Ur. 105 Erstes Blatt 176. Zahrgang Dienstag, 4. Mai 1926 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnit? nnv verfüg: Brühl'fche Univerfitälr-Vllch' und Stctnönuferei K Lange in Gietzen. 5christleitung und Geschästrftelle: ZchnMraße 7. 1.405 i 0,4037 1,480 3n 63 teilung en sm Ittel dadurch zu un- lebenswichtigen Dari,?5 3. Mai- 5,85 1 67,5 66,5 I 15." Zenlralbundes der hat an die hollän- 151.5 I Milfurt a.'Dl.l ^TbiitT 99,75 98,5' 1410 ',350 die Die zur litt' iw.r «' 137.5' 67,5 67,25 Stttiil n-Zranlstrt a. M. e Auszahlung. 4.1? 4> 108,5 10! 98 136 5 66 136,5 IIOA’ hineinziehen, die direkt in trieben arbeiten. Die Verwaltung des Transportarbeiter der Labourabgeordnrke Thomas das Wort. Er beklagt sich bitter über gänzlich verfehlte Politik der Regierung. Gewerkschaften täten ihre Pflicht, wenn sie Sekretär des internationalen GewerksHastsbundes, Oudegeet, der internationale Gewerkschastsbund stelle sich mit seiner ganzen Macht und finanziellen Mitteln in Hohe von über 203 Millionen Gulden hinter die englischen Bergarbeiter und den englischen Gewerlschafts- kongreh. Dom internationalen Gewerkschaftsbund sei bereits ein Rundschreiben an die Gewerkschaftszentralen abgegangen, worin die^e auch um moralische Unterstützung für die englischen Arbeiter ersucht werden. Es stehe fest, das) die englischen Arbeiter mindestens vier bis fünf Wochen den Kampf ohne finanzielle Unterstützung seitens des Kontinents führen können. Auch werde man sicherlich von den 12 Millionen englischen Arbeitern nur die fünf Millionen in den Ausstand 136 ! 135,25 131,51132,25 49' - »/ - 70,5 - Der Generalstreik in England 93' 61,62 | 55! 97.6. 100,75 113 133 133,5 38,15 52 79,5 94 95 Gewerkschaftsbundes. Amfterdam, 4. Mai. (WTD. Funkspruch.) einer Presseunte'.-redung erklärte gestern der 104,75 105' 98,51 85.87 36,5 128 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20*, mehr Chefredakteur. Dt. Friede Wilh. Lange, verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H Thyriot: für den übrigen Teil Ernst vlumschein: für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gietzen. 126 1Ä.1' 121,9 'iß,? .1« i W '-15 I 7,L ~ I - 92 iÄ.751 «1.4 63,75 55.4 ! 55.5' 97.5 98.25' 99.5 101,1' 112.75 ' 117' 132 133,5' ■ 133.42 । 134,5 I 38,25 39,25 52.75 - 79,12 80,62' 94 95.75' “I : 134 '135,5' 131 25 131.7* IP ! 1.6» | 13,79 91.44 i 109,76 | 112,33 । 10,55 । 16,805 | 20,3'4 i 4,195 8 0.60t 59,23 12,416 7,Z ! ts 21.435 80.» 97,5 136.4 65,5 65,5 29 24 40.5 109 85,5 4^5 51 60 ist- Dies ist eine ^Imkehrimg des demokratischen Prinzips. Die Führer der Act eiterparteien greisen die Grundlagen jeLer Regierung an und sind nahe daran, den Bürgerkrieg zu erklären, den es schon seit Jahrhunderten nicht mehr gab. Richt die Löhne sind in Gefahr, sondern die Freiheit unserer Verfassung. Es war unmöglich jemals eine unangefochtene Aufstellung der von den -Bergarbeitern bezogenen Löhne zu erhalten, da man sich von keiner Seite über die Zahlen einigen konnte. Es waren zwei zu starr- finnige Massen, deren Vormarsch bei den Verhandlungen einer unwiderst-r llichen Kraft glich, die ein völlig unbewegliches Objekt zum Ziele ihres Angris^es genommen hat. 3m weiteren Verlaufe der Rede kam Baldwin auf die vvrü bergehe nden Wirkungen der französischen Ruhrbesehung zu sprechen, die die Schwierigkeiten in der Kohlenwirtschaft verschleiert habe und fuhr fort: Als der Anreiz, den die Folgen der Ruhrbcsstzung gegeben hatten, wegfiel und das Nuhrgebiet an die Arbeit ging, um bie verlorene Zeit wieder einzuholen und dabei die Arbeitszeit erhöhte, da nahm die Kohlenprvduktion der Welt zu und die Preise auf dem Weltmarkt begannen rasch zu stürzen. Es sei das einzige Bestreben der Regierung gewesen, die Zustimmung beider streitender Parteien zu dem Kommissionsbericht zu erlangen, um so der Kohlen- industrie die brauchbare Basis zu geben, auf der sie sich aus eigenen Mitteln erhalten könne. Die Regierung hat die Bergwerksbesitzer veranlaßt, einen garantieren Mindettlohnsah für ganz England in Vorschlag zu bringen, der um ein geringeres höhere Lohnsätze als bas Abkommen. von 1921 ergeben hätte. Scbodb hat die Weigerung der Bergarbeiter, diesen Vorschlag in Erwägung zu ziehen, Verhandlungen auf dieser Basis unmöglich gemacht. Eine Fortsetzung der Regierungsbeihilfe kam nicht in Betracht. Rach der Streikandrohung am Sgmstag bot die Regierung an, daß die Kündigungen von De.garbeitern vorläufig nicht in Kraft treten jo.Iien und daß die Zahlung der Regierungsbeihiile noch weitere zwei Wochen fortgesetzt werden sollte, vorausgesetzt, daß der Generalrat der Gewerkschaften zusichern zu können glaube, daß eine Einigung auf Grund des Berichtes der Kohlenkommission erreicht werden könne. Die Regierung kam in der vergangen"n Rächt zu der äleberzeugung, daß der Vorsitzende des Generalrats der Gewerkschaften und seine Kollegen die Leitung der Dinge nicht mehr in der Hand hätten und daß es falsch märe, noch weiterhin zu reden, falls nicht der Regierung die sofortige bedingungslose Z u - rückziehung der Anordnung für den Generalstreik zugesichert werde. Für Macdonald, der durch Krankheit verhindert war. ergriff als erster der Parteiführer tz 59.4° 81.33 y,45> 5.89 cuflfl jy _ 9,11 1,275 11,39 10,07 l2,61 10,59 >,895 1.444 1,205 13,89 11,33 0,61 ,981 ,606 9,37 ,457 ,417 ,885 ,055 J75 11.07 >,19, 5.26 4,205 4 335 20,424 4.2« 'S s Z I 5.885 s $ 4.20 4.335 1,687 13,83 91,66 110,04 112,61 ,.<5 106,2' 126, _ 126 901 _ 20/25 _ 94 _ 104 - bischen Schifssarbeiter und Seeleute ein Manifest erlassen, in dem sie zur Betonung der Solidarität anläßlich des englischen Konflikts auffordrrt. Schiffen, die zur Aufnahme von Bunkerkohle nach Holland kommen, darf keine Kohle geliefert werden. Sollte am Mittwoch der Generalstreik ausbvechen, darf keine AErwerbung holländischen S chif fS per sona ls für England erfolgen. Sine Erklärung der deutschen Bergarbeiter. Bochum, 3. Mai. (WTD.) Der Vorstand des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands erläßt an seine Mitglieder eine Erklärung bezüglich der Stellungnahme zum englischen Kohlenarbeiterstreik, in der es u. a. heißt: „Getreu dem Brüsseler Beschluß wird der Vergarbefterverband alles tun, was in seinen Kräften stehl, um zunächst die Zufuhren von Kohle nach England zu verhindern. Er hat sich zu diesem Zwecke mit dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbund und mit den anderen für diese Frage in Betracht kommenden Verbänden in Verbindung gesetzt und wird mit diesen die zu treffenden Maßnahmen beraten. Inzwisäen aber müssen die deutschen Kameraden auch das ihrige tun. um den englischen Kameraden zu helfen, insbesondere, da dies auch in ihrem eigenen Interesse liegt. — 3m Interesse der deutschen Bergleute liegt die Beseitigung der Heber- schichten, die gegenwärtig in großem Umfange gemacht werden, trotzdem wir in den letzten Monaten dreiviertel Millionen und mehr Feierschichten und Haldenbestände von sieben bis acht Millionen Tonnen allein im Ruhrgebiet hatten. Kameraden! Wehrt euch gegen jeden Versuch, euch Heberschichten aufzuzwingen. Vergrößert nicht die Arbeitslosigkeit und die Feierschichten im eigenen Lande und zugleich die Schwierigst i en der englischen Kameraden. Beschlüsse seitens des Vorstandes sind noch nicht gefaßt worden. Wertet das Ergebnis der Verhandlungen der zuständigen Organisationen ab, weist die Einmischung Unberufener zurück und laßt euch von keiner Seite zu unbesonnenen Schritten hinreißen." Eine erregte Unterhaustzebatte. London, 3. Mai. (WB.) Heute mittag trat das Unterhaus zu einer Sitzung zusammen, in der die Kohlenfrage besprochen wurde. Baldwin wurde von den Konservativen durch Aufstehen von den Sitzen und Beifallsrufen begrüßt. Die Oppositionsparteien antworteten mit ironischem Lächeln, das die Konservativen mit erneuten Beifall quittierten. Hierbei fiel von konservativer Seite die Bemerkung: ,W i r wollen keine S owj ets in unserem Lande". Baldwin legte eine Botschaft des Königs vor. in welcher der Stand der Kohlenkrise dargelegt wird. Sr beantragte, an den König eine Ergebenheitsadresse zu richten, in welcher der Bank für die Botschaft aus gesprochen wird. Der Antrag Baldwins wurde mit 308 gegen 108 Stimmen angenommen. 3n der dem Antrag ovrangeganganen Debatte erklärte Baldwin: „Es haben mit den Arbeitern über die Kohl-enkrise Verhandlungen stattgefunden, bevor eine geradezu despotische Macht in die Hände eines kleinen E ' e- kutivausschufses in London gelegt worden ls TT? 0.385 0.3825 0.4725 I öS 0,2125 . 0.3851 _ 0J I 96.6 _ in»ii £ NN big42 tofnin ls 1; '• 25 di KL utfe. ländern durch Unterbieten abgejagt sind, wieder ins Geschäft zu kommen und unsere Kohlenausfuhr zu erhöhen. Das bedeutet mehr Arbeit, das bedeutet Derminderung der Arbeitslosen, das bedeutet Erhöhung unserer Handelsbilanz. Sollten da nicht auch die sozialdemokratischen Arbeiter in die Reihe treten und die Chance ausnutzen Helsen, die sobald nicht wiederkehrt. Das wäre nicht nur national, das wäre auch den eigenen Arbeitskollegen gegenüber sozialer, als eine Betätigung internationaler Sympathie, die, wie wir leider aus Erfahrung wissen, nirgends erwidert wird. Vie Haltung des internationalen flbeweguns Der Abbruch der Verhandlungen. London. 4.2Tlal. (121.) (Eine nochmalige Besprechung Baldwins mit den Arbeiterführern und den Vertretern der Gewerkschaften ist vollkommen ergebnislos verlaufen. Damit ist die letzte Möglichkeit, den Streik in letzter Minute ju verhindern, erschöpft. Der Generalstreik hat um Mitternacht begonnen. 3n der letzten halben Stunde glaubte man noch, daß die Erliä- rung Churchills eine gewisse verhandlungs- bafis abgeben würde. Auch der Arbeilerführer Thomas halte für ein (Eingreifen des Unterhauses plädiert, weil die Möglichkeit bestände, daß trotz aller Abneigung der Arbeiterschaft gegen die revolutionären Tendenzen ein Streik lctzlen Endes revolutionären Charakter annehmen würde. Das Unterhaus ist inbeffen auseinander gegangen, ohne bah diese letzte Einigungsmoglichkeil einen Erfolg Kltigtc. Notstcmbsmahttahmen. 2 o n b o n, 4. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Gestern abenb würben bie Bestimmungen der 'Jlütflanbsuolb machtsatte befannlgcgeben, bie sich auf bas Rec; ber Behörden bezieht. Gebäude, Fabriken und Wer iehrsmittel mit Beschlag zu belegen. Es wird bekanntgegeben, daß jeder Versuch, Unruhe zu st-sten, mit Strafe bedroht wird. Versammlungen tonnen verboten werden. In einer amtlichen Bekannt machung wird das Publnum ersucht, die Bemühungen um die Sicherung einer gerechten Ver inot£Jh— S-ld, Ä 168.'» 16, g *.'15 IIii Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Viehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezug,preis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: schriflleittmg 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. 70,5 i - 80 uz iiy 6 R 82.5 ».;«• ftlitterstützung ber Bergarbeiter den Generalstreik ankündigten. Das hieße nicht die Revolution wollen. „Ich bin überzeugt." erklärte er, „daß. wem, heute eine Abstimmung stattfindet, über die Frage, wer eine Revolution wolle, mit zwei vom Hundert der Bevölkerung diese Frage mit Ja beantwortet werde. Es geht beute um etwas anderes und wenn zum Schluß eine Revolution die Folge sein würde, so wäre das nicht Schuld derjenigen, die aus brüderlichen und menschlichen Gefühlen heraus, ihre Pflicht zu erfüllen glauben, wenn sie zu letzten Mitteln greifen. Der Generalrat hat darauf gedrungen, daß die Kündigungen von Bergarbeitern rückgängig gemacht würden. Dies wurde verweigert und darauf, und zwar darauf allein ist ba£ Scheitern der Verhandlungen zurückzuführen. Das Parlament kann noch eine ehrliche Lösung der Frage herbeiführen. Ich bin bereit, meinen Beitrag dazu zu leisten, wenn sich Gelegenheit dafür bietet. Der Schahkanzler Churchill der sich um etwa 7.30 illjr — also nur 4> 2 Stunden vor dem Beginn des angekündigten Generalstreiks — erhob, erklärte, von der Regierungspartei immer wieder stürm'.sch begrüßt und von der Opposition immer wieder um erbrochen, in einem fdjar'en Angriff auf die Opposition, es sei unmöglich, die jlntertocrfung des Parlaments unter Forderungen zu rechtfertigen, tue auf eine Wahl hinausltefcn zwischen dem Ruin des Landes und der Unterwerfung unter eine Forderung, die dem Lande unter Zwang auferlegt wurde. Die Arbeiterführer hätten zwar ihr Bestes getan, aber die Reg'erang habe immer w'eder empfunden. daß diese Führer machtlos waren, die gewünschten Zusicherungen zu geben. Im Interesse des getarnten Landes sei die Regierung gezwungen, her Lage unentwegt rigoros und entschlossen bis zum End? gegenüberzutreten und ihre Pflicht zu tun. Keine Tür sei grschlossen. Der Gewerkschaftskongreß brm-che nur die H e r» aussorderung des Generalstreiks zurückzuziehen, und die Regierung würde dann unverzüglich mit äußerster Geduld die mühselige Ausgabe der letzten Woche wiederauf- nehmen. [,75. 168*1 871 88 68. - 81.5 1141 - 109 | 111.5' Internationale Solidarität Bevor noch das Schicksal deS englischen Dergarbeiterstreiks endgültig entschieden ist. melden sich bereits die deutschen sozialdemokratischen Bergarbeiter zu Wort und verkünden das Programm internationaler Solidarität. Die deutschen Kameraden müßten das Ihrige tun, um den englischen Kameraden zu helfest, die deutschen Bergarbeiter müßten sich Hegen den Versuch wehren, Lieberschichten zu nähren, fehlt nur noch daß sie bereits eine Sammlung eröffnen, um mit ihren mühsam er- 1Parten Groschen die Streikkassen der Engländer füllen zu helfen. Gewiß ist es um die Soli- larität eine schöne Sache. Aber sie hat schf.ieh- S ilich Zweck und Existenzberechtigung nur dann, Venn sie auf Gegenseitigkeit beruht. Da- Don ist aber zum Rachteil der deutschen Arbeiter leider nie bie Rede gewesen. Die Rote Internationale war gedacht als eine Rlesenorgcmisation, die über alle Grenzen hinaus gehen und stärker als die Regierungen fein sollte, die letzten Endes sogar Kriege zu verhüten imstande sein sollte. 