rrkchreise. Markt am Sams- rV' ®ir|in3 6 totfraut 6 biß 15, ’ W. Spinal 20* Mn-MM 6 Mrbrin 12 biß WH 6, KartMn 25, Birnen 10 . Brombeeren 60, 40, junge Hahnen M biß UQ <ßf 60 biß 150 $ 10 big 150, Salat Ober-Kohlrabi 3 kt'ch 10 biß 20, ’rärf; Aaöieschcn ^lot. Der a2 leinen, K'kiier der ,w ’e~S; * * j Q9cn ü Äk. 7 'rzjtznis 5,^ntümÄt? 8<«^ DM $•£5 ML DasL emE Schuld und der Dux. zM 2- -»NVL» ^ngmitZDi ecin Antrag auf 4 ®into?nö. et ^vMrr bei der nchi den Tal- erlannte daher w- ielsach trüben aber tagsüber ziemlich en: Qßa-inuir.i 15, Heutige Morgen« ch. zu der Ausstellung Sc webe", dir die Zolle und Baum- hinen vorsührt, ist Dorwort der Ab« !stellungswesen des :anffuvt a. M„ daß eser Ausstellungs- sicher Artikel von dem Thema »Sie r Textilwaren und Mu Mchm sich iiv Laien ausschN' ebene Artikel über crei und Mberei, oll*, Kamm- WlldeckeMebe.ee Mi, Trilotsaw- stzramm Tenders. Intschau'.) loder: de der SuM 4;f Die Leseswnd/. 6.10 HAs 'S-- Ajedaktion. , 1 Hr ncchoM^ ys'S ftd I«WI» ® ““ a.__ ö« aus d°! ale', Ausstellung-' w 'SfAr verkauft, 1CD öchlinck. Nr. 253 Erstes Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 5. Oktober (926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beklagen: Gießener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle Monats.Lezugrprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehea. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vruS und Verlag: vrühl'sche UniversitätL-vuch und Ltemdruckerei R. Lange in Siehrn. Schristleitung und Seschäftzftelle: Zchulstrahe L Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Sinzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 200 , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil i. Dertr. H. Deck, sämtlich in Gießen. Europäische Umgruppierung. Dow D. Dr. Dr. I. V. Bredt, 0 Professor des Staatsrechts an der Universität Marburg, M.d.R. lZs scheint, daß die jüngsten Ereignisse in Genf zu weiteren Folgen führen, als man bisher an» nahm. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund war nach der Entwicklung der internationalen Beziehungen allmählich in das Stadium getreten, daß er zu einer europäischen Notwendigkeit wurde; daher hat er sich auch jetzt in Genf ohne alle Schwierigkeiten vollzogen. Es kann aber kein Zweifel bestehen, daß die Umstände, unter denen er schließlich erfolgte, ganz andere waren als die, unter denen er ursprünglich erfolgen sollte. Der treibende Teil für einen Eintritt Deutschlands in den Völkerbund war England. Dieses ist nach dom Weltkriege keineswegs in die sichere Lage eines Siegers gekommen, sondern es hat sich sehr schwierigen Fragen gegenüber befunden. In Indien ist keine Ruhe eingekehrt, und immer bedrohlicher erhebt sich an der afghanischen Grenze das Gespenst des Bolschewismus. Rußland hat nach seinem ersten Mißerfolg in Polen sein Augenmerk auf Asien gerichtet, sowohl auf den Osten wie auf den Süden; und bei letzterem stößt es zusammen mit England. Ob es einmal zu wirklichen Zusammenstößen kommen wird, muß die Zeit lehren. Aber England mußte sich vorsehen und aus dem Grunde alle Neibungsflächen im nahen Europa beseitigen. Aus dem Grunde betrieb der kluge englische Botschafter Discount d' A b e r n 0 n den Eintritt Deutschland in den Dölkerbund, und zwar anfäng- lick mit gutem Erfolge. Dann aber scheiterte der Plan an dem unerwarteten Einspruch Brasiliens. Dadurch änderte sich die Lage völlig. Es meldeten sich die Russen und mit ihnen kam jener Vertrag zustande, der Deutschland nach Osten hin wieder neue Beziehungen schafft, der aver Deutschland offensichtlich unbrauchbar macht als Werkzeug englischer und anti-russischer Politik. England hat zwar äußerlich sein Ziel erreicht; Deutschland gehört dem Völkerbünde an. Der eigentliche Zweck aber ist verfehlt; Deutschland hat n i ch t optiert für England gegen Rußland! Die kluge englische Diplomatie hat es vermieden, in Genf auf diese Fragen auch nur mit einem Worte einzugehen; sie Hot aber gehandelt. Sie hat mit einer gewissen Sorge gesehen, daß sich durch das Gespräch von Thoiry eine weitere Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich linbahnte und hat hier offenbar weitere Möglichkeiten gesehen. An sich dürfte diesem Gespräch keine sehr große Bedeutung beizumcssen sein, wie sich aus der unmittelbar darauf folgenden Rede von PoincarL ergibt. Es scheint aber, daß die englische Regierung aufmerksam geworden ist durch die etwas reichlich unkluge Reklame, die mit diesem angeblichen deutschen Erfolge von der deutschen Regierung gemacht wurde. Jedenfalls mißt die englische Regierung zum mindesten den deutschen Absichten große Bedeutung bei und daraus erklärt sich ihr folgender Schritt. Zwischen Chamberlain und Mussolini haben Besprechungen stattgefunden, deren Zweck nur in einem neuen Mittelmeerabkommen gefunden werden kann. Gerade wegen des Gegensatzes mit Rußland in Indien muß England alles daran setzen, sich den Seeweg nach Indien offen zu halten; dieser aber führt durch das Mittelmeer. Ist Frankreich dort fein Bundesgenosse, so ist genügende Deckung vorhanden; gerät aber Frankreich auf andere Bahnen, dann muß ein anderer Bundesgenosse gesucht werden, und dieser ist nur in Italien zu finden. Eine Verständigung mit Italien ist aber auch noch aus einem ' weiteren Grunde geboten. Der Weg nach Indien führt auch durch das Rote Meer und an diesem liegt die italienische Kolonie Erythrea, mit der England immerhin zu rechnen hat. Daher ist eine solche Verständigung geboten, nicht nur für bas Mittelmeer, sondern auch für das Rote Meer. Italien wiederum hat ein Interesse an der Verständigung mit England, weil es einen star- len Bundesge.os.en sucht, der ihm garantiert, daß eine Bereinigung Deutsch-Oe st er reichs mit dem Deutschen Reiche nicht zustande kommt. Die Unterdrückung der Deutschen in Südtirol glaubt Italien sich erlauben zu dürfen gegenüber dem kleinen Oesterreich; es scheut sich aber, bem großen Deutschland gegenüber ähnlich aufzutreten. Es fürchtet nun eine französische Zu- stimmung zu dieser Bereinigung und nimmt deshalb die englischen Pläne auf. Wieweit nun die englisch-italienische Annäherung führen wird, bleibt abzuwarten. Es gt noch ungeklärt, ob England damit einverstanden ist^ daß Italien sich auch auf dem Ost- c ^?ten Meeres, in dem zur Zeit ziern- ^tenlofen fernen festseht; es ist nicht ausgeschwssen, daß an einem solchen selbständigen Italiens die Freundschaft sofort scheitert. Wahrscheinlich ist es aber nicht, denn beiden Teilen muh auch hier an einer Berständigung .. fann aifo fein, daß eine neue eur 0 - b a 1 f d) e @ r u p b i e r u n g herauskommt, wobei englanb^tahen eine starke Macht darstellen tourbe. Deutschland würde dadurch zweisel- os weiter zu Rußland hingedrängt werben Die Annäherung Frankreich-Deutschland vollen wir einstweilen nicht allzuhoch bewerten- fCIn- daß Frankreich schließlich allein ieht. Aber auch für Deutschland ist die Lage nicht ehr günstig. Das im Kriege wohlwollend neu» itale Spanien ist durch die Umstände unter Jenen sich der Eintritt Deutschlands in den -Völkerbund vollzog, gekränkt und steht uns nicht mehr sehr freundlich gegenüber. England stellt polen bietet Rückgabe vanzigs an. Ein Warschauer Versuchsballon. - Deutschland fordert Gesamtlösung des Ostproblems. Warschau, 5. Off. (TU.) Die polnische amtliche Telegraphenagentur (PAT.) gibt ohne jeden Kommentar eine Meldung aus dem pariser Blatt „Journal de Jinance“ wieder, in der etwa folgendes gesagt wird: Danzig wird an Deutschland zurückgegeben. Polen und Frankreich stimmen dieser Rückgabe zu unter der Voraussetzung, daß Polen eine bedeutende Entschädigung dafür erhält. Auch die Zustimmung anderer Signatare des Versailler Vertrages sei wahrscheinlich. Deutschland müßte dafür versprechen, einen Druck aus Washington auszuüben, damit sich diese mit einer für Frankreich zweckmäßigeren Revision des Schuldenabkommens einverstanden erkläre. Eine hiesige (Warschauer) Persönlichkeit, die gut unterrichtet sein will, erklärt zu dieser Meldung: von ernsten Besprechungen über eine eventuelle Rückgabe Danzigs könne noch nicht die Rede sein. Allerdings sei dieser Gedanke nicht ganz aus der Lust gegriffen, von einigen maßgebenden Persönlichkeiten der europäischen Politik sei ein solcher Akt tatsächlich ins Auge gefaßt worden. Man dürfe den Ursprung dieses Gedankens wohl auf Thoiry zurückführen, wo „zweifellos Stresemann in seiner Unterredung mit B ri- and dieses Thema angeschnitten habe". Briand habe wiederum mit Z a 1 e s k i, dem polnischen Außenminister, denselben Fall erörtert. Polens Stellung zu diesem plan sei wohl die, daß pilsudskl auf Danzig ohne Bedenken verzichten würde, um sich dadurch Deutschlands Freundschaft zu erkaufen, was ihm die Möglichkeit geben würde, Rußland gegenüber kräftiger oorzugehen. » In Berliner politischen Kreisen hat man die von der PAT. verbreitete Meldung des „Journal de Finance" außerordentlich beachtet, weil man in dem Borgehen der PAT. den Versuch sieht, durch eine offiziöse polnische Stelle den Versuchsballon des reichlich unbedeutenden französischen Blattes erhöhte Beachtung zu sichern. Man verfolgt dabei zweifellos den Zweck, den Eindruck hervorzurufen, daß sich Deutschland finanziell stark genug fühle, außer den Verhandlungen über vorzeitige Räumung des Rheinlandes und des Saargebiets gegen finanzielle Opfer noch ein ähnliches Angebot an die polnische Regierung über die Rückgabe des Freistaates Danzig an Deutschland zu machen. Mit anderen Worten, es dürfte sich hier um einen ziemlich plumpen Versuch handeln, Deutschlands nur zu berechtigtes Argument, daß zusätzliche Bela st ungen über den Dawesplan hinaus nicht tragbar seien, durch eine solche Tendenzmeldung wirkungslos zu machen. Daß die PAT. diesen offiziösen Versuchsballon nur zu gern aufsteigen läßt, begreift man deutscherseits sehr gut, da es ja verständlich ist, wenn Polen die unhaltbare Korridorfrage auf seine Weise mit Behelfsmitteln zu lösen versucht. In Berliner diplomatischen Kreisen ist man demgegenüber aber der Ansicht, daß für Deutschland, so dringend es auch eine baldige Verbindung mit dem kerndeutschen Freistaatsgebiet wünscht, nur eine Gesamtbereinigung des unhaltbaren Ostgrenzproblems in Frage kommen kann, die sämtliche dem Selbstbestimmungsrecht der Völker widersprechenden Bestimmungen des Versailler Vertrages über den Korridor Danzigs und Ostoberschlesien beseitigen. Wenn das Vorgehen der PAT. die Bereitwilligkeit der polnischen Regierung zur Inangriffnahme derartiger Verhandlungen bekunden soll, wird Deutschland, das eine grundsätzliche Verständigung mit Polen natürlich begrüßen würde, gern bereit fein, am Verhandlungstisch zu erscheinen. Vie Ejsenbcchnobligatronen. Die Ttclluttg dcö Weiszcn Hauses. Paris, 4. Okt. (TU.) lieber die Haltung der Vereinigten Staaten zu einer Mobilisierung der deutschen Eisenbahnobligationen wird dem „Neu- york Herald" aus Washington weiter berichtet, daß die amerikanische Regierung die Mobilisierung der Obligationen voraussichtlich weder verbieten noch direkt dazu ermutigen werde. Es wird daran erinnert, daß Mellon ebenso wie Präsident C 0 0 l i d g e der Ansicht sei, die Zeit zur Derwer- tung der Obligationen sei noch nicht reif. Die amerikanischen Bankiers wollten jedoch in dieser Angelegenheit freie Hand haben. Die Regierung halte die Mobilisierung der Obligationen nicht für eine einfache Handelstransaktion, sondern für ein Ereignis auf dem Gebiet der internationalen Poll- tik, und Präsident Coolidge wünsche nicht, daß die amerikanische Regierung darin verwickelt werde. Der Berliner Korrespondent des „Journal" teilt mit, in Washington feien bisher keine diplomatischen Schritte unternommen worden, aber es sei sicher, daß sich Frankreich und Deutschland, bevor sie mit amerikanischen Finanzkreisen in Verbindung treten, sich zunäch st mit d e m Weißen Hause in Verbindung setzen würden. Lhamberlsins Besprechungen. Thoiry und die Begegnungen von Livorno und Paris. London. 4. Okt. (TU.) Sir Austen Cham- be rlain har den Vertretern der Presse gleich nach feiner Ankunft Erklärungen über seine Begegnung mit Mussolini und Briand abgegeben. Er sagte u. a.: Die Unterredung zwischen mir und Mussolini ist nichts anderes als eine Begegnung von Freunden und eine Begegnung von Außenministern. Wenn man in einigen Zeitungen unsere Unterredung als Gegengewicht zu der Unterredung zwischen Briand und Stresemann in Thoiry bezeichnet hat, so brauche ich kaum zu betonen, daß eine derartige Feststellung ein gänzliches Miß - verstehen unserer Beziehungen darstellt. Wenn die Begegnung zwischen Briand und Stresemann nicht ftattgefunben hätte, fo hätte ich mich trotzdem mit Mussolini in Livorno getroffen. Es ist völlig irrig anzunehmen, daß Mussolini oder ich die geringste Eifersucht oder den geringsten Verdacht über die Begegnung zwischen den Außenministern von Deutschland und Frankreich hege. Derartige Gerüchte bedeuten ein völliges Mißverständnis der Politik von England und Italien. Chamberlain betonte, die Politik von England und Italien fei darauf gegründet, den Frieden zu erhalten und den Handel zu entwickeln im Interesse der wirtschaftlichen Wiederherstellung der Welt. In Paris habe er mit Briand eine Unterredung gehabt und Briand habe ihm über die Unterredung mit Dr. Stresemann berichtet. Ich brauche nicht zu betonen, daß kein neues Abkommen geschlossen oder projektiert wurde. Was in den neuen Unterredungen in Paris und Livorno vor sich gegangen ist, war eine vollständige und offenherzige sowie freundschaftliche Unterredung über die Probleme, die uns alle interessieren. Ich möchte betonen, daß ich auf freundschaftlichem Fuß mit Dr. Stresemann stehe. Meine persönliche Ansicht ist, daß diese freundschaftlichen persönlichen Beziehungen zwischen den Außenministerv, die von Zeit zu Zeit erneuert werden, dem Frieden dienen. Unsere Länder sollten darüber zufrieden fein, wenn sie sehen, wie wir uns von Zeit zu Zeit treffen, obwohl sie nicht erwarten dürfen, daß die ganze Welt von Grund auf geändert wird, weil wir eine Unterredung veranstalten. seine Berechnungen ohne uns auf. Frankreichs guter Wille ist noch sehr zweifelhaft. Es ist eine schwere Aufgabe unserer Diplomatie, hier Das deutsche Staatsschiff gut zu steuern. Die Opposition bei den russischen Kommunisten. Moskau, 4. Okt. (Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Die Oppositionsführer Sinowjew, Trotzki, Radek, Pjatakow, Smilga und Sapronow begaben sich trotz der Beschlüsse der Kommunistischen Partei über die Unzulässigkeit von Diskussionen über die Partei in eine Moskauer Fabrik, um dort eine Diskussion einzuleiten. Die kommuni- strschen Arbeiter dieser Fabrik verurteilten aber in einer Entschließung das Auftreten der Op- positionssührer. Das Moskauer Komitee fordert das Zentralkomitee aus, gegen die Mitglieder des Zentralkomitees, die die Parteibeschlüsse verletzt haben, Maßnahmen zu treffen. In zahlreichen Moskauer Betrieben fanden Massenversammlungen statt, in denen Resolutionen angenommen wurden, die das rationelle Auftreten der Opposition mit Sinowjew und Trotzki an der Spitze verurteilen. Es heißt, man dürfe nicht überrascht fein, wenn in den nächsten Tagen bereits „scharfe Maßnahmen" gegen Trotzki, Sinowjew und andere erfolgen würden. Vom Paneuropäischen Kongreß. Wien, 4. Okt. (WTB.) Am Schluß der politischen Aussprache auf dem Paneuropäischen Kongreß begründete Reichstagsabgeordneter Dr. Mittelmann