l-Programm urter Lenders. Wio-Umschav'-) q. 4.M 4 Die Stunde d« ;M*S jJÄ « 5 SSSt H» LZ «&Ä : Sr- 815 bis Telefvni-lendern ■ *" wMe2\tosw» das herrlW w ^gS und noch llUi uiganglich ae S°ld«^D euerdin^ ^ghlstand Affe* vor ^^J-^T^nntiL Ztztzr'- A^'n^ent. i nun .°nen n.;^ ^afen xMzKL - b “«Wil ,'S.NnM Sm. ä&cA?£ d-b-i Ä N k -- em Erzähl^s^onun^ ' man t9 mit d^-°?er nich, Lin auch Ä^Sr «“'ÄKS' ’le Kahren, bie einen zich'^ mS &uct man& jo (Wn, Tonne und auss amüsantestes EMungen von L ^^^gegcben und «in- trle. W Seiten Deutsche ur d.H., Berlin (SA g] ,^uch Stifter aehört, mit tonn, ju jenen bedeutenden LÄnbS- »u denen ogcaw den Weg gesunden inrnal erst Besitz geworben, mode hinaus ihren Shrente unseres Schrifttums be- :r in diesem, von der rüh- ft ganz prächtig ausgesta!^ M, hat der zeitgenössisch, einige der schönsten Srzäst llt sAbdias, Kalkstein, Berg rger) und im Anhang dürr achsommer", aus der Boi i Steine" und aus Briefe/ Ganzen ist als Einsührun tfigimg des Herausgeber/ 162 Siteratur (tyraü Krlaa Ed. Sdenarius in uniM eine .Bilanz de. Lergantzencheil" zu Mm ,tz äutzert sch Han- Brau / diesem wchd-M Thmc ng BietzscheS, Dvstvjewsli, len er zum Teil ganz nej/ einem zweiten Aussatz Wirt Friedrich Dlunck behandel- Solkstum wurzelnde Dichter- ■ Besprechungsteil ist dies- jaltig und vielseitig. Aeue hau, Ärauffühnmgsberichte, nt bekannter Lorgsall zubringen viel Wesentliches Stettag, 4. Jrnti 1926 1T6. Jahrgang Hr. 128 Erstes Blatt leMtjme van Injeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Prth für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- Klcnneanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Theftedaliteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Dietzen. M Gletzener Anzeiger infolge höherer (Bemalt ’ MM General-Anzeiger für Oberhesfen richten: Anzeiger Siehrn. v Srant?u’™maiMt«s. vril« lmd Verlag: Brühl’f*« Unioerftlülr-Vuch. unö Stttnörnderel B. Langt in «etzen. SchrWeiwng und SeschäftifteNe: Schulftratze 1. Um die Zukunst Abd el Krims. I Die Zukunft 2ll>d el Krims, der sich auf Gnade und Ungnade mit Hab und Gut in die Hände der Franzosen begeben hat, bereitet den Siegern Kopfzerbrechen und Schwierigkeiten. Die Spanier sind enttäuscht und erbittert, daß Abd el Krim ihnen dieses Schnippchen geschlagen hat und versuchen auf alle mögliche Weise, sich ein Milbestimmungsrecht an der Gestaltung des Schicksals xbed Rifführers zu erschleichen. So ist bei ihnen der Gedanke aufgetaucht, Abd el Krim vor ein Kriegsgericht zu stellen und ihm wegen grausamer Gefangenenbehandlung den Prozeß zu machen. Gr soll beschuldigt werden, den Tod von 22 spanischen Offizieren verschuldet zu haben. Daher wollen sich die Spanier sehr großmütig zeigen, sie wollen nicht die Todesstrafe verhängt haben, sondern nur eine längere Gefängnisstrafe, die in einem spanischen Gefängnis verbüßt werden soll. Sie wollen also ihre Rache an dem jetzt wehrlosen Gegner dadurch kühlen, dah sie den Rifführer, den sie nur mit Hilfe der Franzosen und dabei etwa nicht durch kriegerische lieber- legenheit. sondern durch mit allen Kniffen der Eingeborenenpolitik betriebene Wühlarbeit unter den Stämmen des Rifs zu schlagen vermochten, im Triumphzug nach der Hauptstadt Spaniens führen. Vielleicht sträuben sich die Franzosen vorläufig noch gegen derartige eitle spanische Pläne, weil sie Vie Kritik der Oeffentlichkert fürchten vielleicht auch Rückwirkungen in ihren Kolonien, da es doch immerhin eine Zeit gegeben hat. in der Abd el Krim unter den Mohammedanern ein Programm und eine Zu- kunftshoffnung bedeutete. Deshalb betreiben auch die Spanier eine besondere Agitation in Frankreich, das sie von der moralischen Schuld Abd el Krims an der Gefangenenbehandlung und der Aotwendigkeit eines Prozesses überzeugen wollen. Ihre Propaganda scheint nicht auf unfruchtbaren Boden zu fallen. Außerdem finden in Paris Der Handlungen zwischen dem spanischen Botschafter und Driand statt, die das gleiche Ziel verfolgen. Hnb zwar beabsichtigt man, bie ®nt- scheibung einer besonderen gemischten Kommission zu überlassen, bie auch die Grenzführung vornehmen soll. Die französische Regierung ist anscheinend bestrebt, sich auf diese Weise von der Derantwortung zu befreien, bie sie daburch übernommen hat, dah sie die Kapitulation Abd el Krims annahm, ber auf die Grohmut Frankreichs rechnete. Die Bestrebungen, die im Gange sind, bcn Madrider Vertrag zu verlängern^ werden die Spanier ihrem Ziele sicher bald näher bringen, um so mehr, als ja beide gemeinsam das diplomatische Rachspiel des Marokkokrieges, in das sich Italien bereits eingeschaltet hat, durchführen müllen. Für uns Deutsche besteht ja kaum em Zweifel, dah das Vertrauen Abd el Krims in die Großmut Frankreichs eine arge Enttäuschung ergeben muh. Die Erfahrungen, bie wir mit dem sogenannten Frieden von Versailles gemacht haben, geben uns die Berechtigung zu solchen Zweifeln. rx Rachgerade ist es ja auch aller Welt bekannt geworden, wie Kriegsverbrecherurteile an Wehrlosen konstruiert werden, um zu begreifen, wie ein Urteil gegen Abd el Krim ausfallen wird. Dabei mühten allerdings bie Kolonialstaaten immerhin bedenken, dah eine erniedrigende Behandlung Abd el Krims leicht wieder bie Vorteile in Frage stellen kann, die zweifellos die Riederlage des Rifstaates für sie bringen muh, denn die sogenannte farbige Gefahr, die durch den Weltkrieg besonders geförderte Freiheitsbewegung der eingeborenen Rallen, hatte in Abd el Krim ihr großes Vorblld, das chr nun genommen ist. So wird sicherlich eine fühlbare Beruhigung eintreten, besonders bann, wenn die Eigentümer und Verwalter dieser Kolonien eine geschickte Politik treiben. Dazu wird vor allen Dingen auch bie Behandlung Abd el Krims gdjbrcn. Davon wird es sicherlich auch abhän- gen, ob ber kommende Friede in Marokko Bestand haben wird oder nicht. Denn das eine muh schon jetzt festgestellt werden, die Erbitterung und der Haß gegen Spanien werden fortbestehen und bei der ersten günstigen Gelegenheit wieder zum Ausbruch kommen, wenn es unterlaßen wird, den Hoffnungen und berechtigten Wünschen der Rifstämme entgegenzukom- men. Die französischen Finanzen. Eine Rede Psrets. Paris, 4. Juni. Der Ausweis ber Dank von Frankreich ergibt eine Vermehrung der Vorschüsse ber Bank an ben Staat von 1 Milliarde Franken und eine Vermehrung bes Banknotenumlaufs von 654 Millionen 5ran- fen. Die Regierung hat es unterlassen, biesmal ben Ausweis ber Bank von Frankreich mit einem Kommentar zu versehen. Währenb bisher immer barauf hingewiesen würbe, bah ber Verfalltermin vom 20 Mai bcn Staatsschatz in feiner Weise angespannt hab^ bringt ber Ausweis ber Bank von Frankreich jetzt ben Beweis dafür bah bic Lage des französischen Staatsschatzes keineswegs so günstig ist, wie von ber Regierung behauptet würbe, Der Finanzminister hat erklärt, dah ber -termm des 20 Mai ohne jebe Anspannung bes fron- zösischcn Staatsschatzes vorübergegangen fei. Die Erhöhung ber Vorschüsse ber Bank von Frankreich an ben Staat und bie Vermehrung bes Banknotenumlaufs sind aber auf bie starken Be- bürfnisse bes Staatsschatzes im Zusammenhang mit ben Zahlungen am 20. Mai zuruckzufuhren. Die starke Verschlechterung bes französischen Kranken dürfte in erster ßinie (auf den ungünstigen Ausweis zuruckzuftchren sein. Locarno-Debatte in Paris. Die Aussprache im Senat. Paris. 3. Juni. (WB.) 3m Senat hat heute nachmittag bie Debatte über bie Locarno- Verträge begonnen. Senator ßemert), ber ber radikalen Fraktion angehört, begründete seinen Antrag, bie Ratifizierung ber Locarno-Verträge aufzuschieben bis zu bem Eintritt Deutsch- lanbs in ben Völkerbunb wie folgt: Rach ber Unterzeichnung ber Abkommen von Locarno gefaltete sich Deutschland eine kecke Her- ausforberung, unb wäre es gut, mit ber Unterzeichnung ber Abkommen zu warten, bis bie Doppelzüngigkeit Deutschlands aufgeklärt sei. Wir sind in Frankreich beunruhigt erklärte er, weil zwischen Deutschland unb uns keine geographische Grenze besteht. Wir finb beshalb geneigt, gegen einen Feind, ber schlechten Willens ist, Garantien zu suchen. Wir hatten zwei Wege, durch Gewalt Deutschland zu entwaffnen, ober es mit fürchterlichen Sanktionen z u bedrohen. Die erste Losung, bie Marschall Foch baburch suchte, bah er bie Rheingrenze forberte, würbe uns in Der- ailles verweigert. Die zweite Lösung, bie in einem Garantiepakt mit ®nglanb unb ben alliierten Staaten bestauben hätte, konnten wir nicht realisieren. Dann versuchten wir in Cannes einen Sicherungspakt mitEng- lanb abzuschliehen. Auch ber ist mißlungen. Hierauf kam Locarno. Der Redner findet nicht, bah Locarno mehr bringe als ber Vertrag von Versailles. Selbst wenn man an ben Gei st von Locarno glaube unb ber Ansicht sei, dah es sich hier um eine Erfahrung handle, die man machen müsse müsse man doch zugeben, daß Deutschland kurz nach ber Unterzeichnung einen Vertr a g mit Sowjet-Ruhland unterzeichnet habe. Äefer Vertrag sei nicht recht klar. Man könne ihn mit bem Völkerbund und Locarno in Einllang bringen, vorausgesetzt allerdings, dah der Geist, in dem er von den Vertragschließenden ausgeführt werde, konziliant sei und sein wahrer Geist sich nicht erst in der Zukunft zeigen werde. Er. der Senator, wolle, da er nicht klar sehen könne, erst ab- warten, umsomehr als Deutschland unb Ruhlanb nach seiner Ansicht einen Verteidigungs- Vertrag gegen den Völkerbund unterzeichnet habe. Die beiden Länder glaubten ber Völkerbund sei in der Lage,, gegen Deutschland und Rußland eine Koalition zu schaffen. Beide hielten die Beschlüsse des Völkerbundes für null und nichtig, denn Deutschland sage ja zu Ruhland:: „Die Richter des Völkerbundes können parteiisch urteilen, dann sei du Ruhland nur beruhigt, denn ich, Deutschland, wache." Deutschland müsse sich in öffen t lichen Erklärungen aussprechen, wozu seine Zulassung zum Völkerbund ihm Gelegenheit biete. Deshalb müsse man Brianb sagen, wenn er die Ratifizierung der Abkommen von Locarno verlange: „Roch nicht!". Ministerpräsident B r i a n b erhebt sich unb erklärt, bah er ben Dertagungsantrag nicht annehmen könne. Heute sei bie Stunde gekommen, in der ber Senat sich über bie Frage aus- sprechen müsse. Wenn bei ber nächsten Zusammenkunft in Genf bie Abkommen noch nicht ratifiziert werben, könne Deutschlanb barin einen guten Vorwanb finden, um sich zurückzuziehen, wenn es eben bie Absicht habe, bie Lerne rh ihm zuschiebe. Das wäre ein wahres Debacle. Auf bie im Laufe ber Debatte gemachten Einwänbe werbe er antworten, aber er könne im Augenblick nur sagen, wenn ber Senat bie Vertagung annehme, bann gebe e s keine Abkommen von Locarno mehr. Der Senator Francois Albert erflärt, er werbe sich über bie Abkommen von Locarno erst aussprechen, wenn Deutschlanb sich klar über ben deutsch-russischen Vertrag aus- Eine Hetzrede Millerands, gesprochen habe. Bei ber augenblicklichen Lage in Europa könne er ben Abkommen nur eine resignierte Zustimmung geben. Er hätte gewünscht, bah biefe Zustimmung hätte begeistert sein können, aber bamit bies möglich sei, müsse er bie Gewißheit haben, baß nichts eintrete, bas ihn seine Zustimmung bereuen lasse. Angesichts aller biefer Schwierigkeiten hat sich Driand bemüht, eine Art Potpourri von Aussöhnung zu schaffen, damit er nach Paris wenigstens mit dem Gewinn eines Sicherungspaktes zurücktehren könne, durch den man alle künftigen Abkommen über den Europa-Frieden vorbereiten könne. Deutschland habe ein gewisses Entgegenkom m e n gezeigt, aber als es in den Völkerbunb hätte eintreten sollen, hätten sich Schwierigkeiten gezeigt. Auch Senator Albert nannte ben deutsch-russischen vertrag eine Enttäuschung. Man könne sagen, das isolierte Deutschland habe sich wegen seiner Isolation Rußland genähert. Aber nach Locarno habe Deutschland doch gar nicht mehr von seiner Isolation sprechen tonnen. Wie soll man sich also den deutsch- russischen Vertrag, der einmütig in Deutschland mit Enthusias m u s ausgenommen worden sei, erklären. Dieser Ver- trag habe eine neue Tatsache geschallen. Die anderen Signatare von Locarno hätten den Pakt vor der Unterzeichnung eines Vertrags erwogen. Selbst der Auswärtige Ausschuß des Senats habe den Pakt von Locarno vor der Unterzeichnung bes Vertrags gebilligt. Wenn B r i - and von Genf ohne Ratifizierung des Paktes von Locarno zurückkehre, dann befinde er sich in der gleichen Lage toie im Monat März und er könne den Abschluß des Berliner Vertrages anführen, vm bic von dem französischen Senat ausgesprochen t Vertagung zu rechtfertigen, d>? übrigens btt gesunde Menschenverstand erfordere. Br i and erwidert, man tami einwenden, daß der deutsch-russische Vertrag es rechtfertigt, den Pakt von Locarno zu verwerfen, aber man kann nicht behaupten, dah er eine Vertagung notwendig macht. Senator Albert erklärt schließlich, wenn Driand die Vertagung annehme, werde er die Beunruhigung beseitigen. Der Vorsitzende des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Senator Lucien Hubert, stellte hierauf fest, daß der Ausschuß mit dem Vertagungsantrag nicht befaßt wurde. Hierauf wird abgestimmt und der Antrag Le - mert) abgelehnt. Rach einer Unterbrechung der Sitzung ergreift der Berichterstatter, Senator Labrousse, bas Wort, um zu erklären, der Rheinlandpakt lasse alle Klauseln des Frleben s v e r t r a g e s von Versailles bestehen. Er stelle die Verletzung ber entmilitarisierten Zone mit einem Angriff gegen bie Rachbarn biefer Zone gleich. Außerbem bringe Locarno bie englische Garantie für die territoriale Sicherheit Frankreichs. Dieser Garantie hätten sich Belgien und Italien angeschlossen. Polen unb ber Tschechoslowakei sichere bas Dölkerbundsstatut territoriale Unverletzlichkeit unb ihre politische Unabhängigkeit. Daraus ergebe sich bas große Interesse, bas man an bem Eintritt Deutschlanbs in ben Völkerbunb habe unb an ber gleichzeitigen Zulassung Polens unb Deutschlanbs zum V ö 1 - kerbunbsrat. Die Abkommen von Locarno seien gegen keinen Staat geschlossen. Sie hätten Wert bis zu bem Augenblick, in bem ber Völkerbund den Vertragschließenden bie gleichen Garantien geben könne. Deutschlanb, Belgien, England, Italien unb Polen hätten Locarno bereits ratifiziert. Gewiß hänge ber Wert ber Verträge von bem guten Willen ber Vertragschließenden ab. Dieser könne aber nicht verdächtigt werden. Das Werk von Locarno sei groß, aber man müsse auch anerkennen, daß die Rechte des Völkerbundes nur moralisch seien, unb baß er über keine Sanktionen verfüge. Locarno bebeute also nicht die vollkommene Sicherheit. Das französische Geschick erfordere, baß man bie Augen offen halte unb alle Maßnahmen ergreife, um sich gegen einen unvorhergesehenen Angriff zu verteibigen. Hierauf ergreift Senator Milleranb das Wort: Die Ungelegenheiten, bie bic Abkommen von Locarno bringen, so erklärte er, seien groß«. Seitbem bic Vereinigten Staaten bie Unterschrift ihres Präsidenten verleugnet hätten, habe man immer von einem Garantievertrag gesprochen, durch den sich bie Rationen gegenseitig Garantie leisten müßten. Das sei bei den Abkommen von Locarno nicht der Fall. Frankreich unb Deutschlanb garantierten sich, England unb Italien behielten aber das Recht, bie Rühlichkeit ihrer Intervention fest zu st eilen. Außerdem hätten England und Italien sich verpflichtet, Frankreich gegen Deutschland und auch Deutschland gegen Frankreich Garantien zu bieten. Ohnedies könnten diese beiden Länder mit Frankreich keine militärischen Abkommen schließen. Würden sie es tun, dann würden sie an Ujrer Rolle als Schiedsrichter Verrat üben. Was wird sich im Falle eines Konflikts ereignen? Chamberlain habe erklärt, bie britische Regierung werbe beurteUen, ob eine unmittelbare Gefahr vorliege. Briand habe im Ausschuß auf eine Anfrage erklärt, baß vorkommenbensalls ber Durchzug von Truppen durch die enhnilifari- fierfe Zone erfolgen könne, um Polen zu Hilfe zu eilen. Heute frage er, wie von nun an die eventuellen Verletzungen an den Artikeln 42 und 43 des Frie- bensoertrages, die die entmilitarisierte Zone betreffen, festzustellen werden würden. In diesen Zonen hätten schon Manöver stattgefunden. Um derartige Verletzungen festzustellen, bestünde die interalliierte Militärkontrolle. Wenn sie aufhöre, gehe sie auf den Völkerbund über, der sie nicht organisiert habe. Die Unierschrifl Deutschlands in Locarno sei eine ähnliche Garantie wie die, die Deutschland gegeben habe, um die belgische Neutralität ,u garantieren. Lr wolle nicht auf die zahlreichen Drohungen durch Deutschland eingehen, noch daraus, daß die Deutschen auf keine der ihnen entrissenen Gebiete verzichtet hätten. Das sei gewiß die Sprache der Besiegten, aber von Besiegten, die an die Revanche denken. Er, Rllllerand, wolle auch die Dersicherung haben, daß Deutschland keinesfalls an einer Bewegung, bie das Elsaß beunruhige, beteiligt sei. Deutschland leugne auch, daß es an bem Angriff von 1914 schuldig fei. Deutschland sei auch durch die Politik Bismarcks dafür verantwortlich gewesen, daß in Europa das vernichtende R e - gime des bewaffneten Friedens habe aufrecht erhalten werden müssen. Eigentlich hätte bie französische Regierung auf ben Paktvorschlag Deutschlanbs antworten müssen, ber sich auf alle beutschen Grenzen beziehe. Die Eng- länber, bic wohl begriffen, baß ihre Grenze am Rhein liege, hätten noch nicht begriffen, baß sie auch an ber Weichsel liege. Die Abkommen von Locarno hätten einen großen Fehler. Die Absicht Frankreichs unb bie Absicht Deutschlanbs sei nicht bieselbe. Frankreich erwarte, baß ber Vertrag von Versailles restlos bestehen bleibe. Es wolle ben Frieben burch ben Respekt vor ben Verträgen, bie nach bem Kriege abgeschlossen worben seien. Deutschlanb bagegen verheimliche nicht, baß sein Ziel entgegengesetzt sei. Es wolle sich auf Artikel 10 bes Statuts berufen, um bie von ihm für unausführbar erklärten Verträge zu reoibieren. Es trete in ben Völkerbund ein, um ihn zu seinem Vorteil abzuändern. Also sei bie Zweibeutigkeit bie Grunblage ber Abkommen von Locarno. Trotz biefer Kritik erklärte Milleranb zum Schlüsse, baß er für bie Ratifizierung ber Abkommen von Locarno stimmen werde. Die Weiterberatung wird hierauf auf mor- * gen nachmittag vertagt. Im Widerspruch zu den Ziffern des Bankausweises stehen die Erklärungen, die der Finanzminister am Donnerstag nachmittag vor der Finanzkommissivn abgab. Er gab zu, daß gewisse Goldreserven eingesetzt worden seien, es sei jedoch unmöglich anzu» gcben, in welchem Maße die unternommene Aktion noch weitergehen würde. Die neuen Steuern gingen in befriedigender Weise ein. In bezug auf die interalliierten Schulden erklärte Finanzminister Peret, sobald er seine Finanzprojekte in der Kammer eingebracht habe, gedenke er Ende des Monats nach London fahren, um die Verhandlungen auf folgender Basis wieder aufzunehmen: 12 Millionen Pfund jährlicher Leistungen unter Gewährung eines Moratoriums, einer Transferklausel und einer Sicherheitsklausel mit Rücksicht auf die Eingänge aus dem Dawes-Abkommen. Parat erklärte weiter, daß die Regierung den Bericht des Unter« suchungsausschusses für Ersparnisse zur Kenntnis genommen habe, und daß seine Vorschläge durch Verordnung in die Praxis umgeseht würden. Er verbreitete sich dann über den Plan zur Tilgung der inneren Schuld und erklärte, daß die Konsolidierung der kurzfristigen Schulden durch eine Auslandanleihe ins Werk gesetzt werden würde. Er werde später genaue Angaben über den Eingang der freiwilligen Steuerbeiträge machen. Dabei müsse er zugeben, daß für Paris die lächerlich geringe Summe von 67 Millionen Franken gezeichnet worden sei. Dazu komme freilich noch der Wert der eingelieferten Schmuck st ücke. Die Ziffern für ganz Frankreich lägen noch nicht vor. Rach den Angaben des Finanzministers ist damit zu rechnen, daß die Methode der freiwilligen Steuerbeiträge ein vollständiges Fiasko darstettt. Das neueportugiefischeUabinett. Berlin, 4. Juni. Das „B. I." berichtet aus Paris, baß nach Melbungen aus Lissabon General Gomes b a Costa in Sacaoenne bei Lissabon ein- getroffen fei, wo er von neuem mit bem Kapitän Eabecadas konferiert habe. Diese Unterrebung führte zu ber enbgültigen Silbung bes Kabinetts. Die Zusammensetzung ist folgenbe: Minister Präsident und Innenminister: <£ a - becadas, Kriegsminister und ftolonialminifter: Gomes, , Außenminister: General Carmona, Unterrichtsminister: Mendes Ramsdios, Justizminister: Almoy da Ribeiro, TNarineminister: Asreoxe Salazar, Jinanzminisker: Oliveira Salazar, Ackerbau- und Handelsminister: E ä m p o s. Die