chrichten. lerinSarmM. ii- $riu.=Iel.) lieber bo. ung des Jeullchei' Us am Donnerstag und rfahren wir noch jolqtnbt kanzler ür. Luther der allgemeine Wirtjchas^ , her Reichrbanlprüsideiu bitreguüerung unb (Imu ungsmmifter Dr. ber heutigen Landw" Minister Dr. Astrin ft/.' t, ist noä) uncrc# (?■ \d)ieben\ttn EruM brr u Worte kommen, n $ er deutschen fianbtls mb Hebet die Lchutzzch^r n ?) IGiehens, über bie 6m finnbelspolitil Regietun?: ; j di c r. $5 folgen Referoli imb Öarlenbau. Weinbau, oggen- unb fiarloifelbflu. Idjprobultion. Propaganda liyland. IU.) Die Komintern (Äon iD[ej oetöffentlicht einer ie englischen Arbei BL baß jcijl bie letzl- schen Kapital,smu- englischen Arbeiter muhte e der englischen Reg.em hren Forderungen be lM für die nächste Zeit ein, ' P°rtei. die M 3» Pottei führen wurde. njiirbc bann einen W foziolistifchen 6b* X,.T. sscttd-rS. bt 3 fiermonn ®ej 5iubicntat ^ 715 U uvetems. ° sfchuste^ antfurter Ortsausi^ lg-ndbew-LjAbpstesr Eine Fühx bis 7.45 UO ' oon ftu- /sKs a ißolf5foyn: ian^ ti(ln ^neig o1.^' rS-KU' ÜtySt» KM ?.* M *' 'N II. to fahrig" 'i'toKli9 Siluft 'N einem mtDLl l,c tlnofi^ leifi 7 Ä4I°us^ m «to«t Jahr« rQL lDSD, 9 wurde bet is -V7°m Sebatlnih J8 Nte. WM ausgegeben hatte , ÄS^w- kün-iquntztzb'.E, lt^mi^n96blaiI • D>e Mai-Miete. - $ft »enieinbe Weitershain. - n Lellcrsheim, (Brimingen '9 °°n Rheinfchiffcrpolen sirembe Lchület ber sZori »etemigung Holzheim. - smachtichlen. Bt. 105 Erstes Blatt 176. Jahrgang vsnnerstsg, 6. Mal 1026 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag , vrühl'sche Univerfitäls-Vuch. und Steinöruderei R. Lange in Sietzen. Schnstieitung und GeschäftrsteNe: §ch«sftratze 7. leMlbBt »OS LlljtigtN ffer die Ingesnuxmer Dis gern Nachmittag vorher. Preis fir 1 mm Hätz« für Anzeigen von 27 mm Brette orthd) 8, auswärts 10 9kid)spf«nrigj für Re- Umneanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20“ , mehr (Uyefrebokteur; Dr. $rttbr. WÜH. Lange BeraiTtöortlid) ftirVofitih Dr. Fr. Mlh Gange; für Feuilleton Dr H Ihyriol; für den übrigen Teil Ernst Dtumsthein; für den An- jeiqenter! Hans Fuftel, sämtlich in Dietzen. Er^ch eint täyli ch, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener FamilienblStler Heimat im Bild Die Scholle Mssats-bezvgrprets: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger; lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern mfolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. poßscheckkonto: $ranffnrt am Main 11686. Der englische Generalstreik. Seien mir doch ehrlich und geben mir äu, daß niemand von uns im Ernst daran geglaubt hat, der Lohnstreit -mischen den Bergarbeitern und den Bergherren könne sich in England bis zum Letzten und Aeuhersten zuspitzen. Dazu haben mir alle vor diesem Voll der nationalen Disziplin und des nationalen Stolzes zu viel Respekt, als daß mir glauben könnten, gerade in seinen Reihen mürbe eine Disziplinlosigkeit möglich sein, die bei jedem Ausgang das Volksganze doch nur aufs schmerste schädigen könnte. Und nun ist es doch someit gekommen! Diel leicht haben diejenigen Recht, die behaupten, daß eigentlich niemand in London den Streik gewollt habe, daß vielmehr die Parteien durch taktisches Ungeschick in den ganzen Streik hin ein geschliddert sind, ebenso wie Deutschland 1914 in den Weltkrieg. Das kann schon richtig sein. Wenn man einmal die Phasen des ganzen Streites der letzten Monate sich ansieht, so muß man immer mehr zu der Ueberzeugung kommen, daß die Bergherren auf eine Nachgiebigkeit der Arbeiter, die Arbeiter auf ein Entgegenkommen der Arbeitnehmer und beide Parteien schließlich mieder auf die Regierung spekuliert haben, die es n i ch t s o w e i t k o m - men lassen, sondern in zwölfter Stunde doch wieder vorziehen würde, einige hundert Millionen aus den Staatskassen zu opfern, nur um den Wirtschaftsfrieden zu sichern. Jedenfalls ist das Wort oon einer Theaterschlacht, die drüben aufgeführt werden sollte, nicht ganz abwegig, nur daß die Akteure zuletzt die Herrschaft über sich selbst verloren und aus dem Spiel bitterer E r n st wurde. Was nun werden soll? Baldwin hat die unheilvollsten Möglichkeiten an die Wand gemalt. Er hat davon gesprochen, daß England so nahe v o r e i n e m Bürgerkrieg stände, wie niemals, daß es sich jetzt nicht mehr um einige Pfennige Lohn, sondern um die Freiheit des Volkes handle. Darin sieht er die Dinge richtig. Die Bergarbeiter haben sehr schnell herausgefühlt, daß sie die Zeche zu zahlen haben würden, falls sie allein blieben, daß sie Aussicht hätten, sich durchzusetzen nur, wenn alle übrigen Arbeiter ihnen beispringen. So ist aus dem Bergarbeiterstreik der General ft reif geworden, der jetzt, wo er ernst wird, auf beiden Seiten mit großer Zähigkeit und dem Aufwand ernster Energie geführt wird. Gerade weil aber das so ist, bleibt in der Tat die Gefahr vorhanden, bah beide Parteien sich ineinander festbeißen und schließlich eine gewaltsame Auseinandersetzung unvermeidlich ist, die alles niederreißt, was eine erstaunliche Willenskraft im Laufe oon Jahrhunderten aufgebaut hat. Im Grunde genommen ist es ja kein Zufall, daß die größte Gewaltprobe, vor der die englische Wirtschaft sich sieht, gerade vom Kohlenbergbau den Ausgang nimmt. Nicht etwa deshalb, weil er die stärkste Triebkraft britischer Energie ist, sondern weil er typisch ist für die Verschiebung, die sich innerhalb des letzten Vierteljahrhunderts ein = geleitet hat. Mit den Kohlen hat ihr Weltgefchäft begonnen, die Kohlen sind ein Stück ihres Nationalbesitzes. Gerade hier zeigt sich die ganze Stupidität, womit sie an dem Grundsatz ihrer Ueberlegenheit festhalten. Ueberall auf der ganzen Erde hat man aus dem Kriege und der ökonomischen Verschiebung Konsequenzen gezogen, nur in England nicht. Ueberall sind die Betriebe modernisiert, zusammengelegt und durch Einschweißung in Trusts rentabel gemacht worden. Die Engländer glaubten, sie hätten das nicht nötig. Der Bergherr arbeitet heute noch nach längst überalterten Methoden. Er kennt keine großen Gesellschaften, dreitausend Bergbetriebe arbeiten nebeneinander her, auch der kleinste von ihnen beansprucht noch feinen Nutzen, obwohl er von den Grundlagen der Wirtschaftlichkeit meilenweit entfernt ist. An eine Stillegung der Zeche will er nicht glauben, so verlangt er entweder, daß der Staat Zuschüsse leistet oder der Arbeiter weniger Geld bekommt, nur damit alles beim Alten bleibt. Der Arbeiter wieder schwört darauf, daß nur der Bergherr zu viel verdienen will, der Arbeiter glaubt einfach nicht daran, daß wir an einer Heber* Produktion oon Kohlen auf der Welt leiden, daß in Deutschland und in anderen Erdteilen der Betrieb moderner und billiger gestaltet ist, als in Wales, er hält es für selbstverständlich, daß er die höchsten Löhne bekommt und mit Verachtung auf die Arbeiter anderer Länder herunterguckt. Hier liegt der wahre • Keim für den großen Konflikt: in der S e l b ft g e f ä 11 i g f e i t, womit Altengland von feiner Gottähnlichkeit überzeugt ist, in dem Mangel an der Erkenntnis, daß Stillstand allein Rückschritt bebeutet. Und so rasch wird es auch nicht gehen, bis England die Folgen des Krieges begreift. Deswegen bleibt es nicht ausgeschlossen, daß der Generalstreik nur der Anfang einer langen Reihe schwerer Lohnkämpfe bedeutet, die einen starken Teil des Volksvermögens zwischen sich zermahlen und gerade deswegen so unheilvolle Folgen haben, weil sie die englische Entwicklung aus ihrer gesunden Bahn auf Irrwege abdrängen. Der zweite Streiktag ZU. London, 6. Mai. Die Streiklage ist unverändert. An einigen Punkten des Kohlenreviers werden die Nahrungsmittel knapp. Die Vorräte reichen in einem Fall nur bis Ende dieser Woche. In Liverpool ist ein Versuch, die Elektrizitätswerke zur Arbeitseinstellung zu veranlassen. mißglückt. Aus London ist nichts neues zu berichten. Dichter Nebel erschwerte in den Mittagsstunden den Verkehr. -Der Londoner Zugverkehr kommt allmählich wieder in Gang, wenn auch mit erheblichen Einschränkungen. Einige Unter* grundbahnlinien hoffen spätestens Freitag wieder imstande zu sein, einen regelmäßigen Zugverkehr durchführen zu können. Auch die Züge nach außerhalb vermehren sich. Der Transport der Fische aus den Seehäfen ist jetzt vollständig organisiert. Es ist gelungen, den größten Teil der vorgestrigen Fänge mit Hilfe von Lastkraftwagen abjum importieren. Aus Manchester und Glasgow wird gemeldet, daß der Streik dort vollständig durchgeführt ist, nirgends werden jedoch ernste Zusammenstöße gemeldet. In Gewerkschaftsktclsmi hat man. wie von der Streikleitung mitgeteilt wird, außerordentlich scharfe Vorschriften gegen Gewaltmaßnahmen und Heber griffe gegen die Staatsgewalt erlassen. Die Meldungen von Freiwilligen nehmen, wie amtlich gemeldet wird, neuerdings stark zu. Das wird darauf zurückgeführt, daß die Stimmung im Publikum, das bisher verhältnismäßig teilnahmslos war, umgeschlagen ist und allgemein jetzt erkannt wird, daß etwas Durchgreifendes gegen den Generalstreck geschehen muß. Der Postverkehr ist voll im Gange. Die Briefe werden dreimal täglich ausgetragen. Flugzeuge werden in steigendem Maße zur Briefbeförderung verwendet. In London sind genügend Vorräte von Fleisch in den Kühlhallen vorhanden. Es bestehen aber erhebliche Schwierigkeiten, um genügend Arbeitskräfte zu ihrer Herausgabe an die Kunden zu finden. Es haben sich auch Sabotageakte bei dem Betrieb der Fleischaufzüge bemerkbar gemach', die zu Störungen führten, die jedoch sofort beseitigt worden sind. Das Kühlhauspersonal streikt. Gestern abend hat die Vereinigung der A u t o d r o s ch - kenführer beschlossen, lich um Mitternacht dem Generalstreik anzuschließen. In verschiedenen Orten kam es im Laufe des gestrigen Tages zu Ausschreitungen 3n D'.wningham hielten mehrere Männer ein Auto an. vertrieben die Insassen und zerschnitten die Gummireifen. Der Führer, der Widerstand leistete, wurde schwer mißhandelt. In Leeds wurden die Insassen rinen Straßenbahnwagens mit Steinen bombardiert. Die atlantische Flotte sollte am Dienstag Portsmouth zu einer Sommerkreuzfahrt verlassen. Aus Anlaß des Streikes gingen aber nur die äl-Doote und Zerstörer in See. Diele Offiziere sind für bpx Dienst auf dem Lande abkommandiert worden. Oie Streikleitung gibt täglich erscheinende Nachrichten über die Streiklage heraus. Darin wird gegenüber der Darstellung der Negierung darauf hing wiesen, daß es sich um einen wirtschaftlichen Kampf handle Die Streikenden werden vor Mebergriffen gewarnt, die der Polizei ein Eingreifen erelichtem könnten, da ja die Ruhestörungen die Aussichten für den Erfolg das Streiks schädigen. Heber die 'Beurteilung des Streiks in Deutschland wird in den Nachrichten gesagt, die deutsche öffentliche Meinung sei zunächst erfreut gewesen, als ise die erstaunliche Nachricht eines Generalstreiks in England hörte. Man habe „Schadenfreude" emp fanden, weil man in Deutschland alle diese Dinge früher durchgekämpft habe, ohne irgend welcher Synipathie begegnet zu fein. Man hoffe, daß der Kampf den Engländern die Augen darüber öffne, daß der der Engländer nicht allein in der Welt sei und daß man feine Fortschritte erwarten dürfe, solange nicht die Industrieländer Hand in Hand arbeiten. Vor Wiederausnahme der Verhandtungen? London, 6. Mai. (TU.) Nach einer von Kei ter verbreiteten Meldung sind im Anschluß an die Unterhaussihung am Mittwoch unverbindliche Besprechungen über die wiederauj nähme der Verhandlungen zwischen den Parteien im Kohlenbergbau von parlamentarische. Seite her angebahnt worden. Zwischen Macdo n a I b und den Bergarbeiterführern Smith un Cook soll eine längere Unterredung ftattgefunben haben. Ferner verlautet, baß Lloyb George einen Vermittlungsvorschlag ausgearbeitet hat, fu dessen Annahme er sich die Mitarbeit maßgebende: Persönlichkeiten gesichert ybben soll. Der Vollzugsausschuß der Bergarbeiter hielt heute nachmittag eine zweistündige Sitzung ab unb vertagte sich bann auf morgen früh. (Eine offizielle Mitteilung würbe nach Schluß ber verhanblungen nicht ausgegeben verschiedene Mitglieder des Ausschusses erklärten ater, daß bie Lage unoeränberf sei, unb daß keine sofortige Aenberung erwartet werde. Um Mitternacht verlautet, bah Macdonald soeben zu einer Konferenz zu bem Premierminister B a I b- w i n berufen würbe, um mit ihm über eine etwaige Beilegung des Streikes zu verhandeln. Eine Regierungsbotschaft London, 6. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Baldwin veröffentlicht in ber Regierungszeitung „British Gazette" eine Sonderbotschaft, in der noch ein mal mit folgenden Worten auf die Bedeutung des Streiks hingewiesen wird: „Die verfajsungs mäßige Regierung wird angegriffen. Alle guten Bürger, deren Lebensstellung und Arbeit gefährdet wird, ertragen mit Mut und Geduld die Mühseligkeiten, denen sie sich gegenwärtig gegen übersehen. Steht hinter der Regierung, die ihre Pflicht tut, indem ihr darauf vertraut und ihr bei Maßnahmen helft, die die Regierung zur Sicherung der Freiheit und der Rechte des eng lifchen Volkes getroffen hat. Die Gesetze Englands sind das Geburtsrecht der Nation. Wir haben für ihre Bewahrung zu sorgen. Das Parlament ist ihr Schutzherr. Aber der Generalstreik ist eine Herausforderung des Parlaments und der Weg zu Anarchie und Verderben." Der englische 3nnenminifter Sir Ioynson Hicks richtete durch den englischen Rundfunk einen Appell an die ganze englische Nation, sich zum Schutz ber öffentlichen Sicherheit zahlreich zur Verfügung zu stellen. Alle größeren Unternehmungen hätten ihre Angestellten und Beamten, soweit sie sie entbehren könnten, zur Verfügung ae- stellt. Man brauche indessen noch weitere Kräfte. Die Regierung werde nichts unterlassen, um das Land Der Oriaggenerittij. Berlin, 5. Mal. (MTB.) Amtlich. Durch eine heute vom Herrn Reichspräsidenten vollzogene Verordnung ist in Ergänzung ber Berechnung über bie beutschen J l a g - gen vom 11. April 1921 bestirnt worben, baß in gesanbtschastlichen unb konsularischen Behörben des Reiches an außereuropäischen Plätzen unb an solchen europäischen Plätzen, bie von £ee- hanbelsschlsfen angelaufen werden, künftighin neben ber Dien st flagge ber Relchsbehörben (Schwarzrotgolb mit bem Reichsfchildj auch bie verfassungsmäßige Handelsflagge führen. Gleichzeitig ist bie Dienstflagge ber Relchsbehörben zur See, um eine flärfere Betonung ber Reichsfarben zu erzielen, durch eine schwarzrotgoldene Gösch, nach Art der Handelsflagge ergänzt morden Die vorstehend gekennzeichnete Verordnung hat keinerlei politische, sondern nur eine praktische Bedeutung. Sie schränkt die Verwendung ber Reichsfarben bei ben Auslandbehör- ben nicht ein, bringt sie vielmehr durch Einführung der schwarzrotgoldenen Gösch in die Dienffflagge der Reichsbehörden zur See verstärkt zur Anwendung. Die Verordnung ist veranlaßt worden durch den Umstand, daß nach den übereinstimmenden Berichten der in Frage kommenden deutschen Aus- landstellen die bestehende Verschiedenheit in den Flaggen der deutschen handelsschifse und der amtlichen Reichsvertretung als unerträglich empfunden wird. Sowohl von amtlichen wie von privaten Kreisen wird es als geboten bezeichnet, diese Verschiedenheit, die zu vielen Mihverständ- nissen und Unstimmigkeiten Anlaß gegeben hat, auszugleichen. Diesen Ausgleich will die Verordnung in erster Linie erreichen. Ferner soll aber die Verordnung dazu beifragen, die verständnisvolle Zusammenarbeit der A u s l a n d d e n t s che n mit den amtlichen Bertcefungen des Reiches i m Anstande, namentlich in tieberfee, zu fordern, hier sind wegen dieser Flaggendisferen; vielfach Gegensätze aufgetrefen. die den Interesten des Reiches und dem Ansehen des Deutschtums im Ausland abträglich sind. In dieser Beziehung soll die Berorbnung eine Brücke bilben zu einer besseren Verständigung und einer engeren Zusammenarbeit am wirtschaftlichen Wiederaufbau. Die Stellung der Linksparteien. Berlin, 5. Mai. (BDZ.) Die demokratische Neichstagsfraktion hielt nach Schluß der Plenarsitzung eine Sitzung ab, in der sie gegen die Flaggenverordnung entfliehen Stellung nahm. Die Parteien seien durch diese Verordnung überrumpelt worden. Auch die Abschwächung. daß die Verordnung auf die Hafenstädte und die nur zu Schliff erreichbaren überseeischen Plätze beschränkt werde, genüge nicht. Die demokratische Fraktion faßte daher einstimmig folgenden Beschluß: „Die Fraktion ist mit der Verordnung zur Flaggenfrage nicht einverstanden." Der Beschluß wird sofort den anderen Negierungsparteien mitgeteilt. Welche Konsequenzen sich für die demokratische Fraktion weiter aus diesem Entschluß ergeben werden, steht noch nicht fest. Der Parteivorst and der Demokratischen Partei ist für Montag, den 10. Mai, einberusen worden. Voraussichtlich wird auch der' Parteiausschuß noch einberufen werden. Die sozialdemokratische Reichslagsfraktion beschloß zur Flaggenfrage eine Interpellation einzubringen, und zwar in der Form, daß bei der Regierung angefragt wird, ob die betreffende Verordnung erlassen sei, und daß zum Schlüsse erklärt wird, daß der Reichstag ihn mißbillige. Die Auffassung der Zentrumsfraktion des Reichstages, die sich nach der Plenarsitzung bis 9 Uhr abends mit der Flaggenfrage beschäftigte. kommt in folgendem Kommunique zum Ausdruck: „Die Zentrumsfraktion des Reichstages bedauert den Erlaß der Verordnung m der Flaggen frage und lehnt jede Verantwortung für die politischen Folgen ab.