Montag, 5. Mai 192(> m. 102 Erstes Blatt 176. Jahrgang Erscheint täglich,außer Sonnlags und Feiertags. Beilagen: Eteßener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. HonatuBeiugsprtts: 2 Reichsmark und 20 Rrtchspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüss«: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck mid Verlag: vrühl'fche Univerfitä1§-Vuch- und Ztetndruckerei R. Lange in Giehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tage,nummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breit« 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich ^Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyrioft für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen. Bor dem Generalstreik in England. Seit bcm Morgen des 1. Mai ist in England der Streik der Kohlenarbeiter verkündet. Das ist also das Ergebnis von fast einjährigen Verhandlungen, die auch dem englischen Staat und dem englischen Vationalver- mögen erhebliche Kosten verursacht haben. Denn soweit war man schon einmal am 1. August vergangenen Jahres, als die Regierung eingriff und den Dergwerksbesihern S u b s i d i e n zahlte, nur um den Lohnkamps mit seinen unübersehbaren Folgen zu vermeiden. Diese Frist von neun Monaten sollte dazu ausgenuht toedxm, um in Kommissionsberatungen Mittel und Wege zu ft irden, die eine gewalsame Auseinandersehung zu verhindern imstande wären. Das ist nun doch nicht gelungen, weil die englischen Bergarbeiter eine Herabschraubung ihrer Löhne ablehnten. Ob freilich der Karnpf bis zum bitteren Errde ausge» svchten wird, ist zweifelhaft, die Stimmung auf Seiten der Arbeiter scheint nicht allzu sieges- aewih zu sein, und vielleicht hat die Regierung die Dinge nun erst einmal laufen gelassen, um nach wenigen Wochen mit neuen Vorschlägen zu kommen. Immerhin, eine alte Erfahrung lehrt, daß man wohl weih, wie derartige Kämpfe anfangen, daß man aber nie weih, wann und wie sie enden, Tlnd schließlich kommt hinzu, daß der Kohlenbergbau nicht nur die Grundlage der englischen Industrie, sondern man kann auch sagen, die Grundlage des englischen Reichtums ist. Weshalb sich die Verhältnisse im Bergbau so zugespitzt haben, daß die meisten Betriebe schon vor einem Jahr mit Verlust arbeiteten, darüber sind tiefsinnige Broschüren geschrieben worden. Auch der Bericht der Königlichen Kohle n k o m m i s s i v n, der als Grundlage der neuen Vermittlungsversuche gelten sollte, geht diesen Zusammenhängen nach. Man braucht aber, um hinter das Geheimnis zu kommen, in der Volkswirtschaft gar nicht einmal so tief zu schürfen. Dabei ist davon auszugehen, daß der Wert der englischen Kohlenproduktion fast fünf Milliarden Mark im Jahr beträgt. Ein Zwölftel der englischen Bevölkerung leben davon, ein Zehntel der gesamten englischen Ausfuhr besteht aus Kohlen, die zudem die Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen verbilligt, weil sie den Schiffen stets Rückfracht sicherte, Tlnd diese Industrie ist nun, brutal gesprochen, bankerott. Ihre Produktion ist, verglichen mit 1917, stark zur ück- gegangen, vor allem der Export hat eine Verminderung um zwanzig Millionen Tonnen erfahren. Darin liegt wohl das Entscheidende. Wenn es auch zum Teil richtig ist. daß die Kohle durch die Mobilmachung der Elektrizität überholt ist, so deutet doch dieser gewaltige Rückgang des Exports auf andere Gründe. Richt allein, weil Deutschland zu arm geworden ist und heute nur di e Hälfte seines früheren Konsums aus England beziehen kann, sehr viel mehr macht es aus, daß Deutschland nach dem Versailler Vertrage zur Lieferung vonRe- parationskvhle verpflichtet ist; daß außerdem aber die zerstörten Bergwerke Rord- frankreichs mit allen Mitteln modernster Technik neu aufgebaut sind und ihre Produktion ganz erheblich steigern konnten, während gleichzeitig auch in England neue Kohlens elder aufgeschlossen wurden. Wenn die Folgen dieser wirtschaftlichen Entwicklungen erst so spät in die Erscheinung traten, dann ist das darauf zurückzuführen, daß die englischen Kohlenbesitzer bisher Glück gehabt haben. 3m Jahre 1922 kam ihnen der Streik in den amerikanischen Gruben zu Hilfe und 1923 brachte ihnen die Abdrosselung des deutschen Ruhrgebietes eine Hochkonjunktur, die den Besitzern gewaltige Gewinne in den Schoß warf, den Arbeitern aber eine wesentliche Erhöhung ihrer Löhne. Es soll nicht vergessen werden — soll auch von den deutschen Arbeitern nicht vergessen werden —. daß die englischen Dergar-1 beiter sich gar nicht geniert hoben, trotz aller Phrasen von internationaler Solidarität aus derRuhrbesetzung ein gutes Geschäft auf Kosten der deutschen Arbeiter zu machen. Sie haben ihre lebten Kräfte eingesetzt, um die Produktion zu steigern und dafür um zehn Prozent höhere Löhne eingeheimst. Seit aber die Ruhr wieder frei war und Deutschland seinen eigenen Bedarf wieder deckte, aber auch wieder ausführen konnte, blieben die Engländer auf ihren Kohlen sitzen. Sie haben es nicht für nötig gehalten, ihre Betriebe zu modernisieren, so daß heute ein großer Teil von ihnen mit Verlust arbeitet. Die staatlichen Subsidien konnten nur von vorübergehender Wirkung sein, weil der Staat solche Zuschüsse dauernd nicht aufbringen kann, weil aber sonst auch die anderen Kohlenländer, wie Deutschland, zu Gegenmaßregeln ähnlicher Art gezwungen wären. Es gibt eben für die englische Industrie im Augenblick nur eine Hilfe, der Kohlen- arbeiter muh mehr arbeiten oder weniger Lohn bekomn-.en. Zumindest solange, bis der englische Bergbau sich reorganisiert hat durch Schließung unwirtschaftlicher Betriebe und technischer Modernisierung der anderen. Das hat auch dis Königliche Kommission rundweg ausgesprochen. Die Arbeiter wollen sich aus begreiflichen Gründen nicht dazu verstehen, ihre Lebenshaltung auch nur für eine gewisse Zeitspanne herunterdrücken zu lassen. Der Kampf ist also unvermeidlich und wird erst zu Ende gehen, wenn das Begreifen der harten wirtschaftlichen Tatsache sich duvchgesetzt hat. Der Streikbefchluß. Conbon, 1. Mai. (2DIB.) 3n der Konferenz bet Vollzugsausschüsse bec 200 im Gewerkschaftskongreß vereinigten Gewerkschaften erklärten sich bie Delegierten von einer Reihe von Gewerkschaften, bie insgesamt 3 653 527 Mitglieber vertreten, für ben Streik, bie Gewerkschaftsbelegierten von Gewerkschaften, bie 45 911 Mit glieber vertreten, mach- ten Vorbehalte. Richt vertreten waren Gewerkschaften, bie 319 000 Mitglieber vertreten. Rach ber offiziellen Erklärung bes Gewerkschaftskongresses wirb ber Streik am Dienstag zunächst in folgenben Betrieben burchgeführt werben: 1, Verkehrswesen, einschließlich Eisenbahnen, Dampferverkehr, Dodarheiter, Straßenverkehr und Lisenbahn- werkstätten. 2. Druckereien einschließlich Zeitungen. 3. Eisen- unb Stahlindustrie. 4. Baugewerbe, ausgenommen Neubauten unb hospilalarbeilen. 5. nötigerweise soll bie L l e k- trizitäts- unb Gasversorgung eingestellt werben. Die Rahrungsmittelversorgung, sowie bie öffentliche Hygiene, sowie bie Krankenpflege sollen unberührt bleiben. Die Gewerkschaften erbieten sich, bei ber gerechten Verteilung ber wichtigsten Lebensrnittel burch eine freiwillige Organisation mitzuarbeiten. Die Regierung wirb ben hafenbehörben ben Befehl geben, bie Kohlenausfuhr ein 3 uff eilen. Die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen. Conbon, 3. Mai. 125 Uhr morgens. (2DIB.- Funkfpruch.) 21m Sonntagvormittag begaben sich Vertreter bes G e w e r k f ch a f t s k a n g r e f- fes zum Premierminister unb machten ihm neue Mitteilungen über ben Stanbpunkt ber Gewerkschaften. Daran anschließenb trat ein ftabi- nettsrat zusammen, ber bis zum späten 21 b e n b anbauerte. Die Vertreter bes Gewerk- schaftskongrefses wurden nach Schluß ber Kabinettsberatungen erneut von Balbroin empfangen. Die Minister verließen Downing-Street um 12.30 Uhr früh. Wie oerlaufet, ist kein Abkommen erzielt worben. Der Minister bes Innern gab bekannt, obwohl bie verhanblungen noch fortgesetzt würben, müsse sich bas Lanb auf dem Genera I st r e i k für Montag nacht vorbereiten. Ls werben weitere Maßnahmen zur Aufrechterhaltung ber Lebensmittelversorgung ergriffen. Die Regierung hat dem Ausschuß bes Gewerkschaftskongresses eine Entscheibung zugestellt, worin es heißt: Die Regierung glaubt, baß keine praktische Lösung ber Schwierigkeiten ber Kohleninbustrie für bie Beteiligten erreichbar ist, wenn nicht ber Bericht ber Kohlenkommission aufrichtig angenommen wirb. Seit ber Erörterung zwischen ben Ministern unb bem Gewerkschaftsausschuß ist ber Regierung bekannt geworben, bah ausdrückliche Anweisungen ergangen sind, baß bie Gewerkschaften in mehreren ber wichtigsten 3nbuf(rien unb Dienstzweigen am Dienstag in ben General- (freit treten sollen, sowie Handlungen vorgenommen würben, bie einen schweren Eingriff in bie Freiheit ber Presse barstellen. (Es hanbelf sich um einen wilden Streik ber Drucker in ber „Daily Mail" ) Dies bebeufet eine f) e r - ausforberung ber konstitutionellen Rechte ber Freiheit ber Ration. Die Regierung muh baher, bevor sie bie Verhandlungen fortsetzen kann, von bem Gewerkschastsausschuh verlangen. baß er die erwähnten Handlungen verurteilt unb sofort und unbedingt die Anweisungen zu einem Generalstreik xurütfiiehf. Der Generalrafdes Gewerkschaftskongresses beklagt sich in seiner Antwort an den M i - n i ff erpräfibenfen barüber, daß seine aufrichtige Bemühung, eine ehrenhafte Regelung zu erreichen, burch das unerhörte Ultimatum der Regierung zunichte gemacht worden ist. Der Vollzugsausschuß der Parlamentsmitglie- b e r ber Arbeiterpartei beschloß gestern abend, heute eine Debatte über bie Krisis zu verlangen, wenn bis zum Augenblick bes Parlamentsbeginns feine Regelung erfolgt ist. Eine Kundgebung des Generalrates des Gewerkschaftskongresses schiebt ben Grubenbesitzern unb der Regierung bie Schuld an ber ernsten Lage zu. Die Regierung habe es unterlassen, irgendwelche annehmbaren Vorschläge zu machen, bie es den Arbeitern ermöglicht haften, ohne Beeinträchtigung ihrer Arbeitsbedingungen in ben Betrieben zu bleiben. Verhängung des Ausnahmezustandes. London. 2. Mai. (Wolff.) Der König hat wegen der Aussperrung im Kohlenbergbau den Ausnahmezustand proklamiert. Die Regierung hat. soeben die Verordnung erlassen, daß alle unter den Ausnahmezustand fallen* den Staatsbeamten Sonntag in ihren Dienstämtern zu erscheinen haben. Mehrere Truppenformationen sind nach den Kohlenrevieren von Südwales. Lanchestcr und Schottland zum Schuh der öffentlichen Sicherheit abgegangen. Das ganze Land ist in neun Dezirle eingeteilt worden, an deren Spitze je ein Zivilkommissar steht. Der Ge- neralpostmeister Sir Mitchell Thompson ist zum Regierungskommissar für ganz England ernannt worden. Man erwägt die Beschlagnahme von P ri v a t a u t o mobil e n. Die Regierung besitzt in dem Rotstandsgesetz aus dem Jahre 1920 außerordentliche Vollmachten und kann im Wege der Verordnung Bestimmungen für die Versorgung der Oeffentlichkeit mit lebenswichtigen Dingen und für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, sowie die Verteilung von Rahrungsmitteln. Wasser. Brennstoffen. Milch usw. treffen. Daraus ergibt sich, daß Konflikte mit der streikenden Arbeiterschaft faum zu vermeiden sein werden und bie Absicht ber Streifenben geht offensichtlich barauf aus, Verkehrswesen unb Rah - rungsmlfleloerf orgung in ihre f) a n b zu bekommen. London. 3. Mai. (WTB.) Der H y d e Park wird von Mitternacht ab für das Publikum geschlossen sein, da er von der Regierung im Falle eines großen Streiks als Dersor- gungsmittelpunkt benutzt werden wird. Die zehn Kommissare, die von der Regierung mit Vollmachten für die Gebiete von England und Wales versehen worden sind, um die Versorgung mit Lebensrnitteln und anderen Vorräten auf- rechtzuerhalten und die Rotstandsorganisationen leiten, sind auf ihren Posten eingetroffen. Die O. M. S., die der deutschen Technischen Rothilfe ähnliche Organisation, steht bereit, am Monntag Mitternacht in Aktion zu treten. Sie wird sofort nach Ausbruch des Generalstreiks der Regierung unterstellt. Es ist beabsichttgt, zu bestimmten Tagesstunden durch Rundfunk offizielle Rachrichten über die Lage herauszu geben. Anschläge an den Postbureaus und Rathäusern sollen die Bevölkerung fortgesetzt über neue Ereignisse unterrichten. Eine Regierungsverordnung, die am Sonntag veröffentlicht wurde, verbietet den Ankauf von Hausbrandkohle, wenn im Haushalt mehr als fünf Zentner Kohlen vorhanden sind. Auf Anordnung der Regierung müssen Straßenbahnen und Omnibusse um 12 tthr nachts den Betrieb ein ft eilen. Der private Telephon - und Telegraphenverkehr ist nach 11 Uhr untersagt. Der Generalstreik unb bas Auslanb. London, 3. Mai. (SU.) Die Wirkung der englischen Generalstreikerklärung auf das Ausland wird in London mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, ganz besonders die Stimmen, die aus Deutschland kommen. Uebereinftimmenb wird daraus hingewiesen, daß man den englischen Streik in der deutschen Kohlenindustrie als einen außerordentlichen G l ü ck s f a l l bezeichnet und die Hoffnung hege, während des Streiks die deutsche Kohlenausfuhr steigern zu können, die bisher unter dem Wettbewerb der durch die Subvention ermöglichten englischen Kohlenausfuhr sehr darniedergelegen habe. Die Haltung der deutschen Bergarbeiter. Berlin, 3. Mai. (WTB. Funkspruch.) Wie der „Vorwärts" aus Bochum berichtet, hat der britische Bergarbeiterverband am Samstag dem Verband der Bergarbeiter Deutschlands telegraphisch von dem Ausstand im englischen Kohlenbergbau benachrichtigt. Wie das Blatt weiter schreibt, wird die Haltung des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands zu diesem englischen Streik bestimmt durch die Brüsseler Entschließung des ExekutivauSschusses der Bergarbeiter-Inter- nationale, die nötigenfalls eine internatio*, nalc Hilfs aktion zu Gunsten der streikenden englischen Dergarbetter vorsieht. Dis Sonntagabend lag beim Deutschen Bergarbeiterverband noch kein Antrag der in Frage kommenden Spitzenorganisationen über die Durchführung einer derartigen Hilfsaktion vor. Die Stellung Moskaus. Moskau, 3. Mai. (TU.) Das Doll» zugskomitee der Kommunistischen Internationale erklärt sich bereit, die Mittel zur Verfügung zu stellen, damit der Kampf für die Bergwerksarbeiter gewonnen werde. Es soll versucht werden, eine Konferenz der Gewerkschaften der zweiten und dritten Internationale einzuberufen, um ein Komitee für die Unterstützung der englischen Dergarbetter zu bilden. Die Moskauer politischen Kreise beobachten mit großer Freude den Kampf zwischen dem englischen Premierminister Daldwin und dem englischen Gewerkschaftsführer Eook. Man ist der Ansicht, daß die jetzige Lage Englands sehr viel Aehnlichkeit mit der Lage Rußlands im Jahre 1905 habe. Schluß der vorbereitenden welttvirtschaftskonferenz. Genf, 1. Mai. lWolff.) In der öffentlichen Schlußsitzung der ersten Tagung des Dorbereitungsausschusses für die internationale Wirtschaftskonseren werden die von den Vorsitzenden der Unterausschüsse vorgelegien Derichte einstimmig angcnonmwu Sie geben genau skizzierte Aufstellung über die einzelnen Materien, die zunächst das Arbeitsprogramm des Vorbereitungsausschusses darstellen, und aus denen in der nächsten Tagen das Arbeitsprogramm der Welt- wirtschastskonferenz hervorgehen folL * Der Sinn des Berliner Vertrages Eine Rundfunkrede des Reichsansrcn Ministers. 'Berlin, 2. Mai. (WTB.) Reichsminister Dr Stresemann sprach Samstag abend im Rundfunk über den deutsch-russischen 'Vertrag. Er führte fol gendes aus: Der Abschluß des Berliner Vertrags zwischen dem Deutschen Reich und Rußland hat die Weltöffentlichkeit stark berührt. An sich lag dazu keinerlei Veranlassung vor. Es ist der Abschluß eines Vertrages zwischen zwei großen Machten und aus- gebaut auf der Absicht, Frieden und Freundschaft zu bewahren und sich fern zu halten von der Unterstützung dritter Mächte. Der Ber trag ist weder eine Selbstverständlichkeit noch eine Sensation. Zwischen Rußland und Deutschland be steht jine jahrhundertelange Freundschaft. Die bei den Staaten — und vor dem Preußen und Ruß land — haben feit der Zeit Friedrichs des Großen bis zum Weltkrieg die Waffen nicht gegeneinander gekehrt. Sie waren wirtschaft l i di aufeinander angewiesen, ja sie bildeten einen ergänzenden Teil der europäischen Volkswirtschaft. Wir konnten damals nicht leben ohne die russischen Agrarprodukte, Rußland nicht ohne unsere Industrie. Die Erhaltung des Friedens und der Freundschaft mit Rußland mar Bismarcks Politik. Der Bruch dieser Tradition durch Rußland seit den Zeiten altslawischer Einstellung wurde von uns stark empfunden. Durch den Vertrag von R a - p u 11 o erklärten Deutschland unb Rußland trotz des Weltkrieges und feiner Erschütterungen, daß sie wieder die Grundlagen guter B e Ziehungen zueinander einnehmen wollen. Darin zeigt sich, wie stark die Tradikion bie- fer Beziehungen war gegenüber allem, was ihr gegenüberstand. Sie war auch stark gegenüber den innenpolitischen Umwälzungen in Rußland, die zu einer Staatsgewalt und Staatsordnung führten, die der unserigen völlig entgegengesetzt ist. Sollten die Ideen dieser Staatsordnung auf unser Land übergreifen, würden sie stärkste Bekämpfung durch bie Regierungsgewalt erfahren. Das aber hat nichts zu tun mit dem Verhältnis der Staaten zueinander. Wir haben früher gesehen, wie falsch es war, wenn ein Staat glaubt, dazu berufen zu fein, seine eigenen Gedanken über Staatsordnung und Kultur anderen aufzuzwingen. Das republikanifch-bemokra- tifche Frankreich hat vor dem Weltkriege keinen Anstoß daran genommen, ein Bündnis mit dem zaristischen und absolutistischen Rußland zu schließen, so wenig beide Staatsordnungen miteinander über- einstimmten. Die französische Haltung war vom Standpunkt der französischen eigenen Interessen bestimmt. Ebenso wenig kann aber das heutige Deutschland etwa deswegen getadelt werden, weil es mit Sowjetrußland gute wirtschaftliche unb politische Beziehungen schaffen will. Um ben Berliner Vertrag zu biskredttieren, munfelten einige Leute von geheimen Abkommen, die mit ihm verbunden feien. Das war früher Unsinn unb ist jetzt Unsinn. Man fragt, warum ber Rapasiovertrag als Grund- lage für ben Berliner Vertrag genannt sei. Es fei eine zu schmale Basis für einen Vertrag von ber Bedeutung unb Ausdehnung wie ber Berliner. Run, für uns war ber Rapallovertrag bebeutfam, weil Rußlanb ausschieb aus bem Kreise ber ßänber, bie Forderungen aus bem Kriege her gegen uns geltend machten. Im übrigen sind Verträge wichtiger durch den Geist, in bem sie abgeschlossen werben, als burch ben Wortlaut. Rapallo war ber Sinn freundschaftlichen Reben- einanberlebens beiber Rationen in einer Zeil, in der Deutschland von anderen forlgeseht unterdrückt wurde. Die deutsche Politik ging eine bestimmte Linie. Eie hat das Ziel verfolgt, aus ber Gewalt des Vertrages von Versailles herauszukommen zu einem Rebeneinanderleben mit ben Mächten bes Vertrages von Versailles. Sie hat versucht, bie Verständigung mit bieten Mächten auf bem Wege des Friedens unb auf bem möglichen späterer Freundschaft statt auf dem Wege neuer Gewalt und ber Revanche herbeizusühiLn. Deshalb hat bie beutsche Regierung jene Politik geführt, bie vom Ruhreinbruch unb der Sanktionspolitik zu bet Londoner Konlerenz, zum Dawes- abkommen unb zu Locarno führte. Rußland hat feinerzett diese deutsche Politik mit Mißtrauen angesehen. So ungerecht wie dieses Mißtrauen war, so ungerecht sind heute die Aufhetzungen der öffentlichen Meinung. Locarno und der Berliner Vertrag sind nicht Gegensätze, sondern gehören zusammen. Beide zusammen aber geben auch Europa die Gewähr friedlicher Entwicklung. Locarno war die Ersetzung der Methode Pvincares durch die Methode friedlicher Verständigung, war insbesondere der Verzicht auf Kampf zwischen Frankreich und Deutschland. Sein Sinn war. durch diesen Verzicht auf den Kampf den Frieden am Rhein zu schaffen. Der Weg der nach Locarno führt, war richttg und kann in ber Zukunft zu bedeutsamen Entscheidungen führen, die namentlich für das Zusammenleben mit unseren frcu^ösischen Rckchbarn von großer Bedeutung für beide sein können. Der Berliner Vertrag stimmt mit den Satzungen des Döllerbundes unb dem Locarnovertrag durchaus überein. Wir bedurften diesbezüglich keiner Gewißheit von außen. Das Auswärtige Amt und feine juristischen Sachwalter sind selbst in der Lage, zu entscheiden. Man mußte schon zu I Fälschungen des Textes greifen, um einen anderen Eindruck hervorzurufen, ober man | mußte sich auf den Standpunkt stellen, bafi Deutschland nicht dieselben Rechte hat wie andere Länder. Was soll die Äritii, die beanstandet, dah Deutschland selbst entscheiden wolle, ob im gegebenen Falle ein Staat Angreifer sei oder nicht. Dieses freie Entscheidungsrecht ist seit Bestehen des Völkerbundes stets als Grundsatz anerkannt worden. Dieses Recht besteht für alle im Völkerbund vertretenen Rationen, also selbstverständlich auch für Deuischlond. Wollte Deutschland hinter dem Rücken anderer Mächte irgend etwas tun, was den Völkerbunds- satzungen widerspricht, so hätte es seine Stellungnahme nicht so frei und offen darzulegen brauchen. Brasilien Hal von seinem Recht des Retos gegenüber anderen Mächten bei dem Eintritt Deutschlands Gebrauch gen.acht. Schweden hat vor der Genfer Tagung erklärt, dah es sich mit seiner Stimme gegen jede Veränderung des Rates wenden würde Das) Deutschland eoenso von seinem Delo Gebrauch gemacht hätte, ist selbst- verständliches Recht jeder im Völler- bundsrat vertretenen Macht. Deutschland wird dabei seine Entscheidung nicht nach Willkür, sondern nach pf.ichtgemäßem ©mie ten tresien. Oder richtet sich das Mißtrauen vielleicht gegen den Reutralitätsvertrag an sich? Warum wurde das Mißtrauen dann nicht waw. als die Tschechoslowakei ihren Vertrag mit Rußland im Jahre 1922 im Gesctzes- blati der Tschechoslowakei veröffentlichte? 