Ur. 106 Erster Blatt 116. Jahrgang Aettag, 7. Mai 1926 Erscheint täglich.autzei 6onwtag$ Unb fteiertags. Beilagen: Siebener Familienblätter Heimat im Dilb Die Scholle Kaoat$»Be$ng«prei$: 2 Reichsmark unb 20 Reichspfennig für Träger lohn, auch bei Richter- Icheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüsse: Schriftleitung 112, Der- lag nnb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger -letzen. Postscheckkonto: tranffnrtam Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk Mld Verlag: vrühl'jche llniverfilälr-vuch- nnö Stetnöruderei R. lange in Gießen. Schnstleitung und Seschästsstelle: 5ch«sstraße r. leeatee hi Injeiaei für bi« Tagesnnmmer bi» znm Nachmittag vorher. Prell für | mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Ne» klameonzeigen von 70 mm Breite 36 Reichspfennig, Platzoorfchrist 20’ , mehr Ehefrebakteur Dr. Jriebr. Wilh. Lange verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für ben An- jttgenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Die Tagung des Deutschen Landwirtschaftsrates. 56. Vollversammlung in Darmstadt. Der bisherige Verlauf der Tagung. Don unsever Darmstädter Redaktion Darmstadt, 6. Mai Heute mittag trat im Saale der .Bereinigten Gesellschaft" in Darmstadt der Deutsche Landwirtschaftsrat zu einer Frühjahrstagung zusammen. Seit einigen Jahren wechselt der Tagungsort dieser Körperschaft, die die Hauptvertretung der Landwirte ist. Die „Hessische Landwirtschaftliche Zeitschrift". das Organ der Hessischen Landwirt- schaftskammer. veröffentlicht aus Anlast der in Darmstadt stattfindenden Dollversammlung einen Degrüßungsartikel, in dem es heistt: „TDir begrüßen den Landwirtschaftsrat zu seiner Tagung in Darmstadt auf das herzlichste. Es wird in der gesamten hessischen Landwirtschaft lebhaften Widerhall finden, dast die Spitzenvertretung der deutschen Landwirtschasts- kammern, der gesetzlichen Derussvertretungcn, ihre wichtige Frühjahrstagung 1 92 6 in Darmstadts Mauern abhält. ®ie Tagesordnung der Dollversammlung enthält sehr wichtige Referate, die von Bedeutung sind für die Geschicke unserer gesamten deutschen Landwirtschaft, ja unserer gesamten deutschen Wirtschaft. Don der Aufnahme, die diese Tagung bei dem deutschen Volke, insbesondere bei der Reichsregierung und den Landesregierungen findet, wird der baldige Wiederaufbau unserer deutschen Wirtschaft und damit unseres Vaterlandes wesentlich beeinflußt. Man darf, ohne der Bedeutung aller a oberen Berufs stände unseres deutschen Daterlandes zu nahe zu treten, doch sagen, dast der Wiederaufbau unseres deutschen Wirtschaftslebens nur au f einer gesunden Landwirtschaft möglich ist. Mögen die trüben Wolken, die heute am politischen Himmel zu beobachten sind, bald verschwinden. Möge die Tagung des Deutschen LandwirtschaftsratS zum Wohle nicht nur unserer deutschen Landwirtschaft, sondern, des ganzen deutschen DolkeS dienen. 3n* diesem Sinne begrüßen wir nochmals in Darmstadts Mauern, in unserem schönen Hessenlande, die Bertreter der Deutschen Landwirtschaft" Die Tagung ist sehr st a r f besucht, zahlreiche Vertreter von Reichs- und Landesbehor- den sind zugegen, u. a. der Reichsernährungsminister Dr. H a s l i n d e. Der Präsident des Landwirtschaftsrates Dr. Brandes - Althof hielt nachstehende Eröffnungsansprache: Der Deutsche Landwirtschaftsrat ist gern der Einladung der Landwirtschaftskammer für den Freistaat Hessen gefolgt, seine diesjährige 5 6. Dollversammlung in Darmstadt abzuhalten. Dem Deutschen Landwirtschaftsrat ist es ein Bedürfnis, die Sorgen und Röte der deutschen Landwirtschaft in allen ihren Teilen aus eigener Anschauung kennenzulernen und selbst beizutragen zur Festigung des Zusammengehörigkeitsgefühls unserer Berufsgenossen in allen Gauen des Deutschen Reiches. Der Bezirk der Hessischen Landwirtschaftskammer gehört nun schon zwei Jahre lang zu den ausgesprochenen Rötst andsgebieten, denen man durch Erleichterung auf steuerlichem und kreditwirtschaftlichem Gebiet doch nur verhältnismäßig wenig hat helfen können. Roch viel schwerer aber wiegt für unser aller Empfinden die Tatsache, dast auf das hessische Land die im Derhältnis zur Fläche größte Besahungslast unter allen deutschen Gantern fällt. Auch die Abmachungen von Locarno haben daran nichts wesentlich ändern können. Wir hegen den dringenden Wunsch, daß es recht bald gelingen möchte, die Besatzungs- Verhältnisse von Grund auf erträglicher zu gestalten. Der Redner gedenkt dann des Todes zweier ehemaliger Mitglieder des Deutschen Landwirt- schoftsrates. des am 6. August 1925 verstorbenen Amtsrats Dieckmann- Heimburg und des am 14. Dezember 1916 verstorbenen Oekonomierats Lauen st ein- Lübeck, sowie des am 16. April 1926 verschiedenen Präsidenten van der Dorght Der Redner spricht dann namens des Deutschen Landwirtschaftsrates der Hessischen Landwirtschaftskammer verbindlichsten Dank für die freundliche Einladung nach Darmstadt und zur Besichtigungsfahrt in die Weinbaubezirke des besetzten Gebietes aus und begrüßt aufs herzlichste ten Präsidenten und den Dorstand der Landwirtschaftskammer, ferner die Herren Vertreter der hessischen Staatsregierung. Wirtschaftsminister Raab und den Minister des Innern von Brentano, und die Vertreter der Stadt Darmstadt, die für die Tagung Gastrecht gewährt Der Redner fährt fort: Meine Herren, wir haben die Ehre, heute zum ersten Male ten neu ernannten Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Herrn Dr. Haslinde, in unserer Mitte zu sehen. Ich heiße ihn und die übrigen Herren Vertreter ter Reichsregierung und der Gänterregierungen willkommen. Es ist mir ferner eine besondere Freude, ten Herrn Präsidenten ter Rentenbank und ter Gandwirtschaftlichen Zentralbank. Exzellenz Dr. G e n h e, den Herrn Präsidenten ter Preußischen Staatsbank und ten Herrn Präsidenten der Preußischen Zew- tralgenossenschaftskasse begrüßen zu dürfen. Ich begrüße ferner die Herren Vertreter der großen Verbände aus Industrie und Gandwirtschaft. Handel und Gewerbe und alle übrigen Gäste, insbesondere die Herren Vertreter ter Presse, die in so großer Zahl unserer Einladung Folge geleistet haben. Wir danken Ihnen für das Interesse, welches Sie damit an dem Schicksal der deutschen Gandwirtschast bekunden. Der Vorstand des Deutschen Gandwirtschastsrates hat Ihnen heute mit Zustimmung des Ständigen Ausschusses eine Tagesordnung vorgelegt, aus der sich ohne weiteres der besondere Zweck der diesjährigen Vollversammlung ergibt. Wir wollen noch einmal, wie wir dies schon in Friedrichshafen versucht haben, ter gesamten deutschen Öffentlichkeit, ter Reichsregierung und den Vertretern aller anderen Berufsstände ein klares Bild über die Gage der deutschen Gandwirtschaft geben. Sie alle wissen, meine Herren, daß ter Deutsche Gandwirtschaftsrat als die auf freier Vereinbarung beruhende Zusammenfassung und Spitze her gesamten öffentlich-rechtlichen Berufsvertretungen. die ihm einst von dem Fürsten Bismarck zugedachte höchst verantwortliche Aufgabe zu erfüllen hat. die Reichsregierung bei allen ihren agrarpolitischen Maßnahmen zu beraten und diese Aufgabe ist heute wohl die dringendste der gesamten deutschen Wirtschaftspolitik geworden, wie dies der Herr Reichskanzler bereits in seiner Rete auf dem Industrie« und Handelstag in dankenswerter Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht hat. Den Auftakt unserer Verhandlungen wird ein Referat über die Schuhzollfrage im Gichte der Wissenschaft bilden, welches der Ordinarius für Staatswissenschaften an der Hessischen Gandesuniversität Gießen. Herr Professor Dr. Friedrich Genz, dankenswerterweise übernommen hat. Hierauf sprach der Reichsminister für Ernährung und Gandwirtschaft Dr. Haslinde über die Zukunft der deutschen Landwirtschaft. Der Minister ging zunächst auf die Bedeutung des Deutschen Landwirtschastsrates und seiner diesjährigen Tagung ein. Unsere schnellebige Zeit habe leider schon jetzt die eindringlichen Lehren der gerade verf>ossenen Kriegsund Uebergangsjahre vergessen, vor allem die Tatsache, daß das Fundament der Gesa m t w i r t s ch a f t eines Volkes die eigene Urproduktion sei. daß ein Volk nur dann vor schwersten Erschütterungen auf dem Gebiete der Ernährung geschützt sei, trenn es über eine eigene leistungsfähige Landwirtschaft verfüge. Gerade in der heutigen 3ctt sei es doppelt und dreifach Aufgabe des Staates, diese Erkenntnis wieder Wachzurusen, die in anderen Ländern längst Gemeingut des gesamten Volkes sei. Fast in allen Ländern seien in der Nachkriegszeit große Agrarprogramme aufgestellt worden, mit denen man zielbewußt darauf hinarbeite, die eigene Wirtschaft in bezug auf die Ernährung weitestgehend.vom Auslande unabhängig $u machen. Wichtiger als die Kritik an der Vergangenheit erscheine ihm die Vorsorge für d i e Zukunft. Es müsse auch in Deutschland zu einem AU- gemeingut staatsbürgerlichen Denkens werden, daß die Landwirtschaft der erstgeborene Wirtschaftszweig, das Fundament der Gesamtwirt- schäft sei, und daß handel und Industrie nur dann zur höchsten Blüte sich entfalten könnten, wenn sie in einer gesunden und blühenden Landwirtschaft ihren stärksten Absatz und Rückhalt sanden. Um diese Erkenntnis zu vertiefen, sei es auch erforderlich, daß die Landwirtschaft bei allen wirtschaftlichen Organisationen, die der Regierung beratend zur Seite stehen, ihrer Bedeutung entsprechend stärker vertreten und bei allen internationalen wirtschaftlichen Veranstaltungen in einer ihrer würdigen und angemessenen Weise beteiligt werde. Auf der anderen Seite richte er aber an d i e deutsche Landwirtschaft den Appell, mit allen Mitteln daran zu arbeiten, daß die (Ernährung des deutschen Volkes nicht nur guantitatio sichergestellt, sondern daß auch die Bedürfnisse des inneren Marktes unb die Wünsche und Ansprüche des Publikums in bezug auf Qualität, Verarbeitung und Verpackung usw. mehr als bisher berücksichtigt würden. Er sei überzeugt, daß es der deutschen Landwirtschaft durch entschlossene Selb st Hilfe und mit Unter st ützung und Förde- r n n g von Reich und Staat gelingen werde, den ihr gestellten großen Aufgaben gerecht zu werden. Auf dem augenblicklich brennendsten Gebiete der K r edi t re g e l u n g sei sein Ministerium eifrig bemüht, durch weitere Ausdehnung ter Aktion der Golddiskontbank sowie durch vermehrte Unterbringung von Pfandbriefen zur Finanzierung landwirtschaftlicher Hypotheken auf dem Indiandmarkt die Uebcrfüljrung der kurzfristigen Schuldverbindlichkeiten in langfristigen Realkredit nachdrücklichst zu fördern. Die Reichsregierung werde es sich besonders angelegen sein lassen, auf eine weitere Ermäßigung der Zinssätze hinzuwirken. Besondere Vorbereitungen seien im Gange, durch ausreichende Finanzierung der Ernteerz eug niffe deren allmähliche Verwertung zu ermöglichen, damit nicht die Zeit der Ernte für den Landmann zu einer Zeit der Notverkäufe werde. Auf dem Getreitemarkt falle hier ter neuen Getreidehantelsgesellfchaft eine Hauptaufgabe zu. Der Vertreter ter hessischen Regierung, ter Minister für Arbeit und Wirtschaft, Raab, entbot Grüße der hessischen Regierung. Er sprach von ten Schönheiten Hessens, aber auch von ten landwirtschaftlichen Nöten. Die Verhandlungen in Darmstadt möchten dauz beitragen, das Verständnis für die berechtigten Klagen der Landwirtschaft zu verbreiten und zu vertiefen. Der Präsident der Hefs. Landwirtschaft^' kammer. Oetonomierat Hensel, gab ter Freute Ausdruck, daß diesmal Hessen, Darmstadt, als Tagungsort gewählt wurde. Er entbot Grüße der Landwirtschaftskammer und ter hessischen Landwirte. Bei vielen hessischen Landwirten herrsche große Not wegen ter beiten letzten Mißernten und der Avsatzschwierigfei ten. Sie machten aber alle Anstrengungen, um die Schuldenlast zu verringern. Einen Hoffnungsstrahl auf Besserung hätten die Reden te« Reichsernährungsrni nisterS geweckt, aber den Worten müßten auch Taten folgen. (Lebhafte Zustimmung.) Oberbürgermeister Dr. G l ä f f i n g hieß die Anwesenden im Namen der städtischen Derwal- tung und ter Stadtverordneten-Versammlung in Darmstadt herzlich willkommen. Dr. jur. et phil. Friedrich Lenz, ord. Professor der wirtschastlichen EtaatswUsenschaften an der Tlniversität Gießen, ging hierauf in seinem Referat über „Die Schutzzollfrage im Lichte der Wissenschaft" von den Widersprüchen aus. in denen die W'.rt- fchaftswissenschast dem Schutzzoll gegenüber feit zwei Jahrhunderten befangen fei; noch die Debatten im „Verein für Sozialpolitik" 1924 sowie im Reichswirtschaf Israt 1925 hätten gezeigt, daß die Gelehrten sich uneins seien, und daß ihre Voraussagen keineswegs zuträfen. Zwar fei die Wissenschaft weder befugt noch verpflichtet, den Gang der Wirtschaftspraxis oder der Politik vorherzusagen: wohl aber folge aus dem Namen und Begriff der „Theorie", daß sie eine volle Anschauung der lebendigen Wirklichkeit biete. Die wirtschaftliche Theorie auf Weltverkehrsfreiheit zu gründen, genüge offenbar nicht. Denn eine derart gereinigte .,Sozialökonom.k" gehe von den unbewiesenen Annahmen eines dauernden Weltfriedens und weltwirtschaftlicher Interessenharmonie aus: intern sie alle geschichtlich-politischen Bestimmungsgrünte unseres Weltbildes ausschalte, empfehle sie den Freihandel als grundsätzlich allein richtig, fie trete also der Praxis und tem Staate’ mit dem Anspruch auf absolute Gültigkeit entgegen. Die Frage „Schutzzoll oder Freihandel" könne mit den Teilwahrheiten und Wunschbildern ter Frei- handelsdolirin niemals entschieden werden: hierzu sei allein eine Wissenschaft imstande welche alle wesentlichen Deyriftsmerkmale unserer internationalen Wirklichkeit entfalle. Llnzulänglich sei es, die ..imperialistische" Gegenwart als Ausdruck ..nationalistischer" Vergiftung und „wirtschaftlicher Unvernunft" abtun au wollen. Sie drücke im Gegenteil Öen wirt- fchaftlich-politifchen Sinn der neuen Weltepoche aus. Schon List habe kleinere Volkswirtschaften, größere Nationalwirtschaften und Imperialwirtschaften unterschieden. Aussichtslos scheine der Versuch, vom Deutschland des Versailler Vertrages aus den Weltfreihandel zu propagieren Alles, was wir tun könnten, sei. uns handelspolitisch einiger maßen erträglich in dieser ilmtodt einzurichten Der deutsche Binnenmarkt habe vor tem Krieg 70 Prozent aller deutschen Fabrikate auf genommen: heute eher noch mehr. Der 5 inne n m a r f t gehe dem Export vor. wie die Pflege der inländischen Bevölkerung oder Di? Flaggenoerordnung. (Sine Erklärung Strcscnianns. Berlin, 7. Mai. (WTB. Funkspruch.) Ein Mitarbeiter des WTB. befragte ten Reichsaußenminister über die Flaggen Verordnung. Dr. 6t refemann führte in feiner Antwort u. a. aus: „Die Flaggenfrage wuchs sich seit Jahren bei ten ausländischen Reichsvertretungen zu schweren Konflikten zwischen diesen und ten Angehörigen der deutschen Kolonien aus. Namentlich die Deutschen in ileberfee hängen mit Liebe an der alten Reichsflagge. Die deutschen Behörden haben selbstverständlich den Auftrag, die amtliche Reichsflagge Schwarz-Rot-Gold zu hissen. Der Streit zwischen den deutschen Kolonien, die noch bis heute zu neun Zehnteln Völlig Schwarz-Weiß-Rot eingestellt sind und ten deutschen Vertretern hat zu unliebsamsten Vorkommnissen geführt, da in verschiedenen Ländern nur die verfassungSmäßi- gen Flaggen anderer Länder gestattet sind, paben die Deutschen in diesen Ländern die Flagge LhreS Gastlandes statt der deutschen Flagge gelogen. Es besteht die Gefahr, daß die d e u t- sche Flagge in vielen Ländern überhaupt nicht gezeigt wird. In der Rete des Reichskanzlers Dr. Luther bei der Trauerfeier für Ebert ist eine Mitteilung enthalten über das Verständnis und die prinzipielle Zustimmung. die auch Ebert speziell der Regelung dieser Flaggenfrage entgegenbrachte. Die Erwägungen bewegten sich auf der Basis, daß die verfassungsmäßige Handelsflagge unserer Schifte neben der TteußSflagge von unseren Missionen geführt würde, daß antererfeitS die Deutschen im Auslande diese verfassungsmäßige Flagge anerkannten. Vor wenigen Jahren stimmte die temokritische ReichstagSfraktion geschlossen für die Beibehaltung derGeltung der alten schwarz-weiß-roten Flagge für ,fie. Wenn man sich jetzt darüber aufregt, daß zwei Flaggen über deutschen Gesandtschaften wehen sollen, so stelle man sich doch einmal die Diskrepanz vor, daß die deutsche, am Hasen liegende Auslandsvertretung eine andere Flagge zeigt, als die draußen liegenden deutschen Schisse. Aus die Frage, ob bei der Verordnung politische Momente eine Rolle gespielt hätten, antwortete Dr. Stresemann: Inner- politische Momente kamen überhaupt nicht für die Reichsregierund in Betracht. Dafür bürgt doch zunächst bte Einstimmigkeit teS Kabinetts. Die sozialdemokratische Interpellation gegen die Flaggenverordnung fragt u. a. die Reichsregierung, ob fie sich nicht klar über die Bedenklichkeit wäre, die alte kaiserliche Flagge im Auslande zu hissen. Es ist mir nicht bekannt, daß zu kaiserliche nZeiten die Handelsflagge die schwarz-rot- goldene Gösch geführt hätte. Der Minister schloß, die Verordnung wird fein anderes Ergebnis haben, als jenes, durch das ter verstorbene Reichspräsident das Deutschlandlied zur Nationalhymne erklärte, nämlich: Einseitig parteipolitisch monopolisierte Gefühlswerte für den deutschen Gegenwartsstaat zu retten und ihm dadurch neue Anhänger zuzuführen. Eine Verletzung der Verfassung wäre im übrigen einem Manne toie dem Reichspräs i deuten von Hindenburg völlig unmöglich, genau so unmöglich, wie es ihm aber auch ist, die ihm durch die Verfassung zu stehenden Rechte aufzugeben. Abbruch öer Rifverhcmdlungeu. Abreise der Delegationen. Paris, 6. Mai. (TA.) Rach einem amtlichen havastelegramm aus U d I j d a sind die Verhandlungen mif ten Rifdelegierten heute end- gültig abgebrochen worden. Das ojfizielle Communiquö gibt genaue Einzelheiten über den Verlauf ter letzten, heute vormittag stattgehabten Sitzung bekannt. Die Rifbeleg ierfen haben durch Azerkane erklären lassen, baß sie bie früher auf ble französisch-spanischen Bebingungen gegebene Antwort in vollem Umfange aufrecht erhalten. Zum Austausch b e r Gefangenen erklärte Azerkane, baß bie Rif- leute nur 25 Franzosen und 25 spanische, kraule, verwuntete und Kinder inbegriffen, gegen 50 Rif- gefangene austaufchen würden. Der Vorsitzende der französisch-spanischen Delegation, General Simon, erklärte daraus, im Auftrage ter spanischen und französischen Delegation, daß es sich erübrige, weiter zu verhandeln und daß die Besprechungen damit abgebrochen seien. Die Risdelegierten treten heute die Rückreise nach dem Risgebict an. Die Feindseligkeiten werden wahr- scheinIich bereits morgen wieder ausgenommen. ftavas meldet, man habe den Eindruck, daß die Ri delegierten sich während der ganzen Feit ter Verhandlungen über bie Verhandlungen lustig gemacht hätten. Sie wären sich ter Tf" weite der Verhandlungen nicht einen Augenblick bewußt und trugen bis zum letzten Augenblick Gleichgültigkeit zur Schau. 3n Paris hat die Rachricht von dem Abbruch der verhandtungen großen Eindruck gemacht Die Stellung te* Generalgouverneurv Steeg gilt als schwer erschüttert. Steeg war es, der die jnitiafw** zu den Verhandlungen ergriffen hat Nach einer amtlichen Meldung werden die Feindseligkeiten in Marokko von spanisch-französischer Seite heute um Mitternacht wieder aufgenommen. Die Rifdelegierten sind heute abend ins Rifgebiet zurückgekehrt. Azerkane erklärte vor seiner Abreise, der Krieg sei unvermeidlich. Im Femeausschutz des Preußischen Canbtacs. 