»rgeld W monate Main e Friedenstraße sich vom 1. Juli e Nr. 6, L Stock ecksarw^t richstraße 12 >2 Kr. 154 Erstes Blatt 176. Jahrgang Montag, 5. Juli 1926 ersch eint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugrpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichsp-fennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zrankfnrt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: vrühl'sche Unwerfiiätr-Such- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Zchristleitung und Geschastrftelle: Zchlllstrahe r. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer oi, zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Reichstagsferien. 3n feiner kurzen Regierungserklärung hatte !>rr Reichskanzler mit den Worten geschlossen, t>ie Regierung werde die (Initiative, den Weg der Gesetzgebung in der Fürstenabfindungssrage nur bann wieder beschreiten, wenn die politische Lage die dafür erforderlichen Voraussetzungen geschaffen habe. Dieser Satz sollte sämtlichen Reichstagsabgeordneten die Veranlassung geben, sich in ihren viermonatigen Ferien sehr eingehend mit Der Frage zu beschäftigen, wie sich unsere politische Entwicklung nach dem Wiederzusammentritt des Reichstages am 3. Rovember gestalten soll. Heute ist sich alle Welt darüber einig, daß cs so, wie bisher, nicht weitergehen kann. Das Minderheitskabinett unter der Leitung des Herrn Mar? war ja von Anfang an nur als ein ilebergangskabinett gedacht. ^Ind das Schicksal der beiden wichtigsten Fragen, die in den letzten Monaten zur Entscheidung standen, die Fürstenabfindung und die landwirtschaftlichen Zölle, sollte bestimmend sein für die Umgestaltung und Erweiterung der Regierungsgrundlage. Mit anderen Worten: je nach dem Verhalten derSozialdemokraten und der Deutschnationalen wäre entweder die große Koalition oder die Koalition gekommen, deren stärkste Partei die Deutschnationälen gebildet hätten. Die beiden großen Flügelparteien standen also jede für sich vor der großen Frage, ob sie es fertig bringen würden, sich über die bloße Parteitaktik hinaus zu erheben und wirklich positive Arbeit zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes zu leisten. Leider haben in dieser Schicksalsstunde beide Parteien vollständig versagt. Das Merkwürdige dabei ist, daß beide eifrig darum warben, und heute mehr denn je darum werben, von den Mittelparteien als Vundesgenossin ausgenominen zu werden. Allerdings mit Mitteln, die man nicht gerade als sonderlich verführerisch bezeichnen könnte. Es war fürwahr ein sonderbares Liebes- werben um die Gunst der Mittelparteien, das sich dem erstaunten Beobachter entrollte. Die Sozialdemokraten hatten die beste Gelegenheit, den Beweis zu liefern, daß sie nunmehr regierungsfähig und für die große Koalition reis seien. Die Verständigen unter ihnen haben das wohl erkannt und sind dafür eingetreten. Aber sie sind in der entscheidenden Frak- tionssihung mit 38:73 Stimmen in der Minderheit geblieben, verfügten mithin nur ungefähr über ein Drittel der Gesamtstärke der Fraktion. Das bedeutet einen restlosen vollständigen Sieg desjenigen Teils der Sozialdemokraten, den man getrost als den der alten Unabhängigen ansehen tonn, wenn sich auch inzwischen einige, Verschiebungen ergeben haben; so hat sich z. B. der Abgeordnete Breitscheid langsam von den Unabhängigen zum rechten Flügel hinübergemausert. Für die Verhältnisse in der sozialdemokratischen Partei ist es auch sehr bezeichnend, daß sich der eigentliche Führer, der Abgeordnete Hermann Müller, geweigert hat, bie Parteierklärung im Reichstag zu verlesen, und daß er diese Aufgabe dem Abgeordneter, Wels überlassen hat. Das Echo, daß das Verholten der Sozialdemokraten in der gesamten Presse der Mittelparteien gefunden hat, dürste si< jetzt wohl darüber belehren, daß man mit einer Politik, die sich nur auf parteipolitische Verhetzung gründet und von der Furcht vor den Kommunisten ausschließlich bestimmen läßt, keine guten politischen Geschäfte machen tonn. Die Deutschnationalen sind eigent- lich in den letzten Vahren immer die Partei der r«rpahten Gelegenheiten gewesen. Die Erkenntnis dessen, was ihnen und dem deutschen Volke scornmt, kommt meist einen ober mehrere Posttage zu spät. Wenn das, was Gras Westarp rein sachlich in seiner Rede am Freitag aus- gesührt hat, vor einigen Monaten gesagt worden wäre, und wenn die Deutschnationalen ihre Politik danach eingerichtet hätten, dann wäre die politische Lage heute eine ganz andere. Hoffentlich kommen nun in der langen Ferienzeit beide Parteien zur Besinnung und hoffentlich gelangen in beiden Parteien bis zum Rovember diejenigen Elemente an die führende Stelle, die einer bestimmten klaren und zur ovsitiven Arbeit geeigneten Politik befähigt sind. Vielleicht wird in dieser Richtung mit bestimmend sein, welchen Ausgang der Kampf im Zentrum um die Vorherrschaft zwischen dem Wirth scheu und dem S t e g e r w a l d schrn Flügel nimmt. Daß auch im Zentrum sehr starke Meinungsverschiedenheiten auf fast allen Gebieten vorhanden sind, weiß man. Ein Sieg Wirth's würde in der Richtung des Zusammengehens mit den Sozialdemokraten liegen, ein Sieg Stegerwald's in der Richtung des Zusammengehens mit den Deutschnationälen. Freilich wird man nach langjährigen Erfahrungen kaum aus den vollen Sieg der einen oder der anderen Richtung im Zentrum rechnen können, sondern eher auf ein Kompromiß. Immerhin toirb auch ein solches einen gewissen Fingerzeig für die Zukunft geben. Das Ientrumsprogramm. Stegcrwald auf dem Reichsparteiausschuß der Zcntrumspartei. Berlin, 4. Juli. (WTB.) Jrn Festsaal des preußischen Landtages trat am Sonntag der Reichs- parteiausschuß der Deutschen Zentrumspartei unter Vorsitz des Parteivorsitzenden, Reichskanzler Dr. Narx, zusammen. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden hielt Abg. Stegerwald ein fast Schwere Unwetterschäden in Berlin und im Reich. Das Unweiter in Groß- Berlin. Berlin, 5. Juli. (Wolff.) Von einem furchtbaren Wolkenbruch, der gestern nachmittag zwei Stunden lang mit unverminderter Heftigkeit anhielt, ist das ganze Gebiet zwis chen Oberschüneweide und Erkner heim» gesucht worden. Die ungeheuren Wassermassen haben im Gebiet der Müggelgewässer gewaltige Ueberschwemmungen verursacht. Der Wasserspiegel des Müggelsees bei Rahnsdorf war am Abend um 20 Zentimeter gestiegen. 3nfolgd>effen trat der See über die Ufer und überschwemmte die Ortschaft weithin. Am schlimmsten heimgesucht wurde neben Wo lters- dvrf der Ort Kalkberge. Aus der Straße von Kalkberge nach Erkner entstand durch das Unwetter ein Erdrutsch, und es öffnete sich ein Abgrund von etwa 25 Meter Breite. An der gleichen Stelle brach ein Wasserrohr und auch Sie elektrische Leitung wurde zerstört, so daß die daran angeschlossenen Orte Kalkberge und Wollersdorf ohne Wasser und Strom waren. Die Straße mußte für den Verkehr gesperrt werden. Schweres Linsturz- unglück bei Wollersdorf. 13 Tote uud 50 Verletzte. In Wallersdorfer Schleuse, einem Ausflugsort bei Berlin, wurde heute nachmittag durch die infolge starken Regens Herniedersturzenden Wassermassen das Mauerwerk der ü e - gelbahn des Restaurants „Kranichsberg" unterspült. Das einftürzende Mauerwerk begrub die vor dem Unwetter Schuh suchenden Ausflügler. Bis gegen 9 Uhr abends wurden 13 Tote und ungefähr 50 Leicht- und Schwerverletzte geborgen. Wolkenbruch im Riesengebirge. Zwei Menschen ertrunken. — Häuser eingestürzt. — Bahnen und Wege zerstört. — Schwere Ernteschäden. Krummhübel, 5. Juli. (Wolff.) Freitag abend kurz nach 10 Tlhr wurden Krummhübel und Drückenberg, nachdem es schon vorher stundenlang geregnet hatte, von einem W olken- bruch heimgesucht. In Ober-Krummhübel ist das Wasser in viele kleine Land- und Bauernhäuser eingedrungen, so daß Feuerwehr und Sanitätsmannschaften teilweise die Wege aus» hacken mußten, um die Wassermassen abzulenken. Die Wege sind an den Rändern teilweise in Manneshöhe tief aufgeriffen. Untoeit des Gemeindeamtes beim Elektrizitätswerk wurde ein Teil der Hauptchaussee weggerissen unk; Licht- und Telegraphenmasten umgeknickt, wodurch der obere Teil von Krummhübel ohne Licht war. Die Talsperre von Lomnitz hat den ungeheuren Wassermassen standgehalten, jedoch ist unterhalb der Talsperre der Druck der Wassermassen so stark gewesen, daß die Kaskaden fast restlos weggerissen und das Flußbett der Lomnitz 4 bis 6 Meter tief gerissen wurde. In Ouerfeiffen haben sich die Gebirgsbäche einen vollständig neuen Wasserlauf gesucht. Zwischen Sillerthal- Erdmannsdorf und Arnsdorf ist ein Eisenbahnübergang weggerissen worden. In Drückenberg sind die Grenzgewässer herausgetreten und haben sich vom alten Postamt bis zum Gemeindeamt Drückenberg ein neues breites Flußbett gebahnt. In Hermsdorf sind zwei Drücken zerstört. Die elektrische Talbahn und die Krummhübeler Lokalbahn können nicht verkehren. Weite Strecken rechts und links von der Lomnitz gleichen einem Trümmerfeld. Der kleine Gebirgsbach stieg binnen drei Stunden von etwa 40 Zentimeter auf 4 Meter. An den nicht weggerissenen Drücken stauten sich Hblzstämme, Bäume und fortgeschwemmtes Hausgerät in solchen Massen, daß die Waffermengen sich neue Bahnen suchten und Straßen, Wege und Gärten zu reihenden Strömen machten. Der Schaden ist unübersehbar. In den Meisten Lebensmittelgeschäften sind die Regale zusammengestürzt. Die Ware ist völlig verschlammt und versandet. Ein sehr hochgelegenes Haus stürzte durch Unterfpülung der Böschung zur Hälfte ein. Viel Kleinvieh ist ertrunken. Das Reichswehrregiment Hirschberg wurde zur Hilfeleistung jn das Uefcer- schwemmungsgebiet abkommandiert. Besonders die Gegenden der Schneekvppe, der Peters- baub<£ und der Schneegilde und die Ortschaften Krummhübel, Hermsdorf und Agnetendorf wurden am schlimmsten betroffen. Hermsdorf und Agnetendorf geben ein grauenhaftes Bild der Verwüstung. Auch in Schreiber h au und Petersdorf wurde erheblicher Schaden angerichtet. Es steht nunmehr fest, daß die Katastrophe zwei Todesopfer gefordert hat und zwar die 40jährige Zeitungsfrau Linck aus Agnetendorf und die 35jährige Frau des Fichrwerksbesihers Diesner aus Hermsdorf, die in dem Augenblick auf der Brücke beim Tieheschen Hotel stand, als die Drücke von der Flut hinweg- gerissen wurde. Unwetterschäden in Sachsen und im Oberharz. Berlin, 5. Juli. (Wolff.) Auch über Chemnitz und dessen Umgebung ging Sonntagnachmittag ein schweres Gewitter nieder, das großen Schaden anrichtete. Besonders scharf trat das Unwetter in der Gegend von Glauchau auf. Mehrere Wasserhosen richteten auf den Feldern große Verwüstungen an und vernichteten die ganze Ernte. Im Oberharz haben die andauernden Riederschläge die Harz- bäche Radau, Ecker, Oker und Ilse in reihende Sturzbäche verwandelt. Die Häuser an den Ufern der Radau muhten geräumt werden. Die Gleisanlagen und die Drücken der Dahn Harz» burg—Draunschweig sind südlich Vienenburg bereits überflutet. Falls die Flut noch weiter steigt, muh der Zugverkehr eingestellt werden. Die Felder zu beiden Seiten der Radau und der Oker sind kilometerweit überflutet. einstündiges Referat über die politischen Tagesfragen. Das Zentrum werde weiter dafür eintreten, daß die Ausei na Übersetzung mit den Fürstenhäusern auf reichsgesetzlichem Wege geregelt wird. Bei den Zöllen gelte es, einen gerechten Ausgleich zwischen den bisherigen niedrigen und den autonomen Sätzen zu finden. Die produktive Erwerbslvsenfürsvrge müßte man mehr als bisher in den Vordergrund stellen. Hierfür kämen namentlich drei Gebiete in Betracht: Landwirtschaft, Eisenindustrie und Baugewerbe. Das Zentrum sei bereit, mit allen Parteien eine Politik zu treiben, die die Staatsnotwendigkeiten anerkennt, und in diesem Sinne zu handeln. Die Große Koalition sei zur Zeit wohl das Richtige. Die Haltung der Sozialdemokratie in der letzten Zeit sei aber nicht besonders verheißungsvoll. Es sei nicht zu leugnen, daß der Volksentscheid etwas Durcheinander in die Partei gebracht habe. Man hätte nun die Aufgabe, wieder Ordnung zu schaffen. — In der politischen Aussprache betonte u. a. Reichskanzler a. D. Wirth, daß zwischen der Fraktion und ihyi keine grundsätzlichen Differenzen beständen. Es sei bestimmt zu erwarten, daß in der nächsten Zeit einige jetzt noch offene Fragen geregelt würden. Dann sei seiner Rückkehr zur Fraktion nichts