ins. 'm J- im ®e[n!{ lväter .Ältlich [öir°cft Ie,t4 mit p/ uPj 9e- «.>Kr «5s! sri*- "krrgeu Sotfe. ;®'efiinet2b*8nn 6 und daß S?*'1*« “Wer d | firf dortige it her L^.I'ch Mit der • 8** Ali "Wert 2°chlossjgt. rten stcm £Wpe- e. hJWanBerte 8W ^°nsols Ujtö. waren eben Hen beträchtlich u6er xJ 'Nachfrage nach E^, Junftige Eindruck der °ubgeglichen durch $ d? Geldmärkte? 7 hts 9 Prozent und noch sgeld 9,5 bis B Pro. stellte sich L bcL ¥• Le Reichsmark ^Qtl5 6,23, Amsterdm Getreideböile. »Tiehener AnzeigeiF's 6. San. Ts wurden Euer 25,50 bis 25,15, 18, Sommergerste w 25, Hafer, inländ. & gelb 21 bis 21,50 'pe-ial 0 41 bis 41,15, -6,75, DeiMÜeie 11 bis • Tendenz rOg. oduttenbörfe. ckleie 9,75 Ml., Ngen eröffnete un-- Die Preislage in Hafer ist llbfatz daher sehr schwach, >[ ohne beachtenswerte len notiert: WeiM map zen, pommerscher, 250 bis Rai 282 bis 285: Roggen, Jfoaaen, pommerscher, 149 184, Mai 191 bis 193,5; 214; Futtergerste 156 bis 162 bis 173, März 184; " 23 bis ,75; Re 5 11,6: -Oo7- .. 26 bis 33; kleine Speise« -bsen 20 bis 21; WW >n 21 bis 22. >. chdem vormittags im 8er« auf Grund der festeren ere greife genannt wur- amtiityn Müagoerkehrs 05 vermehrtes 21/igibot mäßigten Outten. Auch rnchere Anfangsnotiz. 9m ßäftstotigleit im großen :eise für Weizen wie audi nderi. Weizen gewann für rtisch. ■ t-, d>- M, t (fcfas ®“ta, *?*! iur Ausgabe gelange i T. lamentiert 6* Mlseitichrt iR Schau. Ä^a ^er^chau^ A-'MS? t Kunst« ,n KunM & ^^Tunb Hrola, * ji der mh- i £ ift der Cw° des euro. ifa u"d da cinet ^°?^Mti!er uti päilchc © . wertvolle m^^erttlig uun^ «•SSbT**. «programm -ter S-nd-rf- ■Ü&SÖ „"S-Ärs ’ 8 »Jjf. *S> 176. Jahrgang Nr. 5 Erstes Blatt Donnerstag, 7. Januar 1926 GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck vnd Verlag: vrühl'sche UniverfilStr-Buch- und Steinönideret R. Lange in Siehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: ZchMraße 7. annahmt von Hnjetgei für bk Tagesnummer bis zum itkachmitiag vorher. Preis für I mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 n m Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 20 ’, mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh. Gange Verantwortlich, für Politik und Feuilleton Dr. Friedr. Will). Gange; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An» Zeigenteil Hans. Züstcl, sämtlich in Gießen. Lrlchetnt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Lezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zrankfurtam Main 11686. Der Von unserem E. S.-Derichtersl aller. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Konstantinopel. Sanuar 26. Die Türkei ist nicht zufri^>en mit sich. Zur Durchkämpfung eines politischen Streitfalls gehört eben nicht nur die älnbeugsamkeit und der Mut zur Halsstarrigkeit, sondern vor allem auch taktische Klugheit undbiPlomatisches Geschick. Die in Genf gefallene vorläufige Entscheidung im Mosfulkonflikt dre England das strittige Gebiet zusammen mit dem ^raf als Mandat zuspricht, ist nicht gerade ein Beweis für die türkische Geschicklichkeit. Die türkische Politik hat in den letzten Jahren eine Reihe schwerer Fehler gemacht und hat den richtigen Zeitpunkt zu einem energischen militärischen Eingreifen im Mossulgebiet verpatzt. Außerdem hat sie nicht verstanden, die scharfe Konkurrenz der Engländer uni) Amerikaner um die strittigen reichen Oelgebiete zu ihren Gunsten genügend auszunuhen, trotzdem diese Gelegenheit doch wirklich günstig war. Die englischen Versuche, eine Einigung mit den Amerikanern herbeizuführen, sind vorläufig völlig gescheitert, aber die Türken haben es versäumt, diesen Streit dazu zu benutzen, alle PetroleumskonzessIonen im Wilajet Mossul den politisch nach Lage der Dinge ungefährlichen Amerikanern oder den Deutschen zu übertragen. Auf jeden Fall aber bedeutet die Entscheidung des Volkerbundsrats in Genf nur eine v o r- läufige und keine endgültige Erledigung der Mossulfrage. Jetzt ist der Kanrpf um Mossul in sein eigentlich akutes Stadium getreten und man darf mit Spannung die für ganz Europa und Asien wichtige weitere Eni Wicklung des Problems abwarten. Die entrüstete türkische Ablehnung und das erste KrieaSgeschrei, das sich an die Beratungen des türkischen Genecalstabes knüpfte, sind verstummt. Es mag gleich vorweg bemerkt werden, datz in Wirtlichkeit wohl auch keine Kriegsgefahr besteht. Der Kampf wird sich auf diplomatischem Gebiet abspielen, und zwar unter Einbeziehung all der anderen asiatischen Probleme und vor allem der Frage wow i etr u tz la nds. Das türkische Verhältnis zu Ruhland bedarf zunächst einer gewissen Tleber- prüfung. Man hat sich in den vergangenen Jahren fast allein an die Sowjetmacht angelehnt und das übrige Europa links liegen lassen. Jetzt hat der Vertrag von Locarno mit seinen bekannten Auswirkungen im englisch-russischen Gegensatz die Folge gehabt, datz man sich etwas eingehender auch mit den übrigen Problemen Europas beschäftigt. Wenn sich die Türkei trotzdem fester an wowjetruhland angeschlossen hat, so darf dies gewiß nicht dahin gedeutet werden, datz die Regierung in Angora jetzt etwa jede Absicht, gerade mit Deutschland neue Fäden airzuknüpfen, aufgegeben haben. - Der erste grohr Miherfolg hat den türkischen Politikern den Blick geweitet. Viel Hoffnung darf die Türkei auch für den Ausgang des diplomatischen Kampfes nicht haben. England ist an und für sich in einer günstigeren Lage, stützt es sich doch auf eine angeblich ganz neutrale Entscheidung, die internationale Gültigkeit hat. Mag auch der Tod Lord Curzons für die Asienpolitik einen schweren Verlust bedeuten. so ist doch andererseits zu berücksichtigen, datz die Türkei keinen Staatsmann von Qualitäten hat. die ihm Aussichten in einem Kampf gegen das altbewährte System der englischen Politik gäben. Der britische KolonialsekretärA in e r y hat die orientalischen Dinge bisher anscheinend recht geschickt behandelt und es kommt hinzu, datz im Iras, insbesondere gerade in seinem nörd- liebsten Teil, dem strittigen Wilajet Mossul. die britische Politik von Ratur aus sehr günstige Positionen hat. Iedenfalls weit günstigere. als in Aegypten und vielleicht sogar als in Indien mit seinem alten traditionellen Hatz gegen die fremden Bedrücker. Die türkische Bevölkerung des Mossulbeziris mit ihren etwa 60 000 Köpfen ist so wenig zahlreich, datz hier für die Zukunft von einer aktionsfähigen türkischen Irredenta eigentlich keine Rede fein kann. Selbst die christliche Bevölkerung, Armenier und nestorianische Syrochal- däer ist viel zahlreicher als die türkische, und es kommen noch 55 OOO Juden hinzu. Die Haüptbevölkerung aber besteht aus Arabern unö Kurden, von denen die ersteren zum Teil Sunniten, zum Teil Schiiten sind und sich untereinander vielfach befehden. Beide Völler könnte die Türkei bis zu einem gewissen Grade für sich in Anspruch nehmen, aber die Kurden gerade dieses Gebietes sind zu einem beträchtlichen Teil nicht Mohammedaner, sondern ein streng abgeschlossenes Leben führende Iesiden. Diese ethnographischen und konfessionellen Verhältnisse mit ihren vielfachen inneren Gegensätzen bilden einen sehr günstigen Boden für die britische Herrschaft, die hier besonders leicht nach ihrem alten Gramdfahe ..oivide ct impera", teile und herrsche, verfahren kann. Dazu kommt noch, datz die von Lord Curzon eingefädelte kluge Irak- Politik dem genannten Gebiet eine autonome, nur von England kontrollierte Selbstverwal- t u n g belassen hat, während in nächster Rachbarschaft die Franzosen Syrien wie eine französische Kolonie behandeln und dadurch den Drusenaufstand mit seinen verhängnisvollen Folgen entfachten. Diese Ungeschicklichkeit der Franzosen ist besonders geeignet, die Weitherzigkeit der Engländer zu unterstreichen und damit die Position der britischen Politik zu verstärken. Kampf um Mossul. So sehr auch die Türkei das formelle, vom Bölkerbundsrate so völlig übersehene Recht auf ihrer Seite hat, so hat sie doch kaum eine Aussicht, auf diplomatischem Wege dieses Recht zu behaupten. Was die Llnterstühung der Türkei gegenüber den britischen Ansprüchen durch seine Rachbarn betrifft, so kommt natürlich alle# darauf an, was die S o w j e t p o l i t i k in dieser Beziehung zu erreichen vermag. So erscheint das Mofsulproblem als ein Prüfstein für die Kraft und die Fähigkeit der Sowjetunion, ein asiatisches Land gegen die älebergriffe der britischen Weltherrschaft zu schützen. Allzuviel wird die Türkei in dieser Hinsicht von seinem nördlichen Rachbarn wohl kaum erwarten dürfen, vor allem schon wegen der jetzt offenbar ziemlich trostlosen finanziellen Lage Sowjetrutzlands. Andererseits hat Stalin in seiner letzten Rede über die auswärtige Politik Sowjetrutzlands. die auf eine energische älnterstützung aller benachteiligten Länder gerichtete Tendenz besonders klar und scharf formuliert. Persien würde bei seiner opportunistischen Politik, trotzdem Kemal Pascha und Riza Chan die freundschaftlichsten Beziehungen zu einander unterhalten, im Ernstfälle doch nichts mehr als eine wohlwollende Neutralität zu bieten haben. Das Gleiche gilt von Afghanistan, das sich in letzter Zell wieder mehr nach der englischen Selle zu neigen scheint. So wird die Sowjetunion Wohl auch in dieser Frage wieder die schmerzliche Erfahrung machen müssen, datz letzten Endes das Geld, das europäische Kapital, der Sieger bleibt und den lang umstrittenen Platz behauptet. Die Verhandlungen in London. Die Bediugmrqe» der Türkei. Paris, 7. Jan. (TU.) Aus Angora wird gemeldet, datz der .Kabinettsrat ein Programm für die Verhandlungen mit Großbritannien ausgearbeitet hat. Die einzelnen Punkte sind folgende: 1. Ablehnung wirtschaftlicher Vereinbarungen mit Grohbritannien, die als Kompensationen für den Verlust non rNoslul an- geboten werden. 2, Geltendmachung dec Rechte der Türkei aus Bloss ul unter Berufung auf die Bestimmungen des Vertrages von Lausanne. 3. Erneute Bekräftigung des Standpunktes, datz jede vom vötkerbundsrat getroffene Entscheidung für die Türkei keinen bindenden Lharak- t e v hat. 4. Die Türkei wünscht einen bewaffneten Konflikt zu vermeiden. 5. Betonung der Absicht der Türkei, mit England ein Ab k o m m e n für einen bestimmten Zeitraum abzuschliehen, das jeweils zu erneuern wäre. 6. Durchführung der völligen Entmilitarisierung der strittigen Zone während der Dauer dieses Abkommens. 7. Einräumung der Transitrechte für Ba- sora und Bagdad. 8. Uebernahme der Verpflichtung durch Grotz- britannien, im Orient keinerlei antitürkische Propaganda zu treiben. Diese acht Bedingungen sind Ferid Bey mitgeteilt worden, der sie der britischen Regierung zur Kenntnis bringen soll. Trotz der Befriedigung, die in englischen Diplomatenkreisen Über die gestrige älnterredung Baldwins mit Ferid Bey an den Tag gelegt wird, erfährt der Londoner Berichterstatter der „Information", datz man auf Seiten der auswärtigen Diplomaten keinerlei Optimismus hege. Man befinde sich noch immer in einem, Engpaß. Die Verhandlungen würden lange und schwierig sein. Die gegenwärtigen Verhandlungen gingen im wesentlichen auf das Angebot hinaus, das Baldwin am 22. Dezember gemacht habe, wonach die Türkei für die Annahme der in Genf festgelegten Mossulgrenze große englische Kredite für den wirtschaftlichen Wiederaufbau erhalten solle. Die Türkei scheine dieses Angebot wenig befriedigt zu haben. Sie halte zwar daran fest, daß die Verhandlungen nicht abgebrochen werden dürften, aber sie wolle die Grenzziehung von Genf nicht anerkennen. Bisher sei zwischen dem englischen und türkischen Standpunkt keine Annäherung zu verzeichnen und es bestehe wenig Aussicht auf eine Einigung, solange beide Parteien auf ihren Forderungen beharren. General Fengs Reise nach Moskau. Reuchork, 6. Ian. (TA.) General Feng Iu Slangs vorläufiger Rücktritt aus dem politt- schen Leben Chinas hat im Fernen Osten groß- tes Aufsehen hervorgerufen. Die wilbestetr Gerüchte kursieren über die nächsten Absichten des Generals. Angeblich aus Furcht, von Tschang Tso Lin dieselbe Behandlung wie Genera! Kuo Sun Ling erleiden zu müssen, habe er das Schlachtfeld von Tientsin geräumt. Andererseits nimmt man an, datz der Generäl seine bereits angekündigte Auslandreise zu einem längeren Aufenthalt in Moskau benutzen werde, wo neue Feldzugspläne mit Rutzla nds Hilfe geschmiedet werden dürften. In Tokio herrscht bereits lebhafte Unruhe über Fengs Haltung nach feiner Rückkehr aus Moskau. In China selbst wird jetzt W u p e i f u wieder mehr in den Vordergrund treten. Die Regierungsbildung. Des Reichskanzlers Rückkehr nad) Berlin. Berlin, 7. Ian. (TU.) Wie die Telunion erführt, lehrt Reichskanzler Dr. Luther am heutigen Donnerstag von bem Urlaub zurück. auf Dem er sich zür Erholung über Weihnachten und Reujahr befand. Reichspräsident von Hindenburg wird ihn bereits in den nächsten Tagen mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragen. Dr. Luther wird sich bann sogleich mit den Mittelparteien in Verbindung setzen, um sie zum Eintritt in sein neues Kabinett zu bewegen. In unterrichteten politischen Kreisen rechnet man Damit, datz diese Parteien sich angesichts der schädlichen Auswirkungen der langen Kabinettskrise Herrn Dr. Luther nicht versagen werden, und datz ein solches Kabinett im Reichstag auch eine Mehrheit finden würde. Grotze Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der Entscheidung zu, die der Parteivorstand des Zentrums mit den beiden Zenirumsfraktionen in der für Sonntag anberaumten Zusammenkunft treffen wird. Wie in Zentrumskreisen verlautet, würde Dr. Luther, falls er schon vorher an Die Parteien herantreten sollte, voraussichtlich gebeten werden, sich mit Der Beantwortung bis nach Sonntag zu gedulden. Voraussichtlich werden die Sozialdemokraten auf Betreiben ihres koalitions- frundlichen Flügels noch einmal über die Frage der Großen Koalition abstimmen, jedoch wird a:-.g2tzchls De: Vereinzelung der Koalitionsfreunde innerhalb der Partei damit gerechnet, datz die Große Koalition abgelehnt wird. Diese Entscheidung dürfte auch für Die weitere Haltung Der Mittelparteien von besonderer Bedeutung sein. Die dem Reichsauhenminisier Dr. Sttese- mann nahestehende „Tägliche Rundschau" schreibt zur Rückkehr des Reichskanzlers nach Berlin und zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über die Regierungsbildung u. a. folgendes : Es ist nicht damit zu rechnen, daß vor Dr. Luther eine andere politische Persönlll-keit dazu ausersehen wird, die Verhandlungen mit der Sozialdemokratie noch einmal zu erneuern. Es kann indessen sehr wohl eine Verzögerung ein» treten, weil bei dem Zentrum und bei den Demokraten der Gedanke der Grotzen Koalition noch nicht fallen gelassen wvrden ist. Auch innerhalb Der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ist eine Gruppe vorhmrden. Die es für angebracht hält, noch einmal eine Abstimmung der Fraktion über die Frage der Regierungsbeteiligung herbeizuführen. Da die Zentrumsfraktion sich zweifellos für nochmalig e Verhandlungen mit der Sozialdmokratic aussprechm wird, so wird Die Frage Der Großen Koalition sicher in der nächsten Zeit noch einmal akut werden. Die Verhandlung er, sind aber von vrnherein aussichtslos, da sich an Der Stellung Der führenden sozialdemokratisch en Abgeordneten nichts geändert hat. Gewiß gibt es auch namhafte Sozialdemokraten, die für die Grotze Koalition in Den letzten Tagen eingetreten sind. Dazu zählen der preußische Ministerpräsident Braun und Der Innenminister Severing. Reichskanzler Dr. Luther wird die Verhandlungen sicherlich sofort nach seiner Berufung aufnehmen. Wenn Dr. Luther, wie es ihm zugeschrieben wird, ein Kabinett der Köpfe oder der neutralen Persönlichkeiten zu bilden beabsichtigt, so trifft das wohl nicht das Richtige. Sein Ziel ist die Bildung einer parlamenla»- rifchen Regierung urrd die andere Lösung käme wohl erst in Frage, wenn eine große Partei sich weigern würde, an Der Regierungsbildung teilzunehmen. Don welcher Dauer Die Regierungsverhanalungen sein werden, läßt sich noch nicht übersehen. Man wird jede'efllls b i ihrer Führung nicht aus den Augen vertieren dürfen, daß wichtige innen- und außenpolitische fragen der Lösung durch ein aktionsfähiges Kabinett harren, und daß deshalb Eile geboten ist. Daß ein Kabinett der Mitte von Bestand sein kann, ist nicht zu bestreiten. Es wird bei seiner Vorstellung vor Dein Reichstag ein Billiaungsvotum erhallen, die Sozialdemokraten werden Stimmenthaltung üben. Noch an die Sozialdemokratie. Stuttgart, 6. San. (Wolff.) In einer Rede in der Landesversammlung der. Deutsch Demokratischen Partei Württembergs machte Reichsminister a. D. Ko ch Ausführungen zur Frage der Regierungsbildung im Reiche. Er betonte, datz Das Ziel der Außenpolitik auch im Innern einigend für alle fein müsse, die sie machten. Was die Sozialdemo. kratie und die Deutsche Dolkspartei hierin trenne, seien Kleinigkeiten. Daher müsse es die Aufgabe der Parteien von der Sozialdemokratie bis zur Deutschen Volkspartei fein, sich über ein Z u» sammengehcn zu verständigen. Man solle Den ©eift von Locarno auch einmal nad) innen anroenDen. Es sei doch möglich, Daß Diese Parteien sich verstänDigen, Die endlich einmal Die Schläge vergessen sollen. Die sie sich im Partei» geplänkel gegenseitig zugesügt hätten. Man sage nun, Die Zeit hierfür sei noch nicht gekommen. Wenn Die Sozialdemokratie Das Angebot Der Drei bürgerlichen Parteien ablehne, so merDe es ihr ergeben wie Dem Kaiser unD Holstein, als sie 1895 Das englische BünDnisangebot ablehnten, Denn Damals habe sich trotz wiDerstrebender Interessen Eng- lanD mit RußlanD gegen Deutschlan.D geeinigt. Die Deutsche Volksvartei merDe nicht immer bereit sein, mit Der SozialDemokratie zusammenzugehen, heute sei sie es. Es wäre Das Verkehrteste, wenn sich Die SozialDemokratie in Den Schmollwinkel zurückziehen wolle. Vor ein paar Tagen sagte Der sozialDemo- kratische AbgeorDnete Müller-Franken, Die So» zialDemokratie mache bas