'Berlin, 6. Mai. Im Ferneausschuß tes Preußischen Landtages tourte ter wegen Ermordung Dammers am 11. Dezember 1925 zu acht Jahren Gefängnis verurteilte 20jährige Grütte-Lehder vernommen Der Zeuge schildert eingehend, wie er sich ten völkischen Abgeordneten W u 11 e und Ahlemann genähert habe und sich mit Ahlem arm über das Attent a t auf den Minister Severing ausgesprochen habe Der Zeuge will auch mit dem Abgeordneten Wulle über ten Mordplan gesprochen haben, jedoch habe dieser sich sehr vorsichtig ausgedrückt. Dem Zeugen fei dann der Plan zu gefährlich vorgelommen und * hohe beabsichtigt sich dem verhängnisvollen Einfluß der Abgeordnetenzu entziehen Der Zeug schil tert weiter ten Mord an Dammer ten er nur auSgefübrt habe, um eine Katastrophe von seiner Partei abzuwenden. Nach ter Tat Haber dann tem Abgeordneten Wulle in nicht m n zuverstehender Weise von ter Ausführung te Tat Kenntnis gegeben. Die Streiklage in England Reichsregierung muß angesehen werden als eine bewußt antirepublikanische Kundgebung. Herr Luther hat damit den Beweis geführt daß er kein Politiker ist. Einen Reichskanzler' der sich erlaubt, Schindluder mit dem zu treiben, was dem deutschen Republikaner heilig ist den werden wir einfach nicht dulden. (Lebhafte Zustimmung links.) Abg. Dr. Scholz (Disch. Vp.): Ich muß Verwahrung cinlegen gegen die Äußerungen de- Borredners, die geeignet sind, die Gefühle Archen Teiles dieses Hauses zu verletzen. (Beifall rechts, Gelächter links.) Diese Rede Ware höchstens am Platze gewesen, wenn den pursten eine Dotation gegeben werden sollte. Tatsächlich handelt es sich für uns nur um die Aufrechterhaltung des gleichen Rechts für alle. Lachen links.) Auf die vom Borredner angeschnittene Floggenfrage kann ich jetzt nicht eingehen, weil sie nicht zum Gegenstand der De- ratung gehört. Den Entwurf auf Enteignung der c'surstenvermogen lehnen wir ab, weil er dem Begriff des Eigentums und den Grundsätzen des Rechts widerspricht. (Beifall bei der Deutschen Bolkspartei.) . Abg. Münz en berg (Komm.) hält den vozialbemokraten vor, daß sie ursprünglich den kommumstischen Antrag aus Fürstenenteignunia aekampft hotten. ? rLöt Dgg.) erklärt, w Wurden für den Zentrumsontraq stimmen. Wir lehnen die Enteignungsvorlaq^ ab swnmen aber dem demokratischen Aenderunos- ontrag zu der den Enteigneten eine angemessene, Lebenshaltung sichern will. Aus der provinzialhauptstM. Gießen, den 7. Mai 1926. Das Giehener Dolksbad. älnter den gemeinnützigen Einrichtungen in unserer Stadt nimmt das Volks bad eine bc- sondere Stellung ein. Hier wird nicht nur jung und alt, groß und klein Gelegenheit geboten. Reinigungsbäder zu nehmen, sondern in tfjm hat der Schwimmsport auch in den Wintermonaten eine Stätte gefunden, an der er in vortrefflicher körperlicher Schulung der Heranwachsenden 3u- gend ein gutes Stück Wiederaufbauarbeit zum Wohle unseres Volkes leisten kann. Die sportlichen Ergebnisse des Gießener Schwimmvereins und der Schwimmabteilung des Turnvereins 1846 zeigen deutlich, wie wertvoll das Schwimm- b a d im Volksbad für die ununterbrochene sportliche Arbeit im Iahre ist. Aber auch als Heil- st ä t t e ist dieses Institut von hoher Bedeutung. Man denke nur an die ausgezeichnete Einrichtung des römisch-irischen Bades, das schon vielen kranken Mitbürgern Hilfe und Linderung gebracht hat. Und man vergesse auch nicht die Annehmlichkeit der Wannenbäder, die in unserer Stadt mit den zahlreichen Wohnungen ohne Dateeinrichtung so wertvoll sind. Wer das Volksoad heute als kritischer Beobachter durchschreitet, muß feststellen, daß es seit dem Uebergang In städtischen Besitz unter der Verwaltung der Direktion des Gas- und Wasserwerkes sich in allen Teilen außerordentlich verbessert hot. Wo noch vor einigen Iahren Unzulänglichkeiten, Mängel und Ueberalterung der technischen Einrichtungen und ollerlei weitere Rachteile bestanden, da sind Verhältnisse gefchas- fen worden, die den modernen Anforderungen gerecht werden. Und fortgesetzt wird weiter gearbeitet an der Vervollkommnung dieser Einrichtung. Von besonderem Interesse ist dabei, daß alle Verbesserungen aus eigener Wirtschaftskraft des Volksbades geleistet wurden, d. h. ohne städtischen Zuschuß lediglich aus den Betriebser- gebnissen zustande kamen. Richtiges Anpackrn zur rechten Zeit, zielbewuhte kaufmännische Disposition und klarer Blick für die Möglichkeiten der Zeit haben diese begrüßenswerten Resultate gezeitigt. Premierministers Baldwin orgamsiert einen K r a f t w a g e n h i l f s d i e n st für die Beförderung von Frauen und Mädchen vcn und nach den Vorstädten. Die Empfänge im Königlichen Palast, die am 13. und 14. Mai stattfinden sollten, sind abgesagt worden. Am Donnerstag nachmittag fand eine Konferenz der Bergarbeilerexekutive statt, die l1/. Stunden dauerte. Es wurde lediglich Bericht erstattet und außerdem eine Reihe von Versammlungen für das Wochenende vorbereitet, bei denen 40 Parlamentsmitglieder Reden halten sollen. Die Regierung läßt keine Gelegenheit vorübergehen. ohne öffentlich und mit Rachdruck darauf hinzuweisen, daß sie dafür Sorge tragen werde, daß den Arbeitswilligen nichts geschehe. sobald die gegenwärtige Krise überwunden sein werde. Sie betont besonders, daß der Schuh der Arbeitswilligen eine Vorbedingung der Wiederaufnahme der Verhandlungen sei und ein Teil des Friedensschlusses sein müsse. Der Verzicht auf Vergeltungsmaßnahmen werde in dem Frietensschluß ausdrücklich festgelegt werden. Am Donnerstag ist eine weitere Zahl von Provinzzeitungen in Rewcastle, Manchester. Glasgow und andern Städten erschienen. Der Oberste Gerichtshof hat eine Entscheidung gefällt, wonach die Gewerkschaften der Seeleute und des Hafenpersonals nicht berechtigt sind, den Streik zu erklären, ehe eine Abstimmung über den Streik stattgefunden hat. Das Handelsministerium hat für Gefrierfleisch die am vergangenen Freitag geltenden Marktpreise als Höchstpreise festgesetzt. Die Versorgung der Bevölkerung mit Rahrungsmitteln ist überall befriedtgend. Dke Unterhausdebalte London, 6. Mai. (TU.) Bei der heutigen ^Interhaussihung waren wiederum der Prinz vf Wales und der Herzog von Vork zugegen. Es wurde die Debatte über das I Ausnahmegesetz fortgesetzt. Hierbei kam es I zu einer heftigen Debatte über die Bestimmungen zum Schutze der Arbeitswilligen. Als Vertreter der Regierung erklärte der Generalstaatsanwalt Hogg. man dürfe es nccht gestatten, daß eine Minderheit, wie die Gewerkschaften, das gesamte Wirtschaftsleben terrorisiere. Die Arbeiterpartei beantragte darauf eine Abstimmung. Der Abä n derungs antrag der Arbeiterpartei wurde mit 317 gegen 95 Stimmen abgelehnt. Annahme der Notftandsverord- nungen im Unterhaus. London. 7. Mai. (WTB. Funlspruch.) Am Schluß der Debatte über die Rotzustandsvollmachtsakte verlieh die gesamte Arbefterpartei das älnterhaus. Die Vollmachten wurden ohne na» I mentliche Abstimmung genehmigt. Stellungnahme des Gerverkschastsrats zu den Regierungserklärungen. . t, ?ß9- v 'M estarp: Wir erkennen an, daß der völkische Antrag gewisse älngercchtigkeiten ausgleichen will und wir werden auch Maßnahmen in der Richtung des Antrages unterstützen, Müssen aber den Antrag selbst ablehnen, Begriff des Eigentums verstoßt. Aus diesem Grunde lehnen wir auch s a m t l i ch e Anträge zur Abfindungsfrage a b. Zu der aus aneinandergereihtenäLuge- rechftgkeiten bestehenden Scheidemannrede kann ich nur sagen: „Häufen Sie Verleumdungen und Beleidigungen zu einem Berg, er wird nicht das Maß der Verachtung erreichen, das wir für dieses Treiben empfinden." (Beifall rechts, älnruhe bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Frick (Rat.-Soz.) wendet sich unter großer Anruhe der Sozialdemokraten gegen die Rede des Abg. Scheidemanns: „Herr Scheidemann sollte lieber sagen, warum er nicht als Zeuge im Ebertprozeß erschien, obwohl er jetzt ganz gesund ist." Damit schließt die Aussprache. In namentlicher Abstimmung wird der Gesetzentwurf des Zentrums mit 282 gegen 105 Stimmen bei einer Enthaltung abgetehnt. Dafür haben außer der wirtschaftlichen Vereinigung, dem Zentrum auch die Demofraten gestimmt. In einfacher Abstimmung wird dann der demokratische Antrag gegen die Antragsteller und die wirtschaftliche Vereinigung a b g e l e h n t. Als dann die namentliche Abstimmung über den Gesetzenlwur des Volksbegehrens auf e,itfchädigung-lofe Enteignung der Fürsten beginnt, verlassen die demokratischen Abg. Sore», Lemmcr, Schneider, Sergsträfser Kunst und Wissenschaft. Ehrung für Adolf v. Harnack. Berlin, 6. Mai. (WB.) Heute fand eine Besichtigung des Kaiser-Wilßelm-For- schungsinstitutes durch eine große Anzahl. von Mitgliedern des Reichstages statt, der auch eine Anzahl von Gelehrten beiwohnte. Die Erschienenen wurden von v. Harnack, dem Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft begrüßt. Rach einer umfassenden Besichtigung und nach einem längeren Vortrag von Geheimrat Prof. Haber vereinigte die Teilnehmer ein kurzes Frühstück. Bei diesem gedachte der Präsident Harnack der Beziehungen zwischen dem Reichstag und der deutschen Forschung und dankte für die tatkräftigen Maßnahmen in dem letzten v>ahre. Ramens der Anwesenden antwortete Abg. D i e t r i ch - Prenzlau. Dann ergriff Abg. äftuversitätsprofessor Schreiber- Münster das Wort zu einer Ansprache und feierte den 75. G e° 6 ur 18 t a g v. Harnacks, wobei er auf die De- beutung Harnacks für die deutsche Wissenschaft hrnwies. Dre neueste Verbesserung in diesem Betrieb ift die Filtrier- und Entkeimungsanlage des Wassers im Schwimmbassin, eine Anlage von höchstem hygienischen Wert. , die eifrige Forschungsarbeit unserer Wissenschaft und die treffliche Mitarbeit der I Technik sind Mittel und Wege gefunden worden, die mittels sinnreicher Einrichtungen eine außer- ordentlich weitgehende Säuberung des Wassers von Keimen ohne jede Beeinträchftgung der Gesundheit der Badenden gestatten. Unser Volksbad gehört zu den erfreulicherweise zahlreichen deutschen Hallenbädern, die sich diesen großen Fortschritt bisher zunutze gen aht haben und dadurch den Badenden die Gewähr bieten, daß sie sich in einer Flut tummeln und erquicken können, die den denkbar weitgehendsten Ansprüchen an Reinheit und Keimbekämpfung entspricht. Wo man früher auf einen ccm Wasser Keime entdeckte, deren Zahl so groß war, daß sechsstellige I Ziffern herauskamen, hat man heute durch den Einbau dieser neuhettlichen Anlage die Menge der Keime so herabgedrückt, daß sie nur noch höchstens eine dreistellige Ziffer auf einen ccm Wasser ergeben. Das ist vom hygienischen Standpunkt aus ein außerordentlich großer Gewinn und ein Reinigungsrefultat, wie es nach dem heutigen Stande der Wissenschaft und Technik gar nicht besser fein kann. Zum Schluß mögen einige Frequenzziffern noch bartun, daß unsere Einwohnerschaft diese ausgezeichnete Stätte der körperlichen Srquik- kung und sportlichen Ertüchtigung mit Recht rege in Anspruch nimmt. Die Gesamtbesucherzahl belief sich im Wirtschaftsjahre 1925 auf 129193 Personen gegen 94 266 im Iahre 1924 und 67 184 ^vhre 1923. Die stärkste Inanspruchnahme im Iahre 1925 war in den Monaten Februar mit 12 926. Oktober 12 547. Mai 12 058, Rovem- ber 11868, Ianuar 11 826. September 11226 Besuchern. Abgegeben wurden 1925: Schwimmbäder 42 899 (1924 = 33 085), Wannenbäder 34 121 (1924 = 32 757). Brausebäder 16 577 (11 048). Schulbäder 34 208 (17 083), Massage und und Dusche 73 (0), Dampf- oder Heihluftbäder 393 (100), Römisch-irische Bäder 922 (193). Möge diese aufsteigende Linie der Frequenz anhalten im Interesse der Gesundheitspflege in unserer Stadt und der schwimmsportlichen Ertüchtigung unserer Iugend. Wettervoraussage. Wolkig bis aufklärend, etwas wärmer — auch nachts, westliche Winde, Strichregen. Das gestern über uns hinweggezogene Regen- gebiet liegt heute hauptsächlich östlich der Elbe. Im Rücken der in derselben Richtung weitergezogenen Störungen ist unter Barometeranstieg und beträchtlichem Temperaturfall vorübergehend ruhigeres Wetter eingetreten, jedoch bilden sich über den britischen Inseln neue Störungen aus, die ostwärts streben. London, 6. Mai. ($11.) In der heutigen Ausgabe des „British Worker", dem amtlichen Organ der Streikleitung, wird zu den Erklärungen des Premierministers über die Möglichkeit von Friedensbedingungen Stellung genommen. In der Antwort der Gewerkschaften wird zunächst betont, daß der Gewerkschaftsrat jederzeit zur Wiederaufnahme der Verhandlungen bereit sei, sofern es zu einem ehrenvollen Frieden ferne. Er stelle kemertes Vorbedingungen für die Aufnahme von Präliminarverhandlungen. Die Erklärung weist ^?nn darauf hin, daß man in Unfenntni» der künftigen Politik der Regierung nicht der Forderung auf eine bedingungslose Zurü ck- na hrne der Streikerklärung nachgeben könne. Der Gewerkschaftsrat sei nicht für den Abbruch der Verhandlungen verantwortlich. Die Regierung sei verantwortlich für den gegen tod rUgen Zustand. Die Erklärung schließt: »Während der Gewerkschaftsrat jederzeit zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über einen ehrenvollen Frieden bereit ist, muß der Forderung des Preinierministers nach einer bedingungslosen Zurücknahme der Streiftiarole e i n lkriktes Rein entgegengesetzt werden." Der Standpunkt der Regierung ist, wie es heißt dieser Auffassung diametral entgegengesetzt. Man sieht in politischen Kreisen in der Geiieralstreik- parole am Vorabend des Ablaufs des Lohn- abkommens nichts weiter als eine politische ci lolrd erklärt, die Regierung habe die Verhandlungen abgebrochen, da es sich bei Cem Eingreifen des Gewerkschaftsrats nicht um eine wirtschaftliche Frage, sondern im Degen- tetl um eine Politische Aktion zur Hebung des Ansehens und Einflusses des Gewerkschaftsrats und zum Rachteil der Regierung gehandelt habe, i Btofauf, Ziegler und Ronneburg den Saal, weil sie uichk unter dem Druck des Fraktionszwanges gegen das Volksbegehren stimmen wollen. Die Enteig- nungsvorlage wird mit 236 gegen 142 Stimmen der Sozialdemokraten und der Kommunisten abgelehnl. Deutscher Reichstag. Berlin, 6. Mai. Rach debatteloser Annahme eines deutsch-belgischen Abkommens über die Ausübung der Heilkunst in den Grenzgemeinden kommt der Gesetzentwurf über die Enteignung der Fürstenvermögen zur zweiten Beratung. Dazu liegen die schon bekannten Anträge des Zentrums, der Demokraten und der Völkischen vor und der kommunistische Mißtrauens antrag gegen die Reichsregierung. Der völkische Antrag führt den Tftel: Entwurf eines Ges'hes über die Enteignung des Vermögens der Bank- und Dörsenfürften und anderer Volksparasiten. Abg. Dr. Pfleger (Bahr. Vp.) berichtet über die Verhandlungen des Rechksausschustes. Abg. Scheidemann (S.). Der negative Ausgang der Ausschußverhandlungen hat gezeigt, daß die Ausschußüberweisung nur den Ztveck der Verschleppung hatte. Wir haben immer die Behauptung fon der Alleinschuld Deutschlands am Kriege scharf z u r ü ck g e - wiesen, aber auch die unsinnige Behauptung, daß Deutschland allein am Kriege unschuldig sei Bei den Angriffen des Redners auf Wilhelm II. verlassen die deutschnotionalen Abgeordneten vnter höhnischen Rufen der Linken den Saal. Der Redner fährt fort: Es geht jetzt um Sein oder Richtsein der Republik. Die jüngste Fahnenverordnung der ter Äaj>üaü)ilX)ung vor der Auswanderung oder der Kapitalausfuhr voranstehe. Friedrich List sei niemals Freihändler im Sinne eines einseitigen »Industriestaates" gewesen: Freihandel und Schutzzoll seien ihm vielmehr Waffen gewesen, die jeder Staat je nach seinem Reifegrad benutze. Zu Anrecht berufe man sich auch auf ihn, nm die Ablehnung von Getreidezöllen grundsätzlich zu erweisen; List erklärt sich in seinem „Zoll- vereinsblatl", das heute freilich fast verschollen ist, ausdrücklich bereit, dem deutschen Landbau gegebenenfalls mit Schutzzöllen zu helfenI harmonische Ausbildung aller produktiven Kräfte in Landwirtschaft, Gewerbe, Kandel sowie Autonomie nach außen seien oic Grundvoraussetzungen jeder nationalen wirlschasis Politik. Sie fordere somit primär Pflege des inneren Marktes, insbesondere Pflege der Landwirtschaft. Hierzu gehören Siedlung, Intensivierung, Kreditorganisation und eine Handelspolitik, die im konkreten Fall durchaus zu fteihänd- lerischen Maßnahmen fuhren darf. Dies hänge einzig von den Erfordernissen der internationalen Lage ab, die im Sinne nationalwirtschastlicher Autonomie zu meistern seien. — Der Redner kennzeichnete unsere handelspolitische Situation, wobei er darauf hinwies, daß das G e - famtvolumen d es Welthandels gegenüber 1913 gesunken sei: gemessen an der tatsächlichen Weltproduktion sei der Anteil des Binnenmarktes an der Gesamtwirtschaft somit auch international gewachsen. Deutschlands Gesomterzeuguiig sei zwar nur in ungefähren Schätzungen erfaßbar. Immerhin sei Deutschlands Mehreinfuhr an Tieren, Rahrung-;- unb Genußmiteln von 1913 auf 1925 gestiegen, während unsere Mehrausfuhr von Fabrikaten — om Vorkriegswert gemessen — stark gefallen fei. Die Ausfuhrquote unserer Gesamterzeugung sei mithin seit 1913 gesunken. Unsere ländliche Bevölkerung sei noch immer der ftärkste Konsument unserer Gewerbe: sie erzeuge mehr Werte, als ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspreche. Im internationalen Weltbild überwiege heute die Förderung der produktiven Kräfte: das bloße Freihandelsargument des billigsten Einkaufs am freien Weltmarkt trete dahinter zurück. Was folge daraus für die deutsche Handelspolitik? Nicht Steigerung u m Indnstrie-Exportstaat, sondern nur W i c dererlangung unserer früheren Ausfuhrquote sei ihr Ziel! Niemals könne es auf Kosten der Landwirtschaft erreicht werden. Denn sogar eine Verdoppelung unserer Fabrikatenausfuhr wurde den etranigen Ausfall unseres ländlichen Konsums nicht wettmachen. Zusammenfassend laste unsere handelspolitische Lage sich dahin kennzeichnen: Ernste Unruhen in Glasgow. London, 7. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Im Osten von Glasgow kam es gestern zu ernsten Unruhen, bei denen insgesamt 66 Personen verhaftet und mehrere Personen, darunter ein Palizeisergeant verletzt wurden. In einigen Wirtshäusern und Läden wurde geplündert. Hierbei wurde ein junger Mann durch eine Fenster scheibe gestoßen und sehr schwer verletzt. Am unruhigsten ging es in der Nähe des Straßenbahndepots zu. Es hatte sich das Gerücht verbreitet, daß Studenten als freiwillige Nothelfer dort die Nacht verbrächten. Am Donnerstagfrüh zogen daraufhin 5 00 Bergleute aus der Umgebung nach dem Depot und versuchten es zu stürmen. Ein Polizeiaufgebot zerstreute mit Gummiknüppeln die Menge. Kleinere Trupps begaben sich in die Seitenstraßen und begannen zu plündern. Dann trat Ruhe ein. Aber bei Anbruch der Nacht gestaltete sich die Lage sehr schwierig. Große Menschenmassen zogen vor das Depot und unternahmen mehrere Angriffe. Die Polizei wurde mit Steinen beworfen. Sie unternahm mehrmals Knüppelangriffe. Dabei würde eine Anzahl meist junger Burschen verhaftet. Nach 11 Uhr abends trat Ruhe ein. Die Lage in London. London, 7. Mai. (WTB. Funkspruch.) Gestern abend wurde nritgeteilt, daß heute auf allen llntergr-undbahnlinien Züge laufen werden. In Rorwich werden am Wochenende 20 000 Arbeiter feiern, teils weil sie streiken, teils weil sie keine Arbeitsmöglichkeit mehr haben. In Durham haben sich viele Streikende freiwillig zur Aufrechterhaltung wichtiger Dienstzweige gemeldet mit der Erklärung, daß sie zwar ihre Lieberzeugung nicht preisgeben, aber doch nicht wünschen, daß das Land zu Grunde gerichtet werde. — Ein Zusammenstoß ereignete sich spät abends auf der Oldkentrioad südöstlich von London. Eine größere Anzahl berittener Polizisten und mehrere Hundert zu Fuß zerstreuten die dichte Menschenmenge. Mehrere Personen wurden dabei verwundet. Ein Privatauto wurde in Brand gesteckt. ter Brand jedoch von zwei Feuerspritzen gelöscht. .lieber die Heineren Ruhestörungen des gestrigen Tages liegen folgende Berichte vor: In T y l d e s l e y wurde nachmittags die Polizei mit Steinen beworfen, als sie das Abladen von Kohlen bei einer Baumwoll- fabrif schützte. In London wurde nachmittags ein Eisenbahner von der Menge zu Boden geschlagen, aber nicht ernstlich verletzt. In Rottingham wurde der Autobusverkehr infolge des feindlichen Verhaltens der Menge unterbrochen. In Middlesbrough wurde ein Passagierzug mit Steinen beworfen und der Stationsvorsteher schwer verletzt. Als die Polizei mit Gummiknüppeln vorging, entfloh die Menge. Terrorakte im Londoner Hafenviertel. London, 6. Mai. (TU.) Es wird berichtet, daß heute im Londoner Hafenviertel, und zwar in den Docks, Terrorakte vorgekommen sind, die die Polizei zum Eingreifen genötigt haben, lieber die Einzelheiten des Vorfalls bewahren die zuständigen Stellen bisher Stillschweigen unter dem Hinweis, daß die Feffftellung des Tatbestandes noch nicht beendet sei. Im Süden Londons haben heute Streikende Straßenbahnwagen umgeworfen und in Brand gesetzt. In ganz England sind heute 9 5 0 Züge gefahren worden, davyn auf der Nordostbahn 200 Züge, in Schottland 60, auf der Westbahn 190, auf der Zentralbahn 200 und auf der Südbahn 300. Macdonald, Herbert Smith und Cook haben heute Besprechungen abgehalten. Ferner sind die Bergarbeiterdelegierten nach einer Fraktions- sitzung der Arbeiterpartei im Unterhause zu der ^raktionssitzung gerufen worden. Die Bekämpfung des Streiks. London, 7. Mai. ($11.) In Aberdeen am es am Donnerstag zu Ruhestörungen größeren älmfangs. Eine Menschenmenge von 5000 bis 6000 Mann versuchte einen Angriff auf einen Straßenbahnwagen. Die Polizei griff mit Knüppeln ein und vertrieb die Menge. Amtlich wird bekanntgegeben, daß die Gerüchte, wonach am Mittwoch Anruhen in London stattgefunden haben, unbegründet seien. ■UeberaH hätten sich die fliegenden Polzeikom- mandos außerordentlich wirksam erwiesen. Ebenso wird die Rachricht von erneuten Unruhen in Crewe als unwahr erklärt. In allen Städten, wo Fälle von Einordnung ftattfanten, hätten ffch. nur jugendliche Elemente bar an beteiligt. Ebenfalls wird die Rachricht dementiert, daß 500 Eisenbahnarbeiter in Cardiff die Arbeit niedergelegt hätten. Die Frau des 1. Der Ausfuhrüberschuß an Fabrikaten »st wesentlich gesunken. 