KK'L! -L n^en. 3uli igii .ulk|unfl Ä?Ä*S Zungen Rfc./ dvn LÄK ** ^usen, i -v . hu des ®U1 tum Satten lä“"«' Aeren unb frL?ltli /Sorgens ^gebenti^^1 dem Sriebßn^1115 Qn TO?crÄ’Vfr 7 unb 4ver Smu, ?nii' ^tgeleot Ein h die einem i aus ben?tJ? «ölflen W D? £m2’ncn tWÄ M-L; ssssäg m»d-t ÄlT AZ wurde bem 3iJ, efhÄe Fahnenschlejse »um ihnen hFAE M M« boten Me^J Äy* f,ier «st Dom Mer Diensteigen,chaft Dn mem verseht. Mi, her Ser. Samtes ist Kniasterlanb ^E unler gleichzeitiger 6r iteftor beauftragt eile Wehlar. 1. Juni wer zu Koblenz stnb folgen !S Ehrenurkunden für ße Tätigkeit im Handwerk e>er Rehorn, Schmiede ®eorg Weber, Schmiede buch, Heinrich Pohl I. irf, Louis Rühl, Schmiede »ermann Eisenhut, gri- ulen, und Ehr. Sefort er, Wehlar. lahnkrcis. t, 2. Juni. Am 14. 3u. rschau beS Simmental, sahn" statt. Den Zücht«! egenheit geboten sein, sich ,u beschaffen. 1.3unt heute vvrmitta' i mit Sanb ooQMabene’ m Dahnhof zu unserem n Distichen der einge- rinn kurzen Kurve de. ach tüdtoätti ini n Krzte dadei die Mr und m die Tiere mrt ig aber noch gut ab, denn anscheinend unverletzt, :n tÄweise zerbrach Biedenkopf. stein, 1. Juni Das alte it durch einen SeubauaU una verloren. Vegenwartig föftigt, es dermaßen mW- Mune für durchziehende , werden, an welchen es lte. *Ä 1 3« Stift' benLaglemeS40iahr LZsK u x 1 Ium )^m"Praiadhipo' i Siam y®efanbi! mg der l'Eestl^g cineö i Zwede de . , ^aß ebatte angemeldeten Wünschen und Anregungen Stellung zu nehmen und die Tätigkeit dÄ Internationalen Arbeitsamtes zu schildern, die sich in allen Ländern immer mehr fühlbar mache. Dabei erklärte er u. I ’ki würde, anders Pflicht haben. Mitte.) Wbd el Krims Schicksal. Paris, 2. Juni. (LU.) Wie die Blätter aus Fez melden, wird Abd el Krim voraussichtlich in den nächsten Lagen nach Fez gebracht werden. 3n Targuist sind jetzt 250 Rifleute in Haft, die sich führend an der Aufstandsbe- wegung beteiligt und freiwillig den Franzosen unterworfen haben. Wie die „Chicago Tribüne" aus Fez berichtet, beabsichtigt die f p a» nischeRegierung Abd el Krim unter An- klage zu stellen, weil er den Tod von 22 spanischen Offizieren verschuldet haben soll. Die spanische Regierung behauptet, die Offiziere seien mtt dem Bajonett niedergemacht worden. Auch andere Führer der Riftruppen sollen vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Es wird behauptet, die Spanier würden zwar nicht die Derhängung der Todesstrafe, wohl aber längere Gefängnishaft verlangen, die in einem spanischen Militärgefängnis verbüßt werden mühte. Die spanische Regierung hatnochmalsdie Auslieferung Abd el Krims gefordert. Sie begründet dies damit, dah Abd el Krim früher in spanischen Diensten gestanden habe und infolgedessen als ein Aufständischer bettachtet werden müsse. Seine Auslieferung an die Franzosen sei seine persönliche Angelegenheit, da er nicht mehr im Ramen der Rifleute mit Frankreich Frieden schließen könne. Die Auslieferung an Spanien sei aber schon (Mit erhobener Stimme): Wenn ich gehandelt hätte, würde ich einfach meine als preußischer Staatsminister verletzt (Lebhafte Zustimmung links und in der Ich persönlich würde den Volksentscheid Wettervoraussage. Meist wollig Winde zuerst auf nördliche, später auf südliche Richtung drehend, gewitter- hafte Regenschauer, Temperaturen schwankend. Lieber Deutschland liegen mehrere Teilwirbel, die eine Hochdruckwetterlage noch nicht aufkom- men lassen, und die den Witterungscharakter noch unbeständig gestalten. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 21,2 Grad Celsius, Minimum 10,4 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 12,3 Grad Celsius. deswegen notwendig, weil er die spanischen fangenen sehr schlecht behandelt habe. Gereizte Stimmung in Frankreich. " AoteS J Tagen finden in statt, die der Doten Kreuzes aiebige fürsorali Während vor m 1918 au8 ben $ reiche Üutoenining ift dies heute nat nicht mehr möglich die LeMchtung, liebt dienende stutzen. Am komm hiesigen,Aoie«§ stützt von den Dii onlassung der Äe dar Auslandbeut Aerein: 8j Uhr Lichtspielhaus, Bi giments". — Ast Mallory". realfchüler erschossen und ein siebzehnjähriges Mädchen verwundet auf. Es wurde festgestellt, daß das Mädchen ihren Begleiter durch drei Revvlverschüsse getötet und dann ver- ücht hat, sich selbst zu erschießen. Die deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen. Paris, 2. Juni. (WB.) Der Vorsitzende des Verwaltungscrusschusses des Arbeitsamtes des Völkerbundes, Fontaine, der Mitglied des in Luxemburg gegründeten deutsch-französischen Ausschusses ist, dessen Aufgabe darin be- stebt, die Wirttchaftskreise beider Länder mit objektiven Nachrichten zu versehen, erklärte dem Genfer Vertreter der Havasagentur, wie oft seien die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland durch tendenziöse oder unkontrollierbare Nachrichten gestört worden. Die Gründer der Vereinigung seien der Ansicht, dah das beste Mittel, um Reibungen zwischen den beiden Nachbarvöllern zu vermeiden, ssi, sie mit richttgen Nachrichten über die Lage zu versehen. Man habe nicht die Absicht, offiziell die politischen Beziehun- ?en zwischen Frankreich und Deuts ch- and zu verbessern. Das Ziel, das man sich gesteckt habe, sei bescheidener und praktischer. Cs werde in Paris und Berlin je ein Bureau errichtet. Ein Deutscher leite das Bureau in Paris und ein Frairzose das in Berlin. Jedes dieser Bureaus werde sich in enger Fühlung mit der öffentlichen Meinung der beiden Länder halten, und es sei sogar möglich, dah der Ausschuß dazu übergehe, ein Nachrichtenblatt in beiden Hauptstädten, das in beiden Sprachen erscheint, zu gründen. DeutjcheParlamentarrer inParis Paris, 2. Juni. (TU.) Eine Abordnung deutscher Parlamentarier, der insbesondere auch deutsche Wirtschaftspolitiker angehören, stattete heute nachmittag dem Kammerpräsidenten 5) c r r i o t einen Höflichkeitsbesuch ab. Spater wurde die deutsche Abordnung auch von B r i a n d empfangen. Der Besuch dieser deutschen Abordnung gilt einem Meinungsaustausch mit dem Komitee zur Ausführung der Naturalleistungen. Brmnd reift nach Gens. Paris, 2. Juni. (TU.) Briand wird zur Einweihung des neuen Gebäudes des Internationalen Arbeitsbureaus bereits am Samstag nach Genf reisen. Am Montag beginnt betanntlich die Tagung des Lölkerbundsrats, die die ganze Woche ausfüllen wird. Briand wird jedoch nur den beiden ersten Sitzungen des Rates beiwohnen. dungssache um nichts Wetter, als dah das Königshaus genau so zu behandeln sei, wie jeder andere. Abg .Kasper (Komm.) erllärt, für die Notlage des Bolles habe der Finanzminister nichts übrig. Abg. Falk (Dem.): Der Vergleich mit den Hohenzollern war abgeschlossen worden vorbehaltlich der Zustimmung des Landtages. Glauben Sie. Herr v. Richter, daß sich für diesen Vergleich eine Mehrheit im Landtage gefunden hätte? (Abg. Dr. v. Richter schüttelt verneinend den Kopf.) Ich kann es mit den Grundsätzen, mit denen ich groß geworden und ergraut kün, nicht vereinbaren, für diesen Volksentscheid zu stimmen. („Ra also!" rechts.) Aber die Schuld der Reichsregierung Luther mit den deutschnationalen Ministern an dem Zustandekommen des Volksentscheides ist nicht klein. Wir wissen ganz genau, dah leider unsere Anhänger im Lande uns die Gefolgschaft verweigern würden, wenn wir sie auf unfern Standpunkt festnageln wollten. (Gelächter rechts — Zurufe bei den Kommunisten: „Ihre Anhänger tun dasselbe!") Ich glaube nicht, bah der Vollsentscheid die erforderliche Stimmenzahl aufbringen wird. Dann wird es Aufgabe des Reichstages sein, eine annehmbare Lösung zu finden, und dabei rechnen wir auf die Mitwirkung sowohl der Deutschen Volkspartei wie der Sozialdemokraten. (Beifall in der Mitte.) , Abg. Müller- Franken (Wirtsch. Vgg.) führt die im deutschen Volk herrschende große Beunruhigung auf die Gesamtentwicklung des modernen Staates in wirtschaftlicher und pöli- Rufe links: Ihnen.") Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff: Die Ausführungen des Herrn Abg. v. Richter zur Fürstenabfindung haben meine Verwunderung hervorgerufen, weil Dr. v. Richter als früherer Finanzminister doch eingehend über die Verhältnisse unterrichtet ist. Es war eben damals mit einem Eingreifen des Reiches nicht zu rechnen. Die richterliche Entscheidung in der Auseinandersehungsfrage war ebenfalls unzweckmäßig. Die Ärteile in Thüringen haben dem Fasse den Boden ausgeschlagen. Da kam der demokratische Antrag im Reichstage, der doch nur die Aufgabe hatte, das Volksbegehren aufzusangen und in richtige Bahnen, zu leiten. („Sehr wahr!" in der Mitte.) Was den Vorwurf anlangt, wir hätten den Vergleich nicht dem Landtage vorgelegt, so ist zu erwidern, daß das Staatsministerium sich einmütig auf den Standpunkt gestellt hat, daß eine Vorlage des Vergleiches solange nicht zu einer Behandlung dieser Materie im Landtage fuhren wird, bis nicht vom Reiche eine grundsätzliche Entscheidung getroffen wurde. Auch die Deutsche Volkspartei hat im Reichstage den Gedanken einer reichsgesehlichen Regelung der Auseinandersetzung vertreten. Wenn eine vernünftige Regelung nicht gefunden ist. so liegt die Schuld nicht bei der preußischen Staatsregierung, und auch nicht bei mir persönlich. (Zustimmung in der Mitte.) Das Haus vertagt sich auf Freitag 12 Tlhr. Avlinek- «Bai der -EM die e rin 2a' ta,l<®Ärunfl ohne 5 bau aM , zu ko-^2 2000C 15°^. zeichnens sich u fL ho 3 ® A“ 5 Asche 301 Sparkassen * FreiMgM wöhrierstet. Gretzener Es kosteten < -Sutter bis IjVSu Spinat A W* bis 100, TomAn rettich 80.% 70 Stachelbeeren S°nig 50. tze - hühner IIOJM1 12 UmenW ‘ SM^en 80 Mich 30 W K 20 U das Dund öd Päckchen. - laaeiti A»|fi|dier Merl! Paris. 3. Juni. (SU.) Der französische Ministerpräsident hatte am Mittwoch eine lange Unterredung mit dem spanischen Botschafter de Leon. Die Unterhaltung bezog sich auf die Grenzfestsetzung in Marokko. Beide Regierungen planen die Einsetzung einer gemischten Kommission, die an Ort und Stelle die Modalitäten der Grenzführung regeln wird. Es ist auch die Rede davon, dah diese Kommission sogar die Entscheidung über das Schicksal Abd el Krim- treffen soll. Vorläufig soll Abd el Krim in Fez verbleiben. Die Stimmung der französischen Oeffentlichkeit gegen Abd el Krim wird Zusehend gereizter. Es wird behauptet, daß eine Woche vor der Kapitulation spanische Soldaten, eingeborene und französische Senegalesen in großer Zahl erschossen worden seien. Wenn dafür einwandfreie Beweise erbracht werden könnten, so sei es nicht ausgeschlossen, daß Abd el Krim vor ein Kriegsgericht gestellt werde. An der französischen Front. Paris, 3. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die gesamte Familie sowie die hauptsächlichsten Personen der Umgebung Abd el Krims, im aanzen etwa 150 Personen, sind in der französischen Linie eingetroffen. Die französischen Truppen können Targuist, in einer Mulde und innerhalb der spanischen Zone liegt, nicht besetzen. Die Franzosen müsien sich daher mit den Spaniern darüber verständigen, süd- ■ lich Targuist einen Posten einzurichten, der die Ausläufer des Tales beherrscht und es ermöglicht, daß l die französischen Truppen den Spaniern zu Hilfe eilen könnten, wenn diese angegriffen würden. Nach einem offiziellen Kommunique aus Rabat haben französische Truppen die Anhöhe Djebel Utka, 30 Kilometer nördlich von Uerga, eingenommen. Dadurch ift die Umzingelung der Beni S e r u a I oeenbet. nicht begrüßen. Es war Aufgabe des Reichstages, eine Entscheidung herbeizuführen, und daß ich bei den entsprechenden Verhandlungen versucht habe, den preußischen Rechtsstandpunkt zu wahren, wird mir niemand verargen können. (Lebhafter Beifall links und in der Mitte, anhaltende Zurufe und Zischen rechts.) Abg. Waentig (Soz.) erklärt, die Frage der Msindung der früheren Fürsten fei nicht nur eine reine Rechtsfrage, sondern wesentlich eine politische Frage. Abg. Dr. v. Richter (D. Vp.) wendet sich gegen die Ausführungen des Finanzministers in der Frage der Fürstenabfindung und erklärt, wenn die preußische Staatsregierung, vertreten durch den Staatspräsidenten und den Minister für die Finanzen, einen Vertrag ab- schlieht, so muh man verlangen, dah die Regierung sich mit ihrer ganzen Kraft hinter den Vertrag stellt. Ich glaube jedenfalls, daß es die Pflicht des Finanzministers gewesen wäre, etwas ruhiger und wesentlicher vom partei-demokratischen Standpunkt aus Stellung zu nehmen. Wir bedauern lebhaft, dah der derzeitige Finanzminister in der letzten Zeit sich besonders start in verschiedenen Versammlungen, besonders des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, betätigte und auf diese Weise sich in rein politische Dispositionen hineinziehen läßt. Der Redner kommt auf die Sparsamreitspolttik zu sprechen, die seitens des Finanzministeriums auch Dem Landtage gegenüber viel stärker als bisher betont werden mühte. Der Finanzminister müsse sich auch gegen Vorwürfe der Unpopularität stark machen. Cs handele sich in der Fürstenabfin- tischer Beziehung zurück. Die Sozialisierungsbestrebungen des Staates lehnen wir ab, ebenso wie jeden Eingriff des Staates in die Privatwirtschaft. Wir stehen auf dem Standpunkt: Keinen Pfennig mehr, aber auch keinen Pfennig weniger für die Fürsten, als ihnen wivllich zusteht. (Sehr richtig rechts — Gelächter links.) In dem Moment, wo wir uns von dem Boden des Rechtes durch Enteignung der Fürsten entfernen, sinken wir tief hinab mit unserem Ein- — ' — ite der Völker. Darum müssen wir lscheid bekämpfen. (Zustimmung rechts, „Ihre Wähler stehen ja nicht hinter Preußischer Landtag. Berlin. 2. Juni, 11 Mr vorm. Das Haus überweist den zunächst vorliegenden Gesetzentwurf, der für die Vollendung des Mittellandkanals weitere 2 832 000 Rin. zur Verfügung teilt, an den Hauptausschuh. Der Gesetzentwurf, der umfangreiche Neuordnungen von Gemeinden und Kreisen Oberschle- iens vorsieht, geht zur weiteren Beratung an den Gemeindeausschuß. Nächster Gegenstand der Tagesordnung ist die zweite Beratung des Haushalts des Finanzministeriums. Der Hauptausschuh hat hier aus Ersparnisgründen rund 1,3 Millionen gestrichen. Er empfiehlt die Annahme mehrerer Anträge, die u. a. das Staatsministerium ersuchen, mit allem Nachdruck eine Vereinfachung und Verbilligung der staatlichen Verwaltung durchzuführen. In der allgemeinen Besprechung greift Abg. v. Rohr (Dn.) den Finanzminister an, insbesondere wegen seiner Meinung über die Auseinandersetzung mit den Fürsten. Die Politik eines Staates, die auf Raub angewiesen ei, müsse seine Partei immer ablehnen. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff er- klärt, der Streit wäre nicht entstanden, wenn man sich strikte an das allgemeine Landrecht gehalten hätte. Darnach war das gesamte unbewegliche Vermögen Eigentum des Staates. Auf diesen Standpunkt hat sich auch das preußische Staatsministerium gestellt, dah die von der Krone beanspruchten Besitztümer Staatseigentum sind. (Lebhafte Zustimmung links. — Großer Lärm rechts. — Die Deutschnationalen rufen im Chor: „Keine Enteignung". — Im Lärm des Hauses gehen die weiteren Ausführungen des Ministers zum größten Teil verloren.) Der Volksentscheid ist in der Verfassung vorgesehen. Wie die Entscheidung auch ausfällt, man kann sie unter keinen Umständen einen Raub nennen. (Erneuter Lärm rechts.) Die preußische Staatsregierung hat den Vergleich nur abgeschlossen, weil damals mit einem Eingreifen des Reichsgesehgebers nicht mehr zu rechnen war, und es für den preußischen Staat eine ungeheuere Schädigung bedeutet hätte, wenn die Auseinandersetzung in vielen kleinen Prozessen erfolgt wäre. (Lebhafte Zurufe rechts.) Ich will den preußischen Richtern keinen Vorwurf machen. Wenn der König früher persönlich entschied, so geschah dies durch Kabinettsorders. Diese Kabinettsorders können noch jetzt rechtsverbindlich für den Richter sein. Wenn diese Kabinettsorders weiter bestehen sollten, so kann auf diese Weise der jahrhundertalte Streit zwischen Krone und Staat nicht gerecht beendet werden. (Großer Lärm rechts und Zurufe: „Diebstahl!") Die Ansprüche des preußischen Staates, wie sie in dem Rechtsgutachten vom Jahre 1922 dargelegt wurden, sind rechtlich unbegründet. Bei dem Vergleich aber war es ganz unmöglich, den Rechtsstandpunkt des preußischen Staates ganz durchzufetzen. Nachdem nun der Reichsgesetzgeber eingegriffen hat, haben wir Gelegenheit genommen, zu versuchen, unseren Rechtsstandpunkt auch durchzusehen. (Fortgesetzter großer Lärm bei den Deutschnationalen. — Rufe bei den Kommunisten: „Ruhe im Kuhstall!") Wenn Der Reichsgesetz- geber die Länder ermächtigt hätte, die Auseinandersetzung mit ihren ehemaligen Fürstenhäusern durchzuführen, dann wären wir früher im Preußischen Landtag ganz sicher zu einer Auseinandersetzung gekommen. Leider sind Die Dinge anders gegangen, und wenn es darauf anfani, ein Reichsgesetz für Die Auseinandersetzung zu schaffen. Dann mußte Preußen versuchen, ihm eine solche Fassung zu geben, daß fein Rechtsstand- punkt zur Geltung kam, so wie er 1922 dargelegt Reichsminifier Dr. Kröhne in Hessen. DarmstaDt, 2. Juni. Reichsminister Dr. Kröhne wellte gestern in Darmstadt, um Der hessischen Regierung seine Aufwartung zu machen. Am Nachmittag besuchte er Staatspräsident UI - rich und Finanzminister Henrich: der Besuch trug mehr Höflichkeitscharakter, als er Der Erörterung von Ressortsragen des Reichsministers gewidmet war. Besprechungen über Der- kehrsfragen werden auf Wunsch der Stadt Mainz heute in Mainz stattfinden, wozu Der- tretet der Regierung, der Stadt Mainz und des Mainzer Wirtschaftsgebietes geladen sind. Zur Erörterung Der Verkehrsfragen, die in Anwesenheit des Reichsverkehrsministers stattsindrn, ist es für Die Oeffentlichkeit von Wichtigkeit, zu wissen, daß die Reichsbahn und Die dieses Verkehrsinstitut betreffenden Fragen nicht mehr zum Arbeitsgebiet des Reichsverkehrsministers gehören. Der Minister fährt nach der Mainzer Konferenz um 1 ilfjr nach Koblenz weiter. Aus -er Provinzialhauptstadt. Gießen, den 3. Juni 1926. Don der Industrie- und Handelskammer Giehen. In Gemeinschaft mit den übrigen» hessischen Industrie- und Handelskammern hat sich die Kammer für das Aufwertungssperrgesetz ausgesprochen, da eine Wiederaufrollung der Aufwertungsfrage unausbleiblich zu neuen schweren Erschütterungen der Wirffchaft führen muß. Ein vom Gesetzgebungs-Ausschuß des Hessischen Landtags gefaßter Beschluß, welcher eine paritätische Besetzung der amtlichen Berufsvertretungen fordert, hat dem Hessischen Industrie- und Handelskammertag Gelegenheit gegeben, der ©taatdregierung seinen ablehnenden Standpunkt erneut zum Ausdruck zu bringen. Der Steuernot der Wirffchaft widmet der Hessische Industrie« und Handelskammertag unausgesetzt die sorgfälttgste und ernsteste Beachtung: er ist beständig bemüht, in mündlichen wie schriftlichen Verhandlungen mtt der Staatsregierung eine Milderung Der unerträglich en Steuerlasten durchzusehen.So hat er erst jüngst von neuem die eindringliche Forderung gestellt, daß nun endlich einmal eine endgültige Veranlagung zur Gewerbesteuer für 1925 und 1926 auf der Grundlage des gewerblichen Vermögens nach dem Staiide vom 1. Januar 1925 und des gewerblichen Erttags für 1925 erfolgt. Ebenso ist er bestrebt, eine wesentliche Senkung der Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz her- beizuführen, unter welcher die Wirffchaft nicht minder wie die Allgemeinheit schwer zu leiden hat. Die hessischen Industrie- und Handelskammern haben gegen Die geplante Errichtung von Berufsberatungs st eklen wesentliche Bedenken nicht geltend gemacht: nur haben sie eine Zentralisierung der Berufsberatung in möglichst wenigen Aemtern als wünschenswert bezeichnet, Damit einerseits allzu große Kosten vermieden werden und andererseits die zur Verfügung stehenden Mittel nicht in zu flehte Summen aufgeteilt zu werden brauchen. In ihrer letzten Vollversammlung hat Die tandelskammer beschlossen, die Oesfentliche andelslehranstalt Giehen in ihre Trägerschaft zu übernehmen. Die hessischen Industrie- und Handelskammern haben sich Dafür eingesetzt, daß auch Den stellvertretenden Mitgliedern in Den Landeseisenbahnräten gestattet wird, an Den Sitzungen, wenn auch nicht sttmmberechttgt, teilzunehmen. Zum Sommerfahrplan 192 6 hat Die Kammer Der Reichsbahndirektton Frankfurt a. M. Fahrplanwünsche in großer Anzahl mündlich wie schriftlich vorgetragen, welche die Strecken Giehen-Fulda. Giehen-Gelnhausen, Gießen-Frank- surt a. M., Gießen-Köln, Gießen-Coblenz, HerS- feld-Alsfeld betrafen. Leider haben diese Bemühungen um Verbesserung des Fahrplans nicht den wünschenswerten Erfolg gehabt. Mehrfache Beschwerden über Transport- s chäden von Eisenbahngut gaben Veranlassung, die Reichsbahnverwaltung zu bitten, das Personal erneut auf sorgfältigste Behandlung Der Cisenbahngüter hinzuweisen. In älnterstützung einer Eingabe des Verbands der Tabakindustriellen von Gießen und AlmgegenD hat Die Kammer das Ministerium für Arbeit unD Wirtschaft gebeten, sich gegen jede Verschiebung in Dem bisherigen Verhältnis Der steuerlichen Belastung zwischen Den einzelnen Zweigen des Tabalgewerbes zugunsten Der Zigarettenindustrie im Reichsrat zu erklären. Der Hessische Industrie- und Handelskammer- tag sprach sich bei dem Deutschen Industrie- und Handelstag für eine Verlängerung des Gesetzes über Den Verkehr mit unedlen Metallen aus. In einer Eingabe Der „Handelskammer an Den Deutschen Industrie- und Handelstag wurde dieser ersucht, für eine Ermäßigung des Einfuhrzolles für Ha arhüte nach Polen bzw. Danzig besorgt zu sein, da durch den gegenwärtig dort erhobenen hohen Einfuhrzoll die gesamte deutsche Haarhutindustrie empfindlich geschädigt wird. Die Kammer hat Den hessischen Minister für Arbeit und Wirtschaft wiederholt Darum gebeten, Darauf hinzuweisen, daß in Zukunft bei Lieferungen für hessische Anstalten und Behörden in erster Linie hessische Firmen berücksichttgt werden. Die immer zahlreicher werdenden Fälle, in denen Die Handwerkskammer zur Industrie und Handelskammer beitragspflichtige Firmen zu ihren Kosten heranzieht, gaben Veranlassung, erneut auf eine endgültige einheitliche Regelung der Frage „Fabrik und Handwerk im Wege der Reichsge- sehgebung" zu Dringen. Bei Dem hessischen Minister für Arbeit und Wirtschaft hat sich die Kammer gegen jede schematische Festsetzung des Zahlenverhältnisses zwischen Angestellten und Lehrlingen in kaufmännischen Betrieben ausgesprochen. Die von Der Kammer schon seit langem erstrebte Anpassung der Verkaufszeit der S t r a ß en h ä n d l e an Diejenige des ortsansässigen Kleinhandels soll demnächst zum Gegenstand einer mündlichen Aussprache zwischen der Verwaltungsbehörde und Den beteiligten Wirtschaftskreifen gemacht werden. Der Finanzausschuß des Landtags hat Die Regierungsvorlage über Den Entwurf eines Ge- Aus aller Wett. 2800 Opfer der Katastrophe in Burma. Rach einem amtlichen Bericht aus Rangoon beläuft sich Die Zahl Der bei Der letzten Sturmkatastrophe an Der Arakan-Küste ums Leben Gekommenen auf 2800. Auch Der Sachschaden ist enorm. Unwetter und Erdbeben in Italien. In der Gegend von Bergamo ist ein heftiges Unwetter niedergegangen. Der Hagel vernichtete die Maulbeerbäume. Am Iseosee wurden zahlreiche Straßen verschüttet. In einzelnen Sttichen wurden von dem Zyklon sämtliche Bäume entwurzelt. Die Felder bieten ein Bild trostloser Verwüstung. Die Etsch ist infolge der heftigen Regengüsse im Steigen begriffen. — Einer Blättermeldung zufolge wurden zwei leichte wellenförmige E r d st ö ß e in San Piero in der Romagna verspürt. Es ist jedoch keinerlei Sachschaden angerichtet worden. Meuterei auf einem Dampfer. Der von einer Konstantinopeler Schiffsagentur beladene Dampfer „Maria" sollte von Kon- stanttnopel nach Constanza fahren. Der Dampfer ist jedoch nicht nach seinem Bestimmungshafen, sondern nach Dem russischen Hafen Novorosisk gefahren, nachdem die Mannschaft gemeutert und den Kapitän über Bord geworfen hatte. Die Ladung des Dampfers wurde von Der Besatzung in dem russischen Hafen verkauft. Die Schiffsmannschaft ist nach dem Innern Rußlands geflüchtet. Der Besitzer hat sich an das Haager Seegericht gewandt. Schwere Explosion im Danziger Hofern Durch eine K e s s e l e x p l o f i o n auf einem norwegischen Dampfer am Ausgang des Danziger Hafens wurden drei Heizer und ein Kohlentrimmer auf der Stelle getötet. Zwei der Getöteten sind Danziger Staatsangehörige. Ausschreitungen französischer Soldaten. In GerrnerSheim wurden Drei junge Mädchen von französischen Soldaten belästigt. Als sich Die Mädchen gegen die Zudringlichkeiten wehrten, trat einer der Soldaten einem Mädchen mit Den schwer genagelten Schuhen in Die Hüfte und versetzte ihm obendrein einen Schlag ins Gesicht. Es darf erwartet werden, dah Die französische Militärverwaltung endlich gegen diese unerhörten Roheiten einschreitet. Unglück bei einer Fahnenweihe. In Würzburg ereignete sich bei der Fahnenweihe eines Iugendvereins ein schweres Änglück. Zahlreiste Personen hatten Dabei auf erhöhten Plätzen, die man durch Bretterauflegen aus Fässer, Gartenzäune usw. geschaffen hatte, Platz genommen. Plötzlich stürzte das Gerüst ein und riß 30 bis 40 Kinder mit in die Tiefe. Mehrere Knaben, ein Mädchen und ein junger Mann erlitten schwere Verletzungen. Line siebzehnjährige Mörderin. Dor einigen Tagen fand man im Walde in Der Nähe von Hamburg einen 13jährigen Ober- Hatk-u.i |Tel*o 8is” dekanl W erhlguna »■ s, ^nitage Nr "*, ’S«! den 21 Obe. d'^,ate9Ur Nbotu Qu sm ' 0en 2 Nb *•'»M« Mi Hack der Kammer. Wir geben unsere Vermählung bekannt Gießen Uslar „GOLDA - Strümpfe ”mit3fachem Hand, mäteki Harnstoff Hornspäne Bahnhofstraße 14 4805a 4443a ^Bedingungen bleibt Vorbehalten. Gießen, den 28. Mai 1926. Der Oberbürgermeister. J. D : Dr. Hamm. Alberts (nach Prof. Wagner) Etisso :: Ovis-Guano Adolf Tlges und Frau Hedwig geb. Klanke fetzeS wegen LedernaHme einer Ausfallgarantie des Lande- Hessen für Lieferungsgeschäfte nach Ruhland einstimmig angenommen. Nähere Auskunft über die Öteftiirammgen bezüglich der Ausgestaltung dieser AuSfallbürgschaft erteilt das Sekretariat der u. Häufelpflüge empfiehlt preiswert 4817a Die Gemeindestrahe Wißmar-Gießen ist wegen Verlegung einer Teilstrecke vom S. Juni ab bis auf weiteres gesperrt. Krofdorf, den 2. Juni 1926. Die Wegepolizeibehörde. 4819t) Der Bürgermeister. Feinkost! Fleischsalat mit Mayonnaise, Ochsen- maulsalat, Hummer, Lachs, Oelsar» binen, Gänseleber, feine Braunschw. Wurstwaren, Anschovis-Paste, Lachs- butter, Sardellenbutter. Diele Sorten x Käse x Stets frisch und preiswert Heinr. Driesch tag. bet tn bet Hauptsache den Kindern eine Freude und Unterhaltung bringen soll. Am Nachmittage dieses Sonntages werden in der Volks- Halle am Trieb neben der Gelegenheit, an verschiedensten Verkaufsständen billige Spielsachen, Speise und Trank zu erstehen, u. a. auch ein Umzug der Kinder (Alter 3. bis 14. Lebensjahr) mit geschmückten Puppenwagen und anderes mehr durch die Halle geleitet werden. FrL Schmalbach die Leiterin deS Fröbel'schen Kindergartens in der Gartenstrahe 30, sowie Frl. Rhumbler, Leiterin des Dollskindergartens Walltorstr. 59, haben sich bereit erklärt, den Eltern in der Zeit bis 10. Juni, täglich außer Sonntags zwischen 4 und 6 Uhr nachmittags über diese Veranstaltung Auskunft und Anleitung zu geben. Es haben sich außerdem noch Gießener Vereine und Kunstinstitute entgeaenkommendst zur Verfügung gestellt, um durch Darbietungen die Stunden zu verschönen. Die tanzlustige Jugend soll ebenfalls zu ihrem Vergnügen kommen. Die Ankündigungen im Anzeigenteil geben eingehend Auskunft über den Gesamtverlauf der Veranstaltung, die hoffentlich die erwünschte Unterstützung durch die Bevölkerung unserer Stadt und Umgebung finden wird. , , ** Eine f l u g s p o r t l i ch e Seron Haltung er ft en Ranges steht unserer Stadt und der Umgegend für den nächsten Sonntag bevor. An diesem Tage oeranstallet die Gesellschaft für deutsches Flugwesen auf dem Flugplatz der Luft- verkehrs-A.-G. Oberhessen-Lahngau einen Flugtag, der als Werbeoeranstaltung für die deutsche Fliegerei gelten soll. Das Programm sieht Kunstslüge der oerschiedensten Art vor, ferner Fallschirm- abfprünge, außerdem wird das Verkehrsflugzeug „Gießen" Rundflüge ausführen. An den Kunst- flügen werden sich einige der bedeutendsten deutschen Flieger beteiligen, so daß man auf hervorragende Leistungen rechnen kann. Die von der Ge- sellschaft im vorigen Jahr schon in zahlreichen beut- schen Großstädten veranstalteten Flugtage dieser Art haben bei Masienzustrom der Bevölkerung ftattge- funben unb überall volle sportliche Befriebigung der Zuschauer ausgelöft. Man darf hiernach auch für die hiesige Veranstaltung mit sehr sehenswerten fliege- rischen Darbietungen rechnen. (Siehe heutige Anzeige.) " Das Safe Flugplatz, bas an den Pfingsttagen eröffnet wurde, ist bei der Gießener Einwohnerschaft rasch beliebt geworden. Die Möglichkeit, den Besuch dieser idyllisch gelegenen Erholungsstätte mit genußreichen Spaziergängen zu verbinden, hat im Verein mit guter Bewirtung dazu beigetragen, daß die Zahl der Besucher außerordentlich schnell auf ihre heutige Höhe emporgewachsen ist. Am Dienstagnachmittag hat sich der 1000. Besucher in das im Safe aufliegende Gästebuch eingeschrieben. Der ausgesetzte zweite Freiflug mit dem Gießener Verkehrsflugzeug — bekanntlich kann jeweils der 500. Besucher bes Eafös Flugplatz bas Vergnügen eines Freifluges genießen — ist Frau Weisel, Schott- strahe, zugefatten: sie wird dieser Tage nach Kassel fliegen. Der erste Freiflugggst, der 71 Jahre alte Rentier Kretzschmar, hat in der vorigen Woche den ihm zugefallenen Frei- flug nach Kassel zurückgelegt. Gr schrieb über dieses bedeutsame Erlebnis eine sehr entzückte Mitteilung, in der er besonders hervorhob. daß der Flug ihm nicht die geringsten Beschwerden verursacht hat. Olm nächsten Sonntag finden anläßlich des Flugtages Rundflüge mit dem Flugzeug „Gießen" statt, abends veranstaltet das ®af6 Flugplatz bei freiem Eintritt Jtalienische Nacht. Man beachte die heutige Anzeige. ** Gefrierfleisch. Die Stadtverwaltung schreibt uns: Seit Mitte vorigen Jahres hat das Reich zollfreies Gefrierfleisch eingesührt unb auf die einzelnen Stabte verteilt. Das Gefrierfleisch war im Verhältnis zu bem Frischfleisch billiger unb ^skge. taluten raturen- t» . ly 212 r'chaWadj. '"duftrie. •‘"’ÄSUiS: 1 lordrrt, hat mbelglammertag S«™-« K?X erneut M AuSdruä - i S'Ä1 widmet bet '^ernstefk Lach. JW. in mündlichen gingen mit bet Staat-! derung der uner- clasten durchzMen.So neuem die eindringliche 1 endlich einmal eine inlagung zur ®e. 925 unb 1926 auf bet Wn VemögenS nach Januar 1925 unb deS gr- - l?25 erfolgt. Ebenso iß entuche Senkung her bebauten Grundbesitz her- Her die Wirtschaft nicht lemeinheit schwer zu lei- buftrie- und tzandel-kam- i geplante Errichtung von -stellen Leserliche Dc- gemacht: nut haben sie er Berufsberatung in mögen als wünschenswert be- ts allzu grobe Kosten der- andererseits die zur Der- el nicht in zu kleine Summen brauchen. Nbetfammhmfl hat die len, Die Öeffentliie iff Siesten in ihre inen. luftde* und HandelÄam- : eingesetzt, daß auch den Liebem in den Landesgestattet wird, an den nicht stimmberechtigt, teilzu- sahrplan 1926 hat dir chndirektion Frankfurt a.W. 5 e in großer Anzahl mno- getragen, welche die Streden Gelnhausen. Giehen-Kansi Mn, Giehen-Loblenz. ■ÄTO* enbabngut gaben Wt «L'S Iter hiMveilen. ent s‘*.nQ -cs W“ )t I“11 o .sskanint^ AflfWB 5>andel^" Wti im W Iven tn un^ ge"' Minister fjj sch-' *** Lvssp^beici^^ ehöröe rhcn. . LanAnes * über ve" BausparKonlen der hessischen Sparkassen. WSN. Zur Hebung der Dautättgkeit haben die hessischen öffentlichen Spar» lassen ein Dausparsystem eingcfuhrt, um durch Gewährung von langfristigen, gering verzinslichen Tilgungshtzpotheken den Wohnungsbau auch ohne Darlehen aus öffentlichen Mitteln rentabel zu gestalten. Die Bausparer tonnen DarlehnSverträge zu 5000. 7500, 10 000, 15 000 und 20 000 Mk. abschließen, ihre jährlich zu zeichnenden Mindestspareinlagen, die entsprechend der Höhe des Darlehns auf 100. 150, 200. 