“ Berliner yressestinmen Die Flaggenverorbnung findet die Billigung der deutschnationalen Zeitungen, wenn diese auch bemängeln, daß sie gegenüber dem ursprünglichen Plane insofern eine Konzestivn an die republikanischen Parteien darstellt, dph sie nur für d i e außereuropäischen Plätze, die von Seehandelsschiffen angelaufen werden. Geltung haben soll. Die „Tägliche Runbschau" hebt hervor, daß Rcichsiusttzminister Marx und Reichs- arbeitsmlnister Brauns ebenso fest zu dem Kabinettsbeschluß über die Verordnung standen wie die demokratischen Minister Dr. Külz und Dr. Reinhold. Das Blatt wendet sich dann dagegen, die Angelegenheit zu einer politischen Frage zu machen da es sich hier um eine reine Zweckmäßigtcitsfrage und eine Frage des deutschen Ansehe .s im Auslande handle, die man mit Parteipolitit nicht verquicken sollte. Zur Entrüstung liege auch nichl der geringste Grurrd vor. da die H mdelsflagge in der Reichsverfassung ebenso fest verantert ist. wie die Reichsfarben Schwarzrot-'vld. Durch die Verordnung werde sogar den Anhängern oon Schwarzweihrot insofern ein Zugeständnis zugemutet, als auch die schwarzweißrote Dienstflagge der Reichsbehörden zur See in Zukunft mit der schwarzrotgoldenen Gösch versehen werden soll. Das demotratlsche „D. T." spricht von einer ^Lgieiungstrise, die über Nacht in einer Frage entstanden sei, deren Aufwerfung in diesem Augenblick völlig sinnlos und überflüssig gewesen sei. In der demokratischen Reichstagsfraktion sei gestern eine äußerst starke Mißstimmung gegenüber der Regierung zum Ausdruck gekommen unb einstimmig fei die Ansicht vertreten worden, daß die Verantwortung für diese Art der Ge° schäftsfiihrung nicht länger getragen werden könne. Die „Germania" richtet ihre Angriffe hauptsächlich gegen ben Reichskanzler. Das Zentrumsblatt schreibt: Das Vertrauen des Zentrums für ben Reichskanzler Dr. Luther hat einen Stoß erhalten, ber nicht ohne Einfluß bleiben kann auf bas Verhältnis bet Partei zu dem gegenwärtigen Chef ber Regierung. Sieben Jahre lang hat sich bas deutsche Volk eingebildet, unter parlamentarischem Regime zu leben. Dr. 2ut$er i$ gerade dabei, dem deutschen Volke zu zeigen, daß wir nach wie vor unter bem Regime der Geheimräte leben. Der Reichsinnenrninifter zum I^laygenerkatz. Berlin, 5. Mai. Der demokratische Reichsinnenminister Dr. ft ü 1; erklärte einem Mitarbeiter des „Acht-tihr-Abendblaties" über die Flaggenverordnung: Die rechtliche Grundlage für die Flaggenverordnung fei ohne jede Frage gegeben. Es handele sich lediglich um die Verwendung der In der Verfassung vorgesehenen Handelsflagge als Dien st flagge für die ausländlschen Missionen. Dies sei ein reiner Verwaltungsakt des Reichspräsidenten, den auch schon der verstorbene Reichspräsident Ebert geplant habe. Die Verordnung bedeute eine Stärkung und Ausdehnung der verfassungsmäßigen Reichsfarben und sei weit eher ein Vorstoß gegen die alten Farben. Der Slrbeitsausschuß deutscher Verbände. ?ünf Itthre KttMyf geizen Krie.^s- schuldlüge tttid Persailler Diktat. Berlin. 5. Mai lTäl.i A'^s Anlaß beS fünfjährigen ^stehens des Arbeitsausschusses deutscher Verbände ber anerkannten Spitze-rorg- nifation gegen Kriegs sch ulblüge unb Versailler Diftat. hatte fein Präsident Gouverneur Exz. Dr. Schnee. Milelieb des Reichstages, zu einem Frühstück ringelnden. Der Einladurrg waren von ber Reichsregierung ber Reichskanzler und ber Reichsaußenminister gefolgt. Ferner waren erschienen ber Staatssekretär ber Reichskanzlei, Kempner. ber Reichspreskechri Dr. Kiep. Ministerialrat Stf gen vorn preußischen Innenministerium und zahlreiche führenbeMänner aus Hanbel unb Wirtschaft unb Vertreter ber bem Arbeitsausschuß angehörenben Verbände. Nach einer kurzen T?grüßun---sansprache. in ber Exz. Schnee auf bie bisherigen Er.olge ber Arbeit und bie zukünftigen Aufgaben des Arbettsausschusses deutscher Verbände hiuwies. sprach Re ick-s- kanzler Dr. Luther bie besondere Anerkennung ber Reichsregierung für bie von echtem vaterländischen Geiste getragene Tätigkeit des Arbeitsausschusses deutscher Verbände aus. Er gab ber Hossuunz Ausdruck, daß bie Aufklärungsarbeit in der bisherigen We'se fortgesetzt, dazu führen werde, der Wahrheit in der Kriegsschulbfrage zum Siege zu verhelfen. Der Kutisker-Drozeß Berlin, 5. Mai. (TU.) Im Kuttskerprozeß satzte der Prokurist Zahn, ber bei einer Tochtergesellschaft Kutiskers ongestellt mar, aus, daß er aus Veranlassung von Blau mehrere Blankowechsel unterzeichnet habe, die nur zum inneren G e brauch der Steinbank bestimmt sein sollten. Frühere Angestellte Kutiskers bekundeten hierauf, sie hätten ohne große Bedenken auf Wunsch die Wechsel unterschrieben, weil sie der Auffasf'.'ng waren, die Wechsel seien nur für den inneren Bc trieb bestimmt, und weil Kutisker allgemein als sei), reich galt. Die Zeugen stellten durchweg Kutlsler das beste Zeugnis aus. Nach seiner Verhaftung feie" alle Angestellten unb Unterdirektoren von Äv.tiffe* - Unschuld überzeugt gewesen. Zeuge M^jor o. T Werner, einer der Angestellten Kutisters, sagte aus, er habe von Holzmann den allerschlechtesien Eindruck gehabt, da dieser gegen Kutisker erpre.’ic= risch oorgegangen sei. Die Verhandlungen wurden dann auf Donnerstag vertagt. 3# schützen Tie Sicherheit der Lander fei bedroht und deshalb liege im Augenblick die allergrößte Nachfrage nach Polizisten vor Eine amtliche Darstellung London, 6. Mai. (WTB. Funkspruch.) Das Regierungsorgnn ..British Gazette" gibt em offizielles Kommunique über die Lage am zweiten Streiktage heraus, in dem es heißt. Ein wesentlicher Teil des Wirtschaftslebens des Landes Ist lahm JuhIjV,' > gelegt worden. Verluste und linbegueinlichkeiten für olle Bevölkerungsklaffen nehmen weiter zu. Es find beträchtliche '.’snrFehrunnen zur Aufrechterhaltung der Ordnung getrosten «norden Die Belieferung m i t Brenn ft offen und Lebensmitteln ist ausreichend zum Leben, wenn auch nicht ge . niigend um die Wohlfahrt des Landes für viele Wochen oufrechtzuerhalten Die Verteilung non Milch und Lebensrnitteln wird mit Kraft fortgesetzt. Die Nation bleibt ruhig und vertrauensvoll. 3n einer Darstellung der Lage wird erklärt, k'' ■ dieser Kamps um die Macht im Staat habe mit der Notlage des Kohlenbergbaus nichts zu tun und müsse c i n g e ft c f 11 werden, ehe man wieder von der Kohlenkrise reden könne. Besonders ausfallend ist cs nach der Ansicht der Negierung, wie gut der Eisenbahnverkehr schon wieder arbeite, obwohl der Streit erst in den Anfängen stehe. Bei allen bisherigen Streiks wäre die Bertehrslage sehr viel schlechter gewesen als heute. Die Rückwirkungen des Streiks aus die übrige arbeitende Bevölkerung die dadurch zur Arbeitseinstellung genötigt wä e, wären der Stellung der Streitleiiung abträglich. Es würde dadurch die Unzufriedenheit eines großen Teils her arbeitenden Massen mit den Maßnahmen der Gewerkschaften verstärkt, während andererseits die Hilfstruppen der Regierung dadurch zunehinen. Die Darstellung schließt mit der Feststellung, daß sich die Bevölkerung mit . Würde in das Unvermeidliche finde. Streikdebatte im Parlament. London, 5.Mai (TU.) Heute fand im Unterhaus in Anwesenheit des Prinzen von Wales und des Herzogs von Pork die Beratung über die Ausnahmebestimmungen statt. Auch die Arbeiterführer Herbert Smith und der Generalsetretär der Bergarbeiter E o o k waren anwesend. Der Staatssekretär des Innern Joihn- svn Hicks legte die Gesetzesvorlage zur Bestätigung der Ausnahme maßregeln vor. Er erklärte, er habe angeordnet, daß die Elektrizitätserzeugung, der Transport von flüssigen Brennswffen und die Ausrecherhaltung des Eisenbahnverkehrs als lebenswichtige öffentliche Dienste bezeichnet würden, so daß es möglich fet. zu ihrer Inganghaltung militärische Kräfte heranzuziehen. Das Jufa ■ m. «wirten zwischen den elektrischen Kraststationen in London, die aus Marineangehörigen und Freiwilligen in Gang gehalten werden, sei bewundernswert. Er schlage vor, eine bei weitem größere Anzahl von freiwilligen Hilfspolizisten einzustellen. Angesichts der damit verbundenen Schwierigkeiten habe die Polizei seinen Weisungen gemäß eine Demonstration, die heute abend im Mittelpunkt -von London unter Leitung der Kommunisten und anderer Organisationen stattfinben sollte, verboten Er bitte das Land, gegen Alarmnachrichten über Zusammenstöße und ähnliche Borfälle mißtrauisch zu fein. Er richte an alle das Ersuchen, in ihrer entschlossenen Haltung zu beharren. Nach dein Innenminister erklärte der Arbeiterführer Henderson, die Gewerkschaftsführer seien für den Abbruch der Verhandlungen nicht verantwortlich. Er sei ebenso über die Lage beunruhigt wie feder andere. Er habe danach gestrebt, die Katastrophe möglichst zu vermeiden und trete dafür ein, daß sogar jetzt noch das Haus neue Anstren- . gungen machen möchte, um zu sehen, daß man nicht wieder an dem Punkte beginnen könnte, an dem . I man Montag nacht war. Man solle versuchen, eine Formel zu finden , Lloyd George erklärte, die Liberalen hielten die ' . Verordnungen unter den augenblicklichen Verhältnissen für notwendig. Die Regierung müsse mit mehr Macht ausgerüstet werden, die erfor- < ‘ derlich fei, um jeder Sachlage begegnen zu können. Die Unterbindung der Presse sei äußer st töricht. {Der Arbeiterführer Thomas hob hervor, daß es sich nicht um eine gegen die Regierung gerichtete Herausforderung handele. Der Generalrat des Gewerkschaftskongresses hat Anweisung ergehen lassen, daß jeder, der zum Ungehorsam oder zur Meuterei der Truppen oder der Morine aufreize, zurückgewie- fen werden soll, denn er wünsche diese Aktion zu einem industriellen Streik und zu nichts anderem zu machen \Der Arbeiterführer Bromley (General- sekretär der vereinigten Verbände der Lokomotiv- mafdriniften) gab zu. daß, wenn olle Hilfsquellen der Regierung gegen die Arbeiter angewendet würden, diese notwendigerweise besiegt werden würden. Aber dies würde in den nächsten Wochen noch nicht der Fall sein. Er ersuche das Hous, die furchtbaren Schäden zu er- wäaen. die dem Staate zugefügt werden würden. Der Redner zollte schließlich dem Premierminister für seine Bemühungen zur Erhaltung des Friedens Anerkennung. Das Parlomentsmitglied C o n n o n erklärte, er bemerke in Hendersons Rede eine Stelle, die, den Wunsch oder sogar da- S'reben von seiner Seite und von seilen seiner Freunde zeige, bero Weg der Verhandlungen wieder aufzunehmen. Eonnon sagte, das Hous solle das Motto beherzigen: Zurück vom Schlachtfeld in dos verotungszimmer. Das Ende dieses Kampfes würde dasselbe sein wie das des Weltkrieges, wo auch Sieger wie Besiegte schließlich hatten einsehen müssen, daß sie alle die Besiegten waren. Die Würde eines Mannes bedeute nichts gegenüber der Katastrophe. der das Land gegenüberstehe. Der Ar- beiterführer Clehnes sagte, er hoffe, die Debatte werde in demselben Tone fortgesetzt werden, in dem sie bisher geführt wurde. Macdonold fragte: Will dieses Hous nicht den Willen und die Vernunft zeigen und zubchen, ob wir dice Frage nicht regeln können? Er fügte hinzu, er spreche allerdings nicht für den Gewerkschaftskongreß, sondern nur für sich selbst. Er erkenne ober, was die Folge sein r! werde, wenn die Lage so fortdauere und er erhebe deshalb seine Stimme. Wenn er eine Zurückweisung ersahre» sollte, so Hobe er sein Bestes getan und niemand werde ihm ein.n Vorwurf machen können. —Premiermini st erBald- Win erklärte u. o.: Keine Regierung könne unter irgendwelchen ilmftänhcn e-nem ^enmlffrcif nachgeben. 3n dem Augenblick, wo der Generalstreik bedingungslos abgesagt werde, sei die Regierung bereit, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, die sie sicher zu einem erfolgreichen Ergebnis führen würde. Auch im Oberhaus fand eine Erörterung über die Rotvollmachten der Regierung statt. Lord Birkenhead erklärte im Romen der Regierung, diese sei nicht bereit, zu verhandeln, solange die Drohung eines Generalstreiks das Feld behcrrjchc Die Regierung unternehme Schritte, um dafür zu sorgen, daß den Bürgern des Landes nicht die Gelegenheit vorentbalterr werde, von Tag zu Tag zu wissen, was im Lande vorgehe Der liberale Lord Buckmaster erklärte, man stehe einer der mutwilligsten Ausübungen tyrannischer Macht gegenüber, denen dcts Land seit Jahrhunderten habe gegenübertreten müssen. Jedermann, der das ordnungsgemäße Vorgehen der Regierung schätze, werde die Rotwendigkeit einsehen, die "Regierung in der schwierigen Lage, in der sie stehe, zu unterstützen. Die Presse in London. Der Nachrichtenhunger des Publikums London, 6. Mai. (W. T. D. Funkspruch). Als erstes und bisher einziges von den Londoner Morgenblättern ist heute früh in dritter Stunde die ..Times" wieder im alten Format herausgckonnnen, wenn auch nur 4 S iten stark, in einer Auflage von 700 000 Erenrplaren. Die Regierungszeitung „British Gazette" wird in einer Auflage von einer Million Stuck im ganzen Lande verbreitet. Beide Auflagen waren sofort vergriffen und sind selbst bei Behörden nur schwer zu haben. Der Rachrichten- bunger ist ungeheuer. Die Zeitungen der größeren P r o v i n z st a d t e, sind handgedruckt erschienen, zum Teil in verkleinertem Format. Dos Gebäude der sozialistischen Zeitung „Daily Herold" wurde, während die Drucker des „Daily Herold" damit beschäftigt waren, eine Streiksoadernummer herzustellen, von einem starken Polizeiaufgebot umzingelt. Die Polizeibeamten begaben sich in d>e Druckerei, brachten die Maschinen zum Stillstand und beschlagnahmten die Ausgabe. Rach einigen Stunden jedoch erlaubte die Polizei das Drucken der Streifsonderausgabe, die betitelt ist. „Der britische Arbeiter" «..British Werker"). Sie umfaßt acht Seiten und enthält Streikberichte aus allen Teilen des Landes. Auf der ersten Seite ist eine Botschaft an alle Arbeiter abgedruckt, die hervorhebt. daß es sich um einen industriellen: Kampf handelt, und alle Mitglieder ermahnt, eine vorbildliche Haltung zu zeigen und der Polizei keine Gelegenheit zum Einschreiten zu geben. Die Botschaft sagt: Der Ausbruch irgendwelcher Unruhen würden die Aussichten auf eine erfolgreiche Beendigung des Streikes wesentlich schädigen Die heutige Nummer der „British Gazette" wird die amtliche Mitteilung an die Drucker enthalten, daß die Regierung noch Beendigung des augenblicklichen Generalstreiks wirksame Maßnahmen ergreifen werde, um zu verhindern, daß die Gewerkschaften an irgendwelchen Arbeitern Vergeltung übten. Die Regierung werde keiner Regelung zustimmen, die nicht für die Dauer Vorsorge in dieser Hinsicht treffe Jeder Mann, der seine Pflicht gegenüber dem Lande im Augenblick der Krisis loyal erfülle, werde von dem Staat vor Vergeltungsmaßnahmen beschützt werden. Sm Ausruf der deutschen Sergarbeiterverbände. Essen. 