Nr. 104 Erstes Blatt Mittwoch, 5. Mai 1926 176. Jahrgang Gießener Anzeiger ?! General-Anzeiger für Oberheffen iso Vrrck vnd Verlag: vrühl'fche Univerfitälr-Vuch- und Steinörutferei R. Lange in Gießen. 5christleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Der Generalstreik in England liess,5 mit 56! 92,5« 61.13 mit vor von vor .62 1,5 das bil- ti U Ö deuten, zahlreiche OtganifatiDnen, darunter Reichsbanner, Vaterländische Verbände usw. beten Spalier. Reichspräsident von Hindenburg ist le. br.) Q ,5JJJ Fahrt nach dem Rathause an überall von'der spalierbildenden Menge lebhaften Ovationen herzlichst begrüßt. Kurz zwei älfjr traf der Reichspräsident auf dem Tausenden von Zuschauern umsäumte Platz 151' 87,9 m 116.5' )• ID.»' । liy 98.1V 97.» 136.9’ | £ ' 66.5 I « ‘ , M.75 Während des Essens begrüßte der Präsident des Senats, Bürgermeister Dr. Petersen, den Reichspräsidenten mit folgenden Ausführungen: 71.8 78 151,7- 87,9 86,5' 91- 61,75 65 96.75' 99.9' . 115- 121,5- 13t 38.9 .52.5 <9,i5' 94,12- 96 10(1 U4 .2.5 3.5 ,75, 52 4,51 96 30,5 54.5' 115,5- "1- Ml »9,25 52- 79.5- 94.5' W u’T seiner Begleitung gegen 1.45 Uhr hier eingetrossen. Zum Empfang hallen sich auf dem Bahnhof u.a. ter regierende Bürgermeister der Stadt Ham- turg, Dr. Petersen, der kommandierende @e- »eral des Wehrkreises II und die Stationschefs ton Wilhelmshaven und Curhaven eingefunden. Mach herzlicher Begrüßung durch den Bürger- mciftcr und Vorstellung dec erschienenen Herren Hegab sich der Reichspräsident nach dem Platze Dor dem Dahnhose, wo eine Ehrenkompag- mie der Küstenwehräbteilung Cus - laben, der einzigen Reichswehrformation auf Hamburgischem Staatsgebiete, Aufstellung genommen hatte. Der Reichspräsident schritt unter Cen Klängen des Präsent iermarsches dfe Front ter Kompagnie ab und begrüßte dann die in Hamburg lebenden Pension erlen Generäle und Admirale, die auf dem linken Flügel der Kompagnie Aufstellung genommen hatten. Rachdem der Reichspräsident den Vorbeimarsch der Ehren- kompagnie obgenommen hatte, trat er die Linaywe vo» Lnzeiae, für die lagtsnemmcr vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Steile örtlich 8. auswärts 10 tReidjspfennig; für Ne- klamean^eigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig. Platzvorschrift 20", mehr. Chefredakteur. Dr. Friedt. Wilh. Lange. Verantwortlich für Volitili Dr Ft. Dilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THytlot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. 126 90 1.5 94 105 7.7 London. 5. Mai. (£11.) Premierminister Baldwin wurde gestern vom König in Audienz empfangen. Für heute ist ein K r o n t a t cinberusen. Allgemein wird darauf hingewiesen, daß die Regierung durch die Annahme der Verordnung über den Ausnahmezustand durch das Parlament sich eine außerordentlich günstige Lage geschas'en Hot. Alle Maßnahmen sowie auch die weitgehenden Eingriffe der Regierung in die Freiheit des Einzelnen geschehen nunmehr im Rahmen der Verfassung. Hierdurch ist der Streik, ohne daß dies ausdrücklich erklärt wird, als verfassungswidrig gestempelt. Die Regierung bedient sich des Rundfunks zur Verbreitung ihrer Verordnungen sowie für alle Erklärungen und Mitteilungen. Während die Slreik.eitung keinerlei Mittel besitzt, um sich fortlaufend mit den Verbänden und Untergruppen zu verständigen. hat die Regierung mit Hilfe des Rundfunks den ganzen Derwaltungs- apparat in der Hand. In gut informierten Kreisen will man wissen, daß die Regierung mit einer achtwöchigen Dauer des Streiks rechnet. Jedenfalls werden von der Regierung alle Maßnahmen für eine längere Dauer des Streiks getroffen. Für eine weitgehende Verbreitung der von Mittwoch an erscheinenden Regierungszeitung „British Gazette" ist gesorgt worden. Die Zeitung wird täglich mit einem Sonderzug nach Dover zum Versand auf dem Kontinent befördert werden. In politischen Kreisen werden heute schon für den Generalstreik Kostenberechnungen aufgestellt, denen der 14tägige Bergarbeiterstreik von 1921 mit seinen Gesamtlosten von 350 Millionen Pfund zu Grunde gelegt wird. Danach kostet der Generalstreik täglich 3 bis 4 Millionen Pfund, die in den nächsten Tagen auf 6 bis 8 Millionen steigen dürsten. Mit dem Betrag von drei Millionen würde das tägliche englische Rationaleinkommen ein Dritte'« einbüßen. In Eitykreisen wird gegenwärtig besonders start die Frage der möglichen Dau 6 r des Streiks erörtert. Die Meinungen sind sehr geteilt. Rach der einen Auffassung wird angesichts der Stärke der Stellung der Regierung und der wirtschaftlichen Hoffnungslosigkeit und Zwecklosigkeit der Streik sehr bald in sich zusammenbrechen. Die andere Meinung, die von der Mehrheit geteilt wird, geht jedoch dahin, daß es sich bei dem gegenwärtigen Streik gar nicht um die Frage der wirtschaftlichen Lage der Bergarbeiter. sondern in erster Linie um d i e Macht im Staat handelt. 'Beide Parteien, sowohl Regierung wie Gewerkschaften, haben sich seit acht Monaten auf den Kampf vorberei- t c t Die Regierung hat eine Reihe von Organisationen geschaffen, die ausschließlich den Zweck haben, während eines Generalstreiks oder revolutionärer Unruhen eingesetzt zu werden. Man glaubt allgemein, daß ein derartiger Aufwand von Mitteln auch ausgenutzt werden wird und rechnet daher mit einer längeren Dauer des Streiks. AusdemRegierungsblatt London. 5. Mai. (WTB. Funkspruch.) Gestern wurde von feiten der Regierung mitgeteilt, daß die Regierung eine Zeitung herausgeben werde, die „British Gazette" heißen und ein Penny kosten werde. Die erste Ausgabe lag heute zum Verkauf ans und enthielt Regierungsmitteilungen fowie allgemeine Rachrichten. In ihrer Darstellung der Lage hebt das neue Regierungsblatt Hervor, baß der Streik nicht so vollständig sei. wie es seine Veranstalter vorgehabt hätten. Solange der Generalstreik von den Führern nicht aufgehoben werde, könne nichts geschehen. Dies sei eine Bedingung, die jeder Wiederaufnahme von Verhandlian en vorausgehen müsse. — Die Regierung teilt mit. daß F r e i - willige in großen Mengen der Aufforderung Folge leisten. Der Kanalverkehr zwischen Calais und Dover ist gestern mittag mittels 23 41.5' 03.26: 85.5 > 37,5 4,5 ISO | 50, 60,5! 66,5 67 11,5 12,75 151.4- 105.7- 11? 12? 108,5- 7,0} hauptsächlich für eine ausgedehnte Dersor- auna der Hauptstadt und des übrigen Landes mit den notwendigen Lebensmitteln Sorge getragen. Der H y d e p a r f ist für das Publikum geschlossen und zu einer Milchzentrale umgewandelt worden. Die Sicherstellung der ganzen Lebensmittelversorgung geschieht übrigens unter tätiger Mitarbeit der Gewerk- schaffen. Schon vor Einbruch der Nacht war in der Nähe des Marmorbogens eine ausgedehnte Budenstadt ausgestellt. Ein Fernsprechamt und ein geräumiges Geschäftszimmer für die Leitung waren mit unter den ersten Bauten, die fertig mürben. Am frühen Abend kam eine Anzahl Güter- wagen, beladen mit Lebensmitteln, an. Feldküchen, Feldöfen, Zelte und eine Verbandsstation wurden in der Mitte des Parks errichtet. In der Provinz. London, 4.Mai. (TU.) In Edinburg und Glasgow ist der Verkehr völlig eingestellt. In Plymouth und Manchester wurden sämtliche Transporte aufgehalten. Auch in Südwales liegt der Verkehr völlig darnieder. In Woolwich haben die Arbeiter des Arsenals die Arbeit eingestellt. Das Arsenal wurde darauf von Truppen besetzt. Etwa 10 000 Arbeiter der chemischen Industrie in Cheshire, die von ihrem Verband zur Niederlegung der Arbeit aufgefordert worden waren, erschienen gestern trotzdem zur Arbeit. Die Verbindung mit dem Kontinent. London, 4. Mai. (WB.) Ein einziger D- Zug wird morgen zwischen London und Dover in beiden Richtungen verkehren, um die Reisenden nach und von dem Kontinent zu befördern. Ein erheblich verbesserter Zugverkehr für morgen ist eingerichtet, namentlich auf der Central Metropolitan Railway. Der Verkehr zwischen Calais und Dover wird nur von einem einzigen Dampfer aufrechterhalten. Desgleichen wird der Verkehr zwischen L e H a v r e und Southampton bis auf weiteres nur durch einen Dampfer gesichert. Die holländische Dampsschiffahrtsgesellschast hat beschlossen, vorläufig keine Schiffe mehr nach England und Schottland aussahren zu lassen. Auch der Kanal- Verkehr Hoeck van Holland-Harwich ist ab morgen eingestellt. Heute abend geht das letzte Schiff auf dieser Route nach England ab. Die Hamburg - Amerika » Linie nimmt für den Dampfer „Deutschland" feine Passagiere nach Southampton an, da nach den neuesten Meldungen Ausschiffungen dort nicht stattsinden. Ob der Dampfer Southampton überhaupt anläuft, ist vorläufig noch unbestimmt: dagegen wird der Dampfer „Columbus" des Rorddeutfchen Lloyd Southampton antaufen. Die Reedereien, die ihre Sänfte in England berührenden Linie, befääs i e.i, verhalten sich vorläufig abwartend. D e für heute angelünbigten Abfahrten sind größtenteils bis auf weiteres verschoben worden. Auch die englischen Reedereien halten ihre Schiffe in Hamburg und Bremen zurück, da sie für die Dauer des Streiks hier billiger aufgelegt werden können als in englischen Häfen. g n j | u i 3) d u (| o jianJjtnoua© aaq 4J1 uaßaßDQ; auf die von der Deutschen Lufthansa betriebene Luftverkehrs st recke zwischen dem Festland und London geblieben. Die Strecke Amsterdam— London und umgekehrt wird nach wie vor mit brei- motorigen Iunkersmaschinen beflogen. Die französische Lufttransportgesellschaft hat bie Flugpreise von Dienstag an verdoppelt, weil der Zubrang ber englischen Fluggäste außer- orbentlid) groß unb nicht zu bewältigen war. Keine Aktivnderamerikanischen Bergarbeiter. Wilkesbarre. 4. Mai. (WTB) Der C x e k u t i v a u s s ch u ß der vereinigten Bergarbeiter von Amerika hält zur Zeit eine besondere Sitzung ab, um über das 85 ! - 36.5 ! - 129,5 ; 1294 eines Passagierschiffes und zweier Frachtdampfer aufrechterhalten worden. Es wird geschätzt, daß in Hüll 2 5000 Arbeiter ft reifen. Die Passagiere der gestern aus Reuyork in Southampton angckommen.n Dampfer .Mauretania" wurden in Kraftwagen nach London befördert. In Cork werden die Derluste infolge der Richtausfuhr von Tee. Eiern und Butter auf 103 000 Pfund pro Woche geschätzt. Weitere Meldungen besagen: In Liverpool haben zwei Kriegsschiffe Lebensrnittel gelandet. In Bristol war der Straßenbahn- und Autobusdienft in vollem Gange. Auf dem Dock ruht die Arbeit. Doch werten Dor- kehrungen getroffen, um das Löschen leicht verderblicher Waren zu sichern. Die Zeitungen sind nicht erschienen. Die ersten Ausschreitungen. London, 5. Mai. (WTB. Funkspruch.) Rachdem der gestrige Tag ohne Ruhestörungen verlausen war, kam es abends in den östlichen Bezirken Londons zu Ausschreitungen. Autos und Lastwagen wurden verschiedentlich von jungen Burschen angehalten und die Insassen gezwungen, auszustcigen. Als im Lause des Abends die Polizei verstärkt wurde, nahm die Feindseligkeit der Menge zu. Die Polizei machte infolgedessen von ihren Knüppeln Gebrauch. Zahlreiche Personen wurden ins Hospital gebracht. Den Ausschreitungen fiel ein sehr wertvolles Auto zum Opfer, das vollkommen zerstört wurde. In einem weiteren Falle wurde ein Lastauto in Brand ge - ft e d t und ein Feuerwehrauto am Weilerfayren verhindert. Sine Autodroschke wurde von der Menge über eine Brücke i n s Wasser geworfen. Der Notverkehr in London. London, 4. Mai. (TU.) Die Streiklage beginnt allmählich dach übersichtlicher zu werben. Die Eisenbahngesellschasten hoben bereits für bestimmte Stunben des Tages einen Notverkehr auf ben wichtigsten Linien eingerichtet. Die Schiffszüge von ber Küste finb fast ausnahmslos eingetroffen. Die Anschlußzüge für bie Kanalbamp- fer von Dover unb Folkestone würben ebenfalls gefahren. Das Straßenbilb Lonbons gewinnt burch bie Auswahl ber zum Verkehr herangezogenen Fahrzeuge einen eigenartigen Reiz. Das Publikum nimmt bie Unbequemlichkeiten mit gutem Humor auf. Die Parole lautet: „Einmal eine Abwechslung". Ein unübersehbarer Strom von Arbeitern unb Angestellten bewegt sich von allen Seiten Lonbons unb aus ben Vororten zur City. Alle Straßen finb überfüllt von Fußgängern, Radfah- rern usw. Die unbenklichsten Fahrzeuge werben zum Transport herangezogen. Im Lauf bes Tages hat bie Desorganisation ber Eisenbahnen leicht nachgelassen. Ein beschränkter Verkehr ist zwischen London und den Vororten aufrechterhalten worden besonders auf den elektrischen Linien. Einige Züge verkehren noch zwischen London und einigen Großstädten, sowie in Schottland. Alle Pferderennen sind abbestellt worden. In London halten alle Autobusse, die nicht der Allgemeinen Autobusgesellschaft gehören, ihre normalen Fahrten aufrecht. Tausende von Taxametern und Gesellschaftsautos aus den volkstümlichen Seebädern versehen den Dienst. Das ganze provisorische Verkehrswesen steht unter der Aufsicht der Regierung und funktioniert bis auf wenige unvermeidliche Störungen durchaus befriedigend. In einzelnen Bureaus der City find Vorkehrungen getroffen worden, um dem Personal ein Uebernachten im Bureau zu ermöglichen, da die zur Verfügung gestellten Privatautos nur einen Teil des Verkehrs bewältigen können. Der Zivil Oberlomwisiar forderte heute in einem Aufruf die Meldung Freiwilliger für die Bedienung der Züge. Auch bie Admiralität appellierte an alle Reserveoffiziere, sich für bie Hilfspolizei zur Verfügung zu stellen. Die Gas-, Elektrizitäts- unb Wasserversorgung funktioniert weiter, ebenso die Lebensmittelversorgung. Neben der Organisation bes Transport- unb Verkehrswesens hat bie Regierung ,--- "'4 J-24 - 0-38 0.4 0,41 ' 0.39 " 96,8 ' Mir* 150,75 66 duktenbörse. । GcUraistreitbefürchtWj der Berliner Produkt Jen von Beriaufsord^ sich die Stimmung aii man evtl. Rückwirkung heinlich hält. Qmmewr icrungcn fester, weil:i. it Sßerfaufsaufträgen |v oar bas Niveau gleo «ingen SrvVaxNM® :agt, \on\i Whig, rö.x HoMNmehs teto 7 ' wurde die Juli und Sepkrtia x 1 M. fester, Juli i ' notierten: Netzen, ir ; Roggen, märkischer, lst )5 bis 210; Ocrfte, inbr , märkischer, 193 bis 211 75; Roggenmehl 25,25 t 11,25; Roggenkleie 11* 9 bis 39; kleine Erbsen 22 bis 26; Wn :fo24;Wn28M 12,75; Lupinen lgelvs >' II) 24 bis 29. Erscheint täglich außer Sonntags unb Feiertags. Beilagen: Gießener Famikienblätter Heimat im Bild Die Scholle Hlonats-reiugsprels: 2 Reichsmark unb 20 Neichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: öchriftleitung 112, Verlag unb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Blain 11686. Hindenburg in Hamburg. Hamburg, 4. Mai. (Wolfs.) Seit den frühesten Morgenstunden steht das Stadtbild im Zeichen des Hindenburgbes uches. Hunderte und Aberhunderte von Flaggen wehen im leichten Winde des sonnigen Maitages. Auf den staatlichen unb den Reichsgebäuden sind die Hcust- burgischen und die schwarzrotgoldenen Farben aufgezogen. Die Schiffe im Hafen sind über die Toppen geflaggt. Der Zustrom aus den Außenbezirken und der Umgebung in die Innere Stadt ist gewaltig. Ein starkes Polizeiaufgebot begann um die Mittagsstunden mit den Absperrungsmoßnahmen. Die Schuljugend, die aus Anlaß des ersten Besuches des Reichspräsidenten in der Hansastadt schulfrei hat, Stu- HMö.25 ’■« 129,75 43,5; _ 1001 _ U51 : 80 _ 81®* Tausende unb Abertausende haben heute in ben Straßen unserer' Stabt durch begeisterte Zurufe jubelnden Herzens und strahlenden Auges der Ver- e?Mimg für Sie einen so starken unb unmittelbaren tur-brud geoeben, daß Worte diesem Bekenntnis Camburgs nichts hinzuz-'füyen vermögen. Diese Kundgebungen sind zugleich eine Huldigung für ben dmtschcn Gebauten. D?s können sie sein, well der Dlame Hindenburg bc deutschen Dolle zum Symbol für beutsches Denken, deutsches Fühlen unb deutsches Handeln geworden ist. In gleicher Straft hat unser Volk nur wenigen angchangen. Der Mann, dessen steinernes Ehrenmal in der Gestalt des ge- vunzerlen Rolands auf unseren Haf n lnnausblicki gehört dazu. Die Geschichte unserer alten Stabt, de mehr denn ein Jahrtausend lang mit ber republikanischen Staatsform verwachsen ist, beweist, was de Kraft einer einzelnen Führerpersönlichkekt gerade in einer Demokratie zu bedeuten vermag. Aber »ach Führerpersönlichkeiten großen otils können sich nicht auswirken ohne das freudige Vertrauen, ohne die opferwillige Mitarbeit der Allgemeinheit. Mir scheint es eine der bedeutungsvollsten Forderungen an das neue Deutschland zu sein, daß es diese Voraussetzungen für die Entfaltung von Führerpersönlichkeiten erfüllt. Entscheidend dafür, ob es gelingt, ist die Kraft des Willens, die unser Volk für unsere Zukunftsgestaltung einzusehen vermag. Wenn wir Sie heute, Herr Reichspräsident, gleich nach Ihrem Besuch im Rathaus in unseren Hafen führten, fo geschah das in der Erkenntnis, daß wir den Gast, den wir lieben und ehren wollen, da draußen am herzlichsten willkommen beißen können, wo die Heiligen in den Himmel ragen, wo die Schiffe der ganzen Welt mit ihren Flaggen grüßen, wo die Güter der Erde bewegt werden, wo sich jenes Hamburg am klarsten ausprägt, für dessen deutsche Mission wir leben und arbeiten. Wer uns verstehen will, der kann uns nur von dieser Seite unseres Wesens her begreifen. Erlauben Sie es mir auszusprechen. Herr Reichspräsident, es ist nicht Partikularis- mus unb nicht Ucberljebung. wenn wir Hansestädte an die Berechtigung und Rotwendig:eit der Erhaltung un'erer staatlichen Selbständigkeit glauben. sondern die Erkenntnis, daß aus unterer einheitlichen Struktur, aus unserem unmittelbaren Eingestelltfein auf die Bedürfnisse von Handel und Schiffahrt dem deutschen Vaterlande Hindenburg, der Ehrenbürger des deutschen Volkes, hochk Der Reichspräsident erwiderte mit Worten herzlichen Dankes. Im Verlaufe des Abends hatte sich eine nach vielen Jehntausenden zähle nde Menge auf dem Rathausmarkt angejammelt. Der Reichspräsident erschien zweimal auf dem Dalcon bes Rathauses und richtete unter lautloser Stille zur Einigkeit mahnende Worte an die Versammelten. die mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland schlossen. Das Publikum feierte den Reichspräsidenten stürmisch und fang das Deutschlandlied. Um 10 Uhr abends rückten die Tum- und Sportvereine an um vom Rathausmarkt bis zum Dammtorbahnhof Fackelspalier zu bilden. Der Reichspräsident erschien nochmal? auf dem Balkon des Rathauses. Bürgermerüer Dr. Petersen brachte ein Hoch auf den Reichspräsidenten aus. in das die gewaltige Menschenmenge begeistert einstimmte. Der Reichspräsident dankte sichtlich gerührt für den herzlichen Empfang in Hamburg und begab sich dann mit Bürgermeister Dr. Petersen und den ihn begleiten n Herren von ständig sich erneuembzn Zurufen begrüßt. in Kraftwagen in langsamer Fahrt zum Dammtorbahnhvf. Fahrplanmäßig ve li.h der Zug mit dem Salonwagen des Reichspräs: enten um 10,54 Uhr den Bahnhof. dcm Rathaus ein. An der Seite des Ersten Bürgermeisters Dr. Petersen schritt der Reichspräsident die Front der zur Begrüßung ausgestellten Orpo-Abteilung ab und verweilte längere Zeit bei den auf seinen Wunsch in großer Zahl erschienenen Veteranen. Beim Eintritt in das Rathaus, wo vor dem Bürgermeisteramtszimmer eine kurze Vorstellung der Mitglieder des Senats und des Präsidiums erfolgte, erneuerten sich die Kundgebungen, die ihren Höhepunkt erreichten, als der Reichspräsident hinaustrat. um für die Huldigungen der Hamburger Bevölkerung zu danken, woraus die Menge spontan das Deutschlandlied anstimmte. Von immer erneuten Zurufen umjubelt, verließ der Reichspräsident um 2' .> ÜIhr das Rathaus, um von den Landungsbrücken aus eine zweistündige Fahrt durch ben Hamburger Hofen zu unternehmen. Begleitet von D irgermeifter Dr. Petersen unb den an der Fahrt teilnehmenden Herren begab er sich an Bord der Staatsyacht .Hamburg". Alle im Hasen liegenden Schiffe, auch die ausländischen, hatten über die Toppen geflaggt Die Fahrt ging zunächst elbaufwärts an den festlich geschmückten Dampfern der Hafen- dampfschiftahrtsgcsellichast vorbei. UeberaH wurden dem Reick spro i eiten stürmische Ovationen zu teil. Dor ben Elbbrücken wurde gewendet. Dann ging es efbabwärts bis zur Hafengrenze. Auf ber Rückfahrt legte die Staatsyacht an dem Dampfer „Deutschland" der Hapag an. Der Reichs prüf ident und die ihn begleitenden Herren begäbe:! sich an Bord, wo sie von Reichskanzler a. D. Dr. Cuno, dem Vorsitzenden des Direktoriums der Hamburg-Ame- rika-Linie und den Herren des Aussichtsrates empfangen wurden. Darauf wurde der Tee eingenommen. wobei Geheimrat Dr. Cuno den Reichspräsidenten mit c’ner Ansprache begrüßte. Um 4 30 iüjr nachmittags machte b?r Staats- dampfer „Hamburg" an den St. Paulilandungs- brücken wieder sest Von hier begab sich der Reichspräsident nach dem Hause W e d e l l. ber Dienstwohnung des Regierenden ersten Bürger- rneisters. Hm 7 Hhr abends gab der Senat im großen Festsaal des Rathauses iu Ehren des Reichspräsidenten ein Essen, zu Gern eine große Reihe von Einladungen ergangen waren. wesentliche Vorteile erwachsen. Darum haben wir unser hanseatisch Fähnlein fest an die Stange gebunden, und wir werden es nicht herunterholen, es sei denn, wir zögen die Flagge des Deutschen Reiches dafür auf! Wir sind stolz darauf, Sie, Herr Reichs- präsidertt, den Ehrenbürger unserer alten Hansestadt nennen zu dürfen. Die Ehrung galt einst dem Sieger von Tannenberg, dem Feldherm, der, gestüHt auf die in der Geschichte beispiellosen Leistungen der deutschen Armee unb des gesamten deutschen Volkes, die Heimat verteidigte und vom Feinde freihielt. Heute schlagen unsere Herzen nicht nur _ dem Feldherrn, sondern auch dem deutschen Bürger zu, der sich in der Treue zu seinem Volkes im einer Pflichterfüllung dem Staat gegenüber, die vorbildlich für jed-m Deutschen bleiben muh, bewährt hat als ein Ehrenbürger des ganzen deutschen Volkes! Rehmcn Sic es, Herr Reichspräsident, als einen Ausdruck solcher Empfindungen, daß ber Senat beschlossen hat, diewichtigsteStraße in feinem schönen Stadtparkviertel nach Ihnen zu benennen. Wir sind uns bewußt, daß wir damit vor allem unsere» Vaterstadt selb st ehren. Dieser Verehrung unb unserem Danke für bie Freube und die Ehre Ihres Besuches geben wir Ausdruck durch ben Ruf: Der Herr Reichspräsident von 10* VT 19.9 7,5'I 138' 5,75 i 661 291 38 j irtlsch. r-ts? f9™1 Sät» rssK s btingi!- us v:. jltou Aricht über d-r« S?'s® ien beuM* gereist o ehend^^ eindrE h dTv Vd-U SM" Schreiben der englischen Dergarbeiterverbände zu , beraten. Ein Sewerkschaftsoeamter äußerte, et sLhe keine Möglichkeit zu einem Sympathiestreik der Bergleute auf den amerikanischen Anthrazitgruben, denn die Gewerkschaft könne die mit den Bergwerksbesitzern abgeschlossenen K o n t r a k t e nicht annullieren. Der Sekretär der Bereinigten Bergarbeiter, KennedH, erklärte, ein unmittelbarer Schritt der Bergarbeiterorgani- fation im Zusammenhang mit dem englischen Dergarbeiterstreik sei nicht in Aussicht genommen. Die Rückwirkung auf den Franken. Paris, 5.Mai. (WTB. Funkspruch.) Der Vorstand des Allgemeinen Arbeiterverbandes des EGT. fordert alle gewerkschaftlichen Organisationen auf, sich nicht zu Manövern herzugeben, die das Gelingen der Bewegung der englischen Arbeiter beeinträchtigen würden. Auch die Gewerkschaften Moskauer Richtung erlassen an die französischen Arbeiter einen Aufruf, in dem sie erklären, daß kein Kilo Kohle nach England transportiert werden dürfe. — In politischen und industriellen Kreisen befürchtet man Rückschläge auf die Pariser Börse. Die Voraussagen, wonach die Londoner Börse große Mengen von Franken zur Stützung des Pfundes aufdenMarktwerfen würde, haben sich bewahrheitet. An der Börse wurden am Dienstag große Posten von Franken angeboten. Das Psund Sterling stieg infolgedesien auf 148,50 und erreichte zum Schluß 149,40. Der Dollar notierte am Vormittag 30,6 und nachbörslich 30,8. Rllhrbergdau und Generalstreik. ($4ne Richtigstellung des Bergbaulichen Vereins. Essen. 4. Mai. (WB.) 3n der anläßlich des britischen Dergarbeiterausstandes erlassenen Aufrufe des Alten Bergarbeiter- Verbandes werden die deutschen Bergarbeiter aufgefordert, den englischen Kameraden zu helfen, insbesondere durch die Deseitigung der Lieb er schicht en, die gegenwärtig im Ruhrbergbau trotz der zahlreichen Feierschichten in erheblichem Llmfange verfahren würden. 3n einer Zuschrift des Dergbauvereins wird demgegenüber erklärt, daß es sich hierbei um unzutreffende Darstellungen handelt. Cs sei auch behauptet worden, daß durch diese Lleberschichken mehr als 23 000 Bergarbeiter brotlos gemacht worden seien. Solchen Berechnungen liege eine völlige Verkennung des Begriffes der Lieberschichten in amtlichen Rachweisungen zugrunde. 3n den Lieberschichtenzahlen seien auch sämtliche tariflich fest gelegte betriebsnotwendige Lieberschichten (Sonntagsschichten usw.) enthalten, die über Tage in den durchgehenden Betrieben. Kokereien usw. und unter Tage von Maschinisten. Pumpwerkern, Pferdeknechten usw. verfahren werden müßten. Die Zahl der zumZweckeerhöhterFörde- tung eingelegten Lieberschichten sei sehr gering. Sie könnten nur in Frage kommen gelegentlich einer gesteigerten Nachfrage nach bestimmten Kohlensvrten, die zu befriedigen nicht nur im Interesse der Zechen liege, sondern auch in dem der Belegschaften. 