1914 hat sie versagt, so jämmerlich versagt, daß die Vernünftigen unter den deutschen Sozialdemokraten von dem Ende der Internationale sprachen. Je mehr ober der Krieg sich seinem Ende näherte, desto mehr schwenkten die derttschen Sozialdemokraten wieder in das Fahrwasser der Internationale ab. Als sie nach der Revolution die Regis- rung übernahmen, haben sie sogar ernsthaft geglaubt, daß sie mit Hilfe ihrer Genossen stark genug sein würden, uns einen anständigen Frieden »u sichern. Die Gnttäuschung. die sie gerade hierbei erlebten, müßte eigentlich so groß gewesen sein, daß sie alle Illusionen heilte. <$inen schlechteren Frieden hätten auch die Hohenzollern nicht bekommen können, als man ihn der deutschen Demokratie aufzwang. Die englischen und französischen Arbeiter begriffen sehr gut, daß ihr Vorteil viel mehr darin lag, toemt sie sich auf bie nationale Seite schlugen. Sie haben entsprechend gehandelt. Wie ihre Einstellung von Anfang an viel nationaler gewesen ist. Schließlich ist es doch kein Zufall, daß die Wortführer des Rationalismus in Italien und Frankreich, daß Mussolini, daß B r i a n d und M i l l e r a n d , aus bem Sozialismus hervorgegangen sind. 11 nb selbst ■ eia Mann, wie Paul-Doncour, heute noch »sft-ieller Vertreter des französischen Sozialismus, scheut sich nicht, eine aktive Politik gegen Deutschland zu vertreten, indem er den Polen blutrünstige Reden hält, deren antideutsche Tendenz nur ganz oberflächlich verhüllt ist. Braucht es noch anderer Beweise? Sie sollen gerne gegeben werden. Der Deutsche D^rgarbeiter- verband hat im Mai 1821 zweieinhalb Millionen nur ftlnterstützung des englischen Bergarbeiterstreiks bewilligt. A's aber 1923 durch das Abkommen von Spaa Deutschland gezwungen wurde, monatlich zweieinhalb Millionen Reparations- twnnen zu liefern und dadurch Detriebseinstel- (imgen und Arbeiterentlassungen unvermeidlich waren, als sich also zeigte, daß die ganze Kriegs- eistschädigungspolitik der Entente in erster Linie auf dem Rücken des deutschen Arbeiters ausgefochten werden sollte, da haben sich s 1 hie deutschen Bergarbeiter vergeblich an die internationale um Vermittlung gewandt. Die französischen Bergarbeiter haben sogar diese Reparationslieferungen für gerecht und billig er- llirt und den deutschen Bergarbeitern die Zu- mutung gestellt, daß sie dieses Llbkommen nicht ’abotieren dürfen. Das internationale Gewerk- 'chaftsbureau aber konnte nur erklären, daß eine internationale Aktion nicht z u erwarten sei. So ist es j e d e s M a ( gegangen. Während das Ounoklesschivert der Nuhrbesetzung über uns itiitoebte, und als die Franzosen schließlich doch cin- mirfd)ierten. da haben ihre Gewerkschaften die 'Bitte der Deutschen um eine Protestaktion abge - lehnt. In Belgien hat sogar ein sozialistischer Minister im Ministerrat für den Einmarsch gestimmt. Im September 1922 machte der Sekretär Internationale, Fimmen, die Zusage, und zwar ,.im Namen von 25 Millionen organisierter Ar- s beiter", daß der Gewerkschastsbund bei einem Ein- uiarfA ins Ruhrgebiet feine Pflicht tun würde. Als der der Ruhreinmarfch kam, wußte niemand mehr i i'tDas davon. D i e Internationale rührte lich nicht, die englischen Bergarbeiter haben sich J ’ogar nicht gescheut, die Gelegenheit dieser choch- ' lonjunfhir zu einer Lohnerhöhung zu benutzen, die heute der Drehpunkt des ganzen Streiks ist. So also ficht die internationale Sympathie aus, deß die deutschen Arbeiter Dprer ideeller und ma= ferieller Art brinven, daß aber ihre Genossen in den (5'tentestiaten n-ir schöne Worte haben die nihts kosten, sobald sich jedoch die Gelegenheit bietet, 'Ire Vorteile auch um den Preis des Verrats der ätschen Genossen greifbar wahrzunehmen. Daß der englische S'reik von Linae-" Dauer fein wird, glaubt niemand. Daß er dem deutschen Berg otrf große Vorteile bringen wird, ist also unwohr- iteinfid). Immerhin, wir haben acht Millionen kennen auf den Halden an der Ruhr liegen. Die Acrgbetrisbe müssen Feierschichten einlegen, weil sie ti< Arbeiter nicht mehr beschäftigen können. Sie laben Heine die «Öffnung, nicht durch Belieferung nach England, aber durch Wiederaufnahme alter Beziehungen, die uns von den Eng- terstützen, daß der Ankauf von ungewöhnlich großen Mengen unterlassen wird. Ebenso werden die Klein- Händler um ihre Mitwirkung bei der Sicherung einer gleichmäßigen Verteilung der Lebensmittel ersucht. Die Beurlaubungen in der Armee sind eingestellt worden. Ave Truppen erhielten die Weisung, sich >ederzeit bereitzuhalten. Die Eisenbahnen wurden für die Dauer des Streikes u n - ter Staatskontrolle gestellt. Gegen das kam munistifche Mitglied des Unterhauses Saklawala ;ft ein Haftbefehl erlassen wo tuen, weil er am Sonntag im chydepark eine aufrührerische Rede gehalten haben soll. Zwei Schlachtschiffe haben auf der Reede von Liverpool Anker geworfen. Ein Truppentransportschiff hat zwei Bataillone Infan terie in feldmarschmäßiger Ausrüstung in S: bl- helmen in Liverpool gelandet. In den Londoner Läden herrschte heute eine rere Nachfrage n-* Fahrrädern, Petroleumösen, Feldbetten und bt r gleichen Gegenständen, die bei dem ausbr?senden Streik nützlich fein könnten. In South New in Northcumberland haben Bergwerksarbeiter "unb deren Frauen einen Sturm auf bie Vorräte an Haushaltskohle auf dem Güterb. l, Hof unternommen, die für sie bestimmt waren, erst nach Stillegung der Schächte eingetroffen find. In Lanarkshire haben die Bergarbeiter und die ihnen nahestehenden Verbände einen Hilfsausschnß zur Vorbereitung von Schulspeisungen gebildet. Verkehrsstockung. Der letzte Dampfer Hock van Holland — Harwich. London, 4. Mai. (W. T. D. Fm .sprach.) Die Omnibusse, Tlntergrundbahnzüge. bi' Sira« ßerwähnen und die Eisenbahnen b?r Euston- und Waterloo-Station beendeten Ihren regelmäßigen Dienst nach Mitternacht und wurden ordnungsgemäß entsprechend den Weisungen der Streilleitung in ihre Depots zurückgebracht. Sie Eisenbahngewerkschaft ordnete an, daß um Mitternacht der gesamte Zugverkehr einzu st eilen ist. Die Ordnung sei vollständig aufrechtzuerhalten. Die den Verkehr mit England vermittelnde Dampferlinie Hoek van Hollan d—Harwich teilt mit, daß heu'e abend die letzte Abfahrt nach England stattftndet und dann der Betrieb vollständig stillgelegt werden wird. Massenweise sind heute die Fremden abgereist. Diele Amerikaner, die mit der „Ma- jeftic“ übermorgen nach Aeuhork abrcisen wollten, sind schon heute morgen aus London abger.ift, da bie „White Star Line" ihnen geraten hat, lieber einen Sag auf dem Schiff zu leben, als Gefahr zu laufen, bei Ausbruch des Eisenbahner- streiks nicht rechtzeitig zum Schiff zu tommen. Morgen wird die „QHauretania"' in Southampton einlaufen. Die Cunard-Line hat für sie bereits einen Automobildienst nach London eingerichtet. Auf die Rachricht vom Generalstreik haben viele die „Wauretania" schon in Cherbourg verlassen, um nicht in England auf unbestimmte Zeit festzusitzen. Englische Blätterstimme London, 4. Mai. (WTB. Funkspruch.) Das Arbeiterblatt ^Daily tzeralb" schreibt i.n Leiiartikel, bie Regierung habe nicht nationale, sondern Klassen und Parteiinteresien vertreten. Die Ration roebe bas endgültige Urteil fällen. Wenn die Arbeiter bevor ihr Sieg komme, Leiden auf sich nehmen müßten, würden sie dies im Interesse der großen Sache, um die es gehe, gern tun. D-? Opfer mü< n nicht vergebens gebracht fein. — Der lonstc?- '?? Daily Erpreß" glaubt, bie Arbeit wer> bi.....n kur',em wieder aufgenommen werden. Der Gsn. streik werde zufarntnenbrechen, ober er toeiuZ schwere finanzielle Verluste herbeifüh- ten, wodurch bie Lebenshaltung auf viele 8ahre hinaus beeinträchtigt werde. Das Blatt äußert die Besorgnis, daß der Sieg der Regierung so vollständig sein werde, daß reaktionäre Einflüsse ihn auszubeuten suchen mürben, eine Möglichkeit, die ebenso gefährlich sei, wie irgendeine Drohung der extremen Linken. Bedrohung der Pressefreiheit. London, 3. Mai. (WR.) Der liberale „S t a t" erschien heute allein von den Abendblättern. Im Laufe des Nachmittags forderten indessen die Maschinisten, daß eine Mitteilung, enthaltend die, Aufforderung zur Indienststellung von Freiwilligen aus dem Blatte entfernt werde. Dies wurde vom Chefredakteur a b a e l e h n t, worauf die Maschinisten die Arbeit einstellten und der Rest der Abendausgabe ungedruckt blieb. Dis letzte Ausgabe des Blattes wurde den Verkäufern förmlich aus den Händen gerissen. Einzelne Exemplare wurden dabei bis zu 2'Schilling 6 Pence bezahlt. Verschiedene Angestellte der „Evrning News" protestierten gegen die Veröffentlichung eines Leitartikels der ..Daily Mail", der bereits die Ursache zum Nichterscheinen der ..Daily Mail" am Morgen war. Da die Redaktion der „Eve- ning News" sich weigerte, den Artikel zurückzuziehen. trat ein Teil der Drucker in den Streik, so daß nur die erste Ausgabe des Sportteils ersckeinen konnte. 'Der frühere Abgeordnete der Arbeiterpartei. George Roberts, der im Jahre 1918 Arbeitsminister war, erklärte, daß die Haltung der Londoner Drucker, dir durch ihre Arbeitseinstellung das Erscheinen gewisser Zeitungen verhindern, einen ungerechtfertigten Eingriff in die Freiheit der Presse darstellt. Die Organisation der Arbeiterpartei, so erklärte Roberts, begebe sich auf ein gefährliches Gebiet, wenn sie den anderen die Gewährung der Redefreiheit verweigerten. auf die sie selbst so großen Aun- spruch macht. In Pariser Beleuchtung. Paris, 3. Mai. (TU.) Die Presse beschäftigt sich heute ausschließlich mit dem englischen Generalstreik. Der „Temps" erklärt, der englische Generalstreik sei eine revolutionäre Handlung. Das Kabinett Baldwin könne sein Prestige nur dann retten, wenn es daran festhalte, daß die Trade Tlnions die ausgegebene Generalstreikweisung zurückziehen. In Finanzkreisen befürchtet man starke Rückwirkungen des Streiks auf die internationale Finanzlage. Die englische Finanz beabsichtigt nach hier vorliegenden Meldungen einer Schwächung der britischen Valuta durch Verkauf größerer Mengen ausländischer Devisen zuvorzukommen. Hier befürchtet man davon eine ungünstige Beeinflussung des Franken. Amerikanische Gäste in Berlin. Der Reichsaußenminister auf dem Festbankett für die amerikanifche Hoteliers. Zu Ehren seiner amerikanischen Gäste veranstaltete der „Verein Berliner Hotel- und verwandter Betriebe" am Montagabend Im Kaisersaal des Zoo ein Festbankett, zu dem der amerikanische Botschafter Schur mann, die Reichsregierung. Aeichstagspräsident Loebe, Oberbürgermeister Do eß und viele andere Ehrengäste geladen waren. Im Laufe deS Festmahls hielt Reichs - außenMinister Dr. Stresemann eine Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte. „Im Frieden", so hat Goethe einmal gesagt, . „sendet man die Tüchtigsten von einer Welt- gegend zur andern." Sie tragen den Rühm der l amerikanischen Tüchtigkeit in die Welt. Sie sind in der Welt führend in Ihrem Gewerbe. Wer f die Schönheiten der Erde kennen lernen teilt, der muß reisen und wandern. Wer reisen will, muß wohnen uick> da treten Sie in Funktion, um den Menschen in Ihren großen Gaststätten das zu ersetzen, was ihnen in der Heimat das eigene Haus, die eigene Wohnung gibt. Ich sehe mit Freude die internationale Verbindung zwischen Ihnen und Ihren Kollegen. Aber ich hoffe, daß auch im Hotelwesen die Individualität - sich erhalt. Bauen Sie nicht dasselbe Hotel für die ganze Welt, lassen Sie uns etwas zum Wundern und etwas von der Eigenart der Staaten und Länder übrig. Wenn wir aus der Erde reisen sollen, dann muß Friede sein. Gebe Gott, daß in dem Vechältnis der Völker zueinander der letzte große Krieg nur als das letzte große furchtbare Märchen weiter lebt, von dem es später heißt: Es war einmal. Kein Volk hat so viel durch diesen Krieg gelitten wie Deutschland. Einst waren wir reicher und konnten mehr aus- ruhen. Jetzt werden wir für lange Zeit nrrr das Volk der Arbeit fein. Aber tetr wollen w i eder in die Höhe kommen. Bei aller Arbeit wollen wir alte Freundschaften nicht vergessen. Als ich in den Vereinigten Staaten war, haben wir am Schluß eines großen Kongresses das alte Volkslied gesungen: Old Long Sy ne. Möge es auch über unfern Beziehungen stehen als das Zeichen für Friede und Freundschaft, unter dem wir leben wollen. Grüßen Sir. wenn Sie zurückkehren, den großen Repräsentanten Ihres Voltes, den Präsidenten Coolidge. Sagen Sie ihm, wie sehr wir ihm auch dankbar dafür sind, daß er uns Persönkich-keiten von der Bedeutung und dem Charakter eines H o u g h t o n und S chu rm a n n nach Berlin gesandt hat. Bewahren Sie auch dem, was Sie in Deutschland gesehen und erlebt haben, eine gute Erinnerung in Ihrem Herzen und lassen Sie uns hoffen, daß Ihr Besuch in den Ländern des alten Erdteils mit eine Basis sein möge für Friede und Freundschaft zwischen den Völkern ter Erde. — Nach dem Reichsaußenminister erhob sich der amerikanische Botschafter Schurmann, von den Anwesen l en osbentativ begrüßt, zu kurzen sehr herzlichen Ausführungen. * Am Vormittag war eine Abordnung der amerikanischen Hoteliers vdm Reichspräsidenten von Hindenburg und in der Reichskanzlei vom Reichskanzler Dr. Luther empfangen worden. Die landw rtschasMchen Kredite der Landesbanken. Berlin, 3. Mai. (WTB.) In einer Kleinen Anfrage deutschnationaler Landtagsabgeordneter wurde zur Sprache gebracht, daß die M j n d e st - betrüge der Hypothek-en aus Mitteln der 4Volddiskontbank seitens der Landesbank der Rheinprooinz auf 2000 Reichsmark festgesetzt worden seien. Infolgedessen wurden viele Anträge kleiner Landwirte, die diese Mindestgrenze nicht erreichen, abgelehnt. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst der Antwort des Ministers des Innern entnimmt, hatte die Landesbank der Rheinprooinz die Mindestgrenze deshalb auf 2000 Reichsmark festgesetzt, weil bei kleineren Hypotheken die 5t o ft e n für die Beschaffung der erforderlichen Unterlagen und der Grundbuchkösten verhältnismäßig so hoch waren, daß bei Berücksichtigung der verhältnismäßig kurzen Dauer dieser Kredite die sich daraus ergebene Belastung gerade den hierfür in Frage kommenden kleinen Kreditnehmern nicht zugemutet werden könne. Auf Veranlassung der Rentenbankkreditanstalt hat die Landesbank der Rheinprovinz indessen ihre Bedenken zUrückgestellt und die Festsetzung einer Mindest grenze aufgehoben. Fritz Rausenberger f. Wie wir schon kurz meldeten, ist in München Professor Dr. Fritz Rausenberger, der Konstrukteur unserer großen Mörser, der intellektuelle Schöpfer unserer gewaltigen artilleristischen Erfolge im Weltkriege, im Alter von 59 Jahren gestorben. Sein Name wird für immer mit der Entwicklung der deutschen Technik, mit der Geschichte des großen Krieges und mit den Fortschritten der Kriegstechnik verbunden fein, die er durch seine Taten völlig u m g e st a l t e t hat. Man entsinnt sich noch des gewaltigen Staunens, das die ganze Welt durchlief, als einige Tage nach der Kriegserklärung, schon am 7. August 1914, der Fall von Lüttich und kurz darauf die Einnahme von Namur durch deutsche Truppen verkündet werden konnte. Der Tagesbericht des Generalguartiermeisters v. Stein entschleierte dann am 18. August das Geheimnis von Lüttich: „Die Forts, gegen die unsere schweren Geschütze feuerten, wurden in allerkürzester Frist in Trümmerhaufen verwandelt, unter denen die Besatzung begraben wurde." Es war Fritz Rausenberger, der in aller Verschwiegenheit das Wunderwerk dieser 42-Zen- timeter -Mörser vorbereitet hatte, es war die Firma Krupp in Essen, deren Werkstätten seine Gedanken zur vollendeten Tat hatten werden lassen. Diese Mörser — der Volksmund taufte sie später „dicke Berta" — hatten über Nacht alle taktischen und strategischen Vorstellungen, die man bisher von Wert und Nutzen der traditionellen Festungsanlagen und Fortgürtel gehegt hatte, in Grund und Boden geschossen. Und noch ein zweites Mal brachte sich deutscher Erfindungsgeist durch Rausenberger in warnende Erinnerung. Das geschah, als sich die Pariser in ihrer eigenen Hauptstadt plötzlich höchst unsicher fühlten; denn außer Fliegern und Luftkreuzern wurden sie plötzlich durch geheimnisvolle Geschütze bedroht, deren Standort nicht aufzufinden war, durch Kanonen, gegen die es keine Abwehrmaßnahmen geben konnte. Und wieder hatte Rausenberger das artilleristische Wunder vollbracht: seine Rohre feuerten aus einer Entfernung von 120 Kilometer und wußten trotzdem ihr Ziel und furchtbar zu treffen. Der Erfinder ist 1868 in Frankfurt a. M. geboren. Er war seit 23 Jahren im Dienste der Firma Krupp; zuerst dem Direktorium, feit 1921 dem Aufsichtsrat angehörend, hat er den Werken stets mit seinem erfinderischen Geiste, seinem scharfen technischen Verstände gedient; für seine unvergänglichen Großtaten auf dem Gebiete der Geschützkonstruktion haben ihn zahlreiche deutsche Hochschulen zum Ehrendoktor ernannt. Wo immer von der Geschichte des großen Krieges gesprochen werden wird, wird man auch den Namen Rausenberger nennen müssen, dessen Taten nicht nur verblüffend und großartig, sondern höchst wirksam und von unabsehbarer Bedeutung gewesen sind. Gesandter Dr. Pfeiffer f. München, 3. Mai. (WTB.) Der deutsche Gesandte in Dien, Dr. Pfeiffer, ist heute abend um 9 Ahr im ttrcm-enhaufe links oev Isar an Herzlähmung gestorben. Maximilian Pfeiffer wurde am 21. 12. 1875 in Rheinzabern in der bayerischen Pfalz geboren. Im Jahre 1899 trat er als Volontär vei der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek in München ein. 1903 wurde er als Sekretär der Kgl. Bibliothek nach Bamberg berufen, wo er anfing sich im Rahmen der Zen- trumspartet auch politisch zu betätigen. Im Jahre 1907 wurde er daraufhin für Kronach-Lichtenfels, einem oberfränkischen Wahlkreis, in den Reichs- t a g gewählt, dem er bis zu dessen Auflösung im Jahre 1918 angehörte. Neben einer umfangreichen wissenschaftlichen Schriftstellerei, war er auch lebhaft im Sinne der interparlamentarischen Union mit der Feder tätig. In seiner Eigenschaft als Mitglied der internationalen Kommission für Kriegsgefangenenfürsorge entwickelte er während des Krieges eine besonders lebhafte Tätigkeit. 