Nr. 54 Erster Blatt 176. Jahrgang Zrettag, 5. März 1926 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen druS vnd Verlag: vrühl'fche Univerfität§-Vuch- und Zteindrurlerei R. Lange in Giehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Nlameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange,- für Feuilleton Dr. H.Tbyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein- für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Gietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. wanalL-vezugspre!»: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. vostschecNoalo: Sranffnrt am mäht 11686. Deutschlands wirtschaftlicher Wiederaufbau. Line innerpolitische Rede des Reichskanzlers vor der deutschen Presse. B^e r l i n, 4. März. 3n der Wandelhalle des Preußischen Landtages veranstalteten heute abend die im Berliner Verband der auswärtigen Presse zusammengeschlossenen Zeitungen im Reich einen Empfangsabend, der außerordentlich stark besucht war. Das Reichs- tabtnett war unter Führung des Reichskanzler- Dr. Luther fast vollzählig erschienen. Ebenso waren fast alle preußischen Minister, die Gesandten der Länder, die Präsidenten des Reichstages und des Landtages mit vielen Abgeordneten aller Parteien anwesend. Außerdem sah man Vertreter der hohen Beamtenschaft, der Großbanken, von Handel und Industrie, der Wissenschaft, der Kunst und der Berliner Presse. 3m Ramen der Zeitungen, von denen diele Verleger und Ehefredakteure eigens nach Berlin gekommen waren, begrüßte zunächst Dr. Frankfurter, der Vorsitzende des Verbandes, die Gäste mit einer kurzen Ansprache, in der er die kulturelle und politische Bedeutung der Presse im Reich unterstrich. Darauf hielt Reichskanzler Dr. Luther eine Rede, in der er im wesentlichen auf die zur Zeit schwebenden innenpolitischen Fragen zu sprechen kam. Er begann mit einem Rückblick auf die deutsche Politik der letzten 3ahre und entnahm die Hauptleitschnur seiner Darstellungen aus dein Entwicklungsgang der öffentlichen F i n a n z e n, um dabei aber auch aufzuzeigen, daß eine gerade außenpolitische Linie durch die Ereignisse der lohten 3ahre hindurchführe. Es gäbe kein politisches Geschehen, das nicht von den Finanzzuständen entscheidend mitbestimmt wäre, mitsamt den Wäh- rungs- und Kreditverhältnissen, für die heute ja in der Hauptsache die Reichsbank zuständig sei. An der Entwicklung der Llmsahsteuer, in der sich am deutlichsten der Weg der Reichs- sinanzen spiegele, zeigte der Reichskanzler eine zusammenhängende Entwicklung auf, bei der die jeweiligen Stufen selbstverständlich den sich verändernden Verhältnissen angepaht seien. In dem Zeitraum seit Oktober 1923 seien drei Abschnitte deutlich au unterscheiden: der erste bis zur Annahme der DaweSgesehe, der zweite bis zum Abschluß der großen finanz- und wirtschaftspolitischen Gesetzgebung des Sommers 1925 oder bis zur Erreichung der internationalen Gesamtlage im Zeichen von Locarno. Zur Zeit stehen wir am Anfang und vor den Ausgaben des dritten Abschntttes. Der außenpolitische Entwicklungsgang des ersten 'Abschnittes werde nur verständlich, wenn man seinen tragenden Pfeiler erkennt. Das ist die finanzielle Selbslreltung des deutschen Volkes. Auch im zweiten Abschnitt, der im Herbst 1924 beginnt, stehen innen- und außenpolitische Vorgänge mit gleichem Schwergewicht nebeneinander. Auf wirtschaftlichem Gebiet führten die hereinströmenden Kredite im Zusammenhang mit dem damaligen beträchtlichen Warenmangel zu einem Zustand, der sich äußerlich fast als eine Hochkonjunktur darstellte, tatsächlich aber in erneuter Verschleppung der notwendigen Reinigungskrise nichts anderes war, als die letzte Erscheinung der an sich schon überwundenen Inflation. Die Ausgabe der Reichsregierung bestand in diesem Abschnitt besonders darin, der Wirtschaft feste Vorausfehun- fleit einer sorgfältigen Berechnung der Preise wieder zu verschaffen. Selbstverständlich' bestand auch schon damals der Wille zu einer tunlichsten Senkung der Steuern und so seien z. D. die beiden Ilmsahsteuersenkungen auf 2 und 1,5 Proz. auf Grunv des Artikels 48 in Abwesenheit des Reichstages durchgesührt worden. Die durchgreifendste Maßnahme aber war die gesamte Steuergesetzgebung des vorigen Sommers. Außenpolitisch ist der zweite Abschnitt völlig durch das Bestreben beherrscht, zu der auf repa- rationspolittschem Gebiet gefundenen Regelung die Grundlage einer allgemeinen politischen Verständigung zu fügen. Wird das Werk von Locarno in die Wirklichkeit überführt, so soll es der Ausgangspunkt werden, von dem aus Deutschland im Dienst der Gesaml- cntmicklung der wett jene Stellung roieber- gewinnt, die ihm als natürliche Eigenschaft seiner Gröhe und Bedeutung zukommt. Hieran unablässig zu arbeiten wird die eigentliche außenpolitische Aufgabe des vor uns liegenden Zeitraumes fein. Jnnerpolitifch muß dieser dritte Abschnitt völlig beherrscht werden von dem Entschluß, zielbewußte Wirtschaftspolitik zu treiben. Dcr Kanzler erinnerte an die Preissenkungsaktion, die keineswegs erfolglos gewesen sei. Selbst- Dcrftänblid) bleibt noch viel zu tun übrig. Besonders ist die Entfaltung unseres Wirtschaftslebens immer noch beeinträchtigt durch eine U e b e r - Preisspanne zwischen dem, was der Erzeuger bekommt und dem, was der letzte Verbraucher bezahlt. Die Erreichung einer normalen Preisbildung wird die Reichsregierung in dem durch die Belange dec Gesamtwirtschaft gezogenen Rahmen fördern. Wir stehen jetzt aber an'jener Wegwende, wo schlechterdings alles daran gesetzt werden muß, um der Wirtschaft mit wirksamen Maßnahmen unmittelbar zur Neubelebung zu verhelfen. Die Krise ist zum Teil nicht Ausdruck eines Gesiin- dungsvorganges, sondern beruht auf ausländischen Vorgängen, wie besonders auf k ii n st l i ch e r K o h - lenverbilligung und Inflationspreisverhältnissen im Auslande. Angesichts des Tatbestandes erscheinen zunächst weitere Steuersenkungen als unerläßlich. Freilich kommen die Lasten nicht allein von den Steuern, namentlich ist das Z i n s g e w i ch t, das die Wirtschaft mitzuschleppen hat, noch außerordentlich hoch. Diese Zinsverhältnisse sind Gegenstand ununterbrochener Sorge der Reichsregierung. Eine wirklich soziale Politik ist nur möglich, wenn die wirtschaft gesund ist. Auf dcr andern Seite dürfen wir nicht vergessen, dah rin unter so schwerem Druck liegendes Volk wie das deutsche ohne durchgebildete Sozialpolitik weder in wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, noch in politischer Ruhe zu erhallen ist. Die Steuersenkungen sollen nicht nur die Lasten der Wirtschaft vermindern, vielmehr ist es ebenso wichtig, das Trugbild einer immer wieder zu neuen Ausgaben anreizenden angeblichen Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verbände zu beseitigen. Es wäre im höchsten Grade erwünscht, wenn vorzugsweise die Real steuern der Länder und Gemeinden abgebaut würden. Der gesamte Ausbau unseres Reiches läßt aber ein schnelles Handeln in dieser Richtung nicht zu. So kommen Umsatzsteuer und Luxus- stcuer in den Vordergrund. Der große Steuer- senkungsplan der Regierung setzt mit Bewußtsein auf die Karte eine Besserung unserer! Wirtschaft. Es nützt uns gar nichts, zunächst noch gut gefüllte öffentliche Kassen zu haben, wenn dabei die Wirtschaft immer weiter zurückgeht. Richt der Staat trägt die Wirtschaft, sondern die Wirtschaft den Staat. Ich bin mir wohl bewußt, daß das Wagnis besonders auch deshalb groß ist, weil wir trotz Besserungsansähen auf diesem Gebiet noch immer un ter einer völlig unmöglichen Handelsbilanz leiden, die auch durch keine Zahlungsbilcrnzverhältnisse, die man als dauernd ansehen konnte, ausgeglichen wer- oen. Weiter erhöhen sich unsere Schwierigkeiten dadurch, baß wir mit den Handelsvertragsver- handluNgen durchaus noch nicht soweit voran- gekonnnen sind, wie dies für die Erhöhung der deutschen Wirtschaft notwendig ist. Die ungemeine Ausdehnung der Erwerbslvsenfürsvrge einschließlich der zeitweilig nicht vermeidbaren Kurzarbeiterfürsorge ist ferner, so notwendig sie aus sozialen Gründen ist, auf dem Wege der baldigen Wirtschaftserholung weit eher ein Hemmnis als eine Stütze. Dies gilt um so mehr, als in äußerst bedenklicher Weise eine innere Umstellung an recht vielen Stellen dahin zu wirken scheint, dah sorgfältig überlegt, und abgewogen wird, wie man unter Benutzung der Vorschriften und Lücken der Erwerbslosengesetzgebung einen Teil der Arbeiterschaft prattisch aus öffentlichen Mitteln bezahlen läßt. Ich fürchte, daß dieser Umstand, dessen Feststellung nicht jedem lieblich in die Ohren klingen mag, der Reichsregierung und den Län- derregierungen noch mehr ernste Sorgen bereiten wird. Aber wie dem auch sei, In den Grenzen, die mit einer sachlichen Betrachtung der Vesserungsmöglichkeiten nur irgend vereinbar sind, muß jetzt die Steuersenkung gewahrt werden, damit das Eigenleben der Wirtschaft in neuen Schwung kommt. Es wäre eine große Stütze für die Reichsregierung, wenn die öffentliche Meinung, die doch in fast allen Lagern entschlossen und geschlossen so laut nach klarer Führung ruft, sich hinter diesen Standpunkt der Reichsregierung stellen würde, der durchaus kein leichtfertiger Optimismus ist, aber freilich getragen wird von einem Glauben an die Kraft, ohne dm füglich deutsche Politik überhaupt nicht gemacht werdm kann. Die Reichsregierung begnügt sich nun aber nicht mit Stellersenkungsmaßnahmen, sondern hat sich auch zu Schritten positiver Wirtschaftsförderung entschlossen. Im Vordergrund steht hier alles, was zur Belebung der Ausfuhr dient. Zu den Maßnahmen dieser Art gehören z. B. die Verhandlungen über den sogenannten Russenkredit, sowie die Bestrebungen zur Wiedergewinnung unseres natürlichen Kohlen- absahgebietes. Ein anderer Gesichtspunkt, der eine Hilfe der Reichsregierung erfordert, ergibt sich daraus, daß der G^eldmangel der Eisenbahn, der zur Zurückhaltung von Bestellungen geführt hat, nicht allein auf wirtschaftlichen Gründen beruht, sondern auf der politischen Belastung durch das Daves-Abkommen. Auch hier Hilst die Regierung durch Kreditgewährung. Unter dem Gesichtspunkt der produktiven Erwerbslosensürsorge, die freilich bei größerer Ausdehnung nicht unerheblich« volkswirtschaftliche Gefahren in sich schließt, sollen auch weiterhin einige Sondergebiele bevorzugt behandelt werden, die für das politisch» Gesamtleben Deutschlands besonders wesentlich find. Dazu gehören die Handelsschiffahrt und Werften. Ferner soll die ländliche Siedlung stärker betrieben werden. Aus sozialpolitischen Gründen muß dann weiter dem Wohnungsbau eine besondere Fürsorge zugewendet werden, wobei freilich im Falle einer Anspanmmg über die natürliche Leistungsfähigkeit hinaus der beabsichtigte Rutzen in einen schweren volkswirtschaftlichen Schaden umschlagen würde. 3m Vor- dergmmd steht dabei die Erleichterung der Aufnahme eines langfristigen Hypothekenkredits. Don größter Bedeutung sind endlich die Maßnahmen zugunsten der Landwirtschaft. Der Kredit der Golddiskontbank ist hier wegweisend vorangegangen. Der für die Steigerung der Ertragsfähigkeit der Landwirtschaft so netto enbige Düngemittelbezug ist auch durch weitere Maßnahmen gefördert worden. Die unerläßliche Beeinflussung der Roggenpreise ist in Vorbereitung. Gerade der Landwirtschaft gegenüber darf keinen Augenblick vergessen werden, daß ihr Verfall eine weitere schwere Belastung der deutschen Volkswirtschaft durch Einfuhr bedeutet, während ihr Blühen am alter» wirkungsvollsten jene Stärkung des inne - ren Marktes barftellt, ohne die das deutsche London, 4. März. Die Diplomatenloge des Hinterhauses war in Erwartung der heutigen Rede Chamberlains dicht besetzt. Die Botschafter Belgiens, der Türkei, Japans, Portugals, der Schweizer Gesandte und von der deutschen Botschaft Geheimrat Simon waren anwesend. Chamberlain führte in seiner Rede u. a. aus, die bevorstehende 'Verhandlung des Völkerbundes in Genf habe viel Interesse und Sorge erregt, sodaß die englische Regierung es für richtig gefunden habe, eine Erklärung ihrerseits abzugebeir, ehe ihre Vertreter zur Teilnahme an der Völkerbundstagung abreisten, und gleichzeitig dem LlnterhauS eine Gelegenheit zur Erörterung dieser Erklärung zu geben. Ich kann nur für mich Persönlich erklären: ich bin mir der Schwierigkeit der Aufgabe bewußt und hoffe, dah es mir gelingen möge, das Hinterhaus zu befriedigen, ohne die Schwierigkeiten zu vermehren. Ich muß gestehen, dah ich nicht ohne grohe Sorge die internationale Kontroverse verfolgt habe. Ich bin der Meinung, dah die Argumente für oder gegen eine bestimmte Proposition sehr ost völlig falsch angewendet wurde und dah diese Argumente sehr häufig den Geist und das Wesen des Völkerbundes ins Herz trafen. Die Stärkung der einen ober anderen Partei im Völkerbund erscheint mir als eine mißverständliche Auffassung von der Verfassung des Völkerbundes und seines Geistes, als eine Gefahr für seine dauernde Existenz. Wenn der Völkerbund an Einfluß und Macht zunehmen soll, und ich glaube, daß der Völkerbund gerade in der letzten Zeit in dieser Hinsicht Fortschritte gemacht hat, dann dürfen die Mitglieder nicht ihre eigene nationale Sprache sprechen, sondern wie Briand formuliert fjaöe, auch die Sprache Europas, ja der Welt. Es scheint mir, daß man gerade diesem Gesichtspunkt zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Wenn man die Reden Luthers oder B r i a n d s oder der Außenminister Belgiens oder Polens liest, so findet man allerseits dieselbe Berücksichtigung der Schwierigkeiten der Lage, Beweise der gleichen Mäßigung, des gleichen Wunsches, zu einem Liebereinkommen, das alle annehmen könnten, zu kommen. Ich selber und die Regierung sind uns einig in dem Bedauern, daß eine so große Frage wie die der Zusammensetzung des Dölkerbnnds- r a t s in diesem Augenblick auf die Tagesordnung gekommen ist. Die Regierung hat diese Erörterung nicht angeregt und wird niemals dazu ermutigen, diese ganze Frage aufzurühren. Cs ist allerdings natürlich, daß die Rationen, die sich Hoffnung auf eine Vertretung im Völker- bundörat gemacht haben, in dem Augenblick ihre Ansprüche erneuern, wo der Eintritt eines neuen Landes in den Rat vorgeschlagen wird. Die Regierung ist nicht ein für allemal gegen jeden Wechsel im Rat oder gegen eine Vermehrung des Rats. Aber es ist eine gewisse Ueberraschung ausgetreten insofern, als die Erörterung dieser Jrage nunmehr das Ergebnis von Locarno gesährden tann. Außerdem besteht ein Gefühl, eine Empfindung, daß etwas in der Luft liegt, was nicht als fair play bezeichnet werden kann, ein Etwas, das eine der beteiligten Mächte mit Recht als Grund dcr Beschwerde änsehen kann, und das nicht vereinbar ist mit dem Geiste, in dem England in der hohen Politik zu spielen gewohnt ist. Es muh das leitende Prinzip der Regierungsvertreter sein, bei den Erörterungen in Gen? nicht irgend etwas zu fördern, das den Erfolg von Locamo schädigen kann, und das esDeutsch- land int letzten Augenblick unmöglich machen würde, in den Völkerbund einzutreten. Es war eine wesentlich Vorbeding ung für Englands Zustimmung zum Vertrag von Locamo, daß Deutschland in den Völkerbund eintritt Die englische Regierung betrachtet es als sehr bedeutungsvoll, daß nichts getan wird, um Deutschland an der Ausführung dieser Absicht zu hindern. Was ist denn der Sinn einer Mehrheit im Rat? Wenn man einmal der Meinung ist, dah der Völkerbund durch Mehrheit entscheiden soll, dann muß es in der Tat das Volk ben wirtschaftlichen Aufstieg nicht erreichen toitb. Alle die vorstehend genannten Maßnahmen, deren Aufzählung nicht erschöpfend ist, kosten Geld. Sie find deshalb neben der Steuersenkung nur im begrenzten Umfange möglich. Die große Verantwortung der Reichsorgane liegt, darin, auf der einen Seite das Notwendige zu tun, und aus der anderen Seile nicht durch Einzelmaßnahmen die Selbsterholung der gefunden Teile unserer Wirtschast zu gefährden. Richt wechselnde Auffassungen der gleichen oder verschiedener leitender Persönlichkeiten bestimmen den Ablauf des Geschehens, sondern es sind innere Gründe die uns von einer Politik, die in der Hauptsache auf den Schutz der Währung gerichtet sein mußte, nunmehr in den jetzigen Zustand der Dinge geführt haben, in dem die Erhaltung und Belebung der Wirtschaft unser politisches Handeln bestimmen. Unveränderlich aber bleibt immer, daß alle unsere Arbeit nichts anderes bedeutet als Dienst am deutschen Staat und an der deutschen Kultur zum Ruhen von Vaterland und Volk. Ziel jeder beteiligten Ration werden, die Mehrheit für sich zu sichern. Cs ist daher meiner Meinung nach sehr wesentlich, daß die Einstimmigkeit erhalten bleibt und fei es auch zu keinem anderen Zweck als solche Intrigen zu verhindern. Unter gar keinen älmständen wird England den Versuch dulden, verschiedene Lager sich gegenseitig bekäinpfender Kräfte im Völkerbund zu bilden. Ich bezweifle, dah es irgend jemand gibt, der bereit wäre, zu sagens, daß der Rat in der ursprünglichen Form so bleiben müsse, und daß es keinerlei Aenderungen gebe. England habe nicht den Standpunkt vertreten, daß es keinerlei Vermehrung der ständigen Sitze außer der Zuwahl Deutschlands, der Vereinigten Staaten oder Rußlands geben soll. Wenn der Rat einstimmig für die Linker- stützung eines besonderen Anspruchs ist, so darf die englische Regierung nicht von vornherein erklären, daß ein solcher Anspruch unter gar keinen Umstanden zur Erörterung zugelassen werden darf, ülnd wenn sich nach gemeinsamer Beratung aller Ratsmitglieder ein llebercinfommen im Sinne einer bestirnten Zulassung ergibt, dann wird man sicherlich diese Zuweisung nicht mit der Begründung abweisen, daß die Erörterung dieser Frage im September stattsinden sott. Ich wünsche für mich eine gewisse Ellenbogenfreiheit und bitte das Haus dringend, um Ku einer Entscheidung zu kommen, der englischen Delegation Freiheit für die Entscheidung im Interesse der gemeinsamen Sache zu lassen. Rach Chamberlain sprach Mcrcdvnald unter dem Beifall der Arbeiterpartei sein Bedauern aus, dah es unmöglich sei, der Rede Chamberlains zuzustimmen. Er hübe nie in seinem Leben ein Problem gesehen, in dem sich die Ration so einig gewesen sei, wie in der augenblicklich erörterten Frage der Erweiterung dos Völkerbundsrates. Auch Llohd George äußerte sich scharf ablehnend gegen die Rede Chamberlains. Hierauf betonte Premierminister Balbroin, zwischen Chamberlain unb Öen übrigen Mitgliedern der Regierung bestehe keine MeinungsverichiedeN' heit. Wenn Chamberlain und Lord Cecil nach Genf gingen, hätten sie in allererster Linie ihre Ausmerki famfeit daraus zu richten, daß Deutschland Mitglied des Völkerbundes mit einem Sitz im Rate werde. Dies sei ihre Hauptaufgabe. Großbritannien wünschte den freien und bedingungslosen Zutritt Deutschlands in den Völkerbundsrat. Was Spanien betreffe, so habe Großbritannien die Zusage einer Unter stützung Spaniens erneuert, die von Lloyd Georges Regierung vor einigen Jahren gegeben wurde. Daran fei feine Bedingung mit Bezug auf Zeit und Gelegenheit geknüpft. Großbritannien habe, abgesehen davon, kein Versprechen irgendeiner Art gegeben und sei keine Verpslich- tungen irgendwelcher Art eingegangen gegenüber irgendwelchen Ländern. Einen Einschüchlerungsver- such gegenüber Deutschland werde es nicht geben, soweit Großbritannien irgendwelche Macht habe, es zu verhindern. Die Regierung entsende Chamberlain und Lord Cecil in der Üeberzeugung, daß sie das Vertrauen des Landes nicht weniger verdienen als das Vertrauen der Regierung. Er fei überzeugt, daß bei der Rückkehr der Delegation aus Gens die Mitglieder des Unterhauses die ersten sein würden, die von neuem anerkennen, daß sie die Ehre ihres Landes hochhietten und einen weiteren Stein in den Friedenstempel von Europa einfügten. Liberale Kritik an Chamberlain London, 5. Mär;. (WTB - Funkspruch.) ^Westminster Gazette" schreibt, das einzige Ergebnis der langen Kabinettserörierungrn sei, dah dos Kabinett jetzt zum Entschluh gelangt sei, Deutschland die Verantwortlichkeit aufzubürden. Das sei der Kern der nichts» sagenden und keinerlei Aufttärung bietenden Rede Chamberlains. Es sei selbst klar, dah im gegenwärtigen Zeitpunkt sich die Hoffnung einer kleineren Macht, wie Schweden, zuwenden muh. Möge Schweden von neuem fest bleiben in dem Dewuhtsein, dah es nicht nur die Stimme seines eigenen Landes, sondern auch diejenige Englands vertrete, ebenso wie zahl- Eine neue Rede Chamberlains. England und die Ratssitze. reicher andere Nationen, die über die Entwickelung in der Frage des Rates besorgt seien. Chamberlains Stellung sei unvermeidlich geschwächt. Er habe sich hoffnungslos und unglaublich unzuständig erwiesen. Er habe alle moralische Autorität verloren und dem Ansehen Englands beträchtlich geschadet. Die deutsche Delegation in Genf. Berlin, 4. Marz. (I1L) Die deutsche Delega- lion für die völkerbundslagung wird sich amjtei- la gab end mit dem fahrplanmäßigen Basler Zuge noch Genf begeben. Die Zusammensetzung der Delegation fleht nunmehr endgültig fest. Sie besieht aus dem Reichskanzler Dr. Luther, dem Reichs- auhenminifler Dr. Strefemann, dem Staatssekretär v. Schubert, dem Staatssekretär ft em p- ner (Reichskanzlei), dem Reichspressechef Dr. ft i e p und dem Ministerialdiceklor Gaus. Als Generalsekretär der Delegation reist Legationssekretär Redlhammer mit, der bereits in dieser Eigenschaft die deutsche Delegation in Locarno begleitete. Oer Reichskanzler beabsichtigt, im Anschluß an die Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund für einige Zeit i n U r l a u b zu gehen, um sich von den Anstrengungen dec letzten Monate zu erholen. Der ftanzler wird seine Rede bei der Aufnahme in deutscher Sprache halten. Chinas Anspruch auf einen ständigen Ratssitz. Genf. 4. März. (WTD.) Die Delegation der Republik China hat dem Völkerbund folgende Rote unterbreitet: Im Hamen meiner Regierung bin ich in dem Falle, daß die Völkerbundsratssitze vermehrt werden sollen, beauftragt, ein formelles Gesuch zu stellen, daß China ein ständiger Sitz im Völkerbund s r a t zugesprochen wirb. Meine Regierung ist der Ansicht, daß die Vertretung Chinas als'Macht, welche den größten Teil des asiatischen Kontinents umfaßt eine beträchtliche Wirtschaftskraft besitzt und sich durch das Alter ihrer Zivilisation und ihre überlieferte Kultur auszeichnet, im Völkerbundsrat die Wirksamkeit des Völkerbundes als einer alle Rationen des Erdteils vertretenden Institution nur erhöhen kann. Die wirtschaft zum Steuerprogramm der Regierung. Berlin, 3. QUau. (WV.) Der Zentralverband des deutschen Bank» und B.rnkiergewer- bes, der Deutschs Industrie- und Handelstag, die Häuptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels, der Reichsverband der deutschen Industrie und der Zentralverband des Deutschen Großhandels brachten in einer gemeinsamen Besprechung sowohl zu der allgemeinen Finanzpolitik des Reichsfinanzministers als auch zu dem Entwurf eines Gesetzes über Steuermildsrungen zur Erleichterung der Wirtschaftslage u. a. folgendes zum Ausdruck: 1. Dem Programm des Reichsfinanzmimsters stimmen die genannten Spitzenverbände vollinhaltlich zu, insbesondere allen denjenigen Maßnahmen, die darauf abzielen, die Ausgaben zu beschränken. 