und ihrer Zeit ein trauriges Zeugnis ausstellten. — Die Errichtung einer jungen Bühne an sich wäre gut, man muß dem strebenden Rach- Wuchs Gelegenheit bieten, mit seinen Arbeiten an die Oeffentlichkeit zu treten, aber — hier seht ein sehr berechtigtes „aber" ein — man muß sichten und suchen. Laßt die Wirklich Jungen, die sich noch zu einem frischen Gedanken und einem ernsthasten Problem aufschwingen können, zu Wort kommen! L W Turnen, Sport und Spiel. Das Endspiel um die deutsche Fusiballmeifterschaft. Frankfurt a. 2N., 7. Juni. (MTV.) Das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft findet nicht, wie früher gcmcl- del. in Köln statt, sondern es wird im Frankfurter Stadion am kommenden Sonntag, 13. Juni, ousgetragen. Bekanntlich stehen sich im Endkampf die Spielvereinigung Fürth und der brandenburgische TNeisler Hertha B. S. E. gegenüber. Leichtathletische Meisterschaften d. Bezirks Hessen-Hannover (W. S. V.) sch. Marburg, 6. Juni. Heftiger Landregen störte besonders die Vorkämpfe und drückte erheblich auf die Ergebnisse. Trotzdem zeigten die Leistungen in den einzelnen Wettkämpfen im Stadion eine gute Vorwärtsentwicklung in der Leichtathletik. Am Start Waren etwa 80 Wettkämpfer aus Kassel, Gießen, Göttingen, Korbach, Frankenberg und Marburg erschienen. Den Löwenanteil an Siegen holte sich Hessen- Preußen Kassel mit seiner gut ausge bildeten Kampfmannschaft. An zweiter Stelle steht Kurhessen-Polizei Kassel, Während die anderen Bewerber sich in den Rest der Siege teilten. Die Abwicklung der Kämpfe ging glatt Oonftatten. Rachstehend die Siegerliste: Laufen (100 Meter): 1. Freund. Hessen-Preußen Kassel, 11,4; 2. Lcchrh, V. f. B. K. Marburg, 11,5; 3. Weingärtner, Kurhessen- Polizei Kassel, 11,7. 200 Meter: 1. Schaurig, Hessen-Preußen Kassel, 23,7; 2. Fischer. 1900 Gießen, 25; 3. Bott, Kurhessen-Polizei Kassel, 25,2. 400 Meter: 1. Regendank, V. f. B. K. Marburg, 53,5; 2. Rathke, Hessen-Preußen Kassel, 54,3; 3. Althoff, Kurhessen-Polizei Kassel, 55,9. 8 0 0 Meter: 1. Christoph, 05 Göttingen. 2,9,1; 2. Seidenstucker, Kurhessen-Polizei Kassel, 2,9,6; 3. Behling, Hessen-Preußen Kassel, 2,9,9. 1500 Meter: 1. Walpert, Hessen-Preußen Kassel, 4,17; 2. Pfeil, D. f. B. K. Marburg, 4,27,1; 3. Hein, A. Sp. V. Marburg, 4,27,3. 5000 Meter: 1. Walpert, Hessen-Preußen Kassel, 15,57,5; 2. Wege, Korbach, 16,44; 3. Cloos, Kurhessen-Polizei Kassel, 17,3. Weitsprung: 1. Schaurig, Hessen-Preußen Kassel, 6,69;; 2. Adams, Kurhessen-Polizei Kassel, 6,16; 3. Harz, Frankenberg, 6,10. Hochsprung: 1. Böge, Göttingen 95, 1,63; 2. Decker, 1900 Gießen, 1,63; 3. Johannis, Hessen-Preußen Kassel, 1,58. Stabhoch: 1. Adams, Kurhessen-Polizei Kassel, 3,45 nicht ausgesprungen; 2. Dietrich, Frankenberg, 3,25; 3.' Weingärlner, Kurhessen- Polizei Kassel, 2,85. Kugelstoßen: 1. Iunghenn. Hessen-Preußen Kassel, 12,19; 2. Gartz, A. El. 88 Marburg, 12,18; 3. Schenk, Kurhessen-Polizei Kassel, 11,22. Diskus: 1. Iunghenn, Hessen-Preu- Kassel, 35,82; 2. Gartz, 21. 61. 88 Marburg, 32,38; 3. Schenk, Kurhessen-Polizei Kassel, 31,70. Speer: 1. Cramer, V. f. D. K. Marburg, 40,91; 2. Grössei, Hessen-Preußen Kassel, 38; 3. Hartmann, Korbach, 37,48. Dreikampf: 1. Seipp, 1 900 Gießen, 145 Punkte; 2. Adams, Kurhessen-Polizei Kassel, 137; 3. Cramer, V. f. B. K. Marburg, 136. 4xl00-Meter-Staffel: 1. Hessen- Preußen Kassel 45,7; 2. V. f. D. K. Marburg 45,9; 3. 19 0 0 Gießen 46. Olympische Staffel: 1.Hessen-Preußen Kassel 3,56,2; 2. Kurhessen-Polizei Kassel 3,59,2. Schweden staffel: 1. Hessen-Preußen Kassel 2,09,1; 2. Hessen-Preußen Kassel II 2,14; 3. 05 Göttingen 2,15,2. 3xl.000-Meter°Staffel: 1. Hessen- Preußen Kassel 8,36,3; 2. Kurhessen-Polizei Kassel 8.46,4. 110 Meter Hürdenlauf: 1. Johannis, Hessen-Preußen Kassel, 18; 2. Böge, 05 Göttingen, 18,5; 3. Rathke, Hessen-Preußen Kassel, 18,9. Südwestdeutscher Turnerbund. Jugendturnen int Offenheimer Wäldchen. CO Zu diesem Wettkampf am Sonntag traten 20 Riegen in drei Abteilungen an. Die erste Abteilung umfaßte 90 Turner im Alter von 17 und 18 Jahren, in der zweiten Abteilung waren ca. 160 Turner von 14 bis 16 Jahren, die dritte Abteilung hatte sechs Damenriegen mit etwa 100 Turnerinnen von 14 bis 17 Jahren. Geturnt wurden neun Hebungen, Wettlauf, Weitsprung, eine Frei-. und sechs Geräteübungen. Das Turnen verlief in guter Ordnung, ohne Störung und Unfall und war kurz nach 1 Ühr beendet. Die Leistungen waren gut, zum Teil hervorragend. Besonders fesselte das Turnen der Damenabteilung, eine im Gau Wetterau neue Erscheinung. Um 2 Uhr ging der F e st z u g, an dem die Wetturner und Turnerinnen und die umliegenden Vereine des Gaues Wetterau teilnahmen, durch die reichen Festschmuck tragenden Straßen von Ossenheim nach dem Wäldchen. Gauvorsitzender Dietz begrüßte die große Zahl der Turner und Gäste, sprach den Wetturnern den Dank des Gaues aus und richtete den Appell an die Jugend, in den Turnvereinen den Körper zu stählen. Bundesvorsitzender Roth bezeichnete die gebotenen Leistungen als sehr gut und ermahnte die Jugend, die Turnerei weiter zu pflegen und zu tätigen. Nachdem er angesichts des Gedenksteins der gefallenen Turner gedacht hatte, schloß er mit einem „Gut Heil" auf den Gau Wetterau. Die anschließenden Massenfreiübungen der Turnerinnen wurden sehr gut ausgeführt, auch die Turner zeigten gute Schulung. Emzelfreiübungen von Turnerinnen der Vereine Wixhausen und D a r m st a d t waren ganz besonders gut. Eine Turnerin von Darmstadt machte noch die Freiübungen für das Bundesfest in