176. Jahrgang Montag, 8.Hebruar 1926 Nr. 52 Erstes Blatt druck und Verlag- vrühl'lche Unwerfitäk-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Sieben. Schristieitung und S-schästrftelle! Schulstrab« r. obachtung der lokalen autonomen eine Einrichtungen und Gebräuche Das Deutschtum in Südtirol. Mussolini verteidigt die Derwelschung Südtirols Annahme von Anzeiaen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvoischrist 20°,, mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den ^Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Lösung finden können." Der Ministerpräsident G i o l i t t i ging sogar so weit, daß er sagte, die Grundsätze der früheren Verwaltung in Südtirol könnten ein nützliches Beispiel für die Umformung des italienischen' Verwaltungs- snstems im ganzen abgeben, und sein Nachfolger aonorni erklärte noch am 10.Juni 1921, zwei Jahre nach der Annexion, in der Kammer, es müßte der Verwaltungsautonomie in ben neuen Provinzen eine konkrete Form gegeben werden — „wobei uns die Vertreter der interessierten Gebiete durch ihre Mitarbeit unterstützen werden!" Verpflichtender und bündiger kann fich keine Negierung durch ihre verantwortlichen Staatsmänner, ja, durch den König selbst, in bezug auf die Rechte einer nationalen Minderheit einsetzen. Es gibt auch eine kleine Anzahl Italiener unter fremdstaatlicher Herrschaft, nämlich in Jugoslawien. Für diese verlangt Italien den (.-ntschiedensten Minderheitenschutz nach folgenden Grundsätzen: Den Italienern muß volle Entwicklungsmöglichkeit im nationalen Leben, volle Verkehrs-, Preß- und Versammlungsfreiheit und unbeschränktes Recht auf nationale Schulen gewährt werden. Dieselben Grundsätze wäre es nach seinen feierlichen und bestimmten Zusagen verpflichtet, auch in Südtirol anzuwenden. Und was hat der italienische Unterrichtsminister über die Politik gesagt, die das f a s z i st i s ch e Italien jetzt in Südtirol betreibt? Seine Worte waren: „Der Zweck der Maßnahmen auf dem Schulgebiet ist die Entnationalisierung der deutschen Bevölke- r u n g." Die Wiener „Neu Freie Presse" meldet aus Südtirol, daß 3 4 Deutsche, denen seinerzeit die italienische Staatsangehörigkeit zugesprochen worden war, Ausweisungsbefehle erhalten hEn. nachdem ihnen die italienische Staatsangehörigkeit wieder entzogen worden war. Die Betroffenen sind Handel- und Gewerbetreibende, Beamte und Lehrer. Der Eindruck in Berlin. So werden die Versprechungen gehalten, mit denen die italienische Regierung und der italienische König Südtirol übernommen haben. Es ist nicht mehr nötig, im einzelnen herzuzählen, was an laizistischen Gewalttaten Tag für Tag in Südtirol geschieht. Die Zeitungen melden es, und die Zeitnahme des gesamtdeutschen Volkes an der Folter, unter die man Südtirol, das „Land ohne Namen , geworfen hat, ist erwacht. In Meran, am Denkmal Hofers stehen am Sockel die Verse: Es war einmal ein «Schützenfest, Der Himmel hat's gegeben, (Tiroler) Freiheit war das Best', Der Einsatz Blut und Leben! Berlin, 7. Febr. ($11.) Wie die Tele- graphen-llnion erfährt, hat die Kammerrede Mussolinis in politischen Kreisen Berlins außerordentlich befremdet. Man weist darauf hin, daß die Sprache des Ministerpräsidenten wohl kaum geeignet ist, ihm als einem Unterzeichner des Locarnovertra- q e s und Italien als einem Mitglied des Völkerbundes zur Ehre zu gereichen. Mussolini hat auherdein offenbar dieDiskussions- basis verschoben. Kein Mensch denkt zur Zeit in Deutschland daran, die Brenner- fr a g e überhaupt zu diskutieren. Es ist aber möglich, daß Mussolini es für notweiidig hielt, aus innerpolitischen Gründen die Grenzfrage aufzuwerfen. Für die deutsche Oeffentlichkeit handelt es sich in der Frage Südtirols lediglich um eine Kulturfrage, da sie sich dafür interessiert. daß die seit 1800 Iahren dort ansässige deutsche Bevölkerung der deutschen Kultur erhalten bleibt und sich weiter ihrer angestammten Sprache und Kultureinrichtungen bedienen kann. Von amtlicher Stelle kann zur Rede des italienischen Ministerpräsidenten noch Rom, 6. Febr. (Ag. Stefani.) Der Generalsekretär der faschistischen Partei Farinacci hat in der Kammer eine Interpellation eingebracht, in welcher mit bezug auf die italienfeindliche Kundgebung des batz- rische n Ministerpräsidenten dringend Aufklärungen über den Stand der deutsch-italienischen Beziehungen verlangt werden. Auf die Anfrage antwortete Ministerpräsident M u s s v - lini mit folgender Rede: „Ich will die Anfrage ofort beantworten, nicht, um gegen den Leiter der bayerischen Regierung zu polemisieren, sondern um Licht in die Gedanken derer zu bringen, die hartnäckig dabei bleiben, sie in Verwirrung belassen zu wollen. Ich will prechen, denn ich denke, daß wie in den Beziehungen zwischen Einzelpersonen es auch in den Beziehungen zwischen den Völkern am besten ist, reirnüttg im richtigen Moment zu sprechen. Die aschistische Regierung hat während dreier Iahre eine sehr gemäßigte Politik Deutschland gegenüber verfolgt Oie hat sich niemals diesem von der Niederlage getroffenen Volke gegenüber hinceißen lassen. Sie hat sich allen scharfen Maßregeln widersetzt. Die Deutschen, soweit sie objekiv sind, haben seinerzeit das selbst anerkannt. Nach langwierigen Verhandlungen haben wir im vergangenen Iahr einen Handelsvertrag mit Deutschland abgeschlossen, den ersten, den Deutschland nach dem Frieden von Versailles abgeschlossen hat. Ieht nach dem Abkommen von Locarno und nach dem Abschluß des Handelsvertrages entwickelt sich in Deutschland plötzlich wie auf ein gegebenes Stichwort hin eine anti- italienische Kampagne, die ebenso abscheulich wie lächerlich ist. Abscheulich, denn sie wird begründet mit der Zusammenstellung notorischer Lügen. Lächerlich, denn sie wiegte sich in dem Gedanken, auf unser junges, stolzes, faschistisches Italien Eindruck zu machen, das sich von niemanden beeindrucken läßt. (Langandauernder, einmütiger Beifalt.) Es war eine Lüge, als man von der beabsichtigten Entfernung des Denkmals Walters von der Dvgelweide in Bozen sprach. Wir respektieren die Poesie, selbst wenn sie mittelmäßig ist (Heiterkeit); aber wir können es nicht dulden, daß Walter von der Vogelweide und Dante gegenübergestellt werden, denn das hieße den Monte Pincio mit dem Himalaja vergleichen. Wir werden das Denkmal Walters auf seinem Platz belassen, aber wahrscheinlich wird sich auf dem Platz von Bozen dank der Spenden des italienischen Volkes ein Denkmal für Cesare B a t i st i auf derselben Fundamenten erheben, auf denen sich ein Denkmal des deutschen Sieges erheben sollte. (Lebhafter, allgemeiner Beifall. Alle Abgeordnete erheben sich, ebenso das Publikum auf den Tribünen.) Dieses Denkmal wird dem Andenken all der anderen Märtyrer gewidmet fein, die mit ihrer Aufopferung und mit ihrem Blut das letzte Wort unserer Geschichte, soweit Südtirol in .Frage kommt, geschrieben haben. Es ist eine Lüge, daß das Denkmal der Kaiserin Elisabeth in Br ix en durch Feuer zerstört worden sei. Lange sprach man von Ansammlungen und Expeditionen der Faschisten. In deutschen Zeitungen erschienen haarsträubende Beschreibungen von Gewalttätigkeiten, die gegen deutsche Tou- r i st e n unternommen worden seien, und von denen mir zwei mit viermonatiger Verspätung zur Kenntnis gebracht worden sind. Man sprach von einer Entschuldigung, die die italienische Regierung an die deutsche Botschaft in Rom wegen der studentischen Demonstrationen gerichtet habe. Auch das ist eine dumme Lüge. Aber wenn das alles genügt hätte, um das hervorzurufen, was die Deutschen „Stimmung" heißen, so reichte es doch noch nicht aus, um die sogenannte „Gemütlichkeit" (Mussolini wandte diese beiden deutschen Worte an) zu kitzeln, d. h. jene halb materialistische und halb weinerliche Sentimentalität. (Heiterkeit.) Man hat ein Verbot erfunden, das der Tyrann Mussolini gegen die Deutschen im Etschtal wegen der traditionellen Weihnachtsbäume erlassen hätte. Aber auch das war eine dumme und lächerliche Lüge. Nach allen diesen Lügen sprach man schließlich von einem Boykott der italienischen Waren und des Reisever- verkehrs nach Italien. Lassen Sie mich ein für allemal über diesen Reiseverkehr folgendes sagen: Wir sind ein hervorragend gastfreundliches Volk. Das kommt von unserer tausendjährigen Das eingeklammerte Wort „Tiroler" ist fortgehauen worden! Es darf nichts geschrieben, gedruckt, gemeißelt, gesungen werden im Lande Andreas Hofers. In den zwangsitalianisierten Schulen von suü- tirol wird den Kleinen, wenn sie ein deutsches Wort sprechen, eine grünweißrote italienische Flagge zum Küssen hingehalten — als „patriotische" Strafe. Einmal, als eine Lehrerin das wie- der tat, weigerte sich der Bub, dem es galt. Sie wurde zornig und schalt. Da rief die kleine Schwester des Buben ihr zu: „Tu's Grün doch weg, dann wird er sie schon busserln!" Rotweiß sind die Tiroler Farben. Sie werden auferstehen! Kultur. Wir wollen so bleiben, selbst wenn man diese unsere Gastfreundschaft mißbraucht und wenn man sehr primitiv gekleidete Individuen durch die Straßen unserer Städte wandeln sieht. Aber niemand darf ich der Täuschung hingeben, Italien durch einen Boykott seines Reiseveäehrs gewinnen zu können. Italien lebt von ganz anderen Dingen und Der- ügt über ganz andere Kraftquellen. Tlebrigens kommen viele dieser Leute nicht nach Italien, um uns Geschenke zu machen, sondern u m z u p a r e n. Auf jeden Fall aber will ich zu der Frage des Boykotts erklären, daß, wenn morgen dieser Boykott praktisch durchgeführt würde und wenn er die stillschweigende Zustimmung der verantwortlichen Behörde hätte, so würden wir mit einem Boykott im Quadrat und auf eventuelle Repressalien in der dritten Potenz antworten. Wenn ich so spreche, so glaube ich, aufs beste der Sache der Wahrheit und der Kultur und elbst der Sache des Friedens zu dienen. Einige haben geglaubt, daß nach Protesten verschiedener Deutscher, die in Italien ruhig von ihren Han- würde. Das ist aber nicht eingetreten. Irn Gegen- delsgeschäften leben, all das ein Ende nehmen teil stehen wir jetzt vor der Rede, die der bayerische Ministerpräsident Held im Bayerischen Landtage gehalten hat. Er sagte: „Wir müssen alles tun, um zu einer Besserung der Lage in Südtirol zu gelangen und alles, was den Deutschen an der oberen Etsch die Freiheit geben kann. Von diesem meinem Plah'e aus muh ich den kräftigsten Protest gegen die brutalen Vergewaltigungen in Südtirol erheben." Ich ei> kläre, so sagte Mussolini daß diese Rede einfach unerhört ist, unerhört vorn diplomatischen Standpunkt aus, denn es bestand niemals, selbst vor dem Kriege nicht, eine Frage des deutschen Südtirol. Sodann aber wurde die Frage deS oberen Trentin durch die Friedens vertrage geregelt, und zwar durch den Vertrag von St. Germain mit Oesterreich. Es ist unerhört, von Vergewaltigungen und von brutalen Vergewaltigungen zu sprechen, die die faschistische Regierung im oberen Trentin begangen hätte. Wir machen im oberen Trentin eine Politik der Jtalianität. Wir betrachten seine Bewohner als italienische Staatsbürger, indem wir dort unsere Gesetze zur Geltung bringen. Würden wir anders handeln, so hätten wir an der Grenze einen Staat im Staate. In verschiedenen Fragen hat die faszistische Regierung für die Bedürfnisse jener Bevölkerung gesorgt, z. B. in der Frage der sogenannten lombardierten Anleihen. Ich muhte selbst eine Bauerndelegatton des oberen Trentin empfangen, die mir ein greifbares Zeichen ihrer Dankbarkeit übergeben wollte. Was Italien tat, ist nichts im Vergleich zu dem, was andere Staaten tun. Gerade heute seht die Tschechoslowakei ihre Maßnahmen für den Gebrauch der tschechischen Sprache in der staatlichen Verwaltung und hinsichtlich der deutschen Zeitundiplomatische Stellungnahme aufge- Emigrantenbesitzes und Verwendung zu." Ausgleich der Kriegsschäden und zu einer Entschädigung der Oesterreich treu gebliebenen Tiroler Soldaten." Das waren die Vorschläge derjenigen, die heute protestieren. Ich glaube, daß der Angelpunkt dieser ganzen Kampagne die Naturerscheinung der An- wissenheit ist. Ich glaube, eine ganze Anzahl Deutscher kennen uns nicht, daß Italien 42 Millionen Einwohner auf dem begrenzten Raum seiner Halbinsel zählt und daß 9 oder 10 Millionen Italiener noch im Auslande wohnen. Aber vor allem kennen sie nicht unser Gefühl der Würde, unsere Moralität, und vor allen Dingen kennen sie nicht das faschistische Italien. Da sie Italien noch unter dem Gesichtspunkt einer pittoresken politischen Episode sehen, haben sie unsere ties- wurzelnden Kräfte nicht begriffen, die traditionellen Instinkte, die die Wurzeln unserer Bewegung sind, die ihr Leben gewährleisten und ihre Zukunft sichern. Man muß hoffen, daß sie es noch lernen werden. Auf alle Fälle lege ich Wert darauf, zu erllären, daß die italienische Politik in der Südtiroler Frage irrest um eine Linie nachgeben wird. Die.Brenuer- g r e n z e ist eine von der Hand Gottes gezeichnete Grenze. Die Zahl der Deutschen in Südtirol beträgt 180 000, während es in der Tschechoslowakei 3,5 Millionen sind. Don diesen 180 000 sind 80 000v erdeutschte Italiener, die wir wiedergewinnen wollen. Das andere sind 11 e - - berbleibsel barbarischer Invasionen aus der Zeit, wo Italien noch keine Macht für sich war, sondern der Kriegsschauplatz für andere Mächte aus dem Westen und aus dem Norden. Auch gegen sie werdest wir die Politik der Billigkeit anwenden. Dem deutschen Volke aber sagen wir: Wir wollen mit Dir in Freundschaft leben, aber Dir dabei ins Auge sehen? Meine Rede soll als eine politische und diplomatische Stellung'mahme aufgefaßt werden, und ich hoffe, daß sie denen, die dazu berufen sind, so verstanden wird, sodaß die italienische Regierung nicht zu konkreten Entschlüssen greifen muß, was geschehen würde, wenn morgen die deutsche Regierung die Verantwortlichkeit für das auf sich nehmen würde, was in Deutschland vorgefallen ist und was noch Vorfällen kann. Zum Schlüsse sagt Mussolini zur Brenner-Grenze: das faschistische Italien kann, wenn nötig, die Trikolore weiter vorwärts tragen, niemals aber diese dort niederholen. (Stürmischer Beifall im Hause.) Darauf ergriff F a r i n a c c i das Wort und sagte: Die Kundgebung, die diese Erklärung des Duce auslöste, möge ein flammendes Zeugnis dafür fein, daß das Italien von heute nicht mehr so schwach ist wie das von gestern. Die Kammer vertagte sich auf unbestimmte Zeit. Was man Tirol versprach! Von Dr. Paul Rohrbach. In den Erinnerungen des Präsidenten Wilson findet sich folgende S^lle (Band II S. 111): „Unglücklicherweise hatte der Präsident die Brennerzone Orlando (dem italienischen Premierminister) zugesagt, wodurch etwa 150 000 (in Wahrheit 230 000) Deutsche an Italien überantwortet wurden — eine Tat, die er später als einen großen Fehler ansah und tief bedauerte. Es war geschehen, bevor er diese Frage sorgfältig studiert hatte, und jetzt war er gebunden und mitschuldig an Orlandos Forderung nach einer strategischen Grenze." Während des Weltkriegs und beim Friedensschluß von Versailles wurde in die Welt hinausgerufen, daß kein Volk und kein Volksteil gegen seinen Willen politisch verhandelt und verschoben werden solle. Die Südtiroler sind Deutsche. Sie sind wie ihre Brüder nördlich des Brenners nahe Verwandte des österreichischen und des bayerischen Stammes. Gerade südlich vom Brenner hat die Bevölkerung im Jahre 1809 der Fremdherrschaft den grimmigsten Widerstand geleistet. Andreas Hofer stammte vom Sandhof im Passeier Tal, das bei Meran ins Etschtal mündet. Sein Standbild steht in Meran, und das Denkmal Walters von der Vogelweide steht in Boze n. Deutscher als diese Südtiroler