Suites D-Z5 »"Kr in Uuar le touibt ™il Wqjta Ä«ö 1 unb verpflichtet. L^’m wurde M beM iS ßouti 6eu, schwörens für die ' wurde als Feld- lu und verpflichtet. JJ. wurde als d Lda. bestellt und ^"Steinberg Wahenborn-Steiir- d und Gutsbesitzer ls Feldgeschworene pflichtet. rnen Bürgemeister- vurde der seitherige ist die Maul- und wt. unD •■»»«rtt ^35, Potsdamerstr. — lgen«tol»8o5'1916.3«» iiM >“5ig roi 9.» SO, 5. Ium ‘^VeabbatM®^ 00, nachnl. ■ - abends 7.1 ■ .st: morgens U», <**ss* ,' Weber. & Aelmchtins ' . I Weber E 6.45 bis ;; ; Mrner Lortt^V. > ®eKu ^ ist Gloga"' ^s % ,,5*915 E r&iSife Samstag, 5. Juni 1926 Ur. 129 Erster Blatt 176. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vud Verlag: vrühl'sche Univerfitülr-Vllch. Ulld Stetnöruderei K Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich sür Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den An- zeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Erich eint täglich, außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monats:Be$ng$pteii: 2 Neichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Kranfturt am Main 11686. Das Spiel der Mächte. Wir leben, politisch betrachtet, in einer außer- ordenllich erregten Zeit. Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen mit ihrem saft oerwirenden Vielerlei lenken den Blick abwechselnd nach den verschiedenen Teilen der Welt. Für den mitldbenden Zeitgenossen ist es schwer, vielleicht unmöglich, den Blick vor solcher Fülle zu sammeln, gewissermaßen konzentrisch zu sehen, Zusammenfassendes im Vielfältigen zu finden, Beziehungen aufzuweisen und die Brennpunkte und Wetterwinkel Mitteleuropas und der Welt, die Zentren im Spiel der großen Mächte (wie Ranke es meisterlich verstanden hat) innerlich nach Ursache und Wirkung zu verbinden. Aller Augen wenden sich jetzt nach Lissabon, dann nach Warschau, heute nach Paris und morgen nack London, von London nach Aegypten, von Paris nach Madrid, nach Marokko und nach Italien. Portugal ist aus dem Spiel der großen Mächte wohl in unserem Zusammenhang, wie überhaupt, auszuschei- den. Dieses Land hat seine Vergangenheit gehabt, hat seine Zukunft gewissermaßen hinter sich, liegt, obatDür geographisch ein Eckpfeiler, außerhalb der für Zentraleuropa maßgeblichen Interessenzone. Ueberdies ist eine Revolution in Portugal etwas anderes, als etwa in London oder Berlin, ist zu oft schon dagewesen und fast zur Gewohnheit ye- worden. Und endlich sind die Verhältnisse im Südwesten auch nach der nun zuftandegekommenen Kabinettsbildung unter dem Ministerpräsidenten Eabe- cadas noch zu ungeklärt, als daß sich für heute eine maßgebliche Signatur der Situation geben ließe. Verhältnismäßig ähnlich liegen, von uns aus geleben, die Dinge in Palen nach dem Staatsstreich Pilsudskis, und nach der etwas komplizierten Schilderhebung Mofcickis. Auch hier wird man den Ereignissen nicht vorauslaufen dürfen. Für uns fällt allerdings einerseits die territoriale Nachbarschaft und andererseits — über unsere Köpfe hinweg — die weniger territoriale, als polittsch-kordiale Annäherung an Frankreich ins Gewicht. Historisch stellen die Vorgänge in Warschau wieder einmal einen der vielen, durch Jahrhunderte wiederholten Versuche eines geographisch außerordentlich ungünstig situierten Kleinstaates dar, sich im Spiel der Mächte selbständig zu behauvten und $u verwalten. Allerdings hat sich die polnische Situation (für uns: leider) im Gefolge jener französischen Beziehungen und im Schatten des Weltkrieges immerhin so weit geändert, daß dort kaum noch der Nachdruck darauf liegt, sich gegen eine — für größeres, politisches Augenmaß entschieden vorteilhaftere — Aufteilung, Angliederung oder Beiordnung in irgendeiner Form zur Wehr zu setzen, sondern in den während der letzten Jahre Immer unverhüllter zutage getretenen Expansionsbestrebungen, die zwar in einem sehr unangemessenen Verhältnis zur politischen Bedeutung des Landes stehen, die aber — die viel 'zu wenig beachteten Ereignisse in Oberschlesien 1921 sollten das gezeigt haben — durchaus nicht unterschätzt werden dürfen. Unter solchen Gesichtspunkten, im Hinblick auf die Gestaltung des ferneren Ver- hältnisses zu Deutschland werden die umstürzlerischen Ereignisse in Warschau in erster Linie für uns an» zusehen sein. D. h. also, man wird — ohne sich übertriebenen oder auch nur bescheidenen Hoffnungen hinzugeben — abwarten müssen, ob und wie weit die veränderte Situation in Polen die deutsch- polnischen Beziehungen in nennenswert anderem Lichte erscheinen lassen werden, als es, nicht zu unserem Besten, bisher der Fall war. Daß Polen in eine solche Bedrängnis geraten konnte, daß man, wie Briand auf eine Anfrage angedeutet hat, ihm etwa durch die entmilitarisierte Zone zu Hilfe eilen mußte, ist so wenig überzeugend, wie die angeblichen Kriegsdrohungen und Revanche- S Deutschlands, auf die die bemerkenswerte rede Millerands in der französischen Senatssitzung vom Donnerstag glaubte aufmerksam machen zu müssen. In derselben Rede konnte man hören, daß Deutschland den Angriff von 1914 und überdies mit der von ihm befolgten Politik Bismarcks das „vernichtende Regime des bewaffneten Friedens" in Europa verschuldet habe. Jeder Einsichtige wird sich bei diesem letzten Punkt zum mindesten erinnern, daß gerade durch das Fallenlassen der (russischen^ Politik Bismarcks das berühmte europäische Gleichgewicht im Spiel der großen Mächte in einer für Deutschland unheilvollen Weis? beeinträchtigt wurde. Auch in Frankreich ist man heute weit davon entfernt, den Weg für eine gedeihliche Ausbalancierung der Kräfte gefunden zu haben. Aber die große Locarnodebatte beweist, daß man in Paris noch andere Sorgen hat, oder zu haben glaubt, als Marokko und den Frankenstand. De facto bilden wohl diese beiden Punkte gegenwärtig die schwierigsten Probleme jenseits des Rheins. Man sieht schon: die Kapitulation Abd el Krims ist keineswegs mit der Verabschiedung des Marokkokrieges zu identifizieren, zum mindesten nicht mit Losung oder Beseitigung der ganzen Marokkofrage überhaupt, die ja kein Problem von gestern unb heute ist und übrigens auch durchaus fein ausschließlich französisches Problem. (Ein deutsches ist es gewesen: jetzt sehen wir von weitem zu.) Die curopäi|d)cn Interessen in Nordafrika sind aber auch, wenn man Spanien, als den nächst Frankreich am aktivsten or. der „Löst,na" beteiligten Staat ins Auge faßt, noch nicht erschöpft. Das beweisen einmal die ziemlia) deutlich ausgesprochenen Wünsche Italiens, das ja eigentlich seit den allerfrichesten Anfängen seiner Ge- schichte den Blick nach der afrikanischen Küste hin- Übergerichtet hat. Italiens Interessen sind, nicht »rft feit Tripolis, gewissermaßen historisch. Schließlich:'England. England hat allen Grund, fein Augenmerk auf die Gestaltung der nordafrikanischen Ereignisse zu lenken: nicht nur, weil es dank feiner besonderen Stellung jederzeit Anlaß hat, in möglichst vielen Teilen der Welt möglichste Aufmerksamkeit malten zu lassen, sondern auch, in engerem Rahmen, mit Rücksicht auf Gibraltar und die 272:6 für Die deutschen Paris. 4. 3unt. 3n der heutigen Sitzung des Senats wurde die Aussprache über die Ratifizierung der Verträge von Locarno fortgesetzt. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses H u b e r t, führte aus, daß der deutsch-russische Vertrag doch von dem gleichen Geiste eingegeben sei wie der rheinische Sicherheitspakt. Locarno hätte also in gewisser Beziehung die deutsch-russischen Beziehungen beeinflußt und aus diesem Grunde schlage der Auswärtige Ausschuß die Ratifizierung vor. Locarno bedeute die direkte Verständigung mit Deutschland: die könne aber erst eintreten, wenn die europäische Solidarität hergestellt sei. Das nehme man an unter der Bedingung, daß Locarno Versailles bestätige, und daß man nicht auf die defensive Macht verzichte. Locarno sei ein großer Versuch und eine große Hoffnung. Der rechtsstehende Senator de la Hahe erklärte, er glaube nicht, daß Locarno den Krieg verhindern könne. Deshalb stimme er gegen die Regierung. Senator Merlin erklärte, wenn man Locarno nicht annehmen würde, würde man jede Sicherheitsgarantie vertagen. Die Zulassung Deutschlands zum Völkerbund fei eine geschichtliche JatalUät deren Entwicklung man mit Wachsamkeit verfolgen müsse. Der radikale Senator Bourgvis führte aus, Locarno habe nur Bedeutung, wenn Deutschland den Vertrag von Versailles erfülle. 3m vorigen 3ahre habe er im Senat von den zahlreichen militärischen Maßnahmen gesprochen, die Deutschland getroffen habe und die geeignet seien, an seinem friedfertigen Geiste zu zweifeln. Die letzten Berichte der Militärkontrollkommissivn hätten das vollkommen bestättgt. Seit einem Jahre habe sich die militärische Lage Deutschlands wesentlich gebessert. Sobald Deutschland in den Völkerbund eingetreten sei, werde es sicher die militärische Gleichstellung mit den anderen Ländern fordern. Die Art uno Weise, wie Deutschland den Versailler Vertrag ausführe, müsse mißtrauisch machen. Der linksrepublikanische Abg. Chenebe- noit führte aus, es sei seltsam, wenn man diese Debatte zu Ende gehen ließe, ohne die Frage des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland zu besprechen. Die Frage sei aktueller, da gegenwärtig Monsignore Seipel, sich in Paris aufhalte. 3n dem Memorandum, das dem Abkommen von Locarno voraufgegangen fei, sei von den Ost- und Westgrenzen Deutschlands die Rede gewesen, aber von den Südgrenzen habe man noch nichts erwähnt. Auch werde in Deutschland Propaganda für den Anschluß betrieben. Seipel habe alles für die Zukunft Vorbehalten. Rach den Friedensverträgen sei es Oesterreich untersagt, sich an Deutschland anzuschließen, denn dadurch werde die Tschechoslowakei eingekreist und der deutscheTraum „M i11eleuropa" würde Wirklichkeit werden. Deutschland dürfe nicht den Krieg gewinnen durch Annexion Oesterreichs. Der europäische Friede müsse über alle Ambitionen gehen. Hierauf ergriff Ministerpräsident Briand das Wort und erklärte, die Abkommen von Locarno rechtfertigten weder übertriebenen Enthusiasmus noch übertriebenen Pessimismus, Locarno müsse man objektiv unter Beiseitestellung jeder Parteirichtung betrachten. Auch er würde als Urheber dieses Werkes das Gefühl selbstLocarno. „Rüstungen". verstandilcher Zuneigung hintanstellen. Auf die Frage, ob Locarno ein Plus zum Friedensvertrag von Versailles bedeute, erklärte Briand, er wolle nicht am Vertrage von Versailles kritisieren, xrber er müsse doch feststellen, daß schon bei der Rattsizierung des Versailler Vertrages Sorge um die Sicherheit laut geworden sei. Locarno nehme Frankreich nicht die Attionsmittel. Wenn eine ernste Verletzung erfolge, könne Frankreich sofort handeln und die Garanten zur Hilfe aufrufen. An ihrer Hilfe zu zweifeln, habe Frankreich kein Recht. 3m übrigen behalte Frankreich alle seine Verteidigungsmittel. wenn eine derartige Kombination 1914 bestanden hätte, hätte es sich Deutschland überlegt, einen Angriff zu wagen. Er begreife, daß man Deutschland gegenüber ein gewisses Mißtrauen habe, aber er sei der Ansicht, daß man abwarten müsse: doch könne er versichern, daß der deutsch-russische Vertrag für ihn eine gewisse Ernüchterung gewesen sei. Wenn man in der Vergangenheit gesagt habe, si vis pacem, para bellum, so sei doch durch Locarno das System umgekehrt worden. Briand fuhr fort, daß mit Locarno allein die Aufgabe noch nicht vollendet sei. Man brauche noch Wirtschaftsabkommen,denn auf dem Gebiete der Wirtschaft würden noch Kriege geführt. Schließlich berührte Briand nochmals den deutsch-russischen Vertrag und warf die Frage auf, ob dieser Vertrag ein Reutralitätsvertrag geworden wäre, wenn die Abkommen von Locarno nicht bestanden hätten. Wir verlangen, erklärte er, daß der Locarno -03ertrag und das Dölkerbund- ftatut respektiert werden, und wenn Deutschland erklärt, daß es sie respektiere, Ix*m. glaube er das. Er wolle den Frieden fonfv.i- dieren und alles fordern, was Frankre'ck vor einem neuen Krieg schützen könne. was Deutschland anlange, so kenne ec sichere Beweise über Deutschlands Friedfertigkeit. Er glaube nicht, daß das deutsche und französische Volk dazu verdammt seien, sich fortgesetzt zu zerfleischen. 3m Völkerbund werde Deutschland bald bemerken, daß es sich dort dem Milieu anpassen müsse. An dem Tage, so schloß Briand, an dcm Frankreich seine völlige Sicherheit garantiert habe, sei es bereit, wie die anderen Rationen, abzurüsten. Bis dahin wolle es den Vertrag von Locarno weiter entwickeln. Ein großer Teil der Sitzung wurde mit der Rede des Generals Bourgeois ausgefüllt, der zahllose Daten und Angaben über die militärischen Rüst ungen Deutschlands verlas. 11. a. behauptete er, daß erst unlängst im Schwarzwald große militärische Manöver ftattgefunden hätten. Der Schwarzwald sei von Patrouillen durchzogen worden, die von Offizieren der Marine geführt worden seien. Diese Patrouillen hätten Hebungen an Hand von Karten abgehalten und seien dabei stets in allernächster Rähe der Lisenbahnstränge zu sehen gewesen, wahrscheinlick; seien sie damit beauftragt gewesen, die Möglichkeiten zur Beförderung der Artillerie durch die Eisenbahn zu studieren. Der Senat hat bann nach einer letzten Erklärung Brianbs mit 272 gegen 6 Stimmen sein Einoer st änbnis mit ben Verträgen von Locarno erklärt. aerobe für England naheliegende Erweiterung des Marokkoproblems zum Mittelmeerproblem. Heber Nordafrika hinaus aber wirb sich ber englische Blick fast gezwungen auch nach Sübafrika, nach Aegypten unb enblich nach Inbien roenben, b. h. nach Län- bern, wo bas, was in Marokko mehr inbirekt unb beispielhaft sich abspielt, noch konkretere unb ausgesprochen rein englische Bebeutung hat. Tie Beziehungen unb Zusammenhänge finb beutlich. Abb el Krim ist freiwillig abgetreten (sein Schicksal hängt im Ungewissen, viele Hänbe strecken sich nach ihm aus, ihn möglichst sicher unb möglichst Dauerhaft um schädlich zu machen) — .Zaglul Pascha aber ist tätig. Zwar bie Lage in Aegypten, bie sich bedenklich verschärft hatte (so sehr, baß bereits ein englisches Schlachtschiff in Marsch gesetzt worben war), hat sich mit dem fast überrafdjenben Verzicht Zagluls auf bie Regierungsbilbung etwas entspannt. Mn welchen biplomatischen Mitteln, mit welchen vagen Versprechungen unb Scheinzugestänbnissen (wie in Inbien) Englanb bies errreicht hat, ist nicht leicht zu sagen: immerhin wirb man sich nicht verleiten lassen, bie Tragweite dieser Wendung zu überschätzen. Die Neuwahl bes ägyptischen Parlaments hat erwiesen, wie nachhaltig ber Einfluß bes ägyptischen Ganbhi (so hat man Zaglul genannt) gewirkt, unb wie tief bie Unabhängigkeitsbewegung in Aegypten Wurzeln geschlagen hat. Unabhängig- keitskörnpse. Selb st be st immungsbe st re- bungen, Nationalstaatsbewegungen —: dam t ist wohl im Augenblick bas eine große unb schwernie- genbe Agens im Spiel ber Mächte bezeichnet. Das zweite kategorische unb ziemlich internationale Problem ist wirtschaftlicher Art. Für Englanb zur Zeit wohl fast brennenber noch, als die äußeren Machtfragen, vielmehr von ihnen kaum loszulösen unb jedenfalls lebenswichtiger, als eine bloße Angelegenheit des berühmten englischen Prestiges. Der Bergbaustreik ist noch immer nicht in ein Stadium wirklich produktiver Verhandlungen gelangt, die Folgen der Kohlenknappheit wirken sich wenig angenehm aus. Und wenn etwa die Londoner Regierung über die eigenen Grenzen hinaus in etwas schadenfroher (übrigens negativer) Genugtuung nach Paris blicken sollte, wo der Finanzminister Peret gerade über seine Bemühungen um den (durch den Sieg in Marokko unberührten) Frankenstand berichtet, so wird diese Genugtuung durch einen weiteren Blick nach Genf wiederum sehr getrübt werden, wo derzeit das dritte große (unb vielleicht elementarste) Gegenwartsproblem weitschweifig unb gegensätzlich behanbelt wirb: Abrüstung Gerabe Frankreich (unb bann auch Italien) widersetzt sich hartnäckig der Einreihung ber mili- tärischen Reserven unter den Begriff ber Friedensrüstungen. Wenn Frankreich seinen Widerstand durchbrückt, bann wirb bas an sich schon fragwüc- bige Abrüstungsinstrument oollenbs illusorisch. Frankreich, als zur Zeit stärkste Militärmacht, htt bas größte Interesse daran, seine bedeutenden Reserven nicht dergestalt kaltgestellt zu sehen. Und in England wird man einsichtig genug sein, dieses ungemeine Interesse wenigstens nicht ausschließlich auf koloniale Engagements unb auf bie in ber oe-- natsrebe Milleranbs an bie Wand gemalten Revanchegelüste Deutschlands zu beziehen. Neuer Frankensturz. Paris, 4. Juni. (TU.) An ber heutigen Pariser Börse wurde ein starker Rückgang bes Franken verzeichnet. Die Gründe dieses neuerlichen Frankensturzes sind nicht klar zu erkennen. Es hat aber den Anschein, bah bas gestrige Expose bes Finanzmini fters Pecet einen ungünstigen Eindruck hinterließ, ebenso wie ber gestern veröffentlichte Ausweis ber Sank von Frankreich. Außerdem hat die politische Ungewißheit trotz des Vertrauensvotums von vorgestern wieder in stärkerem Maße zugenommen. Beginn der Völkerbundstagung am Montag. Genf, 4. 3inrL (TU.) Die Tagesordnung der am Montag beginnenden 40. Tagung des Dölkerbundsrates, die der alphabetischen Reihenfolge der Staaten entsprechend den Vertreter Schwedens, Un t>en, als Präsidenten sehen wird, umfaßt 24 Punkte. Als die wichtigsten Punkte seien folgende genannt: Bericht der Studienkommission über die Zusammensetzung unb Erweiterung des Völkerbundsrates, Berichte der Fincmzkommission über die endgültige Aufhebung der Finanzkontrolle in Oesterreich und Ungarn, Berichte der Opium-Kommission sowie Behandlung der Freigabe der Unterbringung der armenischen und griechischen Flüchtlinge und der Frage einer bulgarischen Völkerbunds-An leihe. Ferner wird der Völkerbundsrat sich mit den Resultaten der Kommission für die Vorbereitung der WcltwirtschaftSkonserenz b: fallen. Man nimmt an, daß Briand infolge der poli- ttschen Lage in Frankreich doch nicht an den Feierlichkeiten für die Eröffnung des neuen Gebäudes des Internationalen Arbeitsamtes werde teilnÄhmen können und erst am Montag früh auf ein bis zwei Tage nach Genf kommt. Die Tagung des Völkerbundsrates wird, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, sechs bis acht Tage dauern, falls nicht von den Vertretern Brasiliens oder Spaniens in der Frage der Ratserweiterung neue Schritte unternommen werden, die dann naturgemäß eine vollkommen neue Situation herbeiführen würden. Der ständige Mandatsausschuß des Völkerbundes tritt am nächsten Dienstag zu seiner Tagung zusammen, um die Jahresberichte der Mandatsstaaten über die als Mandatsgebiete unter ihrer Verwaltung befindlichen ehemaligen deutschen Schutzgebiete. sowie über die Mandate in 3raf, Syrien und Palästina zur Berichterstattung an den Völkerbundsrat zu prüfen. Außerdem sind Bittschriften des syrisch-arabischen Kongresses in Beirut und des palästinensisch-arabischen Kongresses in Kairo eingegangen. Der Begriff der Friedensrüstungen. Gens, 4. 