Nr. 183 Erstes Blatt 176. Jahrgang Samstag, 7. August 1926 er|d) eint täglich,außer Sonntags und feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Äoeats-Beingipreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. ternfprechanschlüsse: chriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: KranftuN am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühl'fche Univerfiläts-Vuch- und Sletndruckerei B. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Seschäftrftelle: Schulittatze L Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe • für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20v/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An» zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Die Abrüstungsnomödie. AlS vor einigen Wochen der militärische Unterausschuß der vorbereitenden Abrüstungskonferenz — der Rame ist immer noch länger, als alles, was dieser Ausschuh an Vernünftigem bisher zutage gefördert hat — seine Arbeit durch eine längere Pause unterbrach, hatte er sich mitsamt der ganzen Konferenz bereits zum Gespött der Welt g. macht. Er hatte den geradezu verblüffenden Entschluh gefaßt, dah man bei dem Heer in einem Lande mit allgemeiner Wehrpflicht weder die in der Ausbildung begriffenen noch die nach der Ausbildung zur Reserve entlassenen Mannschaften als für Kriegszwecke vorhanden mitrechnen dürfe. Das würde bei einem Heer von rund 800 000 Mann wie das französische weniger als 100 000 Mann übrig lassen, die als sofort verwendbare Truppen zu betrachten wären, denn nach Angabe der französischen Offiziere wären bei ISmonatiger Dienstzeit eigentlich immer nur die Überetats-' mähigen und ausbildenden Kräfte als voll anzusehen. Das würde weiter bedeuten, dah nach französischer Anschauung ihr eigene-5 Heer von 800 000 Mann schwächer a ls die deutsche Reichswehr von 100 00 Mann ist. Man kann sich nut wundern, dah die Kommission dabei ihren Ernst bewahrt hat und nicht auf eine derartige Unverschämtheit mit lautem Gelächter geantwortet hat Um das Mah voll au machen, beschloh man damals auch, aus einen französischen Vorschlag hin, dah feste uniformierte Organisationen, wie z. D. die Zollgrenzwächter. Oberförster unt> Förster, die Polizei usw. a l s Dolltruppe für den Kriegsfall zu rechnen sei, nicht aber militärisch voll ausgebildete Jugendorganisationen. Das heißt wiederum, dah der deutsche Der- kehrspolizist, der an einer Straßenecke durch mul- lernde Armbewegungen den Verkehr lenkt, obwohl er gar keine militärische Ausbildung erhalteft hat, als richtiger Soldat mitgerechnet werden muh, während die durchweg gut gedrillten auch im Schießen geübten Studenten und Zöglinge der höheren Schulen in Frankreich als ni cht vorhanden zu betrachten sind. Run hat diese schöne Kommission vor einigen Tagen ihre segensreiche Tätigkeit wieder ausgenommen und ein rundes halbes Dutzend Sitzungen abgehalten. Von neuem beschäftigte man sich mit der Frage, was man unter offensiver und defensiver Rüstung zu verstehen habe. Die einzige vernünftige Ansicht äußerten die Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika, die da erklärten, nur der technische Standpunkt könne ausschlaggebend sein, das heißt, als defensiv seien Festungen, Forts. Panzerturme usw. an den Grenzen, an der Küste und tm Inland anzuschcn, als offensiv alle beweglichen Kampfmittel jeglicher Art. Eine solche Unterscheidung ist klar und deutlich und erinög-, licht es, mit Leichtigkeit festzustellen, in welchem Maße die Rüstung eines Landes als vorwiegend defensiv oder offensiv zu bewerten ist. Gegen diese Auffassung wehrten sich die Franzosen mit ihrem polnisch-ischechisch-slowakisch- rumänifchem Anhang verzweifelt. Das hat feinen guten Grund. Wenn man überhaupt abrüsten will, so muß man den Hebel dort ansehen, wo man in großem Maße die vorhandenen Streitkräfte wirklich in erheblichem Umfange vermindern kann. Don diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, würde sich unter Vergleich mit dem völlig abgerüsteten und enttoeffneten Deutschland zum Beispiel das französische Heer ebenfalls eine Herabsetzung auf ungefähr 100 000 Mann gefallen lassen müssen; Hand in Hand damit könnte und müßte sich bann, gleichfalls nach deutschem Vorgang, die Zerstörung aller Fabriken, Werkstätten usw. anschließen, die Kriegsmaterial über den Bedarf eines Heeres von 100 000 Mann Herstellen. Das wäre eine w irkliche Abrüstung, wie sie die Amerikaner meinen, und wie sie auch im Friedensvertrag von Versailles unter ausdrücklichem Hinweis auf t>en von Deutschland zu machenden Anfang in Aussicht gestellt ist. Daß die französischen Generale und Stabsoffiziere in Genf von solchen Vorschlägen nichts wissen wollen, kann man ihnen nachfühlen. Deswegen beantragten sie einen Zusatz, wonach bei Beurteilung des Rüstungsgrades eines Landes auch dessen internationale Verpflichtungen zu berücksichtigen seien. Wenn sie noch statt Verpflichtungen die Worte „geographische Lage" gesetzt hätten, dann könnte man sagen, daß in dem Antrag Sinn und Verstand liegt. Aber davor haben sie sich sehr gehütst. denn sie hätten damit zugleich die von Deutschland für sich geltendgemachte gefährliche Lage im Herzen Europas mit Grenzen an allen Seiten bestätigt. Was sie mit internationalen Verpflichtungen meinen, sind einfach militärische Bündnisse, in erster Linie die mit Polen und der Tschechoslowakei, die sich wiederum gegen Deutschland richten. Daß die Amerikaner über diese Durchkreuzung ihrer Absichten arg verschnupft sind, wie aus Genf gemeldet wird, ist kein Wunder. Wohl aber ist es ein großes und völlig unbegreifliches Wunder, daß der französische Antrag mit sieben Stimmen bei elf Stimmenthaltungen angenommen werden konnte. Es entzieht sich vorläufig noch unserer Kenntnis, aus welchem Grunde sich diese elf Staate«, darunter an der Spitze Amerika, so enthaltsam gezeigt haben. Fürchtete man vielleicht durch die Ablehnung des französischen Antrages, gleich die ganze Konferenz zu sprengen? Das wäre unseres Erachtens noch viel besser und würdiger gewesen Das Handelsprovisorium mit Frankreich Nach monatelangen Verhandlungen ist es gelungen, ein neues Handelsprooisorium mit Frankreich abzuschließen, das für sechs Monate gelten soll. Das Gesamturteil über das Abkommen ist in Deutschland im allgemeinen günstig, wenn auch noch eine ganze Reihe von Fragen offen gelaßen wurden, über die eine Einigung noch nicht zu erzielen war. Obwohl man in amtlichen deutschen Kreisen das Abkommen nicht ungünstig beurteilt, ist man doch nicht allzu optimistisch, denn bei den endgültigen Vertragsverhandlungen sind noch große Schwierigkeiten zu überwinden, besonders muß über die leidige Weinfrage, über die man sich bisher nicht einigen konnte, eine Ent- scheidung getroffen werden. Von amtlicher Seite wird daher vor einem übertriebenen Optimismus, der bereits nach De- tanntroerben des Abkommens von verschiedenen Kreisen zur Schau getragen wurde, gewarnt. Die deutschen Unterhändler haben aber einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Forderungen durchsetzen können, was natürlich nicht ohne Zugeständnisse von deutscher Seite zu erreichen war. Sowohl die deutsche Landwirtschaft als auch die deutsche 9 n b u ft r i e haben einen großen Teil ihrer Wünsche nicht burchsetzen können, so baß weder die Landwirtschaft noch die Industrie behaupten können, das Abkommen sei auf ihre Kosten zustande gekommen. Die bereits lautgeworbenen Beschwer- ben lanbwirtschaftlicher Kreise bürsten daher nicht so ernst zu nehmen fein, wie sie klingen. Die Land- mirtfdiaft muß sich bamit tröffen, baß auch verschie- bene 9nbuftrien, befonbers bie Textilinbnstrie, bei bem Abkommen nicht gut weggekommen sinb. Einzelheiten des Vertrags. Berlin, 7. Aug. (TLI.) Zu dem deutsch» flanzösischen Handelsprovisorium erfährt man noch folgende Einzelheiten: In dem Abkommen ist ungefähr die Hälfte der Fragen geregelt, die in den fast zweijährigen Verhandlungen zur Sprache gekommen sind. Es ist das erste Abkommen, das auf Grund des Ermächtigungsgesetzes -um Abschluß von Handelsverträgen zustande gekommen ist. Es wird am Montagabend im Reichsanzeiger veröffentlicht und dann den gesetzgebenden Körperschaften, dem Reichsrat und den Reichsrats- ausfchüssen. zugeleitet werden, so daß, wenn nicht besondere Schwierigkeiten eintreten, das Abkommen am 2 0. August in Kraft treten kann. Das Provisorium gilt auf sechs Monate. Wichtig ist in dem Abkommen eine gewisse automatische Sicherung gegen französische Zollerhöhung. Danach können die französischen Zölle um 10 Prozent nur dann erhöht werden, wenn der französische Großhandelsindex eine Steigerung um 30 Proz. aufweist, und um 20 Proz., wenn der Index eine Steigerung um 50 Proz. aufweist. Geregelt sind ferner Fragen des Reiseverkehrs und der Riederlassung auf der Grundlage der Meistbegünstigung. Die Zulassung von Aktiengesellschaften, soweit diese überhaupt erforderlich ist, geschieht vollkommen paritätisch. Aus wirtschaftlichen Gründen dürfen solche Zulassungen nicht abgelehnt werden. Für die französische Mandatsgebiete gelten, mit Ausnahme der Kolonien Marokko und Indochina, dieselben Abmachungen wie mit dem Mutterlande. In Kolonien mit eigenen Zolltarifen genießt Deutschland die Meistbegünstigung. In der Rieder- lassungssrage konnte Endgültiges nicht abgemacht werden. Deutschland hat sich mit der Zusage des möglichsten Wohlwollens begnügt. Es ist aber fein Zweifel darüber gelassen worden, daß dieser Zustand nur während der sechs Monate des Provisoriums erträglich ist. Auch auf dem Gebiete der konsularischen Vertretungen besteht die Meistbegünstigung. Deutsche Generalkonsulate sind für Marseille und Algier, ein Konsulat für L e Havre vorgesehen. Die deutsche Delegation glaubt, die Interessen der deutschen Landwirtschaft und Industrie audbalanciert zu haben. Die französischen Wünsche auf Zulassung von Wein und Aepfeln sind nicht durchgedrungen. Für die Einfuhr französischer Weine und Aepfel gilt also der autonome deutsche Zolltarif. Eine Aeuherung Bokanowskis. Paris, 6. Aug. (Wolff.) Handeisminister BokanowIkt hat anläßlich des Abschlusses des deutsch-französischen Handelsabkommens sich einem Vertreter des „Petit Parcsien" gegenüber dahin geäußert, daß die Ursache deS Zögerns auf deutscher Seite während der in langen Monaten geführten Verhandlungen in der Unstabilität der französischen Währung und in der wachsenden Entwertung deS Franken beruht habe. Weil sich Frankreich aus dem Wege der Währungsstabilisierung befinde, seren sehr viele Hrn- dernisse, die der Unterzeichnung entgegengestandere hätten, verschwunden. Eines der Hauptergebnisse sei die Tatsache, daß das Abkommen dem Wunsch der Pazifierung Europas Zeugnis ablege, und daß es den Beginn besserer Beziehungen zwischen den beiden ehemals feindlrchen Staaten darsteUe. Pariser Pressestimmen. Paris, 7. Aug. (SH.) Der „Temps" schreibt zu dem Abschluß des deutsch-französischen Handelsprovisoriums, dah das Abkommen das Vorspiel zu einer Gesamtregelung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland bedeute. Der Vertrag sei ein Anfang, von dem man eine glückliche Entwicklung der Beziehungen beider Länder und einen Ausgangspunkt für eine Ordnung der wirtschaftlichen Interessen Deutschlands und Frankreichs erwarten könne, und von dem man in Frankreich wie in Deutschland die besten Resultate für die Befestigung des Friedens im Westen erhoffe. Der „Temps" erinnert an die Erklärungen, die Driand dem Vertreter der „Reuen Freien Presse" gegenüber gemacht hat, und fährt fort, daß die Absichten des französischen Außenministers von dem aufrichtigen Geiste der Eintracht und deS Friedens getragen seien. Aber es hänge nicht allein von Frankreich ab, ob diese Politik der Entspannung heilsame Wirkungen erziele. Es sei erforderlich, daß Deutschland mit derselben Aufrichtigkeit antworte, und daß es nicht versuche, aus der Politik von Locarno sofortige vorteile zu ziehen. Die Andeutungen der letzten Tagen liehen vermuten, daß Deutschland aus seiner Zulassung zum Völkerbund und aus der Politik der Annäherung die Gelegenheit zu einem Kuhhandel herleiten wolle, die man nur schwer als das Anzeichen eines guten Willens auslegen könne. Cs hänge jetzt von Deutschland ab, den Beweis des Geistes der Versöhnung und der Aufrichtigkeit um des Friedens willen zu geben. Der „Gaulois" schreibt: Das provisorische Abkommen sichere Deutschland beträchtliche Vorteile, da Deutschland in Frankreich Gemüse und Früchte kaufen und die Mehrzahl seiner Manu- fatturtoaren in Frankreich absehen könne. Was jedoch in der amtlichen Inhaltsangabe über das Handelsabkommen nicht ausdrücklich hervorge- hvben toorben sei, sei, daß die deutschen Staatsangehörigen, die deutschen Handelshäuser und die deutschen Handelsgeschäfte sich in Frankreich, seinen Kolonien und den Mandats- und Protektoratsländern mit dem gleichen Recht wie die französischen (Staatsangehörigen, wie vor 1914, niederlassen könnten. Allerdings genieße der französische Staatsbürger, der französische Handel und die französische Industrie desselben Vorrechte in Deutschland, aber es bedeute dies keine Gleichheit, denn die französische Expansion fei weit weniger machtvoll als bie deutsche. Soviel Liberalismus, wie man beim Abschluß des Handelsabkommens bewiesen habe, werde hoffentlich die Legende zunichte machen, die darauf abziele, Frankreich und die französische Regierung der Gegenwart als unfähig darzustellen, sich einer Politik des wirtschaftlichen Ausbaues in Europa, inspiriert vom Geiste der Versöhnung und von Geiste von Locarno, anzuschließen. Eine nahe Zukunft werde lehren, was der französische Handel und die französische Industrie bei diesem Abkommen, das, wie alle derartigen Verträge nur einen Teil befriedigen könne, zu gewinnen oder zu verlieren habe. Das Wirtschaftsblatt „3ournce Industrielle" bedauert, dah eine Anzahl wichtiger Kategorien in dem Vertrag noch nicht geregelt worden sei, so vor allem, was Frankreich interessiere, Wein, Wolle, Baumwolle und Eisen. als das Possenspiel, das man nun den Franzosen und ihren Trabanten vor aller Welt aufzuführen abermals erlaubt. Die Herbstmanöver der Reichswehr. WSN. Mergentheim, 6. 2lug. Die Herbstmanöver der Reichswehr, die im württembergifch- badisch-bayrischen Grenzgebiet abgehalten werden, gehen diesmal über den seit 1918 üblichen Rahmen eines Divisionsmanöoers hinaus. Die Hebungen der 5. Division (Stuttgart), zu der auch basJ.-R. 15 in Gießen gehört, finden im Raume Adcglsheim— Tauberbischofsheim — Mergentheim — Künzelsau statt. Die 7. Division wird ihre Hebungen voraussichtlich zwischen Würzburg und Mergentheim abhalten. Die Hebungen werden sich also zu einem guten Teil auf dem Gelände abspielen, auf dem im Fahre 1909 die Kaisermanöver zur Durchführung tarnen. Damals waren an den Hebungen aber fünf Armeekorps beteiligt, heute werden es nur zwei Divisionen fein. Die Divisionsmanöoer sind vom 13. bis 15. September. 21m 16. September ist wahrscheinlich Ruhetag. Vom 17. bis 21. September find bann die Gruppenmanöver der 5. und 7. Division. # Erhöhte Rüstungsausgaben in Rußland. Moskau, 6. Aug. (TU.) Die Sowjetregierung hat bei dem Zentralvollzugsausschuh der Sowjetunion ein Gcsehprojekt über die Erhöhung der Ausgaben für Heer und Flotte eingebracht. Die Regierung weist auf die politische Lage hin und verlangt in diesem Zusammenhang das im Haushaltsplan für das Kriegskommistariat vorgesehene Budget um 30 Prozent zu erhöhen. Das Präsidium des Zentral- vollzugsausschuftes der Sowjetunion hat nunmehr das Projekt angenommen und gleichzeitig die beabsichtigte Kürzung der Militärdienst- z e i t auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Tagung des deutschen Einzelhandels. Aus der heutigen Sitzung des deutschen Einzelhandels in Düsseldorf sprach Oberregie- rungSrat Dr. Tiburtius über die allgcme;ne Wirtschaftslage und die Aufgaben des Einzelhandels. Der Redner schilderte zuerst die noch immer grohe Arbeitslosigkeit und ging sodann auf die Zusammenbrüche, Konkurse und Stilllegungen des Einzelhandels und der Industrie ein. In der letzten Zeit hab? sich die Wirtschaftslage allerdings etwas gebeffert. Auch sonst sei, gerade für den Einzelhandel, besonders durch eine Entspannung des Kreditmarktes und die Herabsetzung der Zinslasten eine Besser ing ein- getreten. Der Redner kam zu dem Schluß, daß tatsächlich in den letzten Monaten d e Wnt- schastslinie eine ansteigende Richtung eingeschtz,- gen habe. Trotz aller Bemühungen, die teilweise schon guten Ersolg gezeitigt hätten, müsse der Einzelhandel hauptsächlich auf sich selbst steheu. vor allem könne eine Belebung de Kaufkraft dem Einzelhandel eine weitere gute Entwicklung sichern. Staatssekretär z. D. Pros. Dr. Hirsch, Berlin, sprach über „Deutsche und amerikanische A b s a h m e t h o d e". Trotz bet ta- bitalifierten Wirtschastsbildung sei in allen Fällen auch ein Anwachsen des Cinzelhand >s zu bemerken. Man könne auf Grund Oe* Entwick'ung der Kriegs- und Rachkriegszeit eine Ent wie! lungslinie feststellen, die auch heute noch nicht verschwunden fei. Zuerst die amtliche Rationierung und Preisbildung in der Kriegs- und Rachkriegszeit, die auch heute durch private Za- fuhrwirtschaft und Kartelle aufrecht erhal'ea geblieben fei. Weiter das Anwachsen der Händler in der Kriegs- und Rachkriegszeit bei verhältnismäßig geringer werdender Ware. Ein Bild, das augenblicklich wiedereingeführt sei, sodann das Wachsen des Kreditgeschäftes mit den Banken in dem Verhältnis der Kriegszeit und Inflation zur Stabilisierungskrise und schließlich der Unterschied in der Kundenwerbung: in der Inflation wenig Verkäufer und viel Kunden und in der Stabilisierungskrise wenig Kunden und sehr viel mebj Verkäufer. Im zweiten Teil seines Vortrages schilderte Prof. Hirsch die amerikanische Entwicklung, die große Organisation der Versand- und Warenhäuser, die amerikanischen Einheitspr ise und vor allem das Kredit- und Teilzahlungsgeschäft. Er erwähnte, dah derartige Möglichkeiten zum größten Teil nur in Amerika vorlägen, wo ein großer Teil des gesamten Absatzes auf Abzahlun' ftatt- finden, auf der anderen Seite die Kaufkraft aber schon deswegen viel größer sei, weil die Löhne der Angestellten und Arbeiter durchschnittlich die 2'/2fache Kaufkraft der europäischen Gehälter hätten. Dabei fei gerade der Aufbau bei Kredit-- und Teilzahlungsgeschäften so gering, daß er oft nicht 1 Prozent betrage, während schon beispielsweise der Automobilhandel zirka 75 Prozent seiner Ware auf Abzahlung verkaufe. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bei größter Billigkeit, größeren Leistungen und größerer Anpassung an di e Kaufkraft werde den Einzelhandel wieder in die Höhe bringen. Die deutsche Minderheit in Polen. Danzig, 6. August. (TH.) Die Abgeordneten der Deutschen Vereinigung in Polen haben im Sejm eine Interpellation eingebracht, in der sie die Aufhebung des Gesetzes der preußischen Regierung vom 11. Dezember 1918 und des Reichsgesetzes vom 11. August 1919 über die Beschaffung von Siedlungsland verlangen. In den beiden Gesetzen, die der Förderung der inneren Kolonisation gelten, wurde beabsichtigt, den Kriegsteilnehmern und Kriegsinoa- liden, die der Landwirtschaft entstammen, Gelegenheit zu neben, sich auf dem Lande anzufiedeln. Zu diesem Zwecke wurde dem Reich bzw. Preußen das Vorkaufsrecht auf Grundstücke, die mehr als 25 Hektar umfassen, eingeräumt. Diese beiden Gesetze wurden bei Hebemahine der beiden Provinzen Westpreußen und Posen durch den polni- sä)en Staat grundsätzlich als Ausnahmegesetze gegen bie deutsche Minderheit angewandt. Die meisten Käufer der Grundstücke verlieren ihr Grundstück und erhalten nicht einmal den bezahlten Kaufpreis zurück. Rach dem Vorbild der polnischen Rechtsprechung gegen 4035 Ansiedler mit polnischem Staatsbürgerrecht, aber deutscher Rationalität, die bisher widerrechtlich von ihren Siedlungen vertrieben wurden und bis heute noch in keinem Falle Entschädigung erhalten haben, steht zu befürchten, daß auch weitere deutsche Landwirte zur Räumung ihrer Grundstücke verurteilt und ohne Entschädigung ihres gesamten Vermögens beraubt werden. Die Interpellation fordert neben der Beseitigung des ehemaligen preußischen bzw. deutschen Gesetzes die Anwendung des polnischen Agrargesetzes vom 28. Dezember 1925, nach dem Land für Siedlungszwecke freiwillig oder auf dem Wege der Enteignung zur Verfügung gestellt werden muß. Alle älteren Gesetze mit Ausnahme des deutschen Gesetzes von 1919 find beim Inkrafttreten dieses Agrargesetzes aufgehoben worden. Ferner fordert die Interpellation, alle in dieser Angelegenheit schwebenden Verfahren sofort einzu. stellen und den bereits von dem Gesetz Betroffenen eine angemessene Entschädigung zu gewähren. zu können. Olt Die ZchuldenabKommen. Heftige Widerstände im Parlament. Paris 6. Qlug. (WB.) Wie Havas aus den Wandeigängen der Kammer berichtet, mache sich bei fast allen Fraktionen Widerstand gegen die sofortige Beratung der Frage der Ratifizierung der Schuldenregelungsabkonr- men mit London und Washington bemerkbar, besonders lebhaft bei der Fraktion der Republikanisch-Demokratischen Bereinigung, die heute nachmittag zu dieser Frage Stellung genommen hat und sich gegen die Ratifizierung des Abkommens Berengcr-Mellvn aussprach. Rur ganz bestimmte Vorbehalte würden die Mitglieder eventuell veranlassen formen, für die Ratifizierung zu stimmen, doch hielten sie es für wünschenswert, das; die Frage nach den Ferien vor das Parlament gebracht werde. Im übrigen glaubt die „Liberty" heute abend bereits andeuten zu können, daß über die Frage der Opportunität einer Debatte über die Ratifizierung der Schuldenabkommen auch innerhalb des Kabinetts die Meinungen auseinandergehen, daß man aber hoffe, bis morgen im Ministerrat eine Einigung hergestellt zu Verhandlungen, die 24 Jahre dauerten, könnten also nicht als überstürzt bezeichnet werden. Bemerkenswert ist weiter, daß die englische Rote behauptet, es handle stch um keine wirtschaftliche Uebertragung eines Teiles von Abessinien an eine bestimmte Macht. Sir Austen Chamberlain unterstreicht die Tatsache, daß mit der englischen Anerkennung eines ausschließlich italienischen Wirtschaftseinflusses in West- abessinien und im Gebiet der italienischen Eisenbahnen niemand anders als doch England allein gebunden sei, das als Gegenleistung für die italienischen Zusicherungen über den Tsana-See sich verpflichtet, mit den italienischen Unternehmungen nicht zu konkurrieren uni> Konkurrenten nicht zu unterstützen. Das Schreiben schließt mit der Erklärung, Chamberlain wäre glücklich, in der nächsten Ratstagung diese Versicherung Abessinien gegenüber wiederholen — Wurf, wonach England und Italien eine zu rasche Antwort verlangten. Die Verhandlungeir hätten zwischen Großbritannisn und Abessinien bereits u.ii 18. Märzl902 angefangen und schon damals hat Kaiser Menelik die Konzession des Tsanasees ' icgtand und den Sudan z u g e s a g t. Die vollstrecktes Todesurteil. Der Dienstknecht Albert Veil aus Bietigheim, der im September 1925 seine beiden Reisegefährten aus Furcht vor Verrat ermordet hatte und vom Schwurgericht Stuttgart zum Tode verurteilt worden war, ist heute rüh 5.30 Uhr im Hofe des Landgerichts Stuttgart hingerichtet worden. Wettervoraussage. Meist wolkig, westliche bis nördliche Winde, Temperaturen verhältnismäßig niedrig, nur vereinzelt leichter Regen. Die erwartete Eintrübung des Wetters ist chon eingetreten, da von den britischen Inseln her ein langgestrecktes schmales Tief südöstlich ausgegriffen hat, das längs der Linie Borkum- Baser ganz leichten Regen verursacht. Morgen beherrscht die Rückseitenströmung des Tiefs unser Welter, so daß bei meist westlichen Winden und wolkigem Himmel die Temperaturen verhältnismäßig niedrig liegen und vereinzelt leichter Regen auftritt. haben. Heute nachmittag hat auch die interfraktionelle Gruppe unter der Führung des Abgeordneten Morineaud getagt und dein Ministerpräsidenten Poincar^ mitteilen lassen, daß unter den gegenwärtigen Umständen die Annahme der Abkommen von Washington ernsten Widerständen begegnen wüßten und daß es unerläßlich sei, die Diskussion zu vertagen und den zuständigen Kommissionen die Sorge zu überlassen, die Abkommen ernst und gewissenhaft au prüfen. Ähnliche Schritte beim Ministerpräsidenten sind auch von ariderer Seite unternommen worden. Deshalb hält die Havagagentur es heute abend so gut wie für sicher, daß die Regierung sich gezwungen sehen werde, darauf zu v e r z i ch ° t e n, eine sofortige Entscheidung des Parlamentes zu erhalten, und daß die Kommissionen ihre Arbeiten während der Ferien vornehmer werden, so daß nach Wiederzusammentritt des Parlamentes die Schuldenregelungsfrage zur Debatte kommen könne. DevisenabgQbe für Ausländer in Frankreich. Berlin, 7. Aug. (SIL) Wie die Morgen- blättsr auS Paris melden, hat der sozialistische Abgeordnete Chaftanot einen Antrag einge- bracht, wonach die Ausländer mit hoher Valuta, die in Frankreich Geld einwechfeln, gezwungen werden sollen, eine Karte vorzuzeigen und beim Wechseln ein Fünfter des Unterschiedes zwischen dem Paritätskurs und dem gegenwärtigen Devisenkurs als Abgabe zu entrichten. Der Abgeordnete hofft, auf diese Weise jährlich etwa eine Milliarde Franken Einnahme für den Staat erzielen zu können. Deutschlands koloniale Forderung. Tagung der British Association. London, 6. Aug. (Wolff.) Auf der Tagung der British Association in Oxford teilte der Astronom Professor Turner mit, daß England am 29. Juni des nächsten Jahres eine totale Sonnenfinsternis erleben werd«. Sie werde die erste totale Finsternis seit 1724 sein, und ' ein gleiches Ereignis werde erst wieder in zwei Jahrhunderten eintreten. Darauf eröffnet der Geistliche Edwin Smith die Aussprache der antropologischen und geographischen Abteilung über die Wirkung der europäischen Zivilisation auf afrikanische Gingeborenenrassen. Hierbei kam auch die Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund und die Wirkung dieses Eintritts aus koloniale Probleme zur Sprache. Sir Frederick L u g a r d erklärte, die Zahl derjenigen, die in Deutschland für die Wiederherstellung des deutschen Kolonialreiches eintreten, vergröbere sich. Sie begründeten ihre Forderung damit, daß einer Ration von 60 Millionen nicht der Zutritt zu den Kolonien verweigert werden könne, wenn sie in den Völkerbund eintrete. In den Mandatsgebieten, sagt Lugard weiter, beständen Bestimmungen für die Zulassung fremder Staatsangehöriger, und Deutschland würde dieses Recht in den britischen Mandatsgebieten Afrikas ohne Zweifel erhalten. Es wäre richtig, wenn man geeignete Männer der Wissenschaft aus Deutschland einlade, sich an der englischen Forschungsarbeit in den afrikanischen Kolonien zu beteiligen, denn es sei genügend Raum für diese Zusammenarbeit. Vor kurzem habe eine Konferenz für afrikanische Fragen getagt, zu der 10 Rationen Vertreter entsandt hätten. Auf dieser Konferenz sei man bereits übercingekommen, einen Deutschen zusammen mit dem Franzosen de la Fasse zum D t r e k t o r des Instituts für afrikanische Sprach e n zu ernennen. Abessinien. Chamberlain verteidigt den englisch-italienischen Vertrag. Genf, 7. Aug. (TU.) Das Völkerbunds- fetr:lariat veröffentlicht die Antwort des englischen Außenministeriums auf die Zuschrift des Sekretariats vom 22. Juli, worin die abessinische Beschwerde über den englisch-italienischen Vertrag über den Tsana-See behandelt wird. In dem Schreiben wird zunächst die ganze Angelegenheit für ein Mißverständnis erklärt. Weiter heißt e3, daß England und Italien keinen Zwang beabsichtigen. Sie Lrakttschen Arbeiten seien für alle drei T c i l e nützlich. Abessinien bleibe aus alle Fä.le volle Entscheidungsfreiheit. Der bri.ische Geschäftsträger habe am 14. Juli den tel. graphischen Auftrag erhalten, diese Erklärung dem Kronprinzen Tafari mitzuteilen. Ferner widerlegt das Schreiben den abessinischen Dormelden, dah im Parterre der Versuch gemacht worden sei, durch Stinkbomben die Vorstellung zu stören. Der Text des Lustspiels war stark von den Derbheiten des Originals gereinigt: Nie Aufführung. die im wesentlichen nicht von dem Ensemble der Etefster-Bühne, sondern von Gästen bestritten wurde, war anerkennenswert. Das Publikum war sehr beifallsfreudig. Kommunalwirtschaftliche Tagung in Wien. Unter Beteiligung hervorragender Kommunalpolitiker aus Deutschland, Oesterreich- Ungarn und dem deutschen Gebiete der Tschechoslowakei hält der Verein für Kommunal- wirtschaft und Kommunalpolitik e.V. am 12. und 13. September d. I. in Wien feine diesjährige Tagung ab. In der Tagesordnung sind vorgesehen: ein Bericht des Generalsekretärs Erwin Stein über die kommunalen wirtschaftlichen Arbeiten des letzten Jahres sowie folgende Vorträge: 1. Die Verwaltungsreform. Berichterstatter für Deutschland: Dr. Dr. Mulert, Präsident des Deutschen Städtetages: für Oesterreich: Magistratsdirektor Dr. Hartl, Wien: für die Tschechoslowakei: Dr. Lodgman, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Selbstverwaltungskörper in der Tschechoslowakei. 2. Die Entwicklung der kommunalen Finanzen in den letzten Jahren. Berichterstatter für Deutschland: Stadtkämmerer Karding, Berlin: für Oesterreich: Stadtrat Breitner, Wien: für die Tschechoslowakei: Dr. Seifert, Geschäftsführer deS Verbandes der deutschen Selbstverwaltungskörper in der Tschechoslowakei. Amerika und der mexikanische Kulturkampf. Reuyork, 6. Aug. (SU.) In Mexiko werden für den kommenden Sonntag neue Riesen- demonstrationen der Arbeiterschaft erwartet. Der Vermitlungsvorsck^lag der Kirche Perus wurde vom Präsidenten abgelehnt. Er war aber bereit, die Entscheidung über den Streit dem Parlament zu überlassen. Die Meldungen aus Mexiko lauten durchweg wieder ernster. Die Presse Reutzorks fährt fort, mit dem Abdruck mexikanischer Meldungen. Die amerikanische Regierung erklärte, dah sie, falls es nötig sei, die amerikanischen Bürger in Mexiko mit allen Mitteln gegen Enteignung schützen werde. Es verlautet, daß der amerikanische Botschafter in Mexiko am 13. August vorübergehend Mexiko verlassen werde, nachdem er vorher eine scharfe Rote wegen der mexikanischen Petroleum-Maßnahmen überreicht habe. Die Beamtengehäller. Berlin, 7. Aug. (TU.) Zu den Besprechungen zwischen Reich und Ländern, die nach Ablauf des Speprgesehes über die Besoldung der Beamten gepflogen worden sind, und wie berichtet, zu keiner Einigung geführt haben, erfährt der „Lokalanzeiger", dah das Hindernis hauptsächlich in der vom Reich angeregten Wiedereinführung der Vierteljahreszahlungen der Gehälter an die Beamten lag. Diele Länder und Gemeinden erklärten sich dazu im Augenblick außerstande. Kunst und Wissenschaft. Cncc durch die Nubische Wüste. Wie dem „Lolalanzeiger" aus Edfu (Ober- äghpten) gedrahtet wird, hat die Expedition des berühmten Frankfurter Ethnographen Leo Frotz en ius ihre vierzehntägige schwierige Fahrt durch die zentral-nubische Wüste erfolgreich ab- geschlossen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind außerordentlich befriedigend. Fro- benius entdeckte ganz neue Gebiete und fand Stil- sormen urgeschichtlicher bis neuzeitlicher primitiver Felsbildkunst. Darmstädter Theater. Vor einigen Monaten hieß es, baß Zuck- mayers vielumstrittenes Lustspiel „Der fröhliche Weinberg" vom Hess. Landestheater zur Aufführung angenommen, aber aus Einspruch les Zentrums zurückgezogen worden sei. Run s2nö int Kleinen Hause des Landestheaters durch die Dir.'ltion Stcfster (Sommerchcater) die Erst- nufsührung für Darmstadt als Rachtvorstcllung statt. Die Aussührung ist. ohne Störung vor sich gegangen; ein hiesiges Blatt weih allerdings zu Balkanunruhen. Die mazedonischen Komitatschi /2 Hhr. Freitag, 13.: 'Die Fieder- maus. Ans. 7'/» Hhr. Samstag, 14.: Margarethe. Ans. 7*/j Hhr. Sonntag. 15.: Lohengrin. Ans. 6V2 Hhr. — Schauspielhaus. Sonntag. 8. Aug.: Adrienne Ans. 8 Hhr. Don Montag, 9. August, ab geschlossen. ------------ e Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das AmtsverkündlgungSblatt Rr. 63 vorn 6. August enthält: Heberwachung des Obstes an den Kreisstraßen. — Maul- und Klauenseuche in Geilshausen und Göbelnrod. — Verfassungsfeier und Fortbildungsschule. — Feldbereinigungen in Watzenborn-Steinberg und Lindenstruth. — Dienstnachrichten. Briefkasten her Redaktion. F. D. in G. Eine Funkerschule in Berlin gibt es nicht mehr. Die Ausbildung der Funker erfolgt bei den Rachrichten-Ableilungen. N. 3hre Frage kann von hier aus nicht beantwortet werden. Wir geben anheim, sich mit der Kreisbaubehörde Schotten in Verbindung zu sehen. Eingesandt. (Für Form und 3nßalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schriftleitung.) „Geh' aus, mein Herz, und suche Freud' ..." Wenn auch in diesem 3ahr der Sommer nicht sehr schön ist, finden wir doch eine Menge Freude draußen in der Ratur. Wenn man dann, um vieles reicher geworden, seinen Heimweg auch einmal über Wieseck antritt, kommt man sicher durch das den Kunstfreund so anziehende, alte Tor, die „Port". Der Bau ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten des Dorfes: nun wird er schon seit geraumer Zeit auf feiner Rordseite durch einen mächtigen Hausen Weißbinderstangen verunziert. Ließe sich kein anderer Ort für die so sehenswerten Stangen finden? A. H. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 llhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Jür unverlangt eingesandte M a nuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Unzeigenouf träge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Verantwortlich für den lokalen Teil i. V.: Dr. HanS T h y r i 01. I > > TW—H-r-m 1 iTnraw iihiih i n DAS BESTE ALLER SCHUHPUIZMUTEL- UNION-AUGSBURG Kopierkessel fabrizieren alt Spezialität WILHELM ZIMMER G. m. b. H. GIESSEN Bahnhofstra6el2 Tel. 272. “»D Wiederverkäufer besondere Preise Achtung! 