Experiment Der ©roßen Koalition nicht mehr mit. Für Die Deutsche Demo- kratische Partei hanDle es sich nicht um ein Experiment, sonDern u m eine Pflicht. Auch für b i t? Parteien gelte Der Ruf: Das VaterlanD ruft! Es sei eine prinzipielle Frage, ob Die SozialDemo- kratie mitmache unD gleichberechtigt in Die Front für Die Republik eintrete, ober ob Die SozialDemokratie sich a l s Klassenpartei abfonDern wolle, bis sie Die Mehrheit habe. Man müsse Die Frage stellen, wie Denn Der Parlamentarismus in DeutschlanD BoDen finden solle, wenn man ihn nur kümmerlich mit Minderheiten fortsetze. Die Sozialdemokratie müsse sich zur Mitarbeit bekennen. Jede andere Lösung sei nur eine Notlösung. Daher sei es Pflicht, in dieser Stunde, einen letzten Appel! an Die große sozialDemokratische Partei zu richten. Das Vaterland in dieser Stunde nicht im Stich zu lassen; denn wenn die Sozialdemokratie diesmal fernbleibe, so werde Dem GeDanken Des Parlamentarismus in Deutschland eine tiefe Wunde geschlagen. Tirard sabotiert Locurno. französische Stimmen für seine Aböerusung. Paris, 6. Ian. 02.11) Der Abgeordnete Uhry weift in der „Ere Rouvelle" nach, datz die Rückwirkungen des Vertrages von Locarno auf das Rheinlandregime bisher noch nicht zur Auswirkung gelom- men sind. Sv fei die Verordnung 308 der Rheinlandkommission, wonach im Rheinland von der Zivilbevölkerung funkentelegraphische Empfangs st ationen eingerichtet werden dürften, noch immer nicht in ^raft getreten, weil die Besatzungsbehörden daS dazu notwendige militärische Reglement noch nicht her- ausgQegeben haben. Die Verordnung wurde der Rheinlandkommission durch Den Qai d'Orsey auserlegt. Man habe aber den Eindruck, datz der Oberkommissar Tirard ihre Ausführung absichtlich verzögere. Da aller Grund zu der Annahme bestehe, datz die deutsche Regierung in dieser Sache eine Beschwerde in Paris erheben; werde, sei es Aufgabe der französischen Regierung. Schritte im Sinne einer beschleunigten Inkraftsetzung der Verordnung zu unternehmen, älhry richtete zum Schluß heftige Angriffe gegen Tirard, dem er den Vorwurf einer verschwenderischen Amtsverwaltung macht unb fordert seine sofortige Abberufung. Derwilson-Kriedenspreir. Dr. Stresemann Lehnt ab. TU. Paris, 6. Ian. Rach einer Rew Porter Meldung der Pariser .Times" hat die Woodrow Wilson-Stiftung beschlossen, für das Iahr 1925 keine Preste zu verteilen, weil einer der drei Unterhändler von Locarno, Herr S t r e s e m a n m die Annahme des Preises mit der Begründung abgelehnt habe, datz Wil- s o n durch die Richtanwendung seiner 14 Punkte Deutschland schwer geschädigt hätte. Der Preisträger für 1924 war Lord Robert Cecil. Rach dem soeben veröffentlichten Bericht war beschlossen worden, den Preis in diesem Iahr unter Briand, Chamberlain und Stresemann zu verteilen. Wie die Telunion von zuverlässiger Stelle hierzi^ erfährt, ist es richtig, daß wegen der Verteilung des Wilson-Preises auch mit dem deutschen Außenminister eilte Fühlungnahme erfolgt ist. DieVer- leihung des Preises war aber, soweit hier bekannt ist, an die Voraussetzung geknüpft, daß die in Aussicht genommenen Preisträger den Preis persönli'ch am 23. Dezember, dem Geburtstag Wilsons, in Rew Pork oder Washington in Em p f a n g nehmen sollten. Es war klar, d lß es dem Außenminister in der jetzigen politischen Situation unmöglich gewesen wäre, Deutschland zu verlassen. Das ist dein Komitee auch mitgeteilt worden. Irgendeine politische Stellungnahme des Außenministers ist aber im Zusammenhang mit dem Wilson-Präs in keiner Weise erfolgt. Vermutlich haben diese Gründe der Ablehnung auch bei den genannten anderen Staatsmännern Vorgelegen. Eine neue geirungsgründung in SSratzburg. Paris, 7. Ian. (WTD. Funkspruch.) Wie »Echo de Paris" meldet, ist in Straßburg eine Tageszeitung unter dem Titel „D i e Brück e" erschienen, die an die Spitze der autonomistischen Bewegung treten und täglich zweimal erscheinen wird. Stone Schickele ist Direktor und Ches- rebakteur. Mitarbeiter seien der ehemalige Reichskanzler Wirth für Deutschland. Sl i 11 i für Italien und Bande rvekdc für Belgien. Die Erwerbslosensürsorge Berlin, 6. Ian. (WLD.) Im Reichs- a r b e i t S m i n i ft e r i u m wurden die Besprechungen über wichtige Fragen der Erwerbs- losenf ürsorge fortgesetzt. Die Vertreter der Länder stimmten dem vom Reichsarbritsmini- sterimn ausgearberteten Gesetzentwurf, der die Einbeziehung der höher bezahlt en (Angestellten in die Erwerbslosen- f ü r s o r g e bezweckt, zu und erklärten sich auch mit den Vorschlägen der Reichsregierung ein» vcrflaitben, durch die Mißbräuchen bei der Befreiung von Beiträgen zur Er- werbslosenfür.'orge gesteuert werden soll. Eingehend wurde die Frage des Reichs aus» glcichs zwischen den örtlich verschiedenen 'Beitragssätzen erörtert. Die überwiegende Mehrheit der Länder sprach sich für die schleunige Einführung des Reichsausgleichs aus. Kleber die Ei izelheitcn der DurchsHhrung wurde nach mehrstündiger Aussprache eine grundsätzliche Heber- einftimiw'.ng erzielt. 3u die er halbamtlichen Siachricht weis) eine Derli:er Korrespondenz noch zu melden, daß der Reichsarbeitsmirrister einen Runderlah an die Länder gesandt habe, worin wesentliche Erleichterungen der produktiven Erwerbslosenfürsorge arme- kündigt würden. Die Gemeinden. die RotstandSarüeiten vornehmen, sollen in Zukunft, statt wie bisher das Dreifache pro Kopf der Erwerbslosen. das Fünffache des in der Gemeinde geltenden Satzes der Erwerbslosenunterstützung erhalten. Die Reichszufchüsse würden weiter als Darlehn gewährt werden, allerdings nicht mehr zum Reichsbankdis^ont'atz. sondern nur noch mit 5 Proz. und austerdem rückzahlbar erst nach zehn Jahren. ,3ur Verhaftung des Erzbergsrmörders. Berlin. 6. Ian. (Sil.) 2tuf die Meldung der österreioi: sch?n Behörden, dost in Bad Aussee vcnw.tkich einer der E?zbergermörder, Heinrich Schulz, verhaftet worden sei. haben heute die deutsHsn Behörden, ihrer^itS -alles getan, um festzu stellen, vb der in Au'see Fostge- uommene mit b:m besuchten auch wirklich identisch ist. Die Strafverfolgung von Schulz und Tillesfen ist ftin-rzcit bekanntlich durch die C aotS- anwaltschnft Ofs^nburg vergenommei morden, die zuständig war. Doch haben sich zahlreiche Polizeibehörden, besonders die Berliner Polizei, der Angelegenheit angenommen und die beiden Berliner Kommissare Berber und Maslack haben seinerzeit die Verfolgung der Flüchtigen ausgenommen. Sollte, was ncxfc im Laufe des heutigen Tages zu erwarten ist, von Den österreichischen Behörden eine genaue 'Beschreibung des Verhafteten ctttireffcr. und diese bestätigen, daß man es wirklich mit Schulz zu tun hat, werden sehr wahrscheinlich deutsche Beamte nach Bad Aussee entsandt werden, um dort auf Grund der den Behörden zur Verfügung stehenden Photographien Vergleiche anzustellen Zwischen Oesterreich nnb Deutschland besteht der gegenwärtige Auslieferungsvertrag bei Verbrochen des Mordes, auch wenn politische Motive dabei eine Rolle fielen. Aus jeden Fall werden die deutschen Behörden, sobald die Bestätigung vorliegt, daß Schuld verhaftet worden ist, bei der österreichischen Regierung unverzüglich den Auslieferungsantrag stellen. Schulz dürfte dann zunächst dem Linie», fuchungsrichter beim Landgericht Offenburg vmaeführt werden. Dem Berliner Polizeipräsidium wurde von Wien aus mitgeteilt, daß die in Aussee verhaftete Perlon zunächst behaustet habe, der Erzber-'^r- Attentater Schulz zu sein. Sie habe diese Behauptung aber spater zurückgezogen und sie als Schwindel brZeichnet. Das Polizeipräsidium Berlin hat nunmehr eine Photographie des Schulz nach Aussee geschickt, damit an Hand dieses Bildes feftgestellt toerbcn kann, ob der Verhaftete tatsächlich der gesuchte Schulz ist. Gegen die Unterdrückung der Deutschen in Tirol. Dor italienische Generalkonsul in Innsbruck legte im Auftrage seiner Regierung Beschwerde beim Tiroler Landeshauptmann gegen den feindseligen Ton der Rord- tiroler Presse gegenüber Italien ein. Der Tiroler Landeshauptmann teilte die Beschwerde Den Pressevertretern Rordtirols mit, die in ihrer Antwort Verwahrung gegen die italienische Beschwerde einlegen und einmütig auf die nationale Bedrückung der Deutschen Südtirols Hinweisen. Angesichts der Unter- drückung der deutschen Presse Südtirols erklären die Rordiirvler Blätter es als ihre Pflicht, die Gewalttaten in Südtirol überall h i n zu verbreiten. Auch die Postangestellten Rord- tirols drohen mit Repressalien gegen Italien. Der ungarische Falschmünzerskandal. Budapest, 6. Ian. (Ung. Tel.--Kor.-Bur.) Die Untersuchung richtet sich in erster Linie auf die Feststellung, in welcher Druckerei die falschen Roten hergestellt sind, und woher das zur Fälschung verwandte Papier stammt. Die Erhebungen im Sarospataker Schloß des Prinzen Windisch-Grätz, das im Mittelalter gebaut ist und viele unterirdische Gänge und Kasematten ausweist, wurden heute von 25 Geheimpolizisten und Emissären der französischen Kriminalpolizei begonnen. Die Untersuchung ergab, daß außer ein oder zwei falschen Roten, die in Budapest ausgegeben wurden, nur im Haag versucht worden ist, Roten an den Mann zu bringen. Die Gerüchte, es seien falsche Roten im Betrage von 20 Millionen Franken im Verkehr, sind daher unwichtig. Dec ungarische Falschmünzerskandal ist geeignet, Ungarns Stellung unter den südosteuropäischen Staaten auf das schwerste zu benachteiligen. Sind so ziemlich alle Rachbarländer mit Frankreich eng befreundet, was für sie schon Grund genug ist, die Rotenfälschungen gegen Ungarn politisch auszubeuten, so ist noch viel wichtiger, daß die Ziele der Fälscher die in den Nachfolgestaaten noch immer bestehende Ang st vor einer Wieder her st cll im ?. der Habsburg-Monarchie ungemein verschärfen, ja zu einer Isolierung Ungarns mit allen seinen unangenehmen politischen und wirtschaftlichen Folgen führen muh. Die Budapester Regierung scheint indessen diese Gefahr voll erkannt zu haben, dafür zeugt jedenfalls ihr scharfes und energisches Durchgrcife«. Griechenland unter der Diktatur Belgrad, 7. Ian. (SU.) Wie die Blätter aus Saloniki melden, herrscht unter den politischen Gegnern des Generals Pangalos Schrecken und Panil. Wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe sind bisher mehr als 5 0 0 Personen verhaftet worden, darunter in der Hauptsache Angehörige der demokratischen Partei. Alle Verhafteten werden sogleich nach den Aegäischen Inseln gebracht. Unter ben^ Verhafteten befinden sich auch zahlreiche Frauen und fremde Staatsangehörige. Allen oppositionellen Politikern ist die Ausreise ver- boien. Es wurde ihnen angedroht, daß jeder Fluchtversuch mit dem Tode be- straft wurde. In demokratischen Kreisen herrscht große Erbitterung gegen die Kommunisten, die durch ihre politischen Umtriebe Pan- golos den Staatsstreich und die rücksichtslose Verfolgung seiner politischen Gegner ermöglichen. (Seaterat Pangalos erklärte Pressevrttretern' „Die Außenpolitik Griechenlands wird nach wie vor eine Politik des Friedens sein und auf der Achtung der bestehenden Verträge beruhen. Auch toic finb vom Geiste von Locarno beseelt und hoffen bald einen Garantiepakt der Mächte des Balkans unterzeichnen zu können, der die Ergänzung zu dem Pakt von Locarno darstellen wird." Kleine politische Nachrichten. Wie der „Fränkischen Tagespost" von ihrem Münchener Korrespondenten gemeldet wird, soll gegen Hitler ein Verfahren wegen Meineids ein geleitet fein. Hitler habe in eidlichen Bekundungen übet daS feinerzeitige Vorgehen der Kampfverbände Behauptungen ausgestellt, die der Wahrheit widersprächen. Außerdem ständen verschiedene Behauptungen Hitlers mit den eidlichen Erklärungen, die Auer im Lupve-Streichcr-Prozeß abgegeben habe, im schärfsten Widerspruch. Der preußische Minister des Innern erklärte sich in einem Runderlaß bereit, die allgemeine Ermächtigung zu einer erweiterten Kreditnah me seitens des Kommunalverbandes bei der eigenen Sparkasse weiter auszudehnen, und zwar auf 25 v. .ft. des Einlagcbeftandes bis zum Abschluß des Gemeinderechnungsjahres Ende März 1927, alsdann auf 30 o. ft. des Einlagebestandes bis zum Abschluß des Gemeinberechnungsjahres Ende März 1928. Der voikspaneiliche Reichstagsabgeordnete und frühere Rcichsjuftizminister Dr. ft e i n z e - Dresden trat die Reife--nach Kairo an, um al« Vorsitzender des Konsularobergerichtes in Aegypten die ihm übertragene Ausgabe zu erledigen. Er dürfte anfangs Februar nach Dresden zurück- kehren. Der Leichnam der K ö n t g i n m u 11 e r M a r- gherita wird am Sonntag von Bordighera ab° transportiert und erst am späten Abend in R o m eintreffen. Am Monkagvormittag erfolgt die kirchliche Einsegnung und um 3 Uhr nachmittags die Beisetzung im Pantheon, an der die königliche Familie, die Vertreter der regierenden Häuser Europas, die Regierung, die staatlichen Würdenträger und das diplomatische Korps teil’ nehmen werden. Rach einer Reutermeldung aus Teheran ist die Bagdader Rachricht übet ein Bomben- Attentat ouf den Schah Riza Khan völlig unbegründet. Aus aller Welt. Paul Cafsirer f. Berlin, 7. Ian. (WTB. Funkfpruch.) Pau! Eassiret ist heute früh verstorben. — Eassirer, der sich, wie bereits gemetbet, unter aufsehenerregenden Umständen in einem Berliner An- waltsbureau in Gegenwart feiner Gattin Tikla Dutieux zu erschießen sucht-, war einer- der markantesten Köpfe im geistigen und gesellschaftlichen Leben Berlins, in der deutschen Derlegerwelt, im internationalen Kunsthandel. Nachdem Eassiret, der 1871 a!S Sohn einer Berliner Kaufmannsfamilie geboren war, sich zuerst mit zwei Büchern literarisch versucht hatte, wandte er sich ganz der Förderung der bildenden Kunst zu. gründete 1898 seinen bekannten Kunstsalon in der Diktoriastraße und hatte an der Entwicklung der Berliner Sezession, die von hier ihren Anfang nahm, lebhaftesten Anteil. Et ist es gewesen, bet zuerst die befruchtende Förderung erkannte, die die deutsche Malerei durch den französischen ImprÄfirmismus erfahren könnte, er hat planmäßig aus die Vermittlung zwischen französischer und deutscher Malerei hin- gcarbeitti unb hak die besten Impressionisten (Manet. Cezcriure, van Gogh) aus Frankreich nach Deutschlcrrck gebracht. Als bann die deutsche Malerei die neueste Wendung zum Expressionismus nahm, trat er etwas von der OeffenUichkeit zurück. -- In den letzten Jahren wat es um Eassiret immer einsamer geworden. Sern Herzleiden hatte ihn teigbar und jähzornig gemacht, so daß er sich immer öfter zu übereilten Entschlüssen und Handlungen hinreißen lieh, Die seine Mitarbeiter allmählich von ihm abftießen. Das Gefühl dieser Vereinsamung und der eheliche Konflikt mit Tikla Dürren x find es wohl gewesen, die in ihm ben Entschluß zum Selbstmord reifen ließen. Nene Hochwassergefahr in Holland. Amsterdam, 6. Jom (WB.) Rach den neuesten Meldungen aus dem Hochwafsergebiet ist das Wasser in den meisten Flüssen weiter gefallen, so in der Maas. Bei Mast richt fiel nach das Wasser um weitere 12 Centimeter. Dagegen ist im Fallen des Rheines bei Arnhem seit heute morgen ein Stillstand eingetreten. In der Gegend von Deventer wird die Lage weiterhin als äußerst kritisch angesehen. Reue Gefahren drohen weiter von der noch steigenden Ijssel sowie für das rechte ilfer ver Docht, die nachts bei bet Ortschaft Dalfsen, d-.m Deich in einer Breite von 15 Metern durchbrach, und sich großer Gewalt in die dahinter liegenden fruchtbaren Landstriche ergießt. Große Gebietsteile sind hier von einer Uelerschwemmung bedroht. Aus Hertogen- bosch wird gemeldet, daß die Dommel bet Ducht über das Ufer trat. Bei Rpm wegen gelang es, den Eisenbahnverkehr wieder herzu- stellen. Dcr Rhein in seine User znrückgetreten. Köln, 0. Jan. (Sil.) Der Rhein ist hier im Lause des Tages in seine Ufer zurückgetre- ten, so daß man jetzt den ganzen Umfang der vom Walser angerichteten Derrn ü st u n g e n überblicken kann. Die Schäden, die das Wasser an den Häusern und Straßen an- gerichket hat, werden sich/ in ihrer vollen Höhe erst nach geraumer Zeit ermessen lassen. Die Derbindung mit Mühlheim ist jetzt vollständig wiederhergestellt. Auch die R h e i n u f e r« bahn Köln Bonn hat ihren Betrieb auf der ganzen Strecke wieder aufgenommen. Die Schiffahrt, die bereits gestern vereinzelt begonnen hatte, hat heute wieder voll eingesetzt. — In der vergangenen Rächt ft ü r z t e in dem Hause Dutterinarkt 7-9 int ersten Stock eine Decke ein, die das erste Geschoß durchschlug, das in den Keller stürzte, wobei drei Personen mitgerissen wurden, Die aber nicht erheblich verletzt wurden. Das Haus wurde geräumt und gestützt. Seine Grundmauern waren vom Hochwasser unterspült, und wahrscheinlick) fj-at bas Erdbeben bas Haus ins Wanken gebracht. Erdstöße itt Rheinland und Westfalen. Wie schon kurz gemeldet, wurden Mittwoch nacht um 12.40 Uhr in vielen Orten des Rhcinlandes und Westfalens, in Koblenz, Euskirchen. Köln, Aachen, Reitst, Düsseldorf, Elberfeld, Ohligs. Mettmann und in Orten in der Rahe von Dortmund Erderschütterungen verspürt. Die Fernsprechämter Dortmund und der benachbarten Städte werden von Leuten mit Anfragen bestürmt, die Erdstöße wahrgeirom. men haben. Auf dem Fernsprechamt in Castrop fielen die Bücher aus den Bücherschränken. In Köln sah man in einzelnen Straßen Menschen, meist nur flüchtig bekleidet, ins Freie eilen. Wie die „Kölnische Zeitung" meldet, wurde auch in Frankfurt. Hamburg und in Städten Westdeutschlands eine Erderschütterung wahrgenommen, die mehrere Sekunden dauerte. Das Erdbeben bestand aus zwei Stoßen, die sich von Osten nach Westen bewegten. Der zweite Stoß war der heftigere und wurde besonders in Elbe» selb, Barmen, Opladen, Vohwinkel, Köln, Aachen, Bonn und Krefeld toangenommen. Einige Tische und Stühle sollen infolge des Bebens umgefallen fein. Sck'aden wurde nirgends angerichtet. Merkwürdiges Raturercignis. In Sontra (Kreis Rotenburg) brach auf dem steingepflastcrten Hofe eines landwirtschaftlichen Anwesens ein starker