1919 wurde er in die Nationalversammlung gewählt. Auch in dem folgenden ersten Reichstag der deutschen Republik wurde Pfeiffer 1920 wieder gewählt. Irn Januar 1922 wurde Dr. Pfeiffer zum deutschen Gesandten in Wien ernannt. Das literarische Schaffen Pfeiffers umfaßt hauptsächlich historische Und politische Schriften. Seine Schrift „Theaterelend" (1909) übte eine starke Wirkung au«. Auch schrieb er einen Roman „Kyrie Eleison". Prinz Vlktsr Napoleon f, Brussel, 3. Mai. (TU.) Prinz Viktor Napoleon Bonaparte ist heute morgen hier den Folgen eines Schlaganfalls erlegen. Der Prinz, der 1862 in Paris geboren ist, war ein Enkel König Jeromes von Westfalen, des jüngften Bruders Napoleons L, und als Haupt des Hauses Bonaparte, der Thron- präiendent der französischen Bonapariisten. Er war mit der Prinzessin Clementine von Belgien, her jüngsten Tochter König Leovolds !(., vermahlt. Die Anwartschaft auf den französischen Kaiserthron geht nunmehr auf seinen, dieser Ehe entsprossenen zwölfjährigen Sohn Louis über. Kampfvorbere^lr ng-n m MaroM . Paris, 3. Mai. (TU.) Die französischen und spanischen Truppen habe ihre o»rbereitcnoen Maßnahmen beendet und ihre Stellungen aus dem rechten Ufer des Uerghaflusses eingenommen. Auch auf feiten der Riftruppen ist eine starke Tätigkeit zu verzeichnen. Es werden gleichfalls alle Vorbereitungen zur Wiederaufnahme der Feindseligkeiten im Falle eines endgültigen Abbruchs der Friedensverhandlungen getroffen. Der Generalgouverneur von Algier, Violette, der in Paris eingetroffen ist, hat einem Vertreter des ..Petit Journal" erklärt, die (Entfernung 21 b b 6 l Krims aus dem Rifgebiet fei für den Frftdsn Unumgänglich notwendig. Die meisten algerischen Stämme seien jetzt Gegner der Sache Abd el Krims. Ein französisch-rumänischer (BaranHeoertrag. Bukarest, 4. Mai. (TL1.) Infolge des deutsch-russischen Vertrages Haden die Verhandlungen über einen Garantievertrag zwischen Rumänien und Frankreich wieder eingesetzt. In gut informierten Kreisen verlautet, daß der endgültige Wortlaut schon fertig- gestellt fei. Er bedürfe nur noch der Unterzeichnung. In politischen Kreisen wird e'.ne sehr lebhafte Propaganda für den Vertrag entfaltet. Von gewisser Seite wird auch behauptet, der Vertrag sei schon bei dem Galadiner auf der französischen Gesandtschaft unterzeichnet worden, das am Freitag stattfand und an dem der König und der Außenminister teilnahmen. Eme Parlamenlsreform. Vorschläge des ReichStagSpräsidenteu Löbe. Berlin, 4. Mai. (WTB.) Reichstagspräsident Lobe, der dem Aelteftenrat des Reichstages in seiner letzten Sitzung ein Programm zur Reform der Parlamentsberatungen unterbreitet hat, erklärte einem Mitarbeiter des „Berl. Tagebl.", daß die Deratungsweise des Reichstages allmählich eine Form angenommen habe, die dem Ansehen des Parlaments auf die Dauer abträglich werden müßte. Bereits jetzt sei eingeführt, daß die Plenarverhandlungen des Reichstages um 2 Uhr beginnen und um 6 älhr enden, also nur 4 Stunden dauern. Um für diese beschränkte Zeit eine nahezu lückenlose Anwesenheit aller Abgeordneten zu erreichen, sollen in jeder Fraktion drei Einpeitscher bestimmt werden, die auf die Anwesenheit der Abgeordneten zu achten hätten. Bei der sozialdemokratischen Fraktion sei diese Einrichtung bereits getroffen. Das Verbot der Verlesung von Reden soll schärfer als bisher gehandhabt werden. Die Reihenfolge der Redner soll nicht mehr wie bisher nach der Größe der Fraktion bestimmt werden, sondern es solle eine kontradiktorische Art für die Debatte eingeführt werden, so daß immer ein Redner für und ein Redner gegen den zur Diskussion stehenden Gegenstand spreche. Die Redezeit bei minder wichtigen Themen soll noch weiter als bisher beschränkt werden und die einstündige Redezeit soll nur für die großen außenpolitischen Diskussionen und für grundsätzliche Fragen bestehen bleiben. Auch sollen die großen und die flehten Parteien nicht d i e gleiche Redezeit erhalten. Endlich solle die Frage geprüft werden, ob nicht wie im englischen und französischen Parlament Zwischenbemerkungen und Fragen der Abgeordneten während der Rede eines anderen eingeführt werden können. Die Vertreter aller Parteien, schloß Lobe, haben meine Anregungen günstig aufgenommen und zugesagt, sich mit ihren Fraktionen darüber zu besprechen. Die erste pädagogische Akademie in Preußen. Kultusminister Beckers Eröffnungsrede in Elbing. Elbüng, 3. Mai (WD.) Die erste der neuen Lehrerbildungsanstalten für Volksschiul- lehrer, die Pädagogische Akademie in Elbing, wurde in Anwesenheit des preußischen Kultusminister Dr. Becker sowie zahlreicher geladener Gäste in der neuen Akademie durch einen Festakt eröffnet. Während der Feier hielt Kultusminister Dr. Becker eine Rede über Bedeutung und Aufgaben der neuen Akademie, in der er u. a. folgendes ausführte: Aeußer- lich ist Preußens erste Pädagogische Akademie ein ehemaliges Lehrerseminar und nie wollen wir vergessen, was das Lehrerseminar geleistet hat. Ich fühle mich veranlaßt, ihm für die Kraft, die es spendete und für den reichen Segen, der von ihm ousgegangen ist, meinen Dank zu sagen. Das alte preußische Seminar war keineswegs schlecht, wie man immer annimmt. Immerhin hatte es manchen Fehler. Sein größter war der Konstitutionsfehler, der zeitgeschichtlicher Natur ist. Das Seminar war auf gebaut auf längst Überhollen Vorstellungen von der Volksschule, der man als Aufgabe den Kampf mit den Analphabetmr stellte. Es war in einer Zell gegründet worden, die die Kluft zwischen höherer und Volksschulbildung für vollkommen unüberbrückbar hielt. Schon im Laufe des vorigen Jahrhunderts jedoch hat sich durch die andere Gliederung des höheren Schulwesens der Wandel vollzogen. Heute ist die höhere Schulbildung nicht mehr allein Vorbedingung für das Hochschulstudium. Wir wollen in der Akademie feine höhere Schule und keine Fakultät probieren, wir wollen den Weg gehen, den uns die Not unserer Zeit vorschreibt, ilnfet Dildungswesen leidet an einem Zuviel des Stosses. Mehr Vertrauen zu sich selber soll der Deutsche haben. Harmonisch soll er sich entwickeln und aus dem „Dich und Du" das „Wir" schassen. Der Kutisker-Prozeh- Berlin, 3. Mai. (TU.) Im Kutiskerprozeß wurde eine eidesstattliche Versicherung Holzmanns verlesen, in der dieser behauptet, Michael habe ihm wiederholt gesagt, er wolle Kutisker dadurch vernichten, daß er ihm den Kredit bei der Staatsbank abgrabe; er brauche dazu Holzmanns Hilfe. Zu dem Zweck sei die Komödie in der Abnahmekommission veranstaltet worden. Die falschen Anzeigen an die Polizei wegen angeblicher Waffenbestände im Lager seien von Michael selbst entworfen worden. Holzmann erklärte dazu, daß alle Angaben dieser Versicherung unwahr seien. Nach der Vernehmung der Angeklagten wurde in die Beweisaufnahme eingetreten. Gegen den Protest des Angeklagten Strieter wutde zunächst der psychiatrische Sachverständige, Dr. Hagedorn, oernommen. Er kam zu dem Schluß, daß die Voraussetzungen des §51 bei Strieter nicht Vorlagen, wohl aber pathologische Störungen und Gemütslahmungen. Es wurde baan i i? Zeugenvernehmung über die Grieger schen Gesellschaften fortgesetzt. Nach den Zeugenaussagen sei Grieger, der sonst ein tüchtiger Geschäftsmann gewesen sei, seit der Verbindung mit der Steinbank vollständig mit den Nerven zusammengebrochen. Er habe auch willenlos alle gegm ihn selbst gerichteten Maßnahmen der Stftnbank unterschrie''''en. ®rieg;r fei durch die hohen Zinsen in vollst ä n o i g e Abhängigkeit von Kutisker Wettervoraussage. Bei nördlichen bis östlichen Winden wolkig bis aufklärend, zeitweise unruhig, Nachtfrostgefahr, tagst über mäßige Erwärmung, durchweg trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 12,4 Grad Celsius, Minimum 4,7 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 6,7 Grad Celsius. geraten und seelisch zusammengebrochen. In den weiteren Verhandlungen sagte eine langjährige Angestellte Griegers aus, int März 1924 habe Grieger zu ihr gesagt, er sei jetzt pleite und könne sich eine Kugel durch den Kopf schießen. Grieger sei durch Kutisker immer in den Glauben versetzt worden, daß seine Aktiven ausgenommen würden und daß er dann seine Firma noch wertvoller zurückbekommen würde. Herr v. Kohl habe aber die Betriebe gänzlich zugrunde gerichtet. Darauf wurde der oft erwähnte Herr v. Koh! als Zeuge in der Angelegenheit der GriegerscheN älnternehmungen vernommen. Nach seiner Aussage haben die Warenlager der GriegerscheN Unternehmungen einen Gesamtwert von etwa 300 000 Mark dargestellt. Es hätten zwar viele Aufträge vorgelegen, aber zu so ungünstigen Bedingungen, daß jede Lieferung einen Verlust bedeutet hätte. Es sei möglich, daß aus diesem Grunde eine V e«rf auf 8- sperre verfügt worden fei. Hohl (teilte bann in seiner weiteren Vernehmung Griner als einen Lumpen hin, während andere Zeugen Grieger das beste Zeugnis ausgestellt haben. Die Verteidigung beantragte den Zeugen v. Kohl wegen des Verdachtes der Beteiligung nicht zu vereidigen. Eine frühere Buchhalterin Kutiskers sagte aus, sie habe auf Veranlassung von Blau Gefälligkeitsakzepte unterschrieben, die nachher über viel höhere Beträge lauteten, als sie sie unterschrieben hatte. Ein Schwächeanfall Ku- ttskers machte dann die Vertagung der Verhandlung notwendig. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler Dr. Luther wird, wie jetzt feststeht, am 6. Mai zur Tagung des Deutschen Landwirtschaftsrates in Darmstadt eintreffen. Er wird in einer Ansprache die Agrarpollttk der Reichsregierung beleuchten. Auch der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. H a s l i n b e, der der ganzen Tagung beiwohnen wird, wird eine Rede hallen. • Der deutsche Botschafter in Paris v. Hösch ist in Berlin eingetroffen, wo er voraussichtlich ein paar Tage verweilen wird, um mit dem Reichskanzler und dem Rrichsminister des Aeußeren die Fragen zu besprechen, die ter De- rcttungsgegen stand der. am 10. Mai rn Gens zusammentretenden Studien kommission sind. • Der Madrider Zeitung „Sol" wird aus Palma de Majorca gemeldet, ein Sohn des früheren Kaisers Wilhelm halte sich feil einigen Monaten dort auf, um im Hinblick auf die Absichten seines Vaters, Doorn zu Berfa f f en und In Palma de Maiorca Wohnung au nehmen, weiteres zu veranlassen. — Palma ist die Hauptstadt, der der spanischen Ostküste fm Mittelmeeve vorgelagerten Inselgruppe der Balearen. In Washington Ik -eine Nachricht beim amerikanische Schatzamt • dv, daß Frankreich in den Vereinigten Staaten eine große Anleihe abzuschließen beabsichtige, man glaubt auch nicht, daß diese Möglichkeit im Augenblick besteht. Aus aller Welt. Schließung des Koblenzer Stadttheakers. Die Koblenzer Qtabtbevorbrtc tenDerfaninihmg beschloß das Sttadtthcater eingehen zu lassen und das städtische Orchester aufzu losen. Die Schließung des Theaters ist als endgültig anzu« sehen, da einfe Beihilfe von irgend einer Seite nicht zu erwarten ist. Mährend des Fußballspiels vom Dlih erschlagen, In Oppau schlug wahrend eines Fußballspiels der Blitz auf das Spielfeld ein. Spieler, Schiede richter, Linienrichter und ein Teil des Publikums wurden zu Boden geworfen. Der Vereidiget Blesch, wurde direkt vom Blitz getroffen und blieb tot nm Boden liegen. Ein weiterer Spieler hatte zuerst die Sprache verloren und ein Dritter war völlig gelähmt. Diese erholten sich jedoch noch einiger Zeit wieder. Bei sämtlichen Spielern stellten sich heftige Kopfschmerzen ein. Das Publikum würde von einer großen Panik ergriffen. Raubüberfälle. In der Nacht zum 1. Mai wurden Einbrecher im Schloß des Freiherrn von Seckendorfs in Reichenbach (Schlesien) von diesem selbst beim Sprengen eines Geldschrankes überrascht. 2118 der Freiherr die Tür öffnete, erhielt er sofort! von einem 6er Einbrecher einen Schuh in die Brust. Die Einbrecher konnten unter Mitnahme einer reicher! Deute entkommen. Kurz darauf drang offenbar dieselbe Bande in dem ziemlich weit von Reichenbach entfernten Ort Schönewalde in das Pfarramt ein, plünderte die unteren Räumlichkeiten und erbeutete einen Dar- betrag von 2000 Mark. Der Geistliche, der im oberen Stockwerk schlief, blieb unbehelligt. Fünf Selbstmorde Innerhalb von zwei Stunden. In Berlin haben sich Montagnachmittag innerhalb zweier Stunden 5 Personen das Leben genommen. Als Ursachen werden in dem Polizei' bericht Arbeitslosigkeit, schlechter Geschäftsgang oder andere wirtschaftliche Not angegeben. Atttonttfallstatiftik. Auf der Landstraße Kassel — Han N. - Münde n stieß das Auto des Bäckermeisters Weiterer aus Kassel mit einem anderen Kasseler Auto ohnö Insassen zusammen. Dabei durchbrach der Kkafi- wagen das starke Eisengeländer an der Straße und fuhr mit voller Wucht gegen einen BauNi. Der Bäckermeister, der das Auto selbst führte, erlitt schwere Verletzungen. Auch die anderen Insassen mußten sämtlich dem Krankenhaus zugeführt werden. — Bei Bopfingen (Württemberg) stürzte der Aufbau eines Lastautos, das zum Transport von Arbeitern diente, unterwegs um, so daß alle auf dem Wagen stehende Personen heraus- fielen. 12 Personen wurden schwer verletzt. — der Nähe von Schmachtenberg stieß Bürgermeister Kirchner, der ein Fahrrad benutzte, m i t einem Motorradfahrer zusammen und wurde so schwer verletzt, daß er tot am Platze blieb. 1 gM'S Zimmr nm Veranda ab 15. Mai oder früher ;u tietmlcien s^<« C'tanlanc 29 I. MIäw An vermieien. Näh. Lindenvl. 