Donnerstag, 8. April 1926 176. Jahrgang ltt. 81 Erstes Blatt jFtrnsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der« Ein Attentat auf Mussolini Der Schuh einer irischen Geisteskranken. — Der Diktator leicht verletzt eine ältere dunkel R evolver aus Hindenburgs Militärjubiläum rche St. Marcella fand nachmittags ein feier- war prächtig be- erwidert hierauf mit folgender Ansprache: Mein Herr Reichswehrminister! Haben Sie herzlichen Dank für die Glückwünsche, die Sie mir zum heutigen 60jährigen Gedenktag meines Dienstantritts namens der Wehrmacht des Rek- ches dargebracht haben. Aus den Worten, die Sie an mich richteten, entnehme ich mit besonderer Befriedigung die Zusicherung, daß die Reichswehr sich als Crbin der hohen Tra- Idyinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. dition der alten Armee fühlt und es als ihre y oberste Pflicht empfindet, die Tugenden, die uyser altes Heer beseelte, zu pflegen. Sie werden es mir alten Soldaten nicht verdenken, achten «affe®1 erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Siebener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle. ttonatsiBejugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« Briefe und antifaszistrfche ausländische Blätter gefunden. Die Blätter heben hervor, daß die Attentäterin bis zum Oktober des vergangenen Jahres in einer englischen Irrenanstalt! untergebracht war. Lieber die Beweggründe zur Tat berichten die Blätter nichts. Die englische Botschaft gab bekannt, daß sie das Attentat aufs schärfste verurteilt und insbesondere bedauert, daß eine britische Staatsangehörige ein solches Verbrechen b-gangen habe. Das Echo in England. London, 7. April. (TU.) Das Attentat auf Mussolini hat in England größtes Aufsehen hervorgerufen. Alle Blätter erinnern an die bisherigen Attentate und geben eine Uebersicht über die politische Laufbahn Mussolinis, in der die Worte Dikta- | tur, Despotismus, Tyrannei und Autokratie sehr oft wiederkehren. In keinem Blatt findet sich ein Wort der Anerkennung und selbst die menschliche Teilnahme kommt nirgendwo fühlbar zum Ausdruck. Ob Mussolini ein Beileidstelegramm der englischen Regierung erhalten wird, steht noch nicht fest. Die Tatsache, daß die Attentäterin britische Untertanin ist und den besten Kreisen dcr englischen Gesellschaft entstammt, erschwert die amtliche Stellungnahme. t Der italienische Diktator, so schreibt der „Star , ist mit knapper Rot einem Schicksal entgangen, dem Tyrannen immer ausgesetzt sein werden. Niemand könne andern Menschen ein Regime der Knute auferlegen, ohne Repressalien heraufzubeschwören. Amerika zum Attentat. Reuhork, 7. April. (Kabeldienst der $11.) Die Reuhorker Blätter berichten über das Attentat auf Mussolini in großer Aufmachung. Sie verurteilen zwar das Attentat an sich, heben jedoch hervor, daß Mussolini Diktator sei und daher mit Attentaten rechnen müsse. Die meisten Blätter üben bei dieser Gelegenheit wieder eine scharfe Kritik an Mussolini und weisen d«xuif hin, daß seine Machtpolitik Europa in neue Kriege stürzen könnte. Der- schiedentlich wird an das Attentat die Hoffnung geknüpft, daß es Mussolini als eine ernste Warnung ansehen möge. Ein Opfer des Faschismus. Demonstrationen in Rom. In Rom ist die Erregung außerordentlich. Vor dem Dekanntwerden der Personalien der Frau, die den Anschlag aus Mussolini ausführte, verbreitete sich das Gerücht, daß sie slawischer ^Abkunft sei. Ein Trupp Studenten zog darauf nach der russischen Botschaft, um sie zu (türmen, wurde aber durch ein Aufgebot Carabinieri daran gehindert. Auch die polnische Gesandtschaft und die anderen in Betracht kommenden diplomatischen Vertretungen wurden (sofort durch Carabinieris gesichert. Eine Volksmenge stürmte nach dem Attentat das Gebäude des oppositionellen Blattes „II Mondo" und verwüstete es. Außerdem wurden die oppositionellen Blätter aus den Zeitungsständen heraus- grnssen und verbrannt. Einer der Tatzeugen gab an, daß er die Attentäterin kurz vor der Tat mit einem Manne mit weißem Bart habe sprechen sehen und daß er gehört habe, wie dieser ihr empfahl, etwas unter einer Zeitung zu verbergen. Offenbar war dies der Revolver. Tat- Irchlich hat die Attentäterin im Augenblick des Erscheinens Mussolinis ein Zeitungsblatt zur Bemühung erhoben, unter dem sie den Revolver von kleinem Kaliber abfeuerte. Das erste Extrablatt mit der Nachricht von dem Altentat auf Mussolini erschien gegen 2.30 Uhr. Es vermies besonders darauf, daß die Attentäterin eine Ausländerin ist, daß die Untersuchung gründ- Ld) geführt und alle Verantwortlichen festgestellt werden müßten. Nur fremde Interessen, welche die Schwächung Italiens wollten, hätten zu einem solchen Attentat führen können. Aus Anlaß der Rettung Mussolinis haben alle öffentlichen Gebäude Roms und die meisten Privathäuser geflaggt. Gleich nach Dekannt- n, erden des Attentats beglückwünschte der König Russolini, desgleichen der Papst. Der größte Teil des diplomatischen Korps gab ebenfalls seine Karten bei Mussolini ab. Auch der deutsche Botschafter von Reurath sprach sofort dem Ministerpräsidenten seine Glück- Zu dem Anschlag auf Mussolini werden wch folgende Einzelheiten bekannt: Rach Smweihung des Internationalen Chi- i ar gischen Kongresses verließ Mussolini in Begleitung mehrerer Kongreßteilnehmer unter Drifall der Menge das Kapitol, während eine bruppe von Studenten das faschistische Lied „Gio- dinezza" sang. Mussolini dankte lächelnd, indem er mit der Hand grüßte und begab sich über den Platz des Kapitols zu seinem Kraft- vagen. Während er den Platz überschritt, zog gekleidete Frau einen kleinen der Tasche, reckte beide Arme in die Höhe und schoß aus nächster Rähe auf sie nach seinem Gesicht zielte, am unteren Teile der lag und Geschäftsstelle 61. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Dwanffurtam Main 11686. Dr. Meißner bei. Punkt 12 Uhr betrat der Reichspräsident den Saal und trat vor die Fahnen, die an der einen Längsseite Aufstellung genommen hatten. Die Feier begann mit folgender Ansprache des Reichswehrministers Dr. Gehler: Herr Reichspräsident! Heute jährt es sich zum 60. Male, daß Sie, Herr Reichspräsident, in die preußische Armee einqetreten sind. An diesem Gedenktage nimmt die junge Wehrmacht des Reiches den herzlichsten Anteil und es ist mir eine hohe Ehre, in dem Saal, in dem Sie die Fahnen der Regimenter grüßen, in denen Sie gestanden haben, ihre ehrerbietigsten und aufrichtigsten Glückwünsche überbringen zu dürfen, nicht nur weil Sie kraft Ihres hohen Amtes an der Spitze der deutschen Republik unser Befehlshaber sind, sondern vor allem, weil wir in Ihrem ganzen Leben, das eine der ruhmreichsten Epochen der deutschen Geschichte erfüllt, die Verkörperung der Höch st en militärischen lugenden sehen, der Tugenden, auf denen die bewunderungswerten Leistungen der alten Armee beruhten und die zu pflegen i d i e oberste Pflicht der Reichswehr, der Erbin dieser hohen Tradition sein muß, wenn sie die Erwartungen unseres Vaterlandes erfüllen soll. Diese Tugenden aber haben überall und immer geheißen und werden immer und überall heißen, solange es brave und ehrliebende Soldaten gibt: Pflichttreue, Tapferkeit, Vaterlandsliebe. Die denkwürdigsten Tage Ihres Lebens, die für immer der Weltgeschichte aegehören, haben sich mit diesen Tugenden zu einem goldenen Kranz gewoben und haben Ihnen nicht nur die Liebe und Verehrung von Volk und Heer, sondern auch die Achtung und Bewunderung der Welt verschafft. Sollen wir Ihnen mehr danken für die stolzen Siege, die Ehrentage der deutschen Waffen oder für den I Heldenmut in den Tagen des Unglücks und der Niederlage, wo so viele sich an Ihrem Beispiel der Pflichterfüllung bis zum. letzten aufrichteten. Wir haben heute ein Recht, unsere Blicke mit Stolz und Dankbarkeit auf den Feldmarschall des alten und den Oberbefehlshaber des neuen Heeres zu richten und wir richten die heiße Bitte zum Himmel, daß Gott Sie, Herr Reichspräsident, als großes Vorbild im Heer und als Hüter dem Vaterland noch recht lange erhalte! Reichspräsident von Hindenburg Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20’/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich m Gießen. Berlin, 7. April. (Wolss.) Die Umgebung des Reichspräsidenten-Palais in der Wilhelm- straße war heute schon in den ersten Vormittagsstunden von einer dichten Menschenmenge besucht, did Zeuge des militärischen Schauspiels anläßlich des GOjäbrigen Militärjubiläums des Reichspräsidenten sein wollte. Die Bürgersteige am Palais selbst waren dicht gefüllt mit Zuschauern, darunter vielen Schulkindern, die Fähnchen trugen. Punkt 9 30 Uhr vomiittags brachte die Kapelle des 9. Infanterie-Regimentes dem Rei^spräsidenten im Garten des Palais ein Morgenständcheii dar, das viele Zuhörer an die Mauern des Gartens lockte. Um 10.30 Uhr bereits marschierten Schupomannschaften heran, die die Wilhelmstraße von den Linden bis zum Wilhelmsplatz absperrten. Der Vorgarten des Präsidentschastspalais prangte -in bunten Frühlingsblumen. Der Aufgang, umrahmt von militärischen Posten, ist mit Lorbeerbäume" geschmückt Auf dem Gebäude weht die Praftdent- schaftsflagge. Immer mehr Schupo abt ei langen rücken heran. Kurz nach 11 Uhr tritt die Wach- kompanie heraus und erweist den ankommenden hohen Offizieren die Ehrenbezeugungen, so unter anderem den Chefs der Heeres- und Marine- leitung, Generalobersten v. Seeckt und Admiral Zenker, sowie den beiden Reichswehrgruppenkommandeuren General v. Lohberg. Berlin und General Reinhardt, Kassel. Gegeii 11 Uhr ertönten von den Linden her Trommeln und Pfeifen. . Die Fahnenkompagnie des Wachtregiments Berlin marschiert im Parademarsch heran, auf den Seiten von berittener Schupo flankiert. Kurz vor dem Präsidenteiipalais seht die Musik ein. Die Trommler, die Pfeifer, dann die Kapelle, dahinter die Fahnen und zuletzt die Kompagnie schwenken ein. Kurze Kommandos ertönen. General v. Loßberg erhält die Meldung des Kompagnieführers der Fahnenkompagnie und begibt sich in das Palais. iiikn% $o6. ner Öft u,,b ’n“ »5* >Ä|e leit Men. M,**? »“I tai A,n- M- b t äii»8 eid) -'s .test ,at e-ne Eammlu ** Aufsätze S zulammengebracht - ?lt der Frage bei °ue am Ekkehard? sud ju sehen, wie tstenvmans geaan» uch jetzt noch nach. "136 dWschau. 1 Deltenraum Dienste der HanS Aundfunkgesellschas. iseln mit 52 Mil, est. Verlag E. H. mmlung wurde an« Herausgeber der nsorschung „SiriuS", reSden, dessen zähl. idsunk-Torträge beit haben. Durch 45 it aus dem Wege ts Reich der Urania lägen Teleskope (en- Ergebnissen der For- ittelbare Anschauung, bbildungen der Sonne sigen Protuberanzen r allerneuesten For- l Es folgen hoch» , deren bizarre For- Jegensah zu unserer Die Planetenabbi« chnungen des Warr, nd der Denus, wie vbachtungsbedingun- ten. und Deltan- enskunst und Gesund- Liepmann. 2. er- Hage. 243 Seiten unu >on Quelle & Weher )il(e im Lebenskämpfe nmonischen Weltan« : des Ganzen mit fei' mer die grofw Linie . alle die, die den öden Materialismus in Stunden ö*1 eigene* das vorliegende Mich ngsges^'chie der Ra Lrnebels bis W&e" den heutigen Zwck zum lebendigen W >rAalurvonR.tz. Mdungen von Ä- einem ivrbWN Kosmos. GesellschB die Äarnwm «A im Bau des M» ” dn Sch» »" > Ä fe« Ä* b-. e m ünes von tc8 DuH i uny „fl® Mich "** 130 lDm Ätz-ZLS uche ^Lfohlemcit n von c'n seiner bc rbteü^jLetling. n HI zugleich.^ ? egiv^'^Mduellga^, wünsche aus. Mussolini setzte den König, der zur Zeil auf dem Schlosse Rossore weilt, von dem Attentat tele- .graphisch in Kenntnis, woraus ihm der König seine Glückwünsche für die Errettung übermittelte. Der Kronprinz begab sich persönlich in die Wohnung Mussolinis, um ihm feine Glückwünsche aus- ' zusprechen. Als üch Mussolini gegen 4 Uhr im Auto zum Palazzo Chigi begab, um an der Sitzung des iaszistischen Direktoriums teilzunehmen, brachte ihm ‘ : beaeiftertc Ovationen dar. In Rom, 7. April. („Agenzia Stefani“.) heule ictmittag um 11 Uhr Hal auf dem Platz des Capitols eine alte Frau aus nächster Rähe einen R e - i»lverfchu^ auf Mussolini abgefeuert r dem Augenblick, als er beim Verlassen des inter- lationalen chirurgischen Kongresses sich zu seinem 'lato begab. Mussolini wurde nur äußerst leicht verwundet. Das Geschoß durchschlug die Nasenflügel. IHnffoüni bewahrte vollkommene Ruhe und Kalt- blüHgteit Die Täterin, die man nur mit größter Niihe vor der empörten Menge in Sicherheit bringen konnte, wurde ins Gefängnis eingeliefert. (Eine Ansprache Mussolinis. Rom, 7. April. (WB.) Stefani. Mussolini hielt vom Balkon des Palazzo Chigi eine Rede an die ungeheure Menschenmenge, die ihm stürmisch zujubelte. Er sagte u. a.: Ihr wolltet für einige Minuten meine Stimme vernehmen, damit ihr euch überzeugt, daß ihr Klang sich nicht geändert hat, ebenso wie ich euch versichern kann, daß mein Herz nicht schneller schlägt. (Beifall.) Mussolini sagte dann noch, er sei stolz, einer Generation anzugehören, die niemals zittere. sondern stets auf dem vom Schicksal vorgezeichneten Wege vorwärts marschiere. Kein Ereignis und kein Mensch werde den unwiderstehlichen Vormarsch des sieghaften Faszis- mus aufhalten. Dem faszistischen Regime drohe auch keine Gefahr. Als aus der Menge der Zwischenruf ertönte: ..Aber vom Ausland", fügte Mussolini hinzu, auch dieser Gefahr werde er entgegentreten. Auch vor den Fremden hätten die Faszisten keine Angst. Darauf forderte er die Menge auf, nur seinen Befehlen zu folgen und wie es Faszisten gebühre, in Ruhe und Ordnung nach Hause zu gehen. Der Duce schloß mit den Worten: „Es geht vorwärts. Wenn ich vorwärts gehe, so folgt mir. Wenn ich zurückweiche, so tötet mich. Wenn ich sterbe, so rächt mich." Frenetischer Beifall folgte der Ansprache. Die Attentäterin. London, 7. April. (TU.) Die englischen Blätter bringen in ihren Spätausgaben ausführliche Einzelheiten über die Persönlichkeit der Attentäterin Miß G i b s o n. Sie ist 50 Iahre alt und eine Schwester Lord Ashburnes. Rach den Berichten leidet sie an religiöser ^eberspanntheit. Sie hat vor einem Iahr in einem Anfall religiösen Wahnsinns einen Selbstmordversuch gemacht. Ihr Bruder, Lord Ash- burnes, ist sofort nach dem Erhalt der Rach- richt des Attentats nach Rom abgereist. Ihr Vater war eine bekannte politische Persönlichkeit in der englisch-irischen Politik der 90er Iahre. Er war irischer Lordkanzler in zwei konservattven Regierungen. Miß Gibsons Schwester lebt in London. Sie hat verschiedene Briefe von ihrer Schwester aus Rom erhalten, die aber nichts Außergewöhnliches enthalten. Die Attentäterin lieh nach der Tat e i n F l ä s ch- chen mit Iodtinktur fallen, die mit xinem noch nicht festgestellten Präparat gemischt war. Es scheint, daß sie mit dieser Mischung nach der Tat Selbstmord begehen wollte. Der Revolver ist ein französisches Fabrikat vom Kaliber 6.35 Millimeter. Die Verhaftete konnte erst nach längerem Bemühen der Aerzte wieder zur Besinnung gebracht werden, da sie unter den Mißhandlungen sofort ohnmächtig geworden ist. Sie gibt nur über ihre Personalien Auskunft, verweigert aber über das Mottv der Tat jede Aussage. Sie macht den Einduck einer Geisteskranken und man nimmt an. daß kein Komplott vorliegt. Bei einer Haussuchung in der Wohnung der Attentäterin wurden verschiedene . Mussolini, indem Mussolini wurde — .... Aase verletzt. Der Polizeipräsident, ein Hauptmann der Carabinieri und ein Schuhmann kürzten autf die Frau und verhinderten sie, vriter zu schießen. Sie' trennten sie von der Menschenmenge, die sie lynchen wollte. Mussolini griff instirckttv mit der Hand nach der Rase und zog sie blutüberströmt zurück. Der Mussolini lufällig begleitende Arzt Professor Dastinelft reichte dem Verwundeten sofort ein Taschentuch .um Dlutstillen. Mussolini bestieg sein Auto und !uhr in seine Wohnung, wo er kurz darauf den Herzog von Aosta, verschiedene Minister und Generale und hervorragende Mitglieder des saszistischen Direktoriums empftng. Er erklärte diesen, daß sich durch das Attentat nichts an !e nen Dispositionen für die nächsten Tage ändern loärde. Hm 4 Uhr wohnte Mussolini bereits tnicber einer faszistischen Versammlung bei. Er - wird am Donnerstag, wie vorgesehen, seine Reise nach Tripolis antreten. Man glaubt jedoch, daß der Ministerpräsident durch seine Verletzung stark am Reden behindert ist, so daß leine Reden wahrscheinlich vorgelesen werden müssen. Paris, 7. April. (WB.) Wie das „Journal des Döbats" berichtet, ist in Cannes heute der ehemalige italienische Minister und Abgeordnete A m e n d o l a in einer Klinik verstorben. Im Herbst vorigen Jahres habe er in Montecatini eine Kur durchgemacht. Das Hotel, in dem er gewohnt habe, M... .... —. fei von Faszisten belagert worden, die ihn daß ich. heute umgeben von diesem ehrwürdigen schließlich mißhandelt und gezwungen hätten, das ruhmbedeckten Feldzeichen, unter denen ich den Land im Auto zu verlassen. Amendola habe noch größten Teil meines Lebens verbracht habe, in keine 30 Kilometer zurückgelegt gehabt, als er in demütiger schmerzlicher Erinnerung einen Hinterhalt gefallen sei. Banditen in schwarzen an die stolze alte Armee zurückdenke. Sie war Hemden hätten ihn übel zugerichtet und ihm drei ein Volksheer, das nicht nur feinen Zweck, Rippen eingeschlagen. Ameckdola habe sich fein Vaterland zu schützen, ehrenvoll erfüllt hat, in eine Klinik in Cannes geflüchtet, wo er sich einer sondern darüber hinaus eine Erziehungs- Operation habe unterziehen müssen, die er jedoch Hätte für unter ganzes Volk, eine hohe Schule nur wenige Monate habe überleben können. der Pflichterfüllung und der Vaterlandsliebe. Was wir an ihr verloren haben, können wir . 1 iaszistischen •irllllti 8 tue Menge 1|V® e her Kirche vt. Marcello sano nat " ■ liajes Tedeum statt. Die Stadt w ’ flaggt und illuminiert. GieWer Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühl'sche UniverfilÄr-vuch- und Ztelndruckerei H. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Seschästsstelle: Zchulftrahe 7. in feiner vollen Bedeutung erst jetzt empfinden, —---- wo sie nicht mehr ist. Die neue Wehrmacht L des Reiches, deren Vertreter ich hier vor mir sehe, mußte auf anderer Grundlage errichtet Rach wenigen Minuten erscheint auf der werden. Rur gering ist ihre Stärke und an die 5-rehhe von den brausenden Rufen der Menge Stellle der Ehrenpflicht allgemeinen Waff-ndren- bearüßt Reichspräsident v. H i n d e n - stes ist die freie Dienstverpflichtung getreten, bura in großer Feldmarschallsunisorm mit dem Aber dadurch, daß diese neue Wehrmacht an Marschallstab in der Rechten. Er schreitet, be- die große Tradition unserer militärischen Ver- gteitet von dem Reichswehrminister und General gangenheit anknüpft und sie wahrt, dadurch, v Loßberg zunächst die Wachtkompagnie und daß sie die hohen Tugenden selbstloser Pslicht- darnach die Fahnenkompagnie ab, stürmisch be- treue, hingehender Vaterlandsliebe und opser- grüßt von den Zurufen der Menge. Die Musik freudiger Tapferkeit übernimmt und erspielte den Präsentiermarsch und setzte dann hält, ist auch sie ein Hort nationaler mit dem Deutschlandlied ein, das von der Menge Kraft und eine Gewahr für die Erhaltung mitgefungen wird Darauf wieder Präsentier- der soldatischen Eigenschaften in unserem Volk martef) Die Fahnen, je drei des 3. Garde- geworden. Von diesem Geist erfüllt wird, so regiments zu Fuß, des' Oldenburgischen Infan- bin ich überzeugt, auch die gegenwärtige Reichs- terieregiments Rr 91 und des Infanterieregi- wehr und Reichsmarine getreu ihrem Fahnen- ments Generalfeldmarschall v. Hindenburg 2. Ma- eid stets ihre Pflicht tun. Sie wird unbeirrt surisches Rr 147 werden im Paradeschritt in vom Lärm der Gegenwart sich von keinem an» das Palais getragen. Roch einmal grüßt der deren Gedanken leiten lassen als von dem bm- Feldmarschall. noch einmal schreitet er die Wacht- gebender Vaterlandsliebe und von der Heber- kompagnie ab schüttelt einer alten dort stehen- zeugung. in stiller selbstloser Arbeit der Zukunft den Exzellenz in blauer Generalsuniform die des deutschen Volkes am besten zu dienen. So Hand und verschwindet wieder im Gebäude. Mit grüße ich, der alte Soldat, in diesen Tagen der klingendem. Spiel zieht die Fahnenkompagnie ab. Erinnerung an die Ruhmeszeit des alten Heeres or-n der die neu erstandene Wehrmacht des Reiches mit gläubiger Zuversicht, daß sie st e t s d e r T a t e n WritlltCrUng» fCier, der Väter würdig fein wird. Gemeinsam bie um 12 Uhr im großen Saal des Präsidenten- als Kameraden wollen wir uns zu Deutschland hausen ftatfanb, nahmen Aborbnungen ber Trabi- bekennen, indem wir rufen: Unfer geliebtes tionstruppenteile ber durch bie Fahnen vertretenen teures Vaterland hurra, hurra, hurra!" Regimenter, bestehend aus Offizieren, Unteroffi- Der Generolfeldmarschall empfing dann in dem- -ieren und 'Mannschaften, sowie eine Traditionsab- selben Saal eine größere Anzahl von Aborb- teilung bes früheren Panzerkreuzers „Hinbenburg" nun gen militärischer und kameradschaftlicher teil ferner der R e i ch s w e h r m i n i st e r mit den Vereine, namentlich des Vereins Graf Schlieffen, Chefs der Heeres-und Marineleitung, des Vereins 3. Garderegiment zu Fuß, des Regi- die Oberbefehlshaber der Heeresgruppen, Wehr- ments Hindenburg, des Jnf.