Nr. 208 Erstes Blatt 176. Jahrgang Montag, 6. September 1926 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monals-Vezuorpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Poflfe. während gegen Ruhland nur Defensiv- Maßnahmen getroffen werden. Der französische ' Generalstab nehme an. daß Deutschland sich i am Rhein defensiv verhalten werde und alle Kräfte nach Osten werfe, um die Verbindung mit Rußland herzustellen. Französische Generalstabsoffiziere werden dem rumäni- Nischen und polnischen Heer beigegeben. Frankreich werde eingreifen, wenn Deutschland Ruß- land bei einem militärischen Angriff unterstützt. Der Abschluß eines französisch-rumänischen Militärvertrages werde bis zum September verschoben. Bis dahin sollen die Verträge mit der Tschechoslowakei und mit Serbien erneuert werden. Rumänien erhalte, wie bereits jetzt von Frankreich zugesichert, bei einem bewaffneten Konflikt alles zum Gaskrieg notwendige Material, einschließlich des dazu er- I forderlichen Personals, ferner 200 Flugzeuge. Flugzeugführer und Techniker und die Aus- rüstung für 200 000 Mann. Dazu korwnt noch Artilleriematerial.' schweres Geschütz. Gewehrmunition usw. habe. Die Regierung von Angora habe nur folgende Bedingung gestellt: Die Türkei, die sich darauf vor- bereite, im Völkerbund nicht nur ihre eigenen Interessen, sondern auch diejenigen der Länder des vorderen Orients, wie Persien und Afghanistan, zu vertreten, verlange, daß ihr ein nicht st ändiger Sitz im Völkerbund s r a t durch die Vollversammlung vorbehalten werde. Aus aller Welt. Ei»ie Tagung der evaugelifchen Arbeitervereine. Der Mittelrheinische Verband evangelischer Arbeitervereine feiert am 11. und 12. September d. I. anläßlich seines □4. Vertreterlages in Darmstadt sein 35. v> ahresfes!. Der Verband kann in diesem Jahre auf eine 35jährige Geschichte und erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Ramhafte Führer des Gesamtverbandes evangelischer Arbeitervereine haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. so daß die Tagung, die sich mit sehr wichtiaen Fragen beschäftigt. eine recht bedeutsame wird. Den Fest- gottesdienst in der Stadtkirche wird Pfarrer Vogel-Darmstadt halten. Rachmittogs findet Rachfeier unter Mitwirkung der Gesangschö^e der Verbandsverein? und des städtischen Orchesters im großen Festsaal der Turngemeinde am Woogsplatz statt. — Der Verbandstagung selbst geht eine mehrtägige Freizeit für Mtglieder der evangelischen Arbeitervereine voraus. vierkölter in Köln. Sonntag abend traf Vierkötter in seiner Ge- biirtsstcidt ein. Seine Fahrt nach dem Gürzenich glich einem Triumphzug. Beigeordneter Schwesing gab der Freude der Stadt Ausdruck, daß Vierkötter durch seine Leistungen seinen Namen und den Namen Deutschlands in alle Welt getragen habe, und überreichte ihm als höchste Auszeichnung der Stadt die Siegerplakette. Reichskanzler a.D. Dr. Luther in Peru. Der frühere Reichskanzler Dr. Luther ist von einem Besuch der deutschen Kolonisten im Gebirge nadj Lima zuruckgekehrt. Er wird vom Prä- identen Leguia empfangen werden und odann an einem ihm zu Ehren veranstalteten deut- chen, Sportfest teilnehmen. Der deutsche Gesandte in Lima wird einen Empfang veranstalten. Präsident Leguia wird ein Bankett, in seinem Palais geben. Taifunkalastrophe in Japan. •Heber Mitteljapan ist ein gewaltiger Taifun niebergegangen, der eine große Zahl von Menschenopfern und beträchtlichen Sachschaden im Gefolge hatte. In Tojohaschi wurden 12 Kinder getötet und 90 verletzt, in Hamatau durch Einsturz einer Fabrik acht Arbeiter getötet und 25 verletzt. Auch in Vodschida ist die Zahl der Verletzten groß. Auf dem Militärflugplatz in Akenvgahara bei Ragoja wurden einige Flugzeuge zertrümmert und etwa 40 beschädigt. In Yokohama kenterten zwei Leichter, wobei 15 Matrosen ums Leben kamen. Apothekerkagung in Düsseldorf. Die diesjährige vom 13 .bis 18. September in Düsseldorf jtattfindende Hauptversammlung des Deutschen Apotheker-Vereins, dem fast alle deutschen Apotheken angehören, erhält besondere Bedeutung durch die Beratungen über das in Vor- Unfalls vom Streckenwärter letztmalig am 18 August zwischen 9 und 9.30 Ähr vormittags also etwa 16V8 Stunden vor dem Unglück, begangen worden. Außerdem wurde sie am 18 abends vor Eintritt der Dunkecheit, also etwa 6Vs Stunden vor dem Unglück, von dem De- diensteten begangen, dem das Anbringen der Signallaternen der Blockstelle 169 obliegt. Beide Bedienstete Haden irgendeine Unregelmäßigkeit am Gleis nicht bemerkt. Hilfe bei dem Lln- glück war trotz der Entlegenheit der Unglücks- stelle von größeren Ortschaften schnell zur Stelle Aus die sofort an die Rachbarstationen gegebene Meldung vom Unglück eilten Aerzte und Helfer in Kraftwagen herbei. Die Hilfszüge von Oebisfelde, Lehrte und Hannover waren, so schnell es überhaupt ging, zur Stelle. Kunst und Wissenschaft. vom hessischen Landeskheater. In dem jetzt erschienenen Rückblick auf die Spiel- äeit 1925/26 des Landestheaters ist folgender Nachruf auf den am 1.September verstorbenen Gene- ^almufikdirektor Michael Ballina entJ?a Mikael Balling wurde im März 1919 nad) Weingartners Weggang von dem damaligen Intendanten Dr. Krätzer dem Hessischen Landestheater als Generalmusikdirektor oerpf[tatet Herzenssache war ihm naturgemäß die Pflege des Wagnerschen Musikdramas und der vor diesem ; Z^ck, Mozart, Beethoven, Weber, Marschner. Aber Balling war es auch, der dem nachwagnerischen Bühnenwerk ganze Hingabe schenkw, falls es fernem Wesen entsprach. Er brachte z. B. Reczineks Blaubart zur Aufführung und als besonders bemerkenswerte, unter feiner Stabführuna herausgekommene Erstaufführungen muffen ffleh tra", „Die Frau ohne Schatten^ und „Der "ferne Klang" genannt werden. Als Konzertdirigent hat Balling sich ein ganz besonderes Verdienst dadurch erworben, daß er dem Darmstädter Publikum das symphonische Gesamtwerk Anton Bruckners durch ganz konsequente Pflege nahebrachte. Und seine Kon- zettprogramme zeigten von Jahr zu Jahr fvrt- schrettende Annäherung an die moderne Musik. Bal- lmgs Tätigkeit als Hüter der Tradition und als charaktervoller Apostel des Neuen gebührt ein Ehrenplatz innerhalb der jüngeren Geschichte des Landestheaters. Erster internationaler Kongreß für Sexualforschung. In der Zett vom 10. bis 16. Oktober dieses Jahres findet in Berlin auf Einladung der Internationalen Gefellschaft für Sexualforschung ü«r erste internationale Kongreß für Sexual- forschung statt. Das Arbeitsprogramm des Kongresses sieht eine lange Reihe von Referaten aus allen Gebieten der Sexualforschung vor. Alle Länder der Welt stellen für diese Referate ihre hervorragendsten Spezialisten. Der Kongreß wird am 10. Oktober im Reichstage mit einer Eröffnungssitzung eingeleitet. Ansprachen werden halten: Reichsinnenminister Dr. Külz, der preu- ftifche Kultusminister Dr. Decker, Geheimer Santtütsrat Dr. Albert Moll, der Präsident ^s Kongresses, sowie eine ganze Reihe von Vertretern deutscher und ausländischer Universitäten, Korporationen, wissenschaftlicher Vereine usw. Die Frankfurter Schauspielschule. Bei der am Sonntag, 12. September d. I., vormittags um- 10.30 Uhr stattfindenden Aufnahmeprüfung der Frankfurter Schauspielschule sind mehrere Szenen dramatischer Art nach eigener Wahl des Prüflings vorzufprechen. Die Prüfung findet auf der Hauptbühne des Schau- spielhaufes statt (Eingang beim Bühnenportier) und ist die letzte für das neue Schuljahr 1926/27. Deutschlands Aufnahme in den Rat. Der Bericht der Studienkommisfion angenommen. Genf, 5. Sept (TU.) Der Völkerbundsrat genehmigte in feiner Samsfagoor- mittagssihung die Vorschläge der Stuoien- kommisiion und fahle eine Entschließung, nach der Deutschland ständiges Ratsmitgtted fein wird, sobald es von der Vollversammlung des Völkerbundes ausgenommen worden ist. 3m Mittelpunkt des Interesses der offent- llchsn Ratssitzung am Samstag vormittag stand düs Projekt der Studie nkym Mission, das mit einem Degleitbericht des Grafen 3 s h i i dem Dölkerbundsrat unterbreitet wurde. Der Bericht des Grafen Ishii weist darauf hin, daß die Studienkommission sich in zwei Tagungen mit der Zahl der Mitglieder und der Form der Dahl der nichtständigen Mitglieder zu beschäftigen halte. Es wäre nunmehr die Aufgabe des DölterbundSrates, sich über die Zahl der Sitze sowohl der ständigen, wie der neu zu schaffenden nichtständigen auszusprechen und der Vollversammlung seinen Beschluß zu unterbreiten. Die Resolution, die hierzu dem Völkerbundsrat vom Grafen Ishii unterbreitet wird, erinnert an den Beschluß der Vollversammlung vom März 1926, in dem mit Bedauern von den Schwierigkeiten Kenntnis genommen wurde, die den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund verhindert hätten. Der Völkerbund möge daher in Ue&ereinftimmung mit dem Wunsch der Vollversammlung folgenden Beschluß fassen: 1. er billigt den Bericht der Studienkommission über die Zusammensetzung des Völkerbundsrates: 2. er beschließt auf Grund der Rechte, die ihm aus Artekel 4 der völkerbundssahung zu- steben: a) oie B ezeichnung Deutschlands zum ständigen Rlitglied des völkerbundsrales von dem Augenblick seines Eintritts in den Völkerbund an, d)die Vermehrung der nichtständigen Ralsfihe von sechs auf neun; 3. der Rat empfiehlt der Vollversammlung die Durchführung dieses Beschlusies: 4. der Rat empfiehlt der Vollversammlung die Annahme der von der Studienkommission unterbreiteten Vorschläge über den W a h l - ( modus der nichtständigen Ratsmitglieder < und die Handhabung ihrer Mandate. Der Dölkerbundsrat nahm diese ihm >on dem Grafen Ishii vorgelegte Enffchließung einstimmig ohne Debatte an. Der schwedische Vertreten Haben wies nochmals darauf hin: daß Schweden nur unter Opfern sich entschlossen hätte, dem Projekt des Rates zuzustimmen, wobei es sich von der Hoffnung leiten ließe, daß hierdurch die innere Krise des Rates glücklich gelöst werden würde. Zum Schluß beantragte der Vorsitzende Bene sch die von Lord Robert Cecil - vorgelegte Entschließung, die gestern von der ^Studienkommissivn angenommen wurde, und die ''das außerordentliche Bedauern des Rates übet die Richterfüllung der spanischen Wunsche ausdrückt, durch den Generalsekretär des Völkerbundes dem spanischen Vertreter heute noch zukommen zu lassen. Im weiteren Verlauf seiner Verhandlungsn genehmigte der Rat den Bericht über die Lage der griechischen Flüchtlinge und über den f i n a n= -ic llen Wiederaufbau Angarns. Der Vertreter der ungarischen Regierung dantte dem Völkerbundsrat für seine Bemühungen, durch die es gelungen sei, den sincmziellen Wiederaufbau Ungarns zu verwirklichen. Heber die Frage der privaten Waffenherstellung berichtete Außenminister Denesch sowie über die Vorschläge der finnländischen, französffchen und polnischen Regierung, die es dem Völkerbund ermöglichen sollen, im Falle eines Kriegsausbruches sofort die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen, durch die ein kriegerischer Konflikt im Keim erstickt werden kann. Der Völkerbundsrat genehmigte zum Schluß noch den Bericht der ständigen Mandatskommission, der in veränderter Fassung von dem schwedischen Außenminister -Hnden torgelegt wurde. Rach dieser Resolution wird es den Eingeborenen in den Mandatsgebieten so gut wie unmöglich gemacht, ihre Klagen direkt der Mandatskommission tor- autcagen. Die Mandatarstaaten werden andererseits gebeten, der Mandatskommission mitzuteilen, was sie an dem Fragebogen der Kommission, der von dem französischen und englischen Vertreter als zu weitgehend bezeichnet wurde, aus- zusehen haben. Die britischen Dominions beanspruchen einen Natssitz. .. ,®eM' 6. Sept. (TU.) Die Vertreter der britischen Dominions traten im Lause des Sonntags zu einer internen Besprechung zusammen, in der die v Jür b'c öon ihnen gemeinsam während der Volloersammlung des Völkerbundes zu befolgenden Politik festgelegt wurden. Bereits während früherer Tagungen des Völkerbundes war in den Delegationen der Dominions der Wunsch aufge- wucht, einen der Staaten aus ihrer Mitte für einen nichtständigen Rats- f i tz kandidieren zu lassen. Bei der Sonntagbesprechung einigten sich die Delegierten der Dominions dahin, die Kandidatur Kanadas auhufteUen falls sie Aussicht auf Erfolg hätte. Auch die Kandi- dattir Kanadas auf einen w i e d e r w ä h l b a r e n Ratssitz wurde ernstlich in Erwägung gezogen. Die Türkei und der Völkerbund Paris, 5. Sept. (WB.) Der Korrespondent des „Temps" in Genf will aus autoritativer Quelle erfahren haben, daß die türkische Regierung auf diplomatischem Wege ihren Wunsch, in den Völker bund ein zu treten, zu erkennen gegeben niemand mehr findet, der die Gänse hüten will. Inter das waren Arbeiter damit beschäftigt, einen Koh sch. Marburg, 5. Sept. Die seitens des ftäbti- schen Theaterausschusses mit der Stadtverwaltung dem Er- ** Schmuck deutscher Kriegergrä ber am Allerseelen- und am Toten tödlicher HnglüdSfall. In der Grube, die am 10. September stillgestellt werden soll. liegenden Gehöfte beschränken. Oberwefterwaldkreis. und Treue der trauernden Daheimgebliebenen ablegen. Auch der vielen groben Sammelgräber, in denen die unbekannten Deutschen ihre letzte Ruhe fanden, wird durch den Vollsbund gedockt weiten. 