Prozent. ft * lVlt™ «ent ! kfe^t '7'K höher t lagen '®te ->_( Lc 11 *n o t f t sürf 04521: ■Ä biebi !en lüft, Sn Zsr ^ardzmsiuhes ?,lex ungünstige S ^ch daz Aderen. {“Ja Fort- $Ä nai, UWücftj ^ebörse. . ®s wurden no« is 32 Mart: Rag, 5; Sommergerste > inländischer, 21 mehl, inländischer lenmehl 31,50 bis 10,75 big H Mf. nbörse. ränderte ungün» berliner Pro- e Zurückhaltung. Auslaßes Qln. ränderten Kursen in. Doggen sester. Hafer bei Ikincm aber im Preise 1 man sich bezug« Fälle noch nicht ilb für nach dem iurückhattung, an« en Avnat drin« er Drizen 1 Ml., er ervssnete. Lrd- unverändert. Lev« Es notierten für >is 212; Sommer« rfte 190 biä 240; is llolo 'Berlin) )eizeMeht 37,75 > 30,75; DriM« üttvriarrbsrn 35 bis 34; Futter« 50 biS 27. >gramm. ult: unde der Jugend. Hausorchcsters. ,de. 6.15 bis 6.30 : Vereinigung für 3aDa, die Sonnen« ipp Krämer. 7.45 )tadtpersönlichkeit", bürgemeister. 8.15 mcbia", Schauspiel Ml von Hmper- Wen. , der Reichs« Drahtberichl des ck Hal den Dcch- Prozent und dm auf 7 Prozent et- ark jnfl 'nner* Anzahlung Sicherung itahl.% imensio88 jie Kredit .isheir ob diese Ernennung im Einverständnis mit der preußischen Staatsregierung erfolgt ist, und welche Schritte die Staatsregierung zu tun gedenkt, um das dem Lande zustehende Recht zu gewähren. Die „Tägliche Rundschau" stellt demgegenüber fest, daß ein Recht der einzelnen Länder, Vertreter für den Derwaltungsrat der Reichsbahngesellschaft zu ernennen, von der Reichsregierung nicht-anerkannt werde. Rach Ansicht des Kabinetts solle im Derwaltungsrat der Reichsbahngesellschaft die deutsche Volkswirtschaft durch sachkundige Persönlichkeiten vertreten sein. Rach diesem Grundsatz sei bei der Ernennung der Mitglieder des Verwaltungsrats verfahren worden und die Praxis habe gezeigt, daß damit das Richtige getroffen worden sei. da der Derwaltungsrat der Reichsbahngesellschaft bisher in voller Einmütigkeit seine Tätigkeit nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgeübt habe. Das preußische Kabinett habe den Anspruch erhoben, an die vakante Stelle einen Regierungsvertreter zu entsenden. Das Reichskabinett habe sich mit diesem Dor sch lag nicht einverstanden erklärt und als die Derhandlungen mit Preußen nicht zu einem Ergebnis führten, von seiner Ernennungsvollmacht Gebrauch gemacht. Gegen dieses Derfahren werde sich nichts einwenden lassen und deshalb werde man auch onnehmen dürfen, daß die Dedenken, die nun nachträglich von preußischer Seite gegen die Ernennung geltend gemacht würden, an der Wahl, die die Reichsregierung getroffen hat, nichts mehr ändern werden. Preußen und die Fürstenabfindung. Derlin, 7. Juli. Die Antwort der preußischen Regierung auf das erneute Ersuchen des Herrn von Dera, in Dergleichsverhandlungen mit den Hohenzollern einzutreten, wird, wie die Morgenblätter einer Korrespondenz entnehmen, in den nächsten Tagen nach nochmaliger Deschluh- sassung des preußischen Kabinetts erfolgen. Die Antwort durfte sich darauf beschränken, eine Reuaufnahme der Verhandlungen auf der alten Grundlage abzulehnen und im übrigen zu erklären, daß der gegenwärtige Zeitpunkt als ungeeignet zur Einleitung neuer Beratungen erscheine. Dagegen dürfte die Möglichkeit späterer Derhandlungen offen gelassen werden. IN. 156 Erster Blatt 176. Jahrgang Mittwoch, 7. Juli 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Druck und Verlag: Vrühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei U. Lange in (Ziehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. idjten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: ir anffurt am Main 11686. sernsprechanschlüsse: Zchriftleitung 112, Der- krscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Llonats-vezugrprelr: ’ Reichsmark und 20 lieichspfennig für Träger« vhn, auch bei Richter« chnnen einzelner Nummern nfolge höherer Gewalt. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. | cg und Geschäftsstelle 51. llnschrift für Drahtnach« polens Unanzbankott. Keine Aussichten für eine Anleihe in Amerika. Warschau, 6. Juli. (I1L) Der amerikanische ^hversländige Professor Kemmerer hatte lange Icßflrechungen mit dem polnischen Finanzministe- lum über die wirtschaftliche und finanzielle Lage jofens. Professor Kemmerer hat dabei betont, daß eime polni sche Anleihe in Amerika fein c n Lrfylg haben wurde, da das amerika- liscche Kapital zu Polens Wirlschaftsverhältnissen Mn vertrauen habe. Rach Meinung des ame- kflwiischen Sachverständigen muß die polnische Wirtschaft aus ganz anderer politischer und ökono- lisrher Grundlage ousgebaul werden. Die polnische fcgicrung müsse mit den Rachbarstaaten im Osten mt» Westen eine Politik der Verständi- (ju n g treiben. Auch für eine neue Anleihe der ittabllificrung des Zlotykurses seien die amerikani- keei Finanzkreise nicht zu gewinnen. Die polni- \:t« Finanzkreise sind mit den pessimistischen p«gerungen des Amerikaners sehr unzufrieden, zu- ttcl er festgestellt hat, daß sich Polen in einem SUbium langsamen Bankerotts be- std f. Englands Ostafrikamandat. London, 6. Juli. (TU.) Im Unterhaus ging frile Baldwin auf eine Anfrage auf die Mandats- ein. Bei den Abmachungen in Locarno, ifo führte Baldwin ans, habe die Mandatsfrage »ine Rolle gespielt. Nur mündlich sei den Kuschen Delegierten mitgeteilt worden, daß, wenn Äntschland Mitglied des Völkerbundes geworden fit, möglicherweise auch Deutschland zur Mandats- Äer iragung kandidieren könne. Es fei ober u n - 7 rf> t ig, anzunehmen, daß Deutschland ein fen Reichskanzler Dr. Marx und Dr. v. Siemens errirttrten Fragen beschäftigen, die grundsätzlich die töiziehungen zwischen der Reichs re - zi;i>»ung und der Deutschen Reichs- iigesellschaft betreffen. Es handelt sich im ivtmllichen um die Zusicherungen, die das Reichs- illiimtt vom Verwaltungsrat der Reichsbahn für .tage entscheidende Beschlüsse fordert. Die Reichs- iiKgecung verlangt, daß weittragende Entscheidungen Her Ieichsbahngesellschast künftig nicht ohne ORit d i r t u n g der Reichsregierung ge- oiift werben. Eine Bestätigung der Wahl Dorp- ra.il le r 5 zum Öeneralbirftor wird vor- o«-fichtlich erst erfolgen, wenn die Einigung zwischen i i Reid)5regierung und der Deutschen Reichsbahn- q-scklfchaft in den schwebenden prinzipiellen Fragen «ijirlt ist. Unter den weiter zu behandelnden Din- i: n roirb bie Frage ber Elektrifizierung ii$i Berliner Stabt- unb Vorortver- teir 5 genannt. Die Mitglieber bes Verwaltungs- orle unb ber Hauptverwaltung waren am Dienstag fcifiD Gäste bes Senats im Rathause. Aus bie Be- VMugsansprache bes Bürgermeisters Petersen er« Wirte Präsibent Dr. o. Siemens mit einer Rebe, in einer bie wirtschaftlichen Aufgaben der Reichsbahn r hei Hauptgruppen gliederte: ;. Lerzinsung unb Abtragung ber burch das itsihsdahnoermögen sichergestellten Schulb; ;.;2. Zerpflichtung, ben Betrieb so zu führen, baß rr tie Entwicklung ber beutschen Volkswirtschaft un- rrftiiQte, unb Caillaux vor der Kammer. Das Finanzprogramm des neuen Kabinetts. Paris, 6. Juli. (Wolff.) Die Kammer hatte heute einen ihrer großen Tage. Selten hat eine so große Anzahl von Abgeordneten der Sitzung des Parlaments beigewohnt. Die Tribünen sind überfüllt und Hunderte von Menschen suchen vergeblich Einlaß zu gewinnen. Rach Eröffnung der Sitzung gibt Kammerpräsident Herriot bekannt, daß der sozialistische Abg. Lebas eine Interpellation eingereicht habe über die Dur ch- führung des Achtstundentages im Hinblick auf die Ausführungen der Finanzsachverständigen über die zu erwartende Wirtschaftskrise nach der Stabilisierung des Franken. Es wird beschlossen, diese Interpellation zugleich mit den vorliegenden Interpellationen über die Finanz- und allgemeine Politik der Regierung zu behandeln. Rachdern eine ganze Reihe unwesentlicher Anträge ohne Debatte angenommen worden ist, ergreift Finanzminister Caillaux das Wort zu feinem Expose über die Finanzlage. Er geht bei seinen Ausführungen von dem Beschluß des boraufgegangenen Kabinetts Briand aus, einen Sachverständigenausschuß einzusehen, der die Finanzlage prüfen, und der Finanzsanierungsvvrschläge unterbreiten soll. Die meisten der Konklusionen dieses Ausschusses seien in He6ereinftimmung mit den Grundsätzen der Regierung und mit den Gesetzentwürfen, die er — Caillaux — im vorigen Jahre, als er das Finanzministerium verwaltet habe, bereits dem Parlament oorgetegt habe. Dieses Zusammentreffen sei nicht zufällig. Es crfläre sich aus der Lage, die in gewisser Beziehung zwangsläufige Lösungen notwendig mache. So sehr man die Arbeiten der Sachverständigen auch schätze, so wenig fei die Regierung auch geneigt, blindlings den ganzen Plan zu übernehmen. Caillaux gibt dann einen zusammenhängenden Ueberblid über die Dudgetlage. Das Budget habe 1914 mit einem Defizit von 5 Milliarden abgeschlossen. Dieses Defizit sei 1918 auf 49 Milliarden angewachfen, habe 1919 42 Milliarden betragen und fei progressiv bis zum Jahre 1925 auf 3 Milliarden zurückgeführt worden. Das Budget für 1926 aber fei ausgeglichen. Trotzdem enthält der Sachverständigenbericht einen Vorschlag für neue Steuern für das zweite Semester 1926 im Betrage von 2500 Millionen. Warum? Weil die Rotwendigkeit bestehe, den Bedürfnissen des Schatzamtes zu genügen, die nicht du rch Anleihen gedeckt werden können. Außerdem müsse man damit beginnen, die kurzfristigen Schahbonds' zu amortisieren. Es sei auch nötig, die Beamtengehälter mit den Lebenshaltungskosten in Einklang zu bringen. Die beherrschenden Gedanken seiner Finanzierung seien: 1. 3 Milliarden neue Einnahmen sicherzustellen, von denen eine Milliarde für die Staatsbeamten, 500 liüionen für die Vorschüsse der Bank von Frankreich, 500 Millionen für die kurzfristigen Bonds und 500 Millionen für die Stabilifierungsoperationen verwandt werden fallen. 2. Um den im Steigen begriffenen Ausgaben zu begegnen, muhten steigende Einnahmequellen durch Umgestaltung der Umfahsteuer geschaffen werden. 3. Ls sei dafür Sorge zu fragen, daß die Steuern scharf gegeneinander abgegrenzt würden, damit sie sich nicht selbst aussaugten. Beifall erzielte Caillaux, als er erklärte, es sei nötig, den Bürokratismus, der die Steuer- Verwaltung ergriffen habe, zu beseitigen. Die Mißstände seien so groß, daß nicht einmal die betreffenden Beamten daran denken könnten, die Steuern regelmäßig einzukassieren. Für alle diese Sanierungsarbeit, namentlich aber für die Vereinfachung des Steuerabfchähungs- und Ein- schähungsverfahrens, werde die Regierung vom Parlament Vollmachten fordern. So seien die gewiß übertriebenen Steuersätze für die Einkommensteuer zu beseitigen, die kompensiert werden sollten durch Erhöhung der Titular- fteuem. Auch werde die Regierung Vollmachten fordern, um die teilweise lächerlichen Abgaben auf Erbschaften zu beseitigen, die manchmal die Höhe von 80 Prozent erreichten, äleberhaupt sei es die Aufgabe, einen besseren Ertrag aller Steuern und Stempelabgaben sicherzustellen. Auf die indirekten Steuern könne man nicht verzichten. Ohne den Vorschlägen der Sachverständigen folgen öU wollen, werde man, namentlich was die Eisenbahntarife betreffe, Erhöhungen verlangen und auch eine Erhöhung der Abgaben von Transportautos fordern, die den Eisenbahnen scharfe Konkurrenz machen. Die innere Schuld Frankreichs betrage 154 Milliarden, die kurzfristigen Schulden 40 Milliarden und die schwebenden Schulden 92 Milliarden, im ganzen also, wenn man die Bedürfnisse für den Wiederausbau mit 12—15 Milliarden hinzurechne, rund 300 Milliarden. Die kurzfristigen Schahbonds seien es, die dem Schatzamt große Sorge bereiteten. Eine falsche Rachricht genüge, um das Publi- zum zu veranlassen, mehrere Milliarden Rückzahlungen zu fordern. Die Regierung werde zunächst den Antrag der Sachverständigen, eine verwalfungskasfe für die Bonds zu schaffen, Vorschlägen, der als Betriebskapital nicht auswärtige Anleihen, sondern Kredite zugeführt werden sollen. Jetzt sei die Lage des Schatzamts so. daß es bei der Bank von Frankreich nur noch über einen Kredit von 500 Millionen verfüge. Im Monat August habe man acht Millionen Pfund Sterling oder rund 1300 Millionen Franken zu bezahlen. Das sei der Ernst der Lage. Was die äußeren Schulden anbetreffe, so müsse er sich vorsichtig ausdrücken, da Verhandlungen schwebten. Die Ratifikation der Abkommen müsse mit etwaigen Aende- rungen erzielt werden. Eine Besserung der Lage des Schatzamtes sei rtur noch durch eine Stabilisierung der Währung zu erzielen. Die kommerzielle Schuld Frankreichs fei auf 18945 Millionen zu beziffern, für die man für Zinsen und Amortisation jährlich 4 Milliarden bereithalten müsse. Werde der Franken weiter sinken, dann könne das Schatzamt seine Verpflichtungen nicht mehr erfüllen. Daher müsse er bie Frage an das Parlament stellen, ob Frankreich so handeln könne, wie gewisse Leute, die die Zahlung ihrer Schulden hinausschöben und dadurch ihre Lage verschlechterten. Lieber das Gesamtproblem der äußeren Schuld würde übrigens ein besonderer Gesetzentwurf dem Parlament zugehen. Caillaux schneidet dann die Frage der Währung an. Aus den Gedanken, den Franken auf seinen vorkriegswert zurückzuführen, müsse man verzichten. Ein Land, das ein Menschenmaterial von zwei Millionen verloren habe, könne nicht hoffen, seiner Währung den vollen Wert wiederzugeben. Man müsse auf die Chimäre der Revalorisierung des Franken verzichten. Es handele sich bei den Vorschlägen der Sachverständigen um keine gänzliche Stabilisierung, denn erst müsse eine Periode der Vorst abilisierung und eine Periode der tatsächlichen Stabilisierung durchgemacht werden. Damit es aber geschehen könnte, müßten Volk und Staat sich eine strenge Disziplin bet ihren Ausgaben auferlegen. Die Regierung werde verlangen, daß alle Parasiten aus der Verwaltung entfernt würden. Diese Maßnahmen müßten sehr rasch getroffen werden, und zwar mit einer Beschleunigung, mit der der parlamentarische Mechanismus nicht Schritt halten könne. Eine Stabilisierung müsse übrigens mit einem gewissen Mysterium umgeben sein. Daher werde die Regierung nach dieser Richtung hin Vollmachten fordern und ein diesbezügliches Gesetz vorlegen. Man müsse bei der Währungsstabilisierung nicht so handeln, daß man einfach alle Ziffern, ob es sich nun um Löhne oder um Kauf« noch Verkaufspreise handelt, durch 5 dividiere. Auch mit inneren Krediten komme man nicht zum Ziel. Man brauche auswärtige Kredite, damit das Land feine Handelsbilanz wieder aus« gleichen und feinePortefeuilles, sowie seine innere Wirtschaft wieder Herstellen könne. Polen, Tschechoslowakei, Deutschland und 'Belgien, also selbst sozialistische Regierungen hätten sich ebenfalls an das Ausland wenden müssen. Die Welt und Europa seien daran interessiert, daß die französische Wäh- rung stabilisiert werde, und deshalb dürfe man auch ihren Beistand erwarten. Im Ausland wisse man auch, daß man nicht bis ins Unendliche den Zustand wirtschaftlicher, industrieller und finanzieller Unordnung beibehalten könne. Die Regierung und das Parlament müssen also dem Lande die Wahrheit sagen und von ihm fordern, daß es, wie während des Krieges, kämpfe, damit-die finanzielle Lage wieder saniert werde. Er als Finanzminister fordere das Parlament auf, nicht wie ein Soldat zu handeln, der den gesuchten Lorbeer habe und dann die Waffen wegwerfe. Man müsse den Tornister umschnallen, damit die finanzielle Wiederaufrichtung durchgeführt werden könne. An die Abgeordneten gewandt, schloß Caillaux: Sie können, wenn Sie wollen! Die Regierung kann und will, daß das Parlament ihr Vertrauen schenkt. Das Parlament muß aber die ungeheure Verantwortung erfassen, die es dem Lande gegenüber trägt und auch gegenüber der Geschichte, wenn es der Regierung jetzt bas Vertrauen verweigert. Als erster Interpellant äußerte der Radikale Abg. Borel Bedenken hinsichtlich der Ratifizierung des Washingtoner Abkommens und der Erzielung ansländifcher Kredite. Cs sei notwendig, daß eine Sicherhe Klausel und eine Transferklausel in das Schuldenabkommen aufgenommen würden. Eine Rückkehr zur Gold- vasis sei notwendig. Rach seiner Ansicht werde die Regierung eine ziemlich starke Mehrheit in der Kammer sinden, die ihren Plan unterstütze. Man müsse sogar in seinem Anträge auf Rückkehr zur Goldbasis Mittel finden, um die Stabilisierung aus eigener Kraft durchzuführen. Als letzter Redner sprach der kommunistische Abg. G a r ch e r tz, der den Sachverständigenplani als einen Raubzug des Kapitals gegen das Proletariat bezeichnete und insbesondere erklärte, daß seine Partei keine Stabilisierung auf Kosten! des Achtstundentages cmnehmen werde. Ministerpräsident Briand bemerkte hierzu, die Besorgnisse des Redners seien unbegründet, denn Frankreich habe das Washingtoner Achtstunden- abkommen unterzeichnet. Die Weiterberatung wurde auf morgen nachmittag vertagt. Günstige Aussichten für Caillaux. parls, 6. Juli. (WB.) Wie havas aus den Wandelgängen der Kammer berichtet, besteht nach Abschluß der heutigen Debatte ber Eindruck, bah es ber Regierung trotz des Widerstandes auf beiden Flügeln ziemlich leicht fallen wird, das Vertrauensvotum zu erhalten, das die Voraussetzung für die Eröffnung der Debatte über den Kern der Frage, d. h. Über die von der Regierung vorzulegenden Sanierungsgesehentwürfe bildet. Die Kammerrede des Finanzministers wird auch von der presse im allgemeinen g ü n ff i g ausgenommen. Die Sozialisten und Kommunisten werden gegen die Regierung stimmen. Entscheidend ist die Haltung der Gruppe Morin, die bekanntlich eine starke Opposition gegen die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens an den Tag legt, sich aber mit dem Gedanken eines ouswärttgen Kredits zur Frankenslabilifierung abzusinden scheint. Die Gruppe hielt wiederholt Sitzungen ab, konnte sich aber über eine Stellungnahme nicht schlüssig werden. von ihrer Haltung wird das Ergebnis der 21b- I ftimmung abhängen. 