'L-Kr 12.75 Vtte" tlu* Di, jJeK iDat s.."Sr <”Ä!i ’Ä3 *!”- «orkt. ju-M Mfe IW« ^enUUbn' - «-LZ c jUeuo KurSbe,.- Sw Mr ?Äss Ä* ab. Di? Mnd- Frankfurt a. K uSzahluna. 6r.) T~ s. «Kn. " keuche in Lich narhing Röd- ig Trohe aus i. 9. Mai 1913, dige Kriegs- -eises. im R'r. 1925 15. März Mderechnrru iT wvham, ist isandi worden. V sschulen. is Kreiset. casidenten - Sebruar 1926 Zeitung" vom r. en an Volkses Kreises, berdruckj von, önilfe I“* 1 * “ ein-uleaben iu achten, dast ft der Summe iauf ausmerl- ten zu trenne" r. d (Kreis > w amtlich W (tabt (Kreis rochen- .. 1 . uni Sto" i 2t>nWl Nr. 55 Erstes Blatt 176. Jahrgang Samstag, 6. Mörz 1926 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für vnilk und Verlag: vriihl'Ich- Universttätr-Vuch. and Stefnöruderei B. lange in Sieben. Schristleitung und Selchäftsfttlle: Schulftrabe 7. Banat,»« von Anzetaen für die Tagesnummer vi» zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm HSHe für Anzeigen non 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennigr für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorfchnst 20° „ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. 'Ivilh. Longe. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein,- für den Anzeigenteil Hans Fiistel, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. »aaats-Bezvgspretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schrifttettung 112, Verlag und Geschäftsstelle 61. Anschrift für Drahtnachrichten: Aozeioer Gießen. voftschtlNonto: ArantfottamMain 11686. Genf. Der morgiye Sonntag wird Diplomaten aus aller Herren Länder an den Gestaden des Genfer Sees, in der altehrwürdigen Stadt Calvins versammelt sehen, dieses Mal noch weniger als sonst zum hemmungslosen Genuß der Vorfrühlingspracht des Südens, sondern zu ernster kniffliger Arbeit. Auch das Deutsche Reich, der Verfemte von Versailles, tritt zum ersten Male in den Kreis der Nationen, um im Völkerbund seine Stelle einzunehmen und wieder als Gleichberechtigter an der internationalen Politik mitzuarbeiten. Die deutsche Delegation, die in ihrer Zusammensetzung im wesentlichen die gleichen Herren aufweist wie in Locarno, sieht im Genfer Reformationssaal ein Bild der Welt sich widerspiegeln, das nur schwache Aehnlichkeit hat mit dem jener Welt, die in den Augusttaacn des Lahres 1914 in den Weltkrieg zog. Zwar seine alte Vor- Machtstellung in der Politik hat Europa im großen ganzen behaupten können, wenn der Genfer Svie- gel nicht trügerische Reflexionen wirft. Aber wie hart umstritten Europas angemaßte Stellung ist, zeigte erst in diesen Tagen der Kampf um die Ratssitze und die Art, wie China, Brasilien und Spanien ihre Ansprüche begründeten. Die europäischen Diplomaten glauben zwar, noch die Fäden der Welt- Politik in Händen zu haben, doch die leeren Sitze in Genf sind drohende Warnzeichen, welche beiden großen Unbekannten außerhalb des Saales ständig bereit sind, ihre schlaue Rechnung zu durchkreuzen. Nichts wirft ein helleres Licht auf den wahren Zustand dieses Völkerbundes, auf feine gänzliche Un- ! zulänglichkeit, als das Fehlen der Vereinigten Staaten von Amerika und der russischen Sowjetunion, beides die mächtigsten unter den Weltmächten, die eine krast des natürlichen Reichtums ihres Landes und der seit dem Kriege in Wallstreet angehäuften, ungeheuren 5ta- pilalfraft, die andere dank der suggestiven Wirkung einer Idee, die, in überaus kluge praktische Politik ’’ nmaesetzt, Moskau zum Angelpunkt aller antieuro- fälschen, antiimperialistischen, antikapitalistischen Strömungen macht. Beide — Amerika wie Rußland — sehen ihre Stärke gerade in dieser Position außerhalb des Völkerbundes, außerhalb der europäischen Intrigen, beide fehen im Völkerbund gewissermaßen eine Kampffront Europas gegen sie selbst, einmal gegen den Allerweltsgläubiger Amerika, der mit , unerbittlicher Härte seine Forderungen aus dem Weltkrieg eintreibt und die europäischen Mächte in drückende Schuldknechtschaft zwingt, zum andern die Front gegen die Gefahr des Bolschewismus, der : von Rußland aus die auf dem Prinzip des Privateigentums und der individualistischen Wirtschofis- orbnung beruhenden Demokratien Westeuropas bedroht, ihr Staatsgebäude zu unterhöhlen, ihre Ko- I Ionien loszureißen sucht. Außer diesen beiden Rieten wird man nach Deutschlands erfolgtem Eintritt in Genf noch vergebens nach Argentinien und der Türkei suchen, die meisten anderen \ Mächte, groß und klein, haben sich dem moralischen * Druck der Sieger des Weltkriegs fügen müssen. Sir Austen Chamberlain versicherte zwar i erst in seiner letzten Rede mit Emphase, es gäbe f Innerhalb der Liga der Rationen keine sich ■ bekämpfenden Lager, aber gerade der Streit um die Ratssihe hat diese feindlichen Lager Innerhalb des Bundes jedem offenkundig gemacht, i Die Entstehung des Bundes als ein Zu- f fommenschluh der Sieger zur Sicherung ihres i Sieges, zur Aufrechterhaltung der von ihnen j geschaffenen Landkarte läßt sich eben nicht weg- | wischen. Solange sehr reale Interessen die Völker untereinander verbinden, wird es Gruppen- ■ bildungen geben, die gegebenenfalls sich zu Bündnissen verdichten und trotz Völkerbund und Schiedsgericht und Garantiepakt aufeinander losschlagen. wenn sie keinen anderen Ausweg zur l Erreichung ihrer nationalen, machtpolitischen | Ziele sehen. Daß saturierte Mächte wie England | und Frankreich sich gegen solche Explosionen | ihrerseits durch Bündnisse und Abmachungen zu 8.schützen suchen, ist zwar verständlich, vermindert I aber an sich keineswegs die Gefahr dieser Reibungen, vergrößert im Gegenteil nur die Rei° gs bungöfläche und macht einen neuen großen Welt- ’ brand noch wahrscheinlicher. So hat im Völkerbund einmal Frankreich i ein ganzes System von Vasallen um sich versam- inelt, die sämtlich durch eine Aenderung des Status quo nur verlieren könnten. Polen, die Tschechoslowakei und mit ihr in der f[-genannten kleinen Gnetnle Rumänien und Jugoslawien. Belgien scheint sich in letzter Zeit mehr und mehr aus der erdrückenden Um- annung des großen französischen Rachbarn lösen M wollen. Dagegen bindet der marokkanische Feldzug Spanien neuerdings enger an Frankreich. als uns lieb sein kann. Und Spanien zieht die iberoam er iranischen Staaten mit lch ins gleiche Fahrwasser. Ohnehin hat Frank- ccich la dank seiner eifrigen Kulturpropaganda I und feiner geringen mgteriellen Interessen in Südamerika viele Freunde. Diesem romanisch-slawi'chen Block, dem auch 1 ter Vatikan indirekt seine nicht zu unterschätzende ä Unterstützung angedeihen lassen soll, steht gegen- über einmal England mit seinen im Völker- ' bund selbständig vertretenen Dominions 3r- land, Kanada, Südafrika, Australien, Reuseeland- Italien, das durch die fahrige Politik Musso- ltni8 zwischen den Lagern hin- und herschwankt ob durch die Unsicherheit und Llnzuverlässig- feit seiner Stellungnahme immer mehr zu einem toten Gefahrenqnell für den europäischen Frieden wird. Auch das von einer Revolution in die andere fallende Griechenland kann in der , internationalen Politik feinen festen Punkt fin- ten. Zu England neigen ferner die baltischen Staaten: Finnland, Estland, Lettland und Li- Die Abreise der deutschen Delegation. B.-rlin, 5. März. (SIL) Mit dem fahrplanmäßigen O-Zug 180 ist die deutsche Delegation mit dem Reichskanzler Dr. Luther und Reichsaußenminister Dr. S 11 e s e - mann an der Spitze, in der bekannten Zusammensetzung am heutigen Freitagabend 10,05 il&r nach Genf abgefahren. Der Reichspräfi- d e n t hat kurz vor der Abreise dem Kanzler und dem Außenminister seine besten Wünsche für die Reise und für eine erfolgreiche Lösung der der Delegation in Genf harrenden Aufgaben übermittelt. Auf dem Bahnsteig hatte sich zur Verabschiedung eine Reihe bekannter Persönlichkeiten eingefunden, darunter der Schweizer Gesandte Exzellenz R ü f e n a ch. Die Reichsregierung war durch die Minister Brauns, Curtius, Külz und R e In- l> old vertreten. Die führenden Mitglieder der Delegation, namentlich Dr. Luther und Dr. Stresemann, waren bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhof, wie üblich, einem Trommelfeuer der Photographen ausgesetzt, eine Belästigung, der sie sich mit geduldigem Humor unterzogen, bis der Reichskanzler das Werk der Photographen mit einem erleichterten: „Es ist erreicht!" ab- schloß. Reichskanzler Dr. Luther wird während seiner Abwesenheit in Gens durchdenRei chs- w e h r m i n i st e r D r. Gehler vertreten. Deutschlands Stellung in Genf. Eine Unterredung mit dem Reichs- auftcnniinifter. Berlin, 5. März. (IU.) Belchvaußenminisler Dr. Stresemann gewährte einem Vertreter der Tclegraphenunion vor seiner Abreise nach Genf eine kurze Unterredung, in der er u. a. folgendes aussührle: Deutschlands Stellung zu den schwebenden Völkerbundsfragen ist von Anfang an klar und folgerichtig gewesen. Die Schwierigkeiten, die im letzten Augenblick auftraten und das ganze Werk von Locarno zu gefährden drohten, find darauf zurückzuführen, daß für die Lösung dieser Probleme zunächst nicht die in Locarno mit solchem Erfolg erprobte Methode offener und vertrauensvoller Aussprache unter allen Beteiligten angewandt wurde, sondern daß man versuchte, sich über Deutschlands 6 ops hinweg zu verständigen. Deutschlands Stellung zu der Frage der Reugestaltung des Völkerbundsrates ist in der Hamburger Bede des Reichskanzlers klar zum Ausdruck gebracht worden. Ich hoffe, daß die für Sonntag vorgesehene Besprechung mit den Führen, der am Vertrag von Locarno hauptsächlich beteiligten Mächte die glückliche Atmosphäre von Locarno wiederher st elfen wird. Der Wiederaufbau Europas kann nur gelingen, wenn endlich der Geist des Mißtrauens und der Furcht aus den internationalen Beziehungen verschwindet und dem entschlossenen Witten zur ,Z u s a m in e n a r - beii Platz macht. Diesem Ziel soll in erster Linie der Völkerbund dienen, dessen Versammlungen den führenden Staatsmännern der Mitgliederstaaten Gelegenheit zur persönlichen Aussprache über die Bedürfnisse der Völker geben. Ls wäre versehlt, von einem Lintrill Deutschlands in den Völkerbund eine grundlegende Aenderung der deutschen außenpolitischen Situation zu erwarten. Wohl aber bedeutet er einen guten Schritt vorwärts aus dem Wege aus dem Abgrund, in den uns der Krieg gestürzt hat, zu dem Platz, der Deutschland unter den Völkern gebührt. Vas Echo der Lhamberlainrede. London. 5. März. (WTB.) Lord Par- moor sagte in einer Rede im Wembley, es sei enttäuschend, daß Ehambcrlain in seiner gestrigen Tlitterhausrede sich nicht deutlicher aus- sprach, und daß die Zweideutigkeit seiner Rede Zweifel und Unsicherheit bezüglich der britischen Haltung in Genf zulasse. Rach bem Londoner Korrespondenten des „M a n ch e st e r Guardian" wird jetzt in manchen Kreisen von der Einsetzung eines besonderen Ausschusses gesprochen, der die Frage der Erweiterung des Volkerbundsrates prüfen soll, und der durch den Charakter der ihm auferlegten Aufgabe und durch seine Zusammensetzung die Gewährung eines nichtständigen Sitzes an Polen so gut tote garantieren würde. „Manchester Guardian" sagt weiter. Baldwin habe sich in seiner Rede einer vernünftigen Auffassung der Lage viel mehr genähert als Chamberlain. Man könne nur hoffen, daß Chamberlain dem Kebinettschef schärfer umrissene Z u s i ch e r u n g e n als dem Unterhaus gegeben habe in der Richtung, daß Großbritannien nicht zum Mitschuldigen an einer Sck)ädigung der Zukunft des Völkerbundes gemacht werde. Der radikale „Star" bezeichnet es als einen Fehler, die Würde eines einzelnen Ministers über die Ehre und die Pflicht der Regierung zu sehen. Die Wochenschrift „Daturdcry Revue" bedauert Chamberlains Reigung, Frankreich um jeden Preis gefällig zu sein und fordert, Großbritannien solle ebenso entschlossen wie Schweden gegen alle Bemühungen auftreten, die Eifersüchteleien zu verewigen, welche zum Krieg geführt habe. Der neue Präsident der Saar- Kommission. London, 5. März. (TN.) Rach dem amtlichen englischen Funkspruch haben sich die an der Saarsrage hauptsächlich interessierten Staaten geeinigt, an Stelle des zurücktretenden Präsidenten der Saarkommission, R a u 11, das Kom- missionsmitglied den Ä an a bi er Stephens in Aussicht zu nehmen. Der neue Präsident dürfte auch der Saarbevölkerung und der deutschen Regierung annehmbar fein, da seine unparteiische Venvaltungsarbeit wiederholt Anerkennung gesunden hat. Don nicht geringer Bedeutung ist es, daß Deutschland an diesen Verhandlungen mitgewirkt hat, als ob es schon Mitglied des Völkerbundes wäre, Demission Vriands. Nachtsiynng der ftamincr. — Das Kabinett bei einem Bertagnttgsantrast mit 53 Stimmen gestürzt. Paris. 6. März. (WTB.-Funkspruch.) Die Kammer hatte gestern abend 9.30 Uhr eine Rächt- sihung eröffnet und bis b Uhr morgens die noch ausstehenden Artikel des Steuergefetzes noch nicht beendet. Im Laufe der Rächt wurden die vom Senat vorgefchlagenen und in der ersten Beratung der Kammer bereits abgelehnten Steuern auf Alkohol und Zucker abgelehnt. Vie Kammer lehnte ferner die Erhöhung devTabakprei- f e s auf 2,50 Frank, die der Senat beantragt hatte, ab. Der Finanzausschuß hatte bann den Preis auf 2,25 Franken herabgesetzt. Auch dieser Preis ist mit 332 gegen 205 Stimmen abgelehnt worden. Daraus wurde ein Amendement eingebracht, den Preis auf 2 Franken zu erhöhen. Vies wurde mit 246 gegen 243 Stimmen abgetehnt. Infolge dieser Abstimmung verlangte 2ibg. Malvn, daß die Sitzung unterbrochen würde. Ev entstand eine große Erregung und ev entspann sich eine Debatte über die Folgen dieser Ablehnung. Schließlich ergriff auch B riand das Wort, um die Kammer aufzufordern, das Notwendige zu unternehmen, denn er werde morgen Frankreich nicht vertreten, mit einer parlamentarischen Meinung wie er sie bis jetzt im Lause der Sitzung erlangt habe. Unter dem Drucke dieser Bede hat die Kammer bann den Tabakpreis von 1,50 auf 2,10 Franken erhöht. In der Weiterberatung beantragte beim Titel „Z a h 1 u n g v st e u e r" ber unabhängige Kommunist Ernest L a f s o n t beren Zurückstellung. Brianb stellte bie Vertrauensfrage gegen blc Vertagung ber Beratung. Ls würbe namentlich abgestimmt. Vie Vertagung ber Beratung wurde m i t 2 7 4 gegen 221 Stimmen befchlof- f e n. Das Kabinett ist also mit 53 Stimmen i n b e r Minberheit geblieben. Als Brianb mit den Ministern ben Sitzungssaal verließ, erklärte er, baß er bem Präsidenten ber Republik bie Demission bes Kabinetts überbringen werde und nicht nach Genf gehe. Schwere Sxploflonskatastrophe in Prag. Ein Mnnitionüwagcu in die Luft geflogen. — Neber 100 Berichte. Prag, 5. März. (WTB ) Heute vormittag um 11 Uhr explodierte In ber Tifchlergaffe ein von Soldaten geführter Munttiontranspori. Die Katastrophe rief in ber Stadt eine panikartige E r - regung hervor. Der Mnnlttonstransporl umfaßte ungefähr 400 Handgranaten, bie mit Irital gestillt waren. Die Zahl ber bei ber Explosion Getöteten schwankt zwischen 9 unb 20, bie der verletzten beträgt über 100, von denen 21 schwer und 92 leicht verletzt sind. tauen, letzteres durch Polens Machtgier ständig bedroht, sie alle in vorderster Front gegen den Bolschewismus, der Briten erbittertster Feind. Aus Englands Seite findet man meist auch die im Weltkrieg neutral gebliebenen germanischen Staaten des Rordens, Schweden. Rorwegen, Dänemark und Holland, auch die Schweiz wird man hierher rechnen dürfen. Eine Variante bedeutet Dänemark, das als Ruhnießer des ShncgeS fein reines Gewissen hat und wie schon vor 1914 gerne seine Sympathien zu Frankreich unterstreicht. Schließlich die asiatischen Mächte: China, das gewaltige 400-Millionen-Reich, in endlosem Bürgerkrieg sich selbst zerfleischend, gleichzeitig aber auch um Befreiung von den Fesseln ringend, die europäischer Imperialismus dem schlafenden Riesen anlegte; Japan, die junge Weltmacht des Ostens, zwar mit gewaltigen militärischen Rüstungen und großem nationalen Ehrgeiz, aber auf zu schmaler wirtschaftlicher Basis, in lähmender Auseinandersetzung mit dem Problem der ^lebcrvölkerung und einer überstürzten Industrialisierung; endlich noch Afghanistan und Persien, beide außeirpoli- tisch in steter Gefahr, zwischen den widerstreitenden Interessen Rußlands und Englands zermalmt zu werden, innerpolitifch unter energisch zupackenden Herrschern auf dem Wege zur Gesundung unb Festigung. Zu allerletzt die schon vor Deutschlands Eintritt gnäbigft zugelassenen Besiegten des Weltkrieges, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien: Oesterreich, der nationalwirtschaftlich unmögliche Rumpfstaat unter der Finanzkontrolle des Bundes, Ungarn, durch den Spruch der Alliierten bis aufs Aeußerste zerstückelt, in harten inneren Kämpfen um eine Lebensform ringend, und Bulgarien, vom Bolschewismus bedroht, der in dem von drei Kriegen schwer heimgesuchten Lande einen allzu günstigen Rährboden findet. Das ist der Ring der Rationen, dem als neues Glied nun Deutschland eingefügt werden soll. Ein weiter Weg führt von Versailles über London und Locarno nach Gens, von dem Machtspruch der großen Vier, der Deutschland als den Schuldigen des Krieges, als den Paria unter den Völkern nicht für würdig erachtete, Im Völkerbünde mitzuarbeiten, über den Dawesplan und den Sicherheitspakt zur Einladung derselben Alliierten an Deutschland, seinen Platz In Gens ein- zunehmen, weil ohne Deutschland eine positive Arbeit des Völkerbundes unmöglich sei. Frankreich und seine Trabanten sind nicht müde geworden, dem Wanderer Deutschland Steine in den Weg zu rollen, sie tragen keine Schuld, wenn es Deutschland aus eigener Kraft gelang, wie der Kanzler am Doimerstag mit Rcchit betonte, die Schrecken eines verlorenen Krieges zu Überwinden. Roch die letzte Etappe unseres Weges nach Gens war hierfür Zeugnis genug. Pariser Intrigen drohten in letzter Stunde das Ergebnis von Lo- carno über den Haufen zu werfen. Es bedurfte erst des lauten Protestes der öffentlichen Mei- nung in England, des energischen Widerstandes der schwedischen Regierung und der klugen, entschiedenen Rede unseres Reichskanzlers, um die französisch-polnische Intrige zu zerreißen und für Deutschland den Weg nach Genf freizumachen. Selbstverständlich bedeutet dies nur eine Vertagung des Kampfes um Polens Anspruch auf einen Ratssih, aber Deutschland wird ihn innerhalb des Rates in anderer Position durchzufechten haben. Der französische Ministerpräsident hat in seiner großen Locarnorede vor der Kammer von der europäischenSprache gesprochen, deren man sich in Locarno zum ersten Male bedient habe, und seine Vertragspartner Chamberlain und Luther haben dies Wort aufgegriffen und auch für Genf zum Programm erhoben. Möge in dem diplomatischen Ränkespiel der Kleinen den Führern der großen Rationen oiese allzuteuer erkaufte Erkenntnis von der europäischen Schicksalsgemeinschaft nicht wieder verloren gehen. Rur dann kann der Völkerbund unter Deutschlands aufrichtiger Mit- arbeit aus einem Bunde der Kriegsgewinnler Clemenceaulcher Prägung das werden, was der Reichskanzler in seiner ausgezeichneten Hamburger Rede von ihm erwartet: eine Organisation, m der das Rebeneincnrder ber verschiedenen Staatskräfte auf allen Gebieten, die sich dafür eignen, zu einem Miteinander gesteigert totrb, von dem die Gesamtheit ber Staaten unb Völker Ruhen hat, denn die Wiederaus rich- tung ber durch den Krieg geschlagenen europäischen Wirtschaft ist eben nur denkbar, wenn bie großen nationalen Kräfte der einzelnen Völker nicht im Gegensatz zueinander, sondern in g l e i ch- berechtigter Zusammenarbeit entwickelt werden. Deutschland ist zu dieser Zusammenarbeit bereit. ob bem Willen die Tat folgen kann, das toirb davon abhängen, ob man un8 in Genf als lästigen Störenfried bchandelt. ober unsere Mitarbeit allerseits freudig willkommen heißt. Die Tischlergasse macht den Eindruck eines Trümmerfeldes. Automobil, und Wagen- trümmer liegen durcheinander. Die Eingänge der in der Rahe des Explosionsortes gelegenen Hauser sind durch Balken und ‘JJlauertrüinmer versperrt. Zhr Inneres ist zum größten Teil demoliert. An .zahlreichen Stellen sicht man Blut von den Gesimsen der obersten Stockwerke herunterlaufen. Auch zahlreiche Pferde wurden grauenvoll zerrissen. Ein Soldat, der bei der Explosion zugegen mar, erzählt: Es war, als ob plötzlich ein furchtbares Erdbeben eingetreten wäre. Ein Regen von Glassplittern ging auf uns nieder. Durch die Gaffen liefen Menschen mit zerrissenen SUciberu, mit geschwärzten blutigen Gesichtern. Einige Soldaten wurden durch den gc wattigen Luftdruck an die Häuser geschleudert und Stücke menschlicher itörper flogen bis in die obersten Stockwerke, lieber die Ursache der Explosion verlautet, daß von dem Mnnilionswagen eine Kiste mit Handgranaten herabfiel. Diese wurde infolge der Erschütterung zur Selbstentzündung gebracht, so daß schließlich der ganze Muni- tionswaaen in die Luft flog Die erste Meldung, daß es sich um einen Lastkraftwagen handelt, mar dadurch entstanden, daß weit und breit keine Spur von einem Pferd zu erblicken war. Die Pferde hatten sich losgerissen und waren trotz der erlittenen Verwundungen in wahnsinnigem Tempo gegen den Petersplatz d a - von gerast. Der durch die Katastrophe entstandene Luftdruck war so ungeheuer, daß nicht nur in ber Tischlergasse, sondern auch in den benachbarten Straßen sämtliche Fensterscheiben zertrümmert, die itenftcrrahmen herausgerissen und die eisernen R o Höben wie Pap 1 er verbogen unb zer- rigen würben. Einzelne Dächer würben teilweise abgebeckt. Die im Parterre befindlichen Geschäfte wurden vollständig demoliert und sind vom Schutt größtenteils eingestürzter Dächer verschüttet. Der m Augenblick der Katastrophe im Gange befind- Ische Personenaufzug eines Houses in der Revolu- tionsstraße blieb plötzlich stecken unb ber barin bc- f'nbliche Passagier mußte aus bem Schacht heraus- gezogen werben. Knapp vor ber Mittagsstunbe erschien ber Lanbeskommanbant Gajba in Beglei- tung eines Orbonnanzoffiziers. Dabei kam es zu verschiedenen Zwischenfällen, weil viele Leute laut und nachdrücklich ihrer Verwunderung Ausdruck gaben, daß die Militärverwaltung solche gefährlichen Transporte durch die Stadt dulde. Der Abgeordnete Rovak rief: Schlamperei über Schlamperei, N?' 1-,; j y i, Hessischer Landtag. Darmstadt. 5. März. (Eigener Drahtbericht.) Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 91.2 übt. Die Beratungen des Staatsvoranschlags für 1926 werden fortgesetzt. Fiuanzmiuifter Henrich meint, hier sei eine Hauptprobe der Dauernbünd- ler abgehalten worden: wahrscheinlich werde noch mit einem Zug vor das Landesfinair-amt in Darmstadt zu rechnen sein. 3n diesem Zusammen-- hange teilte der Minister mit. daß ihm Drohbriefe und Warnungen zugingen, unter anderem die Ankündigung, daß der Mörder für ihn und den Staatspräsidenten bereits gedungen sei. Das wäre ja nichts Verwunderliches im Zeitalter der Fememorde, ilnb warum das alles? Doch wohl nicht, weil der Fehlbettag des Voranschlags um eine Million höher ist als im Vorjahre? Sonst müßte es z. D. in Bayern und Thüringen, wo der Voranschlag noch ungünstiger abschlieht, noch toller zugehen. Wenn in Hessen eine Hetze tobt, wie nirgend anders im Reich, dann hat das seinen Hauptgrund nur darin, dah der unbändige politische Ehrgeiz einzelner Politiker die Zeit nicht abwarten, kann, bis sie zur Macht kommen. Der Abgeordnete Dingeldey hält offenbar die Stellung der hessischen Regierung für erschüttert und möchte hinter der Firma Leuchtgens-Müller nicht zurückbleiben, der er damit erst zu einer politischen Bedeutung verhalfen hat. Die Herren täuschen sich aber, wenn sie ihn, den Finanzminister, durch Resolutionen mürbe und an seiner Pflicht irre machen könnten. Der Redner geht dann auf die Steuerfrage über. Er stellt der Belastung mit Einkommensteuer und Vermögenssteuer aus dem Jahre 1918 mit 29,5 Millionen den für den Staatsbedarf erforderlichen Ertrag, die an die Stelle jener Steuern getretenen Abgaben gegenüber 1926 beträgt der Anteil des Staates an der Einkommen- und Körperschaftssteuer 22 Millionen, die Sonder- gebärchesteuer soll demnächst für den Staatshaushalt 143/4 Millionen erbringen, ergibt zusammen (ohne die absterbende Umsatzsteuer mit 4'/a Millionen) rund 50 Millionen, das sind gegen 1918 mehr 20 Millionen. Diesem Mehr steht gegenüber der aus Steuern zu deckende Ausfall an den Eisenbahnüberschüssen mit 9 (früher 6) Millionen, dann die für die Gemeinden übernommenen La st en für soziale Fürsorge, Polizei, Volksschule und weiter die Mehrausgabe für die Schupo. Diese für die Gemeinden übernommenen Lasten und die Ausfälle ergeben erheblich mehr als das Mehr an Steuern gegen 1918. Cie entlasten den Gemeindesteuerzettel. 