General-Anzeiger für Gberheffen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Umverfitätr-Vuch- und Lteindruckerel «.Lange in Gießen. Schnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Die Falschmünzeraffäre in Ungarn V' Nach der Hochmasserkatastrophe Die Lage am Niederrhein Das HUfswerk D i a f — >! dürftigeDewoH» wird auch deshalb der Grda..cke erwsien ebenfalls auch schwer geschadeten Cie landen nah z ck gen, für den 5)a.r.;- dem rechten IT er b i R'erenn mit? >'-.i;nr Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monats-EcjugspreU: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der« lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11686. N-t, J unt« Lieser »M 11 dte AeSaktivn dem der Hu»L. ht bet untere* .®* und Ueich« ngns ÄinSWch th ,r anrückenden Tschechen geflohen, die ihm jenes Los bereiten wollten, das er dem Hochverräter Kramarsch hätte bereiten müssen, wenn ihm nicht unangebrachte kaiserliche Schwäche durch den Begnadigungsakt in den Ar mgefallen wäre. In Budapest entwickelte sich eine zweite „ungarische" Hofhaltung: der sympathische, lernbegierige Erzherzog Albrecht reifte bald von Stadt zu Stadt, wo er zuerst über die von ihm studierten Doktorate der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft Bortrag hielt, später militärische Paraden abnahm, bei dem ihm ganz zufälligerweise militärische Ehren erwiesen wurden, weil sie vordem nur für den König vorgesehen waren. Seinetwegen wurde die Altersgrenze für die Mitgliedschaft zum ungarischen Oberhaus von 35 auf ?!> Jahre heruntergesetzt, sein Rome wurde wiederholi in der zeitgenössischen Literatur genannt, und er hierbei von überpäpstlichen Legitimisten vielfach als Intrigant bezeichnet. Als Al- brecht in Begleitung feiner auch nicht unehrgeizigen Mutter eine Pilgerfahrt nach Rom unternahm, um während des Heiligen Jahres dem Heiligen Vater zu huldigen, mit der italienischen Königs- f a m i I ie in Berührung trat, von der er im Beisein Mussolinis empfangen wurde, wollten Eingeweihte wißen, daß damals dem Erzherzog gewisse Hrfsnunaen auf eine erstmalige Verbindung oer Häuser Habsburg und Savoyen gemacht rou-ce, wenn — darüber wird vielsagend geschwiegen. Dies alles ergibt die nicht unberechtigte 23er» n.utung, daß der kleine Anlaß bei bem oben r= wohnten Gastmahl nicht ganz nnbeabsichtigterweise gesucht und gefunden wurde. Richt um einen Putsch »u begehen und mit Hilfe seines rechtsradikalen raffenschützlerischen, antilcgitirnisti chen Anhang Ration und Nationalversammlung vor vo.lzogene Tatsachen zu stellen, sondern um sich der Ration wieder in Erinnerung zu rufen, die in allgemeiner Letargie bezüglich der Köntgssrage verfallen war, in der, das Pflänzchen des Erbkön'.gs zu blühen schien. Unb dieser Zweck t|t Albrecht ganz zweifellos geglückt. Fragt man zum Schlüsse, wie eigen!» licb die Aussichten für die Drei einander nicht gerade freundlich gesinnten Vettern stehen, so muß man ehrlich zugestehen, daß mnerpolitisch die Aussichten Ottos gute Möglichkeiten aufwe.sen; aber ebenso schlecht sind fe ne außenpolitischen Chanen, da d!c drei Nachbarn als maßgebende Faktoren die Entwicklung einer Legitimität in Urgirn kaum dulden werden, die immerhin einen geinütsarHgen Anziehungspunkt geben kann, für Unzufriedene »n den eigenen etaaten, deren es besonders in der Tschechoslowakei und Siebenbürgen nicht wenige gi'ck. Und damit wachsen die Chancen Albrechts, der ein neues Geschlecht gründen will, das an die Arpaden anknüpst, für die cs keine Tschechen und kein Kaisertum gab, und in ihrer durch Albrecht erfundenen Fortsetzung keine Donauföderationsgedanken geben wird. Mit dieser Feststellung kommt man auf die Beantwortung der Frage, warum sich die Er.cher- zöge Joseph und Albrecht bisher zurl'ckge- halten haben, dem Erbkönig Otto ein ur?weibcu- tiges Treuebekenntnis — sie wollen der Entscheidung der Ration eben nickt uorgreifen, sich aber auch durch ein Treuegelöbn. r icht die Möglichkeiten verderben, die für sie durch eine einmütige Ablehnung Europas gegenüber einer Thronbesteigung Ottos entstehen können. Wer von al'en Dreien daher das Wettrennen nach bem ungarischen Thron gewinnt — die Antwort wirb nur bie Weltgeschichte geben können. Die Untersuchung. Budapest, 7. 3an. (Priv.-Tel.) 2tu3 dem Kreise der in der Frankensälschungsangelegen- heit verhafteten Personen läßt sich feststellen, daß man weder Don d.r Kompromittierung einer Partei oder politisch n Ri./uag, noch eines engeren homogenen Kreises sprechen kann. Prinz Windischgräh stand in politischer Richtung dem Obersten R a d o s s h ziemlich fern: ebenso gegärten die übrigen in den Skandal verwickelte.i Persönlichkeiten verschiedenen Richtun- §rer..an- Marsovsky war Rassenschützler und Anhänger der freien Königswahl, während Fankowics Legitimist -ar. Mankovics war politisch farblos, Wie ,c ebenfalls politisch wenig interessiert. Olchvary gehörte der Partei der erwachenden Ungarn an, Raba aber ist jüdischer Abstammung. Obwohl man sich von der ganzen Angelegenheit noch kein richtiges Bild machen kann, geht aus diesen Feststellungen doch schon einwandfrei hervor, daß b:i der ganzen Fäschungsangelrgrnheit gewinnsüchtige Elemente ebenso eine Rolle spielten, wie vermeintliche patriotische Ziele. Man versucht weiter mit größtem Eifer die Stätte auszufinden, an der die falschen Roten hergestellt wurden. Aus diesem Grunde sind in dem Schlosse des Prinzen Windischgräh Sara- spat a k und in der Umgebung des Schlosses weitere Erhebungen im Zuge. Ebenso werden in allen in Betracht kommenden Instituten weitere Rachforschungen angeflellt So wurde u. a. auch das Karthographische Institut genau durchsucht. Ferner wurde eine ganze Reihe Beamten dieses Instituts einem ausführlichen Verhör unterworfen. Die Untersuchung Hal ein wichtiges Ergebnis gezeitigt. Der technische Angestellte des Kartographischen Instituts Gero sagte auS, er sei von dem Prinzen Windisch-Grätz unter der Dorspiegelung, daß es sich um einen patriotischen Zweck handle, mich bewogeu worben, im Keller des Kartographischen Zn- erschüttert. Erzherzog Albrecht ist schwer kam- promittiert. Hingegen sind bie Chancen Ottos größer geworben. Die Legitimisten planen, um einem Staatsstreich Gömbös zuvorzukommen, schon jetzt Otto zum König a u s z u r u s e n unb eine Regentschaft einzusetzen. Rach einer Havasmel- bung aus Mabrib wirb von offizieller Seite erklärt, baß bie Nachricht, nach der eine Wieberher - stellung der ungarischen Monarchie zu Gunsten des Erzherzogs Albrecht ober bes Erzherzogs Josef geplant sei, nicht zutreffe. Falls bas Wohl bes Lanbes bie Wieberherstellung einer Monarchie erforbere, komme für bie Mitglieber ber ehemaligen kaiserlichen Familie nur bieftanbi* batur bes Kronprinzen Otto in Frage. Die Haltung Frankreichs. Paris, 8. 3an. (WTB. Funlfpruch.) ..Watin" berichtet, Ministerpräsident B r i a n d habe gestern mit dem zur Regelung Persönlicher Angelegenheiten in Paris eingetroffenen französischen Gesandten in Budapest über die Banknotenangelegenheit gesprochen. Seit 1924, bemerkt der ..Matin", wisse man in Paris, daß Prinz Win dischgraeh falsches Geld herstelle: im Jahre 1925 habe er nach seinem Schlosse russische Arbeiter, ehemalige Angehörige der Petersburger Münze, kommen lassen. Man habe aber in Frankreich die Angelegenheit nicht sehr tragisch genommen, da man gewußt habe, daß die Fälschungen schlecht seien und daher nur schwer abgesetzt werden konnten. Verhaftungen in der Slowakei. nngvar, 7. Ian. (Tschechoslowakisches Prehbureau.) 3m Zusammenhang mH der ungarischen Falschmünzerangelegenhcit hat die Pv- lizciinrcktion Haussuchungen bei den Führern der ungarischen politischen Parteien sowie in deren Sekretariaten und in den Redaktionen der ungarischen Blätter Karpatho-Rußlands durchgeführt. 3n Tkngvar wurde ferner gegen den Führer der Üngarisch-Christlichsozialen. Arki-Akose, ein Haftbefehl erlassen. Die Polizei hat festgestellt, daß allein für die Gehälter der Sekretäre in sieben Sekretariaten und für die Redakteure von vier Blättern 55 000 Kronen monatlich notwendig waren, wobei f a st keine Einnahmen vorhanden waren. Rach den Aussagen der verhörten Personen wurden diese Ausgaben von Senator E r g y und dem Abg. Sandor Korlat bestritten, welche beide in Ungarn weilen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis fftr l mm KSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» klamecmzeigen vsn 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschnst 20*mehr. Chefredakteur Dr. Fritdr Wich. Lange. Verantwortlich. für Politik und Feuilleton Di. Friedr. Wich. Gange; für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. da die Folgen der HochwasferabL^vt» fkands'o e- finden müßte. Oberbürgermeister Dr. Jarres empfing heute den Sonderderich'erst^t?r der «Telegraphen-Union" und fühl' aus, daß von vielen Orten die im November 1321 entstand neir Scheckennoch keineswegs abgedeckt se er. Allein die Stadt Köln habe von dama's hr noch über 600 000 Mark und die Stadt Duisburg über eine halb? Million Mark Schulden zurückvehaltcn. Rach Angaben von Dr. 3arres lind 1924 etwa neun Millionen Mark für das verflossene Hochwasser aufgebracht worden. Auf die Frage nach ben Möglichkeiten wirksamer Bekämpfung d:s Hochwas'ers sagte Dr. Jarres: Die Jahrzehnte ohne gefährliche Hochwasser haben Bevölkerung. Wirtschaft, ja selbst die verantwortl'ch? Baupolizei unvorsichtig, um nicht zu sagen leichtsinnig gemacht. Deshalb sind bei den großen Hochwassern feit 1920 die Schäden immer so hoch gewefen, obwohl namentlich am R'ederrhein viel zur Bekämpfung der Hochwasserschäden geschehen konnte. Am Riederrhein besteht bei den Fachleuten über die Möglichkeit weitestgehenden Wasserschuhes eigentlich gar kein Zweifel und es muß deshalb mit allem Rachdruck verlangt werden, daß die schon vorhandenen Bautendrrgramme auf da« rascheste In die Lat mrgesetzt werden. Daß diese Bauten im höchsten Sinne produktiv sind, kann nach den ungeheuren Schäden der letzten Tage ja wohl nicht bestritten werden. Oberbürgermeister Dr. Jarres kam dann auf die praktischen Fragen tV” vorbei. ■ 'lcat * ni*t^ SMSs L'zS'Z 'M Lbi- "K biz Ne« mätt* n 1Q0 ÄiS'JÜtfet Lohnen 20 " iblouj ä ®ii'6euei 9f„ , 7 x ilber 47? h» 35 bi« 42' S? lrbhotz M II m Programm tet Tenders. to-UrnfN") Januar: ibe der Jugend. 4.30 bis Mag. Programm u. neeschmelze cncspricht. Der Ober» Präsident der Rheinlands, Fuchs, hat alle beteiligten Amtsstellen zu einer ernsten Schätzung des Schadens aeig.prdert, der aus das Do.oe.te. zu.n Teil sogar aus das 15» biß 2 0 sache gegenüber dem Borja h r e Ijir.auOiDminen dürfte, S.Hätzungen, die nach Augenicheinnatzme an verschiedenen Stellen des Rie-errhcins leineswegZ als zu hoch gegriffen gewertet werden können. Dcidc Ufer des Niederrheins haben gleich schwer gelitten, trotzdem es mit äußerster Anstrengung gelungen ist, ben Hauptbuch des rechten Ufers unter Einsetzung von Schupo, Technischer Nothilse unb sännlichen Deichpslichtigen tm legten Augenblick zu halten, w- funbere Schwierigkeiten s nb überall baburch ent= slanben, baß bas Hochwasier im Gegensatz zu früher nur sehr langsani abläuft. Das vorige Jahr hatte in ber Hauptsache drei Aufstieg- unb Abfall- tage. Die.mal hat bas Wasser in den ersten drei Abfälligen erst einen Meter am unteren Niederrhein, 1,5 Meter in Duisburg verloren, weil bie Nebenflüsse z u st arte Wassermassen herein» führen. Fast überall hat ber Höchsistanb bie berechnete Grenze um 30 bis 50 Zentimeter überschritten unb bamit olle technischen Varkehrungen und Berechnungen über den hausen geroot;en. Dadurch sind cm vielen Orten die Master-, Gas- unb Stromversorgungen unb bie Kanalisationen schwer in Mitleibenschaft gezogen worb.en. Außerbem sinb große im Ausbau befinbliche Werke überflutet unb teilweise zum Einsturz gebracht worben. Die Reichs- wasserstraßenverwaltung hat einen außerorbentlichen Schaben durch Ersaufen ber neuen Schleuse am Eingang bes Ruhr-Herne-Kanals oberhalb ber Münbung ber Ruhr in ben Rhein erlitten, wo bie Fluten und bie Grunbwasser eine 18 Me:er hohe versteifte eiserne Spunbwanb u m - zuwälzen vermochten. Auch ber für den neuen Lippe-Seitenkanal eben fertiggestellte Flutbomm bei Wesel ist ein gestürzt. Die Oeffentlichkeit beschäftigt sich stark piit ber Frage ber finanziellen Deckung der Schäden. Beim letzten Hochwasser kamen durch Staat-, Kreis- unb Gemeinbemittel Summen zusammen, bie burd) fast ebenso hohe freiwillige Gaben verboppelt werben konnten. Die allgemeine Wirtschaftskrise läßt leiber befürchten, baß freiwillige Gaben blesmal f a st ganz aussallen. In ben Kreisen ber Geschädigten hofft man deshalb, baß bie Reichsregierung in größerem Umfang helfend eingreifen wird. Die Zur Vorgeschichte. Von unserem Ir.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Der Aufsatz wurde vor der Aufrollung bes Budapester Falschrnünzerskanbals geschrieben, beleuchtet aber bie eigenartige innerpolitische Situation, in bie ber Falschmünzerskanbal politisch hineingehört. D. Reb. B u d a p e st, Anfang Januar 1925. Vier Jahre hatten die Sorgen geruht: nach bem unglücklichen Königsputsch bes Jahres 1921, den bie Waffen Gömbös bei Bubaörs zum Scheitern brachten, senkten sich auch bie Waffen ber Propaganba über bem Grab bes Toten auf Madeira: bas im November eingebrachte Dethronisa- tionsgesetz schuf eine Leere — Ungarn blieb Arnar ein Königreich, aber ohne König! Seither schienen sich die bamals hochgehenben Wogen, gelegt zu haben: Legitimisten unb freie Königswähler hielten Ruhe, weil sie glaubten, baß ber breiteilige Bannfluch ber in ber Kleinen Entente vereinigten Staaten jeber Aufrollung ber Königsfrage unweigerlich ent’ gegenstehe: unter bem Drucke bes Auslanbes unb ber Hoffnungslosigkeit, gegen besten Willen bie ftönigsfrage zu bereinigen, hielt man Burgfrieben. Mancherlei Verschiebungen gab es seither. Vor illem waren es bie National- Legitimisten, hie Im pragmatischen Legitimisten so ziemlich tie gesamte Gefolgschaft wegnahmen: ihr Streben ging bahin, baß ber Sohn bes letzten g e - frönten Königs nach bem Gesetz ber Rschts- fontinuität einst als König in bie Ofner Burg einziehen solle: König von Ungarn zu sein, bas sollte ben jungen Mann ganz unb gar erfüllen, ber wohl fern von ber Heimat, aber dafür um so ungarischer erzogen werbe: für ihn solle bas Gesetz ber Inkompatibilität gelten, b. h. bie Unvereinbarkeit ber ungarischen Kröne mit jeber anberen, bie sein Vater ober sein Haus im Lause ber Jahrhunberte getragen haben. In bieser Ruhe schien für ben Außen- stehenben bas verfolgte Pflänzchen bes nationalen, legitimen Königtums zu wachsen, was um so eher feststellbar erschien, als scheinbar bie ehrgeizige Mutter des heranwachsenben Prinzen sich mit ber Rolle abgefunbeti habe, baß ihr Sohn von allen Thronen lebiglich bie Stefansf rone tragen solle unb — vielleicht — tragen werbe. So verloren bie pragmatischen Legitimisten, deren Tendenz die Wiederherstellung der alten Donaumonarchie war, Boden auf Boden — seit der Wiener Legitimistenkonferenz im Februar 1925 schien diese Richtung gänzlich zu verdorren: was war einleuchtender, als daß man auch im Ausland annahm, baß bie mit ber Ausschaltung ber Erörterung ber Königsfrage öerbunbene Ruhs jenes Treibhaus sei, in bem bas Erbkönigtum Ottos sich unbestritten entwickeln werbe. Diese Ruhe würbe durch einen Windstoß gestört, der in den letzten Wochen bie Gemüter erregte — wie vieles in Ungarn — von einem Gastmahl seinen Ausgang nahm. Dort hatte sich ein „Verbanb ber ungarischen gesellschaftlichen Bereinigungen" gebildet, bei dessen Konstituierung zwei Mitglieder ber Regierung anwesenb waren, unb Leute, bereu Namen immerhin Klang im ßanbe haben: hierbei ereignete sich nun eine „Entgleisung", inbem Bischof Raffey ben zum Präsidenten des Verbandes gewählten Erzherzog Albrecht mit biblischen Worten als den fommenben Messias begrüßte unb ihn hierbei „ganz irttümlich" mit bem Titel „.Majestät" anrebete! Darob große Bewegung in ganz Ungarn, Versammlungen im ganzen ßanbe, bei beren einer, ber 80jährige Nestor ungarischer Politik Graf Albert A p p o'n y , bie Nation vor einem Abenteurerkönigtum warnte. Darauf allgemeine Stille: bann eine Interpellation in ber Nationalversammlung, auf welche hin Bethlen antwortete, baß er gegen keine Königs- propaganba etwas einzuwenben habe, fonbern nur Dagegen fei, wenn Nation ober Nationalversammlung vor eine vottenbete Tatsache gestellt werben würbe: das konnte auf Albrecht Bezug haben, aber auch als Erinnerung an bie Vorgänge vor Bubaörs gelten; einbeutig war bie Stellung bes Grafen Bethlen nicht, zumal er offen hinzufügte, es gehe ihn als Ministerpräfibeitten gar nichts an, wie ansonsten Erzherzog Albrecht über Familienangelegenheiten benfe. Unb gerabe diese „Familienangelegenheiten sind cs, welche bie Königsfrage inner- politisch wieher auf bas Tapet bringen. Vor bem Zusammenbruch hatte Ungarn seinen Erzherzog — Joseph war bas Sinnbilb bes Ungarntums; [ein Vater in den sturmbewegten Tagen ber Anlänge Kaiser Franz Josephs, er selbst in ben Jahren Des Weltkrieges! Erzherzog Joseph war in Ungarn geblieben, überbauerte bie Herrschaft Bela Khuns, mar banach Palatin geworben, von welcher Stelle er auf Einschreiten ber Entente weichen mußte; er war immer unb nur Ungar gewesen, in Tagen ber Freude und bes ßeibens, war abgeklärt unb hatte seine Anhänger in ben breiten Massen bes liberalen Bürgertums, die als ehemalige Mitglieder ber fortschrittlichen 48er Unabhängigkeits- Partei großen Einfluß im ßanbe hatten unb in bem jum Ungarn geworbenen Habsburger bas erfüllt lohen, was ihnen an ben „österreichischen Erzher- Zögen" so fremd, fast widerwärtig war. Neben Erzherzog Josef unb seinem Sohn Jo- seph Franz war nach bem Zusammenbruch ein neuer Stern bes ehemalig kaiser- unb königlichen Hauses aufgetaucht — es war ber jugenbliche, erst fahrige Erzherzog Albrecht; sein Vater, Felb- niarschall Erzherzog F rie brich war nach dein Zusammenbruch seiner Preßburger Burg von ben lni> 9Wn wird ober nachts stundenlang in o reizt durch sein an» >de der gesamten Aach» Natürlich werden r der Strafte in ihrer gestört, mit Ausnahm der das Tier ruhig die nen Läm verursachen *cn Versuch zu machen, Ta hier offenbar kein, die Aachbarn waltet, itlotgane auf,.einen Imgänge - Stunde ili Löberstrahe zu machen heit haben, sich von der fcmdss zu überzeugen, h bann auch veranlaßt, rufcftörenben Hundes stituts Einrichtungen zur Fabrikation von falschen Franken zu treffen. Im Laufe des Verhörs bezeicherete Gerö die Person, der er die zur Fabrikation der falschen Frankenscheinen dienenden Maschinen im zerbrochenem Zustande verkauft hat, so daß zu hoffen ist. daß es der Polizei binnen kurzem gelingt, die Maschinen und die Klischees a u f z u - finden. Gerö gab weiter an, daß das benutzte Rotenpapier durch fünf Angestellte beim Kartographischen Jnst.tut hergesteftt wurde. Die Angestellten sind geständig. Gerö gab auch an, daß die Klischees von jeder Seite und jedem Farbdruck in je zwei Exemplaren hergestellt wurden. Gerö sagte ferner aus, daß 25 ODO Stück 1000-Franknoten hergestellt worden sind. Die fertigen Banknoten seien von Windisch-Graeh aus dem Keklerraum getragen worden. Die Polizei nahm die Komplizen Gerös in Gewahrsam. Prinz Windisch-Graeh hat bei seinem Verhör bie Gesetzwibrigkeit seiner Taten zugogoeben unb hinzugefügt, er habe für Groß-Ungran gearbeitet unb werbe vor ber Geschichte nicht schnlbig erscheinen. Als er zuerst von seinem Diener Kovacs von ben Frankenfälschungen erfahren habe, habe er Nabossy gefragt, ob er Anzeige erstatten solle. Da aber ber Polizeichef keine Anzeige für notwenbig gehalten habe, habe auch er es nicht für seine Ausgabe angesehen, Anzeige zu erstatten. Als er sich später mit Nabossy unterhielt, baß falsche Banknoten ins Aus- lanb geschickt worben seien, habe er ben Einbruck bekommen, baß Nabossy bereits herüber in - formiert war. Nabossy habe sicher ebenso gut wie er selbst gewußt, wer bie Urheber unb Helfershelfer seien, unb wo bie Noten gebrückt würben. Nabossy erklärte, baß er nicht aus Gewinnsucht ge- hanbelt habe. Es sei richtig, baß er ben Obersten Iankowicz bie Kurierlegitimation verschaffte und dessen Pakete mit ben gefälschten Banknoten amtlich versiegelt habe. Er habe aber nicht gewußt, baß bieser bie gefälschten Noten im Auslanb in ben Verkehr bringen wollte. Er leugnete schließlich, baß er bei ben Recherchen wegen Der Fälschungsaffäre irgenbwelchen Einfluß auf den Gang ber Untersuchung genommen habe. Vor einem in Ungarn? B u b a p e st, 7. Jan. (Voss. Ztg.) Die Stellung bes Reichsverwesers, bes Abmirals Horthy, ist k >■ IM!’■ Nr. 6 Erster 176. Zahrgang Zreitag, 8. Zanuar 1926 GietzenerAnzeiger hiesigen Behörden legen besonderen Wert herauf, daß ein einheitliches unb pl unmäßiges Unterstützungssystem in Kraft gefitzt wirb. Teilweise herrscht ber Einbruck vor, haß in vielen Fällen eine zu große Quote an bie Ge- schäbigten gezahlt würbe, statt einen Teil bes Gelbes zur Verhinderung neuer Sch'dcn mitzuverws- den. Vervr.it jvung, 11-5 rhöh g und Re.