2n diesem Vertrag ist Reutralität als, Voraussetzung für das Verhältnis beider Mächte gegenüber einer dritten hingestellt worden. Warum hat man cs denn nicht beanstande:, als Italien und Jugoslawien sich in ihrem Vertrage vom Jahre 1923 genau die gleichen Reutrali- tälszu.icherungen gaben, wie Deutschland sie jetzt Rußland gibt? Die Richtunterstützung eines Angreifers. wie sie in unserem Vertrage steht, ist doch übrigens die elementarste Grundlage jeder Friedensordnung wie auch die Grundlage der V^lle''bundssatzuna. Rian must sich daran gewöhnen, daß Deutschland die Gestaltung seines Geschickes s e l b st in die ficmd nimmt und nicht unter vormund- schcnl irgendwelcher Machte oder Mochtgruppie- rungen steht, f:i es im Osten oder im Westen. Lassen Sie mich die Situation turs ,usam- menfassen- Die deutsche Initiative führte nach Locarno. Sinnbild dieser Politik war di« Sicherung des europäischen Friedens unter Ver- Kichi auf manche seelische Empfindungen des deutschen Volkes, die schmerzlich genug aufgegeben werden muhten. Riemals aber war es die deutsche Absicht, sich im Westen zu einer Kampfgemeinschaft gegen den Osten zu verbinden. Untere Politik war vielmehr, das System friedlicher Abmachungen auf ganz Europa zu erstrecken. Mit nahezu allen unseren Rachbarstaaten haben wir weitgehende Schiedsverträge abgeschlossen oder stehen in fortgeschrittenen Verhandlungen mit ihnen darüber Welch eine andere europäische Großmacht kann, ein gleiches DekeTmtnis zur Friedensidee auftveisen? Darüber hinaus ist Deutschland kraft seiner geographischen Lage der gegebene große Mittler und die Drücke zwischen Osten und Westen. Wir haben ein ganz bestimmtes Ziel europäischer Entwicklung im Auge. Wir verfolgen es gradlinig und ohne Schwanken Wir wissen, daß wir Machtpolitik nicht treiben können, aber wir wollen in der Politik der Friedenssicherung unseren eigenen Weg gehen. Der guten Willens in der Welt dasselbe 3id verfolgt, kann und muß uns unterstützen. Er möge nur Verständnis dafür haben, daß neben dem Wunsch der Friedenssicherung für alle Völler dieser Weg gekennzeichnet ist durch die Lebensinteressen Deutschlands. Maifeiern. Berlin. 1. Mai. iWolff.) Die Berliner Maifeiern vollzogen sich heute vormittag in dem üblichen Rahmen. Die freien Gewerkschaften veranstalteten in zahlreichen Sälen Versammlungen, zu denen sich die Teilnehmer in geschlossenen Zügen unter Mitführung von Musikkapellen und roten Fahi«n begaben. Alle Verkehrsunlernehmen waren im vollen Umfange in Betrieb. Die Arbeitsruhe in den Betrieben ist nur zum Teil durchgeführt und schwankt stark. So sind bei der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschast nur wenige Leute zur Arbeit erschienLn. dagegen bei Dorsig etwa 30 Prozent, bei Bergmann 50 Prozent, bei Knorr-Bremse 65 Prozent. Ramentlich das Kraftwerk Rummelsburg, die Eisenbahnwerkstätten und die Dauarbeiten liegen vollkommen still. Die Siemenswerke arbeiteten in vollem Um ange. Die Angestellten waren mit wenigen Ausnahmen zum Dienste erschienen. Von den Arbeitern blieben nur wenige vereinzelte Teile der Belegschaft der Arbeit fern. Die Beteiligung an der Maifeier ist in diesem Jahre noch wesetülich geringer als im Vorjahre. An der Maifeier in Moskau nahm über eine Million Personen teil. Der Demonstration ging eine Truppenparade voran, welche der Bolkskommissar für das Kriegswesen in Gegenwart der Regierungsmitglieder und des diplomatischen Korps abnahin Zu blutigen Maidemonstrationen ist es in Polen gekommen. In Warschau begannen Demonstrationen gleich am frühen Morgen mit blutigen Zusammenstößen zwischen Kommunisten und den Sozialisten. Cs streikten ca. 100 000 Personen. Als die Sozialisten durch die Straßen zogen, versuchten die Kommunisten, sich den sozialistischen Demonstranten anzu- schliehen. Da die Sozialisten dies verhindern wollten. kam es zu einem blutigen Zusammenstoß, bei dem 5 Personen getötet und 50 schwer verwundet wurden. Die blutigen Zusammenstöße wiederholten sich hn Laufe des Tages. Auch in Wilna ist es zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Die Kommunisten versuchten das Rathaus zu stürmen. Hierbei wurden 10 Personen getötet und 30 verwundet. In Lublin wurden 10 Personen schwer und 20 leicht verletzt. 3n Frankreich ist die 1. Mai in völliger Ruhe verlaufen. Rach einer Meldung der Polizei haben etwa 1000 Arbeiter der Autobusgesellschaften gestreikt. Die übrige Streikbeteiligung bei den Angestellten der Derkehcsinstitute ist recht gering, so daß der Berkehrsdieni't, mit Ausnahme der Mietautos, ungestört weiter ging. In der Eisenindustrie schätzt man die Zahl der Streikenden auf 180 000. Im Baugewerbe streikten etwa die Hälfte der Arbeiter. Das Ultimatum an die Rifleute. Unterbrechung der Ariedensverhandlungen in Udschda. Paris. 1. Mai. (Havos.) In äwfchsa fand zwischen der drei Delegationen eine kurze Sitzung statt, in der den Rifdelegierten überreicht wurden: Der Bericht über die bisherigen Verhandlungen, die französisch-spanischen Bedingungen für die Fortführ u-ig der V e r - Handlungen und die verschiedenen das Ma- rolko-Statut betreffenden Vertrage und diplomatischen Akten. Azerkan und Haddu sind alsdann dcil Seeweg wählend, ins Rifgebiet ab- g ereilt Der dritte Delegierte. SHiddi. hat sie bis zur Küste begleitet und wird heute abend in ckldschda zurücterwartel. Die fünf Bedingungen, die dem Rifgebiel gestellt sind, lauten: 1. Unterwerfung unter den Sultan; 2. Entfernung Abd el Krüns; 3. Entwaffnung der Stamme, die noch zu bestimmende Garantie erhalten werden: 4. Austausch der Gefangenen, 5. ein Waffenstillstand, der jedoch die Mögtich- feil bestehen läßt, dah die spanischen und französischen Streitkräfte ihre Verbindung miteinander herstellen. Die Rifdclegatwil hat zwar erklärt, sie wolle die geistige Macht des Sultans anerieanen, lehne jedoch den Ausdruck und Gedarrten der Unter- werfung als nicht vereinbar mit dem Begriff der Autonomie, so wie sie ihn auffasse ab. Sie gestehe weder der Scherifenregierung noch dem Vertreter des Sultans in der spanischen Zone bei der Führung der innerpolitischen Angelegenheiten des Risgebietes eine Einmischung zu. Sie lehne außerdem jede Kontrolle, sowie jede Devornrundung seitens dec Protetwrats» behörden ab. In der Frage der Entfernung Abd el Krims vertreten die Rifdelegierten den Standpunkt, es sei nur möglich, daß dieser eines Tages aus eigener Initiative ab- danke und sich in seine Wohnstätte im Rifgebiet zurückziehe, wenn das neue Regime eingefügrt sein werde. Die Entwaffnung der Stämme und ihre Kontrolle, durch eine gemischte französisch-spanische Kommission nimmt die Rifdelegation an, verlangt aber die gleichzeitige Schaffung einer bewaffneten, nur aus Rifleuten zusammengesetzten Streit macht, die allein mit der Aufrechterhaltung ber Ordnung beauftragt ist und außerhalb jeder ausländischen Kontrolle sieht. Sie kann nicht das Einrücken irgendeiner bewaffneten spanischen ober französischen Streitmacht in das Rifgebiel zulasien, die die Ausgabe hätte, wä'.rwd des Aebergangszeitraumes über die Sicherheit und über die tatsächliche Durchführung der für die Geschäfte des neuen Regimes verabredeten Maßnahmen zu wachen. Die Rifdelegierten sind bereit, nur die Schwerverwundeten und Schwer- kranken und die 15 im Rifgebiet internierten Frauen und Kinder unverzüglich freizugeben. Rach der Veröffentlichung der Agence Havas versteht die Rifdelegation unter administrativer Autonomie ein Regime das gegrünbet ist auf der Existenz der Rifstämme und der ihnen verbundenen Bevölkerung und das keine Einmischung der Scheri- senautorität oder der Protektoratsmächte in die inneren Angelegenheiten duldet. Was die ausländischen Beziehungen betrifft, fordert man für die Rifregierung keine Unabhängigkeit, macht jedoch hinsichtlich der Anwendung des internationalen Vertrages Vorbehalte. Die spanische und französische Delegation haben den Difleuten bekannt gegeben, daß. wenn bis zum 6. Mai spätestens die grundsätzliche Annahme der Bedingungen nicht erfolgt sein wird, die den Gegenstand der ersten an Aserkan am 11. April gerichteten Notifizierungen abgegeben haben, und wenn außerdem nicht sämtliche im Rifgebiet zurückgehastenen Gefangenen vor diesem Zeitpunkt zurückgege- b e n fein werden, die beiden Regierungen am 7. Mai ihre volle Aktionsfreiheit wieder nehmen werden. Die Rifdelegierten haben sich bei ihrem Abschied Pressevertretern gegenüber sehr pes s i- mistisch geäußert. Aferlan erklärte, daß es wenig wahrscheinlich sei, daß er noch einmal zu Verhandlungen zurückkehre. Trotz des anhaltenden Regens haben die französischen Truppen alle Vorbereitungen für den Angriff beendet. Zn der Gegend von Tadla ist es zu einem Zusammenstoß zwischen einem französischen Detachement und einer Gruppe von 200 bis 300 Kabilen gekommen. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verwunde, e. 5d)Iageters Grabmal geschändet. Rach einer Meldung aus Schoenau (Wiesen- chal) wurde das auf dem Friedhof befindliche Grabmal Schlageters mit ro'cr Ölfarbe beschmiert. Der Friedhof ist polizeilich gesperrt worden. Die Rachforschungen nach den Tätern haben noch nicht zur Feststellung der Täter geführt. Da vor der polizeilichen Absperrung des Friedhofs dieser schon von zahlreicher Personen betreten worden war. konnte der Polizeihund die Spur nur bis auiu Friedhofsausgang verfolgen. Die Täter sind vermutlich von auswärts mit einem Kraftwagen gekommen. Hinter dem Grabstein wurde eine Blechbüchse gefunden. in der wahrscheinlich die Farbe zubereitet worden war. Der Grabstein wurde von oben bis unten mit einer dunkelroten Oelfarbe überschüttet und dann bestrichen. Es dürste kaum möglich fein, das Grabmal durch Ablaugen wieder in feinen früheren Zustand zu versetzen. Auch die auf dem Grahe liegenden Kränze wurden durch Farbe beschmutzt. Reichskanzler Dr. Luther hat an den Vater Schlageters das folgende Telegramm gesandt: „Mit tiefer Entrüstung höre ich von dem Bubenstück, das die Ruhestätte Ihres Sohnes geschändet hat. dar als ein Opfer feiner heilen Vaterlandsliebe den Tod erlitt. Jene Verbrecher aber haben nur erreicht, daß heute alle Deutschen dankbaren Herzens erneut des Manne» gedenken, der sein Leben für daS Recht und die Freiheit des deutschen Volkes einsetzte." Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident v Hindenburg wird am Dienstag Hamburg einen Besuch ab- ftaüen. Die offiziellen Reden des Reichsprasi- deiuen und des ersten Bürgermeisters von Hainburg Dr. Petersen auf dem Hamburger Rathaus werden f vwohl a u f die t> e r f dyi'e ö e n e n norddeutschen Sender übertragen werden als auch von der Funkstunde in Berlin, ferner von Stettin und Königswusterhausen verbreitet. Die Rede des Reichsprchidenten findet in der Zeit von 7.20 bis 7.50 älhr statt. * Der Kreuzer „Samb urg“ ist am 27. April in San Zofe (Guatemala) eingelaufen. • Bei Germersheim wurden Anhänger der nationalsozialistischen Partei angeblich von Gegnern aus der Straße nach Freisbach überfallen. Der achtzehn Sabre alte Maurer Bauder wurde durch eine Rerolverkugel getötet. Der Tat dringend verdächtig wurde der Hilfslehrer Schmidt aus Freisbach verhaftet. der den verhängnisvollen Schuß in Rotwehr abgegeben haben will. Schmidt ist der Führer der Freisbacher Rationalsozialisten, Bauder nimmt eine führende Stellung in der sozial- demvtratischen Ortsgruppe ein. Zm Betrugsprozeh gegen Heinrich Sklarz wurde Sklarz schuldig befunden des vollendeten und versuchten Betruges in mehreren Fällen, der Llntreue und Erpressung in je einem Falle und zu einer Gesamtstrafe von einem Zahr sechs Monaten Gefängnis, 50000 Mk. Geldstrafe oder weiteren 200 Tagen Gefängnis sowie zu drei Zähren Ehrverlust verurteilt. Wegen der Höhe des Strafmaßes erließ das Gericht gegen Sklarz einen Haftbefehl, dessen Vollstreckung aber durch Stellung einer Sicherheitssumme von 20 000 Mk. binnen acht Tagen abgewendet werden kann. Sklarz wurde daraufhin aus dem bisherigen Sicherheits- gewahrsam entlassen. Aus aller Welt. Erdstöße im südlichen Baben. Freiburg, 3. Rkai. (WTV. Funkspruch.) 3n der Rächt vom Samstag zum Sonntag wurden im Amtsbezirk Kehl mehrere Erdstöße verspürt, die von donnerartigem Rollen unb explosionsartigen Schlägen begleitet waren. Die Crderschütterung war so stark, daß in der Gemeinde Odelshofen ein Heuschober zu- sammenstürzte. Vielfach wurde Zittern der Möbel st ücke beobachtet. Zm ganzen wurden drei Stöße bemerkt. 3n den letzten 14 Tagen sind auch im südlichen Sch w a r z w a l d, namentlich in der Gegend von Waldshut mehrfach leichte Erdstöße, jedoch nur vereinzelt, beobachtet worden. (Eröffnung der Reichsgastwirtsmefse. In der alten Äutohalle am Berliner Kaiferbarnm wurde die von dem Deutschen Gastwirteoerband und dem Berliner Messeamt veranstaltete, und von 400 Ausstellern beschickte Reichsgastwirtsmesse eröffnet. Bon den Sonderausstellungen sind erwähnenswert eine Ausstellung der biologischen Reichsanftalt sowie eine Ausstellung „Hygiene im Gastwirtsgewerbe". Zu der Eröffnungsfeier waren Vertreter der Behörden, der Stadt Berlin, der Industrie unb Han- delskau.mer. des Reichsoerbanbes der Deutschen Jn- bustrie und der Fachoerdänbe erschienen. Amerikanische Hoteliers In Düsseldorf Am Freitagabend trafen von Paris kommend über 300 amerikanische Hoteliers in Düsseldorf ein. Die Stabt gab den Gästen zu Ehren ein Festbankett. Legationsrat Dr. Daoidsen überbrachte die Grüße her Reichsregierung und wies u. a. darauf hin, die Reichsregierung begrüße den Besuch aufrichtig, weil sie überzeugt sei, daß nichts mehr geeignet sei, Miß- Derftänbniffe aus der Welt zu schaffen unb gute Beziehungen zwischen ben Völkern der Erbe herzu- ftellen 'und zu fördern, als eine persönliche Kenntnis der Gewohnheiten und Anschauungen anderer Länder. Raubüberfall. Zn Berlin wurde die verwitwete Justiz- rätin Frau Lewy in ihrer Wohnung in der Aleranderstraße 14 von zwei Männern, die angeblich Zimmer mieten wollten, mit einem Faust hieb betäubt und beraubt. Den Tätern fielen Bargelder und Schmucksachen im Gesamtwerte von 10 000 Reichsmark in die Hande. Unterschlagungen bei dec Karlsruher Stadthcruptkasse. Der „Bad. Presse" zufolge sind bei der städtischen Hauptkasse in Karlsruhe llnterschlaglmgen in Höhe von 28 000 Mk. festgestellk worden. In der Hauptsache handelt es sich um Gelder, die zu Zwecken des Fürforgewesens Verwendung finden sollten. Die Kastengeschäfte waren dem 43 Jahre alten verheirateten, seit 1907 in städtischen Diensten stehenden Beamten Heinrich Haller anvertraut. Wenn auch schon bei früheren unvermuteten Kassenreoisionen kleinere Unstimmigkeiten festgestelli wurden, so konnten Haller doch nicht ernste Verfehlungen nachgewiesen werden, ba Haller durch falsche Buchungen und andere Manipulationen sich zu decken wußte. Erst bei der gestern öorgenommenen Kasfen- prüfung konnte bas Fehlen größerer Beträge fest- gestellt werden. Haller hatte dann der Kasse 1000 Mark entnommen, sich einen Revolver gekauft unb die Absicht, seine Frau, sein vierjähriges Kind und sich selbst zu erschießen. Doch gelang es feiner Frau, ihn von diesem Vorhaben abzubringen und sich der Polizei freimütig zu ft e 11 e n. Dreister Tursbelrug. Am vergangenen Sonntag gewann her bayerische Traber „Strau h" das Branitzer-Rennen in Marienburg mit der sog. „halben Bahn". Die ausfallend niedrige Siegesquote des Pferdes, das mit großen Beträgen vorgewettet war, ließ erkennen, daß hier ein wohlbereiteter Wettcoup gegluckt war. Dem Rennvorstand gab die leichte Art des Erfolges und der älmstand, daß der angeblich sechsjährige „Strauß" zuvor noch niemals in Bayern gestartet worden war, zu denken. Der Vorstand ließ das Pferd unauffällig untersuchen und der Tierarzt bekundete, dah der Traber acht - bis neun» jährig war, also nicht mit dem im Traber- gestütbuch eingetragenen „Strauß" identisch sein tonnte. A-ä am nächsten Tage die Angelegenheit weiter untersucht werden sollte, hatte ^der Trainer den „Strauß" und zwei andere Pferde nach Straubing verladen lassen. Ms der Transport am Ziele eintraf, war der „Strauß" verschwunden. Er war angeblich unterwegs verendet. Eine Untersuchung des im Waggon ausgefundenen Kadavers ergab aber daß er durch einen Messerstich getötet worden war. Der Tierarzt stellte auf den Zähnen des vieres gleichfalls ein Alter von neun Zähren fest Der Fall wird als einer der dreistesten Turf- schwindel aller Zeiten bezeichnet. Die oberste Trabrennbehörde werde strafrechtliche Anzeige acgeu die Schuldigen erftaften. 1 Der Gießener Voranschlag 1926/27. II. Für das Stadtth eater sieht bet neu« Voranschlag eine Steigerung der Ausgaben um über 100 COO Mark vor (1925 = 215 000 Mark 1926 = 315 808 Mark), wahrend die Einnahme! im neuen Zahre 260 830 Mark, statt 186 374 War! im Vorjahre ausmachcn sollen. Die reine Zuschuß- leistung der Stadt erfährt eine Erhöhung vor 28 626 Mark in 1925/26 auf 54 978 Mark in 19'!?