Wasserstrahl hervor, der mit unheimlicher Gewalt sich seinen Weg bahnte. Die Durchbruchsstelke hatte nach kurzer Zeit einen Durchmesse-r von etwa l'.'z Meter und der Wasserstrahl eine Höhe von über z w e i Metern erreicht. Die Gewalt des WasferS war so groß, baß ein etwa zentnerschwerer Stein, mit dem man Me Oeffnung ver- ftvpfen wollte, einfach i n bt e Luft geschleudert wurde. Die Waffermassen setzten das Anwesen und auch die Rachbargehöfe völlig unter Wasser und richtete in ton Kellern großen Schabe man. Später lieh die Gewalt des Wassers nach imb es blieb nur noch eine Geschwindigkeit von etwa 20 Sekunbenlitern. Die Ermittelungen ergaben, bah inan es hier mit einer neuen Quellezu tun hat, wie sie hier wiederholt auf- Qgetreten, nach einiger Zeit aber wieder zum Dersiechen gekommen sind. Ausbruch bes vejtw. Am Westhang des Eruptionskegels des großen Bejuvkraters bildete sich plötzlich eine Oeffnung, durch die Lava heraus fließt. Eine andere Oeffnung zeigte sich am nördlichen Fuße des Kegels. Auch hier ist Lava ausgeflossen. Starke Explosionen erschallen in der Mündung des Eruptionskegels. Professor M a l l a d r a , Direktor des Vefuv-Obseroatoriums, erklärt, daß der erneute Ausbruch des Vesuvs vorläufig keine Gefahr für Die umliegenden Ortschaften bedeutet, weil er sich im Innern des Kraters vollzieht. Er macht ferner darauf aufmerksam, daß diese Ausbrüche im Innern des Kraters beim Vesuv feit April v. I. nicht mehr vorgekommen sind. Eröffnung der Zugtelephonie im V-Zug Berlin— Homburg. Berlin, 6. Jan. (TU.) Der Einladung der Reichsbahn und der Reichspost folgten heute abend die Vertreter Der Presse, um der (Eröffnung Der Zugtelephonie im v-Zug Berlin—Hamburg bci= zuwohnen. Durch Bestimmung Des Loses konnte Der Vertreter Der TU. sich schon kurz hinter Berlin von Dem glänzenden Erfolg Des Experimentes überzeugen. Rach dem heute gelungenen Versuch wird Das Retz der Zugtelephonie durch ftinzunahme anderer Hauptstrecken der Reichsbahn erweitert, zunächst auf der Strecke Berlin—München und Berlin—Frankfurt o. M. Künftighin hak jedermann Das Recht, gegen Entrichtung Der Gebühren die Beförderung von Rachrichten vom und zum fahrenden Zuge zu verlangen. Die Gebühren betragen für ein Telegramm von zehn Worten 3,60 sJJlL; für ein Dreiminutenqefprcich 5,40 Mk. und für eine Bestellung 1,80 Mr. Prvf. Eucken Ehrendoktor der LIniverMt Jena. Geheimrat Prof. (Surfen ist zu seinem 80. Geburtstage von der juristischen FFakultcft der Mniocrfltät Jena zum Di', juris 1). c. ernannt worden. „Sie Königsgrenadiere" in Mainz verboten. In den hiesigen Markt-Lichtspielen wurde bet seit vier Tagen lausende Film „Die Königsgrena« biere" während der Dorsteliung von Der französischen Desahungsbehörde verboten. Die Vorführung muhte abgebrochen und Den Besuchern das Eintrittsgell» zurückerstattet werden. Aus brr Bühne erstochen. Ein entsetzliches Hnglürf ereignete sich in Volkmarsen (bei Kassel> bei einer Theater- aufführung, die Der katholisch? Iünglingsvetein Volkmarsen veranstaltete. Zwei junge Leut? hakten die Rolle eines Polizisten bzw. eines Verbrechers zu spielen, wobei nach Der Szenenvor- schrist der Polizist seinen Partner erschießen mußte. Doch der Schuh ging nicht los. Am den Anschein eines wirklichen Kampfes zu erwecken, zog Der den Polizisten darstellende Spieler den Dolch und traf feinen Partner, ben 18 jährigen Sohn des Försters Orlowski, so unglücklich in die Herzgegend, daß er mit dem nach Der Szenenvorschrift vorgefchrieveneu Ruse „Hilfe! Hilfe' Ich sterbe!" zusammen- b r a cf). Bald darauf ist der junge Mann seinen Verletzungen erlegen. Sier Kinder derbrannt. Bei einem Brande in Liftovel (Ontario), in Kanada. Der durch das Umfallen einer Petroleumlampe entstand, isnd vier Kinder einer Familie ums Leben gekommen. Trüber, mitte, westliche Winde, mäßig starke Regenfälle. Im Zwischengebiet eines nordöstlichen Gebietes hohen Druckes und eines von Rordwesten gegen Den Kontinent vor rücken den Tiefdruck-Gebietes ist vorübergehend ruhiges, zeitweise heiteres Wettet eingetreten, während Die Regenfälle in Den letzten 24 Stunden nachgelassen haben. Das nordwestliche Fallgebiet hat zwar etwas an Stärke verloren, es schickt aber seine Ausläufer langsam nach Mittelteutschkand hinein vor. Danilt hält die Westluftströmung an. so daß neue Rieberschläge, wenn auch von mäßiger Stärke, zu erwarten sind. Gestrige Tagestcmperatuven^ Max'.mum 5,4 Grab C., Minimum: 2,7 Grad C. Riederschläga 0,8 Millimeter. Heutige Moraentemperatur: 3,2 Grad C. Aus der ProvinzialhauMadt. Gießen, den 7. Januar 1926. Patience. Das vielgestaltige, neroenzerrüttende Leben der Gegenwart kennt keine Ruhe und keinen Feierabend. Boni frühen Morgen bis tief in die Nacht ist es ein Haften und Eilen, Schaffen und Mühen, Sorgen und Quälen. Ungelöste Probleme gehen mit uns schlafen und verfolgen uns oft in grotesker ober grausamer Weise in unseren Träumen. Uni) will man sich einmal von all Dem befreien, bann sucht man ben laut tosenden Alltag durch noch auf- peitschender- 'Vergnügen zu übertönen. Man kann aber auch ben entgegengesetzten Weg gehen, durch eine stille, friedfertige Beschäftigung, die restlos die Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, allen Gedanken an die Gegenwart entrinnen — mit Hilfe der Patience. Das Spiel mit ben vielen, kleinen Kärtchen er« forbert, wie schon sein Name sagt, Gebulb! Um sich aber einem Gcbulbspiel roibmen zu können, braucht man vor allen Dingen Zeit. Diese fehlt aber ber beute mehr benn je auf Erwerb angewiesenen unb für hunberteflei interessierten Jugend so sehr, baß nur wenige überhaupt wissen, was Patience ist. Trotzdem glaube ich nicht, baß bas zur Gebulb erziehenbe unb durch die Ausschaltung der unerquicklichen Gegenwart nervenberuhigende «spiel im Aussterben begriffen ist. Sv friedlich wie die Beschöf- tigung mit ben zierlichen Kärtchen ist, so bcscheiben hält sich die Patience verborgen. Es liegt nicht in ihrer Art, marktschreierisch von sich zu reben, es steht ihrem Wesen nicht an, durch irgendwelche modernen Mittel, etwa ber Reklame, um neue Frennbe zu werben, — sie weiß genau, tuet sich zum Umgang mit ihr eignet, findet irgendwie Den Weg zu ihr. Unb hat man sich ihr erst einmal verschrieben, bann ist man zeitlebens mit ihr verbunben unb Fann nicht mteber von ihr loskommen. Einmal versuchte ich. mich bern Bann ber Patience zu entziehen, weil' ich glaubte, bic kostbare Zeit nützlicher unb vorteilhafter für mich verroenben zu können unb verbrannte Dir armen Kärtchen! Aber wenige Monate später ergriff mich bic Reue, unb ein neues Doppelspiel hielt seinen Einzug! Wie ich die Bekanntschaft der Patience machte? Ich verlebte einst meine Sommerserien in ber Nähe von Limburg. In Der gleichen Pension weilte eine Same, welche Die reizenDen Kärtchen besaß unb sich bes öfteren bamit beschäftigte. Sie erklärte mir bic „.ftarfe" unb vertraute mir, ber bamals Zwölfjährigen, verschiebentlich bas Spiel an, als sie mein brennenbes Interesse unb mein rasches Derstänbnis bafür wahrnahm. Dann begegnete ich erst einige Jahre später, unmittelbar vor Ausbruch des Krieges, ber Patience in ber Französischen Schweiz wicbei. Dort lernte ich eine russische Generalin unb mit ihr „la dame qui sort" kennen. Da ich inzwischen erwachsen war unb über Taschengelbverfügte kaufte ich mir bamals dis Pcttiencekcirtchen, unb wir übten um bic Wette Geduld. «später war ich einmal in einem kleinen Schwarz- roalborte zur Erholung. Der Lehrer des Dorfes, ein einsamer, älterer Junggeselle, besaß auch seine Patience, deren Namen er leider nicht kannte. Er lehrte sie mich gerne, unb ich legte ihm meine beiden Spiele, aber er fand nicht viel Gefallen daran. „Meine ist Die schönste," erklärte er, „warum mehr als eine spielen, jedes Spiel ist doch anders!* Das stimmte wohl, unb bie beiden Damen hatten auch jede nur eine einzige, aber es knüpften sich für mich so viele Erinnerungen daran, daß ich, wenn ich einmal Zeit fand, alle drei spielte. Bald darauf befreundete ich mich mit einem jungen Mädchen, bas auch Anhängerin der Patience war, und dem ich die Kenntnis bes „türkischen Halb- monbes" verdanke. Als ich kurz danach meine Verwandten in Düsseldorf besuchte, war ich erstaunt, zu sehen, daß auch mein Onkel Patience legte. Während die übrigen saßen und plauderten, zog sich Onkel Richard in Die Zimms recke unter die behagliche Stehlampe zurück unb war für nichts mehr zu haben. Natürlich habe ich mir auch seine Patience, „le mariage", umgehend ungeeignet. Die letzte Patience, bie mir begegnete, habe ich von einer mir befreundeten, alten Same, und sie trägt ben unheildrohenden Namen „ber doppelte Dämon", weil bei diesem Spiel zweierlei Klippen zu umschiffen sind, toobnrd) die Patience einen besonderen Reiz erhält. Irgendwo hielt ich auch einmal ein Buch in Händen, indem unzählige Patiencen beschrieben waren unb wollte es mir im ersten Impuls an- schasfen. Dann aber gebuchte ich ber schönen, lebendigen Erinnerungen, die mir jede auf meine Weise erworbene Patience erweckt, unb bic mir durch solch erlcbnislose Aneignung entheiligt erschienen, — unb ich unterließ es. Das Leben kann mir ja noch so viele Derartiger Begegnungen bringen! Neugierig bin ich nur darauf, ob und wann ich eine mir schon bekannte Patience treffe! Aber bas weiß ich, wenn ick. auch oft Wochen unb Monats hinburch keine Zeit für Die kleinen Kärtchen finDe, werde ich sie doch niemals wieder schnöde abzuschütteln versuchen, Denn kein Buck), keine Unterhaltung und feine Geselligkeit kann Die Gegenwart jo gut ans-- löjchen — wie die Patience. s2( n n i c A. Statistik der Pfarrbezirke in Metzen. Die Zentralstelle für die Lanbesstatistil ver- öffentlio)t in Dem jüngsten Heft ihrer Mitteilungen die Ergebuiffc der Volkszählung iQnb e;n n lc[o^mcn.blot ÄinjJ f{3b »t. Kger. »c. ^rend dM Mo Zwar ctfrJ^ Das ««w ? «”■ 4"fefr »neue Ai»-L.dlc rke, zu er^^dge, ^n: AlAt^- rad ®. q& 5,< oTmmpEtz chWPdt. *” '■ 2anuur 1926. ce. L^de Leben der ^^näeffrnbenb- n äJJ* 'st ein robltmt 27' borgen 5 °'1 MÜ? U?$ len *t oö" SM*ff t®V2 ''bertonen. $en Weg gehen, L ^!'9»ng, die restlos bit n m^Ü^^nken rt ~ m,f H^lfe der Pa- en, kleinen Kärtchen er. «logt, Geduld! Um sich ?enJu können, braucht 't- Diese fehlt aber der werb angewiesenen und 'n Jugend so sehr, dan n, was Patience ist. >t' daß das zur Geduld ÄusschaltMg der un= örtdien ist, so bescheiden orgen. Es liegt nicht in ’on sich zu reden, es steht f) irgendwelche modernen • um neue Freunde zu . wer sich zu>n Umgang ndwie den Weg zu ihr, mal verschrieben, dann Munden und Tann nicht :n. Einmal versuchte ich. ncc zu entziehen, weil ich tiitzlicher und vorteilhaster nnen und verbrannte dir ige Monate später ergriff neues Doppelspiel hielt t der Patience machie? mmerjentn in her W hen Pension weilte eine , Mnchen beiafz und sich gte. Sie erNärte mir die mr, der damals jaclj- ns Spiel an, als sie mein mein rasches Verständnis ft einige Jahre später, um >es Krieges, der Patience ei; wieder. Dort lernte ich ad mit ihr Ja dame qm ischen erwachsen war imo taufte ich mir bomfltt* Übten um die Wette 0e- i einem kleinen LäMrz- r «ehrer des Dorfes, ein le, belaß auch seine Pa. er nichl kannte. Er lehne I-aic ihm meine beiden SÄ** Srte«. a( iti doch ander-'. Das ibcn Damen halten auch 7stnMnsichsur^ an, daß ich. wenn ich t» verwandten in rSr.« 'Ä*sÄ 1 w\ww. 2 § en, «l!!" WPll,e . »**&»w® ich einmal e"' Aden -^L Impuls on- r 'M ^ ^aiönen, W en kann J '^gierig -Wß h 'y onate n rtl? ich l E ie (Winnie21' Der Nechtsspiegel V, w=MMta*e* MWMUM'WW n MMWMWMMS. | Am 'Dienstag, dem 19. Januar 1926, 1 ■ vormittags 10 Uhr, wird im hiesigen Antts- I aer.chl, Sitzungssaal 101, I. Obergeschoß, 1926, 2367 Geldgewinne Mark ~ = = 5- 2iaD Hebbel, Hess. Gerichtsvollz. in Gießen, Dammstr. 24. Mädchen Verkäufe ÜI Etagen ßWa fort oder water eine nicht unter 17 3. für Haus- u. Gar- 213D n. d.Gteß.Anz. M icö- Ltandes f. reelle lebt etntr. Erist. an alt. 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Cembalo beansprucht selbst bei sehr gut besuchtem Hause einen mehr oder minder erheblichen Zuschuß aus der für solche Defizits leider nicht mehr zureichenden Vereinskasse. Trotzdem hat sich die Vereinsleitung im Vertrauen auf die Beteiligung aller Musikfreunde entschlossen, das geplante zweite O r- chesterkonzert am Montag, 11.Januar, abends ?Ve Ähr in der (Reuen Tlniversi - tätsaula stattfinden zu lassen. Den Wünschen zahlreicher Besucher entsprechend ist in diesem besonderen Falle ein Wochentag gewählt worden, obgleich die Abweichung von der Regel nicht im Interesse der auswärtigen Gäste liegt. Die weiteren Konzerte werden dagegen wieder an Sonntagen, wie herkömmlich, stattfinden. Für das Orchesterkonzert am kommenden Montag ist das staatliche Kurorchester aus Dad-Vauheim gewonnen und durch Mitglieder des Frankfurter Opernorchesters verstärkt worden. Die Leitung liegt in den Händen des Herrn Kapellmeisters Willy Baue. Das Programm bringt — unter Ausschluß moderner Musik — dieses Mal nur klassische Stücke, und zwar Haydns zweite Cym- sengericht verurteilte den Forstarbeiter Daefner, der auf der B a h n st r e ck e Frank- surta. M—Bebra in Gemeinschaft mit seinen Brüdern Heinrich und Jakob Daefner im Sommer ger.cht, Sitzungssaal 101, I. Obergeschoß, Des den Alois Schoemaun Eheleuten in Eießen zu je 7, zugeschriebene Anwesen Hillebrandstr. 6, bestehend aus: Flur 6 Nr. 122 = 213 qm Hofreite und Meile mit Stallung zu verkaufen. 209D Wilhelm Erber, Saasen. haus hi nächst. Umgebung der llnitieriitot, mtt srciwerdend.Wob- nuva v ü Zimmern. StÜdie, Bad u. Diele, btfltn zu verkaufen. Näheres durch Leichter Wagen mit Kasten u. Ernte- lewern, für eine Knb. zu vcrkouscn. ,SOD Wißmar Nr. 173. ■■■■■■■ am 16. 2uni 1 925 nach Pfarrb ezirken in den größeren Städten. Für die Stadt Gießen liegen folgende statistische Ergebnisse vor: Ortsanwefende Bevölkerung am 16. 3uni 1925: männliche insgesamt 15817 (davon entfallen auf Matthäusgemeinde 3434, Markusgemeinde 2546, Lukasgemeinde 5755, 2o- hannesgemeinde 4055, Fohannesgemeinde [ORilv tärgemeindes 27); weibliche insgesamt 17700 (davon enr,allen auf Matthäusgemeinde 3769, Marlusgemeinde 2807, Lukasgemeinde 6543. 3s- hannesgemeinde 4581); m ä n n liche und weibliche zusammen insge'amt 33 517 (davon Matthäusgemeinde 7203, Markue gemeinde 5353, Lutasgemeinde 12 298, Iohanne-gemeinde 8636, deren Militärgemeinde 27). Wohnbevölkerung am 16. Juni 1925: männliche insgesamt 16 174 (davon Matthäus- gerne in be 3432, Markusgemeinde 2549, Lulas- gemeinde 5418, Johannesgemeinde 4180, Militärgemeinde 595 >: weibliche insgesamt 17 426 (davon Matthäusgemeinde 3757, Marku5gemeinde 2843, Ci taSgemeinbe 6182, 3ohannesgemeinde 4644); männliche und weibliche zusam- m e n insgesamt 33 600 (davon Matthäusgemeinde 7189, Markusgemeinde 5392, Lukasgemeinde 11 600, Iohannesgemeinde 8824, Militärgemeinde 595). Von der Wohnbevölkerung waren: Evangelisch 28 527 (Matthäusgemeinde 6210, Markusgemeinde 4499, Lukasgemeinde 9674, ^o- hannesgemeinde 7670, Militärgemeinde 474); Katholisch 3323 «davon im Bezirke der Matthäusgemeinde 574, Markusgemeinde 517, Lukasgemeinde 1339, Iohannesgememde 776, Militärgemeinde 117); Juden 1017 (davon un Bezirke der Matthäusgemeinde 237, Markus- gemeinde 257, Lukasgemeinde 337, ^rohannes- gemeinde 186); Sonstige: Christen 443 (auf die Bezirke der einzelnen evangelischen Gemeinden entfallen 106, 62, 158, 117), Vicht-Christen 290 (davon 62, 57, 92, 75, Militargemeinde 4). Volkstrauertag. Der Rechtsausschuß d s Reichstages, dem der Antrag auf Einsetzung des Volkstrauertages für die Gefallenen vorliegt, wird zu der Frage der gesetzlichen Festsetzung dieses Tages nach Bildung der neuen Reichsreg.erung Stellung nehmen. Für alle Fälle hat der Ausschuß für die Festsetzung eines Volkstrauertages, dessen Vorsitzender dec Präsident des Volksbun- des Deutsche Kriegsgräbec-fürsorge ist, beim Reichsministerium des Innern beantragt, den Tag im Verordnungswege zu sch ltzen, dam t ein würdiger Verlauf des ^Volkstcauertages gewährleistet ist. Der Tag wird e i n h e i t l i ch von allen Volksschichten und Religionsgemeinschaften am fünften Sonntag vor Ostern, Remi- ni feere, begangen, da sich bei der letzten Veranstaltung des Volkstrauertages in e n gen Kirchen, z. D. Württembergs, herausgestellt hat, daß der sechste Sonntag vor Ostern, Invocavit, mit anderen kirchlichen Feiertagen zufammenfällt. Rachdem die Spitzenbehörden der drei Religionsgemeinschaften ihre Zustimmung gegeben haben, wird der Volkstrauertag am «Sonntag Reminiscere — 2 8. Februar — vomganzen Volke einmütig gefeiert werden. Die erforderlichen Vorbereitungen nach den vom Volksbunde Deutsche Kriegsgräberfürsorge herausgegebenen Richtlinien sind bereits getroffen. Gictzcncr ^Dschenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: das Pfund Butter 120 bis 160, Matte 35 bis 40, Käse 60 bis 70, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 25, gelbe Rüben 15, rote Rüben 15, Spinat 40, älnter-Kohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 25, Rosenkohl 60, Feldsalat 120, Tomaten 80, Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 18, Dirnen 30, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Gänse 120, Müsse 60 bis 90, Eiwivien 100; das Stuck: Eier 19, Blumenkohl 60 bis 200, Lauch 5 bis 15, Sellerie 20 bis 70. Vornotizen — Tageskalender für Donnerst« g: Vortragssaal der Buchhandlung Keißner 8V2 üsthr Vorlesungen von Isolde Kurz aus eigenen Dichtungen. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Stimme des Herzens". — Astoria-Lichtspiele: „Rigano". — — Aus dem S t ad t th e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Der Montag, 11. Januar, bringt eine außergewöhnliche Veranstaltung, einen Vortrag aus eigenen Werken von Klabund. Klabund ist allen literarisch Interessierten schon seit Jahren bekannt durch seine humorvollen Beiträge in unseren bekanntesten Zeitschriften. 