300 und 400 Mk. abgestuft sind, werden zu 4 Prozent verzinst, während langfristige Tilgungshypotheken zu 5 Prozent gewährt werden. Das Bausparsystem ist derartig aufgebaut, daß ter zuletzt mit der Darlehnsgewährung zum Zug kommende Bausparer sich nicht ungünstiger steht als der erste. Bei einem allgemeinen Sinken des Zinsfußes kann der Dausparvortrag in bas gewöhnliche Darlehnsgeschäft übergeleitet werden. Augenblicklich sind Verhandlungen im Gange, das hessische Dausparsystem auf alle deutschen Sparkassen auszudehnen; in diesem Falle wäre Freizügigkeit innerhalb ganz Deutschlands gewährleistet. Lietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf bem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 180, Matte 30 bis 35. Käse 60 bis 140. Wirsing 40 bis 60, rote Rüben 20, Spinat 25 bis 30, Römischkohl 25, Spargel 50 bis 100, Tomaten 80 bis 150, Zwiebeln 25, Meer- terticb 80, Schwarzwurzeln 50, Rhabarber 25, Kartoffeln 5, Aepfel 20 bis 50, Kirschen 50 bis 70. Stachelbeeren 40 bis 50, örbbeeren 160, Honig 50, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner HO bis 130 Pf. da« Pfund: Sier 11 bis 12, Blumenkohl 70 bis 150, Salat 15 bis 20, Salatgurken 80 bis 100, Ober-Kohlrabi 40 Bettich 30 bis 50 Pf. bas Stück: Radieschen 20 Ps. baS Bund: gelbe Rüben 45 bis 100 Pf. das Päckchen. Bornotizen. — lageetalenber für Donnerstag. Hessischer Vaterländischer Block: 81 Uhr Hotel Hindenburg, Dorträge über die Flaggenfrage und das Auslanddeutschtum. — Gießener Radfahrer- Verein: 8j Uhr „Stadt Wetzlar" Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Perle des Re- qiments". — Astoria-Lichtspiele: „Feuer im Statt Plallory". ** RoteS Kreuz in Gießen. Jn diesen Tagen stnden im ganzen Reich Veranstaltungen statt, die der gemeinnützigen Einrichtung des Roten Kreuzes Mittel für die erwünschte ausgiebige fürsorgliche Tättgkeit zuführen sollen. Während vor den traurigen Ereignissen im Herbst 1918 aus den Händen bet besser Bemittelten reiche Zuwendungen bem Roten Kreuz zuflossen, ist dies heute nach dem Verlust der Vermögen nicht mehr möglich, und daS ganze Volk hat nun die Verpflichtung, die der allgemeinen Nächstenliebe dienende Einrichtung weitestgehend zu unterstützen. Am kommenden 13. Juni veranstalten die hiesigen .Rote-Kreuz"-Verbände, güttgst untersetzt von den Gießener Frauenvereinen, auf Veranlassung der Deichs-Zentralleitung einen Werbe- rourbe, wie der Umsatz zeigt, vom Publikum gern gekauft. Die Mengen des zollfrei einzuführenden Gefrierfleisches waren reichsgesetzlich geregelt; sie sind jetzt aufaebraucht. Verhandlungen wegen Er- Höhung der früher festgelegten Mengen sind im Gange. Auch in Gießen war der Verbrauch von zollfreiem Gefrierfleisch ein reger. Das Publikum wird bedauern, wenn für die nächste Zeit dieses Fleisch nicht mehr zu dem billigen Preise wie seither bezogen werden kann. Das jetzt noch zum Verkauf gelangende Gefrierfleisch ist verzollt und stellt sich im Preise höher als das zollfrei eingeführte. Es wäre zu wünschen, daß die wegen Freigabe weiterer Mengen zollfrei emzuführenden Gefrierfleisches eingeleiteten Verhandlungen von Erfolg begleitet sind. *• Abzeichen für Schwerhörige, Taube und Blinde. Im Einverständnis mit dem Hess. Minister des Innern ist als Abzeichen für schwerhörige, Taube und Blinde eine Armbinde, die drei schwarze Punkte auf gelbem Grunde trägt, eingeführt werden. In allen Fällen, in denen nunmehr Personen mit dieser Armbinde auf den Straßen gesehen werden, handelt es sich um Mitmenschen, die besonderer Fürsorge bedürfen. Auf die Bedeutung dieses Abzeichens sind in erster Linie das Verkehrsgewerbe und die zu diesem gehörenden, Auto und Krafträder führenden Personen aufmerksam gemacht worden. Aber nicht nur die Kraftfahrer, sondern auch die Radler und die Fußgänger mögen den mit dieser Armbinde versehenen Personen ihre besondere Auf- merksamkeit und Fürsorge schenken. •• A. D. A. C. - Tag für die Schwerkriegsverletzten. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (A. D. A. C.) bereitet für den 2 6. September im ganzen Deutschen Reiche einen Schwerkriegsverletztentag vor. Der A. D. A. C. wirb bazu seine gesamten Organisationen in den Dienst der Veranstaltung stellen, die bezweckt, sämtlichen Schwerkriegsverlehten in ganz Deutschland einen Erholungstag in der Form zu bereiten, daß die Schwerkriegsverlehten mit Automobilen in die Umgebung ihrer Heimat gebracht unb einen Ausflug von etwa 100 Kilometer im Automobil machen können. Die llnter- organisationen bes A. D. Ql. C. werden mit der einheitlichen Durchführung im ganzen Reiche beauftragt werben. Es soll damit zum ersten Mal zum Ausdruck kommen, bah auch bas beutsche Kraftsahrwesen, das im Ql. D. QI. C. zusammengeschlossen ist, mit besonderer Dankbarkeit der Leistungen unserer Schwerkriegsverlehten gedenkt. •• Aus dem Gießener Standesamts- regijter. Es verstärken in der Zeit vom 15. bis 31. Mai: 16. Mai: Reinhard Görnert, Schachtmeister, 40 I. alt, In den Eichgärten 27; Marie Katharine Hamel, geb. Funk, Witwe, 61 I. alt, Bleichstr. 33. 17. Mai: Wilhelmine Hagemann, geb. Seebold, Witwe, 76 I. alt, Licher Straße 74. 19. Mai: Margarete Drescher, geb. Juln, Witwe, 68 I. alt, Stephanstraße 51. 20. Mai: Luise Teigler, geb. Vogel, 50 I. alt. An den Bahnhöfen 20; Wilhelm Weigel, Schreinermeister, 58 I. alt, Loder- straße 9. 22. Mai: Juliane Dörr, geb. Meißinger, Witwe, 87 I. alt, Steinstraße 45; Ludwig Schneider, Lackierer, 46 I. alt, Landgrafenstraße 4. 23. Mai: Katharine ftrieb, geb. Pfeiffer, 86 I. all, Seltersweg 31. 25. Mai: Marie Ottilie Stuhl, geb. Vigelius, 52 I. alt, Sudan läge 7; Katharine Balser, geb. Bellos, Witwe, 89 I. alt, Brandgasse 7. 27. Mai: Wilhelm Giesler, Eisenbahnschlosser, 74 I. alt, Landmannstraße 7; Heinrich Sier, Schriftsetzer, 59 I. alt, Bleichstraße 25. 28. Mai: Johannes Käfer, Schneider, 53 I. alt, Nordanlage 13. 30. Mai: Margarete Wißner, ohne Beruf, 65 I. alt, Mittelweg 12; Wilhelm Valentin, Landwirt, 70 I. alt. An der Hardt 12; Karoline Fillmann, geb. Vöhl, Witwe, 75 I. alt, Licher Straße 74. 31. Mai: Karl August Zipp, Architekt, 43 I. alt, Schützenstr. 3. feinster Seidenflor „Soschön u.weich wieSeide" in den neuen Farben rosenholz und blond zur Verfügung zu stellen. Anträge auf Gewährung der Dau- darlehen sind bis einschließlich 25. Juni zu stellen. Für die Anträge sind besondere Vordrucke gefertigt, die im Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer 28, erhoben werben können. Die Festsetzung der zu fettenden 4»llB — 3« Stchtsptelha»«, 7>ahNho s strahe läuft gegenwärtig «tn reizendes Film- Lustspiel: .Die Perl« de< Regiments". Jm Mittelpunkte der fefcr humorvollen Handlung steht der bekannte Almdarsteller Reinhold S ch ü n z e l (der auch an der Bearbeitung des Manuskriptes beteiligt ist) als Träger der Titelrolle. die er prächttg zu gestalten weih. Sein Spiel ruft stürmische Lachsalven hervor — ohne aus die clownmäßiaen Mätzchen der amerikanischen Lustspieldarsteller zu verfallen. Die übrigen Darsteller, teilweise Prominente wie Werner P i t t s ch a u, Fritz KamperS u. a.. bilden einen vorzüglichen Hintergrund. DaS Gesamtwerk beweist, baß die deutsche Fllmkunst auch auf dem Gebiete des Lustspiels Hervorragendes zu leisten vermag. Aus dem reichhaltigen Beiprogramm fet besonders auf die kleine Groteske vom „Tmtenmännchen" hingewiesen, ein Trickfilm, der ebenso interessant tote spaßig ist. —z. •• Au ftrieb auf bem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: Zwei Kühe, 1079 Kälber, 121 Schafe, 744 Schweine. Schöffengericht Gießen. Ein in der Wetterau wohnender, wegen Betrugs wiederholt vorbestrafter Händler, der wegen seiner Betrügereien schon viele Jahre seines Lebens in Strafanstalten zugebracht hat, hatte sich wieder als rückfälliger Betrüger zu verantworten. Durch seine Schwindelmanöver hatte er es verstanden, einem Kleinrentner 30 Mk. abzuschwindeln, die er angeblich für Geschäftszwecke verwenden unb an bem nächsten Tage toieber zurückgeben wollte, während er in Wirklichkeit den größten Teil bes Geldes noch am gleichen Tage in Alkohol umsehte unb für den Rest sich ein Paar Schuhe kaufte. Das Gericht hielt ihm seine geistige Minderwertigkeit zugute, billigte ihm mildernde Umstände zu und verurteilte ihn, in Anbetracht einer zahlreichen Vorstrafen andererseits, zu 1 Jahr Gefängnis. Sin 20jähriger Qlrbeiter, der trotz seiner Jugend schon wiederholt wegen Diebstahls vorbestraft ist, stand erneut unter der Anklage des Diebstahls. Jm Oktober v. J. waren zwei , in demselben Ort dienenden Knechten ihre Sonn- < tagSanzüge, andere Kleidungsstücke und bares Geld gestohlen worden. Am andern Morgen ? nach dem Diebstahl wurde der Angeklagte in 1 Frankfurt a. M. dabei betroffen, als er gerade im Begriff war, die Diebesbeute tn einer Wirtschaft zu verkaufen. Trotz dieser Tatsache und anderer sehr belastender Zeugenaussagen leugnete bet Angeklagte den Diebstahl. Auf Grunb der umfangreichen Beweisaufnahme aber würben seine sämtlich erlogenen Angaben widerlegt. Wegen Rücksallbiebstahls und wegen intellektueller Urkundenfälschung in 2 Fällen — bei seinen Festnahmen hatte er beim Eintrag in die Gefangenenbücher den Gefängnisbeamten gegenüber falsche Personalangaben gemacht — erhielt er mit Rücksicht auf feine Jugend eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 2 Monat G efäng nis Ein Händler aus dem Kreise Offenbach hatte sich dadurch einer schweren Urkundenfälschung schuldig gemacht, daß er einen von ihm in Zahlung gegebenen Wechsel unberechtigterweise mit dem Namen der Firma seines Vaters unterzeichnet hatte. Da sein Vater aber ben Wechsel nicht einlöste, und infolgedessen der Wechsel zu Protest ging, war dem Gläubiger ein Schaden von etwa 500 QM. entstanden, ben aber dann nachher der Vater defi Angeklagten ersetzt hat. Jn Anbetracht dessen und mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist, und infolge seines jugendlichen OH tert sich der Tragweite seines Tuns nicht recht bewußt war, kam er mit einer Strafe von 3 Wochen Gefängnis davon. m a n v e r I a n g e ausdrücklich IGiessener Brauhaus-Pils] j Tel. 660 Eisenti an 41ung Neustadt 56 Bekanntmachung. Zur Unterstützung beS privaten Woh- NA.'gSbaueS ist in Aussicht genommen, auch im Rechnungsjahr 1926 Baudar- iet)en aus städtischen Anleihemitteln neben ben Baudarlehen aus ber vonbersteuer Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße, Telephon 1403 ""c M MZ, t -s- 8 und Warzen jemals im und nor ^en alten » }ftjC jSS Mjj S.-S» S£j ven und für - Zeit für Ära etwas ganz an die Lanowi nickt leben far kicher Sator v Aas Grünt wirtschaft aul g> Kutter für i Mel belasten dies sehr teuer, in unserem xli Kartoffeln Jang«- Des Li?'" Herbst' 2 ^ren Fj Ein n im Aon . ft fft noch ?b*0 Zchm °ben mi hohen ®QJ er wie e,n D M nut eine st es nicht, Hydrate sind stosie, die er e die Roggen.^ wirtschaft, von wäre nicht, tot ein gutes §ut Kartoffel Äugenbliae 8 dem sie vergor delt werden, verfüttert, tef Ä seine i bedeut meisten von un noch nicht für Der Wert der 4 Milliarden i des beutfäen nicht aus. Der "Srerau den Spiritus, de dem die Schl dische Futterm Trmde Abfall von der Seite leider gibt es die veäietet, zu behandeln muß Wirtschaf wird die Hchft die es in der schriftlich verwe Die Frage n. von Ast chten Ende toertung. Gewiß, im Mt der Karlos W verarbeitet Brennerei" eni von Aahrungsi das btto« MWzahlen r EA,st, daß S|>* Don Dl- nn nicht la" •Ä’* 1 ü&ii-r»" 'S.»*« E,i# «" I" «igbe. «»Sin» Zeisige l innen w 5'r fütbSe Sei' et v°n b Gießen (Lieber Str. 159), den 1. Juni 1926. Die Beerdigung findet Samstag, den 5. Juni, nachmittags 1 Uhr, vom Neuen Friedhof aus statt. 03902 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen inniggeliebten Mann, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwiegersohn, Schwager, Bruder und Onkel Herr Heinrich Schmitt, Lokf. i. R. nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden im fast vollendeten 49. Lebensjahre in die Ewigkeit zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Susanne Schmitt Wwe. geb. Schermuly Sonntag, 6. Juni, 3 Uhr nachmittags GROSSER FLUGTÄG in Gießen • Flughafen Kunstfliegen, Geschwaderfliegen, Zielabwurf,Fallschirmabsprung,Ballon jagd,Luftkampf, Abschiessen von Ballons Passagier-Rundflüge über der Stadt und Umgeb. Eintrittspreise: Mk. 1.— und Mk. 2.— 4697D Rotes-Kreuz-Fest am 13. Juni 1926 in der Volkshalle aus dem Trieb. In den Kindergarten Gartenstraße 30 und Walltorstraße 59 werden den Eltern in der Zeit bis zum 10. Juni, außer Sonntags, nachmittags von 4—6 Uhr, Auskunft und Anleitung erteilt über den Umzug der Kinder mit geschmückten Puppen- wagen und anderes mehr. 482oD v Straße 15. 4818a Dr. Siegfried Klein verreist ab 5. Juni. Vertreter: Herr San.-Rat Dr. Schliephake, Goethestraße 44, Herr Dr. Schäffer, Johannes- Freitag, den 4. Juni 1926, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „ßöroen'', Neuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Füllofen, 1 Glasaufsah, 1 Diwan, 2 Nähmaschinen, 1 Standuhr, 1 Bücherschrank, 2 Schreibtische, 1 Schreibmaschine, 1 Quarzlampenbrenner, 1 Trumeau, 1 Notenschränkchen, 1 Damenfahrrad, ein Warenschrank, voraussichtlich bestimmt: 19 Koffer verschied. Größe, 2 Me- bolith - Apparate, 1 Schreibtisch, 1 Diwan, 1 Glasschrank. 48070 Hebbel, Hess. Gerichtsvollzieher, in Gießen, Dammstraße 24 1. Fasewerkauf. Ein nicht in das Handbuch aufgenommener junger roter Dulle soll durch schriftliches Angebot verkauft werden. Angebote aus den Zentner Lebendgewicht sind bis zum 5. d. Mts., nachm. 8 Ahr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Leihgestern, den 2. Juni 1926. Bürgermeisterei. 4812D Strohhüte A empfiehlt | Rudolf Richter, Hutgeschäft liS Marktstraße 24 Prima natzgestreckte HeiWrie alle gangbaren Breiten auf Lager FriedricEi troll, Wern« Giehen, Neuenweg 32. I833D Gasherde Junker & Ruh — Gaggenau in größter Auswahl MM MIM, VMM. 35 Erleichterte Zahlungsbedingungen. Aus Wunsch Ratenzahlungen. Elisabeth Felchner erteilt künstlerischen Klavier-Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene; ferner Unterricht in Theorie, Musikdiktat, prima-vista-Spielen, einzeln oder in Kursen. Einführung in neue Klaviermusik. Im Klavierspiel jährliche öffentliche Prüfung der Schüler. — Neuanmeldungen Goethestraße 67p. Marie Felchner erteilt Zeichen- und Mal-Unterricht Porträt-Aufträge werden angenommen (Spezialität: Kinderbilder in Pastell), Kopien alter Familienbilder, sowie farbige Vergrößerungen nach Photographien werden angefertigt. Ooethestr. 67p. T* “'■D 8 Uhr ab ZlelWetW (eW-Drugoiier. Abfahrt zur Stand.- Weihe der Leib- Dragoner in Frankfurt Sonntag, den 6. VI.. vormittags 9.40 Uhr. Beschleun. Pers. - Zug, Sonn- tagSkarte. *“D Juni-Versammlung fällt anö. Der Vorstand. 04. VI. 71/,ühr Bef.EZIT.IlI. Siebener Hnöfahrer- vereln 1885 e. v. Heute abend ■> U.: „Stobt Wetzlar", Ludwigslr. 55. ““c Der Vorstand. Freibank Freitag, den 4. Junt 1926, von vormittags Prima Werfet» 9 Psd. Mk. 6.- franko Dampfkäfesabrik ,st8A Rendsburg. Altes Blei iBletröhrew laust BrühlscheDruckeret - D Schulftr 7'9 Anstand. Mädchen sucht braven ordentl. Herrn zwecks spät. tzeirA SM Angeb. mit Bild, das zurückges. ro., u. 03901 an den Gieft. Anz. Bürger- gesellschaft. Freitag, 4. Juni, 8'/, Uhr: Wiederbeginn der Singstunde Gern. Chor. Samstag, 5. Juni, 8'/r Ubr: E->v Gemütliches Beisammensein mit Familie im Vereinsztmmer KatL Verelnshaua. beseitigt schnei/, = ■ fld)Cr, schnür;- S« und aeiahrlvS Millionenfach bewährt. Acrztlich emvsohlcn. Packung 75 Psg. 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Juni 1926. 08911 Allen denen, die uns beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen ihre TeUnahme durch Karten und Kranzspenden entgegenbrachten, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank dem Gesangverein Gutenberg für den erhebenden Grabgesang und dessen Kranzniederlegung Ferner für die Kranzniederlegung der Firma Brühl’sche Univ.-Druckerei, den Angestellten, dem techn. Personal und seinen Arbeitskollegen genannter Firma.dem Verband d.Deutschen Buchdrucker (Bezirksverein Gießen), den Alterskollegen von 1866 und seinen Freunden. Im Namen der trauernden Hinterbliebenem L. Sier, Polizei ■ Obersekretär i. R. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Helene Giesler Ww. ^iitiiiiiiuiiiiiiuiiiijiiiiiHiiii.............................................................. | Cafe Flugplatz Sonntag, den 6. Juni 1926 erweiterter Wirtschaftsbetrieb Großer Flugtag = Am Samstag-Nachmittag und Sonntag: Rund-Flüge = mit dem Flugzeug GIESSEN. Flugpreis: RM 15.—. Kartenverkauf im Cafe. 4W,“c | Von 8 Uhr abends ab Mandolinen-Konzert I E Bei Eintritt der Dunkelheit: Italienische Nacht FSff! ^llllllllllillilllllliilTii'lTiliillllllllllllllllilllHIllllllllllIHlIHliillililHIIIIHIhlifTiiTrity 1. Kaufgesuche Verkäufe j Verschiedenes] an der Straß, nach Klein-Lind, zu raufen MS... Schr. Angeb. unt. 4763V a. d. G.A. -&c' MennM täglich abzugeb. Wo, sagt die GefchäitSst. des Gieft. Anz. 0389!) Bruchstrafte 6 Groker fiwswft mit 5-to - Lastkrafl- wagen werden bet billigster Berechnung vrompt aus- geführt. 4'ilOD HeinrichAypei Gieften, SelrerS- weg 73, Teleph. 267. Kaslenwasen abhandengekommen. Derjenige, welcher über den Berbleib desselben Auskunft gibt, erhält Belohn. Karl Fischer, 03804 Walltorstr. 13. Gebildetes Fräulein wünscht Stellung in frauenlosem Haushalt oder slir tagsüber mit Hausfrau- tätigten. 