/27. Von den Mehraufwendungen entfällt bei grüßte Teil auf die Opern- und Operettengastspiele, für die int neuen Zahre 82 500 Mark gegen 50 000 Mark im Vorjahre vorgesehen s'nd: andere ansehnliche Ausgabensteigeruncen find für Gehälter und Löhne erforderlich. Auf der Ein- nahmefeite sollen die Abonnements- und Tageskarten (Gießen und Rauheim) 220 000 Mark, statt 165 000 Mark im vorhergehenden Jahre bringen, aus den Gastspielen in AlsfÄd, Homburg und Marburg wird ein Mehrertrag von 16 500 Mar! (1925 --- 1500 Mark, 1926 = 18 000 Mark) erwartet. Wie die angeführten Hauptziffern zeigen, will man es in Gießen an der opferfreudigen Stützung des Theaters nicht fehlen lassen. Zn auffallendem Gegensatz zu dieser anerkennenswerten Großzügigkeit steht das kleinliche Verhalten des hessischen Staates. Einen Zuschuß von 5000 Ml. für das Gießener otaöitfjeateF y^lt der Staat für genügend und feiner würdig. Wenn man bedenkt, was der Staat für das Landesthsaker in Darmstadt leistet (im neuen Haushaltsjahr rund 450 000 Mk. Zuschuß), von dem man in Oberhessen jährlich nur ein- oder zweimal etwas geboten bekommt, so tritt das außerordentlich ungleiche Maß, mit dem der Staat hier mißt, deutlich in Erscheinung. Vielleicht hätte vom Staate ein höherer Zuschuß erlangt werden können, wenn alle Gießener Abgeordneten gemeinsam, nicht nur die Abgeordnete Frl. Birnbaum allein, energisch für unser Theater eingeireten wären. Daß nach dieser Richtung hin ein Manko besteht, ist bedauerlich. 2m übrigen möchten wir bei dieser Gelegenheit erneut hervorheben, daß es zweckmäßig träte, unserem Stadttheater em noch breiteres Fundament in der Provinz herzuftellen. Das tonnte u. E. in wirksamer Weise durch die Schaffung einer Theatergemeinde Gießen-Ober- hesfen gesck>eßen. über die wir in unserer Rr. 73 vom 27. März geschrieben haben. Zum Zwecke der Straßenunterhal- tu n g sollen im neuen Haushaltsjahre 197 729 Mark gegen 192 044 Mark als Zuschuß geleistet werden. Wer an den mangelhaften Zustand viele'. Straßen unserer Stadt denkt und sich ferner vor Augen hält, daß im neuen Voranschlag für die Erbauung von Straßen und Wsgen, d. h. Reu- Pflasterung usw., leider wiederum durchaus ungenügend vorgesorgt ist — ein Kapitel, über das noch näher zu sprechen sein wird —, der muß sagen, dah hier erneut wichtige, unabweisbare Aufgaben unerfüllt bleiben müssen, weil man den Titel finanziell zu schwach aus gestattet hat. Die Stadtverordneten mögen sich bei der Beratung dieses Titels davon erinnern, daß der Zustand mancher Straßen längst schon geradezu ein öffentlicher Skandal ist, den man nach jahrelanger Duldung nun endlich beseitigen sollte. Die Straßenbeleuchtung soll auch im neuen Wirtschaftsjahre wieder 60 000 Mk. kosten. Wir möchten hier anregen, mit bet Verbesserung der Straßenbeleuchtung möglichst tatträftig fortzufahren und nicht mit der Reuen Bäue unb der Koisetallee allein die Freude am „Mehr Licht'." zu lasten. 3n zahlreichen anderen Straßen wohnen Menschen, die für die gleiche Freude sEht banfbar sein werden. Im Titel „OeffenllicheAnlagen" sind für die Unterhaltung der sämtlichen Anlagen und Baumpflanzungen usw. 3500 Mk. mehr als im Borjahre vorgesehen (1925 = 21500 Mk., 1926 — 25 000 Mk.). Hoffentlich wird von dieser Er- höhuna der größte Teil zur Verbesserung der Rasenflächen in unserem inneren Anlagenting verwandt Gegenwärtig find diese Flächen zu einem sehr großen Test erheblich verunkrautet, stellenweise direkt kahl, jedenfalls alles andere als eine Augenweide. Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch dem Publikum empfehlen, den Schutz unserer Anlagen vor rohen Buben sich angelegen sein zu lassen, und den Hundebefitzeim möchten wir raten, ihren „Scherenschleifern" das Zagen über Blumenbeete und Rasenflächen gtüiMich zu unterbinden bzw. zu verleiden. Der Berriebszuschutz für die Straßenbahn ist für das Jahr 1926 27 auf 35 729 Mk. gegen 39 342 Mk. im Vorjahre und 20 000 Mk. im Jahre 1924 veranschlagt. Als Einnahme aus Fahrgeldern erwartet man 220 000 Mk. gegen 150 000 Mk. im Vorjahre. Ob diese Berechnung Tatsache werden wird, kann heute niemand sagen. Immerhin ist festzuhalten, daß die Elektrische außer der Fahrgeldeinnahme uns allmonatlich noch rund 3000 Mk. Zuschuß kosten wird. Wenn wir auch auf dem Standpunkt stehen, daß die Stadt zu Opfern für Zwecke des Verkehrswesens stets bereit sein muß, so möchten wir doch nicht unterlaßen, auf die Notwendigkeit der Defizitbekämpfung durch Angliederung neuer rentabler Strecken (Vorortverbindungen) wiederum hinzuweifen. Das Kapitel „Gienen—Wieseck" ist ja einstweilen, selbstverständlich nicht für immer, von der Tagesordnung abgesetzt, daneben gibt es aber noch andere, denen man sein Interesse unb frische Tatkraft zuwenden sollte. Ein besonderes Stück staatlicher Gefchäftstüchtig- keit erblicken wir im Titel 44 „Polizei". Hier finden wir eine Belastung der Stadt mit 105 600 Mark für 1926 27 als Beitrag zu den Kosten der staatlichen Bolizei in Gießen (88 Polizeistellen je 1200 Mk.). Diese Ausgabe hot der schlaue Staat den Gemeinden mit staatlicher Polizei durch ein Gesetz pom 24. August 1925 aufgehalst. Wir sind selbstverständlich nicht gegen die Ausgabe für die Polizei an sich, aber wir finden es stark, daß der Staat die Gemeinde mit so hohen Ausgaben belastet für eine Einrichtung, in der sie nichts zu sagen hat. Die Stadt muß also zablen, der Staat aber handhabt die Poli,zeiqewali allein. Das ist doch fraglos ein sehr anfechtbarer Zustand. Wenn der Staat die ßaft für die im Jahre 1921 verstaatlichte Polizei nickt mehr allein tragen kann und nun die Gemeinden mit dem Mitbezahlen „beglückt", dann soll er ihnen meniostens auch ein Mitbestimmungsrecht geben. Dann würde auch der Geschäftsgang wesentlich kürzer werden als jetzt, und die Bürgerschaft brauchte — um ein Beispiel zu nennen — nicht nahezu ein Jahr lang auf die immer noch nicht herbeigeführte (Frlphimmo einer so dringlichen Angslegenh"it wie der Radfahrerplage auf dem Seltersweg und in der Mäusburg zu warten. Die Kosten her Allgen'einen Verwab t u n q belaufen sich nft 65 94§ Mk. (1925 --- *1 Uns 23 Rrjah" kenn vok xnO bis Iw Oorkll tir Ar" talien st tft besH' ws für Sttab" Äm Aetrt Dollste der S. Ä-iLsc' Dark Gvmbei sj SSverb- bauten k Sine o>ög«u Im« ckjabrn n vezüM siche Fort tzeijpieler Dehnung ba Hindu übn dar warten u bar fet nungsm« Prozent). nrbM ftinesfatti diesen Uo auf Dohi engeroiefe lichkeit d gäbe, die betrug, i aber nicht wiorbnu» btt fxritbe W da- W irjng w L anderst e:ne mn Gan fä Btf, nid in Preu sprach h leiber in Lösung! Durchföh Wohnnni big, bie' Ifyrft im fiufwertui darf (M bette well damit dies, ta mit ci Itnffl* hj MSEltzt Men® Ipruch aus auferlegt kosten im bungspfili besitzer or Bejege b wftanbljQ fanidittn, ö» Miete besprach b. unferer ® ”6 wir fd Knde Sa touilienfjäu *en in ebn m England mefr ah b, Sten habe Sestmdrn. f^?^üQige Me bie Deutschkmi wollten, dürfe die Wohnungsmiete we icü er meifter Friedrich Schmidt aus Gießen Gieren, den 1. Mai 1926. 3ü92c 39S2B Stadt. EleUrizitätSwerk. Stolt«. Dr. Frey. . ZM M mchr als c 1925 = 21500 HU, Iß wird von dieser 6r Ä zur Drrbesserung d' nimerenAnlasenringyt! nd diese Flächen zu euv üblich verunkrautet, steiler falls alles andere als w» r Gelegenheit möchten B- Men. den Schutz * tieserungsvergebung. Die Lieferung von etwa 250 cbm ge» siebtem Lahnkies für Kabellegung soll vergeben werden. Angebote sind verschlossen bis zum 12. Mai d. Zs-, vormittags 10 Ahr. bei der Direktion des Elektrizitätswerks. Zim- mer Ar. 3. einzureichen. Freie Auswahl unter deu Bewerbern bleibt vorbcbalten. Eberverkauf. Der abgängige Gemeindeeber soll auf dem Wege'des schriftlichen Angebots verkauft werden. Angebote sind bis zum S. d. 'HL, nachmittags 7 Ahr, mit Aufschrift veriehen bei der untsrzeichnotc i Stelle einzureichen. Leihgestern, den 1. Mai 1926. Bürgermeisterei. S t ß. 3Ö83D 8tr8tbiigiii3nSiilIülien8ii6tikn Die Installation der Wafferzu- und Gntwästerungsleitungen an der Bezirksschule Westanlage soll iwchmais öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns offen und sind Angebote auf Bor''rud. der daselbst erhältlich, bis zum Er • lungStcrmin ata Donnerstag, dem 6. Mat d. I.. vormittags 10 Ahr an uns einzureichen. Zuschlagssrist 3 Wochen. Sieben, den 30 April 1926. 39798 Stadtbauamt Sichen: Braubach. Bekanntmachung. Detr.: Erholungsaufenthalt für Kinder an der See- Obengenannter Erholungsaufenthalt beginnt nicht wie anfänglich angegeben Anfang Juni, sondern erstreckt sich auf die Zeit vom 16 Juni bis 23. Juli lfd. Js. Anmeldungen können daher noch bis zum 20. Wai 1H>. Js. erfolgen. Der Oberbürgermeister. Wohlfahrtsamt. Abt Jugendamt allseitiges 3ia«reew <8194 AN.) Ginnahmen und 396 811,50 AU. (1925 -= 393 784.15 Mk.) Ausgaben auf 330 871.50 Mark netto. Ob sich hier Eriparnisinöglichkeiten bieten entzieht sich bedauerlicherweise der Beurteilung der Ocffentlkbftit. Denkbar wäre für uns, daß z. B. an der EtrahenbahnpauUmle für die Stadtverordneten von 3000 Mk. jährlich (im Dorjahre 4000 AU.) noch reduziert werden tonnte, denn wohl keines der 42 Mitglieder dürfte jährlich 400 bis 500 Strahenoahnfahrten in Ausübung des Mandats machen. 3m Titel 51, Kapitalzinsen. sind wiederum, wie im Dorjahre, vorsorglich KW 000 Mark für die Wiederaufnahme des Zinsendienstes von stödtis xn Anleihen vorgesehen, so dah jetzt für diesen Zweck 200 000 M'- bereitg.'stellt toären- Für die Berzi.sung neu auszunehmender Kapitalien sind 130 000 ML angelegt Dieser Betrag ist bescheiüen, wenn man sich die auf dem Anleiheweg zu deckenden voraussichtlichen Kotten für die dringlichsten Ausgaben (Lchnlhausbau, Strahenpflastcrung usw.) klar macht- Am Schlüsse unserer Betrachtungen über die Betriebsrechnung registrieren wir der Vollständigkeit halber noch die Veranschlagungen der Steuereinnahmen: Anteil an der Aeichseinkvnmten- und Körperschajt^steucr 345 ODO Mark, Aeichsumsaysteuer-Anteil 100 COO Mark, Grunderwerbsteuer 83 200 Mark. BeranügungS- fteucr 40 000 M'.. Hundesteuer 24 170 Mk.. AuS- gkeichSmittel 525 000 Mk., Gebäude-, Grund-, Gewerbe- und städtische Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz 1 100 000 Mk. Einen weiteren Artikel werden wir der Vermögensrechnung widmen. Au^der Provinzialhauptstadt. Giehen, 3. Mai 1926. Die Finanzierung des Wohnungsbaues. 8m Donnerstagabend sprach im Saalbau Sauer Oberregierungsrat Hoppe- Dresden auf Beran- laffuna des Mieteroereins, der Baugenossenschaft 18Ö4, Der Ortsgruppe des Bundes Deutscher Bodenreformer, der Bereinigung der Wohnungslosen, der vauaenossenschaft stöbt. Beamten und des Gewerk- Ichaflekartell» über die Finanzieruna de« Wohnung sb aue? unter Derücksichti - g u n g berneuen Gesetzgebung. Der Redner behandelte zunächst die Frage: -Haben wir seit Bestehen bei Wohnungsnot (1918) bezüglich der Lösung des Wohnungsproblems merkliche Fortschritte gemocht?" Er zeigte an Hand von Beispielen die Unmöglichkeit der Beseitigung der Wohnungsnot auf dem Wege der freien Wirtschaf', da hierdurch u. a. die Erhöhung Der Wohnungsmiete über das eineinhalbfache des Friedenspreises zu erwarten und eine derartige Mietjteigerung nicht tragbar sei. In valutaschwachen Landern sei die Wohnungsmiete wesenllich geringer (teilweise nur vierzig Prozent). Wenn wir auf dem Weltmarkt wettbe- . AruShalHzhy UA >arf als ZuKh uKrstenÄIiLO^ beit un) sich ferne uo. eusn Voranschlag für fc. und D-gm. b. h. lfL ‘ totepenim durchaus un - ein Kapitel, überiks । km wird der mui 1 wichtige, unobtoeijbn, leiben müllen, veil nm schwach autoefattet hoi mögen sich bei der 2e- daran erimem, dah ft ien längst schon geratet ist. den mm noch ich» idlich Zeitigen sollte 'eujtung foO ouche pieber 60030 M. kob- ’n, mit bet Dech^se-,-. Ätctitcaftytr in War eb br teube am .Mehr Lch" ai^eeen etraben * Ächr Fvmde sehr tanfr: ntlicheAnlngen'soi »L Jagen üb« Dm» i gküM- zu unterbot* für die Strahendah' 7 auf 35729 M. MB e unb 20 000 «DtLun^ Einnahme M« Mk. 0‘8cnS wrie erechnung T« S faaen. 3nuned)m JHJ jilid) noch rund sM » üßenn nur auch aus , die Stadt iu Opsem s ™Ä’«h »Hl»® ÄroriMrbWmgtn)" Titel " mit ins iung der SM fio|-ltn k ©eften Staate auE^ die Ausgabe sur " k es *i?qabcnD hat * ie »«*! in. K5'bfr6,n0 6 „V ,nb. Venn ?? ftjflj« * Amtsgericht Gießen. ' Diesten, 29. April. Zwei Aachbarn in Wies eck, ein Wagner und ein Landwirt, sind seit Violen Jahren miteinander verfeindet. Kurz nach Aeujahr entstanden neue Streitigkeiten unter ihnen, weil infolge der damals herrschenden starken Niederschläge daS Regonwasser die Hos- reite des einen Aachbarn stark überschwemmte und dieser der Meinung war, der andere habe den Wasserablauf verändert und sei dadurch schuld an der äleberschwemmung. Es erhob sich infolgedessen ein Wortwechsel zwischen ihnen, in dessen Verlaufe der eine dem andern zurief i ,Worte mir Kerl, wenn ich dich kriege, wo ich dich gerne haben will, dann schlage ich dich kaput, damr machst du keinen Wogen mehr." Der Wagner erhob deshalb tpn'-xttfiape wegen Beleidigung, worauf der Landwirt Widerklage gegen ihn erhob, well elfterer ihn Söffer und AichtSnutzer genannt habe. Die Beweisaufnahme ergab wohl einen Beweis für die Behauptungen des Privatklägers, dagegen lerne Anhaltspunkte für die Richtigkeit der Angaben des Widerklägers. Dte Parteien verglichen sich hierauf dahin, dah der Landwirt seine beleidigenden Aeusterungen mit Bedauern zurücknahm und sich zur Zahlung sämtlicher Kosten des Verfahrens einschliestlich des Sonderhonorar» des Anwalts des Privatklägers verpflichtete. der Kriegszeu oeceim zu finben. mit ihnen frohe Stunden zu begehen und Erinnerungen auszutai. schon an gemeinsame Erlebnisse aus schwerer Zeit. Die geplante Feier wird in rein kameradschaftlicher Weise abaehalten werden, ohne jeden politischen und müitarildjen Charakter. Für den Feftausschus, amtiert I. Hofmann, Dffenbad) o. M, Friedrichstraße 4 I. •• Deutschnationale DolkSpar t et. Der zweite Vortragsabend, bei dem Abaev^dneter Prof. Dr. Werner (Butzbach) über daS Dhema .Wie lange noch Betrug am deutschen Volke?" sprach, erfreute sich wiederum eines sehr starken Befucho-5 Der Aedner ging zunächst kurz auf die hessischen Verhältnisse ein. Das Aufgeben der Selbständigkeit Hessens bringe weder dem Lande noch den Steuerzahlern einen Vorteil. Die hessischen Regierungsparteien hätten bewiesen. daß sie am Ende ihrer Kunst seien. Mit der sinanzieUen Mißwirtschast in Hessen müsse endlich aufgeräumt werden Die Oppositionsparteien würden sich mit aller Macht für eine Milderung des Steuerdruckes einsetzen. Der neue Steuerzcitei würde das beste Flugblatt sein im Kampfe vm da> Volksbegehren auf Auflösung des Hessischen Lairdtages. Zu dem eigentlichen Thema übergehend, betonte der Redner, bah die Revolution und ihre traurigen Folgen hätten verhindert toerben können. Gerade die Sozialdemokratie habe 1916 den Abschluss eines Friedensvertrags mit Rustland vereitelt. ES war ein Betrug am deutschen Volke, ihm Wilson alS den 'Retter aus den Kriegsnöten vor Augen zu stellen Was die KriegSschuldsrage beträfe, so habe der Sozialdemokrat KautSkt) selbst angegeben, dast Wilhelm II. keine Schuld am Kriege habe. Bezeichnend sei da» bekannte Wort Rathe- nauS. die Weltgeschichte haben ihren Sinn ver- loren. wenn der Kaiser als Sieger in Berlin einreite Am Ende derjenigen, die das deutsche Volk Jahre hinburch belogen und betrogen haben, stehen Darmat und Kutifker. Man habe dem Volke nichts erzählt von den 300 Regenten, die die Geschicke der Welt lenken. Auch habe das Voll nichts erfahren von dem Annerionismu» Erzbergers, der zu Beginn deS Krieges London durch Bomben in einen Haufen von Schutt und Asche verwandeln wollte Die Angriffe auf den .Kaiser und den Kronprinzen sollten die Blicke von den wahren Kriegsschuldigen ablenken Man werfe dem Kaiser vor. er sei nach Holland geflohen. In Wrrllichkeit habe Hindenburg dem Kaiser geraten. inS SsN zu gehen. Dadurch sei der Bürgerkrieg in Deutschland verhindert worden Die angekündigte Weltvevolution sei au«- geblieben und werde auch ausbkeiben. Die Lasten deS Dawesplanes werden dem deutschen Dolle die Augen öffnen. Davon konnten jetzt schon die Bediensteten der Reichsbahn ein Lied fingen Alle Bersprochungen, d« man uns gemcxht, seien nicht eingetroffen. Wenn Amerika mit seinen Kreditaktionen für Deutschland wie bisher fort- sahre, würden wir bald nur noch Gäste in unserer Heimat sein. Als die Sozialdenwkratie in der Regierung säst, wurden wir mit indirekten Steuern bis in die Dachsparren belastet Die 5ürftcncnLetgming fei nur eine Vorstufe zur Sozialisierung des Privateigentums. Wenn man darum ein Volksbegehren in Szene setze, warum solle es den Sparern verwehrt werden, ein Volksbegehren in der Frage der Auswertung au verlangen In der anschliestenden AuSspraci)e wurde auch auf die Wiedergewinnung der deutschen Kolonien hingewiesen, worüber sich Dr. Werner noch in seinem Schiustwort äußerte und u. a. kurz über die .Evangelische Volksgemeinschaft" sprach, die weiter nichts sei als eine Aeu- gründung der demokratischen Partei. •• Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 433 Ochsen, 59 Bullen, 8ö7 Färsen und Kühe, 438 Kälber, 117 Schafe und 3446 Schweine. " Die Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Kirch-Äöns, Griedel, Steinfurth (Str. Friedberg) und Hachborn (Kreis Marburg) ausge- brachen. In Affenheim, Stammheiin, Staden (Krcis Friedberg) und Unter.Widdersheim (Kreis Büdingen) ist die Seuche erloschen. Lrtzetterschuyes und der Arbeiteroersicherung ge- leistet, der Wohnungsfrage aber noch nicht die er- forderliche Bedeutung beigelegt. Zuerst komme ein aefundes Heim, damit der Mensch sich ausruben und für seine Berufsarbeit stärken kann. Die wichtigste Kultur fei die Wohnungskultur. Redner forderte eine gründliche Wohnungsreform. Dies« Forderung muffe gerade jetzt mit allem Nachdnick erhoben wer- den. wo jährlich 600 Millionen Mark für Woh- nungsbau zur Verfügung gestellt würden. Redner verlangte insbesondere eine gründliche Aenderung unserer Bodenpolitikoerhältniffe. Die Dodenpreise seien z. B. in Berlin zehnmal teurer wie in Lon. don. Es sei dringend notwendig, den augenblicklichen entscheidenden Wendepunkt in der Wohnungswirtschaft richtig auszunutzen und nicht gedankenlos beiseite zu stehen. In der sehr elngehenden Aussprache beleuchtete zunächst Regieningsrat Dr. R i n d f u st - Friede berg (Sfrcisamt) die fianzwirtschaftliche Seite de-> Wohnungsbaues, forderte Sparpflicht der Jugend und machte dann wertvolle Ergänzungen zu feinem hier kürzlich gehaltenen Vortrage. Stadlv. Mann weift darauf hin, dost die Wohnungsnot im Verhältnis in Giesten dreimal so grost sei, wie in Berlin. Giesten habe seit 1910 bezüglich der Zahl ber haus, bahungen am meisten zugenammen. Bis 1923 habe Giesten in der Wobnunaserstellung eine führende Rolle gespielt, seit dieser Zeit sei wenig getan wor- den, besonders in 1925. Reg. Rat Dr. Krüger (Vertreter des Kreises Giesten) bedauerte, dast viele Forderungen des Referenten sich nidit von heute auf morgen erfüllen kaffen. Der hessische Staat könne nicht mehr Mittel zur Verfügung stellen. Die zu weitgehende Ausgabe von Darlehen und Heber, nähme non Bürqf(haften seitens der Gemeinden Hält er für bedenklich Beig Dr. Hamm weist darauf hm, dast in Giesten 1023 Familien ohne eigene Wohnung feien, 421 Familien fitzen in NotwoHnun- gen. Er schilderte die ungeheuren sozialen Losten, welche die Stadt durch die Wohnungsnot aufbrim gen must. Weiter besprach er eine Reibe städtebaulicher Mastnahmeri, weist mis die Ursachen der Stei- aerunq der Bodenpreise hin und betont, dast durch Schaffung eines weitsichtigen Städlebauplanes dos Wohnungsproblem günstig gefördert werden könne. Bros. Dr. Gün 1 her beleuchtete hie Wohnungsfrage noch einmal vom nolkswirtschaftlichen Standpunkt, er trat für freie Wirtschaft ein und Hält eine wesentliche Steigerung her Mieten für unumgänglich, um bas erforderliche Baukovitol aufwtrinacn. Seine Ausführunaen stiesten teilweise auf starken Widersoruch her Dersomwluva. Der lebte Diskussionsredner Weigel- Alein-Virben klagte darüber, hast trotz Wahnungsnot neue Wohnungen infolge des hohen Mietpreises nicht zu vermieten seien. Nach einem furzen Schlustwort ber- Referenten, ber vor allem bie Ausführungen von Vrof. Dr. Günther zu miberlegen suchte, würbe die nnreaenb verlaufene Dersammüinq von dem Leiter, Reallehrer Heber- mehl, geschloffen. OberdesNscher Kunstverein. Am gestrigen Sonntag, vormittags 11 Uhr. wurde im Turmhaus am Brandvlah die neue Ausstellung d-'s Oberhessischen Kunst- oereinS eröffnet, die in erster Lime Porträts von W. T r a u t s ch o l d auS (Siebener Privat- besih der Oeffentllchkcit zugänglich macht; die Kollektion wird vervollständigt durch Bildniffe und einige Landschaften von Frau iktoria-Drog., Marktstr.5 H. 