mehr im Wege. In innerpolitischer Beziehung sei eine Beseitigung der schematischen Listenwahl anzustre- ben, denn durch die Listenwahl kämen nur wenig führende Männer in die Parlamente. Es wurde dann eine Kundgebung beschlossen, in der es u. a. heißt: Der Kampf um die Fürstenabfindung ist durch die Wirkung der Wirtschaftsnot außerordentlich verschärft worden. Die Zentrumsfraktion hat die radikalen Forderungen abgelehnt, aber alle Kräfte eingesetzt für eine gesetzgeberische Lösung, die vor dem gesunden Rechtsgefühl und dem verarmten Volk verantwortet werden konnte. Ihre Bemühungen sind an der Verständnislosigkeit und politischen Verantwortungslosigkeit der Rechten und Linken gescheitert. Die Zentrumspartei ist nicht gewillt, diesen Zustand hinzunehmen. Trotz dn Mahnahmen zu ihrer Bekämpfung dauert die Arbeitslosigkeit ungemindert fort. Rur in der Arbeitsbeschaffung kann das wirksamste Heilmittel liegen. Sie mit größeren Mitteln in neuen Formen und auf viel breiterer Grundlage durchzuführen ist die Zentrumspariei gewillt. Die Zentrumspartei hat unbeirrt der deutschen Außenpolitik die Wege gewiesen, die heute anerkannt sind. Diese Außenpolitik muß auch im Völkerbunde festgehalten werden, denn nur ihre Fortführung sichert die Befreiung dec besetzten Gebiete. Dies ist nur möglich, wenn die innerpolitische Atmosphäre gereinigt wird. Damit sind alle Bestrebungen unvereinbar, welche die verfassungsmäßige Grundlage und den republikanischen Charakter unseres Volkes antasten und gefährden. Preußischer Landtag. Berlin, 3. Juli. (WSR.) Der Preußische Landtag setzte am Samstag die dritte Beratung des Forstetats fort, wobei der Landwirtschaftsminister das Bestreben der Forstverwal- tung betonte, das in den Forsten liegende staatliche Vermögen zu erhallen. Den Hochwassergeschädigten gegenüber übe die Forstverwaltung das größte Entgegenkommen aus. Rach Erledigung des Gestütetats folgt die Beratung des Landwirtschaftsetats, bei der sich eine längere Diskussion über die Kreditgewährung an die Landwirtschaft entspann. Der Landwirtschaftsminister stellte in Aussicht, daß Rot - standskredite gegeben werden sollen, durch die die Landwirtschaft davon befreit sein soll, ihre Schulden jetzt zurückzuzahlen. Ohne Aussprache wurden die Etats der Lotterie- Verwaltung, der Seehandlung und der Münzverwaltung erledigt. Beim Etat der Bergverwaltung wurde von einigen Rednern auf die ungünstige Auswirkung der staatlichen Subvention auf dem Weltmarkt aufmerksam gemacht. Rachdem noch der Haushalt der Handels- und Gewerbeverwaltung sowie die Etats der Porzellan-Manufaktur, des Landtags und des Staats- rats erledgit waren, vertagte sich daS Haus auf Montag. Stresemann zur Lage. Vertrauen zur Währung. — Deutsch- lands internationale Stellung. — Das Dawesabkommen. Hannover, 4. Juli. (WB.) Bei einer Kundgebung der Deutschen Volkspartei Hannover-Ost auf dem Dobrock sprach Reichsaußenminister Dr. Stresemann. Er legte seinen Ausführungen die Idee der Konsolidierung der deutschen Verhältnisse seit dem Umsturz der Staatsform zugrunde und betonte mit großem Nachdruck die Notwendigkeit der Mitarbeit am heutigen Staate als Pflicht für alle und als Ausdruck wahrer nationaler Gesinnung. Sowohl außen- wie innerpolitisch hätten sich die Verhältnis e in Deutschland seit den Tagen des November 19 8 grundlegend geändert und gebessert. Der ge- sunde Sinn des deutschen Volkes habe von der fast unbegrenzten Macht der Volksbeauftragten wieder zur verfassungsmäßigen Gestaltung der Dinge zurückgefunden. Trotz mancher Rückschläge werde das Volk in der Ausübung seiner verfassungsmäßigen Rechte sich denjenigen Parteien zuwenden, die für eine Festigung des Staates eintreten. Wer die heutige Zeit mit dem Werden des neuen Staates im Jahre 1919 vergleicht, der könne die Stärke dieses Umschwunges nicht leugnen. Richts sei erfreulicher für die Beurteilung der Umwandlung der Dinge, als das beginnende Steigen der Sparkasseneinlagen, das davon zeuge, daß das Volk mit Recht Vertrauen z u der deutschen Währung habe und sich von jenem jedem Sparsinn abgewendeten Taumel entferne, der die bedauerlichste Auswirkung der Inflationszeit gewesen sei. Dieselbe Konsolidierung gehe auf' außenpolitischem Gebiete vor sich. Früher habe man sich Deutschland gegenüber stets nur ultimativer Drohungen bedient. Seine Teilnahme an den internationalen Verhandlungen habe fast nie unter dem Charakter der Gleichberechtigung gestanden. Heute fei diese Periode überwunden. Deutschlands gleichberechtigte M i t- toirfung an der Lösung der großen internationalen Fragen werde als selbstverständlich angesehen, und derselbe Völkerbund, der im Jahre 1919 Deutschlands Eintritt abgelehnt habe, pqbe selbst gewisse Schwierigkeiten mit großen ihm angehörenden Rationen nicht gescheut, um sich die Mitarbeit Deutschlands zu sichern. Der Außenminister nahm bann Veranlassung, sich gegen schiefe Auffassungen zu wenden, die über das Dawe sgutach ten bestünden, und betonte im Zusammenhang mit der Forderung nach Revision der Dawesgulachlens. daß ein Volk, das durch den verlorenen Krieg tatsächlich arm geworden sei, auch nicht einen falschen Eindruck erwecken dürfe, wie das heute durch jene Maßnahmen der Großstädte geschehe, die in bezug auf die Schaffung öffentlicher Einrichtungen sich keinerlei Beschränkungen auferlegten, obwohl unsere tatsächlichen Verhältnisse es erforderten und die steuerliche Belastung weit überschritten fei. In bezug auf die inner politischen Verhältnisse betonte Dr. Stresemann, daß die Deutsche Volkspartei ihren Charakter als nationale und liberale Partei niemals aufgeben würde. Sie sei ihrem ganzen Charakter nach zum Ausgleich der Gegensätze bestimmt und werde die in ihrem Programm aufgestellten Gedanken der Heberteinbung der Parteigegensätze und der Zusammenfassung afler Kräfte trotz vieler Fehlschläge grundsätzlich stets weiterhin vertreten. Der Wiederaufbau Deutschlands forme niemals das Werk einer einzelnen Partei sein, sondern werde sich nur aus der Zusammenfassung aller hierzu in Betracht kommenden Kräfte ergeben. Ein Rattowitzer Tendenzprozeß. Die polnische Hetze gegen den Deutschen Volksbund, die seit Wochen anhält und vielfach zu schweren Ausschreitungen gegenüber der deutschen Bevölkerung führte, brachte seinerzeit den deutschen Schulrat a. D. Dudek ins Gefängnis, dem mit Hilfe einer gefälschten Photographie ein Spionageprozeß angehängt wurde. Das Urteil ist nunmehr gefällt worden: Es lautet auf 14 Jahre Gefängnis, obwohl der Staatsanwalt sechs Jahre Zuchthaus gefordert hatte. Das Gericht fühlte sich aber so unsicher, daß es vorzog, diesen Antrag nicht anzunehmen und im übrigen hinter ver- schlossenen Türen zu tagen, um die Tendenz dieses Prozesses durch die Vernehmung der „Hauptzeugep" nicht allzu deutlich in die Erscheinung treten zu lassen. Es stimmte sogar dem Antrag des Vertei- digers zu, den Angeklagten gegen eine Kaution auf freien Fuß zu setzen, womit also das ganze gegen den deutschen Schulrat errichtete Lügengebäude zusammengebrochen ist. Immerhin zeigt dieser Fall wieder einmal, daß dia Deutschenhetze in Oberschlesien nach wie vor in vollster Blüte steht. Die Deutschen im Tessin. Rom, 3. Juli. „Secolo" berichtet über das Gespräch eines Berner Korrespondenten mit einer schweizer politischen Persönlichkeit über die angeb- liche Verdeutschung Tessins, die diese Meldung für glatte Phantasie erklärt habe. Gewiß fei eine Zunahme z. B. von deutschen Schweizern im Hotelgewerbe zu bemerken, aber man müsse bedenken, daß in Tessin 80 Prozent der Reisenden Deutsche feien und es wäre eine Beleidigung für die । italienischen Tessiner zu glauben, daß sie jich nicht 1 selbst gegen den Versuch einer AbsorbiUkng 514 wehren wüßten. Man könne eher die Schweizer Regierung einer übertriebenen Jtaliani- sicrung Tessins beschuldigen, da sie z. B. die deutschen Schulen für die deutschen Eisenbahner in Tessin aufgehoben habe. Die deutschen Schweizer, die gegenwärtig die von Tessiner Emigranten angebotenen Grundstücke erwerben, würden sicher alsbald assimiliert. Die Schweizer Parteien seien auf ihre Neutralität eifersüchtig, es hätte daher für Italien wenig Bedeutung, wenn im Tessin statt 10 000 20 000 Deutsche wären, denn gerade die deutschen Schweizer seien die eifrig st en Hüter der schweizerischen Neutralität. König Alfons in London. Die politische Bedeutung des Königsbesuchs. London, 5. Juli. (TU.) Mit der Reise des spanischen Königspaares nach Paris und London werden eine Reihe politischer Kombinationen verknüpft, die u. a. von Verhandlungen über die Tange r f r a g e und über das Völkerbundpro- b l e m spreche. In diplomatischen Kreisen wahrt man größte Zurückhaltung. Die Tatsache, daß die große englische Presse von der Anwesenheit des spanischen Königs nur als gesellschaftliches Ereignis .Kenntnis nimmt, spricht neben eine Reihe anderer Momente dafür, daß solche Vermutungen nicht ganz grundlos sind. Der diplomatische Korrespondent des „Observer" geht heute etwas näher auf das diplomatische Kulissenspiel ein. Nach seinen Informationen wird die außerordentliche Versammlung des Völkerbunds- rars, die im nächsten Moment für die Vorbereitung des E i n t r i t t s D e u t s ch l a n d s in den Völkerbund zusammentreten sollte, wahrscheinlich nicht stattfinden. Die Aussichten für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund hätten, wie das Blatt bemerkt, die diplomatische Aktivität gehemmt. Es sei aber wahr, daß die Diplomaten aller im Völkerbund veriretenen Länder sich hinter den Kulissen mit der durch die Haltung Spaniens und Brasiliens geschaffenen Lage beschäftigen. Auch der Besuch des spanischen Königs in Paris und London stehe privatim mit dieser Frage in Verbindung. Die britische Regierung sei entschlossen, ihre durch Cecil und Austen Chamberlain zum Ausdruck gebrachte Politik in der Frage der ständigen Ratssitze durchzuführen. Nunmehr verlaute indessen, daß die Frage des Tanger-Statuts in diesem Zusammenhang wieder in den Vordergrund gerückt sei, da manche diplomatischen Kreise Tanger als Kompensationsobjekt benutzen wollten, um Spanien im Völkerbund zu halten. Für eine Revision des Tangerstatuts werde der Einfluß Italiens, Spaniens und der Vereinigten Staaten in die Wagschale geworfen, um den energischen Widerstand Frankreichs zu brechen. Großbritannien beschränke sich, wie oft in solchen Fällen, darauf, einen diplomatischen Ausweg zu suchen. Das einzige Gewisse sei also gegenwärtig der E i n t r i t t D e u t s ch l a n d in den Völkerbund. Aber die aus dieser Tatsache sich ergebenden Komplikationen seien sehr groß und Gegenstand schwieriger Auseinandersetzungen. Diese Auffassung dürfte ini wesentlichen zutreffen. Im Augenblick sind die Dinge aber noch nicht spruchruf, um irgendwelche bestimmten Umrisse für erfolgversprechende Lösungsmöglichkeilen erkennen zu lassen. Der Attentatsplan gegen das spanische Königspaar. Paris, 3. 