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IIIIIMIIIIIIIIlllllliillllllinilll Nr. 127 Zweites Sian Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 3. Juni 1926 Spiritus und Landwirtschaft. Von Dr. Ä u t) (e n f a m p f f, TL b. 9t. In nicht langer Zeit wirb bie Oeffenllichkeit sich mh ber Frage bes Umbaues bes Branntwein-Monopols zu beschäftigen haben. Angesichts ber Tatsache, daß die meisten Deutschen über bie (Brunbfragen bieser Materie nicht unterrichtet sinb, bie Materie selbst aber von allergrößter wirtschaftlicher unb politischer Tragweite ist, sind einige grunblegenbe Ausführungen über sie am Platze. Wer niemals näher mit diesen befaßt worben ist, ber oerbinbct mit bem Begriff „Branntwein- Monopol" ben Gedanken an Schnaps, an Schwarzbrenner, an Spritschiebungen unb hat bas ungemüt» liche Gefühl einer komplizierten Angelegenheit, bie er nicht durchschaut, in der aber irgend etwas faul ist. Die große wirtschaftliche Tragweite der ganzen Sache ist den wenigsten Har. Um was dreht es sich? Leider hat die irreführende Ge- feheS-Romenklatur von vornherein falsche Vorstellungen erweckt. Branntwein ist für den normalen Bürger dasselbe wie Schnaps, während das Wort im Sinne des Gesetzes etwas ganz anderes bedeutet, nämlich Spiritus. • ein Produkt, bas nicht nur getrunken, sondern in sehr großem Umfange technisch verwandt wird. Spiritus ist ein für die chemische Industrie unentbehrliches Produkt die Grundlage für alle möglichen Parfüms, Bestandteil der meisten hygienischen Präparate, Betriebsmittel für Lampen und für Kochgeräte, nicht zuletzt in neuester Zeit für Kraftwagen. Spiritus ist aber noch etwas ganz anderes: er ist ein Produkt, ohne das die Landwirtschaft auf geringem Boden nicht leben kann, und damit ein volkswirtschaft- Nch-cr Faktor von größter Bedeutung. Das Grundproblem ist folgendes: Die Landwirtschaft auf geringem Boden hat nicht genug Futter für das Vieh. Ausländische Futtermittel belasten die Handelsbilanz und sind überdies sehr teuer. Aus eigenem Boden aber wächst in unserem Klima nicht genug. Zwar wachsen Kartoffeln auch auf Böden, die sonst wenig hervorbringen aber die Kartoffel ist kein gutes Futtermittel, besonders dort nicht, wo es auf die Milcherzeugung ankommt. Auch der Roggen ist es nicht, die in ihm vorhandenen Kohlehydrate sind schwer verdaulich, gewisse Bitterstoffe^ die er enthält, tun den Tieren nicht gut. die Roggen-Krise, unter der die deutsche Landwirtschaft. von der wir alle leben, schwer leidet, wäre nicht, wenn Roggen in unveränderter Form ein gutes Futtermittel wäre. Kartoffel aber und Roggen sind in dem Augenblicke Futtermittel allerersten Ranges, in dem sie vergoren und in Schlempe verwandelt werden. 3e stärker der Landwirt Schlempe verfüttert, desto besser seine Masterfolge, desto größer seine Milchproduttion. Und Milch-Produktion bedeutet volkswirtschaftlich mehr, als die meisten von uns wissen. An Roggen erzeugen wir noch nicht für 1,5 Milliarden Mark im Jahr. Der Wert der Milcherzeugung beträgt ungefähr 4 Milliarden und reicht trotzdem für den Bedarf des deutschen Volkes an Molkerei-Produkten nicht aus. Der Brenner also will im allgemeinen nicht den Spiritus, der in der Brennerei entsteht, sondern die Schlempe, das hochwertige inländische Futtermittel, und der Spiritus ist im Grunde Abfall-Produkt, wenn man die Sache von der Seite der Erzeugung aus sieht. Aber leider gibt es auch noch eine Bilanz-Seite, und die verbietet, den Spiritus als Abfall-Produkt zu behandeln und irgendwie zu vernichten. Er muß wirtschaftlich verwertet werden, sonst wird die Schlempe zu teuer, sonst kann sie, auf die es in der Hauptsache ankommt, nicht wirtschaftlich Dertoenbet werden. Die Frage von Mästung und Milch-Erzeugung, von Absatz für Roggen und für Kartoffeln xft letzten Endes eine Frage der Spiritus-Verwertung. Gewiß, im Durchschnitt werden nur 2—3 Prozent der Kartoffelernte zu Schlempe und Spiritus verarbeitet (die Behauptung, die „Schnaps- Brennerei" entzöge dem Volke Riesenmengen von Rahrungsmitteln ist agitatorischer Unfug), aber das beweist nichts, wie so viele Durchschnittszahlen nichts beweisen. Worauf es ankommt, ist, daß Wirtschaften auf geringen Böden Ein neuer Brutvogel im Vogelsberg. Von Karl Rudolf Fischer. Es ist noch nicht lange her, da erschien im Frühling zusammen mit den anderen Zugvögeln oben im hohen Vogelsberg ein neuer Gast: klein war er wie ein Zeisig und auch so gelblich grün unb dunkel gefleckt. Er trieb sich allenthalben in den Grasgärten der Bergdörfer herum und erfüllte die Lust mit einem sestsamen Singsang. Keiner der Bergbauern, die von Jugend auf eingeschworene Dogelliebhaber sind, konnte sich erinnern, einen solchen Gast jemals im Lande gesehen, seine Stimme jemals im großen Frühlingskonzert der Vögel gehört zu haben. Er war viel dicker als der Erlen- zeisig, der sich nur im Winter unter den Durchzugsvögeln und nordischen Wintergästen sehen ließ und als Käfigoogel gern in großen Mengen an den erlenbestandenen Ufern der Forellenbäche und auf ben alten Samenfichten mit Leimruten gefangen wurde, besaß außerdem einen viel kürzeren, kegel- ftumpfigen Schnabel und eine grüne Zeichnung. Er sah eher einem Kanarienvogel ähnlich denn einem Waldvogel. Deshalb nannten ihn bie Bauern auch „Kanalliespatz". Im gerbst war er auf einmal verschwunden. Die anderen Finkenarten aber blieben im Wiiuer da: der Buchfink, Gimpel, Stieglitz, Kernbeißer, Hänfling, Grünfink, Sperling und wie sie alle bei. ßen. Doch dachte man nicht lange darüber nach, von mannen er kam, wohin er ging. Und als bie ersten Schneefälle eintraten, ber, Winter im Berg- land feinen Einzug hielt, die nordischen Bergfinken wieder erschienen, die Seidenschwänze und Grien» «ifige sich wieder sehen ließen, war der Kanallie- spatz vergessen. Um diese Zeit kam ich einmal hinauf: wollte mir für die langen Wintermonate einen kleinen Stubenfreund holen. Das tue ich jeden Winter. Tiere sind Freunde. Und der schwäbische Bauern- dichter Ehr. Wagner hat mit Recht gesagt: „Men fchen und Tiere gesellen sich gern, und wer kann wissen, wer von beiden am meisten dabei gewinnt." 30 Prozent unb mehr chrcr Kartoffelernte in Schlempe verwandeln müssen, um leben zu können, während die Wirtschaften auf guten Böden das Brennen kaum oder gar nicht nötig haben. Dre Schlempe-Frage also ist lebenswichtig für eine sehr große Menge von Böden in Horb - und in Südd^ttschland, unb dadurch ist sie eine Ernährungsfrage für das deutsche Volk geworden. Unb weil sie bas unbestreitbar ist, ift auch die Spiritusfrage eine Lebensfrage für uns. Wer Schlempe erzeugen muh. der muß wissen, wohin er den dabei entfallenden Spiritus absehen will. Run ist aber der so erzeugte Spirttus für viele Absatzgebiete zu teuer. Dl« chemische Industrie kann knapp ben Herstellungspreis bezahlen, als Betriebsstoff für ben Kraftwagen ist Spiritus überhaupt zu teuer, und für andere Verwendungs-Gebiete ist er es auch. Daher entstand schon lange vor dem Kriege ber Gebanke der Spiritus-Zentrale. Ihr Sinn lag darin, bah sie die ganze Spiritus-Erzeugung aufnahm unb nun ben eigentlichen Branntwein, ber sich für Trinkzwecke unterbringen ließ, teuer verkaufte, den für Industrie-Zwecke dagegen unter Preis, im ganzen also die erzeugte Menge so absehte. daß im Durchschnitt ein brauchbarer Preis erzielt wurde. Von dem gleichen Gebankengange gingen bie Leute aus, bie bas Monopol schufen, das ben unmöglichen Hamen „Branntwein-Mono- p o 1" trägt, währenb es tatsächlich ein Spiritus- Monopol ist, bas heißt, nicht nur ben Alkohol, ber für Trinkzwecke verbraucht wird, fonbern auch den für technische Zwecke bestimmten, umfaßt. Daß es neben ber Aufgabe des Preisausgleiches noch bie hat, bem Reiche Einnahmen zu verschaffen, ist eine Sache für sich, bie mit bem eigentlichen Sinne des Ganzen, ber Sicherstellung bet Schlempe-Erzeugung unb damit eines Teiles ber Volksemährung. in einem direkten Zusammenhang nicht steht. Das im Jahre 1921 geschaffene Monopol- Gesetz hat seinen Zweck nicht oder doch nur unvollkommen erfüllt. Unter seiner Wirksamkeit blühte das Gewerbe der Schwarzbrenner, das heißt derjenigen Leute, bie den erzeugten Spiritus entweder nicht ganz an das Monopol ablieferten und dann zu Preisen, die die Abgabe an das Reich nicht in sich schlossen, gewinnbringend verkauften, oder mehr Spiritus erzeugten, als sie durften unb sich so unerlaubten Gewinn schufen ober sonstwie bem Monopol ein Schnippchen schlugen. Die auf die eine ober die andere Weise schwarz hergestellten oder auf den Markt gebrachten Mengen waren schließlich so groß, daß sie einen sehr fühlbaren Faktor bar- stellten unb denen erheblichen Wettbewerb machten, die wirilchaftlich auf die Schlempe-Erzeugung angewiesen waren und in dem Absatz für ihren Spiritus durch die Schwarzbrenner eingeengt wurden. Es entstand ein nichthaltbarer Zustand. Zwar wehrte sich das Monopol mit allen Mitteln, aber das Gesetz gab ihm keine genügenden Machtmittel in die Hand, und aus der Monopol-Krise drohte eine Agrar-Krise zu werden. Richt zuletzt wurde diese Krise dadurch gefördert, daß die Preise für Spiritus überspannt waren. Es ist ja klar, daß, je größer der Unterschied zwischen dem Preise ist, den der Erzeuger erhält, und dem, den ber Verbraucher bezahlt, desto größer der Anreiz zu UeBertretungen wird. Je mehr der Schwarzbrenner verdienen kann, desto größer bie Gefährdung seiner Treue gegenüber dem Gesetz. Es wird lange Debatten über das neue Monopol-Gesetz geben, das den Reichstag nun beschäftigen wirb, lange Debatte von geringem Gehalte an Sachlichkeit. Cs gibt wenig Gebiete, die so stark von Interessenten beeinflußt werden, wie gerade das Spiritus-Gebiet. Aber weil das so ist, kommt es darauf an, die Oeffenllichkeit über die tatsächliche Bedeutung der Frage aufzuklären. Cs handelt sich nicht um eine Schnops- frage, es dreht sich nicht um das aus ber Agitation um das Gemeindebestimmungsrecht bekannte „Alkohol-Kapital" (wer mit sachlichen Gründen so recht nicht durchkommt, pflegt ja bei uns dem Gegner gar leicht den Stempel des gewinnsüchtigen Interessenten aufzudrücken), sondern um eine volkswirtschaftliche Frage von großer Bedeutung, um die Schlempe-Frage, um die Volksernährung. Es ist dringend zu wünschen, daß die maßgebenden Personen die Dinge ausschließlich unter diesem Gesichtswinkel betrachten und sich nicht demagogisch blind machen lassen. Die Form, in der wir den Absatz von Spiritus für die Zukunft sicherstellen, ist ein Problem, das nur mit aller- strengster Sachlichkeit behandeft und gelöst werden kann, ein Problem, das unter keinen Umständen in den Bereich ber Schlagworte gezogen werden darf, vielmehr durch Sachkenner unb ohne demagogischen Einschlag behandelt werden muh. 1921 geriet es weitgehend in die Hände von Interessenten, und der Erfolg war danach. Es ist dringend zu wünschen, daß es 1926 vor ein Gremium nichrinteressierter Sachverständiger kommt, und die große wirtschaftliche Bedeutung der Sache rechfferiigt diesen Wunsch. Neue Gärung in China. Mit der Einnahme Pekings durch die verbündeten Marschälle Tschangtsolin und Wupeifu hatte der Kampf in China seinen Höhepunkt erreicht und die Kampfhandlungen einen vorläufigen Abschluß gesunden, ohne bah eine entscheidende Riederlage der Armee Fengyusiangs herbeigeführt worden wäre. Die Rationalarmee zog sich in die Mongolei in eine sichere Stellung zurück. die es ihr gestattete, bie Entwickelung ber Dinge in Ruhe abzuwarten, während sich ihr Führer nach Moskau begab, um sich, wie es hieß, neue Mittel für eine spätere Weiterführung des Kampfes zu besorgen. Seit dieser Zeit ist etwa ein Monat verflossen, aber die Verhandlungen zwischen Tschangtsolin unb Wupeifu über die Einsetzung einer starken Zentralregierung in Peking haben noch zu keinem praktischen Ergebnis geführt. Wohl sollen sie jetzt darüber einig geworden sein, eine Regierung zu bilden, die sich zu gleichen Teilen aus Anhängern der beiden Marschälle zusammensehen soll, aber in Wirklichkeit konnte diese Regierung, an deren Spitze Dr. Ben steht, nicht treten, weil die Staatskassen durch die fortgesetzten Schröpfungen der Armeen vollkommen leer sind. Die Frage des Staatspräsidenten blieb überhaupt vorläufig ungelöst. Die jetzige Ruhe und Einigkeit zwischen den beiden Marschällen scheint darauf zu beruhen, daß ihnen die nötigen Mittel zu irgendeinem Unternehmen fehlen. Daß man in China nicht an eine lange Dauer dieses friedlichen Zustandes glaubt, der ja auch den bisherigen Erfahrungen zuwiderlaufen würde, geht daraus hervor, daß Marschall Suntschuangfang einen unabhängigen Staat proklamiert hat, der sich aus den fünf Provinzen Fukien, Kiangsi, Agnkwei. Tschekiang unb Kiangsu zusammenseht. Bemerkenswert ist dabei, daß Sun, ber sich als starker und befähigter Staatsmann erwiesen hat, die Billigung der chinesischen öffentlichen Meinung in seinem Vorgehen findet. Es ist also damit zu rechnen, daß bei möglicherweise in nicht allzu ferner Zeit kommenden Auseinandersetzungen zwischen Wupeifu und Tschangtsolin auch Sun eine bedeutsame Rolle spielen wird, zumal von seinem Wohlwollen auch die Bildung einer Zentralregierung abhängig ist. Sun hat ausdrücklich mit Rücklicht auf kommende Auseinandersetzungen zwischen ben beiden Marschällen seinen unabhängigen Staat gebildet, weil er dem jetzigen Frieden nicht traut. Die finanzielle Grundlage für feine Regierung bildet die Salzsteuer, die er in den fünf Provinzen beschlagnahmt hat. Im übrigen sind die Meldungen aus China ziemlich undurchsichtig. Rur das eine scheint klar zu sein, daß der Bürgerkrieg bald wieder in Fluß kommen wird. Die Rationalarmee scheint wieder im Vormarsch auf Peking zu fein, nach erbitterten Kämpfen foll fie die Front der mandschurischen Truppen durchbrochen haben unb nur noch elf Meilen von Peking entfernt stehen, so daß also die Hauptstadt bald wieder im Brennpunkt ber Kämpfe stehen wird. Diese Tatsache zwingt auch die beiden Marschälle, aus ihrer jetzigen Untätigkeit herauszutreten, um neue Geldmittel für die Kämpfe aufxutreiben. Dabei wird sich auch zeigen müssen, ob die Einigkeit der beiden Marschälle stark genug ist, um wieder eine gemeinsame Front gegen die Rationalarmee zu bilden. Die Tatsache, baß der ehemalige Präsident Tsavkun zu Wuveifu geflüchtet ist, um mit ihm Im Frühling lasse ich bann meine Wildsänge wieder fliegen. Und da bekam ich die Geschichte von dem seltsamen Vogel erzählt. Ich wußte sofort, daß nur Freund Girlitz hier in Frage kam. Und richtig, im nächsten Frühjahr kam er wieder. Ja, auch die Nachbardörfer meldeten jetzt sein Erscheinen. Seitdem ift er im ganzen Vogelsberg zu Hause. .Wo aber kam der Vogel her, was veranlaßte ihn, so plötzlich sich dort niederzulassen und in einer Art und Weise aufzutreten, als wäre er schon seit Jahrhunderten hier heimisch gewesen? Es ist wahr, die Einwanderung des in unserem mittel- und norddeutsche Faunab'ilde erst in den letzten Jahrzehnten aufgetauchten, ursprünglich in den Mittelmeerländern beheimateten Vogels, dessen Ausbreitungsbestreben sich lange Zeit nur bis Süddeutschland erstreckte, ist in letzter Zeit und besonders in Hessen, das ja das landschaftliche Bindeglied von Süd- und Norddeutschland ist, der Gegenstand lebhafter Auseinandersetzungen und weitgehender Meinungsverschiedenheiten gewesen. Am meisten vertreten fand man die Ansicht, daß der Girlitz, dessen Name übrigens das Klangbild seines Rufes ist, feine Nordwärtsverschiebung auf Grund des wärmer werdenden Klimas vorgenommen habe, eine Anschauung, die besonders von dem bekannten Vogelforscher Wilhelm Schuster von Forstner durch seine These von der „Wiederkehr einer tertiärzeitähnlichen Tierlebensperiode" gestützt wird. Er schreibt in seinem Buche „Die Vögel Mitteleuropas" über das Girlitzvordringen folgendes: „Die neue wärmere Zeitepoche veranlaßte ihn vor 120 Jahren in Deutschland einzudringen: bis heute hat er ganz Deutschland erobert bis auf einen kleinen Küstenstrich an der Nordsee, die ftiesische Küstenplatte*), sonst ist er überall bis Ostpreußen Dorgebrungen. Diese Einwanberung einer gänzlich neuen, unserer Fauna bislang fehlenden Mediterran vogels ist sehr charakteristisch. Dabei nimmt es wunder, wie bald sich gewissermaßen eine neue Art gebildet hat. Denn die Form wird als deutsche ) Diese Angabe des 1922 erschienenen Buches muß als veraltet gelten. Ich habe 1924 auf meinen Nordseefahrten den Girlitz mehrfach in Friesland festgestellt. (nördliche) jetzt abgetrennt von der sog. südlichen, ein Beweis, wie schnell sich Lokalrassen bilden." Nun hat aber erstens neuerdings Prof. Keßler- Tüdingen in einer Schrift über bie Klimaänberung, bie sich eingehenb mit bem Schusterschen Problem oefaßt, klipp unb klar bewiesen, baß von einer Wieberkehr bes Tertiärklimas keine Rebe sein könne. Höchstens fei es gerechtfertigt, unsere Klimaverhältnisse unausgeglichener gegen früher zu nennen. Zweitens mutz, wenn bie durch Laubmann erfolgte Aufstellung ber beutschen