2n einem Aufruf fordert der Volks- Hund alle Deutschen auf, auch hierfür ihr Scherflein beizutragen. Wer auch ungenannt in fremder Erde ruhen mag, er wird nicht vergessen ruhen!. und -war werden zwei Vorträge auf 6a8 Gebiet des Gartenbaues und zwei auf die Elektrizität entfallen. Zu zwei Dortragen sollen Lichtbilder gezeigt werden. Die Ausstellung wird vom kommenden Samstag nachmittag ab geöffnet fein; über die Besichtigungszeiten werden Anzeigen Auskunft geben. Don Montag, den 13., bis Freitag, den 17., sind die Dormittage für Besichtigungen durch Schulen und Vereine vorgesehen. Es ist aber notwendig, dass Anmeldungen hie^u vorher an das Stadthaus in Giessen. Bergstrasse, Zimmer 14, gerichtet werden. Für die Erfrischung und Unterhaltung der Des uche r hat die Ausstellungs- leitung in der Volkshalle weitgehende Vorkehrungen getroffen. Es wird gute Restauration vorhanden fein, u. a. auch eine Mokkastube und eine altdeutsche Weinstube, die Speisen kommen, wie gesagt, aus der elektrischen Küche. Ferner wird man Gelegenheit haben, gute Konzerte anzuhören, darunter auch ein Militärkonzert, an tanz künstlerischen Darbietungen wird man sich erfreuen können, und schliesslich Tarnt die tanzlustige Welt an mehreren Abenden der Woche auch noch selber tanzen. Für die Jugend wird ein Kinderfest hergerichtet. Besonderer Anziehungspunkt dürfte ein oberhessisches Volksfest unter Mitwir- kung von Hüttenvergern. Schwälmern und Schlit- zerländern in Tracht werden; Herr Georg Hess von Leihgestern, der bestens bekannte oberhessische Mundartdichter, wird hierbei die Leitung haben. In Verbindung mit der Ausstellung veranstaltet der Giessener Derkehrsverein am nächsten Sonntag einen Dlumenkorso, bei dem der Oberhessische Autornobilllub. die Rad- sahrervereine, der Reit- und Fahrklub und dis ' Vereinigung der Gartenbaubesitzer mitwirken werden; die Fahrzeuge werden reichen Blumenschmuck aufweisen. An zwei Rachmittagen der Ausstellungswoche sollen Konzerte am Lindenplatz bzw. in der Plockstrahe stattfinden. Schliesslich ist noch ein Schaufensterwettbewerb für die Zeit der Ausstellung vorgesehen; hierüber haben wir vor einigen Tagen schon näheres mitgeteilt. Wie man sieht, find recht umfangreiche Vorbereitungen getroffen, von denen man ein volles Gelingen der Veranstaltung im Interesse des Ausstellungszweckes und zum Ruhen für die Besucher erwartet. Hoffentlich lässt auch der Wettergott der Ausstellung seine Förderung angedeihen! Gießener Wochenmarktpreise. Es kostete auf dem Wochenmarkt am Samstag das Pfund: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 40, Käse (10 Stück) 60 bis 100, Wirsing 6 bis 15, Weisskraut 5 bis 10, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10, Spinat 25, Römischkohl 10, Bohnen (grüne) 12 bis 18, Bohnen (gelbe) 15 bis 20, Unterkohlrabi 5 bis 6, Erbsen 30, Tomaten 20 bis 30, Zwiebeln 15 bis 20,‘ Meerrettich 80, Kartoffeln 4 bis 5, Frühäpfel 15 bis 30, Falläpfel 8 bis 10, Birnen 10 bis 30, Zwischen 20 bis 35, Mirabellen 30 bis 55, Preiselbeeren 65, Trauben 80, Honig 40, junge Hahnen 90 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Gier 14 bis 15, Blumenkohl 50 bis 120, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 50, Einmachgurken 2 bis 4, Endivien 15 bis 25, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40; das Bund: Radieschen 10 Pfennig. Üornotizcn. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstrasse: „Seine Söhne"; Astoria-Ächtspiele: „Die Stadt der Versuchung". Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, Winde aus südwestlicher Rich- wird der Sand- unv Schlackenbeng h» Saufe bet Zeit verschwinden. WSÄ. W e tz l a r, 4. Sept. Bei dem gestrigen Grotzflug der Brieftauben wurden hier 70 000 Tiere aufgelassen. Es war ein interessanter Anblick, als die Tausende von Tauben die Stadt umkreisten, die Richtung suchten und dann in einzelnen Schwärmen die Stadt verliehen. O Aus dem Kleebachtal, 4. Sept. Wenn in früheren Jahren das Getreide vom Felde eingefahren war und der Wind durch die Stoppeln ging, konnte man auf den Feldern grosse Scharen Gänse sehen, die dort weideten und von Gänsehirt eit gehütet wurden. Heute sieht man derartige Gänseherden nur selten noch in einer Gemeinde. Dies kommt daher, dass sich tung, etwas kühler, vielfach trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 25,4 Grad Celstus, Minimum: 11,5 Grad Celsius. Heutige Morgcntemperatur: 15,8 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 6. September 1926. Die Gartenbau- und Elektrizitätsausftellung. In steigendem Masse rückt die Gartenbau- und Elektrizitäts-Aus ft ellungin der Giessener Volkshalle vom 11. bis 19. September in den Vordergrund des allgemeinen Interesses. Ueber Me Vorbereitungen in der Vollshalle haben wir schon einiges mitge- tcilt; heute seien nun einige Angaben gemacht über das, was die Ausstellung bringen wird. 4k Hachenburg, 4. Sept. Auf der Grube Oranten bei Eichenstruth ereignete sich ein "Einige Störungen in der Gasver- o r g u n g waren in der letzten Zeit Gegenstand von Klagen der Hausfrauen und der Sorge des Gaswerkes. Der Grund hierzu lag in Rohroer. topfungen durch Naphthalin-Mederschläge. Das Gaswerk liess in den letzten Tagen an einigen Stel. ley der Rohrleitung in unmittelbarer Nahe des Werkes Aufbrüche und Prüfungen der Rohre vor- nehmen, wobei der hemmende Bestandteil ermittelt wurde. Mit Hilfe einer Rohrreiniger-Kolonne des Stadtbauamtes wurde der Schaden behoben, so dass die Druckoerhältniffe im Gasrohrnetz und damit die Zufuhr des Gases in allen Teilen der Stadt jetzt wieder völlig in Ordnung sind. Preussen. Kreis Wetzlar. J Wetzlar, 4. Sept. Das anhaltend gute und sehr warme Wetter kommt unserer Landwirtschaft sehr gelegen. In vielen Orten hört man das Gesumme der Dreschmaschine, die in diesem Jahre weit mehr Arbeit zu verrichten hat, als in den letzten. Der Landwirt Tann mit dem Ertrag der Körnerfrucht sowohl, als auch mit dem Stroh wohl zufrieden fein. Rebenher wird schon fleissig an dem Einbringen des Grummets gearbeitet, das ebenfalls, bis auf einige zu nasse Wiesen, einen sehr guten Ertrag bringt. Die Ö6 ft ernte ist bis auf die Dirnen leider nicht gut ausgefallen. Zwetschen, die bekanntlich eine Spezialfrucht des Kreises sind, gibt es nur strichweise, und die Hunderte von obstgefüllten Wagen, die in anderen Jahren die Hauptverladebahnhöfe des Kreises füllten, bleiben heuer aus. Ebenso verhält es sich mit der Aepfelernte. Reben der Landwirtschaft hat besonders das Baugewerbe seine Freude an der ausgezeichneten Witterung. Die in der Stadt und in vielen Orten des Kreises in Angriff genommenen Rotstands- und Stratzenbauarbei- ton kommen rasch vorwärts und geben vielen Erwerbslosen Beschäftigung. Die Häufergruppen des Spar- und Dauvereins und andere Privatbauten dürften schon in kurzer Zett unter Dach sein, so daß mit ihrem Bezug zum Frühjahr bestimmt gerechnet werden kann. Auch in der Industrie hat sich die Arbeitslage allgemein gebessert, und manche Reueinstellung von Arbeitskräften kann verbucht werden. Hoffentlich geht die Entwicklung der Wirtschaftskurve weiter aufwärts, damit eine wettere Entlastung der Gemeinden und des Kreises in der Erwerbslosenfürsorge erreicht wird. Wenn auch die Zahl der Erwerbslosen eine starke Reduzierung erfahren hat, so ist der jetzige Stand mtt rund 1500 für Stadt und Kreis immer noch verhältnismäßig sehr hoch. ZI Wetzlar, 4. Sept. Die Lahn hat leider auch in diesem Jahr ihr Opfer gefordert. Diesmal ist es der 19jährige Sohn des hiesigen Ober- bausührere Däuser, der seit seiner Kindheit taub ist. Der junge Mann ging nachmittags mit seinem jüngeren Bruder unterhalb der eisernen Hand, einer sehr tiefen und kanalisierten Stelle der Lahn, zum Baden. Während der jüngere Bruder noch am Ufer mar, ging der andere bereits in die Lahn. Hier muß er entweder von der Strömung erfaßt worden sein, ober einen Herzschlag erlitten haben; der jüngere Bruder kann jedenfalls keine Aufklärung über das plötzliche Berschwinden seines älteren Bruders geben. Als einige Minuten später noch andere junge Leute hinzukamen, wurde erst das Verschwinden des Dau- ier bemerkt, Alle Versuche, seiner habhaft zu werden, sind bis jetzt erfolglos geblieben. Däuser wird von seinen Slitärbeikm als ein sehr ruhiger und solider Mensch bezeichnet. kz. Wetzlar, 4. September. Der große Schlackenberg der Duderusschen Eisenwerke hat in der letzten Zeit eine starke Veränderung erfahren. Gewaltige Sand- massen werden durch Sprengungen und Baggerungen losgelöst und in dem Werke bei der Zementfabrikation verarbeitet. Wie zwei Riefenaugen leuchten aus dem oberen Teile des Schlackenberges zwei Eingänge am älteren Sandstollen hervor. Schneller als er aufgehäuft war, ’* Eine Stadtverordnetensitzung wird in der nächsten Woche, und zwar voraussichtlich am 16., stattfinden. Diese Sitzung wird die erste nach den Ferien unseres Stadtparlaments sein. ** 11 ni fangreiche Straßenneubau- t e n sind gegenwärtig auf der Weisserde bei der Schönen Aussicht und nach dem Leihgesterner Weg zu im Gange. Es handelt sich dabei um die Aufschließung des dorttgen Baugeländes, das immer mehr in den Vordergrund des allgemeinen Bauinteresses rückt. 3n den neuen Strassen sind sämtliche Rohr- und Kabelleitungen der heutigen Zeit bereits gelegt, so dass sich spätere Strahen- aufbrüche vermeiden lassen. Die Strassen werden vorerst chauffiert. Ferner ist die Goethe- strahe von der Mündung in die Gnauthstrahe aus in der Richtung nach dem Schiffenberger Weg verlängert worden, während von der Gegenseite her nach dem Bahndamm zu und von hier aus nach der Liebigstrahe herüber neue Straßenstrccken angelegt wurden. Unmittelbar an der Ecke Gnauthstrasse-Goethestrasse soll ein neuer Bahnübergang geschaffen und dafür der jetzige eingezogen werden. Auch diese Straßen- bauten sind schon nahezu fertiggestellt, dagegen lässt sich heute noch kein Zeitpunkt der Verlegung des Bahnüberganges angeben. " Die gärtnerische Anlage in der Bahnhof st rasse vor dem Hotel Kühne präsentiert sich immer mehr als eine ausgezeichnete Visitenkarte unserer Stadt vor den Augen der ankommenden Fremden. Die beiden sauberen Rasenflächen in ihrem prächtigen Grün und mit den umfassenden Blumenpflanzungen erfreuen das Auge eines jeden Vorübergehenden. Hoffentlich findet diese Anlage auch stets die sorgfältige Schonung und Pflege, die sie verdient. ** Einen vorbildlichen Blumenschmuck ber Häuser kann man gegenwärtig in ber Gnauthstraße bemerken. Die Fenster ber meisten bärtigen Wohnungen bieten in bem reichen Schmucke ber verschiedensten Blumensorten einen sehr erfreulichen Anblick. Hoffentlich findet biefes lobenswerte Beispiel auch jetzt noch, obwohl wir in ber Jahreszeit schon weit vorangekommen sinb, eifrige Nachahmung. ** Der neue Wohnbezirk an der G r ü n b e r g e r Straße am sog. Professoreneck hat neuerdings einen weiteren Bauliebhaber gefunden. Der neue Hausbau ist bereits im Kellergeschoß fertiggestellt, er dürfte wohl in einigen Wochen noch unter Dach und Fach kommen. Wie man hort, sollen die beiden anderen, jetzt im Dau bereits sehr weit vorgeschrittenen Häuser noch in diesem Herbst bezogen werden. Das Wohnhaus des llniversitäts-Gartenbauinspektors Rehnelt ist feit einigen Wochen bereits bewohnt Die Abteilung Gartenbau wird die vielfältigsten Ergebnisse aus dem Garten- und Feldbau zeigen, daneben wird sie noch Handwerkszeuge, verschiedenerlei Hilfsmittel ufto. enthalten. Weiter rann man Erzeugnisse der Bienenzucht, Obst- und Beerensäfte, .Konserven der verschiedensten Art, Einkochgläser und Apparate, Frühbeetkasten und Frühbeetfenster, Maschinen zur ®ar!enbearbeitung und -pflege, Geräte ufto. in Augenschein nehmen, ferner wird man wertvolle Aufklärung in Düngungsfragen, Schädlingsbekämpfung, sowie tostenlofe Beratung in allen Fragen des Gartenbaues und Pflanzenbaues erhalten können. Die Abteilung Gartenbau weist insgesamt 29 Aussteller aus, die in der großen Mehrheit mit einer reichen Fülle von Material zugegen sein werden. In der Abteilung Blattpflanzen und Topfpflanzen wird die Giessener Gärtner- Vereinigung den Blumensreunden -- und wer wäre das nicht? — reiche und schöne Heber-» raschungen bereiten. Die Gärtnereibesiher machen sehr starke Anstrengungen, um auch den weitgespanntesten Anforderungen genügen zu können. Reben Blattpflanzen und blühenden Topfpflanzen wird man sich noch an Schnittblumen und an der Dlumenbinderei erfreuen können, ferner kann man in dieser Abteilung Obftbäume und Beerensträucher, sowie Blumenkasten aus Beton in Augenschein nehmen. Der Umfang des ausgestellten Materials wird auch in dieser Abteilung recht gross sein. Für eine ausserordentlich reichhaltige Beschickung der Abteilung Elektrizität - 18 Gruppen mit sehr vielen Stücken — haben das Städtische Elektrizitätswerk, die konzessionierten Inftallattonssirmen, der hiesige Möbelverband und die hiesige Schreinervereinigung gesorgt. Die vielseitige Anwendung der Elektrizität un Haushalt wird man in kompletter Wohnungseinrichtung, vom Herrenzimmer und