Nr. 282 Erstes Blatt 176. Jahrgang Donnerstag, 2. Dezember 1926 Erlchetnl täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Gktzener Familienblättet Heimat im Blld Die Scholle Monatr'kezllgspretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspsenntg für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanl chlüsser 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger -testen. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Stdiffurt am ma"a°iims. Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinöruderet L. Lange in Stehen. Schriftleitung und Sefchäftrftelle: Zchllftttahe t. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen ov.i 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfcnnigz für Re- klameanzeigen von 70 n m Brette 35 Rcichspfennig, Platzvorschrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr Friede. Wilh. Lange. Derantroortlich fürPolitilr Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil i. Berlr. H. Beck, sämtlich in Gießen. Bundeskanzler Seipel über den Anschluß. Lesterreichs Vcrlzältnis zu Italien. Wien, 2. Dez. (LU.) 3m Finanzausschuß des DationalratS kam es am Dienstag zu einer außenpolitischen Debatte, bei der von den Rednern aller Parteien die Dorgänge in Süd- t i r o l und die Frage des Anschlusses an das Deutsche Leich erörtert wurden. Don ch r i st- lich-svAialer Seite wurde di« Regierung er- sucht, Schritte zu unternehmen, um das schwere LoS der Deutschen in Südtirol zu erleichtern und verlangt, daß die Mitglieder des Völkerbundes auf diesen Zustand aufmerksam gemacht werden. Die großdeutschen Redner aaben^der Meinung Ausdrack/daß sich der Anschluß nicht aufhalten lasse, und daß i.'e wirtschaftlich orientierten Kreise auch der Staaten, die sich bisher als ernste Widersacher des Anschlußgedanlens gezeigt haben, langsam zu der Erkenntnis kommen, daß die Befriedung der europäischen Wirtschaft prattisch undurchführbar ist, wenn gerade daS deutsche Dolk von dieser Befriedung ausgeschlossen wird. Es werde niemand auf die Dauer gelingen, den Anschluh au verhindern, wenn die Deutschen diesen Anschluß s e l b st wollen. Darüber sei man sich einig, daß die österreichische Bevölkerung in ihrer überwältigenden Mehrheit, wenn diese Frage einmal zur Entscheidung kommen werde, den Anschluhgedanken in die Tat umsetzt. Bundeskanzler Dr. Seipel stellte fast, daß es sich bei seinen Reden in Berlin und Paris darum gehandelt habe, die richtige Ansicht über Oesterreich und das Verhältnis zu Deutschland zu verbreiten. 3n der Anschlußfrage formulierte Seipel die Ansicht der Legierung in folgende drei Punkte: Wir glauben 1. daß eine Politik des ewigen Demon fl rieten » tatsächlich keine Berechtigung hat, Za sogar schädlich ist; 2. sind wir der Meinung, daß wir Realpolitik treiben müssen, indem wir unsere Kräfte daraus konzentrieren, daß der „zweite deutsche Staat" — wir Oesterreich einmal in Berlin bezeichnet worden ist — bestehen kann und nicht etwa einem wirtschaftlichen verfall oder einer sozialen Revolution anheimsällt. Der dritte Grundsatz ist der, daß wir alles tun müssen, um der weit das vertrauen bei- znbringen, daß wir die Verträge halten und auch nicht im geheimen auf einen Bruch der Verträge durch Mittel der Gewalt oder der Intrige hinarbeilen. Ein wirklich guies