3uni. (WB.) Der Militärausschuß der Abrüstungskommission hat gestern in Fortsetzung seiner Beratungen über den Begriff der Friedensrüstungen zu dem Kapitel der Reservekräfte beschlossen, daß Reserveschiffe von der Abrüstung betroffen werden sollen, daß dagegen Heeres- und Flotten- arsenale nicht unter den Begriff der Friedens rüst ungen fallen und in die spätere Abrüstung nicht einbezogen werden sollen. Die gegenteilige, hauptsächlich von den deutschen unb brasilianischen Militär- und Marine- sachverständigen vertretene Auffassung, daß der Begriff der Friedensrüstungen m ö g l i ch st w e i t gefaßt werden müsse, wenn die Durchführung einer wirksamen Abrüstung später möglich sein soll, konnte trotz zielbewußter und klarer Darlegung ihrer Gründe nicht durchdringen. Vie Genfer Arbeitskonserenz. Genf. 4. Juni. (Täl.) In der heutigen Vollsitzung ber Arbcitskonferenz wurde der Kommissionsentwurf über die Vereinfachung der Kontrolle auf Einwandererschiffen, über den gestern ergebnislos abgestimmt worden war. nochmals zur Abstimmung gebracht. Die Artikel 1—7 wurden als Entwurf für die Konvention mit 61 gegen 39 Stimmen angenommen. Diese Artikel gehen nochmals zur Verhandlung an das Redaktionskomitee, das dann den Entwurf an die Kommission zurückgehen läßt. Der Artikel 9. der die Einstellung von weiblichem Hilfspersonal bei mehr als 50 fremdsprachlichen weiblichen Auswanderern vorsieht, wurde jedoch lediglich als Empfehlung mit 80 gegen 23 Stimmen angenommen. Der Artikel 8, der gestern von der Vollversammlung abgelehnt worden war, wurde heute in Form einer Entschließung mit 75 gegen 19 Stimmen angenommen. ©onft gehören die Artikel 8 unb 9 nicht zu dem Entwurf der Konvention übet die Vereinfachung der Auswandererkontrolle. Entspannung in Aegypten. Zagluls Verzicht. London, 4. Juni. (211.) Die Rachricht daß sich Zaglul Pascha entschlossen hat, nicht auf der Bildung eines Kabinettes zu bestehen, hat in maßgebenden Londoner Kreisen große Befriedigung hervorgerufen. Der diplomattsche Korrespondent des „Daily Telegraph" meint hierzu, England habe genügend Grund, jede ägyptische Regierung abzulehnen, an deren Spitze Zaglul Pascha stehe, besonders mit Rücksicht darauf, daß unter der früheren Regierung Zaglul Pascha eine Reihe von Gewalttätigkeiten gegen Ausländer verübt worden seien und die Vereinigten Staaten, Italien und Griechenland bei dem englischen Oberkommissar in Aegypten angefragt hätten, ob England nicht selbst den Schuh des ausländischen Lebens und Eigentums übernehmen wolle. Der gestrige Verzicht Zagluls auf das Amt eines Ministerpräsidenten hat die Lage leicht gebessert, aber eine schnelle unb einfache Lösung des ägyptischen Problems ist leider nickt wahrscheinlich. Die Frage, ob elne Revision des Verfahrens gegen die Mörder des Sidars möglich ist, ist noch nicht gelöst. Jedenfalls gab der Rücktritt des Vorsitzenden des Gerichts, Kerschaw, einen Beleg für die Rotwendigkeit einer Reform der ägyptischen Rechtsprechung. Die Morgenausgaben der arabischen Zeitungen nehmen Zagluls Entschluß, den Posten des Ministerpräsidenten Adly Pascha zu überlassen, günstig auf, da damit die Krise ihren gefährlichsten Punkt überschritten habe. Die Blätter drücken die Hoffnung aus, daß Adly Pascha nunmehr ohne weitere Schwierigkeiten die Bildung eines Kabinetts durchführen kann und daß das Parlament zwischen dem 8. und 11. Juni zusammentreten kann. Dom englifd)en Kohlenkonflikt. London, 5. Sunt. (WTB. Funkspruch.) Der Vollzugsausschuß des Derg- arbeiterverbandes ist für Mittwoch vormittag nach London einberufen worden, um über den Vorschlag der Zechenbesiher wegen Wiederaufnahme der Verhandlungen zu beraten. Der Vorstand des internationalen Bergarbeiterverbandes hielt in Brüssel eine Sitzung ab, der englische Vertreter beiwohnten. Es wurde beschlossen, Maßnahmen zur Herabsetzung der K ohlensendungen nach England bis. zum Mindestmaß zu ergreifen. Sm Falle einer weiteren Dauer des Streiks soll am 23. Suni eine neue Sitzung in London stattfinden. Gegen Ende der Sitzung ging ein Brief der englischen Sndustriellen «in, in dem Verhandlungen auf der Grundlage der Beibehaltung der gegenwärtigen Löhne und der Einführung des Achtstundentags angeregt werden. Die Vereidigung Moscickir. Warschau, 4. Juni. (WTB.) Heute mittag 12 Uhr wurde in Gegenwart der Mitglieder der Na« tionaloersammlung, des Kabinetts und des diplomatischen Korps im großen Saale des Warschauer Schlosses die Vereidigung des Staatspräsidenten Moscicki voraenommen. Als der Staatspräsident die letzten Worte des Eides sprach, wurde von kommunistischer Seite gerufen: „Wir verlangen die Freilassung der politischen Gefangenen und Arbeit für die Erwerbslosen!" Diese Störung rief in der Versammlung, die mit einem Hoch auf Polen und Moscicki antwortete, große Erregung hervor. Allgemein wurde bemerkt, daß die Sozialisten geschlossen der Feier ferngeb l i e b e n waren. Im Anschluß an die Vereidigung erfolgte im Marmorsaale die feierliche Unterzeichnung der Einsetzungsur- künde. Der Staatspräsident nahm die Glückwünsche des Kabinetts und der Vertreter der auswärtigen Mächte entgegen. Der neugewählte Staatspräsident hat einen Aufruf erlassen, in dem er das Volk ausfordert, durch Zusammenarbeit aller Schichten für daS Wohl des Landes zu wirken. — Um 61/2 Uhr empfing der Präsident im Königsschloh die Vertreter der ausländischen Presse. Er hielt eine kurze Ansprache und zog hierauf die Pressevertreter der einzelnen Nationen ins Gespräch. Demission des polnischen Kabinetts. Warschau, 4. Suni. (XU.) Heute nachmittag überreichte Ministerpräsident Bartel dem Staatspräsidenten die Demission des gesamten Kabinetts. Die Demission wurde angenommen. Gleich darauf fand eine Besprechung zwischen dem Staatspräsidenten und dem Sejmmarschall Rataj sowie dem MarschaU des Senats statt. Bei dieser Besprechung wurde die Neubildung der Regierung behandelt. Höchst wahrscheinlich wird Bartel noch heute nacht oder morgen früh mit der Bildung der neuen Regierung beauftragt werden. Keine Korrespondenzen Abd el Krims gefunden. Paris, 4. Suni. (XM.) Die Kammer hat heute die Aussprach« über das Luftfahrtwesen fortgesetzt. Der kommunistische Abgeordnete H e n r i e t brachte bei Schluß der Sitzung eine Interpellation über die Korrespondenz ein. die im Hauptquartier Abd e l Krims beschlagnahmt worden ist. Die französische Presse hatte von dieser erbeuteten Korrespondenz großes Aufsehen gemacht und hatte angedeutet. bah die Namen der ausländischen Mitarbeiter Abd el Krims der französischen Regierung dadurch verraten worden seien. Kriegsminister P ai n le v e widersetzte sich dem Snterpellattonsantrag mit dem Bemerken, daß überhaupt keine Korrespondenz Abd el Krims vorgefunden wurde. Daraus wurde die Snterpellation bertagt. Spanien desinteressiert! Paris, 4. Suni. (XU.) Wie aus Fez berichtet wird, ist der spanische General S a n ch u e z, einer Einladung des Generals B 0 i ch u t folgend, heute in Rabat eingetroffen. Eine von dem General abgegebene Erklärung dementiert die Nachricht, daß Spanien wegen der Auslieferung Abd el Krims mit Frankreich verhandle. Abd el Krim, sagte General Sanchuez, interessiere die spanische Regierung nicht mehr. Shr genüge die Xatsache, daß Abd el Krim besiegt sei. Der Krieg in Marokko sei beendet. Anstelle der militärischen Aktion müsse nun die politische treten. Preußischer Landtag. Berlin. 4. Suni. (DDZ.) 12 Uhr mittags. Dor Eintritt in die Tagesordnung erhielt Abg. v. Campe (D. Dpt.) das Wort und gibt folgende Erklärung ab: Nach dem Bericht des „Neichsanzeigers" vom 2. Suni d. Ss. hat sich Ministerialdirektor Abegg als Vertreter des Innenministers am 1. Suni ds. Ss. in der öffentlichen Sitzung des Landtages zur Begründung seines Vorgehens in der Hvchlverratssache auch aus eine angeblich zustimmende Erklärung eineS prominenten M i b gli«ds einer der Rechtsparteien berufen. Die von Herrn Abegg in bezug genommene Erklärung ist eine Aeußerung des Herrn A'.rßen- aninisters Dr. S t r e s e m a n n, die In einem Tele- Hhongespräch mit Herrn Dr. Friedensberg als Vertreter des Polizeipräsidenten gefallen ist. Herr Dr. Stresemann hat in Bezugnahme auf die Erklärung des Herrn Abegg folgende Erklärung der Öffentlichkeit übergeben: Die Mitteilung des Herrn Ministerialdirektor Abegg im Preuß. Landtage könnte für die Frage, ob das Vorgehen der preuß. Regierung berechtigt war, nur dann Bedeutung haben, wenn eine Aeußerung nach den Veröffentlichungen der amtlichen preußischen Stellen erfolgt wäre. Sn Wirklichkeit war der Vorgang folgender: Aufgrund von Mitteilungen des Herrn Friedensberg habe ich in unserer Unterhaltung erklärt: Wenn die Dinge so liegen, dann greifen Sie nur ordentlich durch! (Zurufe links: Na. also!) Diese Aeuhe- rung ist für jeden Anhänger der Verfassung selbstverständlich. Sch habe mich aus den inzwischen bekannt gewordenen Veröffentlichungen nicht überzeugen können, daß die Voraussetzungen für ein derartiges Vorgehen der Regierung tatsächlich gegeben waren. (Lebhaftes Hört! Hört! rechts.) Insbesondere bemerke ich noch, daß bei dieser Unterhaltung von bevorstehenden Haussuchungen in keiner Weise die Rede war. (Aha! links.) Der Redner schließt: Die Heranziehung unseres Parteiführers zur Rechtfertigung des Vorgehens der Polizei stellt sich demnach als eine große Irreführung der öffentlichen Meinung dar. (Lebhafter Beifall rechts.) Das Vorgehen des Herrn Abegg schädigt zudem das Ansehen des Staates. (Stürmischer Beifall bei der Deutschen Volkspartei und rechts. — Unruhe im Hause. Kundgebungen links.) Es folgt die Beratung des Berichtes des Ausschusses für die Geschäftsordnung über den Antrag des Justizministeriums auf Aufhebung der Immunität des völkischen Abg. Wulle zwecks Einleitung eines Strafverfahrens wegen Anstiftung zum Morde. Das Haus nimmt mit allen gegen die kommunistischen Stimmen den Antrag auf Aufhebung der Immunität Wulles an. Der Abg. Wulle hat selbst für die Aufhebung gestimmt. Seine völkischen Fraktivnsfreunde schütteln ihm nach Annahme des Antrages die Hände. Das Haus beschäftigt sich dann mit der zweiten Beratung des Snitiativgesetzentwurfes der Regierungsparteien zur H auszins- st e u e r. Abg. Hecken (Dn.) beantragt nochmalige Zurückverweisung an den Hauptausfchuh. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff tritt dem entgegen. DerZurückverweisungsantrag wird mit 126 Stimmen der Regierungsparteien gegen 109 Stimmen der Rechtsparteien und der Kommunisten abgelehnt. In der Aussprache erhält Abg. Hecken (Dn.) das Wort und erklärt, seine Partei könne eine Erhöhung der Steuer von 900 auf 1000 Prozent auf keinen Fall mitmachen. Hervorzu- heben sei auch, daß die Wohnungszulage prozentual erheblich mehr gestiegen sei, als der Bevölkerungszuwachs. Sollte die Neuregelung Annahme finden, so würde die deutfchnationale Fraktion alsbald einen neuen Antrag einbringen, eine ganze Steuergestaltung vorzunehmen, und zwar im Zusammenhang mit dem Reichsfinanzausgleich. Abg. Stolp (Komm.) bekämpft die Freistellung der Landwirtschaft. Abg. Stendel (D. Vp.) lehnt das Gesetz ab. Wir halten die Heraufsetzung auf 1000 Prozent nicht für tragbar. Die Dtaatsregierung weih selbst, wieviel Wohnungen in den Neubauten jetzt noch teer stehen. (Zurufe links.) Der Anteil für die Hauszinssteuer ist In Preußen der allergeringste von allen deutschen Ländern. Wir müssen verlangen, daß man auch dem schwerleidenden Mittelstand entgegenkommt. Selbst aus Zentrumskreisen hat man sich an uns gewandt. um die Lasten, die auf dem gewerblichen Mittelstand lasten, zu mildem. Wir müssen einen größeren Schuh für die Eigenheime fordern. Die Ausschöpfung der Hauszinssteuer in der Weise, wie es jetzt geschieht, können wir umso weniger mitmachen, als nach Ansicht des Finanzministers die Hauszinssteuer als Rückgrat der preußischen Finanzen verewigt werden soll. Abg. Ladendvrff (Wirtsch. Dga.) lehnt die Zustimmung zur Vorlage ab, weil in ihr nicht einmal die dringendsten Bedürfnisse des alten Wohnraumes berücksichtigt seien. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff erklärt, die ganzen Erfahrungen und Tatsachen würden gegen den Standpunkt des Herrn Ladendorff sprechen. Sehr richtig! links, lebhafter Widerspruch rechts.) Die soforttge Einführung der freien W 0 h n u n g s w i risch a f t würde eine Steigerung der Miete zur Folge haben, d. h. aus 140 bis 150 Prozent der Friedenshöhe. Eine solche Steigerung wäre für Tausende von Mietern unerträglich. Die Behauptung, daß mit Hauszinssteuer erbaute Wohnungen leerständen, sei unrichtig. Wenn Wohnungen tatsächlich leerstehen, so können es nur solche fein, die ein privater Bauunternehmer errichtet hat und die zu teuere Baukostenzuschüsse und Mieten haben. Abg. Meyer (S.) betont, eine Bautätigkeit ohne öffentliche Unterstützung sei heute gar nicht möglich. Die Sozialdemokraten würden der Vorlage zustimmen, weil sie einen besseren Weg zur Lösung der Wohnungsfrage zur Zeit nicht erblickten. Abg. K ö l g e s (Z.) erklärt die Zustimmung zur Vorlage, weil leider die Reichsgesehgebung diese unsoziale Steuer zur Pflicht mache. Er habe von Herrn Ladendorff noch kein Wort zugunsten der verarmten Hypothekengläubiger gehört. Wenn die breiten Massen des deutschen Volles wirtschaftlich so gestellt sind, daß sie höhere Mieten bezahlen können, ist es sittliche Pflicht, die Miete so zu erhöhen, daß auch die Hausbesitzer wieder zu ihrem Recht kommen. Der Redner polemisiert zum Schlüsse gegen die Deutsche Volkspartei, die endlich einmal 6en Mut besitzen müsse, auf eine notwendige, wenn auch unpopuläre Vorlage einzugehen. Abg. Hove (Dn.) verlangt, daß man dem Privatbau die öffentlichen Mittel allein überlasse. damit er billiger bauen und verhindern könne, daß seine Wohnungen leerstehen. Eine gesunde Wohnungspolitik erlaube keine Abzweigung von Hauszinssteuermitteln für den allgemeinen Finanzbedars. Abg. Laden dorff (Wirtsch. Vgg.) wendet sich gegen die Angriffe des Zentrumredners und erklärt, über 200 Wirtschaftsverbände hätten sich für die Beseitigung der Zwangswirtschaft ausgesprochen. Abg. Hoss (Dem.) erklärt, seine Partei werde der Hauszinssteuer zustim.nen, so schweres ihr auch falle. Wenn die Rechte das Gesetz ablehne, so lehne sie die Mittel für die Bautätigkeit ab. Das Haus seht die zweite Beratung der Hauszinssteuer fort Abg. Dar teld (Dem.) wendet sich gegen die Erklärungen des Abg. Hamp« in der Angelegenheit der Haussuchungen. Das Vorgehen der Polizeiverwaltung habe das Ansehen des preußischen Staates gefestigt. Abg. Dr. v. Brehmer (Völk.) erklärt, der Kampf gegen die Fürstenabfindung sei nichts als ein Kampf gegen Recht und Eigentum. Abg. Meyer (Dtschn.) betont, im Vordergrund der Fürsorge für das Beamtentum müsse die Erhaltung des Derufsbeamtentums stehen. Die Beamtenrechte müßten gesichert und ausgebaut werden. Ab. Müller- Hannover (Svz.) meint, die Sozialdemokratie wolle nicht Abbau, sondern Aus- und Aufbau des Derufsbeamtentums. Abg. Blank (Zentr.) erklärt, daß feine Fraktion allen Anträgen zugunsten des Derufsbeamtentums zustimmen werde. Damit schließt die allgemeine Besprechung. Nächste Sitzung Samstag 10.30 Uhr. Einzelberatung, außerdem zweite Beratung des Haushalts der Preußischen Staatsbank (Seehandlung). Schluß 5.30 Uhr. Dr. Dorpmüller Generaldirektor der Reichsbahn Berlin, 4. Juni. (TU.) Zum Generaldirektor der Reichsbahngesellschaft wurde vom Verwaltungsrat der bisherige stellver- tretende Generaldirektor Dr. Dorpmüller gewählt, zum stellvettretenden Generaldirektor der bisherige Direktor der Personalabteilung, Dr. W e i r a u ch. Die Bestätigung beim Reichspräsidenten ist nachgesucht. Trauerfeier für Oeser. Berlin, 4. Suni. (TU.) Die Leiche des verstorbenen Generaldirektors der deutschen Reichsbahngesellschaft, Rudolf Oeser, wird in dem großen Saal im ersten Stockwerk des Verwaltungsgebäudes aufgebahrt werden. Eine große Trauerfeier findet am Montag in dem Aufbahrungssaal statt, an der u. a. sämtliche 31 Eisenbahnpräsidenten Deutschlands teilnehmen. Sm Anschluß daran wird die Einäscherung der Leiche, wahrscheinlich in dem Wilmersdorser Krematorium erfolgen. Gleichzeittg mit der Berliner Trauerfeier werden auch sämtliche Eisenbahndirekttonen örtliche Trauerfeiern veranstalten. Die heutige Sitzung des Verwaltungsrates, die zur Zeit in Berlin tagt, wird sich ebenfalls zu einer Trauerkundgebung gestalten. Anläßlich des Ablebens Dr. Oesers hat die Gruppenverwaltung Bayern der deutschen Reichsbahngesellschaft halbmast geflaggt, ebenso daS Gebäude der Eisenbahndirektion. Am Montag, dem Deisehungstage, werden alle Eisenbahndienstgebäude in Bayern Trauerbeflaggung tragen. Kunst und Wissenschaft. Sarl-Marla-von-weber-Gedachtnlsfeler In Dresden. Ans Anlaß des heutigen 100. Todestages Karl Maria von Webers fand gestern abend 10 Uhr am Weber-Denkmal in den Zwinger-Anlagen in Dresden eine Gedächtnisfeier statt, unter Mitwirkung der Staatsoper und der Dresdner Liedertafel. Nach musikalischen Vorträgen hielt Volksbildungsminister Dr. Kaiser eine Ansprache zum Gedächtnis des deutschen Meisters, der vor 100 Jahren Taktstock und Notenbücher aus der Hand legte. Der Dresdner Bürgermeister Nitzsche verkündete, daß laut Ratsbeschluß künftig eine Dresdner Straße den Namen Karl-Maria-von-Weber-Straße führen solle. — Gestern wurde eine Weber-Gedächt- nis-Ausstellung in der Sächsischen Landesbibliothek eröffnet. Die Staatsoper wird am Samstag und Sonntag zu Ehren des deutschen Meisters Aufführungen der Oper „Freischütz" veranstalten. Lin neuer Betriebsstoff für Luftschiffe. Gelegentlich eines Vortrages tm Verein für Lustschiffahrt in Sena machte Dr. Eckener« Friedrichshafen davon Mitteilung, daß das im Dau befindliche Großverkehrsluftschiff einen neuen Betriebsstoff erhält, der weniger feuergefährlich ist als Benzin und eine größere Wirksamkeit hat, so daß es möglich sein wird, den Aktionsradius des Luftschiffe« auf ungefähr 10 000 Kilometer auszudehnen. Aus aller Welt. Große lleberschwemmungen in Württemberg. Aus Friedrichshafen wird gemeldet: Snfolge der anhaltenden starken Regengüsse steht der größte Teil des Luftschiffbau-Geländes unter Wasser. Auch in der Stadt lief das Wasser in die Häuser. Bei Ravensburg trat ein Dammrutsch ein. der einzelne Stadtteile unter Wasser setzte. Auch aus Waldsee wird Hochwasser gemeldet. Sn Sulmingen ist ein Mann ertrunken. Der rätselhafte Selbstmord eines Soldaten. Ueber die gestrige. Auffindung der Leiche eines Reichswehrsoldaten an der Fulda wird noch mitgeteilt, daß die vorgenommene Obduktion der Leiche als Todesursache einwandfrei S e I b ft - mord festgestellt hat. Was den jungen Menschen der niemals bestraft war. und der sich in der Truppe eines tadellosen Leumunds erfreute, in den Tod getrieben hat, steht bis jetzt noch nicht fest. versuchter Meuchelmord. Aus W 1 en wird gemeldet: Ein junger russischer Aristokrat Konstantin von Orlow hat in Raabs den bekannten Großgrundbesitzer Baron Klinger durch einen meuchlcmgs abgegebenen Schuß schwer verwundet. Baron Klinger verhinderte den Russen durch einen Gegenschuß, eine zweite Kugel abzufeuern. Beide sind schwer verletzt. Die Frau des Baron Klinger, eine Tochter des früheren Statthalters von Tirol, Grafen Spiegelfeld. hat Selbstmord begangen. 