3. die Einrichtungen dem Stande ber Technik unb bes Verkehrs stets anzupassen. Er sei überzeugt, baß es bei georbneter unb ungestörter Geschäfts- ührung ber Gesellschaft möglich sei, selbst in wirt- chaftlich ungünstigen Jahren bei sparsamer Wirt- chaft ben übernommenen Schulbenverpflichtungen gerecht zu werben. Dr. Luther im Verwaltungs- rat der Reichsbahn. Berlin, 6. Juli. (Wolff.) Die Reichsregierung hat am 5. ds. Mts. beschlosfeir, Reichskanzler a. D. Dr. L u t h e r zum Mitglied des Verwaltungsrates der Reichsbahn zu ernennen. Die Ernennung Dr. Luthers zum Mitglied der Deutschen Reichsbahngesellschaft an Stelle des verstorbenen Geheimen Kommerzienrats A r n- hold, der als sog. preußisches Verwaltungsratsmitglied im Einvernehmen mit Preußen seinerzeit bestellt war, hat in den Kreisen der Regierungsparteien des Preußischen Landtags starke Bedenken hervvrgerufen. Die Ernennung Luthers wird als „eine Stellung vor vollendeter Tatsachen" angesehen. Das Zentrum, die Sozialdemokraten und die Demokraten haben eine Große Anfrage eioqrbracht, in der gefragt wird, ab- Preußischer Landtag der Tagestemperaturen: 23,7 Grad Celsius. 13,8 Grad Celsius. Niederschläge 3,1 Heutige Morgentemperatur: 15,3 Grad Gestrige Minimum: Millimeter. Celsius. halb bei einem derartigen Vergleich gut schneiden. Olm Samstag und Sonntag wurden in verschiedenen Gruppen etwa 6000 Brieftauben englischer und französischer Brieftaubenbesitzer nach London. Manchester und Liverpool gestartet. Da nur ein geringer Teil der Brieftauben die Bestimmungsorte erreichte oder nach den Ausflugstellen zurückkehrte, nimmt man an, daß über 3000 Brieftauben von den schweren Stürmen an der französischen Küste überrascht .wurden und im Kanal ertrunken sind. Unglückliche. Das gestrandete Weinschiff. Bonn a. Rh., 6. Iuli. (Wolff.) Auf dem Rhein verunglückte gestern ein mit Wein beladenes Schiss, das beim Ankerwersen gegen einen Brückenpfeiler stieß und in der Mitte auseinanderbrach. Während die Mannschaft gerettet werden tonnte, trieben die Weinfässer den Rhein hinab. Es sammelten sich darauf Hunderte von Leuten an und zogen die mit Wein gefüllten Fässer an Land. Rur ein Teil der Fässer konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Der Rest wurde von der Menge aufgeschlagen und alle hrnzukommenden Personen tranken, bis sie sinnlos betrunken waren. Schließlich war das Ufer längs des Rheins mit Betrunkenen bedeckt. Erst als 80 Polizeibeamte herangezogen wurden, konnte einigermaßen Ordnung geschaffen und der Rest der Güter in Sicherheit gebracht werden. Bisher sind über 20 Personen an Alkoholvergiftung erkrankt und in die Krankenhäuser eingeliefert worden. Die wüsten Szenen forderten acht Todesopfer. Fünf Personen starben an Alkoholvergis- tung, eine wurde bei einer Schlägerei unter den Betrunlenen erschlagen und zwei ertranken im Rhein. Em Mord nach sieben Jahren aufgeklärt. Berlin, 6. Juli. (Wolff.) Ein Kutscher Robert Schwarz war auf die Anzeige seiner Frau, daß er vor sieben Jahren einen Mord an einem gewissen Liehkow begangen habe, am Sonntag verhaftet worden. Im Zusammenhang mit dieser Verhaftung wurde gestern auch die Frau des Ermordeten und deren Sohn aus erster Ehe, der Kutscher Paehsch, sestgenommen. Die Verhafteten haben bereits ein Geständnis abgelegt, wonach Schwarz auf Anstiften der Qieijfoto ihren Ehemann, mit dem sie in Winfrieden lebte, im Jahre 1919 von einer Leiter herabgeschossen hat, als ec oerode damit beschäftigt war, Dachpappe auf seine Laube im Baumschulenweg in Berlin zu nageln. Den bei der Tat verwende en Revolver hatte Paetzsch mitgebracht. Da sich der Erschossene beim Sturz von der Leiter den Kopf ausgeschlagen hatte, hatte der Arzt die Schußverlehung nicht erkannt und als Todesursache Schädelbruch angegeben. Untergrundbahnstreik in Reuyork. Nachdem die Leitung der Reuhorker Unter-» grundbahn die Forderung des Personals nach einem Stundenlohn von einem Dollar statt 75 Cents abgelehnt hatte, trat dieses um Mitte» nacht in den Streik. Die Stadtoerwaltung trifft Maßnahmen, um eine Desorganisation deS Verkehrs zu verhindern. Infolge des Streiks kam es zu einer Verkehrsstauung, jedoch Haven sich nur wenige Unfälle ereignet. Wie ftarf der Verkehr war, ergibt sich daraus, daß Montagabend und Dienstag früh über zwei Millionen Ausflügler mit der Bahn und mehrere Hunderttausend im Auto in die Stadt zurückkehrten. Wettervoraussage. Nachlassen der Regenfälle, doch bei südlichen bis westlichen Winden veränderlich und nur tagsüber mäßige Erwärmung. Die Abrüstungskonferenz Frankreichs Sieg in der Unterlommission. Genf, 7. Juli. (TU.) Die Unterkommission A der vorbereitenden Abrüstungskonferenz für Heeres-, Flotten- und Luftfragen hat ihre Arbeiten beendet und sich auf den 2. August vertagt. Sie nahm in erster Lesung mit Stimmenmehrheit den Text der Antworten auf diejenigen Fragen an, die ihr von der vorbereitenden Ab- rüstungökommission unterbreitet worden waren. Die deutsche D e l e g«a 1 i o n hat fast zu allen Punkten Vorbehalte vorgebracht, da sie sich mit der Behandlung der meisten Fragen nicht einverstanden erklären konnte. Genau genommen ist cs ein Unfcing, derartige schwerwiegende Probleme durch Stimmenmehrheit, wie es im Völkerbund allgemein üblich ist, entscheiden zu lassen, sobald die Stimme eines Sechs-Millionen- Staates ebenso schwer ins Gewicht fällt w'.e die Stimme einer Großmacht ersten Ranges. Aber nicht nur Deutschland ist fortwährend überstimmt worden, sondern auch England und den Vereinigten Staaten wurde dieses Schicksal häufig, vor allem in den F l o 11 en f r ag e n, zuteil, in denen es Frankreich und Italien gelang, mit ihren kontinentalen Trabantenstaaten gegen die ersten Seemächte der Welt wichtige Beschlüsse durchzusehen. Bedeutsam ist weiterhin, daß eine Reihe von Entscheidungen gefällt wurden. die dem Washingtoner Flottenabkommen dirett widersprechen und es somit Frankreich und Italien gelungen ist die ersten Schratte zur Lösung ihrer in Washington eingegangenen Ver- pflichiungen zu tun. In der Frage des Kriteriums für die Seestreitkräfte sind England, die Vereinigten Staaten, Argentinien und Chile gegen die Stimmen aller kontinentalen und der kleineren Seemächte unterlegen. Es ist falsch, anzunehmen, daß sie sich dieser seltsamen Mehrheit ohne weiteres fügen werden. Auch Japan hat sich ihnen angeschlossen, doch mehr aus taktischen, als aus sachlichen Gründen. Wichtig erscheint es weiterhin, daß es Frankreich auch gelungen ist überall dort seinen Standpunkt durchzusetzen, wo es sich um eine Schwächung der deutschen Position und eine Stärkung der französischen handelt. Wir nennen vor allem die Frage, ob die Reserven und das gelagerte Kriegsmaterial als Vergleichskriterien zu bewerten seien. Da eine Heranziehung von Reserven und gelagerten Materials Frankreichs Position schwächen und Deutschland stärken würde, so setzte Frankreich die Ablehnung dieser Vergleichskriterien durch, denn Deutschland besitzt weder das eine noch das andere und würde des- WSR. Berlin, 6. Juli. Nachdem ... Landtag zunächst einen deutschnationalen Antrag auf Bereitstellung von 1,5 Mill. Mark als ersten Staatsbeitrag für die Hochwassergeschädigten im Kreise Hirschberg an den Ausschuß überwiesen hatte, wurde die Gtats- beratung mit der Besprechung des Justiz- etats fortgesetzt. In der Diskussion spielte namentlich der Ausschluß des Senatspräsidenten Großmann aus dem Preußischen Richterverein ein Rolle. In der sich anschließenden Belass i g k e i t habe zuschulden fommen lassen. Das Vergehen reiche jedoch nicht aus, um eine Dienstentlassung zu rechtfertigen. Kunst und Wissenschaft Das ^kcich^Labak Forschungsinstitut. Bei einer in Karlsruhe unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Hagedorn gepflogenen Besprechung der Vertreter des Reichsmlmsteriums ür Ernährung und Landwirtschaft und der Länderregierungen von Baden, Bayern, e 1 p en Preußen und Württemberg, der badischen Landwirtschaftskammer sowie von Reichs- und badischen Landtagsabgcordneten wurden die Verhandlungen liber die Errichtung eines Babak- orschungsinstituts zum Abschluß gebracht. Das Institut, dessen Tätigkeit sich über das ganze Reich erstrecken und den Namen „Reichs-Tabak- forschunas-Instituf führen wird, soll aus Mitteln des Reichs und Badens auf dem Versuch- und Lehrgut der badischen Land- w.rtschaftstammer in Forchheim bei Karlsruhe erbaut und der Leitung der badischen Landwirtschaftskammer unterstellt werden. Zu seinem Aufgabenkreis gehören hauptsächlich: An- tellung von Anbau- und Düngungsversuchen, züchterische Arbeiten, Versuche zur Bodenbearbeitung Emteverfahren und Dachbehandiung, Erforschung der Tabakskrankheiten, sowie Belehrung der Pflanzer in Wort und Schrift. Die $or- schuna auf dem Gebiete der Fermentation soll dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin überladen bleiben. Zur Aufsicht und Verwaltung des Instituts soll ein Kuratorium bestellt werden, das aus den Vertretern der Reichsregierung und der beteiligten Landesregierungen, den Vertretern der Pflanzer schäft, von Sanoel und Industrie und dem Präsidenten der badischen Landwirtschaftskammer besteht. Künstliches Vitamin? Die „Dossische Zeitung" meldet aus L e i p - zig daß die Arbeit freier geistiger Forscher zur 'Erfindung der künstlichen Herstellug des Vitamins geführt habe, dessen Fehlen tn der menschlichen Nahrung die Rachitis erzeugt. Mit dem auf künstlichem Wege hergestellten Vitamin sollen Nahrungsmittel verschiedenster Art imprägniert werden. Rekloralswechsel an der Universität Heidelberg. Der Senat der Universität Heidelberg wählte Geh. Rat Prof. Dr. Panzer zum Rektor Jur das Amtsjahr 1926/27. Der neue Rektor ist seit 1919 Dozent für germanische Philologie und Sprachwissenschaft an der UnlDerfität. Ein Frankfurter Ehrendoktor. Die Naturwissenschaftliche Fakultät der ilni- versität Frankfurt hat den Marineoberbaurat W. Krüger in Wilhelmshaven für feine Verdienste um die Erforschung der Nordseeküste und die reiche Förderung wissenschaftlicher Tätigkeit in seinem Arbeitsbereich zum Ehrendoktor ernannt. Corinth-Ausstellung Im Frankfurter Kunstverein. eines Erdbebens lokaler Natur seit den letzten 20 i Jahren auf. Das Erdbeben wurde in Mürzzuschlag, Neuberg, Krieglach, Kindsberg in der Nordsteiermark wahrgenommen. Auch in Graz wurde das Beben beobachtet. Leichte Erschütterungen waren auch in W i e n zu verzeichnen. In Mürzzuschlag Hai das Crdbcbrn beträcht- | lichen Schaden an den Häusern angerichtet. Die ; Erdstöße waren ungemein heftig und von ; explosionsartigem Getöse begleitet. Kaum ein Gebäude blieb verschont. In den meisten Häusern sieht man große Risse an den Wänden und Decken. Schwer beschädigt wurden das Rathaus, die Bürgerschule, das Alte Brauhaus und die Gebäude des Bezirksgerichtes. Die aufgeregte Bevölkerung eilte ins Freie und getraute sich erst nach Stunden wieder in die Wohnungen zurückzutehren. In einer Eisenhandlung in Kindsberg begannen die dort zum Verkaufe ausgestellten Kuhglocken während des Bebens heftig zu läuten. Das Erdbeben wurde auch in Ost-Steiermark, in Hartberg und Riegerburg, deutlich wahrgenommen. Die Hochwasserschäden. Die von den Landwirtschaftsbehörden angestellten Schätzungsberichte ergeben, daß für Brandenburg und Sachsen durch Hochwasser die Ernte von Hunderttausenden Morgen vernichtet wurde. Mehrere hundert Orte wurden als Notstandsgebiet erklärt. Der geldliche Schaden, über den man erst in zwei bis drei Wochen ein genaues Bild haben wird, dürfte sich in den Kreisen Guben und Kottbus auf ca. 3V2 Millionen und In Sachsen auf ca. 19 Millionen belaufen. vom Blitz erschlagen. Bei dem fürchterlichen Gewitter, das am letzten Sonntag über dein Rheingau niederging, wurden bei Lorch dec Landwirt Peter Brunnengräber und seine Frau, die gerade mit Heu» machen beschäftigt waren, vom Blitz getroffen. Der Mann war sofort tot, während die Frau gelähmt wurde. Einführung der 24-Stunden-Tagesbezeichnung bei der Reichsbahn. Berlin, 7. Iuli. (W-L.B. Funkspruch.) Wie die Blätter von der Reichsbahnverwal- tung erfahren, ist in Aussicht genommen, mit dem kommenden Sommerfahrplan, also am 15. Mai 1927, im inneren und äußeren Verkehr der Reichsbahn und der Post die Stunden durchgehend von 1 bis 24 zu bezeichnen, wie es bereits mit bestem Erfolg in einer Reihe anderer europäischer Länder, so namentlich in Frankreich und der Schweiz geschieht. Ein mihglückler Vciestaubenslug. Neue schwere Erdbeben in Niederländisch-Indien. Eine neue Erdverschiebung hat Hol de Kock und Sofof heimgesucht. Es sind ungefähr 400 Tote zu verzeichnen, viele Gebäude sind schwer beschädigt worden. Die chinesische Riederlassung ist nur noch eine Ruine. Es herrscht überall Panikstim- m u n g. 70 000 Menschen haben alles verloren und sind obdachlos geworden. Der Schaden wird auf ungefähr 50 Millionen Gulden geschützt. Die K ö - nigin, die augenblicklich in der Schweiz weilt, hat eine große Summe Geldes gestiftet. Ucberall in Holland und Indien werden Ausschüsse gebildet, um Geld zu sammeln. Erdbeben in Steiermark. Dienstag vormittag ereignete sich auf dem S e m- mering ein kurzes Erdbeben, das bis nach Wien wahrgenommen wurde. Der Erdstoß war kurz, aber ziemlich heftig. Die Diagramme auf der Erdbebenwarte wiesen die stärksten Auszeichnungen ratunq > i Kultusetats wurde der Fall Lessin eingehend besprochen. Der Kultusminister gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Schließung der Technischen Hochschule Hannover vermieden werden konnte. Ferner erklärte sich der Minister mit einem sozialdemokratischen Antrag einverstanden, die Prügelstrafe in den Schulen aufzuheben, wenn es sich um mangelhafte Leistungen oder Unaufmerksamkeit der Schüler handle. Das HauS geht dann über zum Haushalt der Dolkswohlfahr 1. In der Besprechung fordert Frau Abg Oventtop (S.) tatkräftige Jugendfürsorge. Für Notstandsmaßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mühten ausreichende Mittel in den Haushalt eingesetzt werden. Abg. Könnecke (Dn.) beschäftigt sich mit der Frage der deutschen Leibesübungen. Das preußische Ministerium müsse in der Förderung der Leibesübungen führend vorangehen. Beherzigen wir, so erklärte der Redner, das Wort unseres Reichspräsidenten: „ßeibeöübung ist Bürgerpflicht. Förderung der Leibesübungen ist Dienst am Vaterland!" Minister Hirtsiefer teilt mit, daß Preußen mit ungefähr 80 000 unfertigen Wohnungen in das gegenwärtige Baujahr hineingegangen ist. Das beweist, daß die Kommunen in größerem Umfange Wohnungsbauten angefangen haben, als Finanzen vorhanden waren. Aber ohne Hauszinssteuerhypotheken wäre nicht eine einzige Wohnung in Bau genommen worden. Ohne Aussprache stimmt das Haus schließlich noch den Etats der Oberrechnungskammer und der Steuerschuld zu. Der Fall Jänicke. Leipzig, 6. Iuli, (Wolff.) Heute begannen vor dem Reichsdisziplinarhof die Verhandlungen gegen den Attache im Auswärtigen Amt Dr. Wilhelm Jänicke, den Schwiegersohn des verstorbenen Reichspräsidenten Ebert, der seinerzeit in ein Fremdenbuch des Hotels „Pagano" auf Capri abfällige Aeuh erun gen gegen den Reichspräsidenten v. Hindenburg eingetragen hatte und in erster Instanz vom ersten Reichsdisziplinargericht mit einem Verweis und einer Geldstrafe bestraft worden war. Die durch Einlegung der D e r u f u n g von beiden Seiten veranlaßte heutige Verhandlung vor dem Reichsdisziplinarhof wurde mit einer Vernehmung Jänickes eingeleitet, di« neue Momente nicht ergab. In dem anschließenden Plädoyer beantragte der Reichsanwalt Str afvers ehung Jänickes gemäß § 75 des Deamtengesetzes in eine andere Dienststelle und eine vom Gericht festzusehende Geldstrase. Von einer Dienstentlassung bat der Reichsanwalt abzusehen. Nach längerer Beratung verkündete der Vorsitzende das folgende Urteil: Es wird auf Strafversetzung, außerdem auf eine Geldstrafe in Höhe von einem Drittel eines Monatsgehaltes erkannt. In der Begründung wurde ausgeführt, daß Jänicke sich als höherer Beamter im Auslande eine Fa h r- . . et® E- Lpfang ti W 'M,■ beobE V^ ^Deld PÄ AusredA EatrtS fein-. B® en-l'ch f* «» OtO .