5. Mai. In einer heute nachmittag in Essen stattgefundenen gemeinsamen Sitzung der vier Bergarbeiterverbande des Ruhrbezirks wurde ein Aufruf an die Bergarbeiterschaft des Ruhrbezirks gerichtet, in dem es heißt: Die englischen Bergwerksbesitzer wollen die seitherige Arbeitszeit von 7R 4 Stunden auf 83 4 Stunden erhöhen und die Hariflölne um 13 Prozent herabsetzen. Ein Sieg der englischen Unternehmer würde katastrophale Folgen für die Entwicklung des Weltkohlenmarktes sowohl als auch für die Bergarbeiter aller Länder haben. Darum haben die englischen Kameraden unsere volle Sympathie und unsere Unterstützung, soweit es in unseren Kräften liegt. Zunächst kommt es darauf an. die Einfuhr von Brennstoffen nach Großbritannien zu verhindern. Das Fahren von nicht dringend notwendigen Ueberschichten ist deshalb unter allen Umständen zu unterlassen. Weim im weiteren Verlauf des Kampfes weitere Maßnahmen sich als notwendig erweisen, werden die 'Bergarbeiter rechtzeitig dazu Stellung nehmen und ihre Entscheidungen treffen. Kameraden, laßt euch nicht durch falsche Parolen von unverantwortlicher Seite irveführen. Jede Einmischung Außenstehender wie der Parteien ist daher entschieden abzulehnen. Sympathiekundgebungen in Rußland. Moskau, 6. Mai. (WTV. Funkspruch.) Die Zentral-Komitees der Gewerlschaften der Seeleute und der Transportarbeiter erklärten den T e i l st r e i k in den Häfen der Sowjet- Union, die für England bestimmte Waren ausführen. Der Zentralrat der Gewerkschaften der Sowjet-Union beschloß heute, alle Gewerkschaftsmitgftederaufzusordern. ein Viertel eines Tagelohnes an die streikenden englischen Vergarbeiter abzuführen. Eine Vorschußrate wurde bereits nach London überwiesen. Die Rückwirkungen auf Frankreich. Paris, 6. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Die Rachwirkungen des englischen Streikes machen sich auf den französischen Eisenbahnen bereits bemerkbar So war die Rordbahn gezwungen, von den zwölf zwischen den Kanalhäfen und Paris verkehrenden Schnellzügen 8 einzu stell en. Der Luftverkehr hat gestern zwischen Cherbourg und England eine Steigerung um 40 Prozent erfahren. In Cherbourg wird die englische Kohle, die zu Beginn der Woche mit 165 Franken gekauft wurde, jetzt mit 220 Franken verkauft. Das Pariser Luftsahrtabkommen. Paris, 5. Mai. (TU.) Die „Time s" teilt mit, daß die Unterzeichnung des Abkommens über die Auslegung der Luftfahrtbestimmungen, die ursprünglich heute erfolgen sollte, auf Donnerstag verschoben worden ist. Heute abend um 7 Uhr fand eine Besprechung der deutschen Delegierten mit den alliierten Sachverständigen statt. Im Verlaufe derselben wurde beschlossen, Donnerstag sowohl das Abkommen mit der Votschafterkonferenz wie auch das deutsch-französische Abkommen zu paraphieren. Die offizielle Unterzeichnung erfolgt später. Die deutschen Delegierten, Geheimrat Nord, Geheimrat Fisch und Botschaftsrat Forster, werden Ende der Woche in Berlin eintreffen. Die Tatsache der Unterzeichnung wird Donnerstag in Paris in einem kurzen Kommunique bekanntgegeben, während genaue Einzelheiten über das Abkommen in Berlin mit- geteilt werden. Soviel verlautet, ist Deutschland die Erlaubnis erteilt, eine Luftfahrtlinke über bic Schweiz nach Spanien einzurichten. Im übrigen sieht das Slbkoinmen vor, daß ein regelmäßiger Luftverkehr von Paris über Köln und Berlin eingerichtet wird. Unruhen in Indochina. Paris, 5. Mai. (TU.) Wie die „Liberte" meldet, ist es in Inbochina zu schweren Ausschreitungen gegen bic Franzosen gekommen; u. a. wurden ein französischer Gendarm und ein Verwaltungsbeamter von demonstrierenden Studenten überfallen und schwer mißhandelt. Das Blatt greift wegen dieser Vorgänge den französischen ©enerolgotioernenr an und sagt, er habe durch feine Politik das Ansehen Frankreichs sehr geschädigt. Die Vorgänge werden in der Kammer zur Sprache gebracht werden. Abgewiesene amerikanische Aufwertungsklagen. R c u h o 11, 5. Mai. (WTB.f Der oberste Gerichtshof hat unter dem Borsitz von Richter Lydon in her Klagesachc Higgins gegen die Rewyork Life 3nfurance Company, die von den Inhabern deutscher Markverbindlichkeiten in Amerika mit großem Interesse verfolgt wurde, nunmehr bic Entscheibung getroffen. Im vorliegenden Falle hatte der Inhaber einer auf Mark lautenden, in Deutschland vor dem Krieg ausgestellten Bersiche- rungspolice auf Rückzahlung des Versicherungsbetrags in derneuenGoldmark- Währung geklagt. Der Gerichtshof hat entschieden. daß, wenn überhaupt aufgrund derartiger alter Markverpflichtungen eine Verbindlichkeit bestehe, es ausschließlich Sache der deutschen Wiederaa fwertungsgesetzge- b u n g fei, über den Umfang dieser Verbindlichkeiten zu entscheiden. Deshalb sollten sich nach Ansicht des Gerichts die amerikanischen Gerichtshöfe in derartigen Streitfällen für unzustän- b i g erklären. Rücktritt des polnisch en Kabinetts. Warschau, 5. Mai. lWolff.) Ministerpräsident Graf Skrzynski hat heute nachmittag dem Präsidenten der Republik den Rücktritt des gesamten Kabinetts unterbreitet. Der Präsident hat die Demission angenommen. Der Präsident der Republik berief eine Reihe von Parteiführern zu sich, um mit ihnen über die Reubildung des Kabinetts zu beraten. Als erster wurde der SZmmarschall Rataj empfangen, der dem Präsidenten über die Stimmung im Sejm berichtete. Rataj hat dem Präsidenten den Volksparteilern, Witos, D e m b s k i, den christlichen Demokraten Chond- zynski sowie den Grafen Skrzynski als mögliche Kandidaten vorgeschlagen. In Sejm- frelfen erwartet man. daß die Wahl des Präsidenten auf eine der vier von Rataj genannten Persönlichkeiten fallen wird und zwar mit Rücksicht auf die wirtschaftliche und valutarische Lage möglichst bald. Erschießung ungetreuer Sowjet-Beamter. Moskau, 6. Mai. (WTB.-Funkfpruch.) Durch Beschluß des durch Regierungsverordnung von 1923 mit besonderen Vollmachten zur Bekämpfung von Amtsverbrechen ausgestatteten Kollegium wurden heute 3 höhere Beamte der Valuta-Abteilung des Finanzamts-Kommissariats erschossen. Sie standen an der Spitze einer Gruppe von Börsenspekulanten, die durch Herbeiführung einer gesteigerten Nachfrage nach Geld und ausländischer Valuta auf die Senkung des Kurses der Staatspapiere hinarbeiteten. Kleine politische Nachrichten. Der Reichstag beschäftigte sich mit den Anträgen zur vollständigen Aufhebung des Aus- nah mezu st andes in Boyern. Die Anträge des Rechtsausschusses auf Ablehnung beider Anträge und Annahme einer Entschließung, in der die Rcichsregienmg ersucht wird, so schnell wie möglich den Entwurf zur Errichtung eines Reichs- verwaltungsgerichthof'es vorzulegen, werden angenommen. Ferner wird eine Entschließung angenommen, in der die Regierung um einen umfassenden Wohnungsbauplan ersucht wird. In namentlicher Abstimmung wird dann ein Antrag angenommen, der die Regierung um schleunige Vorlage eines Wohnungsheim st ättengesetzes im Sinne des bodenreformerischen Entwurfs des ständigen Beirats ersucht. Es folgt schließlich eine Debatte über die Milderung der Abtreibungsparagraphen Der Reichstagsausschuß zur Förderung der Leibesübungen hielt eine Sitzung ab, in der Generalsekretär Dr. Diez vom Reichsausschuß für Leibesübungen ein Referat über die tägliche Turnstunde hielt. Er erörterte dabei, die Bedeutung einer solchen Einrichtung für die Körper Kräftigung und die Charakterbildung. In der ausgedehnten Aussprache ergab sich die einmütige Auffassung des Ausschusses für die Einführung der täglichen Turnstunde. Der Landesvorstand der Sozialdemokratischen Partei Hessens hat auf den 5. unb 6. Just! einen Landesparteitag nach Rlzcy einberufen. Aus der Tagesordnung steht u. a ein Vortrog des Landtagsabgeordneten Kaul i'.ut dem Titel: Die Reualiederung des Reiches, bzw. bic Ausgabe Der Eigenstaatlichkeit Hessens. Die Vorstanbswohl her Zentrumspartei ergab ble Wohl von Bell. Esser, Gisberts, Herold, Joos, Klöckner und tt'itska. * Dos Zentralkomitee der KPD. hat die loni- munisttschen Reichste gsabgeordneten Korsch unb Schwarz am 30. April oufgeforbert. bis zum Montog, 3. Mai, ihre Reichstagsman- bate niederzulegen. Da bic beiden Abgeordneten dieser Aufforderung die auf politische Gründe zurückzuführen ist, nicht nachgekommen find, gelten sie als aus der Partei ausgeschlossen. Dos Politische Bureau der KPD. hat am Mittwoch nachmittag den Beschluß gefaßt, zwei weitere Abgeordnete, nämlich Losson irnb Lockingen, die beide rheinische Wahlbezirke vertreten, auszuschließen. Als Grund für diese Maßnahme wird angegeben, daß beide zusammen mit Iwan Katz gegen die Zentrale gearbeitet hätten. Bei der deutschen Gesandtschaft in Wien laufen unausgesetzt Beiteidskundgebungen zu dem Hinscheiden des deutschen Gesandten Dr. Pfeiffer ein. Am Dienstag vormittag ließ auch Bundespräsident Dr. H a i n i s ch sein Beileid aussprechen. Bundeskanzter Dr Ramek hat an den Reichsaußenminister Dr. Stvefemann ein Beileidstelegramm gerichtet. Der deutsche Kreuzer „Hamburg", der in San Salvador einen Besuch abstattete, ist von der Regierung herzlich empfangen worden und war während seines Aufenthaltes Gegenstand besonderer Aufmerksamkeiten, an ö-enen auch die deutsche Kolonie regen Anteil nahm. Aus aller Welt. Die „Rorge". Amundsens Rordpolluftschift „Rorge" ist am Mittwoch früh von Leningrad aufgestiegen und am Donnerstag früh 4.30 Tlhr in Vodsoe (Rorwegen) eingetroffen, von wo es noch Spitzbergen weiterfohren wird. Schwere Autounfalle. Auf der Straße Kassel — Hann.- Mün - den fuhren im Nebel zwei kurz hintereinander fah- rede, von Honn.-Dkunden nach Kassel laufende Autos in einer Kurve auf einen von Kassel kommenden Kraftwagen auf. Alle drei Autos wurden zertrümmert. Einer der Fahrer wurde sofort getötet, sieben andere Personen schwer verletzt. Zwei Tage vorher hatte sich an der gleichen Stelle ein Krast- wagenunglück dadurch ereignet, daß gleichfalls zwei Kraftwagen aufeinander fuhren, wobei ein Kasseler Bäckermeister schwer, drei andere Mitfahrer leicht verletzt wurden. — Auch bei Saarbrücken ereignete sich ein entsetzliches Unglück. Der Vertreter Ludwig Horbach aus Baus, ein Mann von etwa 50 Jahren, Vater von vier Kindern, wurde in der Nähe des Gaswerks auf feinem Fahrrad von einem Geschäftsauto überfahren, das nach Aussage eines Augenzeugen mit einer Geschwindigkeit von über 40 Kilometer fuhr. Dos Auto hielt nicht, sondern drückte den Radler noch etwa 300 Meter vor sich her. Ein zuverlässiger Augenzeuge will gesehen haben, daß der Wagen führer sogar Vollgas gab, um vermutlich zu entkommen. Ein im eigenen Auto vorausfahrender Arzt veranlaßte den nachkommenden Wagen, zu holten, so daß die entsetzlich zugerichtete Leiche endlich aus ihrer Lage befreit werde konnte. Der Wagenführer wurde verhaftet. Wettervoraussage. Rorbwestliche Winde, kühl, halb bis ganz bedeckt, noch strichweise Regenfälte. Die gestern über Sübnvrwcgen liegende Ch- clone Hot sich sehr schnell südlich ausgebreitet. Die auf ihrer Westseite in verstärktem Maße südwärts strömende nördliche bis westliche Lust hat zu strichweisen Reaenfällen über den britischen Inseln unb auf dem Kontinent bis westlich der Elbe geführt, llnfgr Bezirk bleibt auf der Rückseite der Störungen "und unter dem Einfluß von nördlicher bis westlicher Luft. Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 14,4, Minimum 4.5 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 6,4 Grad CelsiuS. - — - ...----1— — Aus der Provinzialhauptstadt. Gi e tz e n, den 6. Mai 1926. Die SonDer-Gebäudefteuer in Hessen. Steuerbefreiungen. — Erleichterungen. Vom Presieamt des hessischen Staatsministeriums wird mitgeteilt: Die neue Verordnung über die Sonder-Ge- bäubefteuer vom 10. Mörz 1926, die bekanntlich auf den Zwang der Reichsgesetzgebung zurück- zufiihren ist, enthält eine Anzahl Steuerbefreiungen und Erleichterungen, die zur besseren Uebersicht für den Steuerpflichtigen hier zu- sammengestellt seien: 1. Artikel 6 schreibt vor, daß Einfamilienhäuser, die vor dem 1. Juli 1918 bezugsfertig hergestellt und zu diesem Zeitpunkt mit nicht mehr als 20 v. H. des Friedenswertes belastet waren, a u f A n trag von der Steuer freizustellen sind, sofern sic ausschließlich vom Eigentümer und feiner Familie bewohnt werben und die Wohnfläche nicht mehr als 70 Quadratmeter beträgt. Die Freistellung wird nicht dadurch ausgeschlossen, daß das Einfamstienwohnhaus zum geringen Teil auf Grund behördlicher Maßnahmen vermietet worden Ist. 2. Im Artikel 7 sind Bestimmungen über dit Erweiterung der steuerlichen Vergünstigungsoor- fchriften des feicherigen § 28 Absatz 5 der Dritten Steuernotverordnung enthalten. Dis seitherigen Vorschriften begünstigten nur diejenigen Steuerpflichtigen, deren Anwesen am 1. Juli 1914 nicht belastet ober gering belastet waren: statt dessen gilt jetzt der 31. Dezember 1918 als Stichtag. Die Vergünstigung konnte seither eintreten, wenn die Belastung nicht höher als 20 Prozent des Gesamtwertes eines Grundstücks war. Jetzt ist die Belastungsgrenze auf 30 Prozent des Friedenswertes festgesetzt. Nach der Reichsvorschrift mußten aber die Ermäßigungen in der neuen Verordnung abgestellt werben auf Hundertteile des Friedens- m e r t = gegenüber seither Friedens miete. Bei Grundstücken, deren dingliche privatrechtliche Belastung nicht mehr als 30 v. H. betrug, ist der Betrag der Steuer (Staats- unb Gemeindesteuer) auf Antrag des Eigentümers auf 1,75 o H. des Frie- dv- bei ' n>trt Lott 3 Über fit geb- kam hob im irnb tun; bete' gena f.iqrf trag1 der artig Stck stav! fennf uiib < kverts die 4 P' «eijp ertön torid) jung €teut onstai jt, M (tnnäl r(* Tliet tetif Je Sellm die mi den | Mei Rur wenn Kurze verhä die ir derart fn de tragen Zeit jung onzus Frage hem nungs, btmofjt benmt, nähme nicht au unb M Bediem 5.8 bei ge kann l Gebaut Eichen! rer Art Ve Am «achmtt Deuenw Darzahb 1 AI Sreti m l-rschi IHv, bchrri 3 Aii lchrär 1 6f)i Ahn Kredk 2 N 22 Sc 131, (4% aööifii «'Mn bil lliliti ■" is> t iutouufiUt. er Welt. totge“. Wchift.Aorge 4 3Xvuy,.uuWlhegflt toi, 2 Ar m 3o6f- ®ÄtF* Mil *“* * Kanzler ' ninister 9: I' ertchtet. öh^> I Ä-w«ir: ■ aHel-$)ann,.H6r il futi hintereinander Id 'n. "°ch M»! SA * drei Autos wurden «er. 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Südnvrwcgen liegend K- hnell füdiich Lusgebreiie: >ite in verstärktem Mc' ördlichc bis westliche £v' iegensallen über den br dem Äontincnt bis tix’; Mr Zezirl bleibt w ringen und unter dem ®r’ is westlicher M peraturen: Marimum 14,» Celsius, heutige Worgo^ LelsiuS. inzialhanpistadi, h e n, den 6. 2Ia> -Gebäudesteuer Sesten. n - Lrleichlttimgeu es hessischen Etaatsmmstb ir? ■Sfetf xnä ffinkawiiii ’Tndi M m 3e*W*0 Aaste, w-w frjsfef* .SAÄk sxZS n S» M LsM 30Är|d)rif,5. linglichE p - rrs an! v benemette uni bet unbdajieten Grundstücken ober bet einer Belastung bis zu 20 v. H- des Friedens- wertes auf 1 0. H- des Fttedenswertes festzusetzen. Zur Beschleunigung der Erledigung derartiger An Säge wird es dienen, wenn die Pflichtigen bet Stellung des Antrags die Bescheinigung des zu- ständigen Amtsgerichts über die Belastungsoerhält- nifle — 2lusfertigung geschieht stempel- und ge- hichrenfrei — vorlegen, soweit dies nicht schon im Vorjahr geschah. 