Minister des Innern, bes Krieges unb bes Aeußern werben einen obersten fianbesaus« schuß bilben. General Gomes will sich am Freitag nach ber Militärfliegerfchule von Amabosa bei Lissabon begeben, wo er sich bis zum Einzug in Lissabon sein Hauptquartier einrichten will. Ablehnung Skrzynskis durch Pilsudski. Warschau, 3. Juni. (TU.) Ein Teil ber Anhänger Pilsudskis hat versucht, ben Marschall baju zu bewegen, Skrzyns ki für bas Außen- Ministerium zu gewinnen, um bie Außenpoli- ti r Polens in bemselben Geiste roie bisher fortzusetzen. Wie verlautet, hat Pilsubski bies kategorisch mit ber Erklärung zurückge- wiesen, baß es ihm unmöglich sei, einen Minister ber früheren Regierung, ber bireft ober indirekt an allen Korruptionen mitbeteiligt sei, in bas neue Kabinett eintreten zu lassen. Vie Genfer Arbeitskonserenz. Genf. 4.Juni. (211.) Die internationale Arbeitskvnserenz beriet am Donnerstag über den Entwurf eines Abkommens für die Inspektion auf Auswandererschiffen, der von der Vollversammlung vorgelegt wurde. Der Konventionsentwurf enhält neun Artikel, über die der spanische Regierungsvertreter der Konferenz Bericht erstattete. Der Entwurf wurde in längerer Debatte, die sich bis in die späten Abendstunden hinzog, beraten. Der deutsche Arbeiterdelegierte Knoll bat die Konferenz, nicht weiter über die Definition zu streiten, sondern sich mit dem natürlichen Sinn der Worte zu begnü- ?;ert Abänderungsanträge wurden von der. Kon- erenz nicht gestellt. Die Abstimmungen über den Konventionsentwurf gestalteten sich außerordentlich schwierig. Es wurden zunächst die Aütikel 1 bis 7 und der Artikel 9 mit großer Mehrheit angenommen, jedoch Artikel 8 mit 39 gegen 37 Stimmen abgelehnt. Rach einer längeren Geschäftsordnungsdebatte wurde die Rückverweisung des ganzen Entwurfs an die Kommission beschlossen, die am Freitag Zusammentritt. Der Konventionsentwurf wird dann in der Vollversammlung noch einmal beraten werden. Die Gegenfätze in der Abrüstungskonferenz. Genf. 4. Juni. (TU.) In der militärischen Unterkommission A der vorbereitenden Abrüstungskonferenz haben sich die Gegensätze bei der Festlegung der Begriffsbestimmungen weiter verschärft. Von französischer und italienischer Seite wirb nach wie vor jede Einbeziehung der militärischen Reserven in den Begriff der Friedensrüstung schroff ab- gelehnt, dagegen die Einbeziehung des Polizei- und Zollpersonals verlangt. Im Laufe der Verhandlungen hat sich jetzt auch ein Gegensatz zwischen den See- und Landmächten ergeben. Der deutsche Standpunkt wird im allgemeinen von den Vertretern Amerikas und Englands geteilt. Sehr energisch haben jetzt auch die Vertreter Brasiliens, Schwedens und Chiles den deutschen Standpunkt unterstützt. In diesen Tagen beginnt die Beratung von Punkt 2 des Fragebogens: Wie kann man Rüstungen verhüten? Es wird angenommen, daß in den kommenden Verhandlungen der Gegensatz zwischen England und Frankreich zutage treten wird. Bis zeht hat der frcm- zösische Standpunkt immer die Mehrheit in der Kommission gefunden. Der am Montag zusammengetretene Völkerbundsrat wird sich nur mit dem Kompromihentwurf Cecil-Paul Doncour über den Artikel 18 befassen und von den Verhandlungen der militärischen Unter- kommission lediglich Kenntnis nehmen. Man nimmt nach dem bisherigen Gang der Beratungen an. daß die Verhandlungen der llntec- kommission viele Wochen dauern werden. Der Streik in England. London, 3. Juni. (TU.) Die Londoner Blätter nennen es erfreulich, daß gerade heute anläßlich des Geburtstages des Königs die Bemühungen, der Bergarbeiterkrise ein Ende zu bereiten, wieder eine konkrete Form angenommen haben, und zwar durch einen Brief des Präsidenten der Bergwerkbesitzer-Vereinigung Williams an Smiths, den Führer der Bergarbeiter, in dem die Wiederaufnahme der Verhandlungen in einem engeren Ausschuß angeboten wird. Die Verhandlungen werden allerdings erst in ' einigen Tagen beginnen können, da Smiths heute nach Brüssel geflogen ist zur Teilnahme am Inter- 1 nationalen Bergarbeiterkongreß. Sensationell wirkt f übrigens die Nachricht, daß Smiths in Brüssel gegen Cook auftreten will, um ihn zum Rücktritt als Präsident der Bergarbeiterinternationale zu bewegen. Cook erklärte heute in einem Interview, Smiths habe ihn und den Labour-Abgeordneten D a r l e y, der die bekannten Vermit'tlungsvor- schläge veröffentlichte, Verräter genannt und erklärt, die englische Bergarbeiterschaft verliere durch Cook mehr und mehr den Zusammenhang mit der Internationale. Beide hätten außer der Reihe für die Verlängerung der Arbeitszeit plä- d i e rt und damit das Prestige der Streikleitung geschmälert. Der Sekretär des Bergarbeiteroerbandes erklärte gestern, die Vertreter der Bergleute würden sich keinesfalls in Behandlungen auf Verlängerung der Arbeitszeit ober Herabsetzung des Lohnstandards einlassen. Cook verlangte Nationalisierung des Bergbaues, für die sich auch' Macdonald gestern in einer im Bergwerksbezirk gehaltenen Rede aussprach. Neuer Vermittlungsvorschlag der Regierung. London, 3. Juni. (TU.) Der englische Schatz- fetretfr Churchill erklärte heute nachmittag im Unterhaus, daß die Regierung gewillt sei, dem Bergbau eine Subvention bis zur Höhe u o n 3 Millionen Pfund zu zahlen. Indessen müsse die Regierung die Gewißheit haben, daß eine baldige Beilegung des Streiks erwartet werden könne. Die Lösung müsse auch die Gewißheit einer genügend langen Periode der Sta- biliiät ohne finanzielle Unterstützung bieten. Zaglul Pascha verzichtet auf die Kabinettsbildung. London, 3. Juni. (TU.) Die Abgeordneten der Z ag lu l -P a r t c i gaben heute ihrem Parteichef Zaglul Pascha ein Frühstück. Bei dieser Gelegenheit erklärte Zaglul Pascha, er wolle den Wünschen seiner Freunde entsprechen und wolle auf die Kabinettsbildung zugunsten Adlh TZeghen Paschas, des Chefs der Liberalen Partei verzichten. Die Rachricht von dem Verzicht Zaglul Paschas auf die Regierungsbildung verbreitete sich, wie „Exchange" berichtet, wie ein Lauffeuer durch ganz Kairo. Man war sich sofort klar darüber, daß die Krise jetzt eine unmittelbare Lösung gefunden habe. Der Einfluß der Zaglulisten im Parlament ist aber nicht geringer geworben. Der allgemein^ Eindruck ist, daß A d l Y P a s ch a tatsächlich geeignet sei, die Rolle eines Vermittlers zu spielen, falls Schwierigkeiten zwischen der britischen Regierung und Zaglul Pascha auftreten sollten. Generaldirektor Oeser f. Berlin. 3. Juni. (211) Heute nachmittag 5.10 Uhr verschied der Generaldirektor der Deutschen R eich s b a hn g e sei l- schäft, Rudolf Oeser. Oeser wurde am 13. November 1858 zu Coswig in Anhalt geboren und entstammt einer Fabrikantenfamilie. Er studierte in Berlin Philosophie und Nationalökonomie. Als Redatteur war er zunächst in Süddeutschland tätig und kam dann zur „Frankfurter Zeitung". Während des Krieges siedelte er nach Stettin über, um die poliftsche und geschäftliche Leitung der dortigen „Ostsee-Zeitung" zu übernehmen. In das preutzr- sche Abgeordnetenhaus wurde er gelegentlich einer Rachwahl im Januar 1902 gewählt. Dem Reichstag gehörte er von 1907 bis 1912 an. Bereits im Jahre 1917 war Oeser die Leitung des neueingerichteten Reichswirtschaftsamtes angeboten worden. Er lehnte jedoch damals die Hebernahme dieses Amtes aus politischen Erwägungen ab. Am 25. März 1919 wurde er von dem Präsidenten der verfassungsgebenden preuht- schen Landesversammlung zum Mitglred des preußischen StaatsmmisteriumS und preußischen Minlsters der öffentlichen Arbeiten berufen. Unter seiner entscheidenden Mitwirkung kam das Werk der Verreichlichung zustande (Staatsvertrag vom 21. März 1920). Am 23. April 1921 schied er, nachdem fast alle Aufgaben seines Ressorts auf das Reich übergegangen waren, aus dem Amt des preußischen Mmisters für öftentliche Arbeiten. Nachdem er im April 1921 zum Landeshauptmann der Provinz Sachsen gewählt worden war, trat er das neue Amt am 1. Juli 1921 an. Er bekleidete das Amt aber nur etwas über Jahresfrist, da er bereits am 22. November 1922 das Reichs Ministerium des Innern übernahm. Auch diesen Posten versah er nur kurze Zeit, weil er am 13. August 1923 zum Reichsverkehrsminister ernannt wurde. Auf dem Gebiete der Wasserstrahen-Verwaltung, die ebenfalls zum Ressort des Reichsverkehrsministeriums gehört, hat Minister Oeser die Vollendung des Baues des Mittelland-Kanals, die großen süddeutschen Wasserstraßenpläne, sowie die Verbesserung der Seewasser-Strahe nach Königsberg, Stettin und Bremen nachdrücklich gefördert. Am 27. September 1924 wurde er zum Generaldirektor der Reichsbahngesellschast ernannt und infolgedessen von dem Amte als Reichsverkehrsminister enthoben. Anläßlich des Ablebens des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahngesellschast, Reichsminister a. D. Dr. ing. e. h. Oeser hat der Reichspräsident der Witwe des Verstorbenen in einem herzlichen Beileidsschreiben seine Teilnahme ausgesprochen. Pressestimmen zum Tode Oesers. Berlin, 4 .Juni. (TU.) Der Tod des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn Dr. Oeser gibt den Berliner Blättern Gelegenheit, sich mit der Tätigkeit des Verstorbenen als Parlamentarier und mit seinen Verdiensten um die wirttchastliche Hebung der Reichsbahn zu beschäftigen. Dabei hebt die „Vossische Zeitung" hervor, daß er ein Mann von strengster Pflichterfüllung gewesen sei. Auch der „D ö r s e n k u r i e r" betont, daß es eine unermüdliche Arbeit im Dienste der Gesamtheit gewesen sei. Die „Deutsche Allg. Zeitung" meint, er habe unstreitig ein Verdienst an der wirtschaftlichen Hebung des deiltschen Eisenbahnwesens. Die „2 äg l. Rundschau" sagt, er habe sein Bestes in der Erfüllung seiner Pflicht gegeben. Auch der „L o k a l a nz e i g e r' erkennt an, daß er ein sachlicher Arbeiter gewesen sei, der zu Parteigeschwätz keine Zeit gehabt habe. Als möglichen Nachfolger Oesers auf dem Posten des Generaldirektors der Reichsbahn wird vom „D. T." und von der „Voss. Ztg." Reichskanzler a. D. Dr. Luther genannt. Daneben werden auch der Reichsverkehrsminister Dr. Kröhne und der Berliner Oberbürgermeister Dr. Bh.ß genannt. Außerdem kommen nach dem „2ag“ neben den genannten Persönlichkeiten noch Geheimrat W i e d f e l d und der stellvertretende Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, als Nachfolger in Betracht. Siresemann und Curtrus über die Wirtschaftslage. Erfurt, 3. Juni. (WTB.) In Anwesenheit zahlreicher Mitglieder des Reichstages und von Vertretern aller Parlamente fand heute in Erfurt die Tagung des R e i ch s a u s f ch u s s e s für Handel und I n b u ft r i e her Deutschen Voltspartei statt. Zunächst nahm Abg. Generaldirektor Dr. Albrecht das Wort zu einem Vorträge betitelt „I m Kampf gegen die Wirtschastsno I", in den' er als einzige Rettung die Orientierung nach östlichen Kontinenten empfahl. Darauf sprach Abg. Professor Dr. Leidig über „Deutschlands Finanz« und K r c d i t p r o b l e m c". In der anschließenden Diskussion führte Rcichs- wirtschaftsminlster Dr. Curtiuv aus: Die Kredit- nähme bei der Reichsbank unn feiten des Reiches war notwendig, um der Thesaurierungspolitik auf Kosten der Wirtschaft ein Ende zu machen. Die Notwendigkeit einer Aendsrung des Banlgefetzes raird auch van den Reparationsgläubigern nicht bestritten. Es handelt sich auch nicht um direkte Kredite, sondern um die Quantität der an die Wirtschaft zu begebenden Schatzwechsel. Jedenfalls ist mit den hundert Millionen, die dem Reich bisher zu- standen, nichts anzufangen. Eine Gefahr für die Währung bei der jetzt geplanten Aenderung des Reichsbankgesetzes ist undenkbar. Dis Rentenmark ist gesund fundiert. Form und Stoff der Zahlungsmittel spielt nur eine geringe Rolle. Die Hauptsache ist das Vertrauen. Amerika hat jetzt den groß, ten Geldbeutel, hält das Geld aber in feinem Tresor. Auch die Gefahr einer Goldinflaiion ist nicht zu unterschätzen. Unsere Währung ist nicht nur auf absehbare Zeit, sondern auch auf unabsehbare Zeit gesichert. Reichsminister des Aeuhern Dr. S t r e s e - mann nahm dann in längeren vertraulichen Ausführungen im Sinne seiner Rostocker Rede zur Frage des Dawes-Abkommens unterlebhaftester Zusftmmung der Versammlung das Wort. Er trat insbesondere auch der Auffassung entgegen, als ob die Tarife der Reichsbahn nur durch die Dawes-Abmachungen bedingt seien. Auch ohne die Dawes-Besttmmungen würde die Reichsbahn bei der Lage der ReichSsinanzen auf ähnliche Heberschüsse angewiesen sein, da andere Steuerquellen als Ersatz für diese Heber- schüsse nicht vorhanden sind. Kabinettsberatung über die Flaggensrage. Berlin, 4. Juni. (TU.) Die „Tägliche Rundschau" teilt mit, es handle sich zunächst darum, einen Ausschuß zu bilden, an dem nicht nur Vertreter des Parlaments und der Regierung, sondern auch weitere Kreise beteiligt seien. Das Kabinett werde sich voraussichtlich am Montag darüber schlüssig werden, durch welchen Minister es in diesem Ausschuß vertreten sein werde. Die Einbringung einer Vorlage über die Schaffung einer Einheitsflagge könne selbstverständlich erst in einem späteren Stadium erfolgen, wenn über die Vorverhandlungen einigermaßen Klarheit geschaffen sei, welche endgültigen Vorschläge für die Lösung in Betracht kämen. Berlin, 4. Juni. Wie das „D. 2. erfährt, wird in der auf Montag, den 7. Juni, angesetzten Kabinettssihung der Reichsminifter Dr. Külz seine Vorschläge zur Lösung der Flaggenfrage vortragen. Cs handle sich dabei noch um keinen verbindlichen Kabinettsbeschluß, sondern nur um eine Klärung der Ansichten im Kabinett selbst. ES liege auch im Reichsinnenministerium noch kein Gesetzentwurf vor, der bestimmte Vorschläge in gesetzgeberische Form bringe. 700-Iahrfeier in Lübeck. Lübeck, 3. Juni. (TU.) Der erste Tag der 700-Iahrseier Lübecks ist mit einem so ausgiebigen Regen bedacht worden, daß auch äußerlich keine rechte Feststimmung aufkommen kann. Die Stadt trägt reichen Flaggen- und grünen Girlandenschmuck. Gin hübsches Bild bietet sich den Festgästen gleich beim Betteten der Stadt. Eine Hansekogge liegt an der Puppenbrücke. Sie ist das genaue Abbild der mittelalterlichen Schifte, die Lübeck zur Hansazeit über die Ostsee schicktt. Im Innern der Stadt ist eine Kolonial-Aus- stellung untergebracht, die in Schrift und Bild die Entwicklung Lübecks unter der Devise „Seefahrt ist Not", schildert. Im Hasen liegt zur Begrüßung der Stadt der Kreuzer „Emden". Die Geschäfte haben vielfach ihre Fensterdekoration in den Landesfarben weiß und rot gehalten. Die großen Konfeftionsgeschäfte bringen eine Kostümdekoration zur Schau. Sie zeigen Frauen- und Männerttachten Lübecks, Uniformen und Kopfbedeckungen aus allen sieben Jahrhunderten. Trotz des Regens sind die Straßen mit Schau- lufttgen gefüllt. Kleine politische Nachrichten. Die Vertteter des Irak sind in Angora eingetroffen, um die Unteczei chnu n g des Mvssulvertrages vorzunehmen, in welchem beide Parteien die Brüsseler Linie als Grenze zwischen der Türkei und dem Irak annehmen. Gleichzeitig wird die Türkei einen zehnjährigen Sicherheitspakt mit dem Irak abschließen und sich mit 10 Prozent der Einnahmen aus den mesopotamischen Oclfeldern als Entschädigung für die dem Irak überlassenen Oelquellen einverstanden erllären. In Tokioer politischen Kreisen heißt es, daß der frühere japanische Botschafter in Washington, Hanihara, wahrscheinlich den Posten des japanischen Botschafters in Rom übernehmen wird mit Rücksicht auf die derzeitige Wichtigkeit der japanisch-italienischen Beziehungen. Wahrscheinlich wird der Leiter der Vortragsabteiiung im Auswärtigen Amt, Nagacka. an die Stelle Haniharas treten, der bisher als Nachfolger Hondas in Berlin genannt wurde. Aus aller Mett. Kreuzer „Hamburg" in San Franzisko. Nach einer Meldung der .,B. Z." wurde dem Kreuzer „Hamburg", der in San Franzisko eingetroffen ist, von der Bevölkerung, von der Stadtverwaltung und von Vertretern der amerikanischen Armee und Flotte ein glänzender Empfang bereitet. Der Bürgermeister Rolph, Flottenkapitän Dodd und Oberst Stantvn hielten Ansprachen, in denen sie die zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten herrschenden vortrefflichen Beziehungen bervorboben. (Ein Niesenbrand In Nordamerika. Die Berliner Abendblätter melden aus Quebec: Eine Feuersbrunst verursachte im Handelsviertel der Stadt Riviere du Loup einen Schaden von einer Million Dollar und vernichtete 57 Gebäude. Neberschwemmung in Rumänien. Infolge des anhaltenden Regenwetters sind weite Strecken des Landes überschwemmt. Der Verkehr ist auf verschiedenen Eisenbahnlinien vollständig lahmgelegt. In Bessarabien ist ein großer Teil der Ernte vernichtet. Hochwasser der Wolga. Hochwasser zerstörte öie zum Schutze Astrachans errichteten Dämme. Ein Teil der Stadt wurde überschwemmt. Der Wasserspiegel ist 16 Meter über dem Normal-Niveau. Furchtbarer Selbstmord. Im Grünewald wurde von einem Weichenwärter die völlig zerrissene Leiche eines Mannes gefunden. Neben der Lerche sand man einen kleinen Handkoffer, einen Spa- zierstock und eine lange Zündschnur. Die Möglichkeit, daß der Mann bei einem geplanfsiü Anschlag auf. die Eisenbahn durch einen Sprengkörper den Tod gesunden habe, wurde durch die Ermittlungen als hinfällig erwiesen. Es handelt sich um den Selbstmord eines zuletzt in Hannover wohnhast gewesenen 55jährigen Ingenieurs Barg- Heer, der früher bei einer Firma, die Feuerwerkskörper und Sprengstoffe ansertigt, angestellt war Infolge der Unmöglichkeit, neue Beschäftigung zu erlangen, hat er sich das Leben genommen. Unaufgeklärter Tod eines Reichswehrsoldaken. Wie die Morgenblätter aus Kassel melden, wurde unterhalb der Neuen Mühle in Fulda die Leiche eines Reichswehrsoldaten gefunden, die eine Schlinge um den Hals trug, in der sich anscheinend ein Stein befunden hatte. Zu> nächst wurde Selbstmord vermutet. Der Tote hatte einen Brief an seine Eltern in Rittmarshaufen bei Göttingen hinterlassen, in dem er anafbt, daß er sich ins Ausland begeben wolle, meu ihm dost feinen Vorgesetzten der Pflichturlaub abgeschlaasn worden fei. An einer anderen Stelle des Brieses aber sagt er, daß er nicht aus Schwermut und auch nicht seiner Vorgesetzten halber weggefahren sei. Er habe sich verpflichten muffen, spätestens am 1. Juni abzureisen. Eine Untersuchung der Angelegenheit ist im Gange. Wettervoraussage. Auf heiternd, wärmer und trocken. Einser Bezirk kommt ganz vorübergehend unter den Einfluß eines Hochdruckrückerrs, dem von Westen her ein neues Tiefdruckgebiet folgt. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 17,7, Minimum: 9.5 Grad Celsius. Niederschläge: 1,6 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 12,6 Grad Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 4. Juni 1926. Die Postzustellung in Gießen. In der Bürgerschaft ist wiederholt die Frage aufgeworfen morbenrmwum wir in Gießen nur eine zweimalige tägliche Postzustellung haben, während z. B. in Darmstadt dreimal täglich be- stellt wird. Auf diese Frage gibt die nachstehende Zuschrift des Gießener Postamts an uns Antwort. D. Red. Don den bis zum Februar 1922 hier ausgeführten drei Ortsbriefzustellgängen (um 7.30 und 11 Uhr vormittags und um 4.15 Uhr nachmittags) mußte einer wegen allgemeinen Derkehrsrückgangs aufgehoben werden. Es fanden damals Besprechungen mit Vertretern der hiesigen Handelskammer darüber statt, welcher von den 3 Zustellgängen weg. fallen sollte und wie die beiden bestehenbleibenden den Interessen der Einwohnerschaft am besten angepaßt werden möchten. Nach dem Ergebnis dieser Besprechungen erschien es mit Rücksicht auf die allgemeinen Erfordernisse am zweckmäßigsten, für den Beginn des ersten Zustellgangs die Zeit zwischen 7 bis 8 Uhr vormittags und für den Beginn des zweiten den Zeitpunkt auf 2 Uhr nachmittags fest, zusetzen. Diese Einrichtung führte im Laufe der Jahre 1922 und 1923 zu wiederholten, lebhaften Beschwerden seitens der Geschäftswelt, die es als untragbar empfand, daß sie ihre Post aus Norddeutschland und besonders aus Berlin (die bis dahin um 2 Uhr abgetragen wurde) mit einer Verzögerung von 6 bis 7 Stunden erhielt. Die zweifellos berechtigten Klagen führten dazu, daß auf Der- anlaffung der Handelskammer am 16. November 1923 eine Besprechung zwischen Vertretern aus Kreisen des Handels und der Industrie und dem Leiter des Postamtes stattfand. Hierbei wurde sei. lens der Vertreter des Handels usw. einstimmig der Wunsch ausgesprochen, den 2. Zustellgang von 2 Uhr nachmittags auf 10.30 Uhr vormittags zu verlegen. Auf die postseitig geltend gemachten Bedenken, daß die nach 10.30 Uhr vormittags ein» gehenden Briefsendungen alsdann erst am nächsten Vormittag zugestellt würden, erklärten die Vertreter der Geschäftswelt ihr ausdrückliches Einverständnis, diesen Nachteil in Kauf zu nehmen, weil es sich dabei um verhältnismäßig wenige Sendungen handele. Aus betriebstechnischen Gründen mußte der Beginn des zweiten Zustellgangs von 10.30 auf 11 Uhr vormittags feftgelegt werden. Wir haben dies un- term 24. November 1923 der Handelskammer mit» geteilt und dabei ausgeführt, daß der erste Zu» frellgang um 7.30 Uhr vormittags angetreten werde. Gleichzeitig haben wir darauf hingewiesen, daß der Beginn des Sonntagszustellgangs von da ab auf 8.45 Uhr vormittags festgesetzt worden sei, um zu erreichen, daß die Sonntags mit den zwischen 7 und 8.30 Uhr vormittags eintreffenden Zügen vorliegenden Briefsendungen (außer Drucksachensen, düngen) und politischen Zeitungen noch Sonntags in die Hände der Empfänger gelangten. Die Handelskammer hat uns daraufhin durch Schreiben vom 1. Dezember 1923 mitgeteilt, daß die von uns bcabfitätigten Maßnahmen den Wünschen der Interessenten entsprechen dürsten. Sie hat dabei dem Postamt für sein Entgegenkommen den Dank der Gießner Kaufmannschaft ausgesprochen. Dom 10. Dezember 1923 ab ist alsdann die noch jetzt be» stehende Einrichtung der Briefzustellung getroffen worden. Inzwischen hat eine erfreuliche, allgemeine Verkehrssteigerung eingesetzt, die sich im Postbetrieb allgemein durch die starke Auflieferung der Driessen» düngen in den Abendstunden bemerkbar macht. In» solgedessen werden dürch die hier eintreffenden Nacht- und Frühzüge große Mengen von Briefsen» düngen aus allen Teilen des Deutschen Reiches und" vom Auslande hier angebracht. Unsichtbar für die Außenwelt find ausgesuchte Kräfte emsig beschäftigt, schwere Wagenladungen von Briefsendungen auf die einzelnen Zustellbezirke, in die das Stadtgebiet eingeteilt ist, zu verteilen. So groß nun auch die Anzahl der vorliegenden Sendungen sein mag, so ist sowohl die Menge der Sendungen als auch die Einwohnerzahl für die Bemessung der Zahl der Zustellgänge allein nicht maßgebend. Hierfür find auch die Art des Verkehrs und die Lage der Postverbindungen von Wichtig- und die Lage der Postverbindlingen von Wichtigkeit. In Gießen find die Pofiverbindungen nach Maßgabe der eintrefjenden Postzüge so, daß die Hauptposten aus Norddeutschland und besonders aus Berlin, sowie zu einem erheblichen Teil aus Süddeutschland in der Zeit von 7.30 bis 9 Uhr vormittags beim Postamt vorliegen: V-Zug 180 aus Berlin an 7.15, I)-Zug 76 aus Hamburg an 7.45, Pers.-Zug 552 aus Fulda an 7.50, Perf.-Zug 777 aus Frankfurt (Main) an 8.03, Perf.-Zug 1608 aus Köln an 7.44, D-Zug 73 und 81 aus Frankfurt (Main) an 8.19 und 8.33 usw.). Man gewinnt einen Begriff von dem Umfang des Brief- und Zeitungsverkehrs, wenn man erfährt, daß z. B. am 28. Mai zum 2. Zustellgang für jeden der hier eingerichteten 32 Zustellbezirke 260 und am 29. Mai zum 1. Zustellganq für jeden dieser Bezirke 384 Sendungen durchschnittlich Vorgelegen haben. Bedenkt man. daß eine erhebliche Anzahl von Zustellern dadurch ein Gewicht von 15 bis 20, einige gar von 25 Kilogramm zu Beginn des Zustellungsgangs treppauf, treppab befördern muß, fo wird man erkennen, daß den Beamten, die diese Dienstleistlingen innerhalb der dafür vorgesehenen Zustellzeiten von 2i Stunden bewältigen müssen, weitere Leistungen billigerweise nicht zugemutet werden können, zumal die Zustellung der Einschreibbriefe und der Briese mit Zustellungs- Urkunde mit besonderem Zeitaufwand verbunden ist. Jeder Zustellbezirk wird nach einer ein für allemal festgelegten Beiausordnung mit Post versorgt, so daß jeder Briefempfänger die K 16- u her nw, ”S“" 4 Sh D0rl!Clruuri4fen "'S Wil SU** W'Ä« T.nfiorrt" fährt welde". Die SeuW.i S'stS trieb* einen jab htichsmarl. die fen bit für l>e J pitlstneife murb nach den gebonn dürfnis liegende Dienftstunden (ö. einviertel Stunde Arbeitszeit von 51 lid; werden, tz'er tinlommtn eines Men, verheirate' gründe gelegt — kosten entstehen. " Sin 6' «uftDoll. ? 6. Juni seinen ein Kolonialtoa Drogenhanblun glich -es Den von 1899 bis 1 und tourte 192 ist Herr Doll £ Don 1919 bis vnordnetenvers tourte er in d gewählt, seit t Vorsitzender. 6 zigjahrige ter Sieben als Del Ö Sulomr bufjn. fitute Di Araßenba-mvage Firma Hellmold zusammen Miuntz nah d« dem Trabsiemgi scheinend den 5 Der Strahenbah Gießen Die Ein Gt Real Drj ■ Am 2 j mutter, Al Witwe desl ist Verantwortlich für Politik i. D. Dr. Hans Thyrlot. Kampf mit kräftigen Schnabelhieben. De? un- 1 I. A.: Weigand MG ä'i i*m* fen v.Geschättsm.ge- kaufen gesucht. Zimmer frei. Schrillt. Angebot Schrillt. Angebote Tel. 1085. >D 4818a unter 4828V an den Gieß. Anz. erbeten. Gewiß kennen Sie die wunderbaren Eigenfdiaf- fen der LUX Seifenflocken für die Reinigung tarier Wüfche. Erproben Sie diefelben auch für die Haarpflege; fle erhalten Ihrem Haar den natürlichen Glanz u. verleihen ihm frifchen Duft und Weichheit. Ein Teelöffel voll LUX im Spühvaffer macht blitzblankes Gefchlrt und fchont die Hönde. Doppelpackung 90 Pfg. Normalpackung 5OPfg. Beachten Sie die Schaufenster Neustadt Nr. 79. S-chr. Äng. il 03-41 an den Gieß. Anz. lucht. Schr. Ang.'n. 03948 an d G An,. Oberheffen. Kreis Friedberg. Friedberg, 3. 3uni. (13 <31t.) Dieser Tage Altes Blei iLleiräbrem lauft Lrühlsche Drucker« 1 D Schulstr. 7/9 Vom Köpfchen zum Kleide Aus Wolle und Seide — LUX wäfcht alle beide''. Wir betrauern das Ableben unseres lieben A.H. Geheimer Regierungsrat, Realgymnasial-Direktor a. D. Dr.Georg Matthes (62—64) In treuem Gedenken: Die BurschenschaftAlemannia Zwei schöne wetß- lackierte tzolzsesiel gesucht. Schr. Ana- u. 03924 an d. G Anz. ... in der Bähe von Bönstadt eine interessante Beobachtung gemacht worden. Auf einem Eichbaum hatte ein Rabenpärchen sein Best; das Weibchen brütete, während das Männchen auf einem Ast in der Bähe sah. Bald kreiste ein Sperber, der in der Vogelwelt sehr gefürchtet ist, um das Best. Doch nicht lange, denn der Rabe stürzte sich bald auf den Sperber, und es entspann sich ein erbitterter zu den Kühlanlagen der Metzgereien werden auf obige Zeit plombiert, wogegen die Beteiligten! Einspruch erheben. — Die diesjährige Gemeinde- grasversteigcrung erzielte für die 64 Teilnummern Preise von 1 bis 42 Mark. Da der Grasbestand geringer als im Vorjahr ist, blieben auch die Preise 10 bis 20 Prozent zurück. — Gestern ging ein Gewitter mit heftigem Hagel- schlag über unsere Flur, wodurch ganze Kornfelder an den Boden gedrückt wurden. CO Aus 6 e r Wetterau, 3. Juni. An verschiedenen Straßen kann man immer wieder beobachten, daß junge Ob st bäume beschädigt werden. Gewöhnlich ist an den Bäumchen die Krone abgebrochen, so daß der etwa 1 Meter hohe Stammstummel als trauriger Ueberrest neben dem Baumpsahl steht. Die Täter sind fast nur halbwüchsige Burschen. Aber auch durch Leichtsinn können junge Obstbäume beschädigt oder vernichtet werden. Gar ost kommt durch Unachtsamkeit des Fuhrmanns der Wagen zu dicht an den Straßenrand, so daß dann die Räder an großen Bäumen Rindenstücke abreißen oder kleine Bäume mit der Stütze umgedrückt und entwurzelt werden, wie der aufmerksame Wanderer feststellen kann. Bei diesen Beschädigungen liegt in den meisten Fällen nicht böse Absicht vor, denn mancher Landwirt behandelt seine eigenen Obstbäume beim Pflügen des Grundstückes auch nicht besser. Starkenburg. * Darmstadt, 3. Juni. Am Sonntag werden zum erstenmal die wertvollen Bestände an alten Kostümen des Landestheaters im Landesmuseum in einer Ausstellung gezeigt. Es sind viele Kostüme aus dem 18. Jahrhundert darunter. Preußen. Kreis Marburg. js Marburg, 3. Juni. Der Kreistag des Kreises Marburg hielt gestern im Fürsten. Haus eine Sitzung ab, die von morgens 10 bis abends um 10 Uhr dauerte. Wie der Vorsitzende, Landrat S ch w e b e l, vor der Beratung des Kreis- Haushaltsvoranschlages mitteiltc, konnten aus Mit- MjjH6SEIFE--CKEN SUNLICHT GESELLSCHAFT A.-G. Mannheim-Rheinau Am 2. Juni verschied sanft unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwester Frau Marie totaler geb. M WitwedesGeh.rlegierungsratesu.ProfessorsDr.AugustLaubenheimer Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Auguste Koeppe geb. Laubenheimer Professor Dr. Kurt Laubenheimer Gießen und Frankfurt a. M., den 3. Juni 1926. Die Einäscherung und Beisetzung findet in der Stille statt. ______________________________________________________4841D X 4832V steuern in Höhe von 55 Mark wird insoweit statt- I gegeben, als Anttagsteller genannten Betrag in | 6 Monatsraten zahlen kann. 4. Der Ditte des Radfahrer-Vereins um kostenlose Lieberlassung einer Anzahl Tannen bäume und Pfähle zur Einfriedigung des Zestplatzes wird entsprochen. 5. Das Gesuch von H. 3. II. und Konsorten, die bei der Kanalisation an ihren Häusern entlang not- wendigen Zementrohre aus Gemeindemitteln zu beschaffen, wird abgelehnt. 6. Zur Feststellung der von der Gemeinde zu hauswirtfchaftlichen Zwecken nötigen monatlichen Wassermenge wird angeordnet, daß vom 1. bis 30.3uni kein Lei- tunaswasser für Gärten und gewerbliche Betriebe verwendet werden darf. Die Leitungen gleich« Waffengang endete mit dem glatten Siege de» Raben. Dieser schlug feinen Gegner in die Flucht und verfolgte chn noch lange Zeit. Dann kehrte er wieder auf feinen Daum in der Bähe des Bestes zurück. y. Wölfersheim, 3.3unL 3n der letzten Gemeinderatssihung wurde folgend« •• Ein Siebzigjähriger. Herr August Boll, Frankfurter Straße 51, begeht am 6. 3uni seinen 70. Geburtstag. Gr gründete 1888 ein Kolonialwarengefchäft, das er später zu einer Drogenhandlung au-baute. 1893 wurde er Mitglied des Vereins der Einzelhändler zu Gießen, von 1899 biS 1907 war er Rechner deS Vereins und wurde 1923 dessen Ehrenmitglied. Seit 1912 ist Herr Boll Ortsmann am hiesigen Ortsgericht. Don 1919 biS 1922 war er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung: am 23. März 1923 wurde er in den Vorstand der DezirkSsparkasse gewählt, seit April 1920 ist er deren zweiter Vorsitzender. Seit 1909 gehört der nunmehr Siebzigjährige der 3ndustrie- und Handelskammer Gießen als Vertreter des Einzelhandels an. O Zusammen st oß m i t der Straßen- bahn. Heute vormittag gegen 9 Uhr stieß der Straßenbahnwagen Nr. 3 mit dem Lastauto der Firma Hellmold & Plank in der Marburger Straße zusammen. Beide Fahrzeuge fuhren in der Richtung nach dem Friedhof. Das Auto wollte nach dem Grabsteingeschäft von Atzbach und hatte anscheinend den Strayenbahnwagen nicht bemerkt. Der Straßenbahnwagen wie auch das Auto wur- Tagesordnung erledigt: 1. Das Ansuchen des Kirchenvvrstandes um Llebernahme eines Rest- bettagcs von 367 Mark für die vorjährige Kir- chenrenvVierung auf die Gemeindekasse wird abgelebt. Dagegen wird ein von der Kirche an die Gemeinde fälliger Rückzahlungsbetrag von 400 Marl bis nächstes 3ahr zinslos gestundet. 2. Der Antrag des früheren 2 Feldschützen auf Pension wird vorläufig zurückgestellt. 3. Dem Ersuchen des Arbeiters R. K. um Stundung seines Holzgeldes und seiner fälligen Gemeinde- teln der neuerrichtrlen Äretetpoda^e, bU am 1. Mai 263 000 Mk. Einlagen hatte, bereit, viele größere und kleinere Darlehen gegeben werden. Bei der Besprechung der Lahnregulterungsarbei- t e n bei Fronhausen und dort oorgekommener Mihhelligkeiten zwischen den Notstandsarbeitern und dem Unternehmer wurde eine Schlich- tungsstelle bestimmt. Die Arbeiten sind mit rund 320 000 Mk. veranschlagt, wovon etwa 130 000 Mk. auf den Kreis entfallen. Zu den Beratungen über den Landdurchstich sind alle nl Frage kam- wenden Geldgeber heranaezogen worden. Aus der im vorigen Jahre genehmigten Anleihe für werbende Betriebe in Höhe von 2 500 000 Mark wurden Darlehen von 75 000 Mk. für Arbeiten an der Kreisbahn, ferner 22 0Ö0 Mk. Darlehen aus der Kreisjparkafse für 3 n ft a n b • setzung des Kreishauses bewilligt. Der ordentliche Voranschlag wurde mit 1301 658 Mark, der außerordentliche mit 349 000 Mk. genehmigt. Zur Deckung des Fehlbetrages von 406 220 Mk. werden 46 bjro. 52 Pro^. Zuschläge zu den Steuern erhoben. Hinzugefügt sei, daß der Wohlfahrtsetat mit 858 770 Mk. abschließt. WSN. Marburg, 3. Juni. Der Gau O b e r- Hessen des Mitteldeutschen Sängerbundes wird am Sonntag, 1. August, eine Sä n- gerfahrt nach dem Rhein veranstalten, die über Mainz nach Rüdesheim, Aßmannshausen und Koblenz und zurück führen wird. Teiln^ise soll die Fahrt per Dampfer ausgeführt werden. Dillkrcis. bl Dillen bürg, 2. 3uni. Der KreiS plant, in diesem 3ahre einen KreiSjugend- t a g, verbunden mit den Reichsjugendwettkämpfen, abzuhalten. — Bach dem neuesten Stande beträgt die Gesamtzahl der Vollerwerbslosen des Kreises 1806 Personen. An Zuschlagsempfängern sind 2924 Personen vorhanden. Bei Botstandsarbeiten werden 530 Arbeitslose beschäftigt. Die Zahlen haben sich durch die Stillegung des Puddelwerks Dillenburg erhöht. — 3n der am Dienstagabend statt.4 gehabten Sitzung der Stadtverordneten wurde der Kommunallandtags- und KreiStagsabgeordnetei Seminaroberlehrer K u p f r i a n mit 10 von 17 Stimmen zum Bürgermeiste der Stadt Dillenburg gewählt. Sechs Stadtverordnete gaben ungültige Stimmzettel ab, während ein« Stimme auf einen anderen Bewerber fiel. Maingau. WSB. Frankfurt a.M., 3. 3unl 3n der Friedberger Landstraße kam es gestern abend zu einer schweren Schlägerei. Zwei ango trunkene Burschen im Alter von 25 3ähren konnten es nicht unterlassen, die Passanten zu be- lästigen. Nachdem sich zwei ältere Herren dies verbeten hatten, wurden sie von den Rohlingem zu Boden geworfen, geschlagen und mit den Füßen ins Gesicht und auf den Kopf getreten, wobei sie erheblich verletzt wurden. Einer der UeberfaHencn ist Kriegsbeschädigter und hat ein künstliches Bein. Bachdem Pvlizeibeamte hinzukamen und die Täter festnehmen wollten, wurden auch fle tä tlich angegriffen und geschlagen, so daß sie gezwungen waren, von ihrem Gummiknüppel Gebrauch zu machen. Bach vieler Blühe gelang es, die Raufbolde nach dem Polizeirevier zu bringen. — Gin in Hochstadt a. Main (Oberfranken) auf Urlaub weilender hiesiger Pvlizeibeamter wurde von einem Wegelagerer überfallen und zu drosseln versucht. Der Heberfallene stemmte den Angreifer jedoch kurzerhand in die Luft und beförderte ihn zur nächsten Gendcrr- merieftation. Strohhüte. -IuiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiJ empfiehlt Rudolf Richter, Hutgeschäft Marktstraße 24 Äett des Eintreffens feiner Post fast mmutenmäfjig bestimmen kann. So sehr sich nun der Hochbetrieb beim hiesigen Postamt hinsichtlich der ankommenden Bttefsendungen in die ersten Vormittagsstunden au- fammenbrängt, so sehr flaut der Verkehr für Die späten Vormittags- und ersten Nachmittagsstunden hinsichtlich der eingehenden Briefsendungen ab. Wie- verholte Feststellungen — zuletzt am 28. Mai — haben ergeben, daß während der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 3.30 Uhr nachmittags für jeden der 32 Zustellbezirke rund 45 Sendungen Vorgelegen haben. Es trifft die bei der Besprechung mit den Vertretern des Handels und der Industrie am 16. November 1923 bestehende Tatsache, daß die Anzahl der nach 10.30 Uhr vormittags eingehenden Briefsendungen sehr gering ist, somit auch jetzt noch zu. Die Einrichtung eines weiteren, dritten Zustell- gangs zur Abtragung dieser wenigen Sendungen kann nach den vom Reichs-Postministerium erlassenen Richttinien nicht in Frage kommen, weil hier- nach eine dreimalige Zustellung im allgemeinen nur in Städten mit stärkerem Verkehr — wie er in Orten mit mehr als 100 000 Einwohnern zumeist vorliegt — bei unabweisbarem Bedürf- n i 5 einzurichten ist. Al» Grundsatz gilt nach den gegebenen Richtlinien ferner, daß bei Postagenturen und den kleineren Postämtern eine täglich einmalige Postzustellung ausreicht, während in den übrigen Post orten zwei werktägliche Postzustellungen ausgeführt werden. Die Deutsche Reichspost hat als Wirtschaftsunter, nehmen des Reiches ihre Ausgaben so zu gestalten, daß sie sich selbständig, d. h. ohne Reichszuschüsse unterhält. 'Darüber hinaus ist sie verpflichtet, Rücklagen anzusammeln und Ueberfchüsse an das Reich abzuliefern. Sie hat, soweit dies für die Beförderung der Briefsendungen in Betracht kommt, die vorkriegszeitlichen Gebührensätze beibehalten und leistet hinsichtlich des ihr obliegenden Zeitungsoer- trieds einen jährlichen Zuschuß von 25 Millionen Reichsmark. Sie kann also keine Einrichtungen treffen, die für sie wirtschaftlich nicht tragbar sind. Beispielsweise wurden für eine hier auszuführende, nach den gewonnenen Feststellungen nicht im Bedürfnis liegende 3. Ortsdiefzustellung täglich 72 Dienftftunben (b. i. für jeden der 32 Zusteller zwei- einniertel Stunden), d. h. bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 54 Stunden 8 Kräfte mehr erforderlich werden. Hierfür würden — das Durchschnittseinkommen eines au» der Gehaltsgruppe 3 besoldeten, verheirateten Beamten mit 2 Kindern zu- gründe gelegt — jährlich 19 152 Reichsmark Mehrkosten entstehen. äRÄfeS B- Ws«» ___ 1»«et. "°-ÄV-Z den leicht beschädigt. Personen wurden glücklicher- weise nicht verletzt. •• Aufgehobene Straßensperre. Das Polizeiamt teilt mit: Die Aufbesserunasarbeiten im vorderen Wiesecker Weg sind beendet. Unsere un- term 3. d. M. erlaßene Sckerrung des Wiesecker Wegs von der Marburger Straße an bis zum Hau» Nr. 40 wird daher aufgehoben. •• Das Verkehrsflugzeug „D i eßen" trifft morgen nachmittag gegen 4 Ufcr, von Frankfurt a. M. kommend, auf dem hiesigen Flugplatz ein. Die Maschine steht anläßlich deS Fluglages am nächsten Sonntag bereits von SamStag nachmittag an zu Rundflüge >t über Gießen und Umgegend zur Verfügung. Wer bereits das Vergnügen hatte, unsere engere Heimat aus dem Flugzeug zu betrachten, wird wünschen, daß möglichst viele Mitbürger sich die Gelegenheit zu einem so genußreichen Flug nicht entgehen lassen. Der Gießener Schwimmverein eröffnet morgen. Samstag, sein Sommertraining in der Lahn. Die Uebungsstunden für die Schwimmer, Springer und Wasserballer sind so geteilt, daß ein geregeltes Training zu erwarten steht und allen Gelegenheit geboten ist. sich eifrig daran zu beteiligen. (Siehe heutige Anzeige.) _ •• Oeffent liche Bücherhalle. 3m Ma> wurden 1341 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf; Erzählende Literatur 855. Zeitschriften 104. 3ugendschriften 86. Literaturgeschichte 2, Gedichte und Dramen 19, Länder- und Völkerkunde 66 Kulturgeschichte 12. Geschichte und Biographien 66, Kunstgeschichte 16, Baturwissenschaft und Technologie 40, Heer- und Seewesen 11, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre 4, Religion und Philosophie 27, Staatswissenschaft 9, Sprachwissenschaft 3. Fremdsprachliches 16 Bände. Bach auswärts kamen 15 Bände. wsn. Schont die Hummeln! Oft sieht man, baß den Hummeln von Kindern nachgestellt wirb. Das ist bedauerlich, denn es sind nützliche Glieder in dem Haushalt der Natur. An die hochgezüchteten Bienen reichen sie allerdings nicht heran, dagegen sind sie über die Hornissen, sowie über die Wespen hoch erhaben. Gleich den Bienen ist ihnen die Bestimmung geworden, bei der Suche nach Nahrung gleichzeitig die Blüten zu befruchten, indem sie- den Pollen unbewußt von Blume zu Blume tragen. Namentlich der Rotklee, dessen lange Blütenröhren ihrem Honigrüssel kein Hindernis bieten, ist auf ihre Mithilfe angewiesen. Die Blüten der Beerensträucher und unserer Obstbäume werden von ihnen sehr gern aufgesucht. Auch bei kühlem, trübem Wetter, selbst bei gelindem Regen, wenn sich kein Bienlein mehr hervortraut, sind sie an der Arbeit. Hierdurch werden sie dem Landwirt und Gartenbesitzer ungemein nützlich. Bornotizen. — T a g e s k a l en d e r für Freitag; D. H. C. Monatsversammlung bei Hopfeld. — R. D. Z.: 8.30 Uhr „Stadt Lich" Versammlung. 1 3m 1826* Un9 in (BieEten jfSl: Sebrutu zyH.. ' u’teWn ZÄ' 1 um 4.15 feinen S8erteÄÖ’> s°ndei bamaÄS M • -"och bem Ergebnis hi.i,, Mr”1? °ut bie Ü 2 Smeckmchgjlen, hjr ben '°°8°ngs bie Zeit ££ d°n Beg!nn de« Jul 2 Uhr nachmittag, M. N führte im Häuft btt r poften bie es ols 'B !