-ziehung von Dlchr i ist nich । ie er 5: ti- stro.'rhe u":bedi igt erforderlich. Am R s ?r - n en. Md WMW -Er ud iie em. 'Sn; । obren Platz iu J 5JJ nicht, es eine Stube S - 5 f« T» io «“* Gluck ■ w e der letzten Hochwasserschäden umfassen. Die Fürstenabfindungen. Aus dem Rechtsausschust des Reichstags. Berlin. 7. Ian. (TLl.) Der Rechtsausschuh des Reichstages begann unter Vorsitz des Abgeordneten Dr. Kahl (DVP.) mit den Beratungen über die vermo gensrechtliche Auseinandersetzung mit den früher regierenden Fürstenhäusern. Zur Behandlung standen ein demokratischer Antrag. der die Länder ermächtigen soll, die vermögensrechtliche Auseinanderieyung. soweit sie noch nicht stattgefunden hat. durch Landes- geseh unter Ausschluß des Rechtsweges zu regeln und zwei kommunistische Anträge, die das Vermögen der ehemals regierenden pursten ohne Entschädigung enteignen und alle Rechtsstreit.gleiten darüber bis zum Inkrafttreten einer roic^gesehlichen Regelung ausgesetzt wissen wollen. Von dem Vertreter des vreuhischeu Finanzministeriums wurde dem Ausschuß eine Denkschrift vorgelegt, die in sehr ausführlicher Weise ire vermögensrechtliche Auseinandersetzung zwischen dem preußischen Staat und dem vormals regierenden Königshaus behandelt. Im Anschluß daran wurde ausgeführt, daß, wie in anderen monarchisch regierten Staaten, so auch in Preußen, der Träger der Krone und die Mitglieder des regierenden Hauses in vermögensrechtlicher Beziehung eine eigenartige Sonder ft ellung besessen haben, die mit her Staatsumwützung ihr Ende fand. Sie sind nicht nur Nutznießer ihwcs Privateigentums gewesen, sondern in ihrer Eigenschaft als Angehörige des Herrscherhauses in weitgehendem Umfang glerd^eitig auch Besitzer und Rutz- nieher staatlichen Eigentums. Hierbei waren die Grenzen zwischen dem Privateigentum und dem Staatseigentum niemals klar fest- gestellt worden. In der Hauptsache sei die Beurteilung des vermögens rechtlichen Verhältnisses des Hauses Hohenzollcrn zum preußischen Staat ab- hängig davon, in welch rm Sinne und in welchem Umfang der Grundbesitz, der in der alten Zeit den Kern der Vermögensrechte der landesherrlichen Familie bildete, als Domänengut in das Eigentum des Staates überging. Im Patrimonialen Staat wurde dieser Grundbesitz als fideikommissarisches Eigentum der landesherrlichen Familie angesehen. Von Anfang an waren jedoch gewisse Momente vorhanden, die darauf hmwirkten, ihn öffentlich-rechtlich zu binden. Der Vertreter des preußischen Finanzministeriums gab darauf die wichtigsten zahlenmäßigen Angaben über den .Vergleich zwischen Preußen und dem königlichen HauS wieder. Rach dem Vergleich soll der Staat erhalten: Die Kronschlösser mit dem historischen Mobiliar und den Gärten, die Kunstwerke in den Berliner Museen und die Schackgalerie in München, die Kroninsignien, die Verfügung über das Hohenzollern-Museum. die Hausbibliothek und das HauSarchiv nach Maßgabe besonderer Bestimmungen, die Theater mit dem Theaterfonds. 111000 Morgen Land und Forst, die Hausgrundstücke in Berlin und Potsdam mit einigen Ausnahmen, ferner die Kronftdeikommiß- rente. Das vormalige königliche Haus soll erhalten: Einzelne Schlösser (das Palais Kaiser Wilhelms 1. und t>a£ Niederländische Palais, Bellevue, Babelsberg), einzelne Hausgrund- ftücke, bas Gebrauchrmobiliar und den Familien- schmuck, den restlichen Land- und Forstbesitz, rund 290 000 Morgen, und 30 Millionen Reichsmark. Die 30 Millionen entsprechen etwa dem Werte des dem Staat zusallenden Grundbesitzes (®uter, Forsten und Nutzgrundstucke). Rach verschiedenen die Generaldebatte vorbereitenden Fragen beschloß der Ausschuß, um die persönliche Anwesenheit deö preußischen Finanzministers zu ersuchen. Hierauf erklärte der thüringische Staatsminister Dr. v. K l ü ch t n e r , das) die thüringische Staots- regierung nicht in der Lage sei, beim Reiche den Erlaß eines Reichsgesetzes über die entschädigungslose Enteignung der Vermögen der ehemaligen regierenden Fürstenhäuser anzuregen, da eine derartige Enteignung mit dem allgemeinen Rechte empfinden und mit den Grundsätzen der Reichsverfassung nicht in Einklang stehen würde. Dagegen würbe die thüringische Regierung bereit sein, einer vom Reiche etwa geplanten gesetzlichen Regelung der Frage der Auseinandersetzung zwischen den Ländern und den Fürstenhäusern nach einheitlichen Gesichtspunkt» und Rechtsgrundsähen zuzu- ft i m men. In den späten Abendstunden vertagte sich der Ausschuß auf Freitag. Ws dem NerchsraL. Berlin, 7. dan. (WTB.) In seiner heutigen Sitzung genehmigte der Reichsrat zunächst den neuen Handelsvertrag mit den Niederland en, wonach beide Staaten sich gegenseitig die Meistbegünstigung zusichern. Ferner wurde der deutsch-niederländische Vertrag gebilligt, nach dem der frühere Deutschland von Holland bewilligte I Kredit von 140 Millionen Gulden 3 um A n - tauf von R 0 h st 0 f f c n um sieben Jahre verlängert wird und sich demgemäß auf 17 Jahre erstreckt. Der Zinsfuß wird vom 1. Januar 1927 ab auf 5i Proz. herabgesetzt. Am 31. Dez. 1930 werden 70 Millionen Gulden von Deutschland abgedeckt. Im Lause des Jahres 1937 findet die Abdeckung des Restbetrages statt. Der Reichsrat nahm außerdem das vorläufige Wirtschaftsabkommen zwischen Deutschland und Spanien an. Dieses Abkomme» ist am 18. November vorigen Jahres durch Notenwechsel in Madrid abgeschlossen worden und soll sich als U e b e r g a n g s r e g e l» n g auf höchstens 6 Monate erstrecken. Deutschland erhält durch dieses Provisorium wesentlich ermäßigte Zollsätze für Tomaten, Weintrauben, Bananen, Apfelsinen und roten Naturwein sowie Sardinen in Del, mährend Spanien dagegen der deutsche» Einfuhr die niedrigeren Zölle der zweiten Spalte des jeweiligen spanische» Zolltarifs zubilligt. Der Strafvollzug. Aus dem Rcchtsansschuft des Preußischen Landtages. Berlin, 7. Ian. (Wolff.) In 6er heutige» Sitzung des Rechtsaus^chusfeS wurde sestgestellt, daß eine ganze Reihe der gefaßten und noch zu fassenden Beschlüsse zusammen ein Programm sür eine Ausgestaltung des modernen humanen Strafvollzuges darstsllen sollten. Beschlossen wurde, daß auf je 300 Gefangene desselben Gefängnisses ein Geistlicher, ebenfalls auf je 300 Gefangene ein Lehrer hauptamtlich zu ernennen sei. Mit größtem Nachdruck wurde auf die Notwendigkeit der geeigneten Auswahl und Vorbildung der A e r z t e hingewiesen. Beschlossen wurde weiter eine Aufbesserung der nebenamtlichen Geistlichen und Aerzte; ferner eine bessere Berücksichtigung der Gefangenen in den kleinen ©efängnile». Alle Parteien traten für die hinreichende Beschaffung von Kleidung und Wäsche ein. Es wurde bestimmt, daß ohne Zustimmung eines Gefangenen die Dauer der Einzelhaft in Preußen nicht über ein Jahr betragen dürfe, auch daß eine Uebersührung der Gefangenen aus der Gemeinschaftshaft in die Einzelhaft nur in dringenden Fällen besonderen Bedürfnisses zu geschehen habe. Sachlich erklärten alle Parteien ihr Einverständnis damit, daß es unmöglich sei. die D i s z i p l i n a r st r a f e n für älntersuchungsgesangene schärfer zu fassen als sogar sür bereits verurteilte Festungsgefangene. und sie sagten ihre Zustimmung für den entsprechenden Antrag zu, den die Demo- rratftche Fraktion bei der Beratung des Iustiz- etats wiederholen wird. Die Änderung des Kraftsahrzeu^steuergesetzes. Berlin, 7. Jan. (111.) Der finanzpolitische Ausschuß des vorläufigen Reichsmirtschafts- r a t e s behandelte den von der Reichsregierung zur Begutachtung vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung des Kraftfahrzeugsteuer- und des Finanzausgleiä)gesetzes. Die Kruftfahrzeugsteuer soll die Mitte! für eine geordnete Aufrechterhaltung des Wegebaues aufbringen. Der vorliegende Entwurf sieht gegenüber dem bestehenden Gesetz eine Reihe wesentlicher Aenderungen vor. Zunächst i[t die im § 2 Nr. 5 vorgesehene Steuerbefreiung für Kraftfahrzeuge mit höchstens acht Pferdestärken im Einqentum von Aerzten in Orten von 200 000 Einwohnern, die das Fahrzeug zur Ausübung ihres Berufes benötigen, fallen gelassen worden. Sodann sieht der Stcuertarif eine nicht unwesentliche Erhöhung vor und der § 11 Absatz 2 ist dahin erweitert worden, daß die Steuer solange für ein Kraftfahrzeug, für das ein Kennzeichen zugeteilt ist, weiter zu entrichten ist, bis bis es bei der Polizeibehörde abgemeldet oder ein Probefahrtkennzeichen zurückgeliefert worden ist. Bisher schreibt § 45 des Finanzausgleichgesetzes lediglich vor, daß die Länder die Steuer „mindestens zur Hälfte" zur Wegeunterhaltung zu verwenden haben. Der Entwurf will durch Streichung dieser Begrenzung erreichen, daß das gesamte Steueraufkommen zu Zwecken der öffentlichen Wegeunterhaltung Verwendung findet. Der Ausschuß beschloß, de» Entwurf zur ein» gehenden Beratung einem Arbeitsausschuß zu über- weisen, um das ganze Problem der Wegeur.terhal- tung und der Beteiligung der Fahrzeugsteuer an diesen Kosten, wie auch die Verteilung dieser Steuer» zu klären. König Victor Emanuel an den Reichspräsidenten. Berlin, 7. Ian. (Lokalanzeiger.) Auf das Beileidstelegramm des Reichspräsidenten an de» König von Italien anläßlich des Ablebens der Königin-Mutter ist folgendes Antworttelegramm aus Rom eingegangen: „ Zugleich im Namen der Königin spreche ich Euer Exzellenz meinen lebhaften Dank aus für die Teilnahme an unserem Schmerz in dieser traurigen Stunde. Victor Emanuel." Der Reichskanzler in Berlin. Berlin, 6. 3an. (TU.) Reichskanzler Dr. Lu 1 herIst gesiern am S Uhr abends In Berlin eingelroffcn und wird im Laufe des Heuligen Tages vom Herrn Reichspräfidenlen zum Vorlrag empfangen werden. Der Kampf gegen die deutschen Schulen in der Tschechoslowakei. Prag, 8. Ian. (WTB. Funkspruch.) Seit 1918 wurden in der Tschechoslowakei 300 deutsche Schulen mit 3768 Klassen aufgelöst. Der Gesamtverlust des deutschen Schulwesens beträgt ein Viertel seines ursprünglichen Standes. Die französische Politik im SaargebLet. Paris. 8. Ian. (WTB. Funkspruch.) „Echo de PariS" beschäftigt sich mit der französischen Politik im ©aargeoiet und erklärt, man dürfe nicht hoffen, daß die Saarländer sich im neuen 2ahre für Frankreich entscheiden werden. Es sei jedoch die Pflicht Frankreichs, alles zu tun, was menschenmöglich sei, um d e Saarländer -u veranlassen, sich für die Beibehaltung des bisherigen Zustandes zu entscheiden. Das Blatt fordert, daß d.rraufhi.agsarbeitet werde, im März 1926, wenn der Völkerbund d'.e Präsidentschaft der Otcg’.erungScDmmUf on wieder $u vergeben hat. diese wiederum einem Franzosen zu übertragen. Allerdings nicht dem jetzigen Präsidenten R a u l t. Diesen Beamten beizubehalten, sei durchaus unmöglich. A» seine Stelle müßte eine Persönlichkeit ersten Ranges treten. Daß Frankreich nicht de» Vorsitz der Rcgierungslommifs on erhalte, fei mit seinem Prestige unvereinbar. Italiens Expansionspläne. München, 7. Dan. (WB.) Der Abgeordnete GrasTrcuberghat mit Unterstützung von Mit- glicbem der deulschnatlonalen Fraktion an die Staatsreglerung eine kurze Anfrage gerichtet, in der u.a. gesagt wird: 3n letzter oeit dehnen sich die faszistischenErpanflonsbestrebungen auch unverhohlen bis an die bayerische Grenze aus. Man erklärt, daß 3talien sich vis an den Monte Laravate (fiarwendel), nach Porta Claudia (Scharnih) und Medullum (Feste Kufstein) ausdehnen müsse. 3n der Anfrage wird weiter aus- gesührl, daß die 3taliener in Südtirol nun daran gingen, den Deutschen Namensänderungen aufzuzwingen, um so das Deutsche wenigstens äußerlich ganz verschwinden zu lasten. 3n Deutschland lebende 3!oliener schlössen sich zu faszisiischen Gruppen zusammen und trügen ihre deutschfeindlichen Fafzisienabzeichen offen zur Schau. Die Anfrage richtet an die Staatsregiermig die Frage, ob die Bildung faszistifcher Ortsgruppen vor allem in München bekannt sei und welche Beweggründe die deutsche Regierung habe, diese deutschfeindlichen saszistischen Gruppen in Bayern, vor allem in München, zu dulden. Umbildung des österreichischen Kabinetts. Wien, 8. Jan. (TU.) Wie in politischen Kreisen verlautet, wird dem neuenKabinettNomek, dessen Umbildung am 12. Januar erfolgen soll, auch der Finanzminister Dr. Ahr er nicht mehr ange- hären. Dr. Ahrer hat gestern im Kabinettsrat erklärt, daß er unter ollen Umständen sein Demissionsgesuch aufrechterhalle. Dem neuen Kabinett werden demnach Außenminister M a t a j a , Finanzminister Ahrer und Ackerbauminister Buchinger nicht mehr angehören, lieber hie. Frage der Nachfolge Dr. Ahrers begannen gestern zwischen den Mehrheitsparteien vertrauliche Besprechungen. Die Diktatur in Griechenland. Das NegiernngSprogramm des Generals Pangalos. A t h e n , 7. Ja». (TU.) Die ersten Maßnahmen, bic General Pangal 0 s ergriffen hat, um die Wirtschaftslage Griechenlands zu bessern, sind die Abschaffung des Ministeriums für öffentliche Unterstützung, sowie die Entlassung zahlreicher liberzahliger Beamten. Wahrscheinlich werden auch »och andere Ministerien abgeschafft werden. Die Handelsreisende» werden mit einer besonderen Steuer versehen werde». Die Mönche unter 50 Jahren sollen aus den Klöstern vertrieben und die Ztilassung neuer Mönche untersagt werden. In einer neuen Botschaft erklärt General Pangalos, daß er die fundamentalen Grundlagen her Verfassung, durch die die Republik ein- geführt wurde, achten, jebodi die gesamten versas- lungs- und gesetzmäßigen Vollmachten in feiner Hand vereinen werde, um die Geschäfte des Landes in voller Dränung und nach feinem eigenen Programm durchzuführen. Das fei hie Konsolidierung der Republik und die Rückkehr des Landes zu normalem und gesundem parlamentarischen Leben. Die Regierung habe ihren Charakter nicht geändert. Sie sei nicht ein Militärkabinett geworden, im Gegenteil habe sogar her frühere Chef des Marinewesens auf fein 2lmt verzichtet. Die Regierung halte es für ihre Pflicht, die Stellung Griechenlands zum Völkerbund aufrechtzuerhalten.' Die Regierung trachte, eine friedliche Regelung des Flüchtlingsproblems herbeizuführen und halte den Völkerbund für die Aufrechterhaltung des Friedens für notwendig, den Griechenland mehr als alle anderen Völker brauche. Die Lage in Marokko r i ® ’ 7. San. (WB.) Der Korrespondent der ,,'^imes" in Fez berichtet, daß die Franzosen in Marokko seit AHang Dezember zwei große politische Erfolge erzielt hätten. Dadurch, daß die Marmissas sich für Frankreich erklärt hätten, sei es möglich gewesen, den vorgeschobenen Punkt von Tisi-älsli zu erweitern und ihm eine Operattonsbreite zu geben, die ihm bisher gefehlt habe. Zum Anderen habe die älnterwerfung der S e n h a d j a s die Franzosen in den Besitz des gebirgigen Geländes gebracht, das das ganze Ouergha»Tal von Ain-Medinnarleiü> verhalten hatte, benutzt das Dsrschwin- den seines Hauptrivalen, um sich als Friedens- sttster in China beliebt zu machrn. Iü einem Schreiben hat er sich an alle chinesischen Führer gewandt und diese gebeten, zu Gunsten der neuen Zentralregierung in Peking zurückzutroten. Wettervoraussage. Veränderlich, Süd- bis Westwinde, milde, »och Regenfälle. Das nordwestliche Fallgebiet hat einen tiefen Austäufer »ach Deutschland vorgeschoben, unter heben Einftuß wieder Regenwetter eingetreten ist. lieber den britischen Inseln wölbt sich zwar ei» schwacher Hochdruckrücken aus, her aber von neuen atlantischen Störungen bedroht ist. Die Zufuhr ozeanischer Lust hält im wesentlichen an. Gestrige TageLtempecctturen: Maximum 7,1 Minimum 2,2 Grad Celsius. Niederschläge. 5,8 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 4,1 Grad Celsius. Mine politische Nachrichten. Eine übirfüllte sozialdemokratische Partei- Versammlung in Karlsruhe sprach sich nach einem Neferat Crispins im Gegensatz zu den Ausfüh- rungep des Referenten mit großer Mehrheit für den Eintritt der Sozialdemokra-- ten in eine Regierung der Großen Koalition aus. * Der unter dem Verdacht des Mordes an Crz- berger in Bad Äusser verhaftete-vermeintliche Heinrich Schulz hat nunmehr angegeben, mit seinem richtigen Namen Heinrich Bogt zu heißen. Er sei Mitglied eines Geheimbundes in Deutschland, stehe ab:r dem Morde an Erz- bergec vollkommen fern. Infolge eidlicher Verpflichtungen tonne er über seine persönlichen Verpflichtungen keine weiteren Auskünfte geben. Als Nachfolger des verstorbenen Ministers a. D. von Trott zu Solz wird die Provinz Hessen-Nassau künftig im Reichs- rat infolge einer Verständigung zwischen hem Zentrum und den Sozialdemokraten l^urch den Oberbürgermeister Dr. Antoni- Fulda vertreten werden. Wie eine Berliner Korrespondenz erfährt, ist das Verfahren gegen den Abg. Lange- Hegermann, gegen den während der Dar- mat-A-färe schwere Anschuldigungen erhoben worden waren, eingestellt worden. 2lus aller Welt. Die neue Polarexpedition AmundsenS. Lincoln E l l s w 0 r t h wird an der Amund- senschen Polarexpedition mit dem Luftschiff „R 0 rge" als Leiter in gleicher Stellung und mit den gleichen Rechten wie Amundsen teil- nehmen. Die Expedition wird den Namen „Amnndfen-Ellsworth Spitzbergen—Alaska-Flug 1926“ erhalten. Der Norwegische Luft-- sahrtverein hat die geschäftliche ßeiütng der Expedition, die unter norwegischer Flagge ftatt- finden wird, übernommen. Verproviantierung der Alpenhütten durch Flugzeuge. Wie die „Innsbrucker Nachrichten" melden, besteht der Plan, im kommenden Sommer die in den 0 etztaler Alpen gelegenen Hütten her Sektion Mark Brandenburg des Deutsch,Desterreichischen Alpenoereins durch Flugzugc des Süddeutsche» Ae ro - L l0 y d zu uerprovian» Heren. Die Verhandlungen zwischen dem ?llpen- verein und dem Aero-Lloyd leien schon sehr weit gediehen. Spezialflugzeuge für alpine Zwecke seien bereits im Bau. Grobe Lasten sollen aus fünf bis sechs Meter Höhe, empfmdlichere Gegenstände mittels Fallschirms aus einer Höhe von etwa SO Meter herabgelassen werden. Die Londoner City überflutet. Die seit Donnerstag früh auf London und das Themsetal niedergegangenen starken Rege n f ä l l e haben eine Heberslutimg der Londoner City durch das Hochwasser her Themse verursacht. Rattenplage in der Rheinebene. Seit dem großen Hochwasser treten die Ratten in den Dörfern der Rheinebene fast seuchenartig auf. So sind einem Einwohner in Büttelborn 15 Hühner diesen Schädlingen zum Opfer gefallen. Ein Landwirt, der seine Stallungen einer Hauptreini- gung unterzog, konnte habet mit Hilfe eines kleinen Hofhundes, eines sogenannten Schnauzers, nicht we Niger als 72 Ratten vernichten. Versteigerung von Juwelen der Zareafamttl«. Die Sowjetreg'.erung soll die Juwelen der Zarenfamilie, die auf 250 Millionen Dollar geschäht werden, zur Versteigerung bringen wollen. Anter den Edelsteinen brftrrdet sich auch der be- rithmte 193farätige Brillant „Orlow". Rockcfeller hat seinen Agenten bevollmächtigt, an derAuktion teilzunehmen. Paris—Amsterdam in 1 Stunde 50 Minuten. Ein französischer Passagierftugz-eug mit acht Passagieren an Bord hat die Strecke Paris— Amsterdam in einer Stunde und 50 Minuten zurückgelegt. Das entspricht einer Stundengeschwin-- digkeit von 204 Kilometer. Einsturz einer Mofelburg. In Clotten a. d. Mosel ist ein Teil der Burg C l 0 t te n zusaminengestürztt Als älrsache werden die anhattenden Stürme und Regengüsse angegeben. Zwei Weinberge sind durch die Gr- steitrsmassen verschüttet und einige andere stark beschädigt worden. Der Zusantmensttrrz und das Rollen der Steine war weithin vernehmbar. Dob-Ang!ück in St. Moritz. In St. Moritz fuhr ein Dierer-Bob in die Zuschauermenge. Vier Zuschauer wurden schwer verletzt, mehrere andere erlitten leichtere Verletzungen. Die Mannschaft des Bob blieb unverletzt. Großfeuer in Mecklenburg. In Flies 6 0 rf bei Rostock brannte ein Stallgebäude völlig nieder. 63 Kühe, zwei Pferde und viel Geflügel kamen in den Flammen um. Außerdem verbrannten große Heu- und Stroh vvrräte. Allem Anschein nach liegt Vrondsiistung vor. Der Nevisionsprozeß gegen (tzrans. Dor dem Schwurgericht in Hannover beginnt am 12. Januar das Wiederaufnahmeverfahren gegen Hans Grans, der mit demRlafsen- Mörder Haarmann eng befreundet war und im Haarmann-Prozeß seinerzeit eins große Rolle spielte. Grans wurde außer Diebstahl, Hehlerei und anderen Vergehen zur Last gelegt, von den Untaten des Haarmann vorher gewußt und Haarmann junge Leute zugeführt zu haben, um dann nach ihrem Verschwinden die Kleidungsstücke zu Geld zu machen. Haarmann, der in der Verhandlung scheinbar deg jungm Grans zunächst schone.' wollte, brachte schließlich immer mchr belastend.-: Material gegen ihn vor und bezeichnete ibn schließlich sogar als Mörder eines junge; Menschen, an dessen Verschwinden Haarmann angeblich nicht beteiligt sein wollte. Da das Gericht im wesentlichen auf die Aussagen Haar» manns angewiesen war und Gvans jede Mittäterschaft und Mitwisserschaft entsch eden leugnete, war eine äleberführung des Grans in den meisten Fällen nicht möglich. Nur in einem Falle, dem des 18jährigen Arbeiters Fritz Wittig aus Kassel, hielt das Gericht Grans der Anstiftung zum Morde für schuldig. 