3. Dec Artikel 10 überläßt die Entscheidung bar- über, ob em Mieter ober auch ein Hauseigentümer für seine eigene Wohnung die burd) die Sonber- aebäubefteuer veranlaßte Mieterhöhung tragen kann, den Fürsorgeämtern. Die Finanzämter haben damit nichts mehr zu tun. 4. Aach Artikel 15 ist ber Minisier der Finanzen hn Nahmen des § 108 der Ncichsabgabeorbnung iiiib des Artikels 3 Absatz 4 des hessischen Ausfüh- runasgeseßes zum Finanzausgleichsgesetz ermächtigt, die staatliche Sondergebäudesteuer in Fällen bejon- derer llnbilligkeit ganz ober teilweise zu erlassen. Per genannte Minister hat aus (Brunb ber zuerst genannten Gksetzesvorschrisi bie ihm erteilte Be> ' ■ i »it nächst auf bie Finanzämter über- tragen, unb es [inb daher Gesuche um Ermäßigung der Steuern auf (Brunft des Artikels 15 genannter -.Ordnung zunächst an diese Behörden zu richten, len Finanzämtern wurden für bie Behandlung ber- artiger Anträge nachstehende Richtlinien gegeben: rmäßigungen an Sonder st euer können elntrelen, wenn zwischen der Friedensmiete unb einer 5pro,zentigen Derzinsung des Friedens- werts ein erheblicher Unterschied besteht (wenn die F r i e b e n s m i e t e nicht mehr als 4 Prozent bes Steuerwerts beträgt). Beispiel: Friebenswert 100 000 Mark, amtlich anerkannte Friebensmiete 3000 Mk.; die Miete ent- Eicht in diesem Falle einer 3prozentigen Derzin- g des Werts, michin Ermäßigungsmöglichkeit ber •uer auf 26 Prozent von 3000 Mk. = 780 Mk. anstatt 1275 Mk. Voraussetzung für eine Ennößigung tft baß auch bie (9emelnben eine verhältnismäßige Ermäßigung zubilligen, unb daß etwaige Errnäßi- mmgkaniprüche aus R e ch t s gründen (Artikel 7 6. DJ befriedigt fmb. Wester kann Steuerermäßigung eintreten, wenn Mieträume ohne verschulden des Eigentümers leerstehen. Der Belastung des Eigentümers durch laufende Geldverpflichtungen aus solchen Hypotheken, die mit m e h r a l s 2 5 v. H- a u f g e w e r t e t worben sind (3tefttaufgelbforberungen ufro.) ist burd) Niederschlagung von Steuerbeträgen im Verhältnis zu den Mehraufwendungen für Zinsen gegenüber per 25progentigen Aufwertung in vollem Umfange Rechnung zu tragen. Hotel- unb Pensionsbetriebe i n Kurorten sollen schonend behandelt werden, wenn bie Räume dieser Betriebe außerhalb ber Kürzest entweder gar nicht ober doch nur zu einem verhältnismäßig kleinen Teil benutzt werben unb die in ber Kürzest verlangten Zimmerpreise nicht derart sind, daß mit ihnen bei normaler Belegung fn der Kurzeit wieder eingebracht wird, was an angemessener Raum miete während der späteren Zett ausfällt. Hierbei tft eine 5prozenstge Verzinsung des Fnebenswertes des Hauses als normal anzusehen, d. h. eine Ermäßigung kommt nicht in Frage, wenn die gesamte Mieteinnahme des letzten, dem lausenden Steueriahre vorausgehenben Rech- nungsjahrev einschließlich des Mietwerts ber selbst- bewohnten Räume mindestens 5 Prozent bes Friedenswerts betrug. Del Berechnung ber ..Mtetein- nähme ist lediglich ber Preis für den Mietraum, nicht auch ber teil des Preises, der für Mobiliar- unb Wäscheausftattung sowie für etwa einbegrfffene Bedienung aezahst wirb, zu berückstchstgen. • In Fallen starker Derschulbuna ober bei geringfügigen Iahreseinnahmen 1 'nn langfristige Stundung ber Sonder- Oebäubefteuer bewilligt werden gegen Eintrag von Sicherungrhypocheken ober Sicherungsleistung anderer Art. 6. Setter sind bie Finanzamt»! angewiesen, für bie zwei ersten Zi e le ber Steuer für 1926 erleichterte Steuer ft unbung eintreten z u lassen, da angenommen werden darf, daß in dieser Zeit bie eingelegten Einsprüche in ber Hauptsache entschieben fein werden, unb au die ZuschuHfrage für bie hllfsbedurftigen Mieter durch bie Fürsorgeoerbände geregelt fein wirb. Geistliche Abendmusik in der Sladtkirche. Die Veranstaltung der Hlännet- unb Frauenvereinigung der INallhäusgemeinde am Sonntag Kantate. hr. Wie im Jahre 1924 ber Sonntag ftantate unter dem befonberen Zeichen des Gedächtnisses an das deutsch-evangelische Kirchenlied unb unser Gesangbuch ftanb, unb in unserer Stabt außer in Kirche unb Schule noch burd) einen besonderen Fa- milienabenb in ber Stabtkirche begangen würbe, so trug auch in diesem Jahre ber vergangene Sonntag Kantate ein besonderes Merkmal: er war dem Gedächtnis von Luthers Schrift „Deutsche Messe unb Orbnung bes Gottesdienstes" von 1526 gewidmet. Es war sehr erfreulich, baß ber hohen Bedeutung dieses Sonntags nicht allein in ben Gottesdiensten Genüge geschah, sondern die Gemeinden am Abend nochmals zur ftirdje gerufen wurden, um im Gemeindelieb unsere großen evangelischen Liederbich- ter (Paul Gerharbt, Christian Fürchtegott Gellert) unb im Solooortrag unsere großen Tonmeister zu Heren. Altmeister Bach eröffnete bie Andacht durch feine herrliche Orgelfuge in G Moll, die typisch das Wesen der Bachschen Tonkunst erkennen läßt: das Erklingen des monotonen Themas zu Anfang, bas Einsetzen jeber weiteren Stimme — besonders kraftvoll sich äußernd im Pedalbaß —, bie immer dichter werbende -Häufung musikalischen Baustoffs bis zur majestätischen Höhe ber Schlußtakte; ba311 bie Fuge meisterhaft roiebergegeben von einem Manne, ber nicht nur technisch vollkommen auf ber Höhe steht, sondern aud; mit viel Liebe unb innigem Verständnis in das ganze Wesen unb ben Gehalt biefer herrlichen Kunstwerke sich bineingearbeitet hat: Herrn Stabtorganiftcn Heinrich Simon. Ge- tpembegefang, Gebet unb lectio sammelten bie Gemeinde zur rechten Gebets- unb Andachtsstimmung. Es folgten bie musterhaft vorgetragenen Streichquartette Adagio cantabile aus bem V-Dur-Ouar- tch op. 64 von Jos. Haybn unb Andante scherzoso quasi allegretto aus bem C-Moll Ouartett op. 1R von ßubro. van Beethoven; bie Mufiklehrer Franz Dauer sen. unb jun., August Bauer unb H. Franz, ihrer hohen Aufgabe bewußt, hatten ihr vollendetes Können in würdiger Weise in ben Dienst ber Gemeinde gestellt. Zu Gottes Lobpreis erklang bie Tenor-Arie von Johann Sebastian Bach ,,O Seelenparabies", gefunden von Lic. tbeol. Saun, ber mieberum bercitroiUigft mit feiner Gabe ber Ge- meinbe biente. Nochmals ertönte Gottes Lobpreis in bem gemeinsamen Sieb „Wenn ich 0 Schöpfer deine Macht", gewissermaßen ben Höhepunkt her Andacht bildend. Ein Violinduett aus bem v-Moll- Konzeri von Jos. S. Bach, Largo ma non tanto, technisch gewissenhaft gemeistert von ben Herren Bauer (Vater unb Sohn), ein Gesangsduett von Felix Menbelssohn-Bartholby „Ich harrete des Herrn* von Frl. Ida Stammler und -Herrn Saun roiebergegeben, führten bie Gemeinde hin zur inneren Einkehr, ben Gesang des Abendliches von Paul Gerhardt: „Nun ruhen alle Wölber". Wie ein flehendes, inbrünstiges Gebet erklang daraus bn« Streichquartett von Peter Ilfttsch Tschaikowskij Andante Cantabile aus dem D-Dur-Quartett op. 11 unb versetzte die Zuhörer in die Gebet^im- rnunq des Vaterunser, das mit tief religiösem Empfinden vertonte, abgeklärte Werk des hessischen Kirchen Musikmeisters Profestor D. Arnold Mendelssohn, für Solostimme mit Begleitung von Violine unb Orgel. Frl. Stammler verstand es, in künstlerischer Erfassung ben Sinn ber heiligen Worte wieberzugeben, was ihr ben Dank aller berer eintrug, die sich noch die Siebe zur rousica sacra trftoüen hoben <3kbel und Segen beschlossen die Feier, um deren Aufstellung sich besonders Stabt- organift Simon verdient gemacht hat. der zudem sämtliche Begleitungen aus unserer herrlichen otabt- kirchenorgel fein, geschmackvoll und bezent au registrieren verstand Sämtliche Ausführende dürfen bes Dankes der Gemeinde versichert fein. Man darf wünschen, daß solche Feierstunden sich wiederholen möchten. Gießener BZochcnmarltprcise. E4 kosteten auf dem heutigen Tvochenmarkt: •Butter 200 bi« 210. Matte 35. Käse 50 bi« 140. Tveißkraut 35. Rotkraut 40. rote Rüben 20 bi« 25. Spinat 40 bi« 50. Spargel 70 bis 110, Tomaten 120. Zwiebeln 25. Meerrettich 40 bi« 80. Schwarttvcrzeln 45 bi« 50. Rhabarber 25, .Kartoffeln 4 bis 5, A.psel 20 bis 40. junge Hahnen HO bis 130, Suppenhühner 110 bis 130 Pf. bas Pfund; Eier 10 bis 11. Blumenkohl 100 bis 150, Salat 20 bis 30, S-alatgurken 120, Lauch 5 bis 20, Sellerie 20 bis 50 Pf. das Stück; Radieschen 15 bis 20 Pf. das Bund: gelbe Rüben 30 bi« 50 Pf. das Päckchen. Vornotizcn. Tageskalender für Donnerstag. Doethe-Bund, 8 Uhr, Kauftnänn. Betetngltau«: Dichterabend Älabunb. Spielvereinigung 1900, 8 ilftr, Gasth. Doller: auherordentl. Generalver- fammluna. Deutscher Bund für christlich-evangelische Erziehung in Haus und Schule, 8 Uhr. Iohannessaal. Familienabend. Turnverein von 1846. 8 Uhr, Städtische« Dolksbad: Mschwimmen. ** Dr Eckener-Tag in Gießen. Es dürfte allgemein interessieren, zu erfahren, da» Dr. Eckener seinen Dortrag am Montagabend in der DolkShalle nicht von der Bühne aus halten wird. Etwa in der Mitte der Halle will man ein Rednerpodium errichten, und von hier aus kamt Eckeners Rede sicherlich in allen Teilen des großen Raumes gut verstanden werden. Der Dortrag tind die anschließende öffentliche Ehrung des berühmten Mannes werden so rechtzeitig beendet |ein, daß die auswärtigen Besucher die letzten Abendzüge noch bequem zur Heimfahrt erreichen können. Der Karten-Dorveickaus ist jetzt schon sehr rege. Wer sich das Gedränge an den Abendkassen ersparen will, sichere sich in den Dorverkaufsstellen beizeiten die Eintrittskarten. ** Turn- und Sportwerbetage in Gießen. Zu diese,' Veranstaltungen am 8. und 9. Mai in der Volk, halle bzw. auf dem Universi totssportplatz soll auch den Qvgenblidten der Zutritt unter Gewährung besonderer Vergünstigungen ermöglicht weroen. In den Schulen werden Schülerkarten zum Vorzugspreise non 50 Pf., gültig für beide Tage, verausgabt. Hoffentlich machen die Kinder von diesem Entgegentommen reichlich Gebrauch. Die turnerischen und sportlichen Vorbereitungen unserer hiesigen Vereine lassen Höchstleistungen erwarten. Das Turnen, die verschiedensten Arten des Rasensports das Reiten, Boxen und Kunstradfahren werden in gleicher Weife zur Geltung kommen unb allen Besuchern befriedigende Stunden bereiten. Am Samstagmittag ist Schluß des sl'artenvorverkaufs. Es dürfte sich empfehlen, sich bis dahin den Zutritt schon zu sichern. Selbstverständlich sind auch am Samstagabend noch Karten am Eingang zur Dolks- halle zu haben. An beiden Tagen ist in der Volks- Holle Gelegenheit zur Einnahme non Erfrischunaen geboten. ** Volkshochschule. Unserer Rotiz vom Montag über die Veränderungen in der Leitung der Voltshochschnle sei folgendes als Ergänzung hinzu- gefügt: Dr. Werner folgt einer Berufung nach Frankfurt a. M., um als Nachfolger von Dr. Anger- mann die Leitung des Arbeitskreises der Dr.-Archur- Pfungst-St'ftnng zu übernehmen. Bis ein geeioneter Nachfolaer für ihn gefunden ift, wirb die Volkshochschule von dem ersten und dem zweiten Vorsitzenden des Vereins geleitet. Die Führung der Btireaus übernimmt Frl. Balser (Siehe Anzeige.) C »ettiab«>4Uea*aa Sa« Wen- bah n-RuS beH enmq5toerf am Xiegdpfub hat gestern feinen fämtitd)en Ardenern ga&tbigt. so daß in 14 Tagen das Werk gesthtosson wird Ob einige ber Arbeiter m anderen QCbteilungen ber Reicks bahn noch unttXQ8bra$t «riN* trnmen hängt von rocitecen Deckand 2 Uhr, statt. 4071D 3 | [Vermietungen 7 Frankfurt a. M., Neuenhain i. T., 6. Mai 1926. Hof in Gießen statt 03258 I Besonders preiswertes Angebot I Damen-Taghemd Mra Hl in! Kinder-Söckchen, uni Baumwolle mit uni Woiirand UAUU U Größe 1-3 0.45 Größe 4-6 0.65 Größe 7-10 0.85 @1 gsis hmmM i Minm sä IQ 4064a Mr d ff- Die Einsegnung findet Freitag, den 7. Mai, nachm. 4V? Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Die Beerdigung findet Freitag, den 7. Mai, nachmittags 31/2 Uhr, auf dem Neuen Fried Herrfchaflshaus aus Privatbank 3x7 Zimmer, Bad, Garten und allem Komfort au verkaufen. Wohnung beziehbar Schriftl. Angeb. unt. 03257 and. Gteh.Anz. ♦ Uhr 7.1. Am Mittwoch, dem 5. Mai, vormittags 10 Uhr, entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater r». Im Namen aller Hinterbliebenen: Mia Hoos geb. Batst Der vom Gemeinderat beratene Voranschlag der Gemeinde Garbenteich für 192o Aj. liegt vom 6. Mai 1926 ab eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten offen. Während dieser Zeit können Einwendungen vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen worden, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Garbenteich, den 5. Mai 1926. Bürgermeisterei Garbenteich. Am 4. d, M. verschied nach kurzem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter Großmutter und Schwester Heute nacht entschlief nach schwerem Leiden im 64. Lebensjahre mein geliebter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater iS v :■ •J., ■. y V) -g 15000 12500 •3000 Lw H1 ■.. ÄS Ä. 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Mai entschlief sanft nach langem schweren l Leiden unsere liebe Pflegemutter, Schwester, Schwägerin ? und Tante Frau Elisabetta Burk Witwe rcch ff%tbi •■L perden,. ^en L tihtr, 8U 1 Vf?-. L i-l • M 3. Damen-Strümpfe ß Baumw., gnt verstärkt, schwarz l| HStl und farbig...... . Damen-Strümpfe Seidenflor, Doppelsohle. Hochferse. schwarz u. mod. Farben e Damen-Strümpfe p£umnast- seide,rnit verst. Hochf n.Doppel sohle, schwarz u. alle mod. Färb. hon unb Slusbilt rürfftönbig ist nt rüfiung der 5 fäfjigteit der 3n mit bem nötigen bem Ausland ist Nicht unerroc Politik in d< nistische Ideen Arbeit leiten. I Bestrebungen o jolg zu oerspre düng bei inne ! ?en geschassen politischer Bezi Deachlensw ^entral-EM tärpflicht von Grundzügen i männlichen A wehrpflichtig i 21. Lebensjahr Iugendoorbere 15. 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In dem Dierhunderttausendmannheer konnten natürlich nicht alle Wehrfähigen Auf- i nähme finden. Man führte daher die verkürzte Einstellung der Wehrfähigen ein, d. h man machte aus dem stehenden Heer ein Milizheer. Heute ist dieses System soweit durchge- ! führt, dab von den ehemaligen 49 Schützen- ! Divisionen nur noch 28 bestehen. Aus den übrigen 21 Divisionen sind sogenannte Territorialdivisio- nen gebildet worden, in denen in verkürzter 1 Dienstzeit der gesamte Heberschuß an Wehrfähigen ausgebildet wird. So wesentlich die Fortschritte in der Organisa- t'vn und Ausbildung des russischen Heeres smd, so rückständig ist noch heute die technische Aus- r ü st u n g der Armee. Die mangelnde. Leistungsfähigkeit der Industrie verhindert die Versorgung mit dem nötigen Kriegsmaterial: Beschaffung aus dem Ausland ist wegen Geldmangels unmöglich. Nicht unerwähnt darf die Rolle bleiben, die die Politik in der russischen Armee spielt. Kommunistische Ideen sollen Führer und Mann bei der Arbeit leiten. Doch scheint die Regierung von ihren 'Bestrebungen auf diesem Gebiet sich nicht viel Er- folg zu versprechen, denn sie hat für die Verwendung bei inneren Unruhen sich S o n d e r t r u p - ;> t n geschaffen, weil sie der eigentlichen Armee in politischer Beziehung nicht traut. Beachtenswert ist das Dekret des „Allrussischen ■ Zrntral-Exekutivkomitees" über die allgemeine Mili- U icirpflicht vom September 1922, das in seinen iSrunbzügen folgende Bestimmungen enthält: Alle männlichen Angehörigen der Sowjetrepublik sind M wehrpflichtig vom 21. bis 40. Lebensjahr. Dor dem U 21. Lebensjahr sind sie zur Teilnahme an der sog. H sfugendnorbereitung verpflichtet, die bis zum M 15. Lebensjahr in der Schule, bis zum 18. Lebens- ■ jafyr von Behörden, politischen oder Sportvereinen ober anderen zivilen Organisationen betrieben wird, j i'om 19. bis 21. Lebensjahr wird die Iugendvor- M dsreitung durch die Militärbehörden betrieben mit y- dem Ziel, den künftigen Soldaten in der Ausbil- N düng soweit zu fördern, daß er bei Einstellung so- !)s flleich in Reih und Glied verwendet werden kann. Die eigentliche, ununterbrochen bei der Truppe am leistende Dienstzeit beträgt bei Linientruppen Iber Infanterie und Artillerie 1$, der Kavallerie und technischen Trppenteilen 2$, Luftflotte 31, Marine 4b Jahre: bei Territorialformntionen sind von Infanteristen und Artilleristen 5, von Kavalleristen und Angehörigen der technischen Truppen 8 Monate innerhalb von 4 Jahren abzudienen. Die Einstellung toi Freiwilligen ist heute nicht mehr möglich. Adolf v. Harnack. 