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Dis dahin wird ja wohl auch die formelle Einladung aus Gens an die deutsche Regierung eingetroffen sein, die bisher noch nicht erfolgt ift, auch nicht erfolgen konnte. Bekanntlich beginnt die Versammlung am 6. September, der Rat aber tritt schon am 3. September zusammen. Zur Klärung sind mithin nicht mehr als 4 Wochen zur Vertilgung, und, wie man zu sagen pflegt, restlos klarst die Situation gewiß nicht. w Spanien hat nunmehr den bekannten Ab- änderungsantrag zu Artikel 4 des Völlerbunds» paktcs ratifiziert. Man erinnert sich, daß bereits 1922 diese Abänderung von der zweiten Völker- bundsvcrsammlung beschlossen worden ist, die den Artikel so umgcstaltete. daß die Völkerbunds« Versammlung künftig mit zwei Drittel der Stimmen die Wahlordnung für die nichtständigen Ratsmitglieder und die Bestimmungen über die Wiederwahl und dauernde Mandate festsehen kann. Spaniens Zustimmung war die letzte, die ausstand. Diese Abänderung ist vom 29. Juli an rechtskräftig und so ist formal nach den Statuten die Logc^allerdings vollkommen klar: die Völkerbundsversammlung ist mit dieser Zweidrittelmehrheit souverän, kann beschließen, daß die Mandatsdauer bereits im September abläuft, und den Völkerbundsrat nach den bisherigen Plänen zusammensehen. Ein etwaiger Widerspruch eines Staates dagegen würde einfach beseitigt, indem die Zweidrittelmehrheit ihn überstimmt. Deshalb zog es ja auch Brasilien schon vor, die Frage nicht zum Konflikt fomtaen zu kaffen, sondern in der bekannten Weise sich vom Bunde überhaupt zurückzuziehen. Danach kann die 8. Völkerbundsversammlung den gleichfalls bekannten Vorschlag der „Studienlommisfion über tue nichtständigen Ratssitze zum Beschluß erheben und die ganze Ordnung nach ihrem Gutdünken regeln. Mit dieser formalen Klarheit aber ist es nun nicht getan. Der Widerspruch Brasiliens ist zwar erledigt und Brasilien hat seinen Austritt aus dem Bund angemeldet. Run hat aber auch Argentinien, wie bekannt, seine Vertretung beim Bunde, seine Mitgliedschast beim Bunde sozusagen suspendiert. Da fein Kongreß nicht tagt, wird es schwerlich im September in Gens offiziell wieder vertreten fein, kann natürlich auch nicht in irgendeiner Weise gewählt werden. So bleibt es von den großen südamerikaiü- schen Staaten bloß Chile. Da man aber Mittelund Südamerika eine stärkere Vertretung cin- räuinen will, würden noch kleinere Staaten in Frage kommen, was auf Bedenken stößt. So redet man wirklich davon, Brasilien zu bitten, daß es bis zu seinem Austritt einen nichtständigen Sih annehme! Erheblicher sind tiic Fragen Spanien und Polen. Keine von den beiden Mächten hat klipp und klar auf ihren Anspruch, einen ständigen Ratssih zu erhalten, verzichtet. Sowohl Primo de Rivera wie der spanische Außen« Minister haben allerlei Andeutungen gemacht, ,unb wenn man auch annehmen darf, daß Spanien der Uebertrogung des Ratssihes an Deutschland nicht zuwider ist, und von seiner Seite Schwierigkeiten nicht entgegenstehen werden, so sucht man in London und Paris doch nad) Wegen, auf denen hinterher, nach dem Eintritt Deutschlands, Spaniens Anspruch befriedigt werden könnte. Man rechnet dabei mit einem gewissen Recht darauf, daß Deutschland gar nichts daran liegt, mit Spanien verfeindet zu sein, daß auch Deutschland gegen Spaniens Mitgliedschaft im Rat niemals war. Was Deutschland der spanischen Politik vorwirst bezieht sich nur auf die Haltung, die der spanische Delegierte und Botschafter in Paris etwa in den Fragen der Saar und sonst stets im Sinne Frankreichs eingenommen hat. Schließlich Polen: Sein Außeitminister hat mehrmals vor der Kammer vom Ratssitz gesprochen. In London nimmt man an, daß Polen gleichzeitig mit Deutschlands Eintritt in den Rat einen der neuen dreijährigen Sitze beansprucht, ja daß es dabei verlangt, gleich und nicht erst nach drei Jahren von der Versammlung als wieder wählbar bezeichnet zu werden. Da es an schönen Schlagwörtern niemals fehlt, drückt man so aus, daß Polen aus diese Weise sich einen ,.semipermanenten" Ratssitz sichern wolle. Dieses Versahren wird natürlich auf Widerspruch in der Versammlung stoßen und kann auch von vichtungenohnedenvuchstaben R. f Von Fritz Adolf Hünich. Wer noch nie etwas von diesem abtoegtgen Kapitel der Dichtkunst gehört hat, wird vielleicht kopfschüttelnd fragen, ob es sich lohne, ihm auch nur einen Augenblick Beachtung zu scheinen. Er wird erstaunt sein, zu erfahren, daß der Trieb, Dichtungen unter Vermeidung gewisser Buchstaben zu verfassen, bis ins graue Altertum zurück verfolgbar ist. Schon im 6. Jahrhundert v. Ehr. hat der Dithprambendichter L a f o s eine Hymne ohne den Buchstaben S gedichtet. Es mag eine Laune, eine Spielerei fein, und doch verdient die 'Beherrschung der Sprache, die nötig ist, um solche Kunststücke hervorzuoringen, unsere Be- tounberung nicht minder als die Geduld, die außerdem dazu gehört. Oder ist es etwa eine Kleinigkeit, abgesehen von der rein dichterischen Leistung, wie Restor von Laranda im 3. Jahrhundert n. Ehr. eine „Ilias ' in griechischer Sprache zu schreiben, in bereit 24 Gesängen jeweilig ein Buchstabe nach der Reihenfolge des Alphabets vermieden ist? Ein anderer Sprachkünstler dieser Art tritt uns im 17. Jahrhundert in dem Mönch Cardone entgegen, von dem eine Dichtung über die Macht der Liebe im Umfang von mehreren tausend Versen ohne Verwendung des Buchstabens R im Druck erschienen ist. Auch in Deutschland hatte die eigenartige Liebhaberei Anhänger und Rachahmer gefunden. Don dem Pastor Georg Miller, wahscheinlich zu Augsburg, gibt es ein 1592 in Ingolstadt gedrucktes Buch: „Dreh nützliche und christliche Predigt: Die erste, aufs das neue Iar ohne den Buchstaben L. 11. Aufs das hohe Fest von allen Heiligen ohne das R. 111. Ausf den 20. Sontag nach Trinitatis ohne das R." Auch im 17. Jahrhundert war diese Sprachspieler ei an gleicher ©teile im Gebrauch, wie die Weihnachtspredigt Deutschland nicht akzeptiert werden. Das durchlöchert ja von vornherein den Vorschlag Cecils, mit dem Deutschland sich abgefunden hat. So ist also die Atmosphäre noch keineswegs vollkommen rein. Deutschland kann nicht viel tun. um sie zu klären. Cs ist bisher noch nicht Mitglied, es hat auch nur unter Vorbehalten an der Arbeit der Studienkommission teilgenommen. Doch kann man annehmen, daß die Regierung auf diplomalischem Wege jetzt den anbereit beteiligten Stellen nahelegt, wie dringlich eine baldige Klärung ist. Denn darüber besteht kein Zweifel: Rach dem Fehl- schlag im März muh dieses Mal, wenn die deutsche Vertretung in Genf erscheint, alles vollständig klar und gesichert sein. Einen nochmaligen Mißerfolg auch nur annähernd im Stile des März kann keine deutsche Regierung irgendwie riskieren. Da man in London und Paris auch begriffen hat, wie oberflächlich man im Frühjahr die Sache vorbereitet hat. wird man jetzt etwas mehr Sorgfalt anwenden. Rachdem die französische Regierungsirise vorläufig überftan- den ist, haben ja auch Briand und Poincare etwas mehr Zeit, sich diesen Angelegenheiten zu widmen. In dieser Woche, in der das Kabinett zu einem Teil wenigstens in Berlin ist, der Außen- mlnifter desgleichen und auch der Reichspräsident, wird diese Genfer Angelegenheit erörtert werden. Die Minister werden hören, wie weit die Klärung der bezeichneten Schwierigkeiten gediehen ist, und sie werden hoffentlich auch recht nachdrücklich fragen, was nun die mancherlei Bemühungen in Sachen der Besä Yungs- und Rheinlandsfragen zustande gebracht haben. Worum es dabei geht und worauf es dabei ankommt, wollen wir heute nicht wiederholen. Daß auch darüber eine, milde ausgedrückt, Schwierigkeit, vielleicht sogar mehr, vor und in Genf entstehen kann, braucht nicht wiederholt zu werden. Wir können nicht sagen, daß diese ganze Behandlung besonders erhebend ist. Sie hat zudem einen sehr großen Rachteil. Diese Unklarheit verhindert, daß sich die deutsche Regierung über die recht schwierige Frage der Vertretung beim Völkerbund, zunächst also bei der Versammlung entscheidend klar wird. Auch darüber wird wohl in der Kabinettssihung am 13. gesprochen werden. Es dreht sich nicht nur um die Frage, wer neben dem Außenminister und vielleicht auch dem Kanzler (wenn nämlich der englische Premierminister in Gens erscheint) für Deutschland gewissermaßen die Honneurs der Einlrittsfeier- lichkeiten macht. Die Tagesordnung enthält nicht nur diese, allerdings wichtigste. Frage des deutschen Beitritts. Sie enthält z. B. auch die Ab« r ü st u n g s s r a g e. Zur Verhandlung wird weiter kommen der Einspruch Abessiniens gegen den englisch-italienischen Vertrag über dieses Land, der die ganze nordafrikanische Kolo n i a I f r a g e, wenn nicht aufrollt, so doch als Hintergrund hat. Deutschland hat da gewiß nicht von vornherein entscheidend Stellung zu nehmen, aber überlegen muß es sich auch schon, wie es sich dazu verhält. Eine andere wichtige Frage betrifft die Dölkerbundsan leihe für unseren Verbündeten aus dem Weltkriege, für Bulgarien, die mit 2'/< Millionen Pfund ihm zur Verfügung gestellt werden soll. Das ist eine besondere Form, in der schließlich ja auch die Repara^ tionsfrage für Bulgarien geordnet würde. Bulgarien stellt mit einem gewissen Stolz fest, daß es unter den Besiegten das einzige Land sei, das die sinanziellen Bedingungen des Friedensvertrages zu erfüllen vermöge. Soweit das richtig ist, ist es nur mit außerordentlicher Belastung der Bevölkerung möglich gewesen, die ein wesentlicher Grund für die fortdauernde Unruhe und Gärung in Bulgarien war. Aber natürlich bleibt dann, wenn man es so berechnet, nichts für dringende materielle und kulturelle Aufgaben des Landes übrig, die ihrerseits wieder sehr stark in der Flüchtlingsfrage zusammenlaufen. Der Völkerbund will Bulgarien eine Anleihe für Kolonisation und Investition zur Verfügung stellen, ähnlich wie Oesterreich und Ungarn, und man hofft auf diese Weise, daß mit der Beruhigung der Verhältnisse und der Bekämpfung der Flüchtlingsnot wesentliche Schritte getan werden können, um eine bekannte uralte Balkanstreitfrage, nämlich die mazedonische, einigermaßen in Ordnung zu bringen. Auch da hat Deutschland nicht in der ersten Reihe mit zu stehen, aber die Sache interessiert uns unter den verschiedensten Gesichtspunkten und muß deshalb auch studiert werden. ohne R des Magisters und Rektors U h s e beweist. Das erste Beispiel der Uebertragung in die deutsche Dichtung bietet der Hamburger Dichter Darthold Heinrich Brockes, der in einem Gedichte seines „Irdischen Vergnügens in Gott" die auf ein starkes Ungeteilter erfolgte stille lautmalerisch durch R-lose Verse darstellt, em Versuch, von dem Wieland schrieb, er beweise, „daß unsere Sprache so hart nicht ist, als man ihr vorwirft! oder daß die wenigstens einen Uebersluß an weichen Wörtern hat und milde genug ist. sich in sehr sanfte Formen gießen zu lassen." Der Dichter aber, mit dessen Hamen die deutsche Dichtung ohne R vorwiegend verbunden wird, heißt Gottlob Wilhelm Dur mann (1737 bis 1805). Er ließ 1788 „Gedichte ohne den Buchstaben R" erscheinen, von denen im Jahre 1796 eine zweite Auflage nötig wurde. Seine Absicht war, die deutsche Sprache in einem ganz weichen Dialekt kennenlernen zu lassen, weil sie sich wirklich ganz anders ohne R als mit R mache Daneben hat er seine Gewandtheit auch an kleinen Erzählungen erprobt, in denen noch anderen. Buchstaben der Garaus gemacht wurde. Wenn er glaubte, keine Rachahmer befürchten zu inüssen. so gab ihm die Zukunft in seinem eigentlichen Element, der Lyrik, recht: auf dem Gebiet der Prosa aber fand er einen Rachfolger, der mit ebensoviel Geschick als Erfolg den schwierigen Stoff meisterte. Im Jahre 1813 veröffentlichte der Privatgelehrte Dr. Franz Rittler gleich zwei Romane dieser Gattung auf einmal: 1. „Li- fettc und Wilhelm. Eine Erzählung oder Versuch, aus 44 aufgegebenen Worten eine zusammenhängende Geschichte mit Vermeidung des Buchstabens R zu schreiben." 2. „Die Zwillinge. Ein Versuch, aus 60 auf gegebenen Worten einen Roman ohne R zu schreiben." Der Beifall, den die zweite Erzählung fand, war so groß, daß sie zwei Jahre später neu aufgelegt werden muhte und 1820 eine dritte Auslage erlebte, Sehr viel näher aber geht uns eine andere Frage an. Der Verfall des französifchen Franken hat auch auf die Währungsverhäktnisfe im Saargebicl zurückgewirkt. Es ift ein merkwürdiger Umschlag, als die deutsche Währung im Sinken war, schien der ilebergang zum Franken im Saargebiet eine Sicherung und Rettung zu fein. Jetzt hat sich die Sache gerade umgekehrt: die deutsche Mark steht fest und die Zugehörigkeit des Saargebiets zu Frankreich in der Währung ist von katastrophaler Wirkung für dieses an sich schon zur Genüge mißhandelte Land. Das Saargebiet hat sich darum auch an den Völkerbund gewandt und die Frage dürste auch zur Erörterung kommen. Daß sie Deutsch- land im allerhöchsten Maße interessiert, daß gerade eine besondere Wahrnehmung der Saar- interessen als Grund für eine notwendige Mitgliedschaft Deutschlands im Völkerbund betont wurde, ist ja bekannt. Das sind ein paar der wichtigsten Punkte dieser Tagesordnung. Sie wurden nur gestreift zum Beleg dafür, daß es für die deutsche Politik allmählich höchste Zeit wird, sich auf diese Dinge, die nun einmal an uns herankommen, auch wirklich einzurichten. Daß die Fragen ein sehr gründliches Studium verlangen, liegt auf der Hand. Ebenso, wie erschwerend es für Deutschland ist, daß es in diesen Kreis eintreten soll, ohne jede Vertrautheit mit den Geschäften, der Tradition, dem ganzen Drum und Dran, was man eben in einer großen Organisation nur lernt, wenn man darin ist und wenn man an ihren Arbeiten teilnimmt. So ist die Frage der Vertretung Deutschlands in Genf im Völkerbund überhaupt eine Frage geworden, die nunmehr der schnellsten endgültigen Regelung und Entscheidung harrt! Die Spannung in Osteuropa. Eine militärpolitische Betrachtung unseres K.-Mitarbeiters. Die russische Presse, voran die Moskauer „Prawda" hat in letzter Zeit wiederholt die Politik Polens angegriffen, das im Dienste des englischen Imperialismus die Randstaaten mit allen Mitteln, im schlimmsten Falle mit Gewalt von einer Annäherung an Rußland abhalten wolle. In diesem Zusammenhang tauchen immer wieder Rachrichten von polnischen Truppenansammlungen an der Grenze Litauens auf, das ja allein den polnischen Absichten nicht gefüge ist und seit einiger Zeit Anlehnung an Rußland zu suchen scheint. Rußland fürchtet, daß der von England um die Sowjetunion geschmiedete Ring nun auch im Westen geschloffen werden soll. Die militärische Krast eines Bundes der Randstaaten unter formeller Führung Polens ist in der Tat selbst für das Riesenreich der Sowjetunion nicht ohne weittragende Bedeutung. Wird Rußland von allen Seiten gleichzeitig angegriffen, — so wie es für den Fall einer kriegerischen Auseinandersetzung zweifellos der Absicht der überlegenen englischen Diplomatie entspräche, — so ist es in derselben verzweifelten Lage, wie Deutschland im Weltkrieg Allen westlichen Rachbarn Rußlands von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer ist gemeinsam, daß sie dem Ausbau ihrer Wehrmacht unverhältnismäßig viel £raft und Mittel opfern Der Grund dazu liegt in der gemeinsamen Sorge, eines Tages wieder von dein Koloß Rußland verschlungen zu werden. Wenn wir im Horben beginnen, so zeigt schon Finnland das Bestreben, seine Selbständigkeit durch eine der Große des Landes und feiner Einwohnerzahl entsprechende Wehrmacht zu sichern. Cs gibt auf den Kopf der Bevölkerung jährlich H Mark aus und setzte 1925 11,6 Prozent der Gesamtausgaben für He eres- zwecke in den Haushaltsplan ein. Bei einem Flächeninhalt von 337 000 qkm und einer Einwohnerzahl von 3,5 Millionen verfügt es im Flieden über 1600 Offiziere, 26000 Mann, etwa 140 Geschütze, 1200 Maschinengewehre, 35 Kampfwagen und 80 Flugzeuge: im Kriege kann ein Heer von 200 000 ausgebildeten Mannschaften aufgestellt werden. Es besteht die allgemeine Wehrpflicht und die einjährige Dienstpflicht bei den Fahnen Heben dem stehenden Heere ist zur Landesverteidigung das sog. Schuhkorps in Stärke von 100 bis 120 000 Mann gebildet, das unter militärischer Oberleitung und, mit Unterstützung durch staatliche Gelder, Waffen und Gerät, die vaterländisch gefilmten Kreise bc^ Bevölkerung zu militärischen Ausbilbungszwecken zusammensatzt. Häufig finben gemeinsame ilebun- die um eine Fortsetzung „Emma und Gustav von Falkenau" vermehrt war. Wenig später sehen wir auch Rückert im dichterischen Spiel mit dem R. In seiner Uebersehung der „Makamen des Hariri" (1826) tritt ein Mann auf, der das R nicht aussprechen kann. Der Landpfleger teilt seine Ditte, ihn in dxe Heimat zu entlassen, nur erfüllen, wenn er ein Bittgesuch einreicht, in dem der seinem Munde versagte Buchstabe nicht vorkommt. Er verfaßt darauf ein Gedicht ohneR. Daß eine literarische Mode wie diese auch ihre Gegner gehabt hat, ist selbstverständlich. So läßt der schwäbische Epigrammatiker Haug 1805 dem Dichter auf seine Worte: .,Ich dichte nun, mein Herr feit zwanzig Wochen täglich zwei Strophen ohne R. Das ist unendlich schwer." entgegnen: „Ich wollt, es wär unmöglich." Wenn in unseren Tagen Kunststücke wie die hier besprochenen gelegentlich, z. B. durch Paul von Schonthan, teieberauflebten. so sind sie niemals mit dem Anspruch auf ernstliche Beachtung wie ihre Vorgängerinnen aufgetreten. Beginn der Heidelberger Festspiele. In Heidelberg begannen unter außerordentlicher Beteiligung eines kunstverständigen Publikums die von Gustav Hartung geleiteten Fest spiele mit einer Freilichtaufführung des ,.S o m m e r n a ch t s t r a u m s" im Hof des Heidelberger Schlosses. Den Voraussetzungen für ein Freilichtspiel kommt die Landschaft, der Platz in den Schloßruinen, der Wiese, Busch, Fels und weites Portal vereinigt, sehr entgegen. Die Regie erkannte mit Recht ihre Hauptaufgabe darin, die Beziehung von Schauspiel und Landschaft durch Samstag, 7. August 1926 gen mit dem Heere statt: auch wird das Schuy- koxps zur Entlastung des stehenden Heeres zum Wach- und Arbeitsdienst eingeteilt. Der Wert der finnischen Wehrmacht leidet erheblich unter den Gegensätzen, die innerhalb des Offizierskorps zwischen den Offizieren schwedischer und finnischer Abstammung bestehen. Während dieser Gegensatz sich besonders auf gesellschaftlichem Gebiet auswirkt, greift die gegenseitige Abneigung zwischen den sog. Iägeroffizieren. die während des Krieges ihre Ausbildung in Deutschland erhielten, und den ehemals .zaristischen Offizieren auf das dienstliche Gebiet über; es ist doch ein recht bedenkliches Zeichen für eine Armee, daß die Jägeroffiziere schon einmal geschlossen mit ihrem Rücktritt drohten, um ihren Wunsch auf Beseitigung der ehemals russischen Offiziere durchzudrücken. Für den Fall, daß Rußland auf finnischem Gebiet sich Flottenstützpunkte schassen will, glaubt Finnland offenbar, sich auf den Schuh Englands völlig verlassen zu können, denn es verzichtet auf den Bau einer Flotte, es besitzt lediglich zum Küstenschutz einige 20 Torpedo-, 4 Untersee uni 7 Kanonenboote. Der Hasen von Abo soll als Stützpunkt auch für die Flottenstreitkräfte fremder Mächte großzügig ausgebaut werden. Es wirft ein interessantes Licht auf die politische Lage, daß zur Prüfung gewisser Fragen, z. D. der des Küstenschutzes und des Daus einer Luftflotte sich im letzten Jahre' eine englische Militär- mission in Finnland aufgehalten hat. Auch scheinen noch jetzt englische Generalstabsvffiziere an maßgebender Stelle als ‘Scrater verwendet zu teerten. Während Rußland, um Finnland von den übrigenRandstaaten zu trennen, immer wieder betont, daß die finnische Selbständigkeit eine abgeschlossene Tatsache und unantastbar für Rußland sei, haben Estland und Lettland derartige Aeußerungen noch nie zu hören bekommen Estland hat bei einer Einwohnerzahl von 1.1 Millionen und einem Flächeninhalt von 43 000 Quadratkilometer ein Friedensheer von 1600 Offizieren. 