3n den weitesten Kreisen dürfte er jetzt Teilnahme erwecken, da sein prächtiger „K r e i d e k r e i s" vergangenen Winter auch im hiesigen Stadttheater bei zahlreichen Aufführungen einen unvergeßlichen Eindruck hinterlassen hat. — Dec Konzert-Verein schreibt uns: Das Orchesierkonzert der Meininger fand zwar ; koo ; „ 6 „ 122-^ = 175 , ®r abgarten zwangsweise versteigert. Die amtsgerichtliche ^Beifügung ist an I der Ortstafel Bergstr. 20 zur Einsicht öffentlich angeschlagen. 11801c Gießen, den 28. November 1925. 3. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. j8l6ttenge8uvk6j Ich suche für meinen Solm, der Ostern die Obersekundarerfe erhalt zu Anfang April ncelanete Lehrstelle in kaustnännischem ob. technischem Bureau. Gute zeichn nerifche iZübiakeilen find vorhanden. Schrifil. Angebote unter 2151) an den Gieß. An», erbeten. Fräoleln, 20I., siofct z. 15.Ian. od.l. Fevr. fluteeteUealöMItie t» fieislialL ®ie seit ob. näh. Umgebung, mit .vmniltenanschl. Gefästige Briefe an Wiebach, Marburg a» d. L. lv4D Eint Fräulein sucht Stelle in Hauö« halt oder zu Kindern. Schrifil. Angebote unter 0106 an den Gieß. Anz. erb. dieses Jahres mehrere Eisenbahnzüge bei Steinau beraubt hatte, zu 2 Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Während die beiden Brüder bereits verhaftet und abaeurteUt werden konnten, trieb sich Kaspar Daefner bis Ende November in den Wäldern von Steinau herum und ernährte sich durch Wildern. Bei den Ettenbahnräube- reien fielen den Tätern Tuch- und Schuhzeugballen, Maggipräparate usw. in die Hände. Bei der Strafbemessung lehnte das Gericht die Gewährung mildernder Umstände ab, da die Eisenbahnräubereien in der letzten Zeit stark überhand genommen hätten. der Eltern abgeleitetes Züchtigungsrecht gibt es nicht, sagt am 27. 1. 1900 ein Erkenntnis eines Strafsenats des Reichsgerichts. (E. 33, S. 32.) Selbst den Stiefeltern wurde ein elterliches Züchtigungsrecht nicht zugestanden. (Erkenntnis vom 22. 3. 1901, G. A. für Strafrecht 48 S. 134 und Erk. d. Strafsenats v. 28. 11. 1905. Recht 10 S. 65.) Im Jahre 1906 hat das Oberlandesgericht Dresden tn seinem Urteil vom 19. 4. 1906 tSäch- sisches Archiv S. 546) es als Voraussetzung eines solchen prafbesreienden Züchtigungsrechts bezeichnet, daß der Täter „Grund zu der Annahme hatte, er handele im Sinne der Eltern und daß die Züchtigung nicht über das Maß einer vernünftigen Erziehungsmaßregel hinausgehe." Damit ist also der 1900 vom Reichsgericht festgelegte Standpunkt verlassen, der nur den Eltern ein Züchligungsrecht zu- billigle. Im Jahre 1912 hat dann das Oberlandesgericht Jena im Urteil vom 21.12.1912 (Deutsche Juriftenzettung 8, S. 296, G. A. 60 S. 498) ausgesprochen, daß ein solches Züchtigungsrecht auch aus dem öffentlichen Recht hergeleitet werden könne. Durch die Urteile des Oberlandesgerichts Kolmar 5. Strafsenat 3/16 vom 10. 7. 1916 (Deutsche Juristen- zeitung 21 S. 1180) und des Oberlandesgerichts Naumburg vom 29. 10. 1924 (III. V 114'24) ist dann die 1903 schon vom Oberlandesgericht Braunschweig im Urteil v. 24. 10. 1903 (Deutsche Juristenzeitung 10, S. 752) begonnene Entwicklung beendet und dahin festgelegt worden, daß derjenige, der an Stelle des nicht strafenden Erziehungsberechtigten (Vater, Mutter, Vormund) strafend einen Minderjährigen züchtigt, im Sinne der § 677 ff. BGB. als „Geschäftsführer ohne Auftrag" für den Erziehungsberechtigten handelt. Er kann also niemals bestraft werden, wenn er „im Rahmen" bleibt. Und dies gilt nicht nur, wenn der Erziehungsberechtigte nicht anwesend ist, sondern auch, wenn er zwar anwesend ist, aber nicht eingreift, ja sogar, wenn der Erziehungsberechtigte gar nicht will, daß der Minderjährige bestraft werde; denn der § 679 BGB. sagt in bezug auf die „Geschäftsführung ohne Auftrag" ausdrücklich. „Ein der Geschäftsführung entgegen- ftehender Wille des Geschäftsherrn (hier des erziehungsberechtigten Vaters, Vormunds oder der Mutter) kommt nicht in Betracht, wenn ohne die Geschäftsführung (des Eingreifenden) eine Pflicht des Geschäftsherrn (Vaters ufro.), deren Erfüllung im öffentlichen Interesse liegt, „nicht rechtzeitig erfüllt werden würde". Es liegt aber im öffentlichen Interesse, daß jede Flegelei, sede Menschen- oder Tierquälerei, jede Naturverstümmelung, jede Unverschämtheit eines Minderjährigen sofort durch eine erzieherische Züchtigung geahndet werde. Wer diese Züchtigung in erzieherischem Maß und Sinne vornimmt, erfüllt nicht nur die von der Oefsentlichkeit verlangte Pflicht des Erziehungsberechtigten, sondern er dient auch dem wahren, öffentlichen Interesse und damit dem Aufbau des darniederliegenden Vaterlandes. Es lasse sich niemand abhalten, diese ösentliche Pflicht in und außer dem Hause zu erfüllen. Er fördert damit auch das wirkliche Interesse des Jugendlichen selbst. Das Bewußtsein dieser im öfentlichen Interesse betätigten Pflichterfüllung sollte jeden Erwachsenen stärken, etwaige persönliche Schwierigkeiten zu ertragen. Gegen die Mobilmachung des Staatsanwalts und der Gerichte schützen ihn — falls er im Rahmen der vaterländischen Zuchtmittel bleibt — die vorstehenden Ausführungen. Sie find deshalb so ausführlich unter genauer Angabe der Urteile und des Schrifttums gemacht worden, damit jedermann im Bedarfsfälle sich darauf berufen kann. Das aUgemeinegü tigungsvechl an fremden Kindern. Von Kurt Wolff, Richter in Zierenberg i. Hessen. Wenn im Bienenstaate eine junge Biene renitent ist und sich vor der Arbeit drückt, so kommt eine erwachsene Biene und rüttelt und schüttelt sie so lange, bis sie Vernunft annimmt und sich der öffentlichen allgemeinen Ordnung fügt. Wenn in unferm öfentlichen Leben sich die Unerzogenheit junger Menschen unangenehm störend bemerkbar macht, so begnügt sich die Mehrzahl der Erwachsenen damit, über die Verwahrlosung der Jugend zu klagen, statt einmal sofort energisch erzieherisch einzuschreiten. Warum unterbleibt das in der Regel selbst bei ernsthaft das allgemeine Wohl überdenkenden Männern? Weil die meisten Nichtjuristen völlig im Unklaren über die heutige Rechtslage find. „Man kann nie wißen," ob man nicht Scherereien mit den Gerichten bekommt. Es ist deshalb eine Darlegung der Rechtsverhältnisse im Interesse der öffentlichen Zucht und im Sinne einer Mitwirkung aller am Aufbau der Jugend angebracht. Nichts ist gerade in Erziehungsfragen falscher, als alles den Behörden zu überlaßen, selbst muß der für die Zukunft des Volkes besorgte Mann eingreifen, wenn er steht, daß sich Roheit, Flegelhaftigkeit, Vergehen oder Verbrechen in der Jugend breit machen. Und das kann jeder vernünftige Erwachsene, der eine erzieherische Züchtigung von einer Mißhandlung zu unterscheiden weiß. Der Begriff der „Körperverletzung" ist in § 223 des Strafgesetzbuchs niedergelegt. „Wer vorsätzlich einen andern körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird wegen Körperverletzung . . . bestraft." Wer das so lieft, denkt: da muß ich meine Finger davon lassen. Aber zum Begriff der Körperverletzung gehört nicht nur die „Vorsätzlichkeit", sondern auch die als ftlbstverständlich im Gesetzestext weggelassene „Rechtswidrigkeit" (Balte, Korn. z. Str. G. B. n 88 zu ß 223.) Der schlagende Erwachsene kann also nicht bestraft werden, wenn sein Handeln objektiv nicht rechtswidrig war, ja sogar schon dann nicht, wenn er subjektiv nicht das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gehabt hat, d. h. wenn er mit guten Gründen hat glauben können, daß er zu erzieherischen Zwecken habe eingreifen dürfen. Selbst die irrtümliche Annahme eines Züchtigungsrechtes entschuldigt. (O. L. G. Karlsruhe vom 18. 1. 1917. Deutsche Strafrechtszeitung 4 S. 96.) Die Rechtswidrigkeit liegt aber nicht vor, wenn dem Erwachsenen ein erzieherisches Züchtigungsrecht gegeben ist, und wenn er dieses Züchtigungsrecht nicht überschreitet, sondern im Rahmen einer verständigen erzieherischen Einwirkung bleibt. Dazu gehört aber auch unter Umständen cm Schlag ober auch mehrere Schläge, selbst mit einem für solche Zwecke geeigneten Stocke. Nicht darunter fallen würde natürlich etwa das gewaltsame Niederwerfen auf die Erde, das Treten oder Werfen mit Steinen. Es kommt darauf an, daß Art und Maß der Züchtigung sich innerhalb der Grenzen einer natürlichen Zucht gehalten haben. (Kam.-Ger. vom 7. 5. 1913, in Goltdammers Archiv 61 S. 122.) Wann wird nun ein solches Züchtigungsrecht zuerkannt? Die Entwicklung der Rechtsauffaffung ist nur langsam zum natürlichen, vernünftigen Ziele vorgedrungen. Zu Anfang dieses Jahrhunderts wurde nur den Eltern der Kinder ein Züchtigungs- recht zuerkannt, das als ein „höchstpersönliches" bezeichnet wurde, also nicht ftelloertretungsweise von anderen ausgeübt werden dürfe. Ein aus dem Recht des Aufwertungsgefehes. Wie der 2ün> Tid)c Preußische Pro jebienft mittriTt, werden die Fristen des Aufwertungsgcsehes nicht verlängert. Zur Anmeldung gemäß § 16 des Aufwertungsgefehes ist Angabe des Eigentümers, des ber- fönlichen Schuldners oder bei- Forderungshöhc nicht erforderlich. Es genügt, daß aus der Anmeldung hervorgeht, um welche Hypothek es sich handelt, und daß ihre Auswertung gewünscht wird. •• Ordnung und Sauberkeit in den Zügen. Don Reisenden wurde in letzter Zeit darüber geklagt, daß die Sitzplätze in den Personenwagen von Mitreisenden durch Auflegen der Füße auf die Sihbänke vielfach beschmutzt werden. Das Auflegen der Füße auf die Sitzplätze ohne Unterlagen (Zeitungen, Decken und dergleichen) ist nicht zulässig. Die Zugschaffner wurden erneut angewiesen, gegen Verstöße bezeichnender Art einzuschreiten und bei festgestellter Beschmutzung der Sihbänke unnachsichtlich die im Taris festgesetzte Reinigungsgebühr von 5 Rm., od?r bei geringfügiger von 3 Rm. zu erheben. Die Cisenbahnverwaltung rechnet bei ihrem Streben nach Aufrechterhaltung der Ordnung und Sauberkeit in den Zügen auf die verständnisvolle Unterstützung durch die Reisenden. "* G e s ch ä f t s ' u b i I " " " ^'t Metzger- meister Heinrich Henkel. Walltorstraß' 27, begeht am heutigen Tage sein zS.ao .gtd Gefchäfts- jubiläum. " Kein Bedarf an Eisenbahn- an Wärtern im Bezirk Frankfurt. Zu der in letzter Zeit in verschiedenen Zeitungen erschienenen Rachricht, daß die Ei^enbahnverwal- tung Zöglinge und Anwärter zum Technischen C'.senbahnoberfekretär einstellt, erfahren wir von unterrichteter Seite, daß zur Zeit ein Bedarf an Zöglingen im Reichsbahndirektionsbezirk Frankfurt a. M. nicht vorliegt. Alle Gesuche um Einstellung als Zögling müf en daher zur Zeit zurückgewiesen werden. Wann wieder Bedarf eintritt, kann zur Zeit noch nicht gesagt werden. ** 15 0 Jahre „Darmstädter Zei - t u n g". Die „Darmstädter Zeitung", das amtliche Organ der hessischen Regierung, ist am 1. Januar in ihren 150. Jahrgang eingetreten. ** Kennzeichnung des Verfertigers auf Wagen. Vom Hess. Landes-Eichungsamt wird uns geschrieben: In der Nachkriegszeit haben sich eine Reihe von Betrieben der Herstellung von Wagen für den Kleinhandel zugewandl, ohne über die nötigen Kenntnisse, Einrichtungen und Materialien zu versagen, die für ein gutes Erzeugnis unerläßlich sind. Es sind infolgedessen Wagen in den 5)andel gebracht worden, deren Verbreitung nicht begünstigt werden darf. Deshalb hat die Reichsanstalt für Maß und Gewicht (Abteilung 1 der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt) angeordnet, daß vom 1. Januar 1926 ab jede zur Neueichung kommende Wage sichtbar eine Kennzeichnung des Verfertigers (Firma ober Fabrikmarke oder Verbandszeichen» tragen muß, und zwar tunlichst am Wagebalken. Firmen, die für ihre Wagen die Eichfähigkeit erlangen wollen, müssen dies unter Beifügung des Kennzeichens bei der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, Abteilung 1, tit Charlottenburg beantragen. Die Eichbehörden führen Listen über die jur Eichung zugelassenen Wagenarten und Marken. Wagen, die sich nachweislich schon vor dem 1. Januar 1926 im Besitz von Wiederoerkäufern (Eisenwaren-, Haushal- tungs- u. ä. Geschäften) befunden haben, können noch dis Eüde 1926 ohne Kennzeichnung des Verfertigers zur Neueichung vorgelegt werden. Solche Wiederverkäufer werden also bei erneutem Bezüge darauf zu achten haben, daß sie nur noch Wagen mit einem zugelassenen Kennzeichen der Herkunft erhalten. Außerdem darf eine Firmenbezeichnung des Wiederverkäufers angebracht sein. ** Eine Reichsgründungsfeier veranstaltet die Vereinigung der Vaterländischen Verbände Oberhrs>ens Mitte dieses Monats. Als Redner ist der ReichstagSabg. Geheimrat Dr. von Dry ander-Berlin gewonnen worden. Näheres wird im „Gieß. Anz." noch bekanntgegeben. •* Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 6 Kühe, 924 Kälber, 473 Schafe, 573 Schweine. —- Hauptgewinn Mark 5000 2366 Geldgewinne Mark Zur Erneuerung der Wo h nu ng s- g e s u ch e beim Wohnungsamt wird von der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil aufgeforbert. Die bis zum 25. Februar nicht erneuerten Gesuche werden für ungültig erklärt. Räheres in der Bekanntmachung. ** Umlaufendes Falschgeld. Cs befinden sich falsche Einmarkstücke mit dem Münz- zeichen „F 1925", falsche Reichsmarkstücke mit dem Münzzeichen „F 1925 , falsche Zweimarkstücke mit den Münzzeichen A, D, G und F 1925 — letztere sind aus Blei mit einer Zinnlegierung hergestellt und haben ein dunkleres Aussehen als die echten Zweimarkstücke — sowie falsche Dreimarkstücke 1924 und 1925 ohne Münzzeichen im Umlauf. Die Dreimarkstücke tragen im Kranz 5mal das Wort „Einigk" statt „Einigkeit". Die zuletzt im Verkehr festgestellten falschen Dreimarkstücke tragen im Kranz die Worte „Einigkeit und Recht und Freiheit" in ganz feiner Schrift, die Umrandung ist schlecht nachgeahmt. Sämtliche Falschstücke fühlen sich fettig an und haben einen dumpfen Klang. ** KeineVerlängerung der Fristen Freitag, den 8. Januar 1926, nachm. 2 Uhr, versteigere ich im Löwen dahier, Neuenweg 28, zwangsweise geg. Barzahlung: 1. Eine Kuh, 6 Fahrräder, barunt. 1 Damenfahrrad, 4 Rauchtische, 10 Schreibtische, 1 Registr.-Schrank, 1 Ladentheke, 1 Diwan, 1 Kontrollkaffe, 3 Ladentische, 1 Ladeneinrichtung, 4 Schreibmasch., 3 Bücherschr., 3Seffel, 1 Kaffenschr., 2Sosas, 1 Trumecm, 1 Materialschrank, 2 Vertikos, 1 Klavier, 1 Glasschränkchen, 1 Küchenschr., Kinderwagen, Handwagen, Trittroller, Stehletter, Gummibälle und vieles andere. 2. vorausflchtllch bestimmt: 3 Motorräder N.S.U., 1 Denz-Auto, 6-Sitzer, 14'30 P.S. Generalvertretung ettrerZiglnremabrik sucht einen Vertreter für d. Ze urk Gießen. 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Auf diesem Wege danken wir allen herzlichst für die überaus zahlreichen Blumenspenden und Beileidsbezeugungen, welche uns bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen zuteil wurden. Besonderen Dank dem Herrn Pfarrer für die so überaus trostreichen Worte sowie der Gesangsabteilung der Lokomotivführer und allen Vereinen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Wilhelmine Link geb. Keller. Beachten Sie unser ® heutiges Angebot! Grünberg, Gießen, Bonn a. Rh., Freienseen, den 6. Januar 1926. In tiefer Trauer: Katharine Hainbach geb. Reuschling und Kinder. AlicestraBe 11, neben „Hessischer Hof“ Beginn: Freitag,den 8. Januar Die Preise sämtlicher Waren sind bedeutend herabgesetzt! Am 6. Januar, morgens 11 ®/4 Uhr, entschlief sanft nach langem, schwerem, in Geduld ertragenem Leiden meine liebe, gute Mutter, meine liebe Tochter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabsth König Wwe. geb. Walther in fast vollendetem 45. Lebensjahre. Die tieftrauemden Hinterbliebenen. Walter König E’Dabeth Walther Witwe Aug. Keppler und Familie Werner Barth und Familie. Gießen (Ludwigstraße 35), den 6. Januar 1926. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 8. d. M, nachmittags um 21/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 201D Korreipondent cotL mit englischen Sprachkenntnissen, der die technische Gummibranche kennt, Schreibmaschine und Stenographie beherrscht, für Gummifabrik Nähe Frankfurt q, M. für sofort gesucht. Schrift!. Angebote m. Gehalts- ansprüchen und Lichtbild unter 211D an den Gießener Anzeiger erbeten. Stadttheater Freitag, Jan., 14.3uiM-AVl1.-M. v. 7*/3b. geg. 10 bbr Der Traum ein Leien. Dramatisches Märchen in 4 Aufzügen (7 Bildern« von Grillparzer. wird unter Garantie hergestellt von AWemuMMm Dietzen, Lahnstraße 3. Fernspr. 2463. D. n. Oe. A.-V. Sektioa Gießen. Sonntag. Ick Jan.: Tour I.Abm.!) Uhr. Vabnbrüctc. tu'D Gestern nachmittag 5 Uhr entschlief ganz plötzlich und unerwartet nach kaum 2tägiger Krankheit in der Klinik zu Gießen unser treuer Sangesbruder und Vorstandsmitglied Herr Heinrich Hainbach II. Allen Verwandten, und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben, herzensguten Mann, den treusorgenden Vater seiner 3 Kinder, unseren lieben Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Hainbach II. Landwirt Donnerstug, 7. Ianuar1926, abds. 8Vs Uhr, wird Isolie Kurz im Bortrags- saal der Buch- handlng. Keiner aus eigenen Werken vorlesen. Eintritt Mk. 1.25 u 25 'Bf. Steuer. Studenten und Volkshochschule: 80 Pf. utib 20 Pf. Die Auslagen in meinen Schaufenstern Am 5. Januar, vormittags 8 Uhr, entschlief in der Klinik zu Gießen nach schwerer Krankheit unser innigstgeliebter, herzensguter Sohn, Bruder, Schwager ynd Onkel Heinrich Röhm im 17. Lebensjahre. Maniküre empfiehlt S.8.C. 6iM Sonntag, rv.Jan.: Gienen, Düneberg, Bieber. 