3uii. (WB.) Die wegen eines Attentatsplanes gegen das spanische Königspaar kürzlich verhafteten Spanier As c azo und Dur et 1c wurden heute vom Llnterfuchungs- richt er vernommen. Duretti erklärte, seine Aussage gegenüber der Polizei, er ha.be ein Attentat gegen den König von Spanien begehen wollen, entspreche nicht den Tatsachen. Sn Wirklichkeit habe er drei Tage vor seiner Verhaftung ein Automobil gekauft und sei zur Abfahrt nach Bayonne bereit gewesen. Von dort habe er sich nach San Sebastian begeben wollen, um den König von Spanien im Augenblick feiner Durchreise in seine Gewalt zu bringen. Er habe dann zusammen mit einigen Freunden das Gerücht vom Tode des Königs von Spanien verbreiten und sich nach Bilbao begeben wollen, um dort die Revolution in die Wege zu leiten. Was er über den Atten- tatsplan gegen den König von Spanien in Paris erklärt habe, sei alles falsch. Er habe so gehandelt, um die revolutionäre Bewegung in Spanien, die allerdings inzwischen gescheitert fei. nicht zu behindern. Duretti erklärte hierauf, die Beschuldigung, er habe an der Plünderung einer Bank in Spanien teilgenommen, sei unbegründet. Die spanische Regierung wolle ihn in diese Angelegenheit verwickeln, um seine Auslieferung verlangen zu können. Geldstrafen gegen spanische Revolutionäre. Madrid, 3. Iuli. (Havas.) Die Regierung erklärt in einer offiziösen Auslassung, sie habe unter Berücksichtigung der Erregung, die in der Oesfentlichkeit durch die kürzlichen Ereignisse ausgelöst worden sei, beschlossen, neben den gesetzmäßigen Sanktionen ihrerseits Geldstrafen zu verhängen, um die Urheber von Unruhen und die Personen, die dem Wiederaufstieg des Landes Hindernisse in den Weg legten, zu bestrafen. Das Amtsblatt veröffentlicht bereits eine erste Liste der Personen, gegen die Geldstrafen verhängt wurden. Darunter befinden sich Gras Romanones, der 500000 Peseten, General Aqulilera, der 200 000 Peseten, General W e t) l c r und ein ehemaliger Senator, die 100 000 Peseten und drei ehemalige Abgeordnete, die 15 000 bis 50 000 Peseten zahlen sollen. Die Verschwörung gegen Kemal. Smyrna, 3. Juli. (Wolff.) Der General- ftaatsanwalt hielt heute vor dem Unabhängig- t^itsgericht die Anklagerede gegen die Führer der Fortschrittspartei, die Generale Kia- zim Karabekir. Pascha Dschafer Tahar, Refat Ruschdi und gegen sechs andere Abgeordnete der Opposition. Ferner gegen den Unionistensührer, den früheren Finanzminifter Djevid Bay, und den früheren Ernährungsminister Karla Kemal, gegen die letzteren in Abwesenheit. Er klagte sie an, Mitglieder eines Ausschusses zu sein, der einen Anschlag auf Mustafa Kemal Pascha und einen Staats st reich vorbereitet habe. Er verlangte Todesstrafe für Karka Kemal und lebenslängliches Zuchthaus für die anderen Angeklagten. Es wurden zahlreiche neue Verhaftungen vorgenommcn. -Unter' den Festgenommenen befinden sich Führer der f Unionisten, so Achmed Äessimi und der frühere Kammerpräsident Halil. Entspannung in Hrankreich. Paris, 3. Juli. 6,41, Laubach an nthaltszeiten wie jetzt: La ubach-Dillin' r und [rngen ab 7,32, 2Jom gleichen TW a.i t PerfonenbesorverMg V) aus. „ >r Schwindler. M ranffurt a.M. bei einer ds Zollbeamter ausgab drchertes Wertpakets Zolloebühr, die er avq Kl'K'L« ”$611/582 $ mepgen Metzgermeister Geschäfte besorgte. Bei M a s s e n h e i m stürzte er vom Wagen, wurde überfahren und blieb t 0 t liegen. Kreis Schotte». ... Gedern, 3. Juli. Heute trug man den alte st en Bürger unserer Stadt, Karl Heun, zu Grabe. Er erreichte das bohe Alter von 91 Jahren. — Die Maul - und Klauenseuche, die durch einen verseuchten Ferkeltrans. pvrt eingeschleppt wurde, konnte trotz aller Sperr- und Vorbeugungsmaßnahmen nicht auf ihren Herd beschränkt werden. Sie hat weitere Gehöfte ergriffen. Die Erntearbeiten werden dadurch stark er- Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 5. Juli. Es wurden notiert: Wctterauer Weizen 31,75 bis 32. Roggen (inländ.) 22,5 bis 22.75, Sommergerste für Drau- zwccke 22 bis 24, Hafer (inländ.) 21 bis 23, MaiS (gelb) 17,5, Weizenmehl (inländ., Spezial 0) 42 5 bis 42,75, Roggenmehl 31,5 bis 32. Weizcnkleie 8,75. Roggenkleie 10,75 bis 11, Erbsen 32 bis 45, Linsen 45 bis 75, Heu (süddeutsches, gut, trocken) 9.75 bis 10,25, Weizen- und Roggenstroh 6 bis 6,50, Treber, getrocknet 14,5 bis 15. Tendenz: Fest. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt cu M. Teleara ph 1 s che Auszahlung. Frankfurter Schlachtvrehmarkt. Frankfurt a. M., 5. Juli. Auftrieb: 1494 Rinder (darunter 408 Ochsen, 1042 Färsen und Kühe), 582 Kälber, 37 Schafe, 3513 Schweine. Rinder (Ochsen): Vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 60 bis 63, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 50 bis 59, mäßig genährte und junge gut genährte ältere 40 bis 48; (Bullen): Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 55, vollfleischige jüngere 40 bis 49, (Färsen und Kühe): Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 56 bis 62, vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 50 bis 56, wenig gut entwickelte Färsen 45 bis 55, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40 bis 49, mäßig genährte Kühe und Färsen 30 bis 39, gering genährte Kühe und Färsen 18 bis 28. — Kälber: Feinste Mastkälber 64 bis 68, mittlere Mast- und beste Saugkälber 56 bis 63, geringe Mast- und gute SauAälber 47 bis 55, geringe Saugkälber 40 bis 46. — S ch a f e: Mast- lämmer und Masthämmel 46 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 38 bis 48. — Sweine: Vollfleifchige von 80 bis 100 Kilogramm 78 bis 82, unter 80 Kilogramm 72 bis 74, von 100 bis 150 Kilogramm 77 bis 81, Fettschweine über 150 Kilogramm 77 bis 80, unreine Sauen und geschnittene Eber 55 bis 65. Marktverkauf: Bei ruhigem Handel ausverkauft. Beste Ochsen gesucht. Bei Schweinen gegen Schluß abflauendes Geschäft. eit. ‘e für ’6"fataQl "‘’S *at ÄMni, Hage. 5; «, Kalasiris idealster Korselt- ersatz. Verkauf jeden Mittwoch PIM.M- Gestohlen wurde am Sonntag mittag mein Fahrrad Nr. 28 t 329, Marke Griizner, bei d. Apotheke t. Lollar. Vor Ankauf w. gewarnt. Wilb.Fret), Blockstelle Baden- bnrg. 04699 1 bis 20 0 M ä^ntnaefu.,’.3 trj ff) Ä »fi g nunmehr insgesamt 630 Kubikmeter Wasser in 24 Stunden liefert. Die alte Liederbacher Wasserleitung liefert 430 Kubikmeter Wasser, so daß Alsfeld. 3. Juli. Am gestrigen Freitag fand die Abnahme der von der Stadt Alsfeld mit Unterstützung des Kreises und der hessischen Landesversicherungskammer angeschafften Motorfeuer- spritze statt. Der Vorführung der Spritze, die durch den neugebildeten Motorlöschzug der Freiwilligen Feuerwehr erfolgte, wohnten die Vertreter der Stadt, sowie des Kreisamts Alsfeld bei. Sowohl die Probe auf dem Marktplatz, wo das Wasser aus den Hydranten genommen wurde, als auch die Löschprobe in dem benachbarten Altenburg, wohin die Spritze an einem Postkraftwagen befördert wurde, fielen zur vollsten Zufriedenheit aus und zeigten die gewaltige Leistung eines derartigen modernen Löschgerätes mit allen Errungenschaften der modernen Technik. Die Benzin-Motorspritze ist geliefert von der bekannten Feuerwehrgerätefabrik Magirus in Ulm der auf Grund eingehender Prüfung unter mehreren Bewerbern der Zuschlag erteilt wurde. Die Spritze ist mit einer eingebauten Zentrifugalpumpe für etwa 800 Liter Wasser in der Minute, bei etwa 60 Meter gesamtmanometrischer Förderhöhe, bei freiem Auslauf etwa 1100 Liter, ausgestattet und wird betrieben durch einen 11,3/25 P. S. Magirus-Motor. Das Gerät ist zwei- räderig für Handzug und zum Anhängen an Lastkraftwagen. Die Spritze wird zufolge Vereinbarung mit dem Kreisamt bei Brandausbrüchen in Landgemeinden von der Stadt zur Brandhilfe zur Verfügung gestellt. — Die von der Stadt beschlossene Erweiterung der Quellenwasserlci- tung im Quellengebiet bei Ober-Breidenbach ist nunmehr unter der Bauleitung des Kulturbauamtes Gießen durchaeführt worden und bedeutet für die städtische Wasserversorgung durch Fassung und Zuleitung einer neuen Quelle eine wesentliche Verbesserung, namentlich für die höher gelegenen Teile der Stadt, die an die Hochdruckleitung angeschlossen sind. Durch die neue Quelle werden 21 Sekundenliter Wasser oder 190 Kubikmeter Wasser innerhalb 24 Stunden mehr zugeführt, so daß die Hoch- messen. . 3ullw6n,ibl jindenE smtuntrt- RJÄ 25W einem S®' trD‘ - et” £n Mtvvlie IW -jevberg eit», sich auf bet 0 [(Ufr ’teignet' .jncm ohl't . rad ^tränkende'' Pferde ° Kraftrad!^ MO ÄW icber ^,,„ahine ’4 er unter orUnie M KM 4582ss ■ Haus i mit Wirtschaft, Kolonialwaren- u. Shtra- roarenoefdinft au verpacht b. 2-3003.x AnAabl Näb J.Eaer, Ostanl. 29, Tetes.871. QIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIID Gutes Klavier 3U Vermieten. Schr. Ana. U. 5594D an den Gieß. Anz. (Illlllllllllillllllllllllllllllilfl Ausnahme-Angebot E Post. Brennabor-Klappwagen / m.6ummireifenMk.17,Mk.2O, Mk. 24, desgleich, mit Verdeck Mk. 30, solange Vorrat reicht. Kinder- u. Promenadenwa$ren in -V2SL großer Auswahl und sehr billig [55291 > ESAugustKilbingeriU 3 ssuli AniNichc Nori runa l^cld Bric-' 5. Juli- Amtliche Notierung Briet Saturn: 5% Deutsche Rcichsantethe 4% Deutsche RcichSanleihe . 3'/,% Deutsche Rcichsanleibe 3°/„ Deutsche Neichsanletlle . Deutsche Svarpramtenanleih« 4°/o Brcuhische KonlolL • . . 4° o Hessen 3’/9°/o Hessen ....... 3% Hessen ...... Deutsche Wertb. Dollar-Aitl. dto- Doll -Schav-Amreisng.'l 4% Holltürkcn 5% Äoldmcrikaner . . . Berliner Handetsgcscllschast ■ Lommerz- and Privat-Bcutk Darmst. und Nationalbauk . Dcutiche Bank......... Deutsche vercinSbank .... Divconto Lommandit . . . Mctallbanl.......... Mitteldeutsche Lreditbcink. . Oesterreichische Creditanstall. Westbank ....... Lochumer Gab . ...... Buderus Caro ... Demsch-Luxemburq Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau .Naliwerlc Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Lourahütte ..... Oberbedars ......... Phönir Bergbau ..... Ndcinitahl . . ...... Biebecl Montan. ...... Tellus Bergbau..... . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . , Cheramtsche Werke AlbM . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzwann Anglo-Tont.-Guano . . . . Chemische Mcher Alapüt . . ss. ro Farbenindustric, Ä.-G. Äoldschnndt ....... Holzverkohlung........ yiütqerßtorrtc........ Echeidcanstalt......... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mamkrastwcrke ed)udert . . ........ Siemens L Halske ..... -ldlcrwerke .Meper ...... Daimler Motoren. ...... Hehligcnstoedt. . ..... Megllin. ... B-otorenwerke Mannheim . ssrankfurter SIrmatuten . . Konservenfabrik Braun . . . Mctallgcscll'chaft Frankfurt. Bet. Union A.-G. .... Schuhfabrik Her; . .... Sichel Zell stoss Waldhos • .... Zuckerfabrik lrrmtkenlhal . . Buderfabrff Waghäusel 168,14 168.86 168,41 168.81 1,695 1.699 1.695 1.699 11,01 11,05 11,06 11,10 92.13 92.07 92,08 92,32 111,25 111,53 111,23 111,51 112,41 112,72 112,41 112,69 10.55 10,59 10,54 10,58 14.68 15,72 14,74 14,78 -1.4'i0 20.458 20,403 20.455 4.195 4.205 4.195 4.205 11,31 11.35 11.39 11.43 81.20 M.40 11.21 81,41 '6.47 66.73 66,17 66.31 1.9(38 1.972 1,967 1,97t U.G66 0.668 0.666 0.668 59,36 59,49 59.29 59.43 12,421 12,461 12.421 12.461 7,432 7.452 7,435 7,455 ö,87 5.89 5.85 5.87 3,035 3,045 3,035 3,04.5 '1,375 21.425 21.425 21.475 81,02 81.22 81,02 81,22 2,26 2,27 2,295 2,303 5,19 5.21 5.19 5.21 1,198 4,208 4.199 4,2-19 1.175 4.185 4.185 4.195 Schluh-IAnfang Banknoten. ■ * t r 3. 7. 1 s-’. Berlin, 3 Juli Geld • Briet 4,181 4,201 11.32 11,38 110,91 111,50 20,38 • 2(1,48 11,60 11.66 168,10 168.94 15.50 15,58 92,02 92,48 59,55 69,85 2,02 2,06 112,17 112,73 81,20 81.60 66,38 66.72 12,405 12.465 5.85 5.89 in 04700 K Mel kommenden Ortes. 5648 D Bürgermeisterei in Laubach. 5656D Mietgesuche Wagengasse 9. aus statt. 5646V 5657D Wies eck, den 5. Juli 1926. Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Juli 1926, nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause, Q m Laubach (Oberheffen), den 3. Juli 1926. Banfe, MWsoaWeder in Wadi. Heute vormittag 117, Uhr entschlief sanft nach langer, schwerer Krankheit und 42}ähriger glücklicher Ehe meine liebe, gute Frau und treusorgende Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Bekanntmachung. Der Unterzeichnete versteigert zwangsweise gegen bar Dienstag, 6. Juli 1926, nachmittags 2 Ahr, in Laubach, im Hotel „Solmser Hof": a) Das Heugras einer zirka 7000 qm großen Wiese im Hollergraben, Gemarkung Laubach. b) Daran anschließend in Wetterfeld: 1. ein 1'/,jähriges Fohlen (Rappen)), 2. ein Mutierschwein, 3. ein Elektro-Motor. Die Versteigerungen finden voraussichtlich bestimmt statt. Zusammenkunft der Steigerer zu a: im Hotel „Solmser Hof" in Laubach: zu b: vor der Bürgermeisterei des in Frage im fast vollendeten 66. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Gerhard Hemstege, Gastwirt. Gießen, Dammstraße 29 (Hof von Holland), den 3. Juli 1926. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 6. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 04703 In tiefer Trauer: Frau Elisabeth Möbus geb.Werner Dentist Otto Crotz und Frau Alma geb. Möbus und 2 Enkelkinder, nebst sämtl. Angehörigen. Gießen (Wetzlarer Weg 15), Bad-Nauheim, Grünberg, 3. Juli 1926. Die Beerdigung findet am 7. Juli, nachm. 3 Uhr, vom Portal des Neuen Friedhofs aus statt. VonBeileidsbesuchenbittet man absehen zu wollen. Bekanntmachung. Der Anterzeichnete versteigert zwangs- weise gegen bar Mittwoch, 7. Juli 1926, nachmittags 2 Ahr, in Laubach: 1 schweres Arbeitspferd (Rappen). Die Versteigerung findet varaussichtlich bestimm! statt. Zusammenkunft der Steigerer vor der In seiner Heimat Grünberg, in der er auf Besuch weilte, verschied plötzlich u. unerwartet mein lieber, herzensguter Gatte, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Möbus, Kanzleirat im 65. Lebensjahre. Gestern abend 9 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Katharine Oswald geb. Kreiling im 76. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Daniel Oswald I. Aelt. Kaelmann sucht liUmner evtl, mit voller Pension. für 4 Wochen. Bevorzugt Nähe Oswaldsgarten. Schr. Angell, unter 04692 a. d.GIeb.Anz. Zahle IvVOMk.Ab- findung für lieber« lassung üesHlognalrmefreler 5-6-Zimni6r-Wohnung möglichst mit Bad, in guter Lage, sofort beziehbar Schöne 3'Zimmer-Wobn. m.Zubeh.i. Wetzlar kann auherdem in Tausch gegeben werden. Umzug wird ebenfalls vergütet. Schriftl. Angeb. unt. 04693 an d.Gletz.Anz. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 3. Juli, abends 11Uhr, unerwartet an einem Schlaganfall meinen lieben, treuen, .unermüdlichen Gatten, unseren guten, treusorgenden Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Herrn Jakob Siegel Dienstmann im 61. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Die tieftrauemden Hinterbliebenen: Frau Siegel Wtw. und Kinder. Gießen, (Stephanstraße 41) den 5. Juli 1926. Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Juli 1926, nachmittags 3*/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Kutscherverein DieBeerdigung unseres Kollegen Zakob Ziegel findet Dienstag, den 6. Juli, nachmittags 37, Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Rege Beteiligung erwünscht. 5661 Der Vorstand. behaftet stein gesunder Fleckchen batte sie aus dem Leibe. Nachdem sie -Zucker'« Patent-Mrdi. «iuaUSeis«" angewcndet hat, fühlt sie sich wie neugeboren. bchon nach 8 Tago^ ( » » sie Linderung und in 3 Kochen waren blt PT .jien beseitigt. Wir sagen Ihnen inniasttn Dank. -Zncker's Paieni.MediUnal.tzctsc' ist Tausende wert E. SB.' a Stck. 60 Bsg. (15%la), Mk. 1.- (25%ig) und Mk. 1.60 (35%ig, slärktte Form). Dazu .Zuckooh. Creme" L «6, 60 und OÖ Dsg. Zn allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien erhältlich. O.Winterboff,Med.«Drog.»Z.Kreuzplatz" A. Roll, Kreuz-Drogerie, Bahnhosstr 51 W.Kilbiuger,Löwen-Drog.,SelterSw.79a Eduard (Sutb, Nikloria-Drog.,Marktstr.5 H. Noll, Neustadt-Drogerie, Neustadt 28 Hans Noll, LudwigSplatz-Drogerie Parfümerie Kock, Sellerswea 75 Herrn. Plank, Parfümerie, Seltersweg 8 P. Jos. MöbS, Seifenfabrik, Mäusburgß |Stelienangebote Lucke für sofort ob. später einen jungen tüchtigen ^"D Setten- Stifentgebilfen. Jakob Schäfer, Herren u. Damcn- Friseuraeschäst, Ludwigstr. 57, Ecke Liebtgstrahe. 1866 Altersvereinigung 1916 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht die Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Altersgenossen Herrn Jakob Siegel geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Di en stag, dem 6. Juli, nachm. 37, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. LiÄcMMl m. Klav. u. Tel. in gut. Hause zu verm. Schr. Ang. u. 04696 an den Gteh Anz. Möbl. Zimmer an sylid. Herrn zu vermiet. Landgral- Philipp-PI. 10 II lks. Wohnung 4 Zimmer, zum Oktober gesucht. MietvorauSbezahlg. auf ein Jahr. Schr. Angebote unt. 04695 an den Giesi. Anz. Laubach (Oberhesien), den 3. Juli 1926. Paule, OetKDtsnolljieljet in LMM. .SJtane grau war ihr Laben lang, über 60 Iah«, mit ptner hützllchen Lohholz-Versteigerung. Freitag, den 9. Juli 1926, werden im Gemeindewald Eleeberg Distrikt Gaulskopf und Riederlag 435 Rm. 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Der heurigen Gesamtauflage liegt ein Prospekt über gewaschene Ruhr-Nuhkoll len und Ruhr-Eiformbriketts bei. 5637D Setze Rot-Ostfrtefische Kuh mit dem 3. Kalb, gut im Nutzen, wegen überzählig, demBer- kaus aus. 5640D Bellersheim, Münchgasse 5. 4 Hannoveraner Ferkel acht Wochen alt, zu verkaufen. 04702 Saasen, Diebedorf Nr. 10. | Kaufgesuche | Läufige SAM« kaust 6651D Vermüllung der vekerillSr-MMke. | Vereine | Jngetiögroppe des V. D. A. Dienstag abcud um 87, Uhr: Treffen in der Vergfchenke. Vortrag eines hes- sarabtschen Deut- scheu über das Deutschtum in der Dobrudscha. Mitglieder u.Freun« de des V. D. A. sind willkommen. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34 Heute Premiere! Dürfen wir schweigen Ein Großstadtdrama in V Akten. Die erschütternde, befreiende, große Antwdrt, die Hunderttausenden neues Leben geben, Millionen vor Tod und Verderben retten wird. Dürfen wir schweigen? ? ? wenn blühende Mädchen sich Männern verbinden wollen, deren Blut durch Krankheit vergiftet ist? Dürfen wir schweigen ? ? ? wenn Gewissenlosigkeit oder Leichtfertigkeit das Mysterium der Liebe zum Keime furchtbarster Vernichtung gestalten? Dürfen wir schweigen ? ? ? wenn ein Menschenkind die Arme sehnsüchtig ausstreckt nach einem anderen . . . nichtwissend, daß die Verwüstung weiter unbekämpft in seinem Blute wütet? Dürfen wir schweigen 111 ist derjenige Film, welchen jeder Vater, jede Mutter den Söhnen und Töchtern zeigen muß, denn gerade in der heutigen Zeit kommt es besonders darauf an, daß die Gesundheit unserer Jugend geschützt wird. MITWIRKENDE: Conrad Veidt in der geradezu überwältigend gespielten Rolle des Malers Paul Hartwig, Walter Rilla, Mary Parker,FritzKortner.Elga Brink, Frieda Richard, Betty Astor, Bella Pollini, Henry de Vries, John Gottowt, Ernst Verebes. Ferner: Das lustige Beiprogramm. In den Astoria - Lichtspielen Ab heute bis einschließlich Mittwoch: „Wölfe der Hacht“ Abenteurerfilm in 6 Akten. Ferner: „Schimmy wird schwarz, weiß“ Lustspiel in 2 Akten. 5639c .-Mk und ob bei tung 7,. pn1 meten- J“ A in t den- w « kurz &SßA bauen Ä jst ein' ML A? sich bei dem los leinen SE ItS Londoner U -es deutschen Lus Nach diesen Bes der M Neinerer Kubikmeter JnhaÜ! sührung d- Well langem vorschnM ßuHg darauf beM chen Expedition-^ eine WW bau ift mzonichen Fomien von den her jede Sermirflid kehrsabsichten unmöi der Zeppelinbou dur gesetzt, mit voller K nut mehr das Ziel dem Lustwege Wenn man mein schiss überholt und macht, so möchte ich schiff feit jeher vorn Leitern des jeppelii Instrument lei sernungen ange1 dar Flugzeug als ei gen bis zu etwa 25( Fluozeuge ist kaum absehbarer jeit em liefen werben, ba jhigyuges bie Uhifr weil her Sebarf an wächst. (Es sind ja i für Mseflugzeuge er ziemlich genau darin mit mindestens 4000 bei einer Cpannweit übereinsämmenden ü zeuge einen Weg do bei 2500 bis M können. Eine solche Benutzung der v nicht genügen, die deshalb kann bei m Zeug das Luftschiff wirllch gelingen, m lugzsM transoti (o märe auch damit oeschatlri, da es vor «ehagWt, : Nmlidjfeii Wff N Ums Eleonora W 5on6bo) 6w! Niaa Nt bchiiit öet< der g nis Me- 9ahrr Die . Wutze 2uch .Webei mstü ZLi? dar noefi JLette9en R-S *. w- a16?® Btt R?e fie ihre ff00 tzerte SSjfe. bsVis- Nr. 154 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Vas Luftschiff als Verkehrsmittel. . Seine Rentabilität und Verwendungsmöglichkeit. Von Dr. Hugo Eckener. Bei meinen Vorträgen über „Möglichkeit und .Wirtschaftlichkeit des Luftverkehrs", die ich in zahlreichen Städten, so auch kürzlich erst hier in Gießen, hielt, wurde ich wiederholt gefragt, ob ich mir von dem Bau eines neuen Luftschiffes wirklich so viel verspräche, daß es des großen Volksopfers wert sei, und ob bei der zunehmenden Leistungsfähigkeit der Flugzeuge die Anstrengungen, die wir der Erhaltung der Lustschiffwerft in Friedrichshafen widmeten, zu dem finanziellen Ergebnis eines Luftschiffsbetriebes in entsprechendem Verhältnis ständen. Ich will versuchen, mich über diese Fragen zusammenfassend kurz zu äußern. , Die Fragesteller gingen meist von der Ansicht aus, daß die Zeppelin-Werft das neue Luftschiff hauptsächlich bauen wolle, um nach dem Nordpol zu fahren. Das ist ein Irrtum. Leider verbietet uns die wirtschaftliche Not, dieser so kostspieligen Wissenschaft zu dienen. Ich habe wiederholt erklärt, daß es nie der Sinn der Volksspende war, die Mittel aufzubringen lediglich für die Durchführung einer Nordpolexpedition mit einem Zepeplin. Wenn zu Beginn der Sammlung sehr start betont mUrbc, daß es sich bei dem neuen Luftschiff um ein Expeditionsschiff für die Arktisforschung handle, so hatte das seinen Grund in den „Begriffsbestimmungen" des Londoner Ultimatums, welche die Entwicklung des deutsches Luftschiffbaues völlig hemmten. Nach diesen Bestimmungen war Deutschland nur der Bau kleinerer Zeppeline von höchstens 30 000 Kubikmeter Inhalt gestattet, da größere als „Kriegsfahrzeuge" zu gelten hatten. Luftschiffe von so geringem Ausmaß eignen sich aber wenig zur Durchführung der Weltoerkehrspläne, wie sie uns seit langem vorschweben. Wir mußten uns deshalb vorläufig darauf beschränken, durch den Bau eines solchen Expeditionsluftschiffes, für das ausnahmsweise eine Bauerlaubnis zu erlangen war, die Fortfüh- rung der Arbeiten und die Erhaltung des Personals in Friedrichshafen zu sichern, und durch Leistungen dieses Luftschiffes die Betriebssicherheit und Verwendbarkeit der Zeppeline zu erweisen und sie als Verkehrsmittel durchzusetzen. Der deutsche Luftschiffbau ist inzwischen durch das Pariser Luftfahrtabkommen von den Fesseln befreit worden, die ois- 6er jede Verwirklichung unserer Bau- und Ver- rehrsabsichten unmöglich machten. Wird also jetzt der Zeppelinbau durch die Volksspende in den Stand gesetzt, mit voller Kraft zu arbeiten, so haben mir nur mehr das Ziel, dem Weltverkehr auf dem Luftwege Bahn zu brechen. Wenn man meint, das Flugzeug habe das Luftschiff überholt und gewissermaßen überflüssig gemacht, so möchte ich daran erinnern, daß das Luftschiff seit jeher vom Grafen Zeppelin selbst und den Leitern des Zeppelinbaues als ein Verkehrs- inftrument lediglich für große Entfernungen angesehen worden ist, während man das Flugzeug als ein Verkehrsmittel für Entfernungen bis zu etwa 2500 Kilometer betrachtete. Für die Flugzeuge ist kaum Aussicht vorhanden, daß sie in absehbarer Zeit eine größere Leistungsfähigkeit erzielen werden, da mit zunehmender Größe des Flugzeuges die Nutzkraft verhältnismäßig abnimmt, weil der Bedarf an Betriebsmitteln außerordentlich wächst. Es sind ja neuerdings verschiedene Pläne für Reiseflugzeuge entronnen worden, die sich alle ziemlich genau darin gleichen, daß diese Flugzeuge mit mindestens 4000 P. S. ausgestattet sein werden bei einer Spannweite von 60 bis 70 Meter. Nach übereinstimmenden Berechnungen sollen diese Flugzeuge einen Weg von 2500 bis höchstens 3000 Km. bei 2500 bis 3000 Kg. Nutzladung zurücklegen können. Eine solche Leistung würde aber, auch bei Benutzuno, der verfügbaren Zwischenlandeplätze, nicht genügen, die Meere zu überbrücken. Schon deshalb kann bei weiteren Ueberseeflügen das Flugzeug das Luftschiff nicht ersetzen. Sollte es aber wirklich gelingen, mit solchen ober ähnlichen Riesenflugzeugen transatlantische Fahrten durchzuführen, so wäre auch damit das Luftschiff noch nicht aus- peschaltet, da es vor dem Flugzeug die viel größere Behaglichkeit, Ruhe und Bequemlichkeit voraus hat. Diese Annehmlichkeiten der Fahrt im Luftschiff dürsten so sehr ins Gewicht fallen, daß auch über mittlere Strecken von 2000 bis 3000 Km. das Luftschiff trotz etwas geringerer Geschwindigkeit sich gegen das Flugzeug würde behaupten können. Eleonora Duses Aufstieg zum Ruhm. Don Edouard Schneider. Soeben ist im Insel-Verlag ein in- teressantes Buch über Eleonora Düse erschienen, das der französische Schriftsteller Edouard Schneider auf den ausdrücklichen Wunsch der großen Frau aus tiefem Verständnis und Mitgefühl für ihr Ira- gisches Schicksal in den letzten vier Fahren ihres Lebens geschrieben hat. Die Äebersetzung stammt von Th. Muhenbecher. Wir entnehmen dem Buch das folgende Kapitel. „Rahe bei mir wohnt in einem baufälligen Hause eine kleine Alte, die Zimmer vermietet, große weite Zimmer mit grauem Bewurf an den Wän- den. Steile Stufen führen zu der schweren Haus» für hinan, die über und über mit blanken Nägeln beschlagen ist. Lieber der Tür aber lächelt ein nicht eben grauenerregendes Gorgonenhaupt. Die Alte war noch ein junges Mädchen, als Eleonora Düse zu ihr kam und für ein paar Tage um Aufnahme bat. Sie hatte damals eine anstrengende Rolle in dem kleinen DollStheater in der Dia Palestro zu spielen. Sie war immer allein, und so mager in ihrem ärmlichen Trauerkleid. Den Tag über schloß sie sich in ihrem Zimmer ein und sah dem Regen zu, wie er trübselig auf den kleinen Hof rieselte ie5 mag im Februar 1876 gewesen fein). Dabei lernte sie ihre Rolle mit halber Stimme und wärmte sich an einem bescheidenen Kohlenbecken. Dies Kohlenbecken war das einzige, um was sie die Wirttn gebeten hatte: das aber hatte sie freilich nötig, denn sie hustete fortwährend. Ihre kleinen Einkäufe machte sie selbst und aß allein auf ihrem Zimmer, studierte und weinte. Sie war etwas über siebzehn Jahre alt und stand an der Schwelle des Ruhms." So hat die Herausgeberin einer italienischen Zeitschrift die Düse in ihrer ersten Jugend beschrieben: das Bild ist für ihre Kindheit bezeichnend. Geboren wurde Eleonora in Digevano in der Lombardei, wohin die Truppe Alessandro Duses einmal von Damit ist bereits die Frage der Rentabilität des Luftschiffverkehrs berührt. Bei einer Rentabilitätsberechnung fällt ein Vergleich zwischen Flugzeug und Luftschiff weitaus zugunsten des Luftschiffes aus. Es ist bekannt, daß der Flug- zeugverkehr in allen Staaten heute noch ganz unwirtschaftlich ist und nur durch hohe staatliche Subventionen, die durchschnittlich 75 Prozent der Betriebsausgaben decken müssen und aus militärischen Gründen gegeben werden, aufrechterhalten werden kann. Weiter ist zu bedenken, daß die Unwirtschaftlichkeit des Flugzeuges mit dessen zunehmender Größe, wie vorhin angedeutet, voraussichtlich noch wächst. Man überlege, daß die geplanten Riesen- fluzcuge mit insgesamt 4000-P. 8.