2. Was die Steuermilverung im ein- • zelnen anlangt, so zei^ sich, daß diese ganz überwiegend auf den: Gebiete der Verbrauchssteuern erfolgen soll. Es ist volkswirtschaftlich notwendig, daß auch aus dem Gebiete der direkten Steuern Milderungen eintreten, vor allem eine SenTung der Steuern auf das Einkommen. 3. Bezüglich der Luxus steuer ist vöMge gesetzliche Beseitigung ohne Abgrenzung herbei- zufuhren. 4. Die steuertechnischen Erleichterungen der F u - sionsstcuer müssen soweit gehen, daß die wirtschaftlich notwendige Rationalisierung auch der Zeit nach zweifelsfrei gesichert und ausreichend erleichtert wird. Die Vorschläge der Regierung bedürfen aber noch der Verbesserung. 5. Zur Erleichterung der unbedingt notwendigen Konsolidierung der schwebenden Kreditverpslichtun- gen der Industrie ist die Herabsetzung der Gefells chafts st euer auf die Hälfte notwendig. 6. Die Vereinfachung der Erhebung der Vermögenssteuer für 1926 enthält keine Steuersenkung. Es ist daher erforderlich, daß diejenigen Steuerpflichtigen, bei denen eine erhebliche Vermögensminderung vorliegt, eine Neufeststellung ihres Vermögens vornehmen, die ferner auch für die Aufbringung der Industriebelastung und der Gewerbesteuer vock maßgebender Bedeutung ist. 7. Auch die Länder und Gemeinden müssen durch energischeBeschränkungen der Ausgaben und durch Milderung ihrer Steuern hie Wiederbelebung des Wirtschaftslebens unterstützen. Die Fürstenabfindung. Besprechungen beim Reichskanzler, Stellungnahme der Parteien. Berlin, 4. März. (TU.) Reichskanzler Dr. Luther hat die Vertreter der Regierungsparteien zu einer Besprechung über die Frage der Fürstenabfindung auf Freitag i/jll ilbr nach der Reichskanzlei eingeladen. An der Besprechung nehmen teil vom Zentrum die Abg. von Guerard und Schulte, bon der Deutschen Volkspärtei die Abgeordneten Kahl und Dr. Wunder - l i ch, von den Demokraten die Abgeordneten Koch-Weser und Freiherr von Richtbofen und von der Bayerischen Volkspärtei die Abgeordneten Leicht und Dr. Pfleger. Der Rechtsausschuß des Reichstages wird die Verhandlungen in der Frage der Fürstenabfindung am Dienstag, dem 9. März, wieder aufnehmen. Es ist bereits vom Ausschuhvorsitzenden ein Vermittlungsvorschlag des Zentrums eingegangen, wonach das Sonder- gericht bestehen soll auS dem Reichsgerichtspräsidenten als Vorsitzenden und acht Beisitzern, und zwar vier Juristen und vier Laien. Die Annahme dieses Antrages gilt als ge- sichert. Die Deutsche Volkspärtei erläßt eine Kundgebung gegen die Beteiligung an dem Volksbegehren für die entschädigungslose Enteignung der Fürstenhäuser, in der cs heißt: Diese entschädiaungslose Enteignung verstößt gegen die fundamentalsten Grundsätze der Verfassung und wider- sprichr allen Begriffen von Gerechtigkeit und Billigkeit. Keiner darf sich daher in die aufliegenden Listen eintragen lassen. Dieses Verhalten von unserer Seite ist um so mehr gerechtfertigt, als die Regierungsparteien in eingehendsten und sorgfältigsten Beratungen bestrebt sind, eine Möglichkeit zu schaffen, um die berechtigten Wünsche nach einem gerechten Ausgleich zur Geltung zu bringen. Dieser Gesetzentwurf, von dem zu er» warten ist, daß auch über die noch strittigen Punkte in zweiter Lesung eine Einigung herbei- gefiihrt wird, trägt der Forderung nach einem billigen Ausgleich der Interessen der Fürsten und der Interessen der Länder in vollem Umfang Rechnung. Auch die deutschnationaleReichstags- fraftion veröffentlicht eine Erklärung zum Volksbegehren, in der es heißt: Diesmal heißt die Parole: zu Hause bleiben. Es ist selbstverständlich, Daß jeder vernünftige und rechtliche Deutsche, der an Treue und Dankbarkeit festhält, der das Eigentum gegen Rechtsbruch und Sozialisierung schützen will, diesen Listen sernblcibt.Keine: Llnterschrist dem bolschewistischen Volksbegehren! — Die Reichspartei des deutschen Mittelstandes, die im Reichstage durch die Wirtschaftliche Vereinigung vertreten wird, fordert ebenfalls ihre Mitglieder auf, sich nicht in die Liste für bas Volksbegehren einzutragen. — Die demokratische Reichstagsfraktion behielt sich eine endgültige Stellungnahme bis zum Abschluß der Besprechungen beim Reichskanzler vor. Die Not der Winzer. Berlin, 4. März. 2(uf der Tagesordnung des Reichstags stehen Interpellationen aller Parteien über die Notlage der Winzer. In der Aussvrache wird von allen Rednern auf die rücksichtslose Steuereintreibung bei den notleidenden Winzern hingewiesen. Dem Weinbau im Westen, der auf eine 2000jährige Vergangenheit zurückblicke, müsse umgehend geholfen werden. Die Handelsverträge müßten so gestaltet werden, daß der deutsche Weinbau gegenüber dem Ausland konkurrenz- ä h i g bleibe. Bei der Revolte in Bernkastel habe es sich nicht um Separatisten gehandelt, sondern gerade um deren Feinde. Es müsse aber die Gefahr wachtet werden, daß der Separatismus sich vielleicht einmal die wachsende Rot der Winzer für eine Ziele zunutze mache. Reichsminister Dr. M a r x erklärt, die Regierung habe im vergangenen Jahr 30 Millionen für Personalkredite an die Winzer den Ländern zur Verfügung gestellt. Im letzten Monat seien weitete 12 Millionen bewilligt worden, die schleunigst zur Verteilung kommen sollen. DerStaatsvoranfchlagvor dem Hessischen Landtag. D a r m st a d t, 4. März. Auf der Tagesordnung letzt der Voranschlag für 1926. Abg. Dingeldeh (D. V. P.) erklärt: Der Voranschlag für 1926 bedeutet für alle, die ihn studiert haben, einen Markstein; möge er nicht ein Grabstein sein. Er zeigt das ungeheure Anwachsen der Staatsausgaben, dellen Defizit nicht ganz gedeckt werden kann, und dessen Ziffern in Zweifel zu ziehen sind. 1914 hatte der Staatshaushalt 45 Millionen Mark Ausgaben, jetzt 128 Millionen Mark. Abg. Kaul hat von einer Psychose gesprochen, aber nicht gesagt, worin sie besteht. Sind es die leeren Kassen der Steuerzahler, die nicht wissen, wie sie die Steuern bezahlen sollen? Abg. Kaul meinte, es wäre nicht so schlimm, von einem Bankerott zu sprechen, sondern nur von einer Betriebsmittelnot. Andere Unternehmungen müssen ich in diesem Falle unter Geschäftsaufsicht teilen, das müßte dann auch der hessische Staat tun. Nein soll nicht mit Worten einen betrüblichen Zu- tanb beschönigen, und ein Hinweis auf andere Län- )er besagt gar nichts. Der verlorene Krieg, die Inflation und die Zerstörung vieler wirtschaftlicher Mittel hätten die Verwaltung veranlassen müssen, die öffentlichen Ausgaben einzu- schränren; man spricht zwar davon, aber man führt die Forderung nicht durch. Der starke Einfluß der Sozialdemokratie auf den Staat, die Auffassung des Wohlfahrts st aates führte zu einer Steigerung der Ausgaben, und damit Hand in Hand ging ein Rückgang des Vermögens vor sich. Ein Finanzminister hätte jedem Anwachsen der Ausgaben über das Maß entgegentreten müssen. Der Rest des Fehlbetrages soll durch Erträge der Hauszinssteuer, gedeckt werden. Daß der Finanzminister diese Steuer in Anspruch nimmt, soll ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden, sondern Die Art, wie er diese Steuerquelle ausschöpfen _ will. Ueberfchülle aus früheren Jahren sind in Hessen nicht mehr vorhanden, und die Schätzungen von Steuereingängen sind viel zu hoch. Das Defizit wird also noch eine ganz außerordentliche Erhöhung erfahren. Bei dem augenblicklichen Verfall der Wirtschaft müssen wir uns fragen, ob der Staat auch nur auf Zeit oder Dauer die Aufgaben, die er übernommen hat, durchführen kann. Der Staat hat die Polizeikosten, Schullasten usw. übernommen; ich bin durchaus nicht für eine Rückgängigmachung dieser Entwicklung, aber der Staat hätte nur einsehen müssen, daß er dadurch zu sehr belastet wird. Selbst vom Standpunkt der Regierung aus kann diese Belastung nicht mehr gutgeheißen werden. Schon rechtzeitig hätte dem entgegengewirkt werden müssen; jetzt ist es sehr viel schwerer, die Entwicklung zum Stocken zu bringen. Der verantwortliche Leiter der Staatsfinanzen und die Ressortvertreter hätten rechtzeitig bremsen müssen. Die Stellungnahme zu dem Problem der Abgabeneinschränkung ist das Entscheidende; bei dem Finanzminister konnte man nur eine Sorge für den Rückgang der Einnahme- Ziffern wahrnehmen, nicht aber eine Sorge um die Einschränkung der Ausgaben. In den Ausführungen des Reichsfinanzminlsters Dr. Reinhold war dies anders. Finanzminister Henrich hat in feinem Expose gesagt, daß er die Ent- Wicklung vorausgesehen habe: was soll man dazu sagen, daß er dann nicht gebremst hat. Der Finanzminifter will das Defizit durch die Houszinssteuer decken, er will aber auch an die Reichsregierung Herangehen, daß Hessen, bas durch die Besetzung der Hälfte des Landes geschädigt wird, durch das Reich entschä- d i g t wird. Selbstverständlich muß für die nachweisbaren Schädigungen das Reich den Hess. Staat schadlos halten, aber bis jetzt hat der Finanzminister noch nie eine Zahlenangabe über diese Schäden gemacht, weder int Landtag noch im Finanzausschuß. Der Finanzminister wird wohl den Ausspruch von der Ausgabe der staat- i lichen Selbständigkeit Hessens jetzt selbst bereuen, denn es ist eine Parole der Verzweifelung. Abg. Kaul hat gestern über die Lieberweisungen des Reiches an Hessen gesprochen und den Rückgang der Lieberweisungen auf die Einkommensteuerfreiheit der Großagrarier in Preußen zurückgeführt. (Heiterkeit.) Dieses ilrteil ist ein dhrch feine Sachkenntnis getrübtes. Der Redner legt dann das Verfahren der Reichs- Überweisungen bat und fordert die Sozialdemokraten auf. Anträge zu stellen, die Hauszinssteuer ür £>en Wohnungsbau, nicht wie der Finanzminister will, vorwiegend zu allgemeinen Ausgaben des Staatshaushaltes zu verwenden. Die Einführung der Friedensmiete zum 1. Juli wirft alle Ausstellungen des Staatshaushaltes um; es wird aus der Hauszinssteuer weit weniger einfommen. Die Entwicklung zum Einheitstaat kann nicht von dem kleinen Hessen ausgehen und erst recht nicht von einem Hessen mit zerrütteten Finanzen. Dem Abg. Ruh hält der Redner entgegen, daß er gestern nur Äußerungen des badischen Finanzministers im Sinne des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold vorgebracht habe. Mit Mätzchen, sobald unangenehme Dinge gesagt würden, ober wenn auf die schlechte Finanzlage hingewiesen werde, mit der Parole „Die Republik ist in Gefahr" schasse man diese Dinge nicht aus der Welt. Die Fraktion des Zentrums fasse die Finanzlage des Staates aber Diei ernster auf. Abg. Dingeldeh zieht ziffernmäßige Vergleiche zwischen Preußen und Hessen. Die Zahl der Beam ton betrug in Preußen 1913 124 900, 1926 196 900; in Hessen 1918 6232, 1926 15 677. In Preußen betrug die Zunahme 57 Proz., in Hessen aber 150 Proz. Aus den weiteren Ziffern, die der Redner dem Hause unterbreitet, geht hervor, daß die hessische Volkswirtschaft ungleich schwerer belastet wird als die preußische. Wenn man die Ziffern betrachtet, so kann man verstehen, daß das Volk im Lande darüber erregt wird. Richt die Steuerlast als solche, sondern auch die Lieberzeugung, daß die Steuern zur Deckung von Ausgaben verwendet werden, die nicht nötig sind, hat die Protestversammlungen hervorge- rufen. Abg. Dingeldeh wendet sich dann gegen die Behauptung, daß eine Beamtenhehe getrieben würde. Der Sozialdemokratie sei erst gestern das Bekenntnis entschlüpft, daß das Beamlenverhält- nis in ein Angestelltenverhältnis umzuwandeln sei. Wer solche Forderungen aufstelle, habe feinen Anlaß, anderen eine Bsamtenhetze vorzuwerfen. Die wohlerworbenen Rechte der Beamten müßten unbedingt geschützt werden. Es sei unwahr, daß die Deutsche Volkspartei im Sechserausschuh einen Antrag gestellt habe, 50 Proz. der Beamten ab» zubanen. Die D. V. P. habe nut den Antrag gestellt, 50 Proz. der Stellen, die seit 1914 hinzugekommen wären, auf den Inhaber zu bewilligen. Es handelt sich also nicht um einen Abbau, sondern um eine allmähliche Gins chränkung der Stellen. Der Antrag wirkt sich erst in Jahren aus. Wir find der Anschauung, daß die Ministerien abgebaut werben müssen. Der Redner wiederholt dann seinen früheren Vorschlag, baß alle Ministerien aufgehoben werden sollen und nur ein Minister, der dem Berufsbeamtentum zu entnehmen sei, das Land regiere. Weiter werden zweijährige Budgetperioden verlangt, eine Verringerung der ParlamentSsitze und der Ausschüsse. Auch fei eine Verbilligung der Lanbtagsarbeiten zu fordern, eine Herabsetzung der Bezüge. Der Landtag könne nicht Ersparungen verlangen, wenn er selbst nicht einmal spare. Schließlich sei auch eine Herabsetzung der Volksschullasten zu verlangen. Der Finanzminister hätte von sich aus die Ziffern der Volksschüler vor- legen müssen und nicht erst auf Verlangen des Ausschusses; auch hätten sofort Ersparungsmah- nahmen vorgeschlagen werden müssen. Jahrelang wäre schon die Schülerzahl zurückgegangen, aber keine Ausgabeneinschränkung eingetreten. Jetzt müßten Maßnahmen ergriffen werden, die menschlich bedauerlich wären, aber die Verantwortung dafür treffe nicht die Antragsteller, sondern den Finanz- Minister. Selbst die Abgeordneten Kaul und Reiber verlangten jetzt eine Einschränkung der Stellen. Wenige Wochen nach Einbringung seines Voranschlags habe der Finanzminister gegen wesentliche Teile dieses Voranschlags selbst Polemisieren müssen, das sei die schärfste Kritik am Voranschlag. Der Redner erklärt bann, feine Partei stimme den Anträgen des Zentrums über die Volksschulen und Fortbildungsschulen zu. Abg. Dingeldeh legt hierauf die Stellungnahme der Deutschen Volkspartei zur F ü rsten- abfindung dar; für eine entschädigungslose Enteignung sei die Volkspartei nicht zu haben. Die Demokraten würden ihre Stellungnahme einmal schwer bereuen. Als der Redner von der Fürstenabfindung in Hessen spricht, wird er dauernd von den Linksparteien unterbrochen. In den genannten 45 Millionen wären die Kosten der Großherzoglichen Zivilliste enthalten, nicht aber in den heutigen 128 Millionen des hessischen Staatshaushaltes. Wenn die Linksparteien nicht den Mut und die Kraft hätten, die Finanzen zu regeln, so müßten sie freiwillig dem Volke die Möglichkeit geben, seinen Willen kund zu tun. Geschehe das nicht, so werde das Volk auf Dem Wege der Verfassung die Durchsetzung seines Willens erzwingen. Abg. Reiber (Dem.) erklärt, Finanzminister Henrich genieße das uneingeschränkte Vertrauen seiner Parteifreunde. Die Rechtsparteien suchten die Entschädigung Hessens durch das Reich zu sabotieren, Dabei wollten sie gerade Die staatliche Selbständigkeit Hessens aufrecht erhalten. Der Redner macht längere Ausführungen über das Aus gehen Hessens in einen deutschen Einheitsstaat und verweist dann au den Reichsfinanzminister Reinhold, Der Die von dem Finanzminister von Schlieben zu viel erhobenen Steuern herabgesetzt hat. Seine Partei wehre sich gegen Den Vorwurf, daß in Hessen Die Zustände schlechter seien als in anderen Ländern. Weiter spricht Der Redner über seinen in Ver- blnbung mit Dem Abg. Kaul gestellten Antrag, wonach die Regierung ermächtigt wird, 200 Schulstellen vorübergehend unbesetzt ßu. lassen. Durch eine Neuorganisation der Polizei könne manches gespart werden. Das Ministerpensions-- geseh habe noch wenig Kosten verursacht, hinter Dem Beifall Der Linken des Hauses fordert der Redner auf, die Llnterschriften für das Volksbegehren zur Enteignung der Fürsten zu vollziehen. Das hessische Volk habe bei den letzten Wahlen gesprochen; aus Den Wahlen von 1924 nehme die Regierung das Recht und die Pflicht für sich in Anspruch, weiter in Hessen zu regieren. Abg. Dr. Werner (Dntt.) teilt fest, daß die Demokraten, entgegengesetzt der Behauptung des Aba. Reiber, immer gegen eine Verkleinerung des hessischen Landtags gestimmt haben. Ferner hatte er auch sagen müssen, daß in den höheren Schulen die «chülerzahl nicht ab», onbern au genommen habe; mithin könne von einem Abbau der höheren Schulen keine Rede sein. Abg. Dr. Werner hält den Demokraten in einer längeren Auseinandersetzung ihren starken zahlen, mäßigen Rückgang vor; der soz. Abgeordnete Kaul glaube, der Tonart seiner Rede nach, selbst nicht mehr an den Sieg seiner Sache. Verwunderlich wäre die Rede des Zentrumsabgeordneten Nuß gewesen, besonders auch weil die Zentrumswähler in Hellen Haufen die Steuerprotestversammlungen im Lande besuchten. Die Deutschnationalen nähmen zwar offiziell nicht an diesen Versammlungen teil, aber sie hielten selbst zahlreiche Parteioersamm- lungen ab. Der Redner weist bann zur Frage der Fürstenabfindung auf den '23ertrag- zwischen dem preußischen Staat und dem ehemaligen preußischen Königshause hin, der von Dem Demokraten Höpker- Aschoff abgeschlossen worden sei mit Billigung der Sozialdemokraten Braun und Seoering, also An^ tehörigen derselben Parteien, die jetzt eine entschä- iigungslose Enteignung wollten. De mbemoEratb chen Abgeordneten Schreiber hält der Redner ent« gegen, daß er als Jurist nicht Der Behauptung von einem „Raub der Fürsten" in seiner Partei ent« gegentrete. Die Verfassung wolle doch jeden Deut, jchen schützen; so müsse sie auch die Fürsten und ihr Eigentum schützen. Wenn der Eigentumsbegriff aus der bürgerlichen Welwrdnung schwinde, so freuten sich darüber nur die Kommunisten, wie dies las heiter lächelnde Gesicht des Abg. Dr. Greiner bestätige. Die Ausraubung des deutschen Volkes werde durch den Weltkapitalismus durchgeführt, durch das Versailler Friedensdiktat und durch das Dawesgutachten. Diesen Gedanken gibt bann ber Rebner in längeren Darlegungen Ausbruck. Die Thesaurierungspolitik Schliebens sei immer noch besser gewesen als bie Erzbergerschen Reformen, bie alles zertrümmert hätten. Heute verlange selbst ber hessische Finanzckiinister wieder die sieuerliche Selbständigkeit der Länder und Gemeinden. Unter Schlieben wäre die Umsatzsteuer und sogar zweimal bie Lohnsteuer herabgesetzt worben. Der hessische Staat habe sich in seinen Aufgaben übernommen, das Ministerpensionsgesetz müsse unbedingt geändert und die Zahl ber Abgeordneten herabgesetzt werden. Der Gedanke, den hessischen Staat aufzulösen, sei Defaitismus. Das Wohl des Staates müsse immer das höchste Gesetz bleiben. Er und feine politischen Freunde stellten das Staatswesen höher als die Staatsform; cs gehe jetzt nicht um bie Fragen Monarchie ober Republik, sondern um die Existenz des Staates. Schluß der Beratungen gegen 2 Uhr; nächste Sitzung Freitag 9 Uhr. Dr. Luther an Schweden. Die Wahl des Reichskanzlers in die schwedische Akademie der Wissenschaften. B e r l i n , 2. März. (WTB.) Die K ö n i g l i ch e Akademie ber Wissenschaften in Stockholm hat den Reichskanzler D r. Luther zum auswärtigen Mitglied ernannt und ihm von dieser Ehrung durch das folgende Schreiben Mitteilung gemacht: Hierdurch beehre ich mich, Ihnen mitzuteilen, daß die Königliche Akademie ber Wissenschaften zu Stockholm in ihrer Sitzung vom 27. Januar 1926 Sie zum Auswärtigen Mitglieb, unb zwar in Ihrer Klasse ür ökonomische, statistische und soziale Wis- ssenscha ten erwählt yat, was Sie burch das Ihnen gleichze tig mit ber Post zugefanbte Diplom bestätigt finben werben. Es gereicht unserer Akabemie zur größten Befriedigung, in dieser Weise Zeugnis oblegen zu dürfen von der lebhaften Bewunderung, welche ihr Ihre großartigen Leistungen auf dem Gebiete der p r a F = tischen Nationalökonomie eingeflößt haben. Mit der Bitte, mir den Empfang des Diploms gefl. bestätigen zu wollen, habe ich bie Ehre zu zeichnen mit vorzüglicher Hochachtung ganz ergebenft gez.: Prof. Dr. H. E. Soeberbaum, ständiger Sekretär. Der Reichskanzler hat die Wahl angenommen und seinen Dank in folgendem Schreiben Ausdruck gegeben: Der Königlichen Akademie ber Wissenschaften spreche ich aufrichtigen Dank für bie große Auszeichnung aus, bie mir burch bie Zuwahl als auswärtiges Mitglieb in die Klasse für ökonomische, statistische unb soziale Wissenschaften erwiesen würbe. Der hohe Ruf, Den bie königlich schwebische Akabemie im wissenschaftlichen Gesamtleben der Welt genießt, läßt mich Die mir zuteil geworbene Auszeichnung als befonbers wertvoll empfinden. Ich darf hinzu- fügen, und zwar auch gerade als Kanzler des Deutschen Reiches, baß ich bie Ehrung auch beshalb mit größter Genugtuung empfmbe, weil sie mir gerabe aus dem schwedischen Volke erwiesen wurde. Das deutsche Volk wird nie vergessen, daß es auch in den schwersten Zeiten b i e seelische Hilfe Des schwedischen Volkes niemals hat zu entbehren brauchen. Es wird in steter Dankbarkeit namentlich oller Unterstützungen gedenken, die in den schweren Nachkriegsjahren Dem deutschen Volke so beständig unb reichlich seitens Schwedens zuteil geworden sind. Ich gebe dem lebhaften Wunsche Ausdruck, daß cs der Königlichen 2ltabemie der Wissenschaften vergönnt sein möge, durch alle Zeiten hindurch ein leuchtendes Wahrzeichen unabhängiger wissenschaftlicher Arbeit zu fein, in stolzer Hingabe an bie hohen FriedeNSziele bes rastlos forschenden Menschen- geistes. gez. Dr. L u t h e r. Gegen eine Erhöhung des Schulgeldes in Preußen. Berlin. 1. März. Im Preußischen Landtag ist folgender Antrag Dr. v. Campes (D. Vp.) zugegangen: Die Erhöhung des Schulgeldes für die höheren Schulen auf 200 Mk. bedeutet eine so ft a r l g Belastung Der Bevölkerung, daß die Verordnung des Kultusministeriums in höchstem Matze unsozial erscheint. Das Staatsministerium wird ersucht, in eine sofortige Rachprüfung dieser Verordnung einzutreten, zum mindesten aber eine Staffelung in Der Form einzn- führen, Daß Das zweite Kind nur 50 Prozent Des Schulgeldes zu zahlen hat, und Das Dritte und folgende Kind schulgeldfrei sind. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 5. März 1926. Die Bautätigkeit in Gießen hat im Laufe drs vorigen 3ahves recht beachtenswerte Resultate gezeitigt. Namentlich im südlichen unb südöstlichen Stadtteil sind zahlreiche Neubauten, meist Wohnhäuser, entstanden. Regen Anteil an dem Baubetrieb hatte auch das Klinik- viertcl. wo der Staat und der Heilstättenverein für Hessen (Lupusheim-Erweiterungsbau) große Bauten errichten ließen. Ferner ist in diesem ZusammenHang die Errichtung des neuen Telc- graphenamts-Gebäudes in der Bahnhofstraße hin- ter der Hauptpost zu registrieren. Die kommenden Monate werden unserer Stadt gleichfalls eine rege Bautätigkeit bringen. Bis ^tzt sind von der Stadt bereits zwanzig Bange nchmigungen erteilt worden. Mit der 3n- angriffnahnre der Bauten hat man zum Teil schon begonnen. Meist handelt es sich dabei um Wohnhausbauten, die eine ganze Reihe neuer Wohnungen bringen werden. 