4 Std. Abm. 10 Uhr Vnljnbrlicke. brnifieaenatotttt liefert In febergew>4n| ^rutfjCn A »te" Ito -"'b u neuen OaM'lU st«" / e'E "buchte xLiigung^ I Seine'"., SesuK nur ef-L schtoei die [Jl noch i den. ob M @dud t W ften *attcnticritc;ger da I ! ^Gebäude" ' "" iE s Januai S-S SH-, - M kitt uncherMch E sie hier HM vor * Dichtung 2»- Fröste H* Richtung NA' Beginn M SÄ*,! i sucde M de Ü Mliachten Scidcnlchlvaaz Kren angetro’fen. fdjtDunben. - *1 von 16 «t K” gekostet. Sa es- die nachts hermlt denhasenbesta Krc -er. Howber- i Kma Gebrüder I mr ihr fünf u nd ijöstSjubilävi M würbe das h ir&tfxn unb am 4 Ückernahrnr unb Q bie briden Drüber nach 2 Jchren ho Mgrrr Iruber, unb tätiger Sauft seine beiden böhne diesige Da uv er 3$« ein Wob f Mar. Sie Inner -'Zre zur Ausjühr Sitzung konnte der diesem Jahrs aber sührung zu bringe 5ta ! , DER. Offe i LilveKernecht Hochflut von § wurde bie Kcfor), erreicht. Der gröhte Abbrennens vc ! aus den Straben ei der Avgauer Staat eids gesuchte. IS?2 cr Arthur Decke ‘eJlgenommen \ w vom Amtsgerich ^en Slrasverbühu Kr Lökar W verhafte f SÄ Wl. hepper belvnntchn ur YrssentvM- ^albelo! Sj'jt-jln dem @ai A'1 üahre (9 t*nb dieser F-i Ä tii, ■ Arer öer deutsch. ÄS !m We i "Magen für Win a V leld)Qft £benb »IhKSJ >L--»° bt*S‘Jrt*s ,e Ursache Her,. "Ut ?RZL LrLZr \*t Ä l®"- *r aui) ÄnX1®* LKrn Jt« * WtaeLT ----- ÄÄ .r öerneinfatn ®" S ^'ck o. ^berg, 1(6 ^ch tm ganyS ■ ~~ Eine Weih. ?. Astern L.r hiesig, rin_ °Lolischor- ucker Leitung ;ÄÄ SMischte Lüftungen, unb •w W MtbaV Mel .Am Brunnen ech Inhalt und gute ne längere gedanken- >e hielt Elldtverocd -amitdenlebhastenM- slch aus allen 'Stbölfe. leit. vielle'- ,6I b M W ftwW#“ eW'S 6il ja* !; wri K!. ? 3« *dSe rM :OM °KK ** ,ws* ' ti. Jan. Sie Fre-nk '31 a ü l s b n b e s zeigt l einen autzerst künftigen 82 Kurgästen (bör< 1925 ist nicht nur gegen i)r von 6510 Besuchern ^reicht morbeu, auch die riegsjabte wurde bamit Besuchers, ein Bewei- unserer Quellen immer 'aß die Bäder aber audi 5 so start in Anspruch ift mir bem lojiokr mb ber Suroerrodluir >rcm Matze als srühci i Gebrauch der Bäder oichtt haben, nicht nur andern auch an Boll^ end waren, heute aber lammens sich aus eigner 1 neu. Es wurden in 1925 > j |1924 nur 3625) entspre- illigt, welch legiere sich imem jeweils die Wen auna soozialoersicher^ [ ißigung 6-50 (380); 50- ?. 30 (1070); 75proz. Er- ,-sahl ber abgegebenen egen; sie betrug M m Vorjahr. Die 4 Labern am 22.3um öäber.jahlen ber legten uich bie ber W* hl worben fmb, H datz einmal neben ben ÄS’S*' TSS» . bis SwochigeMem jttK 's?,W K^ÄS'. l» * Äi * *«*$**&* toi DMk ■ i gelernt . >bel.^Lr anderen us ir9;nhS Brandes M Jtu’leLit hat bann SW- e in,r2 fenneni rhiae yicn .i ba. hielten, die als Norm gilt und im allgemeinen auch von den 2(erjtcn empsohlen wird. Die Winter- k u r hat sich Heuer einer sehr starken Benutzung erfreut. 21m 1. Januar waren noch 342 Kurgäste anwesend, das sind 191 mehr als am gletchen Tage des Borjahres. Ockstadt. 5. Jan. Der erste Sonntag de» neuen Jahres ttxir für unsere Gemeinde em Wahltag Eo sand die Beigeordneten- stichwahl statt. Gewählt wurde her Landwirt E Kipp mit 423 Stimmen. Der Gegenkandidat Meuser brachte es aus 390 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war sehr rege; sie betrug nahezu 90 Prozent. _ C Bieder-Florstadt, 6. Jan. Aus dem Gemeinderat: Das Kreisamt gibt bekannt, dah von 13 Gesuchstellern um Daudarlehen nur einer- berücksichtigt werden kann. S;e Auswahl ist sehr schwer und wird zurückgeftellt, da die Höhe des Darlehens noch nicht bestimmt ist. Außerdem soll nochmals genau nachgeprüft werden ob jeder Baulustige die Vorbedingungen auch erfüllt hat. Gesuche um Tleberlassung von Gartenpfosten zu Bauzwecken zu einem mittleren Dersteigerungspreis tonnten noch nicht erledigt werden, da die verfügbare Menge erst sestgestellt werden muh. — Der Wasserstand ist zurückgegangen. Der Sckxrren an Lebens- und Futtermitteln, den das Hochwasser in den Kellern verursachte, ist sehr grob. Die im Wasser lagernden Kartoffeln werden zu Drennzwecken abgegeben. Der Sachschaden an den Gebäuden läßt sich noch nicht übersehen. — Am 5. Januar zog vormittags eine Schar von etwa >5 0 W i l d g ü n s e n, Schneeganse genannt. in nördlicher Richtung hier vorbei, -nag« mittags konnte man beobachten, dah ich etwa dieselbe Anzahl wieder südwärts wandte. Allem Anschein nach hat sie die große lleberschwem- mung in die Wetterau gelockt, so daß sie letzt hier unterstreichen. In früheren Wrntern wurden sie hier nicht beobachtet. Sie kommen. im Herbst vor Einbruch größerer Kalte in südlicher Richtung und im Frühling, wenn keine starten Fröste mehr zu erwarten sind, m nördlicher Richtung über unsere Heimat, so daß sie den Beginn und bas Ende des Winters vertun- digem Ein bei uns sehr seltener Bogel, dessen Erscheineii große Kälte im Borden anzeigt wurde von dem hiesigen Revrersörster zwischen' Weihnachten und Beujahr beobachtet, der Seidenschwanz. Er wurde in vier Exemplaren angetrosfen, ist aber bald wieder verschwunden. — Die Hunde st euer in Höhe von 16 Mk. hat manchem Hund das Leben g e k o st e t. Du es zum großen Teil Hunde sind, die nachts herumstreiften, dürfte ihr Tod für den Hasenbestand von Vorteil fern. Kreis Alss..L. -er. Homberg a. d. Ohm, 6. Jan. Die Firma Gebrüder Cinolf feierte am 4. Januar ihr f ü n f u n d z w a n z i g j ä h r l g e s G e - schäftsjubiläum. Im Herbst des Jahres 1900 wurde das heutige Anwesen käuflich erworben und am 4. Januar 1901 erfolgte die Uebernahme und Eröffnung deS Geschäfts durch die beiden Brüder, von denen der ältere schon nach 2 Jahren starb. Der jetzige Inhaber, der jüngere Bruder, führte es als gewissenhafter und tätiger Kaufmann bis heute weiter. Auch seine beiden Söhne sind im Geschäft tätig. Der hiesige Bauverein konnte im abgelaufenen Jahre ein Wohnhaus im Rohbau fert'g- fieilen. Die Jnnenarbeiten werden in diesem Jahre zur Ausführung vergeben. In der letzten Sitzung konnte der Deschluv gefaßt worden, in diesem Jahre abermals einen Beubau zur Aufführung zu bringen. Starkenburg. WSB. Offenbach a. Olt, 6. Jan. Die Silvesternacht brachte in diesem Jahre eine Hochflut von Strafanzeigen, und zwar wurde die Retordzifser von 97 Anzeigen erreicht. Der größte Teil der Anzeigen ist wegen Abbrennens von Feuerwerkskörpern auf den Straßen erhoben worden. — Der von der Glogauer Staatsanwaltschaft wegen Meineids gesuchte, 1872 in Breslau geborene Schlosser Arthur Becker konnte hier ermittelt und fest genommen werden. Ferner wurde auch der vom Amtsgericht in Altenstadt (Oberhessen) wegen Strafverbüßung gesuchte 26jährige Glasbläser Oskar Wilhelm Kraus hier von der Polizei verhaftet und dem Amtsgericht zugeführt. WSN. Heppenheim a. d. B., 6. Jan. Einer der bekanntesten und gutgeleitetften Gasthöfe des ganzen Hessenlandes, insbesondere der Bergstraße, der „H albe Ai o n b", befindet sich seit hundert Jahren im Besitz der Familie Franck - Sei - b c r r. In dem Gasthof, der im übrigen schon über 20 0 Jahre Gasthauszwecken dient, sind während dieser Zeit zahlreiche historische, namentlich fürstliche Persönlichkeiten, abgestiegen. 2luch die Führer der deutschen nationalen Freiheitsbewegung tagten im Jahre 1847 hier und schufen darin die Unterlagen für ihre parlamentarische Tätigkeit In Frankfurt a. M. Zur Feier des 100jährigen Besitzstandes findet am kommenden Sonntag eine festliche Veranstaltung statt. Preußen. Areis Wctziar. * Launsboch, 5. Jan. Am Sonntag hielt der T u r n ve r e i n Launsbach bei starker Beteiligung der Mitglieder seine Generalversammlung ab. Die Vorstandsmahl wurde glatt erledigt, ebenso reibungslos genehmigte man eine Aenderung der Vereinssatzungen. Weiter wurde beschlossen, Ende Februar ein Werbeturnen zu veranstalten. Eingehend beschäftigte man sich mit der Spiel- platzsrage, bie schon seit fünf Jahren das Schmerzenskind des Vereins ist. Jahrelang hat er sich mit einem beschränkten Plätzchen Heideland begnügt, um dort in notdürftigster Weise das Spiel zu pflegen. Leider wurde dem Verein auch dieses noch durch die Feldbereinigung genommen. Die Hoff- j nungeu auf Zuteilung eines anderen geeigneteren I Platzes wurden leider getäuscht. Man führt das auf unzureichendes Verständnis für die Pflege und Förderung der Leibesübungen zurück. Jetzt kam die Versammlung zu dem Entschluß, nochmals erneut an die Gemeindevertretung mit ber Bitte um Zuweisung eines Sportplatzes heranzutreten. Hoffentlich hat dieser Schritt Erfolg, im Interesse der körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend. Kreis Marburg. WSB. Marburg, 6. Jan. Der seit dem Jahre 1907 im Ruhestand lebende frühere Oberbürge rm et ft er von M arburg, Geheimrat Schule r, feierte heute seinen 90. Geburtstag. Dem Jubilar wurden aus diesem Anlaß zahlreiche Ehrungen bereitet. Maingau. WSB. Frankfurt a. M., 6. Jan. Der Main und seine Bebenflüsse fallen stündlich weiter um einige Zentimeter. Der Fluß ist in Frankfurt am heutigen Vormittag wieder i n sein Dctt zurückgetreten; nur das T ief - kai auf der Sachsenhäuser Seite ist noch mäßig überschwemmt. Auch vom ob ren Main wird weiteres Fallen der Wasftrinassen gemel et. — Der vor zwei Jahren entlassene Güterbodenarbeiter Säubert aus Eschelsbach wurde von der C i se n b a h n k r im i n a l p o l i z ei sistiert, weil er in betrügerischer Absicht eine Liste zur Erhebung von Beujahrsgeldern für die Güterabfertigung Fransturt a. M.-Haupt- bahnhof angefertigt und ungstähr 3 0 Firmen dadurch betrogen hat. Die Erhebung von Trinkgeldern ist seitens der Eisenbahnverwaltung verboten. Streit Fulda. WSB. Fulda, 6. Jan. Die hiesige Ben e- diktinerinnen-Abtei St. Maria wird in diesem Jahre die 300jährige Wiederkehr ihrer Gründung begehen können. Gegründet wurde die Abtei von dem Fürstabt Schenk zu Schwe nsbevg am 24. März 1626. Aebtissin ist z. Z. die Schwester Maria Lioba Trost. Kirche und Schule. Von der Oberhessischen Dolksmission. Von Pfarrer Wilhelm Kornmann, Ulrichstein. Es sind jetzt vier Jahre her, seit sich in unserem Oberhessen eine Anzahl Geistliche und Laien zusarn- mengetan haben, um am Quellpunkt menschlichen Lebens in all der Wiederaufbauarbeit anzufassen: in der Verbreitung des Evangeliums in aller Stille — in der Schaffung kleiner, tatbereiter Gemeindlein von „Stillen im Lande", bie nichts sein wollen, als ein wenig Salz ber Erde und Licht ber Welt. Das aber ganz demütig, bescheiden und leise, still. Es verlohnt sich wohl, auf das letzte Jahr ber Arbeit einen Rückblick zu werfen. Da sind zu erwähnen eine ganze Reihe von Evangelisationen, von denen Missionar Schäfer 13, Missionar Walter 12 und Pastor H o r st 6 hielt; in meist sechs abendlich einander folgenden Vorträgen, eine Woche lang, wurden die tiefsten Fragen menschlichen Suchens behandelt —, Fragen des menschlichen Lebens, wie sie sich bei solchen einstellen, die nicht oberflächlich dahinleben, sondern auf5 tiefste beunruhigt sind über ihr Leben und Geschick. Pfarrer Grünewald, jetzt in Frankfurt a. 'DL, hielt drei derartige Evangelisationen; außerdem wirkten außerhessische Vortragende, so Dr. Berg von der Wichernvereinigung und Frl. Hardt vom Zentralausschuß für Innere Mission. Auch der Schreiber dieser Zeilen durfte eine Reihe von Evangelisationen, meist unter Jugendlichen, halten, und zwar vier: eine Religiöse Woche für Angehörige der Jugendbewegung, eine 2(benbfrei-- zeit für ßanbmäbcben in Ulrichstein, eine Religiöse Jugenbwoche in Schlitz und eine Bibelwoche für Frauen in Ulrichstein. Bemerkenswert ist auch eine Evangelisation im Zellengefangnis in Butzbach, die Missionar Walter hielt. Solche Arbeit führt hinein in bie zentralsten Fragen menschlichen Lebens; sie ist deshalb eine schwere Belastung für die, die in ihr stehen, und es dürfte emleuchten, daß ber, ber nur nebenamtlich solche Arbeit tun kann, nicht seine volle Kraft dafür einsetzen kann. Andererseits bringt eine solche Arbeit reichen Segen; einmal dem, der sie tun darf, in einer Meise, die schwer in Worte zu fassen ist — und bann noch gar manchem, ber bei solcher Arbeit der „Bearbeitete" ist. Es ist keine Arbeit, bie schnell Erfolg zeitigt, es ist Arbeit auf lange Sicht, und auf tiefstes Glauben unb Vertrauen abgeftelU. Hier heißt es nicht: säen, und bann alle Augenblicke nachsehen, ob's auch wächst, und ob etwas wird, sondern es heißt eben, warten können, unb doch ein Wissen in sich tragen, daß solche Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn. Die Oberstes fische V o l k s m i s s i o n , die durchaus auf Freiwilligkeit aufgebaut ist unb doch nun drei Berussarbeiter angestellt hat, darf auch ziirückschauen auf wieder eine Arnsburger Psingstwoche. Jenes stille Fleckchen Erde ist wie von Gott ausersehen zur Versenkung und Vertiefung, zur Abkehr von allem lauten Treiben und Weltgetue. Jedes Jahr nach Pfingsten sammelt sich dort eine kleine Schar, um sich in ber Gemeinschaft neu zu stärken zur Arbeit. Diesmal wurde gesprochen von Pfarrer Probst-Frankfurt über: „Evangelium und Großstadt", von Pfarrer Komin a n n - Ulrichstein über: „Evangelium unb Jugend", von Pfarrer G ö ck e l - Hungen über: „Zurück zur Bibel!" Pfarrer zur Rieben -Hutzdorf stielt zwei biblische Vertiefungen über Berufung uub Bekehrung. Zusammen waren es etwa 70 Teilnehmer. Außerdem wäre zu reden von einem Laible- B i b e (f u r s in Friedberg; D. Laible von Leipzig sprach darin über das^ Reich Gottes mehrmals, bann anbere über das Gebet, bie Bibel, ben Katechismus und das Gesangbuch. 2luch eine Pfarr- f r a u e n f r e i 3 e i t ist zu erwähnen, und ein Gemeindebibelkurs in Schlitz, von Pfarrer zur Rieden gehalten. Mancherlei Konferenzen wurden gehalten, mancherlei Plane geschmiedet: ein Heim, das ber ganzen Arbeit Rückhalt gäbe, fehlt freilich noch, wird freilich auf die Dauer unentbehrlich fein. Daß auch die sog. „freien" Schwestern betreut werden, ist eines der Verdienste ber Volksmission und des „Arbeiters" auf diesem Gebiet, Pfarrer M e m m e r t - Ober-Widdersheim. Die Leitung ber ganzen Arbeit liegt bei einem Ausschuß, dessen Geschäfte von Oberpfarrer Snob t- Schlitz, Pfarrer M e m m e r t und Pfarrer zur 'Dieben geführt werden. Es ist eine Arbeit ganz in ber Stille; unb wenn hier einmal von ihr gesprochen ist, so nur beshalb, um weiteren Kreisen ein klein wenig davon mitzuteilen unb zu bitten, daß hier recht geholfen und gefördert werde, soweit menschliches Helfen in Frage kommt. Eine Gesundung unseres Volkes von feinen schweren Schäden unb Erschütterungen scheint nur möglich vom Herzpunkt aus: vom Wieder-Trinken- lernen aus bem reinen, klaren, starken Quell ber Religion, ber unoersiegt ist. Auch über unserem Volke stellt bas Wort, ewig-wahr und unausweichlich: „Es ist das Kreuz von Golgatha Heimat für Heimatlose!" Wer hilft, baß solche Arbeit — bie innerlichste an unserem Volk — ooranschreite? Kulturelle Tagung in (Stehen. Letzter Tag. Am letzten Tag sprach Dr. Etadtler Über daS Wesen der Politik. Politik wirb getrieben von politischen Menschen, b. h. von Menschen, die den Staat führen ober nach ber Staatsführung hin tendieren. (id) politisch betätigen. Das ist in der Demokratie jeder Wahlberechtigte. Doch gibt es gute unb schlechte Politiker. Der Maßstab für bie Bedeutung eines Politikers lind nicht seine intcl- lektualistischen. sondern seine voluntaristischen Fähigkeiten Po.itik ist keine Wissenschaft, sondern eine Kunst. Wäre sie Wissenschaft, so wären die Deutschen die größten Politiker. Doch ber Instinkt, die staats olitllche Leidenschaft für bie (Sefamtnation fehlt oem Deutschei,. Politiker ist er nur auf ben Teilgebieten des Stammes, ber Konfession, der Partei u. a. in. Jede Kunst braucht ein Wirkungsfelb. Das Wirkungs- felb ber politischen Kunst ist bas Staat. Der Staat ist aber nach ber Definition bes Red- ners das uns umgebende Wesen, der uns gegen Gewlat schützt, uns vor dem Chaotischen herausnimmt, bas als Rechtssubjekt Willen bildet unb handelt, und dessen Wesen bie Macht ist. Deshalb muh es alle Gegner innerhalb und außerhalb seiner Grenzen mit Gewalt bekämpfen. Jeder Trieb zur Machtbildung ist Trieb zum Staat. Die führenden Kreise im wilhelminischen Zeitalter haben hierin versagt. Das Volk hatte im Weltkrieg den Willen zum Staat, heute hat ihn niemand. Politiker aber ist bie Machlperiönlichkeit, die von innerem Zielstreben beseelt für einen neu heraufzuführenden Staat kämpft. Staat aber ist Gestalt, Geben erzeugt vom Leben, ist Macht. Unb so Hingen die Worte des Redners aus in einer Verherrlichung hemmungslosen Machtstrebens. Die Tagung schloß mit einem Vortrage von Dr. Stabtlec über den Weg zum neuen Reich. Wir leben heute in einer Uedergangszeit von einem versunkenen zu einem werdenden Reich. Die Revolution war der schon lange vorbereitete Zusammenbruch des fünfzigjährigen Reiches Bismarcks. Denn mit der Entlassung des Kanzlers trat ein grundsätzlicher Umschwung in der Politik des Reiches ein. Die schöpferische Kunst wurde durch Dilettantismus abgelöst. Soldat, Akademiker unb Unternehmer wurden nicht zu Führern des Volkes, sondern zu Spezialisten auf ihrem eng begrenzten Gebiet erzogen. Damit war der Revolution der Sieg sicher, da keine kräftigen Führer die Zügel ergreifen konnten. Seither befinden wir uns in' volitischer ün= erlöstheit. Da der innere Wille fehlt, setzt der Wille von außen ein. De Souveränität sei uns genommen. Bur Glaube, Hoffnung, Wille, völliges Einsetzen für den Staat unb eine große Persönlichkeit kann uns zu neuer Gröhe empor- führen. Gelegenheit hierzu werbe sich in kurzer Zeit bieten. Ein Kampf des Kapitalismus gegen den Bolschewismus um die Vorherrschaft in Ostund Westeuropa werde entbrennen, bei dem Deutschland der Schauplatz sein werde und wir die Stoßtrupps für beide Seiten barft^Hen. Die kulturelle Tagung ist nun zu Ende. Eine Fülle von Problemen hat sie jedem Teilnehmer gezeigt, hat sie auf gedeckt unb zu losen versucht. Aus den kleinen Fragen bes Tages ben Besucher emporzuführen zu den großen Lebensfragen von Staat und 'Bation unb diese aufzu- decken, war das Bemühen, bas sie mit allen Vorträgen erstrebte. Der sittlichen und körperlichen Erziehung der Völker wollte sie bienen. Möge ihr Erfolg auf diesem Gebiet von nachhaltiger Wirkung fein. H". gebet obenan. i. uuent. verl. Pkt- tagnachmittag ftaitfinben soll. O o O 0 0 10 6 4 2 O gern. 3 2 1 O Tabelle zunächst Vereine F. C. Wetzlar „Reffen“ Gießen Die erzielten Punkte werben allen beteiligten Vereinen gestrichen. So lautet ber neueste Beschluß des K. H. A. Bunmehr sind also noch 5 Mannscrasien im Rennen, von denen wieder zwei. B. E. Wetzlar und S. C. Biedergirmes, infolge ihres bisherigen großen Punktverluftes für den Meistertitel nicht mehr in Frage kommen. Die verbleibende Spitzengruppe muh sich nun über ihren Besten klar werden. Denn bis setzt gilt für den Kreis zur Meldung seines Meisters immer noch ber 17. Januar (Verfügung des T. B. A., Abteilung Handball!: das wären noch zwei Spielsonntage (10. und 17. Januar 1926) und an dielen beiden Tagen kann nur im günstigsten Falle eine Klärung eintreten. Zur Beurteilung ber Lage stellen wir die neue amtliche tz. Da Gießen 1 900 noch vor Deendigung _ersten Runde seine Elf zurückzog, scheidet es aud dem Wettbewerb und der Tabelle aus. Turnen, Sport und Spiel. Deutsche Leichtathleten wieder in England zugelassen. Die englische Sportorganisation für Leichtathletik hat mit 16 gegen 4 Stimmen beschlossen, deutschen Leichtathleten den Start in England freizugeb-en und englischen Leichtathleten die Teil- Spiele 5 4 4 4 5 O 1 2 3 5 Pol.