Tübingen sehr gut vor. In anstrengender Arbeit waren inzwischen die Preise errechnet und die Diplome ausgeschrieben worden, so daß um 4 Uhr die Preisverteilung stattfinden konnte. In der ersten Abteilung erhielten den 1. Preis mit 15§ Punkten Ludwig Lepper, Waldgirmes, den 2. mit 153 Punkten Wilhelm Haller, Dietzenbach, den 3. mit 147 Punkten Wilhelm Waitzel, Kaichen. In der zweiten Abteilung erhielten den 1. Preis mit 155 Punkten Fritz Hanst, Darmstadt, den 2. mit 154. Punkten August Luh, Leihgestern, den 3. mit 152 Punkten Heinrich Sehring, Langen. In der dritten Abteilung erhielten den 1. Preis mit 160 Punkten Minna Kreiling, Wiefeck, den 2. mit 154 Punkten Marie Wolf, Dietzenbach und Life! Schuchmann, Darmstadt, den 3. mit 152 Punkten Emilie Schmidt, Wiefeck. An die Volksbelustigung schloß sich Konzert, Tanz und Volksbelustigung an. Strützenradfernsahrt „Rund um Frankfurt". Am Sonntagvormittag ging das große, international besetzte klassische Straßenradrennen „Rund um Frankfurt" vom Stapel. ÄS***, ' ■Am MM tÄ“'« fcmg. Klinik Eichen noti^ ^aus, da lebens ivichkige waren. Der Zustand teS vrgnrserregend. ^n>- Einen wie lebhaften reignisse in unserer Gemeinde °Mden haben, bewies in der Semeinderatsdie außer- ung des Zuhörenaums. 2er esordnung betrag die Aus- ueinderatsbeschlusse- ch die Bürgermeisterei den ■ 1926 für jedes Gemeinde- fügen sollte. Einleitend führte us, daß er die Ausführung gesetzt habe, hierzu hätten ihn eranlaht, da der Gemeinderat in die Bekivaltung der Bürger- . Noch den gesetzlichen Bestün- ils der Gemeinderat auf feMm Einleitung eines Berwat- a h r e n s notwendig, der ®e- nun die Pflicht, sich zu ent- einem Beschluß beharre oder ing verzichte. Nachdem von fozia/öemokm/i/chen und der ei Erklärungen abgegeben Zurücknachde des Befchtches chäftigte sich Tcmeinderatsmil- chend mit der ganzen, Ange- zunächst nach, daß nirgends den Kommunalabgeordnelen >s Boranjchiags ausgehändigt l aber werde, trotzdem auch ds steht, in wohl allen Lsädten, st sehr umfangreicher und aus- , den Abgeordneten vor der Be- ogar in einigen Landgemeindtn i Nachbarschaft erhalten die ® • vor der Beratung eine Ab- itags auszugsweise zugestellt, lieeck erst die Einle'tungcmes ■ährens notwendig sei, se> um Gesichts der Lappalie, um bie es ,a6 i,rKte^ hsten- p Nein hier W Ms ASeUt ^t « gesunM,^ , cnttoidelt, wre is f'^Srine DeMaa- . es Mer Dcrs« sges meieren, ringen a einer ÖgJ* aissemahen 6“ ^herrschen a^sallt einen fa£.Su6 ten®IflU‘ -k neue -hrend l»" «Habe chreiteu> < ^ Wsch 5, >i?*Sn aboM einige hen « ihrerse-^z iS«: S zs.» biete"- Kn, w verstehen. Zudem fehlten für die Aussetzung eines Beschlusses die erforderlichen Voraussetzungen, da der Beschluß weder ungesetzlich sei, noch gegen die Interessen der Gemeinde verstoße, sondern vielmehr im Interesse der Gemeinde gefaßt worden fei. Selbstverständlich mute er der Bürgermeisterei nicht zu, den gesamten Voranschlag in allen seinen Einzelheiten abzuschreiben und zu vervielfältigen, es genüge ein Zahlenooranschlag mit Angabe der im Vorjahre eingesetzten und tatsächlich verausgabten Summen sowie eine kurze Erläuterung zu den einzelnen Positionen, falls mehr oder weniger im diesjährigen Voranschlag angefordert wird. Unter dem Eindruck dieser Ausführungen erklärte sich der Bürger m ei st er nunmehr bereit, den Beschluß des Gemeinderats in dieser Form zur Durchführung 3U bringen. Ebenso erklärte sich der Gemeinderat mit dieser Art der Regelung der unliebsamen Angelegenheit einverstanden. — Heber die Vergebung einiger zur Verfügung stehender Wohnungen beschloß der Gemeinderat entspre- ch.ud den Vorschlägen der Wohnungskommission. — Dcr letzte Punkt der Tagesordnung lautete „Berichterstattung über d i e Gemeinde- r n t 5 f i U u n g e nw. Rach den Ausführungen des Bürgermeisters feien die Berichte in der Presse über bic Gemeinderatssitzungen zu beanstanden: er schlage de-halb vor, der Gemeinderat möge beschließen, daß in Zukunft die Berichterstattung in Mr Weise zu regeln, daß der Presse seitens der Bürgermeisterei ei» Abschrift des Protokolls zugestellt werde. In der ausgedehnten Aussprache hierüber wurde zunächst vergebens verlangt, daß der Bürgermeister einen einzigen Fall namhaft machen sollte, in dem der Bericht von dem tatsächlichen Verlauf der Sitzungen abweicht. Von allen Rednern zu dieser Sache wurde festgestellt. daß die Berichterstattung sich absolut an die Wahrheit halte und objektiv gestaltet fei. Zudem sei cs unmöglich, einer Zeitung oorschreiben zu wollen, von welcher Seite sie ihre Berichte bezieht. (Sehr richtig! D. Red.) Ebenso unmöglich sei aber auch, das Recht zur freien Meinungsäußerung, das in der Verfassung verankert sei, zu unterbinden. Die Oeffentlichkeit habe ein Recht darauf, von den Vorgängen im Gemeindeleben unterrichtet zu werden, dadurch werde das Interesse und die Anteilnahme dcr breiten Öffentlichkeit an den Vorgängen kommu- nalpolitischer Art wachgehalten. Da die Berichterstattung bisher ohne jeden Tendenz gehalten sei, wirke sie nur segensreich (und tritt von vornherein falschen oder entstellten Gerüchten entgegen. D. Berichterstatter). Der Vorschlag des Bürgermeisters wurde bei einigen Enthaltungen einstimmig zurückgewiesen. ch Lich, 7. Juni. Die Staatsstraße nach Steinbach gilt als eine der ersten Derkehrsstraßen in der Umgebung von Lich. Wegen ihrer tiefen Lage am Talrand und wegen des dichten Waldes wird die Straße nur sehr schwer trocken, obwohl sie sich gegenwärtig infolge Vornahme von Walzarbeiten