1 III, L fr. Hotel Einhorn^»» niiiiiiiniiiumiiiHiiiiHiiiiii Möbl. wimmer -u vermieten , ^Neustadt 57, <*. UlUäliUUlliUJllHUUWiuiu Der Motorradfahrer blieb unverletzt. — Äuf der Chaussee Stralsund — Rostock überschlug sich ein Kraftwagen, als er ein anderes Huto überholen wollte. Der Bademeister Wiese aus Greifswald konnte nut noch als Leiche unter dem Wagen her- vorgezogen werden. — 3n der Nacht zum 1. Mal wurde auf der Staatsstraße Bautzen-Löbau an der Bautzener Stadtgrenze der Photograph Froehnel aus Bautzen von e Ineiti Auto u m gefahren und so schwer verletzt, daß er eine Stunde naty feiner Einlieferung In das Bautzener Kranken. Haus verstarb. Das Auto gehörte dem Qdbrifbe- sitzer Richter in Neukirch und wurde von Ihm selbst gesteuert. Die Schuldfrage ist noch nicht getlärL — Auf der Chaussee Frankfurt a. O. — Schwie - b u 9 fuhr ein mit etwa hundert Kommunisten be- ieistes Lastauto mit Anhänger gegen einen r e n ,3 ft e i n und überschlug sich, wobei etwa die Hälfte der Insassen mehr ober weniger schwere Per- kfiunoen erlitt. Xus öer provinzialhauptstadt. Glesien, den 4 Mai 1626. Söfttchkelt'. Und wo sie )u finden lst. Alle West beklagt sich über die Unhöflichkeit der ;enossen..Ich beklage mich nicht! Im Gegenteil, linde, daß das Gefühl für Höfllkhlelt non nie |ö start war, wie es gerade jetzt ist. Beim Einkauf in den Läden verlangen Die zu» letzt Gekommenen ihren Bedarf zuerst: Wie höflich oan khrten, den anderen noch Zeit zu lassen, sich über ihren Kauf schlüssig zu werden! — Wenn noch recht viele Kunden ans BedleMing warten, läßt sich hte gnädige Frau besonders große Auswahl ah Waren vorlegen, die sie heute gar nicht zu kaufen beabsichtigt, nur um die ganz unoerftönb- Ncherweise in Ungeduld geratenen Wartenden durch Ihre holde Gegenwart in höflicher Art zu unterhalten. Niemand kann heute den Anblick ertragen, daß ältere Herrschaften im Straßenbahnwagen stehen müffen, selbst die Jugend ist von diesem Gefühl vollkommen durchdrungen. Deshalb beeilt sich alles, erst die Plätze Ab besetzen, welche unmöglich einen Blick auf die (Einftcigertben zulassen. Sind keine solcher „gesicherten" Sitze mehr frei, so schützt iraenbein Schmöker vor dem aus purem Hofllcy- keitsgefühl einfach unerträglichen Anblick. Ist noch ein letzter Sitzplatz vorhanden, so rückt man heute nicht mehr rasch und so gut wie möglich zusammen. D nein! Wie unhöflich wäre es, diesen Fahrgast so deutlich empfinden zu losten, daß man sich seinetwegen etwas an der eigenen Be quemlichkeit abgehen läßt! Deshalb bewegt man sich am besten gar nicht, ober deutet dos Znsam- menrürfen nur symbolisch an. Aus dem gleichen Grunde läßt man auch seine Mappe neben sich auf der Bank liegen, wenn es manchmal auch reichlich eng wird. Aber muß sich denn der Zuletztgekommene anlehnen!? Ausgeschlossen, er Ist >o schon so yllicklich, überhaupt sitzen zu dürfen! Früher waren nur die besonders vornehmen Leute parfümiert, und diese so sparsam, daß man fast nichts davon wahrnchmen konnte. Glücklicherweise ist das jetzt anders geworden! Heute ist man böslich genug, sich In so starke Duftwolken zu hüllen, daß auch der übrigen Menschheit in erfreu- lieh hohem Maße diese Segnungen der Kultur kostenlos übermittelt werden. Eine andere, überaus altmodische Sitte war er. seinen Nachbarn im Konzert ober im Theater gelegentlich etwas zuzuflüstern! Wie geschmacklos'! Der höfliche Mensch von heute hat keine Geheim, niste vor seinen Zeltgenosten! Er hält es für feine Pflicht, so laut und deutlich zu sprechen, daß er in der Nachbarschaft gehört wird. Leider trifft man hier und da immer noch Rückständige aus Urgroß, väterzeiten, die sich mehr für Konzert und Bühne begeistern als für private Intimitäten — solche Leute gehören an den Radioapparat im eigenen Heim, wo sie nach Belieben lauschen können, aber nicht unter alles länaft beherrschende und alle« bester wissende Mitmenschen' In Enses und Restaurants erkennt man den höflichen Menschen art feiner Zuvorkbmmenhelt, mit Kleidungs und Gepäckstücken aller Art möglichst viele Pläne zu belegen, damit er tn den über- üüten Lokalen einem zufällig erscheinenden Scannten einen Platz anbieten kann. Genau so um- ichtlg verhält er sich in der Eisenbahn, doch stößt er ab und zu au eine unangenehme Sorte Reisender. die fein s art ausgeprägtes Höllich'eitsge. fühl lür — man höre und staune — Egoismus halten!! Ja, wenn bas wirklich alles Egoismus wäre — aber nein! Soviel Rücksichtslosigkeit unb Unhöf. lichtest sollte man feinen lieben Zeitgenosten boch nicht zutrauen! Tacho. Yttctzcner Wvchrirmarktpreisk. ES kosteten auf dem heutigen Worhrmmarkt das Pfund: Butter 200—210 Pfg.. Matte 35—40, Käse 50—140. Weißkraut 35. Rotkraut 40. Rote Rüben 20—25, Spinat 40-50. Spargel 70—110, Tomaten 120. Zwiebeln 25. Meerrettich 40—80, Schwarzwurzeln 45—50, Rhabarber 25. Kartoffeln 4—5, ^leptel 20—40; das Stück; Eier 10, Blumenkohl 100—150. Salat 25- 30, Salatgurken 120, Lauch 5—25, Sellerie 20—50; das Bund Radieschen 15—20, gelbe Rüben 50 Pfg. Vornoti-en. Rom Konzertverein wird uns geschrieben; Am 11. Mai sind es 10 Jahre, daß Mak Reger völlig unerwartet au8 seinem arbeitsreichen Lebert schied. Eingrdrnk dicsrs Tages veranstaltet die hiesige Mar-Reger-Deme nde in Gemeinschaft mit dem Konzertverein, in deslen Konzerten der Meister öfters und in unvergeßlicher Meise mltgcto.rft Hal, eine Gedächtnisfeier In der Stadtkirche. Für diesen Zweck sind zwei hervorragende Reger-Interpreten g Wonne i worden: Frau Elcstre v. Conta iSopran) und Sjerr Mieder, der unserm M ß.'f.eunden von feinen früheren Orgelkonzerten her aufs beste bekannt ist. Herr Mieder spielt br ei Orgelfantaften, während Frau v. Eonta einige er.isw Gesänge vorträgt, so daß eine würdige und stille Feier des Tages in Aussicht steht. Karten sind in der Musikalienhandlung von Ernst Ehalliek — ür Konzerwereinomiigsied r z : ermäßigten Prei- en (1. Platz 2 Mark) bis zum 8. Mai - zu jaden. Das Konzert ist außerhalb des Abonnements, das bereits mit dem Märzkonzert abgeschlossen war. — Hypothekengläubiger, unb Spa - rer-Schutzverbanb. Morgen, Mittwochabend, Mitgliederversammlung im ..Hindenburg". Näheres im heutigen Anzeigenteil. •* Für den Dr. Eckener-Tag in Gießen am Montag, 10. Mai, abends 8 Uhr, in der Volkshalle. zeigt sich in Stadt und Land schort jetzt sehr regeS IniSteUe. Bekanntlich soll der Ertrag der Veranstaltung zugunsten der Zeppelin-Eckener-Skende verwandt werden, und schon au- diesem Grunde ist eint rege Beteiligung der Mitbürger aller Siände von Siadt unb Land lebt erwünscht Die verstärile Kapelle Topp wird den Abend durch flotte Märsche bereichern. " Die Gießener TUrn - undSport- toerbetage am 8. und 9. Mai in der Volks- holle bzw. auf dem Universitätssportplatz werden von den beteiligten 'BereirtCn mit größtem Eifer vorbereitet Allenthalben wird tüchtig geübt, um den Besuchern turnerisch unb sportlich nur Hervorragendes zu zeigen. Der Dor-Verein übt morgen abend zum erstenmal in der Volkshalle. Rach allein, was bis seht verlautet, kann man aus recht genußreiche Darbietungen rechnen, die wert sind, von einer großen Menschenmenge besucht zu werden. Für die musikalische Unterhaltung wird die Kapelle Topp in bester TDeise sorgen. ' Straßensperren. Degen Vornahme von Kanalisationsarbeiten ist die Straße ..Am Kugelberg" zwilchen Sicher Straße und Kaiserallee vom Polizeiamt mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt worden. Ferner wurde wegen Vornahme von Ausbesserunasarbeiten bet Wieseckerweg von der Marburgerstrahe bis zum Haus Rr. 40 von heute ab bis auf weiteres für jeglichen Fuhr» Werksverkehr gesperrt. " Das Sommerabonnement für das Stadttheater. Man schreibt uns: ES sei nochmals darauf hingewiesen, daß in diesen Tagen die.Ausgabe deS Sommerabonnements an der Tageskasse des Stadttheaters in den Stunden von 10 bis 12 Uhr erfolgt. “ Dienstjubiläum. Am gestrigen 3. Mai feierte Postinspektor Kinzenbach sein 40jähri- ges Dienstjubiläum, zu dem ihm seine Behörde ein Glückwunschschreiben zugehen ließ. ee Geschäftsjubiläum. Gestern beging der grihurmelfter Georg Wahl sein 35jähri- geS Gcschäftsjubiläum im Hause Reustadt 33 dahier. ** Fahrraddiebstahl. Der Polizeibc- richt meldet: Gestohlen wurde am 30. April, nachmittags gegen 5.30 ilbr, im Seltersweg dahier ein Herrenfahrrad, Marke Kurmann, Fabriknummer 12 165, schwar-er Rahmen ba t mit g.unen Streifen, schwarze Schutzbleche und Felgen. An dem Sattel hängt ein kleines verrostetes Schloß. Das Rad ist noch gut erhalten und mit einer Bullilampe versehen. *• Festgenommen wurden hier vier Personen wegen verschiedener Straftaten. WER. Der heißeste April seit einem halben 3ahrhundert. In den letzten Tagen deS Monats April haben wir in unserer Gegend Temperaturen erlebt, wie man sie sonst nur an Hochsommertagen kennt. Der Freitag brachte Temperaturen im Schatten bis zu 24 Grad: am Donnerstag waren etwa 20 Grad zu verzeichnen gewesen und vor einigen Tagen war das Thermometer sogar bis zu 29 Grad gestiegen. 3m allgemeinen kann man sagen, daß derartige Hitzegrade im A".il In Deutschland schort seit mehr als 50 3ahnen nicht mehr gemessen wurden. Der vorige Monat dürfte damit der heißeste April seit ":wa einem halben Jahrhundert gewesen fein Kunst und Wissenschaft Äelnbarbt-tßanfplei In Darmstadt. Die Reinhardt- Bühne bot, rohe andere süddeutsche Städte, auch Darmstadt besucht upb i)kr G o lbinis Lustspiel „Der Diener zweier Her.c " mit außerordentlich starkem (Erfolg ortsgeiührl. 'Bon den Darstellern gehörte Gustav von W a n g e i, beim früher bet hiesigen Bühne an. Bei weit in die stärkste künstlerische Leistung bot Hermann T h imig, bet die Vorstellung zu einem Theute, uvend von tiefster Wirkung stempelte. Kunstausstellung varmstadt 1926. Am 2. Mal würbe In Gegenwart eines zahl reichen Publikums (barunter auch viele Betitelet von Behörden unb ber Künstlerschaft) die Allsstrl- luna der freien Bereinigung Tarrn hab ter Künstler in ber Kunslhalte tröffhet Die Freie Bereinigung Darmstädler Künstler grciji in ihrer Zusammensetzung über bie Lanbeshaliptstubl hinaus: sie umfaßt auch Künstler aus anderen Teilen Hcsicns unb solche, ble mit ihrer Kunst von Tarn stabt ausgegangen sind ober hier gewirkt haben, je-.', aber, über ganz Deutschlind zerstreut, tätig sinb. Die Bereinigung zählt viele klangvolle Namen In ihren Reihen. Die gegenwärtige Ausstellung (Geinälbe, Plastik unb Graphik) umfaßt runb 200 Nummeti-. sie bietet durchweg Schöpsunaen einer ousgereiftca Kunst unb Ist keiner bestimmten Kunstrichtung oct schrieben. Aus Oberhestert haben Bilder nusgcftelll Rudolf A. ® ü n n i n g s , Gießen (brei Lanbschai ten), Heinrich H. Walther, Gießen (Muttet Unb Kind, Der Maler, Witwe unb ein Selbstbilbnis) unb Karl Fries, Ortenberg (An ber Nidder. Linde fertaflc. Aus dem Lahntal). Schöffengericht Gießen Gießen, 4. Mai. Das Schöffengericht verurteilte gestern den schon vorbestraften A, beiter M. von hier wegen mehrerer Einbrüche und Cinbruchsversuche zu 5 Jahren und 4 M o naten Zuchthaus, seinen Schwager 6d- tvegen Hehlerei zu 1 3 a b r Gefängnis, eine andere Person wegen DiebstahlS-Beihll c zu 6 Monaten und eine Frau Sch. wegen B- günstigung ebenfalls zu 6 Monaten Defärtgni 71 aber er Bericht folgt. Rundfunk-Programm des frankfurter EenßerS. (Aus der «Radio-Umschau".) Mittwoch, 5. Ittal. 3 30—4 Uhr: Die Stunde der 3ugend; 2- dem Buch der Sage und Geschichte, borgetrdu- von Rektor Wehrhan (für Kinder vom 10. 3ayi ab). 4.30—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchester- Giacomo Meyer beer. 5.45—6.05 Uhr: Di Büch erstünde. 6.15—6.45 Uhr: „Der helltge Ber- Athos", Vortrag von Prof. Dr Richard Preise anläßlich des Weltkonzil- deS griechischen Ortho borie auf dem Berge AthoS zu Pfingsten 1921 6 15—7.15 Uhr: Stunde des Südwestdeutsche Rad'o-Elubs: 3ng. Randewig: .Tin Ginrdhren Superregenerativempfänger nach Armstrong. Seine Theorie und praktische Anwendung". 7.1 bis 7.45 Uhr: A. de Rora liest seine Rovelle .Die Fähre" 7.45—0.15 Uhr: Italienisch;. Sprachunterricht 8.15—10.15 Uhr: Gastspie« de Stadttheaters Offenbach: Wiener Blut". Öd' rette in drei Akten von Johann Strauß. FachmännischeBeratunq über 03176 Gießen, den 4. Mai 1926. 03203 k Familie Kehr. Treis a. d. Lda., den 1. Mai 1926. 03153 Güßen, Bahnnotstr vorn. Hermes Nau Kant 3. Mai. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem schweren Verluste, der uns betroffen hat, sprechen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank aus. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 6. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus, statt Hansa Handelsschule Kunzeimann erteilt bereitnnfligft jeder selbständige Gärtner und Blumengeschäftsinhaber. Es ist bestimmt in Gottes Rat. laß man vom liebsten, was man hat, mußscnel, Teleot, 86$). I) SahrraSer! Nur beite Marken, günft. ZablungS» iiiiiiiiiuimui beömgungen miilhilhiiiiii Reparaturen/ mmiiilii gut, billig und schnell miiiiiiui Ersatz unb Zubehörteile!! BlUotii Bornetnann Tonnenstraße 5 lÄantletbergi verlieren niemals ihr schmuckes Aussehen, wenn sie wöchentlich einmal mit VIM gescheuert werden. Es macht so wenig Mühe: auf die gut angefeuchtete Stelle streut man etwas VIM, bürstet einigemale darüber und wäscht mit klarem Wasser nach. Die handliche Streudose beugt jeder Verschwendung vor. 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Auf Grund der §§ 39, 342 (1), 348, 352 des preußischen Waffergefehes vom 7. 4. 1913, des § 6 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. 3. 1850 und Les § 142 des Gesetzes über allgemeine Landesverwaltung in Verbindung mit der Verordnung über Vermögensstrafeu und Geldbußen vom 6. 2. 1924 wird nachstehende Verordnung über das Baden in der Lahn im Gebiete der Gemeinden Launsbach, Wißmar, Odenhausen, mit Zustimmung des Kreisausschusses erlassen: § 1. 3m Gemeingebrauch darf in der Lahn innerhalb des Bezirks der Gemeinden Launsbach. Wißmar, Odenhausen nur von den zugelassenen Badeplätzen aus gebadet werden. Als solche werden hierdurch bestimmt: in Launsbach die Fläche „auf dem Sand" auf dem rechten Lahnufer, in Wißmar die Fläche „im Ge- meinert" f.Erwachsene, die Fläche „auf der Pfingstweide" für * Kinder, beide auf dem rechten Lahnufer be- ‘ legen, , in Odenhaufen der Dleichplah auf dem rechten Lahnufer unterhalb der Lahnbrücke. Alle Badeplätze sind durch Schilder mit entsprechender Aufschrift gekennzeichnet. 8 2. Es ist Sache der Badenden, sich das Recht für den Zugang zu den zugelassenen Badeplähen, zum Betreten der Uferflächen usw. bei den Ufer- eigentümern zu erwirken. § 3. Die Polizeiaufsicht über den Badebetrieb im Gebiete der genannten Gemeinden steht der Ortspolizeibe- Hörde in Krofdorf zu. Unbeschadet des Rechts der Beschwerde ist deren Anordnungen von den Badenden Folge zu leisten. § 4. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden bzw. gegen die von der Ortspolizeibehörde in Krofdorf zu treffenden Anordnungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark, an deren Stelle im Unvermögensfalle entsprechende Hast tritt, betraft, falls nicht auf Grund cmderweiter gesetzlicher Vorschriften ein besonderes Vorgehen nötig wird. Wetzlar, den 13. April 1926. Die Wafferpolizeibehörde. Der Landrat. _______gez. Dr. Sartorius- 3988D MSMi MAlliW f>8 2 W versteigere icy im Löwen, Neuenweg 28: 1 Kleiderschrank, 1 Trumeauspiegel, eine Kommode, 2 Betten mit Federn, einen Laionspiegel mit Goldrahmen, 1 So>a, 1 Warenausstellkasten mit Schiebetüren, 1 Kinderbett (neu), 2 Dezimalwagen, 1 Radioapparat, einige Ständerlampen, 10 Herren- u. Damenfahrräder, Fahrradständer, Fußpumpen, Mvlorradlater- nen, Fahrradkörbe u. Sattelkiffen, einige Mille Zigarren, Zigaretten und Tabak, Kernseife und Schmierseife in Eimern (2i Pfund), 20 Jaucheschöpser, Herren- und Kindermühen, Herren- u Damen- strickwest.n (neu), Herren- und Damen- kleider, Damen- u. Kinderschuhe (Gröhe 18— 41), seinen Tafellilör u. 3 Schreibmaschinen (davon eine fast neu). Versteigerung bestimmt. -100SD Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 Telephon 1414. Wasch-Seide 4002a £ r Woll- \ Mousseline X' B’woll- x Mousseline / Wasch- X Kleiderstoff / B’woll- Wasch-Krepp WZ&i. Goldbarsch . 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Jf" Zur Deckung der Unkosten wird ein tOrrne*« hhitrittscc’d erhoben. 4"0 U > Saalbau Sauer Gietzen Heute u. morgen ’/a5 Uhr nachm. i 4015D Spielvereimgmrg 1900 c. V. Gießen. Donnerstag, den 6. Mai 1926, abdS. 8 Ubr pünktlich auäetotöroüitäe KkMzi-VvWMt im Vereinslokal Gastbans Boller. Tagesordnung: Satzungen. Berichte, Berfchtedenes. Vollzähliges Erscheinen dringend notwendig. (4016D1 Der Vorstand. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Göbeln- rod liegt vom 5. bis 11. Mai zur Einsicht der Interessenten auf unferm Amtszimmer offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 4017D Göbelnrod, den 3. Mai 1926. Hessische Bürgermeisterei: Weber. -H Miehm sie voa (Z/LS Georg Appel Gießen [03173 wen 31. 03170 kaufen Hammttraste 16, [Verschiedenes) WltUGblile!! AnriA, Ajch n. 1 stüfilt lmassio Eiche), auch für Kuchenmöbel geeignet, aus Prioaihand billig abzugeben. 