2. Der ungedeckte Mehrbedarf an landwirtschaftlicher Einfuhr ist g e- stiegen. 3. Bevor wir an ländlichen Erzeugnissen, fei es wmüger einführen, fei es mehr produzieren, ift eine nachhaltige Besserung unserer Handelsbilanz nicht erreichbar. 4. Ehe wir nicht überdies den Verlust an eigenen A u s l a n d z ln s e n , Frachten usw. sowie die neuen Schuldaufnahmen beim Ausland durch vermehrte Fabrlkatenaussuhr ausgleichen, ist eine Aktivierung unserer Handelsbilanz ausgeschlossen. 5. Da vermehrte Fabrikatenausfuhr überdies vermehrte Rohfioffelnsuhr bedingt, so steht die Hoffnung, unsere „Reparationen" aus der aktivierten Handelsbilanz zu zahlen, noch im weiten Felde. Durch Preisgabe unserer Land- wirlschast würde die städtische Bevölkerung mehr verlieren als gewinnen. 7 Lcrndesinspeftor F. P seifer «Darmstadt) sprach über die derzeitige Lage des deutschen Obst- und Gartenbaues und beleuchtete die Ursachen dafür, daß der Ob ft- und Gartenbau in Deutschland die Spuren der Kriegs- unb Rachkriegszeit noch nicht überwinden konnte. Die Versorgung Deutschlands mit Obst und Ge° müse auS eigener Kraft sei im großen und ganzen durchaus möglich. Der nächste Referent F r h r. v. S ch o r l e rn e r - Lieser äußerle sich über die heutige Lage des deutschen Weinbaues und machte zu- nächst allgemeine Ausführungen über den Charakter des Weinbaues. Es fei wichtig zu wissen, daß der Weinbau wohl den Zweig der Landwirtschaft dar- stelle, der am intensivsten zu bewirtschaften sei und der nur, wenn er voll intensiv bewirtschaftet wird d«e Möglichkeit eines (Ertrages gebe. Redner verbreitet sich dann im einzelnen über die Schädi- g u n g, die der deutsche Weinbau durch die ausländischen Weine, insbesondere die spanischen, erfahren habe. Der Weinbau habe in den Jahren 1924 und 1925 so gut wie gar nichts mefjr absetzen können. Redner betont die Notwendigkeit einer unstangreichen Propaganda, um den eigenen Wein im eigenen Volke wieder geläufig zu machen. Den Abschluß der heutigen Sitzung bildete ein Herrenabend. n)C9 9' PoÜM drinM dein l°l£ folgende joinrnl^ Mehr । öen '"ler tßie von hoben. « hott. & v. 3.) b" ui crlosie aller W las M>! Erlaß?' stehe, daß Mrgevi aus Grün! hcindlnnge dechalb e [onberen zusteilen. walMY 1* ®,r een ordneten^ den Rai blatt aer flleid) bei übersandt läge für t slgtti Tagt Mellt tue bin zu ge> Weite Mtiichui die ble um kehrs bei Schulen e' sprechend wacht erfi auf die 1 Maßnohn nicht burc kommend nungsmä ehe man lichen Le in (Eroäj Hinblick c auch die! grsproch«' Anme Unterteilt! haben wir amt - e den Aeußc jüngflen 6h -- in bielei tätig gewest zuletzt mit < 16. Mr; b Ctanb bet *, rach können Vorwürfe i nutz aber MagisiratSt noch immer Aeuherung zu. geben? c eWahl Reichte helenSled.il bewährten i, Kulturstaat. . - Ic famcn-Steni Kaufmännisch sontmlung. - * Für | "ahme s Enlschl i 'm Man Nach Hen »ur not leTren wahrte, t V( ln,-Rg Schöffengericht Gießen 3. Hess.) No. 116. 4103V Mainzlar, den 5. Mai 192ü 4077D Taxationen-Aulrtlonen ia 6 0 Wieseck, den 6. Mai 1926. 4088D I Vorhänge Gießen, den 4. Mai 1926. 03241 Seltersweg 81 von gut unterrichteter Seite hören, sind für Abschub weiblichen Rehwildes, 1. 2. 3. 4. 5. Äruhlsche Druckerei . D Schulitr. 7'9 von 200 >were des Herstellen von Rohrgruben, Chaussierung, Reupflaster. Schachtmauerwerk, den der Ha acum anerkannt besser? Die Ivaschmclhoöe mit selbftläligm Ivosch- Mitteln gab bis jetzt trotz wesentlicher Lrletchtr- rung üer 0(r6dt keine vesricöigung, weil es seither nur pulversörmige selbsttätige Waschmittel gab/ öle infolge ihres Gehalts an Sofia unfi Wasserglas scharf sinö. öie grosse/ neue Lrfinüung üer selbsttätigen Perflor-Äeifen- flocken hat öer Hausfrau öle lang ersehnte Verbesserung gebracht. perflor ist ntilfl wie milöeste Seife, unfi Scnnoch wäscht und bleicht es fiurch nur >/4 stündiges Lochen ohne lästiges Reiben die große Wäsche und nimmt jeden Kleck, ebenso werden dl« feinsten Gewebe, wolle, Seide, handwarm gewaschen, fleckenlos rein. (ließen, Bahnhofstr \'orm. Hermes Neue Kurst 3. Mai. werden fachgemäß ausgeführt Louis Althoff jr. erichtlich beeid. T*a xator für die rovinz Oberhessen, Walltorstr. 16 aller Art Xo^en Haus der Handarbeit Plan, Voranschlag und Bedingungen liegen bei der unterzeichneten Stelle offen. Arbeitsvergebung. Zur Verlängerung des Kanals in der Bahnhofstraße sollen nachstehendeArbeiten und Lieferungen durch schriftliches Angebot vergeben werden: Einen sehr grasten Vertrauensbruch hatte sich ein Dureauangestellter zuschulden kommen lassen. Nachdem ihm seine ersten Verfehlungen verziehen waren, er weiterbcschäftigt wurde, beging er kurze Zeit später eine neue Unterschlagung Austerdem wurde um diese Zeit noch eine von ihm begangene Urkundenfälschung mit Betrug bekannt, wobei ihm ein Betrag Mark in die Hände fiel. Trotz der Sch_______ Vertrouensbruchs wurde er mit Rücksicht darauf, dast er nachher seine Verfehlungen sehr bereute und sich freiwillig der Polizei stellte, zu einer Gesamtstrafe von 4Monat 1 Woche Ge- fän gnis verurteilt. Gegen Zahlungs- Erleichterung keufenSled.IOOOfach bewährten e. In allen Kultorstaat. patent. Hansa Han deJsscbu/e J. Kunzeimann Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (Aus der »Radio-UmschLm".) SamStag, 8. Mai. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der 3ugenb: Aus dem deutschen Licderkranz, Liedervorträge Frankfurter Schulen. 4.30 bis 5 45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Peler Tschaikowsky. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde (für die reifere Jugend»: Aus dem Roman: „Die Regulatoren in Arkansas" von Friedrich Gerstäcker. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Schauspieler, Rhapsode, Erzähler, Vorleser im Rundfunk: zweites Beispiel: Goethes Werther", Vortrag von Universitäislettor Roedemeyer. 6.45 bis 7.15 Uhr: Der Briefkasten. 7.15 bis 7.45 Uhr Funkhochschule Frankfurt: „Die Jungfrau von Orleans in der Dichtung von Schiller bis Shaw" Vortrag von Prof. Dr. Schultz. 7.45 bis 8.15 Uhr: Stunde - des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Wie eine Sage entsteht", Vortrag von Dr. Erna Barnick 8.15 bis 10.15 Uhr: AuS Karl Millöckers Operetten. Anschliestend bis 12 Uhr: Uebertragung aus Berlin: Tanzmusik der Der- liner Funkkapelle. angefertigt u durch eig. Kräfte bereitwilligst aufgemacht. <08,a Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. Religionsgemeinde. ^ott?sx d.Synagoge (Südanlage). Samstag, den 8. Mai 1926. Dorabd. 7 30, morgens 8.30, abends 8.05, und 8.45. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gustav Schneider, Gastwirt. Vorno tizen. — lageskalender für Freitag. Damen-Stenographenverein Gabelsberger: 8 Uhr, Kaufmännisches Dereinshaus, ordentliche chauptver- jammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Für die wohltuende Teilhahme beim Heimgang unseres geliebten Kindes sagen wir hiermit unseren innigen Dank. Familie Eduard Schneider. Danksagung. Für die uns beim Heimgang unseres lieben bohnes in so reichem Maße erwiesene aufrichtige Teilnahme, für die prachtvollen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Dekan am Grabe sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Irn Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Schäfer I. ILER.: KMEMER u. FL AMMER. HEILBRONN SW Wie bereits kurz mitgeteilt, verhandelte am Mai das Schöffengericht gegen den wiederholt vorbestraften Arbeiter Johann M. von Giesten und einen Genossen wegen einer Reihe ihnen zur Last gelegter Einbruchsdiebstähle und gegen die Eheleute Sch. von hier wegen Hehlerei bzw. Begünstigung. Es handelte sich um die Ein- bruchsdiebstähle, die im Spätsommer vorigen Jahres bekanntlich in großer Menge in unserer Stadt ausgeführt worden sind, und die infolgedessen die Gemüter seinerzeit sehr in Bann hielten Fast jeder Stadtteil wurde heimgesucht, Wt ■ M IN. tebob, i"ÄtUn8w 'n 1 d eme bt- M nur jung njetl geboten. J" n i-m ho» yinletmonatcn l vvrtrMch„ Eienden 3u- xiuatbtit zum n.JSie spotz. chwmmdcrtinr ■irnoereinj 1 ® cidauungsichwä0'c Lchlaklosigteit usw Die Wirkung Ober- rascht geradezu. Qriainalflaschrn ;u 2. 3,50 u. 4,60 M. G’b.Wutb.Siftorin« Drogerie: (ttnil Statn,l£entrnl=Tro= OctIc; Ang. Noll, Kreuz • Drogerie, Ernst Noll, Kaiser Drogerie: Hans Noll, LudwigSplatz- Drogcr:e uJicuHabi- Drogerie: Karl Seibel, Germauia-Dro- oenc; Walter Wald,ebmidt, Ad- ier-Trogerie: Ctto Winterboff, Drose rie. 3774D wobei Ich dre Diebe zu ihren Opfern immer solche Leute auSwählten, tue einer von ihnen von früher her kannte, und in deren Besitz sie Geld oder Wertsachen vermuteten. Die umfang- reiche Beweisaufnahme ergab ein Bild von der Rafsiniertheit, mit der sie bei Ausführung der einzelnen Diebstähle zu Werk gingen. Immer warteten sie die Gelegenheit ab. bis sie sicher waren, dast die Betreffenden sich austerhalb ihrer Wohnung befanden. Dann begab sich der Angeklagte M. dorthin, öffnete gewaltsam die Woh- nung, die er oft ganz schändlich zurichtete. und führte dann ungestört fein Vorhaben aus, während sein Komplize ihm in den meisten Fällen nur durch Rat Beihilfe leistete. M. fielen in mehreren Fällen erhebliche Geldbeträge und sonstige Wertsachen in die Hände, in anderen Fällen blieb es nur bei einem Versuch. Die übrigen Mitangeklagten erhielten von der DiebeSbeute. Rach etwa sechsstündiger Verhandlung wurde M. wegen fünf vollendeter und drei versuchter Einbruchsdiebstähle zu einer Gesamtstrafe von 5 Jahren 4 Monaten Zuchthaus verurteilt und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt. Sein Komplize erhielt wegen Derhilse eine Gesamtstrafe von 6 Monat Gefängnis, indem ihm im weitestgehenden Maste mildernde älmstände zugebilligt wurden, wobei das Gericht zu seinen Gunsten annahm, dast er durch seine infolge schwerer Kriegsverletzung geschwächten Gesundheit nicht die nötige Widerstandskraft aufbringen konnte, um den in der Person des M. an ihn herantretenden Versuchungen zu widerstehen. Dem Ehemann Sch. wurden gleichfalls mildernde ümftänbe zugebilligt. er erhielt wegen Hehlerei 1 Jahr Gefängnis. feine Ehefrau wegen B-wmstigung 6 Monat Gefängnis. Weiter hatte sich wegen Zechbetrugs ein erheblich vorbestrafter Gelegenheitsarbeiter zu verantworten. Ohne im Besitz irgendwelcher Geldmittel zu sein, logierte er sich mit einer Frauensperson. die er zufälligerweise kennen gelernt hatte, in einem besseren Hotel in Dad-Rauheim ein und verschwand nach einigen Tagen heimlich von dort unter Zurücklassung einer beträchtlichen Schuld. In Anbetracht seiner erheblichen Vorstrafen wurde er zu 1 Jahr Zuchthaus und 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. Ebenfalls wegen Zechprellerei hatte sich ein aub der Untersuchungshaft vorgeführter Reisender zu verantworten. Rachdew er sich durch fein Auftreten das Vertrauen des betreffenden Hoteliers erworben hatte, verschwand auch er, ohne feine Schulden vorher beglichen zu haben. Wegen Betrugs erhielt er 10 Monate Gefängnis. Nach schwerem Leiden wurde am 5 d. M. Herr Oberstleutnant a. 0. Hoos xor großen Armee abberufen. Von 1881—1911 hat der Heimgegangene unserem Regiment angehört: die Treue, die er ihm bis an sein Lebensende be wahrte, soll ihm unvergessen sein Der Verein der Offiziere des ehern. Inf.-Rgt Kaiser Wilhelm (2. Großh. Preußen. Der Begin» der Jagd auf Rchböike in der Rheinprovinz. Rach der preußischen Jagdordnung vom 15. 3uli 1907 läuft die Schonzeit auf Rehböcke mit dem 15. Mai ab, sodaß der 16. Mai der erste Jagdtag ist. Diese Bestimmung hat aber durch die Polizeiverordnung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz vom 6. Juli 1925, über die seinerzeit im „Gießener Anzeiger" berichtet wurde, eine Abänderung erfahren. Rach dieser Polizeiverordnung sind Rehböcke über die in der Jagd- vrdnung festgesetzte Schonzeit hinaus vom 1. PEWLQK,'iw>. Die Verkehrsregelung in der inneren Stadt. Vom Potizeiamt Gießen geht uns das nachstehende Schreiben zu: ,Ln Nr. 101 des „Gießener Anzeigers" vom L d. M. ist in Ihrem Bericht über die Stadtoerordnetenoersammlung mit Bezug aus die V e r - kehrsoerhaitnifle auf dem Selters- w e g gesagt worden, daß gegenüber den Bemühungen der Stadtverwaltung um Abhilfe das Polizewmt bis ,etzt versagt habe und daß die dringliche Angelegenheit bei dem Polizeiamt auf dem toten Gleise fei Zur Richtigstellung teilen wir folgendes mit: Als der Beschluß der Stadtverordnelenver- sammlung, die Sperrung für den Radfahrer- usw. Verkehr zu beantragen, bekannt wurde, wurde von den interessierten Geschäften und Wirtschaften, sowie von den Radfahrervereinen Beschwerde erhoben. Die Verkehrswacht wurde gutachtlich gehört. Es wurde nun zunächst (Anfang Oktober v. I.) beabsichtigt, eine Straßenverkehrsordnung zu erlassen, die nach Möglichkeit den Belangen aller Interessenten gerecht werden sollte. Durch das Ministerium wurde aber mitgeteilt, daß der Erlaß einer allgemeinen Verkehrsordnung bevor- stehe, daß einheitliche Grundsätze für das ganze Reichsgebiet von dem Reichsoerkehrsministerium auf Grund der mit den Ländern gepflogenen Aer Handlungen erlassen werden sollten, und es wurde deshalb empfohlen, die Ausarbeitung einer besonderen Verkehrsordnung zunächst noch zurück- zustellen. Mitte März d. I. wurde die Etadtver- waltund von diesem Sachstand in Kenntnis gesetzt. Einstweilen wurden (Anfang Oktober oori- Sen Jahres und April dieses Jahres) wie- erholt die wesentlichsten Bestimmungen über den Radfahrverkehr in dem Amtsverkündigungs. blatt veröffentlicht und die Zusammenstellung zu- gleich den hiesigen Tageszeitungen zum 'Abdruck übersandt, nachdem bereits im August v. I. Merk- kätze für den allgemeinen Straßenverkehr den hie- staen Tageszeitungen zum Abdruck zur Verfügung gestellt worben waren. Die Polizeibeamten wurden zu geeigneter Belehrung und entsprechendem Einschreiten angewiesen. Bei der zweiten Veröffentlichung wurden Erläuterungen beigegeben, die die wesentlichsten Auswüchse des Radfahrver- kehrs betrafen. Gleichzeitig wurden sämtliche Schulen ersucht, die Schüler und Schülerinnen entsprechend zu belehren. Ebenso wurde die Verkehrs- macht ersucht, durch die angeschlossenen Verbände auf die Mitglieder hinwirken zu lassen. Diese Maßnahmen sollten auch ein Versuch sein, ob nicht durch Belehrung die hauptsächlich in Betracht kommenden jugendlichen Radfahrer zu einem ord- nungsmäßioen Fahren erzogen werden könnten, ehe man die schärfste Maßnahme einer wesent- lichen Derkehrssperre für die Hauptverkehrsstraße in Erwägung zog. Dieser Versuch erschien auch im Hinblick auf die erhobenen Beschwerden, und weil auch die verkehrswacht sich gegen die Sperre aus- gesprochen hatte, angezeigt.- Anmerkung der Redaktion: In einer Unterredung mit dem Leiter de» Polizeiamtes haben wir unS davon überzeugt, daß daS Polizeiamt — entgegen der Ansicht, die man nach den Aeußerungen vom MagistratStisch rn der jüngsten Stadtverordnetensitzung gewinnen muhte in dieser wichtigen Angelegenheit nicht untätig gewesen ist. und dah es auch zweimal, z'lletzt mit einem ausführlichen Schreiben vom 16. März d. I.. der Stadtverwaltung von dem Stand der Dinge Kenntnis gegeben hat. Hierrach können die gegen das PoNzeiamt erhobenen Borwürfe nicht aufrech!erhalten werden. Man muß aber fragen, wie eS möglich war, vom Magistratstisch zu erklären, das Polizeiamt habe noch immer keine Antwort erteilt, und durch diese Aeußerung den Hörern ein unzutreffendes Bild zu geben? diesem Detrieb imungSan- immbassin, mischen >tt. irbeit unserer Mitarbeit her [unten Worten, en eine auher- I des Dassels cächtigung bet 1. Unser Dolls- ahlreichenteut- } großen Sotten und dadurch daß sie sich m en können. d>c üifen an Dein- jcht. Do man r Keime «nt- »6 W(l* euic durch ten ge die Menge sie nur noch iuf einen am bygientschen f) groher ®t- tvie es nach ;ast und Tech' SSZ S« s-ts Ä* & / (193). )er Frequen- eiiSM^ glichen Er Angebote sind mit bezüglicher Auffchrift bis zum 10. d Mts., nachmittags 2 Uhr. bei derselben Stelle einzureichen. MUa» tMa: Sreie Auswahl unter den Angeboten ZlllCS ViCI bleibt Vorbehalten Zuschlagsfrist 10 Tage .Liteirohrew lauft ** D i e Rehbock-Jagd in Hessen. Die hessische Regierung bat ungeordnet, daß die Schonzeit für Rehböcke am 15 Mai zu Ende geht, sodaß die Schuhzeit affo am 16 Mai beginnt. Ein Lehrgang zur Einführung in die Probleme der Jugendwohlfahrt sindet am Samstag. 8. Mai, in der Aula der älniverfität statt. Er wird veranstaltet von einer Reihe von Lehrer vereinen in Gemeinschaft mit der Zentralstelle für die Förderung der Jugendpflege und Volksbildung und der von Geheimrat Mittermaier und Professor Stern inS Leben gerufenen jugendkundlichen Arbeitsgemeinschaft. Die Vorträge, die sich mit wichtigen Problenren der Jugendkunoe unb Jugendwohl- sahrtSarbeil beschäftigen, dürften auch weitere Kreise interessieren. (Programm siehe im heutigen Anzeigenteil.) •• Lehrgänge für ftellenlofeÄauf- mannsgehilfen. Die Stadtverordnetenversammlung in Kassel hat beschlossen, Unterrichts- kurse für stellenlose Kausmannsgehilfen einzu- richten. Bei der Feststellung, welche Lehrgänge gewünscht wurden, zeigte sich, daß sogleich mehrere gleichlaufende Kurse eingerichtet werden muhten. Wie wir hören, wird sich auch in Greßen die nächste Stadtverordnetenversammlung mit dieser Frage zu beschäftigen haben, nachdem ein entsprechender Antrag von der Freien Vereinigung (Zentrum und Deuffchnationale Volks- Partei) eingebracht wurde. E i n Landesverband der israelitischen R e l i g i 0 n s g e m e i n d e n Hessens ist am Sonntag in Mainz gelegentlich einer Tagung der Vertreter von 85 hessischen israelitischen Reli- gionsgerneinden gegründet worden. ** Reue Dien st mützen für Telegraphenarbeiter. Diejenigen Arbeiter der Deut- schen Reichspost, die mit den eigentlichen 'Bauarbeiten zur Herstellung und Unterhaltuna der Telegra- phen-, Fernsprech-- und Funkanlagen beschäftigt sind, tragen künftig während der Arbeitszeit im Außendienst Dienstmützen aus dunkelblauem Stoff. Die Mütze ähnelt der Seglermütze (Kieler Form): an dem vorderen Seitenteil sind über dem Mützenschirm und dem Sturmriemen die Reichskokarde, der Reichs- adler mit Funkenblitzen und die Landeskokardc an- gebracht. Als Ausweis führen die Telegraphenarbeiter nach wie vor amtlich gestempelte und unterschriebene Ausweiskarten mit Lichtbild bei sich. •• Regimentsappell der 18er Fuß- u r t i 11 e r i ft e n. Die ehemaligen Angehörigen des Thüringischen Fußartillerie-Reglments Nr. 18 und feiner Kriegstruppenteile veranstalten auch in diesem Jahre wieder einen Regimentsappell, und zwar am 5., 6. und 7. Juni in Fulda, dem Standorte der Traditionsbatterie, 3. Reichswehr - Artillerie - Regt. Nr. 5. Die Vorbereitungen zu diesem Regimentsappell sind bereits im Gange. Alleinige Haus der Handarbeit Nieder- FH XelterswegSl ______ 3722a SCHUHE seit 1883 4111a Alleinverkauf Aßmanns". — Aftoria-LKchtspiste: „Die Äömgin des Waldes'. — Deutsche Heimatfilme kommen am nächsten Montagnachmittag und abend in den Pa- lastnchtspielen zur Vorführung. Dem Unternehmen geht ein guter Ruf voraus. Näheres im heutigen Anzeigenteil. — Oberbayrisches Bauerntheater. Dieses Unternehmen veranstaltet im Saalbau Sauer ein dreitägiges Gastspiel, das am 8., 9. und 10. Mai stattfindet. — Näheres im heutigen An- zeigenteil. Suppen in Wurstform brauche nur in Wasser ohne weitere Zutaten gekocht zu werden und gebe 6 Teller hochfeine, nach besten Rezepten zubereitete Suppe. Der Kaufmann hat mich vorrätig in den Sorten: Erbs fein, Erbs mit Speck. Erba mit Reis. Blumenkohl. Spargel, Grünkern. Tomaten. Pilz. Ochsenschwanz. Krebs. Eiernudeln. Jn 20 Minuten bin ich Gardinen m im SpesInlgeeehBft kaufen! Sachkundige Beratung! Ausgesprochen billige Preiset lieber ragend große Auswahl! 