VN,« Md Verlag; vrSHI'Iche Unn>erst.St5-v«ch. und Steindruck«-. «. Lange in Sietzen. $d>riftkitung und s-schäftrft-lle: SchMratze 7. "rt“WMIOWSlSk ©arteten sein würde, mit den Sozraldemo traten , 17 eT„ee8iTn?^n8.8t« S Vorschläge -er Relchsreglerung. Prozent zu er- Zusammentritt der Parlamente. Berlin, 2. Rov. (WTB.) Der Reichstag tritt, wie das VDZ.-Dureau meldet, am morgigen Mittwoch, 3. Rovember, zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpau'e wie^r zusammen. Auf der Tagesordnung stehen nur kleine Vorlagen. Außer dem Reichstag versammelt sich auch der Preußische Landtag am Mittwoch. Auf der Tagesordnung seiner Sitzung steht die Besprechung der Typhusepidemie in Hannover. Der Preußische Staatsrat tritt am 10. Rovernber zusammen. März 1927, die Bezüge Unterstützungsempfänger milienväter) um zehn der Sozialdemokraten angenommen, worin beschlossen wurde, die Frage der Militär- f o n t r o 11 e einem Unterausschuß zu übertragen und die Reichsregierung aufzufordern, diesem Unterausschuß das gesamte einschlägige Material zugänglich zu machen. Die sachliche Stellungnahme soll im Auswärtigen Ausschuß so lange vertagt werden, bis der Bericht des Unterausschusses erstattet ist. Zugunsten des angenommenen Antrags stellten die Deutschnationalen einen eigenen Antrag zurück, den sie vorher eingebracht hatten, und der sich auch auf die sachliche Seite der Militärkontrolle erstreckt hatte. * Rach Lage der Dinge läßt sich natürlich über die Beratungen des Ausschusses, die streng vertraulich waren, nichts mitteilen. Fest steht je- doch, daß der Außenminister in seinem Referat ausdrücklich darauf hingewiesen Hai, daß kein Grund zu irgendwelchem Pessimismus vorliegt. Die Feststellung war zu erwarten, nachdem Herr v. H o e s ch erst vor einigen Tagen einen Bericht nach Berlin gesandt I hatte, der ein wesentlich anderes Bild von der gegenwärtigen Situation gab, als man sich nach den Pariser Pressemeldungen zu machen geneigt war. Er verhandelt nach wie vor mit dem französischen Außenminister über die Bese i 11 - . I gung der Hindernisse, die einer Annäherung im Wege stehen. Wenn bis setzt noch keine positiven Ergebnisse zu verzeichnen sind, so ist das nicht unsere Schuld, da vielmehr B r i a n d im eigenen Lager mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Es ist bekannt, daß die Gegner einer Verständigung unter keinen Umständen weder auf die Rheinlandbesatzung verzichten, noch die Militärkontrolle aufheben wollen. Der Aus» I toärtige Ausschuß hat nun einen Unterausschuß eingesetzt, der sich zunächst einmal sehr eingehend mit dem Kontrollproblem beschäftigen soll. Er will, wenn er mit seinen Arbeiten fertig ist dem Ausschuß Bericht erstatten, der dann sehr wahrscheinlich von sich aus in einer Entschließung energisch die Aufhebung der militäri- schenUeberwachungve lame.i wird. Möglich ist auch, daß er denReichstag auffordert, seierlichst gegen die Hinauszögerung der Rück- berufung der Kommission Verwahrung ein u egen. Jedenfalls deutet alles darauf hin, daß der Reichsaußenminister binnen kur em aus dem Reichstag heraus, sei es auch nur durch den Ausschuß selbst, wirksame Unterstützung erfahren wird. verständnisvolles Zusammengehen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu befürworten, wollen die Sozialdemokraten ihre parlamentarische Stärke dazu benutzen, den bürgerlichen Parteien die Pistole auf die Brust zu setzen und die gesetzliche Festlegung des Achtstundentages in unbiegsamen Formen abzutrotzen. Wenn das nicht ein Armutszeugnis für den politischen S an der sozialdemokratischen Führer ist, dann weih man la um, w ie man dcrs sonst bezeichnen soll. Die heute bestehende gesetzliche Regelung der Arbeitszeit beruht allerdings auf einer der wenigen noch übrig gebliebenen Rotverord- Ttungen aus dem Jahre 1923. Ihr Ersah durch ein wirkliches Gesetz ist notwendig, wie allgemein anerkannt wird, und das Re chsarbe tsministerium hat einen Entwurf vorbereitet. Die Regelung der Arbeitszeit d rch jene Rotverordnung aber entspricht den heutigen Verhältnissen, hat sich praktisch bewährt, s chert den Arbeitnehmern jeden vernünftigen Schuh zu und könnte ruhig übernommen werden. Wenn - die Sozialdemokraten darauf bestehen, jetzt den Kampf um den Achtstundentag im Reichstag anszusechten, dann liefern Tie den Reg erungsparteien und dem deutschen Volke den Beweis, daß sie als Regierungspartei To gut wie unmöglich sind. Berlin, 2. Rov. (TU.) Zu den Anträgen zur Erw er b slo senf ürsorgewurde heute im Unterausschuß des sozialpolrtrschen Ausschusses des Reichstages von dem Vertreter des getragen werden. Arbeitsbeschaffung und produktive Erwerbs- losensürsorge: a) die eingeleiteten Maßnahmen fortzuführen und insbesondere die Arbeitsbeschaffung für die langfristigen Arbeitslosen und Ausgesteuerten auch weiterhin zu unterstützen: b) dem besonderen Notstand im besetzten und geräumten Gebiet bei der Durchführung von Rotstandsarbeiten Rechnung zu tragen; c) bei der Vergebung öffentlicher Arbeiten und Lieferungen innerhalb und außerhalb des Arbeitsbeschaffungsprogrammes erneut darauf hinzuwirken, daß a) keine lieber- stunden geleistet werden, b) soweit neue Arbeitskräfte gebraucht werden, diese vom öffentlichen Arbeitsnachweis zu entnehmen; d) die berufliche Ausbildung und Anpassung der Erwerbslosen, insbesondere der jugendlichen Erwerbslosen, mit verstärktrn Mitteln zu fördern und dabei auch die Jugendlichen einzubeziehen, die noch keinen Anspruch auf Erwerbslosenunterstühung haben. Ganz allgemein, aber auch außerhalb des Arbeitsbeschaffungsprogramms und der öffentlichen Arbeiten will sich die Reichsregierung bei den Landesregierungen mit allem Nachdruck dafür einsetzen, daß die Gewerbeaufsichtsbeamten bei der Bewilligung von Ueberstunden mit Rücksicht auf die ungünstige Lage des Arbeitsmarktes größte Zurückhaltung üben und, daß die Staatsanwaltschaften bei der strafrechtlichen Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen die Arbeitszeit- Vorschriften mit aller Strenge vorgehen. Die Reichsregierung wird weiterhin um eine abschließende Regelung durch möglichst baldige Verabschiedung der Arbeitslosenversicherung bemüht sein. Die Denkschrift über die Maßnahmen zugunsten der älteren Angestellten , soll dem Reichstage, wenn irgend möglich, noch im November zugehen. An die Erklärung der Regierung über dte Erwerbslosenfürsorge schloß sich eine längere Aussprache, in der jedoch die Redner der Bayrischer Ministerbesuch in Berlin Berlin, 3. Nov. (Prio.-Tel. des W.T.B.) Auf Einladung des Reichsinnenministers Dr. Külz war gestern der bayerische Innenminister Stü tz el zu einer Besprechung in Berlin. Wie die „Voss. Ztg. zu berichten weiß, wurden alle zwischen dem Reich und Bayern schwebenden Angelegenheiten besprochen, darunter auch grundsätzliche Fragen, die Verhältnisse zwischen Reich und Länder betreffen. In der Besprechung wurde Mischen den Ministern Uebereinftimmung über die Behandlung dieser Fragen hergestellt. a) im Wege der Verordnung, die Zustimmung des Reichsrates vorausgesetzt, für bie Dauer des Winters, also bis zum 31. sämtlicher Haupt- (Ledige und Fa- Grund dieser Besprechung einen neuen Refecenkenenlwurf ausarbeiten, von dem man bei den Ländern annimmt, daß er in etwa drei Wochen fertiggestellt werden kann. Dieser Entwurf wird dann dem Reichskabinett zugehen und einer eingehenden Beratung im Reichsrat zugeführt werden. Nachdem die . wichtig st e staatspolitische Frage durch die Beibehaltung des § 35 aus der Debatte a u s g e s ch i e d e n ist, glaubt man in Kreisen der ßänber, daß sich über die anderen Streitpunkte eine Einigung wird erzielen lassen, wenn auch bisher von selten des Reichsfinanzministeriums in der Frage der Garantie der Umsatzsteuer in Höhe von 450 Millionen Mark keine Zusage erfolgt ist. Der Bedarf der Länder soll bei der Verteilung der Steueranteile auch in Zukunft berücksichtigt werden. Die garantierte Summe des Reiches für die Einkommensteuererträge der Länder wird von 2,1 auf 2,4 bis 2,5 Milliarden erhöht werden. Auch in den übrigen noch nicht völlig geklärten Fragen dürfte in dem Referenten entwarf die zum Ausdruck gebrachte allgemeine Meinung der Länder und Gemeinden in weitgehendem Maße Derücksicht.i- gung finden. Kundgebung für die europäische Verständigung Berlin, 3. Nov. (TU.) 3m großen Sitzungssaal des Reichstages fand gestern abend eine Kundgebung des Verbandes für europäische Verständlgung statt, zu der zahlreiche Minister und Parlamentarier des Reiches und der Länder, sowie Vertreter der Wirtschaft, der Arbe tgeber- und Arbeitnehmerorgan isat.onen, sowie Persönlichkeiten a s Wissenschaft, Literatur und Kunst erschienen waren. Reic^tagSabgeordneter Dr. S ch ü ck i n g eröffnete die Versammlung. Der Redner erklärte „Wir verlangen keine pazifistische Weltanschauung. Wir wollen vielmehr über alle Grenzen der Konfessionen, Klassen und Parteien hinweg alle sammeln, die heute in der auswärtigen Politik guten Willens sind. Wir sind unserer Regierung dank- bar, daß sie in vollem Maße von der Erkenntnis beherrscht ist, auf neuen Wegen die nationalen Ziele zu verfolgen. Wir wollen sie darin unterstützen." Re chstagsabgevrdneter Geheimrat Prof. Kahl erklärte, er könne es nicht aufbringen, mit Begeisterung von der Sache zu reden. Er wünsche nicht den Krieg, aber er vermöge es nicht zu vertreten, daß niemals wieder ein? geschichtliche Lage eintreten könne, in der die Kriegsfurie dahirchraust. Aber gerade, wenn man die Kriegsgefahr als immer lauernd betrachte, gewinne die Verständigungsarbeit ebne doppelt ernste Bedeutung. Die Aufrechterhaltung der Tatsache eines entwaffneten Deutschlanos inmitten eines roaffen- fkarrenden Europas schließe grundsätzlich die völkerrechtliche Gleichberechtigung, auf der allein die Verständigung beruhen könne, aus. Der Gedanke eines europäischen Staotenbundes oder gar Bundesskaat sei eine Utopie Der Zentrumsführer Prälat Dr Kaas wies darauf hin, daß der Aufruf des Bundes für europäische Verständigung die Unterschriften von Stresemann. Briand, Marx und Macdonald trage. Der frühere Reichswirt- schaftsminister W i s s e 11 begrüßte die Erklärung des Generaldirektors Bögler, in der dieser erklärt habe, daß die wirtschaftliche Verständigung nur Be- Annahme von Anzeigen für die xagesnummtr bis zum Rachmitlag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ 0 mehr. Theftedokteur. Dr. Friede Wich. Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr H Thyriot; für den Übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil i.Dertr H. Deck, sämtlich in Gießen. tieren. Der durch die ursprüngliche Absicht des Reichs- finanzminisleriums drohende siaatspolitifche Konflikt dürfte damit als beseitigt gelten. Dagegen verlangen die Länder nach wie vor die volle Garantie für das Aufkommen von 450 Millionen Mark, d. h. also 30 Proz. des Gesamtaufkommens aus der U m f a tz ft e u e r. Dem Wunsch der Länder, die Einkommensteuerquote von 80 Proz. auf 90 Proz. zu erhöhen, wird jedoch voraussichtlich nicht Folge geleistet werden, da das Reichsfinanzministerium der Ansicht ist, daß die Länder auch von sich aus die vom Reichsfinanznnrn- sterium eingeleiteten allgemeinen Sparmaßnahmen in der Verwaltung energisch durchführen müssen und dadurch beträchtliche Ersparnisse I erzielen können. Der Reichsfinanzmini st er wies darauf bin, daß der vorliegende Entwurf lediglich als eine Grundlage gedacht gewesen sei, um auf diese Weise in einer unverbindlichen Besprechung die Ansichten der Länder kennenzu- lernen. Don feiten des Reiches wurde im Zusammenhang mit der Stellungnahme der Reichs- regierung zum Erwerbslosenfürsorgege- e tz eine gewisse Entlastung der Länder in Aussicht gestellt. Was die politischen Befürchtungen einiger Länder angeht, so wurde von feiten bes Reichsfinanzministeriums erklärt, daß das Reichsfinanzministerium keinerlei politischen Druck ausüben wolle, sondern den Finanzausgleich rein auf finanzieller Grundlage zu regeln wünsche. Auch von sächsischer Seite wurde betont, daß durch finanzielle Regelungen politische Fragen keineswegs beeinflußt werden dürften. Alle Ländervertreter waren sich darüber einig, daß vor der endgültigen Regelung die Hauszinssteuer reformiert werden müsse. Von süddeutscl)er Seite wurde besonders darauf hingewiefen, daß, nachdem der Reichstag eine Begrenzung der Miete auf 100 Prozent festgesetzt habe, die H a u s z i n s st e u e r, in Württemberg und Hessen Gebäudeentschuldungssteuer genannt, ein ganz anderes Gesicht bekommen habe und sich als die unsozialste und unwirtschaftlichste Steuer herausgestellt habe. Das Reichsfinanzministerium tbirb nun auf Thoiry im Reichstag. Berlin, 2.Rov. (WTB.) Der Auswärtige Ausschuß desReichstages ist heute vormittag, wie das Rachrichtenbureau des Vereins Deutscher Zeitungsverleger berichtet, unter dem Vorsitz des Abg. Hergt zusammengetreten, um die Besprechung über Thoiry weiter fvrtzusehen. Reichsaußenminister Dr. Stresemann behandelte in ausführlichen Darlegungen diese Frage. Anschließend sprach General von Pawels über die Militärkontrolle und die Frage der Verbände in Deutschland. Es entwickele sich hieraus unter den Ausschußmitgliedern eine längere Debatte, in deren Verlauf auch von feiten der Regierung Reichsminister des Innern Dr. Külz zu einigen Erläuterungen das Wort nahm. Am Schluß der Aussprache wurde ein Antrag der Regierungsparteien und 1106 MW«. I einzelnen Parteien noch keine bindenden Erklärungen abgaben, sich vielmehr die Stellungnahme I ihrer Fraftionen vvrbehielten. Beschlüsse wurden I demgemäß nicht gefaßt. Viesionf eren; derAnanMinifter, Berlin, 2. Rov. (TAI.) Die heutige Kon- 1 ferenz der Finanzminister der Länder im Reichsfinanzmimsterium über ben neuen Finanzausgleich begann am frühen Vormittag. Von feiten mehrerer Länder lag der Antrag vor, die Einkommen st euerquote für die Länder und Gemeinden, die gcgeittoärtig 75 Prozent beträgt, auf 90 Prozent heraufzusehen. Don einflußreicher süddeutscher Sette wurde in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß den Ländern infolge der Notwendigkeit, die Haus- zinssteuer (Grundstückentschuldungssteuer., Gebäudesondersteuer) vom 1. April 1927 ab beträchtlich herabzusehen, durch Erhöhung der Reichszuweisungen ein Ausgleich geschaffen Werden müsse. Das Reichsfinanzministerium hat je- doch den Plan, den 8 35 fallen zu lassen, inzwischen aufgegeben. Der § 35 sieht bekanntlich Dor, den ertragsschwachen Ländern mindestens 80 Prozent des Reichsdurchschnikts der Einkommensteuer pro Kopf der Bevölkerung zu garanhöhen; b) zur Vereinfachung der Verwaltung und zur Vermeidung sozialer Schäden den Ain- terschied zwischen alleinstehenden und mcht alleinstehenden Arbeitslosen zu beseitigen und die Nichtalleinstehenden auf das Niveau der Alleinstehenden zu heben; _ c) die obere Grenze für die Erwerdslosenfür- forge so zu gestalten, daß auch das 4. Kind (der fünfte Familienangehörige) den vollen Zuschlag erhält. d) durch bindende Vorschriften sicherzustel- len, daß die Prüfung der Bedürftigkeit gleichmäßig und dort, wo es bisher nicht geschehen war, entgegenkommend gehandhabt wird (Feststellung von Dedarfssahen für den Arbeitslosen und seine Angehörigen). Kleiner Besitz-Spargroschen, Hausrat, kleines Eigentum, das keine nennenswerten Nettoeinnahmen abwirft usw. — darf nicht zur Verneinung der Bern bilden, ist eine Entdeckung, die nicht ganz neuen Datums ist. Heber sozialpoliti^e und wirtschaftliche Fragen ist dte große Koalition unter der Kanzlerschaft ©tret ernannt in die Brüche gegangen, denn die Sozialdemokraten sind w -----—o-------- dug Furcht vor den Kommunisten und unter dem ^eic^arbeitsmimsteriums die Stellung der Druck ihres radikalen Flügels nie imstande ge- ^e i chs r eg ie run g , wie folgt, betanntgege- wesen, sich in solchen Dingen den anderen bürger- &en; Reichsregierung ist bereit, in der lieben Parteien der damaligen unterstützenden Lrwerbslosenfürsorge matzen anzupassen. Dieselbe Ersahrung haben wir i .... vor einem Jahr gemacht, als trotz aller Versuchs an denen auch der Reichspräsident persönlich starken Anteil genommen hat, es nicht gelungen ist die Sozialdemokraten zum Abgehen von ihren untragbaren Forderungen zu vercmlassem Nun tritt der Reichstag wieder in Tätigkeit, der Gedanke der Regierungserweiterung Wird lebhaft erwogen, Zentrum und Demvttaten reden den Sozialisten gut zu, sich zu mäßigen und ihre Vorstellung von Klassenkampf belferte zu stellen, um die Verantwortung an den Negierungsgeschäften mit tragen und an der Pottaschen Arbeit mit teilnehmen zu können, aber alles Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: vteßenei FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle monais-Bejugspreti: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Ließe«. 