Nr. 283 Erstes Blatt 176. Jahrgang Zreitag, 3. Dezember 1926 6r|d)etnt täglich,avß« Sonntag» und feiertags Beilagen; (Biegener ^amilienblätter Heimat tm Bild Die Scholle maeau.FeiU£Sttets: 2 Reichsmark und 20 Nnchspfennig für Träger, lohn, auch Lei Richter« scheinen einzeinerRunimern infolge HSHerer Gewalt. 3ernjpred)an|d)lüHe; 51, 54 und 112. Lnfchrifi für Druhtnach» richten: Anzeiger Liehe», poßfchrckfont»: $ronffuri am Main 11688. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche UniversilSlr-vuch- und Stcinörudcrei R. Lanze in Sieben. Zchristleitung und Seschäftzstelle: Zchulstra^e?. Annahme von Anzeige» für die lagtenummet Dis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen ov.r 27 mnj Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspsennrg, für Re- klameanzeigen von 70 rn Breite 35 Reichspfennig, Playoorschrift 20“ . mehr. Thefredabteur Dr Fnedr Will) Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den An» zeigenteil t Dertr H. Beck, sämtlich in Gienen Seipels Anschlußpolitik. DaS Berliner Echo. Berlin. 2. Dez. (LU.) Die Rede des österreichischen Bundeskanzlers über die An- schluhfrage ist in Berlin mit geteilten De« suhlen ausgenommen worden. Ihr KeptLd>cr Xon uni) ihre rein negalioen Formulierungen enttäuschten vielleicht noch mehr, als S'ipels Ab- lehnung des Ewigen Demonstrierens", feine De« Innung der Pflicht. daS österreichische Staats- Wesen zu erhalten und die Versicherung seiner Loyalität gegenüber internationalen Verträgen. Hebet die Frage, ob man Demonstrationen ein- schränken sollte oder nicht, kann man geteilter Meinung fein. Es handelt sich hier um taktische Erwägungen. 3n Berliner politischen Kreisen ist man überzeugt, daß eS mindestens ebenso ^verfehlt wäre, darauf zu verzichten, der Welt immer wieder daS Unrecht vor Augen zu führen, das darin liegt, daß mehr als sechs Millionen Oesterreicher der Anschluß an das Deutsche Reich verboten wurde. Dor allem aber vermißt man den Hinweis daraus, dah es sich bet der Erhaltung des öster- reichlschen StaatSwesenS um Arbeiten an einem Staat handelt, den die Bevölkerung als solchen gar nicht wünschte, einen Staat, der i h in aufgezwungen wurde. Es handelt sich also um RotstandSarbeiten an einer interimistischen Unievtenft der Deutsch-Oester- reicher. Der .zweite deutsche Staat", von dem Seipel spricht, ist eben nicht die Verkörperung des Ideals des deutschen Volks. Gern hätte majt gerade in Deutschland gehört, dah Dr. Seipel der gesetzgeberischen und der anderen An- ?(Ieid)ung8arbeit-en gedacht hätte, die kein ntemationaler Vertrag verboten hat oder verbieten kann. An diesen Arbeiten ist das Herz deS deutschen Volkes in viel höherem Maste beteiligt. Sie bieten ihm Ersah für den An- schluh, der heute verboten ift Aus der anderen Seite aber stellt man mit Genugtuung fest, dah et nicht wie sein A-ntsvorgänger. von Oberetsch sprechen zu müssen glaube, sondern den Gefühlen des deutschen Volkes gegenüber den Leiden Südtirols offen Ausdruck gab. Scharfe Kritik in Wien. Wien. 2. Dez. (LU.) Die gestrigen Erklärungen des Bundeskanzlers Dr. Seipel in der Frage des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland erfahren heute in der großdeutschen und sozialdemokratischen Presse eine sehr scharse Ablehnung. Sn den W i e- nerReuestenRachrichten toirb festgestellt. dah die Erklärungen Seipels, der Auffassung der grostdeutschen Parteien zum Teil durchaus I widersprächen. Der Bundeskanzler habe be- • tont, dah eine Politik der ewigen Demonstrationen gegen Tatsachen keine Berechtigung habe. Wir meinen, so schreibt das Blatt, es handelt sich hier um mehr als um eine Politik der 'Demonstrationen. Für uns ist der Wunsch nach dem Selbst bestimmungsrecht eine Sache des Herzens und des Verstairdes und wenn der Bundeskanzler den Anschlustwillen jener 90 oder 95 Prozent, von denen er selbst einmal gesprochen hat, mehr äusterlich nimmt, so muh der Hinweis aus die Geschichte der 'letzten Jahrzehnte gestattet sein. Man hat auch in Frank- reich und Italien keine Gelegenheit oer- fäumt, zu demonstrieren und nicht viel anders ist es mit der Politik der Tschechen, deren staatsrechtliche Verwahrungen seither immer nur al£ Demonstrationen gewertet wurden. Uni) doch kam in ihnen ein starker innerer Wille zum Ausdruck, der sich schliestlich auch durch- aeseht hat. — Die sozialdemokratische ^Arbeiterzeitung" fordert, dah die Regierung den Willen des deutsch-österreichischen Volkes unn Anschlust nicht verleugne. Jedermann wisse, dah das deutfch-österreichische Volk heute nicht imstande sei, den Anschlust durchzusetzen, was er aber verlange könne, sei, dah sich die Re- f gienmg anders dazu einstslle. Die deutsch-österreichische Rechtsangleichung. Wien, 2. Dez. (WTD.) Der Bundesausschuh des Rationalrates beriet heule über das Kapitel .Justiz". Im Laufe der Debatte , verwies der Sozialist Eisler auf den in Vorbereitung befindlichen gemeinschaftlichen deutschösterreichischen Strafgeseh- enttourf, wobei er u. a. auf die sog. Dertrarens- krise gegenüber dem deutschen Richtertum zu sprechen kam. Der Redner bezeichnete weiterhin noch den tschechischen Reformentwurf als nachahmenswert. da er in mancher Bezieh , ng, so hinsichtlich des sog. Abtreibungsparagraphen weniger Widerständen ausgesetzt sein werde, als der deutsche Entwurf. 5):r Groh deutsche Waber erklärte, auf Grund deS Standes der Verhandlungen glaube er. dah der Strafgesetzentwurf im nächsten Frühjahr in Deutschland und in Oesterreich vvrlagereif fein toerbe. Gerade der Gedanke der Rechtsgleichheit werde fein Zustandekommen fördern, so dah man bald zu einem gemeinsamen deutschen Strafgesetzbuch kommen werde. Sozialdemokraten und Arbertszeilgesetz. Berlin, 3. Dez. (SIL) In der Arbeitszeitfrage ist die sozialdemokratische Fraktion mit dem bisherigen Kompromihvorschlage nicht z u- friedengestellt. Sie wird deshalb, sobald diese Frage auf die Tagesordnung kommt, mit eigenen Abänderungsvorschlägen hervortreten. vor der Senser Tagung der völkerbundrrats. Die deutsche Delegation unter Führung des Reick^auhenministers Dr. Stresemann w rd am Samstagabend in Genf eintreffen. Am Sonntag kann dann schon die erste Fühlungnahme zwischen den Außenministern Englands. Frankreichs und Deutschlands stattfinden. Aus ihr wird sich ergeben, ob Chamberlain sich mit Dr'.and auf eine bestimmte Derh i d l u n g s f o r rn e l geeinigt hat oder ob beibe zunächst abwarten wollen, welchen Gang die Dinge n.-firnen werden. Wer ruhig und sachlich die Lage betrachtet, kann fern Urteil nur dahin zufammenfafsen. dah Deutschland mit den restlichen Abrüstungssragen jetzt auf dem kürzesten Wege reinen Tisch macht, dah diese Angelegenheiten aber von viel zu nebensächlicher Bedeutung sind, um überhaupt ins Gewicht fallen zu können. In Frankreich hat man leider bisher für ein ruhiges Urteil keine Zeit und keinen Platz gehab', sondern seine Aufgabe darin gesehen, durch Alarmmeldungen für eine Vergiftung der Stimmung zu sorgen, die keinerlei objektive Behandlung ber Kontroll- :n* Investigationsfrage mehr verträgt. Wieweit Chamberlain der Haltung Frankreichs Rechnung tragen will, ist noch unbekannt. Rach französischer Ansicht habe er sich bereits voll unb ganz dem französischen Standpunkt ang schloss n. Wie dem auch sei, für unS gibt es weder ein Falschen noch ein Handeln um Militärkontrolle und Investigation. Das weist Herr Chamberlain, der eben erst die deutsche Rote vom 12. Januar 1926 der Oeffentlichkeit zugängig gemacht hat, das wissen auch alle übrigen Ratsmitglieder. Wollen sie verhindern, dah die Ratstagung mit einem Mih- klang endigt. bann werden sie sich dazu verstehen müjfen, bestehende Verträge zu achten xmb uns als gleichberechtigte Ration zu behandeln. Andernfalls toirb der Reichsaußenminister Genf wieder Derlaffen und vorläufig alles beim alten ble:c--i. Gr weih sich mit dem gesamten deutschen D lke und feinen polit schen Führern darin einig, dao jetzt endlich einem unwürdigen Zustand so oder so ein Snde gemacht werben muh. , Die Tagung bes Dölferbimösrats Kontrollfrage und Investigationen. (Sigeite Information des G. A. Berlin, 3. Dez. In wenigen Tagen beginnt die Dezembertagung des Dölker- bundsrates in Genf — Reichsaustenminister Dr. Stresemann wird mit einigen Herren des Auswärtigen Amtes heute abend ab reifen —, von einer unmittelbar bevorstehenden Regelung der Kontrollfrage kann aber noch immer keine Rede fein. Wohin die Reise geht, zeigen neuerdings wieder Meldungen aus französischer Quelle, die zwar zunächst nur als Ver- suckMallons anzusehen sind, jedoch deutlich genug den Wunsch gewisser französischer Kreise (die bekanntlich nicht ohne erheblichen Einfluh sind) crfemien lassen, die Militärkontrolle in möglichst scharfer Form weiter aufrechtzuerhal- t e n. Man möchte jetzt Deutschland verlocken, einer Inkraftsetzung des Invest igations- versahrens des Völkerbundes zuzustimmeir, die auf der durchaus einseitigen französischen Auslegung des Jnvestigatlonsprotokolles des Völkerbundes beruht Um die Sache schmackhaft zu machen, spricht man davon, dah diese Regelung nur für eine älebergangszeit gelten soll, bis eine Verständigung über die Auslegung des Protokolle« erfolgt ist. Bei der französischen Mentalität besteht aber kein Zweifel, dah man auf diesem Umtoege hofft, die im französischen Sinne gelegene vorläufige Regelung in eine dauernde übergehen lassen zu können. Hier liegt eine grobe Gefahr, der die deutsche Regierung mit aller Entschiedenheit entgegen» treten wird. (Chamberlain in Paris. Paris, 2.De;. (22L) heule abend 5.40 Uhr traf Chamberlain mit seiner Gattin und in Begleitung Lord Crewes am Rordbahnhos ein. Zum Empfang war Außenminister Briand erschienen. Der polnische Außenminister Z a l e s k i ist bereits in den Rachmittagsstunden in Paris eingefroren. Eine erste Zusammenkunft Chamberlain- Brianb ist für morgen vormittag vorgesehen. Den polnischen Außenminister wird Briand dagegen bereits in den heutigen Abendstunden sprechen. Morgen wird Chamberlain mit Briand und poincare frühstücken, am Abend gibt der britische Botschafter ein Bankett. Die Ankunft des englischen Auhenmmisters Chamberlain und Zaleskis verlegt den Schwer- punkt der internationalen Politik für zwei Tage nach Paris. Es steht fest, dah Driand mit Cham- berlain und Zaleski besonders verhmrdeln wird. Ein Programm für diese Unterhaltungen ist nicht aufgestellt, aber es liegt auf be: Hand, dah sie den Auftakt zu der Genfer Konferenz bilden, und sich auf die Hauptprobleme beziehen, die dort zur Diskussion stehen. Auch die letzten Ereignisse in China werden in der Aussprache der Staatsmänner berührt werden. Die Hoffnung, die bis in die letzten Tage hinein in Pariser deutschen Kreisen bestand, dah es doch noch gelingen werde, bis zur Dezembertagung in Genf die Frage der Abberufung der M il i t ä r ko n t r ol lkom m isf io n zu regeln, hat sich nun endgültig zerschlagen. Dagegen glaubt man, dah sich in den noch ausstehenden vier Tagen ein äleberMicf gewinnen lassen werde, wie weit man noch von der endgültigen Regelung entfernt sei, also kein positives Ergebnis der Pariser Verhandlungen, aber immerhin eine Basis, auf der sich in Genf die Diskussion der Staatsmänner fort fetzen liehe. Diel beachtet wird in französischen Kreisen das Halbdunkel, das von Berlin aus über die Genfer Reiseabfichten Stresemanns gebve tet wird. Man vermutet, dah die Reichs re gierung endgültige Beschlüsse über die Vertretung Deutschlands im Völkerbund erst dann fassen toirb, wenn auch eine Entscheidung von feiten Mussolinis über feine Teilnahme an den Besprechungen zu Vieren - vorliegt. Die Viermächtekonferenz. Belgien wünscht seine Teilnahme. Brüssel, 2. Dez. (WB ) Die Belgische Telegraphenagentur glaubt zu wissen, daß die Besprechungen in der Entwassnungssrage zwischen Paris, London und Rom noch nicht abgeschlossen leien. Daran ändere nichts die Tatsache, daß die o e l - gische Regierung am Samstag in der Entwaffnungsfrage eine Antwort an die englische Regierung und in Abschriften ebenfalls nach Paris und Rom abgesandt habe, eine Antwort, in der Bel- aien sich im allgemeinen der englischen Auffassung anschließe. Die öffentliche Meinung in Belgien sei durch Meldungen französischer und englischer Blätter, nach denen eine Zusammen- k u n s t zwischen Briand, Stresemann, Musiolini und Chamberlain im Anschluß an die Genfer Tagung beschloßen worden sei, lebhaft erregt worden. Die belgischen Zeitungen fragen, ob Belgien von diesen wichtigen Besprechungen ausgeschlosien werden solle und warum die Zusammenkunft zu vieren, nicht zu fünfen stattfinden werde, da Belgien zu den a n den Rüstungen Deutschlands in er st er Linie Interessierten Mächten gehöre und die auf dem Spiele stehenden Interessen sehr groß seien. Die Belgische Telegraphenagentur glaubt zu wissen, daß Briand und Chamberlain der belgisch-n Regierung immer vollständige Zusicherungen hin- sichtlich der Beteiligung Belgiens an derartigen Be- sprechungen gegeben haben. Tine Zusammenkunft Stresemann - Mussol nt. Besprechung des Lchicdvvcrtrags. Hom, 2. De;. (TU.) Die der Vertreter der Te- Icgraphenunlou erfährt, wird in ilaiienifchen poll- tischen kreisen auf das bestimmteste damit gerechnet, daß anläßlich der Genfer Tagung eine Zusammenkunft zwischen dem deutschen Außenminister Dr. Stresemann und dem italienischen RUnister- präsidenlen Mussolini an einem italienischen See, wahrscheinlich am Lago Maggiore, erfolgen wird. Die Vorbesprechungen über diese Unterredung sollen bereits Insoweit zur Klärung geführt haben, als die Zusammenkunft an sich festgesetzt worden Ift. noch nicht aber die näheren Einzelheiten der Besprechung. Die weiter mitgeteilt wird, ist damit zu rechnen, dah bei dieser Zusammenkunft der deutsch-italienische Schiedsgerichtsvertrag soweit geförbert ist, daß auch hier seine Unterzeichnung erfolgen kann. Artikel st, des völkerbundspackts. Bericht Broucköres über Hilfeleistung in Aonfliktsfällcn. Genf, 2. Dez. (WB.) Der belgische Senator de Brouckdre hat im Auftrage deS Rats- komitees einen umfangreichen Bericht ausgearbeitet, in dem er in bezug auf die von Frankreich für die Abrüstungskonferenz aufgestellte Forderung einer beschleunigten Verwirklichung der mili'.äri'chen, wirtschast.if'en und finanziellen Hilfeleistungen aus Artikel 16, die von der Völkerbund-Versammlung 1921 dazu beschlossenen provisorischen Richtlinien untersucht, ohne jedoch neue konkrete Vorschläge zu machen. Die Maßnahmen »um wirksamen Schutz des Friedens der Völker können sich nach Auffassung de Brouckdres erstrecken auf eine „friedliche Blockade, aus Demonstrationen von Seestreitkrästen und auf zahlreiche, bereits 1921 inS Auge gefaßt«, wirtschaftliche, kommerzielle und finanzielle Maßnahmen", die zunächst vor der eigentlichen Anwendung deS Artikels 16 ins Werk gesetzt werden könnten. Englands Kampf in China. Die Lage in Hankau. Paris, 2. Dez. (WB.) In den Abendblättern wird eine Depesche aus Schanghai veröffentlicht, in der bestätigt wird, dah ein amerikanischer Zerstörer eiligst nach Futschau abgegangen ist, weil die Lage dort sehr ernst geworden sei. Der, Gouverneur der Provinz Fukhien habe versprochen, die Ausländer zu schützen. Die aus- ländischen Konzessionszonen seien von den roten Truppen bedroht. Man habe sie mit Stacheldrahtverhauen umgeben. Die nationalistische Negierung in Hongkong hat angekündigt, daß die Verlegung des Sitzes der Regierung nach Wu- schang am 12. Dezember erfolgen werde. Die offi- ’ieüen Persönlichkeiten hätten Weisung erhalten, sich bereitzuhalten. Gestern sollte der politische Zentralausschuß seine Arbeiten einstellen. Die Militärbehörden hätten Befehl gegeben, mehrere Führer oder Persönlichkeiten des Streikkomitees in Hongkong und in Kanton zu verhaften, und zwar unter dem Vorwande, daß sie kürzlich im Hauptquartier der Streikenden eine Feuersbrunst veranlaßt hätten, um die Dokumente und die Kassenbücher zu zerstören. In Peking glaubt man nicht an eine bevorstehende Eröffnung der Feindseligkeiten zwischen den verbündeten Truppen unter Tschang Tso Lin und den Streitkräften von Kanton. Diese führten ihre Operationen in der Gegend von Sekiang weiter durch. Für das Dorrück.n der Nordtruppen sei eine ziemlich lange Vorbereitung nötig, da man aus Mukden Truppen kommen lasse und die verschiedenen von mehreren Generalen abhängigen Elemente unter einheitliche Leitung bringen müsse. Die letzten Berichte besagen, daß in Hankau eine kleine Erleichterung der Lage zu verzeichnen ift. Die Landung von Matrosen hat die erwartete Wirkung gehabt. Einige Teilstreiks sind beige- I e g t worden. Für kommenden Sonntag sind mehrere ausländische Demonstrationen angesagt worden. Die Kantoner Truppen werden die Stadt Foochow morgen besetzen. Die chinesischen Flotten- streitkräfte sind zu den fiantonefern übergegangen. 3n Washington wird amtlich erklärt, dah die Vereinigten Staaten in China keine weiteren bewaffneten Streitkräfte landen werden, solange nicht Leben und Eigentum amerikanischer Staatsbürger tatsächlich bedroht sei. Eine Grllärung Chamberlains. London, 2. Dez. (Täl.) 3n der Unterfyauä- debatte über China erklärte Chamberlain, daß die Lage in Hankau Im allgemeinen unverändert geblieben sei. Die letzten Berichte besagten, daß der Generalstreik vom 4.Dezember ab festgesetzt fei. Es sei ein Arrangement getroffen worden, in Hankau während des Winter- eine Schaluppe zu stationieren und weitere Streitkräfte feien für die Landung verfügbar, wenn sich eine Rottoendigkeit hierzu ergeben sollte. Kanonenboote wären den ganzen Winter je nach Bedarf verfügbar. Chamberlain betonte weiter, daß sich die Regierung der Propaganda- klaufel des Handelsabkommens zwischen Großbritannien und Sowjetrußland bewußt sci, bisher aber ihre diesbezüglichen Rechte nicht ausgeübt habe, weil sie es — die Lage als Ganzes genommen — nicht für zweckmäßig hielt. Der Erste Lord der Admiralität, Bridgeman, erklärte, daß die Flottenstreitkräfte im Fernen Osten gegenwärtig ausreichend stark seien. Die Admiralität habe sich aber bereits mit der Möglichkeit einer Verstärkung befaßt. Der britische Botschafter auf dem Wege nach Hankau. London, 2. Dez. (WB.) Der neue englische Botschafter in China, Lampson, wird voraussichtlich in einigen Tagen sich nach Hankau begeben, um persönlich sich über die dortige Lage zu unter, richten. Wie der amtliche britische Funkdienst dazu mitteilt, find bis jetzt keinerlei Verabredungen für eine Zusammenkunft zwischen dem Botschafter und führenden Persönlichkeiten der Kantonregierung, die sich zur Zeit in der Rähe von Hankau aushalten, getroffen worden, jedoch habe der Botschafter weitgehende Dol^ machten, alle Schritte zu tun. die er für ratsam hält, und wenn informelle Besprechungen mit dem Minister des Auswärtigen der Kanton- regierung oder anderen Persönlichkeiten der Kan. tonregierung stattfinden sollten, so würde damit noch kein Schritt geschehen fein, der die Anerkennung dieser Regierung von feiten der englischen Regierung ohne weiteres in sich schließe. Ein britischer Konsulaisbeamter bedroht. London, 3. Dez. (WTD. - Funkfpruch.) „Times" meldet aus Hankau, daß der dortige britische V iz e k o n s u l von 5000 Streikposten am VerlassendesBürosdes chineiischen Kommissars für auswärtige Angelegenheiten verhindert wurde. Er entkam jedoch durch den Garten. Die Streikenden erklären in e ne.n Manifest, daß sie den britischen Imperialismus be- lämpfen und die Emanzipierung Chinas zu erreichen suchen. Die Beisetzung Krassins. Moskau, 2. Dez. ($11.) Donnerstag mittag traf auf dem Moskauer Aleranderoahnhof ein Sonderzug mit der Urne ein, die die Asche Krassins birgt. Auf dem Bahnhof waren die Mitglieder der Regierung und die Führer der kommunistischen Partei, das diplomatische Korps und eine militärische Ehrenkompagnie erschienen. Harnend des gesamten diplomatischen Korps legte der deutsche Botschafter, Graf Brockdorfs-Rantzau einen Kranz mit schwarzer Schleife an der Urne nieder. Bei der Beerdigung wurde der Katafalk von Vertretern des Volkskommissariates für Auswärtige- und der Kommunistischen Partei abwechselnd ge- tragen. Angesichts einer tausendköpfigen Menge hielt der Ches der fowjetlstffchen Exekutive, Prä- sidient Kalinin, äae Abschiedsrede. Unter Don» nerndem Salut der Artillerie und unter den Klängen det Internationale wurde dann die Mr ne in der Kreml-Mauer beigeseht. DcsSchundliteraturgesetz Em Kompromitzvorschlag der bürgerlichen Parteien. — Das Schicksal des Gesetzes zweifelhaft. Berlin, 2. Dez. (TM.) Die interfraktionellen Besprechungen über das Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schmutz und Schund waren am DonnerStag nachmittag abgeschlossen worden und hatten zu einer Einigung unter sämtlichen bürgerlichen Parteien geführt. Die 2 und 3 des Gesetzes, die in der zweiten Lesung im Plenum abgelehnt worden sind, sollten nach der Vereinbarung solgenbe Bestimmungen enthalten: Ls sollen mehrere Reichsprüfstellen errichtet werden, jedoch im Einvernehmen mit den Landesregierungen. Die Zahl der Reichsprüfstellen ist noch nicht bestimmt. 