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Wir wollen hoffen, daß das letzte Wort der Stadtver- orbnetcn-Terfammlung anders lauten wird als der Voranschlag, und daß die Worte, die Oberbürgermeister Keller in der Stadtverordneten- Sitzung vom jüngsten Freitag gelegentlich der Aussprache über die Schulhausbau- Frage an das Haus richtete, zu Taten führen: „Die Verwaltung -bat den Mut zum Schaffen, haben Sie dm Mut. ihr die erforderlichen Mittel zu bewilligen!" In dem Titel 72, (Erbauung gemeinheit- kicher Gebäude, ist eine sehr einschneidende Veränderung gegenüber dem Vorjahre zu bewerten. Waren im Jahre 1925 hier 763 300 Mk. vorgesehen, so finden wir jetzt in diesem Titel nur noch 11500 Mk., die zur Einrichtung eines Verkehrsbureaus und einer Lesehalle dienen sollen. Die starke Verminderung um 748 800 Mk. wird erklärt durch den Fortfall ^von Bauten bzw.. Einrichtungen, die im vorigen Jahre Dorgenommen wurden und zusammen auf 113 30p Mk. berechnet waren, sodann ober dadurch, daß dem im Vorjahre eingestisten ersten Teilbetrag von 650 000 Mk. zur Beschaffung von Schulroum für die Volks- bzw. Fortbildunqs- schule jetzt nicht der zweite Teilbetrag folgte. Vermutlich ist die Bereitstellung weiterer Mittel für den Schulhausbau aus Ersparnisgründen unterblieben. Hier wird das Stadtparlament der Verwaltung nicht feigen können. Denn die Frage des Schulhausbaues ist jet'.t eine der brennendsten unserer Stadt geworden. Dieses Kapitel wurde bekanntlich in der ging» sten Stadtverordnetensitzung angeschnitten. Beig. Dr. S e i b gab dabei auf die Fragen des Stadtv. Fischer eine Antwort, durch die die Notwendigkeit des Schulhausneubaues so beweiskräftig dargelegt wurde, daß im Haufe allgemein der Eindruck herrschte, es sei jetzt höchste Zeit, diese Frage zu lösen. Und dem ist in der Tat so. Jetzt muß man vor allem endlich aus dem Stadium des Debat- 1 ■ 1 ■ ■ 11 iiiajjimim.'ium aus einem Brand in Darmstadt gerettet und trägt merkwürdigerweise fast keine Spuren der Katastrophe. Zum Schluß sei einer Aeihe schöner graphischer Blätter gedacht, die das malerische Werk deS Künstlers vervollständigen und ab- runden. 3m vorderen Teil deS Saales sind einige moderne, auswärtige Künstler zu Gast. Frau E. Pfister-Kaufmann, Darmstadt, erireift in einer Reihe von Porträts eine sympathische Beherrschung deS Sujets und malerisches Feingefühl, interessiert auch mit einer zum Teil ganz unalltäglichen, sehr sicheren Technik. Als besonders reife und glücklich konzipierte Arbeiten seien herausgegriffen eine figürliche Gruppe „Mütterlichkeit" (Tempera-Pastell), die Bildnisse der Frau D., des Bruders der Malerin, ein Herrenporträt und ein sehr frisch gemaltes und belebtes Porträt des Lcerstaatsanwalts Wünzer. Ferner Landschaften und einige Arbeiten in Aquarell, Rötel, Bleistift und Buntstift. I. Kaufmann, Darmstadt, bringt zwei aparte, aufs Koloristische hin gemalte Ssestücke (Hafen von Palermo, Mondschein an der kalabrlschen Küste). Dlefes letzte Bild, übrigens sehr fett und flüssig im Auftrag, behandelt ein differenziertes Lichtproblem und will aus gemessener Entfernung gesehen und aufgenommen werden. — Die diesmal stark überwiegende Malerei der Ausstellung wird unterbrochen und be'ebt durch Arbeiten der Frankfurter Plastilerin Luise Schmidt, die vier hübsche, sauber modellierte Kinderköpfchen beigesteuert hat. Zusammengefaßt: eine Ausstellung, wie man sie nicht alle Tage in Gießen zu sehen bc'c Wer für gute Kunst et Das übrig 5it die Gelegenheit eines Besuches nicht ver' j ?.i. -y- Nerens herauskommen und zu Taten schreiten. Im tjntereise einer baldigen Inangriffnahme dieser Aufgabe müssen Sonderwünsche zurücktreten; sollte das nicht freiwillig geschehen, dann muh von der Verwaltung mit aller Entschiedenheit darauf hinge- arbeitet werden, dah die Entscheidung für die dring- lichste Aufgabe rasch gefällt wird. Und natürlich sind die Mittel für den zweiten Teilbetrag wieder in den Voranschlag einzustellen. Hier noch weiter zu sparen, nachdem auf diesem Gebiete seit 1896 nichts burcfc greifendes mehr geschehen ist, sondern man sich immer nur mit Aushilfsmitteln begnügte, geht nicht mehr an. m , ftör die Errichtung von Wohnungsbauten, für die im Vorjahre 500 000 Mk. eingestellt waren, sind bis jetzt keine Mittel voroesehcn. Nach der Bekanntgabe der staatlichen Vorschriften über die Förderung des Wohnungsbaues durch Gewährung von Baudarlehen soll die Bereitstellung städttscher Mittel einer besonderen Beschlußfassung des Stadtparlaments vorbehalten bleiben. Man darf wohl annehmen, dah der Wohnungsfrage auch im neuen Haushaltsjahre die erforderliche ernste Beachtung und weitmöglichste Hilfe zuteil wird. Der Erbauung von Straßen, Wegen und Anlagen sollen 200000 Mark bienen, im Vorjahre 220 500 Mk.; rechnet man dazu noch die veranschlagten Mittel in Höhe, von 100 000 Mk. für die Anschaffung von Materialien zur Ausführung von Straßenbauten, so kommt man auf die Gesamtsumme von 300000 Mk.. von der aber die Kosten für die jetzt erstehenden Anlagen vor dem 5)ot:T Kühne in der Bahnhofstraße abzuziehen sind. Diese Voranschlagssumme enttäuscht in hohem Maße. Mit diesen Mitteln kann man allenfalls nur wieder die allergrobsten Schaden für kurze Zeit reparieren, sonst aber ist nichts zu erwarten. Mit der ewigen Fuckschusterel wird man den Erfordernissen jedoch in keiner Weise gerecht. Viele unserer Straßen sollen also weiterhin in einem Zustand belassen bleiben, der in breiten Dürgerkreisen mit Recht als öffentlicher Skandal empfunden wird. Diese Auffassung kam il a. anfangs dieses Jahres auch in einer Ge° samtauSschußsitzung des Verkehrsverems mit Rachdruck und aller Deutlichkeit insbesondere von Aus DiewirlschaftlicheLagederBasaltrndustrie des Westerwaldes produzieren. Oberhesfen. Landkreis Gießen. Geschäftsleuten züm Ausdruck. Damals erhielt man von einer hervorragenden Persönlichkeit, die in der kommunalen Arbeit an wichtiger Stelle mitwirlt. beruhigende Erklärungen, die Aussichten auf durchgreifendere Maßnahmen zur endlichen Beseitigung der unhaltbaren Verhältnisse eröffneten. Unb nun sieht man, dah für das neue Jahr sogar noch weniger Straßenbaumittel vorgesehen sind als im Vorjahre. An der Lauterkeit der Worte jenes hervorragenden Herrn zu zweifeln, besteht kein Anlaß. Auf welche Weise das außerordentlich magere Ergebnis zustandegekom» men ist, entzieht sich unserer Kenntnis, wir vermuten jedoch, daß auch hierfür Sparsamkeitserwägungen der Verwaltung entscheidend waren. Die Berechtigung dieser Gründe vermögen wir bei diesem Titel nicht einzusehen. Die jetzigen Zustande in der Bahnhofstraße. Westanlage, Reu- stadt, Asterweg, Ederstraße, Schillerstraße. Gartenstraße usw. usw. erfordern dringlichst eine durchgreifende Besserung, auf die man schon eine ganze Reihe von Jahren wartet. Die Stadtverordneten sollten sich diesen Titel sehr genau ansehen; sie sollten die obengenannten Straßen und noch manche andere dazu einer gründlichen Besichtigung unterziehen und mit aller Energie darauf dringen, daß wir nun endlich aufhören, jahraus. jahrein nur eine Stadt der geflickten Straßen zu fein. An der Visitenkarte der Stadt zu sparen und gleichzeitig Fremde zum Besuche aufzufordern. das sind zwei Dinge, die sich nicht vertragen. Mögen unsere Stadtväter dafür sorgen, daß hier endlich ganze Arbeit geleistet wird! Wir haben zu Beginn unserer Betrachtung gesagt, vom Standpunkt des Steuerzahlers aus könne man mit dem Voranschlag zufrieden sein, unter dem Gesichtswinkel der vorwärts- und aufwärtsstrebenden Kommunalpolitik aber habe man an ihm sehr viel auszusehen. Wir glauben bargetan zu haben, daß die letztere Meinung berechtigt ist. Möge es nun in den Beratungen des Stadtparlaments gelingen, den Standpunkt des Steuerzahlers und die Forderungen des kommunalpolitischen Fortschritts einander zu nähern und wenigstens auf der mittleren Linie zu vereinigen. tur nicht erkennen wollten, recht kräftig fühlen müssen. Man hatte die ungeheuren Lasten übersehen, die unserer Wirtschaft durch die Annahme des Dav esplanes auferlegt worden sind und für deren Aufbringung die Substanz weg- gesteuert werden mußte. Fehlte schon ohnehin der Industrie das notwendige Betriebskapital, um ihre Werke in Gang halten zu können, so führten die steuerlichen Maßnahmen des Reiches zur vollständigen Schließung vieler Werke. Infolgedessen blieben die Steuern gänz'.ich aus. und bereits im Spätsommer fehlten den Behörden die Mittel, um weitere Bestellungen machen zu können; zUm Teil waren sie sogar gezwungen, erteilte Aufträge wieder zurück'.uziehen. Diese Depression hat die Steinindustrie b i s Mitte März dieses Jahres beeinflußt. und noch heute sind die Auswirkungen zu spüren. Der Bedarf ist ganz erheblich zurückgegangeü, die Verkaufspreise liegen für einzelne Steinsorten nur um ein Geringes über den Friedenspreisen, während die Gestehungskosten infolge der heutigen Arbeiterlöhne und der hohen sozialen Lasten weit höher als im Frieden sind. Unter diesen Umständen ist es erklärlich, daß fast sämtliche in den letzten Jahren neu entstandenen Werke soweit sie nicht gut fundiert waren, wieder zur Stillegung gekommen sind. So sehr man es auf der einen Seite begrüßen würde, wenn diese Betriebe sich behauptet hätten, da sie vielen Gegenden neue Btzschästigunasmotzlichkeilen brachten, so darf man andererseits nicht vergessen, daß der Steinbruchbe rieb heute durch die großen Maschinenanlagen aus tem einfachen Handwerks- Gießener Stadttheater. Walter ftollo: „Marietta". Der Abgesang der winterlichen Spielzeit am Stadttheater heißt: „5R a r i e 11 q“, Operette in drei Sitten von Robert Bodanfky unb Bruno Hardt-Warden; Gesanaskexte von Willi Kollo; Musik von Walter Kollo. Nun, es ist unbestreitbar: Die Herren Kollo verstehen sich (aus langer Hebung und erprobter Praxis) auf das Geschäft und wissen die rhetorischen Fragen ad spec- tttores wirksam zu formulieren. Etwa so — damit fängt es an —: „Was war' die Welt, die schöne Welt, ohne Frauen, ohne Liebe, ohne Geld?!" In der Tat, so gut wie nichts; der Schlagkraft dieser drei Weltargumente kann man sich schwer entziehen, in einer Operette schon gar nicht. Das, worauf es ankvmmt in den drei Akten dieses Abends, kann natürlich auch anders aus- gedrückt werden. Und jedermann wird es schmunzelnd verstehen und freundlich akzeptieren. Zum Beispiel: „Was eine Frau im Frühling träumt, ift süß und dumm und ungereimt ..." Oder ist es vielleicht nicht ungereimt, wenn die Herzogin Marietta von Lavarna — „eventuell ... eventuell!" — auf die ausgefallene Idee kommt, sich in der schäbigen Vermummung einer kleinen, braunen Orangenverkäuferin von der Piazetta an den schicken und schier unwiderstehlichen Rennleutnant Eavaliere bi Torelli heranzuschlängeln'? Noch ungereimter, daß es wirklich em kleines Orangenmädel gibt, das merkwürdigerweise auch Marietta heißt, und das für ein paar Stunden ein Abenteuerchen in der großen Welt erleben und die Lavarna spielen darf, bis die „rauhe Wirklichkeit" Durchweg erfordert oHo der Steinbruchbe-. trieb ein großes Anlage- unb Betriebskapital unb die Massenproduktion eine günstige Lage zum Eisenbahn- oder Schisfahrtsweg. Diejenigen Werke, die unter Berücksichtigung dieser Punkte angelegt und ausgebaut find, werden die augenblickliche Krise überstehen und wieder Leistungen erzieln, durch welche die Geste- hungstosten auf friedensmäßige Ziffern herab- gebrüclt werden können. Rur so ist es möglich), beschäftigt zu bleiben und der: Behörden das den kann. Es gibt Brüche auf Wald, die ir 8 Stunden über 1000 Tonnen für den Ausbau der Straßen notwendige Material zu liefern, ferner nach dem Ausland einen besseren Absatz zu erreichen, nach Holland allerdings im scharfen Wettbewerb mit Belgien und Schweden. Der Wunsch der Westerwälder Stein- inbustrie nach niedrigen Eisenbahn- Tarifsätzen. insbesondere nach dem R h e i n und nach Holland, ift daher verftändlrch Ebenso die Forderung auf Schiffbarmachung der Lahn, wodurch auf alle Fälle eine Verbilligung der Frachten nach Holland erreicht wird. Der Westerwald bildet heute für einen groben Teil unseres Landes di^ Steingrube, und deshalb wird die Wirtschaftlichkeit ferner Dasaltinduftrie stets im engen Zusammenhang mit der Gesamtlage unseres Wirtschaftslebens stehen Deutschland ist aber ein Industriestaat, dessen starke geistige und körperliche Energie auf ihre Auslösung wartet. Diese muh kommen, wenn es wieder aufwärts gehen soll. Der Wille unseres Volkes ist vorhanden, und daher kann die Steinindustrie um ihre wirtschaftliche Gesundung, wenn auch noch manche Härten zu überwinden sind, unbesorgt sein. HO. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Vor 30 Jahren war uns das Hochplateau zwischen Sieg, Rhein, Lahn und Dill, der Westerwald, hauptsächlich wegen feiner Ra- lurschönheiten bekannt; die Industrie hatte auf ihm erst an wenigen Stellen Fuß gefaßt. In der Hauptsache waren es der Bergbau und die Tonindustrie, die einem Teil der Bewohner Beschäftigung gaben, während viele Hunderte als Handwerker oder Hausierer in fernen Gegenden ihren Unterhalt verdienen mußten. Eine Wendung trat ein, als man den Wert der B a s a l t st e i n e erkannte, an denen der Westerwald einen großen Reichtum besitzt. Die meisten aus dem Plateau sich abheben- den Kuppen sind Bafaltkegel, Eruptivgebilde, deren Massen sich zum Teil bis in die Täler ergossen haben, so dah dadurch ein flach-welliges Hügelland entstanden ist. Die Formen, ift denen der Basalt vorwiegend vorkommt, sind die Säulen- und die Plattenform. Erstere liefert die Wafserbausteine, letztere die Pflastersteine und den Steinschlag. Es wird aber auch der säulenförmige Basalt, dort, wo das Material zart ist, zu Pflastersteinen verarbeitet. Die großen Eisenbahnzüge, die täglich mit Steinmaterial nach vielen Gegenden Deutschlands und. soweit das Ausland in Frage kommt, vorzugsweise nach Holland gehen, beweisen am besten, welchen Umfang die Basallindustrie des Westerwaldes angenommen hat. Die Tagesproduktion beträgt mehr als 10 000 Sonnen, zu deren Bewältigung tausende von Arbeitern erforderlich sind und jetzt ihr Brot in der Stein- Industrie ftnben. Da die meisten Brüchs Eigentum der Gemeinden oder des Staates sind, so haben die Behörden vielfach auf Grund der abgeschlossenen Pachtverträge recht ansehnliche Einnahmen Wie liegen nun die Verhältnisse in wirtschaftlicher Beziehung? Hierzu ist es notwendig, einen kurzen Rückblick auf das letzte y a t)t zu werfen. In bet ersten Hälfte des Jahres 1925 waren sämtliche Betriebe sehr gut beschäftigt; sie konnten die vorliegenden Aufträge kaum bewältigen. Die Preise zogen sehr stark an, und als Folge davon entstanden überall neue Steinbrüche, die von Meistern oder Unternehmern aufgeschlossen wurden in bet Annahme, in kurzer Zeit große Reichtümer an- sammeln zu können. Im Herbst kam bann bet Zusammenbruch so ziemlich auf der ganzen Linie. Die Auswirkung haben auch alle Werke, bie im Frühjahr bie Scheinblüte biefer Hochlonjunt- n. Großen-Linden. 4. Mai. Lützellinben ist im „Gießener Anzeiger" Rr. 100 zweites Blatt über bie alten Fachwerkgebäude berichtet. Auch hierorts gibt es derartige Gebäude in größerer Anzahl. Bedauerlicherweise hat man manchmal diese, Eichenholzhäuser mit Mörtel verputzt. In neuerer Zeit beseitigt man mit Recht den Verputz unb- macht das Holzwerk dem Auge wieder sichtbar. So wurde auch hier der Verputz am hiesigen Schulhaufe vor einigen Jahren entfernt, unb da kam folgende, auf dem Eichenholz eiags- meißelte Inschrift zum Vorschein: Mll Ding auf Erd vergänglich ist, allein dein Wort Herr Jesu Christ, bleibt wahr, beständig und gerecht obschon die Welt dasselb verschmacht, wer Christo glaubt unb ihm vertraut, hat wohlweislich aufgebaut. Aufgerichtet den 10. Dag Juni betrieb herausgewacksten ift unb nur burch Einstellung auf Massenproduktion eine Senkung der Gestehungslof en herbeigeführt Werdern Wester- nistisch der mittelalterliche Don Juan und Werther der RcnNanheld aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ein Romane und ein Germane, als Typen ihrer Raffen in einem Drama gegenübergestellt. LI?' manns dramatisches Gedicht hat unter dem Ti!