Schlafzimmer bis zur Waschküche, vorgesührt erhalten. Weiter wird man einen elektrischen Backofen mit Däckerc i ma sch i neu in Betrieb sehen, die Brötchen für den Restaurakionsbetrieb in der Dolkshalle werden hier vor den Augen der Besucher her- gestellt. In der elektrischen Kücheneinrichtung sollen die übrigen Speisen hergerichtet werden, und auch dabei hat jeder Besucher die Möglichkeit, dem Betrieb zuzusehen. Den Vorteil, der Elektrizität für gewerbliche Betriebe sollen neben der Bäckerei noch Metzgereimaschinen, Holzbearbeitungsmaschinen, Kühlanlagen usw. beweisen, für das kaufmännische Arbeiten werden zahlreiche elektrische Bureaumaschinen der verschiedensten Art berettstehen, dem Landmann sollen landwirtschaftliche Maschinen zeigen, dass auch dafür die Elektrizität recht gut am Platze ist. Das wird fürwahr eine Fülle von Sehenswürdigkeiten werden, wie man sie hier nicht allzu ost geboten bekommt. Reben der Vorführung das Materials wird die Ausstellung vier sehr lehrreiche Vorträge von anerkannten Fachleuten bringen, berettimg befindliche Reichsapvtheken- gasetz. Im Gegensatz zu der Ansicht der deut» schen Apothekenbesiher, dah das zweckmässigste Apothekenshstem das der frei verkäuflichen und vererblichen Apotheken ist, wollen die Regierungen das System der Personalkvnzession durchführen, bei dem die Apotheken nicht verkauft werden dürfen, sondern von dem Staat dem dienstÄtesten und von gleichaltrigen dem geeignetsten Bewerber für seine Person übertragen werden. Auf diese Weise kamen dre Apotheker erst in einem Alter von über 50 Jahren zur Selbständigkeit. Als weitere allgemein interessierende Derhandlungspunkte feien genannt die Schaffung einer Standesordnung für Apotheker, die Rotlage der kleinen Apotheken und das Verhältnis zu den Krankenkassen, wobei im besonderen die Selbstabgabe von Arzneimitteln an die Versicherten zur Sprache kommen wird. Brückeneinstur, in Spanien. Rach Zeitungsmeldungen aus Barcelona bemerkten die Reisenden eines nach Frankreich bestimmten Zuges beim Passieren der Mvnca dabrücke eine starke Erschütterung. Kaum hatte der letzte Wagen die Brücke passiert, als diese z u s a m m e n st ü r z t e. Der E x p r e ßzu g Barcelon a—P arid, der wenige Augenblicke später den Bahnhof von Barcelona verlassen sollte, konnte noch rechtzeitig angehalten werden. Der Zusammensturz der Brücke wird auf Unterspülung infolge der letzten grossen Regenfälle zurückgeführt. Unfall bei einem Brückeneinsturz. In Besigheim ist eine im Abbruch befindliche alte Holzbrücke über den Neckar e i n g e- st ü r z t. Dabei wurden zwei Personen, unter ihnen der Stadtbaumeister, schwer und drei Personen leicht verletzt. Lxplosionsunglück in München. In den ehemaligen Deutschen Werken, die in einen Strassenbahnhof umgewandelt werden sollen, stieß man beim Ausheben von Erde auf einen Zünder von einer 75-Millimeter- Granate Ein Arbeiter hob den Zünder auf, der im gleichen Augenblick explodierte. Drei Arbeiter wurden schwer und vier leichter verletzt. Ein sauberes Kleeblatt. In Karlsruhe verurteilte das Grosse Schöffengericht nach 12tägiger Verhandlung den verheirateten 22jährigen Kaufmann Kurt Moser aus Tilsit, welcher als Rechner der Karlsruher Ortsgruppe für Kriegsgrä- herfürsorge rund 34000 Mark veruntreut hatte und ausserdem Beihilfe zu Abtreibung leistete, zu drei Jahren Gefängnis. Die mitangeklagte 26jährige Tänzerin Anna D e a aus Stuttgart, die durch Betrug und Erpressung den größten Teil des unterschlagenen Geldes an sich brachte, um damit sinnlos aufzutreten, und sich ferner der vollendeten Abtreibung schuldig machte, erhielt zwei Jahre neun Monate Gefängnis, ihr ‘Bräutigam, der 26jährige Buchhändler Egon M a r c i a n aus Altona, der von Moser erhaltene Schecks einlöste, wegen Hehlerei drei Monate Gefängnis. _______ ______ c- Gießen geführten Verhandlungen Haden zu s o n n t a g. Am Allerseelentag und am Töten- geb nie geführt, daß im kommenden Wi fonntag, den Tagen liebenden Gedenkens für alle Gießener Stadttheater wieder in Verstorbenen, geben die Gedarcken so mancher Marburg spielen wird. Auch werden hier Mutter, mancher Gattin hinaus über die deutschen voraussichtlich Opernvorstellungen des Kasseler Grenzen-, tief hinein in früheres Feindesland zu Staatscheaters stattfinden. Im Gegensatz zum ver- cinem stillen Hügel — einem Soldatengrab. Die gangenen Winter ist ferner die Ausführung von eigene Hand vermag die teure Stätte nicht zu/ musikalischen Komödien sowie Operetten geplant, schmücken, doch der Vollsbund Deutsche Krieger- gräberfürsorge hat auch in diesem Jahr wieder KrelS -oKDCtttoPf. dafür Sorge getragen, dah Blumen und Kränze )| Wallau, 5.Sept. Freitag früh brannte auf den Grabstätten niedergelegt werden können, hier die mit Erntevorräten gefüllte In dem soeben erschienenen Septemberheft der Scheune des Einwohners Jakob Groh nieder. „ Ätiegergräberfürforge“ find die Friedhöfe in | Die Feuerwehr mußte sich auf den Schutz der um- 26 Ländern namhaft gemacht, auf denen die Kriegergräber durch den Vollsbund geschmückt werden können. Erfahrungsgemäss werden Tausende dankbar die gebotene Gelegenheit ergreifen, um nach alter deutscher Sitte auch die fernen Gräber mit Blumen zu schmücken und somit erneut den Beweis der nie versiegenden Liebe lenf löz abzubauen, um bann die Schienen ufto. wegzureitzen, als plötzlich der Kohlen- b e r g zusammen stürzte und die Arbetter unter sich begrub. Die sofort vorgenommenen Bergungsarbeiten förderten den Bergmann Alfred Weber aiss Eichenstruth als L e i ch e zu Tage. Die herabstürzenden Erdmassen hatten ihm den H i n t e r k o p f vollständig zerquetscht, wodurch der T o d unmittelbar ein» getreten war. Der Unglücksfall ist um so tragischer, als der Tote erst kurz verheiratet war. Kreis Westerburg. CO Westerburg, 4. Sept. Als Abschluß der burschenschaftlichen Tagung aus dem Schloß in Westerburg stellten die Studenten und alten Herren einen Fackelzug zusammen, der sich unter den Klängen deS Westerburger Diäserchores vom Schloss durch die Stadt nach dem Sportplatz bewegte. Dort loderte eine mächtige Flamme unter dem Gesang „ Flamme empor" zum herrlich gestirnten Firmament. Rach dem Feuerspruch hielt ein Tiroler Student eine begeisternde Ansprache, in der er besonders der im Wellkrieg gefallenen und der durch den Friedensvertrag abgetrennten Brüder gedachte. In langem Fackelzug ging es dann über den Marktplatz, wo die Studenten sich nochmals in grossem Kreis aufstellten, um das Deutschlandlied zu fingen, wieder zurück zum Schloß- platz, auf dem die Fackeln zusammengeworfen und unter Absingen von Scheide- und Abendlieder verbrannt wurden. Am nächsten Tage brachten die ersten Züge die Teilnehmer an der Tagung schon in die verschiedensten Gegenden Deutschlands zurück. — Für den südlichen Teil des Kreises sanden in Wallmero d bei herrlichem Sonnenschein die I u g e n d Wettkämpfe der Schuljugend statt. Unter fröhlichem Gesang zogen die Schüler unb Schülerinnen in Begleitung ihrer Lehrpersonen, des Kreis- jugendausschusses und der Kampfrichter nach dem Sportplatz. In mehreren Riegen wurden die einzelnen Hebungen im Dreikampf (Weitsprung, Ballwurf und 100-Meter-Lauf) auggetragen. Das Ergebnis ist noch nicht gezogen, die Preisverteilung konnte infolgedessen noch nicht vor sich gehen. Im Stafettenlauf konnten die Schüler der Volksschule zu Wallmerod den Sieg erringen, während Westerburgs Volksschülerinnen für die weibliche Jugend den Sieg an ihre Fahne heften konnten. Zur Belohnung für die Anstrengungen wurde den Teilnehmern für den nächsten Tag schulfrei gegeben. Maingau. Frankfurt a. M., 4. Sept. (WSR.) Rach wochenlangen Bemühungen gelang es der hiesigen Kriminalpolizei, einen schweren Jungen, den 27jährigen Qltonteur Erwin Ernst von hier, der feit fast IV, Jahren gesucht wird, sestzu- nehmen. Trotz seiner Jugend ist Ernst ein alter Bekannter der Polizei. Er hat noch eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen, außerdem stehen ihm noch für eine Reihe noch nicht abgeurteilter Einbrüche Bestrafungen in Aussicht. Ernst ist nicht nur Einbrecher, er versteht sich auch aufs Ausbrechen sehr gut. Es ist ihm schon zweimal gelungen, aus gerichtlichem Gewahrsam zu entkommen. Als et sich von den in einem hiesigen Spielklub erlittenen Strapazen in einer Mansarde au-ruhen wollte, wurde er verhaftet. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge find lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. ** Das Auto-Unglück in der Wil- Helmstraße, bei dem bekanntlich der Weißbinder SSsHSS | SH »erftarb. befinbet sich nach dem Wlchluß ber pal!- Sr M id) zur Stunde noch nichts sagen f-r diese wesentlich höher als zu Vor- * Veteranen ^er Arbeit. Die Schrift- friegszeiten. Es wäre sehr zu wünschen, wenn etzer Heinrich Krieger und M ich a el Re tz ° ^e Gemeinden wieder, wie früher, zur Hebung ler konnten in diesem Jahre auf 61^ bzw 60iahrigc dadurch beitrügen, daß sie Gänse- Berufstätigkeit zurückblicken. Krieger lernte in harten ^stellen. Es dürfte wohl nicht schwer Marburg und ist noch in der v. Munchowschen falIerii aud ZM der in jeder Ge- Druckerei tätig, und Keßler, der m Frankfurt meinde vorhandenen Erwerbslosen ufto. zu finden, lernte, übt seinen Beruf noch m der Bruhlfchen w Aus dem Hüttenberg, 4. Sept. Der Universitäts-Buch- und Steindruckerei aus. um i n e r o t l a u f, der in früheren Jahren Samstag veranstalteten die Gießener Buchdrucker |n &en fyej&en Sommermonaten zahlreiche Opfer zu Ehren der Jubilars eine einfache Feier. Der un(er ben Schweinebeständen der hiesigen Gegend Vorsitzende des Ortsvereins, 3. Moutarde, forderte, ist in diesem Jahre fast gar nicht überreichte jedem der Jubilare nach einer ihre aufgetreten. Dies mag darauf zurückzuführen Tätigkeit würdigenden Ansprache einen wohlgefull- ^in, daß die Landwirte jetzt ihre Schweine recht- ten Präsentkorb, während sie gesanglich von dem zeitig im Frühjahr gegen diese Seuche impfen Gesangverein Gutenberg geehrt wurden. Musik, ge- (a«en roa5 nc früher nur selten taten, mcinschaftliche Lieder und humoristische Dottrage füllten die übrigen Teile des schön verlaufenen j VctCie Marvuvg. Abends aus. nt.< B3 Sonntagsjunge angekommen! r Gietzen (Univ.-Frauenklinik), den 5. Sept. 1926 71H0D ■ -4 7199a 'IM - ■ V. 7177sl ! Gießener Auskunft erteilt wird. 7192V Miere s 7184V Stellenangebote AstonadJchts p iele 25 Rm. 6813V Tiicht., ehrt , gesund. für dauernd gesucht. 7195D [06110 ' F eine wegen sehr 3 Ar einen die Bei liche 91 Ernst i k !M)rte langsar rtussch 1. ' 2. Du 9 Uhr erste! Ruder ©ebr. Nicolaus, Gietzen Baudekor.'Geschäst, Schiffend. Weg 2. I 2 r Willi 2 Curt ® der Lan wohloer Bors'ger Niem- Mannsä und hl @eot( den 20. Stobt von b larer । O s Studienrat Ernst Hölzel und Frau Else geb. Kilbinger Haupt Rednei men zr Worte oatirlän H'pp-Hii stimmte dürtzerm 6x W iMtz- sports Landwirt und Geschäftsmann sucht auf erste Hypothek Meni Sritter erhalt, wichtige Aufklärung kostenlos durch Fr. 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Wasle :acharzt für Haut-und Beinleiden Mittwoch, den 8. September: Wiederbeginn der Sprechstunde 10V2 bis 12V2, 2 bis 3 Uhr. renne' bent'®01 allein i< mürbe l Jnteress etwa oa etwa 2 Vovish die ® sich^ larer) das Wanl »Seit Jr-Hrxn HU Ich an einem sehr schnür-- halten • Di 1877 W Sampl1 non M ®onD Zahle z Äin renne eine (G „Nuber mö6*0 hinben- bichten es je?1” MM NM sökl äröBlein mit guter Schulbildung für kaufmännisches Bureau gesucht. Schriftliche Angeb. mit Gebaltsansvr. unter 7191D an den Gien. Anz. erbeten. Vogelhaus. Wolkengasse 17. Grotze Sendung verschiedener Zterltsob* arten, so lange der Vorrat reicht, äu- sterst billig. 06107 Färberei Gebr. Rover ehern. Reinigungswerke -----Laden: Marktplatz 8 :: Telephon 1459 »u— ^.6. Carl Hoo>, 60 Atterwea 60, Telephon 1646. iBertr. d. Zündapp- u. Horex-Motorräd.) Zwei Bettstellen mit Mair., ein Nacht- IMb i] H die A Bei Bäckereien bestens etnges. Vertreter (Mehlreitenderod. ehem.Bäckermstr.l A. Vertrieb eines la fL Backfettes gesucht. 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Als ernsteste Bewerber um die Kreismeisterfchaft gelten Gießen, Marburg, Wetzlar, diese in sich wieder ungefähr in der genannten Reihenfolge. Eingreifen in diesen Kampf könnten evtl, noch Ockershausen unb Herborn, während wohl Butzbach, Dillenburg und Frankenberg den Schluß machen werden. Räheres läßt sich jedoch erst nach Ablauf der ersten Termine sagen. Beherzigenswerte Ermahnung. Kassel versuchte seinerseits mit Hochdruck, wenigstens noch den Ausgleich zu erzielen. Tragisch ist es zu nennen, daß es ihm ausgerechnet in ten letzten Minuten, um die die reguläre Spielzeit wegen -Zeitverlusts verlängert worden war, gelang. Das eine sei noch gesagt: das Spiel wäre von der Platzmannschaft gewonnen worden, wenn nicht wieder, von der linken Sturmseite her- rührend, die Homogenität der Mannschaft zerstört worden wäre. Die Alte-Herrenmannschast lieferte sich mit der aktiven Lollars, nachdem sie von Borsprung nahezu auf. Mit 7:6 Toren blieb Wetzlar zum Schluß in Front. Trotz der heißen Witterung war das Tempo äußerst schnell. Beide band erläßt an leine Derbandsoereine folgenden 21 u fr u f, der nicht nur für die süddeutschen Vereine gilt: „Auf der ganzen Linie setzen die Spiele um die Meisterschaft ein. Aller Leitgedanke muß es sein, daß es nicht nur um Sieg und Punkte geht, sondern daß ein jeder einer höheren Pflicht zu genügen hat. Jeder muß uon der Absicht durchdrungen sein, seinen toport so auszuüben, daß der Zweck unseres Verbandes erreicht und dessen Aufgabe erfüllt wird, nämlich die körperliche und geistige Ertüchtigung der Heranwachsenden Generation und die Verbreitung und Hebung des Fußballsportes durch wahrhaft muster- Mannschaften zeigten anerkennenswerte Leistungen. Das Spiel war fair von Anfang bis zu Ende, wozu die ausgezeichnete Leitung des Lich noch eine Absage erhalten hatte, ein torreiches Treffen. 