18 500 Mann unter Waffen, mit 100 Maschinengewehren, 70 Geschützen, 60 Flugzeugen und 20 Kampfwagen. An Kriegsmaterial herrscht kein Mangel, daher wird die Ausstellung einer Feldarmee von 100 000 Mann im Kriegsfall keinerlei Schwierigkeiten bereiten. Die allgemeine Wehrpflicht führt dem Heer jährlich 12 000 Rekruten zu, die P/_. Jahre bei den Waffen stehen. Das Offizierkorps ist gut und einheitlich, die Mannschaft von glühender Vaterlandsliebe beseelt und intelligent. 19 Prozent der Gesamtausgaben werden für die Wehrmacht aufgewendct. Wie Finnland hat Estland neben dem stehenden Heere ein Schuhkorps, das hier die militärische Jugenderziehung in der Hand hat. Es umfaßt 20 000 Mitglieder und wird von Regierung und Heer in jeder Weise unterstützt. — Die Marine, bestehend aus 2 Zerstörern. 1 Torpedoboot, 3 Kanonenbooten und einigen kleineren Fahrzeugen, hat wenig Dedeutung. Der Kriegshafen Reval wird zur Zeit neu belästigt und erweitert. England soll die große Revaler Werft von Estland käuflich erworben haben. Hoch größere Leistungen für die Wehrmacht verlangt Lettland von der Haften. 26 Prozent der Gesamtausgaben kamen 1925 dem Kriegswesen zugut. Dei einer Einwohnerzahl von 1,9 Millionen und einem Flächeninhalt von 65 000 Quadratkilometer wird ein Friedensheer von rund 20 000 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften unterhalten, das über 750 Maschinengewehre, 110 Geschütze, 25 Kampfwagen und 30 Flugzeuge verfügt. Im Mobilmachungsfall wird ein Feldheer von 150 000 Mann auf« gestellt werden können. Bei allgemeiner Wehrpflicht dauert der Waffendienst l1/? Jahre. Das Offizierkorks ist gut ausgebildet und wohl diszipliniert. Ebenso ist der lettische Soldat tüchtig und vaterländisch gesinnt. Die lettische Jugend wird pflichtrnähig unter Anleitung des Kriegs- Ministers in den verschiedensten Verbänden auf den Waffendienst vorbereitet. Die Marine ift ohne Bedeutung. Vorgesehen ist der Dau von 2 Kreuzern, 4 Zerstörern, 4 U-Booten und einer Anzahl Wasserflugzeugen. Riga und Libau werden neu befestigt. Lettische Marineoffiziere find zu ihrer Ausbildung an die Marineschule Toulon fonunanbiert Wesentlich geringeren Kampfwert beicht die litauische Wehrmacht. Rein zahlenmäßig ist sie bei etwa der selben Einwohnerzahl etwas stärker als die lettische. Dos Friedensheer besteht aus 1300 Offizieren, 20 000 Unteroffizieren und Mannschaften mit 950 Maschinengewehren, 64 Geschützen, 35 Kampfwagen und 45 Flugzeugen. Im Krieg stehen 200 000 ausgebildete Belebung des weiten Raumes mit Tanzgruppen, deren Kern die Schule von Kurt Icos war, her- zustellen. Dadurch wurde das Spiet bewußt vorn Geistigen weg ganz ins Sinnliche, Tänzerische. Phantastische abgeteantelt. Die Handlung tritt zurück vor der Schau, wurde fast nur Zwischenspiel, aufgelöst in einzelszenische Bilder. Durch die Auflösung traten die Szenen tänzerischen Charakters besonders hervor. Im ganzen hat der Regisseur, Gustav Hartung, verstanden, starke Eindrücke zu vermitteln. Doch blieb irgendwo ein Rest, die Beseelung, die Unmittelbarkeit, die gänzliche Zusammensaffung und letzte Belebung des Spielerischen, die uns vergessen gemacht hätten, daß dies nicht der traumhafte Sput einer Sommernacht, sondern Theater sei. Die szenische Lösung des Freilnht- bühnen-Problems ist Hortung glänzend gelungen. Der Raum wurde überwunden durch die immer- währende Belebung und Verteilung der Gruppen von Tänzern und Statisten. Die Darstellung war einer Schar der besten deutschen Schauspieler an vertraut, aus denen bc- sonders hervorragten: Gerda Müllek Puck, Heinrich George als Oberon (ein sehr kühnes, aber glänzend gelungenes Experiment, den männlichen Schauspieler Oberon spielen zu lassen, den sonst nur Frauen oder jugendliche Liebhaber dar- gestellt haben), Elisabeth Lennarts als Titania und Otto Wernicke als Zettel. Krenek hat eine neue Begleitmusik komponiert, die weniger zart und lyrisch als Mendelssohn, dafür aber schärfer rhythmisch ist, weniger zu beschwingen als zu unterstreichen sucht, nicht so sehr aus den Sphären kommt wie aus dem Wa Ido öden. Der Beifall war sehr heimlich. Ihm dankten neben den Spielern der Regisseur. Gustav Hartung, und der Dirigent Hermann Scherchen. Dr. A.K. 13- Ein Nachdruck verboten. 25. Fortsetzung. Scheuer ab und Oberhessen. Landkreis Gießen. zu haben. !—! Ausdem Lumdatal, 6. 2lug. Kaum ist die Roggenernte soweit beendet, so fängt man auch bereits an — dem Wetter nicht Mannschaften zur Verfügung: es ist jedoch Bewaffnung und Ausrüstung zunächst nur für die Hälfte vorhanden. Allgemeine Wehrpflicht und aktive Dienstzeit entsprechen der lettischen. Die militärische Jugenderziehung ist freiwillig und liegt in der Hand von Schühenverbänden, die 12 000 Mitglieder zählen. Disziplin und Gesst des Heeres sind schlecht. Die kommunrstlsche Propaganda, die von Rußland genährt, in Litauen besonders stark ist, hat auch in die Armee Eingang gefunden. . Weitaus die größte Sorge Rußlands un Westen ist die polnische Wehrmacht. Bei einer Einwohnerzahl von 27 Millionen und einem Flächeninhalt von 386 000 Quadratkilometer unterhält Polen ein Fricdensheer auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht und zweijähriger Dienstzeit in Stärke von 18 000 Offizieren, 275 000 Mann, das durchaus neuzeitlich organisiert und bewaffnet ist: es verfügt u. a. über mindestens 9200 Maschinengewehre, 1600 Geschütze, 220 Kampfwagen, 510 Flugzeuge. Die Kriegsstärke wird im Mobilmachungsfall rasch auf 2 000 000 ausgebildeter Mannschaften gebracht werden können, da noch aus Zeilen des Weltkrieges ein großer Bestand ausgebildeter Reservemannschaften vorhanden ist. Die militärische Jugenderziehung ist nach dem Borbild Frankreichs den Schützenvereinen, den Hacerzen und den Sokols übertragen, die bei einem Mitgliederstand von etwa 500 000 Mann schon 100 000 Jugendliche militärisch ausgebildet haben. 331/;-. Prozent der gesamten Staatsausgaben entfallen auf das Heerwesen! Wenn der Kampfwert des polnischen Heeres auch sehr unter dem großen Prozentsatz nicht polnischer Rationalitäten leidet — rein polnisch sind nur etwa 60 Prozent aller Mannschaften — so ist es doch durch seine hervorragende technische Ausstattung für einen neuzeitlichen Kampf besser als alle anderen Rachbarn Rußlands gerüstet und wie der russisch» polnische Feldzug 1920 bewiesen hat, ein nicht zu unterschätzender Gegner. Rumänien ist als alter Feind Rußlands besonders nach der Annexion Bessarabiens gezwungen, seinem Heerwesen außerordentliche Sorgfalt angedeihen zu lassen. Man darf nur daran erinnern, daß es der Aufforderung des Bölkerbundes, die Heeresausgaben 1925 nicht zu erhöhen, seinerzeit nicht nachgekonnnen ist mit der Begründung, daß die dem Lande drohenden Gefahren eine Erhöhung des Heeresbudgets dringend erfordern. Ein alter Trick, der den Rumänen für die Entwicklung ihres Heerwesens gute Dienste leistet, ist die in jedem Frühjahr und Herbst ausgestreute Rachricht, daß die Konzentration russischer Streitkräfte an der polnischen oder an der bessarabischen Grenze sie zu Teilmobilisierungen zwinge. — Rumänien hat bei einem Flächeninhalt von 291 000 Quadratkilometer und einer Einwohnerzahl von 17,5 Millionen 11000 Offiziere, 140 000 Mann ständig unter den Waffen. Im Mobilmachungsfall wird das Feldheer auf einen Stand von 800 000 Mann Fronttruppen und 200 000 Mann Ersatz- und Etappentri.ippen gebracht werden können. Die Bewaffnung besteht aus über 5000 Maschinengewehren, 1450 Geschützen, 30 Flakgeschützen, 90 Kampfwagen und 150 Kugzeugen. Die allgemeine Wehrpflicht verlangt 2 Jahre aktiven Dienst und führt dem Heer jährlich etwa 120 000 Rekruten zu. Im Jahre 1925 wurden darüber hinaus sogar 8000 Mann zum Arbeitsdienst an strategischen Strahenbauten in Bessarabien erngezogen. Die Ausbildung erfolgt nach französischen Grundsätzen. Der Geist des Heeres leidet unter der Kluft, die Offiziere und Mannschaften vvn- . einander trennt. Die Korruption im Offizierkorps ist sprichwörtlich. Trotzdem wird die Disziplin mit geradezu drakonischen Strafen aufrechterhalten. Die Soldaten, die größtenteils Bauern und Landarbeiter sind, sind völlig rechtlos und daher unzufrieden. Desertionen sind an der Tagesordnung. Dem rumänischen Heere ist daher trotz guter technischer Ausrüstung kein großer Kampfwert zuzufprechen. Der Heereshaushalt beträgt 13,5 des Gesamthaushalts. — Die Marine hat keine Bedeutung. Der Hauptkriegshafen ist Galatz. Vorhanden sind nur kleinere Fahrzeuge; 7 ältere H-Doote wurden 1925 von Frankreich - gekauft. ,, Werden alle Kräfte der westlichen Nachbarn Rußlands zusammengerechnet — eine Kombination, auf die sich die russische Politik unbedingt einstellen muß, wenn auch bisher von einem Bündnis aller Randstaaten nichts bekannt gelt Großen-Linden, 6. Aug. jähriger Schüler half hier in der Gerstengarben ausschichten, er russchte fiel 6 Meter tief auf den Boden. Der Junge mußte mit einem Beinbruch in die Gießener Klinik verbracht werden. X Allendorf (Lahn), 6. August. Wie bei der Regulierung des Kleebaches so wird jetzt auch der sog. Müh lg r ab e n. welcher der oberen und mittleren Sorgenmühle das Wasser für den Mahlbetrieb zuleitet, in Verbindung mit der Feldbereinigung, verlegt. Hinter der Schleuse am Ort wird ein vollständig neues, gerades Flußbett aus größere Entfernung hergestellt, so daß alle jetzt vorhandenen Krümmungen verschwinden. Das gewonnene Terrain wird in Wiesengelände umgewandelt und demnächst aufgeteilt. — Auch in diesem Jahre hat ein Storchenpaar wieder seinen Horst auf einem Eichbaum in der Rähe des Ortes bezogen. Rachdem sich die Familie um vier Kopfe vermehrt hat, wird seit einiger Zeit eines der Jungen ver- mißt. Durch tägliche Flugübungen bereiten sich die drei jungen Langbeine zu dem bevorstehenden großen Reisemarsch nach dem Süden vor. Die Wiesen in der Rähe des Ortes bieten den Störchen dauernd Rahrung. — Rachdem die Reueindeckung der Kreisstraße beendet ist, wird eine solche des Mühlwegs, welcher von der Hauptstraße nach Allendorf führt, erfolgen. Rach wie vor geschieht jedoch anscheinend nichts, um den sehr stark benutzten Verbindungsweg von hier nach dem Bahnhof Dutenhofen passierbar herzuftellen. Bei Regenwettec bildet dieser einen gelben Schlamm und ist dann nicht zu benutzen. Material zur Befestigung eines Pfades für Fußgänger ist in den hier vorhandenen Steinbrüchen umsonst, oder doch sehr billig, Die Krummhölzer Roman aus den bayerischen Bergen. Von Michael Wagner. Eine ganz besondere Freude an dieser Neuerung aber bezeugte der privilegierte Hausfreund Anno- domini. Etwas unheimlich wurde dem Guten jedoch zumute, als sich an allen Ecken und Enden des Hauses gewisse Anzeichen bemerkbar machten, daß da etwas im Anzuge sei, was man gewöhnlich ein freudiges Ereignis nennt. Als nun gar Zeno eines Tages dem grauhaarigen Freund in der Werkstätte wortlos, nur mit einem bedeutsamen Lächeln, eine wunderhübsche, selbstgeschnitzte Wiege vor Augen führte, da hatte er die schreckliche Gewißheit seiner Ahnungen. Darob bemächtigte sich des alten Fuchses eine tiefe Niedergeschlagenheit, weil er sich in seiner Monopolstellung als väterlicher Hausfreund und Hahn im Korbe aufs ernstlichste bedroht fühlte. Finsteren Gemütes blickte er dem Unabwendbaren entgegen und wandelte bei seinen Besuchen gleich Ahasver unstet durch Wersstätte, Haus und Garten, dumpfe Worte in den Bart murmelnd. Alle drei, Mutter Rontaler, Marianne und Zeno, mußten wahrhaftig ihre ganze Überredungskunst aufbieten, um eines Abends den schweigsam in seiner Ecke sitzenden, augenzwinkernden Alten davon zu überzeugen, daß für ihn nicht die geringste Gefahr bestehe. Während der ganzen Szene wurde viel und herzlich gelacht, besonders Marianne konnte sich kaum fassen vor sprudelnder Heiterkeit. Dann nahte jener Tag, an dem im Schnitzer- hause alles auf den Zehen herumschlich, wobei sich der Annodomini verflucht überflüssig vürkam . . . Bis ihm einige Stunden spater Zeno voll unbändigen Stolzes ein weißes, duftiges Spitzenbun- del, in dem sich rosiges neues Leben regte, vor die gewaltige Nase hielt: „Hurra! Annodomini! — A Bua! A Mords- bua! Schau nur grob her!" Da war der Bann gebrochen. „Du Sakkrawoltskerl du! — Was sooft — a Bua? A echter Uracherbua! — Jessas, Jessas! Die Freud!" Und nun überboten sich die beiden in kindlichen Friedensäußerungen. Bis die Frau Mutter deren „Objekt" kurzerhand dem Annodomini, der sich eben seiner bemächtigt hatte, unter heftigstem försterlichen Protest aus den Armen nahm und wieder der jungen Mutter brachte. (Fortsetzung folgt.) IX. Wieder hatte der Zeiger der Weltenuhr einen kleinen Ruck gemacht: ein Jahr war verstrichen. Zeno hatte weder Mühe noch Geld gescheut, um seinem Häusl ein schmuckes Aeußeres zu geben. Da wurde nach feinen eigenen Angaben getüncht und gestrichen, und zum Schlüsse steuerte ein Maler mit guter Hand noch den schönsten Schmuck bei: eine Front farbenprächtiger Fresken. So wurde Zenos Heim Zierde und Schmuckstück des ganzen Ortes, schon durch sein Aeußeres jedem Betrachter bekundend, daß es mit des jungen Meisters Kunst aufwärts gehe. Der selige alte Fürleger konnte ebenfalls mit seinem Nachfolger vollends zufrieden sein — vielleicht wäre er ihm gar noch ein wenig neidisch gewesen, wenn so etwas über den Sternen natürlich überhaupt möglich wäre. Von den vielen Bewunderern des Schnitzerhauses am Marktplatz ließen es aber nur die wenigsten beim Bestaunen und Loben seines äußeren Schmuckes bewenden: zumeist lockte sie die Neugierde auch ans Schaufenster, wo sich dann, sofern Sinn und Verständnis vorhanden war, ihre Bewunderung an Zenos ausgestellten Kunstwerken fortsetzte. Das war die Zeit der Ernte für den Fleiß während des Winters: ein Kunde gab dem andern die Ladentür in die Hand, und stets waren einige Fremde in dem ebenfalls „renovierten" Laden zu finden. Zeno und Marianne aber hatten alle Hände voll zu tun, um aus den mit Holzskulpturen aller Art vollgepfropften, bis an die Decke reichenden Glasschränken das Gewünschte hervorzuholen. Auch die neben dem Laden gelegene kleine Werkstätte, die gerade Raum zu stillbeschaulichem Schaffen für einen alten Meister geboten, war durch einen Anbau zu einem geräumigen, hellen Arbeitsraum umgewandelt worden. Zeno schasste auch nicht mehr allein: die reichlich fließenden Aufträge ermöglichten es ihm, zwei junge, tüchtige Kräfte einzustellen. tcauenb, und um die schlechten Erfahrungen der beiden letzten Jahre nicht zu wiederholen — das Korn einzufahren. Da die Getreideäcker durch die feuchte Witterung außerordentlich unkrautig sind (besonders ist es die Vogelwicke, die sich im Roggen stark verbreitet hat), so gibt es wohl viel ins Gebund, wie der Bauer sagt, der Körnerertrag ist jedoch nur mittel. Eine erfreuliche Aussicht auf guten Ertrag bietet der Hafer, mit dessen Schnitt auch bereits begonnen wird. — Die Ob st aussichten sind bedauerlicherweise auch dieses Jahr wieder sehr gering. Aepfel und Zwetschen gibt es kaum, auf Birnen dagegen ist an einigen Bäumen etwas zu hoffen. Obwohl das Kraut sehr gut angeseht hatte, macht sich jetzt in Gärten und im Feld die Kohlhernie wieder stark bemerkbar. Hm dieser Krankheit Herr zu werden, ist es unerläßlich, die Strünke nicht auf dem Acker zu lassen, sondern sie zu vernichten. ibk. Kesselbach, 5. Aug. Die Vorbereitungen für das Bergfest verbunden nut Schüler-Wetturnen gehen ihrem Ende zu. Ein schöner Turnplatz auf dem Berge in unmittelbarer Rähe des Dorfes wurde zur Verfügung gestellt. Die Eisenbahn-Verwaltung hat zwei Sonderzüge morgens ab Gießen 8 Hhr und abends zurück 7.35 Hhr eingelegt, so daß für gute Fahrgelegenheit gesorgt ist. — Die Ernte- arbeiten haben nun auch hier im oberen Lumdatal kräftig eingesetzt. Gerste und Roggen sind reif und werden, wenn die jetzt günstige Witterung anhält, sehr bald niedergemäht und auch eingebracht sein. Der Ertrag ist recht zufriedenstellend: cs ist nur su wünschen, daß es gut eingebracht wird und die Körner nicht wieder durch eine Regenperiode im Felde auswachsen. t Grünberg, 6. Aug. Mit großem Eifer- Hat man sich hier und in den benachbarten Orten an die Ernte herangemacht. Die Arbeit ist schwierig. Ein großer Teil Gerste ist bereits geschnitten, die Reise des Roggens dagegen läßt noch an einzelnen Stellen zu wünschen übrig, und man sieht öfters geschnittenes Korn, dessen Halme noch stark ins Grüne scheinen. Recht fleißig wird schon Gerste wie Roggen heimgefahren. Das Gras zur Grummeternte ist vorzüglich und ist auch schon an manchen Wiefenstellen, wo es besonders stark war und Reigung zum Legen zeigte, zu Grummet gemacht worden. Hierbei hat man den Vorteil, daß man evtl, im Herbst noch einen dritten Schnitt zur Grünfütterung vornehmen kann. is. Steinbach. 