3n einem andern Falle, dem des 17jährigen Zimmermanns Adolf Hannappel aus Düsseldorf, hielt es Beihilfe zum Mord für erwiesen, haarmann wurde dann wegen Mordes in 24 Fällen 24mal zum Tode, Gans wegen Anstiftung zum Morde in einem Falle zum Tode und wegen Beihilfe zum Morde in einem Falle zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Grans beteuerte noch wie vor seine Unschuld, lehnte j"des Gnadengesuch ab und ließ durch seinen Verteidiger Revision einlegen. Dir Revision wurde aber vom Reichsgericht verworfen. So wäre auch das älrteil gegen Grans rechtskräftig geworden, wenn nicht im letzten Augenblick noch eine Wendung e'ngetreten w5re. Haarmann gelang es nam'.ich kurz vor seiner Hmrich- tung bei einer Ausfahrt im Gefängniswagen, einen Brief auf d'e Straße zu w-rsen, b?r an den Vater des Grans, den Buchhändler Grans in Hannover, gerichtet war. In desem Bries widerrief Haarmann alte im Laufe der Gerichtsverhandlung gegen Haa'inann erhobenen Beschuldigungen und erllärte Grans für völlig unschuldig. Haarmann ist inzää.schen hingerlchtm worden. Gegen Grans ist auf Grund dieses Brieses ein Wiederaufnahmeverfahren verfügt worden, das mtn mehr als ein Jahr nach dem Haarmann-Prozeß in Hannover stattfinden wird Etwa 30 bis 40 Zeugen sind zu dem Prozeß geladen. Der damalige Verteidiger des Grans, Rechtsanwalt - Lohe-Hannover, hat vor längerer Zeit d'e Verteidigung niedergelegt. An seine Stelle ist Rechtsanwalt T e i ch als off'zielllr Verteidiger getreten. Den Vorsitz der Verhandlung führt Landgerichtsdirektor Dr. Böckel- m a n n, der auch die Verhandlung im Haarmann- Prozeß geleitet hat. Die Anklage wird wieder von dem gleichfalls aus dem Haarmann-Prozetz bekannten StaatSanwaltschaftsrat Dr. Wagen- s chi e f f e r vertreten. Die Verhandlung wird drei bis vier Tage in Anspruch nehmen. Kunst und Wissenschaft. Die Berliner Museen. Wilhelm d. Bode an Kultusminister Dr. Decker. Berlin, 7. Jan. (Wolff.) Bode antwortete auf das Anerbieten des Kultusministers Dr. Becker, zu seinem 80. Geburtstag ein Bildnis B o d e s anfertigen und in einem Museum auf- steilen zu lassen, nach reifer Lieberlegung sehe er sich außerstande, das Anerbieten anzunehmen. Er fährt fort: abgesehen davon, daß es mir widerstrebt, vor Abschluß meiner dienstlichen Tätigkeit in dieser Weise geehrt zu werden, stellt mich die Frage eines geeigneten, sinnvollen Platzes unter den gegenwärtigen Verhältnissen vor unlösbare Schwierigkeiten. Das in erster Linie in Frage kommende Kaiser-Fried- rich-Museum ist durch die von Ihnen gegen meinen Protest veränderte Zweckbestimmung des Museumsbaues in Dahlem so schwer geschädigt und unter dauernder Ignorierung meiner eigenen Vorschläge und Wünsche immer mehr zu einem überfüllten Magazin von Kunstwcrlen geworden, daß ich für seinen jetzigen und künftigen Zustand keinerlei Verantwortung, auch nicht in effigie, übernehmen kann. Was das unfertige Deutsche Museum anbelangt, dessen ursprünglicher Plan von mir zusammen mit dem zu früh verstv.benen Ressel ausgearbeitet war, o lassen mich auch die hier trotz meines wieder- )vlten Widerspruchs ins Wert gesetzten Verände- ungen des B.ruprogramms einen schweren Fehlschlag befürchten, mit dem ich nicht irreführender Weise in sichtbaren Zusammenhang gerückt werden möchte. DaS Marburger Kunsthistorische Institut. In seiner letzten Tagung hat der P r e u h. Landtag bekanntlich das Slaaisministerium ersucht, für die Errichtung des von der Provinz Hessen-Rassau anläßlich der 400-Jahrfeier der Ünioersität Marburg gestifteten Kunst- institutcs einen ordentlichen Wettbewerb unter den Daukünstlern Deutschlands auszuschreiben. Wie aus Berlin berichtet wird, hat jetzt der sozialdemokratische Abgeordnete Grze- s i n s k i im Landtage einen Antrag eingebracht, in dem das Staa.sministerium geragt wird, in welcher Weise es diesen Beschluß, dessen Ausführung in Rücksicht auf den Termin der 400-Jahrfeier äußerst dringlich ist, auszulühren gedenkt. In den Kreisen der Beteiligten und in den Kasseler Zeitungen werde behauptet, daß innerhalb der preußischen Bauverwaltung und der Kasseler Regierung mit aller Bestimmtheit zum Ausdruck gebracht worden sei, der Finanzminister denke nicht daran, den erwähnten Landtagsbeschluß irgendwie zu beachten. Das Staatsministerium wird deshalb um baldige Beantwortung der Anfrage ersucht. Die Rotgemeinfchaft der deutschen Wissenschaft. Berlin, 7.Jan. (Wolff.) Der Hauptaus» schuß der Rotgemänschaft der Deutschen Wissenschaft trat gestern in Anwesenheit von Vertretern der Reichsministerien des Innern und der Finanzen, des Auswärtigen Amtes, des Rcichs- sparkvmirllssars, der Hochschulvertreiungen und der Länder zu einer Sitzung zusammen, in der der Präsident der Rotgemeinschaft, Staatsmi- nister a. D. Dr. Schmidt-Ott, über die Finanzlage im Hinblick auf die noch ausstehende Beschlußfassung des Reichstages über die laufenden Mittel für 1925 Bericht erstattete. Ferner beschäftigte sich der Ausschuß mit Zuweisungen zur Durchführung der von der Rotgemeinschaft angeregten Forschungsaufgaben im Bereich der nationalen Wirtschaft, der Dolksgesundhcit und des Volkswohles. In den Erörterungen wurde die Auffassung vertreten, daß, wenn der vom Reichssinanzministerium geforderte Abstrich am normalen Fonds in Hohe von 1 Mill. Mk. sich verwirklichen sollte, jede Reubcwilligung und auch die Durchführung des alten Arbeitsprogramms unmöglich sei. Weiter wurde betont, daß die wissenschaftlichen Aufgaben auf dem Gebiete der Metallforschung, Geophysik u. a. ganz und gar davon abhängig seien, daß der mit 5 Millionen erbetene und vorläufig mit 3 Millionen bewilligte Sonderfonds unverkürzt zur Auszahlung gelange. In einer einstimmig angenommenen Resolution wurde dem Wunsche nach unverkürzterAuszahlung der erforderlichen Beträge noch besonderer Ausdruck gegeben. Die Entwicklung des Hochschulwesens in Preußen. Die Gesamtheit der Studenten der preußischen älniversitäten bellef sich im Wintersemester 1924/25 auf 30 001 Studierende und stieg im Sommersemester 1925 auf 31 386. Dies bedeutet gegenüber 1911 mit 25 228 Studierenden eine nicht unbeträchtliche Zunahme. Einen erheblichen Rückgang weist das evangelisch-theologische Studium auf, das mit 951 gegenüber 1911 eine Abnahme von 313 zeigt. Auch die katholisch-theologische Fakultät weist eine Abnahme auf. Die juristische Fakül- tät wies zusammen mit der rechts- und staatswissenschaftlichen Falultät 1911 5756, 1924/25 dagegen 8823 und 1925 9205 Studierende auf. Bemerkenswert ist das Interesse für die wirtschaftliche Fakultät, der im W.-S. und S.-S. 1924 bis 1925 3712 bzw. 3853 Studenten angehörten. In der m e di z i n i s ch e n Fakultät blieben die Zahlen fast unverändert. Die philosophische Fakultät endlich zusammen mit der naturwissenschaftlichen Fakultät umfaßte 11 614 Studierende im W.-S. 1924 25 und 12 382 im S.-S. 1925, gegen 13 095 im Vergleichsjahr. AuSlanddeutsche und Ausländer waren in den letzten Semestern 2360 bzw. 2013 gegen 1858 im Vergleichsjahr eingeschrieben. Männliche Studierende erreichten 1911 93.6 v. H. und in den beiden letzten Semestern 88,5 v. H., weibliche Studenten gab es 6,4 bzw. 11,5 v. H Hus der provinzialhauptftadt. Gießen, den 8. 3anvar 1926. Jur Nachahmung empfohlen. ** Eine Reihe Berliner Großbanken teilte der Rcichsgeschäftsstelle der Deutschen Rothilfe mit, daß sie io re Gefchüstspost für einen gewissen Zeitraum ausschließlich mit Wohlfahrtsbriefmar- ken frankiert haben. Die Deutsche Dank, die Direktion der Dislontogcsellschaft, die Darinstäbter- und Rationalbank und die Dresdener Bank überwiesen eine Spende von je 2000 Mark. Auch im Reiche folgten zahlreiche Firmen der Anregung, für einen oder mehrere Tage statt gewöhnlicher Briefmarken nur WohlsahrtSbri.fmarken zu verwenden, um auf diese Weise trotz der ungünstigen Wirtschaftslage einen Beitrag zur Bekämpfung der Rotstände zu geben. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadtthea^ec: 7.30 älhr „Der Traum ein Leben" (Ende gegen 10 älhr). — Öffentlicher Vortrag 8 älhc, Katholisches Vereinshaus, über Gedankenheilung und Couce--Methode. • Falsche Reichsbanknoten über 2 0 Reichsmark. Don den im Umlauf befindlichen Reichsbantnoten über 20 Reichsmark mit dem Datum des 11. Oktober 1924 ist eine neue Fälschung festgestellt worden, die zum ilnter- schied von der Anfang September d. I. bekanntgegebenen, an nachstehenden Merkmalen unschwer zu erkennen ist: Papier: Aus zwei zusammengefügten Blättchen, einem kräftigeren, leicht gelb getönten und einem hauchartigen, bräunlich gefärbten Deckblatt, bestehend. Pflanzenfasern: Durch falsche, zwischen die Blättchen gelagerte, dünne Fasern ersetzt. Vorderseite: Gröberes, verwischtes Gesamtbild. Das in unreinen Linien mangelhaft nachgebildete Frauenöildnis kennzeichnet die Fälschung auffällig. *’ Die Hauptversammlung des Vogelsberger Höhen-Clubs findet in diesem Jahre am 29. und 30. Mai in Alsf e ld statt. Die Vorbereitungen für die Tagung sind in vollem Gange. ** Der Ertrag der Wohlfahrtsmarken. Den Richtlinien der Deutschen Rothilfe entsprechend, wird der Ertrag der Wohlfahrtsbriefmarken auch in diesem Jahre zur Linderung materieller Rotstände Verwendung finden. Insbesondere sollen die Erträge zur ergänzenden Fürsorge für Kinder, alte Leute, Erwerbsunfähige, unter besonderer Berücksichtigung des verarmten Mittelstandes, sowie für Speisungseinrichtungen aller Art Verwendung finden. " Die Exprehgutkarten. De »Eisen- bahnpaketkarten" mit rotem Rand können zur Aufgabe von Expreßgut nur noch bis zum 30. Juni 1926 benutzt werden. Vom 1. Juli 1926 dürfen von den Aufgebern nur noch „Expreßgutkarten" mit grünem Rande verwandt werden. Die neuen Karten sind bei den Expreßgutabsert'gungen erhältlich. ’• Richtigstellung. Der Mehgermeister Heinrich Henkel, Walltorstraße 27, konnte gestern fein 30jähriges Geschäftsjubiläum begehen, nicht das 25jährige, wie gestern zu lesen war. Die gestrige unzutreffende Mitteilung war unS von der Fleischerinnung berichtet worden. ” 2300 Jug endherbergen, über eine Million Ä eber nachtun ge n. Dem Verband Deutscher Jugendherbergen mit seinen rund 30 Zweigausschüssen ist es dank feiner unermüdlichen Tätigkeit gelungen, bis jetzt 2300 Jugendherd rgen (mit einer Ü1 ebernachtungsziffer von mehr als einer Million im Jahre) für die Förderung des Jugmdwundems zu schaffen und bereitzustellen. Allerdings ist das Ziel des Verbandes, ein lückenloses Retz von einwandfreien Jugendherbergen im ganzen Reich zu schaffen, noch nicht erreicht, und es bedarf weiterer Hn- terstühungen seitens der Gemeinden und Staaten, um dieses Ziel zu verwirklichen. ,e D i e Gießener Freiwillige Feuerwehr hielt am Samstag in der Turnhalle am Oßwaldsgarten unter starker Beteiligung ihre Weihnachtsfeier ab. Brandinspektor Fritz Wenzel begrüßte die Gäste und Kameraden und wies auf das kameradschaftliche Zusammenhalten innerhalb der Wehr hin. Der Vertreter des Hess. Kreisamts, Regierungsrat Braun, überreichte mit einer Ansprache zwei Kameraden, Heinrich Flach und Jos. Heih- l e r, für ihre 25jährige Dienstzeit das Hess. Ehrenzeichen. Branddirektor Braubach an zwei Kameraden, Moritz Gregor! und Otto Werner, die von der Stadt Gießen für 15jährige Dienstzeit vorgesehenen Diplome. Als Vertreter der Stadt Gießen und Dezernent des Feuerlöschwesens hielt Beigeordneter Dr. Hamm eine Ansprache, in der er auf die Wichtigkeit des Dienstes im Feuerlöschwesen hinwies. Die vom Vergnügungs-Ausschuß reichha'tig gewählten Darbietungen, wie der von einem Kameraden verfaßte Prolog. Theaterspielen und Tanzaufführungen von Damen bereiteten einen schönen Genuß. Der anschließende Tanz hielt alt und jung noch lange zusammen. Fünfziger 1876 — 192 6. Man berichtet uns: Der Einladung zu einer Vorbesprechung im Restaurant „Zum Gambrinusbräu", Klinikstraße, folgten am Dienstagabend 52 Altersgenossen. Eine sehr statttliche Zahl, wenn man bedenkt, daß Ort und Z.stt vielen nicht gelegen war, und daß mancher die Einladung im „(Siebener Anzeiger" übersehen oder überhaupt nicht zu Augen bekommen hat. Rachdem zunächst auS der Versammlung heraus ein provisorischer Vorstand von drei Mann gebildet und dann die ersten vorzunehmenden Maßnahmen besprochen worden waren, ging man zum gemütlichen Teil über. Für die nächste Versammlung, in der die definitive Besetzung der QI erntet vorgenommen werden soll, ist ein Samstag im letzten Monats- drittel festgesetzt: die Zusammenkunft wird in einem größeren Lokal im Innern der Stadt abgehalten. Räheres erfahren die Altersgenossen rechtzeitig durch Bekanntgabe in den Zeitungen;. Rundfunk-Programm deS Arankfnrtrr Senders. (Aus ver „Radio-Umschau-.) Samstag, 9. Januar: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. Aus dem deutschen Liederlranz (Liedervvrträge Frankfurter Schulen): Qldlerflychtschule, Leiter des Musikunterrichtes Oberschullehrer Franz Stieler. 4.30 bis 6 Uhr: Aachmittagskonzert des HauS- orchesters: Bizet. 6 bis 6.30 Uhr: Die Lese- stunde (für die reifere Jugend): „Meister Reinecke" von Karl Ewald. 6.30 bis 7 Uhr: Der Brieftasten. 7 bis 7.30 Uhr: „Raubttere in der Wüste", Vortrag von K. C. Herrmann, Stuttgart. 7.30 bis 8 Uhr: „Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung — „Orchideen", Vortrag von Palmengartendirektor Kraus. 8 bis 9 Uhr: Hebertragung von Kassel: Kammermusik-Abend. 9.05 bis 10 Uhr: Deutsche Mundarten, ein Zyklus. Die Frankfurter Lolaldich- tung. Anschließend bis 12 Uhr: Hebertragung aus Berlin: Tanzmusik der Berliner Funk- kapelle. Mein Günstige Gelegenheit zum Einkauf in allen meinen Artikeln. beginnt Samstag, den 9. Januar und dauert bis Samstag, den 16. Januar Filet-Stores ganz besonders preiswert 239c I F't 1 -Kränze Braut ss^r Modehaus Salomon Gießen, Schulstraße. 37a s Klein l Stiefel 4 Baschir,er Banken a Kobel- uv. einzeln und kombinieit ■ Nuhholzversteigemng Aus den Waldungen der Stadt GießSn sollen am Donnerstag, dem 21. Januar 1926, vormittags 10'/„ Uhr. in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe in Gießen versteigert werden: 4 St Fichtenschnittholz 2. Kl. — 3,22 Fstm. in I Los, 206t Fichtenschnittholz 3, KI. «■= 16,05 Fstm. in 4 Losen, 75 St Fichtenbauholz 3. Kl. -- 111,43 Fstm. in 6 Losen, li5St Ficdtenbauholz4.Kl. — 187,66Fstm. in 10 Losen, 267St.Zichtenbauholz5L-Kl.--- 179,95Fstm in 7 Losen, 1>8 St.Fichtenbauholzbb-Kl. — 75,04 Fstm. in 4 Losen Loseeinteilungen nebst Dersteigerungs- bedingunaen können zum Preise von 50 P . für das Stück von unterzeichneter Stelle bezogen weiden. Zahlungsbedingungen: Die Holz, geldschuld kann gegen Stellung sicherer Bürgschaft innerhalb 3 Wochen nach Dem Lerste'gerungslag bei Beträgen bis zu ZOO Mk. bis Martini 1926 und bei höheren Beträgen zunächst auf die Dauer von 3 Monaten gegen Berechnung von 97o Jahreszinsen gestundet werden. Gießen, den 6. Januar 1926. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Rosenberg. 2028 Zagöverpachlung. Die Ruhung der Jagd in dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk der Gemeinde Waldgirmes, bestehend aus einem Bezirk, soll am Freitag, den 29. Januar 1926, nachmittags 2 Ahr, auf dem Rathaus öffentlich meistbietend auf die -- euer von 6 Jahren beginnend mit dem 1. Februar 1926. verpachtetwerden. Pachtbedingungen liegen vom 11. Jannar ab zwei Wochen auf der Bürgermeisterei offen. 244D Waldgirmes, den 7. Januar 1926. Der Jagdoorsteher: Schmidt, Bürgerm. Ein reelles Hustenmittel! i Heiserk Brust - Kntairh, Ver so bezeichnen unsere meist Arzt > Kala?r’s Brust* C&rainel« len mit den 3 Tennen. 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Ueaentommens » italienischen ob|i bjlenet hmsichl, t jtt italienischen Polin ߣ E einem «- gi W W Kl ®’W«6 Steil ’Ä^6 an 30 MlitzW der m Mland M U"ll'n Dchdtt«k, ! » i» L"«-° W lr 6eS hen N $re durö> _qontir den fcS?®!*“ Sv Um war es sich i Mimmenhinft Disch fcbi verstohlen angede Mtnlr der beider lanb. Zweitens da- Dritten« das norbi (Tripolis). Wertens ! reich und faftensj »W eitzebenden Fr hirstr llntembu^. 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Obergeschoß), Termin Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 22. Januar 1926 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht in Gietzen. llltnsoereiolguog 1870-1920. CamStan abend 80, Ubr toplwsartoiij Int Aquarium. Pllnkil. Erscheinen erwünscht IO149 Der Vorstand. Sonntag, 10. Jan- abends 8 Ubr: 2-7D Fsmilik«- ziisoiiiiiiko'iliist bet K. Boiler, Geichmismann sucht 2-1krk gegen gute Sicher- bett u. Bankzinsen Schr. Angeb u. 0147 an den Gtest. Anz. Lnmotag. v. Jan., abdo. 8 Ubr: "2dl-> »fflifm bei Kamerad Sauer, M-ffl 1 gegen Sicherheit gesucht. Schr. Angebote u. 0139 an den Gie° ßener Anzeiger. 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OOO Goldmark bieten mir tüchtigem Reisenden für Stadt u Land. Es handelt stch um Dauelstellg. Bewerbungen unter V.W. 22129 an Rudolf Mosse, Brannaehwelg. [Vermietungen | möbl. Zimmer zu vermieten [0128 Bleichstraste 81L | Kaufgesuche Freitag. 8. Zanuarch26 Gichemr Anzeiger (General-Anzeiger für GberheM Er. 6 Zweites Blatt en der m Schuldenfrage, ergeben. Kleidung, ursacht, soweit ret Wiesengrund hinter „Marienschlaß", der an sich schon naß ist, stehen noch immer unter Wasser. noch u^Pachtnng Pj |2ß0 Morn, t W toer- , (1147 ÄNi- 0 heit 4 Mk. 26.00 136.00 UHÖ uns all- .2)1., ir; nfs aut! >11. Vit* ITÄ-s ‘ft rrki' rger anie WO1IS 811. ing 105. einen (0108 gO' fl'C Stellung und Wirksamkeit, Arbeits- Lebensweise des Reichspräsidenten sind Deutschen noch nicht so wohlvertraut und bekannt, da dies Amt in unserem Staat ja so jung ist. Um nun Dasein und Bedeutung Liedes ersten Reichsbeamten der Allgemeinheit näherzubringen, erscheint soeben nn Verlag für Kulturpolitik zu Berlin ein Buch, in dem unter dem Titel ..Ein Tag aus dem Leben des Reichspräsidenten" von einem Regicrungsvat, der sich nur mit drei (Sternen bezeichnet. Wohnung und Arbeit, Rechte und Pflichten. Wesen und Le- WS5 No unk otB; tatld- Vater, darum bitten wir Sie, Majestät, uns ein bischen zu Helsen. Rämlich wir möchten gerne etwas lernen. Ich hätte Lust als Buchhändlerin, auch Goldarbeiterin tät mir gefallen. Meine Freundin hätte zur Modistin Ärst. Entschuldigen Sie gütigst auch wegen der schlechten Schrift und Daß es mit Bleistift geschrieben ist. Rämlich toir haben es auf oer Wiese beim Gänsehüten geschrieben. Bitte senden Sie uns ein kleinen Bildchen von Ihnen. Wir halten es in Ehren, als wenn es von unseren lieben Eltern wäre." Eine kleine Liselotte aus Berlin ist schon gewandter. ..Ein herzliches Grüß Gott zuvor meinem hochverehrten Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg!" schreibt sie. ..Da laufe ich nun schon tage- nein wochenlang sehnsüchtig an Ihrem Palais in der Wilhelm- strahe vorüber mit dem heißen Wunsch, einmal, ach nur einmal Ew. Exzellenz zu sehen. Doch nie ward mir dies vergönnt. Ja. und damit das endlich einmal wahr wird, bitte ich um Er- füllung meines Herzenswunsches: Darf ich Ew. Ekzellenz eine El eine Freude machen und sie Ihnen auch persönlich überreichen, o. bitte, bitte?" Ein Knabe aus Kiel schreibt: „Lieber Hindenburg. Wie kann man Generalseldmarschall werden? Kommst Du zu uns nach Kiel?" Einige Schüler von der Wasserkante: „Wir Kinder grüßen Dich als Reichspräsident. Wir wollen mal anfragen, ob Sie uns als Soldaten bei der Riesengarde annehmen wollen. Wir haben eine große Kompagnie von sechs Mann. Wenn es nochmal gegen den Erbfeind geht, wollen wir gern helfen, denn wir haben eine schwere Artillerie." (Sin dreizehnjähriges Mädchen: „Ich hosse. Sie bleiben als Reichspräsident tapfer und gesund. Hoffentlich konrmen Sie bald einmal zu un- zu Besuch. Ich habe von Ihnen diel gehört/' Auch - aus fernen Ländern kommen zahlreiche Schreiben. So empfiehlt sich ein Mädchen aus Amerika solgendermaßen für eine Stellung: »Mister President. — Hinterbura. — ich gratuliere dir unö ich lönte ein Puhmütchen bei euch fein, ich (an alles gut pucen. Bitte um Antwort." Ein 12jährige» Mädchen aus Afrika äußert sich also: »Lieber Herr Präsident! Wie gefällt es Ihnen als Reichspräsident von Deutschland? Es gibt hier eine deutsche Schule, auch eine englische, aber ich gehe in die deutsche Schule. Wir sind hier in Afrika. Ach. eS ist hier nicht schön! Ich möchte so gern in 'Seuttölanb sein. Ich war noch keinmal in Deutschland." Was der Reichspräsident für Briese bekommt. bensweise des Reichsprästdenten geschildert werden. Die Persönlichkeit Hindenburgs wird uns durch diese anschaulichen Bilder auch in ihrer neuen Stellung besonders nahegebracht. Seine große Beliebtheit tritt wohl am deutlichsten aus dem Inhalt der allmorgendlichen P o st entgegen, in der sich zahllose Bitten um Hilfe. 