«iß 5 Li SrM Knime" K Jugend feite p» Lmb fern eil#"”" rlft wieder ou F teoöKerungmurH llanN ichE.A -u.- Mtt Holle diesil Rotten die mH großer fM W* fr in und Michelbach ! radien. •• Die Maul» in Reinholdshain, 1 Schn), KliM'AE aibrochen, m Utphe 0 an sich gegriffen, in r sip nicht weiter ou° VUsachsen sKreis 0' Bübingen), m W (Kreis Friedberg) ist i Bo - TageSka Mademischer Aussa 4 ühr nachm. auf be M UMtfamtfe. - firafe; ,®rüf) mir bc - Mria-Lichtspiele: F P Viertes 5 unserer Militär mit, daß die Mustksol fonjert unfern MW r ersmgabenb auf der Abwechslung bringen ron Wagner, Dlicob Programm verzeichn C obers Leitung zu Lesnch Ist zu empsehb Aus der Provinzialhauptstüdt. Gießen, den 7. Juli 1926. Die Inschrift der allen Glocke in Butzbach. In dem Artikel „Glockeneinholung in Butzbach" (Nr. 153, 3. Blatt des „Gießener Anzeigers") ist die lateinische Inschrift der alten Glocke in Butzbach mttgeteiltworden. Jedenfalls haben viele Le er über ihre Form den Kops geschüttelt. Da dieselbe Inschrift auf noch fünf anderen Glocken Oberhessens, die alle derselben Zeit, dem späten Mittelalter, entstammen, sich findet, so sind wir im Stande, die in Butzbach wohl durch G u ß f e h 1 e r entstellte Inschrift richtig zu stellen. Zuerst kommen zwei Hexameter: Sit aura pia, dum rogat ista Maria, Est sua vox: bambam, potens repcllere Satan. Auf deutsch: Mild sei die Luft, wenn diese Maria da (M a r i a ist der Name der Glöckel bittend ruft, Ihre Stimme ist bam-bam, sie kann den Satan vertreiben. Der Schluß ist der bekannte Glockenspruch: Tonitruum rumpo, mortuum defleo, sacrilegum voco. Den Donner brech' ich, den Toten bewein' ich, den Gottlosen rufe ich. Die Kraft der Glocke, den Teufel zu vertreiben, gründet sich auf die magische Bedeutung, die man im Mittelalter der Glocke zuschrieb O. Schulte, Pfarrer, Großen-Linden. "Don der L a n d e s u n i v e r s i t ä t. Su ordentliche Professor für englische Sprache an der Landesuniversität Gießen, Dr. Wilhelm Horn, ist auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober an aus dem Staatsdienst entlaßen worden. ** Die Ausschlagssätze der Gemeinde Umlagen für 1926 werden im heutigen Anzeigenteil von der Stadtverwaltung bt kanntgegeoen. Man beachte die wichtige Veröffentlichung. Die öffentlichen Sparkcrss en u Hessen und die öffentliche Lebensversicherung. älm die Spartätigkeit der Einwohner Hessens aus dem Wege über die Lebensversicherung zu fördern, hat der Hessisch? Spar lassen- und Giroverband in Darmstadt den Bei- I tritt als Gründungskörperschaft zur Hessen- Nassauischen Lebensversicherungsanstalt in Wiesbaden beschlossen. Die Hessen-Nassauische Le- bensversicherungsanstalt ist auf öffentlich-rechtlicher Grundlage von den beiden Be^irksver bänden des Regierungsbezirks Wiesbaden un. Kassel, die auch die unbeschränkte Haftung fä die Verpflichtungen der Anstalt übernomma haben, in den Jahren 1913 bzw. 1918 für M preußische Provinz Hessen-Nassau gegründet worden. Durch den Beitritt des Hessischen Span lassen- und Giroverbandes und demnächst au-« der Hessischen Landesbank und der Hessisch« Kommunalen Landesbank als Gründungskörper' schäft, wird die Hessen-Nassauische Lebensvcr- sicherungsanstalt in Wiesbaden zu einer Groh- Hessen-Nassauischen Lebensversicherungsanstab,, öffentliche Versicherungsanstalt für den Freiste« Hessen und die preußische Provinz Hessen- Nassau erweitert. Die erweiterte Anstalt affl damit als einheimische (hessische) öffentliche 2<" bensversicherungsanstalt. WSN. W i e schütze ich mich g egeu Blihgefahr? Der Schuh gegen Blitzgefch- ist, wie die „Deutsche Jäger-Zeitung" schreib, nirgends größer als im Wald, wenn folgcnh" I Regeln eingehalten werden: Vor allem sind fr Wege zu verlassen, denn die Randbäume sie I am meisten gefährdet. Im Bestand selbst I die Gefahr inmitten des gleichmäßig hohen H« I zes gering. Der beste Schuh sind die Dickung« Dort schlägt der Blitz nicht ein, höchstens ' I einen ückeberständer. Auf dem Felde ist 1 Gefahr groß bei den niedrig hängenden Gew« fern. Hier muß man sich niederlegen, um D Gefahr zu entgehen. Jagdhütten schützen geirobT lich gut gegen den Blitz. Die größte Anzrchunss» kraft besitzt die Tanne, auch Weiden toetiW häufig vom Blitzschlag heimgesucht. RDD. Fahrkarten eruzeln voi^ 5 et gen. Zu Beginn des stärker einseheno» Reiseverkehrs kann man häufig an den Fad- kartensperren eine Verzögerung beobachten, M dadurch hervorgerufen wird, daß Fahrgäste, w gemeinsam reifen, ihre Fahrkarten durch ein-' Reisenden an der Bahnsteigsperre vorzerg» lassen. Hierdurch werden bei der Prüfung Abnahme der Fahrkarten oft Rückfragen ig Zählungen erforderlich, die bei starkem AtzdrM der Reisenden unnötig aufhalten. Die Weisem« handeln daher auch in ihrem eigenen Intern wenn sie die Fahrkarten an der Sperre ein#® 1 und persönlich vorzeigen. Die Gemälde-Ausstellung Lovis Corinth, welche zum ehrenden Gedächtnis des Meisters in besonders umfangreicher Weise vorbereitet wurde, Autounsälle. ist im Kunstverein (Junghofstrahe 8) eröffnet wor- Auf der Staatsstraße Löbau-Bautzen den. Sie umfaßt Werke aus allen Perioden des überschlug sich in der Nähe von Kuschüh infolge Meisters, aus seiner Frühzeit, der mittleren Epoche Platzens des rechten Hinterradreisens ein von und namentlich aus seiner, von vielen "ir die Löbau kommendes Personenauto. Von den drei stärkste gehaltenen, Letztzeit. Aus dieser sind beson- Insassen waren zwei sofort tot. Der dritte ders hervorzuheben die merkwürdigen, ergreifenden wurde mit einem schweren Schädelbruch in das Selbstbildnisse und die Landschaften und Stilleben Bautzener Stadtkrankenhaus eingeliefert, wo er von orgiastischer Farbengebung. Die Ausstellung noch in der Nacht verstarb, wird nach der Berliner die größte sein und dürfte in * weiten Kreisen Beachtung finden. Sie wird bis gjn mit fjefren Personen besetztes Automobil Ende August werktäglich von 9.30 bis 1 Ubr, 2 bis aU5 räe, Mulera wurde bei einem unübersichtlichen 6 Uhr, Sonntags von 10.30 bis 1 Uhr zu besieh- Bahnübergang auf der Strecke Treviglio-Tremona tigen sein.» (Oberitalien) von einem Zuge erfaßt und etwa 20 Junbe aus der Karolingerzeit. Meter weit beiseite geschleudert. Drei Personen In Freiweinheim wurden beim Ausgraben waren a u s der Stelle tot, zwei starben im eines Kellers in einer Tiefe von vier Meter Krankenhaus, darunter der Besitzer des Wagens, drei menschliche Skelette, ferner ein der Bürgermeister einer nahen Ortschaft, und ein altfränkisches Schwert, ein Dolchmesser und eine Kaufmann. Die beiden anderen Insassen wurden so zerbrochene Trinkschale aus Ton gefunden. Die schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt Funde wurden dem Römisch-Germanischen Mu- wird, seum in Mainz überwiesen. Man nimmt an, daß es sich um die Leichen dreier fränkischer Krieger Auf der Forbacher Chaussee nahe der aus der Karolingerzeit handelt. französischen Greife ereignete sich em schweres _______ I Autounglück. In dem mit vier Herren besetzten . Wagen des Bandagisten Fritsch aus Saarbrücken Aus aller ‘weit. versagte in voller Fahrt plötzlich die Steuerung. tw x a Der Wagen wurde gegen die Straßeneinfassung Der 4viegeslauf »es Antos. geschleudert und zertrümmert. Einer der Insassen Berlin 6 Iuli. (Wolff.) Der Reichswirt- erlitt einen Schädelbruch und war sofort) schaftsminister' hat an Dr. C a r l B e n z - Raden- tot, zwei weitere wurden schwer verletzt, der bürg i. Baden folgendes Glückwunschschreiben vierte kam mit dem Schrecken davon, gerichtet: In diesen Tagen werden 40 Jahre Bon der Straßenbahn zermalmt, vergangen sein, seit das vvn ihnen er- In Kassel forderte am Sonntagnachmittag sundene Fahrzeug mit Gasmotoren- &aß unvernünftige Abspringen von der Sttaßen- betrieb seine erfte «rfolgreiche ba^n cin Todesopfer. Eine ältere Frau sprang in Probefahrt ausgefuhrt hat. Die Schnellig- Wilhelmshöher Allee von einem in voller feit und der Umfang öer inzwischen erfolgten Sa^rt befindlichem Wagen ab, geriet unter die Entwicklung des Kraftfahrzeugwesens ist derart, Q^j^er und wurde gräßlich verstümmelt. Noch daß das, was vor 40 Iahren als Wun- toT hem Eintreffen der Sanitätswache starb die der angesehen wurde, heute schon alltäglich geworden ist. Um so mehr ist es mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen, hochverehrter Herr Dr. Benz, heute die dankbare Verehrung aller derer auszusprechen, für die das Kraftfahrzeug ein unentbehrliches Mittel wirtschaftlicher Betätigung geworden ist. Ich beglückwünsche Sie, d,ah es Ihnen vergönnt ist, die gewaltige Entwicklung selbst rnitanzusehen, zu der Ihre Erfindung den Anstoß gegeben hat. Möge es Ihnen beschieden fein, noch lange Zeuge der segensreichen Auswirkungen zu bleiben, die Ihre große Erfindung in unterem Vaterlande und in der ganzen Welt zur Folge gehabt hat. Der Sängen Säng .Kondors, z. 3i m«WQl-öänge S -MMtrtag de MW« SttoHui w» nfa auf d„en f und "u™ .Mungen entg. sK(°!tOb{r in ®ie werd “em feftgebenben Dere ZLr Lerüch Ä?ann mehr? Werter «ebrncht werd n IwW im Ifteh f n da- S ö-ber Der. |d)eii)?nin9ettQ9 über bU ,? wi lember in Jn ’9Un9 Hchtzib L72'-» F’,1 fm 5 6, 3 Ui; 5 9-26) WfSiS . 3m übrim Untl i C’ bis ^9eb°fe St i», te« hh $ir »«>1«, und Schützen 5715V Semmler, Frau Alma Vogt. 5650ss zur den 04718 raum. Eiser, Tv. Ober-Widdersheim 175; 14. To. Ulfa 173; 15. S). Roth, Tv. Ulfa Zoller, To. Frisch auf Leihgestern 169; merer, Tv. Obbornhofen 167; 19. B. Oberkleen 165; 21. F. Warner, Tv. 171; 16. R. 17. 5). Kam- Reuter, Tv. Eichen 158; wie auch im Casimir- Damen siegte : bekannt« ©loden,fern ). mortuum defleo, um voco. , den Toten bewein' sen rufe ich. icke, den Teufel zu i> uf -le magische M alter bet @lode jufr\ Fflrrer, Swßcn«Lindei Koch. Lu!»»igSplatz 4. Jungen Sattler und Polsterer der vcrfckr arbeiten kann, stellt sofort ein b. freierStoftu. Vogts aötlbdm Wiesner, Laitier meister, Gedern lOberhefs.1 Junge Zrau Wwe, durchaus zu- öerläfiige, vertrau- enäroüröigc 'Berfön* liebfeit, welche inbre» Inna ein Geschäft selbnändführte, auch auf Bureau tätig gewesen, fuchtLteilung als SUei tau ferm. Kassiererin ob. ähnl. Vertrauensposten. Schr. Ana u. 04739 an den Gieß Anz. Kampfplatz ab, während Fechter ihre Wettbewerbe fortsehten. 3m Florettfechten blieb, leichten Säbel, erwartungsgemäß Frankfurt a. M. Sieger. Bei den Frl. Mayer-Offenbach. esuniversität.i c englische spracht Mstm, Dr. W lachfuchen mit OBitit >em Staatsdienst enila! Juni 1926. Der Bürgermeister. Nundfunk-Programm des frankfurter Senders. (2luS der »Radio-Amschau".) Donnerstag, 8.3u(i. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Reue Operetten. 5.45 bis 6.05 TIHr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Llhr: Pfarrer Dittmer über: „Reiseeindrücke aus Aegypten". 7.15 bis 7.45 TIHr: Stenographischer FortbildungskursuS für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 815 bis 9.15 ülhr: Aeue Kainmerniusik. 915 bis 10.15 Uhr: ülebertragung von Kassel: „Enoch Arden" von Tennison mit der Musik von Richard Strauß, vorgetragen von Herrn Dr. Rolf Prasch, Oberspielleiter am Staatstheater Kassel. Anschließend bis 12 ilbr: Tiebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Lehrmädchen mit guten Schulzeugnissen und auS guter framtlie, sucht ein diesiges Kurz» und Modewarengeschäft. Selbstgeschriebene Angeb. u. 57051) an d. G. Anz. Aufmaßlisten stehen aus Wunsch fctrfügung. Schmalbach (Kreis Wetzlar), i. ~ ■ — Mädchen IN. gut. Heugn, sucht Stelle für morgens. Zu erir.i.d.GeschaftS. stelle d. G. «. 04730 2. Dresdner Geld-Lotterie zur Erhaltung der Dresdner Zwingeranlage Höchslgewinn i. y. F. 50 000 Mark Ziehung bestimmt 10. und 12. Juli Lose nur Mk. L- versendet: A. Dinkelmann, Worms Postscheck-Konto 15194, Frankfurt am Main. Hier bei: Staatl. Lott. Einn. Buchacker und Flimm, außerdem bei: Konrad Emmerich, Friseur Lotz, Frau Elia Reuter Ww., Wilhelm Jchokolas», BB.OCBS.EN Turnen, Sport und Spiel. Der drille Tag der Deutschen Kampsspiele gehörte den Turnerinnen, die sich der schweren Prüfung eines Reunkampfes und eines Dreikampfes unterzogen, und den Schwerathleten. die mit Ringen und Tauziehen ihre Kämpfe abschlossen. Die Spiel- runden im Faustball und Schlagball wurde zu End« geführt, und im Handballspiel fiel die Entscheidung der Frauen. Auch das Hockeyturnier wurde sowohl in der Hauptrunde als in der Trostrunde beendet. Ebenso traten die Golfspieler mit diesem Tage vom Leichner, Tv. Eichen 181; 10. L. Grasser, Tv. Berstadt 179; 12. A^Dölbel, Tv. Berstadt 176; 13. R. ........ f). Fleischer, nicht unt. 24 Jahren, das den HaushaU selbständig führt, mit guten Zeugnissen, zum 1. August in ArzthauShalt gesucht. Borzustellen 11-12 Uhr. 04737 Ludwigstr. 22 I. AiWW ■T alten lölvstz ^bach. octeneinholung in , ^^.»Tichrncr L 'lcheJnschrist^ dach nii.^eieiliWork ihre Form b selbe Inschrift aus K ^Hessens, die alle bt D"telaiter. entstamm Stande, die in Duhbi er entstellte Inschi Zuerst kommen zu t ista Maria, , potent repellere Sab sei die Lust, wenn t: : der Aame der Glvi me ist bam'bam, sie fg Verkündigung, wus der Siegerliste veröffentlichen wir jolgendeu Auszug: Männer über 45 Jahre (5 Bewerber, 5 Sieger): 1. K. Fink, Tv. Kaichcn, 190 Punkte. — 35 — 45 Jahre: 1. Sieg Gg. Bayer, Tv. Rendel, 205 P.; 3. Karl Baltzer, To. Utphe, 182 P. Turner-Oberstufe, Zwöls - Kainpf (24 Bewerber. 24 Sieger): 1. Sieg: K. Klöppel, Tv. Glauberg, 200 Punkte; 2. Hermann Geßner, Tgm. Groß-Karben 196: 3. Albert Knorz, Tv. Pohl- Göns 190; 4. K. Glaum, Tv. Oberkleen 186; 7. H. Eifer, Tv. Wohnbach 176; 8. H. Werner, Tv. Ober- Wtddcrsheim 175; 9. R. Wenzel, Tv. Glauberg, und O. Eifer, Tv. Ober-Widdersheim 161; 10. G. Kraft, Tv. Bleichenbach 163; 15. K. Weiland, Tv. Ulfa 149; 18. W. Pommer, Tv. Pohl-Göns 129 P. Turner-Ober st ufe, Reunkampf: l.K. Klöppel, Tv. Glauberg 145 P.; 5. 21. Knorz, Tv. Pohl-Göns, 130; 6. G. Werner, Tv. Ober-Widdersheim 129; 9. H. Eiser Tv. Wohnbach 125; 10. O. Eiser, Tv. Ober-Widdersheim 122. Ehrenpreis: Karl Glaum, Tv. Oberkleen 147. Turner - Mittelstufe. Zwölfkampf (54 Bewerber, 51 Sieger): 1. W. Schuldt, Tv. Kl.» Karben, 200 P.;2. O. Appel, Tv. Glauberg 197; 3. R. Knorz, Tv. Pohl-Göns, und M. Schepp, Tv. Pohl-Göns 196; 4. Hch. Appel, Tv. Berstadt, und H. Luna, To. Wohnbach 195; W. Schmidt, Tv. Frischauf, Leihgestern 186; 8. E. Löschhorn, Tv. Obbornhosen, und F. Weber, Tv. Utvhe 184; 9. 5t. Bank. Lehrling aut guter Schulbildung gesucht. Nur schriftliche Offerten erbeten. 5703D Herz & Co Valle mJ*’ ür 1926 werden im! her StablDtnnallim? - I ch,e die wichtige W ichen Sparkassen öffentliche Lebc^ die Spartätigkeit k«e A « Mqc über die 2cbr | d in Darmstadt den 2 WM . Ä I sicherungsanM mW ■ ist auf ofse-t-l« den Än Mirks ;nbrschrank e AMS er Anstalt v .. 1913 bzw. 1918 rn-AassaugAE. AnstaU argen DM" ,?eN Lg" W der-ndteK et 2m -ZL. hoben? Sich"! B ***& 2 * erden SStfÄ9? in 'art'",n rt«^ in Dudenhofen wegen Diebstahls n c n 20 Schafen zu verantworten. Die C.:;afe waren in Pfungstadt gestohlen und erst in Langenselbold wieder ermittelt worden. Das Gericht nahm schweren D.eostahl an, weil die <5d)afe aus einem Pferch entführt worden waren, während die Verteidigung geltend mochte, ein solcher Pferch biete für einen Menschen fein Hindernis. Das Urteil lautete gegen Trott auf 8 Monate Gesang- n i s und gegen Fuhmann auf 3 Monate (Scan g n i ö. 92 Sh ■» Aussage, yifflä BÄ* Temperatur: is/gjJ 23. O. Lindemeier, Tv. Utphe, und W. Seipp, Tv. Berstadt 155; 24. K. Quak, Tv. Oberkleen 145; 27. K. Faust, Tv. Glauberg 146; 33. I. Erbe, Tv. Eichen 129 Punkte. Turner-Mittel st ufe, Neunkampf: 1. W. Schmidt, To. Frisch auf Leihgestern, 155 P.; 2. H. Appel, Tv. Berstadt 146;; 3. O. Appel,Tv. Glauberg 142; 5. B. Reuter, Tv. Oberkleen 137; 6. R. Knorz, To. Pohl-Göns 136; 7. H. Lung, Tv. Wohnbach 135; 10 E. Löschhorn, Tv. Obbornhofen 131 Punkte. Turner-Unterstufe (119 Bewerber, 73 Sieger): 1. W. Weitzel, Tv. Kaichen, 229 P.; 2. H. Philippi, Tv. Friedberg-Fauerbach 219; 3. 