-Moforen für die Strecke von rund 2500 Km. 12 000 bis 14 000 Kg. Betriebsmittel verbrauchen werden, bei Mitführuog einer Nutzladung von rund 2500 dis 3000 Kg. Ein Luftschiff von der Größe des Z. R. III, das übrigens mit einer Motorenftärkc von 1500 P. S. auskam, würde für die gleiche Strecke 7000 bis 8000 Kg. Betriebsmittel verbrauchen bei Mitnahme einer Nutzladung von etwa 25 000 Kg. Also bei wenig mehr als der Hälfte des Betriebsstoffes des Flugzeugs könnte das Luftschiff die acht- bis zehnfache Last befördern. Die größere Wirtschaftlichkeit Hes Luftschiffes ist schon damit gegeben. Sie wird sich noch sehr viel weiter erhöhen, wenn wir nach der geplanten Einführung neuer Betriebsmittel für das Luftschiff noch erheblich wirtschaftlicher zu fahren imstande fein werden. Legt man einer Rentabilitätsberechnung einen Fährbetrieb über den Ozean mit drei großen Schiffen, etwa von der anderthalbfachen Größe des Z. R. III, und die Anlage je eines großen Luftschiffhafens zu beiden Seiten des Wassers, die zu verzinsen sind, zugrunde, so würde, wie ich schon früher einmal erklärte, unter der Annahme von nur je 100 Fahrten (ober 50 Hin- und Rückfahrten) im Jahre die einzelne Fahrt einschließlich aller Abschreibungen, Versicherungen usw. etwa 200 000 Mk. kosten. Auf der anderen Seite kann nach sorgfältiger Berechnung die einzelne Fahrt aus Passagieren, Post- und Frachtbeförderung rund 317 000 Mark einbringen, wobei der Preis für die Passagierbeförderung auf 2500 Mk. für die Person festgesetzt wäre. Jede Fahrt ergäbe also einen Ueberschuß von 117 000 Mk., was einem Reingewinn von 11,7 Millionen Mark auf 100 Fahrten im Jahre entspräche. Die Wirtschaftlichkeit des Betriebes wäre damit vollkommen gesichert. Diese Berechnungen stützen fick auf frühere Betriebserfahrungen und sind mit aller Sorgfalt aufgestellt. Ich hoffe mit diesen Ausführungen die noch bestehenden Zweifel an der Verwendbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Luftschiffes für den Weltverkehr beseitigt und indirekt auch gezeigt zu haben, daß die Erhaltung der Friedrichshafener Luftschiffwerft nicht nur vom kulturellen, sondern auch vom Standpunkt einer gesunden und aufstrebenden deutschen Volkswirtschaft eine unabweisbare Notwendigkeit ist. Auf dem Wege zu pauaftika. Von Wolfgang Weber. Die folgenden interessanten Ausführungen stutzen sich auf die Beobachtungen, die der Verfasser — der erste Deutsche, der nach dem Weltkrieg Afrika bereisen konnte -- auf seiner zentralafrikanischen Expedition gemacht hat, von der er soeben zurück- gekehrt ist. Wenn wir auch zur Zeit keinen Einfluß in Afrika haben, so ist doch die Kenntnis der dortigen Bewegungen für uns im Hinblick auf spätere koloniale Betätigung von größtem Wert. Wer heute absetts des Weges von Kap Kairo wandert, wird eine Veränderung in der ganzen Struktur Afrikas bemerken, die für die Zukunst dieses Erteiles entscheidend ist. Wenn ein ost- afrikanischer Negerhäuptling halbnackt in seinem Auto herumfährt, wenn ein anderer im Sudan nach seinen Maskentänzen am Radioapparat die Pariser Oper hört, wenn in Gegenden, die vor 25 Jahren auf der Karte noch weiß waren, als erster Europäer ein Steuerbeamter austaucht, so ist damit nicht nur das äußere Gesicht Afrikas verändert. Mit diesen grotesken Momenten ist der Geist Europas m den schwarzen Erdteil eingezogen. In Südastika, in den Minen Südwests, an den Staudämmen des Sudan und den vielen hundert anderen Stellen, an denen der Venedig aus kam. Sie wuchs einsam im Elend auf, in Ängsten und Abenteuern aller Art. In ihrem lieben Chioggia sehen wir die vierjährige bambina zuerst auf den Brettern als die Cosetle in den „Miserables". So fährt sie mit ihrer Familie von Jahrmarkt zu Jahrmarkt und hilft ihr Brot verdienen. Die Armut ist ihnen auf den Fersen. Trübe Gesichter um sie her, schwer liegt auf allen die Sorge für den nächsten Tag. Abends, wenn die kleine Eleonora nicht zu spielen hat, muß sie in der dunklen kalten Stube allein bleiben und fürchtet sich. Dann klettert sie wohl auf das Dach: da hockt sie hoch über all der Trübsal da unten und unterhält sich mit den flimmernden Sternen. Bald wird die geliebte mamma schwer krank, und die Kleine sitzt täglich im Spital an ihrem Bett; da lauert das menschliche Elend unter den Flügeln der Stadtverwaltung und darf sich ein bißchen gehen lasten. Die arme Frau sorgt sich um zu Hause und gibt dem Kinde jeden Abend die Hälfte von ihrer Krankensuppe ab. Lind dann kommt der Tod. Mit vierzehn Jahren ist Eleonora Düse eine Waise. Oft hat sie mir von der Rot jener Tage erzählt. Sie konnte sich kein Trauerkleid kaufen und nähte sich ein ärmliches Endchen Krepp auf ihr Alltagskleid. Lind die anderen sagten: „Die hat kein Herz, sie trägt keine Trauer um die Mutter I" ... Da sprach sie kein Wort mehr, denn es sollte sie niemand weinen sehen, .reckte das Kinn nach vorn, biß die Zähne zusammen und zog die Brauen hoch hinauf in die Stirn, wie sie fich's eingeübt hatte, ein steinernes Gesicht zu machen". Sobald sie konnte, schloß sie sich in ihr Zimmer ein, warf sich aufs Bett und ließ ihrem Kummer steienLauf: „Mamma, mamma!- Die Erinnerung an diese Zeit warf ihren Schatten auf Eleonora Duses ganzes ferneres Leben. Rach dem Tode der Mutter war der Vater ihr einziger Freund. Er war ein rechtlicher Mann, ehrlich bis zur Härte, und übertrug seine Zärtlichkeit von der Mutter auf die Tochter. Die kleine Eleonora war wortkarg und scheu und erregte in ihrer Umgebung nur verständnisloses Befremden. Fand sie einer von den Leitern ihrer Truppe, wie sie stumm und allein dastand, so wurde sie gescholten. Und doch waren manche gerührt über die großen tiefen Augen in dem blassen Gesicht, die so bang und fragend in das Leben sahen. Rur ihr Vater o.hnte, was in industrielle Geist Europas sich die schwarzen Massen nutzbar macht, taucht das neue afrikanische Gespenst auf: schwarzer Kommunismus. Wenige Monate Arbett und aus dem ungelenken, in eine karilaturhast wirkende europäische Kleidung gesteckten, einst so stolzen „Wilden" hat sich der selbstbewußte Afrikaner gebildet. Er betrachtet sich als den berufenen und überlegenen Feind der wenigen Weißen und hetzt die anderen Eingeborenen gegen diese auf. Dicks alles ist das Ergebnis einer Entwicklung, die erst vor wenigen Jahren begonnen hat. In den Jahren, da Weiße mit den Weißen kämpften, und die Europäer dasselbe weit schrecklicher taten, was sie den Schwarzen strengstens verboten hatten — in diesen Jahren ist ihr Nimbus zerstört worden. Die Autorität a priori, die der Handvoll Weihen riesige Gebiete zu beherrschen half, ist gebrochen, und damit ist auch die Mauer gefallen, die früher den Schwarzen die Augen vor den Weihen schloß. Mit einem Schlage sind sie sich darüber klar geworden, daß sie nur mit den Waffen Europas Europa werde schlagen können. Sie sind nicht mehr die unwissenden Herero und Mahdi von einst, sie sind nicht mehr die Leute von Denin und Dahome, die sich selbständig machen wollten, aber noch nie ein Maschinengewehr gesehen hatten. Das ganze intensive ungebrochene Interesse des Negers richtet sich jetzt dem weihen Erdteil zu. Alle Kulturstufen überspringend, dringen dessen letzte technischen Errungenschaften in ein Land ein, in dem noch gar keine Grundlagen für sie vorhanden sind. Sie zaubern Bilder hervor, die heute noch unendlich komisch wirken, die aber vielleicht morgen schon den Neger befähigen, in die Weltpolttik einzugreifen. In diesen Jahren bildet Afrika das Stadium eines Ueberganges. Heute, unb vielleicht nur heute, kann man in den kritischen Gegenden Spannungen und Entwicklungskeime entdecken, über die vielleicht in kurzem schon die großen kommenden Ereignisse hinwegfluten werden. Das Profil eines politischen Gesichts beginnt in Zen- tralafrifa hervorzutreten. Was man bisher Afrikapvlitik nannte, war weiter nichts als europäische Politik. Afrika brauchte lange Jahrzehnte, bis es auf das Eingreifen des wett überlegenen Europa reagieren konnte. Jetzt aber beginnt sich der schwarze Erdteil, der bisher nichts zu sagen hatte, ganz allmählich zur Initiative zu rüsten. Ein geistiges Zentrum der panafrikanifchen Bewegungen liegt eigenartigerroeise in — Amerika. Dort hat sich unter den Negern, die bekanntlich vor 300 Jahren als Sklaven dahin verschleppt wurden, trotz aller Unterdrückung eine Intelligenzklasse her- ausgebildet. Heute hat Nordamerika nicht weniger als 18 Negeruniversitäten, die durch die wohlhabenden Schwarzen finanziert werden. Wie bei allen unterdrückten Rassen finden wir auch bei den amerikanischen Negern einen bewundernswerten Zusammenhalt und eine schrankenlose Opferfreudigkeit, wenn es darum geht, für eine nationale Idee zu handeln. Darauf baut Markus Garvey feine Pläne. Sein Lebenswerk ist es, feinen „afrikanischen Brüdern" zur Freiheit zu verhelfen. Er berief einen Neger- kongreß in Neuyork ein und hatte beispiellosen Erfolg. Zahllose Agenten durchzogen Afrika und gewannen Anhänger — solange, bis die amerikanische Reaierung Garvey wegen „Urkundenfälschung" ins Gefängnis setzte. Aber sein Geist in Afrika lebt, und sein Name ist das Schlagwort in den Neaerdörfern. Mit dem Neger-Professor Thales an der Universität Kapstadt hat er seinen ersten Nachfolger gefunden, und es ist noch nicht abzusehen, welche Bedeutung seine Tätigkeit für die Zukunft Afrikas haben wird. Für England und Frankreich ist der Besitz ihrer afrikanischen Kolonien weit mehr als Sache des Prestige. Mit der Erschütterung ihres afrikanischen Machtrechts würde auch das Fundament ihrer europäischen Stellung ins Wanken geraten. Sie haben die afrikanischen Gefahren erkannt und ihre Konsequenzen gezogen. Freilich auf sehr verschiedene Weise. Frankreich erhofft fein Heil in der Verschmelzung von Schwarz und Weiß, England in einer rigorosen Trennung. In den kritischen Ländern, besonders in Kenya und Uganda verwendet man bedeutende Mittel auf die Errichtung von Negerreseroaten und Eingeborenenpflanzungen, in denen weder Indier noch Europäer geduldet werden, und in denen den Schwarzen ihre ihr vorgehen mochte, ohne sich allzu deutlich davon Rechenschaft zu geben. Wenn irgend ein Schmieren- direttor zu viel von ihr verlangte, sagte er: „Lassen sie das Kind zufrieden! Wenn die Bühne erst hell ist, geht alles von selbst. Aber jetzt lassen Sie sie in Ruhe, sie hat die smara.