6. Aug. Während der Anbau von Sommergerste in den letzten Jahren immer mehr abnahm, ja ein Teil Landwirte dieselbe wegen der schwierigen Ernte, sowie des geringeren Ausfalles an Stroh und der schlechten Verwertung des Abfalles gar nicht mehr anbaute, kann man heute das Gegenteil beobachten. Ein Rundgang durch das Feld in diesem Jahre zeigte uns, daß Sommergerste wieder in stärkerem Maße angebaut wurde: der Grund hierfür ist erklärlich. Der täglich/zuneh- inende Verkehr mit Lastautos verdrängt das Pferdegespann immer mehr, so daß schon im vergangenen Jahre der Absatz von Hafer schwierig war und in Zukunft sich immer mehr verschlechtern wird. Die Sommergerste ist bereits zum größten Teile gut eingebracht und liefert in diesem Jahre einen schönen Ertrag an Stroh und Körner. Heberhaupt haben die letzten trockenen Tage die Ernte gut gefördert. Der Schnitt des Roggens ist nahezu beendet, und der Hafer kommt heran, nur der Weizen reift langsam. Während in heißen Sommern die Erntearbeit mittags einige Stunden ruhte, läßt die mäßige Wärme dieses Sommers ein dauerndes Arbeiten zu. und bei. anhaltend trockenem Wetter wird die Ernte rasch geborgen sein. chLich, 6. Aug. Alljährlich kommen auf unserem Bahnhof zur Zeit der O b ft e r n t c ungezählte Eisenbahnwagen voll Aepfel, Biryen und Zwetschen zum Versand. In diesem Jahr werden die Händler vergeblich auf ihre Lieferanten warten, denn die starken Nachtfröste in der ersten Maihälfte haben fast die gesamte Obsternte in der Entwicklung vernichtet. Die Zwetschen hängen nur in vereinzelten Exemplaren an den Bäumen. Aepfel gibt es ebenfalls nur sehr wenig. Der „Boikenapfel" ist an einzelnen Stellen durch den Frost hindurch gekommen. Mit den Birnen sieht es ein klein wenig besser aus. An geschützten Lagen liefert die „Gute Luise" einige Erträge. Auch die in unserer Gegend viel angebaute „Glockenbirne", an anderen Orten auch Flaschenbirne genannt, zeigt einigermaßen günstigen Be- wcwden ist —. so ergibt sich für den Fall einen kriegerischen Verwicklung eine sogleich verfügbare Gesamtstärke von etwa 3'/- Millionen Mann gegenüber etwa 7 Millionen Russen, mit 3464 Geschützen gegenüber 2500russischen, 183OOMaschinen- gewehren gegen 15500 russischen, 425 Kampfwagen gegenüber 60 russischen, 975 Flugzeugen gegenüber 800 russischen. — Die Benachteiligung Rußlands in der Bewaffnung und Ausrüstung wird durch die nationale Geschlossenheit seines Heeres und die Einheitlichkeit der Heeresleitung ausgeglichen. Hmgekchrt wären mit ihrem Aufmarsch die Randstaaten Rußland gegenüber im Vorteil, das zur Heranbeförderung und Versammlung seiner Streitkräfte aus dem unermeßlichen Innern des Reiches erheblich längere Zeil brauchen würde. Endlich darf nicht außer Betracht gelassen werden: eine grundlegende Vorbedingung für den Erfolg der russischen Abwehr ist es, daß es nicht gleichzeitig auf einer anderen Front angegriffen und dadurch zur Zersplitterung seiner Kräfte gezwungen wird. .. Rach diesem Heberblick über die militärpolitische Lage Rußlands versteht man die augenblickliche große Rervosität der russischen Außen- polittk. Dieser liegen zweifellos nicht nur phantastische Vermutungen zugrunde. Es darf hier nur an die Konferenz erinnert werden, die im vorigen Jahre in Riga zwischen den militärischen Sachverständigen Lettlands, Finnlands, Polens und Rumäniens unter Beteiligung französischer Gene- ralstabsofsiziere stattfand, und die gewiß nicht, wie in der Presse der beteiligten Länder aus- gestreut wurde, gemeinsamen Richtlinien in der .Abrüstungsfrage" gegolten hat. Von allen Rand» staoten scheint nur das kleine Litauen, dessen militärischer Wert durch die kommunistische Verseuchung des Heeres herabgemindert wird, zu einer Verständigung mit Rußland geneigt; alle übrigen zeigen sich bisher gegenüber den andauernden russischen Bemühungen um Garantieverträge ablehnend. Wenn auch bei der großen Finanznot aller Beteiligten mit einer kriegerischen Erledigung der Gegensätze in absehbarer Zeit wohl sticht gerechnet werden muß, so ist doch die Lage in ganz Osteuropa nach wie vor äußerst gespannt und erfordert die dauernde Aufmerksamkeit aller Staatsmänner. zu der Freundschaft zwischen Zeno und dem Förster gelegt hatten, in dem kleinen Kreise ganz selten zur Sprache kamen, und wenn schon, dann unter Vermeidung jeglicher Ausfälligkeit und Gehässigkeit. Trotz alledem aber hing die Zwietracht gleich einer dunklen, dräuenden Wetterwolke über dem Krummholzerhof und dem Schnitzerhäusl nm Marktplatz . . . Auch nach Reichenhall spannen sich von Zenos Haus mancherlei Fäden regen verwandtschaftlichen Verkehrs. Die verwitwete Frau Hauptlehrer Rontaler schien sich aber auch alle ehrliche Mühe zu geben, die vielen bösen und schlechten Vorurteile der Welt gegen die Schwiegermütter im allgemeinen durch ihr leuchtendes Beispiel zuschanden werden zu lassen. Sie nahm zwar als liebevolle Mutter stets innigen und mannen Anteil am jungen Eheglück ihrer Tochter Marianne, vermied es sonsthin jedoch als kluge, lebenserfahrene Frau aufs taktvollste, unerbetene Ratschläge zu geben, in Dingen dreinzu- reben, die sie nichts angingen. So weilte die „Frau Mutter" abwechslungsweise bei Marianne und Zeno als Ehrengast, wobei die „Jungen" fast jedesmal wieder irgendeine häusliche oder geschäftliche Errungenschaft voller Stolz zu zeigen wußten, oder sie kamen über den Sonntag zu Besuch nach Reichenhall. Gelegentlich eines ihrer Besuche hatte die Frau Hauptlehrer nun kürzlich eine ziemlich lange Unterredung mit Zeno, deren Gegenstand ihr anscheinend mächtige Freude bereitete, denn sie glühte vor Eifer. Schließlich trafen die beiden als Ergebnis dieser Unterredung eine Abmachung. Bald darauf Hub im Rontakerschen Häuschen zu Reichenhall ein gar gewaltiges Rumoren an, und eines Tages standen ihre ganzen Habseligkeiten außer den Möbeln, in Kisten und Körben verpackt, im Hausflur. Das aber bedeutete: Daß die Frau Mutter besonderer Umstände halber ihr Anwesen vermietete, um zu Zeno und Marianne übeczusiedeln. Es dauerte auch nicht lange, da spürte man im Schnitzerhaus schon ihre umsichtige Hand, die überall in dem immer größer werdenden Haushalt helfend und schaffend mit I zugriss. Ost konnte man im Orte den Ausspruch vernehmen: „Bei den Krummhölzern geht's halt in einer Tour aufwärts — ob sie jetzt herunten im Tal ober oben auf'm Berg sitzen." Das galt natürlich Zeno unb Toni. Der Ausspruch hatte auch recht — nur, baß Toni auf skrupellose Art unb Weise „(Selb machte" um jeben Preis, währenb Zeno das rasche Aufblühen seines Geschäftes unb den damit verbundenen bescheidenen Wohlstand als wohlverdiente Früchte unverdrossener Arbeit einheimsen durfte. Eine große Stütze hatte Zeno an seiner blonden Marianne. Sie waltete nicht bloß in stiller Fraulichkeit ihrer Hausfrauenpflichten, sondern stellte sich auch als sehr brauchbare Helferin neben den Gatten in das Geschäft. Zeno konnte mit gutem Gewissen von seiner Ehe sagen: trat er von draußen in sein Heim, bann war er in einer anbeten Welt, in ber Friebe unb Glück herrschten. Stiller Mitgenießer bieser harmonischen Häuslichkeit war ber eingefleischte Junggeselle, Herr Förster Dominikus Sanktjohanser, welcher bekanntlich seinerzeit Zeno feierlich bie Würbe eines alten „Spezi" verlieh, nerbunben mit bem seltenen Privilegium, ihn „Annobomini" nennen zu bürfen. Der alte Fuchs und Fuchsentöter wußte in seiner Schläue wohl, daß er mit seiner bärbeißigen Schnurrigkeit im Schnitzerhäusl gern gesehen war, und schmarotzte also nach Leibeskräften und Herzenslust dort kosten- und risikolos „den Zauber des häuslichen Glücks" — bem er sonst nie recht traute. So belichte er wenigstens zu behaupten. Unb Frau Marianne bemutterte ben rauhborstigen alten Walbläufer der- maßen, baß er vor Behagen wie ein Kater schnurrte. „I bleib* halt an bie Uracherischen hängen — zu allem Verdruß!" sagte er manchmal unb meinte es ernst. Es war auch seltsam, wie so allmählich ber Vatersfreunb zum Freunde bes Sohnes würbe, lieber ben Uracher ließ ber Förster nichts kommen, wenn er auch ben Hof nicht mehr betrat. Es ärgerte ihn bloß Uradjers Unbelehrbarkeit unb Starr« köpsigkeit, ohne baß er jeboch an feinem guten Willen je irre würbe. Vom Toni aber mochte ber Annobomini nichts mehr hören unb sehen. Mit bem war er „ganz fertig". So kam es, daß die unerquicklichen Verhältnisse unter ben Krummhölzern, bie eigentlich ben Grunb Hang. Während im Tal fast alles Obst dem Frost zum Opfer gefallen ist, so ist im Gegensatz dazu auf ben Bergen eine kleine Ernte zu erwarten. Kreis Friedberg. !?! Friedberg, 6. Aug. Die Getreideernte will in diesem Jahre in der Welterau nur langsam in Gang kommen. Die kühle Witterung verzögert die Reife, wodurch ein gewisser Stillstand bei den Crntearbeiten eingetreten ist. Korn und Gerste sind meistens geschnitten, zum Teil schon eingefahren, während Weizen, und Hafer noch nicht die erforderliche Reife erlangt haben. 4 Bad-Rauheim, 5. Aug. Die Kläranlage zwischen unserer Stadt und Friedberg ist nicht mehr zeitgemäß. In Friedberg klagt man schon lange über die durch die Abwässer er» folgend- Verunreinigung der Ufa. Aber auch seiten^unserer Stadt beschäftigt man sich schon immer mit der Frage, wie dem Hebelstande abgeholfen werden könne. Der gestrigen Stadtver- ordnetenversammlung lag nun ein vom städtischen Tiesbauamt ausgearbeitetes Projekt vor. das unter einem Kostenaufwand von 266 000 Mark alle seitherigen Mängel beseitigen soll. Das sogenannte biologische Verfahren, daL^eine Umwandlung der organischen Stoffe herbeiführt, soll dabei angewandt werden. Beschlossen wurde zunächst, den vorgelegten Entwurf dem Kreisamt Friedberg zur Prüfung vorzulegen. !?! Vilbel, 6. Aug. Die Gemüsegärten zeigen in diesem Jahre vielfach ein wenig erfreuliches Bild. Bei den Kohlgewächsen tritt die Kohlherzmade sehr stark auf. Die Bekämpfung des Schädlings ist nur schwer möglich. Die befallenen Pflanzen durch andere zu ersehen, ist meist vergebliche Arbeit, da die Eier schon aus dem Samenbeet in die Pflanzen gelegt worden sind. Die Bohnen, besonders die Stangenbohnen, zeigen starken Mehltaubefall, was ein Gin- schrumpfen der Blätter und Schoten zur Folge hat und die Erträge wesentlich verringert. Die Gurkenernte wurde durch die feuchte Witterung im Vorsommer ungünstig beeinflußt. Die Früchte zeigen schon bei Beginn der Entwicklung krankhafte Stellen, die zu Fäicknis führen. Auch sie haben vielfach unter Mehltaubefall zu leiden. — Die Frühkartoffelernte ist nicht so ausgefallen, wie man erwartet hatte. Die vielen Regenfälle haben zu einer üppigen Krautbildung geführt, während der Knollenansah zwar gut ift die Knollen in bezug auf Dicke jedoch zu wünschen übrig lassen. Auch ist ein nicht geringer Prozentsatz mit Fäulnis behaftet, was durch die überaus große Feuchtigkeit imDorsominer bedingt ist. y. Wölfersheim, 6. Aug. Rege Bautätigkeit herrscht seit dem Vorjahre in unserem Orte. Während im vergangenen Jahre die Staatliche Grube am Södler Weg ein geräumiges Zweifamilienhaus und in diesem Jahre auf dem Grubengelände eine Vierfamilienwohnung errichtete, haben Private im Vorjahre und Heuer je zwei Wohnhäuser erbaut. Außerdem sind mehrere Wirtschaftsgebäude neu entstanden. Auf billigere Weise haben verschiedene Hausbesitzer ihre Wohnräume dadurch vermehrt, daß ste auf ihre einstöckigen Häuser ein zweites Stockwerk bauten. Dessenungeachtet ist auch hier die Wohnungsnot noch nicht völlig behoben. :—: Aus der nördlichen Wetterau, 6. Aug. Infolge der günstigen Witterung der letzten Woche sind Gersten - und Roggenernte fast beendet. Der Anbau von Gerste ist gegen frühere Jahre bedeutend zurückgegangen. Trotz ihrer starken Lagerung ist der Körnerertrag recht gut, wie die ersten Druschergebnisse bestätigen. Infolge der Mißerfolge der letzten nassen Jahre sind unsere Landwirte dazu über- gegangen, ihre Frucht früher als sonst in die Scheunen heimzufahren. In trockenen Lagen wird bereits der erste Hafer geschnitten, und auch der Weizen bekommt schon seine goldgelbe Farbe. Die Kartoffeln stehen gut. Die bereits für den Eigenverbrauch eingebrachten Frühkartoffeln sind fast ausgewachsen. Die „Blaue Odenwalder". heute die meist angebaute Frühkartoffel in unserer Gegend, hat im großen und ganzen unter der Feuchtigkeit nicht gelitten, dagegen zeigt die „Frühe Deutsche" zuweilen Faulflecken. —.— Aus der südlichen Wetterau. 6. Aug. „Tausend fleiß'ge Hände regen sich", denn es gilt b« dem jetzigen schönen Wetter all den Erntesegen einzubringen. Kornhaufen reihen sich in den Fluren der gesegneten Wetterau an Kvrnhaufen. 11 eher all surren die Erntemaschinen auf den Feldern, und dazwischen sucht man mit Sensen und Sicheln auszuheben. waS die schweren Regenwetter im vorigen Monat zum Lagern niedergedrückt hatten. SchwerbÄaden schwanken riesige Erntewagen in die Ortschaften, vor denen mächtige Fruchchaufen aufgestapelt werden. 3n einzelnen Dörfern hat die Dreschmaschine bereits ihre Tätigkeit begonnen. 3m großen ganzen kann der Landwirt nut der heurigen Ernte zufrieden fein, wenn auch Rost und Dlafenfuß einigen Schaden verursacht haben. .7.7'w?. v WSR. Gelnhausen. 6. 2Lug. Stn aus Dertretern der Behörden sowie der Hausfrauen- und Landbund-Organisationen zusammengesetzter Ausschuß beschloß auf einer Tagung in Gelnhausen die Errichtung eines gemeinsamen Land- jugendheimes in Hailer, das schon seit längerer Zeit geplant war. Das Heim soll schon in den nächsten Tagen in Angriff genommen werden. Man rechnet damit, daß die Lehrkursc bereits im Oktober beginnen können. Kreis Schotten. «=.= Gc dern, 6. Aug. Bei dem Schluß- schießen des hiesigen Schützenvereins, womit das Frühjahrspreisschießen seinen Abschluß fand, wurden recht gute Schiehleistungen. erzielt, in die sich hauptsächlich die Schützen Karl Höhl, Hofprcdiger Widmann und Reinhard Diehl teilten. Den ersten und zweiten Preis erzielte Herr Karl Höhl mit 59 und 56 Ringen. 3m September soll ein weiteres Preisschiehen stattfinden — Die Maul- und Klauenseuche ist nunmehr hier erloschen. Dagegen ist sie in den Rachbargemeinden Ober- und Mittelseemen ausgebrochen. 1 Ober.Lais. 6. August. Der Gesang verein „ß i c b e r f r c u n b" unternahm bieser Tage seinen biesjährigen Familienausflug nach bem nahe gelegenen Bab Salzhausen. Da ge- rabc bie Reichswehrkapelle von Gießen ein Konzert gab, hatten bie Ausflügler wieder einmal Gelegenheit, schöne Militärmusik zu hören, bie ben Land- bewohnern boch eine große Seltenheit ist. — Am Sonntag, 15. August, wirb hier bas diesjährige S ch u l f e st gefeiert, bas in ben letzten Jahren immer eine starke Anziehungskraft auch auf bie umliegenden Gemeinben ausübte. ck. Dom unteren Dogelsberg, 5. Aug. Die Getreideernte ist in vollem Gang. Die Schnitter stehen scharenweise in den Feldern. Durch das naßkalte Wetter wird die Frucht etwas später reif, deshalb ist zu empfehlen, Getrer.de nicht unreif abzumähen. — Die Oh m t al st raße Unter-Seibertenrod—Ruppertenrod ist mit Walzen ziemlich beendet. Bis nächste Woche wird die Straße Ruppertenrod—Mücke in Angriff ge- ■, nommen werden. Währenddessen wird der Hauptverkehr über Wettsaasen—Merlau—Mücke umgeleitet werden. Für Autosührer ist es geboten, die inmitten unseres Dorfes steile, abschüssige Straße, welche mit einer Kurve endigt, in mäßigem Tempo zu befahren und die neugebaute Strahengosse zu schonen. — Die Ferien der hiesigen Volksschule dauerten drei Wochen. ld. Aus dem vorderen Vogelsberg, 6. Aug. Die seit langem von den Käufern erhoffte Senkung der Ferkelpreise tritt nun, da das 3ahr seinen Höhepunkt überschritten hat, und der größte Teil der Schweine für die Hausschlachtungen des kommenden Winters angeschafft ist. allmählich ein. Während nodj vor kurzem 6—7 Wochen alte Ferkel 40—42 Ml. kosteten, sind, sie heute schon für 30—36 Mk. zu haben. Kreis Alsfeld. ---Alsfeld, 6. Aug. Von einem Auto überfahren und getötet wurde im nahen Reustadt ein 8 3ahre altes Mädchen. Das Mädchen war in Gesellschaft seiner Spielkameraden auf den Anhänger eines Lastautos geklettert. Plötzlich fuhr das Auto fort, die Kinder sprangen von dem Anhänger herab, wobei das Mädchen unter die Räder deS schweren Anhängewagens geriet und tot liegen blieb. —.— Mücke, 6. Aug. Nachdem bie Post- behörbe bie A u t o l i n i e von Mücke — Boden- Hausen — Feldkrücken wegen Unrentabilität e i n g e st e l l t hat, haben zwei Leute seit bem 1. 'August eine Privatpostverbinbung zwischen Dodenhausen unb Mücke eröffnet. Bon feiten der Gemeinben Höckersdorf, Sellnrob, Groß-Eichen unb Dodenhausen wirb bas junge Unternehmen burch einen Zuschuß unterstützt, auch bie Reichsjwst wirb für bie Beförderung ber Post eine Entschädi- gung zahlen. l Unter-Sorg, 6. Aug. In bem klaren, kühlen Wasser ber Schwalm kann man in biefem Jahre einen außergewöhnlich großen Bestanb an Forellen warnehmen. Es ist anzunehmen, baß diesem wohlschmeckenden Fisch mancher Feinschmecker nachstellt, der nicht im Besitz einer Angelkarte ist. Insbesondere sollen Zigeuner, dis öfter in dem Wald zwischen Ober-Sorg unb Dabenrob lagern, Forellengerichte zu schätzen wißen. Kreis Lauterbach. —Aus dem Kreis e Lauterbach. 6. Aug. Der AuSbruch eines Schadenfeuers wurde durch das Eingreifen eines Mannes in Lanzenhain verhütet. Beim Vorbeigehen bemerkte der Mann in der Scheune des Zimmermeisters Fiedler Feuer. Kurz entschlossen eilte er herbei, rief noch einige Leute und verhinderte den Ausbruch des Feuers. Die kurz darauf ein- treffende Feuerwehr brauchte nicht in Tätigkeit zu treten. 8 Eichenrod. 5. Aug. Aus Veranlassung der goldnen Hochzeit der Eheleute Christian G r e b überreichte Kreisdirektor Dr. Michel dem 3ubelpaar ein Schreiben des Ministeriums, in dem die Glückwünsche der Staatsregierung zum Ausdruck gebracht werden. Gleichzeitig wurde dem Paare eine Ehrengabe von 30 Mk. überreicht. ---Schlitz, 6. Aug. Schwer verletzt wurde der 25 3ahre alte Landwirt Marr aus Frau-Rombach ins hiesige Krankenhaus gebracht. Er hatte sein Pferd ,;um Beschlagen in die Schmiede gebracht. Plötzlich schlug das Tier aus und traf ihn am Kopse, so daß er bewußtlos liegen blieb. —. — Aus dem Schliherland, 6. Aug. Sehr reich ist in diesem 3ahrc die Her del - becrcrnte ausgefallene wurden doch aut dem kleinen Bahnhof Hutzdorf 60 Wagen dieser Beeren verladen. Das Beerensuchen bot vielen Erwerbslosen und auch den Schulkindern in diesem Sommer eine gute Einnahmequelle. Starkenburg. * Darmstadt, 6. Aug. In ber Kuppelhalle ber Darmstäbter Hauptpost sind jetzt zwei G e b c n f t a f e I n für bie im Weltkriege gefallenen 68 Beamten, bie bem Bereich ber Oberpostbirekiion Darmstabt angehört haben, angebracht worben. Die künstlerisch ausgeführten Tafeln tragen bie Namen ber Gefallenen. — Der ehemalige ftommanbant bes hessischen Artilleriekorps, Generalleutnant a. D. von Müller, begeht am 9. August feinen 70. Geburtstag. — Die Stadtverwaltung in Magbeburg hat Professor Alstin Muller in Darmstabt zum leitenden Architekten ber Deutschen Theaterausstellung gewählt, bie im nächsten Jahre in Magbeburg ftattfinbet. ' WSR. Beerfelden. 