folgenden von ihm eingebrachten Antrag: Der erste paneuropäische Kongreß wolle die Einsetzung eines Ausschusses beschließen, der die Stage öer nationalen Minderheiten zum Gegenstand eingehender Prüfung macht und auf Grund dieser Prüfung im Einvernehmen mit der Interparlamentarischen Union und der Union der Völkerbundsligen genaue Vorschläge zur Sicherung des kulturellen Lebens der nationelen Minderheiten in Europa ausarbeitet. Der Kongreß geht dabei von der Voraussetzung aus, daß ohne eine befriedigende Regelung dieser Frage die paneuropäische Bewegung bei der heutigen Führung der europäischen Grenzen nicht den gewünschten Erfolg haben kann. Eeneraidirettor Vogler zur Wirtschaftslage. Köln, 4. Okt. (Sil.) Als Aus klang des Parteitages der Deutschen Doltspartei fand am Montag unter außerordentlich starker Beteiligung aus dem ganzen Reiche eine Sitzung des Industrie- und Handelsausschusses der Partei statt. Der Vorsitzende des Ausschusses, Reichstagsabgeordneter Dr. Hugo begrüßte besonders die Minister Dr. Stresemann. Dr. C u r t i u s und Kröhne sowie den Staatssekretär Schmid vom Ministerium für die besetzten Gebiete. Generaldirektor Dr. V ö g I c r betonte, daß die Hauptaufgabe der Wirtschaft heute in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bestehe. Dazu sei eine Preissenkung auf «allen Gebieten erforderlich und mit allen Mitteln zu erstreben. Eine grundlegende Tatsache sei es, daß heute in der öffentlichen Meinung; sich bereits der Standpunkt durchgesetzt habe: Wenn man wirtschaften will, muh auch ein R u h- e f f e 11 da sein Der Redner stellte fest, daß es der Wirtschaft gelungen fei, die Voraussetzungen zu schaffen, von denen aus wir zu einer besseren, wirtschaftlichen Arbeit zu gelangen hoffen. Mehr als die Grundlage sei aber auch noch nicht da. Von einer Blüte der Wirtschaft, wie man etwa aus den Kursen erkennen könnte, könne keine Rede sein Wenn auf gewissen großen Gebieten zur Zeit eine starke Belebung eingetreten sei, so seien das in erster und letzter Linie die Auswirkungen des gewaltigen Streikes in England. Der Streik gehe aber einmal zu Ende. Der Kampf wird wceder beginnen und toerm wir nicht auf der ganzen Linie gerüstet sind, dann wird die hinter uns liegende Episode schwerer Zeit nicht die letzte gewesen fein. Man könne aber verzeichnen, daß die deutsche Industrie auf der ganzen Linie trotz verkürzter Arbeitszeit eine bessere Arbeitsleistung habe als vor dem Kriege. Der Redner erklärte über ein internationales Kohlenabkommen, daß man auf deutscher Seite vor Jahren versucht habe, zu einer internationalen Verständigung zu gelangen, daß aber die Engländer diese Verständigung abgelehnt hätten. Lieber den Abschluß des Stahltrusts äußerte sich Dr. Vogler optimistisch und gab der Ansicht Ausdruck, daß dieser Verständigung, aus der ein starker wirtschaftlicher Iinpuls entstehen werde, auch eine politische Verständigung folgen müsse. Der Reichswirtschaftsrat. Berlin, 5. Okt. Dem Reichskabinett wird heute der Gesetzentwurf über den endgültigen Reichswirtschaftsrat zugehmr. Die jetzt vorliegende Raffung unterscheidet sich nur in wenigen Punkten von den früheren Entwürfen des Reichswirtschaftsmimsteriums. Die Zahl der Mitglieder soll etwa 130 betragen. Eine wesentliche Reuerung ist bie Einsetzung einer permanenten Kommission zur Dorberet- tung von Enqueten. Die in der Reichsverfassung vorgesehene Gliederung nach Dezirkswirtschafts- räten ist in dem Gesetzentwurf nicht enthallen. Der Reichswirtschaftsrat soll im weiteren Umfange als bisher in die Lage versetzt werden, feine Vorschläge und Bedenken vor dem Reichstag zu vertreten. Da der Gesetzentwurf in der jetzigen Fassung als verfasfungsändernd angesehen wird, bedarf es zur Verabschiedung -der Zweidrittelmehrheit des Reichstages. Die Untersuchung des Germersheimer Zwischenfalls. Paris, 5. Okt. (WTB. Funkspruch.) Die Agentur Havas veröffentlicht in Bezug auf die Untersuchung des Germersheimer Zwischenfalls durch die deutschen und französischen Behörden folgende Auslassung: General © u i 11 a u- m a t, der Befehlshaber der französischen Besatzungsarmee hat dem Kriegsminister wissen lassen, daß er den Berichterstatter des Kriegsgerichtes von Landau aufgesordert habe, in der Germersheimer Angelegenheit als Zeugen den deutscherseits mit der Führung der Untersuchung beauftragten deutschen Beamten sowie die von ihm genannten Zeugen zu vernehmen. Dies fei die einzige Form deutsch-französischer Zusammenarbeit, die ins Auge gefaßt werden könne. Der Reichskommissar habe diese Formel angenommen. Die Angelegenheit fei nunmehr eine rein gerichtliche und die Untersuchung werde alles berücksichtigen und absolut unparteiisch sein. Ein neuer Zwischenfall in Neustadt a. d. Hardt. Paris, 5. Okt. (WTB. Funtspruch.) Die französischen Blätter berichten von einem neuen Zwischenfall in Reustadt a d. H. Uebere in stimmend melden die Zeitungen, daß am 4. Oktober ein deutscher Zivi 1 ist in einem Restaurant der Friedrichstraße mit einem französischen Unteros f izier vom 12. Fliegerregiment namens Audigu in einen Streit geriet, in dessen Verlauf der Deutsche den Franzosen mit einem Dolchstoß schwer verletzte. „(Journal1' gibt dazu noch folgende Einzelheiten: Der deutsche Zivillst, ein Kaufmann aus Reustadt und .früherer Offizier, trat an den Unteroffizier heran und zwang ihn, aus seinem Glase zu trinken. Darauf zeigte ihm der Deutsche einen Dolch und erklärte, daß er seine Frau töten wolle. Ohne jede weitere Erklärung stieß er darauf dem Unteroffizier den Dolch in die Herzgegend. Darauf verließ der Deutsche das Lokal unb fuhr auf einem Mvtvrrade davon. Die Verwundung des Franzosen ist ernst. Die deutsche Polizei hat sich sofort den französischen Militärbehörden zur Verfügung gestellt, um des Täters, dessen Person bek annt sei, habhaft zu werden. Dr. Dells Reise ins besetzteGebiet. WSR. Darmstadt, 4. Okt. Infolge der Lleberlastung mit Arbeiten ist der Reichsjustizminister und Minister für die besetzten Gebiete, Dr. Dell, gezwungen, seine Reise in das besetzte Gebiet etwas abzukürzen. Er wird am 10. Oktober von Berlin abreisen und sich zunächst nach Darmstadt und Mainz zum Besuch der hessischen Regierung begeben. Darauf besucht er die pfälzische Regierung in Speyer. Don da begibt er sich nach Wiesbaden und Kreuznach, sodann in den oldenburgischen Landesteil Birkenfeld. Seme Reise führt ihn dann weiter über D e r n c a st e l, Trier, Aachen und Euskirchen. Am 16. Oktober' wird der Minister über Köln nach Berlin zurückreisen. Dankerlah des Reichspräsidenten. Berlin, 4. Okt. (WB.) Das Büro des Reichspräsidenten gibt folgenden Erlab des Reichspräsidenten v. Hindenburg bekannt: Auch in diesem Iahre sind mir zu meinem Geburtstage aus allen Teilen des Reiches und von Deutschen aus dem Auslande zahllose Glückwünsche zugegangen, deren Einzelbeantwor- tung mir leider unmöglich ist. Allen, die freundlich meiner gedacht haben, spreche ich daher auf diesem Wege meinen herzlichen Dank aus und bitte sie zugleich, mit mir weiter auszuhalten im steten Bemühen um die Befriedung und Befreiung unseres Vaterlandes. Die britische Reichskonferenz. Die Stellnng der Dominions. London, 4. Oft (Reuter.) Der südaftlla- nische Premierminister General Hertzog, der zur Tellnahme an der bevorstehenden britischen Reichskonferenz hier eingrtroffen ist, erklärte, die südafrikanische Union wolle auf der Rnch^konfe- krenz nichts anderes sein als ein hilfreicher Genosse bei der Förderung der Interessen der britischen nationalen Gemeinschaft. Es sei nichts Revolutionäres in seinen Absichten verborgen, nichts, was nicht in vollster älebereinstimmung mit den bereits vorhandenen Grundlagen stehe. Der australische Ministerpräsident Druco erklärte: In London werden wir mit den britischen Ministern die Frage unserer Beziehungen zum britischen Reiche besprechen. Von Separatismus kann keine Rede sein. Alle Donu- nions und alle Kolonien beweisen eine solcyr Anhänglichkeit, dah dieses Wort überhaupt Nicht ausgesprochen werden s llte. Aber diese Anhänglichkeit kann uns nicht daran hindern eine weit größere Autonomie als die derzeitige innerhalb des Rahmens des britischen Reiches zu fordern. Wir wünschen und wir verlangen, wie auch d:e Kandier, daß uns eine immer gröbere Freiheit zugebilligt wird, und dah man uns immer mehr unsere eigenen Institutionen orgäni- sieren läßt. Die Lage im englischen Bergbau. L o n d o n, 4. Oft. (WB.) Heute haben nahezu 9000 weitere Bergarbeiter die Arbeit toie- e r ausgenommen. 7000 von ihnen sind in Rottingshamshire und Derbyshire beschäftig, wo die Bezirksausschüsse die Annahme der Regierungsvorschläge empfohlen haben. Von unterrichteter Seite wird festgestellt, dah nunmehr die Gesamtzahl der in den Kohlengruben beschäftigten Personen 171419 beträgt. In den Grubenbezirken findet in diesen Tagen die Entscheidung der Bezirksorganisationen über Annahme oder Ablehnung der Regierung s v o r s ch lag e statt. Im Westmidlandbezirk beschloß eine Minderheit der Bergarbeiter die Vorschläge der Regierung abzulehnen. In Südwales wurden wahrend des Wochenendes Massenversammlungen veranstaltet, in denen fast einmüttg für die Ablehnung der Vorschläge gestimmt wurde. Im Bezirk von Rorth-Stefford hat der Arbeiterrat seinen Mitgliedern die Annahme der Vorschläge empfohlen. Aus den anderen Bezirken liegen die Ergebnisse noch nicht vor. Besuch des finnischen Staatspräsidenten in Norwegen. Oslo, 4. Oft (WTB.) Der finnische Präsident Relander rst heute vormittag zu einem offiziellen Besuch hier eingetroffen. Die Stadt trägt reichen Flaggenschmuck. Der König, der Kronprinz und zahlreiche amtliche Persönlichkeiten waren zum Empfang auf dem Bahnhof erschienen. Längs des Weges zum Schlosse bildeten Truppen Spalier. Grohe Menschenmengen bereiteten dem Staatsoberhaupt bei der Fahrt durch die Stadt lebhafte Ovationen. Der finnische Staatspräsident wird sich hier bis Mittwoch nachmittag aufhalten. In der Begleitung Relanders befinden sich der Außenminister Se- tälä, der Landwirtschaftsminister Sunila, der kommandierende General S i h v o und eine Reihe von Beamten des Ministeriums des Aeutzern. Kunst und Wissenschaft. 50jähriges Jubiläum des Städtischen Orchesters in Mainz. Die Begehung des 50jährigen Jubiläums des Städtischen Orchesters in Mainz wurde durch eine akademische Feier im Stadttheater eingeleitet. Oberbürgermeister Dr. Külb schilderte die Verdienste und die Bedeutung des Orchesters für das Mainzer Musikleben und für das deutsche Kulturleben in der Westmark. Namens der hessischen Staatsregierung beglückwünschte Finanzminister ft e n r i ch das Orchester zu seiner Jubelfeier. Beig. ft i e m e n z gab Kenntnis von der Stiftung eines Fonds zur Unterstützung bedürftiger Orchestermitglieder. Nachdem ein Vertreter des Orchesters in herzlichen Worten den Dank der Gefeierten für die zahlreichen Ehrungen zum Ausdruck gebracht hatte, fand die stimmungsvolle Veranstaltung mit dem Vortrag der Ouvertüre zur Euryanthe von C. M. o. Weber ihr Ende. Beekhoven-Gedächtnisfeier in Mailand. Dom 7. bis 11. Oktober wird die Skala in Mailand eine Gedächtnisfeier für Beethoven abhalten in der Form von vier großen Beethoven- Konzerten, in denen alle neun S y in - p h o n i e n zu Gehör gebracht werden sollen. Die Konzerte stehen unter Leitung Toscaninis. Den Schluß der Beethoven-Konzerte wird die Aufführung der 9. Symphonie bilden, bei der 220 Stimmen Mitwirken. Berufung eines deutschen Kapellmeisters nach Madrid. Der Generalmusikdirektor ter Kölner Oper, Eugen S z e n k a r, früher Kapellmeister am Frankfurter Opernhaus, ist von der königlichen Oper in Madrid eingeladen worden, Aufführungen von „Tristan und Isolde" und der „Walküre" zu dirigieren. Szenkar hat diese Einladung angenommen und wird sich im Ianuar 1927 dorthin begeben. Professor Sauerbruch nach Berlin berufen. Der berühmte Chirurg der Münchener Univerität Geh. Rat S a u e r b r u ch hat einen Ruf als Nachfolger für den am 1. April 1927 in den Ruhe- tand tretenden Direktor der chirurgischen Univer- itätsklinik in Berlin, Professor Otto ft i l d c - brand, erhalten. Sauerbruch, der 1875 in Barmen geboren ist, war Assistent in Kassel, Erfurt und Berlin, habilitierte sich 1905 in Breslau, wurde Assistent von Friedrich in Greifswald und Marburg, bann als Nachfolger Krönleins Professor in Zürich, 1913 in ftalle, 1915 Ordinarius in München. Sauerbruch ist berühmt geworden durch einen ür die Kriegsverletzten besonders segensreich gewordenen Eingriff. Es gelang ihm, die Amputationslymphe des Armes durch Benützung der Muskeln willkürlich beweglich und jo den Arm vermittels einer nach seinen Angaben hergestellten Prothese wieder gebrauchsfähig zu machen. Eine zweite durch Sauerbruch eingeführte Operation ist die Verengerung des Brustkorbes bei Lungenkranken durch fterausnehmen von Rippen. Professor Gutbier t- In Jena erschoß sich in seinem Laboratorium der Rektor der Universität, Professor der Chemie Dr. G u t b i e r, aus bisher unbekannter Ursache. Tagung der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft. In Karlsruhe findet vom 4. bis 7. Oktober die 15. allgemeine Versammlung der deutschen meteorologischen Gesellschaft statt. Anwesend sind zahlreiche hervorragende Fachleute aus allen Teilen Deutschlands. Auch die österreichische meteorologische Gesellschaft ist vertreten. Der feierlichen Eröffnungssitzung in der Aula der Technischen Hochschule wohnten u. a. bei: Anterrichtsminister Remele, Prof. Dr. Iunggärtner, Vertreter der interessierten Behörden und der Stadtverwaltung owie der Technischen Hochschule. Rach einer kurzen Begrüßungsansprache des Ehrenvorsitzenden, Geheimrat Prof. Dr. Hellmann und Dem Willkommgruß des Ministers und anderer Herren hielt der erste Vorsitzende der deutschen meteorologischen Gesellschaft Prof. Dr. S ch m a u ß -München einen Vortrag über das Thema: „Schulgemäße und nicht schulgemäße Meteorologie". Ein Lehrauftrag über die Entwicklung der Friedensbewegung. Das preußische Llnterrichtsministerium hat Professor Schücking einen besonderen Lehrauftrag für die geschichtliche Entwicklung der internationalen Friedensbewegung erteilt. Aus aller Welt Schweres Erdbeben? Paris, 5.Okt (MTV. Funkspruch.) Das Pa- riser Observatorium bestätigt die Meldung des 06- ervatoriums von Faenza, desien Apparate in der Rächt zum IRonfag außerordentlich heftige, stundenlang andauernde Erd- töße in 12000 Kilometer Entfernung verzeichneten. Die Seismographen der französischen Station haben vier Stunden lang reagiert, und zwar so stark, wie es nur bei katastrophalen Erscheinungen der Fall zu fein pflegt. Nenn Bahnbcamte im Tunnel erstickt. Infolge atmosphärischer Einflüsse wurde am Montag der Abzug des Rauches im Ricken- t u n n e l (Schweiz) dermaßen gehemmt, daß das Personal eines Güterzuges durch Kohlengase betäubt wurde. Der Zug blieb dadurch i m Tunnel stecken. Bei den ersten Rettungsversuchen gelang es, wegen der drohenden Gasvergiftung nur den fteizer des Zuges in bewußtlosem Zustande aus dem Tunnel zu schaffen. Nach den neuesten Feststellungen sind neun Mann des im Tunnel befindlichen Zuges und Lokomotiv- perfonals den Vergiftungen erlegen. Schweres Handqranateriungliick. In einem an der Freihafenstraße gelegenen Schrebergarten erfolgte in einer Laube eine heftige Explosion. Herbeigeholte Polizeibeamten fanden vier Kinder, zwei Knaben im Alter von 10 und 5 Iahren, und zwei Mädchen im gleichen Alter, mit zerrissenen