3n Hessen wurden auch früher schon höhere Steuern erhoben als in Preußen, namentlich war die hessische Einkommensteuer höher als die preußische. In 1918 betrug die Staatssteuer zuzüglich der Gemeiudeeinkommensteuer in einep durchschnittlichen Höhe von 122 Prozent gegen 54 Millionen: die Reichseinkommensteuer macht zusammen 46 Millionen aus, wovon 3/4 mit 34,5 Millionen auf das Land und die Gemeinden entfallen. Die mittleren Einkommen waren nach der alten hessischen Einkommensteuer höher belastet als das heute der Fall ist. Drei Fünftel des Ertrags der Einkommensteuer werden durch die Lohnsteuer aufgebracht und für die Landwirtschaft steht fest, daß sie nach dem heutigen Veranlagungsverfahren vielfach einkvrnmensteuerfrei ist. Ramentlich gilt das für den größeren Besitz. Aus einer Vergleichung mit der Steuerbelastung der Landwirte in anderen Ländern ergebe sich, daß Hessen die weitaus niedrigste Gebäude st euer habe. Der unbebaute Grundbesitz sei in Hessen ungefähr so hoch belüftet wie in Baden, wenig höher als in Württemberg, allerdings beträchtlich höher als in Preußen und in Thüringen. Der Redner gab dann noch einige Beispiele über das Anwachsen der Belastung für die Landwirte, Gewerbetreibende, Arbeiter usw. gegen das Jahr 1918. Die Belastung des Gewerbes sei höher gestiegen als in der Landwirtschaft. Der Redner beleuchtet auch die Vorwürfe seiner Gegner, dah die Regierung nicht spare. Er untersucht diese Vorwürfe im Zusammenhang mit der eigenen Arbeit des Parlaments in den verschiedenen Abbauausschüssen und der Haltung des Landtags zur Besoldungs- Politik. In diesem Zusammenhänge kommt der Minister auf die scharfe Gegnerschaft zu sprechen, die heute fast überall gegen die Beamtenschaft zum Ausdruck kommt. Man werde es der Regierung nicht verdenken dürfen, wenn sie bei den Wbaumaßnahmen auf die soziale Seite geachtet habe. Die Opposition habe meist die republikanisch gesinnten Beamten im Auge, wenn sie von den überflüssigen Beamten rede, lieber die Beseitigung entbehrlicher Staats- einrichtungen könnte man sich verständigen, wenn die Meinungen darüber, was als entbehrlich anzusehen ist, nicht so weit ausein- andergingen. In diesem Zusammenhang geht der Redner auf die Vorwürfe ein, die ihm wegen der Zusammenlegung der kleiner gewordenen Klassen in den Volksschulen gemacht worden sind. Er verweist auf den einstimmigen Beschluß des früheren Landtags, der sich trotz Einspruch des Finanzministeriums zu keinem stärkeren Abbau bei den Volksschulen als 7—8 Proz. verstehen wollte. Seit Monaten sind erneute Verhandlungen über diese Frage im Gange. Zu beachten bleibt aber, dah es sich hier um eine vorübergehende Erscheinung handelt, die sich in wenigen Jahren wieder ausgewachsen haben wird. Die Sparmethode des Abgeordneten Dr. Leuchtgens fei fast grotesk. So verlange er eine Erhöhung der Einnahmen dadurch, dah cr bei den Betrieben höhere Ueberschüsse eingestellt haben will, und sei es auch nur dadurch, dah er planlos die Ausgaben kürze. Auch die Deutsche Vollspartei übe eine scharfe Kritik an der Finanzpolitik, ohne zu zeigen, wie man es anders und besser machen könne. Die Agitation des Bauernbundes und der Volkspartei gipfelt in der Behauptung, die Finanznot sei eine Folge der Verschwendung der Regierung und der Unfähigkeit des Finanzministers, die Dettelgänge nach Derlm seien unwürdig: da« Land muh sich selbst Helsen. Die besondere Notlage Hessens, die durch die Besetzung Rheinhessens veranlaßt sei. wäre nicht mehr zu bestreiten. Darum habe die Regierung die Pflicht, ihre Ansprüche dem Reiche gegenüber geltend zu machen und es handelt sich da nicht um Bettelgänge, sondern um berechtigte Ansprüche. Durchgreifende Hilfe für alle Länder sei nur möglich durch die große Pvlittk des Reiches, einmal durch eine vernünftige Wirtschafts- und Außenpolitik und sodann durch bessere Gestaltung des Verhältnisses von Reich und Ländern. Daneben dürfen sesbstver- tändlich die Mittel der äußersten Spar- a m k e i t und anderes nicht vernachlässigt werden. Die Länder wären durch die an sich notwendige Erweiterung der Kompetenz des Reiches auf dem Gebiete der Gesetzgebung und Verwaltung aller Art in ihrer Arbeit nicht erleichtert. Cs werde hier durch das Jneinander- greifen der verschiedenen Stellen vielfach doppelte und dreifache Arbeit geleistet. Das zu beseitigen gebe es nur zwei Möglichkeiten. Entweder Einschränkung des Gefetzge - bungs- und Derwaltungsrechts des Reich es und Ueberweisung eigener Steuerquellen an die Länder. Das würde die Verwaltung verbilligen, wäre aber politisch ein Rückschritt. Darum sei dieser Weg abzulehnen. Oder Ausbau der Reichsverfassung im Sinne des Einheitsgedankens. Damit falle die in den Ländern geleistete Doppelarbeit von selbst weg. Der Redner berührt tn diesem Zusammenhang die Frage der Aufgabe der staatlichen Selb- tändigkeit des Landes, und seine diesbezügliche Aeuherung in dem Finanzexpose. Grundsätzlich sei der Einheitsstaat für alle Länder zu erstreben. Dieser Weg sei heute nicht frei. Die Aeuherung in dem Finanzexposö wäre mehr eine Befürchtung und eine Warnung. Solange aber der Einheitsstaat nicht erreichbar fei, müsse die Selbständigkeit Hessens erhalten bleiben. Der Anschluß an ein anderes Land diene dem Einheitsgedanken nicht. Der Redner schloß mit einer Mahnung an alle Einsichtigen, zum Wohle des Landes in dieser schweren Zeit zufammen- zustehen. Aach einer Pause wird die Dahl von zwei Mitgliedern des verwal- lungsrales der kommunalen Landesbank vorgenommen. Die Sozialdemokratte schlägt die Wahl Des Abgeordneten Lux vor, die Rechtsparteien den Mgeordneten Dingeldey, das Zentrum einen Richtparlamentarier, den Bürgermeister Dr. Angermeier von Bensheim und die Kommunisten den Abg. Dr. Greiner. Gewählt werden Abg. Lux und Bürgermeister Dr. Ang er meier, die die (Stimmen der Sozialdemokraten, des Zentrums und der Demokraten erhalten haben. Die Beratungen des Staatsvoranschlags für 1926 werden sodann wieder auf genommen. Abg. Dr. Greiner (Komm.) bezeichnet das, was bis jetzt hier geredet worden fei, als ein Kasperletheater. Währenddem litten weite Kreise des Volkes Rot. Das Parlament erweise sich als hilflos: Dr. Lenchtgens habe recht, wenn er sage, das Parlament fei nicht mehr der Ausdruck des Volkswillens. Wenn wirklich der Landtag aufgelöst werde, so würde dadurch doch wenig gebessert. Die Parole müsse lauten: Fort mit allen Parlamenten! Der Redner wendet sich daraus gegen die Sozialdemokratie, die er sehr scharf angreift. Das Zentrum habe überhaupt fein politisches Programm: es warte nur ab. Die Vorschläge des Bauernbundes führten aus dem Finanzelend nicht hinaus. Der Redner bespricht sodann die von den Kommunisten zum Staatshaushalt gestellten Anträge. Rettung aus dem ganzen politischen Elend unserer Zeit Kime nur eine Diktatur bringen, und zwar nur eine Diktatur der Masse. Rächste Sitzung Dienstag 10 Uhr . Der Reichswehretat. Deutscher Reichstag. Berlin, 5. März. Abg. Rönneburg (Dem.) erklärt, seine Freunde hätten aus den Ausführungen der Abg. Schulenburg und Brüninghaus mit Genugtuung entnommen, daß jetzt auch von der Deutschen und der Deutsch- nationalen Volkspartei die Dolchstoßlegende zum aUen Eisen geworfen worden sei. Beide Redner hätten anerkannt, daß die deutsche Armee bis zum letzten Kriegslage ihre Pflicht ungebrochen erfüllt habe. Bedauerlich fei Ton und Inhalt der Rede des sozialdemokratischen Abg. Künstler. So wie der Abg. Künstler müßte man reden wenn man die Reichswehr antirepublikanisch machen will. Bei aller Kritik an Einzelheiten darf aber nicht übersehen werden, daß tn wirklich kritischen Stunden die Reichswehr durchaus ihre Pflicht getan hat. Die zu hohen Ausgaben im Wehretat sind größtenteils auf die Vorschriften zurückzuführen, mit denen uns die Entente offenbar die Unterhaltung unserer Wehrmacht so teuer wie möglich machen wollte. Aus den Eingaben der „Friedensgesellschaft" auf Abschaffung der Reichswehr spricht eine unglaubliche Naivität, wenn davon erwartet wird, dah die übrigen Staaten dann auch abrüsten würden. Es muh anerkannt werden, daß gegenüber den chaotischen Zuständen vor sechs Jahren der Fortschritt im organisatorischen Aufbau der Reichswehr ganz wesentlich ist. Dem Chef der Heeresleitung. Generaloberst v. Geeckt, ist dafür größte Anerkennung zu zollen. Dank verdient die Reichswehr vor allem für ihre Sonderleistungen bei der Abwehr von Moorbränden und die Marine bei ihren Hilfeleistungen auf hoher See und bei ihrer Förderung der Tiefseeforschung. Wir werden die Marineneubauten bewilligen. Die Auslandreisen unserer Flotte sind notwendig und begrüßenswert. Ich bin überzeugt, daß der republikanische Gedanke sich in der Reichswehr durchsetzen wird. Wo innerhalb der Reichswehr der Republik und ihrer Farben mit Verachtung oder Auflehnung begegnet wird, da muh rücksichtslos durchgegris- fen werden. Republik, Demokratie und Wehrmacht find keine Gegensätze, sondern gehören zusammen. Den Reichsw eh rka pellen muh das Spielen verboten werden bet Veranstaltungen, in denen politische Reden gegen die Regierung und gegen die Republik gehalten werden. Wo im Gegensatz zum Willen der Reichswehrleitung noch Zeitfreiwilli ge ausgebildet werden, müssen die Schuldigen rücksichtslos bestraft werden. Abg. Loibl (Dayr. Vp.) Das Gerede von der „Schwarzen Reichswehr" gehört schon zum eifernen Bestand der Linken. Die vielen Legenden darüber haben aber keine Unterlagen. Ich finde keinen parlamentarischen Ausdruck, so fährt der Redner fort, für ein Vorgehen, tote es die „Deutsche F r i ed e ns g e s ell s chas t" mit der Einreichung ihrer Petttion an die Abgeordneten versucht hat. Die aus Bayern in dieser Eingabe mitgeteilten Fälle beweisen, daß dem Verfasser jede Kenntnis der Verhältnisse fehlt. Durchaus unwahr ist die Behauptung der Eingabe, daß die bayerischen Schulräte amtlich angewiesen worden seien, die Jugend in den Grenzgebieten militärisch ausbilden zu lassen. Die bayerische Regierung hat mich ermächttgt, diese Behauptung als erfunden und erlogen zu bezeichnen. Damit ist das Machwerk des Prof. Q u i d d e gekennzeichnet. In Frankreich wird die Jugend schon sehr früh militärisch ausgebildet. Bei unserer Ertüchtigungsarbeit ist von militärischer Ausbildung keine Rede. Der Redner schließt mit dem Ausdruck höchster Anerkennung für die Reichswehr und ihre Leitung. Abg. v. Ramin (Völk.) äußert seine Befriedigung darüber, daß sogar die Demokraten und die republikanischen Parteien sich jetzt zum Wehrgedanken bekannt hätten. Angesichts der tatsächlichen Entwaffnung Deutschlands mühte mit doppeltem Rachdruck protestiert werden gegen die Schikane, denen die kleine deutsche Wehrmacht noch immer ausgesetzt sei. Die deutsche Industrie werde seitens der Entente unter der Parole „Abrüstung" größtenteils zerschlagen. So sei bei Kruvp die einzige Maschine zerschlagen worden, bte nahtlose Kessel herstellte. Statt der vorgeschlagenen militärischen Gründe seien dafür offenbar die ausländischen Konkurrenzrücksichten maßgebend. Wir haben unS gefreut über die starke Geste, die der Außenminister dem ungeheuren Großmaul Mussolini gegenüber gemacht hat, aber Mussolini hat doch immer- hin im Gegensatz zu uns eine Wehrmacht hinter sich, wenn auch eine, die in allen Kriegen Prügel bekomm en hat. Die unter dem Druck der Entente ganz unzureichend gestaltete Heine Reichswehr kann nicht einmal einen Verteidigungskampf führen. Das bedauern ja auch die republikanischen Parteien, die sich zu meiner großen Freude zum Gedanken der Wehrhaftigkeit bekannt haben. Wenn die Republik diesen Geist der nationalen Entwicklung übernimmt, dann wird sich auch unsere Haltung zu ihr ändern. (Hört! Hört! links.) Für uns steht in erster Linie nicht die Staatsform, sondern der nationale Gedanke. Wir bedauern außerordentlich die großen Abstriche, die der Ausschuß am Wehretat gemacht hat. Damit schließt die Aussprache. Das Gehalt des Reichswehrministers wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten bewilligt. Das kornrnu- nisttsche Mißtrauensvotum gegen den Minister wird gegen die Antragsteller abgelehnt. Die Fürstenabfindung. Einigung der Regierungsparteien nnd des Kabinetts. Berlin, 5. März. (TA. Amtlich.) Die unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Luther geführten Verhandlungen unter den Regierungsparteien einschließlich der Wirt- schaftlichen Vereinigung über das Gesetz über die vermögensrechtlichen AuseinaÜbersetzungen zwischen den Ländern und den Fürstenhäusern sind in ben heutigen Abendstunden beendet worden. Alle Beteiligten legten großes Gewicht darauf, vor der Abreise des Reichskanzlers nach Genf zu einem Ergebnis zu gelangen, älm- ftritten waren im wesentlichen folgende Punkte: Zusammensetzung des Sondergerichtes, rückwirkende Kraft des Gesetzes und einzelne Fragen über TeilungSmasse. In allen Punkten wurde unter den anwesenden Parteiführern und Aus- schuhmitgliedern eine gurndsätzliche Einigung erzielt, wobei die Beschlußfassung den Fraktionen Vorbehalten bleibe. Gestern nachmittag 4 älhr. trat darauf das Reichskabinett zu einer Sitzung zusammen, der das Ergebnis der Besprechung des Reichskanzlers mit den Vertretern der Regierungsparteien zugrunde tag. Das Kabinett stimmte nach eingehender Beratung einstimmig dem Kompromißentwurf zu. Der Entwurf ging darauf gleich den Führern der Regierungsparteien zu, die abends noch einmal zu einer letzten Sitzung zusammentraten. Heber den Inh a l t des Entwurfs, von dem die „Vossische Zeitung" hofft, baß ihm auch die sozialdemokrattsche Fraktion zustimmen werde, wissen die Blätter noch mit- zuteilen, daß das einzusetzende Sonderge- richt unter dem Vorsitz des Reichsgertchtsprä» sidenten Dr. Simons aus v i e r j u r i st is ch e n und vier Laienbeisitzern gebildet werden soll. Es soll eine reine und klare Scheidung zwischen dem Staatsvermögen und dem Privat- besih der Fürstenhäuser erfolgen. Der gesamte Besitz, der auf einen Akt der Souveränttät zu- rückgeht, soll entschädigungslos an den Staat fallen, während für die Entschädigung der Fürsten nur der einwandfteie Privatbesitz in Fraga kommen soll. Die Deweislast hierfür liegt den ehemaligen Fürsten ob. Der Staat soll aber auch die Enteignung solcher Teile des Privatvermögens betreiben können, an denen ein öffentliches Interesse besteht. Preußischer Landtag. Berlin, 5. März. Das Haus beschäftigte sich mit der Beratung der vom Hauptausschuß bereits behandelten Anträge zur Behebung der Rot des deutschen Weinbaues. Cs wurde schließlich ein Ausschußantrag angenommen, der folgende Forderungen enthält: Die Zollsätze für Auslandweine sotten in einer den Lebensinteressen des deutschen Weinbaues entsprechenden Höhe festgesetzt werden. Die Reichsregierung und die Landesregierungen werden aufgefordert, großzügige Maßnahmen zur Hebung des Absatzes deutscher Weine zu treffen. Die Wein st euer sott sofort außer Kraft gesetzt werden. Die Weinbaugebiete sind als R ot st and s gebiete zu erklären. Den Winzern sollen auf Antrag die rückständigen und die fälligen (Steuern geflu ndet und gegebenenfalls niedergeschlagen werden. Don Winzergenossenschaften sollen seitens des Stcuttcs K r ed i te zur Verfügung gestellt werden. Der preußische Anteil der verfügbaren elf Millionen, die das Reich aus der Wemsteuer zur Verfügung gestellt hat, sott sofort verteilt werden. — Bei den Abstimmungen zur zweiten Beratung des Handelsetats wurde zunächst eine große Reihe von Anträgen angenommen, in denen zu Ersparniszwecken Abstriche an einzelnen Positionen vorgeschlagen werden. Ferner fand ein Antrag Annahme, der die alsbaldige Vorlegung eines Entwurfes über dne Warenhaussteuer fordert, der der 'Rot des Mittelstandes Rechnung trägt. Die Gewerbesteuer v o r l a g e wurde gegen die Rechte, bte Wirtschaftliche Vereinigung und die Kommunisten gemäß dem Ausschußbeschluß angenommen. Zum Schluß setzte das Haus die 2. Beratung der sogenannten Zwischenlösung zur Hauszins st euer fort. In der Abstimmung fand ein deutschnationaler Antrag Zustimmung, der auch in der Zwischenlösung von der Steuer befreien will: Gebäude kommunaler oder gemeinnütziger Art und Dienstwohnungen von Geistlichen und Kirchendienern, ferner ein Zentrumsantrag, der die Steuer stunden oder Niederschlagen will bei Minderbemittelten und Rentnern. Kunst und Wissenschaft. Otto Ernst f. Wie aus Hamburg gemeldet wird, ist der Schriftsteller Otto Ernst (Schmidt) gestern in seinem Heim in Groh-Flottbeck nach kurzem Leiden im 64. Lebensjahre geftorben. Generalmusikdirektor Kleiber in Paris. Der Generalmusikdirektor der Berliner Staats- o.er, Erich Kleiber, hat ein Konzert des Philharmonischen Orchesters in Patts dirigiert und außerordentlich nachhaltigen Beifall erzielt. Er pielte die „Freischütz-Ouvertüre" und die 7. Sinfonie von Beethoven. Noch Schluß des Konzerts bereitete das Publikum dem Berliner Dirigenten eine außerordentlich warme Kundgebung. Stefan Zweig und das Ausland. Welchen Widerhall die jüngsten Bücher des Dichters und Essayisten im fremdsprachigen Ausland gefunden haben, geht aus der folgenden Aufstellung hervor, die wir auf Grund sorg- ältiger, beim Dichter selbst ein geholter Info» matton zu veröffentlichen in der Lage find. Der Rovettenband „Amok" erschien auf Englisch, Polnisch und Russisch, eine französische, ungarische und holländische Hebersehung ist in Vorbereitung. Die Legende „Die Augen des ewigen Bruders" ist ins Holländische übertragen. sie wird noch auf Französisch, Russisch und Polnisch erscheinen. Von den „Drei Meistern" wird eine ungarische, von dem „Kampf mit dem Dämon" eine russische und polnische Üeber- setzung vorbereitet. Akademische Berufung. Zum Nachfolger von Professor Sterb auf den Lehrstuhl der Psychiatrie der Universität Mar« bürg ist der Professor und Oberarzt der Nerven« klinik in Tübingen, Dr. med. Ernst Kretschmer. Herausgeber der „Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens", ausersehen. Eine deutsche Zeitung in der Türkei. Zur Förderung des Deutschtums in her Türkei soll vom 1. April ab in K o n st a n t i n o p e l eine deutsche Tageszeitung erscheinen, deren Gründung bereits von einem deutschen "Ausschuß in Konstan tinopel mit Unterstützung her amtlichen deutschen Stellen in die Wege geleitet ist. Aus aller Welt. Stapellaus eines Torpedobootes. Am 4. März fand auf der Marinewerft Wil' helmshaven der Stapellauf des ersten nach dem Kriege erbauten großen Torpedobootes statt. Das Boot wurde von dem Fregattenkapitän a. D. Graf z u Dohna getauft und hat den Namen „M ö v e" erhalten. Eine englische Expeditton in Tibet niedergemetzelt. Eine enaliiche Tibetexpeditton, die mehrere von der tibetanischen Reaierung angekaufte elektrische Maschinen nach Lhasa bringen wollte, ist von Tibetanern angegriffen und bis auf den letzten Mann niedergeme tzelt worden. Tragödie in Wilhelmshaven. Drei junge Mädchen, die als Hausangestellte tätig waren, haben sich von der Kaiser- Wilhelm-Brücke, der größten Drehbrücke des Kontinents 10 Meter tief in die Fluten gestürzt. Da die Mädchen ihr Vorhaben zu später Nachtstunde ausführten, war eine Rettung in der Dunkelheit nicht möglich. Dagegen konnten zwei weitere Mädchen, die die gleiche Absicht verfolgten, im letzten Augenblick durch hinzukommende Passanten von ihrem Vorhaben abgebracht werden. Die Leichen der ertrunkenen Mädchen konnten aber noch nicht geborgen werden. Die Ursache der Tragödie ist unerklärlich. Dom Cenftalverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Die Hauptversammlung des Centralvereins tagt am 6., 7. und 8. März im Plenarfitzungs- faal des Herrenhauses in Berlin. In einer öffentlichen Kundgebung im Reichswirtschaftsrat am Samstag werden Reichstagsabgeordneter Dr. Ludwig Haas, Dr. med. Friedrich Brodnitz und der Direktor des Zentralvereins, Dr. Ludwig Holländer, über „Wege zum inneren Frieden im deutschen Vaterlande" vor den Delegierten sowie Vertretern der Reichs-, Staats, und Kommunalbehörden sprechen. Sonntag und Montag sind der Beratung einer ausgiebigen Tagesordnung über die Arbeit des Vereins gewidmet. Den Schluß der Tagung bilden am Montagabend sechs große öffentliche Kundgebungen mit dem Thema: „Nord und Süd, Ost und West im Kampfe für Deutschtum und Judentum". Wettervoraussage. Weiterhin unbeständig mit Regenfätten, milder, westliche Winde. ; Das stark veränderliche, zwischen Riederschlägen und Auftlaren wechselnde Wetter hält in ganz Deutschland weiter an, während die Morgentemperaturen am Deobachtungsort gegenüber dem Vortage um rund 1 Grad gefallen sind. Ein neuer Wirbel hat sich im Rordrneer gebildet, dessen Ausläufer nach Mitteleuropa übergreifen und die noch keine beständige Witterung aufkommen lassen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 4,6, Minimum minus 0,6 Grad Celsius. Riederschläge: 0,4 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 0,7 Grad Celsius. Bewaii'.tcc« Borveuaunnsilnttt'l gc„c» wrtppeZ Kopfschmerz Migränen ' Neuralgie" Zahnschmerz Bei itrovamWe D, R.P DIE ZUVERLÄSSIGEM Wber •ff» (Sei dem wertig Ä sckeidunge & M r.n biilSung inl‘ ZeroMNg i> 25 ^rtungssteue fpt SÄ ist, vorausgesek Regung iolgte. f Mtsgenchts r 24 Stunden oei Mtvertungssi Sie sofort Frist von Zeitpunkt bei schwerdesührer smmmng diel' in den voriger nicht innerha! Beschwerde ei itaa hin von MW in dingS unter fchverdeHrer rechtzeitigen E schperde btrnie lall des Hinöei Die die »i 5cht hat. C an gerech ta Diedereins wecken. Denchtigt i jeder, dessen R tzächligl ish h den Antrag zuri stell» zur Srhe Die sofort lachenbeschl Tatsachen < Deweiömit Hebet die geeicht. Gegen sofoi an das Sher 2161.1 6.3, 2L nur eine 2ted Essig, wem seheSvrrle' Die sofort schlossen, wenn der Auswertu des § 8 Abs. Rückwirkung { ob die betreff bet sind, da d aus Emessunj 0.4, QI.®.) Die Einle lchlverde erfolg 'm: die sofort ’Nto M -Beschwerde zu K Durchfuhr Anlegung die üechtSanw« i6 M schüft 'R unmittelbar >«rtunMelle kudeügencht n ßungSerklSuma Verden. - Weht ^hldrei Magen au!"1" >' Iä in b( _ Tei]Zi ern Aufoder Sri * L. U. Von der Landesuniversität. I 2 WM Sei fei Gebltdeie, nickt zu junge CuvWmi^&c l Stütze 2O37D an den Gießener Anzeiger. zureichen. 2163D Konsum Gießen -de muh binnen einer , beginnend an dem Verein ii. Umg !». H. sofortige Beschwerde, die entweder bei der AufwertungssteUe Sckristl. Angebote mt Empfehlungen, Vtcbtbtlb und Gehalt-ansorücken unter von großer, angesehener Aktten- Gefellschaft, welche in Obst- und Gemüsekonserven, Fruchtsüflen sowie Konfitüren, Marmeladen und Gelees hervorragende Qualitäten liefert, für den provisionsweisen Verkauf ihrer Produkte in Gießen. Offerten unter Chiffre 8. B. 1197 an Rudolf Mosse, Stuttgart. der Jiirfei. ms in btr Xurtti antinopel eine i, bereu Gründung >sschch in Konslan Mlliche« btuljdjen Ein sensationeller Kommunal- Konflikt. WSR. Wiesbaden, 5. März. Bekanntlich sollte die Eingemeindung von Biebrich, Sonnenberg und Schierstein an Wiesbaden am 1, April d. 3. erfolgen. Der pveuhische Staat hat bereits seine Zustimmung gegeben und die Zustimmung des Preußischen Landtages steht unmittelbar bevor. Run unterbreitete in der heutigen Etadt'oerordnetensitzung der Wiesbadener Oberbürgermeister Travers folgenden Antrag: „Die Stadt Wiesbaden tritt von dem GingemeindungSvertrag mit Biebrich zurück. Dieser Beschluß soll aber Herrenzimmer komplett von Mk. 475.- Speisezimmer komplett von Mk. 575.- Schlafzimmer komplett von Mk. 350.— Küchen natur lasiert,kompl.v.Mk.160.- ERNST RAU Möbelhancilung Walltorstr. 37 Besichtigung ohne Kaufzwang Teilzahlung gestattet 2141a Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 6. März 1926. Rechtsmittel gegen die Entscheidungen in Aufwertungssachen. Bei dem breiten Raum, den heute die Auf Wett. Pkdobeoirs. t Mamewersl Ml es ersten nach dem eboboole» statt. erilaviliin a. D. Trat ?n Dramen ,J ö v r" Für eine Derteilungsstelle der Stadt Gießen suchen wir zum alsbaldigen Eintritt einen Lagerhalter Bewerbungen nur von Mitglied em sind bis zum Donnerstag, den 11. März, in unserem Hauptbureau, Gießen, Schanzenstraße, ein- enschaft. "°üLd!: & Stal» ». te ?ji|. H M 'M 6 TV-Sink, jonjerls berei. eine [jj, 'Mbtn P Iota. Jnsvr. Jtß Lage Hnb. ^ien auj qL «ine franzölisL Ä""’ ® Augen det holländische über, lanzösisch, Abstich - den „Drei Ach n bem mit 'd polnische lieber. Professor Dr. med. et phil. von Ihering in Büdingen > Persil) wurde zum ordentlichen Honorarprofessor in der 2. Abt. der philosophischen Fakultät ernannt. gegen hohe Provision. Rur wirklich tüchtige, möglichst dranchekundige erste Krall kommt in Frage. Lebensstellung. 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Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 170—180, Matte 30—35, Käse 60—110, Wirsing 30, Weißkraut 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 20, rote Rüben 20, Spinat 35—10, Unter-Kohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 30, Rosenkohl 60, Feldsalat 80 bis 120, Endivien 60, Zwiebeln 20, Meerrettich 40—80, Schwarzwurzeln 50—70, Kartoffeln 4—5, Aepfel 15 bis 25, Honig 40, junge Hahnen 120—130, Suppenhühner 120—130, Nüsse 60 Pf. je Pfund: Eier 12 bis 13, Blumenkohl 60—150, Salat 45, Ober-Kohlrabi 10—15, Lauch 10—20, Sellerie 20—60 Pf. je Stück. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, den 7. März. Okuli. Stadtkirche. 9l/a: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.Pfr.Mahr. 6: Pfarrafsist. Her, el. Johanneskirche. 91/,: Pfr. Bechtolsheimer. 11: Kin- kirche für die Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer. 6: Pfarrafsist. Schultheis. Konficmandenfaal (Liebig- strahe 56). 2: Taubstummengottesdienst. Pfr. Bechtolsheimer. — Mittwoch, 10. März, abends 6 ilbr: 4. Passionsandacht in der Iohannestirche. Pfr. Ausfeld. - Kirchberg. 10. Lollar: ll/:. Stauten- berg. l'/?.-Wieseck. Rur Abendgvttesdienst: 7' .- Watzenborn.Garbenteich. Wahenborn-Eteinberg: 1; 7‘/z: Pafsionsandacht. Garbenteich. 9' 4: Beichte, anschl. Gottesdienst und heiliges Abendmahl der Allen. K-:holische Gemeinden. Gießen. Samstag, 6. März. 41/, und 7 Beichte. Sonntag, 7. März. 3. Fastensonntag. 6'/, Beichte, 7 Messe, Kom. dec Männer, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Meße mit Predigt, 5‘/, Christenlehre undAndacht. Dienstag und Freitag, abends 61/, Fastenandacht. - Grünberg 9'/, Meße mit «. — Lich- 7'/, Mesie mit Predigt. — Lau- ) Messe mit Predigt. Ich bin gewiß verwöhnt, aber Quieta ist I prima und sehr billig! N-hmknS>-Ouie,- ^nba\e^ allein oder mit noch etwas Bohnenkaffee Diäten kann, zum 1. Avril zu günstigen undSiewerdenmirunbedingtRechtgeben. «elu^n Mädchen uno Aus- Quieta enthält Bohnenkaffee unb Kaffeege- würz nach Wiener Art. Rot 65 i Gelb 90 -4, Gold 120 -A, Grün 28 In Pfund-Paketen, niemals losel l Wertungsfragen in unserem Rechts- und Wirtschaftsleben einnehmen, wird die Frage nach der Anfechtungsmöglichkeil der Entscheidungen der Aufwectungs st eilen von nicht geringer Bedeutung sein. Rach dem ÄufwertungSgesetz (§ 74) in Verbindung mit Artikel 124 der Durchführungs- Verordnung zum Aufwertungsgesetz vom 29. 11. 25 gibt es gegen die Entscheidung der wertungsstelle die bei dem Landgericht eingelegt werden kann, und zwar erfolgt diese Einlegung durch Einreichung einer Beschwerdeschrift, oder durch Erklärung 2um Protokoll des Gerichtsschreibers. Für den letzteren Fall — Einlegung zum Protokoll des Gerichtsfchreibers — ist es nach Art. 124 Abs. 2 der obengenannten Verordnung statthaft, daß die Beschwerde zum Protokoll des Gerichts- schreibers. jedes Amtsgerichts gegeben werden kann und hierdurch die Beschwerdefrist gewahrt ist, vorausgesetzt natürlich, daß die Beschwerdeeinlegung innerhalb der zuständigen Frist erfolgte. Der Gerichtsschreiber des betreffenden Amtsgerichts hat in einem solchen Falle binnen 24 Stunden dem Gerichtsschreiber der zuständigen Aufwertungsstelle Nachricht zu geben. Prof. v. Jhering ist der Sohn des bekannten Rechtsgelehrten Rudolph v. Zhering, der in den Jahren 1852 bis 1868 unserer Hochschule angehörte. Gießen ist Prof. v. Jhering nicht fremd, denn er Hai das hiesige Gymnasium besucht und einen Teil seiner Studienzeit hier verbracht. Er war später lange Jahre in Südamerika wissenschaftlich tätig, von wo er in die oberhessische Heimat zurückkehrte. ** Der Winter scheint sich noch einmal „seßhaft" machen zu wollen. 