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Alfred 5)enfd)fe, geboren 1891 in Crossen, hat einen guten Wegbereiter gehabt: Alfred Kerr. Immerhin begann seine literarische Laufbahn mit einer Gerichtsoerfolgung, wegen einer Publikation in Kerrs „Pan". 1913 erschien die erste Lyrik-Sammlung: „Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!" Seitdem heißt Alfred Herrschte Klabund. Seitdem streift er durch Menschen, Völker und . Zeiten, und seine Gesichte erfüllen sich im Roman, im Drama, im Gedicht. Im tiefsten Herzen ist er wohl bis heute Lyriker geblieben. Ob er Eulenspiegel verklärt oder Pjotr, den großen Zaren, ob er den „Kreidekreis" nachdichtet oder Li Tai pe, ob er zu Hafis schweift oder Rostands „L'alglon" im „Jungen Aar auf die deutsche Bühne stellt, ob er das „Lasterhafte Leben des Christoph Wagner" aus faustischer Renaissance beschwört oder eine grausame Sowjctlegende von der brennenden Erde ersinnt ... Die jedenfalls, alle die den Kreidekreisdichter zu hören (und zu sehen!) gekommen waren: sie sahen eine schmale Gestalt, unscheinbar fast; große Brillengläser vor einem blaffen Gesicht ... und hörten einen, deffen Vision zuerst, am einfachsten und drängendsten im Lyrischen Gestalt annimmt; in den Gedichten nicht nur, auch wo im Roman das Erlebnis aus Alltäglichem sich erhebt, von der Erdschwere sich löst, spricht der lyrische Dichter Klabund. (Der „Kreidekreis" hat, nicht überall, doch zuletzt gleiches erwiesen.) Der erste Teil begann mit neuen Gedichten. Dekenirerisch offenbaren sich die Eingangsverse „Ich würde sterben, hält' ich nicht daS Wort.. volMredhaft, innig und weich, die kurzen Strophen „Alles, waS geschieht..." Leidenschaftlich bittet das Liebeslied „O gib mir deine Hände bei einem anderen („Vergib mir...") scheint der echte Heineton nachzuklingen, bei einem dritten der Zauberrhythmus der „Braut von Korinth"; hier aber — dies scheint wesentlicher - bricht der Herzton des echter Lyrikers am melodischsten durch, im Wiegenlied „Einen Sommer lang ...“ Die Balladen um Franziskus, reich, blühend, bildergeschmückt, wirken ganz ähnlich; unballadesk, wiederum lyrisch. Ebenso jene von der seltsamen Geburt des Lao Tse, die die chinesischen Gleichnisse einleitet. Alles ist klar, einfach fast primitiv und volkstümlich erzählt in diesen zugespihten Dialogen östlicher Bergpredigt und uralter Weisheit. Seltsame, farbige Bilder bauen sich auf; auch in den Nachdichtungen. Beim Lied vom großen Räuber denkt man an die buntklirrendeni Kriegslieder aus der Sammlung „Dumpfe Trommel und berauschtes Gong". Die schönsten Strophen sind überschrieben „ö mein Heimatland". Die Stimmung fernöstlicher Landschaft ist spürsinnig erlebt uiti) gebannt. Aber die Heimweh- sehnsucht dieser Börse umspannt allmenschlich die Welt. Zweiter Teil: Szenen aus dem Eulenfpiegel- roman „Bracke" (1918). Um 1500 erschien, zuerst niederdeutsch, der früheste Druck. Seitdem sind immer wieder die Dichter zu der Schelmen- sigur zurückgekehrt. Grabbe nahm seinen Eulenspiegel mit ins Grab, de Coster ließ ihn herrlich auferstehen. Klabund kleidete den Kneitlinger ins Gewand jenes märkischen Eugenspiegels Hans Clauert und siedelte ihn an in der Gegend von Trebbin zur Zeit Karls V. und des Kurfürsten Joachim. Abermals wurde der alte Stofs neu gefaßt; lyrisch auch hier, wo der Dichter aus Eigenstem schöpft. Mit einer musikalischen Beschwörung wird das Kind Eulenspiegel in seinen Lebeiwgang eingeführt... Lieber schwankhafte Arsoden, grobianische Intermezzi und boshafte Lugcnnrärchen t Eulenspiegel spricht Recht und hält eine Laienpredigt, verkündigt seine Schalksweisheit durch Säue und einen Ziegenbock), über solche Szenen führt zu tieferem Erlebnis der Dichter Klabund. wenn er erzählt, wie Sankt Peter mit der Geige über Land geht, dem EulenNr. 106 Zweites Blatt Der weg zum Generalstreik. Don unserem K-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. London, 6. Mai 1926. Urplötzlich ist England in den Mittelpunkt des Interesses der ganzen Welt gerückt. Die nun schon seit neun Monaten schleichende K o h l e n k r i s e, die damals von dem nicht kampseslüsternen Premierminister Baldwin mit einer großen Geste abgetan wurde — der Zahlung der Kohlensubsidien — hat dem englischen Staate bis heute die niedliche Summe von 23 Millionen Pfund Sterling oder fast eine halbe Milliarde Goldmark gekostet, und selbst die größten Anstrengungen des fähigen Finanzministers Churchill haben in dem am 1. April 1926 abgelausenen Staatshaushalt des Jahres 1925 ein Defizit von 14 Millionen Pfund Sterling offen gelassen. ös ist kurz vor Ausbruch der jetzigen Krise einmal von englischer Seite darauf hingewiesen worden, daß Baldwin mit der Zahlung der Unterstützung sehr recht getan hat, denn ein Generalstreik von längerer Dauer hätte dem Lande mehr als 25 Millionen Pfund Sterling gekostet. Dieses selbe Bedenken besteht doch auch heute noch. Warum ist es deny nun doch zum Generalstreik gekommen? Die Regierung war sich darüber klar, daß eine weitere Zahlung der Unterstützung eine Durchlöcherung des Goldstandards zur Folge haben wird, denn weitere 35 Millionen Pfund Sterling Subsidien im nächsten Etatsjahr aufzubringen, ist ohne ein ganz rigoroses Anziehen der Steuerschraube nicht möglich. Mit dem Defizit aus 1925 wären rund 50 Millionen Pfund Sterling oder eine Milliarde Goldmark zu decken, und das ist selbst für englische Verhältnisse ein schwer verdaulicher Brocken. Die Ansprüche der Bergarbeiter hinsichtlich der Unterstützung waren zudem im Wachsen begriffen, denn vom 1. August 1925 bis Ende Dezember 1925 zahlte die Regierung nur 2j sh. pro Tonne, während sich dieser Satz im abgelaufenen ersten Quartal 1926 sogar auf 3 sn. belief. Die große Probe der Mobilmachung der Gewerkschaften, das Wirtschaftsleben des ganzen Landes auf einmal stillzulegen, ist wirklich geglückt, und die Regierung befindet sich, da 4—5 Millionen Menschen tatsächlich streiken, in einer Lage, wie sie in England noch niemals eingetreten ist. Im übrigen ist es kein Zufall, daß sich dieser Kampf — der ja in Wirklichkeit ein Kampf um die Gewinnung von stärkerem politischen und wirtschaft- Nchen Einfluß aus die Regierung ist — gerade in der Kohlenindustrie abspielt, denn diese ist in der Tat diegrößteArbeitgeberinimLande,hat aber infolge ihrer rückständigen Organisation und ihren vielerorts vorsintflutlichen Betriebseinrichtun- gen viel mehr unter den Kriegsfolgen zu leiden, als andere moderner organisierte Industrien. Die Entwicklung der englischen Kohlenausbeute und des Exports sind jeweils ein Barometer für das gesamte englische Wirtschaftswesen. Im Jahre 1800 betrug die englische Kohlenausbeute bereits 10 Millionen Tonnen, 1913 erreichte sie ihren höchsten Stand mit 287 Millionen Tonnen. Die Exportquote belief sich seinerzeit auf 98 Millionen Tonnen. Im selben Jahre förderte Deutschland 190 Millionen Tonnen und exportierte 45 Millionen Tonnen. Diese Exportquote betrug ein Zehntel des englischen Ausfuhrwertes und machte rund vier Fünftel des Rauminhalts der gesamten Ausfuhr aus. Auf Grund des sich von Jahr zu Jahr steigernden Kohlenexports konnte die englische Handelsflotte ihre von Jahr zu Jahr steigende Entwicklung nehmen, so daß sie 1913 an der Spitze aller Handelsflotten stand. Dieses Blatt hat sich aber gründlich gedreht. Im Jahre 1920 betrug der englische Export noch nicht ei nmaldie Hälfte von 1913, fast 44 Millionen Tonnen. Aber noch einmal wurde England durch ein Wunder für kurze Zeit aus seinen Kohlennöten gerettet. Der Retter hieß P o i n c a r ö! Als er Anfang 1925 in das Ruhrgebiet einfiel, da kam für den englischen Kohlenbergbau noch einmal eine Blüteperiode sondergleichen und der Export — vornehmlich nach Deutschland — stieg auf' fast 70 Millionen Tonnen an. Doch mit dem Wiederbeginn der Vollarbeit im Ruhrgebiet hörte diese Erleichterung für den englischen Markt auf. Das beweisen am besten die Zahlen der arbeitslosen Bergarbeiter April 1924: 25 000, April 1925: 146 000, Juni 1925: 315 000. Die Zahlung der Subsidie hat in den folgenden Monaten die Lage wesentlich erleichtert. Dies hat zu den bekannten deutschen Schwierigkeiten im Ruhr- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) bergbau geführt, wo die Arbeiterzahl von 560000 im Jahre 1922 auf 370 000 zurückgegangen ist. Die Regierung hat die große kommende Auseinandersetzung gefürchtet und hat unter Führung des Mitte vorigen Jahres aus Palästina zurückgekehrten Oberkommijsars Sir Herbert Samuel eine Kommission eingesetzt, die die schwierige Frage der Neuorganisation des Bergbaus lösen sollte. Die Kommission, die keinerlei Vollmachten besaß, sondern nur beratende Vorschläge machen konnte, löste den ersten Teil ihrer Aufgabe — die Unter suchungen des englischen Kohlenbergbaus und feine Arbeitsbedingungen — zweifellos in befriedigender Weife. Bei den Vorschlägen, die sie zur endgültigen Sanierung des Kohlenbergbaus zu machen hatte, ließ sie einen Mangel an Geschlossenheit und Initiative erkennen, die Baldwin, auf dem als Premierminister nun alle Verantwortung lastet, zu dem verzweifelten Ausruf hinrissen, er wäre kein so guter Mathematiker, daß er Gleichungen mit zwei Unbekannten glatt lösen könnte. Die Durchführung der zu ergreifenden Maßnahmen war nicht bis ins einzelne ausgearbeitel. und um sie entbrennt nunmehr der erbitterte Kampf, von dem niemand sagen kann, wie er enden wird. Die Arbeiter weigern sich, die Kosten der zukünftigen Sanierung der Bergwerke durch eine längere Arbeitszeit oder Lohnkürzung allein zu tragen, und die 3000 Unternehmer der Kohlenindustrie weigern sich ebenfalls, Zugeständnisse zu machen, da sie das Wertloswerden oder gar die völlige Stillegung ihrer veralteten Anlagen fürchten, und wollen die erforderlichen Organisationsmaßnahmen, die zum mindesten nach einer vorgenommenen Vorausberechnung 100 Millionen Pfund Sterling oder zwei Milliarden Mark erfordern, aus eigener Straft nicht ergreifen. Heute stellen die Ergebnisse des veralteten Werkes den Standpunkt der Preisbemessung der ganzen Industrie bar. Noch 1919 in dem „Sankeybericht" wurde eine Nationalisierung durch den Staat vorgeschlagen. Heute aber will niemand etwas davon wissen. Durch den bisher in England nie erlebten Uebergriff der Setzer der „Daily Mail", die einen scharfen Artikel gegen den Streik nicht setzen wollten, kam der Stein ins Rollen, und inzwischen ist eine ungeheure Lawine von 5 Millionen Streikenden dar aus geworden, die das ganze Wirtschaftsleben des Landes stillgelegt hat. Der Gewerkschaftskongreß, der bisher die vermittelnde Rolle zwischen Regierung und Bergarbeiter spielte, steht jetzt als Organisator des Generalstreiks selber in der ersten Kampffront. Wohin die anscheinend aus der Sowjetorganisation übernommenen „Exekutivkomitees" führen, muß man abwarten. Jedenfalls ist über England eine Schicksalsstunde ernstester Natur hereingebrochen, die dem Wirtschaftsleben des Landes schwere Wunden schlägt. Die Diktatur in Spanien. Von unserem U. 8t.-Korrespondenten. Madrid, Mai 1926. Der König von Spanien, Don Alfonso der Dreizehnte von Bourbon und Habsburg, ist der erste Kavalier seines Reiches, der es kaum wie ein anderer versteht, mit leicht ironischer Reserve vor den politischen Ereignissen zurückzutreten, der, wenn von einem Staatsstreich die Rede ist, oder wenn Politiker und Generäle sich streiten, auf die Jagd geht, Auto fährt oder die Provinzen besucht. Der König ist immer klug, liebenswürdig und unaufdringlich. Und doch ist er immer der König, der Statthalter der monarchischen Macht, die allein der Diktatur die Möglichkeit zu leben und zu regieren gibt. Don Alfonso steht niemals im Mißklang zu seiner Umgebung. Wenn er in einfachem blauem Anzug wie jeder andere Besucher die Arena betritt, interessiert am blutigen Schauspiel sich über die Balustrade beugt, dabei Stullen aus der Tasche zieht und sie seinen Nachbarn anbietet, ober wenn er sreunbschaft lich, ohne alle Herablassung, mit einem seiner Untertanen plaubert, so vergißt boch niemanb, baß er feinen König vor sich sieht. Er erscheint auch bisweilen auf Volksfesten. Der schlanke, jugenbliche König tanzt bann wohl auch ohne alle Affektiertheit mit einem ber Mäbchen, schenkt ihr eine Rose als Anbeuten unb besteigt dann wieder lächelnd sein Automobil. Derselbe König, der sich so einfach als Mensch gibt, ist wieder ganz Majestät, wenn er den Thron- feffel besteigt, wenn sich die Hohen und Höchsten um ihn versammeln, wenn der ganze mittelalterliche Prunk des spanischen Hofes entwickelt wird. Gold- strotzenbe Garden besetzen die Zugänge. Der Diktator tind die Minister stellen sich an. Granden mit weltbekannten Titeln und Ritter in wallendem Ornat reihen sich auf. Kardinale in seidener Purpurtracht, der Patriarch von Indien, Erzbischöfe und Bischöfe, große Herren mit feingeschnittenen Römergesichtern, huldigen dem katholischen König. Die Königin Donna Viktoria, eine geborene Prinzessin von Battenberg, repräsentiert ernst und freundlich. Die hübschen, jungen Infantinnen lächeln, aber ernste und würdevolle Hofdamen stehen an ihrer Seite. Man meint bisweilen, daß die Stellung des Königs im Reiche durch die Diktatur oerblaffe. Das ist nicht der Fall. Gewiß führt Don Alfonso kein persönliches Regiment. Primo de Rivera regiert, aber er regiert im Schatten des Thrones, er ist selbst ein königstreuer General. Man soll Primo dc Rivera, Marquis von Estella, nicht mit Muffolini verwechseln, mit dem Diktator, den die Volksmaffen in ihrem Triumphzug nach Rom emporhoben, der sich auf die Schwarzhemden stützt, ber sich vom Sozialisten unb Revolutionär zum Ultranationalisten entwickelte. Primo be Rivera ist Aristokrat seinem Empfinden unb seinem Wollen nach. Er will wohl bie Volksmaffen glücklich machen unb sie erziehen, aber er will sich nicht von ihnen tragen lassen. Der Gehorsam ist für ihn eine selbstverstänbliche Untertanenpflicht. Primo be Rivera ist Optimist unb hat ein be- neibensroertes Selbstvertrauen in seinen Stern. Er ist des Erfolges, ber ihn begleitet, im voraus sicher. Sein Wahlspruch ist, baß es nichts Unmögliches gibt, unb demgemäß hanbelt er. Er ist ein scharmanter Diktator, liebensroürbig unb fröhlich, ber bie Frauen, den Wein unb bie Karten liebt, ber bie Zäsaren- pofe haßt, unb ber jeben, soweit es angeht, nach seiner Art leben läßt. Er rebet viel unb gut, bis weilen zu viel, er meibet ben Mißbrauch seiner Allgewalt, aber er weiß immer, was er will, und mit bewunderungswürdiger Energie und Klugheit, ohne unnötige Härten, fetzt er seinen Willen durch. In den zweiundeinhalb Jahren, in denen er an der Spitze ber Geschicke Spaniens steht, hat er Drbnung unb Ruhe im Königreiche wieberhergestellt unb bas An sehen Spaniens in ber ganzen Welt gehoben. Das Volk hat sich ber Diktatur gefügt unb läßt sich willig regieren. Abgesehen von einer Reihe ab- qesetzter Machthaber aus den parlamentarischen Zeiten unb murrende, Redakteure liberaler Zeitungen, die von demokratischem Zorn und Revolutionen träumen, kümmert man sich wenig um Politik. Man freut sich der Sonne, der Ruhe und der unbehinderten persönlichen Freiheit. Stierkampf, Sport, Theater und Cafes, Kirchenfeste und Prozessionen genügen dem öffentlichen Bedürfnis. Wozu soll man sich da um die leidige Politik kümmern, die das Volk sooft in Blut und Elend gebracht hat? Man glaubt an den Genius der spanischen Raffe, an seine Zukunft, an seine Weltbedeutung. Man freut sich noch immer über den kühnen Flug Francos nach Südamerika, der das Mutterland wieder mit den spanischen Republiken vereinigte, unb sieht mit ein wenig Geringschätzung auf bie von parlamentarischen Lei- denschasten burchwühlten Staaten Europas herab, bie weber Ruhe noch ihr Gleichgewicht finben können. Man würbe in einem glücklichen Lanbe leben, das sich selbst genügt unb besser, Zukunft wolkenlos erscheint, wenn nicht ber Marokkoalp auf Spanien lasten würbe. Man faßt ben Rifkrieg als einen schicksalgewollten Fluch auf, von bem man sich nicht befreien kann. Man traut auch jetzt ben Friedens- nerhanblungen in Ubschba nicht, bie von ben Delegierten Spaniens unb Frankreichs mit ben Bevollmächtigten Abb el Krims geführt werben. Die Zensur verhindert bie meisten Veröffentlichungen, man will Abb el Krim zerschmettert sehen, aber nicht mit ihm von gleich zu gleich verhandeln. Die Generale wollen einen Siegerfrieben, mit donquijottristischer Eifersucht wachen sie über das Prestige Spaniens in Nordafrika unb stellen sich baburch in Gegensatz zu ben Franzosen, bie, von finanziellen unb politischen Sorgen gebrängt, nur zu gern zu einem Ueber- einfommen im Rif gelangen möchten. Für Spanien ist bas Rif kein Staat unb demzufolge keine kriegführende Partei. Rebellen aber müssen gebemütigt werden. Nun scheint aber Abb el Krim keineswegs bereit, sich oernichtenbe Bebingungen biftieren zu lasten; denn wenn er auch militärische Schlappen erlitten hat und die Spanier seine Hauptstadt Adsch- dir an ber Bucht von Alhucemas besetzt haben, so kann er seinen Wibersachern boch noch beträchtlichen Wiberstand leisten. Man behauptet, Abb el Krim verfüge über wenigstens 7000 vortrefflich bewaffnete unb bisziplinierte reguläre Truppen unb über etwa 30 000 irreguläre Scharfschützen, bazu über einige Batterien, bie von kriegsgeübten Abenteurern manövriert werden. Im wilden, unzugänglichen Gebirge bedeutet bas eine große Kriegsmacht, bie zu spiegel zum Hochzeitstanz aufspielt unb himmlische Heimkehr häU über die Milchstraße. Ober wenn er über den in Wintereinscunkeit Sterbenden: einen Heiligenschein wirst, und ganz zuletzt, ehe er grüßend vorn Leser scheidet, wenn er den Rarnen dieses unsterblich--deutschen Menschen tiefsinnig zu deuten sucht... — y— Der gefangene Pfarrer. ..... Ich faste mein Leben im Licht ber Ewigkeit auf. Ich halte es für einen funbamentalen Glaubensartikel, baß Gott uns im Leben führt unb auch mit bem Schwersten im Leben, gegen bas wir nichts können, große Dinge vor hat. Freilich geht es babei absonderlich her. Etliche läßt Gott ewig in der «chützenschule sitzen. Sie haben ein geruhiges Leben, tun ihre Arbeit, freuen sich ihres Daseins. Wenn sie sterben, weint Weib unb Stinb über ben guten Menschen, ber ganz für sie lebte, unb in bem ihnen so viel stirbt. Andere nimmt Gott in die Hochschule. Er gibt ihnen große Gedanken und reiches Können. Sie haben ein bewegtes Leben, müssen mit ben falschen Gebauten unb schlechten Künsten allezeit im Felb liegen unb suchen, baß sie obsiegen mit ihren Gebauten unb ihren Künsten. Wenn ihr Stündlein vorhanden ist, und sie ihre Straßen ziehen, bann weint eine kleine ober große Welt über ben klugen Menschen, der ganz für sie lebt, unb in bem ihr soviel stirbt. Uno zuletzt wählt Gott einige aus ber Schützenschule unb etliche aus ber Hochschule aus, bie er für tüchtig befindet, und versetzt sie in die Kreuzschule. Er schickt ihnen Kreuz und Widerwärtigkeiten, beschwerliche Krankheiten bes Leibes, hohe schwere Leiben bes Gewissens, wie solche Leiben unb Trübsal alle zusammen gekommen sinb an bem heiligen Hiob. Unb bann stellt er ihnen bie Kreuzleiter frommer Christen hin unb sagt: steig hinauf, von ber ersten Staffel, so ba ist bie Trübsal selber, zur zweiten Sprosse, ber Gebulb, unb von ber zweiten zur brüten, so ba if^bei Erfahrung, unb von ber britten zur vierten, der Hoffnung. Die in der Kreuz- schule sitzen, haben ein hartes Leben, denn die Lehre vom Kreuz ist also beschaffen, daß sie aus ber Vernunft nicht kann gelernt werben. Wenn aber in Sreltag, 7. Mai 1926 überwinden viel Geld unb Blut kosten wirb. Für die Rifer aber, für bie Nachkommen ber