ist keiner gewesen, der je zwischen Etsch und Belt geboren wurde! Da Italien Großmacht ist, so wurden ihm beim Friedensschluß keine vertraglichen Schutz- ve stimm ungen für Minderheiten auferlegt. Es gab aber freiwillig die feierlichsten Versicherungen über diesen Punkt ab. Der. italienische Vertreter beim Friedensschl., ; von St. Germain, wo d>e neuen Grenzen Oesterreichs festgesetzt wurden, war der Senator Tittoui. Dieser gab in einer Rede am 27. September 1919 in der Abgeordnetenkammer in Rom im Namen der Regierung folgende Zusage: „Italien wird auch 180 000 (in Wahrheit 230 000) Deutsche in sein Gebiet einschließen ... Polen, die Tschechoslowakei, Rumänien und Serbien find durch verschiedene Bestimmungen, die in die Friedensverträge eingeschaltet wurden, dazu verpflichtet, Sprache, Religion, Kultur, Schule und jede freie Betätigung der nationalen Minderheiten zu achten und zu respektieren — und es ist unbedingt notwendig, diese Bestimmungen aufrichtig und gesetzmäßig einzuhalten. Italien hat, wie die übrigen Großmächte, feine gesetzliche Verpflichtung hierzu, aber nach meinem Empfinden besteht wegen der liberalen Traditionen, die Italiens Ruhm und Vorzug sind, eine große moralische Pflicht dazu. Die Völker anderer Nationalitäten, die mit uns vereinigt werden sollen, wissen, daß uns der Gedanke einer Unterdrückung und Entnationalisierung vollkommen fern liegt, und daß ihre kulturellen Einrichtungen geachtet werden und ihre Verwaltungsbeamten alle Rechte unserer liberalen und demokratischen Gesetzgebung besitzen." Die Berichterstattung über den Friedensvertrag hatte in der Kammer der Minister L u z a 11 i, im Senat der Fürst Colonna. Luzatti redete die Südtiroler Deutschen auf diese Weise an: „Folgendes sagen wir den Deutschen, die uns die Notwendigkeit unserer nationalen Verteidigung zwang, an unser Reich anzugliedern: Es muß eine Ehrenpflicht für die Regierung und das Parlament fein, den Deutschen, die nur wegen der absoluten Notwendigkeit der Grenzverteidigung angegliedert wurden, ihrs autonomen Einrichtungen zu bewilligen. Abgesehen von den erforderlichen Maßnahmen für die militärische Sicherheit müssen sie sich frei u n b unbehelligt fühlen in der Ausübung ihrer kulturellen und religiösen Bedürf- niffe, in der Verwaltung und in der Wirtschaft, denn nur so folgt Italien den Traditionen der alten Römer." Bei der Berichterstattung im Senat versprach der Fürst Colonna die weitherzigste Politik in bezug auf die „a b m i n i ft r a t i d e Autonc> - mte" bes neuen Gebiets, unb in ber Thronrede vom 1. Dezember 1919, an der Stelle, wo von den neuen Aufgaben in den neuangegliederten ©ebieten die Rede war, hörte man die königlichen Worte: „Unsere freiheitliche Tradition wird uns den Weg weisen, auf dem wir bei größter B e ° Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-vezugrpreir: 2 Reichsmark unb 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: schristieitung 112, Der- lag unb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«, poftscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. gen fest. Ist es notwendig, dein italienischen Volke und der zivilisierten Welt die Absichten in das Gedächtnis zurückzurufen, die die Leiter des Pangernamismus für den Fall eines deutschen Siegs hatten? In einer in Vipiteno zusammen-- getretenen Versammlung verlangten sie wenige Tage vor unserem großen Sieg an der Piave, der den deutschen Träumen die Flügel gebrochen hat, von Italien das folgende: „Natürliche Grenzen zur Erleichterung der Verteidigung des Trentino und Oesterreichs, sowie Vereinigung der ehemaligen Gebiete der dreizehn Gemeinden und der sieben Gemeinden auf dem Plateau von Lavarene und Asiago mit Oesterreich, eine Grenzberichtigung, infolge deren sich Oesterreich über den Oberlauf der Flüsse Adda und Oglio bis zu deni Südufer d/.s Gardasees ausgedehnt hätte. Weiterhin eine große Kriegsentschädigung, Deutsch als Staatssprache, deutsche Hoheitstitel. Ablehnung der Schaffung von fremdstämmigen Grenzstaaten sowohl im Norden wie im Süden, Einheit und Unmittelbarkeit des Gebietes von Kufstein bis zur Etschklause. Versagung der Autonomie für das italienische Trentino. Einführung des Deutschen in sämtlichen Schulen, schärfster Kampf gegen die italienische orre- denta durch Begünstigung des deutschen Elements oder durch Vertreibung des irredenttsti- schen, bis schließlich das italienische Trentino aans und aar österreichisch geworden sei, keiner- ^eve ves .--z -.de? Erlaubnis zur «ückiehr für I nicht Stellung genommen werben, da ihr amt. SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen hrien len i Sei Zu- he Angebot- iieit, Zeug' 849 an oen n. kontier \ >sa__IH08D ibrib »et (rtb s-lK'enS' AK irichtunge11 iCh- und i**Ü „rst*3* uar 1926 .......... ............... bannt \ an en (Lahn) oMer* Wt- irs Lagers old Kühne r csweg 26 : r fMlL Enlschliehung notnii 'Bauer gleichheit abgelehnt. 3. Einen im Vertragsver hältnis angenommenen Maschinenin! es sogar, aber Auf die Frage des frair Sozialfragen im Haushaltungsausschuh Preußischer Landtag Deutschlands Anmeldung in Genf von ft Aus aller Welt Bier Kinder ertrunken. Gemeinden und wirtschaft t e beschränkt, For ieife für Reich and Län ntcur zu Stimmen entlassen. Dies wurde mit 6 gegen abgelehnt. Das Kapitel 94 wurde dann ange- ine Resolution ange- Die Pariser Presse zur Rede Mussolinis. Stellung Deutschlands bunde )u stärken geeignet ist Steuben-Gesellfchast, wunderung über die zu ergänzen. Zum Schluß wurde \ 5ebn Wien 1( Die Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder. nommcn, in der die Reich-sregirrung ersucht wird, kich bei der S a a r r e gi er ung dafür einzu- Forderungen des Industrie und Handelstages. auf d a s No t w e nd i derungen, die in gleicher der gelten. iivit । uiv ii, i'. l v/v-* \ vv* werbemufeums-Bibliothek). Kapitel 97 «Chemische Prüfungsstelle zu Darmstadt) und Kapitel 99 i Kunstgewerbe und kunstgewerbliche Zwecke). Zu Kapitel 73 (Hochbauwesen) lag ein Antrag Hein- stadt vor, den für die Errichtung eines Schüle- rinnenheims der Aufbauschule in Darmstadt eingestellten Betrag zu streichen. Der Antrag wurde gegen 2 Stimmen abgelehnt und das Kapitel genehmigt. mer 1925 im Voranschlag eingesetzten 100 Millionen Reichsmark mit dem Vorbehalt, bei der dritten Lesung des Etats die Summe in notwendiger Weil Die Silberhochzeit im hoMndischen Königshaus. Paris, 8. Fbr. (W. T. V. Funkspruch.) Die Rede Mussolinis wird von der gesamten Presse besprochen. Die Regierungspresse lehnt sie ab. Sv schreibt .Oeuvre": .Es ist wahr, daß Mussolini den Deutschen in Tirol verboten hat, ihre Sprache zu sprechen, cs ist auch wahr, daß er geschworen hat. sie zu italianisieren. Die Minderheiten schikanieren. Deutsche heute, die Slaven morgen und auch die französische Bevölkerung im Tale von Aosta, heißt Imedenta schaffen. Die Stelle der Rede, wo Mussolini erklärt, daß Italien nötigenfalls feine Fahne jenseits der Grenze aufpflanzen werde, wird besonders beachtet und als eine unzweideutige Drohung an die Adresse Deutschlands aufgefaßt. Der ..Temps" nimmt die Rede zum Anlaß. um festzustellen, daß er mit seiner Prophezeiung eines deutsch-italienischen Zerwürfnisses recht habe. Die Sprache Mussolinis sei rüde, doch habe sie den Vorzug der Offenheit für sich. Es sei richtig, daß die deutsche öffentliche Meinung es für klug gehalten habe, abzuwarteir, ehe sie sich über das Schicksal der deutschen Minderheiten in Südtirol beunruhigte, bis der deutsch-italienische Handelsvertrag und die Abkommen von Locarno unterzeichnet worden seien. Heute handle es sich darmn. den deutschen Vorstoß gegen Süden und Südosten vorzubereiten. Dabei stoße Deutschland eben in Mitteleuropa auf italienische Interessen. An dem Tage, an dem Deutschland in Wien herrschen werde, werde die Stellung Italiens in gefährlicher Weise kvnrpromitiert sein. Die Antwort Mussolinis beweise, daß die Italiener begonnen hätten, dies zu verstehen. Run nrüsse man abwarten, welche Reaktion die Rede Mussolinis auf die öffentliche Meinung in Deutschland ausüben werde. Aber Berlin werde ohne Zweifel die ihm erteilte Warnung begreifen. ticher Wortlaut noch nicht vorliegt. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß der Reichsau he n- Minister anläßlich der Beantwortung dec dentschnationalen Anfrage über Südtirol hierzu das Wort ergreifen wird. D a r m st a d t. 6. Febr. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags setzte heute seine Beratungen bei Kapitel 84 (Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft) fort, wobei es zu einer lebhaften Debatte über die H e n g st h a l t u n g kam. Es lag hierzu ein Antrag Widmann-Stork und Genossen vor, Die Einnahmen aus dem Deckgeld auf 91200 Mark festzusetzen und dementsprechend die Deckgeldsätze zu erhöhen, und zwar für den ersten Teilbetrag auf 20 Mark und für den zweiten Teil auf 40 Mark fcstzusctzen. Außerhalb Hessens wohnende Stutenbesitzcr sollen 60 Mark bezahlen. Der Antrag wurde mit acht gegen sechs Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Werner, der die Regierung ersucht, die Zahl der in Landwirtschaft und Gewerbe vorhandenen Traktoren und Auto- Berlin , 6. Febr. (VDZ.) Der Haushalts- ausfchuß des Reichstages seht die Beratung deS Haushalts des ReichsarbeitSmini- st e r i u m s für 1926 fort. Die Titel ül&r die Per- fonalfragen werden genehmigt. Der Ausschuß behandelt sodann die Etatsteile, welche die S o - zialversicherung umfassen. Die Abg. Hoch und Aufhäuser (SH üben Kritik an der Verwendung der Gelder der Sozialversicherunas- fragen. und fragen wie es mit der Revision 6er Sozialversicherung stehe. Abg. Mumm (Dn.) seht sich für die Selbstverwaltung der Angestelltenversicherung sowie für Gewähr möglichst großer Mittel für Hingabe langfristiger Hypothekendarlehen zur Herstellung von Kleinwohnungen ein. Abg. Thiel (D. Vp.) widerspricht vom Standpunkt der Selbstverwaltung den Forderungen, daß die Reichsversicherungsanstalt gezwungen werde, bis zu einer bestimmten Höhe langfristige Darlehen zu geben. Der Arbeitsplan sei bis 1932 festgelegt. Abg. Schwarzer (Bayer. Vp.) bittet, doch bei Ablehnung von Gesuchen um Baulredite Gründe anzugeben. Vielleicht könne mitgeteilt werden, wie die Summen auf die Länder verteilt werden. Sitzungssaal der Berliner Industrie-' und Han delskammer zu einer aus allen Teilen det Amerika gegen eine Stabilisiernngsanleihe für Frankreich. wurde der 2 der in 3rui angenommen, in der es heißt: „Der deutsche Industrie- und Handelstag erkennt an, daß die Gemeinden in ihrer finanziellen Selbständigkeit durch die Gesetzgebung der letzten Jahre schwer beeinträchtigt und gleichzeitig mit vielen drük- kenden neuen Ausgaben b e I a ft e t worden sind. Es ist lebhaft zu beklagen, daß amtliche statistische Unterlagen über die gemeindliche Finanz- gcbahrung bisher nicht vorliegen. Eine Umfrage des deutschen Industrie- und Handelstages hat ergeben, daß die Finanzgebahrung vieler Gemeinden die Gesundung der Wirtschaft schwer h e m m I und das produktive Volksvermögen gemindert hat. Bei der schweren Loge der Wirtschaft, die durch die gegenwärtige Krise offenkundig geworden ist, muß nunmehr grundsätzlich und endgültig das äußer st e Maß gehalten in der Auferlegung öffentlicher Lasten gesichert werden. In einer Zeit, da die Wirtschaft alles daran setzen muß, durch zweckmäßigere Organisation, durch Beschränkung der Ausgaben und durch Abbau aller nicht im strengsten ainne produktiven Aufwendungen wieder zu Erträgnissen für sich und die Allgemeinheit zu gelangen, ist die Forderung berechtigt, daß endlich auch in ollen Gemeinden das gleiche geschieht. Die Tätigkeit der Gemeinden ist nicht, wie in besseren Zeilen auf das Wünschenswerte erstreckt, sondern verfcnm öenburf Geheim: des Tk Wit rum BirHid wknüpss Reichsarbeitsminister Dr. Brauns führt aus, es sei mißlich und schwierig, Gründe der Kreditwürdigkeit anzugeben. Minifterialdirektor v. G r i e h e r (vom Reichsarbeitsministerium): Auch das Ministerium ist der Ansicht, daß der Kreditverkehr der Reichsversicherungsanstalt die sozialen Bedürfnisse berücksichtigen müsse. Aber der Wille des Ministeriums findet seine Grenze an der Selbstverwaltung und den verfügbaren Mitteln. Die Invalidenversicherung erübrigt zur Zeit etwa 50 Millionen, die aber z. T. für sozialen Hausbau verwendet werden könnten. Eine notwendige Aufgabe sei die Föro.cung der sozialen Hygiene. Die Invalidenrente in der Industrie und in den Städten seien höher als die Armenunterstühungen auf dem Lande, lieber die Frage der Ausdehnung der Anfallversiche- rung ift eine Denkschrift angefertigt. Ministerialdirektor Sih l er: Ein eigentlicher S o z i a l a t t a ch e ist zur Zeit nur beim Generalkonsulat in Mailand tätig. Zur Vermehrung der Stellen stehen leider weitere Mittel gegenwärtig nicht zur Verfügung. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns betont, daß der Betrag von 100 Millionen für die unterstützende und produttive Erwerbslosenfürsorge zu einer Zeit in den Etat eingesetzt worden fei, als die Erwerbslosigkeit noch nicht solch ungeheuren Umfang angenommen hatte. Inzwischen habe das Reichsarbeitsministerium eine Erhöhung der Summen für die Erwerbslosenfürsorge beim Finanzminister beantragt. Adg. Mumm (Dn.) betont die besondere volkswirtschaftliche Bedeutung der produktiven Erwerbslosenfürsorge und verlangt, daß hierbei die Wohlfahrtsanstalten, die Wanderarbeitsstätten usw. nicht schlechter als gewerbliche Unternehmungen behandelt werden. Aus formalen etatsrechtlichen Gründen bewilligt der Ausschuß zunächst die schon im Som» In Freyung bei Weiden (Franken) sind drei Kinder des Kunstmühlenbesitzers List im Alter von 3V2 bis 8 Jahren und ein Kind des Metzgers Pröbstl in einem Bach bei der Mitternmühle ertrunken aufgefunden worden. Den Hergang des schweren Anglücks kennt man nicht. Aller Wahrscheinlichkeit nach haben sich die Kinder zu weit auf die durch das Fönwetter mürbe gewordene Eisdecke hinausgewagt. Die Dietschweiler Vrandasfäre. WSN. Ludwigshafen, 7.Febr. Der große Brand in Dietschweiler a. Glan, bei dem zwei Kinder des Landwirts Stemmler verbrannt sind, beschäftigt noch immer die Gemüter und hat jetzt eine überraschende Aufklärung gefunden. Va° t e r und Sohn Stemmler verwickelten sich bei dem Verhör vor der Staatsanwaltschaft in immer größere Widersprüche und sind jetzt unter dem dringenden Verdacht der Brandstiftung verhaftet worden. Die Untersuchung geht weiter. durch tocröen. mckung Ich tow mit D biteitot zösischen Journalisten, ob England und Italien sich etwa auf Kosten Frankreichs verst ä n d i g t hätten, erklärte Macdonald, das -sei möglich. Er möchte es allerdings nicht behaupten. Im übrigen möchte er als Führer der Arbeiterpartei arrsdrücken. daß 1 die Regierung Baldwins an dem Tage, an dem sie das Abkommen Volpi—Churchill unterzeichnete, sich selbst den Tvbesstvh verseht habe. m o b i U a ft tu a g e n laufend festzustellen, wurde angenommen. Ein Antrag Dr. Büchner mit dem Ersuchen an die Regierung, entsprechend der abnehmenden Pferdehaltung einen Abbau des Landgestüts vorzunehmen, wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt. Es entspann sich bann eine längere Debatte über die Landwirtschaft^ Fnmmer, weil Beschlüsse des Landtags im vergangenen Jahre nicht ausgeft'ihrt worden seien. Es wären Beträge, die der Staat der Landwirtschaftskammer überwiesen hätte, im einzelnen nicht nachgewiesen, und der Forderung, daß an dem Beitrag für die Rindviehzucht auch Schwarzbuntvieh teilhaben soll, wäre nicht nachgekommen worden. Des- halb wurde ein Antrag Lux vorgelegt, wonach die Regierung die zur Verfügung der Landwirtschafts- fammer gestellten Beträge selbst verwenden kann, wenn die Landwittschaftskammer nicht die Beschlüsse befolgt. Der Antrag wurde mit neun gegen drei Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen und hierauf Kapitel 85 genehmigt. Kapitel 90 (Bergbau) wird ebenfalls genehmigt. Zu Kapitel 94 (Dampfkesselprüfung) lag ein Antrag Haurh vor: 1. In Einnahme zu Titel 2 die Gebühr für Prüfung der Kraftwagenführer von 60 Mark aus 160 Mark zu erhöhen. Dies wurde mit 6 gegen 3 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen abgelehnt. 