15 benn | enb dir jiren ?.« > ' L i Ichvana tu ' ^Qttert hn« • er frohoS °“5 st de nLm,ut- »en -»bQn“;n' [w ne utfi" qi ,tQ9«n fiü&er, der M^. liw'r r2“"nt' b-i) i erfüUie ?; -Onß ,hm eine verstanden, der groß. Außerdem al)ren schon 2 M l°- denn %r- tt7Niäne „an6 kommen. D bit ,®u4f jnbttts Programm ai5 « um 7,20 Uhr auf d L-r Hamburg ^'"Über aus Bahn. FÄi typen. 9t.) wenn Sie \ Strati OCftE' -linSW SOC°taK- >rogran,m urpet rne‘" iluten [»r,Ä , »o^Cenä60, Nr. 30 Erster Blatt 116. Jahrgang Zreitag, 5. Sebruar 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse.- Schriftleitung 112, Der« lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Srantfurtam Blain 11686. Eichener Anzeiger Generaf-Anzetger für Oberhessen vntS vnb Verlag: vrühl'sche Umverfitüls-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Zchnftleitung und Geschäftsstelle: Zchnfstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig! für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°,, mehr. Thefredakteui: Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil 5ans Füstel, sämtlich in Gießen. Die tschechoslowakische Sprachenverordnung (Kin neues Mittel zur Beseitigung der deutschen Spruche. präg, 5. Febr. (TU.) Gestern wurde die Verordnung zum Sprachengeseh veröffentlicht. Sie regelt den Sprachgebrauch für eine Reihe von Ministerien, Staats- und Kommunalbehörden und bedeutet einen weiteren Schritt zur vollständigen Tschechifierung des öffentlichen Lebens und zur Festlegung der tschechischen Sprache nicht nur als Staats-, sondern auch als Verkehrssprache. Sämtliche Staatsbehörden haben ihre Amtshandlungen grundsätzlich in der tschechischen Sprache vorzunehmen. Eingaben an die Behörden müssen zurückgewiesen werden, wenn sie in einer Minderheitssprache eingebracht werden. Erledigt werden sie nur in der Staatssprache. Ausgenommen hiervon sind nur die Eingaben an die Steuerbehörden. Vor Gericht ist nur in der Staatssprache zu verhandeln. Sine abweichende Regelung ist nur für solche Bezirke getroffen, in denen die nationale Minderheit 20 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Staatsbeamte können in Zukunft nur Personen werden, die die Staatssprache vollständig beherrschen. Das gilt auch für die Geschworenen. Somit können auch in deutschen Bezirken nur Tschechen zu diesem Amt berufen werden. Das Erscheinen der Verordnungen ruft in der gesamten deutschen Bevölkerung des Staates größte Erregung hervor. Die drakonischen Bestimmungen, die vielfach über das Gesetz hinausgehen, bieten eine bequeme Handhabe zur fast völligen Entfernung der wenigen noch übrig gebliebenen deutschen Staatsangestellkcn. Auch die letzten Reste der deutschen Gemeindeautonomie werden abgebaut. Abgesehen von den gemischt-sprachlichen Gebieten hat die tschechische Sprache überall aus- schließlich Geltung, und auch in den gemischt-sprachlichen Bezirken genießt sie große Vorrechte. Ganze Gemeinden, in deren Rat auch nur ein einziger tschechischer Vertreter sitzt, müssen sich zum Gebrauch der tschechischen Sprache verstehen, während im umgekehrten Fall die deutsche Sprache keine Rechte hat. Die Verordnungen sehen auch in den Handels- und Gewerbekammern und anderen öffentlichen Korporationen absolute Vorrechte der tschechischen Sprache gegenüber der deutschen fest. Deutschlands Vertretung in Genf Eine Unterredung Briands mit dem britischen Botschafter. Paris, 4. Febr. (Havas.) Ministerpräsident D r i a n d hat heute vormittag den englischen Botschafter Lord Crewe empfangen. Gegenstand der Verhandlungen war der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, dessen Zulassungsantrag in Genf man unverzüglich erwartet. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund würde zweifelsohne die Aenderung in der Besetzung der ständigen Verwaltungsorgane des Völkerbundes zur Folge haben. Deutschland wünsche den Posten des zweiten Generalsekretärs, und wenn dieser ihm zugesprochen werde, beabsichtige es, ihn dem Grasen Drockd orff-Rantzau anzuvertrauen. Veichsaußenmin ister Stresemann würde selbst Deutschlands Delegierter beimVölker- bund werden und sich durch Gras Bernstorff vertreten lassen. (Die Gewähr für die Richtigkeit dieser Meldung muß in vollem Umfang der Havasagentur überlassen bleiben. D. Red.) Freiheit der Lust! Der Auswärtige Ausschuß zur den Luftsuhrtverhaudlungeu. Berlin, 4. Febr. (TU.) Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstags wurde unter Vorsitz des Abg. Hergt (Dn.) zunächst die Frage des Luftverkehrs behandelt. Nach längerer Aussprache wurde folgende Entschließung mit allen gegen eine Stimme angenommen: „Der Auswärtige Ausschuß hat die Mitteilungen des Herrn Reichsverkehrsminifters zur Kenntnis genommen und spricht den Wunsch aus, daß bei den Pariser Verhandlungen die weit über die Bestimmungen des Versailler Vertrags hinausgehenden Beschränkungen der deutschen Luftfahrt beseitigt werden. Die Gunst der geographischen Lage, ebenso wie die für uns sprechenden Bestimmungen des Völkerrechts geben uns die Möglichkeit, sowohl für die wirtfchaftliche als auch für die sportliche und wissenschaftliche Luftfahrt volle Freiheit zu erlangen. Der Auswärtige Ausschuß ersucht die Regierung, die Verhandlungen in diesem Sinne zu führen." Es folgte eine umfangreiche Diskussion über das Minderheitsrecht und die damit zusammenhängenden Schiedsgerichtsverträge, wobei es jedoch zu Beschlüssen des Ausschusses nicht kam. Dr. Seipels Berliner Besuch. Berlin, 4. Febr. !WD.) Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel wurde heute vom Reichsminister Dr. Stresemann empfangen. Mittags gab der österreichichse Gesandte Dr. Frank zu Ehren Dr. Seipels ein Frühstück. Der Einladung dgzu hatten der Reichskanzler, die Reichsminister Dr. Stresemann, St in gl, Haß linde, Dr. Marx, weiter der ehemalige preußische Ministerpräsident Stegerwald, der preußische Wohlfahrtsminister Hirt sies er, ferner der apostolische Run- Der Konflikt bei der Reichsbahn. Manche früher so eifrigen und unbedingten Hänger des Dawesplanes müssen nun sehen und erleben, daß dec Dawesplan auch für Deutschland eine andere Ordnung bedeutet. Der Konflikt mit der Reichsbahn zeigt oör allem, daß in der Berkehrs- wlitik nicht mehr die wirtschaftlichen und sozialen Interessen des deutschen Volkes den Ausschlag geben. Die Reichsbahn hat es nbgelehnt, sich dem Schiedsspruch des Schlichters zu unterwerfen. Es läßt sich nicht sagen, ob sie mit ihrer Auffassung beim Reichsbahngericht durchdringen wird. Aus dem Reichsbayngefetz lassen sich Bestimmungen für und wider ausführen, ein Beweis da- ür, wie oberflächlich dies „Gesetz" seinerzeit ausgearbeitet, beraten und beschlossen worden ist. Die Reichsbahn beruft sich auf ihre Finanzlage, also darauf, daß sie sich in erster Linie für berufen hält, die finanziellen Ansprüche auf Grund des Dawesplanes sicherzu- tellen. Weder für Tarifsenkungen noch für Lohnerhöhungen ist die Reichsbahn zu haben. Wenn sie ich zu Tarifsenkungen entschlösse, würden die Lohnerhöhungen überflüssig sein. Die Reichsbahn begründet ihre Tarifpolitik damit, daß die Preise für alle Materialien gestiegen seien, während sie auf der anderen Seite die Belastungen aus dem Dawesplan herauswirtfchaften müsse. Diese betragen für das zweite Dawesjahr nahezu 700 Millionen^Mark, eine Summe, die die L e i st u n g s - und Tragfähigkeit der Reichsbahn weit über- steigt. Die Materialpreise lassen sich nicht senken, wenn die Reichsbahn ihre Tarife aufrecht erhält. Von dieser Seite her ist also keine Abhilfe möglich. Es ist sogar wahrscheinlich, daß die finanzielle Lage der Reichsbahn weiter verschärft wird. Um die Summen für die Obligationszinsen usw. aufzubringen, unterläßt die Reichsbahn, den Wagen- und Lokomotivpark der Reichsbahn zu ergänzen. Das wäre aber um so notwendiger, als den« Park noch sehr viel alte Wagen und Lokomotiven angehören, die schon lange hätten ersetzt werden müssen. England, dessen Eisenbahnnetz um ein Drittel geringer ist als das deutsche, verfügt über ebensoviel Güterwagen und Lokomotiven als Deutschland. Das Reichsbahngeseh läßt immerhin die Möglichkeit offen, daß die Reichsregierung eine Senkung der Tarife fordert, wenn dies im volkswirtschaftlichen Interesse liegt. Allerdings bedeutet das nicht, daß die Reichsbahn- Verwaltung die Forderung erfüllt. Sie selbst ist es ja auch nicht, die die letzte Entscheidung zu treffen hat. Diese liegt beim Eisenbahnkommissar, für den der Dawesplan das oberste Gesetz ist. Aber den Versuch muß die Reichsregierung machen, die eisernen Klammern, die die Reichsbahn umschließen, zu lockern. Die Wirtschaftskrise wäre weniger scharf, die Arbeitslosigkeit weniger groß, wenn die Reichsbahn ihre volks- und verkehrspolitische Aufgabe nur für die deutsche Wirtschaft erfüllen würde. Die Verteidigung Oesers Der Standpunkt der Gencraldirektion der Reichsbahngesellschaft. Berlin, 4. Febr. (WB.) Anläßlich der gestrigen Vorwürfe des Haushaltsausschusses gegen die Reichsbahngesellschäft gewährte Generaldirektor Dr. O e f e r einem Vertreter des WTB. ein Interview, in dem er u. a. folgende Aufschlüsse gab: Im Reichstage und in den Ausschüssen des Reichstags wurde der Vorwurf erhoben, daß die „ominösen Bestimmungen des Reichsbahngesetzes nicht von Ausländern, sondern von den deutschen Vertretern in das Gesetz hineingearbeitet worden seien", und daß weiter „die Reichsbahnverwaltung bemüht sei, das Reichsbahngesetz möglichst zu U n - gunsten des Reichs und zum Vorteil der leitenden Personen auszulegen". Das ist eine unerhörte Beschuldigung, die beinahe ehrenrührig ist. Man vergißt zu leicht, wie die Verhältnisse bei der Dawesgesetzgebung legen. Das Dawes- gutadjten über die Reichsbahn, das als Grundlage für das Reichsbahngesetz zu gelten hatte, barg die Gefahr einer wirklichen Internationalisierung der Reichsbahn in sich. Ich stelle ausdrücklich fest, daß es dem Geschick und der wahrhaft deutschen Einstellung I der deutschen Unterhändler (Reichsbahnoertreter und | Reichsvertreter zu verdanken ist, wenn uns die Deutsche Reichsbahn erhalten geblieben ist, in der dem Deutschen Reich im Gegensatz zum Dawesgut- achten das Eigentum sichergestellt ist und die deutsche Mehrheit des Verwaltungsrates durchgesetzt wurde. Ich betone, daß keine Bestimmung des Ge« sehes ohne Zustimmung der Reichsregierung entstanden ist. Dieses Reichsbahngeseh wurde dann von einer Zweidrittelmehrheit des Deutschen Reichstages angenommen. . Die deutsche Reichsbahn ist damit verpflichtet, das Gesetz zu befolgen. Von irgendeiner Auslegung des Gesetzes zuungunsten des Reiches kann nirgends die Rede sein. Der oberste Grundsatz für die Reichsbahn muh nach wir vor sein, ihren finanziellen Lasten gerecht zu werden. Die finanziellen Lasten bestimmen maßgebend die Tarif- und Personalpolitik. Ich bemühe mich dauernd, alle irgendwie strittigen Fragen mit der Aufsichtsinstanz, dem Reichsverkehrsminister, auf gütlichem Wege ins reine zu bringen. Es gibt naturgemäß Fragen prinzipieller Ratur, wobei dies nicht möglich scheint. Eine solche Frage ist auch die der Leistungszulagen. Diese umstrittenen Leistungszulagen, die 1925 in einer Höhe von 20 Millionen verausgabt wurden und etwa in Höhe von 22 Millionen für 1926 Vorigesehen sind, machen etwa 2 Prozent der über eine Milliarde betragenden B e a m t e n b e s o l- düng aus. Sie sind in dem Gesetz ausdrücklich vorgesehen. 2a, das Gesetz sieht eine Summe von über 50 Millionen Mark im Jahre vor, die jedoch aus finanziellen Gründen nicht verausgabt werden kann. Die Leistungszulagen wirken nach dem Urteil aller sachkundigen Stellen außerordentlich gut und fördern die Wirtschaftlichkeit der Reichsbahn. Es besteht durch sie die Möglichkeit, daß das Personal besonders ausgezeichnete Leistungen vollbringt und bilden e'neri An reiz für d i e Tüchtigen. Die Angriffe gegen die bessere Bezahlung der kettenden Beamten berücksichttgen nicht bic veränderte Lage dieser Beamten. Zunächst sin die Gerüchte über die jetzige Höhe der Gehälter maßlos übertrieben. Cs handelt sich etwa um 100 leitende Beamte bei einer Gesamtzahl von 3200 oberen Beamten und 329 000 Beamten insgesamt. Die Verantwortung dieser wenigen herausgehobenen Beamten ist gegenüber dem früheren Reichsbetrieb unverhältnismäßig gestiegen. Das Verbleiben in ihrer Stellung ist mehr als in anderen Stellen abhängig von bem Erfolg ihrer Tätigkeit. Ich darf mir versagen, näher auf die Aeußerungen über Verschwendungssucht der Verwaltung einzugehen. Es ist mir kaum eine Klage bekannt, die sich bei näherer Rachforschung als haltbar erwiesen hätte. Daß eine gewisse Repräsentationspflicht auch im Interesse der Deutschen Reichsbahngesellschaft notwendig ist, wird niemand bestreiten. Sie tut darin vielleicht weniger als manche andere Stelle. Es ist ein scharfer Vorwurf, wenn behauptet wird, daß die Reichsbahn gewinnbringende Einrichtungen an Privatgesellschaften abstvhe und dadurch das Reich schädig:. Ein solcher Vorwurf ist mir unverständlich. Ich weih nichts von einer Verminderung des Reichs- bahnvermögens. Das Recht der Reichsregierung zur Rachprüfung der Bilanzgewinn- und Der- lustrechnung der Gesellschaft ist durch Gesetz genau festgelegt. Die Reichsbahn wird selbstverständlich im Rahmen dieses Gesetzes alles tun, um eine Rachprüfung zu ermöglichen und zu erleichtern. Es wurde weiterhin die Anrufung des Reichsbahngerichts in dem bekannten Lohnkonflikt erörtert. Zur Genüge an» erlannt ist ja wohl die gespannte finanzielle Lage der Reichsbahn, die ihr keine Mehraus- tius Msgr. Pacelli und Weihbischof D. Deit- mer Folge geleistet; von Parlamentariern: Aeichstagspräsident L ö b e, Dr. Porsch, Prälat Dr. Schreiber, Domkapitular Leicht, Professor Dr. H o e tz s ch und Dr. Mittelmann. 2m Laufe des Rachmittags stattete Dr. Seipel dem Reichskanzler Dr. Luther einen längeren Besuch ab. Einem Mitarbeiter der „Germania" gegenüber erklärte Dr. Seipel über das Verhältnis der österreichischen Christlich^-Sozialen zu dem deutschen Zentrum, daß er gegen eine Internationale der katholischen Parteien sei. Er könne sich die Polittk und die politische Partei nicht vom Staate getrennt denken. Er fei verwundert, seine Reise nach Berlin als eine Anschluhdemvn- stration gedeutet zu sehen. Alle Freunde einer wirklichen Annäherung zwischen Deutschland und Oesterreich sollten möglichst wenig Aufsehen mach en, wenn irgendein Schritt erfolge, der einer innerlichen Annäherung förderlich sei. Demonstrattonspolitik halte er für keine gute Politik. Preutzischer Landtag. Berlin, 4. Febr. Die heute auf der Tagesordnung stehende Beratung der Städteordnung wurde durch Abstimmungen unterbrochen. 2n namentlicher Abstimmung wurde mit 186 gegen 137 Stimmen bei drei Stimmenthaltungen beschlossen, die Strafverfolgung des Abg. Kollermann (Komm.) wegen Gotteslästerung zu gestatten. Das Ergebnis dieser Ab- sttmmung gab zu lebhaften Kundgebungen der Linken Anlaß. Rufe wie „Pfafsengesindel" und „Fememörder" ertönten auf den Bänken der Linken Der Strafverfolgung des Abg. L a d e m a n n (Komm.) wegen Beleidigung der Kirche wurde gegen die Linke ebenfalls zugestimmt. Der völkische Abg. Daenicke, der hieraus in der fortgesetzten Debatte über die Städteordnung zum Wort kam, wurde durch die anhaltende Erregung der Linken über den Ausgang der Absttrnmungen fortwährend unterbrochen. In der Cinzelberatung wurde besonders die (Singe meinb u n g ß - frage besprochen. Beim § 17 vertagte das Hauß die weitere Einzelberatung auf Freitag. Hessen-nassauischer ProvinziaLlandtag. Kassel, 3. Febr. (Wolff.) Der Provinz- lanbtag der Provinz Hessen-Rassau trat beute vormittag zu einer kurzen Sitzung zusammen. Die Wahlen zum Staatsrat hatten folgendes Ergebnis: Gewählt tourben Bürgermeister Gräf- Frankfurt a.M. und Landesrat Hering von der Sozialdemokratischen Partei, Rechtsanwalt Hermann Rumpf- Frankfurt a. M und Landeshauptmann von Gehren - Kassel als Vertreter der Deutschnationalen bzw. der Deutschen Volkspartei, und Oberbürgermeister Dr. Antoni- Fulda als Vertreter des Zentrums. gaben gestattet, ohne daß entsprechende Deckung dieser Ausgaben vorßandeii ist. Es ist unmöglich, die Sacharisgaben weiter zu drosseln. Cs wurden der Reichsbahn im Lause des letzten Geschäftsjahres neue Personalausgaben durch Schiedsspruch uiib Reichstagsbeschluh (insgesamt 280 Mill.) auserlegt. 'Dadurch ist die Balancierung des Haushalts erschwert. Es ist deshalb notwendig, endlich eine Entscheidung darüber herbeizuführen, ob diirch die Derbindlichkeitserllräung des Schiedsspruchs, ohne Rücksicht ob Deckung vorhanden ist, weitere P er s o n a l la st e n der Reichsbahn ausgepackt werden können. Der letzte Streitfall "wurde deshalb zum Anlaß genommen, um diese prinzipielle Rechtsfrage auszutragen. Der jetzige Moment scheint deswegen geeignet, weil es sich um eine nicht zu hohe Lohnaufbesserung handelt, sodaß bei einer Verzögerung der Auszahlung durch den Rechtsstreit das Personal nicht allzu sehr leidet. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß das Reichsbahngericht für diese Frage zuständig ist. Jedoch wird das Reichsbahngericht selbst zu entscheiden haben, ob es zuständig ist und ob der Reichsbahngesellschaft auf diesem arbeitsrecht- lieben Gebiet eine Sonderstellung zukommt. Cs muß doch zulässig sein, bei einer Differenz in der rechtlichen Auffassung das Gericht um Entscheidung anzurufen. Die Reichsbahn weigerte sich niemals, ihren Arbeitern da zu helfen, wo sie hinter dem Lohn der Industriearbeiter zurückblieben. Auch ohne Rücksicht auf den schwebenden Lohnstreit wird sie den Lohnangleich durchführen. Wie auch der Spruch des Reichsbahngerichts ausfallen mag. ich werde mich stets dafür einsetzen, zu einer Verständigung mit der Arbeiterschaft zu gelangen. Ich muß aber Verständnis für das finanzielle Können der Reichsbahn voraussehen. Wenn uns der Vorwurf gemacht wird, daß wir für uns eine Sonderstellung verlangen, so wurde uns diese Sonderstellung durch das Reichsbahn- gesetz mit der Auferlegung der Reparationslast zugewiesen. Die örtlichen Angleichlöhne. Berlin, 4. Febr. (WTB.) Von der Deutschen Reichsbahngesellschaft erfährt das WTB.: Der Schiedsspruch vom 29. Dezember 1925 enthält neben der allgemeinen Lohnerhöhung für die Deutsche Reichsbahngesell- schaft die Verpflichtung, Lohnunterschiede wesentlicher Art gegen die Privatindustrie zugunsten der Deichsbahnarbeiter örtlich aus' zugleichen. Zu diesem Angleich hat sich die Deutsche Reichsbahngesellschaft von jeher bereit erklärt. Sie hat auch an dieser Bereitwilligkeit festgehalten, obwohl sie den Schiedsspruch als Ganzes nicht durchführen konnte und zur Anrufung des Reichsbahngerichtes gezwungen war. In der Besprechung, die über den örtlichen Angleich mit den Tarifgewerkschaften stattfand, verlangten diese, daß bei Rachprüfung der Ortslohnzulagen die im Schiedsspruch festgelegten Tariflöhne zugrunde gelegt werden sollten. Die Deutsche Reichsbahir- gesellschaft konnte dagegen vor Austragung des schweoenden Rechtsstreits folgerichtig als Ver- handlungsgrundlagen nur die jetzt gelten- den Löhne anerkennen. Sie mutete dabei aber den Gewerkschaften keineswegs einen Verzicht auf ihren Rechtsstandpunkt zu. Obwohl somit recht- lich einwandfreie Grundlagen für die Vereinbarung der Ortslohnzulagen mit Öen Sarif- gesellschaften gegeben waren, haben diese an ihrer Auffassung festgehalten. Am unter diesen mehr oder weniger doch rein theoretischen Meinungsverschiedenheiten ine Arbeiter, denen örtliche Lohnerhöhungen zuteil werden sollen, nicht leiden zu lassen, wird die Deutsche Reichsbahngefellschaft nunmehr von sich aus eine Rachprüfung vornehmen und die danach notwendigen Erhöhungen schleunigst anordnen. Deutscher Reichstag. Berlin, 4. Febr. Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des oon dem Rechtsausschuß eingebrachten Sperrgesetzes, durch das alle Aus- einanderfetzungsprozesse mit Fürstenhäusern bis zur reichsgesetzlichen Regelung der Abfindungsfrage a u s g.e s e tz t werden sollen. Rach dem Antrag des Ausschusses soll das Gesetz mit dem 30. Juni 1926 wieder außer Kraft treten. Das Sperrgesetz wird ohne Debatte in zweiter und dritter Beratung in der Ausschußfassung gegen die Stimmen der Deutsch- nationalen und Völkischen angenommen. Präsident Löbe stell: fest, daß die Annahme mit der für Verfassungsänderungen erforderlichen Mehrheit erfolgt ist. In der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs über Militärgerichte und militärgerichtliches Verfahren wird die Regierungsvorlage gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Kommu- niften unverändert angenommen. — Zu dem gestern angenommenen Militärstrafrecht wird in namentlicher Abftimung mit 216 gegen 125 Stimmen bei vier Stimmenthaltungen ein Zenlrums- antrag angenommen, in dem um einen Gesetzentwurf ersucht wird, nach dem für alle im öffentlichen Dienst stehenden Personen die Herausforderung zum Zwei kam pf ober die Annahme der Herausforderung als Grund der Entlassung ober fristlosen Lösung bes Vertragsoerhältnifses gelten soll. Sozialfragen im Haushaltsausschutz. Berlin. 4. Febr Der HauShaUSausschuL bei. Reichstages erledigte die Restberatung und Restabstimmungen über die Haushalte des Reichstages und der Reichs schuld für das Rechnungsjahr 1926. Desgleichen werden die Reste des Haushaltes des Rcichsverkehrs- m i n i st e r i u m s l Eisenbabnobteilnng) erledigt. Es folgt die 'Beratung des Haushaltsgesetzes. Hierzu wurde ein Antrag Mvrath (*$>. Vp.) und Genossen angenommen, folgenden § 5 A einzufügen. Die nach den Grundsätzen und laufenden Bestimmungen angenommenen und geprüften, aber infolge Heeresdienst erst nach dem 31. März 1920 planmäßig angestellten Sekre- la re (Assistenten älterer Ordnung) sind zur Ergänzungsprüfung für die Besoldungsgruppe 7 zu- gelaflen. Ein Ministerialdirigent widersprach dem Anträge, der verfassungswidrig sei. Hierauf wird ein Antrag Ersin g (Z.) in folgender Fassung angenommen: „Die Reichs- regicrung soll ersucht werden, zur Verbesserung der Verwaltung Beamte und Beamtenanwärter bis zu 2 ix H. einzustellen und im Aeberschrei- tungssall dem Ausschuß Mitteilung zu machen. Staatssekretär Wcoer gibt die Erklärung ab, daß die Regierung vor Masseireinstellungen den Haushaltsausschuh befragen werde. Von den Abg. Stück len (Soz.) und Schmidt (Dntl.) wird darauf beantragt, einen neuen § 8 aufzunehmen, die zweiten freigewordenen und besetzbaren Stellen der Besoldungsgruppen 1 bis 12 mit geeigneten besonders vor- gemcrkten Wartestandsbeamten zu besetzen. Diese Bestimmung soll sinngemäß für die Beamten gelten, die aus Grund des § 24 des Reichsbeamtengesetzes künftig in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden. Der Antrag wird mit großer Mehrheit angenommen. Es folgt die Etatberatung des Reichs- a r b e i t s m i n i st e r i u m s. Zu Beginn dieser Beratung gibt Reichsarbeitsminister Dr. DrauaS einen kurzen Ucberblid über die Arbeiten des Amtes auf dem Gebiet der sozialpolitischen Gesetzgebung Im 2ahre 1925. Rach langem Hin und Her stände nunmehr das Arbeits- gerichtsgeseh unmittelbar vor dem Abschluß im Reichsrat und vor der Vorlage an den Reichstag. Sehr umfangreich und schwierig seien die Arbeiten für das neue Arbeiterschuhgesetz und das dieses ergänzende Bergarbeitergesetz gewesen. Die Arbeiten an diesem Entwurf seien im Ministerium abgeschlossen. so daß die Beratung mit dem Arbeitsrechtsausschuß und dem Reichsministerium und den Länderrcgierungen unmittelbar bevorstehe. Alsdann werde das Reichslabinett Beschluß fassen können. Der wichtigste Teil des Gesetzes seien die Bestimmungen über die Arbeitszeit. Der neue Entwurf einer Arbeitslosenversicherung sei dem Reichswirt- schaftsrat und dem Reichsrat vorgelegt. Zum Schluß seiner Darlegungen sprach der Minister die Bitte aus, man möge das unwahre Schlußwort „Abbau der Sozialpolitik" durch die Reichsregierung oder das Reichsorbeitsministerium endlich aufgeben. Die Tatsachen bewiesen das Gegenteil. Berichterstatter Abg. Hoch (Soz.) weist darauf hin, bafc auch im kommenden Jahre mit sehr schweren Aufgaben gerechnet werden müsse. - Sparausschuß und Sparlommifsion hätten allerdings auf dem Gebiete der Sozialpolitik eine ? Arbeit geleistet, die von den schlimmsten Folgen für das Volk begleitet sein werde. Den Wider- ständen kurzsichtiger Anternehmerkreise gegen die Sozialpolitik sei das Ministerium nicht entschieden genug entgegengetreten. Wir ersuchen, so fährt der Redner fort, insbesondere die Kurz- arbeiterfrage in Angriff zu nehmen, die produktive Erwerbslosenfürsorae zu fördern und namentlich auch mit der Sisen- bahnverwaltung wegen der Vergebung von Aufträgen unter Bereitstellung von R o t - standsarbeiten in Verbindung zu treten. Berichterstatter Abg. Er sing (Ztr.) wendet sich gegen die Propaganda, die neuerdings von sozialreaktionären Kreisen gegen das Reichs- avbeitsministerium betrieben werde. Die Mittel für die Erwerbslosenfürsorge seien wesentlich zu erhöhen. Im Schlußwort Wendel sich Dr. Brauns gegen die Auffassung, daß er etwas irgendeiner Schmälerung der Leistungen und des Wertes der Krankenkassen beabsichtigte. — Hierauf wird der Ausschuß auf kommenden Freitag vertagt. Das Arbeitsgerichtsgesetz im Rerchsrat angenommen. Berlin, 4. Febr. Die öffentliche Vollsitzung des Reichsrates vom Donnerstag wurde von dem neuen Minister des Innern Dr. K ü r z l geleitet. Angenommen wurde das Arbeitsgerichtsgesetz. Zur Regelung aller Streitigkeiten, die sich aus dem Lohn- und Angestelltenverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entwik- keln, sollen darnach künftig unter Beseitigung der bisher bestehenden Sondergerichte allgemein eingerichtet werden: Arbeitsgerichte für den Bezirk je eines Landgerichtes, ferner als 2. Instanz für die Länder je ein Landarbeitsgericht und als oberste Instanz ein Reichsarbeitsgericht. Die Zuständigkeit der Arbeitsgerichte erstreckt sich auf alle Arbeitnehmer auch bei Einkommen von über 5000 Mark und auch auf Streitigkeiten aus Tarifverträgen. Wenn der Streit von besonderer gesetzlicher Bedeutung ist, soll eine Berufung auch künftighin zulässig sein, wenn es sich um einen Wert von weniger als 300 Mark handelt. Jeder Mehraufwand, der den Ländern durch das Gesetz erwächst, soll vom Reich getragen werden. In der ersten Instanz sind Rechtsanwälte als Vertreter ausgeschlossen. Dagegen wird beim Landarbeitsgericht und beim Reichsarbeitsgericht der Rechtsanwaltszwang eingeführt. Bayern und Württemberg stimmten gegen die Vorlage. Die Fürstenabfindung. Aus dem Rechtsausschuft des Reichstags. Berlin, 4. Febr. Im Dechtsausschuß des Reichstags wurde die Generaldebatte über die Anträge zur Fürstenabfindung fortgesetzt. Vor Eintritt in die Tagesordnung erttä'te ein Ministerialdirektor vom Reichssinanzministe'- rium über die Steuerzahlungen der Hohenzollern. daß die Hohenzollernsche Hofkammer bisher die Steuern bezahlt imbe. Die Hofkammer habe die Auskunft erteilt, daß sie zum ersten Male 1922 eine Steueraufforderung erhalten habe. Für 1922 stehe die Steuerzahlung wegen der Deschlagnahmcauseinandersetzung noch aus. Es würden voraussichtlich für 1922 noch 30 000 Goldmart zu zahlen sein. Für 1923 seien zu verschiedenen Terminen 26 602 Papiermark, für 1924 670 116 Goldmack und für 1925 898 000 Goldmark an Reichssteuern gezahlt. Für 1920/21 fei nach der zweiten Steucrnotverordirung eine Veranlagung und Zahlung nicht erforderlich. Vorsitzender Abg. Dr. Kahl (St. Dpt.) weist darauf hin, daß der demokratische Gesetzentwurf mit Rücksicht auf den Kompromiß- antvdg zurückgezogen sei. Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) nimmt das Wort. Die Fülle des dem Ausschuß vorgetragenen Materials habe gezeigt, daß einmal das Eigentum der Fürsten vielfach recht zweifelhaften Charakter zeigt und daß auch andere Ansprüche der Fürsten in recht merkwürdiger Weise begründet werden. Bei der Prüfung des Privateigentumes der Fürsten müsse auch untersucht werden, ob fürstliches Eigentum in einer Weise erworben worden sei. die mit den heutigen Anschauungen von Sittlichkeit und Moral nicht vereinbar sei. Der Redner geht dann auf das Hohenzollernsche Privateigenttmi ein und sucht nachzuweisen, daß auch die von den Hohenzollern als ihr Eigentum bezeichneten Herrschaften. zu dem die nach dem preußischen Land- recht als Staatseigentum geltenden Domänen gehörten, eigenmächtig von den Hohenzollern durch Kabinettorders oder Scheinkäufe zum Hauseigen- Ium gemacht worden seien. Aufwertungsansprüche von 100 bis 1400 Prozent feien gestellt und zum Tell bewilligt worden, während den armen JnflationSopfern das Letzte genommen worden sei. t Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 4. Febr. Der Finanzausschuß nahm heute seine Beratungen bei Kapitel 39 (Äerzt- licher Dienst) wieder aus. Das Kapitel wurde genehmigt. Zu Kapitel 40 (Tierärztlicher Dienst» liegt ein Antrag Heinstadt und Genossen vor, tue Regierung zu ersuchen, sobald als möglich eine besondere Regierungsvorlage für den Neubau der Rotlaufimpfanstalt in Gießen vorzulegen, die Mittel oder einen Teilbetrag hierfür anzufordern. Der Antrag wurde angenommen, ebenso das Kapitel 40, Kapitel 41 (Hebammenlehranstalt in Mainz) wird genehmigt. Zu Kapitel 42 (Landes- Heil- und Pflegeanstalt) liegen Vorstellungen aus dcm Personal wegen höherer Einstufung im Gehalt vor und von Aerzteu wegen Wiedergewährung von Amtszulagen. D'e ersten Vorstellungen werden der Regierung als Material überwiesen, die zweiten abgelehnt. Dos Kapitel wird dann genehmigt. Zu Kapitel 41 bis 43 hat Abg. Dr. Leuchtgens einen Antrag gestellt, in den genannten Anstalten kein neues Personal mehr in Beamteneigenschaft anzustellen, sondern nur noch auf Grund kündbaren Dien st Vertrags anzunehmen. Dieser Antrag wird angenommmen. aber ein Anttag desselben Abgeordneten, die Pflegegeldsätze zu ermäßigen, wird abgelehnt. Weiter will Abg. Dr. Leuchtgens, daß das Pflege- und Aerztepersonal vermindert wird und Abschaffung der 48-Stunden-Woche, da es sich vielfach nur um Bereitschaftsdienst han- beit. Der Anttag wird ebenfalls abgelehnt. Kapitel 43 (Anstalt für Geistesschwache, Alicestif- hing) wird angenommen. Zu Kapitel 44 (Volks- gesundheitspflege) wird ein Anttag Delp angenommen, wonach das Kuratorium des Eleonoren» Heims aus 16 Mitgliedern bestehen soll (dem Anstaltsleiter, 5 Mitgliedern des Staates, 5 der Stadt und 5 des Vereins). Das Kapitel wird genehmigt. Ein zu Kapitel 45 (Jugendfürsorge) gestellter Antrag Dr. Leuchtgens, die Summe für die Beteiligung an den Aufwendungen für den Fürsorgedienst im Betrage von 144 000 Mark zu streichen und auf andere Positionen zu verteilen, wird abgelehnt. Ein Antrag Dr. Werner, die Regierung zu ersuchen, in Verhandlung mit der christlichen Caritas zu prüfen, inwiefern die Aufgaben der K r e i s f ü r so r g e- rinnen von christlichen Schwestern übernommen werden können, wird mit Stimmengleichheit eben- falls abgelehnt. Das Kapitel wird angenommen, gleichfalls Kapital 52 (Kunststraßen und Straßen - Verwaltung) und ein Anttag Büchner-Reiber hierzu, die Tagegelder auf 10 000 Mark herabzusetzen. Ferner werden angenommen Kapitel 63 (Fortbildungskurse für Lehrer an Volks- und höheren Schulen) sowie Kapitel 64 (Jugendpflege). Zu Sa- pitel 70 (Landesmuseum) liegt ein Antrag Birnbaum-Scholz vor wegen Einstufung des Hausverwalters in Gruppe 5 und der Amtsobergehilfen in Gruppe 4; ferner soll die Gleichstellung des Restaurators mit dem Präparator geprüft werden. Die Anträge werden gegen vier Stimmen angenommen. Ein Anttag Heinstadt ersucht die Regierung, die Frage zu prüfen, ob die Steinsamm- lungen des Landesmuseums, der Technischen Hochschule und der geologischen Landesanstalt sich nicht vereinigen lassen. Es könnte bann viel an Kosten gespart und Raum im Landesmuseum gewonnen werden. Der Antrag wird angenommen: ferner stimmt der Ausschuß einem Antrag Heinstadt zu, die Regierung zu ersuchen, die Direktor- (teile des Landesmuseums mit der Stelle des Leiters der Kunst- und historischen Sammlungen zu verbinden. Außerdem ist beantragt, die Stelle eines Hilfsarbeiters zu streichen. Der Antrag wird der Regierung als Material überwiesen. Das Kapitel wird genehmigt, gleichfalls Kapitel 71 (Förderung der Landesgef'chichte) und Kapitel 74 (Denkmalpflege). In der nächsten Sitzung soll über das Landestheater beraten werden. Kleine politische Nachrichten. Der deutsche Kreuzer „B e r I i n" ist von Argentinien kommend in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, eingetroffen und von der Bevölkerung sehr freundlich empfangen worden. Zwei Mann der Besatzung des Kreuzers haben im Hafen einen Mann vom Tode des Ertrinkens gerettet. Der Direttor der „Germania", des Berliner Zentrumsorgans. Karl Müller, erster stellvertretender Vorsitzender des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, eine der führenden Persönlichkeiten des deutschen Zei- I lungswefens, ist im Alter von 63 Jahren am I Herzschlag verschieden. Der Aeichsranz- l l e r und der Reichsminister des Auswärttgen sowie der Leiter der Presseabteilung der Reichsregierung haben an die Witwe des Verstorbenen bzw. an den Verein deutscher Zeitungsverleger herzliche Deileidskundgebungen gerichtet. * Der Führer des schlesischen Landbundes. Freiherr v. R i ch t h c> f e n - B o g u s l a w i h, der dem Reichstag als Vertreter der Deatschnatio- nalen Volkspartei angehört, hat seinMandat niedergelegt. Der Rachfolger Richthofens auf der deutfchnationalen' Reichstagsliste ist der Schweidnitzer Staatsanwaltschastsrat Dr. Schaeffer. Die Provinz Sachsen schließt das lausende Wirtschaftsjahr mit einem Uober schuß von über 3 Millionen Mark ab. * Infolge politischer Unstimmigkeiten mit den soszistischen otubenten legten der Rektor der N n i v e r s i t ät Florenz und mehrere Professoren ihre Aemter nieder. Man nimmt an, daß noch verschiedene andere Hochschulprofessoren ihrem Beispiel folgen werden, da auch an anderen Universitäten scharfe Gegensätze zwischen der Professorenschaft und den faszistischen Studentengruppen bestehen. Kunst und Wissenschaft. Line Arbeitsgemeinschaft auslanddeutscher Studierenden. Im Hause des Auslanddeutschtums in Stuttgart versammelten sich Vertreter der an den badischen und württembergischen Hochschulen studierenden Auslanddeutschen zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft auslanddeutscher Studierender an den Hochschulen Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg, Tübingen, Stuttgart und Hohenheim. Die Arbeitsgemeinschaft sieht ihre eigentliche Aufgabe in der Besprechung und Klärung allgemeiner, kultureller und wirtschaftlicher 3cut|d)tumsf ragen; zu diesem Zwecke sollen örllich wechselnde Schulungswochen veranstaltet werden. Französische Gelehrte in Frankfurt. Am Montag wird in Frankfurt a. M. im Forschungsinstitut für Kulturmorphologie (Museum für Völkerkunde) Prof. Dr. Leevy-Brühl von der Sorbonne über ..Zeit und Raum in der Vorstellung des Primi- ttven" und Prof. Dr. Rivet vom Institut d'Anchropologie über „Den Arsprung des amerikanischen Menschen" (mit Lichtbildern) sprechen. Die Einführung der ihm befreundeten Fach- genossen erfolgt durch Geheimrat Frobenius. Aus aller Well. Eine grauenhafte Mordtat. Eine grauenhafte Mordtat ereignete sich auf deut Gute des Landwirtes Hermann PellvieS in Has selb eck bei Kettwig (Rld.). D« dort beschäftigte 19jährige Knecht überfiel plötzlich die Frau des Besitzers, als sie mit dem Melken einer Kuh beschäfttgt war. Er schlug wiederholt auf sie ein und ließ sie stark blutend bewußtlos liegen. Darauf eilte er in die Wohnung ergriff die vierjährige Tochter und richtete sie ebenfalls mit einer Mistgabel bestialisch zu. Dann warf er das Kind die Kellertreppe hinunter und stürzte sich auf den 14jährigen Sohn. Auch diesen verletzte er sehr schwer. Der Junge hatte aber noch soviel Kraft, dcch er entfliehen und um Hilfe rufen konnte. Als die Rachbarfchaft herbeieilte, flüchtete der Tater. Die Frau wurde in schwer verletztem Zustande im Stall gefunden und ins Krankenhaus geschafft. Das vierjährige Kind ist tot. Den Sohn hofft man am Leben zu erhalten. Die Tat konnte unbemerkt geschehen, weil der Besitzer und die beiden älteren Söhne außerhalb weilten. Der Täter hat sich am Donnerstag abend freiwillig der Polizei in Heiligenhaus gestellt. Aebsr das Mottv der Tat verlautet noch nichts Bestimmtes. Der Täter ist Sohn achtbarer Eltern und hat die Schule bis Obertertia besucht. Der Arbeitgeber uni> die Rachbarn stellen dem seit einem halben Jahr auf dem Gut beschäftigten Eleven ein gutes Leumundszeugnis aus. Ob Geistesgestörtheit vorliegt, kann erst die Untersuchung ergeben. Tödlicher Anfall. In Aschaffenburg fiel ein Arbeiter der Zellstoffabrik Stockstabt in eine Bütte mit Lauge und konnte nur totherausgezvgen werden. Ein Ingenieur, der den Leichnam herauszog, erlitt gefährliche Verletzungen in den Augen. Der tödlich Verunglückte ist Vater von sieben Kindern, von denen drei verheiratet sind. ($in „Platz der Republik" in Berlin. In der Stadtverordnetenversammlung ergab die Abstimmung über den Antrag der Sozialdemokraten, den Königsplatz in Platz der Republik umzuwandeln, 122 Stimmen für und 81 Stimmen gegen den Antrag. Die Entscheidung, ob die Ambenennung erfolgt, liegt nunmehr beim Magistrat. Schwerer Schneesturm in Amerika. Seit Mittwoch abend tobt an der ganzen atlantischen Küste Amerikas von Georgien bis Maine ein schwerer orkanartiger Schneesturm. In Neuyork sind drei Personen dem Sturme zum Opfer gefallen. Der Eisenbahn- und Schiffahrtsverkehr erleidet schwere Störungen. Hunde in einer Schafherde. Hunde brachen während der Nacht in den Schaf- ftall eines württembergischen Schäfers ein, der den Winter über seine Herde in den Gemarkungen von Winnweiler (nördl. Pfalz) weiden ließ. Die Hunde richteten ein schreckliches Unglück an. 10 Schafe wurden von ihnen t o t g e b l f f e n und 121 Schafe, die sich aus Angst zusammengcdrängt hatten, erlitten den Erstickungstod. Der entstandene Schaden beträgt ca. 5000 Mark. Wettervoraussage. Rachts leichter Frost. Morgennebel, sonst meist wolkig, unerhebliche Riederschläge (teilweise Schnee). , , . In Rordeuropa ist eine Verstärkung des Hochdruckgebietes eingetreten, das feinen Einfluß auch östlich und südlich ausgedehnt hat, so daß die Frostgrenze heute morgen durch Ostdeutschland verläuft. Gleichzeitig ist über den britischen Inseln wieder starker Druckfall cm- getreten. Das Vordringen einzelner Rindbildiia- gen auf dem Kontinent ist noch zu erwarten, jedoch dürsten die Temperaturen zunächst fallen und feine stärkeren Riederschläge eintreten. dlevermögensrechtlicheAusemmder- fetzung zwischen den Ländern und den vormals regierenden Fürstenhäusern Von Landgerichtsdirektor Dr. ^Wunderlich- Leipzig, In den letzten Monaten ist ganz plötzlich ein Thema in den Mittelpunkt der öffentlichen Erörterungen getreten, über das man bisher nicht allzuviel Wotte verloren hatte: Die vermögensrechtliche Auseinandersetzung zwischen den Ländern und den ehemaligen Herrscherhäusern. Einzelne Urteile höchster Gerichte, die in letzter Zeit in Prozessen zwischen Landern und Fürsten ergangen waren, erregten Befremden, neuerhobene Klagen von Fürsten gegen Länder verletzten das Empfinden weiter Volksschichten, und der Vergleich, der zwischen der Preußischen Regierung und dem Hohenzollernhaufe vorläufig abgeschlossen war, stieß mit seinen hohen Ziffern alle diejenigen vor den Kopf, die nicht in der Lage waren, diese schwierige und weitschütztmc Materie in ihren Einzelheiten nachzuprüfen. Da diese Ereignisse außerdem mit einer außerordentlich schweren Wirtschaftskrisis zusammentrafen, die Not und Elend in der deutschen Bevölkerung auslöste, so