Girlitzform (Serinus hortulanus germanicus) gerechtfertigt ist unb sie sich systematisch so sehr von ber mebiterranen unterscheibet — unb bas ist tatsächlich ber Fall —, unser Girlitz schon recht lange in (Süb-)Deutsch- lanb heimisch sein. Denn in 120 Jahren, wie Schuster cs annimmt, bilbet sich keine Lokalform heraus. Unb es ist meines Erachtens burdjaus nicht angängig, bie Ansichten ber alten, bewährten Meister, wie bie bes als ein sorgfältig prüfenber Forscher bekannten Ornithologen Laubmann, kurzer- hanb abzutun. ^ebenfalls muß bie Einwanberung in Deutsch- lanb im allgemeinen, unb bas Auftauchen im hessischen Vogelsberg im besonberen eine ursächliche Veranlassung gehabt haben. Denn „von nichts kommt nichts", sagt ein alter Bauernspruch, unb bie Klimafrage scheibet, wie wir sahen, aus. Eine Antwort auf biese scheinbar schwierige Frage zu finben, ist nicht schwer. Vergegenwärtigen wir uns alles, was wir über ben Girlitz wissen, liegt sie klar auf ber Hanb: Wir müssen annehmen, baß er mit den Römern zusammen unb im Gefolge bes Obst- unb Weinbaues nach Deutschlanb gekommen ist. Es begann bie Wertschätzung bes Obstbaues. Da aber die Römer in ihren Romanisierungsversuchen auf Süddeutschland beschränkt blieben, und der von ihnen eingesührte Obstbau auch, so hatte der Girlitz keine Veranlassung, weiter nordwärts in ihm nicht zusagende Landschaftsformattonen einzuwandern. Man darf daher geneigt fein, bie Girlitzfrage von ökologischen Gesichtspunkten aus zu bewachten, einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Girlitzoorkom- men unb Obst- bzw. Gartenbau anzunehmen unb bie Baumgärten als typisches Girlitzgelänbe zu bezeichnen. zu verhanbeln. deutet nicht ganz Darauf hin. Ehina ist unb bleibt bas Land der Ueberraschun- gen und des Bürgerkrieges, weil die Marschälle unb bie Exponenten fremde Geldgeber find. Diese Tatsache macht bi« Ungewißheit der jetzigen Verhältnisse erklärlich. Brief vomGoldenenHorn. Von Elfriede Grunwald. Konstantinopel. Anfang Juni. Roch immer steht Pera, das Fremdenviertel Konstantinopels unb einige entlegene Vororte im Zeichen des Osterfestes, das jetzt von den Griechen unb Armeniern begangen wirb. Der würzige Duft ber üblichen Osterkuchen bringt aus allen Bäckereien, unb jung wie alt trägt mit Stolz den schon lange vorberetteten Sommerstaat spazieren. Denn Pelz unb Wintermantel vor dem Auserstehungsfest abzulegen, auch ttenn die Frühlingssonne noch so glühende Strahlen zur Erde sendet, verbietet die gute Sitte. Soweit wäre alles beim alten. Rur die Feststimmung fehft. Wer hätte auch gegenwärtig Anlaß zu lauter Lustbarkeit. Die Geschäfte gehen schlecht. Die Teuerung wächst, und die drückenden Steuern vermehren sich zusehends. Just am ersten Oster- tage wurde der gesamten Bevölkerung die Umsatzsteuer beschert, die in allen Kreisen Verwirrung und Entrüstung hervorruft. Sie besteht aus einer 2.5pro?entiaen Abgabe leibst des geringsten Kaufs unb der kleinsten Zahlung. Wit Ausnahme der vier monopolisierten Artikel Petroleum. Tabak. Streichhölzer unb unverarbeiteter Tabak finb bieser Steuer sämtliche Zahlungen und Ar- ttkel unterworfen. Sie soll sich sogar auf bie Leistungen ber Acrzte unb Advokaten erstrecken. Die Bestimmungen über ihre Hanbhabung können Weber Analphabeten noch Schriftgelehrte entziffern. Man weiß nur. daß Verkäufer tote Käufer bei etwaiger Richtbefvlgung bestraft werden. Erhoben wird diese Steuer mittelst neugeprägter SternpeImarken. bi' in ungenügender Zahl fertiggestellt finb. Bei ber Bezahlung werben sie in zwei Teile geschnitten, von denen der eine Teil dem Käufer, der andere Teil dem Verkäufer als Beleg bei etwaiger polizeilicher Kontrolle dienen soll. Da die Marken aber, tote bereits erwähnt, sofort vergriffen sind, sollen die Verkäufer bie einbezogenen Beträge vorläufig buchen imb allabendlich der Kontrolle vorlegen. Die Käufer baf en nichtsdestoweniger zu gewärtigen, daß sie sich auf dem Heimweg auf offener Straße ihre Pakete von WoTi.ieiorgonen nach jener ominösen Markenhälfte untersuchen lassen müssen. Die Käufer ihrerseits sträuben fick nun, die Prozente ohne jede Quittung zu zahlen. Sie haben ein mißtrauisches Gemüt, das ihnen zuflustert, ihr Geld könne in diesem Falle ganz anderen Zwecken zugute kommen, als dem Staat. Eine ganz unerwartete Wendung verwickelt die Sittiation aber noch mehr. Diejenigen Verkäufer, die ihres Zeichens Analphabeten find, toeiaem sich aus Furcht vor der Polizei, ihre Waren zu verkaufen, weil sie in völliger Unklarheit darüber finb. waS eigentlich von ihnen gefordert wird. Denn inzwischen hat die Behörde als Ausweg auS dem Dilemma. daS durch den Mangel an Stempelmarken noch vermehrt wurde, befttmmt, daß die Verkäufer alle im Laufe des Tages eingefom- menen Steuern buchen und allabendlich den zu- stehenden Personen zur Durchsicht vorlegen sollen. Wie aber können die Armen die ihnen übergebenen Listen ausfüllen, da sie nicht schreiben formen? Zu aliebem kommt, daß es sich gar- nicht um eine 2.5prozentige Versteuerung aller Waren handelt, sondern oft um eine, durch den Kettenhandel verursachte 15- bis 20prvzentige, die unter Umständen ins Ungemefsene wachsen kann. Wird nicht bald Abhilfe geschaffen, dann kann der Sturm, der sich im Waf'erglase erhoben hat, sich als Orkan weit über dessen Rand erheben. Und da wir gerade bei ber neuen Gesetzgebung sind, sei gleich bemerkt, daß die Ein- und Zivilehe noch nicht gesetzliche Kraft erlangt hat, wie im Auslande irrtümlich angenommen wird. Dieses Gesetz wird erst beraten und studiert, soll aber, so Gott will, spätestens im Herbst in Anwendung kommen. Bis dahin beeilt sich ein Jeder, dem es trotz der schlechten Zeiten Und wie ist es nun im Vogelsberg? „Im Vogelsberg ist es dreioiertel Jahr Winter und ein- viertel Jahr kalt", sagt ein Sprichwort aus der guten alten Zeit vom hessischen Sibirien. Heute stimmt das natürlich nicht mehr in des Bauern- spruches wörtlicher Bedeutung, und man könnte geneigt sein, doch an eine tatsächlich vollzogene Klimaänderung zu glauben. Aber sobald wir näher zusehen, entpuppt sich diese Annahme als ein Trugschluß jener Gattung, die wir in der Logik mit der Sentenz post hoc — propter hoc zu bezeichnen pflegen. Im Vogelsberg ist die Unbill des Klimas, die ja bestimmt stärker ist als bie des benachbarten Taunus, nicht bedingt durch die Verschiedenheit der geographischen Breiten, sondern lediglich und allein durch den Unterschied der Niederschlagsmengen in beiden Gebirgen. Nun hat aber der schwere Basalt- oerwitterungsboden des oberhessischen Bergkegels die Fähigkeit, gewaltige Wassermengen auszuspei- chern, ein Vorgang, durch den die Erwärmung des Bodens im Frühjahr um Wochen in die Länge gezogen und die Kälteerscheinung des ganzen Gebirges bedingt wird. Seitdem nun der Vogelsberg unter dem Zeichen ber Kulturbestrebungen steht, aus bem Ur- ein Kulturwald geworden ist, die Moore melioriert, die Heiden aufgeforftet, die Tristen zu Wiesen, die Flüsse reguliert, die Aecker trainiert, große Wassermassen dem Boden entzogen wurden (die Hochwassererscheinungen der letzten Jahre im Niddatal sind eine Folge davon), kurz, als aus der Natur-Kultur eine Kultur-Natur wurde, mußte sich auch das Klima diesen durch den Eingriff des Menschen heroorgerufenen Verhältnissen anpassen. In diesem Sinne kann man schließlich von Klima- änberung sprechen, nicht aber im Schusterschen Sinne, der sein Tertiärklimaproblem von der Sim- rothschen Pendulattonscheorie und der Reibischschen bzw. Neumayerschen Westenoerschiebungslehre her- leiiet. Seitdem man im Vogelsberg auch den Betrieb von Obstbaumkulturen eingerichtet hat — und es ist nach den neuen hessischen Statistiken schon eine erstaunlich große Anpflanzung vorgenommen mor» den, selbst im Oberwaldgebiet — war auch das typische Girlitzgelänbe geschaffen, und alle hier aufgeführten Gründe im Verein mögen seine Einwanderung in unser hessisches Berglanb veranlaßt haben. ir tere an. haben. Kreis Friedberg » »h- ' Nachdruck verboten. 2 Fortsetzung. Sonnenburg, in Fach seiner Briefer sorgfältig und sf. Friedberg, 2. Juni. Der ein, der Tagesordnung der gestrigen Stadt n e t e n v e r s a m in l u n g mar die Beratung des städtischen Voranschlags für 1926. , Es wurde zunächst der wichtigste Punkt, die Einnahme durch Steuern, auf der der ganze Voranschlag beruht, zur Beratung gestellt. Hierbei kam es gleich bei Titel 60 Nr. 9 (Getränkesteuer) zu Sliter lebhaften Aussprache. (Der Zuhörerraum war mit Angehörigen des Gastwirtegewerbes angefüllt.) Der Sprecher der Sozialdemokraten (Jhl) sprach sich gegen diese Steuer aus, ebenso der Beig. Langsdorf (Demokrat), während der Beig. Dr. Leuchigens (Du.) sich für Beibehaltung aussprach. Ebenso bat der Bürgermeister Dr. Seyd dringend um Genehmigung, da er die mit 30 000 Mk. eingestellte Einnahme im Nach dem Essen rauchten die Herren eine Zigarre, dann gingen sie aus. Sie bestiegen den kleinen Dampfer, der von Köln kam und sie nach Königswinter bringen sollte. Er war nicht so voll wie gewöhnlich, die heiße Sommersonne hatte viele abgeschreckt. Brentheim starrte ins Wasser und sog an seiner Pfeife. „Nun — was sagst du zu Grete?" „Sie ist sehr schön geworden." „Ja — das wird mir wohl noch viel Sorge machen!" sagte Brentheim seufzend. „Es geht schon los." „Wieso?" „Ich habe mir meinen Lebensabend bedeutend ruhiger gedacht. Aber bei Ims wimmelt es von Gästen. — Du weißt, daß ich nicht dich meine! — Aber abends kommt viel Besuch aus der Umgegend zu uns in den Garten, sogar aus Köln kommen neuerdings ein paar Leute vom Gericht herüber. Da wird musiziert — Lachner, der alte Musiklehrer, den du vorher sahst, spielt so schön Geige und Grete Friedberg, 2. Juni. Der einzige Punkt ~ " lverord - Ein älterer Herr in Heller Kleidung und ahne Hut kam langsam vom Fluß herauf, sorglich einen Diolinkasten unter dem Arm tragend. Er begrüßte sie, Kramer mit freundlichen Augen musternd. „Ich bin um fünf Uhr bei Ihnen, Brentheim!" fagte er im Vorbeigehen. „Schön!" rief der Kommissar a. D. „Grete wird Sie mit Sehnsucht erwarten." „Er gibt ihr Musikstunden", sagte er erläuternd zu Kramer. Oelscher blickte dem Daoonschreitenden unfreundlich nach-, Brentheim bemerkte es und lächelte leise. Dann verabschiedeten sie sich von dem Professor. Der Weg senkte sich talwärts, lieber einen niedrigen Steinzaun rechter Hand wies Brentheim auf einen großen, dichtbewachsenen Garten. „Da sind wir. Williamen bei mir zu Hause!" „Wunderschön!" sagte Kramer begeistert. Sie gingen durch den Garten auf das Haus zu. „Vater!" rief eine helle Stimme aus einer in Büschen versteckten Laube. Ein junges, blondes Mädchen in hellem Sommerkleid lief auf die Herren au, langsam folgte ihr ein junger Mann, der sich höflich verneigte. Brentheim musterte ihn mit verhaltenem Unwillen. Er begrüßte seine Stieftochter unfreundlicher, als er es wohl hatte tun wollen. Das ist die Grete!" sagte er zu Kramer. „Kennst du sie noch?" Der Rechtsanwalt reichte ihr überrascht die Hand. Aus dem Kinde, das er vor mehreren Jahren gekannt hatte, war ein schönes junges Mädchen geworden. Grete war die Tochter eines verstorbenen Regimentskameraden von Brentheim. Ihre Mutter war tzei ihrer Geburt gestorben, der Vater hatte ein verschwenderisches Leben geführt und einige nicht ganz einwandfreie Geschäfte unternommen, die dadurch beendet wurden, daß er sich erschoß. — Brentheim adoptierte das Kind, als es sieben Jahre alt war, und hatte Grete seit zehn Jahren bei sich. — gehen. Kramer holte aus dem inneren tasche ein Schreiben hervor, das ernst und aufmerksam durchlas. Am Kopf des Briefes stand: „Direktion des Zuchthauses Sachen Racoszy." Der dritte Schuh Kriminalroman von Ole Stefan i. weder Hut noch Mütze, sondern haben bxe Köpfe mit weihen Kappen bedeckt. Diesen beiden Ge- falten glaubt man es germ dah sie des Trostes bedürfen und dah jede Forderung, welche die neue Zeit an sie stellt, in ihren Augen em Sakrileg ist, das sie begehen will, weil fie es begehen müssen. . _ Da macht es die türkische Frau anders. Sie tut einfach nicht mit, und kleidet sich, allen Drohungen und gutem Zureden zum Trotz, wie ie es will. Denn nur für die Lehrerin und Schülerin ist das Tragen des Hutes obliga- torisch. Gegen die beiden Kategorien wird mit Strenge vorgegangen, wenn sie der Kleider-Ver- ordnung zuwider handeln. Bei allen anderen drückt die Behörde ein Auge zu, und laßt |ie gehen, wie sie wollen. Die einen gehen tief Der- chleie'rt wie zu Abdul Hamids Zeiten, die anderen umwinden sich das Haar mit schwarzen oder bunten Tüchern, die meisten so chik wie irgend möglich, und noch andere gehen mit dem Hut. Wie zahlreich die letzteren sind, kann man nicht sagen, denn sie unterscheiden sich nicht mehr von den Frauen der ihnen nahestehenden Nationen. Man kann auch nicht sagen, aus welchem Grunde die Regierung in dieser Hinsicht so milde und nachsichtig ist. Ob aus dem Grunde, weil sie ihre Frauen zur Genüge kennt und ganz §enau weih, daß sie gegen das „zarte Geschlecht" och nicht aufkommt, oder ob sie gleich anderen der Meinung ist, daß das, was die Frauen wollen, auch Gott will? Rehmen wir das ley- paukt Klavier dazu. Dann wird getanzt und gequatscht — und der ganze Rummel dreht sich bloß um das Mädel. Dabei ist der Balg noch nicht achtzehn Jahre. Du kannst mir glauben: ich habe das bald satt!" „Nun," sagte Kramer lächelnd, „es ist doch schön für so ein junges Ding, wenn sie Gesellschaft hat. Soll sie sich denn nur um dich kümmern? „Aber nein!" rief der Alte. „Ich gönne es ihr ja von Herzen. Aber das unruhige Blut ihres Vaters ist in ihr. Das macht mir oft Angst." „Aber du behältst sie doch immer im Auge. Es sind doch sicher alles nette, zuverlässige Menschen!" „Ja — weißt du —" Brentheim sah den Anwalt an, „da ist zum Beispiel dieser Molinski. Mit dem steckt sie am meisten zusammen. Und das paßt mir nicht!" „Oelscher selbst," setzte er grimmig lächelnd hinzu, „Oelscher ist auch hinter ihr her.. Den Molinski nimmt er nicht ernst, ober hast du seine Wut aus den braven, alten Lachner bemerkt — nur weil der täglich bei uns ist und sie unterrichtet?" — Der Schiffsjunge läutet an der großen Glocke, der Dampfer lief den Landungssteg an, und die beiden Herren betraten das Ufer, durchschritten den kleinen Ort und gingen den Weg zum Drachenfels hinauf. Auch hier trafen sie wenig Menschen. Kramer gewahrte zu seinem Erstaunen, daß der Kommissar unruhig um sich blickte und jeden Mann, der ihnen entgegenkam, scharf musterte. Er war auf einmal ausfallend wortkarg geworden. Aus halber Höhe bog er in einen Nebenweg ab. „Wohin willst du?" fragte der Rechtsanwalt. „Das wirst du sehen, mein Junge. Ich habe dir was Interessantes zu zeigen." Sie gingen schweigend weiter. Die Hitze war betäubend. Und in dem waldigen Gelände, das sie jetzt durchschritten, wurde es auch kaum frischer. Eben schien Brentheim beginnen zu wollen, als er züriickfuhr und still stand, die Augen scharf auf eine Gestalt gerichtet, die auf dem Gipfel eines Hügels stand. Es war ein Mann in einem dunklen Anzug und mit einem Strohhut. Seine Gesichtszüge konnte Kramer bei dieser Entfernung nicht erkennen. Im nächsten Augenblick war die Gestalt verschwunden. Der junge Mann, der ein Skizzenbuch unter dem Arm trug, stellte sich vor: „Molinski." „Ist das Essen fertig?" fragte Brentheim. „Ich denke, wir gehen ins Haus. — Für Sie wird es nun wohl auch Zeit, zu gehen, Professor Oelscher erwartet Sie", sagte er kurz zu Molinski. Der Jüngling empfahl sich verlegen. Die drei schritten stumm dem Hause zu. Ein Dienstmädchen nahm Kramer Mantel und Handtasche ab und geleitete ihn auf sein Zimmer im Obergeschoß. • Nachdem er sich gewaschen und umgezogen hatte, setzte er sich auf das Fensterbrett und genoß den Anblick, der sich iym bot. Der Garten war in gutem Zustand. Flieder- und Goldregenbüsche wuchsen an der niedrigen Steinmauer, die ihn von der Landstraße trennte. Auf dem Weg zum Hügel nach Mehlem zu sah der Anwalt Molinski langsam und mit gesenktem Kopf Brentheim stieß einen Fluch aus und begann wie wild durch das Gestrüpp hindurch auf die Stelle hin- zueilen, wo sich eben noch der Mann gezeigt hatte. „Wer war das?" rief ihm Kramer zu. Brentheim gab keine Antwort und keuchte weiter den Abhang hinauf. Dem Anwalt blieb weiter nichts übrig, als ihm nachzulaufen. Nach einigen Minuten hatten sie d^e-Höhe erreicht und blickten sich um. Von dem Mann war keine Spur mehr zu sehen. In den glühenden Strahlen der Nachmittagssonne lag die Landschaft friedlich da. „Weg ist er!" murmelte der Kommissar und ballte die Fäuste. „Wer denn?" fragte Kramer wieder, noch immer atemlos. Der Alte sah ihn an und lachte kurz. „Komm lieber weg!" sagte er, den Anwalt mit sich gehend. „Wir sind hier oben allzu deutlich sichtbar! Kramer folgte ihm voll Verwunderung. „Warum sollten wir es denn nicht sein? Für wen sichtbar?" „Für den," sagte Brentheim, indem er rasch talwärts schritt, „der etwa den schlechten Einfall haben würde, mit einem Revolver nach uns zu zielen!" Kramer stieß einen Rus des Schreckens aus und faßte nach der Hand des Alten: „Scherzest du?" „Nein!" sagte der zwischen den Zähnen. „Gleich wirst du etwas sehen, über das du dich wundern wirst!" Sie kamen auf einen kleinen Platz, wo ein paar breitästige Buchen dichten Schatten gewährten. „So!" sagte der Kommissar. „Das ist mein Lieblingsplatz. Hier habe ich oft ausgeruht. Und nun wollen wir uns mal den dicken Baumstamm da näher ansehen, an dessen Fuß ich gewöhnlich —" Er hielt inne und sah erschrocken zu dem Baum hin, auf den er soeben gewiesen hatte. Kramer gewahrte herzutretend frische Splitter am Fuße des Stammes und in Kopfhöhe etwa ein vielleicht fingertiefes Loch in der Rinde, das jemand vor kurzer Zeit mit einem Messer aus-- gehöhlt zu haben schien. „Donnerwetter!" rief der Kommissar, indem er sich von seiner Verblüfftheit erholt hatte. „Das ist doch allerhand!" (Fortsetzung folgt.) 