8 u feinem 75. Geburtstage am 7. Mai. Von Paul Wittko. Weisheit, Verstand, Gelehrsamkeit und die Schreibfeder, die sollen die Welt regieren, nach Martin Luthers Meinung. Wenn für jemanden, s» ist für Harnack, diese zu wahrer Welthöhe gelangten, strahlenden Leuchte deutscher Gelehr- lcnnkeit, die Wissenschaft Wesens- und Gesin- mmgsofsenbarung. Wenige besitzen einen so weiten Geist, einen solchen Scharfblick, eine solche Erspahungsfähigkeit des Kernes der Dinge, eine l> das Zweckmäßige erfassende, groß angelegte und groß empfindende Art, ein solches seelisches Bleigewicht wie er. Als Richtung gebender, vor- lorgender und fachlich schöpferischer Geist war er jiim Organisator berufen, als befruchtender Tat- ciensch hat er sich auch auf Gebieten bewährt, bi.t weitab von seinem urfprünglichen Detäti- cuagsfelde, der von ihm hochüberlegen freigeistig beherrschen Kirchenforsch.! ng. liegen, nämlich auf dem bedeutsamen Gebiete der Kulturpolitik eis Generaldirektor der preußischen Staatsbiblio- Ih ck (1905—21) sowie als Präsident der Kaiser- Dilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissen- IHaften. Er hat nicht nur den nach allen Rich- fogen seine Strahlen aussendenden Riesenlicht- bau theologischer Forschung errichtet, von dessen Sinne aus er die gesamte moderne geistige For- Ihung überschaut: er hat sich auch in seinen heute beispiellosen Vielseitigkeit durch tricblräf- llge Datenfreude die bedeutendsten Verdienste cnoorben als Vorkämpfer und Wegebaumeister bet Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in deren schwieriger Werdezeit, sowie als Mitbegründer und tetcr des evangelisch-sozialen Kongresses, 3pm werd die Gabe zuteil, mit unbegrenztem An- schauungsreichtum zahllose Erkundungen und Be- vbichtungen sch teil zu einer grohlinigen Einheit iL'annnenzuschlichen und neue Forschungsergebnisse in unvermutete Wechselbeziehungen zu bringen. Für die großen Aufgaben, die ihm die So unbequem es der Sowjetregierung ist, so kann sie ohne Verwendung ehemaliger Offiziere und Unteroffiziere des Zarenheeres die Rote Armee nicht in Ordnung halten. Um sich jedoch der alten Offiziere und Unteroffiziere möglichst bald entledigen zu können, wurde mit allem Nachdruck versucht, ein aus Arbeiter- und Bauernkreisen stammendes Führerkorps heranzuziehen. Naturgemäß bestehl zwischen den beiden Klassen von Offizieren eine große Menge von Gegensätzen, die nicht auf» hören werden, iolange die beiden Schichten im Heere vertreten sind. Don den neuen Führern bis zum Regimentskommandeur entstammen 80 Proz. Arbeiter- und Bauern kreisen, von Divisionskomman- beuren nicht ganz 50 Prozent, von den höheren Führern 25 Prozent. Natürlich ist entsprechend der Vergangenheit stellte, fand er zumeist aus der Kraft eigenen Erlebens die rechte Lösung. Om» mer hat er es sich angelegen sein lassen, selbst! bei der Behandlung strenger gefchichtswissen- schaftlicher Gegenstände, grundsätzliche Gegen- wartserwägungen anzustellen. Sehr am liegt ihm der Gedanke einer großen Volkskircye, deren schwierigen und mühereichen ilm= und Ausbau er nach Kräften vorbereitet hat. nicht ohne dabei in Rücksicht zu ziehen, d-aß nur mit vernunftbestimmter Mäßigung uferloser Empfindungen. mit leidenschaftsloser und langmütiger Besonnenheit und Beharrlichkeit und auch einer gewissen Rachgicbigkeit dem Ziele näher zu kommen ist. und daß die bestehende Zwangslage mit Fassung überstanden werden muh. Er hält es für eine der obersten Obliegenheiten des zur Rächstenliebe. zu hilfsbereiter menschlicher Teilnahme berufenen Geistlichen, die Kirchentür für jedermann weit zu öffnen durch eine von allen unzeitgemäßen Vorstellungen entburdete Welterklärung. und beseitigte damit Gewisfensbeunruhigungen vieler im Kirchendienste stehender, freierer Geister. Die Teilnahme der Kirche an der Lösung der sozialen Fragen hat er früh als die wichtigste und dringlichste, als eristenzentscheidende Ausgabe für den Protestantismus erkannt. Allen grundstürzenden Strömungen und allem Hnsachverstand im tiefsten feind, hat er Kirche und Gesellschaft immer wieder darauf hingewiesen, an hilssbedürftigen und bedrängten Volkskreisen ihre Schuldigkeit zu tun, alles hochfahrende Wesen verabscheut und durch freundliche und einsichtsvolle Annäherung gesellschaftlichen Ausgleich wahre Volksgemeinschaft anzubahnen sich bemüht. Obwohl kein Preuße, sondern ein Balte, hat er, wie der S. chse Heinrich v. Treitschke, die Werte des Preußengeistes, de sen hochgcrich- teten, ernsten politischen Idealismus. dessen Dienst- und Pflichtgefühl in vollen Akkorden gepriesen. Tiefgründig und mitfühlsam. vereinigt er in sich eine schöne Verbindung unbeirrbar entschiedener, eigener Auffassung und unbeengter, hem- Stand der Allgemeinbilbung des Ossizierkorps ein recht nichtiger. Hochschulbildung, die bei den meisten Heeren Vorbedingung ist, besitzen in der Roten Ar- mee nur 5 Prozent der Offiziere. Das Ossizierkorps ist das jüngste von allen Armeen: wer bis zum 40. Lebensjahr nicht Regimentskommandeurstellung erreicht hat. wird verabschiedet. Eine Reihe von Schulen sorgt für die Ausbildung der Führer. Neben der eiaentlidjen Roten Armee gibt es noch eine Anzahl von Truppen zu besonderer Derwendung, nämlich je 50 000 Mann der staatl.-politischen Verwaltung und des Grenz, wachlko'rps, endlich der sog. Tschon. Diese Truppe wird aufgeboten im Falle innerer Unruhenr sie besteht nur aus Angehörigen der kommunistischen Partei. mungsfreier intellektueller Geschmeidigkeit und Gewandthett, und genügende Regsamkeit, Ansicht und Standpunkt anderer nachzufühlen, Hneinge- schränkt selbstsicher steht er. ein tätiger Mitge- nosse der großen Ratschlüsse des Schicksals, in einer geistigen Welt von großartiger Klarheit und Festigkeit, die, voll Dranges nach allseitiger Erkenntnis, weit über die Gegenwart hinausragt und die nicht unähnlich ist der des alten Goethe, den er, gleich seinem unglücklichen jüngeren Bruder Otto, dem vorzeitig aus dem Leben geschiedenen Stuttgarter Literaturhistoriker, wieder und wieder als die höchste Verkörperung deutschen Geisteslebens überquellend gepriesen hat. Als Sachverständiger für Kirchen- und Schul- fragen Hut er an der Beratung der Weimarer Verfassung, auch an der Reform des Mädchew- schulwesens teilgenommen, und ist vor einigen Zähren für den Posten eines preußischen Kultusministers — in Aussicht genommen gewesen... Zn feiner Hanptschaffensperiode hat Harnack ziemlich alljährlich ein neues Buch erscheinen lasten. Seine erste große Ruhmestat war das dreibändige .Lehrbuch der Dogmengeschichte", ibaS schon der blutjunge Leipziger Privatdozent vorbereitete, und das im wesentlichen während seiner Gießener Lehrtätigkeit (1879—86) entstand. Cs erbrachte den damals die Orthodoxen erbitternden Rachweis. daß die Dreieinigkeitslehre und die Lehre von der Gottmenschheit Christi auf griechischen, namentlich platonischen Einflüssen beruhen, das kirchliche Dogma also als ein Werk griechischen Geistes anzusehen ist. Das Werk veranlaßte seine Berufung von Marburg, wo er nur ein Zahr gewirkt hat, an die ilniberfltät Berlin. Als der preußische Oberkirchenrat dagegen Einspruch erhob. griff Bismarck persönlich ein und setzte einen Kabinettsbeschluß durch, der ihm die Berliner Professur zusprach. Alskmld entbrannte eine heftige Fehde um .Das apostolische ©lau- bensbekenntni s". eine kleine Schrift, worin Hauck erklärte, an den Verkündigungen über Christi seltsame Geburt müsse „ein gereifter, an Donnerstag, 6. Mai 1926 Hördenapparat, mit anderen Worten organische Zusammenlegung von Behörden. Wie der Re.chsinnenmir.i er neulich erflärle. plant das Rcicy eine Zusainmcnz ehung deS gesamten Gesctzmaierials in fünf Samme.bänden. Aber wir brauchen mehr. Wir haben nach dem Kriege viel zu viel Gesetze und Verordnungen geschas en. die die Arbeit der Behörden mehr erschweren und mehr kosten, als sie nützen. Richt jede neue Kultuierscheinung braucht in ein Gesetz gepreßt zu werden. Cs wird Ausgabe der nächsten Zeit sein, die Gesetze und Verordnungen zu benennen, die verschwinden können. Hand in Hand h.ermit muß der schwierigere Tell der Sparmaßnahmen gehen: Auswüchse des BehördenapparatS zu beseitigen. Richtig ist, daß ein schematischer Abbau von Ausgaben ebenso schaden würde, wie ein unorganischer Abbau von Amtspersonen. Solche Abbauverordnungen von oben her sind aussichtslos, weil sie unten in ihrer praktischen Wirkung ins ®:genteil verkehrt werden können. Deshalb muß eine Umgestaltung von innen heraus versucht werden Eine große Zahl von Reichs-, Staats-, Gemeinde- und anderen Behörde ! ?e; Se.bst e n al ung (Handelskammern usw.) bearbeiten heute v.elsach gleiche oder ver- wandte Arbeilsgeb e e > e encinanber. H ec wäre viel zu erreichen, wenn eS den OrganisationS- trägern erleichtert würde, durch Vereinbarungen ihre Behörden zusammenzulegen. Beispiele dafür sind leicht zu finden. (Gemeindebehörden arbcilen im Dienst der Reichs inanzverwaltung. häufiger ist staatlichen Verwaltungskörpern (Ka- tasteroecwaltun..e,i) die Be.Wallung gemeindlicher Grundsteuern und ähnliä er Ausgab.n durch Vereinbarung übertragen worden. Ein größere- Deifpiel ist die llcbertragung von Aufgaben der Reichswasserstrasenrerwallung auf Landesbehörden im SlaatSvertraq vom 29. Zull 1921 betr. den Liebergang der Wasserstraßen auf daS Reich (RGBl. 6. 961, 1921, und 222. 1922, §11). Derselbe Gedanke wirkt in der Propaganda für eine gemeinsame Kassenverwaltung in Reich, Ländern und Gemeinden. Er ist aber auch auszudehnen auf die großen Zentralbehörden des Reichs und der Länder. Es lohnt die Mühe, einmal festzustellen, well'e von den preußischen Ministerien durch StaatSvertrag einem RcichS- ministerium in Verwaltung gegeben werden können. Do fremd der Gedanke im Anfang, namentlich wegen feiner Rückwirkungen auf die parlamentarischen Verhältnisse und politischen Fragen scheint: in ihm scheinen mir die Anfänge zu liegen für eine wirkliche Vereinfachung unserer deutschen Verwaltung, die vielleicht auch der natürliche Weg zu der Vereinfachung des politischen und parlamentarischen Aufbaues ist, dessen unser Volk dringend bedarf. Evangelischer Landesllrchentag. (Von unserer Darmstädter Redaktion.) • Darmstadt, den 5. Mai. Heute vormittag trat im Landeskirchentagsgebäude in Darmstadt der Evangelische Landeskirchentag zu seiner 14. Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung steht die Vorlage der Kirchenregierung, betr. den Voranschlag für die Rechnungsjahre 1926 bis 1928. Der Prä ident des Landeskirchentags D. Dr. Freiherr Hehl z u HerrnSheim eröffnete die Sitzung um 9.15 Uhr. Das EröffnungSgebet sprach Pfarrer Schrimpf. Präsident D. Dr. Freiherr Hehl z u Herrnsheim wies in feiner Eröffnungsrede auf die Vorlage der Kirchenregierung hin: er führte die mifilid.cn finanziellen Verhältnisse der Landeskirche zum Teil auf die Veranlagung zurück. die aus dem Zahre 1922 stammt und völlig veraltet ist. Die Kirchenverwaltung ist an diesen Verhältni sen unschuldig. Die Finanzmisere ist hauptsächlich entstanden, weil der Staat seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Der Staalszuschufi ist keine Ablösung, sondern er charakterisiert sich als ein pflichtgemäßer Beitrag deS <3taa:ei, damit die Landeskirche ihre Verwaltung durchführen kann. Dieser sogenannte Staalszuschufi ist nicht erhöht worden: andere Länder haben dies getan und auch eine regelrechte Au7e nandersehung zwischen Staat und Kirche herbe: geführt. Hätte der hessische Staat einen Zuschuß von einer Million Mark gewährt, so wäre die Finanzmisere nicht ein- dem Verständnis des Evangeliums und an der Kirchengeschichte gebildeter Christ Anstoß nehmen". Das hinderte aber nicht, daß er bald danach zur Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften berufen wurde. Zhm ward die Ehre zuteil, daß M o m m s e n ihn in dies Ehrenamt einführte ..als den Mann, der die Entwicklung des orientalischen Wunderkeimes zur weltgeschichtlichen llniDerfalrcligion uns erschlossen hat", und bariegte, „wie die griechisch-römische Zivilisation eben durch ihre meistenteils gegensätzliche Verschmelzung mit dem im Oriente wurzelnden Christenglauben zu einem notwendigen Bestandteil der heutigen wurde". Zum Ehrentage des 200jährigen Bestehens der Akademie ward er als der Berufenste ausersehen, deren Geschichte zu schreiben, und er hat es meisterlich oerftanben, die ganze Aufeinanderfolge wissenschaftlicher Entwicklung von der Monadologie des Leibniz bis zu der Protozoenkunde Haeckels gründlich und feinspürig wertend zu betrachten und zu beleuchten. Sein oerbreitetstes Werk sind die gesammelten Vorlesungen über „Das Wesen des E h r i ft e n t u m s", ein in olle Kultursprachen übersetztes, erleuchtetes Buch der Weihe von Weltgeltung, ein Buch hochsinnigen Edelgeistes über die Ertüchtigung der Denk- und Handlungsweise und des Lebensgefühls durch das Gottesmenfchentum. Christi. Ein Säemann und Wegebereiter hinaus über alle Leibeigenschaft des Staubes, hat er, von Goethe- schem Geiste durchdrungen, sich selbst erkannt in dem Gefühl der Pflicht gegenüber der „Forderung des Zages" (Sergi. Goethes „Marimen und Re- flerionen"). Wenn Shakespeare ,m .Lear" das Reifsein als Höchstes bezeichnet, so ist Harnack ein Musterbeispiel dafür, daß ein Menschenleben ein halbes Jahrhundert hindurch dauernde Edelreife auf der Menschheit Höhen sein kann. Und ein anderes Shakespeare-Wort ist man versucht auf unsere zeit- genössischen Gottesgelehrtengestrrne anzuwenden: . Der Himmel prunkt mit Funken ohne Zahl, Und Feuer sind sie all und jeder keuchtet. Doch einer nur behauptet feinen Stand." Der Spargedanke in der öffentlichen Verwaltung. Von Gustav Böß, Oberbürgermeister der Stadt Berlin. D. S. D. Linser Volk ist verarmt. T.ese Hm- wälzungen in unserem politischen Ausbau sowie in der wirtschaftlichen und sozialen Stellung der einzelnen Bevöllecungsschichten, schwere Einbußen an Dolksvermögen durch Krieg, Blockade, Boykott, Requisitionen, endlich das Dawes-Abkommen bezeichnen den Weg zur harten Gegenwart. Auf dem Weltmarkt haben sich tiefe Veränderungen der Absatzverhältnisse angebahnt, d'.e selbst Siegervöller w.e England vor die bange Frage stellen, was mit den großen unbeschästig- ten Arbei.ermassen im Lande werden soll. Etwa 5,5 Millionen Menschen mehr als 1907 erscheinen heute in Deutschland auf dem Arbeils- markt. Richt alle können ausre chend be chäftigt werden, denn die Wellwirtschaft hat sich noch nicht den neuen politischen und wirtschaftlichen Aenderungen angepaht, und noch ist n'.cht die Formel gefunden, die al'e Völler zu vertrauens- voller Gerneinschaftsarbe t zusammen'ührt. Hoch- schuhzölle, Handelskriege und Roiimpe alismus bestimmen zur Ce'.t noch das weltwirtschaftliche Bild. Zmmer deutlicher hebt sich die Ahnung einer großen internationalen Wanderbewegung ab, in ganz neuen Formen. 