vrrnk und Verlag: vrühl'lche Univerfitäts-Buch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschäftrstelle: Zchullttahe^. ten: Der Anschluß Oesterreichs an Deutschland darf nicht erfolgen. Auch dieser Pakt muß nach italienischer Ansicht von Frankreichgaranti e r t werden. Auf diese Weise befände Deutschland sich sowohl im Westen wie im Osten und Süden in der Umkreisung. Wenn jedoch Frankreich gern bereit wäre, den mitteleuropäischen Pakt zu garantieren und seinen Abschluß mit an- zustreben. so verhalten sich die französischen Regierungskreise ziu dem Gedanken der Vorherrschaft Italiens auf dem Balkan doch ganz anders. Die Franzosen haben nicht den geringsten Wunsch, sich von einer aktiven Balkan» politik zugunsten Italiens loszusagen. Außerdem hat die Haltung der italienischen Delegation in G enf in den französischen Regierungskreisen Unwillen heroorgerufen. da ein Teil dieser Delegation mit Grandi an der Spitze alles mögliche tat. um eine Verständigung zwischen Deutschland und den Verbündeten zu vereiteln. Deshalb hat die Behauptung, daß Italien die Brasilianer zu ihrem Schritt verleitet hat. viel Wahres für sich. Mussolini ist impulsiv. Von dem Gedanken der Einkreisung Deutschlands kann er sich lossagen. aber nie wird er von der Expansion nach dem Balkan zurücktreten. Diese Expansion aber ist von großen Gefahren begleitet. Kappe. 1 Aevakttollstisch. fei lnuh diesen Abend mcht die passende Annah«« von Anzel-en für die lagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H-Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil § ans Iüstel, sämtlich in Gießen. bahn Ghevgheli—---- 20prozentige italienische ^Beteiligung ersetzt wird (80 Prozent des Kapitals und der Verwaltung sollen nach dem Vorabkvtnmen zwischen Griechenland und Jugoslawien zur Halste ist zu eng; wir soll n?“ ck. von Weyers, und bestes, pflegen sich des Tages mitzu« inlauf liessen, desondecs aufgeregt denken, was heule rief fie der Freun« zu. Ohren und Äugen Emma ihren De» nstag, nichts Ha, groß Aeinmachen, itepetete. Also sitzt ide, daß man ganz h also den Kron» >ll ihn ihr zureichen, le hin und geht in Luise erschüttert le kommt noch." and auf der Tritt» dje auf dem Stuhl, i runter," kroatischen Militärkreise und der Intellektuellen. Dieses Ideal ist der serbischen Intelligenz sehr teuer und sie ist nicht gewillt, sich von rhm zu trennen. 11 nb schließlich hat fei n e r der Slawenstaaten auf dem Balkan den Wunsch, den verschwundenen Einfluß Oesterreich-Ungarns und Rußlands (der Eintluh des letzteren aus dem Balkan als nur zeitweilig verschwunden betrachtet) durch eine Vorherrschaft Italrens ersetzen zu lassen Was Griechenland anbelangt, so betrachtet Italien die Dodekanes-Frage als für immer zu seinen Gunsten geklärt und ist bereit, den Griechen, falls sie sich offiziell von ihren Ansprüchen auf den Dodekanes lossagen, diesen die Unverletzlichkeit ihrer heutigen Grenzen zu garantieren und ihnen Kredite für die Rüstung zu besorgen. Das sind die Ballanpläne Italiens, wobei nach Ansicht der italienischen Diplomaten Frankreich den jugoslawisch-italienischen Pakt zu garantieren hätte. In Mitteleuropa gehen die Pläne Italiens auf einen Paltabschluß mit Jugoslawien, der Tschechoslowakei und eventuell mit Polen als den Nachfolgestaaten Oesterreichs über die Garantie der in St. Germain festgesetzten Grenzen aus. Mit anderen Wor- Mussolinis Tripolisreise. Die Säuberung des fasziftischen Direktoriums: Abdanken Farinaecis und Tontarinis. — Der „Konsul auf Lebenszeit". geteilt werden). Wenn die erste Forderung Italiens bezüglich der Befestigung Dalmatiens und des Baus einer jugoslawischen 2ldria-Flotte auf den entschiedenen Widerstand der Kroaten und Slovenen stößt, so findet die Forderung zur Absage vom grohsüdslawischen Gedanken und von Mazedonien die gleiche scharfe Ablehnung der serbischen und Von unserem römischen ^.-Korrespondenten. Rom, April 1926. Das „napoleonische Jahr", wie es in schönem Selbstbewuhtsein Mussolini selber taufte, nimmt seinen Fortgang. Der Untergang des Abendlandes muh kommen, weil auch das römische Imperium untergegangen ist; weil Mussolini Konsul auf Lebenszeit sein will, darum stürzte er nach napoleonischem Vorbild die Direktorialregierung. Es ist etwas eminent Einfaches um die Geschichte und wenn Mussolini einmal einen Augenblick buddhistischer Beschaulichkeit hat, wird er sich vielleicht die Frage vorlegen: Wie groß ist mm eigentlich der Unterschied zwischen Spengler und einer Wahrsagerin? Um von der Morphologie der Weltgeschichte, der Dorausbestimmung der Geschichte auf Grund analoger Geschehnisse der Vergangenheit, wie Oswald Spengler sie lehrt, auf die vergleichende Erscheinung einzelner Persönlichkeiten zu kommen, wie Mussolini sie liebt: es scheint doch sehr zweifelhaft, ob es für.einen Mann genügt, das gleiche Charakterbild aufzuweisen, wie irgendein anderer Großer, um das gleiche leisten, ja in den gleichen Formen leisten zu können. Gesetzt den Fall, in Mussolini wäre wirtlich der innere Napoleon auferstanden, so fehlt ihm doch noch manches zum äußeren. Fehlt ihm vor allem das, was dem Korsen erst Rückhalt und Resonanzboden gab: das Schlachtfeld, der Dauerkrieg mit allen Nachbarn und der greifbare Sieg über alle Gegner. Bisher kann er Vergleiche höchstens auf dem Gebiete der inneren Politik anstellen und auch da nur mit der Einschränkung, daß sich die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse seit der französischen Revolution doch immerhin geändert haben. Nein, es wäre wirklich besser gewesen, beim antiken Muster zu bleiben, beim Liktorenbündel. Jene Zeit, die sich etwas verschwommen über Jahrhunderte erstreckt, fami uns erheblich besser und reichhaltiger mit Thrannen, Kraftmenschen, Cäsaren und Tribunen in Auswahlsendungen beliefern, als die beileibe nicht durch Napoleon geschaffene Große Revolution. Was ist geschehen in den letzten Tagen? Mussolini hat sich, feiner selbstherrlichen Gewaltnatur entsprechend, Luft geschaffen, und dies in einer nicht unsympathischen Form. Er fühlte sich beengt. F a - r i n a c c i drohte ihm über den Kopf zu wachsen, Q ontarini wollte nicht immer so, wie er gern wollte. Contarini war seine rechte Hand, Farinacci seine linke. Auch der kühnste Rennfahrer muß ja schließlich einen Mechaniker neben sich sitzen haben. Es geht aber nicht an, daß einer dem Fahrer ins Steuer greift. Mussolini schüttelte sich also wieder einmal und warf beide Hände ab. Er hat ja Kraft genug, sich immer zu erneuern und zu ergänzen. Mit Farinacci mußte auch das gesamte Nationaldirektorium gehen. Das war am Vormittag und es sah aus, als habe das Direktorium, als es sich mit Farinacci solidarisch erklärte, dem Diktator den Fehdehandschuh hingeworfen. Aber schon am Abend des gleichen Tages berief Mussolini, und hier zeigte er sich nun wieder von seiner bestechendsten Seite, den fasziftischen Großrat ein, das heißt, die Regierung mit allen ihren Hauptfunktionären. Kein Minister, kein Unterstaatssekre- tär durfte ohne Grund fehlen. Und dann lehrte Mussolini den Herren, was arbeiten heißt. Keiner durfte nach Hause, als die Mitternacht heraufzog. Um 2 Uhr morgens erhob sich der Diktator selber und begann seinen Bericht, um halb sechs Uhr morgens schloß er. Dann, als sich seine Mitarbeiter gerädert zurückzogen, warf er sich in den Sattel und kehrte von seinem Morgenritt sofort in den Palazzo Chigi zurück, sein Tagewerk zu beginnen. Schon ein paar Tage vorher hatte er einmal vor einem französischen Maler, der ein Reiterbild von ihm zu entwerfen, die Galoppada des Pincio besuchte, das Pferd angehalten und gesagt: Nun können Sie Ihren Freunden in Paris erzählen, daß Sie mich tatsächlich todkrank im Bett liegen und nach Arzneien greifen haben sehen! Um sich noch mehr gegen die Bestrebungen Jugoslawiens hinsichtlich des Vardar-Tales und Salonikis zu sichern, besteht Italien daraus, daß die in einem griechisch-jugoslawischen Bor- abkommen festgelegte 20prozentige Beteiligung des französischen Kapitals und der französischen Verwaltung an der Elsen-- - - - - - '■ ""o n i f t durch eine Erscheint täglich,außer kc nittags und Feiertag». Beilagen: 1 su ßener Familien blätter Heimat im Bild Die Schalle. iHonat$'B«}ug$prel$: Reichsmark und 20 ^ichspfennig für Träger- Iht, auch bei Richter- keinen einzelnerRummern I folge höherer Gewalt, se^nsprechanschlüfse: kh nftleitung 112, Der« ln Daran gmg alles -genüber. M um einem ®uf), mü ,r eigengewachfenen, je niedergeschriU .atü ««“«"■ ®lC604Ä“ttäW ’&Ä nmehr WJ [le pes n de-K 2cm/ ne llnd sü ' ieccnd enden " n-reuiider rinneE Dich^brzehnt, neue 2« schon hat dem «dftgflbe /erlesenen ches. ie nie. tä*'’ wie es Contarini zum Ausdruck bringen sollte. Er kam bei dem Zickzackkurs des Diktators nicht mehr recht mit, er wußte SwiHen Geste und Schlag, zwischen Schein und Wirklichkeit schließlich nicht mehr genau zu unterscheiden — ebensowenig wie sein Meister selber, der im Gegensatz zu Napoleon heute noch nicht weih, was er morgen tun will, und es nicht wissen kann, weil nicht er das Schicksal meistert, sondern im Gegenteil die äußeren Umstände es sind, denen er sich geschickt anpaßt. um seine Persönlichkeit und ihren Nimbus zu retten. Als nun der Balkanpakt, die Einkreisung Deutschlands unter italienischer Führung, Mussolinis ureigener Gedanke, auf Hindernisse stieß, ja, geräuschvoll zusammenbrach, als der sogar von der Regierungspresse laut angekündigte neue Besuch Nintschitschs und die Romfahrt des serbischen Königspaares dementiert wurden, muhte Contarini in die Wüste. Fürs nächste regiert also Mussolini wieder einmal ganz allein. Soeben fährt er im Geleite von fünfzehn Kriegsschiffen nach Nordafrika, wo man mit einem Seitenblick nach Tunis viel von den neu zu erwerbenden Kolonien sprechen wird. Die Abfahrt Mussolinis. Italiens Zukunft liegt auf dem Meere. Rom, 8. April. (IM.) Troß bewegter See benutzte Mussolini den nach Gaeta fahrplanmäßig be- reitstehenden Sonderzug nicht, sondern schiffte sich von der Tibermündung aus auf dem Dreadnought „Cavour-, der bei seiner Ankunft 13 Salutschüsse abgab und die Flagge des Marineministers hißte, ein. Auf dem „Cavour" hatten sich das neue Direktorium der fasziftischen Partei und die Pro- vinzialsekretäre auf Befehl Mussolinis eingesunden. In seiner Ansprache an sie hob Mussolini hervor, daß er sie berufen habe, damit sie der steg- reichen italienischen Marine, in der die besten Hoffnungen Italiens für die Muuft verankert seien, Lhrebe,engen könnten. Er schloß feine Rede: „wir Italiener sind Menschen des M1 t t e l m e e r e s und unsere Zukunft — ich will damit niemand kopieren — hat immer aus dem Meere gelegen und wird immer auf dem Meere liegen." Um 11 Uhr lichtete der „Laoour" die Anker, um zunächst Kurs nach Gaeta zu nehmen Mussolini, der noch eine die Nasenverwundung deckende Binde trug, sah frisch und heiter aus. Frankreich und Mussolinis Kolonialpolitif. Paris. 9. April. (TU.) Die Reise Mussolinis nach Nordafrika wird in Paris mit größtem Interesse verfolgt. Der „Temps" erklärt Donnerstag abend, man müsse sich aufrichtig freuen, daß Mussolini keine schweren Verletzungen da- Dongetrqgen habe.»denn sein Verschwinden, wenn es auch nur vorübergehend gewesen wäre, würde notwendigerweise schwere Verwirrungen in der gegenwärtigen italienischen Politik Hervorrufen. Der „Temps" geht dann auf die Erklärung Mussolinis vom Balkon des Palazzo Chigi cm, in der es heißt: „Das Ausland wird von uns in die Schranken gerufen werden." Niemand, so schreib! der „Temps". denke daran. Italien seinen Platz an der Sonne zu bestreiten. Aber die Art, wie man in gewissen Kreisen die Tendenzen des neuen Italien auslege, lasse eine Unruhe über öve Ziele des F a s zis - rn u s im Ausland aufkommen. Das neue Italien stehe unmittelbar vor dem Kolonial- Problem und es sei ohne Zweifel, daß Mussolini auf diesem Gebiete die erste Aufgabe seiner Regierung sehe. Die Reise Mussolinis nach Tripolis in Begleitung einer starken Flotte bedeute den wahren Beginn einer neuen Entwicklung in dec italienischen Politik. dem Balkan betrachtet, verlangt es die Absage von dem Gedanken eines vereinigten Sudslawenstaates. einer Föderation aller slawischen Elemente auf dem Balkan und einer Zollunion zwischen Bulgarien und Jugoslawien. Die gegenwärtigen Grenzen auf dem Balkan müssen nqch italienischer Auffassung unverändert bleiben. foelt Marit» lr, rite: Aeti tz./ M NE L-L S S150 s. ten n bGr X, E nämlich Mer ? «lulw i, ■ 4i. 7 übrigen 3idjt- Honorare (Rasselst In dieser nächtlichen Sitzung des Großrittes wurde erledigt, was für • ein parlamentarisches System Wochen und Monate voll Redereien und Zänkereien bedeutet hätte, und man kann es daher dem Faszismus nicht verdenken, wenn er auf seine Neuerungen stolz ist. Mit einem Federstrich war die Episode Farinacci wieder ausgelöscht, einen Tag, nachdem er im Matteotti- Prozeß den Sieg des Faszismus auf die Spitze treiben hatte dürfen. Mussolini kennt keine Rücksichten. keine Dankbarkeit. And man muß Tagen, daß diese Rücksichtslosigkeit ihm viele Sympathien im besten Teil des fasziftischen Lagers und auch des Auslandes zurückgewonnen hat. Denn das Ausland lieh sich zwar den Duce gefallen, aber nicht den Dizeduce. und im Faszio ferner galt der frühere kleine Eisenbahnbeamte, der sich mit auffallender Schnelligkeit zum Advokaten, zum Tyrannen von Cremona und schließlich zum mächtigen Generalsekretär der Partei aufgeschwun- gen hatte, immer als enfant terrible. Vorher der Harlekin, das beliebteste Witzblattfutter der politische Emporkömmling par excellence, auf der Höhe seiner Macht aber umschmeichelt und umwedelt. begleitet ihn jetzt das Aufatmen des ganzen Landes auf feinem Rückzug nach Cremona. Die allgemeine Genugtuung ist begreiflich, denn schon der Gedanke, was bei einem plötzlichen Ableben Mussolinis dem Lqnde unter Farinacci. der zweifellos im ersten Augenblick die Gewalt an sich gerissen haben würde, bevorstand, hatte etwas Lähmendes. Man erinnere sich nur an die Erschütterung, die Italien nach dem Matteottimord heimsuchte, als die Opposition ihre Stunde gekommen glaubte, die Sturmtruppen Farinaecis aber unter Hochrufen auf Dumini, den Mörder Matteottis, vorgingen. Farinaecis große Verteidigungsrede für Du.i.ini im denkwürdigen Prozeß von Chieti war sein Schwanengesang, lieber den Prozeß selber braucht Wohl nichts gesagt zu werden. Selbst im Inlande hatte er mit dem Auftreten Farinaecis als Advokaten jedes Interesse verloren. Mussolini selber brandmarkte seinerzeit das Verbrechen mit den schärfsten Worten, jetzt geht das Witzwort um. Matteotti könne von Glück sagen, daß er so glimpflich davongekommen sei And Farinacci konnte es sich nicht versagen, als er den Toten mit harten Worten auf die Anklagebank verwiesen hatte, die spärlichen ausländischen Zeitungsvertreter, und insbesondere den Korrespondenten der Humanite, mit hinreißenden Togaworten als Zeugen dafür anzu- rufen, wie gerecht und edel es in Chieti zugehe.. Auf die kapitolinische Pose folgte prompt der Sturz über den tarpejischenF eisen. Weniger hart ist der Vize-Auhenminister Contarini aufgeschlagen. Obwohl ihm Mussolini ungleich mehr zu danken hat als dem lärmenden Apostel von Cremona, drängte er sich, ein Diplomat der alten Schule und als solcher in allen Kabinetten, bei internationalen Konferenzen und Verhandlungen gerne gesehen, niemals hervor. Man sagt ihm die Vaterschaft an dem Adriavertrag nach, der Italien wenigstens für eine bestimmte Zeit vor östlichen Heber- raschungen sichern soll, und es ist sicher, daß er häufig bestimmend in die Beziehungen zu Wien und Berlin eingriff. Der französischen Denkweise entspricht es, wenn er nun gescheitert sein soll, weil er den deutschfeindlichen Kurs Mussolinis nicht mitmachen wollte. Denn in Paris will man um jeden Preis in der Abschwenkung von Deutschland schon eine Hin- schwenkung zu Frankreich sehen. Das ist e i n Irrtum. Contarini ist nie ein Deutschenfreund gewesen, er hat vielmehr bei den Drennersanfa- ren, die im Grunde allerdings das Werk Fari- naccis sind, willig Ministrantendienste geleistet. Was ihn in Gegensatz zu Mussolini brachte, war vielmehr gerade die Erkenntnis, daß es Mussolini mit seiner geballten Faust gegen Berlin und seinem Mundwinkellächeln nach Paris hin durchaus nicht so verteufelt ernst meinte, K 82 Erstes Blatt 176. Jahrgang Zrettag, 9. April 1926 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Italiens Valkanpläne. I Don unserem I-. dl.-Derichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I) Rom, im April 1926. Bei aller scheinbaren Impulsion der Auhen- Jcliaik Mussolinis hat diese eine grundlegende jLm, deren Verwirklichung der italienische Dik- fco-T mit außerordentlicher Hartnäckigkeit und Findigkeit anstrebt: die Idee der Er w ei teil rig der italienischen Einsluh- tteäre, der politischen und wirtschaftlichen Ex- hnf.on. Entkleidet man diese Idee der faszisti- stc i Phraseologie, so bleibt ein logisches CBe- rfcEen Italiens, für die Erzeugnisse seiner auf- fanden Industrie neue Märkte und neue • Heliefe für feine Auswanderer zu •fufjen. Aber dieser natürliche Wunsch wird von Üujlolini in eine imperialistische Form •Oifeiöet, die auf italienische Gemüter stark ein- Urv und die nicht ohne Grund die Nachbarn .Juliens schreckt. Aus der Erde ist es eng ge- tnien und der ganze Erdball, den Nordpol -ei eingeschlossen, ist unter die Nationen ver- Kit, die schon früher als Italien an die Schas- -ftng von Weltreichen gedacht haben. Und wenn Hitflolini in kraftvollen und schönen Ausdrücken kommende Kaiserreich ankündigt, so denkt er PrrLei was aus den nachstehend geschilderten Flamen der italienischen Diplomatie hervorgeht, i!.r an die politische und wirtschaftliche Ex- .hmlion Italiens auf dem Balkan und in Mitteleuropa (die ehemalige österreichisch- ivorische Monarchie). I ks hat eine Zeit gegeben, in der die Blicke Musso- auf Wefteuropa und Nordafrika ge- ■ridjtet waren: auf Nizza, Korsika, Savoyen und lmi5. Nach Locarno aber richten sie sich unoer- ärhert auf den Balkan und Mitteleuropa. Zum Teil tt-lart sich diese entschiedene Schwenkung aus dem ßdlchlag Mussolinis in seinen Bemühunaen um tiic Verständigung mit Deutschland. ■lie sehr Mussolini auch die Erklärungen deutscher fyliiiter zu widerlegen sich admüht, so wissen doch Haiti, die über die Intrigen hinter den Kulissen der stmpäischen Diplomatie unterrichtet sind, sehr aut, b- die italienische Diplomatie in Locarno eine An« mljjrung an Deutschland gesucht hat und wie einer t<: Mussolini am nächsten stehenden Männer, der frühere Gesandte in Wien und setziae Generalsekre- ti; des Außenministeriums, Bordonaro, der d-üschen Delegation eindringlich die Wohlgeneigt- ja Italiens in der Anschlußfrage vortrug, welche Lchlgeneigtheit eintreten sollte, wenn Deutschland d italienischen Grenzen am Brenner zu garan- ihren bereit märe. Die deutsche Delegation hat, wie ennnerlid), diesen Borschlag abge 1 ehnt, was Ämsolini überaus verwunderlich und beleidigend icriGin. Unmittelbar darauf setzte eine verschärfte "Verfolgung der Deutschen in Südtirol und die Kam- , v ‘ ber deutschen Presse ein, die Mussolini zu ■ftner bekannten Senatsrede und zu den Drohungen ar. Deutschlands Adresse Anlaß gaben. Aber auch zu V Suchen der italienischen Diplomatie nach Wegen r°: Einkreisung Deutschlands und zur Schaffung Kn Garantien gegen den Anschluß. Cs ist deshalb notwendig, .bei den jetzigen 7cr'handlungen Italiens zu unterscheiden zwischen Inen zur Erzielung einer italienischen Vorherr- tirft auf dem Balkan, und denen, die auf Er- l’tang der gegenwärtegen territorialen und ftirlischen Lage in Mitteleuropa gerichtet sind. Der Ausgangspunkt in beiden Verhandlun- ’ki ist der ziemlich strittige Gedanke, daß nach kirn Verschwinden Oesterreich-Ungarns und Ruß- sciLs auf dem Balkan die Rolle dieser beiden Ctaaten dort auf Italien übergehen müsse. ,ik Interessen Frankreichs, sagen die ita- senifchen Diplomaten, liegen nicht in Mittel- tirepa und nicht auf dem Balkan, sondern am 7 ) ein und in Nordafrika. Italien hat rii Rheinpakt garantiert. Es ist bereit, sich von Itiiten Ansprüchen auf in französischer Hand be° früliche italienische Gebiete und nordafrikanische dnzösische Kolonien, d. h. auf Tunis, loszusagen, hgegen müsse Frankreich seinerseits die italieni- shtti Interessen auf dem Balkan und in jllntteleur opa garantieren. Die Vorherrschaft auf dem Balkan setzt eine Iiftänöigung vor allem mit dem stärksten Dal- rlraat. mit Jugoslawien, voraus. Zwi- e-i ihm und Italien schwebt noch eine Reihe gelöster Fragen und erst vor drei Jahren ui) Italien am Vorabend eines Krieges mit igoslawien. im Frühjahr 1923 hatten beide taten schon die Mobilisierung ihrer Armeen zonnen. Cs erfolgte aber die Einmischung Eng- i-s und Frankreichs und es gelang, die getimten Beziehungen zu glätten. Aber die italie- che Regierung ist noch immer von ihren Zielen Sitfemf, die den eigenen jugoslawischen Groß- i irditplänen direkt widersprechen. Denn was strebt Italien an? Vor allem die j tinertenn ung der Adria als eines rein ; Menischen Meeres (Mare Nostro). Italien er- [ hortet den völligen Verzicht Jugoslawiens auf , Errichtung eines Kriegshafens in der Adria, i bn Verzicht auf eine Kriegsflotte in diesem Teer und auf Befestigung der Küste Dalmatiens. jTui anberen Worten Wenn Jugoslawien in lubrotonit oder Ragusa einen Handelshafen cin- rchiet, so kann dieser Hafen wie überhaupt ganz Dalmatien in Zukunft eine Beute Italiens freien, das im Adriatischen Meer sowohl eine > Nrtegsflotte wie Kriegsbasen besitzt. Außerdem i tertangt Italien, daß die albanische Küste aus- IWlreßlrch als Einflußsphäre Italiens anerkannt Da Italien jede weitere Stärkung Iugo° istwiens als Gefahr für das Gleichgewicht auf Miß Gibson. Paris. 