3n der letzten Rächt ist erneut Schneefall eingetreten, und heute vormittag begann nach mehrstündiger Pause der lustige Flockentanz, dem sich jedoch später Regen zugesellte, von neuem. Die Straßen zeigen natürlich kein Weißes Gewand, sondern erneut Rässe und Schmutz. Dom Hoherodskopf werden uns heute früh über 3 Grad Kälte bei anhaltendem Schneefall gemeldet. Der Schnee ist allerdings nicht gleichmäßig gefallen, sondern ziemlich stark geweht. Don einer guten Skibahn kann infolgedessen nach dem Stand von heute früh nicht gesprochen werden. nicht ausgeführt werden, wenn der Generalversammlungsbeschluß des Gaswerkverbandes Rhein- gau°A. G. vom 13. Februar aufgehoben und dadurch die in diesem Grunde liegenden Zwecke endgültig aufgehoben werden." Unter großer Erregung der Stadtverordnetenversammlung teilte der Oberbürgermeister mit, daß die Mehrheit der Aktien der Bi ebricher Gasanstalt, die vor kurzem noch der Stadt Biebrich gehörten, an ein Privatunternehmen, nämlich an die Thüringer Gasgefettfchaft in Leip zig, übergegangen sind. Wenn unter diesen llnn ständen die Eingemeindung erfolgen sollte, so hätte Wiesbaden zwei Gaswerke, nämlich das große städtische und das Privatunternehmer». Wörtlich führte der Oberbürgermeister aus: „Diese Ereignisse sind von tiefeingreifender Bedeutung und verändern die Rechts- und wach 1 age. die beim Abschluß des Eingemeindungsvertrages vorlag, so grundlegend, daß Wiesbaden nicht mehr zugemutet werden kann, die Eingemeindung vorzunehmen und durchzuführen. Sie stellen vom Standpunkt der Kritik aus das Höchstmaß von Untreue gegen die Interessen des von Wiesbaden. Biebrich Schierstein und Sonnenberg zu bildenden Groh- Wiesbaden und gegen den Eingemeindungsplan dar, das man sich überhaupt nur denken kann. Die Schuld daran tragen diejenigen Vertreter der Stadt Biebrich, die in der Generalversammlung vom 13. Februar als Vertreter des Aktienkapitals der Stadt für den Beschluß gestimmt haben. Diese Herren sind u. a., und das ist bezeichnend, der amtsführende Bürgermeister von Dieb ich. Scheffler, und der Stadtverordnetenvorst.her in Biebrich, Schröde r." Die Bürgerlichen Parteien gaben im Anschluß daran eine gemein same Erklärung, in der sie dem Antrag des Magistrats zustimmten und den Biebricher Beschluß als einen groben Vertragsbruch gegen Wiesbaden bezeichneten. Auch die sozial- demokratifche Partei stimmte dem Antrag des Magistrats zu. Zeitpunkt der Bekanntmachung an den Beschwerdeführer, eingelegt werden. Gegen die Versäumung dieser Frist gibt es Wiedereinsetzung in den vorigen Stand: Hat der Beschwerdeführer nicht innerhalb dieser Frist seine beabsichtigte Beschwerde eingelegt, so wird auf seinen An- iraa hin von dem Deschwerdegericht die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand erteilt, allerdings unter der Voraussetzung, daß der Beschwerdeführer ohne sein Verschulden an der rechtzeitigen Ginlegung verhindert war, die Beschwerde binnen zwei Wochen nach dem Wegfall des Hindernisses eingelegt und die Tatsachen, die die Wiedereinsetzung begründen, glaubhaft gemacht hat. Ist von dem Ende der versäumten Frist an gerechnet ein Jahr verstrichen, so kann der Wiedereinsetzungsantrag nicht mehr gestellt werden. Berechtigt zur Erhebung der Beschwerde ist jeder, dessen Recht durch die Verfügung beeinträchtigt ist: hat jedoch die Auswertungsstelle den Antrag zurückgewiefen, so ist nur der Antragsteller zur Erhebung der Beschwerde berechtigt. Die sofortige Beschwerde ist eine Tatsachenbeschwerde. Demgemäß können neue Tatsachen geltend gemacht und neue Beweismittel beigebra cht werden. •lieber die Beschwerde entscheidet das Landgericht. Gegen dessen Entscheidung ist die sofortige weitere Beschwerde an das Oberlandesgericht gegeben. (§ 74 Abs. 1 S. 3, A G.) Diese Beschwerde ist jedoch nur eine Rechtsbeschwerde. ist also nur zulässig, wenn die Entscheidung auf einer Gesetzesverletzung beruht. Die sofortige weitere Beschwerde ist ausgeschlossen. wenn eS sich im Falle der Herabsetzung der Aufwertung entsprechend den Bestimmungen des tz 6 Abs. 1, § 34, § 52 oder im Falle der Rückwirkung gemäß § 15 um die Frage handelt, ob die betreffenden Vorschriften richtig angewendet sind, da die Entscheidung dieser Frage allein auf ErmessungSerwägungen beruht. (§ 74 Abs. 1 S. 4, A. G.) Die Einlegung der sofortigen weiteren Beschwerde erfolgt in entsprechender Anwendung der für die sofortige Beschwerde genannten Vorschriften. Jedoch ist für die sofortige weitere Beschwerde zu beachten, daß gemäß Artikel 124 der Durchführungs-Verordnung bei schriftlicher Einlegung die Beschwerdeschrist von einem Rechtsanwalt unterzeichnet fein nmh. Mit schriftlicher Einwilligung des Gegners ist unmittelbar gegen die Entscheidung der Auf- wertungSstelle Gprungbeschwerde. also sofvrttge weitere Beschwerde an das Ober- landeSgericht möglich. Die schriftliche Einwilli- gungÄerfldrung des Gegners muß bei der Einlegung der Sprungbeschwerde mit eingereicht werden. Es ist von der Sprungbeschwerde — Briefkasten der Redaktton. Fr. A. G. War nicht zu ermitteln. Fragen Sie evtl, beim Magistrat (städtisches Archiv) in Frankfurt a. M. an. W. L. in V. Wenn der Rost eingefreffen ist, kann nur ein Abschmirgeln oder Avdrehen der Stange Abhilfe schaffen. BETTEN (Vertrauenssache) Stahldrahtmatratzen Auflagematratzen, (mit la Füllungen) aus meiner Spezialfabrikation Holz- u. 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Sie werden den unsinnigen Wisch vielmehr dahin segeln lassen, wo fein Platz ist, nämlich in den Papierkorb oder in den Ofen. ** Zur Abgabe von totcuerertlärun» gen für die Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer für 1925 und 1924/25 fordern die Finanzämter Gießen, Butzbach, Grün'oerg und Hungen in unserem heutigen Anzeigenteil auf. Die Steuerer« klärungen sind in der Zeit vom 11. bis 27. März abzugeben. Näheres in der Bekanntmachung. Hetmatbtlder aus der Reformatio n s z e i 1. Zu diesem Vortraa am morgigen eonniagabenö in der Stadtkirche sei noch bemerkt, daß auch eine größere Anzahl Lichtbilder gezeigt wird, die eine überaus lebendige Vorstellung jener Zeit in Gießen vermitteln. ** Gegen den Steuerdruck und die Finanzpolitik in Hessen veranstalten wirtschaftliche Verbände von Gießen und Um» gegenö am Mittwoch. 10. März, nachm. 3 Ahr, in der Volkshalle auf dem Trieb eine Protest- verfamnilung. Es werden sprechen die Landtagsabgeordneten Zimmermeister Haurh. Dr. Leuchtgens und Rechtsanwalt D i n g e l d e t). Zeder selbständige Gewerbetreibende und die Landbewohner der ilnigegenb werden zu dieser Versammlung erwartet. (Siehe heutige Anzeige.) ** Das 21 u8 (teilen vordatierter Schecks. Die Irrduskrie- und Handelskammer Gießen sieht sich genötigt, erneut auf eine bedauerliche llnfitte hinzuweisen, die trotz häufiger öffentlicher Ermahnungen gerade in der letzten Zeit sich wieder mehr bemerkbar gemacht hat. Cs Haiwelt sich um das Ausstellen vordatierter Schecks, gegen das sich jeder Geschäftsmann, ob Empfänger ober Aussteller, energisch wehren fpllle. Ein Scheck soll eine Anweisung auf eine Zahlung aus einem vorhandenen Guthaben sein; ist er vordatiert, so muß angenommen werden, daß das Guthaben noch nich. vorhanden ist. Der vordatierte Scheck kommt davtit einem Wechsel aleich und muh wie ein solcher versteuert werden. Außerdem wird der Empfänger eines vvrdatierten Schecks dem Aussteller gegenüber bei weiteren Geschäften sehr vorsichtig toerben, da er ja nicht sicher wissen lann, ob dos bei Ausstellung des Schecks noch nicht vorhandene Guthaben am Fälligkeitstermin wirtlich zur Verfügung stehen wird. Das Ausstellen vordatierter Schecks birgt demnach manche Gefahren in sich: vor allem aber ist es geeignet, einerseits das Vertrauen zwischen Lieferanten und Kunden zu stören und andererseits ben ganzen so überaus praktischen bargeldlosen Zahlungsverkehr in Mißkredit zu bringen. Es fann daher vor dem Ausstellen und der Annahme vordatierter Schecks nicht eindringlich genug gewarnt werden. ** Der Verkehr im Eisenbahn - Wartesaal. Für das reisende Publikum ist eine Verfügung neuesten Datum- von Interesse, wonach die Bahnhofswirte jetzt berechtigt sind, die im Wartesaal sich aufhaltenden Personen zu fragen, ob sie etwas zu verehren wünschen. Bisher war daS den Bahnhofswirten nicht erlaubt. *’ D i e Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Obbornhofen (Kreis Gießen), Dortelweil und Rieder-Wöllstadt (Kreis Friedberg), Llnter-Widdersheim, Aulendiebach und Rohrbach (Kreis Büdingen), Wetzlar, Hachborn (Kreis Marburg) amtlich festgestellt worden. In Dorf-Gill, Langsdorf und Rödgen (Kreis Gießen) ist die Seuche erloschen. Lpielplan -er Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 7. März: „Die zehn Küsse". Montag, 8. März: Einmaliger Tanzabend. Riddh Impekoven. Dienstag. 9. März: „Tosca". Mittwoch, 10. März: „Figaros Hochzeit". Donnerstag, 11. März: „La Traviata (Violetta)". Freitag, 12. März: „Carmen". Samstag. 13. März: „Die zehn Küsse". Sonntag, 14. März: „Othello". — Schauspielhaus. Sonntag. 7. März: Rachm. 3 Uhr. „Wilhelm Teil": abds. 8 Uhr, „Der fröhliche Weinberg". Montag, 8. März: „Wie es euch gefällt". Dienstag, 9. März: „Der fröhliche Weinberg". Mittwoch, 10. März: „Wer niemals einen Rausch gehabt". Donnerstag, 11. März: „Der Dauer als Millionär". Freitag. 12. März: „Das Kätchen von Heilbronn". Samstag. 13. März: „Der Bauer als Millionär". Sonntag, 14. Marz: Rachm. 3 Ahr, „Wilhelm Teil": abds. 7.30 Ahr, „Wer niemals einen Rausch gehabt". IM oleklgemehett. n, bk mchmr von mytaufit tiittrW ngen wollte, ist M bis aus den Wen 1 oorden. lnishaven. n, die als Hausuu- sich von der Kaiitt- : Drehbrücke des Aon- Fluten gestürzt, w später MchiMde in her Dunkelheil . n zwei weilen Ursache der Tragödie l Lftalsbürgn jlidiW una des (fentraloer- im Plena«»- 'V einer öffent« ‘YmSkmbtr ■Sfc. gubtnlun1 • teil* * ii*S » i £ vW- tut«"' Pornotizen. — Lageskalender für Samstag: Volkshochschule, 8 U&r, Hörsaal 44 der ilni- Derfität: Vortrag von Geh. Rat Pros. Dr.Mitter- maier. — V.H.C., 81 3 Uhr, Turnhalle: 18. Stif° tungs- und Dekorierungsfest. — Ruderklub Hassia, 8 llhr, Bootshaus: Frühjahrs-Hauptversammlung. Monatsversammlungen. Ka- vallerieverein, 87$ Uhr, Vereinslokal. — Rad» fahrerverein Fortuna, 8-_. Uhr, Dereinslokal. — Marineverein, Vereinslvkaf. — Artillerieoerein, 8* > Uhr, Vereinslokal. — Geflügel- und Vogel- zuchwerein für Gießen und Umgegend, 8> » Itfjr, „Pfälzer Hof". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Pat unb Patachon als Polizisten". — Astoria- Lichtspiele: „Söhne der Wildnis". — Palast- Lichtspiele (Kirchenplatz): „Seine Frau — die Alnbetannle". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 7 Llhr „Der fröhliche Weinberg" (Ende 9.15 Ahr). — Verein Hundesport für Gießen und Umgebung: ab norm. 9 Uhr, „Liebigs- höhe", interne Hundeschau. — Ausstellung von bildlichen Darstellungen aus dem homerischen Kreis: vorm. HVg bis 1 Al$r und nachm. 3 bis 5 IHjr, Aula des 'Gymnasiums. — Markus-Gemeinde : 8 illjr, Stadtkirche, Familien-Abend mit Vortrag, — Palast-Lichtspiele: Bonn. 10.30 Uhr „Die neue Großmacht" (Sportfilm der Arbeiter- Olympiade in Frankfurt a. M.). — Lichtspielhäuser wie Samstag. — Aus dem Stabtibeaterbureau wirb uns geschrieben: Das Schauspiel „Die letzte N a cht" von Heinz Müller vom Borne, bas am kommenden Mittwoch hier zur Uraufführung gelangt, war der Intendanz bereits vor 2 Jahren eingereicht worden. Das Werk hate gleich bei der ersten Lektüre auf alle, die es kennen lernten, ben Eindruck eines spannenden, bühnenwirksamen Theaterstückes gemacht, das aber damals zur Zeit des Nuhreinbruches der Franzosen wegen des französischen Milieus nicht wohl gegeben roerben kannte, om Mittelpunkt der Handlung steht nämlich die Ge- tait Napoleons I., der von Herrn Juhnke gegeben werden wird, Weitere Hauptrollen liegen in len Händen van Frl. O ß k e und Herrn G e f f e r s, neben denen außer den Damen H e y m unb Scherer das gesamte Herrenpersonal beschäftigt ist. — In der Sonntagoorstellung des „Fröhlichen Weinberg" wird Frl, K r a h m e r die Rolle des „Klärchen" spielen. — Freiwirtschaftsbund, Ortsgruppe Gießen. Montag abend 8 Ahr im Katholischen Vereinshaus Vortrag „Von Versailles bis Locarno". Räheres in der heutigen Anzeige. Hr.5 Fahrräder MS '• i V 01547 tuns». 60 Rm. 2087D 21220 gesucht. l594 01613 wert PHÖNE (62 D Wiesede, Allendorf a. d. Lda., den 6. März 1926. .. L 01404 billigst Televbou 1151 2166V Gießen, den 6. März 1926. 01608 Fichten sucht. 01682 Ei« 224 Fichten- i F I < angenehm. Walltorstrafte 36 H. Telephon 1154. kün kaufen 2088V gesucht. [01588 günstig abzugeben. O. Müller, Karl Finkernagel, HnppOrtearock.Ob. H. Weiße Wollstoffe 15 45 122 1 1 13 30 SO 28 Miele Dürkopp Saalburg Victoria hoi. Sie [ Kabinett t Piano Ibach, gut erhalten, schwarz, preis- Enorme Auswahl Preiswert, kulant Bequeme Teilzahlungen s ö W. Kutzschrad Wetdengasse 1. ZU verkaufen Finke, Westanlage 31. i'hi Sie 5 Rei Saat- Kartoffeln Industrie tEbsttorsl 1. Nachbau, Nobelia (Böhmsche Neuzüch- 4 ■'S tnj ff. , 4. . 5. „ 6. Duchenstamm 3. Sie sparen Personal. 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März, 21/, Uhr nachmittags, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 2103D Mietgesuche | Befiere 2- Bis 3-3imK!et-mohn8. geg. gute Miele von rinder!. Ehepaar ge- sucht. Schriftliche Angeb. unter 01497 Vormittags 9 Llhr an, sollen im hiesigen Gemeindewald folgende Holzmengen zur Versteigerung kommen: 4 Gichenstämme 3. Kl. — I Wlo-HWale kauft und tauscht $linobbot.,1MA Frankfurt a. M., Neue Mainz. Str.25. Tel. Römer 2910.1 Bin an das Tele« phonneiz unter Nr. 863 angeschlossen. 01578 A. Steinreich, Lindengasse 2. Suche zu pachten Ackerland in guter Bodenbe- schaffenheit.Schrifll. Eilangeb. u. 2133V an den Gteft. Anz. Zwei Morgen Land int Neustädter für 50 Mark zu verkauf, bet Schäfer, Oppenrod, Hauptstr. 18. 01611 Eine SkWk lViola) zu verk. 01552 Landmannftr. 14. 200—300 Liter Hofmilch sofort abzu- geden. Schristl. Anfragen unter 2090V an den Gietz. Anz. erbeten. Erbsen- reiser abzugeben 2120V Neustadt 50. 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Es ist wohl auch so gut wie sicher, daß, da der schwedische Einspruch unter allen Umständen aufrechterhalten wird, ein Antrag, anderen Mächten über Deutschland hinaus einen ständigen Ratssitz zu verleihen, jetzt abgelehnt und daß die ganze Frage auf den Herbst vertagt wird, vermutlich unter Einsetzung einer Studienkommission. Denn das ist ja eine andere Frage, ob nach den bisherigen Erfahrungen eine Reform des Völkerbundsrats als notwendig erscheint, eine Ausgestaltung, eine Regelung der Stellung der nichtständigen Mitglieder usw. Zu all diesen Fragen kann Deutschland aber erst Stellung nehmen, wenn es eine Zeitlang im Völkerbund selbst milgearbeitet, diese ganze Organisation von innen heraus kennengelernt hat und danach obmesseu kann, ob diese Anregungen diskutabel sind ober nicht. Rur darüber müssen wir uns jetzt schon klar sein, daß, wenn es jetzt in Genf einigermaßen glatt geht, diese Kämpfe nur das Vorspiel zu sehr viel größeren Kämpfen im Völkerbund werden, die diesen auf die schwerste Probe stellen werden. Denn es wird eben jetzt der Welt klar, was der Eintritt Deutschlands in die bisherige Interessengemeinschaft der Europasieger in Genf bedeutet. Polen hält seinen Anspruch aufrecht, den es geradezu lächerlich begründet. Es begreift selber, daß es als Mittelstaat von 27 Millionen Einwohner feinen Anspruch erheben kann, als Großmacht behandelt zu werden. Deshalb greift es in der Rede seines Ministerpräsidenten vom 25. Februar zu dem Artikel 4, der aber auch beim besten Willen nicht für den polnischen Anspruch zu interpretieren ist. Daß dabei Skrzynski Deutschland angreift, eröffnet eine nette Aussicht auf die harmonische Zusammenarbeit Deutschlands und Polens im Völkerbund, die ja Frankreich erwartet! Frankreich ist für Polen, hält sich aber Zurück. Undurchsichtig ist die Haltung Chamberlains. Die ganze öffentliche Meinung Englands ist darin völlig einig, daß England gegen jede Erweiterung des Völkerbundsrats überhaupt jetzt und künftig fein müsse. Allein Chamberlain versteift sich darauf, daß der Rat größer werden müsse. Warum tut er das? Man nimmt an, daß er sich Briand gegenüber weiter gebunden hat, als er jetzt zugeben möchte, vielleicht verfolgt er andere Ziele noch dahinter und daneben. Jedenfalls hat er fein Renommee als Schöpfer von Locarno auf das Spiel gefetzt, und roenn er auch persönlich geschont wird, so ist durch ihn immerhin eine kritische Lage im englischen Kabinett entstanden. Es wird sich zeigen, ob er nun seine auf Erweiterung gerichtete Politik weiter macht, oder ob er dem Sruck einer öffentlichen Meinung nachgibt. Während so alles auf Genf blickt, ist doch mancherlei darum herum zu verzeichnen: Der neue französisch-türkische Vertrag, der der Türkei einen nicht unerheblichen Erfolg bringt, die englisch-türkischen Verhandlungen um Kredite usw., die Ratifikation des Jrakvertrags im englischen Unterhause, der Wiederbeginn der Kämpfe um Marokko, wo Abd el Krim jetzt am Frühjahrsanfang die Offensive wieder eröffnet hat. Die Lage wird dabei für Frankreich und fein Kabinett wahrhaftig nicht einfacher: Mit Marokko geht der nutz- und erfolglose Kampf weiter, in Snrien hat man in den 7* Jahren des Mandats nichts als Mißerfolge geerntet, und die Erörterung des Gerichtes der Mandatskommission über Syrien jetzt in Genf ist für Frankreich gerade nicht sehr angenehm. Anders liegt es mit England, das mit Die Schätze des deutschen Neichspostmuseums. Von M. Büttner. Aus dem brausenden Verkehrslärm der Leipziger Straße in Berlin tritt man an der Kreuzung der Mauerstraße in die feierlich stille Halle des monumentalen Eckhauses, das jedem Sammler von früheren deutschen Briefmarken her bekannt ist und neben dem Postministerium das ausgedehnte Museum der Deutschen Reichs- Post beherbergt. Rechts ein paar Stufen hinauf, wenige Schritte weiter in einen kleinen (Saal, und wir stehen vor einer der größten und kostbarsten Briefmarkenlammlungen der Welt. Riemals dringt das Tageslicht hier hinein; d^e stark vergitterten Fenster sind stets dicht verhängt, und große Bogenlampen verbreiten nur mildeS, künstliches Licht, um die lebensfrischen Farben der vielen Markengefichter nicht zu bleichem Das Problem der günstigen Aufstellung einer so gewaltigen Sammlung hat hier eine praktische, sinnreiche unb zugleich schöne Lösung gefunden. Wir sehen auf kräftigen gedrechseltem Gestellen zwölf starke, braunpolierte Holzfäulen mit Metallringen, an denen beweglich in Scharnieren je eine Anzahl Rahmen hängen, die unter Glas die Kartons mit den Marken und Ganzsachen enthalten. Da auch die Säulen selbst drehbar sind, ermöglicht diese Anordnung dem Betrachter, wie in einem riesigen Permanentalbum bequem die Seiten umzublättern. Rur die De- leuchtung läßt noch zu wünschen übrig. Die erste Säule trägt von den ersten Anfängen an die Marken und Ganzsachen der altdeutschen Staaten, der Deutschen Reichspost und der Kolonien. Es folgen auf den Säulen 2 bis 6 die Länder Europas — ausschließlich Deutschland — ferner Asiens, Afrikas, Amerikas und Australiens, die alle wieder unter sich alphabetisch geordnet sind Die zweite Säulengruppe ist den Ganzsachen gewidmet, und zwar finden wir auf den Posta- MLnten 7 und 8 die Briefumschläge und Streifbänder aller Länder, auf 9 die Kartenbriefe und Postkarten, auf 10 und 11 lediglich Postkarten aus aller Welt und endlich auf der 12. und letzten Säule die Formulare für den Geldverkehr der verschiedenen Länder. Vielleicht das hervorstechendste Merkmal dieser staatlichen Sammlung ist, daß sie zum allergrößten Teil nur ungestempelte Postwertzeichen enthält, so daß also die zahlreichen Sätze mit ganz wenigen Ausnahmen in der Ursprung- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) dem Irakoertrag, mit dem Vertrage ferner mit Ibn Saud, den es als den Herrscher von ganz Arabien anerkennt, und mit den aussichtsreichen Verhandlungen mit der Türkei jedenfalls das b e - festigt, was es aus dem Weltkrieg hier davon getragen hat und worauf es ihm in erster Linie ankommt. Wichtiger als die Petroleuminteressen m Mesopotamien ist ja die strategische Stellung Englands dort, der ungehinderte und ununterbrochene Landioeg zwischen Aegypten und Indien, die Verteidigungsposition gegen Rußland, Türkei, Persien, Kaukasus. Dieser außerordentliche Erfolg des Weltkrieges wird doch Schritt für Schritt aus- gebaut und befestigt, wobei die englische Politik ohne Zweifel eine gewisse Biegsamkeit beweist. Im ganzen aber sieht man, daß diese Oriei tfragen für London und Paris in zweiter Linie stehen, daß Frankreich durch sie höchstens veranlaßt wird, nicht zu schroff gegen England aufzutreten, und daß das Wesentlichste ist dos System von europäischen Staatenbeziehungen, das sich aus dem Locarnowerk heraus gebildet hat ober herousbilden soll. Südosten und Osten- Jugoslawien hat die Verhandlungen mit Griechenland, dessen Dikder Tschechoslowakei und, wenn auch nicht so euer» gisch, von Jugoslawien angebahnt, während Rumänien lieber fein jetzt ablaufendes Militärbündnis mit Polen erneuern möchte. Das führt unzweifel- haft in der Fortführung von Locarno zu einer Umbildung der Kleinen Entente, die sehr interessant sein wird. Schließlich Rußland, das zur gleichen Zeit die Verhandlungen mit Frankreich wieder begann und das große deutsche Kreditgeschäft unter Dach brachte. Die Verhandlungen mit Frankreich werden lange und schwierig sein, den deutschen Kredit hat Rußland schon so gut wie in der Hand. Es ist wieder ein Zeichen dafür, daß Deutschland fest entschlossen ist, durch Locarno und den Völkerbund sich nicht einseitig nach Westen einfangen zu lassen, sondern trotz Völkerbund und gerade durch und in ihm die östliche Politik weiter zu treiben, die politisch und wirtschaftlich für uns absolut notwendig ist. Absolut notwendig aber ist sie ebenso — wir lasten dahingestellt, für wen von beiden mehr ober weniger — für Rußlanb. Denn bie Lebensfrage ber Sowjetregierung heute unb im Augenblick ist, wo sie die Äreditmöglichkeit und die Lieferungen des O^s Heimatblatt Gießener Anzeiger tator die Salonikifrage respektiert hat, wieder aufgenommen unb anbererseits sich Italien genähert, das sich zu Jugoslawien anders stellt, weil Mussolini es für richtig hielt, die Spitze gegen Deutschland und Oesterreich zu richten. Wenn sich Italien unb Jugoslawien annähern unb verständigen, so können wir dos im Interesse des europäischen Friedens nur begrüßen, unb bah der Anschluß gegen Italien und gegen Jugoslawien ebenso wenig durchzusetzen ist, wie gegen die Tschechoslowakei, das wußten wir ohnedies. Darüber hinaus hat bie jugoslawische Politik gar keine Veranlassung, sich in eine antibeutsche Front hereinziehen zu lassen, die anzustreben auch vom Standpunkt Italiens auch das Verkehrteste ist, was man sich denken kann. Was ist das für eine Phantasie, mit Jugoslawien, mit Polen eine Front gegen Deutschland Herstellen zu wollen, das den Anschluß heute gar nicht durchführen kann unb das die Brennergrenze nicht in Frage stellt? Was kann ausgerechnet Polen der italienischen Politik für eine Stützung bieten? Das ist alles so unüberlegt, durcheinander, unberechenbar, wie die ganze Art Mussolinis immer mehr und mehr geworden ist. Dabei liegen die großen Aufgaben Italiens unb ber Außenpolitik gewissermaßen auf der Straße: im Mittelmeer, im nahen Orient, im Verhältnis zu Rußland usw. Aber es hat keinen Zweck, dergleichen verstandesmäßig zu betrachten, wenn eben in ber ganzen Führung der außenpolitischen Geschäfte Italiens eine rationelle Behandlung so vollständig fehlt wie heute. Locarno wirkt auf bie Kleine Entente, die zugleich ihr Verhältnis zu Rußland nicht einheitlich zu regeln vermag. An Locarno beteiligt ist die Tschechoslowakei: Jugoslawien unb Rumänien dagegen nicht. Die Anerkennung Rußlands wird von Auslandes fände, um den Warenhunger der Bauern zu befriedigen, den ber Staatskapitalismus Rußland einfach nicht befriedigen kann. Die wirtschaftlichgespannte unb schwierige Lage Sowjetrußlands 1 Zwingt dieses, die Wirtschaftsverbindung mit dem : Ausland so sehr wie irgend möglich zu suchen und damit eine Europa zugewandte Friedenspolitik zu machen, die sie trotz allen Lärmes und aller Ablehnung doch in bie beiben großen Völkerbunds- konferenzen des Frühjahrs und damit eben noch wenigstens an den Völkerbund selbst heranführt! Hessen in Not! Don Generalsekretär K o 11 b a ch, Darmstadt. Die Kunde von der furchtbaren Finanznot des hessischen Staates ist inzwischen über bie Landes- grenzen gebrungen unb hat seit einiger Zeit lebhafte Erörterungen in der Presse des Reiches hervorgerufen. Dabei fehlte es auch nicht an irreführenden Meldungen, unb so darf deshalb wohl hier eine zu- fammenfaffenbe Darstellung der hauptsächlich in Frage kommenden Tatsachen ihre Berechtigung haben. Der Voranschlag des hessischen Staatshaushaltes für 1926, der vor kurzem dem Landtage oorgelegt wurde, redet für jeden Vorurteilslosen eine erschreckend deutliche Sprache Er schließt mit 128 610 000 Mark Ausgaben unb 119 462 000 Mark Einnahmen, also mit einem Fehlbeträge von mehr als 9,1 Millionen Mark ab. Zur teilrbeisen Deckung dieses Ausgabenüberschusses sollen Ueberschüsie aus den vergangenen Jahren in Höhe von über 3 Millionen Mark, von denen weiter unten noch bie Rede fein licken Schönheit und ungetrübter Farbenpracht sich darbieten. In manchem Rahmen ein wahrhaft herrlicher Anblick, der das echte Sammlerherz lachen und — das Wasser im Munde zusammen- laufen läßt! Rur einige Reihen englischer Kolonialmarken tragen den bekannten „Specimen"- Aufdruck und ein paar alte Ausgaben von Australien die Bezeichnung „Reprint". Dem zünftigen Sammler fallt ferner sofort auf, daß die Marken nicht nur mit einem Falz, sondern mit der ganzen Fläche fest auf die Kartons geklebt sind, um ein Krümmen und Rollen des Papiers zu verhindern. Dieses System, das für jedes QIlbum_ verpönt wäre, erscheint hier durchaus zweckmäßig, da diese für die Rachwelt bestimmte Museumssammlung in absehbarer Zeit ja kaum Aenderungen erfahren dürfte. Lieber raschend ist auch der zeitgemäße Stand dieser Markenschau. Ost genug kann man hier schon Reuerscheinungen bemerken, bie noch keine Fachzeitschrift gemeldet hat, oder die, namentlich in den höheren und höchsten Werten, noch bei keinem Händler zu finden sind. Welchen Liebhaber- oder Marktwert die Schätze des Reichspostmuseums heute darstellen, läßt sich auch nicht annähernd ermessen. Der sachkundige Markenfreund kann sich aber ein ungefähres Bild machen, wenn er erfährt, daß hier zur Zeit mehr als 36 000 Briefmarken und über 8000 Ganzsachen angehäuft siird, so daß die ganze Sammlung einschließlich der eingedruckten Marren rund 45 OOO Postwertzeichen umfaßt! Da hier Zähnungs-, Wasserzeichen-, Typen- und Farbenunterschiede nicht berücksichtigt werden, so kann man sich angesichts der genannten hohen Zahl verschiedener Marken und Ganzsachen den außerordentlich hohen Grad der Vollständigkeit leicht vergegenwärtigen. Unter diesen Umständen findet der Kenner beim auch die meisten „großen Seltenheiten" in diesem „Staatsalbum" vertreten. Einen Ehrenplatz nech- nten ein paar der größten und ehrwürdigsten Berühmtheiten ein, die abgesondert unter Glas und Rahmen an der einen Wand unter einem Relief- Porträt Heinricht von Stephans hängen: die beiden kostbaren Mauritius von 1847, wovon die 1 Penny rotorange, stark gestempelt ist, während die 2 Pence dunkelblau, die auf einem Brief an eine Firma in Bordeaux klebt und links ein wenig lädiert ist, vom Stempel kaum gestreift wurde unb daher die falsche Inschrift „Post Office" klar erkennen läßt. In nächster Rachbarschaft dieser beiben Koryphäen finden sich die seltene 4 Cents dunkelblau von Britisch-Guiana aus dem Jahre 1856 (Don welchem Lande andere teure Raritäten unter Amerika eingereiht sind) sowie die vier ersten blauen Hawaii von 1851/52. Rimmt man noch ein paar Stichproben vor, so entdeckt man zwischen Begeisterung und Reil schwankend, auch im allgemeinen Teil an den Säulen noch eine erstaunliche Menge „großer Kanonen". Erwähnt seien nur etwa die beliebte rote Sachsen zu 3 Pf. von 1850, der gesuchte Merkur Oesterreichs 1851 in Rosa unb Zinnober, die ältesten Schweizer Marken, wie das bekannte Basler Täubchen von 1845 und die Genfer und Züricher Kantonalmarken (1843). Toskana 1860 zu 3 Lire dunkelgelb, Rumänien-Moldau 1858 zu 81 Parale blau, auf bläulichem Papier, die verschiedenen dreieckigen Kap der guten Hoffnung von 1853 ’63, die großformatigen Zeitungsmarken der Vereinigten Staaten von 1875 usw. — alles Dinge, die man sonst im Leben kaum jemals zu sehen bekommt. Daß die altdeutschen Staaten und die Hansestädte mit ihren antiquarischen „besseren Sachen" hier vollständig vertreten sind, versteht si > für diese Stätte eigentlich von selbst. Auch uZer den Ganzsachen finden sich natürlich höchst wertvolle Stücke, wie beispielsweise die berühmten englischen Mulready- Umschläge des Jahres 1840, die alten Helgoland- Sachen und manches andere. Wenn man annimmt, daß allein der Wert der Maritius-Raritäten und ihrer Rachbarn in dem erwähnten Sonderrahmen zusammen heute auf nahezu eine halbe Million Coldmark geschätzt werden kann, so muß die ganze Sammlung wohl mit etlichen Goldmilliönchen bewertet werden Schon hieraus ergibt sich, daß ein „Album" von solcher Reichhaltigkeit und Qualität heutzutage von einem einzelnen gewöhnlichen Sterblichen wohl nicht mehr zustande gebracht werden kann 11 nb in der Tal beruht ja der enorme Umfang ber Markenschau im Reichs- postnruseum zum größten Teil nur auf dem gegenseitigen Austauschverhältnis zwischen