“ Alles Behagen, alle Fürsorge blieb dem Kinde versagt: sie hustete, sie trug den Keim des Leidens in sich, das von Tag zu Tag schlimmer wurde: dabei lastete schon so früh der Kamps ums Dasein auf ihr, der sonst einem härteren Alter Vorbehalten bleibt. Wie sollte ihr da nicht schon von Kindheit auf der quälende Mißmut und Weltschmerz ver- traut gewesen sein, der in Venedig die smara heißt! Zuweilen schenkt uns das Geschick einen Ausgleich des Leidens in der eigenen Seele. Für Eleo- nora Düse war es die Vorbedingung zur Größe. Kops und Herz waren ihr schwer geworden von so viel Bitternis, aber der grübelnde Geist sand den Ausweg in das Schöne und Große. Er brauchte eine Zuflucht — so lautet ihr eigenes Wort — und sand sie in der Kunst. Eines Abends hat sie imAmphitheater in Verona die Julia gespielt. Die Menge hat sich verlausen, und sie geht auch. Lange wandert sie stumm und verlorenen Blicks durch die Sttaßen: der Vater folgt ihr und wagt nicht, sie anzureden. Von allen Türmen der Stadt schlägt es Mitternacht. „Komm zum Abendbrot", sagt er schließlich. Sie läßt ihn gewähren, und zu Hause fällt sie auf ihr Bett und ringt nach Luft. Sie ist die Sklavin der Gestalten, denen sie das Leben gibt. Noch lange nach der Stunde der Offenbarung hält der Traum sie umstrickt, und chr gebricht es an Kraft, ihn abzuschütteln. Eie ist von ihren Eingebungen besessen und kann nichts als schweigen. Worte reichen nicht aus. So dämmert eS im dunklen Elend ihr zur Qual und zum Heil. Schon in den ersten Jahren war sie der Gewalt der Flammen und der Stürme in ihrer Brust inne, und nur in voller Anabhängigkeit meinte sie den Reichtum beschützen zu können. Die Furcht, das geringste davon in irgend einer endgültigen Bindung aufs Spiel zu sehen, vermehrt in ihr das Grauen vor allem, mit dem sie nicht vertraut ist. Dor ihrer Hochzeit mit Checchi soll sie viel geweint haben. Zuflucht findet sie zuletzt doch nur in der Montag, 5. Juli 1926 alte Kultur und ihre Harmlosigkeit erhalten bleiben soll. Man hofft damit zu vermeiden, daß die Weißen den Negern Waffen in die Hand drücken, die diese einst gegen sie selbst richten. Was England unter allen Umständen zu verhindern sucht, erhebt Frankreich in Wcstafrika zum System. Alle Bestrebungen gehen dahin, die Kluft zwischen Schwarz und Weiß zu überbrücken. Der Schwarze, der eine Französin heiratet, wird französischer Bürger, wenn er das Kreuz der Ehren- legion oder eine andere Auszeichnung erhält, ebenfalls. In der französischen Kammer sitzt ein Neaer. Man strebt innige Rassevermischung an. Die afrikanische Gesahr wird dadurch unmittelbar nach Europa hereingetragen, und während das außerordentlich klug angepackte englische System die Katastrophe sicherlich so weit wie möglich zurückhalten wird, werden die französischen Maßnahmen vielleicht das Gegenteil herbeiführen. Augenblicklich bereitet sich diese Bewegung erst ganz langsam vor, und man weiß nur, daß ihre Folgen um so einschneidender werden, je später sie zum Ausbruch kommen. 2luf» halten kann man sie vielleicht, aus der Welt schaffen aber nicht, ebenso wenig wie die, die sich in Indien und China oorbereiten. Wir müssen uns mit dem Gedanken vertraut machen, daß die großen Kolonialstaaten der Gegenwart bald vor einem gefährlichen Gespenst stehen werden: dem Endkampf der Bodenständigen um die Existenz ihrer Rasse und Kultur — Panafrika. Festtage in Riga. Don unserem ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Libau, Ende Juni 1926. Riga hat in den letzten Tagen einen Trubel erlebt, wie vielleicht noch nie in seiner 725jährigen Geschichte. Drei große Ereignisse treffen zusammen, von denen schon jedes im einzelnen! genügt hätte, um die verträumte Sommerstille der ehrwürdigen altertümlichen Gassen und der großzügig angelegten modernen Boulevards in kochendes, wimmelndes Leben zu verwandeln. Erstens gab es wie alljährlich eine Messe, zweitens ein national-lettisches Sängerfest und bann den Besuch des finnländifchen Staatspräsidenten Relander mit seinem zahlreichen Gefolge. Die Messe ist in diesem Jahre in wirtschaftlicher Hinsicht kein Erfolg. Schon bei einem flüchtigen Besuch fällt es auf, daß ein großer Teil der Stände unbesetzt geblieben ist. Namentlich die einheimische Industrie scheint in eine auch anderorts beobachtete Messemüdigkeit verfallen zu sein. Nicht ganz mit Unrecht hat sie wohl daran gezweifelt, ob die immerhin erheblichen Kosten, welche mit einer Beschickung der Messe öerbunben sind, durch den finanziellen Erfolg auch gerechtfertigt werden würden. Zäher sind die ausländischen Aussteller gewesen, von denen namentlich die deutschen recht zahlreich und mit vorzüglichen Erzeugnissen vertreten sind. Es zeugt für die Erkenntnis der wirklichen Situation, daß auf der diesjährigen Messe der landwirtschaftliche Charakter Lettlands weit stärker zum Ausdruck gelangt, als in den vorhergehenden. Am zufriedensten sind mit dem Verlauf der Messe jedenfalls die Aktionäre der Gesellschaft: „Jsstahde" (Ausstellung), welche sich mit Dchmui^eln die Völkerwanderung nach dem Messegelände ansehen. Kein Wunder, hat doch das Sängerfesti halb Lettland nach Riga gelockt. Die Vorbereitungen zu diesem Sängerfest begannen schon sehr frühzeitig, legen die Letten doch auf diese Veranstaltung den größten Wert. Die Sängerfeste, welche seit 1873 in Abständen von acht bis fünfzehn Jahren stattgefunden haben, sind für sie sozusagen symbolische Etappen auf dem Wege ihrer Volkwerdung. Da das diesjährige das erste seit der Gründung des lettischen Staatswesens ist, war es weiter nicht erstaunlich, daß man ihm allen nur erreichbaren Glanz zu verleihen trachtete. Auf der „Esplanade", dem mitten in der Stadt gelegenen großen alten russischen Platz für die Truppenparaden, wurde schon seit Wochen gezimmert und gehämmert. Um den Platz muß ein zirka zwei Maizena das Nährmehl 3(ranke Bewegung des eigenen Innern, die sich in den Geschöpfen ihrer Kunst auswirtt. Auf der Flucht vor dem Schmerz in ihrer Brust saugt sie sich Kraft aus seinen reifen Früchten. Aus der Kunst wiederum erhält der innere Schwung immer neuen Antrieb. Zuzeiten ist ihr, als versiege der Strom. Dcs sind die Stunden stiller Verzweiflung. Dann spürt sie es plötzlich wieder allmächtig quellen und sagt wohl: „Ich dachte nicht, daß ich so viel Kraft hätte"; ein andermal verkennt sie, was in ihr wühlt und meint: „Ich bin nicht mehr ich selbst, wenn die Furien mir auf den Fersen sind." Erst in der Not der allerletzten Monate hat sie tatsächlich daran gezweifelt, ob die herrischen Gewalten in ihr noch lebendig wären. Die Sehnsucht, die sie ihr Leben lang umgetrieben hat, flammte aber nicht aus derartigen Zweifeln: Eleonora Düse hat immer gefürchtet, nicht wirklich machen zu können, was die innere Stimme von ihr forderte, und das hat ihr keine Ruhe gelassen. Sie trug ein geheimes Grauen vor dem eigenen Aeberschwang in sich, das sie immer wieder in die Einsamkeit trieb. Es ist, als folge sie einem wilden, einem krankhaften inneren Muß, wenn sie plötzlich flieht und selbst ihren besten Freunden nicht sagt wohin. Sie rettet sich aus dem Lärm des Tages und aus dem Taumel des Gewöhnlichen, den die verblendete Menge für Leben hält. Sie durchschaut diesen Nebel, in dem das Individuum erlischt. Zur Einsamkeit geboren, folgt sie dem hohen Gesetz ihres Seins und sucht in der Stille sich selbst. 3n den späteren Jahren erblüht ihr aus Einkehr und Betrachtung Religion, die von je der Inbegriff ihrer menschlichen und künstlerischen Bestimmung gewesen ist. Eleonora Düse erkannte in der verhängrUwollen Gewalt, die sie umttieb, den Funken Gottes und war ihr leidenschaftlich untertan ihr Leben lang. In einer Stunde der Qual schrieb sie den herrlichen Brief: „Ich gehe im Sturm wie jemand, der seinen Weg kennt, und gehorche doch nur dem inneren Marschtakt, der mich allezeit vorwärts tteibt. Llnd was ist am Ende der langen Reise? Vielleicht... das süße Bewußtsein: ich bin meinem Schicksal gehorsam gewesen. — Vielleicht! — Dies eine rttte hoffe ich — und vergesse — was ich gelitten.... Kilometer langer Zaun errichtet werden, es muß eine riesige Tribüne für die 6500 Sängerinnen und Sänger gebaut werden, für Zehntausende von Gästen sind Plätze herzurichtcn. Wie in solchen ? alten üblich, werden die Arbeiten nur mit knapper '.'tot rechtzeitig beendet. Inzwischen ist die Völkerwanderung nach Riga in vollem Gange. Die Eifenbahnverwaltung hat auf allen Linien so viele Extrazüge eingestellt, wie ihr lnappcs Material nur irgend zuläßt. Warenwaggons sind notdürftig für die Beförderung der Sänger und der Gäste bergerichtet, und doch tut sich in den Zügen etwas Unglaubliches an Gedränge und Ueberfülltheit ab. Man steht da und staunt, wo Riga mit seiner Wohnungsnot diese Flut an Bauern und Bäuerinnen aller Altersstufen denn eigentlich unterbringen will. Aber es geht. Man hat die Schulen, Turnhallen und sonst geeigneten öffentlichen Gebäude mit Hilfe von Stroh, Stroh und wieder Stroh in Massenschlafräume verwandelt, in welche „noch immer jemand hineingeht". Auf Ellenbogenfreiheit dürfen die Schläfer und Schläferinnen freilich keinen Anspruch erheben, aber sie tun es auch nicht. Die gehobene Stimmung sorgt dafür, daß die schon an und für sich bescheidenen Ansprüche der Landbevölkerung auf ein Minimum herabgefchraubt werden. Auch aus dem Auslände find Taufende von Gästen angekommen, zumeist freilich aus dem sehr nahen Auslands Litauen. Aber es hatte z. B. auch eine unternehmungslustige Reederei einen Dampfer eingestellt, der einige Hundert lettischer Emigranten direkt ans Renyork zu einem kurzen Besuch in die alte Heimat zurückbeförderte. Auf den Straßen Rigas spielt sich in diesen Tagen ein ungewohntes Treiben ab. Fast wie in den wichtigsten Verkehrsadern der Millionenstädte geht es zu. Ein aufmerksamer Beobachter erkennt aber sofort, daß das kein städtisches Publikum ist, welches hier für „Betrieb" sorgt. Die Gesichter sind zu braun gebrannt, die Bekleidung zu derb und hausbacken, di« Ungeschicklichkeit beim lieber- queren der Straße zu groß, als daß man lange im Zweifel darüber fein könnte, daß es sich um biedere „Landfche" handelt, wie man hier die Landbewohner halb hochmütig, halb neidisch zu nennen pflegt. Der Bauer ist gründlich, und gründlich betreibt er deshalb auch die Besichtigung der Stadt. Alles muß er sehen, alles „ausprobieren". Besonders anziehend scheinen für ihn die Auto-Taxameter zu fein, die in dieser Zeit ein glänzendes Geschäft machen, worüber sich wiederum Mister Ford in Detroit freuen kann, der die Wagen samt und sonders auf zweifelhafte Abzahlung geliefert hat. Die Lokale sind brechend voll, und in den Läden staut sich die Menge. Besonders groß ist der Andrang in den Konfektionsgeschäften: der Landfche läßt etwas springen und staffiert feine Hausfrau nach städtischem „Geschmack" aus. Nun das Sängerfest selbst. Es beginnt am Samstag mit einem Chorkonzert, auf mlchem fast nur lettische Volkslieder und lettische Tondichter zum Vortrag gelangen. Eine Hörermenge von über 40 000 Personen lauscht dem Gesänge und, man kann es sich nicht verhehlen, ist stark enttäuscht. Sie muß die Erfahrung machen, daß ein Lied aus 6500 Kehlen nicht 6500mal schöner und imposanter komnu, als aus einer. Merkwürdig schütter klingt es, schütter namentlich in den vordersten Reihen. Das ist eine Erfahrung, die man wahrscheinlich überall gemacht hat, wo so viele Sänger zu einem Chor vereinigt wurden. Bald ist die Enttäuschung aber überwunden, und die Stimmung steigert sich von Lied zu Lied, bis die Wogen der Begeisterung hoch gehen und der Tag in eine spontane Ovation für einen greisen lettischen Chordirigenten und Komponisten ausklingt. Der zweite Tag bringt um die Mittagsstunde ein Konzert der vereinigten Orchester aller in Riga in Garnison liegenden Truppenteile, und gegen Abend wieder ein Chorkonzert. Am britetn Tage wohnen die finnländischen Gäste dem Konzert bei, in dessen Mittelpunkt Chorgesang mit Begleitung eines Symphonieorchesters steht. Aber auch dieses Paradestück des Sängerfestes ist nicht halb so wirkungsvoll, wie man hätte annehmen dürfen. Hubs chist das Bild, welches die Sängerestrade bietet. Fast alle Mädchen und Frauen und viele Männer haben die farbenfreudigen Nationaltrachten der verschiedenen Gegenden Lettlands angelegt, unter denen besonders die malerischen Kostüme der Niederkurländerinnen angenehm auffallen. Auch im Publikum sieht man viel Nationaltrachten, darunter nicht wenige uralte, echte, von der Aeltermutter ererbte. Nicht geringere Anstrengungen als zum Sänger- fest hatte man zum Empfang des Präsidenten von Finnland gemacht, der in Begleitung von zwei Die ätteste Stadt der Wett. Von Max Erl er. Die alte Streitfrage, ob die Kultur der Menschheit von Aegypten oder von Mesopotamien ihren Ausgang genommen hat, scheint, nach den