2, Zwei neue Stellen von Maschinen-Ingenieuren und einem Kanzleigehilfen und die dafür festgesetzten Ausgaben zu streichen. Dies wurde mit Stimmen» Berlin, 6. Febr. (121.) heule vormittag um 11 Uhr begann unter dem Vorsitz des Relchs- kanzlers Dr. Luther die Konferenz der Reichsregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder. An den Beratungen nahmen die Reichs- m in Ift er sowie als Vertreter Preußens Ministerpräsident Braun, als Vertreter Bayerns Ministerpräsident Held sowie sämtliche Minister- bzw. Staatspräsidenten der übrigen Länder und die Vertreter der hansastädte teil. Bei den Ver- Handlungen sind auch die Gesandten der Länder zugegen. Zur Beratung stand ausschließlich der bevorstehende Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. in ioldjti |o bringt gewartet her lägli jprechrn dem ju nniprud) tjanbluni Blige ß lid) gerne Wr tmn Wn « heil M; als nid Wa Amsterdam, 7. Febr. (WB.) Die meisten holländischen Blätter sind heute anläßlich des silbernen Hochzeitstages der Königin W i l h e l - mina als Jubiläumsausgabe erschienen. Anläßlich der morgen im Haag stattfindenden Hochzeitsfeierlichkeiten ist der Bruder des Prinzgemahls, der Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg und Gemahlin im Haag eingetroffen. druck und lud die Retter namens der Gesellschaft zu einem Ehrenabend im Porkville-Theater am Montag ein. Ein Vertreter der Black Diamond- Dampfschiffahrtsgesellschaft, die die Besitzer der „Alkaid" vertritt, erklärte: Solche Heldentaten ketten die Menschheit fester zusammen und fördern die Völkerverständigung. Victor Ridder hielt eine Ansprache namens der Mil- lionen Deutsch-Amerikaner, deren Stolz auf ihre Stammeszugehörigkeit durch diese Heldentat erhöht wurde. Kapitän G r a a l f s von der „Westphalia" beantwortete die verschiedenen Ansprachen mit den Worten: Was wir geleistet haben, war selbstverständlich. Ein ungeschriebenes Gesetz der Seeleute lautet: Wenn einer dem andern helfen kann, tut er es. 3m Anschluß an einen Dor trag des Reichsmini st ers des Aeuhern sowie die grundsätzlichen Ausführungen des Reichskanzlers wurden die mit der Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund zusammenhängenden Fragen eingehend erörtert, wobei von einzelnen Landern Bedenken geltend gemacht wurden. Abschließend wurde die einmütige Ausfassung dahin sestgesieltt, daß, falls die Reichsregierung den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund beschließe, durch die Länder alles geschehen werde, was die Reiche» sehr start besuchten Sitzung zusammen. Zunächst nahm auf die Begrüßung des Prä- fib enten Reichswirtschaftsminister D r. Eurtius das Wort zu einer mit Beifall aufgenommenen Ansprache, in der er die Notwen- digkeit der Zusammenarbeit der Wirtschaftsvertretungen mit der Regierung hervorhob. Oberbürgermeister Most, M. d. R., erstattete dann einen eingehenden Bericht über die Fi' nanzpolitik der Gemeinden. Der Redner wies an zahlreichen Beispielen nach, daß auch der erweiterte Ausgabenkreis, der den Gemeinden von Reichs- und Landeswegen zu- gebilligt ist, keine ausreichende Rechtfertigung für die übermäßige Steigerung der P e r s o n a l k o st e n und für die vielfach über das Maß des Rotwendigen hinausgehenden sachlichen Ausgaben auf den verschiedenen, vom Redner im einzelnen behandelten Gebieten darstellt. Im Zusammenhang hiermit forderte er. daß die finanziellen Maßnahmen der Gemeinden wieder unter vollem Einblick der Oeffentlichkeit vorgenommen werden müßten. Der Vertreter des preußischen Ministeriums des Innern würdigte vom Standpunkt der Staatsaufsicht die Steigerung der Gesamtlasten der Gemeinden infolge der Reparations- und Besatzungskosten und des erhöhten Bedürfnisses sozialer Fürsorge, andererseits aber durch die Lage der Wirtschaft und die zwingende Rotwendigkeit strengster Sparsamkeit und der Zusammenarbeit. Es wurde eine Sithe neuesten tanntma Irozden Sie Art' suche bt Siem Berlin, 6. Febr. (TA.) Der Hauptaus- schuh des Deutschen Industrie- und Handelstages trat heute unter dem Vorsitz seines Präsidenten Franz von Mendelsohn bei Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Reichs- und Landesbehördim und des Reichstages in1 Berlin, 6. Febr. Rach Beendigung der zweiten Lesung der Städtevrdnung stimmte das Haus einer vom Ausschuß empfohlenen Ent- schließung zu, in der daS Staatsministerium ersucht wird, eine Novelle zum Beamten- gesetz vorzulegen, durch die eine Sicherung und Stärkung des Derussbeomtentums erreicht werden soll. Insbesondere sollen die Daueranae- stellten in das Beamtenverhältnis übergeführt werden. Hierauf stimmte das Haus einer Entschließung zu, in der das Staatsministerium ersucht wird, mit allem Nachdruck dafür zu sorgen, daß die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Ausländer auf das äußerste Maß beschränkt werde. Bei der Beratung der kommunistischen Anträge über die Tätigkeit der gemeinnützigen Sied- lungs- und Kriegerheimstättengesell' schasten Berlin-Pankow erklätte der Abg. Kilian (Komm.), daß öffentliche Gelder, die zur Siedlung von Flüchtlingen aus dem Osten bestimmt ge= wesen, verschleudert worden seien. Einstimmig wurde schließlich der Ausschußantrag angenommen, das Staatsministerium zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, daß die Höhe der R e st k a u f g e l d e r für die einzelnen Siedler schnellstens festgesetzt wird und den landwirtschaftlichen Siedlern die erforderlichen Betriebsmittel in Form von Zwischen- k r e d i t e n zur Verfügung gestellt werden. Paris, 7. Febr. (WTB.) Die Vertreter des amerikanischen Schatzamtes haben ihre Ansicht über den anläßlich der 'Anwesenheit des Generalagenten für die Reparationszahlungen, Parker Gilbert, in Amerika erörterten Plan einer allgemeinen Regelung der Wirtschaftslage Europas, wofür auch, die Gewährung von Anleihen im Betrage von hundert Millionen Dollar an Frankreich für die Stabilisierung des Franken und die Unterbringung der deutschen Eifenbahnobligationen in den Vereinigten Staaten in Frage kommen follte, dahin zum Ausdruck gebracht, daß dieser Plan ungeeignet sei, verwirklicht zu werden, denn ehe Frankreich die für die Stabilisierung des Franken notwendigen hundert Millionen Dollar erhalten könne, müßten zu viele Bedingungen erfüllt werden. Die wichtigste dieser Bedingungen sei, daß Frankreich sein Budget a u 5 g l e i d) c. Die Finanzsachverständigen in Washington seien der 'Ansicht, daß Frankreich alsdann große Anleihen für die Stabilisierung des Franken und die Beschaffung flüssigen Kapitals für die Regierung nicht mehr benötigen würde. Die Vertreter des Schatzamts erklärten, daß der Plan für die Unterbringung der deutschen Jndustrieobli- gationen besagen wolle, daß Deutschlands einziger Gläubiger, wenn die Bonds nicht noch anderswo untergebracht würden, die Vereinigten Staaten werden würden, und daß die Vereinigten Staaten sich dann nicht in einer sonderlich vorteilhaften Lage befinden mürben. Rai« r, verlieh feiner Beat der „Westphalia" Aus Feierlicher Empfang deutscher Seehelden in Neuyork. Neuyvrk, 6. Febr. (WB.) Dem Hapag- dampfer „Westphalia", der vor kurzem die rn höchster Not schwebende Besatzung des holländischen Frachtdampfers „Altai d" rettete, wurde bei der Ankunft am Pier Neuyvrk ein feierlicher Empfang bereitet. Sofort nach der Festmachimg des Dampfers „Westphalia" bestieg ein Bürgerkomitee den Dampfer, dessen Leiter, Grover Whalen, die Helden namens des Bürgermeisters und der Stadt Neu- hork bewillkommnete und die höchste Bewunderung und Anerkennung für die glänzende Seemannstat den Rettern aussprach. Whalen kündigte an, daß am Montag nachmittag eine offizielle Begrüßung und Beglückwünschung der Leute der „Westphalia" durch den Bürgermeister im Rathause erfolgen werde, die zeigen solle, wie dankbar die Stadt für das heldenmütige Rettungswerk sei. Dr. H e u- s e r, der deutsche Konsul für den Hasen Neuyork überbrachte die Glückwünsche der deutschen Regierung und gab der Bewunderung und dem Stolze über das Verhalten der „Westphalia"-Desatzung Ausdruck. Diese Tat der Nächstenliebe beweise, daß der Geist aufopfernder Pflichterfüllung wie vordem in der deutschen Marine weiterlebe. Der holländische Vizekonsul Boissevain sprach, als Vertreter des holländischen Gesandten und des Generalkonsuls dem Kapitän und der Mannschaft der „Westphalia" feinen Dank aus. Er führte u. a. aus: Die beiden Worte „Westphalia" und „Graalfs" sind fortan zwei Namen, die die höchste Bewunderung auslösen werden, wo sie vor holländischen Ohren klingen. Der Abgesandte der Die die Telegraohen-Unlon erfährt, enlsprichl die Meldung eines Berliner Morgenblattes, wonach den Minislerpräfidenlen auf der heutigen Konferenz der Entwurf der Note vorgelegl wurde, die bei der Anmeldung Deutschlands in Genf überreicht werden soll, nicht den Tatsachen. Die Formulierung dieser Note wird gegenwärtig im Auswärtigen Amt vorbereitet. Die Entscheidung über ihren Wortlaut wird der voraussichtlich am Montag zu- sainmentretende Kabinettsrat treffen, der gleichfalls die endgültige Entscheidung über die Absendung des Aufnahmegesuchs in den Völkerbund fällen wird. sehen, daß die von der deutschen Reichsregierung an die Saarregierung gezahlten Renten der Kriegsopfer in Reichsmark an die saarländischen Kriegsopfer ansgezahlt werden. Nach Erledigung der CtatspofitUivnen zum Dersorgungswesen verabschiedet der Ausschuß den Etat des Reichsarbeitsmiittsteriums und vertagt» sich auf Montag. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Das Echo in England. London, 8. Febr. lWTB.) Alle Morgenblätter bringen ausführlich Berichte über die Rede Mussolinis. ,Westminster Gazette" sagt in einem Ceitartifel, Deutschlands Eintritt in den Völkerbund wäre nicht nur ein sichtbares Zeichen einer Wiederzulassung zur Gemeinschaft der Nationen auf dem Fuße der Gleichberechtigung, sondern Deutschland werde auch imstande sein, seine Stimme von Genf aus über alle Fragen von internationaler Bedeutung und über Dinge, die es selbst unmittelbar berühren, für wahr zu machen. Auch eine Quelle der Reibung, wie der angedrohte gegenteilige Boykott wegen Südtirol müsse offenbar vvm Völkerbund erwogen werden. Es sei eine schleunige Untersuchung der Rechte des deutschen Teiles der Bevölkerung unter Bezug auf den Versailler Vertrag . Lch 121 $üding $p. W Hch.KaL Laulerbai 140 $.;9 10. Qlufl Dohnacke 135 P. amtlich Helm. 2 Sauer, i Eichenalll Strauch, TRattin,1 Ä. W Wie. «zählt Aeräi Maar Familie Konr. Ant Müller Familie Wilhelm Müller Wwe, Familie Konrad Räder. Lmserr Bollreis, i->, Frische Norweger Fettbückinge / Abendkurse \ r In allen kauf- \ männischen Fächern Vogtsche HaodelsschuleGießen. \ Ooethestraße 32 / X 1160a X Schauspiel inll Li 5 cn von Sutton Bane, deutsch von Karl Klement. Technische Nothilfe Vezirksgruppe Gießen. Dr. med. Otto Helm und Frau Annie geb. Kipper Sülze spanische Orangen nur Oberst icn W Unter tenö vc -ampse ION. Simmet au vermieten [0901 Roouttr. 38 IIL MWMWHH Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Februar 1926, nach mittags 4 Uhr, statt. In tiefer Trauer: Anna Schäfer Erich Schäfer Gustav Schäfer und Frau Meine liebe, herzensgute Frau, meine gute Schwiegertochter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante haftet, welche mich durch das ewige Jucken Tag und Nacht peinigten. 14 Tagen hat Zucker's Patent- Medizinal-Seife das Übel beseitigt. Diese Seife ist Hunderte wert. Serg. M." Dazu Zuckooh-Creme (nicht fettend und fetthaltig).In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien erhältlich. Grebenh Gemünd Ortoein. X To nehmen t T». Gwf o. b. 0., berg a. b btn, 107 W möüi. Simmet Bette tvervflegunk Tel. 1085. 03L Aeltere, alleinsteh. Frau sucht 2 leere Simmet mit Küche gegen zett« gemäfze Miete. Schr. Angev. unter 0898 an den Gies; Anz. erb. Marburg, den 6. Februar 1926 Gisselbergerstraße 25 UMlWbiikk in besseren Haushalt gesucht. Wo'? sagt die Geschäftsst. des (Sieh. SM tut. 0900 zu verkaufen. 0894 CaWiNMiierdM Bieder. Frau Johanna Becker geb. Schwarz wurde uns am Samstag abend durch einen plötzlichen Tod entrissen. Billige Woche vom 8. bis 13. Februar unserer bekannt guten und bewährten Qualitäten Berufstätiges Fräu • lein sucht leeres Ammer in gut. Hause. Sckr. Angeb. unter 0905 an den Gteh. Anz. ttsn idealster Korsettersatz. Verkauf jeden Mittwoch PlM.lZ 1. i Heute nacht starb unsere liebe Mutter Frau Geh. Postrat Schäfer Wwe Im Namen der Hinterbliebenen: Adolf Becker, Lederfabrikant Todes-Anzeige. Samstag, 81/» Uhr vormittags, verschied nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenen Leiden meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Toclrter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau im Mer geb. Hern im Alter von 43 Jahren. In tiefem Schmerz: H. Günther und Kinder. Gießen (Frankf. Str. 150), Kiel, den 8. Febr.1926 Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Febr, nachm. 2x/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. __0902 Samstag abend verschied nach kurzem, schweren Leiden im 76. Lebensjahre unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Tante Frau Marie Streu her geb. Groß Die trauernden Hinterbliebenen: Robert Streuber Frida Knab geb. Streuber Anna Plank geb. Streuber Marie Schneider geb. Streuber Lollar, Elberfeld, Heuchelheim und Gießen, den 8. Febr. 1926. Es hat Gott dem Herrn gefallen, unseren lieben Vater, Großvater, Urgroßvater, Schwiegervater, Bruder und Onkel Johannes Müller XXIII. am Samstag abend nach kurzer Krankheit im 95. Lebensjahre durch einen sanften Tod zu sich zu nehmen. Dipl. - Jng. erteilt gründlichen Nachhilfe- unterricht in den Fächern der Maschinen- bauschule. Zu sprechen täglich mitt. 1-2 Uhr. 08M Liebigttrahe 55. Gutgebendes Geschäft sucht 3-4000 Mk. äu leiben gegen beste Sicherheit. Schristl. Angebole unt. 0860 an den Gieg. Anz. Gießen, Herborn, Frankfurt, Offenbach, Großen-Linden, 7. Februar 1926. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. Februar, nachmittags 21/, Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofs aus statt. 1193D Gott dem Allmächtigen hat e» geiallen, meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Lina Menges geb. Jüngst nach kurzem Leiden im Alter von 64 Jahren gestern abend 10 Uhr in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Johannes Menges, Steiger i. R. Berta Schleich. Lichtspielhaus Bahnhofstraße Des gr. Brlolge» wegen bis elnschl, Dienstag verlängert Die Lieblingsfrau des Maharadscha Ein indischer Liebesroman in 9 Akten. Hauptrollen: Gunnar Tolnaes u. Karina Beil Ferner: Norwegische Landschaflen Die neueste Wochenschau Dienstag, den 9. Februar, abends 8 h. c. t., im Großen Hörsaal der Universität: WIOtMlll 1 0. MkbilM- M FIIMMIlttW. Alle Nothelfer und Freunde der Teno sind herzlich eingeladen. lOtütneMI Giehen, Brandplatz 1201c Fettes 0835 Schwein ca. 250 kg Schlachtgewicht, geg. Barz. zu kaufen gesucht. Zu erfr. in d. Gesch.