-Sp.-D. Wehlar B. B. Wetzlar Biedergirmes Zunächst stört den fehlende Schiedsspruch nähme an deutschen Sportveranstaltungen zu statten. Lahnkrreishandball: „Wer wird SDteifter?“ Gang ber Ereignisse ber in Sachen F. C.-Hessen! (Schiedsr. Steiner), An- und Abpfiff des Spieles nach Uneinigkeiten über den Spielbeginn. Hier muß also ber T. B. A. schnellstens entscheiden, wenn er ein Interesse an ber rechtzeitigen Meldung des Lahnkreismeisters hat. Jede hierdurch hervorgerufene Verzögerung wäre seine Schuld. Wie klärt sich nun die Situation im günstigsten Falle? Das Spiel Hessen -- F. C. wird neu angeseht, Hessen verliert am Sonntag gegen die Polizei und hat dann vier Verlust- Punkte, F. C. schlägt die Polizei einen Sonntag später, die Polizei hat 'echs Derlustpunkte; das neu nngesetzts Spiel Hessen — F. C. könnte letzterer dann ruhig verlieren. Meister wäre: F. E.- Wetzlar. Ein anderer, möglicher Ausgang: F. C. verliert den Protest und damit bie ersten zwei Punkte. Hessen gewinnt gegen Polizei, die dann sechs Minuspunkte hat. Hessen und F. C. wären punktgleich und damit ein Entscheidungsspiel notwendig, das nach Ansicht des K. H. A eiligst an einem auf den 17. Januar folgenden Wvchen- 3m Anschluß an die zweite Möglichkeit kann aber dann F. E. von ber Pol. auch noch am 17. Januar geschlagen werden. Meister wäre: ^Hessen"-Gießen. Die größten Komplikationen kann aber der Zustand Hervorrufen, ber sich am besten an einer kleinen Zukunftstabelle demonstrieren läßt, wie folgt (nach Minuspunkten): Ergebnisse: den Protest verliert F. E. -= —2 gegen Polizei verliert F. ®. == — 2 Da. — 4 gegen Polizei verliert Hessen — — 2 zuzüglich Tabellenverlustpunkte — —2 Sa. —4 Polizei hat Labellenverlustpunkte Sa. — 4 Das wäre eine Punktgleichheit aller drei Spitzenvercine!! Ganz abgesehen von Veränderungen, die die noch ausstehenden Spiele der drei oben genannten gegen B. C. unb Biedergirmes evtl, noch bringen können. Unb bas alles bis zum 17. Januar des Jahres? Sport piegeL Am 10. Januar wird in Stuttgart eine Besprechung über eine zu gründenbe Interessengemeinschaft zwischen dem Süddeutschen Fußball-Verband unddem Leichtathleti k-De r b a n d stattfinden. Allerdings stehen einer derartigen Gemeinschaft, wie der Vorsitzende des Süddeutschen Leichtathletik- Derbairdes auf der Tagung des Frankfurter Landesverbandes f. L. aussührte, noch wesentlicho Schwierigkeiten entgegen. Am Dienstag ist der deutsche Meistersprinter Hubert H o u b e n auf dem Dampfer „Deutschland" der Hamburg-Amerika-Linie nach Amerika a b g e r e i ft. Buntes Allerlei. Königin Margherita und Carduci. Die verstorbene Königin-Witwe Margherita von Italien war eine große Verehrerin der Dichtung und hat selbst Gedichte in französischer, englischer, stalie- nischer unb deutscher Sprache versaßt. Ihre Bildung überstieg bei weitem bie normale; sie war eine gute Kennerin des Lateinischen, hat sogar Sanskrit stu- biert, unb selbst ein Mann wie Mornsen, der gewiß kein Schmeichler war, bewunderte ihre Kenntnisse. Ihre besondere Verehrung galt bem großen italienischen Lyriker unb Gelehrten GiosuL Carbucci, unb ihre liebreizende und gewinnende Persönlichkeit hat es sogar fertig gebracht, diesen leibenschastlichen Republikaner in einen Verehrer des Königshauses umzuwandeln. Im Herbst 1878, bem ersten Regierungsjahre König Humberts, kam biefer mit ber von Jugenb unb Schönheit strahlenben Königin Margherita nach Bologna. Riemanb hatte erwartet, baß ber berühmteste Professor der Universität, Car- ducct, der aus seiner feindlichen Gesinnung bisher keinen Hehl gemacht hatte-, bem Königspaar huldigen würde. Aber zum allgemeinen Erstaunen war auch er bei dem offiziellen Empfang tut Stadthause zugegen. Die Königin begrüßte ihn, indem sie Verse aus einer seiner ,,Odi barbare“ sprach, unb bem Dichter erschien biefe Stimme „wie bie bes Vater-- lanbes". Er war von ber Herrscherin so begeistert, baß er seinen Empfinbungen in einer herrlichen Obe an bie Königin Ausbruck verlieh, bie in Italien volkstümlich geworben ist. Seine Begeisterung hat viel zu ber allgemeinen Beliebtheit beigetragen, bie bie Herrscherin genoß. Diese Obe bezeichnet bie politische Wandlung Carduccis, und sie wurde ihm von den Republikanern schwer verdacht. Er aber erklärte, er habe bie Verse gedichtet, „weil bie Königin die „Odi barbare“ liebte unb auswenbia wußte, unb weil es für einen Dichter eine ber höchsten Genugtuungen ist, wenn eine liebenswürbige unb gebildete Frau ihn anerkennt. Wenn diese Frau nicht bie Königin von Italien gewesen wäre, hätte nie- monb es mir als Schulb angerechnet, baß ich ihr meine Dankbarkeit bewies. So aber, weil sie Königin ist, unb ich Republikaner bin, soll es mir verboten sein, unb soll ich im Gegenteil grob fein? Die Königin ist eine schöne unb höchst liebenswürbige Fran, unb es soll nicht heißen, baß ein freiheitlicher Dichter vor ber Schönheit unb Anmut vorübergehe, ohne sie zu grüßen." Die Herrscherin zeigte ihre Liebe zu dem Dichter auch später durch bie Tat. Als sie bavon hörte, baß er gezwungen sei, seine Bibliothek zu verkaufen, erwarb sie schnell entschlossen biefert liebsten Besitz Carbuccis unb überließ ihn ihm zur freien Benutzung auf Lebenszeit. Rach dem Tode Carduccis kaufte sie das Haus an, das er in Bologna bewohnt hatte, unb schenkte es zusammen mit ber Bibliothek ber Stabt. Wie viel ist das Rheingold wert? Seit langem weih man, dah im Wasser des Rheins, ebenso wie im Meerwasser, geringe Mengen Goldes Vorkommen, und in früheren Zeiten hat man ja sogar Goldwäscherei an den Ufern des Rheins getrieben, die erst vor etwa 100 Jahren aufgegeben wurde, als sich diese mühselige Arbeit nicht mehr lohnte. Wie viel Gold im Rhein aber alljährlich zum Meere hinunterrinnt, das ist erst jetzt ziemlich genau fest- gestellt worden im Zusammenhang mit den umfassenden Untersuchungen, die Prof. Haber über den Goldgehalt des Meerwassers und des Rhein--- Wassers angestellt hat. Wie in der „Umschau" berichtet wird, ergaben die Untersuchungen von Rheinwasserproben, die bei Leverkusen und Karlsruhe entnommen wurden, einen mittleren Gehalt von 3/iooo Milligramm Gold in 1000 Litern Walser und einen etwa doppelt so hohen Gehalt an Silber. Da der Rhein in der Sekunde etwa 2000 Kubikmeter Waster b-fördert, so ergibt sich, wenn man annimmt, dah der Goldgehalt im ganzen Fluhguerschnitt und zu jeder Jahreszeit gleich ist, eine Jahresmenge von 200 Kilogramm Gold, die ben Rhein hinab- schwimmt. Diese Menge repräsentiert einen Wert von etwa 540 000 Goldmark. Die Kraftpostlinien. Die Zahl der deutschen Kraftpostlinien hat in den letzten Jahren stark zugenommen. 3in Jahre 1910 zählte man 130 Kraftomnibusse, die auf einer Streckenlänge von 1234 Kilometer 1 537 019 Personen beförderten. Zehn Jahre später waren es bereits 428 Fahrzeuge mit einer Streckenlänge von 5935 Kilometer und 4 016118 Fahrgasten. Dann stieg die Zahl ber Kraftomnibusse im Jahre 1924 auf 1212, die der Streckenlänge auf 11 234 Kilometer, die der beförderten Personen auf 8 772 627. 3m Jahre 1925 sind die Omwbusse auf 2772 vermehrt worden, während die Streckenlänge sich auf 24 226 Kilometer vergrößerte. Die Gesamtkilv- meterleiftung wurde in dem Zeitraum von 1910 bis 1925 von rd. 2‘/< Millionen auf 15,7 Millionen gesteigert. Sie wird, wie Oberpostdirektoo Hinz in ber Verkehrstechnik mitteilt, im laufenden Jahre voraussichtlich 40 'Millionen Kilometer überschreiten. 187a Vornan 3T- Fvchrtzunz. gleich toüti ft «Mm fok Im-rra ml? SM i ftunttu Xagnng Sim Irei Oifießunff ift für b&n MMkM oerW Zniburg SirÄwrs Pros, mit dem 1. TJotiit daMcher ®eut’< lLubvigsburgj, g tofeöer auflebend des Orgelbaues stramm setzt sich c namhafter Krchrr insbesondere die kMst, sowie aus-f, iWen jufamme?: N; Dr. h. c Damerstag, 8. A, N dva Prof - Wungti; des.« ^DuiikgMhi Etvriusvrgel bt W) « Deisten durch Pros. { Meisterwerken des »MeSn □? 001 JS** Zimmei N als ^e haH, Ä al ff*«!« SS*”* geschwe!!. ^ •&**& Die Del foainiei' i^.^ähr lvoh^, Oie, 'w\, griff K 1'5? Wdnrechl" n r mm6 !" Tat|ad)f iidirif'fl ,kemali :§L bas neue f , dien 9t* Z Z^W äfes liche Ähuien, ub ke" W dch^ verkürzt werden, sch en O ptan Nischen Ttmtsbr Misten VptM mn deutsche StimmungenDtr mb diese W veranlaß' n*£ Las ist rS «qM Son de iw in Men wo rigai. - Das, sink ort nicht im Wste Mn 1. Oonuar M ichen stnd im 3e’ :mb können wie ie leit werden. Die t Polen lebenden it lÄgemcht. Dar r >che zu sein, lind ml der Kamps un IN qestöhlt Hai. m * Erbe, ihr rnöffen. Sie Harrer schwierigsten W her Anerkenn nicht Mrauen. " »ttm st, daß sylch ein Deutscher aus Polen dann meist von seinen reichsdeutschen Volksgenossen auf Grund jener irrigen Ansicht mißtrauisch angesehen wird. „Aha, ein Ueberläufer. Wie könnte er sonst in Polen Wohnrecht haben!" Um der guten Sache des Deutsch- tums in Polen willen tut hier Aufklärung not Folgende Tatsachen müssen jedem Jnlanddeutschen geläufig werden: Es gibt in ganz Polen (also außer dem ehemals preußischen Teilgebiet vor allem noch Kongreßpolen, Wolhynien, Galizien und das Leschener Schlesien mitgerechnet) noch etwa 2 Millionen Deutsche. Davon haben die meisten die vollen staatsbürgerlichen Rechte. (Wenigstens auf dem Papier') Sie können jedenfalls niemals ausgewiesen werden, weil sie im Lande geboren wurden, seit einer bestimmten Zeit, innerhalb der für das neue Polen feftgelegten Grenzen ununterbro- chen gewohnt haben und auf das Optiousrecht für irgendeinen anderen Staat verzichteten. Das sind die polnischen Staatsbürger deutscher Nationalität. Sie haben auf Grund des Min-. derheitsschutzvertrages ein Recht auf muttersprachliche Schulen, überhaupt auf kulturelle/ Selbständigkeit. (Um diese Rechte, die ihnen von polnischer Seite verkürzt werden, wird zäh gekämpftI) Die „deutschen Optanten" hatten ursprünglich alle polnischen Staatsbürgerrechte. Durch den Akt der freiwilligen Option verloren sie diese Rechte und wurden deutsche Staatsbürger. Rach den Bestimmungen der „Wiencr Konvention" können diese Optanten von der polnischen Behörde >eranlaßt werden, nach Deuttchlcmd überzusiedeln. Das ist inzwischen in reichem Maße geschehen. Ueber >0 000 erhielten den strikten Befehl, bis 1. August 1925 (einige bis 1. Nov.' 1926) Polen zu verlassen, hach Locarno hat aber Polen bis auf weiteres auf feine Rechte der Ausweisung der übrigen Optanten verzichtet. Von den Optanten zu unterscheiden sind die in Polen wohnenden deutschen Reichsangehö- rigen. — Das, sind solche Deutsche, deren Geburtsart nicht im jetzigen Polen liegt, ober die erst nach dem 1. Januar 1908 nach Polen kamen. Diese Deul- fchen sind im Besitze eines deutschen Reichspasses und können wie jeder andere Ausländer ausgewie- ien werden. Die weitaus größte Zahl der jetzt in Polen lebenden Deutschen hat das polnische Staats- l'ürgerrecht. Das hindert sie nicht, gute Deut- I ch e zu sein. Und das sind sie auch, mehr als je, iveil der Kampf um ihr Adenschen- und- Heimatrechl fic gestählt hat, weil sie in jeder Stunde ihr wertvollstes Erbe, ihr Deutschtum verteidigen müssen. Sic harren auf gefährdetem Posten unter schwierigsten Verhältnissen aus. Ihnen gebührt daher Anerkennung und Hochachtung, nicht Mißtrauen. Kunst und Wissenschaft. Tagung für deutsche Orgelkuusk. ©ine Freiburger Tagung für deutsche Orgelkunst ist für den 8. bis 10. April 1926 von dem Musikwissenschaftlichen Institut der Uni* versitLt Freiburg i. Br. unter Leitung seines Direktors Prof. Dr. W Gurlitt gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden des Verbands der Orgel* bcnuneister Deutschlands, Dn h. c. O. 1B(liefer (Ludwigsburg), geplant mit dem Zweck, die heute wieder auflebenden Fragen der Orgelmusik und des Orgelbaues fördern zu helfen. Das Programm setzt sich auS Referaten (mit Diskussionen) namhafter Fachmänner über alle Einzelgebiete, insbesondere die modernen Probleme der Orgel- ttmst, sowie aus folgenden öffentlichen Veranstaltungen zusammen: Eröffnung der Tagung durch Pros. Dr. h. c. K. Straube (Leipzig) am Donnerstag. 8. April 1926, nachm. 5 Upr; Vortrag von Prof. Dr. W. Gurlitt über „Die Wandlungen des Klangideals der Orgel im Lichte der Muj ifgeschichte". zwei Vorführungen der Praetoriusorgel durch K. Matthä ei (Winterthur) mit Meisterwerken des 17. Iahrhunderts, und durch Prof. A. Sittard (Hamburg) mit Meisterwerken des frühen 18. Iahrhunderts: Dar- Franziska. Roman von Li es bet Dill. 37. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Gleich würde sie kommen, sie würde den Schleier abnehmen und sprechen, ein wenig atemlos, wie immer, wenn sie von ihren Proben flam... DaS ganze trauliche Zimmer mit den reichen Wänden, dem flackernden Feuer, dem gedeckten Tisch schien bereit, die Ersehnte zu empfangen. Er dachte an den Tag, da er sie zum erstenmal in diesem Zimmer erwartet hatte, wie sein Herz gepocht hatte, als sie die Klingel draußen be= rü forte. Sie hatte dreimal rasch geläutet. Es schien, als ob diese Wände noch den Hauch ersterbender Grinnerungen trügen, die letzte Spur entschwundener Freuden, den Widerschein eines toten Glückes, gleich einem unklaren Dunst, aus dem Bilder aufstiegen, ohne Ramen. ohne Konturen. Diese geheimnisvolle Erregung, die unbeschreibliche Änruhe tmirbe stärker, das Herz war ihm geschwellt von Bitterkeit, bunflen Ahnungen, geheimem Bedauern, abergläubischer Furcht, erstickten Schmerzen, peinigenden Träumen und nicht befriedigten Wünschen. All diese Empfindungen hatten den Sturm in ihm entfesselt. Sein Blick irrte suchend nach irgendeinem Gegenstand umher, die Erwartung peinigte ihn, er empfand das Bedürfnis, sich zu bewegen, zu zerstreuen. Er nahm ein Buch von einem Tisch, in rotem, weichem Leder mit Federzeichnung en von Dayros, das er ihr vor Iahren geschenkt. Gr schlug eine Seite auf und las. „Du bist der reichste Mann der Welt, denn to-ie es nie eine Liebe gab, die der Deinen gleicht, so kann auch niemand je so zärtlich geliebt worden fein wie Du. Ich kenne mich selbst, ich fühle sehr wohl, daß ich deine wundersame Liebe nie verdient habe. Rur Deine außerordentliche Güte konnte mir den Kummer verzeihen, den ich Dir bereitete...“ Gr lad die Stelle noch einmal, dann legte er das Buch weg, stützte den Kopf in die Hcurd und blieb so sitzen. Es war, als habe er einen schweren, mit Blei gefüllten Gegenstand in der Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) voMertta 7 1926 Schach-Ecke. Bearbeitet v Alle für die -Redaktion beftimnüeu Mitteilungen. Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredackion des „Gießener A: Zeigers". Problem Nr. 43. Don H. D'O. Bernhard. (Chefs. Amateur, 1919.) Schwarz. a 6 6 5 3 2 2 Weiß. Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weih: 15 Steine. KhS, Df8, Te6, f3, La8, Lg7, Sgl; Sh3, Ba7, Bb6, Be5, Bg5, Bg6, Bh4, Bh7. Schwarz: 7 Hteine. Ke4, Dg4, Ld5, Sd* Bd4, Bg2. BH5. Partie Nr. 34. Die nachfolgende äußerst phantasiereiche Partie wurde in der 20. Runde des Moskauer Schachturniers am 6. Dezember 1925 gespielt. Damenbauernfpiel. Weitz: Bogoljubow (Rußland). Schwarz: Lasker «Deutschland). 1. d2-d4 1. d7 —d5 2. Sgl — f3 2. e7-e6 3. c2-c4 3. Sb8-d7 4. Lcl-g5 4. Lf8-e7 5. Lg5xe7 5. Sg8xe7 Einer solcheir Spielweise wird man wohl selten im Damenbauernspiel begegnen; aber damit ist noch nicht gesagt, daß sie nicht spielbar sei. Lasker wählt, öfters solche bizarre Varianten, um seine Gegner von den ausgefahrenen Geleisen der Theorie abzubringen. 6, Sbl—c3 6. 0-0 7. e2-e3 9. Lflxc4 7. d5Xc4 9. c7-c5! Sin notwendiger Zug, um die starke Mitte des Gegners etwas unter Druck zu halten. 9. 0—0 9. c5xd4 10. Dd2xd4 10. Sd7-b6 11. Lc4-b3. 11. Dd8xd4 12. Sf3xd4 12. Lc8xd7 13. Tfl-d1 13. Tf8-d8 14. Tdl-d2 14. Ld7-c6 15. Tal-dl Alles leicht verständliche Züge. 15..... 15. Ta8-c6 16. e3-e4 Ein sehr guter Zug, wodurch Weitz zur dauernden Besetzung des Punktes d5 gelangt. 16..... 16. Lc6-e8! Hier nimmt der Säufer eine hervorragende Verteidigungsstellung ein. 17. f2-f3 17. Se7-c6? Hierdurch opfert Schwarz Turm und zwei Bauern für zwei leichte Figuren, was eigentlich zu seinem Rachteil ausschlagen sollte; aber Lasker behandelt das nun folgende Endspiel meisterhaft. 18. Sd4xe6! 18. f7xe6 19. Lb3xe64- 19. Kg8-f8 20. LeöxcS 20. Td8xc8 21. Sc3-b5 21. Sb6 — c4! 22. Sb5-d6! 22. Sc4xd6 23. Td2xd6 23. Sc6-e5 o n W Orbach. 24. Td6-d8 25. Td8-d2 26. Kgl — f2 27. h2-h3 28. f3-f4 29. Td2-d5 30. a2-a3 31. Td5—d4 32. b2—b4 33. Mxa5 Kunstvoll Damenflugel. 34. Tdl-d3 35. Kf2-f3 36. H3-H4? 37. g2 —g4 38. Kf3Xg4 39. Kg4-g3 40. a3 —a4 41. Kg3-f3 42. Td3-d1 43. Tdl —d3 44. Td4xd3 45. h4—h5 46. Td3-c3! 47. Tc3xc6 24. Tc&-c2 25. Tc2 — c7 26. Kf8-e7 27. Tc7-c6 28. Se5-f7 29. Tc6—a6 30. Le8-c6 31. Ta6- bb 32. 27 -35! 33. Tb6- ab demoliert Lasker Bogoljudows 34. Ta6xa5 35. Taö —c5 36. h7 —h5! 37. h5xg4 38. Sf7-h6+ 39. Tc5-cl 40. Tel - gl + 41. Tgl-al 42. Tal-a3+ , 43. Ta3xd3H- 44. Sh6-f5*. 45. Ke7-e6! 