-Regts. 91, der ebema- kreisbefehlshaber Kavalleriedioisionskommandeure ligen Kadetten, des Reichskriegerbundes ...Kyfi- und die leitenden Offiziere des Reichswehrministe- Häuser" und des Offiziersverbandes. Auf die an riums die Generäle des Standortes Berlin, der ihn gerichtete Ansprache im Namen der Aborb- Kommandant von Berlin, eine Vertretung ber Hee- nungen erwiberte der Reichspräsibent mit Worten resbeamten unb die beiden Fe 1 dpröbste des des Dankes, in denen er ausfuhrte: Die Karne- Heeres sowie die Flaggenoffiziere, Stationschefs r a^) schaff, wie wir sie immer verstanden Haden, und Inspektoren der Marine. Dem Festakt wohnten bedeute Zusammenhalt und Einmuiia- auch der Reichskanzler und Staatssekretär | feit. Diese Einigkeit tut uns gerade ,etzt besonders not, wo unser Volk in Gefahr ist, sich in Tageskämpfen politischer und konfessioneller Gegensätze zu zersplittern und zu schwächen. Wir können nur wieder groß und stark werden und in der Welt zu Ehren kommen, wenn wir uns in solchem Zusam- menbalt begegnen. Dazu mitzuhelfen sind gerade die Berufen, die sich zum Geiste der Kameradschaft bekennen. Nach dieser Feier wurden die Fahnen im Arbeitszimmer des Reichspräsiden- t e n aufgestellt, wo sie bis morgen mittag verbleiben werden. Am Abend fand ein gemeinsames Essen statt, zu dem die Abordnungen der Traditionstruppenteile, die Generalität der Reichswehr und die leitenden Offiziere des Reichswehrministeriums sowie die Führer der Vereinsabordnungen und andere geladen waren. Die Gratulanten. Berlin. 7. April. (£11.) Dem Reichspräsi- teUten sind zu seinem heutigen Ehrentag Tausende von schriftlichen und telegraphischen Glückwünschen aus dem In- und Auslände zugegangen, u. a. haben Glückwünsche übermittelt: Deutsche Fürst, lichkeiton, die Führer des deutschen Heeres im Weltkriege und zahlreiche andere Kameraden der alten Armee, ferner die Regierungen von Preußen, Bayern. Württemberg. Baden, Mecklenburg-Schwerin. Oldenburg. Hamburg und Lübeck, die Oberbürgermeister saft aller deutschen Städte, sowie der Oberbürgermeister der Stadt Berlin, und der Oberpräsident der Provinz Brandenburg. Die von Berlin abwesenden Reichs - m i n i st e r Dr. Marx und Dr. S t r e m a n n sandten aus ihrem Ilrlaubsausenthalt telegraphisch Glückwünsche. Weiter sandtenTelegramme: Reichsgerichtspräsident Dr. Simons namens des Reichsgerichtes, Generaldirektor Oeser namens der Reichsbahn, sowie zahlreiche führende Persönlichkeiten des deutschen Wirtschaftslebens, der Preise und der Politik, sowie die Landtags- und Reichstagsfraktionen. Ferner übermittelten Glückwünsche verschiedene Universitäten und Hochschulen. Studentenschaften, zahlreiche Körperschaften des öffentlichen Rechts, das Rote Kreuz und viele Verbände und Vereine, insbesondere solche militärischer Art. Ramens des österreichischen Bundesheeres hat der Bundesminister Dr. Vauguin. namens der ungarischen Regierung, der Reichsverweser Horthy telegraphisch Glückwünsche übermittelt. Der Präsident der Freien Stadt San» z l g gedenkt in seinem Glückwunschschreiben der Tatsache, daß heute vor 60 Jahren in Danzig der Reichspräsident seine militärische Laufbahn begann. Vom diplomatischenKorps haben der apostolische Runttus. Monsignore P a c e l l i und der türkische Botschafter Kimal Eddin Sami Pascha brieflich, der englische Botschafter und seine Gemahlin, ferner der spanische. der russische, der französische und der italienische Botschafter und die Missionschefs zahlreicher Gesandtschaften durch persönliche Besuche dem Reichspräsidenten Gratulationen zu dem heutigen Tage übermittelt. Die Beisetzung August Thyssens. TU. Kettwig. 7. April. Auf allen großen Zechen des Industriegebietes sammelten sich in den Mittagsstunden die Teilnehmer an der Trauerfeier für August Thyssen. Von dem wuch- ttgen Bergfried des altertümlichen Schlosses Landsberg wehen die Trauerwimpeln. Auf dem Wege nach dem Friedhof hatten die Mitglieder der Knappenvereine in Dergmannstracht mit umflorten Grubenlampen, die Beamten- und Arbeitervereine des Tyssenwerkes und Tausende von Zuschauern Aufstellung genommen. Im gro- - hen Saal des Schlosses nahm Kardinal Schulte, Erzbischof von Köln in schlichter Form Einsegnung der Leiche vor und gedachte in seiner Ansprache der groben wirtschaftlichen Erfolge Thyssens, der auch ein treuer Sohn der Kirche -»war. Anwesend waren Vertreter des Reichspräsidenten und der Ministerien, der Oberpräsi, dent der Rheinprovinz und zahlreiche führende Persönlichkeiten der Wirtschaft. Gleichzeitig unterbrachen sämtliche Werke Thyssens zum Zeichen der Trauer für fünf Minuten ihren Betrieb. Mtt einem Gebet schloß die Feier. Während die vereinigten Gesangvereine der Thyssenwerke einen Pfalm vortrugen, wurde der Sarg auf den Leichenwagen gehoben und der Zug, in dem sich sehr viele Fahnen befanden, setzte sich zum Friedhof in Bewegung. Auf dem Wege zum Grabe bildeten Werksangehörige, Bergknappen in Galauniform mit umflorten Grubenlampen, Eisenbahn und Feuerwehr der Werke Spalier. Auf dem auf Bergeshöhe gelegenen Waldfriedhos wurde August Thyssen in einem einfachen Grabe zur letzten Ruhe gebettet. Einspruch gegen die Hinausschiebung der Biersteuererhöhung. Berlin, 7. April. (Wolfs.) Der Kommissar für die verpfändeten Einnahmen hat auf Grund von Ziffer 11, Kap. III der Hnteranlage I zu Anlage 1 des Londoner Schlußprotokolls Einspruch gegen die Hinausschiebung der Biersteuererhöhung bis zum 1. Ianuar 1927 eingelegt, lieber die grundsätzliche Frage der Auslegung dieser Besttmmung entstanden zwischen der Reichsregierung und dem Kommissar Meinungsverschiedenheiten, die nach beidersettiger Uebetein« fünft durch einen im Londoner Protokoll für solche Fälle vorgesehenen Schiedsrichter entschieden werden sollen. Unter der beiderseitigen Voraussetzung, daß diese Entscheidung bis zum 30. Iuni 1926 gefällt sein wird, hat der Kommissar seine Zustimmung zu der Hinausschiebung der Biersteuererhöhung bis zu diesem Zeitpunkt erteilt. Deutschland fordert Kolonien. London, 7. April. (TU.) Der Berliner Berichterstatter der „Times" teilt mit, daß auf Grund offiziöser Erklärungen der Wilhelmstraße d i e Stellungnahme der Berliner Regierung zu den Kolonialfragen folgende sei: In Ko- lonialfragen ist die öffentliche Meinung so empfindlich und zugleich so entschlossen wie bezüglich bet Wiederaufnahme der kolonialpolitischen Tätigkeit zu dem frühe st möglichen Zeitpunkt. Dr. Stresemann hat die Forderung nach Kolonien wiederholt als einen Teil der deutschen Arbeit innerhalb des Völkerbundes bezeichnet. Da der Völkerbund die Nationen in solche einteile, die unfähig ober fähig' feien, Mandate zu erhalten, müsse sich Deutschland zur letzteren Gruppe rechnen. Der Korrespondent unterstreicht dann, daß die Strese- mannpresse gestern abermals festgestellt habe, daß Deutschland sofort nach seinem Eintritt in den Völkerbund Kolonialmandate verlangen werde. Marokko. Paris. 7. April. (WTD.) Ministerpräsident Driand hatte gestern nachmittag auf seinem Landsitz Cocherel, von wo er heute vormittag wieder nach Paris zurückgekehrt ist, eine lange Unterredung mit Kriegsminister P a i n - lev 6 und dem Generalresidenten Steeg. Bri- and hat heute vormittag den spanischen Fotsch a f t e r empfangen und ihm die Ansicht der französischen Regierung mitgeteilt, damit ein Abkommen zwischen Frankreich und Spanien auf wirkungsvollen Grundlagen im Hinblick auf einen dauerhaften Frieden in Marokko erzielt werden könne. Heber die Lage in Marokko laufen hier die widersprechendsten Gerüchte um. die um so größere Rervosität Hervorrufen, als es die französische Regierung unterläßt, wahrheitsgetreue Angaben über beit Stand der Vorbesprechungen mit Abd ei Krim in die Oeffentlichkeit zu bringen. Wenn die Rachricht über die Proklamation des heiligen Krieges zutrifft, die noch keine Bestätigung gefunden hat, so bedeutet das, daß die Friedensverhandlungen abgebrochen sind und eine Entscheidung nur durch Waffen herbeigeführt werden kann. Andererseits erregt das Ausbleiben von Rachrichten über den Fortgang der Offensive in Syrien, die vorgestern auf der gesamten Front des südlichen Libanon mit großem Trup- peneinsah auf genommen wurde, gewisse Beunruhigung. „Paris mibi" zufolge hat bas Kriegsministerium seit gestern früh noch keinerlei Mitteilung aus Damaskus erhalten. Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident hat in einem Schreiben an den Reichsfinanzminister seinen Dank und seine Anerkennung dafür ausgesprochen, daß es in diesem Jahre der vereinten angestrengten Arbeit des Reichsfinanzministeriums, des Reichstages und des Reichsrates zum erstenmal seit 13 Jahren wieder gelungen ist, trotz mannigfacher Schwierigkeiten das Reichshaushaltsgesetz rechtzeitig zu verabschieden und so der Wirtschaft des Reiches die gesetzmäßige Unterlage für das neue Rechnungsjahr zu geben, daß auch die der Linderung der Notlage unserer Volkswirtschaft dienenden Steuergesetze trotz anfänglicher parlamentarischer Schwierigkeiten von der großen Mehrheit des Reichstages verabschiedet werden konnten. In dem Prozeß gegen den Staatsanwaltschaftsassessor a. D. Kußmann und den Hauptmann a. D. Knoll, die im Zusammenhang mit der Bar- inat-Kütisker-Affäre wegen Beiseiteschaffung von Urkunden angeklagt wurden, erfolgte in der Hauptverhandlung Freisprechung der beiden Angeklagten mit der Begründung, daß nichts erwiesen sei, was die Anklage rechtfettigen könne. Der japanische Marine-Gesetzentwurf sieht eine Erhöhung der gegenwärtigen Flugzeuggeschwader von 12 auf 28 Geschwader vor. Bei einem Streik von mehreren tausend Daumwollarbeitern in Guripur bei Kalkutta, der wegen tödlicher Mißhandlung eines Kulis durch einen Europäer ausgebrochen war, wurden von streikenden Arbeitern vier Europäer verwundet. Truppen halten die Ordnung aufrecht. Kunst und Wissenschaft. August Sperl f. Rach einer Blättermeldung aus Würzburg ist dort der Romandichter Dr. August Sperl im 64. Lebensjahr gestorben. — Sperl, geboren am 5. August 1862 zu Fürth, wandte sich nach abgeschlossenem Studium der Archivarlaufbahn zu, arbeitete zuerst in Amberg, später in Castell und aus Schloß Trausnitz ob Landshut, zuletzt als Reichsarchivrat und Archiv- direktvr in Würzburg. 1893 erschien Sperls erster Roman, „Die Fahrt nach der alten Urkunde", ein Werk, das man mit der Erzählerkunst Adalbert Sttfters verglichen hat. Mit gutem Recht wurden in starken Auslagen ferner weit verbreitet und bekannt „Die eoöhne des Herrn Budiwoj" (1897), „Hans Georg Portner" (1902), „Kinder ihrer Zeit" (1906), „Aichiza" (1909), der Studenten- roman „Burschen heraus" (1913; vielleicht die stärkste Leistung Sperls). Von neueren Arbeiten seien genannt „Der Archivar" (1921) und „Ahnenbilder und Iugenderinnerungen" (1923). Die moderne, deutsche Literatur verliert in August Sperl einen ihrer besähigsten Erzähler. Dem historischen Roman hat seine Liebe bis zuletzt gehört. Evangelischer Reichselterntag. Im historischen „Schwarzen Bären" in Jena wurde in Anwesenheit von ca. 200 Delegierten der Elternbünde und der großen evangelischen Lehrerund Frauenorganisationen, sowie von Vertretern der staatlichen und kirchlichen Behörden des Reiches und der Länder der vierte evangelische Reichseltern- tag durch den zweiten Vorsitzenden des Reichs- elternbundes, Senatspräsidenten Radtke, Berlin, feierlich eröffnet. In einer einstimmig angenommenen Entschließung ersucht der evangelische Reichselterntag die Reichsregierung, unverzüglich den angefünbigten Entwurf eines Reichs- fchulgesetzes vorzulegen, das den Eltern gibt, was ihnen nach der Reichsverfassung znkommt. Dabei erklärt der Elternbund, daß für ihn nur eine Lösung der Schulfrage annehmbar ist, die der sogenannten Gemeinschaftsschule keine Vorzugsstellung als Regelfchule zuerkennt. Die evangelische Elternschaft erwartet, daß die Reichsregierung ihren wiederholten Zusagen entsprechende und dabei dem evangelischen Erziehungswillen die ihm gebührende Achtung entgegenbringe. Tagung bet Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Die 50. bis zum 10. April währende Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie wurde in Berlin unter dem Vorsitz des Ehrenvorsitzenden Geheimrat Werner Körte mit einer Festsitzung eröffnet. Aus allen deutschen Gauen und aus dem Auslande waren neben überaus zahlreichen Mitgliedern auch verschiedene Ehrengäste, darunter Oberbürgermeister Dr. Böß, erschienen. Der durch die Feierlichkeiten anläßlich se'.nes Militärjubiläums am Erscheinen verhindette Reichspräsident hatte der Gesellschaft ein Begrüßungsschreiben übersandt. Don Vertretern der schweizer, schwedischen, norwegischen und russischen chirurgischen Gesellschaften wurden Adressen über» bracht und verlesen. Die Stadt Berlin hat der Gesellschaft eine Plakette zum Geschenk gemacht und außerdem einen Betrag von 10 000 Mk. für die Werner-Körte-Stiftung bewilligt. vom Internationalen Kongreß für das Retlungs- roefen. Auf dem 3. Internationalen Kongreß für das Rettungswesen und die erste Hilfe bei iln- glücksfällen, der unter dem Ehrenvorsitz des Prinzgemahls der Riederlande im September in Amsterdam abgehalten wird, werden die Regierungen von Deutschland, Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Ror- toegen, Oesterreich, Spanien und Chile durch offizielle Abordnungen vettreten sein. Währmd des Kongresses soll ein internationaler Wettstreit in der Gewährung derer st en Hilfe bei Unglücks)ällen abgehalten werden. Ferner werden Vorführungen der ersten Hilfe bei einem fingierten Schiffbruch an der Küste von Hoek van Holland und bei einem fingierten Eisenbahnunglück in der Umgebung Amsterdams stattfinden. Für die Kongrehberatung sind 30 bis 40 Vorträge bekannter Fachleute vorgesehen. Aus aller Wett. Schweres Explosionsnnqlülk. In den Sulfit- und Zellulosefabtiken von hoeich & Co. in Heidenau b. Dresden explodierte ein Zellulosekocher mit einem Inhalt von etwa 160 Kubikmeter, wodurch das Kochgebäude zum Teil zerstört wurde. Es wurden 10 Tote und 20 verletzte geborgen. Bei mehreren verletzten ist das Augenlicht durch die schweren Schwefelvergiftungen schwer gefährdet. Der Bekleb der Fabrik ist auf längere Zeit unterbrochen. Man hofft, die Belegschaft in anderen "Produktionszweigen unterbrin- gen zu können. Petroleumexplosion in Kalifornien. In San-Louis Obispo schlug der Blitz in vier der Union Oil Compagny gehörende Petroleumreservoirs, die insgesamt 3 700 000 Baril Petroleum hatten, ein. Das Petroleum explodierte. Hunderte von Menschen sind zur Zeit damit beschäftigt, Dämme aufzuwerfen, um zu verhindern, daß sich der Brand auf fünf kleinere Reservoirs ausdehnt. Durch die Explosion wurden Hunderte von Fensterscheiben zertrümmert und die ganze Stadt erschüttert. Der Brand ist wohl der größte in der bisherigen Geschichte der Petrvleumindustrie. Eine Schreckensfahrt auf der Mittenwaldbahn. Bei dem Mittagszug der Mittenwaldbahn fehlte am Mittwoch auf der Motorlokomotive der 2. Führer. Der einzige Lokomotivführer stürzte hinter Partenkirchen im Loisachtal von der Lokomotive und der Zug rollte führerlos mit ständig wachsender Geschwindigkeit das Gefälle in der Richtung Ehrwald hinunter. Die Geschwindigkeit des Zuges erhöhte sich immer mehr, bis unterhalb der Haltestelle Schanze der Zugführer die Rotbremse zog. Die elektrische Maschine sprang aus dem Gleis und fuhr in den etwa ein Meter tiefen Böschungsgraben. Der nachfolgende Packwagen und drei Personenwagen entgleisten und stürzten um. Dabei erlitt eine Person einen schweren Schädelbruch; vier weitere Personen wurden leicht verletzt. Der Lokomottvsührer war von einem Unwohlsein befallen worden. Bei dem Versuch, die Tür der elektttschen Lokomotive zu öffnen, fiel er heraus und wurde später bewußtlos mit einer Kopfverletzung neben den Gleisen aufgefunden. 3n eine Schar spielender Kinder gefahren. In Saarbrücken fuhr in dem Stadtteil Bürbach ein Chauffeur in übermäßig schnellem Tempo in eine Schar spielender Kinder. Ein 15jähriger Lehrling wurde auf der Stelle getötet. Zwei Schulkinder wurden schwer verletzt. Der Kraftwagenführer wurde verhaftet. Ein neuer Erdrutsch bei Kassel. In noch größerem Umfange als kürzlich in Knickhagen hat sich jetzt in Breitenbach (Landkreis Kassel) ein Erdrutsch bemerkbar gemacht. Mehrere hundert Meter weit haben sich Risse in der Erde bemerkbar gemacht. Es war nur ein Glück, daß an der betroffenen Stelle keine Häuser standen, sonst wäre ein großes Unglück entstanden. Großer Schaden durch einen Kugelblitz Während eines Gewittersturmes wurden in Palmers Green (England) durch einen Kugelblitz ca. 25 Häuser beschädigt, sämtliche Fensterscheiben zerbrochen und drahllose Empfangsapparate zerstört. Die älteste Einwohnerin Kassels gestorben. Die älteste Einwohnerin der Stadt Kallel, Frl. Natalie Spängenoerg, die als Tochter des kuihessischen Generals Spangenberg einer alten hessischen Familie entstammt, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Ausgebrochene Strafgefangene. Von einem auf dem Gutshof in Zinsendorf untergebrachten Arbeitskommando der Siegburger Strafanstalt find fünf Strafgefangene e n 11 a u • f c n. Trotz der sofort aufgenommenen Verfolgung ist es bisher nicht gelungen, die Flüchtlinge zu fassen. wegen Arbeitslosigkeit in den Tod. Bei Essen wurde im Walde eine männliche und eine weibliche Leiche mit Kopfschüssen aufgefunden. Die Toten sind zwei junge Menschen im Alter von 20 bis 25 Iahren. Bei dem Mann wurde ein Zettel gefunden, auf dem stand, daß beide aus Rot infolge Arbeitslosigkeit in den Tod gegangen sind Die Kölner Mordtat. Der Mord an dem Kölner Architekten Oberreuter hat eine geradezu sensationelle Wendung genommen. Wie die Kriminalpolizei mitteilt, ist die Frau des Ermordeten mit dem Mörder, ihrem Hausärzte Dr. Bröcher, geflüchtet. Die Vermutung, daß es sich dabei um ein Komplott gehandelt hat, findet damit ihre Bestätigung. Ob der Arzt aus Eifer- suchts- oder selbstsüchtigen Gründen, da Frau Oberreuter sehr vermögend ist, gehandelt hat, dürfte die Untersuchung ergeben. Dingsestmachung einer Falschmünzerbande. In Hannover ist es der Kriminalpolizei endlich gelungen, eine schon lang gesuchte Falsch- münzerbande zu ermitteln und festzunehmen. Die Bande hatte dort eine Falschmünzettverkstätte eingerichtet zwecks Herstellung von Dreimarkstücken, die hauptsächlich in Frankfurt a. Main, Kassel, Rürnberg. Hannover und anderen Städten in den Verkehr gebracht wurden. Es wurden zahl- 1 reiche Formen, sowie fertiget und unfertiges Material vorgefunden und beschlagnahmt. Insgesamt wurden acht Personen fe st genommen. Es sind meist jüngere Leute, darunter ein Maler, der als Führer der Bande in Frage kommt. Die Falschmünzer geben an, etwa 900 falsche Dreimarkstücke in den Verkehr gebracht zu haben. Doch geht man in der Annahme nicht fehl, daß eine diese Zahl weit übersteigende Menge an den Mann gebracht worden ist. Unterschlagung im polnischen Heere. In der Militärautowerkstatt in Iaroslaw wurde eine sich auf drei Jahre erstreckende Unterschlagung aufgedeckt. Der Cyef der Werkstatt, ein Major sowie ein Oberleutnant wurden verhaftet. Nach den bisherigen (Ermittlungen soll es sich um über 25 Millionen Zloty handeln. Den Bruder erstochen. In Erlenbach (Rheinpfalz) brachte im Verlaufe einer Auseinandersetzung zwischen zwei Brüdern der Karl Barth seinem Bruder Daniel einen Stich in die Herzgegend bei, an dessen Folgen der Verletzte im Krankenhaus in Kaiserslautern verstarb. Der Täter stellte sich freiwillig der Polizei. Kits der provinzialhaupistadt. Gießen, den 8. 