50 Typhussälle. Wie die „Voss. Ztg." berichtet, hat die Typhusepidemie in Torgelow einen bedeutenden Umfang angenommen. Bisher sind fünfzig TyphuSerkrankungen festaestellt, von denen sechs tödlich verlausen sind. Auch in Bublitz 1 sind Typhusfälle fest gestellt. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 5. Suni 1926. Blumen und Gemüt. Wenn wir uns fragen, warum die Blumen veredelnd auf das Gemüt einzuwirken vermögen, so ist die Antwort durchaus einfach und nicht schwer. Sn jedem Menschen befindet sich eine ästhetische Saite, welche durch äußere Anstöße in Schwingungen verseht werden tarnt. Und die Blume hat zwei Eigenschaften, die diese Schwingungen hervorzubringen vermögen, Formenschönheit und Farbenpracht. Schon wenn wir die wildwachsende Feldblume betrachten, so bewundern wir die Mannigfaltigkeit der Gestaltung unb die Herrlichkeit ihres Starben» kleides. Und wenn wir dann den herrlichen Blumenflor ins Auge fassen, den gärtnerische Kunst durch, mühevolle Arbeit der Jahrzehnte hervorgebracht hat, wenn wir gefüllte Förmen und Arrlichste Farbenzusammenstellung wahrnehmen, dann müssen wir zugeben, daß es wenige Menschen geben dürste, die einem solchen Werben sich entziehen konnten. Tief ist der Eindruck, den die Blume, unser Gemüt veredelnd, ai# uns ausübt, groß ist die Freude, welche die Blume in unserem innersten Wesen hMHxzubringen vermag. Unsere Pflicht ist es daher, diese unÄ bar- gereichten Werte, die Blumen, uns dienst- und nutzbar zu machen, und auch dies ist nicht schwer. Zunächst kommt einmal der Blumenstrauß in Frage, der auf keinem Familientische zu fehlen braucht. Denn die Kinder der Flora, die gärtnerische Zuchtwahl und gartentechnische Betreuung hervorgebracht und erhalten, sind jedermann für wenig Entgelt zugänglich. Zum anderen bedarf es auch nur eines sonnigen Fensterbrettes, um in Töpfen selbst wertvolle Gewächse zu kultivieren, deren Blumenflor im Sommer und auch im Winter (z. D. Kakteenarten, wie Polyphhllum) das Auge und auch das Herz erfreuen kann. Besser kann diese Segnungen in der Blume sich der zunutze machen, der auf dem 'Balkon oder auf der Terrasse vor dem Haus» sich gleich den hängenden Gärten der Semiramis, Klematis, Oleander und andere Gewächse heranzieht. Was kann gerade in der Stadt mehr erfreuen, als auf einem blumenbelebten Balkon der Ruhe zu pflegen. Sn noch höherem Maße kann sich der am Blumenflor erfreuen, der ein Gärtchen fein eigen nennt. Er soll es sich nicht gereuen lassen, auch der Blume einen Platz in demselben zu geben und nicht nur nutzbringendes Gemüse und Obst anbauen. Das wenige Geld, das er zum Ankäufe von Blumengewächsen dem Gärtner entrichtet, trägt ihm reichliche Zinsen. Denn es gibt nichts Schöneres, als wenn man aus dem eigenen Garten einen Strauß für den Familientisd sich pflücken kann, nichts Schöneres, als zwischen duftenden Rosen im eigenen Garten einherzuwan- deln oder im Wohlgeruch des Jasmins nach des TageS Mühe und Arbeit am Abend in der Gartenlaube der Ruhe zu pflegen. Solche einzelner Beispiele könnte man noch sehr viele nennen. Doch es sei genug! Das hohe Lied der Blume hat schon immer deutscher Vvlksgeist gelungen, und wenn man auch zugeben muß, daß ^iser heutiges erschwertes Wirtschaftsleben gar manchen daran hindert, so, wie er es wollte, die Segnungen der Blume zu genießen, so muß gerade darum, da' mit der Mensch auch für sein Gemüt etwas besitze, die Blume heutzutage in unserem Vaterlande hoch' gehalten werden. Darum: „Pflege die Blume, deutsches Volk, dann wirst du durch sie dein Innenleben pflegen und festigen. H. W. S. Luftverkehr A.-G. Oberhessen- Lahngom. Die Luftverkehr A.-G. Oberhessen-Lahngau hielt im Arbeitgebgrhaus ihrs erste ordentliche Generalversammlung ab, der die Bilanz, _ die Gewinn- unb Verlustrechnung und der Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 1925 unterbreitet wurden. Di» Gesellschaft wurde am 30. Mai 1925 durch notariellen Akt mit 93 000 Mk. Grundkapital gegründet, die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 30. Suni 1925. Nach erfolgter Gründung hat sich die Provinz Oberhessen mit 40 000 Mk. an der Gesellschaft beteiligt, so daß das Aktienkapital sich heute auf 133 000 Mk. beläuft. Auf sich tsratsm itglied er find Oberbürgermeister Keller, als Vorsitzender, Provinzialdirektor Graef, Geh. Hofrat Prof. Dr. König, Danidirektor Grießbauer, Di- reftor Thome, sämtlich in Gießen. Zum Vorstand wurde Regierungsrat Schmidt bestellt, Stellvertreter Hauptmann a. D. Behrends unb Bankdirektor Zeller. Die Gesellschaft ist an der Südwestdeutschen Luftv?rlehrs-A-G. in Frankfurt a. M. mit 100000 Mk. beteiligt und in deren Aufsichtsrat durch Oberbürgermeister Keller vertreten. , , Die Einweihung des Flugplatzes erfolgte am 5. Suli 1925, der flugplamnäßige Luftverkehr auf der Strecke Gießen—Frankfurt a. M. und zurück wurde am 6. Juli 1925 aufgenommen. Er endete am 30. September 1925. Während der Flugperiode 1925 wurde an 33 Flugtagen die Strecke Gießen—Frankfurt und zurück beflogen und auf dieser Strecke 106 Fluggäste, aitf der Strecke Frankfurt—Gießen 81 Fluggäste befördert. Außerdem fanden 9 Sonderflüge mit 32 Personen und 31 Rundflüge mit 147 Personen statt. Sns gesamt sind mit dem Flugzeug „Gießen", das auch bei den Flugtagtzn in Limburg, Fulda und Darmstadt mitwirkte, 36 6 Personen befördert worden. Alle Flüge verliefen ohne den geringsten Unfall. Wahrend des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde mit verschiedenen Städten — Bad-Nauheim, Limburg, Betzdorf, Fulda und Kassel — wegen Einrichtung neuer Luftver - kehrslinien verhandelt. Diese Verhandlungen find — mit Ausnahmen von Kassel — infolge finanzieller oder organisatorischer Schwierigkeiten bis jetzt noch nicht zum Abschluß gekommen. Mit der Südwestdeulschen Luftverkehr-A.--G. Frankfurt a.M Und der Stadt Kassel ist eine Einigung bezüglich der Luftverkehrslinie Kassel—Gieße n—Frankfurt a.M. mit täglicher Landung in Gießen erzielt worden. Da die Gesellschaft am 30. Mai 1925 gegründet und der Betrieb erst am 5. Juli 1925 aufgenommen wurde, erstreckte sich der Abschluß nur auf etwa ein halbes Jahr. Die B i l a n z schließt ohne (Berahm und Verlust mit 133 800 Mk. ab. Die Gesellschaft mußte der Südwestd. Luftverkehr A. G. Frankfurt a. M. gegenüber eine bestimmte sog. Frequenz- g a r a n t i e übernehmen. welcher ein Verlust SK‘*Ä'Ä**i BBjSS KL-K SÄÄ 'S6ä Tief ist J/S Der. "Et veredÄch^k. K welch. Nen ^ä; ü) (M lr.ot«fr Und fisÖ^a ?ÄdÄ SU W uÄSÄ acht und tf&Äfr Entgelt JÄj Kld <®*sv >iSSs %hS* -Winter z. P s.^/7 ö»E^2uge'md y Besser kann diese -öolfon oder aus der use sch gleich den hän- Mranns, Klematis, Ole- Mchse heranzieht Dacht mehr erfreuen, als aus Lalkon der Ruhe ;u Mit- Daße kann sich der am 'cr em Gärtchen sein eigen nicht gereuen lassen, auch m demselben zu geben agendes Gemüse und Obst ^Geld, das er M An- oachsen dem Gärtner ent- W Zinsen. Dem es gibt venn man auS dm eigenen für den Familientish sich chöneres, als zwischen bub enen Garten einherzuvan- cuch des JaSmins nach des llroeit am Abend in der ie zu pflegen. nspiele könnte man noch fehl ei genug! Das hohe Lied-der r deutscher Lolkrgeist gesun- uch zugeben muß, daß ^|#r Iirtschastsleben gar manchen -t es wollte, bie Segnungen (0 muß gerade darum, 00 ■ • fein Gemüt etwas ^sige, i unserem Daterlande W v. ,Mar t)\t MM, deut. ju durch sie dein Ännrnlrbrn H.D.E. ll.-.V. Oberheffen- hngau. A.-G. Oberhcfsen-Lahngau chaus ihre erste ordentliche ab, der die Aknnd" rechnung und der Geschoss chästsjahr 1925 unterbreitet aSt«w»MW' 1™» . t . r «IS 'M. 5* "'^6*161 b-st« ® Dehrend» tmann @e{enfiaft * Ob-rMS-n---'^ g des NZRus^ tsten-^ Ausgenommen. Er 3»Ü 19?M5 Däb-°>d w Ml @»6«as 12 w J Soi'^jw'Äiw’ l,,|l„ »."ei d°« &^366 sfe'äte ■»S'S>J£ ist li M aA etiva J* a® WI6SRA' macht alte LetJeri wieder neu! Lederferoe I Drcgen- "Jchuh: u. von 6830,75 Mk. entstand. Da die Stadt Gießen und die Provinz Oberhessen der Gesellschaft gegenüber die gleiche Garantie übernommen harten, wurde der Fehlbetrag hieraus gedeckt und auf diese Weise der Bilanz-Abschluh ohne Gewinn und Verlust ermöglicht. Aufsichtsrat und Vorstand wurden entlaste:. Mittlerweile ist Herr Behrends wegen ander- weitiger drinaenoer Inanspruchnahme aus dem Vorstand ausgeschieden. Die Aussichten des Unternehmens werden sehr g ü n st 1 g beurteilt und haben sich in diesem Jahre im Vergleich zum Vorjahr noch wesentlich verbessert. e •• Der Oberhessische Kunstver- e i n bringt von Sonntag, 6. Juni, ab im Gegensatz zu der vorauSgegangenen Ausstellung. welche insbesondere Gemälde eines angesehenen Künstlers auS der Mitte des vorigen Iahrhunderts enthielt. Werte moderner Richtung zur Schau. Vertreten sind mit Oelgemälden: Hermann Keil, Erich Sauter, Agnes Langended- Zacharias, Frankfurt a. M., 3uL H. Di f - fier. Freiburg: mit Aquarellen: Jacob Kranz, F. D. von 3 0 e d e n, Frankfurt a. M., Grich Heckel, Berlin; mit Holzschnitten: Karl Schmidt-Rottleff, Berlin. Die Eeitenabtcile enthalten eine auSerwählte Kollektion LoviS Cvrinthfcher Graphik. Die Ausstellung dürfte durch ihre Bielseitigkeit reges Interesse erwecken. Sie ist wieder Sonntags, Montags, Mittwochs, Freitags von 11 bis 1 Uhr, Mittwochs auch von 3 bis 5 Uhr geöffnet. •• Der Gießener Flugtag am morgigen Sonntag verspricht nach den bisherigen Borbereitungen ein fliegerisches Ereignis ersten Ranges zu werden, das anzusehen sich lohnen wird. Den Besuch dieser Beranstaltung möchten wir daher heute nochmals sehr empfehlen. Die Kreisstraße Gießen—Rödgen ist von 1 Uhr mittags ab für den Durchgangsverkehr von Fußgängern gesperrt, sie dient lediglich dem Verkehr von und zum Flugplätze. ** Matthäusgcmeinde. Am morgigen Sonntag, 6. Juni, nachmittags 3 Uhr, veranstaltet die Matthäusgemeinde zusammen mit der Kinder- kirche ihren diesjährigen Familien tag. Musi- kalische Darbietungen, Gesangsvorträge, Darbietungen der Iugendvereinigung, Ansprachen usw. folgen in reichem Wechfel. Die Mitglieder der Gemeinde sind herzlich eingeladen: Eintritt frei. (S. gestrige Anzeige.) • • Straßensperre. Wegen Vornahme von Wasserrvhrlegung ist der Wetzlarer Weg zwischen Klinik- und Glaubrechtstrahc von heute ab für jeglichen Fuhrwerksverkehr gesperrt worben. “ Gin Siebzigjähriger. Zu unserer gestrigen Notiz unter dieser Ueberschrift sei berich- tigend bemerkt, daß Herr August Noll nicht in der Frankfurter Straße, sondern in der Bahnhofstr. 51 wohnt. Ferner wurde Herr Noll am 23. März 1920 (nicht 1923) in den Vorstand der Bezirkssparkasse ge- wählt, seit 1923 ist er deren zweiter Vorsitzender. * • Dank der Saarsänger. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil zu ersehen ist, hat der Gesangverein ,L i e d e r k r a n z" (Saarbrücken) nochmals schriftlich seinen Dank für die ihm hier gewährte Gastfreundschaft ausgesprochen. Er hat b c'cn Dank außerdem noch dadurch bekundet, daß er auch den ersten Vorsitzenden des hiesigen Gesangvereins »Heiterkeit", Herrn H. Weber, zu seinem Ehrenmitgliede unter Verleihung der goldenen Sängernadel ernannt hat. * • Pers onalie. In den Ruhestand verseht wurde der Pfarrer Otto Adam zu 216» ■ritramHHmneoereeaweeweeeHeeeÄDeeeeaeBewe berg mit Wirkung vom L 3ull d. 38. bis zur W iederHerstellung seiner Gesundheit. •• Sparkassen — Reisekreditbrief- verkehr. Bekanntlich geben die Sparkassen des Deutschen Reiches seit einer Reche von Jahren ein- heilliche Reisekreditbriefe aus. Die Vorzüge dieser Sparkassenreisekreditbriefe sind von dem reisenden Publikum in den wenigen Jahren seit ihrer Einführung allgemein erkannt worden. Die Kreditbriefe gewinnen bei den jetzigen stabilen Zahlungsmitteln erneut an Bedeutung. Ausgabe und Einlösung der Reisekreditbriefe erfolgt durch fast sämtliche Spar- und Girokasien, Stadl- und Kreisbanken und Giro- zentralen. Die technische Handhabung ist die denkbar einfachste. Für die Abhebung ist außer der Vorlage des Kreditbriefes noch ein amtlicher, mit Lichtbild versehener Ausweis, der auch von der ausgebenden Sparkasie selbst ausgefertigk werden kann, erforderlich. Das Guthaben des Kreditbriefinhabers bei der ausgebenden Sparkasse wird bis zum Tage der einzelnen Abhebungen verzinst. Der Reisende ist durch den Reisekreditbrief der Milsührung größerer Mengen baren Geldes und aller damit oerbunbcnen Unbequemlichkeiten und Gefahren (Verlust, Diebstahl) überhoben. Auch die hiesige Bezirkssparkasie ist Aus- gäbe- und Einlösungsstelle dieser Reisekreditbriefe. (Siehe leutige Anzeige.) •• Fortbildungsschulunterricht in den Sommermonaten auf dem Lande. Die Landwirtschaftskannner teilt mit, baß wiederholt an sie Anfragen über die Regelung des Fort- bildungSfchulunterrichts in den Sommermonaten im Iahre 1926 gerichtet worden sind. Sie gibt die durch den Hessischen Landtag angenommenen Anträge bekannt: 1. den Fortbildungsschulunterricht in Gemeinden, die weniger als 12 Fortbildungsschvlpflichtige aufweisen, während der Monate April bis Oktober einschl. auszusehen und ihn in den Wintermonaten Äovember bis März einschl. mit mindestens 80 Stunden hallen zu lassen: 2. für dte dauernd in der Landwirtschaft beschäftigten Fortbildungsschulpflichttgen dte gleiche Regelung des Unterrichts eintreten zu lassen: 3. Gesuche um Befreiung vom Besuche einer Dezirtsfortbildungsschule weitgehend zu berücksichtigen: 4. es bleibt den Gemeinden und örtlichen Schulvorständen überlassen, zu beantragen, daß von den Befreiungen unter Ziffer 1 und 2 kein Gebrauch gemacht wird. — Dte Landwirtschaftskammer bittet die Landwirte, Anträge wegen Befreiung an bie örtlichen Schulvorstände zu richten. Sie bemerkt aber dazu: Leider ist in Punkt 4 wieder eine Bestimmung getroffen, die keinesfalls unsere Zustimmung findet und die DefreiungSmöglichkeiten unter 1—3 fast illusorisch macht. k. Der Hessische vaterländischeBlock (Bezirksverband Gießen) veranstaltete vorgestern abend im Hindenburg einen außerordentlich gut besuchten Vortragsabend. Zunächst sprach Herr Grube-Wien über die Flaggenfrage und ..Wir und das Auslanddeutschtu m". Der Redner wies auf die durch die Parteigegensätze verursachte Zerklüftung unseres deutschen Volkes hin und bedauerte, daß der Grundsatz: „Das Vaterland über die Partei" sich bei uns so schwer durchsetze. Wir brauchen nach der Auffassung des Redners zum Wiederaufbau vor allem unsere Frauen, die allzeit Proben echter Vaterlandsliebe abgelegt hätten Unser deutsches Volk, das nach 1870/71 einen glänzenden Aufstieg genommen habe, sei heute durchsetzt von Materialismus und Marxismus. Bismarck habe diesen Niedergang unseres deutschen Volkes schon vorausgesehen, der 20 Jahre nach dem Tode des großen Kanzlers eingetreten fei. Der Redner kam bann auf die Behandlung innen- und außenpolitischer Fragen im Reichstag zu sprechen und wies bar- auf hin, daß man im Ausland die Haltung der deutschen Regierung und der Parlamentarier sehr oft nicht verstehen könne. Zu der Flaggenfrage über- gehend, bedauerte der Redner, daß man die schwarz- weißrote Fahne, unter der in dem Weltkrieg zwei Millionen Deutsche in den Tod gegangen seien, beute mit Fußen trete. Redner erläuterte bann eingehend, welche Stellung man im Ausland, besonders bei den Auslanddeutschen zur Flagaenfrage einnimmt. Für unser deutschen Brüder im Ausland sei die schwarz- weißrote Fahne das Symbol deutscher Kraft und. Einheit, der Blutsbrüderschast und des Germanentums. Der Auslanddeutsche wiße den Wert seines Vaterlandes besser zu schützen, als wir im Inland, er wolle nicht, daß wir ständig winseln, betteln und klagen, sowie uns durch Parteigezänke zersplittern. Wir sollten in dieser Hinsicht von den Feinden lernen, nicht immer das Trennende betonen, sondern das Einigende. Fahne und Republik werde in Deutschland nur als Parteisache angesehen. Die Aus» landdeutschen müßten uns belehren über unsere politische Unreife. Auf allen anderen Gebieten (Kunst, Technik, Wissenschaft usw.) seien wir Deutsche bahn- brechend, politisch dagegen unmündig. Ein Volk, welches das Wahrzeichen ruhmreicher Vergangenheit schmähe, sei dem Ausland ein Rätsel. Zum Schluß sprach der Redner noch von den großen Aufgaben, welche die Heranwachsende akademische Jugend als geistige Führer unseres zum Teil durch internationale Elemente irregeleiteten Volkes zu erfüllen habe. An diese eindrucksvollen Ausführungen dieses Redners hielt Major a. D. Lindenau einen Lichtbildervor- trag über feine Reife mit T. 158 nach Norwegen. Er gab zunächst eine kurze Erläuterung über den Bau des Schiffes, sowie feine Besatzung, schilderte eingehend seine Reifeeindrücke und zeigte an Hand zahlreicher Lichtbilder herrliche Bauten und Denkmäler, landschaftliche Schönheiten, gewaltige Fels- partien, reizende Wasserfälle u. a. m. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. 224er: 8 Tlhr. Saalbau Sauer, Wiedersehens- feier. — Epielvereinigung 1900: 81/« Tihr, Gasthaus Boller, außerordentliche Generalversammlung. — Artillerie-Verein: 81/« Tlhr, Dereins- lokal Plockstrahe, Monatsversammlung. — Marine-Verein: 9 Tlhr, Dereinslokal. MonatSver- sammlung. — Elsaß-Lothringer: 81/« Tihr. Hotel Köhler, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Perle des Regiments". — Astoria-Lichtspiele: «Feuer im Stall Malorh". — lagestalenber für Sonntag: Oberhessischer Kunstoerein: vormittags 11 Uhr Turmhaus am Brand: Eröffnung der Ausstellung moderner Oelgemälde, Aquarelle usw. — Gießener Sludentenhilfe: 7 Uhr, Neue Aula der Universität, Konzert: ab 9 Uhr geselliges Zusammensein. — Gießener Flugtag: nachmittags 3 Uhr, Flughafen Gießen. — Hessischer Polizei- und Schutzhunde-Derein: vormittags 7 Uhr und nachmittags 1.30 Uhr auf dem Trieb interne Prüfurm. — Matthäus-Gemeinde: nachmittags 3 Uhr, Philofophenwald, Familientag. — Reichsverband der Berufskraftfahrer im D. V. B.: vormittags 9 Uhr, Hotel Kobel, Kraftfahrer-Versammlung mit *3o-:rag. — 224er Wiedersehensfeier: vormittags 11 Uhr, Saalbau Sauer, Versammlung. — Gießener Schwimmverein: vormittags 11 Uhr, Müllersche Badeanstalt, Wasserball-Training und Springen. — D. f. B.: 8 Uhr, Saalbau Sauer, Fa- milien-Abend. — Bienenzüchter-Verein für Gießen u. Umg.: 3 Uhr nachm. bei Kraft, Franks. Str. 81 Versammlung. — Metallarbeiter-Krankenkasse: vormittags 10 Uhr, Gewerkschaftshaus, Generalversammlung. — Lichtspieltheater wie Samstag. — AuS dem S tadt t heat er b u reau wird uns geschrieben: In dem Lustspiel „$>te Wette", das am Dienstag. 