2n der Vorkriegszeit folg en die Me.ifo en den Wanderungen des Kapitals, namentlich der Kapitalien ihres eigenen Mutterlandes. Die europäische Auswanderung nach Amerika war begleitet von einer gewaltigen Kapitalausfuhr Europas nach dorthin, die für die neuen Menschenmassen drüben Arbeitsgelegenheit schuf. Heute besteht die Gefahr. daß besitzlose Massen, ohne Rdtckhalt am Kapital oder der politischen Macht des Mutterlandes zu haben, auswandern müssen und gezwungen werden, sich ihren Wirt.svöllern, sofern sie diese überhaupt aufnehmen, unter Verzicht auf i h r Volkstum auf Gnade und Üngnaöe zu ergeben. Es ist Pflicht aller Deutschen, durch äußerste Sparsamkeit diese Gefahr von ihrem Volk abzuwenden. Keine Arbeitsstunde darf aufgewendet, kein Stein darf verbaut werden, ohne dafi damit die denkbar größte Ruhleistung erzielt wird. Das Sparproblem ist nichts anderes als die große Frage, wie es gelingen soll, deutsche Menschen der heimatlichen Erde zu erhalten. Zn dieser tiefmenschlichen und nationalen Bedeutung sind alle die Bemühungen zu verstehen, die man heute unter den Schlagworten „Spar- und Vereinfachungsmaßnahmen. Rationalisierung usw." zusammenfaßt. Hier soll von der Vereinfachung in der öffentlichen Verwaltung de Rede fein. Cs ist das schwierigste Gebiet, weil nicht, wie in der Privatwirtschaft, allein wirtschaftliche Erwägungen, sondern staatspolitische, berufs- ständilche Gedanken, viel Tradition und wohlerworbene Rechte die Lösung mitEeftimmen. Die Aufgabe ist schwieriger als zur Zeit des Frei- Herrn vom Stein. Denn die 100 Zahre seit Steins Tagen haben Menschen von einer bis dahin ungekannten Be vuhtheit gefchafsen. Zeder Berufsstand von einiger Bedeutung hat sich heute zusammengeschlossen. Mit aufmerksamen Augen verfolgt jeder, sei es selbständig, sei es durch seine Führer, die Vorgänge der Gegenwart. Jede Handlung wird in ihrer Wirkung auf die Znteressdn bestimm er Gruppen ge geriet. Auch die Form, in der heute die Znteressengegensähe ausgekragen werden, ist anders als früher. Zm Zeitalter des Parlamentarismus entscheidet nicht das Diktat von oben her, sondern ilebercin- kunft Gleichberechtigter, die Stimmenmehrheit gibt den Ausschlag. Auf diesem langen Weg zur Verwirklichung von Zdeen geht oft viel von dem urfbrüngli:l;en Zdeal verlo .en. iinö so wird es auch mit der Sparidee in der öffentlichen Verwaltung sein. ilnfer Verwaltungsaufbau ist etwas historisch Gewordenes. Wenn es sich heute darum handeln würde, die deutsche Verwaltung neu einzurichten: kein Mensch würde die Phantasie haben, sie so zu ersinnen, wie sie ist. geschweige denn sie einem Parlament als Muster anjubieten; so verwickelt und teuer ist sie. Wäre man heute in der Gage, auf der Grundlage eines einheitlichen Staatsgefühls einen völlig neuen Verwaltungsapparat für das Reich zu schaffen, so würde diese Verwaltung in anderem Ländern mit drei Instanzen bequem auskommen können. Der untersten Znstanz — einem größeren, für moderne Aufgaben finanziell leistungsfähigen Verband mindestens vom ilmfang unserer heutigen Stadt- und Landkreise — würde das Recht freier Selbstverwaltung aller örtlichen Angelegenheiten einschließlich der Ortspolizei zustehen. Der mittlere Verband wäre zur Wahrnehmung der Aufgaben, die über den Rahmen der unteren Verbände hinausgehen, ebenfalls nach dem Recht der Selbswerwaltung berufen, während die Z e n t r a l i n st a n z in Fachministerien alle gemeinsamen Fragen zu bearbeiten hätte. Zeder der unteren Verbände würde gegebenenfalls Aufgaben eines höheren Verbandes auftragsweise wahrzunehmen haben. Aber dieses Zdeal liegt leider in weiter Ferne. Es müssen nunmehr alsbald die Formen gefunden werden, in Denen es am besten gelingt, auch über politische und persönliche Hindernisse hinweg den Verwaltungsapparat den Rotwendig- feiten der Gegenwart anzupassen. Cs handelt sich hier nicht um die Gehälter allein. Die Kostenersparnis z. B. bei einer Zusammenlegung von Ministerien ist, wenn man die ersparten Gehälter usw. zusammenrechnet, nicht so erheblich, dafi sie den Staatshaushalt grundlegend ändern. Aber Verwaltungskörper und Parlamente sind lebendige Kraftzentren: in ihnen stehen Menschen mit Sa'enörang und Sehnsucht nach sich, baren Erfolgen, die sich Ausgaben schaffen, wenn sie keine haben. So entsteht Heber- Organisation und Ressortpartikula- r i s m u s und damit Kraftverzettelung, Dei- bungsmöglichkeiten, Doppelarbeit und Mehrkosten. Wir sind heute soweit, daß kein Mensch mehr das komplizierte Getriebe unseres öffentlichen Verwaltungsapparates in allen Tellen überleben kann. Ebenso ist bei der Erledigung örtlicher Geschäfte oft eine solche Fülle von unnötigen Gesehen und zentralen Anweisungen zu beachten, dafi der untersten Znstanz eine an sich leichte Arbeit häufig erschwert wird. Diese Hnübersichllichkeit und Mehrkosten müssen fortsallen. Zwei Wege gibt es hierfür: Abbau der V e r w a 11 u n g s a r b e i t durch Beseitigung überflüssiger Gesetze und Verordnungen. Beseitigung der viel zu vielen Kraftzentren in unserem Be- Die Schulhausbaufrage in Gießen schnittszahl von 38 fand Bild: 42 45 Statistik: Nachdruck verboten. 11. Fortsetzung. so ungelöste Reste einer 68 71 73 75 den Bahnsteig und hielt er war alles in einer Eine Abonnementskarte. stolzen Ueberzeugung. Langsam ging sie über den» Stationsvorstand — 63 Säle 67 „ 68 „ 70 „ 74 Säle 78 „ 81 „ 82 „ wird eine Senkung der die an- 53 34 5. 4. 2. Klasse 18 Mk.. Kiefern 3. Klasse 21,60 Mk.. Klasse 20,10 Mk., 5. Klasse 14,15 Mk.; Fichten Klasse 28 Mk., 3. Klasse 19,10 Mk., 4. Klasse Rose". Als sie vor das Gebäude kam, war da kein Wagen, statt dessen stand Herr von Brockdorf und sah in die Ferne nach Gottesgabe hinüber, von wo auch nicht die kleinste Staubwolke ein Fuhrwerk ort' kündigte. Als Rose schlank und behende an ihm vorüber- smd. Die Fortbildungsschulpflicht besteht vom 14. bis 17. Lebensjahr. Die 1915'18 eingetretene starke Senkung der Geburtenziffer bewirkt demnach 1929/32 ein Absinken der Schülerzahl, zumal Jahrgänge normaler Stärke jährlich ausscheiden. Dagegen bringen die Jahre 1934'36 Zugänge von anormaler Stärke, während umgekehrt in den Jahren 1932'35 anormal schwache Jahrgänge abgeben. Im einzelnen wird auf die vorstehende Zusammenstellung verwiesen, aus der das Nähere ersehen werden kann. Der Bau eines Volks- und Fortbildungsschulgebäudes erscheint mit Rückl^ ' auf den derzeit bereits vorhandenen und künftig steigenden Raumbedarf geboten. zweifelte Lage gebracht habe. Es fei Pjlicht d Staates, baß er der Kirche zu Hilfe eile und seine jur!"'tche und moralische Verpflichtung erfüllt. Abg. Jensen (Offenbach) ist der Meinung, daß die Kosten für den Pfarrdienst nicht ermäßigt werden könnten. Die Ausgaben im Etat seien nicht zu ermäßigen, und eine Erhöhung der Kirchensteuer sei unmöglich. Der Staat müsse unbedingt den Beitrag erhöhen, dazu sei er rechtlich und moralisch verpflichtet. Präsident D. Dr. Freiherr Heyl zu Herrnsheim schloß sodann die allgemeine Aussprache und schlug vor, daß vor Beginn der Spezialberatung nochmals die Ausschüsse tagen, um die Derhand- lungen abzukürzen. Die Versammlung war mit diesem Vorschlag einverstanden.^ Die Beratungen wurden hierauf abgebrochen. Nächste Sitzung Donnerstag. Oberheffen. Landkreis Gießen. Großen-Linden. 5. Mai. Dieser Tage hier eine Jnteressenten-Dersammlung zwecks getreten. Die Auseinandersetzung in Hessen zwischen Staat und Kirche ist nicht so schwer. Aus- gerechnet der hessische Staat, der der Landes- nrchc so viel zu verdanken hat. behandelt sie so schlecht; er wird sie aber in Zukunft noch brauchen (Beifall). Der Redner erhob dann unter Zustimmung der Anwesenden einen feierlichen Protest gegen das Verhalten des Staates und führte weiter aus: Zum Pessimismus liegt für die Kirche im allgemeinen keine Veranlassung vor; wenn die christliche Ethik wieder unser Volk beeinflußt, so werden wir nicht untergehen.' Bedeutsam« Erfolge für die Kirche sind die Bewegung für den Zu- sammenschluh der Landeskirchen, das Weltkonzrl in Stockholm und die Freundschaftstagung der Kirchen. Der Redner schloß seine Ansprache mit dem Wunsche, daß Gottes Segen auf dieser Ta- aung ruhen möge. Rach einigen personellen Mitteilungen des Präsidenten wurde in die Tagesordnung ernge- treten. Vizepräsident Dr. Bernbeck gab einen Lieberblick über den Voranschlag der Landeskirche, über Einnahmen und Ausgaben. sowie über den Fehlbetrag und die An der Steuererhebung. 3m wesentlichen decken sich die Mitteilungen mit den Angaben der Vorlage der Kirchenregierung. in der u. a. ausgefuhrt dem 31. März 1926 laufen die drei ersten von der Kirchenverfassung als Finanzperwde gedachten Rechnimgsjahre der Evangelischen Landeskirche in Hessen ab. Cs wären nunmehr für die drei weiteren Jahre die Einnahmen und Ausgaben zu bewilligen. Da die Wirtschaftsund Finanzlage der Landeskirche noch nicht geklärt ist. um mit Sicherheit über die Einnahmen und Ausgaben im voraus für drei Jahre befinden zu können, so ist der Antrag bergefügt. es wolle der Landeskirchentag die Kirchenregie- rung ermächtigen, jeweils vor Beginn eines der nächsten Rechnungsjahre nach Anhörung des Finanzausschusses die Einnahmen und Ausgaben der Landeskirche einer Durchsicht zu unterziehen und über die Deckungsmittel zu beschließen. Während der Voranschlag für 1925 eine Ausgabe von 4 920 900 Mark Vorsicht, konnte in dem Voranschlag für 1926 bis 1928 die Ausgabe auf 4 671 791 Mark gesenkt werden, indem man für unvorhergesehene Ausgaben einen geringeren Betrag einstellte. Indessen schließt auch der neue Voranschlag mit einem Fehlbetrag von 1 249 400 Mark ab. für den eine Deckung zunächst noch nicht vorhanden ist. Es wird darum beantragt, der Landeskirchentag wolle: 1. den Voranschlag in Ausgabe und Einnahme venehmigsn; 2. beschließen, den Fehlbetrag von 1249 400 QHarf zu decken, durch a) Ausschlag von 300 000 Mark auf die Kir- ckiengemeinden des Landes; b) Aufnahme eines Darlehens beim Staat in Höhe des Restes; Mit dem Jahr 1932 Schülerzahl eintreten. Vom Jahre 1923 ab ist Geburtenzahl wieder als normal und konstant zusehen. Sie beträgt im Jahre etwa 550. Die Zahl der in den Jahren 1927 bis 1930 zu erwartenden Abgänge an Schülern, die acht Jahre die Volksschule besucht haben, ist genau ermittelt. Dagegen ist die Zahl der im 4. Grundschuljahr aus der Volksschule in die höheren Schulen übertretenden Schüler auf Grund der Erfahrungen in den letzten Jahren mit 44 Prozent des Jahrganges anzunehmen. Es wird jedoch kaum erwartet werden dürfen, daß der hessische Staat einen dieser Vermehrung der Schülerzahl entsprechenden Mehrbedarf an Lehrkräften genehmigen wird; wahrscheinlich wird er entsprechend dem Vorgehen in ben letzten Monaten verlangen, daß ein erhöhter Klassendurchschnitt zugrunde gelegt wird. Nimmt man diesen auf 42 Schüler bzw. 45 Schüler an, so ergibt sich folgendes durchschnittliche Stärke von 24. Nach Ausscheidung der Sonderklassen ergibt sich für die Normalklassen eine Durchschnittsstärke von 41. Es ist jedoch richtio die Gejamtdurchschnittszahl von 38 der Berechnung zugrunde zu legen, da die Sonderklassen in ähn lichem Umfang wie die Norrnalklasjen eine Er- Höhung der Schülerzahl werden tragen können. Bei Beibehaltung der jetzigen Gesamtdurch- Schülern werden künftig er- war doch gerade soviel eingebildet, daß man sich sagte: „Darum bin ich doch ebensoviel wert und am Ende noch viel mehr. Es kommt nicht auf den Platz an, sondern aus den, der ihn einnimmi. — Trotzdem! — Das waren s „ '" In der Stabtoerorbneten-Sitzung vom vorigen Freitag richtete Stadtv. Fischer die nachstehende Anfrage an die Stadtverwaltung: 1. Welches ist der Raumbedarf der Volks - und Fortbildungsschulen in den Jahren 1927 bis 1930? 2. Wieviel Räume stehen in diesen Jahren für Klassen der Volks- und Fortbildungsschulen Daraus- ichtlich zur Verfügung? 3. Ist die Stadtverwaltung bereit, ein ausreichendes, für längere Zeit berechnetes Sauprogramm für d i e Bedürfnisse der Volks- und Fortbildungsschulen alsbald vorzu- legen und Vorlage über die Finanzierung zu machen? Insbesondere: Ist die Stadtverwaltung bereit, Baukapita 1 zu diesem Zwecke auf dem Anleihe- roege zu beschaffen? Die Antwort der Stadtverwaltung erfolgte in der Sitzung durch mündlichen Bescheid durch den Beigeordneten Dr. S e i b. Nunmehr liegt die Erklärung schriftlich wie folgt vor: Im laufenden Schuljahr beläuft sich die Gesamtzahl der Schüler und Schülerinnen der Volksschule auf rund 2600. Es sind 68 Klassen eingerichtet, entsprechend der Zahl der von dem Landesbildungsamt bewilligten Klassenlehrer-Stellen. 58 Klassen befinden sich in den Schulgebäuden einschl. alte Aliceschule; 7 Klassen sind in dort befindlichen Baracken untergebracht. Für 3 Klassen mußten Räume außerhalb der Schulgrundstücke gemietet werden. (Konfirmandensaal Kirchstraße, israelitisches Gemeindehaus und Gymnasium.) Es kann damit gerechnet werden, daß im Herbst d. I. der Neubau an die Bezirksschule bezugsfertig wird, und daß bann 5 neue Räume zur Verfügung stehen. Bei einer Gesamtschülerzahl von 2600 und 68 Klassen ergibt sich eine Durchschnittsklassenstärke von 38 Schülern. In den 68 Klassen sind 11 Sonderklassen (Hilssklassen, Förderklassen, Klassen mit erweiterten Lehrzielen) enthalten. Diese haben eine Person — die Karte hin. _____ Er nickte, er wußte doch Bescheid mit „uns' Fräuln ____________ damit gerechnet, daß die Durchschnittsstärke der Normalklassen im gleichen Verhältnis wie die Gesamtburchschnitttstärke steigen wird. Die in einer derartigen Erhöhung der Durchschnittsstärke liegenden Bedenken können nur mit Rücksicht daraus zurückgestellt werden, daß es sich um eine vorübergehende Erscheinung handelt. Für den Bedarf der Fortbildungsschule an Räumen lassen sich bestimmte Angaben nicht machen, da ein Ueberblick über den zu erwartenden Zu- und Abgang fehlt. Etwa ein Drittel sämtlicher Fortdildunosschüler hat seinen Wohnsitz außerhalb Gießens. Die Stärke des Zustroms schwankt in den einzelnen Jahren mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage sehr erheblich. Zur Zeit ist die gesamte Fortbildungsschule in 17 Sälen untergebracht, während etwa 20 Räume dringend erwünscht erscheinen. Die Fortbildungsschule als besondere Schulart ist erst nach dem Kriege geschaffen worden. Es fehlt daher naturgemäß ein besonderes Fortbildungs- schulveböude,. dessen Errichtung dringend notwendig ist. Die Gesamtzahl der Fortbildungsschüler beläuft sich auf rund 2100, die in 89 Klassen untergebracht Das lachende Haus Roman von Sophie K l o e r ß. Neubelebung des im Jahre 1905 gegründeten Mitteldeutschen Geflügel- und Kaninchen- Züchterverbandes statt. Zum vorläufigen Vorsitzenden wurde Herr Sommeriad - Großen- Linden gewählt. Die Hauptversammlung soll am 30, Mai in Kinzenbach abgehalten"wei»den. Der Verband will durch Vorträge und Ausstellungen die Ge- slügel- und Kaninchenzucht fördern. = Staufenberg, 5. Mai. Als eine rohe Tat muh man es bezeichnen, daß an der Kreisstraße von hier nach Daubringen an den Masten der Fernsprechleitung 25 Isolatoren durch Steinwürfe zertrümmert worden sind. Als Täter sind von der Gendarmerie einige junge Bürschchen aus dem benachbarten Daubringen ermittelt worden, die hoffentlich eine exemplarische Strafe als Belohnung erhalten werden. t Gründer g, 5. Mai. Die letzte staatliche Nutz - und Brennholzversteigerung des Forstamts Grünberg für dieses Jahr fand in Saaseu. genbe Aufgaben zurückstellen. Gebäude, die schon während des Krieges fckwer gelitten haben, könnten kaum noch pfleglich beyanbelt werden. Es fehle bann auch bas Gelb für bie Pflege innerkirchlichen Lebens, für Jugenbpslege, Pflege ber Armen und Kranken, sowie für anbere Aufgaben. Ais Vertreter einer Gemeinde fühle er sich verpflichtet, diesen Notschrei hinauszugeben an das Land. Auf mindestens 5 Jahre werde das kirchliche Leben gelähmt. Gegen den hessischen Staat müsse Anklage erhoben werden, weil er die Kirche in diese geradezu ver- vor Beginn deS Rechnungsjahres 1927 und 19z8 nach Anhörung deS Finanzausschusses die Ein- nahmen und Ausgaben nachzuprüfen und über bi« Twtwendigen Deckungsmittel zu beschließen. Abg. S1 rvh - Darmstadt erstattete als Vorsitzender des Finanzausschusses einen ausführlichen Bericht über die Vorlage und gab dazu eine Reihe von finanztechnischen Erläuterungen Der Redner machte u. a. auf verschiedene Sparmaßnahmen im Voranschlag aufmerksam. Eine Kürzung der Pfarrgehälter wäre von den schwerwiegendsten Folgen; sie könnte höchstens nur dann durchgefuhrt werden, wenn sie auch der Staat für seine Beamten beschließen sollte Es mühte das aber die ultimo ratio sein. Verhängnisvoll wäre eine solche Maßorahme u. a. auch für ben theologischen Rachwuchs. Rur kleinere Pfarrstellen könnten aufgehoben, andere Sparmaßnah- men jedoch nicht durch geführt werden. Der Redner begründete dann näher die oben mitgeteiltea Anträge. __ ' 3n der Generaldebatte führte Abg. Dr. Avema rje-Darmstadt u. a. aus, daß man jetzt so viel vom Rechtsstaat spreche, aber