'Bewerbungen um Stellen, Gnadengesuche, Beschwerden usw. befinden. Sehr groß ist auch die Zahl der wohlmeinenden Leute, die dem ersten Mann im Staate mil allerlei Ratschlägen zu Hilfe kommen wollen. Da gibt cs Bricfschreiber. die 10 und noch mehr Bogen mit Ergüssen an» füllen. Am eindruckvollsten aber sind die Schreiben ganz einfacher Leute oder von Kindern. Einige bezeichnende Beispiele seien aus den anangeführten Briefen mifgeteilt. Sv schreibt z. B. ein bayrischer Bauer: ..Ich erlaube mir an Euer Gnckden einen Brief zu richten, um an Sie eine Frage zu stellen, ob's nicht möglich wäre, während der Ferienzeit meiner Wenigkeit als schlichter Landwirt einen Besuch ab* statten zu wollen, um Brisatbesprechung geistlicher und leiblischer Anliegen. Vielleicht ging es Per Auto dem Volke unerkannt durchzukom- men. Ich bin persönlich in vollster Verschwiegenheit und bin bereit Euch aufzunähmen zu übernachten, 4—5 übrige Betten, 1—2 Zimmer zu reserfüren . . Auf Rückkehr in die Heimat auf etwas unbestimmte Zeit abmeldett. Meine Landschaft liegt zwei Stunden vom Chiemsee entfernt. meine Familie besteht aus Weib und Kindern, haben sonst niemand im Haus. Also, haben Sie die Güte und wellen Sie meinen Antrag nicht zurück." Zwei Mädchen vom Lande wenden sich mit folgendem Anliegen an den Präsidenten: „Da Sie doch der Landesvater sind, fo sind Sie doch auch unser lieber >?- Uli»* uniformen, den Dreimaster auf dem Kopf. Run hat die funkelnde Ianuarsonne ihren Höhepunkt erreicht. Aus dem lichtblauen Himmel schießen ihre Strahlenpfeile auf die Erde herab, prallen von der weißen Schneedecke zurück und erfüllen die Wette mit Glanz und Licht. Jetzt beginnen die Glocken der nahen Isakskathedrale zu läuten und olle Glocken der unzähligen Kirchen der Hauptstadt fallen jubelnd ein. Da öffnen sich die Pforten des Winterpalais! Die Geistlichkeit erscheint in ihrem von Gold und Edelsteinen strotzenden Gewändern - in all dieser strahlenden Helle des leuchtenden Wintertages erschrickt das Auge fast vor so viel Pracht. Es folgen die Hof- beamten in langer Reihe. Dann der Kaiser in der Uniform seines Leibgarderegimentes mit den Großsürsteir. Adjutanten und anderen Hofchar- gen. Der ganze prächtige Zug begibt sich auf den Fluß hinaus. Die Geistlichkeit stellt sich im Viereck des reservierten PlaheS auf - - der Kaiser in ihrer Mitte. Dann intonieren die Kirchenfänger einen alten, slawischen Psalm. Wunder- volle Sttmmen in wundervollen Akkorden schweben zum blauen Himmel hinauf. Der Metropolit von Petersburg ergreift das goldene Gesäß, das mit dem Wasser dec Reva gefüllt ist, und her Kaiser als höchstes Oberhaudt der Kirche weiht und segnet die gefüllte Schale. Fanatische Kirchengläubige drängen sich heran, um ihre kleinen Kinder mit diesem Wasser des Heils taufen zu lassen,' ja es kommt sogar vor, daß Erwachsene in die ausgehackte Eisstelle springen, um sich so, Christo gleich wiedertaufen zu lassen. Dec Kaiser steht ernst und gelassen da. die Geistlichkeit bekreuzigt sich, die Sänger intonieren einen Lobgesang und von der Petei>Pauls- feftung herüber erschallen die Salutschüsse. Herr Gott — aber was ist das? Sie haben ja scharf geladen, der letzte Schuß fährt mit lautem Krack in die Mauern des Winterpalais; Scheiben klirren und splittern, virt wilder Aufschrei aus Tausenden von Menschenkehlen. Der Kaiser wendet sich langsam, sein Gesichts ist totew- bleich Langsam, ganz langsam geht er auf dem blutroten Teppich den Weg zum Winterpalais zurück. Das war am 6. Januar 1905. Unaufgeklärt blieb das grausige Geschehen. War es ein Versehen? War es ein Zufall, daß der Schuß nicht den Kaiser, der mitten auf der Reva stand, traf, sondern in die Mauern des stolzen Schlosses führ. Seit dem Tage hat der russische Kaiser nie mehr der Wasserweihe vor dem Winter Palais bei« gewohnt M. Stvklebhe. hin und her laufen?), instinktiv von dem Geruch von Kadavern und des Aases angeloät werden". Naturgemäß ist der Engländer zu höflich, um solchen Gcdanieu öffentlich 'Ausdruck zu verleihen, und die erwähnten Äußerungen Bismarcks waren auch nicht für die Oeffentlichleit bestimmt. Man begnügt sich in England heute damit, möglichst viel über die Vorgänge in Tirol zu bringen, möglichst unangenehme Sachen aus der inneren Verwaltung Italiens zu erzählen und, wie heute der „New Sta* tesman", an die gewaltsame Latinisierung der dode- tanischeu Inseln zu erinnern. So ist denn die englisch-italienische Zusammenarbeit ein etwas schwieriges Geschäft. Der Größenwahnsinn Mussolinis und seiner Anhänger ist ein beliebtes Thema politischer Betrachtung. Auch dann, wenn Mussolini sachlich recht hat, gefälU beni kühlen, skeptischen Briten nicht die äußere Form. Er ist ihm zu theatralisch. Seine Reden klingen, ins Englische übersetzt, blechern. Aber trotz alledem, die Not, sagt Shakespeare, schasst seltsame 8^2 sw* bciSanie^L- w abenDö » Das Fest der Wafferweihe. Erinnerung an ein Dreikönigsfest aus der Zarenzeit.) <®tn klirrkalter Wintertag. Feuerrot erhebt frt die Sonne über den wetten Rewa-Ufern. He5trgießt den bläulich schimmernden Schnee, der 6tt Prckotige Zarenstaot ganz und gar eingehüllt bat, mit einem zauberbasten Rofenglanz. In fettere Eismasfen gebändigt liegt der majestätische vtrvm da. Auf der rechten Quaifette tagt der tolante Turm der Peter-Panlskirche in den Hellen 2L>rgenhttmnel. Die düsteren Mauern der Peter- tBaußfeftung, die In ihrem Innern so viel grausige Geheimnisse bergen, heben sich drohend über reu flachen ilfercanb. Das Winterpalais in feinet geschlossenen Bauart liegt in vornehmer Ruhe da. Der glitzernde Schnee bildet einen fast märchenhaften Gegensatz zu den rosenroten 'Stauern des stolzen Gebäudes, da- nur noch selten die kaiserliche Familie beherbergt. Heute weht die Xaiserstandarte im leisen Morgenwinde. Kaiser AAvlauS II. und feine Familie sind In Peters- buta, alter heiliger Tradition gemäß wird der Kaiser der Wasserweihe beiwohnen, die punkt 12 Uhc mittags auf der Rewa zur Erinnerung an Christi Taufe im Jordan stattsindet. Unb schon beginnt ein geschäftiges Leben auf dem eisge- decktem Flust In weitern Viereck werden loi- und aoldumwundene Pfähle eingerammt. Durch dieselben wird der Platz bezeichnet, tvo die hohe Geistlichkeit Aufstellung nehmen soll. Ein mehrere Meter breites Loch ist ins Eis gehackt, um bas kalte Rewawasser schöpfen za können. Bon der großen Paradetreppe des Schlofft bis an diese stelle liegt ein scharlachroter Teppich auf dem Meißen Schnee. Allmählich sammeln sich zahlreiche Zuschauer an den Flußufern. Es kommen Abteilungen der Garderegttnenter zu Pferde und zu Fuß. Die 'n fernen Kürasse glänzen und blinken, die Weißen z-ederbüsche wehen kühn. Die Leibkosaken des Kaisers mit der Papacha keck aufs Ohr gedrückt, retten langsam heran. Die Leibtscherkessen mit ben langen, dunklen, silberverschnürten Röcken, udt den schön geschnittenen Gesichtern, blicken kühl — perächtlich auf die gaffende Menge. Immer bunter, immer farbenfroher wird das Bild auf dem Eise des Rewastvomes. Ein sellgeschmückter Schlitten nach dem anderen saust heran. Hohe Würdenträger entsteigen den Gefährten. Mtt> «lieber des heiligen SynobS, des Reichsrats und >eS Senat» Alle tragen goldgestickte Gala- 17 Molkengasse n01lt | marienhahne von alle andern Vögel, ' Papageie, Meer. W. Käfige billig, sversahren. Vermögen der Sinne Rudolf Dödicle, Holz« n-Jndustrie in Eiehen, 3anuat Mb. nachmittags ilurSversahren eröffne nn Heinrich Stieb, dj rslrahe 5, wird zum M nannt imgen find biö jum bei öem Gericht' an-u. L ernannten vdki lit deren Verwalters, i« ang eines ®läubigetflu> itretenben Zalls über die ilursordnung bezeichnen d zur Prüfung der ang- irungen auf äteilng, ten ’6, vormittags 10 Uhr, -eichnelen Gerichte, 3>m- II. Obcrgefchoh). Termin ien, weiche eine »ut Könige Sa^in Desiy haben utsmalfe etwas schuldig geben, nichts an den Ge« u verabfolgen oder zu L- DerpsltchlE anierlegl, der Sache und von dm weiche sic aus ker Sache Iriediaung in Anspruch ZUalt« bis M Anzeige zu maajm. Mtcie Friedberg. Bad-Nauheim, 7. Ian. (Konflikt im Stadtparlament.) Wie mir in unserem Bericht über die erste Sitzung der neuen Stadtvei ordnetenversammluug bereits mitgeteilt haben, kam cs bei der Besetzung der Ausschüsse, Deputationen und Kommissionen zwischen der Linken einerseits, der Mitte und der Rechten andererseits zu f) e j - tigen Auseinandersetzungen, die sich besonders scharf bei der Wahl des Schulvorstandes auswirkten. Es waren von der Bersammlung sechs Schulvvrstandsmitgliedor zu bestimmen. Die Linke (6 Sozialdemokraten, 1 Mogistratsmitglied, 1 Kommunist) beanspruchte, da es sich um die Bolksschule handle, an der doch die arbeitende Bevölkerung in erster Linie interessiert sei, zwei Sitze im Schulvorstand. Der Borschlag der Rechten und Mitte gestand der Linken aber nur c i n Mandat zu. Es mußte a b g e st i in m t werden, während inan sich bei der Besetzung der anderen Ausschüsse ohne Abstimmung v e r ft ändigen konnte. Der Antrag der Linke n erhielt 10 Stimmen und war damit unterlegen. Als nach dem Schulvarftand die Hundefteuerkom- Mission zu wählen war, lehnte die Linke die ihr zugedachte Bertretung darin mit dem Zuruf ab, diese Arbeit überlasse sie den Herren, „die soeben bewiesen hätten, daß sie aus den Hund gekommen seien". Sa schloß die erste Sitzung mit einem Miß- kl a n g. Die Linke ließ kundtun, daß sie ihre Kon sequenzen aus den Berhandlungen ziehen werde. Sie hat inzwischen auch schon Stellung in der Angelegenheit genommen. Jetzt übergab sie dem Bürgermeister ein Schreiben, worin sie durch ihren Führer miiteilcn läßt, daß sie a n d e n B e r a l u n- gen der Ausschüsse, Deputationen ü n d K o m in i s s i o n e n nicht t e i l n e h in e n werde, bis die paritätische Besetzung des Schulvorstandes erfolgt sei. Wie verlautet, beabsichtigt die Sozialdemokratie, die im verflossenen Stadtparlament in vielen Fällen als „Notgemein schäft" eine Mehrheit mit der Rechten bilden konnte, in schärfste Opposition zu treten, wenn die Schulvorstandsangelegenheit nicht zu ihren Gunsten gelöst werde. — Unfercm Stadtverordnetenbericht tragen wir zum Punkte ,,Besprechungen" nach nach: Stadtv. I. Schäfer fragte an, ob durch Errichtung einer Volksküche an E r w e r b s l o s e nicht ein warmes Mittagessen verabreicht werden könne. Der Bürgermeister konnte mitteilen, daß eine N o t st a n d s k ü ch e int Ko nitzkystist errichtet werde. Das Wohlfahrtsamt werde Kurien zur Teilnahme ausgeben. — 3m dieswinter kichen Öortragsprogrämm der Vereine stehen noch zwei besondere Ereignisse bevor. Am 11. Januar wird der als Kulturforscher bekannte Frankfurter Professor Leo Frobenius im Bor trods: und Musikverein einen L i ch t b i l d e r v o r trag über „Die Polarität der Kultur" hallen. Der Bildungsverein hat den Gießener 03c o graphen Prof. Klute zu einem Dorttag über feine Grönlandexpedition gewonnen. England und Italien. Don unserem K Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, den 5. Januar 1926. Die in London beginnenden englisch-italienischen Lchuldenfundierungsoerhandlungen und das Zu- fammentreffen von Sir Austen Chamberlain imb Mussolini in Rapallo haben die öffentliche Aufmerksamkeit erneut auf das Verhältnis der beiden europäischen Flügelmächte gerichtet. 51)re durch den Locarnopakt bedingte Zusmnmcn- ärbeit auf dem Kontinent macht eine Verständigung lich in allen den Fragen notwendig, die bisher, lic der Bureuukrat sagt, dilatorisch behandelt war- en sind. Die zweifellos vorhandene Interessen- acineinschaft in Zentralen ropa findet ihr Gegenstück in dem Verhältnis der beiden Staaten ir.i Bereiche des Mittelmceres. England als die stärkste Mittelmeermacht ist es gewesen, die während des Krieges Italien bestimmt hat, in den $rieg auf feiten Der Entente cinzutreten. Seither bauert em stimmungsmäßig schwankendes, aber politisch tragfähiges Verhältnis der beiden Staaten. . Aus diesem Teil gemeinsamer Vergangenheit flüinirten die gegenwärtigen Schwierigkeiten. Italien pljulbet nn England 582 510 000 Pfund Sterling Über rd. 121 Milliarden Goldmark. Die Schuld Frankreichs an England beträgt, beiläufig bemerkt, nur 320 224 220 Pfund, d. b. eine knappe Milliarde Eoldmark mehr. Aus dieser Gegenüberstellung ergibt sich die grundsätzliche Bedeutung der soeben Begonnenen Verhandlungen zwischen Volpi und Churchill. Die italienische Schuld macht mehr als t der gesamten Außenstände Englands im Betrage von etwas über 2 Milliarden Pfund Sterling (40 Milliarden Goldmark) aus. Es verlohnt nicht, in diesem Zusammenhang auf wirtschaftliche Momente einzugehen, die von der iiaHenifchen Regierung zum Nachweis ihrer Zahlungsunfähigkeit oorgebracht werden dürften. Lbenfowentg lohnt es, die Jeremiaden des nicht bezahlten Gläubigers England,, die im letzten Jahre nur zu oft angestimmt wurden, zu wiederholen, tte Verhandlungen sind ein politisches G e - schäft, sonst nichts. Denn das Maß des englischen Entgegenkommens wird sich zweifellos nicht nach der italienischen objektiven Leistungsfähigkeit in finanzieller Hinsicht, sondern nach der Ergiebigkeit Der italienischen Politik in anderer Hinsicht richten. Um was es sich handelt, wurde anläßlich der Zusammenkunft zwilchen Mussolini und Chamberlain verstohlen angebeutet. Erstens da? gemeinsame Verhältnis der beiden Locarnobürgen zu R u ß - ia n b. Zweitens das Verhältnis zur Türkei, irittens da» nordafrikanische Problem (Tripolis). Viertens das Verhältnis zu Frankreich und fünftens die sich aus der Locarno- volitik ergebenden Fragen. Chamberlain hat bei Vieser Unterredung, rote Die nachträgliche Ueber- b-gung ergibt, zweifellos sehr behutsam fein müssen, benn England hat gegenüber Italien machtpolitisch alle Trümpfe in der Hand. Seit der Verlegung der modernsten englischen Schlachtichiffgeschwader in ?>as Mittelmeer Ist England wieder die stärkste Macht im Mittelmeer. Zudem darf nicht unerwähnt bleiben, daß das Hjiftifdje Italien in England äußerst unpopulär ist. 'ißenn sich auch scharfe Angriffe gegen das Regime Mussolini nur in der liberalen Presse finden, er- streckt sich die instinktive Abneigung des Engländers gegen das System Mussolini bis weit nach rechts. Wie stets hat diese gesuhlsmäßige Abneigung des Engländers einen realpolitischen Hintergrund. ’M a n traut dem Italiener nicht. Der Turchschnittsengländer sieht in Italien auch heute noch, wie Bismarck vor Abschluß des Dreibundes, ein Kind mit einem riesigen Appetit, aber ohne ausreichende Zahne, um damit zu beißen, ober, nach einer anberen in ber „Revue be Paris" roieber- gegebenen Aeußerung Bismarcks, die „ewig unzu- knedenen Italiener, immer bereit, sich nach allen vier Himmelsrichtungen zu rüsten, Verschwörungen anzuzetteln, vergleichbar einer Schar unruhiger Schakale, die, mit gierigem Blick Oberhessen. Landkreis Gictzett. '■ Heuchelheim, 3. Iain Am morgigen Samstag abend wird der Turnverein H euch e l h e i m seine neu erbaute Turnhalle ein- weihen. Zu dieser Feier haben nur die Ver- einsmitglieder und geladene Gäste Zutritt. Am Sonntag nachmittag ist die Turnhalle dem allgemeinen Zutritt des Publikums offen. * Großen-Linden, 7. Ian. Die hiesige Untergässer - Schäferei versammelte sich gestern abend, um, wie üblich, den Jahresabschluß iisw. entgegenzunehmen. Ganz besonders galt dieser Abend einer Ehrung ihres verdienstvollen Schäfers Ernst Geiger, der 25 Jahre ununterbrochen im Dienste der Schäferei stand. Es ist nicht zu viel gesagt, daß wohl selten ein Bediensteter dieses Berufes zu finden ist, der so gewissenhast und hingebend seiner Pflicht obliegt, wie es Geiger bis jetzt getan. Als Zeichen der Anerkennung bewarb sich die Schäferei für ihn um die von der Landwirt>chafts- kammcr verliehene Auszeichnung für 25jährige treue Dienste. Außerdem wurde der Jubilar mit einem Bandelier und einem Ruhesessel bedacht, der ihm durch den stellvettretenden Borsitzenden W. V e l ten mit einer kernhasten Ansprache überreicht wurde. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch lange Jahre seine vorbildlich geleistete, dem Wohle der Allgemeinheit dienende Arbeit bei bester Gesundheit auszuüben. hl. Lang-Göns, 7. Ian. Vom 3. bis 6. Januar fand hier die 1. Arbeitstagung des oberhessischen Verbandes kirchlicher Posaunenchöre statt. Geleitet wurde die Tagung von dem Vorsitzenden Pfarrer D. Fritsch- •'Jxuppertsburg unter Mitwirkung des Stiftsdechonten Lenz» Lich, die die Bibelbesprechungen übernom- men hatten. Musikalischer Leiter der Blasübungen war der Dirigent des Verbandes, Karl Boller- Lang Göns. Die Tage verliefen in ernster Vertie- sung und fleißiger Arbeit und fanden bei allen Beteiligten einen solchen Beifall, baß der Beichluß gefaßt wurde, die Tagung alljährlich zu wiederholen. Zwei Abende wurden als Volksmissions- abende, gehalten von Missionar Walter- Beuern und Psarcrr D, Fritsch, ausgestaltet, wobei die teilnehmenden Bläser die Musik iiber- nommen hatten. Am letzten Abend vereinigten sich die Bettgenossen. Die Politik von Locarno hat Englands Ver- bältnis zu Frankreich etwas gelockert. Während Frankreich lieber, wenn auch nicht praktisch, so doch formal, ber einzig wirkliche Bürge der englischen Stellung in Europa war, geht England seither auf eine Verteilung seines außenpolitischen Risikos aus. Es Hot eine freiere Hand als früher. So wird es denn alles daran fetzen, um mit Italien zu einem brauchbaren Ausgleich zu gelangen. Wen» nicht alles trügt, wird sich dabei sehr vieles von grundsätzlicher Bedeutung für die Zukunft der englisch-französischen Beziehiingen, besonders Gastgeber und passiven Mitglieder zu einem I a - I m i l i e n a b e n d , bei dem neben dein Blasen Ansprachen vor allem über die Geschichte der hessischen Posaunenchöre gehalten wurden. Kloster Arnsburg, 8.Ian. Ain morgigen 9. Januar feiert die älteste Einwohne - r i n in Arnsburg, Frau Marie T h ö r r e r Wwe., ihren 9ii. Geburtstag in voller geistiger und körperlicher Frische, Watzenborn-Steinberg, 7. Ian. Der Gesangverein „Jugendfreund" hielt unter der Leitung seines Präsidenten L. Schmidt die ordentliche Generalversammlung ab. In dein Geschäftsbericht über das nbgetaufene Jahr wurde die Heber nähme des Dirigentenamtes durch Herrn H. Köhler - Großen-Linden hervorgehoben und dabei betont, daß ber Verein unter ber Leitung des neuen Chormeifters einen neuen Aufschwung erlebte. Mit stolzer Genugtuung wurde weiter aus den glänzenden Erfolg des W i n t e r k o n - zerts hingewiefen, ferner wurde des schönen Verlaufs der Weihnachtsfeier gedacht. Bei der Borst a n d s w a h l trat der Präsident L. Schmidt wegen geschäftlicher Ueberlustung von seinem Posten zurück. Zum ZP r ä s i d e n t e n des Vereins wurde Herr Ernst Schmidt einstimmig neugewählt, im übrigen blieb der Vorstand unverändert. Als erste Veranstaltung im neuen Jahre beabsichtigt der Verein einen Unterhaltungsabend Anfang Februar zu veranstalten. : : Beuern, 7. Ion. Die Schäden, die der orkanartige Sturm in den letzten zwei Tagen des alten Jahres angerichtet bat, sind jetzt erst zu übersehen. Mehr als 135 Festmeter Fichten- und Buchenstämme liegen umgeknickt im hiesigen Gemeindswold. Bis Mitte Februar wird die H o l z h o u e r a r b e i t im hiesigen Gemeindewald beendet fern. Ra ment lich wird in diesem Winter zum Unterschied gegen das vorige Jahr viel Brennholz gemocht. Ins-- gesamt werden 2300 Festmeter gefällt. Die 30 beschäftigten Holzhauer arbeiten in 3 Rotten, zu je 10 Mann. Eine weit größere Anzahl, d'.e sich g.ineldet hatte, mußte zurückstehen. Run sollen ober doch noch einige dieser Leute zum Brechen von Steinen und bei Wegebauten Verwendung finden. - Die vom hiesigen Gemeinderat für die Gemeinde Beuern gewählten W i e s e n v o r- ft ands Mitglieder wurden in diesen Tagen vom Kreisamt Gießen verpflichtet. Cs sind die Herren Jakob S ch o m & e r, Philipp S o m m e r- lad VI. und Philipp Wilhelm Sommert ad. — Die Zahl Der Erwerbslosen betragt gegenwärtig hier 19 gegen 13 in der vorigen Woche. : : Bersrod, 7. Ian. In unfern Wald entstand durch den gewaltigen 6t_urm vom 30. zum 31. Dezeyiber recht beträchtlicher Schaden. Zirka 115 Festmeter, meist Fichten, und auch etwas Buchen, sind dem Sturm zum Opfer gefallen. Die Holzhauerei in unserm Wald ift eben stark im Gange. 