4. Aug. 3m benachbarten Güttersbach wurde dieser Tage eine einzigartige Ehe geschlossen. Der „junge“ Ehemann ist 84 3ahre, die „junge“ Frau 67 Zahre alt. Der Mann war unverheiratet und hat nun seinem langen 3unggesellendasein doch noch selbst ein Ende bereitet. Rheinhessen. 10 Millionen-Anleihe der Stabt Mainz. WSR. Mainz, 6. Aug. 3n der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Mainz erfolgte dieser Tage die einstimmige Annahme eines Antrags zur Aufnahme einer Anleih e von 5 Millionen Mark zur Förderung des Wohnungsbaues. Ebenso wurden wertere 5 Millionen Mark für Tiefbau- und Gartenbau-Arbeiten einstimmig genehmigt. Der Antrag, daß der Oberbürgermeister bei der Reichs- und Landesregierung Verhandlungen zwecks 3nangriffnahme des Baues einer zweiten Straßenbrücke über den Rhein anknüpfen solle, wurde zurückgezogen. 3n der letzten Sache sind bereits die diesbezüglichen Schritte unternommen worden: die Unterlagen befinden sich beim hessischen Staatsministerium. Preußen. Kreis Wetzlar. • Wetzlar, 6. Aug. Am 8. und 9. August findet hier eine bienen wirts chaftlr che Ausstellung statt, die nicht nur dem Bienenzüchter Interessantes und Lehrreiches bietet Erne große Zahl Bienenvölker kommt zur Arisstellung, im einfachen Strohkorb wie in raffiniert aus- gedachten Kasten. Wie mancher Freund vom Bienenhonig hat iroch nie den Unterschied zwischen Arbeitsbiene, Drohne und Königin kennen gelernt. Hier bietet sich die Gelegenheit, dies zu sehen. Selbstverständlich ist auch Honig da, vom hellsten bis zum dunkelsten, und auf einem Honig- markt kann man diese köstliche Gottesgabe laufen. Wachs gibts auch zu sehen, vom einfachsten Wachsboden bis zu den kunstvollsten Formen. Die vielerlei Dienenwohnungen und 3mtcrei- geräte werden besonders den Bienenzüchter interessieren. .Untere optische 3ndustrie beteiligt sich reichlich an der Ausstellung mit Apparaten, die bei der wissenschaftlichen Erforschung der Dienen notwendig sind. 3n stündlich stattfindenden Mikroprojektionen wird viel Interessantes und Lehrreiches von der Diene und ihrem Leben gezeigt. Auch eine Dienenweide, das sind Pflanzen, deren Dlüten den Dienen Honig und Dlütenstaub spenden, ist ausgestellt und es wird gezeigt, wie innig Bienenzucht. Landwirttchatt, Obst- und Gartenbau ineinander greifen. Kreis Biedenkopf. XX Crumbach, 6. Aug. Das Korn, das in früheren Jahren um diese Zeit schon unter dem Hieb der Sensen und unter dem Schnitt der Sichel gefallen war, gelangt in diesem 3ahr recht spät zur Reise. Die jüngsten starten Regenfälle und die kühle Witterung ziehen die Ernte, die man jetzt allgemein in den Gemeinden hinter dem Dünsberg beginnen will, sehr in die Länge. Daher gibt cs diesmal in dem großen Erntewerk keine Unterbrechung, eine Fruchlart folgt sofort der andern. XX Aus dem hessischen Hinterland, 6. Aug. Die Kirchcngcmeinden des Hüiter- landes rüsten für Sonntag, 22. August, zur 400- 3 a b r f e i c r der Einführung der Reformation. Obgleich der Kreis Biedenkopf Rassau zugeteilt, so ist doch gerade seine Geschichte ausschließlich hessische Geschichte, und gerade die Einführung der Reformation ist ein bedeutsames Ereignis für unser Volk. Eine gemeinsame Gedenkfeier für den ganzen Kreis ist Mittwoch, 25. August, in Diedenbspf vorgesehen, bei welcher Gelegenheit auch das Aufnahmeheim des Hinterländer Rettungsvereins feiner Bestimmung übergeben wird, das durch gemeinsame Spenden der Kirchengemeinden errichtet wurde. Dilltreis. bl. Dillenburg, 6. Aug. Für den Dillkreis will man ein grotzangelegtes Heimatbuch herausgeben, für dessen saubere Ausgestaltung sich eine noch zu bildende Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung einsetzen wird. bl. Dillenburg, 6. Aug. Der neue Sani- tätskras lwagen des Kreises ist eingetroffen und wird in aller Kürze in Betrieb genommen werden. bl. H er born, 5. Aug. Vertreter der Regierung und des Kreises besichtigten einzelne Gemarkungen des Kreises auf die entstandenen Llnwetterschäden und stellten fest, daß der Schaden stellenweise groß ist und manchem Landwirt der Betrieb schwer gehemmt wird. Hilfe ist dringend erforderlich. Kreis Marburg. sch Marburg, 6. Aug. Vom 14. bis 16. dieses Monats findet hier in der alten Garnison der 5. 3äger tag der ehemaligen 11. Jäger statt, zu dem von auswärts zahlreiche Gäste erwartet werden. Für Samstagabend ist ein De- grüßungskommers in den Stadtsälen vorgesehen, für Sonntag Festgottesdienst, Kranzniederlegung am 3ögerdenkmal, gemeinschaftliches Mittagessen und ein „Grüner Abend" in den Stadtsälen. Am Montag, dem 16., beschließen ein Frühschoppen mit Konzert, ein Gartenfest und ein gemütliches Deifammensein den 3ägertag. !—! Friedelhausen, 6. Aug. Die Heber- führung derMain-Weserbahn über die Chaussee Staufenberg—Odenhausen wird zur Zeit durch eine Detvnbrücke erseht. Obcrwefterwaldkreis. bl. Dom Westerwald, 5. Aug. Der hohe z Westerwald hatte leider in diesem Jahre eine' schlechte Heuernte. 3n dem unteren Teile des Landes hat man die Ernte längst hinter sich: hier hat man erst begonnen. Man wartete längere Zett auf gutes Wetter, begann dann mit den Erntearbeiten, die aber durch wetteren Regen stark beeinträchtigt wurden. Stellenweise kann man Heu wie Stroh verdorben liegen sehen. Man rechnet mit übergroßem Futtermangel im Winter. Kreis Westerburg. CD Weroth. 6. Aug. Dreimal schon konnte im hiesigen Kreise das Franziskusspiel „Der Herold des großen Königs" aufgefuhrt werden. Eine zahlreiche Zuschauerschar hatte sich jedesmal vor der Freilichtbühne, die wesentlich zum Gelingen des Stückes beiträgt, versammelt. Das Stück zeigt, wie ein Franziskus auch dem suchenden Menschen von heute viel zu sagen hat. Der Verein Weroth hot die pfnchologischen Schwierigkeiten und liefen er faßt. Pater Hippolytus Böhlen, der Verfasser, war selbst zugegen und lobte das gute Spiel. Am fom menden Sonntag um 3.30 Uhr wird das Stück noch einmal aufgeführt werden. Kreis Limburq. WEN. Limburg, 6. Aug. Gestern morgen sind aus dem Landgerichtsgcbäudc drei Strafgefangene entwichen. Die Leute befanden sich in Freiendiez in Strafhast und nahmen feit einigen Tagen Weißbinderarbeiten im Gerichtsgebäude vor. Sic benutzten einen unbewachten Auaenblick und entkamen. Zwei von ihnen haben noch höhere Strafen abzubüßen, einer hat sogar noch zwei Jahre Zuchthaus vor sich. Bis setzt gelang es noch nicht, ihrer habhaft zu werden. Die Leute stehen im Alter von 32, 23 und 19 Jahren. Maingau. WSR. Frankfurt a. M, 6. Aug. Zu dem Liebesdrama, das sich, wie bereits gemeldet, in der Dahlmannstraße abgespielt hat. wird noch bekannt, daß die alte Frau Hufnagel, die in Darmstadt wohnt, zufällig einige Tage mit ihrer Tochter bei ihrem in Frankfurt wohnenden Sohn zu Desuch war. Frau Hufnagel, die übrigens zwei Kopffchüffe erhalten hat, befindet sich jetzt auherLebensgefahr. Der Täter drang gewaltsam in die Wohnung ein, griff sofort in die Tasche, zog seinen Revolver heraus und gab einen Schuß auf bie alte Dame ab, durch den sie am Kopf verletzt wurde. Auf den Knall hin eilte ihre Tochter herbei, und ohne weiteres gab Herrmann auf das Mädchen einen sofort tödlich wirkenden Schuß ab. 3nzwischen kam auch die Schwiegertochter in das Zimmer, auf die Herrmann den dritten Schuß abfeuerte, der sie in die Drust traf, so daß sie bewußtlos zusammenbrach. Dann griff der Mörder nochmals zum Revolver und gab einen vierten Schuß ab, der Frau Hufnagel ebenfalls am Kopf verletzte. Der Mörder, der bekanntlich sofort festgenommen werden konnte, hat ein volles Geständnis abgelegt. Er ist der Sohn eines Offenbacher Schreiners und schon mehrmals wegen Diebstahls und anderer Delikte mit Gefängnis bestraft worden, aus dem er übrigens erst vor einigen Wochen entlassen worden ist. — Das, Preußische Staatsministerium hat dem Polizeihauptwachtmeister D e e r, dem Polizeiwachtmeister Dürr und dem Polizeiunterwachtmeister R. Müller die Rettungsmedaille am Bande, dem Polizeiwachtmeister Eglert, dem Schlosser Hartmann, dem Kaufmann Krautheim und dem Glasreiniger Schröder die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Lebensgefahr verliehen. WSR. Fechenheim. 6. Aug. Ein Kanu, das mit einer Dame und einem Herrn besetzt war, hatte sich an einen Schlepps ug an gehängt und kam bei Der Rumpenheimer Schleuse zum Kentern. Fritz Braun und Karl Hern aus Offenbach a. M brachten die beiden 3nsassen, die sich in Lebensgefahr befanden, ans Land. DTTHOMDSON 5 5EIFIX Vv/< W ** I ‘Oierfebfund5? und bleicht in dieser kurzen Zerf so schön wie Sie es nur wünschen können. ¥ Seifbr kostet nur 15 DIE — IST - NEU 53, schurz-Mai^e. ö V! trinkt das gute Mainzer Aktien-Bier! Zum selben Preise wie die einheimischen Exportbiere ■illiwillllllllllllll llllllllllllllllllllllllllllll !»!VIWWWM!!VWWWIN! Mllllllllllllllllllllll 111111111111111111111111111111111111111 Ir UM» Emil Schmal! Gießen Biergroßhandl. n. Eisfabrik Telephon 83 -'"D WOW-M 1926 Am Mittwoch, dem 11. August d. Is., abendS 8'/< Uhr, findet unter Mitwirkung der Kapelle des 1. Batl. Reichswehr- Jnf.-Regts. Rr. 15 und der Gesangvereine .Eintracht" und «Heiterkeit" im Stadttheater eine Derfastungsfeier mit nachstehendem Programm statt, zu der die Bewohner der Stadt und des Kreises Giehen hiermit freundlichst eingeladen werden. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung werden Eintrittskarten an der Kaste des Stadttheaters unentgeltlich aus- gegeben, und zwar Montag, den 9., Dienstag, den 10. und Mittwoch, den 11. August, jeweils von 11—1 ilfct mittags, und Mittwoch, den 11. August, eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung. Giehen, den 4. August 1926. Der Provinzialdirektor Der Oberbürgermeister der Provinz Oberhesten. der Stadt Giehen. Graef. Keller. Programm: Palast-Lichtspiele • Kirchenplatz Ab heute Samstag, abends 8 Uhr, Sonntag und Montag, nachm. 1 Uhr und abends S Uhr der große kulturhistorische Film Oer Krieg oder Namenlose Helden Den 10 Millionen Toten desWeltkriegeszum Angedenken Dieser Film, welcher nicht eine Geschichte, sondern die Geschichte unseres Jahrzehntes wiederzugeben versucht, besteht auch in seiner Photographie z.T. aus Originalaufnahmen, welche zur Zeit der Handlung an den verschiedensten Teilen der kriegführenden Staaten bzw. der Kriegsschauplätze, zumeist mit äußerster Lebensgefahr, aufgenommen wurden.--Veranstaltung des Internationalen Bundes derKriegsopfer und Arbeitsinvahden Bezirk Hessen, Ortsgruppe fließen, Lleblgetraßa 14a, Alte Klinik, Nebengebäude. Der Reinerlös findet unter Aufsicht des Wohlfahrtsamtes für unsere Sozialfürsorge Verwendung. 6493D Eintritt 50 Pfennig auf allen Plätzen. Logen und Sperrsitz sind nur den Schwerbeschädigten und Alterschwachen vorbehalten. Universität Köln Wirtschails- und Sozialwissenschastliche, Rechlswlssenschastliche, Medizinische «auch vorktintsche Semester) und Philosophische Fakultät Kaufmännisches und HandelStehrerstndium, Der- waltungs-Hochschulstudium, Grauen-Hochschulstudium. Vorlesungsbeginn: 2. November. Die Etnschreibefrist läuft vom 15. Oktober bis 5. November. Das Vorlesungsverzeichnis kann vom Universitäts-Sekretariat gegen Voreinsendung von 0,60 Mk. «dazu Porto 0,10 Mk.) bezogen werden. 6271ag Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Erna Horst Wilhelm Hainz ~ — Studienreferendar Gießen, Liebigstr. 95 Burkhards August 1926 05412 1. Musikstück: Vorspiel zur Oper »Die Meistersinger von Nürnberg" von Richard Wagner 2. Eröffnungsansprache . 3. Gesangsvortrag des Gesangvereins .Eintracht : Maiennacht von C. A- Kern 4. Musikstück: Hymne und Triumpfmarsch aus der Oper »Aida" von G. Verdi 5. Festrede über Staatsgesinmmg, gehalten von Privatdozent Dr. Friedrich Raab, Giehen 6. Gesangsvortrag des Gesangvereins .Heiterkeit": Bleib' deutsch du herrlich Land am Rhein, von Arnold 7. Musikstück: York'scher Marsch von Beethoven 8. Deutschlandlied. ____________________________64440 Belohnung von Nm. 50.— demjenigen, der mir den oder die Täter namhaft macht, die vergangene Nacht mein Firmenschild abgerissen und mitgenommen haben. 6458D Bauer, Tuchhandlung, Giehen Seltersweg 91. AostritzeL J Kehwarzbrer W V 3m Wettkampf Sieger ist der körperlich Tüchtigste. Als Erster Lurchs Ziel zu gelangen, ist heute der Ehrgeiz aller. Am die Voraussetzungen hierfür zu schaffen, experimentiere man nicht erst mit Pillen und Pulvern, sondern trinke das seit Jahrhunderten kraft- spendende Köstritzer Schwarzbier. Man wird über den wohltuenden Einfluß auf den Gesamtorganismus erstaunt sein. Das echte Köstritzer Schwarzbier ist erhältlich bei Emil Schmoll, Biergrohhandlung und Eisfabrik, und in allen durch Plakate kenntlichen Geschäften. 2550ss Beschluß! Das Konkursverfahren über das Vermögen des Schweinehändlers Heinrich Himmelreich in Giehen wurde nach Anhörung der Gläubigerversammlung vom 16. Juli 1926 eingestellt, weil eine den Kosten des Verfahrens entsprechende Konkursmaste nicht vorhanden ist. Giehen, den 27. Juli 1926. 64558 _________Hessisches Amtsgericht.________ Bekanntmachung. Das auf dem Friedhof am Rodtberg errichtete Krematorium ist fertig gestellt und wird vom Montag, den 9. d. M. ab in Betrieb genommen. Einäscherungen können von diesem Zeitpunkt ab vorge- nommen werden. Giehen, den 5. August 1926. Der Oberbürgermeister. ________I. V. Dr. Hamm._____64848 Bekanntmachung. Sonntag, den 15. August ds. Is., nach, mittags Va4 Uhr findet im Gasthaus „Jur Traube" eine außerordentliche General, Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Wahl eines Rechners. 2. Verschiedenes. Lollar, den 5. August 1926. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Spar, und Darlehnskaffe e. G. m. b. H. L. Hofmann.6448D Von der Reise zurück iiipri Dr. Gros 05393 Dr. Schäffer wieder da, 8. August 1926. 6450D Hans Mangelsdorff Turnverein fadiel- Im i. V. Abmarsch nach Giehen zum Jubiläumsfeste des T.-D. 1846 Sonntag mittag 1 älhr. Zusammenkunft in der Turnhalle. 05459 Zahlreiches Erscheinen erwünscht Der Vorstand. Cafe Ernst Ludwig Heute 8 Uhr 6459c Opereltenabend Anschließend: TANZ. Burg Staufenberg Am Sonntag, dem 8. August findet die ----- Kirchweihe ----- auf der Burg statt. DV* Gutbesetzte, erstklassige Musik. "08 Mr alles Genießbare gewöhnliche Preise. Eintritt und Tanz frei'. Der Wirt. 6422D Saaibau Sauer Morgen Sonntag: Tanzabend GroßeBalÜonschlacht 05458 Sonntag, den 8. A u g n ff, Missionssest ZU Fellingshausen Gottesdienst in der Kirche um 2 Uhr. Nachversammlung am Waldrand, am Fuße des Dünsber^s um 4 Uhr. Mr8D Fettvrcdiger Pfarrer Trautbig und Missionar Schlandraff u. a. Verschiedene Chöre Alle Freunde der Mission und des Reiches Gottes sind herzlich etngeladen. Der Kirchenvorstnnd: Pfarrer Vömel. Semgwfflii Heiterkeit Sonntag, den 8. August Frühspaziergang nach dem Schiffenberg Abmarsch 7 Uhr vom Bahnübergang Schiffenberger Weg Dienstag, den 10. August, abends 8^ Uhr Singstunde im Postkeller Daselbst Bekanntgabe der Kritik vom Wertungssingen in Londorf. Vollzähliges Erscheinen dringend erforderlich Die Teilnehmerlistc zur S ä n g e r f a h r t am 5. Sept, nach Kastel-Wilhelmshöhe liegt von Montag, den 9. bis Montag, den 23. Aug. im Vereinslokal zur Einzeichnung offen. Das Fahrgeld im Betrage von 6 Mk. pro Person ist bei der Einzeichnung zu entrichten. - Auch zahlreiche Beteiligung der passiven Mitglieder erwünscht Der Vorstand 6488D DRUCKSACHEN ALLER ART liefert In jeder Ausstattung stilrein und preiswert Brühl'sche Universitäts-Druckerei R. Lange, Gießen Dentist von der Reise zurück 6492D Dr. Ploch nimmt am Montag, dem 9. August, die Praxis wieder auf. _____________________________6496D WlNNg! AUW! Linmachgurken Sick. 2 und 3 Pfg., große Salatgurken Stck. 5 Pfg. Einmachzwiebeln, Iwetschen, Pflaumen, Johannisbeeren, Äpfel, Birnen, türkische Kirschen, Reineclauden, Mirabellen, Aprikosen, Pfirsiche zum Einmachen billigst eingetroffen. 05451 Verkauf Montqg oorm. von 8 Uhr an, Bahnhofstraße über Eaf6 Amend. Frau Frosch, Telef. 1051. Imkerund Freunde der Bienenzucht versäumt nicht am Sonntag, dem 8. August und Montag, dem 9. August d i e Bienen- Ausstellung in Wetzlar zu besuchen 6447D I Klavierunterricht erteilt langjährig gewesene Lehrerin der Hochschule für Musik, Mannheim I6482D Anny Rupp, Gießen, Nodhcimcr Straße 51IF Mein Unterricht im Schnittzeichnen und Iuschneiden beginnt wieder Montag, den 16. August, und werden hierzu noch Anmeldungen entgegengenommen Minna Wehrum private Iuschneideschule Seltersweg 73 I. Stollbier kraftbier I Steinstraße 48. Fernruf 2479. 6473D Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 ist alkoholarm und wirdinfolge- dessen von jedermann als Tisch* gelränk mit Vorliebe genossen, da nach dem Genüsse keinerlei Ermüdung eintritt hat außerordentlich hohe krit- wWlwävS tigende Eigenschaften und ist daher das beste Getränk für geschwächte Personen, Nervöse und Hersleidende. ist d asVollkraftbier für werdende SlOBIDaer und stillende matter. ist das gegebene fletrtok für SeöIIÖIGi Kinder, da ärztlich empfohlen. Niederlage für Gießen und Umgegend: Wilhelm Michel, Gießen Achtung! Auf zur Achtung! 8lMS M Ms-Welk am Sonntag, dem 8. August und Montag, dem 9. August Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Frisch geschlachtet! Es ladet freundlichst ein: 6456D Der Wirt Ludwig Bopp. Die Burschenschaft. Nur noch heute und morgen: „Fm ffl Mand$ Vergangenheit" Gesellschaftsdrama in 6 Akten. Sowie das lustige Beiprogramm. Astoria-Uchtspiele Nur noch heute und morgen: „Marccos tollste Wette“ Sensations- und Abenteurerfilm in 6 Akten. Sowie das lustige Beiprogramm. N. B.: Die Astoria-laicht spiele bleiben wegen gründlicher Renovierung ab Montag, den •*. August bis auf weiteres geschlossen. Die Wiedereröffnung erfolgt mit einem ganz großen Schlager, und wird an dieser Stelle bekanntgegeben. (Male Ab Montag im Lichtspielhaus: HARRY DIEDTKE und LILIAN HARVEY in ihrem köstlichen Militärlustspiel in 6 Akten „Liebe und Trompetenblasen“ unstreitbar das beste Lustspiel was je im Lichtspielhaus zur Aufführung gelangte Ab Montag in den Palas'.