Gliedmaßen in einer völlig zertrümmerten Laube vor. Drei Kinder waren bereits tot, das vierte starb bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Die Kinder hatten mit Handgranaten gespielt, wobei eine der Granaten explodierte und die Kinder zerriß. Die Handgranaten stammten aus der Laube eines Schlachters, der bis 1924 der Hamburger Ord- nungspolzei angehörte. Der Schlächter, in dessen Laube noch weitere Waffen gefunden wurden, wurde fe st genommen, will jedoch von dem Vorhandensein der Waften in seiner Laube nichts gewußt hoben. Ein Riesenspriischmuggel aufgedeckt Im Zusammenhang mit der Beschlagnahme eines Spritschmuggelschiffes auf der Oder bei Schwedt ist ein großes Spritschmugglerkomplott ausgedeckt worden. Es sind Steuerhinterziehungen im Betrage von etwa 750 000 Mk. begangen. Das beschlagnahmte Schiff, eine elegante Pacht, gehörte einem Schiffsingenieur Bauer, der schon lange unter dem Verdacht des Spritschmuggels stand. Finanziert wurde das Schmuggelgeschäft von einem Berliner Bankgeschäft in der Moh- renstraße, dessen beide Inhaber, Otto und Gustav Lindemann, ebenso wie Bauer und ein Verkaufsagent Simonsohn sowie ein gewisser Wüst aus Dortmund fest genommen wurden. Bei Buchprüfungen in der Berliner Bank wurden schwere Unregelmäßigkeiten aufgedeckt. Die belastenden Konten waren zum Teil aus den Büchern herausgerissen, dreiviertel Millionen Mark tonhten beschlagnahmt werden. Auch eine Anzahl von Likörfabriken werden in das Strafverfahren einbezogen werden. Die Ermittlungen in dem Riesenspritschmuggel mit Hilfe der Motorjacht „Inge" alias „Rixe" ergaben so belastendes Material, daß der Vernehmungsrichter die Haftbefehle gegenKvmmerzienratK. Lindemann, seine Brüder Otto und Gustav sowie gegen den bei der Tleberrumpelung der „Inge" eben- alls verhafteten Dentisten Rößlers bestätigte. Der flüchtige Ingenieur Bauer ist schon seit langem auf dem Hamburger Hauptzollamt als gewerbsmäßiger Schmuggler bekannt. Er soll auch zahlreiche Likörfabrikan- ten angeborgt und ihnen dafür Spritlieferungen in Aussicht gestellt haben, die nachher nicht ein» getroffen find. Ebenso soll er sich Autos ver- chafst und diese dann schleunigst weiter verkauft haben. Es ist jetzt gelungen, den Kapitän der dem Kommerzienrat Lindemann gehörenden Iacht „Pelikan" festzustellen. Es handelt sich um einen Kapitän Kowih aus Kiel. Die Segeljacht „Pelikan" liegt zurzeit wieder außerhalb der 10 Meilen-Grenze in der Höhe der Swinemünder Bucht und wartet auf die „Inge", ohne $u wis- en, dah diese unter polizeilicher Aufsicht im Berliner Westhafen liegt. Das Schiff wird zurzeit von Fahrzeugen der Reichsmarine und den zu- tändigen Hafenpolizeibehörten beobachtet. Ein Flugzeug für 100 Personen. Die Junkerswerke sind zur Zeit mit dem Bau eines Riesenflugzeuges für 100 Fluggäste be= djäftigt. Das Flugzeug soll eine Länge von 128 Meter erhalten, vor vier Motoren angetrieben werden und aus einer einzigen Flügelfläche bestehen. In dem Flügel sind Räume für die Post, Fracht, Vorräte und für dienstfreie Mannschaften angeordnet. Im vorderen Teil befinden sich die D = 3 u g = artigen Kabinen für 100 Fluggäste mit Oberlichtfenstern und elektrischem Licht. Die als ftöhen- teuer dienenden Flächen des Flugszeugs enthalten Speise- und Aufenthaltsräume. Der neue Typ soll namentlich für Flüge über den Ozean dienen. Von einem Traktor erdrückt. In Schwabmünchen bei Augsburg hatten ein Landwirtschaftsschüler und ein Tagelöhner mit einem Traktor und einem Pfluge ein Stück Land umzuackern. Als beide am Abend nicht zurückkamen, wurde Nachschau gehalten und man fand, daß der Traktor über den Rand der Straße geraten, den 1,5 Meter tiefen Abhang hinabge stürzt war und die beiden jungen Männer unter sich begraben hatte. Beide konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Oberbürgermeister Boß wieder im Dienst. Der Oberbürgermeister von Berlin, Böß, der an eitler leichten Furunkulose erkrankt war, hat die Amtsführung im Rathaus wieder übernommen. Amerikanische Unfallstatistik. Die amerikanische Straßenbauvereinigung teilt über die Tlnfallzifsern für 1926 mit, dah im Laufe des Iahres bisher 1 3 2 5 0 Personen! durch Automobilunfälle getötet und 50 000 verletzt worden sind. Franziskusfeiern in Italien. Die Feierlichfeiten anläßlich der Siebsnhun-- dertjahrfeier des Todestages des heiligen Franz von Assisi sind in Assisi in würdigster Weise begangen worden. Sie erhielten ihr besonderes Gepräge durch die Anwesenheit des Kardinals Merry del Val, der als Vertreter des Papstes mit Gefolge eingetroffen war. Der Kardinal zelebrierte in der Basilika des Helligen Franz über dem Grabe die feierliche Pontifikalmesfe. Die Stadt war abends reich illuminiert. Die Regierung hat den ülitterrichts- minister als Vertreter entsandt. In ganz Italien wurde der 4. Oktober als ein Rationalfeier- t a g gefeiert. Die staatlichen und städtischen Behörden sowie die Börse blieben geschlossen. Zwei Kinder bei einem Brand ums Leben gekommen. In Roermvnd (Holland) ist in einem Hotel ein großes Schadenfeuer ausgebrvchen, durch das der größte Tell des Gebäudes eingeäschert wurde. Zwei Söhne des Besitzers im Alter von fünf und sechs Iahren kamen bei dem Brande ums Leben. Ein 64jähriger zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Landshut verurteilte den 64jährigen Landwirt Vitus Brunner aus Pattendorf wegen Mordes zum Tode. Brunner hatte am 19. März d. I. den 62jährigen Händler Mayerhofer in einem Walde auf besti- al ische Weise ermordet. Die Leiche wurde erst nach 14 Tagen gefunden. Die Ursache der Tat war darin zu suchen, dah der Ermordete Mitwisser verschiedener Verbrechen war, die die beiden gemeinsam verübt hatten und daß er von Brunner mehrmals Geldbeträge forderte. Mayerhofer war bereits mit 20 Iahren Zuch thaus vorbestraft. Unterschlagung. Der bereits wegen Betruges vorbestrafte Alvis Forschner, der vom Roten Kreuz als Kassierer bei der Zenlralsü-forgestelle Düsseldorf angestellt worden war, hat wiederum Unterschlagungen in Höhe von 90 000 Mark begangen. Er wurde jetzt vom Gericht zu drei Iahren Zuchthaus verurteilt. Riesenfälschung. Ein in München wohnender Optiker aus Würzburg und ein Bankbeamter aus München kauften im Werte von 350 000 Papiermark R a ch- kriegspfandbriefe der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, das Stück zu 2000 Mark, die der Bankbeamte in seiner Wohnung in Dorkriegspfandbriefe ab-- äni>erte. Im ganzen wurden 70 Stück rm Werte von 16 bis 17 000 Mark bei auswärtigen Banken verkauft. Runmehr wurde in Leipzig der Optiker beim Verkauf von solchen gefälschten Pfandbriefen fest genommen und nach München geschafft, wo er ein volles Geständnis ablegte. So gelang es auch, feinen Genossen festzunehmen. Bei der Verhaftung fand die Polizei noch 10000 Mark vor. Ob weitere gefälschte Pfandbriefe um» gesetzt wurden, ist noch nicht festgestellt. Wettervoraussage. Nördliche bis östliche Winde, Nachttemperaturen fallend, tagsüber ziemlich milde, anfangs bedeckt, dann strichweises Aufklaren, trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 16,7 Grad Celsius, Minimum: 8,7 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 10,0 Grad Celsius. Aus der provmMlhauptstadt. Gießen, den 5. Oktober 1926. Richard Haupt. Zu feinem 80. Geburtstag am 6. Oktober. Von Dr. Carl W a l b r a ch. Der Konservator der Kunstdenkmäler von Schleswig-Holstein, Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. D. e. h. R. Haupt, ein Vetter von Geh. Rat Haupt in Gießen, wurde am 6. Oktober 1846 in Düdin gen geboren, wo sein Vater zuletzt Gymnasialdirektor war. Er studierte zunächst in Bern und wohnte dort bei dem aus Gießen stammenden Prof. Rettig, einem Verwandten. In Gießen, wo er der Burschenschaft Germania angehörte, wurde er 1867 zum Dr. phil. promoviert; 54 Iahre später ernannte ihn die Universität Kiel zum Dr. theol. e. h. Haupt hat als Iüngling „den Segen eines eingeschränkten Lebens und einer genauen Haushaltung und die altmodische und halbverschollene Lehre kennen gelernt, daß man keiner großen Geldmittel bedarf, um ein reiches Leberrswerk auszuwirken und auch am Genuß des Lebens einen unverächtlichen Anteil rnitzubekommen und noch entern zu helfen". Die nächsten Iahre nach Abschluß des Studiums war er als Gymnasiallehrer in Hessen, Oldenburg, Baden und Preußen tätig, bis sich in Plön (1873) sein Schicksal entschied: Die alte Liebe zur Kunstwissenschaft, die er gleich seinem Bruder Albrecht (o. Hon.-Prof. in Hannover) offenbar von dem Großvater, dem Dekan und Baumeister K. L. Schmidt in Büdingen geerbt hat, erwachte aufs neue in ihm. In wenigen Iahren stellte er das erste Inventar-der Schleswig-Holsteinischen Bau- und Kunftdenkmäler her — neben seinem Beruf als Gymnasiallehrer, den er erst 1900 aufgab, um sich ganz seinen Studien widmen zu formen. Die Ergebnisse seiner Forschungen legte er (bis 1926) in sechs Riesenbänden von je beinahe 1000 Seiten nieder. ..Es gehörte", schreibt einer seiner Mitarbeiter in dep zu seinem 75. Geburtstag erschienenen Festschrift, „die ganze Tapferkeit, die ausharrende Zähigkeit, der wundervolle Ordnungssinn, das niemals Irrewerden und auch das Quentchen älngestüm dazu, das Ihnen mitgegeben war", um dies fein Lebens- Wert durchzuführen. Fast alleinstebend hat er das Werk beginnen müssen, bis er allmählich immer mehr Verständnis gewinnen konnte, und heute das ganze Land ihm für seine Arbeit dankbar ist. Da er nicht Historiker oder Künstler von HauS aus war. hat er manchem Angriff sttmdhalten müssen. Aber eine Persönlichkeit wie Haupt konnte das in feinem Ziel nicht irre machen. Durch feine unermüdliche schöpferische Tätigtet wußte er sich Anerkennung zu erringen. Von 1893 bis 1924 ist er erster Konservator der Dau- und Kunsttenk- maler der Provinz Schleswig-Holste n gewesen. Reben der Arbeit an seinem Lebenswerk hatte er Zett und Kraft, sich mtt fast allen Gebieten zu beschäftigen, „an den Verstand und Gemüt Anteil nehmen können". So umfaßt das Verzeichnis seiner Veröffentlichungen, von denen besonders die Arbetten über de Vizelinkirchen zu nennen sind, mehr als 450 Rummern. Und eine ganze Menge von diesen handelt von der oberhessischen Heimat, insbesondere von Büdingen. Denn auch in der Ferne ist er der Heimat treu geblieben. Wie er noch als Achtzigjähriger stolz sein Gießener Germanenband trägt, so hat er auch in diesem Sommer noch fröhlich die rote Mütze zur 325-Iahrfeier unseres Gymnasiums in Büdingen getragen. Trotz seines biblischen Lllters ist' es in seinem Herzen ein Iüngling geblieben. Er hat viel ‘erlebt seit seinen Stndcntentagen. Er bat den Ausbau des Dismarckschen Werkes gesehen und seinen 3ufainmenbrucb. Aber vertrauend auf den, „der unvergänglich unser aller Geschicke lenkt", schaut er in die Zukunft seines Volkes und in seine eigene. Wir wünschen ihm, daß er noch zu mehr als einer frohen Gelegenheit den schon so oft zurückgelegten Weg in die alte Heimat ftnde, und daß es ihm vergönnt sei, der jetzt erreichten Zahl von Iahren noch manches zuzumessen. Die ober- hessische Heimat grüßt ihn! Gießener Wochenmarktvreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochen markt: Butter 160 bis 180, Matte 35, Wirsing 7 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 15, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, S>inat 20. Römisch- kohl 5 bis 8, Unter-Kohlrabi 5, Feldsalat 100, Tomaten 10 bis 30. Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30, Kürbis 8, Kartoffeln 4 b's 5, Aepsel 15 bis 25, Dirnen 10 bis 20, Zwischen 22 bis 25, Brombeeren 50 bis 60, Rüsse 80, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 90 bis 110 Pi. das Pfund: Käse 10 Stück 60 bis 150 Pf.; Eier 15 bis 16, Blumenkohl 10 bis 150, Salat 10 bis 20, Salatgurken 10 bis 30, Endivien 10 bis 12, Ober-Kohlrabi 5 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 dis 45 Pf. das Stück; Radieschen 12 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, ^Ihr, Eröffnungsvorstellung: „Der Kaufmann von Venedig" (Ende 10i/t älhr). — Deutsche Volkspartei: 8>/i älhr, Restaurant „Hindenburg": Mi gliederversamirlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Dieb von Bagdad". — Astoria-Lichtspiele: „Feuer an Bord". — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und fteilkunde. Nächsten Donnerstag abend im Physikalischen Institut Sitzung. Näheres in der heutigen Anzeige. * ** Von der Landes-Universität. Dr. George Sessous aus Schlanstedt, Bezirk Magdeburg, wurde mit Wirkung vom 1. September 1926 an zum ordentlichen Professor für Acker- und Pflanzenbau an der Landes-Universität Gießen ernannt. ** Grundstücksverkauf. Frau Architekt Stein Ww., Celtersweg, hat ihr Gartengrundstück an der Südanlage, gegenüber der Einmündung der Bleichstrahe in die Südanlage jenseits des Klingelbachs gelegen, für 50 000 Mark an einen Frankfurter Käufer zunächst unter Bedingung übereignet. Der Kauf ist an den Vorbehalt geknüpft, daß gewisse Pläne des Frankfurter In- teressenten die Genehmigung der Stadt finden. Wie wir hören, sollen auf dem Grundstück ein Kino, ein Cafe und einige weitere Einrichtungen geselligen Charakters geschaffen werden. Ob gerate für ein Kino und ein Cafe in unserer Stadt noch Geschäftsmöglichkeiten vorhanden sind, erscheint doch etwas zweifelhaft. •• Sonntags-Sonderzug nach Rothenburg o. d. Tauber. Es ist in Aussicht genommen, am Sonntag, 10. Oktober, ehren ist man gegenwärtig mit dem Ausbru e s dürsten sich auf über 2000 Mark belaufen. Eine Wiederherstellung des Innern der Kirche sollte schon 1914 erfolgen, mutzte aber wegen des Kriegsausbruches unterbleiben. Es sollen nun Mittel angesammelt werden, damit sie 1930, wo seit der Einweihung der Kirche 50 Jahre verflossen sein werden, vorgenommen werden kann. is. Steinbach, 4. Okt. In unserer Gemeinde 1060 1926, zeitig werden an, _ . . Turmuhr durch die Firma Leib zu Gießen neu vergoldet. Die etwas schwierige Stellung des Turmgerüstes erfolgte durch den Zimmermann Decker aus Alten-Duseck. Die Gesamtkosten W > W w auj) in tote Mühe gut ms in Düdingm M'rs ist 8 in Mebm. Er hat entagen. Er bat Werkes gesehen -x vertrauend aus er Geschicke lenkt", oßeü nnö in seiner noch zu mehr kn schon so oft jeinul finde, und i! err-ichtm Zahl Helfen. Die ober' konnte befriedigen. — Zur Erhöhung der Schlagfertigkeit der Wehr dürfte es angebracht erscheinen. wenn derartige größere Hebungen öfter vorgenommen wurden. !—! Soubringen, 4.Okt. Am Samstagabend hielt der hiesige Mannerturnver- e in eine gutbesuchte Dersammlung ab. Es wurde u. a. bestimmt: Der Turnbetrieb soll während der Wintermonate fleißig gefördert werden: als l.Turnwart wurde Aug. Erb, als. 2. Otto Reif und als Schülerturnwart Heinrich Walther ernannt. Hm das Dergfest 1927 des Lahn-Dünsberg-Gaues will man sich auf dem Gauturntag in Wieseck am 24. Oktober bewerben. Hm die Fertig st ellung des hiesigen Sportplatzes will sich der Männerturnverein im Einvernehmen mit den anderen interessierten Vereinen und der Gemeindebehörde bemühen. LI Annerod, 4. Oft. Ser Turm der hiesigen Kirche, wie auch das schadhafte Dach werden eben durch den Dachdecker Lapp von rktymse. ’n Doch .n markt: Dirfing 1 bis 10, ! bis 15, gelbe tat 20. Aömr'fch- MM W, \ Vs 8, Meer- 14 Vs 5, Mel Koetschen 22 bli Me 80. W Wr 100 M 110, -b: M 10 « 16, Ämeurvyt löt'gurfen 10 bi« ohlrabi 5 bi« 12, , 20, bellen« 1° chen 12 P!