'JioU, 9kellstadt'Drogerie, Neustadt 28 Hans Noll. Vudwigsplatz-Drogerie Parfümerie Kock. Seltersweg 75 Herrn. Plank, Parfümerie, Seltersweg 8 P. floi. Möbs, Seifenfabrik, Mäusburgß Dienstag, den 4. Mai 1926, versteigere ich zwangsweise gegen Barzahlung, und zwar: 1. Dormittags 10 Uhr am Gemeindebackhaus, Bersrod 1 Grasmäher mit Dorderwagen und 1 Häckselmaschine. 2. Mittags 12 Uhr an der Wirtschaft von Verlach, Grotzen- Buseck 1 Standölkochapparat aus Aluminium (mit Kupferboden) und 1 Fatz Eisenlack 39970 Junker, Gerichtsvollzieher in Gietzen. Schweinemarkt Miederwaigern am Mittwoch, den 5. Mai, bei Bürgermeister: Beth. Uwe WWW WM UMWkl Ms» Reizender Blick von der herrlich gelegenen Terrasse auf die Baumblüte, das junge Grün des Waldes und das prächtige Landschaftsbild Saisongetränk Maibowle Wem hold der Maitrank nie gelacht Von Schiffenbergs Altan, Der kennt nicht deiner Gegend Pracht, Mein Gießen an der Lahn. SMMsMe, volle Benfion M. 5.50 Telephon 183 3915D DesondererReiziAbendaufenthalt auf der Terrasse im Mondschein Jugverbindung: l43, 433, 530, 652; zurück 7£, 912. (Es grüßen als Verlobte Emmy Rau Karl Heuhinger Polizei-Unterwachtmeister Wiese» Gießen, z. Z. 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B u k a r e st, Ende April 1926. Don lag zu Tag schält sich mit zunehmender Deullichkeit der wahre Kern der neuen Regierung Averescu heraus. Es war schon beim Abtritte der liberalen Partei kein Geheimnis mehr, daß B r a - t i a n u beim rumänischen Könige darauf hinwies, er holte die Betrauung einer Persönlichkeit für notwendig, die das von den Liberalen begonnene Werk der Gesetzgebung fortführte. Bratianu wünschte die Nachfolge des Generals Averescu, und ihn wollte er bei der Bildung feiner Regierung und seines Parlamentes unterstützen. Die Entscheidung des Königs ist im Sinne des Rates gefallen, der ihm von der scheidenden Regierung empfohlen worden war. In dieser Entwicklung der Dinge liegt das Programm der neuen Regierung Averescu. Unter Aufrechterhaltung der von der Regierung Bratianu ge- schaffenen Gesetze wird sie deren gesetzgeberische und politische Tätigkeit in gleicher Richtung fortsetzen, der Schatten Bratianus steht hinter Ave- rescu, der als Statthalter der Liberalen in absehbarer Zeit das Ruder des Staates dem in die Händc zurücklegen wird, der es ihm anvertraute. Neun gewesene Minister und ein einstiger Ministerpräsident befinden sich unter den Männern- von Aoerescus Kabinett, was jedoch lange nicht eine Gewähr dafür bietet, daß sie in sachlicher Beziehung dazu befähigt sind, die Staatsgeschäfte zu Nutz und Frommen des gesamten Rumäniens ohne Unterschied der Partei, Religion und ganz besonders Volkszugehörigkeit zu führen. Gestützt auf dieses Kabinett, wird nun General Averescu am 25. Mai in die Wahlen gehen. Auf die Dolkspartei, die einstigen Marghilomanisten und den siebenbürgi- schen Anhang der beiden Gruppen Goga und Gol- dis gestützt und sicherlich bei wohlwollender Haltung der Liberalen wird General Averescu in den Wahlen eine Mehrheit zu erringen trachten. Ob ihm dies gelingen wird, ist rin schwieriges Exempel, dessen Resultat niemand auch nur annähernd richtig auszurechnen in der Lage ist. Zwar sichert das neue rumänische Wahlgesetz der Liste, die 40 Prozent der abgegebenen Stimmen erreicht, 70 Prozent der gesamten Mandate zu, eine Zahl, auf Grund deren die stärkste Partei über eine tragfähige Mehrheit verfiigt. Eine sichere Beurteilung der neuen Regierung ist nicht leicht, da von seiner früheren Regierungszeit her Averescu als ein Mann von hartem Sinne bekannt ist, der den Verhältnissen des Landes gegenüber den Standpunkt einnimmt, die Dinge müßten so sein, wie Averescu sie voraussetzt und wünscht. Dazu steht der General auf dem gleichen Standpunkte wie das Magyarentum auf dem Sieben* bürgischen Landtage vom Jahre 1848 „Union oder lob!" Averescu hat jede Vereinbarung mit anderen Parteien abgelehnt, die nicht bereit waren, den bedingungslosen Anschluß an seine Partei und das bedingungslose Aufgehen in ihr zu erklären. Ob diese Einstellung des Jahres 1920 noch heute die Basis des Herrn Averescu ist, muß naturgemäß abgewartet werden. Gegenüber seinem damaligen Kabinett weist jedoch die heutige Regierung eine sehr bemerkenswerte Note auf, nämlich die fünf Siebenbürger, die bedeutungsvolle Posten in der Regierung einnehmen. Trotz des starren Standpunktes seines Parteiführers hat Oc- taoian Goga doch in Ciucea mit den Führern des Magyarentums den Pakt abgeschlossen, dessen einzelne Bestimmungen zwar nicht bekannt sind, von dem es aber hieß, daß er Zugeständnisse an das Magyarentum enthalte. Der zweite siebenbürgische Vertreter der Volkspartei ist Peter Groza, der durch seine gründliche Kenntnis namentlich des siebenbürgischen Verwaltungslebens und durch die offenherzige Kritik, die er seinerzeit an den Fehlern der alten Politik Averescus übte, bekannt ist. Zu diesen beiden aber treten nun die drei neuen Männer der Partei, Vasile G o l d i s, Jon L a p e - d a t u und Ion Lupos. Der erste, Vasile Golbis, ist der Verfasser der Karlsburger Beschlüsse, der sich auch später wiederholt mit starkem Nachdruck zu seinem Werke bekannt hat: Ion Lapedatu hat in seiner weit ausgreifenden Beschäftigung mit den Wirtschaftsfragen und als gewiegter Politiker sowohl in Rumänien als auch im Auslande einen guten Namen, unb bei Ion Lupos verbürgt feine gründliche Geschichtskenntnis eine gerechte Würbi- gung ber Verhältnisse. Nicht uninteressant ist ein Blick auf das R e - gicrungsprogramm, das sich Averescu und fein Kabinett. gesteckt haben. Die Regierung will der Verbesserung ber wirtschaftlichen Verhältnisse Rumäniens ihr besonberes Augenmerk zuwenben. Zwar finb bic Meinungen über ben rechten Weg noch recht geteilt. Das eine System hat ber gewesene Finanzminister Dintila Bratianu vier Jahre hinburch angewandt. Die Oeffentlichkeit Rumäniens hat fein System scharf verurteilt. Seine Wirtschaftspolitik war darauf eingestellt, zur Werterhaltung der rumänischen Landeswährung den Notenumlauf möglichst niedrig zu halten unb zu diesem Zwecke Georg Friedrich Händel. Von Johannes Heinrich Braach. Im Arbeitszimmer des Herzogs Johann Adolf auf Schloß Neu-Augustusburg zu Weißenfels meldet der diensttuende Offizier: „Der Herr Leibchirurgus und Geheime Kammerdiener Georg Händel." lieber die Schwelle treten: Eine wallende Lockenperücke, ein blaues, breitausladendes Staatsgewand, ein weißer, verschwenderischer Spitzenkragen, und ein Paar riesiger Schnallenschuhe mit roten Absätzen. Drei Schritte vor der Tür bleiben die Schuhe stehen, dos andere verbeugt sich tief. „Komm Er her, Chirurgus, das Knixen steht Ihm nicht, Er ist zu lange im Felde gewesen, nehm' Er Platz." Perücke und Staatsrock setzen sich entrüstet. Sie bildeten sich ein, weltgewandt zu sein. „Er hat einen Sohn, Händel, der ist ein Teufelskerl von einem Musikanten. Spielt da gestern nach der Kirche das Postlubium, als habe ihn der Herrgott auf die Finger geklopft." Die Perücke, schüchtern: „Schlecht? ,Lch finde keine Worte dafür. Die allen Hofdamen weinten, daß ihre geschminkten Gesichter aussahen wie Schwarzwurzeln, die aus bem Wasserbade gezogen werden. Händel, laß Er den Jungen Musiker werden." tin. n_ Der Staatsrock spreizt sich erschrocken: „Wie? Der Herzog: „Was?" Der Staatsrock beleidigt unb giftig: „Niemals. Ich will ihm guten Unterricht geben losten, aber für einen möglichst tiefen Stanb aller Inlanbpreise Sorge zu tragen. Deshalb hat Herr Bratianu bie Ausfuhr burch alle möglichen Einschränkungen unb burd) bie hohen Ausfuhrtaxen nahezu unmöglich gemacht, jo daß bie Erzeugnisse ber rumänischen lanbwirtscyastlichen Probuktion zu billigen Preisen im Inlande abgesetzt werben mußten. Die Einschränkung bes Notenumlaufs hat Hanbel unb In- buftrie in eine außerorbentlich schwere Kreditkrise gebracht unb hat eine fast unerträglich scheinende Geldknappheit herbeigeführt. Dagegen hat Dintila Bratianu es erreicht, daß die rumänische Währung vier Jahre hindurch verhältnismäßig stabil geblieben ist, daß die rumänischen Schulden im Auslands einer gewissen Regelung zugesührt wurden, und daß heute ein geregelter Haushaltsplan einen Ueberblick über Soll und Haben des rumänischen Staates bietet. Nun will die neue Regierung Averescu in bewußtem Gegensatz zur Finanzpolitik Dintila Bratianus ihre besondere Förderung der Landwirtschaft und dem Bauern- ft a n b e zugute kommen lasten. Die Freigabe ber M- Aufbewahrung Vezugs-Quittungen wird dringend empfohlen, weil sie im Verkehr mit Ser ag und Schlst- leiluni erforderlich sind. Auskünfte zum Nutz n der Leier (Secntivortung von Fragen in der »Schelle" u. f. f.) können nur gegen Sorlage der letzten Sczuge-Qu ttungen erie.lt werden. Verlag des Gießener Anzeigers. Ausfuhr soll der bisherigen Preisdrosselung landwirtschaftlicher Erzeugnisse ein Ende bereiten, ynd der Ausbau des landwirtschaftlichen Kreditwesens soll den Landwirtschaft treibenden Kreisen die Geldmittel zugänglich machen, deren sie benötigen. Es ist selbstverständlich abzuwarten, ob die in Aussicht gestellte Freigabe der Ausfuhr wirklich jo ernst gemeint ist, oder ob an die Stelle der bisherigen Hemmungen nur eine andere Methode treten soll. Ader auch dann werden selbst bei völliger Freigabe der Ausfuhr Hinbernisse zu überwinden sein. Rumänien hat eben schon die vor dem Kriege bestandenen ausländischen Absatzplätze für seine Erzeugnisse fast völlig verloren, und es wird emsigster Arbeit bedürfen, diese Gebiete wieder zu'gewinnen, die jetzt Jugoslawien, Ungarn, Polen und die Tschechoslowakei fest in Händen hatten. Zudem hot die Unbeständigkeit der rumänischen Wirtschaftspolitik dem Auslande jedes Vertrauen zu den Beziehungen mit Rumänien, und jede Lust, mit ihm Geschäfte zu machen, genommen. Auch dieses Vertrauen kann nur allmählich wieder zurückgewonnen werden. Will also Rumänien mit dem Auslande gute Beziehungen Herstellen, so muß in erster Reihe für die Reinigung des inneren Lebens Rumäniens Sorge getragen werden. Dieser Erkenntnis hat sich bisher keine rumänische Regierung verschlossen, aber keine hat die Tat dafür gefunden. Einen Weg dazu will nun General Averescu beschreiten, indem er die Erhöhung ber Beomtengehälter ins Auge saßt. Zweifellos leidet das öffentliche Leben Rumäniens unter dem Umstande, daß ber Beamte von seinem Gehalte nicht leben konnte, unb daß es als selbstverständlich hingenommen wird, wenn er auf unrechtmäßigem Wege sein Einkommen steigert. Ausführlich werben in dem Regierungspro- gromm bie Maßnahmen zur kulturellen Hebung ber Bevölkerung behonbelt, unb ber gleiche Abschnitt ist auch ber Kennzeichnung bes Regie- rungsstanbpunktes in ber Frage der Minderheiten gewidmet. Auch hier ist es grundsätzlich zu begrüßen, daß die Regierung dem kulturellen Ausstieg ihres eigenen Volkstums besondere Sorgfalt zu- wenden will, denn der Satz des Manifestes ist richtig, daß die Kultur immer ein Feld für die Verbrüderung war, und daß sie stets, die seelische Annäherung gefördert hat. Dieses Werk der Verbrüderung und der seelischen Annäherung wird aber nicht gefördert, wenn im gleichen Atemzuge verkündet' wird, es werde „für das Uebergewicht des rumänischen Elementes im Lande Sorge getragen werden". Ein solches Uebergewicht ist in gerechten Schranken schon dadurch gewährleistet, daß dos staatsführende Volk auf die gesamte Gesetzgebung unb bas gesamte öffentliche Leben ben maßgebenden Einfluß ausübt. Ueber diese naturgemäße Be- oorrechtung hinaus darf eine Staatsregierung auf nicht mehr. Wenn er die Verzücktheit besäße unb Musiker werden wollte, würde ich ihn zur Ader lassen, daß ihm der Schaum aus dem Munde bräche." Der Herzog darauf: „Mach Er, daß Er hinauskommt. Wenn der Junge Seinen Trotz geerbt hat, wird er Ihm noch einmal zum Tanze geigen, daß Er Strümpfe und Schuhe verliert." Perücke, Staotsrock und Schnallenschuhe verlassen fluchtartig das Zimmer. * Die Gondelführer in Venedig sind fastnachtsverrückt. Sie haben bunte Mützen auf, brüllen mit den narrentollen und kostümierten Insassen ihrer Kähne ausgelassene Lieder. Prinz Karneval hat dem Volke Lustbolzen ins Gehirn geschossen, und das entschuldigt oiel. Auf einem Feste der vornehmen Wett benimmt man sich gesitteter. Der Hauptspaß besteht darin, bei auftretenden maskierten Künstlern den Namen zu erraten. Die Aufgabe ist leicht, denn dos Können der einzelnen ist genau so bekannt wie die Art ihrer Gewohnheiten. Nur SoreUo hat einen so unergründlichen Boß, nur die Contessi kann ihre Nachbarn in eine so unerträgliche Duftwolke von Lavendelöl und Kamillentee setzen. Einen Vortragenden aber erkennt man nicht. Er muß erst kürzlich noch Venedig gekommen sein. Seine Gestatt ist fremd, und fremd die Art seines Klavierspiels. Es ist nicht so graziös wie das der italienischen Meister, bezwingt aber durch die Gewalt einer unvergleichlichen Erfindung und durch die stürmische Glut des Vortrags. keinen Fall gehen, denn ihre Pflicht ist es, für die Wohlfahrt oller Bürger des Landes Sorge zu tragen, die im Sinne der Staats Verfassung untereinander vollkommen gleichberechtigi sind. Es widerspricht diesem Grundsatz ber Gleichderechti. gung, wenn die Regierung verkündet, daß sie für das nationale Uebergewicht des Rumänentums einteilig Sorae tragen wolle. Und wenn in diesem Zusammenhang festgestellt wird, es sollten die Unterrichtstore vor den Elementen der Minderheiten nicht verschlossen werden, so ist ein an sich richtiger Gedanke in eine recht dürftige Form gebracht, in die altbekannte Form Bratianus, des ewigen Schot- tens Generals Aoerescus. Die Mandschurei. Von Professor P. Freye. Die Erreichung des offenen Wettmeeres war schon seit Peter des Großen Zeiten ein Grundzug in der Politik Rußlands. Die Rotwendigkrit, geeignete Aus- und Eingangshäfen für den dauernd wachsenden Handel des riesigen Landes zu finden, führte zu Peters Feldzügen mit Karl XU. von Schweden, führte schließlich zu den immer neu entbrennenden Kriegen mit der Türkei, und war stets ein Leitmotiv in der Dallan- politik des zaristischen Reiches. Doch der Drang nach Westen brachte nicht die restlose Erfüllung der russischen Pläne. Die Ostseehäfen lagen an einem Binnenmeer, dessen Zugang von der starken deutschen Flotte und bei einem Konflikt mit England auch von der britischen Marine geschlossen werden konnte. Die Eroberung Konstantinopels und damit die Kontrolle der Meeresstraßen zum Mtttelmeer wurde nie verwirklicht. So reifte besonders seit Beginn der 90er Jahre der Plan eines Ausgangs zum Weltmeer im fernen Osten. Die transsibirische Bahn wurde gebaut. Da jedoch der Endpunkt, Wladiwostok, während der Wintermonate fein eisfreier Hasen war, so führte naturgemäß der russische Druck zum Chinesischen Meer. Dahin aber ging der Weg durch die Mandschurei. Mit dem Bau einer russischen Dahn bis zur Halbinsel Liaotung am Busen von Tschili. wo Rußland sogleich die mächtige Festung Port Arthur und den Handelshafen 5) a Int) anlegte, mit den noch weiter zielenden Plänen der zaristischen Regierung auf eine Eroberung oder doch Unterwerfung des damals noch selbständigen Korea begann der japanisch-russische Antagonismus, begannen Schwierigkeiten mit China und nicht zuletzt mit Großbritannien und den U. E. QI., die dieser raschen Entwicklung Rußlands zur Großhandels- und Großflottenmacht genau wie Japan mit wachsender Beunruhigung zuschauten. Das junge, mitttärisch stark gewordene Japan warf bann, unterstützt durch englisch-amerikanische Finanzmittel, in dem glänzenden Feldzüge der Jahre 1904/05 die Heere der russischen Eindringlinge in den Kontinent zurück. Im Frieden von Vortsmuth wurde die Wandschurri in eine nördliche, russische, und in eine südliche, japanische Interessensphäre eingeteilt. Die Zivilverwaltung verblieb wenigstens nominell den Chinesen. Dieser Zustand hat sich in den Grundzügen bis heute erhalten. In ber Rordmanbschurei steht bie Chinesische Ostbahn als Schluß- glieb ber transsibirischen Bahn auf der Strecke von der russischen Grenzstation Mandschuli über Kharbin in südöstlicher Richtung bis zum Hafen von Wladiwostock unter s o w j e t ru s s i s ch e r Kontrolle, während Japan bie Süd - man dschurische Bohn von den Häfen Dalnh unb Port Arthur am Busen von Tschili in nörb» lieber Richtung über bie mandschurische Hauptstadt Mulden, die Stadt Tschangtschun bis Kharbin sowie die Zweigstrecke Tschangtschun— Kirin verwaltet. Mukden und Peking sind über Taku und Tientsin durch eine Hauptbahnstrecke verbunden, bie somit den Anschluß an das gesamte chinesische Bahnneh vermittelt. In dem vorjährigen russisch-japanischen Vertrage, ber ja überhaupt von weitgehendster Bedeutung für die Entwicklung ber Dinge im Fernen Osten ist, haben sich die Regierungen von Moskau und Tokio diese Teilung der gegenfeitigep Interessen garantiert. Chinesischer Militärgouvemeur ber Mand- schurei ist nun schon feit mehreren Jahren der Marschall T s a n g t s o l i n. Eigentlich ist er, wenigstens mit Bezug auf China, völltg selbständiger Herrscher ber Manbschurei, denn er kümmert sich herzlich wenig um gelegentliche Instruktionen der jeweiligen Regierung in Peking. Dennoch benutzt er hin und wieder die Dienste der chinesischen Gesandtschaften im Ausland für seine Zwecke. So hat er z. D. jetzt wieder durch den chinesischen Geschäftsträger in Moskau die Sowjetregierung aufgeforbert, ben russischen Botschafter Kharachan in Peking abzurufen, da dieser durch Verhetzung, besonders der Studenten, ben russisch-chinesischen Vertrag verletzt habe. Tschangtsolin wird von Japan gestützt urck) beeinflußt. Sein soeben beendeter Feldzug in loser Zusammenarbeit mit bem in Zentralchina buvch britische Hilfe stark getoorbenen Marschall Wupeifu gegen die von Sowjetrußland gestützten unb bisher unter General Fengyu - hsiangs Leitung kämpfenden Truppen ber chinesischen Volksarmee (Kuomingtschüni batte lediglich zum Ziel, einen maßgebenden Einfluß über bie chinesische Zentralregierung zu erlangen. Durch die Eroberung Pekings Hal Tschangtsolin seine Pläne wenigstens bis auf weiteres burd)- gesetzt. Der ihm ergebene Staatspräsident Tuan- t s ch i y u i bat nach kurzem Fluchtaufenthalte im Griandtschnftsvicricl die Leitung ber Regierung wieder übernommen. Roch nie zuvor war Tschangtsolins Macht so stark wie beute. Dennoch muh man, wie ja stets in chinesischen Dingen mit einer gewissen Skepsis bic weitere Entwicklung abwarten. Japan unb Rußland haben allerdings den oben erwähnten Vertrag abgeschlossen. Unb doch stehen sich ihre Schützlinge im Kampfe gegenüber. Der von Japan gestützte Tschangtsolin rückte gegen die Fengyuhsiangs Leitung unterstehende unb von Sowjetrußland unterstützte Äuomingtfdiün (Volksarmee) ins Feld. Unb als brittcr Faktor kommt der stark von England beeinflußte Marschall Wuveisu in Betracht. Tschangtsolin mit seinen Unterführern sowie Wupeifu sollen jetzt bic Zusammensetzung ber neuen Regierung in Peking bestimmen. Von Rordwesten aber, von Kalgan unb Urga droht auch weiterhin bie sowjetrussische Wolle, droht ein immer wieder mögliches Vorgehen der sowjetistisch ringeiteH en Kuomingtschün Truppen. Von allen heute in China maßgebenden Potenzen hat aber Marschall Tschangtsolin mit der reichen Mandschurei als Basis die bei weitem stärksten Machtmittel in Händen. Roch um die Jahrhundertwende, als Rußland nach Annektterung der Halbinsel Liaotung sich in Port Arthur und Dalny festsetzte, zahlte die Mandschurei bei einer Dodensläche von nicht weniger als 930 000 Quadratkilometer nur 3 Millionen Einwohner. Zum Dau der Dahn auf der Strecke Kharbin nach Port Arthur zogen die Russen chinesische Kulis heran. Es war kräftiger, nordchinesischer Menschenschlag, unb zumeist kamen diese Arbeiter aus Schnn- tung. Ihnen folgten seither Tausende von Chinesen, die sich in den fast unberührten, teils nur von Rvmaden bewohnten, aber be^rnoch außerordentlich fruchtbaren Lande als Qlderbauer unb in ben Städten als Handelsleute und Handwerker niederließen. Jetzt beträgt die jährliche Einwanderung etwa 200 000 Chinesen. Russen und Japaner gibt es in der Mandschurei etwa 400 000, erstere besonders im nördlichen Teil längs der ostchinesischen Dahn und letztere im südlichen Teile. Die japanische Einwanderung nimmt neuerdings stärker zu. Bemerkt mag hier werden, das) die Gesamtzahl der in China lebenden Deutschen heute schon wieder die Dorkriegszahl übertrifft, und daß auch unser Handel, mit China fast wieder den Vorkriegsstand erreicht hat. In ber Mandschurei bietet sich dem deutschen Handel ebenfalls mit Bezug auf Import und Export ein günstiges Feld. In der verhältnismäßig kurzen Z it seit der Erschließung durch die Dahn ist die Einwohnerzahl der Mandschurei auf 25 Millionen gestiegen. Raum ist aber auf diesem von der Ratur reich gesegneten Boden für mindestens 100 Millionen Menschen. Weizen, Gerste, Roggen und andere Feldfrü<^e gedeihen vorzüglich. Don allergrößter Bedeutung ist in der Landwirtschaft ganz besonders die oobabo^ne, bic ein wertvolles Hauptausfuhrprvdukt bilbet. 