Verhältnis zwischen Italien und uns kann solange nicht Wirklichkeit werden, wie die Klagen von jensüts des Brenners nicht verstummen. Wir vertreten die Interessen der in Italien lebenden österreichischen Staatsangehörigen energisch, können uns aber in italienische Par eiver^ä'tn sie nicht einmischen. Die Tatsache, daß unsere Zellungen in die brutschen Teile des Brenners nicht eingesührt werden Durften, ist offenbar aus Maßnahmen lokaler Behörden ;u- rürkzuführen. Wenn ein allgemeines Verbot der Einfuhr deutscher Zeitungen in Italien nachgewiesen werden sollte, wäre d e Anwendung von Repressalien zu erwägen. Was das Verhältnis zu der Person Mussolinis anbelangt, so muh ich es aus Gründen der politischen Klugheit zurückweisen, gegen Männer, die andere Staaten an ihre Spitze gestellt haben, Stellung zu nehmen. Hebet die Frage der Abschaffung des Disumzwanges führ ' der Kanzler aus: Gegen eine ge .ensei.ige Aos afsuig sprechen Bedenken wirtschaft.icher Art. Lieber eine generelle Abschaffung der V sen und der Re ipiiätLklausel finten Verhandlungen statt. Der Kanzler schloß seine Darlegungen mit der Feststellung, daß Oesterreich mit allen Staaten in sehr guten Beziehungen stehe. ‘ Zuspitzung der Lage in hanlau. Die KrerndenniederlaMngen bedroht. Paris. 2. Dez. (Sil.) Die in Paris aus Schanghai eintrefsenden Rachrichten lassen erkennen, daß die Lage in Hanlau äußerst er n ft ist. DiZher noch nicht bestätigte Gerüchte behaupten, daß die Kantontruppen in die Auslandsniederlassungen ein- gedrungen sind und dort der Terror herrscht. Fest steht zur Stunde, daß die englischen und franzrsi'chen Äoiueffionen die Verteidigung organisiert haben. Alle eingeborenen Diener haben die Arbeit niedergelegt. Ein Ultimatum der Kommunisten verlangt binnen 43 Stunden die ilnterwerfung der eingeborenen Arbeitgeber unter alle Forderungen Der Arbeiter. Zwei amerikanische Zerstörer sind vor Han- kau eingetragen. Die Dockarbeiter in Hankau versuchen mit allen Mitteln, die Rahrungs- mittelfürsorge für die Mrsländer abzu» schneiden. In Schanghai herrscht allgemein Die Ansicht vor, daß es zu einer großen Katastrophe kommen ir.üf e, falls sich nicht die Mächte Sum» sprach.) In einer Konserenz in Weißen Hause empfahl Senator B o r a h dem Präsidenten Eoolidge die sofortige Zurückgabe des deutschen Eigentums. Rach seinem Vesuche im Weißen Hause erklärte Borah, der Plan des Finanzausschusses des Repräsentantenhauses, ter dir Rückgabe eines Teiles des deutschen Eieen- tumS sofort u. des ResteS in Abständen von mehreren Jahren vorsehe, werde vom Kongreß nicht angenommen werden. Im Prinzip würde eine solch« Maßnahme einer Konfiskation gleichkommen. Borah schloß: „ilnfere Regierung darf nicht ihre Ehre für etwa 230 Millionen Dollar preisgeben. ES würde besser sein, die amerikanischen Ansprüche aus Mitteln des Schatzamtes zu bezahlen oder BondS zu ihrer Deckung auszugeben.- Mißtrauensvotum für dasMemelerDiretztorium Memel. 