den Postverwaltungen der Länder, die dem Weltpostverein angehören. Außer der vorstehend geschilderten Generalsammlung werden hier im übrigen auch einige interessante Spezialzusammenstellungen gezeigt. So ist zur Zeit im Mittelpunkt des Saals in einer besonderen Vitrine eine prächtige Leihgabe des sächsischen Finanzministerums aufgestellt: die ersten Entwürfe, Probedrucke unb ganze Bogen der alten Marken Sachsens, Darunter auch ein schönes Doppelstück ber roten 3-Pfennig- Marke. An den Krieg in den Kolonien erinnert ein besonderer Wandrahmen, in dem ein paar ehrwürdige Reste der amtlichen Rotausgabe von Deutsch-Ostafrika aufbewahrt werden, die 1916 vor den anrückenden Engländern vergraben und erst nach fünf Jahren wieder hervorgeholt wurden. An der einen Längswand des Saals sind Samstag, 6. März 1926 wird Verwendung finden, so daß schließlich ein u n • gedeckter Fehlbetrag von c a. 6,1 Millionen Marl übrig bleibt. Zur richtigen Würdigung dieses betrübenden Tatbestandes muß man sich vor Augen halten, daß der hessische Staat etwa die Größe eines preußischen Regierungsbezirks besitzt und nur rund 1,3 Millionen Einwohner zählt. Die Ausgaben des Landes verteilen sich auf 78.1 Million Mark persönlicher und 50p Millionen fach- lichcr Natur. Die Endsumme bei Staatsvor- anjchlages für 1926 ist gegenüber 1925 sogar um 16,1 Millionen Mark gestiegen. Der verantwortliche, der demokratischen Partei angehörende Finanzminister Henrich hat seinem Voranschlag ein Finanzcxposö mit auf den Weg gegeben, das vom Landtag mit größter Spannung erwartcet wurde. Dieses Finanzexpojö ergab das schon lange befürchtete erschütternde Bild der hessischen Finanzen. Was aber ganz besondere Verwunderung bei den Oppositionsparteien und auch darüber hinaus hervorriej, das war die Tatsache, daß der Finanzminister diesem Ergebnis gegenüber mehr oder weniger ratlos dastand. Wie schon erwähnt, konnte er allerdings daraus Hinweisen, daß 3 Millionen Mark aus den Ueberschüssen früherer Jahre den ungedeckten Fehlbetrag auf 6,1 Millionen Mark herunterdrücken. Diese Ueberschüsse haben aber ihre böse Seite: es sind nämlich die in den Jahren 1923 und 1924 zuviel erhobenen Steuern. Die Rechte hatte in der Vergangenheit immer wieder Einspruch erhoben gegen eine Finanzpolitik, die über den Staatsbedarf hinaus zur Erhebung neuer Steuern geschritten war. Es sei daran erinnert, daß noch im vergangenen Jahre die in Hessen regierenden Parteien der Weimarer Koalition 1,7 Millionen Mark an Gewerbesteuern mehr bewilligten. Wie in den vergangenen Jahren, so brachte der Finanzminister auch dieses Mal unbegreiflicherweise zum Ausdruck, daß die Ausgabeseite des Etats ihm keine besondere Sorge mache, während auch er nicht leugnen konnte, daß ihm die Entwicklung der Einnahmeseite recht bedrohlich erscheine. Charakteristisch für die steuerliche Lage in Hessen erscheinen folgende Zahlen. Vor dem Kriege wurden in Hessen im Jahre rund 26 Millionen Mark an direkten Steuern erhoben, in denen die Matrikular- beiträge an das Reich eingeschloffen waren. Heute erhalt Hessen vorn Reich in der Form der lieber« Weisung ungefähr öie gleiche Summe von 26 Millionen Mark — 70 Prozent der vom Reich in Hessen erhobenen Steuern zurück. Auch in Anbetracht dessen, daß dem Hessischen Staate zwangsläufig eine Reihe neuer Aufgaben aufgebürdet wurden, muß es als eine ungeheuerliche Tatsache erscheinen, daß der Hessische Staat neben den genannten 26 Millionen Mark weitere 50 Millionen Mark an Landes st euern erhebt. Der Steuerdruck in Hessen hat infolgedessen unerhörte Ausmaße angenommen unb längst die volkswirtschaftlich noch erträgliche Gefahrenzone überschritten. Auch der Finanzminister war wiederholt gezwungen zu erklären, daß ein weiteres An- ziehen der Steuerschraube in Hessen nicht verantwortet werden könne, und trotzdem weiß Herr Henrich in feinem Finanzexposs keinen anderen Ausweg als nur den einen, nämlich den Weg der Steuererhöhung, und zwar der Erhöhung der Sonder st euer vom beb outen Grundbesitz. Man hat den Finanzminister auf den Widerspruch aufmerksam gemacht, der darin liegt, daß er einmal selbst eine weitere Steuererhöhung für unmöglich erklärt habe, und nun so tue, als oo es sich bei der Erhöhung ber Sonder- steuer vom bebauten Grundbesitz um keine Steuern handle. Auf dem Wege der Verordnung will das hessische Gesamtministerittm diese Sondersteuer auf einen Steuersatz bringen, ber im ganzen 2 Mark pro 100 Mark Steuerwert beträgt. Von allen Einsichtigen wirb biefer Steuersatz als gerabezu ruinös bezeichnet. Es war von besonderer Wichtigkeit, daß der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Nie- poth den Finanzminister Henrich dahingehend berichtigte, baß er keinesfalls von Reichs wegen ge- halten sei, die geplante Steuererhöhung in diesem sodann noch drei kleinere Spezialsammlungen angebracht' die Ausgaben der Riederlande und ihrer Kolonien bis 1899 mit Abarten und Typenunterschieden, ein Geschenk des griechischen Generalkonsuls Lehmann in Asterdam; die Marken der Wendenschen Kreispost 1862/1901 mit allen Verschiedenheiten und Reudrucken, befestigt auf einem großen, wappengeschmückten Karton mit Handmalerei, dem Museum gestiftet vom Verein der Briefmarkenfreunde zu Riga; endlich eine schöne Sammlung von Telegraphenmarken aus aller Welt. Im Vorraum haben schließlich noch einige Dinge Aufstellung gefunden, die insbesondere! den Philatelistischen Feinschmecker interessieren. Da wäre in erster Linie eine Säule zu nennen, die eine außerordentlich umfangreiche Sammlung sogenannter Schiffsöri efet ägt, toi 2 sie etwa in den Jahren 1886 97 von unseren auf Weltreisen befindlichen Kriegsschiffen mit den Briefen und Karten der Mannschaften an das damalige Kaiserliche Hofpostamt in Berlin (Marine-Post-, bureau) gesandt tourden, um von hier an die Angehörigen in der H einrat weiter befördert zu werden. Es handelt sich meist um sehr große und starke Kuverts, die von den deutschen Schiffen den Postämtern der überseeischen Küstenorte, die gerade berührt wurden, zur Weitersendung übergeben und gewöhnlich mit Dutzenden der betreffenden Marken über und über beklebt wurden. So schlummern hier unangetastet viele der hohen und höchsten Schilling- und Pfund-Werte alter englischer Kolonialmarken und manche anderen köstlichen Leckerbissen. Andere Rahmen zeigen wohl vollständig die deutschen Poststempel (auf entsprechenden Briefmarken) aus der Zeit der Knegswirren in China 1900 01. Von hohem Interesse Und endlich auch die Schaukästen mit wohlerhaltenen deutschen Feldpostbriefen, die von den schicksalsreichen Jahren 1806 08 und 1813/15 über die Feldzüge von 1864 und 1866 bis zum Kriege 1870/71 führen Die Sammlung des Reichspostmuseums wird von dem bekannten philatelistischen Forscher Oberlandesgerichtspräsidenten Earl Lindenberg be- trenf, der noch immer — obwohl er sich der Vollendung seines 8. Lebensjahrzehnts nähert — regen persönlichen Anteil am Dachsen und Gedeihen seiner papierenen Pflegekinder nimmt ES ist zu einem großen Teil sein Verdienst, toenu jener Saal an der Leipziger Straße zu einer Art Wallfahrtsstätte geworden ist, an der de» Markenfreund von echtem Schrot und Korn an» dächtige Feierstunden erleben kann Auch wenn er sich mit leiser Wehmut sagen muß: „Dis Sterne, die begehrt man nicht, — man freut sich ihrer Pracht." Ausmaße vorzunehmen. Naturgemäß gründet sich dieses Steuerkartenhaus des Herrn Henrich weiterhin auf die Voraussetzung der ursprünglich für den 1. April 1926 vorgesehenen Friedensmiete. Ein Fehler in der diesbezüglichen Rechnung des Finanzministers, der sich ja auch noch Herausstellen wird, muß den ungedeckten Fehlbetrag des Staatshaushaltes automatisch wieder auf rund 10 Millionen Mark erhöhen. Minister Henrich hat weder einen Weg zur teil« weisen Beseitigung der Defizitwirtschaft, geschweige denn einen Weg zur Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt in seinem Finanzexposö gezeigt. Die Ausgabenseite des Etats ist für ihn gleichsam eine unabänderliche Tatsache. Man hatte eben in Hessen bei den regierenden Parteien kein Verständnis dafür aufbringen können, daß es unweigerlich zur Finanzkatastrophe führen mußte, wenn man dem verarmten Staate immer neue Aufgaben und damit neue Ausgaben aufbürdete. Da der Finanzminister Henrich in seiner Taten- unlust verharrte, und in dem Finanzexpose besonders noch zum Ausdruck brachte, daß er nie seine Hand dazu bieten werde, irgendwelche kulturellen oder sozialen Aufgaben des Staates, mit denen sich Hessen im Gegensatz zu den übrigen Ländern des Reiches ganz besonders, und zwar mit einem gewissen Eiltempo belastet hatte, abzubauen, so blieb es den Oppositionsparteien Vorbehalten, hier die notwendige Initiative zu entwickeln. Schon eine flüchtige Ueberprüfung der Ausgabenseite des Staatsvoranschlages für 1926 ergab greifbare Möglichkeiten entschiedener Sparmaßnahmen, und diese Feststellungen konnten zwischenzeitlich noch nach mancher Richtung hin erweitert werden. Betrüblich bleibt die Tatsache, daß Hessen hinsichtlich seines Finanzgebarens nicht in der Sage ist, einen Vergleich mit anderen Ländern des Reiches, etwa mit Preußen, erfolgreich zu bestehen. Bei dieser Sachlage nahm die Vorberatung des Etats in dem Sechserausschuß und im Finanzausschuß des Landtages einen erregten Verlauf. Die besondere Aufmerksamkeit der gegen die hessische Finanzpolitik sich wendenden Parteien richtete sich naturgemäß zunächst auf den größten Posten der Ausgabenseite des Voranschlages, ilämlich Das Kapitel Volksschule. Hierbei gelangte man schon bald zu statistischen Ergebnissen, die geradezu sensationell wirkten. Es konnte festgestellt werden, daß einer Volksschülerzahl von 216000 vor dem Kriege heute leider nur noch 142 000 gegenüberstehen; trotz dieser Verminderung um 74000, die nicht erst von gestern auf heute herrührt und bedauerlicherweise ebensowenig von heute auf morgen verschwinden wird, ist in Hessen die Zahl derLe h- r e r nicht nur auf gleicher Höhe geblieben, sondern hat noch unter Berücksichtigung der Fortbildungsschullehrer eine gewisse Erhöhung erfahren. Entsprechend sind die Schul ko st en in ihrer Gesamthöhe von 11,2 Millionen Mark im Jahre 1914 auf 25,5 Millionen im Jahre 1926 an- gewachsen. Der Wucht dieser und ähnlicher Feststellungen bei anderen Kapiteln des Staatsooranschlags konnte auch die Front der vor Henrich schützend dastehenden Parteien nicht standhalten. Auf einmal, zu« nächst erst schüchtern, begannen Demokraten und Sozialdemokraten ihrerseits Abbauanträge, auch bezüglich der Volksschule, xu stellen und damit ein weiteres Zeugnis für die zwingende Notwendigkeit sofortiger Sparmaßnahmen zu erbringen. Die Sitzung des Finanzausschusses, in der über diele und die anderen Einträge abqestimmt wurde, nahm einen dramatischen Verlauf. Hie Linke mußte sich sagen lassen, daß sie es leicht in der Hand gc« habt hätte, bereits seit Jahr und Tag sich den klar erkennbaren Staatsnotwendigkeiten anzupassen und damit den heute erforderlichen, z. T. harten Maßnahmen aus dem Wege zu gehen. Bemerkenswert war auch, daß das Zentrum in seinen Anträgen, Namentlich mit Bezug auf die Fortbildungsschule, eine mehr oder weniger große Angleichung an die Auffassung der Oppositionsparteien vornahm, z. T. sogar über deren Anträge hinausging. Die Hauptüberraschung bildete aber die plötzliche Erklärung des Finanzministers Henrich, daß die vorgelegten Anträge hinsichtlich der Volksschule nicht weit genug gingen, und der seinerseits nunmehr die Anregung gab, von jetzt ab jede z weite B e a m t e n st e i l e im Volksschillwesen, die vakant würde, nicht mehr zu besetzen. Mit Recht wurde Herrn Henrich von den Vertretern der Rechten entgegengchalten, daß seine Erklärung nichts anderes als eine Polemik gegenüber seinem eigenen Staatsvoranschlag bedeute, und daß weiterhin die Finanzpolitik des Hessischen Staates nicht vernichtender charakterisiert werden könne, als wie es der Finanzminister selbst durch seine jüngsten Anregungen getan habe. In den Plenaroerhandlungen des Landtags, die jetzt begonnen haben, werden alle diese Angelegenheiten eingehend vor der Oeffentlichkeit zur Sprache gebracht werden. Für die Parteien ter Weimarer Koalition, namentlich jedoch für das Zentrum ist die bedeutungsvolle Frage zu beantworten, wie weit sie den Finanzminister Henrich schützen, und wie weit sie sich mit seiner Finanzpolitik identifizieren sollen, die sich nachgerade vor aller Augen so besonders verhängnisvoll ausgewirkt hat. Die Finanznot des Hessischen Staates und die verfehlte Politik des verantwortlichen Ministers, die sich im Lande zunächst durch einen nahezu unerträglichen Steuerdruck bemerkbar macht, hat in allen Teilen Hessens eine stürmische Protestbewegung ins Leben gerufen. In zahllosen Versammlungen, die in der Hauptsache von örtlichen wirtschaftlichen Organisationen einberufen wurden, tarn die Empörung der Bevölkerung deutlich zum Ausdruck. Man muß den wirtschaftlichen Verbänden dafür dankbar fein, daß sie durch ihr Eingreifen den ordnungsmäßigen Verlauf dieser Massenkundgebungen ermöglicht und Ausschreitungen verhütet haben. Neben Rednern der örtlichen Verbände hoben Vertreter der Deutschen Dokkspartei und des Hessischen Lcmdbundes zusammen in diesen Versammlungen das Wort ergriffen, die einen parteipolitisch neutralen Charakter trugen, und zu denen selbst in kleineren Orten Tausende aus nah und fern zusammenströmten. Die Wirkung dieser Massenbewegung, die noch unvermindert im Lande anhält, war keine geringe und hat bei den Linksparteien eine sichtliche Nervosität ausgelöst. Eine durchaus falsche Einschätzung dieser Volksbewegung bedeutet ss aber, wenn man sie als „gemeinsame Schimpffront gegen Steuern" bezeichnet. Wir stehen am Schlüsse unserer Betrachtung. Heute hat der hessische Staat auf seine letzten Reserven ^urücf gegriffen; fein Voranschlag ist ohne Rücksicht darauf auf- gestellt, ob die Steuern auch in ihrer ganzen Höhe eingeben, vor allem jedoch ohne Rücksicht dar aus, ob nicht eine Aenderung der Bestimmung über die kommende F r i e d e n s m i e 1 e den ganzen schönen Plan bezüglich der Sondersteuer vom be bauten Grundbesitz über den Haufen wirft. Letzteres ist inzwischen tatsächlich eingetreten, da die gesetzliche Miete auch nach dem 1. April 1926 noch einige Zeit unter Friedenshöhe bleiben soll. Es ist nicht übertrieben, von einem Zusammenbruch des hessischen Staatsvoranschlages zu sprechen, und man braucht kein Prophet zu sein, um ein krasses Mißverhältnis zwischen den veranschlagten und den tatsächlich eingehenden Steuern oorauszusehen. Die Kassen des Hessischen Staates sind heute leer, und schon wird im Landtage von dem Staatsbankerott gesprochen. Auch vom Reiche ist die finanzielle Sanierung Hessens nicht zu erhoffen. Hessen muß s i ch selber helfen, und es ist dazu auch heute noch nach der Anschauung der Opposition wohl in der Lage, aber mit den Methoden der bisher regierenden Koalition wird man das Retttungswerk nicht vollbringen und dbn gänzlichen finanziellen Zusammenbruch nicht verhindern können. Diese Parteien werden bald schon vor der Unmöglichkeit der Fortführung des Staates stehen. Und kein anderer als Finanzminister Henrich selbst hat diesen Gedanken der Aufgabe der Selbständigkeit des Hessischen Staates, als Ausdruck völliger Hoffnungslosigkeit, in die Debatte geworfen. Englands Macht in China. Von Dr. Wilhelm von Kries, 1906—1919 in der Seezollverwaltung Chinas. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. London, 4. März 1926. Der S e e z o 11 d i r e k t o r I)at die Häsen bzw. die Zollämter in Kanton und Whampoa geschlossen und damit den gesamten Schiffsverkehr, soweit von einem Schiffsverkehr noch gesprochen werden kann, in dem wichtigsten südchinesischen, an der Mündung des Westflusses oder Sifiang gelegenen Handelsplatz Ü i l Igel egt. Die unter kommunistischer Leitung stellende revolutionäre Regierung und das Streikkomitee in Kanton befanden sich schon seit vielen Monaten im Kampfe um die Kontrolle des südchinesischen Schiffsverkehrs. Man hat einen Streik oder wenn man will, einen Boykott, der sich fast ausschließlich gegen England richtet, verkündet und durchgeführt. Die Fremdenniederlassung in Kanton, die auf der Insel Sharneen liegt, ist praktisch von dem Verkehr mit der Außenwelt abgeschnitten. Der Handel liegt still, obwohl bis in die letzte Zeit der regelmäßige Dampferoerkehr und ein heimlicher Geschäftsverkehr mit der Chinesenstadt möglich gewesen ist. Santon hat eine Bevölkerung von über 1 Million Einwohner, und es ist unwahrscheinlich, daß die Macht der Revolutionspartei so groß sein sollte, um diese Bevölkerung zur unbedingten Befolgung der Boykottparole zu zwingen. Es liegt auf der Hand,'daß durch diese Zustände der Handel oder besser noch die internationale Kaufmannschaft und auch hier besonders die englische in der britischen Kolonie Hongkong schwer betroffen worden ist. Hongkong stellt das südchinesischs, der Mündung des Wettflusses vorgelagerte europäische Handelszentrum dar. Hongkong ist der Stapelplatz, Kanton der Umschlagshasen des südchinesischen Handels. Aus alledem ergibt sich, daß die lokale Bedeutung des Konfliktes ernst genug ist, um England Verlegenheiten zu bereiten. Daß dem so ist, zeigen sich immer wiederholende Anfragen im Unterhaus, zeigt ferner die Ausführlichkeit der englischen Berichterstattung über die südchinesischen Zustande. Mit Dem Eingreifen des Seezolldirektors oder besser Seezollkommissars ist ein neues Element in den Konflikt hineingetragen worden, wodurch er prinzipielle Bedeutung erhält. Es hqndett sich nicht mehr um lokale Streitigkeiten in Südchina, es handelt sich jetzt um die Grundfrage: War der Seezolldirektor zu einer so einschneidenden Maßnahme wie der Schließung des Hafens berechtigt, und zweitens, wenn diese Frage bejaht wird, war der Schritt im englischen oder europäischen Interesse zweckmäßig? Die juristische Lage, ist klar. Der Seezolldirektor hat im Einverständnis mit dem in Peking wohnenden Generalzollinspektor gehandelt. Er hat ferner nichts weiter getan, alsdiepraktischeFolge- ru n g aus einer unhaltbaren Lage gezogen, denn die Autorität der Seezollverwaltung wurde durch die Boykott- und Streikbewegung direkt herausgefordert. Die Revolutionäre haben einfach zweitausend Kolli, die noch unter Zollverschluß waren, aus Dem Gewahrsam der Verwaltung gewaltsam entfernt, und es blieb infolgedessen nichts anderes übrig, als den Betrieb des Zollamtes ein zustellen. Eine Fortsetzung der revolutionären lieber» griffe hätte weiter keine andere Wirkung haben können, als Der völligen Untergrabung Der an sich schon geschwächten Autorität Der Seezollverwaltung in Südchina. Damit ist indessen die zweite Frage noch nicht beantwortet. Wir haben schon bei früherer Gelegenheit auf die Bedeutung der sich auf Die Seezollver- waltung gründenden heimlichen Bormachtstel - l u n g Englands in China hingewiesen. Die Seezollverwaltung, Die ihre Einnahme an Die Zentralregierung abführt, ist eine a u s l ä n D i s ch e Behörde, vergleichbar mit der „Sette publigue" in Der Türkei. Ihre Tätigkeit umfaßt Das gesamte Gebiet des chinesischen Reiches. Seezollämter finden sich in jedem Hafen, in jedem Handelsplatz, an Der See-, Land- oder Flußgrenze und im Jnlcmde, wo Europäer Niederlassungsrechte besitzen. Sie steht unter englischer Oberleitung, und Die Beamtenschaft setzt sich aus Angehörigen aller Vertragsmächte mit Ausnahme Der Mittelmächte Deutschland Oesterreich usw. zusammen. Aber sie ist von EnglänDern gegrünDet, wird von Engländern verwaltet und bildet einen Staat im Staate. Dir Autorität Der Seezolloerwaltung ist noch niemals von revolutionären Gewalten in China an- gezweifekr worden. Abgesehen von ganz kleinen Zwischenfällen ist niemals eine Lage aufgetreten, wie Die gegenwärtige. Jeder chinesische Machthaber, selbst Sunyatsen, hat es niemals gewagt, praktisch in Die Seezolloerwaltung einzugre'ifen, Denn jeder Chinese wußte und weiß, daß Der internationale Kredit des gesamten chinesischen Reiches auf dem unbehinderten Funktionieren dieser Verwaltung beruht. Diese Verhältnisse haben sich nun zum ersten Male feit Dem Bestehen Der Seezölle, D. h. feit 75 Jahren, geändert. Es ist zum offenen Konflikt einer revolutionären Lokalregierung und der veezollverwaltung gekommen. Die Seezollverwal- lung, dargestellt durch Den Seezollkommissar in Kanton, ist ihrerseits zur Offensive übergegangen. Das Echo dieser Aktion in den englischen Blättern, ganz ^besonders der „Firnes", zeigt den Ernst der Lage. Schon jetzt sind Stimmet: hörbar. Die Die Zweckmäßigkeit des Vorgehens Des Seezolldirektors bezweifeln. Nicht, weil DaDurd) ein objektiver Schaden ungerichtet^würde. Nach Lage der Dinge war der Leiter des Seezollamtes in Kan- ton völlig im Rechte. Aber das höhere Interesse wird in Mitleidenschaft gezogen, denn plötzlich fällt ein unerwartetes Schlaglicht auf eine bisher u n - sichtbare Machtposition der englischen Politik. Das wird als peinlich und unerwünscht empfunden. Wir stehen deshalb vor Dem Beginn einer außer- -orDentlidj interessanten unD wichtigen Auseinandersetzung in Südchina. Die Seezollverwaltung steht zwar unter fremder Leitung, hat ober Den Charakter einer chinesischen Behörde. Nicht England, sondern nur die Pekinger Zentralrsgierung ist zum QRn* greifen in Kanton völkerrechtlich berechtigt. Aber wiederum handelt es sich um Den ersten Fall, wo vitale englische Interessen seit Beginn der chinesischen Wirren in Mitleidenschaft gezogen sind. Darin liegt Die eigentliche BeDeutung Des Konflikts zwischen Dem Seezolldirektor und Der revolutionären Regierung in Kanton. Ausbau berUmversitätMetzen, nicht Abbau Von amtlicher Seite wird uns mitge- teilt: In ganz unverantwortlicher Weise ist in der letzten Zeit mehrfach über die LanDes- universität Gießen geschrieben worden, als ob ein Abbau oder gar die Aufhebung der Llniversität bevorstehe. Gerade das (Segenteil ist aber der Fall. Wie jede Tiniversität hat natürlich auch die Gießener unter der Boi der Zeit zu leiden. Es muß aber außerordentlich anerkannt werden, daß trotzdem der Hessische Staat, den die feindliche Besatzung in Rheinhessen doch um einen großen Teil seiner Einnahmen bringt, alles tut, um die Landesuniversität nicht nur auf ihrem früheren Stande zu erhalten, sondern sogar kräftig weiter zu entwickeln. Zum Beweis dafür und um die ®runblofigfeit der Gerüchte am besten darzutun, sei angeführt, was alles in der Zeit nach dem Krieg an (Neubauten und Einrichtungen an der Universität entstanden ist. Zur Entlastung des Borlesungsgebäudes wurden in der Bähe desselben zwei große dreistöckige Häuser erworben, in denen die Seminare der Theologisch en und Philosophischen Fakultät, I. Abteilung, untergebracht wurden. Zm Gebiet der Medizinischen Fakultät wurde die Frauen- und Hautklinik durch große Anbauten beträchtlich erweitert und mit modernsten Einrichtungen versehen. 3n den letzten Tagen wurde ein großer Anbau an die Lupusheilstätte. die in Personalunion mit der Hautklinik steht, feierlich eingeweiht. Bei den Kliniken ist auch ein großes, neues Physiologisches Institut mit physikalischer, chemischer, anatomisch- histologischer und operativer Abteilung erbaut worden, in dem auch das Institut für Körperkultur und das für experimentelle Psychologie untergebracht wird. Die in guten Zeiten vor dem Krieg neu' errichteten Institute und Kliniken der Veterinärmedizinischen Fakultät sind in neuester Zeit um ein großes, mustergülliges Tierseuchen- und Rotlausimpfinstitutt erweitert worden. Bon Neuerwerbungen im Gebiet öer P h i l o- s o p h i s ch e n F a k u l t ä t, II. A b t e i l u n g, sind zu nennen das frühere Garnisonlazarett samt Zubehör, in dem das erweiterte Forstwissen- schaflliche, das Geologische uird das Agrikulturchemische Institut untergebracht werden. Für die landwirtschaftlichen Disziplinen sind umfangreiche Ländereien für Versuchszwecke und zwei große Hofe, der obere und untere Hardthof, in nächster Äähe Gießens erworben worden, die Musteranstalten auch in bezug auf Tierzucht zu werden versprechen. Kaum eine Umüerfität verfügt über so vielfältige Disziplinen als Gießen, wie sich aus dem Gesagten ergibt. Ans alledem geht hervor, daß der H e s s i s che Staat die Landesuniversität nach Kräften fördert. Weiteren Wünschen, welche die llntoerfität neuerdings ausgesprochen hat, und von deren Dringlichkeit sich Bertreter der Regierung und der Finanzausschuß des Landtags in den letzten Tagen überzeugt haben, ist wohlwollende Berücksichtigung zugesagt 'worden. Wie man nach alledem von einem Abbau der Llniversität Gießen reden kann, ist uner- find5ich. Es handelt sich vielmehr um fortschreitenden Aufbau. Wenn die Angelegenheit nicht so ernst wäre, könnte man nur lachen über die eifrigen Zeitungsschreiber, die in Meldungen und Arttkeln von ..Abbau" und „Aufhebung der Landesuniversität Gießen" reden und daran allerlei Betrachtungen über den Antritt der Erbschaft durch benachbarte preußische Universitäten knüpfen. Die „B. Z. am Mittag" in Berlin fing den -Un-imt an mit einer Meldung, der umgehend von amtlicher Stelle mit Bachdruck entgegengetreten wurde. Zn der „Bossischen Zeitung" beschäftigte sich aber trotzdem ein Arttkel von Dr. Mahrholz mit dem Thema, wobei Der Verfasser jedoch arg mit der Stange im Aebel herumfuhr. Andere Zeitungen haben dann den Faden weitergesponnen, ohne daß er deswegen auch nur einen Schein von Echtheit gewonnen hätte. Gegen diese törichten Schreibereien wendet sich jetzt die zuständige amtliche Seite mit Der vbenstehenden Erklärung. Mit Recht werden in dieser Kundgebung die großen Leistungen des Staates für die Landes- universität Gießen hervorgehoben, und durchaus zutreffend ist die Schlußfolgerung, die aus dieser fortgesetzten Fürsorge des Staates gezogen wird. Diese Leistungen des Hessenlandes für seine Universität — so selbstverständlich sie für einen vor- wärtsstrebenden Staat mit starkem Verantwor- timgsgefühl für kulturelle Dinge auch find — wurden bei den verschiedensten Gelegenheiten mit Dank anerkannt. Aber sie stehen nicht allein. Auch die Stadt Gießen und weite Kreise der Mitbürger in Stadt und Land lassen es an der Förderung der Lanöesuniversität nicht fehlen. Wir wollen hier nicht ausführlich an all das erinnern, was früher für unsere Hochschule in vielfältiger Beziehung getan wurde. Aur der Arbeit von heute sei in wenigen Worten gedacht. Gerade in diesen Tagen entfaltet die Gießener Hochschul- gesellschaft, die Bereinigung von Freunden und Förderern der Landesuniverfität Gießen, wieder eine auherordentllch rührige Tätigkeit, die Der wissenschaftlichen Arbeit an unserer alma mater Ludoviciana weitere Hilfe aus privater Hand zuführen soll, um damit die staatliche Förderung, die leider — wie auch in Preußen! — nicht alles allein schaffen kann, toirfiam zu ergänzen. Da die Universität in unterem Gemeinwesen ein bedeutender Faktor ist, lassen die Stadtverwaltung und die Bürgerschaft es auch heute noch an Interesse für die Hochschule nicht fehlen, Umgekehrt gibt Die Universität aus ihrem großen geistigen Reichtum den Mttbürgern in der Stadt Gießen und im ganzen Hessenlande viele wertvolle Gaben, Die baß enge Verhältnis zwischen LanDesuniversität und Hessenvolk erklärlich machen. Daß unsere Gießener Hochschule aber auch für Die Studentenschaft Deutschlands und des Auslandes ein besonderer Anziehungspunkt ist, beweisen Die nachstehenden statistischen Feststellungen über Den Aückgmrg Der Studierenden an Den sog. Arbeits-Dlniversitäten nach dem Kriege. Universität Gesamtzahl der Studierenden im Sommersemester Rückgang in . o/ 19'4 1925 Zahlen /o Kiel 2642 1601 1041 39,40% Greifswald 1451 947 594- ,34,73% Rostock 1009 831 178 17,64% Marburg 2522 2156 366 14,51% Gießen 1432 1383 44 3.07% Erlangen 1302 1272 30 2,30% Zu dieser außerordentlich günstigen Gestaltung Der Besuchsziffer unserer LanDesuniversität haben Die verschiedensten ItmftänDe beigetragem Bor allem war es zweifellos Die große Tradition, Die von Gelehrten von Weltruf an der Gießener Uniöerfität begrünDet und von Persönlichkeiten mit klangvollem Ramen in Der wissenschaftlichen Welt bis auf Den heutigen Tag fort- geführt tourDe, weiter die Tatsache, Daß hier in intensiver wissenschaftlicher Arbeit ganze Männer für den späteren Beruf herangebildet werden, und nicht zuletzt auch Der Umstand, daß Die soziale« Fürsorgeeinrichtungen für hilfsbedürstige Stu- Denken hier unD in Der Provinz Ober bessern immer weitgehende Llnterstützung gefunden haben. Fassen wir zusammen: Bon „Abbau" Der Landesuniversität Gießen können nur solche Leuts reden, Denen Die Kenntnis Der Verhältnisse völlig fehlt .oder solche, bei Denen vielleicht Der Wunscy Der Vater des Gedankens ist. Beide mögen dis hier vorgetragenen Tatsachen beachten und beherzigen und nun endlich schweigen! j Kirche und Schule. )( Selters, 4. März. Gestern nachmittag fand hier das Missionsfest des Dekanates Büdingen statt. Um 21 Uhr begann im vollbesetzten Gotteshaus der Festgottesdienst, in dem Pfarrer Lic. W i ß m a n n - Wenings über das Johanneswort Kap. 19, Vers 17: „Jesus trug sein Kreuz" predigte. Der Gottesdienst war von Chorgesang der Schulkinder unter Leitung von Lehrer Häuser und Gemeindegesang umrahmt. Nach einer kurzen Kaffeepause schloß sich die Nachversammlung an. Dekan S chü f e r grüßte im Namen des verhinderten Superintendenten und des Dekanates. Pfarrer Laut-Nidda hielt einen 'ehr interessanten Mis- fionsoortrag über „Land, Leute und Religionen in Japan und die Missionsarbeit des Evgb-Prot. Missionsvereins" daselbst, Pfarrer Kahn-Ortenberg gab den Rechenschaftsbericht über die in den Dekanatsgemeinden eingegangenen Missionsgaben, Der Ortsgeistliche sprach das Schluß- und Dantes» wort. Eine reiche Missionskollekte war der Dank Der Festgemeinde und ihrer Gäste. In den De- fanatsgememben gingen für die Mission im Jahre 1925 2599 Mk. ein. Tübingen, 5. März. In den letzten Tagen wurde wieder sämtlichen Schulklassen des Kreises eine Reihe von Filmen vorgeführt. Die Darbietung fand in 14 Orten statt, die günstig gelegen find, so daß sich dort die Schulen der Umgebung zusammenfinden konnten. Auf Anregung des Lehrers Kochhafen zu Mittel-Gründau hat der Kreis einen Kinoapvarat für die Schulen beschafft. Der Apparat selbst ist Eigentum der Schulen. Ein Teil der Beschaffungskosten, die sich einschließlich Transportkoffer auf etwa 1700 Mk. belaufen, ist dadurch aufgebracht worden, daß jedes Schulkind des Kreises zehn Pfennig zahlte. Der Rest ist durch Die zweimalige Rundreise im Kreise jetzt ziemlich vollständig aufgebracht worden. Dabei wurden an vielen Orten die Filmreihen abends auch Erwachsenen vorgesührt. Für die Kleinsten waren einige Märchenfilme bestimmt, den reiferen Schülern zeigte Der Film „Wie sich der Tannenbaum in Papier ver» wandelt", die Papierfabrikatton. Außerordenllich glückliche Aufnahmen enthielt Der Film „Aus der Kinderstube des Storches". Auch humorvolle Bilder rollten sich vor den Augen der begeisterten Zuhörerschaft ab. Die Lehrer Kochhafsn und Fil singe r - Büdingen gaben den Begleittext zu den Vorführungen. Den Kreis kann man zu einem so vorzüglichen Bildungsmittel beglückwünschen. Großes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 3. März. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde heute gegen eine aus Der Wetterau stammende Frau unD einen Ellenbahn» Besichtigung derBuderus-Werke Wetzlar. . o1M7 Den freundlichen Bemühungen des Herrn Prof. Dr. Aule r war es gelungen, am 25. v. M. von der Direttton Der BuderusMerke. Wetzlar, für Die be- trtebSwirtsllmfr lich er r Seminare Der Untöetfuätrn Gießen und Marburg Die Erlaubnis zur Be- iichtigunn Dieser Werke zu erwirken. Herr Prof. Dr. 21 ulev tat Dieses in richtiger Erkenn nis der BeDeutuna, welche eine Illustration Der tm Semester eriuotbeiien theoretischen Kenmmsfe an ■Danis Der Praris für Den jungen Betriebswirt hat. Dieser Zweck kann alö erreicht betrachtet meiden. Die Benchnaulm Der Fabrlkanlaaen, welche unter Der fachmännischen Leuung zweier Herren Der Firma ifatttanö, hinterließ m allen Beteiligten Den Eindruck, Dai; eS trotz Der augenblicklichen schweren wirischaftttchen Lage Deutschlands Doch noch Unternehmen gibt, Die mit ununterbrochener Omentum, Dem starken Faktor der Deutschen Industrie, roeneratbeiten und unö zu Der Hoffmmg berechi gen, dass Deuschlandö Vollkraft noch stark genug ist. anfzuerstehen zu neuem Leben, zu neuer .'Zukunft. .»cach der Besschti.'.ung harrte der Teil- nehmen ein reichliche» Rttttaa essen. welche» vom । !n 'reiindltcher Weise gestellt wurde. Bei Tisch hielt Derr Professor Dr. Auler eine finnige Rede, Der er die gewonnenen Eindrücke auf eindrucksvolle Art w'.eDerzuaeben oeritanb. Im Anschlüsse daran svrach er im Namen der Teilnehmer Dem anwesenden Herrn Direktor Ley seinen Dank aus. An dieser Stelle fei eö mir auch ncitattet, im Namen Der Giessener und Marburger Seminare Herrn Prof. Dr. Auler für den Genuß, Den er unS durch die Besichtigung bereitet hat. zu danken. Dipl.-Kfm. E. A n n i n o S, Gießen. Beamten wegen Abtreibungsversuchs bzw. Beihilfe hierzu verhandelt. Dach längerer- Verhandlung wurden die Angeklagten im Sinne der Anklage für schuldig befunden und unter Zubilligung mildernder ilmftänöe die Frau zu 2 Mo - naten 2 Wochen Gefängnis und der Eisenbahnbeamte zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt, und beiden die erlittene Untersuchungshaft auf die Strafe in Anrechnung gebracht. Gleichfalls unter Ausschluß der Oeffcntlich- fett hatte sich ein 23jähriger junger Mann von hier wegen Blutschande und dessen Baier wegen Kuppelet zu verantworten. Auf Grund der Beweisaufnahme hielt das Gericht die Angeklagten der ihnen zur Last gelegten, Verbrechen für überführt und verurteilte den jungen Mann zu 1 Jahr Gefängnis, während sein Vater,' hem in Anbetracht der ganz besonders gelagerten Verhältnisse mildernde Umstände in weitgehendstem Maße zugebilligt wurden, mit 3 Mona- len Gefängnis davonkam. Im Anschluß hieran wurde vor dem kleinen Schwurgericht gegen einen aus der Untersuchungshaft vorgeführten 21jährigen Schuhmacher aus Rheinhessen wegen eines in Rüsselsheim in der Dacht vom 26. zum 27. Januar begangenen Einbruchsdiebstahls, bei dem ihm mehrere Paar neue Schuhe in die Hände fielen, verhandelt. Trotzdem der Angeklagte wegen Diebstahls schon wiederholt vorbestraft ist und sich heute als rückfälliger Dieb zu verantworten hatte, wurden ihm nochmals in Anbetracht seiner Jugend, seines unumwundenen Geständnisses und des nicht sehr erheblichen Wertes der gestohlenen Sachen mildernde Umstände zugebilligt, und er zu 1 Jahr 6Monate Gefängnis verurteilt. wobei aber auch andererseits strafschärfend berücksichtigt wurde, daß es sich bei dem Angeklagten um einen sehr kräftigen, gesunden Menschen handelt, der sehr gut in der Sage wäre, seine Körper- und Geisteskräfte in nutzbringender Weise zu verwerten. Kleine Strafkammer Wetzlar. 2 Ein Händler aus Wetzlar-Diedergirmes hotte im November o. 3. von einem Landwirt aus Naunheim 2 Schafe gekauft, wobei sich letzterer oorbehielt, daß der Käufer die Schafe erst nach Bezahlung des Kaufpreises erhalten sollte. Dessenungeachtet ging der Händler trotzdem kurze Zeit nachher zur Gemeindeschafherde, die im Felde weidete, und nahm ein dem vorerwähnten Landwirt gehöriges Schaf mit, ohne daß er vorher den Preis dafür an den Eigentümer gezahlt hatte. Auf Vorhaltungen des Landwirts bezahlte er diesen, jedoch mit einem wertlosen 100-Millionen-Markschein aus der Inflationszeit, auf den der Landwirt, der den Betrug nicht bemerkt hatte, auch noch 70 Mk. herausgab. Deswegen erfolgte seinerzeit gegen den Händler Anklage wegen Betrugs, die mit feiner Verurteilung durch das Amtsgericht Wetzlar zu 3 Monaten Gefängnis endigte. Gegen dieses Urteil hate der Angeklagte Berufung eingelegt mit dem Erfolge, daß das Gericht es bei der früher erkannten Strafe beließ. Eine Frau H. aus Wetzlar war wegen Unterschlagung in erster Instanz durch Urteil des Amtsgerichts Wetzlar zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden und hatte gegen dieses Urteil das Rechtsmittel der Berufung eingelegt. Trotz ihres Leugnens hat das Gericht die Angetlagte als der ihr zur Last gelegten Straftat für schuldig an und erkannte ebenfalls auf 2 Monate Gefängnis. Gegen einen Kaufmann aus Wetzlar wurde wegen Unterschlagung verhandelt, nachdem sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil erster Instanz, das auf einen Monat Gefängnis lautete, 'Berufung eingelegt hatten. Das Gericht sah den Angeklagten, der bereits schon mehrere Straftaten ähnlicher Art begangen hat, als überführt an und erkannte auf 1 Monat Gefängnis. Wegen Widerstands und Beleidigung hatte sich ein Kaufmann aus Herborn und wegen versuchter ©efangenenbefreiitng dessen Bruder zu verantworten. Beide Angeklagten waren in erster Instanz freigesprochen rooeben. gegen dieses Urteil hatte aber die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Die Angeklagten hatten der Polizei bei einem Zusammenstoß Widerstand geleistet. Die Verhandlung endigte mit der Verurteilung des einen Angeklagten wegen ruhestörenden Lärms und Widerstands zu 6 0 Ä k. und des zweiten Angeklagten wegen Ruhestörung und Beleidigung zu 5 0 M k. Geldstrafe. Auch wurden den Angeklagten die nicht unerheblichen Kosten des Verfahrens auferlegt. Amtsgericht Wetzlar. 2 In einem vor mehreren Jahren schwebenden Strafprozesse hat ein Arbeiter aus Krofdorf als Zeuge vor Gericht eidliche Aussagen gemacht, durch die der damalige Angeklagte entlastet und freigesprochen worden war. Ein Schmied und ein Maurer aus Krofdorf behaupteten daraufhin von diesem Zeugen, er habe damals einen wissentlichen Meineid geschworen, worauf dieser gegen die beiden Privatklage wegen Beleidigung erhob. Nach- dem nunmehr ein gegen den Prioatkläger schwebendes Meineidsoerfahren eingestellt worden ist, fand in der Privatklagesache Verhandlung statt. Da beide Angeklagte ihre Behauptung aufrecht erhielten, aber nicht den Wahrheitsbeweis für ihre Behauptung antreten konnten, gelangte das Gericht zur Verurteilung beider Angeklagten zu j e 30 M k. Geldstrafe, Hilfsweise je sechs Tage Gefängnis, sowie Auferlegung sämllicher Kosten des Verfahrens. In einem Falle erkannte das Gericht auch dem Beleidigten das Recht zur Urteilspublikation zu. Eine Händlerin aus Gießen, die wegen Verstoßes gegen das Wandergewerbesteuergesetz mH 20 Mk. Geldstrafe bestraft worden mar, behielt auf ihren Einspruch hin diese Strafe, da ihr Einwand, sie habe nicht hausiert, durch die eidliche Stüsfage des Zeugen widerlegt wurde. Aus dem AmLsverkündiguttgsblirtt. *•* Das Amtsoerkündigungsblatt N r. 1 9 vom 5. März enthält: Zweite Verordnung zum Volksbegehren. — Volksbegehren „Enteignung der Fürstenvermögen". — Die gesetzliche Miete im März. — Auflösung der Wassergenossenschaft „Oberau" in Villingen. — Ortssatzung über die Erhebung einer Vergnügungssteuer in der Gemeinde Lollar. — Maul- und Klauenseuche in Dors-Gill, Obbornhofen, Londorf, Langsdorf und Rödgen. — Beihilfen an ehemalige Kriegsteilnehmer. — Einführung neuer Lesebücher. — Beurlaubungen der Lehrer und Lehrerinnen. — Dienstnachrichten. Buntes Allerlei. Affea-Aerve«. Eigen eigenartigen Weg zum Studium der Dervei.lrankheiten hat der Direktor deS Psycho- Biologischen Instituts des amerckanischen Hygiene-Amtes Dr. ®. D. Hamilton etngc- schlagcn, indem er nämlich in einem besonderen Asfendvr^, das er sich in Kalifornien eingerichtet hat, die Verven der Affen erforschte. „Der Mensch", so erklärt er. „ist durch die Zivilisation dazu erzogen, seine natürlichen Triebe unter Masken zu verbergen, und cs ist sehr schwierig, unter diesen „Kulturschichten" die wahre Persönlichteit zu erkennen. D^r Affe dagegen, der dem Menschen doch so vielfach ähnlich ist, handelt noch nach den ersten Impulsen und kennt keine Verstellung. Ich habe zwischen den Derven der Affen und der Menschen Überraschende Gemeinsamkeiten gesunden, und wenn mich ein Dervenkraicker konsultiert, so frage ich mich ost: „Wie würden sich meine Affen in einem ähnlichen Falle benehmen?" und komme dadurch zu einer richtigen Diagnose. In meinem Affendorf zu Montecito habe ich 23 Affen beiderlei Geschlechts von allen Arten und Größen. Diese Tiere sind leicht erregbar, äußerst neugierig; in Liebe und Haß, in Freundschaft und Streit benehmen sie sich ganz so wie die Menschen. Ein Affe kann z. B. das Gefühl der Minderwertigkeit ebensowenig ohne Störung seines Nervensystems ertragen wie der Mensch, und er ist sehr geübt darin, sich selbst einzureden, daß er doch ein tüchtiger Bursche ist. Auch der Affe haßt nicht so wie Langeweile und verlangt Ab- wechffung. Dieses beständige Suchen nach neuen Sensationen ist einer der wichtigsten Züge, der dem Assen und dem Menschen gemeinsam ist. Gin Affe, der ein neues Vergnügen entdeckt, wird dadurch so angeregt unb in gute Stimmu. 4 gebracht wie ein Mensch. Das kann man auch in der Ehe beobachten. Zwei Affen verschiedenen Geschlechts, die längere Zeit allein im Käfig gehalten werden, bekommen einander mit der Zeit furchtbar über; der Mann sucht sich Abwechslung, indem er das Weibchen quält; dann erfolgt eine rührende Versöhnung, und dann zanken sie sich von neuem...“ Die musikalische Säge? Wir sind ja bei den Jazzkapellen bereits an die merkwürdigsten Instrumente gewöhnt, aber die neueste Neuheit dieser Orchester übertrifft alle anderen und scheint sich überhaupt im Musikleben.ein- bürgem zu wollen. Dies Instrument ist die „musikalische Säge", die fast ganz so wie eine gewöhnliche Zimmermannssäge aussieht. In England werden von diesen musikalischen Sägen, die natürlich wie die ganze Jazzmusik aus Amerika herübergekommen sind, viele Hunderte an Musikfreunde verkauft, und es gibt bereits Lehrer im „Sägespielen", die in einem Dutzend Stunden die notwendige Beherrschung des Instruments beibringen. Beim Spielen nimmt man den Handgriff der musikalischen Säge zwischen die Knie und hält die Stahlspitze zwischen Daumen und Zeigefinger der linke» Hand fest. Dos Blatt der Säge wird in die Form eines „8" geboaen, und man entlockt bann der Säge die melodischsten Töne, indem man mit einem gewöhnlichen SBiolinenbogen oder mit einem filz- überzogenen Hammer den Stahl in Schwingungen versetzt' Geschickte Iazzmusiker können auf der Säge die schwersten Melodien und Tänze zu Gehör bringen. Rundfunk-Programm deS frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Umschau".) **Sonntag, 7. März. 8.30—9.30 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartbnrg-Berein, Franklurt a. M. 12—1 Uhr: Mittags st andchen. veranstaltet vom HauS- orchester: Hector Berlioz. 3.30—4 Uhr: Di« Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Märchenborn. 4.30—6 Uhr: Uebertragung von Berlin: Rheinische Gedenkfeier im Plcnar-Dihungs- faal deS Reichstags auä Anlaß der Kölner Zone. 6—7 Uhr: Stunde des Rheinisch-Mainifchen Verbandes für Volksbildung: Varnhagen von Ense. Vortrag und Vorlesung aus seinen Denkwürdigkeiten und Tagebüchern von Dr. Herbert Kranz. 7.30—8 Uhr: Aus jüngster deutscher Dichtung (aus Werken von Else Lasker-Schüler. Brecht. Zuckmeyer, Klabund und 5XlauS Mairn). 8.30 bis 9.30 Uhr: Werte der „Mannheimer Schule". 9.30—10.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Operettenabend: Die Teresina — Riquette. Anschließend bis 12 Mr Uebertragung aus Berlin: Tanzmusik der Berliner Funllapelle. Montag, 8. März. 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend: „Von fremden Ländern und Völkern", vorgetragen von Lehrer Fr. Voigt. 4.20—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 5.45 bis 6.10 Uhr: Die Lesesttrnde (Die Novelle): Aus dem „Dekameron" des Boccaccio. 6.20 bis 6.45 Uhr: Die Bücherstunde 1. 6.45—7.15 Uh-r: Vortrag über die Gartenbestellung. 7.30—9.30 Uhr. Uebertragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Zehntes Montagskonzert des Frankfurter Orchestervereins. 10—11 Uhr: Max Jung- nickel lieft aus eigenen Werken. •• ■ . . ----!■ ........ 1—■■..■"gW TonutaaSdientt d. Herzte u.Avotbeken am 7.3. 26 Trrl. Dr. Gürtler. Dr Meyerhofs. Hirschavotheke. Zahnarzt: Dr Ft scher. MD DonfinnMiMto Gemeinde, Ederstr. 13. Gottes« äcU'jyUllUlllUK dien,le: (Sonnt, natfjm.31abdö. 8'/3 Uhr, Mittwoch abd. 8 Uhr. - Gäste berat rotllt 6,D Kaltfärbe-Kugel 2138ag Diese Marke fordern. A fSrbt bequem u. prachtvoll ohne Kochen alle Stoffe und Kleidungsstücke. Erhältlich in Drogerien usw. Frühjahrs-Neuheiten | in I Promenaden- und Klappwagen \ Naether ■ Phoenix • Frankonia Excel sior ............ 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Aus der Waldung der Gemeinde Annerod soll nachstehendes Holz im Submissionsweg verkauft werden: Aus Abt. 2a Los 1 1 Stück Fichtenstamm 1. Kl. 1,90 Fstm. II n 2a „21 „ „ 2. „ 1,22 II II 2a „ 3 1 „ „ 2. „ 1,63 ff II 2a „49 „ Fichtenstämme 3. „ 13,39 M rt 2a „ 5 45 „ „ 4. „ 47,43 W l> 2a von „ 6 85 „ „ 5a- „ 59,33 Nr. 528 bis einschließlich 744 V w ff 2a von Los 7 83 Stück Fichtenstämme 5a» „ 56,94 Nr. 751 bis einschließlich 1046 • n u 2a von Los 8 158 Stück Fichienstümmeöb« „ 58,48 Nr. 531 bis einschließlich 847 ff n n 2a von Los 9 149 Stück Fichtenstämme 5b- „ 54,29 Nr. 848 bis einschließlich 1070 ♦ ii rt 1 u. 3. Los 10 9 Stück Fichtenstämme 3. „ 13,41 ii «■ 1 „ 11 23 „ 4. , 24,55 II ff 1 „ 12 65 „ „ 5a« „ 48,09 ii II 1 „ 13 80 „ „ 5b« „ 29,40 n II 3 „ 14 16 „ „ 4. „ 16,95 3 „ lo 35 „ „ 5a» „ 24,00 ii y 3 u 16 61 „ „ 5b-„ 2036 •• ff 1 „ 17 2 „ Weißtannen 3. „ 2,72 ■> rt 1 „ 18 8 „ „ 4. „ 5,36 1 , 19 10 „ „ 5a. „ 6,-66 ii 1 „ 20 4 „ „ 5b«, 1,94 n n 1, 2 5,31 u. 3 „ 21 41 „ Fichten-Derbstangen 1. u. Festm. 2. Kl. Das Holz ist außer den Fichten-Derbstangen entrindet und ohne Rmde gemessen. Der Kaufpreis ist pro Festmeter anzugeben. Die Angebote sind nach Klaffen getrennt zu halten und müssen bis zum 10. März 1926, nachmittags 2 Uhr, auf der unter- zeichn:ten Bürgermeisters, eingereicht sein, wo in Gegenwart erschienener Bieter die Eröffnung stattfindet und die Zahlungsbedingungen bekanntgegeben werden; solche können auch vorerst eingesehen werden. Annerod, den 2. März 1926. Bürgermeisterei Annerod: Horn. 20200 Bierausschank- Einrichtungen Riiffatc ter Bier-. 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Küch . | X Gießen, Ludwigsplah 9 2131D t i | I I r 1 r r r Die Geburt eines Söhnchens l zeigen an r Wilhelm Sengenberger und Frau i 5. Mär- 1926 | Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an Dr. W. Buchacker und Frau Eva geb. Hirt Atzbach, den 3. März 1926 -.................................——.—LÄr. ..........*............ r | I Für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit r in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksam- | r keilen und Geschenke sagen wir auf diesem • i Wege allen nochmals unseren herzlichsten Dank : Ludwig Hahn II. und Frau r 2157V Gasthaus zum Einhorn Steinbach, den 6. März 1926 | Dahlien - i Meiner werten Kundschaft zur gefl. 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Wvracht, in Wahlrechts em, Sesahr laufen, .ijtTumfurieren Heilsher- beseit Jauerkrarikheit, gierungs- gen will, -er i der Weimarer die Aeichskani Amtssühru Reichstags micher zurück durch ausdrück zieh!. 2ie Befeilii allein die Stal damit eine fad rung unserer lern wir etw Rechte ve das ohne Zr der Paria Aenderung di Was will manche Kreitz rechtes? Cchenr: 1 namien Tft Zwestens geordneten 1 Drittens burtf) ersah feiten". Dieses Z seßuna des: zur Wahl ei Beseitigung durch die Au kreise in 150 reichen. Ganz d T Lon «echt nruk gg# ’«ariden.. re-«--'7 L'l JJ0 ärmer Copyright LL 3 *» L* »a, Minbr ?Si: über hben ' rve,s I Nr. 55 Drittes Blatt Parlament und Parteien Bon Otto Rippet, M. d. R.*). Recht muß Recht bleiben, die Klagen über den Riedergang des Parlamentarismus sind fast so alt ivic der Parlamentarismus selber. Das gilt auch für die Parteien, Dank der besonderen Tätigkeit beider, ist es gegenwärtig sehr zeitgemäß, über diesen größten Versager unserer Zeit zu schimpfen. Gewiß, alle die auf diese beiden Machtfaktoren im neuen Deutsch, land ihre Hoffnung gesetzt haben, sind um eine Hoff- nung ärmer und um eine bittere Enttäuschung reicher geworden. Es steht fest, daß der erste Parlamentarismus, der unser Volksbeglücker werden sollte, unser Würger geworden ist. lind die Parteien, die uns die Rettung des Staates vor dem Versinken in das Ehaos verheißen, nur sich selber in der Verwaltung des Staates verankert, aber im übrigen damit begnügt haben, durch ein häßliches Gefeilsche bei der jeweiligen fälligen Regierungs-Kabinettskrise seinen Bestand zu gefährden. Und da sich dieser Zustand seil mehr denn sieben Jahren hinzieht, ist es nicht verwunderlich, daß das seit 1918 souveräne Volk bei der Beobachtung dieses Trauerspiels seiner gewählten souveränen Vertreter von einem rechtschaffenen Ekel befallen wird. Das ist eine gesunde und durchaus erfreuliche Reaktion. Und dennoch glaube ich, daß, wer eine vernünftige Reform des Parlamentarismus will, sich einer objektiven, gerechten Beurteilung befleißigen und von ungerechten Uebertreibungen fern halten muß. Die Lektüre des ausgezeichneten, zeitgemäßen Buches von Lambach, „Die Herrschaft der Fünfhundert^' kann hier gute Dienste leisten. Das Kind mit dem Bade auszuschütten, ist auch hier vorn liebel. Die Kritiker, die in der radikalen Beseitigung des Parlaments und in der Aufrichtung einer meistens unklaren Diktatur des Rätsels Lösung erblicken, machen sich die Lösung der Schwierigkeiten gar zu leicht. Dagegen erscheint es mir, besonders nach der in Der letzten Regierungserklärung des Reichskanzlers Luther angekündigten Wahlrechtsreform angebracht, in eine eingehende Betrachtung unseres Wahlrechts einzutreten, zumal wir auch hier wieder Gefahr laufen, dem Glauben zu verfallen durch ein Herumkurieren an den Symptomen, den Krankheitsherd beseitigen zu können. Wer unsere politische Dauerkrankheit, die regelmäßig wiederkehrenden R e- gierungs- und Kabinettskrisen beseitigen will, der muß die Beseitigung des Artkiles 54 der Weimarer Verfassung wollen, der da sagt, daß die Reichskanzler und die Reichsminister z u r Amtsführung des Vertrauens des Reichstags bedürfen und daß jeder Reichsminister zurücktreten muß, wenn ihm der Reichstag durch ausdrücklichen Beschluß sein Vertrauen entzieht. Die Beseitigung dieses Artikels ist der Weg, der allein die Stabilisierung unserer etaatsleitung und damit eine sachliche, erfahrene und erfolgreiche Füh- rung unserer Staatsgeschäfte gewährleistet. Erweitern wir etwa nach dem Vorbilde Amerikas die Rechte des Reichspräsidenten, so wird das ohne Zweifel mehr zur Versachlichung der Parlamentsarbeit beitragen wie jede Aenderung des jetzt bestehenden Wahlrechts. Was will die Regierung und was erwarten manche Kreise von einer Reform unseres Wahlrechtes? Erstens: Die Beseitigung der vielen kleinen söge- nannten Splitterparteien. Zweitens: Die Verminderung der Zahl der Ad- geordneten des Reichstags. Drittens: Die Ersetzung der „Parteibonzen" durch erfahrene, angesehene „bewährte Persönlichkeiten". Dieses Ziel hofft man durch eine kräftige Heraufsetzung des Wahldivisors von 60 000 auf 80 000, die zur Wahl eines Abgeordneten nötig find, durch die Beseitigung der Verhältnis, und Listenwahl und durch die Aufteilung der jetzt bestehenden 35 Wahlkreise in 150 bis 160 Einmännerwahlkreisen zu er- reichen. Ganz abgesehen davon, daß die Abschaffung der Verhältniswahl eine Verfassungsänderung bedeutet, also nur mit Zweidrittelmehrheit beschlossen werden kann, wird man durch eine derartige Aende- rung des Wahlrechts nur die Verminderung der •) Wir entnehmen diesen Artikel der von Hermann Ullmann in Berlin herausgegebenen „Politischen Wochenschrift^________________________________ Die tolle Herzogin. Roman von E r n st Klein. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten. James Wood lehnte an der Reeling und blickte nach der Richtung der großen Stadt, über der em fahler, schwacher Lichtschein sich vom Himmel abhob. Er war just nicht sentimental gestimmt. Er hatte gut gegessen, rauchte eine gute Zigarette und besaß einen Scheck auf die London- und Midlanddatik von zweitausend Pfund. Und er hatte die Bekanntschaft einer Frau ge- madjt, die--bah, man wird ja sehen, wenn man zurückkommt. _ , _ So begann James Wood seine Fahrt nach London, die ihn in seines Lebens größtes Abenteuer brachte. Die ihn zu einer wichtigen und entscheidend handelnden Person machte in dem gigantischsten Kampfe, der je in der Welt ausgcfochten wurde. Ohne Riesengeschütze. Ohne Zeppeline. Ohne Dreadnoughts. Hinter den verschlossenen Türen der Regierungskanzleien der Weltmächte und der Bureaus der Welttrusts. Im Kampfe um die Wirtschafts- Herrschaft der Welt. Im Kampfe um das kostbarste Gut, das fie kennt. Im Kampfe um das Petroleum. 6. Kapitel. 