ist die Erregung, die das Thema in weiten Kreisen verursachte, zum mindesten erklärlich. Ein Niederschlag dieser Stimmung waren die beiden Jnitiatiogesetzentwürfe, die Ende November 1925 im Reichstage eingingen, der d e - mokratische, der die Länder ermächtigen will, die Auseinandersetzungsfrage und die >Entschädi- gungsfrage durch Lande sgesetz unter Ausschluß des Rechtsweges zu regeln, und der kommunistische, der die vormals regierenden Fürstenhäuser zugunsten von Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen, Sozial- und Kleinrentnern ohne Entschädigung enteignen will. Daß der letztere Weg, die reftloje Entrechtung einer Gruppe von Staatsbürgern, für das deutsche 'Bürgertum undiskutierbar ist, bedarf keiner langen Darlegung. Wenn hierzu kommunistische und auch sozialistische Zeitungen immer wieder ausfüh. ren, daß die deutschen Fürsten in der Novemberrevolution von 1918 viel zu glimpflich roeggefom- men seien, daß zu anderen Zeiten andere Revolutionen ganz anders vorgegangen seien, und daß dieses Kapitel deshalb bei uns noch nachgeholt werden müsse, so steht dem entgegen, daß die Revolution vom Winter 18/19 eben durch die Weimarer Verfassung abgeschlossen worden ist, und daß in einem Rechtsstaate, dessen Verfassung im Artikel 153 das Eigentum gewährleistet, eine Teilrevolution kalten Blutes nicht durchgeführt werden kann. Aber auch der demokratische Anttag ist unannehmbar. Wie der deutschoolksparteiliche Sprecher in der 1. Lesung, der Abg. Kahl, mit Recht und überzeugend ausgeführt hat, kann man in dieser strittigen Frage nicht die eine Parte i zum Richter einsetzen: das einzelne Land aber, das nach dem demokratischen Anträge-die Materie im Wege der Gesetzgebung regeln soll, ist in dieser Auseinanderfetzungsfrage Partei. In derselben Rede hat aber Geheimrat Kahl auch schon die Lösung, die angestrebt werden muß, angedeutet: nur ein unabhängiges Reichssonderge- r i d) t wird dieses unerquickliche Kapitel befriedigend bereinigen können. Die Derrnögensauseinandersetzung zwischen Land und Fürst ist ein Rechtsgebiet besonderer Art, das bisher-begreiflicherweise noch keine gesetzliche Regelung gefunden hat. Es ausschließlich nach privat- rechtlichen Grundsätzen behandeln zu wollen, stößt auf große Schwierigkeiten, weil zweifellos öffentliches Recht in weitem Umfange mit hineinspielt. Die bisher angerufenen Gerichte konnten aber lediglich die privatrechtlichen Normen, auf die sich auch beide Parteien mehr oder weniger beriefen, anwenden; ihnen kann daraus wahrlich kein Vorwurf gemacht werden. Wie so oft, trifft nicht die Rechtsprechung, sondern die Gesetzgebung die Schuld. Inwieweit öffentliches Recht mit in Frage kommt, lehrt folgende Erwägung: Die Fürsten haben in Zeiten des absoluten Staates, als nach der damaligen allgemeinen Rechtsauffassung die Begriffe Fürst und ©tat zufammenfielen — was der französische König Ludwig XIV. in dem prägnanten Satz: I'stat c’esl moi zusammenfaßte — vielfach auf Gkund des Völker- ober Staats- rechts Eigentum erworben, was nach den Anschauungen des konftitutionalen oder des modernen Rechtsstaates dem Staate, nicht dem Für- ft e n als Privatrechtsperson, zukam. Solange die Fürsten noch Inhaber her Staatsgewalt waren, führte dieser Zustand zu keinerlei Unzuträglichkeiten, weil ihr Besitz gleichzeitig dem Staate zugute kam, weil er in weitem Umfange der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde (Theater- Museen, Sammlungen usw.), und weil er gleichzeitig die Ansprüche der Fürsten auf eine Zivilliste herabsetzte. Dagegen müssen notgedrungen Unbilligkeiten entstehen, wenn die Fürsten nach der wtaatsumwäl- zung, wo sie nunmehr nicht mehr den Staat verkörpern, den bisherigen Besitz zu unbeschränktem Privateigentum erhalten sollen. Nunmehr muß ein Teil ihres unbestrittenen Eigentums auf den Staat übergehen. Das erfordert Recht und Billigkeit. Und darin liegt meines Erachtens das Wesen des Auseinandersetzungsanspruchs begründet: im Interesse des Staates und der Allgemeinheit, die bisher die Fürsten repräsentierten, müssen Vermögensstücke, die die Fürsten im wesentlichen nur auf Grund ihrer Staatsgewalt erworben hatten, nunmehr auf den Staat überführt werden. Es ist-sehr wertvoll, daß der Rechtsvertreter eines deutschen, des mecklenburgischen Fürstenhauses, Rechtsanwalt Dr. Friedmann in Berlin, diesen Standpunkt teilt. Er erkennt in einem dem Rechts- ausschusie des Reichstages cingereichten Gutachten den Anspruch des Staates an, „in einer öffentlich- rechtlichen Auseinandersetzung das Fürste nver- mögen als Einheit vom Staatsoer mögen zu sondern, wobei der Staat die Billigkeitsforde- rimg erhebt, das Fürftenvermögen insoweit behalten oder sich aneignen zu können, als bei der veränderten staatsrechtlichen oder öffentlichen Stellung der Fürstenhäuser eine Minderung des Fürstenvermögens und entsprechende Belassung beim Staate oder Ueberlassung an den Staat angemessen erscheint." Diese Ueberzeugung, daß cs sich hier um ein materielles Recht besonderer Art handele, und daß es gut sei, hierfür auch von Reichs wegen einen b e - sonderen Gerichtshof einzusetzcn, hat sich in den Kreisen der Mittelparteien des Reichstages immer wieder ausgebreitet, und als sich darauf im Januar 26 Vertreter des Zentrums, der Deutschen Volksportei, der Demokratischen Partei, der Wirt- jchofttichen Vereinigung und der Bayerischen Vvlkspanei unter Vorsitz des 'Abg. Schulte (Z.) ,i vertraulichen Besprechungen zusammenfanden, zeigte sich bald in den Grundlinien eine weitgehende jNltfiliU I Und dennoch '48 133* 99 9 86' 97,25 Bornotizen. Getreidebörse. wurden Tendenz ruhig. 108 65 124* 137' schein aus der Inflationszeit in Zahlung. Der Kaufmann, der den Schein nur flüchtig besah, war der Ansicht, das; es sich um einen 100- Aentenmarkschein handle, und gab dem Gauner noch Geld heraus. Auf dem tdd'Millionenschein ist das M. mit einem B. überklebt. Es soll anscheinend der Eindruck erweckt werden, als ob es sich um einen 1OO-Billionenschein handle. Es Dortrag auf den Näheres 95 5 48 46,75 39.6 35,5 74 57 106 67,5 7,9 97 48 47 5 134,6* 76 I 56,75 83.25 99,4 118' 96.75 3 '43 9» 135,7» ;i33,0» 1 85.25 93.5 97' 7.5 i 035 58 91,5 134.4* 75,5 82 50' 9? 90,5' 114 5' 98,9' 88,6' 87.5' 103,7' ter Kampf entwickeeln wird. Es steht zu erwarten, daß der von den fünf Parteivertretern eingebrachte Gesetzesvorschlag von < [len Seiten arg zerpflückt werden wird: den einen wird er nicht weit genug, den anderen viel zu weit gehen. Ich bekenne offen, daß es mir als Juristen schwer gefall«! ist, den Entwurf zu unterschreiben, weil er juristisch zu sehr bedenklichen Konsequenzen führen kann. Als Politiker habe ich meine Mitarbeit nicht versagen können. Augenblicklich liegt bereits ein Antrag auf Volksbegehren und Volksentscheid zu einem Gesetzentwürfe vor, der im wesentlichen die e n t s ch ä d i g u n g s l o s e Enteignung der Fürsten zum Gegenstände hat. Ich halte diese Lösung für u n m ö g l i ch. Ganz abgesehen davon, daß diese Entrechtung ungerecht ist und der Würde und Ehre des deutschen Volkes nicht entspricht, werden die Kämpfe um das Volksbegehren und den Volksentscheid eine tiefe Zer- ‘ klüftu ng und Verbitterung des deutschen Volkes Hervorrufen, die in unserer an sich 1,728 49 075 85,34 103,52 112,02 10.549 16.88 >0,40! 4,195 15,725 80.84 59,23 1,892 0 V26 59.04 12,415 7.39 5,878 2,935 40 225 80,92 2,21 e ai 4.186 4.315 73.75 | 59 | 48.25* 94,3* 94.5* 115.7' 122 126 40 25 54,25* 82.75' 82,5* 92 5 64,5 23,5 7.6 07 46 1,732 19.115 85.5« 103,78 112,52 10,589 16,91 20,456 4,2to 15,765 Sl.T 59,37 1,896 1.628 59,18 12,4?5 7.41 5.898 2,945 21,275 81.12 2,22 b.4t 4,196 4.325 143,5' 145» 104.2* i 1(14.2» 121.4* 123.7» 123,3* 123,5» 40 36 Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 5. Februar 1926. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 9 05 [ 41.62 ! 142* 103' ! 121.6' j 123,7* ; 60 117.7* i 90 । 97* ! 7.4 U 031 । 94* ' 49,5 i 50.25* 91.5* । 95.25' I 115,5* : 120' , 126 25 ! 40,75 • 64.5* ! 83,25' ! 84.12* 94.75 66,2. 40 i 38,62 I 32 i 25 I 117.6» 97* ! 7,5 ! 91' 48.75 47.25» 91.24» 92,4» 114.7» 120' 125,75 i>9 64.5 ! 81.5» 82,12* 1 8S zeigenteil. . — Der Verkehrsverein beruft m unserem heutigen Anzeigenteil die ordentliche Mitgliederversammlung auf kommenden Montag abend in das Gasthaus „Hindenburg" ein. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein bedeutsamer des Geheimrats Prof, Dr. Sommer, wir besonders aufmerksam machen. 9.15 1 411 144' I 104.2' 1 - 1 123,5' I •* Die oberfchwäbische Elektrizi- tätsanleihe für Amerika überzeichnet. Die durch Harriman and Co. in Aeuyork zu 93 Prozent aufgelegten 4 Millionen Dmlar- Obligationen des Vezirksverbandes oberschwa- bischer Elektrizitätswerke wurden überzeichnet. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers .) Frankfurt a.M., 5. Febr. Tendenz: schwankend, dann wieder fest. — Während das Börsengeschäft unter dem Einfluß einer optimistischen Stimmung bisher in fester Grundstimmung verharrte, brachte der heutige Vorbörienverkehr wieder Schwankungen. Infolge von G attstellungen lagen bei Eröffnung alle Marktgebiete wesentlich schwächer, wobei das Geschäft in engen Grenzen blieb. Die Abgaben übten einen I charfen Kur-druck aus, so daß »«lüfte b>- zu 6 Pro- zent zu verzeichnen waren. Am Montanmarkt gaben die sührenden Werte von 1,5 bis 4 Prozent nach. Kaliwerte hatten ebenfalls starke Verluste aufzuweisen. Westeregeln minus o,2. Die Far- b e n w e r t e ermäßigten sich um 1,75 Prozent. Von Elektroaktien gaben «chuckert 3,2 Prozent nach, während die übrigen Werte gut gehalten blieben. Am Bankenmarkt war die Tendenz unregelmäßig. Berliner Handel plus 2 Prozent, Commerz plus 1.25, die anderen Werte dieser Helsingfors. Italien. . . London. . 99" i 88* I — !l02,5- Strafkammer Gießen. * Gießen, 4. Febr. Ende vorigen Jahres war vor dem Schöffengericht ein hiesiger Mebi* zinalpraktikant unter Freisprechung m anderen Fällen wegen Beihilfe zur versuchten Abtreibung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, sein Jugendfreund — ein hiesiger Kaufmann —- mangels Beweises freigesprochen worden. Aach umfangreicher Beweisaufnahme verwarf die Strafkammer die Berufung deS Medizinal Praktikanten und verurteilte ihn m einem toei- teren gleichen Falle zu drei Monaten Gefängnis: Gesamtstrafe sieben Monate ®e* fängnis. Der Kaufmann blieb mangels De» weises freigesprochen. schon schwierigen Lage zu unabsehbaren Gefahren führen können. Dieser Kampf kann nur dadurch vermieden werden, daß der Reichstag ein Reichsgesetz verabschiedet, das die Auseinandersetzungs- frage gerecht und befriedigend löst. Möge der jetzt veröffentlichte Gesetzesvorschlag lsierzu für den Rechtsausschuß und dem Reichstag eine geeignete Grundlage geben. ©ruppe bröckelten dagegen ab. Schiff ah rtS a k t i e n setzten niedriger ein, die Verluste gingen bis 1,5 Prozent.. Autoaktien lagen gleichfalls schwächer. Der Kassa markt der Industrie- pnpierc lag unregelmäßig. Iellstoff - und 3uderaftien gaben un Kurse nach. Der Frei- verkehr lag still bei fester Grundstimmung. 3m weiteren Verlaufe wurde die Stimmung wieder Die Derkehrserschlietzung des Kleebachtales. Eine weitere Beratung zur Verwirklichung des bedeutsamen Projekts einer Autopo st Verbindung Gießen — Hochelheim — Niederkleen — Brandoberndorf fand gestern nachmittag in Gießen statt. Die Sitzung tagte im Hotel Kühne; sie war sehr gut besucht. Aus den beteiligten Landorten waren die Bürgermeister bzw. Gemeindevorsteher, vereinzelt Stellvertreter, erschienen, die Stadt Gießen war durch den Beigeordneten Dr. Hamm und Stadtv. W i n n vertreten, ferner waren Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und Vorstandsmitglieder des Verkehrsvereins zugegen, die Oberpostdirektion Darmstadt hatte Postdirektor Körber vom hiesigen Postamt entsandt. Stadtv. W i n n gab zunächst einen kurzen Rückblick auf die bisherigen Bemühungen. Hierauf berichtete Beigeordneter Dr. Hamm über die jüngste Besprechung mit der Oberpostdirektion Darmstadt, in der sich ergeben hat, daß zunächst drei Fahr- gruppen täglich in Aussicht genommen werden: Die erste Fahrt am Morgen, die zweite mittags, die dritte in den vorgerückten Abendstunden: sämtliche Fahrten von Brandoberndorf über Hochelheim nach Gießen und zurück. Dem Schüler- und Marktoerkehr sollen die Autofahrten zeitlich durchaus angepaßt werden, sowohl für Hin- und Rückfahrt, ebenso will man darauf bedacht sein, daß der Reisenden- und Postanschluß an die wichtigsten Züge gewahrt wird. Diese Vorschläge sind jedoch noch nicht endgültig, die Wünsche der Gemeinden werden vielmehr noch eingehend zur Sprache gebracht und ihre Erfüllung in weitestem Maße angestrebt werden. Daß der Betrieb der Linie sich den Erfordernissen des Verkehrs weitestgehend anpassen wird, ist fraglos. In der Aussprache gaben die Vertreter der meisten Gemeinden ihre Sympathie mit dem Projekt zu erkennen: nur der Sprecher Brandoberndorfs betonte, daß ihm bei aller freundlichen Gesinnung für die Linie nach Gießen doch eine gute Verbindung auch nach Butzbach sehr wichtig erscheine, während Oberkleen sich bedauerlicherweise ganz ablehnend verhalten will, weil ihm die Bahn nach Butzbach genüge. Alle übrigen Gemeindeoertreter sprachen sich vorbehaltlos und mit größtem Nachdruck für die schnellmöglichste Schaffung der Autolinie nach Gießen aus. Einzelfragen werden in den weiteren Verhandlungen geklärt werden. Es wurde schließlich ein Ausschuß gebildet, der die schleunigste Verwirklichung des Projektes Gießen —Brandoberndorf betreiben soll: dem Ausschuß gehören die Bürgermeister bzw. Gemeindevorsteher aller beteiligten Orte an, den Vorsitz fuhrt der Vertreter Gießens, Beigeordneter Dr. H a m m. Eine Entschließung im Sinne der hier berichteten Stellungnahme der Konferenz fand einstimmige Annahme. -d. Städtische Brennholzver steig e- rung. Die gestrige städtische Drennholzversteige- rung im Distrikt Hangelstein war außerordentlich stark besucht: selbst aus Grohen-Linden und Lützellinden waren Interessenten erschienen. In allen Holzarten wurden gute Preise gelöst. Es wurden bezahlt: Duchenscheiter 18 Mk., Eichenscheiter 11 Mk., Duchenknüppel 15,40 Mk., Eichen- knüppel 8,20 Mk., Fichtenknüppel 7,60 Mk., Buchenstöcke 8,80 Mk.. Cichenftöcke 6 Mk. je Am.. Duchenwellen 32 Mk., Eichenwellen 20 Mk. je 100 Stück, . s Warnung vor einem Schwindler Der Polizeibericht meldet: Ein Schwindler hat es verstanden, in letzter Feit einen hiesigen Geschäftsmann empfindlich zu schädigen. Er kaufte am 30. Januar in dem Geschäft einen größeren Posten Ware und gab dafür einen 100-Millionen- Frankfurler Frankfurt a. M., 5. Febr. Es notiert: Weizen, Wetterauer 26,75 bis 27, Roggen, inländ. 17,75 bis 18, Sommergerste für Brau» zwecke 21,50 bis 23,50, Hafer, inländ. 18,50 bis 21,50, Mais, gelb 19,50 bis 19,75, Weizenmehl inländ., Spezial 0 40,75 bis 41,25, Aoagemnehl 26 bis 26,50, Weizenkleie 10,50. Aoggenkleie 10,75. LaurahüUc . . . Oberbedarf . . . . . Phonrr Bergbau ...... Rhcinsiabl Rn deck Montan ..... Tellus Bergbau . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Theramische Werke Albt« . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann Anglo-Cont-Guano . ... Chemische Mayer Alapiu . . I. G Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung Rütgeröwerke Schetdcanstall Allg. ElektrtzUäts-GeseMchaft Bergmann Mamkraftwerke Schuckert «... Siemens 4 Halske ..... Adlerwerke Äletjec ..... Daimler Motoren. ..... Heyliaenstaedt . . . Megmn . . . Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . MetaNgelellichafl Frankfurt. Pet. Union A.-G Schubiabril Herz 98,5* j 98,62 89 81,75 89.25* 191* ! 40,5| 37,5 23,5 I 32,5 ! in der gestrigen Anzeige. Wirtschaft. Uebereinstimmung. Das Ergebnis dieser Beratungen ' ist der Jnitiativgesetzentwurs, der am 2. jvebruar i 1926 veröffentlicht worden ist. Die fünf Abgeord- i litten, die ihn unterzeichnet haben, konnten und < wollten damit in keiner Weise ihre Fraktionen bin- j den, ja sie stehen noch nicht einmal restlos hinter । diesen Vorschlägen, sondern haben sich zu Einzel- । beiten ihre Stellung noch vorbehalten müssen: alle i aber halten diesen Entwurf als eine geeignete Grundlage für weitere Verhandlungen im Rechtsausschuf f e , ber Damit nun endlich nach der wochenlangen Sichtung des Materials die Möglichkeit erhält, an die fachliche Losung dcs Problems selbst heranzugehen In diesem Entwürfe haben die nachfolgenden drei Punkte bereits in den bisherigen Verhandlungen die größten Schwierigkeiten gemacht, und fic roerben wohl auch künftig in dem Brennpunkt ber Erörterungen stehen. . 1 Die Gestaltung bes Reichssonder- ger'ichts Alle mit ber Vermögensausernanber- el-ung unmittelbar ober mittelbar zusammenhan- qenbeh Rechtsstreitigkeiten sollen künftig ausschließlich burch ein Reichssonbergericht entschieden werden, soweit sich die Parteien nicht im Wege bcr' Vergleichs einigen ober Recht vor einem prioaten Schiedsgericht nehmen wollen. Dieses Gericht soll in Leipzig, also am Sitze des höchsten deutschen Gerichtshofes, unter dem B ois| i tz e des R e i ch s g e t i ch t s p r ä f i d e n- t e n zusammentreten und in einer Besetzung von 9 Mitgliedern entscheiden. 6 hiervon ernennt aus den Mitgliedern der Gerichte ober Verwaltungsge- richie bes Reichs ober ber ßänber ber Reichspräsident, und zwar aus Lebenszeit; 2 werben auf Vorschlag ber Prozeßparteien durch den Präsidenten des Reichsaericht berufen. Diese Zusammensetzung des Sondergerichts befriedigt nicht restlos. Zwar ist anzuerkennen, daß bas Gericht — abgesehen von ben durch die Prozeßparteien präsentierten Schiedsrichtern — ausschließlich aus deutschen Richtern gebildet wird, wobei die Möglichkeit, Verwaltungsrichter zuzuziehen, bei der mit öffentlichem Rechte durchtränkten Materie einen besonderen Vorzug bleutet; aber der Umstand, daß die Richter aus ,edwedem deutschen Gerichte entnommen werden können, muß Bedenken erwecken; die Zuziehung einer festen Zahl von R e ich s g e- r iditsräten würde mir schon um deswillen richtiger erscheinen, weil die Sachberichterstatter unbedingt an dem Sitze des Gerichts wohnen müssen, damit sie in ständiger Fühlung mit dem Vorsitzenden des Gerichts arbeiten können. 2 Die Richtlinien für das Reichssonde r g e r i ch t. Daß bei diesem Kapitel die Meinungen am weitesten auseinandergingen, ist selbstverständlich, da es sich ja um Findung neuen materiellen Rechts in der Ber- möqensauseinandersetzung handelt. Ich habe hier- bei"immer betont, daß das Verfahren vor dem Son- bcrgerichte logisch in zwei Abschnitte verfalle: zunächst müsse nach Reichs-, Landes- oder Gewohn- steitsrechl versucht werden, festzustellen, welche Ver- möqensstücke an sich dem Fürsten und welche dem Lande gehören; erst nach dieser Feststellung müsse dann ein Ausgleich zwischen den Vermvgens- massen unter weitestgehender Berücksichtigung von Billiqkeitserwägungen stattfinden. Nur bei einem solchen Verfahren wird Recht und Billigkeit in befriedigender Weise zu der gebührenden Bedeutung gelangen. Nach langen Debatten hat dieser Gedanke jetzt auch in dem 8 4 seinen Ausdruck gefunden. Der Entwurf will weiter im § 5 dem Gerichte beispielsweise Erwägungen an der Hand geben, von denen es sich bei dem billigen Ausgleich leiten lassen soll. Die äußersten Richtungspunkte werden für mich hierbei immer barftellen: einerseits bie wirtschaftliche unb finanzielle Tragbar- t ei t bes Ausgleichs für das Land, andererseits die Gewährleistung eines standesgemäßen Unterhalts für das Fürstenhaus, wobei die allgemeine Verarmung unseres ganzen Volkes infolge Krieg und Nachkriegszeit in Rechnung zu stellen ist. Der Entwurf stellt daneben noch anderweite Richtlinien auf, über deren Raffung im einzelnen man noch sehr verschiedener Meinung sein kann. s)lamentlid) die Füglichkeit für das Land, zur öffentlichen Besichtigung freigegebene Schlösser, Museen, Sammlungen, Parkanlagen usw. in der Regel an sich ziehen zu können, und zwar unter Umständen ohne jegliche Entschädigung, kann in sich große Härten bergen. Hier werden die Verhandlungen im Ausschuß hoffentlich noch zu einer besseren Klärung führen. 