4:4 lautete das für sie günstige Resultat. Die 1. Jugendmannschaft verlor gegen die gleiche von „Germania" Marburg 2:1 Die Dritte war vergeblich nach Rieder- g i r m e s gefahren, da angeblich von dort eine Absage abgegangen fein sollte. Freie Turner-chast Heuchelheim L So ziemlich alle Fußballanhänger. die sich am Sonntag für diesen Zweck frei machen konnten, fanden sich auf dem Heuchelheimer Sportplatz ein, denn Gießen und Heuchelheim rangen um die Punkte. Der Bedeutung des Spieles entsprechend war der ganze Rahmen: Überall wurden die Gewinnchancen abgewogen, am schlechtesten kam hierbei der Borschauschreiber ab, einmal, weil er den Gießenern den Sieg nicht von vornherein zuschrieb, auf der anderen Seite waren die Heuchelheimer Dereinsfanatiker aus demselben Grunde nicht seiner Meinung. Um einmal dabei zu bleiben: dieser Sünder, der es immer verkehrt macht, behielt recht, denn die Partie blieb remis, die Punkte wurden geteilt, und jede Mannschaft hat ihren Punkt redlich verdient. Gießen infolge besseren Verständnisses der ganzen Mannschaft, Heuchelheim mit Hilfe feines ganzen Energie- Front, aber unverdrossen machten sich die wiederzuerkennen, zumal Gießen jetzt mit der baPPort neue Anhänger, besonders unter der Ju- Sonne im Gesicht spielen mußte. Vom Anstoß genv, zuzufuhren. weg drückte Heuchelheim sehr stark, der Gießener Der Turnverein 1847 Wetzlar be° „ßange“ muhte alle Künste eines Tormannes an- gann am gestrigen Sonntag sein Abturnen mit wenden, muhte aber trotz feiner guten Abwehr- volkstümlichen Mehrkämpfen und Geräteturnen, arbeit in der 7. Minute hinter sich greifen. Der Die Ergebnisse lagen bei Abschluß dieser Zellen abermalige Angriff Heuchelheims brachte zunächst noch nicht vor. Das Abturnen wird am kom» eine Ecke und unmittelbar darauf das 2. Tor. menten Sonntag, 12. September, fortgesetzt. 00061 Klette d l fliif Mannschaft, während die klb-Mannschaft Gießens in Naunheim von der bärtigen neugegrünbeten Zweiten verhältnismäßig hoch (6:1) überfahren wurde. — Die Marburger Zweite blieb im Kampfe gegen die Wetzlarer Zweite ebenfalls siegreich, indem sie das Spiel 5:1 für sich entscheiden konnte. — In Fronhausen standen sich die ersten Mannschaften Fronhausens und D a u b r i n - g e n s gegenüber. Fronhausen trat mit Ersatz, und dabei nur mit 10 Mann an, konnte aber trotzdem bald nach Spielbeginn das erste Tor erzielen. Dau- bringen glich bald daraus aus. Kurz nach Halbzeit war Baubringen abermals erfolgreich, Fronhausen biteben weitere Erfolge versagt, zumal ein Spieler ausscheiden mußte und ein weiterer vom Schiedsrichter herausgestellt wurde. Die Gießener Jugend konnte die Marburger Jugend recht knapp schlagen. Das Resultat lautet 3:2 für Gießen. — Die Blasbacher zogen vor, gegen die Wiesecker Jugend gar nicht erst anzutreten und überließen die Punkte kampflos. Wetzlarer Sport tz. In Wetzlar selbst fand gestern nur eine sportliche Veranstaltung statt. F. C. Polizei hatte zum Rückspiel den Butzbacher Po- lizeifportverein zu Gast. Im Vorspiel waren die Wetzlarer mit 2:0 Sieger geblieben. Damals schon zeigten beide Mannschaften nichts besonderes. Richts Besseres kann man von dem gestrigen Spiel sagen, zumal es in Redensarten । und Gehässigkeiten ausartete. Im Endresultat blieb Butzbach glücklicher 2:3-Sieger. Die meisten Torschüsse gab Butzbach ab, aber aus zu weiter Entfernung, so daß sie der Wetzlarer Hüter leicht hielt. Hingegen hatte Wetzlar die sicheren Torchancen, schoß aber zu unplaciert und zu aufgeregt. Die Torerfolge führte Wetzlar mit einem Alleingang des R. QL an. Dann übernahm Butzbach mit 2:1 die Führung, bis Wetzlars Qltittelftürmer durch einen langen Schuh den Ausgleich erzielte. Einem zu Unrecht gegebenen Sttafstoh verdanken die Butzbacher einen unverdienten Sieg nach beiderseits ausgeglichenem Feldspiel. Einen weitaus schöneren Kampf lieferte die Wetzlarer S t a d ions chulm annschaf t mit ihrem Sportlehrer Paulus am Samstag abend in Gießen dem Männerturnverein Gießen. Die jungen Wetzlarer Spieler zeigten gute Schulung, die besonders im Jnnenspiel öim OW cMemäv | zweit gc r u. reM j PIOdltLll MM r jener M sind zur gelangt zoievrrkau' labt u-'N l General' . Bncbactv ;äue 11- A I Lose Jr Wallenfels, Hans Mohr, Willi Müller, | Willi Müller, Willi Becker- Willi Michel, Cutt Georgi, St.: Willi Roloff) wurde nach der Landung vom Publikum umringt, das Zeuge der wohlverdienten Siegerehrung sein wollte. Der Vorsitzende der Rudergesellschaft, Weinhändler Ernst Niemann, würdigte die glänzende Leistung der Mannschaft in wohlverdienter, gebührender Weise und hob dabei hervor, daß mit diesem Erfolge Georgi den 30., Müller den 25. und Michel den 20. Sieg errungen habe. Ein begeistert aufgenommenes Hipp-Hipp-Hurra auf die siegreiche Mannschaft schloß diese Ansprache. Namens der Stadt Wetzlar sprach Beigeordneter Richards von dort die herzlichen Glückwünsche der Wetzlarer aus, die von vornherein den Sieg der Gießener als sicher angesehen hätten und froh seien, daß sich die Wetzlarer Mannschaft gegen die Sieger überhaupt so gut gehalten habe. Weiter widmete der Redner dem guten, freundnachbarlichen Einvernehmen zwischen Wetzlar und Gießen recht sympathische Worte und wies schließlich treffend auf die hohe vaterländische Bedeutung des Spotts hin. In das Hipp-Hipp-Hurra auf das deutsche Vaterland stimmte die Menge freudig ein. Hierauf sprach Oberbürgermeister Keller namens der Stadt Gießen. Er betonte, der Preis solle ein immer neuer, tat« I kräftiger Ansporn für die Ausübung des Ruderspotts in den beiden Städten sein. Es sei ihm eine Freude, zum erstenmal den Preis der siegreichen Gießener Rudergesellschaft zu freuen Händen übergeben zu können. Sein Hipp-Hipp-Hurra galt der Gießener Rudergesellschaft und der siegreichen Mannschaft. Anschließend überreichte der Oberbür- ! germeister jedem Mitglied der Siegesmannschaft ein । Mfrenzeichen. Den Dank der Ruderyesellschast und die 23erfid)erung, daß sie auch weiterhin ernste sportliche Arbeit leisten werde, brachte der Vorsitzende Ernst Niemann zum Ausdruck. Er schloß mit Hipp-Hipp-Hurra auf die deutsche Jugend und das deutsche Vaterland. — Nachstehend der Rennbericht: Ausscheidungs-Rennen bet beiden Gießener vereine. 1. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 5,49$. 2. Verein Rudersport Gießen 1913 6,02. Durch dichten Wassernebel verzögert sich der auf 9 Uhr angesetzte Start um eine halbe Stunde. Der erste Start mißlingt; beim zweiten übernimmt die Ruder-Gesellschaft sofort kleine Führung, die sie langsam aber stetig ausdehnt. Auf halber Strecke beträgt der Vorsprung 1* Längen, im Ziel etwa 3 Längen. Die Arbeit in beiden Booten macht einen lahmen Eindruck und ist kurz. haupk-Rs^«en. j 1. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 5,36. ) 2. Wetzlarer Ruder-Club 1800 5,43. Bei beiden Booten gelingt der Statt. Wiederum führt Gießen sofort und dehnt feinen Vorsprung langsam aus. Er beträgt bei 1000 Meter 1 gute Länge und im Ziel etwa 2 Längen. In beiden Booten ist die Arbeit flüssiger als am Vormittag. Fußball. Die Lahnkreisliga. " tz. Trotzdem die Aufstiegspiele für die Lahnkreisliga twch nicht beendet sind (Gladenbach, Allendorf und Dietergirmes spielen noch ten dritten Vertreter aus), hat sich ter Kreis» ausschuß veranlaßt gesehen, kurzer Hand die Kreisliga mit nur acht Vereinen zu benennen, und zwar: Gießen 1900, Germania Marburg, D. C. Wetzlar, V. f. R. Butzbach, Dillenburg, Ockershausen, Herborn und Frankenberg. Auch die ersten Termine für den Kreis sind bereits erschienen: 12. September Gießen 1900 gegen D.f.D. Butzbach, Germania Marburg — Sp. D. Herborn, Dillenburg — F. V. Ockershausen. 19. September Gießen 1900 — B. C. Wetzlar, F.C. Ockershaufen — D. f. D. Butzbach, Sp.V. Herborn — Dillenburg, Frankenberg — Germania Marburg. 2 6. September Sp.V. Herborn — Gießen 1900, B. C. Wetzlar — Frankenberg, V. f. R. Butzbach — Germania Warburg. 3. Oktober Gießen 1900 — Frankenberg, Dillenburg — D. f.R. Butzbach, Sp.V. Herborn gegen Ockershausen. 10. Oktober Gießen 1900 gegen Dillenburg, B. C. Wetzlar — Germania Warburg, V. f.R. Butzbach — Sp.V. Herborn, Frankenberg — F. V. Ockershausen. 17. Oktober Germania Marburg — Gießen 1900, B. E. Wetzlar — Sp. V. Herborn, Frankenberg gegen V. s.R. Butzbach. 2 4. Oktober F. V. Ockenshausen — D. E. Wetzlar, Herborn gegen SrMAwberg, Dillenburg — Germania Marburg, A. B. Ockershausen — B. C. Wetzlar. 31. Ok- Gießener Ruderer siegreich. Der Städtc-Achter-Wettkampf Gießen — Wetzlar. Die Gießener Ruder-Gesell sch oft 18 7 7 hatte gestern wieder einen gasten Tag. Mit Genugtuung konnte sie nach schönem sportlichen Kampfe auf der Lahn als Siegeszeichen den von den Städten Gießen und Wetzlar gefluteten Wanderpreis heimbringen, um den in diesem Jahre zum erstenmal gekämpft wurde. Am Vormittag fand das Ausscheidungs- rennen der beiden wettstreitenden Gießener Ver- eine (Gießener Rudergesellschaft 1877 und Verein „Rudersport" Gießen 1913) statt. Ein Verhältnis- mäßig zahlreiches Publikum hatte sich hierzu emge- funben, um zunächst bis gegen 9.30 Uhr in den — dichten Dkorgennebel zu gucken. Allmählich wurde es jedoch lichter, und mit ansehnlicher Verspätung ging das Rennen dann vom Stapel. Die Ruoer-Ge- sellschaft 1877 errang sich dabei einen bombensicheren Sieg. Kurz nach 5 Uhr nachmittags fand das H a u p t = rennen statt. Der Zuschauerkreis war gegenüber dem Vormittag stark angewachsen, denn das herrliche Wetter machte einen Aufenthalt an der Lahn allein schon zum Genuß. Mit starker Spannung wurde der Kampf der beiden Achter verfolgt, das Interesse flaute auch nicht im mindesten ab, als sich etwa auf halber Bahnlänge — die Rennstrecke war etwa 2000 Meter lang, Start am Felsen, Ziel am Bootshaus der Rudergesellschaft — klar ergab, daß die Gießener Rudergesellschaft 1877 sicherer Sieger über den Konkurrenten, Wetzlarer Ruder-Club 1880, war. Unter stürmischem Beifall des Publikums passierten die Gießener als erste das Ziel, damit den ersten Kamps um den Wanderpreis für Gießen entscheidend. Die siegreiche Mannschaft (Ludwig Klaus, August ßener elbaus. n gaffe 17. enSuliaver- r Zlertliei- lange der reicht. U g. 06107 ' 7200D erbeten. iu jucht D. s. B. v. f. B.-Ciga — hermania Kassel 2:2 (1:0). (Eine Minute vor Schluß gleiqjt Kassel aus. Wetzlar. Hier trat ter Männetturnvereinl konnte Rauheim durch leichtsinnigen Torabwurf Marburg mit Ersatz ter Turn- unb Spott- des Gießener Torhüters, ter im allgemeinen gut Vereinigung Wetzlar gegenüber. Das Endergebnis gefiel, feinen ersten Erfolg buchen. Ein weiterer lautet 3:2 für Marburg, die Meisterschaftsaus- plazierter Torschuß des Nauheimer Halblinken sichten dürste Wetzlar nunmehr endgültig begra- stellte das Resultat auf 3:2 für Gießen. Dis zum ten haben. Schluß gelang es dem Halbrechten Gießens, noch Richt minder Überraschend ist das Ergebnis zweimal erfolgreich zu sein, so daß beim Abdes Spieles Raunheim gegen Wies eck in pfiff das Resultat 5:2 für Gießen lautete- Zu Raunheim. Dis zur Halbzett führte Wiefeck 2:0, erwähnen ist noch das fangsichere Spiel der Der» konnte das Resultat auch weiter halten, bis teibigung und das vorzügliche Kombinationsspiel ein Spieler infolge Verletzung ausscheiten muhte, ter Stürmerreihe. Der Schiedsrichter war dem wodurch Raunheim zunächst aufkam. Einige un- Spiel ein aufmerksamer und gerechter Leiter, gerecht empfundene Entscheidungen des Schiebs- Rach diesem Spiel gegen den vorjährigen Ta» richters demoralisierten die Mannschaft, und das bellenzweiten der Meistettlasse dürfte Gießen Spiel nahm eine derartige Schärfe an, daß es einen beachtenswerten Gegner in den kommenten beim Stande 3:2 für Raunheim von Wiefeck ab- Verbandsspielen abgeten. gebrochen wurde, nacktem die Mannschaft zu 5)aß Spiel ter 2. Mannschaft gegen die diesem Zeitpuntt nur noch mit 7 Mann spielte, j Alsfelds endete zu Gunsten Alsfelds 2:1. Lollar, das in Alsfeld gegen die dortige Für die Derbandsfpiele bürften sich diese Mann» 1. Mannschaft anzutreten hatte, unternahm den schäften iroch ein besseres Zuspiel aneignen. "Beide Kampf mit nur 10 Mann. Trotzdem konnten sie das Matmschaften waren sich ziemlich gleichwertig. Spiel 2:0 für sich entscheiden. Alsfeld konnte durch ein Selbsttor des Gießener WeitereBerbandsspiel-Resultate Ä„u,li^Äfe“i Die Gießener Ha-Mannschaft gewann äußerst war eine Minute dem Gedächtnis des verstorte- fnapp (1:0) in Rodheim gegen die dortige erste I nen Kreisvettreters Schmuck gewidmet. Gießen sah den schon sicheren Sieg immer mehr — schwinden und wehrte sich verzweifelt gegen Ergebnisse von gestern. wettere Erfolge. Das Spiel wurde schärfer, ein mancrn Müncken — München 1860 0'0 — richtiaes Punktespiel. Infolge seiner Anstrengun- Spog Wtth - F.C. Fürth 40 - 1 F.C Bangen kam Gießen wieder auf die Hemhel^ ^uth — I.F.C. Nürnberg 0:7. — A. S. D. Nürn- .?ber ein erzreiches ^rstorungssplel. b gz. f. R. Fürth 5:1. — Eintracht Frankfurt Beiderseits wurde noch je ^e ^everchossen (Main) £ QnQU 93 3:1. - Offenbacher Kickers - bls bet einem forcierten Angriff ter Einheimischen f ß Neu-Isenburg 3:1. — Hanau 94 — F. S. C. der Gießener Tormann nut "nem Auge bei den a 0:1ti Mktoria Aschaffenburg - Zuschauern wellte wo grade »was los war Das @ermonia Frankfurt a.M. 1:3. - Union Niederrad ©rgebmß: Heuchelheim schoßbaL bntte unö tenut @ Not-Weiß Frankfurt a.M. 2:3. — Pri- Q^Vfoietente Tor Roch lO Qffinuten Spielzeit vat-Städte-Spiel Köln — Konstantinopel 1:0 (1:0). beiderseits energische Angriffe, Gießen lieh noch I Schwan-Weiß Esten Hannover 96 4 3 mals alle Minen springen, es war ledoch Per- ^chwarz-^eitz upen Jjannooer uv 4.d. gebens. Unmittelbar vor Schluß hätte Heuchel- I • heim beinahe das Siegestor geschossen, wenn der I JjlITlUVUU. Stürmer sich nicht zu dem zu Fall gekommenen Gießener Tormann gelegt hätte. So konnte der T. D. 1846 (BtfcQCTl 1. — auf ter Torraumlinie liegende Ball noch im sHrMihoim 1 S • 9 letzten Augenblick herausgeschlagen werden. Die- JCdUy^lni I. Ö . L {£.!))