8. d. Olt., gegeben wird, sind in HauptrvUen beschäftigt die Damen A n d r 4, Tine Schneider (von den Münchener Kammersptet«r) tmt) Vie Herren Geffers. Telekh und Schwannek«. — Bon der Gießener Siebenten - lilfc wird uns geschrieben: Rochmals sei auf die Veranstaltung der Gießener Studenterchilfe am kommenden Sonntag, pünktlich 7 Ahr abends in der Universitäts-Aula, hiugewiesen. Welch werlvoUen Äunftgenuö die musMiebeuden Bürger Gießens durch die Darbietungen deS weithin bekannten a-cappella-4Sborc8 und der über die Grenzen Deutschlands berühmten Pianistin Frau Paula Hegner zu erwarten haben, ist kürzlich an dieser Stelle daraetan worden. Reben der Aussicht auf hohe künstlerische älnterhaltung dürften das Interesse an den Bestrebungen der Studentenhilfe und der Wille zur Unterstützung der fegenSreichen Tüttakeit zum 'Besuch der Veranstaltung zwingend fein. Die niedrigen Eintrittspreise, die aus dem heute im Anzeigenteil abgedruckten Programm ersichtlich ftnd, ermöglichen jedermann den Besuch Hervorgehobeit sei noch, daß Eintrittskarten nur zum geselligen Zusammensein an der Abendkasse erhältlich sind. — Ein englischer Vortragsabend findet am kommenden Freitag im Drohen Hörsaal der llniversttät statt. Räheres im heutigen Anzeigenteil. — Der Hess. Polizei- und Schuh- Hunde-Derein 1914 veranstaltet morgen eine interne Prüfung von Polizei- und Schutz- hundän. (Siehe gestrrge Anzeige.) Amtsgericht Gießen. • Gießen, 1. Iuni. Im letzten Ianuar schlug ein Arbeiter von hier einem Schulmädchen mehrmals mit der Hand auf den Kopf und mit einem Hammerstiel in den Rücken. Er bestritt das Letztere und behauptete, dem Mädchen nur eine Ohrfeige gegeben zu haben, weil eS sein eigenes Töchterchen tnißhandelt habe und aus seinen Vorhalt gegen ihn selbst sehr frech gewesen sei. Die Beweisaufnahme ergab, daß die Angaben des Angeklagten völlig unwahr waren. Weder hat das Mädchen sein Töchterchen geschlagen noch war es gegen den Angeklagten ungezogen. Dagegen wurde einwandfrei feftgeftent, daß sein eigenes Kind mit einem andern Mädchen Streitigkeiten hatte, an denen es selbst nicht unschuldig war. daß das mißhandelfe Kind an der Sache völlig unbeteiligt war, und daß der An- gcflagte es wiederholt auf den Kopf und mit einem Hammerstiel in den Rücken geschlagen hat. Es kam daher zu einem Vergleich, nach dem der Angeklagte eine Buhe von 40 Mark an das städtische Wohlfahrtsamt zu zahlen und die Kosten des DerfahreTrs zu übernehmen hat. Sonntagsdienstd. Aerzte u.Avotbeke'1 am61 ß.2'> Dr. Geyer. Dr. Neumann. Pelikanapothese. _____________Zahnarzt: Dr. Meß.___________- I> ItonannftnliflflP Gemeinde, Ederitr. 18. OottcS ZicUUSJUllUlllUjC dientte: Sonntag vormittags 9'/, Uhr, Sonntag nachmittags 4 Uhr.^J) Statt Karten. Kranzspenden. 03997 Gießen, den 4. Juni 1926. Gießen, den 4. Juni 1926. 4851 di Wieseck, den 3. Juni 1928. 08948 Gießen, den 5. Juni 1926. 03882 RM 15.—. Kartenverkauf im Cafe. ’c 04004 4867V Obbornhofen, den 4. Juni 1926. I» Herzlichen Dank allen, die in den letzten Tagen unser gedachten. W. Jockel, Amtsgerichtsrat Elisabeth Jockei Ella Bethcke geb. von Wurmb Helene von Stabbert geb. von Wurmb General Dr. Ernst Bethcke Frieda von Wurmb geb. von Stabbert. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Margarete Philippi. Klein-Linden, Gießen, Kirch-Göns, den 4. Juni 1926. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 6. Juni, nachm. 4 Uhr, vom Sterbehause, Dammstraße 4, aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Elise Hardt Wwe. Alb ach, 5. Juni 1926. Heute morgen 10Vs Uhr verschied meine liebe, gute, unvergeßliche Frau, unsre liebe, treusorgende, herzensgute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Katharine Bien geb. Roth nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden im Alter von 69 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Bien. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Zipp und Familie. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Heute nacht entschlief nach langem schweren Leiden unsere geliebte Schwester und Schwägerin Fräulein Marie von Wurmb Danksagung. Für die liebevolle, wohltuende Teilnahme und für die trostreichen Worte de» Herrn Pfarrers Hartmann, Alf en-Buseck. bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen hiermit herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Wilhelm Keller. Von 8 Uhr abends ab Mandoilnen-Konzert I Bei Eintritt der Dunkelheit: Italienische Nacht ^‘1 ......ii'iiiiiii.iiiiiiiiiiiiiiNiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii|iii!in!i|iiii,iHiirrbi«iiii.^ Drucksachen aller Art stattung Itilrein uni/preiswert bie vrsthl'sche llniverfitätr Druckerei. R. Lange. Siehrn. SdiulRr. 7 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem plötzlichen Ableben meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Herrn Eberhard Hardt sagen wir aUen Verwandten, Freunden und Bekannten herzlichen Dank. Besonders danken wir dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte am Grabe, sowie seinen Mitarbeitern und dem Kriegerverein Albach für ihr letztes, ehrendes Geleit und die schönen Beisetzung Dienstagnachmittag, in der Familiengruft zu Schloß Großfurra in Thüringen. ___________ ______________________________________________4-894 D ^iihuniniiiiiiiiiiiiuniiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiii.iiiiiiiiiiiiiiiiiwiiiKiWiwuiüiiiiiuiiji^ | Cafe Flugplatz e Sonntag, den 6. Juni 1926 erweiterter Wirtschaftsbetrieb Großer Flugtag | Am Samstag-Nachmittag und Sonntag: Rund-Flüge mit dem Flugzeug GIESSEN. - Flugpreis: wriWinrriinniifniiiiimninriTiimmT?imTmTnnYiiiiiiiiiiiiiiiiiinffli Telephon 83 2414 D Zum «eiben Preise wie die einheimischen Exportbiere Kreuzplatz 6 Telephon 1368 08956 4893D "I Heirat! Rotes Kreuz. GROSSER FLUGTAG Öffentlicher Dank Passagier-Rundfiüge über der Stadt und Umgeb. Eintrittspreise: Mk. 1.— und Mk. 2.— 4697D glasiere= Laden Der Festausschuß: P. Schirmbeck 4897D sucht. 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Marokko . danke Mr Mm medriOhender ti ^rgftämme i® friefl ist toenig ten Mrollvsrage tut! teinrswrgs ' schon am W% vor der vollen via den 6 so viele Frankreich vor de Kolonialpolitik u einzelnen 6tüdc i Kontinents zu eil reich zu verlchm Dirtschafts-. loi. noire!) nutzbar , ginnen jetzt für Schwierigkeiten, t frage auch für da von zwar mittel Interesse. Senn an ihr der niet beteilig reichs, Englands. Probleme des w wieder wach. Deö daran, nchig zuz, Spanien nun bic ' Marokkos endgültig Stellung in Gibral und Frankreich en liegenden Me h Flugwesens Hai s tars mit seinem gemindert. Englo Zone auf der an! Lpanien sein fö die gesagt, soviel für sich haben i den Kampf und spruch darauf gei . Ferner Jtal rokw nichts, aber, 'ualfragen geht, t Mussolinis hat da anberen Destmach ln ber Derieilun. toirb bet Schutz drängt nc Tausche geraum. 4-Zimmer LÜobng. int 1. Stock gegen gleiche tm 1. oder 2. Stock. Schriftl. Angebote unter 03953 an den Gieff. Anz. erbeten. [Stellenangebote! 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Man könnte sich in der Einbildung wiegen, etwa von Ost» oder Rorddeutschland her in unsere Reichs- Hauptstadt einzufahren. Was dann aber unter dem Bahndamm aufwächst, das ist nicht 'Berlin. Es sind enge, finstere und mit hohen Häusern eingezäunte Straßen, die einen an die phantastischen Erlebnisse mit Apachen denken lassen. Es sind dazwischengestrcut, in weißer, blendender Schönheit, ganze Ströme von Licht, ganze Häfen von wimmelndem Leben und glanzvoller Bestrahlung. Es ist Paris. Problemreich waren die Gedanken, die dem Deutschen tarnen, der zum ersten Male wieder nach dem Krieg Frankreichs Boden betritt. Sitzt man aber im Auto und genießt die Großartigkeit der ersten Fahrt durch das Paris der zehnten Abendstunde, so weicht bei diesem Rausch von Licht und Beweglichkeit, bei dieser lebensvollen Internatsonalität des Treibens auf den taghellen Boulevards, die vorangegangene Grübelei dem befreiten Jubel des Reisenden, des Genießers seiner Ferien, des gefesselten Betrachters. Das Leben fegt und jagt über die Straßen mit einer Eindringlichkeit, der sich niemand entziehen kann. Das zentrale Viertel ist von einer unaufhörlichen Folge von Automobilen erfüllt, die, oftmals in Gruppen von drei und vier, die Dbulevards entlang fliegen, mit dem doppelten und dreifachen Tempo, das in 'Berlin zugelassen ist. Paris hat ja nur ein einziges, riesenhaftes Zentrum, in dem sich sein ganze» Dasein und Pulsieren. Derwal- tung und Handel, Vergnügen und Rachtleben, zu- sammendrängt. Die Zentralisation, die Paris auf ganz Frankreich ausübt, wird hier sozusagen in kleinerem Maßstab noch einmal wiederholt. Cs ist sehr bezeichnend für Deutschland, daß Berlin fcn Mo ei Verkehrs zentren auseinanderfall L Außenpolitische Umschau. Don Prof. Dr. Otto Hoetzsch. M. d. R. Am 26. Mai hat Abd el Krim bedingungslos kapi-tuliert. Rund ein Jahr hat er Frankreich und Spanien größte Schwierigkeiten bereitet, erfolgreichen Widerstand entgegengesetzt. Und wenn er jetzt der spanisch-französischen Gesamtaktion unterlegen ist. so ist der militärische Ruhm für die Europäer nicht übermäßig groß. Soweit es überhaupt ein Ruhm ist. gehört er den Fran- rosen. denen die Spanier es jetzt verdanken, daß Die Wunde der Marokkokämpfer, seit 1921 ununterbrochen offen, sich nun für Spanien schließen kann. Seit 1921 ging dieser Kleinkrieg, dem aus Europa, auch aus Frankreich vielerlei Unterstützung zugeflossen ist und dessen die Spanier nicht mehr Herr wurden. Durch Abd el Krim wurde er mehr zu einem Freiheitskampf, der alle diese Stämme des Rifs einigte, und der der Befreiung des Landes vom europäischen Protektorat, vom Kolonialimperialismus der Spanier und der Franzosen galt. Vielleicht auch wirkte dabei die Hoffnung mit, das überhaupt die Bekenner des Islams über Afrika und Asien hin für diesen Defreiungskamvl aufgerüttelt würden. Diese Erwartung mußte täuschen. Dergleichen Vorstellungen sind überhaupt zu den Akten zu legen, als wenn die Anhänger des Islams rrgendwie^ zu einer gemeinsamen Aktion in der Lage oder Willens wären. In Aegypten,_ in Syrien, in Arabien, in der Resttürkei drängt überall der nationale Gedanke, die Sehnsucht nach einem eigenen nationalen Staat stärker hervor und drängt er eine Gemeinsamkeit zurück, die reell schlechterdings nichts mehr bedeutet. Auch die Erörterungen über das Kalifat, die jetzt auf den beiden Kalifaiskongressen in Kairo und Mekka ftattfinben, werden daran nichts ändern. In Marokko aber ist dieser nationale Gedanke zwar primitiver, aber doch keineswegs niedrigstehender tapferer und freiheitliebender Dergstämme jetzt niedergeschlagen worden. Der Krieg ist wenigstens vorläufig zu Ende, die ganze Marokkofrage tritt in eine neue Phase. Aber keineswegs stehen damit Spanien und Frankreich schon am Ziel ihrer Wünsche. Richt Spanien vor der vollen Sicherheit des Kolonialbesitzes, für den es so viele Opfer gebracht hat. und nicht Frankreich vor dem Ziele, das der französischen Kolonialpolitik immer vorschwebte, nämlich die einzelnen Stücke im Rordwesten des afrikanischen Kontinents zu einem ganz einheitlichen Kolonialreich zu verschmelzen und damit erst nach der Wirtschafts-, wie der Devölkerungsseite (force noire!) nutzbar zu machen. Im Gegenteil beginnen jetzt für Spanien und Frankreich neue Schwierigkeiten, und darum bleibt die Marokkofrage auch für das übrige Europa, auch für uns. von zwar mittelbarem, aber doch sehr starkem Interesse. Denn an ihr spannen sich die Verhältnisse der vier beteiligten Mächte. Spaniens. Frankreichs. Englands. Italiens. So gut wie alle Probleme des westlichen Mittelmeeres werben wieder wach. Weder England noch Italien denken daran, ruhig zuzusehen, wenn Frankreich und Spanien nun die Angelegenheiten des Rifs und Marokkos endgültig unter sich regeln. Englands Stellung in Gibraltar ist bedroht, wenn Spanien und Frankreich entscheidend aus der gegenüberliegenden Küste herrschen. Die Entwicklung des Flugwesens hat sowieso die Bedeutung Gibraltar- mit seinem engen englischen Gebiet herabgemindert. England braucht eine Vasallitäts- zone auf der andern Seite, die dann eben nur Spanien sein könnte Frankreich aber möchte, wie gesagt, soviel wie möglich von Marokko ganz für sich haben und behauptet natürlich, durch den Kampf und seine Erfolge auch einen Anspruch darauf gewonnen zu haben. Ferner Italien: An sich will es in Marokko nichts, aber, wo es um afrikanische Kolonialfragen geht, will es dabei sein. Die Fahrt Mussolinis hat das mit einer großen Geste den anderen Westmächten gezeigt. Die Zurücksetzung in der Verteilung der afrikanischen Kolonialmandate wird betont, der große Bevölkerungsüberschuß drängt nach außen. Es ist überall Rivale Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für tvberhefsen) Samstag, 5. Juni 1926 von Frankreich. Man denke nur an Tunis, das französisch ist, aber in das italienische Grnwan- wandcrung ununterbrochen fließt. Bisher ist es gelungen, diese Maroktopolitik Spaniens und Frankreichs an der Akte von Algeciras und an dem Statut von Tanger gewissermaßen vorbeizuführen. Run, wo die Friedensregelung. die ßiquibierung beginnen soll, ist das nicht nrfrr möglich. Irgendwie berührt selbstverständlich das Risstatut. das Frankreich erlassen will, um seinen Anspruch mit der nun einmal nicht zu umgehenden Quasifreiheit der Rifleute zu versöhnen, jene internationalen Regelungen und Bestimmungen über Marokko. Und wesentlichste Interessen zwingen geradezu England wie Italien, sich bei der Regelung der Frage nicht ausschalten zu lassen Damit wird die Marokkofrage von einem französisch-spanischen Kolonialkrieg wieder #u einer internationalen Frage ersten Ranges. Schon bei dieser flüchtigen Betrachtung aber zeigt sich, wie sehr da die Interessen gegeneinander gehen. Bereits die von Spanien und Frankreich sind nicht leicht zu vereinigen. Roch schwieriger ist es mit den englischen und am schwersten mit den italienischen, weil ja niemand recht weiß, wo Mussolini nun eigentlich diese Interessen wirklich sucht. Es liegt auf der Hand, daß die damit wieder einsetzende Erörterung aus die Kräfteverteilung im westlichen Mittelmeer und auf das Verhältnis der beteiligten Mächte sehr stark zurückwirken muß, und daß sich daraus ganz von selbst Schlußfolgerungen ergeben für die Stellung dieser Mächte im europäischen Konzern überhaupt. Und da liegt eben das Interesse an dieser Frage für das übrige Europa, insonderheit auch für uns. Darüber hinaus sind keine deutschen Interessen vorhanden. Am 1. Juli sind es 15 Jahre, daß der „Panther" in die Ducht von Agadir ein- fuhr und damit wird die Erinnerung an die deutsche Marokkopolitik vor dem Kriege wieder wach, die fast durchgängig für uns wenig erfreulich ist. Der Kriegsausgang hat Deutschland auch aus dieser Frage, aus den Abmachungen von Madrid und Algeciras, aus Marokko herausge- schleudert. Heute, da die Marokkofrage wieder akut wird, wollen wir geradezu froh fein, daß wir daran nicht beteiligt sind. Wir werden aufs schärfste nach diesem Rordwestwinkel Afrikas weiterhin sehen, um zu verfolgen, wie die Auseinandersetzungen dort, wie auf die Stellung der Mächte Europas überhaupt zurück- toirren, aber direkt beteiligt und interessiert sind wir an all diesen Fragen heute nicht. Sie können indes noch weitere Kreise ziehen. Denn ausgeschlossen ist es nicht, daß Mussolini an der Marokkofrage die afrikanische Kolonial f r a g e überhaupt aufrollt. Ob er in dieser Beziehung bestimmte Vorstellungen oder Absichten hat, weiß niemand, weih vermutlich er selbst auch noch nicht. Aber er hat die Welt schon laut genug darauf aufmerksam gemacht, daß Italien koloniale Ziele verfolge. Und so wäre durchaus möglich, daß die Auseinander^hung um die Marokkofrage sich verschlänge mit einer Auseinandersetzung über die afrikanischen Kolonial- manöate. Träfe das zusammen mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, so eröffnen sich ganz von selbst auch für die deutsche Politik Aussichten und Qlufgaben, auf die man sich heute schon in genauer Verfolgung dieser nordafrikanischen Vorgänge einstellen soll. Der Refervemann. In Genf ist ein für die allgemeine Abrüstung bedeutungsvoller Beschluß zustande gekommen, der geeignet ist, die später einzuberufende Abrüstungskonferenz in eine ganz andere als die ursprünglich beabsichtigte Richtung zu drängen, nämlich in die der Vorbereitung eines neuen und vielleicht noch intensiveren Wettrüstens als bisher. Die Unterkommission A hat gegen den Widerstand der Vereinigten Staaten von Amerika, England, Deutschlands und Bulgariens beschlossen, aus dem Begriff der Friedensrüstung die gesamten militärischen Reserven eines Landes, also Kriegsmaterial, Schiffe und Reservemannschaften herauszulassen. Für diesen Beschluß stimmten in erster Linie Frankreich, Italien und Japan. Alle drei Staaten verfügen heute Llbgesprengt von diesem großen weiten Mittelpunkt von Paris ist einzig der berühmte Stadtteil Montmartre, dieses seltsame Gemisch aus einem Viertel der Künstler und Abenteurer, des Glanzes und des Elends, der erregten Rächte und der verträumten, lyrischen Verlassenheit über Tag. Jedesmal, wenn wir, in der Reihe von Automobilen, nebeneinandergedrängt, einen Augenblick abwarten, um in den zur Rachtzeit tote ein Meer bewegten Hauptboulevard dieses Viertels einzubiegen, überfällt einen ein seltsames Mitschwingen und Erschauern. Die in elektrischem Licht strahlenden, roten Mühlenflügel des weltberühmten Moulin Rouge, drehen sich unaufhörlich. Wir kommen nur schrittweise vorwärts, so sehr ist die Straße mit Automobilen verstopft. Es ist der Platz, wo allnächtlich der ganze Fremdenverkehr zusammenströmt. Hier besucht man die riesige Singspielhalle, mit ihren — trotz der Inflation — für den Ausländer teuren Plätzen und sieht dem Siegeszug der englischen Tanzgirls zu, die sich auch das sonst so konservative Paris erobert haben. An den Hauptfaal schließt sich ein glanzvoller Komplex von Rebenräumen, in denen während der ganzen Vorstellung ein unaufhörliches Menschengewoge herrscht und die vom eigentlichen Zuschauerraum abgetrermt sind. Man beginnt um J/21O ilfrr zu spielen und hört gegen '/°1 Ahr nachts auf. Dann geht man essen und erst hinterher, etwa zwischen zwei und drei Ahr morgens, erreicht das Leben auf dem Montmartre feinen Höhepunkt. Stiller ist es nur dem Moulin Rouge gegenüber in dem alten Zirkus Medrano, in Sem sich einst der Sammelpunkt vieler Habitues befand, und in welchem man nunmehr rückwärtig jener Zeit gedenkt, die Hermann Dang in seinen Erzählungen vom Leben des fahrenden Volkes mit so charakteristischer Färbung und Luft für immer eingefangen und verewigt hat. ©infam und abgelegen wie ein winterliches Strandbad erscheint der Montmartre in den Vormittagsstunden. Von der Plattform der Kirche Sacr£ Coeur fällt dieser Berg, an vielen Stellen noch unbepflanzt, mit festgetretenem Sand und verbrochenen Bretterzäunen, durch welche Kinder hindurch kriechen, überall nach Paris ab. Er stürzt hinab in das Meer dieser großen Stadt, die von allen Seiten um ihn gelagert ist. Es über die bedeutendsten mllitärischen Reserven, die so gewaltig sind, daß allein schon ihre gänzliche Beseitigung viel werwoller als die Beschränkung der Friedensrüstung ist. Em paar Ziffern erklären am besten, welche Gefahr der Rcseroemann nicht nur für den europäischen, sondern für den Weltfrieden überhaupt barftelü. Frankreich, das die größte Friedensstärke mit 738 000 Mann aufweist, besitzt nicht weniger als 3,5 Millionen Mann an Reserven. Ebenso groß ist die Zahl der italienischen Reservisten. Roch höher die der japanischen, die auf vier Millionen errechnet wird, während der Vasall Frankreichs, Polen, 2,4 Millionen Mann an Reserven im Kriegsfall mobil machen und ins Feld schicken kann. Die Friedensstärken sind angesichts dieser Reservearmeen verhältnismäßig gering. Darum wirft das Verhalten Frankreichs, Italiens und Japans ein bezeichnendes Licht auch auf die Friedensliebe dieser Staaten, die sich auf das energischste gegen die Antastung ihrer Reservebestände verwahrt haben. Da gleichzeitig auch das Reseroekriegsmaterial auf der Abrüstungskonferenz nicht zur Debatte gestellt werden soll, erscheint es überhaupt zwecklos, eine Konferenz zur Beschränkung der Rüstungen einzuberufen. Welchen Zweck hat es, die Zahl der aktiven französischen Flugzeuge von 1700 wesentlich herabzusetzen, wenn die 3500 Reserveflugzeuge nicht angetastet werden dürfen, vielmehr noch .um die Zahl der verminderten aktiven Kampfapparate erhöht werden können. Schließlich kann doch jede Kriegsgefahr nur dann wirkungsvoll bekämpft werden, wenn auch die Rüstung wie die Zahl der Reservisten vermindert wird. Die Unterkommission in Genf ist aber in ihrer überwiegenden Mehrheit anderer Meinung gewesen und hat auch dementsprechend beschlossen. Immerhin ist Deutschland nicht allein in der Opposition geblieben, sondern auch Amerika und England. Und das will doch schon etwas heißen, zumal die Engländer und Amerikaner bei den bisher stattgehabten Kriegsschuldenregelungen feftftellen mußten, welche phantastischen Summen sie an Frankreich und dessen Vasallen verloren haben, die von diesen zur Modernisierung und zum Ausbau ihres Rüstungsapparates verwendet worden sind, mit dem sie wiederum jetzt den europäischen Frieden bedrohen. Die Amerikaner und Engländer sind aber auch heute noch die Weltbankiers, die in Zukunft Staaten wie Frankreich und Italien geaeniiber, die nur darauf sinnen, wie sie durch neue Kriege die politische und wirtschaftliche Ordnung Europas stören können, eine etwas größere Zurückhaltung als bisher, an den Tag legen werden. Der Platz der Revolutionen. Don unserem ks.