3. Die Unanta ft barfeit bisher getroffener Entscheidungen undcibgeschlos- jener Vergleiche. Der dem Ausschüsse bereits vorliegende Antrag der Demokraten sieht ausdrücklich vor, daß die rechtskräftig durch Urteil oder Vergleich erledigten , Auseinandersetzungssachen von einer künftigen gesetzlichen Regelung nicht betroffen werden dürfen. Diesen Standpunkt habe ich mit außerordentlicher Freude begrüßt und möchte für die Zukunft daran festhalten. Gerade die Er- fabrungen, die man auf dem Gebiete des Aufwertungsrechtes mit der sogenannten Rückwirkung gemacht hat, locken nicht zu ähnlichen Experimenten. Leider scheint die demokratische Fraktion jetzt anderen Sinnes geworden zu sein, denn ihr Vertreter suchte bei den Beratungen darauf hinzu- wirken, daß ein Land, das der Meinung sei, durch eine bisherige Regelung schwer geschädigt zu jem, bas Recht erhalten sollte, die Sache nochmals vor dem Reichssondergericht überprüfen zu lassen. Ganz abgesehen davon, daß hier nur einer Partei einseitig ein Recht zugestanden werden soll, halte ich einen solchen Eingriff in erledigte Sachen jfir außerordentlich bedenklich. Im Entwürfe (§ <) ist bis jetzt aufgenommen, daß eine erledigte Sache nur aus ü b e r e i n st i in rn e n d e n Antrag beider Parteien einer Überprüfung durch das Reichssondergericht unterbreitet werden kann. Ich möchte hieran festhalten, sehe aber schon vor- Gus, daß sich gerade um diese Bestimmung ein har- Die Zeppelin-Etkenek-Spettde. Und dennoch ...! Das ist das Wort der Geprüften, der vom Schicksal Heimgestichten, die trotz aller Fährnisse, trotz aller Mühsal ihren Willen nicht beugen lassen. Und dennoch Das ist das Wort der ruhigen festen Ueberzeugung, hinter der der ganze ^Gehalt unseres wirksamen arbeitsreichen Lebens steht. Wir wissen es alle: Der Tiefstand unserer wirtschaftlichen Lage ist so ungeheuer, baß jeher Einbruch und jeder Einwand davor verstummen muß. Mit armen Kleidern stehen wir da unter den Völkern. Nur unser Wille ist uns geblieben ... Und trotzdem will das deutsche Volk heute sein Luftschiff schaffen. Es will das Geld aufbringen, um fein Nationaleigentum, die Friedrichshafener Werst, nicht dem Verfall und dem Untergang zu überantworten. Denn das deutsche Volk weiß, daß, wenn heute Opfermut und Hilfsbereitschaft aller Kreise versagen, diese Werft in baldigster Frist ihre Tore schließen muß. Das deutsche Volk spricht heute sein: „Und dennoch ...!" Wir sammeln jetzt, um durch einen neuen Auftrag der Friedrichshafener Zeppelin-Werft neuen Lebensatem zu geben; wir sammeln dennoch jetzt, allen wirtschaftlichen Mißlichkeiten zum Trotz, weil wir nicht wißen können, was vor uns liegt und ob den schlechten Zeiten nicht noch schlechtere folgen werden; wir sammeln dennoch jetzt, um uns selbst unb ber Welt zu beweisen, baß wir kein mübes, innerlich abgewirtschaftetes Volt sind; wir sammeln dennoch jetzt, weil wir unsere Zukunftsaufgaben vor den Ansprüchen des dumpfen und gierigen Tages schützen wollen. Der ganze Ersolg ber Volksspenbe ist letzten Endes nichts anderes als eine Willensfrage an den einzelnen. Denn wenn auch das Schicksal dieser Zeit noch so dunkel sein mag: Zur Verzweiflung haben wir fein Recht! Dr. Eckeners Aufruf — von vielen gehört, von vielen begeistert ausgenommen und von vielen bereits zur Tat verwirflicht — muß fortroirfen, bis wir das Ziel erreicht haben. Und dieses Ziel heißt: ein neues deutsches Luftschiff, aus Dolksmitteln erstanden; ein Wahrzeichen unserer Arbeit, aus Armut und Entbehrungen ab- gerungen, ein Wahrzeichen unseres einmütigen Willens, der im Dienste an unserem eigensten Geschick nicht erlahmen will und allen Zweiflern sein „Und dennoch ...!" zuruft. wird hiermit dringend vor diesem Schwindler fest. Die Verluste konnten aufaeholt, teilweise sogar gewarnt. überschritten werden. Das Geschäft wurde überaus Zu dem Kassenschrankeinbruch rege, teilweise stürmisch. Der Geldmarkt weist bei der Allgem. Ortskrankenkasse Gie° I steigendes Angebot auf. Tagesgeld war unanbring- ß en, wo in der Bucht zum 3. September v. I. lich bei 6 Prozent. Bankdiskonten 57/8 Prozent. In- 14 250 Mk. entwendet wurden, wird im Polizei- I dustrieakzepie 6,5 Prozent. Monatsgeld' 6,75 bis bericht folgendes mitgeteilt: Aach dem hiesigen | 9 Prozent, je nach Adresse. Im Deoisenver« Einbruch wurden in den Städten Brandenburg kehr notierten London gegen Kabel 4,86*. Paris a. d. Havel, Mecklenburg i.Scb., Bad Schmiede- I gegen London 129,75. berg b. Halle und neuerdings in Magdeburg Dörsenkurle. gleichartige Kasfenschrankeinbrüche bei Ortskran-- 1 '--- kenkafsen ausgeführt. In Magdeburg wurden die Geldschrankknacker auf frischer Tat von der Polizei überrascht. Der eine Täter konnte entkommen, während der zweite angeschofsen und festgenommen wurde. Der Festgenommene nennt ?’^nUiÄJ. e>" i5het 2 Erorte- ibern i ? Ine UttM Prozesk?, °?ltt ö04 Ü* roeiter^oits& >en berCy «nfiaufe >en hohen °tz'8 . nichtinb«q n n Kreisen verur- waren bie ?uth, die Ende W der d e will, bl' unirr Au;, £ «Sein, unb der ff5Serenben und Kleinrentnern «W Entrechtung m-. ur dar deutsch? lr, 'il- bedori keiner 1 kommunistisch« und wer wieder auzsith. in der November» uwpslich weagekom. nen andere Reoolu. >en seien, und daß loch nachgeholt wer- daß die Revolution die Weimarer en worden ist, unb .Naffuna im Ar- istet, eine Teilrevo- führt werden kann, ische Antrag ist mhchvollspackeiliche : Äbg. Kahl, mit ihrt hat, kann man . die eine Parzen das einzelne ratijchen Anträge die ibung regeln soll, ist :age Partei. ?n verrat Kahl auch schon den muh, anaebeutet: ieichssonderge- ; Kapitel befriedigend egung jwifdjtn Land befonberer Xrt, bas ine gesetzliche Rcge- tlich nach privat- Mbein zu wollen, im, well zweisellvs »eitern Umfange mit ifanen Gerichte tonn» chtlichen Normen, auf ictjr ober weniger be- daraus mabrlid) kein . so oft, trifft nicht die Zesetzgebung bie , Recht mit in «rage igung: Die Fürsten fa Staates, als nach chlsauffasfang die Be- lenfielen - Ms der r. in dem prägnanten menfahte-'M .. oder Staat?5 - ben, was nach den i(en oder des moder- nichtdemFuk' «rson, zukam. So )er der Staatsgewalt ! zu keinerlei Unzu- tieichpligdmAack LKZ-k ,«Zioillifie WB*; 'AL 4 (egrunbet- m chen. «j diesen n @utadjW' ngerE 5ffeiitii*: , ,.in_e«nv-l nige« »«; men. “ 2 6i* erunfl * ■ - w liwe" gegen. ** Fe st genommen wurden in den letzten Tagen 8 Personen wegen verschiedener Derbre- i Sichel. chen und Bergehen, darunter zwei steckbrieflich ffiatbijof. . . . verfolgte Mannespersonen. ZckÄK ** Die Maul- und Klauenseuche ist ' auf dem Heibertshäuser Hof bei Daubringen, m Rüddingshausen, Muschenheim, Hörnsheim, Klem- Rechtenbach unb Rieberbiel amtlich festgestellt worben. In Krosborf ist bie Seuche erloschen. sich Ian (Johann) S a l o w f k i. geb. am 4.1. 98 zu Warschau. Der zweite Täter konnte bis jetzt noch nicht ergriffen werden. Sämtliches Einbrecherwerkzeug moderner Art konnte sicher- gestellt Werdern Die dortige Arbeitsweise ist die gleiche wie hier. Mithin dürfte der hiesige Vorgang bereits als aufgeklärt zu betrachten fein. Alle übrigen BermuLungen sind dadurch hinfällig geworden. I <’/o HoOtürten » ft genommene Apotheken- G°ldmenkanrr . . . Einbrecher. Der Polizeibericht teilt mit: In ' den letzten Wochen wurden in Dillenburg, Wetz- Dannsi. und Naiionall-ank . lar, Gießen und anderen Städten Einbrüche in I Deutsche Boni. . . OpotSrfen au8g=füBrt. bet jum Nm° LomlIlÄi, Z '. 27. Januar wurden in Weißenfels nachstehend Metallbant beschriebene Einbrecher auf frischer Tat, als sie I Mitteldeutsche Kreditbank. . dort in die Mohrcnapothekc bereits eingedrungen Weftban?"^ waren, überrascht und sestgenvmmcn: 1. Paul m-ü Szyska, Kraftfahrer, geb. am 1.6.95 in Glas- «SSSf2 1 darf: 2. Josef Kleinert, Schlosser, geb. Laro am 22. 2. 98 in Friedewald b. Orottfau. Die »»••7" Genannten haben nach den bisherigen Feststel- .harpcncr B-rgbau . . . ' lunaen in Gießen in der Aacht zum 2. Bovember Kaliwerke Aschersleben. . .. v. Is. hier genächtigt, in der nächsten Bucht I Kaliwerk Westeregeln wurde hier zum Bachteil einer Apotheke ein Einbruch ausgeführt. Die Verhafteten kommen für den hiesigen Einbruch zweifellos als Tater in Frage. — Die Einbrüche in der Stadt Gießen haben zum größten Teil ihre Aufklärung gefunden, mit Ausnahme eines Diebstahls von Silber- fachen in der Alicestrahe. Da bis jetzt immer noch derartige Diebstähle (von Silbersachen) in anderen Städten vorkommen, dürfte auch hier reifendes, gewerbsmäßiges Verbrechertum in Frage kommen. Den Polizeibehörden ist es bis jetzt nicht gelungen, die Täter bzw. die Silberdiebe zu ermitteln. W o h n u n g s e i n b r u ch. In der Bucht zum 31. Ianuar wurde auf der Liebigshöhe dahier ein Wohnungseinbruch ausgeführt. Dabei wurde die nachstehend beschriebene Uhr entwendet: Goldene Damenuhr mit Deckel auf dem Zifferblatt, ohne Kette und ohne Armbund. In der Tlhr befindet sich folgende Eingravierung: „Hirne Angenheyster. Andenken un die erste heilige Kommunion 1917 zu Kevelar." Dor Ankauf wird hiermit gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei Gießen ent- 89.5' 93.25* | 48 40.75 54.75' 82' 81' 88 I 125' I 123,7' I 137,7* | 136,5* Tageskalender für Freitag. W..?HotL Studtthecfter: 71/. Ähr „Der wahre Iakob" (Ende MLw 95/ D. H. C.: Monatsversammlung bei Christiania. Hovfeld. — V. f.V.: 8V2 Ähr „Germania" Mo- §°^nh°gen natsverfammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: * — „Die Lieblingsfrau des Maharadscha". - Deutsche VolksPartei. Man , n- schreibt uns: Gelegentlich einer Vorstandssttzung ' des Provinzialverbandes Oberhessen der Deut- Schwcii . . fchen Volkspartei wird am Samstag, 6. d. Mts., ßpam-n. nachm. 3l/< Ähr im Äniverfitätsrestaurant der M-Fan" Landesvorfitzende Bechtsanwult Dingeldey- Wien in D.- Darmstadt. M.'d. L.. über die politische und ^est.abgest. finanzpolitische Lage im Beich und in Hessen I Helgrad . . sprechen Die Mitglieder der Partei werden Budapest. . gebeten, sich an diesem Vortrag zahlreich zu BKn-n. beteiligen. (Siehe heutige Anzeige.) I Danzig. . . — Die Volkshochschule bittet uns, Konstantin, nochmals auf den Vortrag über Amerika, den «£en. . . Prof. Frick morgen abekld halten wird, auf- .' merkfam zu machen. Bäheres im heutigen An- Frankfurt a.M. Berlin Schiud» Nur» 1 I-ilhr. Rur* Schluß.! Anfang Rnr* fltfre Datnm: 4 2. | 6. i. 4.2. 5. 3, I y/fl Deutsche RcichSanlesde . <°in Deutsche Rctchsanicibc . 1 3'/®% Deutsche Reichsanlcihe -1.299 0.290 0,30 o.31 O.cOO 0.29 0,100 0 30 0,3005 | 3% Deutsche ReichSanlcive . 0.39 - 0,895 0.39 | Deutsche Svarpramienanleihr 0.175 — 0 175 —• 1 »Preußische KonsolS • . . > .29 0,3025 0.3055 | 4% Heuen........ 0.22 — 0.3 — I 3y,o/e Hessen...... • - 0.275 0.3 — I 3% Hessen........... 0,27 - 0 29 —* 1 Deutsche Wertb. Dollav-Anl. Ml. 25 - !I2 — | dto. Doll.-Schatz-Antcetsng.*) 08.9 99,05 — 4 Febr. 5. Febr. Amtliche Notierung Geld 1 Driei Amtliche Notierung Geld 1 Brief 168.26 168,6» 1.731 1.735 19,07 19,11 85,34 85,66 103,59 103,85 112,31 112,59 10.548 10,58" 16,89 16.93 20,404 20,436 4,195 4,20.5 15.745 15.7-5 80.81 81,01 59,35 59.49 1.887 1.891 0.618 0,620 59,06 59,20 12,41.4 12,459 7,393 7,413 5,876 6,896 2,955 2,965 21.225 21,275 80.92 81.12 2.205 2,215 5.89 5.91 4.18i 1.1% 4.315 4.325 Banknoten. Berlin, 4 Febr Geld Bries Amerikanische '-Roten ..... Belgische Noren ....... Dänische Noten........ Englische Noten. ....... Französische Noten ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten ...... DcutschEesterr-, 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweiler Noten ...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Note« .. Ungarische Roicn....... 1,19 19.01 103.24 20.374 15,79 157,90 16.90 85,11 58.93 111,99 80,77 59,25 12.39 5,81 4,21 19.11 103,76 20,474 1 >.87 168,74 16,98 85,53 59,23 112.55 81,17 6» 55 12.45 5.88 im 79. Lebensjahre. Marburg a. d. L. und Gießen, den 4. Februar 1926. Die Einäscherung findet in der Stille statt Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. 1099D nach langem schweren Leiden im 57. Ewigkeit abzurufen. Lebensjahre gestern früh in die In tiefer Trauer: Karl Appel, Zugführer i. R. Emmy Dilfer geb. Appel Tilly Appel Peter Dilfer. Im Namen der Hinterbliebenen: Marie Jess geb. Hall Prof. Dr. A. Jess und Frau Gertrud geb. Emmeh'us Otto Jess. Gießen (Westanlage 64k Cassel, Grüningen, den 5. Februar 1926. Die Beerdigung findet Montag, den 8. Februar, nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 0826 Heute morgen starb nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater, der Geh, Justizrat Theodor Jess Landgerichtsdirektor a. D. Gott dem Allmächtigen hat es befallen, meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Tante Frau Elisabeth Appel geb. Funk Die Reklame auf der Rückseite der diesjährigen Kurkarten von denen 40000 Stück hergcstelll werden, ebenso die Reklame auf den Bade- karten, die die Form der Eisenbahnkarten haben und die in einer Auflage von 350000 Stück erscheinen, ist zu vergeben. Angebote bis spätestens 14. Februar d. Is. erbeten. Nähere Auskunft erteilt der Verwaltungs- Oberinspektor. 1080D Hessische Bad- und Kurverwaltung ___Bad-Nauheim._____ Hchverfteigerung. Samstag, den 6. Februar, mittags um 1 Uhr. wird in dem Gemeindewald in Rödgen eine Partie Brennholz, sowie 35 Fstm. ^ichtenstangen versteigert. Anfang ist im Bergwald. Hess. Bürgermeisterei Rödgen. __Wagner.______1095D MlMMlW Äie zur Konkursmasse des C. Wilhelm ijt Bad-Nauheim, Parkstrahe 8 gehörigen erstklassigen Warenvorräte (leib. Damenblusen, Damenunterwäsche, Handstickerei, Spitzen- und Filetwaren, Tisch- und sonstige Decken, Stores, Künstlerdecken, Kinderkleidchen, Taschentücher usw.) sollen während des Monats Februar l. I. zu bedeutend herabgesetzten Preisen zum Verkaufe kommen. Verkaufszeit jeden Werktag von vormittags 9 bis 1 und nachmittags von 3 bis 6 Uhr. Liebhaber werden zum Kaufen eingeladen. iotgd Dad-Nauheim, 3. Februar 1926. Die Konkursverwaltung. Vorzüge meines Kaffees kräftig, aromatisch, ausgiebig stets frisch gebrannt Heinrich Driesch Seltersweg 70 (Pfund 4.00, 4.40, 4.801 Fachmann mit Ausländserfahrungen sucht zum Frühjahr Hotel-Restaurant oder Pension zu pacta! Schriftliche Angebote unter 1091D an den Gießener Anzeiger erbeten. Junger Mann, 20 mit 5 jähr. Tätigkeit >n der Tabakbranche und vorhandenem großen Kundenkreis sucht Stellung alö Verkäufer, Kontorist oder Reisender. Angebote erb. um. Nr. 1047 an Herio, Plockstr atze n. lOOOh NW WlMlki Samstag, öen 6. ö. M.. aadjin 3V. llljr, farimt im Unioetniafs-Mauraui Ml MksMVlk SlngelM M. d. L. über: „Vie politische u. finanzpolitische Lage im Reich und in Hessen". Die Mitglieder werden gebeten, sich an diesem Dortrag recht zahlreich zu beteiligen. 1086c Der Vorstand. am 6. und 7. Februar, von 9-6 Uhr, in der Turnhalle des Gymnasiums, Bismarckstraße. 0814 fielliigel- und Vogslzucht- Verein Hießen und tiiM gegr. 1897, c. V. Samstag, 6. Februar 1926, abends 7,9 Uhr pünktlich, im „Pfälzer Hof“ Vortrag: Kiikenaufzucht und Verertagsfragen ? (Herr Dr. Lang) Damen und Gäste willkommen. Achtung! Achtung! ÄMIIMMsSM Heute Freitag, 5. Febr. 1926: Großer Schlachtfest mit Konzert ausgeführt von dem SlMMsMMlWS „ßdelroeW“ Es ladet freundlichst ein H. Nusch II. Geöffnet bis 3 Uhr nachts. ogS7 Wolkengasse 17. la Kanarienhähne, gute Zuchtweibchen, Rotkehlchen, chinesische Nachtigallen, Exoten, Stieglitze, Lachtauben,weihe Mäuse,Zwergpapageien alle Sorten Fische und Futter billig.0e60 John. Klempau Naturheilkundiger Landgraf-PhilippiPI. 6. Spezial-Behandlung chronischer Krankheiten nach erfolgreichen Methoden. 0841 SIMM. SlkiHMW, Wrotllei sowie sämtliche Strickwaren fertigt nach Mab und Wunsch gutsitzend bei billigster Berechnung an 0832 Karl Beck, Maschinenstrickerei Nordanlage, (Ecke Weserstrabe.) 11 Vermietungen Schöne 3-Zmmer- Mohnung mit Küche und Zentralheizung zu ver> mieten bet Vergabe von 3000 Mk. alö Zn- fchub oder Hnvothek. Auch sehr geeignet für Bureau ob. ne- werbliche Zwecke. 11 eine (Station oon Gienen, direkt an her Bahn. Schrift!. Angel), unter 0825 an den Glich. Anz. erb. Gut möbliertes Zimmer zu vernt. Elektr. Licht und Telephon, «os Franks. Str. 581. Schön möbl. 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Sonntag, den 7. Febr., abds. 8 Uhr, i.Dereins-- lokal Voller: UM UM. Wir bitten die Mitglieder mit ihren Damen recht zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. BiemzWerm. Kietzen 11. llmii. Hauvtversammlg. am 7. d. M., nachmittags 3 Uhr, in Gießen bei Asttglied Kraft, Frankfurter Straße 81. Tagesordnung: Siehe „Biene". Leihgestern, 4. Febr. ___Busi. Samstag, 6. Febr.. 8 Uhr: Hauptversammlung bei Prell. ,OSSD Rutz»-Klub HH« 1906 1.$. Samstag. 6.Febr., 8 Uhr: Mitgliederversammlung im Bootsbaus. Erscheinen dringend erwünscht. W8Sc Der Vorstand. Bavaria gegr. 1876 Sonntag. 7.11.26. atieaos 8 Uöi Zusammenkunft mit Damen 1 im Mei sanier. 117er Samstag abend 8 Uhr bei Käme- rad Fiedler. Samstag, 6. Febr., abends 8 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität: Bottrag v. Sm. Bros. Zrick-Glebeu: fieiseeindnicke aus Amerika. Eintritt zur Deckung der Unkosten 1 ML: für Mitglieder und HärerderBolkshoch- schule u. für Studenten bei Vorzeigen desAusweisesOOPf. an der Abendkasie. Volksbocktschule 1087c Gießen. Nr. 30 Zweites V!M' Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefjen) ßreitag, 5. Februar i926 Turnen, Sport und Spiel. Turnest. vom Mittelrhernkreis der D. T. Dem Gedächtnis Karl Dürs. K Frankfurt a. OK. Das Gedächtnis des so unerwartet aus seiner Turncrarbeit heraus- gerissenen Kreisspiclwarts Karl Dar wird in der Kreiszeitung, dem amtlichen Organ des Mittelrheinkreises der D.T., in zahlreichen Nachrufen von den Führern der Spielbeweguug in anerkennenden Dorten geehrt. 2lber auch die Turnerspiclcr selbst haben in schönem Brauche und würdiger Weise ihres verehrten Führers gedacht. Wo auch innerhalb des Kreises an den beiden vergangenen Sonntagen Turnspiele aus- getragen wurden, da hatten die Mannschaften Trauerflor angelegt, und die Spielleiter gedachten vor Beginn der Spiele des Toten. (Wir haben über das Ableben des verdienstvollen Kreisspielwarts bereits berichtet. Die Schriftltg.) Dom Feldbergsest. Frankfurt a. M. Der Feldbergausschub hat in Nieder-Walluf eine Sitzung abgehalten. Der Feldberg turn tag, der das diesjährige Feldbergturnen vorbereitet, findet am 28. März in Rodelheim statt. Zur Entsendung von Vertretern sind alle Vereine des Kreises berechtigt. Voraussichtlich wird das diesjährige Fest wieder auf dem Gipfel des Feldberges stattfinden können. Ein Turner vom Tv. „Vorwärts"°Bockenheim wurde wegen unturnerischen Benehmens beim letzten Fest von jeglicher Betätigung beim Feldbergturnen 1926 ausgeschlossen. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. Dezirkslehrstunde für Turnerinnen. £ Es war eine recht stattliche Anzahl Turnerinnen, die sich zur letzten Bezirksübungsstunde in der Turnhalle der Stadtknabenschule zu Gießen eingefunden hatte. Schon die erste Llebungsstunde zeigte, daß innerhalb der Vereine während der bisherigen Wintermonate fleißig gearbeitet worden ist. Da ein sehr reichhaltiger Llebungsstoff durchzuturnen war, wurde die Lehrstunde für den ganzen Tag vorgesehen. Pünktlich um 9 Uhr morgens war Beginn. Mit Geh- und Laufübungen, die jeder Turnstunde vorausgehen müssen, wurde der Anfang gemacht. Einige straffe Liebungen, die auf eine Verbesserung der Haltung abzielen, werden von den Teilnehmern immer gern ausgenommen. Den ungünstigen Auswirkungen einseitiger Berufsarbeit begegnet man, wie vorgeführt, mit immer weiterführenden Rumpfübungen. Den Hauptübungsstoff bildeten die in Aussicht genommenen Massenübungen zu den diesjährigen Veranstaltungen. Hierbei ist nun die Hauptsache, daß das Gezeigte in den Vereinen recht intensiv weiter verarbeitet wird, um bei den Bezirksveranstal- tungen mit Erfolg abschneiden zu können. Nach der Mittagspause wurden zunächst die Geräteübungen zum Wettkampf beim Vezirksfest in Wieseck durchgeturnt. Das Gerätewetturnen ist in zwei Klassen, über 18 Jahre und »unter 18 Jahre, eingeteilt. Die folgenden rhythmischen Keulenübungen sind als Sondervorführung der Turnerinnen zum Vezirksfest gedacht und sollen am Festmontag zur Vorführung kommen. Wegen der weit vorgerückten Zeit muhte die sehr lehrreiche Turnstunde geschlossen werden.'aber nicht, ohne vorher mit einigen lebensfrohen Spielen den arbeitsreichen Tag zu beenden. Die Mittagspause wurde benutzt, um die geschäftlichen Angelegenheiten zu erledigen. Der Bezirksleiter des Frauenturnens, Mandler, Heuchelheim, lieh das verflossene Jahr Revue passieren, wobei er Gelegenheit nahm, das, was besser werden muh, besonders zu betonen. Die Anforderungen für 1926 sind recht groß. Als erste Veranstaltung steht der Reichsarbeiter- sporttag im Vordergrund. In breitester Oeffent- lichkeit soll hier für Sport und Spiel geworben werden. Am 27. Juni folgt das Turnerinnentreffen in Frankfurt. Die Hauptveranstaltung für uns ist das Vezirksfest in Wieseck. Diese Tage müssen ein starker Erfolg für das Frauenturnen werden. Die leichtathletischen Bezirksmeisterschaftskämpfe, die in Giehen durchgeführt werden, werden ihre Anziehungskraft auch auf die Turnerinnen ausüben. Als Abschluß des turnerischen Programms stehen die Meister- schaftswettkämpfe im Geräteturnen in Aussicht. Schließlich sind für den 21.. 22. und 23. August Lehrkurse, die unter Leitung des Kreises stehen, in Aussicht genommen. Der seitherige Leiter wurde wiedergewählt, wobei der Wunsch zum Ausdruck kam, daß recht bald, ähnlich wie bei den Schülerinnen, eine Frau die Leitung des Frauenturnens übernehmen möge. Gießen l-Niederflorstadt I 6:0. Die Gießener Mannschaft beginnt wieder, - Form zu erhalten. Das am Sonntag gezeigte Spiel war recht ansprechend, nicht nur, daß gute Einzelleistungen geboten wurden, die Mannschaft zeigte auch im Zusammenspiel erfolgversprechendes.^ Hie und da ist noch etwas verbesserungsbedürftig, was wohl in nächster Zeit geschehen wird und muh, wenn die Mannschaft wieder auf ihre alte Höhe kommen will. Am einwandfreiesten spielte die linke Seite, die ballsicher und kurzentschlossen ist. Das teilweise hohe Spiel der Gaste beeinträchtigte die Spielweise der Gießener. Niederflorstadt schien mit Ersatz an getreten zu sein, sie wehrten sich zwar tapfer, bei etwas besserer Fangtechnik des Torhüters wäre das Resultat wohl niedriger gewesen. Während der 1 Vz Stunden hatte Giehen das Spiel in der Hand, die wenigen, dann aber schnell vorgetragenen Angriffe der Gäste fanden zumeist bei der Verteidigung ihr Ende oder wurden vom Torhüter gemeistert. Gießen II—Niederflorstadt II 9:0. Mit dieser hohen Niederlage wollte Nieder- florftadt, der Weister der 2. Klasse im 6. Bezirk, sicher nicht heimkommen. Allerdings muh berücksichtigt werden, daß er nur mit neun Mann spielte. 2n erster Linie ist der hohe Sieg den wuchtigen raumgreifenden Angriffen der Gießener zuzuschreiben. Auherordentliche Ruhe zeichnete das Spiel wohltuend aus. Fr. T. Heuchelhem l—T. u. Spg. Wetzlar I 8:3. Heuchelheims Erste ist gegenwärtig wohl die aussichtsreichste Mannschaft im Bezirk. Das hohe Resultat gegen die spielstarken Wetzlarer beweist dies. Mik Anstoß setzte sofort ein äußerst lebhaftes Spiel ein, in der ersten Viertelstunde konnte Heuchelheim bereits zwei Tore buchen, nachdem es schon zwei ergebnislos verlaufene Ecken erzwungen hatte. In der 30. Minute wurde das dritte, 10 Minuten später das vierte Tor erzielt. In schnell wachsendem Kamps erzwang Wetzlar eine Ecke, die verloren ging und von Heuchelheim nach vorn getragen wurde. Im nächsten Augenblick brach Wetzlars Sturm durch, umspielte den weit herausgelaufenen Tormann und schoß ins leere Tor. 2 Minuten später buchte Heuchelheim Nr. 5. Noch Seitenwechsel zunächst ein ständiges auf und ab. Nach dem 6. Tor ür Heuchelheim drückte Wetzlar merklich, eine Ecke und kurz darauf das zweite Tor war der Erfolg. Nachdem Heuchelheim noch ein siebentes und achtes Tor erzielt hatte, konnte Wetzlar noch einen zugesprochenen Elfmeter verwandeln. Das Eckenverhältnis betrug 5: 4. Heuchelheims Mann- chaft zeigte ein sehr systemvolles eifriges Spiel, während die Zusammenarbeit der Wetzlarer etwas zu wünschen übrig lieh. Heuchelheim Jugend—Wetzlar Jugend 0:1. Ecken 6:3. Beide Mannschaften boten ein schönes Spiel, in dem sich sofort nach Beginn die Lleberlegenheit der Heuchelheimer zeigte, in ganz kurzer Zeit waren drei Ecken fällig. Den Sieg der Wetzlarer hat deren Tormann errungen, der alles, was auf ihn zukam, hielt. Ein Elfmeter, den Heuchelheim verschuldet hatte, wurde von Wetzlar verschenkt. In der zweiten Halbzeit lag Heuchelheim dauernd im Angriff, aber an dem außerordentlichen Geschick des gegnerischen Torhüters scheiterten alle Versuche, zu einem zählbaren Erfolg zu kommen. Leichtathletik. Handball in der D. T. Um die Gauverbaudsmeisterfchaft im TNittelrheinkreis. c. Seckbach ist Trumpf'. Altmeister Seckbach führt! Die Vorrunde ist nun beendet. In durchweg technisch guten Spielwettkämpfen bekämpften sich die Gaumeister von Hessen (T. u. Spv. 18.46 Butzbach), vom Main (Turngesellschaft Offenbach), von Offenbach-Hanau (T. u. Spv. Klein-Auheim) und Frankfurt (Tv. Seckbach) um die Meisterehre. Allsonntäglich traten sie an, auf grünem Rasen, im Schnee und bei naßkaltem Tauwetter, um d i c Mannschaft herauszufinden, die berufen ist, um die Kreismeisterschaft anzutreten. Der Mittelrhein kreis unter Leitung seines verdienten, letzthin jäh verstorbenen Kreis- spielwarts B ä r - Frankfurt, spielte von jeher in den Turnspielen der D. T. eine bedeutende Rolle. Auch im Handball war der Mittelrheinkreismeister von jeher gefürchtet und immer an der Endrunde beteiligt, stellte sogar in Tv. Seckbach den Deutschen Meister. Run stehen wir am Schlüsse der Vorrunde um die Main-Lahn-Gauver- bandsmeisterschaft. Seckbach hat sich am besten behauptet; es konnte sämtliche Gegner aus dem Felde schlagen; allerdings den Hessen- und Mainmeister erst nach hartem Kampf mit je 1 Tor Unterschied und offensichtlich vom Glücksstern begleitet. Nur hätte die Elf alle Spiele so ritterlich wie das gegen Butzbach durchführen sollen. Immerhin ist die Mannschaft die spielstärkste, sie dürfte voraussichtlich auch wieder Kreismeister werden und somit an den Endkämpfen um die D. T.-Meisterschaft teilnehmen. Allerdings muß sich der Sturm dann noch ganz gewaltig bessern und die Mannschaft in allen Teilen beste Manneszucht zeigen. Nach dieser kommt die jugendlich vorwärtsdrängende Mannschaft der Tgs. Offenbach, die mit einem ganz knappen 3:2 Ergebnis unterlag, die übrigen Bewerber aber glatt erledigte. An der Mannschaft ist wenig auszusetzen. Haben erst die zum weitaus größten Teil jugendlichen Spieler mehr Erfahrung, dann sind die Offenbacher Grün- weißen sicherlich ein ebenbürtiger Gegner Seckbachs, zumal diese Turnspieler vom besten Turnergeist beseelt sind und in allen Spielen nur den besten Eindruck hinterließen. Die Zeit wird schon noch ausgleichend wirken, so daß der jungen, gefälligen Mannschaft noch mancher Erfolg beschert sein wird. An dritter Stelle steht unser H e s s e n g au- meister Turn- u. Sportverein 1846 Butzbach. Wer denkt beim Hören dieser Mannschaft nicht zuerst an die Anfänge des Handballspiels, um dessen Einführung sich Butzbachs Turner gute Ehre redlich erworben haben! Wer denkt nicht zurück an jenen bedeutungsvollen 4:1 Sieg der Hessenturner über den Polizeisportverein Berlin, die niederschmetternde Bezwingung des stolzen „D e u t- schen Mei st er s", der gerade von Schwanheim, vom Meistertitelholen kommend, hier im Butzbacher „Lustgarten" seine Meisterehre auf grünem Rasen geschlagen liegen sah? Sichtliches Pech und öfteres Umstellen der Mannschaft (ein Fehler, der in Zukunft unbedingt vermieden werden muß) halfen zusammen, um zwei unverdiente Niederlagen und beide auf eigenem Platze hinnehmen zu müssen. Wenn der Sturm nun so bleibt und sich weiter so zeigt wie gegen Seckbach, aber dabei das Torwerfen nicht vergißt, dann wird es sicherlich besser gehen. U.E. ist aber notwendig, daß vor allem Zeitz den Mittelläuferposten behält. Den Schluß bildet T. u. Spv. Klein-Auheim, eine frische Mannschaft, die voriges Jahr noch in der A-Klasse spielte und dem seit Jahren vorherrschenden To. Kesselstadt die Meisterschaft abjagte. Wenn die Mannschaft auch alle Spiele dis jetzt verlor, so führte sie doch alle in vorbildlicher Weise zu Ende. Die Tabelle zeigt am Ende der Dorrunde folgendes Bild: Verein Spiele T. V. Seckbach T. Ges. Offenbach 3 T. u. Sp. D. Butzbach 3 T.u.Sp.V.Kl.-Auheim 3 gew. verl. Sortier. Pkt. 3 0 8:2 6 2 1 6:3 4 1 2 2:4 2 0 3 1:8 0 Am kommenden Sonntag beginnt die Schlußrunde: Butzbach fährt nach Offenbach, Seckbach nach Klein-Auheim. Die ßaudbaögplele um d'e Westdeutsche Meisterschaft. h. Die Handballspiele um die westdeutsche Meisterschaft beginnen bereits am kommenden Sonntag. Nachdem im Vorjahre der W. S. D.- Meister im Pokalsystem ermittelt wurde (der verlierende Verein scheidet aus!), kommt dieses Mal das Einrundensystem zur Anwendung < jeder Verein spielt gegen jeden auf neutralen Platzen). Der Verband hat die einzelnen Begegnungen wie folgt angelegt: 7. Februar: Ruhrbezirk gegen Bez. Heisen- Hann. in Hamm. 14. Februar: De-. Niederrhein gegen Bez. Hessen-Hann, in Hagen. 21. Februar: Bez. Westfalen gegen Bez. Hessen-Hann, in Kassel. 28. Februar: Bergisch-Märkisch. Bez. gegen Dez. Hessen-Hann, in Hagen. 7. März: Dez. Südwestfalen gegen Bez. Hessen-Hann, in Hamm. 14. März: Rheinbezirk gegen Bez. Hessen- Hann. in Barmen. Der Einfachheit halber haben wir hier nur die Termine veröffentlicht, die für unseren Meister von Hessen-Hannover, den F. C. 0 5 Wetzlar in Betracht kommen. Wie wird unser Meister abschneiden? Selbstverständlich können wir dieser Betrachtung nur ganz allgemein Raum geben. Das liegt in erster Linie daran, daß uns die Svielstärke der anderen westdeutschen Vertreter nicht näher bekannt ist und daß uns zum anderen jeder Maßstab, genommen an Begegnungen mit Vereinen der anderen Bezirke, fehlt. Greifen wir ein Jahr zurück auf die Meisterschaftsentscheidungen im Vorjahre, so finden tnir den Altmeister, Polizei Kassel, gleich im ersten Spiel gegen und in Aachen nach unglücklichem Spiel mit 0:1 aus- geschieden (nach Pokalsystem). Ebenso knapp unterlag Aachen im Cndkampf gegen Preußen-Essen, die also damit Westdeutscher Meister wurden. Im Herbst vorigen Jahres unterlagen diese in einem Privatspiel knapp, aber sicher der Kasseler Polizei, die heuer an den letzten beiden Sonntagen sich vom F. C. Wetzlar geschlagen bekennen mußten. Als weitere Beispiele können wir die Gastspielreise der Kasseler „Hessen-Preußen" nach Westfalen heranziehen, die dort in Hagen und Därmen glatte Sieger blieben. Auch die Handballelf der Kasseler Kurhessen kehrte aus Düsseldorf siegreich zurück. Damit sind die Anhaltspunkte aus den Nachbarbegegnungen der Bezirke erschöpft. Um aber überhaupt einen Vergleich oder mehrere ziehen zu können, muh man zunächst wissen, welche Mannschaften im Kampf um die Westdeutsche im Rennen stehen. Das steht jedoch größtenteils noch nicht endgültig fest. Wir beschränken uns, wo nötig, auf die Nennung der Favoriten. Im Ruhrbezirk streiten sich: Westfalia Bochum und Essen-West. Am Niederrhein: Düsseldorf-Eller 04 und Mühlheimer Sp. V. In W e st f a l e n ist V. f. B. Bielefeld Favorit nebst S. C. 08 Münster. Im Berg. - Märkisch. Bezirk ist noch keine Entscheidung zu sehen. In Südwestfalen: Hagen. Im Rheinbezirk steht der einzige Meister bereits fest: D. f. L. 08 Aachen. Letzterer weist, den übereinstimmenden Berichten nach, eine beachtsame Spielstärke auf. Näheres über das Können der einzelnen Bewerber ist bis jetzt noch nicht bekannt. Auf jeden Fall stehen die Wetzlarer vor einer schweren Aufgabe, die sie - das hoffen und wünschen wir — möglichst erfolgreich lösen mögen. Nach dem ersten Spiel am kommenden Sonntag wird man näheres über ihre Chancen sagen können. Eine Verstärkung erfährt die Elf durch folgenden Vorgang: Der S. C. Niedergirmes hat mangels Spielermaterial seinen Handballbetrieb aufgelöst und stellt seinen Spielern frei, sich der Handballabteilung des F. C. anzuschließen. Satzungsgemäh wären die Leute sofort spielberechtigt. Insbesondere handelt es sich hier um den Tormann Schönberger, der den unsicheren F. C.-Tormann ersetzen würde und damit den emsigen schwachen Punkt in der Meisterelf beseitigte. Zum Schluß geben wir die Spieler des Meisters bekannt, die es fertig brachten, den Lahnkreis so würdig zu vertreten: Szugalski. Schindler. Diehl. O. Waldschmidt, Ruserr, Dachmann. Philipp, Dlum, Paulus, Roth II., Koch. Die Amsterdamer Olympischen Spiele 1328. Eine holländische Abordnung, bestehend aus den Generalsekretären der Amsterdamer Olympiade und dem Baumeister Wills, die das Frankfurter Stadion besichtigte, machte Vertretern der Frankfurter Presse gegenüber interessante Angaben über die für die Durchführung der internationalen Olympischen Spiele in Amsterdam geplanten Baulichkeiten. Das Gelände, auf dem diese Anlagen entstehen sollen, muß zunächst^ entwässert werden, was einen Zeitraum von 5 bis 6 Monaten in Anspruch nehmen wird. Die eigentliche Kampfarena wird von 20 000 Sitzplätzen und 20 000 Stehplätzen umgeben fein. Sie enthält eine Radrennbahn von 500 Meter Länge und 8 Meter Breite. Der Jnnenraurn dient zur Abhaltung der Fußballspiele und der leichtathletischen Wettbewerbe und ist zu diesem Zweck mit einer 400 Meter langen Aschenbahn umgeben. Die Zuschauerplätze sind aus Eisenbeton aus- gtzführt. Während aber beim Frankfurter Stadion und auch in anderen Städten diese Wallanlagen nicht ausgenüht werden, bietet sie in Amsterdam Raum für sehr behaglich eingerichtete Auskleideräume für die Teilnehmer aller Nationen. Für die jetzt immer populärer werdenden Tennisspiele sind Zuschauerplätze für rund. 7000 Personen vorgesehen. Das Schwimmbecken trnro in den internationalen Maßen von 18 zu 50 Meter hergerichtet werden. Für das bei uns wenig gepflegte -Kricketspiel werden besondere Spielfelder errichtet. Für die aktiven Teilnehmer werden auf dem Gelände der Olympischen Spiele selbst praktische Wohnungsbauten ausgeführt, und zwar werden die Teilnehmer jeder Nation in besonderen Häusern untergebracht die telephonisch mit der Zentralleitung verbunden sind. In jedem Gebäude werden der Behaglichkeit halber nur 12 Personen untergebracht. D.s j''V find tn holländisch:>l Kreisen ungefähr 3 600 000 | Mark für die Zwecke der Olympiade ausgebracht oder garantiert worden. Für die großzügigen Frankfurter Stadion- Anlagen fanden die holländischen Herren Worte tcgeifierter Anerkennung. Sie werden in den iccjftci' Tagen noch die Anlagen in Köln, Duisburg und Elberfeld besichtigen und dann in ihre Heimat zurückkehren, um dort ihre auf der Reise gesammelten Erfahrungen praktisch zu verwerten. Was der Somdag bringt. V. f. B. (—) Fünf Mannschastcn sind es, die der Verein für Bewegungsspiele nächsten Sonntag in den Kampf schickt. Das Hauptinteresse beansprucht natürlich das Spiel der Liga gegen S p i e l v e r e i n Kassel. Die Gästemamisck)aft spielt einen guten Fußball und hat sich in den Verbandsspielen den Platz in der Mitte der Tabelle gesichert, was bei der Spielstärke der übrigen Gegner schon sehr viel Können erfordert. Ihre Hauptstützen sind die Brüder Jakob, die auf dem Links- bzw. Rechtsaußenposten als die schnellsten Außenstürmer Kassels gelten. V. f. B. muß für den dienstlich verhinderten Bickhardt P o st als Ersatz einstellen, im übrigen steht die Mannschaft in bekannter Aufstellung. Post hat in diesem Spiel gegen einen anerkannt guten Stürmer die beste Gelegenheit, zu beweisen, was er kann. Das Spiel ist deshalb von besonderer Bedeutung und größtem Interesse, weil es unter normalen Voraussetzungen zeigen soll, ob und wie weit die „Provinz" hinter der „Sportzentrale" von Hessen-Hannover zurück ist. Jedenfalls wird die Platzmannschaft alles daransetzen, ihr Debüt gegen Kassel ehrenvoll zu bestehen. Man darf mit Recht auf den Ausgang des Treffens gespannt sein, zumal es völlig offen ist. Die zweite Mannschaft tritt auf hiesigem Platz gegen die gleiche von Sport und Spiel Dillenburg an und dürfte, da sie außer Post wieder „alle im Kommen und Gehen begriffenen Kanonen" zur Stelle hat, die Dillenburger ihre Ueberlegenheit fühlen lassen. Weiter hat sich die dritte den voraussichtlichen E-Meister seines Gaues, den Fußball- verein Saubringen, zum Gegner auserwählt. Wer hier gewinnt, ist nicht vorauszusagen, da die Spielstärke der Landvereine unserer Umgebung hur noch unbekannt ist. Seiner Tabellenstellung nach zu urteilen, wird Daubringen den Sieg so ohne weiteres nicht an die B. f. B.er abgeben. — Die durch die Wintersperre unterbrochene V e r- bandsspielserie der Iugendmann- schäften beginnt wieder mit dem kommenden Sonntag. Demzufolge hat an diesem Tage die erste Iugendmannschaft gegen die der Spielvereinigung 04 auf dem Universitätssportplatz anzutreten. Sie hat zu beweisen, daß ihr 12:1 vor 14 Tagen kein Zufallsergebnis war. Zeigt sie die glänzende Form der beiden vergangenen Sonntage, so wird sie auch diesmal Sieger bleiben. Dann könnte man ihr wieder mehr Aussicht auf ein ausgeglichenes Spiel gegen den Sportclub von 1900, das am folgenden Sonntag auf dem Waldsportplatz stattfindet, einräumen. Die zweite Iugendmannschaft trägt vormittags ihr fälliges Verbandsspiel gegen V. f. R. Butzbach 2. Jugend auf eigenem Platze aus. Die kleinen V. f. B.er werden sich sehr anstrengen müssen, um einigermaßen günstig abzuschneiden. Bei dieser Gelegenheit sei angeführt, welche Neuregelung der Süddeutsche Fußballverband in der Wertung der Jugedoerbandssviele eingeführt hat. In der Erkenntnis, daß diese Spiele durch die Schärfe und Härte, mit der sie' oft ausgetragen werden (mit dem an und für sich löblichen Willen, eine günstige Tabellenstellung zu gewinnen, weil nun eine solche Einteilung mal besteht), ihr erzieherisches Moment ebenso oft verlieren, hat der Verband unter Leitung alter Praktiker und Pädagogen, wie Pros. Glaser- Freiburg, Lehrer Gebhard t- Ossenbach und Schindel-Worms folgendes beschlossen: „Bei den Berbandsspielen der Jugend wird fortan die gewohnte Wertung nach Sieg und Niederlage (zwei Punkte für gewonnenes, ein Punkt für unentschiedenes Spiel) durch eine neue Art der Punktwertung ergänzt, die folgendes vorsieht: Jugendspieler, die infolge rohen Spiels, Schiedsrichterbeleidigung oder sonstigen unsportlichen Betragens vom Felde gewiesen werden, verfallen nicht nur der üblichen Disqualifikation, sondern es wird auch die gesamte Mannschaft des Herausgestellten durch Abzug eines halben Strafpunktes für die Sportwidrigkeit des einzelnen bestraft. Um außerdem auch die verwirkten Ecken, die ja saft immer eine gewisse Schwäche der gerade verteidigenden Elf beweisen, bei der Wertung derLeistungen miteinzubeziehen, wird für jeden Eckball einer Mannschaft, der die Zahl der von der anderen Mannschaft verwirkten Eckbälle überschreitet, ein zehntel Punkt abgezogen." Bei- spiel: Mannschaft A gegen Mannschaft B 1:0; Eckenverhältnis 0:4. Ein Spieler von A wurde her- ausgestellt. Punkteberechnung: A = 2 Punkte für gewonnenes Spiel — 0,4 Punkte für verwirkte Ecken --- 1,6 Punkte — i Punkt für herausgestellten Spieler — 1,1 Punkt. — Es wäre zu begrüßen, wenn auch unser Westdeutscher Spielverband die Einführung dieser Regelung erwägen würde, da sie einen außerordentlich hohen erzieherischen Wert besitzt und sich für unsere Jugendbewegung sehr fördernd auswirken wird. Futzballvorfchau für den Bezirk Hessen-Hannover. h. Die Meisterschaft ist entschieden! „op ort“ - Ä affe l hat das Rennen knapp, aber sicher gewonnen und hat die Ehre, den 'Bezirk in den weiteren Spielen um das grün-weiße Band zu vertreten. Man weih, daß „Sport" keinen gerade überzeugenden Fußball spielt, daß die Meisterelf aber ein ziemliches Quantum Energie besitzt und diese gerade in entscheidenden Kämp- senn, wie sie bevorstehen, in die Wagschale zu werfen weiß. Ob ihr Mangel an Technik, an Spielkultur durch ihren Energieaufwand gegen die westdeutschen Größen ausgeglichen werden kann, daß ist zunächst, ehe nicht wenigstens ein Vergleich stattgefunden hat, von hier auS nicht zu beurteilen. Aber auch Kurhessen-Kassel hat noch Aussicht auf Teilnahme. In einem Em- rundensystem der ztveiten Dezirksligasieger wird der Beste ermittelt, der dann auch noch ein T^nen der Meister starten darf. Hi« steh« also auch noch schwere imfr tyvrtt Kämpfe Vevvr, Da öle beiden Vereine ihre sämtlichen Spiele absolviert haben, geben wir einen Rückblick über ihre Erfolge und Verluste am besten in Form ihres nunmehr endgültigen Tabellenstandes: „Sport"-Kassel 26 Spiele — 43 9^Punkte. Spiele gew. 19. unentsch. 