18 Holzmacher, eingekeilt in 2 Rotten, find an der Arbeit. Es werden in diesem Winter nur 700 Festmeter Holz geschlagen, so daß bis Ende Januar die Arbeit beendigt fein wird. Im Interesse der Holz machenden Bevölkerung wäre es j agern gesehen worden, wenn mehr Holz geschlagen werden könnte, um den Leuten eine längere Verdienst Möglichkeit zu gewähren, aber geordneter Forstwirt)chaft halber kann von dem fesigesetzten Quantum iricht abgewichen werden. Grünberg, 7. Jan. Am Reujahrssonntag veranstaltete der hiesige Musikverein in der Turnhalle fein diesjähriges W i n - teckonzert. Der Besuch war überaus stark", jedenfalls ein Dank der Einwohnerschaft für üas uneigennützige Mitwirken unserer Musiker, wenn es gilt, eine öffentliche Feier, sei es bei lirchlichen Veranstaltungen, fei es bei allgemeinen Fest lichtesten oder Schulfeiern verschönern zu helfen. Die unter Leitung des Kapellmeisters Mar S ch ü h e l vorgctragenen Musikstücke fanden bei den Zuhörern wohlverdienten Beifall: her Verein muhte sich au mehreren Zugaben verstehen. Mit einem Dail, zu dem die gesamte Kapelle spielte, sand der Abend feinen Abschluß. sch. Rockenberg, 7. Jan. Die letzten Tage brachten einen erheblichen Rückgang des in unserer Gemarkung ganz besonders starken Hockwas^ sers. Dadurch, daß im nahen Oppershofen eine Stauung cinaetreten, roar der weite Wiesen- gründ non Griedel—Rockenberg—Oppershofen vollständig unter Wasser, ein einziger See. Zwischen Oppershofen und Steinfutth war ein Teil der Landstraße . überflutet. In Rockenberg war die Muhlsiraße zum großen Teil tief unter Wasser, io daß die Bewohner lagelang nur mit Wagen und unter großen Schwierigkeiten auf Umwegen Den Verkehr aufrecht hielten. Der Betrieb der Bahn mußtzte infolge der allzu sttucken WaNerftrömung ooruvergehend cingestellt werden, denn ble Schienen der Butzbach-Licher Eisenbahn waren weithin vma Wasser umspült, an zwei Stellen soaar überflutet Größeren Schaden bat das Wasser jedoch nicht verursacht, soweit das bis jetzt überschaut werden kann. Einigen Baulustigen wurde allerDinys das an der Wetter gelagerte Bauholz abgetrieben, das erft mehrere Orte weit mühsam wieder aufgefangen werden konnte. Die „Klosterroiefen", ein ausgedehn- be> Fo bflft hier ffir die kommende Heuernte wohl nur saures Gras" zu erwarten sein wird. Die Keller des Unterdorfes hatten sämtlich starkes Wasser, das sicherlich bei den an und für sich schon stark zum Paulen neigenden Kartoffeln, aber auch allen anderen dort gelagerten Wintervorräten seine ver- derblichen Wirkungen noch zeigen wird. Streik Schotten. id. Aus dem Vogelsberg. 7. Jan. Die W a s s e r m a s s e n , die seit mehr als 8 Tagen zu Tale rollen, haben hier oben keinen Schaden getan. Sie sind vielmehr dem Landwirt hochwillkommen zur Bewässerung der Wiese n. Durch die im Herbst neu hergestellten Wehre wird ein Teil des Wassers in breite Wassergraben geleitet und von diesen aus durch kleinere Gräben den einzelnen Wiesen zugeführt. Besonders in der Abenddämmerung sind die Wiesengründe sehr belebt, denn jeder Wiesenbesitzer ist bestrebt, den Nachbarn zu überlisten, ihm das Wasser zu nehmen und für die kommende Nacht auf seine Wiese zu „weisen". In den letzten Jahren nahm das Bewässern der Wiesen dauernd ab, und die Düngung der Wiesen mit künstlichen Düngemitteln fern mehr und mehr in Anwendung. Die eben herrschende Geldknappheit ermöglicht jedoch nicht den Ankauf größerer Mengen künstlicher Düngemittel fürs kommende Jahr und zwingt den Landwirt, zu „altväterischen" Düngungsmethoden zurütkzulehren. Durch die Bewässerung versucht man auch die in Massen vorhandenen Mäuse zu vertilgen und den infolge jahrelangen Nichtbomässerns der Wiesen durch zu starke Vermehrung lästig, ja schädlich gewordenen Maulwurf etwas in der Zahl einzuschränken. ld. Ulrichstein, 7. Jan. Seit einiger Zeit erteilt der zum hauptamtlichen Fo r t b i l d» n g s ° schullehrer ernannte Lehrer Schmandt aus Helpershain in sieben Orten unseres Bezirks (Ulrichstein, Unter« und Ober-Seibertenrod, Stumpertenrod, Helpershain, Köddingen und Meiches) Fortbildungs schul unter richt. Die einheimische Bevölkerung bringt der Neuerung das größte Vertrauen entgegen, da Herr Schmandt durch praktische Arbeit ein gründlicher Kenner der landwirtschaftlichen Verhältnisse unserer Gegend geworden ist und einen den besonderen Bedürfnissen des Vogelsbergs angepaßten Unterricht in den meist von .Kindern von Landwirten besuchten Klassen erteilen kann. Durch das Fehlen jeglicher Gisenbahnverbin düng ist es jungen Landwirten unserer Gegend fast unmöglich, eine landwirtschaftliche Winterjchule zu besuchen. Die ländliche Fortbildungsschule, seither ein Anhängsel der Volksschule, nunmehr etwas Selbständiges, kann in Zukunft besonders in Gegenden, in denen der Besuch einer landwirtschaftlichen Winterschule nicht in Frage kommt (Derkehrsschwierigkeiten, Kleinbesitz), große Bedeutung für die Erziehung zum Bauernberuf erlangen. Kreis Alsfeld. Nieder-Gemünden, 7. Jan. Dbr G e fangverein „Eintracht" hielt dieser Tage seine ordentliche Generalversammlung unter der Leitung von Lehrer Wilhelm ab. Dach der Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden erstattete der Rechner Pabst die Rechnungsablage: Einnahmen' und Ausgaben gleichen sich mit rd. 800 Mark aus. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Der bisherige Vorstand wurde im großen und ganzen in der bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt. 3t Pfeil, ein Mitbegründer des Vereins und seit 1909 dem Dorastnd angehörig, wurde zum Ehrenmitglied ernannt Eine Aenderung der Statuten wurde nach langer Absprache beschlossen. Don der Beteiligung am W e r - tungssingen in Homberg will man der hohen Kosten wegen Abstand nehmen. Heber die Gründung eines Fonds zwecks Anschaffung einer Fahne wurde noch kein Beschluß gefaßt. Dach herzlichen Dankesworten an den verdienstvollen Leiter des Vereins, Lehrer Wilhelm, und nach dem Gesang einiger Chöre fand die bedeutungsvolle Versammlung ihren Abschluß. (I) E rmenrod, 7. 3an. Die Vorbereitungen zu unserem acht Tage nach Pfingsten statt- fintenten Gängerfeste schreiten rüstig weiter. Einstimmig wurde Förster Blum- Schellnhausen. der aktives Mttglied des hie- Tlgen Gesangvereins' ist, zum Vorsitzenden des Festausschusses gewählt. Franziska. Roman von Liesbet Dill. 38. Fortsetzung. Nachdruck verboten. FranzMa ging im Zimmer auf und ab wie eine Gefangene, die sich an den Wänden den Kopf einrennt, aber mit einem Satz hatte er sich ihr entgegengewvrfen, mit dem Rücken gegen die Tür, die Hand auf der Klinke. Er drehte den Schlüssel herum, zog ihn ab und steckte ihn in seine Tasche. Dann ging er an die zweite Tür, die nach dem Gang führte, schloß auch die und lieh die Schlüssel ebenfalls in seine Tasche gleiten. .Was heißt das?" fragte sie, stutzig werdend. „Willst du mich hier einsperren?" „Sprich weiter," sagte er, „sag mir alles, heul' lügst du nicht mehr.. „Olein, ich lüge nicht", sagte sie. „An der Lüge ist unsere Liebe zugrunde gegangen. Ich weiß nicht, ob wir beide je hätten Zusammenkommen sotten, wir sind aus zu verschiedenem Stoff. Manchmal ist das gut. Aber wir sind beide nicht gesonnen, uns zu ändern. Meine Umgebung ist dir zu weitherzig, deine ist mir zu eng. Ich hab dir einmal gesagt." fuhr sie fort, „daß man« mit den Gefühlsäußerungen auf dem Theater nicht so tragisch nimmt wie bei eud>. DaS alles gehört, wenn man so will, zu unserem Beruf. 3a, das Parkett verlangt, wir sollen jeden Abend Leidenschaft, Liebe, Haß und Verachtung barfteilen, aber wir sollen, wenn wir unS da Abend für Qlbenb in den Armen liegen, um Gottes willen nichts füreinander empfindent Dun, ich kann nur sagen, ich hab mich oft nur gewundert, daß man so lange gefühllos bleiben tarnt.“ Hasse lachte auf. „Du glaubst mir das nicht? Hat das auch in dem Bries gestanden? Es würd' mich nicht wundern, denn die Mariot haßt und verleumdet mich, wo sie flamt. Siehst du, beut’, das sollte ein Heines Fest sein. Mariot hat mich erweckt. Durch ihn hab' ich die Salomerolle bekommen, durch ihn flam ich auS dem Dunkel anS Licht, ihm hab' ich meine Stellung zu verdanken, meine Kritiken, meine Kränze. Sie wies auf die Wände, wo die großen getrockneten Lorbeevkränze mit den langen goldbedruckten Schleifen hingen. „6c ist ein feiner Kerl, der fein Fach versteht, und daß er heut herkornmt —“ Kreis Lauterbach L Angersbach, 7. Jan. Wer in unserer schnellebigen Zeit nicht allen Sinn verloren hat für alte, ehrwürdige Sitten und Gebräuche seiner Heimat, muß mit aufrichtiger Betrübnis fest- stellen, daß die Jugend n.nseres Ortes immer mehr von der Tracht ihrer Vorfahren abzuweichen beginnt. Insbesondere sind es junge, schulentlassene Mädchen, die ..moderner" Kleidung den Vorzug geben, wovon man sich hauptsächlich an Sonntagen beim Gang in die Kirche überzeugen kann. Die hübsche, kleidsame „A n g e r s b a ch e r Tracht" hätte es wahrlich verdient, daß sie unfern Nachkommen erhalten bliebe. Auch für die jüngere Generation wäre die allmähliche Abschaffung unserer Tracht ein nicht abzuschähender Verlust. Denn diese einfache, gediegene und doch wertvolle Kleidung erweckt bei ihren Trägerinnen den Sinti für Echtheit und Zuverlässigkeit. Wir können in hiesigen Familien Kleidungsstücke sehen, die schon die Mutter oder gar die Großmutter getragen hat, und die noefr beide in einem tadellosen Zustand sind, so daß ihnen niemand ihr Alter an-' sieht. Die Frauenröcke für den Alltag bestehen aus selbstgewebtem Beiderwand, die Stoffe für das Sonntagsgewand aber sind gute, teure Woll- stofse in verschiedenen Farben. Röcke, Jacken und Schürzen sind mit einfachen, aber geschmack-. vollen Verzierungen versehen. Der Stofs- verbrauch für einen Frauen rock ist bedeutend, da die Röcke in viele Falten gelegt werden, eine Machart, die erhebliche Mühe verursacht. Damit diese Falten ihre ursprüngliche Form behalten, werden die Röcke vielfach zusammengerollt aufbewahrt. Jedes junge Mädchen sorgte in früherer Zeit dafür, daß sie bei der Verheiratung einen solchen Vorrat an Kleidung besah, her auf Lebenszeit ausreichend war. WER. Herbstein, 7. Jan. Die kürzlichen heftigen ©türme haben in den Vogelsbergwaldungen großen Schaden angerich- tet. Man kann mit etwa 10 0 0 5c ft m e t er Windfall rechnen. In den Waldungen von Herbstein, Dösberts, Gunzenau und Almenrod sind in einer Sturmnacht allein etwa 400 Fest- meter Windfall zu verzeichnen. Starfeenburg. * Darmstadt, 7. Jan. Von der Stadtverwaltung wird eine Geschichte der Stadt D a r m ft a b t vorbereitet, die voraussichtlich im 3ab re 1930 zur 600»3abrfeiet der Stadt erscheinen wird. — 3m Hospital in Heppenheim starb infolge der Mißhandlungen durch ihren Mann die Frau eines Schneidermeisters. Die Tat ist ein Ausfluß übermäßigenAlkoholgenusses in der Reujahrsnacht. Die Frau, die sich in anderen Umständen befand, hinterläßt ein einjähriges Kind. — In der St.- Josefs-Änstalt in Klein- Zimmern wollte ein 26 Jahre alter Bruder durch Elektrizität seine Derven stärken. Er verwandte dazu die Lichtleitung und wurde durch einen elektrischen Schlag getötet. Darmstadt. 7. Jan. Heute fand die erste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung in diesem Jahre statt. Es wurden die neugewählten Stadtverordneten eingeführt und verpflichtet. Im Anschluß hieran wurden Wahlen von Deputationen und Ausschüssen vorgenommen. — Das 2 5 i ä b r i g e Bestehen der Darmstädter Schutzmannschaft wurde gestern durch einen Festakt gefeiert, hem der Staatspräsident und die Minister beiwohnten. Polizeidirektor Dr. äl sin g e r hielt die Festrede. Preußen. Kreis Wetzlar. Krofdorf, 7. Jan. Unter großes Bürgerin eist ereidorf Krofdorf hat sowohl an die im Jahre 1878 eröffnete Hauptbahn Wetzlar-Lollar, als auch an die Biebertalbahn den erwünschten Bahnanschluß nicht gefunden. Zwar wurden auf wiederholte Vorstellungen an beiden Bahnen Haltepunkte errichtet, aber diese liegen beide etwa 20 Minuten vom Dorfe entfernt, fobafj tatsächlich weder von einer bequemen Verbindung mit der Kreisstadt, noch mit der benachbarten. Stadt Gießen die Rede sein kann. Es wurde daher schon im Jahre 1907 eine Kommission gewählt, um eine elektrische Bahn nach der Stadt Gießen zu schaffen. Das Unternehmcn schien wohl la um im Sande zu verlaufen, zumal die erste Bedingung, eine gerade Straße nach Gießen, durch die Feldbercini- gung geschaffen war, dazu auch die Interessenten bereits 15 000 Mark gezeichnet hatten. Allein die Verhandlungen zogen sich in die Länge, es tarn Der unglückliche Kn eg, und das Projekt konnte nicht ausgeführt werden. Seit Herbst vor. ZS. warten wir nun auf die Autover " bindung, und hofften, diese ganz sicher als Weihnachtsgefchenk zu bekommen, allein die so febv begehrte Weihnachtsgabe ist bis jetzt aus-- geblieben. Wann wird dem Mangel abge- y offen? xx Aus de r Bürgermeisterei Krofdorf, 7. Jan. Die Monate Dezember und Januar gelten von altersher als die beste Zeit der H an s s chl a ch t u n g en. Infolge der hohen Schlachtpreise und her zunehmenden Arbeitslosigkeit müssen ober gar viele Haushaltungen diesmal auf die gewohnte 5jau£^ schlacht verzichten. Man zahlt hier nach wie vor für fette Schweine 90 Pfennig pro Pfund Lebendgewicht oder 1,10 Mark für Schlachtgewicht. xx Kinzenbach. 7. Iain Unter der bewährten Leitung von Kreisobstbaulehrer Kilb- Wehlar findet zur Zeit hier ein Kursus im Obstbau mit praktischen Unterweisungen statt, bem großes Interesse entgegengebracht wird. Dillkreis. WSN. H a i g e r, 7. Jan. Die Zahl der E r - werbslosen hat sich im Lause des Monats Dezember um rund hundert Prozent vermehrt und beträgt heute 130. Von diesen sind 76 Familienväter mit 115 Kindern. Wie katastrophal sich die hohe Arbeitslosenziffer auf die Finanzen der Stadt auswirkt, erhellt besonders die Fest- fteUung, daß fünf Prozent der gesamten Einwohner arbeitslos find. Vorläufig besteht (eine Aussicht auf baldige Besserung der Wirb schastslage in der Haigerer Industrie. bl. Hirzenhain, 7. Jan. Die Gemeinde erbaut ein neues Schulgebäude, das vier Klassen und die Lehrerdienstwohnungen enthalten soll. Der Bau geht seiner Vollendung entgegen. bl. S e ch s h e l d e n, 7. Ian. Aus dringende Vorstellungen seitens der Gemeinde halten nunmehr die Züge vormittags um 11 und abends 8 Uhr nach Siegen auf unserer Station wieder. Kreis Marburg. ][ Marburg, 7. Ian. Im Haus Freidhof fand unter dem Vorsitz des Unterverbandsdirek- tors Rittmeister a. D. Pelizaeus ein Uv.» terverbandstag der Ralffeisenver - eine des Kreises Marburg statt. Geheimrat Klingenbiel teilte in seinem Geschäftsbericht mit, daß der Warenumsatz im vergangenen Jahr 295 000 Zentner betragen habe. Verbands anwalt Schüler aus Kassel gab einen Bericht über die Tätigkeit des Gefamtverbandes und Pfarrer Mehenschein hielt einen Vortrag über „Was gibt und was verlangt Raiffeisen". An Stelle des nach? Kassel versetzten Unterverbandsdirektors wurde Landwirt Konrad P r e i ß - Hachborn und als dessen Stellvertreter Landwirt Heinrich Breit st adt - Hassenhausea, gewählt. — Gestern früh geriet der in der Dähe des Bahnhofs mib der Lahn wohnende 79 Jahre alte Invalide Lukoff vom Wege ab und fiel i n s Wasser. Die Leiche ist noch nicht gefunden. Maingau. WSD. Frankfurt cl M, 7. Ian. Die Gasvergiftungsafsäre im Wollgraben, bei der eine 21jährige Einlegerin ums Leben gekommen ist, während ihr Liebhaber, der 26jährige Dreher'S im o n, wieder zum Leben erweckt werden formte, bildet zur Zeit den Gegenstand einer polizeilichen Untersuchung, da gewisse Momente einen Mordverdacht zulassen. Simon hatte nänrlich ein Liebesverhältnis mit einem anderen Mädchen, das durch ihn in andere Umstände verseht wurde. Im Krankenhause fing er an zu simuliere n, und als die Polizei ankam, um ihn zu verhaften, spielle er den Sterbenskranken. Es wird vermutet, daß er sich des Mädchen- n u r entledigen toofitt und den eigenen Selbstmordversuch nur vor getäuscht hat. — Am 4. Januar, nadj* mittags 51/* Uhr, drang ein Einbrecher in eine Wohnung in der Kölner Straße ein Von dem vom Einkauf zurückiommenden Dienstmädchen überrascht, griff er dieses mir einem in der Wohnung Vorgefundenen Spazierstock an. Das Mädchen wurde später von Hausbewohnern be* wußllos im Wohnungsflur vor der offenstehen- den Gingangstür gefunden. Cs hat einen Rerven- schock erlitten. — Ein Mansardendieb stahl wurde am 5. Januar nachmittags zwischen 4 und 6 Uhr in der Fauerbachstraße verübt, wobei 24 Bettücher, 12 Bettbezüge, 24 Kissenbezüge, 12 Handtücher, 12 Küchenhandtücher, 1 Tafelluch und 24 Servietten gestohlen wurden. WSR. Hanau, 7. Ian. Rach einer Mitteilung der Polizei direk« ion Hanau sind hier in letzter Zeit falsche Zweimarkstücke mit dem Münzzeichen D und bet Jahreszahl 1925 verausgabt worden, die durch Guß aus Blei und Zinn hergestellt und zwei Gramm leichter als die echten Stücke sind. Die Falsifikate haben eine unvollkommene und unscharfe Schrift, der Adler ist unvollkommen wiedergegeben. — Der Bankier Rosenzweig, der ttnifaxenb der Inflationszeit mit einem anderen Bankier in Hanau das Bankgeschäft Rosenzweig u. Eo. gründete, dem er zuletzt allein Vorstand, hat nach polizeilichen Feststellungen Depotunter- f ch l a g u n g e n verübt, die in der Hauptsache kleinere Geschäftsleute treffen. Rosenzweig ist feit einigen Tagen abwesend. Das Bankgeschäft wurde polizeilich geschlossen und versiegelt. Die Unterschlagungen nehmen anscheinend keinen größeren Umfang an. Gerichtssaal. verurteilte Automobilöiebe. WSN. Frankfurt a. M., 7. Januar. Das Schöffengericht verurteilte heute den 18jährigen Fürsorgezögling Hans Hercher ans Fränkisch« Grrimbach und dessey 19iährige Geliebte Maria Huß wegen Automobildiebstahls zu 1: Jahren bzw. 6 Monaten Gefängnis. Hercher hatte seinem Arbeitgeber, einem Dachdeckermeister in der Dahlmannstraße, bei dem er als Fürsorgezogling auf Probe arbeitete, gemeinsam mit der Huß das Lieferauto zusammen mit einem Kübel Benzin gestohlen und mar damit flüchtig geworden. Das Benzin verkaufte er für 24 Ml. Das Automobil strich er mit einem gleichfalls stipitzten Kübel Lack schwarz an und suchte es zu oerfilbern, ließ es aber schließlich auf offener Straße im Stich, als er die Papiere beibringen sollte. Das Pärchen kehrte bann wieder nach Frankfurt zurück, mietete nachts an der Hauptwache ein Auto und fuhr damit, zusammen mit einem dritten schweren Jungen namens Hellmut Dung, in Richtung Friedberg. Auf dem Wege dahin verübte bann das Trio einen Raubüberfall auf den Chauffeur, wobei dieser nur dank seiner Geistesgegenwart am Leben blieb und noch rechtzeitig fliehen konnte. Wegen dieses letzteren Falles, der seinerzeit sehr großes Aufsehen erregte, wird sich das Trio demnächst vor dem Schwurgericht in Gießen zu verantworten haben. * Darmstadt, 7. Ian. Das Bezirks- schofsengericht verhandelte in einem außerordentlichen schweren Fall von Bertrairensbruch. Angeklagt war der Kaufmann Michael Outhier, der 45 Jahre bei der Maschinensabril Euler in Bensheim beschäftigt war, zuletzt als Lohnbuchhalter. In dieser Mgenschaft unterschlug er Jahre lang Lohngelder im Betrage von über 27 000 Mark und etwa 8000 Mark Krankenkassen beitrage. 