3n solchen Fällen ohne weiteres neue Arbeitskräfte einzustellen, die nur vorübergehend beschäftigt werden könnten, sei unmöglich. Cs sei auch festgestellt worden, daß beispielsweise im Ruhrbergbau im dritten Viertel des 3ahres 1925 mehr als dreiviertel aller Lieberschichten belriebsnotwendig gewesen seien. In maßgebenden Kreisen des Ruhrbergbaues herrscht starke Zurückhaltung wegen der eventuellen günstigen Auswirkung des englischen Generalstreiks auf den Absatz der deutschen Kohle, da man allgemein damit rechnet, daß der Streik nicht lange andauern kann. Wenn man erwägt, daß die L a g e r b e st ä n d e des Ruhrkohlenberg- baus ca. acht Millionen Tonnen betragen, so müßte der englische Streik, um diese deutschen Bestände zu räumen, von sehr langer Dauer sein. Tatsache ist, daß bereits eine größere Anzahl Nachfragen bei dem Rheinisch-Westfälischen Kohlensyn- dikat eingegangen sind. Allerdings ist es zu f e st e n Abschlüssen noch nicht gekommen. Es verlautet, daß die luxemburgischen Hütten bedeutende Abschlüsse in Hochofenkoks bei den Ruhrzechen getätigt hätten. Aber auch hierzu ist zu sagen, daß auf Grund der englischen Stteikbewegung neue Abschlüsse bisher nicht gemocht sind. Es kann sich dabei nur um die Erfüllung der regelmäßig laufenden Abschlüsse handeln. Durch die englische Arbeitskrise ist die Rheinschiffahrt ebenfalls noch nicht in erheblichem Matze gesteigert worden. Der nied- rige Preis der Ruhrkohle wird bewirken, daß voraussichtlich viele Schiffe, die sonst in England buntem, in kontinentalen Häfen die Kohlen übernehmen. So verlautet von der holländischen Grenze, daß in dieser Woche in den Rotterdamer Häfen große Zufuhren von deutscher Kohle erwartet werden. Wohnungsdebatte im Deutschen Reichstag. Berlin, 4. Mai. Präsident Löbe widmete bei Eröffnung der Sitzung dem gestern in München verstorbenen deutschen Gesandten in Wien, Dr. Pfeiffer, einen in herzlichen Worten gehaltenen Rachruf, der von den Abgeordneten stehend angehört wird. Abg. Silberfchmidt (Soz.) erstattet darauf den mündlichen Bericht des Ausschusses für Wohnungswesen über den demokratischen Antrag auf Vorlegung eines Wohn- reformgesetzes. Der Ausschuß hatte den Antrag in der Fassung angenommen, daß die Regierung ersucht wird, alsbald ein Wohnheimstättengesetz im Sinne des Entwurfes des „ständigen Beirates für Heimstättenwesen beim Rcichsarbeitsministerium" vorzulegen. In e'ner einstimmig vom Ausschuß angenommenen Entschließung wird die Regierung weiter ersucht, einen umfassenden Wohnungsbauplan auszuarbettev und dabei Vorschläge vorzulegen, durch die der erforderliche Boden zu an - nehmb are n Preisen sichergestellt wird. Bei der Beseitigung der Wohnungsnot sind weitestgehend die Gedanken ber Wohnungsreform zu verwirklichen Abg. Dr. Steiniger (Dn.) stimmt der Entschließung des Ausschusses zu, wendet sich aber gegen d e n Ausschußantrag, weil der Entwurf deS ständigen Beirates für Heimstättenwesen beim Reichsarbeitsministerium als undurchführbar erscheint. Die gegen die Bodenspekulation gerichteten Bestimmungen die- Eine Flaggenverordnung von der deutschnationalen und der volksparteilichen Presse begrüßt. Die D e u t s ch e Z e i t u n g schreibt: Die Notwendigkeit, die Verordnung erst noch begründen zu wollen, erübrigt sich. Sie hängt sachlich und zeitlich offensichtlich zusammen mit dem Be- such Hindenburgs in Hamburg, wo man weiß, was für die deutsche Haltung im Auslande förderlich ist. — Auch im Lokalanzeiger heißt es: Besonders aus Hamburger Han- dels kreisen war die Anregung zu der Aende- rung in der Flaggenfrage an die Reichsregierung gerichtet worden. Berlin, 4. Mai. (VDZ.) wie das Nachrlch. fenbureau des Vereins Deutscher Zettungsverleger von unterrichteter Seite erfahrt, steht eine Verordnung des Reichspräsidenten in Aussicht, daß für die ausländischen Missionen vorschreibt, daß bei offiziellen Anlässen neben der schwarzrotgoldenen Jab ne d i e Handelsflagge gesetzt wird, die bekanntlich die schwarzweihroten Farben mit einer schwarzrotgoldenen Gösch zeigt. Gleichzeitig sollen die Reichsbehörden zur See, die bisher die schwarzwe.hrolen Farben mit dem Staatswappen führten, die schwarzrotgoldene Gösch erhallen. wie versichert wird, sollen die Auclanomis- flonen und die Deutschen im Auslande diese Regelung befürwortet haben. Rach Ansicht der Reichsregierung liegt bei dieser Maßnahme keine Verfassungsänderung vor, da die Handelsflagge gesetzlich sestgelegt ist und die Bestimmung der Diensl- flaggen Sache der Anordnung der Verwaltung ist. Es handelt sich also hier um einen verwalkingsakt, der vom Reichskanzler gegengezeichnet wird. Das Reichskabinett hat »ch mit der Verordnung einver- standen erklärt, wird sich jedoch erneut mit der Verordnung beschäftigen, da Zwei Regierungsparteien st arte Bedenken geäußert haben. Die Stellung der Parteien. Protest der Linke», Bedenken des Zentrums. Berlin, 4. Mai. (TLl.) Drr demokratische Fraktivnsvor sitzende. Koch- Weser, sprach heute beim Reichskanzler Dr. Luther wegen der Flaggenverordnung vor. Er legte im Ramen der demokratischen Reichstagsfraktion entschiedenen Protest gegen die beabsichtigte Verordnung ein und betonte, daß die demokratische Fraktion mit allen parlamentarischen Mitteln sich gegen die Verordnung wenden würde. Sie werde gegebenenfalls sogar überlegen, ob ste den demokratischen Minister nicht aus dem Kabinett zurückziehen soll. Dom sozialdemokratischen Vorstand war beim Außenminister Stresemann der Abg. Müller-Franken erschienen, der sich ebenfalls gegen die Verordnung erklärte. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion tritt zur Erörterung der Angelegenheit am Mittwochabend ach der P e ar itzung ie > Re chs a e zusammen. Die Zentrumsfraktion des Reichstages beschäftigte sich nach der Plenarsitzung ebenfalls mit der Verordnung zur Flaggenfrage und kam zu dem Ergebnis, daß eine solche Aktion zur Zeit nicht als angebracht angesehen werden könne. Rach Schluß der Sitzung wurde der Beschluß dem Rnch^,außenminister zur Kenntnis gebracht. Die Fraktion der Bayerischen Volkspartei beschäftigte sich lediglich mit laufenden Angelegenheiten. Zur Flaggenfrage wurde keinerlei Stellung genommen, da diese Angelegenheit der Fraktion weder durch die Regierung noch von einer Partei bisher nabe» gebradü worden ist. 3m Widerstreit der presse. Die angekündigte Flaggenverordnung, der das Reichskabinett einftimig zugestimmt hat, wird In der Täglichen Rundschau wird ausgeführt: Es mar sicher kein Zufall, daß die großen Handelshäuser in Hamburg gestern bet dem Besuche des Reichspräsidenten die Handelsflagge gehißt hatten. Die Herstellung einer deutschen Einheitsfront im Auslande, der die neue Verordnung dient, liegt in dringendem Interesse des Deutschen Reiches, und wenn der Reichspräsi- deut einen Schritt tut, um in der Flaggenfrage eine Einheitlichkeit des Auftretens zu schaffen, so sollte dies wahrscheinlich nicht Gegenstand eines kleinlichen inneren Parteizwistes fein. Das Blatt glaubt schließlich die oben angeführte Mitteilung, wonach sich das Reichskadinett infolge der Bedenken der demokratischen und der Zentrumsfraktion erneut mit der Flaggenverordnung beschäftigen werde, d e» mentieren zu können und erklärt: Die Verordnung wird unter allen Umständen veröffentlicht werden. 3n der Germania erfährt die angekündigte Verordnung eine scharfe Kritik. Das Zentrumsblatt schreibt u. a.: Die neue Flaggenverordnung soll angeblich dazu dienen, Beruhigung in der Flaggenfrage wenigstens bei den Auslanddeutschen zu schaffen. Es gibt gute Grunde für die Auffassung, daß diese Beruhigung bei den Deutschen im Auslande nicht eintritt. Dagegen steht es aber außer allem Zweifel, daß diese Flaggenoerordnung ein schweres Moment der Beunruhigung in die deutsche Innenpolitik trägt und unsere ohnehin schon aufs äußerste gespannte innenpolitische Lage in geradezu gefahrdrohender Weise verschärft. Für eine auf schwachen Füßen stehende Minderheitsregierung gehört ein geradezu erstaunlicher Mut dazu, in den gegenwärtigen kritischen Zeiten ohne einen besonders dringenden Anlaß in das Wespennest der Flaggenfrage zu greifen. Im Reichstag herrscht Krisenluft. Das Berliner Tageblatt fragt: Soll wirklich jetzt in Paris und in London und in Wien dem Ausland vor Augen geführt werden, daß die Republik ihre Farben nicht zu behaupten wriß, weil es eine Anzahl Auslanddeutscher gibt, die aus fanatischer Abneigung gegen die Republik auch btren Fayne beschimptt? Will man den Aus- 4anddeutschen jetzt in den Rücken fallen, die treu zu Schwarzrotgold gehalten haben? Glaubt man der Würde des Deutschen Reiches zu dienen mit einem Zustand, angesichts dessen die fremden Staaten überhaupt nicht mehr wißen, welche Fahne als amtliche Flagge des Deutschen Reiches anzusehen ist? — Der Vorwärts sagt: Die neue Flaggenverordnung I ist nach außen rne Schädigung der deutschen Interessen und nach innen eine Herausforderung der re- publikanisch gesinnten Bevölkerung. ses Cesehentwurfes würden sehr bedenkliche Rebenwirkungen haben. Die Erfahrungen mit dem alten Heimstättengeseh seien nicht ermutigend für ein neues reichsgesetzliches Vorgehen dieser Art. Abg. Rönneburg (Dem.) äuhe'ck sein Befremden über die Haltung der Deutschnationalen. Den Führer der deutschen Bodenresor. ier, Dr. Damaschke, hätten zu seinem 60. Geburtstage auch die Deutschnationalen beglückwünscht, jetzt aber lehnten sie den Entwurf ab, der Damaschkes Werk sei. Der Ausschuhantrag wolle nur den Artikel der Reichsverfassung verwirklichen. Abg. Dr. B r e d t (Wirt. Ver.) bekämpft den AuSschuhantrag und den Entwurf des „ständigen Beirats". Das jetzt von den Bodenrefor- mern propagierte Heimstättenwesen sei gar nicht praktisch z u verwirklichen. Die Fläche Berlins würde dazu gar nicht ausreichen. Die sonst erstrebte möglichst enge Verbindung zwischen Wohn- und Arbeitsstätten wäre unmöglich und das Wohnen würde für die breiten Massen viel z u teuer werden. Abg. Seiffert (Völk.) begrüßt die Aus- schußentschließung. Ein gesetzgeberisches Vorgehen müsse vor allem verhindern, baß die in der 3nflationszeit oft von Ausländern für ein Butterbrot erworbenen Grundstücke bodenwucherisch ausgenuht werden. Der vom Ausschuß angenommene Entwurf müßte so erweitert werden, daß man gegen diejenigen Grundstücksbesitzer vorgehen kann, die die Wohnhäuser rücksichtslos verwahrlosen lassen. ^>lche Grundstücke müßten enteignet werden. Abg. Dey - t h i e n (D. Vp.) weist daraufhin, baß der Aus- schußbeschluh nur dadurch zustandegekommen fei, daß zwei Gegner des Entwurfes bei der Abstimmung gefehlt hätten. Der vom Ausschuß empfohlene Entwurf müsse grundsätzlich abgelehnt werden, weil er das System dev Zwangswirtschaft in verstärkten Form wieder einführen will. Hier müsse man schon dem Antrag widerstreben. 2lbg. Tremmel (Z.) tritt für den Beschluß des Ausschusses ein. Die Tatsache, daß früher die notwendigsten Maßnahmen aus dem Gebiete des Boden- und Wohnungswesens versäumt wurden, dürfe nicht den Vorwand bilden, es beim Alten zu lassen. Die vollkommen freie Wohnungswirtschaft würde zur Verdreifachung der Wohnungsmiete führen. Das wäre nun durchführbar, wenn die Arbetterlöhne entsprechend erhöht würden. Abg. Schirmer (Dayr. Dp.) erklärt sich für den Ausschußbeschluh. Hieraus vertagt das Plenum die Abstimmung auf Mittwoch. Die Fürstenabfindung. B e r 11 n , 4. Mai. (DDZ.) In der heutigen Sitzung des Rechtsau sschusies des Reichs- tvfls wurde der sozialdemokratisch-kommunistische Gesetzentwurf des Volksentscheides mit 17 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten nur die Sozialdemokraten und die Kommunisten. A b gelehnt wurde auch der demokratische Aenderungsontrag, für den nur die Demokraten stimmten. Ferner wurde mit 21 gegen 6 Stimmen der Abänderungsgefetzentwurs des Zentrums abgelehnt. Dafür stimmten nur die Demokraten und das Zentrum. Es bleibt in der Frage der Fürstenabfindung jetzt nur noch der R e - gierungsentwurf übrig, der erst im Plenum vorgelegt werden muß, nachdem der Reichsrat ihn erledigt hat. Ein deutsch-türkisches Abkommen? Berlin, 5. Mai. Wie die „Deutsche Tagesztg." rnitteilt, verlautet in diplomatischen Kreisen, die tür- fische Regierung beabsichtige, mit Deutschland in Beratungen einzutreten, um einen bedeutenden, langfristigen Kredit und im Zusammenhang damit ein besonderes Abkommen mit Deutschland abzuschließen, dos in ähnlicher Linie wie das entsprechende deutsch-russische Abkommen liegen würde. Aus aller Welt. Folgenschwere Explosion. 3n einer X a | (c k r Bäckerei ereignete sich durch Explosion einer Heizcöhre des Dampf- backofens ein schwerer Unfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Infolge des Dampfdruckes ist das Ende einer Röhre aufgeplatzt, der ausströmende Dampf durchschlug mit der Wirkung eines Geschosses die Backsteinwand und schleuderte einige Backsteine und die vor der Röhre sitzende gußeiserne Ofenk.appe an die gegenüber» liegende Wand, die das 20jährige Dienstmädchen Clise Siebert trafen, wodurch die Wirbelsäule durchschlagen wurde. Das Mädchen brach sofort tot zusammen. 3m Augenblick der Explosion befand sich die Geschäftsinhaberin in gebückter Stellung unter einer Türe neben dem Ofen, so daß die fliegenden Steine über sie hinweggingen, und sie nut durch die glühende Asche im Genick einige Brandwunden erlitt Sie erlitt einen Rervenschock. Großfeuer im Rotterdamer 5)asen. Rotterdam, 5. Mai. (WTB. Funkspruch,) Im südlichen Teil des Rheinhafens brach gestern abend ein gewaltiger Brand aus, dem außer einem großen Vorratsspeicher und verschiedenen anderen Gütern auch 4000 Tonnen Chilesalpeter vollständig zum Opfer fielen. An der Bekämpfung des Brandes beteiligten sich 18 Löschdampfer. Infolge des durch den Brand entwickelten Gases ereigneten sich mehrere Explosionen, durch welche vier Mitglieder der Löschmannschaften schwer verletzt wurden. Der Schaden wird auf rund eine Million Gulden geschätzt. Die Frau aus dem Fenster geworfen. Der Tiefbauarbeiter Gottfried Würfel, der seine Frau am Abend des 3. Ottober in Berlin wahrend eines Streites in der Angetrunkenheit aus dem Fenster feiner im vierten Stockwerk gelegenen ehelichen Wohnung warf, wurde wegen Totschlages zu acht Jahren Zuchthaus und acht Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte behauptete, die Frau habe Selbstmord begangen. Wettervoraussage. Nördliche Winde, für die Jahreszeit kühl, wolkig bis aufklarend, meist trocken. Die Bedingungen für das Anhalten des kühlen Wetters sind noch gegeben. Dadurch daß in Nordeuropa eine Zyklone ostwärts zieht, verstärkt sich noch die Möglichkeit des Zuströmens von verhält- nismäßig kalter Luft nach Deutschland. Aus der provinzialhaupiftM. Gießen, den 5. Mai 1926. Die Jagd im Mai. Der Monat Mai ist die Zeit des Wachsens und Blühens und die Ratur ist eine große Kinderstube, die unbedingt der Ruhe und der Aufsicht bedarf. Die 3agd ruht fast vollständig, und toeim die Büchse sprechen muß, fo gilt dies meist nur der Hege und dem Jagdschutz. Das Edel - und Damwild hat sich dem Geschlechte nach getrennt Der Wandertrieb einzelner starker Hirsche macht sich bemerklich. Deshalb sind die das Wild so sehr fesselnden Salz- lecken in bester Ordnung zu halten. Das Mutter- wild hat bereits gesetzt, oder es sucht wiesenreichen Riederwald oder Druchränder auf, um es hier zu tun. Die 3agd ruht, da der Wald im Mai Ruhe gebraucht: deshalb ist auch jedem jagenden Hunde die Kugel anzutragen. Die Sauen haben gute Zeit. Keiler, Heber- laufet und nicht 3unge führende Dachen suchen nachts die Sommerungsschläge auf und machen viel Schaden Alte Dachen frischen in tiefer Dickung und finden auch dort an reicher Erd- mast ihre Rechnung. Dei den Rehen haben gute Böcke gefegt und sind habet Don Mitte des VDonats ab ist in einzelnen, wenigen Gegenden 1ffe 3agd auf Böcke frei Eine weitere freiwillige Schonzeit bis Ende des Monats ist jedoch anzuempfehlen. Auf gehegten Revieren schießt man nicht vor Anfang 3uni die Raufer und Dchadböcke ab, da diese bei Eintritt der sogenannten falschen Brunft schwächere Docke toeit abtreiben. Die Ricken setzen und wählen hierzu gern stille Feldhölzer oder größere Getreideschläge, wo sie mehr vor Fliegen und Bremsen geschützt find, als im Walde. Die Auerhahnbalz geht im allgemeinen zu Ende, und die abgebalzten Hähne ergänzen die verbrauchten Kräfte bei der ihnen zur Verfügung stehenden reichen Kräuter-, Würmer- und 3nsekten-Aesung. 3n hochgelegenen GebirgS- rerrieten balzt zu Anfang des MonatS noch der Hahn. Die Hennen beginnen ihr Lege- und Drut» geschäft. Auf jegliches Raubwild und jagende Hunde ist acht zu geben. Die Balz des Birkhahns geht zu Ende, die überflüssigen Hähne müssen bereits abgeschossen sein. Die Hennen legen, wie die vom Qluerge- geflügel, in Heidekraut und dichtem Gestrüpp. Grasreicher Riederwald mit Moosboden wird vom Dirkwild gern gewählt. Der Fuchs raubt in diesem Monat mehr als in der übrigen Zett des 3ahreS, da eS gilt, die nimmerfatte Brut mit Fraß zu versorgen. Wo der Fuchs zu stark vertreten ist, sind die Fuchsbaue- auf ihr Defahrensein zu untersuchen. Der Dachs hat seine Zungen im Mutterbau und geht gewöhnlich nur nachts in Wald und Feld auf Fraß aus. Ueberall sticht er nach Engerlingen, Larven und anderen Schädlingen, verschmäht aber auch bei sich darbietender Gelegenheit Eier der Bodenbrüter nicht. Der erste Hasenfatz ist bei der günstigen Witterung gut durchgekommen. Deshalb sind aber vor allem wildernde Hunde und Katzen kurz zu halten. Rebhühner, die jetzt ihr Drutgeschäst beginnen, sind ebenfalls vor herumstreunendem Raubgesindel zu schützen. Schnepfen, Haselwild. Enten und Gänse find mit Legen und Brüten beschäftigt. Die Fasanen legen und brüten. 3n Fasanerien kann daS Einsammeln von Eiern noch fortgesetzt werden. Zum Schuh vor dem Raubzeuge sind hier zahlreiche Klappfallen vor den Fangöffnungen der LImzäunung am Platze. St. Hubertus. Der Derkehrsverern Metzen entfaltet in diesem Jahre eine besonders rege Tätigkeit. Zur Förderung des Fremdenverkehrs wird in Kürze ein kleiner Führer herausgegeben, der in großer Auflage an Kurverwaltungen, Verkehrsvereine, Hotels ufw. zur Verteilung gelangen wird. Umfangreiche Verhandlungen mit der Eifenbahnverwaltung ufw. sollen günstigere ZuHverbin- düngen nach Gießen und zurück erzielen, sowie geplante Fahrplanoerschlechterungen yintanhalten. Weiter sucht der Verein fortgesetzt die Verbindung mit der näheren Umgebung durch Kraftsahr- p o st e n und dergleichen herzustellen bzw. zu ver- bessern. Hierzu gehören u. n. auch die Bestrebungen, im Sommer regelmäßig zweimal in der Woche Autopo st verkehr von Bad-Nauheim nach Gießen zu leiten, um den in Bad-Nauheim weilenden Kurgästen die Möglichkeit zu geben, die Schönheiten unserer Stadt und ihrer Umgebung kennen zu lernen. Die Durchführung dieses Planes ist von den maßgebenden Stellen bereits zugefagt. Weiter sind seitens des' Verkehrsvereins Bestrebungen im Gange, im Sommer einen Auto - Pendelverkehr vom Stad11hea- ter oder Ludwigsolatz bis zum Fuße des Schiffenbergs herbeizuführen, ähnlich wie dies z. Z. unseres Omnibusverkehrs eingerichtet war. Auch wegen besserer Beleuchtung der Straßen ist der Verkehrsverein vorstellig geworden mit dem Erfolg, daß eine Aenderung der Verhältnisse zugesagt wurde. Eine alte Einrichtung Gießens, die alljährliche Feier soll auf Anregung des Derkehrsvereins von diesem Jahre an wieder aufleben. Das Fest findet erstmalig acht Tage vor den diesjährigen Sommerferien statt. Mit einer weitgehenden Unterstützung des Festes durch die Lehrerschaft wird gerechnet. Der Verschönerung des Straßenbildes durch Blumenschmuck bringt der Verein, wie an anderer Stelle berichtet, weitgehendes Interesie entgegen. Abgesehen von der Veranstaltung eines Blumenschmuck- roettbetr. erbes wurde die Herrichtung der Anlagen am Bahnhof (vor dem Hotel Kühnes angeregt und auf deren baldige Durchführung hingewirkt. Die in diesem -^abre vorgesehene Hessentagung soll mit Rücksicht auf die notwendioen umfangreichen Rorbereitiingsarbeiten bis zum nächsten Jahre verschoben werden. Dagegen wird im Herbst eine O b stund Gartenbau-Ausstellung 'in der V o l k s h a l l e stattfinden. Gleichzeitig hiermit verbunden wird die Einrichtung von Verkehrs- tagen, bei denen ein Schaufensterwettbewerb geplant ist. Als Preisrichter soll die Büroer- schäft füngieren. Auch den kommunalpolitischen Fragen bringt der Der°ehrsverein großes Interesse entaegen. In einer in Kürze stattfindenden öffentlichen Versammlung des Vereins, die in Form eines kommunalpolitischen Dis- kussion-^abends gedacht ist wird ein Dor- llondcmitali-'d d--» Derkehnsoereins einen Vortrag halten, an den sich eine Aussprache über wichtige Fragen unseres Gemeinwesens anschließen soll **»t. ■ 5. Ttt '.MaC’2’ I °»d Ä 1° gäi ! Mäh *tt « S,®U|„. ?*äC.S='®- ? Mt, bg jA®» Änfr Uibtt. HageaufS1 '* » frifc ^-°«LL °b *»»ÄJ Ä.^" et8än’° «ÄÄSÄ geht zu Sud., 6it I« balM abgeschosla *“ die dm 2uerg» UI^ Wem Gestrüpp mit Novsbodtn wirb äylt in diesem Monat mehr ^es Jahres, da eg güt, nü Frah zu versorgen ! vertreten ist, sind die Wein zu untersuchen e Jungen im Mutierbau rr nachts in Dald unh Uebetall sticht et nach ld anderen bchädiinoer. ei sich darbietender ve- mbrüter nickt. a h ist bei der günstigen ioimnen. Deshalb skb nde Amide und Jtoixr. W t$r DrutgeschS't tot &mmfcctu«rJr Kn tu. mid unb brüten beWN- m und brüten. 3n ammeln von Siern nch i Schuh vor dem Laub- che Klappsalien vor den zäunMg am Platze. St. HubrrtuS. iverein Cietzen eine besonders rege Tätig- Fremdenoerlehrr wirb in : e r herousgegeben, bet >n lerwailungen, Berkehrsver- teilung gelangen wird, um* । mit der Eilenbahnverwal- (tigere Zuyverbm- unb zurück erzielen, I°M ledjterungen Wrjj: fortgeleßlbie S-.vs ® . «ad-Nauheiv j,-Ä® । maßgebenden sind «fiSK- i Gange, 'M ^th««' ivlag nj5 j .. gu KgsXS »yeij* r ousleben- ■ den d'A^sinterstützZ weitgehenden u .xeischast ®'rM «(um erein-®,eflmeaen. tss&sS >n w’rö„,([ung < W K herein»- fif Schüler-Unfallversicherung. o. Das Hessische Canbesamt für das Bildungs- wesen beabsichtigt, eine allgemeine Schülerversicherung in 5) essen einzuführen, zu der alle Schuler und Schülerinnen unter Leistung eines jährlichen Beitrags heranzuziehen wären. Die Versicherung soll nur dann zur Pflicht gemacht werden, wenn die große Mehrzahl der Eltern damit einverstanden ist. Die Leiter der Schulen sind deshalb beauftragt, durch Abstimmung festzufteUen, ob die Eltern der Schüler zur Tragung der Kosten bereit sind. In Gießen ist diese Abstimmung zur Zeit im Gange. Aus richtunggebenden Bedingungen sind folgende Leitsätze zu beachten: Versichert werden die Schüler gegen alle Unfälle, die sie erleiden: 1. im Schulgebiet bei Unterricht, Turnen und Spiel, 2. außerhalb des Schul- gebiete:' bei allen Veranstaltungen der Schule, 3. bei Veranstaltungen von Schülersportoereinen, 4. auf dem Wege zu und von der Schule, zu und von den Schuloeranstaltungen. Die 2ci ft ungen im einzelnen Dersicherunge- s lle sind folgende. Während der ärztlichen Behandlung — läng- s' ns ein Jahr lang — werden die Unkosten des y>c . >erst,h.ens bis zu 5 Mk. im Tag ersetzt. 2. Blei- 1 m nach Abschluß des Heilverfahrens Unfallfolgen .... r ict, die das Fortkommen des Versicherten beein- trächiiacn h nnen, so wird ein Kapitalbetrag aus- bezahlt, sedoch frühestens nach Vollendung de» 18. Levenejahres, und zwar bei völliger Invalidität Mk., bei teilweiser Invalidität ein entspre- chender Teil hiervon. 3. Hat der Unfall binnen Jahresfrist den Tod des Versicherten zur Folge, so wird bcK orts- und standcsübliche Destatlungsaus- wand bis zur Höhe von 5 Proz. der Involiditäts- summe vergütet, jedoch nicht Kosten für Trauer- kleider. Bei einer Versicherung aller Schüler und Schüle- rinnen Hessens bei einer Gesellschaft würde sich der Jahresbeitrag auf etwa 75 Pf. für den Schüler stellen. Dieser Betrag würde durch die Schulkasie eingezogen. Vornotizen. — Lageskalender für Mittwoch. Hhpvthekengläubiger- unb Sparer-GHutzvrrband, Ortsgruppe Gießen: 8'ü il^r, Restaurant Hinden- burg, Mitgliederversammlung mit Vortrag von Geheimerat Dr. Best. — Gabelsberaer Steno- grcrphen-Dercln von 1861: 81 Uhr. Kaufmännisches Dereinsßaus, orbrnllich: Hauptversammlung. — Gießener Vox-Veretn: 8"< Uhr, Feschalle, Hebung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „S)aä Geheimnis ber alten Mamsell". Astoria-Licht- spiele: .DaS Tal des TobrS". — Hypothekengläubiger - und Sparer- Sch utzverband, Ortsgruppe Gießen. Heute, Mittwoch, abend im Gasthof „Hindenburg" Vortrag (auch für Nichtmitglieder) des Geheimerats Best aus Darmstadt über „Das Volksbegehren für eine gerechte Aufwertung". Näheres im heutigen An- zeigenteil. — Der Doethe-Vunb hat zu feinem nächsten Dichterabenb am Donnerstag im Kaufmännischen Vereins Haus den Dichter K l a b u n b au« Berlin elngelaben. Klabunb, so schreibt man unS, der in btefen Tagen durch bie Urausführung seines DramaS „Brennende Erbe" in Frankfurt das Interesse auf sich gelenkt hat, hat auch hier in Gießen durch bie Aufführung seines „Kreibe- kreiles" starken Beifall gesunden. Es ist zu 1)>;:nfd)en, daß dieser literarisch wertvollen Veranstaltung des Goethe-Dunbes allseitiges Interesse entgegengebracht wird. (Siehe heutige Anzeige.) • " Zur Förderung des hessischen Roten Kreuzes. Der hessische Minister des In- rern hat dem hessischen Roten Kreuz (Hessischer Landesverein vom Roten Kreuz und Alice-Frauen- n-'rein) die Erlaubnis zur Beschaffung von Geldmitteln durch Haus- und Straßensammlungen für die Zeit, vom 6. bis 13. Juni sowie zur Werbung neuer Mitglieder durch Werbeschreiben, Ausrufe und mündliche Werbung für das Gebiet des Volksftaates .Hessen erteilt Gegen bie Auswüchse beS Hausierhandels Cs ist bringend geboten, gegenüber Hausierern die höchste Vorsicht an den Tag zu legen. Gs häufen sich die Fälle, wo durch Hausierer das Publikum in gewissenlosester Weise ausgenuht wird. Vor kurzem wurde in Berlin ein Fall festgestellt, wo sich Hausierer einer ganz unglaublichen Prcisüberforderung schuldig gemacht haben. Zwei gleiche Fälle wurden kürzlich in München vor dem Strafgericht verhandelt, in welchem die Hausierer die handelsüblichen Preise um mehr als 100 Prozent überfordert hatten. Gleiche Fälle sind aus Hamburg, aus Dortmund unb Würzburg berichtet worden. Das Publikum tut gut, sich nicht durch falsches Mitgefühl verleiten zu lassen, beim Hausierer zu laufen, ber durch diese oder jene falschen Vorspiegelungen Mitleid zu erwecken versucht, meistens lediglich mit ber Absicht, dieses Mitleib dann in ungebührlicher Weise auszunuhen. Das Publikum kann nicht genug ermahnt werden, seine Einkäufe beim ortsansässigen Handel zu decken. Hier hat es bie Gewähr, daß es nicht übervorteilt wird. In einem besonders krassen Falle wurde festgestellt, daß ein Hausierer mit einer angeblichen Empfehlung des Reichspräsidenten von Hindenburg reifte. Es stellte sich selbstverständlich heraus, daß diese Empfehlung gefälscht war. ' Ein Wink für Gartenbesitzer. Heuer blüht der Flieder besonders üppig, unb herzerquickend ist in diesen Tagen daS Bild der Vorgärten in der Franksurder Straße. Aber leider tragen gar manche Sträucher die Spuren roher Eingriffe in fremdes Eigentum. Vielfach sind große Reste kahl gerauft, geknickt und manch.