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Vorher hatte er 1522 In Ober-Ursel eine Schule errichtet, Deren Bestand bis m Den Anfang des vorigen Jahrhimterts wahrte. Als Ober-Arseler „Schulmeister" hat Erasmus Albe- rus, Der ein großer Freund Der Ratur unD hurtiger Wanderer war, seine historisch getoor- Dene Feldbergbesteigung urtemommen an Die nach gerate 400 Jahren wieder e.nmQl erinnert werden Darf: ter von ihm Darüber gegebene Bericht ist Die erste Beschreibung einer FelDbergreise, die uns überliefert ist. Mderus hat seine Eindrücke in folgende Verse gekleidet: „Auf Dem FelDberg hoch Dort oben, wenn man I üicht höher kommen tann, Da steht ein großer, weiter Plan. Der hat einen solch breiten Raum (Wenn ich's nicht wüht, so glaubt ich's kaum), eine große Stadt küiml' Dort oben stehn als Frankfurt, ist fein Zweifel Da, unD auf Demselben breiten Plan sieht man schier bis gen Köln Vanille-Soßenpulver 5 Vanillin-Zucker 5 Pfg. W Seit Generationen ziert zu Familienfesten ^02 ein Kuchen den Tisch. 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Seine Werke sind mehr der Musizierfreu- dlgkeit entsprossen, die eben im Gelingen des Werkes, im Klangschönen chre Erfüllung findet. Nicht, daß ihm das Produzieren etwa irgendwie nur zur Ausfüllung der Formen wird; er ist sich sehr wohl des Unterschiedes bewußt, der zwischen dem Technischen und dem Genialen liegt. „Es ist die Melodie, welche der Musik ihren Reiz gibt. — Die Erfindung einer hübschen Melodie ist das Werk des Genius, und eine solche bedarf keiner weiteren Ausschmückung, um zu gefallen." Damit ist aber auch der Kern seines Schaffens berührt: die Melodie als organisches, geschlossenes Wesen beherrscht seine Werke. Nicht die Satzregeln der „Schule" sind ihm letzte Instanz. „Die Kunst ist frei und soll durch keine Handwerkerfesseln beschränkt werden. Das Ohr, versteht sich ein gebildetes, mutz entscheiden, und ich halte mich für befugt wie irgendeiner, hierin Gesetze zu geben." Lieber läßt er einen „kleinen grammatischen Schnitzer stehen, statt die Schönheit der trockenen Schulfuchserei aufzuopfern". Wenn er auch in seinen ersten Quartetten alten Wurzeln folgt, so ist er immer mehr bemüht, aus Nr. 258 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 3. November 1926 Fiskus, der seinerseits nicht ausschlagen darf. mutigen Sechzehnteln, aus denen im Mittelsatz ein —in— nenbe Konzertreihe. führt aus. wie daö Erwachen Mens für uns wichtig genug werden kann durch furchtbare Erschütterungen, ja einen völligen Zusannnenbruch des Wirtschaftssystems gerade der Mächte, die verschaffen. , r . ilnfer geltendes bürgerliches Recht kennt dagegen eine Rachfolge in das Vermögen des Verstorbenen immer nur als Rachfolge von Privatpersonen (Beerbung). Dieser Gedanke ist ausgesprochen in § 1922 DGV.: „Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht deren Vermögen (Erbschaft) als Ganzes auf eine oder mehrere andere Personen (Erben) über.“ Selbst der Staat muh, und wenn soweit er ausnahmsweise die Dermögensnachfolge antreten will, dies als Wer nun im einzelnen Erbe wird, das zu bestimmen hat das bürgerliche Recht in erster Linie dem* Erblasser selbst überlassen. Durch eine lehtwillige Verfügu ng kann festgelegt werden, wer Erbe sein soll. Rur wenn und soweit es nicht zur gewillkürten Erbfolge kommt, «unserer deutschen Lebensfrage: Was kann die wachsende Bewegung für b'x* deutsche Dffreiungs» und Selbst bestimmungs Politik bedeuten? lind er Pflichten hatte er abgeworsen: sein Eigenleben konnte sich frei entfalten. Als „fratto di una lunga e laboriosa fatica“ widmet er die sechs Quartette seinem „padre, guida et amico“ Haydn. Das außerordentlich Reue dieser Quartette, die Aeußerung des ureigensten inneren Erlebens, mußte dem Stil eine wesentliche Vertiefung geben, andererseits einen starken Gegensatz zu den Zeitgenossen bedeuten. „Doch wohl zu stark gewürzt, — und welcher Gaumen kann das lange aus- halten." '„Kaum will man einem schönen Gedanken nachsinnen, so steht schon wieder ein anderer herrlicherer da, der den vorigen verdrängt." Dem bisher nur an formale Verarbeitung gewöhnten Ohr konnte diese tiefe Verankerung auf dem Urgründe des Emotionalen sich erst voll erschließen, sobald der G<ühlLunter gründ im Musikerleben deS Hörenden wachgerufen wurde. Diese persönliche Welt kündet sich in Mozarts O-Moll-Quartett, dessen erster Satz sich aus dem Dunkel erhebt. Das Andante erscheint fast verklärt, Tone aus Saraftros Reich glaubte man zu vernehmen. 3m Menuett ringt sich mit dem Trio die Heiterkeit durch. Das Finale führt sein Thema durch die verschiedenen persönlichen Stimmungen: ein Weg, dem in unserer Zeit Max Reger gern gefolgt ist. Und diese Meisterquar e.te Mo arts wurden gerade ihrem Anreger Haydn wiederum zum Lehrmeister. Die Kanliiene gesinnt an Weichheit und Warme, er gibt dunklen und verklärten Stimmungen nach, der Aeltere wandelt sich unter dem Einfluß des Jüngeren. So auch in dem Q°Dur-Quartett („Lerckenquartett"). 3m Menuett greift wieder die alte ursprüngliche Lustig- | leit durch, und der letzte Satz gibt den Haydn । früherer Zeiten mit seinen prickelnden, über- Das erwachende Asien. 3apans Bevölkerung stieg innerhalb von 60 3cchren von 30 auf 60 Millionen, die von 3aM von 3 auf 33 Millionen, die der PhniP^ baren und von Korea verdoppelte sich innerhalb eines 3ahrzehnts ... 3st das die fogenanrrte nelbe Gefahr, die schon vor dem Kriege aisi Schlagwort ausgegeben wurde? Suck» esI bte Zahlen, die die weihe Rasse schrecken müssen^ ober ist es ein neuer Wille, eine umfassende Bewegung. b;c sich zu regrn beg:nnt m bn ungeheueren östlichen Lanbmasfe?3edensallsst es eine gerade uns mitten in Europa durch Europäer so hart bedrängten Deutschm v^l zu wenig bekannte Tatsache, daß neben bemDiktat von Versailles bie Entwicklung "i nahen unb fernen Osten bie ganze Erde so schnÄl nicht zur Ruhe kommen lassen wirb. 3st nun Asien uvfeiner Gesamtheit schon jetzt ober erst m ferner 3ert eine wirkliche Bedrohung Europas, droht bu Gefahr etwa nur bem britischen Weltreich unb den anberen großen Kolonialmächten ober auch Deutschland, dem Herzland Mitteleuropas? Tatsächlich bcbarf es zur vollen Erfassung be£ fern östlichen Problems schon bemahe Apolitischer Schulung, b. h. der Fähigkeit, in großen Lebens- räumen, in Kontinenten zu denken, und weiterhin genauer Einzelkenntnis der gerade in Deutschland vor und nach dem Weltkriege viel zu sehr vernachlässigten Gesamtentwicklung m dem Werk der Routine, den Einwirkungen seiner Zeitgenossen herauszukommen zu einem Gebilde, das nicht nur Alltägliches zu sagen hat, das als Werk sein eigenes Gesicht trägt. Haydns im Volkstümlichen wurzelndes ursprüngliches Wesen und sein Optimismus Hal ihn seinen Zeitgenosien als den „tändelnden Lustigmacher" er- scheinen lassen. Ohne Grund, er ist wie selten einer mit großer Gewissenhaftigkeit ans Werk gegangen. Zwar lagen noch viele konventionelle und zeitalter» liche Bindungen auf ihm, daß er feine Kunstübung bei aller Bestimmtheit seiner selbstvewußten persön- lichen Stellung mehr im Sinne einer gehobenen Sphäre ansah, wo das Letzte des Persönlichen zu geben für ihn noch nicht recht möglich war: dem Werk gegenüber hält er stets eine objektive Distanz. Daß er aber seinen Zeitgenos,en Außerordentliches zu sagen hat, zeigt wohl am deutlichsten, daß Mozart als Quartettkomponist zunächst ganz und gar in seine Rachfolge gerät. Haydns „£on- trapunktischen" Quartetten läßt der junge Mozart gleiche folgen: und ebenso wie sein Vorbild pausiert er ein 3ahrzehnt in seinem Quartett» schaffen. 3nzwischen hatte Haydn den Stil der motivischen Durcharbeitung in den großen 3n- strumentalsormen erprobt und konnte ihn jetzt der abstrahierenden, vergeistigten Form des Strei cb- guartetts zu eigen machen. Die konzertierende Art der ersten Violine «nachte einer stimmigen Durcharbeitung vier gleichbe.echtigter 3nstrumente Platz und löste so die vorwiegende Homophonie durch verwebende Thematik ab. Das gab den Anstoß zu Mozarts Meisterquartetten. Bei Mozart hatte sich die Persönlich- keit als 3ndividuum von konventioneller Gebundenheit befreit; hemmende Bande amtlicher Fugaw erwächst. Bei Mozart ein Schallen auf dem Gefühlsgrunde der Persönlichkeit, bei Beethoven ein unbedingtes Durchsetzen des Ichs. Die geschichtlichen Tatsachen und die Weltanschauung seines Zeitalters wirken sich bei ihm aus: Freiheit der Menschenrechte, als Krönung der Künstler, unbeschränkt durch irgendwelche Fessel. Bei Mozart noch der thematische Ausbau die Form; bei ihm das Suchen, allmähliche Entwickeln, Herauswachsen des Themas aus Dem Willen, ein untere Kerkermauern geschaffen, die auch uns den Lebensraum verengten und Millionen unserer Dollsgenossen von uns rissen. Auf unseren Willen kommt es an, ob wir bann das Schicksal mcjtern können: „Wenn wir in unserer Mehrheit ein Kult» Volk mit verstümmelten Grenzen, ganz unzulänglichem Lebensraum ohne Entwicklungsmöglichkeit, trotz gelegentlichen Pflästerchen, verachtet unter den Döllern der Erde bleiben wollen, so fügen wir uns in den Zustand, aus dem die Panasiaten I. Der besonnene Mensch, der den Gedanken nicht von sich sernhält, daß er einmal sterben und dann alle Güter dieser Welt anderen überlassen muh, wird auch an der Frage nicht Vorbeigehen, was nach seinem Tode mit dem geschieht, was ihm als sein persönliches Vermögen zu eigen gehört. , Denkbar ist der Standpunit, den wir auch in alten und in primitiven' Rechten finden, daß das Vermögen, das dem Einzelnen zur privaten Ruhung zur Verfügung stand, an die Gesamtheit zurückfällt und von dort aus wieder dem Einzelnen zugute kommt, ein Gedanke, der sich besonderer Beliebtheit hinsichtlich des Grund und Bodens erfreut. Moderne Bestrebungen wollen sogar diesen Standpunkt wieder für unser heutiges Recht verwirklichen oder ihm wenigstens in er- höhterem Maße als seither praktische Geltung ganz Asien heraus Haban wollen, und können die dauernde gottgewollte Abhängigkeit von den Hauptmächten von Versailles, de zugleich die Vergewaltiger der asiatischen Mehrheit sind, auf uns nehmen. Ehre und Selbstbestimmung spiell dann im Leben eines solchen Volkes keine Rolle mehr." Den deutschen Lebenswillen zu starken durch Erkenntnis von Gefahr und Möglichkeit, ist gerade dieses Sonderheft der Sübdeutschen Monatshefte hervorragend berufen. Äuseinandersetzen mit feiner Problematik. Das Ringen des ersten Satzes des kt-Moll • uartetts (op. 59, Nr. 2) löst sich im Adagio; choralartig fügen sich die Stimmen wie zum Gebet, innere Einkehr in ihrem Erheben und Abklingen; ein Wiederfinden des eigenen Ichs. Die Lebensfreude erwacht im Allegrctto, im Trio wird ihr ein russisches Volkslied zum Spiegel (op. 59 ist dem Grafen von Rasoumofffky gewidmet, dem damaligen russischen Botschafter in Wien). Und das Lebensgefüyl erwächst in seiner Ueberfteigerung im Finale im Lichte des plötzlichen Entflammens, Zurücksinkens und zur Entfesselung im Piü presto. Diese so verschiedenen Geistesrichtungen fanden ihre Darstellung durch das Peischer-Quortett (Wiesbaden), das mit fernem Empfinden für die einzelner Stile ebenso der durchsichtigen Welt Haydns gerechi wurde, als es die Weihe bei Mozart offenbarte in seltener Abtönung und Herausarbeitung, besonders im Andante mit seinem Verhauchen und Erstehen und mit starker, energischer Durchführung des L-Moll- Quartetts in allen seinen Aufwallungen und Steigerungen bis zum Taumel des Schluffes. Ein verheißungsvolles Symbol für die begin» unterscheiden, daß bet ihnen zwar auch dem Erben oder einer andern von dem Erblasser begünstigten Person zugleich eine Verpflichtung auferlegt wird, aber ohne daß irgend jemand berechtigt ist, die Leistung für sich zu verlangen. Hierher gehören beispielsweise Anvrdnirngen über die Art des Begräbnisses. Der Erblasser kann weiter Bestimmungen über die Au.'e nandersetzung der Erbmasse treffen (hier ist Gelegenheit gegeben, dafür zur sorgen, daß ein bestimmter Miterbe bestimmte einzelne Gegenstände bekommt), er kann einen Testamentsvollstrecker einsetzen, der die lehtwilligen Verfügungen des Erblassers ausführen oder den Rachlah anderweitig verwalten soll, er kann, soweit nicht durch das Pflichtteilsrecht Grenzen gezogen sind, Enterbungen vornehmen, er kann die Feuerbestattung anordnen und vieles andere. Wir sehen, daß solche An- Das Schicksal des Vermögens nach dem Tode. Don Dr. Karl E n g i f ch. Ordnungen schon zum Teil über rein vermögensgreift das Gesetz ein, also beispielsweise wenn I rechtliche Bestimmungen hinausgehen. Alle die eine Verfügung von Todeswegen überhaupt nicht möglichen Anordnungen dieser Art, die der Erb- errichlet oder widerrufen oder unwirksam ist. lasser vornehmen kann, bezeichnet man als Ver- Die gesetzliche Erbfolge (3ntestaterbfolge) ist Der- fugungen von Todes wegen Diese werden gewandt enerbfolge. Reben den Verwandten erbt troffen oder zusammengefaht m einem ..