Vanbaien, ha« ber Krieg keine Schrecken. Wenn sie nicht gegen bie Ungläubigen ins Felb ziehen, so kämpfen bie Stämem untereinander. Seit den Zeiten der Römer hat im nie eroberten Gebirgsland, da» auch bie Sultane von Fez nicht unterwerfen kannten, nie mal? wirklicher Frieben geherrscht. Die Spanier ' haben vielleicht recht, wenn sie auch jetzt ben Per hanblungen in Ubschba nicht trauen unb sich keinen trügerischen Frieden aufbrängen lassen wallen. Marokko Ist die Achillesferse der Monarchie unb der Diktatur. Das Volk ist marotfomübe, durch lange Jahre haben seine Söhne an ben rauhen 'Bergen von Beni Hozrnar karnpsen unb sterben wüsten, bie Felsen um Melilla sinb mit bem spani ichem Blut getränkt. Marokko legt bem spanischen Staatsschatz unerschwingliche Opfer auf, bie bie Finanzen aus bem Gleichgewicht bringen, unb boch vermag es Primo be Rivera, ber sonst alle» kann, nicht, sich vom Marokkobruck zu befreien. Unüber winbliche Schwieriokeiten der Inneren unb ber äußeren Politik stehen bem Diktator entgegen. Aber ber General ist Optimist, und er vertraut auf seinen Glücksstern. Das friebliche, in seiner Weltbebeutung auffteigenbe Spanien wirb schließlich unb enblich auch bie Marokkojchwierigkeiten überroinben können, selbst wenn diesmal die Friebeneoerhandlungen scheitern sollten. Amerikanisches Kapital und europäische Arbeit. Don Otto Corbach. Die Lage auf den europäischen Arbeit» - Märkten bereitet führenden amerikanischen Staats- unb Wirtschaftsmännern seit Monaten viel Kopfzerbrechens. An unb für sich ist das mittel- und westeuropäische, zum Teil auch baß osteuropäische Wirtschaftsleben in großem Umfange zu einer Funktion amerikanischen Anleihesegens geworden. Ein Stocken amerikan. Kreditbereitschaft würde ohne weiteres die europäischen Arbeitslosenheere um neue Millionen anschwellen lassen. Zum Glück für die Alte Welt sind aber die Interessen des amerikanischen Finanzkavitals schon zu stark an die mühsam zustanbegebrachte verhältnismäßige Stabilität der wtrtschastlichen unb politischen Verhältnisse des europäischen Kontinents gebunden, als bah man es darauf ankommen lassen konnte, diese wiederum ernsthaft erschüttert zu sehen Nun ist zwar vorauszusehen, daß nach dem Zustandekommen der Fundierungsabkommen mit Italien und Frankreich amerikanische Kapital- Überschüsse weiter beträchtlich zunehmen werden, bie zur Dermeidung eigener JnslationSgefahren auf auswärtigen Märkten vorteilhafte Anlage suchen müssen, aber anttrer- seits geraten bie amerikanischen Exportinter- essen in immer stärkeren Streit mit dem Wett- bewerb europäischer Industrien, die gerade amerikanische Kredite instand setzen, ihre Maschinerie und ihre Methoden nach amerikanischem Muster zu vervollkommnen. Ohne eine solche Rationalisierung industrieller Detriebe, die in immer größerem Umfange menschliche Arbeitskräfte frei- seht, die Arbeitslosenheere also immer weiter an- schwellen läßt, könnten toi:herum die europäischen Wirtschaften den Druck ihrer Nachkriegsverschuldung gar nicht ertragen. Unter den herkömmlichen Verhältnissen bleibt also dem amerikanischen Finanzkapital nichts übrig, als immer neues Geld in das Danaidenfah des europäischen Kreditbedürfnisses zu schütten, trotzdem dadurch die Interessen des amerikanischen Export- industrialismus schließlich In einem Maße geschädigt zu werden drohen, daß für das amerikanische Gesamt-Dolksvermögen die Gewinne aus Kapital- anlagen in der Alten Welt illusorisch machen würde. Das Problem, das es für das amerikanische Finanzkapital zu lösen gilt, besteht also darin, europäische Menschen in einer Weise zu beschäftigen, bie, anstatt die Wettbewerbsspannung auf dem Weltmark e zu vergrößern, sie im Gegenteil abzuschwächen geeignet wäre. Das aber ist nur auf kolonisatorischem Wege möglich. Wenn amerikanisches Kapital europäische Devölkerungsüberschüsse nach noch dünn besiedelten, klimatisch für sie geeigneten Ländern lenkte, so würden dort durch ihre Arbeit bald ganz neue Märkte entstehen, nicht nur für die Erzeugnisse ber Kolonisten, sondern auch für den Absatz sowohl europäischer wie amerikanischer ihrem Leben ber Sonnenschein hinuntergeht, unb bie bunkle Nacht bes Tobes start hereinbricht, bann meinen bie lieben Englein im Himmel unb alle Heiligen auf Erben über ben frommen Menschen, ber ganz für Gott lebte, unb in bem ihnen allen so Diel stirbt." Diese Worte sinb zu lesen im 11. Kapitel (2. Teil) eines Buches vom Prälaten D. Dr. Wilhelm Diehl, bas vor nicht langer Zeit in neuer Auflage erschienen Ist: „Der gefangene Pfarrer", eine geschichtliche Erzählung aus ber Zeit bes 30jährigen Krieges. (Dritte Auflage: 5. bis 7. T., L. C. Wittichsche Hofbuchbruckerei, Uarmftabt 1926.) In biefen Sätzen, bie bem Butzbacher Hof- prebiger Martin Helwig in ben Munb gelegt wer ben, umschließt sich bas, was vom Verfasser her als Bekenntnis hinter bem Buche steht unb was sich eindringlich richtet an bie besinnlichen Leser, bie ber Verfasser sich wünscht, an Männer unb Frauen unb vor allem auch an bie heranwach- fenbe Jugenb. Wer zu solcher Lebenskonfession, zu solchem Grunbglaubensartikel sich bekennt (wie ber gefangene Pfarrer unb Magister Hermann Schipper getan hat), ber kommt „trotz allem Brast unb Elena auf bes Lebens Höhen". Dieses: Trotz Tob unb Tränen! — bas mannhafte unb kernige Aufrechtstehen unb Kopfhochhalten im unerschütterten Glauben, bas ist ber ethische Kern unb bleibenbe Wert in ber Historie aus bem 30jährigen Kriege, in ber Lebens- unb Leibensgeschichte bes Magisters in Christo unb seiner getreuen unb liebreichen Ehefrau Kunigunbe ... Es ist eine Menge von Quellen, eine Fülle historischen Willens in bieses Buch hin eingearbeitet, bas sich, gleichwohl, nicht trocken ober nüchtern anläßt, sondern überall lebendig unb bich- terisch bleibt. (Ein klarer, einfacher, gebiegen-gegen- stänblicher Stil verstärkt biefen Eindruck.) Von besonderem Reiz ist überdies bie ausgesprochene, aus intimer Kenntnis unb herzlicher Liebe geschaffene Heimatfarbe unb Heimatstimmung, bie bie Schilde rung zu einer Hessenchronik im Rahmen des großen Krieges werden läßt. Aus allem Elend und Wirrsat einer traurigen und wüsten Zeit aber hebt sich, klar, herzhaft unb wegweisenb, bie bekennerische Ge statt bes gefangenen unb im rechten unb starken Glauben gestorbenen Pfarrers. 152 Ausfuhrwaren Die In Rerchork erscheinende Monat-schrtst „The Bankers Magazin" erinnert daran, bah der Aufschwung England zum Welt- Lankier nach den napoleonischen Kriegen innig mit der europäischen Massenauswanderung nach überseeischen Ländern zusammenhing, um dann — in der AuSgabe vom März 1926 — fortzufahren: „Man kann von den Bereinigten Staaten auf viele Jahre hinaus nicht erwarten, dah sie Menschen exportieren, aber amerikanisches Kapital ist bestimmt, den Lieberschutz der europäischen Auswanderung anzu- ziehen, wo immer es in großem Matze angelegt wird. Auf diese Weise kann es entscheidenden Einfluß auf die Zukunft der weißen Welt ousüben." Gerade darum aber meint dos Organ Wallstrc-ets, dürften die Investierungen unter keinen Umständen auf die Alte Welt beschränkt bleiben: die „Welt" bedürfe mehr als je sowohl einer Steigerung der Produktion wie der Entwicklung neuer Aeichtumsquel'en. Aach der Auffassung des Verfassers jenes Artikels kommen für die kolonisatorische Betätigung des amerikanischen Finanzkapitals besonders die Rand- länder des Pazifik in Betracht: 8- B. seien die Interessen Australiens und diejenigen der Bereinigten Staaten in dieser Hinsicht praktisch die gleichen. Das komme in der Art und Weise zum Ausdruck, wie australische Organisationen mehr und mehr die Führung und finanzielle LInterstühung Reuyorks suchten. Es ist besonders auffallend, wie unbekümmert ein Wortführer der Interesse des amerikanischen Finanzkapitals in solcher Weise schon über ein Gebiet innerhalb des britischen Imperiums für dessen künftige toloniscttorische Aufgaben verfügt. Offenbar fühlt sich Aeuyork als Weltbankier schon stark genug, um die weitere Erschließung natürlicher Hilfsquellen in britischen Dominien ausschlaggebend zu beeinflussen. Trotzdem der amerikanischen Anleihepolitik nur an einer Begünstigung der kontinental- europäischen, nicht der englischen Auswanderung gelegen sein kann,, die zu schöpferischer Pionierarbeit kaum mehr etwas taugt und allzu einseitig britische Exporiinteressen fördert. Richt umsonst übt die amerikanische Presse seit einiger Zeit an dem Schneckentempo, worin sich Aiesen- lander wie Kanada und Australien unter britischer Vormundschaft wirtschaftlich entwickeln, die allerschärfste Kritik. Die sehr angesehene Zeitschrift „Atlantic Monthly" weist darauf hin. daß das australische Aordterritorium, ein Gebiet von der zweieinhalbfachen Größe Frankreichs, das über die besten natürlichen Häfen, schiffbare Ströme, große zusamncenbändende. gut bewässerte Ländereien und in dem Hasendlatz Port Darwin über den „strategischen Schlüs'el" zu dem ganzen Kontinent verfüge, erst 2240 Einwohner zähle. Auch „Atlantic Monthly" fordert, daß die Union sich ins Mittel lege, um Australien der weißen Raffe zu erhalten. Solche Gedankengänge in führenden Organen der amerikanischen Finanzwelt und der öffentlichen Meinung in der Union überhaupt, lassen die bekannte Anregung des Reichsbankpcätiden- ten Dr. Schacht, dem deutschen Volke durch das Mittel der Gründung einer „C h a r t e r e d Company" kolonisatorische Möglichkeiten auf irgendwelchem Mandatsgebiet zu erschließen, in neuern Lichte erscheinen. Es handelt sich dabei um einen viel weniger phantastischen Vorschlag, wie es allzuweiten Kreisen noch scheint. In absehbarer Zeit könnten sich dafür sehr leicht ganz andere Betätigungsfelder ergeben, als etwa irgendwelche Fetzen unserer ehemaligen afrikanischen Kolonien, die uns die Gnade der Sieger" gönnen möchte. Kirche und Schule. Liturgische Tagung in Nidda. t)ie Liturgische Arbeitgemeinschaft für H e s s en traf sich am 3. und 4. Mai in Nidda zu ihrer zweiten Konferenz, die unter dem Gesamtthema stand ..Unser hessischen Kirchen- b ü ch". Die Arbeitsgemeinschaft ward im Frühjahr 1925 anläßlich der 1. Konferenz in Jugenheim an der Bergstraße gegründet. Abgesehen von kleineren Strömungen bedeutet sie den Zusammenschluß von folgenden drei Bewegungen: 1. Der Arbeitsgemeinschaft für Kultus und kirchliche Kunst, die am 8. Dezember 1924 In Frankfurt a. M. unter der Leitung von Pfarrer Marx-Darmstadt, gegründet worden Das lachende Haus. Roman von Sophie K l o e r ß. 12 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Und zum Herbst ging er in feste Bahnen. Droben in Niebüll, dicht an der dänischen Grenze — verdammt, daß da jetzt die Grenze ging durch urdeut- fches Land —, da würde er am Nedaktionstisch sitzen und eine scharfe Klinge führen gegen alles, was antideutsch war. Sylt ganz nah, die alte Heimat. Hinter den Deichen das Wattenmeer, im Sommer die Scharen der Binnenländer, die durch die dörflichen Gassen gingen, im Winter die große Stille, das Ganzzusammengehören mit der Landschaft, mit den Erinnerungen aus alten, starken Zeiten, mit Sturm Und See. „Da wollen Sie hingehen?" hatten ihn Freunde in Hamburg gefragt. „Da ist man ja lebendig begraben.' „Mich begräbt keiner lebendig. Ich werd' eher Tote allserwecken mit meinem .Nordischen Heerruf." Würde er allein dorthingehen?" Es schien ihm undenkbar. Zu hell waren diese Tage durch die frohen Gesichter, die lauter Sonne Mit sich trugen. Konnte man das wieder entbehren? — Aber welche? — Und wenn er es wußte — nicht das kleinste Zeichen deutete an, daß auch ihm von einer der drei Schwestern mehr als freundliche Kameradschaft entgegengebracht wurde. Er schlenderte durch den Garten, setzte sich in die Lindenlaube gleich hinter dem ersten Rasenplatz und schrieb ein paar Verse nieder. Da es ihm so glänzend ging, waren die Verse naturgemäß schwermütig. Mein Lieb, in deinem Garten Wie blaß die hohen Lilien sind. Wie alle Blumen warten Und schauern in dem frischen Wind. Mein Lieb, wie blind die Fensterlein In deinem süßen Nvsenhaus. Es glänzt kein Stern in sie hinein, Es fällt fein Licht zu mir heraus. Ich weiß ein Lied von Zweien, Die gingen durch das Maienland. Wie laut die Eulen schreien Im Ahorn an der Friedhofswand. war. 2. Der Anregung, die von Pfarerr Knodt- Schlitz, jetzt Bad-Nauheim, am Pfingsten 192.3 von der Arnsburger Woche der Oberhessischen Dolksmis- sion ihren 'Ausgang genommen hat. 3. Dem Kreise um den Gießener Theologieprofessor Heinrich Frick, der ähnlich den Marburger Morgenfeiern im „Mi- chelchen" in der alten Friedhofskapelle gu Gießen Morgenfeiern abhielt. Wurden vor einem Jahre die grundlegenden Fragen über Wesen und Form des evangelischen Gottesdienstes behandelt, so kam diesmal mehr die praktische Seite dieser Arbeit aur Betonung. Leider war es dem 1. Referenten, Vralaten v. l)r. D i e h V Darmstadt infolge dienstlicher Verhinderung nicht möglich, seinen Vortrag über den „Sonntäglichen Hauptgottesdienst" zu halten. Statt seiner berichtete Pfarrer Lic. Wallau - Frankfurt a. M. aus eigener Anschauung heraus über die gottesdienstlichen Veranstaltungen der Stockholmer Konferenz. Sodann trug der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Professor D. Dr. Frick- Gießen, einige Gedanken über das Hauptthema vor, die zu einer lebendigen Aussprache führten. Der zweite Arbeitstag wurde mit einer Morgenandacht eröffnet, die Pfarrer W a l l a u abhielt. Im Mittelpunkt dieses Tages stand der zweite, sehr bedeutsame Vortrag von Pfarrer Knodt- Wimpfen am Neckar: „Die Gestaltung der Abendmahls- feicr", der bei sämtlichen Zuhörern ungeteilte Freude auslökte. Nachdem der Redner das Verständnis für die Bedeutung des Abendmahls als Motiv für feine Gestaltung geweckt hatte, legte er diese Gestaltung in der trinitarischen Form „Natur — Ehristusweg — Kirche" als Inhalt des Sakraments fest, und erkannte als den Sinn und den Grundton her Abendmahlsfeier einmal feinen Charakter als Dankseier, bann als Mysterienfeier und schließlich als esschatologische Feier, und schloß an feine Ausführungen eine Menge von Winken für die Praxis. Die Aussprache war daher eine sehr lebendige: sie bewegte sich in Erörterungen über die Arbeiten der Berneuchener Konferenz, ferner über die Frage der Selbstkommunion des Priesters, des Einzelkelches, der Beichte usw. Am Nachmittag folate der letzte Vortrag von Pfarrer Marx-Darmstadt über ..Die Wochengottesdienste", der die Gebetstunde, Dibel- stunde, Morgenandacht, Wochenschlußandacht, Ge- meindesingeabende, Haus- und Schulandachten zur Behandlung hatte. Auch er zeitigte eine ergiebige Aussprache. In einer öffentlichen Abendfeier, an der sich der Kirchengesangverein und ein Kinderchor von Nidha beteiligten, sprach Professor Frick über seine Eindrücke auf einer Studienreise unter dem Thema: Evangelische Gottesdienste in Amerika. Diese Schlußfeier In der stark besuchten Niddaer Kirche sollte zu- alcich den Dank der Konferenz für die erfahrene Gastf'-eiindschaft bekunden. Auch die zweite Konferenz hat, ähnlich der ersten, bei allen Teilnehmern starke und frohe Eindrücke hinterlassen. ZvameMcher Lanbeskirchentaq. (TIoit unserer Darmstädter Redaktion.) * H g r m st a d t, 6. Mai, Präsident D. Dr. Freiherr Hehl zu Herrnsheim eröffnete die Sitzung um 9.15 Uhr. Aus der Tagesordnung stand der Voranschlag ftit das Rechnungsjahr 1926/28. Zunächst wurden die Ausgabeposten des Voranschlags beraten sLandestirchentag, Landeskirchenamt. Kosten des Pfarrdienstes, Kirchenbauwesen usw. >. Ein Antrag der Abg. Frau Heraus auf Gewährung einer sozialen Beihilfe an ältere Pfarrtochter wurde der Kirchen- regierung als Material überwiesen. Ohne wesentliche Debatte wurden die Ausgaben mit 4 671 791 Mark bewilligt. Bei Beratung der Einnahme kam Abg. D. Dr. Waih auf die Abhandlung von Oberkirchenrat Dr. Büchler über die Frage des Staats Zuschusses zu sprechen. Der Redner gab der Erwartung Aufdruck, daß CRegieritng und Landtag sich zu der Erkenntnis durchringen, daß der ©f-mt eine rechtliche Verpflichtung habe, den Staztsbeitrag zu erhöhen. Der Landtag habe erst kürzlich wieder einen Antrag angenommen. daß die Iurkstische Fakultät der Universität Gießen ein Rechtsgutachten vorlege. Daraus sei wohl zu folgern, daß der Landtag nach Recht und Billigkeit verfahren wolle. Weiter verlas der Redner Antworten der Landtagsparteien tivf eine Anfrage über die R e g e « Als er es durchlas, mußte er selber lachen. Schwermut lag ihm immer fern; warum gerade jetzt solche Verse? Schade, daß nicht eine vom Kleeblatt um den Weg war. Thora hätte gesagt: „Ich glaube, als Gedicht ganz brauchbar. Das bekommen Sie wohl untergebracht." Rose hätte ihn nur nachdenklich angesehen: ,-Stimmt denn das zu Ihnen, Herr Lornsen?" — Ille aber hätte aus Herzensgründe gelacht: „Wenn ich mir denke, dah Sie das gemacht haben! Ausgerechnet Sie! — Es tut nicht gut, wenn man Dichter persönlich kennenlernt." Und hätte ihm wieder die Geschichte von dem unbekannten Dichter erzählt, den sie geliebt um eines Liedes willen: „Rote Rosen." Dis sie ihn kennenlernte. „Also ich sao,e Ihnen, direkt ein Kürbis. Aber tatsächlich ein Kürbiskopf, und die Augen auf Stielchen. Ich kann seitdem keine roten Rosen sehen, ohne an Kürbisse zu denken." Er zerpflückte die Verse und warf sie dem Winde zu. Der trieb die weißen Fetzchen über die Steige und hinein in den Kanal. Von irgendwoher, als käme sie aus der Stift, IUes Stimme: „Und ich hab' erst heute morgen die Steige geharkt. — So sind die Männer. Keine Spur von Respekt vor Frauenarbeit." Dann leises Kichern. Er sah sich um, nirgends war eine vom Kleeblatt ZU entdecken. In ihrem Zimmer konnten sie auch nicht sein, da scheuerte Mutier Piepenstehl und stäubte eben ihr Staubtuch jum Fenster hinaus. Wieder das leise Lachen, und wieder war es, als fiele es nieder aus der Luft. Er ging spähend durch den Garten, traf auf Piepenstehl, der Heu von der Wiese heran- farrte, und fragte: „Wissen Sie Nicht, wo die jungen Damen sind?" Der Alte zog die Pfeife aus den Zahnstummeln und deutete damit nach den Kastanien. „Hedben S' nlch de Ledder sehn? An'n Stamm?'' Also da saßen sie. Lornsen tat, als hätte er nichts erfahren, schlenderte zur Brücke und kam langsam wieder. Oden in den Kastanien hatten die Bunsenmäd- chen ihr heimliches Nest. Schon als Kinder waren sie aus dem Giebelfenster gestiegen, über die beiden 2Icfte Die sich gegen die Hauswand legten, hatten rjte die Spatzen im grünen Dach herumgepiept und ihre Puppest mit hingeschleppt in ihr Sommerhaus. Als sie alter wurden, mußte Piepenstehl ihnen da lung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche, die aus Veranlaffung des Evangelischen Bundes im Iahre 1922 an sie gestellt wurden. Die Antworten lauteten im allgemeinen zustimmend. Die Linksparteien machten bei einzelnen Punkten Vorbehalte. Eine Anfrage auf Erhaltung der Theologischen Fakultät in Gießen ist 1918 von allen Parteien zustimmend beantwortet worden. Auch die Demokraten und Sozialdemokraten stimmten zu. Auf dem letzten Landtag sind die Kosten für die Fakultät nur mit einer Stimme Mehrheit bewilligt worden. Die Parteien sollten sich ihrer Versprechungen erinnern. Der Redner schloß mit einem Hinweis auf die kulturellen Leistungen der Kirche für den Staat. Abg. Schrimpf wies ebenfalls auf die Versprechungen hin. die unleugbar vorliegen, und machte auch auf die sittliche und kulturelle Bedeutung der Kirche für den Staat aufmerksam. Die Kirche sei immer eingetreten für die Bedrängten. Die Evangelische Kirche sollte sich der durch die Geldentwertung Beschädig- t e n annehmen. Der Redner bezog sich hierbei auf das Volksbegehren des Rentnerbundes. dessen Aufruf im Hause verteilt war. Präsident D. Dr. Freiherr Hehl zu Herrnsheim stimmte den Vorrednern in dem Wunsche zu, daß das Gutachten der Iuristischen Fakultät in Gießen bald vorliege. Abg. Krapp erklärte, nur unter Bedenken dem vorgeschlagenen Sah für die Besteuerung des unbebauten Grundbesitzes zustimmen zu können. Abg. D i h e l machte ähnliche Ausführungen wie der Vorredner. Er meinte u. a.. seitdem die Pfarrer feine Landwirtschaft mehr trieben, hätten sie nicht mehr die enge Fühlung mit der Landbevölkerung tote in früheren Zeiten. Die Abgeordneten Schuster, Rickerich, Läufer, Iensen, Stroh, Krapp und