11. a. erbaut der Reichsmilitärfiskus ein Zwölsfamilicnhaus am Kugelberg, die Ausschachtungsarbeiten hierzu haben vor einigen Tagen begonnen. Der Eisen- vahnerheimstättenvcrein baut an der Wilhelm- und 3heringsttaße ein Doppelhaus mit acht Woh- inihgen. Zahlreiche private Bauherren errichten Wohichäuser, die meist im südlichen Stadtviertel liegen werden. Ein größeres Bauprojekt wird auch die Stadtverwaltung in den Sommermonaten zur Durchführung bringen. Sie wird am Kugelberg eine Wohnhausgruppe mit zwanzig Wohnungen (Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen) errichten lassen, deren Kosten auf rund eine Dieriel- million Mark veranschlagt sind. 3m 3nteresse unseres Wohnungswesens und des heimischen Arbeitsmarktes ist diese Unternehmungslust im Bauen mir zu begrüßen. Täglicher Verkehrsflug Kassel - Giehen - Frankfurt. Auf allen Flügen Zwischenlandung In Gießen. Wie wir zuverlässig erfahren, sind in den letzten Lagen zwischen der Südwestdeutschen Luftverkehr A.-G. in Frankfurt a. M-, der Luftverkehr A.-G. Oberhesfen-Lahngau in Gießen und der Stadt Kassel Verhandlungen gepflogen worden mit dem Ziele, eine bessere Flugverbindung zwischen den Städten Kassel. Gießen und Frankfurt a. M. zu schaffen. Die Verhandlungen führten zu dem Ergebnis, daß vom 6ö April ab — dem Tage, an dem der Luftverkehr allgemein wieder ausgenommen wird — eine tägliche Flugverbindung zwischen Kassel, Gießen und Frankfurt a. M mit jedesmaliger Zwischenlandung in Gießen hergestellt wird. 3n Frankfurt a. M. und Kassel werden günstige Fluganschlüsse nach Süden bzw. Norden hergestellt werden. Bornotizen. — TageSkalender für Freitag. Stadttheater: 6Va Mr .Gräfin Mariza" (Ende 10 Uhr). — Ausstellung von bildlichen Darstellungen aus dem homerischen Kreis von 101/, Uhr bis 1 Ahr und von 3 bis 5 Ahr in der Aula des Gymnasiums. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „*5ßat und Patachon als Polizisten". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Für die Aufführung der Oper ,.M a r g a r c t e" am kommenden Dienstag sind so viele Plahvorbestellungen für den 2. Rang eingelausen, daß unmöglich allen An- sprächen entsprochen werden kann. Wer also unbedingt von diesen Bestellern auf einen Platz für das Operngastspiel rechnet, wird gut tun, sich morgen, Samstag, an der Theaterkasse zu erkundigen, um sich eventuell einen anderen Platz zu sichern. — Für die Aufführung von Zuck- mayers ,.Der fröhliche Weinberg" am Sonntag gibt sich ebenfalls lebhaftes Interesse kund. Der 2. Rang ist bereits ausverkaust: für alle anderen Plätze sind noch Karten erhältlich. — Die Volkshochschule bittet uns, nochmals aus den Vortrag hin'zuweisen, den Prof. Dr. M i t t e r m a i e r am Samstag, 6. ds. Mts., im Hörsaal 44 der Universität über „llji f er Gefängniswesen" halten wird. Näheres siehe Anzeige. — „Die neue Großmacht" betitelt sich der Film der Ersten Internationalen Arbeiterolympiade in Frankfurt. Wilhelm Prager, der Schöpfer des bedeutsamen Sportfilms „Äege zu Kraft und Schönheit", hat sich, so schreibt man uns, mit dem Olympiafilm selbst übertroffen. Die Olympiade mit ihrer ungeheuren Massentetlnahme und ihrer Vielseitigkeit rollt vor dem Auge des Beschauers ob. Man erlebt das Riesensportfest latiächlich noch einmal. Der Film beginnt mit der Entstehung des Stadions, den Feftoorbereitungen, zeigf eine Fülle wunderbarer Aufnahmen aus dem 10 Kilometer langen Festzug und hat eine große Reihe der Leichtathletik-Wettkämpfe, in denen zumeist die Finnen siegten, festgehalten. Alle weiteren Sportarten, Turnen, Schwimmen, Rudern, Schwerathletik, Radrennen und Reigenfahren, die hochinteressanten Fußbollwettkämpfe und vor ollem die gewaltigen Mos- senoorführungen lassen den Beschauer die ungeheuren Ausmaße dieser Veranstaltung ahnen. Der Film will nur für den Sport werben: daß er dieser Auf. gäbe im vollsten Maße gerecht wird, ist von allen Seiten bestätigt worden. So schreibt z. B. die Zeitschrift der Filminteressenten: „Dieser Film ist der beste Sportsilm, der bisher herausgekommen ist. Er ist objektiv und parteilos, dabei enthält er aber so wundervolle und hochinteressante Aufnahmen, daß seine Tendenz, nur für den Sport zu werben, um so packender heroortritt." Der Olympiafilm wird am Sonntagvormittag in Gießen in den Palastlichtspielen und in den folgenden Tagen in einer Reihe größerer Orte der Umgegend vorgeführt. Näheres jft aus der heutigen Anzeige zu ersehen. — Hundeschau. Dec Verein Hundespori für Gießen und Amgegend veranstaltet am nächsten Sonntag aus der Liebigshöhe eine interne Hundeschau von Hunden aller Rassen. Näheres in der heutigen Anzeige. Wettervoraussage. Nachts Temperaturen um Null, tagsüber kühl, nördliche bis westliche Winde, noch einzelne Niederschläge. Ein Niederschlagsgebiet, in dem bei veränderlicher Bewölkung einzelne Schauer, teilweise in fester Form, niedergehen, erstreckt sich über ganz Deutschland. Auf der Rückseite des weiter ostwärts vorrückenden skandinavischen Wirbels, dessen Ausläufer bis in unser Gebiet reichen, ist außerdem ein Vorstoß kalter Luft erfolgt, der die Morgentemperaturen im Vergleich zum Vortage um durchschnittlich 6 Grad hat sinken lassen. Wir kommen mehr und mehr auf die Rückseite des Wirbels. Die Temperaturen bleiben niedrig, einzelne Niederschläge stehen noch in Aussicht. Gestrige Tagestemperaturen: Marimum 9.8 Grad Celsius, Minimum 0,0 Grad Celsius, Niederschläge 2.6 Millimeter. Heutige Morgentem- perattir 1,1 Grad Celsius. ” Abgesagte Stadtvcrordneten- Sitzung. Die auf gestern nachmittag 5 Ahr in das Stadthaus anberaumtc öffentlich: Hitzung der Stadtverordneten wurde in den gesttigen Vormittagsstunden abgesagt. Die weitere Erledigung der aus der Tagesordnung stehenden An- gelegenhcit (Errichtung einer WohnhauSgruppe am Kugelberg) dürfte also ahne erneute Verhandlung im Plenum des Stadtparlaments möglich geworden sein. •* Dos Wetter hat im Laufe des gestrigen Tages und in der letzten Nacht einige recht unliebsame Sprünge gemacht. Bis in die gestrigen Mittagsstunden fegte ein Sturmwind durch die Straßen, der namentlich an den Straßenecken und in den 'Anlagen große Kraft erreichte. Zwischen 1 und 2 Uhr setzten heftige Niederschläge, verbunden mit leichtem Hagelschlag, ein, nach deren Ende gegen 2 Uhr eine empfindliche Abkühlung der Temperatur cintrat. Dos Minimum der letzten Nacht sank infolgedessen auf den 'Nullpunkt, gegen 5,2 Grad in der Nacht vorher: die Morgentemperatur ging auf 1,1 Grad plus zurück, gegen 6 Grad gestern früh: das Maximum sank von 11,8 Grad gestern auf 9,8 Grad heute vormittag. Vom Hoherodskopf werden uns heute vormittag 3 Grad Kälte gemeldet, bei 10 Zentimeter Schneehöhe seit der letzten Nacht. Dabei schneite es gegen 10 Uhr dort oben noch luftig weiter. In unseren Straßen konnte die weiße Ueberraschung natürlich nicht festen Fuß fassen. — In der Müller- schen Badeanstalt zerstörte der gestrige Sturm einen großen Teil der baulichen Anlagen. •b. Städtische Drennholzverstei- g e r u n g. Bei bet gestrigen Drennholzverstei- gerung im Stabtwald wurde nur Hartholz aus- geboten. Die Detriligung der Kauflustigen an der Versteigerung war stark. Es würben gute Preise gezahlt. Cs brachten: Duchenscheiter 20—21 Mk., Eichenscheiter 15—16 Mk., Duchenknüppel 15—17 Mk., Cichenknüppel 11 Mk., Duchenstöcke 9—10 Mk., Cichenftöcke 8 Mk. je Raummeter, Buchenwellen 40 Mk., Gichenwellen 26 Mk. je 100 Stück. . *• Oefsentliche Bücherhalle. 3m Februar wurden 1477 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 930, Zeitschriften 127. 3ugenbschriften 100, Literaturgeschichte 6, Gedichte und Dramen 17, Länderund Völkerkunde 97, Kulturgeschichte 22, Geschichte und Biographien 58, Kunstgeschichte 7, Naturwissenschaft und Technologie 54, Heer- und Seewesen 5. Haus- und Landwirtschaft 8, Gesundheitslehre 4, Religion und Philosophie 23, Staatswissenschaft 10, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 3 Bände. Nach auswärts kamen 19 Bände. ** Vorsicht vor Auswanderungs- agentenl Wie Pilze schossen in den Nachkriegs- jähren Agenturen aus der Erde, die im Intereste fremder Staaten mit deutschen Auswanderungswilligen den reinsten Sklavenhandel trieben. Durch die Verordnung gegen Mißstände im Auswande- rungswesen wurde diesen im Iabre 1924 ihr lichtscheues Handwerk gelegt. Neuerdings erfährt der Evangelische Hauptverein für Deutsche Auswanderer, Wltzenhausen, daß Agenturen vom Ausland aus durch oriefliche Propaganda Auswanderungswilligen, von deren Absichten sie irgendwie Kenntnis erhalten, die verlockendsten Angebote machen. Schwerste Arbeit in unzuträglichem Klima ist das Schicksal derer, die unbesonnen hierauf eingehen. Aus Grund bester Informationen gibt der genannte Verein in allen derartigen Fällen kostenlos wertvolle Auskünfte, imb es sollte niemand auf ausländische Zuschriften eingchen, bevor nicht eine vertrauenswürdige Inlandsteile befragt worden ist. " Pak et e mit Waffen und Munition im Verkehr mit dem besetzten Gebiet. Für den Verkehr mit den besetzten Gebieten ist die Beförderung von 3agdwafsen und 3agdmunition nacblränHcb freigegeben worden, so bah hierzu die Einholung einer Genehmigung nicht mehr erforderlich ist. Als erlaubte 3agdwafsen gelten: Flinten, Büchsen. Düchsflinten mit einem Sauf sowie mit zwei ober drei Läusen, ferner Repetierbüchsen und Büchsen in der An von Flobertbüchsen. Nicht erlaubt sind Zagdbüchsen, deren Tragweite 300 Meter überschreitet, und solche mit dem Kaliber der Kriegsgewehre. Einqesandt. (Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Leise Anfrage. Sieht der den Straßenbau am Schiffen- bergerweg beaufsichtigende Beamte nicht, bah bas wegen des Straßenbaues für Fußgänger angelegte Zwischenstück, welches vom Schiffen- bergweg über Ackerboden, über die neugebaute Strahe nach dem Hohlweg sührt, für Fußgänger bei Regen schon feit Wochen nicht passierbar ist? Kann die Behörde hier unb direkt hinter der neuen Straße nicht einige Karren Schlacken hinfahren lassen, auch dann, wenn das Gleiche infolge der Bauarbeiten tu einer Woche wieder notwendig sein sollte, zumal den täglichen Passanten doch fein anderer Weg bleibt? -r. V <77 ii '/L r 'M Ulcus zu 6oJpLODuziq und Qßnuss Jieut1 jede, Äausfeau hohen muss: Jtohnta-buttecalekfi 3ttndjenzUtung Jßec kleine, Coco* odec lachzextung gtaUs! Zur Konfirmation kaufen praktische Eltern ihren Bedarf an Konfirmanden-Schuhen billigst und gut im Schuhhaus Benner 1780a Fernsprecher Nr. 1596 :: Marktstraße Nr. 34 Vermietungen | ta, Brandl BÄ Zimmer frei. Tel. 1085. IM8D Höbt. Zimmer mit elettr. Vttbt, evtl, m. Venf..». vrm. nuö Seiföreröeg 77 p. Mietgesuche Zwei alleinstehende Damen, beruflich tätig, suchen für bald 2 leere Zimmer und Küche Schr. Angeb. unter 01541 o. b. Gieh.Anz. 1 MgWM und 1 WltziNMl in gutem Haufe, in guter Geschäftslage, möglichst parterre, per 1. Avril gesucht Schrift!. Angebote mit Preisangabe u. 01554 an den Gieß. Anzeiger erbeten. Waschfrau gesucht. 9iäoere8 EgnogrofenfTr. 7 in. LklMMMlW liefert in jed«gewünschten '.lusltattung preiswert 6W Briihl'schewNvergtLI», Druckerei.«. Lange. jSteilenangebote) Heiteres Mädchen welches alle Hausarbeiten versteht, sofort od. zttm lö.März in ft übt. Haushalt 'Nähe Gießens ges. Schr. Angeb. unter 2024Va.d.Gieß.Anz. UMMMMMstW PERFLOR K.6AEMEA u. FLAM MER. FE/LßA ONNa -N //erstellen kb L pÄ.sTöÖn1ti I EsMäkdnil etor°,< nod'ni> un6 ist doch milö wie chlorfrei. 8 i^ccts: Paket --^-OOteJautoorm. M Nutzholzversteigerung in der Pr. Staats - Oberförsterei Krofdorf. Mittwoch, den 17. März, vorm. 10 Ahr, werden bei Freund in Krofdorf, aus den Förstereien: Krofdorf (Hegern. Echternacht) Distr. 6,9a, 17b, 18a, 26c, Totalität; Waldhaus(Hegem.Prah) Distr.32a,43,Tot; Salzböden (Hegern.Saleck)Dist.68,74,Tot.: Eichen: Etwa 40 Fstm.Stammholz2.—4.Kl. „ 35 Rm. Schichtnuhh. 2. U.3.KI. Buchen: „ 15Fstm.Slammbolz2.—5.Kl. „ 2 Rm. Schichtnuhholz Fichten: „ 250Fstm.Stammh. 1.—3. Kl. n 40Rm. Schichtnuhh. 2. u.3.Kl. (Papierholz) „ 300 St. Derbstangen 1.-3. Kl. öffentlich meistbietend versteigert. 2047D Näheres durch die Betriebsbeamten und die Oberfvrsterei. Zuverlässige filnöetgartnerin sucht Steile in Gießen od.Umgeg. Schnitt. Angebote unter 01542 an den Gieß. Anz. erbeten Tücht. Wasch- und Putzfrau sucht noch für 2 bis 3 Tage in der Woche BeichLstianng. Schrift!. Angebote unter 01544 an den Gieß. An», erbeten. Feinkost! Oelfardinen, Hummer, Langusten, Lachs, Gänseleber, Filetheringe in Mayonnaise, Lachsbutter, Anchovys- Paste, Sardellenbutter, Fleischsalat mit Mayonnaise, Ochsenmaulfalat. Feine Braunschweiger Wurstwaren, Diele Sorten Käse, Pumpernickel. Heinrich Driesch Seltersweg 70 Seltersweg 70 1546a | Verkäufe | Ferkel u. Läuferschweine au verkaufen 2068V Wteseck, Gießener Dtr. 181. Cutaway mit Weste zu verkaufen. 01565 rGnantbstr. 42 1L diiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiKHiii Lin 2jähriges Alltchhlkn lFuchSl steht »um Berkaus In [01538 ReimerSbausen (KrelS Atarburg), Haus Nr. 1. lllMMlllMlstMIUMsss nt.54 Statt Karlen! Dei Georg Todt äiu D154S 2058D Gießen, den 5. Marz 1926. Gießen (Wetzsteinstraße 40), den 4. März 1926. H. Schaffstaedt G. m. b. H Volkshochschule Gießen. 2055c WWNMkM in großer Auswahl Lloie Z*LÜ Die VoIIkeeawobae d* Nertee-Gienetli» CIGAR&TTES Chasalla-Normalstiefel 2065a Gießen, den 5. März 1926. Der Vorstand. 1 In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. 65öld Gießen, den 5. März 1926. 01537 2 5. 4 Fichtenstämme 3. Gebildeter Herr als 2035B Messe, Frankfurt am Main. 204385 Preis. 2025V Kreuzplatz 2068a Eichenstämme: 3. Klaffe--2,46 Fstm. 38V Buchenstämme: Fichtenöerbstangen: Reeb. 202 ID in Reiser 600 Rm. öffentlich meistbietend versteigert. 2046D Jc/MZ/l tlCLM DIE NGLTN \ NESTOR GIANÄC LIS PP A N'KFVp T A/M MWDM ÖWaiS 15 35 120 Für die zahlreichen Glückwünsche und Geschenke anläßlich meines 40jährigen Dienstjubiläums im Gesellschaftsverein sage ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank Damenfrisieren Schamponieren elektr. Massage 4. 5a» Monats. Versammlung SamStag, «.März. r^GeDög. ond llogel- zöcM- = 20,61 = 15,68 - 1,62 - 5,10 = 23,25 KcnattM t» le» Beurttiking »Oe Tikk» nickt rofGrenJ mn imlta Gebets riemen schivarzem Säck- Sonntag, 1. matg, aüenOs 9 Hör familimieiil im Berelnslotal. »om« Der Vorstand. Hansa Handelsschule /. Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 vorm. Hermes Neue Kurse . 20. April. daselbst einzureichen. Gietzen, den 1. März 1926. Der Oberbürgermeister. 3. V.: Dr. Selb. moderaen Dune Acrejanj Ertpkkeng end eines ttquiirtEA Lekijlickca Gtnu^, Zu* Beqeemlickkat «He Fremde «wert» Merken ketten wir anrere «Lntlickcn Sortis euch m Sckackteln ro Stück Inkeil kaatugeknekt —- Unrer* «nd ■ eilen Les en» Speielrejcklftes aklltlick Erste Belchskurx- sehrlHgeMUsohatt „Gabelsberger" n. Damenabtellung Olofleu e. V. Samstag, 6.März, abends 87i Uhr: Bereinsoüenö. Ausgabe der Ehrenurkunden vom Be- zirkSwettschreib.^c Die Verkaussbedingungen liegen zur Einsicht offen. Diesbezügliche Angebote sind verschloffen, mit der Aufschrift »Holzsub- mission" bis zum 10. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo in Gegenwart etwa erschienener Bieter die Eröffnung stattfindet. Daubringen, den 2. März 1926. Bürgermeisterei Daubringen. Bekanntmachung. Betr-: Beschaffung freier Lernmittel für die Volks- und Fortbildungsschulen. Der Bedarf an freien Lernmitteln (Schreibmaterialien, Federn, Tafeln uftp.) für das Rechnungsjahr 1926 soll auf dem Submisstonswege vergeben werden. Auskunft über die in Frage kommenden Materialien und Mengen erfolgt auf dem Stadthaus Bergstraße, Zimmer Ar. 13. Offerten, mit Muster und entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 15. März 1926, vormittags 10 Llhr, Die Zusammenkunft ist auf der Kreis- straße Hattenrod—Lich am Pflanzgarten. Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Zu dem Eichenstammholz wird noch bemerkt, daß es sid) um erstklassiges, ausgereiftes Holz, geeignet für Glaser, Küfer, Magner ufw. handelt. Hattenrod, den 3. März 1926. Bürgermeisterei Hattenrod. SamStag, o.März, abdS. 8'/, Uhr: W1c Monats» vsrsammlung. Aparte Neuheiten in Damen-, Herren- und Kinder-Schuhwären Gießen, Marktplatz 2, neben der Engelapotheke Gegründet 1864 Alleinverkauf der berühmten Engelhardts AHersvereinigung 1873—1923 Unser lieber Alterskamerad Werkmeister Josef Fröhlich Ist gestern vormittag nach kurzer Krankheit sanft entschlafen. Indem wir das hierdurch tief betrübt mlttellen, bitten wir die Alterskameraden, an der am Samstag nachmittag 21/, Uhr stattfindenden Beerdigung recht zahlreich teilnehmen zu wollen. 2059D Danksagung. Für die liebevolle, wohltuende Teilnahme bei dem Heimgange unseres Heben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wi^ hiermit herzlichen Dank. Im Namen der Heftrauemden Hinterbliebenen: Marie Rohleder geb. Tillner Clara Bley Wwe. geb. Rohleder Walter Bley. ' „ 5b- . 29,46 „ Das Holz ist mit der Rinde gemeffen. Durchaus perfekte Hausicbncidcrin emvsiehlt sich -um Anserttgen elegant. Damen» u. Kindergarderobe, speziell Mäntel u. Kostüme. Schr. Ana. u. 2045D an den Metz. An-. DAMEN STRUMPFE Julius Schulze ;.,6" ' 8-/' AO" 12 15- Nutzholzverstefgemng Dienstag, den 9. März l. FS., vormittags 10 Llhr, sollen aus den Waldungen der Gemeinde Hattenrod nachverzeichnetes Nutzholz versteigert werden: Holzsubmisfion Die Gemeinde Daubringen verkauft auS ihren Waldungen folgendes Stammholz: 1 Kiefernstamm 3. Klaffe 0,78 Fstm 5 Kiefernstämme 4. „ 3,51 , 4. 5. 6. 2. 3. Maniküre empfiehlt Platzvertreter in Gießen von angesehen. Versicherungskonzern ges.' Isr. bevorz. Off. unt. F. B. M. 169 an Rudolf f.Gießen u.Ömg.l897e.V. Samötag.O.März. abends 8', Ilhr: Monats- Versammlung im „Pfälzer Hof-, Schanzenstr. '°“D I. BjpoMei aus gute Objekte vermittelt zuverlässig hiesige Vertretung erstklass.Hnpolheken- bank. Schristl. Anfr. unter 01354 an den (Siebener Anzeiger. r-LOR PINA DARLING 1.0 DD’ kHLDIVE Q:Ü£EN KING . Samstag, den 6. März, abends 8 Uhr, im Hörsaal 44 der Universität: VorlFag von Herrn Geh. Gal Professor Dr. Miitermaier: Unser Gefängniswesen Eintritt zur Deckung der Unkosten 1 Mk., für Mitglieder und Hörer der Volkshochschule, sowie für Studenten 50 Pf. bei Vorzeigen des Ausweises an der Abendkasse. keil «tnj jfjem Keane «i> Begriff — «M eaerwtSklickt. tth eekee* 6e 3*kjü>A kortekrsje «J kckeod» T«treck» VEQIANCEN SIE DIC GUT^ NEUBN MARKEN VON NESTOR GMNMMf Heute vormittag 12'/, Uhr verschied plötzlich unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Ludwig Hahn III im Alter von 80 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Rödgen, Mannheim, Gießen, Annerod, 4. März 1926. Die Beerdigung findet Samstag, den 6. März, nachmittags 3 Uhr, in Rödgen statt 2072D 1874-1924 Samstag. b.Marz, abends 8'/,: Sroanslofe äufammentunft i bet A. K. Euler. Hammstrabe. I Schöne MM billig 3ö verpacht. Schr. Ang. u. 01551 an den Gieß. An-. .. «an |nn *1* dem so- ( flro&er 2| ".Skeit entlass 7» i" iff. P” fr als B- für Qb- Mt erwirbt. fJX’lF 8* »js als ulp ui allo, ehü B. °er t W alle 7)i ‘n der unb in* bei w dtzn I, , -Ülrf Nfse^-rgebe Heule bis einschließlich Montag: PatmPatadien die unvergleichlichen Humoristen in Patund Patachon als Polizisten Ein lustiges Abenteuer in 6 Akten. — Ferner; Gummy auf Urlaub Groteske in 2 Akten. Jugendliche haben Zutritt! Hans Götz Herren- nnd Damenfrisenrgescbäft Asterweg 1 Große Auswahl in Haarzöpfen von Mk. 5.- an Anfertigung v. Bubikopf - Ersatzteilen Lichtspielhaus Bahnhofstraße o. Profess Der mit m A Ä ÄÄ* Ä sie sind auch Eö >ls. MißvechäA ein voni Polksentjche'l feit, die W erörtert vorgel*;,,1 ALL halten. Der 3 Segensatze vc Ersetz en L mit diesen 6° nicht, zu rech mäßig die j wird. Diese wand als de teil, dah und nicht m Frage. . Wird eu Partei gen)' nicht angel ren, das von aber nur di Zehntel alle vier Million verbundenen nur eine fehl Liefe gewaiti- Nun tft a noch an weite Soll es sich u so genügt es gebenen S es muß die 3 ten mit Ja Wngsänden Eeseh heute bi honen Stimm Kommunisten nähernd ii schon starken bekommen, rc ren Erfolg h Liegt keir wohnliches ! Verfassung c Mehrheit der Gesetz durchs schwerung hü durch den Bo tage; nur da wenn sich die der Abstimmi nämlich ein gesetzt werdei gegeben. Den gearbeiteter (er wird zu sassung vorg das Bolksbe stimmuna b; Lehnt aber i W durch , Derben unb Mehrzahl der Dung beteiligt Praktisch f °? ein oerfa1 ^chi, in diese^ Jung fjat. handeln die ( h.°upt nie Besiirwo Stimmbererfl tonnen. 5eb( zahlt als Bei wesenden obi sammenhanx 0,78 , 5,43 „ 14,29 . 20,92 . chen verloren. Abzugeben gegen Belohnung 01561 Walltorstr. 6 II. Vereine | 99910 t. deö A. Slnz. 01535 Heute morg. 8/<7 Uhr aus dem Wege Wall» torilr., Dammstr., Steinstr. ein israel. j Kaufgezuehe^ Einsamilienbaus ob. Etagenhaus von Privatmann zwecks Kapitalanlage zu k. ges. Schr. Angeb. u. Q1559 an d. G. Anz. Kleiner Ofen zu raufen ges. 01563 Wolrengafie 17. verr DmtSvpystkuS vr. med. N. tnW.hat mit Äff 9erba-Seifr 3)2/1.— Bur Nachdehandlungtst Herba-Ereme besonders zu empfehlen, ßu haben tn allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien. Holzversteigerung in der Staats. Oberfvrsterei Krofdorf. 1. Donnerstag, den 11. März, borm. 10 Llhr, werden bei Freund in Ärofbotf aus öen Förstereien: Krofdorf, Distr. 26 (Dreispitz) u. Totalität: Waidhaus, Distr. 47, 48, 51—54 (Lichte- berg) und Totalität: Etwa 30 Rm. Gichen: Scheit u. Knüppel: 100 Reiser. Etwa 420 Rm. Buchen: Scheit, 70 Rm. Knüppel, 1300 Rm. Reiser. Etwa 20 Rm. Fichten: Scheit u. Knüppel. 2. Donnerstag, den 25. März, borm. lOLlhr.beiKlinkelinOdenhausen Lahn, aus der Försterei Salzböden, Distrikt 60 (Wiesenberg), 62 (Hohenschiedt), 79, 80 (Hardt) und Totalität einige kleine Rutz- Hölzer und etwa 180 Rm. Eichen u. Buchen,meist Knüppel, [ Empfehlungen | Bon der Landw » Kamm, anerk. Saatgut: Heinea Japhet- Sommer weizen, 1.316, sagt, sowie Saatkar- totIelo,l.u.ält.Nachb. Böhms Alllr. Selbe, „ Heimat, .. Odeaw. Blaue, Eamekes Pirole noch abzugeben. 1822V Saatbaustelle O. Müller, Henriettenhof. Motors allerbeste Fabrikate. in allen Größen allerbilligst. 42c Carl Schunck. mummi Altes Blei iBletröhrew lauft BrühlfcheDruckerei D11 Schulstr. 7/9 [Verschiedenes | Memme (schwarz! liegen gelassen. Siachrtcht an (01545 Stepbanstc. 