im letzten Herbst in recht gutem Zustand befindet. Run ist die Straße vor einiger Zeit in der Nähe des Albacher Hofes auf ihrer rechten Seite von dem dichten Unterholz befreit worden. Infolgedessen kann die Lust über die Straße hinstreichen, und die Straße wird an dieser Stelle verhältnismäßig rasch trocken. Es märe allerdings eine Aufräumung mit dem ganzen Gebüsch auf beiden Seiten längs der ganzen Straße innerhalb des Waldes oorzunchmen, bann wäre wirklich auch auf der ganzen Straße eine Besserung zu erwarten. : Lich. 7. Juni. Unter Führung von Landwirtschaftsrat Dr. Lehr, Leiter des hiesigen Landwirtschaftsamtes, fand am Sonntag unter guter Beteiligung einheimischer Landwirte ein Gemarlungsrundgang durch die Sicher Gemarkung statt. Die dabei gemachten Devbach- tungen sollen unseren Landwirten zugute kommen. Fast im gesamten Feld mußte das massenhafte Austreten des Getreiderostes am Weizen beobachtet werden. Wahrend vor wenigen Wochen nur ganz vereinzelte Weizenäcker davon befallen toaren, hat sich der Rost heute über die ganze Gemarlung ausgebreitet. Auch von den enachbarten Gemeinden wird dasselbe gemeldet. Selbst am Sommerweizen macht sich schon der Rost bemerkbar. Dr. Lehr gab Maßnahmen be- fannt. um der Verbreitung des Rostes Einhalt zu tun. Auf der „Platte", nahe am Wald nach Hattenrod zu, hat der Drahtwurm, namentlich in den Haseräckern. großen Schaden angerichtet. Die Diclwurzeln, die zum großen Teil schon gesetzt sind, gehen insolge der feuchten Witterung der letzten Tage gut an. : Beuern, 7. Juni. Am Sonntag hielt im alten Schulsaal Assessor Dächer vom Grünberger Landwirtschastsamt einen von Interessenten überaus gut besuchten Vortrag über Wiesenbewirtschaftung. Der Redner wies daraus hin, daß infolge der letzten nassen Jahre die tiefer liegenden Wiesen zum größten Teil Schaden genommen haben, und fordert deshalb dringend eine Entwässerung zu feuchter Wiesen, um dieselben vor völliger Versäuerung zu bewahren. Sodann sprach er über rechte Gräserauswahl und rechte Düngung. Besonders empfahl er die Anlegung von Korn post haus en. Auch gab er Ratschläge, um die Wiesen vor Ueberwuchcrung mit Unkräutern zu bewahren. An den Vortrag schloß sich eine weitgehende Aussprache an, in der namentlich Lehrer Müller viele Anregungen gab. Leider hatte der am Rach- mittag niedergehende Regen die Feldwege so aufgeweichl, daß sich der vorgesehene Rundgang durch die Fluren nur durch die am Dorf ende liegenden Wiesen erstreckte. Assessor Bocher machte die Landwirte bekannt mit guten Wiesengräsern und schädlichen Wiesenunkräutem. Kreis Friedberg. 00 Nieder-Flor stabt, 7. Juni. Der Bau der Straße nach Reichelsheim ist nun beendet. Damit werden die dort und im Steinbruch beschäftigten 87 Arbeiter fast alle erwerbslos. Die Zahl der Arbeitslosen ist nun von 14 auf 73 gestiegen, die Gesamtzahl der Unterstühungsberechtigten beträgt 292. — Der Sportplatz soll, weil er in den besten Wiesen liegt, in den Wald verlegt werden. Unterhandlungen mit der Forstbehörde sind im Gange. Kommen sie zu einem günstigen Abschluß, dann hat die Gemeinde auch wieder einen Festplah, denn der alte ist inzwischen in kleineren Stücken an Landlose abgegeben worden. — Die Bauherren in der Siedlungsstraße kamen in unvorhergesehene Zahlungsschwierigkeiten. Auf den gekauften Bauplätzen stand noch eine Hypothek, die erst gelöscht werden muhte. Solange aber das Baugelände nicht im Grundbuch eingetragen war, konnte den neuen Besitzern, meistens Kriegsbeschädigten, nicht ihre Abfindungssumme ausbezahlt werden. Die Hypothek ist jetzt gelöscht, so daß die Ueberschrei- bung der Grundstücke und die Auszahlung der Gelder erfolgen kann. — Der Bezug der staatlichen Daudarlehen ist hier noch nicht geregelt. Die Gemeinde sollte, da in diesem Jahr mehrere Darlehen beantragt und zugesprochen sind, für nächstes Jahr ganz verzichten. Der Gemeinderat konnte sich nach reiflicher Ueber- tegung zu diesem Verzicht nicht entschließen. Sollten nun nicht alle vorgesehenen Darlehen ausbezahlt werden, dann müßten einige Häuser im Rohbau stehen bleiben. Damit blieben Wohnungen besetzt, die bei der Wohnungsnot sehr notwendig gebraucht werden. h. Wölfersheim, 7. Juni. Am 11., 12. und 13. Juli hält der „Radfahrer-Bund 1922“, Sih in Friedberg, in unserem Orte sein zweites B u n d e s f e st ab, zu dem sich bis jetzt schon 55 Vereine aus Oberhessen und den Kreisen Ufingen und Homburg angemeldet haben. Am ersten Festtag wird der Bundeswimpel einge- weiht. Als Korsopreis ist ein künstlerisch ausgeführtes Diplom gestiftet. Kreis Büdingen. y Ridda, 7. Juni. Vorgestern wurde der unter großen Schwierigkeiten in Wallernhausen verhaftete, der Wilddieberei verdächtige Karl Kipper aus Ober-Seemen in den Walddistrikt Eulobenkopf geführt, um ein Gewehr aufzusuchen, das er einem Jagdgehilfen in Ober- Lais unter Bedrohung abgenommen und angeblich im Walde versteckt hatte. Der Verhaftete erklärte aber, er könne die Stelle des Verstecks nicht mehr finden. Rachmittags wurde er nach Gießen in Untersuchungshaft gebracht. Am Samstagabend brannte plötzlich am Fußpfad von hier nach Fauerbach eine uralte Eiche. Der hohle Daum hatte in Asthöhe einen Durchmesser von 3 Meter und eine Oeffnung, die so groß war, daß von oben ein Mann hineinkriechen konnte. Run wird vermutet, daß die fohle Eiche dem verhafteten Kipper als Schlupfwinkel gedient, und einer feiner Helfershelfer den Daum angezündet hat, um etwaige Beweis- gegenstände — vielleicht auch das Gewehr — die für die Täterschaft sprechen, zu vernichten. Die Höhle des Daumes wirkte wie ein Kamin und verlieh der Flamme eine gewaltige Stärke, so daß die Flammen hoch über dem Walde emporschlugen. Zum Glück war ringsum Duchenhochwald. Die Feuerwehr von Fauerbach hielt an der Drandstelle Wache und konnte gegen 1 Uhr nachts erst die Reste des brennenden Daum- riesen um reiben. Kreis Schotten. Id. Schotten. 