3n der Prarls wird sich dis Handhabung des Gesetzes voraussichtlich so regeln losien, daß die Landesregierungen Vorschläge machen, und das Reichsminislerium des Innern die Zentren des geistigen Lebens ouswählt, in denen Reichsprüfstellen }u errichten sind, voraussichtlich wird es sich etwa höchstens um fünf Reichsprüfstellen handeln. Ferner wird in Leipzig die Reichsoberprüfstelle errichtet. die als vefchwerdeinsian; gedacht ist. Die einzelnen Reichsprüfstellen sollen ans dem beamteten Vorsitzenden und acht Sachverständigen zusammengefetzt werden, von denen je zwei zu entnehmen sind aus Kunst und Literatur, aus dem Such- und Kunstbandei. aus den Iugendverbänden, aus der Lebrerflyaft und Volksbildung. Die qualifizierte Mehrheit soll fo bestimmt werden, dafz mindestens sechs Stimmen zu einem Beschluß erforderlich sind. 3n den späten Abendstunden ergab fidt> jedoch die Notwendigkeit neuer Verhandlungen unter den Parteien. Die Regierungsparteien hatten vereinbart, die Kompromihvvr'chläge als Antrag der Regierungsparteien einzubringen, die demokratische Fraktion gab ihre Mnter'christ aber nur unter der Bedingung, daß die Deutschnationalen, die Völkischen und die Wirtschaftspartei den Antrag nicht mit unterzeichneten. Daneben hatten aber die Deutsche Volkspartei und das Zentrum jedoch schon eine Vereinbarung über die Mitwirkung der Deutsch- na t i o n a l e n getroffen. Infolge der Haltung der demokratischen Fraktion nahmen die deutschnationalen Vertreter von der Mitwirkung an den Verhandlungen Ab st and und dachten daran, ihrerseits wieder die Errichtung der Landes- Prüfstellen zu beantragen. So ist das Schicksal des Gesetzes gegen Schmutz und Schund infolge der Erklärung der Demokraten wieder zweifelhaft geworden. Don der Haltung der Deutsch nativ na len und der Demokraten bei der Abstimmung wird es abhängen, ob das Gesetz eine Mehrheit findet. Die demo» kvatischen Blatter teilen mit, daß auf die Mit» alceder der demokratischen Fraktion für die Abstimmung kein Zwang ausgeübt werden soll. Meber die Haltung der Deutschnationalen wird in der auf Freitagvormittag anberaumten Frak- tionssihung entschieden werden. Der Standpunkt der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ist unverändert geblieben. Die Fraktion wird zu jedem Paragraphen namentliche Abstimmung beantragen. Geht schon daraus hervor, welche große Bedeutung die Fraktion diesem Gegenstände beimiht, so beabsichtigt sie, diese Bedeutung noch besonders dadurch zu unterstreichen, dah sie zwei ihrer prominentesten Redner in der Debatte vorschicken wird, den Abg. Dr. B r e i t s ch e i d, der die Frage vom politischen Standpunkt aus behandeln wird, und den Abg. Dr. Dav i d, der zu einer Schlußerklärung das Wort nehmen wird. Bayern und derHinanzausgleich. München. 2. Dez. (Wolfs.) Im bayerischen Landtag ergriff Finanzmimster Krausneck das Wort zu längeren Ausführungen, in denen ev sich eingehend mit dem Problem des Finanzausgleichs befaßte. Er führte aus, daß der jetzige Finanzausgleich unhaltbar . sei. Bei dem Finanzausgleich handele es sich nicht nut um ein finanzpolitisches Problem, sondern um ein eminentes Kulturproblem. Bayern wolle auch in Zukunst selbständige Kulturzentren erholten wissen. Die Auffassung, daß die unitaristische Gestaltung der Verhältnisse wesentlichere Einsparungen hervorbringen Knute, teilt er nicht: im Gegenteil sei eine ‘Verteuerung des ganzen Apparates zu befürchten. In seinen weiteren Ausführungen streifte der Minister die Rotwendigkeit der Vereinfachung der Staatsverwaltung und kam auch auf Den Sparkommissar, den das Reich eingesetzt habe, zu sprechen, wobei er bemerkte, man sprech' östentlich davon, daß dieser Reichssparkommissar in gewisse Ministerien überhaupt nicht hineinsehen dürfe Zum Schluß betonte der Minister, daß er dem Reiche nicht das versage^ was es brand)?. Aui der anderen Seite mühte Boyern unter allen Mmständen verlangen, daß das Reich auch den Ländern jene Mittel gibt, die diese zum Leben notwendig brauchen. Bayern werde, falls seine Hoffnungen sich nicht erfüllen sollten, alle ihm in der Verfassung zustehenden Rechtsbehelfe erschöpfen Die bayerische Regierung werde um ihr Recht kämpfen, weil sie w sse, daß sie drn größten Teil des bayerischen Volkes hinter sich habe. Finanzpolitische Forderungen des Reichsroirtschastsrats. Berlin, 2. Dez. (VDZ.) Der finanzpolitische Ausschuß des vorläufigen Reichswirtschaftsrats beschäftigte sich mit der von der Regierung gewünschten Ver - län.gerung des am 3l.Dezember ablaufenden Gesetzes über das Depot- und Depositenrecht bis zum 31. Dezember 1928. D r Ausschuß hält die baldige Wiederherstellung des VorkriegSrechts aüch im Bankgewerbe für notwendig und will deshalb der Verlängerung des Devotgesetzes nur bi$ Ende 192Z zusti'.nmen. Ferner ersuchte der Ausschuß den Reichssinanzminister um Anweisung an die Landessinanzämter, dah bei der nächsten Veranlagung ordnungsgemäß geführte Bücher unter allen Mmständen anerkannt werden, und dah auch denen, die nicht Bücher führen. Gelegenheit geboten wird, ihre Angaben und Aufstellungen zu beweisen, dah bei Gesuchen um Stundung oder Ratenzahlung den wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung getragen wird, und daß Gesuche um Rieder- schlagung besonders der Rachzahlung für 1925 weitestgehend berücksichtigt werden. Hilfe für den Osten. Deutscher Reichstag. Berlin, 2. Dez. (VDZ.) Bei der Fortsetzung der zweiten Beratung des Rachtrags- etats für 1926 steht vom Haushalt des ReichS- ministeriumS des Innern noch das Programm zur Förderung der östlichen Grenzgebiete auf der Tagesordnung. Der Haushaltsausschuh hat beantragt, die von der Regierung für diesen Zweck ausgeworfene Summe von 32 Millionen auf 42 Millionen zu erhöhen. Abg. Hensel (Ostpreußen. D.rtl.) bezeichnet die schleunige Behebung der Kreditnot des Mittelstandes im Osten als die dringendste Aufgabe. Der Ausschuhbischluh sei eine erfreuliche Verbesserung der unzulänglichen Regierungsvorschläge. Leider seien aber immer noch sehr notleidende Gebiete unb'rückficht'.gt geblieben, wie der Regierungsbezirk Frankfurt a. d. Oder, die Rordmark und die bayrischen Grenzbezirke. Abg. Mlitzka (Ztr.): Der Osten habe unter der willkürlichen Grenzziehung des Versailler Vertrages und unter der ungerechtfertigten Zerreißung Oberfchlffiens besonders schwer gelitten. Das Reich müsse alles tun. um die Ostgebiete als Bollwerk und Magnet des Deutschtums zu erhalten. Abg. Dr. Fehr (Daher. Bauernbund) verlangt. daß die Hilfe ausgedehnt wird auch auf die an die Tschechoslowakei grenzenden bayerischen Gebiete. Andernfalls würden stch seine Freunde der (Stimme enthalten. Reichsinnenmini st erDr. Külz weist darauf hin, daß der Reichstag bei der Einsetzung des Ostousschusses ursprünglich Nur daran gedacht hatte, durch ein Hilfsprogramm der ost- preußischen und vberschkesischen Grenzbevölkerung den Dank abzustatten für die außerordentliche Treue, mit der sie auf ihrem wirtscha'tlich schweren Posten ausgehalten hat. Wenn Bayern dabei nicht berücksichtigt wurde, so liege dann keine Mnfreundlichkeit und kein Verkennen der dort herrschenden Rot. Abg. Stelling (S.) beantragt in dem Etat für 1927 ausreichende Mittel zur Förderung aller Grenzbezirke einzustellen. Gegen 5 Mhr vertagt sich das Haus auf Freitag. Aus der Tagesordnung steht die dritte Beratung des Gesetzes gegen Schmutz unb Schund, die Crwerbslosenfürsvrge und die Weiterberatung des Ostprogramms. Dit Deuts L'enverfolgungen in Ostoberschlefien. Ehorzow. 3. Dez. (TM.) Als die neu- aewähllen Gemeindevertreter von Ehorzow am Mittwoch zu einer Besprechung zusammentraten und die Beratungen im Gange waren, erschien eine zehn Mann starke Bande von Aufständischen und begann auf die deutsche Gemeindevertretung mit Knüppeln einzu- schlagen. Einzelne Gemeindevertreter wurden schwer mißhandelt. Dieses alles spielte sich in Gegenwart des Gemeindevorstehers und der polnischen Vertreter ab. Der Vorfall hat unter der deutschwählenden Bevölkerung die größte Erregung heröorgerufen. Die Wahlen zum dänischen Reichstag. Kopenhagen, 2. Dez. (Wolffs Funk- spruch.) In ganz Dänemark fanden gestern die Wahlen zum Folkethina statt. Im neuen Parlament werden sich die Sitze wie folgt verteilen: Dänischer Rechisverbard 2 (plus 2), Konservative 30 (plus 2), Radikale 16 (minus 4), Sozialdemokraten 53 (minus 2), Linke 42 (Plus 2), Schleswigsche Partei 1 (unverändert), Kommunisten kein Mandat. Die Auszählung aus den Färöern ist noch nicht beendet, jedoch ist für die Färöer Partei ein Mandat sicher. In Rord- schleswig hat die deutsche Partei bei den Wahlen zum Folkething großen Gewinn erzielt, wogegen die Cornelius-Petersen-Partei eine vollkommene Riederlage erlitten hat. Die deutschen Stimmen in Rordschleswig sind auf dem Lande um 30 Proz., in einigen Orten um 50 Prvz. oder sogar um 100 Proz. gestiegen. Die Wahlen im ganzen haben einen Fortschritt für die Konservativen und de Linkspartei ergeben, wogegen die radikale Partei zurückgegangen ist. Beilegung des Konflikts zwischen Amerika und Mexiko. Washington, 2. Dez. (DD.) 3n dem Konflikt zwischen Amerika und Mexiko wegen der P e - troleumgesehe wurde heute von dem mexikanischen Botschafter eine Erklärung abgegeben, wonach die Rechte der ausländischen Petroleumgesell- 1 (haften bestätigt werden, und die Begrenzung aller Konzessionen auf 50 Jahre sich nur au mexikanische Gesellschaften bezahl. Die Recht? der ausländischen Gesellschaften bleiben an- angeraslet. Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident nahm heute den Vortrag des Reichswehrministers Dr. G e ß (e r entgegen und empfing später den Reichslommisfar für die besetzten Gebiete, Botschafter z. D. Freiherrn Langwerth v. Simmern. Der neüe Chef der Heeresleitung, General Heye, der sich zur ZeU auf einer längeren Dienstreise bejinbrt, um die einzelnen Truppenslandvrte zu besichtigen, ist in Kassel eingetroffen und hgt beim Gruppenkommandanten General Reinhardt Wohnung genommen. Zu Ehren des Gastes versammelten sich abends die Offiziere der hiesigen Truppenteile zu einem Cs en. General Heye hat Freitag vormittag au dem Hose der Iägerkaserne öu Truppen he sich- iigt und wird bereits mittags wieder nach Berlin toeiterreifen. Jin Mecklenburgischen Landtag sprachen die Sommuniftfen der Regierung ihr Mißtrauen aus. Da ohne die Kommunisten die Regierung keine Mehrheit hat, ist mit einem Kabi- nettsturz zu rechnen. Der Kreuzer »Hamburg" hat am 30. Roo. Aden verlassen und befindet sich auf dem Wege nach P o rt S a i d, wo er am 7. Dezember eintrifft. In einer von Graf von der Goltz gezeichneten Mitteilung erklären die Vaterländischen Verbände, wie ein hiesiges Korrespondenzbureau meldet, dah sie mit militärischen Dingen und der Reichswehr nichts zu tun haben und in ihren Reihen jebe militärische Betätigung ablehnen. * Trotzki ist auf fein Gesuch vom Posten des Vorsitzenden der Planwirtschaftskommission a b beruf e n und an seiner Stelle der stellvertretende Vorsitzende des Obersten Volkswirtschaftsrats der Sowjetunion Rüchimowitfch ernannt worden. Aus aller Welt. Der Besuch der Technischen Hochschule in Darmstadt. Der Besuch der Technischen Hochschule Darm- tadt stellt sich für das laufende Wi.Nersemester wie folgt: 2432 Studierende. 43 Hörer, zusammen also 2480, die ein regelrechtes Fachstudium betreiben. Außerdem sind noch 2Z0 Gäste, die nyr einzelne Vorlesungen belegten, eingeschrieben, so daß sich die Gesamtbesucherzahl auf 2750 stellt. Im Vergleich zu dem letzten Wintersemester und dem vergangenen Sommersemester ist im laufenden Wintertemester eine Zunahme zu verzeichnen. Die Revision im Mordprozeh Schröder verworfen. Der dritte Strafsenat des Reichsgerichtes verwarf die Revision des in dem bekannten Magdeburger Mordprozeß Helling zum Tode, lebenslänglischem Ehrverlust und wegen Mrkundenfälschung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilten frühere!'. Handelsschüler S ch rjj b e r. Dantit ist das Todesurteil bestätigt. Die Revision stützte sich auf Verfahrens-Rügen, in der Hauptsache auf die angebliche Verletzung der Vorschriften über die Oefsentlichkell deS Ver- ahrens. Dec Senat schloß sich dem Antrag des Vertreters des Reichs Anwaltes an, der die vorgebrachten Revisionsgrunde als rechtlich nicht ausreichend bezeichnete. Die Gleiw'.her Gcfangenenmeuterei. Der unter dem Verdacht der Deihllse bei der Meuterei im Gleiwitzer Gertchtsgefängnis eftgenommene Oberwachtmeister Krause wurde m Lause des heutigen Tages wieder auf r e i e n Fuß gesetzt, da sich die Verdachtsmomente nicht als stichhaltig erwiesen haben. Die Angelegenheit hat. nach Mitteilung des Polizeipräsidiums, eine ganz neue Wendung genommen. über die von amtlicher Stelle im Interesse der Mntersuchung vorlätrfig noch Stillschweigen bewahrt wird. Aussichlsbeamke von Schwerverbrechern niedergeschlagen. In Bochum schlugen zwei Schwerverbrecher auf einen Aussichtsbeamten und einen Privat- werlmeister in einer Arbeitsbaracke des Zentral- gesängnisses mit schweren eisernen Stangen ein, so dah diese blutüberströmt zusammenbra- ch e n. Der Werkmeister konnte sich gleich wieder erheben und seinerseits zum Gegenangriff borgeben, würde aber von den beiden erneut niedergeschlagen. Die Verbrecher entkamen. Etwa zwanzig in dem gleichen Raum beschäftigte Zucht- Häusler verhielten sich völlig passiv. Die sofort aufgenommene Verfolgung blieb ergebnis- l o 's. Während der Werkmeister hüt leichteren Verletzungen davon kam, erlitt der Aufsichtsbeamte schwere lebensgefährliche Verletzungen. Tragisches Schicksal einer vergarbeikerfamilie. Dor kurzem kam der Bergmann Ignaz D u l l m a n n aus Bottrop auf der Zeche .Osterfeld" dadurch zu Tode, daß er zwischen Förderkorb und Schachtzimmerung geriet. Seit Generationen ist die Familie Bullmann von Mn- glückssallen ähnlicher Art heimgesucht worden. Der Bruder des jetzt Verunglückten wurde auf der gleichen Zeche vor zwei Jahren ein Opfer seines Berufes. Der Vater der beiden, der als Schmiedemeister auf der Zeche .Lünen" beschäftigt war, kam auf gleiche Weise wie fdn Sohn Ignaz zu Tode. Der Großvater war ebenfalls auf der Zeche „Osterfeld" verunglückt. Don einem Leoparden gebissen. In Haßloch wurde das siebenjährige Töchterchen des Philipp Langohr von einem Leoparden einer durchziehenden Raichfierbesitzertruppe an der rechten Hand erwischt, wobei ihm das Tier den kleinen Finger a b b i tz und dis ganze Hand zerfleischte. Zwei Manner befreiten oas arme Kind, Ein Wärter der Menagerie erlitt dabei selbst starke Bißwunden. Eifenbahnränber vor Gericht. IN Düsseldorf wurde der Prozeß gegen 40 GifLnbahnräuber eröffnet. Die Beschuldigten sind in den Jahren 1916/22 auf dem Hauptgüterbahnhof in Reuß aus fahrende Züge gesprungen und haben Bandendiebstähle verübt. Cs werden ihnen insgesamt 500 Eisenbahndiebstähle zur Last gelegt sowie die Beraubung des Leichenwagens des in Moskau ermordeten Botschafters Graf Mirbach auf der Fahrt dum Schloß Harfs. Reuer Piratenüberfall bei Hongkong. Rach Meldungen aus Hongkong wurde neuerdings wieder ein chinesischer Dampfer von als Passagiere verkleideten Piraten geplündert. Ans hoher See überfielen die «ee- räuber die Schiffswache und tötete n fie. Dabei fanden auch drei Angehörige der Schiffsbesatzung den Tod. Ein Geistlicher und sieben Schwestern einer Missionsstation wurden 60 Stunden lang ei n g e s p e r r t gehalten. Die Räuber zwangen dann die Mannschaft, Kurs auf Schekpoi zu nel^ men. In der Zwischenzeit wurden die Passagiere in aller Ruhe bis aufs Hemd ausgeplün- d e rt. Die Piraten entfernten sich nmjolgenben Morgen. Bei den Bemühungen, das Schiff im Laufe des Tages wieder in fahrtmäßigen Zustand zu versetzen, wurden die Passagiere von nicht weniger als zwaNzia verschiedenen Piratentrupps ausgesucht, deren letzter die Schuhe von den Füßen der kanadischen Schwestern und den Hut und Mantel des Priesters mit sich nahm. Lrttcrvorauhsage. Wolkig bis bedeckt, weiterer Temperaturanstieg auch nachts, mit stellenweisen Qtieber» schlägen muh gerechnet werden. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 2,5 Grad Eelsius, Minimum: 1.6 Grad Delfins. He i» tige Morgentemperattrr: 0,4 Grad Testivs Aus der yrovinzialhauptstadt. Dießen, den 3. Dezember 1926. gum Schutze der elektrischen Starkstromanlagen hat das K r e i s a m l Gießen im Amtsoerkündi- gungsblatt vom 29. November eine Polizeiverordnung erlassen, die sofort in Kraft getreten ist. In dieser Verordnung wird bestimmt: Es ist hinsichtlich sämtlicher elektrischer Starkstromleitungen (Hochspannungs- und Riederspan- nungsleitungen) und Einrichtungen für Unbefugte verboten: a) die auf öffentlichen Wegen, dem Bahn» und Straßengebiel, sowie auf Privateigentum angebrachten Leitungsdrähte unmittelbar oder mit Gegenständen irgendwelcher Art zu berühren ; b) Handlungen vorzunehmen, die eine Zeritö- rung oder Beschädigung der Ceitungsmafte, Drähte, Isolatoren oder von sonstigen ^Zubehör der Lei- tungsanlagen, insbesondere der Schutz-, Stütz- ober Verankerungseinrichtungen, zur Folge haben können: c) die zur Verhütung von Unfällen angebrachten WarnungsZeichen zu zerstören ober zu beschädigen oder sonstwie für ihren Zweck ungeeignet zu machen: d) im Bereiche der Leitungsanlage Drachen auf- steigen zu lassen, Leitungsmaste zu erklettern, Trans- formaforenftatlonen zu beschädigen oder zu betreten oder Handlungen zu unternehmen, durch die Menschen und Tiere mit den Leitungen unmittelbar oder mittelbar in Verbindung gebracht werden können: e) Kurzschließungen Der in den Hausinstallationsanlagen zum Schutze gegen DrcmdHLfahr angebrachten Sicherungen ober andere Handlungen vorzunehmen, durch die der Zweck dieser Sicherunas- einrichtungen unwirksam gemacht wird, ober Die Benutzung derartiger unvorschriftsmSßiger Siche- rungseinrichtungen-. f) an den Hausanschluhleitungen, insbesondere an den Hausanschlußsicherangen « 5%*ÄX Men h;, ’. öer Cdjim, M VWÄ- °dn L^pÄR"’' n ober lü ften un^4tÄ> ,8-anloge jjM’n, -ZU 4eÄM- ftftwS r.S'* sWzt AM S Unterer Ä 1" aöfn W ^-Ä* WÄ 1™ unb ßerüfta 'n unmittelbarer ■ » non Säumen in w ogl. dem ClektwM;. rlanbonlog^ unmuttlbat e tommenben %au- unb Führung bei Arbeiten Io i0e zu erstatten, batz bie b-störungen ober Unfaüen en unb Mnorbnungen brr lelroffen unb bie notroen^ werben fönnen. non ben zuständigen rnehmungtn ermachtiglen 1$ an bie Heitungsrw lungen eleftritye 8id)t- n, Dttänbem ober aus- n fabeln mtmMch ge- tten am Strafotnlötptr, - 60 Zmttmetn erreiche, rge^enber rtd^eiticer De tzilätkMrker zuWig. werben, iomeh tzichl if ftijnmungen eine hättcrc clbftrafe bis zu 150 Wche> iCc mit -oft bestraft. spadeien sentfcheid. rrafamntlimg M Dm- ilocke in der TumMe Vic bie Drr'aMng d vvrhrr. einm Maffm- die grohä Halle über- sprach der DeichStagS- te Proi. ®t Derner- Wenb. die W "L^Krl «1 t«'” ™E 's«*«; ™6 L 5» M in $ 'u* Jv Of t dir Ordner BitffW- «Lr.ches Ä’Ä et 'm WLZr ffßSB’ ernt hätten. Der Redner hob zum Schluß hervor, !>et Wirt'chafl-- und Ördnung-block kämpfe für Sauberleit und Ordnung In der Staatsverwal- nmg, für Herab ehung der beträchtlichen Steuern, Mir wirt'chaftliche unb sparsame Finauzgedah- rxmg. Um zu diesen erst reden-Derlen Zielen zu kommen, sei es notwerrdig. am Sonntag mitder Koalition von Weimar Schluß zu machen. Deshalb sei mit ,0a" zu stimmen. Hieraus sprach der Landtag-abgeordnete ritt gelb eh. Er be^ichnete es al- kletnlich^ töricht unb oberflächlich, die Dinz^ um die es beirn Volksentscheid gehe, in der D-tke zu behandeln. wie e- leitens der Koalition gescheh? ES herrsche kein Zweifel darüber^ bah bic WIi’ sch? Wirtschaft In allen ihren Teilen nicht btS »um äußersten ihrer Leistmigsfähigkru, sondern logor bi3 zur Unerträglichkeit mit Steuern belastet sei. Aiemal- hätte die Politik de« Wirt- 'chaftS- und Ordnungsblockes ein solches Ech) 111 hessischen Dolke gesunden, wenn nicht in drei- en et'd'tcn das Gefühl vorhanden sei, daß es o wie bisher nicht mehr weiter gehen tonne. Aufreizend sei dabei, daß man nicht daS Gefühl )abc diese Steuerhöhe von heut« sei absolut totwendig Der DirtschaftS- unb Ordnung-block labe die Ueberzeugunn daß an vielen Stellen nne Entwicklung der Aufgaben eingetreien sei, Die sachlich nicht gerechtfertigt werden könne. Denn der Fi^anzminister sich darüber beschwere, bab man Vergleiche zwischen 1913 unb 1926 ziehe. Io sei daraus hinzuweisen, daß der Minimer selbst In fernen Kundgebungen doch auch bube Vergleiche ziehe Da« große Ziel sei, eine Derwaltung-resorm mit dem Grgehni- einer Vereinfachung der Staatsverwaltung herbrizusühren. Der ^inanzminister habe e« bt-her an Voraussicht und Energie fehlen lassen, um schon lange vorher zu erkennen, wir die Dinge sich entwickeln würden. Zur Schulsrage übergehend begrüßte eS der Redner, bah man in Hessen die Lehrer zu Staatsbeamten gemacht habe. Gr sei nichi der Äuffassung, daß man die Lehrer jetzt wieder zu Gemelndcoeamten machen könne. Jedoch set — bei völliger Aufrechterhaltung des StaalSbeam- tentumS der Lehrer — eine andere Derteilmtg der Schullasten vorzunehmen, damit auch bie Gemeinden wieder an Ersparnissen aus diesem Gebiete interessiert würden. 2ln bet Tatsache, daß diese Lasten sämtlich auf den Staat übernommen wurden habe die Gefahr gelegen, daß diese Ausgaben sich auSwüchsen. Der Finanz- Minister hatte beizeiten darauf achten müssen daß diese Ausgaben nicht über daS unerlußltche Maß hinauSlamen. Der Aedner beschäftigte sich svd.rnn mit dem Anwachsen der Zentratbehörden und erklärte dabei, wenn man vom Dolle so hohe Steueropfer wie bisher verlange, so sei e3 auf der andern Seite eine moralisch Verpflichtung, weitgehend Au sparen, und. da hätte man vor allem einmal tn der Zentral- oerwaltung mit Sparmaßnahmen ansangen sollen. Auch beim Landtag tonne gespart werden, obwohl ^te hier in Betracht kommenden Ziffern nicht :o hoch seien, wie bei der Verwaltung. Man hätte .iber mindestens au« moralischen Gründen den Rnsang mit Ersparnissen machen müssen. Zum Sleuerlapltal bemerkte der Äedner, nichts die Aeichssteuern. sondern die Landessteuern hatten sich in Hessen in einer Meise entwickelt, bie das Ausmaß in andern DundeSstaaten erheblich übersteige. obwohl es um die Wirtschast in Hessen nicht günstig stehe. Auch dieser Aedner bekannte sich iu dem Standpunkt, daß die Aeichshilfe für Hessen notwendig sei, er meinte jedoch, daß Cie Position der hessischen Argierunz in dieser Angelegenh.it günstiger aew s.-n wäre als jetzt, wenn vorher alles Menschenmcgllche zur Durchführung von ErsparniZmaßüahmen geschehen wäre. Sie Behauptung über ein 31 Millionen-Defizit im Haushalt 1927 hielt der Redner aufrecht, unb er berief sich zum Beweis für diese Behauptung auf eine Den'.schri't des Finanz- -Ministers von Ende Oktober d. 3., in der die Zahlenangaben enthalten f.