3. Evangelischer Frauentag Deutschlands * Darmstadt, 1. Juni. Für den Abend des zweiten Tages hatten die Darmstädter Frauenvereine die auswärtigen Gäste zu einem sehr stimmungsvollen Teeabend in die । „Vereinigte Gesellschaft" eingeladen, wo den zahlreich Erschienenen, unter denen viele prominente j Persönlichkeiten sich befanden, mit dem Spiel „Mozart auf der Reife nach Prag" ein besonderer Genuß geboten wurde. 3. Tag. Der 3. Tag brachte vormittags die Mitgliederversammlung der Vereinigung. Diese wurde dadurch bedeutsam, daß das neue Arbeitsprogramm beraten und angenommen wurde. Als Ziel der Vereinigung wird darin angegeben: 1. An der Herausarbeitung und Durchsetzung eines echt deutschen und echt evangelischen Frauenideals und an der Bildung einer einheitlichen, öffentlichen, evangelischen Frauenmeinung zu arbeiten. 2. Dafür zu sorgen, daß der evangelische Frauenwille in der Oeffentlichkeit nachdrücklich zum Ausdruck und zur Geltung kommt und im öffentlichen wie im privaten Leben die Anschauungen christlicher Sittlichkeit und christlichen Glaubens sich wieder durchsetzen. 3. Auf eine unter einheitlichen Gesichtspunkten stehende Beeinflussung der Gesetzgebung durch die evangelische Frauenwelt hinzuwirken. Außerdem wurde ein organisatorischer Ausbau der Vereinigung und ihre Erweiterung durch die Aufnahme zweier neuen Frauenverbände vorgenommen. Der Nachmittag führte die Teilnehmer der Tagung im Sonderzug nach der Lutherstadt Worms, wo nach der Begrüßung durch Pfarrer 0. W o l t e r, Freiherr D. Dr. v. Heyl zu Herns- heim und Oberbürgermeister Rohn eine Kundgebung am Lutherdenkrnal stattfand, bei der Oberkirchenrat Zentgraf, Mainz, eine Ansprache hielt. Mehrere tausend Menschen umsäumten das Denkmal und ebenso groß war die Zahl derer, die darauf in die Dreifaltigkeitskirche strömten, wo Professor Di Dr. Elert- Erlangen über „Luthers Bedeutung f ü r die Welt" einen wissenschaftlichen Vortrag hielt. Luthers Sendung ist uns vor allem unter der Wirkung des Krieges von einer neuen Seite her aufgegangen. Die Meinung ist zerbrochen, als könne man aus dem, was in der Welt vorgeht, Gottes Liebe erkennen. Das Leben ist vielmehr voller unlösbarer Widersprüche, in die uns Gott bewußt hineinzieht. Wir sind alle Gottes Zorn verfallen, weil wir alle mit Schuld belastet sind, die wir nie einholen, auch nie vermeiden können. Luther lehrt nun wieder den Zweck dieser Widersprüche städtischen Haushalte nicht entbehren tonnte; vom Jahre 1927 müsse diese Steuer doch durch gesetzliche Bestimmungen in Wegfall kommen. Ein Wegfall dieser Einnahme müsse entweder eine Erhöhung der Gewerbesteuer oder der Strom- und Gaspreise mit sich bringen. Bei der folgenden Abstimmung wurde die Steuer mit 16 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Noch interessanter gestaltete sich die Beratung der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz (56 Pf. für je 100 Mark Steuerwerk), die mit 158 222 Mk. eingestellt ist. Wenn auch von allen Seiten die Härte und Ungerechtigkeit dieser Steuer anerkannt ist, so bildet doch dieser Posten gewissermaßen das Rückgrat des ganzen Voranschlags. Auch hier erklärte der Vertreter der Sozialdemokratie, daß sie gegen diese Steuer stimmen würden, woraus Beig. Dr. Leuchtgens den Widerspruch dieser Partei im 'Hessischen Landtage und der Stadtverordnetenversammlung feftstellte und erklärte, daß unter diesen Umständen die Dn. Partei ebenfalls dagegen stimmen würde. Da mit dieser Ablehnung der ganze Voranschlag hinfällig würde, wurde die Sitzung auf 15 Minuten unterbrochen, um den Parteien Gelegenheit zur Besprechung zu geben. Nach der Pause erklärte der sozialdemokratische Sprecher, daß seine Partei dafür stimmen würde unter der Bedingung, daß Einkommen unter 1000 Mk. nicht von der Steuer betroffen würden. Der Bürgermeister sowohl als auch Beig. Windecken bemerkten, daß eine derartige Bindung nicht eingegangen werden könnte, daß man aber den Härteparagraphen in möglichst entgegenkommender Weise handhaben wolle. Die nun folgende Abstimmung ergab Annahme mit 16 gegen 3 Stimmen bei 5 Enthaltungen. Die übrigen Posten wurden bann ohne Debatte angenommen. Bei Beratung der Ausgaben stellte bei Punkt 14 (Volks- und Fortbildungsschule) der Skadto. Raute den Antrag, die Summe von 3600 Mk. auf 5000 Mark zu erhöhen; der Antrag wurde abgelehnt.— Bei Punkt 23 (Denkmäler und Kunstpflege) ist ein Beitrag von 5000 Mk. für das zu errichtende Kriegerehrenmal eingesetzt. Hierzu bat Stadtv. Raute (Soz.) um das Wort, Dr. Leuchtgens jedoch stellte den Antrag, über diesen Punkt keine Debatte zu eröffnen. Der Antrag wurde angenommen,, die sozialdemokratische Partei fühlte sich durch diese Annahme vergewaltigt und verließ unter Protest den Gaal. Schließlich wurde bei der Schlußabstimmung der gesamte Voranschlag, der in Ausgabe und Einnahme mit 396 733 Mk. abschließt, mit allen gegen 3 Stimmen (Dn.) und einer Enthaltung angenommen. Der Voranschlag ist, nach den Ausführungen des Bürgermeisters, mit der größten Sparsamkeit ausgestellt, ohne jedoch kulturelle Einrichtungen zu gefährden und ohne eine Steuererhöhung zu bedingen. Z Bad-Rauheirn. 1. Juni. Oluf eine wohlgelungene Veranstaltung kann dte hiesige Singakademie mit ihrem gestern abend, im Kur- häufe gegebenen Vokalkonzert zurückschauen. Das Tn Zusammenstellung und Ausführung künstlerische Programm bot Frauenchöre mit Klavierbegleitung und außerdem geistliche, weltliche und Volkslieder a cappella für gemischten Chor. Musikdirektor Rofenmeher erwies sich wieder als em Leiter mit tiefem musikalischem Empfinden. • Dad-Rauheim, 2. Juni. In der Folge der sportlichen Veranstaltungen in Bad-Rauheirn während dieses Sommers wird eine der bedeutendsten und anziehendsten das Große Reit- und Fahr-Turnier mit Jagdspringen sein, das die Turnier-Abteilung des Reichs- verbandes-SportkarteU Verlin am Samstag und Sonntag, 5. und 6. Juni, veranstaltet. Die Wettkämpfe finden an beiden Tagen nachmittags 4 HT)r auf der ..Roten Heil" statt, einer westlich des großen Teiches an der Straße vom Teichhaus nach dem Golfplatz gelegenen Wiese. Die nach Anzahl und Qualität hervorragenden Amnel- dungen lassen einen vorzüglichen Sport erwarten, so daß sich den Vc'uchern sehr spannende Eindrücke bieten werden. H. a haben genannt: Graf Erbach-Erbach, Freiherr von Oppenheim (Köln), außerdem der große Frankfurter Turnierstall des Herrn Oppenheimer (Frankfurt a. M.). Freiherr v. Langen, einer der bekanntesten deutschen Turnierreiter, Major Vürckner. der beste Dressurreiter Deutschlands, die beiden Brüder Grafen Hohenau, die deutschen Springspezialisten, Frl. v. Opel, die anmutige Jagd - Spring -- Reiterin, Frau Franke, die vielseitig erprobte Dressur« und Spring-Reiterin. ----- Butzbach, 2. Juni. Der hiesige T u r n- und Sportverein, der 1846 gegründet nach einem zweiten Weibe gelüftet, dieses so schnell wie möglich zu freien, wer sich aber von einem solchen befreien will, gibt diesem schnell den Laufpaß. , Mit der Sommerzeit sind wir auch vereingefallen. Denn als man nach hervorgegangener Ankündigung am l.Mai die müden Glieder eine Stunde früher zur Arbeit zwang, erfuhr man zur Mittagszeit, daß die Order, die Uhren schon an diesem Tage eine Stunde vorzustellen, aus Angora noch gar nicht erfolgt sei. Das nächste- mat, wenn die Zeitungen wieder von der Fortlegung der Sommerzeit auf den kommenden Tag sprechen werden wird man aber vorsichtiger sein, denn die geraubte Stunde am Schlaf gibt einem niemand wieder. Sonst haben eine Menge neuer Bestinunungen schon gesetzliche Kraft erhalten. Alle Fremden, die des Tiirlischen in Wort und Schrift nicht mächtig sind, berührt besonders eine an alle Gastwirte und Kellner ergangene Verordnung. Wenn man nämlich jetzt nach eingenommenem Mahl seine Rechnung mit dem Wirt oder Kellner machen will, wird einem ein Zettel vorgelegt, den man nach allen Seiten dreht und auch nach Zuhilfenahme seiner Brille nicht entziffern kann. Die Rechnung ist, wie sich herausstellt. in türkischer Sprache und mit arabischen Buchstaben geschrieben. Bisher bediente man sich des Französischen und der lateinischen Schrift. Schließlich kann man es den Türken nicht verdenken, wenn sie in ihrem Lande die Einrichtungen treffen, die ihnen passen. Andererseits wollen sie aber den Touristen den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen. Dagegen sprechen jedoch wiederum die polizeilichen Bestimmungen bei den ewigen An- und Abmeldungen. -- Welchen Eindruck Konstantinopel jetzt macht? Ja, es ist eine Provinzstadt geworden, die in manchen Punkten an den Balkan erinnert. AUes, was der früheren Hauptstadt Glanz und Bedeutung verlieh, ist für immer dahin, oder nach Angora verlegt. Aber das alte Stambul läßt sich trotz aller Reuerungen und Verschönerungen, an denen man es nicht fehlen läßt, nicht aus seiner beschaulichen Ruhe stören. Da sitzen wir wieder wie einst in besseren Tagen im Hose der Hagia Sofia auf niedrigen Stühlen und schlürfen unseren „cafe türk“ aus winzigen Tassen. Hm uns herum sitzen die vertrauten Gestalten in ihren langen Röcken, mit ihren langen Bärten und Pfeifen, aber mit Schirmmützen auf dem Kops. Unbehindert betreten wir die Moschee. Selbst die früher unerläßlichen Pantoffeln, ohne die man das Heiligtum beileibe nicht betreten durste, vergißt man anfänglich, uns zu reichen. Am Eingang fällt der Blick auf eine neue Hfjr mit der .französischen Zeit' und einen gregorianischen Kalender an der Wand. Einige Moslim stehen davor und betrachten beides verständnislos. Sie schütteln nicht einmal den Kopf. In der Mitte der Moschee verrichten Frauen, die ehedem den Raum nicht betreten durften, ihr Gebet, und in einiger Entfernung hockt ein Mann mit der „Melone" (Hut) auf dem Hinterkopf. Dann gehen wir weiter, an der weißlei^htenden Ahmed-Moschee vorüber, über den wetten Hippodrom mit seinen stolzen bhzanttnischen Denkmälern, durch enge Gassen, vorbei an den Ruinen verbrannter hölzerner Baracken. Hebet und zieht ein großer Raubvogel immer engere Kreise und stößt plötzlich auf ein uns unsichtbares Opfer nieder. Rach einer Wendung stehen wir wieder vor einer kleinen von Säulengängen umschlossenen Moschee. In den Gängen ftnb die aus Miechischen Gebieten vertriebenen Mohammedaner untergebracht. @3 bedürfte des Pinsels eines Malers und des beredten Dichterwvrts, um die Szenen wiederzugeben, die man hier erblickt. In Lumpen l gehüllte Gestalten hocken in Gruppen zwischen uw gestürzten antiken Säulen und verzehren ihr f dürftiges Mal, das die Frauen in primitivsten Gefäßen auf offenem Feuer bereiten. Hebet zer- ' bcn'tcnen Kapitellen trocknen gewaschene Rehe in allen Farben. Schwatzlockige Kinder wälzen sich im Staube. Aber man sieht weder die Lumpen noch den Schmutz, sondern nur das Malerische dieser, von der Sonne vergoldeten Bildet. In der Heinen Moschee empfängt uns eine wahre Farbensymphonie von Blau in Blau. Denn der Raum ist von oben bis unten in herrlichen alten Fayencen in diesen Farbtönen aufgelegt. Von der Kanzel spricht ein Imam mit beredten Worten zu zwei uralten Männern, deren Augen an seinen Lippen hängen. Sie tragen aus der Ehriftusoffenbarung heraus verstehen: Der Mensch soll sich begnadigen lassen, indem er den Glauben lernt. Der begnadigte Mensch wird befreit von dem Zwang, sündigen zu müssen und wird durch die sittliche Tat Herr der Welt. Er gestaltet nun die Welt von Gott aus, indem er nicht sich selbst, sondern dem andern lebt. Der Redner schloß mit einem Appell an die evangelischen Frauen Deutschlands, in dem Leben für andere auch die Erfüllung ihrer besonderen Sendung zu suchen. Oberin v. Tilling faßte in einem Schlußwort das Ergebnis der Tagung zusammen: „Es ging darum, daß wir umdenken müssen in vielen Dingen, daß wir wieder erkennen lernen, daß es der Herr ist, der hinter den Dingen steht." Ein gewal- tiges Schlußbekenntnis war das von Tausenden gemeinsam gesprochene Vaterunser. Die praktische Auswirkung der Tagung wird eine Fülle neuer lebendiger Frauenarbeit zum Wohle, des Dolks- ganzen in allen Gauen Deutschlands sein. Oberhessen. Landkreis Gicszen £ Wiefeck, 3. Juni. Auch in der gestrigen Sitzung des Gemeinderats stand der Voranschlag für 1 926 auf der Tagesordnung. Mit allen gegen die Stimme des Beigeordneten beschloß der Gomeinderat auch diesmal, die Beratung des Voranschlags erstdannvorzu- nehmen wenn der Beschluß, der die Vervielfältigung des Voranschlagsentwurfs und vorherige Aushändigung an tue Gemeinderatsmitglieder verlangt, durchgeführt ist. Im Anschluß hieran erklärte der B ü r g e r m e i st e r. den Beschluß n i ch t d u r ch - führen zu wollen. (Weiteret Bericht folgt.) # Obbornhofen, 2. Juni. Gestern wurde unter großer Beteiligung einer unserer ältesten Einwohner zu Grabe getragen. Es war der frühere Landwirt Hermann Philippi. Er stand im 76. Lebensjahr. Ein Herzschlag hatte dem Leben des noch rüstigen und fleißigen Mannes em schnelles Ende bereitet. !—! Aus dem Lumda t a 1, 2. Juni. Infolge des warmen Sommertegens der letzten Tage hat sich der G e t r e i d e st a n d in unserm Tale erheblich gebessert. Besonders der Roggen steht sehr gut im Halm. Leider tritt auch hier der Getreideblasenfloh sehr stark auf. Bei einigem scharfen Hinsehen auf einen Roggenacker fallen einem bald Die weißen Grannenfäden der teils von oben, teils von unten ausgefressenen und dann verwelkten Aehren auf. Der Schaden dieses Insektes, das wohl sehr schwer zu bekämpfen ist, wird allem Anscheine nach sehr groß werden. Auch die Sommerfrucht, die wegen der Kälte im Wachstum sehr zurückgeblieben war, holt jetzt das Versäumte gut nach. Den höher gelegenen Wiesen ist der Regen noch sehr zustatten gekommen. In den Gärten ist jetzt nach dem langen Wachstumstillstand neues Leben zu spüren. Rur wird die Schneckenplage dieses Jahr wieder sehr groß. Frisch gesetzte Pflanzen we.den bald von ihnen abgetreten, und es heißt jetzt bei den jungen Pflänzchen täglich Nachsehen, wenn man nicht selbst das Rachsehen haben will. Sägespähne, um die Pflanzen gestreut, können die Hebeltäter etwas vertreiben helfen. — Mit der Obsternte sieht es dieses Jahr sehr betrüblich aus. Das Deeren- obst in den Gärten ist zum größten Teil erfroren. An den Apfelbäumen haben die Apfelblütenstecher und Frostspanner wieder großen Schaden angerichtet. Hier rächt sich der frevelnde Hebermut der Halbwüchsigen, die im Herbste die mit viel Mühe angelegten Klebegürtel abgerissen D.T Ar W?« eine < unb "^Hchrenzer j e»sS 'SM bereit^' Aier aramm e[ne - iw Äfliefle6(1 Finnland §Uin iMttn A Finnlo ^"Lendeu^ die besten und Mdait! Turnerin -v- S-genbh"be tagen von U 1 besucht. SieseM Irrung reH stark N H Auj)pe> WK* » WM bei M ^gestellt, ein mit 'ehr ungernj mMvssen hat. E« Aussichten vvrhan eröffnet wird. M verstehen, dah di unserer Gemeinde men hat und v> Unterstützungen a + Dreung vorstehende groß' Gemeinde gefeie toohner, ihre 2b neu herzurichten, Eindruck mit na arbeitet man jetzt äußeren Aufputz den Fest der 1 Gesangvereins. - in den Dörfern di macht sich hier schindeln nennen! flattert auS onzin färbe gestrichen tvc Heunat des Walde Wtjtitov toetbw der letzten Helma Lchindelmacher, frage Ist hier beft über alten Drai Handwerks rütfli Kr, —ßauti PrSmienmar als bisher statt, Pferdemarkt bemertung beteiligt Mer mit 140 Amn Ziegen mit ein düngen. 