-Derichterstatter. (Rachdruck. auch mit Quellenangabe, verboten.) Lissabon, Ende Mai 1926. Weit in die azurne Bläue des Atlantic sendet der Tajo seine schlammig gelbbraunen Fluten hinaus. Wie durch einen scharfen Strich werden die Wasser des Flusses vom Ozean geschieben, und ehe noch das Auge die breite Tajvmündung zu unterscheiden vermag, umspielen schon Süßtoasser den Kiel des Schiffes, bas sich ber portugiesischen Küste nähert. Wer bie berühmten Einfahrten von Reapel. von Konstantinopel und selbst von Rio kennt, wird die Fahrt über die „Rada de Lisboa" keineswegs an letzter Stelle nennen, wenn er ihre Schönheiten aufzählt. Schon von ferne über bas Flachland ber Mündung hinweg sieht man die weihen Zinnen der auf Hügeln erbauten Stadt umkränzt von einem saftigen Grün, das doppelt grün und doppelt saftig wirkt angesichts der baumlosen und verbrannten Hochebene, bie hinter der Küste aufsteigt. Wenn der Mensch ein Produkt seines Milieus wäre, so müßten hier glückliche und vor allem zufriedene Menschen wohnen... Da sagt hinter mir der Engländer zum Kapitän, der gerade vorbeigeht, um den Lotsen zu empfangen: „Werden wir diesmal wieder Revo- lution in Lissabon haben?" Der zuckt die Achseln: „Februar und August sind eigentlich die Monate, in denen Revolutton in Lissabon sozusagen programmäßig ist. Diese Termine kann man ruhig in den Reiseführer auf- nehmen, denn ich fahre m>ch längst keine zwanzig ist schön, aus der Licht- und Sonnenfülle dieses Blickes in die Basilika, die sich hinter einem befindet, zurückzutreten, in welcher ganz leise, in einer entfernten Ecke ihres großen Raumes, das verlorene Gemurmel von Detern tönt. Mit träumerischen Gedanken betritt man von hier aus den in der Rahe gelegenen großen Friedhof Montmartre, eine eigene Stadt der Toten, mitten in ber Stadt der Lebenden. Heinrich Heines Grabstein liegt hier, ferner die Denkmäler unendlich vieler Herzoginnen, deren Hamen man aus französischen Romanen kennt, zahlloser Dichter und Künstler mit wohlvertrautem Klang, und vieler Erscheinungen der französischen Geschichte. Man begegnet in der ganzen Stadt historischen Dingen, wohin man tritt. Der Deutsche, als Sohn eines Volkes, dessen Kultur in siebzig, ja hundert Kanälen und Städten sich einzeln bewahrt hat, kann nur einen (Begriff von der ganz gewaltigen, geschichtlichen Anhäufung in Paris bekommen, wenn er sich vorstellt, daß diese Kanäle und Städte seines eigenen Landes, daß Weimar und Rürnberg. Rheinland und Preußen. Hansa und Bayern, Hans Sachs. Goethe. Dach und Friedrich der Große in ihren Wirkungen ebenfalls auf nur einem Punkte Deutschlands zusammengekommen wären und dort ihr Dasein gelebt hätten. Man hört noch heute das Geläut der Glocken der Kirche von Saint- Germain-PAuxerrois. ber Pfarrkirche der Könige, die 1572 bas Zeichen zur Bartholomäusnacht gab. Man macht seine Einkäufe unter Arkaben. welche die Kavaliechäufer des Hofadels umziehen. ber zu Ludwigs XIII. Zeit aus dem Elsaß und der Provence hier zummenströmte. Man durchstreift die Gänge des Palais Royal, wo Richelieu und die Herzöge von Orleans hausten. Eben noch ist man in Franz I. Zeit, und wieder auf dem Place de la Concorde, wo während der großen Revolution die Köpfe von 3000 Personen Nelen. Hundertfach stößt man auf Bonapartes Romen. Weniger auf den dritten Rapvleon. obwohl dessen Seinepräsekt Haußmann zum erstenmal Weltstädtisches für Paris leistete. Drei Dinge fallen einem bei diesen Stabt» Wanderungen als besondere Kennzeichen auf: Zunächst, daß der reiche und vornehme Pariser von heule noch immer die alten Gebäude und Jahre diesen Kurs und habe doch schon mein gutes Duyend portugiesischer Revolutionen mit erlebt!“ So unrecht hat der gute alte Kapitän nicht, denn lailääüich vergeht faum ein Jahr, besonders feit jenem 1. Februar 1906. an dem der König Carlos 1 und fein erftgeborener Sohn einem Dombenattentat auf dem Praco do Commercio zum Opfer fielen, in dem ittcht neue Aufstände, die sich fast vorwiegend in ber Haupt- stabt abspielen. das Land erschüttern. Dieser Praca do Commercio ist in ber Tat ber Platz ber Revolutionen, und babei boch einer ber schönsten Plätze, bie man irgendwo in der Welt findet. Vorn öffnet er sich mit breiter Seetreppe zur Reede hin. auf ber bie großen Dampfer gewöhnlich liegen bleiben, weil ber Fluh an ben Quais mehr und mehr ver- fanbet. Rechts unb links rahmen ihn langgestreckte, mit Vorhallen gefchmückte Gebäude ein, bie überall Schießspuren zeigen, unb so von den blutigen Kämpfen zwilchen den jeweiligen Ausständischen unb den jeweiligen Regierungstruppen erzählen. Das ist nämlich das Charakteristikum ber politischen Lage in Portugal, baß alles nur jeweilig ist. Die Regierung ist nur jeweilig an ber Macht, und zwar solange, wie es ihr gelingt, und Ihr genügend Truppen folgen, bie jeweilige Opposition, bie, wenn die gesährlichen Monate kommen. schon traditionell den bewaffneten Aufstand anzettelt, von ber Macht fernzuhalten Obwohl manche biefer Aufstände auf bas Kasernenviertel beschränkt bleiben, scheinen beibe Parteien von bem Ehrgeiz beherrscht zu fein, sich auf ber historischen Stätte jenes Attentates wenigstens eine Demonstrattonsschlacht zu liefern, die dann vom Tajo aus gesehen wie auf einer gut gestellten Bühne, die im Hintergrund von einem Triumphbogen überwölbt wirb, vor sich geht. And so haben denn auch alle diese portugiesischen Revolutionen äußerlich etwas durchaus Spielerisches, gewiß aber etwas Inszeniertes an sich, und tatsächlich find es auch keine Aufstände, die aus der Leidenschaft einer politisch erregten Volksmasse erwachsen, sondern Putsch" bei denen irgendein GeschäftSpolittker auf den Alarmknvpf drückt, weil er ber Meinung ist, daß nun jetzt seine Zeit gekommen ist. Das portugiesische Volk selbst ist reichlich unpolittsch. Besteht es doch heute noch zum erschreckend großen Teil aus Analphabeten, die bei einer Wahl oder auch bei einer Revolution kritiklose Opfer irgenbe'ner demagogischen Parole sind, oder die, was meistens der Fall ist. sich für ein Stück Brot und einen Fisch bestechen und. wenn es nottut. in einen blutigen Kamps führen lassen. Einmal hat Portugal eine Zeit gehabt, wo es schien, als ob es sich wieder zu einem Staate im europäischen Sarne entwickeln könnte Das war anfangs der neunziger Jahre, da de> damals noch junge König Carlos versuchte, auf den großen Kolonialbesitz gestützt, das Land ber drückenden Vormundschaft Englands zu entziehen. Aber Eirgland war wachsam und gebot dem portugiesischen Vormarsch in Afrika, der ben Zweck hatte, die portugiesischen Kolonien zu verbinden und zusammenzufassen, ein brutales Halt Von diesem Schlag, der die ohnedies zerrütteten finanziert en Verhältnisse einer Katastrophe nabe brachte, hat sich Portugal niemals wieder erholt, unb König Carlos hat von seinem eigenen Volke eine blutige Quittung für sein großes nationales Wollen erhalten. Ist es nicht bezeichnend, daß das monarchische England zwar den fliehenden Rachfolger des König Carlos, Manuel 11., ausnahm, aber doch die Rutznießer dieses Königs- mordes, die republikan schen Führer, und unter ihnen den ersten Präsidenten, Theophilo Braga, ohne weiteres anerkannte und das sogenannte Bündnis mit ihnen fortsetzte. Wer weiß, in wie vielen dieser sich termingemäß wiederholenden Aufstande England seine Hand im Spiele hat? Wenn es auch in Portugal leicht ist. eine Revolutton zu machen — man braucht nur das durch Parteipvlitik zerrissene Heer in die Hand zu nehmen und die eine Grupve gegen die andere auszuspielen —. so gehört doch in jedem Falle zu einem solchen Unternehmen etwas Geld. Portugal selbst ist arm und die Herren Geschäfts- Politiker treiben die Politik ja auch nur. um berühmten Boulevards wirklich bewohnt. Sein Leben vollzieht sich in der Stabt, er bleibt wirklich Pariser. Die von England gekommene Mode, draußen in Villenvororten zu wohnen und die City nur als Wirlungsseld für die geschäftlichen Anternehmungen zu betrachten, ist ihm vollkommen fremd. (Der Festungsgürtel mag dazu beigetragen haben, und der abseits vom Ma- fchincnzeitalter laufende Geist der Stadt überhaupt). Sodann nimmt einen wunder, mit welchem objektiv geschichtlichen Sinn Paris das ganze Geschehen seines Landes feit 1270 in seinen Mauern aufgehäuft hat. Der Pariser vernichtete keine historische Tatsache: er wollte vor dem Auge der Geschichte keinem Ereignis den Garaus machen. So kommt es, daß das gleiche Monument friedlich nebeneinander Ereignisse der verschieden en Revolutionen beherbergt und daneben eine Darstellung der jedesmal einsehenden Restaura- tion. Die Kämpfe bet Communards mit ber Ra- ttonalgarde, während ber Belagerung von 1870, sinb in der öffentlichen Plastik ebensowenig verschwiegen wie bie verschiedenen Beschießungen unb Derennungen, ja RiÄrerlagen der Stadt überhaupt. — Das Drftte, was ausfällt, ist der glückliche Grift, mit bem ber Franzose leeren und pomphaften Gebäuden früherer Zeiten nachträglich ihren eigentlichen Sinn unterlegte, unb ihre ehrfürchtige Bedeutung erschuf. So war der große Dom, den Ludwig XIV. für feine Invaliden gebaut hatte, ein belangloses Prunkstück geworden. Jetzt ist er die Kuppel, die ben Sarg Rapoleons I. überwölbt und bekrönt. So war einst der in antikem Stil gebaute Triumphbogen wohl ein geschichtliches Dokument, aber doch nur eine Nachahmung des Titusbogens in Rom. Heute hat er seine eigentliche Aufgabe erhalten, indem er dos Gebäude wurde, unter dem die Gebeine des unbekannten Soldaten beigeseht wurden. So fährt man, als Deutscher doppelt merkwürdig bewegt von Vergangenheit und Gegenwart. durch die Straßen von Paris und über die großen Plätze ber Stadt, die tote ein ungeheurer Zierat rings in der Ruick>e um einen gebreitet liegen, im Mittagslicht des noch kühlen, aber doch schon Hellen und farbig belebten Pariser Frühlings. ©e£b «r machen, uni» nicht, um es aufs Spiel M fetzen. Weiß me Angelegenheit einer politischen Partei, als mehr eine eigen« Militärangelegenheit, ein Der- fuch von Offizieren, selbst die Macht in die Hand zu nehmen und die ganze korrupte Gesellschaft, die an der Regierung saß und das Volk, vor allem das Landvolk, mit Steuern über Steuern ausprchte, davonzujagen. Vielleicht ist diese Fe- bruar-Revolution nur ein kleines Vorspiel gewesen, eine Probe, die durch chren unglücklichen Ausgang zeigte, daß die Vorbereitungen noch nicht in genügendem Matze getroffen sind, und daß es vor allem falsch ist, das platte Land nutzer acht zu lassen und nur eine Revolution in der Hauptstadt anzuzetteln. Es liegt so etwas in der Luft, das neue revolutionäre Entladungen erwarten lätzt, die sich allerdings dann nicht zu dem fast vorgeschriebenen Termin, im August, sondern schon früher ereignen würden. Aber wird auch dieser Termin nicht innegehalten, der weihe, wundervoll weite Praca do Commercio, der Platz der Revolutionen, wird auf jeden Fall die Bühne abgeben, auf dem wenigstens eine Szene dieses neuen und vielleicht diesmal bedeutsameren Revolutionsstüctes ge- spielt wird. Oberhessen. gu dem KommunaikonfliÄt in Wieseck, über den wir in den letzten Tagen wiederholt berichtet haben, wird uns von dem Bürgermeister einer Landgemeinde des Kreises Giehen geschrieben: „Bezugnehmend auf die Veröffentlichung über den Verlauf der am Mittwoch in Wieseck stattgehabten Gemeinderatssitzung, in welcher die Beratung des Voranschlags zur Tagesordnung stand, sei hier bemerkt, dah der Standpunkt des Herrn Bürgermeisters in der fraglichen Angelegenheit vollständig richtig ist. Artikel 162 der Landgemeindeordnung bestimmt nämlich: .Der Bürgermeister soll den nach Art. 162 aufgestellten Voranschlag dem Gemeinderat spätestens Ende November zur Beratung v o r l e g e n usw.'. Also mit der Vorlage des Voranschlags in einer Gemeinderatssitzung, wie dies geschehen ist. hat der Bürgermeister den gesetzlichen Bestimmungen vollständig Genüge geleistet. Würde er anders verfahren, so würde er gegen die Bestimmungen der Landgemeindeordnung in unzulässiger Weise handeln. Er ist übrigens verpflichtet, den vom Gemeinderat einstimmig gefaßten Beschluß, da er gegen die Bestimmungen der Landgemeindeordnung verstößt, u. 11. nach Art. 97 der Land- gemeindeordnung anzufechten, und durch Vermittlung des Kreisamts die Entscheidung im Ver- waltrlngsstreitverfahren einzuholen." Landkreis Gietzen Z Lollar, 4. Juni. Ein schwerer Un- gl ü ck s f a l l ereignete sich heute kurz nach Mittag in Mainzlar. Dort war der im väterlichen Betrieb tätige 20 Jahre alte Schlosser Grnst Kutscher mit dec Reparatur einer Mähmaschine beschäftigt, als er auf bis jetzt noch unbefarmte Weise derart schwer am Kopfe verletzt wurde, daß er nach e.st.r ärztlich-? Hille sofort der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mutzte. Hier lieg) der junge Qzlann mit einem Schädelbruch darnieder. Das Besinden des Verletzten ist den Umständen bestehen. möglichst wieder so gestaltet werden soll, wi der Sprengung gewesen sei. In der F: rage des C3 binder aus Oberseemen, der Vater von sieben Kindern ist Den Förstern, die nunmehr den Wilderer heimwärts trugen, wurde seitens der Anhänger des Verletzten ein übler Empfang zuteil. Man nahm eine drohende Haltung gegen die Beamten ein, und nur der Umsicht des Bürgermeisters, sowie dem Eingreifen der schnell benachrichtigten Gendarmerie von Gedern war es zu verdanken, datz weitere Ausschreitungen gegen die beiden Forstbeamten verhindert tourt 2 Der Verletzte tourde dem Gederner Krankenhau 1c zugeführt. Lebensgefahr soll, wie verlautet, nicht dessen Weltruf in der Verwendung nur allerbesten Materials u. sorgfältigster Arbeit beruht. Trotzdem ist Brennabor nicht teurer als Jedes andere Fahrrad unbestimmter Herkunft u. deshalb kauft der Kenner nur Brennabor Das beste Rad entsprechend gut. Lebensgefahr besteht zur Zeit $—1 Daubringen, 4. Suni. Anläßlich des am Sonntag hier statffindenden Sängerfestes haben verschiedene Einwohner ihre Häuier neu aufputzen lassen. Dem Kunstgeschmack des Weißdindermelsters Aug. Weimer von hier ist es zu verdanken, dah auch in unserem Dorfe mit der schon oft erwähnten Farbenfreudigkeit begonnen worden ist. Satte, leuchtende Farben der Wände und Gefacher, dazu harmonisch abgestimmt die Fensterrahmen und ihre Belleidungen haben die seither gewohnten unscheinbaren Farbtöne erfreulicherweise abgelöst. * T r e i s a. d. L d a., 4. Juni. Das für morgen, Sonntag, vorgesehene W a l d s e st des E 0 a n g. Bundes mußte auf Sonntag, 27. Juni, 0er- Kreis Büdingen, ü Nidda, 4. Juni. Sn den ausgedehnten Wäldern bei Mittel- und Ober-See men wurde dieser Tage ein Sagdauffeher von einem Wilderer überrascht und gezwun- . „ „ , . . gen. da der Wilderer im Anschlag gegen chn R e 1 ch s e h r e n m a l s , dessen Errichtung an der stand, diesem sein Gewehr zu geben. Der Bergstraße beantragt war, wurde mitgeteilt, iwß Frevler machte einen verwegenen Eindruck und sich der hessische Gesandte in Berlin sehr dafür ein- war vollständig vermummt und maskiert. Die gesetzt habe, das Reichsehrenmal für Hessen zu Gendarmerie-Stationen der ganzen älmgegend sichern. Eine Entscheidung darüber, wo es errichtet wurden beauftragt, scharf Acht zu haben. Am | werden solle, sei noch nicht gefallen. Mittwoch morgen tourde die Gendarmerie-Station Nidda angerufen und ihr mitgeteilt, dah ein verdächtig aussehender Mann mit beladenem Rucksack durch Fauerbach nach Wallern- Hausen zu gefahren sei. Ein Beamter der Station überraschte den Mann vor dem Dorfausgang in Wallernhausen und wollte den Rucksack untersuchen. Sofort fetzte sich der Aufgeforderte zur Wehr und ging tätlich gegen schoben werden. . 