21. Luh, Tv. Frisch auf Leihgestern 212; 4. R. Rohrbach, Tv. Frisch auf Leihgestern 205; 9. K. Kraft, Tv. Bleichenbach 191; 10." P. Wolf, Tv. Wohnbach 189; 11. $)■ Iungmann, Tv. Glauberg 188; 12. G. Alt, Tv. Wohnbach, 187; 15. f). Schweitzer. Tv. Wohn- bach 177; 17. W. Jakobi. Tv. Trais-Horloff 175; 19. $). Löbsack. Tv. Ober-Widdersheim 173; 20. O. Behrens, Tv. Eichen, 172; 21. F. Schmidt, To. Berstadt 171; 23. j). Dietz. Tv. Utphe 169; 24. A. Borg- ner, Tv. Ober-Widdersheim, und H. Hublitz. Tv. Trais-Horloff 168; 25. H. L. Reitz, To. Ulfa, L. Mensel, Tv. Ulfa, und H. Nagel, Tv. Trais-Horloff 167; 27. I. Klein, Tv. Wohnbach, und A. Lung, Tu. Berstadt 164; 28. K. Velten, To. Frisch auf Leihgestern, und K. Schaum, Tv. Frisch auf Leihgestern 163; 30. K. Krämer, Tv. Oberkleen 161; 32. H. Rühl, Tv. Utphe 159; 33. O. Dörner, Tv. Eichen 158; 35. W. Nies, Tv. Ober-Widdersheim 153; 36. E. Gottwals, Tv. Berstadt, 150 Punkte. Der Dorstand. Erfahrenes, solides ÖHipeiWD. Untere Mitglieder, die am 28. August an der Handwerkertagung in Mainz mit anschließender Rheinfahrt teilnehmen wollen, müssen sofort im Gewerbebaus (Hausmeister) die Teilnehmerzahl melden. (Siehe Gewerbeblatt). Schöffengericht Giehen. • Giehen, 5. 3uli. Ein Obergefreiter vom hiesigen Regiment hat ein auf Abzahlung unter Eigentumsvorbehalt gekauftes Rad, auf das er noch keine Zahlungen geleistet hatte, an einen Kameraden verkauft und diesem durch Vorlage einer alten Quittung vvrgespiegelt, es sei sein Eigentum, ferner mit der Behauptung, er wolle seiner verstorbenen Mutter einen Grabstein setzen lassen, einem Bekannten 150 Mark abgeschwindelt. Als die Sachen herauskamen, wurde ihm der Boden zu heiß und er ging flüchtig. Wegen Fahnenflucht, Betrugs und Unterschlagung von Dienstgegenständen erhielt er eine Gefängnis st rase von sieben Monaten und einer Woche. Ferner wurde au Dienstentlassung erkannt. Ein Bureaugehilse an einem hessischen F i - nanjamt hat LI n t e r sch l a g u n g e n nicht unbeträchtlicher Summen begangen und, um diese zu verdecken, Bücher unrichtig geführt. Seine bisherige Llnbestraftheit und eine gewisse Rotlage, in der er sich befunden hat, kamen mildernd in Betracht, Strafe: sechs Monate Gefängnis. Ein wegen Diebstahls mehrfach bestrafter Anstreicher hat einer alten, gebrechlichen Frau, bei der er zur Miete wohnte, 110 Mark gestohlen, obwohl er Arbeit hatte und nicht in Rot war. Wegen der Riedertracht der Gesinnung, die aus seiner Tat sprach, wurde — unter Einbeziehung einer Strafe wegen Zechprellerei — auf eine Zuchthausstrafe von einem Jahr sieben Monaten erkannt, außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren abgesprochen. Wegen versuchten Einbruchdieb- st a h l s erhielt ein Arbeiter eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten. Zwei Vorbest rasun gen wegen Diebstahls wirkten erschwerend. Gerichtssaal. Verurteilte Echafdiebe. ' Darmstadt, 6. Juli. Dor dem Bezirks- schösfengericht hatten sich die Schäfer Anton Trott in Pfungstadt und Philipp Fuhmann Wohnungstausch] Wohnungstausch. 3-Ztmmer-Wobn. m. Kllwe u. 2-Zim--W. m. Küche, freie Lane, seg. ü—6 - Zimmer- Wotm. Schr. Sinn. u. 04741 an d. G. Anz. 1111111111111111(111111111111111110 Ein jüngeres Kindermädchen aus anftänbtger Familie, zu fL Kinde gesucht. Borzustellen »roildj 1t u. 12 Uhr. 04738 Wilbelmstr. III OllllllllllilÜlilllHUIIIIIIIilB (Stellengesuche] Zuverlässiges MU» sucht zum 15. Juli Stellung in kl. bürgert Haushalt Schritt! Angebote unt. 04735 an den Gteh. Anz. Den Reunkampf der Turnerinnen gewann Frl. Windsheimer vom Turnverein Rürnberg 48 mit 178 Punkten vor Frl. Holte rm a nn-Hamburg mit 167 Punkten. Frl. Schulze-Wien belegte mit 160 Punkten den siebenten Platz. Im D r e i k a m p f erwiesen sich Fräulein Claus- Augsburg, Frl. Schmitt- Rürnberg und Frl. Kämmerer -München mit je 57 Punkten gleichwertig. Den Zwölfkampf der Turner beendete der Münchener H ö f l i ch mit 220 Punkten vor Oskar H ei t - Pirmasens mit 216 Punkten als Sieger. Der erste Auslanddeutsche war A. Rauscher vom Deutschen Turnverein Prag, der mit 201 Punkten den neunten Platz erreichte. Die Sieger in den Wettbewerben im Ringen waren im Fliegengewicht Priem (Pirmasens), im Bantamgewicht Leucht (Nürnberg), im Federgewicht Steinig (Dortmund), im Leichtgewicht Braun (Otterstein), im Halbschwergewicht Rupp (Pirmasens) und im Schwergewicht Gehring (Ludwigshafen). Das Ergebnis im Mittelgewicht steht noch aus. Das Endspiel im Schlagball sah ® e r - mania-Gleiwitz über den Männerturnverein München 1860 mit 53 zu 45 erfolgreich mit 10 bzw. 8 Punkten. Im Hockeyturnie r siegte im Endspiel Mitteldeutschland über Süddeutschland mit 4:1 und im Trostspiel Westdeutschland über Südostdeutschland 15:0. Irn Handball der Frauen fiel die Entscheidung erst nach Verlängerung zugunsten des Frauenklubs Charlottenburg über die Hamburger Turnerschaft Darmbeck- Llhlenhorst mit 6:5. Den Sieg in den Faustballspielen sicherte sich der Hamburg-Rothenburgs- örter Turnverein. Im Tauziehen siegte im Leichtgewicht Sportverein Reu-Grumbach, tm Mittelgewicht Sportverein Klein-Heppach, im Schwergewicht Turnverein Pfasfen-Schwaben- beim. ©auturnfeft des Turngaues Welterau. (Südwestdeutscher Turnverband). Eigener Bericht des „Gießener Anzeigers". * Nieder-Rosbach, 4. Juli. Heute hielt der Turngau Wetterau hier sein diesjähriges (Bauturnfeft ab. Der festgebende Verein, der alle Vorbereitungen mit Umsicht und Liebe zur Sache getroffen, gab der Veranstaltung einen schönen Auftakt durch die weihevolle Gedächtnisfeier für die Gefallenen, die gestern abend auf dem Friedhöfe stattsand. Der Ortsgeistliche hielt die Gedächtnisrede. Es schloß sich dann die Kampfrichtersitzung unter Leitung des Gauturnwarts, Lehrer Fink (Schwalheim), an, daran die Eröffnung des Festes auf dem schön hergerichteten Festplage. Der Vorsitzende des Ortsvereins übergab dabei die Leitung der Veranstaltung in die Hände des 1. Gauoertreters Dietz (Friedberg-Fauerbach). Der Wettkampf, der für alle Stufen ein aus Pflicht- und Kürgeräteübungen, aus Dreisprung, Kugelstoßen, 100-Meter-Lauf und einer Freiübung bestehender Zwölfkampf war, konnte heute unter der umsichtigen Oberleitung von Gauturnwart Fink in 14 Riegen flott und reibungslos durchgeführt werden und durchweg schöne Ergebnisse zeitigen. Bei gutem Wetter bot nachmittags der stattliche Festzug ein farbenfrohes Bild. Auf dem Festplatz richtete der 1. Gauvorsitzende Dietz (Friedberg- Fauerbach) und der 2. Verbandsvorsitzende des Südwestdeutschen Turnverbandes, Lehrer Zöller (Hausen bei Gießen) inhaltreiche Worte über die Bedeutung des Turnens an Turner und Festgäste. Die anschließenden Massenfreiübungen, die einen schönen und wirkungsvollen 2lbschluß der turnerischen Veranstaltungen bildeten, boten bei tadelloser Ausführung ein hübsches Bild. In feierlicher Handlung erfolgte gegen Abend die Sieger- Der Sängertag des Lahnlal- Sängerbundes. 4L o n d o r f, 6. Juli. Am Montag, dem 3. Fest, kg des Lahntal-Sängerbundes, fand in der Festhalle ter Sängertag des Bundes statt. Bundesvor« Sender Stroh- Butzbach eröffnete die Tagung tnb wies auf deren Hauptzweck hin, nämlich, von kuridesvereinen und Bundesmitgliedern Wünsche und Anregungen entgegenzunehmen, über die au hin im Oktober in Gießen stattfindenden Bundestag Bcjd)lüffe gefaßt werden sollen. Er sprach sodann hin festgebenden Verein Frohsinn von 2 o n » ,lorf herzlichen Dank aus für die mustergültige ?u rchsühruny des Festes. Dirigent Kasten von Siehen wünschte ein alle Jahre wiederkehrendes Lertungssingen, nicht wie seither nur alle 2 Jahre. Äeßchluß darüber kann noch nicht gefaßt werden, da tiefer Antrag erst den Sängern der Bundesvereine nitgeteilt werden müßte. Dem Volkslied, dem «in« größere Berücksichtigung zu wünschen wäre, bunte dann mehr Rechnung getragen werden, in- kitt beim Wertungssingen des Festjahres ein Volkslied gebracht werden müßte. Die Chorwahl für das fertungsjingen im Zwischenjahr stehe dann jedem Schein ftei. Für das nächste Bundesfest im Jahre 128 bat sich der Verein von Kirchhain gemeldet, tt r Herbstsängertag wird darüber endgültig ent- [Ijeiben. Sodann wurde in Beratung eingetreten Iber die Beteiligung an dem am 18. und 19. Sep- knrber in Mainz stattfindenden Hauptfest des hessischen Sängerbundes. Es wurde be- | Mietgesuche j svlde zu mitten: 1—2 leere Zimmer, evil auch Lager- 8ii je r e r Militärkapelle. Man teilt uns mit, daß die Musiksolge für das 4. Abonnements- Itnyrt unserer Militärkapelle am morgigen Don- trstagabend auf der Liebigshöhe wieder reichliche iwechslung bringen wird. So sind u. a. Werke ton Wagner, Nicolai, Rossini, Delibes auf dem Programm verzeichnet, die unter Obermusikmeister Laders Leitung zu Gehör gebracht werden. Der ieiud) ist zu empfehlen. schloßen, daß sämtliche Bundes vereine durch 215- orönungen an dem Fest sich beteiligen sollen. Jeder Verein/ der mit seiner Fahne dem Fest beiwohnt, bekommt eine Erinnerungsmedaille. Der Provinzialvertreter für Oberhessen, Lehrer ©engnagel- Grünberg, schilderte den vorgesehenen Festverlauf. Prämienmarkt, Reit- und Fahrturnier in Alsfeld. H Alsfeld. 6. Iuli. Der am Montag ab= gehaltene Alsfelder Prämienmarkt >attc auch diesmal wieder seine alte Anziehungskraft auf die landwirtschaftliche Bevölkerung be währt. Trotz des am Montag herrschenden strömenden Regens, der mit geringen Unterbrechungen bis zum Rachm'.tlag andauerte, hatte sich doch eine große Menschenmenge eingefunden. Auch der Auftrieb des für die Prämiierung angemeldeten Viehes war gut; Pferde, Bullen und Kühe waren gut vertreten, während allerdings manche Ziegenbesitzer wegen des schlechten Wetters ihre Tiere zu Ha-.se gelassen hatten. Die Prämiierung wickelte sich glatt ab, ebenso die vom Landwirtschaftskammerausschuß für die Provinz Oberhessen abgehaltene Dullenauktion, zu der nahezu 100 Dullen aufgetrieben und für die Kaufliebhaber zum Teil von weither erschienen waren. Rach Deendigung des Marktes fand am Rachmittag die sportliche Veranstaltung des Reirervereins Alsfeld auf der dazu eingerichteten Rennbahn statt. Diese Veranstaltung, die als Reit- und Fahr- turnier ausgestattet war, übte eine große Anziehungskraft aus; trotz des niedergehenden Regens strömte eine große Zuschauermenge nach dem Llebungsgvlände, das unter Mitwirkung der Freiwilligen Feuerwehr abgesperrt worden war. Rach dem Aufmärsche der sechs Abteilungen des Reitervereins, unter der Führung des Rittmeisters a. D. Graf v. Dredow, folgte die Dorführurm und Prüfung der einzelnen Abteilungen. Alsdann fand die feierliche ülebergabe der neuen Standarte des Reitervereins an diesen statt, wobei Landstallmeister Schö rke- Darmstadt eine Ansprache hielt und die Fahne dem Rittmeister Graf v. Dredow übergab. Die nun folgenden Pferderennen, zwei Galopprennen und ein Trabrennen, erregten die besondere Spannung und Aufmerksamkeit der Zuschauernrenge. Die Sieger wurden mit großer Begeisterung begrüßt. Reu eingelegt warm ein Ermunterungsjagdspringen über drei verschiedene Hindernisse und ein Gruppenspringen für Gruppen zu je drei Pferden. Die von den landwirtschaftlichen Pferden und Reitern gezeigten Leistungen waren recht beachtenswert. Den Schluß des Turniers bildete eine Eignungsprüfung für Wagenpferde, offen für Ein- und Zweispänner in beliebigen Kutschwagen, zu fahren für alle Fahrer und Fahrerinnen. Die Preisverteilung fand abends im Hotel „Deutsches Haus" statt, wo auch das übliche Festessen abgehalten wurde, an dem gegen 70 Personen teilnahmen. Trotz des ungünstigen Wetters darf auch der diesjährige Prämienmarkt, der proarammäßlg durchgeführt wurde, als durchaus gelungen bezeichnet werden, wie allgemein von allen Detei- ligkcn anerTarmt wurde. r«8fi”o. Jung- adjfbarer Eltern,der die Metzgerei erlernen will, kann fotort eintreten bet Wtlb. Hartmann, Metzgermetiter, Stockbeim. Gesucht: Braves ebrltcheS Hausmädchen ntögltchst vorn Land, ver sofort. 04731 Lcssingltrakc 15 I (QJnaut&ftrafjei. Tüchtiges, älteres Mädchen nicht unter 30 Ja ren, gesucht. 04732 HJüitteniöergeröof Bahnhofstraße. Holzsuvmission. IVie Gemeinde Kröffelbach hat an Eichen- sirnmholz zu verkaufen: 5693D 0,72 km 3. Kl., 3,94 fm 4. Kl., 10,84 Im 5. Kl., 9.26 fm 6. Kl., 7,88 fm 7. Kl., zus. ---- 32,64 fm. 1 Zahlungsbedingungen: i innerhalb vier Lochen nach Zuschlagserteilung, z am 1 September und i am 1. Oktober d. I. Im übrigen gelten die auf den Ab- rüstungstabellen vorgedruckten Bedingun- ctir Auskunft erteilt Herr Förster Nassen ft Kraftsolms. -christliche Angebote (verschlossen) werten bis zum 15. Juli entgegengenom- hin. Eröffnung erfolgt am 16. Juli, vor- hitlags 9 Uhr, in meinem Geschäfts- rmmer. Briefkasten her Redaktion. J. 2H. in Gießen. Ihre Frage ist zu verneinen. Das Wassergeld ist in der gesetzlichen Miete enthalten. Das beste Hiibiteraugen-Mittel ist ,,C» orinta*. Erhältlich in Parfümerie Lotz. Bahnhofstraße 333ES« •• Eine Schwindlerin. Der Friedberger Polizeibericht warnt vor einer Frauens» Person, die sich in Friedberg unter der Maske einer Wohltäterin bei einer alten Kleinrentnerin ftnJafe verschaffte. Die Person gab an, tm Auftrage älterer Damen zu kommen, die für Klem- ynlnerinnen sorgen würden. Sie stelle es an- |r.m, Wäsche. Kleidungsstücke oder Geld m empfang zu nehmen. Wählen sich die Kleinrent- izrmneci Geld, dann nimmt die Fremde einen N-Reichsmarkschein, hält chn in der Hand und triudbt, 4—5 Reichsmark herauszugeben Die xchvindlerin beobachtet bann, wo die Äleinrent- «tin ihr Geld aufbewahrt, und sobald dtese das ^wünschte Geld zurückgeben will, kommt sie nut «irrhand Ausreden; sie habe bie erforderlichen Quittungen nicht bei sich. Im gegebenen Mo- uent entwendet sie dann der Älemrentnerm bie Erschaff unb verschwindet. Alte Damen mögen Gliche DÜche-h-ll-. 3m W wurden 1146 Bände ausgeliehen. Davon Lkrimen auf: Erzählende Literatur 703, Zett- (triften 103. Iugendschristen 87. Citeraturge- fciölkerung war trotz des schlechten Wetters m gro- lT Zahl erschienen. Eine Musikkapelle liefe ihre lieb» dien Weisen ertönen, wozu die Jugend eifrig das ansbein schwang. Die Vorbereitung und Leitung iS Festes hotte diesmal der Hauptvorstand über- ■mmen; als dessen Vertreter hielt Lehrer H i tz von kchotten die mit großer Begeisterung aufgenommene jeflrebe. Truppweise verliefe man am Spat- mrfimitiag die gastliche Stätte, um über ©reunges» Lin und Michelbach das Endziel Schotten zu er- r,l(5»n'l) i e Maul- und Klauenseuche ist ir Reinhardshain, Watzenborn-Steinberg (Kreis Ließen), Klein-Karben (Kreis Friedberg) aus» gibrodicn, in Utphe (Kr. Gießen) hat sie abermals Mm sich gegriffen, in Hausen (Kreis Gießen) hat sie fh nicht weiter ausgebreitet. Auf dem Hofgut ichlsachsen (Kreis Giefecn), in Bindsachsen (Kreis üdingen), in Rockenberg und Nieder-Wöllstadt (Kreis Friedberg) ist die Seuche erloschen. Bornolizcn. — Tageskalender am Mittwoch, fflabemifcfcer Ausschuß für Leibesübungen: ab i Uhr nachm. auf dem afabem. Turn- unb Spiel- Wettkämpfe. — Lichtspielhaus, Dahnhos- ^•afe: „Grüß mir das blonde Kind am Rhein". - Astoria-Lichtspiele: „Parifette". — Viertes Abonnementskonzert Gießen, den 6. Juli 1926, 5699D Gießen, (Ostanlage 23), 7. Juli 1926. Meilen Lilienfeld 04742 im 66. Lebensjahre. 7. Leihgestern, den 7. Juli 1926. R 5714D Telephon Nr. 1303 und 1304 5702D Verkäufe ®enerflnet8ei(etoereiü eB, Stieööetg I Fernsprecher 1659. 2251c Restauration Konzert geben. 04746 5612V nadenkarte 1 — JC. 66820 MarktplatzZ! 'SM-AMl 8 0.90 267 D Scmmlcr, Frau Alma Vogt. 5638ss Sonntag, den 11. Juli 1926, nachmittags 2 Uhr, auf dem Sportplatz der Seewtefe zu Friedberg eooo BOOO H OOO Gestern abend verschied unerwartet, nach kurzer schwerer Krankheit,unsere innigst- geliebte Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Meine Kanzlei befindet sich vom l. Juli ab im Hause Schulstraße Nr.6, L Stock (Buchhandlung Keißner). Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Juli, nachmitags 4 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Schmelz-Nuß Schokolade, 3 Tafeln (HIIIIIHIIIIllliilllllllllllllllD Bolano -Automaten eleganteste, dauer- hastesteAusführ. nach bebördl. Vorschrift. ->»75u.90.Sos.lteferb. Automatenfabrkiao- schow, yerllnN.Sta- stanten-Allee 39.1696A ülllIlilllllllillllllllllllllllllD Gießen (Neustadt 49), Braunfels, Wiesbaden, den 7. Juli 1926. Die Beerdigung findet Donnerstag, 8. Juli, nachm. 3% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Versendet: A. Dinkelmann. Worms, Postscheck-Konto 15194 Frankfurt a. M. Hierbei:Staatl Lott.- Einn. Buchacker u. Flimm; außerdem b. Konrad Emmerich, Hermann Kuhl, Friseur Lotz, Frau Ella Reuter Wwe, Wilhelm Semmler, Frau Alma Vogt 5406ss Die Beerdigung findet statt am Freitag, dem 9. ds. Mts., nach- mitttags 3 Uhr, a*f dem Neuen Friedhof. 5716D Privatwohnung t Friedrichstraße 12 Telephon 792 Gießen, Lindenplatz 1, Teleph.1257 In tiefem Schmerz im Namen aller Hinterbliebenen: Carl Hauss. In tiefer Trauer: Cilli, Siegmund, Max u. Albert Lilienfeld. Wilhelm Luley, Rechtsanwalt Telephon 1409 -i In tiefer Trauer: Ernestine Reinhardt geb. Fricke Dipl.