8. April. (WTB.) Sin Berichterstatter des ..Petit Parisien" hat sich nach Compieane begeben, um Lady 21 s h b o r n e einige Fragen anläßlich des von ihrer Schwägerin, Frau Gibson, begangenen Attentats auf Mussolini vorzutegen. Lady Ashborne erwiderte, die ernste Geste ihrer Schwägerin überrasche sie nicht. Seit langem sei sienichtmehr im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten, sondern werde zeitweilig von ebenso gefährlichen, wie extravaganten Anfällen von Geistesgestörtheit heimgesucht. Sie habe verschiedentlich versucht, Selbstmord zu begehen. Ihre Angehörigen hätten sich bemüht, sie in einem Irrenhaus unterzubringen, aber, wie man versichert habe, erlaube das italienische Gesetz nicht. Geisteskranke, die nur von zeitweisen Anfällen heimgesucht werden, in Irrenanstalten unterzubringen. Frau Gibson sei Anhängerin des mystischen Katholizismus, und die Ereignisse, die sich in Irland abgespielt hätten, hätten ihre Krankheit zuletzt nur noch verstärkt. Daß sie auf Mussolini einen Schuß abgegeben habe, da sie doch eher faszistisch sei. überrasche ein wenig, denn sie hätte mehrere Male angekündigt, sie würde den Papst ermorden. Ausschreitungen in Rom. Rom, 8. April. (Wolff.) Wie nachttäglich bekannt wird,, sind gestern nach dem Attentat auf Mussolini mehrere Prioatwohnungen teilweise zerstört worden. Die Möbel wurden zerschlagen und verbrannt. Personen sind nicht verletzt worden. Betroffen wurden u. a. die Wohnung eines sozialistischen Abgeordneten, eines Journalisten und die des römischen Korrespondenten des „Vorwärts". Wie die „Dofsische Zeitung" weiter erfährt, wurde auf der Piazza Hi- spana eine Schwedin namens Dagmar Andersen verhaftet, die unter ihrem Mantel einen Dolch im Gürtel ihres Rockes trug. Die Freiheit der Wissenschaft in Italien. Rom, 8. 2lpril. (MTV.) Das Anterrichts» ministerium gibt bekannt, daß der älrrterrichts- minister die erforderlichen Schritte für die Dienstenthebung derjenigen Professoren, deren Verhalten bei dem Philosophenkongreß sich als unverträglich mit den Richtlinien der Regierung erwiesen habe, eingeleitet habe. Bekanntlich hatte es auf dem Kongreß Streitigkeiten zwischen Anhängern und Gegnern des Faszismus gegeben, weshalb der Kongreß geschlossen werden muhte. ttabinettrwechsel in Belgrad. Pasitsch tritt ans der Regierung aus. Belgrad. 8. April. (121) Gestern abend wurde der bisherige Minister für öffentliche Bauten. Rikola ll zun owltfch. vom König empfangen und mit der Bildung einer Koalitionsregierung aus der Kapitalen Partei und der Kroatischen Bauernpartei betraut. Das neue Kabinett leistete am Donnerstagabend dem Könige den Lid. Ls seht sich mit Ausnahme von Pasitsch und Stoyadinowitsch aus Mitgliedern des zurückgettetenen Kabinetts zusammen, die ihre bisherigen Portefeuilles behalten. Der neue Ministerpräsident Uzunowilsch (radikal) übernimmt interimistisch das Finanzministerium. Das Portefeuille der öffentlichen Arbeiten, das bisher Uzuno- witfch inne hatte, erhält Muitschitsch (radikal). * Ein Iahr lang hat daS Bündnis zwischen den serbischen Radikalen unter Pasitsch und der kroattschen Bauernpartei unter Raditsch gedauert, jetzt ist es in die Luft geflogen, weil Stephan Raditsch seine Minister aus dem Kabinett zurückzog, nachdem seine ultimative Forderung auf sofortige Einberufung der Volksvertretung nicht bewilligt war. Der Anlaß zum Bruch war an sich unbedeutend: in Belgrad hat es einen Korruptionsskandal gegeben, der selbst in unserer an derartige Dinge gewöhnten Welt Aufsehen erregen muh: der Schwiegersohn des Handelsministers beschuldigte den Sohn des Ministerpräsidenten umfangreicher Durchstechereien und des Betruges am Staat, wobei es sich natürlich um Millionen handelt. Pasitsch wollte seinen Sohn decken und die parlamentarische Besprechung verhindern. Der schlaue Raditsch hat sofort zugepackt und begriffen, daß hier die günstige Gelegenheit war, den stärksten Gegenspieler zu beseitigen. Er hat es erreicht, daß P asitsch verschwinden muß, während im übrigen die Koalition erneuert wird, nur mit dem LInterschiede, daß der Einfluh der Kroaten jetzt wesentlich verstärkt ist. Denn Pasitsch war doch der Vertreter der großserbi'chen Idee, er wollte den Zentralismus, während die Kroaten auf ihre höhere Kultur pochen, die sie von den Deutschen übernommen haben und sich allerhöch-- stens zu einem stark gemilderten Föderalismus bekennen wollen. Sie werden diese Polittk fort- sehen. Diese Krise zeigt aber erneut, daß in Iugoslawien die Amalgami'ierung der verschiedenen Volksbestandtei'e zu einem einhe.tltt'e.i Groh- Serbien nicht gelungen ist. Ieden Tag kann die Bombe explodieren, die das ganze künstliche Staatsgebilde in die Luft fliegen läßt, obwohl zweifellos die Serben noch die stärksten staatsbildenden Fähigkeiten bewiesen haben. Rücktritt Malvys. Paris, 8. April. (WTB.) Ministerpräsident B r i a n d hat den von seinem Urlaub zurückgekehrten Minister des Innern, M a l v y , empfangen. Malvy hat dem Ministerpräsidenten seine Demission überreicht. Die Gründe für den Rücktritt sind nach Haoas nicht im Gesundheitszustand Maloys zu suchen. In dem für morgen anberaumten Ministerrat wird der Nachfolger Maloys bestimmt werden. Man glaubt, daß das Innenministerium dem gegenwärtigen Landwirtschaftsminister Durand (radikaler Senator) angeboten wird. Die französische Finanzkrifis. Paris, 9. April. (TÄ.) Aach dem am Donnerstag erschienenen Wochenausweis der- Bank von Frankreich haben die Zahlungsmittel in der vergangenen Woche um ungefähr 721 Mill. Franken zugenommen. Gleichzeitig leistete die Bank 200 Mill. Fr. neue Vorschüsse an den Staat. Der ungünstige Ausweis der Bank von Frankreich hat im Laufe des Donnerstag den französischen Franken, der einige Ansätze zur Besserung zeigte, wieder abgeschwächt. Die Regierung versucht, mit den freiwilligen Beiträgen zur Amortisationsrasse, die jetzt im ganzen Lande eingeret)t haben. Propaganda zu machen. Tatsächlich hat das Finanzministerium aus allen Teilen des Landes Geldsendungen erhalten, die im ganzen genommen freilich nicht so beträchtlich sind, daß sie als Gegengewicht gegen die Krise des Staatsschatzes in Frage kommen könnten. Von Wirtschaftskreisen wird darauf hingewiesen, dah die neuen Steuern die Kapitalflucht erneut angeregt haben und daß so die französische Währung in eine neue Gefahr gerät. Dagegen loirb zugegeben, dah die internationale Spekulation keineswegs für die Bewegung des Frankenkurses verantwortlich gemacht werden kann. Polen und seine Nachbarn Skrzynski fuchtHilfe iu Wien und Prag Warschau. 8. April. (TU.) Wie jetzt feststeht, wird sich Ministerpräsident Graf Skrzynski am 12. April nach Prag und nach zweitägigem Aufenthalt nach Wien begeben. In Prag werden zwischen Skrzynski und den Vertretern der Staaten der Kleinen Entente wichtige Besprechungen stattfinden. Man will u. a. das Programm für die nächste Konferenz der Kleinen Entente aufstellen, die im Mai in Ragusa stattfinden soll. Wie verlautet, wird der rumänische Gesandte in Prag mit Rücksicht auf die bevorstehenden rumänischen Wahlen eine Vertagung auf einen späteren Zeitpunkt beantragen. In Wiener politischen Kreisen mißt man dem Besuch Skrzynskis die größte Bedeutung bei. Die „Wiener Neuesten Nachrichten" wollen aus bester Quelle wissen, daß in Anbetracht der schwierigen Wirtschaftslage Polens von Skrzynski eine Annäherung an Oester- r e i cf) gesucht werden wird. Er werde eingehende Pläne mitbringen. Das Blatt glaubt, daß man in Polen der Ansicht sei, die Schwierigkeiten und Folgen des Zollkrieges mit Deutschland könnten durch eine wirtschaftspolitische Verständigung mit den Nachbarländern beseitigt werden. Arbeitslosendemonstrationen in Warschau. Warschau, 9. April. (TU.) Vor dem Arbeitsministerium hatte sich gestern eine große Menge Arbeitsloser angesammelt. Aus allen Teilen der Stadt strömten große Arbeiterdemonstrationszuge zusammen. Eine Abordnung der Demonstranten wollte mit dem sozialistischen Arbeitsminister verhandeln, der eine Unterredung jedoch für Donnerstag ablehnte und erst Freitag unter der Bedingung verhandeln wollte, daß keine weiteren Demonstrationen stattfinden. Da die Arbeitermassen mit dieser Erklärung- keineswegs zufrieden waren, wurde das A r b e i t s m i n i st e r i u m gestürmt und die Fenster mit Steinen eingeworfen. Erft nach längerem Kampf gelang' es der Polizei, die Ordnung wiederherzustellen. Die Demonstranten sammelten sich wieder und zogen vor das Sejmgebäude, wurden aber hier durch ein starkes Polizeiaufgebot an dem Betreten des Gebäudes verhindert. Eine russische Stabttifierungs- anleihe. Moskau, 8. April. (TU.) Die Sowjetregierung beabsichtigt, eine neue Innenanleihe zur Stabilisierung der Währung im Betrage von 100 Millionen ‘Kubel aufzunehmen. Sie soll ausschließlich von den Bauern aufgebracht werden. In einer Regierungserklärung heißt es, daß die Regierung keine Inflation zulasfen toerbe. Um falsche Gerüchte zu zerstreuen, wird die Regierung in den nächsten Tagen das Zentralvollzugskomitee und das diplomattsche Korps zu einer Besichtigung des Goldbestandes der Staatsbank einladen. Daß sich die Finanzen der Sowjettegierung in einer schweren Krise befinden, geht daraus hervor, dah der Finanzkommissar Brjuchanow erneut um seine Entlassung gebeten hat. Als Rachfolger wird Sso° kolnikow genannt. Der Dank des Reichspräsidenten. Berlin, 8. April. (TU.) Heute mittag punkt 12 Uhr wurden die gestern im Arbeitszimmer des Reichspräsidenten aufgestellten Fahnen vor der Fahnenkompagnie wieder a b g e h o l t. Während die Feldzeichen hinausgetragen wurden, grüßte der Reichspräsident vom Balkon herab und eine zahlreiche Menge brachte ihm begeisterte Hochrufe dar. Als längst die Fahnen mit Musik abmarschiert waren, verharrte die Menge noch vor dem Präsi- dcntschaftsgebäude und forderte unter Absingung des Deutschlandliedes stürmisch, den Präsidenten zu sehen, der sich auch verschiedentlich auf dem Balkon zeigte. Das Bureau des Reichspräsidenten gibt folgendes bekannt: Anläßlich feines 60jähriaen Militar- .ubtläums sind dem Herrn Reichspräsidenten aus allen Gebieten des Deutschen Reiches und auch von zahlreichen Deutschen aus dem Auslande G l i ck - wünsche in überaus großer Fülle zugegangen. Zu seinem Bedauern erlauben die 2lints- geschäfte dem Herrn Reichspräsidenten nicht, die Zuschuften und Telegramme einzeln zu beantworten. Er bittet deshalb alle, die an diesem Tage 'reundlichst seiner gedacht haben, seinen herzlichen Dank auf diesem Wege entgegenzu- nehmen. Iii der oerösfenllichten Liste der Mitglieder des diplomatischen Korps, die gestern zur Gratul"tion im r)aufe de<- Reichspräsidenten erschienen sind, ist versehentlich der amerikanische Bo t schuf- t e r Nicht ausHesührt worden. Exzellenz Schur- tr.ann bat sich ebenfalls gestern vormittag in oie Vesuchsliste eingetragen, ebenso hat auch ber u n - g a r i sch e Gesandte, Exzellenz v. K a n y a , ttinen Besuch abgeftattet. Kardinalerzbifchos Schulte hat an den Reichspräsidenten zu seinem MUitärjubiläum folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Vom hohen Dom zu Köln am Bhein wünscht dem Vater des Vaterlandes Glück und Segen vom Allerhöchsten. Kardinal Schulte." Kunst und Wissenschaft. 150. Jubiläumsfeier des Vurglhealers. Das 150. Iubiläum des Burgtheaters wurde mit einer der Zeit entsprechenden einfachen, aber würdigen Morgenfeier im Durgtheater be- gangen. Dos Haus war festlich beleuchtet und geschmückt. Bundespräsident Haini^ch, die Mitglieder der Regierung, das diplomatische Korps, das Präsidium und zahlreiche Mitglieder des Rationalrates, der Bürgermeister von Wien und sehr viele Vertreter von Kunst und Wissenschaft wohnten der Feier bei. Direktor Herte» rich hielt eine Ansprache, in der er die Bedeutung des Tages würdigte. Rach ihm sprach Max D e ö r i e n t unter großem Beifall eine von Bahr verfaßte Festrede. Abends fand im Durgtheater als Festvorstellung „Minna von Darnhelm" statt. Professor Pick f. Der Internist der Prager Deutschen Universität, Professor Dr. med. Friedel Pick, ist an den Folgen einer Gallensteinoperation im 59. Lebensjahre ge° ft o r b e n. Besonders hervorgetreten ist der Verstorbene durch feine Arbetten über die Zuckerkrankheit und über gewisse Lebererkrankungen, die seinen Namen — Picksche Krankheit — führen. Der neue Intendant des Heidelberger Stadttheaters. Der Bürgerausfchuß hat nach längerer Aussprache den Voranschlag für das Heidelberger Stadttheater für das Verwaltungsjahr 1926/27, das einen Zuschuß von 397 000 Mark fordert, mit großer Mehrheit angenommen. Damit stimmte er zugleich der Umwandlung des Stadttheaters in ein Regietheater und der Anstellung des ehemaligen Schaufpieldirektors Eugen Keller als Theaterintendant zu. Eugen Keller übernimmt die Leitung mit Beginn der neuen Spielzeit. Ein Balneologischer Kongreß. In Aachen begann unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Professor Dr. Dietrich-Berlin der 41. Balueologische Kongreß über das Bäder- wesen. Eine große Zahl von Teilnehmern aus Deutschland, Oesterreich, Holland, der Schweiz, der Tschechoslowakei, Ungarn und anderen Ländern war eingetroffen. Reichs- und Staatsbehörden, Universitäten, Hochschulen und andere an dem Bäderwesen interessierten Organisationen haben zu der Tagung Vertreter entsandt. Es werden Vorträge über Muskel- und Gelenkerkrankungen und ihre Behandlung gehalten. Ferner wird der Heilwert der Schwefelquellen und die klimatische und die naturwissenschaftliche Grundlage des Bäderwesens behandelt werden. 2lus aller Wett. Die ersten deutschen Zeitnnqsslugzeuge Der Einladung des Verlags Ullstein wa- ren am Donnerstag mittag zahlreiche Persönlichketten der Reichs- und preußischen Behörden, des Berliner Polizeipräsidiums, der Flugzeug-- fabruen, eine Reihe von Fliegern und Vertretern des Handels, der Industrie und Presse ge- folgt um dem Start der „BZ"-Flugzeuge I, II unö III beizuwohnen. Dem Start ging in der §aUc des Flughafens eine kurze Feier voraus. Um ' 21 Uhr startete das größere der drei Flugzmige, das von den Heinkel-Flugzeugwerken m Warnemünde für den besonderen A ko eck der Zeitungsbeförderung kon- ft r ui er t ist. Fünf Minuten später folgte eines der beiden anderen von den Albratoswerkcn er» bauten Flugzeuge. Die Flugzeuge haben eine Tragfähigkeit von 420 Kilo Zeitungen, das heißt 4—6000 Exemplare. Explosionskatastrophe auf einem amerikanischen Tankdampfer. Rew-Orleans, 9. April. (WTB. Funk- Ipruch.) An Bord eines 10 000°Tonnen-Tank- dampfers der Standard-Oil-Company, der im hiesigen Trockendock lag, ereignete sich eine Reihe von Explosionen. Bei der ersten Explosion sprangen viele der 200 an Bord befindlichen Leute in den Fluh, während andere auf dem Schaffe verblieben sind. Die Zahl der Verletzten betragt 47, die der Getöteten mindestens 11. Großfeuer In einer Kasseler Mühle. Donnerstag vormittag gegen 9.30 PIhr brach m der großen Kunstmühle von Otto Vogt ein Grohfeuer aus, das sich mit rasender Schnelligkeit ausbreitete. Das Feuer fand in dem Betriebe. in dem Maschinen und Holzablagerungen stehen, reichliche Rahrung, so daß in kurzer Zeit oer große Mittelbau in Flammen flanb. Sämtliche Feuerwehren waren alsbald zur Stelle, mußten sich aber darauf beschränken, die anderen Mühlbauten zu retten und ein Hebergreifen des Feuers auf das Lagerhaus zu verhüten. Verbrannt sind bisher sämtliche Maschinenräume mit den Maschinen. Man hofft, die anderen Mühlenteile retten zu können, was bei dem herrschenden Winde sehr mühevoll ist. -Heber die Sntstehungsursache ist noch nichts bekannt, man nimmt jedoch an, daß Burd) Heihlausen eines Riemens der erste Fimke entstanden ist. Eine Ortschaft eingeäschert. In der Ortschaft Steindorf am Atterfee (Salzkammergut), brach ein Großfeuer aus, das von den dreißig Häusern der Ortschaft zweiundzwanzig einäscherte, wobei eine Menge Vieh und viele landwirtschaftliche Maschinen vernichtet wurden. Ein Teil der Einwohner konnte nur das nackte Leben retten. Der Schaden wird auf 800 000 Schilling geschäht. Ein Mord nach sechs Iahren aufgeklärt. Im April 1920 war der der Cü.wohnerwehr angehörende Gerichtsassessor Dr. Otto Donner in seiner Villa in Riederlöhnih bei Dresden e r - schossen aufgefunden worden. Auf das Gerücht, daß Donner auf gewaltsame Weise ums Leben gekommen sei, nahm die Kriminalpolizei jetzt nach sechs Iahren neuerlich eine Unter» suchung des Falles vor und stellte fest, daß Frau Donner und ihr Geliebter, der Gärtnergehilfe Otto Krönert, gemeinsam den Mord ausgeführt hatten. Beide haben ein volles Geständnis abgelegt. Die Heidelbeeren blühen. Aus dem Spessart und dem Odenwald wird gemeldet, daß infolge des günstigen Frühlingswetters die Heidelbeeren bereits zu blühen beginnen, vierzehn Tage früher als sonst üblich. Der Blütenansatz ist überaus reich, so daß, falls während der Blütezeit keine Nachtfröste sich einstellen, mit einer guten Heidelbeerernte zu rechnen ist. Wettervoraussage. Heiler bis wollig, westliche bis nordwestliche Luftströmung, etwas wärmer, keine Riederschläge von Bedeutung. Der Vorübergang kleiner Tellwirbel in Rord- europa ist noch immer nicht abgeschlossen. Rach- dem das gestern nördlich von Grohbntannien, liegende Fallgebiet ötrett östlich nach Finnland und Südskandinavien vorgerückt ist, wird bereits ein neuer Wirbel westlich von Island bemerkbar, der indessen größere Ausdehnung besten und in den nächsten Tagen erneut Rieder- fchläge auch in unserem Gebiet bewirken dürfte. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 13,9 Grad C., Minimum 6,2 Grad E. Heutige Mor- gentemperatur: 7,7 Grad E. Alle Neu > gt:n unb do '• Au -lenste. To fei und Um; 1 der leisten WelHcn fü Michael n>ut Str 39 Jahre S Jahre; fein 3 Klon Fielst Ms Isop MS All hl . ttösthei 2Ime :ii Köhler hier M. Schwab fjiei " Heftis 3aa schreibt ur Stehen ftattf hes. Philologe destnden $eta Sie'ej Jahres i siegende Heue itiaqen, in Kr Dichtigkeit uni Kuranstalt toei Ji ganzen Lai Mgen allszuta Jet in gleichet Men. Eine ar W überaus Nmg einer c nie trostlose W Reterendar« yWen Ma KM die; & 30 Lahre Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 9. April 1926. Aerztliche Beratung vor der Ehe, Don Professor Dr. von Seuffert, Universität München. M Sej> U,Natillg Spre giessei Maizena^s™ das föraffmehl undQebäck j)as 01 Wasen ' Hten W J" -aarbrua- -anger --riceiie tage (2^ MchnnM i, Miss Eine der wichtigsten Voraussetzungen für dauerndes Eheglück ist zweifellos die körperliche und geistige Gesundheit beider Gatten und die möglichst sichere Gewähr für deren Vererbung auf die Nachkommenschaft. Leider wird in dieser Beziehung nur zu oft Vieles und Entscheidendes versäumt, selbst von sonst vorsichtigen und gewissenhaften Menschen. Oft nur deshalb, weil nicht allgemein bekannt ist, wie viel und vielerlei erwogen und berücksichtigt werden muß . bei der Entscheidung der Frage: Gestatten die gesundheitlichen Verhältnisse beider Teile die Ehe-, schließung? Zu verneinen oder wenigstens zweifelhaft ist dies, wenn jemand an einer g e i st i g e n Erkrankung leidet oder durch wiederholtes Vorkommen einer solchen in seiner Familie erblich belastet erscheint. Solche Erkrankungen sind u. a. die Epilepsie, aber auch Trunksucht, Morphinismus, Kokainismus usw., da bei ihnen nicht-n^ Vererbung der Anlage, sondern direkte Schädigung der Kinder schon während der ersten Entwicklung zu befürchten ist. Auch einige nicht geistige, sogenannte „kon- Ifitutionelle" Leiden, wie die Zucker, und die Bluterkrankheit, werden zu denen gerechnet, I die die Nachkommenschaft gefährden. Das Vorkommen von „Blutern" in einer Famielie, d. i. von Menschen, die schon bei an sich geringfügigen Verletzungen m Verblutungsgefahr kommen können, belastet vor allem die weiblichen Angehörigen, da sie selbst fast nie Bluter sind, aber wahrscheinlich nur I sie die Anlage vererben. Bezüglich der tuberkulösen Erkrankung ist zu sagen: Bei offener Tuberkulose der Lungen oder Luftwege, d. h. wenn tuberkulöser Auswurf besteht, verbietet sich eine Eheschließung schon wegen der unmittelbaren Gefahr der Ansteckung. Auch eine Gefährdung derKinder ist insofern vorhanden, als diese bei dem fortgesetzten engen Zusammenleben in der Familie dauernd einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind, die nur dadurch vermieden werden kann, daß die Eltern das schwere Opfer bringen, sich, solange eines von ihnen an „offenen", d. h. ansteckungsgefährlichen Prozessen leidet, ganz von ihren Kindern zu trennen. v Geradezu als Verbrechen aber muß es bezeichnet werden, wenn jemand heiratet, der an einer der sogenannten Geschlechtskrankheiten leidet. Selbst wenn jemand, der früher daran gelitten hat, glaubt, geheilt zu fein, so muß er vor Schließung der Ehe sich nochmals vergewissern, daß er wirklich und dauernd geheilt ist. Denn das ist ja gerade das Gefährliche bei diesen Erkrankungen, daß deren Erreger sich jahrelang im Körper wirksam halten können, ohne daß der Kranke besondere Beschwerden ober Erscheinungen hat. Endlich kommen noch einige jener Krankheitszustände in Betracht, durch die zwar nicht unmittelbar die Gesundheit des anderen Ehegatten ober der Nachkommenschaft gefährdet wird, wohl aber das, was die eheliche Verbindung durch körperliche Mißbildung wie auch durch geistige Anormalien eines der Beteiligten erschwert ober unmöglich macht. Die Gefahr, daß sich solch ein Hindernis erst nach einer Eheschließung herausstellt, ist um so größer, je unerfahrener die Beteiligten sind. So wie das Leben einmal ist, wird diese Gefahr daher praktisch meist wohl nur bezüglich der Frau bestehen. Gerade ein rein in die Ehe tretendes Mädchen hat daher alle Ursache, sich vorher ärztlich beraten zu lassen, um so mehr, als ja von der körperlich und im Empfin- bungsleben normalen Beschaffenheit der Frau die Möglichkeit der Fortpflanzung ungleich mehr ab-- hängt als von der des Mannes. Die so unbedingt notwendige, möglichst vollkommene Klarheit kann nur dadurch erreicht werden, daß vor dem entscheidenden Schritt zur Eheschließung beide Teile ärztlichen Rat suchen. Der in solchen Fällen zunächst ge- I eignete Arzt ist nicht ein Facharzt, sondern der I Arzt, der nicht nur den betreffenden Ehekandidaten, I sondern auch dessen Familienverhältnisse genau I kennt, also der Hausarzt. Er kann und soll dann bestimmen, ob und welche Fachärzte in einem besonderen Fall auch noch zu Rate gezogen werden müssen. Steuerfälligkeilen im April. Im Monat Apri.l werden folgende Steuern fällig: 10. April: Amsatzsteuervorauszahlung — 1 Proz. der Amsätze im Monat März 1926 bzw.. im 1. Kalendervierteljahr 1926 (Ianuar bis März). — Einkommen- und Körperschaftssteuer- vorauszahlungen für Einkünfte usw. im 1. Kalendervierteljahr 1926 (Ianuar bis März), mit Ausnahme der Landwirte. — Kirchen- und Kultussteuern der auf Voranmeldungen zahlenden Einkommensteuerpflichtigen für das 1. Kalender- Vierteljahr 1926, und zwar: a) allgemeine evangelische und katholische je 15 Proz., b) örtliche, Gießen evang. 7 Proz., kctthol. 5 Proz., HeuchÄ- heim und Klein-Linden evang. je 10 Proz.. Wieseck evang. 7 Proz., c) Landjudenschaftsbeitrag 8 Proz., d) Kultussteuern, örtl. Gießen 30 Proz., örtl. Wieseck 10 Proz. der Einkommensteuervorauszahlungen. 15. April: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 1. bis 10. April, sofern der Gesamtbetrag mehr als 100 Reichsmark beträgt. 2 5. April: Steuerabzug vom Arbeitslohn für die Zeit vom 11. bis 20. April, sofern der Gesamtbetrag für genannte Zeit oder mit den für die Zeit vom 1. bis 10. April einbehaltenen, noch nicht abgeführten Beträgen zusammen mehr als 100 Reichsmark beträgt. — 1. Ziel Landessteuern (Grundsteuer, vorläufige Gewerbesteuer, Sonder-Gebäudesteuer). Die Höbe der zu zahlenden Rate geht aus dem demnächst zur Zustellung gelangenden Steuerbescheid hervor. Mit Ausnahme des Steuerabzugs vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) können die angeführten Abgaben noch innerhalb der siebentägigen Schon-, frist ohne Zuschläge bzw. Zinsen gezahlt werden. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stabttheater: 7.30 Uhr „lieber unsere Kraft" (Ende nach 10 Uhr). — V. H. C. Gießen: Monatsversammlung bei Prell. — Verein Rubersport Gießen: 9 Uhr im Bootshaus Monatsversammlung. ’Lereme mit ft hu5 a Sieger 1 y LerkLhrsvin isulnuVN J - Srioatquatti W "st «E Butgerfd GP die Eaarsc 5c W” tr bie iW ab bie Saarde Men jum **• Darm ligtet 2en Dendienst der 5ei einig« KttenbaiMn litfj M-hM rtfrer Streifen ja übergetlebi rrf> Vielfach ll Wrr (Äalifo) ahifit, die 2m I l fl 146 suchte. R UND ZUKÜC 11.—14. April 1926 Pz D D BP 02398 Ungetrübte Freude Künstliche Augen Roeder-Herde erteilt 02464 S UNLIGHT Heus' J. B. Häuser - Gießen Fernsprecher 660 Neustadt 56 Mannhelm-Rhelnw Dunnchf Gesellscharf A G. UNLICHT 641 731 802 942 ab Gießen an 62 922 IIL 112 IS 902 841 9121110 an Ffm. ab 512 722 102 10£ 112 siaSS Pz an meiner Wäsche habe ich erst, seitdem ich sie mitSunlichtSeife wasche. Ist das eine strahlende Frische, ein köstlicher Duft! So weich und weiß, Stück für Stück, eines schöner als das andere. Das vollbringt nur Sunlichf Seife. Sie pflegt den kostbaren Wäscheschah und bewahrt ihn vor schnellem Verschleiß. Mühelos löstihrpräch» tiger Schaum den Schmutz und selbst bunte und empfindliche Gewebe werden wieder wie neu. Kodieo Sie Ihre Wjedjo ovi mit SunlidU Seife. Autofahrten Tel. 1456 I Gustav Trinäaus jun. Beachten Sie die Schaufenster Neustadt Nr. 79. ü n' 14. April (Beginn neuer Kurse' Vogtsche HaodelsschuleGießen Goethestraße 32^ x. 3162a h n H H D BP D D Gründl. Unterricht in Weitznähen, Zuschneiden, Zeichnen, Flicken, Weitz- und Buntstickerei sowie Selbstan- fertigung von Kleidern int „Halben Mond" eine Degrüßungsseier statt. Den Höhepuntt der Tagung bildete die Hauptversammlung am zweiten Tage, in der Reichstag-abg. Hofmann- Ludwigshafen über die reichsgesetzliche Regelung des Schulwesens und Studienrat Weckerling» Friedberg über das Thema „Das Deutschtum tm Auslande von der Theorie zur Praxis" sprachen. An die Hauptversammlung reihte sich ein Festessen. Ausflüge in den Odenwald und die Umgebung Heppenheims, hauptsächlich nach der Starkenburg, beschlossen die Tagung. eine Klasse für sich. Alle Größen vorrätig. Besichtigung erbeten. ge jener Krankheit zwar nicht unmitte! n Ehegatten ober btt lirb, wohl aber bas, mch körperliche ge Anomalien eine unmöglich macht fr tmis erft nad} rar m fo größer, je int So wie bas Leben iahet plastisch mch öchehm. Gerade eil bchen hat daher aHt ernten zu lassen, w erlich und imEmM senheit her Frau bit g ungleich mehr ob's, ge, möglichst aoUforr. lurd) erreicht werdet, nben Schritt zui bas ist ja gerade bas mgen, daß deren Er- w'klsM halten tön efonbere Leschwerder Frau Ella Valentin-Braun getjr. Lehrerin. Westanlage 51 IIL Wiederbeginn am 13. April. Jfol. Schwab hier, 5 Jahre. •• Hessischer P h i l olv g e n ve r e in. 211an schreibt uns: Die am 15. und 16. April in (Jiasten stattsindende Hauptversammlung des 3^11. Philologenvereins hat diesmal eine ganz Hesmdere Bedeutung. Einmal werden von Ostern Sieles Jahres an die neuen Lehrpläne, die tief» preisende Reuerungen tm höheren Schulwesen Dringen, in Kraft treten. Da ist es von größter Dichtigkeit und für jeden Lehrer einer höheren Lehranstalt wertvoll, sich mit den Amtsgenossen ihn ganzen Lande vorher zu besprechen, Mei- rrungen auszutauschen, Anregungen und Ansichten Der in gleicher Arbeit Stehenden kennen zu fernen. Eine andere, besonders für den Rach- couchs überaus brennende Frage, die auf dieser ^Cagung einer eingehenden Besprechung beöarf, ü| die trostlose Lage der Anwärter (Assessoren arnd Referendare). Infolge des neuerdings be» ftchdssenen Abbaues von mehr als 40 .Assessoren «rhebt sich die Frage, was aus diesen, durchweg Lbcr 30 Fahre allen, meist verheirateten An- □Därtem, z. T. Kriegsteilnehmern (1!) werden soll, Sonder-Ausstellung am Oswaldsgarten 2296a Greiner. 261 Setten. Bei Reclam (älnwersal- bibliochek Rr. 6618—20). Leipzig. — 3n einem schmucken blauen Bändchen legt der Reclam* Verlag hier eine wohlfeile und handliche Sonderausgabe der berühmten Shakespeare-Schrift vor, die die letzten Lebensjahre des kranken Dichters erfüllte: der Geist des großen Briten hat bis in die neueste Zett hinein immer wieder die deutsche Dramenform erhellt und bestimmt. Und immer wieder hat man sich in Deutschland, künstlerisch-prvduttiv und theoretisch-kritisch, mit dem überragenden Phänomen auseinandersetzen muffen. Dies ist die klassische Dramaturgie des Dichters, die vielleicht bleibender fein wird als feine Dramen, in denen er schöpferisch die Quintessenz späteren Bekenntnisses zu gestalten lösen Trkrnn ,er Tuberkulose bc "bttkulöseÄ $Md)liefjunQ sh der AnstL Eit m'°ient S- engen & bouemb einer $ 6« nut baburd) «r. bas schwer, mes von ihnen aa glichen Prozessa Zu trennen, , ?r muh es bezeichne! oct an einer her fo. "kheiten leibet ■ daran gelitten hat — Kaspar Davrd Jachtenfuchs. Bauern- rc.man von Theodor Metz. 337 Seiten. Verlegt bei Seemann & Co. in Leipzig. 1925. — Aus der Geschichte eines (oberhessischen?) Dorjes wachst die Schilderung vom Leben und Sterben des Bauern Kaspar David Jachtenfuchs, baut sich der Roman seiner Freundschaften und Feindschaften, seines Glücks und Unheils, seines Ringens um die ererbte Scholle und ums Altenteil, seiner Kämpfe auch wider das eigene Fleisch und Blut, die erst zur Ruhe kommen, als der harte und enge Lebenspfad dem Ende zvneigt, und Kaspar David nach manchem Herzeleid und mancher Anfechtung den Weg zu Gott findet. Das ist alles fließend und natürlich erzählt, in euer ebenmäßigen, für einen Bauernroman oft etwas farblosen Sprache, von dramatischen Höhepunkten wirksam durchbrochen, mit Versen versetzt, auch mit Humor gewürzt, der sich freilich mit einer gewisse': Eintönigkeit ausgibt und wiederholt. In den besten Partien und manchen seiner Gestalten er« innert der Roman etwa von weitem an Ernst Zahns schöne und kraftvolle Schilderung von „Lukas Hoch- strassers Haus". 842 Geiegenheitskaut! Tast neue 'a,4i Uran:a-8chreibm^schine gejjen Barzahlung für Mk. 2S5 — zu verkaufen. E.R.Niederhausen&Co. Bureaubedarf KlinikstraQ© lb, Fernspr.841 F___im...... .................. ' — «tupten kann. . . , ' Saarsänger-Besuch in G i eß c n. •3t -aarbrückrr Gesangverein „Liederkranz", ein H San per starkpr Chor, unternimmt im Mai eine 'dl ertreife na h dem unbesetzten Deütschland. A Sängersahrt wird der Verein am 1. Pfingst- r-flqe (23. Mai) in Gießen eintreffen und hier Nachmittag in der Volkshalle ein Volkskonzert i Abends findet in der Volkshalle ein Festig mit Damen zu Ehren der Saarländer statt dem die hiesigen Gesangvereine und die beiden riereine Mitwirken werden. Ein Ausschuß, be- aus Vertretern der hiesigen Gesanaoereine, Gießener Turnerfchaft. des Saarvereins und it 3 Verkehrsoeretns, hat die Vorbereitung der Ver- (t. faltungen und die Unterbringung der Sänger i il Crioatquartieren übernommen. Er wird sich in ffifcie mit einem Aufruf zur Mithilfe an die Gie- fitKr Bürgerschaft wenden. Man darf wohl hoffen, Maf die Saarsänger hier eine ebenso freudige und arvtzzügige Aufnahme finden werden wie im von- ne ^hre die Saarturner, und daß die beiden Verballungen durch starken Besuch Zeugnis oblegen ftii die innige nationale Verbundenheit, die uns lieb die Saordeutfchen allen gegnerischen Machen- DriefAasten her NedakNon. Berlin. Hier^ handelt es sich um eine Frage, die u. E. nur durch die Rechtsprechung des ordentlichen Gerichts beantwortet werden kann. Sie müßten also eine Klage beim Amtsgericht einreichen. Wir empfehlen Ihnen jedoch, vorher erst noch einen Rechtsanwalt um Rat zu fragen. h. 2U. 77. Uns nicht bekannt. Erkundigen Sie sich bei der Hamburg Amerika-Linie in Hamburg oder beim Norddeutschen Lloyd in Bremen. Kirchliche Nachrichten. Evangel'sche Gemeinden. Gießen. Samstag, den 10. April. Stadlkirche. 2 Uhr: Beichte für die Konfirmanden von der Markusgemeinde und deren Angehörge Johannes- kirche. 2 Uhr Beichte für die Konfirmanden aus der Lukasgemeinde und deren Angehörige. Israelitische Gemeinden. Isr. ReNglonsgemetnde. Gottesd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, den 10. April 1926. Dvrabd. 7.00, morgens 8.30, abends 7.20, und 8.00. JOHANNA VOGT Goctheßrdße v Wiederbeginn des Klavierunterrichts Montag, i z. April M4M Neuanmeldungen jederzeit s haften zum Trotz unlöslich eint. •• Warnung vor Annahme beschä - lli,ter Aentenbankscheine. Der Rach- riichtendienst der Deutschen Rentenbank teilt mit: , ,®iir einiger Zeit kommen in Berlin echte Okrntenbankscheine zu 5 Rentenmark vor, die ttarij Abschneiden oder Herausschneiden senk- ne^ter Streifen beschädigt und durch angeklebte c6tr übergefiebte Papierstreifen ergänzt worden IM Bieftach wird dazu schwarzes, leinenartiges Yapier (Kaliko) verwendet. Das Publikum wird ersucht, die Annahme solcher zu Fälschung s- r Deden beschädigten Scheine zu verwei - 1 er Dof6tilAuM 3trn trnd von ihrem Borkommen die nächste fern, bah tr mirfij -Mzeidienststelle zu benachrichtigen". : AuSzeich nu n g e n für treue Wien st e. Bom Verein der Gastwirte von ®ie= fficn und Umgcgenö wird unS mttgeteilt, daß im der letzten Zeit die nachstehend genannten IDgestellten für treue Dienste mit Ehrungen aus- gqeichnet wurden: Frl. Schn ecko bei Doller hier, 39 Jahre: Frl. Vater bei Glöckner-Lich, Ä Jahre: Gustav Rühl bei Elges hier: 20 ^tobre; Herr Theis bei Riemann hier, 15 üZahre: Herr Zeidler bei Körüer hier, 7 Jahre: C3nlc>n Fleischmann bei Körner hier, 6Jahre: Hans Isop bei Körner hier, 6 Jahre: Sjani. Rühl bei Amend hier, 6 Jahre: Eva GSrbft bei Amend hier, 6 Jahre: Frl. Strauch Lei Köhler hier, 6 Jahre: Marie Hauer bei die nach günstigster Annahme nach ihrem 45. Lebensjahre auf Anstellung zu rechnen haben. Am ersten Tage finden Wissenschaft iche Fachsihungen, am zweiten (16. April) die Hauptversammlung statt. Aus letzterer wird u. a. Staatsrat Block über „Probleme des Grenz- und Auslanddeutsch- tums" sprechen. Bei der ganz besonderen Bedeutung, die der diesjährigen Versammlung zukommt, ist auf zahlreichste Beteiligung zu rechnen. —Kreisziegenzuchtverein für den Kreis Gießen. Unter dem Vorsitz des Landtagsabg. Fenchel- Oberbörgcrn hielt der Kreisziegenzuchtverein im Erfenbahnhotel in Gießen seine Jahresversammlung ab. Der Dchrift- sührer Philipp- Watzenborn-Stci-.berg erstattete den Jahresbericht. Der Verein zählt 9:5 Mitglieder und 52 unterstiU:ende Gemeinden, tm GesdMftsjahr 1925 wurden 917 Jungtiere m dc^ Fungviehregister und 444 neu ins Herdbuch ausgenommen. Das Geschäftsjahr 1925 war für Die Zucht nicht günstig, der Verkauf guter Zuchttiere nach außerhessischen Gebieten war infolge der Maul- und Klauenseuche gehemmt, die Märkte in Lich und Hungen konnten nicht abgehalten werden, die Dezirlsschan für den Bezirk Collar- Grünberg mußte unterbleiben. Dafür fand als Ersatz ein Ziegen», Dock- und Iungviehmarkt in Lang-Göns statt, der aber nicht den gewünschten Erfolg hatte. Die Märkte und Schauen für 1926 wurden wie folgt festgesetzt: Die Bezirksschau erhält der Bezirk Lollar-Grünberg, sollte dies wegen der Maul- und Klauenseuche nicht möglich fein, so findet die Ersatzschau entweder in Lich oder in Hungen statt. Von besonderer Wichtigkeit für die Ziegenzucht ist der Beschluß, daß im Jahre 1926 zum letztenmal Tiere ohne Ab- stammungsnachweis ausgenommen werden können, vom 1. Jan. 1927 ab muh für einzutragende Herdbuchtiere die Abstammung nachgewiesen werden. Die nächstjährige Hauptversammlung wurde dem Verein Hungen übertragen und auf den letzten Ostertag 1927 sestgelegt. Der Voranschlag für 1926 wurde eingehend beraten und genehmigt. Den Abschluß der Versammlung bildete die Verlosung von zwei Lämmern; Gewinner waren die Gemeinde Ettingshausen und Otto Etzel aus Kleinlinden. ** Austrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 5 Kühe, 1255 Kälber, 115 Schafe, 106 Schweine. Herz und Sport. Das Herz des Sporttreibenden ist normalerweise nicht größer als das des Richtsportlers. Rur bei einer bestimmten Veranlagung kommt es unter der Einwirkung des sportlichen Trainings zur Vergrößerung des Herzens. Die häufigsten und stärksten Herzerweiterungen werden bei den Wettruderern angetroffen. Dann folgen der Reihe nach Skiläufer, Radfahrer, Schwimmer, Touristen, Schwer- und Leichtathleten, Fechter, Boxer und Fußballer. Ein vollkommen gesunder Mensch kann jeden Sport ausüben, ohne eine Vergrößerung seines Herzens befürchten zu müssen. Hingegen wird sich ein von Ratur schwächer angelegtes Herz leichter dehnen und zum Sportherz ausbilden. Die geringeren Grade von Herzvergrößerungen können allerdings als harmlos angesehen werden, doch besteht bei solchen Herzen mehr Gefahr als bei den normal großen, daß die Vergrößerung zunimmt und Grade erreicht, die dann ernstliche Schädigungen der Gesundheit verursachen können. Das rechtzeitige ärztliche Eingreifen ist meist imstande, die drohende Gefahr abzuwenden und durch Aussehen des Trainings eine Rückbildung der Sport Herzvergrößerung zu erzielen. Daraus ergibt sich für jeden Sportler die dringende Mahnung, ein Training nur unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle auszuüben. Um so mehr, als Beschwerden bei Entstehung der Herzvergrößerung lange Zeit fehlen können; beginnende Veränderungen entziehen sich deshalb leicht seiner Beachtung. Tagung des Hessischen Lehrervereins. WER. Heppenheim, 8. April. Hier fand gestern und vorgestern die aus allen Teilen des Hessenlandes stark besuchte Hauptversammlung des Vereins hessischer Lehrer und Lehrerinnen statt. Am ersten Verhandlungstage gelangten in einer Vertreterversammlung die brennenden Schul- und Standes- fragen zu ausgiebiger Behandlung. Abends sand Anlertlguag nach der Natur in Glessen« Hotel Viktoria am 12. und 13. April von Adolf Müller-Welt, 3020A Inhaberder FirmaGebr Müller-Welt, Stuttgart, Hobenheimer Straße 40 Neueste Technik — Bestes,Material. Anerkennungsschreiben aus allen Kreisen. Höchstmögliche Beweglichkeit. r* Das Gießener Flugzeug wurde ge- fiiB*, am Tage der Wiedereröffnung des Luftver- t'ifc, bereits zu Flügen nach Kassel und Frankfurt bAizt. Hoffentlich wird die Flugmaschine auch irihcbin rege in Anspruch genommen, damit unser rirjjafen sich im großen deutschen Lustverkehrsneg — Aus dem Stadttheaterbureau tsitli uns geschrieben: Alle, die Bernard Shaws Schmjpiel „Die heilige Johanna" im letzten Jahre rtd|t gesehen haben, seien daraus aufmerksam ge» sicht, daß sich am nächsten Sonntag (11. April) r ot eine letzte Gelegenheit bietet, das hochinter- Pfan:e Werk kennen zu lernen. Das Werk ist neu rtiMiert vor kurzem auch in Marburg gegeben r-otdsn, und auch dort hat die ausgeglichene Aufführung unter der Spielleitung des Intendanten i-mn tiefen Eindruck gemacht. * kut! ? 