7. Juni. Reben Dickwurzeläckern, die binnen kurzem sehr starke Eetzpflanzen liefern können, finden sich in unserer Gegend solche, die von Schädlingen so stark heim- gesucht worden sind, daß sie umgeadert und neu bestellt werden müssen. ld. Unter- Seibertenrod, 7. Juni. Viele in jeder Beziehung einwandfreie Tiere der Vogelsberger Rindviehrasse verlieren für den Liebhaber durch ihre zu Helle Färbung etwas an Wert. So finden sich auch in unserem Dorfe, das zu den wenigen Orten des Gebirges gehört, die zielbewußt an der Verbesserung der heimischen Rindviehrasse mitgearbeitet haben, zahlreiche Zuchttiere mit fast gelbroter Färbung. Um diesen züchterischen Uebelftanb zu beseitigen, erwarb der Landwirtschaftskammerausschuh für Oberhessen auf der Rotviehauktion, die vor kurzem in Frankenberg stattfand, einen in Hessen-Rassau gezüchteten, fast schwarzroten Dullen und stellte ihn hier auf. □ fiaubad), 7. Juni. Die Vorbereitungen zu dem „A u s s ch u ß f e st ", dem Laubacher Nationalfest, das in kommender Woche stattfindet, sind schon in vollem Gange. Dieseö Fest wird schon seit vier Jahrhunderten, seit der Begründung der Reichsgrasschaft Solms-Laubach, in gleicher Form gefeiert: es ist entstanden aus einer Verschmelzung des Preisschießens der Laubacher Schüt- zengilde mit den Schießübungen des solrnsischen „Ausschusses" (der „ausgeschossenen", ausgewählten Miliz), und verbindet die Gegenwart mit dem alten deutschen Reiche. Auf drei Tage erstreckt sich die Feier, deren Tagung auf die zweite Woche vor Johanni festgesetzt ist. Arn Sonntag ist Vorfeier mit allgemeiner Volksbelustigung. Der Montag ist der Hauptfesttag. Eitt Zug von gegen 300 Mann zieht zum Schlosse und ladet den Grafen zur Teilnahme ein. Der Graf stiftet einen Hammel, der den ersten Preis darstellt. Hieraus beginnt das Preisschießen auf der sog. „Hölle". Am Dienstag- vormittag ist Schweinemarkt, am Nachmittag wieder Volksbelustigung. In diesem Jahr wird das Ausschuß-Fest erweitert, indem die Turnerschaften des 2. Bezirks des Gaues Hessen am Vormittag des kommenden Sonntags ihre volkstümlichen Wettkämpfe hier ausfechten werden. Die Turnerschaften werden morgens in Wetterfeld eintreffen und von hier nach Laubach marschieren. Die Wettkämpfe werden 8.30 Uhr auf der städtischen Bleiche beginnen. Mittags 1.30 Uhr stellt sich die Turnerschaft am Kriegerdenkmal auf und zieht geschlossen durch die Hauptstraßen der Stadt zum Turnplatz, wo bis 5 Uhr turnerische Hebungen geboten werden. Hierauf erfolgt die Ehrung der Sieger. Die auswärtigen Turnerschaften werden 7.30 Hhr zurückfahren. ld. Helpershain,?. Juni. Hie und da tauchen im Vogelsberg das Schindelwerk nachahmende gestanzte Zinkblechplatten auf, die die Schindelung der Hausgiebel ersehen sollen. Es erscheint aber ausgeschlossen, daß dies ein vollwertiger Ersah für Dretterung sein kann, denn der Dlechbelag eines Giebels wird zu verschiedenen Jahreszeiten genau die entgegengesetzten Wirkungen einer Schindelung zur Folge haben; er wird im Sommer glühend heiß werden, dadurch den Aufenthalt im Hause ungemütlich machend, und im Winter die Stubenwärme nach außen leiten, während Schindelwerk die Sommerwärme mildert und im Winter die Jnnenwärme der Häuser zurückhält. Die hiesigen Schindler befurchten von der Neuerung keinen Abtrag und sind in diesem Sommer durch Ausbesserungen und Reuschindelungen voll beschäftigt. Rheinhessen. Mainz, 6. Juni. Unter der Führung des Dombaumeisters Prof. Decker nahm gestern der künstlerische Beirat im Landesbezirk Hessen des Dundes Deutscher Architekten eine De- s ichtigung der Wiederher st ellungs- a r b et t en am Mainzer Dom vor. Mit Genugtuung wurde festgestellt, daß die Sicherung der Fundamente in einer sachverständigen Weise durchgeführt ist, die nach menschlichem Ermessen ein weiteres Ausweichen der Mauerstütze unmöglich macht. Die vorhandenen Schäden sind ausgebessert, und es besteht heute nur noch eine gewisse Gefahr für den Weftchor des Domes, der den mächtigen Turmaufbau Ignaz Reumanns aus den Jahren 1771—74 trägt. Der Ehyr ist zur Zeit eingerüstet und mit gewaltigen Rotträgern versehen, die man nach Deendigung der Restau» rierungsarbeiten wieder abbrennen zu können hofft. Augenblicklich sind die Statiker mit Berechnungen beschäftigt, um die Widerstandsfähigkeit der vier Tragbvgen sicherzustellen. WSR. Alzey. 7. Juni. In einem Granitsteinbruch bei Reubamberg (Kr. Alzey) hat sich am Samstag nachmittag ein schweres Unglück ereignet. Mehrere Steinbrucharbeiter waren mit Sprengarbeiten beschäftigt, als plötzlich aus großer Hohe ein schwerer Felsbl 0 ck mitten in d i e Arbeiter- ! ch a r hineinstürzte. Zwei Arbeiter wurden sofort erschlagen, während zwei weitere lebensgefährlich und zwei andere Arbeiter leichter verletzt wurden. Worms, 6. Juni. (WSN) Eine wackere Tat hat gestern nachmittag der Wormser Einwohner Hans Gotthöfer vollbracht. Er hatte gerade im Rhein ein Bad genommen und befand sich noch im Badeanzüge, als er bemerkte, daß ein französischer Soldat stromabwärts trieb. Kurz entschlossen sprang er in den Rhein, und es gelang ihm unter großen Schwierigkeiten, den Soldaten, der bereits bewußtlos war, ans Ufer zu bringen. Im Verein mit einem französischen Soldaten wurden sofort Wiederbelebungsversuche angestellt, die auch von Erfolg gefrönt waren. Der Gerettete wurde von den Beiden nach der Kaserne gebracht. Preußen. Kreis wcülar. <> Aus dem Kreise Wetzlar, 7. 