« „D o n I u a n u n d W e r t h e r" im Hessischen Lan- destheater als Unternehmen der „Junge" Bühn c", die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, W jüngeren Dramatiker zu Worte kommen zu lassen, seine Uraufführung erlebt. Der Dichter hat versucht, den Don-Juan-Typus zu vertiefen; er ist ihm mey> als der Weiberverführer, das Urbild eines Wn' fchen, der außerdem noch Macht und Reichtum besitzen will. Durch die maßlose Sucht danach versau- Don Juan in Wahnsinn. Werther ist fein Gegenspieler; seine blasse Gestalt erscheint wie ein Ma» ner vor Ge ähren. Er schreitet durch das Drama M ein Gespen t, das Don Juan, der hier den TW eines „Für ten von Gibraltar" führt und eine nir difche Stadt belagert, als Warner nach Art bes Getreuen Eckard begleitet. Der größte Teil von Up manns Dichtung besteht aus philosophischen Reoe der beiden Helden, die recht lang unb langwellig v raten sind. Die Ausführung selbst trug auch nm dazu bei, das Drama dem Publikum naherzuvro gen. Dem rhetorischen Wortschwall hätten 0 bessere Künstler kein Leben einhauchen können, . die ungepflegte Sprechkunst der meisten Darrrtltaou, Darsteller machte überhaupt ein Verstehen des 9 snrochenen Wortes fast unmöglich. So war betin Verlauf des Abends höchst unerfreulich; D'lYN'o ■ und Darstellung wurden vom Darmstadter V» blihim mit eisiger Kälte abgelehnt. Nur ein (frei deskreis des Dramatikers, der ans FrönttUrr w kommen war, rief ihn einigemal nor dl-' Rampe. fit wieder in jene niederen Regionen verstößt, aus denen sie stammt. Försterchristelschick'sal in Dllodez. Melodie: „Heute noch mit stolzen Mienen — morgen wieder Apfelsinen!" Wenn - --I nun noch (als gewissenhafter Chra- nifi) fcftfaUf, daß einige zeitgemäße AnsvieluNaen aus d it Pariser Franken, auf den „fröhlich"n Weinberg" und auf das Gemeindebestimmungsrecht nicht fehlen, und daß die Endkonstellation (Akt 3) sich vernünftigerweise und ohne soziale Experimente so darbietet, daß einerseits die Lavarna und der Torelli, anderseits die Drnngcnmarietta und der lazza- ronihaste Straßenmusikant sich als Paare empfehlen, dann dürste das Nennenswerte über diese abschließende Overetlenneuheit gesagt sein. Halt ein — noch sei zweier Chansons gedacht, die füglich zu den musikalischen Schmuckstücken des Merkchens zu zählen sind. Das ift das sehr Hubs: Auftrittslied des Gassensängers Nicolo und ist — last not least — die oft wiederholte, längst populär gewordene, sehr einschmeichelnde Melodie: „Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt auch das Glück zu dir ..." Vielleicht ist das Liedchen noch zur rechten Zeit hierher gelangt, um den nachgerade zum Ueberdruß abgeleierten Sonnenscheinsang mildtätig abzulösen. (Er- ist ja nicht nötig, den ander märts peinlich umgedichteten Text unterzulegen.) Die Aufführung unter Steinbrecher war im ganzen recht löblich, excellierte (abgesehen von schon Genanntem) mit dem aufregenden Pferderennen de^ ersten Aktes, dos man gewissermaßen durchs Telephon mitreiten konnte, mit einem schneidigen Her- rensertett und einer hochdramatischen Szene (rotes Licht!) zwischen der tollen Herzogin Lavarna und dem Cavaliere Torelli. Wohingegen man ein paar peinlich-falsche unb sentimentale Kinotöne der schei- oor einiger Zeit sämtliches Rindvieh (rund sechzig Stück) wegen der Seuche hatte abschlachten müssen und nun seine Viehbestände wieder ergänzt hatte. Daß unter diesen Umständen der in 3 Wösten vorgesehene Markt, der Sicher P s i n g st m a r k t, wahrscheinlich ausfallen muh, ist sehr zu bedauern, zumal schon etliche Jahre lang unsere Märkte infolge Viehseuchen nicht mehr gehalten wurden zum Schaden vieler interessierter Geschäftsleute. Vielleicht ist aber jetzt schon ein Ausweg zu suchen, um die Abhaltung des Marktes doch zu ermöglichen. Hungen, 3. Mar. Heute erfolgte auf der Jungviehweide Tiergarten der Auftrieb der Jungtiere. Es wurden 83 Rinder des Vogelsberger und des hessischen Flcckviehschlages auf die Weide gebracht. Rachsten Donnerstag folgen noch 40 Fohlen der oberhesfischen Kall, und Warmblutzuchten. Die an der Horloff gelegene Weide zeigt einen guten Futterstand. Kreis Friedberg. y. Wölfersheim, 3. Mai. In feiner jiinh- sten Sitzung beschloß' der ©emeinberat u. a. die Genehmigung eines Gesuchs des Bauernbundes um Anlage von 16 Stechkontakten im Orte zwecks Inbetriebsetzung der Dreschmaschine. Die Gemeinde trägt die Jnstallationskosten von zirka 3000 Mk. — Zur Wiederbelebung der Dauwirtschaft durch steuerliche Begünstigung wurde auf behördliche ynregung^eftimmt, daß — wie dies Staat, Provinz und Kreis Man haben — auch die hiesige Gemeinde für alle in diesem Jahre begonnenen Wohnungsbauten die Gemeindegrund- fieuer auf 5 Jahre erläßt. — Auf ein Rundschreiben des Hess. Heilstättenvereins, dessen Mitglied unsere Gemeinde ist, um eine Beihilfe zum Erweiterungsbau der Lupusheil st ätze zu Gießen wurde ein außerordentlicher Beitrag von 20 Mk. bewilligt. — Die Gemeinde läßt als Privatperson vom Rathaus aus mit einigen anderen Hausbesitzern ein Stück Hauptstraße kanalisieren mit der Maßgabe, daß die Beteiligten gleiche Kosten zu tragen haben und spätere Anschließer den auf sie entfallenden Bruchteil der ersten Anlagekosten entrichten müssen. — Dem Pflasterer und Steinliefa rant Z. aus Bisses wurden zwei Straßen- pfla ft erarbeiten für 8Mk. pro fluabratmeter bei Selbstbesorgung allen Materials übertragen. — In einem Gehöfte unseres Ortes ist die Rotlaufseuche festgestellt worden. Kreis Biwingeu. Ridda , 3 Mar. Am ScunsfagnaHmittag ereignete sich auf der Straße von hier nach Fauerbach im Oberleiser Walde ein äll n glÜck s - fall. Der Mechaniker und Fahrradbandler Otto V r e n n h e l l von hier rannte auf feinem M o - torrad mit einem Radfahrer von Fauerbach zusammen. Während letzterer, ein jüngerer Arbeiter, mit geringen Verletzungen davvnkam. erlitt Prennhell schlverere. unter anderen einen Sprung des Gesichtsschädels. und liegt nun schwerkr ank danieder. Dem Vernehmen nach soll der Radfahrer den Eindruck eines sehr unsicheren Fahrers erweckt haben, so daß dem Motorradfahrer das Ausweichen sehr erschwert worden sei. , A Ridda, 3. Mai. Gestern abend entlud sich über unserer Stadt gegen 7.30 Uhr plötzlich ein starkes Gewitter, das den ersehnten Regen für die Fluren brachte. Gleich der erste Blitz schlug in das Wohnhaus des Färbermeisters Heinrich R u p p e l in der Reuen Straße ein, glücklicherweise ohne zu zünden. Es entstand nur an der elektrischen Lichtleitung einiger Schaden. Ridda, 3. Mai. Unter Berück acht'- gung der schwierigen Wirtschaftslage hatten die Arbeiter des HimmelsbachschenSäge- Werks und der Papierfabrik Ober- Schmitten beschlossen, von einer Feier des 1. Mai abzufehen. — Den Bemühungen de« Turnvereins ist es gefangen, die (Genehmigung zur Veranstaltung einer Lotterie zu erhalten. Der Reingewinn wird zur FinanZerunü des TurnhallenNeubüus verwandt. Wan hofft, die Arbeiten an der neuen Turnhalle so fördern zu können, daß sie anläßlich des großen Gau turn lest es am 12. Juli ihrer Best'.nt- mung übergeben werben kann. Bad-Salzhaufen. 3. Mai D" Badesaison beginnt am heutigen 3 M Das neue Gradierwerk mit Wandelhalle ist fertiggestelll und wird von den Kurqasttn mit lebhafter Freude begrüßt werdew - Aus dem Riddätal. 3. Mai. Wob- rehb des ganzen vergangenen Monats mach'« sich ein auffallend starkes Sterben alter Leute bemerkbar Wenn auch im a(Tqcn e-.ncti der Tod das Alter im Frühjahr schärfer aw- packen pflegt, so übersteigt doch in diesem Jahr die Zahl der Todesfälle weit das gewohnte Wah. Mancherorts lagen zwei, ja drei To e zu gleich« Zeit darnieder und harrtest ihres Grabes, begünstigt wurde das Sterben durch die Grippe — In Eichelsdorf tritt die Grippe besonders stark auf. Sie befällt ganze $anulten ohne ein Glied zu verschonen. Im allgemein«1 Anno Domini 1611.“ t. Linden st ruth, 3. Mai. In der oerganae- nen Woche wurde die Kommission für die Feldbereinigung gebildet. Gegenwärtig arbeitet das Kulturbauamt die Pläne aus. Zur Beschaffung der notwendigsten Gelder sollen zunächst von jedem Landbesitzer pro Morgen 5 Mk. erhoben werden. Nach der Heuernte soll mit der D e r l e g u n g d e r Wies eck begonnen werden. Das Flußbett wird nahe der Bahn hergelegt, während es jetzt mit vielen Windungen sich durch den Wiesgrund zieht. Damit in Verbindung muß im Dorf eine neue Brücke gebaut werden. Dies hätte in absehbarer Zeit doch geschehen müssen; denn die jetzige Brücke ist alt und nicht hochwasserfrei. Dadurch mußte in diesem Winter bei dem Hochwasser der Verkehr über die Brücke mit Fuhrwerk aufrecht erhalten werden. Mit Rücksicht auf die hohen Kosten soll nicht die ganze Gemarkung bereinigt werden, sondern nur der Wiesgrund zwischen Bahn und Straße. Dies ist um so dringender notwendig, als der früher so ertragreiche Wiesengrund zum großen Teil versumpft ist. Auch besitzt die Gemeinde sonst keinerlei Wiesengelände, so daß zur Zeit mancher Bauer mehr als die Hälfte seiner Heu- unb ©rummeternete ein- büßen muß. Obgleich die Kosten der Bereinigung für unsere Gemeinde eine schwere Belastung bedeuten, läßt sie sich doeh nicht länger hinausschieben, wenn nicht die Viehhaltung erheblich herabgemindert werden soll. — Am Mittwochabend brach in dem Laden des Kaufmanns A. Feuer aus. Da Fenster und Türen geschloßen waren, konnten die Flammen nicht hachschlagen. und erst als der Qualm das Haus erfüllte, wurden die Bewohner wach. Die Feuerwehr wurde sofort alormiert, und durch ihr schnelles Eingreifen konnte das Feuer auf feinen täerd beschrankt werden. Ein großer Teil der Waren verbrannte odet war beschädigt. Die Ursache des Brandes konnte noch nicht festaestellt werden. Die Staatsanwaltschaft weilte hier, um Nachforschungen anzustellen, es konnte jedoch kein Greifbares Ergebnis festgestellt werden. Wie man härt, ist der Geschädigte mit seinen Waren hoch versichert. -ß Lich, 3. Mai. Die Lungenseüche, über bie wir bereits berichtet haben, hat auf die schon em wähnjen Gehöfte der Landwirte Karl Gl ücker und Heinrich Roth übergegriffen. Beide ^Viehbestände wurden am Freitag dem Gießener Schlacht- hkif überführt und unter tierärztlicher Kontrolle ab geschlachtet. Wie man hört, sollen im Laufe biefer Woche in unserer Stadt weitere Blutproben beim Rindvieh vorgenommen werden, da man befürchtet, daß die Seuche vielleicht schon weiter um sich gegriffen hat. Die Landwirte sind in großer Aufregung über den weiteren Verlauf der Seuche. Besonders gefährdet ist der Rindviehbestand des in nächster Nachbarschaft obiger verseuchten Hofreiten liegenden Fürstlichen Gutshofes, der erst dcstden Marietta gern vermißt hätte. (Ganz nebenbei: Sekt ist eine edle Flüssigkeit, die man nicht aus Wassergläsern trinken soll; selbst wenn's Limonade ist.) Das Orchester — von Eugen Neff geleitet — spielte mit Schmelz und Wärme, mir bie Zwischen- aftspartien klangen stellenweise etwas matt Aus der Besetzung: Else Simon, diesmal „blauschwarz", ein niedlicher und luftiger Scam- j polo mit liebebedürftigem Herzchen; stimmlich ein i wenig reserviert. Friedel G i e r g a: die richtige La- I Darm-, grande dame mit überlegenen Allüren und Verführungskünsten und übrigens einem frischen und hellen Sopran. Von den Herren fochten in erster Reihe: Steinbrecher (sehr liebenswürdig als unwiderstehlicher Turfkavalier). Wester- meier (gemütvoller armer Schlucker Nicolo) und Patsch ky (alter Lebemann, dessen vielbelachte Komik gewinnen würde, wenn er sein sprudelndes Temperament etwas an die Kandare nähme und auf billige Mätzchen verzichtete). — Man unterhielt sich drei Stunden lang, angeregt unb dankbar. Dr.Th. Uratitiüf?ruii in Darmstadt. Das Suchen und Tasten der jüngeren Dichtergeschlechtes nach einer neuen dramatischen Form hat den Dramaturgen am Staatstheater in Berlin, Heinz Lipmann, veranlaßt, einmal einen Schritt in die Vergangenheit zu tun und es mit einer Sprache in Jambenform zu versuchen. Gleichzeitig hat er mit Kühnheit sich eines Dramenstoffes der Weltliteratur bemächtigt, nämlich des Don Inan und seiner Liebesabenteuer. Dieser ist jedoch nicht der einzige Held von Lipmanns Dichtung, denn sein Schicksal'ist mit dem Werthers verkettet worden. Schon Grabbe hatte den Einfall, Don Juan mit Faust zusammenzubringen; hier sind nun anachro- erlauf' Deren Ö« . & Äain.rv^ vorn total au 'ber-^ . et 2epfla cn-3t° 9“ E uzRidd- - v vor? tr wi w' ■?b(tW ■ herauf f" i'nh man ö» üurd) der glichen tr< lauschten ?’ großer oder haste Lagen, du Id einen, y Die 2Pf sonnig'trar neben rtt Säume. E der $cVr- sich ick < man von/ auslall auf Wen! ren Obste M A! basier dl hunöesu xolntcr, 6i beigen Oi ■Uen wäre lififltoft sie .n der 3u . .stiftet lbo fameo Abei Hause" DSÄ. I direkiivnSsm verlassen, u zu begeben, c.n Dord d wird zu ei 'bereinig c merifa. r.irgefe^n. ß. Del j ningen von ‘ ’öion der agsseier t Znete sic 5’ilet Crtv | i'it Frrüvil ''ieen Auge ’-nnte Dem ."ringen. DWetzl ^rwerbslo C rhcfjujiq erfa le!s.te Äelri ;uriickxisühren Z' hiesigen 8> irltidfatu tWelkn. 'S 'd 'strie eine Z i:| f) dem Au- Das I 9?on 9' Sortfetjung ... ®°- die lek ^"dkiihle mu 4°M werden tonnte' Ä'fe !H!en«Ä "bnz.eri U °°hlgedrehl u N"en, Rose ^mmuskeln a langen, >5; Mieten äen>r 6c Loge L-S S°g fle 1 .‘.J Uf3 an, ।''’t«on der 3) i-Mkrsiich t mJ l5,^ilen -hrvb i.schon JW ft Kt le |n v itöä iir.deiL?oer j, !feiteÖUneei ber ffen ?Jihunfl7lotai __ ftr.,1 wrneinbeorurA M sxtdä ■ÄJ1 ’WMfn er Wfttf unb Steinfieh rX 3roe,®‘Mtn w? ■• p,ro5*elm* Materials ubertroara - Ortes ist bit Rolloei ; ?'hfr ern a fl Ith f^tth lAte« »ut’bWuff,^ ;rsW ®’mtinV,i",r iü» teste MNM. verläuft sie aber gutartig, und nah einten Tagen Beimöge.i tie ödcä.J e i wlrbec b.i5 Zelt ;,u verlassen. Unter-Sv) mitten wird fe.t einigen Wochen von den Maseru heimgesuchl. Kreis Schotte». -+- 6 's Vidba abwärts, die infolge ihrer geichüh'.en ‘ -v vorzügliches Obst erzeugt, inte regiert aus wirtschaftlichen Gründen lebhaft für die b ft b a u m ti u t e. Die Dirnen zeigten eine »berauS starke Dlütenlast: sie setzten gut an, ■ nb man darf auf eine reiche Ernte rechnen, teo- uurch der Ausfall im Vorjahre wieder ausgeglichen werden dürfte. Die Zwei sch en enttäuschten auch in diesem Jahre wieder. Ein oroper Teil der Väume blüh'c überhaupt nicht, oder hatte -nur vereinzelte Blüten. In freieren Lagen, die dem Zwetschenbaum mehr zuzufagen R einen, ist der Behang mittelmähig biS gut. Sie Apfelblüte wurde bisher durch die fsnnlg-trarincn Tage begünstigt. Man sieht neben reichk-lühenden auch viele blütenleere Väume. Es sind insbesondere diejenigen, die in bet Rekordernte 1925 überaus stark trugen und sich jetzt eine Erholungspause gönnen. Sieht iwnn von den Dirnen ab, die bei gutem Srnle- «usfall schwer verlauf ich sind, so darf, kann man auf Dlütenhoffnung bauen, mit einer mittleren Obsternte geregnet werden. Kreis -llsfeld. e-t Alsfeld. 3. Rov. Am QamStag fand Reich l bahn- Das lachende Haus Roman von Sophie K 1 oerß. 9. Fortsetzung. Nachdruck verboten. ' 3^ 6trabe bon hin ■-Balbe einllngliii. und Fahnadbändlrr Cb rannst auf schirm Th adfahrer bon enb letzterer, ein jung?? i Verletzungen Mbonls ■cre, unter anderen ei* htsschädelS, unbfir (wieder. Dem Verneh» it den Eindruck eine« \i traft haben, so dah st 8uslveichen sehr erschw Rheinhessen WSR. Mainz. 3. M i idrektionSprusident Lochte hat gestern Mainz verlassen, um sich über Berlin nach Bremen zu begeben, wo er sich am Dien tag. den 4. Mai, (Y Bord des Dampfers „(iol.- rbuß“ begeben tMw zu einet Studienreise noch den Bereinigten Staate i von Rordne r i k a 2-ie Rückkehr ist i \t Ende Juni il; lot die erste Verbands-Jugend- t ^u nbes uche des Züchter-Vereins für Pu^el- Minter, Sih Aschaffenburg, statt, der von der I h efigen Ortsgruppe veranstaltet wurde Zugegen waren Hunde biS zu einem Jahre. Es be- /iigtan sich etwa 4Ö Herren mit ihren Hunden i der Suche. Eine Anzahl Ehrenpreise waren .stiftet Worden. A n Avend vereinte ein gemein» mes Abendessen die Teilnehmer im ^Deutschen House". ä r gesehen. Preußen. .lirsrs WStzlar. kz. Wetzlar, 3. Mai. Bei den Dorfüh- gen von Leibesübungen auf dem i'ion der ©Vitbürg gelegentlich der Eröff- '.gsfeidr der Reichsgesundheitswoche ' qnete sich ein Unfall. Der zehnjährige • der Erwin Schröder erlitt bei dem Auf- gen eines Schleuderballes einen Armbruch, k Freiwillige Sanitätskolonne, die in dem- en Augenblick ci.'.e Musterübung vorsührte, nte dem Verletzten die sofortige erste Hilfe 1? cingen. 3] Wetzlar. 