6,6 Wn ' WnflXOlnnw Umt. kibit iu ®enö%lo$ “W'J kAv1!'1 SLL * hSra? r Teile ärztlicher n Fällen zunächst zr> Facharzt, Ioniern btt senben Ehekanbibotea. ienverhällnilse gtnei kann unb soll bau achärzte in einem bi- Rate gezogen aerber n im AM eben folgendesten« .uervorauszahlMg- )nat 1926 1926 (3anuat w > MperschastsV »fte usw. rin 1. » _ Kirchen' und iöi ’jSAz ÄMÖtft* t 5 8'Ä rUwß m Lrbeitslob' ’Si&S :ägen $ul ( oanbd1 KE tert- «,eitof für S . Der gute Gemüse-und Blumen- SAMEN Samenhandlung 02423 Eugen ScheeB, Mäusburg 17. Bsbandlung cMscberKrankhcileo von M. Fleischmann geprüfter Xaturhellkondiger end beglaubigt. Vertreter derPaetorFelke - Hellwelse Sprechstunden 9—11 und 2—4 Uhr GIESSEN, Westanlage 42,1. Stock Gerichtssaal. Frankfurt a. M., 8. April. (WSR.) Der aus Ostpreußen stammende 27jährige Maschinenbauer Paul Moysiszyk, der sich auf Veranlassung der Franzosen zur Reichswehr anwerben ließ und dort Spionagedienste für die Franzosen leistete, wurde, wie noch erinnerlich sein dürste, deswegen vom Reichsgericht im Vorjahre mit zwölf Jahren Zuchthaus „belohnt". Später stellte sich heraus, daß er auch Werbedienste für d i e Fremdenlegion getan hatte, weswegen er vom Frankfurter Großen Schöffengericht mit einer Zusahstrafe von einem halben Jahre Zuchthaus bedacht wurde. Seine hiergegen eingelegte Berufung wurde von der Strafkammer verworfen. Das Gericht nahm als erwiesen an, daß er tm Frankfurter Hauptbahn- Hos einen jungen Mann verführt habe, sich zur Fremdenlegion anwerben zu lassen und ihn in das Griesheimer Lager bei Darmstadt gebracht zu haben. Bücherlisch. — Deutsche Lyrik. Seit Goethes Tode bis aus unsere Tage. Ausgewählt von Maximilian Bern. 2n achtzehnter Auslage. Max Hesses Verlag. Berlin. (Max Hesses Hand- bücher, Band 73). — Es spricht sür die bekannte Sammlung und stellt ihr das beste Zeugnis aus, daß sie sich heute bereits in achtzehnter, starker Auslage präsentieren kann. Die neue, wesentlich verbesserte Ausgabe umfaßt auf über 650 Seiten mehr als tausend Gedichte: gewiß eine stattliche Auslese aus dem weitgespannten zeitlichen Rahmen, die vorurteilslos möglichst viele Stimmen zu Worte kommen läß und bis in das Schaffen der jüngeren Gegenwart mit ihren Versen hineinricht. 1-49 — Das 2 nselschiff. Eine Zeitschrift für die Freunde des Jnfelverlages. Heft 2, Frühjahr 1926. — Ein sein illustriertes, ernsthaftes, bibliophiles Bändchen. Eine Fülle von Wert und Schall, von Ausdruck und Form: auf kaum 80 Seiten zusammengedrängt, in bunter Wechselfolge die Proben aus neuen Büchern des Verlages. Als da sind, um wenige zu nennen: eine Ausgabe von Rietzsche-Briesen (an Mutter und Schwester), ein Südseereisebuch „Die Osterinsel", Schopenhauers „Philosophische Aphorismen", Frey tags „Bilder aus der deutschen Vergangenheit", eine eigenartige, vertiefte Erzählung von Georg Munk und ein Buch der Erinnerung an die Heimgegangene große Künstlerin Eleonore Düse. — Velhagen und Klafings Monatshefte. Die vorliegende Rr.8 vom April bringt eine Fülle vortrefflicher Beiträge in Wort und Bild. Zumal der bildenden Kunst (neuer und alter Zeit) ist ein breiter Raum des an sich schon umfangreichen Heftes gewidmet. Wir möchten an erster Stelle auf die wundervollen Reproduktionen nach Greco verweisen (Text von Kehrer), auf die feinen Graphiken von Geisler und die schlechthin unbezahlbaren Karikaturen des großen ©ul- bransson, mit denen er die Plaudereien seiner Frau Grete geschmückt hat. Aus dem übrigen Teil scheint uns besonders nennenswert eine Abhandlung Fechters über Shaw und die mit alten Bildern illustrierte Schilderung von Ezibulka, „Klaus Stöstebecker und die Vitalienbrüder. — „Koppsalat" 3. Rudolf Dietz, Kon- reftor zu Wiesbaden, veröffentlicht mit diesem Bändchen eine weitere Reihe seiner heiteren Gedichte in nassauischer Mundart: nicht immer ganz neu im Motiv, und auch nicht immer für zartbesaitete Gemüter geschaffen, aber mit vielen Bildern geschmückt und zum Teil noch sehr bekannten Melodien zu singen. — Shakespeare-Studien. Don Otto Ludwig. Mit einem Rachwort von Dr. Wilhelm llr.^ | Gut erbalteueS S.-Ml« Herr Otto Luft (Deutsches Generalkonsulat Neuyork). Sein Andenken bleibt uns unvergessen. 316S1 Alleinverkauf der S-H-Marke der Schuhfabrik HERZ A.-6., Frankfurt am Main 3166a Samstag, den 10. April Londorf, den 7. April 1926. 02460 3202V baldmöglichst erbeten. 02448 gesucht. 3185V Ehrliche bleibt 3167V Heuchelheim, den 7. April 1926. 31868 Am. 144,9 Am. Kiefern- und Fichtenstöcke Eichenstöcke. 2,0 74 und 120 Steinbacher 1926, vor- Saalbau Sauer u. 13,8 Am Kiefernstöcke 125,3 Fichten u. {Stellengesuche wirb. 02447 Jüngerer, tüchtiger 31778 __ sicherer 3 Mo- Familie Familie Familie Familie 4,6 13,4 29,0 6,6 1,0 26,7 46,5 190 90 750 Luise Fischer Wilh. Fischer und Braut. Ludw. Fischer Wilh. Weinandt II. Herrn. Wieland Heinrich Fischer Zusammenkunft: Sicher Str., 1. Schneise. Zahlungsbedingungen: Die Holz- (Stadtwald) Eichenscheiter Kiefernscheiter Fichtenscheiter Hainbuchen-undEichenknüppel Am 2. April verschied unerwartet unser lieber, alter Bundesbruder geldfchuld wird gegen Stellung Bürgschaft auf die Dauer von naten zinslos gestundet. Gießen, den 7. April 1926. 5 er Oberbürgermeister. I. B.: vr. A o s e n b e r g. Sw 3“ hUt Das Holz aus den Abt. wird nicht vvrgezeigt. Zusammenkunft: Alter Weg - 3. Schneise. 2. Freitag, den 16. April hing eines Gläubigerausschusses Vorbehalten. Gießen, den 3. April 1926. Hessisches Amtsgericht: gez. Heid. „ Fichten „ Eichenknüppel „ Kiefern „ Fichten „ „ Lärchen n Wellen Eichenreisig „ Kiefern „ „ Fichten „ „ Weichholzreisig Brennholzversteigerung Aus den Waldungen der Stadt Gießen (Bezirk des Försters Geisel) sollen versteigert werden: 1. Dienstag, den 13. April 1926, vormittags 91/, Llhr beginnend. Abt. 55, 56, 57, 74, 115, 116 und 120 W Stellung in Gießen ober ans- wäns. Schriftliche Angel), unter 02468 an bett Gies;. An» zetger erbeten. Annahme verzinslicher Gelder An-u.Verkauf und Beleihung v. Wertpapieren Verwahrung u.Verwaltung von Wertpapieren 20,5 -.6 57, - 20,5 3,- 100 50 8 SO 100 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Karl Reichel II. und Kinder. Bavaria, Gießen I. A.: C. Berg. 1 Schreib fessel 3 Ltüble 1 (Sondel 1 Büchergestell 1 Tisch, grok 1 Eofatrube ober iCbaijelongue.fur Herrenzimmer geeignet, braun Eiche, gut erhalten, preiswert abzugeben.""" Lcltcrsweg 22 III. Großen-Linden, Klein-Linden, den 8. April 1926. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 10. April, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause Steinweg 15 aus statt. 02458 „ Lärchenknüppel „ Kiefernknüppel „ Fichtenknüppel Wellen Hainbuchenreisig , Eichenreisig „ Fichtenreisig wMi'iM! Mitglieder- Dersammlung SamStag, 1 Avr"' 87.Uur, Rotel Köhler. Sehr wichtige Al' svrechg. Zahlreiches Erschein eriuunffflj, 3,,3D Der Vorslafi® GIESSEN Plockstraße 2 Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die BrübVeche Univ.-Druckerei, R. lange. Samstag, 10. April, abends 8 Uhr Moderner Tanz-Abend Das Holz aus den Abt. 100-103 111 wird nicht vorgezeigt. GIESSEN Telephon 2435 Restaurant „Bayrischer Hof“ mittags 9V? 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Lei lose Unterfl königlich und der ' hatte schon dem Frem rater gehol Bruder, T teeren nich , stie und ei Seföhrlichen gariens fon ten Regien Da dessen i Mandate v> der neuenid licht wahren Nng der S der Aeul S ^oI9I denn a w oitfa i ** Sutrn Lande, kn Partei vtunn bet forematur Krone . nerpräsiden d'-e Dahlen Mhbr, Xe* Eintritt frei 1 - Jazzband Die Musik wird ausgeführt von Mitgl. der hiesigen Militärkapelle 318?c Herzinnigen Dank sagen wir für die vielen Beweise warmer Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen, für die überaus zahlreichen Kranzspenden, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Grabe und für die Ehrung der Schulkameradinnen. Heinrich Hasselbach I. u. Familie. (Siebener Boöfoljr/ verein 1885 e. B. Sonntag, 11. April, 8 Uhr vormittags: U-Km-MW- renne« Start u. Ziel Karls« ruhe. 2 Uhr nachmittags: Anfahren Abfahrt: „Hessischer Hof". 4 Uhr nachmittags: Hamilien- zusaminenlunst ftn SchülzenhauS 8l8lc Ter Vorstand. Hausierer oderReisende die Friseure bereits besuchen oder besuchen können, zum Verkauf unserer Rasiermesier und Scheren (auf eigene Rechnung) gesucht. Zahlungsziel wird evtl, gewährt, daher Kapital nicht unbedingt erforderlich. Gute und lohnende Existenz. Zuschriften an ©ron&13lünifl®er.löener Solinaen Samstag, 10. April, abends 8l/4 Uhr pünktlich: Eenern!- Der?ammlung im VostkcNcr. :!P Sonntag, den 11. April, ab 5 Uhr Konzert undTanz UlfiinCPhalriltDl #113 lür Gemeinden, VsUlluullull Ulu! Gehöfte, Industrien! Der durch seine glänzenden Erfolge im In- u. Auslande berühmt gewordene Wünschelrutenforscher Oberstleutnant a. v. Heinemann aus Bad-Homburg, Promenade24, macht in Kürze wiederum eine Reise durch Oberhessen. Er findet und verfolgt mit seinen Metallwünschelruten jede nicht versiegbare Wasserader, gibt an Bohrpunkt, Stromrichtung. Breite. Tiefe. Witterung gleichgültig. Glänzendste Referenzen. 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Sonntag, 11 April. 31/, Uhr: Jl7,c Anrudern. Der Vorstand. Vei-ein« | Getg. M und Vogel- zuchl- ZL Verein I.Gießenu. ümg.l897&V. Samstag, 10. Avril, abends S'/z Uhr, im Pfälzer Hof: 8l61D Monatsversammlung. Metzelsuppe 3I83D Von1 Cßon u' Hf, 3- 3- Beschluß. Heber das Vermögen der Firma Werner Schmid in Gießen wird auf deren Antrag die Geschäftsaufsicht ange- ordnet. Sie beginnt am 3. April 1926, vormittags 11 ilfjr. Als Geschäftsaufsichtsperson wird der Kaufmann H ei n richF ried ri ch in Gießen, Keplerstrahe 5, bestimmt. Die Beschlußfasiung über die Bestel- Dec Tnrn-Vercin zu 'llhbnrb Hai die Festwirtschaft für das am 10., 11. und 12. Juli sian- nubinbe Gau tu rufest beS Lahn-Dünö- beig-Äaues zu vergeben. Bewerber wollen ihre Angeboie bis spätestens zum 20. April dS. IS. im ganzen ober auch für Speise- und Schank- tvirischait ncirenm an ben Fest-Ausschud richten, woselbst nähere Auskunft erteilt Geschäfts-Verlegung Meiner sehr verehrten Kumschatt sowie einer werten Einwohnerschaft von Gießen und Umgebung zur gefl. Mmellung, daß ich mein Geschäft von Friedrichstraße 14 nach Plockstraße 2, Ecke Seltersweg verlegt habe. Ich werde es mir besonders angelegen sein lassen, auch fernerhin, meinem bisherigen Grundsatz entsprechend, nur beste Qualitätsware zu mäßigen Preisen zum Verkauf zu bringen. Aufmerksamste und reellste Bedienung im voraus zusichernd, zeichnet hochachtungsvoll Herz & Co. Bankgeschäft Kontokorrent- und Scheckverkehr sich den 3( prMA j , Der: - S 9C • N'edenen ■ beide J blluckien. . ~ec wuni ürancis y begei ^er.Orbe j Lein Tebie, l Sx 12444 Suche f. l.'Di'ai, euiL auch früher,ein[„.rv otoenil., ffluöeres im Nicht unter 18 Nur für Hausarbeit. Louis Stiesel. Lick, Bahnhosstr. 32. Bllllllllllllllllllllllllllllllilß Aelieres, zuverläss. 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April 1926 (Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefien) Ht. 82 Zweites Blatt ) Gericht? ir»D ,6. ien sei ge» )tt, ich. an )ie fle: liche Rolle, gab seine Schuld zu und bat um ein mildes Urteil. Kerker im Tower, 40 000 Pfund Geldstrafe und dauernde Unfähigkeit, em Staatsamt zu bekleiden, so lautete es. Aber Iacob I. hatte wohl Grund, ihn milde zu bemänteln; so wurde die Geldstrafe erlassen, das Gefängnis aufgehoben und nachher sogar dem gestürzten Lordkanzler eine Pension gezahlt Er trat aber nicht mehr öffentlich auf, sondern blieb, selbst als Karl I. das Urteil der Peerskammer ganz aufhob, seinen wissenschaftlichen Arbeiten treu. Sn ihrem Dienste, bei einem Experiment im Schnee, soll er sich die Lungenentzündung zugezogen haben, ter er am 9. April 1626 erlag. Dacon hat in einem seiner Werke zwei Arten von Forschern unterschieden: die einen seien zum Unterscheiden veranlagt, die anderen zum Verbinden schon gewordener Ergebnisse. Er selbst hatte den weiten Blick der zweiten Art, er sah ferne Durchblicke und läßt sie uns sehen, aber selten führt er in Tiefen. 3m Grunde leugnete er das Innere, das Wesen der Dinge sah er in ihrer Einordnung, in der richtigen Stelle, die sie in seinem Organum einnehmen; im Grunde war er ein Nützlichkeits-Engländer. Er wirkie sehr stark auf die Grundanschauungen und Methoden seiner Zeit, und als sich d'Alem- bert entschloß. seine große unD_ bahnbrechende Encyklopädie herauszugcben. gründete er sein System auf die Einteilungen und Pläne, die Bacon von Berulam den Wissenschaften in seinem Organum gegeben hatte. Die Gewalt neuer Erkenntnis. vor allem die neuen Wege der Natur- Wissenschaften, haben heute diese Form überall lHiuij.Ii1 SaMag.lLAvr abends 8'/, Uhr, i IMäUtt Hos: is: Monats- versammlun; gerühmt, wogegen wirkliche Raturforscher schon längst nachgewiesen haben, daß Francis Bacons Methoden nicht die Methoden der exakten Raturwissenschaft ist, und daß die heutigen Me- thoden echter Raturforschung zu Bacons Zeiten schon üblich waren und zu glänzenden Ergebnissen geführt hatten, über die aber — man denke an das Lebenswerk des Kopernikus, Galilei. Harvey, Gilbert usw. — sich Francis Bacon lustig macht, völlig unfähig, das Wesen der Raturerforschung auch nur zu begreifen. Man vergleiche hierüber namentlich die drei Arbeiten Iustus von Liebigs aus den Iahren 1863 und 1864 die ein für allemal abschließend sind. Hübsch ist auch das Urteil Goethes über den Lordkanzler und Biscount Francis Bacon: „Das Haupt aller Philister und Darum ihnen auch so zu Rechte!" 1561 in London geboren, war er mit 14 Jahren Student in Cambridge; nicht wohlhabend, von Graf Eifer unterstützt, weshalb Bacon als dieser in Ungnade fiel, zu Hofe gmg und die Anklageschrift gegen seinen Gönner schrieb. Das erstrebte Hofamt blieb aber aus. der Verrat war umsonst begangen. Erst Iacob I. zog ihn zu nicht näher bekannten juristischen Diensten heran und. einmal aus der Leiter und vom Ruhme seiner schriftstellerischen Tätigkeit beleuchtet, landete Bacon mit 58 Iahren als Lord- kanzler. Zwei Iahre später wurde der große Philosoph in einen überaus häßlichen. P^ö^ß verwickelt, seine an Voltaire erinnernde Geldgier trug ihm eine Anklage wegen Bestechlichkeit im Amte ein. die vor der Peerskammer verhandelt wurde. Er spielte hierbei eine klag- Mrr-Mb Ha 1906 c.l Sonntag, U Aki 3'/. Mr: Anrndm Ter ’Sorilfli ur, rk- 143 Stands Bacon von verulam. 'Zuseinem30 0. Todestage am 9. April. Von Dr. F. Ernst. Der Rame Bacon ist den Engländern gesegnet gewesen; er gab ihnen zu ganz verschiedenen Zeiten zwei ihrer größten Geister, Die beide auf demselben Felde ihre Lorbeeren pflückten. Roger Bacon, der Doctor mirabilis, ter wundersame Meister, 1214 geboren, und Francis Bacon von Verulam, ter unter Iacob I. Lordkanzler, Baron und Discount wurde. Der Erste begeistectes Mitglied des jungen Franziskaner-Ordens, aber ein Weltgenie, besonders auf tem Gebiete der Naturwissenschaften, der seines germanischen Wahrheitsdranges wegen Jahrzehnte lang in den Gefängnissen sah, wie später Giordano Bruno und Galilei, Der Entdecker der Vergrößerungsgläser, Der Strahlbrechung, Der Perspektive, Der Feind der verknöcherten Scholastik, die an seinem Werke starb, der große Astronom und Mathematiker, der bedeutendste Vorläufer der Reformation. Francis Bacon von Verulam ist aus ganz anderem Holz. Er stellte zwar in seinem Novum organu m“ — in charakteristischer britischer Überheblichkeit läßt er den Namen an Aristoteles anklingen — eine Art Kosmos, eine Uebersicht über Die ganze Erkenntnis feiner Zeit auf. er will darin Die Raturerkenntnis erweitern. hat aber selbst nie an mathematischer und naturwissenschaftlicher Arbeit teilgenommen. In jedem philosophischen Lehrbuch wird er noch .immer als der Begründer einer neuen Epoche OWeiM Nein 1883 u Sonntag, lt JJ g U(jr voinmtk 50 - km ’ WM Start ruhe. »Uhr nai’initicf wiabr&e* I ufir NllHivlM' wirtschasts-politischem Gebiete, nicht sobald offenbar geworden wäre. Zum Schein machte er damals seinem eigenen Außenminister, dem verstorbenen Take Ionescu, Platz, dessen Regierung jedoch knappe drei Wochen dauerte. Damals, im Februar 1922, kam Die liberale Partei Ionel Dratianus zur Regierung, und aus ihren Händen hat nunmehr wieder General Averescu Die Macht empfangen. Der Schritt von Averescu zu Bratianu und von Bratianu wieder zu Averescu ist also im Grunde nicht sehr groß, trotzdem fallen die te- teutsamsten iimerpolitischen Entwicklungen in diese Zeit. Für Ionel Bratianu galt es wirklich ichöpferische Arbeit zu leisten, wenn dieses aus vier historisch, geographisch und ethnographisch grundverschiedenen Teilen zusammengeklebte Reich nicht bei dem ersten Anlaß auS dem Leim gehen 'vllte. Bei dieser Arbeit hat er die bedingungS- 'vse Unterstützung dreier Faktoren gehabt: des ' ö ni glichen HauseS, des Parlaments und des Militärs. DaS königliche Haus hatte schon in dem Vater des Ionel Bratianu, tem Freund Bismarcks, einen verläßlichen Berater gehabt und der Sohn sowie dessen jüngerer Bruder, Dentila Bratianu, ter Finanzminister, waren nicht minder treue Anhänger der Dhna- "tie und eines geregelten Staatslebens. In der ' gefährlichen Rachbarschaft Rußlands und Bulgariens konnte die Dynastie damals keinen besseren Regierungschef finden als Ionel Bratianu. Da dessen Partei damals aber nur über sieben Mandate verfügte und man doch im Zeitalter der neuentteeften Demokratie ein gewisses Gesicht wahren wollte, überließ man ihm die Auslösung ter Kammern und die Durchführung der Reuwahlen und das Ergebnis war noch erfolgreicher als bei Averescu im Iahre 1921, denn aus den sieben Mandaten wurden fast 280. Die folgsamen Beamten und Militärs hatten bei Dieser Gelegenheit allerdings fast zu viel des Guten getan und so erhob sich im ganzen Lande, einschließlich des Generals Averescu, dessen Partei mehr als dezimiert worden war, ein Sturm ter Entrüstung, ter selbst dieser Diktatorennatur hätte gefährlich werden können, wenn Die Krone damals nicht die Deckung des Ministerpräsidenten übernommen hätte. So wurden die Wahlen trotz hundertfach erwiesener, schwerster Mißbräuche nicht annulliert und mit Hilfe dieses zweiten Faktors, der gesetzgebenden Körperschaften, war es Bratianu leicht, jedes te- kdfl'e; Man spricht heute so gern von B e r u f se t£o s, um mit einem Fremdwort die unaussprechliche tfuue dessen zu bezeichnen, was an Unsagbarkeiten und Unwägbarkeiten den Wert der Erziehungspersönlichkeit über das bloße Wissen und die Lehrroutme hinaus bedeutet und wirksani macht: Berufsstimmung, -ge- sinnung, -Hinnahme, -Wertung in Gemütslage, WeU- und Lebens, und Pflichtauffassung, aus Bewußtem i>nd Unbewußtem gewoben, ein Lebensgrund und eine Lebenseinheit auch für Streben und Wollen. Im Lichte dieses still wachsenden Berufsethos vier lange Jahre lebten, studierten, fühlten und richteten früher die werdenden jungen Lehrerinnen, recht geleitet, angeregt, durch Beispiel und Vorbild ihrer Lehrerinnenbildnerpersönlichkciten erzogen, sich in ihre Lebensaufgabe ein. Psychologie und Pädagogik, Didaktik und Methodik aber gaben der erarbeiteten Fülle allgemeinbildenden Wissens Niindung, Einheit, Werteinsicht, Verwendbarkeit; gaben cs die vier Jahr in eigenen Stunden neben dem sonstigen wis- senschastlichen Unterricht und seiner Eigenarbeit hergehend, doch länger, tiefer, organischer, als was so all die neuere gelegentliche Nebenbeiphilosophie der neuen Pläne wird bieten können, gaben es auch wieder sparsamer, abwechslungsreicher, weniger er- müdend, lebendiger, immer wieder von dem frischen, bunten Sachgehalt der anderen Wissenschaftsfächer durchflochten, als es künftig die Akademie mit ihrem Ueberwiegen von Blohpädagogik und Bloßmethodik wird geben können. Da ging die Geschichte der Erziehung mit der Geschichte des Geisteslebens, ihren Idealen und Wirkensformen, ihrem Auf und Ab als eine Weife der einen großen Menschheits- und Menschenerziehungsarbeit Hand in Hand, und etwa auch große Dichter, Denker und Staatsmänner wurden so als Erzieher verstanden, gewürdigt, erlebt, als Dauergut der eigenen Persönlichkeit in Besitz genommen. Da bot für alle psychologische Arbeit, daß sie sich vor abstrakter Naturwissenschastlichkett hule, für Beobachten, Begreifen, Verstehen, lebensvollstes