der Staat müsse dann auch der Kirche gerecht werden und den Staatszuschuh zahlen. Der Staat habe für das Theater und alle möglichen andere Dinge Geld, jedrch der Kirche verweigere er ihr Recht. Es bleibe vielleicht nichts anderes übrig, als den Schuldner, den Staat, zu verklagen. Der Ausgang eines solchen Prozesses sei nach den Erfahrungen von Sachsen nicht zweifelhaft. Der Redner nahm verschiedentlich in zustimmendem Sinne Bezug auf die Anträge der Kirchenregierung. Abg. L a m p a s - Friedberg verlangte bie Bereitstellung von größeren Mitteln für bie Evangelisation. Es sei gerabezu ungeheuerlich, baß bie. Lan- beskirche ihren Finanzdebarf von ben einzelnen Gemeinden aufbringen lassen müsse. Zu den Lasten der Kirchengemeinb.en aus früheren Jahren kämen nun noch neue Lasten, die geradezu untragbar wären. Die Kirchengemeinden müßten künftig brin- 22,10 Mk., 5a-Klasse 20,15 Mk., 5b-Klasse 16,15 Mk., Derbstangen je Festmeter: Fichte 1. Klasse 18,40 Mk.. Nutzknüppel: Eiche 2. Klasse 9,50 Mk.; Brenn Holz pro Raummeter Scheiter: Buche 11,35 Mk., Eiche 6.60 Mk., Fichte 5,50 Mk., Knüppel: Buche 8 35 Mk., Eiche 4,80 Mk., Fichte 4,80 Mk., Kiefern 4 Mk.; Reisig: Buche 2,15 Mk., Eiche 1 Mk.; Stöcke: Buche 4,80 Mk., Eiche 3,90 Mk., Fichte 1,50 Mk. — In anerkennenswerter Weise haben sich einige Freunde des auf einer Forschungsreise in Brasilien verunglückten Professors Theo Koch, eines geborenen Grünbergers, zusammengetan, um die Errichtung eines Denkmals für den hochverdienten Mann in die Wege zu leiten. Für die Aufstellung eines Gedenksteines hat man ein idyllisch gelegenes Plätzchen in der Nähe der Schießstände, unweit ber Alsfelber Straße, in Aussicht genommen. .Es soll ein Ausschuß gebilbet werben, der bie Angelegenheit mit einem Aufruf an bie Bürgerschaft in bie Wege leiten soll. Bekanntlich hat unsere Stadt zu Ehren ihres großen Sohnes eine Straße bereits Theo Koch-Straße benannt. — Nach jahrelangen Bemühungen ist jetzt die Beseitigung der alten Scheunen in der Bahnhof st raße in Gang gekommen. Die Stadt hat mit ben Besitzern zweier Scheunen ein bahinziekenbes Abkommen getroffen. Es bleiben nun nur noch zwei biefer alten Gebäude übrig, bie hoffentlich auch halb einem schöneren Bauwerk Platz machen werben. — Seitdem, der Warthof in den Besitz der Landwirtschaftskammer übergeganaen ist, zeigt er ein sehr vorteilhaftes Aussehen. Die im normen Frühjahr einge- fäte Weideanlage weist einen vorzüglichen Graswuchs auf. Die Weide ist vollständig eingc- friebigt, am 10. Mai soll bas Weidevieh aufg^ trieben werben. Eine weitere Weibefkäche von über 60 Morgen ist jetzt bereits für nächstes Jahr ein- gesät worben. Die früher sehr baufälliae Feldscheune ist völlig neu hergestellt unb kann als Weibesta11 oerwanbt werben. Die Obst bäume zeigen nach einer sehr guten Blüte reichen Fruchtansatz unb versprechen eine schöne Ernte. Dir Z u f a h r t st r a ß e n zum Hose unb zu den gehen wollte, zog er ben Hut. „Sehen gnäbiges Fräulein einen Wagen? Ich bin leiber etwas kurz- s ch„^iuch nicht ben Schatten eines Wagens, Herr von Brockborf. Werben Sie ermattet?" „Allerdings. Aber der Herr Verwalter belieben wahrscheinlich sogqr bie Herrschaftsgäule auf bem Selbe ju beschäftigen. — Gestatten gnäbiges Fräulein, baß ich mich anschließe?" Ohne eine Antwort abzuwarten, trat er an ihre Seite. „Ich habe Sie nicht im Zuge gesehen." ,Zch fuhr britter." Wie sie das sagte, trat der schmale Fuß ein bißchen fester auf. „Das einxic Wahre bei dieser Wärme. Ich hätte es auch tun sollen." „Ach nein," sagte bie kleine ehrliche Rose. „Der Wärme wegen nicht. Aber ich fahre jebe Woche zweimal zur Stabt uno nehme Zeichenunterricht. Und da ist es doch ein Unterschied für meine Mutter." Brockdorf neigte sich verbindlich. Allerliebst, die Kleine in ihrer fadengeraden Ehrlichkeit, aber doch so ein ganz wenig spießbürgerlich. Man kann, ohne zu lügen, doch über solche Bekenntnisse mit Schweigen hingehen. Als wenn er das nicht selber wußte, was die in die dritte Klasse bannte. „Ich hätte mich gefreut des Wagens wegen, um Ihnen einen Platz anbieten zu können. Aber unsereiner denkt, und Herr Heider Stessen lenkt." Etwas in seinem Ton ließ Rose fragen: „Sie stehen sich nicht mit Ihrem Vetter?" „Mit? — Er war niemals mein Vetter. — Stehen? — Abstoßende Pole, Fräulein Bunsen. Zum Beispiel, Herr Steffen, dessen Fähigkeiten ich durchaus nicht unterschätze, ist mit Leib unb Seele Landmann. Ausgezeichnet für das Land, daß es solche Leute gibt. Mir — ich kann es nicht ändern — verbindet sich der Begriff .Landmann' immer mit Viehställen, mit Dunghaufen und — ja — mit aller- lei ähnlichen nützlichen und höchst unsympathischen Dingen." „Aber Sie haben doch selber ein Gut." „Wenn Sie gestatten — sogar zwei. Aber sie sind seit langen Jahren verpachtet, und man sagt mir, mein Pächter zöge sich einen warmen Rock dabei an. — Nun, diese Leute müssen auch leben. Ich bin ihm dankbar, daß er mich ber Sorge um Vieh unb Düngung überhebt." „unb Sie langweilen sich nie?" 1927 1928 1929 1930 Es wirb babei Als Rose gegen Abenb auf ben Hamburger Hauptbahnhof kam, um heimzusahren, sah sie Aribert von Brockborf ben Bahnsteig entlanggehen unb in ein Abteil zweiter Klasse steigen. Das war schon bas brüte Mal in kurzer Zeit, bah sie zusammen und doch getrennt heimwärts fuhren. Sie war ihm auch zweimal begegnet, wenn sie die Post abholte, die sonst oft lange auf der Station lag. Einmal hatte er sie eine kurze Strecke begleitet und gefragt, wie es den Apfelbäumen ginge, unb ob die Rosen jetzt ebenso reich blühten unb ihrer Namensschwester Ehre machten. Sein Ton hatte etwas freundlich Herablassendes gehabt, so wie ein Erwachsener zu einem Kinde spricht, das ihm gut gefällt, das er aber nicht ganz für voll ansieht. Uno Rose hatte bas sehr scharf empfunden, denn sie war eine kleine, nachdenkliche Person, und ihr Gefühl war schnell und tief. Am kleinen Bahnhof stieg sie zögernd aus dem Zug. Sein Abteil war weiter vorne, unb sie wünschte, er möchte auf bem Wagen unb fort- gefahren sein, ehe sie aus ber Sperre trat. Es war solch komisches Gefühl, wenn er ba vom Wagen herab grüßte und sie bescheidentlich zu Fuß weiter trippelte. Gott, man war doch nicht eingebildet. Oder man Fräulein? — Ich bin bem Verwalter sehr verbun- ben, baß er mir ben Wagen nicht geschickt hat. - Auf Wiebersehen." — Es führte lanbein ein Fußsteig gerabe am Kanal hin nach Gottesgabe, ben schlug er ein. Rose schritt leichtfüßig weiter. Mutter Mau hatte trotz ihrer achtzig Jahre unt ihrer müben Hänbe unb Füße noch ausnchmenk gute Augen. Auch bie Gebauten liefen noch ganj munter, spannen unb woben bas Einerlei ihre; Tages in allerlei Muster unb trafen mit ihm Schlüssen meist mitten ins Schwarze. Ihre Augen spähten bem Mäbchen entgegen. „Guten Abend, Mutter Mau." „'n Abenb, ’n Abenb. Na ja, na ja." Unb ein Kopfschütteln. „Was ist benn?" „Was is? All is so, als bas is. Aber bie alter Brummers um bie Rosen — nee, nee, — bie soll! Fräulein Rose man jagen. Is nichts mit los." „Ja, ja, werb' ich schon tun." Alte Leute reden oft wnnberlich. Wer hört barauf? — Aber abenb* im Bett, als ber Tag noch einmal vorüberglstt. tarnen bie Worte wieder. Sollte bas auf sie gehen unb Brockborf? Das wäre boch zum mindesten eint Dreistigkeit-- „Hör' mal, Ille--" „Was benn?" „Ach, nichts." — Nein, lieber nicht davon on fangen. Ille und Thora — sie waren doch wohl »M die geeigneten Richter über solche Dinge. Wie s« lachen würden! — Und sie konnte heut solch Lachen nicht vertragen. — Gerade heute nicht. — So t" hielt sie den kleinen Gang in dieser Begleitung lu' sich. — Das erstemal, daß sie etwas nicht ben S40’1 ftem erzählte. Iven Lornsen strömten bie Stoffe zu in eine! Fülle wie die Rosen, bie in ganzen Sträußen ot Jlles Stöcken hingen. — Solch ein gesegnete Sommer! Sonnentage ober Regentage — alle gesüllt bis zum Rande mit Kraft, mit Lachen, yerrlicher Arbeit Die Doktorarbeit war vollendet. Ein Roman w gönnen — kleine Skizzen unb Lieber schwirrten I' reichlich um ihn her, er konnte nur ben kleinsten -!*'•- fangen unb nieberschreibeir. (Fortsetzung folgt.) „Wer bas Leben kennt unb versteht, finbet immer genug Freuben In ihm. Ich reife viel. Im..nächsten Jahre geht es nach Brasilien, bort war ich noch nicht. Unsere neuen Dampfer finb roieber so gut gebaut unb ausgestattet, baß es eine Lust ist, mit ihnen hinauszufayren. Waren Sie schon über See?" „Ich? Ach, wie sollte ich!" Er klang brennenbe Sehnsucht aus bem Seufzer, ber Roses Worte begleitete. Da begann ber Mann zu erzählen von Mexiko, wo er im vergangenen Jahr gewesen, von ben frembartigen Stäbttn und Menschen, von ben Kostbarkeiten, bie er sich mitgebracht, unb bann glitt er nach Jnbien hinüber, unb von Jnbien nach Nor- wegen, und überall schilderte er die großen Hotels, die Sammelpunkte der internationalen Globetrotter, schilderte bie Feste in Norwegens Fjorben, wo brei Dampfer mit Norblanbreisenben zu gleicher Zeit bie stillen Buchten zu schrnetternbem Leben erweckten, unb wenn es Rose auch war, als fehle in seinen Schilberungen ein Etwas, ein Letztes — sie war viel zu jung unb unerfahren, sich barüber Rechenschaft geben zu können. Vielleicht war es auch nur das, buchte sie, baß sie sich bas Reisen in fremden Ländern nicht so leicht, so bequem unb unterhalten!» vorgestellt hatte „Sie finb beneidenswert, Herr von Brockdorf." Es kam keine Antwort. Sie wandte ihm den Blick zu und sah seine Augen an ihren Aigen hängen. „Ach nein, Sie sind beneidenswert, Fräulein Bunsen. Sie haben noch die Augen, die in Licht sahen. Wenn Sie. die schöne Fremde sehen würden — es müßte ganz anders für Sie sein als für einen Menschen, der schon so viel Bitteres--* Da brach er ab. Er ist ja geschieden, dachte Rose und wurde ganz weich vor Mitleid. Was mag er durchgemacht haben! Das geht ihm natürlich immer nach. Sie traten aus bem Hölzchen, durch das die Straße geführt. Hundert Schritte vor ihnen lag die Kanalbrücke, dahinter schon der Katen des Hofes. Man sah auf der Bank vor seiner Tür jemand sitzen: Piepenstehls achtzigjährige Schwiegermutter sonnte sich noch ein bißchen, ehe sie mühsam in bas Feberbett kroch. Trotz feiner Kurzsichtigkeit bemerkte Brockborf die Gestalt, unb am Kanal hielt er ben Schritt an. „Darf ich mich hier von Ihnen oerabschieben, gnäbiges statt. Die Preise blieben gegen bie vorhergehenden Versteigerungen etwas zurück. Es wurden bezahlt für Stammholz pro Festmeter: Eiche 3. Klasse Mk., 4. Klasse 38 Mk., 5. Kl. 27 Mk., 6. Klasse Mk.; Buche 3. Klasse 27 Mk.. 4. Klasse 20 Mk., forderlich: 1927 1928 1929 1930 M Ss Jahr »eburten zahl ufgenon ne Sch kinder chulerbl staub a ss 'o c tö ZR s 0 Bemerk. S> über den t qrailhe liriebb dieser Hotel Ir anipmdje sonderen und erste flabt im A sowie ber, jegl Liir erschienen, Verein zu1 teilte er no [tanbsmitgl Äuslizinspe! nannt wui und eine 1 Mitglieder, Tas Borst, sodann eii Stenograp! und der \ Nülkbiirk c tischen We große pro Stenograpl werde. Die bern eine Körper, sei grapfjie mü allen höhere gesiihrt we: Beifall eich reicher Pro Ealonorchesi Fauerbach, trägen und Stimmung. < Bad duntziver erflollelen bimmlung Glieder freut sich di durch Stab 3eit der wi den ist. Ne! der Verein Dortragevei tüt'*, ®eöe nb. Ulib bent des 2a -labl, um mi bauung ei «urds eine B durch Ankauf W. unb St Jie Eiadtvm ■oougelanbe t ■Rcirt) bas A luffen, währe, bleibenden Mnbet w "•Mmc ^önnertn q Wil 9.30 M Vereine JJhien. Na » Vereine Uil-chelle, t .W gina «li«< Si, Ä) S'uS b- ■niZ f)en 01 •i'^r sich ging Die Festansprache hielt der Orts- ^istliche. Die beiden Patenvereine. Schühen- " i$ysi jfter und «JF ins SchwolZ - ( g7jahrige Handarbeitslehrerein Kaiser am Montagnachmittag die eisjährige Schülerin Hock, die Tochter des Maurers Franz Hock, mit der Hand, gegen den K 0 p i. Das Mädchen hielt gerade eine Stricknadel in der Hand, die dem Kinde .zwischen Nale und Auge in den Kopf drang. Obwohl ärztliche Hilfe bald zur Stelle war, starb das Kind noch in derselben Nacht unter starken Schmerzen im Krankenhaus. Die Handarbeitslehrerin ist feit Montag verschwunden; sie soll bereits zweimal in einer Nervenheilanstalt in Gießen untergebracht gewesen fein. Der Anlaß zur Strafe war angeblich nur die Tatsache gewesen, daß das Mädchen heimlich ein Stückchen Brot aß. Nhsinhefsen. WER. Mainz. 5. Mai. Zn der vergangenen Rächt versuchten zwei Einbrecher in Der Chemischen Fabrik in Budenheim in den T-ureautäumen einen Diebstahl auszu- sühren. Sie wurden jedoch von dem Fabrikn.rcht- wächter, der sie festzuhalten versuchte, gestellt. Dabei erhielt er mit einem harten Gegenstand einen so schweren Schlag auf den Kopf, daß er bewußtlos zufaminenbrach. Er mußte später ins Kranlenhaus gebracht werden. Die Tater find unerkannt entkommen. - Zwei Einbrecher, bie sich in den Geschäftsräumen zweier hiesiger Großfirmen zu tun machten, wurden pon einem Angestellten überrascht. Dieser wurde jedoch von ihnen unter Dorhaltung eines Revolvers überwältigt. anHänden und Füßen gefesselt und am Sprechen durch einen in den Mund gesteckten Knebel gehindert. Rach- dem die Einbrecher den Wehrlosen beraubt hatten, entkamen sie unerkannt. Der Gefesselte konnte erst durch die von einem Passanten benad)-- richtigte Polizei wieder befreit werden. Preußen. Krcis !nr. Hl Wetzlar, 5. Mai. Die in Unterhaltung der Provinz stehende Straße Wetzlar — Butzbach wird in diesem Jahre an verschiedenen Stellen, fo z. B. vor dem Eingänge von Groß-Rechtenbach und bei der Kolonie Büblingshausen, einer I n - standsetzung unterzogen. Das Kleinschlagmaterial ist bereits angefahren. Der im Zuge der gleichen Straße belegene „schneiderberg" in Niederkleen erhält ein neues Pflaster, das zur Zeit ausgeführt wird. 3 Graß-Rechte »buch, 4. Mai. Bei dem heute hier stattgefundenen Eichenlohrinden- v e r t a u f der Gemeinden Dornholzhaufen. Ebersgöns, Groß-Rechkenbach, Oberkleen, Reiskirchcii und Vollnkirchen wurden durchschnittlich 5 Mk. je Zentner geboten. Da die Gemeinden für das Schälen der Lohe und die damit verbundenen Dlcbenarbei- ten zwischen 3 und 4 Mk. je Zentner ausgeben wüsten, ist der ihnen aus dem Loheverkauf verbleibende Reinerlös ein sehr geringer. In früheren, insbesondere in den Vorkriegsfahren, brachte der Verkauf der Rinde den Gemeinden eine bessere Einnahme. H 0 chelhei m. 3. Akai Gestern vormittag fand in der hiesigen Kirche bie Wahl des-?neuen Pfarrers für bai Kirchspiel Hochelheim-Dornholzhausen durch die Mitglieder der größeren Dertretungen der beiden Kirchen- gemcinben statt. Die Wahl leitete Superintendent Wieder. Garbenheim; sie erfolgte öffentlich durch Zuruf. Es würbe einstimmig ber Hilfsprediger Paul Schleider von Rott- 6 auf en bei Gelsenkirchen gewählt, der somit Rach- folger seines Anfang dieses Zahres verstorbenen Baters wirb. Der Wahl ging ein Gottesdienst voraus. Dberlahnkreis. •/ WeiIburg , 5. Mai. Der hiesige S ch u n e n- verein kann in diesem Iahre auf sein 7 5 j ä h r i - ges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß feil Anfang Juli ein großes S ch u h e n f e st gefeiert werden. — Unter dem Vorsitz des f)errn Becker jr. aus Gräveneck fand hier eine Ver - s a in ml ung von Bauherren aus dem Ober- lahnkreise statt, die sich mit Beschwerden gegen die bisherige Art der Verteilung der 5)auszins- st e u e r h u p 0 t h e k e n beschäftigte. Man bemängelte dabei die bisherigen Entscheidungen des Krei- scs in Sachen Hausbauten und Hauszinssteuerhypotheken. Ein Mitglied des Kreisausschusses nahm die Verwaltung in Schutz und teilte mit, daß im 3af)rc 1925 vom Kreise 152 Bauvorhaben genehmigt worden seien. Nach längerer Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, in der die Kreisverwaltung gebeten wird, aus den Reihen der Bauherren einen erweiterten Ausschuß zu wählen, der eine Prüfung der seither vermittelten Haliszinssteuer-Hypotheken vornehmen und bei der künftigen Verteilung der Hypotheken mifmirfen soll. ftreis* ^öcrtcrbur- V 0 m W e st e r w a l d , 5. Mai. Der Stand der Felder auf dem Westerwald ist recht befriedigend. Die Wintersaat steht gut, |o daß mon auf eine schöne Ernte rechnen kann, wenn der Wettergott keinen Strich durch die Rechnung macht. Aiich mit den Ob st aussichten kann man 3 u - frieden fein. Dillkreis. bl. Dillenburg, 5. Mai. Nach dem Stande vom 1. Mai betrug die Gesamtzahl der männlichen Vollerwerbslosen des Kreises 1809 Personen, die der weiblichen Vollerwerbslosen 43. An Zuschlagsempfängern waren >m genannten läge 2832 Personen vorhanden. Bei 'Notstandkarbeiten werden zur Zeit etwa 500 Mann beschästigt. Gegenüber der Vorwoche haben sich die Zahlen nicht wesentlich verändert ftrei* Kir HHain. WEN. N e u ft a d t, 5. Mai. Infolge der unter den Schulkindern ansgebrochencn Masern mußten die V 0 l k s ■ und Mittelschule g e • schlossen werden. E s sind über 80 Prozent ber Kinder erkrankt. Die Krankheit hat bis jetzt einen guten Verlauf genommen Mrcie Zuldir. WEN. Fulda, S. Mai. Gestern nachmittag wurde auf dem Bahnhof Hünfeld der Eisenbahn schaffner M ü n ft e r m a n n , als er die Gleise ent lang ging, von einem Zuge ersaßt und so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Maingau. 