>e ihre Post aus Wort its °us Berlin (öle bis bQ. igen wurde) mit einer Dec- ötunben erhielt. Die zweisei. führten dazu, bah aus Per- itammer am 16, November 9 Zwischen Vertretern aus Mb der Industrie und dem stattsonb, hierbei wurde sei. Handels usw. einstimmig der i, ben 2. Zustellgang von 4 10.30 Uhr vormittags zu fettig geltenb gemachten Be- 10.30 Uhr vormittags einen alsbann erst am nächsten iirben, erklärten die Vertreter lusdrückttches (Finnerflänbni?, ju nehmen, toell es sich dabei jtnige Sendungen fonbtlt. Zrunden mußte der Beginn 15 von 10.30 auf 11 llhr rben. Wir haben dies un- 3 der ^Wammer ml- Mhrl. b$ der eche Hu- avrmiüatzs angehelen werde, darauf hingewiefen, dah der tzuftellgangs von da ab ou| sestgesetzt worden sei, um zu onntags mit ben zwischen 1 ags einlreffenben Zügen Borgen lauster Drucksachensen- m Zeitungen noch Sonntags ipfänger gelangten. Sie W daraufhin durch Schreiben 3 mitgeteilt, daß bie von uns imen ben Wünschen her > büdten. Eli M gegenfommen den Dank der hast «8e|P* b Auslieferung der «en auLgesochte ^r |L iefrfnbun- der 3l|f,.ell9S0be5 »erlebt« IW Ät»®"* iS 1115 1 w UinfanS -SLKsZ 28 Ma! enlt ein @cd1* Xeain'1 sAL-" ddo ' Bekanntmachung betr. Volksentscheid. Enteignung der Fürstenvermogen. Die Stimmkartei (Wählerliste) für die zum Volksentscheid über die Enteignung der Fürstenvermögen in der Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrn- wald stimmberechtigten Personen liegt vom Sonntag, dem 6., bis einschl. Sonntag, dem 13. Juni 1926, im Stadthaus, Bergstraße 20 — Zimmer Br. 13 — zu jedermanns Einsicht offen, und zwar werktags von 8'/,—12'/, Uhr und nachmittags von 2'/,—6 Uhr, am Samstag von 8—1 Uhr vormittags, an den beiden Sonntagen nur von 9—1 llhr vormittags. Einsprüche gegen die Richttg- und Voll- ständigkeit der Stimmkartei sind innerhalb der Offenlegungsfrist bei Meldung des Ausschlusses bei dem Oberbürgermeister (Wahlamt, Stadthaus Bergsttaße 20, Zimmer Br. 13) schriftlich anzuzeigen oder zur Biederschrist zu geben. Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist, sind Beweismittel beizubringen. Wird ein Einspruch nicht sofort für begründet erachtet, so entscheidet über ihn der Kreisausschuh endgültig. Stimmberechtigt ist, wer am Abstimmungstage (20. 6. 1926) Reichsangehöriger, 20 Fahre alt und nach dem Reichswahlgesetz am Stimmrecht weder behindert noch von ihm ausgeschlvffen ist. Abstimmen kann nur, wer in eine Stimmliste eingetragen ist oder einen Stimmschein hat. 48358 Gießen, den 4. Juni 1926. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seid. ! Gutsverpachtung. DaS LlniversitätSgut in EaK>ern, Kreis Marburg, 2 km vom Bahnhof Ealdern, 9 km von Marburg entfernt, soll am DienStag, den 6. Juli 1926 vormittags 10 Llhr im Llnioersitätskuratorium zu Marburg (Lahn), Am Plan Br. 3, für bie Zeit vom 1. Juli 1927 bis 30. Juli 1945 meistbie» tend verpachtet werden. Die Ausbietung erfolgt wahlweise mit und ohne Verpflichtung zur Lbernahme des 3nventars. Gröhe 49 ha 83 a 73 qm, Grundsteuer- reinerttag 222,22 THI., erforderlichen Vermögen 35000 RM., daS möglichst vor dem Termin, spätestens im Termin nachzuweisen ist. Pachtbedingungen werden gegen Einsendung von 5 RM. zugesandt. 4827D Marburg, ben 31. Bai 1926. Der IlniversitätS-Kurator v. Hülsen. Anschließend 03945 «Jazzband Tanz GROSSER FLUGTAG 4697 D EmmericherWaren-Expedition *”D DAS ALTBEWÄHRTE KOPFWASCHPULVER Wehret- ©leBener |Stelienangebote) !WLik8UMiMOSIWU £ebensVersicherung u.*&. J. Vogt, Bezirksleiter, Gießen Riegelpfad 26 226V Mein (Erfolg Bilanzsicherer Telephon 1248 Kaiserallee 45 Meine stets frisch gebrannten Kräftig! ft ein Laden Eingang Ecke Volksbad, Seltersweg 70 Seltersweg 70 4481a 6i Automobile 5 to Benz-Gaggenau- Laslwagen, t. ladell. Zustand, vreiSw. zu vk.Off u. J. V. 1304nn Invalidendank, Ann.- Ezp., Franklnrt al. Ausgiebig! Pfd.Mk.4.00 erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Meine Mischungen sind nach Eingang neuer Partien noch bedeutend verbessert Passagier-Rundflüge über der Stadt und Umgeb lltiWN Hon u'tiete,n Gießener Schwimniverein. Uebungrstunden in der Müllerschen Badeanttalt Dienstags, Donnerstags und SamstagS um 6 Uhr. Sonntags 11 Uhr: Wasserball- training und Springen. Beginn: Samstag, 5. Juni. Der Scblvimm- “"D ausichuff. Leistungsfähige bek. ßplralbebrorlabrlk suchtbeid.Kundschafl gut eingeführt. rühr. Vertreter bei hohen Provisionssätzen. Angeb. u. F. T. 3853 an Ala-Haasenetein & Vogler, Frankfurts! halfen verleiten lallen, Ä anzuvertrauen lich beendete eng# butter* und Schw/>^l Landwirt hat W 8“ nodi. als der Stadki H üb« die 6* über die teuren W in ettifl neuen Janata da geht es nod) W auch recht ost wundert rulehen, ohne dah er geholt worden wäre, recht reges Leben. C nicht zu Stätten bei aus der aus wie 'S«#«®*"" bet Lamw> , । Gießen, Lindenplatz 1 Telephon 1257 Spezialmischung 1 edler Sorten, Bei harter Arbeit, sehr erklärlich I Emmericher Kaffee - unentbehrlich Kaffee von Mk. 2.60 bis 4.80 von den Deranugung lro.3 ihres halbtroa abendlich genug d Schnapsseligen bergt Eindruck, den man bi Windau oder durch gewinnt. Leere Sp Fensterscheiben, alle und im übrigen land Wahrzeichen geworde Weniger still ist hohen Politik. 3m Hochbetrieb. Daß mc Regierungskrise inlgcr, der yalbwegs gelöst stehenden wenig berühr alten Ministern ihre l „neuen“ Negierung b ellanter ist es schon, d auch in der aus ast Urdemokatische einge1 Stimmen zu regen be Zweifel an der Herr des Parlamentarism statt durchklingt. Ma „Absolutismus der in der Tat fällt in Verhältnissen die grer lomenle sozusagen sei unangenehm ins Auge und ..Äiigikogu" der derraten unter dem nalen eine starke A f*iu helfen, wei mal ihrer Willkür S° ^unt «•$. das nah?8yun9 °us Ä \ Trotzdem ve Söll« des Mnz q Wlanb verboten G ElsaS-Lothringfir Mouatsverfamm lung nm Samstag, dem 5., abds. 8V«. tm Hotel Köhler. 4831D MatthSus-Semeinde Sonntog. 6.3onl. naAm. 3Ubr.im mjilofopöenroalO Familientag Musikalische Darbietungen, Gesangsvorträge, Ansprachen usw. (Eintritt frei! Die Gemeinde ist hierzu herzlich eingeladen. Die Männer- u. Frauen-Dereinigung. § Weitere Sorten Mk. 4.80, 4.40, 3.60 Heinrich Driesch in Gießen • Flughafen Kunstfliegen, Geschwaderfliegen, Zielah- wurff,Fallschirmabsprung,Balionjagd, Luftkampf, Abschiessen von Ballons Eintrittspreise: Mk. 1— und Mk. 2 Dorf. T ws. : durch das die kleinen tetiöen fn r ^^^ersch Die Men star sch der I tt gegen^rei6en^ • k[Ä f}e und t fieftßr»« e sEand. A Vie Atter Don Oskar 2 Kaffees lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Feines Aroma! H-L Mrend des Ichnec- Änmästig feuchten ö TSm Ein schönes Baar Pferde Stuten, 4- u. üjähr, Oldenburg. Schlag, garantiert treu und auflfeft, mit neuem Geschirr, uerkaust Lutz, Storndort. Telephon 2. 48261) Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde ®rü- ningen für das Rj. 1926. liegt vom 5. Juni ab eine Woche lang auf dem Bureau der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Es ist eine Umlage vorgesehen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Grüningen, den 2. Juni 1926. Hessische Bürgermeisterei. Euler. 4838D "’Nen fest E 5 S zättl ? '"JsW'Ä M. T. V. Sonntag, 6. Juni: Wanderung nach Braunfels Abfahrt 6.33 nach Wetzlar mit Sonn- tagskarteBraunfelS Für Nachzügler Treffpunkt Ober- mühle (Brauerei Wahl,. 4834o Iorst« l'/O'S rhein. Schwemmsteine bester Qualität zu billigem PretS C.Rübsamen,Greffen Fernsprecher 1659.___________ Oberhessischer Kunstverein. Von Sonntag, den 6. Juni 1926 an: Ausstellung moderner Oeigemälde, Aquarelle, Holzschnitte Frankfurter, Berliner und Freiburger Künstler. In den Seitenabteilen: Graphik v. Lovis Corinth Die Ausstellung ist bis auf weiteres zu d.üblich.Zeiten geöffnet Freitag, den 25. Juni 1926, nachmittags 5' ? Uhr, im Saal Nr. 6 des Stadthauses in der Bergstraße Ordentliche Jahres-Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Jahresgeschäftsbericht, 2. Ablegung der -v < • 4 Aa* »> tt.’i A v nrcontanöTinc und mein täglich zunehmender Kundenkreis beweist Ihnen, daff Sie bei mir eine groffe und schöne Auswahl in Qualitätswaren in allen Farben und Größen finden! Abteilung 1 Hens Herren-Anzüge, v. eins, bis z. clcg., von Mk. 25.— biß Mk. 50.— u. höher. Frack- und Smoklnganztge sehr billig. Sporl-Anzüge u.öttas.— mt. Burncben-n.Rnafzen- Anzüge in allen Preist. Klnder-Anzttge für 5—9jähr. au Schleuderpreisen. Gummi-Mäntel von Mk. 16.— an. vazenerMiU»tellnall.Pretsl.Lß«tsrrvckoichwarzu.blau Wit. 11.—. Sommer toppen, in all. Größen u. Farben, von Mk. 5.— an. Hanchester-Anstige Äik. 3b.—. Windjacken in all. Preislagen. Manchester-Hosen, lang u. kurz, von Mk. 1V.— an. Feldgraue Hosen, lang u. kurz, Mk 11.—. Schwarse Hosen s. Kellner u. Musiker von Mk. 10.— an. Schwarze Bozen sür Eisenbahner A!k. 11.—. Gestreute Bosen, in all. Farben u. Größen von Mk. 5.— an. Sporthosen u. Mk. 8.— an. Bnrschenhozen Mk. 5.—. Blaue Arbeite-Anzüge Mk. 8.—. Weißbinder-Anzüge Mk. 11.—. Posten Zephir-Hemden mit 2 Kragen, in schönen Farben, Mk. 6.90 pro Stück. Arbeits-Hemden in allen Größen äußerst billig. Abteilung II Großer Posten Damenmäntel nnd -Sportkostüme, auch für Backfische, U Mk. pro Stück. Abteilung 111 Gebrauchte Anzüge, noch sehr gut erhalt., von Mk. 12.— an. Frack-, Smoking-, Gehrock-, Cutaway-Anzüge sehr billig. Sakko mit Westen u. Hosen und Kellner-Westen äußerst preiswürdig. öS- Ein Versuch lohnt! MelM-müe-SlW £. fioteniäo ©leßen, Sellersmeg 58,1 Steppe. 03838 Samstag, öenS.juni 1926 nachmittags 2 Uhr versteigere ich im Löwen, Neuenweg28 1 fast neuen Rollwagen, 2 Motorräder ^Wanderer und N.S.S.), Kleiderschränke, Büfett, 1 Standuhr, 1 Regulator, 1 Wäscheschrank, Ständerlampen, Sofas, Herrenzimmertisch, Stühle, einzelne Betten, zwei Ehebetten, Herren- und Damenfahrräder, 1 fast neuen Vervielfältigungsapparat, zwei Salonsessel, Tabak, Zigarren, Likör, Weinbrand, Flurgarderoben, Anzugstoff, Badeanzüge, 1 Schreibtisch, 1 Aktenrollschrank, 1 gut erhaltenen Badeofen, 1 zweiräderigen Handkarren u. Schreibmaschinen. Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28. 4339p Telephon 1414. verein 1885 e. V. Sonntag, 6. Juni: Dezirks- rvanderfahrt nach Großen- Linden. Abfahrt 51/- vorm. Stadt Wetzlar. ,8S8c Hess. Polizei- und Schutz- hunde-Verein 1914, Gießen Geschäftsstelle Bahnhofstraße 58 Hl. interne Prüfung von Polizei-und Schutzhunden am Sonntag, dem 6. Juni 1926. Vormittags 7 Uhr Spurenarbeit auf dem hinteren Trieb. Nachmittags lx/2 Uhr im Gelände der Liebigshöhe Gehorsams- und Gewandheitsübungen, Mannarbeit. Anschließend Propaganda-Vorführung von verschiedenen Hunden durch Mitglieder des Vereins. Ab 7 Uhr gemütl. Beisammensein im Saale der Liebigshöhe. <8MD e wteff®* habe ich durch Schaumauflaeen von °SS'S-rb a-Seife beseitigt K. K in G. Per St. M. —.65, 3O°/i verstärkt M. 1—. Zur Viachbebandlung ist Herda-Creme besonders zv tmpfchicn 311 hab. in allen Avothcken, Drogerien u. Parfümerien für Personen- und Lastwagen [4830c W im norminfün "W BtleliwW der flemlskrafflaliFer im I.HL Geiehlltestollo Gießen. Sonntag, den 8. Juni. Vormittage 9 Uhr, in gießen im „Hotel Kobel“, Liebigstraße: Mabw-tammloiig Tagesordnung: Welche Wege bat der Kranfahrer aur Förderung selnea Berufes eu beschreiten. Referent: Kraftfahrer A. Reitz, Berlin Mitglied des R.W.R. Wir laden hiermit sämtliche Kraftfahrer zu dieser Versammlung ein. 4821V Der Vorstand. I Warum besser? | , ^onfonge war es üas vestreben Ser Sei- Ö1C Tfläen ^'kcnflocke öle wasch- S unfl Dkc-chkrast öer selbsttätigen Waschmittel | tinä Sie Nachteile Öiefcr, Sie grobe K Scharfe, zu vermeiücn. Sperfloc-Seifenflocke als einzige hat I vieles Ziel erreicht. peeflor, Zlwnmer's Ö.Kpv iss öamit Sas einzige milde, felbsslalige Waschmittel I L^r in Sie Wäsche zu fressen oöer 3u schaüigen/ allein durch nur! '/» stunülgcs Kochen gibt pcrstor ohne lästiges I ! ^'ben fchmeweiße, fleckenlose Wäsche. | ttüfym Äe Sie Vorteile Sieser ncuciqjroßen | p°ket 45psg. I CafeAstoria Samstag, den 5. Juni, 8 Uhr abends auf Wunsch Operetten-Abend mit verstärktem Orchester 4. Zimmer-Wob«. m-Ltziüralbsug. und 2-ZilMner-Wobn. «schrWtz. verm.Näh. t. d. GeschästSst. des Gieß. Anz. [03928 [ MietgesuchT] Solides, kinderloses Ehepaar sucht HRäinne. Die Einrichtung der Küche wird evlt. ans eigene Kosten übernommen. Schriftl. Angeb. unter 03933 an den Gletz. An». Von alleinstehendem Herrn wird sür kürzere Zeitlzunächst auf einen Monat) gut möbl. Zimmer gesucht. SchriftEEil- I Angebote unt. 03936 an den Gieß. An», ^foffnungstsusoh^ Wohnungstaoscii. Gesucht 5= bis 6-Zimmer°Wobn. mit Zubehör, mögt. Bad. bald beziehbar, in guter Lage. Geboten wird I 3- evtl. 4-Zimmer- Wob na. mitZubeh. in Wetzlar. Umzugs- Vergütung u. I Jahr mietfrei oder aus Wunsch angemessene Abffndung. Schriftl. Angebote unter 03879 an den Gieß. Anz. erbeten. Volonlärstelle für angeb. Hochbautechniker kann besetzt werden. Lst« Arch. Völker, Weiß- erde 7, Fernspr. 1184 Junger, tüchtiger Bäcker- und ÄMlütgehilse f. sofort gesucht. Hrch. Weber VSüerei u. ßonöttorei Heuchelheim. Evang. zuverläss., gesunde 148ÄO Stütze oder Haustochter nicht unter 25, .mit besten Empsehl. für Arztsamilie gesucht. Selbstgeschriebene Angeb. mtt Bild unt. 4823D a. d. Gß- Anz. Frau oder Mädchen I sür 2 Stunden vormittags ges. [ 03917 Mterwea 43 v. r Verkäufe I Samötaa, 5. Funi, abends 87» Uhr: Monatsversammlung im Vereinslokal, Plockstraße 5. Der Vorstand. Metallarbkitcr- Sranfenfofir. Sonntag, 6. Juni, vormittags 10 Uhr: Generalversammlung im Gewcrkschasts" bauS, Schanzenstr. 03931 Tie Ortsverwaltuvg. Die Kameraden des ehern. N.J.R. 224 laden ihre Kameraden von der ArbertS- gemeinschaft zur Feier des Wiedersehens in Gießen ein. Samötag, 5. Juni, abends 8 Uhr, Saalbau Sauer, Begrüßungsabend. Sonntag, 6. Juni, 11-15 Uhr, Gang mit Musik nach dem 116er-Denkmal zur Ehrung der Gefallenen. Zusammenkunft 1t Uhr Saalbau Sauer. Die Kameraden der Arbeitsgemeinschaft werden aufgefordert, der Einladung zu beiden Veranstaltungen zahlreich Folge zu leisten. 48*°D Ter Vorstand. Alles frei Haus, Holsteiner Käse. ™ 200 St. Harzerkäse 9 Pfund Tilsityrf. in Staniol 6.95 Mk., 9 Pfund Holländer Formkäse 4.95 Mk. la ff. Limburger . . . 6.95 Mk. ca. 5-kg-D. neue tottriet.Matjoahar.4.95 Hk. E. Xapp, Altona 220. [2500ss M Baujahr 1925, Ardie — 350 ccm, nur Sonntags gefahren, preiswert zu verkausen. Näh. 03920 Walltorttraffe 33 _______iLaden). Kinderwagen fast neu, für 25 Mk., Kinderstühlchen fast neu, für 8 Mk., Kinderbett (eifern mit Messing) saft neu, bill. zu verk. 03031 Candg. llv L H. 1.8.222. Samstag, 5. Juni, abendö 8l/2 Uhr: Zusammenkunft mit d. Kameraden des R. 3- R. 22§ 03133 ilN Saalbau Sauer. zum Einrichten und Nachfragen von Büchern als Nebenbeschäftigung gesucht Schr. Ang. u. 03937 an den Gieh. Anz. 1862-1912 Sonntag, 6. Juni, nachmittags 4 Uhr: MMMMg nach Wieseck zu Gastwirt tiustav Schneider. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. 4837D Der Vorstand. Stadttheater MWWesMöeatetsBaö-lWm . Dienstag, den 8. Juni 1926, abends 8 Uhr. Erstaufführung! Die Wette Lustspiel in 3 Aufzügen von Carl Sloboda. Der Vorverkauf beginnt am Samstag, dem 5. Juni, in den gewöhnl.Kaffenstunden. 4M8c Kanarienvögel ZÄ. la Sänger, Wellensittiche Reisfinken,Safranfinken z Ohin. Nachtigallen, ein // Glanzstar Zf 1 Disteltinkbastard Zoo-Abteilung fll] Samenhdlg.Scheel W Mäusburg 17. 33939 die schwarte Finsternis des Waldes. Einzelne Flocken fallen, groß und schwer, vergehen zitternd in der starren Kälte. Das Pferd trabt langsam und sicher über den gewundenen, steinigen, schneeüberwehten Waldweg. Es beginnt zu dämmern. Die Mutter macht einen Schluck aus der Schnapsflasche, die ihr Jörru stumm gereicht hat. „Kanike, auch du sollst dich wärmen", sie zieht aus ihrem Röhrenstiefel eine mit Stroh umwickelte Flasche und tropft warmen Tee zwischen die Zähne des Kindes. „Was, Kanike. das wärmt. Mein Du, wie ich dich liebe." Da macht der Braune plötzlich einen Sah, bäumt sich jäh in der Gabel auf und rast. Die Mutter kollert unter die Dank, rappelt sich aus. will über den Sprung des Pferdes lachen, da sieht sie: Im Dunkel des Waldes zwei gelbe Lichter und einen Augenblick später darunteo eine spitze Schnauze. „Jesus, Maria und Josef", sie macht das Zeichen des Kreuzes. Cs hilft. Richts mehr. Schon beginnt das Pferd ruhiger zu gehen, da raschelt es unter den Taimen. Tapp, lapp, tapp, viele gelbe Lichter. Wieder macht sie das Zeichen des Kreuzes, oftmals, und das Pferd rast, aber tapp, tapp, tapp unter den Tannenr die gelben Lichter gehen mit. Da schreit Jörru, wie sich die Flößer zurufen, und knallt mit der Peitsche und droht dem Wald, und flucht und singt und lärmt, bis es unter den Lannen stille wird, bis die gelben Lichter tief in daS Waldesdunkel verschwinden. Die Mutter seufzt befreit auf, Jörru und sie trinken Branntwein, das Pferd geht ruhig weiter. Jetzt werden sie bald aus dem Wald sein und dcnm noch zwei Stunden und die Stadt wird da sein. Der Schlitten schleift leicht und schnell über den Schnee. Da sinken die Tannen zurück, da breiten sich wieder die Felder. Wie gut. Sie schaut zurück. Schwarze Purckte wimmeln aus dem Wald. Hilf Himmel, da sind sie wieder miteinander, nebeneinander und rücken näher in schiefem, schnellen Trab. Roch sieht sie nur die hohen, dürren Deine der Tiere, jetzt wachsen darüber hagere, faule Leiber. »Jörru, gib die Pistolen her." Lind sie schießt. Die Wölfe stieben auseinander, bleiben etwas zurück. Aber dann wieder tapp, tapp, tapp — sie hört das Sehen ihrer Pfoten im festgefrorenen Schnee, hört es bis in ihr Herz, trotz dem Schlittengeklingel, trotz dem ängstlichen Schnauben des Braunen und Jörru peitscht in die zitternden Flanken. DaS Pferd rast. Tapp, tapp, tapp. Wie sie hinterherloufen, in geduldiger Gier, immer näher kommen, den Schlitten umkreisen, spitze, aufrechte Ohren. Die gelben Lichter unter den Hellen Sternen und die suchenden scharfen Schnauzen. Tapp, tapp, tapp. Lind sie schießt wieder und sie trifft. Aber das Rudel bleibt. Tapp, tapp, tapp. Einer hinkt nach, läßt eine rote Spur im Schnee, einer steht nicht mehr auf, wälzt sich heulend, die Beine gegen den Himmel, aber sie merkt es nicht. Die gelben Lichter sind wiederum nur näher gerückt, aus den Schnauzen geht hungriger Hauch in die eisklare Luft. Lieber den Feldern, über den Straßen liegt Dunkelheit. Kein Sternenlicht fällt nieder. Jörru peitscht macht einen Buckel, schaut nicht zurück und singt vor sich hin Kinderlieder, Schenken lieber, Liebeslieder, Kirchenlieder, alles, was ihm in den Sinn kommt, laut, rauh, blökend. In den Pausen, wenn ihm nichts mehr einfällt, schreit er Hosianna. Hosianna und dann singt er wieder: „Eil dich, Mädel, schmück dich, Mädel" oder „Ich bin eine Grasprinzessin". Die Pistole ist ausgeschossen. Sie hält das Eisen stumpfsinnig fest und zählt: eins, zwei, drei und so fort und fühlt bei Hundert müssen die Zähne in meinem Fleisch sein. Aber sie ist bei dreihundert, und noch immer ist es nicht geschehen, noch immer dieses tapp, tapp, tapp der schweigenden gelben Lichter, jetzt schon gana nahe. Das Kind ist krank. Das Kind wird vielleicht sterben, ich aber will noch im Fluß baden. Ich aber will noch mit den Schnittern aus dem irdenen Krug trinken. Du, nicht ich! Lind sie wirft das Bündel unter die Wölfe Du. nicht ich! Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) (28 Zweites Biart ^adtund umgeb. i. 2.- von den Deranügungslokalen nicht zu reden, die icotz ihres yalbtrockenen Zustandes noch all» den das Zielab. 9d,Luft. )ns Die Mutter und die Wölfe. Don Oskar Maurus Fontana. »Jörru. spann den Schlitten an.