Schauen und Verwendung neben Dem Eigenunterricht des Faches Religion und Dichtung, Natur und Geschichte täglich reichsten Stoff, und Psychologie, die auch an den philosophischen Bedürfnissen und Problemen der Menschheits- und Menschenseele nicht vorübergeht, denn sie sind Probleme auch denkend reisender Jugend, gewann sich hier Farbe, Leben, Fülle, Alltagswertbeständigkeit, gab dem Menschenleben in sonst allerlei Wissenschast vertieftes, vereinheitlichtes, nacherlebtes Verstehen. Ja, so dachte und fühlte und gewöhnte sich hier» die junge Lehrerin von langer Hand her in ihre Denkweise, Stimmungswelt, Charaktererzogenheit als künftige Jugenderzieherin ein, und die Persönlichkeiten ihrer Bildner taten dazu auch noch ein Eigenes. Aus den Schulformen hervorgegangen und in ihnen erfahren und bewährt, für die die junge Leh- rerin selbst vorbereitet werden solle, eingestellt auf ihre Eigenart und Ausgabe und We^ und Lehrstoff und Lehrweise, war zudem ihr Lehren, ihre wissenschaftliche und praktische Arbeit, ihre Weise, Probleme zu sehen, an ihrer Lösung zu arbeiten, sie auf den Lehrberuf und seine Iugenderziehungs- aufgabe zu beziehen schon selbst vorbildlich anschaulich und wirksam, und auch dies fand scharfe Augen und offene Herzen bei einem Nachwuchs, der eben die vier Jahre lang sich von Anfang an bei ijdlem Sehen, Lernen, Versuchen schon selbst auf die fünf» tige Lebensaufgabe als Iugenderzieherm einstellte, und die Klasse enthielt auch nur solche! Künftig stehen an Stelle der ersten beiden dieser Jahre die zwei Primajahre der Allgemeinschule mannigfachster Art, und statt der Berufaussichtseinheit dort, chsieht hier von all den bunt gemischten Werdenden jeder das Ding auf feine Weise an, doch auch unter dem Gesichtspunkt, was es ihm für seine besondere Lebensarbeit künftig nütze. Für die beiden letzten Jahre des alten Oberlyzeums aber, wo noch fröhliche Einzelwissensthast mit philosophischem, psychologischem, pädagogischem, didaktischem Einschlag getrieben wurde, tritt jetzt die in Stoffen und Forderungen vereinseitigte und doch gehäufte Fülle der überwiegend rein pädagogisch abgesteckten Arbeit der Akademie ein. Auch Der Lehrkörper Dort und hier vermag an Lebens- und Berufsnähe zu dem, was die junge Lehrerin künftig erwartet, nicht in jene unmittelbare Verbindung zu kommen, wie sie im alten Oberlyzeum bestand. Die eigentliche wissenschaftliche Arbeit aber litt unter alledem auch nicht. Wie hätten denn sonst gerade aus den Steifen der zunächst doch auch nur eben durch dies Oberlyzeum gegangenen Lehrerinnen jene kommen sollen, die neuer, oertiefterer Frauenbildung Den Weg zeigten unD ihn vielfach vorangingen durch Hochschulstudium, Prüfungsfeuer und heißen Wider- stand der Männer draußen, deren jede gleichgebildete und gleichstrebende Frau ein Greuel war und Das Ende der Oberlyzeen in Preußen. Von Geh. Regierungsrat B o h n st e d t. Mit der endgültigen Erledigung der Lehrerinnen- und Lehrerseminare in Preußen zu Ostern dieses Jahres sind auch Die meisten Oberlyzeen als Lehrerinnenbildungsanstalten abgetan. Zwar gibt es auch nach der neuesten Reform Der höheren Schulen ihrer noch weiter. Der preußische Ministerialerlaß vom 21. März 1923 sagt: „Auch Die wissenschaftlichen Klassen unD Die 8-Klasse Des Oberlyzeums nach Dem Lehrplan von 1908 können vorläufig weitergeführt uierben", unD Die neuen befonDeren Vollanstalten für Die weibliche JugenD sollen ebenfalls Oberlyzeum heißen. Diese sind aber oberrealschulähnliche Allae- meinbildungsanstalten ohne den vierjährigen psychologisch-pädagogischen Bildungszweck und Lehrplaneinschlag Der alten Formen, und gegenüber der Forderung des Abiturs und der pädagogischen Aka- Demiebilbung nun für alle künftigen wissenschaftlichen Lehrerinnen haben sie ihr Lauerdaseinsrecht ver- loren, gäben dieser Bildung gegenüber trotz gleicher Kosten und gleichen Kraftaufwandes für ihre Zöglinge eine im Gesamtaufbau des höheren Bildungs- und Lehrerinnenbildungswesens geringere Stufe, 'ffieldjc Gemeinde, welch Elternhaus und welch junges Mädchen kann sich Darauf einlassen. Die Ruserinnen und Ruser im Streit um die Gewinnung der höheren Schulreformen der männlichen Jugend auch für die Frau haben es im jahre- und jahrzehntelangen Kampfe nötig gehabt, die Notwendigkeit des Neuen durch möglichste Herabsetzung des Alten glaubhaft zu machen. Noch arbeiten beste Frauen und Männer überzeugt, unbeirrt, mit Heller Freude und frischer, unermüdlicher Kraft sich als lehrerinnenbildnerische Persönlichkeiten an den alten Oberlyzeen aus. Noch gewannen ihre Schülerinnen, gesunde, begabte, lern- und lehrfrohe blühende Jugend, sich in ihnen Lebensstimmung, Lebensinhalt, Lebensaufgabe und Lebensglück. Noch floß Jahr um Jahr mit ihnen ein Strom von unterrichtlicher, erziehlicher, volksbildnerifcher Tüchtigkeit in Jugend und Volkstum hinein. Das wußten jene längst und schwiegen nicht, daß das alles Irrtum, Wirrwarr, Schwäche, Oberflächlichkeit, Ergebnislosigkeit, Kulturwidrigkeit und was nicht sonst noch war, um Platz und Stimmung und Hilfe zu gewinnen für neue Lehrerinnenbildung, die ihre Formen und Wertungen der männlichen entleiht, um aus der Gleichartigkeit von Mann und Weib, Jüngling und Mädchen, die umstrittene Gleichberechtigung zu erringen. kiebige Gesetz nach Gutdünken durchzupeitschen. da er die nötige Zweidrittelmehrheit besaß. Zudem" konnte er sich auf Das Militär fest verlassen. Durch die Inanspruchnahme Dieser Drei Faktoren bekam aber diese ganze vierjährige Regierungsepoche das Zeichen Der Diktatur unD es war nur zu verständlich, Daß unter Der Decke einer scheinbaren Ordnung und Ruhe Die destruktiven Clemente um so besser arbeiten konnten. Es erhebt sich jetzt die Frage, welche innen- und außenpolitische Bedeutung Averescus Regierung baten wird. Trotz Der nahen Beziehungen des Generals zu Den abgetretenen Liberalen bat das Kabinett Averescu in vieler Beziehung eine eigene Rote, Die zweifellos auch in Der Politik zum Ausdruck kommen wird. Innen- polittsch bedeutet Die Regierung eine weitere Drehung des Kurses nach rechts. Averescu ist einer der größten Bewunderer Mussolinis und das kurz vor Der Auslösung des Parlamentes geschossene Wahlgesetz bietet ihm zweisellos viele Möglichkeiten, Den Faszismus auch zur Regierungssorm Rumäniens zu erheben. Eine der wesentlichsten Bestimmungen dieses Wahlgesetzes sagt, daß diejenige Partei, welche vierzig Prozent der Stimmen im ganzen Lande erhält, eine Prämie von weiteren dreißig Prozent, also insgesamt siebzig Prozent zu bekommen hat. während die restlichen dreißig Prozent auf die übrigen Parteien auf geteilt werden. Da nun erfahrungsgemäß in Rumänien noch jedesmal die jeweilige Regierungspartei einen überwältigenden Wahlsieg errang, so ist es sehr wahrscheinlich, daß auch bei den für den 25. Mai ausgeschriebenen Neuwahlen für die gesetzgebenden Körperschaften der General in die Kammer mit einer siebzigprozentigen Mehrheit einziehen wird. Bon besonderer Bedeutung ist dabei, daß Der bisher als unerschütterlich geltende fette Block der Nationalpartei fast völlig zertrümmert wurde, indem ihr Vizepräsident G o l- d i s mit vier der hervorragendsten Mitglieder ter Partei in die Regierung eintrat. Die Hauptursache dieses Schrittes ist übrigens nicht nur in ter Sehnsucht nach dem Regierungssessel, sondern in grundsätzlichen Differenzen dieser Gruppe mit dem Parteiführer Der Nationalen, Iulius OH an iu, zu tuchen, dessen westeuropäische Kultur und politische Llnantastbarkeit sich mit dem während der liberalen Herrschaft eingebürgerten balkanischen System der Wahlkorruption und des politischen Zentralismus nicht abfinten konnte, sondern sich treu zu seiner siebenbürgischen Gedankenwelt bekannte, während die Gruppe Goldis mit fliegenden Fahnen zum zentralistischen großrumänischen Gedanken abschwenkte. Außer dieser Gruppe ist von ter Nationalpartei auch die Gruppe der „Takisten", d. h. Die Anhänger Des früheren Außenministers Take Ionescu zu Averescu übergegangen, und ein letzter schwerer Schlag droht noch durch den Austritt des bekannten Historikers und Politikers Professor Nikolaus Iorga, dessen „Geschichte Rumäniens" auch in Deutschland bekannt sein dürste. So kommt der Ernennung Averescus große innerpolittsche Bedeutung zu, da. bis auf die Liberalen, alle Parteien gegenwärtig in einer starken Umbildung begriffen sind. Der scharf nationale Kurs des Generals und Die Tatsache, daß seinem Kabinett noch zwei weitere Generale angehören, läßt seine Regierung als den Auftakt einer faszistischen Diktatur charakterisieren. Außenpolitisch wird die Regierung Averescu wohl kaum eine Neuorientierung bringen können, da die Lage Rumäniens durch fast unabänderliche Gegebenheiten an den Grenzen feftgelegt ist. Eine Regierung Nationalpartei- Zaranisten hätte voraussichtlich wenigstens eine Klärung des Verhältnisses zu Rußland hertei- geführt vom nationalistischen General ist dieses jedoch nicht zu erwarten. An allen übrigen Grenzen fielen entweder Feinde oder unverläh- liche Verbündete. Letzthin ist das bisher schon bestandene Desensivbündnis mit Polen erneuert worden, allerdings bedeutet die Form dieser Erneuerung eher eine Abschwächung als eine Stärkung und es kommt in ihr deutlich das Bestreben Polens zum Ausdruck, die mit Rußland angebahnten gutnachbarlichen Beziehungen nicht wegen Rumänien auf das Spiel zu setzen. Die „Kleine Entente" ist vielleicht gegenüber Ungarn ein gewisser Schuh, gerade gegenüber Rußland ater würde sie bei ernstlichen Konflikten sofort versagen. Dieses weih der neue Außenminister Mittlineu. der Nachfolger 5hi* cas. schr genau, und darum ist von ihm zunächst größere Vorsicht in alten außenpolitischen fragen zu erwarten. Ob der averescanische Faszismus allerdings nicht früher oder später in die Bahnen Mussolinis auch in außenpolitischer Beziehung hineinlenkt, ist gegenwärtig noch nicht abzusehen. Wer als Lehrer und Leiter, wer als literarischer Mitkämpfer und von der Erfahrung, Uederschau und Verantwortlichkeit eines Aufsichtsamtes her diese Kampf- und Werdejahre mit durchlebt hat, auch wer die Lehrerinnenjugend dieser verlästerten Anstalten sich entwickeln und sich bewähren sah, in Arbeit, Amt, wissenschaftlichem Fortschreiten, auch durch Hochschul- ftuDium und -Prüfungen, sozialem und wissenschaftlichem Mittun in Volksbildung und allerlei Presse, der wird jene grenzenlose Unterschätzung und Undankbarkeit doch bedauern müssen. Er wird aber auch wünschen müssen, daß der Heimgang der alten Ober» lyzeen, auch schon um der zahlreichen Lehrerinnen willen, die doch heute noch im Amt ihren Wert und ihr Ansehen an Die Eigen- und Fremdwertung ihrer Berufsbildung alten Stils gebunden sehen, doch nicht so ganz ohne ein Wort des Bedauerns und Des Dankes auch vor Der Oeffentlichkeit sich vollziehe. Wie sich das Neue, das Phantasiegeborene, ent- wicklungsfremde, unbewährte Neue, das bunte, gehäufte, nur erst mit hohen Worten in eine noch unerprobte Einheitlichkeit gefaßte Neue ausweisen werde, wissen wir ja noch nicht, und nicht jeder auch Vorurteilslose und Sachkundige sieht ihm hoffnungs- froh entgegen. Eine bloß zweijährige Berufausbil- dung der Lehrerinnenakedemiebildung statt Der vierjährigen Der alten Oberlyzeen, ein Bildungsplan, Der für Die Eigenart Der Frau dabei gegenüber der der jungen Lehrer kaum ein inhaltsvolles, praktisch brauchbares Wort gefunden hat, die völlig vage Hoffnung, daß von unseren künftigen Abitu- rientinnen statt des Studiums und anderer höherer Berufe in ausreichender Zahl die sozial und wirtschaftlich doch noch auf lange gedrückte Lebenslage der nichtakademischen Lehrerin werde gewählt wer-- den. Der doch die höheren Schulen künftig so gut wie verschlossen sind — das und noch manches andere weckt hier doch schwere Sorgen. Doch lassen wir die heute, gedenken wir vielmehr nur dessen, was mit den alten Oberlyzeen starb, weil es eine Dan» kespflicht ist gegen jene Frauen und Manner, die einst daran wirkten, und weil es nicht angeht, die Bildung Derer zu mißachten, Die heute und noch auf lange eben mit ihr als Erzieherinnen und Lehrerinnen an unserer Jugend tätig sind. Sollen sie sich schließlich gar selbst gering achten lernen und müde machen lassen, weil das alte Oberlyzeum und sein Bildungsweg und seine Bildungsguter so gar nichts sollen wert gewesen sein? Ach, bann fielen viele Ruserinnen im Streit für das Neue ja selbst unter dies von Bratianu zu Averescu. Von unserem Dr. Th.-Berichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) 3. 3. C. Bratianu. Der „Bismarck des rumänisches Reiches", ist nicht „geschickt" toor- ten. sondern er ist freiwillig gegangen und hat sich Den Zeitpunkt Dafür selbst ausgewählt. Er war eben nicht einer unter vielen Ministerpräsidenten. Die auch in Rumänien einem häufigen Wechsel unterworfen sind, sondern er war der Ministerpräsident des neuen Rumänien. Der diesem Lande im Laufe Der letzten vier Iahre d e Verfassung unD alle wichtigeren gesetzlichen Grundlagen gegeben hat und aus dessen Hän- ' Den Ferdinand von Hohenzollern Die Krone Des Königs aller Rumänen" empfing. Keine gesetzliche oder ungesetzliche Macht 'im LanDe wäre imftanDe gewesen. Den fest auf seinem Thron fißenben MinisterpräsiDenten zum Abgang zu bewegen, sein persönliches Interesse unD das feiner sorgsam gehüteten Parteiorganisation er» ! fcrDcrte es ater, und so ging er. Roch jetzt, nach seinem Abgang, liegt sein Schatten schwer über Dem ganzen LanDe. Denn General Averescu. Der vom Könige mit Der Regierungsbildung betraut tourte, ist nicht mehr unD nicht weniger als ein geheimer Parteigänger unD Platzhalter Bratianu s, unD seine Regierungsdauer wird wohl genau solange fein, als es Herrn Bratianu gefällt. Rur so ist es zu erklären, daß Dem General Die Regierung übertragen werten konnte, Denn es ist kein Geheimnis. Daß Die von ihm geschaffene „Volkspartei" nur ein Scheingebilde ist. Das im Lande über gar keinen Anhang verfügt. Diese Partei hatte General Averescu nach Dem Abschluß Des Bukarestcr Friedens geschassen unD damals strömten ihr Die Massen Des Bauerntums zu. weil Der General freigebig Den Besitz anderer aufzuteilen persprach. Sein von gewissen Kriegserfolgen glanzvoll umwobener Rame tat ein Llebriges. um ihn zum vergötterten Liebling des Landes zu machen, und als er im Iahre 1921 nach der damals regierenden siebenbürgischen Ra- S tionalpartei ans Ruder kam. flogen ihm viele Wahlzettel zu und soweit sie nicht von selbst kamen, nahm er sie sich mit einer gewissen Skrupellosigkeit, die nun einmal hier in Süd- osteuropa üblich ist. So kam er auf 270 Stimmen in Der Kammer, mit Hilfe Deren er wohl bis heute regiert haben toürDe, wenn Der Dille- tontismus feiner Ministerschaft- tefonDers auf Eei’el"\ W »«iitifi bteti0A 0.80. säS' figBi «ft,“'® Vkr Biei i«, jjgrsciüedenei Hansa Hytelsschuit xorm- Hennu ' Neu Kues. \2°- Aprlhj 'Sidncr Gartet Sc Aralie, zu Derk: oper iu vervchr. -w. Ang. u. U an den Med, fo, | Vereine DL itz M IU tuianifiientiiiil ost noch heute ist? Unsere neue Lehrerinnenbilbung hat sich heute noch vor bem Gericht ber Worte zweier bebeuten- den Denker und Erzieher zu hüten. Das eine ist von Herbert Spenzer: „Wenn durch einen seltsamen Zufall keine Spur von uns auf die entfernte Zukunft käme außer einem Stoß unserer Schulbücher ober einigen Examensaufgaben . . so können wir gesprengt unD zerstört. Heute erkennen wir, und Iustus von Liebig war unser echter Führer Darin, daß Francis Bacons Bedeutung viel geringer ist, als sein Iahrhundert und das folgende es glaubten; er war Der Letzte einer abfterbenten Richtung, kein Aeufinder. kein Bahnbrecher. UnD heute sehen wir auch. Daß Der Rame Roger Bacons, des Duldenden Weltweisen von 1250, des vorahnenden Doctor mirabilis. den seines Namensvetters von 1600 weit überstrahlt. Llnd noch ein Satyrspiel hängt sich an Das Dasein des Lordkanzlers Bacon von Verulam an. Eines Tages, nach fast Dreihundert Iahren. kam jemand und behauptete. William Shakespeare sei nur ein ungebildeter und ungelehrter Schauspieler gewesen, sozusagen nur ter Ausrufer eines Geheimnisvollen, Verborgenen, nämlich des Francis Bacon von Verulam. „Hamlet", der .Sommernachtstraum". „Romeo und Julia". „Othello". „Macbeth". „König Lear", die Königs- Dramen. sie alle hat nicht Der Dafür schon von feinen Zeitgenossen gefeierte William gedichtet, sonDern der König aller Philister, wie ihn Goethe genannt hat. Bacon von Verulam. Ein paar zufällige ilebereinftimmungen gaben Die Veranlassung zu Dieser absurden, aber mit Leidenschaft, ja mit fast krankhafter Reizbarkeit durch- gesochtenen These, Die zwar Kleinigkeiten gewaltig auf bauschte, ater Das Eine übersah: daß Dieser Bacon ein ganz undichterischer Mensch war, ein guter und kräftiger Schriftsteller, aber fein Poet, kein Dichter, sonDern ein Nüchterling. ÜnD Dichtung ist noch immer etwas unteres als ein noch so umfassendes, vielseitiges, beherrschtes Wissen. uns DorfteUcn, wie verblüfft der Archäologe jener Zeit fein wird, wenn er keinerlei Zeichen darin findet, daß die Lernenden auch als künftige Eltern b e.t r a ch t e t werden. Wir können uns ousmalen, daß er vielleicht schließen wird: Das muß der Studiengang ihrer E h e l o f e n fein." Das andere sagt Theobald Ziegler: Daß bei der Mäd- chenfchulreform „der weiblichen Eigenart" so gut wie keine Rechnung getragen, sondern diese Schule in der Hauptsache an den Typus der höheren Knabenschulen angeschlossen würde, entsprach zwar den Wünschen der Führerinnen der Frauenbewegung und ihren auf absolute Gleichmacherei gerichteten Bestrebungen, ist aber bezeichnend für die Gedankenarmut unserer Zeit." Das alles soll Unsere Lehrerinnen davor behüten, daß sie sich nicht das Nest beschmutzen lassen, aus dem sie flügge geworden sind. Es soll sie aber auch beruhigen und trösten, daß ihr Eigenes doch auch seinen Wert behält. Die Oeffentlichkeii aber soll es davor bewahren, daß sie die Lehrerinnen alten Stils, die sich bewährt haben, nicht geringer achte, als die neuen, die sich doch erst bewähren sollen. » i. 1-1 .^.aWTH .IMUMI-* - n.-■■■ i-wn. Oöerhessen. Landkncis Gießen £ Wieseck, 8. Marz. Ein erschreckend trübes Bild zeigt ein Blick in die Statistik über die Erwerbslosigkeit in unserer Gemeinde. Wenn von anderswo ein Stillstand oder sogar ein Rückgang der Crwerbslosenzahlen gemeldet wurde, so macht sich hier ein ständiges Steigen der Gesamtzahlen bemerkbar. Die Zahl der männlichen Erwerbslosen ist allerdings um einiges gesunken, dafür ist aber die Erwerbslosigkeit besonders der in der Tabakindustrie beschäftigten weiblichen Arbeitskräfte ganz bedeutend in die Höhe gegangen. 