- ^telle d. Gtetz Anz. Gut erhalt, niittel- schwerer ßoppeispäiiir Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes Neue Kurst 20. April. Prima neue Matjes- Heringe vr. Milchner - Heringe, hochf. fort., neue boll. Sardellen, Brat- und Bismarck-Heringe, Sardinen undPick- leS in Öel, frisch geräucherte 21 nie, Bückinge, Lachs- beringe, neue Salz«, Eisig- mtb Gewkrz^Gurkcn, roteNüoen,Sauer° kraut, Preiselbeeren und Heidelbeeren L50% Zucker, Obst-. Gemüse, Fleisch- und Fisch- Konserven in feinster Ware preiswürdig bei ÄugustWallenteis SolonlaliuoreD-. Deil- lalessen' il xDelhhölg. (Sieben Marktplatz 17, am Kriegerdenkmal. Tel. 1662. 1187a Außergewöhnliches Möbel-Angebot 1 SltzlOlMN hochelegant, Kirschbaum poliert.. Bll. 1500.- 1 StzWmliier hochelegant, Birke poltert... .....Hit. 1200.- 1 Sdjlafilmmer hochelegant, Mahagoni poliert... Ml. 1000.- 1 Sfilflfjimmet Eiche, Kommoden-Schrank.. Mk. 800.- 1 finphptimmpr hochelegant, Eiche (Büfett, Bitrine, m» 1 enn L IjNMZlMMl Zwelzugttsch, 2 Sessel, 6 Stühle lollll.' 1 9Clt8nilöllll6t hochelegant, Nufchamn, komplett HIL ißöOz 1 ömetiiimmet Eiche, komplett.. w. 1000.- Besichtigung jederzeit ohne Kaufzwang gestattet 8tsllsnangobots. Bilanzsicherer Malier in Steucrsragen bewandert, zur Errichtung u. Vetrunn einer Buchstelle für SlandeSorgantsa- tton gesucht. Schriftl. Angeb. unter 1185D an den Gies;. Anz. Ordentliche UM« Astoria-Uchtspiele Heute bis elnschl, Mittwoch: Der Kampf um die Heimat Sensationsfilm in 7 Akten. Dazu ein erstklassiges Beiprogramm. 1186c Die Beerdigung findet Dienstag, den 9. Februar 1926, nachmittags 31/«? Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt 11990 Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Schade & Füllgrabe Bahnhofstr. 26, Ludwigftr. 20, Malltor- strahe 24, Franks. Str. 89, Mäusburg 1 _________1200c DieuStag: Vortrag im FrankeubauS. Mittwoch: Zusammenkunft Hotel Köhler. ":-'D Stadttheater Dienstag, V.Fclr.. ö.7Vjü. geg. lO'/ailjr SäuglinaSbeim Wetzsteingaffe 43. CrbentL, braves Mädchen 1 das selbständig arbeiten kann, m. guten Empfehlungen, für tagsüber v. 7—7Uhr gesucht. Wo? sagt die Geschsk. d. Gien. Anz. 1203D_____________ Beffiiagnahmefrele 3-4-Zimmer- Wohnung von zwei alleinsteh. Damen in guter Lage von Giehen gesucht. Schrift! Angebote unter 0856 an den Giessener Anzeiger. Wohnungstausch. (Gesucht wird 6- biS 7-Zimmer- Wobu., parterre. Gegeben wird 3-Zimmer- Wobng. mit Küche. Schr. Angeb. unter 0876 a. d. Gieh. An». MnuWiM Geboten in Gietzen BiSmarckttr.,l.Et„ 5 Zimmer 1 Mansarde, 1 Küche, elektr Licht, 1 Keller. Friedensmiele 650^ Wohnung ist vollständig neu berger. Gesucht in Leipzig ob. sonstiger Stadt gleiche Wohnung. Sckr. Angeb. unter 1032D a. d. Gteft.Anz. Kadelub „Germania" Mittwoch, 10. Februar ds.Ihs. abends 8 Uhr, im Vereinslokral fltÖK. UWMMlW Tagesordnung gern. § 30 der Satzungen. 1198c___________Der Vorstand. „Ich war am ganzen Leibe mit ^81ellengesuehej Gevllk). Fräulein sucht Pslichienkreis, a. liebst, b. einsamer, sein gebild. Persönlichkeit od. besserem srauenl. Haush., wo mutterlose KlNder mit viel Liebe »u betreuen sind. Schristl. An geb um er 11820 an d. Gieh.Anz. erb. , Verkäufe | NoM 4'/,. P. 8.. Wanderer, Getriebemaschtne, mit Zubehör, wie neu, für Mk. 1150 zu verkaufen. Schr. Anfrag, unter 1178D a. d. G. Anz. |Verschiedenes| 1 Ausm-Mr in den Llliniksgärten verloren. Abzugeb. gegen Belohn, beim Pförtner in der Frauenklinik. ll07D M>nMl 8. I . ■ PL M M 1 W W N 8 Rr. 52 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen)_____________Montag, 8. Zebruar (926 Turnen, Sport und Spiel. P Turnen. Aus dem 4. Bezirk des Turngaues Hessen (D. T.) Alsfeld, 6. Febr. Zu dem bereits vom ©iefj. Anz." gebrachten kurzen Bericht über das Gerätewetturnen des 4 Bezirks rn Maar ist noch ergänzend anzufugen: 3m An- fchlufz an die Kampfrichtersitzung am Samstag- abend fand eine Tagung der Beremsvorsrhenden des Bezirks statt, die bei lebhafter Aussprache über wichtige Fragen der Bereinslertung einen sehr anregenden Verlauf nahm. Als Dezirksver^ tretet wurde Redakteur G u ntrum-Schuh einstimmig wiederqcwählt. Das Wetturnen am Sonntag fand bei besserer Beteiligung als im Vorjahre statt. Ein Kirchgang ging dem Turnen voraus, woran etwa 200 Turner teilnahmen. Dos Wetturnen zeigte folgende' erfreuliche Ergebnisse. In der Turner stufe wurden von 50 Bewerbern 47 Sieger, in der Jugend- Oberstufe kamen von 38 Bewerbern 29 in den Besitz einer Siegerurlunde, in der 3 u g end- älnt er stufe von 53 Teilnehmern 49, wahrend von 55 Schillern 53 erfolgreich aus dem Kampfe hervorgingen. Wir geben nachfolgend in jeder Stufe die 10 ersten Sieger an. Aktive Turner- 1. Hans Isley, Tv. Lauterbach. 195 Punkte: 2. Karl Schwarzhaupt, Tv. Grebenhain, 191 P.; 3. Hans List, Tv. Lauterbach. 190 P.: 4. Otto Hennig, Tv Lauterbach, 189 P.; 5. Ludwig Reeg, Tv. Lauterbach. 185 P.: 6. Ernst Södler, Tv. Lauterbach, 183 P., 7. Christ. Gnist. Tv. Schlitz. 180 P.: 8. Wilh. Seibers Tv. Maar, 178 P.: 9. Fritz Scharmann Tv. Groß- Felda und Hrch. Stein, Tv. Lauterbach. 177 P.; 10. Karl Bücking und Hermann Post. Tv. Alsfeld, l75 P. 3m Auszug fügen wir noch an: 17. Ernst Carle. Tv. Aieder-Ohmen, 158 P.. 24 Hugo Kratz, Tv. Aieder-Ohmen. 148 P.: 26. Ernst Otto, Tv. Aieder-Ohmen, 44 P.: 29. Hrch. Scharmann, Tv. Groh-Felda, 140 P.: 31. Hrch. Spohr, Tv. Groh-Felda, 135 P. Jugend-Oberstufe: 1. Wilh. Doh, Tv. Maar 167 P.; 2. Karl 3ost, Tv. Lauterbach, 154 P.; 3. Hermann Kühne, Tv. Lauterbach, 150 P.: 4. Ernst Schneider, Tv. Schlitz, 148 P. , 5. Frdr. Bischof, Tv. Grebenhain und Otto Fischer Tv. Burg-Gemünden, 146 P.: 6. Karl Bücking II.. Tv. Alsfeld, 144 P.; 7. Karl Schwalm, Tv. Alsfeld. Ludwig Faih. Tv. Grebenhain, Hch, Kalbfleisch. Tv. Schlitz, und Karl Greb, Tv. Lauterbach, 141 P.: 8. 3ohs. Schmidt, Tv. Schlitz, 140 P.: 9. Otto Bölsing, Tv. Groh-Felda, 136 P., 10. August Leiser, Tv. Burg-Gemünden. L. Dohnacker, Tv. Schlitz, und Hrch. Ritz, Tv. Pfordt. 135 P. 3m Auszug entnehmen wir der uns amtlich vorliegenden Siegerliste noch: 11. W. Helm. Tv. Homberg L Mannschaften des 'Berliner Sportklubs. DaS offene 1000-Meter-Lausen gswarkn Bö- feit I.-Breslau vor seinem Bruder in .2.40, Die sechsmal 50-Meter--Pendelstaffkl für Frauen gewann der Berliner S p o r.I k l u b in 41.8 Sek. vor dem Deutschen Fronen-Sp-S-rtklub. 3m 1000-Meter-Hauptlaufen war Siegpr Di'. Peltzer In 2,35.1 vor Schoemann um 6 .Meter und Schmidt vom Sportklub Charlottenbrutg um weitere 4 Meter zurück. 80-Meter-Hürdenlaufen: 1. *20 e r cf m c ü'ft er- Berlin (Fußballklub) 11.8, 2. Werner HEbeil. 3. Bolz-Brandenburg. 3m Handball-Städtekampf gewann Berlin gegen Halle mit 8:0. Hockey. 3n den Liga-Hockey-Verbarldls- spielen siegte Berliner Sportklub üf>er die Sportfreunde Potsdam 6:3 und Berliner Hockey-Klub gegen Tennis- und Hockeyklub 99 4V1- 3n R umher g gewann Rürnber^rr Hockey- und 'Tennisklub I gegen Sp-elvereinigrring 4:2 und Bürnbcrger Hockey- und Tennisklub »omtn- niert gegen Raiffeisen 7:1. Boxen. Kein Kampf Breilensträter - Diener. Der Entscheidungstampf" um die Deutsche'! Schlrrrgewichts-Mcisterschaft zwischen Diener! und Breiten st rate r kann infolge K a m p s-I Unfähigkeit Breiten st räters, der (wie ' auch die ärztliche Untersuchung ergab), infolge Rervenzusammenbruchs einer sechs- bis acht- wöchigen Ruhe bedarf, am 10. Februar nicht zrim Austrag gelangen. Radsport. Die W i n t e r m e i st e r s ch a f t von Deutschland hinter Motoren über 50 Kilometer gewann Lewanow in 52:54,1 Minuten vor Sa- wall 820, Möller (Hannover) 1040 und Dederichs (Köln) 1900 Meter zurück. Großer Opel-Preis von Hessen-Nassau. , vo. Runmehr ist auch der Termin für das Opelrennen von Hessen-Rassau fest- i gesetzt worden. Für die Austragung ist der 8. August bestimmt, doch ist die Streckenfüh- f rung noch nicht erfolgt. 3n Aussicht genommen ist die Umgebung von Mainz. Die Durchführung * der Veranstaltung hat der Hessische und Rassau- schc Radfahrerbund übernommen. Tennis. Bei dem Tennis-Dtädtekampf Bremen — Köln in Bremen siegte Bremen mit 5:0. Rugby. Frantfnrter S. C. F. 1880 I gegen R. G. Hei> delberg 11:6. — Eintracht gegen Heidelberger Ball- svielklub 22:0. Wintersport. Iubiläumslauf des 5h hluds 5 warzwald. Anläßlich seines 30jährigen Befiel-ns hielt der Skiklub Schwarzwald am Samstag und am gestrigen Sonntag auf dem Feldberg seine Iubi- läumsläufe und zugleich das 25. Berbandswett- lausen ab. Die Schneeverhältnisse waren einiger- mähen günstig. An der Veranstaltung nahmen die namhaftesten Läufer aus dem Schwarzwald, Eine Weltreise des Asrihaforschers Leo Frobenius. Aus Frankfurt a. M. wird berichtet: Hine Studienfahrt rings um die Welt mit drei Spezialautomobilen, welche seit dem Herbst 1924 vorbereitet wird, unter Führung des populären Afrikaforschers und Professors an der Frankfurter Universität Geheimrat Leo Frobenius, eines Gelehrten von internationalem Ruf, wird zum vorgesehenen Termin, Anfang Mai 1926, in Berlin, starten. Die Fahrt wird im ganzen 15 Monate in Anspruch nehmen; sie gliedert sich in drei Abschnitte von je fünf Monaten: Afrika, Asien, Rord-, Mittel- und Südamerika. Alle wesentlichen Kunststätten und Kulturgebiete, die im Rahmen der Route erreichbar sind, sollen besucht werden. Vertiefung und Erweiterung unserer Kenntnis von der Welt, Anknüpfung geiftb» ger und menschlicher Beziehungen mit den Kulturen und Bewohnern der Alten und Reuen Welt und mit den Auslanddeutschen ist das Hauptziel, Durch die Benutzung der Automobile soll die Unabhängigkeit von Ort und Zeit der großen Verkehrsgelegenheiten (Dahn, Schiff) und die Möglichkeit geschaffen werden, Länder und Menschen auch in den Gebieten aufzusuchen, wo der Fremdenverkehrsstrom nicht hinkommt. Die Einstellung der Teilnehmer ist sportlich, jeder muh tätig sein. 3n warmen Gegenden ist häufige Zeltübernachtung vorgesehen. Körperliche Leistungsfähigkeit, kameradschaftlicher und sportlicher Geist smd Vorbedingung für die Teilnahme. Besucht werden 39 Länder, auf der Achse werden lunb 70 000 Kilometer, zu Schiff rund 30 000 Kilometer zurückgelegt. Die Reisekosten sollen durch Auswertung (Film, Bild, Buch) später wieder hereingebracht werden. Die wissenschaftliche Leitung hat, wie oben schon erwähn!, Leo Schwaben, Bayern und Tirol teil. Die beste Zeit beim Langlauf über 1,6 Km. am Sonntag erzielte Schneeberger- Tirol mit l,C49‘/n eet Der Norweger Kjellberg blieb nur 31/» Sek. hinter ihm. Am Sonntag wurde die größte Weite beim Sprung von Kjellberg Norwegen mit 46 Meter erzielt, der aber stürzte. Der weiteste bestandene Sprung wurde von Dr. Baader- Freiburg mit 42 Metern erzielt. Die irn allgemeinen erreichten Sprungweiten bewegten sich zwischen 35 und 36 Metern. Die Allgäuer Sklmeisterfchaft 1926, die am Samstag und Sonntag bei zahlreicher 'Beteiligung, jedoch nicht sehr günstigen Schneeverhältnissen durchgeführt wurde, gewann 0 11 - Resfelwaug mit Rote 17,565 vor Kurz 16,00. * Reichskommers ÄesAkademischenTurnerbundes Die Akademische Turnbundmoche sand ihren lvirkungovollen Höhepunkt in dem Reichskommers, der tun 29. Januar in der Berliner Philharmonie unter Leitung von Prof. 3. Heinrich, dem bekannten Führer der Zugendbeweaung, veranstaltet wurde. Zahlreiche alte Herren uno die große Zahl der aktiven, umrahmt von Chargierten der 44 Bun- deskorvorationen aus dem ganzen Reich, Danzig und Deutschösterrcich, hatten sich in Erinnerung früherer schöner Tage eingefnnden. Ebenso groß war die Zahl der Ehrengäste, unter denen man bemerkte: Gouverneur a. D. Exz. Schnee, Staatsminister a. D. D o m i n k u ß, Generalleutnant Exz. Laube. Ministerialdirektor Daniels vom Reichsministerium des Innern, Ministerialrat Dr. Ottendorf oon^ Preußischen Volkswohlfahrts- nünifterium, Geheimrat Prof. Dr. Dietrich Schäfer. Prof. Berger von der Deutschen Turnerschaft, Rektoren und Senate der Berliner Hoch- scyulen, Vertreter des Reichswehrministeriums, der Heeres- und Marineleitung und des Preuß. Kultusministeriums. Außerdem hatten zahlreiche befreundete Korporationen und Verbände Vertreter entsandt. Die Begrüßungsrede hielt cand. mg. S a u r als Vorsitzenden des ATB. Reichskanzler Dr. L u - t h e r hatte es sich nicht nehmen lassen, trotz feiner dienstlichen Ueberlaftung, wenn auch zu später Stunde, zu erscheinen, um dem Kommers und dem ATB. seine Grüße zu überbringen und kurze Zeit im Kreise seiner Bundesbrüder zu verleben. Stürmischen Beifall löste die von Universitätsprofessor Dr. Hübner gehaltene Festrede aus, der den jungen ATBern die Beseelung des Staatsgedan- fens durch Pflege deutschen Volkstums im Sinne Jahns hinstellte. Die praktische Betätigung Iahn- schen Geistes zeigten die hervorragenden Freiübungen der ATV-Eiselen sowie die vorbildlichen Barren- und Reckübungen der Bundesriege. Weiter verschönten den Abend Festspruch und Vorträge eines Männerquartetts. Eand. ing. Raffels- b e r g e r vom Wiener ATV. ehrte in der Damenriege die deutsche Frau als Hüterin deutschen Wesens, besonders in den Grenzlanden. Lange hielt Säe weihevoll-festliche Stimmung die ÄTBer mit Hren Gästen zusammen. Vas tschechische 8prachengesetz. Prag, 6. Februar. Die tschechischen Nationaldemokraten haben mit der stürmischen Forderung nach Heraus- qcjbe der Durchführungsverordnungen zum SHrachengefetz, mit denen sie die Sudeten- dertschen zu treffen hoffen, nunmehr Erfolg getrabt. Die Durchführungsverordnungen, die die Regierung am Donnerstag veröffentlicht boU umfassen sechshundert Seiten und enthalten besonders in der Kautschukbestimmung übetf die behördlichen Rechte im Falle von Er- fordhernissen des „öffentlichen Interesses" Handhaben gegen die sprachlichen und kultu- relleei Minderheitenrechte. Es ist zu erwarten, daß sie lebhafte Kritik bei allen nichttschechischen Volkskreisen finden werden; die Erregung der deutschen Bevölkerung, die damit ihre schlimmsten Befürchtungen übertroffen sieht, war alsbald nach Erscheinen der Verordnung ungeheuer. Erscheint, daß der gemeinsame Schritt der Opposttion, der auf Einberufung des Parlaments abzielte, praktisch an den Äusdeutungs- künsten der Regierungsmehrheit scheitern wird. Bedeutung behält er dann bloß als De- monstrvtion eines wenigstens fallweise ge- meinsahnen Oppositionswillens, nachdem auch die slowakischen klerikalen Autonomisten ihr beigetroten sind. Das Verhalten dieser Partei in dieser Angelegenheit erregt freilich den lebhaften Widerwillen der tschechischen Mehr- heitspaüteien, von denen sich insbesondere die frobenius übernommen, der die Expedition durch Teile von Afrika führen wird, die reiche ethnographische. archäologische und jagdliche Ausbeute versprechen. 3n Gebiete, die Weihen äußerst schwer zugänglich sind, und von denen auch keine Berichte i?r Bild oder Wort existieren, wird dank der persöitlichen Beziehung des Professors Frobenius zu den Eingeborenen eine Sonderexpedition gemacht, um zu einer uralten Kulturstätte zu gelangen, die von Europäern noch nie besucht wurde. Ratzeres kann aus naheliegenden Gründen nicht gesagt werden. 