- Bettfedern Letstungsfähtge Fabrik sucht luchtige Vertreter für Oberbessen, Rhön, Thüringen. Schriilltche Angeb. unter 8l53nz an den Gießener Anzeiger. MMöltz, 0eMWtl826, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neuenweg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Bar- zahlung: 1.1 Schreibmaschine, 3 Musterkoffer mit Inhalt, 1 großer ProjekuonSapvarai, 2 Mikroskope, 1 Piantno, 1 Trumeaur- fpieneL 1 Kommode, 1 Rauchltsch, zwei Sessel, l Ttsch, einige größere Sand- sleinblöcke, 2 Sofas, 1 Rasiersessel, ein Büielt, 4 Lederstühle, 1 Lieferwagen. II Bestimmt: Eine gröbere Partie Zigarre» (25 und 30 Pf. baudrolliert), ein Herrensabrrad. III. Au Crt und Stelle, Bekanntmachung in obigem Lokal: 2 fahrbare Loko- mobtlen. Junker, Gerichtsvollzieher, 81580 Plockstraße 4, Teleph. 1383. ür DienSlag. snungsvoE«- * r Sieb wnj wan c-; it Sonntrsk-g ** Bekanntmachung In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bei der Firma PH. Lenz V. Witwe, Klein-Linden, folgendes eingetragen: Der Teilhaber Julius Martin Lenz in Klein- Linden ist durch Tod am 8. Mai 1924 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden. Die Firma wird von dem bisherigen Teilhaber Wilhelm Lenz IV. in Klein- Linden und den Erben des Julius Martin Lenz: 1. Frau Julius M. Lenz Witwe, Elisabeth geb. Adolph, 2. Johann Friedrich Lenz, 3. Elisabeth Marie Lenz, alle in Klein-Linden, als eine offene Handelsgesellschaft weitergeführt. Die Zeichnung der Firma erfolgt durch Wilhelm Lenz IV. und Julius Lenz Wwe., die berechtigt sind, jeder allein die Firma zu zeichnen. Gießen, den 30. September 1926. Hessisches Amtsgericht. 8134C zunächst die Schüler ein Emgangslieb. Ein Mädchen trug einen sinnreichen Vorspruch schön vor. Sann hielt Pfarrer ® r a u lin g, Grünberg, die Weiherede. Hierauf sprach Kreisschulrat Huff. Alsseld. Anschließend überreichte Daurat Vogt, Alsseld, den Schlüssel an Kreisdirektor S t a m m- l e r, der ihn an Bürgermeister D i ck h a r d t übergab. Mit einer kurzen Ansprache gab dieser die Schule zur Besichtigung frei. Sie Feier wurde gehoben durch einen Chor des hiesigen Gesangvereins und Vorträgen fcer Kapelle. Kreis Lauterbach. — Schlitz, 4. Okt. Ser Reiterverein für Schlitz und © dj I i ö erlaub, der in diesem Jahr gegründet worden ist und schon bei dem grotzen Reitturnier in Fulda schöne Proben seines Könnens ablegen konnte, trat gestern ’um erstenmal hier vor eine größere Oefsentlich- feit. Er bot unserer Stadt zum erstenmal das Schauspiel eines großange'.egten Reitturniers. Ser schöne Herbstsonntag hatte Zuschauer aus dem gan.en Schliherland in großer Zahl nach hier gebracht. Sie Weiherswiese zeigte sich als trefflich geeignet für eine derartige Veranstaltung. Man mußte staunen, was der iwch junge Verein in kurzer Zeit schon gelernt hat. Das Programm bot reiche Abwechslung, u. a. eine Reiterquadrille, Schulreiten, einen Geschicklichkeitsritt für junge Reiter lRatelrennen und Zigarettenrennen), ein leichtes und schweres Jagdspringen, mehrere Flachrennen. Das treffliche Pferde,naterial des Schlitzerlandes fand mit seinen Leistungen lebhaften Beifall. S Ilbeshausen, 4. Okt. Gestern sand die Weihe unseres Kriegerdenkmals statt. Es ist eine etwa drei Quadratmeter große Sand- fteinplatte, die das Relief eines feldmarschmäßigen Kriegers trägt, der an dem Grabe eines gefallenen Kameraden einen Kranz niederlegt. Das Ehrenmal hat neben der Kirche Aufstellung gefunden und macht einen würdigen Eindruck. Die Feier nahm, von prächtigem 5)crbftroetter begünstigt, einen erhebenden Verlauf. Der Ortsgeistliche, der selbst Kriegsteilnehmer ist, hielt eine ergreifende Weihe- rede, der er das Bibelwort „Niemand hat größere Liebe als die, daß er fein Leben löstet für feine Freunde" zugrunde legte. Von feiten des Orts- und Kirchenoorftandes und den in der Gemeinde bestehenden Vereinen wurden Kränze niedergelegt. Starkenburg. WSR. Offenbach, 4 Olt. Am Sonntag Rachmittag gegen 3,45 Hhr ereignete sich in Bieber beim Orts eingang ein schweres Motorrad Unglück. Der 25jährige Kaufmann Peter Lvew starb an den Folgen eines Schädelbruches auf dun Weg nach dem Krankcn- harrs. Er kam in der Richtung von Offenbach und fuhr die stark abschüssige Straße beim Ortseingang hinab. Er prellte dabei derart gegen einen Lelegraphenmast, daß er sich überschlug. Sein Beifahrer wurde nur gering verletzt. Er wurde ebenfalls ins Krankenhaus eingelicfcrt. konnte aber nach Anlegung eines Verbandes wieder entlassen werden. Der Motorradfahrer soll auf der abschüssigen Straße eine Geschwindigkeit von zirka 70 Kilometer gehabt haben. Preußen. Maingau. WSR. Frankfurt a. M, 4. Okt. 3n einer Wirtschaft in der Klostergasse fand in der Rächt zum Sonntag eine s chw ere Schlägerei statt. Rach den bisherigen Ermittlungen betraten gegen 11 Hhr abends etwa 10 bis 12 Personen, die ihrem Aeuhern nach dem Roten Frontkämpferbund angeboren, das Lokal, um gegen den politisch rechts eingestellten Wirt und dessen Angestellte und Gäste Gewalttätigkeiten zu begehen. 3m Laufe der Schlägerei, die sich bis auf die Straße fortsehte, wurden mehrere Personen so schwer verletzt, daß sie dem Heil'ggeistbospital zur Behandlung zugeführt werden mußten. Von den Schwerverletzten ist der Friseur Eugen Schnitz- I e r. welcher zu den Eindringlingen gehört, inzwischen gestorben. Ein größeres Polizeiaufgebot stellte schließlich die Ruhe und Ordnung! wieder her. — 3n der Rächt zum Sonntag versuchte der Spengler Karl Dietrich in der Schön st raße dadurch Selbstmord zu begehen, daß er eine Gaslampeabschraubte. Vermutlich wurde dadurch das Gasrohr an der Decke verletzt, so daß das Gas in das Zimmer der darüberwohnenden Witwe Schmidt eingedrungen ist, deren Tod dadurch herbeigeführt: wurde. Dietrich wurde im Krankenhaus eingeliefert und befindet sich auf dem Wege der Besserung. — Am gestrigen Somrtag ist die älteste Bewohnerin Frankfurts, Frau Emma Großmann, geb. Stephani, im Alter von fast 102 Jahren gestorben. Die alte Same fühlte sich bis in die letzten Tage hinein durchaus wohl, sowohl geistig wie körperlich. Bei Eintritt der herbstlichen Witterung wurde sie von einer starken Erkältung befallen, deren Opfer sie jetzt geworden ist. — Vor ungefähr 14 Tagen trat ein angeblicher Rudolf Werner aus Eisenberg i. Thür, bei einer hiesigen Firma als Buchhalter ein. 3n ganz kurzer Zeit hat er es verstanden, seinen Arbeitgeber mittels Scheckfälschung um 4 0 0 M k. z u betrügen. Außerdem stahl er ihm eine wertvolle goldene Taschenuhr. Werner ist flüchtig gegangen. — Ser bei der Er-- werbsb^schränklenzentrale und beim Wohlfahrtsamt angestellte Dureaugehilfe Gustav Altin ey er ist von der Kriminalvolizei f e st geno nt» men worden, weil er sich a-'f Grund beim Wohlfahrtsamt gestohlener Formulare Anzüge und Schuhe bei hiesigen Frauen erschwindelt hat. Getreides beschäftigt. Der Ertrag an Stroh ist ausgezeichnet, jedoch läßt der Körnerertrag mancherlei zu wünschen übrig. Im ganzen kann man den Ertrag der Getreideernte als gut mittel bezeichnen. Die Kartoffelernte ist ebenfalls mittelmäßig, nur die Sorte .Industrie" brachte einen befriedigenden Ertrag. Die D i ck w u r z lassen auch zu wünschen übrig, jedoch schafft hier die gute Heu- und Kleeernte genügenden Ausgleich. Die Obsternte war im ganzen gering; Birnen gab es einigermaßen, jedoch war an Aepfeln nur ein mittelmäßiges Ergebnis zu verzeichnen, Zwelfchen gab es nur vereinzelt. — Der Kreis Gießen läßt gegenwärtig an den Ob st bäumen der Kreisst raße Fanggürtel gegen das Ungeziefer an- bringen. Die vorbildliche Maßnahme verdient Nachahmung. al. A l l e n d o r f (Lahn), 4. Ott. Gestern wurde hier das Erntedankfest, verbunden mit der Einweihung unseres im Innern neuberge ft eilten Kirchleins gefeiert. Die Herstellung war schon vor Jahren beschlossen, sie lornitc aber wegen Mangels an Mitteln nicht ausgeführt werden. Sem derzeitigen Gemeinderat, der bereitwilligst die Mittel zur Verfügung stellte, gebührt Dank dafür, daß wir jetzt ein so schmuckes und würdevolles Kirchlein haben. Bei dieser Renovierung wurde auch unserer im Weltkrieg gefallenen Krieger gedacht und deren Rame. Alter, Truppenteil, Tag und Ort des Todes oder Verwundung auf sechs Feldern der Empore angebracht; unter den letzten Ramen der 23 Gefallenen wurden die Worte gesetzt: „Sie ftarben für uns." Sie gottesdienstliche Feier verschönte der hiesige Männergesangverein mit dein von der Orgel begleiteten Chor: „Sie Himmel rühmen des Ewigen Ehre." X Allendorf a. d. Lahn, 4. Okt. Jetzt fand die Uebergabe eines Teiles der neu eingekeilten Grundstücke durch die Feld de- reinigungskommission an die neuen Besitzer an Ort und Stelle statt, so daß nun mit der Winteraussaat begonnen werden kann. Die Zuteilung der Gütergeschosse erfolgt erst später. Wie viele ooraussahen, sind manche Besitzer mit der Neueinteilung unzufrieden. Hauptsächlich wird die Größe der neuen Parzellen (über 3—4000 Quadratmeter) als für den Kleinbetrieb unpraktisch bezeichnet Verständlich ist dies insofern, als die meisten Kleinbesitzer bisher in einem Gewann gutes und schlechtes Land in kleinen Parzellen bearbeiteten und gute Erträge erzielten, während manchem jetzt eine größere .Fläche von geringerem Bodenwcrt in ungünstigeren Lagen zugewiesen wurde, so daß geringere Ernteerträge eintreten müssen. Die Mißstimmung ist recht beachtenswert. Kreis Friedberg. z< Dad-Rauheim, 4. Okt. Park und Anlagen bieten in diesem Jahre einen reichen Segen an Kastanien. Wie in den Vorjahren ließ die Bade- und Kurverwaltung wieder größere Massen der Früchte für den Wildpark in Darmstadt sammeln. Aber auch die 3ugenb benutzt ihre Ferientage eifrig zum Sammeln. Man kann hier von einer richtigen Kastanien- ernte sprechen. Die Früchte werden nicht nur vom Boden aufgelesen, die Bäume werdeir auch erstiegen und geschüttelt. Ser hiesige 3 agdklub kauft die Früchte auf, um damit feinen Hoch- und Rotwildbeständen im Taunus über die härtesten Wintertage hinwegzuhelfen. Wenn auch nur 2 Pf. pro Pfund bezahlt werden, so verdienen sich viele Kinder doch ein ganz schönes Sümmchen zusammen und können sich dabei noch in dem Bewußtsein freuen, etwas für den Schutz der Waldtiere im Winter getan zu haben. Bei den Abgabestellen, die der 3agdklub eingerichtet hat, sind bis jetzt schon über 30 Zentner Kastanien abgeliefert worden. Kreis Schotten. D Laubach, 5. Okt. Heute tritt Frau Dr. Eckel, die Witwe des 1886 verstorbenen Syndikus Dr. Eckel, in ihr 9 0. Lebensjahr. Die alte Dame ist geistig noch völlig frisch; sie verfügt noch über ein vorzügliches Gedächtnis und nimmt noch an allem lebhaften Anteil. — Erft in diesem Monat erwacht hier die Bautätigkeit, die in diesem Jahre völlig geruht hatte. Zwei neue Wohnhäuser werden noch gebaut, eins am Fuße des Rarnsberges, das andere am sog. „Roten Berg". Id. Aus dem vorderen Vogelsberg. 4. Okt. Btt den Ob ft Der ft ei gerungen, die eben in vielen Gemeinden stattfinden, stellt sich der Zentner A e p f e l auf mindestens 10 Mark am Baume. Ser Erlös im schlechten Obstjahre 1926 erreicht oft die Höhe der Einnahmen für versteigertes Obst in guten 3ahren, so daß der von vielen Obstzüchtern beklagte Ausfall des Ob ft gelbeä für manche Gemeinden nicht eintritt. — Sie auf niederschlags- reiche Zeiten folgenden warmen Herbsttage haben einen so außergewöhnlich starken Gras- und Kleewuchs hervorgebracht, daß eben Grünfutter im Heberfluß vorhanden ist. Diele Landwirte haben daher die sonnigen Tage benutzt, um Kleeheu zu machen, wozu in den allermeisten 3ahren wegen Drünfuttermangels im Aachsommer keine Gelegenheit ist. * Aus dem Vogels berge, 4. Okt. Zur Zeit durchfahren Obsthändler aus der W e 11 e r a u die obstarmen Dörfer des höheren Dogelsberges, um ihre Ware abzujeyen. Sie Bevölkerung ist aber wenig kauflustig, denn die Finanzlage und die diesjährigen Aepfelvreise passen schlecht zueinander. Mitunter ist bas angebotene Obst von solcher Beschaffenheit, daß der geforberte Preis von 20 bis 22 Mark für den Zentner als wucherisch zu bezeichnen ist. Es wäre zu wünschen, daß es unreellenHänd- l e r n bald verleidet würde, K e 11 c r o b ft zu solchen Preisen zu verkaufen. Kreis Alsfeld. Alsseld, 3. Olt. Aachdem der Alsfelder Flugtag seither unter mancherlei Mißgeschick zu feiten hatte und schließlich im vergangenen 3ahre nach zweimaliger Hmfegung ganz ausfalfen mußte, war es ter Stabt Alsfeld vergönnt, am heutigen Sonntag mit dem von ter Frankfurter Flugsport-Gesellschaft veranstalteten Flug tag einen vollen Erfolg zu buchen. Sie sportliche Veranstaltung, die von prächtigem Herbstwetter begleitet war. hatte eine nach Tausenden zahlende Menschenmenge auf das Fluggelände gelockt, wobei natürlich auch die bera inten Zaungäste nicht fehlten. Sen Absperrungsbienst führte die Freiwillige Feuerwehr in Verbindung mit mehreren berittenen Gendarmeriewachtmeistern in mustergültiger Weise durch. Der Flugtag mürbe von zwei Flugzeugen bestritten, das eine war der Soppeldecker O 99 6, hergestellt von den Raab - Katzenstcin - Werken, gesteuert von dem Piloten F i e s e l e r, während die andere Maschine 0 3 7 9, geftefiert von dem Piloten Klötzer, eine Sietrich-Maschine war. Die Darbietungen der beiden Flieger verdienen höchste Anerkennung, besonders die Kunstflüge des Piloten Riefelet auf feiner eleganten und geschmeidigen D 996 erregten hohe Bewunderung. Aufregend sahen die elegant und sicher ausge'ührten Loopings, Rollings und das gefürchtete Trudeln des Piutten aus, der seine Maschine mit meisterhafter Ruhe und Sicherhett in der Hand hatte. Sehr ergötzlich, besonders für die 3uqenb, war die Verfolgung von aufgelasfenen Kinderballons durch d':e Flieger. Auch das Entfernungsschätzen der richtigen Höhe eines Flugzeugs durch das Publikum fand bei diesem großes 3ntereffe. Sen Höhepunkt ter Spannung bildete der um 5.15 erfolgte Fallschirmabsprung des Piloten Rudolf Doehler, der sich ruhig und sicher vollzog. Der Fallschirm öffnete sich sogleich und die Landung ersolgte etwa 300 Meter vom Flugplatz entfernt in glatter Weise. Jetzt kannte die Begeisterung des Publikums keine Grenzen mehr, es durchbrach die Absperrung, und alles eilte aus den kühnen Springer los, um diesen zu bewundern. Damit hatte der Alsfelder Flugtag sein Ende gesunden, auf den die Frankfurter Flugsport-Gesellschaft und die Stadt mit voller Befriedigung zurückblicken darf. Am Abend fand eine gesellige Zusammenkunft mit den Vertretern der Frankfurter Flugsport-Gesellschaft im Hotel „Deutsches Haus" statt. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g sprach namens der Stadt Alsseld der Gesellschaft Dank aus für den in allen Teilen befriedigenden Verlauf der Veranstaltung und für die umsichtige Leitung durch den Geschäftsführer Schädel, Frankfurt a. M.. ebenso dankte er der Freiwilligen Feuerwehr für ihre tatkräftige Unterstützung. mu. Lehnheim, 4. Okt. Das hiesige Schul- haus genügte seit langem, namentlich in gesundheitlicher Hinsicht, nicht mehr ten Bedürfnissen. Krieg und allgemeine wirtschaftliche Rot traten dem längst gehegten Plan, einen Reuoau zu errichten, hemmend in den Weg. Rach Heberwindung mancher Schwierigkeiten hat aber die Gemeinde, die die nötigen Feldbrandsteine in eigener Mark gewann und auch über Wald verfügt, nun doch ein neues Schulhaus erstellt. Dieses wurde gestern eingeweiht. Rachdem die Schüler int alten Schulsaal ein Abschiedslied gelungen hatten, hielt Lehrer Baumann von hier eine Ansprache, in her er einiges aus der Geschichte ter allen Schule berichtete und sich dann von ihr verabschiedete. Rach einem Musikstück der hiesigen Kapelle setzte sich ter Festzug, an dem sich auch der Reiterverein Mücke beteiligte, nach dem neuen Schulgebäude in Marsch. Dort fangen 'Jllte angesehene Versicherungs-Gesellschaft sucht für Gießen und Um» gebung rührigen ,l51id ch. ^vf. uH • A^nia >bhr $ w bA ranltLals » W HS 2 IW ■ ’n Seifen :tbi W<£ Uittttn n unb gerrbt ; tomaen SchU benbnäler A Mehrer, t^0tu6ien Lw F°r- ? Nannten ; r® Worte“, .die gara» Nu, das [em Lebens- ' Mt er dar Mlidj immer te. und heute u dankbar ist. von §au8 li standhalten 2 Haupt konnte :n. Durch feine We er sich M N 1921 ist Mb Stunftbent* Ee n gewesen, mswerk hatte er len Gebieten zu >d Gemüt Anteil das Verzeichnis denen bei anders rchm zu nennen Unb eine ganze roberhrssi' u Büdingen, tr Heimat treu Vertreter mit guten Beziehungen zur Erhaltung und Vergrößerung des vorhandenen Bestandes. Offerten unter J. V. 2595 an Invalidendank Annoncen. Expedition Frankfurt a. M. Gießen einer Re u b e s ch i efe r u n g unterzogen. Die Kirche ist 1880 neu erbaut, und in ter langen Zeitspanne von da bis heute konnte nichts Durch- Seisendes an dem Gebäude geschehen, so daß die usoesserung dringend geboten erscheint. Gleich- ch die Zifferblätter der Londerzug 4. Klasse mit einem Drittel Fahrpreisermäßigung unb Schnellzugsgeschwind gleit von Dießen nach Rothenburg o. d. Tauber zu fahren, albfahrt in Gießen 6.15 Hhr vorm., Rothenburg an 11.53 Hhr vorm., Rothenburg ab 6.25 Hhr aachm.. Gießen an 11.30 Hhr abends. Der Zug hält in Butzbach, Dad-Rauheim, Friedberg, 5>ele -enbergen-Wintecken und Hanau-Ost. Der Fah^ preis beträgt ab Gießen 11 Mk., ab Butzbach I 10 20 Mt., ab Dad-Rauheim 9,80 Mk., ab Fried- ; berg 9,60 Mk., ab Heldenbergcn-Windecken 8,80 ' Mark, ab Hanau 8 Mk. Zur Führung ter Setp neunter durch die Stadt Rothenburg und für die Defichtigung der Sehenswürdigketten, wie Rathaus, Kircten, Museen, Wehrgänge usw. werden Karten zum ermäßigten Preise von 1,50 Mk. denn Lösen der Fahrkarten angeboten. „ " Fahrpreisermäßigung für neu- eintretende Studierende. Anläßlich des lammenden Semesterbegrmis an den Haiversttäten wird darauf Hingewiefen, daß den neueintretenten Studierenden Fahrpreisermäßigung für die Fahrt rvm Wohnort ter Eltern zinn Hochschulort zu- ileht Die Fahrpreisermäßigung wird in meiern ^alle jedoch nicht bei Antritt ter Fahrt gewährt, ontern die Studierenden erhallen den halben ! Fahrpreis nachträglich auf dem Grstattungswege lRtcr Dorlegen der Fahrkarte und eines von der Schulbehörde zu beglaubigenden vorgrdruckten Antrags auf Schülerferienkarten zurück. Rach Beendigung der Fahrt ist die Fahrkarte vor tem Verlassen des Bahnsteigs dem Aufsichtsbeamten vorzulegen, damit die Fahrkarte an der Sperre richt abgegeben zu werten braucht. Der Erstattungsantrag ist an die der Fahrkarteiiausgabe des Heimatortes übergeordnete Reichsbahn-Derkehrs- anftalt zu richten. *♦ Musikalische Morgenausführun- - e n. Man schreibt uns: Bictor Heermann, der älteste Sohn des berühmten Prof, der Violine Hugo Heermann, der, wie bereits angekündigt, in diesem Winter Lehr-Kurse für Solo-Gesang in Gießen und in den ^benachbarten Städten erteilt, wird im Verein mit feiner Frau im Lause dieses Winters einige Morgenaufführungen veranstalten. Victor Heermann war als jugendlicher Heldentenor an der Wiener Volksoper tätig und kam später als Gesangspädagoge an das Konservatorium Zürich und das bekannte Klindworth-Scharwenka Konservatorium in Berlin. Frau I. Heermann, die aus der Schule ihres Mannes als Sängerin hervorgegan- §en ist und als seine Assistentin im Unterrichte wirkt, ist bereits verschiedentlich rpit großem Erfolg in Aerlin und anderen Städten ausgetreten. Sie wird das Programm der ersten Morgenaufführung (siehe heutige Anzeige) des Ehepaares bestreiten. Ein Teil des Programms dieser ersten Veranstaltung ist dem Andenken des kürzlich verstorbenen Prof. Gustav Trautmann gewidmet, und bringt eine Reihe unveröffentlichter Lieder und Gesänge des Meisters. Daneben enthält das Programm, das ; den Romantikern des Liedes gewidmet ist, eine 1 Reihe der schönsten Lieder von Brahms, Schumann unb Hugo Wolf. In der 2. Morgenveranstaltung im Januar wird Herr Victor Heermann neben 1 einer Reihe moderner Gesänge verschiedene Fragmente aus Wagnerschen Werken zu Gehör bringen. In der ersten Matinee wirkt er als Begleiter seiner Frau am Klavier. Man beachte die heutige Anzeige. ** Oeffentliche Bücherhalle. Vom IS. August bis zum 15. September war die Bücher- We geschlossen. In der ersten Hälfte des August inb in ber zweiten bes September würben 831 Dänbe ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzäh- lmde Literatur 524, Zeitschriften 51, Jugenbschriften 51, Literaturgeschichte 5, Gebichte unb Dramen 12, Lcinber- unb Dolkerkunbe 41. Kulturgeschichte 11, Geschichte unb Biographien 48, Kunstgeschichte 7, Naturwissenschaft unb Technologie 26, Heer- unb Seewesen 8, Haus- unb Lanbwirtschaft 11, Ge- | siinbheitslehre 4, Religion unb Philosophie 17, Staatswissenschaft 5, Frembsprachliches 10 Bänbe. Nach auswärts kamen 6 Bänbe. Preisgekrönte hessische Braugerste. Auf der Seutfchen Gersten- und Hopfenausstellung, die vom 25. September bis 3. Oktober in München stattfaud, fielen auf 18 hessische Braugerstenmuster nicht weniger als 11 Preise und Anerkennungen, und zwar ein 1. Preis, zwei 2. Preise, fünf 3. Preise und drei Anerkennungen. Außerdem kam auf Grund der bei der Bonitierung erreichten relativ höchsten Purcktzahl auf Hessen die höchste Auszeichnung, die Bronzene Preußische Staatspreismünze, und zwar auf die mit dem 1. Preis bedachte Gerste von Ferdinand St n au f f in Monsheim. WSR. Freim arken zu 15 und 25 Pfennig. Rach einer Mitteilung des Reichspostministeriums wird mit der Lieferung der reuen Freimarken zu 15 und 25 Pfg. voraussichtlich im Laufe des Oktober und Rovember begonnen werden. ** Der Zirkus Blumenfelb kommt Enbe bieser Woche nach Gießen. Das Unternehmen gehört bekanntlich zu ben angesehensten bieser Art. Die Vorstellungen sollen am Samstagabenb eröffnet werben. 'Näheres im heutigen Anzeigenteil. Oberhessen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 4. Okt. Gestern nachmittag Janb durch den Kreis - Feuerwehr - Inspektor S i do re, Gießen, die Inspektion der hiesigen Freiwilligen und Pflichtfeuer- d e h r statt. Rach ten üblichen Exerzitien an den Geräten beschloß ein Brandangriff (es war angenommen, daß im Bürgermeistereigebäude ein 2rand ausgebrochen war) die Hebung. Ser Angriff und die Bereitstellung ter Geräte erfolgte jifrnell und exakt, die Art der Feuerbekämpfung Säk' r DrbehaK an k^rfer 5*1' 4 ftÄ? finM* der Xuntftüd ->n ^riO^ itete geil St-rt orhanden C -R 0* •Ä*cm" im ganzen Reich * das merkt ihr gleichl Die beste Creme isf„ Kavalier" ii ex/ra Für den Herbst besonders billig! Trikotagen Damenstrümpfe Damen-Reformhosen extra weit 3.90 Handschuhe 6.90 I Herren-Handschuhe i» wndud« 3.90 Bamen-Handschnhe la Nappaleder 8146a 8155V kanntgegeben. 8137c Gäste willkommen. Der Vorstand. Gießen, den 5. Oktober 1926. 06846 tele- Telephon 190 Eintritt Eintritt frei! kommt Gießen, 5. Oktober 1926. 088T7 nach eine Fülle toZrtotel! karten zu Mk. 1.00 bei Hausverwalter Ritter. 06849 zurück. 06858 8156 D 06847 77913 Em „roher weiher hä Menbolz '•Verschiedenes Tchueiderin für Kohlen u. Büglerin sofort 8144D U Ooltechoff Söhne. Damen-Handschuhe äM^e.der:."lt 0.95 Damen-Handschuhe 2 Druckknöpfen .. 0.95 Damen-Handschuhe gestickter Stulpe ... 1.45 Herren-Handschuhe Xesiu™’d!eder' 1.25 1 Gasberd sowie 1 rotieibener Lam ven'chirm, letzterer fast neu, billig zu verkaufen. Anzusehen 5 bis 7 nachm. 06848 Alicestratze 11 1. BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER Herrenhose w°“*emi»cht’ Herrenjacke Tol,8emiBcht- und bringt Ihnen, wie stets in den Vorkriegsjahren a zum ersten Mal seit 14 Jahren Größe 4-6 1.56 Größe 4-6 1.95 KiDdßr-SchlupJhosen 6.85 Mädchen-Anknöpfhosen^7und«L i n Größe 1 l.fcU Sindent erteilt Nachhilfeunterricht msämtlichenFächern der Oberrealfckuie. Schr. Ang. il 06853 an den Gieh. 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Farben und schwarz U.JJ Mako Finish, Doppelsohle, Hochferse, rt QK in neuen Farben..................... la Seidenflor, Doppelsohle, Hochferse, 1 Iß neueste Farben....................1.1U Echt Mako neueste FärbeHn0Ch'6rse:... 1.25 la Kunstseide, mit Naht, Doppelsohle, 1 4C Hochferse, aparte Modefarben.......I.tJ Feinster Seidenflor, besonders klar, 1 Kß neueste Herbstfarben ................. l.JV Zentrale: FranMamHlaln Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Dreher Familie Ludwig Schmittgall Familie Hermann Schmittgall. empfiehlt 'ich in Näharbeiten jeder Art. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Cost. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Buderussche Eisenwerke Wetzlar, Zweigniederlassung Lollar, folgendes eingetragen: Generaldirektor Bergrat Dr. Alfred Groebler in Wetzlar ist infolge Todes aus dem Vorstand ausgeschieden: Direktor Jean Ley in Wetzlar ist zum ordentlichen Vorstandsmitglied bestellt worden. 8133C Gießen, den 1. Oktober 1926. Hessisches Amtsgericht. Danksagung. Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen in so reichem Maße erwiesene Teilnahme, sowie für die Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. (Sewisscnbafte Beaufsichtigung der Schularbeiten und Nachhilfe, billig. Schr. Ang it 06850 an den Gieh. Anz. Ms Keiles ist doch der beste Empfehle gleichzeitig für die kommende Weihnachtssaison meine Leb- und Honigkuchen - Fabrikation. Günstige Bezugsquelle für Miederverkäufer. PELZWAREN allerArt, sowie Mäniel.Jacken, Füchse, echte Skunkse usw empfehlen wir zu äußerst reduzierten Preisen. 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Damen-Schlupfiioson « verstärkt ...................1.(3 Damen-Retornihosen mem Futter, Gr. 42/46 3.25 2 rm geschnitten, liefert frei Gießen für 36 Mark. 8138D Fr. Weber, Wesselbach. Auch eine landwirtschaftliche Winterdiule ist für Nidda genehmigt. Der Un= erricht beginnt am 8. November l. I. Den Herren Landwirten von Nidda und Umgebung wird empfohlen, diese Gelegenheit zu benutzen und ihre Söyne zur hiesigen Schule zu schicken. Anmeldungen nimmt die Bürgermeisterei bis zum 25. Oktober l. I. entgegen. Nidda, den 27. September 1926. Bürgermeisterei Nidda. Ringshausen. Der heitere Fridolin kommt nach Gießen Und will die lieben Kleinen begrüßen. Cafe Emst Ludwig Samstag, den 9. Oktober, nachmittags 4 Uhr, Großes Kinderfest Bin unter Nummer 8 an das Fernsprechnetz Gießen angeschlossen. Bäckerei, Konditorei und Cafe la Wolle plattiert, schwarz, Doppel- 1 7E sohle, Hochferse ..................... RßillS §8106 la Ohappe, moderne Farben 1.85 la Waschseide, Doppelsohle. 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TEIL: Lieder und Gesänge von Brahms, Hugo Wolf, Reger und Mahler. Gesang: Irmgard Heermann (Alt). Am Klavier: Victor Heermann. VORANZEIGE. II. Morgenaufführung (Januar): Victor Heermann (Tenor). Fragmente aus Werken von Richard Wagner. Karten zu Mk. 2.00 und Mk. 1.50 bei Challier. Studenten- LanömWstsM ii. landmrWst- lidie MntcWle in ülihim. Mit Genehmigung des Hess. Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft wird mit Wirkung vom 1. Oktober 1926 in Nidda ein Landwirtschaftsamt errichtet. Die Gemeinden, welche zu dem Dienstbezirk des Landwirtschaftsamtes Nidda gehören, werden demnächst besonders be- Herrensocken f«räbigge. 9u.al.i.ta.t:..B?hwar.’:..n.nd..ein: 0.48 Phantasiesocken kein-ter k-idon-or.. PhantaSiaSÖCkßH modern© Muster....... 9.95 StriGkSOCken schwere Wolle, grau . Phaoiasiesocken ?°r 1.95 Mische 8rfche Mittwoch früh 9 Uhr eintreffend: FriskheSchellfifche Cabliauund Seelachs tm Ausschnitt ff. Goldbarsch, Bratfchellstfche uud grüne Heringe Zrische ^ischioteletts. 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Die lebhaft diskutierten Gcdankengange Couden- Hoves werden allgemein interessieren, gleichviel welche Stellung man selbst ihnen gegenüber einnimmt. D. Red. Europas Schicksalsstunde schlägt! In europäischen Fabriken werden täglich Waffen geschmiedet, um europäisä-e Männer zu zerreißen — in europäischen Laboratorien werden täglich Gifte gebraut, um europäische Frauen und Kinder zu vertilgen. Indessen spielt Europa in unbegreiflichem Leichtsinn mit seinem Schicksal; in unbegreiflicher Blindheit sieht es nicht, was ihm bevorsteht; in unbegreiflicher Untätigkeit läßt es sich willenlos der furchtbarsten Katastrophe entgegentreiben, die je einen Erdteil traf. Europas Politik steuert einem neuen Kriege z u. Zwei Dutzend neuer Elsaß- Lothringen sind entstanden. Eine Krise löst die andere ab. Täglich kann durch einen Zufall — etwa durch ein Attentat oder durch eine Revolte — der europäische Vernichtungskrieg ausbrechen, der unseren Erdteil in einen Friedhof wandelt. Dieser Vernichtungskrieg, dtzn die europäische Politik vorbereitet, wird an Schrecklichkeit den Weltkrieg ebenso weit hinter sich lassen, wie dieser den deutsch-französischen. Sein Element wird die Luft fein — seine Waffe das Gift — sein Ziel die Ausrottung der feindlichen Nation. Der Hauptkampf wird sich gegen die Städte des Hinterlandes richten, gegen Frauen und Kinder. Die besiegten Nationen werden vernichtet, die siegreichen tödlich verwundet aus diesem Massenmorden hervorgehen. Dieser drohende Krieg bedeutet den gründlichen Untergang Europas, seiner Kultur und Wirtschaft. Andere Erdteile werden an dessen Stelle treten. * Die zweite Gefahr, der ein zersplittertes Europa entgegengeht, ist: die Eroberung durch Rußland. Rußland verhält sich zu Europa, wie einst Mazedonien zu Griechenland. Bei Philipps Regierungsantritt glaubte kein Grieche an eine Mazedonische Gefahr; denn Mazedonien befand sich damals in Verwirrung und Anarchie. Philipps Genie brachte aber Ordnung in dieses Chaos, und nach 20 Jahren war das einige Bauernoolk Mazedoniens stark genug, die zersplitterten Kulturvölker Griechenlands niederzuwerfen. Unter Fthrung c*ncs roten oder weißen Diktators könnte Rußland, durch gute Ersten, amerikanisches Kapital und deutsche Organisation sicy schneller wiederaufrichten, als Europa ahnt. Dann werden die zersplitterten und uneinigen Kleinstaaten Europas der einigen russischen Weltmacht gegen« Überstehen, deren Gebiet fünfmal so groß ist wie das gesamte europäische. Weder die Kleinstaaten Osteuropas, Skandinaviens und des Balkans, noch das entwaffnete Deutschland wären bann fähig, den russischen Ansturm abzuwehren. Rhein, Alpen, Adria würden zur Grenze Europas: bis auch diese fäll und Europa Rußlands Westprooinz wird. Vor dieser Gefahr gibt es nur eine Rettung: der europäische Zusammenschluß. Für ein einiges Europa gibt es keine russische Gefahr. Denn es hat dopeplt so viele Menschen wie Rußland und eine ungleich entwickeltere Industrie. So liegt die Entscheidung über die russische Gefahr nicht bei Rußland, sondern bei Europa. Die beiden kommenden Jahrzehnte werden der Geschichte das Schauspiel eines Wettlaufs bieten zwischen Europas Einigung und Rußlands Wiederaufrichtung: erholt sich Rußland von seiner Wirtschaftskatastrophe, bevor Europa sich einigt — so muß Europa unrettbar der russischen Hegemonie verfallen; einigt sich Europa, bevor Rußland wiederhergestellt ist — so ist Europa vor der russischen Gefahr gerettet. So liegt die Freiheit Europas in der Hand der Europäer. * Die dritte Lebensgefahr für Europa ist: der wirtschaftliche Ruin. Nie kann die zersplitterte Wirtschaft der uneinigen