3n den nächsten Tagen ermäßigen sich die Zahlen für die weiblichen Erwerbslosen vorübergehend, da vom Montag ab eine Filiale ihren Betrieb wieder eröffnet, allerdings nur für drei Tage in der Woche und auf die Dauer von 4 Wochen. Rach Ablaus dieser Frist soll die Filiale vollständig geschlossen werden, so daß von einer Besserung der Arbeitsmarktlage eigentlich nicht gesprochen werden kann. 3m einzelnen wurden im abgelaufenen Monat unterstützt: Arn 1. März 124 Erwerbslose (103 Männer, 21 Frauen) mit 120 Angehörigen als Zuschlagsempfänger: am 8. März 138 Erwerbslose (12? Männer, 11 Frauen) mit 157 Angehörigen: am 15. März 185 Erwerbslose (89 Männer, 96 Frauen) mit 110 Angehörigen: am 21. März 187 Erwerbslose (88 Männer, 99 Frauen) mit 106 Angehörigen: am 26. März 196 Erwerbslose (87 Männer, 109 Frauen) mit 108 Angehörigen: am 31. März 221 Erwerbslose (105 Männer, 116 Frauen) mit 120 Angehörigen. Außer dieser ungewöhnlich hohen Zahl Vollerwerbsloser muß eine doppelt hohe Zahl Kurzarbeiter auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen unterstützt werden. Die Zahlen hierfür sind: Am 1. März 403 (52 Männer, 351 Frauen), am 8. März 439 (58 Männer, 381 Frauen), am 15. März 460 (60 Männer, 400 Frauen), am 21. März 363 (55 Männer, 308 Frauen), am 26. März 386 (57 Männer, 329 Frauen), und am 31. Marz 389 (59 Männer, 330 Frauen). Es waren am Monatsschluh also insgesamt 610 Personen aus den Mitteln der Erwerbs- losenfürsvrge zu unterstützen. Bei den 3500 Einwohnern unserer Gemeinde sind somit 18 Proz. der G e s am t b e v ö lker un g ohne ausreichende Verdi en st Möglichkeit, ein Umstand, der sich im gesamten öffentlichen und geschäftlichen Leben äußerst unangenehm bemerk- , bar macht. y Watzenborn-Steinberg, 7. April. Die Gottesdienste der Osterfeiertage waren überaus stark besucht. Am 1. Festtage wirkte in 7 Wagenborn der Kirchengesangverein mit und brachte zwei Lieder klangschön zu Gehör. Am v 2 Feiertage wurden in Wagenborn-Steinberg 54. Kinder (26 Knaben und 28 Mädchen) konfirmiert. In Garbenteich wurden am selben Tage 23 Kinder (15 Knaben und 8 Mädchen) eingesegnet. Steinbach, 8. April. (Sine Seltenheit im Reiche der Pflanzenwelt birgt der nahe Hohe Stein, eine Dasält- kuppe, die atä Oedland über die Umgebung hervorragt. An den sonnigen Süöhängen, besonders an den Stellen, die senkrecht von den Strahlen der Frühlingssonne getroffen werden, blüht fetzt neben dem bescheidenen Hungerblümchen in prachtvollem Blütenkleide die Pul-- satille vulgaris, zu deutsch Küchenschelle (eigentlich Kühchenschelle, Kuhschelle), eine Anemonenart. die mit ihren großen violetten Dlüten- gloden das Auge des Raturfteundes entzückt. Die Küchenschelle ist ein Kind des Ostens, in den ungarischen Putzten und den russischen Steppen am Politischen Meere ist ihre eigentliche Heimat. Als nach den Eiszeiten auch unsere Gegend Steppencharakter trug, ist sie mit anderen pontischen Floraelementen nach Westen vorgedrungen und auch bei uns heimisch geworden, hat aber das nordwestdeutsche Flachland nicht erreicht. Wo sich günstige Lebensbedingungen heute noch bieten, finden wir die Küchenschelle mit anderen Sonnenkindern noch als Reste einer in der Vorzeit zusammenhängenden Flora nur noch an vereinzelten zusammenhanglosen Stellen des ehemaligen Verbreitungsgebiets auch in unserer oberhessischen Heimat. Es läßt sich aber nachweisen, daß sie von manchem Standorte, der in älteren botanischen Werken genannt wird, bereits verdrängt worden ist: denn die fortschreitende Kultur ist ein Feind der botanischen Seltenheiten. Auch auf dem Hohen Stein kommt die Küchenschelle nicht mehr so zahlreich vor, wie friUjer. Die mit Radelholz begonnene Aufforstung des Basalthügels wird dazu beitragen, daß sie auch hier mit der Zeit verschwindet. 3m 3nteresse des Ratur - und Heimatschuhes wäre es erwünscht, daß einzelne Stellen des Südhangs von der Bepflanzung ausgeschlossen würden, falls die Aufforstung des ganzen Hügels geplant sein sollte. 3n Preußen ist die Küchenschelle bereits allenthalben geschützt. 3 Wirberg, 8. April. Am 2. Osterfesttag fand die Konfirmation der Konfirmanden des Kirchspiels in unserer Kirche statt. 29 Konfirmanden wurden konfirmiert, 13 Knaben und 16 Mädchen, die sich auf die einzelnen Gemeinden verteilen: Beltershain 3. Göbelnrod 7, Harbach 10, Reinhardshain 8. Wirberg 1. Die Kinder hatten, wie alljährlich, das Gotteshaus festlich geschmückt, und wohl auch unter dem Einfluß des herrlichen Frühlingstages war das Gotteshaus gefüllt von der zahlreichen Gemeinde. — Dankbare Anerkennung fand bei den Besuchern das Werk, das die Gemeinde Saasen durch ihre Arbeitslosen an unserem kleinen Friedhof in der Karwoche hat schaffen lassen. Die alte Mauer wurde abgetragen und eine neue errichtet, der Gottesacker, der Rest des großen für die Gemeinden des Kirchspieles, hat dadurch ein würdiges Aeußeres erhalten. bs. S t e i n h e i m, 7. April. Bei der gestern abgehaltenen Holzoersteigerung wurden verhältnismäßig hohe Preise erzielt. Das mag zum Teil daran liegen, daß für dieses Jahr das Losholz nur in 14 Raummeter Hartholz, Buchen und Eichen gemischt, und 1 Raummeter Buchenreisig bestand, gegen sonst fast nur ein Drittel. Es kostete 1 Raummeter Buchenscheiter 20 Mk., 1 Raummeter Buchen-Knüppcl 18—20 Mk., Eichenscheiter 12 Mk., Eichen-Knüppel 10 Mk., Kiefern-Knüppel 8 Mk., Fichten-Knüppel 6 Mk., Eichen-Reisig 4—5 Mk., Eichen-Reisig 3—4 Mk., Fichten-Reisig 3 Mk. — Am 2. Feiertage wurde eine markante Persönlichkeit unseres Dorfes, Heinrich D ö p f e r, zu Grabe getragen. Er war ein Gründer unseres Gesangvereins und 48 Jahre Mitglied desselben. Seit fünf Jahren war er Ehrenvorstand. Kreis Friedberg. Friedberg, 8. April. Heber den obstreichen Taunushang hat sich jetzt ein unermeßliches Dlütenm ecr gebreitet. Frühobst und Dirnen stehen in voller Blütenpracht, die Dlütenknospen der ftühen Apfelsorten find am Aufbrechen. Ein gand besonders bezauberndes Frühlingswunder sind aber die großen Kirschenkulturen bei Ockstadt und R o s b a ch v. d. H.. die gerade zum Osterfeste ihr Weißes Dlüten- kleid angelegt hatten, wesentlich früher als in 3ahren mit normalem Witterungsverlauf. Rosbach und Ockstadt waren denn auch zu Ostern das Ziel ungezählter Ausflügler. sf. Friedberg, 8. April. 3m vorigen Herbst wurde Geh. 3ustizral W a r t h o r st (feft- her Oberamtsrichter am hiesigen Amtsgericht) zum Direktor der Bezirkssparkasse Math i l d e n st i f t gewählt, da man bei den teilweise ziemlich schwierigen Aufwertungsfragen die Beihilfe eines erfahrenen 3uristen für wichtig hielt. Run hat der neue Direktor sein Amt schon wieder niedergelegt, da sein Gesund- h^tszustand ihm die Weiterführung nicht tunlich erscheinen läßt. Der mit der Aufwertungs- frage am hiesigen Amtsgerichte beauftragte Amtsrichter T h u r n wird nun nebenamtlich bis zur Wahl eines definitiven Direktors diese Angelegenheit am Mathilden stift weiter erledigen. Bestattung auf See. Von Leo Matthias. Er kam mit jenen an Bord, die nicht aufhören zu hoffen und die Kapitäne und Zahlmeister aller Schiffe der Welt mit Fluch und mit Flehen beschwören, Erbarmen zu haben mit einem Dreimalgeschlagenen. 3hre Geschichte ist immer die gleiche. Sie haben in Europa jahrelang ihre Haut verkauft, um das Unmögliche, den Preis für die Ueber- fafjrt zu erschwingen — und es ist ihnen schließlich geglückt: aber das Mögliche, in San Domingo, in Havanna, in Santos, Frau und Wurm vor der Straße zu retten, blieb unerreichbar. Von der Hitze zerfressen, Zeugen jeder Verzweiflung, liegen sie am Rande des Ozeans wie Deportierte und stieren. 3eder wäre bereit, mit feiner Zunge das Deck zu säubern, wenn er die Möglichkeit hätte, das Rest seiner Geburt noch einmal zu sehen. Tag und Rächt wechseln für sie mit der Einfahrt und Ausfahrt der Dampfer. Es waren etwa dreißig Mann, die, wie immer, abgewiesen wurden. Kapitän, Zahlmeister, Offiziere jagten wie Spinnen über das Deck, um zu verhindern, daß sich einer versteckte. (Sin blinder Passagier verursacht endlose Schreibereien: unter Umständen ist die Gesellschaft verpsllchtet, ihn wieder zurückzubringen — nach San Domingo, nach Havanna, nach Santos ... Daß man ihn schon am ersten Reisetage sand, war ein Zufall. Er fiel während des Essens vom Stuhl. 3m Lazarett stellte man fest, daß sein Rame in den Listen fehlte. Am zehnten Reisetage war er tot. Seine Hinterlassenschaft bestand in fünfzehn Pesos und einem Brief nach Barcelona an seine Frau. 3n der zweiten Rächt wurde er versenkt. Der Versuch, durch eine Sammlung die Kosten für einen Zinnsarg aufzubringen, um die Leiche in Spanien zu bestatten, blieb erfolglos. Der Versuch, durch Funkentelegramm die Erlaubnis zu erhalten, in Vigo einen Holzsarg einzuliefern, scheiterte an der Hartnäckigkeit der spanischen Behörden. 3n der zweiten Rächt, punkt halb zwölf, sing die Maschine an, langsamer zu hämmern. 3n der Mitte des Ozeans, von einem halben Dutzend fröstelnder Menschen umgeben, gingen zwei Amerikaner zum Heck, stellten sich an die Enden des Sarges und lasen stumm einige Gebete. Punkt zwölf kam das Kommando „Stop". Seit zehn Tagen stand die Maschine zum ersten Male still. Cs war, als ob das Firmament aur= horte, sich zu drehen. Lautlos und schwankend, zerschnitten von den Schatten der Maste, lag die ungeheure Schisssmasse im Sternenlicht. Wie ein Rettungsboot wurde der Sarg vom oberen Deck heruntergelassen. Ruckweise, auf leises Kommando, sank er bis zur unteren Reeling. Sin Seil fiel aus der Rolle. Vor unseren Augen schlug eine viereckige schwarze Kiste aus ungehobelten Brettern, schief wie eine zerrissene Schaukel, hin und her. Durch die Wasserlücher des Deckels sah man die Umrisse des Leichnams. Einige spanische Dauern hatten den Mut, zuzugreifen. Sie zogen den Sarg an den Seilen sich heran — so daß es aussah, als ob sie jemanöen aus der Folter binden wollten —, warfen einige Münzen durch die Löcher und drückten dann das Ganze über Dord. Wie ein Forellenkasten trieb der Sarg quer durch das Mondlicht — dann warf ihn eine Welle in das Dunkel, und er fing langsam an zu sinken. Die Kommandos wurden wieder laut gegeben. Tausend Passagiere setzten ihre Reise fort. Dom Reis. tfür gut ein Viertel der gesamten Erdenbewoh- ner bildet der Reis einen wichtigen Bestandteil der täglichen Nahrung. Für Millionen ist er fast das einzige, für weitere Millionen das hauptsächlichste Nahrungsmittel. In China, Japan und Korea, auf den Sunda-Inseln und den Philippinen, in Vorder- Zl Bad-Rauheim, 8. April. Unser Bad erfreute sich zu Ostern eines sehr regen Desuches. Die von der Dad- und Kurverwaltung getroffene Reueinrichtung einer Vorzugskurtaxe für die Ostergäste wurde von den Desuchern angenehm empfunden. Groß war auch das Heer der Passanten, die an den Feiertagen hier weilten. 3hre Anwesenheit kam vor allem den Ausflugsstätten in unmittelbarer Rähe der Stadt zugute. Die Zahl der Kurgäste feit 1. 3anuar 1926 hat bis jetzt etwa 2000 erreicht, von denen 800 zur Zeit noch hier anwesend sind. Butzbach, 8. April. Hier wurden in diesem 3ahre 58 Kinder konfirmiert, 31 Knaben und 27 Mädchen. — Zu den rührigsten Vereinen am Platze zählt die hiesige Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft, die unter Leitung des alten Kameruners Oberstleutnant a. D. Leßner es nicht nur verstanden hat, das koloniale 3nteresse wachzuhalten, sondern darüber hinaus weiteste Kreise der Bevölkerung dafür zu begeistern. So hat es die Abteilung zu einer Mitgliederzahl gebracht, wie sie von keiner zweiten hessischen Stadt aufzuweisen ist. And das alles wurde erreicht durch Lichtbildervorträge mit bekannten Kolonialdeutschen als Rednern. Solche Veranstaltungen fanden in jedem Winter mehrere statt, jedesmal vor überfülltem Saal. Ein voller Erfolg war auch wieder der letzte dieswinterliche Vortrag, den Frau von Hecker-Staff über ihre sehr interessanten Erlebnisse in Deutsch-Südwest-Afrika hielt. bs. W o h n b a ch, 8. April. Eine uralte O st e r s i 11 e ist hier noch in Hebung: der soaenannte Maientanz. Mit bewundernswerter Zähigkeit hält unsere Dorfschaft an diesem Brauch fest, der vermutlich mit seinen Wurzeln ins graue Heidentum zurückreicht und eine gewisse Ähnlichkeit mit der germanischen Julradseier hat. Am Karsamstag holen die Kinder, die in einem Jahre aus der Schule kommen, eine Fichte von mittlerer Höhe, die Maie, aus dem Wald. In einem Festzug der Schuljugend wird sie gegen Abend durch das Dorf getragen, wobei die Ziehhaumonikaspieler und „Maulorgel"musi- kanten die Spitze bilden. Die Nacht über kommt die Maie in eine verschließbare Scheuer, damit Schäkerer nicht den Stamm entrinden, wodurch sie eine gewisse Entweihung erführe. Am Dfteffonntag werden die Maienbänder gesammelt. In jedem Haus sprechen die Kinder vor und bitten ums „Majeband". Die Hausfrau holt es aus der Lade, worin es fein gebügelt und mit Namen versehen aufbewahrt ist. Die verschiedenartigsten Farben, mit den mannigfaltigsten Stickereien versehen, teilweise schon aus Großmutters Zeiten stammend, kann man finden. Nun wird die Maie geschmückt, um am Ostermontag um 4 Uhr nachmittags auf dem Maienplatz, einem Gemeindegrasplatz vor dem Dorfe mach Münzenberg zu „gesteckt" zu werden. Buchstäblich die ganze Gemeinde ist versammelt, in bester Festkleidung. Die Maienkinder tanzen zur Musik eines Harnwnika- spielers, und auch der übrigen Schul- und schulentlassenen Jugend ist es ab und zu gestattet, einen Tanz zu machen. Erst wenn die Nacht hereinbricht, wird für diesen Tag Schluß gemacht. Bereits um 10 Uhr des letzten Östertages beginnt das Festspiel von neuem. Nach Sonnenuntergang zieht dann Kind und Kegel mit der geschmückten Maie durch die Dorfstraßen: die Maie wird abgeschmückt und dem Ortsoberhaupt überbracht. In früheren Jahren wurde sie versteigert und der Erlös dafür von den Maienkindern einem guten Zweck zugesührt. Bei Regenwetter wird der Maientanz in einer geräumigen Scheuertenne abgehalten. Kreis Büdingen. h. Ridda, 8. Aprll. Bei der heute vom Forstamt Ridda abgehaltenen letzten Brenn- holzversteigerung waren die Preise etwas niedriger als bei den vorhergegangenen Versteigerungen. Es wurden gelöst für einen Raummeter Duchenscheit 1. Klasse durchschnittlich 10 Mark. 2. Kl. 8 Mk.. Buchenknüppel 8 Mk., Fichtenknüppel 4 Mk.. Buchenstöcke 4 Mk. und Buchenstanunreisig 1,50 Mk.. gewöhnliches Reisig 1 Mk. — Die Bautätigkeit scheint hier in diesem 3ahre nicht so rege zu werden, wie im vorigen. Bis jetzt hört man nur von geringen Aussichten auf Reubauten. Doch haben die Bau- Handwerker noch volle Deschästtgung, weil die im Herbste aufgeführten Rohbauten nun vollendet werden. Wenn auch diese bezogen sind, bleibt hier der Wohnungsmangel immer noch bestehen. Rur der Bedarf einzelner möblierter Zimmer scheint jetzt gedeckt zu sein. )( Ortenberg. 8. April. Am Ostermontag wurden hier 13 Knaben und 6 Mädchen konfirmiert. Die Kirche war reich geund Hinterindien, auf Ceylon und Madagaskar wird er in größtem Umfang angebaut; das Land des Schah, 'Aegypten und die Ebene des Po, ferner der Süden der Vereinigten Staaten und Brasilien haben ebenfalls ausgedehnte Reisfelder aufzuweisen: und alle Gegenden aufzuzählen, wo diese weißkörnige Nährfrucht in weniger intensiver Weise gezogen wird, würde ganze Seiten füllen. Die Oasen Mittelasiens, wie das Tropengebiet des dunklen Erdteils, Spanien und fein Nachbarland Portugal, die interessanten Länder der Balkanhalbinsel wie jene Mittelamerikas und Westindiens, sie aUe’ weisen mehr oder minder ausgedehnte Gebiete auf, wo der Reis gewonnen wird. Verzehrt wird er heute fast auf dem ganzen Erdenrund, und in Deutschland, wo er erst in den fünfziger Jahren des verflossenen Jahrhunderts sich einzubürgern begann, hat er heute ebenfalls schon eine nach Millionen zählende Gemeinde von Perehrern. Die hohe Bedeutung aber, die er für die Länder seines Hauptvorkommens besitzt, geht mit eindringlicher Klarheit aus dem Umstande hervor, daß er sich dort vielfach fast göttlicher Verehrung erfreuen darf, und daß man ihm eine Seele zuspricht. Bei manchen Eingeborenenstämmen des indischen Archipels und der Simdainseln bezeichnet ein und dasselbe Wort die Menschenseele sowohl wie die Reis- seele. Diese Seelen denken sich die Eingeborenen unter mancherlei Tiergestalten, und bei der Ernte wird alles' vermieden, was sie irgendwie beleidigen oder verletzen könnte. Natürlich fehlt es nicht an Priestern, Zauberern, «chamanen, deren Amt es ist, die einmal unvorsichtigerweise beleidigte und dadurch vertriebene Reisseele zu beruhigen'und zu versöhnen. Der Anbau von Reisfeldern beruht überall auf dem Vorhandensein genügender Wassermengen, und wo die natürlichen Niederschläge nicht hinreichen, muß durch künstliche Bewässerung dafür gesorgt werden, daß die Reisfelder Monate hindurch unter Wasser stehen. In Japan und China hat man schon vor vielen Jahrhunderten ausgedehnte Bewässerungsanlagen geschaffen, und Italien ist wegen der Dortrefstichkeit solcher Anlagen bekannt. Es liegt auf der Hand, daß diese sumpfigen Felder, die sich oft in ungeheurer Ausdehnung über ganze Gebiete erstrecken, vom hygienischen Standpunkt aus beschmückt. der Gottesdienst wurde durch je zwei Chöre der Konfirmanden, sowie des Kirchenchors verschönt. Auch die übrigen Gottesdienste der Feiertage waren gut besucht. Für die Der- schiedsnsten Zwecke gingen 195 Mk. ein. — Zur Schulaufnahme kommen 22 Kinder, so daß die Durchschnittszahl der Vorkriegsjahre fast wieder erreicht ist. Starkenburg. Offenbach, 8. Aprll. (WER.) Hier hat die Arbeitslosigkeit wieder eine kleine Zunahme erfahren. 3m Bereiche des Arbeitsamtes Offenbach-Stadt und -Land sind zur Zeit 19 015 Personen arbeitslos, gegen 18 913 in der Vorwoche. Rheinhessen. * Mainz, 8. April. Der Haushaltsvoranschlag der Stadt Mainz für 1926 weist einen ungedeckten Fehlbetrag von 2 764 576 Mark auf. , MSR. Mainz, 8. Aprll. Der Wiener Männergesangverein wird gelegentlich seiner Rheinreise am Montag, 14. 3uni, dem ihm befreundeten M a i n ze-r^Lie d er- kranz einen Besuch abstatten. Die Wiener Sänger werden um V312 Uhr von Köln kommend hier eintreffen, um dann mit den Mainzer Sangesfreunden in der Stadthalle einige ge- mülliche Stunden zu verbringen. Um 4 Uhr erfolgt dann die Weiterfahrt. Preutzen. Dillkreis. bl. Eisemroth, 8. Apoll. Ein Waldbrand vernichtete in hiesiger Gemarkung einige hundert Quadratmeter Fichte n st a m m h o l z. Der Brand soll durch unvorsichtiges Hantieren beim Abbrennen von Hecken entstanden sein. bl. H e r b o r n, 8. April. Ein auf der Fahrt von Rennerod nach Dicken befindliches L a stau t o fuhr unweit des Steinringberges auf der Rother Landstraße beim Ausweichen vor einem Trupp von Radfahrern die Böschung hinab und überschlug sich. Der Fahrer und die übrigen 3nfaffen konnten rechtzeitig abspringen. Der Wagen tmtrbe stark beschädigt. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Arn ts verkündig ungsblatt Rr. 28 vom 6. Aprll enthält: Aufruf zur Reichs- gesundheitswoche. — Feuerlöschwesen im Kreise Gießen. — Vergnügungssteuer. — Schonung der Wälder. — Eingabe der hessischen Schulbuchhandlung Emil Roth in Gießen. — Dienstnachrichten. Rundfunk-Programm des frankfurter SenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Samstag, 10.2tyriL 11.30—12.30 Uhr: Sonderkonzert für die Mainzer Funkarlsstellung. 3.30—4 Uhr: Die Stunde der 3ugenb: Aus dem deutschen Liederkranz (Liedervorträge Frankfurter Schulen): Kuhwaldschule, 2. Mädchenklasse. 4.20—5.20 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Gaetano Donizetti. 5.20—6.10 Uhr: Uebertragung von Darbietungen der Mainzer Funkausstellung: Mämrerchvrver- einigung an der städtischen Musikschule Mainz. 6.15—6.45 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 6.45—7.15 Uhr: Funkhochschule Frankfurt: „Die deutsche Volksballade", Vortrag von Prof. Dr. Franz Schultz. 7.15—7.45 Uhr: Beamtens ortbildungskurse — 3. Vortrag: „Deutschlands Währung und Währungspolittk in Vergangenheit und Gegenwart", Vortrag von Dr. Fritz Reumark. 7.45—8.15 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung. 8.15—9.15 Uhr: Arien- und Liederabend. 9.15—10.15 Uhr: Uebertragung von Kassel: Liederabend Della Gotthelft. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. fue Enger, Sportsleute, Raucher Tabletten In allen Apathelen u. Drogerien Mk. 1.— trachtet, mancherlei schlimme Begleiterscheinungen aufweisen. Gefährliche Fieber, namentlich Malaria, sind die Folgen der ungesunden Ausdünstungen, und so hat sich z. B. die italienische Regierung schon vor Jahrzehnten veranlaßt gesehen, den Anbau von Reis von ganz bestimmten Anforderungen abhängig zu machen und das Ueberhandnehmen der Reisfelder einzuschränken. Die Folge davon war ein merklicher Rückgang in der italienischen Reisproduktion. Während z. B. im Jahre 1894 dieses Land noch eine mit Reis bebaute Fläche von 165 000 Hektar mit einem Ertrage von 5 738 000 Hektoliter auf- weisen konnte, produzierte es bereits zwei Jahre später nur noch 3 726 240 Hektoliter. Als Handelsartikel spielt der Reis eine ungemein wichtige Rolle. Dafür einige Zahlen: Deutschland führte z. B. im ersten Jahre des neuen Jahrhunderts nicht weniger als rund 75 Millionen Tonnen Reis ein, die einen Wert von 29 045 Millionen Mark repräsentierten. — Britisch-Jndien besaß im Jahre 1896 eine Anbaufläche von 26 000 000 Hektar mit einem Jahresertrag von 25 000 000 Tonnen, wovon eine nicht unbeträchtliche Masse nach Deutschland gewandert sein mag, das seinen Bedarf an ungeschäitem Reis zum überwiegenden Teile in Britisch-Ostindien deckt. Neben den Millionen fleißiger Hände, die beim Arbeiten, bei der Pflege und der Ernte des Reises in Tätigkeit gesetzt werden, gibt es noch ungezählte Arbeitsmassen, die in der auf diesem Produkt beruhenden ausgedehnten Industrie Beschäftigung finden. So hat beispielsweise Bremen drei und Hamburg fünf gewaltige Reismühlen, wo der ungeschälte Reis, der sog. Paddy, durch Entfernung der Spelzen, Abschälen des inneren feinen Häutchens und durch Abschleifen der Körner zum sog. polierten Reis umgewandelt wird, der dann als Nahrungsmittel in den Handel und auf unseren Tisch kommt. Auch zur Herstellung berauschender Getränke findet der Reis, namentlich in asiatischen Ländern, umfangreiche Verwendung, und dem Koreaner ist sein Reiswein und seine Reisweinschenke fast unentbehrlich. Der Reiswem soll übrigens ein ganz heimtückischer Geselle sein, und wehe dem Fremden, der sich zu unvorsichtig seinem Genüsse hingibt. A.B. V L e w ii P Tottä^- 4, ä St ' ^ndv u r1 *$$J8 »9. ^khjut ■ 18913^ u ' Dj»v W ?