^.estader Ehegatte bald zu i'4, bald zur Hälfte, ent- ment oder Erbvertrag (lehtwillige Verfügung erntete Verwandten schließt er ganz aus. 3n I in weiterem ©inne). , , Ermangelung anderer Erben kommt der Fiskus Zu deren Unterscheidung ist zunächst folgen- zum Zug. Die Verwandten untereinander ge- des zu bemerken: Das^stament ist eme ein öttige langen nach der sogenannten Parentelenordnung widerrufliche der Erbvertrag zur Berufung. Sie gruppiert die verschiedenen (vertragliche), unwiderrufliche letztwillige Der- Verwandten zu einzelnen bestimmten Ordnungen, fügung. Der Gegensatz zwischen em.eüigen (1. Ordnung: die Abkömmlinge, 2. Ordnung: die und ten vertraglichen ^^Qungen Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge, daß bei den letzteren sich zwei oder mehrers 3 Ordnung: die Großeltern und deren Abkömm- Parteien gegenseitig ubere.nstimmende Erklarun- linge usw.) und läßt ein Mitglied einer ent- gen einander abgeben welches Moment im erfte- emteren Ordnung erst dann Erbe werden, wenn ren Falle ehlt. Der Gegensatz der Widerruf llch- keine Mitglieder einer näheren Ordnung als Erbe feit und Iftiwidetruslichkeit wird bereits durch in Frage kommen. Reben einem Kinde des Erb- die sprachliche Wendung ausgedruckt: die Wider- lassers erbt z. D. der Vater des Erblassers nichts, ruflichkeit die dem Testament zukommt bedeutet 3m übrigen gelten Einzelheiten, deren Verstand- daß der Erb lasser lebe^ell bestimmen kann, daß nis dem Laien bereits Schwierigkeiten bereitem das von ihm sruher durch letztwillige Verfügungen und deren Bericht zu weitgehen würde (Reprä- AngWrdnete nicht gelten soll wahrend Unwider- sentationsrecht, Erbfolge nach Stämmen usw. ruflichkeit besagt, daß eine solche einseitige Außer- Räberes liebe 8 1924 ff DGB) kraftsetzung des einmal als gewollt Erklärten nicht Raheces siehe 1924 ff W angängig ift. Hierin besteht auch die besondere Obwohl die gesetzliche Erbfolgeordnung des praktische Bedeutung des Erbvertrags: Die Un- bürgerlichen Rechts von dem Gedanken getragen Widerruflichkeit will die Möglichkeit eröffnen, dem ist, daß diese Ordnung am ehesten dem mut- CDertragSgegner oder einem dritten Bedachten mählichen Willen des Erblassers und dem ge- einigermaßen Sicherheit zu gewähren, wie er rechten Empfinden entspricht, so kann den b e - hinsichtlich des Vermögens des Erblassers nach sonderen Wünschen des Erblassers und den j^ffen Tode dasteht. Diesem beschränkten Zweck besonderen Umständen nur dadurch Rechnung entspricht es, daß in einem Erbvertrag als solchen getragen werden, daß man dem Erblasser ge- nur Erbeinsetzungen, Vermächtnisse und Auslagen stattet, selbst zu bestimmen, was in f^aem Der- angeordnet teerten können, während das Testa- mögen nach seinem Tode geschehen soll und diese ment nur möglichen lehtwilligen Der- Gestattung enthält das BGB. Selbstverständlich fugungen tauglich ist. Doch können mit einem ist sie keineswegs, unb der Freiheit im Bestimmen Erbvertrag in einer Urfunbe testamentarische dessen, was mit bem Vermögen ge!chehen soll, Verfügungen üerbunben werben. sink) immer gewisse Schranken gezogen. Eine der ---------- Srünten entzieh'bare _ ober beschränkbare Deutschlandund die Türkei «rem K :«»rreIPont,n.6n auf die Hälfte des Wertes dessen, was sie nach Konstantinopel, Oktober 1926. bem Gesetz bekommen würben. §§ 2303 ff. VGB. Die innerpolitische Lage der Türkei hat sich Eine weitere wichtige Schranke ist bie, bah ber I zweifellos gebessert. Man hatte mit der Möglichkeit Erblasser einem anderen nicht die Bestimmung 5U rechnen, daß das scharfe Vorgehen der Regierung überlassen kann, ob seine letztwillige Verfügung gegen die Führer der Opposition zu Unruhen führte, gelten soll ober nicht. Auch kann er grundsätzlich Die Todesurteile von Smyrna und Angora hoben nicht die Bestimmung der Person, bie eine Zu- I aber keine Folgen gehabt, die Regierung sitzt wenbung erhalten soll, sowie bie Bestimmung bes heute so fest im Sattel wie nie zuvor. Gegenstandes bet Zuwendung einem Dritten über- Eine Opposition gibt es nicht mehr. Das ist vom lassen. Abgesehen von solchen Beschränkungen ist deutschen Standpunkt aus nur zu begrüßen. Innere aber bem Erblasser weitgehende Möglichkeit ein- Unruhen können unter Umstänoen zur Vernichtung geräumt, Bestimmungen über fein Vermögen zu der Türkei führen, da mancher Nachbar nur auf treffen. Dor allem kann er bestimmen, wer Erbe einen Anlaß wartet, um sich ein Stück dieses Landes fein, b. h. also, wer Gesamtnachfolger in fein zu holen. Von diesem Gesichtspunkt aus müssen auch Vermögen werben soll. Er kann babei einen ober die nach europäischem Gefühl vielleicht zu harten mehrere Erben, letztere zu verschiedenen Bruch- Urteile von Angora und Smyrna betrachtet werden, teilen, einsehen, er kann einen Erben einsehen Ein Staat wie die Türkei, umringt von lsuernden für den Fall, daß ein an erster Stelle berufener Feinden, kann sich keine Opposition leisten, darf sie Erbe die Erbschaft nicht erwirbt z. D. ausschlägt nicht dulden. (Srsaherbschaft § 2096 BGB.), ober er kann be- Rein menschlich betrachtet, waren die Todes- stimmen, bah jemanb Erbe sein soll, nachbem be» urteile sehr hart, rechtlich vielleicht anfechtbar, poli- teils vorher ein anderer eine Zeitlang Erbe ge» tisch aber werden sie hier als notwendig angesehen, wesen ist (Racherbschaft § 2100 ff. BGB. Bei- 3m übrigen waren sie eine reine innere Angelegenspiel: 3n erster Linie soll der Ehegatte Erbe heit der Türkei, die uns in Deutschland nicht zu sein unb nach bessern Tobe soll bie Erbschaft an kümmern braucht. Unser Interesse ist eine feste, ben Sohn fallen). Der Erblasser kann aber nicht zielbewußte Staatsgewalt, mit der man nur bestimmen, wer Erbe sein soll, er kann Geschäfte machen kann, auf die man sich verlassen auch andere Bestimmungen treffen: er kann Vet- kann. Andere Staaten mögen ein Interesse haben mächtnisse aussehen, b. h., er kann für irgend je- an einer schwachen, sich selbstzerfleischenden Türkei, manben einen Anspruch begründen, inbem er bem um bann Eroberungen machen zu können. Deutsch- Erben ober einer andern von ihm bedachten land wünscht eine möglichst ftarfc, unab- Person bie Verpflichtung auferlegt, an jenen, ben hängige Türkei, die wirtschaftlich erstarkt und Vermächtnisnehmer, eine Leistung zu machen, die im Austausch gegen die eigenen landwirtschaft- Hauptsächlich ist hier dem Erblasser Gelegenheit lichen Erzeugnisse von uns Jndustrieerzeugnisse be- gegeben, einen bestimmten Gegenstand aus der zieht, die ihre Waren kaufen kann, wo sie am besten Erbmasse zuzuwenben (etwa einem Freund ein bedient wird, also bei uns, und die nicht aus poli- Buch), indem er bem Vermächtnisnehmer einen tischen Gründen bald von diesem, bald von jenem Anspruch gegen ben Erben auf Aushänbigung Land Ausschußware übernehmen muß. bieses Gegenstandes aus ber Rachlahmafse zu- Dor wenigen Tagen wurde in Kaisari (Caesarea) weist. Der Erblasser kann weiter Auflagen an- die türkische Flugzeug- und Maschinen- orbnen, bie sich daburch von ben Vermächtnissen I sabrik eingeweiht. ein höchst bedeutsames Werk Afren. Es dürfte kaum einen Verfasser geben, welcher diese Forderung in knapper Form so erfüllt, wie Professor Dr. Karl Haushofer, der bekannte Geograph unb Geopolitiker, em besonderer Kenner des Oftens unb schon vor bem Kriege ein Warner, im neuen Sonderheft ver Süddeutschen Monatshefte München, ■unter bem Titel „Das erwachende Asien . Ausgehend von der neueren Entwicklung der panüftatifchen 3dee, schildert er die heute wirksamen Gegenkräfte, nämlich ben aNeuropaischen. den allpazififchen und ben biefe bejden zusam- menfaffenben euramer-knirschen Gedanken, sodann die Einwirkung der Sowjetideen wie ber Praktische Politik Moskaus auf den fernen Osten. Ker zeigt sich, welcher Wefensunterschied be- wllll,gviUölluxt,|UtH1 _ steht zwischen mitteleuropäischem und van- Privatperson, als „Fiskus", als Erbe tun. (Die asiatischem Dewegungswillen, wie Mittel- Erbschaftssteuer kommt hier nicht in Frage, da tznropa letzten Endes von einer tiefen ®epn- I keine Dermögensnachfolge bedeutet.) sucht nach mehr Ordnung und Gleich- $ie eben angezogene Bestimmung enthält «gewicht durchzogen ist, wahrend die pcmastaN andere Fundamentalfähe unseres Erb- schen Vorkämpfer von einem glubenben 45ot nätnU$ einmal den Sah, daß das Vermögen wärtsdrängen erkülll smd und babei f°9^L als Ganzes auf bie Erben übergeht, und schroffsten Degenfähe wie"Esstischen Mate- anderen den Sah, daß es unmittelbar rialismus unb 3doalismus bereinigen, ^ir (eben s;obe des Erblasser über geht. Der erste weiter, wie Asiens Erwachen nch^der s Qi e » | betagt, daß ber Erbe nicht einzelne Gegenden äußern muß in 3apan und ®bma, welche rtänI>c ot)cr Gruppen von Gegenständen (z. D. Völler und Länder selbst wiederum Kultur- und gesamten Grundbesitz) erwirbt — man kann Stnckturuntersch-ede auftne.fcm Gr frrovfi»fÄ mN1lslll>l.aaen Darr. von Junkers. Der türkische Generalstabschef ge* dachte in seiner Rede mit sehr anerkennenden Worten des wegen Krankheit leider abwesenden Professors Junkers. In Anaora wird zur Zeit über den deutsch-türkischen Handels- und Nie- derlassungsvertraa verhandelt. Der deutsche Botschafter Radolny führt die Verhandlungen deutscherseits, während turkischerseits der frühere Handelsminister Ali Djenani Bey Derhand- lungsleiter ist. Nach türkischen Pressemeldungen ist der Stand der Verhandlungen sehr weit fortgeschritten und mit einem baldigen Abschluß ist zu rechnen. Nur in der Frage des deutschen Teppichzolls soll noch keine Einigung erzielt sein. Bisher wurden in Deutschland 24 Mark je Kilogramm Teppich erhoben, die Türken wünschen Herabsetzung bis auf 6 Mark, während wir angeblich auf 12 Mk. gehen wollen. Die Deflation der amerikanischen Millionäre. Don unserem A. G. A.-Derichlerstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verbotenI) N e u y o c k, Oktober 1926. Wenn man den Ziffern des Washingtoner Schatzamtes Glauben schenken darf, haben die Vereinigten Staaten heute um 2800 weniger jener glücklichen Sterblichen, die sich Millionär nennen dürfen, als vor einigen Jahren. Es scheint demnach leichter zu sein, in diese Menschenllas.e aufzurücken, als in ihr zu verbleiben, leichter eine Million zu erwerben, als sie fest zuhallen. Die Ziffern, die dieser Vermutung zugrunde liegen, stammen vom ersten Aktuar im Schatzamt, Joseph S. McCoh, der seine Beobachtungen auf Grund der Einkommensteuer-Einschätzungen in einer überaus interessanten, in einem Finanzfachblatt veröffentlichten Abhandlung zu Proto- koll gibt. Somit sind Zweifel an der Dichtigkeit der „Millionärs-Statistik" kaum zulässig. Man darf jedoch daraus nicht ohne weiteres schließen, daß die Verminderung der amtlich feststellbaren Zahl der Millionäre von Dauer sein werde, ja nicht ejnmal darauf, daß die 2800 Entthronten tatsächlich nicht mehr in die Klasse gehören. Denn es handelt sich vornehmlich um die sogenannten Kriegs-Krösusse, die Schnellreich gewordenen und Amerika hat heute noch ungefähr elf- laufend Steuerzahler, deren Jahreseinkommen darauf schließen läßt, daß sie jener Rubrik ein- zyreihen sind, so daß von je 10 450 Bewohnern des Landes einer ein Millionär ist. Wie so vieles andere, hat auch diese an sich ja schätzenswerte, wenn auch nicht immer ehrenvolle Bezeichnung seit dem Kriege erheblich von ihrem einstigen Glanz etngebüßt. Alan hat feit 1914 so viel von Millionen und Milliarden ge- gehört, daß man die Ehrfurcht vor der langen Reihe von Nullen fast abgestreift hat. Dazu hat die allgemeine Lebenshaltung in Amerika ein Niveau erreicht, das heute auch dem Durchschnittsbürger und seiner Familie die Anschaffung von Dingen ermöglicht, die früher als das Nonplusultra allen Luxus angesehen wurden und nur den Reichen erreichbar waren. Die Analyse des Herrn McCoh zeigt, daß laut den letzten Berichten des Dinnensteueramtes Amerika im Jahre 1924 vierundsiebzig Steuerzahler hatte, deren Jahreseinkommen eine Million überstieg. Das bedeutet keineswegs, dyß eS nur 74 Millionäre gibt. Mehr als die Hälfte hiervon bezog ihr Einkommen aus Dividenden großer und kleinerer Korporationen. Weniger als 1 v. H. war der Ertrag in Alleinbesih befindlicher Geschäftsunterrrehmungen und ungefähr 6 v. H. entflammte Teilhabergeschäften. Daraus läßt sich ein Schluß ziehen auf die rapide Verdrängung des von einem einzelnen geleiteten Geschäfts durch das G r o ß g e s ch ä f t, die riesigen Korporattonen, die Trusts usw. Der aus allen Poren Zahlen schwitzende Experte des Schatzamtes wendet sich dann den tatsächlichen Millionären zu. deren Vermögen mindestens eine Million Dollar beträgt. Ein Amerikaner, der so genügsam wäre, eine Dollarmillion in sagen wir Liberty Bonds, die 4,5 Prozent Zinsen tragen, anzulegen, hätte ein Einkommen von nur 42 500 Dollar. Steckt er chon seinem Vermögen 50 000 Dollar in ein Stadthaus, ebensoviel in ein Landhaus, denselben De- -cag in deren Inneneinrichtung, in Automobile usw., behält 100 000 Dollar auf der Dank und legt den Rest in fünfprozenttgen Wertpapieren an, so beträgt sein Jahreseinkommen 37 500 Dollar. Demnach ist mit Sicherheit anzunehmen, daß der Amerikaner, der sein Jahreseinkommen der Steuerbehörde gegenüber mit 50 000 Dollar beziffert, — d. h. bas Einkommen aus Zins tragender Kapitalanlage, nicht aber das Gehalt, das er in seinem Geschäft bezieht, — als Millionär gelten darf. Don den dem Dinnensteueramt vorliegenden 7 698 321 Steuereinschähungen für 1924 stammen 8600 von Personen deren Vermögen auf eine Million beziffert werden kann, d. h. deren Netto-Einkommen abzüglich ihrer Gehälter usw. 50 000 Dollar überstieg. Auf dieser Grundlage gab es 1914 etwa 4500 amerikanische Millionäre. 1915 war die Zahl auf 6600 gestiegen, 1916 auf rund 10 900, 1917 erreichte sie mit 11 800 ihren Höchststand, um bis 1923 auf rund 9000 herunterzugehen. Dieser Rückgang zeigt, daß ein erheblicher Prozentsatz der Kriegsgewinnler den Mammon ebenso rasch durch die Finger gleiten ließ, wie er ihn erworben hatte. Don diesen Entthronten 2800 waren diele sogar gänzlich von der Einkommensteuerliste verschwunden, während zahlreiche andere verhältnismäßig geringe Einkommen versteuerten. Und wenn die Ziffer auch heute wieder auf rund 11 000 — schätzungsweise — gestiegen sein sollte, so ist dies zum großen Teil dem Aufschwung des legitimen Geschäfts, der Ausbreitung des Handels, der ungeheuren Entwicklung des Landes nach innen wie nach außen zuzuschreiben, die man unter dem Namen Prosperität zusammenzufassen pflegt. Von Interesse ist was Herr McCoY über die Reichsten der amerikanischen Reichen zu sagen hat. Denen, die gewohnt sind, von ^Milliardären" zu sprechen, bereitet er eine gewisse Enttäuschung. Ohne Namen zu nennen, erwähnt er den als steuerpflichtig zu Protokoll gegebenen Aktien- und Bondsbesih dreier Amerikaner mit 800 Millionen Dollar, das daraus erzielte Jahreseinkommen an Zinsen und Dividenden beträgt 34.5 Millionen. „Zählt man diesem Desih an Wertpapieren das übrige Vermögen dieser drei Millionäre hinzu," fährt Herr McCoY fort, „ihre inaktiven Sekuritäten. ihren Grundbesitz, ihre Kunstsammlungen, Schmucksachen, ihre gesamte persönliche Habe, so darf man als sicher an- nehmen, daß der Wert ihres Desihes zwei Milliarden Dollar übersteigt, oder, in Anbetracht Reichswehr und Landwirtschaft. Soweit wir die Geschichte verfolgen können, bestehl ein enger Zusammenhang zwischen den miles und rustici, den Soldaten und den Bauern. Sofern die Soldaten nicht das Wasfenhandwerk betrieben, beschäftigten sie sich in aller Zeit meist als Landleute auf dem Acker und mit dem Vieh. Vielfach sehen wir Soldaten zu Zeiten, als es noch keine schnellen Verkehrsmittel gab, in fremde Länder zur Führung von Kriegen ausmarschieren, und sich dann dort nach Eroberung des Landes als Kolonisten, als Landwirte ansiedeln. In der nachgermaniscyen Ge- schjchtsperiode finden wir den wesentlichsten Teil der Wehrpflicht und der Kriegslasten auf dem Grundbesitz lasten. Die wohlhabenden Besitzer mußten in eigener Rüstung erscheinen und sich ihre Waffen selbst halten. Betrachtet man die Zeil der modernen Heere vor dem Weltkriege, so ist es eine statistisch feststehende Tatsache, daß die größte Tauglichkeit der männlichen Bevölkerung zum Heeresdienst auf dem Lande zu finden war, und daß bei allen Waffengattungen die Bauernsöhne am meisten