22 000 Mark wurden der Firma von dem Angeklagten und durch Angehörige wieder zurückerstattet. Das Gericht verurteilte ihn jetzt zu 3 Monaten Gefängnis. — Das Bezirksschoffengericht verurteilte weiter den 29jährigen Georg Frank aus Steinbach, der bereits als Leiter eines Konsumvereins Veruntreuungen begangen hatte, wegen Tlnterschlagung von Geldern der Steinbacher Kohlenkasse zu 5 Monaten Gefängnis. .Ist eine Ehre für dich, ich verstehe", sagte Hasse, immer noch an derselben Stelle, an die Tür, gelehnt. „Bedeutet weiter nichts, als daß er feinen Geburtstag bei mir feiern will", fuhr sie fort, „Richt zu HauS, denn er braucht Feststimmung, wie der Künstler den 'Rausch, die Ekstase —“ Hasse brach in ein hartes Lachen aus. Sie zuckte zusammen. Es klang, als habe der Teufel gÄacht, und sie fühlte, wie die Furcht sie kalt anpackte vor dem fremden Mann dort, mit dem sie nichts mehr verband: trotzdem, sie konnte nicht anders, als es ihm ins Gesicht zu sagen, alles, alle«. „Und wenn er mir hinter den Kulissen einen Kuh gegeben hat nach der glanzenden Vorstellung, mir, der Helena, bann ist das noch kein Grund, dir einen anonymen Brief zu schreiben. Aber sie hat es getan, weil sie als Frau dasselbe ist wie du. Sie ist aus euren Kreisen, eine Professorentochter. Ihre Eltern wollten die Heirat nicht zugeben, da ist sie heimlich mit ihm auf und davon. Es nmß also schon etwas an ihr gewesen sein, aber die Eltern haben'« besser gewußt, daß sie nie und nimmer zu ihm gepaßt hat, unb ihre Ehe ist nicht glücklich geworden, weil die Fr-au nicht verstanden hat, sich in unseren Kreis zu schicken. Sieh, Fred ~" FranziSka sprach plötzlich weich und ruhig, „das hätt' ich auch nie getan, ich habe keine Lust, mich zu ducken und mich irgendwo herumzudrücken, weil ich eine vom Theater bin. Ich Witt beim Theater bleiben, und als Künstlerin Witt ich ft erben.. Es war still zwischen ihnen. And in diese Stille hinein klang ein energisches, rasches Läuten draußen. Die fuhr zusammen und blickte nach der Tür. In Franziskas Gesicht flieg eine duickle Röte, Er rührte sich nicht. „Weller". sagte er. DaS Läuten wiederholte sich. Aber er wich nicht von ter Tür. Endlich verstummte die Schelle draußen, und jemand entfernte sich die Treppen hinunter. Das war Mariot, dachten sie beide. „Ich hab Mr damals gesagt, ich wollt« von der Bühne abgehen." Franziska griff in die Blumen, die auf dem gedeckten Tisch zwischen den Gläsern flauten. .Damals hab' ich den großen Fehler gemacht, daß ich wieder zu Mr ging, nachdem wtr miteinander fertig waren. Man soll etwas, das einen Sprung hat. nicht kitten. Daß ich wieder zu dir kam, hab' ich tun müssen, das war spontan, und ich hab' es nicht bereut. Du bist ein ganzer Mann, du hast dich schlagen wollen für mich... das vergeß ich dir nie, und wenn ich einmal sterbe, werd' ich dran denken." — Er sah sie mit einem sonderbaren, teeren, falten Blick an, es zuckte um feinen Mund. „Weiter", sagte er tonlos. „Wenn ich damals so klug gewesen wäre wie beut, dann hätt' ich gewußt, daß-das schon ter Beweis war, daß wir nicht zusammen passen. Der Stephansberger hat dir die Antwort darauf gegeben. Aber davon sagst du nichts," fuhr sie fort, intern sie dicht an ihn herantrat, daß. ihre perlenbesetzten Aermel ihn flreiften, daß ich nur für dich da war in all den Jahren. And eS war nicht innner leicht —" Er lachte unb zerknitterte die Tischdecke. „Ja, lach' nur," rief FranziSka, auss höchste auf gebracht, „du weiht ja nicht, was es heißt, zwischen Intendanten, Regisseuren und allen den Kollegen durchlavieren." „Ich halte es für ebenso selbstverständlich, daß man in jeder Lebenslage anständig bleibt," sagte er schneidend, „wie ich es nicht für nötig halte, jemand zu loben, weil er keine silbernen Löffel stiehlt." „In jeter Lebenslage!" rief sie, „als ob du dir jemals em Bild von ter meinen zu machen dich bemüht hättest!" Don deinem Standpunkt aus läßt sich der meine nicht beurteilen! Oh, verachten hab' ich alle Menschen lernen, die ins Blaue hinein predigen, die befehlen, ohne zu wissen, wie man den Befehl ausführen kann", fuhr sie fort. „Damals, als du mich vernommen hast, ob ich dir Treue gehallen habe in der Zwischen- zeit, hast bn nur nach mir gefragt, du hast von mir verlangt, ohne weiteres, daß ich dir treu bleibe, obschon ich nicht wissen und 'auch kaum annehmen konnte, daß du einmal wieder zu mir jucücÄommen würdest, du mit deinem bestimmten Willen... Ich hab' dir damals ge° sagt, nein. Ich hab' eigentlich sagen wollen, wie's war." Hasse war um einen Schein fahler geworden, grünlch leuchteften seine Augen. .Run?" „Aber ich wußte ja, sag' ich eS ihm, dann wird er mich quälen mit Vorwürfen oder dich verlassen, und damals hatte ich dich zu lieb. Ich hab' dann gesagt nein, nun, und du hast gesagt: Das war die Feuerprobe zwischen uns. Mer sag' einmal,“ Franziska stemmte den rechten Arm leicht in die Hüften und lächelte maliziös: „Wie war denn das mit Fastnacht damals mit ter roten RIohnblume und deinem Karneval? Bist du mir etwa damals treu geblieben? Ja, Bauer, das ist etwas anderes! Tlnd wenn ich nun weiß, daß du die Feuerprobe ebensowenig gehallen hast, nun, so denke ich einfach, es wäre menschlich. Aber i ch hätte die Komödie nicht gespielt. Denn daS mit ter -Treue ist einfach so: die Frauen sind treu, di« keine Anfechtungen haben. Da ist's freilich kein Kunststück. Die unteren wehren sich und kämpfen und bleiben anständig, wie ihr's nennt, oder sie geben nach. Damals, wie du mich in die Enge getrieben hast mit deinen Bitten, mich zu entscheiden, hab' ich gemeint, ich könnte dem Theater entsagen, weil ich dich-lieb hatte, aber heut weiß ich's: nie und nimmer könnt' ich das. Rie und nimmer“, wiederholte Franziska vor seinen wilden, flackernden Blicken. „Wer kann sagen, was morgen geschieht, und wer kann sich binden für die Ewigkeit? Das Leben ändert sich jeden Tag, wir ändern unsere Meinung, und ihr ändert euch auch. Heut glaubt man, man Tonnte nicht ohne einander leben, und morgen weih man, man würde sterben, wenn man's tun müßte. Ich hab' nicht recht an dir gehandelt, Fred, daß ich dir damals sagte, ich wollte deine Frau werten. Ich war deine Geliebte, aber deine Braut — nie... Von bem Augenblick, wie ich mich so genannt, haben wir einfach miteinander nur mehr gestritten und gerungen." Sie griff sich an ihren Hals, den eine feine Platinkette eng umschloß. „Hätte ich damals, ehe du nach Heidelberg gingst, den armseligen Mut gehabt, dir dies alles zu sagen, es wäre besser getreten, aber dann hättest du wissen tooflen, wer der andere wäre, es hätte Szenen und Austritte gegeben und schließlich hättest du ihm noch eine Kugel in den Leib gejagt." Sie schöpfte Atem „Die Mohnblume hat mir euer Qtbenteuer selber erzählt. Aber ich hab' tech nie gequält, hab'S dir niemals vorge- toorfen und hab' mich nicht auss hohe Roh gesetzt und Don oben herab geurteilt, und wenn du mir freut vorwirfst, ich hab dich belogen, mm, fo kann ich dir nur antworten. Wir sind quitt.." (Fortsetzung folgt.) “»r l*t ÄC SjfiS wÄ im «sein kim in-Nidda toternimmt die st" TurnfaV* flJ* L MndergE nunter am vnM ame Abstieg W Sber »f NtL - fl* m Gaues Wn jjm 16. anb 11 bilden ein* W mtnwarte des Die D.! meister! tast 60. Entsprechen. Wschusses für «l zHoimmwarte der' Mi Meisterschaften in den Doßtinnlto iigufi in Tüftel Mi Vorbereitungen otubie Nssevorf Hie Mstascha 100, 200. «0. 8» AMhvnllcks. 41 \ Wt -60 7 W-, DMvGi dnball., Schlagba -vgrlschafen. Sen - $ür inatfjB Mr-Üoch 4 in Nfimmg, Spen WH«, Ar» VeMÄM tz. Durch dst I, sie Auf. und M nllim Di» Fra« teristlett durch 1 Marbura zum ! mehr!) m die A mcht, derart, ba| ichwindet dieser! iichkelt. Da die Ai ^festgesetzt Ist, 1900 und Ofti 'n der nächsttiejei "tsächlich war bi Aer in letzter A werden selbst misliga nicht le °n Spielstarke t M di» Zahl der N die An unb «"-gelt. Seinerz» n(bem größte ■5 Äezirksliaaver« 0)0, J Kwwls eriftie, ^rke verflachen g * h!" viel frjf Krr K zzS" <8^ fcnt[eh. Tdo-^ 'M in l1 «NÄrtfi* ilT vn SJJJfotf an. 7’Äfew $4^8 LLÄ'Z ®d Sie JÄ*. 'M« u,’We LL»>-L iäWt ?%*** Li: 1 hÖfiSj tssaal. (otnobilöiebe. • |t 01 l®;- 7; Januar, fca beWc den ISjjhrifln ^5eÄ ,Ql18 5ränfi|$ äS (8ehebte Marie Mlsz» 11 fahren iQngnis. geriet haft? 1 ^achdeikermePei in' bc l.tF 015 iFürjcrgejMdinr «n!am mit der JM M einem Kübel Benm rT jyi’9 worden, ut 24 M $05 Automobil IaUs spitzten Kübel Lock ^versilbern, lieh K aber W 'M Stich, als er die Das Pärchen kehrte dann siiruri, mietete nachts oc 10 md fuhr damit, en jchweren Jungen na- 1- >” Richmng Fried- dahm verübte dann da- fnll auj den Thnufi dant seiner Äeistesgege^ ad noch rechtzeitig sliehr« Steren Faller, der seinen m erregte, wirb sich da- 1 Schwurgericht in n t>aben. Jan, DüL ^cfjif/z- mbeüt in tinem iö,v- Lt tron MtaiteniM MM Michael Tut- bd bet Maschinensabril ichMgt war, zuletzt al» es« ÄgcnMt unter- ang Lohngelder im » Mark und etwa W senbeiträge. 22CO) iü von dem Angeklagte lieb« zurülkerstattei. Da° jetzt zu 8 Monaten SezirMchöfsengericht m- hrigen Georg Fran' ts als Leitet eines SW inzen begangen M um von Geldern ov affe zu 5 Monaten nein, mm, und du ää*"SÄ Sa fiemmte den rech' M ®t ■*.5*5 mi, der pidt. » le ® ? ‘iS« mit ßtoüe y ■’WSJ"# und gen sM'DaS Leb- * 3? f -Ssß- E w*: Turnen, Sport und Spiel. Aus Bezirk, (Bau undKreis(D.T.) = Der 2.Beznrk im lurngau Hessen hält oni kommenden sonntag rn Gießen eine B e - ;irts Vorturner stunde in der Turnhalle des Männerturnoereins. Zur Besprechung stehl der Turnstoff laut Turnplnn. ferner d«e Uebungen für das Bezirts-Gerätewetturnen. 3m Anschluß an die Turnstunde findet eine Bezirksvertreterta- aung statt; il a. wird Beschluß gefaßt über den Festori für das diesjährige oollstümliche Bezirksturnfest. Gemeldet haben stch Turngesellschaft L a u - buch und Turnverein Burgsolms. Am 24.3anuar findet in Gießen der schon vor einigen Wochen geplante Volksturntag des Gaues Hessen statt. Die Dolkstmmwarte aller Bezirke und Vereine nehmen daran teil. In erster Linie dient die Zusammenkunft praktischer Hebung. Gausportwart Luckhardt (Murburg) wird behandeln „Start" und .Lauf". Langsdorf (Bad- Nauheim) wird im „Sprung" und „Wurf" und Weitz (Grotzen-Linden) im „Stoß" unterwerfen. Auch das „Kampfrichterwesen" wird Gegenstand der Belehrung sein. Eine Besprechung soll sich an die Turnstunde hn Volksturnen anschlietzen. Haupt- aegenftanb der Aussprache wird der Ptmkt „Beron- staltungen 1926" sein. Voraussichtlich werden die volkstümlichen Meisterschaften (das sog. Gausportfest) in diesem Jahre in Verbindung mit Öen Gauturnfest inMidda ausgetragen. Die Turnerjugend des Miltelrhcmkreises unternimmt die seit Jahren eingeführte Winter- T u r n f a h r t am 10. Januar nach dem Fekdbera. Jede Wandergruppe kann sich den Änsteigweg ftibft wählen. Um 12 Uhr mittags werden sich olle Teilnehmer am Drünhildisfelsen treffen. Der gemein same Abstieg führt nach Oberursel, wo in der Turnhalle der Turngesellschast großes Turnertreffen statt- ffnbet. — Die Sonnenwendfeier Zung - Mittelrheins findet in diesem Jahre im Gebiet des Gaues Hesien statt. Die Burgruine Münzen- b e r g ist am 19. und 20. Juni der Ort des großen Treffens. Am 16. und 17. Januar findet in Saarbrücken eine Tagung der (Sauober« und Männerturnwarte des Mtttelrheinkreifes statt. Die D.T.-Vo!ksturn- meisterst asten in Düsseldorf. Do, Entsprechend dem in einer Sitzung des Ausschusses für volkstümliche Hebungen uno der Schwimmwarte der D. T. gefaßten Beschluß toerbte Meisterschaften der Deutschen Turnerschaft in den voWtümlichen Hebungen am 14. und 15. August in Düsseldorf zum Austrag kommen, die Dorbereitungen hat der Verband der Turnvereine Düsseldorf übernommen. Die Meisterschaften werden ausgetragen: im 100, 200, 400 , 800, 1500, 10 000-Meter-Lauf, Marathonlauf. 4 mal 100, 3 mal 1000 Meter, Schweden-Kreis-Staffel (10 mal 1 Runde, 1 Runde — 450 Meter), Stabhoch-. Weitsprung. Drei-, Weithochsprung, Speer-, Diskus-, Schleuderball-. Schlagballwerfen, Stein-, Kugelstoßen, Kugelschocken, Deutscher Sechskampf, Zehnkampf. — Für Turnerinnen sind ausgeschriebene 100- Meter-5?auf, 4 mal 100-Meter-Staffel, Weit-, Avchsvrung, Speer-, Diskus-, Schlagballwerfen, Kugelstoßen, Vierkampf. Bezirksliga-Auf« und Abstieg. Durch die letzte Entscheidung des T.V.A. ist die Aust und Abstiegsfrage geklärt. Geklärt ist vor allem Die Frage, ob Kurhessen Marburg ieristlert durch den Zusammenschluß mit D. f. B. Tlarburg zum D. f. B. Kurhesien Marbura nicht mehr!) m die Absteigenden einbezogen wird ober nicht, derart, daß Kurhessen absteigt. Damit verschwindet dieser Verein endgülttg aus der Deffenb lichkeit. Da die Anzahl der absteigenden Vereine auf drei festgesetzt ist, müssen also auch noch Gießen 1900 und Osterode Germania ihre Kunst in der nächsttieferen Klasse der Kreisliga versuchen. Tatsächlich war die Leistung der Gießener und Osteroder in letzter Zeit nicht mehr bezirksligamäßig. Sie werden selbst in ihrer jetzigen Form es in der Kreisliga nicht leicht haben, denn die hat wirklich an Svielftärke erheblich angenommen. Aber nicht nur di« Zahl der Ab- und Auffteigenden, sonhern auch die Art und Weise des Aufstiegs ist inzwischen geregelt. Seinerzeit waren dem Bezirk Hessen-Hannover (dem größten im Westdeutschen Spielverband) .15 Dezirksligavereine seitens des Verbandsoorstan- des zugebilligt worden, allo eine Vergrößerung von 14 (Damals existierte Kurhessen Marburg noch) auf 15. Es herrscht allgemein die Ansicht vor, daß durch die größere Zahl der Bezirksvereme deren Spiel- stärke verflachen würde. (NB. die Konkurrenz hebt das Geschäft!) Das mag anderen Orts der Fall fein, bei uns in Hessen-Südhannover nicht. Wer den Gang der Verbandsspiele aufmertfam verfolgt hat, mußte feststellen, daß vieles faul ist im Spielbetrieb bei mindestens den fünf letzten der bisherigen Tabelle. Wer sich weiter für die Begegnungen zwischen Bezirks- und Kreisliga interessierte, hat eingesehen, daß letztere viel frisches, gesundes Blut mitbringen wird, und das kann unsere Fußballbewegung sehr nötig gebrauchen. De!spiele: Einbeck, Meister von Südhannover, gegen Tabelldritten der Bezirksliga 05 (Böttingen 5:2, Germania — V. f. B. Kurhessen Marburg 4:0, Lahnmeister v. f. B. Gießen — F. C. Wetzlar 4:0 usw. Man bedenke: Wenn der T. B. A. den Ausitieg eng begrenzte, wenn er nur die noch freien Stellen in der Bezirksliga besetzte, bann stiegen ab von ben 14 in der Tabelle geführten 23er- einen nur Kurhesien Marburg und Osterode und Gießen 1900 (das war immer noch bis zuletzt deren Hoffnung!) blieb. Das wären, wie obige Beispiele beweisen, ungesunde Verhältnisse geworden. Darum >st es so beRer, wie der T. B. A. entschieden hat: Dce drei Kreismeister steigen auf. Die durch Be- . Wahlversammlung geschaffene neue 15. x flj1 nur Wege des Aufstiegs besetzt wer- sn .1 Tabellenzweiten der Kreisligen spielen nach Punktwertung in Dor- und Rückspielen um ben Auf- ®cr sind di« drei Meister? Für den Kreis tiuDgannoDer der vorerwähnte F. V. E i n b e ck, für den ^essenkreis Hermannia Kassel und an Der Lahn V.s.B. Gießen. In der Runde der otoeiten starten: für Südhannover Spiel und 1 ? 0 ? e 1 m • füt Hessen Tura Kassel uno für ben Lahnkreis Germania Marburg. Nach der Verfügung des T.B.A. muh jedoch der B. V. noch feine Zustimmung zu den oben darge- egten Maßnahmen geben, und die ist mit Sicher- beit zu erwarten. Bleibt nur noch zu erwähnen die öroetgruppeneinteilung der erften Liga, die eine Notwendigkeit ist im Hinblick auf die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse. Der die horrenden Ausgaben speziell der Vereine unserer engeren Heimat kennt aus Anlaß der Fahrten nach Siidhannover und Kassel, der weih, daß es jo einfach nicht mehr weiter gehen konnte. Hier würde also nur ein be rechtigter Wunsch in Erfüllung gehen. Wie jedoch die Zweigruppenteilimg geschaffen werden soll, darüber wird noch ipäter zu reden sein. Jin allge- memen kann man sich mit den Maßnahmen des T. B. A. einverstanden erklären, und dieses Einoer tändnis verbinden mit der Hoffnung, daß unsere Fußballbewegung die Krisis, die sie eben zur Zett durchmacht, glücklich überstehen und weiter wachsen und gedeihen möge! Bezirk Hessen-Hannover. y. Drei Begegnungen stehen am kommenden Sonntag auf dem Programm. Die an 3. Stelle tehenden Fuldaer Boruisen fahren nach Kassel zu Hessen 09. die bei günstigem Abschneiden noch Chancen auf den 3. Platz haben. Da beide Gegner ungefähr gleich start sind, bleibt diese Frage noch offen. Daslelbe gilt für das Treffen S. C. 0 3 K a s s c l - S. D g. G ö t - tIngen. Auch hier ist das Spiel erst mit dem Schlußpfiff entschieden oder — unentschieden. Bein gefühlsmäßig must man den S. C.erm auf Grund ihrer zuletzt gezeigten Leistungen ettr geringes Plus zugestehen. Es ist aber fraglich, ob das im Torverhältnis zum Ausdruck kommt. Der dritte Gang in Göttingen: S. C. 05 — F. C. Wetzlar kommt nicht zur Durchführung, denn die Wetzlarer sind nicht in der Lage, die enormen Aeisekosteir nach Göttingen ohne wetteres auf- zübringen. Sie sahen sich deshalb gezwungen, auf >ie Punkte zu verzichtem Das ist also wieder ein Beweis für die wirtschaftliche Unmöglichkeit des bisherigen Spielspsiems. das nur durch die Zwei- gruppenteilung der ^-<:rkskiga halbwegs erträglich gestaltet werden tann. Lahnkreishandball am Sonntag tz. Endlich wieder mal ein Spiel in Gießen? Die beiden Meifteranwärter: „Hessen" Gießen und Polizei Wetzlar treffen sich zu einem schweren Kampf. Sm Vorspiel in Wetzlar 2:0 blieb die Gießener Reichswehr verdienter Sieger, während die grüne Elf unter ihrer sonstigen Form spielte. Auch am vergangenen Sonntag war die Leistung des P. S.V. gegen B. C. trotz ihres 3:0-Sieges alles andere als überzeugend. Da sie aber in neuer, besserer Aufstellung antreten, muh die Reichswehr mit einem größeren Widerstand rechnen. Das Spiel verspricht auf jeden Fall hochinteressant zu werden. — Zur Klärung der Meisterschastsfrage hat der H. A. das Spiel B. E.—Riedergirmes am Sonntag abgesetzt und läßt nun V. C. — F. C. spielen. F. C. ist Platzverein. Das Spiel findet auf der Spilburg statt und sollte den Fußball- Club unter normalen Umständen als Sieger ^ehen, wenn auch bei der guten D. C.-Dertei- digung nicht allzu hoch. Vom Hessischen Radsahrerbund. c. Der „Hes fische ,RaLfa-rerbund" e.D., der sich 1922 ans'mehreren feit längeren Jahren in Oberhessen und angrenzenden Gebieten bestehenden Heineren Verbänden au- sammenschloß, und nun, eingeteilt in 3 Gaue, säst 80 Vereine umfaßt, hiÄt tn Gießen eine Dundesvorstandssltzung ab, die, vom VundeSvorsitzenden Wehl- Grohen-Linden geleitet. sich mit den Arbeiten im kommenden Sommer befaßte. DaS DundeSsaalfport» sest findet am 1. Februar in Anspach i. Gau III, statt und wurde dem R.-D. „Vorwärts" Anspach übertragen. Die endgültige ilebertTagung der Dundesmeisterschaften im Gi ne r-S treckenfahren, sowie das Bundes fest wurde dem Sportausschuß zur Dearbei- tuna und Vorlage zur Geneh-migung durch eine attbald in Friedberg stattfirrdende Verfannn- hmg übertragen. Die deutscheSchwimmrekordNste am Jahresbeginn. -vv. Die amtliche Liste der deutschen Schwimm-' rekorde nach dem Stand vom 1. Januar 1926 liegt jetzt vor. Mit wenigen Ausnahmen sind im abgelaufenen Jahr fast über sämtliche Strecken, bei den Damen tatsächlich über alle Strecken, sowie fast in jeder Lage mit Ausnahme des Seiteschwimmens, das immer weniger gepflegt wird, die deutschen Leistungen verbessert worden. Allerdings soll nicht überfeinen werden, daß diesem erfreulichen Ergebnis gegenüber sich auch die Leistungen anderer Länder, sowie die Weltrekorde weiter in die Höhe geschraubt haben. 3n der Brustlage beherrscht nach wie vor Erich Rademacher -Magdeburg das Feld. Er hält den Rekord über 100 Meter (22.3. 24. in München) mit 1:15, über 200 Meter (4.3.22 in Duisburg) mit 2:50,4 und über 400 Meter (4.4.25. in Leipzig) mit 6:05. Richt verbessert wurden die Leistungen im Seiteschwimmen. wo der Rekord übet 100 Meter mit 1:11,4 seit 1922 im Besitz von Be n e ck e -Magdeburg ist, der über 200 Meter und 400 Meter mit 2:41,6 bzw. 6:04,4 von Dingeldetz (Darmstadt) sogar feit 1921 unverändert gehalten wird. Dagegen wurden im Rückenschwimmen alle drei Strecken verbessert. zuerst die 100 Meter durch den wieder aus Persien zurückgekehrten Frölich-Magdeburg (4. 4. 25. in Leipzig) auf 1:15, dann die 200 Meter durch Boddin- Breslau (11.7.25. in Magdeburg) auf 2:52,6. Aber schon der Iahresschluh bzw. die ersten Sage des neuen Jahres haben auch diese Leistung unterboten: der Göppinger Erich Günther schwamm am 4. Januar 1926 in Breslau 2:51,6; die Anerkennung wird ebensowemg gusbleiben wie die für den neuen Rekord über 400 Meter, den gleichfalls Günther von der bisher gültigen Höchstleistung des Breslauers Overhamm aus dem Jahre 1922 am 29. Dezember 1925 auf 6:03,9 verbesserte. 3m Freistilschwimmen hält Heinrich- Leipzig die Rekorde von 100 bis 400 Meter, Berges-Darmstadt die von 500 Meter bis 1500 Meter. Heinrichs neue Bestleistungen wurden ausgestellt am 5.4.25. in Leipzig über 100 Meter mit 1:02,1, über 200 Meter am 28.11.25. im Spand u mit 2:23,2. über 400 Meter am 15.11.25. in Leipzig mit 5:16,8. Berges schwamm die 500 Meter am 14.6.25. in Breslau in 6:59. während seine Bestleistungen über 1000 Meter mit 14:48,3 und über 5100 Meter mit 22:18 rwch aus dem Jahr 1924 flammen, da er durch Disqualifikatton während des grüßten Teiles des Jahres 1925 lahmgelegt war. Bei den Damen hält Frl. Lotte Lehman n- D res den sämtliche Höchstleistungen im Freistilschwimmen, und zwar über 100 Meter mit 1:19.3, über 200 Meter mit 3:08.6, über 400 Meter mit 6:412 und über 1500 Meter mit 29:33,9. Alle wurden im Jahre 1925 ausgestellt. 3m Rückenschwimmen erzielte Frl. A. R e h b 0 r n - Bochum am 15. Rovember 1925 in Duisburg mit 1292 eine neue Bestleistung über 100 Meter. Fel. Simon -Hamburg am 5.12. 