1924 wurden an Soyabohnen und Sohabohnen- produkten für 500 Millionen Mark Wert exportiert. HauptauSsuhr- und Einfuhrhafen ist das japanische Dalnh, und in zweiter Linie kommt erst das russische Wladiwostock. Im Bergbau hat die Mandschurei eine große Zukunft. Allein die Hälfte der enormen Eisenerzlager Chinas liegen in der Mandschurei. Daneben sind andere Erze und in besonders reichem Maße Kohlenvorkommen vorhanden. Trotz eigenen Verbrauchs, vornehmlich durch die Eisenbahnen wurden im Jahre 1925 nicht weniger als 3 Millionen Tonnen Kohlen exportiert. Stark interessiert am Bergbau sind bislang besonders die Japaner. Der Aufschwung des Landes zeigt sich in bem raschen Ottttvachs der Städte, darunter ber Hauptstadt Mukden sowie Kharbin und Kirin. Das japanische Dalnh im Süden hat sich zu einem Welthafen mit modernsten Einrichtungen entwickelt. Im vorigen Jahre betrugen bie Bruttoeinnahmen der gesamten unter russischer unb javanischer Leitung stehenden Dahnen der Mandschurei etwa 220 Millionen Goldmark, also mehr als die Gesamteinnahmen der übrigen Bahnlinien Chinas. Seit der chinesischen Revolution im Jahre 1911 hat sich bie Manbschurei meist einer besseren Verwaltung als bie übrigen Teile Chinas erfreuen können. Das war der günstigen Entwicklung natürlich sehr dienlich. Die Rachkriegsjahre Niemand wagt ein Wort, und beklommenes Schweigen herrscht, bis Scarlatti in den Saal ruft: „Das ist entweder der berühmte Sachse oder der Teufel." Und eine frohe Stimme antwortet vom Flügel: „Beides, Maestro, beides." * In der Throckmortonftrahe zu London bietet ein Kohlenhändler durch Schellen und Rufen feine Ware feil. Aus einem Gemüseladen heraus wird ihm eine Bestellung. Schnell hält der Mann seinen Karren an, schultert einen Sack und will damit die Treppe zum Keller hinab. Da ereignet sich das Unglück, daß ein Herr gegen ihn rennt und ihn samt seiner Last zu Boden wirft. „Donnerwetter, Mensch, daß euch der Satan hole." Der Kohlenhändler springt auf und nimmt zum Schlage aus, wird aber von einem Dazwischentretenden aufgehalten. „Halt, Meister Britton, halt." „Ah, Herr Babell, welche Freude. Nun ja — wenn der gefeiertste Klavierspieler Englands für jemand bittet, dann mag der laufen, wohin er will." Lachend darauf Babell: „Er hätte Euch Gleiches mit Gleichem vergolten. Dafür ist er bekannt. Wißt Ihr denn nicht, wen Ihr anrempeln wolltet?" Und er nennt dem Händler einen Nomen, der ihn fosiungslos erschreck!. .Herr, entschuldigt mich, wenn ich geahnt hätte--" stotterte er erregt. ,Lhr müßt mir verzeihen, denn ich bin der Schuldige. Doch sagt mir, was ich für den Sack Kohlen bezahlen soll?" „Bezahlen, Herr, bezahlen? Begnadet mich mit einem Besuche, und ich bin reicher entschädigt, als wenn Ihr mir hundert Guineen schenktet." ,Vch bringe ihn, Britton", spricht der Klavierspieler und zieht den anderen fort. Die Wohnung des Kohlenhändlers liegt in einem Hause, das sich weder an Baufälligkeit noch an Schmutz von den umliegenden auszeichnet. Es ist ein ehemaliger Stall mit darüber liegenden Heu. hoben. Der Stall ist Kohlenlager geworden, der Heuboden Wohnung, zu der eine schmale und bedenklich wackelige Leitertreppe führt. Als Hauptzimmer bient ein nichtiger Mufiksctton, die Wände getüncht, die Möbel alt und zusammengesteigert, die Instrumente ausgezeichnet. Hier empfängt der seltsame Kohlenhändler jeden Donnerstag die Ersten der musikliebenden Wett Londons. Als Babell den Fremden mitbringt, erhält dieser den Ehrenplatz neben der Herzogin von Queensberry. Britton ist begeistert und versichert immer wieder, daß dies der ehrenvollste Tag seines Lebens fei. * Eine alle gelähmte unb blinde Frau fitzt unter Kissen in einem rotfamtenen Ohrensessel vergraben unb lauscht hinaus auf bie Straße, über ber ein warmer Sommerabenb liegt. Jedes Pferdegetrappel und Wagengerassel läßt sie aufzucken, jedes noch so ferne Geräusch steigert ihre Ungeduld. Freunde und Bekannte sind heute in großer Anzahl bei ihr gewesen unb haben verschwenderischer ■er Weltbrand emporlodern. Das Hoke JrazkraS; alibewährH y* Ohne ödnlacke, ebne G^us - Kreis Bedingen. dem oberen Riddatgl, l.PIai. Oratorium als Siegesfeier gegeben wird, eilt das Volk in Hellen Haufen herbei und bereitet dem Werke und {einem Schöpfer pichr eschenwollende, begeisterte Hpldlgupgen. Erst jetzt trist Ruhe in pme hesvegtf Lebsspslip'.e ein. Noch Und trotz hes ßstwinpes ip Jrlqpd und trotz Nssperex Erffllge jp London die Gegper Händels nicht verstummt, aber von dieses Siegesfeier an werden sie ohnmächtig, denn das Volk bcgjppt Hepz upd Liebe in Bewunderung upd Ehrfurcht dem großep Musiker zu opfern. als sonst von dem großen Ruhme ihres Sohnes, der seinen Besuch in der Heimat angesagt hat, erzählt. Als die Greisin das Verrollen der Eilpost hört, will sie sich ausrichten, fällt aber kraftlos ip die Kissen zurück. Und schon kniet der Sohn neben ihr und netzt mit Tranen und Küssen die Hände. „Mutter", schreit er auf. Die Blinde ist glücklich und verklärt. Könnte sie sehen, so würde sie erkennen, daß die Züge ihres Kindes Gram und Entsetzen ausdrücken. Gram über das Altgewordensein und Schicksal der Mutter, Entsetzen über eine gespenstige Ahnung, die verkündet, daß auch er einmal ip der fürchterlichen Dunkelheit blinder Augen leben muß. Das Unglück macht vor keiner Tür halt. günstige Wetter der letzten Tage half den Bauersleuten ihre Arbeit fördern, so daß allgemein die Aussaat der Kartoffeln als beendet angesehen werden kann. Allenthalben scheint man zu Oberhessen. Lftypkxpjs Gießen. ---Aus dem Lumdatal, 1. Mai. Id Aus Aus der Durch das Weideland am Chester säuft ini No- vemberstprm ein Mann, der feinem Groll und Aerger dadurch Luft machen will, daß er mit den Armen über dem Kops herumfuchtelt, wie ein Windrad mit den Flügeln über der Mühlenhaube. Aus London haben ihn das Gewürm der Neider, die Mißgunst vieler Adeligen, Intrigen und Haß vertrieben. Mochte er noch so viel schaffen und der Welt Schönheit schenken, sein Werk wurde neuerdings verkannt und darauf Geifer gespritzt. In Irland will er Zuflucht suchen, aber widrige Wetter verzögern die Ueberfahrt. Das vermehrt seinen Zorp. Nach jedem Spaziergang kehrt er in einem Gast- Hause ein, um bei einer Tasse starken Kaffees und einer Pfeife Tabak Rückschau über die letzten Lon- ___ Zahl der auftretenden Wiesen- blumep schließt die Landbevölkerung schon immer auf das Ergebnis der Heuernte. Diel Wiesenblumen im Frühjahr sollen eine mqgere Heu- fF fjie ZF dar sehr gefördert. Auch bei den Operationen um und in Peking handelte es sich ja tatsächlich um einen Kampf der Mächte gegen Sowjetrußland, dessen Einfluß bei der Zentralregierung durch den ihm treu ergebenen General Feng-hu-hsiang und bei der Kantonregierung in letzter Zeit bedrohlich zugenommen hatte. Wohl schiebt Japan seinen Lschangtsolin und England seinen Wupeifu vor, aber beide Großmächte enthalten sich selbst in vorsichtiger Weise jedes militärischen Eingriffes, trotzdem doch Lurch wiederholte Zwischenfälle wie kürzlich bei Taku an der Peiho-Mün- dung genügend Dorwänüe geboten wurden. Ebenso greift auch Rußland noch nicht mit Machtmitteln offiziell ein. Scharf stoßen nicht nur Sowjetismus und Kapitalismus rm fernen Osten aufeinander — siehe dep Boykott Hongkongs durch bas bolschewistisch beeinflußte Kan- , ton — nein. auchdie2nteressen derein- z einen Mächte, und darunter ggiH besonders die Belange Japans, Großbritanniens und 'Amerikas stehen sich, trotz gelegentlicher Höflich- . keitserklärungen, diametral gegenüber. Es ist ge- * jährlich, mit dem Feuer im fernen Osten zu 1 spielen, denn leicht könnte daraus ein neuer WER. Frankfurt a. M., 1. Mai. 3n der vergangenen Rächt fand ip einer Wirt- chaft im Rördend eine Schlägerei zwischen ■erschiedenen jungen Burschen statt. Der Wirt. >er den Streit schlichten wollte, regte sich dabei o auf, daß er einen Herzschlag erlitt und bald Darauf »er ft ar &. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 28. April. -Unter Ausschluß der Oeffepklichkeit wurde gegen ejne frühere Hebamme wegen Lohnabtreibung, gegen zwei verheiratete Frauen wegen Abtreibung und gegen einen Kaufmann wegen Anstiftung dazu verhandelt. Die Falle liegen weit zurück, sind aber erst kürzlich zur Kenntnis der Behörde gelangt Die Hebamme erhielt unter Einbeziehung einer wegen früherer gleichartiger Verbrechen gegen sie verhängten, erst teilweise verbüßten Zuchthausstrafe von anderthalb Jahren eine Zusatzstrafe von einem halben Jahr Zuchthaus, von den beiden Frauen erhielt die eine tbegen vollendeter Abtreibung sechs Monate Gefängnis, die andere wegen zweier Abtreibungsversuche drei Monate Gefängnis, der Kaufmann wurde mangels ausreichenden Beweises freige? sprachen. Ein Blinder leitet espr ApsMrupg des Messias. Mit Seljgkeit horcht er den -igpep noch pno freut sich, daß auch das Leid der Krankheit ihn nicht von seinem Amte abbripgep fapn. Die Aptenfuge rauscht auf wie eip Preisgebet aps Meeren von Lippen zu Gott.' Die Zuhörer find befapgen ip Ergriffenheit. danp tost her rauschepde Peifall los. Handel tastet sich vor und druckt- Danks stürmisch und beklommen, denn feine Hnne sehen eine schwarze Gestalt auf sich zuschreiten. „Komm/ sagt dfese leise, „es ist Zeit." Da pipimt der Greis mit einer ruhigen Vxrbeu- gtipg Abschied von, Lebep der Theater und Konzertsäle. Er hat dem Altäre und Moloch dieses Seins mehr gedient als irgendeiner vor ihm. Als er nach Haust gebracht wird, weiß er, haß die Dunkelheit der Äugen sich bald in drin Lichte einer anderen Welt verklaren ipirb. der Ansicht zu neigen, nur soweit Äartoffelanbau zu treiben, als er die notwendigen Mengen zur Ernährung von Mensch und Vieh zu liefern imstande ist. Diese Einschränkung im Anbau unseres so wichtigen Nahrungsmittels dürfte wohl seine Begründung in dem allzu niedrigen Erzeugerpreis haben. Außerdem besteht zur Zeit picht die geringste Nachfrage nach Kartoffeln, von welchen noch größere Mengen in den Kellerp vieler Land- roirte lagern. Um diese vor gänzlichem Verderben zu bewahren, gehen nun die Leute dazu über, die Kartoffeln in größeren Portionen zu verMern, um dadurch die Anschaffung der viel zu teueren Kraftfuttermittel einzuschränken. — Nachdem zum größten Teil das S t e i n o b st ausgeblüht hat, läßt sich der Fruchtansatz pipigerma&en übersehen. In den tiefer gelegepen Obstanlagen haben die Kirschen sehr gelitten, so daß der Behang äußerst ungleichmäßig ist. Recht gute Aussichten versprechen allerdings die übrigen Steinobstsorten, die im Vorjahre eine sehr geringe Erntö brachten und für diesmal den vorjährigen Schaden durch eine reiche Ernte scheinbar auszugleichen suchen. Fast sämtliche Birnbäume standen im herrlichstem Btütepflor, sie sind nun aip Abblühen. — Wenn auch der Anbau von Raps (Wintersamen) in der Kriegs- und Nachkriegszeit vorteilhafter war, so hat er jetzt im Lumdatal etwas nachgelassen, aber immer noch winken unzählige Rapsfelder in ihrem lieblichen Gelb von den Höhen, wo Tausende und Abertausende von Bienlein einen überreich gedeckten Tisch finden. Kreis Friedberg. zi Bad-Rauhei rn, 1. Mai. Die in den Vorjahren, werden sich auch in diesem Jahre wieder zahlreiche Aerzte Deutschlands und des Auslandes hier zu einem Fortbildungs- jehrgapg treffen. Er findet am 20. und 21. Mai als 4. Bad-Nauheimer Pfjpgftkursus statt. Zur Behandlung steht diesmal als Hauptthema „H y perlen siop". Es werden sprechen: Prof. Volhard (Halle) „über den arteriellen Hochdruck", Dr. Koch (Halle) „über die pathologische Anatomie des Hochdrucks", Prof. Weitz (Tiibingen) „über den Einfluß der Erbmasse auf die Entstehung der Herz- und Gefäßkrankheiten", Prof. Schmieden (Frankfurt a. M.) „über moderne Herzchirurgie", Prof, von Gönczy (Budapest) „über praktische Herz- funktionsprüfungen", Privatdozent Dr. K a p f f - mann (Frankfurt a. M) „über spontane Blut- drucksenkungep und deren Folgen für den Organismus". Die wissenschaftliche Arbejt des Lehrgangs wird von künstlerischen pnd gesellschaftlichen Veranstaltungen der Bad- und Kurverwaltung umrahmt. 4 Bad-Rauheim. 1. Mai. Zur Durchführung der Reich sgesundheitswoche hatte sich auch hier ein Ortsausschuß unter dem Vorsitz des Beigeordneten Kling gebildet. Dank des Entgegenkommens der hiesigen Aerzte- schäft und der Vereine konnte ein wohl- durchdachtes Programm aufgestellt werden, das an verschiedenen Abenden eine ganze Reihe wertvoller Lichtbildervorträge bot. Ein Vortrag über „Körper- und Gesundheitspflege" wurde praktisch erläutert durch Vorführungen Sc s Turnvereins 1 860 und des Männer- t u r n v e r e i n s, die nebep dem Geräteturnen vor allem das neuzeitliche Frauenturnen mit seiner Betonung des Rhythmischen zeigten. Auch die Schulen hatten dem Gesundheitsunterricht besondere Beachtung geschenkt; sie konnten außerdem noch durch einen Lichtbitdervortrag siber „Mund- und Zahnpflege" aufklärend wirken. Dem Gedanken, daß die angestrebte Gesundung unseres Dolles nicht nur auf dem Gebiete der reinen Körperkultur liegen kann, sondern auch den Geist erfassen muß, wurde durch Deranstallung eines Sinfoniekonzerts im Rahmen der Gesundheitswoche Rechnung getragen, das als Sonderkonzert des Frankfurter Sinfonieorchesters Meisterwerke der Torllinst in vollende er Wiedergabe bot und einen starken Eindruck hinterließ. Für alle Deranstaltungen zeigte die Bevöllerung sehr reges Interesse. Besonders begrüßenswerr ist die Absicht des Ortsausschusses, es nicht mit den Deranstaltungen der „offiziellen Woche" beendet sein zu lassen, sondern im Laufe des Jahres weitere Arbeit im Sinne der Reichsgesundheits- wocke zu leisten. Die Aerzteichast hat für weitere Aufklärungsvorträge ihre Mitwirkung bereits zugesagt. Frankfurter Theater. Rolland-Premiere im Neuen Theater. Romain Rolland, der bei uns fast noch mehr pls in Frankreich geliebte Dichter, hat in seinem „S piel von Tod und Liebe" das Drama der Ideen geschrieben, jawohl, der Ideen, denn schließlich ist auch die Liebe nichts weiter als eine große Idee des Herzens. Rejn äußerlich ist dieses Spiel ein Nevolu- tionsdrqma, aus der Not des französischen Volkes von 1794 gegriffen, ein Glied aus der .$ette der epischen Dramen Rollapds. Aber über den grauenvollen Rahmen der Revolution hinaus sind es orej Menschen, drei Begriffe, drei Gewalten, Ideenträger, die sich hier gegenüberstehen. Courvoisier, seine Frag Sophie upd Vallee. Und pun beginnt die Tragödie dieser drei, eigentlich nur die Corvoisiers und So- phieps. Es ist unendlich zart und tief, was aus diesem Werke spricht. Es ist Rolland selber, der aus Courvoisier redet, und Albert S t e i n r ü ck zeigte in dieser Gestalt wieder seine überragende Künstlerschaft. Wenn er mit tränenerstickter Stimme sprach, um sofort wieder in ruhige Gefaßtheit und Sachlichkeit liberzugehen, schuf er restlose Erfüllung im Sinne des Dichters. Ihm zur Seite stand die Sophie Gerda Müslers; sie war stellenweise von stcckker Eindringlichkeit, trotzdem liegt gerade dieser Künstlerin ein Moderato oder gar Furioso besser als das Andante. Zwischen den Gästen stand der gut erfaßte Vallee Lothar R e w a l t s. Dr. Pfeiffer-Belli als Regisseur ließ das Spiel von Tod und Liebe, welches eigentlich ja das Spiel vom Leben selber ist, stimmungsstark erklingen. Der Beifall des Publikums dankte dem Werk, den Gästen und der gesamten Aufführung im reichsten Maße. L. W. Rundfunk-Programm. Dienstag, 4. Mai. 3.30 bis 4.30 plhr: „Märchep, Sagen und Legenden aus der hefmptllchen Pflanzenwelt", vorgetragen von Lehrer K. Stricker. 4.30 bis 5.45 illjr: Konzert des Hausorchesters: Operetten. 5.45 bis 6.05 Ahr: Die Lesestunde: Aus dem Roman „Pitt und For" von Friedrich Huch. 6.15 bis 6.45 Tlhf: Stupste der Stadt Kassel: „Die Gewinnung der Lymphe für Kinderimpfung", Dortrag von Sästitälsrat Dr. Richard Meder. 6.45 bis 7.15 Uhr: „Franz Schubert", Dortrag von Kapellmeister Hermann Scherchen. 7.15 bis 7.45 Uhr: „Die Modernisierung unserer Produklionsmethoden: Serienfabrikat und Fließarbeit", Dortrag' von Direktor Otto Behrens, Münster i. Wests. 7.45 bis 8.15 Uhr: Schachstunde. 8.15 bis 9.15 Uhr: Schpbertzyklus des Amar-Quartetts: Erster Abend. d.