“ Lind Jörru spannt das Pferd vor Schlitten. Die Mutter setzte sich in ihn, hält I in Decken fest eingewickelte Kind in den Armen u-nb preßt es zärtlich gegen die Brust. „Kanike O.rd bald wieder lachen. Kanike wird bald toic- dtr mir den Beinen strampeln, ja Kanike, der Doktor wird dir Pulver geben, der böse Doktor, btt nicht zu dir kommen will, der gute Doktor b-cr dich heilen wird." Jörru schnalzt mit der Peitsche und der Staune zieht los. Rasch flitzen sie durch das Dorf. In den Häusern pressen sich Gesichter, birdj das Schlittengeläute gelockt, platt gegen tr.c kleinen Fensterscheiben und schauen den Fah- rmden, so lange sie sichtbar sind, nach. Die Straße starrt alt und einsam mit den großen Bäumen. In den hohen Aesten fängt sih der schneidende Wind. Immer wieder rennt et gegen sie und will (ie brechen. Knarrend Hilten sie stand. Raben fliegen aus den fest- gtfrocenen Feldern beim Räherkommen des Schlittens langsam auf, stehen wie schwarze kreuze gegen den eisernen Himmel und fallen wie abgeschossen in die harten Schollen. Die Mutter hält das Kind unter ihr Um» Hängetuch. „Kanike, dir soll nicht kalt werden, bmn Gesichtchen ist blau. Hnter dem warmen Luch wird dir bald, als wäre der Mai schon da. Darte nur, Kanike", und sie haucht/ ihren war- eien Atem über das starre Kindergesicht. Der Schlitten fährt langsam den Dergweg 6 nauf. Sie haben die Hälfte des Weges hinter sich. Der Braune schnaubt und prustet, Jörru sc^alzt gut gelaunt mit der Zunge. Jetzt sind R; oben, fahren durch den Wald. Rechts und (inte stehen dunkel und undurchdringlich Tannen, immer wieder Lannen. Es ist ganz still. Die im Schlitten hören, wie der Wind im Eis der Bäume dürm und hell singt. Die Aeste gehen b48 Üef hinunter, der Schnee kann nicht bis in L CCD), i ge- ertju fc®* he 33 MM MM- Mein 1885 e.D. Sonntag, 6.3nni: Bezirks- Wanderfahrt nadi Großen- Linden. AtMrl 5'|? ooroL en unv von Reben* aesucht >37 eck °u rs »'S gen lchen 8 Äst, ett lelfuifl) juvert 11P-L Jenes) ieret barn Hand in Hand zu arbeiten. Richt ganz ohne Grund will man hierin den ersten Schritt der nordischen Republik erblicken, den bisher sorgfältig gewahrten Strich zwischen sich und den übrigen Randstaaten zu verwischen. Finnland, das immer glaubte, sich der Räteunion gegenüber in einer weit günstigeren Position zu befinden, als Estland Lettland und Litauen, fürchtete eine Ver- quidung seiner Politik mit diesen. _ Reuerdings aber mehren sich die Anzeichen dafür, daß man sich in Helsingfvrs in der stlbstgewellten Isolation nicht mehr recht wohl fühlt. Eines dieser Synrp- tvme ist die finnische Einladung an den Präsidenten von Lettland, der sich in diesen Tagen, auf seinem Eisbrecher nach dem Land der Tausend Seen begibt. Die Reise des Präsidenten Tschakste verdient um so größere Beachtung, als er von dem sehr energischen Außenminister illmante und dem Grafen Keyserling! als Der- tretcr des Militärresorts begleitet wird. Die überraschende Einigkeit der drei nördlichsten Randstaaten hat scheinbar auch in Kowno starken Eindruck gemacht. Sofern man den Berichten Glauben schenken darf, so wächst in Litauen die Enttäuschung über die Extratour mit Moskau. Wenn aber Litauen jetzt wieder Anschluß an Lettland und Estland zu suchen beginnt, so Dürfte dabei vor allem der Hmstand ausschlaggebend gewesen fein, daß auch Polen alle Hebel in Bewegung seht, um seinen Einfluß an der Ostsee zu stärken. So ist es gekommen, daß das bereits so gut wie begrabene Projekt eines baltischen Bündnisses plötzlich wieder auf der Bildfläche erschienen ist. Das be- ftähgt der lettländische Außenminister in einem recht inhaltsvollen Presseinterview, in welchem er den Anschluß Litauens an den lettländisch- estländischen Bund als die nächste Ausgabe seiner Politik bezeichnet. Wer die Randstaatenverhältnisse kennt, wird hierin auch eine Absage an Polen erblicken und sich darin auch durch den Rachsah nicht beirren lassen, daß dieser Block dreier Staaten die Grundlage für eine Erweiterung des Systems nach Rorden (Finnland) und nach Süden (Polen) bilden könnte. Etwas utopisch muten dagegen die Pläne der politischen Schwärmer an, welche schon eine Art von Bereinigten Baltischen Staaten verkünden. So weit ist es noch lange nicht, wenn auch zwischen Estland und Lettland bereits allen Ernstes die Rede von einer Kommission gewesen ist, welche mit der Zeit die Rolle eines gemeinsamen Oberhauses zu übernehmen hätte. Der Kampf der Göller in Indien. Don unserem Dr. F. H.-Derichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Bombay, Mai 1926. Wenn der Europäer von Unruhen, wie es die letzten blutigen hier im Lande, in Kalkutta waren, hört, so stellte er sich unwillkürlich wohl meist vor, daß das die Herrschaft der Engländer bedrohe, oder daß solche Ereignisse „die Herrschaft des weißen Mannes gefährdeten". Ist er ein wenig besser informiert, so kommt er vielleicht auch zu dem Schluß, daß Streitigkeiten zwischen den Eingeborenen den Engländern nützen oder zum mindesten der berühmten englischen Politik des „Divide et impera" entgegen-1 kämen. Beide Urteile sind, wenn er sich mit der letzteren auch auf die Meinung maßgeblicher Swarajisten stützen kann, weit davon entfernt, den Kernpunkt der Dinge zu treffen, obgleich man zugeben könnte, daß das Zweite der zitierten Urteile noch eher, den Anschein der Richtigkeit für sich hat, als das zuerst genannte. Denn die Folgen des Streites zwischen den Anhängern der verschiedenen Götter der monotheistischen und der pantheistischen — sehen allerdings beinahe so aus, als ob der Weiße Halbgott davon am meisten Dorteil hätte. Man erzählt, und man muß diese Dinge nicht für übertrieben halten, daß die erste Folge der Aufläufe die war, daß die reichen Mohammedaner und Hindus der Stadt Kalkutta sich Weiße gegen Bezahlung phantastischer Summen zu ihrem persönlichen Schuhe mieteten, oder, wenn sie das nicht konnten, sich in den Schuh von Weißen bewohnter Häuser begaben, die dann ihrerseits für Tag und Stunde des Aufenthaltes im sicheren Hort eine angemessene „Gebühr" berechneten. Der verhaßte und von den hohen Kasten der Drah- manen immer noch mit stiller Verachtung angesehene Europäer hat also zu mindest, was seine Lountaa, Md« nad> Braonfek Abiahri LVnach villb e M; r fluni/ i» iU Ifi inw-hfl abellky w. au X Man Aon.- la BL (icoß ihres oaLDttoaenen lebt und nur dann zu gemeinsamen Handlungen mit anderen zusammenschreitet, wenn an Imponderabilien gerührt wird, die mit der Individualität des einzelnen stehen ober fallen. Lins Leuten aus dem materialistischen Westen mag es seltsam erscheinen, daß diese Imponderabilien ausgerechnet religiöser Ratur sind, da uns der egoistische Charakter der Religion, oder genauer bie egoistische Einstellung des Individuums zu seiner Religion — weil sie bei uns leider nur noch Gemüts-, aber nicht mehr Lebensangelegenheit ist — nicht zur Genüge bewußt zu sein pflegt. Wer aber den tiefen, auf den einzelnen und dessen ganz persönliches Wohlergehen abgestellten Zug bet Hindu-Religionen und des Islams erkannt hat, der sich z. B. darin äußert, daß das höchste Glück oder das sehr reale Paradies als das durch die Religion erstrebte bezeichnet wird (obgleich selbstverständlich die Gotteslehre etwas anderes besagt und auch die Priesterschaft teilweise andere Anschauungen hat), dem erscheint es nicht verwunderlich, daß die Moslems Hindumusik vor ihren Moscheen und umgekehrt die Hindus die Verunreinigung ihrer Sempel durch das Betretern von Mohammedanern mit Mord, Totschlag und Aufruhr beantworten. Stehen doch Dinge für sie auf dem Spiel, um die sich das Leben überhaupt dreht — ^as Wohlergehen des einzelnen nach seinem Tode. Das aber macht es auch verständlich, warum die politischen Führer diesen von ihnen bekämpften Ausbrüchen der Leidenschaft so hilflos gegenüberstehen, und warum selbst die große Popularität eines Ghandi nicht ausreicht, um diese Schlägereien, um nicht zu sagen Schlächtereien, zwischen Hindu und Mollern zu verhindern. Diese Feindschaft zwischen den Religionen ist ja nicht nur eine solche^ die aus C »Jägereien: Bei Feierlichkeiten immeiT Wieher reue Nahrung schöpft, sondern ein geschichtlicher Vorgang, der immer noch in der Entwicklung be- ?riffen ist und noch lange nicht vor seinem Ver- öschen steht. Die Eroberung Indiens durch Mog- hulkaiser, die als erste mit Feuer und Schwert ben Islam in das Lanb brachten, stempelten diese Religion zu einer solchen der Eindringlinge, gegen die anzutämpfen es die heilige Pflicht aller Hindus und Inder ist. Das hätte, wenn die Engländer nicht eingegriffen und die entstehenden Reiche der Sikhs und Mahratten unterdrückt hätten, daher längst wieder zu einer Beseitigung oder, was auch nicht unwahrscheinlich ist, zu einem Siege des Islams geführt, der ganz Indien seiner Religion unterworfen hätte. So aber wurde durch die Engländer, zunächst ohne jede politische Absicht, sondern nur aus dem Grunde, weil Llnruhen den Handel gefährdeten, ein Zustand stabilisiert, der es weder den Mo- Die gelben Lichter bleibep zurück. „Fahr schneller, Jörru, fahr schneller." Er schlägt mit der umgekehrten Peitsche auf den Braunen ein, Lichter blinken aus dem Dunkel vor dem Schlitten — die Stadt. O Rettung, o Seligkeit. Der Atem will dem Fahrenden von gestockter Freude vergehen. Doch wieder stechen die gelben Lichter durch das Dunkel hinter dem Schlitten, tapp, tapp, tapp und werden ihn gleich eingeholt haben. Tapp, tapp, tapp und halten mit ihm gleichen Schritt. Tapp, lapp, tapp. Ein langhaariger Schwanz schlägt gegen die Hand der Mutter. „Fahr schnelle^ Jörru, ich bitte dich bei allen Heiligen und bei der Jungfrau, rette mich." Die Lichter der Stadt werden groß und kämpfen mit den gelben Lichtem bet verhungerten Leiber. Schwuvpernde Schnauzen strecken sich von allen Seiten wie Messer, ihr zu heißer Atem weht sie an, sie rennt im schmalen Schickten hin und her, schlägt um sich in die leere Luft, sie sieht die gelben Lichter an ihrem Llmhänge- tuch, das auch das Kind schützte, eS wird von knackenden Zähnen fortgerissen, sie fühlt die gelben Lichter am Hals, sie wird von langhaarigen anspringenden Leibern, durch die die Rippen hart vorbrechen, umgestoßen. Schwänze klatschen in ihr Gesicht, sie hat nur noch die Hände an ben Kufen des rasend gleitenden Schlittens gekrallt während schon an ihrem mitgeschleiften Leib, an ihren Füßen die Schnauzen zerren. Dann krachen die Zähne auch in ihre Finget und der Schlitten fliegt nur mit dem gekrümmten Jörru die Straße weiter in die Dorstadt, in die Stadt, immer zu. Erst aus dem Marktplatz gelingt es einer johlenden Menschenmenge, das irre Pferd zu fangen, den Schlitten zu halten. Jörru stottert das Geschehene. Gendarmen streiften sofort. Knapp vor den ersten Häusern der Vorstadt fanden sie auf bet Landstraße blutige Knochen und Fetzen, einen Kilometer weiter eingeschlagen in die Tücher, die den Biß der Wölfe in vielen Löchern wiesen, unberührt, unversehrt, lebend und lachend, das Kind. I F hammedanern gestattet, bie Hinbus, auch ben Hindus, die Mohammedaner mit Gewalt zu bekehren, der also die Feindschaft zwischen ben beiden Relegionen, die nebeneinander nicht friedlich leben können, zu einem Dauerelemente des indischen Lebens machte. Die Bestrebungen, die eine oder andere Religion zur alleinherrschenden in Indien zu machen, sind aber nie ganz ausgestorben und viele Krawalle und blutige Aufstände sind das Zeichen dieses ewigen Kampfes der Götter gewesen. Jedoch zeigten sich diese Flammcnzeichen am politischen Horizonte immer nur, weim das Land besonders erregt war. oder wenn der Respekt vor der Regierung nachlieft. Ganz Unrecht haben die Engländer also nicht, toeirn sie die letzteren Unruhen auf die Machenschaften der Swara- liften zurückführen oder zum mindesten in ihrer Propaganda gegen die Regierung die eine der Ursachen für die Ereignisse in Kalkutta sehen. Die Aktion Ghandis, der wiederholt eine Versöhnung zwischen Hindu und Moslem zustande $u bringen versuchte, hatte ja eben die nur in Indien verständliche Folge, daß die „reaktionären" Elemente auf beiden Seiten, die Missionsbewegungen wieder in Gang sehen, weil sie befürchteten, daß eine Aussöhnung die Stellung der Religion untergraben würde. Die Sadhi- Bewegung, die unter den Muslim Propaganda treibt, und die Tanzim oder Tabligh-Dewegung, die die Hindus zu Mohammedanern machen möchten, verdanken geradezu den Versöhnungs- Versuchen der Swarajisten ihr Wiederauferstehen — weil eben in Indien die Religion noch wichtiger ist als das Vaterland, und jeder Versuch zur Unterhöhlung der Stellung der Religion von ihr mit blutigem Bekehrungsgegenangriff beantwortet wird. Auch ohne englisches Zutun. Die Unmöglichkeit der Einigung Indiens zu einheitlichem politischen Wollen ist daher zwar die Hauptstütze der englischen Herrschaft, aber die Schlägereien zwischeii Hindu und Muslim, oder gar der Religionskrieg sind es nicht. Denn der entfesselt Kräfte, die keine Macht zu bändigen vermag. Deshalb sind die einsichtigen Engländer hier im Lande auch von den Unruhen keineswegs entzückt. Sie sehen in ihnen nur ein Zeichen, daft man ihre Herrschaft nicht mehr für starr genug hält, um den Religionskampf länger zu verhindern — trotzdem dieser zugleich die Swarajisten zu spalten droht. Studentenschaft bet Deutschen Hochschule für Leibesübungen an die Technische Hochschule Braunschweig und die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Zu Grunde lag der Wunsch, eine in organisatorischer sowohl wie in sportlicher Hinsicht vorbildliche Veranstaltung durchzuführen. Außerdem sollte sie werbenden Charakter haben ftir die Schüler der höheren Lehranstalten. Bei aller Anerkennung der in der Hochschulsportbewegung bisher gemachten Fortschritte muh gerade im Interesse dieser Bewegung gesagt wer- den, daft die Veranstaltung diese an sie gestellten Voraussetzungen nicht erfüllte. Der Besuch war mähig, die Abwicklung ohne den rechten Schwung. Diese Tatsache ist um so mehr verwunderlich, als sich unter den Teilnehmern zahlreiche Kräfte befanden, deren Ramen weit über den Rahmen deS Hochschulsports hinaus bekannt sind. Die Leistungen waren im allgemeinen recht ansprechend, wenn auch der Ausfall des. Fuhballspiels Universität-Berlin gegen Deutsche Hochschule für Leibesübungen enttäuschte. Wo aber waren die weit über 12 000 immatrikulierten Berliner 6tu- Turnen, Sport und Spiel. Leibesübungen im Haufe. Der Kampf ums Dasein braucht starke, gesunde und kampfbereite Naturen. Wer mit schwächlichem oder krankem Körper ins öffentliche Leben hinaustritt, kann nicht bestehen. Leibesübungen haben sich als das geeignete Mittel erwiesen, alle Volksschichten zur Gesundung zu führen. Körperpflege hat jedoch — das ist gleichzeitig erkannt worden nur dann einen wirklichen Wert, wenn sie regelmäßig betrieben wird, und der Nutzen wird wesentlich erhöht, wenn körperliche Betätigung und das Verständnis dafür schon von früher Jugend an auögeübt und eingepflanzt werden Leibesübungen können nicht nur auf dem Spielplatz und in der Halle betrieben werden, obwohl sie dort naturgemäß am vorteilhaftesten zur Auswirkung kommen, sondern oft werben es allerhand Umstände notwendig machen, sie im Hause auszuüben. Das kommt für viele Erwachsene in Betracht, die durch berufliche Tätigkeit daran verhindert sind, sich irgend einem Verein anzuschlieften, oder für die Mütter, denen die Hausarbeit und die Beaufsichtigung kleinerer Kinder nicht die Möglichkeit zum Fernbieiben vorn Hause läßt, und schließlich für diese Kinder selbst, soweit sie noch nicht zur Schule gehen, oder in den allerersten Schuljahren, wo der Turnunterricht eigentlich nur als Spiel durchgeführt wird. Leibesübungen im Hause find demgemäß auch kein Turnen ober Sport im Hause, wie wir es in der Schule kennen, und wie es in der Halle und auf dem Sportplatz betrieben wird, sondern sie sollen für die Kinder nur der Weg sein, sie zu freudigen Anhängern täglicher Körperpflege zu machen, für die Erwachsenen die notwendige Ausgleichsarbeit gegenüber den mannigfachen Schädigungen des tagtäglichen, insbesondere des beruflichen Lebens. Es ist vielen Eltern nicht bekannt, daft ihren Kindern eine unter fachmännischer Aufsicht geübte körperliche Erziehung nottut, und gerade in den wohlhabenderen Kreisen fehlt es vielfach daran. Diesen Kindern wird ja meist jede Arbeit durch das Kindermädchen oder andere Bedienung abgenommen, sie werden verzogen und lernen nicht, ihren Kprper richtig und praktisch zu gebrauchen. Das ist auch erklärlich, wenn man bedenft, dah solche Kinder meist zu „artigen" Menschen erzogen werden, die stets hübsch zu Hause bleiben müssen und nicht aus der Strafte umhertollen dürfen, weil das „ein feiner Junge nicht tut“. So werden sie ungeschickt und bleiben es ihr ganzes Leben lang, wenn sie nicht später aus Eigenem zur Einsicht kommen, was an ihnen durch eine falsche Erziehung gesündigt worden ist. Da viele Eltern ihre Kinder auch nur selten unbekleidet sehen, können sie körperliche Schäden nicht feststellen, um so weniger, als ihnen meist auch die Fähigkeit dazu fehlt. So sind sie dann erstaunt, wenn sie durch den Turnlehrer auf Körperfehler aufmerksam gemacht werden. Deshalb ist es Pflicht der Eltern, wo es irgend möglich ist, ihren Kindern im Hause auch Unterricht in der Körpererziehung zuteil werden zu lassen, gerade so. wie man es für die Nachhilfe in wissenschaftlichen Fächern ja schon vollkommen gewohnt ist. Lind wo dieser Turnunterricht nicht durch einen Lehrer erteilt werden kann, weil vielleicht die Mittel dazu fehlen, dort müssen die Eltern oder älteren Geschwister — und zwar auch zu ihrem eigenen Vorteil — sich dieser Mühe, wenn man das überhaupt so nennen darf, unterziehen. Wie soll denn ein solcher Hnterricht im Hause beschaffen fein? Er muß zunächst Freude an der körperlichen Bewegung schaffen, Freude, die dafür vorhält, das ganze Leben hindurch. Dabei soll jeder seinen Körper kennen lernen, indem er ihn in seinen verschiedenen Bewegungen beobachtet, verbessert und vervolllomm- net. ilnb neben der körperlichen Betätigung sollen gleichzeitig die geistigen Eigenschaften zur Ausbildung kommen. Niemals dürfen Leibesübungen im Hause schematisch betrieben werden, niemals übertrieben. Wichtigster Grundsatz ist Einfachheit. Hebungen, die Herz und Lunge stärken, sind am wichtigsten. Neben der Einfachheit steht der praktische Wert und die Nützlichkeit. Die Frage nach irgendwelchen „Systemen" ist also überflüssig, denn es kann sich nicht jeder mit all diesen körperlichen Erziehungsmethoden beschäftigen und auseinandersehen, und außerdem kommt es nur auf den Inhalt und inneren Wert der Hebungen sowie auf ihre gute Durchführung an. Houbens Sturz. Wie Wolffs Westdeutscher Provinzdienst von unterrichteter Seite erfährt, hat sich die Verletzung Houbens bei seinem Sturz in Breslau am vergangenen Sonntag als schwerer erwiesen, als man anfänglich angenommen hatte. Der ärztliche Befund ergab, daß ein Muskelriß im Oberschenkel vorliegt. Houben, der über schwere Schmerzen klagt, muß bis auf weiteres das Bett hüten. An eine sportliche Betätigung irgendwelcher Art ist unter diesen Hmständen in den nächsten Wochen nicht zu denken. Auch die vorgesehene Beteiligung des Sprinters an den anfangs Juli stattsindenden englischen Meisterschaften dürfte aussichtslos sein. Ein neuer Segelflug-Wellrekord Königsberg. 