-ien, die bet Block für seine Behauptung als Unterlage habe. Unter Hinweis auf diese Sachlage verwahrte sich der Aedner mit Sntschiedenhiit gegen ben Vorwurf der Unwahrheit. Er betonte hr.iier, daß die Blockparteien die verfaf.ungsmäßigen Aechte ter Beamten in keiner Dö.ifr antasten wurden, daß chre Sparabsichlen tn dieser Hinsicht sich nur auf solche Stellen richteten, bie auf natürlichem TBcgc frciwerden (Pensionierung oder Tod), feto eit diese Stelsrn nicht unbedingt besedt teerten müßten. Schließlich forderte der Aedner eine große Einheitsfront aller Bürger, die eine Gesundung des hesfifchen FlnanzweterL wünichten und lie darauf hielten, daß Ordnung und Sauberkeit in der Temxiltunfl zur Geltung timen. 3n tiefem Zusammenhang wandte sich der Aed- net gegen den bekannten Daßsplakat-Erlaß des Finanzministers an bie AreiSamtet und die Büraermeistereien. Hierbei würden bie Gelder der Steuerzahler für die Wahlpropaganda einer Partei in Anspruch genommen. .Was würde die Linke gesagt haben, wenn der von llnks bet viel angegriffene brutichnationale Aeichsiinanz- Minister von Schlieben zu fnner Denridigung mit ben Steuern der Bürger einrn Plakatseldzug finanziert hätte?", sp fragte der Redner. Dann wäre nach dem Slaatsgericktshos geschrien worden. Gs sei ein gefährlicher Dog. ben der Finanz- Minister mit dieser Maßnahme einge'chlaaen habe-, sobald die parteipolitische Färbung bet Aegierung eine andere fei. könne bie neue Gravierung bann basorru|cn. fübren Muskel- xcrrunqen unb Schwellungen bn-bri, so daß man bereits in ber Medizin von einem »Tharkeston- Knie" spricht. .Ich will nicht gerade sagen, daß der Danz gefährlich ist," erllätte ein Spezialist, „aber er muß mit Maß unb Vorsicht' auSgetühtt werden. Personen, bi? an diese heftigen unb unnatürlichen .Schleuderungen der unteren Gr- tremitäten" nicht gewöhnt sind, ziehen sich nach einiger Zeit ein Leiden zu. Ofn ben letzten Wochen habe ich zahlreiche Fälle von Muskelzerrungen unb Schwellungen an den Kni?n b?obachtet. die auf den Charleston zurückzusühren sind. Vorher konnte man solche kran'baften Veränderungen nur bei Derufstänzern eststeflen. Jetzt aber wird das allgemein. Vicht jeher wird davon betroffen. Manche können Halle Aächte fort gefegt tanzen, andere wieder werden sehr schnell davon ergriffen. Solchen Anfälligen rate ich, elastische Xr.iebanbagen zu tragen wie sie die Fußballspieler haben, und es gibt schon eine ganze Menge Tanzlustiger, die sich nur mit dieser Ausrüstung an ben Charleston hcrantoagen. Die „Goldene Morgenröte" unter dem Hammer. Einer der kostb.rsten Diamanten der Welt, ein Stein von einziganiger Gröhe und Schönheit, wird demnächst in London versteigert werden. Es ist ein kreisrunder Stein von leuchtender Dernsteinfarbe, dessen unzählige Lichter funkeln und glühen tote die Morgenröte eine- Sommertages. Daher hat sein Besitzer dem Diamanten ben Barnen „Die goldene Morgenröte" verliehen. Der Diamant wurde vor 13 Zähren von dem englischen Hauptmann Luca- tn einem angeblich ausgebeuteten Bergwerk in der Bähe bet Kimberley gefunden. Er grub mit zwei Eingeborenen an dieser Stelle in dem trockenen Bett de- Daal- Flusses, und plötzlich rief der eine der beiden Kaffernboys: .Herr, ein Diamant!" Die „©eibene Morgenröte" erstrahlte zum erstenmal vor ben Augen des beglückten B:sitzer-. Der Stein wog damals in rohem Zustand 183 Karat Die Bachricht von dem seltenen Fund verbreitete sich bald, und es wurden LucaS Angebote für den Stein bis zu 800 000 Mark gemacht. Er aber beschloß, ihn mit nach Europa zu nehmen, ließ ihn in Amsterdam schleifen und kepvnierte ihn auf einer Londoner Bank. Dann kam ber Kriea, ber Hauptmann kämpfte in Frankreich, und bte „Morgenröte" schlummertze Aach dem Kriege brauchte ber Hauptmann Geld und verpfändete ben Stein für 80 000 Mark. Seine Anstrengungen, ibn zu verlaufen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Ein solch einzigartige- Zuwel ist ja nicht- für gewöhnliche Sterbliche, und es muß schon ein sehr reicher Liebhaber sein, der einM solchen Stein erwirbt, dessen Dort gar nicht abzu- schähen ist. Sachverständige glauben, daß Lummen zwischen IV, unb 2 Millionen Mark dafür bezahlt werden könnten. Aber bi? indischen Maharadscha-. denen das Juwel angeboten wurde, zögerten doch, einen solchen Preis anzulegen. So hat ber Stein bisher feinem Besitzer Unglück gebracht, und er muß mehr al- 140 000 Mark dafür erhalten, wenn er nur feine Hn» kosten decken will. Der Stein ähnelt tn seinem Schliff und in feiner Größe dem Biktoria-Dfa- manten, für den ber Aizam von Hhdarabad 8 Millionen Mark gezahlt hat. Andere Preise, die für kleinere Diamanten angelegt wurden, find 600 000 Mark für den 49 Karat schweren -©igßott", ben Ali Pascha kaufte, und 500 000 Marl für den „Stern von Südafrika" von 46V3 Karat, den Lady Dudley besitzt. eine Einrichtung, die es ermöglicht, bedürftigen .'lltrenmerinnen eine aeringt Herdienstmögsichkelt durch Anfertigung von AanbarbeUen zu geben. Die es tn jedem' ber letzten Jahre vor Weihnachten geschehen iß. so veranstaltet auch in diesen Tagen ber ..Bienenkorb" wieder eine Ausstellung dieser Arbeiten, und Zwar in dem ehemals Virinperschen Laden. Selterswea 50. Schon ein flüchtiger Gang durch bie Ausstellung zeigt, mit welch rührender Sorgfalt und .<5ingebunp die alten Leute diese Arbeiten anteiligen. Tiefer Eindruck verstärkt sich, wenn man die einzelnen Sachen genauer betrachtet. Es ist eine Freude, die Schönheit und Exaktheit zu bewundern, in ber z. V. allerseimte Stickarbeiten von Damen in durchweg höherem Alter ausgesiihrt worden sind. Unb wenn man hört, daß einzelne biefer Arbeiten von einer tzlskihrigen Frau her gestellt wurden, so überkommt einem ein tiefes Gefühl der Bewunderung, einmal über die große Geschicklichkeit und Arbeitsfähigkeit, die diese Dame sich erhallen hat, zum andern aber auch über den Mut und die Tntschloffenhcil, mit denen sic, bie sicherlich einen anders gestalteten Lebensabend sich erhofft hatte, erneut den stampf ums Dossin auf- nimmt. Es '«eien aus der Fülle und Mannigfaltig' Feit der Arbeiten hier nur einige herausgegriffen: Man sieht prächtige Sofa- unb Seffslkissen in ollen Größen, Farben und Formen. Gestickte Tischdecken, rund und eckig, sind in großer Zahl in x. I. sehr kunstvoller Aus'ührung ousgestelü. Daneben wer- den buntfarbige Schote, teils Gabel-, teile Häkelarbeit. in reicher Auswahl gezeigt. Qpine besonders große Zahl von ltehökellen stinderlleidchen fällt ins Vfufle; auch gehäkelte Babyschuhe und gestrickte Babyjöckchett sind do. Auf einem anderen Tische zeigt man uns staffeewormer, teils aus Leinen, teils in Gabekorbeit. Allerliebste ftna« benonzüge mit blauleinenen Höschen und Batist- blufen find daneben zu sehen. Dann kommen Zier- und 5)ausschurzen in vielen Farben und Formen. Prachtvolle Rodelgansituren, gehakelte unb gestrickte Jumper und sehr präzis gearbeitete Tag- und Aachchemden vervollständigen bie Auslage. Es wäre außerordentlich zu bedauern, wenn bie Bevölkerung nicht durch Ankauf dieser schönen Sachen dem Alice- frauenverein die Mittel in bie Hand gäbe, die wohl- tätige Einrichtung, des „Bienenkorb" mich wellerhin beizubehalten. •“ ® i n «roher Auto-OmnibuS der Firma Daimler-Benz lenkte gestern nachmittag in den Straßen unserer Stadt die Blicke zahlreicher Bewunderer auf sich. Dieser Magen, der hauptsächlich für Gesellschasts-Fernreifen in Betracht kommt, ist im Innern prächtig ausacstatter. 18 bequeme Klubsesselsitze bieten den Fahrgästen einen gemütlichen Aufenthalt. Um die Annehmlichkeit des Aeisens zu erhöhen und auch die hinten im Dogen sitzenden Personen in Öen Genuß einer fluten Fernsicht kommen zu lassen, ist die Hälfte der Sitze auf einem erhöhten Aufbau im Wagen angebracht. Durch diese Anordnung findet auch die Frage der Unterbringung des Aevegepäcks eine vortreffliche Lösung, denn der 'Kaum unter den erhöhten Sitzen bietet ausreichend Platz selbst für große Koffer, bte hier — vor Staub unb Regen geschützt — Ausnahme finden können. Die Karosserie de- zweiachsigen Omnibusses ist tiefliegend gebaut und bietet fo bequemen Ein- und Ausstieg. Durch Spezial- sederung und Aiesenlu'trelfen wird ruhige- Fahren erreicht. 3n diesem neuen Wagentyp sind orte Fortschritte bet Auto-Dechnik vereinigt, um den Reisenden bei langen Fahrten jede nur mögliche Annehmlichkeit zu gewähren. Der Wagen befand sich in Begleitung von Vertretern der Firma Auto-Schneider. ** D ie Sektion „Oberhessen" deS Deutschen und Oesterreichischen Alpe nve re ins, die äm 21. Dez. 1926 auf ein 30jähriges blühendes Bestehen toirh znrückblicken können, feierte am Abend des 1. Dez. bie Einweihung ihres neuen Vereinszimmers im Hause des Gesellschaf svereins. Der Seltionsvorsitzenbe, Landgerichtsdirekkor Cramer, begrüßte bie in sehr stattlicher Zahl, zum Teil von auswärts, erschienenen M tglieder unb stattete u. a. auch den besonderen Danl ber Sektion an den Architekten Ernst Schmidt ab, bet da- neue, geräumige BereinSheim in künstlerischer, den alpinen Bestrebungen der Sek.ion stimmung-voll angepaßten Weife hergestellt Hal. *4 Aus dem Gießener Standesamts- r e g i ft e r. Es verstorben in der Zeit vom 15. bis 30. November: 17. November: Kurt Schöning, fünf Stunden alt, Rittergaffe 23. 24.: Nik. Nothärmel, ohne Beruf, 78 Jahre alt, Licher Str. 74. 26.: Karl Sievers, Nentner, 70 Jahre alt, Liebigstraße 95. 27.: Anna Bindewakd, ohne Berus, 62 Jahre alt, Ml wie Vefev. Bonner, larooriogen. fiinöer- n. iBlihsbürnen. Sonfoürfien u. gfimm?. sieh- leitern, Büflflörener. fimfienhrerter. W^süi- törO?, DllWelie u. IDöfffetrotfuer v. v. 0. empfiehlt tn fliuen Citalttriten au btlltneh Vreifen 0 19D Mlvlg5vr!eiWMllV,'.»!-'7ta. 6 ins t BH, heu 4. Jcpta 1926 nadimitfaits ob 2 Wir versteigere ich im „Löwen", Aeuenweg 28: Mehrere Mille Zigarren, Zigaretten, 2 kompl. Betten m. Federzug, 1 eintür Kleiderschrank, 1 Aachtschrank, 1 Deniko, 1 Ausziehtisch, 1 Küchenttsch, 1 Küchen- schrank, Herren- u Damenkleider. Schuhe. 1 Singer Aähmaschine (fast neu). Fahr- rüder, Oefen und mehrere Konserven. Versteigerung bestimmt. 9950D Parfümerie 1 Wir siiclil für ben Leürk Cbcrocffen mit Sitz in G ehen oder Frankfurt der naebweiolid) iabrci u i aut ein= geführt tit bei der <^in?,c.tuudfckta t den Eintaufozcniralcn Der ffnieur- tn ttnocit u. der Troaistl nvcrbüuvc UV. «um Aertrteb ber koniurrenlösen ilih'fiice Sekse „tbacoucui1*. )yabrtfat •ventet L Co Hannover, aeflcn höbe Provision. Ntw.-Facbleulk zwecktos. 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Wssernlltz-WWllg WIM....................... dolelafifie........................ 3 Stück 0.28 . 3 Pack 0.53 1 o 6tön6fie frisch geröstet. Seilen Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Lina Sievers geb. Puth. Gi^en, den 3. Dezember 1926. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen saget) wir allen auf diesem Wege unseren herz- Ausführung aller sonstiger Bankgeschäfte im In- und Ausland Besonders günstige Angebote in den Preislagen GünstigeVerzinsung v.Geldeinlagen | An- und Verkauf und Beleihung von Wertpapieren Kontokorrent- und Scheckverkehr Aufbewahrung und Verwaltung « von Wertpapieren Dos! HÄI Ifaffen füflung i Ärrbietun btrten fou Rappresen Mbe^ ( OölITRt g M t Griesheim b. Dmst., Treis, Londorf, 2. Dez. 1926. 08408 SiereimtzHadel- loo unövetöirbt nicht Ihre Wäsche. Maturum Vorbereitung in Kursen. gi,5D Dr- Roese Goethestraße 34. Anfertigung von Puppenperücken. Reiche Auswahl in ToileUe-AriiKel. Gg.Wahl Neustadt 33. Danksagung. Für die überaus zahlreichen, wohltuenden Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen Herrn AllhOrgermeisler W. Benner sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Der gesamten Bezieher« anflage deö Gießener Anzeigers ist heute die vierte Nummer einer Wähtcrzeitung,Der Hessenfrcund" des Hessischen Wirtschafts- und Ordnungsblocks beigefügt. 9941c vüngegips billigstes Konseroierungs- u. Dünge- Samstag, 4. Dezember MetzellW io Uhr ab Wellfleisch mit Kraut Heinrich Vönsel. I SamStag. 4. Dez., »u verpachten. Näh- abends 8'/, Uhr- Liebtastraste 19 ' (Bureau). Nach «rmfülungm Ser r^lchsbeNeiüungsstelle wuröe Ser wascheSrstanö zu Vrginn SeS wev- kcteges auf 6 MilllarSen Solö-Mark geschützt. Noch Verlauf von ö Jahren hatte sich fein Werf auf 3 NlllllarS. verringert. Ver Mehrrückgang Les WüschebestanürS Surch ungteigntit wafch- unö vlelchmittrl betrügt nach wissenschaftlichen Zeftstellungrn jährlich SurchschmUlich etwa LX %. Aährllch 150 Millionen M helfenÄe verschwenöm/ fe.” »ulhirüc-' Mes ' wbfdtt übendlar noch nwgen, nMiv sprochene flcht. Io dort dro von Sev Seit datiert ö Chinas. - mit vollv M ver protestiert mit W VYiMgn dir W tong 'm Mtzch schen D Sie Lu Arthur, setzten China, macht 3 derunger :3knMai Sa>!) lati> in -)t MlkMi nchme d)i üliml n J und Eft Ä er slch $s erhörte kertwül regiert keine *>' LcgaE jrc'cn ® fest bell' An eüoa h^ SM?. ton Aechtsaw JikoMärtß Lveifezirnmer (dunkel (srtrbc) Rükett 2,50 m, ntebere ,>orrn. Kredenz, 21uS»iehtisch iBierzug), 8 Veöeruüble, zwei Sessel mit Holzrahmen, 1 Klub-essel. ein Eckklnbsofa nut Umbau, 1 Standuhr. Herrenzimmer (dunkel (*itbc) Bibllothek, Schreibtisch mit Sessel, Tisch, 2 Lederstllhle. Schlafzimmer ((Soldbirken vol.) 1 Zliir. 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Sonntag, 5. Dez-, abends 8 Ubr Samliien- äuloüiinentiiQlt im Hotel ftöbler. Der Vorstand. emc Der Vorstand, vvlls UNÜ 5d)üler- ——-----—---- tiorftellung Aelterer Mann I Ermätztgtc Preise! evang., 63 Jahre alt. uon3l/»b geg 6'/,Uhr: lucht die Bekannt- Ar» .Junokrau schäft einer Dame. ^ungirau Witwe nicht ausge- von Orleans schlossen, zwecks Hei- Romantische Tragö- rat. Schr. Attg. nnt die In 5 Akten ieli 08375 a d. (Sieb Anz.1 Bildemwon Schiller Monats lc, .... . Versammlung §ta^ttllfa^er . J . , 1 ^arnStaa, 4. Dez., im Verernslokal. tauber Abounementi KlappettthL.Tiichch. n.Sttthleh. z. kauf. ges. Schr.Ang.m.Prets u. 0>407n. d. Gtest. Anz. | Verschiedenes! Deutscher Ostbund. Montag, 6. Dez., abends 8 Uhr, im Veretnslokal „Hindenburg": Portrag des Herrn Prager auS Frankfurt a. M. Thema: mm Biele u. Aufgaben deö„Teut>cheuOft- bundeS". seine wirt- fchaftliche und kulturelle Bedeutung. Gäste willkommen! Gestern abend tn der Nordanlage Radmantel verloren. Wiederbr. Belohng. 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Bahn- hosstrabe. — Alle Freunde und Anhänger einer giftfreien Heilweise sind herzlichst eingeladen. 08413 Biochemischer Verein, Gieflen. > Zur Deckung der Unkosten erbitten wir . 50 Via Mitglieder zahlen 20 Plg. Samstag, den 4. Dezember M<7|chprägte gern es W^Jjeder Hausfrau ein I llr. 285 Zweites Blatt ■J IT» T «MMManMI Ein Wort für China. Bon einem Oftasiendeutfchen. Las kultivierte Europa und ollen voran Großbritannien entrüstet sich heute über bie »unhaltbaren Zustände" in China. Die Mächte haben in Peking einen in gemäßigtem Tone gehaltenen Protest eingereichr. 3n seiner ameri- Ionischen H».mat, die sich im übrigen gegen Ehina und Japan hermetisch abgeschlossen hat, hielt jetzt der Vorsitzende der Kommission für extern- loriafcs Recht in Ehina. Mr. Silas A. Strawn. eine ♦jh edler Empörung übersprudelnde Rede, worin er Chinas Untergang durch eigene Schuld des Landes prophezeite. Ganz besonders regte er sich dabei über die Forderungen der ver- schiedenen Heerführer gegenüber den chinesischen Eisenbahnen sowie gegenüber den Zoll- und Finanzämtern auf, von denen dauernd ganz unerhörte Leistungen und Zahlungen gefordert würden. China habe keine wirk ame Zentral- regietung mehr, und die fremden Mächte könnten leine Genugtuung für die an ihren Untertanen begangenen Ungerechtigkeiten erlangen. Aus all Dründen könne man Ehina gegenüber keine fest bestimmte Politik mehr betreiben. 3m Hankee-Slang würde das alles kurzweg etwa Heiden: „give it up as a bad job'“ Herr 3ila6 H Strawn hat für China nichts nwhr übrig, er hat es auf gegeben, beim China will von Silas H. Strawn und den exterrirorialen Rechtsansprüchen, eigener Gerichtsbarkeit der abenkRändischen Konsulate usw. ■nidjö mehr hören. China HL wie vor 70 3a6ren fein Rachbar Japan nun völlig erwacht und zur klaren Erkenntnis seiner souveränen Rechte als altes Kulturvolk gekommen. 3m 3mieten des Riesen- reiches von über 400 Millionen Einwohnern tobt der Bürgerkrieg und dieser, nicht aber die abendländischen Mächte mit ihren auch heute noch immer arroganten und exorbitanten Forderungen, wird über daS zukünftige Schirks al Ehinas entscheiden. □Denn in Ostasien heute überall ein ausgesprochener Hast gegen Europa und Amerika bestehl, so erntet das Abendland die Saat, die es dort brausten unter rücksichtsloser Anwendung von Gewalt ausgesät. Seit dem Anfang des vorigen 3ahrhunderts datiert dieses Spiel rücksichtsloser Ausbeutung Chinas. 2lls die Chinesen damals energisch und mit vollem Recht gegen die Einfuhr des ihre Rasse verderbenden Opiums aus Britisch-Indien vrotestierten, da wurde ihnen von den Engländern mit brutaler Gewalt im Kriege 1839/41 der Opiumgenust aufgezwungen, und z '.gleich nahmen die Briten ohne alles Recht das chinesisch? An^g- kong in Besitz und bauten es zu einem Krieys- mb Handelsha'en ersten Ranges aus. Dem britischen Beispiel folgten die Fra:izosrn in Tongking, die Russen in der Mandschurei und in Port Arthur. Mir Deutschen nahmen Tsingtau. Wir fetzten unS am Leibe des alten Kulturreiches China, angesichts der jungaufstrebenden Groh- macht Japan, fest und stellten peremtorische Forderungen genau wie die anderen Kulturmächte des Abendlandes. Trotz der glänzenden Leistungen, die Deutschland in der Entwicklung Tsingtaus für sich in der Weltgeschichte buchen kann, muh diese Beschlagnahme chinesischen Bodens durch uns ein- für allemal als ein großer politischer und besonders auch als ein großer strategischer Fehler bezeichnet werden. Denn weit entfernt von unserer heimatlichen Basis konnten wir gegenüber den rasch aufstrebenden Mächten des fernen Ostens Tsingtau auf die Dauer nicht halten. Port Arthur fiel, Tsingtau fiel und das britische Hongkong wird ihr Schicksal früher oder später teilen. Das. wurde den E.'.glandertt schon wiederholt in führenden japanischen und chinesischen Blättern prophezeit Europa säte Gewalt, und im 3ahre 1900 hat es beim erstmaligen Erwachen Chinas im Dv?eraufstank) Gegengewalt geerntet Bor längeren 3ahrcn, es war noch vor dem Weltkriege, wurde Schreiber dieser Zeilen dort brausten In Ostasien von einem hochgebildeten Japaner gefragt, was wohl in Europa geschehen würde, wenn eine ostasiatische Macht, die militärischen Mittel vorausgesetzt, einfach Southampton oder Wilhelmshaven besetzen würde? Damals mußte man über einen berarti- k bas llonzert des 5ängerkran;es. Händels Oratorien sind aus feinem Opernschaffen hervorgewachsen, da durch eine Verfügung des Londoner Bischofs Dr. Gibfon die Darbietung geistlicher Stoffe auf der Bühne verboten wurde, war damit der Weg von der Rapprcsentazione sacra zum Konzertoratorium gegeben. So wurde zur Aufführung von „(Silber“ bekannt gemacht: „Es wird keine Aktion auf der Bühne fein, aber man wird die Szene passend ausschmücken." Durch diese Aenderung wurde das Konzert- mästige des Oratoriums nachhaltend gefördert Sa im Konzen ein Auswendigsingen nicht mehr erforderlich war, fo konnte der Anteil der Chöre viel mehr vergröbert, die Zahl der Sänger bedeutend vermehrt werden. Die Massenwirkun- gen der Chöre wie auch bet gan>e Stil des Konzertoratvriums weisen darauf hin, dah es weniger für eine Ausführung in der Kirche als im Saal ober gar im Theater gedacht ist. älnd dist immer noch irgendwelche, wenn auch nur gedachte, Beziehung zum Dühnenspiel besteht, zeigen die szenischen Bemerkungen im Textbuch, so auch im „Samson". Händel hatte alle die Stilelemente feiner Zeit in sich ausgenommen und zu einer Einheit verschmolzen, die seinen Werken die Lebenskraft bis in unsere Zeit hinein erhalten hat: Italiens Entwicklung und Hochblüte des Belcanto, die in Deutschland Übliche Thorbehandlung und die Hymnenmusik Englands. Seine Musik hat etwas Lichtes, in ihrer al-fresco-Olrt Großzügiges. Monumentales und dennoch unendlich jtiared. Er ist eben der Musiker, der den weiten Blick des Weltmannes in feinem Schaffen nicht verliert. Cin Gegensatz zu 3oh. Seb. Dach, dort subjektive Frömmigkeit, hier mehr der ethische Hintergrund. 