-Ing. Franz Reinhardt Ina Reinhardt geb. Pfeil Margot Reinhardt. Am 5. ds. Mts., abends 6Vs Uhr, entschlief sanft mein lieber, herzensguter Mann, unser liebevoller, treubesorgter Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Herr Christian Reinhardt nach längerem Kranksein im 76. Lebensjahre. neuer Brenner mite Sparflamme' Anmeldungen nehmen entgegen Herz L Co., Bankgeschäft, Gießen Lospreis „ Porto u. Liste 25 Pfg. nur H .Sl~n 2u haben bei: A. Dlnhelmann, Worms a. Rh. Postscheckkonto Frankfurt a. M. 15194 Hier bei: Staatl. Lotterie-Einn. Buchacker und Flimm; außerdem bei Konr.Emmerich, Friseur Lot2, Frau Ella Reuter Ww., Willi. Plötzlich und unerwartet entschlief am 5. Juli, abends 11 Uhr, meine liebe herzensgute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Aim Hauss geb. Kurz im 44. Lebensjahre. Misleo in allen Gröhen werden billig abge- Gute Kapitalanlage bm. IO OOO OOO 7% Anleihe der Hauptstadt Breslau Der Zeichnungspreis beträgt 89 3/4 °lo Ziehung garantiert »a-iAmim reeeei unuiiilemillicli 16. Juli 1926 1 I 3>Große Geld-Lotterie | zugunsten des Hßlllghreuzmöfislers In emond | | 2192 Geldgewinne und 1 Prämie fUt B 15000 Gestern verschied nach längerem Leiden unser langjähriger treuer Mitarbeiter Herr Christian Reinhardt im 76. Lebensjahre. Der Dahingeschiedene hat fast 50 Jahre lang in treuer rastloser Arbeit unserer Firma gedient, uns allen ein Vorbild. Möge ihm die Erde leicht sein. Direktion, Beamte und Arbeiter der Firma H. Schaffstaedt G. m. b. H. Gasherde Junker & Rub — Gaggenau in größter Auswahl WoisMlger,VMM.Z5 Erleichterte Zahlungsbedingungen. Auf Wunsch Ratenzahlungen. Georg Appel Gießen „,1D Seltersweg 56. Junges Mädchen welches das Nahen erlernt hat, sucht Stellung für halbe Tage od. einige Tage der Woche in einem besseren Haushalt. Schr. Ang. u. 04733 an den (Sieb. Anz. Itfimrüiiinfl 8U 4' 8 u- 9 des Programms VUtyiU|Uliy am Samstag, dem 10. Juli, 3 Ahr, auf dem Turnierplatz. 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Platz 2.- erer des eigenen Ichs sst, sondern Mitverderber oder Miterhalter seines Stammes unb seines Volkes. Unö wenn man weiter der Anschauung folgt, datz in erster Linie unsere studierende Jugend berufen ist, Führer des Volles zu werden, so hat bic systemattsche Beschäftigung mit Leibesübungen auch eine hohe sozialpolitische Ausgabe, denn wo kann ein Student sich besser Führereigenschaften erwerben, als auf dem Sportplatz, wo man nicht nach Herkunft der Eltern, nach arm oder reich fragt. Hier ist die beste Gelegen- hett geboten, „Ausgleichsarbeit" im besten Sinne des Abortes zu leisten. Der Student braucht also den Sport um seiner selbst, um seines Volles willen. H F- Wanderung durch Oxford Von Dr. 2osef Win schuh. Oxfords Schönheit ist zunächst dem Auge des Besuchers verhüllt. Bahnhof unb Weg zur Stadt find häßlich, ohne Ehrfurcht vor der grünen Stille,des Tales und dem alten Antlitz der Stadt, jämmerliche Eindringlinge zweckmäßiger barbarischer Zivilisation. Auch wenn man bic Straße hinansteigt ins 2nnere der Stadt, melbet sich zunächst keine Eigenart, beglückt fein Reiz. Doch links, am einem Arm der Themse entlang, biegt sich ein alter schöner Flußkai hinein in die Talwiesen und verliert sich unter Bäumen, beschaulicher Pfad für Philosophen und Liebespaare. Das Innere der Stadt läßt kalt: Geschäftigkeit, Schaufenster. Backsteinhäuser und emfiger Verkehr einer dicht lebenden englischen Kleinstadt. Daun aber pilgert man ins College-Viertel unb empfindet plötzlich: Rur dies ist Oxford. Alles andre ist leidiges materiell bedingtes Anhängsel, zettliche Rotdurst, Gesindehaus und Kantine. Man lebt in einer andern Welt, steht inmitten einer selbständigen Stadt, vielmehr in einer Ge- meinschaft von Städten, ben Colleges, die, nach außen abgeschlossen, starkes Eigenleben ausstrahlen unb doch zu einem stillen großen Akkord voll Harmonie zusammenwirken. Selten empfand ich so, datz Gebäude, Hofe unb Gassen Charakter . haben formen wie starfe unb wertvolle Menschen, daß sie Persönlichfetten sind, baß Häuser Schicksale haben, Geschichte machen und Leben bestimmen, datz sie jeder Phantasie, die in ihren Dann gerät, die sich ihrem Deizfreis öffnet, ihr Gesetz auferlegen. Die Luft, die hier weht, die Stille, die hier wirft, die Tradition, die aus jedem Turm, jckdem Fenster, jedem Hof spricht, die heilere, feste Zeitlosigfeit, erhaben über Fortschritts- wahn uni) Tagesförderung, die sich in dem ehr- wurdiMm verwitterten Antlitz der Fassaden, dem fteineren Choral alter geadelter Stile unb Formen offenbart, die ganze Atmosphäre dieses Ox- ford formt und wandelt, prägt und züchtet. Diese College-Siedlung ist steingewordener Geist unb Wille, durch die Jahrhunderte beständige Lebens- unb Erziehungsform, Ausdruck eines Prinzips ober Lebensgefühls, etwa wie Potsbam, Rothenburg und Teile von Weimar oder Alt-Marburg, nur noch verdichteter, eindringlicher und zwingender. Diese Well erzeugt ein heiter-gelassenes, selbstsicheres Temperament, „unverwüstet", tote Matthew Arnold so schön sagt, von ber anmaßen- ben intelteftuellen Hast unsrer Zeit. Ich suche nach einem Begriff, einem Sinnwort, das Wesen ^efer Atmosphäre einzufangen. Die serenitas ^66- Oitz iw Ws Achtung!- Wltota Äs' >00 Kuh von 7 w toÄSln0(U1fl& Erste Ziehung un-- widerruflich em “nd 19. hu ' [ Deutsche MjtzWU Durch Vir. Wertung der den Losen angehefteten KamptspUl . Wert- marken bis 31. Oe- aember 1326 Ist un- gängig von den Gewinnen mindestens der Ersatz des Lospreliesgarantlsrt 43 680 Gewinne und 2 Prämien im Werte von Mark 500000 Hdcislnewlnnaufein Doppelloii.W.v.M 200000 Höchstgewinn auf ek Einzellos I W.v.M. 100000 2 Hauptgewinne i.W V 60 000 2 Prämien /m Werte Mn„f 40 000 usw. usw. Elniellos M. 1 - Ooppellos M. 2 - Ohne Nachzahluaj gültig für balde Ziehungen Porto und Listen für bade Ziehungen 40 PI extra. äiStfl (5 Doppellos.) ein- sohl Porto u.|n|| List. l.2Zieh.lulL ML 3m deutschen Kärnten. Von Heinrich Gesell. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Velden am Vörthersee, Ende Juni 1926. Südtirol hat in den beiden letzten Jahren ungewöhnlich niel Besuch von Reichsdeutschen erhalten >nd mir alle können stolz darauf sein, das; wir unseren schwe/bedrückten Brüdern in Südtirol durch diese reichlichen Besuche wenigstens ein ganz klein wenig ihre Lage erleichtern konnten. Dabei hat noch nicht einmal so sehr das rein wirtschaftlich Finanzielle, sondern ebenso das Psychologische eine Rolle gespielt, der nahe persönliche Kontakt mit den vielen Reichsdeutschen und Oestcrreichern hat viel dazu bei- gctragen, daß man den Kopf nicht ganz hängen ließ. Nun hat Südtirol in der Zwischenzeit eine neue schwere Zeit der Bedrängnis im vergangenen Winter erleben müssen, erneut ist das natürliche Volksbewußtsein seiner deutschen Bewohner schwer beschimpft und erniedrigt worden, und auch in diesem Jahr wird sich darum als kleine Linderung ein breiter deutscher Fremdenstrom nach dem Land an Etsch und Eisack, nach Meran und Bozen, nach den Dolomiten ergießen müssen, lieber dieser Pflicht, die zugleich sozial schönes Erleben von Landschaft und Menschen in sich schließt, dürfen wir aber auch andere Gebiete rein deutschen Volkstums nicht vergessen, die zudem landschaftliä)c Reize aller Art in sich schließen, so daß auch dort körperliche und geistige Erholung unserer wartet. Wie wenig Deutsche kennen das weite deutsche Land im Süden der Zeutralalpenkette, kennen Steiermark mit seiner schönen deutschen Hauptstadt Graz, kennen vor allem Kärnten mit seinen, vielen Burgen und Seen, seiner herrlichen Karawankenkette. Viele Zeitungsleser werden sagen, doch, wir kennen es, Kärnten ist doch das Land, wo nach dem Krieg die erste von den Siegern erfundenen Volksabstimmungen stattfand und mit einem glänzenden Sieg der deutschen Sache enbetc. Was nützt aber diese nun schon rein historische Kenntnis dieser einen Tatsache, wenn man die Menschen und die Landschaft nicht kennt, die sie allein möglich gemacht haben, und wenn man nicht weiß, daß mit dieser Abstimmung ein landschaftliches Kleinod für den deutschen 'Mutterboden gerettet worden ist, wie wir es zum zweiten Male nicht besitzen. Kärnten als Erholungsland muß für das Reich erst noch entdeckt werden. Dabei liegt es ebenso nahe am bayerischen Ausfalltor München, wie etwa Südtirol. Wir setzen uns gemütlich nach dem Frühstück in München in den Zug nach Salzburg, genießen — wenn es nicht gerade regnet — das Panorama der bayerischen Alpen, grüßen Un- tersberg, Hohen Göll und die Feste Hohensalzburg, dann wendet sich der Tauernschnellzug scharf nach Süden, und schon vor dem Essen haben wir die Höhe von Gastein erklommen. Hochkönig mit übergossener Alm sind der letzte Gruß der Nordalpeip zwanzig Minuten Tunnelfahrt und — die leuchtenden Gipfel der hohen Tauern, des Ankogel und des Polinik sind dem aufatmenden Reisenden der erste Willkommensgruß Kärntens. Den Kundigen grüßt für einen Augenblick das Alpenhaus Hannover von hoher Warte, dann eilt der Zug durch? Mölltal zur Drau nach Spittal, vorbei an vielen Schneehäuptern, und schon um vier Uhr, zur selben Zeit wie etwa auch in Bozen sind wir im hellen, beschaulichen Villach mit feiner wundervollen Drau- brücke und dem Blick auf den hier dreizackigen Mittagskogel. Von hier ist's dann nur" noch eine Viertelstunde, und wir sind am Ziel einer Fahrt durch alpinen Frühling und Frühsommer, am Wörthersee, dem wärmsten Alpensee. Die meisten von uns kennen ihn, aber eigentlich nur seinen Namen aus den Koschatliedern, in denen der sangesfrohe Kärntner sogar die Schönheiten seiner Heimat feiert. Aber cs lohnt schon, einmal dem Rühmen der Lieder , nachzureisen und ihn sich selber anzusehen. Er liegt ^zwischen mit fröhlich buntem Plänterwald begrün - “len Hügeln, jeder Badeort ein kleines Schmuck- ;fäftlein von Landhäusern und Dillen, im Westen und Osten grüßen die Schneegipfel der Karawanken, r Dampfer und Motorboote kreuzen auf dem See, überall am Ufer schmiegen sich weiträumige Badeanstalten an den Strand, die schon jetzt im Juni bei der immer gleichmäßig warmen Wassertemperatur von über 20 Grad Celsius viel benützt werden. Eine liebliche Landschaft, wird jeder sagen — weiter nichts. Das märe ein schwerer Irrtum. Die Fassade des Landes scheint harmlos, niemand möchte bei dem rein deutschen Charakter der Landschaft an ein national gefährdetes Gebiet denken. Das neue Luftschiff „£.5.127“. Von Dr. Peter Eilers. Die Zeppelin-Werst in Friedrichs- Hasen ist, nachdem kürzlich die erste Nate der Zeppelin-Eckener-Spende in Höhe von einer halben Million Mark ausbezahlt wurde, und durch die Anterzeichnung des Pariser Luftfahrtabkommens die lästigen Fesseln für den deutschen Luftverkehr gefallen sind, zu neuem Leben erwacht. Rur mit größter Mühe konnte in der Zwischenzeit die eingearbeitete Belegschaft der Werft durch Anfertigung von Karosserien und Milchkannen (!) zusammengehalten werden. Nunmehr hat die Werft ein neues Arbeitsziel erhalten: den Bau des Luftkreuzers „L. Z. 12 7" Das neue Luftschiff wird einen Rauminhalt von 105 000 Kubikmeter aufweisen (also erheblich größer sein als der an Amerika gelieferte Z. R. 3". der nur 70 000 Kubikmeter faßte). In seiner äußeren Gestalt wird „L. Z. 127" dem Amerika-Zeppelin gleichen, allerdings etwas schlanker gebaut werden und ebenfalls mit fünf Maybach-Motoren von je 420 PS. ausgestattet sein. Inzwischen sind von der Zeppelin-Werft mehrere neue bedeutungsvolle Patente angemeldet worden, die, wenn sie wirksam werden, für die Rentabilität von größter Bedeutung werden dürften. So ist es dem Chemiker Dr. Lempertz gelungen, ein Gas herzustellen, das als Brennstoff mcht nur das feuergefährliche Benzin erseht, sondern es, ohne jedoch gefährlich zu sein an Brennkraft sogar noch übertrifft, zugleich aber den Vorteil hat, so leicht zu sein wie die Luft so daß in Zukunft nicht mehr, wie beim Benzinverbrauch Gleichgewichtsveränderungen im Luftschiff eintreten. Der Vorteil bei Verwendung dieses Gases liegt aber nicht, nur in einer erhöhten Betriebssicherheit und der Erhaltung des Gleichgewichtszustandes, sondern auch in einer etwa 20prozentigen Erhöhung des Aktionsradius des Luftkreuzers. Die Versuche mit diesem neuen Betriebsstoff sind zwar noch nicht abgeschlossen, die bisherigen Erfahrungen haben aber jedenfalls seinen Wert und Vorteil bereits deutlich er» wiesen. Hub doch" — wir mjinben uns in cuit. uuv;1i sprochenen Grenzmark mit allen einer Grenzmarl anhaftenden Gefährdungen. Nicht genug damit, daß der Kamm der Karawanken heute die Staatsgrenze gegen Südslawien bildet, und daß National! tätenhaß drüben im ehemaligen Kram jedes Wart deutsch aus der Oesfentlichkeit verbannt hat. Nein, auch diesseits des 2000 Meter hohen Stamms liegen nationale Gefahren genug. Kaum einer weiß heute in Deutschland noch davon, daß der siegreichen Volksabstiinnumg im Kärntner Land schwere und blutige Kämpfe im ersten Halbjahr 1919 voraufgingen, deren erfolgreiches Ende erst die Sieger in St. Germain zur Veranstaltung der Abstimmung zwangen. Im Dezember 1918, als Hunger und innerer Zwist das kleine Deutschösterreich ebenso wie sein deutsches Mutterland zerrissen, hielten serbische und slornenische Bravos den Augenblick für gekommen und fielen trotz Waffenstillstand und Demarkationslinie über die Karawankenpässe nach Stärnten ein. Volkswehr und bewaffnete Bürger warfen sie ein Stück zurück, mußten sich aber mit einem auf tägliche (!!!) Kündigung lautenden Waffenstillstand begnügen, ohne daß die Serben das Land wieder verlassen hätten. Kurz vor Beginn der Pariser Verhandlungen folgte dann ohne die vorgesehene eintägige .Kündigung ein zweiter Sturmangriff, der vielfach bis über die Drau vorgetragen werden konnte, da die Kärntner den Massenangriff nur wenig Mann zum Teil unausgebildeter Wachen entgegenstellen konnten. Da kam das große Zähnezusammenbeißen mit Macht über die Menschen, im Lauf kaum eines einzigen Tages gelang es, ein mehrere tausend Mann umfassendes Volksheer aufzustellen und vom Fleck weg in den Kampf um die eigene Scholle zu führen. Schon am Abend waren die Serben wieder über die Drau zurückgeworfen, vierzehn Tage später war der letzte Versuch abgeschlagen, mit einer Panzerzug durch den 8 Kilometer langen Karawankentunnel nach Rosenbach vorzustoßen. Aber — fast zweihundert deutsche Männer, Frauen und Halberwachsene hatten in diesen Abwehrkämpfen ihr deutsches Leben lassen müssen, viele Hunderte waren verwundet worden. Heute ist der nationale Kampf auf das geistige Gebiet übergegangen. Wie überall an der deutschen Volksgrenze geht der Kampf vor allem um die Schule. Im heutigen Kärnten — das fruchtbare und landschaftlich so wunderbare Kanaltal hat Kärnten an Italien verloren — wohnen etwa 60 000 Slowenen, im wesentlichen kleine Bauern und Dienstleute außerhalb der größeren Orte und Gemeinden, für deren „Befreiung" von Südslawien vor allem aus Laibach und Marburg mit allen Mitteln Propaganda gemacht wird. Hetzer werden ins Land geschickt, die bewährtesten hat man gleich für Oesterreich optieren lassen, so daß sie schwer entfernt werden können. Und es wird so vor der erstaunten Welt behauptet, daß Südkärnten trotz der einwandfreien Volksabstimmung eigentlich zu Slowenien gehöre, und daß Oesterreich seinen Verpflichtungen nicht nachkomme. Ja, es ist sogar soweit gekommen, daß sich die slowenischen Nationalisten mit ihren Feinden, den Italienern, verbündet und behauptet haben, die Kärntner Landesregierung behandle die Slowenen viel schlechter, als Italien die armen Südtiroler! Nichts von dem ist richtig. Wer hier durch die Lande wandert und auch zu abliegenden Orten kommt, der sieht, daß die Slowenen volle Gleichberechtigung haben. Fast alle Elementarschulen sind utraquistisch, d. h. in den unteren Jahren zweisprachig, alle Inschriften und Bekanntmachungen ebenso. Niemand krümmt einem Slowenen ein Haar. Die meisten Slowenen erklären auch, gute Kärntner zu fein und nicht daran zu denken, etwa Slowenen im südslawischen Staotsverband werden zu wollen. Aber man sieht — hier wie überall Grenzkampf auch heute noch. Und den müssen wir bis ins einzelne verstehen lernen, wenn wir vorwärts kommen ivollen. Wie kann es leichter und schöner geschehen, als wenn wir unsere Sommerfahrt zum deutschen Süden diesmal nach Kärnten lenken, dessen Gastlichkeit uns zugleich erfreut und erhebt. Die Landschaft ist im Verhältnis zu den Hochalpen weicher, aber zugleich bietet Sage und Klima säst sichere Gewähr für viel Sonnenschein und wenig Regen, also das richtige Urlaubswetter, das wir nach dem verregneten und verhagelten Frühjahr mehr noch als sonst uns ersehnen. Aus dem -LmLsverkuudiguttgsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt N r. 5 4 vom 6. Juli enthält: Verordnung über die Regelung der Berufsberatung und Stellenvermittlung. — Vergnügungssteuer. — Gesetzliche Miete. — ....u; t- laid 2niuuiu|tULi)v‘ in Reinhard-'Hain, Watzeu- borivSteinbcrg und Geilshausen. — Belehrung für Pilzsammler. — Feldbereiingungen Wieseck und Steinheim. — Dienstnachrichten. Oberhesien. Landkreis Gietzen. ------- Watzenborn-Steinberg. 