3m September geht es von Port Sudan über Arabien (Hadramant) nach Indien, das in Süd- Rord- unb bann in West-Ost-RLchtung durchfahren wird, über Burma, Siam nach Annam (Indochina), wo die in den letzten Jahrzehnten zutage geförderten Kultur- und geschichtlichen Monumente einen ganz besonderen Anziehungspunkt bieten. Diese Stätten weisen die grohartigsten und ältesten Monumente in sich geschlossener Kulturkreise auf. Durch das Innere von China und Korea führt der Weg nach Japan, von wo im März die Ueber- fahrt nach Amerika erfolgt, in der Südsee wird ein Aufenthalt eingeschaltet. Rord-, Mittel-- und Südamerika bilden den dritten Abschnitt. Von den zwölf vorgesehenen Teilnehmerplähen sind bereits zehn vergeben. Stilblüten aus dem Reichstag. Die Sitzungen des Reichstags haben wieder begonnen, und eine Flut von Reden ergießt sich über die Teilnehmer der Sitzungen und über die Leser der Zeitungen, die natürlich diese orctto- rischen Dauerleistungen nur in sehr verkürzter Form vorgesetzt erhalten. Welck ungeheure Mengen an Worten in unserem Reichstag verfchwen- bet werden, zeigt ein Blick In die stenographischen Nationaldemokraten und ein Teil der Agrarier bemüht haben, die Slowaken zum Eintritt in die Regierungsmehrheit zu bewegen. Der sozialistische Flügel der Regierungsparteien ist allerdings diesem Eintritt nicht geneigt, da er zu einer allzu großen Stärkung der Regierungskoalition führen würde. Trotz der oppositionellen Geste der slowakischen Klerikalen ist andererseits auf tschechischer Seite die Hoffnung auf eine Erweiterung der schwächlichen Regierungsmehrheit um die slowakischen klerikalen Parlamentarier noch nicht begraben. Die Verhandlungen über die Bildung eines sudetendeutschen Verbands aller deutschen parlamentarischen Parteien haben noch zu keinen Resultaten geführt. Das neu entworfene Organisationsstatut sieht bei Beschlüssen das Vetorecht der einzelnen Parteien vor, während sich dem gegenüber die deutsche Nationalpartei auf den Standpunkt des Mehrheitsprinzips stellt. Auch innerhalb der tschechischen Mehrheitsparteien sind über die verschiedenen schwebenden Fragen bisher noch keine Einigungen erzielt worden. Es scheint jedoch, daß die sozialistischen Parteien ihren Widerstand gegen eine staatliche Regelung der Besoldungen der Geistlichkeit dahin einschränken werden, daß sie die Erhöhung der Bezüge der Geistlichkeit außerhalb des Rahmens des Gesetzes über die Regulierung der Staatsbeamtengehalte zulassen werden, um die Frage der Trennung von Staat und Kirche durch gemeinsame Behandlung der Priester- und der Staatsange- stelltengehalte nicht zu prüjudizieren. Auch der Streit zwischen den tschechischen Klerikalen und den tschechischen sozialistischen Parteien über die Besetzung des Senatspräsidiums ist noch nicht entschieden. Zwischen dem Außenminister Benesch und dem bevollmächtigten Sowjetvertreter in Prag Antonow Ovseienko sind Verhandlungen über die Formalien der de jure-Anerkennung Sowjetrußlands eingeleitet worden. Die Anerkennung soll in Form eines Notenwechsels vollzogen werden, ohne daß die Frage dem Parlamente vorgelegt wird, der Zeitpunkt dafür steht aber noch nicht fest. Die letzten Nachrichten sprechen für eine Verzögerung der ursprünglich noch vor dem Zusammentritt des Abgeordnetenhauses geplanten Anerkennung. Die Gerüchte, daß die tschechischen Nationaldemokraten ihren Widerstand hiergegen für das Zugeständnis der sofortigen Herausgabe der Sprachenverordnungen aufgeben würden, wurden in der nationaldemokratischen Partei- presfe energisch dementiert. Das kommunistische Rudt prävo weih zu berichten, daß führende Elemente der tschechischen Agrarpartei von der Einfuhr russischen Getreides in die Tschechoslowakei einen Druck auf das inländische Preisniveau befürchten, und daß sich deshalb in der Leitung der Agrarpartei jetzt eine Bewegung gegen die de jure-Anerken- nung Sowjetrußlands geltend mache. Polnische Wirtschaft. Von unserem Berichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) -r Warschau, Ende Januar 1926. Polens Schicksal wird vornehmlich dadurch bestimmt, daß Volk und Regierung nicht in der Lage sind, teilweise infolge stark hervortretender Hnfähigfelt, teilweise infolge einer gewissen Gleichgültigkeit, gut zu wirtschaften. Polen, das als 30--Millwnenvolk noch mit den besten Kohlengruben Oberschlesiens ausgerüstet worden ist, sieht sich heute einer Finanz- katastrophe gegenüber, die man früher niemals für möglich gehalten hat. Man kann es direkt als Kunst bezeichnen, daß ein Staat, der ohne jede äußere Schuld entstand und neben beträchtlichen Bodenreichtümern noch über eine große Landwirtschaft verfügte und bis vor lurzem noch ein Einfuhrmonopol nach Deutschland besaß, in den wenigen Jahren seines Bestehens, seit 1918 so heruntergewirtschaftet werden konnte. Als Tschitscherin kürzlich in Warschau war, nahm ein angeblicher Ausspruch von ihm seinen Rund- lauf bei der Bevölkerung, in dem ausgesührt wurde, daß es möglich ist, in V/» Jahren den Kapitalismus eines großen Staates zu vernichten, waS den Russen in sieben Jahren noch nicht möglich gewesen fei. Protokolle der Sitzungen. Die Rationalversammlung hat in 180 Sitzungen 5733 Selten geredet, der erste Reichstag der Republik in 411 Sitzungen 12 830 Seiten, und eine kurze Tagung von 29 Sitzungen brachte es auf 1150 Seiten. Es ist begreiflich, daß bei einer solchen Massenproduktion nicht nur lautere Weisheit hervorge- bracht werden kann. Besonders die gefürchteten Dauerredner warten gar häufig mit Leistungen auf, deren Gedankenfülle tm umgekehrten Verhältnis zu der Länge steht, und im Eifer des Gefechtes hagelt es dann Entgleisungen und Stilblüten, die in der gähnenden Langweile plötzlich bei der Wiedergabe der Berichte die tröstliche Bemerkung „große Heiterkeit" Hervorrufen. 3n seinem bei der Hanseatischen Verlagsanstalt in Hamburg erschienenen Buch „D r e Herrschaft der Fünfhundert", das ein anschauliches Bild des parlamentarischens Lebens im neuen Deutschland bietet, verweilt Walther Lambach auch bei diesen komischen Zwischenfällen, die ja in keinem Parlament fehlen. Er knüpft an einen Satz des Abg. Erkelenz an, der bei einer Rede zum Sozialversicherungs- gefetz zuerst nach Worten suchte und dann schließlich erklärte: „Meine Herren und Damen! Das Gesetz, das wir jetzt machen, der Schritt, den wir jetzt tun, ist nichts Besonderes, nichts Unerhörtes: ja man kann sagen: dieser Schritt lag seit Jahren in der Luft." „Wenn so etwas gesagt wird," meint der Verfasser, „dann merft man doch, daß die zeitunglesenden und brief- schveibenden Zuhörer unten im Sitzungssaal wenigstens mit einem Teil ihres Gehörs immer noch beim Redner sind, denn fröhliches Lächeln erscheint auf allen Gesichtern, jeder stellt sich den Schritt vor, der in der Luft liegt, denkt an den kleinen Däumling mit den Siebenmeilenstiefeln ober an Münchhhausens Dieses Witzwort beleuchtet grell die Situation, in der sich das ganze Land befindet. Fragen wir uns kurz, wie kam der neue überraschende Zusammenbruch der polnischen Währung? Als Grabski das Erbe von Witos, Kucharski und Linde übernahm, legte er den größten Wert auf die Einführung einer neuen Währung, von der er alles Heil erwartete. Die überstürzte Aufwertung der Steuerverbindlichkeiten entzog dem ohnehin durch die Daran» gegangene Inflation geschwächten Wirtschaftskörper einen bedeutenden Teil feines Betriebskapitals. Es kam noch ein ungünstiger ilmftanb hinzu. Die neue Einheit der polnischen Währung, der Zloty, war zu hoch gewählt, fein Verhältnis zur polnischen Mark entsprach nicht der Wirklichkeit. Die auf Mark eingestellten Preise des einheimischen Marktes erkannten das Umrechnungs- Verhältnis nicht an und schnellten in die Höhe. Die Teuerungswelle beeinflußte auch die Produktionskosten und verteuerte die Inlanderzeug- niffe derart, daß von einer Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmärkte keine Rede meHr sein konnte. Trotz der Zollmaueim strömten 2ll:s7?nderzeug- nisse zahlreich nach Polen hinein, da sie größtenteils billiger und besser waren als polnische. Das führte zu großer Passivität der Handelsund Zahlungsbilanz und zu einem weiteren unaufhörlichen Abgleiten der Währung. Trotzdem die wirtschaftliche Lage immer drohender wurde, forderten die nationalen Parteien, die die Ueberhand haben, von der Regierung für alle möglichen Zwecke Bewilligung von Mitteln. Die Regierung, die um ihren Weiterbestand fürchtete, gab dem energischen Drängen der Parteien nach, und der polnische Staatshaushalt wurde derart belastet, daß das Vertrauen des Auslandes, das ja letzten Endes auch den Wert einer Währung bestimmt, immer mehr und mehr schwand. Allein für Militär Polizei wurden im vergangenen Jahr fast eine Milliarde Zloty ausgegeben. Man sah sich nun vor der unangenehmen Aufgabe, die wachsenden Staatsausgaben zu decken. Man erhöhte nicht nur die indirekten, sondern auch die diretten Steuern, die von einer Bevölkerungsgruppe von 300 000 Personen fast allein aufgebracht werden müssen. Irgendwelche Rücksichten auf die Zahlungskraft des einzelnen wurden nicht genommen und die Beamten des Finanzministeriums Überboten sich gegenseitig in Gewaltmaßnahmen. Dem Wirtschaftsleben wurde auf diese Weise die letzte Kraft ansgepreht, und die meisten Steuerzahler sahen sich vor der unangenehmen Aufgabe, ihre Substanz anzugreifen, wenn sie nicht den behördlichen Schikanen erliegen wollten. Grabski hatte bei seinen Bemühungen nur ein Ziel im Auge: die Stabilität der Zlotywährung. Er preßte aus dem polnischen Wirtschaftsleben heraus, was er konnte, bis dieses eines TageS auch an der Grenze feiner Kraft angekommen ist. vielleicht wäre es damals zweckmäßiger gewesen, Hilfe im Auslande zu suchen. Als er bann das Land fast bis an Öen Rand des Abgrundes geführt hatte, wurde die Mißstimmung gegen seine unfähige Politik so groß, daß sein Ministerium unvermutet gestürzt wurde, und Skrzynski die Regierungsgeschäfte übernahm. Die Lage ist nun heute so, daß Polen aus eigenen Mitteln den Weg zum Aufstieg kaum noch findet. Alle Hoffnungen waren auf eine Auslandanleihe gesetzt. Inzwischen ist ja Professor Kennnerer, der frühere amerikanische Dele» gierte in der Daweskommission, in Warschau ein- getroffen, um an Ort und Stelle die polnische Finanzlage zu untersuchen. Diese Untersuchung ist bisher sehr ungünstig für Polen ausgefallen. Unter dem Druck des Auslandes und dec verzweifelten finanziellen Lage, die bezüglich des fortwährenden Abgleitens der Währung dec französischen ähnlich ist, wird man sich wohl oder übel zu einer wesentlichen Herabsetzung der militärischen und polizeilichen Ausgaben verstehen müssen. Der polnische Finanzminister Zdzie- chywski hat bereits angekündigt, daß in diesem Jahr 500 Millionen Zloty erspart werden sollen. Durch die Währungsverschlechterung mußte das Budget der polnischen Diplomaten im Auslande um 700 000 Zloty erhöht werden. In Sejrn- kreisen wurde die Forderung ausgestellt, zur Bilanzierung des Haushaltes die Militär- ausgaben erheblich zu verringern. Die Regierung weiß aber nicht, wie sie die ständig wachsende Teuerung zum Stillstand bringen soll, wenn es nicht in irgendeiner Form gelingt, den Zlotykurs zu stabilisieren. Die Verhandlungen über die Restrate von 15 R^illionen Dollar, die Polen als Anleihe in Reuyork.gekommen sollte, sind vorläufig zum Stillstand ' gekommen, da bisher keine Einigkeit über die Verpfändung von Monopolen an die Amerikaner- erzielt worden ist. Die Passivität der polnischen Handelsbilanz hat dazu geführt, daß der Bedarf an ausländischen Zahlungsmitteln verhältnismäßig groß ist. Die polnische Bank kann diesen Anforderungen Abenteuer, und die stille Fröhlichkeit, die sich bei diesem oder jenem temperamentvolleren Zuhörer auch etwas lauter äußert, steigt zum Redner empor, auf dessen Antlitz sie sich verklärt widerfpiegelt. Solch unbeabsichtigte Wirkungen erregen z. B. Sätze wie: „Es ist wie mit dem abgehackten Hundeschwanz, dem man den Lebens- faöen stückweise ausbläst." Ober „diese ansteigende Welle hat sich als ein Strohfeuer entpuppt." Eines Tages schrie der kommunistische 2lbg. Höllein, in furchtbarer Erregung den Zeigefinger nach schräg rechts vorstreckend, wo Stinn.es sitzen sollte: „Da schaut der nackte Pferdefuß des kapitalistischen Egoismus heraus, der auf keine Kuhhaut geht." Und als schallende Heiterkeit ihn belohnt, schaut er dem einen der Zurufer scharf ins Gesicht und brüllt ihn an: „Ja, bei Ihnen schaut auch schon der nackte Pserdefus) hervor I" Ein anderer Abgeordneter meint: „Wir müssen über den Skakp des Ministers, den wir leider viel zu laut gefordert haben, erst etwas Gras wachsen lassen." Wieder ein anderer^ beginnt weihevoll seine Rede: ..Gestatten wie. oaß ich hier eine Sonderwurst ausgrabe." Dem dritten gelingt das entzückende Bildchen: „Sie haben eben zwei Busen In ihrer Seele." Viel Heiterkeit ruft sodann der Satz hervor: „Der Erzeuger dieses Versuchskaninchens ist der Herr Kultusminister." Man ruft schaurig Hu, Hu, wenn es heißt: „Der Herr Vorredner hat der Weimarer Verfassung Stiche in das Rückgrat versetzt, die tote die Totenglocke klingen." Und man schreckt zurück, wenn festge- stellt wird, daß der Reichstag dieses lange Gesetz, ..diesen Riesenbandwurm mit großem Wider- ftreben geschluckt hat". Will sich aber ein Redner „nicht auf die Geschmacklosigkeit des Glatteis^ verleiten lassen", dann atmet man erlöst und befriedigt auf. illig, ohne jede Fulda oder ein ten nach Laabach über, freiwillig 20 11 Nötigung. Daß ein Abt von Graf Solms die Dörfer zerstört habe, ist ebenso bis 25 Mk., für 2 Rm. Duchenstbcke 8 bis Mk., für Eichenstöcke 8 bis 10 Mk. Irreis Schotten. nicht mehr entsprechen, da ihr Devisenvorrat, durch die bisherigen Beanspruchungen und Interventionen aufgezehrt ist. Der Schleichhandel mit Devisen wie wir ihn auch in Deutschland in der Inflationszeit erlebt haben, macht sich mit allen seinen verderblichen Folgen bemerkvar. Nile aus dem Auslande bezogenen Waren werden nach Dollarparität verkauft und steigen daher unaufhörlich im Preise. Aber auch die Kaufleute mit Iniandpradukten Passen sic« dieser Teuerungswelle an und daher steigen auch die Lebensmittelpreise unaufhörlich. Die Korruption blüht unter diesen Umständen in Polen an allen Ecken und Enden. Es ist bezeichnend, wenn der jetzige Finanzmtnifter ein Gesetz einbringen muh, das die zivil- und strafrechtliche Verantwortung der Beamten für Unterschleife und Mißbrauch ihrer Dienstgewalt ausspricht. . . Dah die Korruption sich bis tn die höchsten Kreise hinein bemerkbar macht, ersehen wir aus dem „Fall Linde", der sich im Jahre 1923 abspielte. Als Linde damals Finanzminister wurde, wurde er von einer gewissen Presse als der Retter Polens gepriesen. Dies verhinderte jedoch nicht, dah die frühere polnische Währung, die berühmte „polnische Mark" weiter in den Abgrund glitt. Seine Zeit als Finanzminister dauerte nicht sehr lange, und er bezog wieder den früher innegehabten Posten als Präsident der Postsparkasse. Eine plötzlich vorgenommene Revision der Postsparkasse hatte das Ergebnis, dah hier eine Vetternwirtschaft schlimmster Art aufgedeckt wurde. Er hatte einen nahen Verwandten mit den gesamten Kohlenlteferungen für die Postsparkasse betraut und ihm war ein großer Vorschuh ausgezahlt worden, um gewissermaßen das Geschäft zu finanzieren. Viele Beamte der Kasse wurden mit hohen Darlehen und Gratifikationen bedacht, zu einer Zeit, da die polnische Währung noch sehr hoch stand und die Zurückzahlung brauchte erst nach Iahren in entwertetem Gelde zu entrichten. - Eine ähnliche Korruption macht sich auch im Kriegsmtnisterium breit, wo durch schlechte Lieferung von Flugzeugen und Gasmasken der polnische Staat um Summen, die teilweise sogar hundert Millionen Gold- zloth überschreiten, betrogen und geschädigt wurde. Wenn der polnische Staat sich in seinem ganzen Gebaren nicht in aller Kürze grundlegend ändert, dann dürfte der wirtschaftliche Zusammenbruch des Landes und das völlige Abgleiten der Währung nicht mehr zu verhindern sein. Damit wäre Polens Schicksal als selbstän- hier Staat besiegelt. Oberhessen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 8. Febr. Der Autobetrieb W i e se ck — G i e ß e n hat auch im Monat Januar die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. Insgesamt wurden 3 6 0 9 0 Personen befördert. Hiebei muh man berücksichtigen, daß zunächst einmal nach Weihnachten das