11 nb dast Händel durchaus nicht seine deutsche Art verleugnet hat, dafür zeugt manches, insbesondere feine Genrebilder in einzelnen Werken, die nur auf dem Grunde deutscher «Gemütsromantik erwachsen sind. Es gibt für eine Choroereinigung kaum eine dankbarere Aufgabe als die Aufführung Händelschcr Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen)Sreitag, 5. Dezember 1926 gen Vergleich noch lächeln, heute aber kann man klar verstehen, wie tief berechtigt jene Frage war. Die Politik der dauernden Gewalteingriffe hat den europäischen Hirnen den Gedanken ein- gehämmert, daß wir Abendländer dort drausten im fernen Osten ein in alle Ewigkeit verbrieftes Recht auf ganz besondere Privilegien mit Bezug auf die juristische Stellung unserer Staatsange- hörigen und dann vor allem mit Bezug auf den Handel jener Länder haben. Wir sollen aber nicht vergessen, dah heute nicht nur Japan, sondern überhaupt alle allen Kulturländer Ost- asiens sich klar bewußt sind, dah ihnen auf Grund ihrer alten geschichtlichen und kulturellen Entwicklung ein glevf'b-.v? ctigter Platz unter den Rationen der Welt gebührt. Und weiterhin sollen wir Abendländer klar erkennen, dast neben Japan nun auch das erwachte China im Begriff ist, sich eine eigene Industrie nach modernem europäisch-amerikanischem Muster zu schassen. Dazu sind alle Vorbedingungen, Rohstoffe und hochwertiges Menschen- material als Arbeitskräfte vorhanden. Der Chinese selbst ist aber zweifellos der tüchtigste Kaufmann in Ostasien. In diesem Jahre tagte in der japanischen Stadt Ragasaki ein panasiatifcher Kongreß der ost- und südasiatischen Völker. Politisch war dieser Kongrest wohl ohne graste Bedeutung, aber interessant war die seelische Einstellung dieser Asiaten gegenüber Europa. Sie zeugte von hellausloderndem Hast. Und dieser Hast wird nicht erlöschen, ehe wir nicht den alten Kulturvölkern Asiens volle Anerkennung und Gleichberechtigung gewähren. Wir Deutschen haben durch Aufgabe unserer exterritorialen Rechte, unserer eigenen Gerichtsbarkeit und durch ausdrü Gliche Anerkennung der Gleichberechtigung Chinas im -vertrage vom Jahre 1922 den richtigen Schritt getan. Die Zahl der Deutschen in China hat heute schon den Vorkriegsstand überschritten, und trotz der dauernden Düraerkriege hat sich unser Handel mit China wieder gut entwickelt. Wir haben unsere Sonderrechte aufgegeben, und das chinesische Volk zeigt uns dafür seine Dankbarkeit dadurch, dast es unsere Landsleute überall mit größter Zuvorkommenheit und Gerechtigkeit be- iXlndelt. Warum können die übrigen Rationen Europas, warum fann Amerika unserem Beispiel nicht folgen. Politische Kreise und Presseorgane in Europa, die sonst den Gedanken des Völkerbundes und der allgemeinen Völkerversöhnung nicht hoch genug loben können, regen sich jetzt darüber auf, dast China nicht gewillt ist, den kürzlich abgelaufenen Vertrag mit Belgien zu erneuern und somit alle Belgier in China unter chinesische Oberhoheit stellt. China, so beißt es, habe dazu noch keine moralische Berechtigung. 3m Lande tobe der Krieg und eine geordnete Zentralregierung sei nicht vorhanden. Auch In Europa hat ein großer Krieg getobt, und in den 3obren daraus brachen wiederholt in verschiedenen Ländern Revolutionen auS. Wie die Dinge liegen, ist der Zustand Europas heute keineswegs als stabil und gesichert zu bezeichnen. Die ostasiatischen Mächte haben mit militärischen Streitkräften nicht in die Entwickelung des europäischen Krieges eingegriffen. Mit Recht verlangen fic, daß auch Europa sich jedweden Gewalteingriffes im fern n Osten enthält. Derartige Eingriffe müßten nach heutiger Lage der Dinge ja auch ohne Zweifel zu einem neuen Weltbrande führen. China ist im Zustande einer Reuentwickelung, und die einzelnen Parteien des Landes sind im Bürgerkriege gegeneinander begriffen, um so das Schicksal, tue Zukunft des Landes zu entscheiden. Die fortschrittlich und zweifellos stark sozialistisch eingestellte Regierung von Kanton hat cs verstanden, in raschem Feldzuge ganz Süd- china bis an den Vangtsekiang und darüber hinaus zu unterwerfen. Auch der Machthaber in den Seeprovinzen um Shanghai, Suntschuan- fang, hat jetzt vor den Angriffen der Kantonesen beträchtlich an Boden verloren. Die Kantonesen stehen hart vor Shanghai. Wupeifu, nödlich des Vangtse an der Dahn nach Peking, kann sich augenscheinlich von der schweren Riederlage, die ihm der kantonesische Oberführer Tschangkaitschek in und um Hankau am OZangtsekiang beibrachte, nicht erholen. Unterstützung von England, die ihm früher so reichlich zusloß, scheint er nicht mehr Werke. Einmal, weil dem Chor ein wesentlicher Teil zufällt, zum andern aber auch, weil Händels Musik ihre Wirkung auf die Hörer nie verfehlen wird wegen ihrer Durchsichtigkeit, selbst in den kon- trapunktisch kunstvoll durchgeführten Sätzen. Und jede Händelausführung ist eine Kulturtat, indem sie kostbare Schätze der Allgemeinheit zugänglich macht. Und gerade der Anteil des Chores ist im „Sam= fon" von besonderer Wichtigkeit. Es würde zu weit führen, auf Einzelheiten einzugehen. Nur ein Beispiel, wie fein Händel die Charakterisierung einer dramatisch belebten und erregten Volksmenge gelungen ist: Der Gegenchor der Israeliten und Philister: „Ehret in seiner Herrlichkeit Jehova". Er hätte die beiden Völker einfach einander gegenüberstellen und einzeln charakteristisch gestalten können, aber er verknüpft die Massen so, daß er beide Gruppen unter Führung ihrer Häupter gleichzeitig unter dem Eindruck gleicher innerlicher Erregung beten läßt und erreicht so eine starke dramatische Wirkung. Die Chöre erklangen in der Ausführung frisch und in gerundeter Klangfülle und trafen auch in den dramatischen Höhepunkten den Händelschen Chorstil; die Fugen waren auch dynamisch gut durchgearbeitet, besonders der Schlußchor mit seinen Koloraturen verdient besondere Anerkennung. Nur bei freien Einsätzen müssen die Tenöre noch etwas vorsichtiger in der Tongebung [ein. Damit ist auch der Arbeit des Dirigenten, Herrn Albert Kasten, ihr wohlverdientes Lob gegeben; auch in der Begleitung der Solisten bewies er sich als sicherer Führer. Das Orchester (Kapelle der Reichswehr) wurde den Anforderungen Händels voll imb ganz gerecht, besonders aber bewährten sich die Bläser in ihren Solostellen, vor allem die Trompete. Den Cembalopart führte Frl. Hella Maternus (Gießen) mit Geschick und Anpassungsvermögen durch. An die Gesangssolisten stellt Händel ganz besonders hohe Anforderungen, gibt aber damit dem Könnenden um so dankbarere Aufgaben. Die Titelpartie ist mit ihrer Durch- füfjrung ausschlaggebend. Samson, der betrogene. geblendete, klagende Held muß um so stärker durch Verinnerlichung mitten, als ihm weniger Gelegenheit gegeben ist fein Heldentum zu erhalten. Großbritannien hat sich ja auch durch sein wiederholtes Eingreifen nur ungeheuer geschadet. Riesig sind seine Verluste durch den Kantvnboykott. so daß die ionft so finanzkräftige Hongkonger Kaufmannschaft auf Parlamentsbeschluß vom Muttcrlande unterstützt werden mußte. Offiziell hat die Kanton-Regierung den Boykott für ausgehoben erklärt, aber inoffiziell wird er mit gleichen Kräften fortgesetzt und hat durch da- Dorrücken der Kantonese.t zum Vangtse und nach Wittelchina sogar an Ausdehnung zugenommen. Tschangtsolin, der Machthaber in der Mandschurei und im nördlichen China ist nun aus seiner offenbar stark durch Japan beeinfluyten neutralen Haltung herausgetreten. Er hat mit dem durch Kantons Streitkräfte zurückgeworfenen Wupeifu sowie mit Suntschuansang, dem Machthaber der Provinzen um Shanghai, und anderen Führern des Rordens eine Konferenz in Tientsin abgehalten. Dabei wurde Liyüanhong aufs neue zum Präsidenten von China und Tschangtsolin zum Vizepräsidenten ernannt. Diese Wahl soll durch die noch einzuberusende Rationalversamm- lung bestätigt werden. Weiterhin will man von der Rordseite im Falle eines Widerstandes oder einer Ablehnung von feiten Kantons 500 000 Mann gegen den S.-den inS Feld schicken. 150 000 Mann davon sollen sogleich am untern Pangtse dem bedrohten Shanghai zu Hilfe kommen. Kanton als bolschewistischen Staat zu bezeichnen ist sicherlich falsch. Aber ohne Zweifel wird Kanton von den Bolschewisten mit Rat und Tat unterstützt. Auch befinden sich eine Anzahl bo .schea: ist sicher Ratgeber und Militärinstrukteure bei den Kantonesen. Letztere haben auch mit Fengyuhsiang und seiner Volksarmee, die mit sowjetrwsischer Hilfe neu ausgerüstet in Stärke von, wie glaubwürdige Quellen berichten, etwa 150 000 Wann in der Mongolei steht, ein Bünd- NW Md WW Don Sir Philip Davson, M. nis abgeschlossen, und die nächste Entwicklung der Dinge in China wird ganz wesentlich von der Haltung dieser mongolischen Armee Fengyu- hsiangS abhängen. Reben anbeten sowjetrusii- schcn Offizieren ist auch der aus dem Kriege gegen Polen bekannte Reilergenetal Budienny als militärischer Ratgeber bei den Streitkräften Fengs in der Mongolei. Gegenwärtig ist Feng in Shensi (Rordwestchina) eingerückt. Wenn in einem Lande militärische Operationen im Gange find, so können neutrale Mächte nicht verlangen, daß ihre Handels- und Kriegsfahrzeuge völlig ungehindert auf den Binnengewässern hin- und herfahren. Sie müssen auch gewärtig lein, baß derartige Fahrzeuge gegebenen Falles zu militärischen Transporlzwecken benutzt werden, denn das ist ja auch in deo Kriegsführung europäischer Staaten Ufu8. Don solchen Gesichtspunkten aus muß man auch die Meldungen über Beschlagnahme von Schissen auf dem Vangtsekiang lesen. Diese Meldungen stammen fast durchweg aus englischer Quelle und geben stets alle Schuld den Chinesen. Don allen Parteien China- wird übrigens stillschweigend, ohne daß sie allerdings wirkliche Machtbefugnis'e besitzt, di§ Zentralregierung in Peking anerkannt. Sie vertritt quasi das gesamte, im Bürgerkriege befindliche China gegenüber dem Auslanpe, und in dieser Beziehung werden ihre Schritte offenbar auch von den einzelnen Machthabern und Parteien Chinas gutgeheißen. Wir Deutschen stehen mit China auf freundschaftlichstem Fuße Ostasien, und dort ganz besonders China, war vor dem Krieg unser Hauptabsatzmarkt im Exporthandel. So haben wir allen Grund dazu, die Entwickelung der Dinge im fernen Osten mit wohlwollender Reu- tralilät und ohne Doreingenommenheit zu beobachten. P. F. UWMiWl. Inst. C. E. etc. M. P., London. Dor dem Kriege besaß Groß-B ritan- n i e n in der Eleltrizitätsversorgung seines Gebietes durch öffentliche Kraftwerke einen Dor° sprung vor Deutschland. Diesen Dor- sprung hat Deutschland seit Beendigung des Krieges durch eine vorbildliche Clektrizitätswiri- schäft mehr als ausgeglichen. 3nfolge der Austeilung von Oberschlesien, des Drrlustes von Lothringen und des Saar-Kohlenbeckens hat sich bekanntllch Deutschlands jährliche Kohlenproduktion um etwa 50 Millionen Sonnen verringert. Deutschland mußte also, um die Leistungsfähigkeit seiner Industrie, von der wiederum die ganze wirtschaftliche Entwicklung des Landes abßängt, aufrecht zu erhalten, eine äußerst sparsame Kräftewirtschaft treiben. Dieses Ziel wäre durch höchstmögliche Anwendung von Elektrizität für Transport- und Industriezwecke und durch die Verwendung von billigeren Brennstoffen für die hochwertige Kohle, die sonst für die Erzeugung von Cleltrizität in Frage kam, erreicht. Am ll.Rovember erlangte die Englische Elektrizitäts-Dill Gesetzeskraft, ein Vorgang, der für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung Englands von größter Wichtigkeit ist, hängt doch von ihr außerordentlich viel für die künftige Wettbewerbsfähigkeit Groß- Britanniens auf dem Weltmärkte ab. Obwohl sich der Verbrauch von Elektrizität in den letzten Jahren wesentlich gehoben hat — et betrug z. B. in den Jahren 1922/23 pro Kops der Bevölkerung etwa 88 Einheiten, im Jahre 1924 etwa 117 Einheiten — steht England in der Verwendung von Elektrizität noch sehr tief unter anderen in weitgehendem Maße elektrifizierten Ländern. So beträgt z. D. der Elektrizitätsverbrauch in Rorwegen und Schweden etwa 500 Einheiten, in Kanada etwa 900 Einheiten und in gewissen Teilen der Vereinigten Staa- t e n wie z. D. dem industriereichen Chicago und in Kalifornien über 1000 Einheiten pro Kopf der Bevölkerung. Da Deutschland der schärfste Konkurrent Englands auf dem Weltmarkt ist, so kann man die künftigen Erfordernisse der englischen Elel- trizitätsverforgung aber auch seine Möglichkeiten vielleicht am besten durch einen 03 er- 8U zeigen. als das Mitgefühl zu erregen. Herr August Jordan (Tenor) schuf seine Ototle aus dem szenischen Erleben heraus. Mit seiner Modulation der Stimme ließ er sein Schicksal erfüllen und ergriff die Hörer. Aber in der Aufwallung erstand sein Organ in heldischer Frische, in Kraft und Glanz. Ganz ungebrochen in seiner Stärke und überzeugend war er im Schimpfduett mit feinem ebenbürtigen Partner Herrn Hermann Diersch (Baß). Als Harapha voller Gppri und Hohn, als Manoa voll väterlicher Wärme: sein umfangreiches Organ war voller dramatischer Kraft, im Koloraturgesang zeigte er sich als Meister des ausgeprägten, charakterisierenden Stiles. Agnes Braunfels (Alt) gab bem Micha warme, edle Töne: vielleicht wäre in den Rezitativen mehr dramatische Durchschlagskraft erwünscht gewesen, um so schöner erllang ihre Stimme in den Arien und ausgeglichen in den Koloraturen. Wally K i r s a m e r (Sopran) war anscheinend nicht recht disponiert, ihre Höhe erschien eng und nicht strahlend genug; die Koloraturen hätten viel mehr organische Durcharbeitung erfahren können. Sonst aber führte sie ihren Part besonders die Taubenarie und die Schlußarie^ mit Erfolg durch. In ihrem Sirenengesang fand sie ein glückliches Echo in Frau Dr Wolfs (Gießen). Für den „Sängerkranz" bedeutet die Aufführung mit ihrem wohlverdienten Erfolg den Abschluß einer längeren gründlichen Arbeit; mögen neue erfolgreiche Taten sich anschließen! — in — Iubiläumskonzert des Offenbacher Sängervereins. Zur Feier des 100jährigen Beste- h e n s hielt der Sängerverein Offenbach a. 021. am 1. Dezember im Frankfurter Saalbau ein Iubiläumskonzert unter Sei- tung von Dr. Stephan Temesvary und unter Mitwirkung des Frankfurter Symphonie-Orche- sterS ab. Rach der Eröffnung des Konzerts durch einen A-cappe!la-®ßor von Brahms trug der So- gl e i ch der beiden Wettbewerber ermitteln, denn iic Grundgedanken deS englischen Gesetzes sind bereits in weitgehendem Maße in Deutschland in die Tat umgeseht tnorben. Die Wirtschaftspolitik, die von Deutschland in feiner tzlektrizi- tätstvirtschaft verfolgt wird, ruht auf vier Grundsätzen: 1. Zentralisierung der Elektrizitätserzeugung in Großkraftstationen: unter gleichzeitiger Schließung der kleinen und unwirtschaftlichen Stationen, um ein Höchstmaß von Leistungsfähigkeit zu erzielen. 2. Die Verwendung aller nur möglichen Ersatz- und Hilfs st offe für die teure Steinkohle, wie Draunkvhle, Wasserkraft usw. 3. Die Schaffung eines weitverzweigten Rehes von Lieberlandlinien durch Verbindung der Hauptkraftstationen im Lande. 4. Die Trennung von Großerzeugung und Leitung vom 03er trieb, wobei Erzeugung und Leitung unter R.gierungs- aussicht erfolgen, während die Verteilung ent- weder durch städtische Behörden oder private Gesellschaften vor sich geht. Um diesen ganzen Plan, der bisher auf rein freiwilliger Basis durchgesührt wurde, schneller und wirkungsvoller zu regeln, plant die deutsche Regierung die Einbringung eines Elektrizi- tätsgesehes ähnlich der British Electricity Bill. Die OÖemeilüngen eines der bedeutendsten deutschen Industrieführer, nämlich des Geheimrat Felix Deutsch von der AG.G. geben hier wertvolle Fingerzeige. Dieser hervorragende Fachmann etflärte, daß die Bildung einer staatlichen Organisation zur Regulierung der Erzeugung und Vermittlung von Hochspannungs- stromen und zur Zusammenfassung der verschiedenen Quellen von Elektrizitätsversorgung im Interesse der allgemeinen Wohlfahrt liege, wobei er nebenbei bemerkte, daß nach seiner Meinung die Elektrifizierung von dünnbevölkerten Distrikten keineswegs unökonomisch wäre. Die Erfahrungen, die Deutschland bisher in der Elektrifizierung seiner Wirtschaft gemacht hat, werden natürlich seiner künstigen Wirtschaftspolitik zulist des Abends, der Baritonist HermannScheh aus Berlin ein Pfitznersches Lied mit Orchester- begleitung vor. „Wanderers Sturmlied" für Chor und Orchester von Richard Strauß beschloß den ersten Teil der Darbietungen. Zwei Urauffüfj* rungen standen im weiteren Verlause im Mittelpunkt des Interesses. Das „Wessobrunner- Gebet" von H. Kaminski und die Morgenhymne von St. Temesvary, dem Leiter des Vereins, wurden mit reichem Deifall ausgenommen, der neben den Solisten Scheh, Ria Ginster und Susi Schoembs-Schneider auch dem Organisten C. Drei den st ein galt. Am eindrucksvollsten gestaltete sich nach dem „Stabat Mater“ von Verdi für Chor und Orchester und dem 43. Psalm, vertont von O. Klemperer für Bariton und Orchester der Schluß mit dem „Te Deura“ von A. Bruckner, zu dessen Gelingen neben Chor, Orchester, Orgel und den schon genannten Solisten der Tenor L. b an Tulder, Haag, in hervorragendem Maße beitrug. Alle Künstler, insbesondere aber der Leiter und Dirigent, Dr. Temesvary, wurden durch reichen Beifall belohnt. 9m Angesichte des Todes. Zu^dem in Nr. 93 der „Gießener Familien- blätter vom 20. November erschienenen Aufsatz „Im Angesicht des Todes“ von Dr. Fritz Adolf Hunjch erhielten mir eine Zuschrift von Herrn Stiftsdechanten L e n 3 in Lich, der wir folgendes entnehmen: Es ist festzustellen, daß nach allen biblischen Berichten Jesus nicht mit dem Schrei „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlaßen?" verschieden ist. Bei Matthaus und Markus, die beide nur dieses eine Wort des Gekreuzigten auheidjncn, folgt darauf noch die Tränkung, dann noch einige Spottreden der Kriegsknechte, bann erst ein letzter Schrei und dann der Tod. Die Worte des letzten Rufs sind bei Matthäus und Markus gar nicht angegeben. Sie finden sich bei Lukas 23, 46, wo es heißt: .Jesus rief laut und svrach. „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände.“ Johannes berichtet als letztes Wort „es ist vollbracht", was wohl dem letzten Wort bei Lukas vorausgegangen fein mag. «ute kommen. Schon jetzt besitzt üer deutsche Bergbau elektrische Kraftwerke von etwa 1 Mil- Hon Kilowatt mit einer Jahreserzeugung von 1500 Millionen BOT.-Einheiten. 60 Prozent der deutschen Kohle wird mechanisch gefördert. Die im Jahre 1914 unter Tage beschäftigten 8000 Ponys sind fast ganz verschwunden. Wenn die englischen Kohlenbergwerke elektrifiziert würden, und zwar in dem gleichen Ausmaße, so würden sie alljährlich etwa 5000 Millionen BOT.-Einheiten verbrauchen. Es wäre natürlich sehr interessant, festzustellen, wie hoch ihr Verbrauch heute ist. Dieser Verbrauch kann sich keineswegs auch nur annähernd um diese Ziffer herum bewegen. Aus den Zahlen, die in einem aufschlußreichen Berichte eines großen englischen Jndustrieoerbandes verössentlicht wurden, erdellt, daß die deutsche Eisen- und Stahlindustrie elektrische Kraftwerke von etwa 2 Millionen Kilowatt mit einer jährlichen Erzeugung von etwa 3000 Millionen BOT.-Einheiten in ihren Betrieben eingebaut hat. Falls die englischen Stahlwerke in derselben Weise wie die deutschen Werte elektrifiziert würden, so würde ihr Bedarf etwa 2400 Millionen BOT.-Ein- beiten betragen. Mit anderen Worten: wenn die britische Kohlen- und Stahlindustrie in demselben Umfang, wie die deutsche Industrie elektrifiziert würde, so würde ihr Gesamtbetrag weit über der gesamten Erzeugung der elektrischen Kraftstationen öffentlicher Hand im Jahre 1925 liegen. Deutschland hat heute auch schon erhebliche Teile seiner Haupteiienbahnstrecken elektrifiziert, wobei das Bestreben bestand, das Transportwesen zu vervollkommnen, die Tarife zu verbilligen und die Errichtung von neuen Kraftstationen zu rechtfertigen. Hierdurch wurden den privaten Llektrizitätsgelell- schaften ungeheure Arbeitsmöglichkeiten geschaffen und die Beschäftigungslosigkeit erfolgreich bekämpft. Die bestehenden Kraftstationen in Berlin, einschließlich der neuen 500 000-'Kilowatt-Station, die jetzt in Rummelsburg im Bau ist, sind mit den großen Kraftwerken im Sächsischen Braun- ko h l e n f e l d verbunden. Diese wiederum sind auf der einen Seite mit den durch Steinkohle befeuerten Werken in Schlesien und an der tschechoslowakischen und polnischen Grenze verbunden und auf der anderen Seite mit den durch Wasserkraft betriebenen bayerischen Stationen in der Nähe von München und den Bayerischen Alpen. Die letzteren sind bei Passau, Innsbruck und Salzburg mit den österreichischen Werken verbunden. Don München dehnt sich das Netz nach Nürnberg und Frankfurt a. M. aus. Von dort laufen die Leitungen südlich nach Karlsruhe, Stuttgart und den hydro-elektrischen Stationen am Rhein. Hier tauscht man elektrischen Strom mit der Schweiz aus, indem man in eirfer Saison aus der Kraftstation des S. Gotthard Strom nimmt und in einer anderen dem Schweizer Netze Strom zuführt. Von Frankfurt geht das Ueberlandnetz nach 1 Norden, indem es in der Nähe von Köln mit den Kraftstationen an der Ruhr und in West- falen verbunden ist, die meistens mit Braunkohle befeuert werden. Von der Ruhr lausen die Leitungen nach Bremen, Hamburg und Lübeck und zweigen in der Nähe von Hannover nach Berlin ab. Diese Haupttransmissionslinien bilden einen H o ch s p a n n u n g s r i n g, der Deutschland fest umschließt. Die meisten dieser Leitungen sind entweder sertiggestellt, im Bau begriffen oder für bald geplant. In Bayern und an der Ruhr sind bereits 1500 englische Meilen Hochspannungsleitungen errichtet worden. Wir sehen daher die Braun- und Steinkohlen- felder dar Ruhr und Westfalens über Berlin mit den Braunkohlenseldern von Sachsen und Schlesien verbunden und diese wiederum mit den hydro-elektrischen Stationen Bayerns, Württembergs, Badens und der Schweiz verknüpft. Eventuell können sie auch bis zu den Kohlenfeldern an der Saar ausgedehnt werden. Man schätzt, daß in zwei bis drei Jahren zuzüg. lich der 5000 Millionen BOT.