Diehl lHochweisel) stimmten, teilweise unter Bedenken, dem Vorschlag der Kirchenregierung zu, je 5 Pfennig Zuschlag auf 100 Mark Steuerwerk des unbebauten Grundbesitzes zu erheben. Die Bedenken wurden namentlich von den ländlichen Abgeordneten geäußert. In der Abstimmung wurde die Position „Kirchensteuer" mit 2250000 Mark gegen eine Stimme genehmigt. Die weiteren Einnahmeposten wurden ohne Aussprache bewilligt und schließlich die Summe der Einnahmen mit 3 422 391 Mk. Rach einer Pause verlas der Präsident eine zur Annahme empfohlene Entschließung, die für einfr strengere Sonntagsheiligung cirttritt. Die Entschließung geht aus von den Abgeordneten Dr. Avemarie und Dr. B ernst eck: sie lautet: ..Der Sonntag soll ein Tag äußerer Ruhe und innerer Sammlung sein, erst recht in einem notgebeugten Volk. SXefen feinen gottgewollten Charakter als Feiertag hat er eingebüßt durch Zunahme der Sonntagsarbeit, durch Vermehrung politischer und sonstiger Versammlungen, durch übertriebenen Spiel- und Sportbetrieb, durch unzeitgemäße, verderbliche öffentliche und private Lustbarkeiten an Sonn- und Feiertagen. Der Evangelische Landestirchentag als Vertretung der gesamten Hessischen Evangelischest Landeskirche fordert deshalb eindringlich von allen staatlichen Behörden um der äußeren und inner-m Gesundung unseres Volkes willen: striktes V/rbot, Im Aotsalle alleräußerste Beschränkung der Sonntagsarbeit: tatkräftigen Schuh der Sonntagsruhe durch wirksame Anwendung unb Ausbau der vorhandenen Schutzbestimmungen, so des in Kraft befindlichen Hessischen Polizeistrafgesetzes: der Evangelische Landeskirchentag ersucht alle Organisationen, die an dem Wiederaufbau unseres Vaterlandes zu arbeiten verheißen. ihn nicht selbst aufzxchalten oder zu untergraben durch Belastung des Sonntags mit zerstreuenden Versammlungen, insbesondere bittet er. keinerlei Zusammenkünfte ober wörtliche Veranstaltungen auf die Stunden der Gottesdienste oder in ihre unmittelbare Rähe zu verlegen. Er erwartet von den Kirchengemeinden und ihren Pfarrern, daß sie sich selbst für Somitcigsheiligung mit aller Kraft einsetzen, dem Llebermaß von Vergnügün- gen entgegenarbeiten und Gottes Wort an oben einen regelrechten Thron zimmern, einen Boden aus Brettern, fest zwischen die Zweige genagelt, darauf eine Bant, und da das Klettern über 'die Aeste zerrissene Kleider kostete, stiegen sie auf der Leiter hinaus. Immer war es da oben kühl, wenn auch der ganze Garten und weithin Strom und Wiesen in der Sonne brannten. Da saßen sie manchen Nachmittag mit ihren Nähereien und fühlten sich vor aller Welt geborgen. Die Turmuhr vom Dorfe herüber schlug sieben. Unten im Hause hörten sie die Mutter hin und her gehen — Thora warf ihreü Kram zusammen. „Wir müssen Abendbrot machen. Jens Appelbom promenierte ja auch vorhin schon so hungrig durch den Garten, der will heute abend noch zu Grön zum Kegeln." Als er herkam, war er ein ganz braver junger Mann, jetzt haben ihm das Schaukelpferd und das lange Laster auch schon üble Gränsche Gewohnheiten beigebracht." „Es wird Zeit, daß Rose ihn an die Kandare nimmt." „Du bist ganz irrig, liebste Ille. Er wünscht nicht, an meine Kandare zu kommen, und ich stimme durchaus mit ihm überein." Sie stand auf und rief mehr erstaunt als erschrocken: „Hat doch Piepenskehl die Leiter weggetragen! Er wird auch immer tüteliger." Was tun? Springen? Die Höhe war immerhin drei Meter — Ille hatte das Unternehmen schon einmal mit einem verknackten Fuß bezahlt. Also über die Aeste In dtts Fenster, denn von Piepenskehl war nichts mehr zu sehen. Und drinnen in der Stube seine Frau, die saß sicherlich auch schon bei Speck und Kartoffeln. Aber die weißen Voilekleider! Sie blieben allzuleicht an den vorstehenden Borken und Zweigen hängen. Kurzer Entschluß. Ausaezogen Kleider und weiße Röckchen — zusammengeschlagen das ganze Zeugdiinvel und durch die Blätterlücke hineingeworfen in die Stube. Dann wie die Katzen hin über die dicken Aeste und in das Fenster. Wie sie sich drinnen wieder anzogen, war IUes Kleid verschwunden. Spurlos verschwunden. Es mußte . sich aus dem Packen gelöst haben und hinunter- geflogen sein. Aber vom Fenster aus mar nichts zu ; sehen. „Rose, du bist fertig, sieh mal unten nach." I diesem Tag durch besondere Maßnahme, wie Rebengottesdienste, Wortverkündigung im Freien u. ä. auch denen nahebringen, die durch Arbeit, Rot oder Ablenttmg dem Besuch der Gottesdienste fernbleiben. Ein Aufstieg unseres Volkes ist nur bann möglich, wenn der Sonntag wieder eine Seele unb ber Menschenseele wieder ein Sonntag gegeben wird." Hierauf wurde die zweite Lesung des Voranschlags ausgenommen. Mit zur Beratung gestellt wurde ein Antrag ber Abg. Frau Heräus unb Gen., die Llnterstützungen an Pfarrtöchter usw. zu erhöhen. Auf Vorschlag aus dem Hause soll spater nochmals über den Antrag gesprochen werden, wenn der Ausschuß darüber beraten hat. Zur Position „Förderung freiwilliger Unternehmungen“ gab Abg. Dr. Müllerdie Anregung, daß die Lantesiirche ein Sozialpfarramt (Landessozialp'arranit) ins Geben ruft. Prälat D. Dr. Diehl ist dankbar für die Anregung, wenn es sich Dorläufig nur darum handelt. Es komme dabei auf die soziale Einstellung, an: in Hessen lägen die Berhältnis-e nicht so einfach, wie in anderen Landeskirchen. (35 fei wünschenswert, wenn die hesirscheL Pfarrer immer mehr vom sozialen Geiste ergriffen würden. Qlbg. Lauser befürwortete die Anregung: das ganze Kirchenvolk müsse von sozialer Gesinnung beseelt fein. ®em Hause ist ein Antrag zugegangen, anstatt der Erhebung einer Gemeinde-Umlage die Pfarrgehälter um 10 Prozent zu kürzen, und zwar zunächst auf ein Jahr. Vizepräsident Dr. Bernbeck, Abg. Stroh und Prälat D. Dr. Di ehl erklärten, daß erst die Kirchenregierung und der Finanzausschuß zu dem Antrag Stellung nehmen müßten. Auf- Vorschlag des Präsidenten wurde die weitere Behandlung des Antrages bis nach der Pause vertagt. Lim 12 Llhr trat eine Pause ein. Oberheffen. Landkreis Gießen » Grohen-Linden, 6. Mai. Am Sonntag unternahmen einige Burschen auS Lang-Göns eine Bierreise nach Großen- Linden, wo sie abends spät auf der Ortsstraße ruhe störenden Lärm nerübten unb mit den Stöcken toiber die Hoftore schlugen. Als ein hiesiger Bursche die Lang-Gönser zur Ruhe ermahnte, schlugen sie ihm mit Stöcken derart auf den Kopf, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Die Täler sind erkannt und werden ber gerechten Staate nicht entgehen. * Steinbach, 6. Mai. Am nächsten Sonntag findet hierum „Hessischen Hof" bas diesjährige Wertungssingen des Oderhessischen Sängerverbandes statt. Außer einem voraeschriebe- nen Volkslied kommt noch von jedem Bundesverein ein LiSd nach freier Wahl zum Vortrag. Kreis Friedberg. §§ Ober-Florstadt, 6. Mai. Am Diene - tag beschlossen in gemeinsamer Sitzung der G c - meinbetat und der Schulvorstan d, die Fortbildungsschule r. ährend der Sommermonate (April bis Oktober) a u s z u s e tz e n. Dc für soll der gesamte Tlnterricht auf die Winter- monate (Rovember bis März) verlegt werde-. Ein weiterer Beschluß sieht die Einführung des drittenSchuljahressürdieMädche,- fortbildungsschule vor. Die Gemeinde richtet die erforderliche Küche ein und stellt die entsprechenden Räumlichkeiten zur Verfügung. Dadurch wird den fortbildungsschulpflichtigen Knaben und Mädchen der gerade im Winter lästige Weg nach der Rachbargemeinde gespart. Der erste Beschluß wurde mit allen gegen eine Stimme gefaßt, die übrige Beschlußfassung erfolgte einstimmig. — Am Dienstag weilte ber Schularzt Dr. Balser von Bad-Salzhausen hier zur Untersuchung der Schulkinder, namentlich der Schulanfänger. Der gesundheitliche Zu - st a n d der Kinder ist, von einzelnen kleineren Fehlern abgesehen, als günstig zu bezeichnen. — Der seit dem 1. April verwaiste Posten des Gemeinderechners ist noch nicht besetzt. Seither wurde bas Amt von einem Einwohner von Rieder-Florstadt geführt. Von den hiesigen Von unten Roses Stimme: „Hier liegt es nirgends." „Es muß da doch liegen." „Es tut's doch aber nicht." Ille mußte ein anderes Kleid anziehen. Wer hatte es verschleppt? Die kleine Sina? Sie schleppte alles fort, was sie erwischen konnte: Stiesel, Hausschuhs, Mutters Webegarne, Thoras Küchentücher. Unb Jlles roten Gartenkittel hatte sie vor drei Tagen auf ber Wiese kurz unb klein gefetzt. Aber auch das Suchen auf dem Hof unb im Garten hals nichts. Sina, als man sie energisch heranrief, nß aus, aber wann riß sie bei scharfem Rus nicht ans? Sie hatte ja immer etwas auf dem Kerbholz. „Und ausgerechnet mein Rosenkleid! Wo ich mir jo viel Mühe mit dem Sticken gegeben hab'! Zum Wildwerden!^ Mit dem Wildwerden kam das Kleid auch nicht wieder. Piepenstehl, ber gefragt wurde, hatte einen Landstreicher an der Kate vorbeigehen sehen: ob der auch auf dem Hose gewesen, konnte er nicht sagen. „Natürlich ist er. Ser verhandelt mein Rosen- gemanb für drei Schnapse. So was kann auch nur mir passieren." Ille mußte an diesem Abend die doppelte Zahl Wasserkannen ■ im Garten schleppen, um ihren Zorn zu verarbeiten. Und als sie alle bfei in ihren Betten lagen, ging es ihr noch so nach, baß sie nicht schlafen konnte. Rose schien auch zu wachen: sie warf sich immer von einer Seite auf die andere. Warm war es ja auch hier oben, obgleich die Fenster alle drei die ganze Nacht osfenstanden. Vor zweien breitete sich das Kastanienlaub, das dritte lag frei und ließ den hellen Dollmondschein herein- fluten. „Rose."--„Hm." — „Du, sag mal, Rose, kannst du dir denken, wie das ist, wenn man jemand — ich meine einen Mann — liebt?" Es war doch möglich, daß Mucki sich Gedanken um den Dichters- mann machte. „Liebst du denn einen?" „Ich? Nein, aber ich dachte, du." „Einen Mann?"--Es kam hastig, bann eine Pause unb ein Lachen, ein sehr unechtes Lachen: , Ick, lasse euch älteren Schwestern durchaus den Vortritt, Ille." (Fortsetzung folgt.) , 9 •mttfte A f 01 umfa« Gieb-lseu die N Farben- -> Tcho meHter TH öenbarmen Wlbbata 6. Juni an eins Orpijti werden gesi „Freiheit u ®c meinbet eine Besiä recht ungü nmg viele lich eracht« Iungpflan ten, die c einem Pil Sntsernunj ber Düsse TS wurde vbliegenhi meinbeforf zu übertr fragte an, Grieger, 3ürg?tmeift bis zum l mülien, da toltfenen 6 ettoa 5000 ' bet Denim werben, io entfernt sin dem mit. b< kenhauS rienfinb mit lich de vly $ Kreisamt ! Maul- u liesst worbe fünf Stälstr 'M? ein- ausbruch ist chenhaine ten mich u Gebern ar X §arSMl- wirS boD deren N werf hn6' ssarblöne. Lage begv stattet, an ; denienzu I ' Jan drs Mh' 30. Apnt wegen bet Jürgen fteHung dr aellagte 2 sprachen tr zu 200 wurde. 'Hir brandv eiltntoi Schlacke den 6cht Jrgenöwela wie schon bi IBttoerbtrn tonnte noch feiner al5 endgültiger Rechner bestellt werden. Die Lösung, bas Amt dem Weniastr.ehmenden zu übertragen, hat höheren Ort- feine Gegenliebe gefunden, so daß sich der ®emeinberat Wohl erneut mit dieser Frage zu beschäftigen hat. Krcis Biidiitgci!. „T* Nidda, 6. Mat. Das seit einigen Jahren herrschende Bestreben, die gedämpften Farbtöne im Strahenbitd zu meiden und dafür ges ci tilgte Farbenpracht zu wühlen, macht in unterem Städtchen to eilt r c Fortschritte. Besottdrrs auf dem Marktplatz, den vier Häuserfronten, umfäumen, die auffälliaerweise alle mit ihrer Gtebelseite an den rechteckigen Platz hohen, -eigen die Häuser einen lebhaften Wechsel in den Farben. Das Mannte Moll' sch «, 'letzt Pfeiffersche Anwesen hat sich in diesen Tagen in ein weinrotes Gewand gehüllt, das von dunkelgrünen Läden unterbrochen ist. Die Farbenzusammenstelltmg, die recht belebend wirkt, wird bald Racheiferer linden. In den Dörfern, deren Häuser größtenteils Holzbauten mit Fachwert sind, trifft man nur vereinzelt lebhaftere Farbtöne. Das man auch in der wirtschaftlichen Lage begründet sein, die es melen nicht gestattet, an den äußerlichen Aufputz ihres Hauses denken zu können. ' Dauernheim, 6. Mai. Zu dem Bericht des „®ieß Anz." über die Strafkammersitzung vom 30. April gegen einen hiesigen Landwirt wegen beleidigender Aeußerungen gegen den Bürgermeister ist zur einwandfreien Klarstellung der Sachlage mitzuteilen, dah der angeklagte Landwirt in erster Instanz freigesprochen worden war, von der Straftammer aber zu 200 Mart Geldstrafe verurteilt wurde. e Hirzenhain, 6. Mai. Der Dach stuhl- br a n d im alten Swlosjereigebäude der hiesigen Eisenwerke ist scheinbar durch einen vom Schlackenberge geflogenen glühenden Schlackenspritzer verursacht worden. Irgendwelche Störungen im Werksbetriebe sind, wie schon berichtet, nicht eingetreten. .Kreis Schotten. ■ Schotten, 6. Mai. Gendarmerieoberwacht- tnelfter Schmidt, seither in Eichelsdorf, hat die Gendarmeriestatlon Nidda übernommen. — Der Niddatal-Sängerbund beteiligt sich am 6. Juni an der Fahnenweihe des Gesangvereins Orpheus Breungeshain. Als Massenchöre werden gesungen „Dem Vaterland«" von Abt und „Freiheit und Vaterland" von Stanz. • Gebern, 6. Mai. 3n der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde mitgeteilt daß eine Besichtigung des G e m e i n d e w a l d e s ein recht ungünstiges Ergebnis hatte. Dir Entwässerung vieler 6!c'Ien wird als unbedingt erforderlich erachtet, austerdem muh da- Riedgras in den Iungpflanzungen beseitigt werden. Viele Fichten, die auf feuchten Siellen- stehen, sind von einem Pilz (Hallimasch) befallen, weshalb ihre Entfernung aI8 notwendig erachtet wird Auch der Rüsseltäser wurde mancherorts festgestellt. SS wurde beschlossen, die Forstpflege bzw. die Obliegenheiten der zur Zeit unbesetzten Oe- meindeforstwartftelle den fürstlichen Forstwarten zu übertragen. Sin Gerneinderatsmitglled fragte an, wann mit den Arbeiten für das Kriegerdenkmal begonnen wird. Der Bürgermeister teilte mit, daß diese Arbeiten bis zum nächsten Jahr zürückgestellt werden müssen, da der Gemeinde die vom Staat Überwiesenen Steuerbeträge um eine Summe von etwa 5000 Mk. gekürzt wurden. Jedoch soll mit der SenfmalSanTane bereits im Herbst begonnen werden, sobald die elektrischen Leitungsmasten entfernt sind. — De: Bürgern e'ster lei t: außerdem mit. daß während des Sommers im Krankenhaus erholungsbedürftige Ferienkinder un'ergcbracbt werden können, womit sich der Gemeinderat einverstanden erklärte. x!x Harlmannsbain, 6 Mai. DaS Krrisamt Schotten gibt bekannt, daß hier die Mauk- und Klauenseuche amtlich fest'e- stellt worden sei, u.ad zwar, wie man hört, in fünf Ställen. Cs wird stark vermutet, daß die Seuche einneschledpt worden ist. Der Seuchm- ausbrnch ist um so bedauerlicher, al5 der Her - chenhainer Markt am 11. Mai au5 fallen muß und der Prämiierungsmarkt Gedern am 8. Juni auch stark gefährdet ist- Kreis Lauterbach. —Lauterbach, 5. Mai. Tine Bul - lenverfteigerung veranstaltete heute der Landwirifchaftstammer-AuSschuß für Oberhessen hier in Verbindung mit dem Schweine- unk> Rindviehmoril Zu dieser ersten diesiähri- Pien Dullenversteigerung waren 69 Bul- en gemeldet, aber nur 53 kamen zum Austrieb. Die Landwirtschaftskammer hatte wiederum alles getan, um den Markt zu heben und den Züchtern Absatzmöglichkeiten zu schassen: ein tüchtiger Auktionator war mit bestem Geschick bemüht, die Ware an den Mann zu bringen, und so wurden trotz allgemeiner Geldknappheit annehmbare Preise erzielt. Zur Versteigerung kamen nur Bullen Simmentaler Rasse (Hessisches Flockvieh genormt). 3m Durchschnitt tarn ein guter Dulle aus 700—800 Mark. Für beste Tiere wurden weit höhere Preise erzielt: obwohl der Markt bei weitem nicht so lebhaft war als in früheren Jahren. Der beste Dulle, gezüchtet von Otto Merlau (Dillertshausen), ging für 1540 Mark an die Gemeinde Rieder- Weisel über. Ein gleichwertiges Tier von Ioh. Dietz 2 (Billertshausen) kaufte die Ge- metube Ze l. für 1480 Mark. Das drittbeste Tier wurde von der Freiherr!. Riedeselschen Gutsverwaltung Sickendorf für 1100 Mark an die Gemeinde Weitershain abgelebt. Züchter Hch Schmelz 5 (Allmenrod) verkaufte für 1000 Mark an Gemeinde Elpenrod, Philipp Heinsacker (Billertshausen) für 920 Mark an Gemeinde Freiensteinau, Karl Stein (Elpenrod) für 940 Mart an Gemeinde Rimbach, Konrad Kircher (Angersbach und Karl Geiß (Windbausen) für je 920 Mark an den Landwirtscyaftskammer-Aus- schuß für Ober Hessen. Der eine Dulle kommt auf die Weide Zell, der andere auf die Weide Lauterbach. Wilhelm H a r n a ck (Zell) erhielt von der Stabt Alsfeld 850 Mari. Konrad Ort» wein (Angersbach) von bet Gemeinde Vadenrod 850 Mari, Andreas Feick (Reuters) von der Gemeinde Hüttengesäß 800 Qllart. — Der V i e stund Schweinemarkt waren gut befahren, der Besuch war gut, das Wetter recht günstig. Trotzdem war der Handel seht flau. Gezahlt wurden für Läufer 85 Mari, für Ferkel 45 Mark. 5 Wallenrod, 5. Mai. Der hiesige K rlege r o e r e i n kan in diesem Jahre auf ein 5 0 jähriges Bestehen zurückblicken. Mit der Jubiläumsfeier am nächsten Sonntag ist der Frühjahrsbezirkstag des Hassia-Bezirks Lauterbach- Schlitz verbunden. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Atzbach, 6. Mai. Schon seit Jlahren wurde hier lebhaft die Zusammenlegung der Feldmark erörtert, aber noch immer keine Entscheidung herdeigeführt. Erfreulicherweise ist nunmehr diese gemeinnützige Sache einstimmig beschlossen worden. Während meist hügeliges Gelände vorherrscht, ist der an der Lahn gelegene bessere Teil der Felder oft der Heberteßtoemmung ausgesetzt. Die Gemarkung umfaßt 847,70 Hektar, worunter 242 Hektar mit Wald bestanden ist. Kreis L mbnrst. WSR. Limburg, 6. Mai. Das dem Frei- Herrn von Düngern gehörige Schloß Dehrn nebst Wirtschaftsgebäuden unb umfangreichen Ländereien (insgesamt 140 Morgen Acker) wurde gestern im hiesigen Amtsgericht zwangsversteigert. Del der Ginzenlausbietung wurde auf das Schloß kein Gebot abgegeben, ebenso für rund die Hälfte der Aecker. Für die übrigen Liegenschaften betrug das Gesamtge - bot 7000 Mark. Dei *bem bann folgenden Gefamtausgebot war der Zentralwaisenfonds deS Regierungsbezirks Wiesbaden mit einem Angebot von 110 000 Mari Höchstbietender. Der Zuschlag wurde noch nicht erteilt Krei.4 Wrftcrburg WSR. Westerburg, 6 Mai. Ein hiesiger Gastwirt, der vorige Wochr in Saarbrücken bei Verwandten zu Bruch war, brachte von dort eine Dries taube mit. Diese liest er vormittags 10 ilßr hier auf steigen: u.n 2 ilßr nachmiiags war sie wieder in Saarbrücken. Tilttreis. bl. Sillenburg, 6. Mai. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung wnde beschlossen, von der Heranziehung der nach dem 31. März 1924 errichteten Neubauten zur g e - meindlichen Gtiindvermögenssteuer 21 b ft a n b zu nehmen. Der Stadtsäckel verliert damit eine Einnahme von ca. 1800 Mk. im Jahre. — Dem Kriegerverein wurde der P a r a b e p l a tz zur Errichtung be» Kriegerdenkmals zur Verfügung gestellt und 7000 Mk. Zuschuß angewiesen. — Es wurde bekanntgegeben, daß der Landesausschuh in den Etat für das Jahr 1926 825 000 Mark »ur Ausbesserung von Straßen eingestellt hab«. Darunter fällt auch die Landstraße von f) a i g e r nach 6 l h n , die mit Kleinpflaster versehen werden soll. bl. Herborn, 6. Mai. Gegenwärtig schweben Verhandlungen mit dem Ziele, auf dem Wester, wölb einen besseren Sonntags verkehr dadurch zu schaffen, baß man die Postkraft- wagen von Weitburg Nach Driedorf weit-r bis zu unserer Stadt fahren lasten will. Vorerst sollen Probefahrten ausgeführt werden, um fest- jufteUen, wie weit Interesse an der Einrichtung vor- Händen ist. Voraussetzung ist jedoch, daß die Stadt Herborn und die Gemeinden die volle Garantie für die nicht unerheblichen Kosten von etwa 100 Mark für eine Fahrt übernehmen. bl Breitscheid, 6. Mai. Bei der hiesigen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Stellvertreter, K. Bechtum, mit acht gegen sechs Stimmen gewählt. WSR. R i« der scheid, 6. Mai. In bet Sonatagnacht wurde hier m das Stations - gebäudeeingebrochen. Die Diebe drückten vvm Dahnsteig aus ehre Scheibe ein, öffneten dann eine Tür von innen und drangen ungehindert in die Räume. Drr vorhandene Darbestand der Fahrkartenausgabe, ungefähr 200011t, fiel den Dieben in die Hände. Kreis Vicdenkops. *Holzhausen b. Gladenbach, 6. Mai. llnfer Ort hat in feinem Straßenbild und in feinen hygienischen und DerkehrS- Sinrichtungen im Laufe der letzten drei Iahre eine wesentliche Verbesserung! erfahren. Die außerordentlich mangelhaften Straßen wurden in neuzeitlicher Weise hergerichtet: wobei die Gemeinde die alten Hand- und Spanndienste auf die Einwohnerschaft anwandte und dadurch zur billigen Heranschaffung der Materialien usw. gelangte. Gleichzeitig wurden die durch das Dorf füßrenben Gräben überwölbt und die nunmehr gedeckten Gräben zur Aufnahme der Kanalisationsrohre verwandt. Dei der Finanzierung kamen Mittel aus der produktiven Erwerbslofenfürforge sehr zustatten. Die Hausbesitzer ließen ihre Höfe und Gärten gründlich renovieren, so daß auch hierdurch mancherlei bauliche Llnschonheiten beseitigt wurden. Gekrönt wurde dieses Verbesserungswerk durch die Einrichtung der Postautoverbindung nach D'.edenkopf und Gladenbach und die kürzliche Errichtung eines Selbstanschlußamtes für den Fernsprechbetrieb. Alle diese Verbesserungen waren nur möglich durch einsichtsvolles Zusammenarbeiten von Gemeinde und Bürgermeister einerseits und Kreiswohlfahrtsamt andererseits. Anderen Gemeinden sei dieses Werk tätigen und vorwärtsstrebenden Bürgersinnes zur Rachahmung empfohlen. Maingau. Frankfurt a. M., 6. Mai. (WSR.) Vor einiger Zeit haben sich bei Klein-Steinheim verschiedene Beraubungen von Güterzügen ereignet. Während einer der beiden Tät-r sofort festgenommen werden konnte, gelang es dem zweiten, einem gewissen Peter Gunst, zu entkommen. Er wurde seitdem steckbrieflich verfolgt. Gunst hat sich gestern freiwillig beim Amtsgericht in Offenbach gestellt. Bad Homburg, 6. Mai. (WSR.) Die kurz vor dem Kriege für zweigleisigen Betrieb eingerichtete Strecke Bad Homburg— Friedberg wird seit einigen Zähren nur noch eingleisig betrieben, da leere Wagen da- eine Gleis zwischen den Stationen RoLbach und Friedberg verstellten. Wie verlautet, soll demnächst die Strecke wieder zweigleisig in Betrieb genommen werden. Gerichtssaal. Mo dpro;esr Meon. * Darmstadt, den 6. Mai. 3m ulten Iuslizgebäude am Maihildenplatz begann, trte schon kurz berichtet, heute vormittag die Schwurgerichts-Verhandlung g.