3n $etbi fand nach Ferki Der Lanbwirtschaf! sen war vertreten dach-Dorheim, ' Oüonomierat Ko pretir St, ®Q pmgierten vetonc ^hesje-vi «Ma, iitiiut »Ä SÄ,’: f0,er und Bogeistz S ?nefonomiet ^Münster Steinberg ■ Wer Loh, ^^Iferl do Spönnen. sM SpÄ 'ch^nen gute AÄ'L-i 6,9 »Mu,1 fi 7 IW; ''«I eÄr ™ •sy feist en D r 6 5 2 für gngdnTnb *je ruhigen Mitarbeitern aus dem Westerwald- schlchtliche Entwicklung der neuen Jugendherberge zeigte, und den Vertretern der Stadt und den QOW für die Redaktion bestimmten Mittet- hingen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Siebener Anzeigers". Problem Nr. 64. Don Ottmar Hem», Wien. Kreis Fulda. -25001. Fulda, 2. Sunt. Aus dem letzten Schweinemarkt waren auf getrieben: 229 Ferkel, die je nach Alter mit 30. 40, 50 Mark bad Stück bezahlt wurden. Der ileberftanb war grob. Der auf den 10. Sunt anaesehte Di eh markt in Fulda darf wegen des Ausbruchs der Maul- unö Klauenseuche in der Rähe der Stadt nicht abgehalten werden. eine Pferd schwer verletzt wurde. TOÖalbgtrmed, 1. Sunt. Gestern wurde hier die ä l t e st e Person unseres Dorfes, die Frau Elisabethe Räuber OBtoe. im Alter von 88 Sohren beerdigt. Don ihren dreizehn Kindern sind acht vor ihr gestorben. Kreis Kirchhain. o Kirchhain, 1. Sunt Linser Turnverein feierte am Samstag sein 40jahriges Bestehen durch eine würdige Feier. Dem Festakt, der durch ein reichhaltiges turnerisches und musikalisches Programm ausgezeichnet toar, wohnten Vertreter der Gauleitung des 2"*™* gaues Hessen und zahlreicher befreundeter Der- eine bei, auch Giehener Turner. Die Grütze deS Gaues überbrachte Gauvertreter Pfeiffer (Wetzlar). Dillkreis. • Herborn, 1. Sunt Am Sonntag wurde die neue Sugendherberge des Wester- waldvereins eingeweiht. Aach einem frisch vor- gettagenen Lied des Sugendchores der Volksschule sprach als erster Herr Lauer als Vertreter des Westerwaldvereins, der die gc* Weiß: Hillesheim. Weih: 4 Steine Kg6, Lei, Bg4, Bh5. Schwarz: 5 Steine Ke6, Se8, Ba5, Bb6, Bc6. Schwarz am Zuge spielte 1..... Se8-f6, hier- durch glaubte er in Vorteil zu kommen, aber gerade das Gegenteil war der Fall. 2. g4-g5! Ein fehr feinet Zug, der zur Entscheidung führt, jedoch muhte der Weihe das folgende Snt'piel genau berechnet haben. Schlecht wäre 2. h6?, toegen Sg4: 3. H7, Se5+ nebst Sf7! 2. Sf6xh5 3. Kg6x Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weih: 9 Steine Kc3, La3, Lbl, Sb6, Sf8, Be3, Be6, Bf2, Bh4. Schwarz: 7 Steine Ke5, Sg8, Ba4, Bd7, e7, h5, h6. Endspiel Nr. 16. Das nachstehende sehr lehrreiche Endspiel ereignete sich in der Siegerrunde zu Dad Ems. Schwarz: LempeliuS. Schach-Ecke. Gearbeitet von W. Orbach. Bedeutung durch das Subiläum, das die Alt- Herrenschaft anlählich des 25jährigen Bestehens ihres Verbandes beging. Zur Verhandlung kamen neben den internen Angelegenheiten des Bundes vor allem die gegenwärtig wieder aktuell gewordenen Fragen der Hochschulpolitik, insbesondere wurde zu der Würzburger-Verbändesitzung Stellung genommen, die im Zusammenhang mit bet vor kurzem durch den Reichstag beschlossenen Verschärfung der Strafbestimmungen über den Zweikampf einberufen war und bei der der Wingolf eine allseitig anerkannte Vermittlerrolle zwischen den akademischen Verbänden übernommen hatte. Die allgemeinen Verhandlungen wurden vertieft durch einen Vortrag des früheren Landtagsäbgeordneten Dr. K. D. Ritter, Marburg, über „Reich Gottes und Staatsgedanke". Altem Brauche gemäh folgte am dritten Festtage ein Festzug durch die Stadt zur Wartburg, die mit ihrer reichen Vergangenheit ein Symbol ist für den Geist, in dem der Wingolf seine Arbeit treibt. Ein Festkommers, an dem Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden und viele Eisenacher Gäste teilnahmen, brachte den Höhepunkt der Tagung, die Zeugnis ablegte von der unermüdlichen Arbeit, die der Wingolf getreu seinem christlichen und nationalen Prinzip, Volk und Staat leistet. Der Wingolfbund in Eisenach. Die Wartburgstadt steht gegentoärttg im Zeichen der grohen studentischen Tagungen. Alle zwei Sabre erwartet sie in der Zeit um Pfingsten den deutschen Wingolfbund und hat auch diesmal ihren Gästen zu Ehren reichen Flaggenschmuck in allen Straften und Gassen angelegt. Mehr als 700 Mitglieder des über 30 Verbindungen umfassenden Bundes hatten sich zu ernster Beratung und froher Festlichkeit zusammengesunden. Die diesjährige Tagung hatte eine besondere h5, Ke6-f7 4 Kh5-h6, KfT-g6 5. Lel-Mtt ®et entscheidende Zug, der die Bauern zum Stillstand bringt. Jeder andere Zug würde nicht gewinnen 5,.....a5-a4 6. Lf4-CT. b6-b5 7. Lc7-d6 unb Weih gewinnt Lösung de« Problem« Ar. 62. Don W. 2L Wongredien. 1. Dc6-c7, Db7xc74- 2. La4-c6-f-, Ka8-b8 3. Tal -a8 matt L ..... Db7-hl4- 2. La4-dl matt. Richttge Lösungen zum Problem Ar. 62 sandten ein die Herren: Lehrer Dreidecker, ®. Götz, Oberreallehrer 3. Klippel, Pro,. W., sämtlich von Giehen. Aus der Schachwelt. Wie alljährlich, wurde auch diesmal im Kursaal zu Bad Ems das Turnier um die Mittelrheinisä e Meisterschaft ausgetragen. Ausnahmsweise. da es sehr stark besetzt war, wurde es in zwei Gruppen zu je sechs Spieler geteilt, wovon die zwei Ersten jeder Gruppe zu einer Siegerrunde zusammentraten. Der Verhängnis der Gruppenturniere bringt oft mit sich, daft meistens sehr starte Spieler durch Zufälle am Schluftkampse ausgeschaltet werden, so auch hier die Herren: Pws. TBeiftgetber. Gießen, sowie Gebhardt. Saarbrücken (Koblenz), welche sonst sicher einen sehr guten Platz besetzt hätten. Wie jetzt bekannt wurde, soll beim nächsten Titmner wieder ein Run den turn ier (acht Teilnehmer) stattfinden, was sehr zu begrüben ist. Der Schluststand war: Prof. Mannheimer 1. Preis. 3 Punkte: Orbach 2. Preis, 2 Punkte, Hillesheim 3. Preis. 1 Punkt: LempeliuS 4. Preis, 0 Punkt. — DaS Hauptturnier endete mit dem Siege des Herrn Hartmann, Koblenz. 2. Preisträger wurde Cohn, Koblenz. XX Vetzberg, 2. Juni. 3m Gegensatz zum vorigen Fahr, wo auf unserer Höhe sieben Woh- nungen gebaut wurden, liegt jetzt die Bau tätig. keit gänzlich darnieder. Geldmangel ist der Hemmschuh, daft vor allem der geringe Mann den gewünschten Hausbau nicht ausführen kann. ch Aus dem Kreise Wetzlar, 2. Sunt. Nachdem dem wiederholten Ersuchen der Gemeinden des Kreises um Erlaubnis zum Laub- rechen seitens der Forstbehörden wegen der starken Ausnutzung der Wälder in der Kriegszeit nicht stattgegeben wurde, sehen sich viele Landwirte gezwungen, Stroh anzukaufen, da infolge der beiden schlechten letzten Strohernten sich ein starker Mangel dieses wertvollen Streu- materials bemerkbar macht. Der Preis ftir den Zentner Stroh stellt sich auf 3 Mark durchschnitt- lich, und es ziehen aus diesem Grunde manche Landwirte die weit billigere Torfstreu vor. — I- Oberkleen. 2. Sunt. Ein eigenartiger Betriebsunfall ereignete sich heute in dem hiesigen Kalksteinbruch der Oberhessischen Kalkwerke. Der bergab fahrende beladene Kipp- toagen wurde ungekoppelr losgelassen. Mit voller Gewalt stürzte dieser, da ihm der das Gleichgewicht haltende leere Wagen fehlte, bergab. Unten angekommen, nahm er den auf feinem Geleise stehenden leeren Wagen mit Beide machten nun eine kleine Luftreise über die Geleiseanlage der Butzbach-Licher Eisenbahn unb lan- verein herzlichsten Dank sagte. Bürgermeister Aiederschulte schilderte in treffenben Worten bie Aufgaben ber Sugenbfjerbergen unb die Pflichten unserer Sagend. Gemeinsam fang man bas Lied: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen", bann übergab Herr Giert h vom DSH. mit einigen Worten ben Schlüssel ber neuen Vleibe. Ein allgemeiner Runbgang schloß sich an. Man war erstaunt über bie wohnliche, anhei- melnbe Einrichtung, über bieses Schmuckkästchen, bas ber Stabt zur Sterbe gereicht. Maingau. £ Frankfurt a.M., 1. Suni. Eine Versammlung von Vertretern ber Ortsgruppen Frankfurt a. M, Darmstabt. Worms. Wiesbaden. Ludwigshafen. Heidelberg. Aschaffenburg, Butzbach und Dad-°Aauheim der Deutschen Kolvnialgesellschaft fand dieser Tage hier statt unb beschloß die Gründung eines ©au- Verbandes, der In erster Linie die Vortragstätigkeit gemeinsam regeln und dadurch verbilligen will. Die Ortsgruppen beschlossen im Anschluß an einen Vortrag über deutsche Schulen im ehemaligen Südwest, Bücher- und Lehrmittelsammlungen zu veranstalten, zunächst für bie Schulen des Otavu-Gebiets. . m WSD. Frankfurt a. M.. 2. Sunt. Gestern gegen 3 Uhr nachmittags kam es an der Markthalle zwischen einem Händler unb einem Fuhrmann zu einer Schlägerei, an der sich schließlich ungefähr 30 Personen beteiligten. Die einschreitenden Polizet- beamten stifteten bald Frieden. Der Fuhrmann, der Widerstand leistete, wurde feftgenommem — Gestern gegen 12 Uhr mittags wurde vor dem Eisenbahndirektionsgebäude ein Radf a h rer von einer Kraftdroschke überfahren. Wit einer schweren Kopfverle tz u ng mußte er dem Städtischen Krankenhaus zugeführt werden. KrciS Schotten. =i^. Gedern, 2. Suni. Die hiesige Jugendherberge war an den Pfingstfeier- tagen von 71 jugendlichen Wanderern besucht. Diese Zahl zeigt daft ber Wanderverkehr an Pfingsten trotz der nicht gerade günstigen Wit- terung recht stark war. . _ )—( Ruppertsburg, 2. Suni. Schon s«it 20. März hat die chemische Fabrik Frted- richshütte bei Ruppertsburg ihren Betrieb eingestellt, eine Maßnahme, zu ber sie sich nur schr ungern infolge ber teuren Holzpreise entschlossen hat. CS sinb auch vorerst noch keme Aussichten vorhanden daft ber Betrieb wieder ero Inet wird. Unter diesen Umständen ist es zu verstehen, daft die Zahl der Arbeitslosen in unserer Gemeinde noch nicht wesentlich abgenommen hat unb wöchentlich über 300 Mark an Unterstützungen aus gezahlt werden müssen. lebten , 1 bebauten i ble Tntl auch mit ,bitler Posten SJoroniAr ®etD,n«r. > n)üÄQL(' baB te« wurde die lik, 8flnit W-ä ™ W1>« i)Ult) SÄ 14 "'»« aft, ltrQJ mutbeabgekhnt - :rsBx »s M keine Debatte zu « angenommen, die so. bl« sich durch diese An. ersteh unter Protest den 1 °er Zchlustobstlnimuno und (Ein. fließt, mit allen gegen er Enthaltung angenm. nach den Anesührungen der grvstten Sparsamkeit ItureUe Einrichtungen ,u Steuererhöhung zu be- m. 1. Juni. Aul eine ltung kann die hiesige gestern abend im Kur- konzert gurütffcbaucn. lung und Ausführung )ot Frauenchöre mit Kia- idem geistliche, weltliche ?lla für gemischten Thor, eher erwies sich wieder fern musikalischem ®mt- n, 2. Suni. In der Folge hingen tn Dad-Aauheim s wird eine der betau» m das Gröhe Seit- : mit Iagdsprtn» -Olbteihmfl des W- erlin am Samstag und veranstaliei. Die Deü» >n Tatzen nachmiiiatzs wiV M einer welistch rr Siraste vom Tnchhaus egenen Diese. Die nach hervorragenden Anmi> .üalichen Sport erwarten, fern sehr spannende Inn- La. haben genannt: Graf Freiherr von OpveN- M der grobe Franifurter errn Oppenheimer ifierr v. Langen, einer M TurNierttiter. Ma or ? Dressurreiter DeuIIcta der Grafen Hohenau ^ialisten, Sri. v- 0pe>. Spring'Menn, jrau lunl Der hiesige T u k n- her 1846 gegründet wurde, ist neben der Turngemeinde griebberg rar. 1845) unb bem Turnverein 1846 Gießen t älteste Turnverein be« Gaues Hessen unb einer ber ältesten Vereine de« MittelrheingebieteS. wie ber Deutschen Turnerschaft überhaupt. Der Verein hat eine abwechslungsreiche, durch zahlreiche Höhepunkte ausgezeichnete Geschichte. Sn seinen Gründern lebte noch ber Geist Dr Friebr. Ludwig Weibigs. dessen Schüler sie ernst waren unb mit bem sie hinausg*zogen waren auf ben nahen Schrenzer zu frohem Turnerspiel. M. Kuhl und später Prof. Wämser als Vorsitzende waren Tumerführer im wahrsten Sinne Des Wortes Roch ist ber Geist ber einst wen Führer lebendig im Verein unb in werten Kreisen Der Bürgerschaft. Da« zeiat sich nicht zuletzt auch in ben für bie Feier be« 8Olästigen Subiläum« am 5. unb 6. Suni getroffenen Vorbereitungen: man hat es verstanden, dem Pro- gramm der Feier wirklichen Snhalt zu geben. E« muß als eine Tat bezeichnet werben, daft e« ben Butzbacher Turnern durch Gewrnnung ber Finnland-Riege ber D.T. gelungen ist. die Feier- lrchkeiten zu einem turnerischen Ereignis zu ae- ft alten. Die Finnland-Riege, bie m wrenRechen die besten deutschen Tümer au« dem Rheinland und Westfalen vereinigt, unb durch ihre Werbereise durch Finnland sowie durch ihre turnerischen Veranstaltungen bei der HermannSfeler bekannt geworden ist. wird sowohl bei der offtzrellen Jubiläumsfeier. al« auch bei der großen öffentlichen Feier am Sonntag abend jebe« Turner- h7tz erfreuen. Auch bie Mitwirkung bes Turnvereins Bieber-Offenbach unb ber bekannten Turnerin- Frl. Friede (Frankfurt) versprechen hervorragende Darbietungen. Zu bet Feier am Samstag hat bereits die hessische Regierung einen Vertreter bestimmt, ebenso das Kreisamt Friedberg unb bie Organisationen ber eine 21nerlennuna: für Vogelsberger )ün• gere Kühe: 1. Preis Job. Duchhaupt-Lauterbach unb Iah. Fischer-Haners Hausen, 2. Preis Ehr. Lana-Altenschlirf unb Gutsoerwaltung Eisenbach, 3. Preise Gutsoerwaltung Eisenbach unb K. Möller- rlltenschiirf: für Kalbinnen: 1. Preis K Mol- ler-Altenschlirf, 2. Preis Gehrig-Altenschlirf. Starkenburg. • Darmstadt, 2. Sunt Der Kreistag deS Kreises Darmstadt genehmigte in feiner lebten Sitzung den Voranschlag für 1 926. SS wurde u. a beschlossen, den Vertrag zur Volkshochschule in Darmstadt von 100 MI. auf 500 Mk zu erhöhen. Ferner wurde beschlossen, in Verhandlungen mit den beteiligten Stellen ein-utreten, daft tn Darmstadt ein größere« Sugendheim (Su gendherberge) errichtet wirb. - Auf der Landstraße Seligenstadt-Zell Haufen wurde die 1 7 j ä h r i g e T o ch- t e r des Gülerbodenarbeiters R a ch v r von einem Automobil überfahren und getötet. - Sn Fränkisch-Erumbach wurde ber Dienstknecht Weber beim Ausladen von gefällten Baumstämmen durch einen her- abstürzenden Stamm so schwer getroffen, daß er sofort tot war. Preuften. kreis Wettlar. Kreistagsfitzung des Kreises Lauterbach. Lauterbach, 2. Suni. Unter dem Vorsitze des Kreisdirektors Dr. Michel fanb bie ordentliche Sitzung des Kreistags statt. Die Kreiskasserechnung für 1924 und ber Derwaltungsde* richt des Kreisausschusses würben vorgelegt und nicht beanstandet. Sn ber Rechnung sind bie Kosten für die Erbauung zweier Deamtenwohn- häuser in Lauterbach, eines Deamtenwohnhauses in Schlitz und die Erwerbung eines Hauses in Aösberts verrechnet, die. insoweit sie aus Betriebsmitteln nicht gedeckt werden konnten mit in Papiermarkbeträgen auf genommenen atiueipen bezahlt worden sind. Aus dem Rechenschaftsbericht ist zu entnehmen, daft in 1925 11 Sitzungen abgehalten wurden, in denen vier Gegenstände mit mündlichem und 127 Gegenstände ohne mündliches Verfahren zur Verhandlung kamen. Sn dem Voranschlag der Kreiskasse für 1926 ist etn Umlagebedarf von 140 000 Mark berechnet, für die bie nachstehenden AuSschlagssätze genehmigt tinrt- A. Allgemeine Grund- unb Gebäudesteuer: 1. Eemeindegemcuckungen: Gebäude 2,4 Pf. je 100 Mark Steuerwerte, land- und forstwirt- schafllich genutzte Grundstücke 6 Pf. je 100 Mark Steuerwarte. 2. Selbständige Gemarkungen (mit der Provinz): Gebäude 21 Pf. je 100 Mark Steuerwerte. Grundstücke 45 Pf. je 100 Mark Steuerwerke, Wald 50 Pf. je 100 Mark Steuerwerte, hiervon für den Kreis 6/* Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionSttsch. Alles fliegt Zwei Herren iihen im Eisenbahnabteil 2. Kl. Da fliegt plötzlich brauften ein Zeppelin vorüber. .Ra, lange bauert'« nicht, dann fliegen totr auch!" sagt der eine. „©o.“ antwortet der zweite Herr, „0te haben wohl auch ein Billett dritter Klasse? In ber ersten Freude. „Unter Kleiner hat gestern den ersten Zahn gekriegt! Mein Mann war außer sich vor Freude: er ist sofort hingegangen und eine Zahnbürste gekauftI" (Suft. SL) Unter Gutsbesitzerinnen. „Meine Sommersprossen scheinen trotz der intensiven Behandlung in diesem Sahr wiederzukehren!" „Auch so zahlreich?" ___ „Sch rechne auf eine gute OHittelerntcr (Lust Bt) Therapie. „Mso Alkoholumschläge um die linke Hand und Gurgeln mit essigsaurer Tonerde, wre bis- ^Cr!„$ia, dann hab' ich's bisher falsch gemacht, Herr Doktor, ich hab gedacht, 6ie haben sich versprochen, und hab Umschläge mit_Z>nerde gemacht und mit Kognak gegurgelt. (Lust. Bl.) otf) der Mann -j ihm Kramer zu. ,hen9ffl ftiehli* öa. «Ä,}*nb' »14 """ , ubrr frt(Qh, (DO eln P \»S «L. A«1" Im«1*1'"? r;...... |e,#ü : Breungeshain. 