geschätzt werden. Der Bauer, der feine berufliche Tätigkeit in der freien Natur, auf den Feldern ausübt, hat die gute Beobachtungsgabe, den freien Blick, den -uch der Soldat braucht; er ist gewohnt im Stall mit Tieren umzugehen, sie zu füttern und zu pflegen, wie es auch von den Soldaten vielfach verlangt wird. Wendet man nun den Blick auf die Jetztzeit, so sieht man, daß die Berufe des Bauern und des Sol- oaten noch viel enger als früher zusammengehören. Einerseits spielen Die gleichen Erwägungen wie in früheren Zeiten die Tauglichkeit zur Einstellung eine Hauptrolle. Ferner kommt noch hinzu, daß man den gesunden, staatserhaltenden Sinn des Landmannes in der Wehrmacht heute weit weniger entbehren kann, als ehemals. Die Liebe zur Scholle und zur Heimat ist bei der Landbevölkerung weit mehr ausgeprägt als bei einem großen Teil der Stadtbe- völkerung. Da wir heute aber keine allgemeine Wehrpflicht mehr haben dürfen, so hat der Staat ein ganz besonders großes Interesse an der Unterbringung der nach 12jahriger Dienstzeit abgehenden Soldaten in einem zivilen Berufe. Denn wenn für das Fortkommen der ehemaligen Heeresangehörigen nicht weitgehend gesorgt wird, so wird sich schwerlich jemand finden, der dem Staate 12 Jahre lang als Soldat freiwillig dienen will. Bei unserer heutigen Wirtschaftslage, die li Millionen Arbeitslose aufweist, ist es besonders schwer, ausscheidende Heeresangehörige unterzubringen. Hier findet nun der Soldat wieder den Weg zur Landwirtschaft, besonders derjenige, der ursprünglich aus der Landwirtschaft kam. Vom 8. Dienstjahr ab ist es dem Soldaten möglich, sich für einen Zivilberuf vorzubereiten. Auch im alten Heere war dies möglich für diejenigen, die als Kapitulanten 12 Jahre Dienst taten. Heule ist das in noch weitgehenderem Maße der Fall. Früher wurden die Heeresanaehörigen fast ausschließlich Beamte, heute können sie in den Heeresfachschulen zu jedem Berufe vorbereitet werden. So gibt es auch eine Heeresfachschule für Landwirtschaft, die es dem Soldaten ermöglicht, sich praktisch und theoretisch auszubilden. Der theoretische Lehrplan gleicht etwa demjenigen einer landwirt' schaftlichen Schule; der praktische sieht vor, daß selbst derjenige Soldat, der nicht aus der Landwirtschaft stammt, sich in allen Zweigen des landwirtschaftlichen Betriebes ausbilden kann. In vielen Garnisonen ist die Heeresfachschule entweder an einen landwirt- schaftlichen Betrieb angegliedert, oder sie ist selbst im Besitze eines kleineren Betriebes. Außerdem gibt es im Bereiche eines Wehrkreiskommandos militär- fiskalische landwirtschaftliche Betriebe, zu denen Heeresangehörige zur Ausbildung auf längere Zett kommandiert werden. Gegen Ende der Dienstzeit wird eine Abschlußprüfung gefordert, durch welche die Soldaten von ihren Kenntnissen und Fähigkeiten vor einer Prüfungskommission von Landwirten der verschiedensten Berufsrichtungen Zeugnis ablegen sollen. Für den jeweilig ältesten Jahrgang ist ferner noch die Möglichkeit gegeben, in Sonderlehrgängen eine Sonderausbildung für Gutssekretäre, Buchführungsbeamte, Genossenschaftsbeamte u. dgl. durchzumachen. Für die letztgenannten Berufe ist nun in der Landwirtschaft ebenso wie im übrigen Wirtschaftsleben ein außerordentlich großes Angebot an Bewerbern vorhanden, so daß hier die Anstellungs- ausfichten wenig gut sind. Anders verhält es sich, wenn ein Heeresangehöriger sich durch Ankauf oder Siedlung selbständig machen will. Hierfür sind die Aussichten bedeutend günstiger. Das Problem der Siedlung ist für Deutschland ein äußerst wichtiges, und schwierig ist es, die daraus entstehenden Ausgaben zu lösen. In Süd-, West- und Mitteldeutschland ist infolge der gröhern Bevölkerungsdichte verhältnismäßig wenig Siedlungsland vorhanden. Im Norden und Osten dagegen werden Siedler gesucht. Gerade ehemalige Soldaten werden von den Siedlungsgesellschaften besonders gern genommen, denn es gibt kaum eine bessere Gewähr für die Geeignetheit zum Siedeln als die Ausbildung eines Soldaten, der Bauernsohn ist, der sich während der MiNtärzeit zivilberuflich noch gründlich weiter gebildet hri und noch eine gewisse Lebenserfahrung dazu erhält. Hat ein solcher eine gute Abschlußprüfung gemacht und kann er von seinen militärischen Vorgesetzten und seinen landwirtschaftlichen Lehrmeistern ein gutes Zeugnis bekommen, so erhält er weitgehende, pekuniäre Unterstützung zur Gründung einer selbständigen Landwirtschaft. Dadurch ist nicht nur ihm selbst geholfen, sondern auch dem Staate, von dem die notwendige Siedlung und innere Kolonisation unterstützt wird. Sehr wesentlich ist habet, daß die Frau des Soldaten selbst vom Lande stammt und in landwirtschaftlichen Dingen Bescheid weiß. Denn gerade in kleineren Betrieben ist die Frau die Seele der Wirtschaft. Die Siedlerstellen werden naturgemäß von den Siedlern gekauft und gehen in deren freies Eigentum über. Desgleichen besteht auch die Möglichkeit für den Soldaten, sich auf dem freien Markt angutaufen. Hier ist nur im allgemeinen weit größere Vorsicht geboten. Gerade in unseren westlichen und südlichen Teilen des Reiches fällt es manchem Landwirt schwer, seine Söhne unterzubringen, zumal bei den heutigen schwierigen Verhältnissen ein kleiner Betrieb eine große Zahl von Familienmitgliedern kaum zu ernähren imstande ist. Daher sehen wir in den geschilderten Einrichtungen einen günstigen Ausweg zur Linderung mancher Notlage und zum Nutzen des einzelnen, wie auch der Gesamtheit. Ch. ................................................................... — ...n ■ , der Tatsache, daß die Investierungen zweier dieser drei verhältnismäßig neu und von besonderer Eigenart sind, darf man dem reichsten Amerikaner eine MiUiarde zuschreiben — Amerika hat demnach einen Milliardär." Wie heißt der Mann? Wer ist er? Die Zeitungsredakteure im ganzen Lande haben das Rätsel zu lösen versucht. Aus Henry Ford haben sie geraten, auf John D. Rockefeller, auf George F. Daker und auf Andrew Mellon. Samt und sonders Nachfahren weiland König Midas'. Samt und sonders Leute, die der „goldenen Regel" im amerikanischen Erwerbsleben gefolgt sind: Was du verdienst, das steck' wieder ins Geschäft. Dieser Regel sind die „grünen“ Millionäre, die der Krieg zu Reichtum kommen ließ, nicht gefolgt. Viele haben ihr nicht folgen können. Andere haben sich nicht auf die Friedensarbeit einzustellen vermocht, nachdem für Kriegslieferungen kein Dedarf mehr vorhanden war. Diele haben es nicht einmal versucht. Viele sind Wall Street zum Opfer gefallen. Haben ihr Geld in mißglückten Land- spekulattonen verloren. Haben es verputzt und verpraßt und verjubelt. Dor hundert Jahren hatte Johann Jakob A st o r, damals schon einer der begütertsten Neu« yorcker, 150 000 Dollar Vermögen. Er starb 1844. Sein Sohn, dem er seinen ganzen Desih vermachte, war 1855 sechs Millionen „schwer". Im Jahre 1815 gab es in Neuyork nur vier Männer, die 200 000 Dollar und mehr besahen. 1855 gab es 27 Millionäre, an deren Spitze Astors Sohn William D. Astor stand. In einem Volke von 115 Millionen Seelen, das täglich Millionen neuer Werte schafft, das täglich neues erfindet und ausbeutet, wovon unsere Großväter nichts ahnten, ist es unvermeidlich, daß sich den Cisenbahnmillionären, den Kohlen- Oel-, Elektrizitäts-, Gas-, Erntemaschinen-, Schlachthaus-, Stahl-, Zeilungs« und Grundbesitz- Millionären die Automobil- und die Radio- Millionäre hinzugesellten. llnb der morgige Tag schon mag eine neue Kategorie bringen. Oberheffen. Landkreis Gictzcn. d1 Wieseck, 2. Nov. Der hiesige Ar b eile r g e s a n g v e r e i n „S ä n g e r k r a n z" gab am Sonntagnachmittag vor einem zahlreichen Publikum sein diesjähriges Konzert. Der Braunsche Saal war von Zuhörern übersiillt, deren Erwartungen in vollem Maße erfüllt wurden. Der vortrefflich besetzte Männerchor brachte gute Werke namhafter Komponisten ausgezeichnet zum Vortrag. Besonderes Lob verdient der erst seit ungefähr Jahresfrist bestehende Frauenchor. Bei diesen Vorträgen gefiel wohl am besten „Die Nacht" von Abt; eine wundervolle Leistung, die den Sängerinnen wie dem Dirigenten zur Ehre gereicht. Die Vorträoe des Gemischten Chors ließen ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Als Solistin wirkte Frl. Gisela W a n n e r aus Gießen mit. Die Dame brachte Kom- vositionen von Joh. Strauß und Schubert, sowie die Arie der Agathe aus „Freischütz" zum Vortrag. Die Begleitung lag in den Händen des Kapellmeisters W. Krenael. Die anderen Solisten (Cello: Kl i n gelh ösf er; Trompete: Schwarzlose; Xylophon: H. Panitz) entledigten sich in bekannter Weise ihrer Aufgaben. Die Kapelle, zusammengesetzt aus hervorragenden Kräften, schloß in würdiger Form den Reigen der Darbietungen. Die Zuhörer kargten nicht mit Beifall, so daß verschiedentlich noch Zugaben gebracht werden mußten. : Aus dem Dusecker Tal, 2. Nov. Die Aussaat ist im allgemeinen beendet. Der Stand des Winterroggens kann als gut bezeichnet werden. Trockene Aussaat und infolge der vielen Regen fällen der letzten Wochen reichliche Feuchtigkeit, haben die Saaten recht günstig beeinflußt. Schnecken- und Mäusesrah ist im Gegensatz zu den Vorjahren in diesem Jahre sehr gering. — Als ein Futlerjahr ersten Ranges kann das Jahr 1926 bezeichnet werden. Wenn kein Frost eintritt und die Witterung einigermaßen günstig bleibt, kann der Landwirt bis halb in den November hinein zur Viehfütterung Grünfutter verwenden und die Wintervorräte schonen. De- sonders ist der bei der Frühjahrsaussaat gesäte Klee (sogenannter Gersienklee) zu erwähnen, der sogar in vielen Fällen lagert und die Köpfe hob. Auch die Wiesen haben einen guten Ausschlag und werden allenthalben noch einmal gemäht. Z. Rödgen, 2. Nov. Im Lause dieses Jahres war die Daulust in unserem Dorfe recht rege. Einige Häuser tonnten unter Dach gebracht, zwei können demnächst bezogen werden, ferner wurde ein großer Wirtshaussaal errichtet. Leider ist das Daugelände nicht besonders günstig; in der Struth müssen die Bauwilligen ein hohes Grundmauerwerk aus führen lassen und viel Erdboden zum Auffüllen anfahren. Andere Dauplähe sind schwer zu bekommen. t Grünberg, 2. Nov. Die Gesellenprüf ungen in unserer Stadt haben dieser Tage ihren Abschluß gefunden. Es nahmen daran teil: 9 Schreiner, 5 Schlosser und 1 Schuhmacher. 13 Prüflinge haben bestanden, denen die Gesellenbriefe ausgehändigt wurden. Lehrer Wenzel als Vorsitzender des Prüfungsausschusses wies bei dieser Gelegenheit die Junggesellen auf die Notwendigkeit beruflichen Wetterstrebens und der handwerklichen Vervollkommnung nachdrücklich hin. — Am Sonntagnachmittag versammelten sich im Saale des „Rappen" die ehemaligen landwirtschaftlichen Schü- l e r des zweiten Lehrkurses unserer Landwirtschaftsschule. Es wurde dabei über Fragen der Bodenbearbeitung, Saat und Düngung Dericht erstattet und im Anschluß daran eine rege Aussprache gepflogen. Hierauf hielt Landwirtschaftsassessor Doch er von der hiesigen Landwirtschastsschule einen Vortrag über „Schweinezucht und Schweinehaltung". Seine Ausführungen gaben zu einer anregenden Aussprache Anlaß. ± Hungen, 2. Nov. Gestern wurde hier der Allerheiligen markt abgehallen. Wenn auch durch die in der Umgegend herrschende Maul- und Klauenseuche der Prämiierungsmarkt wieder ausfallen muhte, so wies doch der Krämermarkt außer den üblichen Vergnügungs- Veranstaltungen eine recht große Menge von Der- kaufsständen auf. Der Desuch des Marktes aus den umliegenden Dörfern war besonders am Nachmittag außerordentlich stark, wie man es bei dem ungünstigen Wetter nicht erlnartet hätte. Ob aber bei der herrschenden Geldknappheit die Aussteller große Geschäfte gemacht haben, ist eine andere Frage. Kreis Friedberg. WSN. Friedberg, 2. Nov. In der Frage der Erhaltung der Amtsgerichte in Friedberg und Bad-Nauheim findet rn den nächsten Tagen eine wettere Aussprache — vielleicht die entscheidende — hn Ministerium in Darmstadt statt. Man spricht jetzt d^oon, einen der Amtsgerichtsbezirke zu verkleinern und die abzutrennenden Ortschaften dem andern Dezirk zu überweisen. «^Bad-Nauheim, 12. Nov. Der hiesige Missionsf rauenoerein hat die Pflcgekosten für ein armenisches Waisenkind übernommen. Die Anregung dazu gab der Mijsionsfilm, der dieser Tage von dem armenischen Ingenieur Kri- k o ri a n im Ev. Gemeindehaus hier vorgeführt und von der Armeniermissionarin Frl. R e y e r aus eigener Kenntnis der Not des christlichen Armeniervolkes erläutert wurde. 60 000 Waisenkinder sind in Armenien durch die türkischen Gewalttaten übriggc- blieben und nun zu betreuen und zu versorgen. Der von einem Amerikaner aufgenommene Film zeigte das internationale christliche Rettungswerk an den armenischen Waisen. Dad-Nauheim, 2. Nov. Auf Veranlassung verschiedener Parteivorstande hatten sich am 13. Olt. ds. Js. 11 Landtagsabgeordnete jeder Richtung hier im Kreise der Stadtverordnetenversammlung eingefunden, um besondere Wünsche Bad-Nauheims entgegen» zunehmen. Wie wir seinerzeit berichteten, zeigten die Vertreter des Landes lebhaftes Interesse für die besonders gelagerten kommunalpolitischen Verhältnisse der Dadestadt. Die Abgeordneten erwarteten eine Eingabe der Stadt an den Landtag. Diese ist inzwischen eingereicht worden. Cs wird darin hervorgehoben. daß Staat und Stadt eine Schicksa 1 sg em ein- schäft bilden, die die fortschreitende Weiter- enttDidIung_ von Dad und Stadt stets im Auge behalten müsse. Die Stadt sei aber auf die Dauer nicht in der Lage, die Lasten, die ihr durch die besonderen Verhältnisse der Dadestadt erwachsen, allein zu tragen, da sie über die Leistungen gleichgroßer Städte weit fjinauä gingen. Besonders der Ausbau und die Unterhaltung der dem öffentlichen Verkehr dienenden Straßen, Plätze und Anlagen und die zeitgemäße Verbesserung der öffentlichen .Gesundheitspflege sei von der Stadt aus eigner Kraft kaum noch durchzuführen, was sich für den Kurbetrieb und somit für den Staat mit der Zett als verhängnisvoll erwttsen müsse. Als dringendste Aufgaben, die zu lösen seien, gibt die Stadt an: Kläranlage und Durchführung des Trennsystems = 1 266 C00 Mark; Aufstellung eines Jsolierhauses als Bestandteil des Krankenhausneubaues und Anschaffung eines Krankenautos = 120 000 Mark; beschleunigte Inangriffnahme des Krankenhausneubaus = 1 000 000 Mark (von der ^Inzulänglichlett des derzeitigen Krankenhauses haben sich die Abgeordneten überzeugt». Für die Straßenpflege wären 125 500 Mark nötig und für wcttere Einrichtungen der öffentlichen Gesundheitspflege (Müllauto, Schlachthaus, öffentlichen Spielplatz usw.) insgesamt 710 000 Mark, so daß die Summe der gesamten Kapitalaufwendungen über 3 Mill. Mark betrage. Mittel, die eine Stadl von etwas über 9000 Einwohner allein nicht aufbringen und verzinsen könne, zumal mit dem Verlust der Fremdenabgabe (Deherb.rgungssleuer) und der Getränkesteuer, die zusammen etwa 160 000 Mark einbrachten, ein Drittel des städtischen Steuereinkommens in Wegfall gekommen sei, für das andere Deckung nicht zu beschaffen gewesen, da Erhöhung der anderen Steuern unmöglich Die Stadt sieht die beste Möglichkeit, ihre ihr durch das Dad gestellten besonderen kommunalen Aufgaben lösen zu können, darin, daß sie durch eine dauernde Einnahme an der Kur entschädigt wird. Die Eingabe schließt daher mit der Ditte, daß der Landtag eine Deteiligung an der Kurtaxe zusage und