-Lichtspielen: „Carlo der Abenteurer“ Gewaltiger Sensations u. Abenteurerfilm in6 Aki en. Sowie das lustige Beiprogramm. Nr. 185 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (wenecal-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 7. August 1926 Wandern und Reifen • Bäder und Sommerfrischen Wanderungen von Schotten nach dem hohen Vogelsberg. El. Briegleb singt in seinem Dogelsberg- liebe: „Bist ein Stück Vaterland, so schön wie eins" Es ist meine Gepflogenheit, in jedem Jahre ein anderes Fleckchen deutscher Erde auszusuchen, und wenn ich bei Anerkennung aller Vorzüge anderer Gegenden dann wieder vergleiche, so sinde ich das Urteil El. Brieglebs in seinem Liede immer wieder voll und ganz bestätigt. Tine jede Wanderung muh vorbereitet werden mittels Fahrplan, Führer und Karte, dankbar begrüßt man auch Anleitungen erfahrener Wanderer. Das Wichtigste und Charakteristische einer Gegend muß man sehen und erfassen, dabei aber auch möglichst billig wandern. Diesem Zwecke sollen die nachstehenden Zeilen dienen. Vei länger dauernden Wanderungen ist es sehr empfehlenswert, an einem Zentralpunkte Quartier. zu machen und von hier aus seine Unternehmungen einzurichten. Das ist wohl besonders nervösen Personen zu empfehlen, die besseren Schlaf finden, wenn sie nicht jeden Tag das Quartier wechseln Aber es gibt auch viele Menschen, denen es nur möglich ist. Wanderungen von einem Tag oder anderitzolben Tag zu machen, etwa am Samstagnachmittaq und Sonntag. Für alle Gruppen dieser Wanderer ist Scholten als Herz des Vogelsbergs besonders zu empfehlen. Tage- und wochenlang kann irxm von Schotten aus die genußreichsten und befriedigendsten Spaziergänge und Wanderungen unternehmen mit immer neuen Zielen und Wegen, aber heute soll nur von den Wanderungen nach dem Gebirge die Rede sein. Von Schotten führen folgende Markierungen nach dem Gebirge (Hohcrodskopf als Ziel). Der grüne Ving, nächster Weg über Michelbach—Breungeshain (13,'< Stunden). D er rote Ring über den Gackerstein (2V2 Stunden). Das rote Kreuz über Rudingshain, Horst, Schupo-Hü.'te, Hüttenborn, Landgrafen- oorn, Tausstein, Hohcrodskopf (3l/e Stunden). Der blaue Strich über Altenburgskopf mit Forstbcamtendcnkmal Luginsland—Busenborn —Bilstein. (3 Stunden.) Orientierungstafeln hängen am Kreisamt (Stadteingang). Zu empfehlen sind Wegbezci.hnungskarte des D. H. C. für Vogelsberg und Wetterau, Verlag von Ravenstein, Frankfurt a. M., und die Meßtischblätter des Katasteramtes Blatt Schotten und Hirschstein. Die Markierung rotes Kreuz bezeichnet die längste Wanderung, sie ist natürlich auch die ergiebigste. Rachdem die Eckenwiesen vor dem Hüttenborn überschritten sind, mehrmals Rückblick nach Schotten, das von dort aus wie ins Tal eingekeilt erscheint. Vom Hüttenborn nach rechts Blick auf das Klubhaus und den Bilstein. Auch Wanderer, denen nur ein Tag, vom Zuge 10.16 Hhr ab gerechnet, zur Verfügung steht, können diese Wanderung am Sonntage unternehmen, weil der Abendzug Sonntags erst um 7 Uhr abends hier abgeht. Dies« Wanderungen über Rudingshain haben den großen Vorzug, daß sie nach Belieben gekürzt werden können. Wer nur nach Markierung gehen will, der benutze bis R. das rote Kreuz bis an die Schule und von hier aus den gelben Strich, an der Försterwohnung vorbei, hinter R. nimmt ihn herrlicher Buchenwald auf, links rauscht die Ridda, die man beim Beginn des Waldes überschreitet. (2'/i Stunden.) Wer ohne Markierung gehen will nach der Karte! Dis R. rotes Kreuz, am Schulhaus den steilen Fahrweg bergan, bis zum Wald (bis hierher P'i Stunden). Rückblick! Dann auf dem Hainerwaldweg am Horst vorbei zur Linken, rechts unten das tief eingeschnittene Tal der Ridda. Hinter dem Horst liegt die Schupo-Hütte. Den eingeschlagenen Weg immer weiter, die Die- fenbachstrahe wird überquert, bald ist der Ridda- Übergang erreicht, die Ridda hört man schon vorher rauschen. Am Riddaübergang folgt man dem rotweißen Band, das nach dem Klubhause führt. Bequemster Weg nach dem Hohcrodskopf, auch ohne Markierung nicht zu verfehlen. (21/» Stunden.) Außerdem können die Wanderungen über,R. durch die A u t o l i n i c Schotten—Ulrichstein wesentlich erleichtert werden, besonders für heiße Tage zu empfehlen. Man kommt mit dem Zuge 10 Hhr 16 Min. in Sch. an. besieht sich die Stadt und fährt um 11 ilfjr 30 Min. mit dem Auto nach R. Man kann außerdem bis I zur Poppenstruth fahren und von da die bequeme Oberwaldstcaße über Charlottenhöhe, Taufstein | zum Hoherodskvpf wandern. (F/t Stunden.) Der Weg über den Gackerstein (2*/* Stunden) ist sehr bequem, führt frei über luftige Höhen mit schönen Rückblicken. Der nächste Weg über Michelbach—Breungeshain (l1/* Stunden) ist jetzt an vielen Stellen angenehm beschattet und bei unsicherem Wetter vorzuziehen. Wer über Breungeshain zurückgeht, kann einen äußerst empfehlenswerten Weg über den Kamm zwischen Michelbach und Dusenborn einschlagen. (Alte hohe Straße.) Er geht ab. wo die Straße nach Michelbach umbiegt, und ist mit weißem Winkelzeichen markiert, herrliche Aussicht (bei günstigem Wetter Melibokus. Taunus. Friedberg. Dünsberg, Etoppelberg. Amöneburg), und führt durch den Schottenev Stadtwald an Luginsland. Haus Hubertus vorbei nach Sch. (I1/; Stunden.) Der blaue Strich führt über den Bilstein (3 Stunden). Wer es einrichten kann benutze diese Markierung als Rückweg, stets wechselnde herrliche Aussicht. Ganz besonders sei auch auf die l*/3 Tageswanderungen aufmerksam gemacht Man kommt etwa am Samstag um 5 Hhr in Schotten an und besichtigt die Stadt, evtl, nächste Hingebung, und am Sonntag früh ins Gebirge. Man kann auch in Rainrod aussteigen und über den herrlichen Reipperts nach Sch. wandern (l*/? Stunden). Bis Reipperts weißer Strich (Herr!. Aussicht aufs Gebirge und Schotten), von Reipperts nach Schotten rotes Kreuz. Zusammenfassend sei nochmals gesagt, über Rudingshain Aufstieg, die übrigen Wege nach Wahl und Zeit abwärts. Wanderer, komm und sieh, du kommst dann wieder. B. in S. Kloster Eberbach. Don Liesbet Dill. Alte Städtchen am Rhein, das Auto schlüpft durch enge Gassen, an uralten grauen, steinernen Kirchlein vorbei, an weitläufigen Schlössern in Parks, die Hecken grünen. Sonne auf dem Weg, auf steil ansteigenden Weinbergen, wo b:e besten Lagen des Rheinweines b'ühcn. Der Rhein rauscht frei und fröhlich unter den steinernen Drücken. Wimpel wehen wieder auf den weißen Rheinschisfen. die da unten ziehen, von den Bergen grüßen die alten Burgen und Ruinen, die von Deutschlands stolzer und tragischer Vergangenheit erzählen, Brunnen rieseln am Weg, während wir vorüberfliegen. Frei und weit dehnt sich rechts die gesegnete Rheinebene, weich ist der Wind, und olau lacht heut der Himmel über uns, Wolken treiben über dem Rhein vor uns her... Vor einem Gartentor hält der Wagen, wir machen kurze Mittagsrast bei dem Besitzer der Sektkellerei „Rheinberg", Sonne glüht aus den Obstgärten, der Gärtner pflückt uns Blumen ach, im Saal ist ein Frühstück aufgetragen, der rote Aßmannshäuser schäumt in den Gläsern. Draußen Sonne und Rhein. Hm 4 Hhr fahren wir weiter, am Rhein entlang, und biegen dann in ein anmutig grünes Wiesental ab. Hattenheim, wo der berühmte Markobrunner wächst, schon im 10. Jahrhundert wegen seines Weines bekannt, bleibt hinter uns, es geht auf Kloster Eber buch zu. das ehemalige Zisterzienserkloster, seit Jahrhunderten bekannt wegen seiner wundervollen Kabinettweine. Hebcrall bietet der Weg herrliche Rundblicke über des Rhemgaus Wälder und Täler, überall funkelt ein Stück Rhein. Da steigt vor uns der hochummauerte kostbare Steinberg auf, bereits im 12. Jahrhundert von den Mönchen als beste Lage ausersehen und angepflanzt, eine Perle rheinischer Gewächse. Das kleine, graue Kapellchen am Weg verdankt dein Kloster Eberbach seinen Ramen. Dort stürzte sich der Eber auf den heiligen Bernhard, wühlte eine Furche auf und verschwand im Dickicht . . . Durch das Sand st ein portal des alten Klosters gleitet der Wagen. Marias Sternenkranz funkelt auf ihrem steinernen Haupt, ein weiter Klosterhof tut sich auf, wir halten. Drinnen im „Pfortenhaus" wird Wein verschenkt, an einfachen Holztischen fröhlich singende Gäste, andere sitzen stumm wie in Verzückung vor dem golden schimmernden Kabinettwein, den sie mit Andacht trinken. Wir durchwandern die alten Klosterhöfe und Jnnenräume, Heberreste eines einst bedeutenden und einflußreichen Ordens, der sich mit der Geschichte des Landes eng verknüpft... Es ist schon dämmerig, auf steinernen Fliesen der hohen Gewölbe hallen unsere Schritte. Die Hallen sind Luftkurort Altenburg 20 Minuten von der Bahnstation Alsfeld (Oberhessen) „Gasthauszur Linde“, Bes.:Georg Herdt Telephon 211 Alsfeld. 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Referenzen zu Diensten. eiskalt, der Wind weht durch gotische und römische Fensterbogen, die Kirche, 1170 erbaut, in romanisch einfachen Formen, der Ehor gradlinig, mit dicken Pfeilern und Pilastern aus Kalkstein- quadern, das hohe Gewölbe aus Tuffstein. Die Kapelle ist von Siegfried von Dotzheim gestiftet und später eingebaut, der Dachreiter in Zwiebelform mit Laternen stammt aus dem 18. Jahrhundert, jeder Abt hat etwas dazugebaut. Diele Gräber berühmter Erzbischöfe liegen hier unten, wir schauen ihre Ramen flüchtig in der Dämmerung an. Steingehauene Grabsteine von Pröbsten und Bischöfen aus spätgotischer Zeit mit ihren Wappen und Abzeichen an den Wänden, erzählen eine lange Geschichte. Im Chor das prächtige Hochgrab der Grasen von Rassau und der Erzbischöfe von Mainz. So lebendig wirken ihre Häupter, auf Kissen ruhend, als ständen sie dort im Dunkel und schauten uns ernst unö ruhig an. Zu den schönsten gehört der Grabstein des Grasen von Kahenellenbogen mit seiner Gattin, darüber schwebt die Mutter Anna, das Jesuskind im Arm, dem Maria eine Traube reicht... Draußen rieselt und plätschert ein Brunnen in die Abendstille. Der Kapitelfaal, die alte Sakristei, öffnet sich, Säulen von fteinemem Laubwerk, das Refektorium romanischen Stils, ein Barocksaal mit steinerner Rundnische, Wände bis zur Decke in Eichenholz getäfelt, Decken in Barockstuck, von schweren Türen blinlen uralte Messingbeschläge. Das letzte Tageslicht fällt durch bleigesahte Scheiben mit buntem Glas über die Porträts ehemaliger Eberbacher Aebte. Im sog. „Dormatorium", das über den Kabinettkellereien liegt, standen einst die einfachen Betten mit den Strohmatratzen der Mönche. Im ehemaligen Hvspitalbau, jetzt das Kelterhaus der Domäne, mit vermauerten Fenstern, stehen 16 alte rheingauer Keltern, unter deren Druck die edlen Gewächse aus Steinberg, Gräfenberg, Hattenheim und Markobrunn im Herbst ausgepreht werden, und von hier aus zum Gären in die Lagerkellev wandern. In der Versteigerungshalle über dem Gärkeller, deren Wände mit Malerei geschmückt sind, finden alljährlich im Mai die großartigen Versteigerungen statt, die von Hunderten besucht werden. Weine, von denen man die Flasche mit 100 Goldmark bezahlt, werden hier gezogen und gepflegt, sie lagern in Fässern, vor denen der Weinkenner ehrerbietig den Hut zieht. . . Wie verzaubert, in silberigem Dämmerlicht schläft der uralte Garten, in dem schon die Mönche von Jahrhunderten des Abends spazieren gingen. Hnd derselbe bleiche Mond, der jetzt hinter den Weinbergen aufgeht, leuchtete auch ihnen. Eine wu..derbave Stille umgibt uns, fein Laut ist hörbar, nur irgendwo fällt Wasser in sanftem Geriesel in ein steinernes Becken. . Gberbach, der Ord n arbeitssroher, fleißiger Mönche, ein aufgehobenes Kloster, wird heute besud)t, um Kabinettweine an der Quelle zu trinken und gehört zu t>en Ausflugsorten des Rheingaues, die uns anziehen, seit man sich erinnert, daß es in Deutschland noch Gegenden und Kunstschätze gibt, die zu sehen es lohnt. . . * Von Gießen erreicht man Hattenheim und Cberbach am besten mit dem Schnellzug 5.42, Frankfurt a. M. an 6.52, ab 7.55, Hattenheim an 9.29, oder Gießen ab 8.33, Frankfurt a. M. an 9.57, ab 11.00, Hattenheim an 1.46. Alte Bayernstädte. Don Georg H i r s ch f e l d. Das Reisen ist uns Deutschen sehr versalzen — nicht nur der Kosten wegen, sondern auch aus seelischen Gründen. Das ist ein besonderes Kapitel in unserem Leidenbuche, denn der deutsche Reisetrieb war etwas doppelt Wertvolles in internationalem Sinn. Wichtiger vielleicht noch als das Geld, das er ins Rollen brachte, war die liebevolle Empfänglichkeit eines Lerneifers, der das Wesen fremder Völker mit reiner Andacht aufnahm. Aber der deutsche Reisetrieb ist nicht erloschen — das wäre ja auch unmöglich. Er ist vielleicht noch intensiver geworden, denn das gute alte Wort „Warum in die Ferne schweifen — sieh, das Gute liegt so nah" hat aus der Rot eine Tugend gemacht. Man bleibt hübsch im Lande und nährt sich, wenn auch nicht immer redlich, so doch mit bescheidener Dankbarkeit. In der schwersten Prüfungszeit entdeckt der deutsche Kultursucher sich Deutschland wieder. Von der Gegenwart verwirrt und abgeschreckt, flüchtet er zu den großen Denkmälern der Vergangenheit. Was einst nur kühler Lernbegriff war, die Formgesetze der Gotik, die romanlLsche Innigkeit deS Biedermeiertums — jetzt wird es ihm zum trostvollen Erleben. Besonders Bayern ist für diesen Ent- deckungStrieb ein unerschöpfliches Reiseland. Hier leben und Wiedererstehen die Werte, die französische Gewalt nicht antasten kann. Es gibt ebensowenig einen Musikraub, wie es Raub architektonischer Schönheit gibt. Der überl.efcrte Etil muß unser Halt werden, denn so widerstehen wir dem Gegner durch dieselbe Wasfe, die jenen stark gemacht hstt. Ich fahre von Zeit zu Zeit durch daS bayerische Land und lerne immer wieder eine neue alte Stadt kennen. Sehen und Wiedersehen, Erinnerung und Erkenntnis sind dann so stark, daß ich mich kaum noch nach der Schweiz und Italien sehne. Rach Rom nahm man doch immer den heimlichen Oberlehrer im Ranzen Litt, um nicht zu sagen den heimlichen Bildungsphckist c — dort war alles zu erhaben als Weither.igtum, als unbedingte Sortierung anzubeten. Kommt man aber nach Würzburg oder Rotenburg, nach Regensburg oder Augsburg, so besucht man einen lieben Ahnherrn, in öcifen Räumen die Muttersprache herrscht, so sieh! man Dinge, die man ohne Paß und Grammatik versteht und wiedersindet, indem man sie findet. Cs gibt zwei deutsche Wesen jetzt: das zerrissene und beleidigte und nimmer rastende, vis die Erlösung winkt, und das träumende. .fern und kindlich lächelnde, das sich in ewigen Werten geborgen weiß. Man erzählt dem Auslande jetzt zuviel von dem ersten, zuwenig von dem zweiten. Aber das zweite ist das eigentlich deutsche doch. Als Märtyrer lächeln unb träumen, in Qualen zufrieden sein — das ist unser Erb ■ teil. Sv geht man durch die alten Städte, die in Jahrhunderten erlebt, was wir jetzt erleben. Sv entstehen und schaffen deutsche Künstler -- immer wieder werden sie so entstehen, denn kritische Schlagworte haben keine Zeugungstraft, und Expressionismus und Jmpreisivnismus lassen lein Gotteshaus werden. Jüngst war ich in Regensburg Das ist nicht nur eine Stadt, sondern auch ein Land, die Sage von enger Menschensiedlung am weiten Strome. Es ist merkwürdig: man hat München sehr lieb und wird es immer lieb haben, aber es verliert in seiner königlichen Würde, wenn man die Bischofsresidenzen der bayerischen Provinzen kennenlernt. Hier ist doch der Charakter stärker, weil bleibender gezeichnet. Wie im schwäbischen Augsburg und im fränkischen Würzburg, so im niederbayerischen Regensburg. Es ist der unvergängliche Zauber dieser Städte, daß man wachend und träumend unter ihren Giebeln geht. Ein leises Lächeln ist auf den alten Steingesichtern, das will sagen: Warum laßt ihr euch so Dom Zeitlichen quälen? Oben bei uns weht das große Wissen: alles geht vorüber, alles Vergängliche ist gering vor Gott, die Schönheit des Leides und der Liebe aber ewig. Das hat die Kirche immer gewußt und wir halten uns noch heute an die Kirche. So spricht auch Regensburg. Diese kostbare, gotische Stadt hat aber noch einen besonderen Wert ihres Bildes: sie wird von einem großen Strom beherrscht. Wer auf der steinernen Brücke steht und über die Donau hinblickt auf dgs ragende, jeder Zeitnot trotzende Gemeinwesen, das den herrlichen Dom umlagert, der denkt an Heinrich Heines ewiges Lied von der Stabt, an eine graue, gewaltige Klage und an ein kühnes Schaffen deutscher Menschen. Die moderne Industrie, die auch Regensburg und seine Vororte ergriffen hat, macht vor dem Geheimnis dieser Tradition Halt. Sie ehrt das Bild der Ahnen und stellt sich gern in feinen Schuh. Roch ist ein Fürst in dieser Stadt, — er regiert nicht, der Herr von Thum und Ta^is, er hat gewiß nicht den Ehrgeiz, jetzt zu regieren —, aber er hat sich Fürstlichkeit bewahrt als menschlicher Mä^en, als Bürger großen Stils, und man neidet chm das Schloß seiner Väter nicht. Hnverändert steht es neben dem ehrwürdigen Kirchenkomplex von St. Emmeram. Der Dom aber in seiner sterbenden Gröhe und spielenden Schlankheit ein gotischer Gedanke, ewig manifestiert, weckt Liebe in jedem Vorübergehenden. Er ist das orientierende Ziel und Wahrzeichen der Stadt. Sein Dorhanderisein gibt Halt und macht den Schweifenden zum Bürger. Wohin ist die Zeit gekommen, da solche Bcrn- werke entstandene Kehren sie einst wieder, Schaffenskraft und Glaubensgewalt? Rur in anderer Form — das wissen wir, daran können wir laden ihre Gäste aus Oberhessen und dem Lahn- gebiet ein dnreh eine Anzeige an dieser» Bote Pensionen Sonnneririschen iusllogsorie SOINNMstW GnMsSU Weilburg. Elektr. Licht, Tel. 83, Garage. Herrlich am Walde gelegen Ne- nouiert. Erstklassige Küche. Bens. 5.—. 11........ »■! 