2. Sunt. Sedes bevorstehende größere Fest, da« von ber ganzen Gemeinde gefeiert wird, veranlaht die Be- w, ------ - - - Ax. wohner, ihre Anwesen innerlich und äußerlich beten in einm gegenuberhegenben Acker. Außer neu herzurichten, damit bie Festgäste den besten einem Heinen Materralschaben ist nrchts zu be- Einbruck mit nach Hause nehmen. Auch hier Hagen. arbeitet man jetzt fieberhaft an bem inneren unb ch Hornshe r m. 2. Suni. Unter japl- äufteren Aufputz ber Hauser zu bem bevorstehen- reicher Beteiligung der umhegenben Ortschaften ben Fest der Fahnenweihe des hiesigen würbe am Sonntag tn unserem Doife das att- Ge angvereins. -- Eine Reuerung. bie man jährlich stattfindende christliche Sahr es fest in ben Dörfern des Vogelsbergs noch kaum sieht, gefeiert. Die verschiebenen Festredner wußten macht sich hier bemerkbar. Statt der Holz- ihren aufmerksamen Zuhörern tn hefgnnibiger ’jinbeln verwendet man gestanzte Schindel- Weise erbauliche Worte zu sagen. Die Beglet- ptatten au« verzinktem Eisenblech, bie mit Oel- tung der gemeinsamen Lieder hatten mehrere färbe gestrichen werden. Eigentlich sollte in ber Posaunenchöre unter Leitung des hreftgen Mtt- Heintat des Waldes bie Beschindelung mit Holz genten Fr. Kuhl in würdiger Weise über- beib-halten werden, um damit gleichzeitig einen rammen, ebenso trugen einige gemischte Chore ber letzten Heimarbeiter des Vogelsbergs, ben zur Verschönerung des Festes bet. . Schindelmacher, zu erhalten. Mein die Preis- <> Münchholzhausen, 1. yüm. Die frage ist hier bestimmend unb setzt alle Bedenken durch einen Ferkeltransport hier und in Wetzlar einüber alten Brauch und Erhaltung heimischen geschleppte M a u 1 - u n b R l a u e n f e u d) c ift e r - Handwerks rücksichtslos zur Seite. loschen. Urcitz Lauterbach. Biedenkopf. P r7m* .nmVrV.y in'8^em «uÄ S'SS lieber statt, denn w°r d°. den IS Lni. hiL-Ibst leist- di-sstih°ig- Pferdemarkt damit oerbunben. An der Preis- Ciaubtoerfammluna abhalten wird. Am Sonntag bewertimg beteiligten sich ^lgende Rassen: wird^ ftch das K/elskriegerfest an diese Tagung taler mit 140 2lnmelbungeiL Vogelsberger mit runb an^Iie^CIt| ,u welchem auch der Ehrenvorsitzende, 30, Ziegen mit etwa 120, Schweine mit 50 2lnmcl- - früherer Landrat von Heimburg, sein Erdungen. In Verbindung mit ^^dramienmarkt 6Ugcfagt hat. Soweit Vereine aus den fand noch F c r f e l m a r 11 unb Derlosung ftatt. ^tsemten Bezirken Battenberg und Rodhetm Der Landwirtschafiskammer-Ausschuft für Oberhes. q lieber sich am Verbandssest zu beteiligen fen roar oertreten burd) Oefonomierat B r e tbe n- .« frühzeitiges Erscheinen erwünscht, doch-Dorheim, Wilhelm Bahr aus Rohrbach, um Aranzlegung am Denkmal und dem Feld- Oekonomierat Äorell-Angenrod »nd General- ttcäölcnfl beiwohnen zu können. Die Festpredigt setretar Dr^a g n e r - Gieften. Als Preisrichter Pfarrer Dr. Ritter aus Marburg über- fungierten Oekonomierat Alsfeld Oberami- nDmmen ^ie Herbsttagung des Kreiskriegerver- mann f) ess e-Otterbach, Landwirt Feuerbach. . Reihenfolge gemäft m Rod- Okarben, Direktor Becker vom Lanbwirtschaftsami . ' . ftaft SHsfelb, Bürgermeister Simon.3eU, ®u»«be’ Biedenkopf, 2. Suni. Sn ber PH” Fisch c r vo'ij)of Zwiefalten. Sie richteten m Montag ftieft der mit Mitgliedern drei Abteilungen die beiden von der Landwirt- » Kriegervereins besetzte Ernte- fchaftskarnrner anerkannten wagen des Bäckermeisters Seipp mit einem toter und Vogelsberger. Als Preisrichter für Ziegen Personenkraftwagen zusammen. Das waren Oekonomierat S p i e ft-Fnebberg, H i n k e - Sattelpferd des Gespanns wurde von dem nur Vilbel, Munster - Hattenrod und Balthasar Phi- reck)töscitig erleuchteten Auw angerannt, worauf II p p -Steinberg tätig, ^rir Schweine waren all crbc mit v^m vollbesetzten W a - Preisrichter L o h r b e r g « Wickswdt und Direktor n^aBon (türmten. Das durchgehende Ge- Dr. Helfen vom Landwirtschaftsamt Rotten ronnte gegen Einfassungsmauer des gewonnen Neben dem Prami,erungsmarkt fand Sanitätskolonnenheims, wobei ein hiesiger Kaus- nod) ein f)fl n ble r ma r tt Mt: der Handel war mann bom Wagen fiel, unter diesen geriet und m allgemeinen flau Der Besuch des Marktes war Beinbrüche davontrug. Die übrigen 'N Anbetracht des günstigen Wetters sehr stark: sw ^nfaffen bIicben unverletzt. Die ausgespannten viel Menschen hat Lauterbach lange nicht 'n seinen scheuten bann von neuem und rannten mit Mauern gesehen. Schaubuden, Karussells, Sch eß^ ^nem anderen Fuhrwerk zusammen, wobei daS buben usw. waren in großer Zahl erschienen und - - ■ schienen gute Geschäfte zu machen. Nach Beendigung ber Prämiierung begrüßte Bürgermeister a l 3 > Lauterbach den Vertreter des Landwirt- | schasllkammer-Ausschusses Oekonomierat Brei- 1 P e n b a d) • Dorheim, sowie die Preisrichter und bie Mitglieder des Marktausschusses. Er bankte ber 5* .-linier für bie finanzielle Unterstützung und bie Ni'ihilfe beim Ausbau des Marktes und den Preis» r> riitern füt Ausübung ihres mühevollen Amtes, vm Namen des Landwirtschaftskammer-Ausschuffes b.,ikie Oekonomierat Breidenbach für die ichöne Aiisgestaltung des Marktes feilens der Stabt. Darnach fanb die Vorführung ber prämiierten Tiere statt. Aus bem P r ä rn i i e r u n g s e r g e d - nis sei erwähnt, höhere Preise erhielten: 1. Preis für Simmentaler Bullen: Gerneinbe An- gsrsbach (2), Gemeinde Allmenrod, auch bie Gemeinde Maar erhielt einen höheren Preis; für Simmentaler Kühe: 1. Preise: Wilhelm Euler II • Maar, Gutsoerwaltung Sickenbors, L. Preis Fehl-Angersbach; für Vogelsberger Dullen- 1. Preis Gerneinbe chattershausen, L Preis Gutsverwaltung Eisenbach unb K. Mbl- ler-Altenschlirf: für Doaelsberger altere Kühe: 1. Preis Leonhard Sippe! III.-Hartershau- fen, 2. Preis Karl Möller-Altenschlirf, 3. Preis eiraftenmcifter Selzer-Lauterbgch und ^r. flrom- 8 8 6 2_____h Schwarz. Weiß. ist müßig. 282 70 112.2" I 114,5* 133* 117 69 142,5 145 Berlin, 2 Joni Geschäftliches Verantwortlich für Politik i. V. Dr. Hans Thyriot. le/1' Ban kno 1 102 67,75 64.75 70,25 129* 135 lockt jetzt alt Grün. Bei 37* 125' 65,75 66 193,5' 82 87 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt ^.ulliarde i«. sÄ'™“« des A Kinistei fischen gfQl ahne MotenZr btac “Mi; • D i e Lage des E i s e n e r z m a r k t e s im Lahn- und D i l l g e b i e t hat sich im Mai weiterhin dadurch verschlechtert, daß die Abnehmer neuerlich mehrmonatliche Ziele bei der Regulierung in Anspruch nehmen. Der Absatz stockt, wie dem „Industrie-Kurier" berichtet wird, und die Voraussetzung für eine Steigerung, das Einsetzen der längst erwarteten staatlichen Hilfsaktion, ist bisher noch immer ausgeblieben. Trotz vieler Verhandlungen. Erhebungen und Versprechungen hat die S'aats- hilfe, die in der Wiederherstellung der Wett- . bewerbsverhältnisse der Vorkriegszeit bestehen soll, leider noch keine greifbare Gestalt angenommen. Es ist zu befürchten, daß bei einer weiteren Hinauszögerung des Abschlusses der noch schwebenden Verhandlungen ein großer Teil der Gruben endgültig stillgelegt werden muß. In Ermangelung flüssiger Geldmittel müssen viele Gruben zur Deckung der Löhne und sonstiger Ausgaben Kredite in Anspruch nehmen, deren Zinsfuß zu dem heutigen Verkaufspreis des Erzes in keinerlei Verhältnis mehr steht. Berliner Börse. Berlin, 3. Juni. Die Hausse st immung an der Börse nahm heute ihren Fortgang. Zu Be- gmn lagen wieder zahlreiche Auslandkaufaufträge vor. Verschiedene Meldungen über Angliederungen an die Vereinigte Stahlwerke-A. G. übten am Montan markt ihre Wirkung aus, wodurch namenil>d) die Werte der Vereinigten Stahlwerke- A. G. hoher wurden. Ferner blieben Rombacher e Buderus lebhaft gefragt und wurden Am Elektromarkt kam zunächst reichlich Material heraus. Licht und Kraft wurden wei- ter für fremde Rechnung gekauft. Im Gegensatz zu den letzten Tagen lagen heute auch Schiffahrtsaktien sehr fest. Die Bewegung in Erdölaktien nahm ihren Fottgang. Deutsche Erdöl gewannen 8 Proz. Farbenwerte waren leicht gebessert Stark gefragt blieben Oberkoks trotz des Dividen- denausfalls. Oberschlesische Werte lagen auf günstige Situationsberichte hin etwas fester. Das Hauptinteresse lenkten Bankaktien auf sich, wo Kurssteigerungen bis zu 2 Proz. zu beobachten waren. Von ausländischen Renten gaben die bisher bevorzugten Türken und Mexikaner teilweise leicht nach, gesucht blieben dagegen Russen und russische Bankaktien. Im Deoisenverkehr waren die westlichen Frankenoaluten erneut abgeschwächt. Paris gab gegen London auf 151,65 und Brüssel auf 152,75 nach. Mailand blieb fester mit 126,75 gegen 8 od) inner Gaß ....... BudernS ......... Taro ......... Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerk. . Harpener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahutte...... • • • Oberbedarf • • . . Phönix Bergbau ....... Ryeinstahl Nie deck Montan Tcllus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . Cderamtsche Werke Albto . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holjmano ..... Anglo-Cont.-Guano . Chemische Mayer Alapin . . 9- G. Jarbenindustrie, A.-G- Goldschmidt . . Holzverkohlung........ RütgcrSwcrke Scheideanstalt «llg. Elektrtzttäts-Gesellschaft Bergmann...... . Mainkraftwerke...... , Schuckert . . . , Siemens 4 Halske ..... Adlcrwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenfiaedt. . ...... Mcguin........... Mortoeuwerke Mannheim Frankfurter Armawren Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Herz . . , Sichel •_ . ...... Zellstmi Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waabäukel - . Wenn man eine Sache verbessern und gleichzeitig Geld dabei sparen faan, wird man sich keinen Augenblick besinnen. Deshalb ist auch die Zahl der Hausfrauen, die dem täglichen Kaffeegetränk einen Zusatz von „Aecht Franck" gibt, so groß und noch in stetem Wachsen. Eine ergiebige Goldader, zugänglich für jedermann, ist neuerdings wieder das Ziel aller derer geworden, die nach Wohlstand streben. Man hat erkannt, daß durch planmäßige Wäschepflege mit Dr. Thvmpsons Seifenpulver (Marke Schwan) sich wesentliche Ersparnisse herauswirtschaften lassen, die im Laufe der Zett ein ganz erkleckliches Sümmchen ergeben. Das sollte jede Frau vor dem Waschtag bedenken. — Der Regenbogen. Erzählungen von Arnold Zweig. Einbandentwurf von Rafaello Busoni. 442 Seiten 8°. In Satin geb. 7,50 Mk. I. M. Spaeth Verlag, Berlin C2. 1925. — Das Herzstück der sechs Novellen, die dieser Band vereinigt, heißt „Pont und Auna", und erzählt die Liebesgeschichte, ganz einfach, eines reifen Mannes und einer jungen Tänzerin. Auf das Stoffliche kommt es dabei kaum an, sondern: w i e das erzählt ist, auf die psychologischen ■Untertöne, auf das impvnderabile Beiwerk, auf einen glänzenden, ungemein expressiven, geschliffenen Sprachstil. Aus solchen Dingen baut sich der bunte Dogen, der die ErzähllMgon zusammen- hält, nur schade, daß dem Erzähler allzu ost und allzu deutlich fein politisches Temperament durchgeht. Dergleichen mag man haben, oder nicht haben. Die Verquickung mit dem Künstlerischen ist immer vom Diebel. Hier auch. Es ist wirklich schade: gerade weil Arnold Zweig nicht dieser oder jener ist. 216 — »Weekend' — das ist das Schlagwort der Sommersaison — und der neuen Rümmer der „Lustigen Blätter" Rr.22. Mit dem Auto hinaus zum Landhäuschen — Ehrenberger macht daraus ein verlockendes Titelbild. Mit i>er Eisenbahn, im Flugzeug, im Wohnauto und auf dem Motorrad sieht man sie abfahren, die schönen Frauen und ihre Partner. Die einen zieht es an die Ostsee, die andern nach Sanssouci, manche haben ein Hausboot auf dem Wannsee oder ihre Villa, und manche träumeu nur davon. Wasser und Wiesen, Sport und Flirt, Sonne und Regen — alle Möglichkeiten der Week-end-Freuden sind in dieser Spezialnummer aufs amüsanteste erschöpft. — Wald und Welt. Erzählungen von Adalbert Stifter. Herausgegeben und ein- geleitet von Oskar Loerke. 360 Seiten 8°. Deutsche Buch-Gemeinschaft G. m. b. H., Berlin (SW. 61, Teltower Str. 29). — Auch Stifter gehört, wie Hebbel, Raabe und Storm, zu jenen ßedeutenden Geistern des vorigen Jahrhunderts, zu denen man erst spät und zögernd den Weg gefunden hat, die aber auch, einmal erst Besitz geworden, über Zett und Tagesmode hinaus^ ihren Ehrenplatz in der Geschilpte unseres Schrifttums behaupten werden. Hier in diesem, von der rührigen Duchgemeinschaft ganz prächtig ausgestatteten Bibliophilenbande, hat der zeitgenössischc Dichter Oskar Loerke einige der schönsten Erzählungen zusammengestellt (Abdias, Kalkstein, Derg- kristall, Der Waldgänger) und im Anhang durch Stellen aus dem „Rachsommer", aus der Vor rede zu den „Bunten Steine" und aus Briefen Sttfters ergänzt: dem Ganzen ist als Einführung eine feinsinnige Würdigung des Herausgeberr vorangestellt. 162 — Die schöne Literatur (Heraus gebet: Will Vesper: Verlag Ed. Avenarius in Leipzig) beginnt im Iuniheft eine „Bilanz de. längsten literarischen Vergangenheit" zu ziehen In einem ersten Auffatz äußert sich Hans Brandenburg eingehend zu diesem wichttgen Thema und legt die Bedeutung Nietzsches, Dostojewski^ und Tolstois dar, denen er zum Teil ganz neue Seiten abgewinnt. In einem zweiten Aufsatz wird der Dichter Hans Friedrich Dlunck behandel: und seine in echtem Volkstum wurzelnde Dichterkraft geschildert. Der Desprechungsteil ist diesmal besonders reichhalttg und vielseitig. Reue Bücher, Zeitschristenschau, -Uraufführungsberichte. Mitteilungen sind mit bekannter Sorgfalt zusammengetragen und bringen diel Wesentliches. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 3. Juni. Tendenz: F e st, aber unsicher. — Rach der scharfen und lebhaften Steigerung des Vortages zeigte sich an der heutigen Börse eine wesentlich ruhigere Geschäftsbetätigung, der eine gewisse Unsicherheit anhafte. Die Realisationsneigung, die sich vereinzelt bemerkbar machte, führte zu einer uneinheitlichen Kursge- taltung. Ueberraschend war das Angebot der I. G. F a r b e n - A k t i e n, die mit etwa 2,5 Prozent niedrigeren Kursen einsehten. Im übrigen toaren die Kurse knapp gehalten bei geringen Schwankungen nach oben und unten. Im Verlaufe befestigte sich die Stimmung, doch blieben die Kurssteigerungen erheblich hinter denen des Vortages zurück. Auch die Umsahtätigkeit erreichte nicht den -Umfang wie gestern. Farbenwerte waren weiter angeboten und rückgängig. Am Montanmarkt konnten die hohen Notierungen der gestrigen Abendbörse nicht voll behauptet werden. Buderus bildeten eine Ausnahme und hatten einen größeren Kurssprung zu verzeichnen (plus 31/2 Prozent). Die Veränderungen der übrigen Aktien waren minimal. Am Elektromarkt setzten sich die Kurssteigerungen dagegen in gutem Tempo fort. Licht und Kraft hatten eine erneute Kursavance von 51/, Proz. Bergmann plus 2,5 Proz., Schuckert Frankfurt a-M. Berlin Schlug» Kura l»Ut)C» flure Schluß. lAnfang Rur» tiurc Datum: 2.6 | 3. 6. 2. 6 3. 6. 5% Deutsche Reich San leihe . <% Deutsche ReichScw leihe • 0,384 0.38 0.38 0,3775 — — 0,35 0,36 8‘/i°4 Deutsche Reichs au leihe 0.35 — 0.345 0,36 3% Deutsche Reichüanleihe ■ Deutsche Svarprcunienan leihe 0.415 — 0,4125 0,425 0.201 0,2175 4% Preußische KonsolS • ■ • 0,35 — 0.3625 0,375 4% Hessen........ S'/,'/- Hessen........ 3% Hessen........... 0,37 — — — — 0,355 _ Deutsche WerÜ». Dollar.Aul. 100 _ 95.9 _ dto- Doll.-Schav-Suweisug.*) — — 4e/0 Zolltürken......... 13 12.95 13 _ 5% Toldmerikaner ... . 52,62 51.9 — Berliner Handelsgesellschaft - Lounnerz- and Privat-Bank 156.5 108* 109' 159,6* 108.2' 160,2* 109* Darmft. and Narionaldaak . Deutsche Bank......... 135* 138,5* 136' 138* 134' 137' 133,7' 136,5* Deutsche Bereinsbank .... 8t _ DiSconto Lommandit 130,2* 12.3* 129,5* 132,5* Metallbau!.......... Mitteldeutsche Lredttdauk. . Ocstrrreichtsche Lreditanstalt. 114.5 117 109.2* 6,55 6,55 110,2' 6,55 112* 6,6 Weltbank ....... 2 Juni. 3. Juni. Amtliche Noti rung Amtliche Notierung lveld '-örter Geld । Brief Amsl.» Ron 168,59 169,01 168,60 169.02 Buen.-AireS 1,676 1,683 1.684 1,688 Brss.-Autw. 13,57 13,61 13,35 13,39 Christiania. 91,82 92,04 92,03 92,27 Kopenhagen 110,60 110,88 110,81 111,09 L-lockbolw . 112,46 112.54 112,24 112,52 Helsingfors 10,553 10.593 10,55 10,59 Ätalien. . 16,01 16,05 16,08 16,12 London. . -0,402 20.454 20,403 20,455 Nenyork . . 4.1?5 4,205 4,195 4,205 Paris. . . 13,78 13,82 13,37 13,41 Schweiz . . 81,24 81.44 81,24 81,44 Spanien • 62,92 63.08 63.12 63,28 Japan . . . 1,972 1.976 1,971 1,975 Rio de Jan 0,638 0.640 0,641 0,643 Wien in D-- Ceft. abgest 59,30 59,44 59,30 59,44 Prag ... 12,42 12,46 12,422 12,462 Belgrad . . 7,395 7,415 7,395 7.415 Budapest. ■ 5,667 5,887 5,87 5,89 Bulgarien 3,045 3,055 3,045 3,055 Lissabon 31.445 21,455 21.475 21,495 Danzig. . 80,91 81,11 80,90 81,10 Konst nrtn. 2,29 2,30 2,29 2,30 Athen 4,99 5,01 5,19 5,21 Canada. . 4,197 4,207 4,197 4,207 Uruguav 4,23 4,24 4,235 4.245 e n. Geld Brie' 4,194 4,214 13,67 13,73 110,29 110,85 20,359 20,459 13,85 13,91 168,23 169,07 16,11 16,19 91,62 92,08 59.33 59,63 1,74 1,78 112,04 112,60 81,22 81,62 62,64 62,96 12,40 12,46 5,82 5.86