- Stämmchen bis auf das Mark gesplittert. Oft werden die abgerissenen Aeste In nächster Räh? weggeworfen, so daß ber Beweis böswilliger Zerstörung gegeben ist. Hiergegen schützt nur Selbsthilfe. Ich empfehle ein sicheres Schutzmittel. das an ber Innenseite ber Gitterst äde da auszustreichen ist, wo sich bie Missitäter feft- balten, wenn sie die Dlütensträuch:r zu fassen suchen. Don dem in Drogerien käuflichen .Brem- senfchutz-Oel Giff-Gisf" oder van Hirschharnöl wird eine kleine Menge mittels Holzspanes unter Fett gerührt unb wie angegeben verwandt. Wer einmal die Hände mit dem Abwehrmittel beschmiert hat. ist dauernd geheilt. Wenn nur ein kleine«: Teil der Gartenbesitzer zu diesem Mittel greift, werden bie Klagen über die Verwüstungen der Gärten verstummen. Ich habe mich _ gewundert, wie schnell bekannt wird, wo .Hände mit dem abscheulich riechenden und gut haftenden Abwehrmittel in Berührung gekommen sind. P. •• Der Konsumverein Die ßen und Umgegend kann in diesen Tagen auf sein 25jähriges Bestehen zurückblicken. AuS diesem Anlaß finden an den Tagen des 12., 13. und 14. Mai verschiedene Veranstaltungen statt, gleichzeitig werden auf der Liebigshöhe die Beratungen des Verbandes Südwestdeutscher Konsumvereine vor sich gehen. Das Festprogramm sieht u. a. für Donnerstag. 13. Mai (Himmelfahrttag) einen Kinderfestzug vor. au dem die Kinder biS zum 10. Mai angemeldet fein müssen. Um 2 Uhr soll sich dieser Festzug durch die Straßen der Stadt nach dem Philofovhenwald bewegen, wo sich Kinderbeluftigungen aller Art und Ausgabe von Brezeln an die Kinder anschließen. Abends bei eintretender Dunkelheit erfolgt der Rückweg der Kinder mit Lampions. Man beachte die heutige Anzeige. •* Gesperrt. Wegen Neuherstellung der Freitreppe am Fußweg neben der katholischen Kirche ist der auf die Treppe führende Fußweg zwischen Liebig» und Wilhelrnstraße vom Polizeiamt bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt worden. •• Eine Ausstellung „Unsere Zä h n e" wird von der Vezirksgruppe Ober- Hessen deS Reichsverbandes Deutscher Dentisten vom 8. bis 11. Mai im Katholischen Vereinshaus in Gießen gezeigt. Die Ausstellung, der man weiteste Beachtung wünschen muß, ist mit einem öffentlichen Vortrag am Sonntag- vormittag über „Zahn- und Mundpflege" verbunden. Eintritt frei. Räheres in der gestrigen Anzeige. * • Der Männer-Badeverein hat den Badebetrieb in seiner Anstalt wieder ausgenommen. D 2lusfallgarantie für Lieferungen hessischer Firmen nach Rußland. Wie wir hören, beabsichtigt Hessen, gleich dem Vorgehen anderer Länder, für die Lieferungsgeschäfte hessischer Firmen nach Rußland eine Ausfallgarantie bis zum Höchstbetrage von 1 Million Mark zu über- nehmen. Eine entsprechende Vorlage wird demnächst dem Landtage zugehen. WSN. Gepäckversicherung. Dom 15.Mai ab wird für die Versicherung von Reisegepäck innerhalb Deutschlands eine neue Police mit einer Geltungsdauer von 30 Tagen eingeführt. Die Derfiche- ruiigsgebühr beträgt 6 Mk. für je 1000 Mk. Versicherungssumme. Der Umfang der Versicherung ist der gleiche wie bei den bestehenden Policen, bei denen sich die Versicherung auf ganz Europa erstreckt. Die Policen find an allen Gepäckschaltern der Reichsbahn erhältlich. WSA. Der Bedienungszuschlag um- satzsteuerpflichtig. Der Bedienungszuschlag in Gaststätten bildet nach einem Urteil des Reichsfinanzhofs einen Teil des umsahsteuervflich- tigen Entgelts, das der Wirt vereinnahmt, fe- fern es vom Bediensteten mit Zustimmung des Wirts nach einem bestimmten Satz vom Hundert des Preises der Speisen unb Getränke dem Gast in Rechnung gestellt wirb. ES gilt dies selbst bann, wenn der Bedienstete den Zuschlag an den Wirt nicht abliefert, sondern als Entlohnung zurückbehält. * * D e f f e n 11 i d) e Bücherhalle. Im April wurden 1281 Bände ausgeliehen Davon kommen auf: Erzählende Literatur 806, Zeitschriften 76, Iu- gendschriften 84, Literaturgeschichte 4, Gedichte und Dramen 13, Länder- und Völkerkunde 57, Kulturgeschichte 27, Geschichte und Biographien 85, Kunst- geschichte 11, Naturwissenschaft und Technologie 43, Heer- und Seewesen 16, Haus- und Landwirtschaft 12, Gesundheitslehre 7. Religion und Philosophie 22, Staatswissenschaft 5, Fremdsprachliches 13 Bände. Nach auswärts kamen 15 Bände. * Pers onalien. Durch Entschließung des LandesamtS für d-Ts Bil>ungSw^sen wurde ber Studienreferendar Dr Hrin.ich Kraushaar auS Rödgen zum ßtubienaffeffor ernannt. — Regierungsbaurat HaenSler wurde von ber Prä- flbialfte.le des Lan eS^inanzamles Köln zur Prö- fibialfteile des Lnn eS.inanzamtes Darmstadt mit dem A ntssitz in Gießer vrrsezt. " Au» dem Gießener Standesomts- r e g i ft e r. In der Zeit von 15. bis 30. April ver- starben: 16. April: Marie Marx, geb. Korndörfer, Witwe. 84 I. alt, Südanlage 3. 17. April: Paul Noll, 10 M. alt, Brandgasse 5. 19. April: Susanne Margarete Wohlfahrt, geb. Lang, Witwe, 66 I. alt, Licher Straße 74; Karl Friedrich Anton Rinn, 1 I. alt, Kirchenplatz 3. 20. Avril: Katharine Margarete Bobrmann, geb. Eiff, Witwe, 62 I. alt, Licher Straße 157 21. April. Ludwig Schardt, Arbeiter, 62 I. alt, Seltersweg 38. 22. April: Wilhelm Hamel, Schneider, 64 I. alt, Wetzsteinftraße 42. 25. April: Heinrich Eduard Schneider, 3 I. alt, Am Riegelpfad 6; Jakob Ferber, Rentner 65 I. alt, Neustadt 19. 26. April: Jakob Muth, Rentner, 78 I. alt, Frankfurter Straße 36, Paul Dienemann, Lehrer, 57 I. alt, Roonstraße 18. 27. Avril: Elisabeths Seidewand, geb. Klotz, 77 I. alt, Bleichstraße 15. 30. April: Johann Georg Deck. Schreiner, 70 I. all, Lahnstraße 15. * * Die Maul- und Klauenseuche in Grüningen, Bellersheim und Utphe ist erloschen. Bezirkstag der Eabelsbergerschen Ztenogrephen. (Reichskurzschrist-Dezirk Gießen.) = Friedberg, 2. Mai 1926. Der Bezirk Gießen des Hessisch-Nassauifchen Verbandes (Babelsberger Stenographen hielt gestern und heute aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Stenographenvereiniaung (Babelsberger Friedberg hier feinen diesjährigen Frühjahrsbezirkstag ab. Die Bcrlreterlagung, die gestern abend im Ratskeller unter der Leitung des Bezirksvorsitzenden, Prokurist Kuhl- Gießen, stattfand, nahm einen vorzüglichen Verlaus. August Balzer, der Vorsitzende des Friedberger Festausschusses, hieß die Vertreter in Friedberg willkommen und begrüßte namentlich auch den Ehrengast, Prof. Kramer- Darmstadt, den Gründer des Friedberger Vereins vor 25 Jahren. Der Geschäftsbericht des Bezirksvorsitzenden Kuhl konnte mitteilen, daß die Umstellung in Reichskurzschrift in fast allen Vereinen vollzogen sei. Insgesamt wurden im abgclaufenen Jahr im Bezirk 596 Anfänger unterrichtet, darunter 590 in Reichskurzschrift. Die Mitgliederzahl beträgt 1161. An den mit Beifall aufgenommenen Bericht schloß sich eine lebhafte Aussprache an, die sich vor allem mit dem Thema „Stenographie und Schule" beschäftigte. Recht interessant waren die anschließenden kurzen Berichte der einzelnen Vertreter über die besondere Tätigkeit ihrer Vereine. Zufammenfassend kann darüber gesagt werden, daß sich nach dem vielfach beobachteten Rückgana infolge der Umstellung auf die Einheits- kurzschrift fast allenthalben wieder eine Bewegung in aussteigender Linie zeigt. Die von Kaufmann ®ra = oelius- Gießen erstattete Rechnungsablage weist einen Umsatz von 1534,51 Mark, einen Kassenbestand von 67,01 Mk. und ein Vermögen von 366,54 Mk. auf. Die Versammluna stattete der Geschäftsführung durch einstimmige Wiederwahl des Gesamtvorstandes ihren Dank ab. Für die nächsten drei Jahre stehen also wieder an der Spitze des Bezirks: K. H. K u h l, 1. Vorsitzender; F. K o p p . 2. Vorsitzender; L. G r a- oelius, Rechner; 5t. Nachtigall, Schriftführer; Alex K a r n d a ch , Karl Heß, Ckkf Rieß, Beisitzer (sämtlich Gießen). Der Wettschreibe- ausschuß fetzt sich zusammen aus A. Siebert und Ehr. Breidecker (Gießen) als Obmännern und Fritz Rinn- Heuchelheim und Walter Kirchner- Wieseck als Ersatzmänner. Die neue Bundeswettschreibordnung war dann Gegenstand längerer Aussprache, ebenso der am 11. Juli in Darmstadt ftattfinbenbe große Verband stag, der sich zu einer Massenkundgebung für die Sache der Einheitskurzschrift gestalten soll. Der diesiährige Herbstbezirkstag findet im September in Wieseck statt, um den Frühjahrsbezirkstag 1927 hat sich Schotten beworben. Eine lebhafte Aussprache riefen die Anträge des Reichskurzschriftvereins Marburg hervor. Diese gehen von dem Gedanken aus, die Kurzschrift mehr sportmäßig zu betreiben und fordern die Austragung von M a n n s ch a f t s k ä m p f e n auf dem Herbstbezirkstag sowie die Einrichtung von Staffelkämpfen für das mit dem Frühjahsbezirks- taa verbundene Wettschreiben. Endgültige Beschlußfassung in der Angelegenheit erfolgte noch nicht; auf dem diesjährigen Herbstbezirkstag soll aber versuchsweise einmal mit der Durchführung der beachtenswerten Vorschläge begonnen werden. Heute früh sand in der Augustinerschule bas v^irkswcttschreiben statt. Es wurde vorwiegend in Rcichskurzichrift und nur noch vereinzelt nach System ©abclebergcr geschrieben. Auch ein Preis-Schön-und Richtigschreiben wurde ueranfialtcL Die Beteiligung der Vereine war recht gut. Es nahmen insgesamt 3 0 3 Dettschrciber an dem Wettschreiben teil. Eine Reihe wertvoller Ehrenpreise tür bie besten Leistungen in den einzelnen Abteilungen standen zur Verfügung; sie kamen bei ber Sicaerverkündiaung um 6 Uhr abenb» zur Verteilung Abends beschloß die Feier des 25jährigen Bestehens der Stenographenvereinigung (Babelsberger Friedberg den sehr fchön verlaufenen Bezirkstag. Nachfolgend veröffentlichen wir die (Erfolge, die die Gießener und die benachbarten Vereine beim Wettschreiben hatten. (Ges. — Gesellschaft Gießen, Vcr. 1861 — Verein 1861 Gießen.) 220 Silben: System (Babelsberger: Lina Wahl, Damenverein; — Reichskurzschrift: 1. und Ehrenpreis: Friedel Balken, Gesellschaft. 200 Silben: System (Babelsberger: 1. und Ehrenpreis: Slug. Hirsch, (Bef.; Else Ebert, Damen- verein; 1. Preise Karl Schneider, Der. 1961; — Reichskurzschrift. 1. und Ehrenpreis: Anni Sommer, Ges. 160 Silben: System (Babelsberger: 1. und Ehrenpreis: Willi Gosfelmeyer, Der. 1861; 1. Preis: Elisabeth filingelböfer, Ges., Dora Heß, Ges.; 2. Pr.: Minna Frutig, Hungen (Ges. Gießen). — Reichs- kurzschrift: 1. und Ehrenpreis: Georg Wahl, Gei. 14 0 Silben: elftem (Babelsberger: 1. und Ehrenpreis: Anna Benzler, Damenverein. — Reicho- kurzfchrift: 1. und Ehrenpreis: Heinrich Konrad, Der. 1861; 1. Preis: Kürt Moosdorf, Ges. 12 0 Silben: Reichskurzschrift: 1. und Ehren- preis: Emmi Schüler, Gef., Hildegard Kuhl, Gef.; Hrch. Blum, Der. 1861; Emilie Bellof, Ges.; 1.Pr.: Stad Kühn, Der. 1861; Elisabeth Gladigow, Damenverein; Mathilde Hamel, Ges.; Adolf Kling, Wicseck; Martha Nau, Damen verein; Ottilie Luh, Großen- Linden; 2. Preis: Frd. von Lemmers, (Bef. 100 Silben: System Gabelsberger: 1. und Ehrenpreis: Erna Jung, Heuchelheim; 1. Preis: Käthe Henkelmann, Heuchelheim; 2. Preis: Alice Albert, Damenverein, Helene (Euler, Gef. — Reichskurzschrift: 1. und Ehrenpreis: Lisel Eckert, Damen- verein; Hrch. Preußer, Ges.; 1. Preis: Hrch. Geißler, Ges.; Oskar Winzer, Ges.; Kari Bischoff, Ges.; Erna Velten, Großen-Linden; August Frank, Wieseck; Ernst Schneider, Wieseck; Otto Wahl, Ges.; 2. Preis: Otto Gerhard, Ges.; Karl Spieß, Großen-Linden; Anna Lotz, Wieseck; Anna Pirr, Großen-Linden; Meline Schmidt, Heuchelheim; Karl Jung, Großen- Linden; Lina Rau, Wieseck; Marie Schmidt, Wieseck; Marie Braun, Ges.; Hrch. Graf, Ges.; Thea Fischer, Großen-Linden. 8 0 Silben: System (Babelsberger: 1. und Ehrenpreis: Ludwig Fett, Der. 1861; 1. Preis: E. Rohrbach, Lollar. — Reichskurzschrift: 1. und Ehrenpreis: Olga Pfeiffer, Damenverein; Johanna Flamme, Gef.; 1. Preis: W. Rieß, Der. 1861; Carola Fischer, Lollar; Elli Steffes, Lollar; Hedwig Schäfer, Lollar; Kurt Leivold, Der. 1861: Marie Dolkmann, Heuchelheim; Wilh. Momberger, Verein 1861; Dora Nickel, Gef.; Elli Volland, Gest; Fritz Möller, Ges.; L. Blum, Ges.; Ernst Hock, Großkn- Linden; Fritz Stern, Großen-Linden; Karl Petrasch, Lollar; Frdr. Kaletsch, Lollar; Herrn. Mandler, Heuchelheim; E. Fritzges, Lollar; W. Drommershausen, Der. 1861; Hans Bepperling, Der. 1861; (Bretel Becker, Olef.; Luise Schnell, Lollar; Alb. Best, Ges.; 2. Preis: O. Häuser, Großen-Linden; Hrch. Gümbel, Großen-Linden; Alwin Hardt, Ges.; Hans Pseiff, Ges.; 3. Preis: L. Weigand, Großen-Linden; Minna Deibel, Wieseck. 6 0 Silben: Reichskurzschrift: 1. und Ehrenpreis: Walter Noll, Ver. 1861; Gretchen Fischer, Großen-Linden; W. Jung, Der. 1861; W. Schorge, Großen-Linden; F. K. Pitz, Steinberg (Der. 1861 Gießen); 1. Preis: Anna Scyp, Großen-Linden; Else Stinn, Gef.; O. Mattern, Leihgestern (Der. 1861 Gießen), Paul Metz, Der. 1861; Hugo Baumann, Gcs.; Karl Bernd, Der. 1861; Margarethe Rohrbach, Lollar; Gg. Schneider, Gef.; Ottilie Schwalm, Lollar; Hrch. Mehl, Großen-Linden; Berta Eisenbach, Gef.; E. Schäfer, Gr.-Linden, K. Reitz, Ges.; >L. Eigner, Ges.; E. Bender, Der. 1861; W. Zubrodt, Der. 1861; E. Hansult, Wieseck; Emilie Weller, Wieseck; Gg. Hanitsch, Der. 1861; Dinchen Hofmann, Damenv.; 0. Wagner, Ges.; A. Wagner, Wieseck: Jul. Mehl, Gr.-Linden. — Außerdem noch eine größere Zahl 2. und 3. Preise, die aus Raummangel nicht alle aufgeführt werden können. Schön- und Richtigschreiben: Reichskurzschrift: Derkehrsschrift: 1. Preis: O. Deibel, Wie- seck, M. Schmidt. Wieseck; H. Baumann, (Bef.; H. Gießler, Ges.: H. Graf, Ges.; 2. Pr.: A. Kling, Wie- seck; 3. Pr.: L. Rau, Wieseck; Ä. Hirsch, Ges.; Hrch. Gümbel, Gr.-Linden; D. Wahl, (Bef.; Redeschrift: 1. Pr.: A. Sommer, Ges.; G. Wahl, Ges.; v. Lemmers, Ges.; 2. Preis: K. Moosdorf, Gef.; 3. Preis: Karl Bischoff, Ges. — System (Babelsberger: Verkehrs- schrtft: 1. Preis K. Oswald, Wieseck; 3. Preis: Else Ebert, Damenverein Gießen; Minna Fruttig, Ges. STOEWER-WERKE AKTIENGESELLSCHAFT vormals GEBRÜDER STOEWER / STETTIN Generalvertretungi AQmann Ä Schneider, Gieden, Kaiserallee 45, Telephon 1248. O31D STOEWER TYPE 012 V SECHSZYLINDER TYPE D9V VIERZYLINDER Vierradbremse, 6-fache Ballonbereifung auf abnehmbaren Stahlrädern ferner Stoßdämpfer, Scheibenwischer, Boschsucher, Boschhorn, Geschwindigkeitsmesser, Manometer, Uhr, Benzinuhr, Zigarrenanzünder, reichliches Zubehör und Werkzeug $1/313 PS 6-SITZER rm 9s500 13/55 PS 7-sitzer j?jf12|250 DZe „STOEWER^-Automcbile haben sich seit 25 Jahren — selbst unter schwierigsten Verhältnissen — als die zuverlässigsten Automobile höchster Qualität erwiesen. Diese alten, guten Eigenschaften verbürgt auch heute jeder „STOEWER“ trotz der billigen Preise '.•1 $?■. •?. fr." . -> '! ■ ■J M Sfi /■< &.T": »> •• Ä-' .1 • V >-' ■' . W - Die trauernden Hinterbliebenen Gießen (Stephanstraße 28), den 5. Mai 1926. Der Schwimmwarl- 4039c StÄ"“9cr In treuem Gedenken: Der Akad. Theo!. Verein zu Gießen ut er Ohr I A.: Kempf x 03224 Georg Appel Gießen MB,D Gießen, den 4. Mai 1926. 03211 Reparatur 395 2£) von Kraftfahrzeugen MarburgerStr. 34:: Telephon 298 Tel. 1085. D Dern geboteerbtüet Ernst Balfrr,Papierhdlg., • 'Uimißburn 11. 405fi. GerichtsooUz. in Gießen, Steinstr. 13. Lüdanlaae 15.1 Wtaußburg 11- Wasch-Samt 4058a Mark odehaus Salomon indanthrenfarbig, in mehr als 30 Farben 70 cm breit, per Meter Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen wir innigen Dank. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 6. Mai, 2‘/3 Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof statt. 4057D jed. Art übernimmt in erstki. Ausführung bei billigst. Berechnung Georg Karl Reit, GieBen Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Beck geb. Baum. j Vermietungen | Pens. Brandl Zimmer frei. Menheit! Schlaffer! Vertreter gesucht. 13-ür einen spielend leicht verkäusl. uncnt- benrL neuen Bureanbevarfsartikcl, d. jeö. Bureau, jede Berwaltimg. Handel und In- duslrte brauchen, gut eingcfübrtcn Voztreur für den bteüncn Bezirk gcfu bt. ß-ür fteife., strebsame Herren mit anienBelkanfstalen- ten und ficherm Auftreten blendende, vor« zügl. und vornehme Lerdienümöaltchreit. Schriftliche 2(ngebote unter 398!D an den (ttlehener Anzeiger. Junger Friseurgehilfe gesucht. 03204 Riibl, Weiterg. 5. MM Worlllln mit schöner Handschrift . die sicher rechnen kann und mit buchhalierischen Arbelien öertrant ist, für mein Büro gesucht. Schrisil An- Vergebe Alleinskrtretung für meine Spezial bekleidnng. Berkau» an Br,vale. MMamM für jedermann durch Uebernahme einer Agentur alter Versichern <> ff s*<*e- seilschalt. 4010A Aniraaen an Karl Adolf WeglaLrt, Assakurans, Franklurt a. M., Goetbestr. Ginfn® Ml. MN per sofort od. 15. Mai an foltdeö iyröuletn zu vermieten. dtähereö ($nf6 Ernst Ludwig. Für bereits bestens eingeführten Spe- zial-ArtiKel wird bei Grohhünd- g lern und WiederverKäufern der ja Lack- und Farbenbranche | bestens bekannter und rühriger Vertreteri von bedeutendem Unternehmen gesucht. 9 Ausführliche schriftliche Angebote unter 9 3984nz an den Giehener Anzeiger erbet. 9 Donnerstag, den 6. Mai 1926, nabmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: a) 1 Auto (30/80 P.S.), 1 Klavier, eine Standuhr, 4 Schreibtische, 1 Registrierkasse, 1 Warenschrank, ein Vertiko, 1 Sofa, 2 Nähmaschinen, 7 Sandsteinblöcke, 80 Itr. Roggenstroh, 1 große und 1 kleine Trommel mit Becken. b) Bestimmt: 1 Karton Strauhsede»n, I Karton künstt. Blumen, 4 Dosen Bonbons, 20 Handtaschen, 14 Be- suchstäschchen. c) Bestimmt (Ort wird im Versteig.- Lok. bekannt gegeb.): 2 Schreibtische Wärterin zum 16 Mai gesucht. P oviuzial Pflegeaustalt, dicker Str. 74. «»v GroßeKonzeroQssollschaft (Leben und sämtliche Sparten> sucht für Oberhessen tüchtige Reisebeamte und Bezirksverireter Reg. zeitgem.Vertragsbedingunffen. Erprobte Fachleute, die sowohl in der Gewinnunff von Mitarbeitern, als auch in der persönlichen Werbetätigkeit nachweisl Hervorragendes leisten, werden gebeten, sich zu bewerben unter F. E. ül. 146 an Ruflol! Bloase, Franklnrl a. H.3965ss Streng vertraut Behandi. zugesich Deutscher Bund für christlich evangelische Erziehung in Haus und Schule. Donnerstag, den 6. Mal, abends 8 Uhr im Iohannesfaal: Familien Abend ^Gesangliche und musikalische Darbietungen, Rezitationen usw.). Ausführende: Frau Mendelssohn-Bartholdy Frl. Oda Stammler, Konzertsängerin Der Frauenchor, Herr R. Richter am Klavier Wir bitten unsere Mitglieder um zahl- reiche Beteiligung.4033V hohen verdienst auch nebenberuflich, finden strebsame Herren durch Berkaus vat. Neuheit fürLandivirle.^eder Vanbrotrt ist Käufer. Näheres durch 031M Ü3ax Twele, Butzbach. vom Lande nicht unter 17 I., für Küche und HauS per bald gefnrb:. Näb. frankfurter Strafte 36 1. 4MÄD Mackiiartlkkl Tücht., gut eingef. Vertreter bei grober Berdienst- Möglichkeit gesucht. Oss. unter F. T. 7974 an Ala-Haasenateln & Vogler, Frankfurt a. dl 4047A Braves, fleistiges^ Mädchen für Gartenarbeit gesucht. Wo ? zu erfragen In der Geschäftsstelle d. Gieu. Anzeigern 4035V InrHeteinooii 1846, Wen Schwimmadteilung Donnerstag, den 6. Mai, abdS. 8 Llhr im Städtischen Dolksbad: MMIM Einzelw ettkämpse. Gruppenspringen und humoristische Einlagen. Freunde u. Gönner unserer Abteilung find herzlichst eingeladen. Eintrittspreis20Pf. Am 19. April starb unser lieber Alter Herr und langjähriges Vorstandsmitglied des A. H.-Verbandes Pfarrer Litttefl Hein zu Reinheim i. O. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß unsere liebe Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Frau Margarethe Gernand geb. Braun Witwe im 79. Lebensjahr sanft entschlafen ist Alle, angesehene leistungsfähige Fabrik teebn. Oeli und Fette sucht -nm Besuche von Landwirten rührigen Vertreter geg. Hobe Provision. EingeführteVertreter erhallen besondere Vergünstigung Schriflt. Angebote unier 4051U an den Gtehener Anzeiger. ®ab" Zimmer zu vermieten [11Ssn8 Mnticrallec 36 111. BI. Zimmer g"fuchl, möglichst mit Logis. Schrift! Angebote unter 03219 an den Gteff. Anz. Möbliertes Zimmer mögt, mit sep. Eing., aus 15. Mai gesucht. Schrtstl. Angeb. unt. 03160 o. d. Gien. Anz. Solides, kinderloses Ehepaar sucht 3 Räume «nötigenfalls wird Einrichtung einer Slticbe auf eigene Kosten übernommen! geg. zettgem. Miete tn guteinHaufe.Schr. Angeb. mit Preisangabe unter 03229 an den Gtefi. An,. ' .Mietgesuclie~j Tausch- wohunna Wer tauscht 5= oder 6-Zimmer- Wohnung gegen kleinere 4-Zimmer "Wohn, in gutem Haufe im Zentrum der Stadt. Schrift! Angel ote unter 3978V au den Gtefi An,, erbet en. BefüilüOiioötneftEie rzzimei- BOnnng von einer Dame au mieten gesucht. Off. u. Nr. 1242 an Hcrio, Piockslr. 5 4042h Mieten sie von, uns einen ffltlltt Am« auch Kellerraum, mit 1 bis 2 leeren Zimmern tBureau) zu mieten ntindil Off. unt. Nr. 1243 an Herio,Plockitr.5.^h jStellenan geböte} für gefchäftsgew. Persönlichkeit. §«^v Kiel, Schliefffgch 166. Vertreter die in Hotels, (Gasthäusern u Cafös gut eingef. sind, zumVer- trieb eines gef. gefch. Apparates b. gutem Verd. sofort gesucht. Off. unt. F. H. P. 189 an Rudolf Moste, Frankfurt M SS 2 MW zum Dtstelstechen gesucht. [03207 Braun, Marburger Str. 66. Köchin Ob. Kochsrau für sofort od. später gesucht. 4045V Baveriscber Hoi Bahnhofstr. 43. Ordentliches.braoeS Will. Simmet m. Gartenbenutzung an ruhigen Herrn au vermieten 4046 D Slhlsseabergeclveglb. llllllillllllllllllllllllllllKIIIII Skvtzes Zimmer Aum Atöoellmter- stellen zu vermiet. Zu erfr. in d. Gefchst. d Gieß. Anz [03212 llllllllllllllllllllllllllllllllllll Laden 2 Lchaufenite , mit oder ohne Werkstatt bzw. Lagerraum zu vermieten. Schrtfil. Angeb. untci 03213 an den Gtefi Anz. iü!s-8nP auf einige Wochen zu vermieten Man rühre mich kalt an Suppen in Wurstform und lasse mich dann 20 Minuten kochen. Alsdann verwandle ich mich in 6 Teller hochfeine, schmackhafte Suppe. Meine Familie besteht aus den Sorten: Erbs fein, Erbs mit Speck, Erbs mit Reis Blumenkohl, Spargel.Tomaten.Grünkem, Pilz, Ochsenschwanz, Krebs. Teigwaren. Dabei bin ich so billig I Jeder Kaufmann hat mich. {Stellengesuche Suche f. einen brav. Jungen. Kriegsvoll- töfitfc, kaa!m. Lehrstelle in nur gutem Haufe. Bed.r Jami- ltenanschl.,guteprak° tische u. theoretische Außb., gute Behänd!. Bei Erf d. Bed.wird eine monatl. Beihilfe gew. Geil.Angeb.au Fr. Sehanb, Oberlemp lKr. Wetzlars. Hs. 36. { Verkäufe | 7 schöne Ferkel hat zu verkaufen <007D Heinr. Dörr, Rein b a rdöbain. Glucken mit Küken verkauft 03192 Bnugard, Hardt 1. Zu verkaufen eine gutgehende GasliiiteMI. Sichere Eristenz, eignet fich vorzüglich für Schlachterei. Erforderlich 15 bis 20 Mille. Sckrifil Angeb. unter 4023D an den Gies;. Anz. UM ui Marburg, Wetzlar, sowie tn verfcb. Heinen Plätzen l03*” zu verkaufen. Schleenb^cker Moltkettrafie tz. Wit 81.-»tü 'Wetzlarer Str. 54, Haus sofort beziehbar, Scheune, Stallungeil, gr. Hof, Obstgarten von den Erben zu verkaufen. Angebote an aTCf, Wilb. WeigeU V., Ztt.-Lindcn, Frank- furter Str. 148. Leicht- Motorrad l11 P.S., tadellose Aiaschtne, für 180 Pik. zu verkaufen 03218 Frankfurter Sir. 86p. Gasherd mit Gestell zu verkaufen 0320t Diezstrafie 10 II. stiohölmotor, 6 biö 7 P.S, neu. Eis. Bassin, ca. 2'/» cbm, iow.Ebemikerwag. Umstände halber vreiswert zu ver- taufen. * 03215 Anfragen unter M 50, Haupt postlagernd Gienen. Feflerbeit und Kopf« Missen, sowie eleg. Dem -Frühjahrsrnnn- toi, Gr. 42, zu verk Wo?sagtd.GeschäftS- stelle d. Giefi. Anz. igt.Hohtiil.fiofiei ulfeiogr 9ff. Sofi. preiswert zu verk. Au erfragen in der Geschäftsst. d. G. A. Täglich 2 Ltr. Zlcptt abzuaeben. Wo? sagt d. Geschäftsstelle des Gien. Anz 03232 | Kaufgesuche ] MoM nicht unter 250 ccm, i.nurgliterhaltet.em Zustand gegen Bar- zablung sofort au kaufen gesucht. Schriftliche Angebote unter 03216 an den Gien. Anz. erb. Notweinflaschen werden für 10 Pfg. pro Stück nbgeholt. Schr. Angeb. unter 4009l>a.d Giest.Ani GronerTevvich von Privanu. zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote unt. 03195 an den Gien Anz erb. Empfehlungen [ Tamcu Kvvfwalch. Frisieren und On- dulicren 1.8VM. Eleg. Frisur mit Ondulation 0.90 Pag.- ».Bubiköpfe werden sorgfältig ge- fcbnlrenuni) frisiert. Fran Erna Stehllng, Gnauthstr. 34. 03209 Dam.