86 IL Helene Fröhlich geb. Röder Familie R. Marx Familie K. Herrmann. Statt besonderer Anzeige Donnerstag morgen entschlief sanft mein lieber i ter Vater, Bruder, Großvater, Schwieger- Mann, unser gu sohn und Schwiegervater Josef Fröhlich im Alter von 52 Jahren. Im Namen der tieftrauemden Hinterbliebenen: Beerdigung findet Samstag, den 6. März, nachmittags 21/, Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. Die Nachruf! Nach kurzer Krankheit iit unser früherer Metallarbeiter, spaterer Vorarbeiter ünd Werkmeister. Herr Josef Fröhlich gestern unerwartet schnell im Alter von 52 Jahren durch den Tod aus diesem Leben abberufen worden. Der Verstorbene war nahezu 34 Jahre in unserem Unternehmen an verantwortungsvoller Stelle tätig, und wir haben ihn stets als einen pflichtbewußten, fleißigen und tüchtigen Mitarbeiter kennen und schätzen gelernt. Wir bedauern seinen allzu frühen Heimgang und werden seiner allezeit in Ehren gedenken. *4lVo Nr. 54 Zweites Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, 5. März 1926 n——i —a—»—mmmmi————— Der Volksentscheid. Von D. Dr. Bredt, 0. Professor der Rechte an der Universität Marburg, M.d.R. Der Volksentscheid über die Auseinandersetzung mit den Fürstenhäusern wird in den kommenden Wochen im Mittelpunkte des Interesses stehen. Es ist das erstemal, das tn Deutschland solche Abstimmung statfindet, die in der alten Reichsverfassung noch nicht vorgesehen war und erst durch die neue Reichsverfassung ermöglicht wurde. Die Bestimmungen der neuen Reichsoerfassung sind aber keineswegs einfach: sie sind auch wohl nicht so, wie sie ursprünglich beabsichtigt gewesen sind Es ist zunächst mit dem häufig anzutreffenden Mißverständnis aufzuräumen, daß die Regierung ein vom Reichstage abgelehntes Gesetz dem Volksentscheid unterbreiten könne. Solche Möglichkeit, die bei Gelegenheit des Dawesplanes vielfach erörtert wurde, ist in der Reichsverfassung nicht vorgesehen, obwohl dieser Fall eigentlich der wichtigste gewesen wäre. Der Reichspräsident kann nur — unter Gegenzeichnung eines Ministers! — ein angenommenes Reichsgesetz dem Volksentscheid unterbreiten, um seine Rechtsgültigkeit aufzu- fjaltcn.x Der Reichspräsident kann ferner bei einem Gegensätze von Reichstag imb Reichsrat über ein Gesetz den Volksentscheid herbeiführen. Man wird mit diesen Fällen aber in der Praxis wenig oder gar Nicht zu rechnen haben, da für solche Fälle regelmäßig die Reichstagsauflösung in Frage kommen wird. Diese bedeutet kaum einen geringeren Aufwand als der Volksentscheid: sie hat aber den Vorteil, daß sie eine allgemeine Klärung bringt, und nicht nur die Entscheidung in einer einzelnen Frage. Wird ein von der Reichsregierung oder einer Partei gewünschter Gesetzentwurf vom Reichstage nicht angenommen, so bleibt nur das Volksbegehren, das von einer Partei angeregt werden kann, das aber nur dann in Fluß kommen kann, wenn ein Zehntel aller Stimmberechtigten, heute also etwa vier Millionen, das Verlangen stellen. Die hiermit verbundenen Kosten sind nicht gering: es kann also nur eine sehr starke politische Gruppe daran denken, diese gewaltige Maschinerie in Bewegung zu setzen. Run ist aber der Erfolg solchen Volksbegehrens noch an weitere erschwerende Bedingungen geknüpft. Soll es sich um eine Verfassungsänderung handeln, so genügt es nicht, daß die Mehrheit der abgc- g e 6 e n c n Stimmen sich dafür ausspricht, sondern es muß die Mehrzahl der Stimmberechtigten mit Ja gestimmt haben. Um also eine Verfassungsänderung, bzw. ein verfassungsändcrndcs Gesetz heute durchzubringen, sind mindestens 20 Millionen Stimmen notwendig. Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen verfügen nicht annähernd über diese Stimmenzahl: sic müssen also schon starken Zulauf aus den bürgerlichen Parteien bekommen, wenn sie mit ihrem jetzigen Volksbegehren Erfolg haben wollen. Liegt kein oerfassungsänderndes, sondern ein gewöhnliches Reichsgesetz vor, bann muß nach der Verfassung angenommen werden, daß die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügt, um das Gesetz durchzubringen. Es kommt aber noch eine Erschwerung hinzu. Artikel 75 be agt. nämlich, daß durch den Volksentscheid ein Be chluß des Reichstages nur dann außer Kraft ge etzt werden kann, wenn sich die Mehrheit der Stimmberechtigten an der Abstimmung beteiligt. Die Voraussetzung, daß nämlich ein Beschluß des Reichstags außer Kraft gesetzt werden soll, ist dabei regelmäßig automatisch gegeben. Dem Volksbegehren muß nämlich ein aus- qcar.beiteter Gesetzentwurf zugrunde liegen und dieser wird zunächst dem Reichstage zur Beschlußfassung vorgelegt. Stimmt der Reichstag zu, so ist das Volksbegehren inhaltlich erfüllt und die Abstimmung braucht gar nicht mehr stattzufinden. Lehnt aber der Reichstag ab, so muß dieser Beschluß durch das Volksbegehren außer Kraft gesetzt werden und dazu ist es erforderlich, daß sich die Mehrzahl der Stimmberechtigten an der Abstimmung beteiligt. Praktisch kommt dabei heraus, daß die Frage, ob ein oerfassungsänderndes Gesetz vorliegt oder nicht, in diesem Zusammenhang keine große Bedeutung hat. Bei einem verfassungsändernden Gesetz bandeln die Gegner am klügsten, wenn sie überhaupt nicht stimmen', sondern abwarten, ob die Befürworter des Gesetzes die Mehrzahl der Stimmberechtigten mit Ja an die Urne bringen können. Jede Stimme, die nicht abgegeben wird, zählt als Rein: selbst die Stimme von Kranken, Abwesenden oder Gleichgültigen zählen in diesem Zusammenhänge als ablehnend mit. Entlassen. Von Hans Franck. Man sollte es nicht für möglich halten, und doch ist dem so: es werden weit mehr Menschen wegen zu großer Tüchtigkeit als wegen zu großer Untüch- tigfeit entlassen. Es macht dabei nicht viel aus, ob einer in öffentlichen oder privaten Diensten stehl, ob er als Beamter auf Lebenszeit ober als Angestellter für abgegrenzte Vertragsdauer seinen Unterhalt erwirbt. Zum Wesen eines Vorgesetzten gehört es nun einmal, daß er seinen Untergebenen, wenn auch in der verfeinerten Form, Gehorsam abver- langt. So viel Freiheit den Niederen von den Höheren zugestanden wird — irgendwo und irgendwie ift er immer am Pflock der Gehorsamkeit ange-- bunoen, so daß jeder Untergebene dem Zicklein gleicht, das zwar die unbeschränkte Freiheit hat, überall in dem Kreise zu grasen, welcher ihm durch die Länge des Strickes an seinem Halse zugemessen ist, nur nicht — und stände dort das saftigste Gras unmittelbar vor seiner Nase — nur nicht ein Schrittchen außerhalb dieses Kreises. Nun hat aber der Untüchtige allzeit besser als der Tüchtige verstanden, sich und der Welt seine begrenzte Freiheit als unbegrenzt einzureden und klugerweise nicht an dem Bis-hierher-Strick zu zerren. Was Wunder, also, daß der Untüchtige in der Regel seinen Vorgesetzten nicht nur williger, sondern begabter als der Tüchtige erschienen ist, der die Grenzen, hingerissen von seiner Kraft, nicht immer achten kann. Nirgends ist diese unnatürliche Umkehrung so oft sichtbar geworden wie in der kleinen Welt des Theaters, in der sich alle Dinge der großen Welt fratzenhaft verzerren: und in der Welt des Theaters wiederum nirgends so schreierisch wie an der Wiener Hofburg, diesem theaterhafteslen aller Theater. Hier hat denn auch einer der Tüchtigsten seines Standes ein Rucken an dem Untergebenen-Strick mit seinem Leden bezahlen müssen. • Als nämlich Joseph Schreyvogel, dem Titel nach Hossekretär, dem Amte nach als Dramaturg, dem Handelt es sich um kein oerfassungsänderndes, sondern um ein gewöhnliches Gesetz, so tun die Gegner ebenfalls am klügsten, wenn sie zu Hause b l e i b e n. Es liegt sogar noch ein Grund mehr vor, hier nicht milzustimmen. Wenn nämlich zwar die Mehrzahl der Stimmen mit Ja abgegeben wird, aber die Mehrzahl der Stimmberechtigten nicht gestimmt hat, ist nach dem angeführten Artikel 75 das Volksbegehren nicht zustande gelommen. Diejenigen also, die mit Nein stimmen, erweisen ihren Gegnern unter Umständen den Dienst, daß sie die Voraussetzung des Artikels 75 erfüllen helfen. Sie dienen also ihrer Sache am besten d adurch, daß sie z 11 Hause bleiben. Dann aber wiederum kann das Volksbegehren nur durchgehen, wenn die Mehrzahl der Stimmberechtigten mit Ja stimmt. Im Erfolge also macht es kaum einen Unterschied, ob es sich um oerfassungsänderndes Gesetz oder ein gewöhn- liches Gesetz handelt. Daß dis Bestimmungen über den Volksentscheid und das Volksbegehren in der Reichsoerfassung sehr klar wären, kann man nicht behaupten. Man muß schon sehr genau zusehen, um die ganzen Untiefen herauszufinden. Das ausführende Gesetz über den Volksentscheid vom 27. Juni 1921 (RGBl., S. 790) bringt demgegenüber auch keine größere Klarheit: es behandelt nur die Vorbereitung, Auslegung der Listen usw., und die Art der Abstimmung selbst. Man hat eben in Weimar noch nicht recht übersetzen, welche Tragweite man dem Volksentscheid geben wollte und geben konnte. Nach den schließlich zustande gekommenen Bestimmungen wird der Volksentscheid in Deutschland niemals eine große Rolle spielen, weil die Voraussetzungen für den Erfolg zu schwere sind und weil vor allem die ff 0 ft e n des Verfahrens sich sehr hoch stellen müssen. Nur eine gewaltige einheitliche Volksbewegung wird hier wirklich zum Ziele gelangen können: ist eine solche aber vorhanden, bann wird der Reichstag >hr allemal Rechnung tragen und ein Volksbegehren wird kaum noch erforderlich fein. Daß der Reichspräsident bzw. die Reichsregierung von dem Volksentscheide häufiger Gebrauch machen werden, ist auch nicht anzunehmen. Wenn sie sich in einem solchen Konflikte mit dem Reichstag befinden, daß der einzige Ausweg in c rem Appell an das Volk zu liegen scheint, dann werden sie regelmäßig den Weg der Reichstagsauflösung vorziehen. Italien und Genf Von unserem römischen E.=fforefponbcnten. Rom, 4. März. Der deutsche Botschafter in Rom ist in Berlin. Der italienische Botschafter in Paris, der italienische Botschafter in London — beide sind in Rom. Nintschitsch reist, in Begleitung des italienischen Gesandten für Jugoslawien, nach Rom, nach Paris. Der griechische Außenminister ist unterwegs nach Rom. Polen hat seinen Gesandten in Rom, Rom den seinen in Berlin gewechselt. Die Diplomaten sind mehr auf Reisen, als zu Hause. Auch Briand und Strcsemann wollen oder müssen reifen Auch Chamberlain und der ganze Kometenschweif, der die Welt mit dem Friedensleuten des Genfersees erfüllt. Hier aber schneiden sich scharf die Wege: die einen eilen in die Arme des Völkerbunds, die andern geflissentlich daran vorbei. Niemals seit der Abschaffung der Geheimdiplomatie ist die Diplomatie der Kabinette so dunkel gewesen. Niemand traut mehr dem Draht und dem Chiffresystem, niemand mehr dem Kurier — die Gesandten müssen persönlich kommen wie zur Eilkutschenzeit. Niemand traut mehr der Genfer Streusandfabrik für gläubige Augen, jeder fühlt sich auf einer Dynamitkiste sitzen. Es gibt Leute, die es nicht verwinden können, sogar ein bißchen auf ihr herumzuhämmern. Wenn der Völkerbund ein Fortschritt ist, so muß das neue römische Imperium das rückschrittlichste aller Reiche sein. In Mussolini hat die Genfer Liga ihren gefährlich st en Feind. Kein Blättchen im saszistischcn Papierwald, bas nicht täglich Hohn unb Spott flüstern würbe, bis ein allgemeines lustiges Rauschen baraus wirb. „Das Genfer Wespennest flößt uns weder in feinen Zielen, noch in seinen praktischen Möglichkeiten Vertrauen ein. Wir glauben nicht, daß die Völkerkonflikte, die zwangsläufig aus wirtschaftlichen Notwendigkeiten ober völkischem Druck erstehen, von einem Konferenztisch aus gelöst werden können. Wer noch an solche Möglichkeiten glaubt, gehört zu den Leuten, die im praktischen Leben auf die platonische Liebe schwören. Entweder verleugnet der Völkerbund die Wilsonschen Grundsätze oder er wird eine Art Crusca (Florentiner Akademie) und damit werllos. Im ersteren Falle werden die Prinzipien einer abstrakten Ge- 111 ui 11 !■!—n—minr* "Tf.- redjtigfeit endgültig in die Rumpelkammer verwie- sen und der Dölkeround wird zu einer englischen Interessengemeinschaft, bei der Italien so lange mitmachen würde, als seine Interesicn mit denen Englands glcichlaufen. Der erstere Fall würde in dem Augenblick eintreten, wo der Eintritt Deutschlands in den Rat durch den Ei nt ritt Polens neutralifiert würde. Im anderen Falle, wenn es Deutschland gelingen sollte, Polen herauszudrän- gen, würde sich der ganze Block der deutschfeindlichen Nationen von Genf lossagen und, England unb Deutschland als Gesellschaft von zwei Teilhabern zurücklassend, bas in Genf erschütterte Gleichgewicht anberswo suchen." So bie Meinung im Palazzo Chigi. Gleichgc - wicht! Da haben wir roieber das Kapitalstück der klassischen Diplomatie. Mussolini versprach etwas eminent Neues zu schaffen, im kritischen Augenblick aber greift er wie alle anderen zu den abgegriffenen Requisiten des diplomatischen Zeughauses. Das Steuer ist im deutschfeindlichen Sinn herumgcwor- fen, folglich heißt es, Stellung beziehen gegen Berlin und Genf. Wie macht man das? Mit Rüstungen und Bündnissen. Die Generäle haben das zweite, bie Abmiräle das dritte, der Finanzminister das vierte Wort. Das erste und einzige hat Mussolini als Minister für alles. Er ruft also auch die Auslanddiplomaten zusammen. Befehl an die Presse: Schluß mit Südtirol, größere Dinge stehen auf dem opiel; alle Mann gegen Deutschland! Und es ergibt sich über Nacht, daß Italien angesichts der verdächtigen Genfer Manöver nach Osten Ausschau halten muß. Seid umschlungen, alle Balkanstaaten! Am Mittag ift man mit dem Adrianachbarn schon dick Freund und in der Abend- prcsse macht fcis frisch aus der diplomatischen Münze gekommene Schlagwort die Runde: Einkreisung Deutschlands unter italienischer Führung! Das italienische Volk versteht zwar von solchen „wirtschaftlichen Notwendigkeiten" und dem „unerträglichen völkischen Druck" nicht viel, aber die Einheitspresse fällt von einer Verzückung über bie staatsmännische Weisheit bes „Mythos" in bie anbcrc. Nintschitsch ist zeit seines Lebens nicht so herzlich in bie Arme geschlossen worben, wie in diesen Tagen von dem Erbfeind. Kam er als Sprecher der Kleinen Entente ober nur als serbischer Außenminister? Die Einheitspresse machte sich nicht lange Skrupel barüber, ihr genügte die Versicherung, sämtliche Erben der Habsburger Doppelmonarchie seien gegen den Anschluß Oe st erreich s. Folglich gegen Deutschland unb Genf. Wie, Ungarn schwanke? Dann weg bamit! Gegen Deutschlanb und Genf! Wer nicht für den Schlacht ruf ist, ist gegen Rom. Feind. Ninder mit ihm. Stellen wir dem Locarno jener Herren ein Klein- locarno entgegen! Warum soll die Kleine Entente nicht gegen die große aufgeboten werden können. Uebrigens: Frankreich bleibt uns ja immer. Ist ja alles nur Mache in Genf. In diesem Stile wurde die Einkreisung Deutschlands beschlossen, getauft, gefeiert. Es muß freilich zugegeben werden, und einem Europäer konnte darüber bie Scham bis unter bie Haarwurzeln steigen, baß die zufälligerweise gerade in Rom tagende Mandatskommission des Völkerbundes zum Uebermut herausforderte. Während die syrische Abordnung vergeblich antichambrierte, erstattete Frankreich drinnen vor dem hohen Tribunal der Einseitigkeit Bericht über feine Verwaltung. Bei der Bombardierung von Damaskus sei nur in die Luft geschossen worden, um die Häuser zu schonen, aber jetzt bereite Frankreich eine energische Kampfaktion vor. Mussolini lächelte sein grimmigstes Lächeln, als er dies las. Einen Gegner wie Genf braucht er nicht zu fürchten. Hand an der Waffe, Mund in Genf — eine solche Politik läßt sich hören. Wehe dem Völkerbundstribunen, der es wagen sollte, seine ffreife zu stören! Seine Gesandten in aller Welt haben Direktiven, die jeden Diplomaten des guten alten glatten Parketts bie Zähne aufstehen machen. Die Ereignisse tiefer Draufgängerpolitik werden wir ja nun bald erleben. Rom ist gegen eine Genfer Erörterung der Südtiroler Frage, gegen den Anschluß Oesterreichs, gegen die Zulassung Deutschlands ohne Zulassung Polens, gegen den Minderheitenschutz, gegen eine weitherzige Auslegung der Friedensverträge: für Autokratie, für vermehrte Rüstung zu Lande, zu Wasser und in bei Luft, f ü r Bünbnispolitik, f ü r das Selbstbestimmungsrecht der — Großmächte, für bie schim- membe Wehr unb bie gepanzerte Faust. Mit Genugtuung verzeichnet bie italienische Einheitspresse Tag für Tag die französischen Zustimmungen zu diesem Genfer Programm. Es sieht dem anderen, bas von bem alten Europa aufgestellt worben war, zum Verwechseln ähnlich. Geiste nach als überragenbe schöpferische Kraft so an bie breizehn Jahre bas Wiener Burgtheater geleitet hatte, bekam er wieder einmal einen neuen Vorgesetzten. Dieser, ein Graf Czernin, konnte weiter keinen Zusammenhang mit der Kunst nachweisen, als daß er in seinem einundzwanzigsten Jahr ein Bändchen miserabler Liebesgedichte auf eigene Kosten hatte drucken lassen. Denn bie Beziehungen, welche er nach unb nach zu einer Reihe von Bühnen- barstellerinnen unterhalten hatte, setzten eine anbere als bie künstlerische Potenz voraus. Dennoch begnügte ber neue Jntenbant sich nicht, wie seine Vorgänger, bamit, in bie Theaterkutsche einzusteigen unb Schreyvogel, ber ben Weg mit all seinen Hindernissen und Abschüssigkeiten, mit all seinen Krümmungen und Schlüpfrigkeiten aufs genaueste kannte, wie bisher weiterfahren zu lassen. Nicht einmal daran tat er sich genug, daß er ihm sowohl die Ziele als auch die Zeit unb Stunde, wann sie zu erreichen wären, generalsmäßig bestimmte. Vielmehr fiel er ihm, anmaßend unb unverständig wie er war, in einem fort in die Zügel. Eines Tages, als der gräfliche Intendant durch die Berroerfung einer Anordnung Schreyvogel- eine besonders große Dummheit machen wollte, sagte dieser — ohne alle Erregung, aber mit jener Bestimmtheit, zu welcher ihm sein besseres Wissen ein Recht gab: „Davon verstehen Sie nichts, Exzellenz." Joseph Schreyvogel hatte nichts als die Wabr- heit gesagt. Aber dieses eine wahre Sätzchen löste, wie ein unvorsichtig geworfenes Steinchen, bie Lawine, bie Schicksalsballung aus, welche ihn erschlug. Noch am selben Tage, an bem Schreyvogel sich gegen bie Subordination vergangen hatte, schickte ihm Intendant Graf Czernin einen niebern Hofbeamten. ber ihm bas ff. ff. Reskript vorlas, durch welches er feines Postens enthoben unb aus feinem Amt entlassen würbe. Auf ber Stelle sollte er seine sämtlichen Amtsgeschäfte seinem bisherigen Untergebenen, bem neuernannten Hossekretär I. übergeben. Schreyvogel mehr burch bas, wie man an ihm hanbelte, als burch bas, was man ihn antat, erschüttert, sagte einmal über das andere: Ja — ;a--ja---! Aber er vermochte nichts zu tun, was dieses Ja einlöste. Als sein Nachfolger, ber, seit er bem Hofbeamten bas Reskript, welches seine Rangerhöhung enthielt, aus ber Hanb genommen hatte, um minbeftens zehn Zoll körperlich gewachsen schien, Schreyvogel wegen ber Amtsübergabe bebrängte, bat dieser sich Frist bis zum nächsten Morgen aus. Da sie ihm abgeschlagen wurde, legte Schreyvogel mit zitternder Hand die Schlüssel stumm in die hingehaltene Linke seines Nachfolgers unb ging wie ein abgeroiefener Supplikant aus bem Bureau hinaus, in bem er als ein allmächtiger Herrscher in seinem Reich Hunbertc von Supplikanten empfangen hatte. Stufe um Stufe tappte Schreyvogel bie hohe Treppe hinunter, bie er tagaus, tagein hinaufgeschritten war, oft im Arbeitseifer eilenben Schrittes zwei, brei Stufen überfpringenb. Auf jeber meinte er, baß bis zur nächsten seine Kraft nicht ausreiche. Dennoch trugen ihn feine Füße ins Freie. Als ihm ber Regen — es war an einem jener Märztage, beren Kälte einen nach der ooraufgegangenen Wärme doppelt heftig anfällt — ins Gesicht schlug, gewahrte Schreyvogel, daß er ohne Hut unb ohne Mantel gegangen war. Er stapfte also Stufe um Stufe bie Treppe wieder hinauf. Als er die Tür zu seinem Arbeitszimmer, gewohnterweise ohne anzuklopfen, öffnete, saß sein Nachfolaer bereits auf seinem Amts- sessel. Und nachdem er ihm bedeutet hatte, daß künftig er, ber frühere Hofsekretär a. D. Schreyvogel, nicht mehr er, ber jetzige Dramaturg Hofsekretär I. beim Eintritt in biefes Zimmer anzuklopfen habe, entspann sich zwischen ben beiben bas nachfolgende, wortwörtlich überlieferte Gespräch: X.: Was wünschen Sie, Herr Schreyvogel? Schreyvogel: Meinen Schirm unb Ueberzieher. I.: Die sollen Ihnen nachgeschickt werden, wenn sie sich finden sollten. Schreyvogel: Drüben in der Ecke sind sie. I.: Das kann ich glauben oder nicht. Schrenoogel: Fragen Sie den Diener. Ich werde mich auf den Tod erkälten. I.: Daran liegt uns nichts. Deutsche Notstatistik. Beim Etat des Reichsarbeitsminifteriums stand in diesen Tagen im Reichstagsplenum das Kapitel Veriorgungswesen zur Debatte, ein trüber Ausschnitt deutscher Not und deutschen Elends. Die Zahlen, bie ber Berichterstatter Roßmann gibt, sind erschütternd. Der allgemeine Pensionsfonds hat einen Ausgabetat von fast 1,5 Milliarden, das find 42 Prozent sämtlicher Reichsausgabe n. Deutschland hat 663 000 Kriegsbeschädigte, 372 000 Witwen, mehr als eine Million Waisen und 193 000 Eltern zu versorgen. Dazu kommen noch 41000 ehemalige Offiziere unb Militärbeamte. Don den Kriegsbeschäbigtcn sind 2732 blind, fast 40 000 tuberkulös, fast 5000 geisteskrank, über 66 000 Haden entweder ein Bein oder einen Arm, ober beibe Beine unb beibe Arme verloren. Was bas Reich für bie Unglücklichen tun kann, ist natürlich viel zu wenig, aber mehr als 1,5 Milliarden stehen auf unserem Etat dazu nicht zur Verfügung. Das sehen auch die Parteien ein, obwohl sie alle ben Wunsch haben, über ben Rahmen bes Möglichen hinaus zu helfen. _________________________ Oberhessen. Landkreis Gießen. * Watzenborn-Steinberg, 4. März. Dieser Tage hielt die hiesige Spar- und Darlehnskasse e. G. m. b. H. in der Wirtschaft „Zur Krone" in Steinberg ihre Gene- ralDerfammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht des Direktors P i y war zu entnehmen, daß die Genossenschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr 1925 erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen hatte. Die Mitgliederzahl, bie zu Anfang des Geschäftsjahres 285 betrug, zeigte Sude 1925 einen Stand von 329. Die Spareinlagen erreichten am Schluffe des Geschäfts) ahi-es einen Stand von 44 727 Mk.; ebenso bewegten sich die Zahlen im Kontokorrentverkehr von 33 695 Mk. auf 98 999 Mk. An Sparkartengelder gingen eilt 11 367 Mk. Einen sehr erfreulichen Aufschwung hat die feit dem 24. Februar 1925 bestehend« Schulsparkasse genommen, die bis Ende des Geschäftsjahres, einschließlich Zinsen, 2 104,89 Mk. zu verzeichnen hatte. Den Lehrern wurde für ihre waltung der Genossenschaft hat im Laufe des hingebende Tätigkeit bestens gedankt. Die Cßec- Geschäftsjahres auch den Scheck- und Wechselverkehr eingeführt. y. Lollar, 3. März. Zur Berichtigung eines Druckfehlers: Vorsitzender des hiesigen ffrieger- vereins „Ludwig zur Treue" ist nicht „Lehrer", sondern Finanzbeamter Taubert. v. Londorf, 4. März. Bei der gestrigen Gemeindeholzversteigerung waren die Preise ziemlich hoch. Buch.mknüppel kosteten 25 bis 28 Mk., Buchenscheiter 30 bis 32 Mk., Duchen- stöcke bis zu 16 Mk. pro 2 Raummeter. Reiser kosteten 2 bis 4 Mk. pro Meter. Das Ruhholz, welches in Submission vergeben wurde, erhielt die Firma Himmelsbach und Zimmermeister Wihner von hier. Ein Teil war freihändig an die Dasaltsteinbrüche bei Kesselbach verkauft worden. wn. Weickartshain, 3. März. Henle ist unser Altbürgermeister Karl K n ö ß I. nach längerem schwerem Leiden zu r letzten Ruhe bestattet worden. Er war 22 Jahre als Bürgermeister tätig und hat während dieser Zeit oft mehr als seine Pflicht getan. Die Beerdigung fand unter großer Beteiligung der Bewohner von hier unb auswärts statt. Am Grabe würben bem Entschlafenen von Pfarrer Diehl ein zu Herzen gehenber Nachruf ge- roibmet. Hierauf erfolgte bie Nieberlegung ber Kränze von ber Gemeinbe unb bem ffriegeroerein. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 4. Marz. 3n der heutigen Stadtverordnetensihung beschäftigte man sich mit der Inangriffnahme von R 0 t - ft anödarbeiten und der Vergebung der Arbeiten und Lieferungen dafür. Geplant ist die Anlage einer Rieselfeldanlage in der Clach (einer Gemarkung in der Verlängerung der Langgasse) und die Herstellung des dazu benötigten Kanals von dem Kühlen Grunde bis dahin. Die Ausführung der Arbeiten erfordert einen Kostenaufwand von 68 000 Mk.: hierzu gewährt das Reich einen Zuschuß von 23 000 Mk., der nicht zurückbezahlt werden muß, der Staat Hessen einen Vorschuß von 14 000 Mk., der binnen 10 Jahren rückzahlbar ist und bis dahin verzinst werden muh, der Anteil der Stadt beträgt 14 000 Mark, da ein Teil der Arbeiten (Anlage eines Klärbrunnens) vorerst noch zurückgestellt wird. Ohne Hut unb ohne Ueberzieher wankte Jo» seph Schreyvogel burch ben ftrömenben Regen heim. Nach zwei Tagen war er krank. Nach zwei Monaten war er tot. Uraufführung in Darmstadt. Hofrat Otto Stockhausen, ber mit schönem Erfolg Scribes „Glas Wasser" neu bearbeitet und bamit bem beutschen Theater ein Spielstuck guter dramatischer Hanbwerkskunst toiebergegeben hat, bearbeitete auch bas Lustspiel „Der Herr von Pourceaugnac" von M 0 1 i ö r e. Die Uraufführung in biefer neuen Form hat jetzt im Kleinen Hause bes Lanbestheaters in Darmstabt ftattgefun» ben. Es war ein literarischer Versuch, von dem man nicht behaupten kann, baß er ganz geglückt ift. Das Lustspiel ist, vorn heutigen Stcmbpunkt aus gesehen, eine ©röteste; es schilbert bas vergebliche Liebeswerben eines Herrn von Pourceaugnac, bas sich mehr in Iraumbilbern unb Einbilbungen als in einer wirklichen Welt vollzieht. Die Regie von Karl ßötoenberg hat bie Groteske, vielleicht gegen ben Willen bes Bearbeiters, ganz nach Art eines Fastnachtsscherzes eingerichtet, unb Lothar Schenk von Trapp hat biefem Gebauten in Ausstattung unb Kostümen Rechnung getragen. Im Mittelpunkte ber Darstellung ftanb Generalintendant Legal als Pourceaugnac. Eigenartig war bis Wirkung bes literarischen Experiments auf bas Publikum. Währenb bec eine Teil an ben grotesken Vorgängen auf ber Bühne viele Freube hatte, verhielt sich der anbere (größere) Teil ablehnend und hatte etwa bas Empfinben ber Veralberung. Jedenfalls war vom Lanbescheater alles aufgeboten worben, um biefes Moliöresche Lustspiel neu zu beleben; es wirb wahrscheinlich nur ein kurzes Scheinleben bleiben. Die noch erhaltene Musik zu biefem Werk von Lully ist von bem Privat- bozenten für Musik, Dr. Friedrick N 0 a ck in Darmstadt, erneuert worben; sie rouroe bei der Auffüh. rung leider stark in den Hintergrund gedrängt un> hatte so nur den Charakter einer Begleitmusik. Bedingung ist bet sofortige Beginn der Arbeiten. Vollendung bis Ende Mai unb Beschäftigung der Erwerbslosen der Stadt. Die vorhandenen Mittel müssen in der Hauptsache für Arbeitslöhne und nicht für Materialien ausgegeben werden. Ein Antrag der sozialdemokratischen Partei, die Arbeitsleistung eines Arbeiters von 3 Kubikmeter Erdaushub auf 2 Kubikmeter hevabzusetzen. wurde zurückgezogen, aber von dem kommunistischen Abgeordneten Deutel wieder ausgenommen und mit allen gegen dessen Stimme abgelehnt. Die Ausführung der Arbeiten nach dem vom Kulturbauamte a ii 3 gearbeitet en Plane wurde einstimmig genehmigt. Die Vergebung erfolgt nach dem Borschlage des Dauausschusses in 5 Losen. Für die Bezahlung der beschäftigten Arbeitslosen ist ein Stundenlohn von 70 Pf. vorgesehen. Es dürfen nur Akkordarbeiten in Betracht kommen, da andernfalls das Kreisamt seine Genehmigung verweigert. r. Wölfersheim, 3. März. 3n der heutigen Gemeinde ratssihung wurde zunächst die am 25. und 26. Februar vorgenommene Ho lzv ersteigerung trotz der niedrigen Ruhholzpreise genehmigt. Bei Punkt „W asser- versorgung" wurde die Rohrlegung für 1438 Mark an Gustav Paul, die Erdarbeit für 727 Mark an W. Rieß IV. als Wenigstnehmende vergeben. Der vom Kreisamt angeregte Beitritt der Gemeinde zum Obst- und Gartenbauverein wurde vorläufig abgelehnt. Zwei ältere Gemeindeanleihen sollen mit 20 Prozent aufgewertet und getilgt bzw. mit 2 bis 3 Proz. verzinst werden. Den Arbeitslosen wurde eine einmalige Bergütung von 50 Proz. ihrer wöchentlichen Crwerbslosenunterstühung bewilligt. — Während nächste O st e r n an unserer Schule 25 Schüler entlassen und 35 aufgenommen werden, gelangen voraussichtlich an Ostern 1927 nur 23 zur Entlassung, aber 36 zur Aufnahme. Die 1924 ein- geganaene 4. Schulstelle wird bei dieser Weiter- euttoialung in absetzbarer Zeit wieder eingerichtet werden müssen. Kreis Büdingen. Ö Nidda, 5. März. In der jüngsten G c - meinderatssitzung wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Gegen die von der Firma I. Himmelsbach projektierte Hochwasser- s ch u tz a n l a g e an der Kreisstraße Nidda—Dauern- herm bestehen keine Bedenken. — Die Bereitwillig- feit zur Erbauung von Beamtenmietwohnungen für Reichsbeamte mit Hilfe von Reichsbaudarlehen und Darlehen aus Landes- und Gemeindemitteln aus dem Sondersteueraufkommen wird wiederholt ausgesprochen. — Die Vergütung für Brechen und Aufsetzen der B a s a l t st e i n e in dem städtischen Steinbruch am Ziegenloh wird auf 2 Mk. pro Kubikmeter erhöht. — Die Jagdpacht für das Pachtjahr 1926/27 wird auf 600 Mk. festgesetzt. — Zwecks Abstellung des unhaltbaren Zustandes in der Ludwigstraße wird die Kanalisierung dieser Straße im Prinzip beschlossen, Projekt und Kostenanschlag sollen eingefordert werden. — Die Gemeinderechnung für das Rj. 1924, die erfreulicherweise mit einem ansehnlichen Rechnungsrest abschließt, wird vom Gemeinderat geprüft, ohne daß sich Anstände ergeben. — Dem seit Jahren projektierten Rathausumbau, der in der Hauptsache zur Gewinnung eines größeren Saales beabsichtigt ist, soll in aller Kürze nähergetreten werden. — Die Weiterführung der Wasserleitung nach der neuen Turnhalle wird beschlossen. Kreis Schotten. ' Ff 2 a u b a d>, 4. März. Gestern abenb boten die Lehrer der hiesigen Stadtschule im großen * Saale des „Solmser Hofs" einen Eltern- - abend in Form eines Lichtbildervor- * trags, der die zahlreich erschienenen Zuhörer , in allen Teilen befriedigte. Zum erstenmal wurde hierbei der von der Stadtschule zu Lln- terrichtszwecken erworbene Lichtbilderapparat benutzt. Zum Vortrag kamen Bilder von Darmstadt, Bergstraße und Odenwald. Die hierzu nötigen Erklärungen gab Frl. Erbe (Stadtschule). Außerdem wurden entsprechende Dichtungen von Karl Schäfer u. a. von den Stadtschülern vorgetragen. Auch wurden mehrstimmige Lieder, die von guter Schulung zeugten, durch die einzelnen Schülercklassen gesungen. Der Ertrag des Abends war befriedigend: rund 38 Mk. Die Beschaffung des Lichtbilderapparats wurde durch das Entgegenkommen des Gemeinderats, der Bezirkssparkasse und der Vorschußkasse ermöglicht. Lllfa, 4. März. 41m die nach Ei chels- d v r f führende Kreis st ratze dem Postauto- und schweren La ft Wagenverkehr zugänglich zu machen, werden eben durch den Kreis die notwendigen verLehrstechnilchen Verbesserungen vorgenommen. Die scharfen Kurven der steil abfallenden Stratze, die schon dem Oberhes'ifche Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Die letzte Sitzung der Naturwissenschaftlichen Abteilung der Gesellschaft in diesem Semester brachte zunächst kurze wissenschaftliche Mitteilungen des Prio^Doz. Dr. Merker zum Thema ,Licht und Atmung". Der Vortragende hat eine über längere Zeit sich erstreckende Kette von Versuchen angestellt, die das Verhältnis der Lichteinstrahlung auf Atmungsprozeß und Sauerstoffoerbrauch gewisser Aerarten feststellen sollten. Experimente an einer Krebsart (mysis relicta) ergaben erhöhte Tätigkeit der Atemäste und führten unter fortgesetzter Bestrahlung zum exitus letalis. Eine Reihe von Lichtbildern demonstrierte die Ergebnisse der Versuiye, die der Vortragende mit zwei Mitarbeitern an Krebsen, Regenwürmern, Fischen und Egeln an- gestellt Hal. Man konnte die Kurve des Sauerstoffverbrauchs dieser lichtempfindlichen Tierarten verfolgen, die unter der Einwirkung des Lichtes nach mehr oder minder kurzer Zeit zugrunde gehen. An das Referat schloß sich eine kurze Diskussion, in der botanische, zoologische und klinische Parallelerscheinungen zu den geschilderten Ergebnissen vorgebracht wurden. — Den größeren Teil des Abends füllte ein Vortrag von Prof. Dr. Funk über die zoologische Station in Neapel und botanische Meeresexkursionen (beides mit Lichtbildern). Man hörte die ..wichtigsten Daten und Fakten aus der wechseloollen Geschichte des Instituts, auf die wir vor einiger Zeit bereits an dieser Stelle hinzu weisen Gelegenheit hatten. Das Institut, eine Schöpfung des Jenenser Privatdozenten Anton D o h r n , wurde im Jahre 1874 eröffnet, es ist in den folgenden Jahren beständig erweitert und ausgebaut worden und genoß bei seinem 25jährigen Bestehen schon wifsenjchaft- lichen Weltruj. 1909, nach dem Tode des Gründers, übernahm fein Sohn Reinh. Dohrn die Leitung. Die kleine Flotte des Instituts wurde vergrößert, gewöhnlichen Fuhrwerk-Verkehr lästig wurden, werde:i durch Verbreiterung der Stratze mehr abgeflacht. Außerdem will man versuchen, durch Abtragung bzw. Auffüllung das für eine Fahrstraße ungewöhnlich starke Gefälle abzujchwächen. Auch nach diesen Verbesserungen dürfte die Straße in vereistem Zustande Cem Verkehr noch manche Schwierigkeit bieten. „T‘ Ober-Schmitten, 4. März. Gestern wurden hier zwei Kriegsteilnehmer zu Grabe getragen: Der 77jäljrige Veteran von 1870 71 Konrad Ruppel und der 25jährige Kriegsbeschädigte Reinhold Doll. Letzterer war erst vor einem halben Jahre aus Brasilien zurückgekehrt, wo er sich über zwei Jahre aufgehalten. lg. Gedern, 3. März. In Angelegenheiten des Krankenhauses fand im Bergwirtshause eine Besprechung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Müller ' statt, an welcher neben Medizinalrat Best und Regierungsrat Weber (Schotten) auch der erweiterte Ausschuß des Krankenhauses teilnahm. Bürgermeister Müller erstattete einen ausführlichen Bericht über die Entwicklung des Krankenhauses und brachte zum Ausdruck, daß diese als recht erfreulich bezeichnet werden könne. Umfangreich sind die seit Bestehen geleisteten Arbeiten und Neuanschaftungen. So muhte eine Anzahl von Betten neu angeschaftt werden. Ein Operationszimmer, Zimmer zweiter Klasse wurden eingerichtet und ein neues Treppenhaus geschaffen. Wenn auch der Krankenhausbetrieb in vielen Monaten einen Ueberfchuß ergab, so reichte dieser doch nicht zur Deckung größerer Reparaturausgaben und Neuanschaffung von Einrichtungsgegenständen vollständig aus. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohm, 4. März. Die angenehme Witterung der letzten Zeit erleichterte die Vorarbeiten zu der jetzt allenthalben einsetzenden Bautätigkeit. So sind schon Steine und Sand zu einem Neubau angefahren, der? ein Postschaffner vor der Stadt aufzuführen beabsichtigt. Andere 93auluftige haben um den Staatszuschuß nach- §esucht. Für diese kommt als Bauplatz die Ernst - udwig-Straße und die Ober-Ofleidener Straße in Betracht. — Die Gewerkschaft „Gute Hoff- n u n g", die schon jahrelang mit Schürfungsarbeiten beschäftigt war und in der „Wollbach" einen langen, wagerechten Stollen zwecks Erlangung von Braunkohlen getrieben hat, hatte bis jetzt nur große Ausgaben, ohne Einnahmen buchen zu können. Bei der Durcharbeitung der Erdschichten stieß man aber auf sog. bituminösen Kalk, der nach seiner chemischen Zusammensetzung sich sehr für Bodendüngung und -Verbesserung eignet und deshalb wiederholt in Wort und Schrift besonders den Landwirten empfohlen wurde. Daraufhin liefen recht zahlreiche Bestellungen ein. Leider konnte die Firma den großen Aufträgen noch nicht nachkommen, weil die Trockenanlage für den Kalk nicht fertiggestellt ist. Ein weiterer Mißstand ist der nach diesen Anlagen führende in schlechtem Zustande befindliche Feldweg. In seiner letzten Sitzung beschäftigte den Gemeinde rat ein Antrag der Gewerkschaft, der um baldige Instandsetzung des Weges bat. Trotz des sehr günstigen Angebots seitens eines Vertreters der Firma, als Beitrag zu den Kosten des Wegebaues 50 Prozent zu leisten, k onnte sich der Gemeinderat nicht im Sinne des Antrages einigen. Da der Kalk bei der Frühjahrsbestellung der Äecker Verwendung finden soll, ist eine Verzögerung in der Belieferung nur zu bedauern. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn gerade jetzt in der arbeitslosen Zeit ein derartiges Unternehmen in Blüte käme, im Interesse der Stadt Homberg und ihrer Umgebung. (D Lehrbach, 3. März. (Zum neuen K r a ft p o sts a h r p 1 a n.) Am 1. März ist, wie berichtet, eine Aenderung im Autopostver- kehr Alsfeld — Kirchhain eingetreten. Vorher konnte man von hier um 7.05 Uhr morgens nach Kirtorf fahren, war um 7.15 Uhr dort und er- reitfjte den Anschluß an das 7.25 Uhr nach Alsfeld fahrende Poftauto. Wer von Kirtorf, Lehrbach, Niederklein eine schnelle Beförderung an die Main— Weser-Bahn suchte, konnte norm, in Kirtorf 7.20 Uhr, Lehrbach 7.30 Uhr, Nieberklein 7.50 Uhr abfahren und erreichte bei der Ankunft des Autos um 8.10 Uhr in Kirchhain die Anschlüsse an den Personenzug nach Frankfurt 8.15 Uhr, an den beschleunigten Zug 8.37 Uhr, nach Burg- und Niebergemünoen 8.19 Uhr und nach Kassel 10.02 Uhr. Wer in Alsfeld zu tun hatte, konnte 2.45 Uhr dort abfahren und bann von Kirtorf aus entweder zu Fuß hierhergehen ober auf bas Auto warten, das ihn 6.20 Uhr ab Kirtorf beförderte. Um 7.10 Uhr war man bann in Kirchhain, abreisender Besuch erreichte dort die Anschlüsse nach Frankfurt 7.13 Uhr ober 7.29 Uhr, nach Burgund Nieder-Gemünden 7.48 Uhr und nach Kassel 7.45 Uhr. Viele Bewohner und Besucher unserer Gegend Haden diese bestehende, allerdings nicht ohne Opfer für die beteiligten Gemeinden verbundene Verkehrserleichterung dankbar begrüßt und in Anspruch genommen. Wie gestaltet sich nun der Autounb im Jahre 1913 arbeiteten bereits zehn Assistenten und ein starkes Hllsspersonal an der Station. Dann kamen die für das Institut sehr kritischen Zeiten des Krieges unb nach dem Kriege. Erft 1923 stabilisierten sich die Verhältnisse; seit 1924 steht Prof. R. Dohrn wieder an der Spitze der Station, durch die mehrere tausend Forscher verschiedenster '.Nationalität hindurchgegangen, unb aus der etwa 10 000 wissenschaftliche Publikationen im Laufe der Jahre heroorgetzangen sind. Eine Reihe von Bildern zeigte die Station, ihre Räumlichkeiten, ihre kleine Flottille und die Fangvorrichtungen an Bord der Versuchsschiffe. Prof. Funk, her als Botaniker selbst eine Zeitlang am 'Neapeler Institut gearbeitet hat, gab sodann an Hand der Karte eine Uebersicht über die Meeresuegetation im Aktionsgebiet der Station und ließ seine Hörer in einer Folge von Lichtbildern eine kleine botanische Exkursion mit- machen. Im allgemeinen ist die Vegetation nicht unter 100 Meter tief zu suchen (es kommt bekanntlich auch hier auf die Lichteinwirkung an); besonders günstige Vegetationsinfeln bilden die in geringer Tiefe unter dem 'Meeresspiegel gelegenen sog. Seccen, die sich vorzüglich durch Zeichen Algenansatz auszeichncn. Praktifch bemerkenswert find die geringen Niveaudifterenzen bei Ebbe unb Flut, im Gegensatz etwa zu den Verhältnissen auf Helgoland. Eine FiUle intereffanter (und schwiersg zu gewinnender) Ausnahmen der Vegetation im freien Meere zeigten charakteristische Beispiele von Epiphytismus (Aufeinanderwachfen) ber Meeresfauna, der m allen 'Meeresregionen zu beobachten ist und oft zu völliger Ueberwucherung der Tragpflanze führt. Spezialisierter Epiphytismus ist festzustellen, wo sich die Gastpflanze nickst uuchllos ansiedelt, fonbern gewisse Tragpflanzen bevorzugt. Besonders zu untersuchen wäre der Uebergang vom Epiphytismus zum Parasitismus. Eine Folge weiterer Aufnahmen brachte Proben der Meeresuegetation in den (künstlichen) Grotten des Fanggebietes und eine Anzahl von Exemplaren der Meeresbodenflora. — Zum Schluß poftverkehr auf Grund des neuen Fahrplans? Man fährt morgens um 6.25 Uhr in Kirchhain ab, ist um 7.15 Uhr in Kirtorf, 8.10 Uhr in Alsfeld und erreicht dort wesentliche Zuganschlüsfe. Das ist günstig für die Bahn und für Alsfeld, zumal jemand, der nur in Alsfeld zu tun hat, um 11 Uhr wieder zurückfahren kann. Er ist um 11.45 Uhr wieder in Kirtorf. Hierher muß er allerdings laufen. Wer dagegen — wie seither — morgens von Kirchhain aus nad) Frankfurt oder Kassel und Umgegend reifen will, der muß halt sehen, wie er hinkommt. Und wer nachmittags 5.25 Uhr von Kirchhain ab- sahren konnte, 6.05 Uhr in Lehrbach, 6.15 Uhr in Kirtorf war, der kann das nun bleiben lassen. Im übrigen kann man 4.15 Uhr mitags nach Alsfeld fahren und von dort nach halbstündigem Aufenthalt wieder zurück. Summa furamarum: der neue Kraftpoftfahrplan bedeutet einen Rückschritt in der Entwicklung des Verkehrswesens unserer Gegend. Schuld an dieser Rückwärtsbewegung tragen zwei Dinge: zum ersten die wirtschaftliche Lage, mit der auch die Reichspost zu 'kämpfen hat. Zum andern ist aber auch die Gleichgültigkeit der Bevölkerung schuld an der Rückwärtsbewegung in dem Ausbau unseres Verkehrswesens. „Einer für alle, alle für einen", sagt nicht zu Unrecht ein Sprichwort. Dieses Wort müßte auch im Hinblick auf den Autoverkehr verwirklicht werden. Benützt die Autopost mehr, auf daß sie im Interesse der Allgemeinheit rentabel bleibt. Jedermann hat, wenn es gilt, seinen Vorteil davon. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 4. März. Dem „Darmstädter Lageblatt" zufolge ist es der Hessischen Flugbetriebs-A.-G. gelungen, Darmstadt eine Hauptlinie im innerdeutschen Flug- n etz zu sichern, und zwar die Strecke Darmstadt— Mannheim — Karlsruhe — Stuttgart — München. Ab 6. April wird täglich ein Passagierflugzeug um 3 Uhr in Darmstadt abfliegen und abends 7 älhr in München eintreffen. Zwischen Darmstadt und Frankfurt soll ein Pendelverkehr aufrechterhalten werden. Preußen. Kreis Wetzlar. <> Hochelheim, 4. März. Die Maul- und Klauenseuche ist hier erloschen. Der Ort und Gemarkung umscsisende Sperrbezirk ist in ein Beobachtungsgebiet umgewandelt worden. Dillkreis. WSR. Herborn, 4. März. Drei Personen, die kürzlich einem hiesigen Metzgermeister, der sich zum Vieheinkauf nach Frankfurt a. M. begeben wollte und im Zuge eingeschlafen war, die Brieftasche mit 1100 Mark Inhalt entwendeten, sind jetzt ermittelt und festgenommen worden. Ein Teil der Summe konnte noch bei ihnen entdeckt werden. Maingau. WSN. Frankfurt a. M„ 4. März. Polizei- präfibent Ehrler hatte vor einigen Monaten eine Verfügung erlaufen, der zufolge jeder Tänzlest- r e r in Frankfurt a. M. am Schlüsse seiner verschiedenen Tanzkurse nur einen Schlußba11 für sämtliche Kursteilnehmer abhalten dürfe. Der Tanzlehrer Georg D a n n h o f hatte im Auftrage der hiesigen Tanzlehrer Klage beim B e - zirksausschuß in Wiesbaden wegen Schädigung seines Gewerbes gegen den Polizeipräsidenten erhoben. Der Bezirksausschuß detrach- tete die vorgebrachten Gründe als zu Recht ste- stehend an unb setzte bie Verfügung des Polizeipräsidenten außer Kraft. — lieber Frankfurt ist heute nachmittag gegen 3 älhr ein starkes Frühlingsgewitter niedergegangen, das mit Hagelschlag und heftigem Sturm verbunden war. Rach dem Gewitter setzte eine empfindliche Kälte ein. Kreis Hersseld. WSR. Hers selb, 4. März. In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, tzur Deckung des Etatfehlbetrags von über 100000 Mk. 15 Proz. Zuschläge zur Gewerbesteuer, 50 Proz. zur Kapitalertragssteuer und 25 Proz. zur Grundsteuer zu erfyeben. Für das städtische Gaswerk, das ausgebaut werden soll, ist eine Auslandanleihe in Höhe von 90 000 Mk. ausgenommen worden, die zum Kurse von 98 Prozent zur Auszahlung gelangt und mit 7 Proz. zu verzinsen ist. Büchertisch. — Schairer. Reinhold und Hvff- mann jr., Eonrad: Die Universitäts- ivealc der Kulturvölker. Verlag von wies der Vortragende auf die außerordentliche Bedeutung des wissenschaftlichen, deutschen Vorpostens in Neapel hin unb begrüßte es, daß auch bie Hessische Regierung ihren Arbeitsplatz im Institut wieder gemietet hat, der hoffentlich in Kürze neu besetzt werden wird. Was SchatzLaucher Leisten. Die deutschen Taucher, die sich mit ihren neuen Tauchapparaten an der Suche nach dem verlorenen englischen älnterseeboot „M 1“ beteiligt haben, sollen jetzt eine neue Aufgabe erhalten. Man will sie mit ihren vervollkommneten Methoden heranziehen, um die Goldbarren im Werte von 20 Millionen Mark zu heben, die mit dem Dampfer „Egypt" im Mai 1922 auf der Höhe von Llshant im Meer versunken sind. Die „Egypt" liegt 360 Fuß tief unter Wasser. Bisher ist noch fein Schatz aus einer solchen Meerestie> - ans Licht gefördert worden, aber auch noch nie vorher haben Taucher über so au6= gezeichnete Apparate verfügt. Immerhin haben Schatztaucher doch auch mit der gewöhnlichen Taucherileidung schon Bedeutendes geleistet. Die größte Tiefe, ans der bisher die Ladung eines gesunkenen Schiffes gehoben wurde, war 182 Fuß. Ein spanischer Taucher, Angel Erostarbe, stieg so tief herab, um Silberbarren im Werte von 240 000 Mark auf dem Dampfer „Skyro" zu retten der beim Kap Finisterre gef unten war. Dieser Rekord wurde 1897 aufgestellt. In einer Tiefe von 162 Fuß bahnte sich der englische Taucher Alexander Lanckert einen Weg zu der Schatzkammer des spanischen Postdampfers Al- phvnso XII.“, der bei Las Palmas Schiffbruch erlitten hatte. Lambert brachte 7 Kisten empor, die Goldmünzen für 1 400000 Mark enthielten; ein anderer Taucher rettete noch Gold für 400 000 Mark. Ein drittes Beispiel geglückter Schatz- Hebung durch Taucher ereignete sich an den Quelle & Meher, Leipzig. 