2lpril 1926. Der Arbeitsmarkt im nördlichen Oberhessen. Im Bereiche des Arbeitsamtes für das nördliche Oberheffen, zu dem Stadt und Kreis Gießen und die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten gehören, hat sich die Arbeitsmarkt- läge im Laufe des Monats März immer noch verschlechtert. Die ungünstigere Gestaltung ist mit dem andauernden wirtschaftlichen Rückgang in Industrie und Gewerbe zu erklären. U. a. hat der Verein für chemische Industrie seinen betrieb Friedrichshütte bei Laubach gänzlich ft i 11 g e l e g t, wodurch 78 Arbeiter in den letzten Tagen des März zu Entlassung kamen. Zur Linderung der Not werden in einer Anzahl Gemeinden Notstandsarbei- t e n der verschiedenster Art ausgefühtt, die von dem Arbeitsamt nachdrücklich gefördert werden. Im einzelnen ist auf Grund der Zählungen zu berichten: Stadt Gießen: 1. April: 524 Hauptunter- ftühungsempfänger, 610 ZufchlagsempfängLr (am 1. März: 487 bzw. 672). Kreis Gießen: 1. April: 1826 Hauptunter- stützungsempfänger, 1848 Zuschlagsempfänger (am 1. März: 1564 bzw. 1902). Kreis Alsfeld: 1. April: 567 Hauptunter- ftützungsempfänger, 782 Zuschlagsempfänger (am 1. März: 585 bzw. 970). Kreis Lauterbach: 1. April: 214 Sjaupt- Unterstützungsempfänger, 357 Zuschlagsempfänger (am 1. März: 204 bzw. 352). Kreis Schotten: 1. April: 398 Hauptunter- stützungsempfänger, 925 Zufchlagsempfänger (am 1. März: 309 bzw. 638). Insgesamt: 1. April 3529 Hauptunter- ftützungsempfänger, 4522 Zufchlagsempfänger, gegen 3.-1 bzw. 4534 im 1. Mürz. Die Reichsgesundheilswoche. Das Hess. Landesamt für das Bildungswesen hat an die Kreis- und Stadtschulämter und die Direktionen der höheren Lehranstalten, sowie an die Lehrer und Lehrerinnen der Volks- und höheren Schulen ein Ausschreiben gerichtet, in dem es unter anderem heißt: In der Reichsgesundheitswoche vom 18. bis 25. April soll der Versuch gemacht werden, die Aufmerksamkeit unseres Volkes in erhöhtem Maße auf die Fragen der Gesundheitspflege zu lenken. Auch für die hessischen Schulen dürfte es sich empfehlen, die mancherlei Anregungen, die diese Woche bieten wird, für die Gesundheitspflege in Schule und Haus nutzbar zu machen und auch ihrerseits das Verständnis für die Reichs- gesundheitswoche, ihre Aufgaben und Ziele xu fördern. Auch ohne wesentliche Aenderung und Störung des regelmäßigen Schulbetriebs wird es möglich sein, in geeigneten Lehrfächern wertvolle Anregungen zu geben. Von den Lehrern darf angenommen werden, daß sie nach Kräften bei der Bekämpfung der Volkskrankheiten und zur Erzielung einer gesundheitlichen Sebensgeftaltung durch Vorbild und Lehren mitzuwirken bereit find. Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 33, Käse 50 bis 140, Wirsing 30, Weißkraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 20 bis 25, Spinat 45 bis 50, Grünkohl 40, Feldsalat 120 bis 150, Tomaten 150, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 40, Rhabarber 30 bis 40, Aepfel 15 bis 30, Tauben 70 bis 80, junge Hahnen 110, Suppenhühner 110 Pf. das Pfund; Eier 10 bis 12, Blumenkohl 60 bis 200, Salat 30 bis 60, Salat» gurken 150, Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bi- 70 Pf. das Stück; Radieschen Dd. 30 Pf. Wettervoraussage. Wolkig mit Aufheiterung, bei südlichen bis westlichen, teilweise auffrischenden Winden nur mäßig warm, einzelne Niederschläge. Don Nordwesten her sind breite Tiefausläufer nach Mitteleuropa vorgedrungen. Zwar tritt über den britischen Inseln wieder Druckanstieg ein, jedoch wird der Zustrom von feuchter westlicher Luft damit nicht unterbrochen, so daß das veränderliche Weller, das nach dem Vorübergang des gestrigen kräftigen Teilwirbels eingetreten ist, noch fortbauert. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 20 Gr. Celsius, Minimum: 9,7 Grad Celsius. Niederschläge: 1,3 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 11,7 Grad Celsius. Bornotizen. — Tageskalender für Donners- t a g. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zirkus". — Astotta-Lichtspiele: „Rivalen". — Der Lahnhöhenbund veranstaltet zu Werbezwecken in einer Reihe von Ortschaften Lichtbildervorträge über die Lüneburger Heide mit anschließendem Vortrag des 1. Vorsitzenden über „Das Wandern". Der L. H. D. steht im Dienste der Jugendpflege, seine Bestrebungen verdienen ernsteste Beachtung und Förderung. (Siehe heutige Anzeige.) — Deutsche Einheitskurzschrift. Der Gabelsberger Sienographen-Verein v. 1861 1. April: 214 häuft Zuschlagrempfällger Soffst t in e> «!•»« «er u"ttr. “rbe,^* . ein 8KS "ichshütte be V °>°durch 78 Sh. d" Arz zu En,. Jn9 der Not werden otllanbsorbei. 'SGHrl, die von dm werden. 'd der Zählungen zu ril: 524 chauptunler- Ilagsenipsänger (am il: 1826 f)auptunter= hlagrempiangei (qm Kit: 567 hauptunter- chlogsempsänger (am pril: 398 hauptunler- hlagsempfänger (am 3529 Hauptunlen 'agsempfänger, gegen )Msrvvchr. a Dildungswestn Hal unter und die Ml- en, |owit an die Leh- s- und höheren ochu- in dm es unter an- iheitswoche vorn Versuch gemcht wtt- es Bolles in erhöhtem sundheitspflege ssischen Schulen mncherlei Anregungen. für die Gesundheits- i s nutzbar zu machen indnis für die W1 jen und Ziele wfor- Aenderung und vto- betriebs wird es wog- lächern wertvolle An- n Lehrern dar ungc- ji ArSsten bei der Be- en und M -itatong durch Dorbild -it sind. Marktpreise. utigen Dochenmr^ zg bis 35, Stafe 50 nut 25, Rotkraut 30, «■Ä:®? i 40, 21*! IS W ;»so P> i Mnden nur maß 8 .. -piefausläuser 0 bre,Lr ritt.K rgen. in edoch daw't er üßeüer. Mr Jfj$ •**, 'Reibe t)on ^beMl> 4 1 DoElVienstt W ’Üiene« ,dcru"g- h-ÜÄeret" :ap9en Kirche und Schule Wege zum wirtschaftlichen Wiederaufstieg Amtsgericht Gießen. ir Acbt-n »U luf dJf« WNS Sq gut wie Continental-Reil en! WM ] Wetzlar, 7. April. Die hiesige evan» gelische große Kirchenvertretung hat dieser Tage den Etat der Kirch en gemeinde Altwetzlars verabschiedet. Au« den mitgeteilten Zahlen geht so recht die /verarm ung der ReligionSgesellschasten, besonder« der evangelischen Kirche, durch die 3n* Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeindea. Gottesdienst der tfr. RettgtonSgesellschaft. Sabbatfeier, den 10. April 1926. Freitag abbß. 6.45, Samstag vorm. 8.00, nachm. 4.00, Sabbatausg. 8.00, Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 6.30. 20 Mark. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (2luS der »Radio-Umschau".) Jtelfag, 9. April: Contfaeiül.XegM» mintel. RtgenhMt ued Sport bcldeidMeg punmlat und W pri der Damenveretn „Gabelsberger" eröffnen am Mm tag, 19. April, abends 7 Uhr, in der Dezirks- schule (Westanlage) einen Anfängerlehrgang für Damen und Herren. Ein Fortbildungskursus beginnt am gleichen Tage abends 8 Uhr. Räheres siehe heuttge Anzeige. verlangten Preisabbau zur Folge haben wirb. Auf welchen Wegen bieses Ziel zu erreichen ist, muß Ausgabe und Gegenstand ernster Erwägungen der Wirtschastskreife selbst und ihrer berufenen Organisationen fein. Für die staatliche Hilfe muß die Beseitigung aller He m m u n g e n u no i Während vor dem Kriege da» Wider st ände, welche heute noch dem wirtschaft- I einzelnen Pfarrkasten «in liehen Wiederaufbau bewußt ober unbewußt ent- > ------ - «■-------- ,OA nnT1 gegengeftellt werden, Zielrichtung fein. Und da ift als erstes zu fordern, daß die Reichsregierung fein Mittel unversucht läßt, um eine Herabsetzung der Reparationslasten in einer für bie Wirtschaft tragbaren Hohe zu erreichen. Als zweite wichtige Forderung auf außenpolitischem Gebiete muß die Wiederherstellung geordneter Hanbelsbezie. Hungen zum A u s l a n d e , wie sie vor dem Kriege bestanden haben, ausgestellt werden. Es sind •• Eine Sitzung des Provinzial- ausschusfes der Provinz Ober Hessen findet am kommenden Samstag, 10. April, vormittags 8.30 Uhr beginnend, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage der Emma König zu Selters gegen das Kreisamt Büdingen auf Aufhebung des Bescheids wegen Der- iagung des Wandergewerbescheines für 1926. 2 Antrag des Kreisamts Gießen auf Unter- aquna des Gewerbebetriebs des Trödlers Peter 5>eß zu Gießen, Bahnhofstraße 20. 3. Gemeinderatswahl zu Lewhecken; hier: Berufung Dr. Ricolay in Leidhecken gegen Daß Etrtcil des Kreisausschusses des Kreises Büdin- en vom 5. Dezember 1925. 4 Klage beß > med. Max Oppenheimer in Fried- 1 - r g gegen die Stadt Friedberg wegen Anforderung einer Gebühr durch das Städtische Wohnungsamt. . " Lustpost Frankfurt — Grehen — Dassel. Das Postamt schreibt uns: Die Luft- prsi Franlfurt—Gießen—Kassel wird auch Dorn' Postamt Giehen zur Beförderung von Luftpostsendungen benutzt werden. Zugelassen sind gewöhnliche und eingeschrieben« Briefsendungen jeder Art und gewöhnliche Pakete, die in keiner Ausdehnung"60 Zentimeter überschreiten. Alle Luftpostsendungen müssen die deutliche Bezeichnung „Mit Luftpost oder „Mit Flugpost" tragen. Die Luft- Postgebühren, die neben den gewöhn- . lichen Postgebühren zu enttichten sind betragen für Postkarten und für Briefe brs 20 Gramm: 10 Pf., für Pakete bis 1 Kg.: 2 Mk. Die für schwerere Sendungen nach der Gewichtsabstufung zu entrichtenden Luftpost- gebühren sind bei den Postanstalten zu erfahren. Es empfiehlt sich, die Luftpostsendungen ganz oder teilweise (neben den gewöhnlichen Postwertzeichen) durch Luftpostmarken freizumachen, ian sie besser zu kennzeichnen. Die Sendungen Nüssen beim Postamt 1, Bahnhofstraße, für die Flüge nach Kassel spätestens um 9 Uhr vormittags, für die Flüge nach Frankfurt a. M. spätestens um 12'/° Uhr nachmittags vorttegen. ganz erhebliches war, sind Heuer nur 130 MI. als Zinsen vom Dermögen eingesetzt. Schwer geschädigt wurde die Gemeirwe u. a. durch bie zwangsweise Enteignung großer Ländereien für Wohmsiedelungen. deren Wert durch die Inflation ganz vernichtet worden ist. Der Etat, der in Einnahme und Ausgabe mit rund 47 000 Mk. abschlieht, basiert daher auf dem Ertrag an Kirchensteuern, die wieder mit 15 Proz. zur Erhebung kommen sollen. Don dies«n w,.-.— , ‘ Betrag sind allein mehr als di« Hälfte für wohl beachtenswerte Anfänge in dieser Beziehung provinzial- und landesttrchüiche Zwecke abzusüh- gemacht worden, aber sie haben nicht immer flu bem I reTtj sodaß für die Bedürfnisse der Gemeinde gewünschten Ziele geführt, und auch nicht fuhren s^'st wenig übrig bleibt. Dabei ist bei der können, weil es an einem für bie Handelsvertrags heutigen schlechten Wirtschaftslage noch mit Verhandlungen geeigneten Instrument, nämlich ein€m großen Ausfall an Steuern zu rechnen einem Zolltarif, bisher gefehlt hat. Hierbei dürfen beider konnten bei dieser schwierigen Lage keine dir deutschen Unterhändler Schlagwörtern wie Summen für die weitere Wiederherftel- „Freihandel" auf ber einen Seite unb lung der unteren Stadtkirche eingesetzt zoll" auf ber anberen Seite keinerlei Gehör schen- werben, Heren Dach wenigstens ifn vorigen Jahre ken, sondern das allgemeine Wohl der deutschen erneuert werden konnte. So wird diese Volkswirtschaft muß bie alleinige Richtschnur für ihr ^srche, wie feit mehreren Jahren, weiter als Hanbeln fein. v v Ruine stehen bleiben müssen, Auf innerpolitischem Gebiete sind es der Wünsche gar viele, deren recht baldige Ersullung eine Notwendigkeit ist, wenn die Wirtschaft wieder erstarken unb Deutfcfjlanb bie alte Grobmachtstellung , - Gießen, 6. März. Ein vielfach vorbestrafter wieder einnchmen soll. „D e r G e i st t ,t e s , o e r ob ber Fabrikant nicht bereit sei, eine meinen jenen Geist, der sich frmacht von der 3ur Reise eines in Rot befindlichen jungen heute unser ganzes öffentliches Leben durch m d m der sich an ihn, den Pfarrer, gewandt habe, zersetzenden ft a a f o j i,cilrMJen Ged°n ^'^ch^erlln zu geben. Der junge e n m e l t bie iebem S^^burger ein verbrieftes ^Qnn ftGmmc ÜU5 einem in der Nähe gelegenen Recht auf Arbeit und Lebensunterhalt gibt, die un- ,eim? Familie habe früher zu der Firma des sere Parlamente 'N Reich, ^dern und Gemeinden 5r^rifanten in näheren Beziehungen gestanden, beherrscht unb es deshalb nicht dazu kommen Iah, ^ochbem letzterer über die Familie des jungen dak die Gesetze ""d Verordnungen trs. von Rrannes bei seinem Werkmeister Erkundigungen einallen parteipolitischen Gesichts punk. |anbte er tatsächlich 10 Mk. an einen t c n unb n u r bi ft tert von bem 9 Pfarrassistenten, bei dem sie dann ber Bäckergeselle mein wohl geschafsen .^rden. Die Ersullung Spätere Rückfragen des Pfarrassistenten, dieser Grundforderung ?^dann folgenchtig DQn bem gan3en Sachverhalt keine Ahnung hatte, und automatisch die.Derw'rkllchuny^aller andere bej bem ^farrer deckten den Schwindel auf. Es ge- £0^9™, welche bie Wirtschaft 'M Interesse der Bäckergesellen, der natürlich gar nicht nach Gesamtheit zu stellen hat, »ach sich Ziehen als da « gefahren war, festzunehmen. Dieser hat sich sind: eine wesentliche Verminderung der Betrügereien ähnlicher Art in anderen Ausgaben m ^ich' Ländern unb Albten zuschulden kommen lassen. Da er nach dem der unerträglichen Steuerlasten, ber Joralen Av- sackoerständiqen Gutachten des Gerichtsarztes etwas gaben, ^r Eifenbahnfrachtem der Gebuhr^ schwachsinig 'ist, wurde er trotz feiner vielen Vor- Zo.st und Telegraphie und schließlich . strafen wegen Rücksallsbetrugs unter Annahme m l- oÄ d--nd»Umst°nd- 3u «M°na,en @efan9n,5 nisvollen Lohn- und Tarifpolitik ber I öerurteiu. . .... . Gewerkschaften, über welche der Staat immer noch feine schützende Hand hält. Aber noch eines, und wahrhaft nicht als letztes, ist notwendig und kann nicht oft und scharf genug gefordert werden: Das deutsche Volk muß wieder zur Einfachheit und Sparsamkeit ....... muß Allgemeingut werden, daß wir ein armes Volk geworden sind, unb daß keine Volksschicht für sich den Anspruch darauf erheben darf, seine Lebenshaltung so wie vor dem Kriege zu gestatten. An dieser allgemeinen Erkenntnis mangelt es aber leider noch gar sehr, und darum muß das Volk durch strenge Mittel dazu erzogen werden. galten aber erst Einfachheit und Sparsamkeit von neuem Einkehr im deutschen Volke, dann wird auch die Kreditnot, unter welcher die gesamte Wirtschaft so sehr leibet, roieber allmählich behoben. Möbel Betten preiswert auf Teilzahlung. 03*41 J. Jttmann Inh. A. Bromlik Bahnhofstr. 2Ä. Schule iernudeln gibt’» gar riete doch die betten dind tVn Gießen, den 7. April 1926. 818‘D Die Beerdigung findet Freitag,9 April, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Die Totenmesse ist Freitag vormittag 8'/, Uhr in der Gießener Pfarrkirche. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Tante und Schwester Maria Schollmeyer im Alter von 74 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hans Kratz. Gießen, den 8. April 31631) 1926. Namen der Hinterbliebenen. Josef Chambrö. Dank aussprechen. Im Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Mutter Frau Lisette Chambre möchten wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Hungen, den 7. April 1926. 3137D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir allen innigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Listmann und Kinder. ffiz/MA ^ONNA Corsettenhaus Geschw, Aron Gießen, Seltersweg 71 zeigt den Eingang seiner WkWM an Hüfthalter 2656d Büstenhalter Reformleibchen Leibbinden jeder Art Hautanain all. Preislagen Betrifft: Gemeinschaftliche Ruhholzver- steigerung in Groh-Rechtenbach am 22. März 1926. _ Die Versteigerung für die Gemeinden Hörnsheim. Lützellinden. Münchholzhausen. Vollnkirchen. Volpertshausen und Weidenhausen ist genehmigt. Bei der Gemeinde Groh-Rechtenbach erstreckt sich die Genehmigung nur auf das Eichenstammholz und die Fichten- stangen 1. Klaffe. Die Gemeinde Klein-Rechtenbach hat die Versteigerung nicht genehmigt. Groh-Rechtenbach, den 6. April 1926. Der Bürgermeister. 3142D Backmcke Psd. 25^ 3 Pfd. 70) irisch. Goldbarsch o.K. Pfd. 45 .Pfd. 30-' Psd. 35?> Pfd. 30 Psd. 35 ) »imc Psd. 70-) .Pfd. 75) Metzer Mirabellen die Kilodose. Mk. 1.25 ff. Pflaumen „Helvetia" mit Stein d. Kilod... 85a ohne „ „ „ Mk 1.20 Gemischtes Gemüse die Kilodose... soj feinste junge mittels. Erbsen die Kliodose .. Mk. 1.40 UMrmmid Babubosstr.27, Fernivr.lv3i. Pa. Cabliau o. K. im Ausschnitt ... ff. Seelachs o. K. im Ausschnitt ... fr. Schellsiiiche o. K 2* 2—5 vfllndig . im Ausschnitt ... 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Zugleich ist das milesische Tor ein vortrefflicher Repräsentant der antiken Bühnenwand, denn es hat ganz die Gestalt einer Theaterschmuckwand, und man wird vor diesem Hintergrund, sobald er aufgerichtet sein wird, Komödien des Menander und Plauius so aufführen, als wäre man in einem antiken Odeon. Wie aber würde es aussehen, wenn man mit Schefsler plötzlich den römischen Inhalt des Pergamon-Museums unterdrückte, um dort die Mschatta- Fa sade auszubauen. Es ist geradezu belustigend, diesen Gedanken nachzugehen. Erstens chronologisch: vom Pergamon-Altar sofort ein Sprung von WO Jahren' Sodann: an der Wand eines 18 Meter hohen Saales ein islamischer Schmuckstreifen von nur 5 Meter Höhe — 13 Meter Wandhohe blieben unbenutzt'. Messel hat nicht nur deshalb die Wände so hoch'gehen lassen, weil er den großen Mittelbau seines Museums pylonenartig ragen lassen wollte, er wollle auch für die großen Aufbauten archäologischer Art Wandflächen schaffen. Und zu allem Unglück müßte die Mschatta-^assabe in zwei -.eile zerbrochen werden, die im rechten Winkel zueinander stehen würden. In mehereren Fällen haben die Berliner Museen große Gesamtmonumente in allen ihren Ueber- resten von den Ausgrabungen mitgenommen: den Vergamoii-Altar. das pergamcnische Athena-Propylon mit seinen schönen Waffensricsen (das schon im alten Pergamon-Museum ausgestellt war), das Markttor von'Milet und die Mschatta-Fassade. Die archäologische Wissenschast hätte nicht das geringste dagegen einzuwenden, wenn die Mschatta-Fassade in einem dem Miletsaole benachbarten eigenen Raum unterkäme und dazu noch die parthische Hausfassade von Assur. Aber gegen die Zerstörung der zeitlichen Abfolge der Antike, gegen die Ausschaltung des monumentalsten Zwischengliedes zwi- zu sehr durchdrungen von der unbedingten Notwendigkeit. die Staatsausgaben zu beschneiden und den bayerischen Staat, der ebenfalls wie das Reich und die anderen Länder mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat wieder auf eine gesunde Finanzbasis zu stellen. Ohne Härten geht das selbstverständlich nicht ab, diejenigen, die heute am lautesten protestieren, werden aber schließlich doch einsehen, daß die Reform nicht zu umgehen ist, ebenso wie sie auch im Reich sehr bald kommen muß. Es handelt sich bei den Gegnern des Heldschen Programms in erster Linie um die Städte, die sich schlecht behandelt fühlen. Die Mehrbelastung, die ihnen durch 12ebertragung verschiedener Teile der bayerischen Staatsverwaltung aufgebürdet werden sollen, ist für sie letzten Endes nichts als cm Zwang, auch ihren gesamten Derwaltungs- apparat zu vereinfachen und die im Land begonnene Reform in den Gemeinden zugunsten des gesamten bayerischen Volkes fortzusehen. verwaltungrreform in Bayern. In München ist ein umfangreiches Programm zur Vereinfachung und Verbilligung der bayerischen Staatsverwaltung ausgearbeitet worden, das von dem Gedanken getragen ist, angesjchts der Wirtschaftskrise und der allgemeinen Arbeitslosigkeit die Bedürfnisse des Staates zur Erleichterung des Steuerzahlers auf ein Mini- m u in h e r a b z u d r ü ck e n. So begrüßenswert die Absicht der bayerischen Staatsregierung ist, deii Staatsapparat zu vereinfachen und äleber- flüssiges aus der Verwaltung auszumerzen, so wenig Verständnis scheint die bayerische Bevölkerung für das hohe Ziel, daß sich die Regierung gesteckt hat, aufzubringen. Jedenfalls hat die Veröffentlichung