-Frifier-Salon Ford auf Kredit! Eilanfrag. u. 03223 an den Gieff. Auzeig. Schellfische Labliau Seelachs Goldbarsch hechte 4055c Maifische alles nur beste Nordseeware, empfiehlt Donnerstag u. Freitag etntreffend Hamburg.Fischhandlg. A.Koch Nachfolger Schulftr. 10, Tel. 1612 AM MIM Moni empfiehlt 08234 (Seorg Wentels gegenüber der Engelavotheke Frische Mck in strammer Eis- Packung billig ein- getr offen. 4052 c Minheim Balnibofttrake 59 __Telephon 66 Fensterleder echte Sämischfelle in verschiedenen Grös;. au billigen Preisen. Baer & Bamberger W-lltor«r.1S MllWegr.?^ Psd. 45 Pi. LlMeWA Pid. S5 vk. GflOna« o. 8. Pfd. 30 Pf. SeeiMs o. 8. Pfd. 30 Pf. W. kaisfleisiv Liebtgnr. 71. 4054c spltotl täglich frisch gestochen, empfiehlt billigst W. Hankel, Neuen Baue 7. Teleph. 612. ««l> Achtung! Ich warne hierniit jedermann meiner Frau, Elise Hetz geb. Ols etwas auf meinen Namen ztt leihen, od. zu borgen, da ich für nichts auf« koinme, weil mich dieselbe böswillig verlassen hat. 03199 Peter Heb, Kieken Bahnbofstraste 20 p. Grülrdlicher Klaviemnlerrich gesucht. ©diriitL Angebote mit Preis unt. 03225 an d Gieff. Anz. erb. ßifttL smntiöetia kommt ins Haus, auch f. starke Damen Jackenkleider und Mäntel gutsitzend. Schrtfil. Angeb. unt. 0322S a. d. Gies;. Anz. Hansa Handelsschule /. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr 60 vorm. Hermes Neue Kurst 3. Mai. ÄMlWM erteilt gewissenhaften Unterricht in allen Fächern der Oberrealschule, gfeft-r. z. Beifügung. Schrtstl. Angebote unt 02994 a. d. G. A. tief# empf.sichlm Kleidermachen nndAuSbess. der Wäsche tnu.au6. dem Hauke. Nähere- Kirchenpl. 18v 03221 Beines BoggtiiM Landbäckeret nimmt noch Kundschaft an. Schrtfil. Angebote unter 03222 an de« Gienener Anzeiger. «Mark ’ gegen gute Sicherheit und Sinfen für fofort gcsiM. Schritil Annebo e unter 03205 an öen Gien. Anz erbeten. Personen die Kenntnis von dem Aufenthalt des Karl Allen dorf a. d. Lumda, haben, iverden um Mitteilung gebeten. Lndwlg Noll I., Aden- dorla.d, Lda. 381 *1) ( Vereine | Hubertus D. w. I. Sitz Gietzen Heute abend8V,Uhr SchützenhauS, Jagdfilm Das weidmannsjahr Gäste, auch Damen, willkommen. 4041V Vorstand. Gietaer M.-Verm 1885 e.V. Donnerst., 6. d.M. s1/, Ubr abends Liebiffbhöhe Zusammenkunft mit Damen. "“c Der Vorstand. MWWWOA.M? muß, habe sch allerhand Versuche gemacht, um möglichst wenig Arbell damit zu haben. Seit einiger Zeit benutze ich nun Bumus und bin wirklich sehr sehr zufrieden damit. Bor allen Dingen greift dies Mittel auch die Wäsche und Hände nicht so an, wie die sodahaltigen Präparate, und die Wäsche wird blütenweiß. Ich emofchle Durnua, seitdem ich dasselbe im Gebrauch habe, allen meinen Bekannten immer auf das wärmste. Elise verw. Weiße, Dresden-^, Mosczinskysttaße 9, II.* Burnus spart außerdem Zell, Seife- Feuenmg. Es ist keine Seife und kein Eauerstofftiräparat. Der Schmutz wird schon beim Einweichen völlig gelöst. Alles Näher« in der Broschüre „Verbilligte, schonende Schnellwäsche", die wir Ihnen kostenlos Burnus - Verkaufsstellen ,-Rnrnus 6m organNe fuhren, zum Pu:ise von 2?Sßf., FullW,WllMMel August 3 o r o 6 i A « G, Darmstadt. W unl( hi/äen.^ 6lLs,r em fahren un-> heindensee- ; Wenig ihm E kommt, ein die oerpaß1 m Schopf Di-Ku° jiiin hatten digung- "iJRufiolir darin. 65 darin, der ihm na--'. wagen! B' fine einlud. Aeoolution Ehrgeiz W t, de aerobe aus stürzt wort ein. Er, b« am Duce jeden Fa jung untc er wenige digungen Niger all disperati t au zahm fern, wo wird, er I Buseng' ßcn Anhai mona, der wo er um Tagen ist denen Naci ren Zusani garinacciai Turati!' antisemitisN muß von d war mit i meint: Tun linische neu gibt es gar zählt man vierzig Mil großen Tei sie sich, von denke etwa Nom, Nath die Po/stit < zwar ärmlic (fintn qtntr zwischen 3ui> für Italien r Mussolini wer nun vor wer Nobesp die Gegensä auch bereit- lange die ÜJ Diktators li b'e Cchism Heer, immei nötigenfalls beisoringen, Polizeitrupp Sie Wall so unheilfchn dem Mare nt vergehende € einer Lurchbr fern von Ge> nicht so weit Ichlecht unt vorgibt. f)iet die vielsach Zensur in 3' erstattung d nicht zutnssl lkugl Eck einer AN, eine; Mtenb de Magikers d ^hlt, haue latjeiin sei jventgsiens 2ljfatrcn d Kleinem ftraße erst ^rohmann ^Menden Mer j^e ^isehntau U,.gebrach P°luik. Ger Ä’1 im mjjj1 tii°2> ihrer L di ire an 'n8Hr Mein« en; b| ^«t Rei| ^nkem. 'ei9waren r Kaufmann u 'urstform 34 59 r- litt UM« mite Ctchkr- . flf^en mite Sicher f beit utto Sink» M WM SdycvUl Umut it mnex (8201 in nmex 0320jon :m M. ge- iehlt s. in- «1 M (61c W Ra« Landbäckern nimmt noch Kundlchasl an. §chnsil.«ngeboie nmet (6222 an btn (Siebener gmtlttt ein IÜ8. icn. Ul utr ~ö7 Pi. QlttÄu,n^ 'orn- Htrrtits N^IUni ■ 3. Afa/, JÄ Otroifitnbaf. Jn" Unterricht i fjy ®«,*rn der ^U«erfüflun(. untÄ ®n9ebele Mn eMNchim «leider. LrÄL""^bess oerAaiche in mach demHnuir. Nähere» RitdunpitStL ®si Ären. An, c?.' Personen die Scnntniä oca dein Auientdolt bc? Karl Noll.91 llfn dori o. b. Lniiidi. babtit werden um Nltiteilunn fldieien. Lodwig Soll L.ti»; iorlt-d-M*- "'» . F Vereine I i, Huberte MÄW e.d.A e7. ebote 0322a .erb. irmlt einer He 8 ! OUf 1 »u men. i auf- inid) villia WM icfteii 20 v. v. w. I. Sih Gießen Heute adenlü'^ Lchüvendau». aadbülm hNM* Säfte, au» « -uiutosaÄ_ i)(iu5- Ton°AbeudS amen < ieh|gi-böhe undi Kfflmmenfnnh itzend. ^if jamcn. Lunt-LÄr«^ k.U W k-in- 60 ,‘g schon LiZs organi UtiWiy Mittwoch. 5. Mai 1926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. Zweites Blatt DP THOMPSON'S gebleicht werden gemacht hat, ergaben, daß der Gelang keine angeborene Eigenschaft ist, sondern zum Teil erst durch Beispiel erlernt wird. Wohl singen solche isoliert aufgejvgenen Vögel. aber die Melodie klingt nur stümperhaft, zum Teil sogar ganz anders als bei den Artaenosien in der Sceiheft. Ich besitze zurzeit einen Stieglitz, den ich zum Studium des Vogel- ge'angs noch im Dunenkleid aus dem Nest nahm und ausiutterte. Dieser Vogel bringt durchaus nicht den charakteristsichen Stieglihgesang, sondern läßt einen ganz entarteten Gelang hören, der an Ammerge- zirpe erinnert. Sogar nicht einmal der Lockton, daS hübsche .stieglit', ist ihm eigen, und man sollte doch eigentlich meinen, daß die festgele^ten Locktöne durch eine jahrtausendlange Gewohnheit zur erblichen Eigenschaft geworden seien. Durch meine Versuche konnte ich seststellen, daß die jungen Vögel draußen in der Freiheit die Melodie des Gesangs sich nicht erst, wenn sie flügge gewoiden sind und selbst zu singen beginnen, aneignen, sondern bisweilen schon im Nest. Sie lauschen dann dem Vortrag des Vaters und nehmen bereits besten Melodie auf. ES ist allo ein großer Unterschied, ob man einen jungen Singvogel erst kurz vor dem Nusfliegen aus dem Nest nimmt, oder bereits in den ersten Lebenslagen. Im letzteren Falle wird der Artgesang verstümpert, im ersteren Falle dagegen nicht oder weniger. Freilich gibt es aizchVogelarien, denen der charakteristische Nrtgesang angeboren ist. Dies ist z. V. bei der Heidelerche der Fall, die, ganz jung aus dem Nest geraubt, später genau ebenso singt wie der in der Freiheit aufgewachsene Vogel. Der Gesang der Heidelerche besteht nur aus wenigen Tönen, die trillernd und flötend vorgetragen werden- So ein* förmig der Gesang auch «st, so klingt er doch ungemein lieblich, wie zartes Glockengeläut. Wenn man bedenkt, daß der Stieglitz seinen auch nur einfachen Gesang erlernen muß, die Heidelerche ihn aber als Erbstück mit auf den Lebensweg bekommt, so ist dieser Unterschied eine sehr auffällige Erscheinung die sich nicht ohne weiteres erklären läßt- Wir sehen also, daß die Biologie unserer heimischen Vögel manches Rätsel birgt, besten Lösung der Forschung noch Vorbehalten ift“ Wie lernt der Vogel sein L ed? Nuf diese wie auf manche andere Frage gib: der berühmte Ornitho'oge Friedrich von Lucanus im Maiheft von Velhagen & Klas ngS Monatsheften Antwort. Es heißt da: .Versuche, die man neuerdings mit jung d?rn Nest entnommenen und in isolierter Gefangenschaft aufgezogenen Singvögeln sind der Schmuck einer jeden Dame, haben aber den Hach teil, dass sie leicht Schmutz anneh- men. Sie werden wieder strahlend weiss, wenn sie mit des damaligen Prinzen, Präsidenten in Compiegne Herbst 1852, die verwegenste und traumhaft schöne Reiterin hinter der Meute, von überlegter Zurückhaltung gegen den zukünftigen Kaiser, dessen sonstige Verbindungen erst gelöst werden mußten, ehe Eugenie ihre Pläne reifen lassen konnte. Dann jene unvergeßliche Abendgesellschaft in den Tuilerien im Januar 1853, als sich die Flügeltüren öffneten, und Eugenic von Montijo mit ihrer Mutter erschien, über und über mit Veilchen geschmückt, dem äußeren Zeichen des Jawortes. Drei Tage später wurden am schwarzen Brett der Mai^e l.'zu Paris aufgeboten: S. M. Napoleon III. mit Fräulein Eugenie von Montijo. Unö dann die filmartige Abwechslung der Hos- bilder, Eugenie als gekrönte Kaiserin, Eugenie als junge Mutter, ©ugenie als Regentin, als Vertreterin ihres Gemahls bei der Eröffnung des Suezkanals. Eugenie als Mitverschworene Oliviers und Palikaos, die .ihren Krieg" in Gang bringen muhten, Eugenie in der MietS- kalesche aus Paris ans Meer fliehend, Eugenie am Sarge ihres Gatten und schließlich, eine verhärmte aber aufrechte Frau, die im fernen Zulu- lande in Südafrika die Stätte besucht, wo ihra einzige letzte Hoffnung, ihr Sohn Louis, zwecklos sein Leben verblutet hatte, eine Frau mit Augenlidern, die vom Weinen schwer und starr geworden waren. lind als Sonnenblick, der aber nicht mehr wärmte, jenes für uns so schmähliche Gegenstück zu dem ihr tätlich verhaßten 18. Januar 1871. der Vertrag von Versailles 1919. Etwa ein Jahr nachher starb tve Vierundneunzigjährige in der Hauptstadt ihres Vaterlandes, in Madrid Eugenie von Montijo. (Zu ihrem 100. Geburtstag.) Don F. A. Fahlen. Das Schicksal der Kaiserin Eugenie hat die Wucht einer Tragödie des Aeschylos, oder besser gesagt, eines Dramas von Shakespeare. Denn, während dem Trauerspiel des ersten attischen Tragikers der Humor ganz, aber auch gänzlich fehlt, hatte das Leben der ehemaligen Franzosen- failerin seine Falstafsperioden, es spielte sich, wenigstens auf seiner Höhe, auf dem grotesk- lomiichen Hintergründe der Spekulationen und Affaircn des dritten Napoleon ab, der z. B. mit seinem Gefolge den Bauplan einer P rächt- (kraße erst festlegen lieh, wenn der bekannte Strohmann, Monsieur Legrand, alle in Betracht kommenden Grundstücke, die ein paar Monate später jedes eine halbe Million brachten, für sünfzehn'.ausend Franken oder noch weniger an sich gebrach, hatte, lieber diesem Dschungel von Politik, Gerissenheit, Verderbtheit. Entartung und naiver Geldmaci ecei blühte sie wie eine unerhörte tropische Blume. Schon ihr Name war eine spanische Romanze, in Verse gebracht von den beflissenen Hos- heraldikern des letz en Napoleomden: er lautete Marie Eugenie Guzman y Palafox Fernandez de Cordoba Leyva y la Cerda Gräfin von Teba, von Vanos, von Mo a, von Santa Cruz, von der Sierra. Markgräsin von Mya de Ardales de Orsera, Dizegrä' n de la Calzada ufir. In der Mitie der vierziger Jahre machte im Pyrenäcnbade Bagneres eine ^Gräfin Mon- tifo mit einer berückend feoönen Tochter großes Aufsehen, die Ebenerblühte war bekannt wegen ihrer Mildtätigkeit. Besonders hatte sie eine verhutzelte alte Frau in ihr Herz geschlossen, die vor dem Gasthause Streichhölzer feilbot-, beim Abschied erhielt sie sogar ein Goldstück. Da bat die 2llte um die Hand Cagenies, um ihr zu weissagen. Sie brach in Rufe des Erstaunens aus: .Was sehe ich, größtes Glück steht Ihnen Pariser Brief. Paris, 2. Mai 1926. Das französische Parlament hat nunmehr endlich das Budget über das Jahr 1926 verabschiedet. Es schließt mit einem regelrechten Ueberschuß von 160 Millionen Franken. Trotzdem hat der Franken Don- nestag in London und Neuyork seinen bisher niedrigsten Stand erreicht. In der darauffolgenden Nacht ist in Paris die Nachricht eingetroffen, daß es dem französischen Botschafter in Washington dadurch, daß er über das Angebot Caillaux hinaus- ging, gelungen fei, mit dem Kongreß ein Abkommen über die Regelung der französischen Schulden mit den Bereinigten Staate n zu schließen. Diesem Abkommen wird nunmehr im Laufe der kommenden Woche das A b k o m m e n mit Großbritannien auf dem Fuße folgen. SEIF I X bevor. Sie werden die erste Dame Europas werden!" Als Eugenie Kaiserin geworden war. empfing der Vorsteher von Bagneres aus dem kaiserlichen Kabinett tausend Franken für die alte Gelähmte. Hm die Werbung des Kaisers hat sich ein Schwarm von amüsanten, boshaften und gut erfundenen Geschichtchen gebildet. Die einfache Wahrheit ist wohl, daß der überlegen kluge Politiker, als alle Versuche, sich mit alten legitimen Fürstenhäusern zu verbinden, gründlich fehlgeschlagen waren, kurzerhand die Schönste zu seiner Gemahlin wählte, die ihm auf seinen Festen und Abendgesellfchaften begegnet war. Hnb wenn man die Darstellungen des damaligen Fürstenmalers Taver Franz Winterhaller betrachtet, muß man sagen, daß sich, wenn man nicht gerade auf edle Rassenreinheit Wert legt, etwas Schöneres nicht denken läßt. In Eugenie hatte sich spanisches, französisches und schottisches Blut vereinigt, ihr Vater ein spanischer Grande, ihre Mutter, der die Geschwätzigkeit, wohl mit mehr Recht als bei der Kaiserin Eugenie, ein ungebundenes Leben nachsagle, die Tochter eines in Melage lebenden, schottischen Kaufmannes Kirk- patrick und einer Französin. Unser Woltke, der als Adjutant des Kronprinzen 1856 Paris besuchte, schrieb über sie: „Die Kaiserin Eugenie ist eine überraschende Erscheinung Sie ist schön und elegant. Hals und Arme sind von unübertrefflicher Schönheit, die Gestalt schlank, die Kleidung ausgesucht, geschmackvoll und reich, ohne überladen zu fein. Sie spricht viel und lebhaft und zeigt dabei mehr Lebendigkeic, als man an so hoher Stelle gewohnt ist." In demselben Jahre hatte die Kallerin ihrem Gemahl den Thronerben geboren, jenen Prinzen Luft», den wir von unsren Soldatenspottliedern her kennen, und den ein blindes Schicksal durch die Höhen kaiserlichen Glanzes und durch die Abstürze der englischen Verbannung in die Lanzen schweifender Zulus führte. Das waren die Stufen dieses in alle Sonnen und alle Schatten getauchten Dasein: die blühende sünfundzwanzigjährige Gräfin Montijo, als Gast Denn zweifellos wird sich Finanzminister Psret, des Kampfes um das Budget ledig, in den nächsten Tagen nach London begeben, um die englisch-französische Schuldenregelung nunmehr endgültig zu erledigen. Wird es nach dem vorerst doch nur rein theoretischen Abschluß gelingen, in Amerika eine größere Anleihe aufzunehmen, so daß die schwere Belastung des Budgets dadurch zum mindesten für das laufende Budgetjahr ausgeglichen werden kann? Denn in diesem Etatsjahre find an die Bereinigten Staaten von Amerika 30 Millionen Dollar, an Großbritannien 4 Millionen Pfund Sterling zu zahlen. Wenn nun auch angenommen werden kann, daß ein Teil davon durch die Erträge des Dawes- planes gedeckt werden kann, fo bleibt doch eine Rest- summe übrig, die weder durch den Budgetüberfchuh, noch durch die Mchrerträge, die die Steuerhöhungen cinbringen sollen, gedeckt werden kann. Mit dieser Unsicherheit tritt der französische Finanzminister an die schwere Ausgabe der finanziellen Sanierung Frankreichs heran, die er um fo rascher wird durch- führen müßen, je mehr er sich bemühen will, in den Bereinigten Staaten eine Anleihe unterzubringen. Das Beispiel Belgiens aber dürfte hinreichend be- weisen, daß derartige Abschlüsse im jetzigen Augenblick schwierig geworden sind, und daß die amerikanischen Geldleiher nicht geneigt sind, derartige Transaktionen bei der jetzigen Wirtschaftslage in Europa ohne Garantie durchzuführen. Jedenfalls wird das französische Parlament, das am 28. Mai wieder zusammentritt, in den Monaten Juni und Juli sich mit sehr ernsten und für die Zukunft Frankreichs sehr bedeutungsvollen Problemen zu beschäftigen haben. Die Grundlage für die Schuldenregelung und für eine, auch nur in geringem Ausmaße durchzuführende Amortisierung der schwebenden Schulden aber bleibt die Stabilisierung des französischen Franken. Die Friedensoerhandlungen in Marokko sind, so erklärt man sogar in maßgebenden Kreisen, sehr schlecht eingeleitct worden. Die Vertreter der Rifkabylen haben es abgelehnt, über das militärische Sicherheitsprogramm, das von Frankreich und Spanien aufgestellt worden war, getrennt von dem politischen Programm zu verhandeln. Um nicht in den ersten Tagen einen Bruch herbeizuführen, mußten die euroväischen Unterhändler nach- geben, und mit diesem Minus sind sie in die eigentlichen Verhandlungen eingetreten, fo daß bis jetzt kein Gefangener zurückbefördert werden konnte. Im Gegenteil, man rechnet in Paris mit derMöglich- teit eines Abbruchs im Augenblick, wo dies geschrieben wird. Einige radikale Blätter jedoch erklären im voraus, daß sie einen derartig frühzeitigen Abbruch der Verhandlungen für nicht opportun halten, besonders, wenn die wiederholt angekündigte große Offensive auf dem Fuße folgen sollte. Wenn nichts Unerwartetes eintritt, wird also das Marokkoproblem durch das Verhalten der Rifkabylen aufs neue zu einem außerordentlich e r n ft e n werden, denn die islamische Welt verfolgt die Verhandlungen mit großer Aufmerksamkeit, seitdem die Spanier und die Franzosen die Bedingung gestellt haben, einen von den Rifstämmen selbst gewählten Führer zwangsweise feines Amtes zu entheben und aus feinem Heimatgebiet zu entfernen. Frankreich und Spanien schaffen wieder für die islamische Welt einen Märtyrer, der von außen her vielleicht viel schädlicher wirken kann, als wenn man ihm unter seinen Stammesgenoffen, wenn auch -nur eine scheinbar herrschende Stellung belasten würde. Dem geringen Erfolg in Marokko steht cm militärischer Erfolg in Syrien gegenüber. 11000 Franzosen Haven 6000 Syrier besiegt, Sueida ift entsetzt und die Drusen haben eine schwere Niederlage erlitten. Ob diese Niederlage ihre Kampfeslust gebrochen hat, steht allerdings dahin. Die letzte Woche hat die Derössentlichung des deutsch-rufsischen Vertrages gebracht. Er ist zu Beginn von der französischen Proste ziemlich ruhig, von einem Teil der Blätter sogar gleichgültig ausgenommen worden. Allmählich aber wird die Kritik lebhaft, und es wagen sich Kommentare hervor, die jedoch sicher nicht amtlich veeinslußt sind. Wären sie cs, bann würde die überwiegende Mehrheit der französischen Prcste sicher nicht Urteile fällen, aus denen man schließen muß, daß sie sich nicht einmal die Mühe genommen hat, den 93er- tragstext und die Noten des Reichsaußenministers Stresemann eingehend zu studieren. Es ift nicht ausgeschlossen, daß die französische Regierung unter dem Druck gewisser mitteleuropäischer Staatsmänner, die in der Kleinen Entente einr Rolle spielen, eine Art Fragebogen an die Reichsregierung richten wird, um durch eine Interpretierung die Empsindsamkeit der Feinde und der lauen Freunde der Locarnopolitik zu beschwichtigen. Aber den grundsätzlichen Verneinern einer auf dem Völkerbund aufgebauten Verständigungspolitik mit Deutschland muß man doch im jetzigen Augenblick von Paris aus erklären, daß s i e es gewesen sind, die in Osteuropa durch diePolen gegenüber betriebene Politik den jetzigen Zustand geschossen haben, für den sie Deutschland und Rußland allein verantwortlich machen wollen. Wenn diese Kritiker kein schwaches Gedächtnis hätten, müßten sie sich daran erinnern, daß es Elemenceau gewesen ist, der schon kurz nach Friedensschluh das Wort vom „Cordon sanitaire“ geprägt hat, den man um Rußland legen müsse, was ja in Wirklichkeit nichts anderes bedeutet, als jene wirtschaftliche und finanzielle Abschnürung in Friedenszeiten, gegen die sich der Berliner Vertrag mit Recht wendet. Auch in der Politik — und das müßte man gerade in Frankreich erkennen — kann man das Kausalgesetz von Ursache und Wirkung nicht verneinen, denn die Dinge nehmen schließlich einen natürlichen Verlauf: fo, wie er heute vorliegt, hat ihn übrigens ein alliierter Staatsmann, und zwar N i t t i, schon 1920 vorausgesagt, allerdings unter dem Gelächter der Anhänger der Versailler Politik. Nitti hat schon damals erklärt: „Europa kann erst Römischer Brief. von unserem römischen ^-Korrespondenten. „Der Mann mit den vier Nasenlöchern", wie ihn iie roten Herrschasten nennen, für die ein Rechts- iwrber ein Verbrecher unb ein Linksmörder ein Held ift, pfeift auf bie Vorschußepiloge. Strafifchiare, zanz unb gar barauf pfeifen, ift fein Lieblingswort. Cr hat das rofa Heftpflaster, bas ihm in allen illu» fixierten Zeitschriften dieser Tage ein so grimmiges Aussehen verlieh, abgelegt, ist nach Mailand ge = -fahren und hat wieder einmal zu dem Schwarz- Tjembenfee, der den Domplatz füllte, gesprochen. Wenig unb nichts Neues. Als er abgetreten war, fiel hm plötzlich, wie das auch bei Sterblichen vor- lommt, ein Treppenwitz ein. Anstatt sich aber über die verpaßte Gelegenh.it zu ärgern, packte er sie >om Schopfe und schrie noch einmal in bie Menge: „Di e Kugeln gehen, Mussolini bleibt!" )iun hatten sie ihr Schlagwort und er seine Befriedigung. 4 Mussolini bleibt — es hegt ein tieferer omn darin. Es liegt die Selbstsicherheit eines Danton darin, der auf alle Zukuschelungen, man stelle auch hm nach, nur erwiderte: „Sie werden es nicht nagen!" Bis ihn Robespierre doch auf die Guillo- ine einlud. Für den Robespierre der fasziftischön Reoolution hält sich Farinacci. Von blindem Ehrgeiz besessen, kann er es ebensowenig wie Rossi, der nun im Auslande mit Enthüllungen •«egen Mussolini arbeitet, dem Diktator vergessen, gerade auf der Höhe feiner schnellen Laufbahn gekürzt worden zu sein — durchschaut worden zu -jein. Er, der vorher jeden ächten ließ, der eine Kritik am Duce übte, der als oberstes Gebot für leben Faszisten die bedingungslose Unterroer- ■fung unter den Willen des Diktators verlangte, er weniger als still geworden in feinen Huldigungen für den allmächtigen Gönner. Weniger als stiller leiht zum mindesten den ■hsperati und disperatissimi, denen Mussolini viel au zahm ist, sein Ohr. Der Tag ist wohl nicht mehr fern, wo Mussolini erkennen oder vielmehr sagen loirb, er habe eine Schlange an feinem Dusen genährt. Farinacci verfügt über einen großen Anhang, vor allem in „feiner" Provinz Cremona, der früheren Hochburg bes Kommunismus, wo er unumschränkter Herrscher ift. In ben letzten Tagen ift es nach bisher unroiberfprodjen gebliebenen Nachrichten unb Gerüchten bereits zu schweren Zusammenstößen zwischen Musfolinianern und 5rarinaccianern gekommen, wobei die Parole „Gegen Turati'" in ein — für Italien wunderliches — «mtisemitisches Mäntelchen gehüllt wurde. Die Partei muß von den Juden gesäubert werden, hieß es, doch -war mit dem Plural lediglich der Singular gemeint: lurati, der Nachfolger Forinaccis, der musso- linifdje neue Parteisekretär. Eine semitische Frage gibt es gar nicht für Italien, denn im ganzen Lande zählt man nur etwa siebzigtausend Juden — auf vierzig Millionen Einwohner! Und diese sind zum !roßen Teil Fremde und zum andern Teil mischen ie sich, von wenigen Einzelfällen abgesehen — man enke etwa an den seinerzeitigen Bürgermeister von Dom, Nathan, oder einige Finanzgrößen — nicht in iie Politik ein. Im Ghetto führt das kleine Volk ein zwar ärmliches, aber musterhaft moralisches Leben. (Einen generellen Unterschied in der Anständigkeit zwischen Juden und Christen zu machen, das wäre für Italien noch dümmer als anderswo. Mussolini unb Farinacci sinb über bie Frage, wer nun von beiden der Stärkere, wer Danton und wer Robespierre fei, geteilter Meinung, daher haben iie Gegensätze innerhalb der Partei, mögen sie sich auch bereits zugespitzt haben, nichts zu sagen, fo- lange die Macht uneingeschränkt in den Händen des Diktators lieot. Ja, Mussolinis Stellung kann durch iie Schismatiker nur gefestigt werden, denn das Heer, immer noch die Grundfäule des Staates, wird nötigenfalls natürlich lieber dem gemäßigten Lager teifpringen, als den Radikalen, die es zu einer Dolizeitruppe der Partei degradieren möchten. Die Wolken im Innern sind also vorläufig nicht fo unheilfchwanger wie die über dem Mittelmeer, oem Mare nostrum. Es find aufblitzende und schnell »ergehende Schrapnellwölkchen gegen die Düsternis «iner Durchbruchsvorbereitung. Aber auch auf diesem fern von Gens liegenden Terrain ist es noch lange »icht so weit, wie es der sensationell tuende, aber schlecht unterrichtete G r e n z j o u r n a I i s m u s »orgibt. Hier soll einmal eingeschaltet werden, daß Äie vielfach im Ausland verbreitete Meinung, die Zensur in Italien unterbinde eine objektive Bericht- Erstattung der römischen Zeitungskorrefpondenten, nicht zutrifft. Es ist wahr, wir sitzen auf einer Dynamitkiste, oder, um es weniger dramatisch zu sagen, aus gepackten Koffern, aber von einer systematischen Verhinderung unserer Arbeit kann keine Rede sein, geschweige denn von einer geflissentlich korrigierenden Telegramm- und Brief- zcnsur. Gelegentlich haben mir Anstände mit den Behörden, auch schwerer Art, aber doch erst im Gefolge eines Telegramms, eines politischen Ar litels. Mir ift in den vier Jahren fafzistischer Herrfchast noch kein Fall einer vergewaltigenden Vorzensur bekannt geworden. Wir haben feit einiger Zeit auch auf ausdrücklichen Wunsch Mussolinis Gelegenheit, uns in regelmäßigen Zusammenkünsten mit seinem Staatssekretär Grandi frei auszusprechen, wobei gewisse Mißstände schon mit großer Offenheit aufgedeckt wurden. Man darf sagen, die römi- ichen Korrespondenten sind — dank auch ihrem innigen Kontakt mit der Regierungspreste — ausaezeich- net und stets im Augenblick der Geschehnisse und Vorbereitungen unterrichtet, so daß sie es nicht nötig haben, sich Sensationen aus den Fingern zu fangen roie gewiße italienische (Emigranten und — Verzeihung! — Kollegen, die an der Grenze sitzen. In hundert von hundert Fällen fiel bisher die Schuld an den fetten Zeitungsenten dem Grenzjournalismus zur Last, der ja zwangsläufig auf unkontrollierbare Gerüchte angewiesen ist. Ein Musterbeispiel: Der unmittelbar bevor- stehende Krieg zwischen Italien und der Türkei, unter Teilnahme Griechenlands als englischem Soldaten. In Strömen hat die aufgeregte Weltpresse ihr Tintenblut vergossen und doch ift an der Sensation kein guter Faden. Nicht einmal der Schein der Wahrscheinlichkeit. Italien, das allerdings rüstet, hat keine Zeit für anaiolische Abenteuer, bei denen nicht mehr Lorbeeren zu holen wären als in Syrien für die Fran- zofen: Italien kann sich den kriegerischen Luxus im nahen Orient gerade deshalb nicht gestatten, weil es rüstet — gegen andere. Für ein europäisches Gleichgewicht, ein besseres als das gegenwärtige, von dem ein römisches Mittagsblatt schrieb, es sei absurd und unmoralisch, wie nie eines zuvor. In Rom haben sie das Gefühl, als bahne sich eine neue Mächtegruppierung an, die — un> vorherzusehende Schachzuge vorbehalten — Zwei kontinentale Blocke einander entgegenstelle: Frankreich und England auf der einen, Rußland und Deutschland auf der anderen Seite. Welche Stellung soll nun Italien dazu einnehmen? Das ist die Frage. Augenblicklich ist der Bug des Flaggschiffes gegen Frankreich gerichtet, in der Meinung, England werde im kritischen Augenblick Neutralität bewahren. Wie aber nun, wenn Chamberlain umschwenkt, weil ihm Stresemann in dem Augenblick, wo er dem Russen die Hand reicht, auf die Zehen tritt? Der deutsch-russische Vertrag kann unter Umständen alle Berechnungen umwerfen. Man hält daher in Rom mit der Beurteilung zurück. Führende Blätter, die gestern noch ziemlich begeistert waren, weil sie nach Deutschland nun in Rußland den zweiten Sekundanten für den Wasfengang mit Frankreich witterten, legen heute den Finger an die Nase: Was soll Chamberlains Freundschaftsoerfiche- rung an Frankreich? Andere glauben den schwarz- weiß-roten Dreibund — das faszistische Italien, das blütenweiß demokratische Deutschland und die Sowjetrepubliken brüderlich vereint! — stark genug, um den französisch-englischen Zusammenschluß zu neutralisieren. Am schlechtesten kommt bei den hochpolitischen Gesprächen der Völkerbund weg. Jede Woche neue Verträge, Bündnisse, Allianzen und alle gegen Genf! Wann wird ein Mussolini erstehen diesem Bunde? 