6. 7. Der im Jahre 1867 gegründete Gesangverein „Germani a", der schon seit Jahren unter der Leitung des Dirigenten H a r n i s ch steht, wird die 6 0. Wiederkehr seines Gründungstages durch die Abhaltung eines Sänger festes am 19. Iuni 1927 begehen. Mit dieser Veranstaltung soll ein Gesangs- w e 11 st r e i t verbunden werden. Von den Gründern des Vereins, der der älteste am Platze ist, leben noch drei, die trotz vorgerückten Alters auch heute noch dem Verein und seinen Bestrebungen reges Interesse entgegenbringen. f @ r ü n b e r g , 6. Juli. Der G e m e i n b c r a t beschloß in seiner gestrigen Sitzung, die im Jahre 1926 erbauten ober angefangenen Wohnhaus- bauten auf drei Jahre über die Fertigstellung hinaus von der Ocbäubeftciicr zu befreien. Die Verlegung der W a s s e r l e i t u n g und der Kanalisation in der Theo-Koch-Straße soll bis zur Gießener Straße sofort durchgeführt werden. — Ein Vorschlag des Gießener Verte h r s v e r e i n s , die Stadt Grünberg möge sich an einem Führer durch 0 b e r l) c ff c n'beteiligen, soll in der nächsten Sitzung erledigt werden. Im übrigen beschäftigte man sich mit kleineren Angelegenheiten. — Die Bautätigkeit in unserer Stadt ist in diesem Jahre recht rege; aller Voraussicht nach wird sie auch für das nächste Jahr noch gut bleiben. Die bis jetzt neu angelegten Straßen dürften der Nachfrage nach Baugelände nicht genügen können. Soweit die neuen Straßen bebaut sind, bieten sie ein freundliches Bild. Auch im Innern der Stadt wird an der Wiederherstellung und Verschönerung der Häuser eifrig gearbeitet, und auch hier ist recht Erfreuliches geleistet worden. — Unsere Landwirts chaftss ch u l c veranstaltete in diesen Tagen einen Lehrausflug, der die Schüler unter Führung ihres Lehrers nach Utphe zur Besichtigung des dortigen Hofgutes führte. Hochbefriedigt von dem lehrreichen Besuch kehrten die jungen Leute zurück. Dr. Setzer vom Landwirtschaftsamt unternahm mit den Landwirten von Linden- st r u t h einen Gemarkungsrundgang, der für die Teilnehmer recht aufschlußreich war. Anschließend hielt der Leiter einen belehrenden Vortrag. ri. N i e d e r b e s s i n g e n, 6. Juli. Im Alter von 77 Jahren ft a r b hier der Landwirt Heinrich Steuernagel, langjähriges Mitglied unseres Kirchenvorstandes, der Vater unseres Bürgermeisters. Unter zahlreicher Beteiligung der Gemeinde wurde er zu Grabe geleitet. Der Entschlafene hat als Angehöriger des hessischen Dragonerregi- ments, damals Ehevauxlegers genannt, den Krieg 1870/71 mitgemacht. Er hatte in diesem Feldzug ganz besonders eigenartige Erlebnisse. Im Januar 1871 geriet er, mit knapper Not der schon auf ihn gezückten Waffe entgangen, mit vier anderen Kameraden in die Gewalt französischer Franktireurs. Die Gefangenen wurden in einen südfranzösischen Hafenort verbracht und während der Friedensverhandlungen gegen gefangene Franzosen ausgetauscht. ri. Sich, 6. Juli, Eine eindrucksreiche Fahrt unternahm am Sonntag der hiesige Posaunen- ch o r. Unter Führung seines Dirigenten Stiftsdechant Lenz begab er sich nach Rockenberg in das Landeszuchthaus Marienschloß. Dort hielt Stiftsdechant Lenz zuerst in der Anstaltskirche und bann in dem Kirchlein der evangelischen Gemeinde Rockenberg eine Predigt, der Posaunenchor bereicherte die Gottesdienste durch seine Blasmusik. Am Nachmittag spielte der Chor im großen Kuppelbau und in den Jjöfen der Anstalt. ± $) u n g c n, 6. Juli. Zahnarzt Roth von hier hat in der vorigen Woche am hiesigen Bahndamm eine «ch lange aufgeftört und, als sie sich zum Angriff aiifrichtete, mit einem Stockschlag unschädlich gemacht. Drei Tage später wurde abermals ein Tier der gleichen Gattung von anderer Seite in der Nähe der Bahn gefangen, das bereits zum Angriff übergegangen war. Beide Tiere sind gleich groß, uon blaugrauer Färbung und tragen vom Kopfe an zunächst zwei gleichmäßig nebeneinander liegende und bann auf dem Rücken übersetzt folgende braune Zeichnungen, so daß es sich nur um die giftige Viper (Vipera aspis) handeln kann. Das Vor- kommen dieser Viper in hiesiger Gegend ist um so merkwürdiger, als sie ihre Heimat in Süddeutsch- Der neue Luftkreuzer dürfte voraussichtlich bis zum Herbst 1927 fertiggestellt sein und ist ,n erster Linie für Versuchszwecke bestimmt hinsichtlich der Errichtung transatlantischer Lustschisflinien. Möglicherweise wird es auch dazu dienen, die bereits geplante Rord- p o l f a h r t auszuführen, die der bekannte deutsche Spitzbergenforscher Dr. Adrian Mohr plant, der mit dem norwegischen Fliegermajor Tryggve Gran im Luftschiff nach dem Pol fliegen, dort ein halbes Jahr übertointem und wissenschaftliche Forschungen treiben will, um dann im Frühjahr 1928 vom Luftkreuzer wieder abgeholt zu werden. Roch ein anderes bedeutungsvolles Expedi- ttonsprojekt liegt vor: ein Zeppelinflug n « M 2 n n e r - A s i e n im Jahre 1928, dessen wissenschaftliche Leitung in den Händen Sven H e d r n s liegen soll, der bereits in .Unterhandlungen mit Dr. Eckener, die im Sommer v. I. stattfanden, den Plan in großen Zügen skizzierte. Man hofft, auf diesem Flug nach Hochasien die Erfahrungen des Polarfluges ausnutzen zu können und hat für diesen Asienflug die Sommer« *«, die allein hierfür in Frage kommen, gewählt. Vorerst ist es allerdings notwendig, das meteorologische Material, das vom Hima- laha und anderen Beobachtungsstationen Inner- astens und Sibiriens erreichbar ist, zu beschaffen, müffen Depots zur Ergänzung der Oel» und Gasvorrate angeschafft werden. Sven Hedin erklärte, daß eine solche Luftfahrt nach Asien unstreitig viel mehr Strapazen und Ge ähren mit sich bringe, als eine Fahrt über dem Polar- gebict, öa die meteorologischen Verhältnisse im Hochgebirge ^nnerasiens unberechenbar seien Sven Hedm ist jedoch der Auffassung, daß Dr. e n e r, der als der hervorragendste Luft- schifftihrer der Gegenwart gilt, den glücklichen und erfolgreichen Verlauf der Fahrt sicherstelle. Das letzte Ziel der Zeppelin-Werft ist allerdings, das Luftschiff für den Ueberseever» !eh* nutzbar zu machen. Einer der Hauptver- kehrswege, der erschlossen werden soll, ist die ^roba-öübamerira, wobei an die Route gedacht ist, die für ein 79%^bct 11? Kilometer Fahrgeschwindigkeit 72 Stunden auf der Hinfahrt und 96 ©traben auf der Rückfahrt in Anspruch nehmen dürfte. Rach Angaben Dr. Eckeners müßte, falls br^i Luftschiffe auf dieser Strecke in Dienst gestellt Würden, ein Kapital von 43 Millionen Mark ausgebracht werden. Wenn jeweils 20 Passagiere 8U ie 4000 Mark befördert und jedesmal drei Tonnen Post (bei einem Briefporto von 1 Mark) mitgenommen würden, so ergäbe sich eine Jahreseinnahme von 27 Millionen Mark, während die Ausgaben auf 17 Millionen Mark berechnet worden sind, so daß ein Gewinn von rund 10 Millionen Mark verbliebe. Dieser Linie Europa-Südamerika würden selbstverständlich in absehbarer Zeit noch andere Weltverkehrslinien folgen und allmählich der Ausbau eines ganzen Luftverkehrs netzes durchgeführt werden. So kühn dies alles vorerst noch klmgen mag, so gewiß ist, daß cs sich hier um Dinge handelt, deren Ausführung lediglich vorerst eine finanzielle Frage ist. Auch diese Frage wird und muß ihre Lösung sinden, da die Entwicklung der Verkehrsbedürfnisse von selbst dazu drangt, alle Möglichkeiten der schnellsten Beförderung nutzbar zu machen. Die Arbeiten der Friedrichshafener Werft gewinnen, so be- trachtet nicht nur für uns. sondern für die ganze Welt eine ganz ungewöhnliche Bedeutung. ©cJtenbrMdjung deutscher Kulturarbeit ist deshalb diese Werft ein Aktivposten von ganz besonderer Art. Frankfurter Theater. 3m Sommer wird der Kunschungrige auf halbe Ration gesetzt, die Muse schürzt sich, der Temperatur entlprechenb, leichter. Das Schauspiel weicht in diesem Falle bei uns der Welt des Klanges, unb Zwar des „heiteren" Klanges, der Operette. Im sJc e u e n Theate r hat in diesem Sinne die Som- merspielzeit am 1. Juli begonnen. Das Berliner Operetten-Ensemble gastiert mit der „Tugend- prinzess i n" (musikalischer Schwank von Georg Okonkowsk, und Richard Burs, Musik von Kurt Zorlig). Zorlig hat eine recht nette, melodiöse Mu- l'k um diesen Schwank vom ungetreuen Ehemann, dem Mädchen, welches nach dem reinen Jüngling ftrebt unb ber verführerischen Tänzerin geschrieben Den stärksten Erfolg hatte das schöne Lied „Ich i-.nd haben sali, wo |,c . noch In Luden, und auch hier vereinzelt, austritt. Die beiden Tiere wurden der Schule übergeben, die sie in Spiritus auf« bewahrt und ihren Lehrmitteln einverleibt hat. — Die sonnigen Tage der letzten Woche haben die Heuernte, die hier zufriedenstellenden Ertrag brachte, rasch zu Ende geführt. Insbesondere kam die Trockenheit den vor etwa 14 Tagen begonnenen Kanalisationsarbeiten in der Kaiserstraße sehr zustatten. Die nun in ber Nacht van Sonntag aus Montag niebergegangenen Wasser« massen haben die tiefen Ausschachtungsgräben bis oben hin gefüllt, so daß erst ausgepumpt werden mußte, um weiter arbeiten zu können. Längeres Anhalten des nassen Wetters dürfte die Fertigstellung der Anlage nicht nur verzögern, sondern auch verteuern. Auch im Interesse des Verkehrs wäre eine schnelle Förderung der Arbeiten zu wünschen, da die Hauptstraße zum großen Teil gesperrt ist und der ganze Fuhrwerksverkehr um« geleitet werden muß. Kreis Friedberg. WSN. B^l d - N a u h e i m, 6. Juli. Unsere Stadt wurde am Sonntagabend gegen 6 Uhr von einem schweren Gewitter, verbunden mit wolkenbruchartigem Regen, heimgesucht. Bei Beginn des Unwetters wurde ein hiesiger älterer Einwohner durch einen grellen BT.i tzstrahl, der im Part einen Baum spalt e teT^md den darauf folgenden schweren Donnerschlag aufs heftigste erschreckt. Er erlitt einen Herzschlag. Der herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tob des Unglücklichen feftfteUen. 4 Bad-Rauhenn. 6. Juli. Der Verband hessischer Justiz-Dureaubeam- t en und deren Anwärter, der zur Zeit in 52 Ortsgruppen 350 Mitglieder umfaßt, hielt unter dem Vorsitz von S o h - Mainz hier feine Hauptversammlung ab. In dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden kamen alle Fragen, die bie wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Kanzleigehilsen und Justizsekretäre berühren, zu gründlicher Behandlung, wie Regelung des Wvh- nungsgeldes, Anrechnung des Dienstalters, Reu-, einteilung der Gehaltsgruppen. In der Aussprache zeigten die Mitglieder reges Jnteoesse an ben Arbeiten des Vorstandes. Bedauert wurde allgemein, daß weder ein Regierungsvertretev noch ein Vertreter der politischen Parteien an der Tagung teitgenommen habe. 00 A u s der mittleren Wetterau, 6. Juli. Die Heuernte ist fast vollständig beendet. Nur noch ein dl ne Wiesen stehen auf dem Halm. Der Ertrag ist sehr gut. Da sich auch kleinere Landwirte nicht nur Grasmäher, sondern auch Heuwender unb -rechen zugelegt haben, konnte die Ernte, unterstützt von schönem Wetter, schnell cinA gebracht werden. Die Hackfrüchte zeigen einest sehr günstigen Stand, nur mußte die Bearbeitung der Aecker bei der Heuernte ausgesetzt werden. Jetzt haben die Kartoffeln, die noch nicht vom Unkrant befreit sind, schon Ranken gezogen, die denn Hacken und Häuseln leicht beschädigt werden könnest. Alle Getreidearten stehen gut. HoffentlÜ) gibt es auch für diese gutes Erntewetter. 00 Nieder-Florstadt, 6. Juli. 2lngeragt durch das Frauenturnen des Süd westdeutschen Turnoerbandes im Osfenheinrer Wäldchen wurde auch hier in dem diesem Bunde ön- gehörigen Verein eine Turnerinnenaw- t e i lu n g gebildet. Die Beteiligung ist gut. Kreis Büdingen. s:s Weninas, 6. Juli. Bei der gestrffßen Heugrasversteigerung (einschürig) fam.«ber Doppelmorgen durchschnitlich auf 50 bis 70 Mftck. So hat die Gemeinde Wenings jedes Jahr zwei volle Tage Grasoersteigerung. Eine glückliche ^Gemeinde! s:s Bindsachsen, 6. Juli. Einen recht harmonischen Verlaus nahm der von dem Gesajng- verein „Eintracht" veranstaltete ß i e buc r » tag. War doch seit längerer Zeit in unserem, Ort fein Festzug mehr zu sehen. Leider konnte dieser aber wegen des anhaltenden Regens erst gegen 4 Uhr aufgestellt werden. Neun von 14 angemettteten Vereinen hatten sich dennoch eingefunden: darchnter auch der Gesangverein ber Offenbacher Eisenbahner „Flügelrab". Nach ber kernigen Ansprache des Diri-- genten des festgebenden Vereins, deren Jnhc-t in der Verherrlichung des Volksliedes gipfelte, begannen die Gesangsoorträge. Sie waren im ganzen als gut zu bezeichnen. Anschließend an die VoMräge kam der gemütliche Teil mit Tanz zur Seltuntg. A Blofeld, 6. Juli. Gestern wurde der Gemeinde ein seltener Kunstgenuß bereitet. Zum Ziesten des K r i e g e r b e n kmalsfonds veranstalteten lasse meine Frau zu Haus und geh mit deiner Freundin aus". Im übrigen kam außer dem Titel „Tugendprinzessin" nicht mehr viel von Tugmtd in dem Spiel vor, so daß das Publikum durchaus be- friebigt war. Die Darstellung war flott und schmissig, nur weiß man bei Hella Kür thtz nicht recht, wo ihre stärkste Begabung liegt, im Ktzhlkopf oder in der Fußspitze. Man kann getrost behaupten: in beiden, oben und unten. Besondere Freude Machte das Wiedersehen mit Arthur Hell, dessen ltebens- würdige Darstellungskunst die gleiche geblieben ist. Martin Seltner, Edith Karin unb Äarliese Ludwig ergänzten bas lustige Spiel, mimten und tanzten nach dein Motto: Gelenkigkeit iß keine Hexerei! Und das Publikum klatschte dankbar Beifall. Für die musikalische Leitung zeichnete Kapellmeister O. Simroth verantwortlich. Im Operetten-Theater wurde bte neue Sommeroperette Leo Aschers „Das Anioret- t e n t) a u s" (Text von Bruno Hart-Waldbvrg unb Max Steiner-Kaiser) aufgeführt. Es handelt ftch hier um eine sehr gefällige, äußerst geschmackvoll! instrumentierte Operette, bie angenehmerweise bet Revue vollkommen den Rücken kehrt, unb der erfwulicher- weise der sog. „mondäne Einschlag" fehlt. Inhaltlich streift sie bas Genre Alt-Heidelbergs nut glücklichem Ausgang, denn hier wird aus dem Prinzen Karlheinz ein Gras Hans, und die Käthk ist in diesem Falle eine Grell, die später eine große Sän- gerin wird unb uolens, volens ihren Hans heiratet. Rührung gibt es nur im zweiten Akt ein bfcfferl, im übrigen ist die Sache recht humorvoll. Das Walzer- lieb „Wo hat denn ber Frühling fein Abstchvequar- tier?" wird halb Frankfurt fingen und Ijaf Anrecht auf Popularität. Die Aufführung war ml künstlerischer Sorgfalt und Siebe inszeniert, wie man das am Operetten-Theater stets gewohnt ißt. Adolf Wiesners Regie sorgte für flotte Erstellung und arbeitete bie einzelnen Szenen wiwungsvoll heraus, dasselbe gilt auch seiner Darftetümg des Grafen-Erziehers (siehe Dr. Jüttner). Lifq Rado, Gustav Rothe, Heyfe, Reul mch Nuschi Wiesner ließen die Operette in hutmorooller Lebendigkeit vor dem äußerst dankbaren Publikum erstehen. Kapellmeister Zernik handhab^ mit dem nötigen temperamentvollen Schwung den Taktstock. L.W. Plimgdes^. k'7'SL ^-srWgsvertreter ?cn Parteien an 'n Wetterau. 'ollständig beendet. ' auf dem Mül 1 W auch Heinere lonbern auch Heu« haben, tonnte die Wetter, jchnell eint, chte zeigen ein« te die Bearbeitung zeleht weiden. nicht vom Unkront lezogen, die bch >igt werden können. ntewetter. 6. Juli. Angeregt Sübmeftbeui« im Wnheimer n diesem Bunde ün- irnerinnenaib- ing l[t gut. ien. lei der gestrigen inschürig) kanrLer N bis 1Ö WL itbts Lchr zwei r'me Mckliche me- “M beaon? d'e ’n de?AENen n der m,^'ser« Ang^-W°s ufr s» iben „■?" e,«m J'S N. JJ- Der Der. Uteaubeam. L Kit in 52 Ä 5Sft unter i. Einen recht Huron dem Eesalng' mstaltetc Lieber» Zeit in unfertig Ort Leider konnte dieser Regens erst argen von 14 angememeten ngefunben: banjmter nbacher Eisenbahner Ansprache des Jinis, deren Jnhcilt in liebes gipfelte» freie waren im gV?en >nb an die Bomage in,5 zur (9ellumg. ein wurde der Ge- >errltet. Zum Msten nb^eranNtden ti> geh mit meiner m außer dem W viel von Sugenb in ÄES ung ze'-yne'e w **r»e U- * 0as Amoret 2-WalMgund w s-i,s sete ^'^^ans heirat''' ; ihren Ms Z l, im Tiorvou- »g^Mnrecht ing fCl? icniert. wie geu-ohnt Xiteüung jr A^gsvoll iner DaN Mer)- UA M Dteu.I Boiler arei hiesige Musikfreunde ein Kirchenkonzert. 