3. Mal. Wenn auch die Zahl der H iwerbslosen in der letzten Woche eine kleine 7 rhöhung erfahren hat, die auf einige st i 11 g c - ■legte Betriebe der Zigarrenindustrie , W rückx.führen ist, so ist doch bei den Hauptbetrieben -i hiesigen Jndustriebecken eine weitere kleine rleichterunp in der Wirtschaftslage I'lzustellen. Besonders ist in der optischen 3n-- । Itrie eine Belebung des Absatzes, insbesondere dem Auslande eingetreten, der bei weiterem So, die letzte Gießkanne war entleert; in der Mnbkühle mutzte noch ein Teil des Gartens ge- ou Ml & ItrWn 8WÜIM Mai. Unter Mi'.v Wirlschaftslagc Halm! mrlsbachschkneisi Zapierfabrik Obu en, von einer Arier d' i. - Den Tcmühunrc:. e? gefuncen, die W in einer Lotterie er inn wird zur fiintW eubaus ver'randt. S n der neuen MOdM b sie n.Mbch M g m 12. 3u!l ihrer en sonn. . ■ Raufen. 3. Mai mt am heutigen 3_ - ShVw'k’ Bern ainf> im und N iche t',, rsihp des ' Drama W J {ft9 dein: ernE^ aesehi DJ i zu Urbild ein^ ion 3firt’unl %XSSi; ki ®'S>J ss5s;& SM n nNlNvg f. iite E «»! L y* Anhalten auch zu einer Erl ichteruntz der teilweise eingefiiqrten Aur.,arbeit fi'b;e i mutz. ?ie Stabt Wetzlar fehl trn Liu tau vcr in Angriff cenonv mentnen Straßenbau len in raschem zempo fort.becünstiat durch do» auhclienb gute Wetter. Auch der Kreis und besonders viele Gemeinden innerhalb des Preises haben umfangreiche Arbeiten mittels der produktiven Crv rlüsloseufürsoroe in Angriff genommen. Erfreulich ist. daß der Pou von Wasterstitungen hierbei eine große Rolle spielt. Die vor einigen Togvn bei der Äcqierur.a in Koblenz stattgefundenen Besprechung'» über Den weiteren Fortgang der ^oi ft anb« arbeiten haben leider durch die Mitteilung der ^'egierung eine Trübung erfahren, daß die von Berlin überwiesenen Mittel nahezu erschöpft sind. Inwieweit hierin Abhilfe geschaffen werden kann, steht dahin. Erfreulich ist die Tatsache, daß der Spar- und Dauverein. wie wir schon berichteten, mit dem Dau von 106 Wohnungen beginnen will, für die eine Bauzeit von zwei Jahren vorgesehen ist. — lieber die Verabschiedung des städtischen Etats verlautet nunmehr, daß die entscheidenden Sitzungen der Stadtoerordneten in der ersten Halste des Monats Mai ftattfinben dürften. Vorher soll noch eine Sitzung des Finanzausschusses abgehalten werden in der man eine Einigung über die vorzuschlagende Zu- und Wsätze zu erzielen hofft. Trotz der inzwischen bekannt gewordenen ungünstigen Finanzlage des Kreises hofft man in Stadtverord- netenkreisen eine wenn auch mäßige Herabsetzung der Gewerbesteuer durchsetzen zu können. T Dorlar, 3. Mai. Untere Wasserleitung ist jetzt vollendet. Ohne Frage ist sie verhältnismäßig billig, da dis Gemeinde nur eine einmalige Abichlagsumme von 9000 Mark an die Gemeinde Waldgirmes für Quellfassung, größere Rohrlegung und Herstellung des Hochbeh 'lters zu zahlen hatte. Wenn auch der laufende Kubikmeter mit 5 Pfg. zu bezahlen ist, so sind die Ausgaben gegenüber einer Pumpstation, die wir errichten muhten und die viele Unterhaltungskosten verursacht und zudem schlechtes Wasser geliefert hätte, gering. Vach neuesten Untersuchungen, die Kreisbau- meister F e l d n e r aus Wetzlar hat anstellen lassen, soll das Wasser ganz vorzüglich fein, da es reich an Kohlenfäure ist. — Durch einen auswärtigen Händler mit Schweinen ist die Maul- und Klauenseuche hier einge» schleppt worden. Sollten Sperrmaßnahmen getroffen werden, so wäre das in dieser Zeit sehr hart, da sowohl wir unser Holz wie auch Waldgirmes und Atzbach ihre Güter vom hiesigen Dahnhvf mit Klauenvieh nicht fahren könnten. <> Hochelheim, 2. Mai. Der hiesige Schützenverein Dcranftaltetc heute auf dem neuhergerichteten Schieß st and ein Preis- schießen, das am nächsten Sonntag sortgesetzt wird. Der Schießstand wurde früher von dem hiesigen Krieaervcrein denn > <> Dornholzhausen, 3. Mai. In der Gastwirtschaft Ruhl fand gestern abend eine Versammlung von 3ungbauern statt, in der Dipl.- Landwirt P 1 e i m e s von Gießen über das Thema „Aufgaben der deutschen Landjugend" sprach. <> Niederkleen, 3. Mai. Nachdem die Wahl des Pfarrers K u 1 k e aus Seelow (Brandenburg) zum Pfarrer der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde durch das evangelische Konsistorium der Rheinprovinz bestätigt war, fand gestern die Amtseinführung durch den Superintendenten Wieder (Garbenheim) statt. Für die Stelle hatten sich 13 Bewerber gemeldet. CO Lützellinden, 2. Mai. Ein Schaf- d i e b st a h l wurde hier gestern am hellichten Tage ausgefiihrt. Als der Schäfer vormittags gegen 8 Uhr zur Herde gehen wollte, bemerkte er von weitem, wie sich vier erwachsene männliche Personen mit einem Jungen an der Herde zu schaffen machten und, als sie ihn bemerkten, mit einem Schafe im naheliegenden Walde verschwanden. Der Schäfer be« nachrichiigte sofort telephonisch die Poli»eiverwal- hing in Groß Rechtenbach, die eine Streife im Walde veranstaltete, welche aber ergebnislos verlief. Die Herde lag unweit des Weges von Groß- Rechtenbach nach Münchholzhausen nm Walde. Kurze Zeit vor Ausführung des Diebstahls hatte sie der Schäferjunge mit den Hunden verlassen und sich zwecks Ablösung nach Haufe begeben. —A u s dem fiüttcnberg, 3. Mai. Der Maikäferfl Hy hat hier schon seit den letzten Tagen des April in vollem Umfange eingelegt. Es sind sehr viele Maikäfer da, so daß eine wirksame Vertilgung sehr am Platze wäre. zen setzte. — Ng ja, die Herren Professoren belieben ein Thema anzudeuten, und man greift zu und macht damit den Titel. Wenn man schon Redakteur werden will! — Auch unter dem Federvieh gilt das abge- ftempelte eine Nummer mehr. In sein Decken hinein gellte wieder und immer wieder Dinas Organ. „Verdammter Köter! Ob du still bist!" Er sah aus dem Fenster — nicht zu sehen, die Enten lagen gemütsruhig neben der Pumpe, die Hühner scharrten auf dem Mist, und doch mußte bas Tier ganz nahe (ein. Iven stand auf und bog sich hinaus. Da erblickte er Illes schlanke, rotleuchtende Gestalt und mußte lachen über ihren Eifer. Wie sie den Sogen spannte! Als Junge hatte er sich solche Dinger aus alten Tonnenreisen und Band gemacht. Er sah wohl, daß es ein starkes Stück war, und freute sich an den stolzen, schönen Bewegungen der Bronzearme, wenn sie anholte, abschnellte und bann mit vorgerecktem Kopf dem Pfeil nachsah. Nun begriff er auch, warum ber Hund so lärmte. Und lachte in sich hinein! Leben war hier, gesundes, frisches Leben, Menschen und Tiere voll Uebermut, voll Lust und Freude! Arn liebsten wäre er hinunter- gegangen und hätte gesagt: „Geben Sic mir bas Ding doch auch mal her!" Da sah er eben Christian Polematz von der Straße her auf den Hof kommen. „Ra, was bringst du uns beim?“ rief Ille ihm entgegen, ohne einen Augenblick ihr Spiel zu unterbrechen. „Nur mich selber. Und ich will auch bloß durch euren Garten zum Kanal gehen. Steffen ist da mit dem Doot, wir wollen büschen angeln. Ich sah ihn vorhin an der Brücke, lief und holte mein Gerät.“ Er trug den Angelschacht in ber Hand. „Lief! Wann du wohl zuletzt gelaufen bist! Wir wollen nächste Woche mal Laufspiele spielen. Eins, zwei, drei, letztes Paar herbei! Und Plumpsack — nur aus lauter Gutheit, daß du wieder Lust bekommst. Du kannst ja deine Fülle bald nicht mehr tragen.“ Das Schaukelpferd lachte gutmütig; es Halle sich mit den Bunsenmädchen gehäkelt, seit sie reden konnten, es hatte längst jebe Hoffnung auf Gnade auf- gegeben. „Wenn ihr euren Reichtum an Fischen nicht bergen könnt, barfft du was davon in unsere Küche bringen.“ Y Leun. 4. Mai. (Drahtbenchr des „Gieß. Anz.“.) Ein nid)f alltäglicher M u t o u n f a 11 er- ti ,nete si h am öo ’r.njf.benb argen 10.3»» Uhr. Ein ml! mehreren Herren belegtes Personenauto aus Siegen veriehiie die Straße Leun—Ehringshausen und fuhr den nach Dianaburg markierten Feldweg hinauf. Bei der am Walde versuchten Rückfahrt verlor der Chauffeur auf dem stark sollenden Gelände die Gewalt über den Wagen, ber umstürzend und sich überschlagend in einer Hecke liegen blieb. Die Insassen konnten sich durch Abspringen rechtzeilig in Sicherheit bringen, der Chauffeur erlitt jedoch durch die eingedriickte Glasscheibe starke Schnittwunden. Das Auto wurde gestern durch Pierde auf die Straße gezogen und nach Leun verbracht, wo es untergestellt wurde, es hat nicht allzu tzrheblichcn Schaden erlitten. £bcvl«()utrciö. $ Löhnberg a. Lahn, 3 Mai. Zu dem bereits gebrachten Vericht Über die Einweihung des Gesallenen-Chrenmals in dem benachbarten Selters sei ergänzend noch mitgeteilt: DaS Ehrenmal ist entworfen und ausgeführt von der Werkstätte für moderne Grad- mallunst von Engelbert Roßbach in Villmar a. Lahn. Auf einem niedrigen Sockel erhebt sich eine kantige Säule, die durch ein Kreuz abgeschlossen wird Die Frontseite trägt eine Marmorplatte mit den in Goldschrift eingegrabenen Varn en ber neun gefallenen Helden aus der Gemeinde. Darunter steht die Mahnung: ^Vergeßt die teuren Toten nicht!" Das ganze Denl- mal, das 80 Zentimeter lang und 50 Zentimeter breit ist. hat eine Höhe von 3,42 Meter, vom Sockel aus gemessen. Die Herstellungskosten betragen rund 980 Mark. Dieser verhältnismäßig sehr geringe Preis wurde dadurch ermöglicht, daß fast von allen Einwohnern, insonderheit von dem rührigen dortigen Kriegerverein, bei allen vorbommenden Arbeiten selbst kräftig Hand mit angelegt wurde. Außerdem hat der Kriegerverein durch Sammlungen die schöne Summe von 400 Mark zusammengebracht. Die Gemeindevertretung hat weitere 300 Mark bewilligt, sodaß der größte Teil bet entstandenen Kosten schon gedeckt ist. Eine nachahmenswerte Leistung einer kleinen Gemeinde von 250 Einwohnern! 0 Gräveneck a d. L., 3. Mai. Die 'Bau* tätigfeit ist hier recht rege. Auch ohne bis jetzt eine Hauszinssteuerhypothel erhalten zu haben, arbeiten gegenwärtig zwei "Bergleute sehr fleißig auf ihren Baustellen. Der eine hat mit freiwilligen Heisern z. B. von Samstagabend bis nachts 12 Uhr auSgeschachtet. Krciö . eine ftetnt abgebrochen». Sch raube Vvrgeftrnden. Daran) i't zu schllrßen daß der Verstorbene von einem Motorradfahrer oder Auto überfahren worde t ist. ?cr Unfall muh kurz vor 2 Uhr nachts geschehen sein WSstk. B a d - H o m b u t g v d H , 3. Mai. Am Freitagnachmittag raste ein Mvtvrrab- fahrcr mit einer schworest Maschine in einer Geschwindigkeit von zirka 75 Kilometer die Saalburg-Lhauftee hinaus Dabei verlor er die Herrschaft über seine Maschine und zog sich beim Sturze so schwere Verletz u n a e n zu. daß er In bas Homburger Krankenhaus gebracht werden mußte. Zürnen, Sport und Spiel. Turngau Hessen - /taöen 5 » •> puntt entgegengesetzten Richtung auf, ist die ganze Rächt hindurch sichtbar, und wer ihn mit benachbarten Fixsternen vergleicht, z. D. mit dem links von ihm stehenden, freilich noch später aufgehenden Antares, dem rötlichen, links von drei schwächeren Sterilen stehenden Hauptstern des Skorpions, oder mit den rechts von ihm stehenden beiden Hauptsternen der Wage, wird erkennen, daß er sich langsam nach rechts verschiebt. Die andern Wandelsterne, Venus, Mars und Jupiter, stehen sämtlich am Morgenhimmel. Der abendliche Firsternhimmel zeigt uns den /7EffNB/i.D£R: 5ftO/Zf 5f/C/f- /M8E/V wiegender Realisationsneigung und eher schwächer. Während der ersten Stunde konnten sich unter Schwankungen löschte Erholungen durchsetzen. Fest verzinsliche Werte fanden jedoch keine Beachtung. Das englische Pfund setzte seine rückläufige Bewegung fort und gab gegen Kabel auf 4.855 nach. Die westlichen Frankenoaluten lagen gleichfalls schwächer. Paris notierte gegen London 148,50, und Brüssel stellte sich gegen London gleichfalls auf 148 50, lag also heute gleich schwach wie der. französische Franken. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4 bis 6 Prozent angebot-n. Devisenmarkt Berlin-Frankfurt frühesten 2 Zeichen öc Lberhunöer -Dinöe oes (ichen uiw burgischen ausgezogen- die Tvp> Len W innere ^ta aufgebot v Abiperrun SOlnla präsidentei deuten, za Reichsbam beten Spa! Aeichspr seiner Legst ZM WV der regiert bürg, Dr. neral des von Dilhe Dach Herz! mcifter uni begab sich vor dem 2 nie der Haven, d Hamburgis nommcn hl ben Klang der Kompc Hamburg I Admirale, i pagnie Aus der Reichsp kompagnie • Ermäßigung der Börsen Umsatz st e u e r. Durch Verordnung vom 29. April hat die Reichsregierung die Vörsenumsahsteuer für Anschaffungsgeschäfte über Aktien und andere Anteile mit Wirkung vom 3. Mai erheblich ermäßigt. Es betragen die Steuern bei Geschäften in Anleihen des Reiches, der Länder usw. für Händler 0,02 Prozent, für die übrigen Geschäfte 0,04 Prozent, bei Obligationen inländischer Grundkredit- und Hypothekenbanken, Siedlungsgesellschaften usw. 0,03 Prozent bezw. 0,06 Prozent, bei den übrigen Schuld- und Rentenverschreibungen 0,05 bzw. 0,10 Prozent. Der Um« satzstempel für Aktien ermäßigt sich auf 0,0375 Prozent für Dörsentermingeschäfte. * Zusammenbruch eines Bankhauses inVonn. Wie der „Bonner General- Anzeiger" meldet, ist gegen die Geschäftsführung des 1893 gegründeten Bankhauses Louis L a v i d in Bonn, dessen Inhaber am Freitag plötzlich starb, Anzeige erstattet worden. Von der Staatsanwaltschaft wurde ein Ermittelungsverfahren eingeleitel. Rach Gerüchten soll es sich um einen Zusammenbruch handeln, bei dem an« Sesehene Grobkaufleute und Beamte schwere Ver« iste erleiden dürften. * Harpener Bergbau 21.®., Dortmund. In der o. H. D. wurde die Vermögensaufstellung und Gewinn- und Derlustrechnung für das Jahr 1925 genehmigt und beschlossen, 58 330 Rm. der Rücklage zu verweisen, 6 Prozent satzungsmäßige Dividende auf die Vorzugsaktien Sonnenaufgang von 4,30 bis 3,45 älhr. Sonnenuntergang von 7,20 bis 8,10 älhr. Lichtgestalten des Mondes: 3. Viertel am 5. 4 älhr vorm., 1. Viertel am 19. 7 älhr nachm., Vollmond am 27. 1 Mr nachm. Vom Standpunkt der Witterung zählt der Mai nicht immer zum sommerlichen Teil des Jahres; daß er vom Standpunkt des Sonnenlichtes dazu zählt, zeigen die obigen Zahlen der Sonnenauf- und Untergänge. Bis auf einen kleinen Teil des Tages ist die nächtliche Dunkelheit zusammengefchrumpst, und selbst die Rächt 4.187 13,69 109,58 20,333 13,87 168,28 16,82 91,27 59,15 112,02 80,90 60,29 12,40 5,845 Der die Stundenzahlen enthaltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem damit verbundenen, durch Mitternacht gezeichneten Pfeil — ge» wissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 4 Minuten weniger als 24 Stunden im Sinne des durch 12 Uhr mittags gezeichneten Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont bildet ein Fenster, das die um Mitternacht der Monatsmille sichtbaren Sterne umschließt. Will man zu oincr anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel so gedreht, daß der durch Mitternacht gezeichnete, mitzudrehende Pfeil nunmehr durch die Beobachtungsstunde geht, wodurch dann die zu dieser Zeil sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineingedrehl werden. Für je 5 Tage vor der Monatsmille ist der Sternhimmel um */j Stunde früher, für je 5 Tag» nach der Monatsmitte um '/j Stunde später einzuslellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn Gefängnis verurteilt worden, weil sie sich von dem Erwerber ihres Anwesens in Ober- Widdersheim einen Wechsel über 3000 Mk. hatte ausstellen lassen unter der Vorspiegelung, der frühere in Erfüllung einer Zahlungspflicht gegebene Wechsel von 3000 Mk. sei nicht in Zahlung genommen worden. In Wirklichkeit hatte sie ihn weitergegeben, so daß der Betrogene am Fälligkeitstage beide Wechsel einlösen mußte und erhebliche Ankosten hatte. Ihre auf Freisprechung abzielende Berufung wurde verworfen, die Gefängnisstrafe aber in eine Geldstrafe umgewandelt. Ein Holzhändler aus Rieder-Weisel hatte an einen hiesigen Holzhändler Ende März 1924 272 Festmeter Fichtenstammhol; verkauft und ausdrücklich zugesichert. daß er Eigentümer des Holzes sei. während sein Lieferant selber noch nicht den Kaufpreis für das Holz bezahlt hatte, und die Gemeinde Dreihausen, aus deren Waldungen das Holz stammte, sich das Eigentum Vorbehalten hatte. In der heutigen Hauptverhand- lung gelang es dem Angeklagten, seinen guten Glauben nachzuweisen. Er wurde f r e i g e« sprachen an überall lebhaften £ zwei Lhr t Sau'en6en i tem ftatfjau Mrgermeiste vMdent die gchelltrn Ot: gen Zeit be Zahl Mir das Dathau zimmer eim des Senats neuerten fid Puntt erteid trat, um fi Bevölkerung tau das §e erneuten Zu Präsident um ßanDun^ri 5°hrl 8U unternehn begleitet und den an ergab er sich «Hamburc auch die ad bloggt. an den Wi. Lampfschifsgf den dem Re klonen zu tvendck. Dam Aus an dm ®aiI an Ser A-ft hrm bega ^fan des ^Minic un ^langen m SBp®.' . 