8 i T -i dann gesunden, wenn die beiden Faktoren Deutschland und Rußland wieder in ihm zur Geltung gefangen." Das hessische Ministerpensionsgesetz Von unserer Darmstädter Redaktion. Zahlreiche Entschließungen, die in den Steuer» Protestversammlungen wahrend der letzten Monate in Hessen gefaßt wurden, schlossen mit der Forde.- rung, daß das hessische Ministerpensionsgesetz geändert werden müsse. Aus der Erfüllung dieses Verlangens, so etwa wurde erklärt, könne man ersehen, daß die Regierung gewillt sei, einen anderen Kurs einzuschlagen, der auf die Durchführung von Sparmaßnahmen abziele. Die Mahnung ist ledoch vergeblich gewesen. Der Erlaß eines Ministerpensionsgesetzes ist bekanntlich eine der ersten Amtshandlungen der neuen Regierung gewesen, die nach der Revolution gebildet wurde. Es hat damals in Lsamtenkreisen viel verstimmt, das; die Regierenden zunächst für sich s e l b st sorgten und die Beamten in den unsicheren Zeitläuften damals über ihre Gehalts- und Pensions- Verhältnisse ganz im Unklaren ließen. Sogleich setzte eine Agitation gegen die Art und die Höhe der Ministerpensionen ein, die im Verlauf der Jahre bald mehr, bald weniger scharf hervortrat und die Oeffent- lichkeit beschäftigte. Bis jetzt ist auf Grund des Gesetzes erst ein Minister pensioniert worden, der Minister des Innern Dr. Fulda. Die Kritik an dem Gesetz richtet sich hauptsächlich gegen zwei Punkte: der eine ist die Berechnung der Dienst- jähre, der andere die Höhe der Pension. In dem erwähnten Fall sind dem Minister die Jahre seiner Rechtsanwaltschaft angerechnet worden. Diese eigenartige Bestimmung steht nicht allein da, sie hat ihr Vorbild in einer Gepflogenheit des Reichs, denn auch dem jüngst oerstobenen ehemaligen Reichskanzler Fehrenbach waren die Jahre seiner Rechtsanwaltstätigkeit auf seine Pension angerechnet worden. Der andere noch mehr kritisierte Punkt ist die Höhe der Pension. Der erwähnte Minister bezieht für eine ministerielle Dienstzeit von 2i Jahren eine Pension von jährlich 15 000 Mark. Das ist unzählige Male in den Landtagsdebatten zur Sprache gebracht worden, aber die Regierung und die Regierungsparteien haben nicht darauf geantwortet. Nur einmal hat im vergangenen J^hre auf eine förmliche Anfrage hin der Staatspräsident die Erklärung abgegeben, daß ein neues Ministerpenfions- gefetz dem Landtag vorgelegt werde, wenn diese Materie vom Reiche gemeinsam mit den anderen Ländern geregelt werde. Bemerkenswert ist nun, daß Württemberg seinen eigenen Weg geht, denn das würllembergische Staatsministerium hat dieser Tage dem Landtag einen Gesetzentwurf über die Regelung der Ministerpensionen zugestellt. Dieser Entwurf bestimmt, Vlät- termelbungen zufolge, daß die vor der Ministertätigkeit im Privatdienst ober in einem freien Beruf zugebrachte Zeit auf die ruhegehaltsberechtigte Dienstzeit nicht angerechnet wird. Den Beamtenministern soll ein Anspruch auf Ruhegehalt nur zu- stehen, wenn sie das Ministeramt mindestens acht Jahre ober zwei volle ßanbtagsperioben hindurch inne gehabt und das 55. Lebensjahr zurückgelegt haben. In allen anderen Fällen erhalten sie nur ein Wartegeld ober Anspruch auf Wieder- einstellung in eine planmäßige Dienststelle von mindestens gleicher Art und gleichem Einkommen wie in der früheren Beamten st ellung unter Berücksichtigung von etwa in der Zwischenzeit eingetretenen Beförderungsmöglichkeiten. Nichtbeamtenministern soll ein Anspruch auf Ruhegehalt unter den gleichen Voraussetzungen zustehen wie den Beamtenministern. Soweit diese Voraussetzungen nicht . zutreffen, erhalten sie wie in anderen Ländern ein Uebergangsgelb. Das Gesetz soll rückwirkende Kraft t bis 20. Mai 1919 erhalten, sieht aber zur Beseitigung von besonderen Härten, die sich aus der Rückwirkung f ergeben, eine Sonderregelung vor. Diese Vorschläge könnten ganz gut auch zur r Grundlage eines hessischen Ministerpensionsgesetzes gemacht werben: allein es besteht fehr wenig Aus- sicht hierfür, obwohl ein neues Gesetz gerabe am nötigsten vor allen ßänbern in Hessen wäre. Da bie ablehnende Haltung der Regierung in weiten Kreisen der Bevölkerung Hessens auf Widerstand gestoßen ist, und sich diese Stimmung in ausgedehntem Maße -in den Steuerprotestoersammlungen und im ßanb> tag geäußert hat, sind diese Mißfallenskundgebungen Das lachende Haus. Roman von Sophie K l o e r ß. 10 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Es lag gegenüber der Dampferbrücke ein altes Wrack mitten auf einem Sand. In wilder Sturm- nacht gekentert, hatte der Schoner sich ganz auf die Seite gelegt, bie Maststümpfe ragten — dem ßanbe zugekehrt — in bie Luft hinein. Jungen kletterten mit Vorliebe auf ihm herum, bie Fischer tauten ihre Boote fest an seinen Spieren, wenn sie still mit ber Angel vor Anker lagen; man ließ ihn liegen, weil er niemanb im Weg war unb wie eine Wassermarke ben Sank» schon von fern verriet. Die beiben Schläfer im Kahn schliefen steinfest. Nichts ahnten sie von ben ziehenben Armen, nichts von ben Jungen, die badend und tauchend um das Wrack herumflitzten. Das Boot kam zur Ruhe. Die Jungen kletterten hoch am Wrack, — sie hatten laue genug an feinen Seiten befestigt, um überall Herumkriechen $u können — die Fäuste preßten sie gegen die Mäuler, um nicht vorzeitig loszuprusten — jetzt von der Blocke herüber das Wehen eines weißen Babelakens — jetzt ein Heulen, als wenn zehn Dampfersirenen auf einen Schlag losgehen. Heiber Steifen fuhr in bie Höhe, baß ber ganze Kahn zur Seite tippelte, unb Christian wie ein Sack rücklings von ber Bank schoß. Dröhnenbes Gelächter über ihren Köpfen! Unb vom Lande ller — nein, von ber Brücke — einftimmenber Jubel, bas Gebell eines Hunbes, durchbringenb unb ben ganzen Strom überrennenb — er- war eine Hölle von luftigem Lärm, eine Hölle für sie, denn die anberen schienen bie Geschichte als glänzenden Witz anzusehen. „Wir — wir —" fuate Christian und versuchte, sich hochzuampeln, was schwierig war, da seine beiden Körverhälften sich an verschiedenen Seiten ber Bank befanben, — abgetrieben sind mir." „Abgetrieben?" knirschte ber lange Herber unb drohte mit ber erhobenen Faust zum Ufer. „Seit wann ist man angebunben, wenn man abtreibt? Sie haben geschlafen, Polematz." „Sie schliefen ja auch. Sie haben mich angesteckt. — Jungens —* er war endlich wieder auf die Bank gelangt, „verdammte Rasselbande, ich stopf' euch in den Wurstkessel, wenn chr nicht endlich Ruhe gebt." doch nicht eindruckslos an ben Regierungsparteien oorübergegangen: sie haben noch kurz vor Beendigung der Frühjahsberatungen des ßandtags, in ber Sitzung vom 20. April, einen von ben Abgeorbneten Kaul (S03.), Lenhart (Ztr.) unb Reiber (Dem.) unterzeichneten Antrag mit nachstehendem Wortlaut eingebracht: „Wir beantragen, bie Regierung zu er- suchen, mit ben Regierungen bes Reiches unb ber übrigen ßänber wegen einer einheitlichen R e - gelungberMinisterpensionen in Serbin» düng zu treten unb bamit bie balbige Aenberung bes hessischen Ministerpensionsgesetzcs vorzubereiten/ Der Antrag, ber später angenommen wurde, gibt sich den Anschein, als geschehe nun etwas in ber Angelegenheit: tatsächlich bedeutet er nichts anderes als ein Hinausschieben a u f die lange Bank. Gegenüber der vorher erwähnten Regierungsantwort ist er kaum als Fortschritt zu bezeichnen. Was hindert denn Hessen, hier selbständig vorzugehen?! Württemberg wartet doch auch nicht ab, was erst das Reich und bie anberen ßänber in biefer Frage einmal tun werben. Hes^scher LandgemeLndetag. Der Vorstand des Hessischen Landgemeindetags nahm in einer zu Alsfeld stattgefundenen Sitzung u. a. auch Stellung zu der Frage der Elektrizitätsversorgung in Hessen. Veranlassung hierzu gab die Tätigkeit verschiedener Elektrizitäts- und Gcrsversorgungs-Gesell- schaften im Volksstaat Hessen. Aus den bisherigen Verhandlungen hat sich die Zweckmäßigkeit der Bildung eines Beirates für Elektrizitätsversorgung bei dem Ministerium des Innern ergeben, geleitet von dem Bestreben, auf diesem Wege die Sicherung der Belange der kommunalen Elektrizitätsversorgungsanstalten zu erlangen. Es wurde, von dem Gesichtspunkte ausgehend, daß die Landbevölkerung nahezu drei Viertel der Gesamtverbraucher des Hessenlandes ausmacht und nicht allein die Interessen der Großstädte als Erzeugungsgemeinden, sondern vorwiegend die Verbrauchsinteressen zu vertreten sein werden, eine stärkere Vertretung der Landgemeinden als vorgesehen gefordert. Die Mitteilung des Vorsitzenden, daß die hessischen Landgemeinden bisher im Verwaltungsausschuß des Landesamts für Arbeitsvermittlung in Hessen, Hessen-Aassau und Waldeck nicht vertreten waren, wurde von dem Vorstände mit Befremden aufgenommen, und es wurde beschlossen, mit allem Nachdruck auf die Zulassung der Landgemeinden zur Mitarbeit hinzuarbeiten. Die von der Geschäftsstelle in bezug hierauf eingeleiteten Schritte fanden einmütige Billigung Bezüglich des uverhandnehmenden Wanderer- und Bettler un wese ns in Hessen, der zur DInerträglichkcit werdenden Inanspruchnahmen auf dem Geseheswege durch die Aeichs- regierung mit Unterstützung der übrigen Landesverbände und des Deutschen Landgemeindetags in Berlin angestrebt werden, um insbesondere eine Erscheinung, die auch in den angrenzenden Ländern immer mehr zutage tritt, sollen Maßnahme öffentlicher Mittel entgegenzuwirken. Schließlich war die Mitteilung des Vorsitzenden, Bürgermeister Alexander (Gonsenheim), noch von Interesse, daß die diesjährige Tagung des Deutschen Landgemein de- tags in Hessen in Verbindung mit der Der- tretervcrfammlung des Hessischen Landgemeinde- tags flüitfinben wird. Als Zeitpunkt nahm man Ende August in Aussicht, zum Tagungsort wurde Mainz gewählt. Oberhessen. Landkreis Gietzen. !—! ß o 11 a r, 4. Mai. Eine wenig beneibens- werte Aufgabe hat ber Lehrer unserer Elemen- t a r k I a s f e. Sind boch an Ostern 7 0 Abc- Schützen seiner Obhut anvertraut worben. Da eine Teilung ber Klasse nicht gut vorgenommen werben kann, werben sie olle in einem Saale unterrichtet: wahrlich eine Arbeit, zu ber einer gute Portion Neroenkraft gehört. — Eine begrüßenswerte Verbesserung erhält vom 15. b. M. ab unser Bahnoerkehr, ba von biesem Tag wieber ber 8 - Uhr - Zug abenbs nach Gießen verkehrt. !—! Saubringen, 4. Mai. Die Arbeitslosen unseres Dorfes fir.b zur Zeit im Taglohn bei ber Herstellung unseres Sportplatzes — Mit einem Ruck warf sich bie ganze Bande, sieben Mann, in ben Strom. Das Wasser schwabbte unb spritzte in bas Boot, ber Kahn kippelte abermals. Unb wieber vom ßanbe her ßachen unb Gebell. Da saßen sie unten auf ber Dampfertreppe, brei Seenixen, hatten bie Badetücher malerisch um Schultern unb Hüften geschlungen, ließen bie Fußspitzen in ben wippenben Weilchen tanzen, unb nun rief Thora: „Haben bie Herren viel gefangen? Ich hoffe morgen auf ein gutes Gericht Aale." „Zieh boch endlich bie Anpein auf, Christian", kam Ille nach. „Das müssen ja Zehnpfünd^r fein, bie ba bran sitzen." Auf ber Brücke ein fester Schritt. Iven ßornfen hatte es nicht in seiner warmen Bobenstude aus» gehalten, war an ben Strom geschlendert unb fand alles in höchster Fibclität. Rose sah zu ihm empor. „Wenn Sie im Babeanzug wären, Herr ßornfen, könnten Sie hlnüber- schwimmen unb helfen, ben Fang zu bergen. Die beiben Herren scheinen nicht fähig bazu." In biesem Augenblick wuchten bie gefangenen Fische auf. An jeher Schnur hing eine Literslasche mit Pa- tentoerschluß, wie sie für bie Arbeiter im Felde in Gebrauch waren, unb ourch bas Glas sah man brin» nen ein aufgerolltes Papier. Christian, ber bas feine zuerst heraus batte, las giftig: „Na, Christian, hat der Kahn dich sanft In Schlummer geschaukelt?" Er warf die Flasche über Bord. „Das kostet 50 Pfennig", kam es vom Steg. Eben entfaltete Heiber Stoffen den zweiten Zettel. „Den Jüngling im kleinen Schiffe ergreift es mit wilbem Weh —" Er ließ die zweite Flasche den gleichen Weg gehen, fuhr in bie Tasche, schnitt mit dem Messer bas haltende Tau durch — ba lag er schon in den Riemen unb hielt scharf auf bie Brücke zu. „Hinauf, hinauf!" rief Ille, denn bas Schaukelpferd kam seinem Genossen zu Hilfe, unb sie kletterten hastig empor, setzten ben Fuß auf den letzten Balken, von oben streckte sich ihnen Lornfens Hanb entgegen — ba berührte ber Kahn schon die Treppe, als sie bie Brücke entlangjagten. Hinter ihnen ein brohenber Ruf: „Das kostet exemplarische Strafe!" unb rennende Männertritte. Hilf Himmel! Das lange Laster mit seinen enblosen Beinen. Einen Schritt machte er, wo andere drei brauchten. im Kiefernwalde an bet Busecker Chaussee — beschäftigt. Es wird damit einem dringenden Bedürfnis abgeholfen, ba wir jetzt außer ben zwei Turn- vereinen auch noch zwei Sportvereinigungen, „Sportclub Daubringcn" unb „Freie Sportvereinigung Daubringen", haben. Aus dem Lumbatal, 4. Mai. Einen erfreulichen Anblick bilben bie z. Z. blühenben Flie- berbäume vor ben Häusern mancher Dorfstraßen. Sehr zu begrüßen wäre es, wenn bei Neubau- t e n allenthalben barauf geachtet würbe, vor bem Haus für ein Vorgärtchen Platz zu lassen, ba- mit auch in unsere sonst eintönig wirkenbe Dorfstraßen etwas mehr Grün unb Blumenschmuck unb somit schöne Abwechslung käme. = Alten - Buseck, 4. Mai. Seinerzeit wurde an dieser Stelle von einem beispiellosen Baumfrevel berichtet, ber von Bubenhanb an jung gepflanzten Dbftbäumen auf ber Kreisstraße von hier nach Saubringen begangen worben war. Sie Polizeibehörden Haden sich bie benfbar größte Mühe gegeben, bie hinterlassenen Spuren burch Abbrücke ver- folgenb, um bie Missetäter dingfest zu machen, ßeiber blieben alle Nachforschungen erfolglos. Siese unaufgeklärte Tat ließ neuerdings einen jungen Mann anscheinend in demselben Glauben handeln. Er hatte feine Freude daran, auf feinem mitternächtigen Heimweg von hier nach Staufenberg einigen im Frühjahr gesetzten Apfelbäumen burch Abbrehen ber Krone bas Lebenslicht auszublasen. Surch einen glücklichen Zufall konnte bics- mal bie Gendarmeriestation Lollar den nächllich arbeitenden Helden in Gestalt des 17jährigen Bechtold aus Staufenberg, der bereits vorbestraft ist, feiner geleisteten „Kulturtat" überführen. Er gestand sofort, nur e i n Bäumchen abgebrochen zu haben. Hoffentlich wird diesem Nacht- Wanderer sowie seinen Mitarbeitern durch die Gerichtsbehörden ein richtiger Senkzettel gegeben, damit ein- für allemal ben jugenblichen Herrschaften, bie sich gerne in dieser Weise „vergnügen", alle Lust zu solchen Streichen genommen wird. -s- Lich, 4.Mai. Der hiesige Kriegerverein veranstaltete am Sonntagabend im Saale des „Hol- ländischen Hofes" einen ßidjtbilberoortrag über „Sie Sommeschlacht". Lehrer Meckel führte die Bilder vor. Ser 1. Vorsitzende des Bezirks Lich der Kriegerkameradschaft Hassia, Tierarzt Sr. Walter, hielt ben Vortrag bazu. Sie Veranstaltung war gut besucht. y. Hungen, 4. Mai. Stubienassessor Schott aus Sarmftabt, ber vor einem Monat an ber Realschule Nibda abgebaut worben war, hat an der hiesigen höheren Bürgerschule wieber Anstellung gesunden. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 4. Mai. Ser „W ander- vogel V. B. H e s f e n g a u" hielt am Sonntag in unserer Stabt eine sehr zahlreich besuchte Vertreterversammlung ab. Am Dorabenb fand in „Burg Bilstein" (bem in ber Burg befindlichen, neuem Heim ber Jugenbvereine) ein Singabend statt, am Sonntag war Ausrücken auf ben Exerzierplatz bei Ockstabt, woselbst sportliche Kämpfe ausgeführt würben. Nach Becnbigung berselben marschierte man wieder zur Stadt zurück unb versam- melte sich im Museum, wo ber Borsitzenbe bes „Ge- schichts- unb Altertumsvereins Friedberg", Professor Sr. Blecher, einen Vortrag über die „Urgeschichte ber Wetterau" hielt. WSN. Bab-Nauheim, 4. Mai. Am 13.Mai (Christi Himmelfahrt) JoU bie Kapelle im benachbarten Oder-Morlen eingeweiht unb ber borligen evangelischen Gemeinde zu gottesdienstlichem Gebrauch übergeben werden. Sie Feier wird in Anwesenheit der beteiligten geistlichen und weltlichen Behörden stattfinden. U. a. wird ber Superintendent für die Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, erwartet; auch ber hessische Haupt- verein ber Gustav-Abolf-Stiftung wirb seine Vertreter entsenben. Bereits im Jahre 1906 war in Ober-Mörlen ein Kirchenbauverein gegrünbet worben. Sie gesammelten Baugelber in Höhe von 12 000 Mark fielen aber ber Inflation zum Opfer. — Auf bem hiesigen neuen Friebhof würben Refte zweier römischer Terra-'6igilatn-(3e« faße ausgegraben. Von einer Schale ist mit bem Fuß ungefähr ein Drittel erhalten. Sie zeigt bie Darstellung einer Jagd (Jäger mit Keule, Löwe, Gazelle, zwei Hirsche, Hase, Vögel und anscheinend Feigenbäume). CO Vilbel, 4. Mai. In unserem Walde findet man eine botanische Seltenheit sehr häufig. Die Bevölkerung nennt bie Pflanze Knoblauch, weil sie einen scharfen Lauchgeruch hat. Es Ein Segen, baß bie Bade-elle so nahe war! Droben über ben Deich — zehn Schritte über bie Wiele — hinein in bas bergenbe Sacktuch — ba wurde bas von außen gefaßt. Sofort kam Thoras Stimme sehr stolz unb von oben herab: „Bitte, in bie Ankleideräume von Samen bringt fein gebilbetcr Mann." Sie greifenbe Hanb ließ bie Leinwand fahren, Ille schnallte drinnen bie Bänber fest. — Und bann ein Jubelgelächter in ber sicheren Bucht. Christian, bu, Christian, hilfst du uns morgen, deinen Fang verzehren? Allein werben mir nicht Herr über ihn." ,S)m Steffen, schnarchen Sie immer im Schlaf? Ober nur, wenn Sie was Gutes träumen?" „Wir haben es gehört. Sie haben beibe gerebet im Schlummer. Sie sagten immer: ,Silvia, Silvia, süße, angebetete Silvia!' Und mit einem Male ganz empört: .Ein Loch hast bu im Strumpf!*" ,XJa, unb Christian hatte solche Sehnsucht nach Grön. Er schluchzte ordentlich: .Man noch einen Grog, Mubber Grön, man noch einen/ „Sie sollten Romane schreiben, Fräulein Ille." „Tu' ich auch, wenn ich erst in meinem Jungsern- turm sitze. „Täuw, min Seern, wenn du ruffümmft!" schatt Christian. „Wir kommen noch lange nicht raus. Wir liegen hier im Gras unb sonnen uns. Wer hupft ba? Soch, cs hupit jemand. Man spürt es im Boden. Nützt nichts, hier sieht keiner drüber weg. — Herr ßornfen, find Sie auch noch da, Herr ßornfen?" ,jawohl, Fräulein Rose." „Ach bitte, Herr ßornfen, holen Sie sich doch ein Buch und legen sich ins Gras, — bas tun Sie doch ganz gern, nicht?" „Schrecklich gern." „Unb sagen Sie uns, wenn diese beiden Verbrecher fort sind, ja?" „Das tut er nicht," rief Heiber Steffen, ,Hazu hat er viel zuviel Korpsgeist." „Das tut er boch, nicht wahr, Herr ßornfen?" „Alles für Sie, Fräulein Rose." „Das wußte ich, Herr ßornfen." Sie stieß einen kleinen Schrei aus. Ille hatte sie gezwickt. „Du Gör," im Flüsterton, „was weißt bu, was Herr ßornfen gern tut? Unterstehe dich nicht unb werde abtrünnig. handelt sich um den Bärenlauch (Allium ursinum), ber in feuchten, sumpfigen Laubwalbun- gen auftritt. Durch ihren durchbringenben Geruch ist sie vor Tierfraß geschützt. In ber Wetterau wird bleie Pflanze sonst nicht angetroffen. CO Aus ber UBetterau, 4. Mai. Ein reiches Feld für Naturfreunbeistber Wald bei Wickftadt zwischen dem Hof unb der Sternbacher Kirche. Viele in anberen Wäldern ber Wetterau seltene ober ausgestorbene Pflanzen kommen hier häufiger, zum Teil in großen Mengen vor. Ganz besonbers häufig ist der Aronstab ober gefleckter Aron. Außerbem kommt bie vielblättrige Maiblume, auch Weißwurz ober Salo» monfiegel genannt, viel vor. Born Knabenkraut fin- bet man brei Spezies,bas schmalblättrige ,breitblätt» rige unb gefleckte, eben so zwei Arten ber vierblättrigen Einbeere, nämlich bie schmal- unb breitblättrige. Auch eine Pflanze ohne Blattgrün, bie Nestwurz, hat sich hier gehalten. Jetzt hat ber Seibelbaft . ober Kellerhals seine Beeren angesetzt, bie halb über- oll schön rot leuchten werden, unb bie Pflanze so leicht verraten, wie bie rötlichen Blüten im zeitigen » Frühjahr. Daburch wird er wohl auch bald verschwinden, denn besonders in ber Blütezeit wird er massenhaft gepflückt. Eine recht gefährliche Giftpflanze, die außerdem nicht genügend bekannt ist, konnte, zur Freude bes Naturfreundes, noch nicht ganz ausgerottet werden. Es ist dies die Tollkirsche, bie sich in einem jungen Schlag—»urch in einem Exemplar erhalten hat, im anschließenben Hessen- w a l b bei Engeltal aber in einem alten Stein- biuch noch häufiger zu finden ist. Sollte man nicht diese letzten Reste einer ausfterbenben Pflanzenart schonen unb ber Jugenb am Stanbort zeigen, bamit sie bie Gefahr kennen lernt und dadurch vor zufällig auftretenden Pflanzen geschützt ist? Alle diese Bilanzen kommen in ben schattigen Wäldern des Hügellandes ober Gebieges noch sehr häufig vor, sind aber in ben Wälbern ber Wetterau, selbst in unmittelbarer Nahe bes Wickstäbter Waldes, kaum ober nicht mehr zu finben. Kreis Büdingen. !•! Hirzenhain. 