Geschäftsleben im allgemeinen immer etwas abflaut, und daß neben etwa 120 Vollerwerbslosen ungefähr 500 Kurz» arbeitet, die nut4, zumeist 3 Tage in der Wocke arbeitet, die nur 4, zumeist 3 Tage in der Woche durch wird die Benutzung des Autos natürlich ungünstig beeinflußt. Bei sich bessernder wirtschaftlicher Lage hebt sich naturgemäß auch die Frequenz des Autobetriebs. Das finanzielle Ergebnis im Januar ist zufriedenstellend. An Fahrgeld wurden oer« einnahmt 7369,80 Mk. Die Ausgaben betrugen 3903,80 Mk., so daß 3 4 6 6 Mk. für Abschreibungen am Anlagekapital verwendet werden konnten. In den Ausgaben sind die Aufwendungen für Löhne, Sozialversicherungen, Umsatzsteuer, Zinsendienst, Betriebsstoff und Del, Autover- sicherung usw. enthalten. Für Verwaltungskosten brauchten keine Aufwendungen gemacht zu werden, da die gesamte Verwaltung ehrenamtlich ausgeführt wird. Sollte sich in den kommenden Wochen uüd Monaten die Arbeitslage noch mehr verschärfen, so kann wohl ein kleiner Rückgang in den Einnahmen eintreten, es ist aber der Beweis erbracht, daß das Unternehmen auf durchaus gesunder Grundlage steht und wirtschaftliche Nöte, wie die gegenwärtigen, mit Leichtigkeit überwindet. * Leihgestern, 6. Febr. Auf (Einlabung des Kommandanten der Pflichtfeuerweht Herrn Held fand sich eine Anzahl junger Männer im Sitzungssaale des Rathauses ein, um den Gedanken, eine „Ich habe keinen Gurkensalat gegessen: mich drückt nichts Schweres." , Sie beachtete seinen krampfhaften Versuch, zu scherzen, nicht. Aber die herbe Zurückweisung ihrer liebenden Sorge empfand sie wie einen Peitschenhieb. . . „Es freut mich, daß deine gute Laune wiederkehrt", sagte sie mit zuckenden Lippen. „Aber dann zeig' auch der Welt ein anderes Gesicht! Wer auf sicheret Höhe steht, hat ein Lächeln für Verdächtigungen." Ä Und abermals trieb ihn der böse Geist, sie zu verletzen. „D, fürchte nicht," sagte er höhnisch, „daß an dem Klatsch ein Körnchen Wahrheit ist! Du kannst dir auch in Zukunft drei Dienstmädchen halten, und dein Auto wird nicht gepfändet." „Wie klein gedacht!" — Hochaufgerichtet stand sie vor ihm und sah ihm fest ins Gesicht. „Nun ja, wenn du dich auch über meine kleinen Geschenke mokierst, Hand aufs Herz, Andrea, der Luxus und das Wohlleben find schließlich doch Dinge, an die man sich gewöhnt. Ich begreife ja, wenn du das alles an mich nicht missen willst." Da senkte sie den Kops tief auf die Brust, und schmerzlich kam es über ihre zuckenden Lippen: „Ich schäme mich, Thomas, schäme mich für dich! Das mar ein kurzes Aufleuchten der Sonne. Schon ift’s wieder Nacht! Glückliche Margot — wie ich dich beneide!" „Sie hörte nicht auf feinen Rui, den letzt doch ein tiefer Schreck dutchzitterte. Lautlos schloß sie die Tür und ging nach ihrem Zimmer. Blei hastete an ihren Sohlen, vor ihren Blicken tanzten wirbelnde Kreise. XIII. Andrea wohnte und schlief einen Tag bei Margot in Professor Langens mustergültig eingertchteter Klinik. Hinriks, der, wie verabredet, mit nach Berlin gefahren war, wäre am liebsten sofort zurück- gefayten, denn er wußte nicht recht, was er in der Riesenstadt mit sich anfangen sollte, beten Trubel ihn irritierte. Aber Andrea zuliebe blieb er auch noch am andern Tage, um bann mit ihr den Mor- genzug nach Rostock zu benutzen. Margot war heiter und guten Mutes. Wann die Operation ftattfinben sollte, stand noch dahin. Margot und Wallot hielten es für angebrackst, die Angehörigen im Ungewissen zu lassen, um sie am Entscheidiingstage nicht nervös zu machen, lieber den Ausfall des Eingriffes sollte sofort ein Telegramm nach Rostock gesandt werden. Am Abend vor der Abreise schlenderte Hinriks über die Friedrichstraße, um die Zeit totzuscklagen. Plötzlich stutzte er. War das nicht Mühlfeld, her soeben mit einem Begleiter ein Kaffeehaus betrat? Ohne Zweifel, diese männliche Modepuppe, die sich so kapriziös in den Hüften wiegte, war der Geck, der dem wackeren Seebären mehr als irgendeine andere Kreatur auf die Nerven fiel. Aber was war das denn für eine konfiszierte Visage, die da so ocr* traulich tat mit dem Windhund? Elegant genug sah der Bruder ja auch aus; wegen der Kleidung brauchte sich Mühlfeld seines Attaches nicht zu schämen. Aber das abgefeimte Galgenvogelgesicht! Nein, Onkel Otto wär' mit solch einem Spitzdubentyp keinen Schritt über die Straße gegangen! Und die beiden hatten sich gar unretgefaßt! „Pfui Deibel!" sagte der Kapitän ganz laut und spuckte aus. Das nahm ein mit Spreewasser getaufter Passant sehr übel und hauchte ihn an: „Sie denken woll, mein Hühnerooge sieht es mit Vergnügen, wenn Sie 'n Lustangrift auf meine Stiebeln machen, oller Dussel!" Ehe Onkel Otto eine Entgegnung an den Mann richten konnte, war der Aufgeregte verschwunden; aber Hinriks fing noch die lachende Bemerkung eines andern auf, der sich an die Umstehenden wandle, die sofort eine Grupve bildeten wie überall, wo eine Fliege nieste. „Det s jewiß en Amerikaner!" sagte der zweite, „Spucke is bet einzige, wat d i e Brieder für uns übrig haben." Es drängte den Onkel, dem Berliner klar zu machen, daß er ein guter Deutscher sei, doch schon schubste ihn einer am Aermel und ein anderer gab ihm einen gelinden Puff in den Rücken, daß er schleunigst Anker lichtete und im Strome weiter- schwamm. 2lber da fiel ihm Mühlfeld wieder ein, und rasch entschlossen machte er kehrt. Den Spaß mußte er sich doch noch gönnen, den Gent im Kaffeehause zu beobachten. Ob er wohl mit dem Galgenvogel an einem Tische saß? Richtig, da batten die beiden in einer Nische Platz genommen und vor ihnen stand bas Mokkaservice. Ein Trio leierte fein tägliches Programm herunter, und der Geiger graste mit den kecken Augen das Publikum auf kleine Mädchen ab. (Fortsetzung folgt) standsfrage im paritätischen Sinne in nächster Zeit zu erwarten ist. So verlief, wie bereits angcbcutcl, die heutige öffentliche Sitzung durchaus arbeitsfreudig, und mancher der zahlreichen Zuschauer, der vielleicht heute etwas Besonderes erwartete, dürfte nicht auf seine Kosten gekommen lein. Zur Verhandlung standen in der öffentlichen Sitzung nicht weniger als 19 Punkte, die aber in kaum mehr als einer Stunde erledigt waren. Die von den Ausschüssen ein- gebrachten Anträge wurden in ihrer Mehrheit ohne Aussprache einstimmig angenommen. Rur in einigen Fällen kam es zu einer Abstimmung. 11. a. wurden folgende Beschlüsse getätigt: Die Reuverpachtung der Kandelaber zu Re- kl am ez wecken auf 3 Rechnungsjahre wurde gutgeheißen. Die Pachtsumme für ein Schild beträgt 25 bzw. 15 Mk. pro Iahr, je nach der Straßenlage. Die Ausschreibung wird in nächster Zeit erfolgen. Die Wirtschaftsrechnungen des städtischen R e u b a u e s Mittelstrahe 22 mit 63 785 Mk. und des im vorigen Iahrc erbauten städtischen Schwimmbades mit 70 967 Mk. fanden die Zustimmung der Versammlung. In den Verwaltungsrat des K o - nihkystiftes wurde an Stelle eines zurück- getretenen Mitglieds der vom Kur- und Ver- fchönerungsverein vorgeschlagene Arzt Dr. Hae - b e r l i n gewählt. Richt einigen konnte man sich dagegen bei der wegen eines Formfehlers nochmals vorzunehmenden Wahl des Verwaltungsrats deS Krankenhauses. Der Vorschlag des Finanzausschusses enthielt nicht den Ramen des Geschäftsführers der Ortskrankenkasse, dessen Zugehörigkeit zum Verwaltungsrat von der Linken gewünscht wurde. Die Angelegenheit wurde an den Finanzausschuß zurückgewiesen. Auf der st ä d t i s ch e n Bleiche am Kaiserin-Elisabeth-Platz soll eine Schutz- Hütte aufgestellt werden. Für die Ausführung in Wellblech wurden 200 Mk. bewilligt. Die Anschlagsäulen, die seither für 500 Ml. vermietet waren, wurden an den seitherigen Pächter auf drei Jahre zum jährlichen Preise von 1000 Mk. neu vergeben. Im Interesse der. Kurgäste, die die durch die Gärten führenden, sorgfältig gepflegten Wege auf ihren Spaziergängen nach dem Walde gern und viel benutzen. verbietet eine neue Polizeiverordnung das Befahren dieserWegemit Fuhrwerken jeglicher Art und Fahrrädern. Zugelassen sind nur Fahrten der Grundstücksbesitzer zu ihren Gärten. Die Verordnung wurde gutgehelßcn. In der Borngasse ist vergangenes Iahr ein städtisches Wohnhaus niedergelegt worden. Auf dem frei gewordenen Platze soll laut Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 10. August 1925 eine städtische Wagen- Helle errichtet werden. Der damals bewilligte Kredit von 8000 Mk. wurde um 700 Mk. er-, weitert. Die von einigen Stadtverordneten gegebene Anregung, den Platz unbebaut zu lassen und so inmitten der engen Altstadt einen „freien Platz" zu schaffen, fand nur wenig Entgegenkommen, dagegen ist die Verbreiterung des Bürgersteigs im Bauplan vorgesehen. Durch Vermehrung des F eu e r l ö s chg e r ä t e s der Freiwilligen Feuerwehr (u. a. Automobil- drehleiter) ist das städtische Gerätehaus zu klein geworden. Ein Umbau findet statt. Während der Zeit sind die Feuergeräte in zwei Autogaragen untergebracht. Die Vergütungen an bte Besitzer wurden genehmigt. Einstimmige Annahme fand der Beitritt der Stadt zum Oesterreichisch-dentschen Volksbund, der u. a. den Anschluß Deutsch-Oesterreichs ans Reich anstrebt. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 40 Mk. Unter Besprechungen wurden die Fragen des Kleinwohnungsbaus und der Erwerbslosenbeschästigung eingehend behandelt. Der Bürgermeister konnte auf Anfrage mitteilen, daß 1925 von der Stadt der Kleinwohnungsbau sehr unterstützt und gefordert worden sei, daß er für 1926 aber noch nichts Bestimmtes versprechen könne, da ein Ueberblick über die zur Verfügung stehenden Mittel noch nicht zu verschaffen sei. Gegenstand einer Anfrage war auch eine Bemerkung, die Stadtv. Krauß kürzlich in der Jahresversammlung der „Hotina" gemacht hat, wonach die Zustände am GasweÄ so beschaffen seien, daß der Gasbehälter stündlich In die Luft fliegen könne. Stadtv. Krauß will den Ausdruck nicht wörtlich ausgelegt haben. Er habe mit der Bemerkung nur sagen wollen, dah das Gaswerk den Ansprüchen der Stadt □ Laubach, 4. Febr. Gestern hielt di« hiesige Daumkircher oder Dlasius-Ge- sellschaft im „Solmser Hof" ihr Jahres- s e st. das schon seit über 500 Jahren besteht. ES ist ein Rechtsaltertum, das sich aus dem Mittel- alter durch alle Zeitenstürme bis in die Gegenwart gerettet hat. Gegen das Jahr 1400, ziemlich gleichzeitig mit der Entwicklung unseres Heimatortes zu einer Stadt, gingen im Tale des Seenbachs, eines linken Seitenbachs der Ohm, verschiedene Dorfschaften aus, darunter Daumenseen ober Baumkirchen (Baumkirche bedeutet: die „baumene", aus Holz erbaute Kirche.) Gin ileberreft dieses Dorfes ist die sog. „Daumkircher Muhle", die jetzt auch allgemeiner nach einem früheren Besitzer die „Höres-Mühle" genannt wird. Die Bewohner jener Dörfer siedelfalsch wie die Angabe, daß sie im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden seien. (Die Grafen SolmS sahen im übrigen damals noch weit ab an bet Lahn.) In ihrem neuen Wohnsitz bildeten nun jene Zuwanderer ein geschlossenes Gemeinwesen, das durch das fortdauernde gemeinschaftliche Eigentumsrecht an der Allmende der alten Heimat zusammengehalten wurde. Dor zwei Jahrzehnten bestand die Gesellschaft noch aus 36 Besitzern, die aber heute auf 31 zusanimengeschmoszen sind. Sie haben zugleich das Recht der Mitbenutzung des alten Daumkircher Weidelandes. Gegen 15 Morgen sind im Besitz der Gesellschaft. Rach einer alten Ordnung, die in ihrer letzten Festsetzung auf das Jahr 1701 zurückgeht, versammelten sich heute gegen 10 iUjr die Daumkircher in ihrem „Staatsanzug" im Solmser Hof und erledigten hier zunächst die geschäftlichen: Angelegenheiten der Gesellschaft; die Weideteile wurden verlost, die Zinsen eingezogen usw. Die Versammlung wurde von den beiden „Schultheißen" geleitet; bis 12 il^r waltete der alt« Schultheiß (Heinrich Philipp Lauth, Landwirt), sodann der junge (Briefträger Hofmann) seines Amtes. Rach Beendigung der geschäftlichen Angelegenheiten fand wieder ein feierliches Mahl statt, wobei alte Vorschriften streng gehandhabt wurden; die Zuwiderhandelnden werden streng bestraft. Hierauf wurde noch ein gemeinschaftlicher. Kaffee eingenommen, woran sich angeregte Unterhaltung mit munteren Gesängen schloß. Am Abend, gegen 9 älhr, bewegt« sich die Gesellschaft, mit Musik und unter Lampionbeleuchtung zur Wohnung des neuen Schultheißen, wo man noch längere Zeit in angeregter geselliger Unterhaltung verweilte. Hierher wurde auch die Lade mit den Akten der Gesellschaft gebracht, die bei jeder Versammlung zur Stelle sein muß und sorgfältig aufbewahrt wird, da sie die wertvollen Urkunden der Vereinigung enthält. lg. Gedern, 6. Febr. Durch verschiedene Zeitungen ging die Nachricht, daß sicherem Vernehmen nach beabsichtigt sei, ab 1. Avril auf der Strecke Lauterbach — Gedern die vielbenutzten gemischten Zugpaare 8891 und 8893 ausfallen zu ''en, was sich für die Schüler der hiesigen Pri- va. ikaplaneischule aus dem oberen Vogelsberg Sein oder Nichtsein. Lin Kriminalroman von der-Wasfertanle. Don Moritz Schäfer 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Du, Andrea?" Er war gerade dabei, ihre Reisegelder dem Kassenschrank zu entnehmen und schaute verwundert auf. „Nein, Kind! Was verstehst du denn von Geschäften?" „Das ist es ja", sagte sie traurig. „Du hättest mich mehr einweihen sollen in deine Geschäfte, dann stünde ich nicht allem so fremd gegenüber." „Ach was!" Das klang schon wieder gereizt. „Kümmere dich doch um dein Ressort, da hast du gerade genug zu tun." „Mein Ressort? Fängt das etwa in der Schneiderstube an und endigt in der Küche?" Etwas milder entgegnete er: „Ach, Liebste, du weißt doch genau, wie ich's meine! Geh, fei hübsch artig, sorge du für die Repräsentation, und ich sorge für den Brotkorb. So sind die Geschäfte hübsch geteilt." „Meinst du, Thomas? Ich dachte, als deine Frau hätte ich ein Anrecht darauf, auch einen Einblick in den Kreis deiner Unternehmungen zu erhalten, dir mit Rat und Tat —" „Nein!" fuhr er heftig auf und warf die Tür des Kassenschrankes heftig ins Schloß. „Darauf hast du kein Anrecht! Bitte, merk' dir das ein für allemal! Es tut niemals gut, wenn Frauen ihren Männern auf die Finger gucken, und ich bin nicht gewillt, das zuzulasfen." Sie blieb ruhig und sanft. „Aber, Thomas! Ich denke doch gae nicht daran, dich irgendwie zu kontrollieren —" „Mär' auch, bei Gott, noch schöner!" „Oder deine Maßnahmen einer Kritik zu unterziehen! Nein, Thomas, von der Seite sollst du mich nie kennenlernen! Aber man sieht sich ja kaum — man geht fremd nebeneinander her. Du hast immre Geschäfte, ich immer gesellschaftliche Pflichten. Wie gern möchte ich oft, anstatt eine öde Konversation zu führen, all die faden Schwätzer stehen lassen und zu dir fliehen. Teilnehmen an deinen Sorgen möchte ich, dir die Wolken von der Stirn küssen Der Ton war herzlich und warm, er entwaffnete seine Gereiztheit. „Warum sagst du mir nicht öfter solch ein Wort, Andrea?" fragte er und gab ihr die Hand^ „Du entziehst mir ja jede Gelegenheit, Thomas! Ich bin die Puppe, die du kleidest, mehr nicht, du speisest mich ab mit Vergnügungen, die mich kalt lassen. Du überhäufst mich mit Geschenken, die —" Sie stockte. „Nun, die?" „Ach!" sagte sie, ein wenig ärgerlich über sich selbst. „Das willst du ja nicht wissen." „Nein, bitte, genier’ dich nicht'/' Sie zuckte die 'Achseln. „Von deinen Geschäften soll ich ja nicht reden." „Was haben die kleinen Aufmerksamkeiten, die ich meiner Frau zuwende, mit meinen Geschäften zu tun?" „Nun, denn, Thomas, was du kleine Aufmerksamkeiten nennst, sind Dinge, die viel Geld kosten. Es ist keine reine Freude, die du mir damit machst, es ist mir immer — verzeih, Thomas, aber einmal