25. in Altona eine neue Bestleistung mit 7:10.1 über 400 Meter. Die Brustrekorde befinden sich über 100 Meter mit 1:29 in Händen von Frl. H uneus-Gladbach, über 200 Meter mit 320,2 und über 400 Meter mit 7.23,3 im Besitz von Frl. Murrah- Leipzig. Deutscher Schwimmerbesuch in Amerika. Aachdem unter deutscher Kurzstreckenläufer H 0 uben bereits- irach Tdnerita abgereist ist, um sich mit den dortigen Größen zu messen, steht nunmehr auch fest, daß der Deutsche Schwimmverbrrnd ebenfalls zum erjtenmale nach dem Kriegs in Amerika vertreten fein wird. Es ist der erprobte Kämpe Erich Rademacher Hellas-Magdeburg, der Weltrekordmann im Brustschwimmen, der die deutschen Farben drüben in einigen Wochen vertreten soll. Er wird in W. Spence und Bob S k e l t 0 n - Chicago auf schwer zu schlagende Gegner treffen. Beide haben schon die Zeiten Rademachers zum Teil unterboten, allerdings in Bädern, die den Beffimmungen • über die Aufstellung von Weltrekorden nicht genügen. Rademacher ist gegenwärtig hervorragenb iii Form, und da er bisher bei ganz großen Aufgaben noch immer seinen Mann gestellt hat, so kann man hoffen, daß er bte Deutschen zu einem knappen Sieg führen wird. Bedenken muß man jedoch auch, daß die Seereise nicht spurlos an ihm vorüber- gehen wird. Ob auch fein Klubkamerad Gustav Frölich mitfahren wird, ist jetzt sehr in Frage gestellt, da es ihm am vergangenen Sonntag in Hannover nicht gelungen ist, dem Welttekord im Rückenschwimmen nahe zu kommen. K. ®. Behrens. der sportliche Leiter des Hellas, wird Radenzacher begleiten und dabei eingehend den Stil der amerikanischen Schwimmergrößen studieren. Die amerikanischen Zeitungen bringen mit über die ganze Seite laufenden Tlederschrif- ten in den Sportbeilagen die Rachricht von dem bevorstehenden Besuch der deutschen Schwimmer und begrüßen sie. Lportvorschau sur Sonntag, 10. Januar. Turnen und Leichtathletik: An dem Hallensportfest in Hannover werden auch auswärtige Vereine, vor allem der Berliner Sportclub mit Trohbach u. a. teilnehmen: neben den Sportlern ist hier auch der Start von Turnern vorgesehen. — Mit einem Wett- turnen tritt der Verband Brandenburgischer Athletikvereine in Berlin an die große Oeffentlich- feit. Rasensport: Zm Fußball ragen aus der Zahl der Punkttpiele, oie dadurch besondere Bedeutung gewinnen, oah sie für die Meisterschaftsentscheidungen von mehr oder weniger großer Bedeutung sind, nur wenige interessante Gesellschaftsspiele heraus: an erster Stelle ist hier die Be- gegnimg einer Kölner repräsentativen Mannschaft mit dem schwedischen Fußballmeister Idrottsförening Hälsingborg (im Kölner Stadion) zu nennen. — Hm die Pommernmeister-- schaft stehen sich in Stettin Titania und Stargarder SC. gegenüber. — Auch im Handball und Hockey gibt eS vornehmlich Meisterschaftsspiele. Fechten: Seit Reigen der diesjährigen Veranstaltungen auf dem Gebiete des Fechtsports eröffnen oie Meistm^chaften der Fechterfchast der Turn- gemeinde in Berlin. S ch wimmen: 2n Magdeburg steigt der Wafserball-Rück- kampf Hellas-Magdeburg — Wafserfreunde-Han- nover . Radsport: Während im Berliner Sportpalast als Auf- tatt zum 15. Berliner Sec^tagerennen ein 3- Stundenmannschaftssahren mit ausgezeichneter Besetzung vor sich geht, bringt die Dortmunder Westfalenhalle Dauerrennen um den „Großen Preis von Dortmund", unter dem Amateurfliegerrennen ein „50-Km.-Mannschaftsfahren". Auch Breslau wartet mit einer radspvrtlichen CBeranftaJung auf, die der ©au 29 des B. D. R. durchführt. Ü. a. werden die Gaumeisterschaften im Einer- und Zweierkunstfahren, Sechser- und Achter-Kunstreigen. Zweier- und Dreier-Radballspiel entschiedeii. Wintersport: Während eigentlich in dieser Zeit die winter- sportlichen Veranstaltungen an erster Stelle zu nennen fein sollten, sind durch das augenblicklich noch herrschende „Winter"-Wetter diese Veranstaltungen in ihrer Durchführung mehr oder weniger in Frage gestellt. Terminverschiebungen scheinen auch diesmal wieder nicht ausgeschlossen. Dabei bildet der 10. Januar den Zeitpunkt recht zahlreicher Termine: ein Eiskunstläufen in Bad Reinerz, Zugendski- und Rodelwetttämpfe in Flinsberg, wertere Veranstaltungen in Krummhübel und Vaberhäuser sind im Riefengebirge geplant. Die sächsischen Wintersportplätze sehen Fünferbobrennen in Geising, Vereinsskiwettläufe in Dbertoietental, allgemeine llebungssprung- läufe in Frauenstein, Skiwettläufe in Altenberg und Springen in Iohann-Georgenstadt vor, Chemnitzer Skiwsttläufe 1926 (bei Kemtau). Der Verband Sachsen-Thüringen des D. E. V. hat in Dresden Kunftwettläufe ausgeschrieben. In Thüringen sind der Samstag und der Sonntag der Termin für den Rennsteig- und den Verbandsstaffellauf, sowie für ein internationales Skispringen in Oberhof und ein Wintersportfest in Ersenach. — Auf den 9. und ben 10. Januar war ursprünglich auch der 2. Märkische Wintersporttag angesetzt. Der Harz plant Heinere Veranstaltungen in Goßlar, Benneckenstein, Thale, Schierke. Glend, Braunlage und St. Andreasberg. 3n der Rhön toll b?r Rhön-Wanderpreis im Langlauf und. Deländelauf zum AuSttag gebracht werden. 3n den süddeutschen Wintersportgebieten bringt der Sonntag — oder bringt nicht — den Alplauf auf dem Kalten Feld (Schwä- bische Alp), die Eröffnung des Eisstadions in Titifee mit dem Verbandslaufen des D. E. V., den Großen Dauerlauf des Slicluds Schwarz- uxilb Verbandslvringen in Oberstaufen, den ..Großen Alpinen Geländelauf" (bei 2)llinchen), das Cishockeyturnier bei Oberstdorf, die bay- erilche Eisschnellausmeisterschast, kleinere Wettbewerbe in Lam. Oberaudorf. Warmensteinach, in Ruhpolding. Füssen, Garmisch-Partenkirchen. Die Derbandswettläufe des SM» Klubs Sauerland in Winlerberg. Der Monat Januar wird den Bergen deS Hohen Sauerlands hoffentlich viel Schnee bringen. da in diesem Qlloiiat die Wettbewerbe des Skiklubs Sauerland fallen. Sie gliedern sich in Langläufe, Sprungläufe und Gelande l ä u f e für 3ungmannen und Herren, sowie in L a n g l ä u f e für Damen. Wer im Langlaus und Sprunglauf die beste Gesamtleisttrng erzielt, erhält den Titel Meister vom Sauerland int Skilauf 1926. Der große Langlauf führt über 15 Kilometer und bringt die Läufer auf 'einer vom Sportausschuß kurz vorher bestimmten Sttecke durch das Gebiet des Hohen Sauer- lcrndes. Ablauf und Ziel befinden sich bei Winter berg, dessen Ortsgruppe die Vorbereitungen der' ^Wettbewerbe übernommen hat. Der Sprunglaus wird auf der Schanze im R a u ch l o ch bei Winterberg ausgetragen. Auf dieser sind schon ganz ansehnliche Sprünge von über 30 Meter erzielt worden. 3m letzten Winter blieb im zusammengesetzten Laus Friedrich Del- m e l, Winterberg, Sieger. Am 7. Februar sindet schließlich im Winterberger Gebiet der 3ugenb- flitag des Skiklubs Sauer land statt, der in diesem Winter zum dritten Male seit Bestehen deS S. K. S. abgehalten wird. Er bringt Lang- und Sprungläufe sowie gemeinschaftliche Sfiwande- rxmgen. Die 3ugendsachs des S. K. S. hat in diesem Winter einen erfreulichen Aufschwung genommen. Bis jetzt find etwa 6—ZOO Jugendliche in den 3 ugenöabt ei lungert des S. K. S. vereinigt. Eiue (^e^ellschaftsfahrt nach den (Grödener Dolomiten. 3n jedem 3ahr unternimmt der SkMüb c au erlaub eine Gesellschaftsfahrt in das Hochgebirge. Mit großen Erfolge konnte er feine vorjährige Fahrt nach Cortina beenden, deren Tell- nehmer, teilweife noch keine alpinen Läufer — in die Wunder des weihen Sports im Hochgebirge eingefichrt wurden. 3m Februar 1926 unternimmt der S. K. S. wieder eine Gefellschafts> fahrt, und zwar in die Grödener Dolomiten in Südtirol. Sie beginnt am 6. Februar und dauert bis zum 20. Februar. Als Standort ist Wolkenstein (1563) vorgesehen, von wo es auf die Pässe und das Matlengebiet des Sellastocks, der Langkoflergruppe und der Geißlerspitzen gehen soll. Sn nächster Rachbarschast liegt das weite Skiparadies mit Dem Stützpunkt Monta Pana. Die Teilnehmer werden in zwei Gruppen geteilt, damit die weniger Geübten in der subalpinen Zone Touren machen können. Die Leibesübungen in den höheren Schulen Hessens. sch. Die mit Beginn deS neuen Schuljahres in den hessischen höheren Schulen zur Anwendung kommenden Lehrpläne weisen für die Leibesübungen einen sehr schönen Fortschritt auf, dadurch, daß die Wochenstundenzahl auf vier heraufgesetzt wurde. Alle 3u» gendfreunde und Verfechter geregelter und regelmäßiger Leibesübungen werden diese Reuerung mit Freuden begrüßen. 3st doch schon seit unserm Frohen Turnpädagogen Ad. Spieß die tag- iche Turnstunde das Bestreben weiter Kreise, vorab der Turnlehrer, Philologen und aller Freunde Der Leibesübungen, und die Forderung, um die gerade in den letzten 3ahren von Lehrerverbänden, den Aerzten und den großen Turn- und Sportverbänden lebhaft gekämpft wird. Diesem Ziel find wir durch diese Erhöhung auf vier Wochenstunden bedeutend näher gekommen. Hoffentlich finden sich genug Lehrer, die unter Einsetzung aller Kräfte zum Segen Der Fugend in diesen wertvollen LeibeSübungS-- stunden zu wirken verstehen. Kirchliche Nachrichten. Jsraelittfche Gemeinden. 3sr. Religlonsgemeknbr. DotteSd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, 9. Januar 1926. Borabd. 4.30, morg. 9.00, Predigt, abds. 4.55 u. 5.35. Gottesdienst der 1fr. Deligivnsgesellschaft- Sabbatfeier, ben 9. Januar 1926. Freitag abds. 4.20, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbat- ausgang 5.35. Wochengottesdienst morg. 7.00 und abds. 4.00. Das Neumeyer-Piano wird seit 1864 hergeslellt. 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Er hat uns gebracht: Ein Einkommensteuergesetz, ein Körperschaftssteuergesetz, ein Reichsbewertungsgefetz, ein Gesetz über Vermögen- und Erbschaftssteuer, ein Gesetz zur Aenderung der Verkehrssteuern und des Verfahrens, ein Gesetz über Erhöhung der Bier- und Tabaksteuer, ein Gesetz zur Aenderung von Verbrauchssteuern, eine Verordnung über die steuerliche Belastung der Zigaretten, ein Gesetz über die gegenseitigen 'Besteuerungsrechte des Reichs, der Länder und der Gemeinden, endlich ein Gesetz über Aenderungen des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden. Die beiden zuletzt genannten Gesetze sind von Bedeutung für unsere hessische Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz. Betrachten wir diesen kleinen und doch so wichtigen Ausschnitt aus dem großen Ganzen. Zunächst können wir mit Befriedigung feststellen, -daß das in drei hessischen Verordnungen (oom 24. 3. 1924, 11. 3. 1925 und 17. 6. 1925) sowie in der 3. Steuernotverordnung des Reichs und in Artikel 2 des oben erwähnten Reichsgesetzes vom 10. August 1925 über Aenderungen des Finanzausgleichs verstreute Material nunmehr einheitlich zusammengefaßt ist, und zwar in der Hess. Dritten Verordnung, betreffend die Erhebung einer Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz für das Rechnungsjahr 1925, vom 30. Oktober 1925. Gegenüber der 1. Sondersteuer-Verordnung vom Jahre 1924 zeigt diese ein ziemlich verändertes Gesicht. Wie zahlreiche, täglich auf meinen Tisch gelangende Eingaben, Gesuche, Reklamationen von Steuerpflichtigen beweisen, herrscht immer noch große Unklarheit über den neuen Rechtszustand. Ein Vorwurf kann dem Laien nicht gemacht werden. Wer wird ihm zumuten, sich ausgerechnet wegen der Sondersteucr diejenigen Blätter zu halten, in denen die einschlägigen Verordnungen ab- gcdruckt werden? Es sind das das Hessische Regierungsblatt und das Amtsblatt des Hessischen Ministeriums der Finanzen, die sicherlich nicht als Unterhaltungsblätter bezeichnet werden können. Es erscheint daher angezeigt, im Folgenden auf die wesentlichen Neuerungen aufmerksam zu machen. Die Sondersteuer ist ja leider Diejenige, die sich für den Geldbeutel der meisten Steuerpflichtigen am unangenehmsten auswirkt. Zunächst spukt in vielen Köpfen noch die Der- quictung der Hypothekenaufwertung mit der Sondersteuer herum. Wie ich bereits in meinem Aufsatz vom 1. Oktober d. I. dargelegt habe („Die künftige Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz", Nr. 230, 2. Blatt), hat der Zinsendienst für auf - gewertete Hypotheken im Rj. 1925 gar nichts mehr zu tun mit der Sondersteuer, d. h. mit deren Ermäßigung. Die gesetzliche Miete enthält ja bereits seit dem 1. April 1925 einen gewissen Hun- dcrtsatz zur Deckung des Aufwandes für die in Frage stehende Verzinsung aufgewerteter, nicht wertbeständiger privatrechllicher Lasten, wie auch (was ebenfalls eine Neuerung darstellt!) des Eigenkapitals. Eine nochmalige Steuerermäßigung aus gleichem Anlaß wäre demnach wirtschaftlich, wenigstens nach Ansicht des Gesetzgebers, nicht gerechtfertigt. Anträge dieser Art müssen daher von der Steuerbehörde für das Rechnungsjahr 1925 abschlägig beschiedcn werden Freilich mögen juristisch vorgebildete Steuerpflichtige hier etwa einwenden, daß die reichsrechtlichen Vorschriften erst mit Wirkung vom 1. August 1925 in Kraft getreten seien, daß demnach für die Zeit vom 1. April 1925 bis Ende Juli 1925 die Rechtsgültigkeit der einschlägigen hessischen Vorschrift anzuzweifeln sei nach dem Grundsatz „Reichsrecht bricht Landesrech t". Dem darf entgegnet werden, daß der § 19 Abs. 5 des oben erwähnten Gesetzes vom 10. August 1925 Anordnungen wie die in Hessen getroffene ausdrücklich deckt. Er lautet: „Soweit der Geldentwertungsaus- aleich bei bebauten Grundstücken in einem Lande für die Zeit vom 1. Juli 1924 bis zum 31. Juli 1 9 2 5 (Sperrdruck vom Derf.) abweichend von den Vorschriften des § 28 Abs. 3 letzter Satz, Abs. 4 oder Abs. 5 der bisherigen Fassung der 3. Steuer- Pelzmärtel. Ein Nürnberger Spielzeugroman. Aach dem 3 alienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein. Copyright 1925 by 2L Scherl G. m. b. H.. Berlin. 34 Fortsetzung Nachdruck» verboten. Noch eine Aacht, und sie wären auf der Landstraße gestorben, wie es auch schon manchem Menschenkind ging, das aus der Heimat in die Fremde wanderte und in den Winter geriet. Da aber, in höchster Dot, fand sie Blaublau, der schöne Zwitschervogel... Wißt ihr noch, wie er sich damals mit Fifi, der Gummikatze, ohne Entschuldigung von dem großen Kreuzzug gedrückt hatte? Auch er war der Meinung gewesen, es müsse viel schöner sein, in ungebundener Freiheit von den Dächern zwitschern zu können, als sich in einem dunklen, unterirdischen Gang einschließen zu lassen. Aber, wie Fifi durch die Langeweile gestraft wurde, so Dlaublau durch sein schlechtes Gewissen. Schon am zweiten Tage von der Reue gepackt, beschloß er als Einsiedler Buße zu tun und siedelte sich zu diesem Zwecke hoch oben auf dem Lorenzer Kirchturm an, im Glockenstuhl. neben der berühmten silbernen Iubelglocke. Dort hatte er seine Ruhe: denn die Iubelglocke, sie hieß Lach- undsing, wurde nur alle hundert Jahre geläutet. Ganz einsam war es da freilich nicht — wenn auch der Türmer seinen Schlupfwinkel nicht entdeckte, so doch die Schwalben, die ja alle ein bißchen neugierig sind. Erstaunt fragte sein erster Besuch: „Wer bist denn du? Was machst du denn da? Warum hast du einen roten Schnabel, und warum glänzt dein Gefieder so merkwürdig blau?“ »Weil ich auS Porzellan bin, Schwester Schwalbe. Und was ich hier tue? Ich bete." „Du betest —??" „Ich bete. Schwester Schwalbe, denn ich habe eine schwere Schuld auf mich geladen, ich bin ungehorsam gewesen gegen den Pelzmärtel... Daher muh ich hier oben ein Ginsiedlerdafein führen." > Notverordnung durchgeführt ist, können daraus Ansprüche auf Kürzung der Steuer nicht hergeleitet werden." Eine weitere Neuerung des Reichsgesetzes vom 10 August 1925 ist die Neufassung des § 28 Abs. 5 und die damit verbundene Besserstellung zahlreicher Steuerpflichtiger. Wer am Stichtag (jetzt 31. 12. 1918 statt wie früher 1. 7. 1914) ein gänzlich unbelastetes Anwesen hatte, kann Herabsetzung der Sonderstelier auf 10 Prozent der Friedensmiete beantragen, wer teilweise belastete Anwesen hatte, kann Herabsetzung auf 15 bzw. 20 bzw. 25 p. H. der Friedensmiete beantragen. Diese Vorschrift tritt jedoch er ft mit Wirkung vom 1. 4. 19 2 6 in Kraft, was von manchen (voreiligen) Steuerpflichtigen übersehen wird. Der „voreiligen" Steuerpflichtigen sind nicht sehr viele. Immerhin stellen sie eine vermeidbare Belastung der Steuerbehörde dar. Ihnen gegenüber steht das Heer der „säumigen" Steuerzahler, die alles an sich herankommen lassen, gesetzte Fristen regelmäßig nicht einhalten und Dafür sorgen, daß den 'Steuerbeamten das Leben möglichst sauer gemacht wird. Für diese wäre von Bedeutung die Vorschrift des Artikels 12 Der oben erwähnten VerorDnung vom 30. Oktober 1925, wonach Anträge auf Grund des bisherigen § 28 Abs. 5 Der 3. SteuernotverorDnung (Herabsetzung Der Sonder- steuer wegen Nichtbelastung Des GrunDstücks), ferner Anträge auf Herabsetzung aus Billigkeitsgrün- Den sowie Anträge Der Unterstützungsempfänger (Sozialrentner, Kleinrentner, Erwerbslose und Zusatzrentenempfänger) bis spätestens zum 31. März 1926 zu stellen sinD. Neu eingefügt in Die VerorDnung vom 30. Oft. 1925 ist auch Die Vorschrift, Daß Erstattungen und Ermäßigungen, Die auf Grund Des §28 Abs. 5 Der Dritten SteuernotverorDnung (bei Nicht- ober Teilbelastung Des GrunDstücks am Stichtage!) verfügt werDen, zu Lasten Des Staats unD Der GemeinDen (GemeindeverbänDe) im Verhältnis Der Steuersätze erfolgen. Diese Vorschrift bringt an sich nichts Neues, bient aber boch ber Klarstellung. Bekanntlich erhebt Der Staat im laufenDen Rechnungsjahre vom 3. Ziel ab nicht mehr 60, fonbern 80 Pf. von 100 Mark Steuerwert bes bebauten GrunDstücks pro Jahr. Cs ergibt sich also ein Durchschnitt von 73,3 Pf. im Jahr. (2X60—129; 4X80 — 320; für alle 6 Ziele zusammen 440 Pf.; für ein Ziel 440 : 6 — 73,3.) Zahlreiche Gemeinden sind Dem Beispiele Des Staates nicht gefolgt unD blieben bei 60 Pf., wie im Rechnungsjahr 1924. Obwohl nun — ober besser gesagt gerabe weil — diese Gemeinden den gleichen Satz wie im Vorjahre erheben, ergibt sich für deren Säckel bei sonst gleich bleibenden Verhältnissen ein Ausfall. Der Grund hierfür liegt in folgendem: Diejenigen Steuerpflichtigen, Die im Jahre 1914 ein unbelastetes Anwesen besaßen, haben nach wie vor Das Privileg, nicht mehr an GesamtsonDersteuer an sämtliche Steuer- gläubiger (Staat, Gemeinde, Kreis) zahlen zu müssen, als 20 v. H. Der FrieDensmiete ihres zur Sondersteuer herangezogenen Grundstücks ausmachen. Der nach den oben angegebenen Sätzen berechnete überschießende Teil ist zu erlassen. Es leuchtet ein, daß ber Staat hier einen Vorsprung gewonnen hat, Denn die Ermäßigungen haben „zu Laste des Staates unD Der Gemeinden (Gemeinde- oerbänbe) im Verhältnis der Steuersätze zu erfolgen". Der Gesamterlaß (— Der 20 v. H. Der Friedensmiete überschießende Betrag) wäre also beispielsweise im Verhältnis von 73,3 zu 60 zu 15 aufzuteilen, wenn Der Staat 73,3, eine Gemeinde 60 und Der Kreis 15 Pf. von 100 Mark Steuerwerk erheben. Da aber ber Staat mehr anfordert als im Vorjahre, der Pflichtige andererseits das Privileg hat, ein für allemal nicht mehr als 20 v. H. der Friedensmiete abzuführen, geht'der Ausfall zu Lasten Der GemeinDe. Aehnlich. nur nicht so kraß, liegen Die Dinge bei Denjenigen Gemeinden, Die Dem Beispiel Des Staates erst nachträglich — aus irgenDwelchen Gründen („wahl- technischen" Gründen?) — gefolgt sind und 80 Pf. vom vierten oder einem späteren Ziele ab erheben, mithin Den Dorsprung Des Staates, Der schon vom Dritten Ziele ab eine Erhöhung eintreten ließ, niemals mehr einholen werden! Manchem Steuerpflichtigen wird nun auch ein- leuchten, warum er, obwohl die Dinge bei ihm gleich liegen, im laufenden Jahre einen ziffernmäßig anders lautenden Erlaß der Staats- und ber Gemeindesteuer als im Vorjahre zugebilligt bekommt. itan—nriiHTiirim -nm mnnwaMMiw^rni—ivH nr i i i . Jaman»am Die Schwalbe flog fort und erzählte die Aeuigkeit noch gleichen Tages in ihrem Samen» kränzchen. Da wollten alle den sonderbaren Heiligen sehen und sein merkwürdig blaues Gefieder. Wie interessant! Höchst sonderbar! Ein komischer Kauz! „Wie lange gedenken Sie denn hier oben zu bleiben, Herr Porzellanerich? Wie lange dauert denn Ihre Haft?" „So lange, bis alle Aürnberger Spielwaren zurück sind." „Aa, da können Sie lange warten. Bis dahin kriegen Sie graue Federn. Wissen Sie denn nicht, daß sogar Pelzmärtel außer Rand und Band ist, weil er keine Spur mehr auftreiben kann von seinen Schutzbefohlenen, will sagen, den armen Leuten, die er ins Verderben geführt hat? Otto und Liesel Tand: wie weggeblasen. Gestorben, verdorben, wer kann es wissen! Zwar sollen sie von einer Hexe verzaubert worden fein, aber das kommt wohl auf das gleiche heraus. Pelzmärtel machte die unglaublichsten Anstrengungen, doch alles umsonst. Gegenwärtig ist er bei den Feen des Aordens, um sie gegen die Feen des Südens auszuwiegeln. Er will der Fata Morgana den Krieg erklären, weil er glaubt, daß sie mit Alcina unter einer Decke stecke. Dem Oberzauberer Merlino haben sie das große Zauberbuch gestohlen, so daß er alle'Macht verlor. Siebenschelm, bis aufs Blut gepeitscht, hat zwar gestanden, aber nicht mehr die genaue Stelle angeben können, wo Alcina, die verschwunden ist — niemand weiß, wohin — den Zauberkreis zog. Auch von Ombretta und Ombricina oder Lu und Li, wie sie die Kinder tauften, hat man nichts mehr gehört. Die Puppenseen Cufrasia, Zerlina und Sinforosa heulen zum Steinerweichen. Morgana hat vor Trauer ihren halben Hofstaat aufgelöst. Und Dringglück verläßt das Rest nicht mehr vor Gram, und die Gummikahe schwort Stein und Bein, alles wäre gut ausgegangen, wenn man sie hätte machen lassen. Weißt du denn das alles nicht?" „Es werden übertriebene Gerüchte fein.