3. Juni. lWD.) Der heute früh 4.45 Hhr mit einem Passagier auf einer Segelflugmaschine aufgestiegene bekannte Segelflieger Schulz hat mit 9 Stunden 21 Minuten einen neuen Weltrekord aufgestellt und damit den im vergangenen Jahre von Hesselbach aufgestellten Weltrekord um mehr als 4 Stunden geschlagen. Kanalüderguerungsplan eines Kölner Schwimmers. Der bekannte deutsche Strornstreckenmeister Vierkötter (Poseidon-Köln) beabsichtigt, in diesem Sommer den Kanal zu durchschwimmen. Er hat das Training bereits aufgenommen und will jetzt die 79 Kilometer lange Rheinstrecke Andernach Köln durchschwimmen, was er in acht Stunden vollbracht zu haben gedenkt. Süddeutsche Tourenfahrt. Wohl zu den größten tourensportlichen Veranstaltungen kann man die Süddeutsche Touren fahrt in diesem Jahre rechnen, die in der Zeit vom 19. bis zum 27. Juni zur Durchführung gelangt. Sowohl am Beginn der Fahrt, als auch am Ende der Prüfung liegeft zwei der bedeutendsten automobilsportlichen Veranstaltungen- 24-Stundenfahrt des Frankfurter A. C. am 19. ujtb 20. Juni und das Bleich- röder-Rennen für Rennwagen im Forsten- rieber Park bei München am 27. Juni. So versammeln sich denn die besten Fahrer Deutschlands zu dieser ca. 3500 Km. langen Prüfung. Bisher haben 50 Wagen und 15 Motorräder ihre Meldungen abgegeben. Hierunter findet man Mercedes, Benz, Maybach. Opel, Hanomag, Adler, Stehr, Selve, Pluto, N. S. A., Simson Supra, Dürkopp, Oalland, Dugetti, Lancia, Austra» Daimler, F. N. und Renault und bei den Motorrädern die Firmen N. S. H., Güldner, Ernst Mag, F. N., Saturn. Wanderer und Triumph. Erster Drei-Hochschul-Weltkamps in Berlin. Zum erstenmal wurde am Mittwoch in Berlin zwischen mehreren Hochschulen ein Kampf mit zehn Wettbewerben ausgetragen. Die Einladung zu der Veranstaltung erging von der denken, wo die Korporationen, die sonst das Bild der Hochschulveranstaltungen beleben, und wo Dar die straffe Leitung, die über einem solchen Fest walten muß? In allen diesen Punkten muß Aenderung geschaffen werden, ~4oyjn nicht die guten Ansätze gerade des Berliner Hochschulsports ersticken. und ihre wünschenswerte bisherige Werbekraft verlieren sollen. Im Gesamtergebnis siegte die Hnlberfltät Berlin mit 39 Punkten vor der Deutschen Hochschule für Leibesübungen mit 59V8 Punkten und der Technischen Hochschule Braunschweig mit 98 Punkten. as der Sonntag bringt Deutsche Mballmeifterfchast. Die gwischenrunde. Die Kämpfe um die Deutsche Meisterschaft sind bis zur Vorschlußrunde gediehen. Noch vier Mannschaften stehen im Rennen. Arn kommenden Sonntag werden sich auf Grund des Ergebnisses der ersten Zwischenrunde die verbliebenen Teilnehmer in folgender Paarung gegenüberstehen: In Berlin: Hertha-BSC. gegen Hamburger S. V., Schiedsrichter Fuchs (Leipzig). In Düsseldorf: Spielvereinigung Fürth gegen Holstein-Kiel, Schiedsrichter G u y e n z (Essen). Alle vier beteiligten Vereine sind in den Kämpfen um die hohe deutsche Fuftballwürde keine Neulinge mehr. Papierformgemäß kann man dem Berliner Meister, Hertha-BSC., und dem süddeutschen Zweiten, der Spielvereinigung Fürth, die besten Aussichten auf den Meistertttel einräumen. Holstein-Kiel hat in seinem Kampfe gegen den Berliner Zweiten, Norden-Nordwest, enttäuscht. Auch ihr Gegner der Vorrunde, der Stettiner Sport-Club, war kein Kraftmesser für den norddeutschen Meister, so daß man den schlacht- erprobten Fürthern, die technifch und taktisch in guter Form sind, eine bessere Chance einräumen muß als den Norddeutschen. Aehnlich steht es im zweiten Kampfe, wo der Hamburger Sportverein auf fremdem Platze gegen Hertha°DSC. antritt, die mit ihrem hohen 8:2= Ergebnis die Sensation der ersten Zwischenrunde waren. Sin solchen Ergebnis bedeutet Klassenunterschied und tatsächlich war auch ein beträchtliches Plus für die Berliner vorhanden. Der Hamburger Sportverein hat eine mehr auf Kraft und Energie eingestellte Kampfmannschaft, die zu halten für den Berliner Meister, der eine durchweg gut besetzte Mannschaft sein eigen nennt, durchaus im Bereiche des Möglichen liegen dürfte. Von den vier in der Konkurrenz verbliebenen Vereinen waren drei bereits früher im Besitze des deutschen Meistertitels, Holstein 1912, Spielvereinigung Fürth 1914 und der Hamburger Sportverein 1923. Daneben haben alle vier Vereine schon des öfteren in ben Kämpfen um die Meisterschaft gestanden: Holstein 1910 und 1911, Fürth 1920 und 1923, Hamburger Sportverein 1922, 1924 und 1925 und Hertha-BSC. 1906 und 1925. Das Schlußspiel findet am 13. Juni, voraussichtlich in Köln ober Leipzig statt. Mit diesem Sage geht bann die Fußballspielzeit 1925,26 offiziell zu Ende. Das volkstümliche Turnen im Gau Hessen (D. T.) = Nachdem im Winter der Turnbetrieb mehr auf die Hallen angewiesen war, kommen seit Wochen Turnplatz und grüner Rasen mehr zu ihrem Recht. UebernU wird in den Vereinen nun auch das volkstümliche Turnen, die Hebungen des Laufs, Wurfs und Sprungs eifrig gepflegt. Innerhalb der Bezirke werden die Volksturner die ersten Proben ihres Könnens ablegen. Für die Bezirksturnfeste, die an den nächsten Sonntagen stattfinden, sind diesmal Kugelstoßen, Weithochsprung, Laufen, Weitsprung als Wettkampfübungen vorgeschrieben, wozu noch eine Freiübung kommt. Der 1. Bezirk eröffnet am Sonntag den Reigen der Bezirksftirnen. Er hat seine Turner nach Marbach bei Marburg zu den Wettkämpfen eingeladen. Die ausgesprochenen Leichtathleten des Gaues werden sich am Sonntag zum Teil an den volkstümlichen Wettkämpfen in Offenbach a. M. beteiligen. Hand- und FuflbaN-Meisterschaft der D. T. Die Schlußspiele in Alm. In der Donaustadt Hirn gehen am Sonntag die Endspiele um die Hand- und Fußball-Meisterschaft der Deutschen Turner schäft vvnstatten, in denen die Meister in beiden Spielarten unter nahezu 8000 Mannschaften mit rund 100 000 Spielern und Spielerinnen ermittelt werden. — Im Handball der Turnerinnen bestreiten das Endspiel Eintracht- Frankfurt — Hamburger Turnerschaft Darmbeck- Hhlenhorst, zwei Mannschaften, denen man schon zu Beginn der Meisterschaftsspiele grolle Siegesausfichten zusprach. Bei den Cinkrachtlerinnen ist man es schon gewohnt, sie im Endspiel zu finden. Seit 1922, in welchem Jahr sie erstmalig westdeutscher Meister wurden, stehen sie in der Entscheidung, aber nur 1923 war es ihnen vergönnt, als Meister heimzukehren. In den übrigen Jahren unterlagen sie stets gegen den Berliner Meister Turngenossenschast, der diesmal in Darmbeck-Hhlenhorst den Bezwinger fand. Ihr unermüdlicher und durchschlagskräftiger Innen- sturm wird auch der Eintracht gegenüber recht gefährlich sein. Im Männerhandball stehen sich Polizei-Rastatt und T.SD. Spandau 1860 gegenüber. Der Sieg der Rastatter Schupo in den Vor- und Zwischenrundenspielen kam ziemlich unerwartet, mußte sie doch selbst den vorjährigen Titelinhaber Turngesellschaft Stuttgart auf dem Wege zum Endspiel aus dem Wettbewerb werfen. Ihr Gegner, der Berliner Meister, T. S. V. Fahrt über die Zuidersee. Von Franz Friedrich Oberhäuser. Hübsche Frauen haben es ihr besonders angetan. Sie ist schlau genug, sich zuerst ganz ruhig und gesittet zu benehmen, aber ist man auf der halben Fahrt, fängt sie plötzlich an, Späße zu machen, wirft Wogen auf, schlägt Schaumkronen und hebt das Schifflein ungestüm wie ein boshafter Knabe, der sich einmal mit Neckereien ganz gehörig unterhalten will. Der Steuermann des Dampfers sagt mir lachend, daß die Zuidersee schlimmer als das Mcer sein kann, was die Seekrankheit betrifft. Hnd schon sehe ich Batisttüchlein holder Damen, eine bebrillte Engländerin hat ein praktisches halbes Leintuch eingesteckt, und es stellt sich plötzlich heraus, daß die Frauen einen heftigen Drang nach den Salons und Kajüten verspüren, die unter dem Deck sich befinden. Das Lächeln der Herren hält auch nicht lange stand, und sie de- fommen, gelinde gesagt, eine zahme Panik in den Deinen. Nun ist das Deck fast leer. Die Wogen heben den Kiel, ein breites Schaumbaird schlingt sich durch die See. Ein paar Stewards fommen mit Whisky und Wermut und Sherry, der Kapitän meint, es wird nicht lange dauern. Hnd nach einer einsamen Viertelstunde ist das Spiel der bösen Laune vorbei, und schüchtern, verschämt und bann, als wäre nichts geschehen, erscheint eine Dame nach der anderen. Hin die zarten Lippen zuckt es manchmal, und die Augen' glänzen, als wären sie ein wenig gewaschen worden. Indessen nähern wir uns bereits den Dämmen. In der Ferne erwachen zarte Linien. Man sieht nur Maste, Wimpel und Kutter. Kein Haus, kein. Dorf, keine Wiese. Der Himmel spannt sich noch nachmittäglich hell und freundlich über die Zuidersee: es ist Zeit genug, den Kaffee auf dem Dampferchen einzuneymen. Dann kommt man dem kleinen zierlichen Hafen immer näher. Draußen in der See treiben sich einige Boote herum, alte Segler, die auf den Anchovisfang ausgingen: eine Beschäftigung, von der man hier in Dolen= dam lebt und mit der man viel Geld verdient. Auf den tabakbraunen Segeln liest man 03® 233; wir nähern uns Volendam. Wir sind scheinbar in einer anderen Welt. Auf einem Damm taucht plötzlich die Gestalt eines alten Volendamer Fischers auf: er steckt die Pfeife in den Mund, dreht sich um, winkt, und eine Schar Männer kommt über Stege gelaufen, den einfahrenden Dampfer zu vertäuen. Hnd nun siebt man erst, im Hafen angelangt, daß sich jenseits der Dämme das Land, viel tiefer als die See, der Wasserspiegel, ausbreitet, daß Dörfer haft eßen und Häuser und Weiden. Hnd die Mädchen kommen, die „Europäer" zu empfangen. Kinder rennen in Scharen aus den Häusern. Sie schwärmen wie Bienen aus. 3m nächsten Augenblick fügt sich ein Bild zusammen, über dessen Buntheit man alles andere ver- g*ißt. Cs prangen geranienrote Blusen, mit weiften Mitten gemustert, himmelblaue Röcke, weifte Blusen und weiße Hauben, und bis zum kleinen Baby, das eben erst die Füße wankend auf der Mutter Erde zu halten versucht, schimmert alles in freudiger Buntheit. Jndefsen die schweigsamen Fischerleute, die Männer, den Fahrgästen hilfreich an die Hand gehen, um sie über eine Menge anderer Boote hinweg ans Land zu befördern, da der Dampfer in den von allen Fischerbooten vollen Hafen nicht einfahren konnte. Die kleinen Kinder, Buben und Mädchen gleich gekleidet, machen in ihren buntblumigen Bauernblusen, den dunklen langen Reifröckchen und den gelben Hvlzschuhen sehr ernste und forschende Gesichter. Die größeren Jungens stecken in dunkler Wollbluse, breiten, ballon- artigen Beinkleidern. Heber schwankende Stege kommt man in die reinlich gebauten Häuser. Aus Ziegelpfeilern ruhend, mit Dachziegeln gedeckt, mit blinkweiften Fensterrahmen, schimmert das Innere einer Wohnstube entgegen. Was gibt es da für wundersame Töpfe, Delfter ober Goudateller, Krüge und alte, uralte weihe tönerne Pfeifen. In den Küchen funkelt das Geschirr, und die alte Hausmutter sieht unwillkürlich auf die Füße der Eintretenden, die sich die Schuhe nicht ausgezogen haben, um in den Hausklompen über den reingewaschenen, mit Sand ausgestreuten Zimmerboden zu gehen. Alte, mit Stroh sitzen versehene Lehnsessel haben seltsam geschwungene Handlehnen und Rückenlehnen, die Tische sind einfach, massiv und hart. Die Dett- kojen, eingelassen in die Wände, wie ein großer Seoffnetcr Reifekofser. duften nach frischer Wäsche. Leber den blendend weiften, schwach gemusterten Vorhang streift die Sonne. Das find wunderbare Interieurs, so reizvoll, so bunt und doch von einer gewissen Regel beherrscht, Interieurs, die mich seltsam, fremd und nachdenklich anmuten. Mit zähem Willen halten diese Inselbewohner in den Marken an ihren Sitten und Gewohnheiten fest. Kennen keine Mode und keine andere Kleidung als die ihre, niemals wechselnde und doch so mannigfaltige, Mädchen. Junggesellen. Jungfrauen, Dräute und Frauen, alle sind anders angezogen. Als Kinder unterscheidet man den Jungen vom Mädchen durch verschiedenartiges Aufnähen einer kreisrunden Stickerei auf die weiße Haube. Beim Jungen ist sie dunkel, beim Mädchen hell, rot. "Welch ein Abenteuer, dünkt cs mrch, muß es fein, wenn die Männer die Fischerboote besteigen und die ganze Flotte in die freie graue Ferne segelt. Dann bleiben die Frauen allein, und nur alte Männer sitzen tagelang auf einem Damm, einem Molo oder Dünensandhügel und sehen in die See hinaus. Weiche Lieder rauschen da. und die Melodie der See, begleitet vom Gesang des Windes, streicht über diese Dörfer. Ober wie seltsam ist es, wenn man über sich ein Schift dahinziehen sieht, halb aufragend oder nur die Masten zeigend. Indessen man sich viel tiefer befindet. Ich habe muß an das Land gewendet. Nach Monikendam und Edam. Habe in einer kleinen Seewirtschaft mit dunklen, rauchgebeizten Gaststuben ein einfaches Nachtessen genommen: die Fische, die hier an der Tagesordnung sind. Dis ich einen Seefisch gefunden habe, der, stahlblau gekocht, nebst einer gelben, wirklich echten Butter- sauce auf den Tisch kam In den kleinen Dorf' gäftchen hockten die Fischer an den Mauern der alten aus Backstein erbauten kleinen Häuser aus dem siebzehnten Jahrhundert. Die Mädchen und Jungfräulein gingen Arm in Arm spazieren, und kein Puderstäubchen wehte mich hier an. Die vollen Milchgefichter lachten den jungen Fischern zu. die blonden Locken flogen, und die Klvmpen schlugen den Takt zum flotten Gange. Am Dorfende konnte meine übermütige Freundin Jetta der Versuchung nicht widerstehen, einmal in Klompen spazieren zu gehen. Ich war ihr behilflich, die vom einer Fischerin lachend uns übergebenen zweipfündigen Schuhe an Jettchens zarte Füßchen zu bringen. Worauf mir Jetta, das erstemal leicht errötend, in die Arme siel. Sie konnte nämlich keinen Schritt gehen. Sie war klug genug, ihre Würde vor der Fischerin zu wahren und die Klompen wieder auszuziehen. Ich kaufte ihr ein Paar sehr hübsche Souvenirs an Volendam und Monikendam und lud sie ein, von dem zarten, feinen Edamer-Käs z»u essen, der hier auf "Märkten, zu großen Bergen geschichtet, wie im Mittelalter die Kanonenkugeln, ben Markt durch seine rote Farbe belebte. Von der alten Spieluhr des Rathauses schlug es Spätabend. Hnd wir nahmen den nächsten Dampfer, der uns wieder zurück nach Amsterdam brachte. Die Zuidersee war ohne Launen. Der Himmel wunderbar mild. Immer ferner wandert« öer kleine, wundersame, schöne Hasen, zierlich wie auf Bütten mit Pinsel gezeichnet. Der Abend loderte, und als sich der Oltonb ein wenig blaß in den dunklen Wend schwang, funkelte vor uns schon der Lichtgarten Amsterdams auf. Jetta sah verträumt in die verworrene, funkelnde, blinkende Dämmerung. Hnb der Steuermann lieft die Sirene heulen, damit die Schleusen geöffnet würden und wir durch das kleine Dossin, mitten in die Stadl hineinsahrend, im Hasen landen konnten. öpa"^§ie Sk>a"^- pt «oo Heisters Sie 20 ' junge S..Ä S Den im ^rddeutsche iabüSe "L Ml hä 8'",P3s#nI '*• ' -Dom Sii-w- W-M*1 * Del'kncg 9 ZW srZSj Teilnehmermoen.^ kommen miM (| v-rsammeln IW ®u 5 alle Sreunö« 5r*g. umfleme Slauberg an öer S Wäldchen »injn« in dem Wäldchen Mchmillag um 2 1 M 0*-m em dach die Haupts!« Wäldchen bewegt 1 finden Wassenubunc Preisverteilung. T (,) kommenden Mannschaft nad 5.6.05, um noch sperre bestehende 1 ßfen Das Dorlpn Dom D.f.Z. mit < erste Spiel des neu Es ist zum mindcf Spiel gewinnt, da aufstellung erfahren Spiel erst sagen k Plisch soll den ? nehmen, der durch verwaist ist. Für H in letzter Zeit stetij der sich schon einm wahrte, ausgestelli. Wochen dienstlich Di Platz zwischen iei nehmen: dagegen ist Hardt noch in ür in guter Form befi Die Zweite h D.s.A. Butzbach Mit der Liga' Wetzlar, um der lige Aückfpiel zu li sie hoch mit 7:1. in dieser Höhe, du: sicher sein. Die 3a-man gegen dessen Erste < Resultat 0:0. Die beiden Iuc «n ebenfalls nach Lugend des F.C. ; . Für die 1. 6 Wt Lollar ein 8vü von dort zum Leidi gjogt wurde.___ Der dr üriminalromc 3- Fortsetzung. awud) bedeutet?"" Oeis H ?ier? =Äiä ü“? ifl 6o ‘■Sä'! .iVt 'J* UNMnnl: tagt. " ““He Sun» Seilen (®, j.j £n lurnb.hieb n, inSJ1' °Lmmen leit®Ddf ; n r,einen nun auch Los voll; ' Hebungen der Lousi, ®Ur*i sepslegt. 3nnerf)aib btt ?( 0 5 ujntr die ersten fyolr 9en- our die BejirlstunM sonntagen [talljinben, sind bi» Wochsprung, Lausen, ®<; Phibungen vorgeschrieben, m S kommt. Der 1. Bezirk»' den Reigen der Bezirkrturr.a er nach Marbach bei Ur ämpsen eingeladen. enen Leichtathleten der ®au> 'nntag zum leit an den v°IH i|en in Offenbad) a. Mdt ?S bfcyagt^- »^llte. liegest Sohne beni^MT SE W übet bX < bfr $ bekannt Hnh ?ohmen bn seinen Leiste, E be» Fubkxiiü^-che?.' n, ®eut| ^kchle. g^chule sh PoHonen x:. .^[linet t* ng, die übe r L Unb d JJ utzball-Meisterschch »er D. T. tlußspirle in Ulm. [tobt Ulm gehen am Sonntq im bie Hand- und Fuh haft der Veutscher m[iatten, in benen bie Weifte. i unter nahezu 8000 Manm 100 OCO Spielern und Ävü eben. - Im tzandM dr iten ba8 MW Trntrch nger TurnerMst Darmbed llamschaften, denen man ’ir ;rsterschÄissPiele grtfjc W b. Der den Eintrachtlermrr gewohnt, sie im Endlvikt i in welchem Jahr sie erltiw ster wurden, stehen sie in « t nur 1923 war ei ihnen w r heimzukehren. 3n ben ubnj n sie stete gegen den Berte wsscnschast, der diesmal t ,rft den Bezwinger fand. J ) durchschlagskräftiger 2m« der Eintracht gegenubei n: ;m Männerhandball ,d T S.B. Spandau l8K0 g^ Kr Matter Wo in de ^erlmr^Rerster^^^ * uftS*? er gelbem - deinen sich kam. 3n oen ^ou5 die *r(fn £n^r *%?»**? rter lachten den zum slonen bin get k STäBU«. «rt.< nicht ^ru^r chr b?. in zu gehen. uns & 5*“ Ä * »fi? ng.7?ndie2nneZ^ iSÄSjfe e Durde ^eder auE. ndf Äe-s" Ä'Ä rg’AsJ 'ÄSgtS SsSSr»- Spandau '660, totrb es daher keineswegs leicht haben. Die Spandauer konnten bereits 1921 und 1922 den deutschen Meistertitel erringen. Zur Zeit befinden sie sich in so guter Verfassung, daß sie mit mindesten- den gleichen Aussichten wie Rastatt in den Kampf gehen. Die Meisterschaftskämpfe der D. T. im Fuß- hall sind noch jüngeren Datums, doch mehr als 1500 Mannschaften sind bereit- an den Pflichtspielen beteiligt. Da- diesjährige Endspiel sieht M.T B. Fürth—Hamburg-Rothenburgsorter T.V. im Kampf Den Süddeutschen dürste der diesjährige norddeutsche Meister Rothenburgsorter 2.03. grvhen Widerstand entgegensetzen. Dafür Verden schon Rothenburg- Mittelstürmer- und Mittelläufer sorgen, die sich zudem auf die Hintermannschaft verlassen können Hin spannender Qterlauf wird wie in den ' Bor- und Zwischenrundenfpielen erst recht von .J-en Endspielen erwartet werden können Vom Südwesldeutschen Turn- verband. Jugendtreffen im Offenheimer Wäldchen. Am 6. Juni d 3. findet im Offenheimer Wäldchen, angcfichts des Ehrenmales der im Weltkrieg gefallenen Turner des GaueS Wetterau. das erste Jugendtreffen des Süd- Vestdeutschen Turnverbandes statt. 03on den 130 Vereine. die dem Qkrbanbe angehören. Verden etwa 500 jugendliche Turner und Turnerinnen erwartet. Olm Samstag nachmittag Empfang der auswärtigen Turner und Turnerinnen. Die Turnvereine von Friedberg-Fauerbach. Dorheim. Dauernheim, Ossenheim, Altenheim und Rieder • Florstadt geben den Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die schon am Samstag an- kommen müssen, Quartiere. Am Sonntagmorgen versammeln sich alle Turner und Turnerinnen nnd alle Freunde der Turnerei am Bahnhof Friedberg, um gemeinsam, mit dem Posaunenchor Klauberg an der Spitze, nach dem Osscnheiiner Wäldchen zu marschieren. Sofort nach Ankunft in dem Wäldchen beginnt das Welturnen. 2£m Rachmittag um 2 Uhr wird am Westausgana von Ossenhc.m ein Festzug aufgestellt, der sich durch die Hauptstraße des Ortes nach dem Wäldchen bewegt. Aach Ankunft des Festzuges finden Massenubungen statt. Um 5 Tlhr ist Preisverteilung. V. s. B. (-) Kommenden Sonntag fährt die Liga- Mannschaft nach Wetzlar zum dortigen F. E. 0 5, um noch vor der großen Fußball- sperre bestehende Rückspielverpflichtungen einzu- lösen. Das Borspiel wurde auf hiesigem Platze vom 03. f. 03. mit 4:0 gewonnen. Es war da- erste Spiel des neugebackenen Lahnkreismeisters. Es «st zum mindesten fraglich, ob D. s. B. das Spiel gewinnt, da die Mannschaft eine Olcu- aufftcllung erfahren hat, von der man nach dem Spiel erst sagen kann, ob sie die richtige ist. P i 1 s ch soll den Posten des Mittelläufers einnehmen. der durch die Disqualifikation K r e ß I. verwaist ist. Für H a u s r a t h, dessen Leistungen in letzter Zeit stetig zurückgingen. ist Köhler, 6er sich schon einmal als Läufer sehr gut 6c- trährte. aufgestellt. Böckler, der seit einigen Wochen dienstlich verhindert war. wird seinen Platz -wischen den Pfosten wieder ein- nehmen; dagegen ist der alte Kämpe Bick- Hardt noch in Urlaub und wird durch den in guter Form befindlichen Post erseht. Die Zweite hat sich die 2. Mannschaft des 2.1R Butzbach hierherverpflichtet. Mit der Liga führt auch die Dritte nach Wetzlar, um der gleichen des F. E. das fällige Rückspiel zu liefern. Das Borspiel gewann sie hoch mit 7:1. Der Sieg, wenn auch nicht in dieser Höhe, dürste ihr auch diesmal wieder sicher sein. Die 3a - M a n n s ch a s t tritt in Lollar gegen dessen Erste an. Hier lautete das vorige Resultat 0 0. Die beiden Iugendmannschaften fahren ebenfalls nach Wetzlar, um Gegner der Ougend deS F. C. zu fein. Für die 1. Schülermannschaft war mit Lollar ein Spiel abgeschlossen worden, davon dort zum Leidwesen der Kleinen aber abgesagt wurde. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. £ Aach Beendigung der Dorrunde der 03er- bandSsprele treten für die Sommermonate die Dc- sellschastSsptele in ihre Rechte. Okur in der zweiten Klasse surd, durch Rachmeldungen veranlaßt, noch einige Punktspiele auSzutragen. 3n Gießen treffen sich am Sonntag die ersten Ollannschaften Gießens und W i e s e ck S zu einem Freundschaftsspiel. Beide Mannschaften bieten alle BorauSsctzungen für ein einwandfreie- und gutes Spiel. Lollar und Marburg lassen ihre ersten Mannschaften auf dem neuer bauten Lollarer Sportplatz antreten, beide Mannschaften werden sich wohl ein ausgeglichenes Spiel bieten. Gießen schickt zwei Mannschaften -um Kampf um die Punkte auf den grünen Rasen. Am Samstagabend spielt die -weite Wannschast gegen die zweite Wetzlars leine Reugründung!), und am Sonntag trifft die 2a-OHann- schäft mit der -weiten WieseckS auf dem Wiesecker Sportplatz zusammen. Heuchelheim läßt nur seine Jugend in einem Gesellschaftsspiel gegen die Jugend Alten- Bus eck S spielen, woselbst sich ebenfalls der Fußball einzubürgern beginnt. 3m Reiche. Rasensport: do. 3m Fußball nehmen die beiden Dor- schlußsoiele um die D. F. B.