Staaten von Europa konkurrenzfähig bleiben gegen die geschlossene Wirtschaft der bereinigten Staaten von Amerika. Denn die europäischen Zwischenzölle behindern und verteuern jede Produktion. Die europäischen Wirt- schafts^arzellen sind also verurteilt, von den außereuropäischen Wirtschaftsimperien Amerikas, Britanniens, Rußlands und Ostasiens künftig ebenso erdrückt zu werden — wie Krämer von Trusts. Chronische Krisen werden die europäisä)e Wirtschaft untergraben, die Not, das Elend und die Teuerung steigern — bis schließlich das bankerotte Europa amerikanische Wirtsck>aftskolonie wird. Dieser Zustand wird zur Versklavung der europäischen Arbeitersck)aft durch das amerikanische Kapital führen, das sich jeder Kontrolle durch seine europäischen Arbeitnehmer entziehen wird. Vor dieser Gefahr gibt es nur eine Rettung: Zusammenschluß des europäischen Kontinents zu einem Zollverband, Abbau der europäischen Zwischenzölle und Schaffung eines paneuropäischen Wirtschaftsgebietes. Jeder andere Weg führt zum Ruin. * Das zersplitterte Europa geht somit einer dreifachen Katastrophe entgegen: dem Vernichtungskrieg; der Unterwerfung durch Rußland; dem wirt- schastlichen Ruin. Die einzige Rettung vor diesen drohenden Katastrophen ist: Pa ne uropa; der Zusammenschluß aller demokratischen Staaten Kontinentaleuropas zu einer internationalen Gruppe, zu einem politischen und wirtschaftlichen Zweckverband. . Die Gefahr des europäischen Vernichtungskrieges kann nur gebannt werden durch einen paneuropäischen Schiedsvertrag; Die Gefahr einer russischen Herrschaft kann nur gebannt werden durch ein pancuropäisches Defensiv b ü n d n i s; Die Gefahr des wirtschaftlichen Ruins kann nur gebannt werden dijrch eine paneuropäische Zollunion. Der Schiedsvertrag sichert den Frieden — das Bündnis sichert die Freiheit — die Zollunion sichert die Wirtschaft. Diese drei Punkte enthalten im wesentlichen das paneuropäische Programm. Paneuropa umfaßt die Halbinsel zwischen Rußland, dem Atlantischen und dem Mittelländischen Meer; dazu Island und die Kolonien der europäischen Staaten. Die große europäische Kolonie, die zwischen Tripolis und Kongo, Marokko und Angora halb Afrika umfaßt, könnte bei rationeller Bewirtschaftung Europa mit Rohstoffen versorgen. Das paneuropäische Programm bildet ein u n - teilbares Ganzes. Der Weg ist gegliedert — das Ziel einheitlich. Ohne Sicherung' des europäischen Dauerfriedens ist eine europäische Zollunion unmöglich. Solange jeder Staat in ständiger Furcht vor seinen Nachbarn lebt, muß er sich darauf vorbereiten, im Kriegsfall alle notwendigen Waren wie eine umzingelte Festung selbst zu erzeugen. Dazu braucht er nationale Industrien und Schutzzölle. Nur ein Verschwinden der Kriegsgefahr durch i obligatorische Schiedspflicht würde den europäischen Staaten den Weg öffnen zum Abbau der Zollgrenzen und zum Uebergang zum europäischen Freihandel. Umgekehrt bilden die nationalen Industrien und ihr Schutz durch den Staat einen Herd des europäischen Nationalismus und eine Bedrohung des europäischen Friedens. Interesfen- gemeinschaft dagegen ist der sicherste Weg zur politischen Gemeinschaft. So stützt der politische Teil des paneuropäischen Programms den wirtschaft- • liehen und umgekehrt. Der Weg zur Verwirklichung Paneuropas ist folgender: 1. Gruppierung der europäischen Staaten nach dem Muster Panamerikas; dies wäre entweder innerhalb des Völkerbundes (nach Deutschlands Beitritt) möglich, ober durch Einberufung einer paneuropäischen Konferenz nach dem Muster der panamerikanischen. 2. Abschluß obligatorischer Schiedsverträge und gegenseitiger Grenzgarantie zwischen den Staaten Europas. 3. Defensiobündnis zum Schutze der gemein« . samen Ostgrenze. 4. Anbahnung einer Zollunion durch periodische Wirtschaftskonferenzen der europäischen Staaten. Dieses Programm, das nichts Unmögliches enthält, sollte unverzüglich von allen in Angriff genommen werden, die Europas Lage erkennen und ihren Erdteil retten wollen. Von Staatsminister H i r t s i e f e r, Die deutsche, also auch die preußische Volkswirtschaft leidet und wird weiter leiden unter Wohnungsnot und unter Arbeitslosigkeit sowie unter den Folgen dieser Notstände, so namentlich auch unter gesundheitlichen Schäden. Eine Gesundung unseres Volkskörpers in wirtschaftlicher, gesundheitlicher und sittlicher Beziehung ist deshalb nur möglich, wenn Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit behoben werden. 1. Eine Bekämpfung der Wohnungsnot kann nur biA'd) Mn Neubau von Wohnungen, also durch eine unmfangreiche Bautätigkeit erfolgen. Die Bautätigkeit und die Ausstattung de rneuen Wohnungen schafft Arbeit nicht allein für das eigentliche Baugewerbe, sondern als Schlüsselgewerbe für fast alle Gewerbe- und Industriezweige. Die Bekämpfung der Wohnungsnot bedeutet deshalb im weitestgehendem Maße auch die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Mit anderen Worten: Wir können und müssen die Arbeitslosigkeit dadurch erheblich vermindern, daß wir die Wohnungsnot beseitigen. 2. Ohne öffentliche Beihilfen ist der Bau von Wohnungen für die minderbemittelten Bevölkerungsklassen bis auf weiteres nicht möglich. Es müssen deshalb noch für eine Reihe von Jahren erhebliche Mittel für die Bautätigkeit zur Verfügung gestellt werden. 3. In Preußen werden jährlich etwa 120 000 Haushaltungen neu gegründet. Hierfür sind tätigfeit und die Ausstattung der neuen Wohnungen jährlich 120 000 neue Wohnungen nötig. Weitere 50 000 Wohnungen sind jährlich nötig, um allmählich den Fehlbetrag an Wohnungen zu decken, der durch unzureichende Bautätigkeit in den letzten Jahren entstanden ist. Weitere 30 000 Wohnungen müssen jährlich als Ersatz für verfallene und schlechte Wohnungen gebaut werden, damit das Wohnungswesen in Preußen allmählich voll gesundet. Alles in allem brauchen wir also eine Bautätigkeit, die für die nächsten Jahre 200 000 neue Wohnungen jährlich erstellt. 4. Erfahrungsgemäß muß die öffentliche Beihilfe im Durchschnitt für eine Wohnung 5000 Minister für Volkswohlfahrt. Mark betragen, wenn der Mietpreis für die neue Wohnung in erträglichem Verhältnis zu den Altmieten dzw. zu den Einkommensverhältnissen der breiten Bevölkerungsmasse stehen soll. Es werden also an öffentlichen Beihilfen jährlich benötigt: 200 000 mal 5000 Mark — 1 000 000 000 Mark. Als Quelle für diese öffentlichen Beihilfen kommt bis auf weiteres die Hauszinssteuer, die nötigenfalls auszubauen sein würde, in Frage. 5. Um ein Erträgnis in Höhe von 1000 000 000 Mark aus der Hauszinssteuer für Neubauzwecke .zu erhalten, ist die Erhebung von etwa 50 Prozent der Friedensmiete bei Berücksichtigung der Ausfälle und der gesetzlichen Befreiung nötig. Notig wäre also eine weitere Steigerung der Mieten um 30 Prozent der Friedensmieten. Diese Steigerung erscheint auf den ersten Blick unerträglich, zum mindesten unerwünscht. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, daß dieses Mehr an Miete von unserer Volkswirtschaft getragen werden muß, wenn wir in absehbarer Zeit aus der Wohnungsnot, aus der schlimmsten Arbeitslosigkeit, aus der Wohnungszwangswirtschaft und letzten Endes auch aus der Hauszins- fteuer selbst herauskommen wollen. Das Mehr an Miete ist. auch auf die Arbeitsstunde berechnet nicht so sehr erheblich, wie es auf den ersten Augenblick erscheint. Wenn der Durchschnittssatz der Friedensmiete für eine Arbeiterwohnung auf 25 Mark angenommen wird, ergibt ein Mehr in Hohe von 30 Prozent von 25 Mark, monatlich 7,50 oder bei achtstündiger Arbeitszeit und 25 Arbeitstagen im Monat auf die Arbeitsstunde umaerechnet einen Mehrbetrag von 3| Pfennig. Im übrigen wird die wirtschaftliche Belastung zum Teil sicher wahrscheinlich zur vollen Summe durch Ersparnisse an der Zahlung der Arbeitslosenunterstützung ausgeglichen werden können. Auch könnte — um eine lieber- laftung der lebenden Generation zu vermeiden und auch jetzt schon eine Besserstellung des Althausbesitzes zu ermöglichen — ein Teil der nötigen Mittel anstatt durch Hauszinssteuer durch Anleihen Zue Wohnungsbaufrage. preußischer aufgebracht weiden. Letzten Endes ist auch ein Umbau der Hauszinsstcuer möglich und zweckmäßig. Dieser Umbau kann dadurch erfolgen, daß neben einer ablösbaren Jnslationsrente eine Bausteuer eingeführt wird. 6. Zur Finanzierung von 200 000 neuen Wohnungen im Jahre gehören außer den in Ziffer 4 erwähnten offiziellen Beihilfen in 6‘orm von zweistelligen Hypotheken auch noch erftftcUige Hypotheken, hierfür würden nach den bisher.gen Erfahrungen nötig werden jährlich etwa 1 bis 1* Millionen Mark bei der heutigen Lage des Geld» marites aufgebracht werden können, da allein schon die Sparkasseneinlagen in Preußen sich zur ^e,t monatlich um 70 Millionen Mark vermehren, und zwar mit steigender Tendenz. 7. Mit den in Preußen vorhandenen Bauarbeitern ui.d Bauhilfsarbeitern können bei Einführung rationeller Arbeitsmethoden und unter der Voraussetzung, daß die Bauarbeiter ständig bas ganze Jahr beschäftigt werden, 200 000 Wohnungen jährlich ohne weiteres erbaut werden. Sollten aber wirklich in manchen Gegenden nicht genügend Bauarbeiter vorhanden sein zur Er- füUung des erweiterten Bauprogramms, so würden angesichts der Arbeitslosigkeit die fehlenden Arbeitskräfte aus anderen Berufen entnommen und herangbbildet werden können. 8. Die Herstellung der nötigen Baumaterialien würde gar kerne Schwierigkeiten machen, da die Leistungsfähigkeit der Jndustriewerke, die Baustoffe erzeugen, zum Beispiel die Ziegeleien, nur zu einem verhältnismäßig geringen Teile ausgenutzt worden ist. 9. Die Folgen der vermehrten Bautätigkeit werden sein: Sofortige Besserung des Arbeitsmarktes, restlose Beschäftigung aller Bauarbeiter, Besserung der Arbeitstage, in fast allen Gewerbe- und Industriezweigen, also starker Rückgang der Erwerbslosigkeit, relativ schnelle Besserung des Wohnungsmarktes, demnächst völlige Beseitigung der Wohnungsnot und des Wohnungselends, tatkräftige Wohnungspflege, Ersatz menschenunwürdiger Wohnungen durch gute Wohnungen, damit Beseitigung der sittlichen und gesundheitlichen Gefahren, die. sich aus schlechten Wohnungsverhältnissen ergeben, demnächst Beseitigung der Wohnungszwangswirtschaft im Wohnungswesen und baldige Beseitigung der Wohnungsämter in ihrer jetzigen Form. Abbau der Hauszinssteuer, in Verbindung damit erhöhte Rentabilität der Altwohnungen und bessere Instandhaltung der Altwohnungen, allmähliche Entfaltung der privaten Bautätigkeit und Gesundung der vom Zwange freien Volkswirtschaft: also diese Vorteile ohne Inanspruchnahme ausländischer Erzeugnisse, da die gesamten Rohstoffe füt den Neubau von Wohnungen im Lande vorhanden sind. 10. Die Vorteile einer erhöhten Bautätigkeit sind also so groß, daß sie von keinem, dem bas Dolkswohl am Herzen liegt, geleugnet werben können. Im übrigen hat fein Menfch von dem erhöhten Bauprogramm einen Nachteil; denn bas Mehr an Miete kommt doch. Das zeigen die Erfahrungen in allen anderen Kulturländern. Jetzt kann das Mehr noch für die Allgemeinheit nutzbar gemacht werden, später nicht mehr. Deshalb wende ick mich an jeden Deutfcken, und jeden Preu- ßen, insbesondere an die Parlamentarier des Reiches und Preußens, namentlich auch an jeden Volkswirt mit der Bitte, an der Erfüllung dieses Programms mitzuwirken. Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der.Radio-Umschau".) Mittwoch, 6. Oktober. 3 .30 bis 4: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45: Konzert des Hausorchesters: Aus alten Operetten. 5.45 bis 6.05: Die Dücherstunde. 6.45 bis 7.15: „Die künstlerischen Probleme des Theaters: Der Regisseur", Vortrag von Dr. Ludwig Marcuse. 7.15 bis 7.45: Josefa Metz: Vortrag aus eigenen Dichtungen. 7.45 bis 8.15: Die Schachstunde. 8.15: Vortragsabend Ludwig Hardt, Berlin. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Frieda Vückmg. Ein Buch liegt da, grün, in feines Seinen oder gar Rohseide gebunden, mit einem Namenszug in goldener Prägung. Kein umfangreiches Buch, es faßt nicht sehr diel mehr als hundert Seiten, und doch ein Buch, von dem mit mehr als ein paar Worten zu reden ist. Denn es enthält so etwas wie die Ernte eines Lebens, eines tief durchgeistigten Lebens, verlautbart in „Aufsätzen und Briefen", eingeleitet von einem namhaften Vertreter des deutschen, insonderheit des hessischen Schrifttums, Alfred Bock, herausgegeben im Auftrag von Verwandten und Freunden als Privatdruck von Richard Uhde in München.') Schon diese Art der Veröffentlichung gibt dem Buch einen eigenen Reiz, der in ungewöhnlicher Weise zur Lektüre verlockt und durch die Lektüre den belohnt, reichlich belohnt, der sich von ihm hinreißen lieb, nicht nur zu blättern, sondern sich ganz dem eigenartigen Zauber hin- zugeben, der ihn aus diesen Aufzeichnungen an- weht, aus den „Aufsätzen und Briefen" von Frieda Bücking... Eine merkwürdige Frau, die Verfasserin dieser Berichte, die eher Dichtungen gleichen als dem bescheidenen Begriff des Aufsatzes oder Briefs einzuordnen sind. Sie, die vor Iahres- frist, im September 1925 in Kassel starb, zweiundsiebzig Jahre alt, konnte von ihrem äuber- lich unauffälligen Leben sagen: Es fei wie es wolle, es war doch so schönl 3m „Lichtstrom einer wohltuenden Atmosphäre" ist sie, die am 21. 