1 BAD TÖLZ in den Bayer. Alpen 5581ss Deutschland» größte* Jod-Bad gegen Arterienverkalkung Bad-faauheim Sommeraufenthalt Zimmer mit reichlicher guter Verpflegung pro Tag 5 Mark <524D E. Schäfer, Hauptstraße 36 Weilburg! Der schönste Ausflugsort an der Lahn ist Sommednl® 3000011115 Wins Post Ostheim-Butzlmch Lberheslen Telephon Butzbach Nr. 8. [3440D Idyllisch min en herrlicher Wälder gelegen. 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Die Bewegung in Schiffahrtsaktien schließlich dürfte weniger auf die Erklärungen in den Generalversammlungen unserer beiden größten Schifahrtsgesellschaften zurückzuführen fein, die ja dürftig genug waren und wenig Positives enthielten, abgesehen von der unverbindlichen Zusage der Hapag-Der- waltung, für das laufende Jahr wieder eine Dividende verteilen zu können, als auf die neuerlichen Mitteilungen in bezug auf die amerikanische Entschädigungsfrage, von der man hofft, daß sie im Sinne der ursprünglichen Vorlage noch bis Ende dieses Jahres geregelt sein wird. 3m großen ganzen beschränkt sich wiederum die derzeitige Hausse auf den Terminmarkt. Kassapapiere haben bisher fast lediglich nur insofern davon profitiert, als sie in die Kombinationen mit hineingezogen worden sind. Man wird gut daran tun, wenn man im 2luge behält, daß es sich um rein spekulative Bewegungen handelt, bei denen fast stets schwere Rückschläge unvermeidlich sind. Die Verhältnisse am Geldmarft sind zurzeit nicht ganz geklärt. Zwar läßt die Versteifung am Markt sirr tägliches Geld bereits wieder leicht nach, doch macht sich z. D. am PrivatbiÄontmarkt größere Nachfrage bemerkbar, als sie seit langem M verzeichnen war. Die Ansprüche der Reichsbank zum Ultimo bewegten sich Jn, Grenzen. Bemerkenswert ist die erhebliche Ster- gerung des Devisenbestandes, die man Wohl mit dem Zufluß der durch die Auslandanleihen erhaltenen Mittel in Verbindung bringen kann. ' Die amtliche Großhandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag, des 4. August berechnete Grohhantelsintexzifter des Statiftt- schen Reichsamtes ist gegenüber dem 28. 3uli um 0 4 Proz. aut 126,3 zurückgegangen. Don den Hauptgruppen hat die Indexziffer der Agrarerzeugnisse um 0,5 Proz. auf 127,8, die Indexziffer der Jndustrieftofse um 0,2 Proz. auf 123,4 nachgegeben. 3m Durchschnitt 3lih lagen die Agrarerzeugnisse — infolge der zu Anfang des Monats gestiegenen Getreidepreise — mit 129,2 um 3,4 und die Industriestoffe mit 124,0 um 0,2 Proz. höher als im 3uni. Die Gesamtindex- zisser stellte sich im Durchschnitt 3ult auf 127,4. So.intnnüdtenit ö. 'llcf.se iu ftvotbeken am 8.8.26 Dr. Schäffer. Irl. Dr. Gürtler. Peltkanapotheke. Zabnarzt: Dr. Adam. ”D Rätsel Ecke ' Bilderrätsel woch!' Kleines Mißverständnis. Kreuzworträtsel. ge- die die ein den durch den Draht „Lohengrin- WöiW Die beste Verbindung Gießen—Regensburg ist mit dem Mittagschnellzug Gießen ab 1.06, Frankfurt an 2.15, ab 2.36, Würzburg an 5.16, 5125 0,4G.i 0,445 163,6' I 162.2* 163,2* 134,7‘ 134,5 145 144 7,25 7.2 156- 150,5' 125 289' 120 115 14V.V 147 165 84.5 Frankfurter Börse f.v 151* 154,5 164.2- 158' 143- 190,5' 174,5- 0.4675 0.535 149.2- 142 152* 97 47,25 32 158’ 144.2’ 151 287.4* 287,7* 121.5 120,5 61,5 114 161 - 96.75 87,5 199' 142' IW' 174' 164,7' 158,9* 84 89,75 26 47 II" 7 ,112.2' 0,455 0,42 i 13,62 46,75 149.7' 143* 0.465 0,575 132,5* 179,9' 84.75 89,4 Berlin p.ur» > - 86,5 37 3.25 166 152,7* 96.5 1.56,3 73,5 185* 158.5* । 55 95 147,6* 96.12 86,5 151,2' 164.2' 158.7* 38,5 147.75 85.5 46 3 168 74,75 84,75 84.5 156.7* 146* 154 57.5 73,5' 122' 150.6* 156.5 13,4 45,9 200' 141.2' IM* 178,7* ".505 0,47 0,446 <1.635 0,275 0.465 0,41 ■ 132,1* 179' 83.75 , 88.4 148.2* 96 . 86 19.51 <6.5 206 144 190 178,7* < 92 71 j 123.5* i 125,5* 151,2' 1021 - 133,5* 132,3- 180,5* | 179,7* 6% Deutsche Rclchttnletbe «7o Deutsche Ncichttnleid« - 3V,"-» Deutsche Rc4ch4anletde 9!., Deutsche Neichttn leide Deutsche Svororamien-n leide 4®/o Prcupischc Äculoll • • ■ 4?/6 veficn...... SM“ Deutsche Dertb. Dollar-Lat. dro- Doll -SLaa-Snireilaa.*! <*/o Sodtttrfrn......... 6% (»ofbmerttanö ... ■ Berliner HandeI4acsellschast. Commerz, and Privat-BLnk Tarmsl. und NaluuuUbaak . Deutsche Bank- • - • ■ Deutsche Vereinttank .... 2 isconto Commaudit M.iallbanl Miiteldcutsche Lrrdttbank. . Lrsterreichtsche Lreditanstau. Mestbank ......... Vc tuntet (3u8 ••••••». BuderuS ■*•••••.« ttaro ....... . . . . Teurlch-Lurcmburg ..... Äcltenkirchencr Bergwerke. . S‘ crptntr Bergbau altnxrfe »ichcrSlebeu.... Kaliwerk Westeregeln .... l'aurabültf - ..... Cbfrbtbdr,....... . . . , ‘llbonii Bcraba» Wl;cht(taM ........ Nie deck Montan IclluS Bergbau Homburg Amerika Paket. . . Norddeutscher ülovd Lderaansche Werke M(btn . . Zementwerk Heidelberg . . . IrinUvv Holzniann . . . , Anglo-Lont.-Guano..... Chemische Mayer Alaplu . . 9- ffarbcninbafttk, Sl.-V. Goldschmidt.......... Hollverkohlung SiutgcrSwerke........ Lchetdeanstalt »Ho. Eiektruiis»4»esellschafi Bergmann ....... Mainkrastwerke . Schlicken Siemens A Halske »dlerwerke Kiener ..... Daimler Motoren....... Heyliaenttacd' '"/egutn............ lOtolorenwerke Mannheim Srankkurrer Armaturen oiiserveniadrik Brann . . Metalkgcselln, doch zeigte sich anfangs etwas Unternehmungslust, die sich besonders auf Montanattien und einige andere Si. alwcrte konzentrierte. 3m allgemeinen hatte das Geschäft einen sehr ruhigen Charakter, zumal es an Anregungen und an Kaufaufträgen fehlte. Don Montanaktien waren stärker befestigt: Bochumer plus 2,75 Prozent, Gelsenkirchen und 5)c.v^nct plus je 2 Prozent. 3. G. Farben- Aktien lagen ruhig, der Kurs ging um 0,75 Prozent höher Holzverkohlung zogen von 51,50 auf 54 Proz. an, dagegen erlitten Scheideanstält eine Einbuße von 2,5 Proz. Elektroaktien verkehrten ebenfalls ruhig mit Ausnahme von AEG., für die stärkeres Interesse bestand und die um 1,87 Proz. anziehen konnten. Schars gedrückt lagen Elektr. Lieferungen, die 4,75 Proz. nachgeben muhten. Am Dankenmarkt waren die Kurse zumeist gehalten, nur Darmstädter senkten sich um 1 Proz S ch i f f a h r t s a k t i e n lagen ruhig und wenig verändert. Don O e l a k t i e n gaben Aütgerswerke 1 Proz. nach. Motoren- werte lagen uneinheitlich. Daimler plus I Proz., dagegen Klehec minus 0,5 Pro). Die sonstigen Werte des Cinheitsmarkt«» lagen ruhig und waren kaum verändert. Zuckeraktien strebten weiter nach oben. Badischer Zucker und Frankenthal plus je 1 Proz. Am heimischen Anleihemarkt war die Llmsatzlätigkell sehr gering. Für Kriegsanleihe zeigte sich etwas Begehr. Ausländische Renten waren wenig verändert, nur Türken befestigt. 3m Freiverkehr traten Brown Doveri durch einen gröberen Gewinn stärker hervor. Dieses Papier konnte auf 121 Prozent anziehen. Benz 87 Prozent, ®rt>- wag 60 Prozent, Unterfranken 89 bis 91 Prozent. Der weitere Verlaus brachte bei stark herab- geminderter Umsatztätigkell Schwankungen, wobei sich Neigung nach unten zeigte. Der Geldmarkt bleibt leicht. TageSgeld 4 Prozent, Monatsgelb 5,25 bis 6,75 Prozent, Industrieakzepte 4,75 bis 5 Prozent, Bankdiskonten 4,5 Prozent. Im D e v i s e n v e r k e h r nahmen die lateinischen Valuten eine schwächere Haltung ein. Poris ging gegen London auf 163,50 und Brüssel auf 171,50 zurück. Mailand senkte sich auf 145,50 gegen das Pfund. Devisenmarkt Berlin -Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 6 Lagust. 7. August. Amtliche 'loti-rung Amtliche Notierung Meld Brie' Geld Bries flmit.- Wou 1116,4U 168.83 16.8,41 168.83 Buen.-Aire- 1.699 1.7l i 1.696 1.700 Bri - -Intw 12.38 12. 2 11,92 11,96 (ibrulianlo 91,88 M2.12 91,84 92,06 ätaprntiggcn 111,34 111,1 >2 111,31 111,49 Stockholm . Oelfinflfort 112,21 112,49 112,26 112.64 10,55 10.59 10.553 10,293 Italic» - . 14,23 14.27 14.17 14,21 London • ' 20,402 20.454 20,330 20,441 9«euvork . . 4.195 4.205 4.195 4,21b Paris. . . 12,99 13,03 12,63 12,67 SckNvkij . ■>1,08 61,28 61,10 "1,30 Spanicn - stavfl.» - - iHio bc Jan 02.92 63,0b 63,22 63.Ü8 1.999 2,00.1 1.998 2,002 <.645 0.047 0.644 0,646 Dien in D-« Cefi. Qbacft 59,47 60,32 12.416 59,16 Prag ... Belgrad . . 12,418 12,488 12,456 7.405 7,425 7.40 7.42 Budarntt. . 5,87 5,88 5,865 5,885 Pul^aricn 3,035 3,045 .,04 .1,05 Lissabon .'1.375 : 1.425 21,40 21,45 Danng.. . ÄonftnHn. 81,53 81.73 81,50 81,70 2,375 .',:<85 2,387 2,392 Rtbrn 4,49 4.51 4,69 4.71 Ltmada. . Urnauai) . 4,199 4,209 1.199 4.209 1.155 4,165 4,155 4.165 Danknote n. Berlin, 6. August Seid Briet Amcrttautlche Note» . . 4,175 4,195 Belgische Norcn .... 12,97 13,03 Dänische Noten .... 111.02 111,5* Englilchc Noten..... 20,374 20,474 Francoiische Noten . . . 13,67 1.1,7:! Holländische Note» . . . 168,17 169,01 iHt.ilienischc Noten . . . Norwegische Noten. . . . * > 14.61 91,62 59.4J 11.69 92,08 60.74 Demsch-Oeflerr. lioofir men Rumänische Noten . . . 1,9.5 1.99 Schwedische Noten . . . 111,92 80,90 112,48 81.30 Schwester Noten .... Svnntsche Noten .... 62.69 63.01 Tschechoslowflkischc Noten . . 12,395 12,455 ungarische Noten .... • t 5.83 5.87 Berliner Börse. Berlin, 7. Aug. Der Wochenschlust der Börse lieh sich außerordentlich ruhig an. An den Hauptmärkten hielt sich das Geschäft in engen Grenzen und beschränkte sich-nur auf einige Käufe der Spekulation, da sich daS Publikum vom Markte fern hielt. Die Tendenz war aber im allgemeinen widerstandsfähig Montan-, Elektro- und Farbenaktien eröffneten sogar leicht befestigt. An den Aebenmäriten mußten wegen der älmsah- losigkeit verschiedene Erstnotierungen gestrichen werden. 3m Verlaufe der ersten Stunde bröckelte dos Kursniveau allgemein leicht ab, doch waren die Einbuhen nicht sehr erheblich Am Geldmarkt hält die leichte Lage an. 3m Devisen- verkehr traten gröbere Schwankungen nicht ein. Paris stellte sich gegen London auf 161, Brüssel auf 165; die westlichen Frankenvaluten lagen damit gegen den Stand der gestrigen RlMagsbörfe mäßig abgeschwächt Mailand stellte sich gegen London auf 144,50. Berliner Produktenbörse. Berlin. 6. Aug. (XU.) Die Unternehmungslust am Berliner Prvduktenmorkt ist geringer geworden, nachdem einmal das steigende Barometer den baldigen Abschluh der Ernte- arbeiten vorhersagt, andererseits aber das Ausland mit seinen niedrigen Kursen keine beachtenswerten Anregungen gibt. 3nlandweizen ist in neuer Ware auf schneller Abladung etwas meyr angeboten, so dah sich die letzten Kurse nicht voll behaupten konnten. 3m Zeitgeschäft wurde Weizen 1 bis 0,50 Mark höher. Für Gerste hält Kauflust zurück. Hafer hat ruhiges Geschäft, trenn auch hier und da einige Frage auftaucht. Greifbares Weizenmehl abzufetzen. Es wurden nbtiert per 1000 Kilo: Weizen, märt., 268 bis 271; Roggen, märt., 185 biS 190; Hafer, märt., 191 bis 202; Mais (loko Vertin) 176 bis 183; Raps 335 bis 340; per 100 Kilo: Weizenmehl 38,50 bis 40,25; Roggenmehl 27 bis 28,50; Weizen kl eie 10,25 bis 10,50; Roggenkleie 11,10 bis 11,40; Diktoriaerbsen 33 biS 37; Meine Speise- erbfen 27 bis 31; Futtererbsen 20 bis 24. Büchertisch. — „Zeitschrift für Muflk", gegründet 1834 von Rod. Schumann, 93. Jahrgang, Doppelheft 7-8, (Juli-August) 1926. Derlag der Zeit- schrift für Musik, Leipzig. — Strenge, dewuhte Linie zeigt sich in der Betrachtung über die Musikfeste des Deutschen Musikvereins in Chemnitz und der 3nternationalen Gesellschaft für Reue Musik in Zürich; der Schriftleiter Dr. A. Heus) gibt hier ein überaus klares Bild vom Stande, des heutigen Musiklebens, das heute wieder mehr denn je nach „Bindungen" sucht. Dr. Ernst Her- meran-München bringt in feiner Arbeit „©et- junge Goethe und die Musik" manches Beachtbare über Goethes vielumstrittenes Derhältnis zur Musik. Gegen zu starke Betonung des Technischen bei den heutigen Reproduzierenden wendet sich Gustav Ernest-Berlin („Ueber den Begriff der Objektivität in der ausübenden Kunst"). Der Streit um das Anschlagproblem auf dem Klavier findet neue Beleuchtung durch eine Aeuherung von Erich Hoffmann und die Entgegnung darauf durch Heinrich Bohl-Langenfalza. Recht bedeutsame Anregungen gehen von Dr. Rudolf Steglichs Umschau über musikgeschichtliche Reuerscher- nungen aus. Zur Erfassung des Wesens des Dolksliedes trägt 3ustus Hermann Wehel-Derlm bei. Dr. Georg Kinsky setzt die Reihe ber, un- gedruckten Weber-Briese fort. Das Rudolstädter historische Musikfest und das Leipziger Arbeiter- Händelsest stehen im Dordergründ der umfangreichen Musikberichte. Ein Gedenken für den im Juni verstorbenen Hermann Suter (Bildbeilage). AlS Musikgabe zwei österreichische Lieder, für die alte Zeit Michael Haydn, für die moderne Hans Gäl. — Mozart. Von Dr. Hermann Frhr. v. d. Dsordten. Dritte durchgesehene Auflage. Wissenschaft und Bildung. Derlag von Quelle & Meyer, Leipzig 1926. — Der Der» faffer will „den Leser einfuhren in den Reichtum von Mozarts Leben und Schaffen", aber „nicht nachweisen, wie Mozart geworden ist". Mit Rücksicht auf die Ergebnisse der neueren Mozart- forschung, die ja auch u. a. die Reugestaltung der klassischen Mozartbiographie von Zahn durch Hermann Abert veranlaßten, und zu denen von der Pfordten im Dorwort ausführlich Stellung nimmt, wäre aber doch gerade eine völlige Aende- rung des Buches geboten gewesen, denn das Werden Mozarts ist nicht von seinem Leben und seinem künstlerischen Schaffen zu trennen. Besonders bei Mozarts Entwicklung prägt sich die Auswirkung der von außen an ihn heraus tretenden Einflüsse aus. Das braucht keinen Abstrich für fein künstlerisches Gesamtwert zu bedeuten, läßt aber das Wesentliche viel mehr heraustreten; denn Mozart nimmt nur das auf, was feiner Wesensart entspricht und bildet c persönlich weiter. — Der Verfasser läßt aber in der vorliegenden dritten Auflage die frühere Fassung im großen und ganzen bestehen, abgesehen • von einigen Aendernngen, da seine „eigene Lieberzeugung nicht erschüttert ist". Danach muß man also annehmen, daß sich der Verfasser persönlich dem verschließt, was an neuer Einstellung zum Werk Mozarts gewonnen worden ist. — Dem Belehrung suchenden Leser wird sich das Werk Mozarts auch in dieser Form übersichtlich und klar erschließen; insbesondere die dramaturgischen Erörterungen über die Meisteropern sind in ihrer Gründlichkeit vorbildlich und bieten weitgehende Anregungen. So wird das Duch sicherlich seinem Zwecke dienen, zu dem viel zu wenig beachteten Werke Mozarts wieder hinzuführen; denn es ist recht flüssig geschrieben (wenn man von Wendungen absieht, wie: „die brave Frau war nicht geeigenfebaftet »u imponieren") und fesselt durch die Reichhaltigkeit der angeschnittenen Probleme. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 8. August. 10. n. Trinitatis. Dietzen. Stadtkirche. 8: Pfr. Mahr. Zugleich Christenlehre f. d. Reukonfirmierten a. d. Matthäus- gemeinde. 9'/,: Pfr. Decker. - Iohanneskirche. 8: Pfr. Dechtolsheimer. Zugleich Christenlehre i. d. Reukonfirmiert. a. d. LukaSgemeinde. 9'/,: Pfr. AuS- feit). 8: Vibelbefprechung im Iohannesfaal. Pfr. Becker. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre s. d. männl. Jugend, nachmittags 1*/,: Lollar, abends 8'/,: Daubringen. - Wieseck. 97,: Psr. Hartmann- Alten-Bufeck.-Watzenborn-Darbenteich:Wahen- born-Steinberg: 9'/, mit Christenlehre, abends 7,9 Frauenverein. Garbenteich: 1. Katholische Gemeinden. Dietzen. SamStag, 7. August. 4'/, und 7 Deichte, Sonntag, 8. August. 11. Sonntag nach Pfingsten, 67, Deichte, 7 Messe Korn, der Jünglinge, 8 Korn. 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2 Andacht, — Drünberg. 97, Messe mit Predigt. — Hungen. 97, Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10 Meße mit Predigt. — Sich. 77, Messe mit Predigt. Rundfunk-Programm des Frankfurter EenderS. (Aus der»Radio-Umschau".) Sonntag, 8. August. 8—9 älhr: Morgenfeier. 12—1 älhr: Konzert deS Aausorchesters: Opern von Donizetti. 4—5 Uhr: Stunde der Jugend. 5—6 ilbr: Ucber- tragung von der Gerbermühle: Konzert deS Harmonieorchesters des <5tanfiurter Orchestervereins. 6—7 Ühr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. 7.30—9.30 ilfor: Ue&ertragung aus Kassel: Hauptkonzert zum IV. DundeSsest des Deutschen Mandolinisten- und Gitarristen-Dundes. 9.30—10.30 llfjr: Opernabend. Anschließend bis 12 Uhr: ^Übertragung von Berlin. Tanzmusik der Berliner Funkkapellc. Montag, 9. August. 4.30—5.45 älhr: Konzert des HauSorchesterS: Alle Tanzmusll. 5.45—6.05 Llhr: Die Lesestunde. 6.15—6.45 Llhr: Die Dücherstunde. 7.15—7.45 älhr: „Die Mensendieckmethode". 7.45—8.15 älhr: Funkhochschule Frankfurt: „Bauernkultur", Vortrag von Professor Dr. Raumann. 8.15—10.15 ilfjr: Ein Abend der Lleberraschungen? 12—1 Ufir nachts: Technische Sendeversuche des Frankfurter Großsenders. Apotheken DH — ■ Kopfschmerz Migrant Neuralgie Zahnschmerz Jabr »0tc bewährt. 14266 Wir bringen diesen Manoli-Schli«- ger in der ehemaligen blumigen und aromatischen Mischung, jedoch in verstärktem Format wie- der auf den Markt. Preis 4 Pf Die beliebteste Zigarette der Vorkriegszeit war unbestritten Sfc. MANOL1 « UM ■ ••• t M W - ■ ORIGINAL HARDER t an bei kulant. 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Juni 1920 ununterbrochen im Eigentum der heutigen Besitzer waren. — Die Beweismittel für den Altbesitz müssen den Vermittlungsstellen bei Stellung des Antrags durch den Eigentümer der Stücke ein- gereicht werden. (Ein Antrag must auch dann vom Eigentümer selbstgestellt werden, wenn sich die Stücke in der Verwahrung und Verwaltung einer Dank befinden. «f ist das beste Heilmittel, w w I i ■ Q I Metailbetten für groß und klein, Stablmatratzen, auch mit Zubehör. frachtfrei an Private. Ueberall eingeführt seit 1911. Bequeme Bedingungen. Katalog 729 frei. Eisenmöbelfabrik Suhl (Tbfir.) Mim s werd, fachgemäß u. preiswert gestimmt u. revar. 6.668ttmX (5le8en.Motmr.il Telephon 2403. LvkatUgbr.Klav. u. Harmonium- Carl Stückrath Asterweg 47. Jüngerer Kaufmann imögl. Texulbr.I von kUFabrikgeschäfialc Teilhaber mit ca. 5 Mille Einlage gesucht. Gefl schristl. Angeb. unt. 05295 an den Gies;. Anzeiger erbelen' Garben bänder feurig gefärbt, Marke „Prima", empfiehlt Samenhaus Hahn Bahnhofstraße. 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