-Meisterschaft in Berlin und Düsseldorf das weitaus größte Interesse in Anspruch. Daneben gibt es Gesellschastsspielc, u. a. l.F.C. Nürnberg—Tennis-Borussia Berlin. Dienna (Wien) weilt in Berlin. Repräsentativspiel Mittel- schlesien—Oberschlesien in Beuchen. Ajax (Holland) spielt in Süddeutschland. Westfälisches FußbaU- turnier unter Beteiligung norddeutscher und süddeutscher Mannschasten in Drensteinfurt. Fußball- Länderspiel Tschechoslowakei — Ungarn in Budapest. Tschechoslowakei — Polen in Warschau. Die Fuß- und Handball-Mei st er- schaften der Deutschen Turnerschaft werden in den Endspielen in Ulm entschieden. Die Deutsche Hochschul-Meisterschaft in Handball wird zwischen T. H. Karlsruhe und Universität Breslau in 5)alle ausgetragen. Hand- ball-Repräsentativspiele. Tennis-Turniere in Berlin, Dresden, Erfurt, Darmstadt, Köln, Kiel. Leichtathletik und Turnen: Die internationalen Leichtathletik-Wettkämpfe des S. E. Charloitcnburg werden zum erstenmal franzÖsisci)e Leichtathleten in Deutschland am Start sehen. Bezirksmeisterschaften im Reich. Nationale Veranstaltungen in Danzig (Schupo), Merseburg, Einweihung der Dortmunder Kampfbahn. Internationales Laufen und Gehen „Rund um Erfurt". Zugensportfest in Berlin. Reichsoffene Turner • Wettkämpfe finden in Speyer statt. Schwimmen: Der kommende Sonntag bringt im Schwimmsport nicht weniger als vier oerbandsoffene Schwimmseste, von denen Stern Leipzig die Haupt- entscheidung bringen wird. 3n Westdeutschland versammeln sich die Besten beim Poseidon Köln. Aus Anlaß seines Zubiläums bringt der Dresdner Po- seidon eine ausgezeichnete Besetzung seiner Wettkämpfe, die besonders bei den Damen bedeutende Entscheidungen bringen werden. In Magdeburg versammelt sich der Nachwuchs beim Berbands- offenen des S. C. Poseidon. 3n München-Gladbach findet man sich zur Eröffnung des neuen Schwimm- stadions zusammen. Alsdann ist noch das verbands- offene Wettschwimmen des Offenbacher S. B. 96 gemeldet. TBafferfporf: Ruderregatten finden in Berlin, Rüffels- heim, Worms. Trier, Emden, Magdeburg und Dresden-Kötschenbroda statt. Kanu-Veranstaltungen sind: Früh- jahrsregatta des Berliner K. R. V., Kreisregatten in Mannheim. Hannover und Görlitz. Kanu-Segelregatten in Leipzig, auf dem Rhein Köln-Düsseldorf; Sächsische Schweiz-Regatta. Radsport: Bahnrennen finden statt in Aachen. Berlin, Breslau, Dresden. Ein Länderkamps Holland- Deutschland gebt in Köln vor sich. Frankreich bringt bie Stehermeisterschast über 100 Km. und die Fliegcrmelsterschast über 1 Km. zum Austrag. Zn Magdeburg wird die Preußen-Meisterschaft der Steher entschieden. Weitere Bahnrennen sind vor- gesehen in Bochum. Bonn, Mor», M.-Gladbach, Nürnberg und Kassel. An Radfernfahrten sind zu nennen: Großer Opel-Preis der Lausitz (D. R. U.), Großer Straßenpreis von Mannheim. Berlin — Angermünde—Berlin, Rund um bie~ Altmark, der Diamantpreis von Braunschweig, Forst—Kohlo— Briesnigk—Forst, der Große Straßenpreis Kem- Sen—Cleve, der Große Westfalenpreis, Berlin— relchow—Berlin, Paris—Brüsiel. 3n Mailand geht die Fernfahrt Rund um Italien ihrem Ende entgegen. Motorsport: In Westfalen kommt das Hohenfyburg-Rennen zur Entscheidung. Weiter sind vorgesehen: das Lückendorser Bergrennen bei Zittau, die Schlußetappe der Norddeutschen Zuverlässigkeitssahrt zum Ziel in Hannover, die Bergprüfung Bockau—Jäger Haus bei Zwickau, eine Bergprüsungsfahrt bei Weimar. 24.Stunden-Mannschafts.Motorradrennen in Köln, Bahnrennen in Pfarrkirchen, das Fanö- rennen in Dänemark. Motorrad-Zuverlässigkeits, fahrt Wernigerode (Harz)—Warn.'münde und eine holländische Zuverlässigkeitssahrt durch Westdeutsch- land um den Dumonceau-Pokal. Oberhessen. Landkreis Gießen. f. Klein-Linden. 3. 3unt Unser Ort leidet infolge des lebhaften Durchgangsverkehrs von Autos aller Art an großer Staub- plage. 3m Sommer ist es für die Anlieger der befahrenen Straßen unmöglich, auch nur ein Fenster zu öffnen, ohne Gefahr zu laufen, daß in den Häusern alles verstaubt wird. Selbst bei verschlossenen Fenstern macht sich die Plage bemerkbar. Am diesem Aebelstand nun abzuyelsen. plant die Kreisstraßenbauverwaltung, die durch den Ort führenden Kreisstraßen mit einer Teer- slüssialeit zu tränten, welche Maßnahme die Staubentwicklung verhindern soll. Zur Auspro- bicrung ist bis letzt ein kleines Straßenstück mit diesem Aufguß versehen. Die Straßendecke wird dadurch wohl gebunden, aber die Flüssigkeit selbst bildet auch eine stete Gefahr für die Fußgänger und Radfahrer und deren Kleider, besonders dann, wenn wochenlang infolge Regens die Teerpsützcn in den Löchern auf den Straßen und Rinnsteinen stehen, wie in der Frankfurter Straße bei den Genossenschaftshäusern. Erwünscht wäre also eine vorherige Auffüllung der Stratzen- löcher, damit die Pfützen verhütet werden. Die Gemeinde soll zu den Kosten mitbeitragen; ein diesbezüglicher Antrag steht in der heutigen Gemeinderatssihung mit auf der Tagesordnung. * Langgöns, 4. Juni. Am 5., 6. und 7.Juni hält der Gesangverein Germania, der unter der Leitung des Musiklehrers Leib (Gießen) sieht, sein 3 5. Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe und Gesangswettstreit, ab. Das Musikchor des 1. Btls. Inf.-Regts. 15 zu Gießen ist zur Mitwirkung gewonnen. An dem Wettsingen werden ungefähr 800 Sänger teil- nehmen. r. Grüningen, 2. 3uni. Am Sonntag feierte der Gesangverein „Eintracht" (Leiter Lehrer Marsteller. Watzendorn- <5teinberg) ein mit Fahnenweihe verbundenes ©ängerfeft. Zahlreiche Gesangvereine aus der näheren und weiteren Umgebung hatten sich hierzu eingefunden. Rach einem stattlichen Festzuge durch die sestlich geschmückten Straßen fand eine schöne Feier auf dem Festplatze statt. Der Gesangverein ..Eintracht" begrüßte die Festversammlung mit einem Liede. Rach einer kurzen Begrüßungsansprache durch den Bereinsvorsihenden Adam Buß hielt ein geborener ©rüninger, Lehrer Fay. Göbelnrod, eine schwungvolle, mit großem Beifall aufgenommene Scftrebe. Mit einem finnigen, ausdrucksvoll vor- getragenem Gedichte überreichte bann Frl. Maria Bender dem Fahnenträger die schöne Fahne. Bon den Frauen und Jungfrauen des Ortes wurde dem O3e reine eine kunstvoll gestickte Fabnenschleife überreicht. 03erschönt wurde die eindrucksvolle Feier durch gut vorgetragene Lieder der eingeladenen Bcreine, die dabei bewiesen. daß ihr gesangliches Können auf hoher Stufe steht. £ Wieseck. 4. Juni. Wie schon gestern kurz gemeldet, kam es auch in der letzten Sitzung des Gemeinderats nicht zu der angelegten Beratung desBoranschlags für 1 926. 3n einem früheren Bericht hatten wir den Sachverhalt in dieser Angelegenheit bereits bargelegt sodaß es sich erübrigt, hieraus nochmaleinzugehen 3n der Aussprache über diesen Punkt wurde zunächst betont, daß der Gemeinderat die angeführten Gründe über bie Richtausführung des fraglichen GemeinderatSbeschlusseS nicht anerkennen könne. Einmal sei bie Bekanntmachung, wonach sich diejenigen, die bie Sondersteuer er- lassen haben wollen, auf her Bürgermeisterei melden sollen, am gleichen Tage erfolgt, an dem den Gemeinderatsmitgliedern da- Schreien des Bürgermeisters zugestellt wurde, in dem er bie Richtausführung des Beschlusses mitteilte. Bon dem Tage des Beschlusses dis dahin habe eine Frist von mehr als einer Woche gelegen, es sei also der angegebene Grund der Arbeitsüberhäufung noch nicht vorhanden gewesen. Bezüglich des zweiten Punktes wurde festgestellt, daß für den Volksentscheid die bereits vorhandenen Wählerlisten Verwendung finden, also auch diese Entschuldigung nicht mehr stichhaltig sei. Weiter wurde betont, daß es ein Ding der Unmöglichkeit ist. rechtmäßige Beschlüsse einfach auszusetzen, hierzu könne eine öffentliche Körperschaft schon allein auS Prestigegründen niemals ihre Zustimmung geben. Der Beschluß des Demeinderats sei nicht aus Mißtrauen gegen den Bürgermeister . zustandegekommen, sondern weil es der Gemeinde- rat mit der Beratung beS Voranschlag- ernst nehmen wolle; cS sei dies nicht eine bloße Formsache. Zur Durchführung dieses Vorhaben- sei notwendig daß der Voranschlag den Gemeinbe- ratSmitgllebern in der gewünschten Form zu- gängig gemacht werde. Der Antrag, die 05era- tung des Voranschlags abermals auSzusetzen und dem Bürgermeister aufzugeben, für bie Vervielfältigung und Verteilung an die einzelnen De- meinberatSmitglieber besorgt zu fein, sank) abermals die Zustimmung sämtlicher Gemeinderat-- mitglieber. Rur der Beigeordnete sttmmte dagegen, da er in der Stellungnahme deS Gemeinderats ein Mißtrauen gegen den Bürgermeister er- - blickte. Da nun der Bürgermeister erklärte, den ' Beschluß auch jetzt nicht ausführen zu wollen, ist vorläufig keine Möglichkeit abzusehen, bah . die Gemeinde in nächster Zeit zu einem georb- i neten Haushaltsplan kommt. — Zum nächsten Punkt, Kreditgenehmigungen, erteilte der Gemeinderat seine Zustimmung, da es sich um längst beschlossene Ausgaben und Olottoenbig- feiten handelt. - Bezüglich der Vergebung ' einiger freier und demnächst frei- werdender Wohnungen soN die Wohnungskommission innerhalb 8 Tagen dem Gemeinderat entsprechende Vorschläge machen. — Rach einer schriftlichen Mitteilung der Erwerbslosen an den Gemeinderat gibt es bei der Durchführung des letzten GemeinderatSbe- schlusses, wonach an die besonders bedürftigen Erwerbslosen Sonderzuwendungen in Höhe eines Wochenunterftühungsfahes gewährt werden sollen, Schwierigkeiten. Zu deren Behebung soll die Armenkommiifion, Oer die Prüfung der Bedürftigkeit zugewiesen war, durch zwei von den Erwerbslosen beftimmte Erwerbslose verstärkt werden, um auf diese Weise eventuell bot- kommende Tlngerechtigkeiten zu vermeiden. ' Großen-Buseck. 4. 3uni. Das Fest der Goldenen Hochzeit begehen morgen Wilhelm Wagner und Frau Margarete, geb. Münch. Alte Buseckerweg wohnhaft, bei guter Gesundheit. : Climbach. 3. Juni. Während in den Tälern das Obst durch den Frost am Anfang des vorigen Monats stark gelitten hat, hat der Frost in unserer etwa 300 Meter hoch gelegenen Gemarkung fast nicht geschadet. Die Rußbäume, die in den tieferen Lagen ihr gesamtes Laub dem Frost hatten opfern müssen, stehen bei uns in fettem Grün und haben bereits gut angesetzt. Die Dirnenernte, namentlich bie von geringeren Sorten, verspricht recht gut zu werden. Auch die Kirschbäume, in unserer Gemarkung sind allerdings nur wenige vorhanden, zeigen gesunden Behang. Die Aepfel haben durch die Larve des Frostspanners in der Blüte bereits stark gelitten, geben aber immer noch eine ganz gute OHittel- ernte. Stachelbeeren und Johannisbeeren hängen ebenfalls recht voll. Sehr gering dagegen wird die Zwetschenerni? Die Bäume zeigen nur ganz i vereinzelt häng: Früchte. — Eine direkt ideale Ristgelege.^. i bietet unseren gefieberten Sängern bie gut gepflegte, etwa 1,50 Meter breite und gerabe so hohe Fichtenhecke, die unseren Friedhof umgibt. Diese ist so bicht, daß ein menschliches Auge nicht hineinbringen Der dritte Schutz. Kriminalroman von Ole Stefans. 3. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ja, Brentheim — willst du nicht vielleicht doch rod) die Güte haben, mir zu erklären, was das eigentlich bedeutet?" „Das Loch hier? — Nichts mehr und nichts weniger, als daß in diesem Stamm vor aar nicht langer Zeit noch eine Revolverkugel gesessen hat. lind daß sich heute noch jemand die Mühe gemacht Raben muß, sie herauszuschneiden." ..Wer hat die Kugel abgeschossen?" fragte Kramer zespannt. Wahrscheinlich derselbe, der sie herausgeholt Hat!" Und warum hat er sie herausgeholt?" Was weiß ich? Wayrichelnlich, um niemanden einen Rückschluß von der Kugel auf die Waffe und iamit gegebenenfalls auf ihren Besitzer machen zu lassen." „Und wer ist das?" Brentheim sah den Anwalt seltsam an. „Hast du len Mann auf der Anhöhe vorhin erkannt?" „Nein!" ..Ist dir keine Aehnlichkeit ausgefallen? Erinnert ir dich nicht an jemanden?" „Nein — ich habe ihn nur ganz flüchtig gesehen, tnb die weite Entfernung hat mir keinen genauen Llick erlaubt!" „Mir ja auch nicht!" murmelte der Kommissar inb sah auf den Boden. „Ich vermute ja auch nur. Vielleicht sehe ich Gespenster . . . denn das ist ja Lnmogsich!" z „Was ist unmöglich?" „Daß der Mann auf der Anhöhe — Racoszy war!" in. Die beiden Männer starrten sich schweigend an. Dann sagte Kramer: „Brentheim, ich glaube, du Hast mir viel zu erzählen. Ich will dir gestehen, laß es mir hier an dieser Stelle ein bißchen ungemütlich geworden ist. Weißt du nicht einen Ort, do wir wieder Menschen sehen, etwas zu^ttinken tefommen und miteinander reden können?" Der andere ließ seinen Blick durch das dichte Gehölz ringsum streifen. „Ja," sagte er, „es ist schon möglich, daß uns einer auf Schritt und Tritt beobachtet. Doch denke, ich, daß ich anderswo auch in keiner größeren Sicherheit bin als hier. Leider nicht einmal in meinem eigenen Hause, Zudem weiß ich: den nächsten Schuß habe ich nicht zu fürchten . . . Sieh mich nicht so erstaunt an, Kramer. Komm, laß uns gehen — da du es so willst!" Sie saßen im Freien, in einerWaldwirtschaft, hatten volle Romer vor sich und blickten das Rheintal abwärts. Um Rolandseck boa ein Schlepper, dem der Kommissar mit den Blicken folgte, während er zu erzählen begann. „Wir wissen, daß Racoszy auf Sonnenburg sitzt. Wir wißen ferner, daß es ihm auf unerklärliche Weise vor einem halben Jahre im Dezember gelang, auszubrechen, daß er aber drei Tage darauf in jämmerlichem Zustand, halb erfroren und verhungert, in der Lüneburger Heide Gendarmen in die Hände fiel. Seitdem sitzt er — scharfer bewacht denn je — wieder im Zuchthaus. Wenn wir das nicht ganz genau wüßten, gäbe es eine Erklärung für die Vorfälle, die sich hier ereignet haben. So aber tappe ich im Dunkeln von unbestimmten Ahnungen geführt, die mich irritieren. Ich will heute ein Telegramm nach Sonnenburg schicken — auf alle Fälle!^ „Ich weiß die Antwort im vorausl" sagte Kramer. „Ich habe gestern kurz vor meiner Abfahrt einen Brief von Röder, dem Direktor der Strafanstalt, bekommen. Ich korrespondiere viel mit ihm, indem ich mich von Zeit zu Zeit nach Befinden und Führung einiger alten Freunde von mir erkundige, die dort sitzen. Roders letztes Schreiben bezog sich auf Racoszy. Ich habe es hier." Er entfaltete es und las: „Racoszys Führung gibt zu keinem Tadel Anlaß. Doch hat sich sein körperliches Befinden feit seinem Fluchtversuch noch nicht gebeffert. Dir halten ihn seitdem unter strengster Bewachung im hiesigen Lazarett. Er ist noch ebenso entstellt und abgemagert wie bei seiner zweiten Einlieferung, klagt über heftige Kopfschmerzen und scheint zeitweilig an schweren Gedächtnisstörungen zu leiden. Doch nehmen wir an, daß er diese Zustände, wenn auch nicht fingiert, so doch übertreibt, um sich während der ärztlichen Ueberwachung körper- liche Erleichterungen zu verschaffen . . ." Brentheim horte, gespannt vorgeneigt, auf jedes Wort. Dann trank er einen Schluck und atmete tief. „Nun, das ist gut!" murmelte er. „Gut, daß ick das weiß. — Also kann er selbst nicht hier sein. „Aber wie, um Himmels willen, kommst du überhaupt darauf?" „Das will ich dir sagen." — Er holte seine Brieftasche hervor und durchsuchte sie, während ihn eine leichte Nervosität zu befallen schien. „Ja, wo zum Teufel, habe ich denn —" Er schlug sich vor die Stirn. „Ich alter Esel! Ich habe den Zettel offen auf meinem Schreibtisch liegen lassen. Ehe wir fortgingen, nahm ich ihn aus meiner Brieftasche, um ihn dir zu zeigen. Nun — es wird sich ja wohl niemand dafür interessieren." „Was für ein Zettel?" „Ich erhielt ihn vor acht Tagen. An dem Morgen früh lag ein einfaches weißes Stück Pavier auf meinem Schreibtisch. Niemand wollte wissen, wie es dahin gekommen war. Es stand darauf: „Zwei Fehlschüsse zur Warnung; der dritte ist der Treffer!" Nach einer Weile sagte Kramer: „Was für eine romantische Geschichte! — Hattest du abends vorher Besuch?" „Ja, wie gewöhnlich." „Wer war bei dir?" „Mein Gott, die halbe Malerschule, ein Architekt Sandberg, der nach Friesdorf zu in einer Billa wohnt, und Esier, ein Bonner Weinhändler, den ich über Rebenanpflanzung konsultieren wollte. Aber niemand von ihnen kommt in Betracht." „Wem hast du von dem Zettel erzählt?" „Don der Inschrift darauf außer dir niemandem." „Und wieso glaubst du, er stamme von —" „Ich glaubte zunächst nichts!" unterbrach der Kommisiar eifrig. „Ich lachte darüber und zerbrach mir nicht weiter den Kopf. Nach Tisch fuhr ich wie so oft nach Königswintcr hinüber und ging zum Duchenplatz, wo ich mich meiner Gewohnheit nach an den Fuß jenes Baumes fetzte, den wir vorher inspiziert haben. Ich war ein wenig eingeschlafen, als mich das scharfe Knacken eines Astes in nicht allzu weiter Entfernung weckte. Kaum aber hotte ich die Augen aufgeschlagen, als ein Schuß krachte und bie Kugel mit hörbarem Klicken in das Holz des Baumes über mir einschlug. Entsetzt fprang ich auf und blickte um mich, vor Schlafbesangenheit noch außerstande, den sich rasch entfernenden Schritten im Gehölz nachzuellen. Nachdem ich ganz zur Besinnung gekommen war, untersuchte ich den Baum und fand in der Rinde das Loch, in dem die Kugel noch stecken mußte, in Manneshöhe. Und da fiel mir plötzlich Racoszy ein, wie er sich im Schwurgerichtssaal von mir verabschiedete und mir die liebenswürdige und präzise Zusage machte, er würde mir einmal seine Gegenrechnung prüfen- tieren." „Und weiter hast du keinen Anhaltspunkt Dafür?“ „Keinen — außer vielleicht der Aehnlick)keit, die ich in den Buchstaben auf dem Zettel verglichen mit Racoszys Handschrift finden zu können glaubte. Allerdings besinne ich mich auf seine Schrift sehr undeutlich." „Gib mir den Zettel, wenn wir zu Hause sind", bat Kramer. „Wir wollen ihn an die Berliner Staatsanwaltschaft senden zur Vergleichung mit den Briefen in den Prozeßakten." „Gut, du sollst ihn haben. — Ich mache mir so meine Gedanken. Sag mal, findest du denn nicht, daß das ganze Manöver Racoszy ähnlich sehen würde?" „Du hast dir aber noch viele andere Feinde gemacht!“ sagte Kramer ernst. „Gewiß habe ich das. Aber keiner käme auf diese Idee. Alle Verbrecher, die ich gekannt und denen ich die Karriere oermaffek habe, hätten mich natürlich gleich beim ersten Male niedergeschossen. Der theatralische Effekt der ersten zwei Fehlschüsse, die mir vorher angekündigt werden, sehen nur einem von ihnen ähnlich: nur Racoszy konnte diesen Schuß tun, zehn Schritte vor einem schlafenden Manne, trotz der sichersten Gewißheit, seine Stirne treffen zu können — und dennoch einen halben Meter über ihn hinwegzuschießen!" (Fortsetzung folgt) 288 kommen sein wird. •I"!. -,K Gebrüder Paetel, Berlin-Leipzig. Webers derten kommen follen. 207 Weber zum Gedächtnis", Vor> Werner Göttig. 6.45 bis 7.15 Datum: An de und St zur Kenntn Gieh, i- hat. ' 1 QetDi Zuwr mit Gelds ® ie| Wahre nachmittag welches um Sdgem ® dessen^ Ostrande o i^rdlichar Aorden W licher W rand« te» ■ vjßtftW’W Für i bezeichnet« nach ßü|i lediglich < kenntlich t tuchen 17,60 bis 17,80, Trvckenschmtzel 9,90 bis 10,30, Soya-Gchrot 19 bis 19,30, Karroffelflocken 18,30 bis 18,50 Mk. Buch ist kein historischer Roman mit der üblichen lehrhaften und langweiligen Historienzeichnerei. Dieses Buch ist Leben, glühendes, blühendes Leben. Der Dauer steht auf. Lieber Franken und bald über ganz Deutschland wehen die Feuerfahnen brennender Schlösser, vernichteter Dörfer. Ein Stand, unterdrückt und ausgebeutet, läßt seinen Verzweiflungsschrei über die deutschen Lande gellen, und einen Moment lang erbebt Mitteleuropa, sein Schicksal schwankt — und um ein kleines hätte die abendländische Geschichte Dinge vorweggenommen, die erst nach Jahrhun- Kirche und Schule. § Lich, 3. Juni Wie seit Jahren schon, sammelten sich auch diesmal in der Pfingsb- woche im Kloster Arnsburg bei Lich Glieder der Oberhessischen Volks Mission, um sich über brennende Fragen des kirchlichem Lebens auszufprechen und Vertiefung im Glauben zu suchen. Das Gesamtthema war diesmal „Die kommende Kirche"; am Mittwoch sprach Missionsinspektor Held- Wiesbaden von der Sudan-Pionier-Mission über „Die Missionskirche des Glaubens"; am Donnerstag Pfarrer K l o h - Frischborn, längere Zeit 2. Vereinsgeist- licher für Innere Mission in Hessen, über „Die Wohlfahrtskirche der Liebe". Am Freitag schloß dann die Tagung, die auch schöne Andachten morgens und abends im „Paradies", dem alten Dorgebäude der Klosterkirche, gebracht hatte, mit einem Vortrag des Jugendarbeiters der Oberhessischen Volksmission, Pfarrer Kornmann- Lllrichstein über „Die Jugendkirche der Hoffnung". Die Aussprachen waren wertvoll und brachten, wie die ganze Arnsburger Pfingstwoche, reiche Anregungen und vor allem Vertiefung im Glaubensleörn. 4,213 13,53 111,08 20,458 13,50 169,12 16,34 92,25 59,63 112,60 81,62 63,16 12,47 5.87 4,193 13,47 110,52 20,358 13,44 168,28 16,26 91,79 59,33 112,04 81,22 62,84 12,41 5,83 Jas - ist von 1 j alle Perso hierzu erm gesahr ver! Detr.: 5 Die a 1. Gevr 2. Paul r’3. lyritf 4. WH 5. Dr. ( haben, M ihr Amt . Die Ki festgestellt, Gesetzes üb lKreise uni Mitglieder trag von Willy LIHr: „Gibt es tages des Komponisten des „Freischütz", Vortrag von Dr. Burkhardt. 