• fern nochmals spannenden Moment folgte der Gestern nachmittag fand auf dem Wald- Abpfiff, ter ein Spiel beendigte, dem weiter spottplatz des V. f. B. ein Gesellschaftsspiel zwi» nichts fehlte, als etwas mehr Ruhe und -- ge- schen diesen Vereinen statt. Tv. 1846 hatte An» fagt muh und soll es werten: etwas mehr Rück- Wurf und brachte ten Ball sofort vor das gegne- sicht auf seine Mitspieler, auch wenn es „®egner“ rische Tor, wo nach kurzem Zuspiel ter Rechts» sind. außen in ter 2. Minute einsenden konnte. Ge» Die Jugend Heuchelheims, die ihr Der- raume Zeit später konnte der Rechtsaußen er» bandsspiel in Ähehlar auszutragen hatte, zog neut erfolgreich sein. Bis zur Halbzeit wurde es vor, nicht anzutreten und somit dem Gegner an dem Resultat nichts mehr geändert. Sieg und Punkte kampflos zu überlassen. tfura nach Wieteranpfisf gedachte ter Spiel- Anscheinend infolge eines Mißverständnisse wart des Tv. 1846 des verstorbenen 1. Kreis» fam das Spiel ter 2. Mannschaft HeuchÄ- Vertreters Schmuck und ließ zu tessem Ge- heims mit ter 2. Mannschaft Wiesecks nicht I dtzchtniz das Spiel um eine Minute ruhen. Bald zum Austrag. darauf konnte Gießen durch seinen Halblinken die Torzahl auf drei erhöhen. Durch schnelleres (jlDCl HlOerrögClJUTlyeil. Zuspiel und eifrigeres Spiel der Läuferreihe war £ Die eine überraschende Kunde kam aus Gießen Rauheim etwas überlegen. Trotzdem einsahes. In ter erften Halbzeit hatte Gießen die gülttqc Spiele. I grelle Sonne im Rücken, zeigte das geringere Anständiges, sportliches Verhalten überall, Maß an Nervosität und hatte so ziemllch die Achtung vor dem Gegner, Unterordnung dem ganzen 45 Minuten das Spiel in ter Hand. Die I Schiedsrichter gegenüber, sind die ersten Voraus- gefamte Heuchelheimer Hintermannschaft zeigte sekungen für einen Sportsmann. Jede Selbsthilfe sich reichlich unsicher und erleichterte dadurch .st verboten und verfällt strengster Bestrafung. die Erfolge der Gießener. Mit Ausnahme des Die Platzvereine haben für die Aufrechterhal- Mittelläufers flehten die Läufer zu fest am tung der Ordnung: für den unbedingten Schutz von Gießener Sturm, dem eigenen fehlte e8 bann an Schiedsrichtern und Spielern Sorge zu tragen, wi- Unterstützung. Vom Anstoß weg lief tee Gie- drigenfalls fällt ihnen die volle Verantwortung zu. ßener KombinationsmafHine, ter erfte^ schon sehr Alle Behörden des Verbandes sind gehalten. Aus- brenzlich für Heuchelheim ausfehende Angriff wüchsen auf den Spielfeldern mit aller Schärfe zu wurde infolge Abfetts unterbunden. Der Abstoß begegnen. Ganz besonders wird den Schiedsrichtern wurde vom Heuchelheimer Sturm vorgetragen, zur Pflicht gemacht, ohne Unterschied der Person am Strafraum verfchuldtte Gießen einen StrrnCi erzielte in der 33. Minute seine der Dezirksllga anzusehen. Es war mn harter, 2. Ecke, eine Minute später erhielt Heuchelheim aber stets fairer Kampf, bei dttn sich Ene^ie einen @[fmetcr Ausgleich hing in der und Durchschlagskraft auf Kas els Seite mit der ß f Dombenschuh ging jedoch aus. Hn- ten D.f.D.^n eigenen Technll ausg^ichem d. h mitte[bar öarauf Elfmeter für Gießen, den der soweit es sich auf unentschiedene Verhältnis be- ^^Iheimer Torhüter famos hielt. Einige zieht. Dei ter Gesamtwertung muß man der AhU ber Heuchelheimer Verteidigung wurden Platzmannschaft eine leichte Llebertegenhett zu- geschickt ausgenutzt, in der 42. Minute siel erkennen, da sie das reifere und schönere Spiel 2 $Dr eine Minute später das dritte , - - - vorführte und die größere Anzahl Torgelegen- . , . Schiedsrichters Seibert- Wetzlar besonders Hellen herausarbeitete. Ihr Spiel war durch- - ©iehen unstreitig im Vottell, beitrug. Man kann zusammenfassend behaupten, dacht, infolge übergroßer Nervosität jedoch nicht wgrVievev^NM^«daß das Spiel dazu angetan war, dem Hand- in tem Maße wie in den beiden letzten Privat» uach her Mu,e war jeoog) yeutyeipeim । treffen. Der Gegner, von dem noch bekannt wurde, daß er vorigen Sonntag gegen einen der spielstärksten Vereine Kassels 1:0 gewonnen hat, I wartete dagegen mit einer weniger ausgeklügel» I ten, aber sehr rationellen Spielweise auf. Das Spiel begann mit einem recht plan» lofen Hin und Her, bis V. f. D. sich zuerst fand und fangfam System in seine Aktionen brachte, dabei im Feld sich leicht überlegen zeigend. Einigen gut angelegtes Angriffen, in glänzender Kombination vorgetragen, fehlte jedoch ter letzte Druck, ter mit Einsatz aller Energie zum Erfolg hätte führen müssen. Wenn es auch wenige Gegenbesuche waren, die die „Hermanen" abstatteten, so waren sie umso gefährlicher. Böckler rettete zweimal in höchster Rot durch Fußstoß. Das Zuspiel ter Läuferreihe ] der Platzelf wurde immer besser, der Sturm ' im selben Maße -aktionsfähiger. Angriff auf Angriff rollte denn auch in gutem Kombinationsstil aus ba£ gegnerische Tor, bis Sieger durch Rachfetzen und scharfen Schuh ten Führungstreffer erzielte. Kassel lieh sich keineswegs entmutigen unb versuchte fein Heil in äußerst forschen Durchbrüchen, ohne zum Erfolg zu kommen. Pause 1:0 für V. f. B. Rach dem Wechfel bei- derfetts toieber äußerst forsches Spiel, wobei erfreulicherweise kaum einmal bie Grenze des Erlaubten überschritten wurde. Kassel kam mehr und mehr auf, wohl infolge starken Rachlassens bes sonst so hervorragenteii Mittelläufers I Pitsch, dem anscheinend bie ungewöhnliche Hitze sehr zusehte. Seine sehr guten Rebenleute Köhler und Henrich II. (für ten erkrankten Dick- hardt) konnten nicht verhindern, baß der gegnerische Sturm immer wieder durchsam unb auch schließlich den Ausgleich erzielte. V ö ck l e r, noch an einer alten Verletzung leitend, durch eine neue statt behindert, wirkte kaum mehr noch als Statist. Dingel unb Kreß verrichteten gute Abwehrarbeit unb halfen sogar zeitweise mit in der Läuferreihe. Allmählich gewann D. f. D. wieder Blüten, besonders wenn Pitsch für Minuten in Schwung kam. Möller rih den Sturm immer I wieder nach Dorne, dabei technisch unb taktisch wirklich hervorragend. Eine feine Vorlage von I ihm führte denn auch iiach systemdollem Angriff durch Kleinke erneut zum Führungstor. Die V. f. D.-Mannschaft beging nun ten I Fehler unb zog Mandler in bie Verteilstgung zurück, um bie Führung unter allen Umftänten zu behalten. Ihn in die Läuferreihe zurückzunehmen wäre noch angegangen, um auch gegebenenfalls wieder in der Angriffsreihe Mitwirken zu können. Trotz ter Lücke vermochte letztere, in ter Steger wieder einen sehr guten Tag hatte, tem gegnerischen Tor noch einige Male sehr gefährlich zu werten. Zweimal streifte ter Ball bie Torlatte, habet blieb es aber auch. alle dichtauf. oeraa baden. 5. Geher, Schweinfurt. 6. O. Gugau, Frankfurt. 7. Müller, Emil, Frankfurt. Hinterraddefekts nicht zeigen, hielt sich aber ausgezeichnet und kam als wehster ein. Die ^-Gruppe konnte ihren Vorsprung behaupten. Die Ergebnisse sind folgende: .^-Gruppe über 200 Kilometer. 1. Nippel, Frankfurt, Zeit: 7:09,01. 2. Geßner. Wiesbaden, zwei Längen zurück. 3. Pritsch, Eddersheim, 7:10,31 Std. 4. Kemptner, Biebrich, 7:10,44. 5. Schärpf. Niederrad, 7:16 Std. 8 - Gruppc über 200 Kilometer. 1. Zeihner, Schweinfurt, 7:06,5. 2. Lind, Frankfurt. 3. O. Cap, Frankfurt. 4. Schön, Wies- von der Leipziger Technischen Herbstmesse 1.926. Von Max Fischer. (Nachdruck verboten.) Da wären wir also nun wieder einmal auf der Leipziger Technischen Messe. Llnterkunft hatte ich mir beizeiten beim Messeamt bestellt. DaS Kappt großartig — nur eins hatte ich vergessen: Meine Äeberlebensgröhe anzugeben, und nun war das Veit zu kurz. Zu allem Pech hatte ich weder Logarithmentafel noch Rechenschieber bei mir, so daß ich nicht einmal äusrechnen konnte, ob es in der Diagonale reicht. Als ich zur Frühjahrsmesse kam — mit der Eisenbahn, well das Flugzeug wegen Nebels nach drei Viertelstunden umkehren mußte —, hatte Leipzig zu meinen Ehren geflaggt. Das glauben Sie nicht? Bitte sehr: Ich habe einen einwandfreien Zeugen: Fragen Sie nur Hindenburg: Er war damals zufällig auch gerade da. Dies- nuil stick» ähnliche Ehrungen unterblieben, wahrscheinlich well auf der Herbstmesse ohnedies we- niger los ist, als auf der Frühjahrsmesse. Viele große Firmen stellen überhaupt nur im Frühjahr und so sind die große Maschinenhalle und die Halle Z geschlossen, und manche von den übrigen Hallen fast leer — man hat die leeren Platze durch ubermannshohe Bretterwände verlleidet um die Leere nicht so auffallend erscheinen zu Lassen. Im Haus der Elektrotechnik sind die meisten Stände mit Brettern oder Latten vernagelt und an vielen prangt die Inschrift- Die den Eltfabrllen" — sie nennen sich tatsächlich Eltfabriken, nicht Elektrizitätssabriken — aiige- schlossenen Firmen beschicken nut die Frühjahrsmesse." Mir ist im Haus der Elektrotechnik nichts Neues von Bedeutung aufgcfallen. Auch die freien Plätze und die breiten Streifen, die an der Hauptallee den Hallen vorgelagert sind, und die im Frühjahr voll mit allerhand Maschinen, wie Denzinpferden, Kranen. Dampfstroß enwalzen, Pflügen usw. dicht beseht waren, stehen fast' leer. Mancher denkt, auf der Technischen Messe sähe man nur hohe und höchste Technik. So dar! 'man sich aber die Messe nicht Vorstollen — eher wie ein riesenhaftes Warenhaus für Erzeugnisse Gerichtsfcml. Die eigene Frau erwürgt. WSN. Aschaffenburg, 4 Sept. Der 36 Jahre alte, aus Lohr a. M. gebürtige Buchhalter Heinrich Benkert hatte bei der Weingroßharrdlung Freudenberger in Würzburg, bei der er beschäftigt war. nach und nach 350 Mk. unterschlagen. Als ihm die Entlassung bevorstand, beschloß er. seine Ehefrau ums der Technik von der Türklinke bis zur gewaltigen Maschine, nicht'zum Zweck des Unterrichts, sondern zur Werbung von Käufern. Nähert man sich ihr, so sieht man gleich viele alte Bekannte, zunächst die zwei riesigen, licht gebauten Türme des Leipziger Nundfunksenders, von denen man kaum begreift, daß sie hallen, wenn man die Eisenmassen des Eiffelturms im Geiste damit vergleicht. Auch in der Ausstellung trifft man überall alle Freunde, so die Elektrokarren, auf die man zwei Längsbänke mit dem (Rüden gegeneinander gestellt hat, und die innerhalb der Technischen Messe die Rolle der Straßenbahn spielen. Bier Dicke oder fünf Dünne haben auf jeder Dank Platz. Die Wege sind übrigens wieder bedeutend verbessert. Natürlich hat man auch die meisten ausgestellten Gegenstände schon im Frühjahr gesehen, doch üben manche immer wieder die alle Anziehungskraft aus, so der wendige Elektrokarren von Dleichert, mit dem sein Fahrer auf beengtem Raum mit wahnwitziger Schnelligkeit — ein frisch geölter Asse ist gar nichts dagegen! — die gewagtesten Dogen beschreibt und sich um sich selber dreht — dem Mann muh abends furchtbar zu QJfrute sein. Ich glaube einige Zuschauer blieben nur deshalb so lange stehen, um abzuwarten, ob er nicht seekrank wird. Mir wurde schon vom Zusehen schwummerig und so stärkte ich mich mit Schweinebraten, Musil und Rotkohl, wobei ich meinen Tischaenossen schwer verletzt habe: nicht etwa mit dem Messer, sondern nur seelisch: Der biedere Sachse hörte nämlich ganz hingegeben einem Trompetensolo zu und sagte dann verzückt: .Der bläst rein!