darüber hinaus auch zu b e = sonderen Zuwendungen (wie beispielsweise zum Krankenhausneubau) feine Zustimmung gebe. Für das Krankenhaus wird ein Zuschuß in_ Höhe von drei Vierteilen der Daukosten gewünscht. Die Forderung der Deteiligung an der Kurtaxe ist schon alt, sie wurde des öfteren seilens der Stadt mit allem Nachdruck erhoben, wurde bis heute aber noch nicht verwirklicht. ---Steinfurth, 2. Nov. Der Versand der Rosenpflanzen war in den letzten Herbstwochen überaus rege. Die kleinen Pflanzen werden ballenweise in Sackleinen und Kisten verpackt und dann in ganzen Wagenladungen nach allen Weltteilen verschickt. Auf den Feldern herrscht jetzt rege Tätigkeit, denn es gilt die Rosenstöcke gegen die Fröste zu decken und zu schützen. * Vilbel, 2. Nov. In einer M.tglieder- berfammlung der Deutschen Volkspartei sprach hier Provinzialgefchaftsführer Weißer aus Gießen über die Tätigkeit der D. V. P. auf außen- und wirtschaftspolitischem Gebiet. An die Ausführungen, die mit großem Deifall aufgenommen wurden, schloß sich eine rege Aussprache an, in welcher der Redner noch auf die verschiedensten Fragen Auskunft geben konnte. CO Nieder-Florstadt, 2. Nov. Auf dem Wege von der Postagentur nach ihrer Wohnung verlor die Frau eines kleinen Handwerkers 9 0 Mark. Sie merkte den Verlust erst, als sie schon daheim war. Vergeblich suchte sie nun die Straßen ab, durch die sie gegangen war. Sin 1 3jähriger Junge hatte inzwischen das Geld gefunden und es seinen Eltern abgeliefert. Als diesen durch die Ortsschelle bekannt wurde, wer das Geld verloren hatte, lieferten sie es ab und verzichteten, obwohl sie selber bedürftige Leute find und der Mann wenig verdient, auf den Finderlohn. B. Rodheim vor der Höhe, 2. Nov. Eine wohlgelungene A b s ch i e d s f e i e r bereitete die hiesige Freiwillige Feuerwehr ihrem langjährigen Kommandanten Schrei- nermeifter Phil. Holl VII. anläßlich seines Wegzugs von Rodheim. Holl ist seit dem Gründunzs- jahr 1875 Mitglied der Wehr, und war 35 Jahre deren Kommandant. Deteiligt war er bei den Löschungsarbeiten von 32 Bränden, und hat sich besonders ausgezeichnet bei der Bekämpfung des großen Brandes am 13. September 1901, dem durch ungünstige Windverhältnisse und das Nicht- Vorhandensein der Wasserleitung eine Kirche, 13 Wohnhäuser und 11 Scheunen mit sämtlichen Futtervorräten und allen Nebengebäuden zum Opfer fielen. Nachdem Holl 1920 au8 A'lers- rücksichlen fein Amt niedergelegt hatte, ernannte man ihn zum Ehrenkommandanten. Dem rüstigen Jubilar wurde jetzt im Beisein der Mitglieder der Wehr und dem Musikkorps der Feuerwehr ein Ehrendiplom vom Kommandanten Küfermeister Emil Stengel überreicht. Dem Dank der Gemeinde verlieh Bürgermeister Richard Dorbach in einer herzlichen Ansprache Ausdruck. Kreis Büdingen. nb. Ridda, 2. Hob. Gestern wurde an der hiesigen Gewerbeschule das Wintersemester eröffnet. Sie Tagesschule, die zur Meisterprüfung und selbständigen Führung eines Gewerbes vorbereitet, zählt 84 Schüler, die höchste Defuchsziffer feit dem heute genau 36jähriaen Bestehen der Anstalt. In die Unterklasse wurden 37 Schüler neu ausgenommen. Ein großer Teil der Schüler stammt von auswärts. Sie gewerbliche Fortbildungsschule zählt fünf Klaffen mit 180 Schülern. — Am Sonntagabend gab der G e - sang verein „S ä n g e r k r a n z" einen sehr gut besuchten Konzert- und Theate r - abend. Sen Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Aufführung des breialtigen Smg Piels „®Iodentürmer6 Töchterlein" durch 'Jlatgluoer bzw. Angehörige des Vereins. Aeuemgeubte, musikalisch und inhaltlich wertvolle Männerchore, sowie die Musik der bekannten Kapelle ^.opp aus Gießen sorgten für angenehme Unterhaltung. Sas Theaterstück hat solchen Beifall gesunden, daß eS in dieser Woche noch einmal aufgeführt werden soll. n _ y. Bad Salzhausen, 2. Noo. Ein Handwerksbursche erbrach hier das am Ende des Äurparkes gelegene Landhaus, das Oberbade- meister Möbus gekauft, aber noch nicht bezogen hat. Nur Betten und Möbelstücke hatte er darin unter« gebracht. Zufällig kam der neue Besitzer in das Haus, als der unangemeldete Kurgast gerade das mollige Bett verlassen hatte und Toilette machte. Der Gastgeber wider Willen veranlaßte die Verhaftung des sauberen Gastes. Dieser ge« stand, daß in dem Hause nach Geld, Kleidungs« stücken und Eßwaren gesucht, aber nur leere Schränke und Kisten gefunden hatte. Kreis Schotten. □ Laub ach, 1. Rov. Gestern abend eröffnete die hiesige Konzert - un.d Vortrag S- Derelnigung ihre Beranstaltung tm Fest- saale des gräflichen Schlosses durch einen in allen Teilen befriedigenden Liederabend. Sas Berliner Bokalterzett Margarethe Strunk, Margarethe Roll, Elisabeth Böhm bot eine Reihe von altdeutschen, italienischen und neueren Volksliedern in wundervoller Klangschönheit. Am Flügel bewies die hiesige Klavierlehrerin Elisa- Leth Dolp, wie tief sie in den Geist dieser Lieder eingedrungen ist. — S?r vor 22 Iahren begründete Geflügel- und Vogelzucht- verein Laubach und Umgegend, der durch die Kriegs- nrib Inflationszeit in seiner Tüt'gkeit schwer beeinträchtigt worden war, hat durch die treffliche Leitung seines Vorstandes, vornehmlich feines Vorsitzenden. Bäckermeister Pitz, einen neuen Aufschwung genommen. Eine große Anzahl tüchtiger Geflügelzüchter von Laubach, Ruppertsburg, Wetter'e,d. Stockhausen, Freienseen, Lardenbach, RöthgeS sind neuerdings dein Verein beigetreten. Ieht hat man eine Geflügel- Ausstellung für Laubach und Amgegend auf Ende Ianuar kommenden IabreS festgesetzt. Zur Beschaffung von Ausstellungskäfigen werden Anteilscheine auSgegeben. Ebenso hat der Verein beschlossen, einen Ehrenpreis für die vom 7. bis 9. Ianuar in Büdingen statlfindende Derdands- Geflügel-Ausstellung zu stiften und sich an dieser Ausstellung mit 20 Stämmen zu beteiligen. KrciS Alsfeld. »-»> Alsfeld, 2. Noo. Ein nicht alltägliches Schauspiel konnten die Bewohner unserer Stadt heute erleben, nämlich die Verbrennung von einer Million Zigaretten unter einem Kesselfeuer Die frühere hiesige Zigarettenfabrik Wista, die nach kurzer Zeit ihren Betrieb wieder ein« teilte und in Liquidation trat, hatte noch einen Bc- tcinb von etwa einer Million Zigaretten im städti« chen Weinhause lagern, die noch zu versteuern waren. Da die Firma die neue Materialsteuer nicht bezahlen konnte, war der Verkauf der Zigaretten nicht möglich. Diese wurden daher auf Anordnung der Zollbehörde unter Aufsicht von Zollbeamten in mehreren Wagenladungen ir die Brauerei Wallach verbracht und dort unter dem Kesselfeuer verbrannt. Die Ware war noch brauchbar. ö" Homberg a. d. Ohm, 2. Noo. 9m Hotel „Hessischer Hof" fand eine gut besuchte P r o t e st - Versammlung des Hessischen Landbundes, Bezirk Homberg a. d. Ohm, statt. Es wurde eine Entschließung wegen der zu hohen Nachsorde« rungen der Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschast Dar in- tobt an Versicherungbeiträgen angenommen unb an die Kreisgeschäftsstelle des Hess. Landbundes Alsfeld zwecks Weiterleitung nach Darmstadt gesandt. Weiter kamen die Mitglieder des Geflügel-Kaninchen- unb Vogelzüchteroereins Homberg a. d. Ohm unb Umgegend hier zusammen. Bei reger Anteilnahme würbe bie Verteilung ber Vorarbeiten zur 6. Geflügel-, Kaninchen« unb Vogelausstellung am 4. und 5. Dezember erledigt. Das Preisrichteramt wird für Geflügel Otto Södler zu Nicder-Gemünden, für Geflügel K. Gerhardt in Kirch-Göns ausüben. = Ober-Ohmen, 2. Rov. In unserem Sorfe sind tm Laufe der Zeit -die einheimischen Vogelsberger Rind Viehzucht en nahezu verschwunden. Es sind per meistens Kleinbauern vertreten, die ihre Gespannarbeiten mit Küh-rn leisten. Run sind seit längerer Zeit aus diesen Kreisen Stimmen laut geworden, die in unserem Sorfe die Vogelsberger Zucht gefördert wissen wollen. Man betont dabei, daß das Vogelsberger Rind eia vorzügliches, schnelles Zugtier ist, das in dieser Eigenschaft das Simmentaler entschieden übertrifft, ferner ist es ein Produkt der heimischen Scholle, also das Ratürlichere für unsere Gegend. Sadurch ist es der Segeneration in geringerem Maße unterworfen, wodurch sich die Zucht billiger stellt als bei dem anspruchsvolleren Simmentaler, das hier sehr schnell entartet, Unb endlich ist das Vogelsberger Rind zäh, ausdauernd, von gesunder Körperkonstitution und ein rationeller und sparsamer Futterverwerter. Man hat auch schon im Gemeinderat Über die Bedeutung und Tragweite dieser Gedanken Erörterungen gevllogen, wenn auch über die Anschaffung eines Vogelsberger Bullen noch keine definitiven Beschlüsse gefaßt wurden. Sie Idee marschiert aber. Hoffentlich wird es nun nicht mehr lange dauern, bis diese Wünsche unserer Kleinbauern erfüllt sind. — Ser Freiherrlich Riedeselsche Förster Falk schoß dieser Tage sieben im Fluge befindliche Krähen mit einem Schuß. Eine au3g~$e:dr.ef€ Schußlmstung. z. Brauerscbwend, 2. Rov. Sie Bedrohung des Bahngeländes bei unserem Sorfe durch rutschende Erbmassen hat umfangreiche Sicherung sarbeiten notwendig gemacht. Schon feit Monaten sind viele Arbeitskräfte damit beschäftigt, die wandernden Erbmassen abrubeben und wegzuschaffen. Sa trotzdem die Gefahr nicht gänzlich be'e'tigt werden konnte, wird jetzt versucht, das Hebel bei der Wur-el anzupacken. Es Wird angenommen, daß der Erdrutsch durch verstopfte unterirdische Wasseradern verursacht werbe. Mit Hille der Wünschelrute hat man daher im benachbarten Gelände den Lauf dieser unterirdischen Quell- b ä ch e festgestellt, die nun gefaßt und abgeleitet werden. Kreis Lauterbach. • Schlitz, 2. Rov. E'ne Mitgliederversammlung hielt am Freitag die hiesige Ortsgruppe der Seutschen Volkspartei ab. Einleitend gedachte Landtagsabg. Sr. Riepot h der Verdienste des allzufrüh verstorbenen 1. Vorsitzenden, Fabrikanten Zöller. S e Anwesenden erhoben sich zu Ehren des Snhingegangenen von ihren Blähen. In einem längeren Vortrag gab dann Sr. Riepotb ein klares Bild über tue finanzielle Lage Hellens und erörterte eingehend alle Gründe, die die Oppositionsparteien bewoaen haben, bas Volksbegehren auf Auflösung des hessischen Landtags zu stellen. Er verurteilte, daß in der hessischen Fin am verwalt ung in den vergangenen Iahren keine Versuche gemacht wurden, die Ausgaben den verminderten Einnahmen an- zupass-m, und daß man heute die ganze Sylfe vom Reich erwarte. Anschließend berichtete Pro- vinz'alg'chchäftsführer W e i ß e r in f"r*en Worten über seine Eindrücke auf dem Reichsparteitag der S. D. P. in Köln. Sie Ausführungen beider Redner wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. sl. Maa r, 2. Rov. Billiges Brot will der hiesige Spar - und Sarlehnskassen- verein (Raiffeisen) seinen Mitgliedern verschaffen. Es wurde in der jüngsten Generalversammlung beschlossen, Korn bei den Mitgliedern zu kaufen und aus dem daraus gewonnenen reinen Roggenmehl Brot backen zu lassen. Ser Vierpfundlaib soll 65 Pfennig kosten. Sie Einrichtung kommt vor allem den Richtlanbwirten unter den Genossen zu gute, doch kommen auch die Landwirte auf ihre Kosten. Sie Verbilligung des Brotes ist dadurch möglich, daß der Zwischenhandel ausgeschaltet wird. Rechner Boß gab einen kurzen Geschäftsbericht, der recht günstig aussah. Sic Spareinlagen haben erheblich zugenommen. Geschäftsführer Hak (Gießen) beglückwünschte den Verein zu seiner günstigen Entwicklung. Starkenburg. WSR. Offenbach, 2.Rov. Im hiesigen Hauptbahnhof wurde dieser Tage ein etwa 20 Iahre alter Mann mit einer schweren Schuhverlehung im Unterleib aufgefunden. Gr hatte einen geladenen, jedoch nicht gesicherten Revolver in der Tasche (!) getragen, der sich von selbst entladen hatte. Gr muhte ins Krankenhaus eingeliesert werden. Rheinhessen. WSN. Rüffelsheim, 2. Nov. In der letzten Woche sind hier die letzten Arbeitslosen, unb zwar bei ber Firma Adam Opel, unter- gebracht worden. Wenn der Geschäftsgang bei den Opelwerken sich weiter so günstig entwickeln sollte, wie in den letzten Monaten, dürften künftighin Einstellungen auswärtiger Arbeitsloser erfolgen. Nüsselsheim ist damit wohl die erste deutsche Stadt, die gegenwärtig keine Erwerbslosen hat. Preußen. Oberlahnkreis. WSR. Weilburg, 2. Rov. Ser Landeskirchenrat hat die Wahl des Pfarrers Troch aus Frankfurt zum zweiten Pfarrer der hiesigen Kirchengemeinde b e st ä t i g t. Troch wird sein Ämt am 14. ds. Mts. antreten. Kreis Marburg. sch. Marburg, 2. Noo. Die Frage des Aus« scheidens der Stadt Marburg aus dem Kreisverbande ist akut geworden; heute hatten sich die Stadtverordneten in vertraulicher Sitzung mit ihr zu beschäftigen. Die öffentliche Sitzung war daher nur von kurzer Dauer. Bewilligt wurde die Aufnahme eines Darlehen s von 19 775 Mark aus dem Fonds der produktiven Erwerbslosenfürsorge für die Kanalisierung des Wehrdaer Weges, der Betrag von 16 400 Mark für den Anschluß der im Bau begriffenen Häuser auf der Lahninsel an das städtische Kanalnetz und für die Gasleitung zu diesen Häusern, außerdem 18 000 Mark für die Verlängerung der Wasserleitung am Wehrdaer Weg. Zur Unterstützung des Werkes „Das deutsche Bürgerhaus im Deutsch e n Reiche", für das der Frankfurter Architekten- und Jngenieurverein die Bearbeitung des Landes Hessen-Nassau übernommen hat, wurden 1100 Mark bewilligt. Von diesen Mitteln sollen sechs für die Baugeschichte Marburgs wichtige Aufnahmen alter Fachwerkhäuser unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Zur Aufwertung der Jnflationsanleihen wurde beschlossen, grundsätzlich von einer Barablösung der Markanleihen abzusehen, allgemein Kleinrentnern 8 Prozent als Barablösung zu gewähren und dem Angebot von Inflationsanleihen zwecks Rückkauf zu folgenden Beträgen stattzugeben: öproz. Anleihe von 1922 für 1000 PM. — 0,95 RM., 8proz. Anleihe für 10 000 PM. --- 0 25 RM., lOproz. Anleihe für 10 000 PM. 0,20 RM., 18proz. Anleihe von 1923 für 1 Million PM. — 0,05 RM. — Der Bau einer städtischen Rodelbahn wurde mit Stimmenmehrheit adgelehnl. — Im übrigen ist noch zu erwähnen, daß ber Magistrat für die Errichtung eines Taubstummenheims in Marburg städl. Parzellen an ber Großseelheimer Straße anbietcl. || Marburg, 2. Noo. Nach hier cingelaufener Nachricht würbe ein fett drei Iahren in Cincinnati (Nordamerika) ansässiger junger Marburger namens Konrad Spieß dort aus dem Heimweg zu nächtlicher Stunde ermordet und ausge- raubt Kreis Limburg. WSR. Limburg, 2. Rov. Ser Bischof von Limburg Sr. Augustinus Kilian feierte gestern seinen 70. Geburtstag. Sa der Bischof sich eine festliche Begebung deS Tages verbccken patte, trat er äußerlich kaum in Erscheinung. Lediglich das Pontifikalamt, das einen ungeheuren Besuch aufwies, trug heute morgen ein besonders feslliches Gepräge d.rrch die glanzvollen Sarbietungen des Somchors, der fre große Messe von Bruckner meisterhaft unter Mitwirkung der G iehener Reichswehrkapelle zum Vortrag brachte, während der bekannte Or- ganift am Stefansdom in Wien, Walter, die Orgel meisterte. AuS dem ganzen Bistum und weit darüber hinaus trafen zahlreiche Glückwünsche, darunter viele von führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, ein. U. a. hatte Regierungspräsident Ehrler- Wiesbaden ein in herzlichen Worten gehaltenes Schreiben gesandt. Maingau. WSN. Frankfurt a.M., 2.Nov. Dieser Tage wurde im Walde dicht bei Neu-Isenburg die , Leiche des seit kurzem vermißten 27 Jahre alten Arbeiters Heinrich D e u s e r aus Erzhausen aufgefunden. Er hatte seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. — In letzter Zit ist in verschiedenen Städten, u.a. auch in Frankfurt a. M., ein Betrüger aufgetreten, der sich als Vertreter einer größeren auswärtigen Firma ausgab. Er suchte hiesige Geschäftsleute auf unter der Angabe, daß ihm seine Reisekasse ausgegangen sei. Es gelang ihm auch in weiteren Fällen, auf dieses schwindelhafte Vorgehen Beträge zu erlangen. WSR. Ried, 2. Rov. Gestern morgen stürzte beim Abmontieren einer Lokomotive ein 26jähriger Schlosser aus Dreieichenhain a b. Er erlitt einen Schädel- bruch und mehrere Rippenbrüche. In hoffnungslosem Zustande wurde der Verimglückte dem Krankenhaus zugesührt. Rach- mittags erlitt ein am Kessel beschäftigter Arbeiter durch ein ab geschleudertes Eisenstück einen Unterschenkelbruch. Auch er wurde dem Krankenhaus zugeführl. (flroft - Wiesbaden. WSR. Wiesbaden, 2. Rov. Ser Ko- lonialf ilm „I ch hatf einen Karne- r ab e n“, der hier laufen sollte, ist von der Besahungsbehörde verboten worden. Sprechstunden der Nednktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschloffen Jür unverlangt eingefanbte TBanuffripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen Anzeigenaufträge sind lediglich an bie Geschäfts st eite zu richten Kaffee und. tari3 nicht allein, auch karlsbader must hinein! Die Kaffeebohne ist von spröder Nahm Dem kochenden Tfiwger gilt sie dir Boßes nicht preis. Es bedarf der Zutat; von 3^eber's Carlsbader tim ihren flüchtigen Duft und herberi Wohlgelchmack restlos für das Getränk tu gewinnen. MeM direkt la von der See, Donnerstag früh eintreffenö: 90280 Schellfisch o. K. Kabliau „ „ Goldbarsch o. K. Port. Schellfische Fisch-Koteletts empfehlen au den niedrigsten Tagespreisen. Loadnen Sie untere Auöhana-Tafcln. Sebr.Mmiche Liebigstrake Fernruf 1320. 