-Einheiten, die von der deutschen Kohlen- und Stahlindustrie erzeugt und verbraucht werden, etwa 9 Millionen BOT - 'Einheiten weiterhin produziert und den Netzen zugeführt werden. Die Kriegerkameradschaft Hasfia teilt uns mit, daß am 28. November in Berlin die 6. Reichsoertreterversammlung ihres Spitzenverbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser" stattfand, an der Vertreter oller Landesgruppen des Reiches sowie eine größere Anzahl von Vertretern der Behörden und des Reichstages teilnahmen. Der 1. Vor- Zeitlupenaufnahmen aus der Porzellanfabrib. Don Lev Lania. Keine phantastischen Maschinen gibt ess hier, nicht da« tückische Gleißen blanker Kolben und Räder, nicht bo» verwirrende Surren der Trans- Mssionsriemen: diese Fabrik ist nicht ein Zwinger kaum gebändigter, immer zum Ausbruch bereiter Angeheuer und etfl recht reine Schreckenskammer unheimlicher Folterinstrumente wie bauchiger Retorten, langhälsiger Phiolen, zischender Brenner, kurz, diese Fabrik — doch ist denn dieses große Hau» mit seinen vielen Hallen, Zimmern, langen Korridoren überhaupt eine Fabrik? Der gewaltige Kamin, auS dem sich der schwarte Rauch wie ein dickflüssiger Sirup wälzt, die verschlungenen Gleise, auf denen ganze Züge von der nächst gelegenen Bahnstation bis vor die Tore gekrochen kommen, in den weiten Höfen rangieren, Tag aus. Tag ein, Kisten und immer noch Kisten ins Land hinaus frachten — ja, hier drauven rings um die Mauer der vielstöckigen Gebäude brandet dos stürmische Leben der Fabrik: drin in den Hatten aber regiert nicht die Maschine, sondern Die Hand, nicht die rumänische Kraft, sondern das scharfe Auge M Modelleurs, der Formen- und Farbensinn geschulter Arbeiter: diese Fabrik ist eine Werkstatt. Bei dem Versuch, künstlichem Gold zu erzeugen, ist im Mittelalter das Porzellan in Europa entdeckt worden. (Wieder entdeckt worden. nachdem di« Shinesen schon Jahrhunderte vorher dos Porzellan erfunden hatten.) Di« Alchemie ist tot, nur noch Legendenstoss für Schulkinder, die so überlegen den Anverstand und die Raivttät der alten Magier belächeln dürfen. Run, die Herstellung des Porzellan« ist die moderne Alchemie. Aus Quarz und Feldspat, den gewöhnlichsten, verbreitetsten Siel- nen, aus dem Kaolin, einer unscheinbaren Erde, sitzende des Verbandes, Staatsrat a. D. Dr. Quar ck, begrüßte zunächst die Vertreter der Behörden und gedachte des am 9. Oktober verstorbenen Präsidenten des Deutschen Reichskriegerbundes „Knffhäuser", Generalobersten v. Heeringen, dessen Verdienste um den Verband er mit warmherzigen Worten würdigte. Aus dem Geschäftsbericht, den der geschäftssührende Vorsitzende, Major a. D. Goe- dicke, erstattete, ging hervor, daß die Entwicklung der Organisation im verflossenen Jahre außerordentliche Fortschritte gemacht Hai. Die Anzahl der Mitglieder der Organisation, die ihren festen Rückhalt an den Kriegerverbänden hat, beträgt zur Zeit rund 400 000. Min.-Rat Frhr. o. Gemmingen vom Reichsarbeitsministerium hielt hierauf einen sehr interessanten Vortrag über die Entwicklung und den heutigen Stand der Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen-Fürsorge, sowie über da« Schwer- beschädtgtengesetz. Major G o e b i rf e entwickelte anschließend da» Forderungsprogramm des Verbandes bzgl. des Ausbaues der Versorgungsgesetze und des Verfahrensgesetze». Er erörterte besonders diejenigen Punkte, die der Verbesserung dringend bedürfen. Geheimrat Kerschen st einer vom Reichsarbeitsministerium nahm zu den Wünschen des Verbandes Stellung. Die Regierung sei nach besten Kräften bestrebt, die Belange der Kriegs- beschädigten und Kriegerhinterdliebenen zu sördern. In der anschließenden, sehr eingehenden Diskussion, an der sich auch Reichstagsabgeordneter L o i b l beteiligte, wurden weitere Forderungen, Siedlungsfragen und andere soziale Angelegenheiten erörtert. Es wurde nachstehende Entschließung angenommen: „Nachdem der Reichstag in einer Entschließung vom 1. Juli 1926 anerkannt hat, daß die gegenwärtige Versorgung der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen den berechtigten Bedürfnissen nicht entspricht, und die Reichsregierung um Bereitstellung der notwendigen Mittel für eine Verbesserung der Versorgung ersucht hat, erwarten die zur 6. Reichs- vertreteroersammlung am 28. November 1926 In Berlin zusammengetretenen Vertreter der im Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäu.ser üerelrrlgten Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen und Altrentner zuversichtlich, daß die Reichsregienmg nunmehr die erforderlichen, auf eine ausreichende Bemessung der Renten gerichteten Maßnahmen ergreift." Oberbeffen. Landkreis Gießen X Klein-Linden, 2. Dez. Ein Eisen- bahnbeamter von hier st ü r z t e dieser Tage so schwer von feinem Fahrrad, daß er mit einer Gehirnerschütterung in seine Wohnung überführt werdet! mutzte. Den Anlaß zu dem Sturz gab eine Katze, die dem vorbei- radelnden 2Hanne In daS Rad sprang. Der Verunglückte befindet sich noch in ärztlicher Behandlung. X Wieseck, 2. Dez. Mit dem Steuerassistenten i. R. Valentin Bohn wurde hier wieder ein Veteran von 1866 und 1870, Inhaber des Eisernen Kreuzes, zu Grabe gebracht. Sr hatte das 82. Lebensjahr überschritten. : Beuern, 2. Dez. Am Sonntag abend hielt der hiesige Volksbildungsverein im „Holländischen Hof" einen Lichtbilder- Vortrag, bei dem Stud. phil. Rub. Fischer von Laubach über das Thema „AuSoestoröene und aussterbende Tiere und VSgel^ sprach. Der Redner schilderte in fesselnder Weise die Lebensart dieser Tiere und wie sie der Mensch in seinem Iagdeiser und feiner Vertilgungswut zum Teil ausgerottet hat. Schutzmaßnahmen seien von den beteiligten Regierungen zum Teil zu spät erlassen worden, um zu retten und zu erhalten, waS noch übrig blieb. Die Lichtbilder waren sehr schön und deutlich. Die zahlreichen Zuhörer spendeten dem Redner reichen Beifall. t Grünberg, 2. Dez. Dieser Tage wurde hier von einem Vertreter der Firma Magirus eine Motorspritze vorgefüdrt, deren Leistungen bei den verschiedenartigsten Betriebsproben allgemein befriedigten. Die Spritze ruht auf zwei Rädern; sie kann von zwei Mann bequem transportiert wer- den, ist aber auch als Wogenanhänger eingerichtet. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, nach dem Bau eines neuen Spritzenhauses der Anschaffung einer solchen Spritze näherzutreten. Kreis Büdingen. h. Ridda, 2. Dez. Die längeren Dsrhand- lungen über die Errichtung eines Zweckver- bandes für die Autoverbindung von Alfa nach Ridda sind nun so weit gediehen, datz die Eröffnung des Autoverkehrs ersieht das köstlichste Gefäß, die zierlichste Base, ein von Lichtern, Tönen, Farbrsflexen umspielter Teller, hauchzarte Täßchen, Wunderwerke der Plastik und die allen Attentaten des Wetters rrohenden Isolatoren der Telegraphenlettungen. Keiner komplizierten Maschinen bedarf es dazu und keines ausgeklügelten Verfahrens. Während der moderne Fabrikationsprozeh von Dag zu Tag neue Wandlungen durchmacht, in den Konst ruk- tionsbureaus aller Werke Ingenieure und Lhe- mifet Reißbretter mit einem Gewirr von Strichen und unverständlichen Zeichen bedecken, Zahlen zu gewaltigen Kolonnen reihen, dort eine neue Schraube einfügen, ein Rädchen entfernen, den elektrischen Strom droffeln, entwischen lassen, ein- fangen, durch tausende von Drähten jagen, wird hier in der Porzellanfabrik nach einem in mehreren hundert Iahren kaum wesentlich gewandelten Verfahren gearbeitet. Hat man einst den Quarz und Feldspat mit einem Hammer zer- kleinert, in primitiven Mühlen das Demengsel zerrieben, so besorgen das heute Kollergänge, rotierende Trommelmühlen — kein grober Unterschied. Wie auch die neuen Fillerpressen, in denen dem Brei aus Quarz, Feldspat und Kaolin das Wasser entzogen wird, die Knetmaschinen, die die Por^ellanmasse gleichmäßig durchwalken, die Verwandtschaft und Abstammung von ihren mittelalterlichen Vorfahren kaum verleugnen formen. * Dann beginnt der eigentliche Fabrikattons- vrvzeß: die Formung. Und da ist der Triumph des alten Handwerks vollkommen. Da steht der moderne Arbeiter wie der Töpfer im alten Athen ober Sparta vor der Töpferscheibe; einst ist sie mit dem Fuß angetrieben worden, jetzt besorgt das die Elektrizität, aber vor der rotierenden Scheibe ist der Arbeiter ganz auf sich selbst gestellt. Gewiß, eS gibt besondere Schablonen: Formen au» GipS, Die die innere Höhluna des betreffenden Gegenstandes erhaben widergeben, werden auf die Scheibe gestellt, und während diese votiert, dreht der Arbeiter mtt der eisernen Schablone, aus der aus die Gipsfvrmen gepreßten in Kurse erfolgen fawi In diesen Tagen fanden Probefahrten der hiesigen und Ulfaer Ge° meinbenertreter mit entsprechenden Wagen' verschiedener Firmen statt. Heute wurde ein Auto durch den hiesigen Stadtvorftand a n g e t a u f t. Es ist ein lösitzigcc Benzwagen. Die Stelle eines Chauffeur» soll baldigst vergeben werden. Man hofft die nötigen Formalitäten so rasch zu er- lebigen, daß der Betrieb «roch vor Weihnachten regelmäßig stattfinden kann. Usenborn, 2. Dez. 'Nachdem die cixin- Plische Gemeinde bereits vor Iahren In der Kirche eine Erinnerungstafel für die Gefallenen angebracht hatte, wird nunmehr auch ein öffentliches Denkm al für die Gefallenen errichtet. Es kommt an einen der schönsten Plätze unseres Dorfes, unmittelbar vor die evangelische Kirche zu stehen. Der Platz wurde für diesen Zweck schön hergerichtet. Das Denkmal, für besten Entwurf verschiedene Künstler auf gefordert wurden, soll im Frühjahr ein- geweiht werden. th. Leit>beden, 2. Dez. Zur Behebung der Arbeitslosigkeit und um die Erwerbslosen, deren Zahl in unserer Gemeinde, 12 Mann beträgt, zu beschäftigen, werden Im hiesigen Gemsindewalde zur Zeit größere Kulturarbeiten ausgeführt. Ferner wird in den nächsten Tagen mit der Holzhauerei begonnen. Kreis Schotten. Schotten, 2. Dez. Die Stadt hat die Genehmigung erwirkt, daß Kraftsahrzeuge die Hauptstraße von der Molkerei bis zum Kveisamt nur mit einer Stunbengeschwin- digkeit bi# zu 20 Kilometer befahren dürfen. Bekanntlich ist diese Straße cm verschiedenen Stellen so eng, daß sich zwei Fuhrwerke kaum ausweichen können. # Freienseen, 2. Dez. Begünstigt Dom schönsten Wetter, konnte der diesjährige W inte r m a r 11 (Schweine- und Krämermarkt) in befriedigender Weife abgehalten werben. ES kamen etwa 50 Iungttere zum Auftrieb. Die Kauflust war recht rege, da durchweg bestes Material angeboten wurde, so daß nur geringer Ueberstand verblieb. Für v bis 8 Wochen alt; Ferkel zahlte man 32 biS 40 M... 8 bis 10 Wochen alte erreichten Preise bis zu 45 Mk. Das Marti- bild wurde, wie üblich, durch einige Krämerständr vervollständigt. -s- Her ch enhain, 2. Dez. Hier ist eine Waiernepidernie ausgebrvchen. Die Krankheit tritt in manchen Fällen sehr bösartig aus. Da fast sämtliche Schulkinder erkrankt sind wurde die Volksschule auf vorläufig 8 Tage geschloffen. Kreis Lauterbach. fl. Lauterbach, 2. Dez. Das Schul- l i ch t b i l d w e s e n ist in unserem Kreise hoch entwickelt. Viele Schulen besitzen bereits Licht - bilbapparate, meist neuerer Art. Obwohl auch hier und da schon eine Anzahl Lichtbilder vorhanden sind, wird die Schaffung eines Bildarchivs angestrebt. Zur Filmvorführung stehen bereits -Wei eigene Apparate zur Verfügung, die von eigens dazu ausgebildeten Lehrern bt» dient Werdern Etwa alle sechs Wochen werden in den einzelnen Bezirken unsres Kreises Lehrfilme aus den verschiedenen Wissensgebieten voraeführt. Dieser Tage wurde dec von Kreis- schmrat Lorentz aufgenommene Lauterbach film, soweit er bis jetzt serriggestellt ist, gezeigt. ES ist etn rechter Heimatfilm, frei von jeder aufdringlichen Reklame, auf den Lauterbach und vor allem fein Schöpfer stolz fein können. Starkenburg. ' Darmstadt, 2. Dez. Der von der Hanauer Polizei wegen Mordversuches steckbrieflich verfolgte Zigeuner und Artist G g. Rose wurde hier verhaftet. Er betätigte sich hier als Betrüger, indem er versuchte, minderwertige Geigen als wertvolle zu verkaufen. WSA. Offenbach, 2. Dez. Datz jemand silberne Hochzeit feiert, ift eine alltägliche Sache; eine protze Seltenheit ist es jedoch, daß jemand diese Feier zum zweiten Male begehen kann. Dieser Fall hat sich hier ereignet. Der Gerber Peter Fath von hier konnte im Februar 1898 mit seiner Frau die Silberhochzeit feiern; kurze Zeit nachher starb seine. Frau und Fath heiratete bald darauf zum zweiten Male. In voller Gesundheit kann er nun am kommenden Sonntag, 5. Dezember, zum zweiten Male silberne Hochzeit begehen. Dorzellanmasse den Wulst de» Dellers, die verschiedenen Formen und Zierate der Lasse heraus. Sie ist nur ein geringe» Hilfsmittel, diese Schablone, am Ende entscheidet doch die freie tand: etn um eine winzige Ruance zu starker ruck, ein leiseS Zittern, ein Nachlassen der Aufmerksamkeit für den Bruchteil einer Minute — und die Form ist mißglückt. Bei der Gießmethode wird die verflüssigte Masse in besondere Gipsformen gegossen. Die Kunstporzellane. Basen und Figuren werden auf diese Weise zuerst in verschiedene einzelne Teile gesondert gegossen unb dann zusammen- gefügt, in halberstarrtem Zustand werden die Telle gewissermaßen aneinandergeklebt. Xer «der Lasse, das älntergestell der Vase, Slften einer Figur fügen sich zur niet- unb fugenlosen Einheit. Verwirrend und in einer besonderen Act beglückend ist diese Arbeit an der Töpferscheibe, mehr Spiel als Arbeit, die Öaune des Schöpfers treibt sichtbar ihre Blüten au» schmutzig weißen Klumpen sprießen die Gebilde künstlerischer Inspiration. Ünb so schnell, so leicht geht das von- statten, daß man gar niqjt an die mühsame Vorarbeit erinnert wird, die hierzu im Bureau der Modelleure, in den Ateliers der Klettrplastiker geleistet werden mußte. Ein Stockwerk tiefer: hier ist da» Reich des Feuers. In dem Brennofen wird da» leid>t- zerbrechliche Porzellan, das jetzt noch welch ist, wie frischer Gips, geglüht. Aus 700 bw 800 Grad erhitzt, verliert das Porzellan das reslllche Wasser, bleibt aber noch spröde und porös. Es kann jetzt glasiert werden: der betvefsende Gegenstand wird in eine flüssige Masse getaucht, die im wesentlichen die gleiche Zusammensetzung hat wie die Porzellanmasse selbst, die aber mehr »lub- mittel zu gesetzt erhält. Die Glasur bleibt in Form eine» feinen Staubes auf der Oberfläche haften. Im folgenden Glattbrcmd schmilzt dieser Staub zu einer durchsichtigen Glasschicht zusammen, überzieht das ganze Porzellan mit seinem Glanz. WSA. G c o h - A m st a d t, 2. Dez. Die drei jungen Burschen die kürzlich im benachbarten Wenigumstadt einen jungen Mann aus Hainhausen bei Offenbach überfallen und gesteinigt haben, konnten jetzt verhaftet werden. Von den Tätern sind die beiden jüngsten wegen grundloser Messerstechereien schon wiederholt, der eine sogar fünfmal, vorbestraft. Einer derselben hat den Ortspoli- Listen im Vorjahre so schwer gestochen, daß er die Sprache verlor und aus dem Dienst ausscheiden muhte. Am Orte des Ueberfall» find acht 'chwcre Steine im Gewicht bis zu 2'/- Pfund aufgelesen worden, mit denen der fremde Mann bombardiert wurde. Der gesteinigte Wann liegt immer noch in Lebensgefahr hn Aschaffenburger Krankenhaus darnieder. Rheinhessen. WER.Mainz, 2.Dez. Hebet dteRiel«n- Unterschlagung bei der Badenheimer Darlehnskassc wird weiter bekannt, bub bic beiden Verhafteten, Sparkassendirektor Lp.'chl und Fabrikant Kohl, seit längerer Zeit faule Kreditgeschäfte gemacht habeii. Kohl zahlte mit faulen Wechseln, die mit Protest zurückkamen. Das kürzliche eigentümliche Verschwinden Spechts brachte die Sache in» Rollen. Insgesamt sind 116 000 Mark unterschlagen worden, wofür nur teilweise Deckung vorhanden ist. Wie die Summe gedeckt werden wird, ist noch völlig zweifelhaft. Voraussichtlich durften die Mitglieder der Kasse alle» kleine Leute, schweren Schaden erleiden, ebenso einige ^Burgen des ungetreuen ISparrolftn» Preußen. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 2. Dez. Die Maul, und Klauenseuche ist in unserem Dorfe bis jetzt noch nicht zum Stillstand gekommen, Zur Zeit sind 83 Gehöfte verseucht, unb 50 Stück Hinder unb Jungvieh sind der Seuche schon' zum Opfer gefallen. In dem benachbarten Dorfe Wißmar ist die Seuche bis jetzt in drei Gehöften aufgetreten. -j- Dutenhofen, 2. Dez. In unserem Otte war in den letzten Iahten die Bautätigkeit sehr rege. Am Südausgang de» Dorfe», an der Wetzlarer Straße, ist eine Reihe stattlicher Heubauten erstanden, die eine ganze Kolonie bilden. Dort hat die Gemeinde Tetlie von ihrem Grundbesitz zu Bauzwecken für Bau- lustige unter günstigen Bedingungen, pro Qua#- brahneter 2 bi» 2,50 Mark, zur Verfügung gestellt. Leider ist der Weg in dem neuerftanSenen Ortsteil das Schmerzenskind der Anwohner, da dieser bei 'schlechter Witterung sehr schlecht passierbar ist. Sobald die Mittel es ertauben, will die Gemeinde hier Wandel schaftetr und den Weg ausbauen. L Münchholzhausen, 2. Dez. Die Voruntersuchung in der Strafsache gegen den Landwirt Otto Schno rr wegen gefährlicher Körperverletzung des Mechaniker» Karl Hahn, die dessen Tod zur Folge hatte, ist beveit« soweit fortgeschritten, daß Der Fall irr der am 6. Dezember beginnenden Sidmrgsperioda des Schwurgerichts Limburg zur Verhandlung kommen wird. Der Täter befindet fi4> in älnöettuchung-hast. DillkreiS. bl. Dillenburg, 2. Dez. Die Kreisver- nj a 11 u n p wird im Einvernehmen mit der Ort»» krankenkaßc für den DIUtrels In den ersten Monaten des kommenden Jahres eine große Hy gieneausfteHung, hauptsächlich auf brm Gc biete der Säuglingspflege, veranstalten. Kirche und Schule. Lekanatsro«ferenz ht Gießen. X Der Dekanatskonserenz der Evangelischen Geistlichen des Dekanats Gießen am Dienstag Im Markussoal In Gießen wohnte als Gast der Superintendent von Overhessen, Oberkirchenrat Wagner, bei. Rach Schrlft- lesung und Geixt des Hauptreferenten begrüßte der Vorsitzende. Dekan (Buhmann, Kirchberg, und machte eine Reihe amtlicher Mitteilungen. Von allgemeinem Interests dürfte sein, daß bei den Schulzeugnissen, bie nun überall mindestens einmal irn Jahr erteilt werden sollen, in der Note für Religion auch die am Religionsunterricht der vetr. Klassen beteiligten GeIstllchen ihr Ur- Bis auf 1450 Grad muh das Porzellan erhitzt werden, ehe cs da» scharfe Feuer verlassen farm. Da stehen Tassen und Teller zu gewaltigen Säulen geschichtet, jede» Stuck für fich allem t-n besonderen Ehamottekavseln in einem merkwürdigen Bau. Wie ein Krematoriuni mutet dieser Ofen an, der, nachdem er da» Porzellan ausgenommen hat, vollkommen »ugemauert wird. Grelle Weißglut umzüngelt ihn, die Arbeiter mit blauen Schutzbrillen umkreisen ihn tote böse Gnomen, reizen da» Feuer zu immer wilderer Empörung, gucken durch fietm Löcher in der Ofenwand nach dem ,Garwerden" des Porzellan». Daß in einer Zeit, hie Den Triumph de» ..laufenden DandeS' verkündet unb mit der Zerlegung jeder Arbeit in eine älnzabl primitivster Handgriffe den Sieg der selbständig gewordenen Maschine über die schaffende Hand ibre» Schöpfer» proklamiert, ein FabrikationsproAeh die Methoden des alten Handwerks bewatzren unb vervollkommnen konnte, das macht Den Bejuch einer so wenig aufregenden Porzellanfabril interessant unb zu einem eigenartigen Erlebnis Hier hat der Arbeiter nicht nur noch innere Beziehungen zu Ieinem Beruf, sondern auch da» uralte. heule schon fast völlig verfchwundene menschliche Verhältnis zum Geaenstand seiner Arbeit: das Material ift ihm nicht ein totes Werkzeug, sondern ein besoclter Körper, den zum Leben zu erwecken, .lltein seiner schöpferischen Hand Vorbehalten bleibt. ZweiuMünfzig Haa^güsie sind notwendig, ehe eine einfache Lasse ihre endgültige Form erhält, unb wenn sie noch verziert werden soll, die Malerei passieren muß, um vergoldet ober geätzt zu werden, mag ihr Werdegang mit drei bl» vier Monaten bo» rechnpt werden. Man sieht der kleinen Lasse, der zierlichen Vase ihre Geschichte nicht an. Sie scheint fo leicht gewachsen, fo gar nicht gearbeitet: und da» ist vielleicht das hübscheste am Pnv- zellan. um ■IUI ttl. M D« Xttimr» umetimtn mit her OrU- lielt In btn etfttn Wj- ihne eine groß« tz» ^aupljichlich ans btm 9t siege, oeranflalten. ' _V|C ame ginne ?ie ^emein-e $32 Ji'Miwrfm für Hau, Maunatn hm W Sä M« iw. fr btt Ä 'N Q^h^U ***Äl*- Wen. Ste'r«-. fc. h/dÄntl 3tlue*1 6t.Ä Ä ’Ne mit ÖÄ £ W4,?ln’ 1 “nteri*r 5ni* .Hayte S«.M itn. ilat, 'wSt? ™ 3n un'ttt» di- w SSß» *s8ö- WW®.