46. Sf5-d6! Erzwungen, denn auf 47. Te3 würde 47.... Sc4: -18. Te4 y, Kf5! sofort zugrmsten von Schwarz entscheiden. 47..... 47. b7xc6 48. a4-a5 49. a5-a6 50. Kf3 —e3 51. Ke3-d2 52. Kd2-e3 48. c6-c5 19. Sd6-b5 50. c5-c4 51. Ke6-d6 In dieser Stellung wurde die Partie als Remis abgebrochen. Eine von beiden Seiten kombinationsvoll gespielte Partie. Lösung des Endspiels Rr. 9. Von Dr. H. Reustadte. LSd4-e6, Txg6 2. d7, Tg8 3 Sc7-]-, Kb7 4. Se8, Tg5-i- 5. Kc4, Tg4-H 6, Kc3. Tg3+ 7. Kc2, Tg2 + 8. Kdl, Tgl-t- 9. Ke2, Tg2+ 10. Ke3, Tg34- 11. Ke4, Tg4+ 12. Ke5, Tg5+ 13. Ke6, Tg6-f- 14. Ke7 und gewinnt. Lösung des Problems Ar. 42. Von Ehr. Günzburg. 1. Tc5—c4! Kc4t 2. Se5J,-+. * 1....., Lc4; 2, S.C5-H-. 1. ...e2 2. Dc3+ + . 1....., L.bel. 2. Se5++- Die Narrenkappe. Splitter und Spurren vom RedattionSttsch Die Entschuldigung. Bei einer Firma liegt ein Büch aus, in dem die Angestellten jeden Morgen ihre Ramen ein* schreiben, zugleich mit der Zeit ihres Eintreffens und der Angabe von Gründen, wenn sie sich verspäten. Run schreibt gewöhnlich der erste, der zu.spät kommt, als Entschuldigung eiw „Zug ver- säumt", und die andern begnügen sich dann damit, darunter zu setzen „Dito". Eines Morgens nun, äte wieder eine schöne Reihe von „Ditos" da- stand. bemerkte man plötzlich, dah der erste, der sich eingetragen, als Entschuldigung hingeschrieben hatte: „Meine Frau bekam Zwillinge" Kinbermnnd. Der zehnjährige Alfred ist em wißbegieriger Peter. An Papas Schreibttsch macht er sich gar gern zu schaffen. Einmal fällt das Scheckbuch in feine Hande. „Du, Papa," sagt Alfred, als der Vater nach Hause kommt, „verrechnen sich die Bankbeamten so ost?" „Die Bankbeamten rechnen sogar sehr gut, wie kommst du denn daraus?" „Ra, auf diesem Scheck steht doch überall: Rur zur Verrechnung!" Zweierlei Matz. „Dolly," sagte am Abend die zwölf Iahre altere Schwester zu der siebenjährigen, „du warst heute recht unarttg und hast alle Menschen geärgert. Hoffentlich wirst du morgen brav sein." । — „Komisch", versetzte Dolly nachdenklich, „bei mir nennt man es Unart, bei dir — Rerven." bietung zeitgenössische c DrgelfompoHtionen durch G. Ramin (Leipzig'. Reue (ungedruckte) für das Brograrnm diese: ..M-n Darbietung geeignete Werte tonnen bis ivttcßeas !. März 1926 zur cvtl. ^Iraussübrun-r eingefaßt .?ceilen an das MsfilE«r'chaft!iche Institut der Universität 5reiburg im- Breisgau. Wirtschaft. Antirmmpingmaknahmen der deutschen WirLfchast. (Bon unserem Essener Mitarbeiter.) Dre Hyndelspolitik aller Dumping treibenden Staaten, einschlleßtich Itnglanby, bietet immer das gleiche Bild: gegenüber Der Vorkriegszeit erhöhte Zölle, uerbuuoeil mit direkter oder indirekter Ex- portförderung (Valuta^Dumping, Erportkrife, ftaat« lidjc Zuschüße asm.). Es lonncn deshalb and) fast alle Staaten eine Verbesieruiu; ihrer Handelsbilanz in den . :,ten Sohren auf weiten. Die Erfolge sind hauptsächlich auf Kosten Deutschlands.-erreicht worden, wie die nachstehenden Berichte über einige In« •buftrien. zeigen: der Eisenindustric . uipricht die monatliche Einfuhr um; sranzösisch beigi>chom Eisen nach jDeutfchlaich der Erzeugung zweier großer Werke: vom Ausfuhriuarkt ist das deutsche Eisen fast ganz verdrängt, Maschinenindunrie: ')auptu)etlbemerber jfinb Fruu. reich und Belgien. Die ststh-r ergiebigen Märkte dieser Länder sind völlig verloren gegangen. Auch Holland kommt sür einen Absatz faum noch, in Frage. Die Unterbietungen der deutschen Angebote gehen bis zu 50 Proz. örnaitteinbuftrie: Deutsche Exporchandelsfirmen hoben infolge der sehr großen Unterbietungen durch das Ausland den Verkauf deutscher Fabrikate aufgeben müssen. Auf dem Inlandmarki wird den deutschen Werken nicht nur durch Belgien, sondern auch van der Tschechoslowakei überaus starker Wettbewerb bereitet. Ein großer Erzeuger in Rheinland und Westfalen meldet einen Rückgang des Auftragsbestandes um 50 Proz. In der Velberer ZUeineisenindustrie sind drei Betriebe geschlossen worden; zwei der Firmen haben gleiche Werke in Belgien und eine Firma eines in Italien in Betrieb genommen; sie führen von dort ihre Erzeuaniste setzt trotz dm Zollbelaftung mit Erfolg nach Deutschland ein. Westdeutsche Fahrradwerke, die eine starke Ausfuhr nach der Schweiz und Holland hatten, haben diesen Absatz völlig an den französischen Wettbewerb verloren, da die fran* züsischen Preise ungefähr 50 Proz. niedriger liegen, als die deutschen Grossistenpreije. Auch die belgische , Fahrradindustrie tritt mit Erfolg aus den lnsher Deutschland verbliebenen Märkten in Wettbewerb. ' Für- die Seidenindustrie finb die stärksten Wettbewerber Italien und Frankreich; beide sind valuta- schwach. Die italienische Seideninduftrie hat deshalb ihre Ausfuhrleistungen in den letzten Jahren verdoppelt. Die Erzeugung der Kunstseidenindustrie in Italien verdoppelte sich im Jahre 1924 gegenüber 1923, während die Ausfuhr sich verdreifachte. Aus der Schraubenindustrie wird berichtet, daß die fran- zäsischen Schraubenfabriken im Orient 20 bis 30 Prozent billiger anbieten als die deutschen. Die deutschen Inlandpreise liegen höchstens 30 Prozent über den Friedenspreisen, und die Auslandpreis« sind schon 10 bis 15 Proz. unter den Jnlandpreisen. Eine große Firma hat das spanische und das italic- nischs Geschäft, wohin früher 100 bis 20o Tonnen gingen, an die französische bzw. einheimische Konkurrenz verloren. Dieser allgemeine Rückgang des Absatzes der deutschen Industrie nach dem Auslande, verbuitden mit dem vermehrten Hereinströmen ausländischer Ware in das Inland beweist, daß auch die deutsche Wirtschaftspolitik, solange die Wettbewerbsländer an dem bisherigen System mehr ober weniger hoher Eingangszölle, verbunden mit staatlicher Förderung des Außenhandels in jeder Form, festhalten, ebenfalls zum Schutz der eigenen Erzeugung gegen Dumping und zur positiven Förderung des Außenhandels übergehen muß. Es wäre ähnlich dem Vorgehen Englands ein Weg zu erwägen, der Schutzmaßnahmen für die speziell bedrohten deutschen Er Zeugnisse ermöglicht, ohne daß unangenehme Rückwirkungen auf unsere Ausfuhr auf Gegenmaßnahmen des betroffenen Landes zu erwarten sind. Vor allem erscheint es. erforderlich, der Regierung ein Ermächtigungsgesetz an die 5janb zu geben, das ihr grundsätzlich die Möglichkeit der Einführung Hand, er sann vor sich hin, seine Gedanken fliegen auf und ab. Bald in dunkle Abgründe starrte er, bald in grelles Licht, während zuckende Flammen seinen Körper zu verbrennen schienen. Eine Schelle schlug an, dreimal, kurz. Das war sie. Er erbebte. — Stimmen erklangen im Haüsslur, zwei. Frauen, die leise, eilig miteinander sprachen. Darm wurde eine Tür geöffnet. Franziska stand im Pelzmantel auf der Schwelle. „Du - ?“ „Ia, ich", sagte er und erhob sich. Fran- ziÄa wich in den bunften Flur zurück. Dieses Zurückweichen machte ihn ungeduldig. WaS hatten sie denn alle heut mit ihren ängstlichen Augen? Er packte sie am Handgelenk und führte sie fast zeremoniell herein. Sie folgte wie betäubt. „Du bist heute schon gekommen?" fragte sie, während eine beklemmende Angst sich ihr auf die Brust setzte. Hätte ich das Mädchen doch lieber nicht fortgeschickt, dachte sie. Es war ihr rrnheimlich, jetzt mit ihm allein zu bleiben. Er fühlte, dah sie zitterte. „Laß doch mein Handgelenk los, Fred", sie suchte sich zu befreien. Er ließ sie. Sie nahm ihren Hut vor dem venezianischen Spiegel ab. „Die Mucki wollte mich auf der Durchreise nach München besuchen, nun habe ich ihr rasch abtelegraphiert." „Schade", sagte Hasse, Er stand unbeweglich. die Hände in den Taschen, neben dem Oelgemälde. „Hast du mein neues Bild schon gesehen?" Sie strich sich das gelockerte Haar im Racken in die Höhe, um es mit der Brillantspange fest- zustecken. , , „ Gr nickte. „Ein nobles Geschenk. „Ich hab's gewonnen in der Lotterie." „Gratuliere", sagte er trocken. Sie sah ihn unsicher an, er lam ihr verändert und größer vor in dem hechtgrauen An- zug. „Du siehst nicht gut aus, Fred." „Ich bin etwas mit Arbeit überlastet ', sagte er mrd fuhr sich durch das Haar. Gr hatte eigentlich etwas anderes sagen tootlen, er konnte sich nicht mehr darauf besinnen... Gr trat ans Fenster, nahm den Vorhang auf unb schaute auf die sonnenbeleuchtete Straße. Sie sah Metern sonderbaren Benehmen zu mit einer sich steigernden unheimlichen Angst. Plötzlich ließ er den Vorhang fallen und trat an den festlich gedeckten Disch. „Wen hast du hier erwartet?" fragte er mit einer unnatürlichen Sanftheit in der Stimme. Sie sah in seine lodernden Augen, ihr Herz setzte fast aus. Seiire magere weiße Hand, die ungeduldig mit dem Messer spielte, kam ihr vor wie eine Kralle, die sich um ihre Kehle spannen konnte im Rn. „Ich hab' dir's ja gesagt, die Mucki kommt!" „'Die schickt dir keine Blumen. Antworte!" rief er. Frarrziska antwortete nicht. Sie zitterte am ganzen Leib, sie dachte gar nicht mehr daran, sich herauszuziehen aus diesem Retz, in dem sie sich gefangen, sie dachte nur: wie komme ich rasch aus dem Zimmer? Daß etwas Schreckliches geschehen würde, das hatte sie gewußt, als sie ihm gegenüberstand. Sie glaubte nicht an seine Ruhe. Aus seinen Augen flackerte ein entschlossener Wille zur Tat, der sich nicht mehr beruhigen, nicht mehr fänftigen lieh, und eine Verachtung, die sich nicht mehr änderte. „Gut", sagte sie, indem sie sich erhob. „Ich will dir alles sagen. Wenn ich jetzt lügen wollte, du würdest mir's doch nicht glauben, und es hat auch keinen Zweck mehr zwischen uns. Du hast einen Brief bekommen von seiner Frau —“ Er warf das Messer auf den Tisch und verschränkte die Arme. „Stimmt", sagte er zwischen den Zähnen. r . „Sic ist eifersüchtig auf mich Sie ist immer eifersüchtig", fuhr Franziska fort, in der sich plötzlich alle Angst in Zorn verwandelte gegen ihn, der ihr gegenüberstand wie ein Richter. „Es ist eine gute, einfache Frau, die wir alle gern haben, aber zu dem Mann paßt sie nicht." Hasse spielte mit dem Messer. Sie folgte seinen Händen. „Und genau so wie zwischen Mariot und feiner Frau wär's zwischen uns geworden", fuhr sie mit fliegendem Atem fort „Du hast gemeint, ich ändere mich noch, das hab' ich versprochen, weil ich dich gern gehabt hab' und dir zulieb durchs Feuer gegangen wär'. Ia, so hab' ich dich einmal lieb gehabt", fuhr Franziska, Atem schöpfend, fort. „Aber nachher, als du anflngst, an mir herumzuändern, da war'S aus." „Weiter!" sagte er ruhig. Ihre Augen flammten ineinander. Hoch- aufatmend stand sie mitten im Zimmer, her Pelzmantel war heruntergeglitten er lag auf dem Teppich wie ein Tier, das sich um ihre Füße schmiegte Sie stand vor ihm. in einen weichen hellgrauen Stoff gehüllt, der um. ihre Hüften gewickelt und an der Seite geschlitzt war, so daß bei jeden, Schritt ihr schlankes Bein bis über die Knöchel den seidenen Dtrumvs und den 2adTd>ul) sehen ließ. So hatte sie ihn empfangen wollen, dachte er, und lein Blick heftete sich auf ihren Hals, der mit zartem rosa Tüll bedeckt war; bis zum Gürtel reichte der dezente Ausschnitt einer modernen Dame. Lind an dielen weißen Hals, auf diese wogende Brust heftete sich sein Blick. Doch er empfand nichts habet, fic so zu sehen, er sagte nur: „Weiter". Sie sprach weiter, hastig, überstürzt, als befreie es sie. ihm die scharfen, heftigen Anklagen ins Gesicht zu schleudern. ' Dieses kalte, höhnische „Weiter", das er, sobald sie Atem schöpfte, Hervorstieh, war wie ein Peitschenhieb, der ein Tier vorwärts treibt, mit gesenktem Kops weiter zu rennen, ohne Besinnung, ohne Furcht. „Man tarnt einen Menschen nicht ändern. Das zu verlangen war dein Fehler. Du hast mich geliebt, sonst hättest du mich nicht zu deiner Frau machen wollen, es muß doch etlvas an mir gewesen sein damals, was dich, angezogen hat. Erst war alles recht. O ja!" Franziska lächelte und hob die Hand. „Im ersten Iahr. Hub dann ist dir auf einmal alles wertlos erschienen In eine andere Form hast du mich pressen wollen, und in der Form, das sag' ich dir heut', wäre ich erstickt." Sie nestelte an der Rose an dem schmalen Gürtel, der ihr eng um hie Taille saß. „And deshalb ist's gut, daß wir uns gesprochen haben, ehe es zu spät wäre, jetzt ist's noch Zeit/ (Fortsetzung folgt.) von Anttdumplngmaßnahmen schasst. Inwieweit derartige Matznaymen dann angewandt werden, kann je nach der vorliegenden Sachlage bei den einzelnen Industrien entschieden werden. Zinn Schutze der besondere» betroffenen Industrien (311111 Beispiel der Eisenindustrie) wäre die Einführung eines Zuschlagszollcs auf die Einfuhr zu überlegen. Vermutlich können Gegenmaßnahmen, wenn sie überhaupt eingeführt worden sollten, die deutsche Ausfuhr nicht wesentlich mehr schädigen. Denn in den für unseren Handelsverkehr wichtigsten Waren ist unsere Ausfiihr durch die bisherige Praxis schon so stark zurückgeganaen, daß die deutsche Industrie wesentlich nicht menr geschädigt mei den kann. Rückgang der Schwcinepreije. Am gestrigen Berliner Schweine- markt fiel der- Preis von einem Pfund Lebend- gewicht für die erste Klasse von 100 auf 85 Pf. Baut »Berliner Lokalanzeiger" ist bannt zu rechnen, daß die sinkende Tendenz auch in den Kleinhandelspreisen zum Ausdruck kommt. * Di« amerikanische Anleihebilanz. Aach einer Aufstellung des „Rew Bork Herald" haben im vergangenen Jahre 28 deutsche Länder. Städte, Banken und (lndustrieunter-- nehmungen Anleihen in den Bereinigten Staaten erhalten. Es sind darunter 8 Städte, 4 Länder und 16 Privatunternehmungen. Bon den gesamten in den Vereinigten Staaten aufgelegten ausländischen Anleihen im Betrage von 900 Millionen Dollar hat Deutschland allein 238 Millionen erhalten, 147 Millionen gingen an Stadtverwaltungen und 90 Millionen an Gesellschaften. * Der deutsche Kaliabsah. Der Absatz des Deutschen Kali-Syndikats G. m. b. H. im Dezember 1925 betrug 589 214 Doppelztr. Aeinkali. Der Gesamtabsah des vergangenen Kalenderjahres beträgt 12 254 554 Doppelztr. Reinkali gegen 8 420 605 Doppelztr. Reinkali im Kalenderjahr- 1924, — Die Statistik wird mit Rücksicht darauf, daß der Absatz in der Hauptsache in der Landwirtschaft Verwendung findet, vom 1. Januar 1926 an auf das Düngerjahr (1. Mai bis 30. April) umgestellt werden. e Rheinische Stahlwerke A G., Duisburg-Meiderich Der Abschluß für 1924/25 ergibt einen Reingewinn von 7 960 000 RM.» der nach Abschreibungen und Rückstellungen mit einem Restbeträge von 350 000 RM. auf neue Rechnung vorgetragen wird. * Englands Kampf gegen die Eisen- und Stahl-Einfuhr. Sn der englischen Eisen- und Stahlindustrie hat eine Erklärung der „London and Rorth Tastern Com- panh" groben Beifall gefunden. Die Gefellschaft beabsichtigt, künftig das ganze Eisen- und Stahl- material für ihre Bahnen in England selbst zu kaufen, auch wenn die Auslandpreise unter den englischen Preisen liegen sollten. England hat in den ersten elf Monaten 1925 für 22 Millionen Pfund ausländisches Eisen und Stahl eingeführt. Märe dieses Material in England angefertigt 'vordem, so hätten über HO 000 Arbeiter beschäftigt werden können. * (Sin Rekordjahr des amerikani-. schen Außenhandels. Wie aus Reuhork gemeldet wird, hat der Außenhandel Amerikas im Jahre 1925 wahrscheinlich alle Rekorde gebrochen. Gr übersteigt den Außenhandel des Jahres 1924 um etwa 950 Millionen Dollars. Sn den ersten 11 Monaten betrug die Gesamtausfuhr aus den Vereinigten Staaten 4441 Millionen Dollars, das ist eine Zunahme von 296 Millionen Dollars gegenüber der gleichen Zeit im Scchre 1924. Die Einfuhr betrug 3830 Millionen Dollars, das bedeutet eine Zunahme um 554 Millionen Dollars. Sm einzelnen ist die Ausfuhr nach Europa um 137 Millionen gestiegen. Die Ausfuhr nach Rordamerika (Kanada) stieg um 32 Millionen, die Einfuhr von Kcmada nach den Vereinigten Staaten nahm um 23 Millionen Dollars ab. Die Ausfuhr nach Südamerika stieg um 74 Millionen Dollars, die Einfuhr aus Südamerika um 54 Millionen Dollars, die Ausfuhr nach Asien nahm um 38 Millionen Dollars ab, die Einfuhr aus Asien dagegen zu, die Ausfuhr nach Deutschland stieg um 45 Millionen, die Einfuhr aus Deutschland noch Amerika um 26 Millionen. Berliner Börse. Berlin. 7. San. Die festere Tendenz der gestrigen Dörte fand heute ihren Fort- Pelzmärtel. Tin Dürnberger Spielzeugroman. Aach dem Stalienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein. Eophright 1925 by A. Scherl G. m. b. H.. Berlin. 33. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Er hat ihn auf dem Trödelmarkt gekauft. Der Mann spinnt!" „Schöne Frau Kunigunde, was hat sie denn da für eine Prächtige Perücke? Die sieht ja wie ein Eselsschwanz aus! ünb diese Schuhe! Ohne Absätze, keine Schnallen mehr!" „Schuhe? Wer verulkt mich da mit Schuhen? Ich bin ein Dichter, bin nie ein Schuster gewesen !" „Hat sich was, Dichter!" „Rette Kaiserin!" „Prachtexemplar von einem Kaiser!" „Warum heulst du denn, Bengel? Hast wohl Wichse gekriegt in der Schule? Was, Otto Tand? Könnte jeder sagen!" Alle hatten Erkenntnis und Erinnerung verloren, wußten nicht mehr, daß sie einmal Gefährten waren, wußten nichts von dem Heinen Pelzmärtel und dem großen Kreuzzug. So unglaublich es klingt, Olfo und Liefe! fühlten nicht einmal mehr, daß sich ihr Vater zu Hause in Sehnsucht nach ihnen verzehrte. Rur die drei Hunde drückten sich ängstlich an die Röcke Kunigundes, wedelten mit dem Schweif und mochten die schönsten Männchen, als wollten sie sagen: Was ist denn nur los, warum verprügeln sich denn alle, wäre es nicht viel schöner, wieder in Frieden und Eintracyt zu leben wie früher? Darum reisen wir denn nicht weiter? Die unverhexten Hunde hatten gut fragen und Taten. Sn eine Schar streitsüchtiger, anmaßender und undankbarer Gesellen waren ihre 'Gefährten von der Hexe verwandelt worden. Rie mehr sollten sie nach Nürnberg zurückkehren, in alle Ewigkeit hierblieben und einander bi8 aufs Blut peinigen müssen. Aus war's mit der schönen Eintracht. Das erhabene Unternehmen, das den Nürnberger Spielwaren ewigen Ruhm ein bringen sollte, hatte elendiglich Schiffbruch gang. Die allgemeine Stimmung scheint nicht mehr aus den bisherigen pessimistischen Grundton ein gestellt zu fein, man betrachtet vielmehr den Tiefpunkt der Krise als erreich I. Auch der günstige Abschluß von Rheinstahl regte an. Die Käufe erstreckten sieh vor allein auf Montanwerke unter Führung der Rhein-Elbr-Union und Phönix. Auch Kaliwerke waren höher, ebenso E b e m i e a ktien. Don den übrigen Märkten verkehrte eine größere Anzahl von Spezialpa Pieren in recht fester Tendenz. Am Geldmarkt halt die Flüssigkeit an. Tagesgeld ist in großen Posten zu 7 bis 9 Prozent angeboten, doch begegnet die Unterbringung größerer Beträge schon bei 6 Prozent Schwierigkeiten. Monatsgeld stellte sich mehr nominell auf 9.5 bis 10 Prozent. Sm Devisenverkehr traten keine nennenswerten Veränderungen ein. London war etwas gebessert mit 4,85' < gegen Kabel. Paris stellte sich gegen London auf 126, - . Warschau gegen Kabel 8,40. Die Reichsmark notierte in London 2037. Paris 6,18. Amsterdam 59,20. Die übrigen Valuten sind unverändert. DSrsenk»^e. Frankfurt a-M. Berlin Lchluh. t-Uhr. Schluti' Nnfang Aut» Kur» tturi Dalu.u: 6.1. 