|5 bis 10.15 Uhr: Koloratur-Konzew mtt den andauernden Kämpfen der weihen gegen Oie roten Russen, mit dem Durchzug der Kol- Hchak-Ärrnee und den Umtrieben der weitz-russi- sehen Grenzkriegführer brachten woU allerlei Uff tzche in das Land, doch kam es auch über diese Zeit gut hinweg. Kharbin war damals die Hochburg der geflüchteten russischen Militärs und Beamten. Auch das hat sich nun wesenllich geändert. Marschall Lschangtsolin hat es verstanden, sich Macht und Ansehen in der ihm unterstellten Mandschurei zu verschaffen. Anter seinem Regime werden die Kämpfe und Reibereien zwischen den weißen und roten Russen nicht mehr geduldet. Durch Preisgabe seiner exterritorialen Rechte, seiner eigenen Gerichts- Larkell und anderer damit verbundenen Privilegien hat Sowjetrußland vielleicht in Kreisen der Zentralregierung und im übrigen China vorübergehend an Einfluß gewonnen, aber seine Machtstellung in der nördlichen Mandschurei wurde durch diese Preisgabe zweifellos in Vieler Beziehung stark geschwächt. Ihm bleibt kärglich die Verwaltung der ostchinesischen Bahm Japan tn der Südmandschurei hat dagegen aße, seine Jnteressenrechte einschließlich der Exterritomalltät bewahrt, und diese Rechte wurden durch den China von Japan im Frühling 1915 während des Weltkrieges aufgezwungenen Dertrag noch bedeutend verstärkt. Trotzdem befleißigt sich Japan gegenüber der Zivil- und Militärverwaltung des Marschalls Lschangtsolin. den es im übrigen insgeheim Rußland gegenüber stärkt und unterstützt. einer klugen Zurückhaltung. Das reiche und durch die Erschließung feiner Bodenschätze im Ackerbau, Bergbau und Waldbau an Reichtum rasch zunehmende Land bringt dem chinesischen Machthaber hohe, willkommene Einnahmen. Aber leider genügen sie kaum, um die kostspieligen Unternehmungen dieses aus einfachsten Verhältnissen zum Posten eines fast unabhängigen Mllitärgouverneurs und Marschalls rasch aufgestiegenen Mannes zu bestreiten. Allein die Heeresausgaben, ganz abgesehen von den Kosten des gegenwärtigen Feldzuges betragen jährlich etwa 140 Millionen Goldmark, und die Gesamteinnahmen des Landes können diese Militärausgaben trotz aller auferlegten Steuern kaum decken. Diese Steuern aber schaden der gefunden Entwicklung. In Mulden entsteht eine ausgedehnte Industrie, aber sie dient vornehmlich nur der Herstellung von Kriegsmaterjal. Das mit allen modernen Eiirrichtungen versehene Arsenal verschlingt jährlich schätzungsweise 50 bis 60 Millionen Goldmark. Tschangtsolln hat sein Heer für den jetzigen Feldzug sehr verstärkt und mit allen modernen Kriegsmitteln, darunter auch vielen Flugzeugen, ausgestattet. Vielleicht richten sich diese Rüstungen nicht zuletzt auch gegen eventuelle sowjetrussische Eingriffsgelüste und werden deshalb von Japan, trotz aller Vertragsklauseln, nicht nur geduldet, sondern sogar offen- doner Jahre zu pflegen. Er überlegt und forscht, kann aber nichts finden, was sein Los des Gemie- depwerdens rechtfertigt. Weiterkämpfep oder gleichmütiges Sjchhescheidep ist jetzt die Fragst Besoffene Matrosen aus dem nahen Hafen Varkgate treten jn die Schenke und gröhlen ein Lied, das sie an der Themse gelernt haben und das in schmutziger Weise den ehemaligen Operndirettor Händel verhöhnt. Da haut der nachdenkliche Gast seine tönerne Pfeife in die Tasse, daß Pfeifenkopf und Trinkgefäß in tausend Scherben gehen. „Jetzt gprabe", ruft er aus und eist hipalss. „Der ist verrückt", lachen ihm die Matrosep pgch upd singen ihr Lied weiter. Einige Wochen später wird der aus der Londoner Hauptstadt Geflohene in Dublin gefeiert wie ein König. ernte bedeuten, wenig Frühlingsblumen eine Vollernte. Diese Voraussetzungen stützen sich auf aufmerksame Beobachtungen und treffen zu. So find auch wieder in diesem Jahre große Flächen der Wiesen des oberen Ristdatales wie weiß überpudert, so zahlreich findet sich stellenweise das Wiesenschaumkraut, das die im vergangenen nassen Wsntep versumpften Wfesen- pieberupgen in Besitz genommen hat pnb sich hier breit machen kann, da wertvollere Gräser und Kräuter opf solchen Sumpfstellen zugrunde gehen. Das vepstlphte Wiesenschaumkraut wird bald vop Hahnenfußgewächsen abgelöst Werden, und die Talwiesen werden dann gelb gefleckt erscheinen. Zurzeit der Heuernte trifft die Sense dann guf den eben so reich blühenden Stellen pur wenige, als ViHfulWr minderwertige Blütenstengel, upd der Ertrag der Heuernte ist hier gering. Wenp gpch einzelne Wiesen berestä durch Eptwässernpasgräben für Austrocknung ihrer von Versumpfung bedrohten Wsesen gesorgt haben, so bleibt doch" noch sehr piel zu tun. Am den in diesem Jahre zu erspartensten Ausfall des Erpfeertrages ip spateren Jahren zu vermeiden, wäre eine blappiahige Entwässerung der im R iddag ruüd e ge- tegenep Wiesen dringend erfordexsich. Kreis Schotten. Id Schotten, 1. Mai. Mit Beginn des Frühjahrs gibt es auf den Stationen unserer Rebenbahn svieder etwas Leben. Das Heuverladen setzt ein, ^enn auch zaghafter als in den Vorjahren. Der Vogelsberg mit seiner wieder zunehmenden Vfehzu.ck kann ebep nur geringe Mengen seines vorzüglichen süßen Wiesen- heus abgeben. Nachdem den ganzen Winter über der Pflasterstein im Güterverkehr unseres Bähnchens fehlte und nur Basaltschotter verladen wurde, rollen nun wieder die ersten Wagen- adungen Pflastersteine ab, für Steinhruchsarbei- er, Steinrichter und Fuhrleute ein verheißungs- wlles Zeichen. Fast völlig ' fehlen in diesem Frühjahre im Zugverkehr die ehedem so zahlreichen Wagenladungen von B a u- t o f f e n. Die üblen Ersahrungep, die piele Bau- jerren des Vorjahres machten, die, ohne die Finanzierung ihres Apferpehmens geregelt zu haben, bauten und nun nicht aus noch ein wissen, Mahnen zu langsamerem Vorgehen. ' Da fast alle kleineren Kaufleute der Dörfer ihre Waren hurch das Lastauto des Großkaufmanns erhgltep, ist auch der S t ü ck g u k v e r t e h r der heimischen Bahnlinie so stark zurückgegangen, daß man höheren Orts schon davon spricht, eine Station des oberen Riddatales' aus Ersparnisgründen in eine Haltestelle umzuwandeln, ein Zeichen der nnßllchen Wirtschaftslage und der zunehmenden Automobilisierung des Warenverkehrs. -- Wie fast überall, bedingt auch hier die veränderte wirtschaftliche Lage, die es nicht mehr gestattet, diö in den meisten Jahren kost'- Ipielige Liebhaberei der B i e n e n z u ch t' zu pflegen, eine starke Verminderung der Bienenvölker. Da fast immer, so auch in diesem Jahre, das Klima es nicht zuläht, daß zur Zeit der Baumblüte — Großkampftagen der Bienenzucht — die nötigen Kampftruppen vorhanden sind, bleibt die F^ühtracht (Obstbäume, Raps) z. T. unausgenutzt.' Eine Vollernte ist somit den Vogelsberger Imkern saft stets versagt. Zudem sind die früher vorhandenen Absatz- moglick>keiten, da der bürgerliche Mittelstand der Kleinstädte verarmt ist, zum größten Teil dahin. Einheimische Geschäfte zahlest, von Auslandhonig beeinflußt, für den ganz vorzüglichen Vogelsberger Honig Preise, die die Bienenzucht kaum noch lohnend erscheinen lassen. Da baut der Vogelsberger Imker kurz entschlossen ab und hält nur poch so viel Völker, wie' sein Geldbeutel in mageren Jahren Vertragen kann. Erfreulich ist, ''daß trotz ' alledem 'immer wieder Naturfreunde sich dazu entschließen', Anhänger der edlen Jiplerer zu werden, und einen Bienenstand anlegen, eine Stätte edelsten Raturgenusses. ed Ober-Schmitten, 1. Mai. Auch hier ist eine <5 ch u l k lasse dem Abbau zuni Opfer gefallen, und zwar hie Anterllasse unserer zweiklassigen Schule, Pie, im Jahre 1910 errichtet und seitdem von Lehrer Sarnes unterrichtet, nun 'abgebaut wurde, weil beide Klassen in; laufenden Schuljahr pur die Gesamt- sckülerzahl 57 aufweisen. Im kommenden Jahre wird bereits die Stichzahl 60 wieder überschritten. Man bedauert hier den Abbau einer Schulklasse sehr. Lehrer S a m e s hat mit Beginn des neuen Schuljahres' die Unterklasse der zweiklassigen Schule im pahen Unter-Schmitten übernommep. _______________________ August Wilhelm, Herzog von Cumberland, hat die Schlacht bei Cpllobött siegreich geschlagen. Auf seinen Befehl haben die Henker des ganzen Landes mit der Ausrottung der Stuartanhänger so viel zu tun, daß die Schaffotte nicht mehr trocken von vergossenem Mute werden. Die Soldaten geben dem Herzog den Beinamen „der Schlächter", jubeln ihm aber mit den Londonern zu, als er wie ein Triumphator in die Towerstadt einzieht. Die Stände feiern den Sieger, die Künste wett- eifem miteinander in den Lobpreisungen des Loses, das Epgland für immer von den Ansprüchen der Schotten befreite. Der Taumel über die Errettung währt jahrelang, und als im zweiten Gedenkmonat der Schlacht ein Kreis Lauterbach. ö L auterbach, 1. Mai. Der Verein der ehemaligen Schüler der hiesigep Landwirtschaftsschule unternimmt zu Himmellahrt einen dreitägigen Lehrausflug. Die Reise führt nach Ludwigshafen und Mann- >eim, wo die Badische Anilin- und Sodafabril ind ihre Musterbetriebe und die Lanz-Werke »esichtigt werden. Weiter gilt der Landwirt- chaftlichen 'Versuchsstation in Darmstadt ein Beuch, und' am Rhein werden Worms, Bingen und das Riederwald-Denkmal aufgesucht. Preußen. Kreis Wetzlar. CO Msipchhoszhausen, 1. Mai. Bej einem hier eingesührsssn Txapspott Ferkel wurhe hie Mgul- und Klauenseuche sestgesteüt. Von dep Ferselp sind quch solche nach Dorlar und Lsitz'ssl- hüben verkauft worden. | Groß-Rechtenbach, 1. Piai. PepsineLster Carl von hier blickt am heutigen Tqge auf eine 2 5 j ä h rsge Diep st zeit ass Gemeindete n t m e i ft e r der Bürgermeisterei Rechtepbach zurück. Er hat die Kasten der 14 Gemeinden der Bürgermeisterei Rechtenbach mit rund 800Ö Einwohnern, sowie die Bürgermeistereirasse während seiner 25jphrigen Dienstzeit mit vorbildlicher Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit verwaltet. Herr Earl war früher Bürgermeistereisekretär in Krofdorf. Kreis Biedenkopf. — WSR. Biedenkopf, 1. Mai. Die M o torrad-Raserei wurde gestern dem 7. meister H e inzerling aus Diedensopf zum Verhängnis. In sausender Fahrt pafsierie er 6i'c Landstraße nach Riederlgasphe, obwohl diese stellenweise sehr uneben ist. Wahrscheinlich verlor er bei einer größeren Vertiefung das Gleichgewicht und stü rzte m^ b em Rade. Mit schweren inneren Vertetzppgen wurste er im Krankephaus eingeliefert. Mlnngcm. Das £ G standen un Ämbei Spiele, so heilen nid) .Umstand, i feine einen insofern bi sjverem Of alledem ivu ersten Man strebende E als Gegner, al- 'Landes SÄeMste in der hau entipiddtc, natüilHm zahIenuM Tätigkeit! durchgessti gleichfalls beim Abp dem Wiei -Umstgnder rend Mai im Süden kurz war hegen iprf; verlassen, ß zu ßilse, e obgrtvehrt, gesandt tou (;)J ei"ö s Sieg der 8. Fartsxtz "Lassen Jlnb bi W behs lchn 2M alfttef ein z Ngchbar getauft, ön M gab und Entdeck ,, A lind klelden. Diese ^unteren Fg 9Qnen auf ch 4anj m ö. ,-^a wir ^a-ilein Br Ms zu fei lollen wir f A Be <,e9 voll R , . p? Wo. r»se>ss: in öu* dem Cte ... Re hafte ki zwei Ru! 59* m" bieten, Si te wich durch die S die qlten j schcssep zu in Schwunc Sieg sicher lehrend. ' PsahmMi Frei schloM Seite, aus 1:0 für i -Mell ball, w fi' illM QIu« üue langen.K einigest -u einzelnen noch efwa tretenJf1 dein D st W Alte-W aroui :u ÄeM diesmal nc Durch 5o1 ersten Marhstfg Zeit das . kommen, den die < teilfes 2 einem Ge konnte W auf S-ck müssen- 2 IMieicy eilte kleine konnte M hes Stums lieh dem 6; toi V mW«! UW L?QMlabt ^öefuÄ^aen en. ?Ur. 4^hyN Sä' *w NW LB SÄßj »*Ma sert-^^gz/vF Ul. J- ®., 1. Mj. 3n 6 bj eines- Djri" Jagerei ziiM^ Oatt Der VU *?A;y H dabri ol^las eM lirfb rrtes bt (Sieben. ■ Antex Allsschluh ’b?t eine sriW'Hebamr 'gen zwei verheirrtckc and gegen einen Saul- dazu versande!!. Lj; sind aber erst khrM )e gelangt. Sie e^chung eiger stiegen buchen gegen sie per- buhten ZuchthauLsirasc eZusatzstrasevvn Zuchthaus, von den eine tveaen bstllendetex ite Gefängnis, die reibungsvefsuche drei her fäufmM iburb; XetoeifeS freigc- V r Theater. SH.’® ibeen, beim W1^1 dieses sPlell'n/$0Ke5 des Kd ej*$ ‘ LLZÄ» -LS-W! LSxL» zart und b 6er aus I NS#. eÄ'(f Ne iberl Sie'N l J.^r, t ßf Ä x iin StNne -eflIo^Ye6*ß? ,e stand i"? ®gT(r U- kft'8» ®K’ t aerobe gj» ho5 An iuriojo #a t criab en W ;' fer^cl* %r !ß e'mE‘h Liebe. Ms. rvtzramm. >. Mai. „Märchen, Eggen und itlichen' PflänzentE". K. Stricker. 4.33 bix usvrchesters: Ostereiirn Lesestunde, Äs dein von Frixdrich Huch che der Stadl M’L Lymphe für Kinder- Wlälsral Dr. Aichard ihr: „Franz Schubert, er Hermann Echerchen. Modernisierung unterer riensabrilat und Sflej tefö ott; dis 8.15 Hr: Schach' hr: Schuberlzyl us d^ Äbend. .pbrsW Turnen, Sport und Spiel. Sichen (3pgcnb) — Lollar (3ugcnb) ß:l. tel mit •naanroa« Nachdruck verboten. 8. Fortsetzung. Erwartungsgemäß endete Gießen Lollar. Die in der Entwicklung begriftc- nen Lollarer muhten den technisch überiezrnerc.x Gießener ntn 6:1 Toren Sieg und Punkte über- Dxr Mond schwamm friedlich im blauen Lust- ojean. In den Fliedcrbüschen schU.g die NqchiigaU: von Qröns Linden her antworteten zwei Rivalen. Die Flut haste vor einer Sfttndp eingefaßt, mit den einströmendcn Wogen kamen Segler horch die t)kachr den Strom herauf.' In den Kastanienbäumen vor dein Zimmer der Schwestern huschelten die Vögel, bisweilen y»"A- 5)ic Isa.-Mannschqst Gicßn-> stourde von den Agdheinsern. die sich in verhältnismäßig kurzer Zeit eine reiche Spielers ährung aheigneten. r-‘ einer empfindlichen Rieder! age hr.mg.schickt. Das lachende Haus Roman von Sophie K l o e r h. „Sie sind auf gqpz falscher Fährte, Frau Qual mann. Meine Töchter und öcj junge Steffen, wenn Sie den pieiqen, sind gute Kameraden und weiter nichts. „3a, ja, ja, ich kann ipir ja dpnkssn. daß Sjss da noch njch gern von reden wollen- Aber glauben oie mir, Frau Bunsen, sic sollte sich nicht jo viel besinnen. Der beste Apfel schrumpelt, penn er zu lange liegt- Ra, ich muß piql wieder richer zu ipeinen Bekanntest." Ille legte sich in die Riemen, dgh sic sich bogen. Iven sah über die Schulter zu ihr zprsick. „Sie schpiness seetüchtig, co hab' ich noch keine jispgc 2>ame_rubcrn sehen." „Nicipe «chwestssrp können es ebenso gut. Wfr sind olle drei Wasserratten." „Dückern und schwimmen pie dje (fnten". iteUte Ehsistian fest. „Sie sind hier am ganzen Deich bekannt." Er sah wohlgefällig, roie Jllcs Bronzegesicht kaum ein wenig rosiger wurde von der Anstrengung. Frau Margits Großmutter war Javanerin gewesen, das heiße' fremde Blut schlug wieder durch in der prenkelin- , _ Rose ries aus dem zweiten Boot. Heider Stessen wolle eigen Weltlanf. Wie beide Boote durch die aufsprißenden Wellen jagten, standen die Sonntagsgäste am Ufer still und verfolgten sie M't .ihren Blicken. „Bah," sagte ein dicker Mann, der selber nicht am das Wasser ging, „da if* nscht viel bei. Das sind welche, die treiben das iür Geld." Piepenstehl, der sich einen netten Nachmittag am Ufer machte, lachte gemütlich. „Nee, Herr, bat sünd uns' Deerns, bat sünd weck von de 'Jßaterfapt- De hebden all mit sief Johr de Riems in f)änn hadd. Er folgte ihnen mit den Blicken. „Ille heft en bannigen Tog, öwer Thora höllt beter dörch." Da bogen sie um' ünb fuhren in einen Kanal Mag sah sie nicht mehr. „Lassen Sie sich gern von ihr beeindrucken!^ „find die Sprache steht ihr zu Gebote." Sein Gesicht behielt immer den gleichen, ruhig sfeund- iichcn Ausdruck, aber Illc sah im tiessten Munb- wlnkcs ein Teufelchen, und plötzlich begriff sie, daß ihr Nachbar — sie hatte ihn im stillen Jens Appeldorn getauft, seiner gedeihlichen, blühenden Frische wegen — durchaus nicht so harmlos war, wie er sich gab und aussah. Ganz üergpygt wurde sie bei dieser Entdeckung. „Jg, und sie weiß sich mit so viel Geschmack zu j kleiden. Dieses entzückend leuchtende Blau zu den munteren Farben ihres Gesichts. Und der Bltimen- - garten auf ihrerp Haupte " „Ganz meine Meinung, gnädiges Ffäulein." „Da wir Hausgenossen fein werden, dürfen Sie Fräulein Bunsen sagen. Das andere hält auf die Dauer zu sehr auf. — Aber Mucks hat recht: Was sollen wir hier den ganzen Nachmittag versitzen? 3ch muß Bewegung haben. Unten liegt dxr ganze ' Stea voll Ruderboote." Das Wort schien vorn ganzen Tisch verstanden zu sein: in zwei Minuten war cches, was jung war, aus dem Steg und hinein in zwei Boote. Ilse hotte sofort die Ruderbank inne und griff zu zwei Rudern, Lornsen setzte sich vor sie. und Christian mußte steuern. Das konnte man ihm an- Dcrtrauen, er mar umsichtig und vorsichtig. Im zweiten Boot saßen Heidcr und Steifen und Thora an den Riemen, während Rose das Steuer handhabte. So slitztcp sie hinaus in den Strom. Frau Qualmann war ihnen nachgelaufcn bis auf die Brücke, sie schrie und gestikulierte und wünschte Hals- und Beinbruch. Mit viel Gelächter landete sie wieder am Kafscetisch. „Nein, ich mag solche jungen Leute" zu gern. Und sie halten alle was von w>r. Ihre Mädchen, Frau Bunsen, mit denen neck ich mich gap zu gern mal en b fischen. Na — nun sind wir ja unter uns — wird es wohl was.' „Ich weiß nicht, was Sie meinen." „Gott, er läuft doch schon seit 'nem Jahr ihr zu Gefallen. Thora sollt' sich man nid) io lange be sinnen, es ist schon mancher wieder abgesprungen.' FuhbaS. D. s. B. (-) Dav Spiel der ncuqusgcftcllten Schüler- mannlchaft "gegen die Schüler bei Sportvereins Heuchelheim endete nftt einem 2:0- Sieg der kleinen Gäste Was die 3). f. B.-S 4) ü c l c r an technischem EinzcUönnen beut Dcgper vorausbgttcn. wog dieser durch die größere Durch- schlagskraft keines Sturmes. besonders der rcajtcn Seite, auf. Es wäre ioohl beim Aqlbzettresultat 1:0 für Heuchelheim geblieben, wenn nicht dec Torhüter der Platzmannschaft einem sa-'cu Rollball. in der Annabme, daß dieser im gebe, irrtümlich den Weg zum Tor frejgemachi pätte. Auch alle übrigen rechtfeptigtep voll die Artva^ tungen, die man auf sie gesetzt hatte. Wenn nach einigen Wettspielen daS 'Verständnis zwischen den einzelnen Mannschaftstcilen und Spielern sich noch etwas gebessert hat. wird das weitere Auftreten der jüngsten Fußballmannschaft Gießens dem 33. s. D. viel Freude und Ehre machen. Anschließend an dieses Spiel ^traten d>e Alte-Herrenmannschafien der .,D e s e i n i g t e n" Marburg und 33. f. 'S. Pas Spielfeld. Gleich zu Äegsnp merkte man. daß die Platzmannschaft diesmal sich den Sieg nicht nehmen lassen wollte. Durch Halbrechts fiel denn auch schon in der ersten Ljertelstunde das Führungstor für D. s. 2. Marburg übernahm dann seinerseits für einige Zeit das Kommando, ohne jedoch zum Erfolg zu kommen. Beim Stand von 1: 0 für 33. s. B. Wurden die Seilen gewechselt. 3iad) der Pause verteiltes Spiel mit wechselnden Angrisfen. Dei einem Gedränge vor de n Tor der Einheimischen kopnte Marourg ausgleichen,'um dann kurz darauf Gießen wiederum in oMhrnng fassen zu müssen. Masburgs Demuhen um den nochmaligen Ausgleich drückte sich in der folgenden Zeit durch eine kleine Ueberlegenhell aus. Gießens Deckung konnte sich nicht immer her planvollen Angriffe des Sturmes der Vereinigten erwehren und überließ dem basd 50jährigen V. f. V.-TorPann manch ^schwere Sache", die dieser aber in glänzender Weise erledigte, bis ihp bapp doch durch scharfen Schpß Has Geschick ereilte und ihm der Ball durch die Hpnde ins Tor ging. Damit schienen die alten Sepiefter Plarburgs ihr Pulper verschossen zu haben. 