letzten Funden, die gemacht wurden, zugunsten Mesopotamiens entschieden zu sein. Eine archäologische Exposition, die vom Britischen Museum in London und vom Museum der Penn- sylvania-Umversität in Nordamerika ausgerüstet wurde, hat in den letzten drei Zehren im Euphratgebiet Ausgrabungen vorgenommen, die zu aufsehenerregenden Ergebnissen führten. Bereits vor etwa einem halben Jahrhundert war in der westlich vom Euphrat-Kanal gelegenen Wüste ein ausgedehnter Schutthügel gefunden worden und aus mit Keilschrift bedeckten Ziegelsteinen konnte festgestellt werden, daß an der Stelle, die ein Schutthaufen bedeckte, einst (nämlich vor etwa 4000 Llahren) die blühende Stadt Ur, die Geburtsstadt Abrahams, gestanden hatte. Diese Stadt lag zu jener Zeit unmittelbar am Persischen Golf. Anschwemmungen von Landmassen haben im Lauf der Jahrtausende den Ort weit vom Meer abgerückt. Die Ausgrabungen der englisch-amerikanischen Mission förderten in Ur die Mauern des stufenartigen TempelbauS Zigurrat zutage, den Professor Wooley, der Leiter der ExpÄsition, den impvniersndsten Bau in ganz Babylonien nennt und dessen Fertigstellung etwa um das Jahr 27Ö0 v. Ehr. erfolgte. Die Gründer der Stadt Ur waren die Sumerer, die vermutlich fünf Jahrtausende v. Ehr. aus Indien einwanderten und hier in Babylonien ihre Kultur zur höchsten Reife entwickelten. Neben Ur entstanden noch einige andere Städte (Eridu, Lagasch, Lar- sa, Erech und Kisch). Die Ruinen von Kisch liegen etwa zwei MÄlen östlich von Babylon, das erst später entstand und die Hauptstadt der vier großen Dynastien war, die etwa 3000 3ahre v. Ehr. in Mesopotamien herrschten. Außer Tempelbauten toutben auch die Mauern eines KönigS-Palastes freigelegt, dessen Ursprung auf das Jahr 3400 v. Ehr. zurückgeht, und unter dem Pflaster dieses Palastes entdeckte man in Ministern, dem Chef des Generalstabes, dem Kommandeur des Schutzkorps und noch vielen anderen Würdenträgern des Landes der Tausend Seen in Riga ankam. Schon auf See wurde „Ela Köön", die schmucke, schnittige Dampfjacht des Präsidenten, von einer ganzen Flottille empfangen. Salut, Nationalhymnen, Ehrenpforten, Spaliere von Studenten hi vollem Wichs, Ansprachen, Blumen und Fahnen erwarteten ihn im Lande. Und so ging es alle drei Tage seiner Anwesenheit hindurch von einem Empfang zum anderen, von einem Konzert zum nächsten. Ein Rigaer Witzblatt charakterisierte die Situation treffend mit einer Karikatur, auf welcher der Präsident Relander völlig erschöpft und echauffiert abgebildet war. Unter diesem Bilde stand zu lesen: ,,O, wenn ich doch Nurmi wäre." Wahrscheinlich wäre die Sache auch dem berühmtesten der Landsleute Relanders reichlich anstrengend geworden. Kurz vor dem finnländischen Präsidenten war in Lettland eine Gruppe von ca. 120 aktiven und ehemaligen finnländischen Militärs und Schutzkorpsleuten eingetroffen, die ebenfalls nicht wenig gefeiert wurden. Nun sind die Feste wieder verrauscht, und Riga lebt wieder seinen Alltags- sorgen, im Hintergründe aber grollt Moskau, dem die neuerliche Freundschaft zwischen Finnland und Lettland gar nicht behayt. Dieser Ausklang der Freudenfeste ist vielleicht em Auftakt zu weniger erfreulichen Ereignissen. Landesverband des hessischen Einzelhandels. 30 Jahre Gießener Einzelhändlerverein. Am Samstag unö Sonntag hielt der Landesverband des hessischen Einzelhandels seinen diesjährigen Verbands- 1a g in Gießen ab. Gleichzeitig beging der Verein der Einzelhändler zu Gießen sein dreißigjähriges Bestehen. Die Tagung hatte zahlreiche Kaufleute aus dem Hessenlande hierhergesührt. Eine Vorstands- und Ausschußsitzung des Landesverbandes, die am Samstagnachmittag im Kaufmännischen Vereinshaus stattfand, leitete mit internen Beratungen die Arbeit des Verbands- tages ein. Samstagabend trafen sich die von auswärts bereits erschienenen Verbandsmitglieder mit den Angehörigen des Gießener Einzelhändler- Vereins im Kaufmännischen Dereinshaus, um hier in schlichter Weise das 30jährige Bestehen des Gießener Vereins der Einzelhändler zu begehen. Der Vorsitzende dieser Organisation, Kaufmann Wilh. Horn, begrüßte bei einem gemeinsamen Abendessen die recht stattliche Schaar der Erschienenen, insbesondere aber die Gäste. Anschließend gab er einen fesselnden Einblick in die dreißigjährige Geschichte des Vereins. 3m Jahre 1896 wurde der Verein mit 116 Firmen als Mitglieder gegründet: damals nannte er sich „Verein der Detaillisten". 3m zweiten 3ahre seines Bestehens zählte er bereits 138 Mitglieder: diese Ziffer blieb bis heute der Höchststand. 3m Laufe der 3ahre schwankte der Mitgliederstand hin und her, heute zählt der Verein 12 7 Mitglieder. Der erste Vereins-Vorsitzende war Ernst Balzer, der fünf 3ahre lang den Verein leitete, ihm folgten in der Vereinsleitung Herbert, Nübsamen, Kahn, Nassau: diese Männer ruhen jetzt im ewigen Schlaf, ihnen zu Ehren erhob sich die Versammlung von den Sitzen. Aber andere, ältere, bewährte Kräfte sind dem Verein noch erhalten geblieben, Männer mit besonders klangvollem Namen: Carl Röhr, Aug. Noll, Rich. Buchacker, die in dankbarer Würdigung ihrer Verdienste vor drei 3ahren bereits zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Diese Herren haben seit der Dereinsgründung bis heute mit großer Hingebung und Treue mitgear-beitet, sie sind für viele Mitglieder ein leuchtendes Vorbild. Ferner gedachte der Redner der langjährigen treuen Tätigkeit, die Friedrich Deck dem Verein geleistet^ in anerkennenden Worten. Die Taten dieser Männer geben den heutigen Führern des Vereins die Kraft, das Werk fortzuführen und den Verein so zu leiten, daß er in Ehren bestehen kann. Der Redner dankte weiter dem Landesverband für die treue Hilfe, die er allezeit dem Verein geleistet hat, und dank deren die Sache des Vereins vorwärts- aegangen ist. Besondere Dankesworte richtete der Redner schließlich an das Ehrenmitglied Carl Röhr, der fast 20 3ahre lang Vorsitzender des Vereins war und die Organisation durch alle Schwierigkeiten glücklich hindurchgesteuert hat. Der Vorstand hat einsttrnmig beschlossen, anläßlich dieses Tages Herrn Röhr in dankbarer Würdigung seiner hohen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden des Vereins zu ernennen. Als sichtbares Zeichen der Dankbarkeit und der Hochschätzung überreichte der Redner unter lebhaftem Beifall der Tischrunde dem Ehrenvorsitzenden eine entsprechende Ehrentafel. Mit einem Hoch auf den Gefeierten schloß die Ansprache. Der Landesverbandsvorsitzende K a l b f u ß (Darmstadt) rühmte hierauf die Tätigkeit des Gießener Vereins, der immer treu zum Verband gehalten habe, hob lobend die langjährige Mitarbeit der Herren Röhr und Noll hervor, denen er t>en Dank des Verbandes aussprach, und brachte ein Hoch auf den guten deutschen Kaufmann, den ehrlichen deutschen Detaillisten aus. 3n schlichten Worten dankte der Ehrenvorsitzende Carl Röhr für die ihm erwiesene Ehrung, er dankte den Kollegen im Vorstände, die mit ihm zusammengearbeitet haben, und versicherte den Verein auch seines ferneren regen 3nteresses. Sein Hoch galt dem Gießener Verein und dem Verband. Das Ehrenmitglied Aug. Noll sprach bei dieser Gelegenheit nochmals seinen Dank aus für die ihm zum 70. Geburtstage dargebrachten Glückwünsche. Der Redner versicherte, daß er auch in seinen alten Tagen treu zum Verein und zum Verband stehen werde. Kaufmann Heilbronner feierte den gegenwärtigen ersten Vorsitzenden Wilh. Horn und dankte ihm für seine Mühewaltung im Dienste der Vereinssache. Sein Hoch galt dem Vorsitzenden Horn. Dieser dankte, hob dabei die gute Mitarbeit seiner Vorstandslollegen hervor, und versprach, auch fernerhin seine gan^e Kraft in den Dienst des Vereins zu stellen. Der zweite Vorsitzende, Kaufmann und Drogist Winter- h o f f, unterstrich die Worte des Herrn Heilbronner über den ersten Vorsitzenden und feierte diesen dann als echten Gießener. Kaufmann Leidner (Alsfeld) brachte dem Gießener Verein die Glückwünsche der Alsfelder Organisation zum Ausdruck. Der weitere Verlauf des Abends gehörte der Gemütlichkeit, die unter der Leitung des zweiten Vorsitzenden Winterhoff in stimmungsvoller und abwechslungsreicher Weise die Teilnehmer noch lange beisammenhielt. Der Derbandstng des Landesverbandes wurde am gestrigen Sonntagvormittag im Saale des GesellschaftSvereins bei sehr gutem Besuch von dem Landesverbandsvorsitzenden Kalbfuß, Darmstadt, eröffnet. Der Redner begrüßte insbesondere die Vertreter der Behörden, der Universität, der Handelskammern, der Handwerkskammer, des Gießener Ortsgewerbevereins, des Gießener Ver- kehrsvereins, der Deutschen Bolkspartei und deren Landtagsfraktion, der Demokratischen Partei und deren Landtagssraktion, die Pvesse-Dertreter und den Haupt-Rescrenten des Tages, Oberregie- rungsrat Dr. Tiburtius. Hieraus wies der Redner auf den Ernst der Wirtschaftslage hin, die dem Einzelhandel schon empfindliche Verluste gebracht habe und ihm auch fernerhin noch schwer zu schaffen machen werde. 3n diesem Zusammenhang müsse er die heute im Mittelpunkt des 3nteresses stehende Warenhausfrage anschneiden. Mit einem Hinausdrängen der Warenhäuser aus den Reihen des Verbandes werde diesem nicht gedient, man etwa sieben Meter Tiefe Trümmermassen von Bauten, die sogar bis in die Zeit von 5000 3ahren v. Ehr. zurückreichen. 3n dem Königs- Palast fand man Waffen aus Kupfer, an den Wänden eines bei Ur gelegenen Tempels, den König Aanipadda zu Ehren der Göttin Ninhar- sag errichten ließ, entdeckte man gemalte Szenen, sowie künstlerische Plastiken in Kupfer. Dort wurde auch eine 3nschrift aufgefunden, die man als bisher älteste Urkunde betrachtet und deren Alter, da sie auf das 3ahr 4500 v. Chr. zurück- reicht, auf etwa 6500 3ahre geschäht wird. Es handelt sich dabei, nach der von amerikanischen Gelehrten besorgten Übersetzung der altsumerischen Bilderschrift, um eine Urkunde, in der König Aanipadda verkündet, daß er den Tempel der Göttin Ninharsag weihe. 3n Kisch wurde außerdem eine ganze Tontafelsammlung zutage gefördert, die, erst zum Teil entziffert, auch ein sumerisch-babYlonischeS Lexikon enthält. 3n der Nähe des genannten Tempels bei Ur wurde übrigens die älteste Grabstätte Mesopotamiens festgestellt, deren Anlage bis in das 3ahr 5000 v. Ehr. zurückreicht, jedoch konnten nur noch geringe Spuren von Skelettresten geborgen toetben. 3n den Gräbern lagen Geräte aus Feuerstein, Ton, sowie aus gegossenem und gehämmertem Kupfer. Die Sumerer, die am Euphrat ihre Kultur zur höchsten Entwicklung entfalteten, wurden später von den Babyloniern überwältigt, die nun auf den Resten der sumerischen Kultur ihre eigene begründeten, als deren grandioses Wahrzeichen der Turm von Babylon gilt, mit dem die Hauptstadt des neuen Reiches, das zur Zeit Abrahams nicht weniger als zwanzig Städte zählte, sich schmückte. Aus riesigen Granitwürfeln aufgerichtet, 195 Meter lang und 150 Meter breit, stieg dieser Bau, für die Ewigkeit ersonnen, in die Höhe. Zwei 3ahrtausende hindurch wurde an dem Riesenwerk, das immer wieder, da Unterbrechungen eintraten, vom Verfall bedroht wurde, gebaut. Die Zeit fegte darüber hinweg, Menschengenerationen sanken hin wie Spreu im Wind, und Sand deckte dieses Werk von Menschenhand zu, dessen Decke erst jetzt gehoben wurde, um dem Menschen unserer Tage eindrucksvoll den Glanz früherer Epochen und die Vergänglichkeit alles Seienden zu künden. Schlaf. Don Dr. med. Franziska Eordes. Die erste Tättgkeit des Lebens neben der Nahrungsaufnahme ist das Schlafen. Der Säugling schlaft fast ununlerbrochen. Kein lieblicheres Bild als ein schlafendes, kleines Kind. Wehe der Mutter, die durch Stören des Schlafes Grund zur Nervosität des Kindes legt, sie schädigt sich selbst am meisten. Schlaf ist die Nervennahrung, baut die Neroensubstanz immer wieder neu auf. Das Fehlen des Schlafes bringt eine derartige Erschöpfung des Nervensystems hervor, daß man schließlich am Nervenkörper selbst unterm Mikroskop an den Ganglienzellen diese Erschöpfung bemerken kann. Ein englischer Forscher H o d g e u. a. haben diese Feststellung gemacht. Der Schlaf schiebt zwischen die TageSarbeit das Vergessen und je tiefer er ist, um so weniger nehmen wir vom Trauminhalt beim Erwachen in den Tag herüber, womit freilich nicht getagt wird, daß er deshalb erquickender ist. Auch der leichte Schlaf ist erholend. An sich ist der Schlaf individuell verschieden, insonderheit auch hinsichtlich der Dauer. Während der Schlaf des Neugeborenen fast ein Dauerzustand ist, nimmt er bald an Länge ab und erreicht beim Erwachsenen eine Durchschnittslänge von 7 bis 8 Stunden. Bei älteren Leuten ist meist eine noch geringere Schlafmenge nötig. Daß Epochen ohne Schlaf von mehr oder minder langer Zeit ertragen werden, ist natürlich nichts Ueberraschendes und von Berufs wegen erforderlich, kann aber aus den vorhin genannten Gründen kein Dauerzustand werden, wie smarte Amerikaner hoffen beweisen zu können. 