des Reformprogramms einen Sturm der Entrüstung im ganzen Lande ausgelöst, der viel heftiger ist, als man in München erwartet hatte. Roch ehe überhaupt einmal eine vernünftige sachliche und ruhige Kritik sich entwickeln konnte, mußte schon die größte Koalitionspartei, die Bayerische Volkspartei und an ihrer Spitze der Ministerpräsident Held zum Gegenstoß ausholen und nicht nur in einen eindringlichen Appel zur Ruhe und Ver- nunst mahnen, sondern noch viel weiter gehen und mit dem Schicksal der Reform das Schicksal der gesamten Regierung zu verbinden, also das Gespenst einer Regierungskrise an die Wand malen. Ebensowenig, wie das Reform- programin nichts Llnabänderliches ist, ^öensv- wenig bedeutet auch die Drohung mit dem Rücktritt der Regierung, daß der bayerische Ministerpräsident nicht auf den ersten Proteststurin hm die Flinte ins Korn werfen wird. Er ist viel Parteien Mitte Februar dieses Jahres zusammentrat. Da trat in den letzten Tagen vor Kongrehbeginn ein Ereignis ein, welches den Dingen eine Wendung zum Kompromiß geben sollte. Die oppositionellen Senatoren — also fast alle — richteten nämlich an die Regierung ein Schreiben, in welchem sie den Wunsch nach Wiederherstellung des parlamentarischen Regimes ausdrückten, worauf Siwar Pascha an sie die schriftliche Anfrage richtete, welches das Wahlgesetz sei. nach welchem sie eventuelle Rcuwahlen vorgcnommen wünschten. Die Senatoren verlangten hierauf Reuwahlen, nach seinerzeit vom Parlament angenommenen Wahlgesetz im Gegensatz zum unionistischen. Die Regierung beschloß daraus, dem Verlangen der Senatoren nachzugeben. Am Tage nach diesem Regierungsbefchluh trat der Rational- kongreh, welchem von der Regierung kein Hindernis in den Weg gelegt wurde, zusammen. Saglul zeigte sich als S-taatsmann großen Stils: er nahm nämlich in seiner Kongreßeröffnungsrede ..alles zurück und behauptete das Gegenteil". Das heißt, er ließ angesichts des Entgegenkommens der Regierung, seinen Widerstand gegen Reuwahlen fallen. Der Kongreß ging, von schwachen Einwänden abgesehen, blindlings mit ihm. Aegypten steht also vor Reuwahlen, welche in den nächsten Monaten — jedenfalls vor Juni — vorgenommen werden dürften. Zweifellos wird das kommende Parlament überwiegend saglulistisch sein. Damit ist die ägyptische Frage in eme neue Phase getreten. England steht natürlich einem kommenden Regime Sagluls nichts weniger als freundlich gegenüber; das hat jüngst die „Times ausführlich erörtert. Cs wäre denn, daß Saad Saglul gegenüber der Okkupationsmacht eine weniger feindliche Haltung einnimmt. Ob er trotz seiner politischen Klugheit und trotz seiner ungeheuren Autorität tm Volke, von den beiden, den Aeghptern in Fleisch und Blut übergegan» gen en Programmpunkten „Räumung Aegyptens durch die Engländer" und ..Vereinigung Aegyptens mit dem Sudan" absehen kann, oder sie auch nur dauernd zurückzustellen vermag, ohne seine Autorität einzubüßen, ist die große Frage. Immerhin muß man in der Zukunft mit Zusammenstößen des ägyptischen Volkswillens und der Okkupationsmacht rechnen. England scheint sür diesen Fall mit einer Wiederaufri ch° tung des Protektorats drohen zu wollen. Der Kamps ist rein menschlich bedauerlich, der Ausgang desselben — trotz des Kräfteunterschiedes — noch recht ungewiß . haben nun so viel Systeme antiker Bauten in Marmor und Kalkstein geliefert, daß man an prachtvollen Originalstücken die Entwicklung der antiken Baustile verfolgen kann vom 6. Jahrhundert v. Ehr. bis ins 2. Jahrhundert n. Ehr. Dabei ist der altere dorische Stil durch Olympia, der jüngere durch Pergamon vertreten, die ionische Baukunst ist in Werkstücken der großen Hauptmeister und. Lehrer des Vitruv, Pytheos von Priene und Hermogenes von Magnesia repräsentiert. Dann öffnet sich der gewaltige Altarsaal mit seiner glänzenden Verbindung von großer Reliefplastik und feinster hellenischer Säulenarchitektur. Endlich betritt man den Saal der römischen Epoche, in dem der korinthische <5til dominiert. Die Reste des Trajanstempels von Pergamon, Werkstücke der ihn umgebenden Halle, Proben vom Caracalla-Tempel vom Jugner-Tempel und Säulenhöf des syrischen Baalbek bieten sich zum Vergleich dar. Dazwischen sollen Skulpturen von besmiders monumentalen Abmessungen stehen, und den Boden soll ein großes Mosaik mit der Darstellung des Sängers Orpheus schmücken, der von zahmen und wilden Tieren umgeben ist. .Der Rand dieses farbigen Steinteppichs bilden Eroten auf der Jagd- An der Westwand des römischen Saales aber soll sich ein in allen seinen wesentlichen Schmuckteilen vorhandenes Marmortor erheben, das einst den Eingang zum Markt von Milet bildete: ein Tor nut drei Bogentüren und leichten, überraschend elegant wirkenden Säulentabernakeln, zwischen denen große Marmorstatuen stehen werden. Roch lieft man am Eingang dieses Tores den Namen des braven Geldwechslers Isidoras, der hier, „bei den Herrn Milesiern" seinen Stand hatte. Dieses Markttor ist der beste Vertreter des zu barocken Formen neigenden Stiles der spateren Kaiserzeit. Es ist entstanden zur Zeit der schweren Partherkriege des Kaisers Antoninus Pius, und der Kaiser selbst wird dann dar- gestellt sein, wie er den Fuß aus einen gefangenen Parther stellt. Wenn Scheffler in einem früheren Austatz die Formen dieses Tores als provinziell bezeichnet, jo hat er etwas nachgesprochen, was durchaus unzutreffend ist. Milet war für Kleinasien das was heute Hamburg für Deutschland ist. Man braucht nur seine Märkte und sein Rathaus anzusehen. tpetben. „ ,..... 9 Die Liberal - Konstitutionelle Partei, welche unter der Führung Abdel Asis X-ahmy Paschas und Sidky Paschas steht, ist aLöie Partei des wohlhabenden Bürgertums und der Intelligenz. Mmftänbe, welche zwar ihre Bedeutung ausmachen, aber andererseits für lange, nenn nicht für immer die Fühlung mit Den lassen des Volkes ausschliehen. Obwohl sie - I heute in Opposition zur Regierung steht, ist sie als gemäßigteste der Oppositionsparteien vielleicht zur ääebeimahme einer Kompromißregierung prädestiniert, wenn die Umstände «ine solche not- loendig machen, oder zulafsen sollten. Die gegenwärtig regierende, von Siwar Pascha und dem Unterrichtsminister Ali Mäher Pascha — dessen Bruder übrigens in das Attentat auf den englischen Sirdar verwickelt ist und ; m Gefängnis sitzt — geleitete Partei „Union i3ttcbai>) stützt sich fast ausschließlich auf eine gewisse Interessengemeinschaft der Krone und der Okkupationsmacht. Sie ist in weitesten Kreisen * dec Bevölkerung restlos unbeliebt. Die heute weitaus wichtigste Partei ist bekanntlich die „Volkspartei" (Hasbet°el-umn) Saad Pascha Sagluls, welche gegenüber den Rationalisten immer eine um einige Ruancen gemäßigtere Haltung einnahm, so daß sie von Lord Cromer für geeignet gehalten wurde, zur Regierung des Landes mit herangezogen zu werden. Sie wird ungenau auch als die Partei des Wafd" (Delegationsvertretung) bezeichnet, da ihre Führer, welche sich als einzig berechtigte Das neue Pergamonmuseum zu Berlin. Don Geheimrat Dr. T h e o d o r W i e g a n d. " Im sechsten Heft von „Kunst und Künstler" dieses Jahres greift Karl Scheffler den geplanten Ausbau des Pergamonmuseums mit folgenden Worten an: „Während der Streit um minder we- jsntliche Fragen den Ausbau des Deutschen Mu- jeums verzögert, breiten sich die Antikensammlungen immer weiter aus, und der Aufbau riesenhafter Urdjitefturfragmente verhindert die vernünftige Äsung einer der brennendsten Fragen, nämlich der Debertrogung der Mschatta-Fassade und der Jslami- i«faen Abteilung in dem Südflügel der Neubauten." Demgegenüber stelle ich hiermit fest, daß von einer „immer weiter" getriebenen Ausdehnung der An- tikenfammlungen nicht im geringsten die Rede sein kann. Die drei großen Säle, die Messel als Ersaß für das abgerissene Pergamonmuseum entworfen und die Geheimrat Hoffmann ausgeführt hat, sind von Anfang an für dies künftige griechisch-römische Ärchitekturmuseum, alias Pergamonmuseum, entworfen worden, und von Anfang an hat dafür ein festes Programm bestanden. Es ist mir auch von feiner Seite eine Nachricht zugegangen, daß jemand meinen Ausstellungsplan verkümmern wollte, indem er einen Teil der Räume dem Islam zuweise. Auch irr Generaldirektor der Staatlichen Museen und der Leiter der Islamischen Abteilung wissen davon nichts. Trotz der ausgezeichneten Beziehungen, die Schefsler unterhält, würde ich mich wundern, wenn er mehr wüßte als die zuständigen verantwortlichen Direktoren. Immerhin zwingt mich sein Angriff zur Notwehr, und in dieser lege ich hier zum erstenmal ben Gesamtgedanken des neuen Pe r g a - monmuseums der Oeffentlichkeit vor. Als Carl Humann und Alexander Conze den Pergamonaltar nach Berlin brachten, sagten sie ich, daß es nicht genüge, nur dieses Schaustück allem als Probe kleinasiatischen Glanzes sehen zu.lassen. Auch von den übrigen Gebäuden, Tempeln, Hallen, Toren, Mosaiken wurden wichtige Proben mit- gebracht. Die Ausgrabungen von Olympia, von Magnesia, Milet, Priene, Baalbek und Samos Vertretung des ägyptischen Volkes erklärten, tu dieser Eigenschaft am 3. März 1919 bem damaligen Sultan Fuad, der erst später den Königstitel angenommen hat, eine kategorische Petition überreichten, deren Zweck es war, die Bildung eines nicht oppositionellen Ministeriums zu verhindern, was zu der wenig klugen Verhaftung dieser Führer durch die Engländer und ihrer Deportation nach Malta führte. Die Saglulrsten werden heute von England auf das heftigste bekämpft, gerade weil sie durch ihre geschickte politische Haltung am gefährlichsten find. Sie sind die eigentliche ägyptische Rationalpartei, da ihr Führer sie auf rein ägyptische Ziele, ohne Rücksicht aus religiöse Fragen eingestellt hat. Darin liegt ihre Stärke und vielleicht aber auch ihre Schwäche, denn die Masse Des Volkes ist sehr religiös orientiert unv hat überdies nicht aufgehört, in seinem christlichen Volksgenossen, I dem Kopten, seinen kulturellen und wirtschaftlichen Todfeind — letzterer ist meist Kaufmann und Geldverleiher — zu sehen. Es erscheint vielleicht sonderbar, daß, von den angeführteii Unterscheidungen abgesehen, über das Programm der ägyptischen Parteien nichts gesagt wurde, tatsächlich gibt es für sie — für die drei sogenannten, gegenwärtig lartellierten Oppositionsparteien: Rationalisten, Liberal - Konstitutionelle und „Wafd" — jedenfalls nur ein Programm, das iß die Engländer aus Aegypten heraus zu kriegen und es ist nur der Weg und die Methode, füber welche man verschiedener Meinung ist. Wie es wieder das Programm des „Jttehad ist. sich mit England gut zu stellen, weil man es eben nicht zum Verlassen des Landes zwingen kann. Im übrigen ist für die einzelnen Gruppen die Persönlichkeit der Führer und ihr Ansehen wichtiger, als jede Parteiprogramm. Charakteristisch hierfür ist die Stellung Saad Sagluls, welche sich auf die Teilnahme an der Revolte Aratn Paschas und auf seine mehrfache Verhaftung und Deportation durch die Engländer begründet, zu unangreifbarer Popularität ausgebaut hat. Als vor einigen Jahren Saglul Pascha, gestützt auf die erdrückende Majorität des Parlamentes die Regierung übernahm, begann in Politik und Verwaltung eine systematische Emanzipation des Landes von England und gleichzeitig ein schrittweises Zurückdrängen des Einflusses der Krone auf die Regierungsgeschäfte, bis von einigen Arabern der englische Sirdar der ägyptischen Armee ermordet wurde, eine Tat, welche den Saglulisten von ihren englischen und sonstigen Gegnern in die Schuhe geschoben wurde, welche aber so durchaus nicht im Interesse Sagluls lag, daß man die Initiative dafür eher auf anderer Seite suchen könnte. Diese Tat hatte nämlich zur Folge, daß die Engländer die Zollämter beschlagnahmten, die ägyptischen Truppen aus dem Sudan entfernten unö_ Saglul schließlich demissionieren mußte. Der König ernannte Den Botschafter in Rom, Siwar Pascha, zum Ministerpräsidenten, welcher die Unionsparlei gründete, in der Hoffnung, sich auf diese stützen zu können. Diese Parteigründung fand so wenig Anhang, daß eine schwere Enttäuschung die Folge war und Siwar Pascha im Laufe der Ereignisse zur Auflösung des intranfigenten Parlamentes, welches Saglul zu seinem Präsidenten gewählt Ausschuhsitzung des Oberhessischen Bienenzüchlervereins. t Gießen. 7. April. Gestern fand im Gasthof „Hindenburg" dahier die Frühjahrsversammlung des Oberhessisch en Dienenzüchtervereins statt, die vom Präsidenten. Lehrer Buß-Leihgestern, mit kurzen Begrüßungsworten eröffnet wurde. Es waren sämtliche Zweigvereine mit Ausnahme von Grünberg und Lauterbach, vertreten. Der vom Vorsitzenden erstattete Jahresbericht über 192d ergab, daß die Zahl der Mitglieder am Ende des Jahres 1742 betrug. Das Andenken der verstorbenen Mitglieder wurde in der üblichen Weise geehrt. Der deutsche Jinkerbund hat ein Cinheits- glas für Bienenhonig herausgegeben, das durch die Zweigvereine zum Preis von 15 Pf. für ein Halbpfundglas, 20 Ps. für ein Pfund-Glas, 30 Pf. für ein Zweipfund-Glas bezogen werden kann. Der Deutsche Jmkerbund ist für jedes Mitglied gegen Haftpflicht bei dein Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten für Deutschland in Berlin vom 1. April 1926 an versichert. Die Wanderversammlung des Hessischen Bienenzüchtervereins findet vom 7.bis 9. Juli in Wetzlar statt. Der Staatszuschuß für 1925 beträgt nur 90 Mk.. gegen 300 Mk. vor Dem Krieg. Don der Aachen-Münchener Feuerversicherung gingen 250 Mk., von der Ceres 66 Mk. Vergütung zu. In Deutschland wurde in 1925 für 6 Millionen Mark Auslandhonig cin- geführt, zum Preis von 66 Mk. der Zentner. Hiergegen kann infolge der üblen Zvllverhält- nisse der deutsche Honig nicht konkurrieren, trotzdem er gegen den Rährwert des Auslandhonigs mehr als das Doppelte wert ist. Die Rechnungsablage ergab an Einnahme 8288.86 Mark, wozu noch 1956,90 Mk. Ausstände an rückständigen "Beiträgen kommen, in Ausgabe 7863.66 Mk. Dem Rechner tctirbe Entlastung erteilt und ihm der Dank des Vereins für feine Bemühungen ausgesprochen. Die Anträge der Zweigvereine Hungen und Vilbel betreffs anderer Regelung der Beitrage wurden abgelehnt. Der Voranschlag für 1926 fordert in Einnahme und Ausgabe 93o3 Mark. Die Lehrgänge für Förderung der Bienenzucht in Hirzenhain werden wieder in der Pfingstwoche und in der letzten Juniwoche unter Leitung des Herrn Hensel stattfinden. Uoöer die neuen, von ihm entworfenen Satzungen des Ober- hessischen Dienenzüchtervereins (E.V.) berichtete sodann eingehend Oberamtsrichter K l i e t s ch - Düdingen. Die Versammlung nahm die Ausführungen mit großem Interesse entgegen und sprach dem Vortragenden herzlichen Dank für seine gründliche Arbeit aus. Zu Ehrenmitgliedern tour- den die Herren Lehrer RotH-Lich. Lehrer Fischer- Schlitz. Holzapfel- Dirstein ernannt. Zum Vereinsrechner winde Oberver- messungssekretär Schäfer-Gießen einstimmig gewählt. Als Preisrichter für die Ausstellung in Wetzlar wurden die Herren Sauer- Ober-Lais und Bernhard-Heimertshausen. zum Ersatzmann Lehrer Schmidt- Kesselbach bestimmt. Die Herb st Vertreterversammlung soll in Hungen stattfinden. Zum Schluß wurde noch vom Vorsitzenden mitgeteUt. daß nach "Bekanntgabe des deutschen Re'^swj-^chgftsministers für Die ägyptische Frage. 1 Don unserem J.-Korrespondenten. Kairo, Ende März 1926. In doppelter Hinsicht ist die Bedeutung des Wlandes in raschem Steigen begriffen, einerseits äs Land, welches an der empfindlichsten Stelle ktf britischen Imperiums, an dessen Aorta sozu° bgen, dem Suez-Kan al, gelegen ist und da- ki ohne Unterlaß um seine Befreiung ringt, lidererseits als geistiges 3en t t um der Ti Gegensatz zum europäischen Kolonialimperia- jZinns stehenden islamischen Welt. Cs ist daher vom englischen Standpunkt be- »-leabbten kurzerhand geraubten. Sudan schützen rüHe? an zynischer Schamlosigkeit seinesgleichen ^Sie heutige politische Lage Aegyptens ist cht ohne Betrachtung seiner politischen Parteien i- verstehen. Die älteste derselben, ist die von ' k-m verstorbenen Mustafa Kamel, gegen das 6ni>c des vorigen Jahrhunderts gegründete I Vaterlandspartei" (Hasb-el-watan), Deiche heute unter der Führung des energischen shasiz Ramasan Bey steht, und gewöhnlich als liotionalistenpartei bezeichnet wird. Die e Bezeichnung erweckt leicht falsche Vorstellungen. )enn wenn die Partei auch die völlige Unab- lingigfeit Aegyptens fordert, ja so weit geht, •eße Unterhaltung mit den Engländern abzu- ehnen, solange sich deren Truppen auf agyp- ns-Hem Boden befinden, so ist sie doch nicht national im europäischen Sinne, sondern vor- mglich panislamitisch eingestellt. Sie vereinigt die extremsten. intranfigenteften Elemente uab ist heute numerisch, soweit ihre offizielle Anhängerzahl ins Auge gefaßt wird, vvn der Unionspartei" abgesehen, die schwächste der vier Parteien des Landes. Tatsächlich aber sind ihre Anhänger außerordentlich zahlreich, nur daß sie n-cht offiziell aus verschiedenen Gründen entweder der Partei Sagluls der zahlreichsten unb besonders vom persönlichen Prestige ihres Führers — was hierzulande wichtiger ist als ein Programm — zehrenden Partei, oder den reichen und über die besten Köpse verfügenden Liberal-Konstitutionellen", oder selbst der vorläufig am Ruder befindlichen konigs- ,reuen Unionspartei angeschloffen haben echnen dürste vielleicht einmal wenn Saglul Pascha hochbetagt ist. aus dem politischen Leben ausgeschieden sein wird, die Zukunft gehören, »ocausge^ht, daß sie durch leichte Verwässerung ihres WÄnes regierungsfähig geworden se,n schen Pergamon und Mschatta, gegen die Unterdrückung des korinthischen Baustils protestiere ich mit aller Kraft. Glücklicherweise protestiere ich gegen die Schesj- lerjche Idee nicht allein, (qpbalb der ganz über- raschende Angriff auf den Bestand des Pergamon- Museums kam, erhielt ich eine Fülle Hin Zuschriften bekannter Architekten, Bauhistoriker, Archäologen und Lehrer der Kunstgeschichte von allen Unwerfi- täten, technischen Hochschulen und archäologischen Instituten, die darin übereinstimmen, daß die von mir feit 1908 geplante und bis jetzt völlig unberührt gelassene Ausstellung des griechisch-römischen Architektur-Museums einen bedeutsamen Fortschritt gegenüber dem früheren Pergamon-Museum darstellt, wo die Architekturen wegen Mangels an Wandraum nicht genügend zur Wirkung kommen konnten. Es gibt in der Tat kein Musdum, in dem die historische Entwicklung der griechischen und römischen Baustile auch nur annähernd so übersichtlich und lehrreich dargestellt wird. Es genügt keineswegs, einzelne Originalstücke auf dem Boden anzuordnen — man vergleiche die bitteren Worte Strzygowskis über die langjährige Mißhandlung des Pergamonfrieses — und auf Proportionswirkung zu verzichten. Alle Kenner des Altertums erblitfvn den besonderen Wert der neuen Ausstellung nicht in Einzelheiten von Werkstücken, sondern dann, d^ß hier die Proportionen antiker Bauwerke der vcr- chiedensten Epochen in zeitlicher Reihenfolge ganz zu ihrer Auswirkung im Raum gelangen. Daß dabei die Originalwerkstücke nicht allem benutzt werden, sondern auch ergänzende getönte Abgüsse, wo es notwendig wird, das ist etwas ganz Selbstver' stündliches für ein derartiges archäologisches Mu- eum. Wir konnten ja aus unseren Ausgrabungen nicht jedes Originalstück über See schleppen, sondern müssen der Türkei dankbar setn für das, was sie uns als Anschauungsmittel reichlich genug überlieft. Ich hosfe immer noch, daß der von Schefsler signalisierte „Umbau" des mir anoertrauten Antikenbesitzes auf einer falschen Information beruht. Es ist nun wirklich genug mit dem „Nichts-in-Ruh - lafsen-können". Wir werden unsere pergamenische Erbschaft mit guten Bundesgenossen bis zum äußersten verteidigen, wie die hellenischen Lichtgötter ben Olymp gegen den Ansturm der Schlangensüßler. hatte, schreiten mußte. Der „W a s d" hatte die Auflösung des Parlaments und damit auch Reuwahlen sofort als ungesetzlich erklärt, und als die Regierung Reuwahlen ausschreiben wollte, die Parole dec Richtbeteiligung und Obstruktion ausgegeben, worin er von den sich mit ihm verbündeten Rationalisten und Liberalen unterstützt wurde. Die Gemeindevorsteher verweigerten es bei der Vorbereitung der Reuwahlen, welche nach einem von den ilnto- nisten ausgearbeiteten Wahlgesetz durch Wahlmänner indirekt hätte vorgenommen werden sollen, mitzuwirken, und ließen sich wegen Widersetzlichkeit ruhig verhaften und einsperren. Die Lage schien auf das höchste gespannt, und man erwartete Ausbrüche der Dolksleidenschaft, wie im Jahre 1919; damals wurden zahlreiche englische Soldaten erschlagen und buchstäblich in Stücke gerissen. , Besonders gefährlich erschien die Einberufung eines aus Abgeordneten. Vertretern verschiedener Körperschaften, Gemeindevorstehern usw. bestehenden Ratio nalkvngresses, welche über Aufforderung der vereinigten Oppositions- der l 35 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Iuuciwuujir--Las yc erst selber festgcstellt! — London--! Die alle fii i Herr Klauer - Wehlar lud zum Besuch Wetzlarer Versammlung ein. dem Nh. „Gloria Sainsbury ist es — sie und keine andere", berichtete Sir Walter dem Chef und Onkel. ^Alle meine Sünden will ich an einem einzigen ~Q0e abbüken, wenn ich weiß, wie sie es fertiggebracht hat, ihren Vater vollständig im Dunkeln 3U lassen. Aber sie hat es fertiggebracht, teurer und nach Gebühr bewunderter Onkel. Der gute Lord Burnham hat keine Ahnung davon, daß Neville in London ist." „Alle Achtung." „Ganz meine Meinung: alle Achtung! Diese Frau sst eine Gegnerin, die eine verdammt scharfe Klinge schlagt. Die Frau fürchtet nichts — sogar nicht einmal einen Einbruch in das Mordhaus. Wenn ich mich nicht sehr täusche, wird sie ihn heute ober mor- gen unternehmen. Sobald sie nur ausgehen kann. Und ich bin entschlossen, ihr die Sache so leicht wie möglich zu machen." „Du meinst, sie sucht dort noch einem bestimmten Gegenstände?" Oderhessen. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim, 7. April. Das von Männergesangoerein Braubach a. 1926 dem Deutschen Smkerverein eine bedeutende Ermäßigung der Zuckerst euer gewährt werden wird. Don allen Landwirt f ch a s t s k a m m e r n der deutschen Länder werden den Landesverbänden für Bienenzucht Zuschüsse gewährt, nur nicht von den hessischen. am 1. Feiertag hier gegebene Konzert hatte sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen. Die Leistungen des unter der Leitung des Musikmeisters Strack- Koblenz stehenden Vereins bewegten sich auf sehr beachtlicher Höhe. Besonders fielen die Tenorstimmen auf. Neben einem Kunstchor wurden meistens Volkslieder in recht gefälliger Weise vorgetragen. Sehr viel Beifall fanden auch die Bariton-Solo-Vorträge des Herrn Strobel und zwei Lieder für Sopran, gesungen von Frl. Gras, beide Mitglieder des Braubacher Vereins. Die Kapelle Weller- Gießen sorgte für den instrumentalen Teil des Konzertes. Am zweiten Feiertag mittags brachten die Sangesgäste dem Bürgermeister ein Ständchen, um dergestalt zu danken für die herzliche Aufnahme und freundliche Bewirtung in der Gemeinde Heuchelheim. X Wieseck, 6. April. Am 2. Dftertag wurden in unserer Kirche 82 Kinder konfirmiert, 44 Knaben und 38 Mädcben. Davon besuchten 6 Knaben und 3 Mädchen Gießener höhere Schulen. Die Konfirmanden fangen unter Leitung von Lehrer Stoll, dessen Frauenchor in dem von Pfarrer Haupt- Gießen gehaltenen Gottesdienst des Ostermorgens zwei ' Lieder geboten hatte, zwei Chöre. Beim Abendmahl half Studienrat K n ö p p vom Lehrerseminar in Alzey, der bei der Konfirma- tionsnachfeier den Neukonfirmierten beherzigenswerte Worte mitgab. Durch die Wiederherstellung der Kirche bat die Schmückung des Inneren und Aeußeren durch die Konfirmanden eine wesentliche Einschränkung gegen früher erfahren müssen. Einen bleibenden wertvollen Schmuck erhielt das Gotteshaus durch ein von den Konfirmanden gestiftetes B i b e l l e f e p ii l t; in Form und Farbe fügt er sich gut in den Altarraum ein; die : Schreinerarbeit lieferte in mustergültiger Ausführung Schreinermeister Kümmel, den Anstrich ebenso in selbstloser Weise Weißbindermeister Heinrich D e ch. Die Bemalung des Antependiums lieferte wieder ein Gießener Künstler, Ludw. G ü n g e- r i ch. Die Dftcrfeier der Kinderkirche im Wald am Osterdienstag erfreute sich steigenden Zuspruchs der Eltern und Kinderfreunde. Angesichts des schönen Wetters konnte man nach der Ansprache des Orts- gciftlichen auf die reizend vorgelragenen Kindergedichte unter Leitung von vier Helferinnen Neigen und Spiele der Kinder folgen lassen. Den Schluß machte die Verteilung der nach schöner Sitte vom Frauenverein gestifteten Osterhasenspende an rund 100 Kinder. Y. Lollar, 7. April. Am 2. Osterfeiertage sand in der überfüllten Kirche zu Kirchberg die Konfirmation einer überaus großen Kin- derschar statt, nämlich 142. Davon entfallen auf Staufenberg mit Friedeihaufen 37, Lollar 52, Mainzlar 15. Daubringen 26 und Ruttershausen 12. — Wenn auch die Kirche schön geschmückt war, vermochte der vorübergehende Schmuck die notwendige innere Wiederherstellung der alten, historisch wertvollen Kirche nicht zu verbergen. Z Lich, 7. April. In der jüngsten Sitzung des S t a d t o o r st a n d e s legte der Bürgermeister zunächst die Rechnung der Stadtkasse für das Rech - . nungsjahr l924 vor und erstattete den Rechenschaftsbericht. Die Rechnung schließt ab in Einnahme mit 274 433,07 Mk., in Ausgabe mit 192 454,42 Mk., so daß ein Ueberschuß von 81 878,65 M k. 7 verbleibt. Von diesem Rechnungsrest wurden 51 871,75 Mk. in die Vermögensrechnung überführt, mithin also ein Kassenoorrat von 30 106,90 Mk. vorhanden ist. Dieser besteht in bar mit 24 811,03 Mk. und in liquidierten Ausständen mit 5295,87 Mk. Der Ueberschuß hat es ermöglicht, im Rechnungsjahre 1924 ohne Aufnahme einer Anleihe auszukommen und die in der Vermögensrechnung vorgesehenen Arbeiten dadurch zu bestreiten. Die Rechnung, deren Prüfung durch die Finanzkommission erfolgt ist, wurde seitens des Stadtvorftandes nicht beanstandet. -- Sodann gab der Bürgermeister eine Anordnung ZMNgi Perbr fjegtufr xtz teuren <= Mrbrenn nur ihrem ®r s? 8S 5 mutvi kM K'\ 2uftlat>r, Soner * h-ndluns Mim'L wird. „Jo,, das meine ich. Und sie muß wissen, daß er sich dort befindet. Ebenso muß sie das wissen, wie die Burschen, die vor ihr den Einbruch versucht haben. Wenn ich nur--" Er verstummte plötzlich. Irgendwo flog auf einmal em Vorhang auf--- „3[t in den Zeitungen in den letzten Tagen nicht auffallend viel die Rede von den russischen Oel- tonzessionen? Soviel ich weiß, spielt Lord Burnham m diesen Angelegenheiten eine wichtige Rollei Herrgott, was bin ich für ein verdammter Esel, das mir eingefallen ist! Ich hätte bei ihm gleich selbst aus den Busch klopfen können! Sir Arthur — — ich glaube, ich bekomme den Faden in die Hand. Die Konferenzen des Las Valdas mit dem Franzosen im Ritz! - Las Valdas in Burn- Jam Tower!--Seine eilige Rückkehr nach Lon- don. Die Verletzung am Knie war natürlich nur eme Ausrede! Gloria Sainsbury fährt ihm nach! Kommt mit dem Revolver in der Hand zu ihm' — Den braven Neville bläst der Wind gerade im ungünstigen Moment nach London! Der Schuß___ mer hat geschossen? Das weiß ich jetzt nicht. Egal — eura posterior! Der UeberfaU auf Perkins! Wozu Srö U5 Bunhams von mysteriösen Kerlen überwacht'.--- Das habe ich gestern und heute 'Ut! — St. Aubain noch in alle sind hinter demselben Ding ch. Li @elbtnj unterem u diesem 3° Men ° wirilNl die durch seren M längere 21 haben ben begonnen. des hessischen Staates bekannt, wonach Wohnungsbauten, die im Kalenderjahr 1 9 2 6 begonnen werden, für das zur Zeit der Fertigstellung laufende und für die nächstfolgenden fünf Rechnungsjahre auf Antrag gründ steuerfrei bleiben. Das entsprechende gilt auch für den verhältnismäßigen Teil der Grundsteuer von solchen Neubauten, die nur zum Teil Wohnungszwecken dienen. Die Heranziehung des Hofreitegrundes zur Grundsteuer bleibt unberührt. Ein Bau gilt als begonnen, wenn mit der Ausführung des Mauerwerkes. angefangen wurde. Der Stadtoorstand beschloß, dem Vorgehen des Staates zu folgen und den Nachlaß der städtischen Griindsteuer in der gleichen Weise zu bewilligen. — Auf Vorstellung hin wurde dem Kreis-Ob st - und Gartenbau verein Gießen für das Jahr 1926 ein Beitrag von 20 Mark bewilligt — Verschiedene hiesige G e - schäft sie utc haben sich mit einer Eingabe an den Stadtvorstand gewandt und darum nachgesucht, daß von dem Einbau eines Wassermessers in ihren Betrieben Abstand genommen werde. Der Stadtoorstand lehnte das Ansinnen ab. — Auf Antrag wurde den hiesigen Erwerbslosen eine Wirtschaftsbeihilfe bewilligt, die 5 Mark für Verheiratete und 3 Mark für Ledige betragen soll. Die Gewährung der Beihilfe wird von einer Arbeitsleistung abhängig gemacht und soll für Verheiratete 8 Stunden und für Ledige 6 Stunden betragen. ri. ft l o ft e r Arnsburg, 7. April. Gestern fand hier die übliche Oster - und Missions- feier statt. Redner waren diesmal Pfarrer B e y - r i ch von Münzenberg, der über die Not und Hoffnung der Mission sprach, und Missionar G r c b von der rheinischen Mission, der erschütternde Bilder aus seiner Tätigkeit in Neu-Guinea zeichnete. Zugleich nahm Missionar Greb, der schon feit Jahren öfters in unserer Gegend im Dienst der Mission tätig war, Gelegenheit, sich von den hiesigen Missionsfreunden zu verabschieden, da er in diesen Tagen nach Essen übersiedelt und darum künftighin Oberhessen nicht mehr besuchen kann. — Nach der Missionsfeier fand die Beerdigung der in weiten Kreisen, besonders auch den Ausflüglern bekannten und vor allen geliebten Großmutter Thörner statt. Die alte Frau, die im Winter in voller Rüstigkeit ihren 9 0. Geburtstag gefeiert hat, ist auf tragische Weise ums Leben gekommen. Am Samstag vor Ostern begab sie sich allein in den nahe bei ihrer Wohnung gelegenen Wald, um Blumen zu pflücken. Dabei wurde sie von einem dürren Ast so unglücklich getroffen, daß sie auf der Stelle verschied. Ein großes Trauergefolge, darunter die Schwestern und Kinder des Rettungshaufes, die ihr auch zwei Grablieder fangen, gaben der allseits beliebten Frau das Geleite. Die Trauerfeier hielt Pfarrer ft ö d d i n g von Eberstadt. Kreis Aricdberg (r.) Steinfurth, 7. April. Bei Hoch- w a s s e r ist unsere auf dem linken Wetterufer, gegenüber der Post gelegene Sra Informatoren Ration vollständig von Wasser umgeben. so daß der Zutritt (z. B. zwecks Behebung von Schäden) unmöglich ist. Um diesen Zustand zu beseitigen, war man bemüht, die Station auf einen höher gelegenen Platz zu verlegen. Schon seit geraumer Zeit wurden zwischen Gemeinde und Tleberlandwerk Verhandlungen in dieser Hinsicht gepflogen. Rach langem Hin und Her schien die Plahfrage gelöst. Das Gelände für ba$ neu zu errichtende Häuschen stellte die Gemeinde »ur Verfügung, während das Tleberlandwerk bie Verlegungskosten tragen wollte. Die Ausführung scheint nun aber wieder in weite Ferne gerückt zu sein; denn nun verlangt das Lleberlandwerk, wie der Bürgermeister in der letzten Gemeinde- ratssitzung mitteilte, den Ausbau des Zufahrtsweges als Chaussee, damit man bequem mit dem Auto dahin gelangen könne. Da hierdurch der Gemeindesäckel um einige Tausend Mark erleichtert würde und diese Summe in heutiger Zeit von der Gemeinde nicht aufgebracht werden kann, lehnte der Gemeinderat den Antrag ab. Auf den weiteren Verlauf der Angelegenheit darf man gespannt sein. — Dem alten Osterbrauche des „Eier- Werfens" huldigt man auch jetzt noch in unserer Gemeinde. Alljährlich am ersten Öfter- feiertage begeben sich die Kinder mit ihren Ostereiern in die Wiesen, um dort die Eier zu werfen. Diese werden, nachdem die Schale durch das Auffallen geplatzt und'dann entfernt ist, von den Kindern verzehrt. Die Erwachsenen (Ermenrod), K. Geiß (Windhausen) und Gg. Rühl (Wallenrod). Kasse II, Bullen von 16 Monat bis 2 Jahr: 1. Preis Gemeinde Windhausen, 2. Preis Gemeinde Groh-Felda, 3. Preis die Gemeinden Stumpertenrod und Groß-Felda, 4. Preis Seim (Ehringshausen) und Sui. Weih (Rieder-Gemünden"). Klasse III Bullen älter als 2 Jahre: Zwei 1.Preise die Gemeinde Stumpertenrod, 2. Preise Windhausen und Groß-Felda. Klasse IV, ft al binnen: 1. Preise Bürgermeister Weisenbach (Kestrich) und Ludwig Trebert (Romrod), 2. Preise K. Geiß (Windhausen) und K. Eckstein (Stumpertenrod), 3. Preise ft. Schnell (Ermenrod), Bürgermeister Roth (Windhausen), Fr. Müller (Groß-Felda), Hch. Laux (Ober-Ohmen) und Karl Horst (Stumpertenrod). Klasse V, jüngere Kühe mit 1 bis 2 Kälbern: 1. Preis Ludwig Trebert (Romrod), 2. Preis Karl Geiß (Windhausen) und Otto Geiß (Windhausen), 3. Preis Th. Schmidt (Ermenrod), Ed. Scharch (Windhausen), Karl Horst (Stumpertenrod) und Fr. Römer (Kestrich). Klasse VI, ä l t e r e K ü h e mit 3 und mehr Kälbern: 1. Preise Ed. Scharch (Windhausen), Karl Geiß (Windhausen) und Wilh. Triebert (Zeilbach), 2. Preise Sui. Seipel (Zeilbach). Karl Horst (Stumpertenrod), Otto Hofmann (Stumpertenrod) und Karl Rahr-- gang (Kestrich), 3. Preise Otto Hofmann (Stumpertenrod), O. Köhler (Ober-Breidenbach), Karl Finkernagel (Köddingen), Hch. Seim (Ermenrod) und K. F. Günther (Köddingen). Dazu kamen zahlreiche 4. Preise und Anerkennungen. Kreis Lauterbach. —Lauterbach, 7. April. Das Straßenbild unseres Kreisstädtchens hat durch die Neu Pflasterung der letzten Jahre sehr gewonnen, besonders durch die Umpflasterung des Marktplatzes. Die Arbeiten werden nächste Woche fortgesetzt, und zwar kommen zunächst die Stein- straße und Hintergaffe an die Reihe, die vollständig neu gepflastert werden. Die Kosten werden 30- bis 40000 Mk. betragen. Starkenburg. WS^. Darmstadt, 7.April. Der „Hessischen Landesztg." zufolge ist es der hiesigen Kriminalpolizei bereits gelungen, den Wormser Re - kord-Schafdieb fest zunehmen. Die Meldung von dem Diebstahl von 42 Schafen wurde zuerst als Aprilscherz aufgefaßt. Der Täter brachte die Tiere nach Darmstadt, wo er sie unterstellte, um sie nach Frankfurt zu schaffen, um sie auf dem dortigen Viehmarkt zu verkaufen. Der Schafdieb, ein gewisser Karl L e i x aus Württemberg, wurde in das Untersuchungsgefängnis einaeliefert. Sämtliche Tiere wurden wieder herbeigeschafft. Weinheim, 7. April. (WSR.) Sn der letzten Bürgerausschußsihung wurde der Abschluß eines Vertrages mit der Stadt Mannheim über die Lieferung von Gas (Gasfernversorgung) einstimmig gutgeheihen. Danach verbinden Weinheim und Mannheim ihre Gas- werke durch eine 150-Millimeter-Derbindungs- leitung. Weinheim verpflichtet sich, seine eigene Gasversorgung einzustellen. Mannheim verpflichtet sich, alle von Weinheim* angeforderten Gasmengen bis zu 4 Millionen Kubikmeter jährlich zu liefern. Preußen. Der Frankfurter Flughafen. WSN. F r a n t f u r t a. M., 8. April. Anläßlich )er heutigen Streckeneröffnung der Peut- ch e n Lufthansa A. G. waren die Vertreter der Frankfurter Presse gestern einer Einladung der Südwest deutschen Luftverkehrs A. G. zur Besichtigung der neuen Flugplatzanlagen gefolgt. Oberbaurat Uhlfelder, Direktor Gretz und Graf Beroldingen gaben einen lleberblirf über das feit dem vergangenen Herbst Geschaffene. Der Flugplatz, der früher etwa 2-5 Hektar groß war, ist zur Zeit auf 70 Hektar vergrößert worden und wird, nachdem die Kleingärten im Westen geräumt sind, demnächst einen Umfang von über hundert Hektar haben. Der Platz ist im Laufe des letzten Jahres von ungefähr 300 Notstandsarbeitern ausplaniert vordem Die früheren Wirtschaftsgebäude des Red. iocks sind in zweckentsprechender Weise zu einem Flughafen ausgebaut worden, in dem die Bureauräume, die Schalterräume für die Ausgabe der Fahrkarten, die Annahme von Gepäck für den Poftverkehr und dergleichen untergebracht worden Der stellte das Weinglas nieder und sprach: „Ja, mir haben allerdings eine Persönlichkeit hinter Schloß und Riegel, die uns verdächtig erscheint — aber Mylord werden begreifen, ich kann darüber nichts sagen. Und jetzt bitte ich, mich empfehlen zu dürfen, — ich habe Ihre Geduld ohnedies schon lange genug in Anspruch genommen." Man kann Geheimagent und doch ein Gentleman sein. „Wozu? Wir haben das ganze Haus von oben bis unten durchsucht — und Frau Herzogin werden zugeben müssen, daß wir uns auf das Suchen ebenso gut verstehen wie — wie — nun, wie jeder andere. Wir haben nichts gefunden. Der Revierposten hat nur den Aufttag, bei feinen Patrouillegängen nach- zusehen, ob das Haus verschlossen ist. Das ist alles." „Interessant — nicht wahr, Vater? Aber verzeihen Sie, Sir Walter, wir nützen da Ihre Liebenswürdigkeit aus, lassen Sie sich trocken reden und bieten Jbnen nicht einmal ein Glas Wein an! Grace, Sir Walter wird sicher nichts gegen unseren Sherry einzuwenden haben." Sir Walter hatte nichts einzuwenden. Der Sherry kam — auch Gloria ließ sich ein halbes Glas reichen, das sie langsam, mit sichtlichem Behagen, ausschlürfte. Lord Burnham nahm nun das Wort. „Hat man schon eine Ahnung, wer den Mord begangen hat?" fragte er. Sein Besucher antwortete nicht gleich — er war zufällig gerade damit beschäftigt, den alten, goldgelben Wein bewundernd gegen das L'cht zu halten. Wieder riß es an den Frauen! Bleich wurde die jüngere von ihnen — bleich bis an die Lippen! Sn ihren Augen schimmerten verhaltene Tränen! Doch die Augen Glorias — tiefdunkelblau, wurden fie jetzt in dieser Minute der Gefahr fast schwarz. Bittend und drohend zugleich legten sie sich auf das Gesicht Sir Walters. her--! Alle! Aber was suchen Sie? Was? Das soll mir eben die Herzogin sagen, wenn ich sie in dem Haus dort stelle! Oder--oder__11 Er packte seinen Hut und wollte Hals über Kopf davon. „Wohin?" rief Sir Arthur. »Nach Westminster Hospital. Und wenn der Kerl, der Perkins, noch nicht reden kann, lasse ich ihn auk die Folterbank legen--- „Ich muß sofort den Chauffeur Joe Perkins sprechen", fauchte er den Empfangsbeamten des Spitals an. Der starrte den aufgeregten, jungen Mann, den er sehr gut kannte, fassungslos an. „Den Chauffeur? Aber Sir Waller — den hoben Sie ja gestern selbst durch zwei Kriminalbeamte abholen lassen!" „Was — Mann, sind Sie verrückt?" „Ich bitte um Verzeihung, Sir Walter, gestern vormittag erschienen zwei Männer, die sich als Detektive auswiesen und erklärten, sie müßten in 3brem Austrage - jawohl, in Ihrem Auftrage, Sir Waller, den Chauffeur Perkins nach Scotland Yard bringen. Da er soweit wieder hergestellt schien, ließen wir ihn gehen." „Das haben Sie sehr klug gemacht!" Es wurde sofort Generalalarm hinter Joe Per- tins erlassen. Doch Sir Waller gab den Befehl hierzu nur, um fein Gewissen nach der formellen Seite hm zu beruhigen. An einen Erfolg glaubte er selbst nicht. Joe Perkins war verschwunden. „Der ist sicher längst jenseits der Grenze!" schrie Str Arthur. „Ein schöner Trost!" knurrte sein Neffe. 2 3. Kapitel. „Hast du alles beforgt?" fragte Gloria am nächsten Nachmittage die Schwester, als diese nach Hause kam. Grace wies ihre Einkäufe vor eine elektrische Taschenlatcrne, ein kleines, aber starkes Stemm- cifen, zwei Revolver samt Munition. Ryce baue richtig vermutet. Gloria war entschlossen, das Aeußerste zu wagen. Sie hatte trotz ihrer Ungeduld den Besuch in Dem Hause^ auf Berkeley Square noch um oierund- Zwanzig Stunden verschieben müssen, da sie sich selbst sagte, daß gleich am Tage nach dem Fieber auszugehen, Gott versuchen hieße. So rüsteten sie sich also bei eintretender Dunkel- beit zu ihrem Gange, zitternd, kaum ihre Angst meisternd die eine, kalt, entschlossen die andere. Grace machte gar feinen Versuch, Gloria von ihrem Vorhaben abzubringen. Sie begriff nur, daß die Leute, die sie die „tolle Herzogin" nannten, gar nicht wußten, wie recht sie damit hatten. Aber dann__ bann —--! Vielleicht gelang es doch! Vielleicht sanden sie das Dokument, die Briefe---! Lord Burnham war in seinem Klub. Die Schwestern waren also frei. Als es Nacht war, verließen fie das Haus, nahmen auf Waterloo Place ein Taxi und ließen sich zum Berkeley Square fahren. Aus dem Schatten der Gebäude auf der anderen Seite von Carlton House Terrace löste sich eine dunkle Gestalt und eilte ihnen nach. Sie sahen den geheimnisvollen Verfolger nicht, wohl aber einen alteren, behäbigen Mann, der, feine Pfeife rau* nb, neben der York Säule stand, und einem plain cloth man, einem Zioildetektio von Scotland Yard ahn- lich sah wie ein Ei dem anderen. Er kletterte in ein drittes Taxi und fuhr hinter den beiden anderen her. Hinter Devonshire House ließ Gloria ihren Wagen hatten. Sie stzegen aus und gingen langsam, Spaziergängerinnen gleich, längs des Gartengitters dem Hause zu. Der Abend war schön, der Himmel voller Sterne, und bie alten Bäume sahen heute gar nicht so finster und unheimlich aus wie an dem Regentage, da Gloria zum ersten Male ihren Weg hierher nahm. Doch still, beinahe verlassen lag auch beute ber Platz — ein toter Arm des riesigen Londoner Verkehrs, der, wenige Minuten entfernt, durch Piccadilly brauste und brandete. ,Hast du schon darüber nachgedacht, wie du in das Haus hineinkommen willst?