3uli 1853 in Alsfeld als Tochter des Theologen, Raturforschers und Schriftstellers Karl Müller geboren wurde, ausgewachsen, von der süßen Engigkeit des Heimatfriedens umhürdet. Dort, am Oberlauf der Schwalm, hat ihr Wesen Wurzeln geschlagen, die keine Schicksalsfügung auszurvden in der Lage war. Früh schon lernte zugleich ihr feiner Sinn „die fiingenbe Sprache der Kunst" verstehen, denn „in den geheimsten Kammern ihrer Seele war etwas lebendig, das sich mit dem Kosmischen berührte. Die Welt der •) Marsplatz 1. Erscheinungen wuchs vor ihr zum Shmboc des Ewigen, des Göttlichen empor". Diese ungewöhnliche Veranlagung gab ihrem Dasein den festen, unerschütterlichen Mittelpunkt, von dem aus ihr ermöglicht wurde, mutvoll jedem Sturm zu trotzen. „Inmitten rastloser Tätigkeit, inmitten ihrer Wirtschaftlichkeit trat fte für eine ideale Gestaltung des Lebens ein, zugleich für die Freiheit, aber auch für die Selbstverantwortung der Persönlichkeit." Frieda Bücking war ein Dollmensch, der über dem Geistigen nicht die andere Seite des Menschseins, wie über dieser nicht das Geistige vergaß. Und „so ward das Dasein der temperamentvollen Frau durch eine Fülle harmonisch ineinander wirkender Seelenkräfte unendlich reich". Dab dieser Reichtum nach Ausdruck verlangte, kann nicht wundernehmen. So „begann sich eines Tages das Schöpferische in ihr zu regen. Aus wogender Fülle künstlerischer Eingebungen gelangte sie bald zur Konzentration". Sie schrieb. Und sie hatte etwas zu sagen. Richt bloß aus dem Gedanklichen heraus. Denn wie für so viele Kinder des Hessenlandes, war auch für sie charakteristisch, dah der tiefen, leidenschaftlichen Liebe zur Heimat eine lebendige Sehnsucht nach der Weite, nach der Welt im Groben entsprach. Sie reiste. Sie war in Frankreich, in Paris, und in England, in London, aber die Erfüllung ihrer schönsten Träume fand sie im Süden. Ihr angeborenes und wohlgepflegtes Verständnis für die Kunst, insonderheit für Malerei, Plastik und Architektur, fand in Italien und Griechenland, wo sie mit dem berühmten Archäologen Wilhelm Dorpfeld sreundschaft- lich verkehrte, reiche Rahrung, die nicht ohne Frucht bleiben konnte. Frieda Bücking zog die Schönheit dieser Welt nicht in sich hinein, um sie als persönlichen Besitz ängstlich zu hüten. Wie ihr schönes Heim in Alsfeld ein Tempel der Freundschaft genannt werden konnte, so war auch ihr Geist zu einer lebendigen Kommunikation mit seinesgleichen stets geneigt. Eben darum schrieb sie. Schrieb, um sich mitzuteilen, um durch Gestaltung ihrer eigensten Eindrücke die Mitwelt teilnehmen zu lassen an dem Erlebnis, das solche Eindrücke hervorrief. Aber es war nun nicht das Erlebnis des Südens allein, das sie zwang, zur Feder zu greifen. Seelische Bewegungen von gleicher Stärke, wie sie sie in Italien und Griechenland empfing, wurden ihr auch in der engeren Heimat zuteil. Und darauf beruht die Eigenart ihres literarischen Rachlasses, dessen Herausgabe als ein Verdienst vor allem um die hessische Volkskultur angesprochen werden muh. Denn neben einer überaus beherzigenswerten Erörterung des Problems, wie der Gebildete in Italien reifen soll, finden sich höchst amüsante Imprej- fionen aus dem Leben einer kleinen hessischen Stadt, neben den praktischen Hinweisen aus die Möglichkeiten, im Rahmen einer Italienfahrt dauerhafte Eindrücke zu gewinnen, kleine, spitz- wegartig erfaßte Beobachtungen aus dem Alltag eines Miniaturstädtchens aus dem tiefsten Deutschland. Unb neben den schonheittrunkenen Streifereien in der Umgebung von Florenz finden sich derbheitere Erinnerungen an ein Krieger- fest in Oberhessen, neben der pittoresken Silhouette von San Gimigniano delle belle torri erhebt sich der flache Almrift des idyllischen Ziegenhain, neben dem Jahrmarkt von Impruneta jauchzt ein Probetanz in der Schwalm. Ueberhaupt die Schwalm, die hatte es Frieda Bücking angetan. Wie farbig auch, wie glut- durchtaucht ihre Herbsttage in Florenz, ihre römischen Abende, ihre griechischen Bilder erscheinen, und sie gehören zweifellos zu dem Lebendigsten, was in der neueren Zeit über den europäischen Süden geschrieben worden ist, — die Schilderungen aus der Schwalm, die Kirmes- bilder zumal und die Skizzen aus Willingshausen stehen ihnen in keiner Weise nach. Frieda Bücking war ja aber auch in der Schwalm zuhause wie nur wenige vor und nach ihr. Wie sie es in Italien verstand, sich das Vertrauen des Volkes zu erwerben, so war es ihr auch in der Heimat gelungen, in die charakteristische Zurückhaltung des Schwälmers eine Dresche zu schlagen und unter der spröden Bevölkerung der Schwalm Zutrauen, ja Freundschaft zu gewinnen. Das will viel heiben und ist zugleich kennzeichnend für die Anziehungskraft des Vollmenschentums, das in Frieda Bücking verkörpert war. .....I ■■■■!■............ WMIHTlBMi-TUf Dieses Vollmenschentum findet denn auch in den Aufsätzen über die Schwalm seine schönste, beweiskräftigste Bestätigung. Denn in ihnen spricht jemand, der nicht bloß mit den Augen gesehen hat, wie es da ausschaut, sondern mit lebendiger Seelenkraft eingedrungen ist in das Wesen der Volksart, von der er spricht. Es ist die Liebe, die Frieda Bücking den Zugang zur Schwalm geöffnet hat, jene Liebe, die jedes Hindernis, auch das der Sprödigkeit des Herzens, überwindet und dadurch zu einem Wissen kommt, das keine tote Tatsachenhäufung ist, sondern lebendige, mitfühlende Anschauung. Aus dieser Anschauung heraus wird ihr auch die Fähigkeit zuteil, in einer Weise zu schildern, deren Wirk- lichkeitstreue, Farbenglut und Herzhaftigkeit mit den Meisterwerken der bedeutendsten Maler aus der Schwalm wetteifert. Und in der Tat: es ist so mancherlei schon über die Schwalm geschrieben tooröen, und es ist viel Richtiges und Gescheites dabei, aber so treffend und packend, so mitten aus dem Leben heraus, wie in den Aufsätzen von Frieda Bücking, ist es nirgendwo geschehen. Es heibt deshalb keineswegs den Dogen zu weit gespannt, wenn gesagt wird, dah dieses Rachlahwerk von Frieda Bücking in seinem hessischen Teil ein Heimatbuch ersten Ranges ist und zugleich die wertvollste literarische Darstellung der Schwalm, die bisher an den Tag gekommen hist: denn hier ist, wie Alfred Bock zutreffend bemerkt, „von Meisterhand ein Stück deutschen Volkstums gezeichnet". Es ist ein Gefühl tiefen Dankes, mit welchem der Leser dieses Buch aus der Hand legt. Denn er tut es in dem Bewußtsein, von einer wahrhaft schonen Seele geleitet, Blicke ins Leben dreier Volker getan zu haben, Blicke von einer Tiefe, die sich ihm sonst Wohl nicht so leicht geöffnet hätte, ilnb so mag dieses Buch eine doppelte Wirkung tun: „auf verwandte Seelen als eine köstliche Gabe wirken" und den in ihm pulsierenden Herzschlag, die geistige Lebensglut der Dichterin Frieda Bücking, der Rachwelt zu erhalten. Um dieser doppelten Wirkung willen sei es begrübt. Will Scheller. Turnen, Sport und Spiel. Handball in Gießen. Turnverein von 1846 Gießen — Turnverein 1860 Luid-Nauheim INelslerklasse 4:6 (3:2). Am Sonntagnachmittag stellten sich auf dem Waldsportplatz des V. f.B. dem Schiedsrichter Turner Weisel obige Mannschaften zum fälligen Verbandsspiel. Gießen hatte Anwurf; der Ball wurde jedoch abgefangen, Nauheim ging sofort zum Angriff über. In der 3. Minute gelang es Nauheim, bereits in Führung zu gehen, es konnte sogar in der 6. Minute seinen Vorsprung auf 2:0 erhöhen. Gießen fand sich nunmehr besser zusammen und stellte das. Resultat in der 12. Minute auf 2:1. Dis zur Halbzeit wurden auf beiden Seiten noch je ein Tor erzielt, mit dem Stande 3:2 für Nauheim ging es in die Pause. In der zweiten Spielhälfte war Nauheim noch dreimal erfolgreich, während Gießen nur zweimal einsenden konnte. Gießen drückte in den letzten 20 Minuten sichtlich, jedoch war «in werterer Erfolg nicht beschießen, da Nauheim sich fast ausschließlich auf die Verteidigung verlegte. Das Spiel endete somit 6: 4 für Nauheim. Turnverein von 1846 Gießen — Turnverein 1860 Bad-Nauheim A-ÄIaffe 5:0. Dieses Treffen ging obigem Spiel voraus. — Gießen konnte mit 5:0 sicher gewinnen. Die Gießener Mannschaft konnte im allgemeinen gut gefallen. Vesondere Anerkennung verdient der Gießener Torhüter, der als der beste Mann auf dem Platze galt. Gießener Leichtathleten in Frankfurt. £ Mit den leichtathletischen Mannschaftswettkämpfen am Sonntag in Frankfurt fand dieser Sportzweig für dieses Iahr auch seitens des Kreises seinen Abschluß. Es war die Form der Mannschaftskämpfe gewählt worden, bei denen der Einzelne bei noch so guten Leistungen nur im Rahmen der Mannschaft siegen konnte. Von den jeweils sechs Startenden mußten drei Mann das Ziel erreichen. Die gesamten führenden Vereine des 9. Kreises waren anwesend, darunter aus dem 3. Bezirk Gießen und Krofdorf, die beide gute Erfolge erzielten. Gießen nahm an den Kämpfen der B-Klasse teil und errang beim 3000-Meterlauf den ersten Sieg, beim 100-Metec- lauf den zweiten Sieg, und beim Weitsprung den dritten Sieg. — Krofdorf, das in der L-Klasse teilnahm, errang drei dritte Plätze, und zwar im 100-Meterlauf, Kugelstoßen und Speerwerfen. Spielvereinigung 1800 Gießen. ö. Dei der Fuhballabteilung herrschte am Sonntag wieder einmal Hochbetv.eb. Im ganzen trug die Vereinigung auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe 7 Spiele aus. wovon 5 siegreich mit z. T. Tvrrekordzahlen beendet wurden, während ein Spiel verloren und eins unentschieden endete. Bedauerlich war, daß gerade das einzige Verlustspiel, das Haupttresfen des Tages, das Spiel der Lig ama nn scha ft gegen den Wetzlarer Ballspiel-Klub war. Gießen hatte für seinen rechten Läufer Ersatz gestellt, der sich jedoch aufs Beste bewährte. Zur Niederlage trug in erster Linie das schlechte Stürmerspiel und das Versagen des Torwächters bei. Die Gäste kamen in der ersten Spielhälfte zu zwei billigen Erfolgen. Eine Zurückgabe des linken Läufers, vom Gießener Hüter verfehlt, brachte für Wetzlar das erste Tor, und eine leichtsinnige Fußabwehr des Tormanns kurz darauf den zweiten Treffer. Wetzlar war im Tor und in der Verteidigung besser beseht als der Plahverein, so daß trotz vorteilhafteren Feldspiels 1920 zu keinem Erfolg kam. In der zweiten Spielhälfte nahm Gießen eine älmstellung in der Läuferreihe vor, die sich •, gut bewährte. Die Bereinigten drückten stark auf das Tempo, das Spiel lag zum größten Teil im 7 Wetzlarer Strafraum. Nur noch vereinzelte Durchbrüche brachten die D.-Cer in Gießens Spielhälfte und verpufften dort, weil die Läuferreihe nicht mit aufrückte. Wetzlar verteidigte ständig mit 5 bis 6 Mann und spielte auf Zeit. B. C. hielt seinen 2:0-Dorsprung, trotz großer Anstrengungen der Platzbesitzer. Das Glück, nicht das bessere Können, war bei Wetzlar. Zum Schluß, in der Verlängerung, muhte der Gießener Mittelstürmer auf Geheiß des Schiedsrichters vom Spielfeld. Vor dem Ligaspiel schlugen die Reserven des Platzvereins die 2. Mannschaft des Sportvereins Herborn 7:3; davor siegte die 1. Iugend 1900 gegen die gleiche Butzbachs 9:0. Es war das schönste Spiel des Tages. Vormittags besiegte de 3a (Lehrmannschaft) des Platzbesitzers die 2. Mannschaft des Ballspielklubs 1920 Gießen mit 8:0. Zu gleicher Zeit errang die 3b- (4.) Mannschaft einen einwandfreien 6:2-Sieg über die spielstarke 2. Mannschaft des Sportvereins „Hessen", Gießen auf dessen Platz. Die 2. Iugend kehrte mit einem 4:1-Sieg über die I. Iugend Dau bringens nach Gießen zurück, während die Schüler 1900s trotz weitaus besserer Leistung gegen die Schüler Heuchelheims nur ein älnentschieden (0:0) erringen konnten. D. f. B. (-) Bei dem 4:4-Ergebnis der Liga gegen F. C. W e tz l a r ist zu berücksichtigen, daß V. f. D. mit reichlich Ersatz antrat und den größten Teil der zweiten Halbzeit mit nur neun Mann spielen - konnte. Dingel und Sieger waren wegen Verletzungen ausgeschieden. Als ganz hervorragende Leistung ist der 6:4-Sieg und Punktegewinn der Zweiten zu bewerten, da das Spiel bei Halbzeit 1:4 für sie verloren stand. Die erste Iugend Mannschaft spielte gegen die gleiche von Nieder-Girmes 3:3. Trotzdem dürfte das Spiel für sie als gewonnen gelten, da der Gegner mit Aktiven antrat. gegen 1 4:1 (3:1). Die beiden siegreichen Vereine sind nunmehr die einzigen in beiden Abteilungen, die noch keinen Punktverlust erlitten haben. In Norddeu.tschland kam die erste Pokalrunde zum Austrag, aus der sich Hamburger S. V., Viktoria Hamburg, Holstein Kiel, Rasensport Harburg, Wilhelmshavener S. V., Komet Bremen, un& überraschenderweise Harburger S. V. (gegen Hannoverscher S. II.), älnion-Teutonia Kiel (gegen Union Altona) qualifizierten. In N o r d o st d e u t s ch l a n d hat sich Ti- Das 1:1 der zweiten Iugend Leuns erste auf hiesigem Platz war für die kleinen V. f. B.er insofern ein spielerischer Erfolg da sie durch anerkennenswerten Eifer und gute Technik den körperlich weit überlegenen Gegner vollkommen in Schach halten konnte. Auch Leun spielte einen recht ansprechenden Fußball. Lieber Haupt konnte das Spiel, das von Anfang bis Ende in sehr flottem Tempo durchgeführt wurde, allgemein gut gefallen. Nach anfänglichem Hin und Her fand sich Leun zuerst und war im Anschluß an einen schön vorgetragenen Angriff zuerst erfolgreich. Trotz eifrigem Bemühen gelang es der Platzmannschaft bis zur Pause nicht, gleichzuziehen. Nach Halbzeit kam V. f. B. auf und vermochte dank sehr guten Zusammenspiels einige Zeit leicht zu krängen. Nach zwei hintereinanderfolgenden Kopfbällen des Mittelstürmers erzielte dieser den Ausgleich. Bei verteiltem Spiel blieb es beim unentschiedenen 1:1 bis zum Schluß. Ohne die prächtigen Leistungen der anderen zu schmälern, seien Tormann, Mittelläufer und Mittelstürmer besonders lobend erwähnt. Das Verbandsspiel Dritte gegen Vierte wurde wegen Nichtantretens der ersteren von der letzteren kampflos gewonnen. Derartiges sollte bei einem Bezirksligaverein nicht Vorkommen! Fußball in Wetzlar. F.C.05 — D. f. D. Gießen Liga 4:4. tz. Mit Ersatz auf beiden Seiten, von dem Gießen den zahlreicheren einstellen mußte, pfiff Schiedsrichter Klier (Wetzlar) an. Der Anfang der Spielzeit verging ohne besondere Merkmale, bis Wetzlar einen wegen unfairen Spiels gegebenen Elfmeter verwandelte. Gießen schaffte bald danach durch einen eingedrückten Eckball den Ausgleich, um dann besser und besser zu werden. Einen plazierten Schuh des Gießener Innensturms hielt Wetzlars Torwächter im Liegen. Wetzlars Verteidiger rannte den liegenden Ball im Zurückläufen halb über die Linie. Der Schiedsrichter entschied Tor, mit dem Giehen mit 2:1 in Führung ging. In zwei schönen flachen Kombinationszügen griff Giehens Innensturm an, die abschließenden Flachschüsse waren beide nicht zu halten. Wetzlar verwandelte einen zweiten Handelfmeter. Giehen war nach wie vor sichtlich überlegen. Der junge Ersah, meist aus der Iugend, fügte sich gut ein. Durch das Ausscheiden der verletzten Sieger und Dingel bei Gießen erst bekam Wetzlar das Uebergewicht und vermochte durch Schub des Halbrechten und Verwandlung eines Hochwurfes fast auf der Linie in der letzten Minute gleichzuziehen. Bei normalem Spielverlauf (ohne Ausscheiden von Sieger und Dingel) hätte Gießen glatt im Vorteil fein müssen. Trotzdem muh anerkennend vermerkt werden, dah Wetzlars Mannschaft sich gegenüber den letzten Spielen herausgemacht hat. Das Spiel war im allgemeinen spannend und interessant, abgesehen von einigem unfairem Spiel beiderseits. F.C.05 H. Mannschaft — D.f.D. II. Mannschaft 4:6 (3:1). Dieses Derbandsspiel nahm, gemessen an den Torerfolgen, einen eigenartigen Verlauf. Die V. f. Der erzielten das erste Tor. Dann legte Wetzlar los und erzielte in raumgreifendem Spiel bis zur Halbzeit drei Tore. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Wetzlar auf 4:1 und hatte dann nichts mehr zu bestellen. Giehen gelang es tatsächlich, nicht nur gleichzuziehen, sondern noch mit 6:4 sicher zu gewinnen. Leider gab es in diesem Spiel Tätlichkeiten, so daß der Wetzlarer Torhüter das Feld verlassen muhte. Giehen gewann verdient. Wetzlar stellte.eine zusammen- gestückelte Elf, die nur zeitweise gefallen konnte. Auch dieses Spiel leitete Klier (Wetzlar). Heuchelheim. ck. Zum fälligen Derbandsspiel trafen sich Sportverein 1920 Heuchelheim I. — Sp. V. Oranien Frohnhausen I. in Heuhat. Das Halbzeit-Resultat 0:0 beweist d.e Gleichwertig besetzte Mannschaft. In der ersten Halbzeit wurde ein Spiel vorgeführt, wie man es eifriger und schöner in Heuchelheim kaum gesehen hat. Das Halbzeit-Resultat 0:0 beweist die Gleich Wertigkeit der Gegner. Nach Halbzeit flaute das Spiel beiderseitig etwas ab. Heuchelheim hatte etwas mehr vom Spiel und konnte seine knappe Ueberlegenheit durch ein Tor zum Ausdruck bringen. Ergebnis 1:0 für Heuchelheim. Schiedsrichter Dusch- Butzbach war dem Spiel ein aufmerksamer und gerechter Leiter. Weitere Fußball-Ergebnisse vom Sonntag. Lich. Der hiesige 23. f. 3t., 1. Mannschaft, war am Sonntag in Lollar mit 2:1 erfolgreich. Hessen-Hannover: Tura Kassel — Kassel 03 2:1, S.Dg. Münden - Sport Kassel 4:5. Göttingen 05 — Einbeck 3:1, Hermannia — Hessen-Kassel 2:2, S. Vg. Marburg — Borussia Fulda 1:1. Westdeutschland erlebte eine überraschende 1:3-Nicderlage des Westdeutschen Meisters 23. f. 3t. Köln durch Tura Bonn. Kölner C. f. 3t. verlor gegen den Kölner B. C. 0:1. Fortuna Düsseldorf blieb mit 8:1 Sieger gegen Solingen 95, Düsseldorf 99 verlor übervschend 0:2 gegen Solingen-Gräfrath. Duisburg 08 schlug den Meidericher <5.23. 