4. Mai. Bei Schluß der Arbeitszeit wurde heute im alten Schrei- neteibau der Eisenwerke Hirzenhain Feuer bemerkt. Die alarmierte Feuerwehr war sehr bald am Platze und griff aus mehreren Schlauchleitungen mit der Motorspritze und der Handspritze den Brand an. Der Dachstuhl des Gebäudes brannte ab. Vorräte an Dielen und alten Modellen gaben dem Feuer Nahrung. Die Ursache des Brandes ist zur Stunde noch unbekannt. Ter Betrieb wird nicht in Mitleidenschaft gezogen. Kreis Schotten. Id. S d) o 11 e n , 4. Mai. Schwer enttäuscht waren bie Leute unserer Gegend, die durch bie rafenb schnell fteigenben Ferkelpreise vom Einkauf abgebalten wurden unb hofften, auf dem Schottener Markte billiger eintaufen zu können. Die Preise für Ferkel unb Läufer hielten sich nicht nur, fonbern zogen sogarnoch etwas an. So würben für 6—8 Wochen alte Fer- fei 40—50 Mk„ für 12 Wochen alte 70 Mk. und für erwas ältere Läufer 100 Mk. bezahlt. Obgleich diese Preise in krassem Mißverhältnis zum Preise ber fetten Schweine stehen, lasten sich doch nur wenige Leute vorn Einkäufe bes Schlachtschweines für ben fommenben Winter abhalten, denn der unverhältnismäßig hohe Preis für ein ober zwei Ferkel läßt sich immer noch leichter aufbringen als „ber Haufen Gelb", ben eine Hausschlachtung nicht selbst gemästeter Schweine im nächsten Winter kosten würbe. — Es ist eine alte Erfahrungstatsache, baß bei ben Holzverstetgerungen, bie erst gegen Beginn des Frühjahres ftattfinben, bie Preise wesentlich niedriger sind als im Winter, wenn bie große Zahl ber Kauflustigen sich zu mitunter unsinnigem Bieten hinreißen läßt. So konnte bei einer Versteigerung bes Forstamts Schotten 1 Raummeter Buchenscheitholz 1. Klasse schon für 10 bts 11 M k. erworben werben, wäh- renb im Winter für 1 Raummeter gleicher Sorte unb Güte bis 20 Mk. bezahlt würben. Auch beim Holzsteigern heißt es: Eile mit Weile! □ ßaubad), 4. Mai. Sonntag abend hielt auf Ginlabung bes hiesigen Kriegervereins Oberstleutnant o. Hagen im großen Saale bes „Solmfer Hofs" einen Vortrag über „D i e Schlacht von Berbun". Der Vortrag würbe durch treffliche ßichtbilber veranschaulicht. Die zahlreichen Zuhörer fpenbeten bem beliebten Rebner lebhaften Beifall. — Arn Samstag nahm die Kom- Du hast dich grab so gut bem Jungfernturm Der« schrieben wie wir." Eine ganze Weile tiefe Stille brinnen und draußen, bann Lornfens Stimme: „Die Luft ist rein, meine Damen. Herrn Polematz seh' ich schon hinten auf bem Deich, unb Herr Steffen steuert seinen Kahn bem Kanal zu." „Ach (Sott, Herr ßornfen. Sie sinb ein furchtbar netter Mann. Dafür bekommen Sie auch heut' zum Abenbessen rote Grütze." Eine Viertelstunbe später lag ber Babetempel offen unb leer im Abendrot. Thora wirtschaftete in ber Küche, Rose deckte ben Tisch auf ber großen Diele, unb Ille goß schnell noch bie Rankrosen an der Hauswanb. Iven ßornfen aber staub in seinem Zimmer, las stehend in ben Ergebnissen seiner Römerforschung und pfiff bazu ein Lied. „Angetan hat's mir bein Wein, Deiner Sleuglein Heller Schein, ßinbenroirtin, bu junge!" Angetan war ihm hier etwas in ben kurzen Wochen, so jungselig war er nicht einmal als Pennäler gewesen zur Zeit feiner ersten Tanzstunden- liebe. Aber wenn er eben Roses süße Stimme horte: „Das tun Sie doch, Herr ßornfen?" — unb es klang wie: „Das tun Sie boch gern für mich —" unb wenn fein Herz bann sagte: „Zu gern, süße, kleine Rose" — schob sich im gleichen Augenblick Thora dazwischen: „Bitte — in bie Ankleiberäume von Damen bringt kein gebildeter Mann —" unb er wußte, wie sie bageftanben haben mußte, straff, stark, stolz — unb boch mit heimlichem Lachen in ben Augen. Aber dann sah er — jäh hingestellt im flammenden Sonnenlicht — bubenhaft schlank unb rassig, Jlles Gestatt, und bas Blut schoß ihm heiß in ben Änb im gleichen Augenblick war Flut um ihn unb ziehenbe Segel, Wikingerschiffe, braune, sehnige Männer, schmalhüftige Schlachtenjungfrauen — das Schrillen riesiger Sturmmöwen — Ja, bas geschah ihm auch alle Tage dreimal zum mindesten hier draußen, daß Bilder, Lieder, ganze Romane über ihn herfielen, ihn rissen unb zerrten: „Wir sinb ba, wir sind da! Gib uns Leben! Leben, oder wir trinken dein eigenes Herzblut!" Es lebte sich heiß unb stark im ladjenben Haus. (Fortsetzung folgt.) berge-, DonVü zul» vorerst eine o> bohren ein L r _ Du' fachlich der h> beirofi neu oi weist d> -'chg Klee groll der ß< vnli-'öl sich h'e -n i r ii bl spritz j.-'iod) S. kn* ijrö' üinflalt 'M fflemeiri Ktznde dich un Lü'Mi eine ® Ackerlo wurde handelt wiest. Oemart FliM anhalter haltigen ausgero1 dem fo Wem legenen Wner Erwe gegenwi die Fel sten Ai dem lei läuft die Staönna Straße i Stabil Es ist ii das alte als 7001 weislich Die Fest len des 3nun Hx. 39 to mann Da getragen: Lich, i Arb 3ur@t Hauses liii sollen die ( bedet- un werden. , Zeichnu bei Achte Hn gebt Mit vers vlltags 1 Zuschlc Gießen M°h _ Freitag Dege W ^ulle öergi Wm ?. wx unter» Bunina __M ■Bl Aachtze mittag3 x hiesigem 1 schlachtreif Verden vo Allings Bürge W fester. Mr L ausg^'rn bit Mtt .alV’ri« °elonber« k2Un). i* ’n. ,,»1, ist u 'LZSS yg$Ä »Ä ’lurfrein™/' "nl '»■ ÄLL'°"Ä ?L*t «* 1 wÄy n Qeftfiuht ifiM.»Or r»- ,«LLr -l-E'LL dingen. » aui n m.t b«r Moiochch, brand an. Drr Dach, -annte ab. Dorröl. deNen gaben dein Feuer e des Drandes iß iut ^erLetri.b^d ''Hast gezogen, chotten. Itoi. Schwer enttöulchi c Oegenb, bie burch b« Sertelpreije dob :n unb Hostien, aus btm billiger Einlaufen zu ’ ötttel unb Lauser rn zogen sogar noch iir 6-B Wochen alle 5er. >chen alle 70 M. und für Jlt. bezahlt. Obgleich bitte rhältnir zum Preise der stn sich doch nur wenige idjladjlldjweints für bin i, beim bet imoerhöltn» der zwei lähfik ngen a\s „der M Mtz n\6)t selbst eraiiit- Nmrr losten würbe. - rgsiaisache, bah beiden 'n, die ersi gegen^" hree slailsinben, dir riebriger sind al» im Zahl ber Kouslustigen sich Sieten hinreißen lähi. 6o ung der Forstamtr 64ob enscheitholz 1. Älofij I. erworben werben, uw rmmeier gleicher Eoriem würben. Auch beim w Weile! toi. Sonntag abend hieu len ftriegeröerein» n im großen «aale dv Aortrag über „t)ie in*. Der Dortrag wurde veranschaulich'. Die zah' n dem beliebten /eonel Samstag nahm die r-benr3Üögi^^’^-^' , ciille brinnen und brau« Die Lust Ist rem sitiias 5Ä1Ä* s.r Sabetemp«1 •yrsSsft* imirtKi# hf*«* du W" |n bfn kurzehirr e*®f’inJtal al» • er nichi,/'n k-.^,stund<^ ^S*3V% r ^an"l6le strchl-. 'brr. Bjjf >Ä Mission für Anlage einer Badeon st alt eine Besichtigung des „Obersees" am Fuße des Rains- berge- vor. Da starke Zweifel laut wurden, ob das vom „Tiergärtner Weiher" kommende Bächlein das zur Babeanhalt nötige Wasser liefern könne, wurde vorerst beschlossen, die vorhandene Wasfermenae zu messen. Es wurde auch daran gedacht, vielleicht die eine oder andere Duelle im Diesengelände zu er» bohren und zu fassen. Die Anlage soll auch durch ein Luft» und Sonnenbad erweitert werden. — Durch die u n g ü n st i g e W i t t e r u na, Haupt» sächlich durch den nassen Herbst, ist da» dorn in der hiesigen Gemarkung vielfach auegerointert; die betroffenen Sieder muffen mit H a s e r und (9 e r ft e neu ausgestellt werden. Auch der W e i z en hat teil» weife gelitten: fedoch ist er im allgemeinen besser d gekommen. Sehr schön stehen dagegen der Kl e e und das Gras in den Wiesen. Der legte Frost hat dem Stein» und Kernobst wenig geschadet. Jedoch ist das B u ch e n l a u b am Rande der '."'aldungen teilweise braun gefärbt worden. Ein Unliebsamer Schädling, der Pilz ^Fusicladium" hat sich hier eingestellt und richtet, hauptsächlich an den P i r n b ä u m e n, schlimme Verheerungen an. Man hfprittf die befallenen Bäume mit Karbolineum, -ach ist dieser Schutz wenig wirksam. — Am a. M i findet die feierliche Einweihung des nc en Krankenhauses des Johann» riehridi-Stlfte» an der Schottener Straße s att Dav Gebäude ist sehr geschmackvoll und ge» b tr n I.ergerichtet und bietet mit feiner ausgedehn» t ;i Tsrout einen stattlichen Anblick. Die wohltätige Slnflnlt beherbergt zur Zelt 20 Kranke. . Ruppertsburg, 4. Mai. In unserer Geineinde, die 694 Einwohner zählt, wurden 2 0 Kinder in die Schule ausgenommen, so b^h unsere beiden Klassen zusammen nahezu 100 Schüler zählen. -t- In letzter Woche sand dahier eine Güterversteigerung statt. Der Morgen Ackerland stellie sich auf 725 bis 900 Mk. Eine Wiese wurde mit 475 Mk. pro Morgen verkauft. Dabei handelt es sich um eine weit entfernt liegende Waldwiese. — Die Winterfrucht zeigt in unserer Gemarkung durchweg einen guten Stand. Die Frühiahresaat dagegen entwickelt sich infolge der anhaltenden Trockenheit, namentlich in dem eisenhaltigen Rotenberasfeld schlecht. Klee ist teilweise ausgewintert. — Wie alliährlich, so findet auch an dem kommenden Himmelfahrtstage bei günstiger Witterung eine W a l d s e i e r auf dem prächtig gelegenen Warthügel statt, wobei ein auswärtiger Redner sprechen wird. /.freie 2llsfcld. 3-#- Alsfeld, 4. Mai. Um die zahlreichen Erwerbslosen zu beschäftigen, läßt die Stadt gegenwärtig Innerhalb des Stadtbereichs die durch die Feldbereinigung ausgeschiedenen hauptsächlichsten Verbindungswege ausbauen. Auf dem Teil vom Fuldcrtor bis zur Hersfelder Straße läuft die Straße auf dem Gelände der ehemaligen Stadtmauer: dabei müssen zur Planierung der Straße die im Boden liegenden Teile der alten Stadtmauer herausgegraben werden. Es ist interessant, zu sehen, mit welcher Festigkeit das alte Mauerwerk unter dem Erdboden sich mehr als 700 Jahre erhalten hat, da die Stadtmauer nach» weislich um das Jahr 1200 bereits bestanden hat. Die Festigkeit de» Mauerwerks ist an manchen Stellen des Stadtmauerweges noch so groß, daß einzelne Stücke mit dem Brecheisen herausgebrochen werden müssen. Besondere Funde sind bi» jetzt bei den Arbeiten noch nicht entdeckt worden. — Ein Wahrzeichen unserer Stadt, das Stör- ch e n n e st auf dem trotzigen Leonhardsturm om Fuldertor, hat eine „Reuauflage" erhalten, indem die seitherige Niststätte entfernt und eine mit aller Bequemlichkeit ausgerüstete neue Niststätte in der luftigen Höhe angebracht wurde. Da bi» vor'etwa 10 Jahren ein Storchenpaar dort regelmäßig nistete, dann aber nicht mehr erschien, nahm man an, daß die seitherige Beschaffenheit des Restes den „mo- bemen“ Ansprüchen der Storchenfamilie nicht mehr genügte. Bis setzt haben aber die Störche von der ihnen erwiesenen Aufmerksamkeit noch keinen Gebrauch gemocht. Kreis Lautcrbaä». —.— Bermutshain, 4. Mai. Auf eine 4 2jährige Dienstzeit blickte der hiesige Pclrzeidiener Rikolaus Franz zurück. Franz steht im 86. Lebenej chr. mochte den Feldzug von 1870 71 bei der hessischen Division mit und nahm hier an der Erstürmung des Schlosses Ehambord teil. Ab 1. Mai ist er in den wohlverdienten Ruhestand getreten L Grebenhain, 4. Mal. Der ber gestern hier abgehaltenen Drenn Holzversteigerung aus den hiesigen O&erförftereicn waren die Preise ziemlich hoch Durchschnittspreis für 2 Raummeter Duchenscheiter 1. Kl. 28—30 Mart, für 2. Kl. 14—16 Mark, für 2 Raummeter Duchenknüppel 15—16 Marl, für 2 Raummeter Grlenknüppel (Weriholzi 34—36 Mark. Buchen ft am m reif er 4—8 Mark per Meter Starkenburg. • Darmstadt, 4. Mai. 3n Urberach (Kreis Dieburg) entdeckte ein Landwirt beim Entleeren der Pfuhlgrube die in einen Sack eingenähte Leiche eines neugeborenen Kindes Die älnlcrsuchuna ilt eingeleitet. WSR. Weinheim, 4. Mai. Im benachbarten Leutershausen fiel gestern das 2jährige Kind einer Bahnarbeitcrfamilie, während die Mut- ter mit Waschen beschästigt war, rücklings in einen Zuber kochendes Wasser. Das Kind wurde derart verbrüht, daß es kurz darauf gestorben ist Rheinhessen. WSR. WormS, 4. Mai. 3n der Rächt auf Samstag wurden in dem neu angelegten Rosengarten deS Stadt Parkes starke Verwüstungen angerich et. CH? dort auf- gestellte mehrere Zentner schwere Vase ist von dem Sockel gerissen und in die Beetanlagen geworfen worden. Die Base wurd: hierbei stark beschädigt. Zwei der dort ausgestellten hölzernen Eckbänke wurden von ihren Plänen entfernt und hochgestellt. Eine große Anzahl Rosen stocke tourben hierbei zertreten In der Baumschule wurde das Tor von innen geöffnet und auf den Beeten herumgetreten. Der Rosengarten, der in der vorigen Woche erst instand gesetzt wovden war, wurde gleichfalls stark zertreten Aus dem Tatort wurde ein Flugblatt „THai feier 19 2 6" von der Kom - munistischen Partei Deutschlands. Ortsgruppe WormS. vorgefunden. Di« Ermittelungen sind im Gange. Die Täter sind jedoch bisher noch unbekannt. — Auf der Landstraße zwischen Bo- benheim und Frankenthal woltte ein auf der Wanderschaft begriffener 22 Jahve alter Schmied auf ein von Mainz kommendes Lastauto während der Fahrt auf daS seitliche Trittbrett ausspringen. rutschte jedoch aus. und kam unter das Hinterrad zu liegen. Der Autolenker wurde erst einige hundert Meter später auf den Vorfall aufmerksam. Der Verunglückte wurde schwer verletzt auf der ©träte vorgefunden. Kurz nach seiner Einlieferung in daS Frankenthaler Krankenhaus erlag er den erlittenen schweren Verletzungen. Preußen. Mrcte Wctzlar. WSR Wetzlar, 4. Mai. 3m Lause des Sommers werden zwischen Köln und Wetzlar und einigen Zwischenstationen, sowie über Wetzlar hinaus bis nach Rlünchen Cxtrazüge mit Brieftauben verkehren. An den Endstationen der Zuge sollen dann jedesmal die Tiere zu einem P r o b e f l u g ausgelassen werden □ Wetzlar, 4. Mai. Der Regierungspräsident zu Koblenz hat mit Zustimmung des Bezirksausschusses eine Polizeiverordnung lur den Kreis Wetzlar erlassen, nach der das Besahren der Ulm dach st raße von der Kreicgrenze gegen B e i l ft e i n bis zur Einmündung In die Kreis- straße Wetzlar —Löhnberg ■ Weilburg mit Lastkraftwagen verboten ist. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 150 Mark bestraft an deren Stelle im Unvermögens- salle eine entsprechende Haftstrafe tritt. Die Berard- nung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten. <> Dornholzhausen, 4. Mai. Der B e • zirkskriegerverband ,chüttenberg" hielt am Sonntag im Saale der Gastwirtschaft Schieferstein hierjelbft feine diesjährige Frühjahrsver- fammlung ab. In der Versammlung wurde die Rechnung für das abgelaufene Geschäftsjahr abgelegt; außerdem wurde beschlossen, das diesjährige Bezirkskriegerverbandsfeft am 27. und 28. yuni in Niederkleen abzuhalten. Der Kriegerverein Niederkleen wird mit diesem Feste die Feier seines 50jährigen Bestehens verbinden. Dem Verband gehören die Kriegervereine Ebers-Göns, Oberkleen, Niederkleen, Dornholzhausen, Hochelheim, Hörnsheim, Großen- Linden, Lützellinden und Groß-Rechtenbach an; er umfaßt rund 600 Mitglieder und ist ein Schwester- oerdand des Kreiskriegerverbandes Wetzlar. Xi reis Bicd«nkop'. * Gladenbach, 4. Mai. Wegen der hier aus- gebrochenen Maul- und Klauenseuche muß der Kram» und Schweine markt am 7. Mai a u 5 f a 11 e n. Tillt cis * Herborn, 4. Mai. Wegen Seuchengefahr findet der hiesige Diehmarkt am 10. Mai nicht statt. Xi reis Marburg. )[ Marburg, 4. Mai. 3n der Rächt zum Sonntag wurden in einem Hause des Südviertels bei einem (Sinbrud) für etwa 2000 Mark Silberfachen gestohlen. Die Diebe hatten vorher den Hund vergiftet. — Zum Gedächtnis an den vor wenigen Jahren verstorbenen langjährigen Oberführer und Mitbegründer deS .Oberhessischen GebirgSverrinS", Kaufmann Heinrich Runkel von hier, wird am Himmelfahrttag auf dem .Hemmerich" bei Lohra eine Schu tzH2 11e ringe weiht. KreiS Usingen. —I— Cleeberg, 4. Mai. In dieser Woche wird man in unserer Gemarkung mit dem Loh- schälen beginnen. Kürzlich fand auf dem Sud» missionsweg der Verkauf derfelben statt. Das Höchstgebot belief sich auf 4,90 Mk. gegen 5,10 Mk. pro Zentner im Vorjahre. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 4. Mai. Der Magistrat hat der Ausführung eine- städtischen ReubaueS an der Domstraße zugestimmt. der außer Geschäftsräumen und Geschäftsläden in den Obergeschossen 12 D reizt m m e r - und 7 Zweizimmerwohnungen enthalten soll. Die Gesamtbaukosten einschließlich des Dodenwertes und der Strahenbau- kosten sind auf 447 003 Mark veranschlagt, wovon die Aufwendungen für die WohnungSbauten aus den Mitteln des Wohnungsbauprogramms bestritten werden. — Der Spengler Emil Staab auS Wiesbaden wurde hier wegen Betrugs festgenommen, weil er «inen Chauffeur um 1 3 00 Mark betrogen hat. Er hat, ohne einen Pfennig in der Tasche zu haben, zwei Fahrten nach Düsseldorf ausgesührl, und hat es verstanden, den Chauffeur unter allerhand Versprechungen um eine sehr hohe Summe zu betrügen. Es ist nicht aus- aeschlosfen, daß er noch mehrere Personen geschädigt hat. Turnen, Sport und Spiel. Schtoimmobieilung des T. D. 1846 Giehen. Morgen, Donnerstag, 6. Mai, abends findet im Städtischen Doltsbad daS Abschwimmen der Schwimmabteilung deS T. D. v. 1846 statt. Die Schwimmabteilung wird in verschiedenen Ginzel- Wettkämpfen alle Schwimmarten vorsühren, welch« bei ihr gepflegt und eifrig betrieben werden. Sämtliche Altersklassen der Turner und Turnerinnen toerben an diesen Wettkämpfen tcilnehmen. Reben der ernsten Arbeit will die Schwimmabteilung ihren Freunden und Gönnern aber auch einige heitere Minuten bereiten, und so wird sie manche humoristische Einlage machen. Es sind sehr interessante Darbietungen zu erwarten. Räheres in der heutigen Anzeige. Turnverein Lollar. Die 1. Mannschaft der Sportabteilung des Turnvereins Lollar weilte am Sonntag in Riedershausen, um ein Gesellschaftsspiel gegen die 1. Mannschaft der dortigen Turn- und Sport- gemeinde auszutragen. Rach äußerst fairem Spiel gewann Lollar verdient mit 3: 1 Toren. Ein schwacher Moment des Lollarer Torhüters verhalf Riedershausen zu seinem Ehrentor. an an werden. 4040 D 4024 D Bürgermeisterei. G tjearbctteie I Möbel Opver. 4025V ^»mnimiijliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiuiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii dler-Auto | Männer Telephon Nr 2. WM Haus der Handarbeit §eltersweg81 Gießen: ■ 3722a 1. 2. 3. 4. 5. E i I Alleinige Niederlage in Herstellen von Robrgruben, Chaussierung, Reupflaster. Schachtmauerwerk, Lieferung von Zementtohr, Schacht. Arbeitsvcrgebnng. Zur Erbauung eines Zweifamilienhauses für die Wohnungsnothilfe Gießen sollen die Grd-, Maurer- Zimmer-, Dachdecker» und wpenglerarbeiten vergeben Gegen Zahlungs- Erleichterung kaufenSied.lOOOfacb bewährten u. in al.en Kulturstaat, patent Arbeitsvergebnng Zur Verlängerung des Kanals in der Bahnhofstraße sollen nachstchendeArbeitrn und Lieferungen durch schriftliches Ange- bot vergeben werden: Marte Hammer von :U.L 15.— Teninsichulic von Mk. 5.— Tennisschube, 2-Shzer, dorchgesi-hen und modarr feiert mit elektr. Licht und üfacher Bereitung. 513 PS. zu verkaufen. Dr. Klapsch, Hohensolms Die Anstalt ist e. öffnet 4020V deckel, Steigeisen, Sinkkasten und gußeiserne Einlausstuhen. Plan, Voranschlag und Bedingungen liegen bei der unterzeichneten Stelle offen. Angebote sind mit bezüglicher Aufschrift bis zum 10. d. Mts, nachmittags 2 llhr, bei derselben Stelle einzureichcn. Freie Auswahl unter den Angeboten bleibt Vorbehalten ZuschlagSlrist 10 Tage Leihgestern, den 3. Mai 1926. W» ii. Speierligg in diesjährig vorzüglicher Qualität empfiehlt „IM Aepfelweinkelterel Köhler Evtl, käme gleichzeitig die lieber- nähme der Vertretung in Frage. Best. Angebote unter 3985D an den Gießener Anzeiger. — Das flüssige Silber ■ versilbert unechte Gegenstände, gelb gewordene Löstet »sw., überzieht auch Mnvfer und Piesting nut einer garantiert echten stlberaufL tGelna,ichc- aniveisung: Als wenn Sie vutzen.i 'ßrotp gratis., probest .* 1.50 franto Nachn. Baiapa G.nLb.E. Hannover 111, LavesitraB» 40. ,^i> Zell, Oberhessen Besitzer von 15 Bedalilen und Diplomen —CX1 4* Bruchleidende 4* GehenSienichl auf verlockende unwahre Inserate, sondern zu einem langjährigen Fachmann. Mein Bruchband „Ideal“ vig Syst od. da» Bruchba' d Kounuba« P.R.P., ist das Beste was existiert, ohne Feder, kein harter Ledergürtel od. Eisenhügel. rutscht und drückt nicht. Tag und Nacht tragbar. Garantie für tadelloses Paasen. Leib-, Na bei-und Vorfall bin den, Geradehai er. fow Bardazen aller Syst. new. l’reWfgjfihr I- rfahrung Reelle. Be dienung Von mehr als BOODOBrncnleidend. ml! bist. Erlolg getragen. Für alle Bruch leidende kosten!, zu sprechen in fließen: Samstag, 8. Hal, 1—6 Dir, im Hotel Koiie.. i'andag.-Spezia.'Isl Eugen Frei, Stuttgart Kronenstr. 46 zu billigen Preisen. Betten, Matratzen, weiß ackierte Höbet. ITTMAXV, Inhaber A. B»I NI.IB, Babn!>oislr. 29. In unser Handelsregister, Abteilung A Rr 39 wurde heut' bei der Firma Kaufmann Bamberger II. in Muschenheim eingetragen: .Die Firma ist erloschen." Sich, den 29. April 1926. Hessisches Amtsgericht. 40480 Stelner's Reform- Paradies-Betten Bettfedern wer n tadellos geieungl und umg?sülll. Aus Wunid, in einigen Stunden. Abholung und Rlicklieierung auf Wunsch in einem Tage. 41^22D Färberei Croon Fabrik und Laden: ''Marburger Strafte 43 Filiale: Settersweg 25, Tetevlwn SH9. 5oilniüüöer6ioß'Biflü tel jucht als 2pez.-Ausschank geeignetes Vier-Mal Bajazzo Geldsviel amonaten neu, konkurrenzlos, billig, abFabrtk. Schlicht 309185 Berlin—Lichienberg DlunienchatnratzcÄ LLaichbüttcu >. Pflanzenkübct ?,aitchcfasicr Schiebkarreir Vcttertoaoen Sommerforn y < M uferet y Größte Auswahl Schwämme Fensterleder billigste Preise durch di« direkten Käufe in dem Erzeugerland, ““"a Drogerie Winterhoff Kreuzplatz 9 u.10 A WB ebiuEnoh eine Lücke ausgefüllt, da diese den Tran mit seinem vollen Gehalt an Vitaminen in einer angenehm schmeckenden Form bringt. Selbst die kleinsten Kinder nehmen SCOTTs EMULSION gerne, und wird sie in allen Kulturländern mit bestem Erfolg als Nährmittel bei Kindern mit schwachen Knochen. Skrofulose, engl. Krankheit, Rachitis und Lungenleiden genommen. Stillende Mütter, die unter Erschöpfung leiden, nehmen SCOTTs EMULSION, da diese den Verlust gewisser Stoffe, so der Phosphate, ersetzt. Man achte Jedoch auf die Marke SCOTT und weise Nachahmungen zurück, auch wenn sic angeblich billiger sind. Scott'a Emulsion ist In allen Apotheken und Drogerien zu haben. NIEDERLAGEN: Central-Drogerie, Kam, Schulstraße Kaiser-Drogerie, Noll, Lindenplatz 5 Ludwigsplatz-Drogerie, Noll, Roonstraße 2 Neustadt-Drogerie, Noll, Neustadt 28 Victoria-Drogerie, Guth, Marktstraße 5 Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 9 10. Eberverkauf. Der abgängige Gemeindeeber soll auf dem Wege des schriftlichen Angebots ver-1 lauft werden. Angebote sind bis zum 8. d. M-, nachmittags 7 Uhr, mit Aus- schri t versehen bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Leihgestern, den 1. Mai 1926. Bürgermeisterei. Heß. 3f*83 D Tennis Schläger Größte Ausmaht. la ieileiikäse i!) Bsd. 6 Mk. kranko | Tamvkkä esabrik, Rendsburg. bekannte Heilwirkung des Lebertrans ergründet und festgestellt daß diese auf den hohen Vitamingehalt zurückzuführen ist. Lebertran stellt das vitaminreichste Nährmittel dar, wird jedoch wegen seines Geruchs und Geschmacks von empfindlichen Patienten ungern genommen. So hat die Erfindung von cctiie amerikanische, mit (5rcDC-2ol)le von Mk. 9 50 an Bal'e von Pik 2 25 an Spanner, Lacke, Celc uiw., Pfosten und Netze. Revarauiren u. Neu- bespannen mchmasttg in eigener Werkstatt tnnetuolb 24 Siunden Äug. Kiibinger Seltersweg 79 3865D Telephon 222 Wee Iä 1e^’o-Sweater, die ideale, gesü deste Kinderkleidung in mehr Salomon ^nhnktr IC "-Anzüge, als 300 Stück zur Auswahl zu den billigsten ’ i%UUlOI -Kleidchen, «059» Originalpreisen bei rr.TCipClj Marktpl. N agnt bewirkt L.* der Mast und Llilcherzeugnng otc oollständi.ie rinv- nutzuna bCÖH-tt'-«, betlt Knochenrr?idie und Be>nichwnche unter Garantie und . ist das bewabi ie AllstülUfmiet für rveifcl, .Kälber, Ziegenlämmer an ii ohneVoll-n.'Mniter- mttch. — Vanbiuirt •vemr. Busse, Oven- itedt, schreibt: „Bestätige hierdurch die guien Eriotge, die ich seit 2 Zauren mit dem Nagnl-Alii- Audiifutier errielt habe. Fch lüttere es als Betiut'er 'n kleine Ferkel und erreichie dadurch nodi kürzlich bei 12 Tieren im Atter oon 8 Wochen ein Durchschnittsgewicht von 51 Psund ES ist mir bei der Aui- zücht von Z ingoieh unenibebrlich'. to da» ich eS jedem Landr rott: nur emviehlen kann " Zn haben bet: Nun. Wallen'els, Drogerie. Markivt: Euaen Scheel, ManSburp 17; :)lob. Düll, Lamenbdlg, 91. iihabt 46; Heine. I Hab», Samenbdlg. 'Alia.Nott.Drogerie Zeichnungen und Bedingungen liegen bei Archilelt Fischer, Seliersweg 89, offen. 'Ingebote sind mit entsprechender Auf- schriit versehen bis zum 12. Mai, vor- nrlttagS 12 älhr, daselbst einzureichen. ZuschlagSlrist 10 Tage Gießen, den 4. Mai 1926. Wohnungsnothilse Gieren. Bullenverkauf. Freitag, den 7. Mai, soll auf dem Wege schriftlichen Angebots ein fetter Dulle vergeben werden. Angebote sind bis zum 7. b. HL, mittags 2 äl&t, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Gruningen, den 5. Mai 1926. Bürgermeisterei: Guter. 4026D Bullenverkauf. Rächsten Freitag, den 7. d. M.. tot» mittags um 11 Llhr, verlausen wir auf hiesigem RatbauS öffentlich meistbietend gegen Barzahlung einen erstklassigen, schlachtreilen Gemeindebullen. Bedingung, werden vorher bekanntgegeben. Ettingshausen, den 3. Mai 1926. Bürgermeisterei Ettingshausen 191 BimaborAutomobile der billigste und zuverlässigste deutsche Gebrauchswagen / Günstige Zahlungsbedingungen 8/32 P. SM 6-Sitzer, komplett, mit allem Zubehör . - . Mk. 6250.- 6/20 P. S., 4-Sitzer, komplett, mit allem Zubehör . . . Mk. 4700.- 3671D N.A.G. ■ Hansa-Lloyd ■ Hansa Personen-, Last- und Lieferungswagen lllllllllll erzensk 7) o I Nur 10 Tage! 5.-15. Mai 1926! Julius Schulze Kreuzplatz 4060a 4038c liest Teufelsluftgärtchen 26. 03217 Der Vorstand 4034a a Vasaltsplitt Basaltgrus Basaltsand ERSTLIHDS ARTIKE bester Qualität zu billigem Preis. aus eigenen Werken Hltglleder Eintritt frei, Nlsblmitgl. 2 mk. Vorverkauf bei Chall’.er. hente letzter Tag: :: Das Tal des Todes :: Ab morgen bi« cinschi. Sonntag: DieKönigindes Waldes 2. und Sehlnßteil. Ferner das lustige Beiprogramm. 4021c C.Rübsamen,Bietzen Fernsprecher 1659. M6,c nilllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllin Goethe-Bund. Donnerstag, den 6. Hai 1926, abds. 8 Uhr im Kaufmann. Veretnshans, Nordanlage: Dichterabend Kiabund Sie sparen bis zu 9O°/o und mehr gegenüber Neuanschaffungen durch die chemische Reinigung Ihrer Garderobe und Zimmer-Ausstattungen. Wir färben und reinigen alles, womit Sie sich bekleiden und Ihr Heim schmücken. Wir beraten Sie gerne und bedienen Sie rasch und gut Färberei Braubach & Fischer Seltersweg 79 a Fernspr. 627 Post- und Bahnsendungen an die Fabrik in Butzbach erbeten 2263D für das Deutsche Reich, Ortsgruppe Gießen und Umgebung Mittwoch, den 5. Mai 1926, abends S^Uhr im Gasthof „Zum Hindenburg“ Mitgliederversammlung Vortrag des Herrn Geheimerat Best aus Darmstadt über: 4053V DasVolksbegehren für eine gerechte Aufwertung ■ I Auch Nichtmitglieder - alle Gläubiger und Sparer - || die mithelfen wollen, eine gerechte Wiederherstellung || ihrer Ansprüche herbeizuführen, sind freundl. eingeladen. EchteUadapolamTtiüereien — Handware — Valist-Stickereien ht reichhaltiger Auswahl und zu sehr günstigen Preisen. Spezial -Spitzengeschäst Schmitt Wwe. Cafe Amend Mittwoch, den 5. Mai, abends 8 Uhr: Sonderkonzert :::::: mit verstärkter Hauskapelle :::::: 4018c Gießener Konzertverein Reger-Gesellschaft Dienstag, den <1. Mai 1926, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche Reger-Gedächtnisfeier t 11. Mai 1916 Ausführende; Claere von Conta (Gesang) aus Erfurt Adolf Wieher (Orgel) aus Halle Reger 3 Choralfantasien und Lieder. Eintrittekarten: I. Platz (Altar und Empore) Mk. 3 —. JL Platz (Vorderschiff) Mk 2—, 111. Platz (unnumeriert) M 1.