■ ®m D-ld. ,^rümg ftVil Iich. JjJJ durch unter- w von Hecken ««4 bet Fahrt kEchesLast. "Sbnges au! bet «Je# vor einem 'Mg hinab Sahnt und die zeitig Myringen. ibigt igunMatt. >igungSblatt uftuf zur Äejchs- iNen hn Streife .7, T^vnuna Der ludjen Tchulbuch' in. - Dienftnach- igramm kenders. itschall".) int rkmyert für die SH Mr: Die deutschen Lieder- t Skalen): Äui>* 4.20—5.20 Mr. letmro 'Somyilt on ‘Satbietungen Mämmchvrven 'ufi!fd)ule Kainz, »er Fortbildungs- it von R Silben ühvchschule Frank- ibe“, Iorttag von 5-U5 Mr: > Vortrag: »Deutsch- ngspolM in Der- Vortrag von Dr. W: Stunde des bildung. 8JM45 , 9,15-10.15 M: ’icberabenb Della 2 Uhr: Ucbertra- er Berliner FM- Labletten Örojtrim ®.L- ch Raulhec Ausdunstungen^ de Regierung M in, den Wau M berungen abhanW rtJx’Ä non war em mellen Re'SprobuktM vieles Land nod) Äooo W 00 Veits M w eine ung-Min "*n Ä» >r als runb j5 ^ " ?,rt I« ®“s' :tem inbien.^Die heim 9«'”’ te Wil® ®®?w *«lg «en Ä zuv'^oE iann tjnjJ infe2 Jr rusch-L LaE af>a"fd$reaner f fibrtß SÄ Turnen, Sport und Spiel daß das Online Die Derbandsspiele im Arbeiter- Turn- und Zportbund. £ Nachdem während der Osterfeiertage von der Möglichkeit, Gesellschaftsspiele auszutragen, in ausgiebigster Weise Gebrauch gemacht wurde, nehmen am Sonntag die Verbandsspiele ihren planmäßigen Fortgang, Diese Spiele sind von ganz besonderer Bedeutung, da am Sonntag überall (Segnet von einer gewissen Gleichmäßigkeit zusammentreffen. Der Ausgang der einzelnen Spiele läßt dann bestimmte Schlüsse auf die Gestaltung der Tabelle, ja auf den voraussichtlichen Meister zu. Gießen und Heuchelheim werden sich auf dem Trieb jedenfalls ein äußerst spannendes Spiel liefern: war doch Heuchelheim die einzige Mannschaft, die den Bezirksmeister Gießen im Vorjahre schlagen konnte. Trotzdem darf für dieses Spiel gesagt werden, daß, wenn keine Ueberraschungen eintreten, Gießen der Gewinner ist. Der Ausgang des Spieles in Wieseck, wo Wieseck und Naunheim aufeinandertreffen, ist noch ungewiß. Wenn Wieseck in der seitherigen Weise fortfährt und außerdem den Vorteil des eigenen Platzes auszunuhen versteht, müßte es eigentlich die Punkte für sich in Anspruch nehmen. Andererseits ist aber Naunheim ein äußerst gefährlicher Gegner, der schon stärkeren Gegnern das Siegen ungemein schwer gemacht hat. Besonderes Interesse beansprucht das Spiel Lollar —Alsfeld, das in Wieseck aus- getragen wird. Hier treffen zwei Gegner aufeinander. die gleich stark sind und in den seitherigen Verbandsspielen gleichmäßig reichlich Pech hatten. Beide Mannschaften haben die gleiche Spielweise: weites Flügelspiel, rasendes Tempo, unb dabei ein gutes Innentrio, das versteht. Tore zu schießen. Die Marburger Männer tu rnec treffen srch in Marburg mit Wetzlar. Erwartungsgemäß dürfte Marburg Sieger bleiben, da es über die konstantere Spielform verfügt, obwohl Wetzlar recht gutes Material besitzt. Die 6-Klasse sieht für den Sonntag folgende Spiele vor: Gießen II gegen Rod- Die beliebte Qualität?-Zigarette zu 5 Pfennig Die immer Gleichbleibende im Wechsel der Zeiten V. s. D. (-) Kommenden Sonntag hat der Verein für Bewegungsspiele „Großkampftag". Nicht weniger als sieben Mannschasl.n schickt er in den Kampf um die Siegesehre. Fünf Mannschaften, A. H., Liga. Zweite. Dritte und Vierte fahren nach Marburg, um sämtlich ihre Kräfte mit denen der dortigen „Sportvereinigung" (V. f. B. 05° Kurhessen) zu messen. Die Alte ■ Herren - Mannschaft tritt nach recht langem Winterschlaf auf den Plan und will den Kamps mit den alten Semestern der Sp.-Vgg. wagen. Wer aus diesem Treffen als Sieger hervorgehen wird, ist nicht vorauszusagen, da noch nicht bekannt, mit welch und wieviel großkalibrigen Kanonen man auffahren wird. Jedenfalls lassen die auf hiesiger ©eite getroffenen Vorbereitungen darauf schließen, daß man zu einem harten Strauße rüstet. Das Hauptinteresse des Tages beansprucht natürlich das Treffen der beiden Ligamann- schasten. Anstatt in der bewährten Aufstellung vom 2. Osterfeiertag. muß die V. f.B.-Elf mit Ersatz für die verhinderten Spieler Muchtar und Mandler antreten. Die Liga der Sp.-Vgg. hat von den Lahnkreisvereinen in den Derbandsspielen der Bezirksliga am besten abgeschnitten. Anfänglich schien es, als ob die Früchte der Fusion ausbleiben sollten. • Die heutige Spielstärke der Mannschaft hat sie aber zu einem sehr beachtenswerten Gegner gemacht. Man darf auf den Aus- gang dieses Treffens gespannt sein. Die 2., 3. und Za-Mannschaft werden gegen die gleichen der Sp.-Vgg. einen sehr schweren Stand haben und alles ausbieten müssen, um nicht überfahren zu werden, da durch den Zusammenschluß der beiden Vereine auch die Spielstarke der unteren Mannschaften gehoben wor- den ist. Während die erste Iugendmannschaft ihr fälliges Diplomwettspiel gegen die gleiche von „Spiel und Sport" Dillenburg auf hiesigem Platz austrägt, fährt die zweite Iugendmannschaft ebenfalls zum Diplomwettspiel nach Weilburg. heim I; aller Voraussicht nach bleiben die Punkte in Gießen. Zronhausen l gegen Marburg II; dies Spiel wird Marburg sicher gewinnen. Leun I gegen Alsfeld II; Leun wird wcchl überlegener Sieger bleiben. Blas» bach I gegen Gießen Ha; hier dürfte sich Gießen die Lorbeeren holen, vorausgesetzt, k"? sie ihren Gegner nicht unterschätzen. In der Jugendklasse beansprucht Spiel Wieseck — Wetzlar besonderes teresse. Beide Mannschaften sind bis jetzt geschlagen, beabsichtigen, sich den Meistertitel zu erwerben und zählen neben Gießen zu den besten Jugend Mannschaften. Wer Sieger bleibt, muß vollständig offen bleiben. — Im Spiel gegen Heuchelheim dürfte sich Gieße n, zumal auf eigenem Platz, leicht und sicher die Punkte holen. — Ebenso leicht wird wohl Blas- b a ch von Lollar abgefertigt werden, auch dieses Spiel findet jedenfalls in Wieseck statt, da dec Lollarer Platz im Umbau begriffen ist. Was der Sonntag bringt Gießener Straßenrennen. Der Gießener Radfahrerverein 1 885 e. V. eröffnet am kommenden Sonntag seine Dereinsrennen mit dem üblichen 5 0 Kilometer Straßenfahren. Die Strecke führt von Gießen nach Marburg-Süd und wieder zurück. Der Start der Fahrer erfolgt 8 Uhr vormittags an der Karlsruhe, wo sich auch das Ziel befindet. Um 1O.3O Uhr werden die Fahrer zurückerwartet. Im Reiche. Rasensport. verdient Nachahmung. Die im übrigen außerdem noch zahlreichen Privatspiele der anderen Bezirks- oereine kommen an Bedeutung dem obenerwähnten nicht gleich, dafür war aber der Spielbetrieb, roie lange nicht mehr, außerordentlich umfangreich. An Verbandsipielen innerhalb des Bezirks stehen zunächst noch aus, nachdem die Bezirks-Ligaspiele abgeschlossen sind, die Auf- und Abstiegspiele, von denen jedoch nur eines von Bedeutung ist. Das ist das Zusammentreffen der Spitzenführer Iura Kassel und Germania Marburg. Nach dem, was Germania Marburg an den Ostertagen zeigte, kann man ihm nicht gerade besondere Aussichten auf den Sieg zusprechen. Allerdings trat die Elf mit merkbarem Ersatz an. Trotzdem wird man sich wohl mit dem Gedanken vertraut machen müssen, daß es dem einzigen noch im Rennen liegenden Lahnkreisvertreter (Gießen 1900 hat auf die weitere Austragung der Spiele verzichtet) nicht gelingen wird, sich durchzusetzen. Kassel wird also einen 'Bereut mehr in der Bezirksliga haben. ________ dem sollten wir der Aufstellung 'des D. F. B. unser Dertrauen schenken. Eine Länderelsaufstellung ist sowieso Glückssache. Ohne den Geist und das Bewußtsein, deutschen Sport aufs beste und mit Eiter und Hingabe vertreten zu müssen, nutzen die besten Einzelleistungen und die besten Techniker nichts. Fußball in Hessen-Hannover. tz. Ein Ereignis von überragender Bedeutung war das Gastspiel des deutschen Altmeisters, 1. F. E. Nürnberg, gegen den S. C. 03 Kassel in Kassel, das hier nicht unbesprochen bleiben soll. 7:1 siegten die Nürnberger, unb hätten dies vielleicht noch höher gekonnt, beschränkten sich aber darauf, den Hessen zu zeigen, was Klassefußboll ist, in einer Lektion, von der die Kasseler hoffentlich recht viel gelernt haben. Derartige Spiele, wie das hier in Betracht kommende, das im übrigen durchaus fair und regelrecht durchgeführt wurde, sind nicht nur zum Lernen da, sondern auch für die Sache des Lederballes das beste Werbemittel. Das Beispiel des S. C. 03 Kassel Handball im Reiche. tz. Der größte Teil der Landesmeister der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik steht fest. Wie bekannt, hat sich zunächst der D. f. B. 08 Aachen den westdeutschen Titel erkämpft. Am vergangenen Sonntag entschied der Ausgang des Spieles Fürth gegen Darmstadt mit 1:3 die süddeutsche Meisterschaft, wie im Vorjahre, für den Sp. V. Darmstadt. Auch im Norden und in Mitteldeutschland, selbstverständlich beinahe auch in Berlin, sind die alten Meister wieder in Front. Polizei Hamburg, Polizei Halle, Polizei Berlin heißen diese Landesverbandsmeister. Ueberhaupt scheint das Handballspiel ein Vorrecht der Polizeisportvereine zu sein, die in allen Gegenden des Reiches die erste Nolle spielen. Als den spielstärksten Vertreter sieht man allgemein wieder die Polizei Berlin an, die seit Jahren ungeschlagen ist, gegen die die Erringung eines Unentschieden schon ein Bombenerfolg ist. Nächst ihr scheint die Polizei Hamburg der stärkste Gegner zu sein, Darmstadt und Halle sind ebenfalls mcht zu verachten. Das Handballinteresse im Reiche hat an diesem urdeutschen Spiele erheblich zugenommen, gemessen an den jetzt schon, wie im Fußball, nach Tausenden zählenden Zuschauern. Die Spiele der Landesmeister gegeneinander beginnen im Mai. Hockey. Deutsch - englisches Hockeyspiel in Köln. Am Mittwochnachmittag konnte die englische Damenländermannschaft ihren eindrucksvolle» Siegen in Hamburg, Berlin und Leipzig einen neuen Erfolg in Köln hinzufügen. Sie schlug im Kölner Stadion die westdeutsche Damen- Auswahlmannschaft 16:0 (10:0). Die Westdeutschen spielten zerfahren und konnten den Engländerinnen keine gleichwertigen Leistungen entgegenstellen. Die zweifellos beste Spielerin der englischen Hockeymannfchaft war Miß P o 11 a r d, di; mehr als zehn Tore erzielte. Boxen. Kämpfe in Dutzbach. Am zweiten Ostertag weilte die zweite Kampfstaffel des Gießener Boxoereins zu einem Städtekamvf in Butzbach bei der dortigen Borgemeinde. In den verschiedensten Klassen wurden 8 Rümpfe ausgetragen. Hier zeigte sich, daß der Gießener Boxoerein, wenn auch noch jung, zu den besten Hoffnungen Anlaß geben darf. Mit recht gemischten Gefühlen gingen die Kämpfer in die Arena , war es doch für die meisten Teilnehmer aus Gießen das erstemal, daß sie einen regelrechten stampf ab end sehen und bestreiten sollten. Das Gefühl der Unsicherheit wurde noch dadurch erhöht, daß der Leiter und Leiter des Gießener Boxoereins, Sportlehrer Schneider, nicht mit in Butzbach sein konnte. Das Ergebnis des Abends zeigte aber, daß die Gießener Kämpfer den Butzbachern, die schon seit längerer Zeit den Boxsport pflegen, vollauf gewachsen waren. Eingeleitet wurde der Abend durch Trainings- uorsührungen vom Leiter des Butzbacher Bvxoer- eins, Herrn Euler, der Meister in seiner Kunst ist. Als erstes Paar kämpften dann im Tütengewicht Hartmetz - Gießen gegen Müller- Butzbach. Durch Punktwertung wurde Müller Sieger mit 5:4 Punkten. Jin zweiten Kampf Braun-Gießen gegen Jäger- Butzbach (Papiergewicht) wurde der Kampf entschieden gewertet. Als dritter kämpfte Stephan- Gießen gegen den besten Butzbacher und konnte ein Unentschieden herausholen. H a r d t- Gießen, der trotz seines geringen Alters Meister in feiner Kunst ist, schlug den Butzbacher Gegner durch alle Ecken und wurde nach der ersten Runde schon als Sieger ausgerufen. Im Fliegengewicht kämpfte Alfred Bormuth gegen eine gute Klasse und gewann den Kampf mit 5:4 Punkten. Einen Verweis, der Bormuth unverdienterweise erteilt wurde, machten die Butzbacher sich zu eigen und sprachen em Unentschieden aus. Bormuth schlug seinen Geg Handball. Mainz-Marburg-Bad Nauheim. Ostersonntag: Turngemeinde Marburg—Turnverein 1817 Main; 0:10 (0:7). Ostermontag: I. D. 1860 v ad-Nauheim—Turuoer- ein 1817 Main; 1:6 (1:2). , c. Begünstigst vom herrlichsten Frühlingswetter uhr die 1. Handballelf vom Mainzer Turnverein von 1817 zu den Hessentunrern, um in zwei Osterfreundschastsspielen sich im Handballspiel zu messen. Am Ostersonntag stellten sich auf dem Germania-Sportplatz in M a r b u r g die Mainzer und die Handballer der Turngemeinde Marburg dem Schiedsrichter. Mainz war in Hochform und lieferte eines der besten Spiele. Dem flüssigen Zuspiel der in sich jungen flinken Elf waren die Marburger Turngemeindler in keiner Weise gewachsen. In der Halbzeit stand das Spiel 7:0 für die Mainzer Gäste. Nach Halbzeit ließ das Spiel an Schnelligkeit etwas nach und endete nut dem Erfolg 10:0 für Mainz. Am Ostermontag sand das zweite Spiel in Bad-Nauhetm statt. Hier war T. V. 1860 Bad-Nauheim der Gegner, der sich unter der Schiedsrichterleitung von Turner Arnheiter- Offenbach stellte. Bei dem Stande 2:1 für Mainz wurden die Seiten gewechselt. Nach Halbzeit konnte Mainz in fast gleichmäßigem Abstande noch 4 Tore erzielen, wahrend Nauheim trotz eifriger Gegenwehr und aufopferndem Spiel sich mit dem Ehrentreffer begnügen mußte. So konnte Mainz auch am 2. Osttertage mit 6:1 das Spielfeld als Sieger verlassen. dürfte. Um vieles klarer steht die Meisterschaftsfrage im Westen, eigentlich schon gar keine Frage mehr. Denn der bis- long ziemlich unbeachtet gebliebene V. f. R. Köln er- irang durch ein allerdings mehr als zweifelhaftes Tor den Sieg, und mit 99 Prozent Wahrscheinlichkeit die Meisterschaft vor dem bisherigen Favoriten Alten- essen mit 2:1. Auf der Grundlage des Einrunden- jpstems hat Köln nur noch einen Gegner, „Sport" Kassel, und damit ausgerechnet den schwächsten, so daß es von Altenesfen durch dessen eigene Kraft nicht mehr eingeholt werden kann; andererseits kann man Den Kasselanern aber auch in feinem Falle eine Aussicht auf Sieg ober Unentschieden zugestehen. Die Runde der Zweiten brachte im Westen eben- folls die erwartete Klärung. Nur so hoch wie der Spitzenführer Schwarz-Weiß Essen den Rheydter Spielverein und so glatt und leicht unb jederzeit überlegen er ihn mit 4:0 schlug, hatte man den Ausgang Dieses Kampfes nicht erwartet. Ueberhaupt wird Schwarz-Weiß, das ja mit dem Dritten der Meister um den dritten Vertreterplatz des Westens noch an- treten mutz, ein sehr gewichtiges Wort bei den werteren Spielen mitreden. Duisburg 08 gegen Fortuna Düsseldorf, ein weiteres Treffen der Zweitenrunde, träte an sich, ohne Bedeutung, wenn nicht gerade die Duisburger, von denen man das nicht erwartet Litte, den kürzeren gezogen hätten. 3:4 stand die 'Partie am Schluß gegen die Duisburger, die nad) anfangs so erfolgreichem Start in der Zweitenrunde nun gar keine Aussicht mehr haben, an die Spitze zu kommen; denn selbst im ungünstigsten Falle ist Schwarz-Weiß nicht mehr einzuholen. * * Mit den Meisterschaftsspielen im Süden und Westen des Reiches ist das offizielle D. F. B.-Pro- gramnt erschöpft. Die anderen Landesverbände beschrankten sich auf die Austragung von zahlreichen Freundschaftstreffen, speziell gegen englische Ama- t?ure, in denen der deutsche Fußball beachtenswerte Erfolge errang. Roch eines interessiert im Zusammenhang mit diesen internationalen Kämpfen. Das ist der am 18. April in Düsseldorf bevorstehende Länderkampf gegen Holland. Der Bundesspielausschuß hat dazu folgende Mcmn- jfchaft nominiert: Tor: Ertl, München; Berteidi- en ersten, während Fürth den zweiten sicher hoben ntt, der sich dauernd fluchtartig zuruckzvg, durch die Seite, der Ringrichter, ein $err aus Butzbach, wollte ein Herausdrücken bemerkt haben und erteilte Bormuth einen Verweis. Hiernach kämpfte Ludwig Wallenfels im Fliegengewicht und hätte einen verdienten Sieg mit nach Haufe gebracht, wenn nicht einige unerlaubte Schläge gefallen wären. (Genickschläge). Diese wurden nur dadurch bedingt,- daß der Butzbacher sich während des Kampfes dauernd drehte. Im Mittelgewicht mutzte Döring- Gießen den Kampf gegen den besseren Butzbacher aufgeben. Den Hauptkampf des Abends, über Hessen Ausgang ziemlich geteilte Meinung in Gießen bestand, wollte Butzbach unbedingt für sich buchen. Jedoch kam es anders. Nehren aus der ersten Staffel der Gietzener schlug sich mit Schneid und Bravour gegen den besten in der Mittelge- wichtsklasse und zwang seinen Gegner schon in der ersten Runde durch knock out zu Boden. Euler- Butzbach konnte sich von diesem Schlag nicht mehr erholen und wurde ausgezählt. Sehr enttäuscht sah Butzbach den Kampf der beiden zu Ende gehen, zumal kein Mensch in Butzbach daran gedacht hatte, den Favoriten Euler geschlagen zu sehen. Die Sicherheit des Ringrichters aus Butzbach liefe sehr oft viel zu wünschen übrig. Es wäre angebracht, zu derartigen Veranstaltungen einen unparteiischen Richter zu holen. Einige Fehlentscheidungen zeugten wirklich nicht von einwandfreier Unparteilichkeit. Alles in allem wurde den ^Butzbacher Boxsportfreunden ein selten schönes Schauspiel geboten. Eine Wiederholung dieses Abends findet in allernächster Zeit hier in Gießen statt, zu dem auch noch andere, größere Kräfte verpflichtet sind. Schwimmen. Neue Erfolge Rademachers. Am zweiten Ostertage begannen in Chikago die amerikanischen Schwimm-Meisterschaften, an denen sich diesmal auch die Deutschen Rademacher und Frölich beteiligen werden. In einem eingelegten 10t>-2)ards-Brustschwimmen hatte Rademacher nichts zu schlagen, denn sowohl S p e n c e als auch S k e l t o n waren nicht angetreten. Die amerikanische Meisterschaft im Fünfkampf holte sich erwartungsgemäß Walter L a u f f e r (Cincinnati). * Sil. Chicago, 8. April. Der deutsche Meisterschaftsschwimmer Rademacher legte im Brust schwiinmen 220 Vards in der Zeit von 2 Minuten 47 Sekunden zurück und gewann damit nicht nur die amerikanische Amateurmeisterschaft, sondern stellte auch einen neuen Weltrekord auf. Rudern. Giehener Slädteachter. In Gießen sind die Vorbereitungen zur Durchführung eines alljährlichen Städte- Achter-Rennens, wie in anderen Städten, zwischen Gießener Rudergesellschast von 1877 und dem Verein Rudersport 1913 einerseits und dem R. C. 1880 Wetzlar anderseits im Gange. Die Stadtverwaltungen von Gießen und Wetzlar haben für dieses Rennen einen Wanderpreis gestiftet, der in diesem Jahre zum erstenmal im Herbst zur Austragung kommen soll. Wirtschaft. Die Reichsbank Ende März. Aach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. März sind während der illtimo- woche erhöhte Ansprüche an die Bank gestellt worden. Die gesamte Kapitalanlage in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten hat sich um 197,4 auf 1 537,9 Millionen erhöht. 3m einzelnen sind die Bestände an Wechseln und Schecks um 121,4 auf 1 215,9 Millionen gestiegen, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß für 46,5 Millionen rediskontiert gewesene Wechsel in das Portefeuille der Dank zurückgeliefert wurden, wodurch sich die Gesamtsumme der weiterbegebenen Wechsel auf 413,5 Millionen ermäßigte. Die Lombardbestände zeigen eine Zunahme um 72,1 auf 77,5 Millionen, die Bestände an Effekten eine solche um 3,9 auf 244,5 Millionen. Auch die Zahlungsmittelanforderungen haben zugenommen. An Reichsbanknoten sind 645,9 Millionen in den Verkehr abgeflossen, sodaß sich der Umlauf an Reichs- banknoten auf 3159,6 Millionen erhöht hat. Die tolle Herzogin. I Roman von Ernst Klein. ' Copyright by Carl Sünder, Verlag, Berlin. 36. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Ohne ein Wort zu erwidern, wandte Gloria sich zur Kellertreppe. Die Scheibe der Tür war so zerbrochen, wie Harald sie eingedrückt hatte. Sie griff durch das Loch durch — beinahe hätte sie einen Schrei des Jubels ausgestoßen, von innen steckte der Schlüssel. In der nächsten Sekunde waren sie im Hause. Standen vor der Türr, die Gloria leise hinter sich zuzog. Lauschten mit verhaltenem Atem. Grace klammerte sich an den Arm der Schwester. Nichts regte sich. Und doch war in dieser schwarzen, lautlosen Finsternis jenes undefinierbaren Etwas, jeües Rieseln der Stille, jenes Vibrieren des Nichts--! Die Hand auf Glorias Arm krampfte sich zusammen. Sie selbst wurde nervös-- Don draußen herein klangen schnell vorüberhastende Schritte. Erleichtert horchten die beiden Frauen aus ihren Schall — bis er verhallte. Dann wieder dieses schwarze Schweigen! „Um Gottes willen, laß uns hinaus! Ins Freie!" zischelte Grace. „Sei doch nicht so erbärmlich feig!" gab Gloria ebenso leise zurück. „Niemand ist hier! Komm!" Sie drehte ihre Lampe an und hielt sie hoch. Im Hintergrunoe zeigte sich die Treppe — ein kleines, kaum erkennbares Ding huschte vor dem grellen Strahle in rettende Finsternis. Grace kreischte halblaut auf. „Eine Ratte!" „Um ein armseliges, kleines Mäuschen!" In ihrer Erregung mußte Gloria lachen. Sie kamen hierher in tollkühnem Wagnis, und die Schwester war bereit, vor einer Maus davonzulaufen! „Komm ober bleib' hier! Ich gehe." Ganz laut sprach sie das, um ihre Nervosität am Klange der eigenen Stimme zu stärken. Sie schlichen die Treppe empor, die unter ihnen leicht knarrte. Als sie oben waren und das Licht der Straße hereinfallen sahen, verbarg Gloria die die Laterne unter dem Mantel und ging entschlossen aus die Tür zum Arbeitszimmer zu-- Der Umlauf an Renten bank schein en ist dagegen um 0,7 auf 1108,4 Millionen zurückgegangen. Die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen haben sich um 13 auf 464,9 Millionen ermäßigt. 3n der Berichtswoche wurden 13,7 Millionen Rentenbankscheine getilgt, darunter 12,2 Millionen gern. § 7c des Ges. über die Liquidierung des Umlaufs an Rentenbankscheinen vom 30. 8. 24. Der Umlauf an Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen stellte sich somit am 31. 3 auf 4 268,1 Millionen gegen 4157,8 Millionen Ende Februar. Die fremden Gelder erfuhren im wesentlichen im Zusammenhang mit den Zahlungsmittelanforderungen eine Abnahme um 337,8 auf 625,4 Millionen. Die Bestände an Gold und dek- kungsfähigen Devisen sind weiter an- gewachsen und zwar insgesamt um 40 auf 1 972,3 Millionen. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 41,9 auf 1491,1 Millionen zugenommen, während die Bestände an deckungsfähigen Devisen um L9 auf 481,2 Millionen abnahmen. Die Deckung der Roten durch Gold allein ging von 57,6 Prozent in der Vorwoche auf 47,2 Prozent zurück, die durch Gold und deckungsfähige Devisen von 76,9 auf 62,4 Prozent. * * Die Großhandels! ndexziffer für März. Die für den Durchschnitt März berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 118,3 gegenüber dem Vormonat (118,4) nahezu unverändert geblieben. Von den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse von 112,4 im Februar auf 113,1 im März oder um 0,6 Proz. angezogen, wogegen die 3n- dustriestoffe von 129,5 auf 128,0 oder um 1,2 Proz. zurückgegangen sind. Die 3ndexziffer für Agrarerzeugnisse stellte sich bei durchweg beträchtlich gestiegenen Getreidepreisen für den 31. März auf 118,1 und für den 7. April auf 119,3. Die 3ndu- striestoffe lagen dagegen am 31. März auf 127,1 und am 7. April auf 126,0. Für die Gesamtinderziffer ergab sich für diese beiden Stichtage ein Stand von 121,2 und 122,0. * 1 5 0 - M i l l i o n e n - R e i ch s m a r k - A n - leihe der Deutschen Reichspost. Der Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost hat beschlossen, eine Inlandanleihe im Betrage von 150 Millionen Reichsmark ausziinehmen. Die Art der Auflegung steht noch nicht fest. Die Anleihe, von der zunächst zur Befriedigung des dringendsten Kreditbedürfnisses ein Teilbetrag von 70 bis 75 Mill. Reichsmark aufgelegt werden wird, ist vor allem zur Verlegung des Fernsprechkabelnetzes auf unterirdische Leitungen bestimmt. * Erweiterung der Main-Kraftwerke. Die Main-Kraftwerke in Höchst a. M. nehmen zur Zeit eine beträchtliche Erweiterung ihres Werkes vor. Sie lassen einen größeren Reubau ausführen, der zur Aufnahme von neuen Maschinen und Anlagen zur Erzeugung von 50 000 Volt dienen soll. Die Erweiterung steht in Zusammenhang mit der Ruhbarrnachung der Wasserkräfte der Lahn bzw. dem Anschluß des Werkes an die baherischen Elektrizitätswerke. * A. Riebecksche Montanwerke A.-G., Halle. Laut „B. T." ist für das am 31. März beendete Geschäftsjahr 1925/26 mit einer Dividende von etwa 5 Prozent zu rechnen. Berliner Börse. Berlin, 9. April. In Ermangelung jeglicher Aufträge von seilen des 2luslandes und des heimischen Publikums hatte die Spekulation heute freie Hand und setzte die Kurse durchweg um mehrere Prozent herunter, wobei in erster Linie wieder Argumente über eine bevorstehende Verknappung des Geldmarktes eine Rolle spielten. Tatsächlich zog dann auch der Satz für tägliches Geld auf 5,5 bis 6 Prozent an, ohne daß sich jedoch eine stärkere Nachfrage bemerkbar gemacht hätte. Auch die neuerliche Abschwächung des französischen Franken trug zu der Verstimmung bei. Besonders dringliches Angebot lag am M o n t a n m a r k t vor, für dessen Werte Abschwächungen bis zu 5,5 Prozent eintraten. Auch Elektroaktien lagen recht schwach. Die bisher favorisierten A u t o w e r t e mußten sich ebenfalls erhebliche Kursverluste gefallen lassen. Am Schifffahrtsmarkte waren Abgaben für Hamburger Rechnung zu beobachten. Nach Festsetzung der ersten Kurse blieb die Haltung zunächst stabil, teilweise konnten sich sogar leichte Erholungen durchsetzen. Im D e v i s e n o e r k e h r gab Paris gegen London erneut nach. Die Pfundparität stieg auf 141,25. Auch Brüssel lag schwächer mit 127,90 gegen London. Legte die Hand auf die Klinke. Stockte plötzlich — Da drinnen — — da war es geschehen! Da hatte sie einen Menschen erschossen--! Wieder sah sie jenen furchtbaren letzten Blick in seinen weit aufgerissenen Augen--Ein kalter Schauer durchlief sie. Zum erstenmal, seit sie in dem Hause war, verspürte sie wirkliche Furcht — Furcht vor der eigenen Tat. Einen Moment stand sie — ihr Herz klopfte wild --wie Schwindel kam es über sie-- Die Zähne biß sie zusammen. Oeffnete die Tür. Trat ein. Stockfinster lag der Raum, ein Zeichen, daß die Fensterläden geschlossen waren. Sie zog die Laterne hervor und leuchtete — — Der erste Strahl der Lampe fiel auf die Otto- mane. An ihr war er zurückgetaumelt — — war er gefallen-- „Mein Gott!" flüsterte sie vor sich hin. Grace stand neben ihr. Suchte wieder nach ihrem Arm. „Ist hier das Zimmer?" fragte sie leise, ganz leise. Gloria nickte. Noch war die grauenhafte Erinnerung zu stark in ihr, als daß sie sprechen konnte. Ihr Blick wies nur auf die Stelle-- Grace schmiegte sich an sie-- „Meinetwegen--Gloria--hast du es getan!" Gloria ruckte sich jäh auf. Schüttelte gewaltsam alles Lähmende von sich ab. Mit raschem Schritt war sie an dem Lichtschalter bei der Tür und drehte das Elektrische an. Hell flammten die Birnen der alten Holländerkrone auf--und doch--fast noch feindseliger, unheimlicher wies sich jetzt der Raum den beiden Schwestern. Wie wenn irgendeine Gefahr in ihm lauerte-- Gloria lachte auf. Kein fröhliches Lachen — trocken, gepreßt, hysterisch beinahe. Ein Glück, daß ich nicht an Gespenster glaube! 2Iber wir müssen anfangen — wenn wir die Papiere heute ftnden, ist Harald morgen frei!" Sie war endlich ruhig geworden. Der Gedanke an den Mann, der für ihre Tat im Gefängnis saß, 'hre Pflicht, ihn zu befreien, gaben ihr all ihren Mut wieder. Sie stellte sich mitten in das Zimmer und übersah es prüfend. Nun sie sich ihrer Aufgabe von Angesicht zu Angesicht gegenübersah, erkannte Dorienkurfe. Frankfurt a.M. Berlin Schluß, flur» >-Uhc. Kur« Schluß Kur» Anfang fiurc Datum: | 8.4. | S. 4 8. 4. 9. 4 5% Deutsche Reichsanleihe . 0.4725 0,450 0,48 0,455 4% Deutsche Ncichsanleihe ■ — — 0,46 — 3’/□% Deutsche Reuhsanleihe 0,465 — 0,46 0,435 3% Deutsche ReichSänleihe • Deutsche Sparprätnienanleihe 0,600 — 0,5525 — 0,290 — 0,29 — 4% Preußische Konsols . . 0,460 — 0,455 — 4% .veffen........... 0,450 — — —— 3V9°/n fcenen.......... 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Anl. — — — —— 0,445 — 0,465 _ 100 — 99,5 ■ bto. Doll Schav-Anweisng 'l 99,75 — 99,9 — 4*/o Zolltürken......... 13,525 13,12 — 5% Goldmexikaner ..... 40,75 40,75 — Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. 154 115- 152" 114,5* 153,7* 114,5' 151,5* 114,5* Darmft und Naiionalbank . 137,75 135.6* 138,5' 136' Deutsche Bank......... 115,5 — 137' 135* Deutsche BcreinSbank ... «8 — — — Discoftto Commandit .... Metallbank........... 133,5 131,7' 133' 131' 99,25 — _ —— Mitteldeutsche Creditbank . . 100.7- — 101,4 100,2* Oefterreichische Kreditanstalt. Weltbank.......... 7.62 7,62 7.5 7.62 0.061 0,056 — Bochumer Goß........ 97,25 — 97.5* 93* BuderuS ...... . . . 69' 64 68,4* 63 Earo........... . 53,5' 53,62' 53* Deutsch-Luxemburg...... 6)clfcnnrebener Bergwerke. . 102,2' 98' 102,2*. 98* 102,5* 98,5* 102,2* 98,4* Harpener Bergbau...... Bauwerke Aschersleben.... 113,5* 105,5* 112,6* 109,2* 133 — 134,9* 132,2’ Kaliwerk Westeregeln..... 138,75 139 135.5* Laurahütte........ . . . 43 — 43 42 Lbetbedarf .......... 52,5* 54' 50,5* Phönix Bergbau ....... Rlieinsiahl........... 86,5' 80,5* 85* 80.5* 95* 101 92.5* 99,5 95* 100,5 93,25* 98.5* TelluS Bergbau........ 68 Homburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd ..... 160' 156.4' 155,1* 152* 159,9' 156' 155,5* 152,2* Cheramische Werke Albin . . 50 _ — Zementwerk Heidelberg . . . 102 — Pbilipv Hofmann...... 81,25 — 79 — Anglo-Cont.-Guano..... 97,5 96 94 Chemische Mäher Alapiu . . — I. G. Farbenindustrie, A.-G. 144,7* 86 140,2* 144,7* 140,5* «Goldschmidt.......... 83 87,25 83 Holzverkohlung........ Rütgerswerkc......... 78 87,75 74 83 87,25 84 Scheideanstalt ........ 117,5 - - - Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 105,7* 103' 106,2* 105,7* Bergmann .......... Mainkrnftwerke........ 104.2' _ 102,7* 99* 94,5 — schuckert........... 92,5 87,75 93,25' 87,75* Siemens & Halske ...... 118' 118 114,2' Adlerwerkc Kleher ...... 64.5 65 65,25 61,62 Daimler Motoren. ...... 69,25 60,5 69 Hehligenstaedt ........ Meguin............. Motorenwerke Mannheim 32,5 16,5 z — — — — 60 — Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . 28 17 — _ _ Metallgcsell^ast Frankfurt. 112.5 88 — 89,75 _ Schuhtabrik Herz . ...... 42,25 — — — Sichel..... . 4,4 — — Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 129,5 — 129,25 125 56,5 63,75 55,75 62,5 58,5 — frankfurter Börse. Frankfurt. 9. April. Tendenz: Schwach. 3n der Dörsenveranlagimg ist eine Wendung zum Besseren nicht eingetreten. Die schwache Strömung, die sich an der Börse verschärfte, begegnete zwar etwas Widerstand, der aber gegenüber dem großen Angebot, das an den Markt kam, einflußlos blieb. Richt nur die Spekulation schritt zu Abgaben, sondern auch das Privatpublikum zeigte sich stark abgeneigt, wodurch sich eine ausgesprochene B a i s s e t e n d e n z über den ganzen Markt erstreckte. Die Kursverluste betrugen im allgemeinen mit Berücksichtigung der im gestrigen Abendverkehr erlittenen Einbußen 5 bis 6 Proz. Als Begründung der schwächeren Haltung wurde darauf hingewiesen, daß durch die vielen in Aussicht genommenen Reu-Emissionen von Stadt und Staatsanleihen eine Verknappung des Börsengeldmarttes herbeigeführt werden könnte, die, wie man glaubt, das Börsengeschäft ungünstig beeinflussen werde. Das angebotene Material fand nur schwer Unterkunft, infolgedessen waren auch erhebliche Kursverluste zu verzeichnen. Scharf gedrückt waren besonders Montanaktien: Buderus minus 5, Deutsch-Lux minus 2, Gelsenkirchen minus 2, Harpener minus 4,5, Mannesmann minus 3, Rombacher minus 2,5 Proz. Gehalten waren nur vberschlesische Werte, und bei Rheinstahl bewirkten die lebhaften Umsätze eine nur geringe Ermäßigung des Kurses. Farben- und Chemiewerte hatten mit Ausnahme von Scheideanstall Kursrückgänge bis zu 3 Prozent zu verzeichnen. Am Elektromarkt erreichten die Abschwächungen die Höhe von 2 Prozent. Schuckert waren stärker gedrückt, minus 5 Prozent. Der Bankaktienmarkt lag ziemlich gut behauptet, die Einbußen waren hier nur geringfügig. Schiffahrtsaktien gingen um 2 bis 3 Prozent zurück. Auch die bisher stark bevorzugten Auto-Aktien wurden von der allgemeinen Baissebewegung mitgerissen und mußten sich Verluste' gefallen lassen. Am Kassa-Markt betrugen die Einbußen im allgemeinen 3 bis 4 Prozent. Z e l l st o f f - Aktien gaben 1 bis >2 Prozent nach, Maschinen lagen um ca. 2 Prozent niedriger. Deutsche Anleihen setzten die Abwärtsbewegung fort. Ausländische Renten gaben geringfügig nach. Pfandbriefe verkehrten ebenfalls in schwächerer Stimmung. Eine Ausnahme bildete der Freiverkehr, der unfreundlich war. Decker Stahl 40, Becker Kohle 60, Benz 70, Brown-Boveri 67, Entreprise 11, Growag 55,5, Krügershall 100, Ufa 53, Ufra 74 Prozent. Der weitere Verlauf brachte keine Aenderung. Die Rückgänge setzten sich aus allen Gebieten in mäßigem Umfange fort. Am Geldmarkt hörte man folgende. Sähe: Lagergeld 5 Prozent, Monatsgeld 5,5 bis 7,5 Prozent, Bankdiskonten 5 Prozent, 3ndusträ*-2lL,epte 5.75 Prozent. 3m Devis enverkehr trat eine neuerliche Abschwächung des französischen Frankens ein. Paris senkte sich gegen London auf 140,75. Auch Brüssel beginnt sich wieder etwas abzuschwächen. Mark und Pfund liegen unverändert fest. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 8 April. 9. April. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Amft..9iotl. 168,29 168,71 168,33 168,55 ’ Buen.-Aires 1,663 1,667 1,669 1.673 Brff.'Antw. 16,22 16,26 15,79 15,83 Christiania. 90,12 90,34 90,19 90,41 Kopenhagen 109,92 110,20 109,89 110,17 Stockholm • 112,39 112,67 112,38 112,66 Helsingfors 10,55 10,59 10,55 10,59 ytalien . . 16,865 16,905 16,87 16,91 London. 20,398 20,450 20,394 20,446 Neuyork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Paris. . . 14,62 14,66 14,35 14,39 Schweiz . . 80,99 81,19 80,99 81,19 Spanien 59,26 59,40 59,255 59,395 Japan . 1,937 1,941 1,9.37 1,941 >Hio de Jan 0,581 0,586 0,548 0,586 Wien in T - Ceft. abgest 59,20 59,34 59,23 59,37 Prag .... 12,42 12,46 12,42 12,46 Belgrad . . 7,38 7,40 7,395 7,415 Budapest. . 5,87 5,89 5,87 5,89 Bulgarien . 3,045 3,055 3,0-15 3,055 Lissabon 21,325 21,375 21.325 21,375 Danzig. . . 80,92 81,13 . 80,92 81,12 Konstantin. 2,09 2,10 2,06 2,07 Athen. . 5,59 5,61 5,54 5.56 Canada. . . 4,193 4,203 4,193 4,203 Uruguav . 4,285 4,295 4.285 4.295 Banknoten. Berlin. 8 April Geld Brief Amerikanische Note« ..... Belgische Noten ........ Dänische Noten ........ Englische Noten........ Französische Note»...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr-, 5 ioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . . , 4,181 16,19 109,65 20,352 14,66 167,88 16,91 89,92 59,12 1,73 112,04 81,05 59,18 12,385 5.835 4,201 16,27 110,19 20,452 14,74 168,72 16,99 90,38 59,42 1,77 112,60 81,45 59,48 12,445 5.875 . frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. April. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 28,25 bis 28,50 Mk.: Roggen, inländischer, 19,25 bis 19,50; Sommergerste für Brauzwecke 21,75 bis 24; Hafer, inländischer, 21 bis 23; Mais (gelb) 18,25 bis 18,50; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 41 bis 41,50; Roggenmehl 28,50 bis 28,75; Weizenkleie 10; Roggenkleie 10,75 bis 10,90 Mk. Tendenz: fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. April. Auftrieb: 5 Kühe und Färsen, 1255 Kälber, 115 Schafe, 106 Schweine. Es wurden bezahlt per 100 Pfund Lebendgewicht: Kälber: feinste Mastkälber 74 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 73, geringere Mast- und gute Saugkälber 55 bis 64, geringe Saugkälber 40 bis 54 Mark; Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringe Masthämmel und Schafe 35 bis 44. sie, daß sie viel schwieriger war, als sie sich vorgestellt hatte. Jetzt hier, zur Nachtzeit, mit der vor Angst vergehenden Schwester in dem Mordhause--mit dem grauenhaften Bilde vor den Augen-- Nein — nein! Nicht nachgeben! Nicht vor ihren eigenen Nerven davonlaufen! Haralds wegen--! Des Vaters wegen-- Wo nur um Himmels willen sollte sie anfangen? Schreibtisch? Schrank? Da war sicher schon Ryce am Werke gewesen--Sie erinnerte sich, einmal eine Novelle von Poe gelesen zu haben, in der geschildert wird, wie jemand ein sehr wichtiges Dokument — einen Brief oder so etwas — an eine Stelle legt, an der nachzusehen niemandem einfiel. In einen Zeitungshalter — —nicht? Oder war es in dem Kartenständer? Wer sollte dort einen Brief suchen, der Sein oder Nichisin bedeutete? Vielleicht hatte auch Las Valdas-- Grace, die während der ganzen Zeit neben ihr gestanden hatte, fuhr plötzlich mit grellem Schrei zurück. „Dort — dort — —!" stammelte sie und wies mit ausgestrecktem Zeigefinger auf den Kelim, der vor der Tür zum Nebenzimmer hing. „Es hat sich etwas bewegt! Dort steht jemand!" „Unsinn--!" Aber der Vorhang bewegte sich doch — —! Gloria riß den Revolver heraus. „Kommen Sie hervor oder ich schieße!" sagte sie zwischen den Zähnen durch. „Nicht doch!" erwiderte eine bekannte Stimme. Der Kelim wurde zur Seite geschlagen — das Monokel im Auge, trat mit tiefer Verbeugung Sir Walter ins Zimmer. „Guten Abend, meine Damen!" sagte er liebenswürdig. ' ©lorias Augen flammten. „Sie hier?" rief sie. „Sie haben uns nachspioniert! Ich dachte, Sie seien ein Gentleman!" „Ich meine, cs Ihnen, Frau Herzogin, gestern vormittag bewiesen zu haben, als ich trotz Ihrer dringenden Aufforderung nicht alles — auspackte, was ich wußte." Gloria zuckte hochmütig die Achseln. Sir Walter konnte nicht umhin, festzuftellen, daß sie hinreißend schön aussah in ihrem Zorn. Grace, lieblicher, zweifellos, verschwand vollständig neben ihr. Ein schönes Weib — und ein tapferes Weib! Dem tüchtigsten Beamten in Seiner Majestät Geheimdienst schlug das Herz in der Brust. Helfen muhte man ihr, nicht sie bekämpfen! Er ließ jede Ironie fallen. Spielte nicht mit seinem Triumph. „Frau Herzogin!" sagte er, indem er etwas nähertrat. „Sie vergessen, daß in diesem Zimmer ein Mord--ein Mann erschossen wurde. Ganz gleich, ob, mit rein menschlichen Augen betrachtet, dieser Mann den Tod verdient hat oder nicht — das Gesetz verlangt, daß die Tat aufgeklärt werde. In unserem Untersuchungsgefängnis sitzt Lord Harald Neville, der sich dieser Tat anklagt--" „Sie glauben ihm nicht?" fiel ihm Gloria ins Wort, überrascht, von ihrer Empfindung fottgenssen. „Frau Herzogin — wir müssen ihm glauben — vorläufig. Denn wir tapoen vollständig im Dunkeln. Der Tod des portugiesischen Diplomaten ist mehr als ein Verbrechen aus Eifersucht. Wir haben den starken Verdacht, daß dieser Mann in irgendeiner Verbindung mit den russischen Plänen Ihres Herrn Vaters stand." Das war ein kühner Schuß. Avec er ging ins Schwarze. Beide Frauen zuckten zus mmen — - auch Gloria! Scharf blickte Sir Walter sie an. Sie war nicht viel größer als er, und doch /am er sich so klein vor ihr vor! Verdammt — war dieses Weib schön! „Was wissen Sie?" fragte sie. Er zuckte wehmütig Die Achseln. „Nicht viel", gestand er freimütig. „Eben deshalb sah ich mich dazu gezwungen, diese kleine Komödie aufzuführen, fjrau Herzogin. Ich hoffte, Sic werden mich auf eine Spur bringen--" „Eine Frau auszuspionieren--?" Ihm stieg unter ihrem Tone das Blut ins Gc sicht. „Frau Herzogin, muß ich das wiederholen, was ick vorhin sagte?" knirschte er. „Ich aebe Ihnen mein Wort, daß ich Harald Neville ebenso gern aus dem Gefängnis befreien möchte--wie-- wie Sie selbst. Warum also nicht mir vertrauen? Ich wünsche doch nichts sehnlicher, als Ihnen zu helfen, Frau Herzogin!" Seine Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Gloria begann zu schwanken — ihr Blick suchte Grace---. (Fortsetzung folgt.)