-gen den te- Mordes angeklagten Studenten Josef M e o n aus Bensheim. Auf dem Platz vor dem Gerichls- gebäube standen Hunderte von Menschen, die den Mörder sehen wollten: ein starkes Polizeiaufgebot hielt die Ordnung aufrecht. Etwa eine Viertelstunde vor Beginn der Sitzung wurde der Angeklagte in den Saal geführt, dessen Zuschauerraum dicht besetzt war. Der Vorsitzende de- Gerichtes, Landgerichtsdirektor Dr. Heß, eröffnete die Sitzung. Vertreter der Anklage ist Oberstaatsanwalt Wün- 5 e r. Der Offizialverteidiger Rechtsanwalt Dr. Wolf gab die Erklärung ab, daß er diefeS Mandat niederlege, um als Privatrerteidiger tätig zu fein ES wurden hierauf die Zeugen und Sachverständigen aufgerufen, etwa 30 Zeugen: unter den Sachverständigen ist auch SanitätSrot Dr. Magnu» Hlrfchfeld, Berlin. Der Vorsitzende gab der Meinung Ausdruck, daß die schwergeprüft« Mutter MeonS nicht verhört zu werden brauet«, Vcrleidtgung und Anklage verhielten sich jedoch ablehnend. Der Angeklagte hat eine umfangreiche Verleid!- gungfchrift abgefaßt, deren Verlesung jedoch von dem Vorsitzenden abgelehnt wurde. Air dtejer Mcon aufforderte, seinen Lebens- und Bildungsgang zu schildern, brach der Angeklagte in Tränen aus. Er sprach andauernd in schluchzendem Tone unb so leise, Daß ihn her Vorsitzende mehrfach ermahnte, lauter unb deutlicher zu sprechen, wen Aussührunaest Meons war zu entnehmen, daß er während des Krieges Luftschiffer war. Er wollte ursprünglich Pharmazie studieren, wandte sich aber brr Chemie zu unb gehörte auch einer stubentischen Verbindung an. Der Vorsitzende fragte ihn, ob er auch studiert ober nur Stubent gespielt habe. Der Angeklagte bemerkte bazu, er habe wirklich studiert. In dem Wintersemester 1923 24, also in der Inflationszeit, begann Meons Derbrecherlaufbahn. Er begann mit Fahrraddiebstählen In der Technischen Hochschule in Darmstadt. Im ganzen gab der Angeklagte dreizehn Diebstähle dieser Art zu. Er will nur ganz geringe Beträge für die Räder erhalten haben, etwa 8 bis 20 Mk. Der Vorsitzende hob hervor, daß Meon wegen solch gerinqer Betriiae die Diebstähle gewagt batte, um die Mittel für seinen ausschwei- senden Lebenswandel zu erhalten. Er hätte ein anderes Leben anfangen und ehrlicher Arbeit nach- gehen sollen. Der Angeklagte erwiderte daraus, baß ihm dazu die Entschlußkraft gefehlt habe; er erklärte auch, baß ihn ber Damenverkeyr nicht viel gekostet habe. Weiter war ben Aussagen Meons zu entnehmen, baß er nach zwölf Semestern noch nicht bas chemische Dorexamen gemacht hatte. An ber Universität Frankfurt war er fünf Semester Immatrikuliert .wohnte aber [tänbig in Darmstabt. Aus die Frage des Vorsitzenoen, warum er denn nicht nach Frankfurt gezogen sei, gab Meon zur Antwort, daß er sich auch in Darmstadt hätte vorbereiten können. Auf die Frage, warum er bei seinen Gelbschwierigkeiten nicht bei seiner Mutter gewohnt habe, meinte er, bas wäre nicht billiger gekommen. Der Vorsitzende erwiderte darauf: „Sie wollten eben bas freie Stubentenleben nicht aufgebenl" Auf die Frage des Oberstaatsanwalts, worum ber Angeklagte ein Telephon gehabt habe, ermiberte dieser, es habe ja monatlich nur acht Mark gekostet; dazu bemerkte der Vorsitzende, baß Meon, schon um diesen Betrag aufzubringen, jeden Monat mindestens ein Fahrrad habe stehlen müssen. Das Telephon benutzte Meon, wie aus feinen weiteren Aussagen heroorgina, bei seinen dunklen GeIdgeschas - t e n während der Inflationszeit. Nunmehr kamen die Diebstähle von Mänteln unb Büchern in b e r Hochschule zur Sprache. Der Vorsitzende hielt hierbei dem Angeklaa- ten seine niedrige Gesinnuna vor, daß er seine Kollegen bestahl, die es besonders In ber Inflationszeit schwer hatten, bie Mittel für Ihr Stubium aufzubringen. Weiter schilderte Meon, wie er am 21. August o.3. die 27jahrige Anna Gillmann, bie aus Frankfurt nach Darmstadt gekommen war, hier auf dem Markte kennenlernte. Sie hatte ihn nach einem Hotel gefragt. Nach anfänglichem Zögern ging die Anna Gillmann mit in bie Wohnung Meons. Dort hat er ihr ein Schlafmittel gegeben. Es folgten bann längere Erörterungen unb Feststellungen über die Natur des Schlafmittels. - ----- ■ ■■ - - ------ ' I.J----m . J Pfi-reiiwtiOl® f BH®* es er Seil erdenklichen Heilen schätzt man die anregende 8; irknnff der SamiQe auf vie Kotshaut. von der it’H>raftiid)en unb zeitraubenden Verwendung reiner Kamillen ist man aber längst alwekommcn, seitdem in dem belanuien stopswafch- pi ki er ,, S ch a ii in p o ii mit dem schwarzen Stopf" mit Kamillenzusatz ein Mittel von angenehn ein, nromatiieben T njt geboten ift, da? die kr-ckl'gende jy Wirkung ber Kamille mit burd greifender Re n'iglmgekraft verbinbel unb dem Heien glanzende-, volle'- Aussehen verleiht. Tas rdite Fabrikat trägt j stels die wilt 'iite IchiibMarie „§chwarz-nl Kovf". Hcr».eller:HansSchwurzKepf,DerliniLahiem« LIEBIG Alles frei Haus. Holsteiner Kfise. $•200 St, Harzerkäse «5 9 Pfand Tilsiterf in St an io! c.05 Jk.t 9 Pluixl Holländer Fonnk -se 4 5 ,51 k la IT. Llrabnrßer ... <5.95 51h. E. Kapp, Altona 2‘20. (25 Oss Horfrsfor 'ut öie rinnet, m I o it .fon« UtlHClvl hirren^l. „Lubr< r"- Tvar- Ccl dimicrfonnc nciurbf. ?Riiormen Venen, wcldte Onbuttricnriiicn usw deiuch., ist nute Vertret gebot. Atnzeb an V. §ch'.iltz z- (5o.. Diifscldori 26. Egg Vertreter C.Klein n-rath,Gießen. Eich weg oiareais $> eizt. 3 tie jv-iMBCeeaflM&iar Mit Rotband x je Da/be/tt na/rwittbat^nicbtnbfirbende Fcrrö • ßohn erwachs \ir r"us$t»öden.Treppen -Sdk-.GPlAJJu LOCHER fchxjfrb QMl"4bJT ______________________________________2287ss „liärkoup“ 8/18-P. 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Qnmbubi zur ^erinnerlich drucks fihm, la Mrg und Entss Schwung und < nächst die ailgem von dieser gem Mge, und M , in ®Dn N. Dr. j, MtlW? % ! ^5 iege bar „Lai® l als ßcß5_un^ zur de. sein VA 5at: als J?n den Al 5 1860 emtrat Sj’IWti sstA** selbst ^.besuch ■ Oie 5P1 Vir leben SSwfe £t w*ul r*s •J!« ELa 6er BezirKsstellen- G Leiter gesucht Holz- und Bnu-Zeilung Submission»- u. Holzver- kaufs-Ar zeig er / Bauten* nachweis nach amtlichen Quellen Erscheintab 15. Mai In Frankfurt am Main Stein Holz Eisen Im Verlas Englert 4 Schlosser K? Erschien frCher (seit 1879) In Strassburg Vertreter ^g e s u c h t Am 10. Mai feiert der Diener der Israelitischen Religionsgemeinde Südanlage Benjamin Torrinski, Löwengasse 13 seinen 60. Geburtstag Wasch-Seide die grolle Mode! 4108a Oeffentliche Ausstellung (Igo 3«n sme der MfAea finitur. ■ ■ «SWW W G // Sonntag, den 9. Mai 1926, abends 8 Uhr, I■< a jfiK»M im Saale „gum Schwanen" in Lollar „unsere zanne o^n«. Vortrag mit Lichtbildern: Inge Hanne-Marie Magdeburg (Breiteweg 170 II.), 5. Mai 1926 41270 Konsumverein Sieden i. Umgeg Teieuhon 898 Der Vorstand 4034a laBinöBiußrW ...ä 4062c ia gußfleifd) ia weifUi ä ä Besichtigen Sie bitte unsere Schaufenster; prüfen Sie unsere Preise! Unerreichte Auswahl! Mehr als 50 verseh. Muster! Die Geburt einer Tochter geige'h'an Dipl.-Ing. Karl Strümpfe! und Frau Lotte geb. Ehleder Annahme verzinslicher Gelder An-u.Verkauf und Beleihung v. 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Ulfli im SülbslWea vmiosbaos zu (gießen Geöffnet: Samstag, von mittags 12 bis 6 Uhr nachmittags Sonntag und Montag, von vormittags 10 bis 6 Uhr nachmittags Am Sonntag, 9. Mai, vorm. 11 Uhr, findet in der Ausstellung em WnlWer MW M„MnM BntyjHeoe"^ ----------- Eintritt frei! ----------- <0050 Der Reichsverband Deutscher Dentisten e. D. Bezirksgruppe Oberhessen Herz & Co. Bankgeschäft Kontokorrent- und Scheckverkehr atm, WWU MW Betten, Am ni MMtn Mitwirlrende Vereine: Gießener Turnerschaft, Rasensportvereine, Reit- und Fahrklub, Boxklub, Radfahrer-Dereine. Mufikalische Darbietungen. Beginn: Samstag, den 8. Mai, abends 8 Uhr, in der Bolkshalle; Sonntag, den 9. Mai, nachmittags 2‘/2 Uhr, auf dem Universitäts- Sportplatz, anschließend 4*/3 Uhr, in der Dolkshalle. ?!^"»preis für sämtliche Veranstaltungen: Mk 1.-. Vorverkauf (Schluß 8. Mai. l Uhr) 80 Pf Dorverkaufsstellen: 1 Sporthaus Schwan, Mäusburg; 2. Sport- Haus Schneider, Neuenweg: 3. in sämtlichen Geschäften der Firma Wilh. Möser- 4. Zlgarrenhaus Loeb, Bahnhofstraße. Studentenkarten nur bei Herrn Sekretär Ritter m der Universität: 50 Pf. Voranzeige: Schwimm- und rudersportliche Veranstaltungen Ende Juni. 4050V Die Giehener Turn- und Lportvereine. Palast-richtspiele Bietzen (Lahn) Uurn- und Sport- Werbefage in Ssßsnl Samstag, den 8. Mai, und Sonntag, den 9. Mai finden in Bietzen in der Dolkshalle und auf dem Univerfitats- Sportplatz Turn- und Sportwerbeveranstaltungen statt. Es sind hervorragende Leistungen zu erwarten in 1 7C Preislage I ■ TW per m M. 3.50, 2.50, Io | U Salomon Schulstraße Nontag, den 10. Mai 1926 ! 'lnfang 4.15 und 8.15 Ende 6.15 und 10.15 Einlaß 3 30 und 7.30 Deutsche Heimat Filme 1. Nordsee 2. Im Riesengebirge 3. Der Oberharz Presfe-Stimmen. ,«Chemnitzer Neueste Nachrichten". Jn den Kammerlichtspielen wurde am gestrigen Sonntag vor vollständig ausverkauftem Hause eine Filmvorstellung geboten, die Unterhaltung und Belehrung zugleich war, und im Interesse der Besucher wiederholt werden sollte .... Besonders die Studien von der Nordsee mit ihrem Wattenmeer und den Halligen boten viel des Interessanten, zumal sich die Aufnahmen auch auf die Lebewesen der See erstreckten. Vom Harz und Riesengebirge bekam man viel Winterschönheit zu sehen. „Cuxhavener Tageblatt". Besonders dringend möchten wir diesmal den grundsätzlichen Gegnern des Filmwesens einen Besuch dieser Filme empfehlen. „Harburger Anzeiger". Das Theater war fast ausverkauft, und mü lebhaftem Interesse wurden die durch belehrende Dorträge ergänzten Vorführungen verfolgt. Oftmals hörte man die begeisterten Ausrufe, daß die liebe Heimat schön sei. Und es wurden auch wirklich prächtige Aufnahmen von der Nordsee gezeigt. - Märchenhaft waren die Bilder aus dem Harz, entzückend die Winterland- ! schäften aus dem Riesengebirge . . . ,,Zwickauer Zeitung". Hoffentlich erleben wir bald wieder eine derartige Vorführung .... „Oberhefsische Zeitung". Zu wünschen wäre es, wenn der Film wegen all dem Intereffanten, das er bietet, eine Wiederholuna erfahren würde. „Weser-Zeitung". Am Sonntag vormittag wurden im „Lichtspielhaus" zwei Filme gezeigt, die besondere Bedeutung bean- ' spruchen dürfen..... | „Bremer Nachrichten". Was ist des Deutschen Vaterland? - Freudig kann man jede Bestrebung begrüßen, di« dazu beiträgt, im I deutschen Volke die Liebe zur und die Freude an der i Heimat zu vertiefen..... „Mindener Zeitung". Jeder Freund der Wissenschaft und jeder Naturfreund wird beim Ansehen dieser Filme volle Genugtuung finden. I „Magdeburgifche Zeitung" ... hatten erfreu- I licherweise eine starke Anziehungskraft ausgeübt. Mit einer lustigen Fuchsjagd im Brocken- und Bruchberg- । gebiet, die viel Heiterkeit erregte, schloß die Deran- | staltung, die ganz dazu angetan war, die Liebe zur | Heimat und zum schönen Harz zu stärken. z» 9nl).: Paul Seiffort 17 Neuenweg 17 Nach vollständiger Renovierung !! wieder eröffnet!! Groge Auswahl in Tafel - Schokolade, Pralinen, Nougat, Marzipan, Fondant, Bonbons, Keks, Waffeln und rheinischem Zwieback. Aufiuf! Wir bitten unsere verehr! Mitglieder, für den am 13. Mai d. Js. (Himn.elfahrttag) ftaiifinöenben Kindersestzug, anläßlich unseres Jubiläums, in der Delteilungsftelle die Zahl der fich beteiligenden Kinder anzugeben. Für die angegebene Zahl der Kinder erhalt das Mitglied je Kind eine Karte, welche beim Kinderfest für eine Brezel bestimmt ist. Die Meldungen muffen spätestens Montag, den 10. Mai, mittags 12 Uhr erfolgt sein. Auf Fahnen, Brezeln und Lampions haben nur Kinder, welche sich am Festzug beteiligen, Anspruch. Mit genossenschaftlichem Kruh! ■K M W» Größte Auswahl. Marte Hammer M oon Dif. 15.— an -Ur TenniSichubc von ML L— an S-W/ iYik Tennisschube, echte amerikanische^ mit Crepe-Loble 3±:S+L A von ML 950 an '353' [ Bälle V0N Vik 2 S5 0N X Spanner, Lacke, äHffiX / \ Qele niw., Plaste» ■^3 ,A'- und Netze, l/v Reparaturen u. Neu- Y2_ bespannen tachmähig M rrS>» in einener Werkstatt innerbatb 24 Stunden Aug. Kilbinger Seltersweg 79 38650 Telephon 222 Hervorragend in Qualität und dennoch billig Im Preis sind die von mir geführten Damen-, Herren- und Kinderschuhe jeder Art vom einfachsten bis zum elegantesten bei reicher Auswahl Alleinverkauf der Marke S-H der Schuhfabrik Herz A.-G., Frankfurt a. M. 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Dem starren Systme der Haltungsübungen, der dauernden An- * fpnnnung der Muskeln, dem Geräteturnen in gezwungener Haltung,ebenso der einseitig auf Spezialistentum eingestellten Körperausbildung des Sports hat die gleichzeitig von den verschiedensten Seiten in Deutschland eingedrungene Gymnastik, wenn wir die moderne Grundform der Leibesübungen einmal jo nennen wollen, ein Ende bereitet. Harmonische Durchbildung des ganzen Körpers, seiner edlen Organe ebenso wie aller Muskeln und Gliedmaßen, ist ihr körperliches Ziel. Wertvoller noch als dieses ist die Erfüllung des Menschen mit innerlichen Wer- ten durch eine systemoolle Kultur des Körpers. Wir sollen wieder Freude an ihm gewinnen, sollen lernen, ihn^wirklich zu einem Ebenbild Gottes zu formen, wir sollen ihm eine Sprache geben, die den Ausdruck und die Gedanken der ihm innewohnenden Seele wiederspiegelt. Die moderne Gymnastik gibt unserem Körper den schon verlorengegangenen Rhythmus wieder. Gestaltungskraft und Ausdrucksbewegung äußern sich naturgemäß verschieden. Der männliche Rhythmus drängt nach Angriff, nach Kraftentfalturg, der weibliche nach Anmut, nach Tanz. Grundübungen bauen diese Körperbildung, die zur Verinnerlichung und zur Gestaltung des Ausdrucks führen, langsam und harmonisch auf. Spannung und Entspannung, Lockerung und Dehnung, Schwung und Sprung und Stoß erarbeiten zunächst die allgemeine Kräftigung. Dann trennen sich, von dieser gemeinsamen Grundlage ausgehend, die Wege, und jeder geht dorthin, wohin ihn die innere Sprache feines Körpers führt. Dach das Ziel bleibt das gleiche: Freude am Natürlichen, an Licht und Luft, Streben nach innerer, harmonischer Kultur des ganzen Menschen, nicht nur des geistigen. So entwickelt sich eine Sprache des Körpers, die reich ist wie die der Musik, viel reicher als die des Wortes. Der Statt zur Deutschen Huhballineisterschast. Nachdem mit dem letzten Spieltag in allen sieben Landesverbänden des Deutschen Fußballbund s d-e zur Teilnahme berechtigten Vereine ermittel*, sind, wird am 16. Mai die Deutsche Fußball- meister schabt mit der Vorrunde eröffnet. Im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen nur die Der- banostneister und der Titelverteidiger teilnahinebe- rechnet waren, sind bei den diesjährigen Kämpfen um die höchste deutsche Fuhballwürde, wie im Vorjahre auch, 16 Mannschaften zum Start zugclasscn. In den nach Pokalart ausgetragenen Kämpfen scheidet immer der jeweils unterliegende Verein aus. Ge- mäßig ihrer ziffernmäßigen Stärke stellen Süd- und Westdeutschland je drei, die anderen Verbände also Mittel-, Nord-, Nordost-, 6üoftbeutfd)lanb und Ber- lin je zwei Bewerber. In den im September des Vorjahres gestarteten Verbandskämpfen haben folgende Vereine die Teilnahmeberechtigung erkämpft: Süddeutsch- land: F. C. Bayern - München, Sp.-D. Fürth, Frankfurter F. D. (ber mit hoher Wahrscheinlichkeit den ihm noch fehlenden Punkt im letzten Spiel herausholen wird); Westdeutschland: D. f. R. Köln, B. D. Altenessen, Duisburger Spielverein; Mitteldeutschland: Dresdener Sport-Club, Fortuna-Leipzig; Norddeutschland.- Holstein- Kiel, Hamburg. Sp.-D.; Berlin: Hertha—BSC., Norden—Nordwest; Nordostdeutschland: V. f. B. Königsberg, Stettiner Sport-Club; Süost- d e u t s ch l a n d : Victoria-Forst, Breslau 08. Die zuerst genannten Vereine sind Meister ihrer Verbände bis auf Hertha-BSC. und Victoria-Forst, die am kommenden Sonntag noch je ein Spiel auszutragen haben, besten Gewinn aber sicher ist. Don^ieser ausgewählten Schar finden wir manchen erstmals im Kampfe um den höchsten Titel, andere wiederum knüpfen schöne Erinnerungen an die Endkämpfe früherer Jahre. Erstmals finden mir eben füb- und westdeutschen Meister, Bayern-München und D. f. R. Köln, weiter Fortuna-Leipzig und B. D. Altenessen. Dagegen sind Fürth und Holstein schon in früheren Jahren Deutsche Meister gewesen; Lpieloereiniguna Fürth 1914 und Holstein- Kiel 1912. Im Jahre 1910 standen die Kieler ur. Schlußspiel, unterlagen aber gegen Karlsruhe 0:1. Aehnlich erging es dem Berliner Meister Henha, der 1906 in der Vorschlußrunde gegen den Meister D. f. B. Leipzig unterlag, und dem mitteldeutschen Meister, Dresdener Sportclub, der 1905 in der gleichen Runde gegen den späteren Deutschmeister Union-Berlin den kürzeren zog. Hervorragend mit der Geschichte der deutschen Fußballmeisterjchaft verknüpft sind die Namen des 1. F. C. Nürnberg, der viermal Meister wurde, des D. f. B. Leipzig, ber dreimal Sieger blieb und von Victoria-Berlin, die den Enderfolg zweimal davontrug. Je einmal Deutscher Meister wurden weiter Union-Berlin, Freiburger F. C., Phönix-Karlsruhe, Karlsruher Fußballoerein, Holstein-Kiel, Spieloereinigung Fürth und der Hamburger Sportverein. Die am 16. Mai stattfindende Vorrunde hat durch das Los folgende Zusammenstellung gefunden: In Köln: D. f. R. gegen Norden-Nordwest- Berlin, Schiedsrichter Tölke - Hannover. In Breslau: Breslau 08 gegen Dresdener Sport-Club, Schiedsrichter Zander- Berlin. In Kiel: Holstein-Kiel gegen Stettiner Sport- Club, Schiedsrichter Di a i f ch - Berlin. In F ü r t h : Spielvereinigung Fürth gegen Victoria-Forst, Schiedsrichter Zimmermann- Leipzig. In Berlin: Hertha-BSC. gegen D. f. B. Königsberg, Schiedsrichter Kroll- Breslau. In Leipzig: Fortuna-Leipzig gegen Bayern- München, Schiedsrichter Bartels- Köln. In Frankfurt a. M.: Frankfurter Fußball- Verein gegen B. D. Altenessen, Schiedsrichter Hille- Leipzig. In Duisburg: Duisburger Spieloerein gegen Hamburger Sportverein, Schiedsrichter Müller- Beiertheim. Als Favoriten für die Deutsche Meisterschaft starten Bayern-München, Sp.