7.1. 5.1. 1. 1. 5% Deutsche ReichScmlcihe . 4% Deutsche RcichstMleihe . 0,2025 0,212 0.1975 0 22 0,21 0,2275 3'/,"/, Deutsche Reichsonlethe 3% Deutsche Rcich4anleit>e . Deutsche ^Lparprämienanlethe — 0.22 0 225 u.29 0,1075 — 0.315 0,11 4U/O Preußische KonsolS - . . 4°/, Hesten........... 31/0/ ßeffen........ 1 1 1 1 1 0,2175 0.2 0,18 0 19.'. 0,23 3% Hessen ......... — Deutsche Wettb. Dollar Aul. 00.25 — 91 75 _ bfo. Doll.-Schatz-Aniretsng.') — — 96,5 4»/a ZoNtürkcn......... 7,K2". 8 — —W 5% Sotomertfamr..... — — — — Berliner Handelßaesellschast. Commerz' und Prtvat- Bank 139,.V W,ü' 139,75 138.5’ HO* 140* 97,25* Darmst. und Nationalbank . 104,7* — i(ß,5‘ 105,4* Deutsche Bank......... Deutsche vereinöbank .... 105* — WM, 5* 107,5* 57,5 DiSconto Lommandtt ... IOC 108,7- 105,2* 77 Mitteldeutsche Treditbauk . . Oesterreichische Credttanstalt 03,5* — 93* 5 —• 6 6 0,08 64* Bochumer Saß ........ 62' 66* BuderuS............ 29,5 —• 29.5 29,5" Taro . ........... Deutsch-Luxembary...... 36 5* — 36,5* 37.25* 62° — 63,75’ 65,5* KelsenNrchener Bergwerke. . 66,75® 67.5* 69.25* Harpener Bergbau...... .^aliwerkc Aschersleben.... 89* — 90» 91.83 91.9* »4 Kaliwerk westeregelu..... W.3 95 98,5 Laurahütte...... . » • . — — 25,5 Oberbedarf ........ Pht-ir Bergbau ....... Rbemstahl . . ......... 96,5 61 10' 53* 37 9 62,75* 49,9* 37,25* 64,25* 51,75* Nicbcck Montau........ 70 71,5 69,5 Tellus Bergbau....... 44 _ Hambnrg.Amcnka Pake«. . . Norddeutscher Llovd..... 93 25* 95,5® 95,35* 93,62* 96* S4.5* 9ß,69* Lheramtsche Werke Albi» . . Zementwerk Heidelberg . . . 62.5 _ Philipp Holzmann...... 40,7j 40,26 Änglo Covt- Guano ..... _ 66 5 Badische Anilin........ 106,7* 106.2* Themische Mayer Hlaptn . . ■ Goldschmidt...... . 18,7 49,25 106.2* 51 108 2* GrteS Heimer Elccwm, .... 105* — Höchster Farbwerke 1U5* 106 •* 106- 108,2* Hoßvcrkohluug ........ 45,75 RütgerSwerke ......... Scheideankiall ....... 47 «,» 85.75* — ff — «ng. riektrizitätS-Geküschaft 14,68* 87,75* Bergmann .......... 66* 66* 51,75* Mainkrastwerle...... . 67 — Schuckert . . . ........ Siemen« 4 Halsw . ..... 56* — 55, S* 58,4" 71* 69* 74,5* Adlerwerke.ylcyer ...... 35 36 25 Daimler Motoren. ...... 2-1,75 22.5 24,2» Hevligenskacdt......... 15 Meguin. ... ...... . _ 28 - Motorenwerke Mannbel» . - - 31 — Frankfurter Armaturen . », Konservenfabrik Braun . . . 18 — — ■8 58,75 Schuhfabrik Her;....... - — . - Sichel.............. 3 *■» 1.2t> _ ZeÜstoff rSaldhof....... — -d Ä —• Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Wagbäuiel . . . 46,75 43 — — • Frankfurter Börse. Frankfurt a. W., 7. San. Tendenz: Sehr fest. — Die Börse eröffnete auf das weiterhin große Geldangebot, sowie auf das Gerücht über eine Amerikaanleihe für einen deutschen Konzern in recht fe st er Haltung, die sich auf alle Märkte erstreckte. Sm Vordergründe standen Montanaktien mit gewaltigen Kurssteigerungen (4 Prozent). Die Umsatz- tätigfeit wurde durch die eingangs erwähnte erlitten. Ewige Trennung von ihrem Vater, das sollte das Los der Kinder fein, Zank und Streit ihr tägliches Brot bis an- Ende ihrer Tage. Wahrlich, Aleina hätte sich nichts Grausameres ausdenken können! Zitternd wie Espenlaub, halb vor Entsetzen, halb vor Empörung, hatten Lu und Li olleS mit ansehen müssen, ohne etwa- gegen die Zauberei ausrichten zu können. Seder Versuch wäre aussicytslos gewesen. Die Macht Alcinas zu brechen, dazu brauchte es andere Mittel. Das einzige, was Lu und Li in dieser furchtbaren Lage tun konnten, war, den Pelzmärtel von dem Reiseunfall zu unterrichten. Rürnberg war ja nahe. Wenn man Tag und Dacht marschierte, konnte man es in einem oder zwei, höchstens drei Monaten erreichen. Unb ihre goldene Schaukel verlassend, machten sich Lu und Li tapfer auf den Weg. Ohne Mühe überschritten sie den Zauber- gürtel, da sie ja nicht von dem Hexentrank be- ravfcht waren, erreichten den Wiesenrand, die Landstraße und — wären in diesem Augenblick beinahe überfahren warden, wie wir wissen, ^leberfahren von demselben Pelzmärtel, den auf- zusuchen lie auszogen. Roch blaß von dem aus- gestandenen Schrecken, gerieten sie an einen Wasserlauf. „Ein Fluß!" sagte Lu. „Ein Strom!" rief Li erschrocken. „Wie kommen wir nur hinüber?" „Vielleicht ist es schon die Pegnitz .“ „Sa, ja, natürlich, da« ist die Pegnitz" „Hinüber, hinüber!" Mit dem Ausgebot ihrer ganzen Kraft schoben sie ein junges Lindenblatt ins Wasser und erreichten, Grashalme als Ruder benützend, auf diesem Flosse glücklich das andere Ufer. Ach, es war nicht die Pegnitz gewesen, es war kein Strom, kein Fluß, nicht einmal ein Bach. Es war ein schmales Rinnsal gewesen, dem bald ein zweites und drittes folgte. Wohin nur? Sie waren so klein und die Wett so groß! Wieviel Schweiß kostete die Ueberfteigung des ersten Gebirges, das in Wirklichkeit bloß ein Ameisenhaufen war! Gleich darauf verirrten sie sich in einem ungeheuren Wald einem Getreidefeld. Sie kollerten Meldung von dec Amerilnanleihe ganz bqsond:cs gefordert. S ch i i f a h r t s w e r i e hatten ebenfalls ansehnliche Kursbesfcrungen aufzuweisen. Auch Bank- und E l e l t r o w e r l e konnten von der Aufwärtsbewegung profitieren. Recht lebhaft war das Geschäft am Ch e >n i em a r k t, wo die Kurse um 2 bis 2,5 Prozent anziehen konnten. Für Zuclerattien waren ähnliche Steigerungen wie bei Montanaktien zu beobachten. Frankenthaler konnten um 5 Prozent anziehen. Der Anleihemarkt war ziemlich vernachlässigt, doch waren auch hier besserc Kurse zu hören. Pfandbriefe lagen ebenfalls gebcffert. Sm Freiverkeh r blieben einige Werte zu höheren Kursen gesucht, u. a. Benz mit 23 Proz. (plus 2 Proz.), Beckerstahl mit 27 Proz. (plus 2 Proz.). Sm weiteren Verlaufe der Börse blieb das Geschäft lebhaft und her Unterton weiter fest. Der Geldmarkt ist außerordentlich flüssig. Tägliches Geld ist zu 7 Proz. leicht zu haben. Auch Monatsgeld ist reichlich angeboten, für erste Adressen zu 9 Proz., zweite Adressen konnten zu 10 bis IOVj Proz. ihren Bedarf ebenfalls voll decken. Der Satz für Bcuckdiskonten war auf 61/., Proz. ermäßigt und für Sndustrie-Akzepte mit Bank-Giro auf 81 't Proz. Sm Devisenverkehr notierte Paris gegen London 126, ■ London gegen Kabel 4,85’, Die Mark ist mit 4,199 gegen Kabel unverändert. Devisenmarkt Berlin -SroHtfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknote n. 6 Jan. 7. Jan. Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Selb Brick Geld Brief 169,08 168,01 lsterr. i 100 «ronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten .. ... Schweizer Note»...... 112,12 81,03 59.05 112,68 81,48 50 r-> «panische Roten...... Tschechoslowakische Noten . . 12.388 13.448 Ungarisan- Noten. 5,83 5,81 Frankfurter Getreidebörse. (©igener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 7. San. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 25,75 bis 26, Roggen. inländ. 17,50 bis 18, Sommergerste für Brauzwecke 22,50 bis 25, Hafer, inländ. 18,50 biS 21,50, Mais, gelb 21 bis 21,50, Weizenmehl inländ., Spezial 0 41,25 bis 42, Roggenmehi 26,25 bis 26,75, Weizenkleie 11 bis 11,25, Roggenkleie 11,25. Berliner Produktenbörse. Berlin, 6. San. (Täl.) Schon am gestrigen Spätnachmittag fanden die im weiteren Verlaus der amtlichen Mittagsbörse durchsetzenden erhöhten Kurse im Berliner Produktenhandel nicht mehr eine volle Stühe, da aus Amerika verhältnismäßig matte Preisnotierungen gemeldet wurden. Die rückwärttge Bewegung fand im Berliner Produktenhandel heute ihre Fortsetzung, Für Weizen hielt Exportfrage an, doch sanden nur ermäßigte Offerten Unterkommen. Viel beachtet wurde auch eine Meldung wonach Polen Schluchten hinunter, und Lawinen stürzten hinter ihnen her — eine halbe Hand voll Sandkörner. Sie glaubten, von einem Erdbeben verschlungen zu werden, und dabei ging nur ein Bauer durch die Wiese. Ach Gott, sie hatten Beine wie Sunikäferchen, kein Wunder, daß sie bald den Dienst versagten. Rürnberg war gewiß nicht weit, ein flinkes Menschenkind hätte die Strecke gut in einem Sonittagnachmittag zurücklegen iönnen. Aber wer beschreibt die Hindernisse, die sich für so winzige Wanderer wie Lu und Li auftürmten! Um eine Pfütze zu umgehen, über die Liefet mit einem Suchzer hinweggesprungen wäre, brauchten sie Stunden. Um eine Furt durch einen wirklichen Bach zu finden, eine Woche, und dann konnte sie noch beim Durchschreiten eine Forelle wegschnappen. Sa, wenn sie hätten fliegen können wie Sunikäferchen! Wer schildert die Gefahren, denen sie Tag und Rächt ausgesetzt waren! Au, Schritt und Tritt lauerten in riesigen Sandtrichtern die schrecklichen Ameisenlöwen. Wenn man nur den Fuß aus den Trichterrand setzte, war man schon verloren, denn unrettbar rutschte man aus und dem Feinde gerade in den Rachen. Sie hatten das mehr als einmal schaudernd von Ameisen mttanfeben müssen. Eine Kuh auf der Weide konnte sie beide mit einem Schnapp samt ihrem grünen Ruhe lager verschlingen, ein blumen- suchendes Kind sie zertreten, von beu Ungeheuern der endlosen Wälder gar nicht zu reden. 3um Glück gab es auch gutmütige Tiere, die ihnen weiterhalfen. Auf dem Rücken eines Frosches konnte inan so manchen Abgrund überspringen. Die Maulwürfe erwiesen sich als die besten Freunde, die sie schneck in ihren Bau zogen, wenn draußen eines jener fürchterlichen Ungetüme herumfauchte, das die Menschen zur Sagö benutzten. Als einmal eine Schlange hinter ihnen her war, rettete sie ein Eichhörnchen auf einen hohen Baum. Ein Baum wie ein Turm, sage ich euch, bis in den Himmel wuchs er hinein. Die beiden Wanderer hätten da oben eine herrliche Aussicht gehabt, wenn ihnen nicht die Tränen gekommen wären: denn wie sie auch schauten, in endlosem Umkreis, so weit das Auge reichte, war nichts ein Ausfuhrverbot fiu? Weizen vorberette, Sine Bestätigung dieser Meldung liegt noch nicht vor. Roggen bleibt von den Mühlen gefragt aber nur schwach angeboten. Sm Ztzithandel eröffnete Web- zen für Frühjahrsnwnate 2 bis 3 Mark niedrigem. Roggen ungefähr 11 2 Mark unter Dortagsschluß. Braugerste gefragt, doch ohne Angebot. Hafer ruhig. Es kosteten 1000 SUlo: Weizen, märt 249 bis 255, Mo. Pommern 249 bis 255, Mo. März 276 bis 276,5, Mo. Mai 282, Roggen», märt 148 bis 155, Mo. Pommern 148 bis 155, Mo. März 132,5, Mo. Mai 191,5, Gerste, märt, 187 bis 214, Futtergerste 156 bis 170, 5>afer, märt 162 bis 173: es kosteten 100 Kilo: Weizenmehl 32'/, bis 36n/4, Roggenmehl 22 bis 243/iv Weizenkleie 11/ bis 11,6, Roggenkleie 9,75 bis lOVt, Viktoriaerbsen 26 bis 33, Kleine Speiseerbsen 22 bis 24, Futtererbsen 20 bis 21, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22 Vttcken 20 bis 23, Lupinen (Mau) 12 bis 12,3. Mo. gelb 12 bis 14,5, Seradella 16 bis 19, Rapskuchen 15 bis 151',.. Leinkuchen 23,6 bis 23.8 Frankfurter Schlachtviehmartt (Eigenei. Drahtbericht des „©p^euei AnzergerS".f Frankfurt a. M., 7. San. Auftrieb: 6 Färsen imb Kühe, 994 Kälbex, 473 Schafe, 573 Schweine. Cs wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: Feinste-Mastkälber 80 bis 85, mittlere Mast- und beste Saugkälber 70 bis 79, geringere Mast- und gute Saugkälber 60 bis 68, geringe Saugkälber 50 bis 58 Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 43 bis 48, geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 42, mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 33. Schweine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kg. 86 bis 88, unter 80 Kg. 80 bis 85, von 100 bis 120 Kg. unJ> von 120 bis 150 Kg. 86 bis 88, unreine Sauen und geschnittene Eber 75 bis 82 Mk. Marktverkauf: Kleinvieh lebhaft und ans verkauft, norddeutsche Mastkälber über Rotiz gehandelt, Schweinemarkt langsam geräumt. Eingesandt. (Für Form und Snhalt aller unter dieser RubrÜ stehenden 2L.tuei übernimmt die Redaktion den; Publik'un -egc-düb'- ?-tnng >’ Ein ruhestörender Hund. Seit einiger Zeit vollführt in der untere», Löberstraße zwischen Goethe- und Bleich- strahe der Hund eines Bürgers allnächtlich ein fokbeS Bellkonzert, daß an ein Schlafen im weiten. Amkreis nicht zu denken ist. Dieses Tier, daS entweder schlecht gepflegt und gezogen wird oder sehr nervös ist, stellt sich nachts stundenlang in den Hof seines Herrn und reizt durch sein andauerndes Dellen die Hunde der gesamten Rach- barfchaft zum Antworten Ratürlich werden hierdurch sämtliche Anwohner der Straß« in ihrer Rachtruhe aufs äußerste gestört, mit Ausnahme des Besitzers des Hundes, der das Tier ruhig die ganze Rächt hindurch seinen Lärm verursachen läßt, ohne im geringsten den Versuch zu machen, den Köter zu beruhigen. Da hier offenbar feine billige Rücksichtnahme auf die Rachbarn waltet, fordern wir unsere Polizeivrgane aut einen ihrer nächtlichen Patrouillengänge — Stunde ist gleich — einmal durch die Löberstraße zu machen. Sie werden dann Gelegenheit haben, sich von der Richtigkeit obigen TatbestcnckeS zu überzeugen, und vielleicht fühlen sie sich dann auch veranlaßt, gegen den Besitzer des ruhestörenden HundeS etwas zu unternehmen. Mehrere ruhebedürftigeDewoh- net der Löberstraße. Rundfunk-Programm de- frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Umschau*.) Jrdtag, 8. Januar: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bi» 6 Uhr: Hausfrauen-Nachmittaa. Programm u. a.: „Wärmewirtschaft im Haushalt , Vortrag von Dipl.- Ing. Faust. 6—6.30 Uhr: Die Lesestunde (Briefliteratur): Aus dem Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter. 6.30—6.45 Uhr: Film-Wochenschau. 7—7.10 Uhr: Stunde der Frankfurter Vereinigung für Heimatkunde. 7.10—7.30 Uhr: 20 Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 7.30—8 Uhr: Schachstunde. 8—10 Uhry Bunter Abend. von einer Stadt zu erblicken. Unö das, nachdem sie viele Wochen gewandert waren! Äichts als Felder und Wälder und Wiesen und immer wieder neue Felder und Wälder und Wiesen^ Wie sie einmal so todmüde in einem finsteren Forste saßen und, die Köpfchen aneinandergelehnt i und die Arme umeinandergeschlungen. trostlos! vor sich hinweinten, erbarmte sich ihrer eine j gute Hasenmutter und lud sie ein, in ihren ge-> räumigen und gefütterten Ohren Platz zu nehmen; | sie wolle sie aus dem Walde hinaustragen. Weiter ginge es leider nicht, es sei Sagdzeit, und sie habe zu Hause eine Stube voll Kinder. Ein andermal nahm sie auf ihre inständigen Bitten eine Waldschnepfe mit über Berg und Tal. Oh, das war ein Glück — sich so aus* ruhen und dabei die Landschaft unter sich weg- fliegen sehen zu können! Aber als sie am nächsten Tage fragten, wo sie denn nun seien, antwortete die Schnepfe erstaunt. „Ra da, wo wir gestern waren, hier bin ich doch zu Hause, wir haben, nur einen Rundfkug gemacht" Wer weiß, wie oft wir schon im Kreise gegangen sind, dachten Lu und Li bestürzt, es ist kein Ende abzusehen. Sicher, sie hatten sich verirrt, und nun war darüber der Sommer vergangen, sie halten die Blumen blühen und sterben sehen, sie hörten die Zugvögel sich versammeln und von der Reise nach dem Süden reden. Kalte Winde jagten über das Land, bleicher schien die Sonne, und das' i Laub fiel von den Bäumen. Oktober! Schon ziehen sich die Feldmäuse in ihre warmen Wohnungen zurück, die Grillen gehen schlafen, die Störche lind längst fort. Es regnet, hu, wie es regnet! Smmer zaghafter wurden ihre Schritte, immer schwächer ihr Mut, immer häufiger mußten sie sich in dürre Blätter einmummeln, um in den Rächten, die immer früher hereinbrachen, nicht zu erfrieren., Ach, wo mochte nur Rürnberg sein, würden sie, es jemals erreiche»,? Unö auch das Feenland in unendlicher Ferne, wer weiß wo! Auch bet Rückweg abgeschnitten. Verirrt, verlassen, es ging nicht mehr... (Fortsetzung folgt.) x. ------------ % ( I.t> SSS; M' Don uni Mdruck, auä 1 Der * Pudapester beleucht Situation, politisch V b Mr W bem unglücklich den die Wasscn tem brachten. ! Propaganda m beira; W ® 1 iionsM M ein Mmch ab nen baten; Mmlfe Nf, -veil ft B M i>ee 'n der $ jeher Aufrollung t gegenstehe: unter her j)ofinungslo|i' Üönigsfrage zu bi Mancherlei & allein waren es d L-n pragmali sie gesamie (Bejol ging dahin, daß ! krönten Koni foniinuität einst al ziehen solle: König den jungen Mann fern von der heim erzogen werde: si tompatibilitot gell ungarischen Krone oder sein haus tragen haben. $jn stehenden das ve legitimen Äönigk ieftfieübar eridjie Wer bes fjeran Rolle übgemnbeu Thronen ledig tragen solle und • verloren die pi Tendenz die Di Monarchie war, 5 ner Legitimisten! diese Richtung gäi leuchtender, als l nahm, daß die m ^ng der König- ■treibbaus sei, in Ottos (id) unbest „ Diese Ruhe wi ftort, der in den (He - wie Diel Easlmhl seinen 2 k't »Verband der i «nigungen“ gebilde Mitglieder der Re «“te, deren Rom Wn; hierbei er R. indem fe Wws begrüß dem TNel Regung in ", 9'Jnjen Lande, bi Poli W'on vor eil *meir L fr M)nc ÄS fe* Me: bas , Üfi; Heite/A dst HO ein war >; r? ti in?Qr in S9?NÄbe Ä^beS^tte ^'tgtieberk^Glc: S- u9n' S lePf) ft r ^rdt)er^ Wt l £ *)au|pc ?rft öes