muß ich das aussprechen —, es ist mir immer, als wolltest du mich mit Perlen und Brillanten hin- wegtäusen über deine finanzielle Lage." Groß, entgeistert starrte er sie an. Dann faßte ihn der Jähzorn, Dunkle Glut stieg ihm in das vorher so blasse Gesicht, als er ausrief: „Das ist eine Infamie! Also in meinem eigenen Hause geht der Klatsch schon um! Meine finanzielle Lage — heraus mit der Sprache — wer hat dir in den Ohren gelegen?" „Niemand!" „Den Namen des Verleumders will ich wissen." „Ich kenne keinen Verleumder, Thomas! Du selbst verrietest dich ja. Deine Unruhe, deine Zerfahrenheit und jetzt dein Ausbrausen, die sagen ja mehr als Worte. Meinst du, was aller Welt auffällt, könnte deiner Frau verborgen bleiben? Es gibt überall Feuer, wo der Rauch schmält. Aber, wenn du kein Vertrauen zu mir hast, ich kann es nicht ändern . Das klang müde und matt; resigniert ließ sie die Hände sinken. Vertrauen begehrte er von neuem auf, „du selber trittst es ja mit Füßen und glaubst an bte Verdächtigungen." . r - . . , „Ich glaube nichts — id) will nur klar sehen. Und dir tragen helfen, wenn dich Schweres drückt. Freiwillige Feuerwehr zu gründen, in die Tat umzusetzen. Außer Bürgermeister Heß waren noch anwesend Branddirektor Braubach- Gießen, Brandinspekior 21. Wenzel, der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehren im Kreise Gießen, Kommandant Schäfer von Lang-Göns sowie Brandmeister Betz von der Gießener Freiwilligen Feuerwehr. Nach den Begrüßungsworten des Kom- manbanten Held legte Branddirektor Braubach sowie Brandinspektor Wenzel den Anwesenden Ziele und Ausgaben einer Freiwilligen Feuerwehr bar, wobei heroorgehoben wurde, welch großer Segen in der heutigen Zeit eine gut ausgebildete freiwillige Feuerwehr für eine Gemeinde fei. Von den Anwesenden Zeichneten sich 40 Kameraden in die aufliegende Liste als aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Leihgestern em. Möge diese Neugründung, die sich uneigennützig in den Dienst der Nächstenliebe stellt, volles Verständnis und Nachahmung finden. t Grünoerg, 6. Febr. In der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr, zu der 70 Mitglieder erschienen waren, wurde zunächst der Jahresbericht erstattet. Im Berichtsjahre wurden vier Tagesübungen und eine Inspektion abgehalten. Dreimal wurde dis Wehr im Laufe des Jahves alarmiert, stets war sie äußerst rasch zum Eingreifen bereit. Im Lause des Jahres sind von der Stadt 12 Helme, 150 Meter Schlauch und ein neuer Hydrantenwagen beschafft worden. Dem Rechner wurde nach der Rechnungsablage Entlastung erteilt. Die beiden Obleute der Wehr wurden durch Zuruf wiedergewählt. Die Kameraden Hch. Schmidt III., Wilh. Schröder und Friedr. Schmitz wurden für 25jährige Dienstzeit dem Kreisamt zur Dekoration vorgeschlagen. Ferner wurden an A. Ritter für 20jährige, Aug. Mohr für 15jährige Dienstzeit Auszeichnungen verausgabt. Lobend heroorgehoben fei der Eifer der Wehrmänner K. Hofmann, Hch. Meier, K. Jockel VI. und A. Kreuder, die trotz ihrer 40jährigen Dienstzeit noch regelmäßig an den Hebungen leilnehmen. Da durch den Krsisfeuer- wehr-Jnfpektor Dickorö die gegenwärtige Spritze bemängelt worden war, wurde die Anschaffung einer Motorspritze besprochen, ebenso die Beschaffenheit des Spritzenhauses, wo infolge der Feuchtigkeit das Material, besonders die Schläuche, sehr zu leiden hat. > Grüningen, 6. Febr. Gestern nachmittag ist auf dem Rathause bei Anwesenheit des Gemeinderats unser neugewählter Bürgermeister Euler von dem Vertreter des Kreisamts, Oberregierungsrat Dr. He ß, in sein Amt e i n g e f ü h r t worden. Damit ist ein Kampf abgeschlossen, der schon über ein halbes Jahr die Gemüter stark erregte. Hoffentlich gelingt es dem neuen Ortsoberhaupt, die Kluft in der Einwohnerschaft zu überbrücken. >. ) L i ch, 6. Febr. Bei der gestrigen, im hiesigen Stadtwald in den Distrikten Untersvsierlingskopf, Mönchköpfe, Eisenkaute, Dicke Stelle, Rehtränks- berg, Kronau und Maurerkasperskopf stattgefundenen Brennholzversteigerung wurden bei außerordentlich starker Beteiligung folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 15—20 Mk., Bucken- küppel 14 Mk., Eichenknüppel 7,50 Mk. und Buchen- stocke 7,50—9 Wit. je Raummeter, 50 Buchenwellen 1.5—25 Mk. und Eichenwellen 12 Mk. Die höchsten Preise wurden da erzielt, wo die Abfuhrmöglichkeit sich am günstigsten gestaltet. Kreis Friedberg. 2). Bad-Rauh ei m. 5. Febr. S tadt- verordnetensitzung. Die erste Sitzung des neuen Stadtverordnetenparlaments, die vor nicht ganz 5 Wochen stattfand, endete mit einem Mißklang. Wie wir seinerzeit berichteten, kam es wegen der Besetzung des Schulvorstandes zu Unstimmigkeiten zwischen der Linken einerseits, und der Mitte und der Rechten andererseits, die zu einer Art „Krise" führten, da die Linke die Mitarbeit in den Ausschüssen versagte und für die Verhandlungen im Plenum schärfste Opposition ankündigte. Der Bürgermeister hat sich, wie man hört, in der Zwischenzeit alle Mühe gegeben der „Krise" Herr zu werden und auf friedlichem Wege die Geister zu versöhnen. anscheinend auch mit Erfolg. Denn es heißt, daß die Sozialdemokraten, nachdem sie seither von den Ausschußsitzungen ferngeblieben, gestern wieder an einer Bauausschuhsitzung teilgenommen haben. Auch der allgemeine Arbeitswille, der die heutige zweite Stadt- verordnetensitzung beseelte, läßt vermuten, daß eine Lösung der strittigen Schulvor- - S>e I ! $ei( c der 6teu2?flM ! durch di^bind. Aen Ai ^>ran. 11 seines Ästiger II )It, ffSuiig, nicht dc^Kltiiiz en W xö ein. •te auch W | s Ä St J? Lk""'" * ÄfaKÜ? ÜDn tytttl Witt» M Ä 6lQaiä. [et. H das 2^. .^ten Endes auch . mehr sür Militär tnb ™ Nt fast eine K** Aoalrausgabtn zu nur die indirekten nein, die van einer >000 Personen säst yieii; Ok'gendtoelcha 'Mt des einzelnen d'e Beamten des sich gegenseitig in 'tlchaltsleben wurde Kraft ausgevreht, sahen sich vor der e Substanz anzu- behördlichen Echt, emühungen nur ein der Iivthwahrung. m Wirtschaftsleben dieses eines TageS :aft angekommen ist. »eckmähiger gewesen, . Als er bann das des Abgrundes ge- MMng gegen seine ih sein Ministerium und Skrzynski die n. so, daß Polen aus tum Wieg kaum n baten auf eine ischen ist ja Pro- Mexikanische Deie- >, in Darchau «v Stelle die polnische Diese Untersuchung : Polen ausgefallen. Auslandes und der ge, die bezüglich des der Währung der i man sich mH! eraMung der mui« Ausgaben verstehen nanzminlster Mie- bigt, daß in diesem rfpatt werden sotten. Sterling mußte das mten im Ausland« Derben. In, Sejm- 119 aufgeTtcUt. ftuc lies die Millar. ,rrn. Me MgmunS , e ständig wachsende ringen M «*' gelingt, d-» 3M Verhandlungen kbtt isvaä Mars an auslM ■Lite Wirkungen »Art Muuusll.^ a egung flfonej des tadle MI kein- raus, d, ^ilerfeit einen qfl( bei t fflWP er na^ie ^int: MM«' kalp irt habe - ^8 w , dl« W* KM et in«" nicht mehr genüge, baß it a. baS stmcke Entweichen des Gases aus dem Gasbehälter in die Luft eine Schädigung der Stadt bedeut«, Bürgermeister Dr. Kayser tonnte dazu noch mitteilen, daß die Gefahr einet Explosion ebensowenig bestehe wie an anderen Orten. Auf Anfrage gab der Bürgermeister noch bekannt, daß die öffentliche Sammlung für die Winterhilfe das Schwergewicht auf Kleidungsstücke gelegt habe. An baren Mitteln seien nur etwa 1000 Mk. eingegangen. WSR. Bad-Rauheim, 7. Febr. Hier wurde gestern ein aus Berlin stammender S t a l l s ch w e i z e r. der schon längere Zeit von der Staatsanwaltschaft wegen EinbruchS- d t e b st a h l S steckbrieflich gesucht wird, f e st g e - n o m m e.n * Butzbach, 6. Febr. Bei der diese Woche im Butzbacher Stadtwald abgehaltenen H o l z - Versteigerung wurden recht hohe Preise erzielt, die die Friedenspreise weit überholten. Es wurden beispielsweise bezahlt: Für Buchenscheit 28 bis 30 Mk., für Buchenknüppel 22 bis 25 Mk., für 100 Duchenwellen! sehr uiuuigcncljin bemcrtbqr müchen würde. Wir können nach eingezogcnen Informationen an zuständiger Stelle Mitteilen, daß diese Nachricht bis jetzt jeder Grundlage entbehrt. Auch ist von einem bevorstehenden Personalabbau von fünf Beamten auf der Station Gedern nichts bekannt. — Dieser Tage fand im Gasthause „Zur Eisenbahn" die diesjährige Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe des f) c f Land - buiidcs statt. Die Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: Wagnermeister Wilhelm Birx: 2. Vorsitzender: Landwirt Rich. Birx: Rechner Karl Franz III.; Schriftführer: Hermann Guth an Stelle von Hofprediger Widmann: Beisitzer: Christian Diehl an Stelle von Wilhelm Oberheim II. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden verschiedene interne Angelegenheiten erörtert. U.a. einigte sich die Versammlung auf einen Milch-Richtpreis von 22'Pf. pro Liter. Anschließend fand eine Vorstandssitzung des Zuchtvereins f ü r Simmentaler Rindvieh statt. Im Verlaufe der nächsten Woche soll eine Generalversammlung statt- finden. die sich u. a. mit der Beschickung des am S. Juni dahier slattfindenden Prämiierungsmarktes durch die Mitglieder beschäftigen wird. Starkenburg. "Darm st ad t, 6. Febr. Die 3 n d u st r i e 1= len,, sowie die Handel- und Gewerbe» treibenden aus Darmstadt und Umgebung hielten gestern eine Protest Versammlung gegen die Wirtschafts- und Steuerpolitik von Reich, Staat und Gemeinde ab. Das Ergebnis der Verhandlungen war eine längere Entschließung, in der u. a. Steuererleichterungen und Steuerabbau, Vereinfachung des Steuersystems und der Steuererhebung, Sparsamkeit in der Verwaltung, Einschränkung in den Ausgaben und Beschaffung billiger Kredite gefordert wurde. — Die Hessische Regierung hat dem Besitzer des hiesigen Bahnhofshotels, Otto Baumgarten, die Leitung des staatlichen Kurhauses in Bad Salzhausen übertragen. WER. Weinheim a. d. B.. 1. Febr. Der Gemeinderat hat die Einführung der G cr s - fernversoraung durch Anschluß an das Gaswerk Mannheim beschlossen. Die in der gleichen Angelegenheit mit der Darmstädter Gaserzeugungs-A.G. in Darmstadt geführten Verhandlungen wurden als aussichtslos abgebrochen. WSR. Heppenheim a. d. B.. 6. Febr. Auf den in den letzten Tagen stattgefundenen Holz- Versteigerungen ist allenthalben ein m e r k - kicher Preisrückgang in allen Holzsorlen eingetreten: besonders ist der Preis des Bauholzes sehr zurückgegangen. 'Auch von den I a g d Verpachtungen ist das gleiche zu berichten. Rheinhessen. Das Jubiläum der „Wormser Zeitung". Worms, 7. Febr. Anläßlich des 1 5 0 jäg - gen B e ft e h e n s der „Wormser Zeitung", und dl s über 225jährige Bestehens der Buchdruckerei Kranzbühler (Inh. Gebr. Cnyriern) fand heute eine Feier statt, bei der dem angesehenen Verlag zahlreiche Ehrungen erwiesen mürben. Der Verlag bat der Stadt Worms eine Spende von 10 000 Ml". - überwiesen, die je zur Hälfte für soziale Fürsorge und für kulturelle Zwecke verwendet werden soll. Verlag und Schriftleitung haben zu der Jubelfeier eine umfangreiche Festnummer erscheinen lassen, » in der die Geschichte und Entwicklung des Blattes, der Stadt Worms und der Provinz Rheinhessen y einer eingehenden Würdigung unterzogen wird. Zu seiner Jubelfeier sind dem Blatte zahlreiche Glück- f wunschtelegramme uyd Schreiben, darunter u.a. vom Reichskanzler Dr. Luther und vom Reichsaußenminister Dr. Stresemann, zugegangen. Preußen. ftrei* Biedenkopf. T Waldgirmes, 6. Febr. Hier ist die Maul-- und Klauenseuche amtlich fest- gestellt und die Ortssperre angeordnet worden. Drei Stück Rindvieh sind schon verendet. Leider fahren unvorsichtige Leute immer noch mit ihrem Vieh und treiben die Schafe in die Gärten. Dillkreis. bl. Dillenburg, 6. Febr. Zwischen unserer Stadt und dem Städtchen Laasphe wurde ein Autoomnibusverkehr eingerichtet. Damit hat man eine wertvolle Verbindung zwischen dem Dillkreis und beni Wittgensteiner Land geschaffen. bl. Herborn, 6. Febr. Die Jugendherberge geht ihrer Vollendung entgegen. Am Waldrand hat man ein anrnutigendes Haus geschaffen, das mit zu den schönsten Herbergen zählen dürfte. Das Gebäude enthält Küche, Boderaum und Lesezimmer sowie schön ausgestattete Schlafräume für rund 80 Personen. Wirtschaft. Die Kreditaklion für die Landwirtschaft. Ter Rachrichtendienst der Deutschen Renten- bank-Kreditanstalt teilt mit, daß die Verhandlungen mit der Golddiskontbank über die Aufnahme einer Anleihe zum Abschluß gekommen sind. Der nunmehr zugunsten der deutschen Landwirtschaft abgeschlossene Vertrag sieht vor, daß gegen Uebernahme von Hypothekarschuldscheinen der Deutschen Ren ten- bank-Kreditanstalt ein namhafter, der Gesamthöhe nach noch nicht feststehender Betrag für landwirtschaftliche Kreditbedürfnisse zur Verfügung gestellt wird. 3n den bereitzustellenden Kreditmitteln ist ein erheblicher Betrag zur Finanzierung von neuen Düngemittelbestellungen, also vorzugsweise solchen, die für die Frühjahrsbestellung bestimmt sind, enthalten. Aus der mit 7 Proz. zuW^lich 1 Proz. Verwaltungsgebührenbeitrag verzinslichen Anleihe erhält der Landwirt nach Abzug aller Unkosten (Stempelgebühren, Emmissionskosten, Provision) 983/4 Proz. ausgezahlt. Falls die Heranziehung einer Vermittlungsstelle des Realkreditmstitutes sich notwendig erweisen sollte, so darf noch ein weiteres 1 \ Proz. von dieser Summe adgeseht werden. Die Laufzeit der Darlehen beträgt 3—5 3ahre mit der Maßgabe, daß diese nach 3,4 und 5 3ahren zu je ein Drittel rückzahlbar sind. Der dorlehnnehmende Landwirt ist jedoch berechtigt, vorzeitige Rückzahlung zu leisten. Die Darlehen feilen der Förderung von Ackerbau, Gartenbau und Viehzucht dienen und zur wirlia/ajrticyen Gestaltung der landwirtschaftlichen Betriebe verwendet werden. Sie dürfen deshalb nur solchen Landwirten gewährt werden, welche die unbedingte Gewähr einer rationellen, möglichst intensiven Bewirtschaftung ihres Gutes bieten. 3n erster Linie ist daran gedacht, daß der Landwirt aus Mitteln dieses Darlehens fällige oder demnächst fällig werdende Personalschulden, vor allem solche aus Rentenbanlkrediten abdeckt. Die Darlehen müssen durch H y p o t h e k c n an landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Grundstücke gesichert sein und sich im Rahmen von 33V3 Proz. desberi chtig- ten Wehrbeitragswertes halten. Wahrend bei der Amerikaanleihe der deutschen Ren- tenbantfrebitanftalt für die einzelnen Vernutt- lungsinstitute bestimmte Quote zur Verteilung festgelegt war, wird bei der neuen Anleihe nur ein' Höchstbetrag bestimmt, bis zu dem die Institute nach Maßgabe der vorhandenen Mittel erhöht werden. Die Mittel für die Beleihung stehen sofort zur Verfügung, und zwar zunächst in einem Ausmaße, das; die Höhe des ersten Amerikakredites (rund 100 000 000 Mark) erheblich übersteigt. Die vorstehend kurz wiedergegebenen 'Bedingungen werden mit allen erforderlichen Formularen in den nächsten Lagen den Realkreditinstituten zugehen. Sobald die danach notwendigen Unterlagen bei gebracht sind, kann sofort mit der Auszahlung begonnen werden. Keine Dividende bei Krupp. Die diesjährige G.-V. der Friedr. Krupp A.