03. f. B. kam wieder sehr gut in Schwung und stellte durch ein drittes Tor den Sieg sicher, so das Resultat des Vorspiels rnp- kchrend. Der Rest der Spielzeit gehörte per Platzmannschaft, die mit 3:2 Sieger blieb. Freie Turner^chaft Gießen. Gießen I — Marburg I 1:1. £ Die Verbandsspiele am gestrigen Sopntqg standen unter keinem besonders günstigen Zeichen. Außerordentlich heftiger Wind beeinträchtigte die Spiele, so daß die gewohnten technischen Feinheiten nicht so augenscheinlich wurden. Auch der Umstand, daß von den führenden Mannschaften keine einen eigentlichen Vorsprung hat. hiqd)t sich insofern bemerkbar, als die Spiele mit intensiverem Ofsenstvgeist ausgetragen wurden. Trotz- alledem wurde recht guter Svort geboten. Bei den ersten Mmmschaften hatte Gießen die aufwärts- strebende Elf des Männerturnvereins Marburg als Gegner. Gießen wählte sich den starten Wind als Vundcsgenossen, konnte während der ersten Spielhälste zwar erreichen, daß sich das Spiel in der Hauptsache in der Hälfte der Marburger entwickelte, war aber nicht in der Lage, die in den natürlichen Ursachen begründete ilcbcrtegenbeit zahlenmäßig zum Ausdruck zu bringen. Die Tätigkeit der Marburger blieb auf einzelne forsch durchgesührte Durchbrüche beschränkt. Die aber gleichfalls resultatlos verliefen, so daß die Partie beim Abpfiff der ersten Halbzeit 0:0 stand. Okach dem Wiederanstoß versuchte Gießen unter allen Umständen die Führung an sich zu bringen, während Marburg ebepfalls versuchte. Den Wind im Rücken zu seinem Vorteil auszunutzen. Marburg war aber geschwächt, ein Spieler mußte wegen iprspartlichen Verhaltens das Spielfeld verlassen. Endlich tarn den Gießenern das Glück zu Hilfe, ein Handelfmeter, der vom Tormann abgewehrt, aber im Rachschuß unhaltbar ein-- gesandt wurde, brachte eine Wendung. Gießen Turn- und Sportverein Wie^'eck. wieseck II — Alsfeld II 0:2. L Dte Er,le war spielfrei, Demzufolge fehlte der sonst gewohnte Zug nach dem Sportplatz. Die licpgcgrünbcte zw-itc Mannschaft Wtesecks trat zu ihrem ersten Verbandsspsel gegen die in guten! Rus stehende Alsfelder Zweite an — um zu verlieren. 2:0 für Alssetd lautete das Resultat beim Schlußpfiff. wieseck I f3pgepd) — Raupheisy s (3ugenb| 0:p. Dje erste 3ugcni) Wies.'cks tpqf mit der ersten Jugend Raunheipts ^usaprmetz- Letztere stellte eine körpceltch weit übersegenerp Manpschpst, wahrend Wicscck über besseres Köppen Dcijügfo. Das Tresfep endete torlos und uncptschiederv Mit 0:0 Toren sind 1:1 Ppnktem trennten sich dje Gegner- Das vorgesehene Gesellschaftsspiel her zweiten Ipgenbmännfchaften Wicsecks und Reunheims mußte wegen der vorgerückten Zeit (bev Platz war bis 3 Uhr Anderweitig besehts aüsfallen. Freie Turnerschaft Heucheiheim. Heuchelheim I.—Dehlar I 0:1 (4:7 Ecken) £ Zum fälligen Serienfpiel stellten sich gestern zwei gleichwertige Gegner dem Schiedsrichter zum Kampf um die Punkte. Bon Anfang bis zu Ende äußerst scharfes Spiel, bas aber immer in den erlaubten Grenzen blieb. Der Glücklichere blieb hier Sieger. Wetzlar hatte bfn Ißinb als Bmidesgenpssen und brückte stark, efmest eine Ecke, welche nichts einbrachtc. Ein ßkgcngngriff Heuchelheims endete in einer Eck»-'- E>N für Petzlgp gegebener Elfmeter wurde verschossen: ebenfalls zwei weitere Ecken. Heuchelheims Torhüter hatte reichlich Arbeit und meisterte die schwersten cachssn. Kurz vor Halbzejt wurde vop Wetzsqr ejpe schöne Flapke zum 1. und siegbripgepden Tore cingesapbt. — Pach Sssifen- mechsel war has Bild etwas peräpbert. Eip für Heuchelheim gcveper Elfmeter mürbe versiebt. Die Hiptcrmannjchafl der Einyeimjsihen grheileje vorzüglich, jeboch der £ti|rm mar picht ganz auf dem Postep. Der verdjepte Wsgleich piäre erreicht worden, wenn die tieaner' auch in der' zweiten Hälfte ihr offenes Spiel pcjvehalten halten. Außer einigen Ecken tonpte beiderseits pichss mehr erreicht werdep, und fo verließ Wetzlar zppi Sc^liiß als Sjegxr bep Platz. Mit djescm Resustat ist eine beachtliche Ber- schiebung im Tabellenstand e-ngelreten. indem Wcj> lar nunmehr mit 1 Pupkt Borsprppg die Führsing hat. Heuchelheim äugend—Wetzlar 3ugend 1:2 (1:0), 2:3 Lcken. Bor pepi Spiele der 1. Mannschaften fäpippc die Jugend tim die Punkte. Zuerst fanden sich beioe nicht lassen Rodheim I — Gießen Ha 0:4. fühpte 1:0. Das Spiel würbe nun aufgeregter Marburg drängte auf Ausgleich. Gießen wvllte den geringen und muysam erkämpften Dorsprung hallen und noch vergrößern. Unter diesen Umständen hatten beide Torhüter reichlich Gelegenheit in Aktion zu treten. Wenige Minuten vor Schluß tarn es aber doch zum Ausgleich, indem Marburg eine Ecke nach kurzem präzisen Zuspiel einsenden konnte. Mit dem Schtußvfiss pes Schiedsrichters teilten sich beide Mannschasten ip die Punkte. Der unentschiedene Ausgang dieses Spieles bedeutet für Gießen, das ohne seinen sehr guten Mittelläufer spielen mußte, den Tcp lüft der seither innegcfiablen Tabetsenführung. Viehen ss — IHajrburg ls' 3:2. Erfolgreichrr waren die unteren MaimsHgisep E.eßrns. Das Spiel der zweiten Ma.msck)asten der gleichen Dep-tne kpnnten sie 3:2 für sich entscheiden. ganz zurecht, bis kurz vor Halbzeit Heuchelheim in Führung ging. Nach Wechsel drückte Wetzlar, tonnte jedoch außer drei Ecken nichts erreichen. 10 Minuten vor Schluß jaqbtc Wetzlar rum Ausgleich und kurz darauf zum sipgbringenben Tor ein. Heuchelheim II.—Wetzlar II. 10. Wetzlars Zweite stellte sich gegen hie Gleiche Heuchelheims zum Gesellschaftsspiel. Bon Ansang an schönes offenes Spiel, mußte aber wegen des cinjetzcnden Regens 20 Minuten früher abgcpfiffen werden. Heuchelheim konnte als Sieger den Plati verlassen. Das einzige Tor fiel in der 20. Minute, es wurde nicht eine einzige Ecke geschossen. Verschiedene Angriffe auf beiden Seilen wurden von den Tor- Hütern geineistsssf, und fo plixp das Spiel dis zum Schlußpfiff. Turn- und Sportverein Frontzausen. Fronhausep 1 — Leun I 1:0 (Ecken 0:5). L Am gestrigen Sonplag trafen fich in Fronhause,z zwei gleichwertige Mannschaslen Aum idlltgep Seriepjpiel. Cs begann sofort ein slotles Spiet, von beiden Seiten wurde start gedruckt QTa* 15 Minntcil Spieldauer setzte Froi-Hausen den ersten und eipzigen Treffer. Leun drückte jetzt scharf nach vorn, um auszugteichen. was aber nicht gelang. Rach der Halbzeit ging Leun noch mehr aus sich heraus. Arer alte Mlllcl die manchmal bart die Grenzen des Erlaubten ft reiften, brachten an dessen Resultat (eine A.nberuug. Lean war Fronhausen lcrperlich üpeplegen. Äber die flinkep Fronhäuser ersetzten dies durch größeren Eifer. Fronhausen spielte mit Ersatz Die süddeutschen Futzdall- Meisterschastsspiele ergaben gm gestrigen Sonntag in den, wichtigen Spjel um Den dritten Platz in der süddeutschen Meisterschaftstabelle (und damit die dritte süddeutsche Vertretung in den Bundes- rneisterschaftsspielen f einen 4:1- Sieg des F. S. V. Frankfurt über V. s. R. Mannheim, wonach beide punktgleich sind und der F. E. D. Frankfurt noch ein Spiel austrägt. S. Vg. Fürth und Karlspuher F.V. spiekten 4:0. Bayern München schlägt den H. 5. B. knapp 4:3. Deim Süddeutschen Meister. Dghern- München. weilte gestern der Hamburger Sportverein und verlor knapp mit 4:3. Die Berliner Futzball-Meisterschaft hat im ersten Eichscheidungsspiel zwischen Den beiden Aaterlpngsmeistern Hertha JB. S. C. und Rordep--Rorhwest einen 7:0-(3:0)Sieg Her-fhas ergeben. Um die südostdeutsche Meisterschaft. Das Entscheidungsspiel um die Südostdeutsche Faßball-Meisterschaft zwischen Breslauer S. C. 08 und Dcktoria-Forst in Breslau endete gestern nach Hartern Kampf unentschieden 2. 2 (0:0), muß also wiederholt werden. Das Futzball-Länderspiel Belgien-Holland im Amsterdamer Stadion endete mit einem un= erwapset hphen 5:1-ls: l)Siege der Belgier. Turnen. Der deutsch-s^weizerische Kunstturn-Ltädtekamps VUtbeim fSchweiz» Eßlingen Berlin am ©enntag in Berlin erbrachte im Gesamtergebnis (nach Abzug des schlechtesten Turners) den rtaren Sieg Der Schweizer mit 1297 vor Berlin 1231 und EfMngen 1218 Puntte. Bester Einzetturner war der Olympiasieger im Kunstturnen Güttinge r 230 P vor dem deutschen Zehnkampf meister Ra- gel 222 P ■■■■■■■ II ■ _■! I _I™B scherte ejn StinnnAen ganz weich tipb süß aus dem Schlaf hepaus. Dje Fenster im Giebel ftanben weit oftep. Bun- ieps tonnten nicht schlafen in stickiger Luft. Die Drei ip bep Besten horchtep in halbem Trauip auf die testen Geräusche Der Sommernacht, hofchtep auf den ferpep Eulcnschrei, upb Rose flüsterte. „Der Tosenvogel rufl." „stps nicht. Wieder eMe Ssjlle. Dapp kam THaras Stjmpfk: „3Uc — Du-- Ille — warum penpst bu denn Herrn' Linsen Jens Appelhom?" „Na, man — weil er jo blühepb und gesund aussieht, hübsch find erfreijlid) wie eip junger Apfelbaum. Uni) man kann sicher auf goldene Hervft- frikhte rechnen " „Er scheint ein apftänbiger, iosiher Mepfch- Mutter kann für ihre Miete wähl ohpe Svsge sein." „Für ihre Töchter auch. Solche Jünglinge gehen nicht auf Irrwegen. — Du, Rose, Mutter sagt, heut' nachmittag wqr her junge Brockborf hiep gewesep. Du hätt'st jhn empfaügen. Wie wap er denn?" „Och! „Och ist feipe Antwort." „Ich bip müde." „Blasierter Herr", antwortete Thora für sie. „Eingebildet ppb bereits geschieben. — Kegen unsereins sehr von oben hepah." „Möchtet ihr nicht endlich schlafen? Es pst gleich Mitternacht." „Herrje, Mucki wirh bös. Na, fei friedlich, Kleines, wir sind schon stille. Sie legte den Rotkopf ins Kiffen zurück und warf Die vpllen Arme über den Scheitel empor. Ille lauschte noch eine Wssile auf die Nachtigallen unb Dachte an das himmlische Rudern, das ihr den .üörper gestreckt und die Aftne so wohlig müde ge- inacht hakle, bann schliefen sie beibe ein. Die kleine Rose konnte tejnen Schlaf finben. Irgendeine Unruhe war in ihr. Saß es im Blut? In den Nerven? Ach Gott, die Bunienrnädchen wußten doch gar nicht, was Nerven waren. War es die weiche Frühlingsluft ober bas leise Rauschen bes Ssroms oder her Duft von Blüten, Grün unb junger Erde? Sle hatte an diesem Tage nichts getrunken als Milch unb Frucht,aft. unb boch prickelte es ihr in allen Fibern, als sei sie berauscht. Die Südwestdeutscher Turnverband Der Sübwestdcut-fchc Turn verband. in dem bekanntlich die Gauc Wctterau und Lahn-Dünsbcrgbund orgairifiert sind. Has durch den Beitritt des Spvrtverejpv 1898 in Darmstadt, des größten Rascn- sporwereins der Provinz Starkenburg, einen bedeutenden Zuwachs erfahren, nachdem der Süd- westdeutsche Turnverband seither schon durch den bekannten D. f.B. »Hessen" in Darmstadt vertreten war. Sportverein 98 hat bereits in die Handballkämpse des Verbundes cingcgrifjen. Man erwartet, dah der Beitritt von Sportpcxcii, 98 den Beitritt anderer rascnsporttrcibendcr Der eine zuvt Südwestbeutscheii T-urnverbapd (Allgemeiner deutscher Turnerbund) nach sich ztchcn wird. Handball. T. L. 1846 Siesten I - T. D Schlitz I 14:0 (3:0). Am gestrigen Sonntag weilte die 1. Handball-Els des T. B. 1846 zum fälligen Rückspiel in Schlitz. 1846 konnte nach überlegenem Spiel mit 14:0 verdienter Sieger bleiben Die ersten 10 Minuten offenes Feldfpiel, sodann konnten durch einen 13-Meter-Dalt Die 46er den Tor- reigcn eröffnen. Dis zur Halbzeit starke Angriffe beiderseits, die 1846 noch zweimal erfolgreich sahen. 3n der zweiten Halbzeit führte 1846 ein sehr gutes Zusammenspiel vor und konnte noch 11 Erfolge für sich buchen. Schlitz spielte sehr eifrig, konnte jedoch das Ehrentor nicht erzwingen. Die zweite Mannschaft konnte gegen Die erste des T.-V. Heuchelheim einen 4:1-Sicg (3:0) für ihre Farben erringen. Beide Mannschaften standen zum erstenmal im Wettkampf. Dieser Kamps bot wohl wenig schöne Momente, od bei beiden Mannschaften noch feie nötige Spielerfahrung fehlte. Tv. 1860 Bad-Nauheim. Tv. 1860 Vab-Nauheim I — Io. Bergen I 0:4 (0:4). Tv. 1860 Bab-Nauhelm 11 — Io. Bergen II 4:3 (2:0). - Bad-Äauheim, 2. Mai. Zu einem Freunbfchaftslampf trafen sich heule hiep aus Dem Spielplatz des Turnvereins 1860 obige Mannschaften. Die Sviele, die einen flotten Verlauf nahmen, wurden etwas beeinträchtigt durch den starken Wind und den später ein- sehenden Regen. Es wurde auf beiden Setten ritterlich in echter Turnerart gekämpft, so daß die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen. Die Mannschaften zeigten auf beiden Seiten einen, recht schönen Handball, Besonders gefiel bje flink Angriffsweife der Bergener. Bei Dad- Rauheim war die Verteidigung recht gut. wahrend die Läuferreihe ihren Sturm nicht genügend unterstützte. Fisch (Buhbach) als Schiedsrichter leitete sein Amt einwandfrei bis auf einige Fehlentscheidungen, von denen eine -u einem Tor für Bergen führte. Um die deutsche Meisterschaft. Die Zwischenrunde um die D. S. B.-Handbatl- 2Neisterschaft sah in Berlin Polizei Berlin mit 7:1 (3:0) über Polizei Hamburg siegreich, das Damenspiel gewann S. C. Charlottenburg mit 2:0 (1:0) gegen Asko-Königsberg. Leichtathletik. Frühjahrsgeländelausdes H. Bezirks vom Gau Hessen (D. T.). ch Ueber den gestern in Gießen veranstalteten Gelapdesain des Bezirks Gießen—Wetzlar—Grün berg erübrigt es sich, viel zu sagen. Die Laufstrecke bot keine nennenswerten Schwierigkeiten und wurde von den Läufern spielend durchlaufen. Gegenwind beeinflußte allerdings die Zeiten. Die Beteiligung hatte eine bedeutend bessere jein müssen: vor allein sah man die im Bezirke führenden Vereine ga> nicht, ober nur spärlich vertreten. Woran Vie Schuld liegt, entzieht sich unserer Kenntnis, jedenfalls qber müßten, wenn solche Bezirksveranstaltiingen stau finben, alle vereinsfeitig unternommene uptepsagt kleine Dina im Stubenwinkel blaffte leise im Schlaf. Sehnte sich bas Tierchen nach seiner Mutter? Nach der Heimat in Gottesgabe? Lag der große Park auch so im silbernen Licht? Und sah Aribert von Brock dorf auch so von seinem Lager aus hinaus in bje selige Nacht? Da flutete es heiß über ihren jungen Leib hm, sie warf sich herum unb sagte innerlich: „Geschieben^ Und wenn — es kann auch ein vornehmer Mann geschieden sein. Ja, gerade so einer, wenn er an etwas Niedriges und Häßliches- gebunden war." — Und dann glitt ihr Seelchen hinein in den Traum. Ein heißer Samstagnachmittag. Ille wirkte gewaltig im Garten- Sie trug von der Hojpurnpe her bas Wasser in die Tonnen, damit es zum andern Tag abgestanden sei, und vorher hatte sie die Topnen leer gegossen an ihren Rosen und Sommcrblumen und hatte dazwischen Stampfe Mit Dina ausgeführt, die ein Levkoienbeet mit glühender Hingabe um und um wühlte. „Also, Thora, wenn du das Biest nicht sofort totschlägst, vergifte ich es. Gestern sieben Pflanzen und heute neun. Soll ich Konkurs ansagen, nur weil bu dem langen Laster seine Köter abnimmst?" Thora saß auf der Terrasse unter dem schattigen Äastaniendach, nähte feine Wäsche unb behnte sich von Zeit zu Zeit in der wohligen Wärme. „Komm her, kleine Dina." Und als die kleine Dina natürlich nicht kam, wiederholte sie energischer: „Gehst her oder net?" „Net", sagte Ille. „Gib dir keine Mühe!" Pack:e zu, faßte das jiefenbe, zappelnbe Etwas unb schleppte es in den leeren Stall, wo sich alsbald ein entsetzliches Konzert erhob. Sie sah aus wie ein schlanker Junge, wie sie da in der Arbeit herumhantierte. Aus einem alten Laten, bas sie rot gefärbt, hatte sie sich einen Gor tenfittcl genäht, ihn mit braunem Niemen gegürtet, Sandaten an die Füße gezogen, ein bunNeibenes Taschentuch um ben Stopf geschlungen, bie schwarzen Haare bauschten sich überall hervor — so lief unb grub und goß sie unermüdlich. Die schlanken Arme waren bronzebraun vop der Sonne, ebenso praim das schmale Gesicht: wenn fje sachte, leuchteten s Zähne förmlich h:rm,sfo'k ... ; 'Iber niemand sich das als die Schwestern, l u> deren Mepfchxn war keiner um ben Weg. *M^oung Klfli.? i f fein. Infolge der geringen Beteiligung ließ man den ßauf über 5000 Meter gänzlich fallen und führte Sur die Läufe über 2500 und 1500 Meter durch. Die rgebnisse: 2500 Meter: Sieger: Albert Würtz, Tv. Krofdorf in 9,53 Min. 1500 Meter: Sieger: Ernst R i n n, Tv. Krofdorf in 5,32 Min, 2. Heinrich Mosbach, Mtv. Gießen in 5,32' Min, 3. Adolf Pau sch, Tv. Krofdorf, 4. Richard Bender und Albert R e e h, beide Tv. Krofdorf, 5. Karl Artz, Tv. Großen-Linden, 6. Ernst Klingelmeier, Mtv. Gießen. Turngau Hessen, 5. Bezirk. Ausscheidung der Sommerspiele. Bezirksmeisterschaft im Faustball. bpw.Friedberg. 2. Mai. Unter Leitung von Dezirksspielwart Walter Trapp- Friedberg fanden heute auf der Seewiese die Ausscheidungs- kämpfe in den Sonnnerspielen statt. In Schlag- und Trommelball hatten sich keine Mannschaften gemeldet, so daß nur der Faustball zu seinem Recht kam. Die Wettbewerbe in diesem alten Turnerspiele waren für unseren Bezirk diesmal von besonderer Bedeutung, weil auf Beschluß des Gauspielausschusses zwei Mannschaften des Bezirkes zu den Gauendspielen zugelassen werden dürfen, falls die Tgm. Friedberg, die wiederholt Gaumeister war. wieder Bezirksmeister wurde. Trotz dieser wichtigen Bestimmung, die manchem Bezirksverein günstige Chancen eröffneten. war die Beteiligung an den Faustballspielen nur gering. Man bedauerte vor allem das Fehlen von T.- und Spv. Butzbach, zumal dieser mit drei Mannschaften schon außerhalb des Bezirks Freundschaftsspiele in Faustball aus- getragen hat. Auch die früher immer gute Mannschaft des Tv. Lang-Göns war leider nicht anwesend. Cs stellten sich dem Bezirksspielwart •nur die Mannschaften in der Faustball- Mei st er kl ässe: Tgm. Friedberg I (zur Zeit Gaumeister), Tv. 1860 Bad-Rauheim, Tv. H o l z- heim. _ Im ersten Treffen stellte sich Tv. 18o0 Bad- Rauheim dem Tv Holzheim. Es entwickelte sich sofort ein schönes Spiel, in dem Bad-Raicheim, durch Wind begünstigt, bis zur Halbzeit 9 Plus- Punkte für sich werten konnte. Rach Seitenwechsel änderte sich das Bild: Holzheim holte Puntt für Punkt auf und gewann knapp mit einem Punkt Borsprung infolge schlechten Angebens des Bad-Rau- Heimer Mittelspielers. Als nächste Gegner betraten Tgm. Friedberg imb Turnverein Holzheim das S^iel;eld.^ Friedberg zeigte eine überragende Wettkampferfahrung und konnte schon in der Halbheit ein äußerst günstiges Ergebnis erzielen. In der zweiten Spielzeit zog Holzheim anfangs ziemlich bei, mußte sich jedoch einem überlegenen Endsport Friedbergs beugen. Holzheim verlor mit 19 Punkten. Das dritte Spiel führte die Mannschaften von Tgm. Friedberg und Tv. 1860 Bad-Rau- heim zusammen. Friedberg hatte hier leichte Arbeit, zumal Bad-Rauheim durch eine unglückliche Umstellung das Spiel von vornherein aus der Hand gab. Friedberg führte schon bis zur Pause mit gewaltigem Borsprung und stellte das Schlußergebnis mit 32 Pluspunkten zu seinen Gunsten. Ein schönes Prvpagandaspiel zwischen Tgm. Friedberg I und Tgm. Friedberg H schloß sich mit dem Ergebnis 39:29 außer Wettbewerb an. Die zweite Friedberger Mannschaft ist ohne Spiel auch Dezirksmeister. Durch diese Spiele hat die Tgm.Fried-- berg sich den Bezirksmeistertitel wieder überlegen errungen; sie wird auch in den Gauspielen, ihren heute gezeigten Leistungen nach zu urteilen, der aussichtsreichste Anwärter auf die Gaumeisterschaft, zumindest aber ein beachtenswerter Gegner der Meister in den anderen Bezirken sein. Tv. Holzheim wird als 2. Gauverein (laut oben angeführten Gaubeschlusses) an den Gauspielen, die am 30. Mai voraussichtlich in Gießen ausgetragen werden, beteiligt sein. Die Ergebnisse sind: Hieraus ergibt sich folgender Tabellenstand: Tv. 1860 Bad-Raicheim—Tv. Holzheim 42:43. Tgm. Friedberg 1— Tv. Holzheim 50:31. Tgm. Friedberg l—Tv. 1860 Dad-Räuheim 56:24. Tgm. Friedberg: 2 Spiele gewonnen: 4 Punkte. Tv. Holzheim: 1 Spiel gewonnen. 1 Spiel verloren: 2 Punkte. Tv. 1860 Bad-Rauheim: 2 Spiele verloren: 0 Punkte. Volkstümliche Weltkämpfe der D. T. in Frankfurt. Erfolge des Tnrngaus Hessen. gpw. Die für den M i t t e l r h e i n k r e i s der D. T. offenen oolkstümlichen Wettkämpfe der Turn- gemeinde Rödelheim brachten den aus dem lurngau Hessen beteiligten Vereinen (Mtv. Gießen und Tv. 1860 Bad-Rauheim) folgende Erfolge: Turner über 18 Jahre (Anfänger): Schleuderballwerfen (15 Teilnehmer): 3. Sieg: R. Wiener, To. 1860 Bad-Rauheim, 44,20 Meter Unterstufe: hochsprung: 3. Sieg: h. Meyer, Mtv. Gießen, 1,57 Meter. Dreikampf (100 Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, 20 Teilnehmer): 2. Sieg: W. Lehmann, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 50 P.; 10. R. Wiener. Tv. 1860 Bad-Rauheim, 42 P. Offen für alle: 200-Meter-Lauf. 3. Sieg: S. Baumblatt, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 24,6 Sek. 8 0 0- Meter-Lauf: 1. Sieg: K. May, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 2:12,4 Min. 1500-Meter-Lauf. 2. Sieg: K. May, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 5:53. Kugel stoßen, 71 Kilo: 3. Sieg: W. Lehmann, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 10,17 Meter. Kugelstoßen, 33Pfund: 3. Sieg: W. Lehmann, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 6,96 Meter. 