8.15 bis 9.15 LIHr: Feier zum Gedächtnis Carl Maria v. WebeiÄ, 9.15 LIHr. „Abu Hassan". Komische Oper in einem Akt von Carl Maria von Weber. Rundfunk-Programm des Frankfurter SenderS. (Aus ver »Radlo-Amschau".) Samstag, 5. Juni. 3.30 bis 4 LIHr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 LIHr: Konzert des Hausorchesters: — Heinrich Siemer, Maja Orbinska. in Hamburg. Preis geheftet 4,50 Mark, in Ganzleinen gebunden 7 Mark. Verlag von Albert Langen in München. — Ebenbürtig im Wurf, tritt neben die „Rana" von Zola Heinrich Siemers „Maja Orbinska", — nur um soviel differenzierter und raffinierter, als das Weltgeschehen seit Zolas berühmtem Roman raffinierter, gefährlicher, wahnwitziger geworden ist. Das Buch führt uns in das Familien- und Geschäftsleben Hamburger Kaufmannshäuser, vor Piraten des Geldes, in die Hamburger Börse an schlimmsten Sturmtagen, in den Hafen und an die Alster, in den Vortrag eines Ministers in Hamburg, in das Hotelzimmer und in das Berliner Boudoir der weltberühmten Darstellerin Wedelindscher und Strindbergscher Rollen Maja Orbinska, diese Komödiantin und Hetäre eigensten Stils, verstrickt das Solideste von der Welt, das Mitglied einer alten Hamburger Kaufmannsfamilie in seine Launen, seine Gier nach Reichtum. würde es ins Verderben reisten, wenn die Familie dieses etwas abseitige Mitglied ihrer Finanzaristokratie nicht hielte und es mit einem derben Denkzettel davonkommen liehe. 283 — Der Brudermord. Roman aus der Schicksalszeit der großen deutschen Bauernrevo- tion 1525 von Peter Weber. 446 Seiten. Verlag Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. enlfSt, Ä' Die K mittags bi gangsv! Sie di Ebensi gangsverl: Fahr? dem Flug Grünberg Ausg Flugleitui Flugleitui — Rationalisierung der öffentlichen Wirtschaft. l.Teil: Die reichsrechtlichen Vorschriften. Von Ministerialrat a. D. Dr. Moll. — In immer steigendem Maste werden in der Oeffentlichkeit die mit Spar- und Vereinfachungsmastnahmen unserer Verwaltung zusammenhängenden Fragen erörtert. Die obige Broschüre gibt einen auch dem Laien verständlichen Lieberblick über das Gesamtproblem. Er behandelt zunächst in dem vorliegendem l.Teil die Fragen, die sich aus reichsrechtlichen Vorschriften ergeben. Insbesondere untersucht er das Verhältnis des Reiches zu den Ländern usw. Eine spätere Veröffentlichung soll die innerhalb der preußischen Verwaltung maßgebenden Fragen behandeln. Die Broschüre ist herausgegeben vom Kuratorium für Spar- und Vereinfachungsmastnahmen Berlin W 35, Potsdamerstr. 811 C. Carl Maria v. Weber. 6.15 bis 6.45 LIHr: „Carl Maria v. Weber zum Gedächtnis", Bor- Büchertisch. — Friedrich von Lucanus: „Im Zauber des Tierlebens". Mit vielen Bildern nach Raturaufnahmen. Volksverband der Bücherfreunde. Wegweiser-Verlag G. m. b. H. Berlin. — Lucanus, Vorsitzender der Ornithologischen Geseffschaft und längst als hervorragender Beobachter und ausgezeichneter Schilderer des Tierlebens bekannt, trägt in diesem Buch eine Fülle von Erkenntnisfen aus den verschiedensten Gebieten des Tierlebens, nicht nur der Vogelwelt, zusammen. Schon eine kurze Durchsicht des Inhaltsverzeichnisses gibt eine Vorstellung von der Vielseitigkeit dieses äußerst lebendig geschrie- benen Werkes. Von den Tieren der Vorwelt ausgehend, führt Lucanus den Leser über die Probleme der Fortpflanzung und des Liebeslebens, der Tierwanderungen, der Kunst und des Handwerks im Leben der Tiere, der Schuhfarben und Rutztrachten, der Verstellungskünste bis zum sozialen Leben und der Staatenbildung. Alle Kapitel sind in einer für jeden leicht verständlichen und recht farbenprächtigen Sprache gehalten. — Charlotte von Schiller. Ein Lebens- und Charakterbild zur 100. Wiederkehr ihres Todestages von Hermann Mosapp. Mit 22 Abbildungen. 4. bis 7. verbesserte Auflage. (10. bis 13. Lausend). Verlag von Adolf Bonz & Comp., Stuttgart. — Zur Wiederkehr des Todestages der Lotte Lengefeld bringt der Verlag eine Reuauflage des seit längerer Zeit vergriffen gewesenen Buches von Oberschulrat Dr. Mosapp heraus, die, inhaltlich bereichert und auf holzfreies Papier gedruckt, wiederum vielen will- Kirchliche Nachrichten. Israelitisch« Gemeinden. Isr. Rettgionsgemeinde. Gottesd.i. b. Synagoge (Südanlage). Samstag, den 5. Zuni 1926. Dorabd. 7.45, morgens 8.30, abends 8.50 und 9.30. Gottesdienst der ifr. ReligionSgesellfchaft. Sabbatfeier, den 5. Zuni 1926. Freitag abds. 7.45, Samstag vorm. 8.00, nachm. 4.30, Sabbatausg. 9.30. Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 7.15. ®etr.: Aus 6 DerwaltM » 3uli 191 veranstalt & feu"u--u. Andrere ®i[[et 'Mng vom 2onn Men. 3n d S i £ m,f öer /-^Aende ?.ens 'n Europa S ttirb s'ch bei Ä "'""ern, ba Wirtschaft. Die Reichsbank am Mai-Ultimo. Nach dem Ausweis der N e i ch s b a n k vom 31. Mai nahm die gesamte Kapitalanlage in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der Ultimowoche um 148,1 Mill, auf 1420,2 Mill. Reichsmark zu. Die Zunahme entfällt mit 69,1 Mill, auf die Bestände an Wechseln und Schecks, die auf 1244,4 Mill, angewachsen sind. Die Gesamtsumme der weiterbegebenen Wechsel hat sich um 111,5 Mill, auf 37,7 Mill. Reichsmark ermäßigt. Die Lombardbestände erhöhten sich um 79,0 Mill, auf 86,8 Mill. Reichsmark, die Anlage in Effekten blieb mit 89,0 Mill, wiederum unverändert. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind in der Berichtswoche 441,5 Mill, in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 214,9 Mill, auf 2878,0 Mill. Reichsmark erhöht und der an Rentenbankscheinen um 226,6 Mill, auf 1373,1 Mill. Reichsmark. Für 27,3 Mill. Reichsmark an Rentenbankscheinen wurden getilgt. Die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen haben sich demnach um 253,9 Mill. Reichsmark auf 156,0 Mill. Reichsmark verringert. Die fremden Gelder haben im wesentlichen im Zusammenhang mit den Zahlungsmittelanforderungen um 137,0 Mill, auf 579,0 Mill. Reichsmark abgenommen. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen erhöhten sich um 91,0 Mill, auf 1879,5 Mill. Richsrnark, und zwar wuchsen die Bestünde an Gold um 88 000 Reichsmark auf 1491,9 Mill. Reichsmark an und die an deckungsfähigen Devisen um 90,9 Mill, auf 387,5 Mill. Reichsmark. Die Deckung der Noten durch Gold allein betrug 51,1 Proz. gegen 56 Pro§. in der Vorwoche, die durch Gold und deckungsfahige Devisen 63,3 Proz. gegen 67,2 Proz. »»W iiie[eT.’1 Wen Problem' »SÄ 5% Deutsche Reichsanleihe . 4% Deutsche Rcichsanleihe . 8'/i°/n Deutsche ReichSan leihe 3% Deutsche Rcichsanleihe . Deutsche Sparpräunenanleihe 4% Preußische Konsols • . . 4% Hessen Hessen 3°/0 Hessen Dcustche Wertb. Dollar-Aul. dto. Doll.-Schav-Aulreilug.*) eutschcr Llovd .... Eheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Anglo-Cont.-Guano Chemische Mäher Alapin . . 9- G. Farbcninduslrie, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung Rütgerswcrkc Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mamkraftweiste ....... Schustert Siemens & Halske ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Hehligenstacdt ........ Meguin . Mortoenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesellschast Frankfurt. Pet. Union A-G . Schuhsabrik Herz . Sichel Zellstoff Waldhof . Zuckerfabrik Frankenthal . . Amerikanische Note» .... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten ....... Französische Noten ..... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oesterr.,5100 Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten ...... Berliner Börse. Berlin, 4. Juni. Die Abschwächungen an der gestrigen Börse, die im wesentlichen durch einen Vorstoß der Baisse-Partei verursacht worden waren, wurden heute bereits wieder von einer recht festen Haltung abgelöst, da sowohl aus dem Auslande wie aus dem Westen zahlreiche Kaufaufträge Vorlagen, die gestern infolge des katholischen Feiertages ausgeblieben waren. Die Spekulation schritt infolgedessen zu Deckungen, wenn auch das Geschäft nicht den Umfang der letzten Tage erreichte. Die Monats* Die amtliche Insolvenz st ati st ik für Mai. Aach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Mai durch den „Reichs- anzeiger" 1046 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 691 angeordnete Geschäftsaufsichten bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 1302 923. • Dieamtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 2. Juni berechnete Grohandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem 26. Mai um 0,4 v. H. von 123,2 auf 123,7 gestiegen. Von den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse um 0,6 v. H. auf 123,6 ungezogen, während die Jn- dustriestoffe fast unverändert blieben. — Im Durchschnitt Mai lagen die Agrarerzeugnisse mit 122,8 um 1,1 v. H. niedriger als im April. Die Gesamtindexziffer stellte sich im Durchschnitt Mai auf 123,2. • Frankfurter Maschinenbau A. G. vorm. Pokorny u. Wittekind, Frankfurt (Main). Die ordentliche Hauptversammlung genehmigte einstimmig den bekannten Abschluß und beschloß, aus einem Reingewinn von 75 784 Rm. die Verteilung einer Dividende von 6 Proz. auf 318 000 Rm. Vorzugsaktien, die .Lieberweisung von 50 000 Rm. auf Delkredere- Konto sowie Vortrag des Restes von 6704 Rm. auf neue Rechnung. Die Stammaktien bleiben dividendenlos. • Dere in für Chemische Industrie A. G., Frankf ur t/Ma i n. Die H.-V. genehmigte den bekannten Abschluß und beschloß, aus dem Reingewinn von 258 912 Rm. die Verteilung von 5 Prozent Dividende auf die Stammaktien. • Sieg erländer Eisen st einverein. In der gestrigen Mitgliederversammlung wurde zur Geschäftslage berichtet, daß die Förderung im April weiterhin zurückgegangen sei und nur 63 000 Tonnen betragen habe. Man hoffe, daß damit der Tiefpunkt erreicht sei und schon für die nächsten Monate mit günstigeren Förderziffern gerechnet werden könne, da letzt die Mitteilung von dem Beschluß des Preußischen Staatsministeriums eingegangen sei, ab 1. Juni dem Siegerlander Bergbau auf den Preußen entfallenden Anteil an dem beantragten Ausgleich für frühere Vergünstigungen zu gewähren. Man hum. Sie gewährt alfp unfern Singvögeln Nch«ven Schuh gegen ihre Feinde. Eine Rach- tigaN hatte während eines Kriegsjahres ihren Wohnsitz in der Hecke. Die Hecke wird auch Häufig von herumziehenden Zigeunern ausgesucht, denn der Igel, dem Zigeuner ein willkommener Braten, hält sich in der Hecke auf. * Tt ü n ft e r, 4. Juni. Seinen 91. Geburtstag begeht heute Peter Heß 2. dahier, der früher als Fuhrmann weithin bestens bekannt war, in voller Rüstigkeit. Der alle Herr unternimmt noch feine Spaziergänge ins Feld, füttert gelegentlich auch das Vieh und beschäftigt sich mit Holzkleinmachen. berichte der preußischen Handelskammern boten im großen und ganzen wenig Erfreuliches, lassen aber' doch einen Unterton durchklingen, daß es mit der deutschen Wirtschaft, wenn auch nur zögernd, wieder aufwärts geht. Dom Ausland wurden dieselben Werte bevorzugt, die in den letzten Tagen für ausländische Rechnung aus dem Markte genommen worden waren. Am Elektromarkt hatten Bergmann einen Kursgewinn von 2,75 Prozent zu verzeichnen. Die übrigen Werte dieses Gebietes waren ebenfalls befestigt, nur AEG. mußten 1 Prozent nach- geben. Am Montanmarkt waren fast durchweg Besserungen von ca. 2 Prozent zu verzeichnen. Auffallend fest lagen Schiffahrtsaktien, von denen die Standardpapiere um 5 Prozent befestigt waren, ohne daß hierfür ein besonderer Beweggrund zu erkennen gewesen wäre. Auch in Anleihen, die in letzter Zeit stark vernachlässigt waren, machte sich stärkeres Interesse geltend, so daß Kriegsanleihe auf 0.412 anziehen konnten. In I. G. Farben- Aktien lagen amerikanische Kausausttäge vor, so daß der Kurs um 3,75 anziehen konnte, später erfolgten jedoch in diesem Papiere Abgaben der Spekulation, die den Kurs erneut drückten. Von ausländischen Renten lagen Ungarn weitern leicht befestigt, während Türken eher nachgaben. Im Devisen-Verkehr setzten sich die Abschwächungen der lateinischen Valuten fort. Paris gab gegen London auf 155.50 nach. Mailand wurde gegen London mit 127 genannt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 4. Juni. Tendenz: Fest, später unsicher und schwächer. — Nachdem bereits an der gestrigen Abendbörse eine festere Stimmung zum Durchbruch gekommen war, eröffnete die heutige Vorbörse in recht fester Haltung. Mit dem Nachlassen des Angebotes in Farbenaktien hot sich die Unternehmungslust erheblich verstärkt, und das Geschäft nahm einen lebhaften Charakter an. Bei Beginn des offiziellen Verkehrs schlug jedoch die Stimmung infolge des Ausbleibens der Auslandkaufaufträge um. Die Tendenz wurde unsicher und neigte überwiegend zur Schwäche. Realisationen, teilweise mit größeren Abgaben verbunden, übten auf die meisten Märkte einen Kursdruck aus. Die Spekulation zeigte heute stärkeres Interesse für Schiffahrtsaktien infolge der günstigen Ziffern des Passagierverkehrs. Das Geschäft in diesen Werten war ziemlich rege, blieb aber auf diesen Markt beschränkt. Hapag plus 2,25, Nordd. Lloyd plus 3,50 Proz. Am Montan markt wurden anfangs gleichfalls höhere Kurse genannt, später verfielen aber diese Werte der Llnsicherheit. Buderus plus 1 Prozent, Gelsenkirchen plus 1,5 Prozent, Laurahütte plus 3 Prozent. Riedriger wurden: Harpener, Rheinische Braunkohlen, Rheinstahl usw. Von Kaliaktien konnten Aschersleben 1 Prozent anziehen. In Farbenwerten setzte wieder etwas Angebot ein, so daß der Kurs der I. G. Farben um 2,5 Prozent zurückging. Don den Aktten des Metall- bank-Kvnzerns waren nur Scheideanstalt 1 Prozent höher, während die übrigen Werte angeboten waren und starke Einbußen erlitten. Metallbank minus 4 Prozent, Metall-Gesellschaft minus 6 Prozent. DerElektromarkt verkehrte in uneinheitlicher Haltung. Während AEG., Schuckert und Siemens je 1 Prozent niedriger wurden, konnten Lahmeyer und Bergmann um je 1 Prozent und Elektr. Lieferung um 3 Prozent anziehen. Bankaktien lagen ruhig, die Kurse begannen leicht abzubröckeln. Zuckeraktien setzten ihre Steigerungen in erheblichem Ausmaße fort Badischer Zucker plus 5 Prozent, Offstein und Heilbronn-Zucker plus 4 Prozent. Oel-Aktien lagen weiterhin fest. Rütgerswerke plus 1,5 Prozent, Deutsche Erdöl plus 1,25 Proz. Für deutsche Anleihen machte sich nach längerer Pause wieder etwas Interesse geltend sodaß die Kurse anziehen konnten. Ausländische Renten lagen lustlos und allgemein etwas schwächer. Der F'reiverkehr war still. Becker Stahl 27, Drown Boveri 78, Entreprise 8,5, Growag 58, Lisa 48, Llfra 80, Krügers- Hall 100, Benz 70 Prozent. Im späteren Verlaufe trat eine Aenderung nicht ein. Das Angebot setzte sich fort und die Kurse bröckelten weiter ab. Am Geldmarkt hält sich das Angebot in Lagesgeld auf 4,5 Prozent. Monatsgeld 5 bis 65 Prozent je Adresse. Jndustriea^epte 5,12 Prozent. Privatdiskonten 4,62 Prozent. Im Devisenverkehr ist eine neue Abschwächung der westlichen Frankenvaluten eingetreten. Paris gab gegen London auf 154 und Brüssel auf 155 nach. Mailand war mit 127,25 gegen London fast unverändert. Mark und Pfund liegen weiter fest. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Juni. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 30 bis 30,50, Roggen, inländ. 19,75 bis 20, Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24, Hafer, inländ. 21 bis 23, Mais, gelb 17,75, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 42 bis 42,75, Roggenmehl 28,50 bis 29, Weizenkleie 9,25 bis 9,50, Roggenkleie 11 Mk. Tendenz stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 3. Juni. Die LImsähe im Berliner Produktengeschäft haben heute den denkbar kleinsten Llmfang erreicht. Die Tendenz war für Weizen, in Auswirkung der etwas ermäßigten Auslandforderungen, gleichfalls leicht gesenkt, während Roggen etwas größeren Abschwächungen unterlag. Im übrigen zeigt das sonstige Marktgebiet wenig Reues. Im Mehlhandel bietet sich nur ganz vereinzelte und dann auch noch unbeträchtliche Absatzmöglichkeit. Auch der Markt für Gerste verzeichnet ähnliches Bild. Juliweizen eröffnete 25 Pfennige niedriger zum gleichen Termin, so auch per September der Roggen um je 1 Mk. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Roggen, märk. 174 bis 179, Sommergerste 187 bis 200, Gerste, inländ. 169 bis 182, Hafer, märk. 192 bis 203; für 100 Kilo: Weizenmehl 36,75 bis 39, Roggenmehl 24,75 bis 26, Weizenkleie 10, Roggenkleie 11,40 bis 11,50, Viktoriaerbsen 35 bis 46, kleine Speiseerbsen 26 bis 32, Futtererbsen 22 bis 27, Peluschken 22 bis 26, Ackerbohnen 22 bis 25, Wicken 28 bis 32, Lupinen, blau 12 bis 13,50, do. gelb 15,50 bis 17,50, Serradelle, neu 40 bis 45, Rapskuchen 13,70 bis 13,90, LeinHabe keinen Grund mehr, daran zu zweifeln, daß das Reich die andere Hälfte bewilligen werde. Die Versammlung beschloß daraufhin, die Verkaufspreise für .alle Sorten Eisenstein in entsprechendem Llmfang mit Wirkung ab 1. Juni herabzusetzen, nachdem fest- geftellt war, daß zu den ermäßigten Preisen die Hütten bedeutend mehr Mengen Siegerländer Eisenstein beziehen werden. Es steht zu erwarten, daß die außer Betrieb befindlichen Gruben nun ihre Förderung nach und nach wieder aufnehmen und die noch arbeitenden ©niben ihre Produktion erhöhen können. 'Bergmann-Elektrizitäts-Werke A. G.. B e r l i n. Die gestrige o. H. V. genehmigte den bekannten Abschluß für das Geschäftsjahr 1925 und beschloß, aus dem Reingewinn von 2 599 659 Mark 6 Prozent Dividende zu verteilen und 619 659 Mark vorzutragen. Lieber das laufende Geschäftsjahr konnte nichts Reues mitgeteilt werden. Dörsenkorle. 3 Juni. Amtliche Notierung Geld ! Brief Gespenster?" — Vortrag von Dr. Emil-August Glogau. 7.45 bis 8.15 Llhr: Stunde des Franffurter Bundes für Volksbildung: Carl Maria v. Weber, zum 100. Todes- 4 Juni. Amtliche 'Kotierung Geld I Brief So backt man Sandtorte mit MONDAMIN 250 gr. Butter oder 375 gr. Margarine werden zu Sahne gerührt. Dann werden löffelweise 375 gr. Mondamin, das mit I Teelöffel Mondamin* Backpulver gemischt wird, 250 gr. feingesiebter Zucker, das Abgeriebene einer Zitrone, 1 Esslöffel voll Rum (oder 1 Päckchen Mondamin* Vanillin-Zucker) and 4 Eier unter fortwährendem Rühren hinzugefügt, bis das Ganze nach etwa Vi Stunde gut verrührt ist. Man füllt die Masse in eine gutgestrichene Form, bringt sie sofort in den Ofen und bäckt eine knappe Stunde in mässiger Hitze. Frankfurt a.M. Berlin Schluß 1-Uhr. Schluß. I Anfang Kurs 1 Kur» Kur» 1 Kurs 3.6. | 4. 6. 3. 6. | 4. 6. 0.385 0,410 0,3775 0,4125 — — 0,355 ),3825 0.35 _ 0,425 1,3825 0,405 — 0.425 0,44 0,211 — 0,22 — 0,35 — 0,37 0,39 —— — — — —— — — — — _ 0,385 — 100 — 95,5 — — — — — 12,8 12,5 12,6 _ 51 50,5 - — 160 — 159,2* 160* 109’ 108,5* 108,7* 108.5* 137,5' 137,5* 137,3* 137,2* 137’ 134,7* 135,5* 134,4* 84 — — — 132,5* — 131,5* 131* 115 111 — 110,25 110* 111,5* — 6,55 6,6 6,55 6,5 — — — — _ 108,2* 110* 68,5 70,25 68 72 53 — 54,25* 55,62* 111* — 111* 110,7* 113,7* 113,5’ 112,5* 113,2* 127,2* 125.5* 127,5* 126,5* 128 130 127,5* 129,1* 135 135,25 132,75 134,75 36 39 38 39,12 51 — 53,5* 53,5* 85,5* 85,9* 85.9’ 85.12* 122,5* 121,5* 122,5* 122,2* 118.5 118 118 115,5 58,5 — — 138,2’ 140* 137,6* _ 130,7* 136,5* 132* — 53,5 ___ _ _ 102,5 100 — —— 67 66,5 67 — — 68,12 — — — M — 190,9* 191,7* 192* 193,7* 82 80,9 81,75 81,25 68 E— —■ — 90,5 90,5 90,25 90 142,75 130,5 — — 126,7* 104,2* 126,7* 124,5* 127,5 130,5* 129,9* 128,7* 99,5 99,5 — — 114,5* 113,6’ 116* 114,2* 160 — 160,7* 159,2* 63,5 63,5 63 62,9 68,75 — 67,4 66,9 25 —- —» — 36,5 — — — — 39 — 33,5 - _ — 128 122 — — 71,5 — 71 —• 27 — — ,__ — — 1 — 143,75 143,5 142 55 57 55,75 66 71 — — Amst-Roli 168,60 169,02 168,59 169,01 Bnen.-AireS 1,684 1,688 1.685 1,689 Brff.°Autw. 13,35 13,39 12,98 13,02 Chriftiania. 92,03 92,27 92,56 92,80 Kopenhagen 110,81 111,09 110,94 111,22 Stockholm - 112,24 112,52 112,24 112,52 SeMgfors. 10,55 10,59 10,552 10,592 Italien. . . 16,08 16,12 15,88 15,92 London. - . 20,403 20.455 20,405 20,457 Ncuhork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 13,37 13,41 12,45 12,85 Ichwei, . . 81,24 81,44 81,24 81,44 Spanten . 63,12 63,28 63,14 63,20 Japan . . - 1,971 1,975 1,971 1,975 Rio de Jan. 0,641 0.643 0,640 0,642 Wien tn D-- Oeft. abgeft. 59,30 59,44 59,32 59,46 Prag .... 12,422 12.462 12,422 12,462 Belgrad . . 7,395 7,415 7,405 7,425 Budapest. . 5,87 5,89 5,865 5,885 Bulgarten . 3,045 3,055 3,052 3,062 Lissabon . 21,475 21,495 21,445 21.455 Danzig. . ■ 80,90 81,10 80,90 81,10 Konstantin- 2,29 2,30 2,28 2,29 Athen. 5,19 5.21 5,19 5,21 Canaba. . . 4,197 4,207 4,199 4,209 Uruguay . . 4,235 4.245 4,245 4,255 Banknoten. Berlin, 2. Juni Geld Bries