2) Lich, 4. Juni. Der Stadtoorstand besaßte sich in seiner jüngsten Sitzung nochmals mit der Festsetzung des Steuerausschlags für das Rechnungsjahr 1926. Das Gesamt- steueraufkvmmen soll 45 000 Mk. betragen und sich auf die Sondergebäudesteuer mit 21 000 Mk., die Grundsteuer mit 14 700 Mk. und die Ge- | werbesteuer mit 9300 Mk. verteilen. Von dem Aufkommen an Sondersteuer sollen 5000 Mk. für Erlässe wieder in Ausgabe gestellt werden. Es wurden folgende Ausschlagsätze beschlossen: Sondergebäudesteuer 45 Pfg- auf 100 Mark Steuerwert, Grundsteuer 9,9 Pfg. auf 100 Mk. Steuerwert von Gebäuden und Bauplätzen und 19,8 Pfg. auf je 100 Mk. Steuer- wert des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbefitzes. Gewerbesteuer 21 Pfg. auf je 100 Mk land- und forstwirtschaftliches und gewerbliches Anlage- und Betriebskapital und 36 Pfg. auf 1 Mk. staatl. Gewerbeertragssteuersoll. Weiterhin wurde für die Behandlung von Nachlaßgesuchen für die Sondev- gebäudesteuer beschlossen, dah in allen Fällen, in welchen das Finanzamt einen Erlaß der staatlichen Sondergebäudesteuer aus dem Grunde anordnet, weil die Friedensmiete des betreffenden Gebäudes nicht mehr als 4 Prozent des Friedenswerts beträgt, auch ein Erlah der Ge° meindesondergebäudesteuer entsprechend dem Verhältnis des Staatssteuersatzes zu dem Steuersatz der Gemeinde stattfinden soll. Sodann trat der Stadtvorstand einer Vorlage deS Bürgermeisters bei, die ein Äeberhand- nehmen von Felddiebstählen dadurch zu verhüten sucht, dah eine seldpolizeiliche Anordnung über die nächtliche Sperrung der Feld- gemarkung während der Sommer» und Herbstmonate erlassen wird. Als Sperrzeiten sind vorgesehen. Suli und August von abends 9 bis morgens 5 Uhr und September und Oktober von abends 8 bis morgens 6 11I)E. Die Bahnmeisterei 6 in Giehen hat bei der Stadtverwaltung angeregt, an verschiedenen Stellen der Stadt Wegweiser nach dem Bahnhof zur besseren Verkehrsregelung anbringen zu laffen. ----- • r - Der Stadtvorstand bejahte die Vedürfmsfrage den W a ch t m e ist er vor. Erst nach schwerem und gab dem Ansinnen unter Llebernahme der Ringen und nachdem noch 2 Personen daMgekom- entstehenden Kosten auf die Stadtkasse statt. — I men waren, wurde der Wilderer - denn etn Ein Gesuch der Firma Shring-Melchior, Sich, solcher war es — f e st gen 0 mm en. Er hatte im um Erlaubnis zur Errichtung einer Rucksack euren neuegeschossenen lech send«» Transformatvrenstation an der Hardt- I Rehbock. Der Wachtmeister hctt verschieden« bergstraße tourde nicht beanstandet. Für die Verletzungen am Körper und rm Gesicht davon- Zuleitung zu der Anlage ist die Aufstellung einer getragen. Beamte H atton Mdkw such en Anzahl von Leitungsmasten auf städtischem Weg- nach den des Wrl^rs die m Walde aelände erforderlich. Die nachgesuchte Erlaub- versteckte Jagdflinte. Der Rehbock wurde sofort nis hierzu wurde erteilt. — Der Bürgermeister beschlagncchmt »nd der Wilderer m das Amts- gab alsdann bekannt, dah das von Seiten der gertchtsgefangnts rn Nidda überführt. Stadt errichtete Vierfamilienhaus am Kreis Schotten. Schwanensee seiner Vollendung entgegen gehe I =.= Oberseemen, 4. Suni. Dienstag- und aller Voraussicht nach bis zum 1. August I abend war unser Ort der Schauplatz einer auf» dieses Sahres beziehbar fertiggestellt werden I regenden Begebenheit. Die beiden Förster R i i> könne. Es sei notwendig, die WohnungSmieten 1 m a n n und Luft vom Altenfelderhof hörten bereits jetzt schon festzusehen. Nach kurzer Aus- abends gegen 1 Uhr im Distrikt 10 a einen spräche beschloß der Stadtvorstand die Mieten ! S ch u h fallen, der nur von unbefugter Hand her je Wohnung auf monatlich 25 Mk. festzusehen. I rühren konnte. Pflichtgemäß stellten sie sofort i>ie Stadtverwaltung hat die Vergebung I Nachforschungen an, indem sie in der Schuhricheines größeren Postens Windfallnutzholz tung in den Wald eilten, wobei der junge Förster ausgeschrieben. Für die einzelnen Klassen toa- Luft bald einen ziemlichen' Vorsprung vor ren folgende Höchstgebote eingelegt worden: I seinem älteren Kollegen R. gewann. Lust Der» Fichten 1. Kl. 2585 Mk., 2. Kl. 24,50 Mk., 3. Kl. nahm aus dem Dickicht ein verdächtiges Geräusch 2405 Mk., 4. Kl. 22,40 Mk, 5a-Kl. 20.05 Ntt, Sn demselben Augenblick stürzte ein Wilderer 5b-Kl. 18 25 Mk., Kiefern: 4. Kl. 20 Mk., 5. Kl. heraus und ergriff mit seiner Doppelflinte die 16 50 Mk . Eichen. 3. Kl. 38 Mk., 4. Kl. 32Mk.. Flucht, einen erlegten Rehbock zurück- 5. Kl. 18.50 Mk. Der S adtvorstand lehnte eine lassend. Der Forstmann verfolgte den Wilderer Zuschlagserteilung an die Hochstbietenden ab und forderte ihn wiederholt auf, stehen zu bleiben und ermächtigte den Bürgermeister, das Holz und die Waffe abzulegen, worauf letzterer z w e i freihändig zu verwerten. — Weiterhin wurde Schüsse auf seinen Verfolger abgab. noch eine Anzahl kleinerer Gesuche erledigt. I Nunmehr gab auch der Forster einen Kugelschuh -rriedüera I als Schreckschuß ab. Sn einem lichten Waldc Krers Friedverg. stand «Stangenschlag) erreichte der Kamps ztol WSN. Friedberg 4. Sunt Em bei Wilderer und dem Forstbeamten fernen einer hiesigen Firma beschäftigter Le hr ii ng Höhepunkt. Nach zwei weiteren, aus kurzer Gnt- ist mit einem Betrage von 3 00 0 Mk. DUJQ' fernung abgegebenen Schüssen des Wilderers gebrannt. Wohin sich das hvffnunMrotte schoß der Förster eine «Schrotladung auf Früchtchen gewandt hat, war bis jetzt noch nicht unj> vorletzte ihn schwer an Kopf, Hals, festzustellen. Man nimmt an, bau er m eurer und rechter Hand. Trotzdem gelang es dem nahegelegenen Grvhstadt den „Lebemann mar- I I^Ietzten, noch weiterzulaufen und sein Gewehr fieren will. _ an einem Baume zu zertrümmern. Inzwischen s.f. Friedberg, 4. Suni. Der Verein toQr ^ch der ältere Förster Ritz mann herbei- für Feuerbestattung hielt gestern aveno ^kommen und zwang den Wilderer zum unter Vorsitz von Rektor Mayer feine I Halten. Man erkannte in ihm den wegen Wil- Haupwersammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht &£,rng bereits vorbestraften Wilhelm Faß - war zu entnehmen, dah der Zugang an Mitglre- * ' dem im vergangenen Safjre 38 betrug, der Abgang durch Tod 4 und Austritte 5. so dah der 1921 gegründete Verein jetzt bereits 227 Mitglieder hat. Von verschiedenen Orten der Wetterau sind Anttäge auf Bildung von Ortsgruppen gestellt, man sieht also, dah der Gedanke der Feuerbestattung immer wettere Kreise ergreift. Die mit dem Verein verbundene Sterbekasse gewährt den Angehörigen bei Todesfällen eine Beihilfe von 150 Mk., mit welcher Summe sich die entstehenden Kosten bestreiten lassen. Der Sahresbeitrag beträgt 1 Mk., das Eintrittsgeld ebenfalls 1 Mk., bei jedem Todes- fall wird ein Sonderbeitrag von 1 Mk. erhoben. ^tnr h Ptthlirfl» Deitretende im Alter von 60 bis 65 Sohren müssen einen einmaligen Sonderbeitrag von WEN. Auerbach a. d. B., 4. Juni. Sn einei 5 Mk., im Alter Don 65 bis 70 Sahren 10 Mk. ^jer stattgefundenen Sitzung des B e r k e h r s leisten und es werden im Sterbefall nur 75 Jlit. I ausschusses der Bergstraße wurde mit-- ausbezahlt, Leute über 70 Sahre werden in die getein, ba& bie Hessische Eisenbahn-A. G. sich dafür Sterbüasse nicht mehr ausgenommen. Die Zett- den Bau der geplanten elektrischen schrift „Die Flamme" wird allen Mitgliedern Bahn von Darmstadt nach Weinheim umsonst geliefert. Da der seitherige 1. Vor- möglichst bald zu beginnen. Als erste Teilstrecke fei sitzende sein 2lmt wegen Arbeitsuberhausung &er Bau der Linie von Eberstadt bis Alsbach bzw. nicht mehr weiterführen kann, wird an feine Zwingenberg geplant. Die Weiterführung nach Stelle Hochbauauffeher Freudenberger gewählt, Bensheim, Heppenheim und Weinheim mühe einer als 2. Vorsitzender Gerber Michel. Sm Sahre Späteren Zeit vorbehalten bleiben. Die beabsichtigte i 1925 haben im hiesigen Krematorium 72 Ein- Errichtung von A u t 0 l i n i e n von Bensheim und | äscherungen stattgefunden. | Heppenheim nach Worms, Darmstadt usw. wurde gutgeheißen. Sn der Frage der Wiedererrichtung der Starkenburg bei Heppenheim sprach sich die Versammlung dahin aus, daß der Bergfried möglichst wieder so gestaltet werden soll, wie er vor Der dritte Schutz. Kriminalroman von Ole S t e f a n t. 4 Fortsetzung Nachdruck verboten. „Um Gottes willen — verrenne dich nicht in biefe Idee!" Kramer drückte dem Alten besorgt die Hand. ^Die Sache wird sich anders klären, einfacher — ich sehe im Moment noch nicht, wie. Wer weiß denn, ob dieses dumme Zettel überhaupt mit dem Schuß im Walde züsammenhängt? — Was Racoszy betrifft, so liegt er scharf bewacht im Zuchthaus- 3arett von Sonnenburg!" Brentheim wiederholte beharrlich: „Es ist seine Handschrift. Du wirst sehen!"-- Die Sonnenstrahlen fielen schon schräg über den Weg und brannten weniger heiß, als sich die beiden Freunde wieder der Villa Grete näherten. Helles Gelächter scholl ihnen aus dem Garten entgegen. „Da ist die ganze Horde ja wieder beisammen!" brummte der Kommissar. „Laß uns hinten herum in mein Zimmer gehen. Am Hintereingang trafen sie das Dienstmädchen Maria mit zwei großen Wasserkannen. „Bringen Sie mir auch einen frischen Schluck herauf!" befahl der Alte und, die Treppe hinaufsteigend, sagte er zu Kramer: „Mit dem fließenden Wasser ist es hier vorläufig noch im argen. Wir müssen es immer vom Brunnen im Garten holen." „Da ist ja der Zettel!" sagte er und ging aus den Schreibtisch zu. „Da — sieh dir die Schrift an!" Und reichte, ohne ihn vorher anzusehen, dem Anwalt hin. Der sah als erstes eine Zeile Maschinenschrift. Erstaunt las er: „Auch Nummer zwei ist ein Fehlschuß." „Nun, Kramer, was sagst du?" drängte Brent» heim. Unfähig, ein Wort zu sprechen, reichte Kramer ihm das Blatt hin. Der Kommissar setzte seine Brille auf und zuckte 6ch dem ersten Blick auf den Zettel zusammen. aß bis in die Lippen sah er den Anwalt an. Sn diesem Augenblick betrat Maria mit einer Ocfferfaraffe das Zimmer. .Hierher, Maria!" Brencheims Stimme klang gebrochen, doch raffte er sich zusammen. „Wer ist m Keiner Abwesenheit hier im Zimmer gewesen?" „Niemand, Herr Kommissar." „Es muß jemand hier gewesen fein. Maria zuckte hilflos die Achseln. „Auf meinem Schreibtisch hat ein Stück Papier gelegen, das ist fortgekommen. Dafür hat jemand einen anderen Zettel hier hingelegt. Das kann doch nicht durch Zauberei geschehen sein. Wer war hier?" Maria dachte nach. „Nur Fräulein Grete!" sagte sie schließlich. „Sie hat den Schlüssel für das Klavier aus dem Wandschrank geholt." „War sie allein hier?" „Sa — ganz allein . . . Vielleicht liegt der Zettel im Papierkorb." Aber er fand sich nicht dort. Brentheim schickte Maria noch unten: Grete möge sofort heraufkom- men. Die beiden Freunde schauten durchs Fenster in den Garten. „Wer hat den Zettel gebracht?" flüsterte Brentheim vor sich hin, die Fäuste geballt. Kramer fühlte unendliches Mitleid mit dem alten Mann. Er begann, zu fragen: „Wen hast du außer Maria zur Bedienung im Hause?" „Nur den Gärtner Franz." Kramer beobachtete die Gäste im Taften. Er erkannte die jungen Maler, unter ihnen Molinski, um zwei alte Damen geschart, Mütter zweier Schüler, wie Brentheim erklärte. — Professor Oelscher saß im Gespräch mit einem rotwangigen Herrn mittleren Alters, von mächtiger Gestalt. „Der Weinhändler Esser aus Bonn", sagte der Kommissar. „Er wohnt den Sommer über in des Nachbarvilla, fünf Minuten von hier in östlicher Richtung." — An einem Rosenstrauch hantierte der Gärtner. Kramer sah sein Gesicht: gesund, pfiffig und treuherzig. Aus dem Musikzimmer tönte eins Beethoven- Sonate: Klavier und Geige. Sie brach jäh ab. „Setzt kommt sie", sagte Brentheim, der mit schweren Schritten auf und ab ging. Das junge Mädchen trat ein und begrüßte die Herren. Der Alte fragte ungewollt rauh: „Wann hast du den Schlüssel geholt, Grete?" „Etwas vor fünf, ehe die Stunde begann!" antwortete die Kleine verwundert. „Hast du etwas vom Schreibtisch genommen?" „Nein, nichts!" „Hast du diesen Zettel auf dem Schreibtisch be- merft?J „Nein, ich habe gar nicht hingesehen!" Kramer machte dem Gespräch ein Ende, indem er Grete bat, ihn hinunterzuführen und ihren Gästen vorzustellen. Sie war gern bereit dazu. Der Rechtsanwalt schritt von Gruppe zu Gruppe und suchte mit jedem einzelnen der Anwesenden ins Gespräch zu körnen. Der größte Teil der jungen Leute hatte sich empfohlen, die Ueberbleibenden fetzten sich alle um den großen Gartentisch in der Laube. Da waren außer Kramer und Brentheim noch der junge Molinski, der still Grete gegenübersah und sie mit den Augen verschlang^ Lachner, der aus dem Musikzimmer gekommen war: der Bro- sessor, der nervös mit dem Stuhl wippte und fort« während auf Grete einsprach: und der Weinhändler Esser, der Kölsche Krätzcher erzählte und sich über sich selbst totlachen wollte. Während der Pause eines Gespräches zwischen Kramer und Lachner wandte sich Molinski an den Musiker. Er sprach mit leichtem Akzent und einer Art freimütiger Bescheidenheit, die Kramer gefiel. „Herr Lachner — wissen Sie, daß unsere gute Frau Schmitz sonderbare Gäste außer uns zu beherbergen scheint? — Wir beide wohnen nämlich in Mehlem bei derselben Wirtin!" fügte er, zu Kramer gewandt, erläuternb hinzu. „Was heißt das?" fragte der Musiker lächelnd. „Denken Sie, was mir heute nacht passiert ist. Sch bin bis gegen zwei Uhr an den Ufern herum- gelaufen und kam um drei Uhr todmüde nach Haufe. Sch ging sehr leise, um Sie und Frau Schmitz nicht zu wecken, die Treppe hinauf und machte kein Licht. Aus halber Huhe der letzten Stiege vor unserer Wohnung höre ich, wie untere Wohnungstür leise geöffnet und wieder geschlossen wird. Sch bleibe unbeweglich stehen und gewahre im Mondlicht, das durchs Treppenfenster hereinfällt, einen Mann, der leise die Stufen hinabzusteigen beginnt. Auf einmal sieht er mich und bleibt ebenso still stehen wie ich." „Um Gottes willen — eine Gespenstergeschichte!" rief Grete lachend aus und wollte sich die Ohren zuhalten. Und der Weinhändler sah den jungen Mann mißbilligend an. „Nein, keine Gespenstergeschichte!" sagte Molinski errötend. „Obgleich ich sie mir noch nicht erklären kann. Also wir standen im Dunkeln und sahen uns an. Sehr lange Zeit, schien mir. Schließlich jagte der Fremde: Gute Nacht! und ging an mir vorüber die Treppe hinunter und aus dem Hause!" „Das war alles?" fragte Esser enttäuscht. Oelscher lachte und zeigte seine schlechten Zähne. „Sa, das ist alles. Aber ich kann mir nicht erklären, wo der Mann herkam. Frau Schmitz behauptet, nichts von ihm zu wissen. Sch müsse geträumt haben. — Haben Sie denn heut nacht nichts gehört?" „Nein — Gott sei Dank nicht!" sagte der alte Musiklehrer und sah den Süngling vorwurfsvoll an. „Sagen Sie — warum wollen Sie mir denn meine schone, stille Bude unheimlich machen? — Sch werde von heute ab zufchließen rnüsien!" setzte er etwas nervös hinzu. „Wie sah der Mann aus?" fragte Brentheim gedämpft. „Sch habe nicht viel gesehen, Herr Kommissar. Es war zu finster. Er war mittelgroß und schlank, dunkel gekleidet und mit schwarzen Haaren und Augen, bartlos, wie mir schien." Der Alte sah Kramer mit einem seltsamen Blick an. Man brach auf. „Gehen wir zusammen?" fragte der Musiklehrer den jungen Polen. „Nein!" sagte der Süngling etwas verlegen. „Sch will noch eine Rötelzeichnung im Freien vollenden!" „Werden Eie denn noch etwas sehen können? Die Sonne ist bald hinab! — Nun, wie Sie wollen!" — Der Weinhändler sah dem jungen Mann kopfschüttelnd nach: „Finden Sie nicht auch, Herr Rechtsanwalt, der Sung hat so wat Unheimliches im Gesicht?" „Das glaube ich, er sieht gescheit aus", sagte Kramer lächelnd. Und dachte an den Kamvf der Dicken gegen die Dünnen, von dem Zola schreibt. — (Fortsetzung folgt.) WÄ uni (gilt Den 9 bew M unlm Kreise Cßt Delastnng, wie sürsorge u: sorge auf bei muh in kurzer laminenbru den führen." Dc Halisplan tour deren Ergebnis summe von Ein frag der Dau «f'k'NN und Witwen-u ^a in Srtoartui Men in das' öemer wurde befr die 3nb Jenenbetlc f aOs&ered be"er des Kre Sefnmmi. Auf kJ Wmeim JJ Aewilkjguw •gJa H h dich,"" ?.ür$ Erwerbri >hnen qeUkt 2n ben 'Nli D-^lugsort fü den, 6:.^ !8l?t ''"ei flein» l.d,Qnöe le tr do: irage btt f“*" unbestimmter nerKun-. ter Kenner nur Örennabor este Rad rLLir Msi nns, Darmstadt ulw. muri. W der Wiedererruhtung £ usR k iprQd> M du u,5' daß der Setflhi!) * (oll, J? Ä % der Fiuue Dü ' besten Errichtung an de, wr, wurde mitgeteill, daß w Berlin sehr bofür ein. Wrenmal für W. ing darüber, wo ts aridta mcht gefallen. Ä JöSA^d* ^Anrrn^^vehi " Förstern n bon rtiSfs !amJen4Ä?n-:' 11 WernerV^rt: « “JS&a mburg. ln im >it, l^ienh"!nfl q? mir Dori6' )lad)t! und gmg r und aus dern M' - fragieEfl-r enW y. Uber id) laJ b» «f*Ä »*,£ ÄÄffw-*•* !h £nt^/6Tmidä ib iuld),ieB -B - - MM Dünn'" . foigt.) TortWi»"9 Hilfen in weitestgehendem Umfange gegeben weroen. <> Schmalbach. 4. Juni. Einem schon von drei Lehrern bewohnt. <> Laufdorf, 4. Juni. Di« hiesige Gemeinde ist zur Zeit mit dem Ausbau zweier Dorfausgänge beschäftigt, durch die in wesentlichem Umfange Baugelände ausgeschlossen wird. Dir Arbeit ist von dem Regierungspräsidenten als sogenannte „große Notstandsarbeit" anerkannt, zu der der Gemeinde aus Mitteln der produktiven Er- werbslosenfürsorge ein Zuschuß und ein Darlehen bewilligt worden ist. In Verbindung mit dieser Arbeit erschließt die Gemeinde auch einen Steinbruch, der ein sehr gutes Material liefert. Die Gewinnung der Steine geschieht unter Verwendung elektrischer Kraft — eines Bohrhammers. Bei der Notstandsarbeit werden insgesamt 20 Erwerbslose beschäftigt. <> Bonbaden, 4. Juni. Die hiesige Geist noch nicht festgesteÜt. Kreis Kirchhain. sch. Krrchhain. 