5 r a n k f u r t a. M.. 5. Mai. (WSR.) Zwischen jungen Leuten verschiedener politischer Richtungen kant es in der verflossenen Rächt in ber Rähc des Börneplatzes zu einer größeren Schlagerei. Das Heber- fallkommando und die Beamten des 4. Polizeireviers schassten Ruhe. Derletzt wurde ein junger Marrn durch Melferstiche in das Gesäß. Er kam nach Anlegung eines Verbandes durch die ^ettungswaaie in das Heiliggeisthospital. Die polizeilichen Ermittelungen sind em geleitet. Die Haupttäter, die in hem Gedränge unerkannt Der» sthwunden sind, sind noch nicht ermittelt. Der Frankfurter Sender vor der Vollendung. WSN. Frankfurt a. M., 4. Mai. Der neue Frankfurter Sender wurde heute nachmittag im Rohbau fertiggeftellt. Punkt 4 Uhr zogen die Monteure in Duftiger Höhe die letzten Schrauben der aufgesetzten Spitzen aus den beiden Türmen an, woraus zum Zeichen des Richtfestes das übliche Bäumchen auf den beiden Turmspitzen aufgepflanzt wurde. Die beiden gigantischen, 100 Meter hohen Gittertürme stehen vollständig frei. Ihre Erbauung hat sich ohne jeden Unfall vollzogen. Die Fußbreite beträgt 12, die Kopsbreite 11 Meter. Die Beton- funbamente der Türme sind durch Porzellankörper völlig isoliert. Zum Besteigen der Turme, die in 175 Meter Höhe errichtet sind und damit den höchsten Punkt Frankfurts barfteUen, sind Eifettleitern mit Rückenfchutz angebracht Vom obersten Plateau aus genießt man eine herrliche Fernsicht nach dem Taunus, über die Stadt und die Rheinebene. Das Frankfurter Stadtbild erfährt durch die riesigen Türme eine interessante Bereicherung. Die Montagearbeitcn im Maschinenhaus dürften noch etwa zwei Wochen beattsprrichen, da die Mafchinen gestern erst an-- getommen sind. An der Fertigstellung der Woh- nungen für das Bedienungspersonal wird ztir Zeil rüstig gearbeitet. Man hofft, bis Pfingsten den neuen Großsender in Benutzung nehmen zu können. (?in gutes Kiricheujahr. WSR. Frankfurt a. M.. 5. Mai. Das bisherige Wriler ist für die Kirschblüte außerordentlich günstig gewesen. Der Fruchtansatz der Früh - undSauerkirscheist so üppig wie fast nie zuvor. Zn Obstziicht51' 150.5* 151 150,5* l^oldiü inidk......... Holzverkohlung....... 82.5 83,5 82,75 79,5 65 Niitgcröwerkc....... 78,75 _ 78 79 C cheidcanstalt ....... 112 — Allg. ClektrizttätS-Gesellschaft 110,5 108,6* 110 2* 110,5’ Bergmann ...... Mainkraftwerke ..... . 103 — 103’ 104.9* 101 - Schudert ....... . 97,75 — 97.62' 98.75’ Siemens & Halske ...... 141,25 — 140,6* 142,6’ Adlcrwerke Kiener...... 64 63.5 63,9 62,75 Daimler Motoren. ...... 63,62 h’2 63,5 Hcyligenstaedr . ...... "cfluin ...... Motorenwerke Mannheim 28,75 — _ — 56 — Frankfurter Armaturen 20 — — — Konservenfabrik Braun . . 40.6 — — — Metallgcsell chaft Frankfurt. Per. Union A.-,044 41,395 80,7 7 2,185 5,24 4,20 4.305 n. 169,01 1,685 12,67 90,46 109,89 112.49 10,58.5 16,870 20,415 4,205 13,245 81,40 60.44 1,962 0,609 59,345 12,46 7,43 5,875 3,051 21,443 80.97 2,195 5,26 4,21 4,315 Berlin, 5 Mai Keld Brie« Ämcrikaniiche 'Holen ..... Belgische Wotcn ...... Tlinilche Noten . ...... Englische Noten........ Französische l.'oken ..... Holländische Noten .... Italienische Noten ... . Norwegische Noten . Tcui.ch-Qesterr,ä 100 Kronen Numanische Noten . Schwedische Noten . Sch weiter Noten • . . Spanische Noten ..... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noien . , . 4,188 12,67 109,38 20,322 13,30 168,19 16,825 90,42 59.23 1.295 111,92 80,96 60,15 12,40 5.845 4,208 12,73 109,92 20,422 13,36 169.03 16.905 90,88 59.53 1 335 112,48 81,36 60,45 12,46 5.885 anlfurtcr Getrerd?börse. Frankfurt a. M., 6. Mai. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 30, Roggen, inländischer 19,25 bis 19,75, Sommergerste für Brauzwecke 22,50 bis 24,75, Hafer, inländischer 22,75 bis 23,50, Mais, gelb 18, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 42 bis 42,50, Roggenmehl 28,50 bis 28,75, Weizenkleie 9,50, Roggenkleie 11. Tendenz: Stetig. Frank.urtcr «chlachtvichmarkt. Frankfurt a. M., 6. Mai. Auftrieb 7 Färfen und Kühe, 1150 Kälber, 145 Schafe, 407 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: feinste Mastkälber 75 bis 80 Mk.: mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 74; geringere Mast- und gute Saugkälber 56 bis 64; geringe Saugkälber 50 bis 55. — Schafe: Mastlärnmer und Masthärnrnel 45 bis 50; geringere Masthärnmel und Schafe 40 bis 44; mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzfchafe) 30 bis' 39. — Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 74 bis 76; unter 80 Kilogramm 70 bis 73; Schach-Ecke. Bearbeiter von D Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 60. Don Fr. Kellner. Weiß. 8 6 5 3 2 4 a W h 5 4 3 6 2 8 Schwarz. b c Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Weih: 10 Steine KH8, Dfl, Te7, Lc7, Lg8, 865, Ba4, Bc3, Bg6, Bh2. Schwarz: 6 Steine Ke4, Th5, Lc5, Ldl, Be5, Bh6. Partie Nr. 46. Die nachfolgende Partie wurde in der dritten Runde des Dresdner Meisterturniers am 6. April 1926 gespielt. Diersprillgerspiel. Weiß: Iates. Schwarz: Iohner. 1. e2-e4 1. Sg8-f6 Dies ist Aljechins Eröffnung; sie wird je- dock) mit den beiden folgenden Zügen in ein Dierspringerspiel verwandelt. 2. Sbl -c3 2. e7-e5 Auch 2.....,65 ist ganz gut spielbar. 3. Sgl-f3 3. Sb8 — c6 4. Lfl — b5 4. Sc6 —64 Dieser Zug dürfte genau so zu empfehlen sein, wie der theoretische Zug 4.....Lb4. 5. Lb5 —c4 5. Lf8 — c5 6. 62-63 6. 67-66 7. h2-h3 Sofort 864: ist vorzuziehen. 7..... 7. Lc8-e6 8. SF3X64 8. Lc5x64 Besser als 8...., e64:, wodurch der Rach- ziehende das Zentrum aufgeben würde. 9. Lc4 — b3 6. c7 —c6 10. Sc3-e2 Weih möchte gerne einen Springer auf f5 plazieren, was Schwarz nicht so leicht dürfte verhindern können, da g6 zu einer erheblichen Schwächung der spateren schwarzen Rochadestellung führen würde. 10..... 10. L64-b6 11. Se2-g3 11. 0-0 12. D61-f3 12. D68-67 13. Lei — g5 13. Lb6-d8 Hier nimmt der Läufer vorläufig eine gute Verteidigungsstellung ein. 14. 0-0 14. a7-a5 15. c2-c3 15. H7-h6 16. Lg5 — e3 16. c6 —c5 Um den d4-Durchbruch zu verhindern 17. a2-a4 17. SfO—11/ 18. Sg3-f5 18. Le6xf5 19. e4xf5 19. Ld8-g5 20. Lb3 - d 1 20. Kg8'-h8 21 Le3Xg5 21 Sh7Xg5 22. Df3-h5 22. Sg5-H7 Natürlich nicht 22..... Df5:?, wegen 23. h4 und gewinnt. 23. g2-g4 23. D67-c6 24. Tfl-el 24. Ta8-e8 25. Tel-e3 25. Dc6-b6 26. Tal-bl 26. e5-e4? Eine verfehlte Kombination, welche zum Figurverlust von Schwarz führt. Iohner über- sah den 30. Zug des Weißen. Vei korrekter Fortsetzung der Partie wären die Chancen auf schwarzer Seite zu suchen gewesen. 27. 63Xe4 27. Te8Xe4 28. Te3xe4 28. Sh7-f6 29. Dh5-h4 30. Dh4-e7! 31. De7xe4 29. Sf6xe4 30. Db6-68 31. Tf8-e8 32. De4 - 63 Aufgegeben Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSlifch. Wegweiser. „Wo ist das Bureau des Direktes?" „Gehen Sie durch die Tür mif^bem Schild „Kein Eingang", dann die Treppe herauf bis zur Tür, an der steht „Draußen bleiben", da gehen Sie rein, und wo dran steht „Ruhe", klopfen Sie dreimal." Ernährungsfragcn. Ede aus der Laubenkolonie hat um Pausbackens Tochter angehalten. „Ede," sagte Vater Pausback, „denkste, du kannst meine Tochter ernähren?" „Na sicher." „Haste ihr denn mal futtern sehen?" sagte Pausback. „Na sicher." „Haste ihr ooch mal futtern sehen, wenn feener zuguckt?" Der Traum. Herr Grünlich litt an schwerer Schlaflosigkeit, und sein Freund Fröhlich, der für alles einen Rat wußte, sagte zu ihm: „Das Ganze kommt vom leeren Magen, Grünlich. Du mußt dich ordentlich satt essen. So recht was Konsistentes, da sollst du mal sehen, wie du Ruhe kriegst." „Was soll ich denn essen?" fragte der leicht beeinflußbare Grünlich. „Na, Obst ist immer gut. Iß heute abend fünf bis sechs Bananen, und dann trinke Milch. Milch schadet den kleinsten Kindern nicht.." Grünlich aß also treu und brav eine Handvoll Bananen, trank ein Liter Milch und ging zu Bett. Etwa zwei Stunden lag er wach und spürte ein sonderbares Drücken, dann schlief er ein und fing an zu träumen. Im Traum kam der Freund, der ihm das Rezept gegeben hatte, den Kopf unterm Arm, und fragte, ob Grünlich feinen Kopf kaufen wollte. Als Grünlich dies ablehnte, bot er ihm feine Füße an, Während Grünlich noch mit ihm verhandelte, rutschte der Drache, auf dem er ritt, plötzlich aus ' dem Fell, so daß er mitten in der Luft frei schwebte. Während er noch überlegte, wie er zur Erde zurückkommen könnte, kam plötzlich ein Autobus an- gefahren, und Grünlich stieg erleichtert ein. Der Autobus geriet auf einen abschüssigen Weg und lief mit rasender Schnelligkeit in die wesenlose Tiefe. Da kam der Schaffner und verlangte das Fahrgeld. Grünlich fragte ihn, ob er noch zum Zuge zurecht= kommen würde. Da sagte der Schaffner:',Wir sind an Ihrer Station vor zweihundert Jahren vorbei gefahren." Daraufhin gab er ihm einen Stoß, so daß Grünlich auf die Schienen flog, auf denen gerade ein Schnellzug mit gewaltigen Feueraugen dahergerast kamen. Gerade als die Räder über GrünlichsLeib hinweggingen, als er den furchtbaren Druck der eisernen Wagenspuren fühlte, wachte er mit einem Angstschrei auf. Er sah nach der Uhr — er hatte genau sechs Minuten geschlafen. von 100 bis 120 Kilogramm 74 bis 77; von 120 bis IdO Kilogramm 74 bis 77 Mk. Marktverkauf: Kälber und Schweine bei regem Handel ausverkaust. Beste norddeutsche Kälber wurden über Notiz verkauft. Letzte Nachrichten. Die amerrkani?chen Hoteliers in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M., 6. Mai. (Eigener Drahtbericht WSR.) Die gegenwärtig auf einer De utschlandreise befindlichen amerikanischen Hoteliers unternahmen heute früh, trotzdem sie erst in später Nachtstunde in Frankfurt eingetroffen waren, eine Rundfahrt durch die Stadt. Auf dem Römer hatte sich eine außerordentlich große Menschenmenge an- gesammelt, die die Gäste mit Tücheiffchwenken und Zurufen begrüßte. 3m Kaisersaal des Römers nahm Oberbürgermeister Dr. L a n b m a n n Gelegenheit die Gäste im (Hamen der Stadt Frankfurt aufs herzlichste zu begrüßen. Er bezeichnete ihren Besuch als ein Zeichen und eine lebendige Aeußerung des neuen V ö lke r ge i st e s, der harte und böse Leidenschaften der Kriegszeit nun auch innerlich überwunden hat. Die Amerikaner seien zu einem Volke gekommen, das am schwersten unter der Tragik der abendländischen Geschehnisse gelitten hat. Mit besonderen Dan- kesworten gedachte Oberbürgermeister Dr. Land- mann der Liebestätigkeit der amerikanischen Quäker und kam dann auf die wieder angeknüpf en wirtschaftlichen Beziehungen zwis6 en Deutschland und Amerika zu sprechen. Frankfurt sei die einzige Stadt, die vor aTien anderen deutschen Städten von jeher die engsten Beziehungen mit Amerika besessen habe, eine Stadt, in der die erste konsularische Vertretung errichtet wurde. Frankfurt ei aber vor allem auch die Vaterstadt Goethes, und es seien erlauchte Geister der Vereinigten Staaten gevesen, die den Schritten Goethes gefolgt seien. Diese kulturellen Beziehungen Frankfurts zu den Vereinigten Staaten auch in Zukunft wachzuhalten, zu vertiefen und zu erhöhen, sei heute noch lebendiger Vorsatz der Bewohner Frankfurts. Sehr sympathisch berührte die Erwiderung des Sprechers der amerikanischen Gäste, Greene, der hervar- hob, daß die Aufnahme in Franks irr t die kühnsten Erwartungen übertros- fen habe. Wenn das Herz spreche, so müsse die Zunge schweigen, und er begnüge sich deshalb mit dem Ausdruck des tiefsten Dankes für den so überraschend herzlichen Empfang. Die Gäste besichtigten daraus die Ausstellung „Beziehungen Frankfurts zu Amerika" und begaben sich dann in vom Frankfurter Verkehrsverein zur Verfügung gestellten Automobilen nach Bad-Rauheim, wo sie vor dem Gebäude der Bade- und Kurverwaltung von der hessischen Regierung begrüßt werden. 3m Anschluß daran findet ein gemeinsames Mittagessen in 3eschkes Grandhotel statt. Am Rachmittag ist eine Besichtigung von B a d - Homburg vorgesehen, wo der Tee im Kurhaus eingenommen werden wird. Rundfunk-Programm. Freitag, 7. Mai: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend (für Kinder vom 7. Jahre ab). 4.30 bis 5.45 Uhr: Haus- frauennachmittag. Programm u. a.: „Goethe und die Gerbermühle", Vortrag von Dr. Ernst Beutler, Direktor des Frankfurter Goethemuseums. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde (Briefliteratur): Aus den Briefen der Günderode. 6.15 bis 6.35 Uhr: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik, vorgetragen von Jng. Randewig. 6.35 bis 6.45 Uhr: Stunde der Frankfurter Vereinigung für Heimatkunde. 6.45 bis 7 Uhr: Film- Wochenschau 7 bis 7.30 Uhr: „Unterricht und Erziehung in den Vereinigten Staaten". Vortrag von Geh.-Rat Walter. 7.30 Uhr: Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Martha, oder der Markt zu Richmond", komische Oper in vier Akten von Friedrich v. Flotow. Unreines Blut Ä"™ bleibenden Speisereste und ruft häufig auf der Haut Unreinlichkeilen wie Pickel, Pusteln und äbnliche Ausschläge hervor. Zur Beseitigung dieses Uebels genügt deshalb nicht der Gebrauch von äußerlich anzuwendenden Schönheitsmitteln. Es muß vielmehr dafür gesorgt werden, daß das Blut durch eine gründliche Rumgungsiur von den der Gesundheit schädlichen Stoffen befreit und dadurch eine Auffrischung der gesamten Körperiätte herbeiaeführt wird. Eine solche Kur macht man am besten jetzt im Frühjahr mit den in Apotheken erhältlichen, aus rem pflanzlichen Stoffen hergestellten Apotheker Rich. Vcandt's Schweizerpillen, die zugleich in milder und zuverlässiger Weise die Derdauungs- tätigkeit regeln. utiss Extr.Sel.pal "1,5. Extr.Achill.mo ch. -Alocs. — Absynthäa 1 0- Extr.Trif. — Gent, äa0,5. Pulv. rad. Oent. — Trif.Aa. q.s. f. pil. 50 Nk.M Die Sd fl lohn, Infolge W ffernsprech -%SÖ jt«*1*«1*1 Haupt nich des Äeichslanz feiet für Ebe über das Det stimmung, die dieser Flagger jungen beweg verfassungsmä neben ba A» geführt würd' im Auslande anerkannten. demokritische 2 Deibehalt schwarz-w' Denn man ' zwei Flagge, wchm sollen, Diskrepanz vo genbe Man zeigt, ati bie ö 2(uf bie fragt, tische Mome antwortete Dr. Politische Haupt nicht s tracht. Dafür migkeit des Ka tische Inte: öerorbnung src sie sich nicht k die alte kaise Wen.. Cs ist liche nZeiten d goldene Gösch x die Derordnunx den, als jenes, Präsident das hyme erklärte politisch m verte für de, retten und ihm fthren. Eine ( [Un9 wäre im °em Reichs °.urg völlig uch, wie es ihm Dersassung Ju geben. bei den au- schweren os U MK Namentlich y hängenm ftagge-Dl verständlich Leichsfla hissen. Der - men, die Völlig s< stellt finb m unliebsamsten ■ schieden«,, Lar gen Flaggen haben die Dmü ihres Gastland »oaen. Es best Abbruch ö Abreis , Varis, 6 ■ teic9ramm J41”s«b