“ »Rein, das sind Tatsachen, die die Spatzen von den Dächern pfeifen." Am Schluß des Rechnungsjahres muß Die Rechnung auf „Heller und Pfennig" stimmen. Hätte man freilich im Jahre 1914 Dem Laien Derartige steuerliche Rechenkunstslücke zugemutec. so so hätte er — und wohl mit Recht — Den Kopf geschüttelt. Heute verlangt Der Gesetzgeber von ihm, Daß er in Diesen Dingen BescheiD' 'weiß ober wenigstens sich belehren läßt. Ob mit Recht, mag bahingestellt fein. Denn für viele ist bas ungemein veraslelle unb umfangreiche Steuerrecht zu einer „Gcheimwissenschast" geworben, ob sie wollten ober nicht. Noch eine Neuerung darf nicht unerwähnt blei- beni Nach ben Paragraphen 13, 14 des Gesetzes vom 10. August 1925 über Die gegenseitigen Besteuerungsrechte Des Reichs, Der Länder unD Der GemeinDen ist Das Reichsbesteuerungsgesetz vom 15. April 1911 mit Wirkung vom 1. Oktober 1925 an aufgehoben.Durch Die Paragraphen 4, 14 Dieses Gesetzes ist Das Recht Der Länder auf Heranziehung ber reichseigenen GrunDstücks zur GrunDsteuer unb Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz gegenüber dem seitherigen Rechtszustanb insofern erweitert worden, als alle reichseigenen Grundstücke und Gebäude, die nicht zu einem öffentlichen Dienste oder Gebrauche bestimmt find, vom 1. Oft. 1925 ab der Grundsteuer und Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz unterliegen. Nach dem (alten) Neichsbesteuerungsgesetz war das Reich von allen Staats steuern befreit und unterlag g e - m e i n b 11 d) e n (3runbfteuern nur insoweit, als auch das einzelne Land ihnen unterlag. Die Schlechterstellung des Reichs gegenüber dem Neichsbesteuerungsgesetz vom Jahre 1911 besteht also hauptsächlich darin, daß die Staatssteuerfreiheit entfällt. Von der Besteuerung werden, wie oben erwähnt, diejenigen bebauten Grundstücke betroffen, die Wohnzwecken dienen. Dies sind neben zu Wohnzwecken vermieteten Gebäuden alle in reichseigenen Gebäuden vergebenen Dienstwohnungen, nicht jebod) die Quartiere und Räume, Die ber Unterbringung ber Wehrmacht unb der Bereithaltung der Schutzpolizei unb bes Reichswasser- schuges bienen. Eine Aenderung in ber steuerlichen Behanblung Der GrunDstücke Der Reichsbahngesellschaft tritt traft befonberer Vorschrift ebenfalls nicht ein. Die Steuerbehörbe hat nun bei Den in Betracht kommenden Grundstücken vom 1. Oktober 1925 ab eine nachträgliche Veranlagung vorzunehmen. Die Grundsteuer trägt das Reich. Die Sondersteuer jedoch wird auf die einzelnen Mieter abgewälzt — in Gießen beispielsweise kommen etwa ein halbes Hundert Haushaltungen in Betracht, die auf diese Weise vom Gesetzgeber mit einem nicht sehr erfreulichen „Neujahrsgeschenk" bedacht werden. Der Schmarotzerstaat. Der Geist von Locarno hüt seine erste sichtbare Auswirkung jetzt in Polen gefunden, Der Sejm hat sich nicht gescheut, ein neues Enteignungsgesetz gegen Die nationalen MinDerheiten zu beschließen, Das Den unverhüllten Zweck verfolgt, die deutschen Bauern an ber polnischen Westgrenze, die trotz allem nationalen Terrorismus in ihrem Besitz bisher geblieben find, zwangsweise zu verdrängen und als Schutzwall gegen Deutschland eine dichte Kette polnischer Bauern anzusiedeln. Daß dieses zweite Ziel erreicht wird, glauben mir nicht. Zu derartig positiven Maßregeln haben die Polen fein Talent und fein Geld, ihnen genügt es, wenn sie alles, was deutsche Kultur geschaffen hat, vernichten und im übrigen Großgrundbesitz schaffen, der einigen Heerführern oder Dem polnischen zlDcl eine bequeme Existenz an ber Riviera ermöglicht. Es ist |d)on richtia, Die Polen haben nichts gelernt und nichts vergessen, sie sind zum Ausbau eines eigenen Staates genau so unfähig wie vor 150 Jahren, als eben wegen dieser Unfähigkeit die Liquidation des polnischen Reiches erfolgen mußte. Vor sechs Jahren waren sie das verhätschelte Schoßkind nicht allein Europas, sondern der ganzen Welt. Eins der vielen Schlagworte, mit denen im Kri^g Unfug getrieben worden war, ging dahin, daß ein Jahrhunderte langes Unrecht an Polen füer das Rußland, Oesterreich unb Deutschland haftbar gemacht würben, wieder gutgemacht werden müßte. Deshalb wurde ihnen ein Staatsgebilde auf Dem Präsentierteller entgegengebracht, wie sie es stolzer nicht münfdjen konnten: sie bekamen Den Zugang ans Meer, sie bekamen weite „Schlimm, schlimm! LHrd was sagen Denn die Nürnberger dazu?" „Die Rücnberaer sind so Dumm wie immer, sie wissen von nichts. Sie sagen nur, wenn es fo weiterginge, dann werde in diesem Jahre die ganze Weck Weihnachten ohne Spiellachen feiern muffen.“ „Weihnachten ohne Spielfachen?" Der schone Zwitfchervogel war aufs höchste bestürzt. 3e weiter der Winter vorfchritt — die Schwalben waren fortgezogen, ohne ihm tröstlichere Rachrichten bringen zu können —, desto mehr machte ihm der Gedanke, daß die Kinder an Weihnachten keine Spielfachen haben sollten, zu schaffen. Arme Kinder! Was hatten sie mit Abraham Schloß zu tun? Alle Die vielen Kinder auf der weiten, weiten Welf! Schuldlos so schwer gestraft zu werden, nein, daS war zuviel. Blaublau versank in Rachdenken, wie es sich für einen Eremiten gehört. Fifts lllnernehrnungSlust gefiel ihm, man mußte ihr nacheifern. Was eine Gummikahe konnte, konnte ein Zwitschervogel schließlich auch. Rein, er konnte mehr, konnte fliegen, konnte versuchen, Die verschollenen Kinder auszusinden. Gedacht, getan. UnD gleich am ersten Tage feiner Entdeckungsreise fand er in einem Strohschober, wohin sie sich vor dem Schnee geflüd)tet hatten, zwar nicht Otto und Liesel, wohl aber Lu und Li. Sie waren schon halb erstarrt. Borsichtig griff er sie mit Dem Schnabel auf, unD unter unerhörten Anstrengungen glückte es ihm, sie in fei 43 Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des Siebener Anzeigers Frankfurt, 8. Ian. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 25,25, Roggen, inländischer 17,50, Sommergerste für Brauzwecke 22,50—25, Hafer, inländischer 18,50—21,50, Mais (gelb) 21 bis 21,50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 41 bis 41,50, Roggenmehl 26—26,50, Weizenkleie 11 bis 11,25, Roggenkleie 11,25. 30.5 87* ) Ii7 5- 70* »5*1 94 ü* 87.5 25 5 38* ! 60* | 5 t.5* 72,75 Hl 91.4* 95,5* I 65,ü | - 43 <5 | 108.6* I 112.2 :95.26e l»5.62* 110* 11" I 11.Ai 30, 84,4! 88,76* 67* «6 64* 76* 261 24 . 11 25 | 27 I 18 6t.» j 61 75 20 «! 2! 49 i 43 I । '7,35* 71.75* i 58.4* I 74.5* 27.25 ?4,rs 66* 89 5 37.25* "15 5* 69.25* I 91 9* ' 94 ! 08.6 | 37 25 164.25* 51,75* ging, Abschlüsse dürsten aber kaum über 6 Prozent getätigt worden sein. Monatsgeld 9 bis 10 Prozent. Im Devisen Verkehr lag Paris, gegen London etwas fester mit 124,75 bis 125,25. Warschau gegen Kabel 8,5. Die Aeuyortrr Dis- konterhönung bewirkte eine geringe Abschwächung des englischen Pfundes auf 4,85’/16 gegen Kabeu Die (Reichsmark notierte in London 20,3 i Amsterdam 59,22'/.,. - Vtner Produktenbörse. lEigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin. 8. «3oil Das Tempo der Kurs st eigerungen hat sich bei Beginn des heutigen (Verkehrs zwar etwas verlangsamt, doch war die Spekulation weiterhin durchaus optimistisch gestimmt und zu Käufen geneigt. Trotz der teilweise bedeutenden Kurserhöhungen des Bortages fanden anfangs kaum (Realisationen statt, im Gegenteil setzten fid) vielfach die Kursgewinne noch weiter fort, und zwar vor allem am Montan- markte, an dem sich zur Zeit das Hauptgeschäft vollzieht. Die gestrigen Schluhkurse wurden hier um 1 bis 2 Prozent Überboten. Auch Bankaktien, Kali- und Anilin- werte waren stärker gefragt. In einzelnen Schiffahrtswerten kam es ebenfalls zu Kursbesestigungen. die das Maß der üblichen (Veränderungen weit übertreffen. Auch der Anleihemarkt verkehrte in günstiger Haltung. Die außergewöhnliche Flüssigkeit des Geldmarktes hält an. Dem Geldangebot stand fast gar keine (Nachfrage gegenüber, so daß der offr- zielle Satz für Tagesgeld auf 61/2 Prozent zurück- Wirtschaft. ' Der Großhandelsindex. Die aus den Stichtag deS 6. Januar errechnete Groß- Hande lSindexzifser des Statistischen AeichSamtes ist gegenüber dem Stande des 30. Dezember <121,2) um 0,3 Prozent auf 121,6 gestiegen. Höher lagen die Preise für Weizen, Fleisch, Baumwollgarne, Blei und Kupfer. Gesunken sind die Preise für (Roggen, Hafer. Butter, Schmalz, «.Milch, einige Tcxtilrohstoffe, Baumwollgewebe und Zink. Don den Hauptgruppen haben die ^Agrarerzeugnisse von 115,9 auf 116,7 oder um 0,7 Prozent angezogen, wahrend die Industrie- ' Hoffe mit 131,0 (Dorwoche 131,1) nahezu unverändert blieben. — Für den Durchschnitt Dezember ergibt sich eine Steigerung der Groß- handelsindexziffer von 121,1 im Durchschnitt (November auf 121,5 oder um 0,3 Prozent. * Kon kurse und Geschästsaufsichten. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamts würden im Monat Dezember 1925 im „Reichsanz." 1660 neue Konkurse — ausschließlich der wegen Mossemangels abgelehnten Anträge aus Konkurs- crörfnung — und 1388 angeordnete Ceschäftsauf- lichten oerösfenllicht. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich aus 1343 bzw. 967. kaufe bemerkbar. Das Hauptinteresse wandte sich wieder dem Ler.ninhanvel zu, wo besonders Montan- und Bankaktien ganz beträchtliche Steigerungen auszuweisen hatten. Die Kurse erhöhten sich gegen den Vortag um 4 bis 6 Proz. Don Bankaktien zogen besonders Darmstädter recht kräftig an. Aich für Elektrowerte waren Steig.rangen zu beobachten, die vielfach hinter denen des Monlan- marktes nicht wesentlich zurücköl eben. Der Anleihemarkt verlehrte ebe falls in freundlicher Stimmung, doch waren hier die Kursveränderungen weniger bedeutend. Der F r e i v e r - kehr hatte eine Steigerung der Hauptwerke um ca 2 Proz. auszuweisen. Man nannte: Decker- kohle 40 Proz., Benz 24 Proz., Drown-Doveri 51 P.oz., Deutsch: Petroleum 50 Prvz., Growag 40 Proz., Ülfra 52,75 Proz. Auch Pfandbriefe zeigten eine recht feste Haltung. Im weiteren Verlause erfuhr das Geschäft eine erneute Belebung, und die Kassa-Aotierungen waren gegenüber den Anfangskurf en noch beträchtlich höher. Am Geldmark ist TageSgeld weiter äußerst flüssig (7 Proz.). Monatsgckd 9 bezw. 10 Proz. je nach Adresse. Im internationalen D e v i s e n v e r t e h r verzeichnete Paris eine ausfällige Erholung auf 124,75 gegen London (gestern 126). Mark und Pfund sind unverändert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Berlin, 7. Ian. Festere Kursmeldungen von den amerikanischen Börsen gaben gestern am späten (Nachmittag den Berliner Produktenpreisen eine Bewegung nach oben. Heute mittag meldete auch Liverpool etwas gebesserte An- fangdnotierungen, so daß am Lokomarkt speziell für Weizen etwas größeres Interesse sich zeigte, Die Exporteure wie auch die Mühlen beobachteten in vermehrtem Maße Ausnahmeneigung, doch mangelte es an greifbarem Material, so daß nur wenige Umsätze stattfanden. Lokomarkt sehr ruh'.g und eher schwächer. Am Terminmarkt eröffnete Weizen per März sowie Mai je eine halbe Mark höher, während (Roggen per Frühjahrsmonate 1 Mark schwächer tourte. Mehl still, da die Forderungen zu hoch gehalten bleiben, Hafer und Gerste sehr ruhig auf Futtermittel ohne größere Veränderungen. Es notierten pro 1000 Kg.: Weizen, märk., 250 bis 256, J'tFmn., 250 bis 256, Weizen, März, 276.5, Weizen, Mai, 282.5 bis 281.5, wärt., 148 bis 155, (Roggen, pomm., 155, "Roggen, März. 181.5 bis 180.5, Mai, 190.5 bis 189.5, Gerste, märk., ... 214, Futtergerste 156 bis 170, Hafer, märk., 162 biZ 173; für je 100 Kg.: Weizenmehl: 33.25 bis 36.75, Roggenmehl 23 bis 24.75, Weizenkleie 11.4 bis 11.6, Roggenkleie 9.75 bi« 10.25, Viktoriaerbsen 26 bis 33, kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbsen 20 bis 21, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22, Wicken 20 bis 23, Lupinen, blau, 12 bis 12.5, Lupinen, gelb, 12 bis 14.5. Seradelle 16 bis 19. Rapskuchen 15.25 bis 15.5, Leinkuchen 23.6 bi« 23.8, Trockenschnitzel 8.3 bis 8.4. Torfmelasse 20.9 bis 21, Kartoffelflocken 8.2 bis 8.4. Soya- Schrot 15 bis 15.5. * Zu r Liquidation des Richard' Kahn-Konzerns. Wie dem D. 5). D. von offizieller Seite mitgeteilt wird, ist die beantragte Ge- jchäftoaufficht heute über die nachstehenden Firmen angeordnet morden: Richard Kahn, K. m. b. H., Stock, Motorpflug-AttiengeseUschaft, AWG. Allgemeine Werkzeug-Maschinen-Gesellschaft A.-G., Deutsche Niles-Werke A.-G.. Riebe-Werke A.-K., Richard Kahn 21.’®., Stock Motorrad 21.*®., Forster 8- Schultz, ®. m. b. £)., nachdem die Verhängung über die Firmen Maschinenfabrik Podeus 9L-($L, Perkeo A.-G. für Schaumlöschoerfahren, Schnell- pressensabrik 21.-(9., .Heidelberg, Vereinigten Fabriken C. Maquet 2l.-G., Heidelberg und Maschinen- tabrik A.-(9. Geislingen schon vordem erfolgt war. änt übrigen nehmen die Sanierungsoerhandlungen, die sofort nach Beantragung der Geschästs- aussicht Ende November aufgenomen worden sind, einen erfolgversprechenden Verlauf. Börsenkurse. Gießen faßte nach längeren Verhandlungen e i n- stimmig folgende Entschließung: „Die heute int Hotel Hovseld, Gießen, statt- findende Vertrauensmännerversammlung des Hess. L.mdbunde- des Kreises Gießen erklärt, daß die gesamte Landwirtschaft des Kreises G i e ß e n i n bezug a u f j h re st e u e r l i ch e n Leistungen am Ende ihrer Kräfte angelangt ist. Die auf ihr lastenden Steuern find derartig druckend, daß sie weiterhin nicht mehr aufgebracht werden können. Wir sind deshalb gezwungen, die Zahlungen einzu st eilen, wenn nicht alsbald eine bedeutende Erleichterung der Steuerlasten eintritt. Wir fordern deshalb von unseren und den dem Bauernstand freundlich gegenuberstehenden Abgeordneten, im Hessischen Landtag mit allen Kräften dafür einzutreten, daß mit durchgreifenden Einschränkungen aller seither im Nebermaß getätigten Ausgaben im hessischen Staatshaushalt der ungeheuren Verschwendung des Nationalvermögens Einhalt geboten wird, damit der furchtbare Steuerdruck ein Ende nimmt. Die Lage des Dauernstandes ist eine verzweifelte. Tritt nicht in aller Kurze eine bedeutende (Ermäßigung der Lasten ein, so sind mir gezwungen, zur Selbsthilfe zu greifen. Ist die Regierung nicht gewillt, einschneidende Sparmaßnahmen zu ergreifen und uns die geforderte Erleichterung zu 'verschaffen, so wird sie dafür verantwortlich zu machen sein, wenn der Bestand unseres Hessen- Büchertisch. „Kalender der deutschen Jugend." Es handelt sich hier um ein älniversalworkchert und Schahkästlein, das unserer deutschen Jugend nottut. Bei einem Umfang von 372 Seiten, mit nicht weniger als 450 Illustrationen, bringt der Kalender der deutschen Jugend soviel be£ Wissenswerten und Unterhaltenden, daß eS unmöglich ist, an dieser Stelle auch nur einiges Wesentliches hervorzuheben. Don ganz besonderer Bedeutung ist es, daß die Jugend in jeder Zeile, ganz gleich, ob es sich um belehrende oder unterhaltende Artikel händelt, gezwungen ist, immer wieder nachzudenken, wodurch die Beobachtungsgabe ungemein geschärft wird. Dieses wertvolle Werkchen den Kindern in die Hand zu geben, muß Pflicht aller Eltern und Erzieher sein. Don diesem Kalender ist die Ausgabe für 1926 vor kurzem erschienen. (Verlag: äl. E. Sebald. Graphische Kunst- und Verlags-A.-G., Dürnberg. Preis Mark 1,80.) Cs erfdyien je eine Ausga^ für Knaben und Mädchen. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. — „Der Alpenfreund", ilL Halbmonatsschrift für Reise und Touristik (Preis des Einzelheftes 80 Pf., im Quartal 4 Mk.). Alpen- freund-Derkag A. G. München. Irn Weihnachtsheft der bekannten Zeitschrift wechseln Emst und Frohfinn in bunter Folge - es seien nur der nachdenkliche Fahrtbericht „Die Zahl 13" von A. Ertl, die köstliche Erzählung „Das Gipfelbuch" von A. Schmitt und das fchöne Märchen „Der Almriese" von M K. Böttcher besonders hervorgehoben. Hervorragende Graphiker haben Beiträge gebracht und so eine ganz besondere Weihnachtsgabe für jeden Alpenfreund geschaffen. dem 1350 Einwohner zählenden Kirchspiel Qber- Widdersheim mit dem Filial Borsdorf sind im vergangenen Jahre folgende kirchliche Amtshandlungen voll- ' oflen worden: Getauft wurden 25 Kinder (Ober- Widders beim 16. Borsdorf 9); Trauungen fanden 9 statt (6 und 3), Beerdigungen 17 (12 und 5): [onfirmiert wurden 23 Kinder (18 und 5). 'Sie Teilnahme am heiligen Abendmahl war eine zahlreiche: es ersch'.enen in Ober-Widdersheirn bei etwa 600 Abendmahlsberechtigten 710 und und in DorSdorf bei etwa 300 Erwachsenen 531 Personen am Tisch des Herrn. Der Kirch en- besuch aber berechnet sich leider in Ober-Wid» tersheim nur auf 133 Prozent der erwachsenen Gemeindeglieder und in Borsdorf auf 31,2 Proz. An Kollekten und Opfern gingen ein 1032 Mark, nämlich 699 Mark in Ober-Widders- beim und 333 Mark in DorSdorf. Zu dem seit dem ReformationSfest neu eingefuhrten Kinder- gottesdienst kommen die Kinder sehr zahlreich und mit großer Freudigkeit. Da es gelungen ist. durch freiwillige Spenden die Mittel für die Einrichtung von elektrischem Licht im Konsirman- 'jcnfaal aufzubringen, konnten seit 'November alte 14 Tage Frauenabende veranstaltet werden, die ebenfalls sehr gerne und .Zahlreich besucht werden. Leider erweist sich dabei der Konfir- mandenfaal als zu klein. Frankfurter Börse. lEigener Drahtberichi Oes ..Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M. 8. Ian. Tendenz: Hausse. — Die äußerst feste Haltung der geftri- #jen Abendbörse übertrug sich auch auf den heutigen Mittagsverkehr und entwickelte sich zu einer ausgesprochenen Hausse. Die Nachrichten von der Gründung einer deutsch- amerikanischen Finanzierungs-Gesellschaft förderte die plmsatztätigkeit in ganz besonderem Maße, wozu auch noch die außergewöhnlich günstige Entwicklung der Börse ngeldmarktlage beitrug. Ferner machten sich in größerem Umfange AuSland- Bochuiner Aoh ...... BnderuS Caro Druklch-Lurrmbnrg ..... (Mfennrcbmcv tkratoetfe . ßatpener Bergbau ..... .«amoerft «schrrttteben.... Kaliwerk Westeregeln. . . « . ilaurabüite . ...... Oberbedarf Phönix Äcrgbau Rhein,tadl Nie deck Worrtan ...... lelluü Bergbau. ..... Hanidurg'Amcrtkn Paket. . . Norddeutscher Moua . . , Lheramtschc Werke Albtn . - | Zementwerk Heidelberg . . I Philipp HoUmunn .....| Änglo-Lonk-iJaano..... Badische Anilin ....... i Cbemische Maver «lovtn . . Goldschmidt ..... rotte1-; eimer Electron .... t'ocbfttr Farbwerte...... voljverkohlung . ...... NülgerSwerke Echetdeanstalt ....... «llg. SUtautttiMMdWbaft -oergmaim ...... TZohihaftwate ........ Schucken . . einmal A ©attfc .... Sdlerwrrke ötleyer ...... Daimler Motoren . venligenftoedk Meautn........... Motorenwerke Mann beim ffranfhirtn Armanrna . . «onserornsobrik Brann . . Merallaesell chatt ffrankkun . Pet Union ...... Schub'abrik Herr . . .... Sichel .......... Hcllftoff valddof ..... Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik öagbäufd . . . Frankfurt a.M. Berlin Sajiu Kur, Sdnul;» r Änfana Tiftt n: | i. | 8 1. 7. 1. 8 t 5®7> Deutsche RciLSanleibe 4°,'n Deutsche MichSanleiye . 1.2112 0.210 0,21 0,2125 0 2525 B'/te/n Druuchc Ncichsanleih« —*• — 0 22 0.2575 2fln Deutsche ->ieich<«cmlribe 0.2R - 0.3 Deutsche Svarprämirnanleihe 0.11 0.11 _ 4°/o Preußische «tonsotS • . U 217 0.26 Prisen ...... 0 23 — 0.23 Hessen......... — — 0 16 _ 3% Hessen.......... — ___ O,2!l» Deutsche Wend. Dollar-Snl. 90 25 91,75 _ dto. Doll.-Schatz-Antreisva.*) 98.8 98,6 —- <®/o Zoll türken........ — 8 — 5% Goldmcrikaner ... . —- 45.5 Berliner Hanveldaesellschask Commerz- und Pnoat-Bank 141.5 97* 142,7* - 134 7* 97* 40* 07.25* Danns,, und Naitonalbank 102.5* IW 105,4* Deutlchc Bank. ..... IOK* 107,6* 107 5* Deutsche BereinSbank .... 59 Diüconto Commandit 108,5’ 106* 105* 105,2* 'JfZefallbnnf......... Mitteldeutsche Lredttbank. 93 y 9 9<„V Oesterreichische Kreditanstalt ->,13 - 6.12 (i Weltbank ........ 0,1*3 _ 7 Jan. 8 Jan. Ämkliche Noti rutta v Amtliche Notiermia meld Prict lSeld Brief «mil.-choit 168,6» 169,116 168 6. 169,08 «uni..Airei> 1.738 1.42 1.737 1,711 Brss-Antw 19,03 19.07 19 (135 19,075 vhristiania 85, 2 85 43 85.51 85.73 Kopenhagen 103,1(1 104,16 104.51 104.67 Stockholm . 112,116 112,64 112,311 112,07 Helsingfors 10,547 10,587 10 55 10,59 Italien. . U! 945 16,985 16,945 16,085 London. . 20,351 20.401 40,349 20.39) Neuyork . . 1,195 4,21.5 4.195 4.20 PariS. - . 16.145 16,185 16 19 II ,23 Schwei, . . 81,075 81.275 Hl 114 81.24 Spanien . 59,23 59.37 59,2« 69,42 Japan . . . i,8tZ 1,826 1,827 1.831 Rio de Ian 0.625 9.027 0 617 1.619 Wien in D-> CefL abßcft 59.13 «1,27 Ö9.I0 69,24 Prag .... 12.418 12.458 12,418 12.458 yeljtab . . 7,435 7,455 7,425 7,445 Budapest. . 5, «75 »,89i 3.871 □ .891 Buloaricn 2,9 5 f.(U)5 2,975 2,985 LRabon 21,1105 1.355 21 305 21,855 Dan;!». . 80.70 X0.90 80 70 80.91 .♦tonff ntin. 1,21-5 2,245 2.235 2,243 Athen 5.59 ü ft 5 59 561 Lanada. . <19 1-20 4 19 4,20 Uruguay i,30- 4.315 4.305 4.315 Berlin. 7 Ian Geld Briet Amerikanische Note»..... Belgische Noten ...... Dänische Noten ....... Englische Noten........ französische Noten ...... Holländische Noten ..... Atallcntsche Noten...... Norwegische Noten...... ®eBlrä.OcftctT. »100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweiler Noten....... Spanische Roten....... Tschechoslowakische Noten .. Uno arische Noten....... • ,19» 18 95 tOd.71 20.313 16,11 108.28 16 93 85.06 58.95 112,19 81,00 M.08 . 392 5,83 4.216 19 U5 101,2i 30,412 1» 10 16«.12 17.0.3 85 48 69,27. 112,70 81.40 5» 83 12.462 5.87 Herrenhalbschuhe Tanz- u. Gesellschaftsschuhe Neueröffnet:Wetzlar Würsbur« Aachaffenborg Lahnstr. 37 Markt 10 Landlngetraße 6 95 Damenstiefel Bo5™o°nd £95 verschiedene Ausfuhr., gute ea Qual., Restposten Gr. 36—38 “ 95 Herrenstiefel mit Lack- Q95 l/nnno beQuemeForm,gutes gl 95 Damen-Kamelhaarstöff- 425 Hausschuhe I 95 Kräftige Kinderstiefel Q95 Größe 27-30 8.40, Größe 31-35 U Leder-Kinderstiefel 4 95 Ledersohle. Absatzfleck Größe 20-22 1 Damen braun Boxk.-Spang.-Q95 Raheienarbelt, gutes M OChUhe babrikat U Damen-Spangenschuhe £95 mit 1 oder 2 Spangen, mod. fl Formen Lack- u. 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