-G. in Essen, welche über den Abschluß beschließen soll, findet am 6. März statt. Eine Dividende gelangt nicht zur Verteilung Rhein-Elve-Union. Die Dilanz- sitzungen für das Geschäftsjahr 1924 25 werden dem Vernehmen nach Ende Februar stattfinden. Für die Montanunternehmungen Deutsch-Luxem- bürg, Bochumer Verein und Gelsenkirchen gelangt eine Dividende nicht zur Verteilung. WeitererGroßbank-Aktienver- kauf nack Amerika vor dem Abschluß. Wie der DHD. erfährt, stcht eine der ersten Banken des Berliner Platzes in Verhandlungen über den Verkauf eines größeren Postens eigener Aktien nach Amerika, Die Verhandlungen sind bereits soweit gediehen, daß ihr Abschluß bevorsteht. Der Verkauf des Aktienpaketes dürfte in den ersten Tagen dieser Woche perfekt fein. Berliner Börse. (Eigener Drahtberichl des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 8. Febr. Das Schwergewicht des Geschäftes wandte sich heute von den bisher führenden Märkten, nämlich dem Montan- und Elektromarkt, ab und mehr dem Markt der heimischen Staatsrenten und dem B a n E e n m a r 11 e zu. De: Grund hierfür dürste in schlechten Dividenden-Aussichten bei verschiedenen Montangesellschaften zu suchen sein. Bei heimischen Anleihen wurden größere Käufe vorgenommen, so daß sich Sprozentige Reichsanleihe auf 0,325 erhöhen konnten. Schutzgebiet stiegen auf 7,15 nach 6,80. Für Bankaktien wirkten Erwartungen über bevorstehende weitere Aktienverkäufe nach dem Auslande stimulierend, so daß die Werte dieser Gruppe Kursavancen zu verzeichnen hatten. Gegen Ende der ersten Stunde traten auch Schiffahrtsaktien aus ihrer Reserve heraus, besonders für Rordlloyd zeigte sich etwas regere 2kach- frage. Die ungünstige Stimmung am Montan- markte wurde auch mit der Verschlechterung des Frankenkurses begründet, der sich sich gegen London auf 130,65 abgeschwächt hat. Am Geldmarkt ist das Angebot nach wie vor sehr reichlich. Tagesgeld 5,5 bis 7,5 Prozent, Monatsgeld 7 bis 8,5 Prozent. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt. 8. Febr. Tendenz unregelmäßig. Die Börse eröffnete die neue Woche in nicht unfreundlicher, aber geteilter Haltung. Obwohl einige Momente vorlagen, die man allgemein als günstig glaubte ansprechen zu können, zeigten die Aktienmärkte vorbörslich überwiegend Neigung zu Realisationen, wobei das Kursniveau eine Senkung erfuhr. Die feindselige Stellungnahme, die in der Rede Mussolinis zum Ausdruck kommt, war geeignet, die Abgabeneignung etwas zu fördern. In der Hauptsache waren die Kurssenkungen m ungünstigen Dividenden-Aussichten bei verschiedenen Montanwerken begründet. M o n t a ii a 11 i e n waren daher in erster Linie gedruckt und hatten Einbußen bis zu 2 Proz. aufzuweisen. 'Auch Chemiewerte gaben bis zu 1 Proz. nach. E l e k- trowerte waren gehalten, ebenso eröffneten Bankaktien zu behaupteten Kursen, einige Werte dieser Gruppe hatten sogar Erhöhungen zu verzeichnen. Zu ck e r ° und B a u a k t i e n konnten ihre Aufwärtsbewegung gleichfalls fortsetzen. Dagegen waren A u t o a k t i e n niedriger. M a - s ch i n en aktien waren wenig verändert. Der K a s s a m a r k t der Jndustriepapiere lag unregelmäßig bei ruhigem Geschäfte. Verstärktes Interesse wandte sich dem Anleihemärkte zu, wo Kriegsanleihe auf 0,320 und Schutzgebiet auf 6,95 Prozent anzogen. Lebhaft und fest verkehrten auch ausländische Renten. Besonders Türkenwerte waren bevorzugt und gingen höher. Vorkriegs- und Gold- Pfandbriefe waren ebenfalls gut befestigt. 3m Freiverkehr war die Stimmung ziemlich fest. Api 0,4, Deckerstahl 44 Proz., Decker- kohle 61 Proz., Benz 38 Proz., Drown-Doveri 71 Proz., Entreprise 9 Proz., Hansa-Bank 75 Proz., Krügershall 87 Proz., Ufa 66 Proz., Ufra 60 Proz. 3m weiteren Verlaufe kamen die Abgaben an den Aktienmärkten wieder zum Stillstand, wesentliche Kursbesserungen traten aber nicht ein, obwohl etwas Deckungsbedürfnis hervortrat. Rur am Anleihe- und Pfandbriefmarkt blieb das Geschäft lebhaft bei weiteren leichten Kursgewinnen. Am Geldmarkt hält das Angebot an. Tagesgeld 51/» Proz. Monatsgeld je nach Adresse 6% bis 8l/2 Proz. Privatdiskonten 53;4 Proz. Industrie- Akzepte 63/4 Proz. 3m Devivis enverkehr lag das englische Pfund gegen Kabei unverändert fest mit 4,867 \?. Paris gegen London war dagegen abgeschwächt mit 130,25. Die übrigen Valuten sind nicht wesentlich verändert. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 8. Febr. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 26,50—26,75, Roggen, inländischer, 17,50—17,75, Sommergerste für . Brau- Mais (gelb) 19,50—19,75, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 40,75—41,25, Roggenmehl 26—26,50, Weizenkleie 10,25—10,50, Roggenkleie 10,50, Erbsen 28—34, Linsen 40—70, Heu, süddeutsches, gut, trocken, 9,50, Weizen- und Roggenstroh 5—6, Treber, getrocknet, 17—17,50. Tendenz ruhig. Dorfen kokle. (Ohne Gewähr.) Datum: | 6. 2. | 8 :• U.3I0 0.3.'0 n 275 0.275 148,5' 12t* 125 120,3' 98 98' 47,5 133,2' 134 80,75 1100,2* 81 5 20 97,5 45 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. e Auszahluna. Lelegrav 104,5' 124,5' 117 n- 94,75 80.75* 101,75 90,75* 99 46,5 132* 75.5 0,500 H.40) 104’ 4) 35,5 91' 112 5' 100.2* 88.75' Banknoten. (Ohne Gewähr.) 104,7* 38 Ol- llS* 120 183* 139* 114.2* 119 128.4 40 55* 81 62* 8 .9* 89 75 7.85 0 03? 90* 49 25 ir 31.75 29 90.5* 489 48' 91.5* 132 5' 140,5' 109 5 63,25 26 8<.75* 105,5* 40 96 ftvanlfnrt a.M. Sdrtug? i.uur. fiuro 1 flure 133,5* 73,5 56,5 80,5 103,5 99* 87* 81,5 87.25* 104 o’ 38,25 35 23 31 97.25 43 42,5 0,305 0 305 0 3025 U.895 0 17 0.2975 87* 46,12 1 47.5' ! 90.5* 94 25* 111,5* 1118.7* । 126 49,5 92 99,15 M.25' 81' 119' 94 98' 7.8 ) .032 ,126 5* 126,5* 120 5* 0.260 H0.25 , 08.95 9.55 i 76 79 60 i 61 7 59,75 90 63 25.25 8 9 >,63 5% Deutsch- NcichSanlethe . 4'7, Deutsch- RcichSanleihc . B'/e% Deutsche NeichSanleihe 3% Deutsche NeichSanleihe • Deutsche «parprämicnanleihe 4% Preußische Kousolö . . . 4% Hessen........... 3V£% Hessen.......... 3% Hessen DeuUchc Wcrtb. Dollar>Anl. dtö- Doll-Schat!-Ann:eisng.*l 4% Zolltürkcn ...... 5% Goldmeriknner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bank Dannst. und Nationalbank ■ Deutsche Bank Deutsche BereinSbank .... Disconto Lommandit Metallbank Mitteldeutsche Crcditbank. . Ocsterreichischc (Kreditanstalt. Westbank ......... Bochumer Äu» ..... BudcruS • . • Caro Deutsch<'uxemburg (Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln .... Laurnhütte.. ........ Oberbedarf .......... Phönir Bergbau ...... Rbeinuabl NiebcU Niontan........ Tellns Bergbau. ..... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llollo . . . Theramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Hollmann...... Anglo-Cont-Guano Chemische Mayer Alapin . . I. 61 st-arbcnindustrie, A.-G- Goldschmidt.......... Hoüverkohlung RütgerSwerke Schcideanstalt Allg- ElektrtzitälS-Gesellschaft Bergmann Mamkraftwerke ....... Cchuckert . . Siemens L Halsko ..... Adlerwerke Äleher ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt Meauin Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgeiell chast Frankfurt. Per. Union 21.-S Schub'abrik Her? Sichel. . . . Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Berlin s-ylub-Einfang 1 lir» ‘1(-, 6.2 | 8. 2. 10.451 41,75 I 149 105 2* 110»,5 - 126 2 0,320 0.315 0,3125 0,395 jo,312.» 124.75 - 39.5 - 55* , - 81* i 80,62* 84 75* 1 85* 89.75 56 .25 I 128,7* I 132.6* .39* 6 Febr 8. Febr. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung Held i Briet Gew '-öncr Smit* rUou 168.19 168.61 168.19 169.61 , Pnen.-LIireS 1.7-8 1,127 1.7'4 1,728 Brst.-'.'lntw 19,07 19,11 19 07 19,11 Christianta. 85 32 85,54 103,81 85.29 85,51 .Qcwnbaoen 103,55 103.82 103. 8 Stockholm . 112.33 112,61 112. 4 112,62 HelsingforS 10,549 10,-89 10.552 10,592 Italien. . 16 8« 10,92 16.88 16.'i London. . 20.402 20.454 20,401 20,453 Ncunork . . 4,105 4,20.5 4,195 4,20 Parts. . . 15.715 15,755 15,59 >5,63 Schwei, . . 80,8 81,01 80 83 81.13 Svanien . 59,18 59.32 ü',98 1.890 59,12 Javan .. . 1,893 1.897 1.894 >»to dr Jan 0.611 0.626 0 620 1.622 Wien in D - Ceft. abgest 59,01 69.18 59,04 69,18 Prag .... 12.416 12.4c6 12.419 12,459 Helzrad . . 7,385 7,405 7.39 7,41 Budapest. . 5,876 6,896 -.878 6,89.' Dick-? arten 2.945 2,955 2,97 2.98 Lissabon 21.22.5 21,275 21 24o 21.295 Danitg. . Konst.mttn. 8091 81.H 80 91 8t.ll 2.207 2,217 2,2 2 2,212 Athen G 29 i .31 6.29 631 Canada. . . 4.18 > 4.196 4 186 4,196 Urnguan . 4,31 > 4.325 4.315 4.325 Berlin, 6 Febr Geld Briet Amerikanische Noten ..... «.in 4.211 Belgische Noten ....... 19 01 19 11 Dänische Noten ....... 103.29 103.81 Englische Noten........ 20,367 20,46. Französische Noten ...... 15,78 15 86 Holländische Noten ...... 167,93 168.77 Italienische Noten...... 16 905 16 985 Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr, 5100 Kronen 85.05 85 16 58.39 59.23 Rumänische Noten...... —« — Schwedische Noten ...... 111,99 112,55 Schweizer Noten....... 80,80 81.20 Spanische Noten....... 59,05 69 35 Tschechoslowakische Noten . . 12.39 12.45 Ungarische Notm....... 5.84 5,88 Frankfurter Schlachtbiehrnarkt. (Eigener Drayiberichi des „Gießener Anzeigers".> Frankfurt a. M.. 8. Febr. Auftrieb: 1182 Rinder (darunter 341 Ochsen, 30 Bullen, 811 Färsen und Kühe), 397 Kälber, 117 Schafe und 3373 Schweine. Rinder: Ochsen: Voll- fleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 47 bis 54, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 40 bis 46, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 34 bis 39; Bullen: Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 43 bis 49. vollfleischige jüngere 35 bis 42; Färsen und Kühe: Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 47 bis 54, vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 40 bis 46. wenig gut entwickelte Färsen 36 bis 46, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 32 bis 39, gering genährte Kühe und Färsen 22 bis 30, gering genährtes Jungvieh (Fresser) 15 bis 20. Kälber: Feinste Mastkälber 68 bis 74, mittlere Mast- und beste Saugkälber 60 bis 67, geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis 59; geringe Saugkälber 40 bis 49. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 44 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 33 bis 42, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 24 bis 34. Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 80 bis 81, vollfleischige unter 80 Kilogramm 75 bis 79, vollfleischige von 100 bis 120 Kilogramm 80 bis 82, vollfleischige von 120 bis 150 Kilogramm 80 bis 81, unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 75. Marktverlauf: Ruhiger Handel in Rindeni, bei Schweinen Markt voraussichtlich geräumt. Gerichtssaal. Degen Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung verurteilt. Offenbach, 6. Febr. (TU.) Vor dem großen Schöffengericht hatte sich heute der Kaufmann Anton R e h b e r g e r zu verantworten. Die Anklage legt ihm Urkundenfälschung zum Zwecke der Steuerhinterziehung zur Last. Er hatte di. Kassenstreifen seiner Kontrollkasse gefälscht. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten und zur Zahlung von 630 Mk. und der Kosten des Verfahrens verurteilt. Büchertifch. Pestalozzi-Stätten. 20 Original- Lithographien von Otto Baumberger mit Degleit- wort von Dr. Haus Stettbacher, Rotapfel-Verlag, -Zürich und Leipzig. — Das kürzlich erschienene Werk stellt den neuartigen Versuch dar, den berühmten Pädagogen (1746—1327) unserm Empfinden gewissermaßen vom (Sinnfälligen Bildhaften her anzunähern. Die Mappe vereinigt eine Folge von zwanzig Lithographien, die den Lebensweg Pestalozzis in besonders markanten Stationen festhalten: all die schweizerischen Stätten, vom genius loci geadelt, in denen das Leben, Lieben, Leiden und Sterben des reformatorischen Erziehers sich erfüllt hat: Zürich und Höngg und Richterswil. Burgdorf und Mülligen, Stans und Schloß Bverdon. Ein Bilderfries von der Wiege bis zur Bahre, in eindringlicher Anschaulichkeit. Künstlerisch übrigens von bemerkenswerter Eigenart des Stils, der sich vornehmlich , in starken Konturen und tiefen Schlagschattenflächen charakterisiert. Richt ohne Beziehung hierzu erscheint eine bei manchen Blättern unverkennbare Härle und Schroffheit im Gesamteindruck des graphischen Bildes. Wie weit dies auf Kosten der im übrigen tadellosen Reproduktion kommt, ist nicht zu entscheiden. Die herbe, helvetische Eigenart Baumbergers ist jedenfalls durch die ganze Folge gewahrt, der man. als Titelblatt gleichsam, die eindrucksvolle Maske Pestalozzis vorangestellt hat. (Der Bildhauer Christen hat sie im Auftrage des Kronprinzen Ludwig von Bayern 1809 nach dem Leben geformt.) Dr. Hans Stettbacher schrieb einen ganz knapp gehaltenen Text zu jedem Bilde. Wenn man das Degleitwort, durch die Lithographien sinnfällig unterstützt, fortlaufend lieft, rundet es sich unversehens zur einprägsamen Geschichte vom Leben und Schaffen Pestalozzis. Das Ganze, Bilder und begleitende Worte, schließt sich zusammen zu einer schönen — vom Verlag mit Liebe und Sorgfalt ausgestatteten — Erinnerungsgabe auf das Iahr 1927, in dem man Pestalozzis 100. Todestag ehren wird; auf die Titelseite aber kann man füglich die Worte aus dem „Tasso" stellen: „Die Stätte, die ein guter Mensch betrat, Ist eingeweiht; nach hundert Jahren klingt. Sein Wort und seine Tat dem Enkel wieder .." [10] — D i e preußische Kun st Politik und der Fall Schillings. Vom Minister Professor Dr. C. H. Decker. (Wortlaut der Rede im Preußischen Landtage am 14. Dezember 1925.) 31 Seiten. — Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. — Auf d i e Riesen Vulkane Südamerikas führt der Kolonialgeograph Geheimrat Professor Hans Meyer in dem Bande „Hochtouren im tropischen Amerika" der bekannten Drockhaus-Sammlung „Reisen und Abenteuer" (Band 32, geb. Mk. 2,80, Brock- Haus, Leipzig). Hans Meyer hatte sich ftchon als erster Ersteiger des Kilimandjaro, des höchsten Berges Afrikas, einen Rainen gemacht. Es ist von großem Reiz, den weitgereisten Geographen über seine Forschungsreise im vulkanischen Hauptgebiet des tropischen Amerikas, in Ecuador, berichten zu hören. Er erzählt von der schwierigen Ersteigung des Chimborazo (6310 Meter), des Getto Altar (5400 Meter), deS Antisana (5760 Meter) und des Cotopaxi (6000 Meter), alle vier gefahrdrohende Vullane. Land und Leute werden in ihrer Eigenart, oft recht humorvoll geschildert. Das reich mit wertvollen Abbildungen und Karten ausgestattete Buch verdient eine gute Empfehlung. 21 — Max Steinitzer: Tschaikowsky. (Verlag Philipp Reclam, Leipzig. Heft 40 Pf., Band 80 Pf.) — Richt nur der Komponist, sondern auch der Mensch Tschaikowsky sand in diesem Büchlein in Max Steinitzer einen hervorragenden Interpreten. Seine eingehende Kenntnis der Tschaikowskyfchen Werke, sowie sein psychologisches Einfühlungsvermögen befähigten ihn, das Schaffen des großen Komponisten im Zusammenhang mit dessen eigenartigem Seelen- und Trieb- leben zu beleuchten. 896 — Frau Murkula und andere Tiergeschichten. Don Hans K a b o t h. (Verlag S. Heege, Schweidnitz. Geh. 2 Mk., geb. 3 Mk.). — Ein recht fesselndes, mit feinem Empfinden geschriebenes Buch, das dem Leser Stunden wertvollsten Genusses bereitet. Vortreffliche Scherenschnitte von R. Reugebauer geben den reizvollen Geschichten eine wirkungsvolle Bereicherung. Dem Büchlein darf man einen bevorzugten Platz im guten Bücherschrank zufprechen. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 9. Februar: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.15 bis 5.45 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: Neue Schlager. 5.45—6.15 Uhr: Die Lesestunde: Aus dem Roman „Pitt und Fox" von Friedrich Huch. 6.15—6.45 Uhr: Stenographischer Fortbil-- dungskursus für alle Systeme, Diktat von 80 Silben aufwärts. 6.45—7.15 Uhr: Funkhochschule: „Vergleichende Anatomie", Vortrag von Dr. W. E. Ankel. 7,15—7.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 7.45—8.15 Uhr: Funkhochschule: „Die Grundlagen der chinesischen Kultur V", Vortrag von Professor Wilhelm. 8.15—9.15 Uhr: Gastspiel des Wiener Streichquartetts. 9.15—10.15 Uhr: Volkstümliches Konzert des Frankfurter Orchestervereins. Winterkur für 5340ss Nervenkranke u. Nervös-Erschöpfte. Spezialknranetalt Hofhelm 1. Tannas bei Frankfurt a M. Prospekte durch Dr. M, Schnlec-Kahleyss, Nervenarzt.