—. Studenten- und Schülerkarten 50 Pf., bei Ernst Challier und abends an der Kasse. — Für Mitglieder des Konzertvereins und der Reeergesellschaft I. Platz 2 Mk., II. Platz 1 50 Mk. nur im Vorverkauf bis zum 8. Mal. [3944c Lichtspielhaus BahnhotstraBe 34 Heute letzter Tag: Das Geheimnis der alten Mamsell. Ab morgen bi« etnschL Sonntag: Die Assmanns 6 Akte nach dem bekannten Roman von Hedwig Court he-Ma hier. In den Hauptrollen: Grete Beinwald und Bruno Kastner. Ferner: :: Klein Dorrit:: Gesellschaftsdrama in 6 Akten. In der Hauptrolle: Gnnar Tolnae». In den Astoria - Lichtspielen _:| .......»W MMMM | Veuvenden, Sie tPecsit ohne jeden, 2usolz. es enthält beste Seife ceiMidv. ’ ü- - Zlora-Ylumenkasten V. B. ®. M. 478761 Vorteile: Auffallendes Gedeihen der Pflanzen, Kein Anstrich, Kein Verschleißen, billiger als Holz-, ZinK- oder Tonkasten Unbegrenzte Haltbarkeit In jeder Steinimitation und zu jeder Fassade paflend lieferbar Kunststeinfabrik Fl. Eschenauer, Nassau a. d. Lahn Vertreter für Gießen und Umgebung: Huöolf Weber, Gartenbaubetrieb, Sichen Schiffenberger Weg 19 - Telephon 1057 3707D f Gasherde j j| in größter Auswahl 3 - M«WImJ,W«kZS ? Gügsngezayillagsbevlngllvgeu. AofwllMAalemaMllg 4037a G. D. Ä.-Vertretung: Adam Kircher, Gießen Telephon 1338 Reparaturwerkstätten Bleichstraße 15 Üurn= und Sport» Werbefage in Eishsn! Samstag, den 8. Mai, und Sonntag, den 9. Mai , finden in Gießen in der Volkshalle und auf dem Univerfitats- Sportplatz Turn- und Sportroerbeveranstaltungen statt. Es find hervorragende Leistungen zu erwarten in Men,LelWllleUZMll Keilen, Bien ui irtliirei Mitwirkende Vereine: Giehener Turnerschaft, Rasensportverein, Reit- und Fahrklub, Boxklub, Radfahrer-Vereine. Mufikalische Darbietungen. Beginn: Samstag, den 8. Mai, abends 8 Uhr, in der Dolkshalle; Sonntag, den 9. Mai, nachmittags 2'/e Uhr, auf dem Universitäts- Sportplatz, anschließend 4Vs Uhr, in der Dolkshalle. Eintrittspreis für sämtliche Veranstaltungen: Mk 1.-^Vorverkauf (Schlutz 8.Mai, 1 Uhr) 80 Pf. Vorverkaufsstellen: 1. Sporthaus Schwan, Mäusburg; 2. Sporthaus Schneider, Neuenweg; 3. in sämtlichen Geschäften der Firma Wilh. Möser. Studentenkarten nur bei Herrn Sekretär Ritter in der Universität: 50 Pf. Voranzeige: Schwimm- und rudersportliche Veranstaltungen Ende Juni. ,030D Die (Siebener Turn- und Sportvereine. Aufruf! Wir bitten unsere verehrt. Mitglieder, für den am 13. Mai d. Js. (Himmelfahrttag) stattsindenden Kinderfestzug, anläßlich unseres 25jährigen Jubiläums, in der Derteilungsttelle die Zahl der fich beteiligenden Kinder anzugeben. Für die angegebene Zahl der Kinder erhält das Mitglied je Kind eine Karte, welche beim Kinderfest für eine Brezel bestimmt ist. Die Meldungen müssen spätestens Montag, den 10. Mai, mittags 42 Uhr erfolgt fein. Auf Fahnen, Brezeln und Lampions haben nur Kinder, welche sich am Festzug beteiligen, Anspruch. Mit genossenschaftlichem Gruh! Konsumverein Gießen u. Umgeg Telephon 898 nr. 1(?4 Drittes Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für ©betreffen) Mittwoch, 5. Mai 1926 Für den Büchertisch tionsmannes. 124/26. 141 lieber ihrem Hause, ihrer Arbeit und Geselligkeit liegt die Kultur allen Patrizierlums. Einen gelungenen Kontrast bildet dagegen der junge Hüter beim, ein aalglatter, kluger Realpolitiker. Pif11T I sönlichkeiten. Sie sind sest im Boden ihrer (3r- vutiuuu. Ziehung verwurzelt und allem Hohen und Er- — Lotu 11: Gedichte. In den tBersmaßen des hadenen zugewandt. Ihre Welt tut sich wie ein Originals. Aus dem Lateinischen übertragen von Ed. | grundklares Wasser vor dem Leser aut. Saenger. Bei Reclam in Leipzig. Unioersalbibliothek Dir. 6638. — Der Veroneser Gajus Valerius Catul- sich hcrauswari. Die Anordnung saht jeweils ein- mcils einzelne Stücke zu geistig verbundenen Gruppen zusammen: das Ganze ist Führer zu der inv l inierenden Etatianenkette auf einer, bei aller Vielfältigkeit — welcher zeitgenössische Dramatiker um schließt mit gleicher Intensität diese Fülle von Figuren, Stilen und Problemen, wie Kaiser? — erbitten geradlinigen und zielsicheren Weltreise, einer aus dämonischer Werkbesessenheit entfesselten, visionären Jagd nach dem Erlebnis. Wo die Reise endet, ist nicht abzusehen. Selbst das Bild (der innere Umriß) dessen, del hier unterwegs ist, gibt sich kaum 3U erkennen, bleibt halb oder völlig verschleiert: der Dichter steht rätselhaft hinter seinem Werk, an das er zwar ganz sich hingibt, das ihm aber zugleich auch Maske und stets wandelbare Verkleidung ist. (Die paar äußren Fakten, die man von Kaiser weiß, haben keine Schlüsselgewalt.) Um so überraschender ein paar seine, streifende Lichter, die gegen Ende lies Buches vom Werk her auf den Scyopfer fallen. 209 GeschichteundVolkskunde — Die ausgezeichnete Sammlung „Otten- schen, Völker. Zeiten" des Wiener Der- lages Karl König ist um eine Reihe neuer Bünde bereichert. Ferrero, der bekannte italienische Historiker, steuert ein interessantes Buch über Julius Cäsar bei. eine knappe, außerordentlich prägnante Geschichte der glänzendsten und fesselndsten Epoche des antiken Roms. Heber Torquemada und die spanische Inquisition schreibt Emil Lucka, unterstützt durch seltene Abbildungen in außerordentlich anregender Weise. Abraham Lincoln, den zweiten Gründer der Vereinigten Staaten, macht Graf Albrecht Montgelas zum Gegenstand einer interessanten Studie, und schließlich gibt Carry Brachvogel ein Bild Robes- Pierres, des großen französischen Revolu- Bücher der Bildung. — Die vor wenig mehr als vor einem Jahr ins Leben getretene Sammlung ..Bücher der Bildung" ist vom Verlag Albert Langen mit einer Konsequenz weitergeführt worden, auf die der ganze deutsche Buchhandel stolz sein kann. „Goethes Sprüche in Prosa" bilden zusammen mit den früher erschienenen Bänden „Ur-Goethe" (Ur-Götz. Ur-Faust, Prosa-Iphigenie) und „Die schönsten Esiays von Goethe" ein wundervoll leuchtendes Dreigeftirn: Der Dichter, der Denker, der Weise. — War schon bei den zwei im vorigen Jahr erschienenen Bänden „Rom im Mittelalter" von Gregors- vius die Nachfrage groß, so werden die zwei neuen, "R o m in der Renaissance", noch stärker verlangt werden. Sie führen von Rienzi und Petrarca zu Michel Angelo und Raffael und schildern die vier glanzvollsten Pontificate aller Zeiten: Pius II., Alexander IV., Julius II. und Leo X. Außer der ausgesprochenen Originalität der einzelnen Bände dieser reichen Sammlung, ihrer mustergültigen Ausstattung und Billigkeit (in Ganzleinen 4 Mk.) ist vor allem dankbar zu begrüßen, daß sie einzeln käuflich sind und sich so jeder Bücherfreund aus ihnen eine ungemein preiswerte Eigenbücherei persönlich und planvoll zusammenstellen kann. Für die „Bücher der Bildung* zeichnen als Herausgeber Männer, deren Namen einen guten Slang hoben, wie Josef Hofmiller, Tony Kellen, Tim Klein, und die Verfasser sind die Großen der Weltliteratur: Taine, Macaulay, Rousseau, Montaigne, Döllinger, Gregorooius. Viktor Hehn, Helmholtz, Richard Wagner, Schiller. Goethe. Daß Nietzsches „gutes Europäertum" sich sehr wohl mit gutem Deutschtum vereinigen läßt, beweisen diese „Bücher der Bildung" vorbildlich. 80 K — I. K. Lavater. Worte des Sens. Säkular-Ausgabc des Verlages Xrhcn (ein & Co.. Leipzig. — „Möchten meiern wie meine Worte und meine mein Herz." Diele Worte aus — Die Markgräsin von Bayreuth. Friedrichs des Großen L.eblingsschwester. Von A. v. Gleichen-Rußwurm. (Mit 18 Abbildungen. In Leinen 8.50 Wk. Verlag von Justus Hoffmann. Stuttgart.) — Zum erstenmal wird hier eine geschlossene, reich illustrierte Biographie der L.cb.ingsichu-ester Friedrichs II. geboten, der ein- aigen Frau, die dem großen König aeistiae Ge- fährtin war. Auf den neuesten Quellen fußend, beginnt Gleichen in geistvoller und fesselnder Weise mit Bildern vom Hof Friedrich Wilhelms I. und aus der Jugendzeit Der Geschwister. Wir sehen den harten Vater beim Drill seiner Regimenter. ziltern mit der Schwester während Friedrichs Flucht und Gefangenschaft. Die englischen Heiralspläne verwickeln die junge Prinzessin in innere Kämpfe und politische Spannungen, bis sie als Markgräfin von Bayreuth trotz Hos- intrigen und Enttäuschungen ihren auserwählten Kreis zu hohem, geistigem Streben führt. Wir verfolgen Friedrichs II. Aufstieg, seine Wandlung vom empfindsamen Kronprinzen zum großen Preußenkönig, wir cr'eben seinen Streit und die Aussöhnung mit der g.liebten Schwester in ihren eigenen Briefen mit. Voltaire tritt auf als beider Freund und als Verräter an seinem königlichen Gönner: den Sagen des Glanzes folgt das Elend des Siebenjährigen Krieges, der sich in erschütternden Briefen der Geschwister widerspiegelt. Häus'.g slicht Gleichen-Rußwurm solche Zeugnisse in seine Darstellung: als feiner Psycholog motiviert er die berüchtigten Memoiren der Markgräfin, Geist und Son des höfischen 18. Jahrhunderts kennzeichnet er aufs treffendste und erweitert damit fein Buch zu einem Zeitbild, das als psychologische Studie wie als wichtiges Stück deutscher Geschichte hohe Werte bietet. — Eine wertvolle Ergänzung dieses Buches bildet der Briefwechsel Friedrichs des Großen und Wilhelmine von Bayreuth, (Herausgegeben von Prof. Dr. G. D. Volz, Deutsch von Friedrich von Oppeln-Bro nikowski. Mit 16 Abbildungen. Ganzleinen 15 Mk. K. F- Koehler. Verlag. Berlin und Leipzig.) mit dessen neuerschienenem zweiten Bande nunmehr diese Publikation bisher unveröffentlichter Briefe, die für die Beurteilung der Persönlichkeit, des Lebens und der Kriege des großen Königs von höchster Bedeutung ist. abgeschlossen vorliegt. Die großen politischen Geschehnisse, die dem Europa des 18. Jahrhunderts ein neues Bild gaben, spiegeln sich in dem feinsinnigen Itterarisch-künst- lerischen Briefwechsel in interessanter Weise wider und lassen die Gestalt des Königs in ihrer ganzen Macht als Persönlichkeit hervortreten. Bilder liebevoller Sorge um die Lieb- lingsschwester wechseln mit kurzen Schilderungen aus den Kriegen Friedrichs. Wilhelmines Briese sind oftmals reizende Kabinettstücke über Leben und Treiben der kleinen Residenz Bayreuth. Srotz aller Irrtümer und Wirren besteht die Freundschaft der Geschwister die Feuerprobe, sie gestaltet sich immer inniger und findet erst mit dem Tode der Markgräfin ihr Ende. 755'865 — Des Freiherrn vom Stein Leben schildert Hanns Martin Elster an Hand seiner Schriften und Korrespondenzen in einem scyönen Bande der Deutschen Buchgemeinschaft G. m. b. H., Berlin. Elster sagt in seinem beherzigenswerten Vorwort mit Recht, daß unser Schicksal die rechte Lö- ung des Führerproblems bestimmt, daß zum Führer auch die Masse gehört, die geführt fein will, die in Uebereinstimmung mit dem Führer ist. Diese Uebereinftimmung herbeizuführen, diese Masse zu chaffen, dazu wird dies sehr glücklich konzipierte Buch berufen sein, beizutragen. 851 — „21 u s einer vergessenen E ck e". Beiträge zur deutschen Volkskunde von Dr. Ludw. Friedrich Werner (Boette). III. Reihe: Hessische Bauern. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne, 1926. — Das Buch schildert in 17 Kapiteln, in oer- tändiger Anordnung und guter Gliederung des Stoffes, gewissermaßen von außen nach innen vordringend, das Volk im alten hessischen Kemlande. In Ergänzung und Erweiterung zweier früher (1909 und 1912) erschienenen Bände fuhrt diese Darstellung pünktlich und liebevoll, nicht vom Schreibtisch her, andern aus jahrelangem Anschauen und Miterleben in die Welt des einfachen, ländlichen Hessenvolkes ein, in sein Leben und Denken und Trachten, in eine Sprache und seinen gesunden, treffsicheren Witz, in seinen Glauben und Aberglauben, in die vielen kleinen und großen, tiefen und untiefen Dinge, die seinen schlichten Lebenskreis schneiden ober berühren. Der letzte Abschnitt („Der deutsche Literaturgeschichte. — Georg B ü chner und sein „Dantons T o d". Eine Einführung in fein Schaffen. Aon Rud. Iellikoff, Spielleiter am Stadttheatcr Hildesheim. 39 Seiten Bei Franz Borgmeyer, Hildesheim. — Ein knapper Lebensabriß führt zur Analyse der drei Akte des Büchnerschen Hauptwerkes. Wenn das Ganze dazu beiträgt, dem allzu früh Vollendeten I neue Freunde zu gewinnen, hat es seinen Zweck erfüllt 212 — Aus de m Studentenleben berühmter Männer. 1. Theodor Körner als Student 2. Heinrich Heine als Student. 3. Friedrich Nietzsche als Student. Verlag von Albert Ahn, Bonn (1922, 23 24). — Der Verfasser der drei Schriften, Dr. 0. F. Scheuer (Sexualwissenschaftler und Hochschulpädagoge in Wien), der bereits vor ein paar Jahren eine Studie über „Das Liebesleben des deutschen Studenten im Wandel der Zeiten" veröffentlichte, gibt in den drei Abhandlungen, gestützt auf umfängliches Quellenmaterial und unter Benutzung einer ausgedehnten Literatur, interessante Ausschnitte aus den Lebensläufen der drei so außerordentlich heterogen angelegten Dichter. Die Darstellung der akademischen Lehrjahre der drei sind allgemein-kulturhistorisch von gleicher Bedeutung, wie als individuelles Vorspiel und Komponenten späterer Entwicklung. 69 — Die Jagd nach dem Erlebnis. Ein Buch über Georg Kaiser. Don Ludwig Lewin. 194 Seiten. Verlag Die Schmiede. Berlin 1926. — Ein neues und interessant geschriebenes Werk über Kai- fer, das in feiner Bestimmung und feinen Zielen andere Wege verfolgt, als etwa die grundlegenden Darstellungen von Bernhard Diebold. Lewin sieht seinen Helden (wenn man so sagen darf) ganz isoliert, ohne Bindungen und Tradition, außerhalb von Beziehungen und Einflüssen, fern auch von literarischer Tendenz zur Einordnung und Bestimmung. Er sieht den Dichter einfach so: — als „einen l-ef- tigften Ausdruck unserer Zeit". (Mit welchem Recht, scll hier nicht entschieden werden.) Jedenfalls: „Aus Lebenswerte kommt es an! Aufs Leben!" Die jähe Kurve Kaiferfchen Weltgefühls wird in diesem Buche ausgezeichnet, wird abgeleitet aus der Analyse feiner Dramen, die eine schlechthin erstaunliche Produl tionsenergie unheimlich schnell hintereinander aus Bauer in primitiver Gtzmeinschastsfarbe") bringt eine Auseinandersetzung mit den Gedankengängen bcs bekannten Frankfurter Germanisten Hans Rau- mann, die lesenswert ist. and) wenn man begründete Bedenken haben wird, sich der Ablehnung der aus gezeichneten und weitgespannten Naumannsck>cn 'Volkskunde anzuschließcn. 750 — In der monumentalen Gesamtausgabe der Werke Rankes, die die Deutsche Akademie veranstaltet, erscheinen als 6. Band der Reformationsgeschichte soeben die Analekten des Verfassers und das ungebrutfte Material aus dem Nachlaß. (Drei- Masken-Deriag in München.) Politik. —_ Aür politische Literatur, namentlich in der populären Form der Memoiren oder der Korrespondenzen, besteht offenbar immer noch Hoch- tonjunftur. Kein Wunder, daß bei dem Versuch der Bedarfsdeckung auch eine Menge untauglicher Objekte unterlaufen, die besser nie das Licht der Welt erblickt hätten. So gibt ein Dr. Otto Gruft im Rikola Verlag in Wien ein Buch heraus „F ranz Joseph I. in seinen Briefen", das auch den gewöhnlichsten Pflichten eines Herausgebers historischen Materials spottet und in der Bearbei tung jedes Gefühl des Taktes oder gar der Pietät pcinooU vermissen läßt. Lediglich die Kapitel „Albert von Sachsen" und „Der Jäger" zeigen eine inenjch liche Anteilnahme des Verfassers an feinem Objekt, olles andere ist mit einer gewollten Einseitigkeit und Willkür ausgewählt und zusammengestellt. die nur noch von der verletzenden Bissigkeit der Rand bemerfungen und Zwischensätze des Verfassers übertroffen werden. Ein höchst unerfreuliches Buch dessen Zustandekommen mit Unterstützung bes Haus-, Hof- und Staatsarchivs einigermaßen wun dernimmt. (88) — Nicht viel erfreulicher ist in mancher Hinsicht auch das Buch Paul N i k i t s ch B o u 11 e s’ „V o r dem Stur m", Erinnerungen an den Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand. Gut charakterisiert das Buch zwar die Stellung des Thronfolgers zum Hofe und zum alten Kaiser, hält sich aber in der Beurteilung der Verhältnisse von Einseitigkeiten nicht frei, was zwar bei der Stellung des Verfassers als Privatsekretär des Fürsten begreiflich erscheint, und läßt eine Darstellung der politischen Auffassungen des Thronfolgers so gut wie ganz vermissen. Hoftratsch und durch fiele Wie derholungen nicht schmackhafter werdende Darstel langen des Charakters des Fürsten und feines Pri natlebens füllen den größeren Teil des Buches (Verlag für Kulturpolitik in Berlin, 58). — Eben falls die neueste österreichische Geschichte behandelt Karl Friedrich Nowak in seinem stark umstritte nen Werk „D e r W e g z u r K a t a st r o p h e", das in einer neuen Auflage erscheint (Verlag für Kultur Politik in Berlin, 113). Der Verfasser bringt nun mehr endlich die Dokumente für seine vielfach angezweifelten Behauptungen herbei, die vor allem das Vertrauensverhältnis mit dem verstorbenen Feldmarschall Eonrad von Hötzendors beleuchten sollen, auf der das Buch im wesentlichen basiert. — 3um Kapitel „Äriegsschuldlüge" erscheint ein bedeut sarnes Buch, das Ernest Juoet aus den Memoiren des französischen Botschafters am Hofe von Et. Pe tersburg Georges Louis zusammengestellt hat (Verlag für Kulturpolitik in Berlin, 161). Mit dem ganzen rhetorischen Elan des französischen Atoo- taten und dem edlen Freimut des Wahrhcitsfreun- des deckt Iudet einen politischen Skandal auf, der jur Vorgeschichte des Kriegsausbruchs nicht unwesentlich ist. Louis, der in Petersburg für einen Ausgleich der Gegensätze arbeitete, wurde Poincarä, damaligem französischem Ministerpräsidenten, und namentlich Iswolski, russischem Botschaster in Paris, höchst unbequem. Sie stellen ihn fall und berufen an feine Stelle in Maurice Paläologue eine ihnen willfährige Kreatur. Frankreich verschreibt sich mit Haut und Haar der russischen Katastrophenpolitik, das europäijdje Schicksal nimmt seinen Lauf. — Weiter zurück gehen die (Erinnerungen des ehemaligen badischen Gesandten Eugen von Jagern a n n, die er unter dem Titel „F ü n f u n d - siebzig Jahre des Erlebens und Erfahrens" bei Carl Winter in Heidelberg erscheinen läßt. (55) In einem reichlich trockenen, manchmal sogar stark verschrobenen Stil, zieht ein an Arbeit und (Erfolgen reiches Beamtenleben vorüber, nicht uninteressant in der Schilderung höfischen Lebens in Berlin und Karlsruhe und der Darstellung politischer Einzelheiten aus den ersten Jahrzehnten der Wilhelminischen Aera. lus hat, als er (nur wenig über 30 Jahre alt) starb, I 116 Gedichte hinterlassen, die auf uns gekommen \ , «, -----, - —----------- sind. In diesen Liedern, die um die beiden großen mit den Geheimnissen des Akademiker- und erschütternden Leidenschaften im Leben Catulls frei- Künstlertums durchaus nicht fertig werden kann. |en — die Liebe zu Lesbia (Clodia) und den Aeihe köstlicher Episoden entrollt sich vor Schmerz um den tpten Bruder — finden sich die yem Leser Halb belustigt, halb besorgt, auf feinsten lyrischen Blüten, die die gesamte römische leden Fall aber ungeduldig und gespannt sieht Literatur überhaupt hervorgebracht hat, finden sich n Entwicklung der Dinge entgegen und atmet Verse, die, über Jahrhunderte blühend, der Weltlile- befreit auf, wenn schließlich Karl Ritterhettn ratur angehören Kein anderer römischer Dichter aus gesundem Instinkt heraus all seine anfäng- roäre zu denken, der mit so ursprünglichem und liche Scharlatanerie abstreift und „zur Ratur", überwältigendem Lebensgefühl zum modernen Men- 3U seiner eigentlichen Bestimmung zurückkehrt, schen spricht, daß man, die vorchristliche Klassizität 176 vergessend, einen Zeitgenossen, Dichter und Men- — Knobloch, Hans. DerPfarreroon schen, zu hören meint. Die Uebertragung von Lehen. Novellen. Ganzleinenband 5 Mk. Verlag Saenger umfaßt 82 Gedichte, und man wird die 9- <9- Cotta. Stuttgart. — Dramatisch spannungs- Auswahl gutheißen: sie bringt dos Beste und Un- volle Novellen aus historischer Zeit. 105 vergänglichste aus der Hinterlassenschaft Catulls, — D i e z w ö l f S t u n d e n G o t t e s. Novellen alles, was man bei ihm sucht, auch die paar große- von Walter Erich Schäfer. Verlag I. Enoelhorns ren, epischen und alerandrinisch beeinflußten My- Nachs., Stuttgart. — Zwölf Novellen und Gedichte thengedichte. Füglich ausgelassen wurde eine Reihe bilden das Werk, jede ein einzely.es, abgeschlossenes von Strophen, die teils stark polemisch, teils aus- Schicksal erfüllend, doch so fest in einen Rahmen ge= gesprochen eroti(d) gefärbt sind, teils auch beides fügt und unter sich verbunden, daß sie ein Ganzes vereinigen. Im Anhang findet man eine Uebersicht darstellen, Stationen eines Wegs. Die stärkste Seyn- über die Versmaße und knappe, informierende An- sucht unserer Zeit: die nach dem Heiligen, wird ge- merkungen zum Sachlichen. — Die äußere Aus- stattet. Zuerst lebt sie in einem gegenwärtigen Men- slattung des zierlichen Bändchens ist zu loben. 243 f*en, bann sind Mönche ihre Träger, die nur den — Die Schutzfrist für die Werke Gustav Dingen der Seele in der Zucht eines Klosters leben, SfeptQfls ifi Anfang dieses Jahres abgelaüfen. dennoch die tiefste Befriedigung und endliche Er- Der Markt wird überschwemmt mit neuen Freytag- füUung ihres Sehnens nicht durch diese Zucht finden, ausgaben, unter denen es schwer ist, das Rechte zu sondern außerhalb, darüber. Die großen Jdeenkreisc finden. Der Verlag Reclam in Leipzig hat unter der Mystiker werden durchmessen: Natur, Liebe, feine Helios-Klassiker auch Freytags Werke eingereiht, Denken und Schau und das Einssein von allen in von denen uns „Die verlorene Hand- Gott. Und mit der Annäherung an dieses Ziel ist schrift" in vorzüglicher Ausstattung (grüner Ganz- der Kreis geschlossen, und bar Weg biegt nach seinem leinenbanb und guter Druck auf holzfreiem Papier) Lauf durch die Vergangenheit wieder in unsere Zeit vorliegt. 119 zurück. 155 _ — Rudolf Lindau: Ausgewählte Er- — Louis CouPerus: Aphrodite in zählungen. Ein weitgereister Mann, der bereits Aegypten. (Scheltet Mk. 4,—, gebunden Hu einer Zeit, als Deutsche nur in ganz vereinzelten Lttk. 6,50. Verlag Ph. Reclam in Leipzig. — Ausnahmen in die Welt hinauskamen, lange Jahre Dieser Roman führt die Leser ins heilige Land in China und Japan zugebracht hat und im besten des klassischen Alterlums, nach Aegypten. (Sin Sinne des Wortes ein Pionier deutschen Wesens vornehmer junger Römer will bei den ägyptischen und deutscher Kultur gewesen ist, berichtet in diesen ©Öttern den Aufenthaltsort seiner entflohenen Erzählungen aus dem reichen Schatz feiner Eindrücke Geliebten erfahren, und er zieht nun von Ort und Erfahrungen von den Schicksalen verschieden- zu Ort, von Heiligtum zu Heiligtum. Aber die artigster Menschen. Diese Erzählungen sind für uns Antworten der Götter sind zweideutig und irre- Deutsche der Gegenwart von besonderem Wert. Sie führend: beim aus den Orakeln fpricht ja nicht unterrichten uns nicht nur über die Eigenart und I wehr die Stimme der alten Götter, fonbern einzig Schönheit einer Welt, die den meisten von uns ver- die Geschäflsklugheit gerissener Priester. An schlosien bleiben muß, sondern sie zeigen uns auch, I einer neuen Reigung gesundet endlich der liebes- wie notwendig es gerade für uns Deutsche ist, srem- kranke Lucius. Der Roman zeichnet sich durch des Wesen und fremde Eigenart kennen und beur= I blühende Aeppigkeit der Schilderung von 3ttenteilen zu lernen, deutsches Wesen nicht in falscher schen und Landschaft, durch eine leidenschaftlich Überheblichkeit des äußeren Auftretens, sondern in beschwingte, anmutig verschlungene Handlung forgfamer Pflege der von keiner Nation der Welt aus. Zweifellos^ eine der glänzendsten Dchil- erreichten Eigenschaften der Ausdauer und des un- I Gerungen der spätantiken Welt, die wir in der ermüdlichen Fleißes zum Ausdruck zu bringen. Der europäischen Literatur besitzen. 203 468 Seiten umfassende Band erscheint in der Aus- —WernerDergengruen: Das große wahlreihe des Volksoerbandes der Bücher- Alkahest. (Volksverband der Bücherfreunde, freunde, deren Werke von jedem Mitglied Wegweiser-Verlag G.m. b.H., Berlin.) — Auf zwanglos bezogen werden können. Der Preis von dem historischen Hintergründe des Rußlands der 3,50 Reichsmark für den Halblederband, in tech- großen Katharina läßt der Dichter wundersame nisch mustergültiger Ausstattung, beweist, daß der Gestalten und Mächte vor unseren Augen ent- Dolksverband der Bücherfreunde ernstlich bestrebt ist, stehen. Das große Alkahest, das geheimnisvolle vor allem auch den Minderbemittelten seiner Mit- und unerforschte Lösungsmittel des Alchimisten, fllieber die Möglichkeit zu bieten, sich für wenig tmrb zum Symbol für ein buntes und rauhes Geld eine literarisch wertvolle Bibliothek aufbauen Gewebe von Schicksalsfäden, die in unbekannter zu können. 175 Hand zusammenlaufen. Die seltsame und eigen- — Gerhart Hauptmann: Bahnwär- sinnige Gestalt des Alchimisten, dessen Lebens- t e r !Ti e h l. Novellistische Studie. Mit einem Nach- kraft im heiligen Feuer eines tiefen mystischen wort von Hans v. Hülsen. (Reclams Universalbiblio- Glaubens dahinschmilzt, mahnt mit der ganzen thssk Nr. 6617.) — Gerhart Hauptmann erscheint erst- Tragik eines zwiespältigen Lebens und Träumens malig m der Universalbibliothek, und zwar mit an die. Vergänglichkeit und den leeren Wahn einem Werk, das wie ein Vermittler zwischen den menschlicher Sehnsucht. Ein farbenprächtiges Ge- aroßen Massiven seiner epischen und seiner dramali- mälde. das in mannigfacher Bewegtheit und mit schen Dichtung steht. Bahnwärter Thiel birgt alle spannender Handlung uns Höhen und Tiefen Grundelemente des Hauptmannschen Stils und der menschlichen Geschickes erleben läßt und uns im Hauptmannschen Problematik in sich. Kaum ein an- innersten ergreift. Der Roman erscheint als beres Werk ist so wie dieses geeignet, allerorten neuester Band der VII. Jahresreihe im Volks-- verstanden und in seiner tiefsten Bedeutung erfaßt | verband der Bücherfreunde. 