800 - Meter - Einladungslauf: 3. W. Kaiser, Tv. 1860 Bad-Rauheim, Turnerinnen, offen: 5 0 - M e t e r - L a u f: 3. Sieg: Tilli Espach, Mtv. Gießen, 7,4 Sek. Kugelstoßen, 5 Kilo. 1. Sieg: Anna Mäkler, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 7,80 Meter. Weit fprung: 1. Sieg: Tilli Espach, Mtv. Gießen, 4,23 Meter. Dreikamps: 1. Anna Mörler, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 47 P., 3. T. Espach, Mtv. Gießen, 45 P., 4. Minna Stoll, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 42 P. Jugendturner unter 18 Jahren. Kugelstoßen, 5 Kilo, mit Anlauf, 13 Teilnehmer): 2. Willi Roth, To. 1860 Bad-Rauheim, 12,40 Meter. Dreikampf (100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, 34 Teilnehmer): 8. Sieg: K. Raab, To. 1860 Bad-Rauheim und h. Bierwirth, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 46 P., 12. W. Roth, To. 1860 Bad- Rauheim, 42 P. 10 00-Meter-Lauf (18 Teilnehmer): 1. W. Kaiser, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 2:56,4 Min. Hockey. Der Hockey-Länderkampf Deutschland - Oesterreich am gestrigen Sonntag in Berlin endete mit einem hohen 8:1-(3:1)--Siege der deutschen Länder-Els, die hier Gelegenheit hatte, ihre hohe Klasse auch im Ergebnis zu beweisen. Das einzige Tor der Oesterreicher fiel in der 6. Minute nach Beginn aus einer Strafecke. Radsport. Der Gau 73 Lahn B. D. R. eröffnete gestern feine diesjährige Sportsaison mit einer Gauwanderfahrt nach Wetzlar. Morgens 10 Uhr sammelten sich auf Oswaldsgarten in Gießen die Teilnehmer von Gießen und Tlmgegend (etwa 400 Radler), um geschlossen nach Wetzlar zu fahren. Dort vereinigte man sich auf dem Dom- platze mit den Radsportlern von Weilburg, Marburg, Alsfeld, Dillenburg, Wetzlar ufto., um unter Führung von Wetzlarer Äameraöen den Dom. das Lottehaus, das Museum usw. zu besichtigen. Rachmittags vereinigte man sich im Schühengarten zu einem geselligen Beisammeir- sein. Rennen im Reiche. Das Goldene Rad von Berlin- Treptow (Einstunden-Dauerrennen) gewann S a w a l l mit 63,620 Km. vor dem Franzosen Miquel, Krupkat, Dederichs und Lewanow. Im 25-Km.-Rennen siegte Krupkat vor Lewanow. Sawall hatte Reifenschaden. Bei den Breslauer Radrennen zeigte sich Wittig seinen Gegnern weit überlegen und konnte sowohl die 60 als auch 30 Km. gewinnen, das erste Rennen vor Weih und Schubert, das zweite vor Feja und Weih. Boxen. Samson-Körner schlägt Haymann. Berlin, 1. Mai. (TTl.) 3m Ausscheidungskampf um die deutsche Sch wergewichts-- Meisterschaft, dem Hauptkampf des gestrigen Kampfabends im Berliner Sportpalast, gewann in einem erbitterten Zehn-Runden-Gefecht der frühere Meister Paul Samson-Körner gegen H a y m a n n ° Münchin. Das Punkt Richterurteil lautet: Sieger nach Punkten einstimmig Samson- Körner. Breitensträter schlägt Debest k. o. Der frühere deutsche Schwergewichtsmeister Hans Breitensträter bestritt seinen ersten Kampf nach seiner Wiederherstellung von dem nervösen Zusammenbruch am Freitagabend in Hamburg gegen den Holländer De b e st. Während Breitensträter nur 154 Pfund wog, brachte der Holländer nicht weniger als 188, weigerte sich aber, mit vier pln^enhandschuhen zu kämpfen, so daß sechs plnzenyandschuhe gebraucht wurden. Aeußerst überraschend, ebenso bejubelt, nahm der Kamps bereits nach etwa zwei Minuten dadurch sein Ende, dah Breitensträter seiner Gegner k. o. schlug. Schwimmen. Vorn Training des Schwimmers. Der Winter bedeutet für den Schwimmer eine Ruhepause, und zwar naturgemäß eine vollkommene in den Orten ohne Winterbad. Wo einsichtige und weitblickende Stadtväter für die Erbauung einer Schwimmhalle gesorgt haben, tritt eine Ruhezeit nur insofern ein, als sich der Schwimmer einige Monate von der Beteiligung an Wettkämpfen fernhält. Keineswegs bleibt er in dieser Zeit sportlich untätig. Der sportliche Leiter ist sich dessen bewußt, daß er in seinen Uebungsstunden den Hauptwert auf die Herausbildung und Erhaltung eines möglichst reinen Stils zu legen hat, um damit die Schnelligkeit der ihm anvertrauten Schwimmer ganz von selbst zu erhöhen. Dazu bietet ihm das klare Wasser des Hallenbades die beste Gelegenheit. Er kann hier im Gegensatz zu dem oft trüben Flußwasser die unter Wasser auszuführenden Arm- und Beinbewegungen genau beobachten und korrigieren. Gerade für die Anfänger kommt es durchaus nicht darauf an, von vornherein möglichst schnell zu schwimmen, sondern gerade hier werden recht oft Schwimmübungen nur mit den Armen und nur mit den Beinen am Platze fein, wobei der einzelne vielfach selbst seine Fehler merkt. Es werden dadurch große Anforderungen an die Geduld des Schwimmers gestellt, der meist erst nach jahrelangem, ernsthaftem Training eine befriedigende Höhe erreicht, die ihn befähigt, größere Konkurrenzen zu bestreiten. Weiterhin wird aber dadurch eine reine Muskelausbildung, wie man sie bei manchen anderen Gebieten der Leibesübungen findet, vermieden und die viel wichtigere Kräftigung von Herz und Lunge bezweckt und in vollem Maße erreicht, zumal Strecken unter 100 Meter nach Möglichkeit ausgefchaltet werden. In gewissen Zeitabschnitten wird man in den Uebungsstunden dem Kampfgeist der Jugend durch die Austragung von Staffeln gerecht werden und auch etwa zwei- bis dreimal während des Winters und Frühjahrs die erzielten Zeiten feftfteüen. Im übrigen gehört die Stoppuhr nicht in die Uebungs- ftunben. Denn oft verdirbt das zu häufige „nach Zeit schwimmen" ebenso wie manchmal der Wettkampf den Stil und bewirkt damit eine Verschlechterung, ganz abgesehen davon, daß dadurch eine allgemeine Ucberanftrengung heroorgerusen werden kann. Start und Wendeübungen ergänzen das Win- tertralning. Die ersteren müssen überhaupt immer, ab und zu auch nach Kommando, geübt werden. Richt umsonst wurde das Wort geprägt: „Am guten Startsprung erkennt man den fleißigen Schwimmer." Doch all dies genügt noch nicht, den einzelnen dahin zu bringen, daß er sein Bestes zu leisten imstande ist. Hierzu ist das systematische Betreiben von ergänzenden Leibesübungen notwendig. Keiner unserer hervorragendsten Sportsleute wird feine Leistungen einem nur einseitigen Training auf seinem Spezialgebiet zu verdanken haben, sondern erst durch Treiben von Rebensport das Höchstmaß seines Könnens erreicht haben. Dies gilt mit in erster Linie für den Schwimmer, dem leichtathletische Hebungen, sowie Gymnastik und Boxen die beste Gewähr für eine vollendete Durchbildung feines Körpers geben. Aus oll diesen Gesichtspunkten hat der Deutsche Schwimmverband für die Monate Dezember, Januar und Februar die Abhaltung von Wettkämpfen — von kleineren Veranstaltungen abgesehen — verboten. So wird erreicht, daß der deutsche Schwimmer wohlgerüstet in die großen Kämpfe des Sommers geht, die ihm Geist und Körper fürs Leben stählen. K. Wirtschaft. * Konkurse im April. Die Kurve der Konkursstatistik verläuft nun schon seit Monaten in stark absteigender Linie. Auch der April, bei dem allerdings die geringere Zahl von Arbeitstagen (wegen des' Osterfestes) zu berücksichtigen ist, zeigt wieder eine auffallende Besserung. Es sind nach einer Zusammenstellung der Finanzzeitschrift „Die Bank" im April 1288 Konkurse eröffnet worden gegen 1893 im März, 2016;im Februar und 2104 im Januar. Mangels Masse abgewiesen wurden 144 (März 164) Konkursanträge. Auch die Geschäftsaufsichten zeigen einen starken Rückgang von 1488 auf 918. * D i e Kalianleihe begeben. Die Begebung des zweiten Teiles der Anleihe des deutschen Kalisyndikats ist an die Schröderbank in London erfolgt. Der Begebungskurs der mit 300 Millionen Mark vorgesehenen Gesamtanleihe stellt sich auf 97 Prozent, ist also wesentlich günstiger als der der acht Millionen Pfund Sterling betragenden ersten Tranche, die mit 94,5 Prozent übernommen wurde. Der Gesamtbetrag der 2. Emission ist auf 5 Millionen Pfund Sterling festgesetzt, von denen 3 Millionen Pfund in England, 1 Million in der Schweiz und 1 Million Pfund in Holland zur Zeichnung aufgelegt werden. * Friedrich Krupp A. - G., Essen. Aus wirtschaftlichen Gründen werden die Graugießerei I und II zusammengelegt. Die jetzige Belegschaft von 400 Mann wird um etwa 100 Mann verkleinert. Infolge des unzureichenden Beschäftigungsgrades der Produktiobetriebe sind auch die Hilfsbetriebe weniger in Anspruch genommen. Die Firma sieht sich deshalb gezwungen, von der Belegschaft dieser Betriebe (2400 Mann) etwa 150 Mann zu entlassen. Die Beschäftigung der Werkstätten für den Dau von Motorfahrzeugen und Registrierkassen hat sich in letzter Zeit wesentlich gebessert, so dah die Zahl der Arbeitsstunden erhöht werden kann. * Eine Auslandanleihe der Zellst ofsabrik Waldhof, Mannheim. Wie erst jetzt aus dem Geschäftsbericht bekannt wird, hat die Gesellschaft in den letzten Tagen des Jahres 1925 durch Vermittlung dec Direktion der Disconto-Gesellschaft, Berlin, in Verbindung mit der Firma Helbert, Wagg & Co., Limited, London, ein langfristiges, hypothekarisch gesichertes Darlehen in England ausgenommen. Es beträgt zunächst nom. 750 000 Pfund mit der Möglichkeit der Erhöhung auf 1 000 000 Pfund. Cs ist mit 6,5 Prozent verzinslich und vom Jahre 1927 ab bis 1. Januar 1946 in jährlichen Raten zurück'.uzahlen. Vom 1. Januar 1933 steht der Gesellschaft das Recht zu, den Rest zurückzuzahlen. BerMrer Börse. Berlin, 3. Mai. Die nach dem Tendenzum- schwung am Samstag und dem festen heutigen Vormittagsgeschäft erwartete Hausse blieb bei Beginn aus. Obwohl bei Börseneröffnung namhafte Kauf- orbers vorgelegen haben, gestalteten sich die ersten Notierungen nicht einheitlich, waren aber vorwiegend 1 Prozent höher. Durch den neuen scharfen Rückgang der westlichen Frankenvaluten wurde ein beunruhigendes Moment in den Markt getragen. Paris gab gegen London auf 148,50 und Brüssel auf 147 nach und erreichten damit neue Rekord-Tiefkurfe. Auch das englische Pfund war rückgängig und senkte sich gegen Kabel auf 4,85J. Die Hoffnungen, daß der englische Bergarbeiterstreik den Absatz der deutschen Zechen beleben würde, sind dadurch teilweise wieder geschwunden, daß die Möglichkeit einer Sympathieerklärung der deutschen Bergarbeiter besteht, die mit einem solchen Schritt die Ausnutzung der vorübergehenden Konjunktur verhindern würden. Kohlenaktieii setzten daher die Aufwärtsbewegung nur vereinzelt fort. Am Geldmarkt ist die Lage etwas leichter geworden. Tagesgeld hörte man mit 5 bis 6,5 Prozent. frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 3. Mai. Tendenz: Fest. — Die Börse eröffnete nach dem glatten Verlaufe des Ultimos und der eingetretenen Erleichterung am Geldmarkt in f e ft e r Haltung. Die am Schlüsse der vergangenen Woche eingetretene f e st e r e Grundtendenz für Chemie-, Elektro- und Montanwerte setzte sich auch heute fort, allerdings bei geringen Umsätzen. Die Meldungen über den englischen Bergarbeiterstreik, der sich besonders für Montanaktien auswirken dürfte, wurden weiter mit Interesse verfolgt, doch werden keine allzu großen Hoffnungen an eine Belebung der deutschen Kohlenausfuhr geknüpft. Am Montanmarkt konnte Phönix um 2 Prozent anziehen; die übrigen Werte hatten leichte Besserungen zu verzeichnen. Von Chemiewerten gingen I. G. Farbenindustrie um 2 Prozent höher. Bei E l e k t r o a k t e i n standen Siemens & Halske mit einer Steigerung von 1,75 Prozent an der Spitze. Schiffahrtsaktien lagen dagegen unverändert und Bankaktien gingen teilweise sogar eine Kleinigkeit zurück. Die variablen Werte hatten leichte Kursbesserungen zu verzeichnen. Von A u t o a 11 i e n hatten Neckarsulmer und Kleyer einen Gewinn von je 1 Prozent auf- zuweisen. Am heimischen Anleihemarkt gingen die Notierungen vereinzelt leicht in die Höhe. Im Freiverkehr hörte man: Beckerstahl 35,25, Growag 58, Ufa 51.75, Ufra 77 Prozent. Im weiteren Verlause machten sich Abgaben bemerkbar, das Geschäft wurde ruhiger und die Kurse konnten sich nicht voll behaupten. Am Geldmarkt hat die Anspannung etwas nachgelassen. Man nannte Monatsgeld mit 54 bis 64 Prozent je Adresse. Im D e - visenverkehr verursachte der englische Bergarbeiterstreik ein weiteres Nachgeben der Kurse auf 4,86 gegen Kabel. Auch Paris und Brüssel lagen erneut schwächer mit 148,35 bzw. 144 gegen London. unkfnr'; v ' ■ ? rr dcbörsc. Frankfurt a. M., 3. Mai. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 30,25 bis 30,50 Mk.; Roggen, inländischer, 19,75 bis 20; Sommergerste für Brauzwecke 22,75 bis 24,75; Hafer.inländischer, 23 bis 24; Mais (gelb) 18,50 bis 18,75; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 42,25 bis 43; Roggenmehl 29 bis 29,25; Weizenkleie 9,75; Roggenkleie 11,25; Erbsen 26 bis 34; Linsen 40 bis 70; Heu, süddeutsches, gut, trocken 9; Weizen- und Roggen- stroh 6 bis 6,50; Treber, getrocknet, 16 bis 16,25 Mark. Tendenz: stetig. Frankfurter Schlachtviehinarkt. Frankfurt o. M. 3. Mai. Auftrieb: 1379 Rinder (darunter 433 Ochsen, 59 Bullen, 887 Färsen und Kühe, 462 Kälber, 117 Schafe, 3446 Schweine. — Rinder (Ochsen): Vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 53 bis 58 Mark, junge, fleischige, nicht ausgemästete 45 bis 52, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 35 bis 44; (Bullen): Vollfleischige aus- gemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 52, vollfleischige jüngere 40 bis 47; (Färsen und Kühe): Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 52 bis 57, vollfleischige aus- gemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 40 bis 45; wenig gut entwickelte Färsen 43 bis 51, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35 bis 42, mäßig genährte Kühe und Färsen 28 bis 42, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 27. — Kalbe r: Feinste Mastkälber 70 bis 75, mittlere Mastrind beste Saugkälber 61 bis 69, geringere Mastrind gute Saugkälber 52 bis 60, geringe Saugkälber 40 bis 50. — Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 40 bis 44, mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 30. — Schweine: Voltfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 74 bis 76, unter 80 Kilogramm 67 bis 73. von 100 bis 120 Kilogramm 73 bis 76, von 120 bis 150 Kilogramm 73 bis 76, Fettschweine über 150 Kilogramm 73 bis 75, unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 70 Mk. — Marktverkauf: Langsamer Handel -in^ilken Viehgattungen, nur bei Schweinen etwas Tleberstand. Dörlenkurle. Frankfurt a.M. Berlin öchlu ,-! l.Ufct. schluh-iAnsang Kur» | 'X'ir-, Kurs nur» Datum: L5 | 3 5 1 5 | 3. 5. 5% Deutsche Rcichsanleihe 4% Deutsche Rcichsanleihe ■ 3‘/a0/o Deutsche Rcichsanleihe 3% Deutsche Rcichsanleihe ■ Deutsche Svarprümicnanleihe 4°/0 Preußische Komols • • ■ 4% Hessen • 3Va% Hessen 3°/o Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto- Doll-Schav-Anweiing.*) 4°/0 BoHtärfen........ 5% Goldmexikaner • . . . Berliner Handelsgesellschaft Lommerz- und Pnvat-Bank Darmst. und Rationalbanf Tcutichc Bank. ■ • . Deutsche Vereinsbank .... Disconlo Commandit Metallbank Mitteldeutsche Kreditbank. Oesterreichische Creditanstall Weltbank Bochumer Gaß ...... Buder.iS Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. Harpencr Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüttc Oberbedarf Phönix Bergbau ..... Ryeinstahl ... . .' Ricbeck Montan...... Tcllus Bergbau .... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . . . Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann ..... Anglo-Cont-Guano . . . . Chemische Mayer Alapin . . ft. &■ Zarbcnindustric, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung Rütgcrswerke Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ......... Mamkraftwerke ....... Schlickert Siemens 4 Halske ..... Adlerwerke Kiener ..... Daimler Motoren. ..... Heyligcnstaedt........ Mcguin........... Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . . Ztouservenfabrik Braun . . Mctallgcselvckaft Frankfurt. Per. Union A.-G. . . . . . Schuhfabrik Herz Sichel . Zellstoff Waldhof ..... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 0.405 0.4037 0,4025 0,400 — —— — — — — 0.385 0.3825 0,480 — 0.4725 0,477 — — 0,2425 — — — 0,385 — 0,410 —— — — 0,350 — — — — — 0,4 — — — 96,6 —— — — - — 12,25 - 44,5 - _ — 151,5 152' 105.75 106,2* 100,75 106,2* 126 — 126.5 127,7* 126 — 126 126,2* 90 —— — — 120.25 — 121,9 122,5* 94 _ — — IM — 108 109* — — 7,15 7,25 •— — — — 93 — 92 93,75* 61,62 63 61.4 63,75 55 — 55.4 55.5' 97,6 — 97,5 98.25* 100,75 —— 99,5 101,5* 113 — 112,75 117* 133 — 132 133.5* 133.5 — 133,42 134,5 38.15 — 38,25 39,25 52 - 52,75 — 79,5 — 79,12 80,62* _ 94 95,75* 95 — 95,9 —— —— — 136 135,25 134 135,5* 131,5 | 132,25 131 25 131,7* 49 — — _ 98 — — —- 70,5 70,5 — — 80 — — — 151,75 1 ">:> ■ 151 153,5* 87 88 87 88 68 — — — 81.5 — 82,5 81,75* 114 - — — 109 111.5* 108,5 111.6* 104,75 105* 103 104,9* 98,5 99,75 — — 97,5 98,5* 98 99* 136,1 — 136.5 137,5* 65,5 67,5 66 67,5 65,5 66,5 136,5 67,25 29 — — - ■ — — — — 54,75 — 24 — — — 40.5 — — — 109 — — — 85,5 — 85.8? —- —- - 36,5 — 4,5 — — — 128 —— 51 — —- 60 — — — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 1 Mai. 3. Mai. Amtliche Roti rung Amtliche Notierung Keld Bricr C3elb Brief Ainil.-Uioii 168.69 169,11 168,64 169,06 Buen-AireS 1,684 1,688 1.683 1,687 Btts.-Antw. 14,235 14,275 13,79 13,83 Christiania. 91,17 91,39 91,44 91,66 lioprnhagen 109,79 110,07 109,76 110,04 Stockholm . 112,33 112,61 112,33 112,61 Helstngfors. 10,55 10,59 10,55 10,59 Italic» . . 16,855 16,895 16,805 16,845 London. . 20,392 20,44-1 20,374 20,424 Neuvork . . 4,195 4,205 4,195 4,205 Poris - - . 13,85 13,89 13,735 13.775 Schwei; . 81,11 81,33 81,14 81,34 Svanicn - 60.45 60,61 60,36 60,52 Japan . . . 1,977 1.981 1,976 1.980 'Rio be Jan 0,604 0,606 0,601 0.606 Wien in D - Ceft. abgesl 59,23 59,37 59,2.3 59,37 Prag .... 12,417 12,457 12,416 12,456 Belgrad . . 7,397 7,417 7,397 7,417 Budapest - - .'i,865 5,885 5,865 5,885 Bulgarien .,,045 3,055 3,045 3,055 Lissabon A. 425 21,475 21,425 21.475 Danzig - • 80,87 81.07 80,83 81.03 Konstantin. 2,185 2,195 2,185 2,195 Athen 5,24 5,26 5,24 5,26 Kanada. . 4,195 4,205 4.19 4,20 Unifluai) 4.325 4,335 4,325 4.335 Banknoten. Berlin. 1 Mai Geld Brief Amerikanische Note, ..... Belgische Noten . Dänische Noten ....... Englische Noten ....... 4,186 14,15 109,51 20,365 4,206 14,23 110,05 20.46> Fränzöstsche Noten ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., äioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten..... Schweizer Noten...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ... 13,93 168,28 16,89 90,92 59,15 112,02 80,92 60,40 12,395 5,85 13,99 169,14 16,97 91,38 59,45 112,58 81,32 60,70 12,455 5,89 Wettervoraussage. Meist wolkig, Äwas wärmeres Wetter bei zeitweise verstärkter Luftbewegung und Reigung zu leichten Regenfällen. Hk. 10’ Die « Ulrichs ** lohn, «r Heinen ew sw■ * ffernfP.1 LE IM«»?®! Md* -%8 Juki Deoor den Dergaroeue Profan daritat. 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