4.30 Lampser Ktzpräsid : ^"stwohnu : tneisters. y. im g ®)ren d h cine ffro ' baren. 8 ° fahrend t Mb., Bur ^Prafiöen plr^ulenbe u Ä" "Nse> CT Herz &,ür Ci. ÄS, 9?Pel ' ür fflenbi dessen,, "ui Sfr 6k großen Bären oder Himmelswagen hoch über unfern Häuptern in der Rähe des Zeniths. Der in der Verlängerung des Deichselbogens gelegene, gleichfalls sehr hoch am Himmel stehende Arktur durfte als erster Stern in der Abenddämmerung sichtbar werden; etwa gleichzeitig erscheint links von ihm. nicht ganz so hoch stehend, Wega. In mäßiger Höhe im Süden erstrahlt Spica in der Jungfrau, während das Frühlingssternbild des sichelförmigen Löwen immer mehr zur Westhälfte des Horizontes hinüberwandert. Von den eigentlichen Wintersternbildern sind die Zwillinge zunächst noch sichtbar: sie verschwinden bald im Rordwesten. Tief im Rorden stehen die Wförmige Cassiopeia und Die obere Hälfte des Perseus. Ak. M Die - w. «•* scheinen ewr 6'9- sternlpr^ log und vep «nschnsi m poftld) zraitlsari^ Wirtschaft. Die Umstellung der KohrenWirLjchaft. (Don unserem Essener Mitarbeiter.) Im Kohlenbergbau an der Ruhr vollzieht sich ein großer ^Irnwandlungsprozeß. Die Zeiten nach dem Kriege, wo alle Welt nach Kohlen schrie, sind Zeiten gewichen, wo der Ruhrkohlenbergbau nach Absatz verlangt. Die verbesserte Wärmetechnik, der Siegeszug der Elektmzitatswirtschaft. die in steigendem Maße sich die Wasserkräfte nutzbar macht, der zunehmende Verbrauch von Oelen auf den Schiffen hat den Bedarf an Kohle verringert. Dazu kommt, daß die deutsche Eisen- und Stahlindustrie ebenfalls geringeren Bedarf an Kohlen und Koks hat. weil sie ungenügend beschäftigt ist. Der englische Wettbewerb macht sich gleichfalls unangenehm fühlbar. Will der Kohlenbergbau lebensfähig bleiben, so muß er sich den veränderten Verhältnissen anpassen. Durch technische Detriebsverbesserungen in weitgehendem Umfange — viel weitergehend als beispielsweise im englischen Bergbau — haben die Ruhrzechen es vermocht, die Färderziffer je Mann und Schicht auf die Friedensziffer und darüber hinaus zu bringen. Man ist noch weiter gegangen und hat eine große Anzahl schlecht arbeitender Zechen, die Zubußen erforderten, stillgelegt. Für die davon betroffenen Gemeinden war diese Stillegungsaktion sehr schmerzlich, im Interesse der Gesundung des Gesamtbergbaues war sie. von Einzelfällen vielleicht abgesehen, unumgänglich. Die noch im Betrieb befindlichen modern eingerichteten Schachtanlagen sind wohl imstande, die Forderguote der stillgelegten Zechen mit zu übernehmen. Der Ruhrbergbau hat eine Rmnigungsprozedur trorgenommen, die vor radikalen Mitteln nicht zurückwich: dadurch allein aber hat er seine Eristenzfähigkeit behauptet. Alle diese Mittel werden jedoch auf die Dauer den Kohlenbergbau nicht rentabel machen, wenn es nicht gelingt, die Kohle auch dort wieder begehrenswert zu machen, wo sie mehr oder minder ausgeschaltet ist. Man weiß, daß die Kohle wertvolle und unersetzliche chemische Bestandteile enthält. Wir gewinnen bereits jetzt aus der Kohle beim Verkoken Benzol, Raphtalin, Ammoniak. Teer. Teerfarben, Bohnerwachs, Schmier- und Kernseife und anderes mehr. Das Augenmerk der Forscher ist gerichtet auf die direkte Gewinnung von Oelen (Petroleum, Gasöl. Benzin) und Paraffin aus der Kohle. Der Leiter des Kohlen- • sorschungsinstituts in Mülheim. Geheimrat Professor Fischer, hat mit seinem Mitarbeiter l Hans Trompsch ein neues Verfahren praktisch aus geprobt, nach dem es möglich ist. beim Der- * kokungsprozeß alle gewünschten Betriebsöle zu gewinnen, die in einen wirksamen Wettbewerb mit den Erzeugnissen der ausländischen Oel- industrie treten können. Das Fise^r-Trompsch- Derfahren ist einfacher und lukrattver als das bekannte Bergin-Verfahren des Professors Dergins in Heidelberg. Bedenkt man. daß im Jahre 1925 in Deutschland für 350 000 000 Mark fremde Erdölerzeugnisse eingeführt wurden und diese Einfuhr steigende Tendenz hat, dann erhellt der Wert der neuen Ergebnisse deutscher Forscher- tätigfeit. Auch die Magerkohle, die heute am meisten unter dem Absatzmangel leidet, kann wieder zur Geltung kommen. Sie wird zu Kohlenstaub zermahlen, um einerseits Urteer und Halbkoks zu liefern, andererseits im Kohlenstaubver- feuerungsverfahren ein hochwertiges und der besten Nußkohle überlegenes Brennmaterial zu liefern. Roch stecken alle diese Versuche in den Kinderschuhen. Die prakttsche und nutzbringende Ausbeutung öst aber erwiesen. Der Umwandlungsprozeß ist im Gange, er wird rascher vor sich gehen, wenn dem Ruhrbergbau größere Mittel zur Verfügung stehen. Aber auch dieses Hemmnis wird überwunden. Zielbewußt schreitet der Ruhrbergbau auf der beschrittenen Bahn weiter. Die Früchte werden nicht ausbleiben. Berliner Produktenbörse. Berlin, 3. Mai. Die Gcneralstreikbefürchtung wirft sich naturgemäß an der Berliner Produkten- börse durch das Ausbleiben van Derkaufsorders aus. Allerdings überträgt sich die Stimmung auf den Berliner Verkehr, da man evtl. Rückwirkungen für nicht ganz unwahrscheinlich hält. Immerhin lauten die mäßigen Forderungen fester, me.il zunächst die Eigner mit ihren Verkaufsaufträgen sehr zurückhalten. Für Roggen war das Niveau gleichfalls etwas fester bei geringen Jnlandofferten. Gerste in feiner Ware gefragt, sonst ruhig. Hafer behauptet. Mehl stell, nur Roggenmehl etwas mehr gefragt. Im Terminhandel wurde die Mainotiz für Weizen heute ausgesetzt, Juli und September je 50 Pf. höher. Mairoggen 1 Mk. fester, Juli und September behauptet. Es notierten: Weizen, märkischer, 295 bis 298 Mk.; Roggen, märkischer, 175 bis 180; Sommergerste 195 bis 210; Gerste, inländische, 173 bis 190; Hafer, märkischer, 193 bis 203; Weizenmehl 37,25 bis 39,75; Roggenmehl 25,25 bis 26,75; Weizenkleie 11 bis 11,25; Roggenkleie 11,80 bis 12; Diktoriaerbsen 29 bis 39; kleine Speife- erbfen 24 bis 28; Futtererbsen 22 bis 26; Peluschken 22 bis 25; Ackerbohnen 22 bis 24; Wicken 28 bis 30; Lupinen (blau) 11,75 bis 12,75; Lupinen (gelb) 14 bis 14,75; Serradelle (alt) 24 bis 29. Bücherttsch. — Internationale Theaterrunst Bietet das erste Mai-Heft der bekannten Zeitschrift „Das Theater". Der Londoner Korrespondent gibt eine amüsante Uebersicht über die Eigenart der englischen Revuen, die durch zahlreiche 31- lustrationen wirksam ergänzt wird. Der Reu- Yorker Bericht schildert die Ausführung von Werfels „Docksgesang" in Reuyork. Ferner liest man das Reueste über die Theaterereignisse in der römischen Hauptstadt, insbesondere über die Verdi-Festspiele und einige Uraufführungen, von denen gleichfalls mehrere Bilder gebracht werden. Die reichsdeutschen Bühnen sind selbstverständlich nicht vergessen. Uraufführungen an den Ruhrbühnen, in Karlsruhe, Dresden und Leipzig, in Chemnitz, Nürnberg und Münster werden in Wort und Bild ebenso gewürdigt wie die letzten Berliner Premieren. Aus Gießen bringt das Heft einen illustrierten Bericht über die Uraufführung des Schauspiels „Die letzte Nacht". — „Europäische Gespräch e“. Hamburger Monatshefte für Auswärtige Politik, herausgegeben von Dr. A. Mendelssohn Bartholdy. (Deutsche Verlags-Anstalt. Stuttgart-Berlin. Heft III, März 1926.) In diesen Tagen, da die politische Welt so lebhaft bewegt wird durch die Ankündigung eines neuen deutsch-russischen Vertrages, wird man mit besonderem Jnteresss im vorliegenden Heft der „Europäischen Gespräche den Aufsatz „Sowjet-Rußland und Europa" von Karl Siegmar Schultze-Galera lesen, der nach russischen Quellen die natürlichen Grundlagen der nationalrussifchen Politik der Sowjets um) ihre Einstellung zum Völkerbund und zu Locarno darstellt. Von ähnlich akttiellem Interesse ist angesichts der bevorstehenden Abrüstungskonferenz die von M. Schoch gezeichnete, eindringendc Analyse des vom Völkerbund hierfür vorbereiteten Fragebogens, der bei allem Hin und Her über Deutschlands Beteiligung an diesen Ve^ Handlungen die deutsche Oeffentlichkeit sachlich noch kaum beschäfttgt hat. Die bereits durch mehrere Hefte geführten Betrachtungen von A. Mendelssohn Bartholdy über die Greyfchen Memoiren kommen zu dem bemerkenswerten Schluß, daß England die Entente mit Frankreich nicht abgeschlossen hat, wie Grey es Barstellt, um dem übermächtigen Dreibund ein gesundes Gegengewicht zu schaffen, sondern daß es sie im Gegenteil abgeschlossen hat, weil es, in Kenntnis der italienisch-französischen Abmachungen, wußte, daß der Dreibund jetzt keine wirkliche Wacht mehr war. Amerikanische 'Jioiee ..... Belgische Noten ....... Dänische ‘.Roten ....... Engliiche Noten...... . . Französische Noten ...... Holländische Noten .... Htnlicnische Noten...... Norwegische Noten . . . . Deutsch Oestcrr , 5 ico Kronen Romanische Noten . . . Schwedische Noten..... Schweizer Noten Spanische Noten ... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . zu verteilen und 1090 245 Rm. auf neue Rechnung vorzutragen. 'BergwerksgesellschaftHibernia, Herne. Der Abschluß der Bergwerksgesellfchaft Hibernia, deren Aktien sich bekanntlich zum überwiegenden Teil im Besitz des preußischen Staates befinden, ist nun fertiggestellt. Der o. H. D. soll vorgeschlagen werden, den Detriebsüberschuß von 5 161 947 Rm. mit 4 936 100 Rm. zu Abschreibungen zu verwenden und den Rest von 225 847 Rm. auf neue Rechnung vorzutragen. Nach Angaben der Verwaltung kann eine Dividende nicht zur Verteilung gelangen (o. H. V. 29. Mai). frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 4. Mai. Tendenz: S ch m ä che r. Die Börse eröffnete bei kleinen Umsätzen in leicht abgeschwächter Haltung. Den Vorgängen in England steht man jetzt etwas pessimistischer gegenüber, da man Rückwirkungen auf Deutschland befürchtet. Die Abschwächung des englischen Pfundes und der westlichen Frankenoaluten verstimmte und drückte das Gesamtkursniveau der Börse um I bis 1 Prozent nach unten. Von Chemiewerten wurden I. (9. Farben 1 Prozent niedriger. Am Elektromarkt entwickelte sich in AEG. etwas Geschäft. Der hierbei erzielte Gewinn von j Prozent ging jedoch während der ersten Stunde wieder verloren. Am Montanmarkt bestand einiges Interesse für Harpener, während die übrigen Werte dieses Gebietes kaum gefragt wurden. Autoaktien konnten ihren Stand behaupten. Schiffahrts- a k t i e n blieben dagegen vollkommen geschäftslos. Bei den variablen Werten überwog die Neigung nach unten, obwohl vereinzelt auch geringe Steigerungen zu beobachten waren. Zuckeraktien waren angeboten und •} bis li Prozent schwächer. Im Freiverkehr hörte man: Beckerkohle 52, Benz 69, Growag 55,75, Ufa 55, Usra 76! Prozent. Der Markt der heimischen Renten war ziemlich abgeschwächt. Pfandbriefe lagen ebenfalls niedriger. Im weiteren Verlaufe hielt die Lustlosigkeit der Tendenz an. Die Umsätze wurden noch geringer. Im Devisenverkehr ersuhr der Kurs des englischen Pfundes eine erhebliche Abschwächung. London gab gegen Kabel auf 4,85 nach. Auch die westlichen Frankenvaluten lagen weiter sehr matt. Paris gegen London 148,35, Brüssel gegen London 147,75. Die Mark ist unverändert fest. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gictzenei Anzeigers".) Berlin, 4. Mai. Das geringe Interesse der zweiten Hand und die Unsicherheit der Spekulation über die voraussichtliche Auswirkung des englischen General st reiks, der das Tagesgespräch bildete und vielleicht Rückwirkungen auf den deutschen Bergbau zur Folge hat, brachten das Geschäft zum Erliegen. Die Tendenz entwickelte sich nicht 1 einheitlich; der Markt eröffnete unsicher bei oor- rb/ieren Q)Penu/ (2)Afsrv Q)7up.fer Q)Vafurn jp'c j'U uoF * r tO/" £ ..a 9 7/ - Frankfurt a.M. Berlin 5d)iug.| Sure I l.Ubt« fturs Süuuh.lAnfang Damm: 3.5- | 4 5 3.5 | 4 5 5% Tcutlche Rctcksanlethr 0.400 0.390 0.395 i 0,390 4% Deutsche Reichsanleihe — — 0,3875 0 3775 3'/,"/» Deutsche Reimann leide — — — 3”/n Deutsche Reichsanlcide 0.49 1.472.5 —— Deutsche «parprämicnaiileihe 0,24 — 0,24 — 4°/0 Preußische Kons als • • — — 0,38 0,38 4% Hessen ...... 0.41 — 0,4 — 3"/i°/o Hessen....... —— —- 0,41 — 0.39 96.8 Deutsche LSertb. Dollar-Aul. — — dto- Doll.-Schatz-Autreiina.'» — — — 1 — 4®/0 Zolltürlcn....... — 12,75 । — 5°/o Goldmcrikaner . • —— — Berliner HandelSacsellschast 150 — 151,4* 50,1* Commerz- und Privat-Bank 105.7' — 10.5.7* .05,.5* Darm't. und Naiionalbank 126.9 —— 126,7* Deutsche Bank........ 126 — 125 2.5.1* Deutsche Bcrcinsbank - • • 911 — — — Disconlo Commandit 121.5 —- 122' 21,2' Metallbank.......... 94 — — — Nritteldeutsche Credübank. 105 — 108.5* — Ocsterreichische Creditanslalt 7,7 — 7.05 * Weltbank ....... — — — — Bochumer Guß ...... 91.62 92,5* 91* 91,75 61,5 61,13 61,75 Demsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. 98.5 — 96.75' 97 9' 100 - — 99.9' 100,5' Harpener Bergbau .... 114 116' 115' 115,5* Kalnverke Aschersleben.... 134.25 Ui. 5' 11* Kaliwerk Wcsteccgelu..... 133.5 —- 134 131 4 tlaurabutte ...... • 38.75 — 38,9 39,25 Lbcrbedars ......... 52 53,5 52,5 52* Pdönir Bergbau ....... 80 — 79,75' 79,5* Rhcitmahl . . ....... 94,5 94.12* 94,5' Riebect Montan ..... 96 — 96 95 Tellus Bergbau....... 60,5 —* Hamburg-Amerika Pake». . . Norddeutscher Llovd . . , 132,75 129,25 133,25 129,75 133' 130* 132,9* Cberamische Werke Albt« . . 43,5 Zementwerk Heidelberg . . . 100 —- — Pdilivv Holtmann...... 71,25 71,25 — Anglo-Cont.-Guano . ... 80 — 78 — Chemische Mader Alapin . • — — <— W- I. G s?arbcnindl;slrie, A^-G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung........ 151,7* 150,75 151,7* 151* 86.5 —w 87,9 87.9 67 66 _ __ Rütgerswcrkc . . ..... 81,5 80,5' 80 Scheidcanstalt......... — — — — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft HO* — 110.5* 109,7* Bergmann ......... 104 7* - 103.9* 102* Main kra sttverke ........ 99.9 __- Schuckcrt ■ ........ 97,5' — 98.12* 97,25* Siemens * Halske . ..... 138 - 136,9* 138* Adlerwcrke Kieper ...... 65,75 _ 66,5 65 Daimler Motoren. ...... 66 ■■u 64 64,75 Hepligenftaedr ■ • ...... 29 — — — Neguin............. Motorenwerke Mannheim 38,5 — —— —- — 56 —- Frankfurter Armaturen . . 23 — — — Konservenfabrik Braun . . . 41.5 - Mciallgcsell chatt Frankfurt . 103.25 - — — Pct. Union A -G. ..... 85,5 So — Schubtabrik Herz . . .... 37,5 36.5 — Sichel... .......... 4.5 — — »Zellstatt Waldbos. . . . . . 130 1 — 129,5 129.5 Zuckeriadrik Frankenthal ». Zuckerfabrik Wag bautet . . . 50 60,5 1 = — 3 Mai- 4 Mai. Amtliche Noti rnng Amtliche Notierung Veld i Brief Geld Brief Ama.« Non 168.64 169,06 168,56 168.98 Bu:n-Aires 1.683 1.687 1,693 1,697 Brss.-Antw 13,79 13,83 13,69 13,73 Christiania 91,44 91,66 91,14 91.36 .Kovenbageu 109,76 110,04 109,61 109,89 Stockholm . 112,33 112,61 112,26 112,54 Hclhngforö 10.55 10,59 10,545 10,585 Italien • - 16,805 16,845 16.84 16,88 London. 20,374 20,124 20.374 20,424 Oieuvork . 4,195 4,205 4.195 4,205 Paris. ■ 13,7.35 13.775 13.745 13,785 Schwei; . 81,14 81,34 61,14 81,34 Svanien 60,36 60,52 60,42 60,58 Invan - - 1.976 1,980 1,969 1 973 Nio de Inn 0.604 * 0.606 9,605 0,607 Wien in D-- Qett- abgcst 59,23 59,37 59,195 59,335 'Prag ... 12,416 12,456 12,418 12,458 Bclzrad . . 7,397 7,4 7,397 7,417 Budapest - 5,865 5,885 5.865 5,885 Bulearien 3,045 3,055 ..042 3,052 Liffabon 21,425 21,475 .1 405 21.455 Danl'g - 80,83 81,03 -0,80 80,81 ftomt nltn 2.185 2,195 2.179 2,189 Athen 5,24 5,26 5,24 5,26 Canada. . 4,195 4,205 4,197 4,207 Urnguav 4.325 4.335 4.315 4.325 Banknoten. Berlin, 3 Mat Geld Briet