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Natt in Gießen wird Termin zur Abnahme der Schlußrechnung und zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis, sowie zur Beschlußfassung über den Antrag des Konkursverwalters auf Aufhebung des Konkursverfahrens auf Montag, den 22. November 1926, vormittags 11 Uhr, vor das unterzeichnete Gericht, Zimmer Nr. 112 (1. Obergeschoß), anberaumt. 9032C Der Schlußtermin ist weiterhin Dafür bestimmt, über die nicht verwertbaren Vermögensstücke zu bestimmen und die nachträglich angemeibeten Forderungen zu prüfen. Die Rechnung mit Belegen liegt den Beteiligten jeden Werktag vor dem Termin Aur Einsichtnahme auf der Genchts- schreiverei des unterzeichneten Gerichts während der Zelt von 10 bis 12 Uhr vormittags offen. Gießen, den 26. Oktober 1926. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Htk-1. MMta Bimszement Bielenwände loMemaiisr 4 Lata« Lahnstraße 3 Fernsprecher 2463. Schellfische Tabliau Seelachs Goldbarsch Schollen nur feinste Nordfeeware, empfieblt WÄOlg. 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Das grotze Würfelspiel. / (Martina Dilemar.) < Roman von Franz Laoer Kappus. 82 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Niemand bekümmerte sich mehr um das „Krankenhaus Landsberger Allee". Vergessen waren die Millionen, die in dem Werk steckten. Alle Augen bohrten sich nur in die Ziffern, die von dem House in der Canovastraße handelten. Bis auf den Pfen- nia wußten die Zeitungsleser, wieviel bei dem Bau erspart worden war; jeder konnte vorrechnen, was der Bau gekostet batte und was er hätte kosten müssen. Man schlug die Hände Über dem Kopf zusammen. Man wollte es nicht fassen. Man ereiferte sich bei den Bierttschen, in der Straßenbahn, in den Pausen der Theater und Konzerte. Die Suggestion der Massen wirkte Wunder. Gebrochen schlich Carsten seiner Wege. Und noch immer folgte Schlag auf Schlag. Unausgesetzt schrillte die Klingel in der Mauerstraße. Auf einmal kamen Leute dutzendweise um ihr Geld. Große und kleine Lieferanten, mit denen besondere Zahlungsbedingungen ausgemacht waren, bestanden plötzlich auf sofortige Regulierung. Manche brachten ihre Rechtsanwälte gleich mit. Haarscharf führten die den Beweis, daß in solchen Fällen jede Vereinbarung null und nichtig sei. Was sie unter solchen Fällen verständen? fragte der alte Grumbach gereizt. Den ganzen langen Tag schlug er sich jetzt mit diesen Menschen herum. Einige gaben klein bei und begnügten sich schließlich mit größeren Abschlagszahlungen. Andere blieben hartnäckig und drohten mit dem Prozeßwege. Aber konnte man sich, wie die Dinge lagen, auf den Prozeßweg einlassen? Carsten stampfte Geld aus dem Boden. Er ließ die Wälder in Franken und Thüringen öffentlich feilbieten. Mtt schwerer Mühe gingen sie um die Hälfte ihres wirklichen Wertes ab. Auch die Bauplätze in Breslau und Königsberg sollten daran glauben: aber kein Käufer fand sich. Da schlug er die Villa im Grünewald los. Julie Wilemar zitterte am ganzen Leib, als er davon erzählte. „Das hast du getan?" „Ich mußte ja." Kein Wort sprach Julie mehr darüber. Stumm ging sie in den weiten Räumen auf und nieder. War Das nicht das Ende? raunte es in ihr. Ein alter Mann kauerte drüben in seinem Fauteuil. War sie nicht selbst alt geworden? Irgendwo wehte ihr Ebenbild aus dem Glas eines Spiegels. Langsam kehrte sie um, schaltete alle Lichter ein und lächelte sich selbst zu. Leise sprachen ihre Lippen: „Du Frau, du — was willst du noch? Merkst du denn nicht, daß der Sommer vorbei ist?" Starr blickte ihr Bild sie an. „Merkst du es wirklich nicht?" Man mußte nicken, dachte Julie, dann nickte die andere auch. „So ist's recht — jetzt weißt du es. Jetzt gibt es gar keinen Zweifel mehr." Julie kam zurück. „Also, Bernhard Carsten —" Sie streckte ihm die Hand entgegen. Schon rauschte das Blut wieder in ihr. Schon wußte sie, daß der Spiegel gelogen hatte. Noch ergab man sich nicht. Nur den alten Mann da mußte man ziehen lassen, dann war alles gut. Das Leben ging weiter. Tausende lagen einander in dieser Sekunde in den Armen, Tausende preßten das heiße Dasein an sich. Noch zählte man zu denen. Man durfte nur nicht kleinlich fein. „Also, Bernhard Carsten —" Endlich gab er ihre Hand frei. „Leb' wohl, Julie! Wann kommst du wieder?" Wie bei einem furchtsamen Kinde wölbten sich seine Lippen. Gequält sprangen seine Augen umher. „Wohin sollte ich denn kommen, Bernhard Carsten? In die zwei oder drei Zimmer vielleicht?" Julie reckte sich hoch. ,„Das wirst du doch kaum verlangen." „Wir haben das Auto", stammelte er. „Vielleicht; du kannst mich ja anrufen." Und nun schloß sich die Tür hinter ihr. Carsten stand auf, schritt hin und her, dachte und überlegte. Nur einmal hatte er in den letzten Wochen mit Doktor Morell gesprochen. „Und was nun? Was nun?" war alles gewesen, was er damals heroor- bringen konnte. Klar hatten die Augen Morells auf ihm geruht. . »Die Dinge müssen ablaufen. Zunächst gibt es niqjts anderes. Später wird man ohnedies dazu- fehen." „Und wenn ich darüber zugrunde gehe?" „Wieder Sie, immer noch Sie?" Unvergeßlich blieb das ironische Lächeln Morells. „Sie werden daran nicht zugrunde gehen. Denken Sie mehr an das Krankenhaus. An das Krankenhaus müssen Sie denken, wenn Sie sich aufrichten wollen." Gott, Carsten dachte ja daran. Jeden Morgen fuhr er nach der Landsberger Allee. Immer brachten die halben Stunden eine kleine Erleichterung. Fast vollbelegt waren die dreihundert Betten. Tag und Nacht klingelte das Telephon in der Aufnahmekanzlei Aerzte, Schwestern und Hauspersonal waren vollauf beschäftigt. Kaum daß Carsten eine flüchtige Auskunft erhalten konnte. Hier und dort und Überall stand er im Wege. Man hatte keine Zeit für ihn. Die Kranken wollten betreut sein. Die Kranken gingen über alles. Die Kranken drängten ihn zum Tore hinaus. Dennoch war ihm warmer ums Herz, wenn er unten in sein Auto stieg. Oft und oft dachte Carsten an Martina. Alles in ihm rief nach dem Mädchen. Immer wider sprang aus feiner qualvollen Einsamkeit ihr Name. Hundertmal im Tage zuckte seine Hand nach dem Telephonhörer. Hundertmal fuhr sein Arm zu- rück. Sofort war das Zimmer von den Worten erfüllt, die sie damals gesprochen hatte. „Soll Ihr Werk zusammenbrechen, wenn Sie mich belogen haben? Schwören Sie mir beim Gelingen dieses Werkes, daß Sie die reine Wahrheit gesagt haben?" Lebendig stand sie da. Ihre großen blauen Augen bettelten und drohten. So entschwand sie, so erschien sie wieder: hundertmal im läge. Aber einmal — einmal brachte Carsten den Mut doch auf. Martina wollte kommen. Und sie kam wirklich; schon am nächsten Abend saß sie Carsten gegenüber. „Ich danke Ihnen, Fräulein Martina", sagte Carsten bewegt. „Ich weiß, es war fein leichter Weq hierher." Martina lächelte angestrengt. „Viel hat sich seit unserer letzten Begegnung ereignet." Carsten schleppte die Worte. „Nie hätte ich gedacht, daß die Dinge so hart aneinander stoßen können. Vor drei Wochen im Krankenhaus: es war der schönste Tag meines Lebens. Und gleichzeitig der schrecklichste, an den ich mich erinnern kann/ Er stützte den Kopf in die Hand und murmelte zwischen den Zähnen: „Eigenllich mußte es ja so kommen. Leise bewegte Martina die Hand mit dem Täschchen. „jjeute war der Weg zu Ihnen leichter als das erstemal." Traurig blickten ihre Augen auf den Mann. „Gemeinsames Unglück verbindet mehr als gemeinsame Arbeit. Auch mein armer Vater leidet furchtbar." „Ja, Ihr Vater." Carsten schaute auf. „Wie geht es ihm? Seit vielen Tagen hat er sich nicht sehen lassen." „Ich fürchte um feine Gesundheit", sprach Martina still. Carsten seufzte stöhnend. Lange fiel kein Wort zwischen den zweien. Im Dorraum hantierte Netteldeck mit seinem Schlüssel- bunb. Lärmend ratterte die Rollplatte über den amerikanischen Schreibtisch. „Guten Abend, Fräulein Hannold." „Guten Abend, Herr Nettelbeck." Der Blechkasten wurde über die Schreibmaschine beim Fenster gestülpt. Jede Einzelheit sah Martina durch die Wand. Mit schweren Gliedern erhob sich Carsten. Er ging zur Tür und warf sie ins Schloß. Ein schmaler Spalt war offen geblieben. Dann setzte er sich wieder. Nach einer Weile sagte er mit einer Stimme, die aus einem Gewölbe zu kommen schien: „Ich bin Ihnen noch eine Erklärung schuldig, Fräulein Martina." „Sie sind mir keine Erklärung schuldig, Herr Carsten." „Doch," nickte Carsten, „doch. Auch das muß sein. Auch das muß aus dem Weg." Geängstigt fragte Martina: „Aus dem Weg?" Ihr war, als richtete sich etwas drohend auf. Ungewöhnlich starr blickte durften sie an. Fremde Züge furchten sein Antlitz. Doch gleich daraus senkte er die Lider. „Ich will mich nicht rechtfertigen. Meine innere Verfassung soll erklären, was Sie vom Grunde auf- gewährt hat. Wenn Sie mich verstehen, werden Sie mir vielleicht auch verzeihen." „Ich habe Ihnen nichts zu verzeihen, Herr Carsten." (Fortsetzung folgt.) 973 Ärgert dich dein Fußboden (o reiße ihn nicht heraus, fondern pflege ihn mit LOBA-Beizc, der Wafferediten, mit dem Raben I Du kannst dst>d ruhig deinen Morgengefang anstimmen, denn mit LOBA-Beize hast du keine Mühe Auftrag und Glanz erreichst du spielend leicht veil Ge tücht fo zäh ist, vie andere Beizen. Ihr famtartirer Glanz tut deinem Auge wohl, ße ist sofort Begehbar, färbt nicht abu. dunkelt nicht nach. Vor alko Dingen ^st Ge nicht nur angeblich, (bnoern tanaefaheh naß w Hebbar. D'rum । Verlang ob dieser vielen Reize, Nur waflerechte LOBA- Beize I Lichtspielhaus Etabnhofstraße 34 Heute letzter Taff: Rin-Tin-Tin und Heimliche Sünder Ab morgen bis einschließlich Sonntag: HENNY PORTEN » 6 zwerchfellerschütternde Akte aus dem Leben einer praktischen Berlinerin. Ferner das ausgezeichnete Beiprogramm! Bruno Kastner Henny Porten Curt Bois Angelo Ferrari Paul Morgan Franz Groß PERSONEN: Arved Angerapp, Großkaufmann Cäcilie, seine Frau ............. Ali ben Mokka, ihr Seelenfreund Der Filmstar................. ... Der Regisseur..................... Der Friseur........................ Die Köchin...................... -..................... Alice Torning Ein Mädchen vom Lande.. .Eine, die nicht genannt sein will??? Wegen des zu erwartenden großen Andranges zu den Abendvorstellungen zu diesem ausgezeichneten Lustspiel, bitten wir höflichst, nach Möglichkeit die Nachm-Vorstellungen besuchen zu wollen. Astoria-lichtspieie Heute letzter Tag: DerHundvonBaskerville Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Fred Thomson in seinem neuesten und besten Cowboy und Wildwestfilm in 6 Akten: Im sausenden Galopp In den Hauptrollen: Frank Marshall. Fred Thornton, Carmencita. .Ann DIty. — Ferner: Wenn Frauen träumen Pikantes Schauspiel In 5 Akten. 9026c jekdesschön- sten^-r. 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"* Ä > m«r. toi 258 Drittes Blatt______________Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellent_________Mittwoch, 3. November 1926 Aus Natur und Technik ist dies insbesondere dann der Fall, wenn sich ein Stoff nur an einem einzigen Ort in gröberen Mengen findet, wenn hier Mutter Erd« mehr spendet als benötigt wird, und wenn es sich darum handelt, diesen Stoff entsprechend den jeweiligen Anforderungen des Bedarfs über weite Strecken zu verteilen. Ein derartiger Fall liegt bei den natürlichen Heliumquellen Rordamerikas vor, wo dieses Gas in beträchtlichen Mengen aus dem Boden ent- Die Dampfmaschinen, dafür stehen aber ungeheure also Wärmemengen kostenlos zur Verfügung. Hm bei den verhältnismäßig geringen len sicht trotz ihrer großen Erfolge noch in der An- fangssttifc. Aber schon heute erslyeint uns die ultraviolettes Licht ausstrahlende Quarzlampe als eine Art neuzeitliche physikalische „Wunderlampe Aladins". Schon seit geraumer Zeit führt man diese des Ausgleiches. Man hat nun herausgefunden, Hebung in der Weise durch, daß man entweder daß das Meerwasser eine solche Aufspeicherung den Schiffsrumpf vollständig abdichtet und ihn von selbst besorgt. Die tropischen Gewässer haben mit Luft füllt, oder daß man an ihm Luft- nämlich einen das ganze Jahr fast gleichbtei- behälter befestigt. Das Schiff steigt dann von benden Wärmegrad von etwa 25 Grad Ceb selbst an die Meeresoberfläche empor und wird sius. Denkt man sich eine Flüssigkeit, die bei von den Behältern mit nach oben genommen, einem noch niedrigeren Wärmegrade verdampft, Anstatt der Luft verwendete man auch andere z. D. Salmiakgeist, so tonnte man also mit Gase, wie z. B. Azetylen usw. Die Benutzung von | der Wärme des Meerwassers Dampf erzeugen Helium gewährt den Vorteil, daß man die ~ Technische Rundschau. Von Dr. Helmut T h o m a s i u s. Die Rohstoffe, die die Ratur der Menschheit und damit der Technik zur Verfügung stellt, sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, sehr ungleichmäßig über die Erde verteilt. Das führt zu allerlei Schwierigkeiten wirtschaftlicher, politischer und nicht zuletzt technischer Art. Es bietet einen eigenen Reiz, diesen Zusammenhängen in Eilende Welten. Don Professor Dr. Küfiermann. .Euer Gegenstand ist dec erhabenste freilich im Raume' aber, Freunde, im Raum wohnt p.e Erhabenheit nicht!" ruft Sch Her den ©ternlunM- gen zu, und vielleicht ist die hierin liegende Mahnung heute noch notiger als damals, innerhalb jeder Wissenschaft und gerade auch innerhalb Der Sternkunde muh unter heutigen Umstanden das rein Handwerksmäßige einen immer größeren Raum einnehmen. Die Genauigkeit der Beobachtung wird immer weiter getrieben, die Rechnungen nehmen einen immer größeren Umfang an, und es ist kein