4. Juni. E i n schweres Autounglück ereignete sich Mittwoch nachmittag kurz nach 4 Uhr in der Nähe der Peters- burg.schen Wirtschaft in Halsdors, Kr. Kirchhain. Ein mit drei Personen besetztes Auto aus Berlin fuhr mit einem Lastauto der Firma Schneider u. Gottfried Kassel zusammen. Von den Insassen des Personen^ntoz erlitt der Chauffeur I. Lup ke-Berlin einen Schädelbruch und war sofort tot. De übrigen Insassen (Direktor G. Sachs und Frau 21. Wechlih-Derlin) kamen mit leichten Verletzungen davon und konnten nach Anlegung von Aot- Preußen. Ein Denkmai katholischer deutscher Frauen. Für unsere im Weltkriege Gefallenen wollen die katholischen deutschen Frauen in der Dia- sporagemeind« F r a n t f u r r-B o ck e n h e i m die im Kriege gelobte Frauen-Jriedenskirche errichten. Zugleich soll dadurch dem Friedensgedanken Ausdruck gegeben werden. Die Idee, biete Frauen-Friedenslirche zu bauen, ging zuerst von der nun verstorbenen Führerin. Reichs- ! tagsabgeordneten Hedwig Dransfeld, rus. Der katholisch« deutsche Frauenbund, im Verein mit den andern großen katholischen Frauen- verbänden. hat sich die Aufgabe gestellt, durch Sammlungen die notwendigen Summen aufzubringen. Die in der Inflationszeit zum Teil verloren gegangen waren. Da die Kirche von allen katholischen Frauen Deutschlands gebaut werden soll, ist die kleinste Gabe, die ja ein Opfer ist und auch bedeuten soll, herzlichst willkommen. Deutschlands Frauen wollen die große Dankesschuld für unsere Gefallenen durch eine Tat des Opfers und des Friedensgedankens abzutragen versuchen und zum Ausdruck bringen. Kreis Wetzlar. kz. Wetzlar, 4. Juni. Ehemalige gsldartille- risten von Wetzlar und Umgebung haben bei einer hier einberufenen Versammlung eine Vereinigung gegründet, die den Namen ,.F e l d a r ti l l e r i e - verein Wetzlar und Umgebung" führt. j] Wetzlar, 3. Juni. Der Haushaltsplan des Kreises Wetzlar für das Rech- nungsjahr 192, das Schmerzenskind sowohl der Verwaltung als auch des Kreistages, wurde gestern in länger als fünfstündiger Sitzung des Kreistages erneuter Beratung unterzogen. Bekanntlich batte der Kreistag in seiner letzten Sitzung beschlossen, den Haushaltsplan vor seiner Verabschiedung noch einmal durch den Aeltesten- rat, der zu diesem Zwecke erweitert wurde, daraufhin durchberoten zu lassen, ob nicht bei den einzelnen Positionen Einfparunaen mög- lich seien. Der Aeltestenrat hat jedoch trotz eingehender Beratung an dem Gesamtbilde wenig zu ändern vermocht. Die Abstriche, die er vorgenommen hat, belaufen sich auf insgesamt rund 2 5 000 Mark. Vach langer Debatte, an der sich sowohl der Vorsitzende als Mitglieder oller Fraktionen auSgiebig beteiligten, wurde der Etat in Einnahme und Ausgabe auf 1 801 420 Marl sestgestellt und genehmigt. ES wurde beschlossen, auf die Einkommen- und Körpcr- schaftSsteuerüberweisungen des Reiches an die Gemeinden einen Zuschlag von 53 Prozent und aus die Realsteuern (Grundvermögenssteuer und Gewerbesteuer» einen solchen von 103 Prozent zu erheben Ein Antrag des Bürger-meister S Dr Kühn. Wetzlar, die Verteilung der Kreissteuern nach einem für die Stadt gün- Jungen Unheil. Der Mechaniker Scherpf er hielt einen Kugelfchuß in den rechten Lungenflügel. Ein Freund lieh den Schwer- verletzten sofort in das hiesige Krankenhaus bringen, wo er schwer darniederltegt. Wegen zu großer Schwäche des Körpers kann die Operation zur Entfernung der Kugel vorläufig noch nicht oorgenom- men werden. <> Kröffelbach, 4. Juni. Die hiesige Gemeinde befindet sich zurzeit inmitten der wirtschaftlichen Umlegung der Grundstücke. Hierbei werden verschiedene Feldwege ausgebaut: außerdem erfährt der Solmsdach eine Begradigung Beide Arbeiten lind von dem Arbeitsnachweis zu Wetzlar und dem Regierungspräsidenten zu Koblenz als Votstandsaroeit anerkannt. Zu ihrer Ausführung ist der Gemeinde aus Mitteln der produktiven Erwerbsiosenfürsorge sowohl die Grundsörderung (Zuschuß) als auch die verstärkte Forderung rinflenben Bedürfnisses hat die Gemeinde mit den Schürfarbeiten bereits begonnen. Dieselben sind von Steuerzuschläge, die Leworden bem Arbeitsnachweis und dem Regierungspräsiden- sind, aber eine kaum tragbare Belastung der ü(5 Notstandsarbeit anerkannt, und zu ihrer Steuerpflichtigen ^deuten n öcr ®rtoartung, daß Durchführung ist der Gemeinde aus Mitteln der Vproduktiven Erwerbslosenfürsorge ein Zuschuß be- be# Staates schleunigst die erforderlichen Maß rojajgt morden. Leiter der 'Arbeiten ist ein Unter- ».Ä g; Mbe ontert j.d«h «N. id)mi.tige ist. wird ihr der »du ,m Kreise -Dehler, »u gebe^ Eine steuerlich- I ->°nn möglich fein, wenn ihr ftaatsfe.t.n »-<> Belastung, wie sie jetzt infolge der Bezirks- k ü r s o r g e und der Erwerbslosenfürsorge auf den Schultern der Kreisbürger ruht, muß in kurzer Zeit zum steuerlichen Zu- ( ammenbruch des Kreises und seiner Gemeinlange bestehenden Bedürfnis Rechnung tragend, läßt die hiesige Gemeinde z. Z. den Weg nach dem Schwalbacher Sauerbrunnen ausbauen, den führen." Vor der Abstimmung über den Haus- I Der Ausbau des Weges ist als Notstandsarbeit an- haltsplan wurden folgende Beschlüsse gefaßt, erkannt-, zu feiner Durchführung ift der Gemeinde deren Ergebnis unter Umständen auf die Etat- aus Mitteln der produktiven Erwerbsiosenfürsorge summe von Einfluß hätte sein können: Ein An- ein Zuschuß bewilligt worden. Die Arbeiten sind trag der Dauerange st eilten des Kreises bereits soweit fortgeschritten, daß dieser -tage mit auf ihre Ausnahme in die Provinzialruhegehalts- dem Walzen begonnen werden konnte. Der „Sauer- und Witwen- und Waisenkasse wurde abgelehnt, brunnen" liefert ein sehr eisenhaltiges Sauerwasser, da in Erwartung stehe, die älteren Dauerange- das weit und breit belohnt ist. stellten in daS Beamtenverhältnis zu überführen. w nrhitrn Ferner wurde einer Aenderung der Grundsätze, StrelS JJia g. Bctr. die Invaliden- und Hinterblie- sch. Marburg, 4. Ium. Die Lage des benenversorgung der nicht ruhege- I Arbeitsmarktes im Kreise Marburg haltsberechtigten Angestellten und Ar- muß mi 5 immer als ungünstig bezeichnet beiter des Kreiskommunalverbandes Wetzlar zu- werden. An 1. Juni waren noch 1937 Arbeit- flefHmmt. Auf einen Antrag deS Ortsausschusses suchende gemeldet, an Unterstützungsempfängern des Allgemeinen Deutschen Gewerkfchaftsbundös I waren in Stabt und Land 1226 vorhanden. Mit auf Bewilligung einer D e i h i l s e für den ösfent- Votstandsarbeiten wurden insgesamt 198 Erlichen Rechtsschutz der Arbeitnehmer- werbslose beschäftigt. — Der Bau einer groß- vrganifationen wurde ein Betrag von 1000 angelegten Wasserleitung ist für verschie- Mark bewilligt. Der Kreiszuschuß für die Lene Orte unseres Kreises geplant. Im Theise- Lotteschule und die gewerbliche Be- dach, in der Oberrospher Gemarkung gelegen, russschule wurde von 12 000 auf 18 CX)0 Mark ist eine Quelle gefunden worden, deren Wasser- erhöht. Der A rb ei t ers a m a r iter kv- mengen, wie durch Messungen festgestellt, den l d n n e Krofdorf wurde eine Beihilfe von Bedarf von Ober- und Unterrosphe, Vie- 400 Mark bewilligt. derwetter, Göttingen und Bahnhof S a r- <> Wetzlar, 4. Juni. Der Weg von nau decken würden. Es besteht der Plan, für Nauborn nach dem „Kirschenwäldchen", genannte Orte eine Genossenschafts-Was- der sich bisher in einem äußerst schlechten Zustand f ferleitung zu bauen. Das meiste Interesse befand, wird zur Zeit ausgebaut. Der Ausbau wird bringt diesem Plan bisher die Gemeinde Vieder- durch Erwerbslose ausgeführt, die aus diese Weis« I Wetter entgegen. — Ein Diebeslager wurde die ihnen gesetzlich obliegende Pslichtarbeit ableisten, von der hiesigen Polizei in Weiden Haufen Mit Freuden wird die Instandsetzung des Weges I auf gehoben Ein Haus bursche hatte seinem Ar- oon den Ausflüglern begrüßt werden, da das „Sir- I beitgeber eine Unmenge P orzellan geftoh- jchenwäldchen" bekanntlich ein sehr viel besuchter lrn und in seinem Hause zusammengetragen. Die Ausflugsort für Wetzlar und (eine Umgebung ist. gestohlene Ware mußte mittels zweier Personen- Wie dem Schreiber dieser Zeilen dieser Tage an Ort I autos abgefahren werden. und Stelle versichert wurde, wird die Kirschenernte WSV. Marburg, 4. Juni. In den Deh- auf dem „Kirschenwäldchen" in diesem Jabre eine ringteichen wurde die Leiche des sechzehn besonders gute fein. Die vorhandenen vielen Sir- jährigen Fritz Günther aus Marbach gefun- schenbäume' weisen einen außerordentlich starken den. Seine Kleider lagen am Alfer. Ob er beim Bedang auf. Baden verunglückt ist, oder Selbstmord vorliegt, Wetzlar, 4. Juni. Hier wurde ein älterer, ' - - - »erheirateter Mann wegen Verbrechens der Blutschande verhaftet und in das Gerichts- gefängnis eingeliefert. <> Wetzlar. 4. Juni, lieber 100 er« holungsbedürftige Kinder schickt die hiesige Stadt in diesem Jahre nach dem vftseebad Boltenhagen. Der erste Transport ist am 30. Mai tzurückgckehrt und der zweite Transport gestern ab- gegangen, der dritte und vierte Transport solgen m einem Abstande von je sechs Wochen. Die zurück- «ekehrHen Kinder Ghaben fick durchweg gut erholt und an Körpergewicht wesentlich zugenommen. kz. Wetzlar-Niedergirmes, 4. Juni. Das Hantieren mit einem geladenen tzlobertgewehr brachte einem 17jährigen verbänden mit der Bahn ihre Reue nach Berlin fonschen. Beide Autos waren schwer beschädigt. Maingau. WER. Frankfurt a. M.. 4. Juni. Im Betriebsbahnhof Eckenheim der Städtischen Straßenbahn Hot sich beut« vormittag ein Unfall mit tödlichem Ausgang ereignet. Der Aorschlosser Gräber, ein älterer, schon lange im Betrieb beschäftigter Mann, wurde von einem in die Halle einiahrenden Wagenzug erfaßt, ein kurzes Stück geschleift und in eine der in der Halle befindlichen Neoisionsgruben gestoßen. Hierbei erlitt er tödliche Verlegungen. Irgendwelche Schuld an dem bedauerlichen Unfall kann niemand zugeschrie« ben werden- der Verunglückte ist ganz unversehens vor den einfahrenden Wagen getreten. Ium Rotkreuzlag. Auch in diesem Jahre wendet sich dws Deutsche Rote Kreuz am 1 3. 3 u n i an alle Volksgenossen, um sie aus seine großen sozialen Friedensaufgaden aufmerksam zu machen und ihre tätige Mithilfe in der Bewältigung der Arbeit zu gewinnen, die durch die Vot, die unser Volk in den Kriegs- und Vachkriegsjahren durchzumachen hatte und infolge der Arbeitslosigkeit und des Abbaues noch lange wird durchmachen müssen, einen immer größeren Umfang annimmt. Die große soziale Fürsorge des Roten Kreuzes gilt allen und nmcht vor keinem Halt, ohne älnterschied des Standes, des Bekenntnisses und der politischen Einstellung. Wenn auf der Straße ein Anglück geschieht, wenn in Betrieben und Werken Unfälle oder gar, wie in den Bergwerken, Explosions- oder Einsturzkatastrophen Vorkommen, wenn auf der Eisenbahn Menschen verletzt werden, wenn in einer Familie Krankheit und Vot ist. immer wird das Rote Kreuz zur Hilfe, bereit fein. Wer Hilfe annehmen will, muß aber auch selbst bereit sein, Hilfe zu bringen. Das kann jeder, der den Wunsch hat, selbst tätig an den Aufgaben des Roten Kreuzes teiizunehmen. denn in den Rotkreuzver- etnen ist Platz für jeden ohne Unterschied des Geschlechts, und die Aufgaben sind so vielseitig, daß jeder eine ihm zusagende Betätigung finden kann. Die Bereitschaft zu sozialer Mithilfe hat in den letzten Jahren erfreulicherweise zugenommen. Das Roke Kreuz zählt jetzt 2053 S a n i t ä t s - kolonnen, Pflegeschasten und S a m a - ritervereine mit 89 000 ausgebildeten Hilfskräften. 9236 ständig besetzte Unfallstellen unb Rettungswachen sind vorhanden, die im letzten Jahre 310144 mal in Anspruch genommen wurden. Die Mitglieder der Sanitätskvlonnen und verwandten Männervereinigungen sind Männer aus allen Berufsständen, die in ihrer freien Zeit ihre Kraft unentgeltlich in den Dienst des Roten Kreuzes stellen zur Unterstützung der öffentlichen Kranken- und Wohlfahrtspflege, des allgemeinen Rettungs- und Hilfsdienstes und zur Linderung außerordentlicher Votstände. Vicht weniger erfolgreich wirken die S ch w e - sternschaften vom Roten Kreu^ in rastloser Tätigkeit in der Krankenpflege und neuerdings auch in sozialer Fürsorgetätigkeit, zu der die Schwestern in den Mutterhäusern gründlich vvr- gebildet werden. Der Verband Deutscher Mutterhäuser umfaßt z. Zt. 56 Schwesternschaften mit 7200 Schwestern, die in den zahlreichen, vom Roten Kreuz gegründeten und unterhaltenen Heimen, Krippen, Horten, Pflegestationen und Krankenhäusern tätig sind. Besonder- freudig zu begrüßen ist die Jugendrotkreuzbewegung, die stch unter den Schulkindern in der letzten Zeit entwickelt hat. In den Jugendgruppen der Frauenvereine und der Sanitätskolonnen finden sie die Möglichkeit zur Schulung und Betätigung in- sozialer Hilfe, vor allem auch zu gesundheitlicher Selbsterziehung. Die Tätigkeit der Zweigvereine des Roten Kreuz und des Alicefrauenver- e i n s tritt in der Oeffentlichkeit weniger hervor, bewegt sich aber in der gleichen Richtung. Sie wird und muß meist in der Stille ausgeführt werden, denn die Hilfe, die den Kriegsopfern und notleidenden Familien geleistet wird, kann nur segensvoll für die Schützlinge wirken, wenn sie unbekannt bleibt. Cs möge aber hier erwähnt werden, daß der Ertrag der Sammlung vom vorjährigen Rotkreuztag für Kriegswaisen. Kriegsblinde, Veteranen und bedrängte Familien, die durch die Geldentwertung in Vot geraten sind, verwendet wurde. Auch die Verleih anstatt für Krankenpflegegeräte wurde aus Mitteln der Sammlung weiter ausgebaut. Spielplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sornriag, 6. Juni' Der Opernball. Montag. 7.: Tosca. Dienstag, 8.: Die Zauberflöte. Mittwoch. 9.: Lohengrin. Donnerstag, 10.: Madame Butterfly. Freitag, 11.: Intermezzo Samstag. 12.: Don Juan. Sonntag, 13.: Die Fledermaus. — Schauspielhaus. Sonntag 6. Juni, norm. 11 Uhr: Davos (Ur- ausführungj, abends 8 Uhr Orpheus in d<. Unterwelt. Montag, 7.: Weh dem, der lug! Dienstag, 8. Das Kärhchen von Heilbronn. Mittwoch, 9.: Orpheus- in der Unterwell Donnerstag. 10. Weh dem. der lügt! Freitag. 11 Orpheus in der Unterwelt. Samstag. 12 : Weh dem, der lügt! Sonntag, 13., vortn 11 Uhr Aufführung Der Opern schule; abends 8 Uhr Or» l hcuS in ber Unterwelt. Strafkammer Gießen. Ein Viehhändler in Düdelsheim war in erster Instanz zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt worden weil er in den am 18. April und 17. Juli 1925 abgegebenen Umsatzsteuer-Voran- Meldungen die steuerpflichtigen Entgelte zu niedrig angegeben hatte. Er berief sich in der Berufungsverhandlung darauf, daß er die in seinen Ein- und Verkaufsbüchern verzeichneten Beträge nicht vollständig eingenommen habe und deshalb zu Anmeldungen in der vom Finanzamt er rechneten Höhe nicht verpflichtet gewesen fei. Da die Strafkammer dieses Verleidigungsvorbringen für unerheblich hielt, nahm der Angeklagte vor Urteilsfällung seine Berufung zurück. Ein wegen Einbruchdiebstahls verurteilter Handlungsgehilfe aus Düdelsheim hatte die Be hauptung aufgeftefil, der als Zeuge in feiner Strafsache vernommene Gendarmeriewachtmeister I. aus Büdingen habe einen Meineid geschworen Er war vom Amtsgerichi zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt worden, weil dieses den veriuchten Wahrheitsbeweis als mißlungen an,ah In der heutigen Berufungsverhandlung mußte einem erheblichen Beweisantrag des Angeklagten stattgegeben werden und Vertagung eintreten. Die Berufung eines wegen mehrfachen Bei- telns der Landespolizeibehörde (Arbeitshaus» überwiesenen Friseurs wurde z u r ü ck gern i e s e n. KkchNche Nachrichten. Evangelische Gemeinden Sonntag, den 6. Juni. 1. Sonntag n- Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8: Pfr. Becker. Zugleich Christenlehre f. d. Veukonfirmierten aus der Mar- kusgemeinde. 9'/,: Pfarrassist. Hertel. 11: Kinder,, f. d. Matthäusg. Pfarrassist. Hertel. - Johannes- kirche 8: Pfarrassist. Schultheis. Zugleich Christenlehre f. d. Veukonfirmierten auü d. Iohannesgem. 9'.,: Pfr. Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer. - Kirchberg. 10. 11: Christenlehre für d. konfirmierte, weibliche In- gend, nachmittags 1'.,: Mainzlar. — Wieseck, 8'/,: Christenlehre (männliche und weibliche Abteilung). 9'/,: Lia theol. Laun-Gießen. Kirchenkvll zur Förderung des Baues evangelischer Gemeinde- Häuser durch die Landeskirche. - Watzenborn- Garbenteich Watzenborn - Steinberg: 1. Garbenteich: */710 mit Christenlehre. Äa.:)ol-.sche Gemeinden. Gießen. Samstag, 5. Juni. 4' , und 7 Beichte. Sonntag. 6. Juni. 2. Sonntag nach Pfingsten, 6' . Beichte, 7 Messe, Kom. der Männer, 8 Korn., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2 Christenlehre und Segensandacht. — Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abends 8 ist Segensandacht. Freitag 6 ist Segensamt. — Grünberg. 9' Meße mit Predigt. — Hungen. 6 abends Andacht. — Laubach. 10 Meße mit Predigt. — Sich. <1/, Messe mit Predigt. Rundfunk-Programm des frankfurter SenderS. (Aus der «Radio-Umschau".) Sonntag, 6. Juni: 8 bis 9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet von der Freireligiösen Gemeinde O.senbach. 11,30 bis 12 Uhr: Große Erzieher. 12 bis 1 Uhr: Mittags» ständchei., veranstaltet vor einer Kapelle arbeitsloser Berussmusiker. 3 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4 bis 5 Uhr: Übertragung des Konzertes an der Gerbermühle. 5 bis 6 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Ryein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Eine Oberschlesienfahrt der Rheinländer", Vertrag von Dr. Carl Gebhardt. 7.30 bis 10,30 Uhr: Übertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: ..Der Opernball". Operette in drei Akten von Richard Heuberger. AnschUehend bis 12 Uhr Ucbertra» gung von Derlin: Tanzmusik der Berliner Funk» kapelle. TNontag, 7. Juni: 4,30 bis 5.45 Uhr Konzert des Hausorchesters: Veue Tanzschlager. 5,45 bis 6,05 Ubr: Die Lesestunde. 6,15 bis 6,45 Uhr: Die Bücher» stunde. 6,45 bis 7.15 Uhr ..Jugend und Bücher". Vortrag von Lehrer Kar! Stricker. 7,15 bis 7,30 Uhr: Englische Literaturproben 7,30 bis 8 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8,15 bis 9,15 Uhr: Schubert-Zyklus des Amar-Quartetts. Dritter Abend. 9,15 bis 10,15 Uhr: ..Das alte und neue romantische Lied". Verantwortlich für Politik i. D. Dr. Hans Thyriot. d?ThümpsonT aller Art verschwindet bei / der Wasche spur- j \ Jos und obre Pew \ ben, wenn Sie / Seifatpu&w verwenden, feist Q billig und schont die Stoffe I 7 *» Wiesbaden Gießen, Steinstraße 19 Statt Karten! 4860D Gießen (Roonstraße 6), den 6. Juni 1926 Wieseck Gießen, Gartenstraße 3 Frankfurt a. M 0SOT9 Darmstadt (Niederamst. Str. 51), den 3O.Mai 1926 Wir bieten an Eintritt frei! Ansprachen usw. als Kaffee! »M - wni Astoria-Lichtspiele, Sehersweg Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34 03980 Mühlstraße 3 Palast-Lichtspieie geschlossen. 4885c MU Gießen Marktplatz Die Gemeinde ist hierzu herzlich eingeladen. Die Manner- u.Frauen-Vereiniaunq. 4152V liefert Annie Süskind Emil Pfeffer Verlobte frei Baustelle ab Lagerplatz Strofborfer Strane prompt und billig Ernst Valentin Von der Reise zurück Dr.Szubinski Matratzen Wolle, Kapok, Roßhaar Preiswert u. gut sowie Komplette Zimmer aller Art und Einzelmöbel in reicher Auswahl Auf langfristige Teilzahlung Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Hermann Krämer und Frau Karolina geb. Löffert Ihre Vermählung zeigen an Otto Kitzler, Oberrevisor u. Frau Elisabeth Kitzler geb. Vollrath Paul Wehn und Frau Kathi geb. Herr geben ihre Vermählung bekannt Lilly Stern Arthur Grünewald Verlobte Aumenau / Lahn 5. Juni 1926 MANOLI A.-G. W BERLIN Gegr. 1894 Ev. Bund Treis a. 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Kapellmeisters des Staats-Theaters in Cassel, Robert Laugs = Nach dem Konzert kal e> Büfett. ------ Ab 9 Uhr geselliges Zusammensein mit Tanz, Unterhaltungs-und Tanzmusik desStudenten- Orchesters unt Leitung von Hrn. cand. med. Bergmann. Eintrittskarten zum Konzert und zum geselligen Zusammensein zum Preise von Mk. 2.— und Mk. 3 —, für Studenten Mk. 1.—, im Vorverkauf bei Musikalienhandlung Chai Her, für Studenten bei Hausverwalter Ritter sowie a.d. Abendkasse Eintrittskarten nur zum geselligen Zusammensein an der Abendkasse zu 1 Mk. Der Blüthner-Flügel ist von dem Pianohaus R. Schönau, Gießen, zur Verfügung gestellt. 4’6,D Ober-Dollendorf am Rhein Juni 1926 Stadtlyealer SWIeldMMeMsMMM Dienstag, den 8. Juni 1926, abends 8 Uhr. Erstaufführung! Die Wette Lustspiel in 5 Aufzügen von Carl Globoda. Der Vorverkauf beginnt am Samstag, dem S. Juni, in den gewöhnEKaffenstunden. Statt Karten! Ihre Vermählung geben bekannt Dr. med. Ludwig Schmidt Milli Schmidt geb. Ketter Kroidorier Strane 20______Telephon 830 Unter Rufnummer 238 an das Fernsprechnetz angeschlossen Ringfreies Tapeten - Haus Heinrich Kreiling, Gießen CafeAstoria teilte auf Wunsch Opereiten-Ahend TANZ 03993 60 Zentner unbereqneter Hafer ,u verkaufen. 4884V Daniel Born. MW, ööeröefien. 