3unL Zur Vermeidung von UnfäUen durch unvorsichtiges Tragen von Sensen weist der Vorsitzende der Sektion Wetzlar der Rheinischen landwirtschaftlichen Verufsgenossenschaft auf die dieserhalb bestehenden llnsallverhütungsvorschristen hin. Nach denselben müssen Sensenklingen der ganzen Länge nach mit einer die Schneide vollständig bedeckenden und über die Spitze hinausragenden Verkleidung versehen ober durch Umwickeln geschützt werden. Dieser Schutz darf nur entfernt werden während der Zen des '-arbeitens und Schärfens. Zuwiderhandlungen ziehen Bestrafung nach sich. A Leun, 7. Juni. Hier fand die 60jährige Jubelfeier des Männergesangvereins statt. Mit dem festgebenden Verein feierte am vergangenen Sonntag bas 1000jährige Lahnstädtchen Leun unb all bic vielen eingclabenen Scmgesbrüoer und (Säfte das Jubiläum. Der Festzug bewegte sich unter einem Fahnenwald durch die Straften nach dem Festplatz. Dem Festzug fuhr auch ein blumen- geschmückter Wagen mit drei über 8Ö Jahre alten Vereinsveteranen. Das vom Festverein gesungene Begrüßungslieb leitete die offizielle Feier ein, worauf Gemeindevorsteher Nee b zu einer Ansprache bas Wort ergriff, in ber er bie Versammlung begrüßte, einen Heberblick über bie Geschichte bes feiernben Vereins gab und die Bedeutung bes Festtages roürbigte. Der Redner schloß dann mit einem herzlich aufgenommenen Hoch auf das deutsche Lied. Nach einem Gebichtvortrog überreichten bie Feftjungsrauen eine prachtvolle Fahnenschleife mit ber Zahl 60, dich der Vereinsvorfitzende Seibel mit herzlichem Dank entgegennahm. £5. Aßlar, 7. Juni. Am gestrigen Tage fand die Fahnenweihe des vor vier Jahren gegründeten hiesigen Gesangvereins „Sangcslusti" unter großer Anteilnahme der Ortsbewohner, auswärtiger Festgäste und vieler auswärtiger Gesangvereine statt. Der FestkommerS am Samstag unter Teilnahme der Bruder- und Ortsver- eine nahm einen schönen Verlauf. Aßlar bekundete seine Teilnahme an dem Feste de« „Sangeslusf-Sänger durch hübsche Ausschmük- fung der Häuser. Eine Musikkapelle geleitete die ankommenden Vereine zum Festplatze. Die Musik, die von dem Stadtorchester Wetzlar ausgeführt wurde, veranstaltete gestern Morgen ein gut besuchtes Konzert. Am Mittag ring der lange Festzug, in dem die neue verhüllte Der ein S- sahne von Jungfrauen des Ortes getragen wurde, durch den Ort. Rach der Ankunft auf dem Festplah hieß der zweite Vorsitzende der „Sangeslust", Bernhard, die Festgäste herzlich willkommen. Sein besonderer Dank galt der Gemeindevertretung und den Ortseingesessenen, durch deren Hilfe es möglich geworden sei, schon nach vier Jahren der Vereinsgründung dieses Fest der Fahnenweihe zü Der dritte Schutz. Kriminalroman von Ole Stesani. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Guten Morgen, Brentheim! Nein — noch nicht. Aber in einer halben Stunde bin ich hier fertig. Willst du mir helfen?" „Meine Augen taugen nichts mehr. Aber ich will es versuchen!" Sie gelangten bis zur Gartenmauer, ohne auch nur bic Möglichkeit eines Fußabdrucks ober einer sonstigen Spur zu sinbcn. Nun hatten sie alles abgesucht. Dicht an der Mauer stand ein Fliederbusch. „Dahinter wirst du auch nichts finden!" sagte der Alte, als er den Rechtsanwalt in den engen Zwischenraum zwischen Mauer und Strauchwerk kriechen sah. „Doch!" rief Kramer triumphierend. „Sieh nur, was hier liegt!" Erregt zwängte sich Brentheim bis zu ihm durch unb bückte sich zum Boben nieber. Hart an dcr Mauer lag ein runder, brauner Gegenstand: ein Knopf — mit geflochtenem Leder überzogen, das in der Mitte einen kleinen grauen Stein trug. Der Boben war hier mit bichtem Graswerk überwachsen und zeigte keinen Abdruck. Kramer hob den Knopf hoch und betrachtete ihn. „Glaubst du, daß er wichtig ist? Einer meiner Gäste hat ihn vielleicht verloren." „Das ist kaum möglich. Er kann noch nicht lange hier gelegen haben, das Leder sieht ganz sauber aus. Unb soviel mir erinnerlich ist, trug keiner deiner Gäste gestern einen Mantel. Seiner Gröhe und Art nach aber ist dieser Knopf hier keiner, den man an einem Anzug tragen Tann. Er gehört zu einem Mantel — einem Ledermantel eventuell, ober einem Gummimantel — vielleicht eines Sportsmannes ober Chauffeurs." Er blickte sinnend vor sich hin. „Aber es kann doch jemand gestern einen Ledermantel gehabt haben, ohne daß du es gesehen hast!" warf ber gründliche Brentheim ein. „Schon — aber bedenke nur den ganz ungewöhnlichen Platz! Es ist keiner deiner Gäste auf I diesen Rasenfleck gegangen, viel weniger, daß sich I jemand hinter den Strauch gezwängt hätte. — Wer weiß, ob der Mann, der den Knopf verlor, nicht noch in diesem guten Versteck saß, als ich gestern nacht oben auf den Baum dort gestiegen war und mit Franz sprach." Er blickte über den Strauch weg nach dem Hause hin. „Es ist schon möglich", sagte er endlich. „Von diesem Platz aus kann ein guter Schütze, zumal wenn Licht im Zimmer brennt, genau auf den Fleck zielen, wo ber Porzellanteller hing." Er untersuchte die Mauer. Sie wies nichts Bemerkenswertes auf. Während sie dem Haus zuschritten, sagte Kramer: „Erzähle mir etwas von deinem Gärtner. Wie lange kennst du ihn?" „Franz? Verhältnismäßig lange Zeit schon. Er stand zehn Jahre lang in