^ fragte Grace, als fie die Straße überschritten. „Nein, das weiß ich nicht. Aber hineinkommen muffen wir trotzdem!" Sie warf einen raschen Blick nach rechts und links — vor einem Hause weiter unten standen ein paar Dienstmädchen beisammen. Sonst niemand zu sehen ---- Gemächlich stieg sie die wenigen Stufen hinaus. Die Tür war verschlossen. „Laß uns umkehren!" flüsterte Grace. (Fortsetzung folgt.) Die tolle Herzogin Roman von Ernst Klein. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. sind immer recht zahlreich zugegen und freuen sich herzlich mit den Kleinen über deren Eifer und Geschick. Möge diese schöne Sitte in unserer Gemeinde erhalten bleiben. 00 21 us der We11erau, 7. April. Die Frühjahrssaat war, begünstigt durch die trockene Witterung, bis zu den Feiertagen vollständig beendet. Die ersten Aussaaten zeigen schon üppiges, gesundes Wachstum, das durch den warmen Sonnenschein sehr gefördert wird. Auch das W i n t e r g e t r e i d e hat sich von den Schäden des letzten Frostes gut erholt. Sein Stand läßt eine gute Ernte erhoffen. Die ersten Frühkartoffeln werden jetzt gesteckt. Die Frühsaaten im ©arten zeigen trotz der kalten Rächte und der fühlbaren Trockenheit einen guten Stand. Ostern brachte einen Blumenflor, wie man ihn kaum schon einmal zu dieser Sahreszeit erlebt hat. Auch Zwetschen, Kirschen und Birnen standen im vollen Blütenschmuck. 00 Nieder-Florstadt, 7. April. Von den 17 Hochwassergeschädigten, die Anspruch aus Entschädigung geltend gemacht hatten, bekommen vier eine Unterstützung. Die Mittel, die für diese Zwecke zur Verfügung stehen, scheinen sehr beschränkt zu sein. Bei der Zuteilung durch eine Kommission wurde hauptsächlich die Bedürftigkeit des Geschädigten, we- mget die Höhe des entstandenen Schadens berücksichtigt. Zugesprochen wurden einem Landwirt 150 Mk., einem Arbeiter, in dessen Keller die Gewölbe gesprungen sind, 100 Mk. und zwei Arbeitern je 20 Mk. — Von den CB au lüft i- 6 en kommen sechs für das S t a a t s d a r l e h e n in Frage. Es stehen aber nur 4000 Mk. zur Verfügung, die an zwei ausgegeben werden sollen. Die Auswahl der beiden Glücklichen wird sehr schwer fein, da sich alle verstärkt um den Zuschuß bewerben. Kreis Schotten. □ Laubach, 7. April. Die Kapelle ^opp aus Gießen hat hier im „Solmser Hof" am zweiten Ostertag nachmittags und abends konzertiert und vielen Beifall gefunden. Aus Stadt und Umgegenb hatte der gute Ruf der Kapelle zahlreiche dankbare Zuhörer angelockt. — Der gestrige Schwein e m arkt war aus nah und fern sehr gut befahren, der Auftrieb belief sich auf 247 Stück. Trotzdem waren die Preise ungewöhnlich hoch. Ferkel von 6 bis 8 Wochen kamen auf 48 bis 55 Mk. je Stück: solche von 8 bis 10 Wochen auf 55 bis 60 Mk. und darüber. Springer von gegen 3 bis 4 Monaten kamen bis zu 80 Mk. — Gestern abend begann die erste Vorbereitung des Laubacher .Ausschuß- Feste s", des alten Solmser Ration al- festes, mit der Wahl des „Ausschuhhaupt- manns". Cs wurde Dachdeckermeifter Leder- mann gewählt. Der Laubacher Ausschuß geht urkundlich bis auf das Jahr 1540 zurück. Das diesjährige Ausschuß-Fest dauert vom 13. bis 15. Suni. Außerdem findet in diesem Sabre noch das Dezirkswetturnen mit volkstümlichen ■Hebungen am Morgen des 13. Suni. des ersten Festtages, statt. Kreis Alsfeld. —Groh-Felda, 7. April. Zu dem gestrigen großen Prämiierungsmarkt waren die Bewohner des Vogelsberges in starken Scharen herbeigeströmt. Zur Prämiierung waren aufgetrieben: 24 Bullen, 26 Kalbinnen und rund 50 Kühe, alles erstklassiges Zuchtmaterial, so daß es der ftommission bei der Preisbewertung schwer wurde, das beste unter den guten Tieren herauszufinden. Der fträmermarft zeigte fein Dorkriegsbild, die ganze Stadt war eine einzige Reihe von Ständen, auch die Lauterbacher Töpfer waren mit ihren berühmten Tip- perchen stark vertreten. Trotz des guten Wetters und der riesigen Besucherzahl war der Verkauf nicht groß: die Standbesitzer klagten über geringe Einnahmen. Der Handel mit Großvieh ging schlecht, die Geldknappheit machte sich sehr fühlbar, es wurden nur zwei Bullen an Gemeinden verkauft. Der S ch w e in e m a r k t zeigte eine sehr starke Anfuhr, hier ging der Handel flott; die Preise waren hoch, 6 bis 8 Wochen alte Ferkel kosteten 45 bis 50 Mk., ältere Ferkel 60 bis 70 Mk. Das Ergebnis der Prämiierung ist: Klasse I, Bullen bis 16 Monat alt, 1. Preis, 20 Mk., Adam Werner (Rieder-Breidenbach); 2. Preis Karl Stein (Elpenrod) und S. C. Pfeffer (Dammer Hof); 3. Preis Albert Sehrt (Vadenrod), ft. Westrupp cvird. Kreis Wetzlar. genden, Verbcauchs, kann, derRauchersich erfreuen, an dem pudert temenGesduixack unserer 5 elnoehefert Amt- ' 1^611,) 3n ter i wurde ter Ab. der Stadt Mann- ig von GaI gutgcheihen. ^Danach Mannheim ihre Tat- luneter-Verbindungt- >tet sich, seine eigene ; Mannheim der- mheim angelotterlen nen Kubikmeter jähr- ^Trier, mit fast' OOOMenschen ist (nach eifolglemhisban unseres Hamburg* ' Ztäarette.-det Kreis Biedenkopf. # Königsberg. 7. April. Cm tödlicher Anglücksfall ereignete sich heute morgen auf der hiesigen Eisensterngrube. Don herab stürzenden Gest er ns massen wurde der Bergmann Karl Schupp ft> ,my glücklich getroffen, dah der Lod auf der Stelle eintrat. Der Verunglückte hinterläht eine Witwe mit vier unmündigen Kindern. Maingau. WER. Frankfurt a. M., 7. Aprrl. Die Einführung des Polizeipräsrden- ten Zimmermann in sein Amt durch den Regierungspräsidenten Ehrler- Wiesbaden hat heute stottgefunden. Die Einführung erfolgte im engsten Kreise der Abteilungs- und Bureau» Vorsteher. — 3n einer gemeinsamen Sitzung der Apfelweinproduzenten und der Gastwirte wurde beschlossen, den Verkaufspreis für den Schoppen Apfelwein von 20 auf 18 Pf. herabzusehen. Der Veschluh dürfte er- Betriebs) auf die Fabrikation einer Marke „OVERSTOLZ " unbestellt. Alle Kreis Marburg. ][ Aus dem Ebsdorfer Grund 7. April. Gestern wurde in Ebsdorf der diesjährige Verbandstag der Feuerwehren des Kreises Marburg obgehalten. Ihm ging eine gemeinsame Heftung der Feuerwehren von zehn Orten des Ebsdorfer Grundes voraus, die unter der Leitung des Dezirksbrandmeisters Preis aus Leidenhofen vortrefflich gelang. Dei dem anschließenden Verbandstag wurde nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten folgenden Feuerwehrleuten das E h r e n z e i ch e n ftlr 25jährige treue Dienstzeit überreicht: 2 u n k- Gohfelden, Schneider-Cölbe, R. Klein- Dreihausen, 3. Seim- Wermertshausen, H. Rauch, H. Lauer, A. Dattenfeld. K. Fischer, H. St au bi h. H. Peil. C. Cla ar- ----— D. Vraun. V. Schäfer. H. Draun. 3. Heuser-Heskem. Man liest so oft, uhe notwendig esset, die deutsche diesem Muster unvtufomen.dap —............. Ä .......------ •-i'i.:.---!- ":II ,, •f - .-|-!I-Iii^7ii^iiii:"i^kikl^ L... II H I IITTF1F ^Nen) ; ■Buir/ Und n. LG Lr-K )aulen)1 LH'L M Teih ;i»unbUS&‘'. ). Leim (sJt Xfltl l^ennunX Ömen rba». Ä£is ; ^PHeninn E ,erben nächste * s 2e' d-e ooWndig often werden 30. bi? mrg. ÄJ -Wen , ?’e'l9en Sriminab Wormser «e. ebmen. Die ÜU « schalen würbe zu, *• $et Täler brachte er f,e unlerstellte, um en.- um sie aus dem suchte entdeckte er zu seiner Heberraschung. dah diese Tiere Eierstöcke voll Giern hatten. Cs waren also ausgewachsene Weibchen, wenngleich der ganze Dau dieser Tiere dem der Larven glich. Run war es klar, dah diese eigentümlichen Larven sich nie zu Puppen entwickelten, sondern als larvenähnliche Wesen fortpflanzten. Die Weibchen dieses eigentümlichen Tiere« waren also nun festgestellt. Aber wo blieben die dazu gehörigen Männchen? Mjöberg machte eine Reihe Versuche, indem er gegen 20 dieser Weibchen aussehte. aber lange konnte er nichts von dem Männchen ent» beton. Da stellte er schliehlich die Behälter mit den Weibchen höher über dem Boden aus, um die Männchen anzulocken, und siehe da. am nächsten Tage sah Msöberg ein kleine« schwarzblaue« Wesen bei einem Weibchen sitzen: nach 2 3ahren des Suchens war endlich das seltsame Männchen gefunden. Doch welch ein Gegensatz bot sich dar: ein 5 Zentimeter langes, weihgelbes, plumpes, unbeholfenes Weibchen und ein 6 Millimeter langes, stahlblaue« Männchen mit Riesenaugen und eigentümlichen Fühlhörnern, im ganzen ein schöngeformter Käfer. Sin einzig dastehender Fall der Raturgeschichte war hier.' ausgedeckt: ein Weibchen, das schon als Larve geschlechtsreif ist. Cs fielen Mjöberg dann noch gegen 20 Männchen in die Hände. Der Almstand, dah sie Rachttiere sind, war bisher daran schuld, dah sie nicht in die Hände der Entomologen fielen: auch für Licht sind sie unempfindlich. Die Trilobitenlarven sind auch für die Cntwickelungs- geschichte bedeutsam, denn die stark degenerierten Weibchen müssen von einem Stadium hergeleitet werden, wo volles Puppenstadium und normale Metamorphose ftattfanden. Das Weibchen nahm dann an Gröhe zu und seine Metamorphose wurde aus ein Mindestmaß beschränkt, während das Männchen alle seine Eigenschaften beibehielt. Die Larven" nähren sich von morschem Holz und brauchen mehrere 3ahre zu ihrer Entwicklung: bei Berührung sondern sie eine aelbweihe übelriechende Flüssigkeit ab, so dah sich kein Tier des Urwaldes an sie heranwagt. Dieser chemische Schuh ist auch ein Beweis für ihre Rückbildung. fto), während der große stattliche Eckturm dem Weller-, Nachrichten, und Funkdienst dienen soll. 2?Flugzeuge vermitteln augenblicklich den t a g- ltchen Verkehr nach allen Richtungen. Mn dem Ausbau der Flugzeuglinien wird ständig ge- a«beitet, damit möglichst praktische Derkehrsmoglich- reiten geschaffen werden. Zunächst krankt die deulsthe Luftfahrt immer noch an den einschränkenden Bestimmungen des Versailler Vertrags und der Lon- । doner Abmachungen. Gelingt es, die Pariser Verhandlungen zu einem gedeihlichen Ende zu fuhren, te-nn ist die Bahn frei für einen Ausbau des Flug. . i maverkehrs, der bann auch breiteren Schichten die Vorteile dieses modernen Verkehrsmittels sichern Unfere. IStämmfabrik XX Ah hach. 7. April. Alljährlich in der Frühlingszeit erscheinen die Klagen über das Werb rennen der Hecken. ^hr sie d'gründet sind, lehren wieder die Rauch- und ttcuetfäulen. die an den Ostertagen vvn unsren mit Hecken bestandenen Bergen aufsteigen. Hier waren es wahrlich nicht Kulturzwecke, denen das Verbrennen der Hecken dienen soll, es war eben i-ur die Lust, Hecken onziizünden oder das auf i jrem Grunde befindliche dürre Gras zu verbrennen. Leiden schrecken rohe Bubenhände auch nicht davor zurück, selbst an die wohlgepflegte Hecke der Bahnlinie Lollar—Wetzlar Feuer anzulegen. Oft ge^ nug ist der Ruhen dec Hecken beschrieben und das mutwillige Zerstören verboten worden, aber geholfen hat bis jetzt alles nicht. Wo bleiben Sa die Behörden? ch. Lützellinden, 7. April. Infolge der Geldknappheit ist die Bautätigkeit n unterem über 1100 Einwohner zählenden Dorfe in freiem Jahre außerordentlich gering. Ab- aijehen von einigen notwendigen Umbauten land- iIirlschastlicher Gebäude ist es nur die Gemeinde, bie durch den Bau eines neuen Bullenstalles unseren zahlreichen einheimischen Bauarbeitern eine längere Arbeitsgelegenheit bietet. Die Erwerbslosen (jiben bereite mit den Vorarbeiten zu dem Neubau begonnen. folgt fein, nachdem zahlreiche Gastwirte in Offenbach, Reu-3senburg. Bergen, Sprendlin- gen usw. schon während der Ostertage den Schoppenpreis von 20 auf 15 Pf. herabgesetzt haben. — Am 6. April d. 3s. wurde in der Rähe des Städtischen Krankenhauses die Leiche einer unbekannten weiblichen Per- son aus dem Main geländet. Die Tote ist etwa 40 3ahre alt, hat dunkelblondes Haar und Bubikopf. Sachdienliche Mitteilungen erbittet das Leichenkommissariat der Krirninal- PDltTa nau, 7. April (WSR.) Rach einer Mitteilung der hiesigen Kriminalpolizei sind einem Diamantschleifereibesitzer in Dorheim bei Friedberg durch Einbruch zahlreiche Diamanten gestohlen worden, und zwar: 100 Stück 8.25 Karat. 58 Stück 2,25 Karat, 52 Stück 1,90 Karat, ferner Bord 2,64 und 2,40 Karat. Cs handelt sich um ovale Steine (Roh- wäre). Für die Wiederbeschaffung der Diamanten hat der Geschädigte 200 Mark Belohnung aus- gesetzt. ____________ Buntes Allerlei. (Ein hundertjähriges zoologisches Rätsel gelöst. Seitdem der englische Entomologe Perty 1831 zum erstenmal auf Borneo ein eigentümliches Wesen fand, das offenbar die Larvenform eines unbekannten Insektes darstellte, hat dieses von ihm „die merkwürdige Larve" genannte Tier den Zoologen viel Kopfzerbrechen bereitet. Man bezeichnete die Larven als „Trilobitenlarven wegen der überraschenden Aehnlichkest mll den längst ausgestorbenen Trilobiten. aber keinem der zahlreichen Forscher, die sich mit diesem Problem beschäftigten, gelang es. das Geheimnis d es er Larven zu entschleiern. Ieht endlich ist die Losung des Rätsels, wie Dr. Sailer auf Grund schwedischer Quellen in der „älmschau" ausführt, dem schwedischen Zoologen Erik Mjöberg gelungen. Auf abenteuerlichen Fahrten durch die Urwälder und Gebirge Borneos fand dieser Gelehrte zahlreiche solche Larven, und als er sie näher unter* Wittelsberj Wege, 1~. ------ Anschließend hielt Direktor ßautemann- Marburg einen Vortrag über „Feuerwehr und Starkstromleitungen". Als Ort des nachstiahrigen Feuerwehrtages wurde Lohra gewählt. Amerikanische Arbeitsmethoden « Deutschland m. Flugha^vk, 8. '21pül Anläßlich snuntzderPeul- neu die Vertreter der >iner Einladung bei iverkehrs A. uaplatzanlagen gefolgt. Direktor Gretz und i einen Ueterblid über erbst Geschaffene. Der i Hektar groß war, ist ßert worden und wird, Westen geräumt sind, i über hundert Hektar ife des letzten Jahres Arbeitern ausplaniert aftsgebüute des Redender Weise zu einem worden, in dem die um für die Ausgabe e von Gepäck für den untergebrocht worden rgge noch dem Süber j Mietender Dunkel kaum ihre Angst m^ cn die andere. Grace lorio von ihrem Aor- s nur, dah dteM- inten, gar nicht rt ««f m 8er * ® “! «®lb* inen n°4 «“ ", ijcfat, wohl aberei ÄS . »er U*** BIId "«* mA"* iffgi' ' „ Stu|en V* en'gkn ® ff,de »* folgt' 2)er Raurher darf nlckt^lauLen, dassunr^ dierdv dleae drosse Anreise flehest das Früv verstossen. ™ßRUS-_, Kostxzn rumr, . W trauer, aber uFr IMMM, wed, bisher die,&fdhrun^ (femaeMr, ner H 8 Verlangen Sie Ruhr- Nußkohlen, 3151ss Eiformbriketts, höchste Heizkraft, sparsam in Hausöfen und Küchenherden. Erhältlich in allen größeren Kohlenhandlungen. ... ' -u>. 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April 1926, nach° mittags 2 Ahr, werden im „Löwen", Aeuenweg28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung versteigert: 1 Vertiko, 1 Nähmaschine, 1 Damen- fahrrod, 1 Bücherschrank, 1 Schreibmaschine, 2 Elektromotoren (je 2 P. S.), 20 St. elektr. Glühbirnen, 1 Schreibtisch, 20 Stück Herren- u. Damenstrickwesten. Finanzamt Gießen. Vollstreckungsstelle. 31430 Holzverkauf. Montag, den 12. April, vormittags 8*Ahr, bei Herrn Gastwirt Erb- Beltershain aus Försterei Lumda, Forstorte Bilsberg, Bilskopf, Brandholz, Buchwaldskopf, Dingerwald, Heegbusch, Huck, Steinberg, Tränkkopf u. verschiedene: Stämme: 28 Stück. Eichen 4.-6. Kl. = 7 Fstm. (Buchwaldskopf, Grauerberg, Heegbusch, Steinberg,Tränkkopf u. Winkel- lopf); 10 Stück Buchen 2.-4. Kl. = 10 Fstm. (Bilsberg, Bilskopf, Dingerwald u. Tränkkopf); 2 Stück Linden 6. Kl. = 0,4 Fstm. (Brandholz); 6 Stück Lärchen 4. u. 5. Kl. =2,3 Fstm. (Dingerwald, Steinberg). Derbstangen: 42 Stück Fichten = 4 Fstm. (größtenteils Tränkkopf); Neis- stangen: 11 Stück = 0,2 Fstm. (daselbst). Nutzscheiter: Hainbuchen —2 Nm. Nutz- reisknüppel: Fichten = 3 Nm., Nuh- reistg: Fichten = 205 Nm., hiervon 11 Nummern Grauerberg, 10 Hammerloch, 2 Tränkkopf. Ferner Brennholz, Nm.: Scheiter: Buchen u. Hainbuchen 283, Eichen u. Birken 14, Linden u. Aspen 4. Kiefern 38, Fichten 134. Knüppel: Buchen u. Hainbuchen 136, Eichen 43, Birken u. Linden 4, Kiefern 71, Lärche 1, Fichten 59. Knüppelreisig: Nadeln 33. Reisig gew.: Buchen u. Hainbuchen 155, Eichen u. Linden 70, Fichten 5 Lose Schlagreistg. Stöcke: Buchen 49, Hainbuchen 16, Eichen u. Linde 5, Fichten 348. Sämtliches zum Verkauf gelangende Nutz- und Brennholz ist blau gestrichen. Hessisches Forstamt Grünberg. 3148V (/14. April 'Beginn neuer Kurse' Vogtsche HandelsscIiüleGieöeD L Goethestraße 32^ X. 3162a Zf Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Ba/inhofslr. 60 vorn. Hermes Neue Kurst ^20. April. 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April 1926. ________Bürgermeisterei. 3051D LoS 1 Hochbehälter 100 cbm Inhalt Los 2 Saugbehälter 25 cbm Inhalt Los 3 Maschinenhaus Los 4 Rohrnetz mit Hausanschlüssen, Betior.lltlenmamie auf dem Wege von Hof Bubenrod — Königsberg — Bie- ber — Nodheim — Abendstern — Gie- Ben. Geg. Belohn, ab-ugebcu entweder lVvtrIsr.Albinistr.25 oder Gießen, Kreuzplatz 2 II. 3153D 22er DlirlO. SeoetOerg 1.10 einschliehlich Flasche. 8186c Gasherde Annker & Rub — Gaggenau in grötzter Auswahl moOööiget,WM.35 Erleichterte Zahlungsbedingungen. Auf Wunsch Ratenzahlungen. 1S03a Vergebung von Wafferleitungsarbeiten. Für die Gemeinden Billertshausen und 'Angenrod im Kreise Alsfeld sollen nachfolgende Arbeiten und Lieferungen ver- geben werden: a) Gemeinde Billertshausen. Los 1 Herstellen des Hochbehälters von 70 cbm Inhalt. Los 2 Rohrnetz mit Hausanschlüssen, zusammen 2145 Ifd. m (40—125 mm I .W. 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April 1926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Nr. 81 Drittes Blatt ne Zeit unter- Menschen, die Sin altes, wahres Wort: Vas Veste ist das Billigste ! ..... <""* _ £_ .Z C,« rw i a rs ! t Ct --- MflGGPSUW Die besten und deshalb billigsten Suppen bereiten Sie mühelos aus MAGGI3 kochfertigen Suppen-Würfeln.