Ä »Iui HSSZ «MD MA Mi >KAc ? ba 5 »a\. WA e» tflaubm, M AA Mtn und btn Uftn, 2. N ile n der Sttassocht ^>°rr wegen gW, des Mchmlktrs Äarf > Sur Iolac Harle, iH to, daß bet -all in '«enden ölhmissper zdr Olmbutg zur 21er- «c «ier befinbt; ';d> ib Schule. wj ht Äir&a nftrtnj hr a'm- in des Sefanais n Maekuajaal in Mw jBtrlnlenbent Wft Ow* g n t r, bti. MchLchrist- rirtsstrnitn dtgrüßle btr mann, Alrchbera. urch »u n g", Verlag I. §. Lehmana in München, Mark 8.00 cejunbenl. Der Idealismus der griechischen Philosophie und da- Ehristentum scheinen ihm wesentliche Elemente einer deutsch-völki'chen Weltanschauung, die er für den Ausbau einer deutschen Vo'keaemrinschaft vorau-scyt. — Ein gleiche; Ziel „die Wiederausrichtuni der deutschen Weltan!Kauung" lchwe^t auch Georg Schott vor in einem Werk ,.D i e Kulturausgaben b e S 2 0. Jahrhunderts' (Detlag von Hermann A. W e hmann in München). Schott will das teutsche Volk zu seinem „M thus" zurückführen. zu seiner „bestimmten Art so zu denken und zu dichten, zu glauben und in die Welt hlneinzufchauen mit dem leiblichen und dem geistigen 2luge. wie es seiner inneren Anlage gemäß ist". Das Vuch ist e n Kampsbuch, eine Stre tschrist, die rücksichtslos au’rlumt mit viel Auf gepfropftem und Anerzogenem an sremdr Art. das heute die Mode im Bunde mit Feigheit und Denkfaulheit als gegebene Glossen, al« unantastbares Gut hinstellt. In vielem schießt der Verfasser weit über das Ziel hinaus, er reißt nieder, ohne Gleichwertiges an seine Stelle zu 'etzen, aber anregend und befruchtend ist auch sein Werk. — Aus dem Erlebnis unserer Zelt geht 6ug. Dresel den Weg durch das Wlrrial l.,Der Weg durch das Wlrrsa l"). Verlag I. G. Cotta in Stuttgart, Preis Mark 10,00). Mit großen Strichen, aber plastisch und durchdacht, zeichnet der Verfasser die Tragik unserer Cetzenwartskultur, unsere Krisis. Alle Le- lenSautzerungen zieht er in Öen Kreis seiner Tetrad;hingen, vor allem die Wirtschast, das Staatsfe en. die Philosophie und sieht überall die Mcchanisiernng, die Entpersönlichung, die Entmenschlichung, das Ent'ernen vom Unmittcl- ba.en. Kamps der Skepsis und dem Relativismus. Richt Organisation, sondern Gesittung, nicht Caure, sondern Mensch. Es ist ein tapferes, aufrechte« Buch, das Wege weist. (575, 690, 579) — Zwei Jahrzehnte würzburgi- scher Stifts-, Stadt- und Landesgeschichte betitelt sich eine Studie von W. Füßlein (Kommissionsverlag von Brückner & Renner, Herzogl. Hosbuchhandlung in Meiningen. Preis 4,50 Mark), die In diesen Tagen von den beiden Bereinen für bennebergische Geschichte zu Meiningen und zu Schmalkalden her- ausgebracht wird. Sie dürfte sich füglich nennen die Blütezeit der Stadt Würzburg, denn sie beschreibt eine Hobenkurve der bürgerlichen Entwicklung von der Mitte bis zum Ende ÖeS 13. Jahrhunderts, wie sie weder vorher noch nachher in der Kilianstadl erreicht worden ist und von der auch die feit Fries bis Wegele geläufigen Darstellungen nichts ahnen kiffen. Dor sichtige und kritische Benutzung der bisher stark überschätzten chronistischen Quellen, stärkere Heranziehung des urkundlichen Materials unter Verwendung noch unbekannter königlicher Briefe für die Würzburger Bürgerschaft ermöglichten dem Derfosser, ein neues Geschichtsbild zu zeichnen, in dem das Verhältnis von Stadtgemeinde und bifchöslichem Stadtherrn zugunsten der ersteren völlig ver° Da» Hebel der Hcglejagben. Unter dieser Ueberschrift ersch en am 29. Ro- vember ein bemerkenswertes .Eingesandt", das in Öen Herzen aller weiögerechten Jäger des Hessenlanöes Öen lebhaftesten Widerhall finden wirb. Man kann dem Herrn Einsender in feinen) Feststellungen nur zustimmen. ES ist ein Hohn auf jede weidmännische Iagöausübung. wenn irr den Regiejagden unter Leitung der Herren Re- vierverwalter Treibjagden abgehalten werden, auf denen 20 und mehr Rehe mit Schrot zusammen- geschossen werden. Seit Jahren bemühen sich unsere angesehenen Iagdzeitschristen, k» eses Hebet auSzurotten. Hier bei uns leider mit geringem Erfolg. ES muh und wird unter dem Druck rer weidgerechten Jäger Hessens Abhilfe geschasf?n werden. Den dafür vorgeschlagenen Weg halte ich nicht für zweckmäßig. Der Forstmann ist zur Hüter des Waldes und seines, Wildes bestimmt. Man bars Ihm nicht die Freute am Beruf dadurch nehmen, daß man ihn von jeder Iagöausübung und öei Hege unö Pflege seines Wilöstanöes ausschließt. Man soll allen Beamten einer Obersörsterei die Gelegenheit zur Iagdausübung in einer Regiejagd geben ES muß über gesordert werden, daß diese Iagöausübung vorbildlich in jeder Beziehung gehandhabt unö baldmöglichst thte dahingehende Verfügung der hefstfchen obersten Forstbehörde herausgegeben wird. Zu berücksichtigen wäre darin auch, daß die jungen Beflissenen in ihrer Lehrzeit weidmännisch unterwiesen werten, und »war tunlichst in einer einjährigen ßebraett, wie sie z. B In unserer größten Forstverwaltung In Preußen bereits seit mefjreern fahren vorgesehen ist. Die bisherige, kaum faßbare Vorschrift, daß der Beflissene zur Iagdausübungi nicht heranzuztehen ist, muh fallen. Also, man soll dem Ochsen, der da drischt, das Maul nlcht verbinden, und Öen hessischen Forstbeamten die Möglichkeit zu bescheidener weidmännischer Jagdausübung belassen. DaS erhält die Beruss- freudigkeit und gibt Immer aufs neue die nötige Spannkraft für den nicht immer leichten Dienst bei Wind und Wetter! And was sagen die hessischen Forstbeamten9 H. kirche sich geltend mache. In der folgenden Aus« 'prache mürbe besonders auf die Wiederbelebung der ichönen alten Dorfsitten hin, gewiesen. So müsse da» teilweise eingestellte Sin- gen bei den Leichenbegängnissen are- der zur Einführung gelangen, ebenso wäre eo zu empfehlen, die Ehcichliehungen ub Taufen wieder allgemein in den Kirchen stattfinden zu lassen. Nach- dem man sich noch eingehend über die Frage Landeskirche und Gemeinschaften unterhalten hatte, wurde die Tagung mit Choralgesang geschlossen. Eingesandt. (5üc Form unö Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum qcncnüfr '-iier'e '^o» tung 1 Roch einmal der Schulumbau in ber weskanlage. Diesmal von einer Mutter! Der Vater hat — dies ist von dem Vater begreiflich — das größte Gewicht gelegt auf die Mängel, die dieser Umbau für die „Wissenschaft" mit sich bringt. Ich muh sagen, die Lehrerschaft hat mit solcher Aufopferung versucht, den Betrieb unter Öen schwierigsten Umständen einigermaßen normal zu geflohen. daß mir große Bedenken in dieser Beziehung nicht kommen. Ich s.he eine weit bedenklicher« S«lte tn bett g e s u n dh e t t l ich « n Schädigungen, denen unsere Kinder nun seit 3A Jahren in unverantwortlicher Weise ausgesetzt find. „Die Äinber sind anderweitig untergebracht", hieß es In einem Artikel über Öen Schulumbau. Haben wir keine Instanz, deren Aufgabe es wäre, sich mit der Arl dieser „anderweitigen" Unterbringung einmal vom hygienischen Standpunkt aus ausrtnanderzusehen? Schularzt? Ich will ganz davon abfehen, daß der ganze Umbau an sich mir vorn finanziellen Standpunkt aus fo vorkommt, als wenn sich einer zu einem vorhandenen Knopf eine neue Hose bauen läßt. Schon vorher ist bet Hos al« Erholungsplah für die Kinder viel zu Nein gewesen: nun ist etn weiteres Stück davon verbaut worden — «ine Erweiterung Ist durch Straßenzüge ganz unmöglich gemacht. Wir werden also in Zukunft noch mrbr Beulen teil mitabzugeben haben. Damit hat ein auch seither 'chon vielfach in Stabt und Land geübter Brauch (efn« amtliche Regelung gefunden. Pfarrverwalle-- Doyen, Reiskirchen, Hirst ein tehr eingehendes Referat: „Die Deutfchtirche und das Alte Tsstament". Die Versammlung lehnte mit dem Vortragenden die das Germanentum gar zu sehr idealifierende deutschkirchlichc Bewegung ab und war bei aller Scheidung von Licht und Schatten im Alten Testament und feinen Gestalten Jnig in der Unembehrlichkeit desselben für bic christliche Front- inigwit inb die kirchliche Praxis. To-anaktzkonfcren; in Büdingen. X Büdingen, 1. Dez. Am Montag fand im hiesigen (Bemeinbeiaal unter dem Vorsitz von Dekan Schäfer eine vekanatskonferenz der ev. •Seift!ld|en unsere» Dekanat» statt. 9m Mittelpunkt der veehandlungen stand ein Dortrag von Pfarrer Lenz, Hitzkirchen, über sein vor kurzem heraus- gegebenes Koniirmandenbuchlein „Zusammen- faffung meines Konfirmovdenunterrichts zum Ler- ten und Gebrauchen". In einer sehr tebhasten Au»- 'prache wurde dem Verfasser der Dank brr Amts brüber ftr fein Büchlein ausgesprochen. 3m geschäftlichen Teil der 'Verhandlungen wurde eine ein- ftimmige Zustimmungserklärung zu dem „offenen Wort ber Zentral st eile zur Förderung der Volksbildung und der Iugendpslege Sbie Festseuche" beschlosien, desgleichen i fi< die Konserenz gegen bic Verlängerung der Polizei st unde unb für die Bei- oehaltung de» Rüchternheit» Unterrichts tn den Schulen au». fDorfitird)entage in Marburg. Jl Marburg, 1. Dez. Gestern nachmittag rreten bi« Mitglieder unb Freunde der Dorf- Pird)« zu einer Tagung Im Hotel „Freidhof" zusammen. 3n seiner Begrüßungsansprache wies der Vorsitzende, Pfarrer Maurer, Elgershausen, auf die Ziele unb Aufgaben ber Dvrfkirchenfreunde hin. ein-g Holzböden reinigt man am besten mit VIM. Ruf die gut angefeuchtete Stelle streut man etwas VIM, bürstet einigemal darüber und wäscht mit klarem Wasser nach. VIM putzt alles. Verbesserte Packung 30Mg M Kein Verstopfen des Blech streuen» Sorgei fiirSuerWoM, indem Ihr während der Arbeit ständig einige WYBERT- Tabletten Im Munde habt! Das sei Euer Schutzmittel. WYBERT-Tabletten stillen den Durst, halten Kehle und Mund dauernd frisch, verderben weder die Zähne noch den Magen, u. bewahren Euch vor Ansteckungen. Eine Schachtel V/YBERT enthält Obtf 400 Tabletten. 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Mehr als jeder andere Sportzweig hat der Skilauf sich in den letzten Jahren bei unS entwickelt. UnD das hat seinen guten Grund! „Sport ist Arbeit im Vrwande der Freude!" Welcher Sport vereinigt beide Forderungen, körperliche Arbeit und Freude, mehr, als der Skisport? Gerade die Freude an den Leibesübungen ift ed die wir brauchen, wenn ein Sport nicht nur den Körper stärken, sondern auch den Aerven neue Kräfte zuführen soll. Die weiten, ruhigen weihen Flächen, das Wechseln der Landschaftsbilder, dazu das weiche Gleiten der Schier, die Betätigung in der klaren Winterluft, all dies übt auf die Aerven und die Seele eine -eigentümliche, beruhigende und erfrischende Wirkung aus. Dazu kommt noch eines: Wissenschaftliche Untersuchungen hoben gezeigt, dah dos Wohlbefinden in hohem Mähe abhängig ist von dem Temperaturunterschied -wischen Körperwärme und Außentemperatur. Diese« Temperaturgefälle ist z. D. einer der Faktoren, denen d e gute Wirkung des Hochgebirges auf die Heroen zuzuschreiben ist. Diese psychische Einwirkung, die wir beim Skiläufen enrpsinden, ist wohl Der — wenn auch meist unbewuhte — Haupttrieb, der alle diejenigen, die einmal den Schneeschuhsport richtig kennen gelernt haben, mit Sehnsucht den ersten Schnee erwarten läßt, damit sie wieder hinausziehen können auf die weihen - Flächen. Unb die Ginwirkung auf den Körper? Da gibt es kaum einen Sport, der derartig allgemein den Körper durchbildet, wie der Skilauf. Genaue sportärztliche Körperme'.ungen an sehr vielen Skiläufern haben gezeigt, dah der erfolgreiche Skiläufer einen eigenen Körpertyp darstellt. Untersetzte, muskulöse Gestalten mit breiten Schultern und breitem Decken und nicht zu langen Beinen sind es, die meist bei Sprung- und HinderniSwe'.t.'äufen den Sieg davontragen. Und es liegt ja auch auf der Hand, dah der kleine, untersetzte Körper mit seinem tiefer liegenden Schwerpunkte bei einem Sport, bei dem das Gleichgewichthalten eine ausschlaggebende Holle spielt, dem Hochgewachsenen gegenüber im Dorteil ist. Das Skifahren erfordert aber auch eine grobe Wenge Kraft, wie sie nur durch eine stark entwickelte Muskulatur hervvrgebracht werden kann. Wit zunehmender, durch sportliche Hebung erzielter Kräftigung der Skelettmuskulalur wird aber auch der Herzmuskel stärker und grober. So finden wir, dah tatsächlich der geübte Skiläufer durchschnittlich ein gröberes Herz hat, als die Wettkämpfer der verschiedenen anderen Sportarten, 'Darin dürfen wir aber keineswegs eine Schädigung sehen. Es ist vielmehr eine Anpassung an die stärkere Inanspruchnahme des gesamten Körpers. Ein derarttges Sportherz arbeitet viel rationeller. Das können wir z. D. am PulSschlag erkennen: Während der untrainierte Wann eine Pulszahl von ungefähr 72 Schlägen in der Minute hat. besitzt der gut trainierte Skiläufer mir eine solche von 60 Schlägen in der Minute und zum Teil noch weniger. ES erscheint klar, dah der Trainierte sich eine Diel gröbere Anstrengung zumuten kann bis sein PulS .fliegend" wird, als der Ungeübte. Entsprechendes sehen wir bei der Atmung: 14 bis 16 Atemzügen des Ungeübten, der auber- dem nur mit ungefähr einem Siebentel seiner Lungenfläche zu atmen pflegt, stehen 6 bis 8 Atemzüge in der Minute des Sportlers gegenüber. die aber dafür entsprechend tiefer sind. Wie wichtig eine derartige tiefe Atmung zur Verhütung von Lungenerkrankungen ist. braucht hier wohl nicht näher ausgeführt zu werden. Wie bei jedem anderen Laufsport, so spielt auch beim Skilauf eine richtige Atemtechnik im Rennen oft eine ausschlaggebende Rolle. Dabei kommt es weniger auf die Art der Gin -. als vielmehr auf die Art der Ausatmung an. Um diese richtig verstehen zu können, muh man berücksichtigen, dah normalerweise die Einatmung Oer Frosch mit derMaske Roman von Edgar Wallace. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Es würde mich interessieren," brummte Elk, „zu erfahren, ob und womit Leute wie Sie eigentlich zu denken vermögen?" Ein Ausbruch der Empörung schien sich Bei dem Liftboy vorzubereiten. „Sehen Sie einmal her", sagte Elk, und beim Anblick seines Abzeichens wurde der Mann höflicher und mitteilsamer. „Sie wohnt seit zwei Monaten hier", sagte er. Und um Ihnen die Wahrheit zu gestehen, es hat mich oft gewundert, daß sie die Wohnung in Ca- vertey Haus bekommen hat. Wie ich gehört habe, hat sie einmal einen Spielklub in der Germynstraße gehabt. Sie sind doch nicht gekommen, um sie au verhaften?" fragte er ängstlich. „Das wäre em schönes Renommee für Eaverley Haus." „Ich mache nur einen freundschaftlichen Besuch", faßte Elk. Der Liftboy trat aus dem Aufzug und rotes nach einer der beiden glatten Mahagonitüren, die auf den Flur mündeten. „Die andere Wohnung gehört einem amerikanischen Millionär." Elk war im Begriffe zu antworten, als der Liftboy zur Tür ging und auf eines der polierten Paneele deutet. „Das ist doch sonderbar —" sagte er. „Da schauen Sie einmal her " Elk trat neben ihn, und mit einem Blick erfaßte und verstand er. Aus der Mahagonitafel war ein kleiner weißer Frosch sichtbar, ein genaues Stempel- bild desjenigen, den er heute morgen auf Dick Gorbans Photographien gesehen hatte. Ein Frosch, kauernd und ein wenig schief. Er rührte mit spitzem Finger daran. Die Farbe war noch naß und blieb haften. Aber bann begab sich bas merkwürbigste aller Dinge. Plötzlich öffnete sich die Tür und ein Mann mittleren Alters erschien in ihrem Rahmen. Mit dem langläufigen Revolver in seiner Hand, zielte er auf das Herz des Detektivs. durch aktives Heben des Brustkorbes durch die kräftige Atemmuskulalur erfolgt, die Ausatmung aber durch passives Zusammen, inken des Brust- korbes durch feine Schwere und die ihm eigene Elastizität, nur gering unterstützt durch die verhältnismäßig schwache Ausatenmuskulatur. Hier kam» man durch geeignetes Training viel erreichen. indem man die Ausatentiefe viel er- grobem sucht. Die darauf folgende Einatmung wird dann von selbst an Tiefe zunehmen. Am praktischsten geschieht das in der Weise, dah man beim Laufen aus drei Schritte ein-, auf vier Schritte aber wieder aus atmen läht. Weil weniger anstrengend als der Lauf mit alter- nierenter Stockbewegung, (d. h. linkes Dein und rechter <21 rm werden gleichzeitig vorgefchwungen. dann rechtes Dein und linker Arm usw.) ist der sog. .Stavhugg". Hierbei wechseln drei kurze Laufschritte mit einer Periode des Glettens ab, während der der Körper mit den Stöcken kräftig vorwärtsgestohen wird. Die beiden Stöcke toerJen jedesmal während der Laufschritte gleichzei- t i g wie zwei Ruder möAichst weit nach vorn geführt und dann zum Abstoß eingesetzt. Diese Art der Fortbewegung ist auch besonders geeignet, die Atmung mit den übrigen Bewegungen im rhythmischen Wechsel erfolgen zu lassen dadurch, bau man während der Laufschritte e i n atmet, während des Gleitens aber wieder aus atmet. Durch die anstrengende Atmung beim Skilauf wird dem Körper eine beträchtliche Menge Flüssigkeit entzogen. Ein anderer Teil wird direkt durch die Haut abgegeben (Transpiration). Wie groß dieser Wafs:rverlust sein kann, geht daraus hervor, dah einzelne Wet.lämpfer toäjrnD eines 30-Kilomcter-Rcn.nens bis zu 3 Kilogra :m an Gewicht verloren haben. Di:ser starken Transpiratton muh man bei Auswahl der Kle düng Rechnung tragen. Am besten ist ein poröser Stoff, der nicht völlig „wasserdicht" ist, z. B. guter, nicht zu dicker Loden. Das U.terzeug muh die Flüssigkeit schnell a. fnehmen, aber auch schnril nach außen wieder abgeben: leinenes Unterzeug ist daher unzweckmäßig, solches aus Flanell ist empfehlenswerter. Den durch den Wasferverlust entstandenen Durst sucht der Anfänger häufig durch E fen von Schnee zu stlllen. Davon ist dringend abzuraten! Die anfängliche Kühie im Munde wird zwar wohltuend empfunden, aber bald stellt sich em um so stärkeres Trockenheitsge ühl em. das zu neuem Schneessen verleitet, ohne dah daS an Salzen arme Wasser den Durst wirklich stil.en tonnte; nur Der durch das kalte Wasser gereiz'.e Magen wird sich am nächsten Tage b.tter rächen! Sie angeführten Tatsachen mögen die Gröhe der Anforderungen -eigen, die der Skilauf an den Körper stellt. Kein Anfänger sollte sie unterschätzen. Dor allem ist es ein großer Unterschied, ob man im Mittelgebirge oder Hochgebirge fährt. Der Körper muh durch allmählich sich steigernde Leistungen an die Anstrengungen gewöhnt werden, wenn er keinen Schaden nehmen soll. Bei Der kurzen Zeit, währenD der bei uns Schnee liegt, ist es notwendig, dah man schon im Herbst sich Kraft und Ausdauer erwirbt, damit man Dann bei Schneefall schon gut in . Form' ist. Als bestes Dortraining hat un5 immer Der Waldlauf gedient, bei dessen Aus ührung schon auf richtige Atemtechnil zu achten ist. (Einen Schrill länger aus-, als einatmen!) Gut geleitete S.ikurse müssen den Anfänger mit Den Grundzügen Der Lauftechnik vertrau: machen, da..ernte Hebungen seine Sicherheit im Fohren festigen unD seine Ausdauer steigern. Erst Dann sollte man sich an gröbere Touren heran- toagen! Der so systematisch trainiert, wird im Skilauf einen Sport kennen lernen, der wie keine andere LeibeSubung geeignet ist. den ganzen Körper durchzubilden und zu stählen. Ein kräftiger Körper, ein zäher W lle und ein schneidiger Geist zeichnen den echten S.lläuser aus, Dr. H. Das Frauenturnen in der D. T. do. Heber Die Mitarbeit der Frau in Der Deutschen Tumerschaft im Jahre 1926 gibt eine Uebersicht im neuen »Jahrbuch der Turnkunst" interessante Aufschlüsse. Insgesamt umfa sen Die 15 Turnkreise 1 73327 Turnerinnen. Der stärkste Kreis ist der Freistaat Sachsen mit 36 289, im weiten Abstande folgen Bay'm mit 13 767 Brandenburg mit 13 383, Mittelrhein mit 13 249, Thüringen mit 11 948 und Der Kreis 'Korben mit 10 031. Don den insgesamt 12 400 Vereinen der Deutschen Tumerschaft pflegen 5361 das Frauenturnen. Auch hier steht der Kreis Freistaat Sachsen mit 982 Vereinen an der Spitze. Die Frauen wirken auch als Dereinsturnwartin- nen, und zwar insgesamt 597, 195 Frauen gehören den Gau-Turnausschüssen an, 18 den Kr ts° Turnausschüssen, davon im Kreis ilntettocfcr- Erns 3. Insgesamt sind von 173 327 Turnerinnen 2385 in leitenden Stellungen. Schwimmen in der D. T. Die 4. Gauvorschwimmerstunde des Gaues Hessen und des Lahn-Dillgaues fand am Sonn- tagvorintttag unter starker Beteiligung der Turnerinnen und Turner im Städt. Volks bad statt. Es fanden sich 58 Teilnehmer ein. Vertreten waren Die beiden Gießener Turnvereine, Turnverein Wetzlar, Dad-Rauheim, Friedberg, Alsfeld, Hungen, Dietz, Weilburg, Braunfels, Herborn und Dillenburg. Die Leitung hatte Gau- schwimmwarl Sauer, Gießen. Unter Mithilfe einzelner Dereinsschwimmwarte wickelte sich ein flotter Riegenbetrieb ab, wobei die vorbereitenden Hebungen zum Schwimmenlernen, Die einzelnen Schwimmarten, Absprung, Wenden unD Springen Durchgenommen tour Den. Anschließend wurden einige volkstümliche Kämpfe, Scherze und Spiele gemeinsam eingeübt, sodann schloß sich eine Ausbildung im Wasserball an, Der ein flottes Wasserballspiel folgte. Am Rachmittag versammelten sich Die. Turner zu einer allgemeinen Aussprache über das Gelernte unD über Den Schwimmbetrieb im ©au, wobei manch neue und auch nützliche Anregung für Die späteren Schwimmstunden gegeben wurde. Was der Sonntag bringt D. f. B. (=) Neun Mannschaften beschäftigt der Verein am kommenden Sonntag, teils in Verbands-, teils in Prioatspielen. * Das Hauptinteresse beansprucht die Liga mit ihrem Verbandsspiel gegen die „Vereinigte n" Marburg auf deren Platz. Nachdem D. f.B. sich durch das Unentschieden gegen Fulda den Verbleib in der Bezirksliga von Hessen-Hannover endgültig gesichert hat. kommt es nun daraus an, durch weiteres günstiges Abschneiden in den drei noch fälligen Punktespielen die Stellung in der Tabelle zu verbessern. Ein Sieg über Marburg wird nur dann möglich sein, wenn seitens der V. f. B.-Mannfchaft alle Vorbedingungen hierzu erfüllt sind und der Gegner vor allem nicht unterschätzt wird. Die L i g a r e f e r o e ist verbandsspielfrei und hat sich Daubringens Erste zu einem Privattreffen auf yiesiaem Platz verpflichtet. Ebenso die Dritte, die eine bisher hier un- bekannte Mannschaft, die Erste von Grünberg, zu einem Gesellschaftsspiel empfängt Die aus Aktiven und Alte Herren kombinierte vierte Mannschaft hat den Fuhballneuling Grohen-Buseck zu Gast. Die 1. Jugendmannschaft fährt nach Wetzlar, um gegen die gleiche des B. C. das fällige Diplomspiel auszutragen. 2. und 3. Jugendmannschaft haben auf eigenem Platze die 1. und die 2. Jugendmannschaft von Leihgestern zum Gegner. 