1. Dez. (TU.) Zn der heul gen Sitzung deS memellöndlfchen Lan.teges brachten die memeftändifche Volkspartei uni) die Land» wlrtfchaftSpartei ein Mißtrauensvotum gegen das neue. „Arbeitsdirektorium" Falk en das mit 21 Stimmen Der Antragsteller angenommen wurde. Die v er fozialdemolratifchen und die beiden litauischen Abgeor-ntten enthielten sich der Stimme. DaS Direktorium verließ nach Bekanntgabe beS Ab- stimmungSergebnifses den Saal. Die Kownoer Regierung kann und will sich nicht Damit abfinden, daß Den Memelländern das 2>lbftverwaltungsrecht zugestanden toorDen ist. Sie möchte am liebsten Die Mcmelkonvention in taufaxD Stücke reißen und Den ihr höchst unbequemen Landtag davonjagen. Sa ihr das nicht möglich ist. versucht sie jetzt, das Landes- Direltorium in ihre Gewalt zu bekommen und mit Personen zu besehen. Die ißt genehm sind. Sie hat Das vor kurzem versucht, ist aber auf den entschlossenen Widerstand des Landtages gestoßen, hat Dann wieder, ohne, wie es ihre Pflicht ist, das Parlament zu befragen, ein Direktorium zufammengestellt. das jetzt ebenfalls mit dem Mißtrauen des Landtages bedacht worden ist. Ruhig wird sie diese Rieder- lagen nicht einstecken. Die grohlitauische Presse läßt bereits Durchblicken, Daß nunmehr Gewalt angetoenDet werden soll. Das Memelland steht also vor einer neuen Periode Der Vergewaltigungen. UnD das nur, weil es auf sein ihm feierlich verbürgtes Recht besteht, das Die Kownoer Regierung immer wieder zu brechen versucht — ohne daß es Der Völkerbund als Hort Der Bedrängten bisher für notwendig gehalten hat, einmal an der Memel nach dem Rechten zu sehen. Die Berliner Presse zur Rede Briands. Berlin, 1. Dez. (LU.) Obwohl der offizielle Wortlaut Der gestrigen Rede Brian s noch nicht vorliegt, wird Die Rede nach Den vorliegenden Berichten im allgemeinen günstig beurteilt. Di» „Tägliche RunDschau" faßt Vc dahin zusammen, daß Driand seinen ehrlichen Willen zum Frieden und zum Ausgleich bekunde, lieber Die Art, in Der dieser Wille in Die Tat umzusetzen sei, beständen joioch noch Differenzen. Diese müßten beseitigt werden unb könnten beseitigt werden, wenn Der Wille dazu überall in Frankreich in Dem Maße vor- Dauben sei wie bei uns in Deutschland. — Die „Deutsche Tageszeitung" er Härt, es fei für uns nebensächlich, daß Der Ton der Briand- Rede im ganzen ruhiger, persönlicher oder ab- geschwächter flang als das, was wir in Den letzten Wochen von Der französischen Presse gewohnt waren. Für uns bleibe entscheidend, daß die Gesamtlinie Der französischen Politik sich nicht mit den Friedensbeteuerungen Driani.S decke. Solange das aber Der Fall sä, müßte man auch den schönsten Worten De3 französischen Außenministers mit schärfstem, immer wachen Mißtrauen gegenüberstehen. — Die „Kre u z- zei t ung" sagt, Briands Rede-sei ein 3rag.ru, wie selbst in Den wenigstens einigermaßen ver- slänDigungswilligen Kreisen Frankreichs D i c Situation völlig verkannt . werde. Frankreich wolle FrieDen und Verständigung eben nur auf Kosten und unter Vergewaltigung Deutschlands, ohne selbst Opfer zu bringen. — Die ,Vossische Zeitung" schreibt, die Rede habe neuerlich erwiesen, daß Briand an den Grundlinien von Locarno wie von Thoirtz festhalte. Ziehe man aus Der Rede die politische Bilanz, so ergebe sich, daß Die Gesamtlösung Der deutsch-sranziis.schen Fr . gcn noch eine Weile auf sich warten lasse, daß aber in Der akuten, jetzt zur £i jiufiioii stehenden Frage Der Mllitäriontrolle auch von Briand eine möglichst rasche Verständigung erstrebt werde. — Das „Berliner» Tageblatt" verkennt nicht die außerordentlichen Schwierigkeiten, zwischen denen sich Briand bewegt. Wenn er vor sich re, „neun-ehntel aller Wünsche Deutschlands" seien erfüllt, so verkenne er nicht wenig die Tatsachen. 