-D. Fürth. Dresdener Sport-Club, Holstein-Kiel und Hertha-Berlin, deren Mannschaften in ihren Verbänden überragende Leistungen gezeigt haben. Die Sieger der Vorrunde treten, durch Auslosung aufs neue gepaart, am 30. Mai zur zweiten Vorrunde an. Die Zwischenrunde steigt am 6. Juni, ber Entscheidungskampf geht am 13. Juni vor sich. Giehener Turner als Bewerber für Köln. ch Die Gießener Turne rschait versucht, ihre Desten zu den Deutschen Xampfipielen zu schicken; doch der Wille ist in diesem Falle nicht allein entscheidend. Die für die Kämpfe in Köln in Betracht kommenden Turner oder Turnerinnen müssen zuerst eine Vorprüfung bestehen. Für die Mittelrheiner findet dieses Ausschei - dungSturnen am kommenden Sonntag in Mainz statt. Don der Gießener Turnerschaft treten zu diesem Prvbeturnen an: Karl Reuter vom Turnverein 1846, Elfriede Münich vom Turnverein 1846, Paula Hofmann vom Männer-Turnverein. Die Aussichten, in Mainz erfolgreich bestehen zu können, sind für den einzelnen bei der zu erwartenden großen De- teiligung nicht gerade gut zu nennen. Turner Venter wird sich wohl ohne große Mühe die Berechtigung zur Teilnahme erkämpfen, doch den beiden Turnerinnen steht ein harter Kampf bevor. da von dem großen Mittelrheinkreis nur 13 Turnerinnen in Köln zum Kampfe antreten dürfen. Unsere Gießener gehen zwar gut gewappnet zum Ausscheidungsturnen, doch, wie jedem Einsichtigen bekannt, spielt das Wörtchen „@Iücf“ eine nicht unbedeutende Rolle. Hoffentlich gehören unsere Bewerber mit zu denen, die sich am Sonntag auf Grund ihrer Leistungen das Recht erwirken, bei den 2. Deutschen Kampfspielen in Köln mitkämpfen zu dürfen. Gau Hessen bern IJ J« W imma »»W »lag ’mmer wieder Ä du MH %Manbbeutfäi "tretung jyjer Wieders "?ben der } »°"den auch ^hörige der ^30>* s.miu! gäa ”°.r Obreren; ~°9t um ein, ■’S fr 4* 4‘er 3ei ,77° ®"r-1« » 83 Nlchs 'er der ml 'M* W? i hsfjn-! "as ^spS5, ei srK »5* die di» m ?r!a> 3?r D'4ftr w-e iwK'Cs ?n,räffunfl ,et d der AegTH>.°br lPre^en ? 1 der ich 135 130,5 153' 81 105,5' 126,5' 125.5 69,12 75,5 150,6* 80 80 105,2* 99 144,7* 65,25 64,75 153,5* 80 135* 133.5' 131,5* | 129,7' 48.5 ! 98 70 । 85 36,5 129 51,5 111,7* !105,7* — 99,5* 144,5* 64,25 64,75 1133,7 1129,2' 150 105' 125,25 125 90 120.25 92,25 106 7*5 die in größeren Beträgen aus dem Markt genommen wurden, die Führung hatten. Kursmäßig waren Kohlenaktien am schärfsten befestigt. Rege Umsätze vollzogen sich auch in den Aktien der I G.- F a r b e n , die um 2 Prozent höher ein» eßten. Ferner wurden Kaliaktien lebhaft umgesebt und zogen im Kurse an. Im übrigen stagnierte das Geschäft. Zur Zurückhaltung mahnte das Fehlen des Publikums und die innerpolitische Lage. Schwächer notierten olle Freigabewerte, ha-'^tsächlich Schisfahrtsaktien, da eine 91,5 60 53,5 97,5 99,5* 115 129 131.25 38 50,5 78 93,5 95,5 60.25 150* 105,2' 125.9* 125* 121* 109 6,95 111,2* 105* 99* 144* 65 63,12 91,75* 59 53,12 96.9' 99* 115,1* 128.7* 131* 37,5 50.5* 77.5* 92.9 93 91,75 54, r 98.12* 100,7' 109 131' ' 132 37.9 52* 1 79 94,5 94.25 40,5 107,5 84,5 35,5 130,5 51.5 61 150,5* 79 64 78 112 111,5* 105,75 100 99 144,5 63 62 28.5 38 60,25 53,25' 98* 101,5' 108,7' 1.30,5 tag brachte keinerlei Veränderung in k" bisherigen Situation. Das Geschäft beschränkte wiederum nur auf einige Spezialwerte, von lenen Kohlenaktien, auf Gerüchte über größere Auslandabschlüsse, und Elektroakti'en, Berliner Börse. Berlin, 7. Mai. Der heutige Börsen- lcuiLmLadungen. Die älmsatztätrgteit für 3ntanb- material bleibt aber gering, auch Offerten treffen nur matt ein. Auch Roggen folgt der allgemeinen Entwicklung, wenn auch eine gewisse Llniicherheit nicht verkennbar ist. Der noch in dieser Woche zu erwartende Saatenstandbericht wird infolge des fehlenden Regens und der immerhin recht kalten Witterung, als nicht sehr günstig voraus- gesehen. Das Mehlgeschäft ist sehr still geblieben. Gerste und Hafer nur sehr mäßig offeriert und hoch gefordert. Futterartikel ruhig. 3m Zeitgeschäft waren die gestrigen Schlußkurse für Weizen und Roggen durchweg 1 Mk. höher. Es notierten per 1000 Kilo: Weizen, märk., 292 bis 295; Roggen, märk., 173 bis 179; Sommergerste 193 bis 207; inländische Gerste 172 bis 188; Hafer, märk., 191 bis 201; per 100 Kilo: Weizenmehl 36,75 bis 39,50; Roggenmehl 25 bis 26,50; Weizenkleie 11 bis 11,20; Roggen- kleie 11,75 bis 12; Diktoriaerbsen 29 bis 39. 4°/o Zollturken 5% Goldmcrikan« Berliner Handelsgesellschaft (Sommer;- und Privat-Bank Darrnst. und Nanonalbank Deutsche Bank . Deutsche DereinSbank ■ . Disconto CommanVil MetaUbank . . . Mitteldeutsche Treditbank Ocsterreichische Creditanstalt Wcstbank . . . Bochumer (Suh BuderuS Laro . . Demsch-Luxemburc, . . . . Gelsenkirchener ticrarocrfe . Harpencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben . . . Kaliwerk Westeregeln. . . * , Laurahütte ..... Oberbedarf . Phönix Bergbau Rheinstahl ...... Riedeck Montan Tellus Bergbau Hamburg Amerika Pake». . . Norddeutscher Llovd . . Lheramische Werke Albiu . . Zementwerk Hctvelbero . . vhilivv Holzmano . . . Anglo-Lont.-Guano . . . . Chemische Mayer Alapin . . ^G.^arbenindnstrie, A.-G- Holzverkohlung . . . . .'\ ’ RütgerSwerke Echeideanstalt «lla. ElektrUttStS-Gesellschafi Bergmann Malnkraftwerke Schuckert . . , Siemens & Halske .... Adlenverk? Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenfiaed' ...... JJ/eanin. . .... Motorenwerke Mannheim frankfurter Armaturen onservenfobrik Braun Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union A--G Schuhfabrik Herr . . Sichel . . ... Zellslon Waldhos .... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waabäusel Wirtschaft. * Erhöhung der Wertpapier-Be- leihungsgrenze bei der Preußischen Staatsbank. Die Preußische Staatsbank (Seehandlung) erhöht im Rahmen ihrer allgemeinen Beleihungsgrundsätze mit Wirkung vom 5. d. M. ab die Beleihungsgrenze für die bei der Reichsbank beleihbaren Goldpiandbriefe von 66,66 Prozent auf 75 Prozent. * Handel und Gewerbe im April. In den Monatsberichten der Preußischen Handelskammern wird festgestellt, daß in der Wirtschaft die Wie- dergewinming normaler Verhältnisse auch im Monat April Fortschritte gemacht hot. Dies trat auf dem Kapitalmarkt am stärksten hervor, während die Lage des Arbeitsmarktes sich noch nicht wesentlich bessern konnte. Auch die starke Aktivität in der Handelsbilanz im März 1926 von 240 Millionen kann als ein Zeichen fortschreitender Gesundung angesehen werden. Doch gibt die Lage des Bergbaus und der eisenschaffenden, wie vor allem der eisenverarbeitenden Industrie immer noch zu Besorgnissen Anlaß. Hier sind die Gründe im wesentlichen im Ausland zu suchen (englischer Bergbau, französische und belgische Währung); doch machen sich sowohl in Frankreich und Belgien, wie auch in Italien und Amerika Anzeichen für das Abflauen der Konjunktur bemerkbar. Mit Dänemark und Portugal konnten Meist- begünstigungsverträge abgeschlossen werden. Die Verhandlungen mit Spanien, Japan, der Türkei, Oesterreich und Schweden nahmen ihren Fortgang. Der neue Abschluß der Kalioereinbarung verstärkte das internationale Zusammenarbeiten."" Beachtung fand auch der Abschluß einer amerikanischen Anleihe von fünf Millionen Dollar auf ein Jahr zum Zinssatz von 5ß Prozent seitens der Stadt Hamburg und läßt zum erstenmal erträgliche Zinsbedingungen des Auslandes erkennen. * Peters Union A.-G., Frankfurt a. M. In der ordentlichen Generalversammlung waren 23 ' Aktionäre erschienen, die ein Aktienkapital von 4 072 280 Rm. Stammaktien und 160 000 Rm. Vorzugsaktien vertraten. Die Versammlung genehmigte debattelos sämtliche Punkte der Tagesordnung und wählte die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder wieder. Der Reingewinn von 1 018 686,97" Rm. kommt wie folgt zur Verteilung: 8 Prozent Dividende auf die Stammaktien, 7 Prozent Dividende auf die Vorzugsaktien, je 100 000 Mk. auf eine besondere Rücklage und eine Dividendenrücklage, je 50 000 Mk auf Arbeiter- und Angestelltenunterstützungsrücklage. Der Rest von 227 486,97 Mk. wird auf neue Rechnung vorgetragen. Die Geschäftslage wird auch in den bereits verflossenen fünf Monaten des neuen Geschäftsjahres als günstig bezeichnet; insbesondere haben die Reifenlieferungen für Omnibusse und Lastkraftwagen und der Äuslanderport beträchtlich zugenommen. ' Kabelwerk Rossau A.-G., H a i g e r (Dillkreis). Die Gesellschaft, die zur Zeit über ein Aktienkapital von 475 000 Rm. Stammaktien und 5250 Vorzugsaktien verfügt, beabsichtiot eine Erweiterung ihrer Kapitalbosis. Der zum 28. Mai anberaumten ordentlichen Hauptversammlung wird nämsjch die Erhöhung des Aktienkapitals durch Aus- Verzögeruug in der Beratung der Freigabebill in Aussicht stehen soll. Sonstige Kursbewegungen hatten einen individuellen Charakter. Bei verschiedenen dioidendenlosen Papieren waren Abgaben zu verzeichnen, die auf die Kurse drückten. So gaben u. a. Oberkoks 3 Prozent nach, da verlautete, daß voraussichtlich keine Dividendenausschüttung stattfindet. Wie wir hören, findet die Bilanzoersamm- lung jedoch erst in der zweiten Hälfte des Mai statt. Im Devisenverkehr waren die w e st l i ch e n Frankenoaluten nach den bisherigen Rückgängen leicht erholt. Paris gegen London 153,50, Brüssel gegen London 155,75. Dagegen bröckelten Warschau und Mailand etwas ab. Am Geldmarkt ist das Angebot eher stärker geworden. Tagesgeld 4 bis 6 Prozent reichlich angeboten. Monatsgeld 5 bis 6 Prozent. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Letzte Nachrichten. Die Amerikaner in Bad-Nauheim und Bad-Homburg. LSR. Frankfurt a. M. 6. Mai. Rach dem Empfang im Römer unternahmen die amerikanischen Hoteliers einen Besuch der Badeplähe R a u h e i m und Homburg. In Bad-Äauheim hatte es sich der 74jährige Staatspräsident von Hessen, Ulrich, nicht nehmen lassen, die Gäste im Ramen der hessischen Regierung und der Bad- und Kurverwaltung zu begrüßen. Der Weltverkehr habe lange unter der Rot der Zeit schwer gelitten. Aber immer mehr fielen die äußeren und inneren Schranken. Auch im Bölkerleben werde es Frühling werden. Eine starke Stühe für diesen Optimismus sei der heutige Besuch prominenter Bertreter eines Berufes. dessen Feld die Welt sei, und der deshalb ganz wesentlich berufen sei, die zerrissenen Fäden des Völkergewebes wieder aufzunehmen. Don außerordentlicher Herzlichkeit getragen waren die Worte des amerikanischen Vertreters Lee bei dem Essen im Grandhotel Ieschke. Sie seien von dem Empfang mehr als zufrieden. Sie verständen die Sprache, die die Deutschen sprechen: tlt Sprache der Are^»schg§1. Sie üb ^brächten die Grüße von Tausenden von Amerikanern und würden ihrer-eits nunmehr von der zu Herzen gehenden freundschaftlichen Oluf nähme in Deutsch- land berichten. Der Bürgermeister von Bad- Ranheim, Dr. K a y ß e r, hob hervor, wie besonders die Badestädte berufen seien, an dem gegenseitigen Verstehen der Völker mitzuarbeiten. Am Rachmittag statteten die amerikanischen Gäste der Stadt Homburg noch einen kurzen Besuch ab, wo sie von Bürgermeister Dr. E b e r l c t n und Stadtrat Schlotter als Vorsitzenden der Kurverwaltung ebenfalls mit warmen Worten begrüßt wurden. Rachdem der Tee auf der Terrasse des Kurhauses eingenommen war, wurde die Rückkehr nach Frankfurt a. M. angetreten, wo die Gäste noch einer Festvorstellung im Opernho-use beiwohnten und dann einer Ein- ladung des Magistrats zu einem deutschen Bierabend im Römer folgten. Generaldirektor Gott- l o b vom Frankfurter Hof nahm hierbei Ge- legenheit, den amerikanischen Kollegen ein Herz-« liches Willkommen namens der Frankfurter Hoteliervereinigung zuzurufen. Stadtrat Meck- b a ch hieß dann im Ramen der Stadt die Gäste in herzlichen Worten nochmals willkommen und streifte in kurzen Worten die historische Vergangenheit des Römers. Hierauf folgte ein geselliges Beisammensein. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 7. Mai. Tendenz: Fest. — Die Börse eröffnete bei angeregtem Geschäft in fester Haltung. Arn Terminmarkt standen Elektro- und Farbenwerte im Vordergrund des Interesses. Das Hauptgeschäft wandte sich hier I. G. Farben und Siemens & Halske zu. Von Montanwerten waren Harpener bevorzugt und gingen 1,5 Prozent höher. Bankaktien lagen leicht gebessert. Schiffahrtsaktien bewegten sich auf dem Niveau des Vortages. Im variablen Verkehr konnten Daimler & Sieger leichte Besserungen erzielen. Zuckeraktien waren gut befestigt. Auch Der Markt der heimischen Renten und Pfandbriefe konnte von der festen Strömung profitieren. Der Freioerkehr hatte nur geringes Geschäft. Benz 71, Growag 58, Ufa 52,5, Frankfurter Handelsbank 62,5 Prozent. Fest und lebhaft wurden Ufra mit 80 Prozent gehandelt. Im weiteren Verlaufe w-r die Börse Schwänzigen unterworfen. Nur Montan- und C h e m i eroerte erzielten neue Gewinne, während die übrigen Märkte leicht abbröckelten. Schiffahrtsaktien minus 0,5 Prozent. Am Geldmarkt hält die Flüssigkeit an. Tagesgeld 4 Proz, Monatsgeld 5 bis 5,25 Prozent. Im Devisen v.e r k e h r waren Paris und Brüssel leicht gebessert. Paris gegen London 155, Brüssel gegen London 158. Das englische Pfund war mit 4,85? gegen Kabel gleich falls befestigt. Die Reichsmark wird unverändert mit 4,199 gegen Kabel gemeldet. rauksurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Mai. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer. 30; Roggen, inl., 19.25 bis 19.75; Sommergerste für Drauzwecke 22.50 bis 24.75: Hafer, inl.. 22.75 bis 23.50; Mais (gelb) 18: Weizenmehl, inl., Spezial 0, 42 bis 42.50: Roggenmehl 28.50 bis 28.75; Weizenkleie 9.50; Rvggenkleie 11. — Tendenz: Stetig Berliner Produktenbörse. Berlin, 6. Mai. Die Tendenz gestaltete sich im Berliner Produktengeschäft nach der rückläufigen Bewegung an den beiden letzten Tagen wieder etwas freundlicher. Das Riveau erfuhr für Weizen wie auch für Roggen eine leichte Steigerung, und zwar für erste Getreidearten wohl in llebereinstimmung mit festeren Ausgabe uan weiteren Vorzugsaktien im Betrage von bis zu 250 000 Rm. vorgeschloaen. * Friedrich Krupp A.-G., Essen, Abteilung Zeche Hannover, Bochum. Die Verwaltung teilt mit, daß auf Zeche Hannover l und II infolge Flözbrandes 300 Arbeiter zur Entlassung kommen müssen. * Deutsche Erdöl- A.-G., Berlin. Wie wir erfahren, ist in der Aufsichtsratssitzung beschlossen worden, der demnächst einzuberufenden ordentlichen Hauptoersamlung die Verteilung einer Dividende von 4 Prozent vorzuschlagen. * Bergmann-Elektrizitäts-Werke, A.-G., Berlin. Der Aufsichtsrat genehmigte die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 1925. Einschließlich des Vortrages aus 1924 von 621 330 Mk. beträgt der Bruttogewinn 8 384 074 Mark (im Vorjahr 6 937 082 Mark). Nach Abzug der Handlungsunkosten der Zentralverwaltung sowie der 'Abschreibungen verbleibt ein Ueberschuß von 6 257 636 Mark (5 301 256). Hiervon wird mehr als die Hälfte durch Steuern, nämlich 2 751 864 Mark (2 368 664 Mk.) und soziale Lasten, nämlich 906112 Mark (661 261 Mark) verbraucht. Aus dem Nest von 6 Proz. (i. V. 5 Proz.) auf das Aktienkapital tz 599 659 Mark (2 271 330 Mk.) soll eine Dividende von 33 Mill. Mark verteilt und 619 659 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden. (Hauptversammlung nm 3. Juni.) Börsenkurse. £abee bemrnit die dortige Automobilwoche, in deren Rahmen das Hohe Wurzelbergrennen und das Nerobergrennen zur Entscheidung kommt. Der Gau Sachsen-Anhalt des A. D. A. C. veranstaltet seine Zuverlässigkeitsfahrt „Quer durch Mitteldeutschland". Der Große Preis Der Hansastädte, eine 24-Stunden° Ohnehaltfahrt durch die Lüneburger Heide, veranstaltet der Bremer Motorsportclub. Eine Motorrad-Zu- verlässigkeitssahrt „Rund um Anhalt" wird durch die Landesgruppe Mitteldeutschland mit Start und Ziel in Magdeburg zur Durchführung gebracht. Die sächsischen Motorfahrer versammeln sich zur zweitägigen Zuverlässigkeitsprüfung der Landesgruppe Sachsen des D. M. V., die ihren Start in Plauen und Ziel in Leipzig hat. Der Bänder M. u. A. C. sieht eine Zuverläffigieiksfahrl mit eingelegtem Flachrennen vor. Die Düeldorfer M. C. veranstaltet die Motor- rad-Zuverläffigkeitsfahrt durch das Rheinland. Radsport. Als eins der 8 Berufsfahrerrennen in Deutschland kommt die Fernfahrt „Rund um Köln" durch den B. D. R. zum Austrag. Weitere Fernfahrten sind: Rund um Schweinfurt, der Straßenpreis von Off um, Kottbus—Görlitz—Kottbus, die Bayerische Achterfahrt, der Große Opelpreis der Pfalz, Dresden- Leipzig—Dresden. Großer Mifastraßenpreis von Bayern, Trier—Koblenz—Trier, der Kleine Kometpreis der Stadt Hannover. Der deutsche Amateurmeister Oszmella startet erstmalig in England. Die Berliner Olympiabahn bringt Dauerrennen mit So wall, Saidow, Wittig, Krupkat und Brünier. In den Fliegerrennen ist der Franzose Court am Start. Weitere Bahnrennen finben in Düsseldorf, Aachen, Köln imb Barmen statt. Turniersportliche Veranstaltungen sind dos Breslauer Turnier des Schlesischen Kartells für Pferdezucht und -Sport, das Stuttgarter des Schwävifchen Reitervereins (breifätgig), außerdem in Königsberg, Hollenstedt, Gronau, Telgte, Quakenbrück u. a. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Gottesdienst der isr. ReligionSgesellschast. Sabbatfeier, den 8. Mai 1926. Freitag abds. 7.20, Samstag vorm. 8.00, nachm. 4.00, Sabbatausg. 8.45. Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 7.00. Büchertisch. — Sa 5 j weite Schaltungsbuch, 50 et= probte Radioschaltungen zur Selbstanfertigung von Empfängern und Verstärkern aus käuflichen Einzelteilen, von Hanns Günther (W. Dehaas). Mit 170 Abbildungen. Franckhfche Verlagshandlung, Stutt gart, Preis in Halbleinen 8 Mk. Während das erste „Schaltungsbuch für Radioamateure" vorzugsweise einfache Kristall- und Röhrenschaltungen brachte, die den Anfänger allmählich in das ihm neue Gebiet einführen sollten, ist dos vorliegende Buch fast ganz dem Mehrröhrenempfänger ' und jenen Kunstschaltungen gewidmet, die mit möglichst wenig Röhren die Wirkung von Mehrröhrengeräten - ZU erzielen suchen. Daraus ergibt sich von' selbst, daß sich „Das zweite Schaltungsbuch" nicht an An fänger, sondern an den vorgeschrittenen Funkfreund wendet, dem die Grundlagen der Empfangstechnik aus eigener Arbeit bereits vertraut find, so daß er sich — gestützt auf feine Erfahrungen — auch schwierigeren Aufgaben zuwenden kann. 217 6 Mai. 7. Mai. Amtliche Noti rinia Amtliche Notieruna ß'elb Brie« «Selb Brief Avis!.-Noa 168,59 169,01 168,59 169.01 ' Pucn.-Llirek 1,681 1,685 1,688 1,692 Brff.-Anlw 12,63 12,67 13,02 13,06 Chrisnania. !KI,24 90,46 90,46 90,68 ■Qovcnbagen 109,61 109,89 109,68 109,96 Slockliolm 112,21 112,49 112,16 112,41 Helkingsors 10,545 10,585 10,552 10,592 Italien. . 16,835 16,875 16,815 16,855 London. 20.365 20,415 20,374 20.426 Meuyork . 4,195 4,205 4,195 4,205 Paris. 13,225 13,245 13,255 13,295 Schweiz 81,20 81,40 81,13 81,33 Svanicn ■ 60,28 60.44 60,25 60,45 Japan - . . Rio de Jan 1,958 0,607 1.962 0,609 1,968 0.607 1,972 0.609 Wien in D-- Ceit. abgest 59,205 59,345 59,20 59,34 Prao - - • 12,42 12,46 12,42 12,46 Belzrad 7,41 7.43 7,41 7,4! Budapest. . 5,855 5,875 5,86 5.88 Bulgarien 3,044 3,054 3,044 3,054 Lissabon 21,395 21,445 21,395 21.445 Danzig - 80,77 80,97 SO, 79 80,99 sollst MttN- 2,185 -',195 2,19 2,20 Atben 5,24 5,26 5,24 5,26 Canada. . 4,20 4,21 4,20 4,21 Uruanan 1.305 4.315 4.325 4.335 Frankfurt a.M Berlin Schlu-i- 1-Ubr. Schluß- Anfang Kur» Nur, Rat, Oi|r< Datum: 6.5. 7.5 6. 5. 7 5. 5°/-, Deutsche Reichsanleche 4% Deutsche Reichsanlcine ■ 3V30/n Deutsche Reichsan leih« 0,3825 0.385 0.3825 0,3625 0,3825 — — 0,36 0,3625 3°/„ Deutsche ReichSanleche 0,45 — 0,45 Deutsche Sparprämienanleihe 4°/0 Preußische Ronsols _ I 0.22 0.3625 0,365 4° o Hessen 0,39 _ 0,415 ’Äfr..... - - Deutsche Wertd. Dollar-Aul. 95,5 96,6 dto- Doll-Schov-Anmeilng.*: — — Banknoten Berlin, 6 Mai , Geld Brie, Amerikanische Note»..... 4,187 4,207 Belgische Noten . ...... 12,53 12,59 Dänische Noten . ...... 109,33 109,87 Englische Noten ....... 20,318 20,418 Fran;össsche Noten...... 13,20 13,36 Holländische Noten .... 168,20 169,02 Italienische Noten..... 16,82 16,90 Norwegische Noten .... 90,17 90,63 Deutsch. Oesterr., ä 100 Kronen 59,20 59,50 Rumänische Noten..... 1,35 1 39 Schwedische Noten 111,92 112,48 Schwei,er Noten . . . 81,0? 81,12 Spanische Noten .... 60,10 60, JO Tschechoslowakische Noten > . 12,40 12,46 Ungarische Noten 5,825 5,865 { gibson GIRL J istund bleibbdodi ...........~zzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzw^^^ /// % Ä v