1. und 2, Schülermannschaft messen sich wieder einmal mit Lichs Schülern. .Halten Sie die Hände hoch!" befahl er scharf. Dann stockte er und starrte dem Detektiv ins Gesicht. Elk erwiderte sprachlos den Blick, denn der elegante Herr, der vor iym stand, war der Hausierer, den er in Whitehall gesprochen hatte. Der Amerikaner gewann als erster die Selbstbeherrschung zurück, und Elk sah von neuem das Aufblitzen innerer Belustigung in seinen Augen. Er trat zurück und öffnete die Tür gänzlich. „Kommen Sie herein, Herr Elk", sagte er und nickte dem verblüfften Liftboy zu. „Schon gut, Worth, ich habe mir einen kleinen Scherz mit Herrn Elk erlaubt." Er schloß die Tür und ließ den Detektiv in feinen Salon eintreten. Elk beschloß, den Frosch an der Tür zum Gegenstand einer spateren Diskussion zu machen. ,FLir sind ganz allein, Herr Elk, und Sie brauchen nicht leise zu sprechen. Darf ich Ihnen eine •öigarre anbieten?" Elk streckte mechanisch die Hand aus und wählte eine blonde Havanna. „Wenn ich mich nicht irre, so haben wir uns schon heute morgen gesehen", sagte er. „Sie täuschen sich nicht", unterbrach ihn der andere kühl. „Wir haben uns in Whitehall getroffen und ich habe mit Schlüsselringen hausiert. Mein Name ist Joshua Broad. Sie können mir also nicht vorwerfen, daß ich unter falschem Namen gehandelt habe." Der Detektiv zündete die Zigarre an und tat einige Züge, bevor er sprach. „Diese Wohnuna scheint recht kostspielig zu fein", sagte er langsam. „Und ich verstehe es, daß Sie versuchen, etwas zu verdienen. Aber es dünkt mich, daß das Hausieren mit Schlüsselringen einem Geschäftsmann nur recht armselige Verdienstmöglichkeiten bieten kann." Joshua Broad nickte. „Es macht mir aber Spaß, Herr Elk. Ich bin eine Art von Kriminalpsychologe." Er zündete seinerseits eine Zigarre an und machte es sich in einem tiefen, kattunüberzogenen Armsessel bequem, die gekreuzten Beine von sich stteckend, ein verkörpertes Bild der Zufriedenheit. „Als Amerikaner habe ich Interesse an sozialen Problemen, und ich habe immer gefunden, daß der einzige Weg, um die Armen irgendeines Landes zu verstehen, der ist, unter ihnen zu leben." Sein Ton war leicht entschuldigend, aber ganz selbstsicher. Elk setzte seine Brille fester auf die Nase, und seine Blicke streiften Herrn Broads Tasche, in die die Pistole zurückgekehrt war. „Wir leben in einem ziemlich freien Lande", jagte er. „Und jedermann kann hier mit Schlüsselringen hausieren, sogar wenn er im Nebenberuf Mitglied des Oberhauses wäre. Aber etwas ist hier dock verboten, Herr Broad, und das ist, Polizeileuten Brownings auf die Brust zu setzen!" Broad kicherte. „Ich bedauere, ich war ein wenig zu heftig", sagte er. „Aber ich habe in Wahrheit mehr als eine Stunde auf jemanden gewartet, der zu mir kommen sollte. Und als ich Ihre Schritte hörte ..." er zuckte die Achseln «... ich bin darüber so zerknirscht, wie Sie es nur verlangen können." Elks Blicke liehen nicht von ihm ab. „Ich möchte Ihnen nicht lästig werden, wenn ich Sie frage, ob Sie einen Freund erwartet haben? Ich möchte gar zu gern den Namen des Gastes wissen." „Das möchte ich auch —", sagte der andere. „Und noch eine ganze Menge von Leuten mit mir." Er sah Elk gedankenvoll an. „Ich habe einen Mann erwartet, der jeden Grund hat, sich sehr vor mir zu fürdjten. Er heißt —, nun, das tut nichts zur Sache. Ich habe ihn nur einmal im Leben getroffen, und habe damals sein Gesicht nicht gesehen." „Aber Sie sind aneinander geraten?" fragte Elk. Der Amerikaner lachte. • „Keineswegs, ich benahm mich sehr gutmütig gegen ihn. Ich war nicht länger als fünf Minuten mit ihm in einem verfinsterten Raume allein, der nur von einer Laterne, die auf dem Tisch stand, erhellt wurde. Und ich glaube, daß dies alles ist, was ich Ihnen darüber erzählen kann, Herr Inspektor." „Sergeant!" murrte Elk. „Es ist doch merk- würdig, wie viele Leute meinen, daß ich Inspektor wäre. Eine unbehagliche Pause entstand. „Verkehren Sie mit Ihren Nachbarn?" fragte Elk und wies mit dem Kopfe nach dem Gang. Spielvereinigung 1900 Giehen. o. D e Ligamaunschaft hat Die Vorrunde — bis auf ein Spiel gegen Den später erst zur Kreis.iza zuge.eilten F. E. 05 - W.tzlar — be- enDct und beginnt am kommenden Sonntag mit Den 'Rückspielen. Das erste Treffen führt sie in Wetzlar mit Dem B. E. 1910 zusammen. Hier gilt es für Die 1. Sls 1900‘s. eine im Dorf piek unverdien.ermaßen crii.t?r.c Schlappe auszu- wetzen, Denn ein Eigentor Des linken Läufer- und eine leichtsinnige Zußabwehr deS Torwarts verhalfen Damals den Gästen zu einem billigen 2:0 - Sieg. In wischen hat sich manche- geändert: 1900, start verjüngt, zeigt ständig bessere Leistungen. Die Spie.verest.igung soll e abc: da- Tressen nicht auf die leichte Schütter nehmen, insbesondere, da abermals Eriatz eingestellt werden muh. Die Ligareserve, 4. und 5. Mannschaft pausieren, um der Ligamannschaft das Geleit zu geben. Rur Die 3a (Lehrmattnschast) reist Aum Gesellschaftsspiel nach Aßlar: sie wird sich wohl auch im Kampfe gegen Die vorzügliche B-ÄIaf'en- mannfchaft Den Sieg nicht entgehen lassen. Die JugenD beginnt ebenfalls mit Der Rück- spie.serie. Die 1. Jugend empfängt auf ebenem Platz die l.Jgd. des S.E.-Wetzlar-Rieder- girmes, während Die 2. Jugend anschließend ! egen Die 1. JugenD Daubringens antritt. Die öajüler treten im Freundschaftsspiel in Butzbach auf Die Schüler Der Dor.igen Rasenspieler. Zum erftenmale tritt eine neu zusammengestellte Handballmannschaft,- in Der überwiegend Junioren mitwirken, auf oen P.an. Gegner ist die spielstarke Jungmannen-Mann- schaft des Wetzlarer F. C. 05. DaS Spiel findet in Wetz ar statt. Die äreismeifterjefraftsfpiek im Arbeiter-Turn- und Sportbund. £ Das Spiel Mörfelden gegen V. f. L. 1913Dornheim durfte wohl das vederiung^- vollste Treffen am Sonntag fein, da sich hier Die beiden Spitzenmannschaften 5um erstenmal in diesen Kreisspielen gegenüberstehen. Bornheim führt mit 8 Punkten, Mörfelden folgt dichtauf mit 7 Punk en. 'BriCe Mannschaften zeigen eine recht gute Spielmeise, Bornheim überragt durch seine höhere Spielkultur, während Mörfelden, zumal auf eigenem Platz, eine energische Mannschaft stellt. Der Ausgang des Spiels, das als Entscheidungsspiel anzusprechen ist, begegnet größtem Interesse. Entgegen der Einteilung spiett Gießen am ' Sonntag auf dem Trieb gegen Den D. f. R. * Wiesbaden. Dieser Mannschaft geht ter Ruf voraus, daß sie einen ganz vorzüglichen Sturm und ebensolchen Schlußmann mUb ringt. Das am vergangenen Sonntag in Hanau erzielte 4:1* Resultat beweist, daß Gießen mit einem Gegner zu rechnen hat, der Lrnst genommen werden will. Denn Hanau zählt nicht zu Den schlechtesten Mannschaften. Gießen hat nur Aussicht auf Den Punktgewinn, wenn Die Stürmerreihe entschlossener gestaltet werden kann. Ob dies durch Die vor* ’ genommene älmftellung erreicht ist, muß . der Verlauf Dieses Spiels beweisen. DaS Treffen toirD starkem Interesse begegnen. Das Spiel FrieDberg gegen Hanau wurde ebenfalls statt nach Hanau nach Friedberg verlegt. Der Ausgang ist recht ungewiß, obwohl Friedberg bisher nur Minusspiele, aber fast stets mit nur einem Tor Unterschied, 'pielte, Auf eigenem Platz versteht Die Mannschaft Tore zu schießen, fast möchte man ihr Den Sieg zu* sprechen. Hanau wird allerDings alles gegen eine abermalige Niederlage einsehen. Lahnkreisvorschau. tz. Mit dem kommenden Sonntag beginnt die zweite Spielserie im Lahnkreis. Mit Ausnahme des V. f. R. Butzbach sind sämtliche Vereine im Kampf. Zunächst greift die führende Germania Marburg nach einer zweisonntäglichen Pause wieder in die Spiele ein, und zwar in Herborn. Erst „Mit der Basiano und ihrer Gesellschaft? Rein! Sind Sie um ihretwillen da?" Elk schüttelte den Kopf. „Ich wollte ihr nur einen freundschaftlichen Besuch machen", sagte er. ,Zch bin gerade aus Ihrem Lande gekommen, Herr Broad. Es ist ein schönes Land, aber es gibt dort zu große Entfernungen für mich." Er studierte noch eine ganze Weile das Teppichmuster, bann sagte er: „Ich hätte Ihren Freund von Herzen gern kennen- gelernt Ist er vielleicht auch Amerikaner?" Broad schüttelte den Kopf. Als er Elk hinaus- begleitete, sprachen sie beide kein Wort, und es schien fast, als ob Elk, ohne Guten Taa zu sagen, gehen wollte, denn er schritt geistesabwesend weiter. Aber er drehte sich doch in der Tür um und lächelte sein langsames trübes Lächeln. „Ich würde mich freuen, Sie wiederzusehen, Herr Broad", sagte er. „Vielleicht treffen wir uns wieder in Whitehall?" Seine Blicke hafteten an dem grotesken weißen Frosch an der Tür. Broad wischte mit Dem Finger über bas Zeichen. „Der Abbruck ist noch ganz frisch", sagte er. „Haden Sie sich schon Ihre Meinung barüber gebildet, Herr Elk?" Elk prüfte die Matte vor der Tür. Ein kleiner weißer Fleck war auf ihr sichtbar, zu dem er sich hinabbückte. „Vollkommen frisch. Es muß just, bevor ich hierhergekommen bin, geschehen fein." Und hiermit schien sein Interesse an dem Frosch erschöpft. „Ich werde jetzt hinübergehen. Guten Tag", sagte er mit einem Nicken. Lola Bassano saß wartend in ihrem schönen Salon. In einen tiefen Sessel kindhaft eingeschmieat, viele weiche und farbige Kissen im Rücken, saß sie mit aufgezogenen Beinen da, eine dünne Zigarette zwischen den Lippen und einen verächtlichen Blick in ihren wundervollen Augen. Von Zeit zu Zeit wendete sie den Kopf nach dem Manne, der, die Hände in den Hosentaschen, am Fenster stand und auf die Straße hinaussah. Er war groß, schwer gebaut, klobig und unvornehm. Alle Hilfe, die die Perfektion seines Schneiders und Kammerdieners ihm hatten angedeihen lassen, genügte nicht, um seinen Ursprung zu verwischen. (Fortsetzung folgt.) O.7t75 16 75 17,11 110 Hfl) 18.3.5 I« ■:iA \ 228.25 r.'fl ’M 1'26 Herat, Banknoten. * Die amtlich? Grosth iffer. Die aus Den Stichtag andelüindex- k 16l.fi 158 Leinkuchen bis 9.50; flocken 26 99.25 124,5 176,5 169.1 188.5 SW Soyaschrot 19,30 bis 20; Kartoffel bis 26.20 Mart. 165 । 16 I Sb ni w! 2.15 145,5 HO 170.5 172 185 25 142 25 m 7'J 1-9.'5> 1U9.75 I2I17A Ä-i.fi 19.', Devisenmarkt Derlm—Aranksurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 142,5 177.5 i<-0,9 160 157 135.75 ito )92 0 46 0.725 0,71 0.71 0 71 99 KZ 161 147.5 7.8 158.3 trüget«len. Diesmal betätigte er sich als Heiratsschwindler. Ei e Anzahl älterer 15; Lupinen (gelb) 14,50 b.s 15 50; Serradelle (neu) 21 bis 22.50: Räp-kuchen 16,20 bis 16.30; 20,80 bis 21,20; Trockenschnitzel 9.40 HO । 171.fi •74 I85.fi । 143.fi! 152.3 7V. 189,75 133.6' jos. 127 285 190.75 173 98.5 143 22 zurückgegangen. 'Bon _ „ .. ...... die Ä^rarerzeuanisie . 0.7 Prozent auf 133 6 nachgegeben, während tie 3ndustriestosfe mit 123,2 nahezu unverändert blieben. 3m Durchschnitt November ist die Ge- famtinderzifscr gegenüber dcm Durchschnitt Oktober um 1,1 Prozent auf 131,6 gestiegen. Die Gruppeninbexztffer der Agrc.rerzeugnftie hat im Durchschritt November auf 136,3 ange,o-.en, tle Gruppenindeezifser der Anbuftriestosfe dagegen auf 122,9 nachgegeben. Sisfer. Die aus Cen Stichtag bei l. Dezember berechnete GroßhnndelLin.erzisser de S Htatisti- ;Dcr d m 24. Nvven-.ber • Weitere -Steigerung bet ift» lagen bei den deutschen Sparkassen. Nach den Berechnungen des Statifti ch;n Reiche amtes sind d'.e Einlagen bei den Sparkassen deS Deut'chen Reiches im Monat Oitsber 1926 weitet gestiegen, und zwar von 2712,55 Mill- DM. am Ende des Monats September auf 2 831,87 Millionen DM. am Ende des BerichtsmonatS (Einzahlungen: 344,15 Mill. DM, Auszahlungen: 225,02 Mill. DM.). Br;.. r Börse. Berlin, 3. Dez. D'.e Eifeltenmärkte zeigten! nach der gestrigen Verstimmung wieder ein freundliches D ld. Die T ernt inwerte besestigten -ich um 2 d;S 3 Proz., einige Dpezialwerte um 4 bis 5 Proz. Ontereffe bestand in Nachwirlung der Miilangen des FarbentrusteS für d'.e Aktien der I.-G., die um etwa 8 Proz. auf 324 Proz. anzogen. Die der Farbrngruppe nahestehenden Werte wurden von dieser Bewegung m.tgezogen. so konnten sich Rhe.nstahl anfangs über 4 Proz. befestigen, yeöhaft gekauft wurden auch Frei' gabepapiere, zumal die Dai sebewegung der Kanada-Abiisferungsscheine, Cie auf spekulative Manipulationen zurückgeführt wird, zum Stillstand kam und der Sturä dieses Papieres sich von 99 auf 103,25 Prozent erholen, konnte. Von Schiff a hr tsa kt'ic n stanken Rordlloyd im Vordergründe. Während der ersten Stunde entwickelte sich auch in Schuhgebietanle.hen lebhaftes Geschäft Mit Ausnahme der erwähnten Speziat- papiere blieb die Llmsahtäiigkeit im allgemeinen aber ruhig, Publikum un> Spekulation verhielten sich weiter abwartend. Aus vieler Einstellung ergeben sich auch die täglichen Schwankungen des Kunsniveaus, die in den le^teit? Lagen eine einheitliche Richtung vermissen üefTen. Der Geldmarkt zeigte reichliches Angebo4, doch Metten sich die Sätze auf der Höhe der Vortage. 3«m morgigen Disfercnzzahlunastag befürchtet man keine Schwierigkeiten. 3m Dev ifen verte h r gab die Reichsmark gegen Kabel auf 4,2057 mässig nach, auch London war gegen Kabel eine Kleinigkeit abgeschwächt mit 4,8425- Pars gegen London fest 127. Mailand 113. 0SIo k)nnte sich gegen das Pfund auf 18,94 erholen. Madrid gegen London 31,98. Krankfurtcr Grtrcidcbörse. Frankfurt. 3. Dez. Es wurden notiert. Beizen (Wetteraueri 23.50 bis 29.75, Doggen tinl.) 24.75 bis 25, Sommergerste (für Brau- .-wecke) 23,75 bis 26,50. Hafer (inl.) 19 bis 19,50. MaiS sg:lb) 19,50 bis 19,73, Weizenmehl (inl.. Spezial 0) 41,25 bis 41,75, Rogaenyiehl 35,50 bi$ 38, Weizenkleie 11,50, Dogsenkleic 11,75. — Tendenz: Fest. Berlinex Pxovuttendux,c. Dexlin, 2. Drz, 3m Lieferungsg^chäft zeigte sich heute für Dezember-Wei en gryhere Deckungsfrage und damit allgemein festere Preise. D>e sicheren Kabc. Meldungen des Auslandes übten leinen mmnem werten E.nflust auf die Der- liner Markttage aus. peranlassien aber immerhin eine gewisse XInNachgiebigkeit. Während bet Weizen sür Dezember etwa eine Mark sonst 50 Pfennige höher wurde, gingen die Eiciarrun- gen sür Doggen darüber hinaus bis 1,50 Mark. Die Abgeber waren Ijeu.e sehr zurückhaltend, nachdem sich gestern noch ziemlich reges Geschäft en wicke.te. Gerste wird in kleinem Maste an» geboten, doch zeigt sich leine Be serung teeKaus- lust. Hafer fest. Weizenmehl hat schweres Geschäft, sur Doggenmehl zeie.1 sich einhaltend et.ras inehr Frage. Von sonstigen Produttenartikeln wäre noch Kleie zu erwähnen, die teilweise lebhafte Umsätze bei fester Haltung zeigt. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 269 biS 272; Doggen, märkischer. 228 bis 233; Sommergerste 215 bis 245; Wintergerste 190 bis 203; Hafer, märkischer. 175 bis 183; Mais. lo:o Berlin 195 bis 199; (100 Kilogramm): Wuzenmehl 35 bis £8,25; Doggenmehl 32.50 bis 34,25: W.-i-.cnsieie 42,50 bis 12 75. Roggmsieie 11.60 bis 12,25; D l oriaerbsen 54 bis 61; kleine Speiseerbsen 32 bis 35; Fu.tererblen 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22: Ackerbohnen 20 bis 22; Wicken 22 bis 24. Lupinen (blau) 14 bis Gevichtssaal. Zuchthaus für einen helratsschwindlri:, WSN. <$• r a n. t r u r t a. 'Al., z. De.;. Der Maler Karl il f t n g e r hat wegen allerlei Bettügercien schon o't hinter schwedischen Ger- tinca gesessen, das letztemal sogar drei Jahre hin.ee Zuchthausmauern. Kaum war er wieder Prozent zurück. Am lokalen Geld m^a r f t ist noch keine Erleichterung eing: eten. Dagesgeld erfordert 6 bis 8', Prozent, Monatsgeld je Adresse 53 t bis 7>. Prozent. Privatdeskontcn 41,^ bis 4:'.g Prozent, 3ndust.ie-A^epte 5 bis 51/» Prozent. 3m Devisenverkehr kennte sich Paris aus 128,50 gegen London hesestlgen. Mailand kaum verändert 113,50 Die RcichSmari: wurde gegen Kabel mit 4,2050 genannt. London- Kabel gedrückt 4,8495. entarte. Brr:' 4.206 68.6» U4J8 41,158 lfifi.fi 158,7fi 196 196 111 । HO HM ! 103,76 iü ' - 62 I Wirtschaft. Erneute Verschärfung der deutschen Agrarkrise? -Von unserem landwirtschaftlichen Mitarbeiter. ES sind genug Momente vorhanden, die dafür " sprechen, daß die oeutsche Aarlrkrise im beainnenden Abflauen ist. Der kritische Herbst dieses Jahres ist .Überwunden; und es ist damit In jedem Falle wenigstens eine gewisse Atempause bis zum nächsten l Herbst erreicht. Es ist auch von landwirtschaftlicher Seite zum Ausdruck gebracht worden, das) diese F" Schonsrlst wirklich der Beginn einer endgültigen Uoocrwindung der Agrarkrise sein könne, wenn die '' gesamte Wirtschastspolstik des Reiches in all ihren in Betracht kommenden Teilen konsequent darauf eingestellt wird, eine Produktionspolitik der Landwirtschaft zu ermöglichen und zu fördern, die nickst nur die Deckung des wesentlichen Rahrungsbebarfs des deutschen Volkes aus dem Qn- lande zum Ziel hat, sondern die Tatsache herücksich. ttigt, daß die deutsche Landwirtschaft durchaus die natürlichen Grundlagen hat, um in recht ansehnlichem Matze aus den Weltmarkt hinauszugehen. Wenn trotzdem gerade jetzt die Bedenken wieder ükerh.indnehmen, |6 liegt das daran, daß offensicht- llch nielfath dic äußeren Bcsserungsmomente in der Lanbwirtsiyast In ihrer Wirkung weit überschätzt werden. Besonders bedenklich ist es. baß wiederum große Erörterungen über die grundsätzlichen Fragen der landwirtschasilichen Zollpolitik angekündiat sind, bei denen die sachlichen Gesichtspunkte gegenüber den politisch-parlamentarischen Konjunkturen fast völlig In den Hintergrund treten. Zum 1. Januar laufen die augenblicklich nach in -straft befindlichen Zwischen-olle sür Getreide ab. Rach dem Zollgeseh müßte dann eigentlich der autonome Zoll automatisch in Kraft treten. Die praktische Bedeutung dieses Inkrafttretens der autonomen Zölle ist fast gleich null. Denn im Han- delsoeriragswege sind bereits niedrigere Zölle vereinbart, die im Wege der Meistbegünstigung nahezu allen Interessenten an der Einfuhr nach Deutschland zugute kommen. Wenn trotzdem damit gerechnet werden muß, daß Vorstöße in der Richtung aus Bn behaltung der Zwischenzölle oder sogar auf völlige Beseitigung der Getreidezöllr unternommen werden, so sind nicht sachliche Gesichtspunkte der Produktion und nicht einmal Wünsche zur Riebrlahaltung der Preise für die Konsumenten maßgebend; der Ginn dieser bevorstehenden Diskussion kann lediglich die grundsätzliche Borwegnahme der die Landwirtschaft berührenden Zollpolitik vor der eubgüttigen allgemeinen Zollregelung sein, die aus Gnmd der Dor- orbeilen des Enqueteausjchusses und bet zuständigen Rama butterfein -___T__. MARGARINE I am vergangenen Sonntag stolperte der F. E. Wetzlar weniger über diesen Gegner, als über seinen Platz. Herborn ist auf eigenem Platz nicht leicht zu jchlagen, und man dar,' gespannt sein, wie sich Germania dort aus der Affäre zieht. — Eine nicht weniger große Bedeutung kommt dem Kamps um den zweiten Platz zwischen Ockershausen und Frankenberg zu. Wenn wir auch Ockershausen für den Besseren uon beiden halten, so wird Fran- fenberg als der körperlich Stärkere doch sehr schwer, i vtl. gar nicht von Ockershausen zu schlagen sein. — B.E. Wetzlar gegen Vließen 1900 ist das Rückspiel des 0:2-Sieges der D. C er in Gießen. 1900 wird diese Scharte answctzen wollen, schon um den Anschluß an die Spitzengruppe zu behalten. — Auch ein Lokaltreffen steht auf dem Programm: In Wetzlar treffen sich '.H i c b c r g i r m e s und F. C, Rach Gegenwehr wird F. E. knapper Sieger bleiben. — In Gladenbach gegen Dillenburg treffen zwei gleichstarke Gegner aufeinander. Gladenbach als Platzverein könnte jedoch eher üir einen Sieg in Frage kommen, wenn sich nicht beide in die Punkte teilen. Bezirksligavorschau für Hessen - Hannover. tz. Der überraschende 3:2 Sieg Borussia Fuldas auf eiaenc.n Platz über dcn Altmeister und jetzigen Spitzenführer der Südgruppe Kurtz e s s e n Kassel ist noch in aller Erinnerung. Am kommenden Sonntag wird Kurhessen auf eigenem Platz gegen denselben Gegner den Verlust des Vor- soieles äusgkeichen. Die zurückgegangene Form der Fuldaer sollte ihm das ziemlich sicher ermöglichen.— V. f. B. Gießen fährt nach Marburg zu den Vereinigten V. f. B. Kurhessen. Marburg Hai noch kein Spiel gewonnen. Gietzen ist nach anfangs gutem Start in seiner Form znriickgegangen. — Einen sehr barten Kampf wird cs in dem Kasse- l e r Lokaltreffen Hessen 09 gegen Herrn a n n i a geben, in dem Hessen als Platzverein vielleicht eine Kleinigkeit mehr vom Spiel haben wird, ahne daß das aber non ausschlaggebender Bedeutung wäre. Der Sieg wird vielmehr von Einzelheiten abhängen. Die Nordgruppe beschäftigt am Sonntag sechs Vereine. Als Hauptspiel des Tages steigt der Kampf 05 Göttingen gegen den vorjährigen Meister „Sport" Kassel in Göttingen. Für „Sport" handelt es sich darum, den 2lnschluß an die Spitzengruppe auf keinen Fall zu verlieren. Dies sollte den Kasselancrn nur unter Aufbietung aller Kräfte gelingen. — Trotz bei Vorteils des eigenen Platzes wird sich Einbeck kaum gegen die vessere S. Vg. Göttingen halten können. — S. C. 0 3 Kassel bat den wohl schwächsten Verein des ganzen Bezirks als Gast, Hellas Münden. Den 03crn durfte der Sieg nicht schwer fallen. Schwimmen. Der ttantag des Gauctz 1 Kreis V des D. T. A. sindet, wie bereits vor kurzem berichtet, am Sonntag, 12. Dezember, in Gießen statt. Zu seiner Vorbereitung nahm vorgestern der G ä u v o r - stand in Frankfurt a. M. Stellung Zu den vorliegenden Anträgen, die sich aus verschiedene Gebiete verteilen. Reben den vom Gießener Schwimm- verein gestellten Anträgen, die auf rein schwimm- technischem Gebiete liegen, werden insbesondere die Fragen der Jugendpflege, der Verwaltung und der inneren und äußeren Werbung einen breiteren Raum einnehmen. Die am Nachmittag ftattfinbenbe Sitzung soll durch den Vortrag einer hierzu berufenen Persönlichkeit elngelsitet werden. S"/o Hrsicu . . . ......... Tcnvchr Äertb. Tollar ^nl d'o.Doll.-Saratz-Antreisng. . 4% Zolltiirkcn 5% 0>ufbmerifanet...... Berliner HandrlSqcsellschasr • Commerz- und Privat Bank Yannit. und Rmtonalvank . DvMiche Bank......... Dislonio Coumiandtt ... Dresdner Bank........ '.'.Vctnl'.bani........... Miileldeutskhe Creditbank. . Ccrteireicblfntc Credimnftalt. ‘Jlctd/SbQnt.......... -Sodmmer Guß . ....... Buderus......... Caro Teutich-vnrcmbura...... iSeifcnrtrd)cher Bergwerke. . Hoevenrr Beradau ...... «tzlitverke Aschcr-letze.i.... j(o(in>er( Westeregeln t'nurabiilte........- - ” .inneSnionn......... Manüielder........... CberbcbPri.........- 'l'boiiir Bergbau IHhvinifdif yrnunTohfcn . . . UtDniüt.Uji........... Rieben Mmttan 2clln» Bergd.iu • . ...... Bereinig le Stahlmerkc .... «ur(i-?lnienfa Paket. . . H'unrftcr ytono..... ÜlitioiniMte Werke Albin . . ■lemennverr vcidelberg . . . Pbiltvv Hol;nmiin ...... Anglo Com tonano..... Chemische Mäher Ltlnptn. . . Goldschmidt fcplxvcri obfuttfl........ \\ w ^areen-Jadustkie. . . Nsilgerbwerke......... Scheid aiistast......... All«. ElektrijilntS-ttesellschakt Bcrgnilinn........... Gleftr, Lieferungen richt »nd.Mrnit........ V.Matnftainvcrfe Hchuckert Siemens k Halske Pdlcrwerfr.Mleher ..... Daimler Motoren. ...... Heyligcnstaedt .. VKeouin............. Mannheimer Motoren . . . . ^-ranlknrter Armmuren .ftonferDcnfnbr(r Braun . . Metallgescll chaft ^rantfutt . Pct- Union «.»(?.. ...... Schnlvridrik 6cr,t...... »Id.a.............. Sclliiftff klschafsrnbura. . . . Sefiftu i Dnldbai....... Ziichrmbrik Frankenthal . . .Smfcrfnbvif Waghäusel . . so verfiel er wirdrr in seUir alten De- Nrmisi slic''! Bucn. AircL Brki.-Antw 6hviitianin jtovfnhao.’ii etortholm Helüngiors ntalien. . London - - - Reuyork . . Paris. . . Schwesi . - Spa ün . stapan . . - -Mio be Fan Wlrn in D.' Ceft. adgcsl Prag . . . . Bclirnd • Budav.a. Bulorien Lnlabyn . Danüa., - Konst ntin- iltben- . . Kannba . lint und . Takro . Junget“ Damen pumpi' er bis zum lstztrn Pfennig aus, und als sie nichts mehr hatten. Wurde er untreu. Degc, DJrugs im Dückkall Wurde der 39jährig: Mäier unter Versagung mildernder Amstä^d> zu 1 4 Monaten Zuchthaus und drei 3ahren Ehrv:^Iuft verurteilt. Berlin, 2 Dezbr Amcrikanilche Noten Belai che Roten ....... läuiidie '.Von« ....... Eitglischc Noirn........ Frmnosischc Noten HoUmtdiiche Noten aiaiienifme Roten Norwegische Roten Deutsch,Oc Herr,»10Ü Kronen dtumäniKfif Roten...... Schwedische Roten Schweiler *J?orc|i Svanische Roten rschechotsmt'aktsche Noten .. Ungarische Roten . . . . . . Wo TcüPdic NsiHSän et he . 4% Deutsche RcichSanleioe . DeUv'che !Meich2anletl)e Vh Deutsche Neichs.wleib-, . Deutsche Loarvramienanlethe 4 , Preußische KonsolS . . . Rundfunk-Programm dcS ftrattffnrter ScnderS. (2lus Der .Dadfv-Umfcbau-.) Sflmcfaq, 4. Vezembecr 3.30 bis 1 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzern des Hausorchesters: Erich Wolfgang Karngotd. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lese stunde. 0.30 bis 7 Uhr: Der Briefkasten. 7 bis 7.30 Uhr: , Selbsttätige Telephonoermittluna", Dortrag von Dipl.-Ing. H. Flesch. 7.30 Uhr: Hebettrogung aus dem Staatstheaier Kassel; „Orpheus und Eurydike", Oper von Ernst Krenek, Dicktuna von Oskar Kokoschka. Anschließend bis 12.30 Uhr Tanzmusik. Tvrrrlistunden der Ncdaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für uuo?riangt ejngesandle Manuskripte ohne heigesügtes Rückporto wird feine Gewähr übernommen. Regierungsstellen einstweilen für das Jahr 1928 in Aussicht gestellt ist. Wie steht es denn um die gewiß vorßanbtiun Besserungs Momente der Landwirtschaft? Es kann auch in der Tendenz keine Rede davon sein, daß etwa die Landwirtschaft zu Weihnachten anstatt Getreide nur noch Gold in den Scheunen hat, wie cs „humorvoll" kürzlich von einem Bankier gesagt wurde. Die Preise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind zwar hoher als 1925; Dafür bleibt die Ernte Nach Menge und Qualität aber erheblich hinter der des Vorfahres zurück, während der Vietzstand sich ungefähr gleichgeblieben ist, jo baß die Gesamteinnahmen der L a n d w i t tich a s r geringer sein werden als 1925. Wie die Statistiken über die Vorräte in erster Hand beweisen, hat die Landwirtschaft nirgends eine künstliche Zurückhaltung 3ilder PluS 1, Mannesmann plus 0,5 Proz. Bon ®be- mlewerteu befesii.ften sich GoiD^chm'.dt um 3, während Scheideanstgu 1 Proz. n edriger wurden. Elektroaklien fta:6 n lebhaft im Verkehr bei sehr festen Karsen. ALS. PluS 5, Bergmann Plus 1.5, Fetten plus 3, Lahmeyer pluz 1,5, Schecken Plus 2,75, SisnenS plus 2 Prvz. Am Bänfäktienwarkte machte die Besserung der Kurse weitere Fvrtschntte. Deukschr und DiS- conto je plus 1,5, Dersdner PluS 1, Dar tat plus 2 Proz. Dcm 3nd.:striewertea stanhen Zellst v f f a k t i c n an d-ee Spitzk. Afck'as'e bvrger plus 2.25. Waldbos Plus 4,25 Pro. Zuckeraktien tendierten lest. Waghäusel plus 1,5. Oft'tein plus 0,5 Pro-. - [ a f t i e n bfestig'. Rütgersw r?e Pius 1,", Erdöl plus 0.5 Proz. Bon Bauaktien konnten i.u1 Holzmann kräftig erholen, plus 2,5 Proz. Motorenwerke schwächer. Kleyer minus 1,75 Prozent, Daimler m.nus 0,25 Prozent. Tert11wer 1 e gehckften. Deutsche Anleihen waren trotz regerer Umsätze nur geringfügig verändert. Schutzgebiet fest 16,62 Prozent. Ausländ i s ch c Renten gaben etwas nach. Der tvdtm Verlauf brachte keine nennenswerten Veränderungen. Die Stimmung blieb freundlich, der Dertehr wurde sehr ruhig. Far- benakticn wurden unsicher und gingen auf 323,5 (Selb 4,16* hl; i 2U.8& 15.81 167.61 17.Hf tUfi.bÜ »».17 2 2(1 111.77 '2.4t 5.W5 tivautfart n.M Berlin Schi» .- Pur» l-Uor« hure ischtutz- Änsann knre i In- Tnlitmt 2. 12 3.12. 2. IS. j 8. 13 2. Dezbr- 3. Dezbr. Amtliche («etb Vtou rüna i Brie.' Amtliche Üiotieruiid vlelv (67.'M 1'68.3!) 167.04 ll'8»58 1,716 •4-710 1,708 1.711 to.:r.i to.fi: J toJi 38.55 IU6.U7 108,83 107.1)7 107.6:) (11.H3 H2.14 DI ,91 (12.19 114.01 112.29 112,01 112.21 10,565 111.576 10,66 10,60 18.02 18.06 17.98 18.02 w.llv. 2D,415 -0,8«; -'0,41. 1,1CO i.tiuV MW 4.211" 16.114 13.08 15,90 15.9. M.tEi 1,22 »1.26 M.21 (13.61- .'•■), M 63.87 1(4.03 2.061 -.068 2.062 2,066 '1.61(1 '.618 ".616 ".518 00,22 ^.LO A2P »U,3U 12,434 2.471 I8,4l>l 13.471 ■ 405 -425 •.V, 7.42 .685 i.Uilfi -.872 -.89'1 i.ltifi .045 O.tVL 6.04' 21.555 21.605 21.545 2J.Ü95 M.7.J rl.fiO 81.11) 2.092 2,102 -,097 1.107 Ml 1 J.48 5,50 4 202 4 222 1.232 4.212 1.17.5 1.18- 117-5 «.185 20.89!) I '20.951 2V.8M eo.91.-1 Mehl, feinstes Spezial 0... Pfund 25 H Schoko/.-Niko/ause, 10,20,30,50 r. Eier Pfund 28 z, Mehl, Auszug Lebkuchen-Nikolause 5, 10 i Tannenzapfen, 10, 20, 40,100,110 Zucker, lein gemahlen.... Piund 36 Paket 18 Lebkuchen Pot- und Süßweine 3.00 .ft 3.30 ft Konsumverein Oießen und Umg. e. G. m. b. H. 9939a — HERD UND OFEN e ©leöeo. ♦Jeltersroes 58.1 Icfppe. cn?e. Elugans Ecke BolkSdad. Rete ^'aden. 8Wa «MD Mehl, in 5-Pfund-Säckchen 1.50,1.70 .i Mehl, in lO-Pfd.-Stickchen 2.85,3.20 Jt .Stück 17 Pfund 35 Merkur Spezial Pfund 75 Pfund 65 z. Große Preiswürdigkeit II Teilzahlung gestattet liefert stilrein und preiswert die BrOhl'sche Universalts- Druckerei R. Lange, OleBen te -r - u Osthofener............. Niersteiner Galgenberg Riesling.............. Korinthen........... Rosinen............. Sultaninen........... Mandeln ............ Zitronat............. Orangeat............ GEG-Zuckerglasur.. Streuzucker, bunt Montagne...... Jarragona...... Prorato......... 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Pfeffer, Gießen, Marktplatz 6 Der Wahlausschuß 9944 D entscheidet. 9938c Wer zuhause bleibt unterstützt die Gegner Deutsche Demokratische Partei Inierleien bringt Gewinn Riegelpfad 26 226D K Ottoman- Mantel halbseidengtfQttert Velourdelaine- Mantel In reiner Wolle Leipziger Lebensversicherung CL~9. j. Vogt, Bezirksieiter, Gießen tze!flslh.VilWlisls-WijSlSMgsWl! Wahlbüro: Hotel Viktoria • Fernsprecher 38 (geöffnet Sonntag, 5. Dezbr., von 10 Uhr oorm.ab) Allen unseren Wählern und Wählerinnen, die nicht zur Wahlurne gehen können, steht auf Wunsch Auto zur Verfügung. Meldung an Hotel Viktoria erbeten. Es wird kälter und kälter - - - .. - aber darum keine Sorge, meine Damen ! KLAVIERUNTERRICHT erteilt Johanna Vogt, Goethestr. 32 III. 08211 Feinkost« Geschenk-Körbchen erfreuen sich größter Beliebtheit Heinrich Driesch Seltersweg 70 gsiea Hotel Viktoria Die Finanzgesetze von 1914 und von 1924 bewilligten fol« Probieren Sie mit V< Pfund meine neu eingeführte Kaffee-Mischung Nr. 3 per Pfund Mk. 3.80 7734d und Sie werden mein ständiger Kunde sein. J. M. Schulhof, Markts'.raße 4 gende Ausgaben: 1914 1924 75 903 315 Ulf. 91 562 541 2Ht. In der einleitenden Uebersschl in dem Staatsvoranschlag von 1924 gibt der Finanzrninistcr Henrich selbst an, daß gegenüber 1914 durch llebcrnahmc neuer Ausgaben eine Mehrbelastung von 6 Millionen Mart eingetreten sei. Trotzdem schliesst der Voranschlag mit 91 Millionen Mark ab. jür 1926 betrag! der Voranschlag 128,6 Millionen Marl, haben neue Sloalsaufgaben etwa diese Steigerung verursacht? Dar ist nicht der Fallt Vielmehr ist die Mehrbelastung allein aus die Ausgaben- wirlschast des hessischen Jmanzministers zurückzuführen. Steuerzahler stimmt deshalb am 5. Dezember alle mit „Ja" und „Schickt den Landtag heim." 9950C Hessischer Wirischasts- und Ordnunqsblock. WWWk -.WklOWkS Sonntag, den 5. Dezember, abends 8V2 Uhr 9943D MW MMlei Bei mir finden Sie, was Sie suchen, und zwar zu Preisen, die Ihre Ausgaben nicht zu sehr belasten. Meine überragende Leistungsfähigkeit infolge teilweiser eigener Herstellung setzt mich in den Stand, Ihnen zu außergewöhnlich billigen Preisen hübsche, geschmackvolle und moderne Jeder Wähler der verhindern will, dast durch eine Neuwahl das Land in unabsehbare Unruhen gestürzt wird, nur damit einige ehr- f geizige Politiker Ministerposten bekommen, muh mit Nein stimmen. Die Mehrheit der abgegebenen Stimmen Schirme beite Qualitäten, staunend billig. Neubezteben u. Ne» vararuren schnell,gut u. billigst,. eia. Wert- statt Niti clettr Betr. Sr. Lack, Neuen Baue 17. »«.D gegüb.CaR: Krämer. 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' 99500 «•<*3 :■ 3'8°Klinde sei"' ndig=rKun Roi .HWjjjU -+FÜR GESUNDE FINANZWIRTSCH EGEN DIE STEU ■ 7» WÄHLERZEITUNG FÜR DIE AUFLÖSUNG DES LANDTAGS Nr. 4 DEZEMBER 1926 Aufdelkung eines ungeheueren Skandals! Russische Zusiande! - Steuergelder für Wahlagitation! Wir sind in der Lage, dem hessischen Volke authentische Mitteilungen über die Aufdeckung eines Riesenskandals zu machen, der über die Landes- und Reichsgrenzen hinaus größtes Aussehen erregen wird. In seiner Verlegenheit und im Hinblick auf die gewaltige gegen ihn gerichtete Mißstimmung des hessischen Volkes, hat der hessische Finanzminister Henrich in letzter Stunde zu einem geradezu verzweifelten Mittel gegriffen. Es handelt sich nämlich um nichts weniger als um die Hergabe von Staatsgeldern für Wahl- und Parteizwecke der Linken. Diese Tatsache ist an und für sich unglaublich; durch Zufall sind wir jedoch in den Besitz eines amtlichen Schreibens des hessischen Finanzministers geraten, das für sich selbst spricht und das wir nachstehend im Original veröffentlichen: Per Heasiae he Finanzminister. • Darmstadt,den 26.November 1926. Betreffend: Die Angriffe dea pog. Vlrtsohafts- und Ordnungeb locke b auf die hessische Regierung. Zur Abwehr der von dem sog. Wirtschafte- L Ordnung^- blook in den loteten Tagen gegen die hessische Plnanzver - waltnng erhobenen falschen und irreführenden Behauptungen beabsichtige ich, da die dem Block ergebene Presse amtliche Richtigstellungen ablehnt, den "Weg des öffentlichen An - sohlags zu wählen. Jm Einvernehmen mit dem. Herrn Minister des Jnnern ersuche ioh Sie daher, die Jhnen in den nächsten Tagen von der Druckerei des "Mainzer Anzeigers in Mainz in größerer Anzahl zugehenden Plakate du roh Anschlag en den Öffentlichen Anschlagosteilen (Plaxattafein, Säulen pp) zur Kenntnis der Bürgerschaft zu bringen. Dort, wo cs noch üblich ist, öffentliche Bekanntmachungen auch durch die Orteschelle EU verbreiten, bitte ioh in geeigneter VTetse auf den erfolgten öffentlichen Anschlag Hinweisen zu lassen. jm Jnteresse einer allseitigen Verbreitung des> Plakatinhalte bitte lob ferner Anordnung zu treffen, daß der Anschlag vor dem 6< Dezember nicht beseitigt wird. Etwaige Kosten, die mit dem Anschläge verbunden sind, sind dem Finan zminiet erIum In Beohnung zu stellen. An sämtliche Hessischen Btirgermeis terelen. Es stehl also fest: 1. Ter Finanzminjsler läßt in Massenauflage Wahlplakate im Sinne der Linken herstellen. 2. Sämtliche Bürgermeistereien inHessen werden ersucht, diese amtlich-parteipolitischen Wahlplakate auf dem Wege des öffentlichen Anschlags bekannt zu machen; auf den erfolgten Anschlag soll durch die Ortsschelle hingewiesen werden. 3. Sämtliche entstehenden Kosten bezahlt das Finanzministerium. Diese Kosten werden ungeheuer sein, wie jeder Fachmann bestätigen wird; die vom Finanzminister gewählte Bezeichnung: „etwaige" Kosten wirkt einfach lächerlich. Steuerzahler! mit Euren Steuergroschen bezahlt der Finanzminister eine Wahlagitation, die sich, wie wir immer wieder behaupteten gegen Euch und Eure eigenen wirtschaftlichen Interessen richtet. DaS ist daS Tollste, was bis jetzt in einem deutschen Staate an amtlicher Wahlbeeinflussung geleistet worden ist. Noch nicht genug damit. Bom hessischen Finanzminister wird zu dieser Maßnahme auch der erforderliche staatliche Zwang hinzugefügt. Wir sind in der Lage mitzuteilen, daß das oben veröffentlichte Schreiben des hessischen Finanzministers auch den Kreisämtern zugestellt worden ist, und zwar mit folgendem Zusatz: „Den Kreisämtern „zur gefälligen Kenntnisnahme mit dem Ersuchen, die „Ausführungzu überwachen undaufGrundderbei „den Bürgermeistereien alsbald einzufordernden „Vollzugsberichte über die Ausführung zu „berichten. „Darmstadt, den 26. November 1926. „Der Hess. Finanzminister. Henrich (eigenhändige Unterschrift.) Der Finanzminister gibt sich in seinem Schreiben an die Bürgermeistereien den Anschein, als ob er gewissermaßen bislang von der Presse geradezu boykottiert worden fei. Wir wissen es besser. Die hessische Bevölkerung weiß, daß die sogenannte Wahlbroschüre des Finanzministers wochenlang die Spalten der Tageszeitungen füllte. Nahezu jeden Tag wurden neue Artikel vom Finanzminister zur Veröffentlichung gebracht. Etwas Weiteres ist aber ans Tageslicht gekommen: Wir fragen hiermit den Finanzminister: 3fl es wahr: das Sie diese Artikel der Presse nicht nur als Manuskript, sondern auch als Mater, ja sogar in druckfertig gegossener Form zugeleitet haben? Wer hat das Geld dafür bezahlt? Ist es wahr: daß Zeitungen, die auch dann noch die Veröffentlichung im redaktionellen Teil ablehnten, vom Finanzministerium mitgeteilt wurde, sie sollten die Artikel als bezahlte Anzeigen bringen? Wer hat das G.eld für diese vielen Artikel, die dann als Anzeigen erschienen, bezahlt? Ist eS wahr: daß auch in diesen Fällen Mittel des Staates zur Verfügung gestellt worden sind? (Seite 2 Der Lefskttfreunb 3tr. 4/1916 $t.4/ Soll der Z. Hessische Landtag aufgelöst werden? Nein Ja gung stellt." Wir Oie Stimmabgabe für alle Wähler und Wähleri, men, die für die Auflösung des Landtags eintreten, erfolgt so, daß der Abstimmende durch ein Kreuz in dem mit „3o/z bezeichneten Kreis - wie oben angegeben - kenntlich macht, daß er mit „30* stimmt. sind dem Reichsfinanzminister für seine offene, rückhaltlose Sprache außerordentlich dankbar. Die ganze traurige und abhängige Lage, in die der hessische Staat durch seine grundfalsche Finanzwirtschaft geraten ist, konnte nicht treffender illustriert werden, als durch das erwähnte Schreiben des Reichsfinanzministers. Wie am Sonntag abgesiimmt wird! Oie Anrufung des Volksentscheids ist kein „grober Mißbrauch", wie sich der Finanzminister in seiner großen Verlegenheit auszudrücken beliebt, sondern zunächst ein wichtiges Volks- recht und des weiteren eine ehrliche, brauchbare Waffe von der die ausgequetschten hessischen Steuerzahler am 6. Dezember Gebrauch machen werden; mögen sie nun Konsumenten sein oder Produzenten, Angestellte, Arbeiter oder Beamte, die beim Staatsbankrott ihres Gehaltes verlustig gehen werden, sie alle drückt der gleiche Schuh! ohne Llnterschied der Partei. Mr ein „Za" am 5. Dezember macht den Weg zur Rettung frei! Der Reichsfinanzminister bestätigt unsere Mitteilungen. Der Reichsfinanzminister hat auf die Bitte des hessischen Finanzministers Henrich diesem einen Brief geschrieben. Dieser Brief, der nunmehr in Massenauflage mit einem wahren Freudengeheul verbreitet wird, soll uns angeblich Lügen strafen. Tut er das wirklich? Die Antwort darauf kann nur lauten: Nein! Der Brief des Reichsfinanzministers, der jetzt im Wahlkampf eine Rolle spielt, ist natürlich sehr vorsichtig abgefaßt und sucht den hilfesuchenden Finanzminister zu schonen. Wer zwischen den Zeilen zu lesen versteht, der weih genug! Aber auch außerdem kann der Brief nicht mißverstanden werden, denn er enthält einen Satz, der das Kernstück des ganzen Schreibens ist. Es handelt sich 1. um die berühmte Kontrollkommission und 2. um die sich daraus ergebenden, für den hessischen Finanzminister so bitteren Folgerungen: Dieser Satz lautet: „Don dem Ergebnis dieser Prüfung wird es abhängen, ob das Reich dem Lande Hessen die zur Erfüllung seiner staatspolitischen, insbesondere seiner kulturellen und sozialen Verpflichtungen nötigen Summen, die es aus eigenen Mitteln bei sparsamer Verwaltung nicht aufbringen Kann, besonders zur Versü. Wir sind im Besitze einer der genannten Presse- zusendungen des Finanzministers. Um den amtlichen Charakter zu beweisen, geben wir den diesbezüglichen Teil nachstehend ebenfalls im Original wieder: Darmdtadt. den 25.November 1926 Sekretariat des Hessischen Ministeriums der Pinanzene „amten des Staates, die unmittelbaren „und mittelbaren ihrem Arbeitgeber, dem „Staat gegenüber, rechtlich ganz ebenso stellen „wie nach unseren Gesetzen die Privat- „beamten gegenüber ihrem Arbeitgeber „stehen". Berufsbeamte • Schützt Euch und Euere Familien vor Kündigung und Raub Euerer Pension. Stimmt alle geschloffen mit „3a" Der Finanzminister hat sich selbst gerichtet. Sein Vorgehen ist ein unerhörter öffentlicher Skandal! Das hessische Volk wird die Antwort nicht schuldig bleiben. Wähler! gebt diesen Männern, die mit Euren Steuergeldern ihre Parteiherrschaft erhalten wollen, die richtige Antwort: Stimmt alle mit „Ja Me Zulonst der Veamien nach sozialdemokaiischer Auffassung Der Abgeordnete Kaul-Ofsenbach, der Führer der Sozialdemokraten, führte im Hessischen Landtage folgendes wörtlich aus: „Nach unserer Auffassung müßte sich im souveränen „Volksstaat unbedingt die Notwendigkeit einer „vollständig umwälzenden Neugestaltung „unseres Beamtenrechts ergeben. Ich persönlich, „das will ich durchaus nicht leugnen, habe die Auffassung, daß die beste Lösung der Frage des „Beamtenrechtes die ist, wenn wir die Be- Schlußbilanz Jedermann in Hessen weiß es, daß die derzeitige Landesregierung eine geradezu verhängnisvolle Finanzwirtschast treibt, die den Staat dem Bankerott zuführt, und den hessischen Steuerzahler zur Verzweiflung bringt. Daran ändern auch leider die Worte des Herrn Finanzmimsiers nichts, der uns glauben machen will, daß in Hessen außerordentlich gesunde Verhältnisse herrschen! Damit wird er aber beim hessischen Steuerzahler keinen Eindruck Hervorrufen; der Steuerzahler weiß es nämlich besser: er spürt es jeden Tag aufs Neue an seinem Geldbeutel, wie gesund t die Verhältnisse in Hessen sind!! F Und bei all' diesen Landessteuern noch das riesige Millionendefizii! Heute möchte es der Finanzminister aus Angst vor dem Volksentscheid am 5. Dezember auf einmal wegleugnen. Mit allem Nachdruck berufen wir uns demgegenüber auf denselben Finanzminister, der vor dem Wahlkampf das Millionendefizit selbst zugegeben und damit diesen traurigen Nagel mitten auf den Kopf getroffen hat. (Sin interessantes Zwiegespräch. Finanzminister: Liebe Sozialdemokraten, Sie sind die einzigen, die mir in diesem für mich so verteufelt schwierigen Kampfe beigestanden haben. Aber was werden Sie nach dem 5. Dezember tun? Vertreter der Sozialdemokraten: Lieber Herr Finanzminister, da können Sie völlig beruhigt sein, wir werden Ihnen nach wie vor einstimmig alle neuen Steuern bewilligen, die die Anderen bezahlen müssen. Finanzminister: Gott sei Dank! Das hessische Volk aber sagt: Nein, dahin soll es nicht kommen. Deshalb stimmen wir alle am 5. Dezember mit „Ja" Achtung! (§s wird uns mitgeteilt, daß die Gegner des Volksentscheids, um für sich noch zu retten, was zu retten ist, kurz vor der Wahl einen großen Wahlschwindel ins Werk setzen wollen. Wir fordern deshalb die schaffen« den Stände Hessens, sowie sämtliche Steuerzahler auf, sich nicht verblüffen zu lassen. Aieder mit der Steuerschrauben - Politik! Alles stimmt mit V9 J A*‘ 4/1926 Der MfenfreonB Oie rote Nuß (fine Ballade Das war der Herr von Ho = den=steinz ROTE FARBE TURM 2ENTKUI ■ EUT5CI Stand ewiß, der Sozi ist zumeist Sin Feind der Religion, Doch höher stell' als Mann von Geist 3d) die Koalition. Christ sein Oder Atheist sein, 3si schließlich fast egal, - Denn heiß ich auch ein Zentrumsmann, Bin ich doch radikal, bin ich doch radikal. o spricht Herr Nuß in edlem Zorn, Zwar heimlich wird ihm fchwül. Doch mächtig stößt ins selbe Horn Herr Heinstadt und Herr Schul. Jeder Wirkt mit Wort und Feder Fürs Bündnis schwarz und rot — Und schlägt, wer andrer Meinung ist. Mit Knüppeln mauletot, mit Knüppeln mausetot. r#nt) ob der Bauer Schulden häuft, Das Handwerk Pleite macht, Ob in der roten Flut erläuft Oer Bürger über Nacht, Schad nix, Schadet in der Tat nix Fort mit dem Kapital! — Denn heiß ich auch ein Zentrumsmann, Bin ich doch radikal, bin ich doch radikal. as war Herr Nuß zu Worms am Nhein, Der lprach das harte Wort: 3d) trinke nur noch roten Wein, Dem Ordnungsblod zum Tort! Schreiber, Ulrich, Kaul und Reiber, Oie sind mein 3deal, - Denn heiß ich auch ein Zentrumsmann, Bin ich doch radikal, bin ich doch radikal. hJEIM 1? R vur stnd von solcher Pferdekur Oie Wähler nicht erbaut, Oer allergrößte Ssel nur Trägt selbst zum Markt die Haut. Sieben Jahr hat nun getrieben Sein Spiel der rote Trug, - Oa hat denn auch der Zentrumsmann 3n Dorf und Stadt genug, in Dorf und Stadt genug. £f ^Ind merkt das rote Nüßlein nicht, Wohin die Reise geht. So wird die Wahl ein Dolksgericht Und zeigt ihm, wie es geht. Raus da, Raus da aus dem Haus da Was schindet und was quält, — Und wer was zu verlieren hat, Oer weiß auch wie er wählt, der weiß auch wie er wählt. Nr. 4/1926 Der Hessenfreund Seite 4 Alle Steuerzahler stimmen am 5. Dezember Goll der 3. Hess. Landtag aufgelöst werden? JA NEIN Heffenwähler! Oie Entscheidung steht bevor. Sie muß dem hessischen Steuerzahler bessere Zeiten bringen. So geht es nicht weiter! stimmt am 5. Dezember mit „^Z a Verlag; Wirtschafts- und Ordmmgsbloä, Hauptgeichästsstelle Darmstadt. / Truci; L.C. Wittich'scheHosbuck-druclerel Darnsstadt. Der Staat verelendet and jeder Einzelne mit. Trotz höchster Stenern: das höchste Desizit! Selbsthilse tut not! Zeder Wahlberechtigte, ohne itnterschied der Partei Gliedern ein im ganzen aromm bt restlichen Sieuerdi Es wird md Orbnun Partei, btt 3 iunb, unumt jung Shei ligflen Prooi, stoatshousho daher Wich i helfend beizuj in dieser Bej . weiter zugeqi / b-raericken S .AH* auch fr? W*6 ’ ptzßst «?lkde Lollre Der koinl 5«? Ä* Sen l« t i o n, WJ L'S Hit Slkgierun standen. Dar beiden Ölu6 allem aus °< bet der M ichaslssroger nicht innner rheinhMch falten. Mai surf gemaa iunden hab« Personal acht Oohre n stampf gegei ämlern icber .schnüffele! ha z Land so lebhc rade in Hessen von einem gr junben wurd FMammcr e'myleüeten । Mnungsbivi Parteien nut hoben die und Fimmj Deckung bei und der Der uns liegenbi pel aufgebn Führern ber angegriffener 'Soeben in e Stellung genc normale auf soviel sei zusai Mirnmung e bürgerlich fall, bie den nr. 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