Essers Diensten in Bonn. Unb ehe bie Villa fertig war, als wir noch in Bonn wohnten, lernte ich ihn bei meinen Besuchen bei bem Weinhänbler kennen, unb er gefiel mir, so baß ich froh war, als Esser ihn mir bereitwillig überlieft. Er ist brav und zuverlässig — hat aber allerdings einen kleinen Fehler, den ich ihm noch abzugewöhnen hoffe." „Welchen?" „Er trinkt." Die Kugel war nicht tief in die Wand bes Wohnzimmers eingebrungen. Sie war von bem an bieser Stelle besonders festen Mauerwerk aufgehalten und hatte sich breitgequetscht. Kramer löste sie los unb wog bas Metall- klümpchen in der Hand. „Ein sehr kleiner Re- volver. Es könnte das kleine Modell 3 von Smith und Wefson sein." Das Mädchen trat mit dem Frühstück ein, die Herren setzten sich zu Tisch. Kramer fragte: „Maria — ich brauche Leberknöpfe für einen Sportsmantel. Wissen Sie, wo ich heut früh noch vor ber Abfahrt so was bekomme?" „Leberknöpfe? Das wirb schwer halten, Herr Rechtsanwalt. Da müßten Sie wohl schon in Köln selbst nachschen." „Hier gibt es nichts Derartiges? Kennen Sie nicht jemanben hier, der einen Mantel mit Lederknöpfen hat?" „Sie schüttelte den Kopf. „Nicht, daß ich wüßte. Oder doch — ber Herr Professor Oelscher hat einen Gummimantel mit Lederknöpfen!" „So?" Die Freunde tauschten einen Blick, Brentheim schütelte unmerklich den Kopf. „Es ist gut, Maria, ich danke Ihnen!" sagte Kramer und machte sich über das Früstück her. Gleich darauf kam Grete herein. Sie wurde von Brentheim freundlich, aber kurz und ernst begrüßt. Er teilte ihr mit, daß er genötigt sei, mit Kramer eine zwei- bis dreitägige Reise zu machen. Er bat sie, unbesorgt zu sein, er werde für Schutz im Hause sorgen. Dann ging er an seinen Schreibtisch, öffnete ein Schließfach unb holte zwei Armeerevolver heraus, unmobeme, aber zuverlässige Waffen. Maria machte ein Gesicht, als wolle sie jeben Moment fort- laufen. „Einen laß ich bir hier", sagte Brentheim. „Natürlich ist es praktisch vollkommen überflüssig, aber es gibt bir vielleicht boch ein Gefühl ber Sicherheit. Er ist voll geloben. Lege ihn in die Lade des Schreibtisches in deinem Zimmer unb sieh zu, daß kein Unberufener ihn in die Hand nimmt. Er ist gesichert. Dennoch: Vorsicht!" Grete nahm die Waffe mit einer natürlichen Mischung von Grauen unb Vergnügen in bie Hand. Ihr Augen blitzten, als sie sich bei ihrem Stiefvater bedankte. Sie brachte die Herren zur Gartentür. Kramer verabschiedete sich. Brentheim gab ihr die Hand und schwieg, nach Worten suchend. Endlich sagte er schroff: „Benimm dich gut." Sie zog ihre Hand zurück und nickte kurz. Schweigend schritten bie beiden den Weg nach Mehlem herauf. Aus dem Hause, das sie aussuchten, trat ihnen Mokinski entgegen. Er zog den Hut. Brentheim grüßte kaum zurück. Als Kramer sich umroanbte, sah er, daß der junge Mann ihnen mit einem finsteren unb erbitterten Ausbruck nachblickte, bann schritt er mit abgewanbtem Gesicht die Strafte hinunter. Lachner fanden sie bei einem ausgiebigen Frühstück. Heberrascht von dem unerwarteten Besuch, sprang er auf. „Ja —" sagte er mit einem Blick auf den gedeckten Tisch. ,Lch muß Kräfte sammeln, ich habe bie halbe Nacht gearbeitet." Unb er wies auf einen Berg Notenmanuskripte, ber auf dem Fensterbrett lag. „Hat Mokinski in dieser Nacht wieder eine Begegnung gehabt?" fragte Kramer. Der Musiklehrer sah ihn fragend an. „Ach so!" sagte er, sich erinnernd. „Ich weiß es nicht, ich habe ihn heute noch nicht gesprochen. — Ich habe mir vorgenommen, mir nicht Angst machen zu lassen, glaube auch, eine mögliche Erklärung gefunden zu haben." „So?" sagte Brentheim und blickte ihn mit hoch- gezogenen Augenbrauen an. „Herrgott!^ Lachner wühlte errötend in seinen Manuskripten. „Unsere Wirtin ... ist Witwe unb schließlich noch keine ölte Frau." Der Kommissar zuckte die Achseln. Dann begann er bem Musiker seine Bitte oorgutragen. Lachner war gern bereit bazu, in bie Villa Grete über- zusiebeln und auch tagsüber, soweit seine Stunden es ihm erlaubten, dort im Hause zu bleiben. „In acht Tagen allerdings fahre ich auf eine Konzerttournee nach Holland!" „Bis dahin sind wir lange zurück. Es handelt sich um höchstens drei Tage. — Sehen Sie zu," schloß Brentheim finster, „daß nicht zuviel Unruhe im Hause ist. Haben Sie ein Auge auf Grete." Sie verabschiedeten sich herzlich ttftb machten sich auf den Weg. Als sie aus ber Haustür traten, hörten sie schon Violinklänge aus dem Zimmer bes Alten. Nun standen sie vor der Tür des Lazarett- ümmers in Sonnenburg. Röder, der Zuchthausbirektor, begleitete sie. Racoszy lag in einem abgesonderten Zimmer, Tao und Nacht ständig von einem Wärter bewacht. Als die Tür sich öffnete, sahen sie bie starken Gitter vor den Fenstern. Der Wärter stand stramm, als er der Herren ansichtig wurde. Mit bem Gesicht zum Fenster, auf einen Ellenbogen gestützt, eine Zigarette rauajenb, lag ber Kranke tm Bett. „Racoszn!" rief ihn der Direktor an. Der Gefangene nahm keine Notiz von ihm. Der Wärter rüttelte ihn an der Schulter. „Dreh dich um!" raunte er ihm zu. Aber Racoszy blieb mit abgewandtem Gesicht in seiner Stellung. (Fortsetzung folgt.) Ä Der Vorsitzende schloß mit einem Hoch deutschen Männergesang. Lehrer Kei- tter shrach hierauf die Fahnenweihe. Der Gesangverein „Dangeslust" stimnlte die »Weihe des Gesanges" an. Währenddessen fiel die Hülle von der neuen Fahne. Als Frauengabe wurde dem jungen Verein eine prächtige Fahnenschleife überreicht. Rach dem Weiheakt verschönten die vielen anwesenden Gesangvereine das Fest durch mustergültige Liedervorträge. Kreis Westerburg. 