5, verl. 2. Sore: 91—26. Kurhessen-Kassel 26 Spiele 40—12 Punkte. Spiele gew. 18. unentsch. 4, verl. 4, Lore: -- 122 26. _ , r Damit sind die Kämpfe um den -titel abgeschlossen. Was nun noch folgt, sind, da auch Vie 2lbstiegsfrage geklärt ist. nur noch Treffen um eine bessere Plazierung im Tabellenstand. Kom° menden Sonntag stehen folgende Entscheidungen auf dem Programm: 3n Kassel: (5.6.03 gegen S.Bg. Göt ° t in gen. Beide Mannschaften haben gerade in der zweiten Serie der Saison 1925/26 an Spielstarke erheblich zugenommen. BesondersS. C. 03, der in der ersten Hälfte mit zu den schwächsten Vereinen des Bezirks zählte, hat sich sehr her- ausgemacht, und erst kürzlich gelang ihm der große Wurf: den Altmeister Kurhessen einwandfrei zu schlagen. Man geht sogar soweit, S. C. 03 als die zur Zeil bedeutendste und spielstärkste Elf Kassels und des ganzen Bezirks zu bezeichnen. Sein Gegner, die Göttinger S. Vg'er. haben Zuwachs aus Mitteldeutschland erhalten, der eine große Verstärkung für sie bedeutete. 3n der zweiten Serie errangen sie Sieg auf Sieg, und erst vergangenen Sonntag gelang es ihnen, beste norddeutsche Klasse, ..Rot-Weiß" Hannover, überzeugend mit 4:2 zu schlagen. Die Leistung der E. Cer ist jedoch relativ besser, so daß ihnen, zumal auf eigenem Boden, der Sceg zuzutrauen ist. Sie werden, aber nur knapp, gewinnen. Hessen 09 Kassel empfängt den F. C. 05 Wetzlar. 3m Wetzlarer Sportbetrieb liegt zur Zeit durch Erringung der Dezirkshandball- meisterschast der Schwerpunkt auf Handball. Zn der F. C.-Mannschaft fehlen also Paulus und Schindler. Die „Hessen" werden einen sicheren Sieg landen. Der übrige Sport. Wintersport. Zahlreich sind die für den kommenden Sonntag in Aussicht genommenen wintersportlichen Veranstaltungen, doch dürfte ein großer Teil der warmen Witterung zum Opfer fallen. Um die Weltmeister- ftraft geht es im Kunstlaufen m Stockholm, wo Fr^ Brockhöft die deutschen Farben vertreten wird. ?n^L i e n ladet der Wiener Eislausverein zu einer internationalen Veranstaltung ein. In Oberst- d o r f soll die bayerische Eishockey-Meisierichaft zur CntsclMung kommen. Breslau will ein internationales Kunstlaufen abhalten und Königsberg seine Lerbandsmeisterschaft im Eishockey zur Entscheidung bringen. Wegen der Ungunst der Wit- terung verlegt find bereits die österreichische Bob- meistcrschaft am Semmering, die Fünfer-Bobmeister- schast von Deiusch - Krummhübel die österreichische Robelmeisterfchast auf Kunstbahnen soll in Mödling, die deutjche in Schierke ausgetragen werden. Im Skilauf stehen an erster Stelle die intern. Wettläufe in Lahti (Finnland) aus Anlaß dse intern. Skikongresses in Helsingfors. Am Bödele bei Dornbirn geht die österreichisch- SN- meisterschast vor sich. Die sächsische wird in Geising - A l t e n b e r g stattfinden. Auch die schlesische Skimeisterschaft - ist oorgemerkt. Johann- Georgenstadt bringt einen Staffcllauf des Kreises Wefterzgebirge. Rasensport. Im Fußball beginnen zum Teil die Meister- ^chafts-Schlußspiele. In Süddeutschland steigt die erste Runde zwischen den fünf Bezirks- und dem Hlokalrneifter. 5n Pommern tragen Titania Stettin rnb Stettiner S.E. das Meisterfchofts-Schlußspiel aus. Auch in den andern Landesteilen werden die Meisterschaftsspiele fortgesetzt. — Die Handballspiele befinden sich ebenfalls im Stadium der Schlußspiele. — Ein T e n n i s - S t ä d t e k a m p f Köln — Bremen sindet in Bremen start. Boxen. _3n Göteborg wird Rispel den Larpentier- pefai verteidigen. An einem Stockholmer Amateurborturnier nimmt eine Mannschaft des D. f. D. Teutonia Berlin teil. Fechten. Ein 'Säbei-Mannjchastskampf Berlin — Dresden findet in Berlin stau. Motor- und Radsport. In Garmisch-Partenkirchen versammeln sich die Teilnehmer zur bayerischen Winterfahrt. Ebenfalls veranstaltet die Wiener motorjport- liche Herrenfahrer-Vere'migung eine Winter-Wer- tungsfahrt mit otart und Ziel in Pukersdorf. — Erstmalig kommt in der Westfalenhalle zu Dortmund die Winter-Meistersäsaft der Steher von Deutschland zum Austrag. Billard-Sport. Ab 10. Febr. findet in Frankfurt a. M. die Meisterschaft für Vi lla rdmei st er in Süddeutfchland statt. Teilnehmer sind die besten Berufsspieler von Bayern. Württemberg, Baden, Heften. Der Gicßener Dillardmeister L. H a u b f nimmt als Vertreter Hessens teil. Wintersport. Deutsche Rodelmeisterschaft auf Kunstbahn. vo. 3n Titisee kam die deutsche Rodelmeisterschaft auf Kunstbahnen bei schlechten Bahnverhältnissen zum Austrag. Die Ergebnisse sind: Damen: 1. Frl. S ch ow e r ° Titisee 1:47,11: 2. Frl. Wintcrhalder-Titisee 1:49,1. Herren: 1. V. Weiner- Wien 1:46.1; 2. K. H or u-Titisee 1:42,4; 3. Langer- Wien 1:42.5. Doppelsitzer: 1. Frl. Schcuzh - Frankfurt a .M. — Ha u s ch - Wien 1:46.5; 2. Frau Langer -- P otyka ° Wien 1:46.1; 3. Ehepaar Horn- Oberwesel 1.47,3. Schwäbische Ski-Meisterschast. vo. Trotz aller Schwierigkeiten konnte doch die schwäbische Skimeisterschaft in Daiersbronn zur Durchsilhrung gebracht werden. Entgegen aller Voraussicht waren die Schneeverhältnisse noch recht gut. Den Meistertitel holte sich K r ö ck e l vom Wintersportverein Thüringen. Mit Rote 17,652 erzielte er den ersten Platz vor dem Allgäuer Meister Schlegel mit 17.312. 30.5, 39,5 und 385 Meter waren die Leistungen des Meisters im Springen. Oberhesfen. Kreistag rn Büdingen. !! Büdingen, 3. Febr. Der neue Kreistag des Kreises Büdingen hielt heute feine erste Sitzung ab. Bor Beginn der Verhandlungen begrüßte der Vorsitzende die Mitglieder und verpflichtete sie durch Handschlag. Hierauf wurde die Wahl des K r e i s a u s s ch u s s e s vorgenommen. Es wurden gewählt: Gustav M o g k, Landwirt zu Grundschwaldenn, August B i r k c n st o ck, Bürgermeister, Ranstadt, M u l l e r - T h ü r i n g , Kauf- n ann. Büdingen, Dr. Andrae, Amtsgerichtsrat, Lrtenberg, Georg Hildner, Beigeordneter, Büdingen und Joh. Friedr. Dietz, Vorarbeiter, Rommelhausen. Bei der Beratung des Straßen- unterhaltungsvoranschlags für 1926 entspann sich eine längere Debatte über die Kreisstraßenunterhaltung im Kreise. Schließlich wurde der Entwurf des Voranschlags für 1926, der mit einer Gesamtsumme von 222 427,40 Mk. balanciert, unverändert angenommen. Eine Aenderung der Kreis-Feuerlöfchordnung wurde ohne Widerspruch angenommen. Die Drandhilfekosten werden demzufolge nunmehr tot die Mannschaften pro Stopf und Stunde auf 50 Pf., ,edoch nicht unter 2 Mk., festgesetzt. Weiter lag ein Antrag des Mitglieds Dr. Andrae vor, der die Herabsetzung der Kreistagsdiäten forderte. Nachdem hierzu während der Verhandlung weitere zwei Anträge gestellt waren, wurden alle Anträge abgelehnt. Es bleibt somit bei der derzeitigen Regelung der Tagegelder, die für außerhalb wohnende Mitglieder 10 Mk., für Einheimische 8 Mk. betragen. Zum Schlüsse wurde noch einem Antrag Dr. Andrae und Genossen zugestimmt, wonach der Landtag ersucht werden soll: „1. auf das schärfste darüber zu wachen, daß die durch die Londeshypothekenbank vermittelten Kredite den landwirtschaftlichen Betrieben und nicht, wie das bereits geschehen ist, in gesetzwid- | riger Weise Nichtlandwirten zugeführt werden, daß ferner nicht einzelne übergroße Summen, ! die Mehrzahl der kredilsuchenden Landwirte jedoch nichts erhält; daß endlich der Kreis Büdingen bei der Verteilung der Kredite jo berücksichtigt wird, wie das der Bedeutung der Landwirtschaft im Kreis entspricht; 2. mit Beschleunigung darauf hin,zuwirken, daß auch den anderen B e r u s s st ä n d e n, z. B. dem Handwerk in gleicher Weise wie der Landwirtschaft K r e d i t q u e (len erschlossen werden; 3. zu veranlassen, daß die Hypothekenbank die Gewährung von H y p o t h e k a r k r e d i t e n sobald wie möglich wieder aufnimmt; 4. dafür zu sorgen, daß billiges (Selb für Wohnungs- b a u t e n zn niedrigem Zinssatz beschafft wird. Landkreis Gienen. * G r o ß e n - L i n d e n, 4. Febr. Vom 24. bis 3t. Januar fanden im Saale der Christlichen Gemeinschaft hiersekbst religiöse Vorträge von Prediger t ö h r statt. Das General- thema war: „Jesus und die Menschenseele". Mit großer Klarheit und Wörme wurden die verschiedenen Seelenzustände an das Licht gestellt. Daneben wurde aber auch gezeigt, wie Jesus, der Arzt der Seele, letzten Endes allein helfen kann, daß die kranke Menschenseele gesund und fröhlich wird. Wohltuend war es, wie die Gedanken der Zuhörer weit emporgehoben wurden über den Materialismus unserer Zeit mit seiner seelischen Depression. Welchen Anklang die Vorträge fanden, zeigte sich in der starken Zahl der Besucher, die der schöne, geräumige Saal kaum zu fassen vermochte. Die Abende wurden umrahmt von gediegenen Vorträgen des gemischten Chores. al. A l l e n d o r s a. d. Lahn, 3. Febr. Bei der heute stattgefundenen IagdverPachtung war der Höchstbietende mit 795 Mk. Herr Willi Inder- t h a l von Gießen. Die Pachtdauer ist 6 Jahre. Zu der Verpachtung waren zahlreiche Liebhaber erschienen. t). Lollar, 3. Febr. Gestern abend tagte in der „Traube" dahier die ordentliche Generalversammlung des Vereins Kinderfreund. Der Vorsitzende. Dekan Gußmann, eröffnete und leitete die Tagung. Aus dem Jahresberichte war zu entnehmen, daß der Verein 383 Mitglieder zählt und die Kleinkinderschule sowohl wie die Gemeindekrankenpflege im verflossenen Jahre segensreich gewirkt haben. Es wurde von der Krankenschwester in 134 Familien Hilfe geleistet, und zwar in 15 Tagpflegen, 50 Nachtwachen und 4016 Krankenbesuchen. Der Bericht des Rechners, Vektor Saab, ergab eine günstige Finanzlage des Vereins, die außer den Mitgliederbeiträgen, der Unterstützung des Frauenvereins Lollar und der Buderusschen Eisenwerke ganz besonders der tatkräftigen, verständnisvollen Hilfe der Gemeinde Lollar zuzuschreiben ist. 'Dem Rechner wurde für feine selbstlose, verständnisvolle Tätigkeit herzlicher Dank ausgesprochen, sowie allen, die an dem gemeinnützigen Werke der Liebe mithelfen, insbesondere dem Oberhaupt der Gemeinde, Bürgermeister Schmidt, nnd dem Vorsitzenden des Vereins. Göbelnrod, 4. Febr. Schon seit Monaten waren bei den Benutzern des Personen- 5 u g e s, her um 8 Uhr in Gießen ist, Bemühungen unternommen worden, um ein Halten dieses Zuges auch an Werktagen zu erreichen. Durch freiwilliges Aufbringen der von der Reichsbahn geforderten 12 Mk. ist es nunmehr erreicht worden, daß seit 1. Februar der Zug täglich hält. Es halten jetzt wieder 3 Zugpaare auf unserem Haltepunkt. = Reinhardshain, 4. Febr. Zu der Verpachtung unserer Gemeindejagd war nur ein Interessent erschienen. Zum Preise von 400 Mk. pachtete Fabrikant Allmendinger die Jagd. _!_Aus dem Bezirk Grünberg, 4.Febr. Für den 3. Jahrgang der Mädchenfortbildungsschule ist lehrplangemaß bekanntlich ab Ostern 1926 Haus wirtschaftlicher Unterricht zu erteilen. Zu diesem Zwecke trifft die Stadt Grünbera die nötigen Vorbereitungen; denn außer den Krimberger Fortbildungsschülerinnen werden auch die pflichtigen Mädchen aus den Gemeinden Beltershain, Göbelnrod, Lauter, Reinhardshain, Stangenrot uni) Weickartshain den Hauswirtfchafts- unterrid)t in Grünberg besuchen. Zur Tragung der entstehenden Kosten sind die beteiligten Gemeinden int Verhältnis der Schülerinnenzahl verpflichtet. ton. Weickartshain, 4. Febr. Dieser Tage hielt der K r i e g c r v e r e i n im Vereins- lotal des Gastwirts Brüller seine Generalversammlung ab. Im Lause des Jahres sind in dem Verein 11 Mitglieder zugekommen, ein Mitglied ist freiwillig ausgetreten. Im ganzen zählt der Verein jetzt 64 Mitglieder. > Holzheim, 4. Febr. Die Holzhauer haben Ende voriger Woche ihre A r b e i t abge- schlossen. Es wurden im ganzen nur 200 Raummeter gefällt. Davon war her größte Teil Windfatt, er gehört dem hiesigen Markwalde an. Die Holzmacher, nun arbeitslos geworden, finden z. T. Beschäftigung im hiesigen Steinbruch. Die Erwerbs- losenziffer hätte sich damit wieder erhöht, wenn nicht einige Bauhandwerker bereits auswärts Arbeitsmöglichkeit gefunden hätten. Immerhin beläuft sich die Zahl'der hiesigen Unterstützungsempfänger noch auf 35—40. tötete Büdingen. IT! Ridda , 1. Febr. In der hrtjüiu G e - meinderatssitzung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Die Niddaer Wald- und Feldjagd ist im Jahre 1923 auf die Dauer von sechs Jahren für den jährlichen Pachtpreis von 990 000 Mark an die Niddaer Jagdgenoffenschaft verpachtet und die Pacht seither teils im Wege von Verhandlungen, teils durch das Pachteinigungsamt von Jahr zu Jahr neu festgesetzt worden. Für den Rest der Pachtzeit, und zwar für die Jahre 1926, 1927 und 1928, soll die Pächterin eine jährliche Pacht von 650 Mk. zahlen. — Um die Erwerbslosen- f ü r f o r g c nach Möglichkeit produktiv zu gestalten, stellt das Reich zur Durchführung von Not- standsarbeiten Zuschüsse und Darlehen zur Ver- fügung. Als Notstandsarbeiten kommen hier in Betracht: Anlage eines Eisteiches auf der Känsweib beim Schloßbrückchen in Lerbindtmg mit Erhöhung des Ufers des Hohensteiner Baches zum Schutze gegen die Hochwassergefahr, Regulierrmg der Nidda einschl. evll. Erhöhung des rechten Nidda-> Ufers, Ausführung von Grabenarbeiten auf den Wiesen unterhalb der Stadt, sowie Anlage eines Schwimmbades. Zunächst soll die Einlage eines Eis- riidjes und Erhöhung des Ufers des Hohenstemer Baches zur Ausführung kommen. — Die 93 er breite r n n ii der neuangelegten Straße nach dem städtischen Steinbruch auf den Gold ackern hat sich als notwendig herausgestellt und soll noch im Feldbereinigungsoerfahren durchgeführt werden. Die Herstellung der Straße in der vorhandenen Breite wird beschlossen, die Lieferung der Ch imster- fteme der Firma Drott & Wirth zum Prefte von 6,50 Mk. pro Kubikmeter übertragen. — Der G r=* werb des Waldbestandes von dem im Feldbereinigungsverfahren auf die Stadt Nidda: ubergegangenen Waldgrundstück des Gustav Lind zu Geiß-Nidda auf dem Helmsberg wird genehmigt. — Im Hinblick auf die verspätete Zustellung der Steuerbescheide für die Sonder st euer vom bebautem Grundbesitz für Gemeinde, Kreis und Provinz für das Rj. 1925 beschließt der Gemeinderat, beim Kreisamt Büdingen zu beantragen, daß die Fälligkeitstermine für das 1. und 2. Ziel auf den 15. Februar 1926, für das 3. und 4. Ziel auf den 15. April 1926 und für das 5. und 6. Ziel auf den 15. Juni 1926 festgesetzt werden. — Das Gesuch der Firma D r o 11 L W i r t h zu Nidda um Einleitung von Verhandlungen zwecks Neufestsetzung der Pachtbedingungen über Verpachtung des städtischen Basaltsteinbruchs auf den (Solbädern wird bis zum Frühjahr zurückgestellt. — Das Schafweidegeld wird, ebenso wie im Vorjahre, auf 2 Mk. pro Schaf festgesetzt.. — Für die Mädchenforlbildungs- s ch u l e wird die Einrichtung einer Küche beschloßen und für diesen Zweck ein Raum im Krnfischen Saalbau in Aussicht genommen. Die Einrichtung der Küche erfolgt, sobald sich dies ermöglichen läßt. — Der Gemeinberat nimmt Kenntnis davon, daß die Oberpoftdirektion die projektierte Auto- postlinie Ulfa — Nidda — Hirzenhain vorerst fallen gelassen hat, da angeblich Kostenersparnisse für den Postbetrieb nicht erzielt werden. — Es wurde die Abschaffung des an Maul- und Klauenseuche erkrankten Bullen beschlossen, ferner noch, daß die Gewerbesteuer für das Rj. 1925 hinsichtlich der bisher von dieser Christian Morgenstern. In brr autobiographischen Notiz „Heber mich selbst" berichtet Morgenstern von der geizigen Wandlung seines 35. Lebensjahres: „... im Winter 1905 06 vollzog sich die entscheidende Wendung: die Natur, die Welt vergeistigten sicb ihm völlig, und das Wort des Iohanneifchen Christus „Ich und der Vater sind eins" wurde ihm zum erstenmal Erlebnis." Diese völlige Hm- ipeninntg zum Geistigen, das Ergebn^ der „unvermeidlichen Suche seiner Seele nach dem Ort ihres Ursprungs", die den ernsten und grutfe- rischen Dichter von srüh an erfüllte, und die damit verbundene Aufnahme des Ioyanneifcherr Christusbildes, des geistigen, im ganzen Erdenleben, tm ganzen All wirkenden Christus, waren der Angelpunkt der Darstellung, die gestern abend Lic. Robert Goebel aus Marburg im Keißner- scheu Vortragssaal von dem Religiösen im Christian Morgensterns Leben und dichterischem Werk gab. Die tiefe Religiosität des Menschen stellte der Redner dar, unter Ablehnung einet bloß ästhetischen Betrachtungsweise feines Werkes. Religiös find ihm die Wurzeln, religiös der Werdegang des großen Sinnierers, den weitere Kreise bis^zu seinem Tod nur als den Dichter der Galgenlieder gekannt haben. Sein Lebensgang legt Zeugnis ab von seinem Ringen mit und um sich selbst, seinem Leiden an sich selbst, feinem unermüdlichen, ergreifenden Suchen. In der Jugend ist für ihn von Bedeutung das Verhältnis zu feiner Mutter, zu Nietzsche, zu Lagarde, zu Ibsen, bis dann das 35. Jahr entscheidend ihn zu dem Iohannesedangelium führt, das ihn in ein ganz neues Verhältnis zum Menschen, zur Geisleswelt, zur Natur e'mtreten läßt. (Nebenbei: An den immer sieben Jahre zusmn- mens ass enden Rhythmus, in dem sich das geistige Leben eines Individuums genau wie fein körperlicher Organismus entwickeln soll, glaub ich nicht so unbedingt wie der Redner, der in unnötiger Breite mehrere Beispiele aus andern ..Biographien" vorbrachte; geistige Entwicklung hängt von so ungeheuer vielen und verschiedenartigen Einflüssen ab, daß sich ein sür alle Merckchenfeelen geltendes Schema gor nicht in der gleichen Weise aufstellen läßt, wie dies für ihren physischen Organismus wohl möglich ist.) Später, 1909, lernt Morgenstern den Mann len» nen, dessen Gestalt „etwas ganz Neues für die Entwicklung der menschlichen Seele bedeutet". Rudolf Steiner, vor dem er fich in höchster Ehrfurcht beugt. Im Jahr 1914 ries als einen „wachen Geist" der Tod den Dichter ab. An der Hand der Dichtungen und Sprüche Morgensterns führte Lic. Goebel durch alle Phasen der religiösen Entwicklung des Dichters. In der Frühzeit ist es noch die neckische Phantasie, mit der Morgenstern unter Ueberwinbung der rein naturalistischen Schauweife die Natur betrachtet (Dgl. die Gedichte „3n Phantas Schloß"). Dann aber lenit den Dichter unermüdliche Arbeit an sich selbst, die Suche nach dem Geist, weiter auf höhere Pfade, wo er jo recht des „Staubs der breiten Spur" gewahr Wird, dem er sich zu entziehen trachtet. Seine Abneigung gegen die seichte, philisterhafte Zeit, die die Forderungen des Geistes nicht versteht, es nicht ernst nimmt mit der Wirklichkeit des Geistes, spricht er immer wieder aus. Er kämpft gegen das