2ic Darbietungen waren einwandfrei. Nach ein; eilendem, meisterhaft vorgetragenem Festvorspiel des Organisten, Mehrer Diehl, folgte eine Arie »on Lotti, die der Musiker Theodor Heß stimmungsvoll auf der Violine mit Orgelbegleitung vor- . trug. D o r n_ Löbcr erfreute dann mit ihrer prachtvollen stimme die Zuhörer. Ihr ist es, .Die dem Violinisten, durch Selbststudien ge Hingen, beachtenswerte Leistungen zu erzielen. Die vollständig versammelte Gemeinde lauschte in tief- iter Ergriffenheit den weihevollen Klängen in ihrem Eotteshaus. Kreis Schotten. lvg. Gedern, 6. Juli, ((fine geschichtliche Erinnerung. Der Tag von Könistgrätz, brr am 3. Juli zum 6l>. Male wiederkehrte, läßt die Erinnerung wach werden an einen der großen Hel den in dieser Schlacht, an General Eduard Friedrich io n Fransecky, der am 16. November 1807 • ii Gedern geboren wurde als Sohn des Königlich Veußildjen Hauptmanns bei dem Dragoner-Regiment von Wobesser Ernst von Fransecky und dessen Ehefrau Charlotte, geb. von Brenschen. Im Feldzug ,-nn 1806 hatte General von Fransecky hervorragenden Anteil an dem glücklichen und ruhmvollen Llns- gann der Schlacht bei Königgrätz. Als Führer der 7, Division war ihm die verantwortungsvolle Aufgabe zngefallen, den Swiepwald so lange zu halten, .ns die Truppen des Kronprinzen von Norden .her Verstärkung und Hilfe brachten. Gegen diese ent: lcheidende Stelle der preußischen Front richtete sich ■'in wütender Eingriff der Oesterreicher, den aber >on Fransecky mit heldenmütigster Tapferkeit ob» ,l!wehren vermochte. In furchtbarstem Feuer hielt r fünf Stunden lang mit seiner braven Division, llltmärkern und Magdeburgern, aus in festester Entschlossenheit, sich für den Sieg zu opfern. Er gab die Parole aus: „Kein Zurück! Hier sterben nur! llnb — es gelang. Von Franseckys, „des Fanatikers non Pflicht und Ehre", Heldentat war entscheidend um Ringen bei Königgrätz: sie verdient es, wieder n Erinnerung gebracht zu werden als ein leuch- - sndes Vorbild soldatischen Pflichtgefühls, das bis ii.m Aeußerften entschlossen ist, und deutscher Treue, Id Io lieber stirbt als weicht. Unsere Stadt kann mit Recht stolz darauf sein, daß einer der wackersten deutschen Männer und Heerführer früherer Zeilen r ihr das Licht der Welt erblickt hat: cs wäre ■ine würdige Ehrung dieses großen Mannes gewesen, wenn man gelegentlich der 60. Wiederkehr )(s 3. Juli 1866 sein hier errichtetes Denkmal I g e s ch m ü ck t hätte. Kreis Alsfeld. 0 Erbenhausen, 6. Juli. Nachdem schon Ircr einiger Zeit die Neuherstellung des Aufgangs zur Kirche geplant und bann be- Ichlossen wurde, nähert sich die Arbeit jetzt ihrer Zollendung. Die Ausführung war eine Notwendigkeit mit Rücksicht insbesondere auf ältere V'eutc, aber auch auf alle Kirchenbesucher, zumal ■ bei nassem Wetter oder zur Winterszeit, wo man rite mit Gefahr den schlüpfrigen und glatten Weg gehen tonnte. Nach seiner — hoffentlich baldigen, durch das günstige Heuwetter etwas I verzögerten — Beendigung wird man allgemein | seinen Wert zu schätzen wissen. c7> Lehrbach, 6. Juli. Der Landwirt W. ■ .^a h l entdeckte dieser Tage, da er feine neu» erbaute Scheuer doppeln und verputzen ließ, in Iker Ecke eines Gefaches ein Rotschwänzchen-Nest. )as Mieterpaar wurde nun nicht kurzerhand .in die Luft gesetzt — im Gegenteil: Durch ein ■ rübergelegtes Brett wurde ihm sein Heim wohn- i ö gestaltet und geschützt, obwohl dadurch das Gefach nicht, wie die anderen, fertig gemacht - in erben konnte. Anerkennenswert ist auch, daß i: Handwerksleute voy Kirtorf und Erbenhausen. ■ He die Arbeiten an der Scheuer ausführten, cetn an diesem vorbildlichen Bogel- Isch utz mitwirkten. — Die hiesige Schneid- ßirühle befindet sich zur Zeit in einer durch- | greifenden Reparatur. Das Werk ist von großem Vorteil für die nähere und weitere Umgebung, * mmal die Bautätigkeit sich wieder etwas 1 b e I c b t hat und hoffentlich in Bälde weiter zur Wüte gelangen wird. Besonders zu erwähnen t noch, daß die Kreissäge zum Holzschneiden aus dem Innern der Mühle, wo sie seither stand, cv die Straße verlegt werden wird, um dadurch : ? hie An- und Abfuhr des Holzes zu erleichtern. Kreis Lauterbach. WSR. Lauterbach, 6. Juli. Im Herbst oirb ber Landwirtschaftskammerausschuß für bie Provinz Oberhessen eine große landwirtschaftliche Kreisschau in Lauterbach veranstalten. Der Rot der Zeit entsprechend soll t»ie Beranstaltung so einfach wie möglich durch- Ueführt.werden, doch soll die Ausstellung alle Zweige der Landwirtschaft umfassen: Pferde. Rindvieh, Ziegen, Schafe. Geflügel: Bienenzucht: Erzeugnisse des Pflanzenbaues: Obstbau mnd Obstverwertung: landwirtschaftliche Geräte mnd Maschinen: milchwirtschaftliche Erzeugnisse mnd Geräte: wissenschaftliche Arbeiten. Als Preise für die einzelnen Abteilungen der Ausstellung stehen heute schon über 11 000 Mark zur Verfügung, doch hofft man, daß durch pri- Dite Preisstiftung noch weitere Preise der Ausstellungsleitung zur Verfügung gestellt werden. 2ls Ausstellungstage wurden der 25., 26. und 27. September bestimmt. Starkenburg. D a r m st a d t, 6. Juli. Dieser Tage ist her die ganze Mannschaft eines Polizeireviers versetzt worden. Die Angele- i genheit hängt zusammen mit Ausschreitun- fle n bei ber Agitation für die Volksabftim- ii'ung über die entschädigungslose Enteignung ticr Fürstenvermögen. Bei einem Umzug von rieichsbannerleuten wurde ein Angehöriger einer Rechtspartei überfallen und mißhandelt. Ein Schutzmann, der in der Rähe stand, unter- rahm nichts zum Schuh des Ueberfallenen. Zlls der Vorfall auf Beschwerde hin untersucht vurde, sollte sich ber Schutzmann freiwillig mel- >cn; das geschah nicht, und deshalb ist die ganze Tkannschast verseht worden. Rheinhessen. WEN. Mainz, 6. Juli. Die Stadtverwaltung hot den seit 1828 als kurfÜrstliche und später als preußische Hauptwache benutzten Bau ,)U einer städtischen Kunsthalle umgeschas- -en. Die französische Besatzung hatte in den ersten fahren das Gebäude ebenfalls als Wachlokal benützt und erst im vorigen Jahre freigegeben. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Wetzlar, 6. Juli. Die diesjährige Hauptversammlung des Dombauvereins war gut besucht. Dem Verein gehören z. Z. 129 Mitglieder an, darunter sechs Patrone. Nach dem Rechnungsbericht stellt sich das Vereinsvermögen auf rund 1600 Mk. Die Erhaltung des altehrwürdigen Gotteshauses erfordert unausgesetzte 'Aufmerksamkeit und nicht geringe Mittel. Für das laufenbe Jahr ist die Beschaffung eines elektrischen Läutewerks für vier Domglocken vorgesehen. —5— Lützellinden. 6. Juli. Die hiesige Bruderschaft des Jungdeutschen Ordens beabsichtigt, die Gründung eines Kleinkaliberschützen Vereins vorzunehmen. Als Schießplatz ift ein der Gemeinde gehöriges Gelände- tück in Aussicht genommen, das an der „Holzburg", der Straße nach Klein-Linden zu, sehr günstig gelegen ist. Da neben den Ordensmitgliedern sich noch zahlreiche weitere Freunde der Schießkunst der Vereinigung anschließen werden, dürfte der Schützenverein einer der größten der Ilmgegend werden. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 6. Juli. Linser Misst o n s f e st am Sonntag verlief in schönster Weise. Am Vormittag predigte Missionar Diehl aus Aßlar in der Kirche zu Raunheim, während hier im Hauptgottesdienst am Rachmittag in der überfüllten Kirche Pfarrer Rumps aus Heckolz- hausen, der vor 30 Jahren hier amtierte, die Fest- predigt hielt. In der Rachversammlung im Freren, die auch von vielen auswärtigen Gästen besucht war, hielten die genannten Festredner, sowie der Ortsgeistliche Ansprachen. Die Feier wurde verschönt durch die Mitwirkung des hiesigen gemischten Chores, sowie durch den Posaunenchor von hier und Dorlar. Die reichliche Kollekte wurde der rhetnischen Mission zugeführt. Kreis Marburg. sch. Marburg, 6. Juli. In der heutigen Stadtverordneten - Versanrmlung wurde in zweistündiger Sitzung ein B a u p r o - gram m durchberaten und beschlossen. Es ist beabsichtigt, auf der Lahninsel zusammen 30 Wohnungen zu errichten, von denen zunächst 20 in zwei Doppelhäusern zur Ausführung kommen sollen. 'Sic Baukosten betragen voraussichtlich ür jedes Zehnfamilienhaus 80 000 Mark, von )encn 50 000 Mark aus Mitteln der Hauszinsteuer entnommen werden können, aus Anleihe- n'.itteln wurden für die 20 Wohnungen 60 000 Mark zur Verfügung gestellt. Zugcstimmt wurde ferner ber Errichtung eines Reunfamilienhauscs in der Schwanallee, in welchem Finanzbeamte und Staatsbeamte untergebracht werden sollen. Zu den Gesamtbaukosten 1137 000 Mark) wurden aus Anleihemitteln 47 000 Mark bewilligt, ferner für die Reu Pflasterung und die Kanal i- s a t i o n verschiedener Straßen insgesamt 302 700 Mark. Lberlahnkrcis. WSN. Weilburg, 6. Juli. Von heute ab sind auf den Strecken Weilburg—Wolfenhaufen und Oberbrechen—Wolfenhaufen Kraftposten eingerichtet, um für bie abseits gelegenen Orte bes Oberlahn kreifes eine gute Verbin - bung mit ber Kreisstabt zu schaffen. Die Kraftposten berühren bie Orte: Weilburg, Freienfels, Weinbach, Elkerhausen, Blesfenbach, Wolfen- Hausen, Oberbrechen, Weyer, Münster. Dillkreis. ' Uckersborf, 6. Juli. Hier wurde morgens gegen 7 Uhr ber 66 Jahre alte Taubstumme W. L. von ber Eisenbahn überfahren und getötet. — Die Bautätigkeit ist hier sehr rege. Drei neue Häuser finb schon bezogen worben, brei weitere gehen ihrer Vollenbung entgegen. Auch an älteren Häusern wirb burch Reparaturen viel gebessert. — Die Heuernte hat hier einen guten Ertrag gebracht, bie Körner- unb Hackfrüchte stehen sehr aussichtsreich, bagegen ist bie Obsternte durch die kalten Mainächte schwer geschädigt worben. Maingan. WSN. Frankfurt a. M., 6. Juli. Am 29. Juni abends 10.30 Uhr wurde in der Thüringer Straße ein Einbruchsdieb stahl ausgeführt und zahlreiche Wertsachen, darunter eine goldene Vorstecknadel mit einer Perle und einem Brillanten, ein Brillantring, ein Marguisenring mit 3 großen unb 2 kleineren Brillanten und Platineinfassung, sowie eine goldene Herrenarmbanduhr und eine goldene Damenarmbanduhr gestohlen. Der Wert der gestohlenen Sachen beläuft sich auf etwa 3000 Mk. — Einer Meldung aus Leipzig zufolge hat das R e i ch s g e r i ch t die Revision des vom hiesigen Schwurgericht wegen Mordes an dem Kriminalbeamten Sack zum Tode verurteilten, 1899 in Horst-Emscher geborenen Kaufmanns Anton Gens verworfen. WSN. Höchst o. M., 6. Juli. Der Moto r- radfahrer, der vor einigen Tagen hier mit einer Radlerin kollidierte unb dabei stürzte, ist jetzt infolge der erlittenen inneren Verletzungen gestorben. Wirtschaft. Diskontermätzigung der Reichsbank. Berlin, 6. Juli. (1BIB. Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Die Reich sbank hat den Wechseldiskont von 6,5 auf 6 Prozent und den Lombardzinsfuß von 7,5 auf 7 Prozent ermäßigt. Zur Begründung der Ermäßigung wurde darauf hingewiefen, daß die letzte Ermäßigung auf die Jnanspruchnabme der Reichsbank kaum einen Einfluß ausgeübt habe. Sie habe infolge des Halbjahrcsultimos in der letzten Juliwoche naturgemäß zwar etwas zugenommen, und die gesamte Kapitalanlage in Wechseln. Schecks, Lombards und Effekten sei etwa um 101 Millionen Mark größer, als Ende Mai, davon entfielen aber 56 Millionen auf die Lombarddarlehen. die stets für wenige Tage ausgenommen werden und bereit Rückzahlung bereits wieder eingesetzt habe und nur rund 44 Millionen auf Wechselbcstand. Das eingereichte Wechselmaterial sei überdies gaitz kurzfristig. Demnach habe sich eine vorübergehende Verknappung des offenen Geldmarktes am Ultimo Juni auf den Status der Reichsbank kaum ausgewirkt. Es sei wohl auch zu berücksichtigen, daß die kürzliche Versteifung des Marktes teilweise in markt- technischen Momenten ihren Grund habe. Wenn auch der Geldmarkt und die Wirtschaftslage nach wie vor ein vorsichtiges Vorgehen erscheinen lasse, so sehe sich doch die Reichsbank nach Prü- sung aller Llmstände in der Lage, eine nochmalige Zinsermahigung vorzunehmen, und sie erwartet, daß durch die neue Diskoncherabsehung. die sich automatisch auf die Zinssätze des ganzen Landes übertragen werde, eine Entlastung an 136* 87 101 45,5 127,75 150 Hessische Staatshilse für den Eisenerzbergbau. oberhess ischen DvrsenkuNe. (Ohne Gewähr.) 148' 143,5' 138* '3,3* 1 ix HK 134' 88 86,12 Ul,? 95,5 Banknoten. (Ohne Gewähr.) 146,2' 141,5' 105 83 147' 142,7 !35,5* 94,25 98,6 136* 116,5* 115,1* 162,7* 80.5 86 135,5* 152,9* 135,2* 136.7* 140,5 52.5 68 108' 101,2* 117* 162* 81 88 161* M 90 836* 93.5 59 lUO 135,5 i M • 120* HO* 120* 44 128,5 85,75 35 3,2 16t 69 140* 92 74.5 140 155* 138* 144* 148 58 71.5 110,5* 133.7* 142 74,5 151,5* 147,5* 53 88,5 36,75 160 68,5 240* 99,9 .'iS 103 136* 90,75* 76 138,7* 157,2* 136* 141,5* 157 57 70 109* 134* 151,9 67,75 108' 132,5' 68.25 80,5 Devisenmarkt Berkin—Frankfurt cu M. Telegraphische Auszahlung. _________(Ohne Gewähr.)____________ vielen Stellen eintreten werde, die entsprechende 1 günstige Rückwirkungen auf die Gesamtwirtlchast unb insbesondere auch auf die Verhältnisse am Arbestsmarlt auslösen könne. Die Lage ber internationalen Geldmärkte, auf die in den Fragen der Distontpolilik Rücksicht genommen werben müßte, stehe einer weiteren DiSkont- ermähigung in Deutschland nicht im Wege llebriqend wolle auch die G o 1 d d i s k o n t b a n k ihren Diskont um 0.5 Prozent auf 5 Prozent ermäßigen. Bochumer Goh BuderuS Caro Demsch-Lurombnrg...... Gelsenkirchener Berciwerke . . aller Bergbau terfe Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Üaurahütte Oberbedarf . . . . Phönix Bergbau ..... Rhetmtahl Ricbcck Montan....... TeNuS Bergbau........ Hamburg-Amerlka Paket. . . Norddeutscher 3lobb Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg , . . Phllivv Holjmann...... Anglo Cont -Guano Chemische Mayer Alapin . . I. G. Tvntbcninbuftric, A.-G. ololdscvmidt.......... Hvßverkohlung RütgerLwerkc Scheidcanstalt Mg. EleNrizitäts-Gelcrlschaft Bergmann ........ Mamkraftwerke...... . Schurken..... lernen» L Halske ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstacdt Megum............. Motorenwerke Mavnbelm Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgeselllchast ^rankfuri. Pet. Union Sl.-G Schuhfabrik Herz . . . . . . Wie wir hören, ist dem hessischen Landtage eins Vorlage zugegangen, nach der die Regierung ermächtigt werden soll, zur Erhaltung und Hebung des Eisenerzbergbaues in Oberhesfen eine Staatsbeihilfe von 1 Mark je Tonne bis auf weiteres und bis zum Höchstbetrage von 100 000 Mark zu gewähren. Hessen hat bekanntlich seit vielen Jahren einen namhaften Eisenerzbergbau, besonders in der Gegend von Gießen, Mücke und Hungen. Durch Aufwendung dieses Betrages hofft man zu verhindern, daß die bestehenden Werke, die etwa 600 Arbeiter beschäftigen, diese ganz oder doch größtenteils entlassen. * Maschinenfabrik Babenia norm. Wilhelm Platz Söhne A.-G.. Weinheim. Nachbem ber Zwangsvergleich rechtskräftig bestätigt worben ist, würbe bie Geschäftsaufsicht beendet. * Vielfache Ueberzeichnung ber B e r- einigte Stahlwerke-Ankeihe. Die Auflegung des deutschen Anteils an ber 'Anleihe ber Vereinigten Stahlwerke ist ein großer Erfolg für biefe Gesellschaft geworden. Die Zeichnungen gingen bei den Ernifsionshäusern fo zahl- ffictb 4,184 10,72 110,97 20,365 11,22 168,20 15,50 92,12 59,55 1,97 112,12 81,25 65,83 12,405 5,82 Brie' 4,208 10,78 111,53 20,465 11,28 169,04 15,58 2,01 H2,liX 81,65 66,12 12,465 5,86 Berlin, 6. Juli. Amerikanische Note, .. . .. Belgische Noten . ....... Dänische Noten . ...... Englische Noten........ Französische Noten ..... Holländische Noten ...... Italienische Noten Norwegische Not.n Deutsch-l?esterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten ....... Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten . • Ungarische Noten ...... 139* 124* 99,9 120* 164.5* 86.5 89 25.5 47,9 Frankfurt a.M. Berlin Schluß» 1-Uhr. Schlusz.'Anfang flurc Aur» Kurs flurr. Datum: 6.7. 7.7. 6. 7. 7. 7, 5% Deutsche RcichSanletd« . 4% Deutsche Reichs anleide . 8'/,"/" Deutsche RrichSanlcihe 0.4475 0.45 0.45 0,45 —— — 0.4205 0.11 — — 0,4007 0,4075 3% Deutsche Reichsanleche . 