Wunder, daß über der meisterhaften Handhabung dieses wissenschaftlichen Rüstzeugs der Gegenstand, dem dieser auf die Spitze getriebene Scharfsinn gilt, ab und zu mehr als billig in den Hintergrund tritt. Um so erfreulicher ist es, daß es neben Der gelehrten Tagesarbeit doch nicht an weittragenden kühnen Gedanken fehlt, die uns mitunter ungeahnte Aussichten in die unendlichen Weiten her Welt eröffnen. Und wie fast durchweg in der neueren Raturforschung, ist der Ausgang in winzigen Unstimmigkeiten von Meßergebnissen zu suchen. Der gewissenhafte Gelehrte ruht nickt, bis er solche kleinen Widersprüche in den Messungen beseitigt bat, und sollte er darob auch die ganze Welt in Bewegung setzen müssen. Solche Gedanken gingen mir durch Den Kopf, al» mich kürzlich Professor Courvoisier, Professor der SternkunDe an der Berliner Universität sstemwarte in Reubabelsberg, in sein Reich einführte. Dieser Gelehrte halte die Beobachtung gemacht, daß sich in der Bestimmung der Sternörter, die eine Hauptaufgabe deS Sternforschers ist, kleine Abweichungen ergaben, je nachdem, ob er sein Fernrohr unmittelbar gegen den Himmel richtete, oder das Sternenlicht erst von ein niederländischer Physiker, die Ansicht Der- | fochten, daß jede schnelle Bewegung von einer winzigen Zusammenziehung in der Bewegungsrichtung begleitet fei; allerdings ist diese Ansicht späterhin zugunsten der Ensteinschen Relativitätstheorie wieder verlassen worden. Cour- voisier nimmt sie nun wieder aus und kommt zu folgendem Ergebnis: Wenn wirklich die schnelle Bewegung der Erde eine Zusammenziehung in Der Bewegungsrichtung zur Folge hat, so wird dadurch die Anziehungskraft der Erde, Die wir ja bekanntlich als Schwere empfinden, nach Große unD Richtung geändert. Denn von der Gestalt Der Erde hängt ihre Anziehungskraft ab. Da nun aber infolge der Drehung Der Erde um ihre Achse im Verlauf von 24 Stunden immer andere Gegenden der Erde an Die Stirnseite Der Bewegung kommen. und derselbe Erdpunkt bald vorn, bald an der Seite, bald hinten ist, so muß ein ^regelmäßiger Wechsel der Schwerkraft nach Größe und Richtung hie Folge fein. Einen solchen Wechsel hat nun Courvoisier durch verschiedene sowohl phyfikaftsche als auch astronomische Beobachtungen festgestellt. Er verglich z. D. den Gang der Pendeluhren, die ja durch Die Schwerkraft in Gang gehalten werden, mit dem anderer Uhren, ebenso auch, und zwar durch funkentelegraphische Vergleichung, den Gang von europä'schen und amerikanischen Uhren. Er verglich ferner Die Richtung nack bestimmten Sternen, d e ja im Raume fest- steht und nichts mit der irdischen Schwerkraft zu tun bat. mit der Richtung nach dem Scheitelpunkt, dem Punkt gerade über uns. der uns die Richtung Der Schwerkraft angibt. Das Ergebnis aller dieser Versuche war stets das gleiche: Die beobachteten Messungen sind am einfachsten und leichtesten verständlich, wenn wir eine Geschwindigkeit der Erde von 750 Kilometer in der Sekunde annehmen. Richt nur die Geschwindigkeit, sondern auch Der Zielpunkt der Bewegung ergab sich, auf so ver- denen Voraussetzungen die einzelnen Messungen De- I und ihn in nutzbringende Arbeit umsehen. Frei- Zn- lich werden sich damit keine so hohen Dampf- be» I drucke erzeugen lassen wie bei Den neuzeitlichen )ä(ter verhältnismäßig klein machen kann, olge seines geringen spezifischen Gewichts itzt das Gas ja einen starken Auftrieb. Arbeiten werden durch seine Verwendung beträchtlich erleichtert und beschleunigt. . „ 3n welchem Umfange sich dieses Verfahren Wärmegraden eine möglichst hohe Ausnutzung Eingang verschaffen wird, läßt sich heute noch Der Maschinen zu erreichen, kann man durch nicht übersehen. Es vermindert Die Kosten der Riederschlagen des Auspufsdampfes in einem Ausspeicherung, ist aber nur in geringem Maße besonderen Verdichter erreichen, daß Der ver- geetgnet, Die Vorräte zu vermindern, Die sich | dichtete Dampf /Den nachfolgenden Auspuffdampf einer Quecksilberoberfläche zurückwerfen und erst so in fern Fernrohr gelangen ließ. Aus Grund bestimmter physikalischer Ueberlegungen kam er zu Der Annahme. Daß eine schnelle, mit Der Licht- ?eschwind.gkeit von 300 000 Kilometer in Der <5e= unde vergleichbare Bewegung des Spiegels eine ganz kleine Abweichung in Der Zurückwerfung des Lichtes zur Folge habe. Die Erfüllung Der Voraussetzung Der Vergleichbarkeit mit Der Lichtgeschwindigkeit ist natürlich keine Kleinigkeit; Denn selbst Die Bewegung, die Die Erde in ihrem Umlauf um die Sonne ausführt, hat nur eine Geschwindigkeit von 30 Kilometer in der Sekunde, also dem zehntausendsten Teil der Lichtgeschwindigkeit. was zu einer merkbaren Aenderung in Der Richtung des zurückgeworfenen Lichtstrahls noch nicht genügt. Zur Prüfung seiner Ansichten stellte Courvoisier einen ungemein einfachen Versuch an: 3m Uhrenkeller der Sternwarte richtete er zwei Fernrohre so auf eine spiegelnde Quecksilberobers lache, daß das Fadenkreuz des einen Fernrohrs gerade ün Dem des andern erschien. Das Fadenkreuz des Fernrohrs ist bekanntlich Der Festpunkt, der allen Messungen zugrunde liegt. Er beobachtete nun, daß das Fadenkreuz des einen Fernrohrs im Verlaus eines Tages um das des andern herum- «wanderte. Diese Erscheinung erklärt sich nach Courvoisier folgendermaßen: Wenn wirklich eine schnelle Bewegung des Spiegels eine kleine Abänderung in der Art der Spiegelung zur Folge hat. so muh natürlich eine Aenderung Der Dewe- gungsrichtung auch eine kleine Aenderung in Der Richtung des zurückgeworfenen Strahls bewirke.^. Nehmen wir nun eine schnelle Bewegung Der Erde vn. so bleibt zwar deren Richtung an und für sich dieselbe, sie ändert sich aber im Verhältnis 511111 Deobachtungsraum, denn dieser dreht sich ja infolge der Drehung der Erde um ihre Achse im Verlauf von 24 Stunden einmal herum. Courvoisier maß nun genau Die Größe Der Abweichung des zurückgeworfenen Lichtstrahls und stellte so durch seine mathematische Theorie fest, daß sie durch eine Bewegung der Erde mit einer Geschwindigkeit von nicht weniger als 750 Kilometer in der Sekunde veranlaßt fein könne. Wenn sich Die Erde nun aber wirklich mit dieser Geschwindigkeit bewegt, so ist das nur dadurch möglich, daß nicht nur Die Sonne und die Planeten, sondern auch Die Rachbarsonnen dieselbe Bewegung aus- führen. Unter Rachbarsonnen verstehen wir dabei alle Fixsterne, die wir mit bloßem Auge oder mit Dem Fernrohr am nächtlichen Sternhimmel wahrnehmen, Denn alle diese Sterne bilden bie sogenannte Milchstrahenwelt, die die ganze unfern Sinnen zugängliche Welt umfaßt, mit Ausnahme Der sogenannten Spiralnebel, d e aller Wahrscheinlichkeit nach ihrerseits auch solche riefen- haften Gebilde sind wie unsere Milchstrahenwelt. Da durch sehr genaue und durchaus zuverlässige Mefsungen feftgeftcllt ist, daß sich diese SpircU- ■ncbeltoelten uns nähern oder sich von uns entfernen, und zwar mit Geschwindigkeiten, Die etwa ebenso groß sind wie Die von Courvoisier für Die Milchstrahenwelt angenommene, während wir «anderseits genau wissen, daß die Bewegungen innerhalb der Milchstrahenwelt sehr viel langsamer sind, so sind die Anschauungen Cour- voifiers von Der Bewegung der Milchstrahenwelt von vornherein ke ncswegs unwahrscheinlich. Courvoisier stützt nun diefeDehauptungen durch 'eine große Zahl anderer Messungen, Die auf ganz unDeren Grundlagen beruhen, aber im großen «und ganzen doch zu demselben Ergebnis führten. .Schon vor länger als 20 3ahren hatte Lorentz. einzelnen Fällen nachzugehen, von Denen uns hier nur Die technischen interessieren. Vor allem zeigt sich, daß die eben erwähnte ungleichmäßige Verteilung geeignet ist, die Technik vor neue und oft sehr schwierige Aufgaben zu stellen. Es durch Ausnutzung Der natürlichen Gasquellen ansammeln. Das in Die Luftkästen eingeführte Helium geht ja nicht verloren, sondern steht nach gelungener Hebung wieder zur Verfügung. ^Man steht also nach wie vor Der schwierigen äragc gegenüber, wie man Den Reichtum ausbewahren soft, sür Den man immer noch keine richtige Verwendung hat. Zu Dem großzügigen Entschluß, das GaS vorerst verloren gehen zu lassen und erst später wieder mit Der Aussammluna zu beginnen. wenn man es braucht, kann man sich nicht Durchringen. Man weih ja nicht, ob Die Quelle nicht eines Tages versiegen wird. Zunächst wurden Millionen von Stahl- zylinDern hergesteftt, in die man das Gas unter Druck hineinpreßte. Es zeigte sich jedoch, daß aus den Ventilen dieser Zylinder im Lause eines 3ahres etwa 15 v. H. des 3nhalts entwichen. Cs haft nichts, daß man Die Ventile äußerst genau arbeitete, daß man bei ihrer Herstellung feinste Präzisionsarbeit leistete. Die Unmassen von Zylindern kosteten viel Geld. Außerdem aber verstieß das ganze Verfahren gegen einen wirtschaftlich-technischen Grundsatz. Oders.äche und Gewicht eines Behälters Dürfen nicht in einem Mißverhältnis zu seinem 3nhalt stehen. Man schlug vor. riesige Tanks aus Blech, ähnlich unseren Gasbehältern, zu bauen. Aber selbst Im wagemutigen Land Amerika scheint sich । niemand an diese gewaltige Arbeit gewagt zu haben. Wie soft man auch einen solchen Koloß kontrollieren? Er muß aus zahlreichen Platten zusammengesetzt werden, Die miteinander zu verlöten sind. Werden die Lötstellen halten? Welche «Schwierigkeiten würde es machen, undicht gewordene Stellen aufzusinden? Also versuchte man gar nicht, diesen Gedanken in die Tat um» liche Anbringung oder auch Wegnahme von Schrift, ober Druckzeichen. Selbst wenn sie so sorgfältig entfernt sind, baß bas bloße Auge nichts mehr von ihnen bemerkt, so genügen übrlgblcibenbe Spuren doch noch zum Aufleuchten im ultravioletten Licht. Da nun früher Papier eine kostbare Ware war, so wurden häufig alle Schriftlichen ausradiert, um neuen Platz zu machen. Bisher war es leider nicht immer möglich, solche beseitigten Schriftzüge zu entdecken, die bisweilen äußerst wertvoll waren. Auch hier leistet uns die ultraviolette Wunderlampe wertvolle Dienste. Da die Reste der alten Tinte oder Farben im ultravioletten Licht gewöhnlich eine andere Farbe zeigen als die neue Tinte, so läßt sich die ursprüngliche Schrift durch geeignete Maßnahmen, z. B. durch Ausschalten der neueren Tinte mit geeigneten Filtern, oft beinahe vollständig auf bie photographische Platte brinaen. Die Durchforschung der Bibliotheken nach diesen Grundsätzen dürfte sicherlich ganz überraschende Eraebnisse bringen. In Paris wurde einmal ein Gernälve von Rubens verkauft, dessen Echtheit bei einem späteren Prozesse selbst von mehreren Sachverständigen nicht mit Sicherheit feftgelteUt werden konnte. Da deckte bie Quarzlampe in Der rechten unteren Ecke bie leuchtenden Striche des Namens Rubens auf, von dem im Tagslicht nur einige schwache Striche zu sehen waren, die man aber auch ebensv gut als einen anderen Namen hätte deuten können. Nicht merkwürdiger, aber vielleicht in wirtschaftlichem Sinn wertvoller ist es, daß auch Edelsteine und Perlen nach ihrer Herkunft verschiedene Farben- erscheinungen in ultraviolettem Licht zeigen, so daß auch solche Fälschungen, wenn man ihnen mit ultraviolettem Licht nachgeht, nicht verborgen bleiben | können. Die Untersuchung mit ultravioletten Stroh- auch beruhen. Doch in guter Uebereinstimmung. Eben Diese Uebereinstimmung ist Dec stärkste Be° I weisgrund für Die Courvoisiersche.i Anschauungen. Ob sich Diese Anschauungen enDgültlg bewahrheiten werben, kann bei Der Neuheit Der ganzen Untersuchungen noch nicht gesagt werden. 3hre Bedeutung aber ist unbestreitbar; für Den Phy- I fiter, weil sich Die Anschauungen Courvoisiers mit Denen Der Relativitätstheorie nicht bereinigen lassen, für Den Astronomen, weil sich ihm Durch Diese kühnen Untersuchungen Der Blick in ungeahnte Welten auftut Vie Aufdeckung von Fälschungen durch ultraviolette Strahlen. Von Ingenieur Karl Trott. Die für das Auge unsichtbaren, an das violette Licht angrenzenden, als „ultraviolett" bezeichneten Strahlen haben die Eigentümlichkeit, sich beim Auftreffen auf manche Stosse in sichtbares Lickt zu verwandeln und dadurch diese Stoffe selbstleuchtend zu machen. Die Erscheinung wird durch gleichzeitig austressendes fremdes Licht jedoch überdeckt, so daß sie nicht immer nach Gebühr beachtet worden ist. Man muß also dafür sorgen, daß nur bie nltravio- letten Strahlen auf den zu untersuchenben Gegenstand fallen, die andern jedoch ferngehalten werden, was man durch sogenannte Filter erreichen kann. I So gibt es z. B. flüssige Filter aus Kupfervitriol, das man mit einer Methylverbindung vermischt in ein parallelwandiges Glas füllt. Nun ist es der Hanauer Ouarzlampengesellschaft gelungen, auch ein ©las herzustellen, das nur die ultravioletten Strahlen durchläßt, allen andern aber Den Weg versperrt, so daß es infolgedessen natürlich schwarz aussieht. Dieses Glas ist nun ein zweckmäßiger Filter für bie ultravioletten Strahlen. Als Lichterzeuger dient eine Quarzlampe; denn Glas ist ultravioletten Strahlen gegenüber undurchsichtig und kann deshalb natürlich als Lampenwandung nicht benutzt werden. In her luftleer gepumpten Quarzlampe sendet ein im Ouecksilberdamps übergehender Lichtbogen ein an ultravioletten Strahlen besonders reiches Licht aus. Hierdurch ergab sich nun ein reiches Feld für die Untersuchung Der Vorgänge beim Auftreffen von ultravioletten Strahlen. Es zeigte sich, daß eine ganze Anzahl von Stoffen sie in sichtbares Licht verwandelt, wodurch diese selbstleuchtend erscheinen. Da nun aber bie Erscheinung fast bei jedem Stoff in anderer Weise vor sich geht, so bietet sich hier die Möglichkeit der Unterscheidungen, die sonst unmöglich wären. Merkwürdigerweise sind es oft gerade natürliche, organische Stoffe, die stark selbst leuchten, wohingegen Nachahmungen, und mögen sie noch so gut sein, diese Eigenschaft nicht haben; z. B. leuchten mit ultraviolettem Licht bestrahlte natürliche Zähne lebhaft auf, während ein falscher Zahn so braun wie Schokolade aussieht. Die Nägel an der «Hand erscheinen milchig blau, die Haut erhält dagegen eine dunklere Färbung, obwohl beide im Tageslicht fleischrot aussehen. Das verschiedene Aufleuchten im ultravioletten Licht bietet auch die Möglichkeit, verbrecherischen Fälschungen, z. B. Banknotenfälschungen, auf die Spur zu kommen, denn Papiere verschiedener Herkunft zeigen, auch wenn sie für gewöhnlich völlig gleich aussehen, im Ultraviolett verschiedene Farben. Und da Banknotenfälscher immer mit anderen Papieren, als den zu den echten Noten verwendeten, arbeiten müssen, ist die Fälschung sofort erkennbar. Aber auch bei echtem Papier merkt man bei der Bestrahlung mit ultraviolettem Licht die nachträg- zusehen. Dagegen hat man jetzt Die Zylinder beträchtlich vergrößert, man hat sogenannte „Einheiten" geschaffen. 3eDe Einheit besteht aus Drei großen liegenden StahlzylinDem und vermag runD 70 000 Kubikmeter Heliumgas aufzunehmen. Das unter gewaltigem Druck hineingepreht ist. Dadurch ist Das Verhältnis Der Oberfläche und des Gew'chts xum 3nhalt günstiger gestaltet. Anstatt einiger hundert Ventile finD nur Drei vor- Händen. Die Möglichkeit zu Gasverlusten ist daher beträchtlich herabgesetzt. Die aus Drei Zylindern bestehende Einheit ist auf zwei mit Rädern versehenen Drahtgestellen befestigt, bildet also mit diesem Gestell zusammen eine Art von niedrigen, aber sehr langen Eisenbahnwagen. Dadurch lassen sich rasch ganze Züge zusammen- stellen, die an Die Stelle gefahren werden können, wo man Helium braucht, sei es um Wracks zu heben oder Luftschiffe zu füllen. Aehnlich wie beim Helium liegen die Verhältnisse an den Erdölquellen. Hier pslegt man schon fast seit den Zeiten ihrer Entdeckung Behälter zu bauen, in Die Das Oel hineingefüllt wird. Weithin ist in Pennsylvanien Der Boden mit solchen Oclbehältern bedeckt, Die man früher aus Metall herstellte. 