versimpelnde Bürgerliche im Menschen, das die Resignation vor den Forderungen des Geistes zu einer Gewohnheit macht wie Essen und Trinken, gegen den Philister im Menschen, der allein diesen von Ehristus trenne. Dieses Leiden am Zeitgeist ist auch der tiefste Hintergrund seiner Galgenlieder und der ihnen nahestehenden Gedichte, die durchaus nicht als Behälter bloßen prickelnden Spottes aufzufaffen ftnd. Aus feinem suchenden 2Lenschtum sind auch sie geboren. Erhabene Aeußerungen seines immerwährenden Strebens, wie die von feinem „unaufhörlichen Trieb zur Tiefe", von der Vertiefung durch dos Gebet, von dem einzigen Glück des Menschen, nämlich dem, das den Wert des Menschen erhöht, der Arbeit an sich selbst, leiten über Zu dem unvergleichlichen philosophischen Glaubens- bstenntnis, das in den „Stufen" medergelegt ist. In diesen Aphorismen und Tagebuchnotizen sehen wir die einzigartige menschliche Entwicklung vor unS, die der Dichter genommen hat. Gr hatte wie jeder Edle den Zwiespalt auszu- kämpfen, den er mit dem Gegensatz des „Möchte sein" zum „Din" bezeichnet hat; er konnte streben, weil er an die Möglichkeit, ja Notwendigkeit einer Entwicklung glaubte, er hatte den Willen zur Entwicklung, deren Voraussetzung die Ueberwin- dunq und Abstreifung der alten Seelenform ist, er hatte dieses „Sich opfern wollen", weil es allein ein Leben verbürgt, ein Nichtverderben auch im Tode, ein Hineinsterben in ent höheres Leben; und dieser Opferwille stellte ihn irr die Welt des Ehristus Religion ist ihm nichts anderes als ein ..Sich entwickeln wollen", der Weg der Selbsterkenntnis des menschlichen und damit auch des göttlichen Geistes, denn in jedem Menschen wie in der ganzen Welt offenbart sich Gott. Sv ist des Dichters religiöses Erleben nicht landläufig herkömmlich, sondern aus feinem eigenen Innern, aus seiner Arbeit zum Geiste hin, aus seinem Entwicllungswttlen hervorgewach- fen. Auch seine Betrachtung der stofflichen Welt setzt in gleicher Weise das Geistige auf den Herrscherthron: die Erscheinungsformen der Materie, Bäume, Pflanzen und die konkrete Welt, sie alle sind ihm Leibesteile geistiger Wesenheiten; die Erde schaut er geistig verklärt. Auch deren Sinn ist „Untergang in Höheres": diese Erde wird ein Sonne fein. Christus ist es auch hier wieder, der im Zusammenhang mit ihr wirkt. Lebensbejahend ist also letzten Endes das Werk des Dichters, das mit dem so todesernsten Band „Wir fanden einen Pfad" schloß. Und so kann Morgenstern als der Sprecher eines echten Christentums empfunden werden, das sich die ernste, Leben und Entwicklung fördernde Aufgabe stellt, Mensch und Erde ihrer Geistgestalt, ihrer geistigen Bestimmung entgegenzuführen, -g. Frankfurter Mufikbries« Von den Neueinstudierungen und Neuinszenierungen im Opernhaus unter der Leitung von Prof. Krauß steht die des „Ring der Nibelungen" im Vordergrund des Interesses. Seit der Erstaufführung des Werks hatte sich an der Szenerie nichts geändert, besondere Regieleistungen waren nicht zu verzeichnen, es stand im Mittelpunkt die Leistung des Dirigenten und die Leistung der Sänger, die den Abenden das Gepräge gaben. Und da hatte allerdings Frankfurt Namen zu verzeichnen von bestem Klang, Verkünder hehrster Kunst; Persönlichkeiten wie die Greiff-An drießen, die Schröder-Hanfstängl, wie Baudrowski und Forch- hammer lassen sich von dem Kunstleben Frank- surtS und Deutschlands nicht trennen. Nun ist das anders geworden: Im Mittelpunkt steht der Regisseur, ihm hat sich der Darsteller zu beugen; die Entwicklung, die das Schauspiel seit längerer Zeit genommen hat, hat auch in der Oper eingesetzt. Immerhin typisch für unsere so gar nicht auf Persönlichkeiten eingestellte Zeit. - Dr. W a l l e r st e i n ist der Regisseur der Frankfurter Oper, „ein guter Meister", der schwerlich seinesgleichen findet, und der kochen ruhmbekränzt von einem Gastspiel "bei der Wiener Staatsoper zurückgekehrt ist. Von Beruf Frauenarzt, hat er sich der Musik zugewcmdt, wurde Kapellmeister und nun ist er Oberregisseur, einer von den ganz musikalischen, und das ist gerade das Bezeichnende an seiner Regiekunst. Er, der die Partituren genau kennt, geht nur davon aus, auf musikalischer Grundlage seine Arbeit zu leisten, aber nicht in dem maniriertert Bayreuther Stil, sondern bei weitem gelöster, freier und deshalb künstlerisch wertvoller. Gr läßt nicht in sklavisch nachäffender Weise z. D. die Motive der Riesen und des Loge dauernd in den Bewegungen der Darsteller nachklingen, er ist der Wagner-Regisseur der Jetztzeit, die durch die zeitliche Entfernung der objektiven Beurteilung des Meisters im Gegensatz zu früher nähergekommen ist. So gibt er der Wagnerischen Kunst mit den Mitteln unserer Tage szenisches Leben. Neben ihm Ludwig Sievert, aus dessen Hand die Bühnenbilder stammen; sie passen sich der Wucht des Werkes an. Am Pult: Prof. Krauß, dem die dramatischen Akzente besonders liegen und der vermöge seiner bei seiner Jugend erstaunlichen takttechnischen Begabung dem Orchester Klänge zu entlocken versteht, die man vordem nicht gehört hat. Gegen die Leistungen dieser drei treten die der Darsteller ein wenig zurück — bis auf die Brunhilde Frau L a u e r - K o t t l a r s, die mit der Zeit eine Künstlerin größten Formats und größter Innerlichkeit geworden ist. Darstellerisch und stimmlich ausgezeichnet der Wotan des Herrn v. Scheidts, der, wie in all seinen Partien, das Menschliche in den Vordergrund stellt. Der Siegmund und besonders der Siegfried des Herrn Fänger find in ihrer jetzigen Wiedergabe trotz mancher mehr äußerlicher Mängel vorbildlich, ganz den Geist des an den Leistungen offenbar nicht ganz unbeteiligten Regisseurs atmend. Unbefriedigend in feiner Aeu- herlichkeit der Alberich Jean Sterns — das technische Können und das stimmliche Material allein genügen nicht zur Darstellung des dämonischen Zwergs. Intelligent wie immer der Loge Hans Brandts, aber doch im Schatten der Titanen fechtend: noch hat man Forchhammers Wiedergabe der Rolle nicht vergessen. — Alles in allem eine große Tat des Instituts, geleistet nach harter, mühevoller Arbeit von Berufenen, denen, bann auch die Zuhörer in begeisterten Ovationen ihren Dank aussprechen. W. Kn. !rfn>Ä (St, >°lgende ®e, ? und 5clb: ouec von sechs 2 f?n WW !W vei-pgchi^ °°u Wnt, ff J W “jjn Rest der 5'J927 und ,Nt Pon hntfb5lo'tn: Jjte w 'm oon (Rot. ^uehen zur fiCJ-Ln fomme,T -'Reiches auf der ", Verbindung mit ffly Baches zmn ^cgulier.mg der ,5 rechten Mda» arbeiten auf den v'° Anlage eines Anlage eines 615. des Hohenfteiner ■Sie Verb rei« 1 Straf,e nach n Sofbjtfrrn Et und fall noch chgeführj werden, der vorhandenen ng der llhninher- M Ple.'e von en. - Der Er» von den-, im ie Stabt Nidda es Gustav *21 n b g wird genehmigt. :te Zustellung der ersteurr vom r Gemeinte. Kreis' deschliM ter Segen zu beantragen, das 1. und 2. Ziel das 3. und 4. Ziel das 5. und 6. Ziel ji werden. - Das irth zu Wda um zwecks Neufest- •gen über Ser* Bafaltstein- dis M^Madr tibegetd wirb, SRI. pro Schaf W f ortbiidungs- einer Küche dein Baum im Krck- mmen. Die Cinrich^ sich dies crmöfllidten nt Kenntnis davon, vrojettierte Luio^ a—chirzenhain 1 angeblich Kosten- nicht erzielt wer- haffung des an iften Bullen be-- gewerbesteuer bisher von die,er ■MÜ Mewcmdt, Mr, und das nt Mr N*< xu !M S^ wa ” Grundlage M in dem mamrreüm iei weitem «Yntei Werst "**Fk ,,, miB i»fl™ sewer w l ig S"«-»6ie i-^t ; »E,.*®eW” Wcrrt 1 f her Sieg' ^°nd-rs 'jehig-; ltrf> »WJ ■ ^hr » gl, M " SZxL MS Sin seiner siiiiiin^^ da"N" &$%5 ;c" #<»''& di, fite** feint <«c l>«d n. In, ) ein der. 9°n;en Mr . rrroetb«. wieder ■ \”Wrhin h». "^'Angseinp- Steuer noch nicht orsaßien Umsätze für bie Zeit vom 1. April bis September 192u in zwei Zielen nacherhoben werden soll. nd. Kohden, 3. Febr. Bei der Verpachtung der hiesigen G e in e i n d e j a g d auf 9 Jahre erhielt die N i d d a e r I a g d g e s c l l s ch a f t, zu der auch der Pächter der Jagd in dem fiskalischen i)arbmald, Grobindustrieller Merton in Frankfurt a. M. gehört. bCTi Zuschlag für den bisherigen Pacht- prcis von 250 Mk. jährlich. — Die hier seit etwa fünf Jahren bestandene landwirtschaftliche Bezugs- und A b s a tz g e n 0 s s e n s ch a f t, der auch mehrere Landwirte von Michelnau angehörten, hat in st^er Generalversammlung am Sonntag die Auflösung beschlossen. Kreis Aricdberg. ss. Friedberg, 4. Febr. Der Militär- und Beteranen-Derein, der älteste und stärfste der hiesigen militärischen Vereine, hielt im Vereinslokal unter Leitung des 1. Vorsitzenden, Oberst S 0 idan , seine diesjährige .Hauptversammlung ab. Mit Befriedigung konnte festgestellt werden, dast sich das Bereinsleben, das eine Zeitlang dar. iederlag. in der letzten Zeit wieder sehr gehoben hat, allerdings sind es meistens die älteren Kameraden, die sich wieder um die Fahne scharen, während der Beitritt und die Teilnahme der jüngeren Kameraden noch sehr zu wünschen läßt. Es kamen zuerst die geschäftlichen Angelegenheiten, Rechnungsablage, Vorstandswahl usw., zur Erledigung: der seitherige Vorstand wurde durch Zuruf miedergewählt, lieber den Stand der Errichtung eines Ehrenmales für die Opfer des Weltkrieges machte der Vorsitzende die Mitteilung, dast bis jetzt die Summe von etwas über 5000 Mk. zur Verfügung stände, da diese Summe aber keinesfalls ausreiche, um etwas einigennahen Würdigesk zu schaffen, müsse die Sache vorerst noch verschoben werden. Zur Feier des Volkstrauertags am 28. Februar war man der Ansicht, daß man die Vereine Friedbergs zu einer gemeinsamen Feier in der Stadtkirche einladen'sollte, oon einer Feier auf dem Ftiedhose glaubte man absehen zu können, da eine solche erst vor kurzem an dem Totensonntage stattgesunden hat. > A u s der nördlichen Wetterau, 4. Febr. Auch in hiesiger Gegend bietet die Wintersaat ein recht erfreuliches Bild. Der Dezember- und Januarfrost im Wechsel mit Tauwetter kannte den jungen Pflänzchen keinen Schaden zu- fügen, so daß die Landwirte mit dem gegenwärtigen Stand des Wintergetreides sehr zufrieden sind. Die schlimmste Zeit für die Saat steht jedoch noch bevor. Es sind die häufig recht harten Frühjahrs- frvste. (2 Nieder-Florstadt, 4. Febr. Eine rohe T i e r q u ä l e r e i ift jetzt zur Anzeige gekommen, so dast der Täter seiner Bestrasung entgegensieht. Als das Eis noch brüchig war, jagte ein Knecht, der aus dem Hosgut Wickstodt beschäftigt ift, einen Hund aus dieses in die überschwemmten Wiesen. Am Rande trug das Eis, aber gegen die Mitte hin brach das iier ein und verendete unter kläglichem Gejammer. Der Unmensch rühmte sich noch seiner Heldentat, so daß bald der Tatbestand festgestellt werden konnte. Den Hund hatte sein Herr bei einem Gang nach Ossenheim mitgenommen. — Der Anteil an Ortsbürgernutzen wird von Jahr zu Jahr geringer. Während es noch vor 2 Jahren auf das Los 3 Raummeter Hartholz (U Meter Buchenscheit und 1i Meter Knüppel) gab, gibt es dieses Jahr im ganzen nur 1,2 Raummeter (0,7 Buchen- fcheit und 0,5 Knüppel). Auch der Anteil an Reisern ist bedeutend geringer geworden. Die Ursachen dieser kleinen Rationen liegen darin, daß hier durch Einkauf das Ortsbürgerrecht erworben werden kann und die Anzahl der Ortsbürger nicht festgelegt ist. Im Frieden war dieser Zugang sehr gering, denn das Einkaufsgeld betrug 357 Mk. In der Inflation aber hielten die jeweils angesetzten Beträge nicht Schritt mit dem Wert, der erreicht wurde, und es wurden sehr viele Anträge gestellt und genehmigt. Nach der Stabilisierung konnte man für 50 Mk. das Ortsbürgerrecht erwerben, bald aber wurde der Betrag auf 250 Mk. erhöht, so daß jetzt die jährlichen Zugänge durch Einkauf wieder gering sind. Einerseits hat sich die Anzahl der Ortsbürger erhöht, andererseits ift die Ertragsfähigkeit unseres Waldes verringert. In der Inflation wurden verschiedene kleine Sonderfällungen gemacht, besonders aber eine größere von einigen hundert Festmetern ging über die Leistungskraft unseres Waldes und muß nun an den etatsmäßigen Fällungen eingespart werden. B. R 0 dheiin v. d. H., 4. Febr. Dieser Tage hat die Freiwillige Feuerwehr eine Abendunterhaltung im Saale des Gasthauses „Zur Eisenbahn' veranstaltet, die sehr gut besucht war. Zur Aufführung kamen mehrere Lustspiele und Szenen. Gleichzeitig wurde die neu hergestellte Vereinsbühne in Benutzung genommen. Die Feuerwehrkapclle erfreute durch mehrere musikalische 'Darbietungen. — Am Dienstag unternahm der hiesige C v a n g e l. Frauenverein eine Besichtigungsfahrt nach Frankfurt a. M.. an der sich 39 Dereinsinitglie- der beteiligten. Der ..Evangelische Volisdienst- Frankfurt a. M." hatte die Führung durch die Anstalten und Wohlfahrtseinrichtungen der 3 neren Mission übernommen. Auch in die Fürsorgearbeit an der in die Großstadt von auswärts kommenden weiblichen Fugend, wie Bahnhofsmission, Bahnhofsheim. Stadtmission, wurden die Frauen eingeführt. 3m Diakonissenhaus begrüßte der Leiter. Pfarrer Petrenz, die Erschienenen und warb um neue Liebe zum Diakonissen beruf. Den Abschluß bildete eine Besichtigung der Sachfenhäuser Lutaskirche mit den berühmten Wandgemälden des Frankfurter Künstlers Wilhelm S t e i n h a u s e n. Leider sind die segensreichen Einrichtungen der Inneren Missionsarbeit unserer evangelischen Kirche in der Großstadt viel zu wenig in den oberhesstschen Gemeinden bekannt, die int Umkreis von Frankfurt liegen und mit der Großstadt täglich in Berührung kommen. So wurde auch jetzt von den Leiterinnen der Mäöchenheime immer wieder an Hand von Beispielen bestätigt, daß viel Groß- stadtelend auf die Unwissenheit und Unerfahrenheit derer zurückzuführen sei, die von auswärts in die Stadt kommen. In dieser Feststellung liegt für die Iugenderzieher unserer Landgemeinden die Aufgabe, der Belehrung durch die Anschauung den nötigen Buchdruck zu verleihen und die Wohlfahptseinrichtungen mit der ihnen anvertrauten Iugend selbst zu besichtigen, was sich mit geringen Auslagen (Fahrpreisermäßigung) ermöglichen läßt. Kreis Schotten. lg. 6 e ö e r n , 4. Febr. (Aus dem Gemeinde- r a t.) Auf Antrag wurde der Volksschule ein steuerfreier Theaterabend .zur Deckung der Kosten des Epidiaskopes bewilligt, zumal der Apparat auch zu volksbildnerischen Zwecken zur Verfügung steht. Dem hiesigen Zweigverein des V. H. C. und der Freiwilligen Feuerwehr wurde die Abhaltung oon Unterhaltungsabenden für ihre Mitglieder für den 6. bzw. 14. d. M. genehmigt. Das Kreisschulamt ist an die Gemeinde herangetreten wegen Beschaffung oon Räumlichkeiten und Kücheninventars für den ha u s- wirtschaftlichen Unterricht in der Mädchenfortbildungsschule. Dec Gemeinderat ist der Ansicht, daß dieser Zweig des Unterrichts mehr für städtisch» Verhältnisse in Frage kommt. Auch gestattet die derzeitige Finanzlage nicht, dem Antrag zuzustimmen. Er wurde daher abgelehnt. Der Gemeinderat hat nach Prüfung der Beschaffenheit und Ertragfähigkeit die mitten im Gemeindegelände liegende R.e u ß w i e s e käuflich erworben. Für karnevalistische Veranstaltungen soll entsprechend dem Vorschläge des Kreisamts eine lOOprozentige Vergnügungssteuer erhoben werden. — Dieser Tage vollendete unser Mitbürger Karl Heun in voller Rüstigkeit, die ihm noch leichtere Arbeiten ermöglicht, sein 91. Lebensjahr. Er ist der älteste Einwohner unserer Gemeinde. — Tierarzt Dr. Trimmel Juljr mit seinem Auto in der Nacht kurz vor Hirzenhain in voller Fahrt gegen einen Baum. Während der Wagen erheblich beschädigt wurde, kamen die beiden Insassen, Dr. Krimmel und Hospredigcr Widmann, außer einigen leichteren Verletzungen, mit dem Schrecken davon, mußten jedoch ärzliche Hilfe in Anspruch nehmen. — Die De >1 lschc Bau- und Sied- l u ng sgemeinschaft in Darmstadl Hane Zu einem Vortrag hierher eingeladen, der sehr stark besucht war. Herr Burkhard-Gießen sprach über, das Thema: „Wohnungsbau mit zinslosem Geld", zugleich auch über Zweck und Ziel der Deutschen Bau- und Siedelungsgemeinschast. An den Vortrag schloß sich eine recht lebhafte Diskussion, in deren Verlaus zahlreiche, an den Vortragenden gerichtete Fragen geklärt wurden. Es folgte die Gründung einer Ortsgruppe, der sich ein großer Teil der Anwesenden anschloß. -s- Hartmannshain, 4. Febr. Nachdem die Holzhauerarbeiten so ziemlich beendet sind, finden nun auch die ersten H 0 l z v e r st e i g e r u n - g en statt. Die erste staatliche Holzversteigerung unseres Bezirks wurde hier abgehalten. Die Preise waren als angemessen zu bezeichnen. Sie bewegten sich für 1 Raummeter Buchenscheit 1. Klasse zwischen 10—12 Mk., für 1 Raummeter Buchenknüppel zwischen 7—9 Mk. Von mancher Seite werdet, allerdings auch diese Preise noch als entschieden zu hoch bezeichnet. Sie liegen jedenfalls noch über dem Friedensstand. Demgegenüber muß aber auch beachtet werden, daß der Geftehungspreis fast um das Doppelte gestiegen ift. Allein die Holzhauerlöhne betragen das Doppelte gegenüber den Friedenslöhnen. Darum ist der Tarif für 1 Raummeter Buchenscheit auf ID Mk. festgesetzt worden, währe,id er vor dem Kriege 6 Mk. betrug. -S- Herchenhain, 4. Febr. In der Gast- imrtschast „Zur schönen Aussicht" sprach der Reichsgeschäftsführer der Evangelischen Volks- g emeinfchast, Pfarrer Weidner- Ober-Lais, über die Kreditnot der, Landwirtschaft und die neue Kreditkation des Reiches. Er verbreitete sich in mehrstündigem Vortrage sehr eingehend darüber. Die Zuhörer folgten den interessanten Ausführungen mit gespannter Aufmerksamkeit. .Kreis Alsselv. 0*=*’ Alsseld. 4. Febr. Eine össentliche Versammlung des Hessischen Landbundes fand gestern dahier im großen Saale des „Deutschen Houses" statt. Der Saal war derartig überfüllt, daß die Zuhörer bis auf die Treppe standen und die Zugänge zum Saal schließlich wegen UeberfüUung polizeilich geschloffen werden mußten. Beig. Landtagsabgeordneter Dr. L e u ch t g e n s sprach über das Thema „Die wirtschaftliche Not Deutschlands — Die steuerliche Not des Hessischen Volkes". Der Redner ging von den Ursachen der wirtschaftlichen Not Deutschlands seit der Revolution aus und suchte darzutun, daß das Reich und der hessische Staat mit ihrer Gesetzgebung daran schuld und für die derzeitige trostlose Lags der Landwirtschaft verantwortlich seien. Seine Ausführungen gipfelten darin, daß der Einfluß der Großstädte gebrochen und die Landbevölkerung in der Regierung mehr zur Bedeutung gelangen muffe. Die steuerliche Belastung des hessischen Volkes bezeichnete der Redner als untragbar und verlangte die schärssten Sparmaßregeln von Seiten der hessischen Regierung, insbesondere Vereinfachung der hessischen Staatsverwaltung. Er schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung an die Landbevölkerung, sich gefchlossen hinter den Hessifchen Landbund zu stellen. Stürmischer Beifall der Versammlungsteilnehmer folgte den zweistündigen Ausführungen des Redners. Nach der Dtskusfion, in der eine Reihe von Einzelwünschen zum Ausdruck kam, wurde eine Resolution an- genommen, in welcher gegen das seitherige Wirtschaftssystem aus schärsste protestiert und von dem Reich und dem hessischen Staat eine Abkehr von der seitherigen Gesetzgebung und äußerste Sparsamkeit auf allen Gebieten der Staatsverwaltung verlangt wurde. 0. Alsfeld, 3. Febr. Unter dem Vorsitz des Kreisdirektors Dr. Stammler tagte heute die diesjährige Kreislehrer-Konferenz im kleinen Saale des „Deutschen Hauses". Kreisfchul- rat Huff erstattete den Jahresbericht über den Stand des Schulwesens im Kreise Alsfeld. Im Mittelpunkte der Verhandlungen stand ein Vortrag von Regierungsrat S ' r a ck Alsfeld über öic staatlichen Furjorgegesetze. Verhandlungen des Kreislehreroereins schloffen sich an die Konferenz an. O Lehrbach. 