0.54 — 0,5107 0.505 Demiche Lparpräniienanleihe 4% 't Uhr, bem Zeitpunkt ber Eröffnung, mieber geschlossen werben mußten. Die Deutsche W-Millionen-Reichsmark'Tranche der Stahltrustanleihe bürfte um ein Mehrfaches überzeichnet worben sein. In ben Mittagstunben waren die Großbanken noch mit der Zusammenstellung ber aus ber Provinz einlaufenden Zeichnungsergebnisfe beschäftigt, so baß ein genauer Ueberblirt über bie insgesamt gezeichnete Summe bisher nicht vorliegt. Unter ben beutschen Emissionen ber Nachkriegszeit unb auch ber früheren Jahre steht der Erfolg dieser Anleihe einzigartig da. Es wird in Bankkreisen mit Sicherheit angenommen, daß die im Auslande zur Auflegung gelangenden Teile ber Anleihe ebenfalls starkem Interesse begegnen werden. Berliner Börse. (Eigener Drahtberichl des „Gictzener Anzeigers".) Berlin, 7. Juli. Rach den gestrigen scharfen Kursrückgängen war die Tendenz heute etwas wider st andsfähiger. DaS Publikum erteilte nicht, wie verschiedentlich befürchtet. Der- laufsorders. so daß die Spekulation zu Deckungen schritt. Die ersten Kurse lagen gegenüber der Frankfurter Abendbörse kaum verändert, waren jedoch allgemein Geldnotierungen unb zogen um etwa 1 bis 1,5 Prozent an. Don den enormen Schwankungen der letzten Tage blieb allerdings eine gewisse Ansicherheit zurück, die ilmfätjc glichen sich nur in einem sehr verengten Rahmen, an. Zu der Beruhigung trug neben den nicht- erteilten Derkaufsaufträgen aus der Provinz die Erleichterung des offenen Geldmarktes bei. Tagesgeld war zu 5 bis 6,5 Prozent angeboten. Die Auswirkungen der Reichsbankdiskontermäßigung auf die allgemeinen Zinssätze hatte man gestern allzusehr übersehen. Der Devisen verkehr war ziemlich umsatzlos. Der französische Franken war nach den Erklärungen Caill.rur nur geringfügig erholt, er stellte sich gegen London auf 181. Brüssel war weiter schwach mit 191 gegen London. • frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M.. 7. Juli. Tendenz: Teilweise erholt. - Der Druck der Derkaufs'' orders, der am Dortage den Markt ungünstig beeinflußt hatte, hat sich vermindert, und btc Börse verkehrte heute in etwas freundlicherer Stimmung. Die Kursgestaltung: wies aber starke Unregelmäßigkeiten auf, so daß die Stimmung als u n s i ch e r u n d u n e i n h e i t- I i ch an gesprochen werden muß. Kaufaufträge, die in mäßigem Umfange eingelaufen waren, bewirkten ein geringes Anziehen der Kurse für einzelne Spezialwerte. Auch die Epekulatlon zeigte Reigung. aus der beobachteten Reserve herauszugehen. und ließ etwas Llnternehmungslust et- lennen, wozu das beträchtlich erniedrigte Kursniveau einen Anreiz bot. Andererseits lagert aber auch neue Derkaufsanfträge vor, die jedoch infolge Interventionen der Großbanken nicht zu voller Auswirkung kamen So waren I. G Farben auf größere Abgaben stark gedrückt und hatten eine Senkung auf 232 Prozent zu verzeichnen. Bei Beginn des offiziellen Verkehrs machte sich aber für diese Werte einige Rachfrage bemerkbar, so daß der Kurs um etwa 4 Prozent anziehen konnte. Holzverkohlung .waren um 1,75 gebessert. Starke iln- einheitlichkeit herrschte am Montanmarkt. Riedriger wurden: Bochumer minus 4 Prozent. Buderus minus 1,5 Proz.. Phönix minus 1 Pro;., Riebeck- Montan minus 5,5 Proz., Laura Hütte minus 5 Proz. Höher wurden dagegen: Harpener plus 5 Proz.. Kali Aschersleben plus 1 Proz, Kali Westeregeln plus 3 Proz., Rheinische Braunkohlen plus 2 Proz. Tlnverändert waren: Deutsch Lux und Mannesmann. Am Elektro- markt hatten AEG. und Felten neue Verluste aufzuweisen, dagegen waren Siemens um 6 Prozent gebessert, Schuckert behaupteten ihren gestrigen Abendkurs. Bank-Aktien: lagen überwiegend befestigt, mit Ausnahme von Darmstädter, die 0.5 Proz. nachgaben. Deutsche Bank plus 0.75 Proz., Disconto plus 0.25 Proz. Schars gedrückt waren Schiffahrtsaktien, besonders Hapag, die mit einem neuen Verlust von 5.25 Proz. aus dem Verkehr hervorgingen. A u t o a 11 i e n waren um 1 Proz. gebessert. Don Z e 11 st o f s a k t i e n waren Aschaffenburger um 2.5 Proz. niedriger. Daustoffaktien ebenfalls niedriger. Zement Heidelberg von Wahß & Freytag je minus 1 Proz. Zuckerak t ien waren stärker gedrückt. Frankenchal minus 1.25 Proz., Offstein- unb Rheingau-Zucker je minus 2 Proz. Deutsche Anleihen blieben unverändert. Don ausländischen Renten waren Türken angeboten und leicht nachgebend, während Ungarn gefragt wurden und etwas höher gingen. Der Freiverkehr war geschäftslos. Beckerstahl 21. Brown-Boveri 123, Entreprise 6. Growag 60, Ufa 37, Unterfranken 80 Prozent. Der weitere Derlauf brachte keine nennenswerten Veränderungen. Rach Erledigung der ersten Aufträge wurde das Geschäft lustlos. Rur für I. G. Farben hielt sich etwas Interesse wach, sodaß der Kurs von 236 auf 237 Prozent anziehen konnte. Am Geldmarkt machte sich größeres Angebot bemerkbar. Tagesgeld hörte man mit 5 Prozent, Monatsgeld 5 bis 6,5 Proz. Jndustrieakzepte 5 Prozent, Privatdiskonten 4,37 Prozent. 3m D e v i s e n v e r t eh r war der französische Franken etwas erholt. Paris stellte sich gegen London auf 179,50. Brüssel war ebenfalls leicht gebessert mit 185,50 gegen London. Dagegen lag Mailand weiter schwach bei einem Kurse von 141,50 gegen das Pfund. Auch London lag gegen Kabel mit 4.864 mäßig schwächer. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht bes „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 7. Juli. Es wurden notiert Weizen, Wetterauer. 31,75—32 Mk.; Roggen, inländischer. 22,75—23; Hafer, inländischer. 21 23; Mais, gelb, 17,50—17,75; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0. 42,50—43; Aog- genmehl 32.50—33; Weizenkleie 8,75—9; Roggen- kleie 11 Mk. Tendenz: fest. Gegen Hühneraugen und Hornhaut nur das feit 60 Jahren bewährte MMMeMMMMM. Wirkt schnell, sicher und schmerzlos. Kein Pflaster anwenden! Pflaster verrutscht, daher wertlos. Tausende Anerkennungen. Packung 1.—M. franko. Erhältlich in den größeren Apotheken und Drogerien. Be89ss Rur echt mit der Aufschrift Radlauers Kronen- apotheke, Berlin W. 8, Friedrichstraße 160. Nachahmungen weife man attrüd. 31. Fortsetzung. Nachdruck verboten. auch sm Bad Kreuznach Empfehlenswerte Gaststätten: » II Kiuibeersast i. Fl. und lose Pfd. 90 M. Statt Karten! Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen 571 ID r 2 St. r ! bekanntgegeben. 5695D Hebamme Wenzel, Lang-Göns 2. Mark S7O6F) Enrischung V* Pfund von an saure, 1 , Pfund von an */< Pfund von an Bonbons Bonbons Pralinen 0.15 0.20 0.20 II II I» 11 Auskünfte und Kur schrift en durch die Kurverwaltung. n ii r L n ii ii Mark" Dau- Europäischer Hof Hotel Kauzenberg Hotel Köapdohr Hotel Quellenhof Kurhaus-Palasthotel 10 Pfg 56 Pf» 1.001. - 15 W 10 W 8, 8,50 8, 10,- 7,- 6, - Kurheim Dr. Brogsitter andere Häuser schon von l Steuerwert der Gebäude und Plätze; 20 Reichspfennig auf je 100 Hess. Bürgermeisterei Merlau. ________K o ch e n d ö r f e r. Frnchtsast, Sitronrniiiit lBI. den 5. August 1926, vormittags 8l/a Ahr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Ar. 106 Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 24. Juli 1926 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht in Gießen. Bürgermeisterei jungen. Fendt. Bullenverkauf. Die Gemeinde Merlau beabsichtigt, Freitag, den 9. Juli, nachmittags 2 Uhr, einen erstklassigen fetten Bullen auf dem Submissionswege zu verkaufen. Kaufliebhaber wollen iyre Angebote bis zum genannten Termin, verschlossen, auf unterzeichneter Bürgermeisterei ein- rcichen. Kausbedingungen werden vorher Dr. med. Kurt Deitz und Frau Ongeborg geb. Nicolay 37S3SS Bullen- und Eber-verkauf. Die Gemeinde Hungen beabsichtigt, auf dem Wege des schriftlichen Angebots 2 Bullen und 1 Eber zum Verkauf zu bringen. Angebote (für die Bullen je Zentner Lebendgewicht, für den Eber in einer Summe) sind bis zum Freitag, dem 9. Juli 1926, vormittags 11 Uhr, bei uns a) Allgemeine Grundsteuer: 1. 20 Reichspfennig auf je 100 Der dritte Schutz Kriminalroman von Ole S t e f a n i. verlassen und war durch die kl-ine Nebengasse ischts zum Basar gegangen. Er mar sei! zwei Jahren 511111 erstenmal wieder in Europa Seine letzte Tat, ehe er mit seiner Frau nach Dalmatien und dann nach Ostasien fuhr, war die Verfolgung der Mordfache in der Mo zartoper gewesen. Man kennt die äußeren Umrisse dieser Affäre, wenige missen, daß cs dies Erlebnis war, welches ihm Ellen nahebrachte, und daß sic kurz darauf einwilligte, seine Frau zu werden. Ellen scylief nod) im .Hotel, und Kramer, braungebrannt von der Sonne Chinas, wanderte vergnügt in den schmalen, nienschenersüllten Gassen des Basars herum, bewunderte die schöngctriebcncn Kannen und Kaffeemühlen der Kunstsd)miede, die bunten Opanken und Nanuleh, die von den Decken der Schusterbuden herabhingen, die glitzernden Kanevas. stickcreicn und Teppiche bei den Stosfhändlcrn und blieb vor dem Laden eines .Holzschnitzers stehen, der kunstvoll Zigarettenspitzen und Tellerchen drechselte. Es freute ihn, die Leute ungestört arbeiten zu sehen, durch keine europäische Glasscheibe von den Gaffern getrennt. Eben' verhandelte er wegen eines Quantums Ehalwa mit einem Süßwarenhändler, als er sich am Aermel erfaßt fühlte. Er wandte sich um. Ein kleiner, verschmitzt lächelnder Junge mit breiten .Hosen, unter denen dünne braune Beine l;eroorsahen, und dem roten Fes auf der schmalen Stirn, hatte ihn am Aermel erfaßt. „Keine Betteleien, mein Sohn!" sagte er lachend und abwehrend. Schade & Füllgrabe Filialen in allen Stadtteilen. 5701c 6 ms, DttÄW, RoteAütze, Söttet» speise, Wulm, Wcmnemsseln alles in nur prima Qualität empfiehlt Georg Wallenfels gegenüber der Engelavoibeke. 04745 Feinster Himbeer-Sirup v, s. 1.60 0.90 . .3.0.55 Zitronensaft ä 0.80 iJ.50 Zitronen 10 Stück 0.55. 0.65 Brausewnrfel . .Würfel 0.05 In der Hauptrolle: Frieda Richard, Walter Slezak, Hanni Reinwald,Wilhelm Diegelmann, Fritz Kämpers. Außerdem 4 interessante Akte: 5690c Hinter den Kulissen der deutschen Reichspost einzureichen, woselbst auch die Verkaufsbedingungen eingesehcn werden können. Hungen, den 6. Juli 1926. 15 Minuten von Bingen am Rhein: direkte Schnellzugsverbindungen nach allen Richtungen stärkstes Radium-Solbad heilt: Frauen, Kinder, Rheuma, Gicht, Alterserscheinungen. M. 50 W. 1.20 M. P,d. 00 Psg. Teppichkehrmaschinen und Parkett- wichser werden fachgemäß gereinigt und repariert. 4984 D A. Welz, Scltersweg 6. Leidhecken, den 3. Juli 1926. 5697 D '"List« hflä (Dort Er V eingehe^en Me kamler btt Rec Sbie W valtungsrat M M Anträge bei tafj die Staad Me. Der Herr Angelegenheit ell Ler Vorzügen ; beraten, uni-an - kanzler an figenfe Schreiben „3d) beehre 1 )it Heidtertgimi btt Prüfung bei gekommen ist, d ienr auf Lrne ölt freie Stelle i bahn nicht ge Höck!) Die Hei kanzler a.D. Di Dmvaltangsrat* (Erneutes lebhaites ■ munisten: Schiebung Die Staatsregie, Mitteilung der Reic unter dem heutige- kanzler das solgendi „Die pteufol1 lebhajlei'le, ba’ einer betartig rung des i schließen könne Reid)6tegitning gemacht, den t slandpunkt des legen und den J1 Dotfdjlag Preus nt fsr W SrZ -M In den Astoria-Lichtspielen ab morgen: Parisette“ Biskott Mayer Sju nehm M M' fcheidung \ herbeiführen." Die Persönlich Dr. Luther scheide uröchte, bei dieser von mir gekeimzei dieser Angclegenh irchtslosigkeit Mg nach ihrer g JJ chrm entgege liichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Heute letzter Tag: „Dürfen wir schweigen“ Morgen Premiere: Leiste Garantie für sorgfältige Ausführung von Reparaturen an B1X,D Uhren und Goldwaren. Spezialität: Umarbeiten von Damenuhren in Armbanduhren. Erich Beyer Bahnhofstraße 1. „Nein!" sagte Kramer. „Ich verdenke es Ihnen nicht. Ich denke, das Gericht wird sagen: Körperverletzung mit tödlichem Ausgang, und man wird zwei bis drei Jahre Gefängnis darauf setzen." „Dat is gut, Herr Rechtsanwalt!" sagt der Gärtner und richtet sich auf. .Dat is ja gor nit so schlimm. Nachher geht dot Leben eben weiter. Ich dank Ihnen, Herr Rechtsanwalt, ich dank Ihnen vielmals!" Mit schweren, sicheren Schritten geht er auf die Tür zu und öffnet sie. „Maria!" ruft er. Aber da ist sie sck)vn an der Tür, mit vom Weinen verschwollenen Gesicht und sinkt ausheulend nieder, sich am Türpfosten haltend. „Laß man, Maria!" sagt der Gärtner und streicht mit seiner rauhen Hand sanft über ihr haar. „Wein man nit so! — Nun hab ich dem Herrn Rechtsanwalt alles gesagt, und das war gut so. Und er hat mir ausdrücklich gesagt: bloß zwei Jahre Gefängnis kriegst du. Du brauchst keine Angst zu haben Maria, hingerichtet wirst du deswegen nicht." Nachspiel. Seit dem Tode des alten Kommissars a. D. waren schon vier Jahre vergangen. Serajewo lag im schönsten Sonnenschein, und der Rechtsanwalt Kramer hatte das Hotel Europe Wafielmischung7. Pfund Puddingpulver 0.08... Die beliebten S& E-Schokoladen Milch-, Schmelz-, Speise-, Block-, Fruchlcreme gleich den anderen mit untergeschlagenen Beinen am Boden. „Ich will hier raus, zum Donnerwetter!" fluchte Kramer. Der Europäer begann schallend zu lachen, und dieses Lachen rief in Kramer eine Erinnerung wach. Seinen Ohren nickst trauend, beugte er sich pieder und erkannte Racoszi). „Nehmen Sie Platz, Herr Rechtsanwalt!" sagte der, noch immer lachend. „Es bleibt Ihnen ja doch nichts anderes übrig!" _ Kramer erwog die Situation, hier waren sieben gegen einen. Selbst wenn cs ihm gelang, die Tür zu gewinnen und hinauszufliehen: eye er den nächsten Polizisten gefunden hätte, ehe er fick) ihm verständlich gemacht hätte und ehe er ihn auf Grund seiner Legitimationen zum Mitgehen bewogen hätte — wäre Racoszy längst wieder über alle Berge gewesen. Und ihn in den Schlupfwinkeln des türkischen Viertels jenseits des Flusses aufzuspüren, war ein Ding der Unmöglichkeit. „Ueberlegen Sie cs sich nicht lange!" sagte Racoszy. „Meine Zeit ist gemessen und ich verspüre ein großes Bedürfnis, mit Ihnen zu plaudern. — Wie ist Ihnen Hongkong bekommen?" „Das wissen Sie auch schon?" rief Kramer — dem wirklich nichts übrig blieb als sich zu setzen. „Ich weiß alles!'" sagte der Baron vergnügt. „Ich nehme an, daß Sic eine gute^Ziaarette dieser Wasserpantscherei vorziehen werden. TRcr nehmen Sic bitte — Exportware, nicht das Zeug, das man momentan hier im Lande kriegt!" Der Anwalt bediente sich. (Schluß folgt.) Erchen-, Achten u.Aiefern- Grubenholz (auch ganze Waldbcftände) irachlgünftig, Ruhrzechen, von zahlungö- fähiger Finna lausend zu kaufen gesucht. Angebote nn 04736 Ws Milet, ^Äinüfjle, Sr.-M4 leieshon 38 Ami A.-81M.___ Bekanntmachung. Laut Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom 11. Mai 1926 und mit Genehmigung des Hess. Ministeriums des Innern und der Finanzen sind die Ausschlagssätze der Gemeindeumlagen für das Rechnungsjahr 1926 wie folgt festgesetzt worden: Aber der Kleine ging nicht weg. Er zeigte mit geheimnisvoller Miene auf eine gegenüberliegende Kawanah und versuchte, Kramer begreiflich zu machen, daß er ihm dahin folgen müsse. Dazu brabbelte er etwas, aus dem Kramer zu seinem größten Erstaunen seinen eigenen Namen hcraus- zuhören glaubte. Er verschob daher seinen Chalwaeinkauf auf später und folgte neugierig seinem Führer. Der brachte ihn zunächst durch den Vorderraum des winzigen Kaffeehauses, in dem langbärtige Mohammedaner am Boden sitzend aus kleinen Täßchen ihren Mokka tranken. Dann ging es durch einen engen, sehr mangelhaft beleuchteten Gang, und schließlick) schlug der Junge einen Vorhang zurück und bedeutete Kramer, in den dahinter liegenden Raum einzutreten. Zögernd tappte der sick) vorwärts. Doch kaum war er eingetreten als er mehr fühlte als sah — denn es hing mir ein trübes Oellämpchen in der Mitte des Raumes und die Luft war von süß duftenden Rauchschwaden dick durchzogen — daß zwei Männer sich hinter ihn schoben und den Ausgang verstellten. „holla — was heißt das?" schrie er wütend. Als Antwort richteten die beiden Burschen Revolver auf ihn, deren lange Läufe er in der Oäm- merung funkeln sah, und grinsten ihn stumm an. Erschrocken blickte er sich um. Auf dem Boden, um eine Wasserpfeife gelagert, saßen fünf Männergestalten, von denen einer bosnische und drei türkische Kleidung trugen. Sie sogen an den Schläuchen ihrer Pfeife und starrten ihn schweigend an. Der fünfte Mann war ein Europäer. Er saß Pension von 8, SV?, an Deifall.) Di glaube, $reuSf51 ■ SBS Me^e 2Snti9en Wien * eu6ei ">i Mn, bl(fon tt, bi» LKÄ Steuerwerk des land- und forstwirt- schaftl. genutzten Grundbesitzes sowie des Bergwerkseigentums. b) Sondergebäudesteuer: 64,7 Reichspfennig auf je 100 Mark Steuerwerk der Gebäude nebst Zubehör im Sinne des Vermögenssteucr- gesetzes vom 12. August 1899. c) Gewerbesteuer: 1. 70 Rktchspfennig auf je 100 Mark Steuerwerk des land- und fortwirtschaftlich und des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals. 2. 60 Reichspfennig auf je 1 Reichsmark des für das Kalenderjahr 1925 festgestellten staatlichen Ertragssteuersolls. Die 2Iufred)nung des hiernach vorläufig zu entrichtenden Gewerbesteuerbetrags auf die endgültig festgestellte Steuer bleibt vorbehalten. Die Erhebung sämtlicher Steuern erfolgt in 6 Zielen jeweils bis zum 25. der Monate Mai, Juli, September und November 1926 sowie Januar und März 1927. Die Anforderung der Steuer erfolgt durch noch zuzustellende besondere Steuer- bescheide. 57076 Gießen, den 6. Juli 1926. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Selb. Konkursverfahren. Heber das Vermögen des Kaufmanns Gustav Gutenstein in Gießen. Plock- strahe 12, wird heute am 6. Juli 1926, vormittags 11 Uhr das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Louis Althoff in Gießen, Walltorstrahe 16, wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 24. Zuli 1926 bei dem Gerichte anzumelden. 5708c Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der ange- melöeten Forderungen auf Donnerstag, Liuicttu u Mttslmsstt natürl. L. Mimin , BL inU. Weißwein - Zitronen toW. Apfelsinen „ Bananen „ ! „ 15 M. Brausepulver, Branscimsel, ßisboii- Zu meinem r 40jährigen Dienst-Jubiläum ; am 11. Juli lade ich alle Kolleginnen freundlichst ein olgt ^‘nfd)i lag 6f> 9