5:3, B. V. Altenessen die Preußen Bochum 7:1. Hammer S. 23g. schlug Union Herford 2:0, 23. f. ß. Osnabrück den 23. f. 23. Bielefeld 2:1. Im südo st deutschen Fußball blieben die Breslauer Sportfreunde mit 3:2 gegen 23. f. 23. siegreich und behaupten danach neben dem S. C. in Breslau die Spitze. Der Fußball brachte am Sonntag in D e r I i n die Meisterschafts-Vorentscheidungen in beiden Abteilungen. Der Berliner Meister Hertha- BSC. gewann gegen Tennis-Borussia 1:0 (0:0). In der Abteilung B schlug Union-Ob. Viktoria 89 fania Stettin durch einen l:0-Sieg über V. f. D. die Führung in Pommern erkämpft. In Mitteldeutschland gab es in Dresden ein überraschendess 1:1 des Dresdner S. C. aegen Guts-Muths. In Leipzig verlor Olympia- ©emtania gegen Wacker unerwartet 3:5. In Magdeburg hat S. S. Vg. durch einen 5:0-Sieg über S. C. 1900 die Führung behauptet. Sportfreunde Halle schlugen Eintracht 6:2, Halle 96 Favorit 7:1. In Thüringen schlug S. C. Erfurt Germania Ilmenau 2:0, V. f. B. Erfurt den B.C. 1:0. Mit demselben Ergebnis siegte 1. S. V. Iena gegen V. f. D. Apolda. Die weiteren süddeu tschen Spiele des Sonntags brachten als erwähnenswert ein 1:1 zwischen V. f. R. Mannheim und Phönix-Ludwigshafen im Rheinbezirk. In Rheinhessen-Saar schlug S. V. Wiesbaden den F. C. Idar 3:1, F. V. Saarbrücken Saar 05 4:0. Das Fußball-Länderspiel Dänemark — Schweden am Sonntag in Kopenhagen endete mit einem 2:0 (1:0)-Siege der Dänen. Das am gleichen Tage in Stockholm zum Austrag gekommene Fußball-Länderspiel Schweden (B-Mannschaft) — Polen sah die Schweden mit 3:1 (3:0) siegreich. Freie Turnerschaft Giehen. 00.75 — — 75.5 — 162' 171.2* 1.72,7* 171.75 174.5 171.5 174 7' 17t 172.5 170 5 172,7* 169.75 114 144 141.9* 141.9 155 157 155 63,5 63 65 — 71.25 — 71.5 — 12t* 122.25 121* 123 162. • 160,25 162,12 160 154.5 154,25 _ 152.75 69,5 — * — — 146.75 147,1J I 167 158.75 166.25 167.75 I 166 I 166,5 161 106 9 136 1 136,75 _ 135 ! 134 75 132 - — 96,25 1 - 290.5’ 1 -'89,25 '90.4* i 290 125,75 121.25 1 127 125 49 75 — 126.5 125.5 125,75 i 124.5 174.75 1 172.75 — — 163 ! 161,75 163 1 161,4 161 — 158.5 159 ICO, 5 — -- 140.5 — 139.5* 139,12 205 — 203,25 1 - 89,5 , 88,5 90.25 1 89.25 85.5 — 85.5 | 81.9 46 I — 46 — — — 40 I - 1. 42 1 I 164 — —• - 10! 97,75 581 - V l —• — 3 186,75 — 188 184,25 89.75 8! 90 — 1U2.5 । — 105.5 — 4 Ottbr. 5. Okkbr. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung fficü) 1 Brief Geld Brief Mmit.-iHoa. 167.98 1Ü8.4U 167,83 168,25 Buen-»AireS 1.713 1,717 1.713 1,717 Brss.^Aniw 11.38 11,42 11,41 • U.45 Christiania. 91,88 92,10 91.89 92,10 •ttopinbaQin 111,33 111,61 111,32 111,60 Stockholm . 112,(18 112,36 112,06 112,34 Helsinators 10,545 10,585 10,545 10,585 Italien. . 15,81 15,85 15,80 15,83 London. 20,343 20.393 AI. 339 20,38'1 Weufiort ■ 4,1925 4,2025 4,1925 4,2025 Pm-is. . . 11.74 11.78 11.865 11,905 Schwei, . . 61.034 61,235 80.98 81,18 Spanien. 63.39 63.55 63.07 63,23 Japan . . . 2.034 2,048 2,037 2,140 Wo de Ian 0.626 0.628 0,625 0.627 Wien in D - Cefl. oboeft 59,19 59,39 59,06 69,34 Prag .... 12,413 12,453 12,414 12,454 Äelzrad - . 7.415 7,435 7.415 7,4.6 Budapest. . 5,867 5,887 u,87 5,89 Bulparien 3,025 3,035 u,03 3,04 Lissabon N.475 41,525 21,475 21,525 Danzig. . 81,42 81,62 81,40 81,60 Konll.mtin. 2.152 2,162 2.142 2,152 Ntden 5.04 5,06 4,99 5,01 Canada. - - 4.195 4,205 4,195 4,205 Urufluat) - 4.21 4.22 1 4.21 4.22 Banknoten. Berlin, 4 Ottbr Geld Brie' Amerikanische Note» ..... 4,174 4,194 Belgische Noten ...... 11,37 11,43 Dänische Noten ....... 111,02 111,58 Englische Noten........ 20,303 20,400 Franiöniche Noten ...... 11,78 11,84 Holländische Noten ...... 167.50 168,34 Italienische Noten...... 15.89 15,97 Norwegische Noten...... Deutsch.Oesterr-, äiOO Kronen 91,62 92,08 59.03 59,3.1 Rumänische Noten...... 2.17 2,21 Schwedische Noten...... 111,72 112,22 Schweircr Noten..... . 80,75 81,15 Spanische Ncuen ...... 63,24 63.56 Tschechoslowakische Noten . . 12,375 12,435 llooattsche Noten 5.84 5.887 Kau-Bonbons? Ä Statt Harten Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Dellersheim, den 5. Oktober 1926 ' 087 KR WM jui sroiomi u C.F.1 SCHUTZ-MARKE Voranzeige! Hotel Schütz WRIGLEY AKTIEN - ö ES E LISCH AFT, FRANKFURT A.W Jazzband NuVo'LN Herba-Seife M un 81470 0U< erst Markt 16 W. Allendörfer, Lehrer und Frau Lilli geb. 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Oktober I.J., abends 8l/a Uhr, findet im Saale des früheren Hotels Großherzog von Hessen ein Familienabend mit Hausball statt Eintritt nur gegen Karten, welche unentgeltlich beim Portier im Hotel Schütz zu haben sind Kanton apn b"* Mover: Saus Theis, langt. SMeomeislec. Mittwoch, den 6. Oktober Schlachtfest Ad 9 W Wellfleisch mit Staut! öen Ser für In- „M Ulai uni den die Beachten Sie bitte meine 99" Woll-Auslage im Schaufenster! ins E c japanische) nalrevolM allem in o über un» : und die Zentralheizung mußte mit ihm besonders -gefeilscht werden. Noch heute war Lily empört. Aber Frau Julie sagte: „Hätte sich ein anderer Mieter gefunden?" „Für mich ist Hutchinson gestorben", oer« sicherte Lily. Immer schlimmere Nachrichten brachte der Vater nach Hause. Der Konkurs war da. Ein trockener Herr mit einem Lek*!urengesicht amtierte im Bureau in der Jerusalemer Straße. Tag um Tag schwoll der Unmut der Gläubiger. Jede Stunde wurden neue Forderungen angemeldet. Fünfzehn Prozent waren das Aeußerste, was die Gläubiger erwarten durften. Ständig massierte Ernst Wilemar seinen blanken Schädel. Die dünnen Lippen aufeinandergepreßt, würgte er alles hinunter. Nur das Notwendigste sprach er daheim. Um Jahre war er gealtert. Und zählte doch kaum fünfzig. Am Silvestertag nahm er Julie beiseite. „Ich komme von Oriewicz." Julie horchte auf. „Du stehst mit Oriewicz in Verbindung? Welchen Sinn hat das? Unser Kredit ist alle, die Börse überdies flau. Ich kann mir nicht denken, was Oriewicz uns noch nützen soll." „Zehntausend Mark müßte ich jetzt haben," sprach Ernst Wileipar heiß. „Oder fünf. Es wäre etwas zu machen." „Sagt Oriewicz." „Weiß Oriewicz. Baugesellschaft und Terag muß man jetzt kaufen. Spätestens im März kommt die Hausse." „Die Hausse wird nicht kommen, Ernst. Und wenn sie kommt, verpassen wir den richtigen Augenblick." Julie zog die Oberlippe hoch^„Es ist doch sinnlos. Wir haben ja nichts." „Wir haben Sachwerte. Verkaufen wir etwas, Julie." Durch den Kneifer blickte Ernst Wilemar seine Frau an. Stumm flehten die leicht entzündeten, glanzlosen Augen. „Natürlich nicht für das Geschäfte Dort ist alles verloren. Aber für dich, für die Kinder." Wilemar sprach weiter, seine Stimme bebte. „Für euch, nur für euch. Ich brauche ja nichts. Doch ihr, wie sollt ihr dieses Leben ertragen? Irgendwie müssen wir über das-nächste halbe Jahr Hinwegkommen. Ihr geht mir ja zugunde da." Seine Blicke liefen durch das Zimmer. (Fortsetzung folgt.) F -E armee SÄ LV lin.d--« Daß Benno frühestens im Januar zurückkommcn würde, wußte sie. Doch nirgends war von Abbazia und Ragusa die Rede gewesen. Dennoch bezähmte Martina ihre Ungeduld. Erst daheim in dem stillen, weißen Zimmer, das sie jetzt mit Lily teilte, las sie Wort für Wort, Zeile für Zeile. Zur Erholung sei Schwarzkopf an das Meer gereist. Es habe mächtig zu tun gegeben in Serbien. Benno sähe auch schon klarer: Schwarzkopf arbeitete als Vertreter unzähliger Firmen, mit unzähligen Vollmachten ausgestattet. Die Einkaufs- vcrhältnisse in Deutschland waren günstig. Die meisten Kaufleute machten, um ihre Waren loszuwerden, kulante Zahlungsbedingungen. Schwarzkopf war ein Meister darin, kulante Zahlungsbedingungen zu erzielen. Einzelne Kaufleute und Fabrikanten lieferten sogar ganz auf Kredit. Was Schwarzkopf nebenher noch triebe? Benno konnte sich auch jetzt kein rechtes Bild davon machen. Auch in Abbazia und Ragusa ruhte Schwarzkopf nicht. Immer hingen ein paar verdächtige Gestalten an seinen Fersen. Immer wechselten seine Vertrauensleute. Immer war er hinter anderen Frauenzimmern her. Immer spielte er. Martina wollte die Fenster öffnen. Auf einmal schien es ihr stickig heiß in dem Zimmer. Aber Lily machte eben erst Toilette. „Schreibt er denn nicht nett?" fragte sie die Schwester. Sie kannte Martina genau. Mit dem Lippenstift in der Hand, forschte sie nach ihren Mienen im Spiegel. „Doch", lächelte Martina. Immer aufs neue las sie die letzte Seite des Briefes. Langsam und leise bewegte sie die Lippen dabei. Manche Worte knisterten förmlich, wenn man^sie still aussprach. Ganze Sätze waren wie brennende Häuser: dunkelflammig, verheerend, wild. Heiß und kalt wurde es Martina. Andere Briefe kamen. Drückend waren die Weihnachten vorüberaeschlichen. Martina dachte an den ersten Januar. Fast zählte sie die Stunden. Dann hatte man wenigstens ein Ziel. Hoffentlich gab es viel Arbeit; je mehr Arbeit, um so besser. Besinnungslos mußte man sich auf die Arbeit stürzen. Frau Julie lächelte zu ihrem Eifer. Sonderbar gefaßt zeigte sich die Mutter in den letzten Wochen. Hatte sie sich schon abgefunden mit allem? Seit erstem Dezember bewohnte Charles Hutchinson die sechs schönen Zimmer. Er bezahlte nur fünfhundert Mark. Um seinen Beitrag für das Licht im Gesicht. Di«I bezeugt Herr P. M. Lachmann In Robt)lin, indem er schreibt> „Weil 2hr« Herda- Sett« meiner Tochter die nassen flechten binnen 14 Tagen gebeut und seht eine gang klare Haut vorhanden ist, sage ich, sowie meine Frau, den besten Dank. Meiner Swwester, welche im »efldbt tote Flecken baue, auch auf der Nase, find die Flecken vergangen." Per Stück M. -.65, 50«/, verstärkt M. i — Zur Nachbehandlung ist H e r b a - «Kreme besonder« zu empfehlen. Zu baden in eilen Apotheken, Drogerie» und Parfümerien. Adter-Drogerte W. Watdschmidt. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bei der Firma Modehaus Salomon, Kommanditgesellschaft Gießen, folgendes eingetragen: Nachdem 3 Kommanditisten ausgeschieden sind, sind jetzt noch 3 Kommanditisten vorhanden. 81320 Gießen, den 29. September 1926. Hessisches Amtsgericht. Das große Würfelspiel. Martina Wilemar.) Roman von Franz Laoer Kappus. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Export und Import?" fragte Carsten mißtrauisch. _ , , „ „Ein Aushängeschild mußte die Firma haben , lächelte Julie fein. „In Wirklichkeit machte Ernst alles, was sich bot. Er war tüchtig, sehr tüchtig. Bald hatten wir unser eigenes Auto, eine herrliche Wohnung, drei Dienstboten. Glänzend waren wir heraus." _ Immer kleiner wurde Carsten auf seinem Sitz. Julie seufzte schwer. „Und jetzt," sprach sie leise, „jetzt stehen wir vor dem Konkurs." Zum zweitenmal erfaßte Carsten den Briefbeschwerer. Lange drehte er ihn hin und her. Umständlich untersuchte er den Fuß. In kleinen Buchstaben war dort der Name des Bildhauers zu lesen. Halblaut sprach Carsten: „Stachler. Ein geschickter Mensch." „Vor dem Konkurs", wiederholte Julie. Ohne seine Haltung zu verändern, sagte Carsten: „Nein." Und noch einmal: „Nein." Dann erklärte er: „Wenn Sie vor einem Monat gekommen wären: vielleicht. Aber heute: nein." Mit der Rechten griff Julie in die Luft. „Ich verstehe Sie nicht, Bernhard Carsten. Mir ja — und dem Geschäft nicht?" „So einem Geschäft nicht." Klingend lachte Julie. „Sie können die Bücher einsehen. Auch heute sind die Aussichten noch günstig. Ganz ernst wird jetzt gearbeitet. Wir sollen Motorpflüge liefern: die Korrespondenz ist da. Aber Sie wissen: heute, wo ein paar hundert Mark ein Vermögen sind —" „Nein", sagte Carsten mit ansteigender Stimme. „Es ist genug gewuchert worden. Unzählige Tausende haben Ihr Automobil bezahlt. Ihre herrliche Wohnung. Ihre drei Dienstboten. Diese Tausende hungern heute." Julie wurde aschfahl. Mit einem Ruck stand sie auf. Mit zwei Schritten war sie beim Schreibtisch. „Warum sehen Sie mir nicht in die Augen, Bernhard Carsten?" -L 1*9- Rheinische hypotnekenhank, fflannheiia. Wir beabsichtigen nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften auf 1. Januar 1927 den Besitzern unserer Paviermarkpfand- briefe eine Teilausschüttung durch Aus- bändtgung von 4V2 Goldvfand- bricsen au gewähren, wobei in Aussicht genommen ist, diese Goldvfandbriefe zugleich mit Anteilscheinen für die künftigen Ausschüttungen zu versehen. Alles nähere bleibt einersväterenBekanntmachung Vorbehalten. Im Interesse einer rascheren Abwicklung des VersalirenS empfiehlt cs sich aber, die Pfandbriefe schon jetzt bei unö cinznreichen, wofür jedoch nur unsere Formulare verwendet werden dürfen. Solche Formulare sowie Merkblätter über das etnzuhaliende Verfahren werden von uns kostenlos verabfolgt. Mannheim, September 1926. [8149D Rheinische Hypothekenbank. Hoch wölbte Carsten den Rücken. Ein kurzer, dumpfer Lyut brach aus ihm. Hart setzte er den Briefbeschwerer nieder. „Soll auch ich hungern?" fragte Julie. „Ich? Langsam drehte er das Gesicht herüber. Sekundenlang blickte er in ihr stilles, blasses, schönes Antlitz. Hoch und schlank stand sie vor ihm. „Sie sollen nicht hungern, Julie." Carsten schloß die Schreibtischlade auf, tauchte die Feder ein und füllte einen Scheck aus. „Es ist nicht viel, es kann nicht viel fein. Ich will nicht Gefahr laufen, daß Sie das Geld in das Geschäft stecken. Es ist für Sie, Julie. Oder für die Kinder. Wie Sie wollen." „Danke, Bernhard Carsten." Er erhob sich. Kaum erwiderte er den Druck ihrer Hand. Aber in kurzen Stößen flog fein Atem. „Wenn Sie wieder einmal —" murmelte er, „ich bin da." „Danke, Bernhard Carsten." Matt lächelte er zum Abschied. VI. Weihnacht kam mit Schnee und klirrendem Frost. Am ersten Feiertage hellte sich der Himmel auf. Weiße Sonne schlug Funken aus Fenster- gesimsen und Balkonen. Fein stäubte es von den Bäumen des Kurfürstendammes. Unwirklich klar war die Luft. Bis zur Knesebeckstraße ging Martina dein Briefträger entgegen. Sie mußte auf der Hut sein: wenn er in einem Hause verschwand, konnte es lange Minuten dauern, bis er wieder herauskam. Oder sie lief weiter, während er schon hinter ihrem Rücken war. Ader sie hatte Glück. Der Briefträger lachte, suchte in seiner Ledertasche und reichte ihr zwei Karten und einen Brief. Martina nickte ihm freundlich zu. Wem hätte sie in diesem Augenblick nicht freundlich zugenickt? Wie verzaubert war die ganze Welt. Freude und Glück strahlten aus den Gesichtern der vielen Menschen. Lieblich tuteten die Autohupen, lauter Zufriedene saßen am Steuer. Die Postkarten waren aus Abbazia. Der Brief zeigte den Stempel von Ragusa. Abbazia, Ragusa — überlegte Martina. Bisher hatte sie Nachrichten aus Wien, Budapest und Belgrad erhalten: lange und kurze Briefe, etliche Karten mit dürftigem Inhalt, ein paar Depeschen voll Leidenschaft und Glut. Mittwoch, den 6. Oktober 1926, ab 2 Uhr versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28: 1 Schlafzimmer, eine Küche, 1 Küchenschrank, 2 Sofas mit Sesseln, 1 Waschtisch, 1 Nachtschrank, Flurgarderoben,Kleiderschranke,Nähmaschinen,Eisschrank,Wäschemangeln, Stühle, 1 Tisch, Herren- und Damenfahrräder, 1 Warenschrank mit Schie- betören, Gasherde, Gasbadeofen mit Wanne, Vertiko, Reisedecken, Schuhe, Seifenpulver, Zigaretten, Bilder, Kleider für Herren und Damen, ein Motorrad, einige Saateggen, 1 Kupee, 1 Sommerwagen, 1 großes Bücher- regal, Mützen. 8157D Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28. Telephon 1414. Drucksachen aller Art liefert fn jeder Gewünschten Ausstattung stilrein und grdswert die Brüh rache Onhr.-Druckertl, R. Lange. Mi»M Mittwoch, den 6. Oktober 8130D Nieder-Walgern. Päckchen ----- 4 Stück -= 10 Pf. Ueberall erhältlich I WRIGLEY KAU-BONBQW5 ^H|lllll|llllll> 8152 D 7009a fäunte rU/bUen Wer es kennt gebraucht es gern! 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