3tr Mann, der für England diesen Kamps führte, war Lord Cecil Burnham, Peer der Vereinigten Königreiche und Präsident der Imperial Anglo-dutck Oil-Company. Zur selben Stunde, da James Wood seine Reise nach London antrat, saß dieser große und bedeutende Monn mit sorgenschwerem Haupte in seinem Herrenzimmer auf Burnham Tower. Er war weit über sechs Fuß hoch, breit, massig, und machte eher den Eindruck eines behaglich lebenden englischen Landedelmannes, als den eines der ersten Lords Großbritanniens und Leiters eines der gewaltigsten Trusts, die der Welt ihre Lebensbedingungen diktierten. Ein paar kluge, freundliche Augen leuchteten mit unverfälscht insularischem Blau unter den buschigen, weißen Augenbrauen, und über der hohen Stirn legte sich sorgfältig gescheiteltes, weißes Haar. Ein durchaus gütiges, vornehmes Gesicht, auf dem jetzt aber schwerer Ernst lagerte. Lord Burnham war im Smoking. Speisesaal, in demselben, in dem einst seine Vorfahren König Heinrich VIII. und dessen Tochter, die jungfräuliche Königin, bewirtet hatten, warteten seine Gäste, doch er dachte gegenwärtig an alles andere, denn an ein frohes, englisches dinner. Ihm gegenüber saß ein schmaler, schmächtiger Mann mit bleichem, scharf geschnittenem Gesicht. Er verschwand fast neben der gigantischen Gestalt des Lords, sah unscheinbar, beinahe armselig aus in seinem dunkelblauen Rock, und war doch in dieser Unterredung von den beiden der stärkere. Sergej Karaschin war es, der Kommissar, den die Moskauer Regierung nach England geschickt hatte, um mit Lord Burnham über die Konzessionen zu verhandeln, die Rußland auf Nordsachalin und in Kaukasien zu übergeben hatte. Mit kühlem, über» legenem Lächeln saß er da und drehte sich zwischen den gelb angehauchten schmalen Fingern nachlässig sein Zigarettenröllchen. Er wartete auf die Antwort, die ihm der Lord auf seine Bedingungen Zu geben hatte. Er wartete mit der echt slawischen Geduld, lauernd, seiner Sache sicher. Burnham erhob sich und schritt, die Hände In den Hosentaschen, in dem großen Zimmer langsam auf und ab. Endlich blieb er vor dem Russen stehen und sah von der Höhe seiner sechs Fuß auf ihn herunter. „Sie verlangen viel, Herr Karaschin,' sagte er, „beinahe zu viel." m „ „Ich lege den Ton auf das Wort beinahe, erwiderte Karaschin, „wer viel gibt, kann viel fordern. Zweifeln Sie daran, Mnlord, daß die Compagnie universelle uns nicht sofort die sämtlichen Bedingungen garantieren würde?" „Das erlaube ich mir zu bezweifeln. In Pans knüpft man an die Erfüllung dieser Bedingungen selbst solche, die Ihrer Regierung absolut nicht kon- venieren würden. Man will sich die Anerkennung der Sowjetregierung dort mit Wucherzinsen bezahlen lassen." Karaschin zuckte die Achseln. „Sie können sich denken, Mylord," erwiderte er, indem er sich seine Zigarette anzündete und die Dose aus Tulasilber langsam in die Tasche steckte, „daß Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 6. März 1926 Zahl der Abgeordneten erreichen, nicht aber die beklagenswerte parteipolitische Zerrissenheit unseres Volkes beseitigen. Das Ideal des Z w e i p a r - teiensnftems bleibt für Deutschland auf abseh. bare Zeit ein — Ideal. Und da die Verhältniswahl allein die größtmöglichste Auswirkung jeder einzelnen Stimme garantiert und die Ausschaltung starker Minderheiten verhindert, also einen starken Gerechtigkeitsfaktor darstelli, wird sich im Reichstag teine Mehrheit für die Beseitigung dieses Systems sinden. Erreicht würde zweifellos die Verminderung der Zahl der Reichstagsabgeordneten. Ob das aber ein sicheres Mittel zur erhofften Versachlichung der Arbeit ist, stehl noch nicht einwandfrei fest. Die weitverbreitete Auffassung, als ob die eigentliche gesetzgeberische Arbeit im Parlament von zwei bis drei Dutzend Abgeordneten, von den sog. Arbeitsbienen geleistet werde, ist nicht richtig. Die Hauptarbeitsleistung liegt in den Ausschüssen, deren der Reichs- tag augenblicklich 27 hat, darunter 15 ständige. Und da diese Ausschüsse meistens aus 28 Mitgliedern bestehen, die viclsach zur gleichen Stunde tagen, erkennt man schon an dieser Aeußcrlichkeit die Schwie- rigteit der Verkleinerung des Reichstags. Zwar könnte eine generelle Herabsetzung der Zahl der Ausschußmitglieder von 28 auf 21 Mitglieder Abhilfe schaffen, sicher aber würden dadurch die inneren, sachlichen Schwierigkeiten erheblich vermehrt. Ein erfahrener Außenpolitiker ist nicht immer ein guter Steuer-, Handels- oder KuUurpolitiker. Ein Abgeordneter fahn sehr wohl ein guter Agrarpolitiker fein, ohne von den VerfassungsRechts-, Beamten-, Verwaltungs-, Sozial-, Verkehrsfragen usw. allzuviel zu verstehen. Jede arbeitsfähige Fraktion bedarf für jedes der angeführten Gebiete mehrere sachverständige Spezialisten. Gewiß können verschiedene Abgeordnete zu gleicher Zeit in verschiedenen Ausschüssen sitzen, aber nur auf Kosten der Güte der Arbeitsleistung. Und wer da weiß, was es heißt, wochenlang vier bis fünf Stunden täglich in angestrengter Äusschußarbeit zu wirken, der weiß auch, daß eine solche Arbeit die volle Arbeitskraft eines Abgeordneten erfordert. Dazu kommen dann noch die Fraküons- und Plenarsitzungen, der schriftliche und persönliche Verkehr mit dem Wahlkreis und den Wählern und zuletzt der — bürgerliche Beruf als Kaufmann, Landwirt, Handwerker, Industrieller. Daraus ergibt sich: Wer eine wesentliche Verkleinerung des Reichstages will, muß das Ausscheiden aller im Wirtschaftsleben praktisch tätigen Politiker aus der aktiven Politik und den Beamten der Berufsparlamentarier wollen. Ob eine dahingehende Entwicklung unseres Parlamentarismus wünschenswert ist, soll hier nicht untersucht werden. Aber was kostet dem verarmten deutschen Volke der Reichstag? Auch da sind ganz falsche, übertriebene Auffassungen verbreitet. Die Ausgabenseite des Voranschlags des Reichstagsetats für 1926 schließt mit 6 657 555 Mk. in der Endsumme. Die Aujci Positionen, die bei der Verkleinerung des Reichstages in Frage kommen, sind in der Aufwandsentschädigung der Abgeordneten mit 3 500 000 Mark und eine Entschädigung an die Eisenbahn für die Freifahrkarten mit 1 105 000 Mk., Beträge, die bei einem Gesamtetat des Reiches von rund 7,7 Milliarden nicht allzugroße, tatsächlich zu Buche schlagende Sparsamkeitsmöglichkeiten bieten. Der Wunsch, durch die Beseitigung der Listenzahl und die Einführung der kleinen Einmännerwahlkreise die „Parteibonzen" durch „P e r s ö n - lichkeitsabgeordnete" zu ersetzen, ist eine Forderung, die von gewissen meist demokratischen Kreisen aus parteipolitisch-egoistischen Gründen erhoben wird. Man will die Herrschaft der Parteifunktionäre brechen, die Abgeordneten mit ihren Wählern in nähere Beziehung bringen. Der Wähler soll wieder „seine n" Abgeordneten wählen können. Was aber wäre die Folge dieser kleinen Gin- Männer-Wahlkreise? Nach wie vor werden die Par- teioertrauensmänner die Kandiaten nominieren. So war es früher und Lp wird es bleiben. In zahlreichen Wahlkreisen wird der Wähler überhaupt keinen Abgeordneten seiner Partei durchbekommen, mit dem er die Fühlung halten kann. Und her bequeme Abgeordnete wird in Zukunft genau wie in der Vergangenheit sich kurz vor der Wahl seinen Wählern zeigen, gleichgültig, ob er einen großen oder kleinen Kreis vertritt. Es ist ein Irrtum, wenn man glauben will, die Fühlungnahme zwi- schen Abgeordneten und Wahlkreis sei früher besser gewesen. Eine sichere Folge der Einmännerwahlkreise aber wäre, besonders für die nationalen Volksparteien eine starke Erschwerung aussichts- reicher Frauen fanbibaturen. Daraus würde sick- ganz zweifellos früher oder später eine bebauer l'che Wahlinteresfenlosigkeit her beutschen Frauen ergeben, zum Vorteil her sozialistischen Parteien. Ebenso sicher würbe es ein Zurückgehen aussichts- reicher Arbeiter - unb Angestellten- Kan- bibaiuren bebeuten. Und wie erging es bei ben früheren Einmäiiner- wahlkreisen ausgesprochenen Fuhrcrpersönlichkciten, z. B. Bassermann, Dr. Rösicke, Friedrich 'Naumann u. a.? Sie roanberten bei jeher Wahl durch ganz Deutschland unb fanden keinen sicheren Wahlkreis, während die sozialdemokratische Klassenpartei ihre „Parteisekretäre" in sichere Wahlkreise unter- brachte. Dieses Trauerspiel würde bei den bürgerlichen Volksparteien, mit Ausnahme des Zentrums, sofort wieder einfegen. Bei der jetzigen Listenwahl — die gewiß ihre Schattenseiten hat — ist es aber möglich, die verschiedenen Wirtschafts- unb Berufsgruppen zu berücksichtigen unb so die Interessen- losigleit der nicht auf die Partei cingeschworenen Kreise mobil zu machen. Auch haben die großen Wahlkreise unb bic Listenwahl zur Versachlichung des W a h l k a m p f e s beigetragen, ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Der in ben Kommunen unb Lanbesparlamenten schon eingesetzte Abbau bes Parlamentarismus muß fortgesetzt werben. Im Dezember 1923 betrug bic Zahl der Parlamentarier in Deutschlanb 2109. Davon entfielen auf die Hansastädte 360, auf Hessen 70, Sachsen 96, Württemberg 98 (jetzt 80), Baden 107, Bayern 155 (jetzt 128), auf den Preußischen Landtag 428 unb auf den Reichstag 459 Abgeordnete. Aus diesen Zahlen ergibt sich,' wo der Abbau einzusetzen hat. Nur wenn der Reichstag vorangeht, werben bie Landesparlamente und Kommunen folgen. Aber auch hier darf man nicht übersehen, daß die Gesetzgebung gegenüber her Vorkriegszeit viel mehr zentralisiert unb ben Einzelländern nur noch die Ausführung und Verwaltung überlassen ist. Zwei ungarische Mittel zum Abbau unseres überspannten Parlamentarismus gibt cs: Die Heraufsetzung des Wahlalters unb die Herauf- fetzung bes Wahlbivifors. '2lUc anderen Vorschläge zur Reform unseres Wahlrechts haben gar zu leicht einen parteipolitischen Beigeschmack unb finb beshald mit Vorsicht zu genießen. Vor allem aber soll man nicht glauben, durch einen Herumkurieren an den Symptomen die Krankheit heilen zu können. Da hilft nur die Beseitigung des Krankheitsherdes. Oberhesten. Autoomnibusverbindung von Gießen ins Vusecker Tai? Nun endlich werden auch die im Buse ck e r Tal. «Vorbild) der Bahnlinie Gießen- Fulda liegenden Ortschaften dem Verkehr erschlossen. Nach langem Hin und Her ist das Problem unerwartet schnell gelöst worden. Die Finanzierung der geplanten Linie, die die Haupt- schwierigkeiten bildete, ist als erledigt zu betrachten. Es liegt nämlich ein Angebot bet Autofirma Göbel von Gießen vor, welche den Ausbau der Linie selbständig übernehmen will. Die Firma Göbel will die Autoverbindung ohne finanzielle Hilfe von selten der Gemeinden oder Behörden auf eigene Rechnung in Betrieb bringen. Hier müssen die Gemeinden unbedingt zugreifen, denn eine solche Gelegenheit, unsere schlechten Derkehrsverhältnlsse mit Gießen zu verbessern, wird uns sobald nicht mehr geboten. Die Linie, von Gießen ausgehend, wird folgende Ortschaften berühren: Alten-Buseck mit 1300 Einwohnern. Bahnstation Gro h en - Bu s eck (2000 Einwohner), Beuern (1000 Einwohner) unb als Endstation Bersrod (440 Einwohner). VonAlten- Buseck wandern unter normalen Arbeitsverhält- nissen täglich runb 150 Arbeiter über Trohe zum Bahnhof Rödgen, 'Beuern zählt etwa 90 in Gießen Beschäftigte, die nach der 1 Stunde entfernten Bahnstation Großen-Buseck gehen, unb Bersrob schickt etwa 40 Arbeitskräfte nach Gießen über die Station Reiskirchen. Eine gute Benutzung der Linie unb damit auch die Rentabilität scheint also gesichert. Nun suchen aber außer diesen bereits aufgezählten Personen täglich noch viele andere Leute wegen wir uns sowohl in Paris wie in Tokio ganz genau informiert haben, wie bie Dinge stehen. Unsere alten Freunbe, bie Japaner, sinh sogar bereit, Sachalin ganz zu räumen, wenn wir bie Oelkonzejsio- nen her Gruppe geben, an her sie interessiert finb. Unb baß bas nicht Ihr Trust unb bie mit Ihnen oerbünbeten Stanbarb Oil ist, wissen Mylorb ebenso gut wie ich. Wir finb nun einmal nicht in her Lage, nach unseren Sympathien unb Antipathien zu gehen, fonbern gezwungen, das, was mir zu verkaufen haben, an ben zu verkaufen, her uns am meisten bietet. Wir wissen sehr genau, was bie Del- felder in Sachalin unb in Kaukasien wert finb. Eng- lanh kann sich ben ganzen Mossulzank mit ben Türken sparen, wenn es bie Sachalin- unb bie kaukasischen Konzessionen im Sack hat. Es kann ben Amerikanern sogar diktieren, denn speziell bie Vorkommen in Kaukasien unb am Kaspischen Meere finb nach oberflächlicher Schätzung minbeftens einunb- einhalb mal so groß wie Die kalifornischen Del« felbcr." „Ich weiß, ich weiß," murmelte Lorb Burnham, „aber wie ich bie Regierung dazu bekommen soll, außer her Anerkennung auch noch eine große Anleihe herzugeben — bas weiß ich nicht. Der Teufel soll mich holen, wenn ich es weiß. Selbst wenn bie Regierung bie Anleihe zusagt, ist bas noch nicht gleichbebeutenb bamit, baß man schon bas Gelb bafür hergibt. Das wissen wieher Sie ebenso gut wie ich, Herr Karaschin." „So, wie ich bie Herren her City kenne," jagte her Rufse, „kommt für sie in erster Linie bie Frage in Betracht: ist bas Geschäft gut ober nicht? Sie haben ben französischen Franken gestützt — aus- gerechnet in hem Moment, wo bie englische Regierung ihn ganz umbringen wollte. Für bie City ist bie Politik bas Geschäft unb bas Geschäft bie Politik. Wenn wir gute Garantien für bie Anleihe bieten, wenn wir achteinhalb Prozent bezahlen — wirb sich das Bourgeoisgewissen her City leicht darüber veruhigen, daß die Bolfchewiki als ebenbürtige Mitglieder in bie vornehme Tafelrunbe ber europäischen Mächte aufgenommen werben. Mylord, darf ich Ihnen einen Rat geben? Wenn Sie nach London fahren, um unsere Angelegenheiten mit Ihren Freunden zu bereden, sprechen Sie zuerst in der City vor, unb bann gehen Sie nach Downing- ftreet." Einkäufen aller Art die Stadt Gießen auf. Unb nicht zuletzt werden auch die Gießener Wochenmärkte aus unseren abgelegenen Ortschaften reichlich beschickt. Auch von der Eisenbahnstation Gro- ßcn-Buscck wird für die Sommermonate eine gute Beteiligung zu erwarten sein. Die dortigen Schüler. di: die höheren Schulen in Gießen besuchen, müssen in den Sommermonaten schon um 6 ilfjv morgens den Eisenbahnzug benutzen, um rechtzeitig zur Schule zu gelangen; sitzen aber dann l1 . Stunden im Gießener Wartesaal und ©arten auf den Schulbeginn. Bel günstiger Autoverbindung mit Gießen würden diese Schäler wahrscheinlich ausnahinslos den Autobus der Eisenbahn vorziehen. In diesen Tagen sanden nun in Beuern auf der dortigen Bürgermeisterei die ersten Besprechungen mit dem Gießener •Unternehmer, Herrn Göbel, statt. Die für Freitag nachmittag in Alten-Buseck ungesagte Versammlung der Vertreter der interessierten Gemeinden mußte in letzter Minute abgesagt werden, da Herr Göbel nach Frankfurt abgerufen worden war. Nun müssen noch durch das Kreisamt Gießen bei dem M i n i st e r i u m in Darmstadt die K o n- zessionen erwirkt werden zum Ausbau der Linie. Man hofft, daß bis Ostern die Linie in Betrieb genommen werden kann, zumal der eine Wagen, der 32 Personen faßt, zur Einstellung in den Fahrdienst bereit steht. Landkreis Gießen. * Großen-Linden, 5. März. Seit einiger Zeit treiben sich in ben Gemarkungen Großen- Linben, Klein-Linben, Lützellinben unb Gießen w i t- beruhe Hunhe herum, bie in hem Wilbbe ftanb erheblichen Schaben anrichten. Erst kürzlich wurde wieher im Groß-Linbencr Gemeinde - roalbe ber Rest eines. Rehes gefunben, bas den vierbeinigen Wilderern zum Opfer gefallen war. Das Jagbfchutzpersonal wird sich ein Verdienst erwerben, wenn es die vierbeinigen Missetäter zur Strecke bringt. * Großen-Linben, 6. März. Bei der gestrigen Verpachtung der hiesigen Gemeinde- j a g d erwarb ein Frankfurter Wilbprethänbler das gesamte Revier für 1450 Mk. bei einem Ausgebot. Bei dem Einzelausgebot der drei Reviere waren die seitherigen Pächter mit 1450 Mk. Höchstbietende. Bg. Großen-Buseck, 5. März. Bei der gestrigen Brennholz versteigern na beweg- ten sich bie Preise zunächst auf bcrfelben Höhe, wie bei ben vorangegangenen. Gegen Enbe her Versteigerung trat jeboch eine erhebliche Senkung ein, so daß im Durchschnitt für 2 Raummeter Buchenscheit- holz 25 Mk., für Buchenknüppel 21 Mk., für Buchen- reisig 14 Mk. geboten würben. Bei ber N u tzh o l z- uerfteigerung würben für 1 Festmeter Fichtenholz 35 Mk., Kiefernholz 40 Mk. unb Eichenholz 70—80 Mk. erzielt. Beuern, 5. März. Die Verpachtung eines großen Teiles der Grundstücke des hiesigen Pfarrgutes war von Interessenten überaus stark besucht. Als Steigerer wurden nur Mitglieder unserer evangelischen Kirche zugelassen. Die Pachtzeit dauert 6 Jahre. Die Steigerer tragen die auf den Grundstücken! ruhenden Steuern und Lasten. Pächter, die in früheren Jahren diese Steuern verweigert hatten, wurden von der Versteigerung ausgeschlossen. Die erzielten Preise geben kein vollstcftrdiges Bild von dem Pachtwert der einzelnen Grundstücke. Ackerland mittlerer bis bester Qualität erzielte Preise von 30—40 Mk. für den Morgen, geringere Qualität 22—26 Mk. Daß der Morgen eines guten Ackers einmal auf über 80 Mk. kam, war eine Ausnahme. Wiesen bestep Qualität galten pro Morgen rund 30 Mk., mittlerer Qualität rund 20 Mk., geringe Qualität noch keine 10 Mk. Die Preise für Ackerland und Wiesen erzielten in den meisten Fällen nicht den Taxpreis, sondern blieben weit darunter. Infolgedessen wird auch die Verpachtung nicht genehmigt werden und in den nächsten Tagen eine zweite Verpachtung notwendig sein. Gestern fand im hiesigen Gemeindewald die dritte diesjährige H o l z ve r st e i g e r u n g statt. Sie galt auch disSmal nur einheimischen Steigerern und war gut besucht. Die Preise erreichten nicht ganz die Höhe, wie bei der letzten Versteigerung, und betrugen durchschnittlich für je 2 Raummeter: Buchenscheitholz: 28 bis 31 Mk., Duchenknüppel: 22 bis 27 Mk., Duchenstock- „Jch_will es versuchen, ich muß es ja. Wie lange geben Sie mir Zeit, S)err Karaschin?" „Nun, ich henke, ein Engländer braucht nicht lange, um zu erkennen, ob er ein Geschäft machen will ober nicht. Sagen wir acht läge. Ich gehe inzwischen nach Berlin---" „Nach Berlin?" Unb her Lorb sah ben Russen scharf an. „Warum nicht? Glauben Sie nicht, baß man mit ben Deutschen gleichfalls gute Geschäfte mad)en kann? Ich halte es sogar für sehr gut, wenn sie in bie Sache mit hineinsteigen. Ich will ben Englän- bern nicht zu nahe treten, Mnlorb, aber wenn eine Sache recht angepackt werben soll, muß man nur bie Deutschen rufen." Lorb Burnham war ein stockorthoboxer Die- hard. Sein Evangelium war bie „Morningpost". Aber Geschäft ist Geschäft. „Keine schlechte Ibee," meinte er, „vor allem könnten wir ihre Ingenieure unb Geologen gut gebrauchen. Halten Sie mich bitte über Ihre 23er- hanblungen in Berlin auf hem ßaufenben — es ist möglich, daß ich mich selbst mit einem von ben Leuten ha brühen in Verbrühung setze." Im selben Augenblick klopfte es an bie Tür. Ehe Seine Lorbschast noch bie Erlaubnis zum Eintritt geben konnte, schlüpfte eine elegante, junge, hübsche Frau ins Zimmer, Lady Grace Lennoy, Burnhams jüngere Tochter. „Wie lange noch sollen wir auf dich warten, Pava?" rief sie. „Das ist ein Benehmen, bie ganze Gesellschaft unten warten zu lassen! Simvson hat bereits breirfial mit ber Kündigung gedroht, wenn du ihm das ganze Menü anbrennen lassen willst!" Mylord zeigte auf Karaschin, der sich beim Eintritt ber lebhaften jungen Dame erhoben unb sie mit einer gemessenen Verbeugung begrüßt hatte. Ein Vertreter der Sowjets versinkt nicht vor Ehrfurcht vor ber perlenbehängten Tochter eines englischen Lorbs, selbst wenn sie so hübsch ist wie Laby Grace. „Du siehst, ich bin beschäftigt, mein Kind", sagte ihr Vater. „Aber bie Unterredung ist gerade zu Ende gegangen, unb ich bin freu Wenn bu so freunbhd) sein würbest, für Herrn Karaschin em Appartement im Fremdenflügel Herrichten unb ihm hort servieren zu lasten, wäre ich bir sehr dankbar." (Fortsetzung folgt.) —'vorrätig In 2 Inspektor Seim über das Ergebnis der Submission zu den Beton- und Eisenarbeiten für den Wasserleitungs-Hochbehälter. Für die Betonarbeiten sind 14, für die Eisenarbeiten vier Angebote eingelaufen. Die Betonarbeiten wurden dem Maurermeister Bock-- Grünberg zu seinem Angebot von 16 883 Mark zugesprochssm Die Schlosserarbeiten erhielt Schlosser Schäfer- Grunberg zu seinem Angebot von 355 Mark. — Anschließend erfolgte die Rechnungsablage für 1 924. Rach der Mitteilung des Staot- rechners belaufen sich die Einnahmen der De- iriebsrechnung auf 169 790,50 Mark, die Ausgaben auf 154 496,76 Mark, mithin bleibt ein Rest von 15 293 74 M. Die Vermögensrechnung schließt mit 6396,56 Mark in Einnahme und Ausgabe ab. Der Gemeinderat nahm Kenntnis. — Rach einem früheren Beschluß des Gemeinderats wurde dem A. Röhm die Anbringung einer Lankanlage gestattet. — Herr Hellbach (Gießen) hat sein in der Gartenstraße erbautes Haus der Stadt, sowie dem Staat zum Kauf angeboten. Der Antrag wurde wegen der Preishöhe zurückgestellt. — In der Rechnung Über die Schafzucht ist ein Minus von 1155 Mark zu verzeichnen. In Anbetracht der ungünstigen Llmstände für die Schafzüchterei im vorigen Jahre schlug die Schafkommission vor, pro Schaf ein Weidegeld von 2 Mark zu erheben und den verbleibenden Fehlbetrag auf die Stadt überzunehmen. Dieser Antrag wurde gegen drei Stimmen angenommen. : : Inheiden, 5. März. Heute früh für* nach vier Hfir brach hier ein D r a n d aus, durch den ein Rebengebäude des Landwirtes A d o l f R a a b, sowie die große Scheune seines Rachbars Ludwig Dietz eingeäschert wurden. Es gelang den Bemühungen der In- heidener Feuerwehr, die in unmittelbarer Rahe fer Scheune liegenden Stallungen eines anderen Rachbars zu schützen. Llnterstützt wurde sie durch die Wehr von Trais-Horloff, die ihre Spritze, um schnell am Platze zu sein, selbst gezogen hatte. Die Wehren von Hungen und Tltphe brauchten bei ihrer Antunft nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Ein Glück war es, daß der gestern herrschende Sturm sich über Rächt gelegt hatte. D L i ch, 5. März. In der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes stand als ersterPuntl der Tagesordnung das Ergebnis der städtischen Rutzholzsubmission am 23. Februar zur Beratung. Rach dem Ergebnis der Submission sind Höchstbietende in Eichen- st a m m h o l z: 3. Klasse, Wilhelm Menges (Lich) 75 Mk. (für den Festmeter): 4.Kl., Hermann Müller (Bellersheim) 38,10 Mk.: 5. Kl.. Julius Wellhöser (Gießen) 28,55 Mk.: 6. Kl., I. Himmelsbach (Nidda) 18 Mk. Buchen- st amm Holz: 1. Kl., Ludwig Rinn 17. (Heuchelheim) 48,75 Mk.: 2. Kl., Heinrich Spieß (Gießen) 45,60 Mk.: 3. Kl., Hermann Müller (Bellersheim) 34,25 Mt.: 4. Kl., derselbe 24,75 Mk. Kief e rn ft a mm h o lz: 3. Kl.. Karl Kambeih «Lich) 41.20 Ml.: 4. Kl., Ohlemuh & Jung (Lich) 24,20 Ml.: 5. Kl., Heinrich Schmidt 11. (Lich) 17,30 Mt. Fichten stamm Holz: 1. Kl., Karl Müller Ww. (Hungen) 27,95 Mk.: 2. Kl„ Hermann Müller (Bellersheim) 26,20 Mk. , 3. Kl., August Schäfer (Hungen) 24,40 Mk.; 5. Kl., der- - selbe 22,40 Ms.: 5a-Kl., Johann Gossen (Mainz- Kastell) 21,70 Mk.: 5b-Kl., I. Himmelsbach t (Ridda) 18,25 Mk. Fichtenderbstangen: I.Kl.. Konrad Sann (Burg-Gemünden) 15,75 1 Mark: 2. Kl., derselbe 12,30 Mk. Die Erlöse liegen nach dem Gutachten des Forstamtes Lich mit ganz wenig Ausnahmen über der staatlichen Taxe, so daß die Submission als annehmbar bezeichnet werden könne. Der Stadtvorstand erteilte den Zuschlag. — Sodann legte der Bürgermeister den Voranschlag des städtischen Wohlfahrtsausschusses vor und erläuterte die Ansätze. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 19 000 Mark ab und erfordert einen städtischen Zuschußbedarf von 9000 Mk. Der Vorlage wurde debattelos zugestimmt. — Der Vorstand der Ortsgruppe Lich der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen hot on die Stadt das Ansinnen gestellt, sie möge das an der Marienstistskirche errichtete Gefallenendenkmal mit einer Umzäunung versehen, damit für die Zukunft Verunreinigungen, gleich welcher Art, in der Rähe des Denkmals nicht mehr vorkommen können. Der Vorsitzende gab hierzu bekannt, daß die Kreisbauverwaltung Gießen sowohl als auch der hessische Denkmalpsleger die Anbringung eines Schutzgitters um das Denkmal herum nicht befürworten könnten, da eine wirksame Einfriedigung höchst mihständig in Erscheinung treten würde. Der Stadtvorstand trat in seiner Mehrheit dieser Auffassung bei und lehnte das Ersuchen ab. — Der Vorsitzende stellte dem Ermessen des Stadtvorstandes anheim, ob zur Zeit an Bekämst- fungs Maßnahmen gegen Sperlinge gedacht werden soll. Die Versammlung wurde sich dahin schlüssig, zur Zeit davon Abstand zu nehmen. — Die Pacht preise für die verpachteten städtischen Grundstücke sind bei Eintritt der stabilen Währung neu festgesetzt worden. Diese Festsetzung sollte immer nur für ein Jahr Gültigkeit haben. Da die Pachtzeit an Martini 1927 abläuft, beschloß der Stadtvorstand, für die Jahre 1926 und 1927 die Taxe in der Höhe weiterzuerheben, wie sie für das Jahr 1925 Gültigkeit hatte. Danach werden erhoben für das Gelände der' 1. Klasse 1,2 Pf. (für eingesriedigte Gärten 1,5 Pf.), 2. Kl. 1 Pf., 3. Kl. 0,8 Pf., 4. Kl. 0.4 Pf. und 5. Kl. 0,2 Pf. je Quadratmeter. — Auswärtige Schaf Halter, die beabsichtigen, im Laufe des Jayres 1926 Schafe der hiesigen Herde beizutreiben, sollen die vorjährigen Sähe zahlen. Diese betragen pro Schaf 5 Mk., pro Lamm 2,50 Mk. — Der Stadtvorstand genehmigte weiter einen Antrag aus der Mitte des Stadtvorstandes auf Anschaffung von 50 Stück Ristkasten für Meisen. — Einige kleinere Vorlagen fanden antragsgemäße Erledigung. X Ätphe, 5. März. In seiner letzten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit einem Antrag der Erwerbslos en auf Gewährung einer einmaligen Wirtschaits- beihilfe. Der Antrag wies auf das Beispiel anderer Orte, besonders von Städten, hin. Grundsätzlich war man nicht abgeneigt, dem Antrag stattzugeben. Von den meisten Mitgliedern des Gemeinderats wurde jedoch betont, daß die Arbeitsleistungen der Erwerbslosen im Vergleich 1. Die ( und Aorp a) von l lende iahr ty von regelt Mch des S cinW 2. Ui deren Gti des Kale» die haben eir geben. 3. Die i und Köls MW, । Ohne M zeichneten < kminnserkl hgung meh a) Landw tenbau liehet 5 b) einem offenen manbit c) fonfligi leit; d) Setmii beweg! iullunb Ort -et L ®eber ein Aufenthalt geben, so j 8inanzoml da- Unter vertreten: genb au3| gegenständ 1- Zur rungsind a) alle l'gen, b) bte wenn steuer 1925 n hat 5.?usgi 11 y <,r 9 mt 5, htibt A Wl WIN Füh iet: ZurA bicM 1. Stet 'ialenberi 'Um. übe- lediglich. Meilslv nicht mehr brauchen e ■). (N: lonunt^ ( ihrer Bucht Zur MS die Sörper' 1. steuer, 2. alle ü (djaften ur erlichen 9 3. steuer Wallungen liehen Rech tßerwaltuni Weit, so nach den i petschastsst' A. öffentlid die Pflege ntlehrr be Oefie zur M Cinkoin^ llnN! Die (teuer, ; (teuer f|[ 27. qeschnev neben: A. Ratsel-Ecke Quabraträffef. Wörtern zusammenzustellen, die ein Sprichwort ergeben. Kreuzworträtsel 1. Von links nach rechts: orbrand chstrahe zunge erenge it teran Hochzeit. Briefmarke. Verschlebralsel. Burg Hof Mo Mil Land Me Gran Ve Goldene des 12. 14. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStifch. Die Kopie. Onkel Fritz ist zu Besuch bei seinen groß- städttschen Verwandten. Aber er will es ihnen zeigen, daß er durchaus kein scheuer Provinzler ist. Man kommt an einer Kunsthandlung vorbei, und Onkel Fritz sagt: „Geht doch mal einen Moment mit rein!" Drin fragt er: „Was is das fot e Bild?" „Eine Rembrandtkopie." „Jnt'ressant!" wendet sich Onkel Fritz an seinen Anhang. „Hab' ich noch gar nich gewußt, daß der berühmte Renrbrandt schon kopiert hat." Wahres Geschichtchen. In einer Vorstadtstrahe umringt ein Dutzend Buben einen kleinen, frierenden Pinscher, der sich verlaufen hat. Eine mitleidige Frau nimmt das Hundert auf den Arm und entfernt sich mit ihm. Kaum ist sie einige Schritte weiter, da ruft ein halbwüchsiger Bengel seinem Kameraden zu: „Du dummer Kerl, warum host'n denn du net mitgnomma, jetzt frißt ’n sie!" Musik. Der verstorbene Konrponist Leo Fall war ein strenger Kapellmeister. Während einer „Dollar- Prinzessin"-Probe hat sich folgendes ereignet: Fall steht am Dirigentenpult, fuchtelt mit dem Taktstock geschäftig um sich, begleitet seine Gestikulationen mit einem ewigen Geschrei: „Piano .bitte piano! Rascher, rascher! Sehr gut. Halt!!! Flöte C, C, nur C. Roch einmal. Ja, hören Sie nicht? C, nur Cü So lesen Sie doch die Roten und flöten Sie nicht fvrtwährerrd einen Triller!" Der Flötist protestiert: „Aber ich bitte, hier steht C. D, E, Fis, El“ „Lächerlich, zeigen Sie mir Ihre Roten!" Fall greift nach dem Notenblatt, halt es eine Weile unter die Dirne, dann schreit er auf: „Raja, wenn Sie den Fliegendreck mit spiel en!" 1. Landbezirk: 4. Raubvogel-, 7. Vorgebirge Harzes; 10. Teil des Kopfes: 11. Herrschertitel: Nebenfluß der Donau; 13. Stadt in Südtirol: Bad in Hessen-Nassau: 15. Name einer Königin: 17. Stadt in Württemberg; 18. Ausgedroschenes (Betreibe; 19. Bedrängnis; 21. Beamtentitel; 24. Senkblei , 25. Biblische Person; 27. Gattungsbegriff: 28. Gedichtart; 30. Genuhmittel; 31. Männlicher Vorname: 32. Kleiner Meerbusen; 33. wie 27. 