“ „Natürlich," sagte ich, „wenn er nicht rein bliese, käme doch kein Ton heraus!" Das war übrigens meine Vergeltung für einen verbumfiedelten Sonnenuntergang an der See. Da war ich ganz hingerissen: als aber der glühende Sonnenball gerade den Horizont berührte, lieh sich eine Sächsin hinter mir vernehmen: „Iedz' didschd se nainl". Damals habe ich den Sachsen Rache geschworen Nun ist das erledigt. Auch die Schiefersteinsche Glockenläutemaschine ist immer umlagert. Es ist aber auch wirklich fabelhaft, mit wie kleinen Kräften — winzigen Elektromotoren — die gewaltigen Massen der Glocken in Bewegung gesetzt werden, und mit wie einfachen Mitteln dies erreicht wird, eben Der kleine Vesfermgrschein. Das Abkommen, das zwischen dem Reichsfinanzminister und dem Reparationsogenten über die Herabsetzung der Zufatzleistungen von 500 auf 300 Millionen getroffen worden ist, bedeutet ein Musterbeispiel geschickter Diplomatie. Die Verhandlungen gingen schon lange hin und her. Das Geheimnis wurde aber gut gewahrt, so gut, daß die Möglichkeit irgendwelcher Gegenwirkungen aus- geschaltet wurde, und der Minister seinen Vertrag in der Tasche hatte, ehe die kochende Volksseele in Frankreich in Bewegung gesetzt werden konnte, um vor Entrüstung über dieses „Geschenk" an Deutschland zu toben. Dabei ist es natürlich an sich ein Geschenk nicht, aber doch eine Erleichterung unserer finanziellen Lage, auf der anderen Seite ür die Gegenpartei auch gefundenes Geld. Denn in London hatte an die Möglichkeit von Zusatzleistungen in diesem Ausmaße niemand geglaubt. Die deutsche Oeffentlichkeit hat von dem Keinen Besserungsfchein, der den Ausgangspunkt dieser Der- Handlungen bildete, ja überhaupt so gut wie nichts gewußt. Er wurde bei dem Londoner Abkommen als eine Randoerziermig betrachtet, die in Frankreich über die Enttäuschung wegen der Geringfügigkeit der deutschen Leistungen in den ersten Jahren hinweghelfen sollte. Damals war die Bestimmung ausgenommen worden, daß die Erträge aus den Zöllen und aus den Abgaben auf Zucker, Sier, Tabak und Branntwein dem Reparatlonsagenten als Sicherung für die laufenden Entschädigungszahlungen verpfändet werden sollten: mit dem Zusatz, daß, falls 'm Wirtschaftsjahr 1926/27 ihr Gesamtertrag eine Milliarde und im folgenden Jahr 1,25 Milliarden über ft eigen, die Zahlungen aus dem Dames- gutachten sich um je ein Drittel des Ueberschusfes, für das Jahr aber höchstens um 250 Millionen Goldmark, erhöhen sollten. Damals dachten mir alle noch in Jnflationszahlen, und die Wahrscheinlichkeit, daß die Einnahmen aus den Zöllen eine für die Begriffe jener Zeit so phantastische Höhe erreichen lediglich durch Nachahmung elektrischer Schwingungsbeziehungen mit mechanischen Mitteln. In mnigen Kleinigkeiten ist die Maschine gegen die im Frühjahr ausgestellte noch verbessert. Auch die geräuschlos arbeitende Schreibmaschine, von der ich damals sagte, sie sei im Anzug, ist in neuer Form ausgestellt: Die Wandererwerre schließen sie ganz in einen ausgefilzten Kasten ein, aus dem nur die Tasten herausschauen. Durch ein Fenster im Kasten sieht man die Schrift. Nachts wird der Kasten innen mit einer Glühlampe erhellt. Durch Druck auf einen Knops springt er auf, so daß man neues Papier einspannen und radieren kann. Die Zeilen verstellen und den Wagen verschieben kann man, ohne den Kasten zu offnen. Man hört die Maschine in der Tat faum — aber die Lösung sieht doch etwas nach Verlegenheitslösung aus: Als richtige Lösung bleibt doch die Geräuschlosigkeit des Arbeitens selbst anzustreben — ich weiß allerdings auch »richt, wie man es machen soll, um das zu erreichen. Aber es wird doch wohl einer der Tausende von Köpfen, die diesem Ziel nachjagen, einen Weg finden, und von einer späteren Messe werde ich Ihnen berichten können: Sie ist da, die vollkommen geräuschlos arbeitende Schreibmaschine! Gleich rechts hinter dem Eingang ist eine kleine ringförmige Feldbahn mit einer Qltotor- lokomotive der Firma Erich Brangsch in Leipzig zu sehen, auf dec groß steht: „pro Std. 30 Pf. Betriebskosten". Leider habe ich das nicht nachprüf en können, weil ich gerade fein kleines Geld hatte. Die neue Halle rechts am Eingang, die im Frühjahr noch etwas halbseitig aussah, ist jetzt schon verputzt und enthält einen Teil der Bau- messe. In der nächsten Halle sieht man hauptsächlich Fahrräder und Zubehör. Der Richtungsanzeiger scheint jetzt auch für Fahrräder zu kommen, und zwar hauptsächlich zum Schutz des Radfahrers selbst. Dazu ist es aber erforderlich, daß man den Anzeiger auch von hinten sieht. Wan findet recht hübsche solche Dinger — aber auch viel Dünger. Der Rücklichtblinker, der namentlich in den nordischen Ländern für Fahr» räßer polizeilich vorgeschrieben ist, wird, wie man auf dec Messe meinte, wohl auch in Deutschland vorgeschrieben werden, aber nicht mit totem Glas, sondern mit gelblichrotem, so daß die Blaker. wenn sie von Lokomotivlaternen beleuchtet werden — etwa beim Warten des Radfahrers an einem Bahnübergang — das Licht nicht rot tote das Haltesignal Der Eisenbahn, sondern etwa in der Farbe zurückwersen, wie es die Vorsignal- lichter bei geschlossenem Hauptsignal zeigen. Das wäre jedenfalls sehr zweckmäßig, Damit kein Zug »um Halten gebracht wird. Vielleicht sollte man solche Blinker auch am den Eisenbahnschranken anbrtngen, natürlich so, daß sie bei offener Schranle abgeblendet sind. Es sind auch viele Fahrtrichtungsanzeiger und ähnliche Vorrichtun- gen ausgestellt, die leuchten, wenn sie von La- ternen anderer Fahrzeuge beleuchtet werden. In der Kraftwagenausstellung sieht man neben vielen ausländischen Personenwagen zwei riesige Möbelwagen mit Anhänger: bei allen vier Fahrzeugen sind die Führerabteile vvllkom- men geschlossen. Auch ein Lastwagen ist da, deinen Kasten man mit Motorkraft nach hinten und Den Seiten kippen kann. Der Glanzpunkt ist aber ein Thespiskarren von der Firma Schumann in Zwickau: Ein als Geschäftszimmer eingerichteter, sehr geräumiger Wohnwagen des Zirkus Sarasani: Neben Aktengestellen und schonen Schreibtischen fehlt sogar Die Schreib- maschinenzelle und die Rechenmaschine nicht. Bemerkenswert ist ein kleiner Hilfsmotor für Fahrräder, der im Betrieb auf den Straßen des Messegeländes vorgeführt wird, der Ruppemotor. Nun muß ich mich als Gegner solcher Motoren bekennen, weil sie in der Regel das auf ihr Gewicht und ihre Kraftwirkung nicht berechnete Fahrrad in kurzer Zeit zerstören. Anderer- seits aber ist der Ruppemotor so leicht und läuft so erschütterungsfrei, daß ich bei ihm diese Bedenken nicht habe. Es wird sich vielleicht noch Veranlassung geben, auf Einzelheiten näher einzugehen. wiewohl Die meisten ausgestellten Gegenstände solche sind, die jeder kennt. Aber auch auf Gebieten, Die nichts mit Der Technik zu tun haben, lernt man auf einer solchen Ausstellung manchmal etwas Neues: So hat man z-. B. immer in Den Zeitungen gelesen, Die Türken trügen jetzt Hüte. Auf Der Messe waren aber Türken, die noch Feze trugen. Diese Türken waren zweifellos echt, denn erstens hatte jeder einen goldenen Halbmond am Fe§, und zweitens merkte mans an Der Sprache: Als ich vorbeiging sagte einer gerade „Herjö Merschns" und ein anderer „Nu aem“. Das ist doch zweifellos türkisch. Motorsport. Schlutz der Reichssahrl des A. D. A. L. Don den in Braunschweig gestarteten 115 Wagen sind am Ziel in Düsseldorf 66 angekommen. Nicht Unerwähnt bleiben soll, daß auch die an der Fahrt sich beteiligenden fiebere Damen großartige Leistungen vollbrachten. An Der Fahrt waren 90 deutsche und 25 ausländische Fabrikate beteiligt. Auf der letzten Etappe am Samstag ereignete sich in einer Kurve wenige Kilometer vor Wiesbaden bei Naurod ein schwerer llnglucksfall. Die Fahrer Gottlieb Kob-Koburg, Herbert Körner-Naumburg und Hermann Adelmann-Königshofen wurden mit ihrem OL <5. II.- Wagen aus Der Fahrbahn geschleudert und schwer verletzt. Durch nachfolgende Wagen erfolgte die äleberführung der Verletzten in das Wiesbadener Krankenhaus. Dort ist Der Fahrer Körner feinen Verletzungen erlegen, während Kopp- Koburg noch in Lebensgefahr schwebt. Gas Befinden des dritten Verletzten hat sich Dagegen gebessert. Großer Preis von Italien. Der Große Preis von Italien, der am Sonntag auf der Monza-Bahn in Mailand ausgefahren wurde, sah 7 Konkurrenten (2 Marino, 2 B. N. C. und 3 Amilcar) am Start. Sieger wurde Morel auf Amilcar, der die 400 Kilometer lange Strecke in 3:0,32 Stunden bewältigte. Zweiter wurde Dura y, gleichfalls auf Amilcar. Leben z u bringen, um chr die Schande die Not und das (SlenD zu ersparen. Diese Tat führte er morgens früh im Bette kurz vor Weih° nachten vorigen Jahres aus, indem er sie erwürgte. Nach der Tat stellte er sich Der Polizei. Das Schwurgericht verurteilte ihn wegen Totschlages zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. * Oberhesien. LandLreis Metzen. s. Klein-Linden, 4. Sept, ihrfer neuer, nunmehr bestätigter Gemeinderechner W' Germer Übernahm am 1. September die Rechne r g e s ch ä f t e. Der alte Rechner hatte das Amt 26 Jahre inne und ist in den Ruhestand ge- treten. — Ein Wohnungstauschin größere m K r e i s e wird in nächster Zeit in unserer GeniemDe vorgenommen. Durch das Freiwerden verschiedener Eisenbahnerwohnungen und durch Einwirkung sonstiger Umstände, wie Neubauten, Wegzug usw., ist es möglich ge° tooröen, langgeäußerte Wünsche und dringende Bedürfnisse auf dem Wohnungsmarkt zu erfüllen. . X W^seck, 4. Sept. Im Rechtsstreit D e r gemeinde gegen die bür- He Gemeinde hat nunmehr das Landeskirchen am t sich bereit erklärt, einer Etni gun g der beiden Parteien seine Zu- strmmung zu geb em wenn entsprechend dem ersten Vorschlag des Rechtsanwalts der bürger- Wn ©emetnDe diese für Hauptgeld und Zinsen den runden Betrag von 1000 Reichsmark ent- r^tet und sämtliche Kosten des Prozesses trägt eu. A l te n-B useck, 4. Sept. Gestern sanden hier die N e i ch s , u g e n d w e 11 k ä m p f e statt. Bei unserer Schuljugend werden diese Kämpfe immer mehr beliebt. Herrlich war das Wetter, als die jungen Turner ausrückten, um auf einer Waldwiese, öic auf einem Höhenrücken nördlich unseres Dorfes ehr malerisch liegt, ihre Kräfte zu messen. Eigentlich sind die Jugendwettkämpfe nur für die zwei letzten Jahrgänge der Volksschule vorgesehen. (13- und 14jährige Kinder.) Doch auch die beiden vorhergehenden Jahrgänge (11- und 12jährige) wollen es sich nicht nehmen lassen, die Wettkämpfe mttzu- machen, so daß es hier eingeführt wurde, auch diese teilnehmen zu lassen. Insgesamt waren es 59 Knaben, die in fünf volkstümlichen Hebungen sich wessen konnten, 29 13- und 14jährige und 25 11- und 12jährige. Als Hebungen waren ausgewählt: 100- Meter-Lauf, Weitsprung, deutscher Dreispruna, Kugelstoßen und Ballweitwurf. Bei dem 100-Meter- Lauf wurden gewertet: 19 Sek. als 0 Punkt, 15 Sekunden als 20 Punkte; bei Weitsprung 2 Meter als 0 P., 4 Meter als 20 P.; bei deutschem Dreisprung 5 Meter als 0 P., 7 Meter als 20 P.: bei Kugelstoßen (Gewicht 5 Pfund) 41 Meter als 0 P., 101 Meter als 20 P.,- Ballwurf 25 Meter als 0 P., 45 Meter als 20 P.. Die erreichte Höchstleistung im 100-Meter-Lauf war 14$ Sek., im Weitsprmrs 3,60 Meter, im Dreisprung 7,60 Meter, im Kugelstoßen 10,50 Meter, im Ballwurf 47 Meter. Bei den 11- und 12jährigen Knaben waren die Anforderungen etwas niedriger, als die oben angegebenen, entsprechend ihrem geringeren Mer. Die Sieger der ersten Abteilung waren: Friedrich Döll ' 88 P., Wilhelm Vogel I. 86 P., Heinrich Hoff- m a n n 85 P., Heinrich Schön 81 P.: die der zweiten Abteilung: Karl Einhauser 77 P„ Karl Hofmann 77 P., Friedrich M ü l l e r 77 P., Wilhelm Lepper 75 P., Wilhelm Rühl 75 P. Da insgesamt 10 Prozent der Teilnehmer an den Jugendwettkäkstpfen mit Ehrenurkunden bedacht werden, durften die drei ersten Sieger von jeder Gruppe mit einer Hrkunde rechnen. t. Aus DemDuseckerTal. 