4. Febr. Dieser Tage hielt der r i e g e r 0 c r e i n bei Kamerad Marrin Decher seine Generalversammlung ab. Präsident Kamerad Stroh bieß zunächst die zahlreich erschienenen Kame raden herzlich willkommen. Sodann wurde die Rechnung verlesen 2md dem Rechner Kamerad H 0 h l - gans Enilastung erteilt. Durch die Versetzung von Kamerad Mehrer Stoll war der Pasten des Schriftsührers frei geworden. Kamerad Förster Henninger wurde einstimmig zum Rachsolger in diesem Amt gewählt. Kamerad Förster S e Jonne gedachte dann in einer Ansprache der Gefallenen: zu ihrem Gedächtnis erhoben sich die Anwesenden oon den Sitzen. Starkenburg. ’ Darmstadt, 4. Febr. Der Offizier- und Regimentsverein des Feld- artillerie-Regiments A r. 2 5 in Darmstadt hat einen Aufruf an die ehemaligen Re- gimentsangehörigen erlassen, den gefallenen Kameraden und den Regiment ein Denkmal zu errichten. Wie in dem Aufruf mitgeteilt wird, soll das Denkmal von dem Bildhauer Pros. Robert C a u e r in Darmstadt geschaffen werden. Der Entwurf stellt einen auf den Trümmern seines zujammengeschossenen Geschützes stehenden Kanonier des Regiments dar, der sich mit der Handgranate bis zum letzten Atemzuge verteidigt. Der Sockel wird aus Granit bestehen, die Figur aus Bronze. Man hofft, daß das Denkmal bereits im Sommer dieses Jahres enthüllt werden kann. Eine Bereinigung hessischer Münzsammler hat sich hier gebildet, die sich zur Ausgabe gestellt hat. alle Münzsammler Hessens zu vereinigen und durch geistige Anregung, wie Borträge. Ausstellungen usw. Interesse für das Münzsammeln zu wecken und zu fördern. Rheinhessen. WSR. Alzey, 4. Febr. Bei Bauartxüten wurden hier in der Ribelungenstraße zahlreiche mit Knochenreste gefüllte Urne n auf gesunden, die aus dem ] 3. Jahrhundert v. Ehr. stammen und von Brandgräbern herrühren. Rundsunkprogramm. Samstag, 6. Januar: 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranz (Lindervorträge Frankfurter Schulen). 4.30—6 Uhr: Nachmittagskonzert des Hausorchesters: E. Th. A. Hosfmann. 6—6.30 Uhr: Die Lesestunde (für die reifere Jugend): „Meister Reinecke" von Carl Ewald. 6.30—6.45 Uhr: Der Briefkasten. 6.45—7 Uhr: Stunde der Frankfurter Bereinigung für Heimatkunde. 7—7.20 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts». 7.30—8 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Strömungen in der modernen Bühnendichtung", Vortrag von Dr. Herzfeld. 8—9 Uhr: Heiterer Abend. 9—10 Uhr: „Von Schauspielern". Anschließend bis 12 Uhr: Übertragung aus Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle. Kirchliche Nachrichten. Israelitisch? Gemeinden. Isr. ReligisnsgeMeinbe. Gottesb. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, 6. Februar 1926. Vorabd. 5.15, morg. 9.00, abds. 5.35 u. 6.15. LMMNWfl r‘ unübertroffen. ©sfäfrdfe Mopfwafiche Jkhcm fierich den PrdsDcr/eJf der neuen DoppefondtenG Gnhaft 2 Beutet). Preh 35 Ptq.- Bnzefpnckanq 20 Pfq. Die Gestaltung des asiatischen Kontinents. Auf Einladung der Oberhessischen Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde (naturwissenschaftliche Abteilung) sprach Professor Dr. K. Leuchs aus Frankfurt im Großen Hörsaal des Physikalischen Instituts über die Gestaltung des asiatischeit Kontinents. Der Vortragende ging, um in ganz großen Linien die Entwicklung zu skizzieren, von den geophysikalischen Grundlagen des Erdaufbaues aus und schilderte den für den asiatischen Kontinent bestimmerrden Wechsel zwischen Perioden von Epirogenefe und Orogenese. Der Wechsel der Transgressionen läßt sich etwa zusammengefaßt formulieren als ein Kampf zwischen Land und Meer, der mit dem Siege des Landes endete. Aelteste Landkomplexe werden anaesetzt im Angaraland, im Tarirnbecken, auch teilweise in China. Im Tcrtiärstadium erfolgt die Vereinigung des Aord- und Südkomplexes, wöbet dieser aber in Bruchstücke gegliedert wird. Vorderindien wird mit dem Angaraland verschweißt. Charalteristisch sind in der geologischen Bildung die Lieberschiebungen der Gebirge über das Vorland. Dies gilt vor allem für den Himalaya. Bogenformen bilden sich um die alten Landkerne herum. Dazwischen tritt in mobilen Zonen die Bildung von Kettengebirgen auf. Von großen Senkungen im Innern ift in erster Linie der Baikalsee zu nennen, der die tiefste Cinsentung auf kontinentalem Boden überhaupt darstellt. Seit dem Ende des Paläozoikums wirkt sich die Abtragung großer Eesteinsmafsen aus. Ein erheblicher Teil blieb a : dem Lande liegen. Kontinentale 2lblagerungcn bilden sich G. Mächtigkeit von mehreren tausend Metern. Dre SedMente ihrerseits lassen Rückschlüsse auf öie Gebirgsbildungen zu. Sehr charakteristisch erichemt m diesem Zusammenhang die geringe -inefe per umgebenden Meere. Die Angaraschich-- ten lallen aud) Hypothesen auf die Klimabildung pU. Dte altere Zeit mit ihrem Kohlenreichtum dürfte entsprechend mild und feucht gewesen sein, die Mittelzeit niederschlagsärmer, vielleicht wüstenhaft. In der Iurazeit endlich wieder humides Klima mit Kohlenbildung: der Wechsel zwischen humiden und aridem Schichten hat sich bis in die Gegenwart fortgesetzt. Die Rand- gestalmng des Kontinents kennzeichnet sich im Gegensatz zu früheren Perioden durch Tiefseegräben (neuere japanische Lotungen ergaben fast 10 000 Meter) und die Inselketten, die der Randbildung des Festlandes folgend vorgelagert sind. — So etwa stellen sich, in ganz groben Andeutungen, die entwicklungsgeschichtlich-geologischen Grundlagen des östlichen Kontinentes dar, dessen heutige Formen als das sicher noch nicht endgültige Ergebnis eines außerordentlich langwierigen, genetischen Prozesses zu gelten haben. Der Bortrageickte erläuterte seine sehr aufschlußreichen, auf tiefgreifender, spezieller Sachkenntnis beruhenden Darlegungen an Hand des einschlägigen Kartenmaterials und mit einer Reihe von Lichtbildern, die teils graphisch-schematische Zeichnung'WfWR-»IRi|i| I.......... ............. 1 .1 >■!!■'I'L.JJ,, Hl .. I ..... 'I 24e“ gute Verarbeitung, moderne Formen von Mk. blau, Melton und Kammgarn ein- und zweireihig GIESSEN Bahnhofstraße Ecke Neustadt 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten. in den Ueber- is bat: ZU „Gleichviel, Margot! Du wirst mir doch erlauben, deine Augen einmal zu untersuchen! „Wenn du willst —" 3dgü> % 5¥d Tille 50 Pfg. Gäste willkommen. 1020V Gäste sind willkommen! [1075D] Eintritt frei! Die Männer- und Frauen - Vereinigung [Berliü 2. WltzMelilmmöver 1. e den Distrikten: 2. j, Vogt, Bezirksfieiter, Gießen 788, 799, 807, 811, 814, 820,830, 859, 860, 877, 895, 919, 923, Riegelpfad 26 ■ 2S6V 941, 942, 963, 965, 997. 1092D im J. Jttmann ii eine Treppe u 38V MARGARINE 163, 173, 204, 213, 215, 217,219, 224, 226, 236, 281, 286, 311, 317, 325, 336, 358, 366, 368, 395, 437, 451, 478,499, 511, 232,535, 558, 578, 584, 657, 673, 682, 689, 703, 720, 723, 728, 754, 764, dkr Stelle ich Ihnen Darauf ankommen Damenfrisieren Schampunieren elektr. Massage 246, 254, 261, 396, 399, 420, 606, 649, 650, 765, 780, 785, Holzverstergerungen des Gräflichen ForstamtS zu Laubach. und der Dr. med. Wallot coram publico Armen. „Onkel Otto! Das nenne ich aber eine rafchungl" „Nich wahr, min leiw Heinz? Oder wie mot ick nu allwegs Herr Doktor seggen?" Spezialität: Bubikopf schneiden Anfertigung von Haararbeiten Mdeel- fensler H.Schön Marb. Str. 22. Xm274V lasten Sie den Koffer los, sonst kündige die Freundschaft." wollte es der Kapitän denn doch nicht lassen, und er ließ den Koffergriff los. flüssig!" Und während die beiden jungen Menschen- kinder in die Villa traten, ging er nach Lorenzens Geschäftsräumen, da er dort noch Licht hinter den Scheiben sah. Margot und Heinz hatten inzwischen Andreas Salon betreten, und Ella ging, den Besuch anzumelden. Sie kan- mit der Auskunft herab, die gnädige Frau würde sogleich erscheinen, für den Herrn Doktor sei ein Zimmer im zweiten Stock gerichtet. In seliger Versunkenheit, Hand in Hand, saßen Margot und Heinz auf dem Sofa. Morgen, wenn du ausgeruht hast, Heinz," sagte die Blinde, „dann erzählst du mir von deinen Er- lebnissen. Ich will ganz still sein und deinen Worten lauschen, und meine Phantasie soll all die Bilder vor mein geistiges Auge führen, die deine Worte malen. So werde ich glauben, daß ich sehend bin." „Mein Liebling! Wie gern will ich dir erzählen! Aber du darfst dich nicht aufregen." 3. MlWalenlog äronthitt am Mn 1925. Dorgeführt von Mitgliedern der Ortsgruppe Straßburg i. Els. Die Kameraden QtoHen vollzählig erscheinen. Angehörige und Slahlhelmsreunde willkommen. Zur Deckung der Unkosten werden 75 Pf. erhoben. 107SD Auf dem kurzen Weg nach der Graf-Schack-Strahe hatten sich die beiden noch mancherlei zu erzählen. „Also in Aegyptn bist du west, min Jong", begann der Alte. „Davon muht du mir noch veel verteilen." „Gerne, Onkelchen, sobald mir Zeit und Muße haben. Einstweilen soll ich Sie vielmals grüßen." „Na nu — von wem denn?" „Von der Shpynx, Onkelchen, von den Katarakten, von den Königsgräbern und den kleinen Fellah- mädchen." leipziger £ebensu&rsicherung Cc.~5. .Stemmler hat das gesagt? ,3a, wie all die anderen!" „Dank schön, min 3ong! Und denn der olle heilige Nil — segg', is bat noch allemal derselbige, der er west is to miner Tib?" „Der Nil ist ber alte, nur der Kaptein Hinriks fehlt ihm heute." „Na, et möt woll ook so gähn, min «ohn — et möt ook so gähn! — Wie war bat nu übrigens in Kairo? Dort bist du doch längere Tid west?" „Die Stadt ist hochinteressant. Doch interessanter mar mir das Krankenhaus. Da hab' ich in die Tiefen des Lebens geblickt, Ohm Hinriks!" „Dat will ick wohl glauben, min 3ong!" „So viel Elend — ah, und doch so viel Glück, wenn ich helfen konnte! So viel rührende Dankbarkeit, wenn ich einem dieser armen Blinden das Licht wieder schenkte! Das entschädigt für alle Mühe zehntausendfach." „Und bei den armen Blinden hast du gar manchmal hierher gedacht, nich wahr?" „Und ob ich hierher gedacht habe! Mit jeder Faser meines Herzens hat mich's nach der alten lieben Warnow gezogen! Ohm Otto — Sie ahnen ja gar nicht, wie ich'das Wiedersehen mit Margot ersehnt habe. Sagen Sie rasch, Käpping, wie find' ich das Mädchen?" „Margot ist aufgebläht, wie eine Rose. Daß sie blind ist, merkt man ja kaum — aber den andern, denen macht das Sorge genug." „Den andern, Ohm Otto? Ihnen denn nicht?" Da stand der Alte einen Augenblick still, als müsse er verschnaufen, zog den Arm unter dem seines jugendlichen Begleiters hervor und sagte mit tiefem Ernst: „Auch die Blindheit kann uns zum Segen werden, Heinz!" „Zum Segen, Onkel Hinriks?" Der Mediziner sah dem Kapitän verständnislos ins Gesicht und schüttelte bann den Kopf. „Verzeihung," sagte er, „aber diesem Gedanken kann ich nicht folgen. 3ch mit meinem jungen Kopfe nicht. Vielleicht, wenn mir einmal die ruhige Abgeklärtheit Ihrer Jahre eigen ist — aber heute, heute glaube ich noch, daß die Blindheit ein Unglück ist, ein namenloses Unglück. Und herrlich denke ich mir's, wenn ich Margot das Augenlicht wiedergeben könnte!" Fast erschrocken verhielt Hinriks abermals den Schritt. „Heinz," sagte er mit bebender Stimme, „Heinz, dissentwegen bist du kamen?" Bekanntmachung. Oberassistent Moll in Gießen wurde beauftragt bis auf weiteres die Dienstverrichtungen eines weiteren (vierten) Gerichtsvollziehers hei dem Amtsgericht Gießen wahrzunehmen. Gießen, den 4. Februar 1926. Der Präsident des Landgerichts. Neuen Hagen. 10930 Feldchen 4, Weingärtnerskopf 1b, 2. Forstwiese la, 2a und Scheppmals- dickung 1 des Försterbezirks Ganters- lirchen: Am. Buchen: 415 Scheiter, 212 Knüppel, 82 Stöcke. 30 Reisknüppel, 30 Stammreiser (teils abständig), 276 Astreiser. Auskunft erteilt Herr Förster Melchior zuGonterkirchen b.Laubach. Dienstag, den 9. d. M.» vormittags 10l/* Llhr im „Solmser Hof" zu Laubach aus den Distrikten: Lenzes- berg 1b, 2a. 2b, 4, Glashau la, Hubberg 2b. 3a, 3b, Hirschrot 1 des Försterbezirks Ruppertsburg: Rur. Scheiter: 680 Buchen 1. und 2. Kl. 10 Eichen, Birken, Kirschbaum, 7 Radel: Knüppel 390 1. und 2. Kl. 57 Eichen, Birken, 20 Radel und Weichholz: Stöcke: 124 Buchen, 2 Eichen: Stammreiser: 219 Buchen: Zopfreiser: 878 Buchen. Blau unterstrichene Rummer'n werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilt Herr Förster Decker zu Laubach. 10540 „Nein, Heinz, ich rege mich gewiß nicht auf — aber sehen möchte ich dich wieder wie früher." „Mein süßes Mädchen!" „Professor Stemmler hat gesagt, mk jy nicht helfen." Maniküre empfiehlt Sein oder Nichtsein Ein Kriminalroman von der lüafferfante. Von Moritz Schäfer. Del 3n 6inirii> irägcJi' geengt a lung in die sog- MnmeY jdjlofien lanD zu Meldc tigen gestellt, legungi raschen schloss" fcn k Ülnträc mehr Xi. »' Gemeinde-Abend der Matthäusgemeinde Sonntag, den 7. Februar, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche Vortrag von Herrn Pfarrer Maas-Heidelberg: Was hat Stockholm den evan gelischen Gemeinden zu sagen? Die Gemeinde ist herzlich eingeladen. XI. Aus einem sonnverbrannten, frischen Jugend- gesicht sahen blaue Augen fragend auü Dann flog eine Hühnengestalt elastisch auf den Alten zu, und eine Sekunde später lagen sich der Kapitän Hinriks M.' JM« o M Mrp lohn, 1 schein-" Fernst Schrift lag um Anschri richten: zraB Gewinnliste «et Bettele des (MgeMMm Mott neu Wem o. 31. M1926 GS wurden folgende Rummern gezogen: 30, 33, 39, 55, 80, 85, 87, 118, 123, 125, 132, 136, 141, 144, Erklärung! Die von mir ausgesprochene Beleldi-- nuna gegen die Tochter des Heinrich Kutscher III. Bersrod, nehme ich mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Bersrod, den 3D. Januar 1933. Philipp Nürnberger, Wagner BerSrod. 10690 Der blonde Niese tätschelte dem alten Herrn liebevoll auf die Schulter. „Was Ihnen einfällt, Käpping! Ich bleibe Ihr Heinz mein Leben lang, und Sie bleiben für mich Onkel Otto. Sei seggen du öwer mich und ick segg Sei öwer Sei. So hat bat sien Nichtigkeit von wegen dem Jahresunterfchied." Der Alte nickte stumni, sah selig zu dem Hünen auf, der selbst des Onkels stattliche Figur um Haupteslänge überragte, und untergefafjt verließen die beiden 'den Bahnhof. Als aber der Kapitän des jungen Mannes Handkoffer tragen wollte, wurde Heinz Wallot energisch: „Was fällt Ihnen ein, Ohm Otting! Wenn ich auch das Plattsnaken so ziemlich verlernt habe in der Fremde: mit Ihnen will ich doch noch fertig werden! Auf 7W7" ß Rahma F bjutterqleictv Ohne die bange Sorge des Alten zu bemerken, nickte der Hüne und stolze Zuversicht leuchtete aus seinen blauen Augen. ,Ha, Ohm Otto, daß ich es nur gestehe, deshalb bin ich gekommen! Ich will mich ja nicht vermessen — alles wird von der Untersuchung abhängen — aber ich glaube — ich hoffe „Mein leim Jong." Hinriks war von neuem stehen geblieben. „Du weißt ja nicht, wat du da seggst, dein Herz is übervoll, du willst schenken und glücklich machen, dein Gefühl ehrt dich, aber glaube mir, Margot ist glücklich in ihrer Blindheit!" „Hinriks!" Der junge Mediziner war blaß geworden. Erregung zitterte in ihm, „es gibt etwas, was Margot nicht sehen sott!" „Unsinn, Heinz!" Der Kapitän mochte fühlen, daß er zuviel gesagt hatte, und suchte abzulenken. „So war das nicht gemeint. Ich wollte man bloß seggen —", er stockte und sann nach, wie er sich aus der Sackgasse retten könnte. Richtig, da war ja auch schon der Ausweg — der Herrgott läßt keinen Seemann in Stich! Sorten lag Lorenzens Haus. Und zwischen den Zweigen eines blühenden Apfelbaumes schimmerte Margots weißes Kleid. „Kiek der!" rief der Alte und wies mit der aus- gestreckten Rechten nach dem Kinde, das offenbar den Besuch erwartete. Fast wie Andacht kam es über den Hünen, als er die zarte Gestalt erblickte. „Mein Gott, wie rührend schön sie doch ist!" flüsterte er; bann eilte er mit raschen Schritten über die Straße und rief laut: „Margot!" Die Pforte flog auf, mit einem Iubelruf kam das Mädchen dem jungen Manne entgegen. „Heinz!" Der streckte der Blinden beide Hände entgegen und, von Hinriks gefolgt, traten die beiden in den Garten. „Ja," sagte Heinz Wallot innig, „ich bin's, Margot, und nun geh ich sobald nicht wieder weg!" „Heinz, mein lieber Heinz! Wie glücklich bin ich, daß du wieder da bist!" „Ja, Mädel, hast du mich wirklich ein bißchen vermißt?" „Tag und Nacht hab' ich an dich denken müssen. Drei Jahre sind es ja erst, seit du fortgegangen, aber mir ist es eine Ewigkeit!" Onkel Otto brummte ein Solo in den Bart. Das hieß soviel wie: „Mir scheinfs, ich bin hier über« „Ich habe in Kairo so manche merkwürdige Heilung erlebt —" „Heinz!" „Die Aussagen der berühmtesten Professoren sind manchmal zuschanden geworden. Mein ßeßrer Langen, den ich vergöttere, ist da drüben ein wahrer Messias der Blinden geworden. Ich weih selbst nicht, was es ist, aber ich habe eine Ahnung —" „Heinz!" Das junge Mädchen war aufgesprungen und preßte ihre Hände auf das stürmisch klopfende Herz. — „Ich bitte dich, wecke mir keine Hoffnungen, denen doch nur grausame Enttäuschung folgen kann." Auch Heinz war aufgestanden. „Du hast recht," antwortete er, „wir müssen vernünftig sein und nüchtern prüfen. Vorläufig haben die Autoritäten das letzte Wort." (Fortsetzung folgt.) geWnöek 1864 Samstag, den 6. Febr. 1.3„ abends 7.59 Uhr, auf der Karlsruhe: MkEWMMItttzßlW Um vollzähliges Erscheinen bittet der Vorstand. tad der Mseldale» Ortsgruppe GteBen. WWNMMWMMlM UWMlMMM'iMM Auch Sie sollen feine Katze im Sack kaufen! Besichtigen Sie uns. gr. AuSw. tn Qualitätswaren zu bitt. Preisen. Abteilung 1 Meue Herren-Anzüge, o. eins, bis z. elea., von Mk. 20.— bis Mk 50.— u. hoher. Frack* u. Smoking-Anzüge febr billig. Sport-Anzüge von Mk 35.— an. Konfirmanden- Anzüge v. Mk. 18.— an. Kinder-Anzüge, f. 2-8iäbr., zuSchleudervr. Gnmmi-lHänt»! v.Mk. 15.— an. Bozener Mäntel in all. Preislagen. 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M.. vormittags 10'/, Llhr imGasthau^ „Zur Traub zu Laubach aus den Distriktei Zagdverpachtung. Montag, den 15. Februar d. I., nachmittags 4 Uhr, soll auf dem hiesigen Rathaus die Jagd der Gemeinde Großen- Linden, auf 6 Jahre verpachtet werden. Der Jagdbezirk besteht aus 200 Hektar Wald und zirka 700 Hektar Feld. Be- merkt wird noch, daß die Jagd in 3 Bezirke eingeteilt wird, und die Station Grohen-Linden im Jagdbezirk liegt. Die Bedingungen werden vor der Verpachtung bekanntgegeben. Großen-Linden, den 3. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei: Lang. 1070V Iagdverpachtung. SamStag. den 6. Februar 1926, nachmittags 3 Uhr, wird in dem Gemeindesaal die hiesige Gemeindejagd bestehend aus 119 Hektar Wald und 278 Hektar Feld auf weitere 6 Jahre verpachtet. Bedingungen werden vor ber Verpachtung bekanntgegeben. Albach, den 1. Februar 1926. -Hessische Bürgermeisterei Albach. Lenz 994D Bekanntmachung Der Voranschlag für 1926 liegt vom Samstag, dem 6. ds. Mts.» eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich zu Protokoll erhoben werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschloffen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Reiskirchen, den 5. Februar 1926. U00D Bürgermeisterei. Schomber. Nutzholzversteigemng Donnerstag, den 11. Februar 1926, kommt im Rieder-Weiseler Wald zur Versteigerung: Stämme: Buche 3. Kl. 3 Fstm-, 4. Kl. „ 13,26 Fstm. Eiche 1. Kl. 5,76 Fstm., 2. Kl. 20,42 Fstm., 3. Kl. 25,38 Fstm. „ 4. Kl. 32,35 Fstm., 5. Kl. 17,62 Fstm., 6. Kl. 57,40 Fstm., da- runter ca. 160 Eiche-Deichseln. Esche 4. Kl. 1,29 Fstm., Kirsch. „ bäum 0,18 Fstm., Erle 4 Kl. „ 2,81 Fstm. (wird nicht vorgezeigt). „ Kiefern 3. Kl. 1,69 Fstm., 4. Kl. 4.98 Fstm., 5. Kl. 1,98 Fstm. „ Fichte 4. Kl. 4,24 Fstm., 5a Kl. „ 15,21 Fstm., 5b Kl. 14,13 Fstm. „ Lärche 4,69 Fstm. Derbstangen Fichte 1,55 Fstm. Ruhscheit Eiche 8,5 Rm. Zusammenkunft vormittags 9 Ahr auf der Straße Butzbach—Hochweisel an der Horschschneise. Rähere Auskunft durch Förster Becker, Hausen b. Butzbach. Gleichzeitig wird bemerkt, daß in einem späteren Termin noch ca. 25 Fstm. Kiefernschnittstämme, 463 Fm. Fichtestämme 3. biS 5. Kl. und 14 Fstm. Lärchestämme zur Versteigerung kommen. Riederweisel, den 4. Februar 1926. Hess. Bürgermeisterei. Winter. msD M - ■ <