- 1 Würfel für 2 Teller nur 13 Pfg. Große Sortenauswahl. Wirtschaft. Wirtschaft und Börse. Von Han» Frhr. v. Rheinbaben. Aus der Art der Kursbildung ist zu schließen, daß sich das breitere Publikum (die sogenannte zweite Hand", die der Börse so lange fehlte) wieder stärker am Geschäft beteiligt. Damit würde die Grundlage für eine gesunde weitere Auswärtsent- wicklung'der Kurse gegeben sein. Aehnlich, wie sich die anhaltende Flüssigkeit am offenen Geldmarkt (also Gelder, die ihrer Natur nach kurzfristige Anlage suchen) durch Vermittlung des Pfandbriefmarktes günstig auf den langfristigen Realkredit auegewirkt hat, besteht die Hoffnung, daß eine Belebung des Börsengeschäftes, getragen von anlagesuchenden Kreisen des Privatpublikums der Industrie endlich wieder die Möglichkeit zu gesunder Finanzierung ihres Kapitalbedarfes gibt. Erst wenn die Börse wieder für Dividendenpapiere in größerem Umfange aufnahmefähig ist und die noch immer außerordent- zeichnen haben. Vergleichen wir nun einmal die starken Klassenziffern der höheren Lehranstalten mit den heutigen und zukünftigen Bedürfnisien des praktischen Lebens an Geistesarbeitern. Greifen wir nur einmal ein Ziel heraus, das man durch bessere Schulbildung glaubt I leichter erreichen zu können: Das Kind soll in die Beamtenlaufbahn hinein. Wie stellt sich die Zukunft zu diesem Wunsche, soweit man sich nach den gegenwärtigen Verhältnissen ein Urteil erlauben darf? Abbau allerorten! Abbau im Forstfach, Abbau in den Amtsgerichten, Abbau in den Kreisen der Volksschullehrer, Abbau von Post und Bahn, auf den staatlichen und städtischen Aemtern, Abbau tn den Schreibstuben der Privatwirtschaft, das war die Signatur der beiden letzten Jahre. An verschiedenen Stellen setzt Heuer der Abbau erneut stark ein, rote der Beschluß des Landtags beweist. (Nur vom Abbau im Parlament selbst und an seinen Ausgaben hört man so wenig. Und doch würde das gute Beispiel hier so manche 'Abbauhärte anderswo leichter ertragen lassen.) Wo aber sollen nun die großen Mengen der Primareifen und Abiturienten, die die heutigen hessischen Oberschulen im Laufe der nächsten Jahre zu liefern imstande sind, untergebracht werden? Sie werden zu Hacke und Schippe und Besen greifen müssen, gelernte Arbeiter sind die jungen Leute ,a trotz ihrer 18, 20 und mehr Jahre nicht. Ist aber, um diese Arbeit verrichten zu können (ich unterschätze sie und die Kräfte, die sich ihr zur Verfügung stellen, durchaus nicht), ist aber — aufrichtig gesprochen — dazu ein solcher Aufwand an Zeit und Geld vorher notwendig? , Prüfe jedes Ellernpaar diese Zeichen der Zeit, ehe es sich so schwere Lasten auferlegt, wie sie der Besuch der höheren Schule bis zum 17. oder 19. bis 20. Lebensjahr eines Kindes nach sich zieht. Prophetengabe ist nür wenigen Menschen verliehen, ober soviel sieht auch ein Blinder, daß es unmöglich sein wird, den heute für bestimmte Ziele sich vo^ bereitenden Geistesarbeitern in der Zukunft auch nur im entferntesten die Existenzmöglichkeiten zu sichern, die sie und ihre Eltern erhoffen. Vielleicht wird erst die kommende Not der Vielen, die nahezu zwecklos die besten Lehr- und Hebungsjahre für viele Berufe des Handwerks, der Techniken usw. opferten, um einem Trugbild nachzujagen, die Flucht aus der Volksschule aufhalten. Kommen aber wird dieser Rückschlag, weil er kommen muß. des in China. Der Ruhm der Kollegen in Schanghai hatte oir- die sremden Konsularbehörden Kantons nicht schlafen lassen. Hier aber konnten sich der französische Flottenadmiral und der englische Generalkonsul besser vorbereiten. Statt einfacher Karabiner traten Maschinengewehre tn Anwendung, und wo die Polizisten in Schanghai auf der Straße und im Stehen schießen miißten, konnten die internationalen Söldnertruppen in Kanton schon aus der Deckung heraus Tod und Verderben speien. Ergebnis: 120 Tote! _ Aber Kanton hat noch nicht vergessen, datz es die «ladt ist, wo einst der laotai Ling Opium im Werte von 5 000 000 hatte verbrennen lasten, das trotz des Verbotes des Sohnes des Himmels von den Frentden wieder und immer wieder eingeschmug- gelt wurde. Kanton hat noch nicht vergesten, daß es die Stadt ist, in der S u n Yat Sen, der Vater der chinesischen Republik, die letzten Jahre feines Lebens gewirkt hat. Und so beantworteten die Kan- tonesen das Blutbad von Shameen mit einem B o y k o 11 H o n g k o n g s, das die Engländer bis zum heutigen Tage in barem Gelds, den Vesiust durch entgangene Profite umgerechnet, über 2 000 000 Pfund kostet. Ich habe in der letzten Zeit viele Chinesen aus dem Süden gesprochen. Sie alle wissen, daß ein Boykott von Waren nicht eigentlich die Maßnahme ist, mit der man die ungerechtfertigte Ermordung von Landsleuten beantworten sollte. Aber sie zucken die Achseln: was soll man tun? Die chinesischen Generäle sind mit Kliquenkriegen un- Daz Bestreben, auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähig auftreten zu können, zwang untere größten westlichen Stahlwerke zu einem engen Zu- sammenschluß in den „Bereinigten Stahlwerken A. G.", an denen sich amerikanisches Kapital, zwar noch nicht direkt, aber doch indirekt in Gestalt von Bond-Emissionen der einzelnen angeschlossenen Gesellschaften, beteiligt hat. Die amerikanischen Prospekte dieser Emissionen schilderten durchweg den Sachwert und die zukünftige Rentabilität dieser großen Montanwerke außerordentlich optimittsch. tzast in allen 'Ankündigungen konnte man den Werl der betreffenden Gesellschaften auf das Vierfache und mehr der gegenwärtigen kursmähigen Bewertung errechnen. Infolgedessen haben sich in diesen Aktien namhafte Kurssteigerungen durchsetzen können. Gelsenkirchen stiegen von ca. 65 im Dezember auf 90 Prozent Ende März, in ähnlichem Ausmaß folgte die mit ihnen durch die Rhein-E!?e-Unlon verbundene Deutsch-Luxemburgische Berg.w. Gesellschaft. Auch Hoesch und Köln-Neuesten weisen fast die gleichen Kurssteigerungen auf. Bei Phönix und Rheinstahl sind die prozentualen und absoluten Kurssteigerun- gen noch weit größer: sie haben sich von einem Durchschnittskurs von ca. 50 Proz. Anfang Januar dieses Jahres auf ca. 80 Proz. Ende März gehoben. Demgegenüber blieben oberschlesische Werte vernachlässigt, weil dort die Zusammenschlußbe- roegungen noch zu keinem endgültigen Eraebnis geführt haben und überdies die Lage dieser Werke durch die oberschlesische Teilung sich besonders ungünstig gestaltet hat. Nebenwerte, wie Buderus (Erzbergwerk), haben sich von knapp 30 Proz. zu Anfang dieses Jahres bis auf 55 Proz. Ende Marz gehoben, also fast eine Verdoppelung ihres Kurswertes erzielt. «pezialwerte wie Deutsch-Atlantische Telegraphen A. G. stiegen von ca. 25 Proz. auf 55 Proz. Elektrische Werte profitierten von dem Gedanken an einen großen Elektro-Trust, der indessen doch wohl noch in weiter Ferne liegen dürfte. Diesen Werten kommt die anhaltend rege Beschäftigung zugute, die fast in allen Fällen bereits Dividendenzählungen ermöglichte, im Gegensatz zu den Montanwerten. Die prozentual größte Steige- I runa weisen Schuckert-Aktien auf, welche von ca. 50 Proz. zu Anfang dieses Jahres auf annähernd 90 Proz. Ende März gestiegen sind: desgleichen Siemens-Halske von ca. 65 Proz. auf 115 Proz. Bei diesen beiden Werten spielt die Aussicht auf eine günstigere Gestaltung des Rhcin-Elbe-Union- Jnteressengemeinschaftsvertraaes eine wesentliche Rolle. Bei den anderen Papieren dieses Marktes betragen die Kurssteigerungen gegenüber dem Jahresende etwa 20 Proz. Die Aktien der Farbenindustrie hoben sich von etwa 105 auf 135 Proz. Ende März. In bescheidenerem Ausmaße folgen die Großbanken, die feit Jahresbeginn durchweg Kurs- gewinne von 15 bis 25 Proz. aufweifen und Dividenden von 8—10 Proz. verteilen. Seit kurzem weist aud) der lange Zeit vernachlästigte Kastamarkt der Jndustriepapiere eine nachhaltige Belebung auf. Die nun schon seit drei Monaten anhaltende steigende Tendenz der Börte hat ihre Besiätiguna in einer Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage noch nicht gefunden. Neben Teilen der feinmechant- scheu Industrie wcifen gute und lohnende Deschästi- gung in der Hauptsache nur die Elektro- und chemische sowie die Braunkohlenindustrie auf. Schwierig gestatten sich die Derhältniste nach rote vor im Steinkohlenbergbau, in der Eisen- und ■ >. c. ' Stahlerzeugung, wo sich der sinkende französifche und belgische jranf störend geltend macht, und in breiten Teilen der weiterverarbeitenden Industrie. Alle Versuche, durch Sonderkredite und Notstandsaufträge die Produktion anziikurbeln, verntochten bisher einen nach- haltigen Erfolg noch nicht zu erzielen. Immerhin sprechen mancherlei Änzeick)en dafür, daß die Börse in der Tat ein Führer zu besseren Tagen ist und daß man hier günstige Rückroirkungen der im Jahre 1925 geförderten Umstellung schon jetzt vor- aussieht, während die Wirtschaft noch unter un- erträglichen Lasten und einem Heer von Arbeits- losen seufzt. Die Börse schöpft ihren Optimismus aus der sich immer flüssiger gestaltenden Lage am Geldmarkt, die ihrerseits wieder in engem Zusam- menhang steht mit dem Vertrauen, welches das I Ausland der deutschen Wirtschaftsentwicktting entgegenbringt. Belebend wirken auch die sich an- bahnenden Zusammenschlüsse im deutschen Wirtschaftsleben unter amerikanischer Beteittguna. In der Schiffahrt sind es die Trustpläne, die sich um den amerikanischen Finanzmann Harriman gruppieren. Die Aktien der Hamburg-Amerikani- scheu Paketfahrt-Gesellschaft und des Norddeutschen Lloyd notierten im August vorigen Jahres ca. 50 Prozent und standen Ende März annähernd 150 Prozent. Eine ähnliche Kursentwicklung weisen 'Jlebenroerte auf, wie Hcmfa Dampfschiffahrts-Aktien, und in geringerem Ausmaß Hambura-Sudamerika- Linie und Deutsch-Australische Dampsschiffahrts-Ge- ollen. Die aber, die nicht zurückkommcn, die nehmen wohl glatt den Weg durch die höheren Schulen? Sehen wir uns preußische Zahlen an — hessische rehen mir nicht zur Verfügung, die Berhättnisse werden hier aber ähnlich liegen. Von den Sextanern der höheren Knabenschulen erreichen dort dreißig Prozent nicht einmal die Mittelstufe, siebzig Prozent nicht die Oberstufe, nurzwanzigPr o- zent bestehen die Reifeprüfung. 25 000 Knaben verlassen alljährlich in Preußen mit Tertianerbildung die Schule, und 15 000 treten sogar ins praktische Leben hinaus und haben nur die Unterstufe durchlaufen und wie? Dos weiß jeder Lehrer, der in einer kaufmännischen Fachschule ober in einer gleichwertigen Anstalt einmal einige Zeit unterrichtet hat. Diese 15000 jungen Menschen, die vier bis fünf Jahre hindurch den „Ballast" in ihren Klassen bildeten, waren von ihren Eltern in der wohlmeinendsten Absicht in die Oberschule gepreßt worden. Sie verlassen sie mit einer verkrüppelten Bildung, stellen aber trotzdem besondere Ansprüche an das Leben, eben weil sie eine höhere Schule besucht haben. Zuerst liegen sie der höheren Schule und bann viele von ihnen der Wirtschaft zur Last. Mußte das so sein? Die Zukunft aber, die die Resultate eines gesteigerten Besuches höherer Schulen liefert, wird kaum bessere Verhältniszahlen zu ver- schule usw. usw. Je früher man den Weg beschreitet, 1 umso rascher gelangt man ans Ziel." Wer sieht nicht die Hoffnungen, die diesen Zielen vorauseilen? Es ist nicht der Zweck meiner Ausführungen, sie zu zer- stören, aber auf ihre vielen Aussichtslosigkeiten hin- zuweisen, halte ich für geboten. Und nun noch ein Drittes. Die neue Zeit, die Nachkriegszeit brachte eine neuartige Beschulung. Die allgemeine Volksschule kam, und zwar als vierjährige Grundschule. Die Kinder aller Volkskreise saßen und sitzen nun auf denselben Schulbänken nebeneinander. Für manche Eltern ein Schrecken ohnegleichen, für die Kinder selbst nach dem Urteil nahezu aller Grundschullehrer ein Segen. Ein abschließendes Endurteil vermag wohl in einigen Jahrzehnten die Geschichte, oernwgen dann wohl auch die ehemaligen Grundschüler abzugeben. Diese | Neubeschulung bietet nun den Lehrern der Grund- schule ein eigentümliches Bild. Sie fördert die Flucht aus der Volksschule. Leute, die früher nicht daran gedacht hätten, ihre beanlagten Kinder nach drei ober vier Jahren einer höheren Schule zu übergeben. weil ihnen die Ausgaben für die Anders- beschulung zu hoch erschienen wären, tun dies heute. Es ist oft direkt rührend zu sehen, wie sie sich das Letzte am Mund absparen, um dem Kind ober den Kindern den Besuch der Oberschule zu ermöglichen. Den Sparkonten traut mah nicht, ober man traut ihnen wenigstens vorläufig noch nicht. Was man aber in „besserer 21usbilbung"anlegt, ist unoerlier« bar, so bentt man. „Was mein Nachbar kann, kann ich auch", heißt es bann aber auch bei manchem Elternpaar, bas sich in ähnlicher sozialer Lage befinbet und auch ein Kind in der 4. Grundschulklasse hat, das aber nur mäßig beanlagt ist. Trotz der Warnung des Grundschullehrers wird das Söhnchen ober bas Töchterchen abgemeldet. Fluchtartig enteilt man bet Volksschule. Da brüben winkt )a die „bessere" Schule, wie ber Gießener sagt, winkt die Schule, die eine besserere Versorgung für die Zukunft ver spricht. Und die Folgen? Wir Lehrer erleben e» immer wieder, wie so manches dieser Kinder schon bald oder auch erst nach Frist von ein ober zwei Jahren zu uns in die Volksschule zurückkommt und cs oft langer, langer Zeit bedarf, bis es verwunden hat, was tym van vornherein hätte erspart werden I sellschaft. sprechenden Endzweck. Die Flucht aus der volisfchuie. Ddn A. Kneipp, Gießen. Der Ausgang des Weltkrieges verschob die Existenzbedingungen. Die Alten, die nach ber Sitte der Vorkriegszeit am Spartopf zu sitzen pflegten, roaren Kriegsopfer geworden. Das Reich, zu dem sie mit dem vollsten Vertrauen in feine Unverletzbarkeit unb Sicherheit aufgeschaut, dem sie ihr Hab und Gut, bas aus münbelsicheren Papieren bestaub, in Kriegsanleihen ausgeliefert hatten, vermochte dieses Vertrauen nicht zu rechtfertigen, machte bankrott und zog alle die Sicherungen ber Staaten, Kommunen und Einzelbesitzer mit in feinen Sturz hinab. Aus Rentnern wurden Unterstützungsbedürftige, aus steuerzahlenden Sttitzen des Reiches hilfeheischende — gebrauchen wir das bittere Wort — arme Leute. Nur die festliegenden Werte — Grundstücke, bebaute und unbebaute — waren Werte geblieben und auch diese in manchen Fällen Werte sehr zweifelhafter Art (man höre die Hausbesitzer!). Der meisten Menschen Natur aber ist Bienen- natur. Sie will sammeln, sorgen für die Zukunft, die eigne und die des Nachwuchses. Die problematische Natur der stofflichen Werte, des Geldes und feiner verschiedenartigen Ausbrucksmittel wie Anleihen, Aktien usw. war durch den Zusammenbruch klar erwiesen worden. Das Sicherungsbedürfnis des Menschen aber war bas alte geblieben. Es suchte Ziele unb fanb sie, so glaubte es, in dem «atze: „Geben wir unserem Nachwuchs weitergehenbe Bil- bung mit auf den Lebensweg: eine Bildung, die ihn befähigt, als Staatsbeauftragter, Gemeindebeauftragter (mit anderen Worten als Beamter), als Privatunternehmer oder als Angestellter in einem Privatunternehmen usw. usw. sein Unterkommen und Auskommen zu finden, so verschaffen wir ihm einen Ersatz für die verloren gegangenen Geld- usw. Werte. Heraus deshalb aus der Volksschule und hinein in die höhere Schule! Sie vermittelt ja die notwendige erweiterte Bildung." Trotz zurückaehender Schülerzahl im allgemeinen wuchs so die Zahl ber Klassen ber höheren Schulen Die Volksschulen aber mußten stark abbauen, unb viele, viele Jungle^'r.r sinb heute sehr übel dran. (In Preußen ist bie Jung-, lehrerschast, die stellenlos ist, ein Heer von vie-.en Tausenden.) Wer aber wollte und will die Einstellung ber Gebankenwelk unserer Volksgenossen auf eine weitergehenbe schulische Ausbilbüng 'ijrcr Söhne und Töchter tadeln? . Die Töchter! Ja, die Töchter! Zwei Millionen Deutsche, meist junge Männer, hat ber unselige Krieg als Opfer verschlungen. Unb ebensoviel ccv- witwete und unverheiratete weiv.i *e Jugend trauert heute und in den nächsten Jahrzehnten den Kriegs^ folgen nach. Die natürliche Versorgung durch den Ehegatten fiel für viele weg unb wird für oiete auch weiterhin nicht möglich fein. „Die Modulen müssen etwas lernen, bamit sie sich später ihr Vrot verbienen können", lautet darum die Losung. Ter Weg ist vorgezeichnet. Erweiterte Bildung verbell'rt nach ber seitherigen Auffassung bie 'Aussichten sur bie zukünftige Versorgung. „Heraus aus der allgemeinen Volksschule! Hinein in bie ''öheren «mul*n zu Abitur und Studium, zu Fröbel- unb ^'ni= arbeitslehrerinnenseminar, zur Handelsakademie unb zum Pädagogischen Institut, zur höheren HanbAs- tereinanber beschäftigt. Immerhin Haden die Kaufleute mit bem Boykott England an einer verwundbaren Stelle getroffen. * Da Haden sich auf den Konferenzen, welche auaen- dlicklich in Peking tagen, plötzlich Männer gefunden, welche, vorwärts gedrängt, ohne es zu wollen, vielleicht von diesem neu erwachenden Dolksgeift, die Rechte Chinas in der nachdrücklichsten p>orm vertreten und durchsetzen. Ob sie auf ber Zollkonscren; statt der beabsichtigten Tariferhöhung restlose Zoll- autonomie verlangen, ob sie aus ber Exterritoriali- tätskonserenz statt auf stufenweisen Abbau ber Kon- fulargerichtsbarkeit auf sofortige Uebernahme der Jurisdiktion über Fremde in China burdi bie chinesischen Gerichte bestehen: immer ist es dieser neue Geist eines alten, verschlafenen aber enblidj erwachten Volkes, ber aus ihnen spricht. C. T. Wang, W. W. Yen, Wellington Koo unb wie diese chinesischen Diplomaten alle heißen, sie sind doch alle Schuler ber amerikanischen St. Johns Universität m Schmig- Hai, treue Teebrüder der Y. M. C. A., haben alle in ihrem Kleiderschrank mindestens ebenso viele Cutaways und Frackanzüge hängen wie chinesische Seidengewändern, und möchten sic fid) mit Herrn Silas Straron, dem amerikanischen Delegierten, viel lieber freundschaftlich über Neuyork, Broadway und Fifth Avenue unterhalten, als bem guten Mann mit radikalen Forderungen das Leben schwer zu machen. Aber wenn sie auch schon diesen neuen Geist einer neuen Zeit nicht gut heißen, kaum vielleicht verstehen, — gegen ihn auflehnen können sie sich bestimmt nicht. Dann würden morgen wieder zu Tausenden bie Studenten auf die Straßen ziehen, würde Eisenbahn- unb Schiffsverkehr streiken, würben vor allem sie selbst ihres Amtes unb ber Bezahlung verlustig gehen. Besser schon Chinas Rechte zu vertreten und sich als Retter des Vaterlandes preisen zu lassen. Mit einem Male gelten bie chinesischen Diplomaten roieber als die schlauesten der Welt, gelten sie als undankbar, da sie doch auf fremden Schulen für fremdes Geld fremde Bildung erhalten hatten. Der Zorn der Mächte richtet fid) an die falsche Adresse. Das chinesische Volk war es, das die Steuerlast ber Boxerentschädigungen zu tragen hatte, das chinesische Volk ist es, das feit Jahrtausenden den Boden ber Väter pflügt, bas chmesisd-e Volk ist es, bas jetzt zu neuem Nationalgefühl erwacht ist. Und gegen bas chinesische Volk brauchen die Mächte nicht zornig zu lein. Das chinesische Volk können sie nicht ber Undankbarkeit zeihen. Ihm haben sie seit 400 Jahren wenig Gutes getan, und wenn, nicht ohne Absicht, nicht ohne gewinnver- Chinesisch Neujahr. Don unserem F. M. Wi.-Berlchterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Schanghai, Anfang März 1926. Wieder ist es chinesisch Neujahr. Nun erst hat das neue Jahr richtig begonnen. Erst hatten sich nach altem Brauch am ersten Januar mit noch rauchenden Köpfen vom Silvesterabend und von der Durchsicht bet Jahresbilanz die 10 000 Fremden Schanghais „alles Gute" gesagt und alles Schlechte gewünscht. Dann nach 14 tagen hieß es mit den 8000 mehr ober weniger jungen, mehr ober weniger blonden Russinnen anstoßen. Denn wenn die Söhne unb Töchter blefes einst so mächtigen Landes auch ihre Vergangenheit für eine blutige Fahne eingetauscht haben, ihren Kalender mit den vielen Feiertagen haben sie verteidigt und gerettet. Und nun spat aber nicht leise, feiern die 1000 000 Chinesen Schanghais ihren großen Abrechnungstag und Feuerroerkskörper krachen durch die Nacht. Das vergangene, das dreizehnte Jahr der Republik wird in den Annalen des chinesischen Reiches einmal eine Sonderstelle einnchmen. Dem fast völligen Zusammenbruch der inneren Struktur des Staates steht auf der Gewinnseite ein Aufschwung in der äußeren Politik gegenüber, wie er nicht nur in der diplomatischen Geschichte Chinas bisher für unmöglich galt. Ohne Krieg, ohne irgend ein politisches Genie, ja cigcnt« sich ahne Dazutun der verantwortlichen Regierungsstellen in Peking, ist China mit einem Mal in die Reihe ber Nationen getreten, bereu bloßes Dasein der Welt Kopfzerbrechen madjt. Ich weiß nicht, ob der Schuß von «erajeroo schon einen Dramatiker veranlaßt hat, über bie tiefen Zu- . sammenhänge zwischen einem Browning und Got- " tes furchtbarem Feuerstrahl nachzudenken. Ich sah vor einigen Tagen den bisherigen Polizeikommissar von Schanghai, unter dessen verantwortlicher Leitung die Schießerei am 30. Mai ftattgefunben hatte, tn die Verbannung gehen. Armer Teufel! 200 Jahre internationaler Schuld hat er auf seinen Schultern !u tragen gehabt. 