3nbi- viduell verschieden ist der Schlaf, eine Angelegenheit besonderer Art ist er insonderheit noch beim Großstädter. Der Großstädter schläft im tötenden Leben der Großstadt, ihn stört die Jazz- und Jimmymusik nicht sonderlich, aber er wacht auf, wenn einmal der gewohnte Autobus ausbleibt, er wacht auf, wenn er die erste Nacht in ländlicher Abgeschiedenheit die Tiere im Stall sich regen hört. Nur ein neuer Lärm, der uns schlaflos macht, wird durch immer neue Reizung störend empfunden, so daß noch Einwirkung höherer Zentren beim Schlaf angenommen werden müssen. Daß Geistesarbeiter die alleinigen sind, die beim Schlat besonders störungsempsindlich sind, I solle lieber eine Verständigung mit ben getimt# Geschäften herbeiführen und dort VEDchr« für die Lage der mittleren und kleinen GesHkW wecken, während die letztgenannten sich aber eines modernen, besseren Aufbaues unterziehe» müßten. Mit den Mitteln von Warenhaussteuern und Sondersteuern könne den kleinen Geschäften nicht aufgeholfen werden. Es müsse ein QIuSn gleich in dem Kampf zwischen Kleinen und Großen stattfinden. Diesen Ausgleich zu begünstigen, sei eine -der vornehmsten Aufgaben des Verbandes. Der Redner bedauerte hierauf, daß noch immer eine große Zahl von Einzelhändlern dem Verband fernstehen. Diese sollten doch erkennen, daß nur durch engen Zusammenschluß der Berufsgesamcheit und damit auch dem Einzelnen geholfen werden könne. Weiter wies et den gegen ihn gerichteten Vorwurf der Beamte nfeindlichkeit zurück. Er und jeder Einzelhändler hätten das größte 3nteresse an einem tüchtigen, gut bezahlten Dearntenstand. genau wie der Einzelhandel eine gut verdienende Arbeiterschaft und eine blühende Landwirtschaft wünsche und begrüße. Aber alle diese Gruppen müßten auch für die Wirtschaftsnot des Einzelhandels Verständnis haben und ihn nicht durch eigene wirtschaftliche Unternehmungen schädigen. Am Schlüsse seiner Ansprache beglückwünschte der Redner den (Sieben-* Einzel- h ändler-Verein zu seinem 30jährigen Bestehen, dantte dem Ehrenvorsitzenden CarlRöhr und dem Vorsitzenden Wilh. Horn von dem Gießener Verein für ihre rege Mitarbeit auch im Verband, und wünschte dem Gießener Verein weiteres Blühen und Gedeihen, damit er auch fernerhin, wie bisher, eine starke Stühe nicht nur des Gießener Einzelhandels, sondern auch des Verbandes sei. Das Beispiel des (Siebener Vereins sei vorbildlich für andere Vereine. Begrüßungsansprachen hielten hierauf: Oberregierungsrat Dr. Heß- Oie* ßen namens des Ministeriums des Innern, des Mb nisteriums für Arbeit und Wirtschaft, der Prooln- zialdirektion Oberhessen und des Kreisamtes Öle» ßen; Beigeordneter Dr. Seid namens der Gießener Stadtverwaltung; Kommerzienrat Klings, f p o r für die Gießener Industrie- und Handelst kammer; Oberregierungsrat Dr. Tiburtius^ Berlin im Auftrage der Hauptgemeinfchaft des Deutschen Einzelhandels; Baunternehmer Stadtv. Becker für die Handwerkskammer und den Öle* ßener Ortsgewerbeverein; Direktor Steinel- Karlsruhe für die benachbarten Einzelhandel- Landesverbände; Landtagsabg. Oberstudiendirektor Dr. Keller- Büdingen namens des Landesverbandes und der Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei; Parteisekretär Kröne r für die Demokratische Partei und deren Landtagsfraktion. Sämtliche Ansprachen wurden der hohen wirtschaftlichen Bedeutung des Einzeldandels für das Volks» ganze gerecht und brachten die wohlwollende Stellungnahme der Behörden, Körperschaften und der beiden vertretenen politischen Parteien 0U den Bestrebungen der Einzelhandelsorganlsattonen zum Antzdruck. Nachdem der Verbandsvorsitzende den Rednern gedankt hatte, sprach Oberregierungsrat Dr., Ti« b u r t i u s - Berlin über: > Die Bedeutung der Repacalionsfrage und des Dowesplanes für die deutsche Wirtschaft, ins- - besondere für den Einzelhandel. Der Redner gab zunächst in großen Umrissen ein Bild des bisherigen Entwicklungsganges dieser für uns außerordentlich bedeutungsvollen fragen. Auch für die Zukunft stünden wir einem ziemlich düsteren Bilde gegenüber. Die Durchführbarkeit des Dawespaktes sei heute schon zu bezweifeln, da er eine der wichtigsten Voraussetzungen für die von uns verlangten Leistungen nicht geschaffen habe: den breiten Raum auf dem Weltmarkt, auf dem wir unsere Warenproduktion absetzen können, um dort die Mittel für die von der Gegenseite geforderten Reparationen zu gewinnen. Dazu komme noch, daß daS Ausland, darunter auch das kaufkräftige Amerika, sich immer mehr durch Schutzzölle ab- schließe Die Mängel des Dawesvertrages seien erst richtig zu erlernten autS dem Versuch seiner Durchführung; dieser Vertrag trage feine unvermeidliche Korrektur in sich selber. Der Redner hält es nicht für klug und ratsam, in diesem Zeitpunkt von uns aus mit Gegenvorfchlägen, mit einem sog. Anti-Dawesgutachten hervorzutreten. Für den Einzelhandel als einen großen stimmt nicht. Es ist eine vielleicht an sich höhere neuropsychische Belastung, die solche geringere oder stärkere Empfindlichkeit schafft. Wie es aber auch immer ist, eine zu hohe Belastung des einzelnen zu vermeiden, ist eine öffentliche Notwendigkeit, der auch durch polizeiliche Verordnungen, da ja die Erhaltung der Nervenkraft eine Angelegenheit der allgemeinen Hygiene ist, Rechnung getragen wird. Schlaflosigkeit ist eine schwere Nervenstörung und eine ernsthaft zu be-' kämpfende Krankheit. Der Wege sind mannigfache. U. a. wird in vielen Fällen auf dem Wege der Hypnose etwas erreicht, zumal es auch eine Teilhypnose gibt, die Ginzelstörungen ausschließt, für andere die Wachsamkeit erhalten läßt. Der Schlaf, insonderheit die Träume, waren immer ein Gegenstand des Jntrcsses; besonders interessant sind sie durch das ärztliche Bemühen Freuds geworden, der durch seine Traumlehre Wege bei Kranken wies, daß der Zn- Halt der Träume Anhalt für die Behandlung bot. Einzelheiten führen ins Gebiet der Forschung, zu weit vom Thema ab. Der Schlaf ist ein lebensnot- wendiger Faktor. Wer es bislang nicht geglaubt hat, muß sich durch Ergebnisse belehren lassen, die amerikanische Versuche ergaben. Zwei Chicagoer Aerzte lieferten den Wachrekord. Sie wachten fast 5 Tage und Nächte. Am zweiten Tag, als die Nacht eintrat, Ruhe im Hause herrschte, wurde das Wachbleiben schon schlimm, konnte weitergeführt werden, am folgenden Tag durch Beschäftigung durchgehalten werden, erreichte aber am '4. Tag und in der 4. Nacht einen solchen Wunsch zu schlafen, daß eine Depression eintrat, nur beherrscht von dem Wunsche zu schlafen. Die Musik eines Kabaretts, das zur Wacherhaltung besucht wurde, erreichte auch ihren Zweck. Das Wachen konnte aber nur dadurch durchgehalten werden, daß der Experimentator vom Anlehnen abgehalten wurde, das Wachen war zur Qual geworden. Am 5. Tag war nur noch ein Wunsch vorhanden: Schlafen! Zur Ruhe gelegt, schlief er 10 Stunden, ohne wesentlichen Schaden an der Gesundheit erlitten zu haben. Schön wär's: Den Schlaf zu kürzen, respekttv sich ihn abgewöhnen zu können; abgesehen davon, daß Schlaf eine physiologische Notwendigkeit ist, ist meiner Ansicht nach das Schlafen eine Entziehung aus der rauhen Wirklichkeit und somit etwas höchst Erfreuliches Schlaf ist keine Angewohnheit, ist etwas gesundheitlich Erforderliches. Derdr ftimlnakomtii 291 Hebung. P™ H l-z. mies auj Zumute." LH legte feinJaF h'er ’Ws'“"« 11 * , Schulz fbCr° jl) Dor Si Seit h n9 auf ■jdi StÖ,en^ör^rb E .^itcr >' n‘O tiic ‘ hie An'i her u Herirelcr bei jr| den w>r SS Äf tterjiftl Ubr beim 6»ilunfl 1 dMAÄ stark W allem lnxl) oc fass die säst in * oaU der Die nötigen ejji«e des unlauteren sowie zu einer in h arbeit mit ton. einen energischer M gegen dieAusn er zu leiden hat: die Urschriften über P sungsstellen, handel« Had) Mitteilung der M im Achstag ge bell mit den z zcrtschrilte. Das Gi Ich handelsseindiich i nach. Einen energisch icilung gegen die lief djen, Horrenkioske Ladengeschäft Erleich fairis und der Tefchi Ausdehnung des h Hosen wird Front nur noch die ®e’ ichast, sich Öurd ffonbel mtfjrenb her mir ffoffen bes ßinjel bie Ultfieriinfl wieder Zeamteuhandel durchs bk Konkurrenz der langt, io mutz unter ak Itelinng derselben sonstigen öffentlichen f handel abgelehnt steuern,die auf' und gleich vert Privilegien bürfen n dcrvteuergesel der auch der Einzel! nijationen ersolgreiä dem verband begrü auch UnMommenh 'etzes.das den 6 l'chen Anteil am ha wähnt werden. Beso lache Senkung de Tinkommenjteu zeil'Ichen hn' neuem mären besc 'hrer heutigen W', "5 bezeichnet werd t in großen Umrisse w Konkurrenz oer rro n i uinv e r e r n e a RfcfotiSDcn lungt, so muß unter allen Umstanden eine B e s s $SnXE Heilung derselben hinsichtlich der Steuern S lustigen öfsentlichen Abgaben gegenüber dem ft .geiuiv • 7 \i,'nhpf n h n p I p h n t mprhpn 'Jlipfmehr muffen M. Fortsetzung. Nachdruck verboten. e r * oder sei heute schon zu r wichtigsten Aoraus- verlangten Leistungen ■n breiten Saunt auf onstigen öffentlichen Abgaben gegenüber dem freien handel a b g e l e h n t werden. Vielmehr müssen die Steuern, die auf der Wirtschaft ruhen, gerecht ind gleich verteilt fein, Ausnahmen und i wir unsere Daren- i um trott Ne SKttel f geforderten Aepara- fomme noch, dah das H fauffrältige Äm» durch Schutzzölle ob- JawesvertrageS M 4 dem Versuch feinet -rag trage feine m* ch selber. Der Redner tb ratsM. in Mein mit Gegenvorschlägen, wesgutachten yor- mbel als einen Mn Der dritte Schutz. Kriminalroman von Ole Stefani. ManstchW«^ >lche geringere Dherllät Me es aber auch nnmer ^einzelnen zu veme>> KSÄ-H ^3S| SZBS 3»,;SS Ä»«» *Ä«W' ebiet d« lAnWt' ?*lafnWIaub,6fl| 5lansnw_0ybiameti« 'lehren lA^°Äerz!« '^LKras- Sie iv/AÄcht cintrdt. amf° rö^^Mhallen io«' raaun? c»itieDeprelst' ZS-s ^!ÄeJn«« fl!ff vt eDnt Hualfle!Dür? ein * ?10 SE rÄ&sÄ len^SottpenN^ MrkliFLeÄng^ övrt r» 9,nen Mch Z °er S'Ä '«tcftS a*Ä M »aS 'Ä'Ä sprachen W Dr. ÄeLtku nLtimetn-Ws- BÄ-, bet Bronin. ?65 ^elrainttt Tiei d nantenL der Gied-, W «Ung. )ugr,?: >inb handel R.®r; Tiburtiurt nnuptgemeinfrfiaft bei auntcrncOmcr efabto. tonmer und den ®{p. Mtor Steinei, Men Einzelhandel, öfl. Dbetftubienbireftdt jmens bei ßanbesoer- Itattion der Deutschen Krönet für die tze- km Landtazchaltton. n der hohen wirtschaft» handel? für das Botts» w wohlwollende Ttel> sörperschaften und der Parteien den Be. fcorganlfafwnen zum vchhenbe den Rednern tgierungrrai Ir. .Ti« Fortschritte. Das Gefühl, daß die Regierungsstel- cn handelsfeindlich eingestellt feien, läßt allmählich „ach. Einen energischen Kampf führte die Verbands- citung gegen die Ueberhandnahme der Wasserhäus- Ijcn, 'Zigarrenkioske ufw., die im Gegensatz zum Ladengeschäft Erleichterungen hinsichtlich des Der- toufs und der Geschäftszeit Haven. Auch gegen die Uusdchnung des Handels auf den Bahnhöfen wird Front gemacht. Bedauerlich find im° mer noch die Bestrebungen der Beamten» - chaft, sich durch Sammeleinkäufe oder handel während der Bureaustunden Sondervorteile unf Kosten des Einzelhandels zu verschaffen, obwohl die Negierung wiederholt versicherte, daß der wilde Beamtenhandel durchaus nicht geduldet werde. Was hje Konkurrenz der Konsumvereine anbe» ra/ionifrage und bei W Mr,schuft, ins- linylfjanotl Zeil der deutschen Gesamtwirtschaft, die diese schwere Reparationslast tragen solle, ergebe sich die Rotwendigleit, durch seine Vertreter in allen öffentlichen Körperschaften auf strengste Sparsamkeit hinzuwirken, damit einerseits Ersparnisse der Verwaltungen zur Erleichterung der Steuerlasten gemacht werden können, anderseits aber müßten die Verwaltungen doch in der Lage bleiben, ihren Aufgaben ordentlich gerecht zu werden. Weiter müßten die örtlichen Organisationen und die Landesverbände der Zentralorganisation mit durchschlagendem Deweism