1925. DaS vorliegende Buch enthält eine Reihe von Berichten über die Bildungs- und Plniversitätsidcale aus der dritten Jahrestonferenz der Europäischen Studentenhilfe, die im Jahre 1924 unter Teil», nähme von Vertretern aus ungefähr 30 Landern in Elsnau (Oberbayern) abgehalten wurde. Die einzelnen Berichte (das Buch enthält solche über Deutschland, England. Vereinigte Staaten, Frankreich, Italien, die slawischen Länder, Ungarn, Englisch-Indien und China), die sich in dem gegebenen Raume selbstredend nur auf die notwendigsten Angaben beschränken können, weisen vielfach in die gleiche Richtung, daß nämlich die junge Generation das Ideal rein intellektueller Forschungs- und Wissensausbildung als ungenügend ablehnt und darüber hinauf von der Hochschule und von den Hochschullehrern eine allgemeine Erziehung oder wenigstens Mithilfe bei der Selbsterziehung zu lebensftarken und voll entfalteten Persönlichkeiten erwartet, eine Durchbrechung der Schranken, die das geistige Aufgabengebiet des Akademikers trennen von den wichtigsten Lebensgebieten des Volkes und der Vö'ker. Das Erziehungs;iel der -Universität als Dildungsanftalt ist die Heranbildni^; der sitt- lichen Persönlichkeit. Sie hat mittelbar dem Ganzen zu dienen und den Mitmenschen das Beispiel des Menschen zu geben, der. getragen vom Bewußtsein der göttlichen Möglichkeiten, nach der Erreichung höherer Ziele strebt. Diese Ausgabe bat nach Ansicht der Europäischen Studentenhilse des Christlichen Studentenweltbundes, über dessen Ziele wir sowohl in einem Vorwort als auch in einigen Anhängen des Buches aufgeklärt werden, die UniDerfität in den letzten Jahrzehnten nicht erfüllt. Eine allzufrühe und einseitige Fach- ausbildung hat vielmehr den einzelnen seine Stellung als Glied der Gemeinschaft vergaffen lassen und zur Heranbildung des rücksichtslosen absoluten Individuums geführt. Roller. — Rudolf Hildebrand: Vom deutschen Sprachunterricht in der Schule und von deutscher Erziehung und Bildung überhaupt. Reu herausgegeben von Wilhelm Oppermann. Verlag von Quelle & Metz er, Leipzig. Wenn ein Buch, das vor 58 Jahren zum ersten Male im Buchhandel erschien, vor wenigen Jahren seine 16. Auflage erleben dürfte, so bedarf es bei einer Reubearbeitung, wie die vorliegende, die in dankenswerter Weise Wilhelm Oppermann übernommen hat. eigentlich keiner weiteren Empfehlung mehr. Rudolf Hildebrands unvergängliches Werk gehört zu denjenigen Büchern, die ix keiner Schulbibliothek fehlen dürfen, und die jedem unsere Muttersprache unterrichtenden Lehrer bekannt sein füllten. Auch in unseren Tagen ist das Buch nicht hn geringsten veraltet, sondern feine Bedeutung und Wertung ist noch im Steigen begriffen. Denn erst jetzt scheint die Zett getmnen zu fein, wo auf dem Gebiete des deutschen Unterrichts die Saat aus geht, die Hildebrand ausgestreut hat. Sein Werk vom deutschen Sprachunterricht ist das klassische Vorbild und die Anregung für fast alle Bücher geworden, die in den letzten Jahrzehnten über diesen Gegenstand geschrieben worden sind. Roller. — Das Theater, Das Märzheft der bekannten Berliner Monatsschrift bringt, ein geleitet durch ein apartes Titelbild der amerikanischen Schauspielerin Tortoni, Berichte und Bilder über das Neu- yorker Theater an erster Stelle. Bon den Berliner Premieren im Februar interessieren vor allen Dingen Rehfischs „Duell am Lido" und Brechts „Baal", den die Junge Buhne herausbrachte. Aus dem Reiche sind u. a. München, Leipzig, Karlsruhe, Breslau und Frankfurt oertreten. Im Modeteil, der die ersten Frühjahrsmodelle abbildet, plaubert Leonore Ehren über ihre Eindrücke auf einer Pariser Reise. — Zeitschrift für Musik. Monatsschrift für eine geistige Erneuerung der modernen Musik. Gegründet 1834 von Robert Schumann. 93. Jahrgang 1926, Heft 2. Steingräber-Verlag, Leipzig. — Meisterwerke der Malerei. Deutsche und französische Schule des 19. und 20. Jahrhunderts. Prioatgalerie Heinrich Noll, Heidelberg, und anderer Privatbesitz. Rudolf Bangel G. m. b. H., Frankfurt a. M., 1926. — Der vorliegende Katalog 1071 umfaßt eine größere Anzahl guter und zum Teil wenig bekannter Bilder. Aus der Münchener Schule etwa Diez, Braith, Feuerbach, von den Düffelborfern Gebhardt und beide Achenbachs, von den Romantikern Kanoldt und Schirmer, ferner Thoma, Slevoigt, Boehle. Von nichtdeutschen Künstlern: Courbet, Corot, Renoir, van Gogh. Eine günstige Einkaufsmöglichkeit bietet die neue Doppelpackung von „Schaumpon mit dem schwarzen Köpft. Sie enthält 2 Beutel, für zweimalige Kopfwäsche ausreichend, und kostet 35 Pig. — Die bekannte Einzelpaming ist auch roeilerbte für 20 Pfg. erhältlich. Achten Sie aber in jedem Fall genau auf die Schutzmarke „Schwarzer Köpft. Leuconna-- Felsen in der Rähe von Schanghais wo ein Taucher namens Ridyard zu dem Wrack der „Camilla Mitchell" hinabstieg und Münzen für 800 000 Mark heraufbrachte. Viel größere Summen sind aus gesunkenen Schiffen geborgen worden, aber aus viel geringerer Tiefe. Das neueste Beispiel dafiir sind die Bergungsarbeiten auf dem Dampfer „Laurenttc", der während des Krieges an der Rordküfte von Irland torpediert wurde. Zwei Millionen Mark wurden im vergangenen Jahrhundert von den 10 Millionen gerettet, die die an der holländischen Küste 1799 untergegangene Fregatte „Lutine" barg. Goldbarren im Werte von 6 Millionen hob man aus dem Wrack der „Malabar", Münzen im Werte von mehr als 8 Millionen aus der „Oceana" und 2,/? Millionen Marl aus baut untergegangenen Schiff „Königin Elisabeth". Aus regende Vorfälle, wie man sie kaum im Film erlebt, rönnen bei solchen Schahhebungen int Meer vorkommen. So erzählt eine englische Zeit- schrift von einem Taucher, der vor einigen Jahren in einem Wrack an der Küste von Chile arbeitete. Er hatte eine große Kiste mit Silberbarren gerettet und in einer Schlinge befestigt, damit sie emporgezogen werden könnte; plötzlich stürzte die Kiste auf ihn und schlug ihn tot. Eine andere dra- mattsche Szene ereignete sich bei den Hebungsarbeiten, die an dem Wrack des englischen Kriegsschiffes „Royal George" bei Spithead vorgenommen wurden. Zwei Taucher gerieten auf dem Meeresboden in Streit und wurden miteinander handgemein; an Bord ahnte man an den unruhigen Bewegungen der Taue, daß etwas Furchtbares da unten vorging, und zog die beiden herauf. Sie tarnen fest ineinander verkrampft empor. Der eine hatte dem anderen das Fenster des Laucherhelms eingeschlagen, so daß er halb tot war. Rachher versöhnten sie sich aber wieder und wurden die besten Freunde. Die tolle Herzogin. Roman von E r n st Klein. Copyright by Corl Dunckcr, Verlag, Berlin. 8 Fortsetzung Nachdruck verholen. „Eine Dame der höchsten ägyptischen Gesellschaft, ich kann sogar hinzufügen, eine königliche Prinzessin, hat sich cm uns gewendet um Hilfe in einer überaus delikaten Angelegenheit. Die Dame hat bei ihrem legten Aufenthalte in Paris em Verhältnis mit dem Grasen Lao Valdos augcknüpft, der sich gegenwärtig als Sekretär der Portugiesischen Gesandtschaft in London befindet. Trog seines Namens und seiner Stellung — er ist wirklich Graf und wirklich (9e sandtschöstssekretär — benutzt nun Las Valdas seit einiger Zeit die Briese, die ihm bie Prinzessin geschrieben hat, dazu, um Geld aus ihr herauszupressen. Diese Erpressungen haben einen solchen Umfang angenommen, daß die arme Frau direkt vor dem finanziellen Zusammenbruch steht. Sie mutzte sich daher keinen anderen Not, als sich an uns zu wenden, und wir wieder sehen kein anderes Mittel, ihr zu helfen, als darin, dem Grafen Las Valdas bje Briefe abzunehmen. Das ist keine ganz leichte Arbeit, Herr Wood. Wir haben bereits die Erfahrung machen können, daß er trotz seines eleganten Aus- tretens, trotz seiner gesellschaftlichen Stellung eine höchst gefährliche Persönlichkeit ist. Gutwillig ihn zur Herausgabe der Briefe zu überreden, halte ich für ausgeschlossen. List vielleicht oder---" „Gewalt." „Ich will Ihnen nicht verhehlen, Herr Wood, datz wir schon einen Versuch unternommen haben, uns in den Besitz der in den Händen des Grafen Las Valdos befindlichen Briefe zu setzen. Der Mann, den wir Damit beauftragt hatten, war einer der geschicktesten französischen DetcUioe. Er wurde vor etwa einer Woct>e mit einer Kugel im Kops nicht weit von der Wohnung des Grafen Las Valdas in London auf- gesunden. Die Londoner Polizei zerbricht sich noch heute den Kopf über den rätselhaften Mord — Sie werden begreifen, datz wir uns nicht verpflichtet fühlen, sie zu unterstützen. Aber andererseits möchten wir den Versuch nochmals wiederholen. Denn die Prämie, die von der Prinzessin auf die WiederVergebung. 3m Wege des schriftlichen Angebots sollen die nachstehend aufgeführten Gegenstände für die Zeit vom 1. April 1926 bis lll. März 1927 vergeben werden: A. DerzehrungsgegenstSnde: Ungefähr. 1. 1500 kg Rindfleisch, 2. 2000 kg Rindsnierenfett, ausgelassen, 3. Roher und geräucherter Speck nach Bedarf, 4. 1200 kg Schweinefleisch, 5. 600 kg Würstchen, 6. 2000 kg Schweineschmalz, ausgelassen, 7. 500 Liter Vollmilch, 8. 2000 kg Handkäse, Ä. 1500 kg Quark, 10. 4000 kg Bohnen, 11. 4000 kg Viktoria- Erbsen, 12. 3000 kg Linsen, 13. 600 Liter Essig, 14. 3000 kg geschälte Gerste, 15. 3000 kg Burma-Reis, 16. 3000 kg Rudeln, 17. 2000 kg Gerstengrütze, 18. 2500 kg Hafergrütze, 19. 3000 kg Salinen-Kochsalz, 20. 10 Tonnen Heringe, 21. 50 kg Pfeffer, 22. 50 kg Kümmel, 23. 700 kg Malz- Kaffee, 24. 300 kg Bohnenkaffee, roh, 25. 30 000 kg Roggenmehl, 26. 18000 kg Weizenmehl, 27. Weizenmehl 00 nach 23 e* darf, 28. 400 kg Staubmehl. Die Muster sind von Angeboten getrennt oorzulegen. B. Verbranchsgegenstönde: Ungefähr: 1000 kg SeifenspShne, 1500 kg Schmierseife, 2000 kg Soda, 10 000 Bogen Fensterpapter, . 1000 leg Makulaturpapier, 200 Stück emaill. Etz- impfe, 200 Stück Kaffeebecher, 20 Dutzend Eßlöffel, 200 Stück Wassergläser, 100 Stück Kehrichtschippen, 12 Dutzend Kämme (Horn), 200 Stück Leibstuhlgefätze, 100 Stück Deckel, 50 Stück Spucknäpfe, 200 Stück Schiefertafeln, 200 Stück Salzgläser, 100 Stück Seifcnnäpfe, 100 Stück Waschschüsseln. C. Stoffe zum Verarbeiten: Ungefähr: 800 m Rohleinen, stark, 500 m Rohleinen, mittelstark, 160 m Halz- tücherstoff, blaugrau, 2000 m Hosenträger- gurt, 750 m Krankenkleiderstoff, 680 m Drell, 3300 m Beiderwand, 5500 m Kal- muck, 2200 m Tuch, schwarz, 350 kg Wollgarn, 3500 m Baumwollköper, 4500 m Leinen, 80 cm breit, 4000 m Bettzeug, blauweitz kariert, 1500 m Handtuchs;off, 5500 m Leinenstoff für Hemden, 200" m Rohleinen, leicht, 2000 Stück Taschentücher, 500 kg Gips, 500 kg Kreide, gemahlen, 200 kg Ober, hell und dunkel, 500 kg Bleiweitz in 01, 200 kg Leinöl, gekocht, 100 kg Sicativ, 150 kg Eichenholzlack, 120 kg Emaillack, 50 kg Bernsteinlack, 200 kg Terpentin-Ersatz. Kostenfreie Angebote ftnd bis zur Er- öffnungsstunde: Dienstag, den 23. Mürz 1926, vormittag» 10 Uhr, verschlossen und mit der Aufschrift: „Lieferung für die Hellenstrafanstalt" einzureichen. Jur gleichen Stunde sollen die Angebote auf bett Bezug der Knochen, Lumpen seinschl. alter Strümpfe), des alten Eisens, der Iinkblechabsälle, der 'Patronenhülsen und der Küchencchsälle für das Rechnungs jaf)r 1926 geöffnet werden. Bedingungen für die Bewerbungen .nb Lieferungen enthält der Ministerial- erlatz vom 16. Juni 1893. Er kann nebst den übrigen allgemeinen und besonderen Bedingungen werktags zwischen 9 und 11 Uhr vormittags und zwischen 3 und 4 Uhr nachmittags auf der Geschäftsstube des Dekonomen und des Bau- und Arbeitsinspektors eingesehen werden. Abschriften können gegen Erstattung der Schrcibgebühr bezogen werden 3m Gesuch um Abschrift ist der Lieferungsgegenstand näher zu bezeichnen. Zuschlagsfrist: 10 Tage. Für die Angebote ist em besonderes Formular vorgeschrteben, das zum Stückpreis von 10 Pf. von unserer Kanzlei bezogen werden kann. Die Derzehrungsgegenstäude werden für die Zeit vom 1. April bis 30. September 1926 vergeben. 2023D Butzbach, den 20. Februar 1926. Die Direktion der Hess. ZellcnsttasanstaU. erlangung der Briese ausgesetzt ist, beläuft sich auf zehntausend türkische Pfund." Santes Wood betrachtete angelegentlich die Spitzen seiner eleganten Stiesel. „Wieviel kommt davon auf mein Teil?" ..Sagen wir zweitausend Pfund." Er schüttelte den Kops. „Bedenken Sie, Herr Wood," fügte sie schnell hinzu, „wir haben bereits sehr viel (Held in der Sache stecken. Müssen nun neuerdings die Lasten Öbrcs Versuches auf uns nehmen — - " ..Das ist richtig, aber ich ristiere etwa: mehr. Ich riskiere meine Haut, lind in solchem Falle schätze ich sie höher ein, als die Summe, die ich Ihnen gestern abend nannte. Ich macke Ihnen einen am deren Vorschlag. Wir teilen. Fünftausend Pfund Sie — fünftauseird Pfund ich. Dafür übernehme ich alle Kosten meiner i'rpebitron auf eigene Rech nung." „Sie vergessen, datz wir drei und nicht zwei sind, Herr Wood. Mein Bruder, ich und Sie.* J3d) habe nur mit der Firma Sperazzi & Co. zu tun — geschäftlich —" „Sagen wir: viertausend Pfund für Sic." „Eine Frau must immer handeln — aber hart auf hart, Madame. Dann übernehmen Sie die Hälfte der Kosten und leisten daraus einen Vorschuß von zweihundert Pfund." „Einverstanden." Sie reichte Ujm die Hand, und sic wechsellc» den geschäftlichen Händedruck, der unter anständigen Partnern jede Abmachung besiegelt Auch Aristides Sperazzi, der während der ganzen Unterredung nicht ein einziges Mal den Mund ausgetan hatte, schloß sich der feierlichen Verabredung an. Und jetzt klopfte er wirklich James Wood wohlwollend auf die Schulter: „Bravo, mein lieber James," sagte er, „wenn Sie nur halb so tüchtig sind als Detektiv wie als Geschäftsmann, bann bin ich sicher, die Prinzessin bekommt ihre Briefe wieder." „Wann soll ich fahren?" fragte James Wood. „Heute abenb, wenn es Ihnen paßt. Um sieben Uhr dreißig geht die „Provence" von den Mcfsa- gerics nach Marseille ab. Wir haben eine Deckkajiite für Sie bestellt----" Breitspurig und lachend stellte sich James Wood vor die kleine Fron hin: „So bestimmt haben Sie gemufft, daff ich fahren werbe9" Da blickte sie zum ersten Male zu ihm auf. Ihm grab’ in die Augen. Und nickte nur. Sperazzi aber gewendet, tagte sie: . Aristides, mache bitte den Scheck für Herrn Wood zurecht und bringe ihn ffcniui' Ich glaube, es wird ihm angenchmci fein, bas Geld hie» und nicht an der Kaste in Empfang zu nehmen.' „(Üewiß — gewiß sofort bin ich loiebcr do." Schleunigst schob sich Sperazzi hinaus. «Darf i chmir eine Zigarete anzünden?" fragte James Wood. „Ich bitte", und sie schob ihm ein maurisches Kästchen mit Dimitrinos bin. ~ „Eine Frage, Pdodame. Welche der bei b en Frauen ift die echte? Die von gestern abenb ober bie, mit der ich soeben die Ehre habe, mich zu unter» halten?" „Wie haben Sie vorhin gesagt, Herr Wood? Wir wollen die Diskretion an Ihrer eigenen Person beginnen lassen. Darf ich Ihnen dieses Wort zurück geben?" „Sie dürfen, aber ich erbitte mir die Freiheit, Ihnen sagen zu dürfen, baff Sie bie entzückendste IJrau fmb bie —--" „Sie in Ihrem bisherigen, an Frauen nicht ge- rabe armen Dasein getroffen haben. Die Walze kenne ich, Herr-Wood! Ein Mann wie Sie sollte sich vor allem vor einem hüten — vor der Banalität. Habe ich recht?" „Sie haben recht." „Run — weil Sie so brav sind, dürfen Sie heute mit im» zu Mittag speisen." Aristides Sperazzi trat ein und brachte die zweihundert Pfund und das Schiffsbillett. James Wood unterschrieb die Quittung und ging. Am Abend war er um halb sieben an Bord des Dampfers. Der Obersteward empfing ihn mit besonders tiefem Bückling: „Herr James Wood? Darf ich bitten, mir zu folgen? Ich hatte im Auftrag der Firma Sperazzi und Compagnie Ihnen die beste ftafüte zu reservieren. Leider war es mir nur möglich, Nummer 4 freien holten, da die anderen Appartements von der englischen Regierung belegt sind. Monsieur werden daher gütigst entschuldigen, aber die Kajüte hat die angenehmste Loge -7 bei Diener wartet übrigens bereit».' Der Diener? Hm-- Der Steward öffnete di>- Tür zu bem t leinen culon bei Kajüte. Da reckte sich aus dec Lcke em schwarzer Rietz- auf — Ibrahim ibn Abdullah. Mochte Ieitlen c alnmn und nrinffe von einem Ohr bis äiuii anderen. . Ich werbe, wenn Su- mckits dagegen haben, Sii. Sie als Diener begleit?n. ich wallte gierst nicht r> cht, aber als ich erfuhr, bau es sich um Ihre Person handelt, da war ich sofort dabei! Sofort und für immer, Sir!" Es mar etwas in Haltung und Stimme des Regers, das sich nur mit einem Händedruck beantworten lief,. ..Dein bisheriger Posten war alter leichter", sagte James Wood. „Mag fein, Sir." „Ich kann auch nicht soviel zahlen wie die Mat- son Aftarte.' „Sie werden zahlen, Sir, was Ihnen meine Dienste wert fein tperben. Ich kann ennlifd) und deutsch schreiben, verstehe. elwt.s französisch. roeiff, wie man eine Hose plättel und wie man ein Frackhemd behandelt. Ich mar früher Kammerdiener bei Seiner EzzeUenz, dem S.irbar." , Bravos Dann wirst du vielleicht and) meinen Ansprüchen genügen." „Und ich fnnn auch für Sie kämpfen, Sh. wenn es not tut. «Hat man dir gesagt, baff dies vielleicht not- wendig fein wirb9" „Jawohl, Sir." „Wer hat dir das gesagt?" „Madame. Und sie ist es auch, die mich herschickt, Sir." Madame —--1 Der Gong tönte durch den Korridor und rief zum Diner. Wundervoller Mistelmeerabenb sank hernieder. Ties öunl'clblau der Himmel, funl'dnb in südlicher Sternenpracht. Drüber versank die Küste Afrikas in schwarze Dämmerung, durch die stolz und grell der Strahl des Leuchtturms an der Spitze der Halbinsel suhl Aus dem Salon kamen leise Älnnae der Schifsskapelle herauf, die zum Abendtanz aufspielte. (Fortsetzung folgt.) REEMTSMA SASCHA 5 Pfg. Wir möchten angelegentlichst empfehlen, diese Sorte einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen, um die Eignung für den persönlichen Bedarf festzustellen. Diese Cigaretten sind extrem milde und duftig und deshalb ganz besonders für ununterbrochenes Rauchen (sogenanntes Kettenrauchen) geeignet. Wir sind überzeugt, daß die neue Mischung einem seit lange bestehenden Bedürfnis vieler geschmacklich anspruchsvoller starker Raucher entsprechen wird, da eine derartig ausgeglichene Cigarette bisher noch niemals geboten werden konnte. CIGARETTENFABRIKEN REEMTSMA AKTIENGESELLSCHAFT Vergebung. Für das Landgerichtsgefängnis z« Gießen soll für die Zeit vom 1. April 192» biS 31. Würz 1927 die Lieferung der er» forderlichen Berzehrungs-undBerbrauchS- gegenstände. als Brot, Ochfenflcisch, Schweinefleisch, Margarine, Kokosfett. gebrannten Fruchtkaffee, Bohnen, Erbsen, Linsen, Gerste, ReiS, Drieff, Hafergrütze, Dago, iSrün- kern, Gemüsenudeln, Salz, Lorbeerblätter, Pfeffer, Helten, Kümmel, Aluskainuff. Essig, Seife, Schmierseife, Soda und Wichse im Derdingungswege vergeben werden. Weiter werden an den Meistbietenden die in dieser Anstalt anfallende« Küchenabfälle vergeben. Bcrsiegelte Angebote und Debole sind kostenfrei bi« zum Gröffnungstermin. Mittwoch, bem 17. März 1926, her» mittag« 10 llbt auf dem Sekretariat der Staatsanwaltschaft dahier — altes Iustizgebäude, Zimmer Ar. 9, Vrdgeschvff — nfebcrgulcgeu. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Mtnisterialerlaf, vom 16. Juni 1893, da« verbingungswesen bett., enthaltenen allgemeinen und den von dem Unterzeichneten ausgestellten besonderen Bedingungen, welche auf dem Sekretariat eingesehen und gegen Grstat- tung der Schretbgebühren bezogen werden können. ( Der Zuschlag bleibt 8 Tage vorb^ halten. Gieffen, den 3. März 1926. Der Oberstaatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberheffen. ____________H00S.__2033D Bekanntmachung. 3m Nachtrag zur Bekanntmachung vom 18. Juni 1925 sind zur Vornahme von Installationen an elektrischen Leitungen ferner zugelaffen: Im Stadtgebiet: Installateur Willi Sier, Gießen, Roon- straffe 34. Im Hebet lan&geMet: Installateur Fritz Franz. Lützellinden bei Giellen, Rheinpfälzersttaffe 57. Diesten, den 3. Akärz 1926 Elektrizitätswerke und Ueberlanbanlage der Stadt Gieffen. St ölte. Sremcholzverfteigerungen AuS den Waldungen der Stabt Gietzen sollen versteigert werden: I. Dienstag, den 9. Marz 1926, vormittags 97. Ahr Abt. 108, 112 und 117, Bezirk des Försters Oeilet, Gieffen 20 2ün. Kiefernscheiter 2 „ Fichtenscheiter 9 „ Birken- und Erlen knüppel 146,2 „ Kiefernlnüppel 20,2 n Fichtenknüppel 150 Wellen Hainbuchen-Stammreisig 7390 „ Kiefern-Stammreisig 45 „ Srlenreisig 1,3 Am. RiefernreiRg 10,7 „ Kiefern- und Fichlenftöcke. Bekanntmachung Der Voranschlag für 19.6 liegt vom 6. dS. Mts an eine Woche auf dem Amtszimmer deS Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich zu Protokoll erhoben werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben LangSdorf, den 5. März 1926. Bürgermeisterei Langsdorf. Kneipp. 2069D (Mebilbete, nicht zu junge Stütze erfahren tm Haushalt und kinderlieb iev Kindergärtnerin 1. Kl.» die vi Hause schlafen kann, »um 1. Avril zu «ümtigcn Bedingungen gesucht. Mädchen und Aus- wartesrau vorhanden Schriftl. Angebote mit Emvfehlungen, Lichtbild und GebaltSansorüchen unter 2037V an den Gießener Anzeiger. Beachten Sie die Schaufenster Neustadt Nr. 79. Zusammenkunft: AlterSteindacherwea (am Waldeingang bei der tzei^ und Pflegeansialt-. II. Freitag, den 12. März 1926, vormittags 9'/, ilfft In Anfertigung von Terrazzo- Fußböden emvsiebli sich l,4eo '21. Senadelli, Hammstraße 17 IL Metall beiter Qualität, billigst almifleben. 614“ <’. Rübi&men, Gieffen, Tel. 1659. Abt 42, 44 und 54, Bezirk des Försters Brück, Rödgen 27,4 itxn. Buchenscheiter 17 „ Eichenscheiter 5,6 „ Kielern- und Fichtenscheiter 22,1 , Buchen- und Gichenknüppel 26,5 „ Kiefern- und Fichtenknüppel 19 „ Buchen- und Gichenstöcke 62,4 „ Fichtenstöcke 460 Wellen Buchenreisig 785 „ Gichenreistg. Zusammenkunft: Anneröder Weg — 5. Schneise (an der Schuhhütte). Gieffen, den 4. März 1926. Der Oberbürgermeister. 2. B.: Dr. Rosenberg. 2MBH 1904a Pfeffer miiiiniiim.................................................................................................................................................... Weidemanns Schuhe beliebt, bekannt, bewährt, bequem I 3 Pfund 20601) Halb- und Braun Spangen- } Schwarz schuhe in Lack 275.— Mk Schuhhaus Konrad Weidemann,Seltersweg 71 01558 .................. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmiiiiiiiiiiiiiii........ Stein Laden. Eingang Ecke Polksbad. Aus Nr. 528 bis einschließlich 744 56,94 58,48 54,29 Los 10 9 StückFichtenftämme 3. 2049c Weihtannen 2. KL Fichten-Derbstangen « den Das Holz ist auher 1 I 2020D Die Anmeldung 2051D der Hunde erfolgt Sonntag am Eingang in die Liebigshöhe. zu. sorgen cLlltctl ez/ie französische Poularden Junge Perlhühner J. Vogt, Bezsrksfieifer, Gießen Frisch geschossene Hasen Puten Riegeipfad 26 226V Carl Schwaab Sweater-Anzüge Pullover Westen Damen-Hüte Annahme von Reparaturen Mast-Enten Mast-Hahnen * n 2 1 3 1 4 9 5 45 6 85 14 15 16 17 18 19 20 21 16 35 61 2 8 10 4 41 Junge Junge Junge Junge Schleien Junge fette Suppenhühner Junge Fasanen 11 23 12 65 13 80 Blaufelchen Zander 13.41 24,55 48,09 29,40 16,95 24,00 20,86 2,72 5,36 6,66 1,94 1. u. 2a Los 7 83 Stück Fichtenstämme 5a» von Nr. 751 bis einschließlich 1046 2a Los 8 158 Stück Fichlenstämme5b- von Nr. 531 bis einschliehlich 817 2a Los 9 149 Stück Fichtenstämme 5b- von Nr. 848 bis einschliehlich 1070 gegen bequeme Teilzahlungen erhältlich. Leo Sütrmflun, Bczirksvtttrckr, (Ziehen, Seltersweg 81a/,0 I, Teleph. 2464. im Dereinslokal. H Sonntag. 7. März 4 Uhr nachmittags Samillen- 3ufammen(unft imKaufmännstchen 4. 5a» 5b» 4. 5a» 5b» 3. 4. 5a», 5b- Steinbutt Rotzungen ’°*a „ 2. „ 2. Fichtenstämme 3. 4. „ 5a» 1,22 1,63 13,39 47,43 59,33 Leipziger Lebensversicherung U~y. eingesehen werden. Annerod, den 2. März 1926. Vürgermeisterei Annerod: Horn. Vereinhaus (Nordanlage). Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten Der Vorstand. Brennabor- Kinder und Klappwagen billigste Preise a. größte Auswahl 1865V Aug. Kilbinger w Achtung! -w Freitag und Samstag Damen Halb- und Spangenschuhe, mod. Formen in Schwarz, Braun, Lack- und Wildleder Holz im Submissionsweg verkauft werden: Los 1 1 Stück Fichtenstamm 1. Kl. 1,90 Fstm. SmlIMk Drein Wien Samstag. 6. März, abds. 8l/2 Uhr pünktl. Monals- öerfnmm- lung 3 i i i i 1, 2 u. 3 „ 5,31 Feftm. Abt. 2a „ 2a „ 2a „ 2a „ 2a „ 2a von o XS. Aquarien, Pflanzen, Fleche Zoo-Abt Scheel, Mäusburg 17 1 u. 3. 1 1 1 3 3 Holzsubmissiou. Aus der Waldung der Gemeinde Annerod soll nachstehendes Fichten-Derbstangen entrindet und ohne Rinde^ gemessen. "Der Kaufpreis ist pro Festmeter anzugeben. Die Angebote sind nach Klassen getrennt zu halten und müssen bis zum 10. März 1926, nachmittags 2 Uhr, auf der unterzeichneten Bürgermeisterei eingereicht sein, wo in Gegenwart erschienener Dieter die Eröffnung stattfindet und die Zahlungsbedingungen bekanntgegeben werden; solche können auch vorerst Zu Gesellschaften :: Anlässen.. empfehle aus eigener Kühl- und Gefrieranlage stets vorrätig: Wilhelm Moser, Gärtoereibesitzer, Gießen Wiesecker Weg 10, Nähe des Neuen Friedhofes Friedhofsgärtnerei empfiehlt sich zum Anlegen und Unterhalten von Grabstätten auf dem Neuen Friedhof, bei reeller Bedienung und billigster Preisberechnung. Große Anzucht von allen Pflanzen zur Gräberausschmückung, Rosen, Koniferen, Efeu usw. Dekorationen jeder Art. Blumen und Kranzbinderei 016B0 Saat-Gersle Original Gebr. Dippes „Baana“ Korn von mittellanger. aber voller Form: fein gekräuselt. Sehr widerstandsfähig gegen Lager; hohe Erträge bringend, empfiehlt unter Garantie höchsier Keimkraft und äußerst vorteilhaften Preisen Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße - Ecke Wolkengasse Telephon 1403. Kinder Stiefel WeWWiWleii hochfeine Sänger, das gan'e Jaor sinnend, 1 Stück nur 9 Mk., 3 Stück 2"» Mk. Leibchen 4 Mk., 3 Stück 10 Mk. Alexander-Pava- geicn, leicht sprechen lernend, Stück 9 Mk. Wellensittiche, nute )juchtvaare, Paar 10 Mk. Afrikanische Ziertiiubchen, Paar 6 Mk., 5 Paar sortiert 25 Mk. Afrikanische Prachtfinken, leicht züchtend, schöne Sanner. Paar 4 Mk., 5 Paar sortiert 16 NU. Kleine Spiel-Affen für Kinder, ankerst drollig, Stück 50 Mk., ganz zahme 65 Mk. Neueste Preisliste vom März über Assen und deren Behandlunn nsw., Pavaneten, Käfige, Bogelsutter gegen 10 Pf.-Akarke. Biele Dankschreiben. Lebende Ankunft garantteri Nachnahme. Porto 2.10 Mk. Gustav Müller, Hamburg 31, Ttergrohbandlnng und Versandhaus. Fernspr. Vulkan 7141. 2048D Jagd- und Touren-Stiefel, Konfirmanden-Schuhe und -Stiefel Große Auswahl in allen Preislagen 2066a Schuhe und Stiefel für empfindliche Füße । 11 Schwarze Boxkalf - Herrenhalb- MU ^nUnOrQnnOnßt 1 schuhe, mod. Form, weiß gedoppelt, "JMS OUllUul ClliyuUUll Große 40 bis 45, solange Vorrat Mk. iiiiiiiihiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiivinTmiiniiiiiiiiiiiinninnmFriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiiiiiiiiiiiiii Sonntag, den 7. März 1926, von 9 Uhr morgens beginnend, auf der Liebigshöhe Anerkannte Richter. Jeder Hund kann zur Beurteilung vorgeführtwerden. Preis pro Hund 1 Mk. Eintritt pro Person 50 Pf. Abends 8 Uhr: Familienabend auf der Liebigshöhe. Eintritt nur gegen Karten. Alles Nähere bei dem Vorsitz.: Herrn August Schwan, Moltkestr. 16. Herren Stiefel, Halbschuhe, in Schwarz, Braun u.Lack Knaben-Agraffen-Stiefel In Schwarz und Braun MMWkHpMMr" (Eingetr. D. L. G.-Hochzucht) Eine wesentliche Verbesserung von Svalöfs Siegeshafer; auf größere Lagerfestigkeit, helleres Korn und feinere Spelzen gezüchtet; für alle Bodenarten geeignet, W jeder, der au; M mos hält, Per Heft öle „Begonie Belt“. »WöMUWeleMMöMil BetNfl öel Mnjtoeig“ öeln SM! I Abteilung I Hier finden Sie in gioner Auswahl: Nene Herran-Anxttge, v. eins, bis z. eleg., von Mk. 20.— B blS Mk. 50.— u. böjcr. Frack- nnd Smoklnganzttge sehr M billig. Sport-Anzage von Nik. 35.— an Konfirmanden- I Anzüge von Mk 13.— an. Klnder-Anzäge für 2-8jähr- I zu Schleuderpreisen. Gummi-Mäntel von Mk. 15.— an. I Bozener Mäntel in all.Pretsl. Lodenjoppen v. Mk. 14 - an. | Sommerjoppen, in allen Grö.ren und Färbern von ?|S Mk. 5.— an Manohestor-Anxttge 'Jet 35.—. Windjacken M v. Mk. 10.— an. Manchester-Hosen, lang und kurz, von BÄ Mk. 10.— an. Feldgraue Hosen, lang u. kurz, Mk 11.—. M Schwarze Hosen von Mk. 10.— an. Gestreilte rfosen, | in allen Farben n. Gröhen v. Mk. K.— an. Sporthosen B v. Mk. 8.— an. Bnrschenbosen Mk. 5.—. Blaue Arbeite- W Anzüge Mk 8.—. WeiSbinäer-Anzüge Mk.ll.— . Posten Wi Zephir-Hemden mit 2 Kragen, in schönen Farben. W Perkai-, Normal- nnd Arbeits-Hemden in allen Gröhen 'M änherit billig. Abteilung II Gebranchte Anzüge, noch sehr gut erhalt, von Mk. 12.— S| an. Fraek-, Smoking-, Gehrock-, Cutaway-Aniflge sehr 6« billig. Sakko mit Westen u. Hosen und Kellner-Wosten M äuherst preiswürdig. Ein Versuch lohnt! MWMerOeSM £. fiotoioeig 1 Gießen, Seliersmeg 58,1 Irenoe. 01557 W Wr 1 Mark "-«L sowie Samstag und Sonntag flottiert in meinen BJirtifinffsrfiumea. Zritz Uehler, Neuenweg. mit Additionswerk und doppelter Anzeigevorrichtung sind schon für Gießener Vogelhaus MolKengaffe 17 WneWe DflWlen feurige Sänger, aus China iinportiert. 0,862 la. flnnnrienWne ttnö gntüttoeiiiäien billig. Markt 16 Zweiggeschäfte: Bahnhofstraße 45, Hillebrandstr. 2 2064a Am Freitag, Samstag und Sonntag zeigen wir in unseren Schaufenstern und im Laden die neuesten Modelle in FRÜHJAHRS- UND SOMMERHÜTEN von den einfachsten bis zu den elegantesten. Wir laden die verehrten Damen von Gießen und Umgegend zur zwanglosen Besichtigung ein. M. Hof-Wenzel, Gießen Bahnhofstr. 34 Inh.: Ludwig Bock Bahnhofstr. 34 206ID Ur. 54 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Zreitag, 5. März 1926 ■■■raranaraB ... ........ im imi—■uhiiimiimiibiu i ui » —... __ - ■niiii ■ ■uni-, jli lj_i mriiri—- iiiiim Turnen, Sport und Spiel. Fußball. Um die deutsche Meisterschaft. Süddeutschland I,nite feinen großen Tag! Bayern München und die £5p. Vg-Jiirth standen sich gegnnüber und lieferten sich einen großartigen Kampf, den mehr als 201)00 Zuschauer umsäumten. Furth zeigte feine bestbekannte hohe Schule des Fußballs, die fast an Artistik grenzt, und lag schon 3:1 in Führung, als Bayern in energischen Anstürmen, die Unsicherheit des Fürther Torhüters ausnutzend, den Vorsprung aufholte und den Kamps so remis gestaltete. Beide Vereine stehen jetzt punktgleich an der Spitze der süddeutschen Tabelle. Die Mainbezirksentscheidung ist mit dem 2:1 des F. S. V.—Hanau 93 ebenfalls gefallen. Daß diese Entscheidung zunächst unnötig war, nachdem Hanau als Vertreter des Bezirks bestehen blieb, ist klar. Selbstverständlich ist die Entrüstung in Frankfurt über diese Maßnahme des V. D groß, ob aber mit Recht? Mnn Hanau zeigte in Mannheim die gleiche Leistung wie der F. S. V. Und daß der Mainbezirk nun einen neuen Vertreter in den Kampf um die Süddeutsche sollte schicken können, das gab es bislang noch nie. Um das grünweiße IHeifkrbanb des Westens überascht der hohe 6:0-Sieg des Duisburger Altmeisters über die Bielefelder Arminen mehr noch, als die katastrophale Niederlage Sport Kassels gegen die Altenesfener B. V.er mit 9:0! Beide Ergebnisse, am wenigsten immer noch das erste, halte man in dieser Höhe nicht erwartet. Die anfängliche Schwäche der Duisburger in ihrem 1:l-Spiel gegen Siegen hat ihnen Anlaß gegeben, sich auf ihre Klasse iUi besinnen. Das dritte Spiel der Turn Düsseldorf gegen die Siegener Sportfreunde in Barmen fiel nach 20 Minuten bet dem Stande 1:0 für Turn dem schlechten Wetter zum Opfer. Der starke Nebel ließ den Ball allzuoft aus dem Gesichtskreis verschwinden, so daß die Durchführung des Spiele? unmöglich wurde. 6000 Zuschauer sahen für ihr Eintrittsgeld also nur einen 20 Minutenkampf. In der Runde der „Zweiten" hat Fortuna Düsseldorf nach seinem unentschiedenen Kampfe gegen Kurhessen Kassel am Sonntag 1:1 kaum noch Chancen auf den ersten Klatz. Duisburg bleibt also hoher Favorit. V. f. L. Osnabrück setzte sich durch einen knappen 4:3-Sieg über Hagen 1911 auf den zweiten Platz. Schwarzweiß Essen hat noch nicht in den Kampf eingegriffen, dürfte aber der ernsteste Widersacher der Duisburger sein. 3n der Vorrunde der Norddeutschen Meisterschaft schieden am Sonntag Rasensport Harburg, Werder Bremen und Phönix Lübeck aus. Die Ergebnisse dieser Ausscheidungen entsprechen den Erwartungen: Attona 93—Harburg 4:3; Holstein Kiel—Phönix Lübeck 4:1; Arminia Hannover—Werder Bremen 5:3. Die Teilnahme an dem Endspielen erstreckt sich also auf: Hamburger Sportverein, Altona 93, Holstein Kiel, Arminia Hannover, Hannoverscher S. C. 3m verband« des V. 2H. B. V. sind die Gausviele immer noch Im Gange. Als die spielstarksten Vereine kann man ansehen: Fortuna £«^10, Chemnitzer B. C., Dresdener S. C., For- tuna Magdeburg. Bei der Anwendung des Pokalsystems ist eine Klärung der Lage noch nicht zu ersehen. De« Baltenmeister wurde am Sonntag im Spiel Titania Stettin—Viktoria Allenstein mit 5:0 zugunsten des ersteren fest- gestellt. Südostdeutschland trägt z. Z. die Endspiele aus. Am Start stehen: Breslau 08, Gleiwitz, S. V. Sagan, Forst, Liegnitz, Hirschberg und Kottbus. Bis jetzt fand ein Spiel statt: Gleiwitz besiegte Hirschberg 3:1. tz. Handball. Westdeulschlandreise des Deutschen Handballmeisters. do. Der deutsche Handballmeister der Sportler, der Berliner Polizeisportverein, unternimmt in den Osterfeiertagen eine Hand- ballreise nach Westdeutschland. Am Karfreitag spielt er gegen S. Bg. Hagen 1911, am ersten Osterseiertag in Barmen gegen Sportfreunde Schwarz-Weiß und am 2. Feiertag in Düsseldorf gegen eine kombinierte Mannschaft Turu- D. S. C. 99. Radsport. Dom Hessischen Radfahrerbund 1922. c. Auch im kommenden Sportjahre wartet der H. R. B. von 1922 mit einem reichen Programm auf. Der Anfang der sportlichen Wettbewerbe ist gemacht. Denn letzthin fand in Anspach i. T. das 4. Bundessaalsportfest statt. Sn zwei Abteilungen, für Tourenräder und Saal- '.naschinen, maßen sich dort die Bundesvereine. Aus unserem Bezirk seien als Teilnehmer die Vereine von Wölfersheim, Gambach. Friedberg- Fauerbach, Bruchenbrücken und Kirch-Götrs er- wähnt, die sämtlich recht ansehnliche Leistungen boten und gegen das Borjahr schöne Fortschritte gemacht haben. Besonders „T e u t v n i a" - W öl - fersheim zeigte feine Leistungen, so daß sie wohl die zur Zeit beste Mannschaft des Bundes ist. Der Terminkalender, der Bundesmeisterschast im Ginerfahren, Bundeswanderfahrt und Bundesfest vorsieht, wird in der demnächst statt- sindcnden BundcsfrühjahrsDersammlung in Ufingen im einzelnen festgelegt werden. Das Bun - des fest, das dieses Jahr abgehalten wird (laut Satzungen alle zwei Jahre), wurde dem Rad» f a h r e r v c r e i n „Teutonia -Wölfersheim zugesprochen. Der Verein, einer der eifrigsten Bundesvereine, hat bereits mit den Vorarbeiten begonnen und wird sicherlich mit dem Bundesfcst neue Ehren erringen. Der ®au 2 Friedberg hat nun ebenfalls fein Sportprogramm sestgelegt. Am 2. April <2. Ostertag) findet die Gauwan verfahrt nach Steinfurth statt, wozu auch alle Veigen- mannschasten des Gaues geladen sind. Am 2. Mai veranstaltet der R. V. „Irisch auf'-Fauerbach die G a u m e i st e r s ch a f t im Einzelfahren. 3m Mittelpunkt der Gauveranstaltungen steht jedoch das am 20. 3uni von dem noch jüngeren Bundesverein Kirch-Göns übernommene Gaufest, dem am 1. August in Rieder- Wöllstadt das Gaumannschaftsfahren folgt. Der 3. Gau Ufingen hat folgenden Terminkalender aufgestellt: 13. Mai: Gauwanderfahrt. 24. Mai: 25-Km.-Rennen „2111 Heil"- Wehrheim, 6. 3uni: Saufest, verbunden mit Stasfettensahrt, ..Wanderfalke"-Wilhelmsdorf. 25. 3uli: Gaumeisterschaft (Cinzelrennen), ..Edel-- weiß"-Usingen, 22. August: Vierer-Mannschaftsfahren, Ufingen, 3. Oktober: Gauherbstversamm- lung Rudern. Der Protektor der Emser Regatta Der Reichspräsident hat, wie das Parlamentarische Nachrichtenbureau meldet, das Protektorat der Emser Regatta übernommen, meldjc vor fünfzig Zähren von Kaiser Wilhelm I. gegründet und mit dem Kaiserpreis ausgestattet wurde. Sportspiegel. Zum Fußball-Länderkampf Holland — Deutschland am 18. April im Düsseldorfer Stadion wird folgende deutsche Mannschaft antreten: Sluhlsauth (1. F. C. Rüm- berg«: Müller (S. Dg. Fürth), 5x'ugler (1. F. C. QTürnbcrg); Hagen (S. Vg. Fürth), Kohler (Dresdner S. E.). Heidtamp <99 Düsseldorf). Rudolph. Lücke (Turu-Düsseldors >, Seidcrer (S. Vg. Fürth), Harder (H. S. V.), Ascherl (S. Vg. Fürth-. Das Fußball-Länderspiel Schweden — Deutschland soll voraussichtlich am 7- Rovembcr im Zusammenhang mit einer Äon- tincntalreise der Schweden (in Nürnberg) abgetragen werden. Die Westdeutschen Schwimm- Meisterschaften werden am 17. und 18.3uli in Aachen durchgesührt. Aeuc deutsche Damcn-Schwtmm-- r e f o r ö c sind in Hamburg durch Frl. Büns im 400-Meter-Vrustschwimmen mit 7:18.2 und durch Frl. Simon im 200-Meter-Rücken- schwimmen mit 3:30.6 aufgestellt worden. Der erste Start Rademachers in Amerika wird (infolge einer Tcrminverschiebtmg) erst am 9. März gelegentlich eines Schwiyimfcstes der Universität Dale oonstatten gehen. Der deutsche Halbschwergewichts-Meister Samson Korner hat diesen Titel an die Boxsportbehörde Deutschlands zurückgegeben. Die Boxsportbehörde Deutschlands hat bezüglich der Deutschen Meisterschaften im Halbschwer- n n d Schwergewicht entschieden, daß um die Schwergewichtsmeisterschaft Diener gegen den Sieger des Kampfes Samson Köri.er-Hahmann antreten soll, während der Halbschwergewichtsmeister zwischen den Siegern der Kämpfe Diekmann-Schmehling und Röhnisch^Kompa Stein ermittelt wird. Eilt Kunstturn-Städtekampf Kasseler Turngemeinde von 1844 — Mainzer T V. von 1817 — Turngemeinde Würzburg von 1848 findet am 14. März in Mainz statt. Ein eit neuen Weltrekord im Stabhochsprung (in der Halle) hat Hoff (Ror° wegen) in Baltimore mit 4,09 Meter ausgestellt. Um die Westdeutsche Hochschul- Fußball-Mei st erschuft findet das Schlutz- spiel zwischen der Universiiät Köln und der Universität Münster am 7. März in Essen statt. Jt as der Sonntag bringt. D. s° B. (—) Beinahe wäre am kommenden Sonntag wieder erstklassiger Sport geboten worden. Es war teilt geringerer als die Tum- und Sport»- gemeinde „Eintracht" Frankfurt, deren Anfrage für den nächsten Sonntag leider erst im Laufe dieser Woche hier ankam. Die Unmöglichkeit, die bereits begonnenen Pluharbeiten bis dahin zu beenden, machten eine Absage notwendig. Die Ligaersatzmannschaft empfängt die erste Mannschaft von Burg-Solms. Sie wird in bester Besetzung antreten müssen, um gegen den 6-Klassenmeister der Abteilung 2 günstig abschneiden zu können. Gin sehr interessantes Lokaltreffen steht in dem Spiel Sportverein „Hessen" I. gegen V. f. D. Dritte zu erwarten. Auch hier muß »V. f. B. in stärkster Aufstellung und mit viel Glück den Kampf bestreiten, wenn er ihn ehrenvoll bestehen will. Besondere Beachtung verdient das Spiel der neugegründeten iIla-Mannschaft gegen die erste Mannschaft von Lollar. Es ist hoch erfreulich und legt Zeugnis ab von dem zielbewußten Streben des Vereins, durch Reuaufstellung unterer Mannschaften aus eigener Kraft heraus die Zahl seiner Aktiven zu erhöhen. Dadurch ist einerseits auch denjenigen Sportanhängern die Möglichkeit zur Betätigung gegeben, die mangels Gelegenheit sich bisher nicht betätigen konnten, andererseits schafft sich der Verein auf diese Weise eine Reserve an Spielermaterial, aus der er nach gründlicher Ausbildung des einzelnen seine oberen Mannschaften ergänzen bzw. in der Aufstellung verbessern kann. Richt zuletzt ist auf diese Weise auch dem deutschen Sportgedanken gedient, dessen Träger auf breiteste Basis zu stellen sind. Die erste Zugendmannschaft tritt hier gegen die Erste von V. f. R. Butzbach im Rückspiel an. Das Vorspiel in Butzbach endete 4:1 zugunsten Gießens. Vormittags tritt die Leichtathletikabteilung des Vereins für Bewegungsspiele erstmalig in diesem Jahre auf den Plan. Durch einen älebungs-Geländelauf, an dem sich die spielfreie Ligamannschaft, zweite Jugendmannschaft. sowie eine recht ansehnliche Zahl neuer Anhänger dieses Sportzweigs, besonders Jugendliche und Schüler beteiligen werden, soll mit die Grundlage für ein günstiges Abschneiden bei dem am 28. d. Mts. stattfindenden Waldlauf geschaffen werden. Selbstverständlich werden diesem noch eine Reihe solcher Hebungs- läufe folgen müssen, zu denen auch sämtliche Fußballmannschaften herangezogen werden. Fuhbav in Hessen-Hannover. tz. Der kommende Sonntag bringt folgende Vereine zusammen: in Göttingen: Tura Cassel — Sp. u. Sp. Rortheim; in Cassel: Germania Marburg — Germania Osterode. Das erste Treffen sollte unter normalen ilmftänben Cassel knapp gewinnen. Im zweiten hat Marburg die meisten Aussichten auf Sieg. Die Spiele endigen erst am 11. April d. Js., sodaß erst mit den Ergebnissen dieses Sonntags (sofern keine Entscheidungsspiele nötig sind) die endgültige Zusammensetzung der neuen Bezirtsliga scststehen wird. In der Runde der Meister trifft unser Bezirksmeister ..Sport" Cassel auf die Bielefelder Arminen, dieselben, die am vergangenen Sonntag so überraschend hoch mit 0:6 gegen den Duisburger Sp. V. verloren. Wer glaubt, auf Grund des schlechten Abschneidens der Bielefelder unserem Vertreter gewisse Chancen auf günstiges Abschneiden geben zu können, irrt. Für Cassel wird es auch in diesem Kampf keine anders Möglichkeit geben, als die zur Verfügung stehenden Punkte möglichst ehrenvoll dem Westfalenmeister in Hamm (Dort findet das Spiel statt) zu überlassen. Die Runde der Zweiten bringt unseren Tabellenzweiten Kurhessen Cassel mit dem V. f. L. Osnabrück zusammen. Die Osnabrücker entpuppten sich in den bisher ausgetragenen Spielen, um die Westdeutsche als ein äußerst hartnäckiger Gegner, gegen den die Kurhessen nur mit ihrer besten Leistung antreten können. Dieses Spiel, das einzige der Endspiele, das nach Gießen an- gesetzt war, ist, wie wir hören, auf Wunsch der Osnabrücker nach Paderborn verlegt worden. Die einzige Möglichkeit, einen der beiden De- zirksverireter im Kampf um die Westdeutsche Meisterschaft innerhalb der Dezirksgrenzen sehen zu können, bietet demnach nur noch der 28. März mit dem Spiel Sportfreunde Siegen — Sport Cassel, in Wetzlar, zu dem Siegen jetzt schon einen Extrazug mit 400 Teilnehmern angemeldet hat. Handball. M. T. T3.—T. v. von 1846 Gießen. Das Spiel findet am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz Trieb statt. Beide Mannschaften verfügen z. Zt. über eine gute Spielstärke. Es dürfte ein interessanter Kampf zu erwarten fein. Die (größten Siegeschancen hat der M. T. V., der über eine erprobte Mannschaft verfügt, während T. V. 1846 an diesem Tage erst sein 3. Spiel absolviert. Die Meisterschaft vom Mittelrhein sieht am Sonntag im Tv. Seckbach-Frankfurt einen früheren deutschen Meister im Kampf, der mit dem Sieger des 5. Gauoerbandes noch bas Vorrundenspiel austrägt. In Frankfurt a. M. trifft der Tv. Darm st adt-Gries heim auf den (ebenfalls noch nicht endgültig feststehenden) Meister des 6. Gauoerbandes, T v. Nied oder Hattersheim. In Oberstein bestreiten die Sieger des 3. und 4. Gauverbandes die Vorrunde. Waldlauf. Als Vorbereitung für die konunende Leicht- athletiksaison finden ab Sonntag, 7. März, jeden Sonntag regelmäßig Waldläufe über kurze und längere Strecken statt. Die Leitung dieser für den Körper so wichtigen Klebung liegt in Händen von Sportlehrer Schneider. An diesen Läufen nehmen fast sämtliche Kategorien von Sportsleuten teil, wie Fußballspieler, Leichtathleten, Boxer, Schwimmer. Ruderer und Turner. Getrennt werden dort Atmungsläufe, Sprin- terläufe und Dauerläufe veranstaltet werden. Als Vorbereitung für die kommende Waldlaufineistcr» fchatt ift den Vereinen besonders zu empfehlen, an diesen Läusen teilzunehmen. Bis jetzt lind schon einige namhafte Vereine, wie V. f. B.. Sportverein Hessen. Gießener Schwimm-Verein und Gießener Box-Verein daran beteiligt. Ebenso wird auch die ilnibcrfität bei Semesteransang daran teilnehmen. Aus dem Arbeiter- Turn- und Sportbund. Am 14. März beginnen die Spiele der diesjährigen Frühjahrsrunde, so daß von der Möglichkeit, am Sonntag Gesellschaftsspiele auszutragen, nochmals reichlich Gebrauch gemacht wird. In Gießen ist ein Großkampftag; nicht weniger als vier Mannschaften treten auf den Plan. Den Reigen eröffnen die Handballer, die um 12.30 die Handballmaimschast der Freien . Ttucnerschast Friedberg als Gegner gewählt haben. Beim letzten Spiel gegen Friedberg konnte Gießen mit 1:0 knapp Sieger bleiben, wird sich aber anstrengen müssen, um die Scharte vom letzten Sonntag, wo die Mannschaft gegen Kinzenbach 0:3 verlor, auszuwehen. Ilm 1.30 spielt die 2. Mannschaft Gießens gegen die gleiche von Friedberg, das Vorspiel gewann die Gießener Mannschaft in Friedberg 5:0. ilm 3 Uhr folgt ein Spiel der Jugendmannschaften Friedbergs und Gießens. Dies Spiel findet aus einem benachbarten Platz statt, da von 3 bis 4 Uhr ein Handballspiel des Turnvereins 1846 Gießen ausgetragen wird. Endlich um 4 Uhr steigt das Spiel der 1. Mannschaften Friedbergs und Gießens. Ob Gießen diesmal ebenso leicht und sicher wie m Friedberg (mit 3: 1 Toren!) der Sieg zufällt, ist fraglich, da sich auch Friedberg in der Zwischenzeit in der Form verbessert hat. Die neugegründete 1. Mannschaft Wie- secks ist zu einem Gesellschaftsspiel nach Marburg verpflichtet. Die Marburger blieben im Vorspiel in Wieseck 5:0 Sieger. Ganz so wird das Rückspiel wohl nicht ausfallen, denn die Wiesecker beabsichtigen, die kommenden Verbandsspiele in der 1. Klasse durchzuführen, und um sich hierzu zu gualifizieren, müssen sie schon ein günstigeres Resultat herausholen. Heuchelheim läßt seiner ersten Mannschaft eine Ruhepause zuteil werden, indem kein Spiel angeseht wurde. Die Jugend hat die Lollarer Jugend zu Gast; erstere Dürfte wohl Den Sieg an sich bringen, wenn sie ihren Gegner, Der zwar Reuling ist. aber über recht gute Kräfte verfügt, nicht unterschätzt. Handball in Wetzlar. tz. Den vereinten Bemühungen des Kreishandballausschusses und des Handballausschusses des F. C. Wetzlar ist es gelungen, das für Den fom inenden Sonntag zuerst nach Hamm, dann nach Siegen angesetzte Verbandsrundenspiel Hagen 05 — Wetzlarer F.C.05 nach Wetzlar zu be- fommen. Das Spiel findet im Stadion statt. Damit kommt zugleich einer der stärksten westdeutschen Handballvertreter nach Wetzlar. Die St Elf spielte gegen den Favorit D. f. B. 08 letzthin in einem gleichwertigen, span- Treffen unentschieden 3:3. Die Wetzlarer Mannschaft sollte diesmal auf eigenem Boden und vor heimischem Publikum besser abschneiden können, zumal eine ilmftellung in der Elf eine bessere Gesamtleistung erhoffen läßt. 3m Reiche. Rasensport. Im Fußball werden Die Meisterschaftsspiele in Süddeutschland (Hanau 93 — S. V. Saarbrücken, Karlsruher F. V. — S. Vg. Fürth, Bayern-München — V. f. R. Mannheim), in Westdeutschland (Arminia Bielefeld — Sport Kassel, B. V. Attenessen — Turu Düsseldorf. V. f. R. Köln — Sportfreunde Siegen), im Dal- tenverband (D. f. B. Königsberg — Titania Stettin, Stettiner S. C. — D. E. V. Danzig. Viktoria Allenstein — Danziger S. C.) fortgesetzt, in Brandenburg steigt Die nächste Serie, in Mitteldeutschland Die erste Runde Der Gau- meister untereinander, Die in Süddeutschland bereits fortgesetzt wird. Die Meisterschaftsspiele nehmen auch im Handball ihren Fortgang. Im Tennis bringt München die Süddeutschen Hallenmeisterschaften, zu denen ein gutes Meldeergebnis vorliegt. Turnen und Leichtathletik. In München findet ein Kunstturnstädtekampf München-Essen, in Eßlingen ein Mannschaftskampf T. V. Arbon (Schweiz) gegen die Eßlinger Turngemeinde statt. Das Magdeburger Hallensportfest wurde auf diesen Sonntag verlegt. Schwerathletik. In Bochum wird Der Amateurboxländer- kampf Luxemburg-Westfalen-Hessen am Samstag, am Sonntag ein Klubkampf der Luxemburgischen Mannschaft gegen den Wittener B. C. ftatt- finden. Die Westdeutschen Meisterschaften Der Amateurboxer werden in Köln, Die Mitteldeut- schen (am Montag) in Chemnitz, Die SüDoftDeut* scheu in Breslau durchgeführt. Schwimmen. Mit dem kommenden Sonntag beenden die Schwimmer ihre Ruhepause von drei Monaten. In Berlin ist es der D. S. C., der bei guter Besetzung die diesjährige Saison eröffnet. In Westdeutschland beginnt Ruhrort 09 die Reihe der Schwimmsportveranstaltungen; die Elite West- ftpnpnp (MmfliM uXv Uv Uv wUIUUUIUH ITiiolorf nm Ifi C v» in fircföorf am i. fflöri. Ms. 8 M. Im total Steonö in toller am ir.1M.Ms.8M.im total Zur tlaöe rreMen ..Gr.