00 Westerburg, 7. Juni. Verklungen sind wieder die Töne des Festtags, vorüber die Stunden der Erbauung und Festigung des Glaubens, die uns die vergangene Woche bot. Der Hauptverein Wiesbaden der Gustav-Adolf- Stiftung hatte feine Tagung am Dienstag und Mittwoch in unserem Städtchen. Am Dienstagabend begrüßte im Saalbau „Zur schonen Aussicht" Pfarrer Fuchs von hier die Erschienenen. Er erinnerte an die Tagung im Jahre 1888, dem Dreikaiserjahr, da unser Städtchen auch die Ehre hatte, so viele Gäste zu begrüßen. Darauf richtete Dekan Hehn-Marienberg einige Worte des Lobes auf den schönen Westerwald an die Festversainmlung. Mit einem „Hui Wäller" schloß er seine Aede, worauf ihm ein stürmisches „Allemol" entgegenbrauste. Als Oberhaupt des Kreises betonte Landrat Dr. Schieren, daß die beiden christlichen Konfessionen bestrebt sein mühten, miteinanher und nicht gegeneinander tip dem Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes zu arbeiten, und daß er in diesem Sinne als Katholik die Bestrebungen des Gustav-Adolf- Vereins unterstütze. Der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses. Landeskirchenrat Dekan D. Veesenmeyer, Wiesbaden, knüpfte an die Worte des Landrats an, indem er Katholiken und Evangelische aufrief zum Kampfe gegen die Feinde des Christentums. In ähnlichem Sinne äußerten sich im Äuftrage der Hauptvereine Kassel, Frankfurt und Darmstadt Kirchenrat D. Kübel und Hfarrer Hief, Kirburg. Zwischen den Vorträgen sorgte die Sängervereinigung Westerburg für Abwechslung durch Vortrag verschiedener Chore. In seinem Schlußwort dankte Pfarrer Fuchs allen, die mitgeholfen hatten am Gelingen der Veranstaltung. Choralblasen ipib Glockengeläute leitete den zweiten Tag ein. Beim schönsten Sonnenschein konnte der Festzug seinen Weg durch die Hauptstraßen Westerburgs nehmen. Pfarrer Gensicke. Alpenrod, hielt einen Kindergottesdienst im Schloßgarten ab, während Dekan Ernst, Idstein, die Festpredigt über das Wort: „Gelobt sei der Herr täglich, Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch" in der Kirche hielt. Aach der Morgenfeier fand das gemeinsame Mittagessen im ..Löwen" statt. Am Äachmittag sprach Pfarrer Wagner, Bensheim, in der Kirche über Auslanddiaspora, Pfarrer Horn und Deißmann über Aassauische Diaspora. Pfarrer Fuchs schloß die Tagung mit der Aufforderung, die Tage in Westerburg nicht zu vergessen draußen im Getümmel des Lebens. — Ein LI n g l.ück s f a l l ereignete sich im Steinbruch zu Kölbingen. Der Arbeiter Kaspar Jckewirth von Möllingen war durch einen herabfallenden Stein so schwer am Kopf verletzt worden, daß seine Lieberführung in das Dern- bacher Krankenhaus notig wurde. Drllkreis. bl. D.tzl l e n b u r g, 6. Juni. Der Wirteverein für Dillenburg und Llmgebung hatte schon des öfteren versucht, bei den drei Städten (Herborn, Dillenburg, Haiger) die Streichung der G e - ' 1 ränkeste « er zu erreichen. Die jüngste Stadt - verordnetenversammlung hatte sich wieder mit einer derartigen Eingabe zu befassen und be- 7 schloß, von einer Erhebung der Steuer bis zur Steueraufstellung des Etats abzusehen. Alsdann i soll geprüft werden, ob der Etat ohne die Getränkesteuer fortan balancieren kann. bl. H e r b o r n, 6. Juni. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung, an der Mittelschule den Lateinunterricht gegen eine Gebühr von 60 Mark pro Schüler und Jahr einzuführen. Das Defizit trägt die Stadt. Der Beschluß beruht auf diesbezüglichen 'Wünschen seitens des Kuratoriums der Schule und eines großen Teiles der Elternschaft. bl. G u n t e r s d o r f, 6. Juni. RunmHr erhält unsere Gemeinde auch eine neue Schule. Gin Reubau wurde dringend notwendig. Kreis Biedenkopf. Biedenkopf, 7.Juni. WSR. Am Freitag abend wurde bei einem Eisenbahnübergang das Fuhrwerk eines Landwirts aus Kernbach von einem Etsenbahnzug ersaßt und übersah- ten. Das Pferd wurde auf der Stelle getötet und der Wagen vollständig zertrümmert. Der Fuhrmann konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Kreis Marburg. WSR. Marburg, 7. Juni. Durch Feuer wurde am Samstag früh das Wohnhaus des Landwirts Peter Bender in Schwarzenborn (Kreis Marburg) vollkommen ein» geäschert. MairrgM. Frankfurt a. M, 7. Juni. (WSR.) Die Frankfurter Eingemeindungsfrage ist zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Die Verträge mit Griesheim, Schwanheim und Sossenheim sind ferttggestellt und werden, der „Frankfurter Ztg." zufolge, denrnächst bereits der Stadtverordnetenversammlung zugehen. Die Einverleibung bedarf jedoch noch eines durch den Breußischen Landtag zu schaffenden besonderen esehes. Durch die Eingemeindung werden die drei Gemeinden Griesheim mit 480 Hektar Gesamtfläche und 11 500 Einwohnern, Schwanheim mit 1793 Hektar und 5300 Einwohnern und Sossenheim mit 638 Hektar Gesamtfläche und 4400 Einwohnern ihre Selbständigkeit verlieren und mit der Stadt Frankfurt vereinigt. Die erweiterte Stadt Frankfurt würde dann einen Flächenzuwachs von rund 2912 Hektar und rund 21000 Einwohner erhalten und damit einen Gesamtflächenraum von 16 390 Hektar und fast 500 000 Einwohner aufzuweisen haben. Hanau, 7. Juni, (WSR.) Am Samstagnachmittag ereignete sich auf der Wilhelmsbrücke ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem Radfahrer. Bei dem Zusammenstoß kamen beide Fahrer zu Fall und wurden erheblich verletzt. Der Radfahrer mußte mit einer schweren Gehirnerschütterung in das Krankenhaus eingeliefert werden, wo er besinnungslos darniederliegt, während der Motorradler erhebliche Verletzungen im Gesicht davontrug. Wirtschaft. Bon den SchLachtvrehmarkten. An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche war der Handel mit ganz wenigen Ausnahmen in allen Gattungen langsam bis mittel. Der Austrieb hatte in allen Gattungen eine Zunahme erfahren, die aber nur bei Schweinen größeren Umfang annahm. Die Preise waren allgemein nur geringfügigen Schwankungen unterworfen und in ihrer Grundtendenz behauptet. Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Berlin Bremen Breslau Chemnitz Dortmund Dresden Düffeldorf Elberfeld Essen FrankfurtM. Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau Rinder Kälber 23-61 50-80 30-60 40-80 20-57 57-78 25-59 40-80 25 -63 40 - 85 26-64 50-79 25-63 40-75 25-62 45-75 30-64 40-100 15-61 35-76 15 - 60 30 - 82 12-62 35-80 22-58 70—80 25-65 48-75 17-51 29-69 20-61 47-100 25-58 45-78 20-58 35-78 15 - 59 48 - 84 17-58 56-84 15-55 30-76 13-55 54-7 4 12-56 45-76 Schafe Schweine 33 - 64 70 - 77 - 70-83 38-57 58-72 45-54 70-84 35-55 68-79 33-63 62-79 68-81 70-84 30-50 68-84 40 - 50 60 - 83 25-65 65-81 20-62 74-78 - 74-82 - 65-77 28-55 45-76 67-85 28-63 65-83 30-55 68-80 38-44 68-80 58-82 20-55 63-73 — 57-78 35-62 71-84 * Diskont er Mäßigung der Reichsbank um ein halbes Prozent. Der Reichsbankdiskontsatz ist gestern ermäßigt worden, allerdings nur um Vz auf 6V2 Prozent. Der Lombardsah sinkt entsprechend von 8 auf 7^2 Prozent. Begründet wurde der schon seit längerer Zeit erwartete Schritt damit, daß sich seit der letzten Diskpntermähigung die Spanne zwischen Diskontsatz und Marktdiskont weiter vergrößert habe, und daß die starke Beanspruchung des Kapitalmarktes mit zirka einer Milliarde keinen Einfluß auf den Markt ausgeübt habe. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 8. Juni. Während es vorbörslich den Anschein hatte, als wenn sich heute bereits wieder Sine Erholung durchsetzen würde, kam bei Beginn des offiziellen Verkehrs doch noch reichlich Material heraus, so daß die Stimmung weiter als schwach bezeichnet werden muß. Die Zuspitzung der innerpolitischen Verhältnisse spielte hierbei n-aturgemäh eine große Rolle. Das Angebot war jedoch nirgends dringend und die Rückgänge gingen nur vereinzelt über 2 Prozent hinaus. Auch die neuerliche starke Abschwächung des französischen Frankens machte einen ungünstigen Eindruck. Die Tatsache, daß man jetzt in Frankreich zu derselben Mittelchen greift, die vorher auch in Deutschland das Gegenteil von dem erreichten, was sie sollten, wird recht ungünstig beurteilt. Während London noch einen Kurs von 162,25 meldete, wurde hier London-Paris bereits mit 165,50 gehandelt. Brüssel gegen London 161,50. Auch Mailand lag schwächer mit 131 gegen London. Dagegen hielt die Festigkeit von Oslo an. Wie bei allgemeiner Schwäche üblich, wandte sich die Spekulation dem Kriegs- anleifjemarfte zu, wo der Kurs für Kriegsanleihe auf 0,407Vs anziehen konnte. Rach Festsetzung der ersten Kurse wurde die Stimmung, ausgehend vom Schiffahrtsmarkte, etwas freundlicher. Schiffahrtswerte konnten innerhalb kurzer Zeit etwa 2 Prozent gewinnen. Am Geldmarkt ist die Lage weiter leicht. Tagesgelb 4 bis 6 Prozent. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a.M. Berlin Schlwj. l-Uflr. Schluß. Anfang Kurs Kur, Kurs Kur'. Datum: | 7.6 | 8.6 7. 6 8. 6 5% Deutsche RctchSanletde 4% Deutsche Reichsanleihe 0,3975 0.4075 0.395 0.3725 0,405 8Vi% Deutsche Rcichsanleihe 0,365 — 0.365 3% Deutsche NctchSanleihe 0.410 — 0.43 — Deutsche Svarprämicuanleihe 0,225 — 0,2325 — 4% Preußische Kom'ols ■ . . 0.365 — 0,38 0,3675 4% Hessen......... 0,37 — — — 3'/e°/o Hessen...... • • — — — — 3% Hessen — — — — Deutsche Wertb. Dollar-Anl. 94,5 — 96,5 — dto- Doll.-Schatz-Anweilllg.*) — — — — 4% Zolltürken......... 12,75 12,9 12.9 — 5% Goldmerikaner ■ . . . 50 50,5 50,25 — Berliner Handelsgesellschaft Commerz, und Prtvat-Bank 108,7' 108' 160' 108,5* 157,5* 108* Darmst. und Naiionalbank 138' 136,7* 137,5* 134,2' Deutichc Bank......... 133,7* 131' 133,5* 131* Deutsche DereinSbank .... 84 — — — Disconto Coinmandit . . 130.2' 128* 129,7* 128,2* Metallbank......... 110 107,5 — — Mitteldeutsche Kreditbank . . 109,5- 109,5* 109.75 _ Ocstcrreichische Creditanstalt. 6,5 6,5 6.5 6,5 Weltbank ........ — — - — Bochumer Guß ....... — — 110* 108,2* 72 — 73 68,75 Caro ............ Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 55,75 — 56* 55.75* 114,5* — 112* 108,7* 116* — 116,9* 111,5* Harpencr Bergbau...... 124* 119.5' 123,9* 120* zkaliwerke Aschersleben.... 129,75 128,4 128.1* 126,2* Kaliwerk Westeregeln. . .. > 136,5* 134,5 134.5 132,55 Laura butte......... 38,5 — 38,75 37.5 Oberbedarf........... 50 53 54* 53* Phönix Bergbau ...... Rheinstahl , Ricbcck Montan........ 88,5* 85,25* 87,9' 85* 118* 115 117.5* 115* 114,5 113,4 108,7* Tellus Bergbau. ..... 61,25 - Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . 140* 136,2* 137* 133,5* 140* 135,6* 136" 132,5* Chcramische Werke Albin . . 52,1 _ _ Zementwerk Heidelberg . . 102 101 — — Philivv Holzmann . . . , 68,5 68 67,25 — Anglo-Cont.-Guano..... — _ 78 _ Chemische Mäher Alapin . . — — — I. G. Farbenindustric, A.-G. 188,7* 186,5* 187,7* 185* Goldschmidt.......... 83,25 81 86 Holzverkohlung........ Rütgcrswerke........ 62 87.5 60,5 85 87 85,5 Scheideanstalt......... 129,75 128 — Sing. Elektrizitäts-Gesellschaft 122,5* 118' 120,9* 116.5* Bergmann ......... Mamkraftwerke........ 118' — 117,5* 115 98 _ — Schnckert........... Siemens