4. Sept. Das Ernteergebnis im Jahre 1926 läßt sich jetzt überschauen. Die (5 etrelDeerntc ist in diesem Jahre recht güt ausgefallen. Wenn eine GetreiDeart nicht als recht gut bezeichnet werben faim, so ist es Der Weizen. Bei Diesem wirD man in unserer Gegend selten mit Den höchsten Erträgen rechnen können: immerhin ist auch Die Weizenernte in Diesem Jahr als gut zu bezeichnen. Dazu kommt noch, Daß sämtliche Fruchtarten gut ein- gebracht werben konnten. Die Heuernte war ebenfalls recht gut. unb das günstige Wetter ermöglichte ein gutes Einbringen. Ebenso verhakt es sich mit Dem zweiten Grasschnitt. Die Grummet ernte wird als vorzüglich bezeichnet. Selbst in Der Menge steht das Grummet Dem Heu kaum nach, unD Die goldigen Herbsttage Leichtathletik. Leichtathletik- Bereinsmeisterschast. Sie Deutsche Sportbchördc für Leichtathletik hat für die Deutsche Vereins Meisterschaft 19 2 6 folgende Hebungen feftgelcgt: 100-Meter, 5000 Meter, Hochsprung m. 21., Weitsprung m. A., Diskuswerfen bestarmig, Kugelstoßen beidarmig. Endtermin für die Anmeldung zur Teilnahme ist der 15. September 1926. Die 2lnmolbung muß beim zuständigen Landesverband erfolgen. Die „Deutsche Vereinsmeisterschaft", offen für alle der D. S. B. angeschlossenen Vereine, gelangt in Form eines Mannschaftskampfes ,311m Austrag. Der Leichtathletik-Ausschuß bestimmt und veröffentlicht jedesmal die sechs Hebungsarten, die sich aus je einer Hebung der folgenden sechs Gruppen zusammensetztcn müssen: a) 100-, 200-, 400-Meter-Laus oder 110-Meter- Hürden: b) 800-, 1000-, 1500- oder 5000-Meter-Lauf; c) Hochsprung m. 21., Hochsprung a. d. St. ober Stabhochsprung: d) Weitsprung m. A., Weitsprung a. d. St. oder Dreisprung: e) Diskus., Speerwerfen oder Schleuderballwerfen: f) Kugelstoßen oder Steinstoßen (von den beiden letzten Gruppen muß eine Hebung beidarmig ausgeschrieben werden.) Schwimmen. Pascoe schwimmt 200 Meter Brust in 2:57,4. Bei Dem gestrigen Werbeschwimmfest in Marburg, an Dem sich Der Gießener Schwimm- verein mit seiner gesamten Sportmannschaft beteiligte, konnte Fritz Pascoe im 200-QHetcr- Brustschwimmen seine bet Dem AusscheiDungs- tennen für Die Europameisterschaften in Düsseldorf geschwommene Zeit von 3 Min. 5 Sek. auf 2 Min. 57,4 Sek. verbessern. Gegen ihn schwammen die 200 Meter je 2 SchwiiKmer aus Marburg und Wetzlar, von Denen jcDer 100 Meter zu schwimmen brauchte, Die er mit 6 Meter Vorsprung schlug. Pascoe befindet sich zur Zett in allerbester Form und geht mit Den besten Aussichten bei Den Ende September stattfinDanden vmbanDsoffenen Schwimmwettkämpfen Des Darmstädter S. C. »IungDeutschland", wo er wiederum mit den besten Brustschwimmern Deutschlands zusammentrifft. in den Kampf. Näherer Bericht über die gestrigen Kämpfe folgt. Radsport. Großer Opelpreis von Hessen über 200 Mm. Frankfurt a.M., 5. Sept. (WTD.) Der Landesverband „Hessen" ließ heute Den „©roßen Preis Der Opelwerke" über 200 Kilometer laufen. Sie Abwicklung Der Sennen vollzog sich einwandfrei. Die Strecke führte über Viwel, Friedberg, Nauheim, Butzbach, Lich. Hungen, DüDingen. Hanau, Babenhausen. Dieburg, DarmstaDt über Langen nach Frankfurt, wp sich am StaDion Das Ziel befanD. Tlm 7 IHjr startete Die ^-Gruppe, während die Elite der Strahenfahrer in der 8°Gruppe um 7.30 Uhr startete. Die Strecke war in bester Verfassung ünd stellte an Die Fahrer rächt allzugroße An- forDerangen, Da wenige Höhenzüge zu über- totnDen waren. Schon bis FrieDberg hat sich die 8-Gruppe Durch Defekte stark gelichtet, WährenD Die.^-Gruppe sich in Drei Gruppen geteilt hatte und mit großem Vorsprung führte. In gutem T^mpo tourDe Friedberg, Nauheim und Butzbach passiert. Es ging Dann gen Büdingen zu, wo Do Tempo etwas forciert wurde. Hanau wurde von einer Spitze von 15 Mann Der ö-Fahrer dürchfahren, Die in Darmstadt um 1.40 Uhr eintrafen. Auf dem letzten Teil Der Strecke ereignete sich ein Sturz, in den vier Fahrer verwickelt wurden. Zum Glück ging es noch glimpf- lich ab. Gegen 2.30 Uhr trafen zehn Mann im Ziel ein. Erst nach scharfem Endspurt tonnte Zeitzner, Schweinfurt, seine Gegner besiegen. Gugau konnte sein ganzes Können wegen tonnten, mürbe allgemein für so gering gehalten, daß wohl ernsthaft an die finanziellen Folgen dieser Klausel niemand gedacht hat. Es ist aber ganz anders gekommen. Der allgemeine Hunger an Rohstoffen trieb die deutsche Einfuhr stark in die Höhe und damit auch die Einnahmen aus den Zöllen, und auch jetzt, nachdem der Normalbedarf unserer Volkswirtschaft sich einigermaßen ausgependelt hat, ist es so gut wie sicher, daß sowohl im ersten wie im zweiten Jähre die Erträge der verpfändeten Einnahmen so hoch sind, daß das Maximum der Belastung aus dem Besserungsschein abgeliefert werden muß. Das fand jetzt schon seit längerer Zeit statt. Es ist deshalb vielleicht auch kein Zufall, daß von links her gegen den früheren Reichsfinanzminister o. Schlieben der Vorwurf erhoben worden ist, er habe durch seine finanzielle Thesaurierungspolitik einen Zustand geschaffen, der uns vollkommen unnötigerweise 250 Millionen Mark im Jahr kostet. Es war ja auch so bequem, die Verantwortung dafür gerade den Deutschnationalen und dem Kabinett Luther in die Schuhe zu schieben. Herr Reinhold selbst aber ist loyal genug gewesen, dieser Ente den Hals umzudrehen. Er hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß a u ch o h n e die letzte Finanzrosorm die Höchstgrenze des Besserungs- schemes überschritten, das Geld also hätte bezahlt werden müssen. Unter diesen Umständen erübrigt es sich vollkommen, nachträglich noch in eine Debatte darüber einzutreten, ob die letzten Erhöhungen der indirekten Steuern notwendig und nützlich gewesen sind. An dem Ergebnis würde sie nichts geändert haben, das Geld mußten wir auf jeden Fall zahlen. 2luf der anderen Seite bestand für das Reich die zwingende Notwendigkeit, nachdem durch die Inflation alle Begriffe ins Schwanken geraten waren, den Reichshaushaltsplan gründlich zu untermauern, uns nicht einmal vor eine Mindereinnahme zu stellen, die das eben erworbene Vertrauen zur deutschen Währung ins Wanken gebracht und die ganze Stabilisierungsarbeit unmöglich gemacht hätte. Wenn es trotzdem dem Reichsfinanzminister gelungen ist, dem Reparationsagenten begreiflich zu machen, wie schwer eine solche Mehrbelastung auf der deutschen Wirtschaft und der deutschen Währung ruht, so läßt sich daraus schließen, daß Parker- Gilbert einen sehr klaren Blick für die wirtschaft- lichen Zusammenhänge hat. Gr hat mit uns auf 300 Millionen nfforbiert, verzichtet also auf 200 Millionen. Dafür läßt er sich den Restbetrag früher zahlen, als wir ihn sonst hätten zahlen müssen, gibt aber gleichzeitig die Sperre auf die ver- fifänbeten Einnahmen preis, die sonst dem Dcut- chen Reich erst nach 45 Tagen zufielen, während sie letzt gleich nach ihrem Eingang in die Reichska fc laufen, wodurch die Liquidität der Reichska fc wesentlich erhöht wird. Hnd nicht nur das, Parker Gilbert hat sich auch bereit erklärt, diesen Betrag von 300 (Millionen nicht zu transferieren, das Geld also nicht in Devisen der deutschen Volkswirtschaft zu entziehen, sondern innerhalb Deutschlands als zusätzliche Reparationsdeträge für Sachleistungen umzufetzen. Das bedeutet prak- ■ tifch eine Unterstützung der Notstandsaktion der deutschen Regierung zur Beteiligung der Ar- beitslosigkeit-, diese 300 Millionen bringen Arbeit für deutsche Hände, gehen demnach nur zum Teil der Volkswittschaft verloren. Aus dem Gesichtswinkel der Politik wie aus dem der Wirtschaft betrachtet, bedeutet daher dieser Vertrag ein starkes Akti - »um des Kabinetts. Er hat zudem das wichtige Charakteristikum, daß er die erste A e n d e r u n g des Dawesplanes ist. Der Reparationsagent und die Reparationskommiffion haben damit anerkannt, daß der Dawesplan nicht ein starres Gesetz ist. dem unter Umftänben die deutsche Wirtschaft geopfert werden muß, daß er sich vielmehr anpasse den Bedingungen und Bedingtheiten, unter denen Deutschland zu leiden hat. Hnd das ist für die nächste Zukunft, in der wir die Welt davon zu überzeugen haben, daß der Dawesplan in feiner vollen Auswirkung eine unmögliche U c b c r f p a n n u n g unserer Kräfte oorausjetzt, vielleicht das Wichtigste. gänglich. Wer nach Nauheim kommt, sollte den Besuch nicht versäumen. -y- Oberhesfische Glocken. Zu dein Aufsatz von O. Schulte über Oberhessische Glocken (Heimat im Bild, Nr. 29 ff.) wird uns vom Verfasser noch der folgende, kurze Nachtrag mitgeteilt. .Man erzählt: »Wenn in Inheiden (bei Hungen) ein armer Mann beerdigt wird, so läutet es nur mit einer Glocke, und es klingt kläglich genug, aber wenn ein Reicher beerdigt wirb, so erschallt mächtig das ganze Geläut." Darob natürlich große Entrüstung, daß noch solch ein Unterschied gemacht wird! Wenn man sich genug entrüstet hat, erzählt man weiter: „Sn Jrcheiden gibt's nämlich nur eine Glocke." Ein Satz ohne jeden Selbstlaut. Es wird kein Mensch behaupten, daß die tschechische Sprache besonders wohlllingend ist. Sie hat im Verhältnis der Selbstlaute zu den Mitlauten viel zu viele von der letzteren Art. und es gibt sogar eine ganze Anzahl von tschechischen Wörtern, die überhaupt keinen Selbstlaut haben. Die Tschechen spotten selbst, wenn sie unter sich sind, über ihre oft so zahlreichen Mitlaute, deren Aussprache allein schon manchen Deutschen, der ihre Sprache erlernen wollte, zur Derzweifelung gebracht haben. Sie haben einen Satz gebildet, der aus lauter solchen Wörtern ohne Selbstlaut besteht. Er heißt: strc prst skz krk (c-ttsch), zu deutsch: Steck den Finger durch den Hals. Wir Deutsche geben unfern Kindern oft halsbrecherische Sähe zum Nachsprechen auf, wie z. D. den echt hessischen Satz: „Schmitz schwarz Mock schnappt", fünfmal rasch nacheinander zu sagen. Aber was will dieses Kunststück gegenüber der bloßen Aussprache jenes tschechischen Satzes sagen? O. Schulte, Gr.°Linden. Laben das Einbringen in vorzüglicher QualiW SSdlk&t Die Kartoffeln versprechenemen guten Ertrag. Die Dickwurzeln weisen infolge 55 feuchten Sommers einen recht guten öWb auf. Wenn auch das Obst nicht den erhoben Ertrag bringt, so ist dieser Ausfall gegenüber der sonstigen Ernte so gering, dcch dre Gesamt, ernte in diesem Jahre doch als vorzüglich bezeichnet werden kann. Alles in allem h»nn gesagt werden, daß das Jahr 1926 ein g e t t g - netes Jahr ist. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 4. Sept. Das werte der von Prof. Dr. Karl Schmidt in d>e,em Schuljahre oeranftalieten Schülerkonzer t e! renijte fidj seinen Vorgängern würdig an. Es war em b°-..M-nd iluber dem Beranftalter roktten nod) Frau Käthe Klinkmuller und Ar. I. K l t n • miiller von Düsseldorf mit: der letztere brachte den gekannten Liederzyklus „Die schone Müllerin in vortrefflicher Weise zu Gehör Ferner sp.e en der Veranstalter und Frau Klinkmuller das „Un- garische Divertissement" op 54 und Lebcns- stürmen op. 145 in meisterhafter Form. Das Konzert daß dem Publikum wieder unentgeltlich geboten wurde, hätte einen besseren Besuch verdient. t Friedberg, 4. Sept. Während vom Vogelsberg von einer sehr reichen Brombeer. ernte berichtet werden kann, ist rm Winter, steingebiet. das ausgedehnte Brombeerhecken aufweist, der Erttag in diesem Jahre sehr gering. Die Trockenheit der letzten Wochen, die sich im niederschlagsarmeren Taunus mit seinem sehr durchlässigen Grauwackensandstein rascher bemerkbar macht als im Vogelsberg, hat den Ansatz und die Entwicklung der Beeren stark beeinträchtigt. Aermcren Leuten, die sonst die Brombeere als beliebte Geleefrucht in größeren Mengen auf die Märkte in Friedberg und Bad-Nauheim bringen können, entgeht dadurch eine gute Verdienstmöglichkeit 0.641 0.643 0.640 0.642 Oest. abgest. 59,325 59,365 59,13 69,37 Prag .... Belgrad . . 12,418 12,458 12,418 12,458 7,405 7,425 7.407 7,427 Budapest. . Bulgarien . Lifftwon 6,88 J,04 5,90 3,05 5,875 3.04 5,895 3,05 21,395 21,445 .1,395 21,445 Danzig. . . Konstantin. 81,42 2,23 81,62 2,25 81,48 2,227 81,68 2,237 Athen- 4.75 1,81 4,89 4,91 Ccmada. . 4,199 4,209 4,197 4,207 Urngnan . . 4.185 4.195 4.185 4.195 Berlin, 4. Septbr. Geld Brief Amerikanische Note» ..... Belgische Noten . ....... Dänische Noten ........ Englische Noten...... . Französische Noten ...... Holländische Noten..... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch'Ocsterr.,Lioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten..... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten. ... 4,178 11,62 111,12 20,33 12,52 167,78 15,76 91,57 59.19 2,06 111,82 80,85 63,59 12,375 5,835 4,198 11,68 111,68 20,43 12,.58 168,62 15,84 92,03 69.49 2,10 112,38 81,25 63,91 12,435 5.875 frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 6. Sept. Tendenz, flau. Die Börse stand zu Wochenbeginn einem scharfen Kurssturz gegenüber, für den sich Anzeichen bereits in der Vorwoche durch die andauernde tinsicherheit geltend gemacht hatten. Nach den erheblichen Steigerungen der letzten Seit und den von der Spekulation eingegangenen umfangreichen Engagements macht sich jetzt ein starkes Abgabebedürfnis bemerkbar. Bei der allgemein vorherrschenden Zurückhaltung und dem wesentlich geringeren Interesse drückte das herauskommende Material erheblich auf das Kursniveau, um so mehr, als die Baisse- Spekulation Blanko - Abgaben vornahm und auch die Bankenkundschaft zu Realisationen Überging. Die Verluste waren besonders erheblich am Montanmarkt.