-tinveniZ. 8 Braun „ M.-önselk 14. 8 Hiller N gtofie SimW der intttnotlonaleii MM-Aimwe "stelnboffl™!!." am Sonntag, dem 7. März, vormittags 10.30 Uhr, im „Palast-Lichtspielhaus" „ 8 „ „ „ 3aOec naMl, . „ Lover 2054 D in Frankfurt am Main. Eintrittspreis 80 Pfennig, Erwerbslose gegen Vorzeigung der Erwerbslosenkarte 50 Pfennig, = Jeher Sportler muh dieses sportliche Ereignis gesehen haben!= Jugendliche unter 17 Jahren 50 Pfennig. Das Arbeiter-Sportkartell. An- 0,384 Jlr.l Zu 123 I Geld 91.75' 30,5 138,2' 133' ( 2.1 80.25 66,6 önhaltz- im Mi der Gen ehemi A' 1924 1 fahrer Kmnl 86 25 65.25 65.75 81.5 125.4* 67 74 : • K 92,75 27,23 5 107 43.5 45,25 Danknoten. (Ohne Gewähr.) Ge des in Dermal 1/ M eii jum 8( 89,75* 81* 81,5 99,25* 42 36 . 3,1 «eltei 127.7* 67 5 KO 76 17.5' 76.5' 82' 46,75 88,75* 105.5' 119 E liste e send ( kartei kartei aufgen gungss ausgest 134,5 132 1.186 19,01 108,70 20,35 15,77 167,73 16 89 $.93 58,98 112,14 59,05 13.38 5,842 104* 128 5* 128,7* 120,7* 85,5 102* 6,62 0,039 81.5 43 44,5 85 5* 66.5* 103.5* 116,5 120,5 33,9 43.75 75* 80 80,75 Rundfunk-Programm des Frankfurter GenderS. (Aus der „Radio-Umschau".) Samstag, 6.2Här). 3.30—4 Ähr: Die Stunde der Tugend. Aus dem deutschen Liedsrkrcmz (Liedrrvvrträge Frankfurter Schulen): Weihfrauenschule, 1. und 2. Knabenklafse. 4.20—5.45 Ähr: Konzert des Hausorchesters: Neue Operetten. 5.45—6.10 Ähr: Die Lesestunde (für die reifere Jugend): Aus dem Roman „Die Regulatoren in Arkansas" von Friedrich Gerstäcker. 6.15—6.30 Ähr: Der Briefkasten. 6.30 Ähr: Äebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Aida". Tragische Oper in vier Akten von Derdi. 10.30—12 Ähr: Äebertragung aus Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. s.3775 0,350 0.4'0 0 241 ),360 । M 85* 102,5 43 39,4 145,25 108 5' 127' 127* 119.5- 101,75 0,62 Wirtschaft. Handel und Gewerbe im Februar. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a.M., 5. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 26,25 bis 26,50 Mk.; Roggen, inländischer, 17 Mk.; Sommergerste für Brauzwecke 20 bis 22,50; Hafer, inländischer, 18,50 bis 21,50; Mais (gelb) 17,75 bis 18; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 39,50 bis 40; Roggenmehl 25 bis 25,50; Weizenkleie 9,25; Roggenkleie 9,50 bis 9,75 Mk. Tendenz: ruhig. De und 7 3u T 125.6* 66.5 58 25 74.25 91.9 91.25* 80.5 85 82 100 42 fi 36 23 28,5 2D 46 91 5 62,75 27 5,25 107 42.75 46 37 K # ’M, Während die Weltwirtschaftslage einzelne Zeichen der Besserung aufweist, bat sich die Wirtschaftslage Deutschlands nach den Berichten der preußischen Handelskammern von ihrem Tiefstände noch nicht erholt. Die Lage des Arbeitsmarktes ist weiterhin sehr schlecht. Die Schlüssel-Industrien (Kohle und Eisen) leiden nach wie vor schwer. Die Lage der Textil-Jndustrie hat sich noch etwas verschlechtert. An der Börse ist ein leichter Rückschlag eingetreten. Rur einzelne Wirtschaftszweige, wie die Kali-Industrie und das Rahrungsmittelgewerbe, zeigen bessere Absätze. Der Ausfuhrüberschuß von 87 Millionen im Januar gegenüber 36 Millionen im Dezember ist erfreulich, darf aber nicht zu weitergehenden Schlussel! verleiten. Die Großhandels-Indexziffer ging im Januar gegenüber Dezember um 1,2 Pro;, zurück, sie beträgt setzt 120. Gegenüber Januar 1925 ist die Jude rzisser der Jndustriestoffe um 6.8 Proz. und die der Agrarerzeugnisse um 16,6 Proz. gefallen, gegenüber Januar 1924 ist die Indexziffer der Jndustrie- 100 99,35 11,8) j 38 | 146,25 I 108.5- ! 127, 127 । 73.5 ! 120 ! 84 | 102* 6,55 i 0 039 । 83.25 41,5 44,5 87* 103,5* 114.12 119,5 33 46,75 75.25* 80* 80,5 53 136* 131 5* r D Kud ?Ung ^ste dvrde Nies Morgen letzter Tag unserer Kaffee-Werbe-Woche! Beim Einkauf von W Kaffee oder '/«Pfd. Tee erhalten Sie W Würfelzucker oder 1 Tafel Schokolade (100 Gr.) Beim Einkauf von %Ptunfl Kaffee oder Wund Tee erhalten Sie eine Kaffee-Tasse oder eine Kaffee-Dose gratis! deutschlands findet man hier am Start. 3n Dessau versammelt sich Mitteldeutschland zum Berbandsossenen des S. E. Rire. Hamburg sieht einen Schwimmklubtampf zwischen dem dortigen S. B. 79 und dem S. D. Sanitäts Eimsbüttel. Der Kreis IX veranstaltet einen Wasserball-Lehrgang. Wintersport. In Berlin wird die Deutsche Kunstlaufmeisterschaft zum Austrag gebracht, bei dem B. S. C und Göta-Stockholm, der schwedische Meister, ein Eishockey-Wettspiel austragen. Weiter soll der Allgäuer Derbands-Sprunglauf und ein internationales Skispringen auf dem Semmering abgehalten werden. Radsport. Die erste Fernfahrt ist Köln-Münster-Eifel- Köln. „Der Meisterehrentag", ein großes Saalsportfest, wird in Leipzig abgehalten. Dresden bringt eine Querfeldein-Meisterschaft. SÄ ■ i«i M mietet alr ®Ic,d Politik mltjuarb« ihrer Zusammen Herren aufwch Kformationssac sp'-gelN' das ' dem,ener MU, 1914 in den D Machtstellung in ganzen behaupt qel nicht trügen umstritten Eure erst in diesen • - «»* "• 60 25,25 5 106.25 4a,5 1 ®. »■’1 sL «Ä! S-natr-vtl" lohn, scheine"^ arern Wa lag onöEesch■ achtem m P-sischeZ zr-B-ltaM zielten neue Gewinne bis zu 3 Prozent. Montanaktien tendierten gleichfalls lehr fest. Kurssteigerungen von 2 bis 3 Prozent bildeten die Regel. Kaliaktien setzten ihre Auf- wartsbcwegung fort. Auch Chemiewertc strebten weiter nach oben. 2. G. Farben plus 2 Prozent. Rütgerswerke plus 2,75 Prozent. Die Kursbildung der E l e i t r o a k t i e n, die in den letzten Tagen etwas zurückgeblieben war, schloß sich heute stärker der Aufwärtsbewegung an. AEG. plus 1,5, Schuckert plus 3,5 Prozent, Siemens & Halske plus 3 Prozent. Auch für Bankaktien zeigte sich etwas Interesse bei steigenden Kursen. Autoaktien lagen fest. Daimler plus 2.4 Prozent. Zuckeraktien waren nüt mäßig gebessert. Bon Zell- st o f f a k t i e u gaben Aschaffenburger leicht nach, Waldhof blieben unverändert. Die übrigen Werte des Kassamarktes schlossen sich überwiegend der aufwärtsstrebenden Tendenz an. Deutsche Anleihen lagen etwas fester, das Geschäft war ruhig. Auch in ausländischen Reuten vollzog sich das Geschäft in ruhigen Bahnen. Russen blieben gesucht, desgleichen ^Tür- len. Die Kurse waren aber unüerändert. Stärkeres Interesse beanspruchten wrK>er B o r - kriegsPfandbriefe, wo neue Kursbesserungen eintraten. Der Freiverkehr hatte nur geringe Rachfrage aufzuweisen, die Kurse blieben behauptet. Deckerstahl 45, Beckerkohle 51 Proz., Benz 40 Proz., Brown-Doveri 68 Proz.. Entreprise 10, Growag 53 Proz.. Kabel Rheydt sehr fest 110,5 Proz., Äfa 54 Proz.. Äfra 63,5 Proz. Der weitere Verlauf der Börse blieb freundlich gestimmt, die Ämsatztätigkeit flaute jedoch etwas ab. Das Angebot am Geldmarkt ist unverändert reichlich. Tagesgeld 5,5 bis 6.5 Proz., Monatsgeld 6.5 bis 8,5 Prvz. je nach Adresse. Bankdiskonten 5 Proz., Zndustrie- Akzepte 6 Proz. Der französische Franken schwächte sich weiter leicht ab. Die Pfund- parität stieg auf 130,45. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 67,5 75,25 9225* 83,75* 86* 1103,7* 43,75 39 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, >. März. Die in sich f e st e Tendenz der Aktienmärkte kam heute wieder stärker zum Ausdruck. Man hörte schon während der ersten Stunde überaU nur Geldkurse. Die ersten Notierungen brachten Befestigungen von 1 bis 2 Prozent. Für Schiffahrt saktieu wirkten die Hopag-Harriman-Berhandlungen und die Freigabe- aussichten stark anregend, und die Kurse zogen weiter an. Die horizontalen Konzentrativnsabsichten der deutschen Groß-Elektroindustrie führten zu einer günstigen Meinung für Elek- t r o w e r t e. Reben diesen Sonderbewegungen blieben aber auch die bisher bevorzugten Gebiete in einer nach oben gerichteten Bewegung. So erhielt sich das Interesse für Borkriegspsand- briefe, die weiter anzogen. Auch K a l i a k t i e n waren stärker gefragt, wobei auf die staatliche Düngemittelgarantic verwiesen wurde. Anregend wirkte weiter die leichte Verfassung oes Geldmarktes, und die gestrige Rede des Reichskanzlers, daß jetzt alles daran gesetzt werden müsse, um die deutsche Wirtschaft neu zu beleben. An, Geldmarkt hörte man tägliches Geld mit 5,5 bis 7 Prozent, Monoisgeld 6,5 bis 7,5 Prozent. Im Devisenverkehr scheint Paris gegen London weiter abzubröckeln. Die Pfundparität stellte sich heilte aus 130,90. Mailand lag international * Äeberzeichnung der 7proz. thüringischen Staatsanleihe. Die Zeichnung auf die 7proz. thüringische Staatsanleihe von 1926, die bekanntlich von einem Konsortium unter Führung des Bankhauses Mendelssohn u. Co., Berlin, und der Reichskreditgesellschaft, Berlin, übernommen wurde, ist nach Äeberzeich- nung durch Sperrstücke vorzeitig geschlossen worden. ' Eine Zwanzig-Million en-An- leihe der Stadt Mannheim. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß die Ausnahme einer ausländischen und einer inländischen Anleihe von je 10 Millionen Mark für bereits bewilligte Änternehmungen. die aber erst duvch- geführt werden können, wenn diese Anleihen abgeschlossen sind. Man hofft, die Anleihen zu günstigen Bedingungen abschließen zu können. * Elektrische Licht- und Kraft- an.lagen A.-G. Berlin. Die Gesellschaft legt nunmehr ihre erste, auf den 30. September 1925 gezogene Srtragsbilanz vor. Der zum 23. März anberaumten ordentlichen Hauptversammlung wird die Berteilung einer Dividende von 8 Prozent auf die Stammaktien und von 6 Prozent auf die Borzugsaktien vorgeschlagen. 54194 Reichsmark werden an Aufsichtsrat-Tantieme ab- gesührt und 39 193 Reichsmark auf neue Rechnung vorgetragen. Der für das Berichtsjahr ausgewiesene Bruttogewinn (aus Wertpapieren, Dividenden, Zinsen und Berschiedenem) beläuft sich auf 2 240197 Reichsmark; Handlungskosten betragen 214 832 Reichsmark, Steuern 477 660 Reichsmark und Anleihezinsen 12 519 Reichsmark, so daß sich ein Reingewinn von 1 535186 Reichsmark ergibt, der in der oben angegebenen Weise zur Berteilung gelangen soll. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr werden, soweit bisher übersehbar, von der Verwaltung als günstig bezeichnet. Da die Gesellschaft aus bilanztechnischen Gründen eine Verlegung des Geschäftsjahres auf die Zeit vom 1. Juli bis 30. 3uni beantragt hat, dürfte das laufende Geschäftsjahr am 30. Suni 1926 ablaufen, demnach also nur insgesamt 9 Monyte umfassen. Riederlassung des französi scheu Großindustriellen Michelin in Mainz. Die französische Gummireifensabrik von Michelin hat das große Fabrikgebäude der Ludwig Ganz A. G. in Mainz für 400 000 Mk. käuflich erworben. Cs wird beabsichtigt, von Mainz aus die bekannten Michelin-Gummireifen in Deutschland zu vertreiben; eine größere Menge ist bereits eingetroffen. __ Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. W.. 5. März. Tendenz: Fest und lebhaft. — Die Börse, die wieder im Zeichen einer Geschäftsbelebung steht, eröffnete fest. Besondere Anregung bot die gebesserte politische Situation in der Bölkerbundsfrage, ferner die günstige Entwicklung am Geldmarkt-. Die Käufe erfuhren eine wesentliche Förderung durch die gestrige Rede des Reichskanzlers. Die Ämsah- tätigkeit nahm infolgedessen wieder einen größeren Ämfang an und erstreckte sich auf fast alle Marktgebiete, die weitere Steigerungen aufzuweisen hatten. Für Schiffahrtswerte will Man sogar amerikanische Käufe beobachtet haben. Diese Werte standen in besonderer Gunst durch ein Kabeltelegramm, wonach der Gesetzentwurf über die Freigabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums. der jetzt dem Staatsdepartement zugegangen ist. schon in aller Kürze im Kongreß zur Verhandlung kommen soll. Infolgedessen waren Schisfahrtsaktien lebhaft begehrt und et* Briet 4.406 19 11 109,24 20.45 15.85 168.57 15,97 81,37 59,28 112,70 59 35 12.44 5,8'2 stosse NM 9,5 Proz. gefallen, während die der Agrarerzeugnisse um 11,2 Prag, stieg. Das kleine deutsch- sranzösische Handelsabkommen vom 12. Febr. 1926 sowie das Gesetz vom 16. Febr. 1926 über das vorläufige Wirtschaftsabkommen zwischen Deutschland und Spanien und das vorläufige Abkommen zwischen Deutschland und der Türkei zeigen einen gewissen Fortschritt auf dem Gebiete der Handelsverträge. Auch das deutsch-russische Handelsabkommen ist nach 'Austausch der Ratifikationsurkunden in Sxinft getreten Die Steuersenkungsaktion des Reichs wird von der Wirtschaft im allgemeinen freudig begrüßt, doch wird erwartet, daß die Länder und Gemeinden ebenfalls zu Steuersenkungen übergehen. Im einzelnen wird über die verschiedenen Wirtschaftszweige bemerkt, daß sich im R u h r b e r g = bau tr# Laufe te? verichtsmoncrts erneut Zeichen einer drohenden Verschlechterung der Lage fühlbar machten. Das frühzeitige Einsetzen milden Wetters schränkte den Hausbrand wesentlich ein, auch für den Rückgang des Industriebedarfes war das warme Wetter nicht ohne Einfluß. Die arbeitstägliche Wagenstellung lag im Februar mit 24 217 Wagen noch unter der außerordentlich geringen Gestel- lungszisfer des Januar. Infolgedessen sind am 15. Februar im Ruhrbergbau 1180 Mann entlassen worden, 2638 Mann gekündigt und für weitere 1725 Mann wurde die Kündigung in Aussicht genommen. Die Feierschichten überstiegen selbst die Höchstziffern des vergangenen Jahres beträchtlich. Weitere Entlassungen werden als unvermeidlich bezeichnet. Im Siegerländer Eisensteinbergbau, sowie in dem der Lahn- und Dill- Gebiete dauert die trostlose Lage weiter an. Im mitteldeutschen Braunkohlen-Gebiet weist die Förderung und der Brikettabsatz ebenfalls einen Rückgang auf. In D-utsch-Oberschlesien hat sich der Rückgang der fördertaglichen Leistung fortgesetzt. Der Absatz, der im Januar noch 1 374 071 Tonnen betrug, wird sich im Februar auf etwa 1 125 000 Tonnen stellen. Am K a l i - M a r k t haben die Abrufe der deutschen Landwirtschaft zwar zugenommen, werden aber nach wie vor durch die schwierigen Geldverhältnisie beeinträchtigt. Der Roheisen- markt liegt noch sehr still. Auf dem Walz- e i s e n m a r k t war nur ganz vorübergehend eine geringe Belebung zu verspüren. In den letzten Tagen erscheinen die belgischen Werke wieder auf dem Markt. Mie Schrottpreise, die sich vorübergehend etwas befestigt hatten, sind inzwischen wieder zurückgegangen. In Oberschlesien hat der Roheisenmarkt eine leichte Besserung erfahren. Die Konkurrenz des ausländischen Roheisens trat weniger stark in die Erscheinung. Die Eisen- gießereien mußten ihren Betrieb weiter einschränken. Bon 12 Hochöfen stehen nur noch 4 in Feuer. Dennoch trat eine Zunahme der Bestände ein. Auch in Fertigeisen waren leichte Ansätze zu einer Besserung des Absatzes zu bemerken. Der Eingang an Blechaufträgen hob sich. Die Wirtschaftslage der chemischen Industrie ist im Bergleich zur allgemeinen Lage günstig. Der Auftragseingang und der Aersand waren im Februar nicht voll befriedigend. In der elektrischen Industrie blieb der Auslandabsatz infolge der hohen Schutzzölle unbefriedigend. Eine langsame Zunahme der Aufträge verzeichnete die A u t o m o b i l i n d u st r i e. Am 5% Deutsche Rcichsanleihe • 4% Deutsche Reichsanleihe ■ 3V3ö/n Deutsche Reichsanleibe 3°/„ Deutsche Reichsanleibe ■ Deutsche Svarprämienanleihe 4% Preußische Konsuls • . . 4% Hessen ... • ..... 3W/o Hessen....... • • 3% Hessen........... Deutsche Dertb. Dollar-Anl. dto. Toll -Schatz-Auweiing.*) 4% Zolltnrlcn ..... 5% Toldmexilan« ... . Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Prlvat-Bank Darmst. und Nationalbank Deutsche Bank Deutsche Vereinsbank ... Disconto Commandit . . Metallbank. ..... Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterrerchische Creditanstalt Weltbank ....... Bochumer Gaß ..... Buderus Caro . Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpcncr Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laura Hütte Oberbedarf * • • • * Phönir Bergbau ..... Rheinstahl .......... Riebeck Montan ....... Tellus Bergbau. ...... Hamburg-Amenka Paket. .. Norddeutscher Llovd • ... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . «. . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont.-Guano .... Chemische Maper Alapin - . I. G. Farbcnindustrie, A.-G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung........ RütgerLwcrke......... Scheideanstalt . Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mamkrastwerke . ...... Schuckert . . . Siemens & Halske ..... Adlcrwerke Kleger ..... Daimler Motoren. ..... Hcvligenftaedt Meguin Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . . Konseroensabrik Braun . . . MetallgeseMo;oft Frankfurt. Schuhfabrik Her; . . Sichel . . . Zellstoss Waldhof -juckeriabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Baumakkt erfolgte die Wiederaufnahme her Bauarbeiten noch nicht in größerem Umfange. Auf dem Baustoffmarkt ließen die Preise etwas nach, namentlich Bauholz wurde billiger. Die Hypothekenbewilligung erfuhr durch die Steigerung der Pfand- briefturfe eine gewisse Erleichterung. In der Ziest e (i n b u ft r i e halten die Besteller zurück, weil sie mit Preisoerbilligungen rechnen, Vie jedoch nicht wahrscheinlich sind. In der Papierindustrie ist die Erzeugung nach wie vor teilweise bis zu 45 v. H. eingeschränkt. Der Bedarf an Wolle ist im allgemeinen groß, doch wurde am Wollmarkt bei der Zurückhaltung der Käufer noch kein erheblicher Umsatz erzielt. Trostlos ist die Lage im Weinhanoel. Dis Reichsbank Ende Februar. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 27. Februar nahmen in der letzten Februarwoche. die nur vier Tage umfaßt, die Bestände an Wechseln und Schecks um 79,9 Millionen, auf 1346 Millionen Reichsmark zu: dabei sind für 24,5 Millionen Reichsmark rediskontiert gewesene Wechsel in das Portefeuille der Bank zurück- geflossen. wodurch sich die Gesamtsumme der weitergegebenen Wechsel aus 484.2 Millionen Reichsmark ermäßigte. Die Lombardbestände stiegen um 20 Millionen auf 25,1 Millionen Reichsmark, und die Effektenbestande um 0,3 Millionen auf 234,2 Millionen Reichsmark. Die gesamte Kapitalanlage an Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten erfuhr somit eine Zunahme um 100,2 Millionen auf 1605,3 Millionen Reichsmark. Die in der Berichtswoche an die Dank gestellten Zahlungsmittelansprüche waren nicht unerheblich. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen sind zusammen 605 Millionen in den Verkehr abgeflossen, und zwar nahm* der Umlauf an Reichsbanknoten um 505,1 Millionen auf 2822,3 Millionen Reichsmark zu, und dem Umlauf an Rentenbankscheinen uin 99,9 Millionen auf 1335,4 Millionen Reichsmark; 2,2 Millionen Rentenbankscheine wurden getilgt. Die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen haben sich somit um 102,1 Millionen auf 251,6 Millionen Reichsmark vermindert. Die fremden Gelder erfuhren im wesentlichen im Zusammenhang mit den Zahlungsmittelckbslüssen eine Abnahme um 416,7 Millionen auf 585,9 Millionen Reichsmark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen fliegen in der Bcrichtswoche weiter an, und zwar um 62,7 Millionen auf 1843,2 Millionen Rm.; es erhöhten sich die Bestände an Gold uni 21 Mill, auf 1382,4 Mill. Rm., die an deckungsfähigen Devisen um 41,6 Mill, auf 460,8 Mill. Rm. Die Deckung der Roten durch Gold allein betrug 49 Proz. gegen 58,7 Proz. in der Vorwoche, die durch Gold und deckungsfähige Devisen 63,3 Proz. gegen 76,8 Proz. in der Vorwoche. Berlin, 4. Miirz Amerikanische Note» .... Belgische Noten ....... Dänische Noten ...... Englische Noten........ Französische Noten ..... Holländische Noten...... Italienische Noten Norwegische Noten ..... Deutsch-Oestcrr.,älv0 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ..... Schweizer Noten...... Spanische Noten Tschechoslowakische Note« . . Ungarische Noten....... - 0.48 ,0,4825 - 0 23 I - । 3507 {0,3575 - 0,96 - 0,35 - 95 - 99,5 11,951 12 391 - 0,3107 0,38 0 3605 | 0.365 U 3507 | 0 36 Die reiche Inanspruchnahme unserer Kaffee-Werbe-Woche zeigt uns, daß wir bei unseren Freunden überall große Freude ins Haus bringen. Ausschlag- gebend ist wieder einmal die vorzügliche anerkannte Qualität unseres Röst-Kaffees, welche von keiner Konkurrenz übertroffen wird. 2057a Thams & Garfs, Gießen, Mäusburg 3,Teleph.829 matt. Dörsenkurle. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a.M. Berlin Schlug f.UtS l-Uhe. Kur, Schluß. Anfang Kur» | ‘xut-. Datum: | 4.3. 5- 3. 4 3 | 5.3 IMI 4. März. 5. März. Amtliche Noti rung Amtliche 9 Geld Dotierung Bries Geld Brief 147* Amst--Rotl. 168,12 168,.54 168,11 168,53 110.5* Buen.-Aires 1.685 1, 89 1,6j0 1.694 128* Brff.-Antw 19,06 19.10 19 055 19,095 128* Christiania. 89 U4 00,26 89.43 89,65 — Kopenhagen 108,91 109.19 108,75 109 04 120,6- Stockholm . 112,11 112,69 112,41 112,69 — Helsingfors. 10.558 10.698 10.555 10, 95 102.5 Italien. . 16.82 16,85 16.81 16.85 6.63 London. . 20,383 20,435 20,379 2O.4H — Ncuhork . . —— — 4,195 4,205 85* Paris. . . 15.625 15,65 r .609 15.640 Schweiz . . 80,74 60.94 80 74 HO.94 Spanien . 54,13 59,27 59,14 59,27 R7 5* Japan . . . Rio de Jan. ,,909 1.913 1,902 1,906 88,4* 104 5* H9.5* 123 7 0,009 0,611 ') 612 1.614 Wien in D-- Lest.'abgest. 59,10 59,24 59,12 59,26 Prag .... 5.416 12,456 12,416 12,456 Belgrad . . 7,392 7,4 >5 7.392 7,413 44* Budapest. . Bulgarien . 5,875 3,025 6,895 3,035 21,255 0,875 3,045 5,895 3,055 82,2 i» Lissabon 21.205 21 225 21.275 Damig. . . Konstantin. Athen. . . 80.85 81.05 81). 85 81,05 2,19 2,20 2,19 2,20 — 5.94 6.96 5 5-8 6.00 1 — Canada. . . 4,174 4,184 4.172 4,182 1 •— Uruguay. . 4,305 4,315 4.288 4.298