200 Jahre internationaler Buße iat er heraufbeschworen, als er seinen Untergebenen, eldst nur ein kleines Rädchen an einer großen, olles zermalmenden Maschine, den Befehl gab: „Shoot to kill”, „Schießt und tötet". Und doch leiteten diese Schüsse die neue Epoche in China ein. Die Internationale U n t e rs u ch u n g s k o m - Mission der Schießerei vom 30. Mai ist so un- rühmlich auseinandergegangen, wie zusammengetreten war. Die Chinesen hatten von vornherein eine Beteiligung abgelehnt, da sie bereits, 4 Tage nach dem Roten Samstag, alle notwendigen Aufklärungen beisammen hatten, und befürchteten, daß die neue Untersuchung nichts weiter als eine Mohrenwäsche darstelle. Sie haben nicht Unrecht behalten. Der japanische Richter betrachtete es als seine wichtigste Ausgabe, die Unruhen in den japanischen Spinnereien, welche die eigentliche Veranlassung zu den Demonstrationen im Settlement gewesen roaren, nicht zur Sprache bringen zu lassen. Der englische Richter hütete sich sorgsam vor zwei Fragen: ob man bei irgend einem beteiligten Demonstranten Schleßroaffen gefunden habe oder nicht dasselbe Ergebnis, das mit den tödlichen Schüßen erjielt worden (ei, auch durch Schreckschüsse hätte hervorgebrackt werden können. Und zwischen diesen beiden Richtern thronte als Vorsitzender ein freundlich-fetter Amerikaner, der die Unterhandlungen mit launischen Scherzen neckisch würzte. Der Geist, der alle Polizei- rcgulatlonen in Schanghai und alle Fnedensvertrage mit China durchweht, ist immerhin ein grandioser Despotismus aus der Cäsarenzeit, da man besiegte Völker auf den Sklavenmarkt schickte und die Frauen ihres Haarschmuckes beraubte. Der Geist, in dem die Verhandlungen der Untersuchungskommission geführt wurden, die „bonmots", die bei dieser Gelegenheit von ber Richterbank fielen, sind im günstigsten Falle brauchbare Titel in einem Kriminalfilm. Und die Urteile, deren Abfassung unb Veröffentlichung drei Monate auf sich hatte warten lassen, könnten im Simplizissimus erscheinen. Sind eigentlich die Verse überliefert, die der kaiserliche Komödiant Nero beim Brande Roms sang? Es muß das Hohe Lied gewesen sein im Vergleich zu den Tiraden der internationalen Richter beim Ausbruch des Feuersbran- 2 Ter, 3. Alle für die -Redaktion bestimmten Mittel. 30. Tf6-f8 die 0.480 13.11 4O,75| 115* Kauft in Giessen! 103,5 40 90 128 139 64,5 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt ren muß. 101,7' 7,7 0.054 80,5 96,25 143,5' 85 84,75 Rach vorangegangenem Geplänkel hat jechin Spielmanns d-Dauer vereinzelt; ob selbe jedoch schwach oder stark ist. läßt sich schwer beurteilen. 0.45 0,435 0,43 0.56 0,265 0,4305 0,425 0,4 8tm)t.= 9ion. Buen-AireS Brss.-Ankw Christiania. Kopenhagen €toctbolm . Heliingfors. Atafien . . London. . - Nenvork . . > Paris. . . Schweiz . . Cvanien . Japan . . . iHio be Fan Wien in D- Oess. abgest Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien L'ssabon Danzig. . Konst mtin. Alben Canada. . Uruguay 0.445 0,420 0.430 0.580 0,275 0.420 0,430 0,420 0,420 99.65 12,55 j 40,5 । 154,5 1 114.5’ 1 138’ 136,75 87.5 132,5* 99 101,5* 7,4 0,056 97,5 65,5 49* 101* 100’ in* 133 139,62 41.25 47,5 83,5* 89.5’ 99,5 68 158.5’ 155’ 50 103 79,5 97 143,1’ 36 79 85 115 IM’ 100 93,5 91,5 118 62.5 65 32,5 47 buchen. Aber die SHuifoIini in «ekleidel, d.e -wirkt und die Italiens lchr« -worden und mit« eingeW Äilt die schon Ling von Mussolini in! Kus kommende hierbei, ms Plänen der i nut an die Hansivn 3tal Mittelem »Mansche A Es hat eine uni5 aus We r chtei waren Tunis. Nach änbert auf den «Härt sich die 8eMag Mi i-inc Berstö Sie sehr Mus Politiker zu ll Leute, die über e :r ipQiithen 2. b le die italieni/ ndijerung an Di ds: Mussolini i . frühere Gesand! iär des Auher brulfdjen Seiet heil Italiens ii Dohlgeneigthei d e italienW irrten bereit w erinnerlich, di« Mnisolini über Iptrfam. Unmil ldrsotgung der P< gne der beui per bekannten M Deutschlands b11 Tuchen der e”: Einkreisung Garantien ( Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 5 Steine Ke8. Lb5, Lf4, Sb7, Bc6. Schwarz: 1 Stein Kc8. Partie Nr. 42. Gespielt in der letzten Runde des Semmering-Schachturniers am 30. März 1926. Die Entscheidungspartie um den ersten Preis. Damenbauernsplel. Weiß: Aljechin. Schwarz: Spielmann. April werden wiederum zwei Gruben den Betrieb einstellen. Die bisherigen Verkaufspreise bleiben auch für April bestehen. haltend lebhaften Bedarf dem Markt rein börsentechnisch eine Stühe geboten wird. Die Grundstimmung im Berliner Produktenhandel war heute bei Beginn für Weizen wie auch für Roggen fest. Lokoware stellte sich etwa 1 bis 1,50 Mark höher, während Mai- und I^li-Lieferung im Zeitgeschäft für beide Getreidearten je 1 Mark über Vortag eröffnete. Mehl still, nur Roggenmehl etwas gefragt. Gerste stetig. Futterwerte lebhafter. Hafer für prompte Lieferung ruhiger und unverändert. Mais entwickelt sich nach und nach zu besserem Geschäft. Es notierten pro Tonne: Weizen (märk.) 279 bis 283, Roggen märk.) 171 bis 177, Sommergerste 177 bis 198, Winter- und Futtergerste 150 bis 163, Hafer (märk.) 192 bis 205; pro Doppelzentner: Weizenmehl 36 bis 38,75, Roggenmehl 25 bis 26,75, Weizenkleie 11, Roggenkleie 11 bis 11,10, Vik- toriaerbfen 27 bis 33, kleine Speiseerbsen 23 bis 25, Futtererbsen 22 bis 23, Peluschken 21 bis 23, Ackerbohnen 22 bis 23, Wicken 26 bis 30, Lupinen (blau) 11,50 bis 12,50, Lupinen (gelb) 14 bis 14,50, Serradelle (all) 16 bis 22, Serradelle (neu) 28 bis 31, Rapskuchen 14,80 bis 15, Leinkuchen 19,40 bis 19,60, Trockenschnihel 9,40 bis 9,70, Sohaschrot 19,90 bis 20,40, Kartoffelflocken 15,50 bis 15,80. i&ee deren - Mndigkert vwwt4t Aus der Schachwelt. Spielmann Sieger im Semmering-Turnier. Das Internationale Schachturnier auf dem Semmering ging am 30. März 1926 zu Ende. Das Schlußresultat lautet: Spielmann 13 Punkte, 1. Preis; Aljechin 12V2, 2. Preis; Vidmar 12, 3. Preis, Rimzowitsch und Tartakower je IIV2, 4. und 5. Preis geteilt; Rubinstein und Darrasch le 10, 6. und 7. Preis geteilt, Reti 9Vi. 8. Preis und Grünfeld 9, 9. Preis. Es folgen Ianovski 81/», Trehbal 8, Vajda 7Vr, IctteS 7, Tilg, Kmoch je 6, Davidsohn 5Vs. Michel 4'/,. Rosselli l. Die Preise betrugen 3500, 2500, 2000, 1500, 1200, 1000, 800, 600, 400 S. Aljechin erhielt einen Spezialpreis von 125 S. für die meisten Gewinnzähler (11) Spielmann hatte nur 10 ®e- winnzähler und hatte vergessen, daß dieser Spezialpreis ausgesetzt war, als er seine Gewinnstellung gegen Aljechin remis gab. Ferner erhielt Aljechin einen Spezialpreis von 150 S. für die längste Gewinnserie. Von den Richtpreisträgern stellte sich Ianovstt weit besser als mancher Preisträger. Er erhiell nämlich außer seinem Partiehonorar (30 S. pro Punkt) noch einen Spezialpreis für das beste Resultat in den letzten fünf Runden (in denen er 3V- Puntte machte) und teilte mit Vajda einen 1. und 2. Spezialpreis für das beste Ergebnis gegen die Preisträger (beide erzielten 372 Punkte und teilten 200 und 100 S.); alle übrigen Richtpreis träger erhielten Partiehonorare (Rosselli leider nur 30 S.). komödie. Der greise Baron, in spätem IohanniS- feuer, verbrennt sich die Flügel seiner romantischen Seele an der aufflackernden Liebe zu einem jungen Geschöpf, das ihm, dem saturnischen Liebhaber, nicht angehören kann; stirbt an gebrochenen! Herzen, an der rohen Gewißheit, daß die Geliebte sich längst einem anderen, Iüngeren zu eigen gegeben hat. Dem alten Baron ging alles um Liebe, jenem, ihm gegenüber, alles um Geld.... Ein Stück aus einem Guß, mit heißem Blut gestaltet, in einer eigengewachsenen, funkelnden, bildhaften Sprache niedergefchrieben, dramattsch gesehen, theatralisch geformt. Wir stehen nicht an, dem Dichter in Eulenberg- Rachbarschaft einen Platz zuzuweisen; sein Werk (das vor kurzem in Altona mit gutem Erfolg auf die Bühne kam) darf als eine schöne Hoffnung junger deutscher Dramatik gelten. 144 — Alexander von G leich en -Ruh- wurm. Ein Rückblick an seinem 60. Geburtstag. Den Freunden gewidmet. Mit 7 Bildnissen. Iulius Hoffmann Verlag. Stuttgart. — Sin stilles, vornehmes und eigentlich unzeitgemäßes Buch. Das macht der Hauch kultivierter Geistigkeit, der aus seinen Blättern aufsteigt, der Ab- glanz harmonischen, geklärten Weltgefühls, der auf den Worten liegt, die Spur und blutsverwandte Rähe des großen Ahnen, der an der inneren Form solcher Rückschau mitgeschaffen hat. Gleichen-Rußwurm, der nunmehr 60jährige Ar- enkel Schillers, schaut an der Schwelle des Greisenalters ins Vergangene und fügt die Bausteine aus seinem Leben und seinem'imponierend ins Weite und Breite laufenden Werk zu einem Buch der Reise und der Erinnerung. Freuüdes- stimmen und Familienbilder runden das Werk, scheinen auch gleichsam dem Dichter und Menschen das Geleit zu geben iws neue Iahrzehnt, ins neue Schaffen. Der Verlag hat dem Buch schon äußerlich den Schmuck einer erlesenen Festgabe angedeihen lassen. 875 Auf Vorschlag von Schwarz, der zum ersten Preis nur remis brauchte, remis gegeben. Selbstverständlich ist das Endspiel für Schwarz klar gewonnen. Lösung des Problems Ar. 55. Don G. Aiessing. 1. Da3-a2, Sc7-d5 2. Da2-a8 etc. 1. ...., e5-e4 2. Lb3 - e6-f- etc. auf andere Springerzüge entscheidet 1. Le6+ etc. (Id) gedrückten Kurse die Parigrenze überschritten haben, besteht wieder Aussicht, den bei gesunden Unternehmungen notwendigen Kapitalbedarf durch Neu-Emissionen, statt durch Bankkredite und sonstige Schuldenausnahme, zu befriedigen. Zur Erleichterung dieses Zieles ist es natürlich in erster Linie nötig, daß die Jndustrieunternehmungen wieder gute Dividenden geben, und ferner ist ein normal funktionierender Aktienmarkt erforderlich, der dem Publikum die Möglichkeit jederzeitiger Realisierung oder höchster Beleihung seines Aktienbesitzes bietet. Auf dem Pfandbriefmarkte hat die Reichsbank derartige weitgehende Möglichkeiten geschaffen, indem sie für eine größere Anzahl Goldpfandbriefe Lombardkredite bis zu 75 Proz. des Kurswertes gil . Auf dem Aktienmarkt sind wir noch weit von normalen Marktverhältnissen entfernt. Es machen sich aber wenigstens schwache Ansätze einer Besse- rung geltend. Börsenkurse. •30| 47 | 111,5 88,51 48,5 I 130,5 । 56,5: 65 1 5°/. Deutsche RelchSanleih« 4% Deutsche Rrichsanleihe. • B'Wn Deutsche Reich San leihe 3% Deutsche Reichsanleide • Deutsche SvarprämirnanleHe 4% Preußische SonfolS • . • 4° 0 Hessen 8'/,°/" Hessen ........ S°/o Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto- Doll-Schav-Aolreilng.’) 4®/0 Zolltürken 5% Goldmerilanrr ... . Berlin er Handelsgesellschaft. Commerz und Privat-Bank Do rin st. und Nanonalbank ■ Deutsche Bank. . . . . . . Deutsche BereinSbank .... Disconto CommandU . . . Metallbank Mitteldeutsche Ereditbank. . Lesse ereichische Treditansialt Weltbank ......... Bochumer Guß ....... BuderuS Caro Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke .. Harpencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. .. . . Lourahüttr . ...... Oderbedarf ......... Phönix Bergbau ..... Rbeinssabl . . ...... Riebeck Montau........ TelluS Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llodd . . . Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg .. . Dbilivv Holzmann...... Anglo-Cont-Goano..... Chemische Mayer Alapin . . 9- G Farbenindustrie, A -G. Goldschmidt Holz Verkohlung ....... Rüigerswcrke......... Scheideanstalt «llg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mamkraftwerke . ...... Schlickert . ...... Siemens ct){tQ6nftotbt • • Mcgiiin............ Motorenwerke Mannheim Aranr farm Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metollgesell'chaft Frankfurt. Pct. Union A.-G. .... Schuhfabrik Herz • ..... Sichel..... Zellstoff Waldbof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Büchertisch. — Deutschkundliche Bücherei (Herausgeber Dr. G. Wenz). Sturm und Drang. Eine Einführung von Studienrat Dr. Hans Röhl. Hierzu: Aus dem Schrifttum des Sturms und Drangs, herausgegeben von Dr. Hans Röhl. Quelle und Verlag, Leipzig 1926. — Eine sichtende Darstellung, knapp und wesentlich, von Weltanschauung, Kunstlehre und Dichtung der Geniezeit. Im zweiten Band quellenmäßig ergänzt durch Proben aus Hamann, Herder („ile&er Ossian und die Lieder alter Völker", „Shakespeare") und Goethe (Rede „Zum Schäkespears Tag" von 1771). 198 — „D e r sat urnische Liebhaber". Tragikomödie von Robert Walter. 85 Seiten. Bei Reclam (Universalbibliothek Rr. 6621), Leipzig 1926. — Ein Spiel um den Freiherrn' von Münchhausen, das letzte Abenteuer des unsterblichen deutschen Phantasten, geschehen im Iahre 1797 auf dem Herrensitz Bodenwerder an der Weser, dichterisch erfüllt und gelöst in den drei starken Akten einer menschlichen Tragi- lungen, Lösungen usw. sind -u richten an Schachredackion des »Gießener Anzeigers". Problem Nr. 56. Don F. M. Teeb. Frankfurt a. M. Rach einer Meldung der „Financial Rews" hat die Rational City Dank in Reuyork der deutschen Farbstoffgruppe einen kurzfristigen Kredit von 25 Millionen Dollar gewährt. Die Verhandlungen sollen bereits Mitte März abgeschlossen worden sein. Auch sei es beabsichtigt, diesen Kredit später in eine langfristige Anleihe umzuwandeln. • Konkurse und Geschäfts auffich- t en im März. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im März durch den „Reichsanzeiger" 1871 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten An- träg-e der Konkurseröffnung — und 1481 angeordnete Geschäftsaufsichten bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Febimar stellen sich auf 1998 bzw. 1573. frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers" > Frankfurt a.M., 8. April. Tendenz: Fest. Der auf die Hausie-Bewegung einsetzenden Reaktion war nur ein kurzer Erfolg beschieden, denn das Börsengeschäft nahm heute bereits wieder ein recht lebhaftes Gepräge an. Die Abgabeneigung war überwiegend durch eine rege Unternehmungslust verdrängt worden, die auf fast allen Märkten zur Auswirkung kam und eine feste Stimmung auslöste. Die Führuiig des Geschäftes lag bei den M 0 n t a n w e r t e n , wo sich für einzelne Werte besonders lebhaftes Interesse zeigte. Im Vordergründe standen Rheinstahl, Mannesmann und Phönix. Die beiden ersten Werte, für die sich Aus- landkäufe bemerkbar machten, hatten Kursgewinne von 3 bis 4 Prozent zu verzeichnen. Ansehnlich fester verkehrten auch oberschlesische Werte, die um ca. 3 Prozent höher gingen. Farbwerte konnten keine nennenswerten Umsätze aufweisen, erst später entwickelte sich auch in diesen Aktien etwas lebhaft & ist des ^Wlungen & W Erzü W Als dm . N btr g< Wteifiage 6 Mi&a ; .y» «Ui ta °ta«ten dort ] -ätschen tzcvpa und ir Wrin und P Heinpakt Italien Äi< 1 ?anil* | mh J !$eit 'hm UN I ^gelöster § . ^9of(atDicn i »»" I &ne,,-6s \ und j? ”C%äncn d h . brn h- Ru"9 ein. W - R ?? ««’' ■ W j 'RsAjtr in ' iivWtte *n p**?* »ES v°^^iiag< . %it sch iw w"1 • teres Geschäft. Wesentlick) Hüber wurden Rütgers- werke plus 2 Proz., während Holzverkohlung um 1,5 Prozent zurückgingen. Am E l e k t r 0 m a r k t erzielten Bergmann eine weitere Steigerung von 4,25 Prozent. AEG. plus 0,75 Prozent. Bankaktien lagen vernachlässigt; bei den Kursbesserungen handelt es sich nur um Bruchteile. Schifffahrtsaktien, die zunächst auf ihrem gestrigen Stande eröffneten, wurden später 1 bis 2 Prozent fester. Reue ansehnliche Steigerungen hatten A u t 0- aktien zu verzeichnen. Daimler plus 2,5 Prozent, Hansa-Lloyd plus 5 Prozent, Neckarsulmer plus 4,75 Prozent, Kleyer plus 1,5 Prozent und im Frerverkehr Benz plus 5 Prozent. Der Kasfamarkt verkehrte schwankend, da dieser Markt etwas mit Abgaben belastet war. Zucker- a k t i e n uneinheitlich und überwiegend nachgebend. Zellstoffaktien wenig verändert. B a u a k t i e n leicht befestigt. Von Maschinen- a k t i e n büßten Karlsruher 0,75 Prozent ein, dagegen Bingwerke plus 1,25 Prozent. Stärkeres Interesse beanspruchten wieder einmal deutsche Anleihen im Zusammenhang mit verschiedenen unkonttollierbaren Gerüchten. Kriegsanleihe 0,480. Der Freiverkehr wies unregelmäßige Haltung auf. Becker Stahl 40, Becker Kohle 60, Benz 73, Brown Booeri 68, Entreprise 11, Growag 55, Krügershall 100, Ufa 55,5, Ufra 76 Prozent. Der weitere Verlauf blieb freundlich gestimmt, die Besserungen hielten sich iedoch zumeist in engen Grenzen. Der Geldmarkt hat wieder ein leichtes Aussehen. Die Sätze für langfristige Gelder sind fast unverändert. Monatsgeld 5,5 bis 7,5 Prozent. Bankdiskonten 5 Prozent, Jnduftrieakzepte 5,75 Prozent. Der Satz für Tagesgeld dürfte sich unter dem gestrigen Niveau auf 6,5 Prozent bewegen. 3m Devisenverkehr fetzte fid) die Erholuna des belgischen Franken fort. Brüsiel befestigte sich auf 124,50 gegen London (gestern 130). Paris eröffnete fast unverändert mit 139,45 gegen London. Mark und Pfund sind unverändert. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 8. April. Die Abschwächung der letzten beiden Tage war heute wieder völlig überwunden. Rachdem bereits an der gestrigen Rachbörse und an der Frankfurter Abendbörse die Spekulation Rückkäufe vorgenommen hatte, wurden diese heute in verstärttem Umfange fortgesetzt, hierzu traten noch Deckungskäufe. Ein verhältnismäßig recht optimistischer Lagebericht der Commerz- und Privatbank unterstützte diesen Amschwung. Autowerte — an der Spitze Daimler — standen weiter im Vordergründe. Aber auch Montanaktien zeigten wesentliche Befestigungen, wobei die erhöhten gestrigen Rachbörsenkurse noch um 1 bis 2 Proz. überschritten wurden. Rach Festsetzung der ersten Kurse wurde das Geschäft am Montanmarkt, ausgehend von Rheinstahl, außerordentlich lebhaft. Rheinstahl gingen um 2Vs Proz. höher. Harpener plus 1,25 Proz. Phönix wurden in größeren Posten auS dem Martte genommen. Auch oberfchlesische Werte hatten mehrprozentige Kurssteigerungen aufzuweisen. Die übrigen Aktienmärkte traten demgegenüber in den Hintergrund. Rur Kriegsanleihen waren sehr lebhaft im Geschäft und ansehnlich höher, da die Dörsenphantasie wieder einmal durch unkontrollierbare Gerüchte von einer bevorstehenden Innen-Anleihe und Kombinationen über einen Llmtausch von Kriegsanleihe gegen die neue Reichsanleihe befruchtet wurde. Kriegsanleihe 0,4771/2 bis 0,478. Am Geldmarkt hält die Flüssigkeit an. Tagesgeld 5 bis 6 Proz., Mo- natsgeld 6 bis 7 Proz. Im internationalen Devisenverkehr machte die Besserung des^ belgischen Frankens weitere Fortschritte. Brüssel gegen London 127,65. Paris lag dagegen kaum verändert mit 139,65 gegen London. frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a' M., 8. April. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 28-bis 28-50, Roggen, inländischer 19 bis 19.25, Sommergerste für Drauzwecke 21.50 bis 24, Hafer, inländischer 21 bis 23, Mais (gelb) 18.25 bis 18.50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 40.50 bis 4125 Roggenmehl 28.25 bis 28.50, Welzenkleie 10 Rvggenkleie 10.75. Tendenz: Fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 7. April. Die Zufuhren in Groß- getreide an die Börse werden von Tag zu Tag geringer, so daß schon dadurch bei dem an- 0,4825 0,465 0,455 0,560 0.4625 G. Farbenindustrie X » ®., Mlie s-Ia-M-t. 61 tvj aller Eni bchm Mast Hieben Otali Zeigenden 3t Gebiete 1 Frankfurt a-M. Berlin Schl» Kur» 1.Uhr- Sure Schluß. Nur» Anfang In-- Datum: | 7.4 8-4 7. 4 8 < 1. d2-d4 1. e7-e6 2. Sgl — f3 2. Sg8-f6 3. Lcl-g5 3. c7-c5 4. e2-e3 5. Ddl-cl 4. Dd8-b6. Beide Spieler Pfaden. wandeln auf hypermodernen 5..... 5. Sf6-e4 6. Lg5-f4 6. d7-d5 7. Lfl-d3 •7. Sb8-d7 8. 0-0 8. Lf8-d6 9. Lf4xd6 9. Dböxdö 10. c2 —c4 10. 0-0 11. Del -c2 11. Se4-f6 12. c4xd5 12. e6xd6 13. d4Xc5 14. Sbl —c3 13. Sd7xc5 7 April. 8. April- Amtliche Notierung Geld 1 Brie? Amtliche Notierung Geld ] Brief 24. b2xc3 24. Sf6xe4 25. Td2-d4 25. Se4xc3 26. Td4-g4 26. Db6xf2± 27. Kgl-h2 27. Df2-f6 28. Dgöxfö 28. Tf8xf6 29. Tdl-cl 29. Sc3-e4 168,29 168,71 1,668 168,29 1,664 1,663 16.005 16,045 16,22 90,10 90,32 90,12 109,90 110,18 109,92 112,46 112,74 112,39 10,553 10,593 10,55 16,875 16,915 16,865 20,395 20,447 20,398 4,195 4,205 4,195 14,62 14,66 14,62 80,925 81,125 80,99 59,25 59.39 59,26 1.938 1.942 1,937 0.579 0.581 0.584 59,23 - 59,37 59,20 12,419 7,389 12,459 12.42 7,409 7,38 5,87 5,89 5.87 3,045 3,055 3,045 21.225 21.275 21,325 80.91 81,11 80,92 2,09 2,10 2,09 5,56 5,58 5,59 4.19 4,20 4,193 4,295 4,305 4.235 Banknoten. Berlin, 7 April Geld Brie, Lmerilantiche Noten ..... 4,18 4,20 Belgische Noten ....... 15,99 16,07 Däiiilche Noten ....... 109,63 110,17 Englische Noten. ....... 20,355 20 45'i Franzöiische Note« ...... 14,68 14,76 Holländische Noten ...... 167,90 168,71 Italienische Noten...... 16.93 17 (H Norwegische Noten . ... 89,87 90M T utsch-Oestcrr, a 100 Kronen 59,13 59.43 Rumänische Nolcn...... 1,73 1 77 Schwedische Noten...... 112'14 112 70 Schwei>er Noten....... 80,89 81*29 Svanische Noten ...... 59,17 59,47 Tschechoslowakische Noten . . 12,39 12.45 Ungarische Noten . . , 5.835 5,875 6 5 3 2 L 4 ? b h 6 8 5 2 ? 4 3 1 Schwarz, d e