4890a < < 4 S c X r »« < 4 < < r F & 4 iWi 's ^0^ c • ü - t1- < H ..ß'* O Oft w = < HO<1 ; Oft ~ IM“ ■uur hii L, J 'S' O tslälsj erung flieg gegenüber dem Vorjahre um 68,1 Prozent. Während im Jahre 1924 6,1 Millionen Personen befördert wurden, stieg diese Ziffer im Jahre 1925 auf 10,3 Millionen Personen. Bei den Gaswerken ist ein Rückgang zu verzeichnen, der aber durch vermehrte Einnahmen der Elektrizitätswerke wieder aus- g^lichen ist. Das Geschäftsjahr, das nur neun Monate umfaßt, sei im ganzen nicht ungünstig verlaufen. * Süddeutsche E i s e n ba h n g e s e ll- schaft, Darmstadt. Die H. V. genehmigte die Regularien. Aus dem Gewinn werden 10V3 Prozent Dividende auf 20,8 Mill. Rm. A.-K., 150 930 Rm. Tantieme verteilt und 40 989 Rm. auf neue Rechnung vorgetragen. * Aus dem Betrieb der I. G. gar- benindustrie. Die I. G. Farbeninduftrie hat in der Flur Dachwig bei Erfurt mit dem Dau eines neuen Anhydratbergwerkes begonnen, um Gips und Anhydrat zu fördern, bad im Ammoniakwerk Merseburg, dem sogenannten Leuna- Werk, verarbeitet werden soll. * Notstandsmaßnahmen für den Siegerländer Eisen st einbau. Wie der DHD. erfährt, sind die Interessenverbände des Notstandsgebietes in Sieg, Dill und Lahn benachrichtigt worden, daß das preußische Staatsministerium beschlossen hat, dem dortigen Eisenerzbergbau je Tonne abgesetztes Erz eine Beihilfe zu gewähren, die zusammen mit einem vom Reich in Aussicht gestellten Betrag die in Wegfall gekommenen Vorkriegsvergünstigungen der betreffenden Gebiete ersehen soll. Berliner Börse. Berlin, 5. Juni. Während bisher die Frankfurter Abendbörse den hiesigen Börsenverkehr stark beeinflußte, blieb die gestrige Abend-Hausse völlig ohne Eindruck. Die Spekulation nahm vielmehr zum Wochenschluß Abgaben vor und beobachtete die am letzten Börsentage der Woche übliche Zurückhaltung. Die Abgaben drückten erheblich auf das Kurs- Niveau und hatten Abschwächungen bis zu 4 Proz. zur Folge. Es handelt sich aber mehr um i 117 125’ '130.7* 137 40.5 ! 54' 88,75' ,120.5' 1117,5' 1141,5* I 138* Buen.-Airek Brss.-Antw Christiania • Kopenhagen Stockholm . HelsingforS Italien. . London. 91 ent)ort . . Paris... SLwciz . Spanten - Japan . . . mio be Jan Wien in D- Öest. abgeft Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien • Lissabon Danzig. . . Konstantin. Athen. . Canada. . Urufluati 139* : 142' 134,6* ! 137.5' 130,25 130.5* 111 112 kommt meine Wanderniere gerade nach Hause, Herr Sanitätsrat!" Entrüstungss chrei. — „Es gibt doch schrecklich haltlose Individuen Versucht da ein Mann sich mit Gas zu vergiften und hat die letzte Gasrechnung noch nicht bezahlt!" Fröhlicher Kommiß. 3m Regiment Nr.... war ein Premierleutnant — so hieß es damals noch - der sehr tüchtig und brauchbar, aber von ganz auffallend kleinem Wuchs war. Eines Tages wurde das Offizierkvrps gelegentlich einer Besichtigung dem Prinzen A. borge- stellt, der hierbei an jeden der Herren einige Worte richtete. Den Premierleutnant T. fragte der Prinz: „Sind Sie im Regiment grobgeworden?'' — „Klein geblieben, Königliche Hoheit , lautete bescheiden die Antwort.-- Autotour. Neumann hat sich einen 4 - P. S. - Anderthalb- siher gekauft. Auf Taille natürlich, randgenäht, eingebautes Grammophon, Wasierspülung und allen weiteren Schikanierungen. Hat mich zum Mitfahren eingeladen. Weit und breit ist auf der ganzen Sttahe kein Mensch zu sehen. Aber Neumann hupt, hupt, hupt. „Was hupst du, Neumann?" frage ich gelegentlich. „Ist doch kein Mensch, kein Wagen, nichts überhaupt dal?" Sagte Neumann: „Ich weih, was Berliner Handelsgesellschaft Commerz- unb Prtvat-Bc.nl Darmst. unb Nationaldauk • Deutsche Bank......... Deulschc DereinSbank • • . • Diöconlo Commanbit Metallbank.......... Mitteldeutsche Trebttbcmk. . Ocsterreichische Kreditanstalt Weftbank ........ Bochumer Guh • ...... BuberuS........... Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte • . . Lberbedars Phönix Bergbau ..... Noeiniiahl.......... Nicbeck Montan ... Tellus Bergbau. ..... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovb ... Cheramische Werke Albtu . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann ..... Anglo-Cont -Guano . . . . Chemische Maver Alapin . . I. G. Farbenindusrrie, L-G- Goldschmidt......... Holzverkohlung........ mütgerswerkc Scheideanstalt ........ AUg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke ........ Schuckett Siemens A Halske ..... Adler-werte Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Hcyligenftaebt Megmn............ Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'^aft Frankfurt. Schuhfabrik Herz - > Sichel.............. Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäuirt . . . Langsam macht sich der Einfluß höheren Druckes bemerkbar, der einem neuen langgestreckten atlantischen Tiefdruckgebiet vorgelagert ist. Da der südliche Teil des neuen Wirbels hauptsächlich in Südfrankreich an Raum gewinnt, so haben wir in unserem Bezirk auch morgen noch vorwiegend mit dem Einströmen kontinentaler Luft zu rechnen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 16,0 Grad Celsius, Minimum: 10,2 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 13,5 Grad Celsius. JE 1p O L Briet 4,211 13,18 111,28 20,459 13,13 169,03 16,01 92,85 59,65 1,80 112,55 81,60 63,21 12,468 5.87 W-, J ol Abgaben aus börsentechnischen Gründen, von einem Umschwung der Tendenz und der grundsätzlich freundlichen Stimmung konnte keine Rede sein. In der ersten Stunde trat stärkeres Interesse für die als im Kurs zurückgeblieben angesehenen Papiere hervor, während die bisher bevorzugten Spezial- werte weiter angeboten blieben. Am Geldmarkt hält das Angebot an. Tagesgeld 5 bis 6 Proz. Im Devisenverkehr setzten die westlichen Frankenvaluten ihre Abschwächung fort. Paris gab gegen London auf 158,50 und Brüssel gegen London auf 156,20 nach. Das englische Pfund lag gegen den Dollar mit 4.86,75 sehr fest. Die Reichsmark ist un- verändert. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die wirtschaftliche Kolnstellation erscheint zur Zeit für die B ö r s e recht günstig, und mit Ausnahme einiger Unterbrechungen, die im wesentlichen auf Gewinnrealisationen zurückzuführen waren, blieb die Börse in der vergangenen Woche durchaus fest. Auch der Ultimo vermochte an dieser allgemeinen Lage nichts zu ändern. Der Schwerpunkt liegt augenscheinlich zur Zeit wieder im Auslande, das dauernd recht niedriger einsetzten und später die Abwärtsbewegung noch sortsetzten. Gut gehalten waren Elektroaktien, nur Siemens hatten eine schärfere Einbuße zu verzeichnen. Montanwerte lagen überwiegend schwächer. Buderus minus 2, Gelsenkirchen minus 3, Harpener minus 2,5, Mannesmann minus 1,25, Riebeck-Montan minus 3,5 Proz. Für Phönix erhielt sich etwas Interesse; der Kurs war kaum verändert. Laurahüte konnten um 2,25 Proz. anziehen. Bankaktien lagen ruhig und nur wenig verändert. Reichsbankanteile plus 1 Proz. Schiffahrtsaktien waren schärfer gedrückt bei Rückschlägen von etwa 2 Prozent. Auch die Werte des Metallbank-Konzerns lagen schwächer. Scheideanstalt minus 1,5 Prozent. Metallgesellschaft minus 0,5 Prozent, aber Metallbank plus 1,5 Prozent. Die Hausse am Zuckermarkte dürfte vorläufig als erledigt zu betrachten sein. Angeboten waren Badischer Zucker minus 3,5 Prozent, Heilbronn-Zucker minus 2,5 Prozent, während Frankenthal um 1,5 Prozent anziehen konnten. Von Bauaktien hatten Holzmann eine Besserung von 0,75 Prozent aufzuweisen. Deut- sche Anleihen notierten bei geringem Geschäft niedriger, desgleichen Pfandbriefe. Ausländische Renten vernachlässigt. Der Freiverkehr war still. Becker Stahl 27,5, Benz 69, Entreprise 8,5, Growag 58, Krügershall 101,5, Petroleum 78, Unterfranken 81 Prozent. Im weiteren Verlause blieb die Tendenz überwiegend rückläufig, doch waren die Einbußen nicht mehr so stark: nur I. G. Farben gingen um ein weiteres Prozent zurück. Am Geldmarkt ist das Angebot unverändert stark. Tagesgeld dürfte sich auf 4 bis 4,5 Prozent stellen. Monatsgeld 5 bis 6,5 Prozent je Adresse. Privatdiskonten 4,62 Prozent, Industrieakzepte 5,12 Prozent. Im Devisenverkehr schwächten sich die lateinischen Valuten weiter ab. Es notierten gegen London: Paris 158,50, Brüssel 156,75, Mailand 129,50. Mark und Pfund sind unverändert fest, Berliner Produktenbörse. Berlin, 4. Juni. Auch heute zeigte sich bei Beginnn des Mittagsverkehrs im Berliner Produktenhandel keine größere Unternehmungslust. Die Haussemeldungen Chicagos blieben ohne nennenswerten Einfluß, da gestern die Haupt- Mittelpunkte. Hier waren amerikanische Käufe zu bemerken, die vielleicht ihren Ursprung in der Verständigung mit Amerika über das Den- zingeschäft haben, darüber hinaus haben aber auch sowohl die Bilanz, wie die Gerüchte über neue Transaktionen, diesem Markt nachhaltig Käufer aus dem In- und Ausland Angeführt. Im Gefolge von Farbenaktien stehen Rhein- st ah l und Riebe ckmontan. Man vermutet an der Börse, daß früher oder später eine Fusion dieser beiden Gesellschaften mit dem Farben- konzern stattfinden wird, wobei man bereits von einem Umtausch Verhältnis von 3 zu 2 spricht. Die Anregung für die Steigerung von Elektrizitätswerten dürfte diesmal von schweizerischer Seite ausgegangen fein, denn gerade diejenigen Papiere, die auch in der Schweiz notiert werden. Elektrische Licht und Kraft und Ges- fürel, konzentrierten das Hauptgeschäft auf sich. Im allgemeinen wird die Entwicklung der deutschen Elekttoindustrie, insbesondere diejenige der Schwachstromindustrie, recht günstig beurteilt. Für Montanwerte stimulierte das bekannte Airteil des Reichswirtschaftsgerichts, das der Kohlen- industtie Rückvergütungen etwa in der Hohe von 15 Mill. Rm. zuspricht, sowie die günstigeren Situattonsberichte infolge des englischen Streiks. Man hält vielfach die aus Kvhlen- interessenkreisen stammenden Berichte für allzu vorsichtig. Charakteristisch war in den letzten Tagen, daß gerade diejenigen Papiere, die einen Dividendenausfall meldeten, ganz erheblich gesteigert worden sind und den Rückgang, den sie zunächst bei Dekanntwerden der Dividendenlosig- fert erfahren hatten, mehr als wettmachten. Dies gilt insbesondere für die Werte des Spreng- stoss-Konzems und für Oberkoks. In letzterem Papier war zeitweise geradezu stürmisches Geschäft, ohne daß ein Beweggrund hierfür erkennbar wurde. Die Tatsache, daß sowohl die' v a r i - adeln Märkte, wie auch insbesondere der Kassamarkt, dauernd vernachlässigt blieben, läßt darauf schließen, daß wieder in erheblichem Maße auf Kredit spekuliert wird. Die Umsätze am Term in markt haben beim letzten Ultimo eine recht umfangreiche Höhe erreicht, und die Stimmen mehren sich, die der Ansicht sind, daß ein baldiger Rückschlag unvermeidlich sei. Auf der anderen Seite ist nicht zu leugnen, daß die feit der Ermäßigung der in Betracht kommenden Steuersätze sich häufenden Verschmelzungen der Börsenphantasie immer neue Nahrung geben. Am Geldmarkt hat der Ultimo nur eine geringe Versteifung verursacht. Der Sah für tägliches Geld und für Geld über den Ultimo ging über 6 bis 7 Prozent nicht hinaus. Mittlerweile ist bereits eine Erleichterung eingetreten. Die bisherigen Inlandsanleihen haben eine sichtbare Verknappung noch nicht l gezeigt, wohl aus dem Grunde, weil der Erlös zum größten Teile am Geldmarkt noch zur 7" Verfügung steht. Geld 4,191 13,12 110,72 '20,359 13,07 168,19 15,93 92,39 59,35 1,76 111,99 81,20 62,89 12,408 5,83 Berlin, 4 Juni Amerikanische Note» .... Belgische Nolen ....... Dänische Noten. ...... Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten ...... Italienische Noten...... Norwegische Noten Deutsch Oesterr-, i 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten....... Spanische Noten . . Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ....... nicht. Trennungsrätsel. Kapitalien. — Kap — Italien. Kreuzworträtsel. Frankfurter Börse. Frankfurt, 5. Juni. Tendenz unsicher und schwächer.— Auf die im gestrigen Abendverkehr her- oorgetragene stürmische Haussebewegung folgte heute eine merkliche Ernüchterung, die teilweise mit empfindlichen Kursrückgängen verbunden war. Die Stimmung war sehr unsicher und im allgemeinen stark zur Schwäche geneigt. Die Spekulation sah sich veranlaßt, ihre bisherige Unternehm mungslust einzuschränken und beobachtete stärkere Zurückhaltung, wodurch das Geschäft einen ruhigen und schleopenden Verlauf nahm. Der Grund des Umschwunges ist darin zu suchen, daß viel Material an den Markt kam. Besonders stark waren die Abschwächungen am Farbenmarkte, wo I. G. Farben zur ersten Notiz um 3,5 Prozent ein dreisilbiges Wort mit folgender Bedeutung gebildet werden: 1. Alkoholisches Getränk, 2. biblischer Stammvater, 3. kaufmännische Bezeichnung, 4. Nutzholz, 5. festgesetzter Zeitpunkt, 6. europäische Hauptstadt, 7. spanischer Feldherr, 8. Göttin, 9. Stadt in Mecklenburg, (dreisilbig), 10. Schweizer Fluß, 11. Ort in Tirol, 12. Wirtschaftsgegenstand. Richtig gebildet, ergeben die Anfangs- und Endbuchstaben, beidemal von vorn nach hinten gelesen, ein Zitat von Walther von der Vogelweide. Don links nach rechts: 1. Biblische Stadt, 5. große Tür, 6. Anteilschein, 8. Tonwerkzeug, 9. ägyptische Göttin, 11. Schönheitsmittel des Orients, 12. römischer Feldherr, 13. überirdisches Wesen, 14. nordischer Name, 18. Stadt im Freistaat Sachsen, 22. Flächeninhalt eines Grundstücks, 23. türkisches Wila» jet. 24. unverdienter göttlicher Ratschluß, 25. englische s Besitzung in Südafttka. Don oben nach unten: 1. Wellkörper, 2. zum Leben notiges Werkzeug, 3. Südfrucht, 4. Sittenlehre, 5. Laub, 7. englischer Adelstitel, 8. niederländische Provinz, 10. weiblicher Personenname, 14. Umzäunung, 15. biblische Person, 16. Sohn Jakobs, 17. alkoholisches Getränk, 18. griechischer Gott des Waldes, 19. weiblicher Personenname, 20. Titel, 21. Fisch. Frankfurt a.M. Berlin Schlug» Kurs l»Uhr. Sur» Schluß- Kur» Anfang Rurs Datum: 4.6 ! 5 6 4 6 5 6. 5% Deutsche RetchSanleshr . 4% Deutsche Rcichsaoleihe • 3'/s% Deutsche Rrtch-an leihe 0,4075 0.4075 0,4075 0.385 0.405 0.3825 0,375 — 0,3825 0.375 3% Deutsche Reichsan leihe . Deutsche Sparpnunienan leihe 0.425 - 0,435 0,440 0.215 0,2325 4% Preußische KonsolS • • . 4o,o Hessen.......... 0,375 0,37 —- 0,39 0,395 3>/t% Hessen........ — — — — _ _ 0.38 - Deutsche Werth. Dollar-Aul. 94.25 — 96,1 — dto. Doll-Schav-Anweisug.*) — — — — «•/o ZolNurken........ 12.575 12,9 12,5 — 5% Gold Mexikaner - . - ■ 51,25 — — — 4 Juni- S. Juni. Amtliche Notierung Geld । Brief Amtliche Notierung Geld Brief 168,59 169.01 168,59 169,01 1,685 1.689 1,689 1,693 12,98 13,02 13,06 13,10 92.56 92,80 92,43 92,67 110,94 111,22 110,96 111,24 112,24 112.52 112,24 112,52 10,552 10,592 15,92 10,55 10,59 15,88 15,92 15,96 20,405 20,457 20,409 20.46! 4.195 4.205 4,195 4,205 12,45 12,85 12,91 12,95 81,24 63,14 81.44 81,21 81,41 63.20 63,34 63,50 1,971 1,975 1,975 1,979 0.640 0.642 0,643 0.645 59,32 69,46 59,30 69,44 12,422 12,462 12,42 12,46 7,405 7.425 7,402 5,868 7,422 5,865 5,885 5,888 3,052 3,062 3,05 3,06 21,445 21.455 21,445 21,495 80,90 81,10 80,93 81,13 2,28 2,29 2,29 2,30 5,19 5.21 5,39 5.41 4,199 4,209 4,197 4.207 4.245 4.255 4.255 4.265 Banknoten. Land' Dei Halm Lindhi meld"' gelegen! großen Ei'nnchlN Mklst erfolgt Q30BBBI BQBBB Kopfschmerz ] Migräne ' Neuralgie I Zahnschmerz j E £ E c R M _£i7o 4 LR Aufgabe. acht. ; vtlle' Salm, 'S««. «tätfti ln96tät|ei. „ ?, ^alS. ^nkappx sssSg 'A°'T^Ä sur mich?' ^UL] lagnofe, p Geräusch höre ich da in sten Rippei" _ .Aielleich! «ttt gerade nach Hause, Hm stungSschrei. chreäiich haltlose Individuen m sich mit Gas zu vergiften lrechnung noch nicht bezahlt!' cher Kommiß. . war ein Premierleutnanl i noch - der sehr tüchtig und anz auffallend Beinern Wuchs >urde das Offizierlorps gelt- gung dem Prinzen L. Borge, -den der Herren einige Worte eutnant T. fragte der Prinz: nl grohaevordtn?'-. Klein Hoheit, lautete bescheiden tB totour. nnen 4.P.S..9Inbettf)att>* litte natürlich, randgenäht, hon, WassertPÄnng und atten zen. hat mich zum Dittahm breit ist aus der ganzen Straße . Aber Reumann hupt, hupt, i, Reumann?' frage ich fiele- ,n Mensch, kein Wagen, nichts ate Reumann: .Ich weih, wat ütsichtig!' M« . im AuslMd, Winnipeg und )egen Feiertag geschlossen und e Anregung entnommen wer «lag aber heute WM erpool fester, so daß M* ife, bei ganz mäßigen Um MM xsÄZ i S- Roggen 'mat) 1? 0 l:? 900, mlandischi erste 187 1bj bis 203; )eizenmeh A ff**/»«: Lupinen (Mw iw«“* ttote »"Stip, jSySS» dl M «“5,® jun«*} twrn w . „.MC "" Bei anilk E»—— Man verlange ausdrücklich Giessener Brauhaus-Pils IYWWWMIII. MeiWe dkl LMMWOlWM stil hksskl Der nächste fünfmonatige Kurs an den landw. Haushaltungsschulen der Landwirtschaftskammer in Langen, Lindheim und Michelstadt beginnt am 1. Juli 1926. Anmeldungen alsbald erbeten. Die Schulen pnb günstig gelegen; diejenige in Michelstadt neu eingerichtet, inmitten eines grasten Parkes im herrlichen Odenwald gelegen und mit allen Einrichtungen der Neuzeit ausgestattet. Auskunft sowie Versand der Aufnahmebedingungen erfolgt durch die Landwirtschaftskammer für Hessen in Darmstadt, Rheinstrahe 62. x Darmstadt, den 12. Mai 1926. 48610 Landwirtschaftskammer für Hessen. 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Die Stimmkartei (Wählerliste) für die zum Volksentscheid über die Enteignung der Fürstenvermögen in der Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrn- wald stimmberechtigten Personen liegt vom Sonntag, dem 6., bis einschl. Sonntag, dem 13. Juni 1926, im Stadthaus, Bergstraße 20 — Zimmer Ur. 13 — zu jedermanns Einsicht offen, und zwar werktags von 7'/,—12'/, Ahr und nachmittags von 2'/,—6 Llhr, am Samstag von7'/,—1 Uhr vormittags,an den bei den Sonntagen nur von 9—1 Ahr vormittags. Einsprüche gegen die Richtig-und Vollständigkeit der Stimmkartei sind innerhalb der Offenlegungsfrist bei Meldung des Ausschluffes bei dem Oberbürgermeister (Wahlamt. Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Ar. 13) schriftlich anzuzeigen oder zur Aiederschrift zu geben. Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist, sind Beweismittel beizubringen. Wird ein Einspruch nicht sofort für begründet erachtet, so entscheidet über ihn der Kreisausschuh endgültig. Stimmberechtigt ist, wer am Abstimmungstage (20. 6. 1926) Reichsangehöriger, 20 Jahre alt und nach dem Reichs" Wahlgesetz am Stimmrecht weder behindert noch von ihm auSgeschloffen ist. Ab- stimmen kann nur, wer in eine Stimmliste eingetragen ist oder einen Stimm- schein hab 4835B Gießen, den 4. Juni 1926. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seid. C/thlaf ist das beste Heilmittel wVnial Metallbetten für groß und klein, Stahlmatratzen, auch mit Zubehör. frachtfrei an Private. Ueberall ein geführt seit 1911. Bequeme Bedingungen. Katalog 729 frei. Eisenmöbelfabrik Suhl (Thür.) Hack-u. Häufelpflüge empfiehlt preiswert 4817a J. B. 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