- hier verloren Bochumer 10,5, Buderus 4, Deutsch-Luxemburg 8, Gelsenkirchen 6, Mannesmann 6, Phönix 8,5 Rheinische Braunkohlen 7,5, Nheinstahl 3 Riebeck-Montan 6,5 Prozent. Von Chemie- a ktie n waren I. G. Farben-Industrie gleichfalls scharf gedrückt und büßten 8 Prozent ein. Scheideanstalt minus 4,75 Proz.. Goldschmidt minus 1,1 Proz. Holzverkohlung blieben ziemlich gehalten. Auch am Elektromarkt kam es zu scharfen Rückschlägern AEG. minus 5 Proz., Acht und Kraft minus 7 Proz., Schllckert minus 6 Proz., Siemens minus 6 Proz. Von Bankaktien lagen Darmstädter 6 Proz. schwacher Deutsche minus 4,7 Proz.. Disconto minus 1,25 Prozent. Metallbau? minus 1,7 Proz., Commerz- Dank minus 2 Proz. Der Schiffahrtmarkt hatte Kursverluste von etwa 4 Prozent. Für variable Werte kamen die Rückschläge weniger scharf zum Ausdruck: die Rückgänge hielten sich zumeist in dem Ausmaß von 1 bis 2 Proz. Don Auto-Aktien iferloren Daimler 2 Proz. c?0?1 bcr Sellstoff-Aktien waren Aschaffenburger 2,5 Prozent, und Waldhof 3 Prozent niedriger. Maschinen-Altien schwächten sich bis zu 1,5 Proz. ab. Zucker- a t t i e n blieben gehalten mit Ausnahme von Frankenthal, die 1 Prozent nachgaben. Deutsche Renten zeigten sich gut behauptet. Kriegsanleihe 0,4883/4, Schutzgebiet 6,35. Der Auslandsrentenmarkt bot ein Bild großer Lebhafttgkeit und fester Stimmung. Gesucht und fest waren vor allem Rumänen, ferner auch Ungarn und Türken. Der Freiverkehr war umsatzlos. Deckerstahl 31 Prozent, Benz 79 Prozent, Growag 60 Prozent, Frankfurter Handelsbank 82,5 Prozent, tifa 41 Prozent, tintersranken 93 Prozent. Der weitere Verlauf brachte keine Aenderung der lustlosen und schwachen Stimmung. Vereinzelte leichte Besserungen blieben ohne Einfluß. Der Geldmarkt zeigte auch in der neuen Woche größere Flüssigkeit. Tagesgeld war angeboten zu 4 bis 4,5 Prozent, Monatsgeld 5,5 bis 7,5 Prozent je Adresse. Industrieakzepte 5.25 Prozent ermäßigt. Prioat- diskonten 4,75 bis 4,88 Prozent. Im Devisen» verkehr lag Paris bei einer Pfundparität von 163,50 unverändert, ebenso Brüssel mit 175 gegen das Pfund. Mailand war weiter befestigt auf 128,50 gegen London. Frankfurter Uctreidchörfe. Frankfurt a. M., 6. Sept. Es wurden r>o- t'ert. Weizen (Wetterauer) 27,50. Roggen (inl.) 21, Sommergerste für Brauzwecke 23 bis 26, Hafer (ml.) 18 bis 17,50, Mais (gelb) FS -frs 18,25. Weizenmehl (inl., Spezial 0) 40,75 bis 41,25 Roggenmehl 31 bis 31,50. Weizenkleie 9. Roggenkleie 10,50, Erbsen 32 bis 48. Linsen 45 bis 75. Heu (südd., gut. trocken) 7 bis 7.25. Weizen- und Roggenstroh (alt) 5,50 bis 6, Weizen- und Rvggenstroh (neu) 3,50 bis 4. Treber (getrocknet) 15,50. — Tendenz: abgeschwächt. Frankfurter Schlachtvichrnarkt. Frankfurt a. M., 6. Sept. Auftrieb: 1568 Rinder, darunter 372 Ochsen, 61 Bullen, 1135 Für- sen und Kühe, 522 Kälber, 173 Schafe, 3942 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: oollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 58 bis 63; junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 50 bis 57; mäßig genährte junge und gut genährte ältere 45 bis 49. Bullen: vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwetts 50 bis 55; vollfleisckige jüngere 45 bis 49. Färsen und Kühe: vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 58 bis 62; vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu sieben Jahren 52 bis 57; wenig gut entwickelte Färsen 47 bis 57; ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 42 bis 51; mäßig genährte Kühe und Färsen 30 bis 40; gering genährte Kühe und Färsen 20 bis 29. — Kalber: feinste Mastkälber 79 bis 85; mittlere Mast- und beste Saugkälber 70 bis 78; geringere Mast- und gute Saugkälber 60 bis 69. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 48 bis 50; geringere Masthämmel und Schafe 40 bis 47; mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 30 dis 39. Schwein e: voll- fleischige von 80 bis 100 Kilogramm 85 bis 88; unter 80 Kilogramm 80 bis 84; von 100 bis 120 Kilogramm 85 bis 87; von 120 bis 150 Kilogramm 85 bis 87; Fettschweine über 150 Kilogramm 85 bis 87; unreine Sauen und geschnittene Eber 72 bis 78. Mk. Marktoerlauf: Rinder bei ruhigem, Kälber und Schafe bei lebhaftem Handel ausverkauft. In Schweinen mäßig reges Geschäft und geringer lleberftonb. Büchertisch, — Dr. med. Schumburg, Professor, Ober- generalarzt a. D. und Zentralarzt des Preußischen^ Beamten-Bereins: Aerztliche Ratschläge für ges und e und kranke Tage (im Verlag des Preußischen Dearnten-Vereins Hannover, Raschplatz 13). 439 Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der »Ravio-timschau".) Dienstag, 7. September. 10.30 bis 12 tihr: Konzert aus Kassel. 3.30 bis 4 tihr: Märchen und Legenden aus der heimatlichen Pflanzenwelt. 4.30 bis 5.45 tihr: Konzert des Hausorchesters: Millöcker-Operetten. 5.45 bis 6.05 tihr: Die Lesestunde. 6.30 bis 7 tihr: „Bienenzucht und Honig", Vortrag von Herrn. Ritter. 7 bis 7.30 tihr: Funkhochschule: „Körperliche tirsachen der Geisteskrankheiten", Vortrag von Prof. Dr. Ranke. 7.30 tihr: tiebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Rigoletto". Sturm in Schmalebeck Roman von Sophie Kloerss. Copyright 1926 by Aug. Scherl G. m. b. H., Berlin. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Erst, dem Sonntag zu Ehren, den Iubelpsalm: „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren." Da lauschte Jlsebill auf und rieb sich den Schlaf aus den Augen, und dann begann sie vor sich hin zu lächeln und zu summen, denn was nachkam, war Beethovens unsterbliches Liebeslied: „Ich liebe dich, gleich wie du mich Am Abend wie am Morgen, Noch war kein Tag, wo du und ich Nicht teilten unsre Sorgen." Der arme alte Mann! Nie war ihm geworden, was er so lange ersehnte. Was für ein schweres Schicksal. — Ader vielleicht war seine Liebe immer so sanft und beruhigt gewesen wie jetzt. Leidenschaft --ach, die hatte er wohl nie empfunden. Ungerecht, wie die Jugend ist, und ohne Verständnis für die, die welk und still geworden, glaubte auch die schöne Ilse nur an die eigene junge Liebe. Und mit dieser jungen, ungeprüften Liebe in Sinn und Herren legte sie sich zurück in das Kissen und dämmerte noch ein bißchen hinüber in Träume. Auch Frau Pastor Jessen hatte das Glockenspiel vernommen, hatte nicht wieder einschlafen können und saß am Fruhstückstisch sehr verstimmt ihrem Johannes gegenüber. - Am Sonntag sollte er so was nicht spielen. Du mußt das ihm sagen. Als Kantor ist er doch so etwa« wie eine geistliche Person. Und dann immer die dummen Liebeslieder." „Liebes Kind, du sprichst von Beethoven " „Daß weiß doch von den Leuten hier kein Mensch." „Die wissen ja überhaupt nichts von diesem Liede. Halten es wahrscheinlich für einen Choral " Pastor Jessen hatte nicht die geringste Neigung, den alten Herrn zu maßregeln. „Ja, wenn man dich hört--Du willst auch so werden wie Rottmann, der immer fünf gerade fein ließ. Mir ist es doch nur um dein Ansehen in der Gemeinde." Sie strich sich mit nervöser Bewegung durch das früh ergraute Haar. „Das müßtest du mir doch zu Dank wissen. Aber bei niemand hat man Dank. Weder bei dir noch bei Riekchen." "Was ist mit Riekchen?" Jessen konnte das Gescholtenwerden stundenlang mit Gleichmut ertragen, solange es nur gegen ihn selber ging, aber die Tochter durfte nicht angerührt werden. „Ich hab' ihr ein neues Kleid machen lassen, weiß mit Streublumen, wie Ilse Rottmann es sich aus Kiel mitgebracht hat — was soll die immer allein so fein gehen? —, und nun will sie es nicht anziehen und sagt, für ein ländliches Fest wäre das zu fein, und sie wollte nicht gegen die anderen ab- stechen." „Laß sie doch anziehen, was sie will." „Das ist so recht, wie ihr Männer seid. Kein Auge haft du offen, wenn es um die ganze Zukunft deines Kindes geht." „Bitte, sprich deullicher." Aber Frau Helene wollte nicht. „Und ich kann nicht immer alles allein tragen an Sorgen und — und--Ja, du solltest nur mal meine Nerven- schmerzen haben. Der rechte Arm ist ganz lahm, seit ich gestern die große Wäsche geplättet hab." „Du solltest ja auch nicht plätten. Wozu sind die beiden Mädchen da?" Er antwortete fast mecha- nisch. Seit fünfzehn Jahren und länger führte er den aussichtslosen Kampf großer Güte und Nachsicht gegen eine verwöhnte, verzärtelte, immer jarn- mernbe, immer nörgelnde Frau. Sie war seine Schülerliebe gewesen, und als sie chm, dem armen Kandidaten das Jawort gab, schien ihm die Erde schon ein Paradies. Jetzt kamen Stunden, wo er das Paradies gern nie besessen hätte. "Nickt selber plätten! Ich möchte nur wissen, was aus unserer Wäsche würde, wenn ich nicht selber immer mithülfe. Wir können uns doch nicht alle Jahre neue Sachen kaufen. Wenn ich denk, wie es werden soll, wenn Riekchen eine Aussteuer braucht. — Du denkst natürlich nickt über so etwas nach. Dir gefällt es nur, wenn eine Frau immer vergnügt und elegant ist. So eine, die mehr für die Bewunderung her Herren da ist als für ihre Wirtschaft, die ist so was für dich." Da mußte Pastor Jessen, Im Besitz des besten Gewissens von der Welt, doch lächeln. „Helene, du redest dich in die wunderlichsten Ideen hinein. Solche Frauen kenne ich gar nicht." „Da braucht man gar nicht lange zu suchen. A^.me liebe Cousine Hanse, die ist immer so, wie ihr Manner euch die Frauen wünscht. Glaub nur nicht baß ich es nicht oft genug gesehen hab, wie eifrig du dich mit ihr unterhältst." „So, nun aber Schluß." Pastor Jessen stand auf. J)eute war fein Reden mit seiner Helene. Und doch mußte man einen klaren Kopf und ruhige Gedanken behalten, wenn man in einer Stunde auf die Kanzel steigen sollte. „Daß du ohne Grund eifersüchtig bist, habe ich nicht für möglich gehalten. Du glaubst doch auch selber nicht, was du sagst. Bitte, nimm dich zu- "7 ' aId cr. ^h, daß sie auffahren wollte. „Riekchen braucht wirklich nicht immer Zeuge deiner Szenen zu sein." Riekchen kam gerade in die Tür, ichon im sonntäglichen dunkelblauen Foulardkleid- chen, zum Kirchgang gerüstet. Ihre Augen gingen unsicher zwischen den Eltern hin und her, sie hatte auf dem tVlur die Stimme des Vaters und den bestimmten Ton gehört, den er anschlug, wenn es mit der Mutter nicht zum Aushalten war. Lieber Gott, wenn doch wenigstens die Sonntage in Frieden verlaufen wollten. Der Vater war so gern einmal heiter und guter Dinge. Er konnte sich so amüsieren, wenn gute Bekannte zusammensaßen. Er steckte voll Schnurren und Liedern, etwas vom alten Studenten war immer in ihm geblieben. Wie hätte man fröhlich stin können, wenn nicht immer die Reizbarkeit der Mutter Mißstimmung geschaffen hätte." Vielleicht hätte er besser getan, einmal scharf auf- zutreten, aber das lag ihm nicht. Er dachte auch wohl, ein Prediger müsse doppelte Geduld beweisen, und diese Geduld reizte die hysterische Frau nur noch mehr. „Ilse war eben hier", meldete sie. „Ob Tante Hanse heute mit eud) nach Eichtal fahren kann. Onkel Rottman ist eben nach Perlebach gerufen worden, da ist ein Mann vom Bullen angerannt worden' Er weiß nicht, wann er zurückkommt. Vielleicht fährt er gleich nach Eichtal. Er ist mit seinem Wagen fort, und ihr müßtet denn schon mit Postmeisters Stuhlwagen fahren, die Eichtaler Wagen sind alle besetzt." „Natürlich fährt sie mit uns", sagte Jessen, der an die Reden seiner Frau bereits nicht mehr dachte. "Ich sitz bei dem Kutscher vorn und Tante Hanse mit Mutter hinten. — So, nun muh ich mich fertig machen für die Kircke." Seine Frau wollte etwas sagen, besann sich und zog nur die Mundwinkel höhnisch abwärts. Riekchen sah es, und es machte ihr Sorge. Mittags um 1 Uhr sammelte sich die ganze Schmalebecker Jugend auf dem Markt. Die erwachsenen Söhne und Töchter der Honoratioren, um nach Eichtal zu fahren, die Kinder der kleinen Leute, um der Abfahrt zuzufchauen. Drei Leiterwagen, mit grünen Zweigen besteckt, die Pferde mit Blumensträußen geschmückt, hielten dicht vor der Kirche, und von allen Seiten nahte das geputzte Jungvolk. Weiße, blaue, rosa Kleider, weit ausladend mit ihren steif gestärkten Falten, reich besetzt mit Rüschen, Falbeln, Bändern — große Schutenhüte, aus denen die jungen Gesichter wie lachende Blumen hervorblühten, Jünglinge mit blauen und braunen Galarüschen zu hechtgrauen Beinkleidern, Rosen und Nelken im Knopfloch, ein paar späte junge Mädchen als Ehrendamen, und endlich Kantor Mampert, der Ehrenwächter der ganzen Schar. Als die weißen Locken des alten Herrn in der Nebengasse aufleuchteten, steckten die Jungen die Köpfe beisammen. Da ging ja neben ihm der Hamburger Herr, der in der Post wohnte und wegen der Eisenbahn hier war. Man wußte ganz genau Bescheid über ihn. Wie fein der ausfah! Hamburg bleibt doch Hamburg. — Dagegen kam Schneider Max nicht auf. Und wie er ging! So ganz sicher und selbstbewußt, und als fei es ihm ganz gleichgültig, daß vierzig Augenpaare feinem Kommen entgegensahen. Wenn er mitführ nach Cichtal, mußte er dort gewesen fein und Besuche gemacht haben. Bei Rottmanns war er auch ge« wesen. Aber sonst bei niemand. Den Bürgermeister hatte er im Rathaus ausgesucht. Mit gemacht unbefangenen Gesichtern wurde er begrüßt. Der Kantor stellte vor. Er hatte Raben in der Post, wo er selber aß, kennengelernt. „Sind wir denn nun alle beisammen?" Eben kam Ilse mit Riekchen über den Markt, und damit war die junge Schaar vollzählig. Unter Halloh ging es auf die Wagen. Der Kantor leitete die Einschiffung und verstaute die bunte, bewegliche Fracht, wobei er cs so einzurichten wußte, daß cr selber in den letzten Winkel des letzten Wagens kam und vor sich auf dem Sitzbrett den Hamburger zwischen Ilse und Riekchen untergebracht hatte. So, nun konnte es losgehen. (Fortsetzung folgt) Ur-2 && D Ilona1 2 M -eichspi lohn. ° scheinen infolge $‘1I Anschu! richtet P‘ Die Ach im ßtrl (fäbfHc Ttö# aller Dah hohnu'^1- trifft jijäijtigei singet W Lüchmitt' fcium i btt wich machte. ®tubt mH ihm nes o Tranen in jnfl feinem i D'5ng b> hätte et: fich nnnn Debet oi lassen kör den und nach 2r Md Mver mi kriminal fllltteiiw Jlugjeu begab e der Am nachten der Sch Debet schwer sidinn in mittet bie Btan um nad. Leiben ja mm mit beiden T in Tctbi Die! bat Der schuß fi der Bet Church fymbhmi broche zv mad dah di« Jungen niema Dergl Verbau betonte, der R, Verhau lchlosser kommet tretet vor, ük läge ei: und er nigste Frage, lauf eig Men. Esamr heutige aber, da könne. Bto . 3n b des i !°ghe: 'n der b heilen g du fQU” 'Nen, t »reifer K-'chhoi »lamm Ncbe >bcr SS Ä ten "°ch bet Men Nl'a ' uNniei °«brann SNe n. SeNter