2. Von oben nach unten: 1. Portugiesische Kolonie; 2. Handwerksgerät; 3. Metall; 4. Deutscher Dichter; 5. Stadt in Schweden; 6. Rinderart: 7. Haustier; 8. Junges Haustier; 9. Obstbrei; 16. Teil des Baumes; 17. Zeitmesser, 19. Himmelsrichtung; 20. Männlicher Vorname; 22. Weiblicher Vorname; 23. Steinkohlen- vrodukt; 24. nicht kalt und nicht warm; 26. Alkoholisches Getränk; 28. Fluß in Sibirien; 29. Tierisches Erzeugnis. Auflösungen. Zahlenrätsel. Jauft; Rauch; Achensee; Nathan; Zebra; Schachs Laub; Hubertus; Unna; Bern; Enns; Rabenau; Tarsus. Franz Schubert. Silbenrätsel. Aus den' 34 Silben: bei — der — chri - e — ei —eis —fuß-gie — glatt Han — ke — le — lis — mar — me — me — mel mum — nah — ne — ne — pan — po — rac rach — ran — Ja — ftoph — tel — u — ü —vec mal — zi find 14 Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. GesckMliche Handlung; 2. Gewürzpflanze; 3, männlicher Personenname: 4. Geschichtsforscher: 5. Wind: 6. männlicher Personenname; 7. Stadt in Frankreich; 8. schweizerischer Kanton; 9. Gedichtform: 10. Muse: 11. Zuckergebäck: 12. Stadt in Württemberg: 13. Stadt in Frankreich; 14. Winterliche Naturerscheinung. Sind die Wörter richtig gebildet, so ergeben die Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn gelesen, je ein winterliches Naturereignis. Das erste ist die Folge der zweiten. Kapselrätsel. Kringel; Dolman; Adonis; Seide; Kleie; Soldat; Schorf: Scheu; Flandern; Tischler; Stange; Storch; Seher; Manila. In jedem der vorstehenden 14 Wörter ist ein anderes Wort verkapselt enthalten. Die Anfangsbuchstaben dieser neuen Wörter nennen, werden sie aneinandergereiht, einen Wintersportartikel. Wie lauten die neuen Wörter und wie der Wintersportartikel? Abstrichrätsel. In den nachstehenden Wörtern: Esau; Gefäll: Teck; Stein; Erbe; Nichte; Volk; Neige; Urne; Meste; Kreis; Scheu sollen je zwei Buchstaben gestrichen werden. Die verbleibenden Buchstaben sind alsdann zu sieben Kreuzworträtsel. r L 0 M E H E U I z. B. starkem Schneewetter ausgesetzt, und sie haben doch reiche Früchte, wie selten zuvor, getragen. Preußen. Kreis Wetzlar. Launsbach, 5. März. Dieser Tage veranstaltete der hiesige T u r n v e r e i n , der Mitglied der A. D. T. ist, einen turnerischen Werbe- abend für das Frauenturnen. Ihren besonderen Reiz erhielt die Veranstaltung durch die Mitwirkung des Turnlehrers Fischer und seiner Schülerinnen ans Marburg. Es wurden Geräteübungen, Rhythmik und Volkstanz in Verbindung mit dem Volkslied gezeigt. Die Pausen in der Vortragsfolge der Marburger Turnabteilung füllte unser Ver- ein mit seinen turnerischen Aufführungen in bester Weise aus. Sämtliche Darbietungen sanden den lebhaften Beifall der großen Zuschauermenge. Kreis Biedenkopf. XX Rodheim a. d. 'Bieber, 5. März. Mit Beginn der besseren Jahreszeit wird auch hier nur eine mäßige Bautätigkeit einsetzen. Es gilt vorerst, mehrer im Vorjahr im Rohbau erstandene Gebäude zu vollenden und notgedrungene Reparaturen anszusühren. Die allgemeine Geldknappheit, dazu der hier fortgesetzt herrschende Mangel an geeignetem Baugelände lassen es nicht zu, daß sich auch der kleine Mann ein Häuschen bauen kann. Vorerst wird jedes Plätzchen, so am „Siechenhaus", auch der „uralte Sprungplatz", als Baugelände ausgenutzt, wodurch aber dem ’ Dorf die Geschlossenheit fehlt. Diesem Uebelstand sucht die Gemeindebehörde dadurch abzuhelsen, daß mit der Zusammenlegung der Feldmark neue Straßenzüge ausgeschlossen werden. An der Straße nach Fellingshausen wurde eine Wohnung für den Landjäger erbaut, die bis zum Sommer bezogen werden kann. T Waldgirmes, 5. Febr. Der Telegraphenaufseher Karl Kraft III. von hier versteigerte sein zweistöckiges Wohnhaus mit Stall, Hof und Garten in Gesamtgröhe von 5,08 Ar für 5200 Mk. '2(n Kauflustigen fehlte es nicht, aber die Geldknappheit hielt manchen beim Gebot zögernd zurück. Das zeigte sich auch bei dem Berkaus von 9,75 Ar Acker und Wielen von demselben Versteigerer, wofür 387 Mark gelöst wurden. Für eiflen Bauplatz von 2 Ar erhielt er 700 Mk. Anschließend daran ließ Friedrich Bender aus Bieber, gebürtig von hier, 36,88 Acker und Wiesen zum Ausgebot bringen und erzielte dafür 1576 Mk. Beide Verkäufer hatten annehmbare Zahlungsbedingungen gestellt, nämlich in drei Raten ohne Zinsen. XX Frankenbach. 5. März. Ein gemeinnütziges, lang ersehntes Werk, die Zusammenlegung unserer F e l d ma r k. ist zum Abschluß gekommen. An Stelle der unendlich vielen kleinen Parzellen sind größere Acker- und Wiesenflächen getreten. Es gilt aber jetzt noch, in der weit ausgedehnten Gemarkung das Wegenetz auszubauen. Auch dies hätte bereits im Vorjahre erfolgen können, falls die Geldknappheit nicht so groß gewesen wäre, an Arbeitskräften hätte es sicherlich nicht gefehlt. Dillkreis. bl. Herborn, 5. März. In der Mittelschule wurde eine R ad i o ei nr i ch t ung angebracht. Einmal in der Woche soll den Schülern Gelegenheit zur Anhörung guten, bildenden Stoffes gegeben werden. bl. Dillenburg, 5. März. Die Umbau- arbeiten am hiesigen Bahnhof schreiten gut voran. Beide Tunnel sind außer kleineren Schlosser- und Derpuharbeiten soweit vollendet Der Erweiterungsbau ist im Rohbau vollendet. Der Wartesaal wird bald fertiggestellt fein. Immerhin durfte bis zur endgültigen Vollendung der Sommer vorübergehen. WSR. Dillenburg, 5. März. Der Land rat des Dillkreises Dr. Klamroth ist nach Berlin in das preußische Ministerium des Innern berufen wordrn und wird den Kreis in allernächster Zeit verlassen, lieber feinen Rachsolgcr oder seinen eventuelle«! Vertreter verlautet bisher noch nichts. Maingau. WSN. Frankfurt a.M., 5.März. Die rückläufige Tendenz des Arbeitsmarktes ist in der vergangenen Woche znm S t i l l st a n d gekommen und hat darüber hinaus in den weiblichen Berufen teilweise einer bedeutenden Verbesserung Platz gemacht. Zu Beginn der Berichtswoche standen im ganzen noch 24 302 Arbeitslose zur Verfügung. Dazu haben sich 1768 Leute neu arbeitslos gemeldet, so daß die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden sich im Berichtszeitraum auf 26 070 belief. Nach Beendigung der Vermittlungstätigkeit verblieben hiervon noch 24 167. A B 0 M E O R K A N T I A R A B E R K A A | F F E N 5 6 11 0 D E s E M E I S MCI Behördliche Anzeigen ©öffentliche Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung für die Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer für 1925 und 1924 25. Die Steuererklärungen zur Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer sind in der Zeit vom 11. März bis 27. März 1926 unter Benutzung der vor- geschriebenen Vordrucke wie folgt abzu- geben: 2104C A. Einkommensteuer und körperschastssteuer. I. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Einkommensteuer sind verpflichtet: 1. Steuerpflichtige, deren Einkommen im Kalenderjahr 1925 den Betrag von bOOO Rm. überstiegen hat; Steuerpflichtige, die lediglich steuerabzugspflichtige Einkünfte (Arbeitslohn oder Kapitalerträge) von ->icht mehr als 8860 Rm. bezogen haben, brauchen eine Erklärung nicht abzugeben; 2. ohne Rücksicht auf die Höhe des Ein- kaminens Steuerpflichtige, bei denen der Gewinn auf Grundlage des Abschlusses ihrer^Bucher zu ermitteln ist. ' n. Zur Abgabe einer Steuererklärung für die Körperschaftssteuer sind verpflichtet: 1. steuerpflichtige Erwerbsgesellschaften; 2. alle übrigen steuerpflichtigen Körperschaften und Vermögensmassen des bürgerlichen Rechts; 3. steuerpflichtige Betriebe und Verwaltungen von Körperschaften des öffentlichen Rechts und öffentliche Betriebe und Verwaltungen mit eigener Rechtspersönlichkeit, soweit ihre Steuerpflicht schon nach den Vorschriften des bisherigen Körperschaftssteuergesetzes begründet war (z. B. öffentliche Sparkassen, die sich nicht auf die Pflege des eigentlichen Sparkassen- verkehxs beschränken). III. Ohne Rücksicht auf die unter I und II be- zeichneten Einschränkungen ist eine Ein- kommnserklärung abzugeben bei Beteiligung mehrerer an den Einkünften aus a) Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau und sonstiger nicht gewerblicher Bodenbewirtschaftung; b) einem Gewerbebetrieb, z. B. einer offenen Handelsgesellschaft ober Kommanditgesellschaft; c) sonstiger selbständiger Berufstätigkeit; rl) Vermietung und Verpachtung von unbeweglichem Vermögen. IV. 1. Die Erklärung zur Einkommensteuer rind Körperschaftssteuer ist abzugeben a) von den Pflichtigen, die nach dem Kalenderjahr steuern, für das Kalenderjahr 1925; h) von buchführenden Pflichtigen, die regelmäßig Abschlüsse machen und ihr Wirtschaftsjahr in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres (1. Juli 1925 bis einschließlich 31. Dezember 1925) abgeschlossen Haden, für das Wirtschaftsjahr 1924 25 oder 1925. 2. Pflichtige (insbesondere Landwirte), deren «leuerabschnitt in der ersten Hälfte Des Kalenderjahres 1925 geenbei hat, und die deshalb schon veranlagt worden find, haben eine Steuererklärung nicht abzugeben. 3. Die Erklärung zur Einkommensteuer und Körperschaftssteuer ist bei dem Finanzamt abzugeben, in dessen Bezirk die zu I bezeichneten Steuerpflichtigen ihren Wohnsitz oder dauerilden Aufenthalt, die zu II und III bezeichneten Pflichtigen den Ort der Leitung haben. Ist im Inland weder ein Wohnsitz noch ein dauernder Aufenthalt noch ein Ort der Leitung gegeben, so ist die Steuererklärung bei dem Finanzamt abzugeben, in dessen Bezirk das Unternehmen betrieben oder ständig vertreten wird oder die Tätigkeit vorwiegend ausgeübt wird oder Vermögensgegenstände sich befinden. B. Umsatzsteuer. I. 1. Zur Abgabe einer Umsatzsteuererklärung sind verpflichtet. a) alle buchführende Umsatzsteuerpflichtigen, die regelmäßige Abschlüsse machen; b) die übrigen Umsatzsteuerpslichtigen, wenn ihr Umsatz einschließlich der steuerfreien Umsätze im Kalenderjahr 1925 mehr als 6000 Rm. betragen Hal. 2. Ausgenommen sind: a) die Landwirte, deren Wirtschaftsjahr 1924'25 in der ersten Hälfte des Kalenderjahrs 1925 geendet hat; b) die Herstellersteuerpflichtigen und Kleinhandelssteuerpflichtlgen; c) die Straßenhändler, Wandergewerbetreibenden und anderen Umsatzsteuer- pflichtigen, die nach § 177 ff. Ausführungsbestimmungen zum Umsatz- steuergesey zu Anzahlungen und zur jsührung von Steuerhesten verpflichtet sind. H. 1. Die Umsatzsteuererklärung ist abzugeben.: a) von den Umsatzsteuerpflichtigen, die nach dem Kalenderjahr steuern, für die Umsätze des Kalenderjahrs 1925: b) von den buchführenden Gewerbetreibenden, die regelmäßig Abschlüsse machen, für die Umsätze vom 1. Januar 19H5 bis zum Schluß ihres im Kalenheriahr 1925 endenden Wirtschaftsjahrs; c) von den buchführenden Landwirten für die Umsätze ihres in der zweiten Hälfte des Kalenderjahrs 1925 endenden Wirtschaftsjahrs 1924'25. 2. Die Umsatzsteuererklärung ist bei dem Finanzamt abzugeben, in besten Bezirk die Umsatzsteuerofticytigen, a) soweit sie wegen einer gewerblichen Tätigkeit, einschließlich der Urerzeugung, steuerpflichtig sind, das Unternehmen betreiben. Bei mehreren Nie derlastunaen ober Geschäftsstellen eines rechtlich in einer Hand befindlichen Unternehmens ist der Ort der Leitung des Unternehmens maßgebend; b) soweit sie wegen einer beruflichen Tätigkeit steuerpflichtig sind, iljren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben; ist weder ein Betriebsart noch ein Ort der Leitung, weder ein Wohnsitz noch ein gewöhnlicher Aufenthalt gegeben, fo ist die Steuererklärung bei dem Finanzamt abzugeben, in dessen Bezirk das Unternehmen ständig vertreten oder die Tätigkeit vorwiegend ausgeübt wird. C. Gemeinsames. I. _ Die nach A und B zur Abgabe einer Steuererklärung Verpflichteten haben die Steuererklärung auch dann abzugeben, wenn ihnen ein Vordruck nicht zugesandt wird; die übrigen Steuerpflichtigen haben eine Steuererklärung abzugeben, wenn sie hierzu vom Finanzamt besonders aufgefordert werden. II. Wer die Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, kann mit Geldstrafen zur Abgabe der Steuererklärung angehalten werden; auch kann ihm ein Zuschlag bis zu 10 v. h. der festgesetzten Steuer auferlegt werden. III. Die Hinterziehung ober der Versuch einer Hinterziehung der Einkommensteuer, Körperschaftssteuer ober Umsatzsteuer wird bestraft. Auch ein fahrlässiges Vergehen gegen die Steuergesege (Steuergefährdung) wird bestraft. Gießen, Bugbach, Grün berg, Hungen, den 6. März 1926. Die Finanzämter. MgeüWMMsserleiluM- und kMWkioliMöelkßi!. Zur Erbauung einer Wasserleitung und Kanalisation für die Gemeinde Langsdorf (Oberhessen) sollen nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden: 2080C Los 1: Zuleitung, 6-500 m gußeiserne Normalmuffenrohre von 100 mm Durchmesser zu verlegen. Die Rohre sind vorhanden. Los 2: Hochbehälter aus Stampfbeton für 300 cbm Nutzinhalt. Los 3: Ortsnetz, gußeiserne Noruiol- muffenrohre zu verlegen: 1300 m von 150 mm Durchme jer 600 m von 12-5 mm Durchme ser 800 m von 100 mm Durchme ser 1200 m von 80 mm Durchme ser 2000 m von 50 mm Durchmesser Die Rohre sind vorhanden, sowie Liefern und Verlegen von Stein» zeugröhren 1. Qualität: 300 m von 350 mm Durchme ser 600 m voit 300 mm Durchme ser 700 m von 200 mm Durchme ser 1000 m von 150 mm Durchme ser •500 m von 100 mm Durchme ser, desgleichen Zementröhren 1. Qualität: 350 m von 600 mm Durchmesser 50 m von 500 mm Durchmesser 60 m von 400 mm Durchmesser 20 m von 350 mm Durchmesser. Zeichnungen, Arbeitsbedingungen, Bedingungen und Angebotsunterlagen liegen während der Dienststunden bei der Kreisbauverwaltung, Zimmer 22, zur Einsicht offen. Angebote, wozu die Unterlagen von uns käuflich find, müssen bis Dienstag, 23. März l. 3., vormittags 11 Uhr, bei uns (Zimmer 23) eingereicht werden, woselbst die Eröffnung in Anwesenheit der Bieter erfolgt. Gießen, 2. März 1926. Kreisbauverwattuug. Ce11arius. Warnung. Die unterzeichnete Bayerische Stickstoff- Werke Aktien-Gesellschaft ist allein und ausschließlich befugt, nach dem Deutschen Reichspatent Nr. 225 179 vom 15. August 1907, das noch in Wirksamkeit ist, einen beständigen Kalkstickstoff in der Welse herzustellen, daß dem rohen Kalkstickstosf geringe Mengen animalischer, vegetabilischer ober mineralischer Fette oder Dele oder ähnlicher wasserunlöslicher und in der Wärme zerfließlicher Substanzen zugesetzt werden. Da es sich um ein Verfahrenspatent handelt, sind nach § 4 des Patentgesetzes vom 7. April 1891 ausschließlich die Bayerischen Stickstoff-Werke befugt, die durch das Verfahren unmittelbar berge- stellten Erzeugnisse, insbesondere also geölten (staubfreien) Kalkstickstoff herzustel- len, in Verkehr zu bringen, feilzuhalten ober zu gebrauchen: soweit mit ihrer Genehmigung der Stickstoff-Syndikat G. m. b. h. angeschlostene Werke geölten Kalkstickstoff Herstellen, wird dieser Kalkstick, stoss über die Stickstoss-Syndikat G. m. b. h. in Verkehr gebracht oder feilge* halten. 2102V Die Herstellung, das Inverkehrbringen, das Feilhalten oder der Gebrauch geölten Kalkstickstoffes, der nicht über die Stick, ftoff-Syndikat G. m. b. H. in Verkehr gebracht ober feilgehalten wird, verstößt gegen bie Patentrechte der Bayerischen Stickstoff-Werke. Die Unterzeichnete warnt daher insbe- sondere alle Handelsfirmen und Händler sowie Verbraucher, geölten Kalkstickstoff, der nicht über die Stickstoff-Syndikat G. m. b. h. in Verkehr gebracht oder feilgehalten wird, zu erwerben oder zu ge- brauchen, und weist darauf hin, daß Zuwiderhandlungen straftechtliche und zivil- rechtliche Folgen wegen Patentoerletzung haben werden. Berlin, 1. März 1926. BayerischeStiästoff-werke Mien-Gesellschast. Stck. 3. Kl., 27,19 km tember 1926 vergeben. 2023 D Aspenstrauch, 2155V fAeuiCH im ganzen Reich/ das merkt ihr gleich! 4 62 Dr. smuöoEB's & AUFBAU • «e GAKltS LEBEN JUMH0 1 2 59 116 136 4: 5: 6: 7: 8: !': 10: 11: Stck. 3. Kl., 39,40 km Stck. 3. Kl., 71,14 tm Stck. 4. Kl., 28,26 km Stck. 4. Kl., 33,56 km Stck. 4. Kl., 66,76 km Stck. 5a-Kl., 42,76 tm Stck. 5a°Kl., 43,78 km Stck. 5a-Kl., 32,46 km Stck. 5b-Kl., 26,31 km Stck. 5b-Kl., 41,79 fm Los Los Los Los Los Los Los Los Los Los Los Hord auf Kredit. Die Angbote sind verschlossen, nach Klassen getrennt, bis zu obigem Termin an die unterzeichnete Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung derselben in Anwesenheit etwa erschienener Bieter erfolgt. Bemerkt wird hierzu, daß Los 1 zwar nach Klassen getrennt, jedoch das Quantum im Ganzen zum Verkauf kommt. Dieses Holz lagert im Distrikt Niederseilbach, etwa 20 Minuten vom Bahnhof Mainz (ar. Das Holz aus Los 2 liegt im Distrikt Holzsubmission Freitag, 12. d. M„ nachmittags 1 Uhr, kommen aus den Waldungen der Ge meinbe Treis a. d. Lda. nachoerzeichnete Holzsortimente in 2 Losen zum Berkaus: Los 1: 3id)ten-Stämme: 1 Stück 2. Kl., 2,51 fm 12 Stück 3. Kl., 13,55 km Sämtliches Holz ist mit der Rinde gemessen. Die Verkaussbedingunaen werden vor dem Termin bekanntgegeben. Besondere Bemerkungen werden nicht berück sichtigt. Treis a. d. Lda., 6. März 1926. Hess. Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. Will. FABRIK U MION AUGSBURG Koalier? Extra X»' \ > !•/■ n » 20 „ ,. 41 Angebote sind bis Bürgermeisterei Allertshausen. Reinhardt. 1982V 20 23 42 34 31 60 78 61 47 98 143 3 3 46 197 Die beste Creme ist,, Kavalier" MM I bester CuaütäL billigst abzugeben. elue C. Rübswmen, Kieken. Tel. 1659. 3. , 4- . 53- 5b 3. 4. 5. Stück 4. Kl., 53,86 km Stück 5a=ÄL, 69,52 fm Stück 58-Kl., 43,23 fm Los 2: a) Eichen-Stämme: Stück 3. KI., 3,31 fm Stück 4. Kl., 47,12 fm b) Fichten-Stämme: Stück 3. Kl., 4,09 fm Stück 4. Kl., 3,00 fm Stück 5a-Kl., 24,78 fm Stück 5b-Kf., 52,23 fm Fichtenst. 22 „ 35 „ 117 190 Äiefernst. 2 Wettbewerb 12.500 Goldmark wir15“"" für gute Ideen und Anregungen, i. B.: für Bildzeichnungen; für Texte zu Bildern; für kurze, schlagwonartlge Satzbildungen wie etwa: . . Bürgermeisterei cinzureichen, wo alsdann die Oeffnung der Gebote erfolgt. Bedingungen sind die allgemeinen und werden vor dem Termin bekanntgegeben. Die Zahlungsbedingungen sind günstig. ♦SJuiRczeme,. Kava&zr ex/ra zu bei der unterzeichneten 1 = 1,10 Fstm. = 36,19 „ --- 35,08 „ -- 78,34 „ --- 61,50 = 1'63 ,, --- 11,26 „ -7 14,84 „ obigem Termin Die Angebote sind verschlossen, nach Losen getrennt, bis zum Freitag, 12. März 1926, mitags 1 Uhr, bei der unterzeichne fen Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Eröffnung erfolgt. Die Ver- laussbedingungen werden Im Termin bekanntgegeben, auch können dieselben vor her bei uns eingesehen werden. Das Holz lagert an guten Abfuhrwegen, j Stunden von der Bahnstation Großen-Buseck entfernt und wird auf Wunsch durch Förster Wagner, Großen-Buseck oorgezeigt. Großen-Buseck, 4. März 1926. hessische Bürgermeisterei. Gans. Aus den Waldungen der Gemeinde Großen-Buseck kommt folgendes Fichten- Stammhol; zum Verkauf: 2082V Anträgen unter Auto Nr. 272 an Zenunasver- lreiung Greif, Mainz. Vergebung. 3m Wege des schriftlichen Angebots solle» dis nachstehend aufgeführten Gegenstände für die Zeit vom 1. April 1926 bis 31. März 1927 vergeben werden: A. Verzehrungsgegenstände. Ungefähr: 1. 1500 kg Rindfleisch, 2 2000 kg Rindsnierenfett, ausgelassen, 3. Roher und geräucherter Speck nach Bedarf, 4. 1200 kg Schweinefleisch, 5 600 kg Würstchen, 6. 2000 kg Schweineschmalz, ausgelassen, 7. 500 Liter Vollmilch, 8 2000 kg Handbäje, 9. 1500 kg Quark, 10. 4000 kg Bohnen, 11 4000 kg Viktoria Erbsen, 12. 3000 kg Linsen, 13. 600 Liter Essig, 14. 3000 kg geschälte Gerste, 15. 3000 kg Burma-Reis, 16. 3000 kg Nudeln, 17. 2000 kg Gerstengrütze, 18. 2500 kg Hafergrütze, 19. 3000 kg Salinen-Kochsalz, 20. 10 Tonnen Heringe, 21. 50 kg Pfeffer, 22. 50 kg Kümmel, 23. 700 kg Malzkaffee, 24. 300 kg Bohnenkaffee, roh, 25. 30 000 kg Roggenmehl, 26. 18 000 kg Weizenmehl, 27. Weizenmehl 00 nach Bedarf, 28. 400 kg Staubmehl. Die Muster sind von Angeboten getrennt vorzulegen. B. Derbrauchsgegenstände: Ungefähr: 1000 kg Seifenspähne, 1500 kg Schmierseife, 2000 kg Soda, 10 000 Bogen Fensterpapier, 1000 kg Makulaturpapier, 200 Stück emaill. Etz- näpfe, 200 Stück Kaffeebecher, 20 Dutzend Eßlöffel, 200 Stück Wassergläser, 100 Stück Kehrichtschippen, 12 Dutzend Kämme (Horn), 200 Stück Leibstuhlgefäße, 100 Stück Deckel, 50 Stück Spncknäpfe, 200 Stück Schiefertafeln, 200 Stück Salzgläjer, 100 Stück Seifennkipfe, 100 Stück Waschschüsseln. C. Stoffe zum Verarbeiten: Ungefähr: 800 m Rohleinen, stark, 500 in Rohleinen, mittelstark, 160 m Halz- tücherstoff, blaugrau, 2000 m Hosenträger gurt, 750 in Krankenkleiderstoff, 680 m Drell, 3300 in Beiderwand, 5500 m Kal- muck, 2200 ni Tuch, schwarz, 350 kg Wollgarn, 3500 m Baumwollköper, 4500 m Leinen, 80 cm breit, 4000 m Bettzeug, blauweiß kariert, 1500 m Handtuchstoff, 5500 m Leinenstoff für Hemden, 2000 m Rohleinen, leicht, 2000 Stück Taschentücher, 500' kg Gips, 500 kg Kreide, gemahlen, 200 kg Oker, hell und dunkel, 500 kg Bleiweib in Dl, 200 kg Leinöl, gekocht, 100 kg Sicativ, 150 kg Eichenholzlack, 120 kg Emaillack, 50 kg Bernsteinlack, 200 kg Terpentin-Ersatz. Kostenfreie Angebote sind bis zur Er- öffnungsftunds: Dienstag, den 23. März 1926, vormittags 10 Uhr, verschlossen und mit der Aufschrift: „Lieferung für die gellenstrgsaustalt" einzureichen. Jur gleichen Stunde sollen die Angebote auf den Bezug der Knochen, Lumpen (einschl. alter Strümpfe), des alten Eisens, der Iinkblechabfälle, der Patronenhülsen und der Küchenabfälle für das Rechnungsjahr 1926 geöffnet werden. Bedingungen für die Bewerbungen und Lieferungen enthält der Ministerial. erlaß vom 16. Juni 1893. Er kann nebst den übrigen allgemeinen und besonderen Bedingungen werktags zwischen 9 und 11 Uhr vormittags und zwischen 3 und 4 Uhr nachmittags auf der Geschäftsstube des Oekonomen und des Bau» und Arbeitsinspektors eingesehen werden. Abschriften können gegen Erstattung der Schreibgebühr bezogen werden. 3m Gesuch um Abschrift ist der Lieferungsgegenstand näher zu bezeichnen. Iuschlagsfrisi: 10 Tage. Für die Angebote ist ein besonderes Formular vorgejchrieben, das zum Stückpreis von 10 Pf. von unserer Kanzlei bezogen werden dann. Die Derzehrungsgegenstäude werden für die Feit vom 1. April bis 30. Sep- Ein Kaufzwang von Dr. Schröder’s Aufbausalz ist mit diesem Wettbewerb nicht verbunden. Nähere Bedingungen kostenlos In allen Apotheken und Drogerien erhältlich, oder durch die Generalvertretung; 4. Buhl, Ca. Nieder-Ohmen, Müller zu Mücke und Edelmann zu Merlau (Post Mücke), sowie die unterzeichnete Stelle. Grünberg, 2. März 1926. Hess. Forstamt Nieder-Ohmen. Bekanntmachung. Die Stadt Gießen plant die Errichtung von 20 Klein-Wohnungen in der Straße Am Kugelberg. Die technischen Arbeiten (cinschl. örtlicher Bauleitung) sollen einem hiesigen selbständigen Privatarchitekten übertragen werden. 21516 Die Bedinguiigen sind bei dem Stadtbauamt ab 8 März d. I. kostenfrei erhältlich. Skizzen nebst Anlagen sind bis spätestens Montag, den 15. Wär; 1926, vormittags 10 Uhr, der Stadtverwaltung, Bergstraße 20, einzureichen. Gießen, 5. März 1Y26. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Ham m. Betr.: Beschaffung von Tuchmänteln für die Mannschaften der Feuerwache. Beknnutuinchnng. Die Lieferung von 12 Stück zweireihigen, schwarzen Tuchmänteln für die Mannschaften der ständigen Feuerwache sott 21506 Samstag, den 13. Wär; d. 3, vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Angebote, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind unter Beischluß von Tuch- und Futtermustern spätestens bis zum genannten Termin an das Stadtbauamt, Asterweg Nr. 9, einzureichen. Gießen, 5. 'Mär; 1926. Der städtische Branddirektor. B r a u b a d). Holzsuvmrfsion. Tie Gemeinde Allertshausen verkauft auf dem Submissionswege am Dienstag, dem 9. März d. I., nachmittags 3 Uhr, folgendes Nutzholz: 3. Sl. Eichenft. 1 Stück 6uno < M N -cs Lin einen abschluh. Aeedere! Ja die1 geworde vorberei betrieb aftiei Piere u alter T Dcrminl gemäß Die Ku doch re gerungl macher Dankkri mentan penn 6i sich du Aussicht bericht. Gegensa! mistischei tige getr wieder b liquibatü Deinung Quartale nächsten aHgemeii Kurse aus zu neben bi regunger liegen, attlen Nachsra ' einige 1 in diese» der ® fyulffla Der St zeigt und schv' tionster der tom spürbar 5V» bb Privat! terial r Privat! neue E da ban Papiere Woche £ tischen ' sich aller doch tvos Dollar | offizielle nach den Di ereiglu der diesinc ist ja Ianu- Febru aen ei erfolgt W das D und bi in der Seit u eine Aeul) Dors Aktie weise ’n^8 3- März Ttatistisci Ttande ■ aus in gruppen auf 111 "osfe vo gegeben, bruar er .0 2 sninister F J? 00r9l Nme Uti ZS lutt f ’ als laus. gimmermeister SM Dl WtflS Wtl 2145V verkauft werden: 2121D Z AUßk MWWAl BttliHf Wl «ktzN LUM dusch 12, 13, Wüstung 3. Kl., 6,75 fm 4. Kl., 9, Deutschnationale Volkspartei ,,U,D sowie Gegen das Volksbegehren! Glchenstämme: 3. Klaffe--2,46 Fstm. Buchenstämme: Fichtenderbstangen: Holz Kl., 1 Gewaschene Ruh r - Kl., Stück mit 4 2021D Neeb. Für die Ortsgruppe Gießen: Für den Provinzverband Oberhessen: Hofmann. 1958V 2132 c ...................................................................................... 13550 empfiehlt 40 414 Moderne Karosserien 25 mm Fernsprecher Nr. 1096 "'"clZL 1616D Fernsprecher 1659. einzeln und kombiniert 3 fm 3 fm 4 fm Gg. Kling 1. Vorsitzender. 4. 5. 6. 2. 3. 15: 2,29 fm 1,78 fm 5a-Kl., Bandsägen Hobel- maschinei) Dr. ß e n 3 1. Vorsitzender. Drucksachen allerArt liefert In jeder gewünschten Ausstattung itüretn und preiswert die BrühPiche Uelr.ltrectaei. R. Ue* versteigert 2086V Stück mit Die Zusammenkunft ist auf der Kreis- iratze Hattenrod—Lich am Pflanzgarten. Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Zu dem Eichenstammholz wird noch bemerkt, bah es sich um erstklassiges, ausgereiftes Holz, geeignet für Glaser, Küfer, Wagner usw. handelt. Hattenrod, den 3. März 1926. Bürgermeisterei Hattenrod. in Gießen am Mittwoch, dem 10. Mürz, nachmittags 3 Uhr, in der Doikshalle auf dem Trieb bester QualitSt, unter Syndikatspreis. C. Rübsamen, Gießen hochwertig und sparsam fürtiaus-u. Küchenbrand etwa fünfzig Prozent höhere Heizkraft gegenüber Braunkohlenbrikette, rußen und rauchen wenig. geringe Rückstände. easBi In allen größeren Kohlenhandl. erhältlich Samenhausvelte.tich Teleph. 12. - wiederoerkSufer hohen vabatt ™ 20,61 -15,68 - 1,62 = 1,18 - 5,10 = 23,25 Srenn- und Nutzholzversteigerung Wir fordern alle rechtlich denkenden deutschen Volksgenossen auf, sich weder durch Eintragung in die Listen noch durch eine Geldspende an dem Volksbegehren zu beteiligen, das von Sozialdemokraten und Kommunisten veranlaßt worden ist. Wir fordern, daß die Grundlagen des Staates Recht und Privateigentum bleiben. Eine entschädigungslose Enteignung fürstlichen Privatvermögens führt bei der Befitzfeindlichkeit der Sozialdemokratie und der Kommunisten zwangsläufig zur Enteignung jeglichen Besitzes und damit zum Bolschewismus. Eine solche Rechtsfrage eignet sich nicht zum Volksentscheid. ' werden: Fichten-Schnittholz 2. 1,06 fm . Fichten-Schnittholz 3. 3,69 fm 193 3. Kl., 140 4. Kl. Zusammenkunft im Ort. Iverweidoach, 4. März 1926. Runzheimer, Bürgermeister. Nutzholzversteigermg Dienstag, den 9. März l. IS., vormittags 10 Llhr, sollen aus den Waldungen der Gemeinde Hattenrod nachverzeichnetes Nutzholz versteigert werden: 1 NM M-wM» (ebenfalls noch gut erhalten) unter sehr günstigenZahlungSbedingungen zu verkaufen. Gefl. Anfragen erbeten an Gg. Schieferstein, Masch.-Fabr. Sich (Oberh)., Fernspr. Nr. 17. Buchenstämme mit 40,01 fm 14 Nadelholzstämme mit 165 fm 57 Nadelyolzstangen 1. Kl., 135 2. Kl., Nutzholz-Derkauf. Unter den für den Submisskonsverkauf geltenden Bestimmungen soll aus den staatlichen Waldungen des Forstamts Schiffenberg folgendes Fichtenstammholz Kleesamen Runkelsamen Grassamen sowie alle Sämereien für Landwirtschaft und Gartenbau Wirtschaftskrisen Stz uHSIa lllnl schlechter Geschäftsgang ff Mm Arbeitslosigkeit e Mitbürger aller ErwerbsständeI Erscheint in Massen zu dem am Montag, 8. März, 8 Uhr abends, im Kath. Vereinshaus stattfindenden Vor trag: Von Versailles bis Locarno Das Grab der europäischen Arbeit Die Verewigung des Massenelends von dem bekannten Redner Otto Lautenbach, Hamburg Freiwirtschaftsbund FFF, Ortsgruppe Gießen Zur Deckung der Unkosten werden 30 Pfennig Eintrittsgeld erhoben. [2098D Försterei Leihgestern: Los 1 aus Distrikt Rabenpfuhl 49e und 63b: 7,32 fm 5s-Kl., 40 fm 5b-Kl., zusammen 47,32 fm. Los 2 aus den Distrikten Rabenofuhl 54, Altgehegt 64 und 67, Rehyeckc 66: 0,86 fm 3. Kl., 0,99 fm 4. Kl., 10,56 fm 5a-Kl. und 32,10 fm 5b-Kl., zusammen 44,51 fm. Los 3 aus Distrikt Rabenpfuhl 68a: 1,53 Im 4. Kl., 10,22 fm 5a°Kl., 76,71 fm 5b-Kl., zusammen 88,46 fm, hiervon etwa 1, Käferholz. Försterei Grohen-Linden: Los 4 aus Distrikt Franzenwald, Abtlgen Fuchsbau 8, 9, Tiefental 11, Hexen- Nutzholzversteigerung Donnerstag, 11. März, von vormittags 10 Uhr ab, kommt im Gemeindewald Oberweidbach folgendes Holz zur Versteigerung: 2115V 387 Eichenstämme mit 169 fm, darunter 37 Stämme Kl. A , 255 Eichenstangen 1. Kl., 136 2. Kl., 6 3. Kl. Eberverkauf. Die Gemeinde Göbelnrod beabsichtigt, Dienstag, 9. März, nachmittags 12 Uhr, einen 1jährigen Eber meistbietend öffentlich zu versteigern. 