111 AU werden. 143 — Isolde Kurz, Der Caliban, Roman. (Verlag 2. L. Schräg, Nürnberg. Geb. 6 Mk.) — In den engen Rahmen einer kurzen Sommerreise in die Märchenpracht der Dolomiten ist die Liebesgeschichte einer Wiener Künstlerin und das Ehe- schicksal ihrer Schwester, einer schon vor lauter Harmonie krank und müde Gewordenen gespannt. Vieles bleibt nur skizzenhaft angedeutet in Charakteren und Geschehnissen, namentlich der Caliban, dieser arme, mißverstandene Naturbursche „aus hohem Hause", dem reichlich gewaltsam die Hauptrolle des Romans zugewiesen wird, ist nur lückenhaft gezeichnet. Trotz dieser Anstöße einer vielleicht . z."«»)^"st^bnhasten Kritik wird man das Buch mit Diel Anteilnahme lesen. 26 — "D,'e Reise der Gräfin Sibylle". Von Charlotte Niese. Alster-Verlag, Hamburg. 255 Seiten. Ganzleinenband 5,50 Mk. — Das neue Werk ber beliebten Schriftstellerin ist ein historischer Ro- £-an«°rl^on?ercm ^*3 und fesselnder (Eigenart. D'e Geschichte der abenteuerlichen Reise der schwedischen Gräfin Sibylle Cederström hebt sich aus d-m dunklen Rahmen des nordischen Krieges: in Wetterleuchten und Änegslänn erfüllt sich aus Leid und Siebe und spatem Glück das Schicksal einer schönen und edeln Frau. 234 Sigrid Unset gilt in ihrer norwegischen Heimat als eine der Größten nordischen Schrikt- tums. Von ihrem mehrbändigen Roman Kristin Laorans Tochter liegt der erste Band in einer fluten Uebersetzung (bei Rütten 8- Loening in Frankfurt a. M.) vor. Die Dichtung greift weit zurück in bas nordische Mittelalter, ihre Menschen sind voll Blut und Leidenschaft Stampfen und Ringen ist fhr Schicksal, Irren und Haffen ihr Leben (Eine rauhe und karge Welt umgibt sie, dürftig und arm zwar, aber ans Herz greifend in der grandiosen Pracht j nordischer Natur. Es ist ein Buch, das auch in Deutschland Freunde finden wird, die die weiteren Bände mit Spannung ertroarten werden. 4 — In Reclams Roman-Reihe erschien: Rudolf Huch: Die beiden Ritterhelm Roman. Verlag Ph. Reclams in Leipzig. Geheftet Mk. 5—, gebunden Mk. 7.50. — Der Roman ist erfüllt von edelster, gepflegter Bürgerlichkeit, die sich besonders in den Gestalten des alten Rittechelm und seiner Schwester kundtut, prägnant und scharf umrissen gezeichneten Per» Börsenkurse. chendcn Trost uni) Erhebung bieten. 623 Wirtschaft 'sv- . ■ no- > Banknoten. ][ | V ■ das Mädchen erwürgt zu haben, Bater nicht von dem Hof ge° Cr wurde zum Tode ver- 4'. Sic besitzt tatsächlich alle Eigenschaften, die Ihrer Wäsche nützen. tiert: Weizen. ®etteruuer,_30 Mk.; Roggen, inländischer, 19,25 bis 19 75; «ommergerste für Brauzwecke 22,50 bis 24,75; Hafer, inländischer, 22,75 bis 23,50; Mais (gelb) 18; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 42 bis 42,50; Roggenmehl 28,50 bis 28,75; W-izenkleie 9,50; Roggenkleie 11 Mk. Tendenz: leicht nachgebend. geklagte gab an. um von seinem jagt zu werden, urteilt. Devifenmartt Berlin—Frankfurt ; gericht verurteilte die ledige Haustochter Baumgarten aus Bauerbach die unter der Beschuldigung stand, ihr neugeborenes Kind gleich nach der Geburt getötet zu haben, zu 27-2 Jahren Gefängnis. Ein Todcsurte l des Marburger Schwurgerichts. sch Marburg. 4. Mai. Wegen Mordes hatte sich heute vor dem hiesigen Schwurgericht der 22 Jahre alte Landwirt Joh. Schmidt aus Riebelsdorf (Kre'.s Ziegenhain) zu verantworten. Der ledige Schmidt unterhielt mit der aus Bayern gebürtigen und bei dem Landwirt I. E. Henninghausen in Riebelsdorf bediensteten Anna Katharina Kurtz ein Verhältnis, das nicht ohne Folgen blieb. Um sich des Mädchens zu entledigen, nahm er es Ende Februar mit in eine Fichtenschonung, erwürgte es und hing es dann mit einem Strick an einen Baum, um den Anschein zu erwecken, als ob es sich selbst das Leben genommen hätte. Schmidt ist. wie die 25 Zeugen durchweg aussagten, schon von früher her als gewalttätiger Mensch bekannt. Der An- wache. Während die Insolvenzen im Monat April gegenüber dem Vormonat einen starken Rückgang aufweisen, sind unter den vier Aprilwochen in der vierten allerdings nur fünf Tage umfassenden Woche die wenigsten Konkurse und Gefchäftsaufsichten fest- gestellt worden, und zwar 290 Konkurse (320, 310 und 383 in den Vorwochen) und 177 Gefchäftsaufsichten (216, 228 bzw. 317). Von den 16 betroffenen Aktiengesellschaften wurden 11 in den Jahren 1921 bis 1923 gegründet, je eine in 1924 und 1925. Ferner 38 (35) G. m. b. H. 8 (4) Kommanditgesellschaften und 5 (2) eingetragene Genossenschaften an den Insolvenzen der letzten Aprilwoche beteiligt. * Julius Sichel u. Co., Komm. - Ges. a. A., Mainz. Das Amtsgericht Mainz verkündete am Montag einen Beschluß, gemäß dem der Zwangsvergleich, wie vorgeschlagen, mit 50 Proz., in drei Raten zahlbar, mit den nichtvorberechtigten Gläubigern geschlossen wird. Die Geschäftsaufsicht wird also ausgehoben werden. Die Abwicklungsverträge mit den bevorrechtigten Gläubigern sollen unterbleiben. Die Generalversammlung der Aktiengesellschaft für Industrie- werte in Luzern soll jetzt unverzüglich anberaumt werden. Der Mord an dem Frankfurter Kriminalbeamten Sack. WSR. Frankfurt a. M„ 4. Mai. Das hiesige Schwurgericht begann jetzt den Prozeß in der Mord-Affäre Sack. Des gemeinschaftlichen schweren Straßenraubverfuchs und des Mordes an dem 44jährigen Kriminalassistenlen Otto Sack sind der 1893 in Horst-Emscher ge- Driefe kennzeichnen das ungemein reiche und glaubenstiefe Leben Lavaters. Seine liebenswürdige Hilfsbereitschaft für alle, die sich an ihn wandten, machten den Züncher Pfleger und späteren Prediger am St. Peter bald zum Mittelpunkt einer großen Gemeinde. Seine Korrespondenz wurde so umfangreich, daß er sein Gehalt von 1200 Gulden für Briefporto und Arme ausgab, so daß sich ein Abonnentenzirkel für seine Briefe gründete. Die Briefe, „in jeder Zeile Lavaters Geist, Lavaters Herz, seine Physiognomie, sein magnetisches Leben und Weben", wurden abgeschrieben und zirkulierten weiter. Seine Lieblingstochter Luise hat viele dieser Billette gesammelt, die dann in Form von Denksprüchen als „Worte des Herrn" Allgemeingut wurden. Es sind Gedanken über Liebe, Gott und die Welt zur Erbauung für Trost- bedürftige, zum Rachdenken für Einsame und sonst vom Schicksal Betroffene. C. H. Funck hat diese von Hufeland 1825 zum erstenmal herausgegebenen „Worte des Herzens" neu bearbeitet und mit einem Rachwort versehen, das den Geist Lavaters, der sich im ganzen Werkchen spiegelt, und den seiner Zeit charakterisiert. Roch heute geht eine wohltuende Wärme und eine eigenartige seelische Kraft von diesen „Worten des Herzens" aus. die wie einstmals allen Su- Gerichtssaal. Wegen Kindestötung beruf'eilt. Marburg. 4. Mai. Das Schwur- Rundfunk-Programm des Z?ranksn7i?? SendrrS. (Aus der „Radio-Umschau".) Dienstag, 6. Mai: 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Neue amerikanische Tanzmusik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde: Aus den „Briefen der französischen Revolution" von Rstif de la Bretonne. 6.15 bis 6.45 Uhr: Ucbertragung von Kassel: „Balkonkästen und Fensterschmuck". Studienrat Hermann Gensch. Mitglied des Gartenbauoereins. 6.45 bis 7.15 Uhr: Vortragszyklus des Frankfurter Ortsausschusses für Jugendpflege und Jugendbewegung: ,Lugendnot und Jugendhilfe", Vortrag von Kreisjugendpfleger Fritz Grebenstein. 7.15 bis 7.45 Uhr: „Eine Führung durch den Zoologischen Garten", Vortrag von stud. zool. Wieschke. 8.15 bis 10.15 Uhr: Ucbertragung aus dem großen Saal der Stadthalle Kassel: 12. Symphoniekonzert des Kasseler Rundfunks, zugleich erstes öffentliches Dolkskonzert. Anschließend bis 12 Uhr: Ucbertragung aus Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. ?.infflirt r Gcfr öörse. Frankfurt a. M., 5. Mai. Es wurden borene Kaufmann Anton Gens und der 1908 in Lütgen-Dortmu nb geborene Kellner Heinz Corty beschuldigt. Für dir Brrhandlung sind mehrere Tage in Aussicht genommen. Der Anklage liegen folgende Vorgänge zu Grunde: Der verheiratete und drei unmündige Kinder hinterlassende Kriminalbeamte Sack weilte am Abend des 25. Rovernber v. Js. in einem Lokal der Ottostraße bei einer Geburtstagsfeier, die er gegen 122 Uhr verlieh. Morgens gegen 4 Uhr wurde der Beamte vor dem Hause Westendplah 40 als Leiche auf gefunden. Die Bermutungen gingen zunächst dahin, daß Sack das Opfer eines Racheaktes aus Zuhälterkreisen geworden sei, da er als energischer Beamter galt. Doch war bereits nach fieben Tagen der Sachverhalt so weit geklärt, daß es sich um einen aus gewinnsüchtigen Motiven begangenen Raubmord handelte. Als Täter wurden der mittellose Gens, ein vielfach vorbestrafter Mann, und Corty ermittelt und fest- genommen. Gens versuchte während der Haft den wilden Mann zu spielen und wurde ebenso wie Corty auf seinen Geisteszustand untersucht. Ein Meineid um eine Kuh. ' Darmstadt, 4. Mai. Das Schwurgericht verhandelte gestern gegen den 18jährigen Dreher Heinrich Eifert und gegen den 45jährigen Händler Josef Salomon II. von Beerfelden. E., der als geistig minderwertig gilt, hat sich von S. verleiten lassen, in einem Prozeß urt eine Kuh einen Meineid leisten. Er wurde zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt; S., der Anstifter, erhielt zwei Jahre Zuchthaus. Zuchthaus für einen falschen Taubstummen. Würzburg. 4. Mai. (WSR.) Dom Schöffengericht Würzburg wurde der 48 Jahre alte Händler Moritz Scharfnih von Bamberg. der sich auf Bettelfahrten im Bezirk Kissin- gen unter Vorweisung gefälschter Urkunden uni) Empfehlungsschreiben mit falschen Angaben als Taubstummer ausgegeben hatte, zu zwei Jahren Zuchthaus, 150 Reichsmark Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Er war bereits wegen ähnlicher Betrüge-, reien mit l1 /2 Jahren vorbestraft. Aus dem Amtsverkündiguugsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 36 vorn 4. Mai enthält: Die Mai-Miete. — Vergnügungssteuer in der Gemeinde Weitcrshain. — Maul- und Klauenseuche in Bellersheim, (Brüningen und Utphe. — Ausstellunb von Rhcinfchifferpaten- ten. — Schulgeld für ortsfremde Schüler der Fortbildungsschule. — Feldbereinigung Holzheim. Straßensperren. — Dienstnachrichten. • Luxemburgische Kokskäufe in Deutschland. Die luxemburgischen Hüttenwerke erteilten den Ruhrzechen einen beträchtlichen Auftrag für Hochöfcnkoks für 17 Mk. pro Tonne. Berliner Börse. Berlin, 5. Mai. Die Börse eröffnete in freundlicher Haltung, da die Spekulation nach den Ictzttägi- gen Blankoabgaben Deckungen oornahm und gleichzeitig die feste Haltung einiger Spezialwcrte stimulierte. Am Schiffahrtsmarkte traten Ham- burgen Kreise als Käufer auf, da die Frcigabe- angeleacnheit nach den neuesten Meldungen gün- ffiaer beurteilt wird. Dem amerikanischen Kongreß soll ein neuer Antrag zur raschen Erledigung zugegangen fein, der gegenüber der Mills-Bill nur kleine textliche Veränderungen enthält. Gefördert wurde die Besserung durch die günstige Auffassung der Börse über den englischen Generalstreik. Die Befürchtungen über eine Schädigung des deutschen Wirtschaftslebens durch den englischen Streik, dem man übrigens ein baldiges Ende prophezeit, sind geschwunden und haben einer gegenteiligen Auffassung, d. h. Hoffnungen auf eine Befruchtung verschiedener Erwerbszweige Platz gemacht. Die Sensation des Tages bildeten aber die Vorgänge am internationalen Devisenmarkt, wo der Sturz der westlichen Franken Valuten heute vormittag einen katastrophalen Fortgang nahm. Belgische Valuten wurden auf allen internationalen Devisenplätzen auf den Markt geworfen, nachdem der belgische Finanzminister gestern der Kammer sehr unerfreuliche Mitteilungen über die Finanz- und Budgctlagc gemacht hat. Brüssel, das gestern mit 148,50 umgesetzt wurde, fiel heute in raschen Sprüngen auf 159 gegen London. Paris schloß sich dem Sturze an und ging von 148,50 auf 158 gegen London zurück. Das englische Pfund lag auf Unterstützung der engl. Regierung hin unverändert. Am Geldmarkt war das Angebot reichlich. Tagesgeld 4,5 bis 6 Prozent, Monatsgcld 5,5 bis 6,5 Prozent. frankfurter Börse. Frankfurt, 5. Mai. Tendenz: Schwach, später etwas zuversichtlich. — Die Börse eröffnete mit Rücksicht auf die ungünstige Wirtschaftslage in luftlofer Haltung, selbst das große Geld- angebot blieb ohne Einwirkung auf das Geschäft. Nur für einige wenige Spezialwcrte bestand etwas Interesse, während das übrige Kursniveau neue Abbröckelungen zu verzeichnen hatte. Die Termin- rnärktc lagen verhältnismäßig ruhig, da jede Unternehmungslust seitens der Spekulation fehlt. Auffallend ist der Rückgang von Rombacher Hütte die erneut 25 Proz. einbüßten. Bank-, Chemie- und Elektroaktien waren Schwankungen unterworfen und hatten weitere geringe Einbußen zu verzeichnen. Schiffahrtsakticn blieben bei behaupteten Kursen völlig unbeachtet. Die variablen Werte hatten gleichfalls leichte Abschwächungen aufzuweisen. Heimische Renten und Pfandbriefe schlossen sich der Abwärtsbewegung an. Der Frei verkehr Ijuite nur minimale Umsätze zu verzeichnen. B-nz 71,5, Beckerstahl 45, Ufa 52,5, Ufra 76. Growag 55 Prozent. Im weiteren Verlaufe wurde di. Stii.nnung etwas zuversichtlicher. An den Terminmärkten konnten sich Montan- und Elektroaktien eine Kleinigkeit befestigen, doch hielten sich die Umsätze in bescheidenen Grenzen. Am Geldmarkt war das Angebot sehr reichlich. Tagesgeld 4* bis 5 Prozent, Monc.tsgeld 51 bis 6 Prozent. Im D e - visenoerkehr setzte sich die Abschwächung der westlichen Frankcnoaluten heute in stärkerem Ausmaße fort. Paris gab gegen London auf 150,75, Brüssel auf 152,50 nach. Das englische Pfund lag mit 4,857« gegen Kabel etwas erholt. Die Reichsmark ist unverändert stabil. früher wusch man nur mit Seite/ wer hätte auch daran gedacht, die kostbaren Wäschestücke scharfen Laugen angemacht mit ätzenden Waschpulvern, ^"^"betzen? Deshalb gibt es in vielen Familien heute noch wahre Schätze von schönen alten Tischtüchern, handgearbeiteten Leinenkissen usw. Verwenden auch Sie nur die anerkannt gute Letzte Nachrichten. Der Reichskanzler in Darmstad D a r m st a d t, 5. Mai. (Priv.-Tel.) lieber das Programm der Tagung des Deutschen Landwirtschaftsrats am Donnerstag und Freitag in Darmstadt erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Reichskanzler Dr. Luther spricht am Freitag über allgemeine Wirtschaftspolitik und Aufwertung, der Reichsbankpräsident Dr. Schacht über Kreditregulicrung und. Erntebergungskredite, Ernährungsministcr Dr. Has linde über die Zukunft der deutschen Landwirt schäft. Ob der Rcichsfinanzministcr Dr. Reinhold an der Tagung teilnimmt, ist noch ungewiß. Es werden Vertreter der verschiedensten Gruppen der deutschen Landwirtschaft zu Worte kommen, um gemeinsame Forderungen der deutschen Handels- und Zollpolitik aufzustellen. lieber die Schutzzollfragc spricht Professor Dr. Lenz (Gießen), über die Entwicklung der deutschen Handelspolitik Regierungspräsident a. D. Dr. Kutscher. Es folgen Referate über Obst-, Gemüse- und Gartenbau. Weinbau, Viehzucht, Weizen-, Roggen- und Startoffelbau, Zuckerrübenbau und Milchproduktion. Moskaus Propaganda in England. Moskau, 5. Mai. (TU.) Die Komintern (Kommunistische Internationale) veröffentlicht einen reuen Aufruf an d i e englischen Arbeiter, in dem es heißt, daß jetzt die letzte Stunde des englischen Kapitalismus geschlagen habe. Die englischen Arbeiter müßten alle Vermittlungsversuche der englischen Regierung a b l e h n e n und auf ihren Forderungen bestehen. Die Presse prophezeit für die nächste Zeit eine Krisis der Arbeiterpartei, die zum Z u - fammenbrud) der Partei führen würde. Die neue Arbeiterbewegung würde dann einen halb kommunistischen, halb sozialistischen Charakter tragen. v; * - -.V : A -■ ■ * Teilweise Aufhebung der Devisen- vorfchriften. Durch eine in diesen Tagen zur Veröffentlichung gelangende Verordnung der Reichsregierung werden weitere Bestimmungen über die Einschränkung des Verkehrs mit ausländischen Zahlungsmitteln außer Kraft gefetzt. Es handelt sich dabei um die Aufhebung des sogenannten Einhcits- turfes und das Verbot des Deoisen-Terminhandels. Die Reichsrcgierung ist in llcbereinftimmung mit dem Rcichsbankdirektorium der Auffassung, daß die deutsche Währung nunmehr als derart gefestigt angesehen werden kann, daß zu ihrem Schutze diese Bestimmungen nicht mehr erforderlich sind. Von den Vorschriften über den Verkehr mit Devisen bleiben hiernach nur diejenigen bestehen, die den Kreis derjenigen Banken und Bankiers einer Beschränkung unterwerfen, die mit Devisen handeln dürfen. Im Zusammenhang damit bleiben die Bestimmungen der sogenannten Wcchfclstufen-Dcrordnung und der Makler-Verordnung zunächst noch aufrechterhalten. Diese Aufrechterhaltung rechtfertigt sich aus dem Bestreben heraus, ein weiteres Ueberhandnehmen von Bankgründungen zu verhindern und den Kreis der bankgewerbetreibenden Unternehmungen einzu- fchränken, besonders soweit sic keine volkswirtschaftliche Existenzberechtigung Haden, oder von unzuverlässigen Elementen inländischer ober ausländischer Nationalität betrieben werden. * Zur Ucdcrzcichnung der Schatzscheine Preußens und der Rcichspost. Zu der sehr befriedigenden Zeichnung der 6Lprozcnt. Schatzanweisungen des preußischen Staates und der Rcichspost wird im einzelnen mitgeteilt, daß auf die 10 Millionen Mark Preußischen Schatzscheine zirka 50 Millionen Mark in sechsmonatlichen Sperrstücken und auf die 50 Millionen Mark Postschatzanweisun- gen rund 78 Millionen Mark sechsmonatlicher Sperrstücke gezeichnet worden sind. Die Zeichnung der freien Stücke stellte sich für Preußen und die Reichspost zusammen auf 151 Millionen Mark. Die Wirtschaftslage der Deutschen Reichspost. Die Deutsche Rcichspost veröffentlicht ihren Monatsbericht nach dem Stande von Ende April 1926. Hiernach sand im März gegenüber dem Vormonat eine Verkehrssteigerung statt, die auf eine leichte Belebung der aUgemeinen Wirtschaftslage schließen läßt. Es haben zugenommen: Der Bricsverkehr um nngefähs 7 v. H., der Pakeiverkehr um 23,3 v. H. ' und der Postantveisungs- und Zahlkartenverkehr um 13,9 v. H. Die Zahl der Postscheckkonten hat im März um 3458 zugenommen, sie beträgt jetzt rund 866 000. Auch der Timsatz ist gestiegen. Hiernach scheint der im Januar und Februar eingetretene Derkehrsrückgang überwunden. Das Guthaben dagegen ist noch weiter gesunken. Der Telegrammverkehr zeigt gleichfalls eine Zunahme. Es wurden rund 2 900 009 Telegramme im März aufgeliefert gegenüber 2 300 000 im Februar. Die Gesamtzahl der Sprechstellen, Haupt- und der Rebenanschlüsse ist von 2 542 387 im Februar auf 2 549 991 im März gestiegen. Ende März lagen 26 274 unerledigte Anträge auf Herstellung von Haupt- und Rebenanschlüssen vor. Der Funken- ielegrammverkehr mit Rußland ist gegenüber dem Februar im März um 17 v. H. gestiegen. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer im März hat um 21 074 zugenommen. Die Gesamtzahl der Teilnehmer betrug am 1. April 1 205 310. Der Personalbestand zeigt gegenüber dem Dezember 1925 einen Rückgang um 2245 Kräfte. * Anhaltend ungünstige Lage des Eisenerzmarktes im Lahn- und S tilge b i c t im April. Auf dem Eisenerzmarkt des Lahn- und Dillgcbictes ist, wie dem „Industrie- Kurier" berichtet wird, im April feine Besserung der Lage eingetreten. Infolge des Ausbleibens jeglicher behördlichen Notstandsmaßnahmen setzt sich in den beteiligten Wirtschaftskreisen die Auffassung immer mehr durch, daß behördlicherseits der Eisensteinbergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen sowie die hierauf aufgebaute Eisenindustrie als ein ab- fterbenber Wirtschaftszweig ohne Existenzberechtigung angesehen wird. Dabei würde es durchaus im Interesse der deutschen Wirtschaft liegen, wenn man sich bemühen würde, so wie dies beispielsweise in den Vereinigten Staaten mit Erfolg geschieht, die inländischen Erzreserven dadurch zu verstärken, daß auch die geringhaltigen Erze mit weniger als 45 Prozent verkäuflich gemacht und auch die Erze mit hohem Kicselsäurcgehalt verhüttet werden. Die sozialen Lasten dürften durch die Annahme der Knappschaftsnovelle eine weitere schwere Erhöhung erfahren. Tfaumtum-Seife ; ' - Frankfurt a.M. Berlin Schtu. Kur» l-Ut)C* Kur, Schtuh.!Anfang fiiir» | t>i" Datum: | 4.5 | 5 5 4 5 | 5 5. 5% Deutsche ReichSanletb« 4% Deutsche RcichSan leihe • 0,384 0,388 0.385 0.375 0,3875 0,38 3'/i% Deutsche Reichsanleihe 0 365 — 0,372.5 0,37 3% Deutsche Reichsanleide 0,48 — 0,4725 Deutsche isparprämicnanleihe 0,21 — 0,23 — 4% Preußische Konsols • . . — — 0,37 — 4° o Hessen....... 0,41 — 0,44 —— 3*/t°/n Hessen —> — — 3% Hessen.......... — — 0,39 — Deutsche Vertb. Dollar-Ant. — — — dto. Doll.-Schatz- Äutreiiag.*) — — — — 4°/o Zollturkcn..... 12,45 12,25 12,4 — 5°/0 Goldmcrtkaner — — - — Berliner Handelsgesellschaft i5ommerj- und Pnvat-Bank 105,5* — 150 105,5 105,7* DannfL und Narionalbank ■ 127' — 126,75 126* Deutsche Bank...... 121* — 125 125* Deutsche Bereinsbank ... 90 92,25 — — DiSconto Commaudit . . 120' — 121 121* 93 107,5 Mitteldeutsche Lrcditdank . — 108,5 Oesterreichische Kreditanstalt 7,05 — 7 7 Westbank - ... — — — Bochumer Guß ...... 02,5* — 91 91 BuderuS . ....... 60,3 — 60,12 54 _ — 54' _ Deutsch Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. 95,5 — 97.25* 97,5’ 99.25 99,25* 99,5* 98,25* Harvencr Bergbau 114,5* 115,5* 114,5’ 115,2* Kaliwerke Aschersleben.... 132,75 — 129* 130* Kaliwerk Westeregeln..... 130,5 — 133 .131,5 2aurahutte . ...... 38,5 — 38 38.5 Oberbedarf . ....... 52 51* 50,5* Phönix Bergbau ...... 78,5 77,25* 78,9* 77,62- RheiMtahl ....... 93.4 93,5* 93.5' 94' 94 5 60 5 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . 132,5* 129,25 _ 131,75 128,75 135* 131* Ldcramische Werke Albm . . — — — Zementwerk Heioelberg . . . Plülivv Hotzmcmn . . 99 !*9 — — 71 < — 71 - Anglo-Cont.-Guano . . . . — — 75,5 — Chemische Mayer Alabin - . — — — I. G- ssarbcninvustric. A.-G. Goldschmidt......... 150,9 151,7* 150,5* _ 85,5 83,5 87,2.5 — Holzverkohlung ........ Rütgcrswerke....... ZA - 79 — Echetdeanstalt ....... — — — Allg, ElektrtzitätS-Gesellschaft 108,6* 108,75 108,75 109,2* Bergmann ...... 102 - 102,2* 102.5* Mainkraftwerke ...... 98 _ Schulkerl ......... Siemens A Halske...... 96,5 — 96,5* 96' 136.25 — 136,7’ 138‘ Adlcrwerke Kiener ...... 65 64,5 ti4,25 64 Daimler Motoren....... 64.75 51,75 —— Heyligenstaedr ...... Meguin. . ..... 29 — — — 38,5 — - Motorenwerke Mannbeim — — 59,5 — Frankfuncr Armaturen ■ ■ Konservenfabrik Braun . . 40,6 — - Pietallgescll chafl Frankfurt . 109 — — Pet. Union A.-G . . 85,5 — 84.5 —— Schublabrtk Hert . . . — — — — Sichel . . ... — —— — —- Zellston Walddos .... — — 129.75 129,5 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waabäusel . 50.12 61,5 — 50 4 Mai. 5 Mai. Amtliche Ron rung Amtliche Notierung <Äcld 1 Briet Geld Briet Amn-Roi» 168,56 168.98 168.58 169.00 Buen.-Airek 1,693 1,697 1.681 1,685 Brfs.-Äntw 13,69 13,73 12.72 90,61 12,76 Christiania. 91,14 91,36 90,76 Kopenhagen >09,61 109,89 109,66 109,94 Stockholm 112,26 112.54 112,24 112,5; Helsingfors 10,545 10,585 10,55 10,59 Italien. . 16,84 16,88 16,835 16,875 London. 20,374 20.424 20,366 20,416 Reuvork . . 4.195 4,205 4.195 4,205 Paris. - . 13,745 13,785 13,257 13,29, Schwei; . 81,14 81,34 81,175 81.375 Spanten • 60.42 60..58 60.26 60,42 Japan . . . 1.969 1.973 1.958 1,962 ’Hio de Jan Wien in D - Cti'L abgeft 0,605 0.607 0.604 0,606 59,195 59,335 59,195 59,355 Prag .... >2,418 12,458 12.418 12.458 Belgrad . . 7,397 7.417 7,399 7,419 Budapest. . 5,865 5,885 5.86 5.88 Buli arten .1,042 3.052 3,043 3,053 L'siabon 21.405 21,455 21.405 21,455 Danüg. . 80,80 80.81 50.77 80.97 Konst nitn. 2,179 .',189 2,184 2,194 Alben 5.24 5.26 5.24 5,26 Canada. . 1,197 4,207 4.197 4.207 Uruguav 4.315 4.325 4,315 4.325 Berlin, 4 Mai Geld Brie' Amerikanische Role» ..... 4,172 4,192 Belgische Noten ....... 13,59 13,65 Dänische Noten ....... 109.35 109,89 Englische Noten. ....... 20,333 -20.4:33 Framösv'che Noten...... 13.80 13,86 Holländische Noten .... 168.15 168,99 stt.'lieniiche Noten ... . . 16,87 16,95 Norwegische Noten. ... 91,03 91,49 Deuisch-Letterr. ä 100 Kronen 59.14 59.44 Rumänische Noten...... 1.485 1 525 Schwedische Noten . ... 111.94 112,50 Schweizer Noten ... 80,91 81,31 Soaniscke Vieren ...... 60,25 Tschechoslowakische Note» . . 12,395 12,455 Ungarische Violen . . 5,845 5.885 * Insolvenzen der vierten April- vU ßkU 1 2 M --ichsp lohn, ' 1 Bet eine he coUjogei Betör gen oo in gesao -esN-ch nnh on l£ handel lighin ; Reichs Beichssch' Hande! Dienste! stärker ju erziele Gösch. teorben. Die v- keinerh prakli^ ivendong 1 bei nicht k lanbftetiet den Alag amtlichen den wird Kreisen i schiedelch n issen geben ha Berorönu ober die ffanbni Auslan Bethel lande, sind weg« sähe ansg dem Anst lich find, eine 3rz gung unb um wirffä tätig. Du lag uni Anschn richte« Krankst de Derl tische ' Schluß bc- fie gegen I lang nahn orbnung u schwächunc stöbt- unb kreischen ij Die demokr folgenden l Derordnunl standen." 2egierungs guenzen sich «uZ biefan nicht leit 5 Partei ist i worden. Cßc schuß noch Die s tagsfra Enterbe de.r Form, wird, ob in. unb b der AMY,