3etzt verwendet man durchweg Eisenbeton. Eine geringe Anzahl verhältnis- mäßig kleiner Behälter verursacht schon beim Dau mehr Kosten als ein einziger großer. Dann aber strömt. Gewaltige Schätze gingen hier feit ewigen I "süssen sie gleichfalls überwacht und wit Ein- Zeiten in Die Lust, Die erst in neuester Zeit wert» richtungen zur ^.^öutung von Feuer dcl eben voll wurden. 3m 3ahre 1895 wurde das Helium tperben. Beim plötzlichen (S..b:br:n einer reichen als selbständiger chemischer Grundstoff isoliert. Quelle erweisen sie sich viel;ach als zu nein. Aber auch Dann wußte man noch nicht, daß Die Droße Mengen des Erdöls laufen dann un» Gasquelle bei Fort Worth im Staate Tepas benu^t a&. . . dieses seltene Element enthielt. Hier wurde es auch hier Schwierigkeiten in pejug auf erst viel später nachzewieseN. Das Helium ist I Aufspeicherung De8 loitoaren Schayes. Die ein sehr leichtes Gas, nur unerheblich schwerer ^e,r.toenL^n9. großer Srahlzylinder wie beim als Wasserstoff. Es hat vor diesem Den Dor- tzeftum ist hier nicht möglich, toeil fid; ja das zug, daß es nicht brennbar ist. Als sich daher Oel nicht wie dieses veroichten laßt. So bleibt Die Lufts Hiffahrt entwickelte, erschien es als das PuJ„reTn Hersteltting von Riesen- gegebene Element, um den Wasserstoff zu er- I behältern. Aber auch davor schreat, der in tersetz en. Man gewann es aus der Gasquelle in Aschen Dingen so kors^e Amerikaner zuruck, reinem Zustand und wußte zunächst nicht, wohin I ct.nr feiner Oelbehalter brennt, entsteht ein Damit. Dieser Schah muhte gehütet und muhte beträchtlich geringerer Verlust, als wenn ein aufbewahrt werden. Man verfügte Dort drüben Riesenbottich in Flammen auT ge.;t An Loschen zwar nod) nicht über lenkbare Luftschiffe. Aber ift ia tn Melden Hallen nicht zu denken. Run man zweifelte nicht, daß man sie bald besitzen g»bt es zwar Hilfsmittel genug, um eine Ent- würde. Deshalb Durfte vom Helium nichts mehr zundung Des 3nhalts mtt Sicherheit zu per- verloren gehen. Da erwarb man in aller Eile buten, aber ift einem öall_ »erjagen Diele 5)U|S» ein in Der Nähe gelegenes altes Bergwerk, mittel: wenn der Blitz einschlagt Die Salle von dessen Schächte und Stollen man auszernentterte. Blitzschlägen in Derartige Behälter find aber Auf Die Zementschicht wurde, um ein Entweichen I Ulten. Man will nun, ehe man des Gases zu verhüten, eine Kupferschicht gal» I bas Risiko des Bau von Riefentanks übernimmt, dänisch niedergeschlagen. Run verfügte man über über einen einwandfreien Blitzschutz verfugen, einen riesigen Gasbehälter. Bald war er ge= I 3U Diefem Zweck wurde jetzt em eigenes techm- füllt. Und nun muhte man schweren Herzens das fches Komitee, Da8 f 1$ mit Dem Studium dieser Gas wieder in Die Luft entweichen lassen, Zki Der I Angelegenheit beschäftigen gegründet. Man Behälter nichts mehr aufnehmen konnte. bereits große Versuchsanlagen gescha fen. Wie sich der Luftverkehr Der Zukunft ent- Einrichtungen zur Erzeugung großer künstlicher wickeln wird, steht heute yoch immer nicht mit | Dlihe wurden ausgestellt. Eine Anzahl kleinerer Sicherheit fest. Der Amerikaner ist davon über- I eigens erbauter Dersuchsbehailer wurde mit zeugt, daß dabei auch das Luftschiff eine große Dlitzschuhvorrichtungen Der. verfchteDensten Art Rolle spielen wird. Man muß also Vorsorgen und versehen und mit leicht entzundlicyen Flüssigkeiten das Helium weiter aufspeichern. Derartiges in I gefüllt. Man hofft auf diese Weise eine Coiung Massen aufgesammeltes Gas stellt aber ein totes I auch dieser technisch sehr schwierigen and Privat-Bauk 259.5 185 250 181 260 184 5 j 250.5 >81 Darmst. und Rarionakbauk ■ 266.25 62' Z65 259 Deutsche Bank. . . ..... 192 185.5* 190 186* Deutsche BereinSbank .... 107 — «— DiLconto Lommandit . . . 180.5 178,5 179.25 176 Metallbau!.......... 174 170.5 168.25 173 Mitteldeutsche Trcdiibank. . 160 — 160 157 Ocsterreichische Kreditanstalt 8,1 8,3 8.25 8,25 Wrstbauk .......... — —— — Bochumer 2 Novbr. 3 Novbr. Amtliche Non rung Amtliche Notierung c^eld Brie <8el.d Briet Ämn-Rou 167.85 168.27 167,92 168,34 Buen-Airce 1,705 1,709 1,706 1.710 Bris.-'Antw 5.8.435 58.575 58,45 58.5'1 Cbrisliania 105,32 105.58 105,37 105,63 stov:nbag:n U1.61 111.89 111,66 111,94 Stockholm 112,11 112.39 112.09 112,37 Heliingfors 10.555 10.595 10,55- 10.598 Italien. . >7.40 17 91 18.65 18.09 London. 0,344 -0.397 40,353 20,40 > Neunork • 1.198 1.208 4,1995 4,2095 Paris. . Schweiz . 13,30 13,34 13.54 13,58 '0,95 "1.15 iü.98 »1,18 Spanien • 63,67 63, "3 63.65 63,81 Japan . . 3.58 t 62 2,056 2,060 •Mio de Jan Wien in D-- 0.572 0.574 9.576 0.578 £eft. ab gelt 59,28 59,42 59,28 59,42 Prag . . . Belgrad . . 12,43 12.47 12,436 12,476 7.409 7,429 7.408 7,428 Budapest. □ ,8<5 5,805 5,875 6,895 Bulgarien 3.03 -.04 3,032 3,042 Lissabon 21,47a 21,525 -1.575 -1,625 Danzig. . 61,40 81,60 81.50 81.60 fionft. ntin. 2,115 2,125 2.045 2,075 Athen 5,09 5,11 5,19 5.21 Canada. . . 4,202 4.155 4.212 4.2(2 4.221 Uruguay . . 4.165 4.155 4,165 Banknoten. (Oßne Gewähr.) Berlin. 2 Novbr (Selb Brie Amerikanische Note» ..... 4.181 4,203 Belgische Noten ....... 58.25 58 55 Dänische Noten ........ 111,32 Ul.88 Englische Noten........ 20,312 20,412 jjrausi’iifdje Noten ..... 13,39 13,45 Holländische Noten...... 167,53 168,37 Italienische Noten...... 17,97 18,07 N"rwcgische Noten. ... 105,56 Dentsch-Ocsterr.. 5100 Kronen 5»; 05 59,35 Rumänische Noten..... Schwedische Noten ...... 111,79 112,35 Schwel,er Noten....... 80,72 81,12 Sp"t.,sche Noten....... 63.41 03,76 Tiarcchoslowakische Noten . . 12,40 12'46 UT.gurifdie Noten..... . 5.842 5,882 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 3. Rov. Die sehr beträchtlichen Steigerungen der letzten Zeit führten heute $u einer merklichen Realisationsner- gung, die auf fast allen Lerminmärkten Material herausbrachte. Dadurch erlitten die an der Haussebewegung besonders beteiligten Werte, namentlich Montan-, Elektro-, Chemie- und Bankaktien Kursverluste von 4 bis 5 Proz. Die Spihenverkuste gingen jedoch noch weiter darüber hinaus und betrugen z. B. für Berliner Handel 10 Proz., für Darmstädter Bank 7 Proz. Das Angebot war jedoch nicht so erheblich, wie es nach diesen Kursbewegungen den Anschein hat. Die Rückgänge waren vielmehr deshalb so erheblich, weil das Geschäft ganz erheblich zusammengeschrumpft ist und die Käuferschicht sich abwartend verhält. Das Publikum hält, soweit sich bisher übersehen läßt, an seinem letzterworbenen Besitz fest. Die heutigen Kursrückgänge werden daher nur als gesunde Reaktion auf die enormen Befestigungen der letzten Tage angefeßen. Ein grundsätzlicher Stirn- mungsumschwung war trotz der starken Kurseinbußen nicht f e ft z u st e l l e n, zumal die Erleichterung am Geldmärkte nach dem Ultimo diesmal raschere Fortschritte macht. Tages- geld 5 bis 7 Proz.. Monatsgeld 6 bis 7 Proz. Lebhafte Käufe fanden in Schuhgebietanleihen: statt, die einen Höchstkurs von 21 erreichten und später mit 19,50 bis 20 umgingen. Im Devisenverkehr unterlagen Mailand und Paris stärkeren Schwankungen. Paris gegen London 152, Mailand 112,50 bis 114. Die übrigen Hauptvaluten wiesen ferne Veränderungen auf- Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Noo. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,50 bis 29,75 Mk.: Roggen, inländischer, 24,25 bis 24,50; Sommergerste für Brauzwecke 24,50 bis 27: Hafer, inländischer, 20 bis 20,75; Mais (gelb) 20 bis 20,25; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0), 42 bis 43; Roggenmehl 35,25 bis 36; Weizen- und Ro.qgenkleie 11 bis 11,25 Mk. Tendenz: stetig. Berliner Produktcubörsc. Berlin, 2. Rov. Der ausländische Einfluß auf die Gestaltung des Berliner Getreidemarktes hat sich heute etwas gelockert, da das Inland seine gestrigen, mehr nachgiebig gehaltenen Offerten neuerlich zurückzog. Das Rivean war deshalb für Weizen nicht ganz behauptet; die Geschäftstätigkeit bewegte sich in durchweg engen Grenzen. Auch von Export ist wenig zu hören, da vorliegende Gebote keinen Rutzen lassen. Roggen wurde ifn Lieferungshandel 1 bis 2 Mark niedriger. Im Verlaufe zeigte sich allerdings zeitweise am Terminmarkt eine leichte Befestigung. Gerste hat reichliches Angebot in Brauware und liegt matt. Auch Hafer war stärker offeriert. Mehl vernachlässigt und selbst zu ermäßigten Preisen nicht abzusehen. Es wurden notiert per 1000 xtlo: Weizen, märf., 270 bis 273; Roggen, rnärk.» 219 bis 224; Sommergerste 220 bis 262; Wintergerste 192 bis 205; Hafer, märt, 178 bis 193; Mais (loko Berlin) 201 bis 206; per ICO Kilo: Weizenmehl 36 bis 38,75; Roggenmehl 31,75 bis 33,75; Weizenkleie 12; Roggenkleie 11,75; Diktoriaerbsen 58 bis 68; kleine Speiseerbsen 40 bis 42; Futtererbsen 22 bis 26; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 23; Wicken 25 bis 26; Lupinen (blau) 13 bis 14; Lupinen (gelb) 14 bis 15; Rapskuchen 15,60 bis 16, Leinkuchen 20,80 bis 21; Trockenschnitzel 9,80 bis 10; Soyaschrot 19,60 bis 19,80; Kartoffel- flocken 23,90 bis 24,30 Mark. Bachertisch. In der „Deutschkundlichen Büch^ rei" (herausgegeben von Studienrat Dr. G. Wenz; Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig) ist wieder eine Re he von neuen Bänden erschienen. — Behaghel (Deutsche Satzlehre) stellt in knapper und klarer Form die Erscheinungen dar, die sich im deutschen Sah der Gegenwart wahrnehmen lassen. Cs ist ungemein anregettd, die vielfältigen Wandlungen des Satzbaues und der Gründe durch die Jahrhunderte zu verfolgen. — Ein größeres Sprachgebiet behandelt Hans Rau- m a n n s Schrift über die deutschen Lfteratzur- sprachen. In der germanischen SprachentÄrcklung wurde dreimal der Höhepunkt einer ßiteratur- oder Kultursprache — im Gegensatz zur wildgewachsenen mundartlichen Sprache — erreicht: in frühgermanischer, altdeutscher und neuhochdeutscher Zeit. Seit Jahrzehnten ist mit dieser Schrift zum erstenmal wieder eine selbständige Geschichte der deutschen Schriftsprache geboten. — Eine geschickte Auswahl aus dem Volksbuch von Dr. Faust bietet Cngert und vermittelt somit vielen die Lektüre dieses Werkes, die für ein tieferes Verständnis der Gottheschen Dichtung unerläßlich ist. Gleichzeitig wird man über die Eigenart der Volksliteratur des 16. Jahrhunderts und die sie bedingende Geisteshaltung der damaligen Leserschaft unterrichtet. — In sine jüngst vergangene Epoche der deutschen Citeratuf führt uns Röhl mit feiner trefflichen Auswahl aus dem Schrifttum des Ratzuralismus. Proben aus den Werken von M. G. Conrad, H. Hart, Dölsche, Conradi, Holz und Schlaf gewähren einen Einblick in die literarischen und geistigen Verhältnisse, aus denen die Bewegung erwachsen ist, belehren über das Programm jener Dichter und lassen zugleich Umfang und Grenzen der neuen Kunst erkennen. 595—598. Wer Gottes Fahrt gewagt. Bilder und Schicksale aus dem Hause Flex. Herausgegeben von Bemita-Moebis. Mit fünf Dilder- beigaben in Tiefdruck. 181 Seiten. Ernte-Verlag, Hamburg. — Das Buch umschließt ein herbes Schicksal. Das Geschick des Hauses Flex, verklärt und gestaltet von der Hand und mit dem Herzblut einer begnadeten Dichterin, wird uns hier zu einem Erlebnis. Klangvoll ist ihre Sprache, fein und sinnig die Form. Walter Flex, in dem wir die ernst-sittliche Persönlichkeit und den tief empfindenden Dichter bewundern, erleben wir in seiner Werdezeit. Im Mittelpunkt des Buches steht sein Bruder Martin, der frohe Senntags- mensch, der eine Führernatur ahnen läßt. Kindheit und Studentenjahre der Flexjungen erleben wir im Haus in der Sonne zu Eisenach so plasttsch mit, als wären wir dabei gewesen. Von Margarete Flex, der gütigen Frau, erfahren wir viele Züge vornehmer Gesinnung und verständnisvoller Mütterlichkeit. Und ipeßmütig stimmt uns die Tragik dieses Geschlechtes, dessen Schicksal es war, noch in der Blüte zu verwelken. 557 Der praltischeRadioamateur. Das Abc des Radiosvorts zum praktischen Gebrauch für jedermann, von Hanns Günther (W. De Haas) und Dr. Franz Fuchs. 18. Auflage (86. bis 89. Tausend). Mit 173 Bildern im Text und einem farbigen älmschlagbild. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart Preis geh. 4 RM — Die wertvollen Erfahrungen, die das Buch enthält, die zahlreichen Winke, die es für die Anlage und den Betrieb von Rundfunkempfängern gibt, ersparen seinen Besitzern jedes Herum- probieren, Zeit und Geld. Die vorliegende 18. Auflage ist wiederum vollständig durchgearbeitet und dadurch auf den neuesten Stand gebracht worden. Sie enthält die neuesten Bestimmungen für die Teilnahme am Rundfunk in Deutschland, die gesetzlichen Vorschriften für Antennenbau, erläutert das Wesen der elettrischen Wetten und der technischen Grundlagen des Rundfunks, beschreibt alle wichtigeren Einzelteile, Schaltungen und Apparate nach Bau, Wirkungsweise und Handhabung, zeigt, wie man einfache Empfangsapparate aus selbstgefertigten oder gekauften Einzelteilen zusammenseht, gibt Anleitung zur richtigen Behandlung der Stromquelle und zur Beseitigung der wichtigsten Storungen und stellt schließlich in einem Schlußkapitel noch allerhand praktische Angaben zusammen, die jedem Rundfunkteilnehmer willkommen sind. Der besondere Wert des Buches liegt in der anschaulichen Darstellung. 569 — Rudolf Herzog: Das Fähnlein der Versprengten. (Roman, Cotta in Stuttgart. Ganzleinen 6,50 Mt., Halbleder 10,50 Mk.) Kaum ein anderer deutscher Erzähler kann sich eines gleich weiten und gleich treuen Leserkreises erfreuen wie der rheinische Dichter Rud. Herzog, dessen Werke seit Jahren ein Spiegelbild deutschen Ringens um neue Kraft und Größe darstellen. Hatte Rudolf Herzog in seinen letzten großen Romanen „Die (Buben der Frau Opterbcrg", „Kameraden" und „Wieland der Schmied" seine Leser durch alles brennende Leid und atten untilgbaren Schmerz der Rachkriegszeit geführt, hatte er ihnen in diesen Büchern den Kampf der deutschen Seele gegen die Invasion der Fremden und gegen den überwuchernden Materialismus der Krisenjahre gezeigt, so setzt er sich in seinem neuen Buche „Das Fähnlein der Versprengten" weit ab von allen politischen Zeitproblemen, um als frei erfindender Dichter einen mit allen Kräften des Humors durchtränkten Stoff zu gestalten. Ein Halbduhend Menschen, entwurzelt durch die Schicksale der Jahre nach dem großen Kriege, findet sich in zielloser Gemeinschaft zu einem Fähnlein sinnlos gewordener Existenzen zusammen. Wie in joden einzelnen von ihnen und damit in sie alle das Saatkorn neuer Hoffnungen und neuen Glauben- fällt, wie dieses Saatkorn sprießt und zu Reife und Frucht kommt, das ist lebensvoll zum Ausdruck gebracht. 549 Nus dem Amtsverknndigunqsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt 91 r. 88 vom 2. November enthält: Ablösung der Markanleihen. — Maul- lind Klauenseuche in Harbach. — Straßensperre. — Feldbereintgung Treis a d. Lda. — Dienstnachrichten. Schnupfen. Nascnspülunecn mit Chinosol schaffen s.fort Luft und verhüten Kopfschmerzen. Versuchspackung 60 Pf. In all. Apothek. u. Drogerien.