2159V Bedingungen werden bei der Versteigerung bekanntgeaeben. Göbelnrod, 6. Mürz 1926. Hess. Bürgermeisterei. Dienstag, 9. 7NSr; 1926, vormittags ^ 9 Uhr beginnend, soll im Anneröder Ge- . meindewald folgendes Es sprechen die Landtags-Abgeordneten Rechtsanwalt Wloer GelMMlskM! Ich bin beauftragt, IWetMWoiii) 21,39 fm 5b-Kl., zusammen 40,21 fm. 5b-Kl., zusammen 40,21 fm Das Holz ist geschält. Geil. Angebote, getrennt nach Losen und Klassen — andere Gebote werden nicht angenommen — sind einzureichen bis Montag, den 15. März, vormittags 10 Uhr, bei unterzeichneter Dienststelle, woselbst um genannte Zeit auch die Gebote eröffnet werden. Die Bieter sind 3 Wochen an ihre Gebote gebunden. Weitere Auskunft erteilen die Herren Förster Seipp zu Forst- haus Hüttenberg bei Grosten-Linden, Heß zu Leihgestern und das Forstamt. Gießen, 5. März 1926. Forstamt Schiffenberg. offen und geschlossen, Geschäfts- und Lieferwagen. Anfarbelten gebrauchter Wagen inkl. Lackierung. Karosseriewerke 0. Faber, Gießen, Mühlstraße Nr. 22 Zur Deckung der Unkosten wird an den Saal-Eingängen ein Eintrittsgeld von 10 Pfennig erhoben. — Die elektrische Stratzenbahn wird auf der Linie zur Festhaüe an diesem Nachmittag verstärkten Betrieb aufnehmen. Zagdverpachtung. Mittwoch, den 10. März d. I., mittags 1 Uhr, soll in der Gastwirtschaft von Heinrich Lotz IV. zu Ulfa die der Gemeinde Ulfa gehörige Wald- und Fcldjagd, zirka 1050 ha unter den bei Beginn der Verpachtung bekanntzugebendcn Bedingungen, in 4 Abteilungen verpachtet werden. Ulfa, den 27. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei Ulfa. Id vvIIImiI «is Iw ~ ® ™ ~ I • epoUctlotten, ebenso Eichen- nud = 5 o Buchenschnittwaren liefern in allen 2 o Stärken 6)7D 5 sss LugenvürrLLo.,Gießen Telephon 149. Klein & Stiefel Fulda G.A. Nutzholzverstelgerung Mittwoch, 10. Mür, d. 3., von 9i Uhr vormittags an, soll aus den Waldungen der Gemeinde Beuern in verschiedenen Distrikten nachverzeichnetes Nutzholz versteigert werden: 2084V Eichenstämme: 1. Kl. 3 Stck., 5,55 fm 2. Kl. 7 Stck., 10,23 fm 3. Kl. 21 Stck., 18,32 fm 4. Kl. 87 Stck., 26,80 fm 5. Kl. 55 Stck., 27,79 fm 6. Kl. 86 Stck., 31,41 fm Buchen-Stämme: 3. Kl. 5 Stck., 8,48 fm 4. Kl. 1 Stck., 0,84 fm (Erlen-Stämme: 4. Kl. 3 Stck., 3,29 fm 5. Kl. 7 Stck., 5,79 fm 6. Kl. 20 Stck., 7,50 fm Zusammenkunft vormittags um 94 Uhr auf der Kreisstraße Beuern—Geilshausen, nm Ausgang des Dorfes. Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Beuern, 8. März 1926. Bürgermeisterei Beuern. LIndenstruth. Fichten-Bauholz 4. Kl., 4 Stück mit Flchten-Bauvolz 5s-Kl., 4 Stück mit Fichten-Bauyolz 5b-Kl., 4 Stück mit Fichten-Derbstangen 1. Kl., 47 Stück mit VM-uemmim gegen den 5,46 fm Fichten-Derbstangen 2. Kl., 74 Stück mit 4,58 fm 87,8 rm Kiefecn-Scheiter, 68,4 rm Fich° ten-Scheiter, 1,3 rm Halnbuchen-Knüppel, 142,9 rm Knüppel, 16 Stück Buchen-Wel- len, 450 Stück Kiefern-Wellen, 2050 Stück Fichten-Wellen, 33.8 rm Kiefern-Stöcke, 161,1 rm Fichien-Stocke. Die Zusammenkunft ist beim Pflanzgarten. Annerod, 4. März 1926. Bürgermeisterei Annerod. Horn. Lieferungsvergebung. Für die Provinzial-Pflegeanstall Oberhessen soll für die Zeit vom 1. April 1926 bis 31. März 1927 auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Die Lieferung von: 1. Fleisch-, Wurst- und Fettwaren, 2. Backwaren, 3. Butter und Margarine, 4. Milch und Eiern, 5. Heizmaterial. Die Lieferungsbedingungen können auf unserem Amtszimmer, täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags, eingesehen werden. Angebote, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 10. THän 1926, vormittags 11 Ahr, einzureichen. Zuschlagsfrist 5 Tage. Gießen, 27. Februar 1926. 1820V Direktion der Prooinzial-Pflegeanftalt. Bekanntmachung. Die heutige Ruhholzverfteigeruna im Grüninger—Dorf-Giller Markwold ist genehmigt, ausgenommen das Kiefernbau- Holz 3., 4. und 5. Klaffe und Fichtenbauholz 3. Klaffe. Empfang der Abfuhrscheine bei der Kasse der Markgenossenschaft in Grüninaen. Ueberweisung des Holzes und 1. Abfuhrtag Montag, 22. März. 2147V Gießen, 5. März 1926. Der Vorsitzende des Markoyrftandes. Schneider, Forstrat. ttt. 55 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 6. März (926 Ditit-n: SontutLC' if nungen im Fe ^ReichScmzeiger" 1998 neue Konkurse Büchertisch. ‘■B a nfnoten. (Selb Briet 93 ■■■■■■■■■■■ , " I ■■■■■■ “'""""•'•''.ii'iii'uiiiiiiiuitmntiuiKimiinuinMuiiimimiiiiiuiiiiiiiiiinuiminiimiiiinnnmmiummmiUMmnmnmuniieuiiiiimim niuiinnniitUfaitiif IliijiHJnil- lunHi'dituuuimiu wie nach den ohne Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. W. Telegraphische Auszahlung. Letzte Nachrichten. Briand reist nach Genf. Varis, 6. März. (WTV. Aunkspruch.) havas meldet, wird Briand heute abend doch Kens abreifen. Ein wertvolles Küchenhilfsmittel,das der Hausfrau viel Arbeit spart, ist MAGGIS Würze. Wenige Tropfen-beim Anrichten zugesetzt - geben faden Suppen, schwacher Fleischbrühe, Salaten, Soßen und. Gemüsen augenblicklich kräftigen Wohlgeschmack. Am vorteilhaft testen kauft man eine Originalflasche Nr. 6 (mit Plombenverschluß ) und füllt nach Bedarf aus der großen in die kleine MAGGI-Flasche ab. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die Berliner Börse hat wieder eine Reih» ereignisreicher Tage hinter sich. 3n die Mitte der Derichtswochc fiel der Ultimo, der sich diesmal besonders stark auswirkte. 63 ist ja bekannt, daß bei Beginn der Hausse im Januar bedeutende Prämienabschlüsse per Ultimo Februar getätigt wurden, mit deren Glattstellungen eine entscheidende Beeinflussung der Tendenz erfolgte. Ausgerechnet überstürzten auch noch die Wogen der Außenpolitik in dieser Zeit bas Deutsche Reich. Die Brandreden Mussolinis und die versuchte Ueberrunrpelung Deutschlands in der Dölkerbunbssrage verstärkten die Unsicherheit ungemein. Dor einigen Tagm trat dann eine Wendung ein. Das Schlagwort wurde Veuhork. Dort ereignete sich der bekannte Börsenkrach mit den massenhaften Aktienverkäusen, die aber überraschenderweise auf die deutschen Effektenmärkte ohne irgendwelchen Einfluß geblieben sind. Mit der Schiffahrt Hamburg - Veuhork hingen auch die Derhandlungen zusammen, die zwischen Geh. Rat Cuno als Vertreter der Hapag und dem Ches deS Hauses Harriman über eine Aenderung deL. Linienüienstes stattfanden. Man erwartet einen unmittelbar bevorstehenden Vertrags- obschluß, der dem Uebergewicht der deutschen Reederei auf dieser Linie Rechnung tragen soll. Da die Geldvcrbältnisse nunmehr wieder flüssiger geworden sind, kommen der Spekulation diese sich vorbereitenden Dinge sehr gerufen. Der Hauptbetrieb wickelt sich jetzt am Schiffahrtsaktienmarkt ab. Die Festigkeit dieser Papiere und das für Pfandbriefe aller Art, alter Borkriegs- und neuer Goldemissionen, unvermindert stark anhaltende Interesse gibt naturgemäß der übrigen Effektenbörse eine Stütze. Die Kursentwicklung ist dort aber im Augenblick doch recht unsicher, und immer nur starke Steigerungen einiger besonderer Werte sind Schrittmacher für allgemeine Befestigungen. Selbst in Bankkreifen ist man in der Beurteilung der momentanen Börsenlage anscheinend etwas unsicher: denn die Monatsberichte der Großbanken sprechen sich durchaus nicht einheitlich über Lage und Aussichten der Effektenmärkte aus. Der Februarbericht der Dresdner Bank zeigt allerdings im Gegensatz zu anderen Dankäußernngen einen optimistischen Grundton und dürfte damit dos Richtige getroffen haben. Wenn auch die nun schon wieder bevorstehenden Vorbereitungen zurM:div- liquibation — über deren Wertlosigkeit man einer Meinung ist — und der sicherlich nicht sehr leichte Quartalstermin Ende März das Geschäft in den nächsten Wochen hemmen werden, so ist doch die allgemeine Ansicht über die Gestaltung der Kurse nach dem M ä r z u l t i m o durchaus zuversichtlich. Sicherlich dürften dann neben den überwundenen Geldsorgen auch Anregungen in Form von Dividendennachrichten vorliegen. Schon jetzt erfreuen sich z. D. Kali- aktien aus einem solchen Grunde lebhafter Vachfrage. Die nächsten Tage werden wieder einige Dankabschlußfihungen bringen, ebenso wird in diesem Monat voraussichtlich das große Werk der Montanvereinigung im Westen Deutschlands endgültig abgeschlossen. Der Geldmarkt kommt nicht zur Ruhe. Er zeigt erst seit drei Tagen eine Entspannung, und schon beginnt man von neuem, einen Liquidationstermin noraubereiten. Gleich nach Beginn der kommenden Woche wird sich dies vermutlich spürbar macken. Im Moment wird Tagesgeld mit 5l/s bis Z Proz. noch reichlich angeboten. Die Prrvatdislontnotiz von 5 Proz. hat mehr Material nicht hervorgelockt. Die ^lmsahtät-gkeit in Privatdiskonten ruht weiter fast völlig. Ob eine neue Ermäßigung erfolgt, erscheint sehr fraglich, da dann der Anreiz zum Kauf dieser Wertpapiere zu stark vermindert würde. Die für diese Woche erwartete Herabsetzung der offiziellen englischen Banlrate blieb aus. Der Pfundkurs hat sich allerdings unter Vorwegnahme eines solchen doch wohl bald eintretenden Schrittes gegen den Dollar bereits etwas ermäßigt. Die deutsche offizielle Diskontermähigung steht bekanntlich erst nach dem Märzultimo zu erwarten. die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 1573 angeordnete Geschäftsaufsichten betanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Januar stellen sich auf 2092 bzw. 1553. • Die Vorgänge an der Reuporker Börse. Die Total-Papierverluste an den beiden letzten Aeuyorker Börsentagen werden auf nicht weniger als 1,5 Milliarden Dollar geschäht, eine Ziffer, die kaum zu hoch gegriffen sein dürfte. Vom amerikanischen Schatzamt wird erklärt, daß der Zusammenbruch der Aeuyorker Wertpapierbörse in keinem Zusammenhangs mit der allgemeinen Wirtschaftslage stehe, die außerordentlich gesund sei. Am schwersten leiden die Eisenbahnaktien, besonders nachdem bekannt wurde, daß die innerstaatlichen Handelskommissionen das Projekt über die Eisenbahntrusts zurückgewiesen haben. MdiimiilllL. ..mdiuiU i. LJ:.:......I. 1 in. ......MIMMM bruar. Aach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Februar durch — Hoffmanns Werke. Herausgegeben von 2r Viktor Schweizer und Dr. Paul Zaunert. Kritisch durchgesehene und erläuterte Ausgabe. 4 Bände. Bibliographisches Institut, Leipzig. — Die vier schmucken, handlichen Bände dieser Ausgabe können zur Anschaffung für jede Bibliothek, in der E. T. A. Hoffmann bisher keinen Platz hatte, empfohlen wer- den. Die Ausgabe erheb' keinen Anspruch auf Vollständigkeit gibt aber in guter Auswahl das, was man wohl zuerst bei diesem Dichter sucht, und was charakteristisch und wichtig in seinem Wesensbilde ift. Der erste Band bringt nach einer gut informierenden, biographisch-ästhetischen Einführung von den Märchen den „Goldenen Topf" und „Nußknacker und Mausekönig". Den Rest des ersten und den ganzen zweiten Band nimmt eine Auswahl aus den Erzählungen ein, die als glücklich bezeichnet werden darf, da sie den Umkreis der Hoffmannschen No- vellistik mit sicherem Gefühl, und nicht nur örtlich- geographisch, sondern wohl vor allem künstlerisch und formal abzustecken bemüht ift, was ja bei der vorliegenden Stoffinenge nicht gerade einfach ist. Der dritte Band gibt die „Elixiere", daneben die „Kreis- leriana", die man freilich lieber mit dem „Kater Murr" (Band vier) vereinigt gesehen hätte, was sich aber wohl aus Gründen der Raumanordnung verbot. Wissenschaftlichen Anforderungen kommen im übrigen die Einzeleinleitungen in jedem Bande, sowie der Anmerkungsapparat entgegen. Freunde und Kenner des Dichters werden vielleicht bedauern, daß nicht noch em fünfter Band mit einer Auswahl aus den Tagebüchern und Briefen beigegeben wurde, der dos Gesamtbild abrunden und den Wert dieser Aus- gäbe noch erhöhen würde. ft c i g e r u n g c n fort. Die' Verstimmung konnte somit später von den Aktienmärkten weichen und an ihre Stelle eine allgemeine heftig feit treten. Am Geldmarkt hörte man für Tage gelb einen Satz von 5j bis 6^ Prozent. Monatc- gcld 6 bis 7 Prozent. Börsenkurse. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) B e r l i n; 6. März. Der feste Verlauf der Frank- turter Abendbörse übertrug sich nicht auf das heutige Vormittagsgeschäft. Im Telephonverkehr von Bureau zu Bureau der Banken wurden vielmehr 3_i e m l i d) matte Kurse gesprochen, da der Sturz des Kabinetts Briand infolge der «teuerjabotage der französischen Kaufleute einen außerordentlich ungünstigen Eindruck machte. Die innerpolitischen Schwierigkeiten Frankreichs führten gleichzeitig schon heute morgen zu einem neuen erheblichen Rückgang des französischen Frankenkurses auf 134 gegen London. An den Aktienmärkten waren Montanwerte stärker rüftgängig. Die Einbußen betrugen 2 bis 3 Prozent. Der offizielle Beginn war bann überraschenderweise nicht so matt, wie man nach dem Fruhgeschäft hätte annehmen tonnen. Im Vergleich zu den Lorbörsenkursen traten Befestigungen von 1 bis 2 Prozent ein, die sich nach den ersten Notierungen noch fortfetzten. Wenn auch die Anfangskurse hinter dem Vortage zurückblieben, so war doch die Tendenz unter Berücksichtigung der eingetretenen Verstauung durchaus beträchtlich. Die Umsätze hatten einen für den Wochenschluß verhältnismäßig beträchtlichen Umfang. Als im weiteren Verlaufe bekannt wurde, daß Briand doch nach Genf reift, und jedenfalls mit einer Neubildung des Kabinetts beauftragt wurde, fetzten sich die Kurs- irnmmtwumuuieiiuuiimwuniiiuiunii.umii.ai r, uuii.uiuiiuuiiiiiiuiHiiim M//A///E 3% Deutsche NeichSanleibe 4% Teutf*c ?Hc:d}Aanlcibe 'Jt.icboünleibe A'> Deutsch- Reich,-mleibe Deutsche ^DarDramicnanlcibe Preußische JtcnfolS . 4° o Hencii . . 3'/-0/n Hessen 3% Hencii Deutsche Send. Dollar-Aul. dto-Toll Schav-Anirciina-'t 4*/o Zolltutten 5% Goldmerikoner Berliner Handcltzgclcllschatt tfommeri' und Privat ^ant Darmsl. und Naiionawant Deutsche Bank Deuische BereinSbank . . DiSeomo Commandit Meialldank . ... Mitteldeutsche Creditbank Desterreichii'che ürebilannalt Weltbank ....... Bochumer Guß BuderuS Caro ........... Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke . Harpener Bergbau .Valiircrte Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurabutte Oberbedars ......... Phönix Bergbau Rbeimiabl ...... Wcbccf Montan TclluZ Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher'Llovd . , CVeramische Werke Al bin . Zementwerk Heidelberg Pbilivv Holimann Anglo Cont. Guano . ... Chemische Mayer Alapin . Ä n-arbeniudt.strie, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung NutgcrSwcrlc ... Lcheidcanstalt Mg. ElekMjtkätS-GcseNschast Bergmann ..... Mamkraitwerke ...... Schucken ....... Siemens A Halste Adlerwerke RVevjet ..... Daimler Motoren....... Hehligenslaedt . . ..... Meguin. Motorenwerke Mannheim . ffranffanct Armaturen . . Konservenfabrik Biaun . . Metallgesell'chaft Frankfurt. Bet. Union A.'G Schuh'abrik Herr ■ ■ ... Sichel. . Zellsto-i Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . .-Zuckerfabrik Wagbönsel . . . nihigter, und cs konnte sich bei Beginn des amtlichen Verkehrs eine Kurserholung durch- sttzen. wodurch der feste Unterton wieder hergestellt wurde und die entstandenen Verluste wenigstens teilweise wieder ausgeglichen werden konnten. Vereinzelt blieben die Aktienwerte 1 Prozent hinter dem gestrigen Stande zurück. Das Geschäft verlief ruhig und bewegte sich in engen Grenzen. Die Kursentwicklung war uneinheitlich. Von den Werten des K a f f a m a r k t e s waren u. a. gebessert Kieper 0,5, Wayß & Freytag, Aschaffenburg. Zellstoff und Zuckeraktien. Am 'J)l o n t a n in a r ft waren vereinzelt Rückgänge zu verzeichnen. So wurden Phönir 1 Prozent niedriger. Farbwerte lagen ebenfalls 1 Prozent schwächer. Eine Ausnahme bildeten Rütgerswerke (plus 0,5 Prozent) und Goldschmidt (plus 1 Proz.). Elektro werte blieben crfjolt. Bankaktien waren gehalten. Von S ch i f f a h r t s a k t i e n büßten Lloyd 1 Proz. ein. Deutsche A n l e i h e'n lagen ruhig und mäßig obgeschwächt. Ausländische Renten waren etwas lebhafter im Geschäft, die Kurse waren behauptet. Der Frei vor kehr war still. Beckerst.ihl 43 Proz., Beckerkohle 53 Proz., Benz 43 Proz.. Brown Boveri 68 Proz., Growag 53 Proz., Hansa- banf 72,5 Proz., Krügershall 87 Proz.. Kabel Rhendt 108 Proz., Ufa 54Proz., Unterfranken 63 Prozent. Der spätere Verlauf war durch die ein- getretene Geschästsunlust ungünstig beeinflußt. Die Spekulation benutzte die Gelegenheit zu Gewinn- fkherungen, wodurch neue Kursschwankungen eintraten. Am Geldmarkt hält das Angebot weiter an. Monatsgeld 6 bis 8 Prozent je Adresse. Bankdiskonten 5 bis 5). Zndustrieakzeple 6* Prozent. 3m Devisen verkehr war der französische Franken erneut abgeschmächt auf 133 gegen London. Das englische Pfund liegt mit 4,857/, gegen Kabel unverändert. Berliner Produktenbörse. Berlin, 5. März. Die Ermäßigung der argentinischen cif-orberungen, der sich teilweise auch Kanada -anschloß, übte im Berliner Produktenmarkt für Weizen insofern einen Druck aus. als die an und für sich schon ziemlich geringe Aachsrage weiter zurückhält. Dch Umsätze bewegen sich weiter in denkbar kleinstem Rahmen. Die Kurse lagen erneut etwa 2 Mk. für prompte Ware schwächer. Anders dagegen der Roggen, die Offerten fehlen fast gänzlich, und da andererseits die Weltmarktpreise ziemlich hoch bleiben, zeigt sich hier eine anhaltende Preisstützung. Manche Käufe des Inlandes wurden zu etwa 1 Mk. höheren Votierungen abgeschlossen. Gerste und Hafer behauptet, Mehl ruhig, desgl. Futtermittel. Am Terminmarkt eröffneten Weizen per März stetig (262,50), Mai- sowie Julilieferung im Zusammenhang mit den weiter oben erwähnten Momenten sehr flau. Beide Monate ermäßigten sich auf 264 Mk.. d. h. 2 resp. 2.50 Mk unter Vortagsschluh. Märzroggen mit 159,75 25 Pfennig höher. Mai-Lieferung um 1,25 auf 172 und Juli um 2 Ml. auf 175 gebessert. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, mark. 249 bis 253, Roggen, mark. 146 bis 150, do. pomm. 145 bis 149, Sommergerste 162 bis 186, Futter- gerftc 136 bis 150, Hafer, märt. 158 bis 168; für 100 Kilo: Weizenmehl 32,25 bis 35,75, Roggenmehl 21,25 bis 23, Weizenkleie 10, Roggenkleie 8,90 bis 9, Diktoriaerbsen 26 bis 32, kleine Speifeerbsen 23 bis 25, Futtererbsen 20 bis 22. Peluschken 20 bis 21,50, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 22 bis 25, Lupinen, blau 11,50 bis 12,50, do. gelb 13,75 bis 14,50, Serradelle, alt 14 bis 21, do. neu 26 bis 28. Rapskuchen 14 bis 14,50, Leinkuchen 18,80 bis 19, Trockenschnthel 8,20 bis 8,50, Kartoffelflocken 14 bis 14,25, Sohaschrot 18,60 bis 18,90. bon Schwefelsäure und damit auch zum Stickstoff dar. Da bereits vom Werk aus Behandlungen mit den Grundstückseigentümern gepflogen werden. scheint das Projekt in Kürze greifbare Formen anzunehmen * A.-G für ZclIst oss - und Papier- fabrikation in Aschaffenburg. Da sich die Geschäftslage bei dem Alutcrnefjmen zufriedenstellend entwickelt, wenn auch das Papier- geschast zur Zeit angesich's der ungünstigen Verhältnisse am Papiermarkt nicht gerade günstig ist, ist — wie das „Berl. Tgbl." von Verwal- tungSseitc hört —, mit Bestimmtheit mit der Ausschüttung einer höheren Dividende als im Vorjahr (6 Prozent) zu rechnen. Die Börse schätzt die Dividende auf etwa 8 Prozent. R h e i n i s ch - W e st f ä l i s ch e Elektrizitätswerk A.-G., Essen. In Ergänzung zu unserer Meldung wird mitgeteilt, daß daS Unternehmen von der Stadt Bingen das dortige elektrische Kraftwerk bereits gekauft hat. Die Stadt Bingen erhält, laut „Frlft. Ztg", 1 200 000 Reichsmark bar. 225 000 Reichsmark in Aktien und weitere 100 000 Reichsmark infolge der Auseinandersetzung mit dem Vahe- Krastwerk. Die Arbeiter und Angestellten des Werkes werden von dem REW. übernommen. * Siemens & Halske A.-G. Der Ge- schästsabschluh der Siemens & Halske A.-G. weist einschließlich des Vortrages aus dem Vorjahr einen Rohgewinn von 9 591 000 Rin. (im Vorjahr 3 321 000 Rin.) auf. Der Reingewinn beträgt 3 894 000 Rm. (im Vorjahr 2 6-19 L02 Rm.). Vach angemessenen Abschreibungen und Rückstellungen wird die Ausschüttung einer Dividende von 6 Prozent (im Vorjahr 0 Prozent) und Vortrag des Restbetrages von 2 613 000 Rm. (im Vorjahre 2 649 000 Rm.) auf neue Rechnung vor- geschlagen. * Siemens-Schuckert-Werke G. m. b. H. Der Abschluß der Sieniens-Schuckert-Werke G. m. b. H. weist einschließlich des Vortrags aus dem Vorjahr einen Rohgewinn von 10 Mill. Reichsmark auf (im Vorjahr 1,5 Millionen Rm.). Der Reingewinn beträgt 8 954 756 Rm. (430 445 Reichsmark). Vach angemessenen Abschreibungen und Rückstellungen wird die Ausschüttung einer Dividende von 6 Proz. (im Vorjahr 0 Proz.) vorgeschlagen. Der verbleibende Rest von 0,8 Millionen Rm. soll auf neue Rechnung borgetragen werden. * Schuckert & C o.. Vürnberg. Der Abschluß der C. A. norm. Schuckert & Co. Vürn- berg weist einschließlich des VortragS aus dem Vorjahr einen Rohgewinn von Rm. 2 844 000 aus. Der Reingewinn beträgt nach angemessenen Abschreibungen und Rückstellungen Rm. 1 979 000. Eine Dividende von 4 Prozent wird zur Verteilung vorgeschlagen. Aus neue Rechnung soll ein Restbetrag von 19 024 Rm. vorgetragen Herden. * Die Harpener Bergbau A.-G. hat infolge Absahmangels auf ihren Zecken „Hugo I" 100 Mann und „Hugo III Buer" rund 300 Mann gekündigt. Die Zeche Hugo III soll am 1. April gänzlich stillgelegt und der weiteren Belegschaft von rund 400 Mann gekündigt werden. Eine älebernahme auf andere Schächte der Gesellschaft ist nicht möglich. frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers'^ Frankfurt a.M., 6. März. Tendenz: schwächer, bann erholt. — Die starke Höherbewegung des Vortages erfuhr heute vorbörslich durch den unerwarteten Sturz des französischen Ministerpräsidenten eine jähe Unterbrechung. Der dadurch eingetretene Tendenzumschwung verursachte auf den Aktienmärkten Kursrückgänge bis zu 3 Prozent, wobei das Geschäft sehr zurückhaltend war. Durch die später einlaufende Nachricht, daß Briand trotzdem zu den Verhandlungen nach Genf reifen werde, wodurch allgemein mit der Wiederbetrauung Briands mit der Kabinettsbildung gerechnet wird, wurde die Stimmung wieder b e - * D i e amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 3. März berechnete Grohhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vom 24. Februar (117,6) um 0,3 v. H. auf 117,3 zurückgegangen. Don den Haupt- gruppen haben die Agrarerzeugnisse von 111,5 auf 111,3 oder um 0,2 v. H., die Jndustrie- ftoffc von 129 auf 128,5 oder um 0,4 ü. Sy nachgegeben. Für den Durchschnitt des Monats Februar ergibt sich ein Rückgang der Großhandelsindexziffer von 120 im Durchschnitt Januar auf 118,4 oder um 1,3 v. H. 0 Deutsche Reichspost. Der Reichspostminister hat dem Verwaltungsrat den Voranschlag der Deutschen Reichspost für das Rechnungsjahr 1926 oorgelegt. Der Voranschlag schließt ab in Einnahme und Ausgabe 1. für „den Betrieb" mit 1839 566 600 Mark; 2. für „die Anlage" mit 289 225 200 Mark. Von dem veranschlagten lieber* schuß in Höhe von 70 000 000 Mk. sind je 35 000 000 Mark zur Ablieferung an die Reichskasse und zur Ueberweisung auf ein „Rücklage"-Konto vorgesehen. ’ I. G. Farbenind u st r i e A.-G., Frankfurt a. M. Die I. G. Farbenindustrie A.-G. (Badische Anilin) beabsichtigt, auf einem mehr ali tausend Morgen großen Gelände bei Kröll- toifc (Prov. Sachsen) und Umgebung die dort 2lnhydrit-Flöze bergbaulich zu er- schließen. Der Anhydrit (wasserfreier Kalk) lagert in einer Tiefe von 300 bis 400 Meter, unb stellt ein Vorprodukt für die Gewinnung Berlin, 5 März Amerikanische iRoia» . . . . . Belgische Noten . Dänische Noten ...... Englische Noten..... . . Französische Noten ..... Holländische Noten .... Italienische Noten...... Norwegische Noten Deutlch.Ocsterr. * 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ..... Schweizer Noten Cvanische Noten Tschechoslowakische Noten . . llngarische Nvkcu . ... Frankfurt a.M Berlin 5d)lu ,• i-Utr- ftrr» Schtusj» Kur» '.'lusana i - 1 6 3 5.3 6 3 0.28 .380 n.38 '0.5825 — — 0..36O"i 0 3675 (1 350 U 36 0.37 (l.4bli — 0.420 0 487", 0.2 0 — 0 22 U 360 — 0.36 0 37 0.35(1 - 0 37 — — 0,39 * 0.34 100 — 95 6 — fr9 30 99 55 — 1 11.9.5 11.9 1 12 1 9 1 — 1 - — 147 25 - 147 5* 147,2* 110.5* 110.5* 11 i* 110 5* 127 :• 12..7* 128.4 128.4' — 127.5* K-8* — —* 120.9- 121 • 120,7* 120.7* 84 — 102 5* 102' 102 163 6,62 6 .55 6.75 ii .9 0,139 0 0'19 — 8. — 44,25* 85.5* 41, — 4. 44,5 — 41,52 — r 8’ — 86.75* 87 62* >9 87.5* -8 5" 105’ — 104 9* 100 6- 119 — 1 " 119.75 123 124,5 122 62 3 — 32 75 — 4 .25’ 47* _ 76 5' 75.62* '6.13* 75 4* 82* 82' 81.7,* 81.5* 8< ,ü 82,5 51.5 — 159- 139' 1.38 _ 134* 134 2* 1.33 | 40 5 — 87 - _ I «6.9 — 6i - — — 82,5 — — — - _ 127,2* - 124 127* 67 69 67,5 68 5 0 — 75.5 — 75.5 75,5 91.75 — 93.25* 94* 92 4* 94,i* M ■ - 82 75* 85 —— _ 5 2* ; 84.5* 84.5* 84 103 ! - 103.7* 103* 43 | 43 75 42.9 43.75 39.. — 38,1 ö9,5 23 — 28 । — —— — 31,25 —- » — — 43 i —- —. 92 75 — — I — 63.5 — 63.62 — 27,0 — _ ___ 4.75 — 5 _ 107 — 10 >,75 1 ___- 42,5 43 25 49 ' 45,25 46 5 45 — 5 März. 0 März. Amtliche fficlö Tloti rung Brio' Amtliche Notierung (Nelo 1 Bries Auur.- Nou 168.11 168,5 168 21 168. »>3 Buen. Aires 1.6,0 1,694 1.698 1, .97 Brss. Antw 19 055 19.095 19,05 19.09 lLhriniania. 89.43 89.65 89,53 89,75 .'kopenhagen 11 8.7 i 199 04 106,76 109,64 SioNholm . Helsinafors 112.41 112,69 112,li 112,71 10.555 10, 9, 10,555 10,695 Italien - - 16 81 16 85 16.84 16,88 London. Neuyork . . -0,379 20,4 1 ■20.378 20,430 4,195 4,20 ' 4,195 4.205 «änris. . 1 .609 15,640 15,16 15,20 Schwei; . •iü H 80.9» ■>0,74 60.94 59,25 Spanien ■ 59.14 19.27 59,11 Japan . . . 1.901 1,1'06 1.90 1,94 ■h'io de Jan Wien in D-- > 612 '.614 0.61t 0.615 Leil. adgest 39 '2 59,26 59.13 59.27 Prac, . . . Belgrad . . 12,416 12,416 12.416 12,456 7,392 7,412 ;.3s 7,4 > Budapest. . Buloaricn »,87a »,895 5,875 6,8'J", 3,1145 8.055 8,(35 3,01 > Llssabon 21,215 21,223 21,275 Danüa- - 80 85 81.05 80,85 81,05 Konst, nlln- 2,19 2,20 -',19 2,20 Atden 5 18 6 00 5 89 6.91 Canada. . lltuanat) 4 172 4,182 4.298 1,172 1.182 4.288 4,295 1.305 LI 5 4.205 19 00 19 io 108,48 109,0? 20.34 20,44 1-.78 13 8> 167.65 168,49 16 81 15,92 89.24 81 27 59.00 59.30 112,12 112,68 59.02 59 82 12.393 12.435 5,835 5.875 ■i ,3 Fordern Sie gratis und franko KATALOG von der „SIGURD - GESELLSCHAFT m b-H. CAS3EL \Y/ohnzimmer W W lllljlll’IIUIIIIUIIIIIIIIMIIHIIIIillllllllllllillliniHlllllllllllllllll! Eiche gebeizt • Nußbaum poliert Tanne geritzt Einzelbüfetts - Anrichten Wilhelm Moser, ttereihesilzer, Gießen Wiesecker Weg 10, Nähe des Neuen Friedhofes Friedhofsgärtnerei empfiehlt sich zum Anlegen und Unterhalten von Grabstätten auf dem Neuen Friedhof, bei reeller Bedienung und billigster Preisberechnung. Große Anzucht von allen Pflanzen zur Gräberausschmuckung, Rosen, Koniferen, Efeu usw. 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