63 wäre falsch, eine Politik, die dauerhaft f:in soll, auf Illusionen aufzubauen. Es sei falsch, sich in Die optimistische Idee rin uwiegen, die Leute, denen man Gift gegeben yabe, well man seinen Willen nicht Durchzusehen vermag, seien iin Grunde zufrieden und vor einer solchen Selbsttäuschung mü se besonders vor denen gewarnt werden, denen ebenso wie Briand eine weitere Dosierung Der Bell.Hungen zwischen Deutschland und Franireich als erstrebenswertes ei Beamte des Auswärtigen Amtes in feinem agen hatten liegen lassen, nicht abgeliefert. Der Angeklagte legte Berufung ein. Ausbruch von Schwerverbrechern aus dem Zuchthaus. In der Strafanstalt Lichtenburg bei Torgau erfolgte gestern ein Ausbruch von sechs Gefangenen. Von den Ausbrechern find zwei zu lebenslänglichem Zuchthaus und die übrigen zu Zuchthausstrafen von mehr als zehn Jahren verurteilt. Noch in der Nacht gelang es, drei der Entwichenen wieder e i n z u f a n g e n. Die Übrigen hallen sich wahrscheinlich in Annaburger Forst Durfte tf t. Es wird von einem großen Schupoaufgebot nach ihnen gefahndet. Die Verbrecher hatten die Balken einer Wand ihres Arbeitssaales dUrchsägt und sich dann vom zweiten Stockwerk in den Hof heruntergelassen. Line ganze Jamilie durch Typhus dahiogerasft. Im Dorfe Schönecken bei Prum in der Eifel wurden innerhalb einer Woche fünf Mitglieder der Familie eines Postmeisters durch Typhuserkrantungen dahingerafft. Qtur ein Sohn blieb am Leben. Line Mondsüchtige auf dem Dache einer v-Zuges. Auf e.nem in Hamburg einlaufenden Ö- Zug aus Frankfurt (Main) fand man auf Lern Dache eines Wagens liegend ein junges Mädchen. Es wurde sestgestellt, daß sich das Mädchen in einem krankhaften Zustand an diesen gefährlichen Ort begeben hatte. Die Mutter, die sich im Zuge befand, hatte ihre Tochter schon vermißt und überall gesucht. Als ein großes Glück muh es bezeichnet werden, daß die Rächt wandlerin keinerlei Schaden davontrug. Lin italienisches Großkampfslugzeug. Auf dem Flugfeld von Lonato in der Lorn- dardei wurde ein großes Flugzeug E. A. 73 aus- probiert, welches 23 Mann mit vollständiger Bewaffnung und Maschinengewehren aufnehmen kann. Man glaubt, daß dieses Flugzeug sich ganz besonders für die Kolonien eignen werde. Es könnte von einem nach dem anderen Punkt der Kolonien fliegen, und nach dem Niedergehen könnte die Besetzung von 2ö Mann sich mit der mitgeführ* ten Munition mehrere Tage verteidigen, während ein Radioapparat die Verbindung mit den Zen- iralbehörden vermittelt. Die Bergrukschkatastrophe bei Rtzza. In Roquebilllere sind weitere zehn Häuser e i n g e st ü r z t. Eine Sachverständigenkommission ha. sestgestellt. daß es unmöglich sei, einen Teil des Dorfes vor Verschüttung zu bewahren. Frecher kassenraub. Landshut, 1. Dez. 'Wolff.) Heute früh drangen während der Auszahlung der Bensionen im hiesigen Bahnhof zwei elegant gekleidete maskierte Burschen in daS hauptsächlich von Frauen dicht besetzte Zimmer, hielten die Menge mit Revolvern in Schach, streuten den Kassenbeamten Pfesser in die Augen und raubten die Kasse mit etwa 5000 Mark Inhalt. Die Kassenräuber wurden s e st g e n o m rn e n. Die Täter sind zwei Bruder aus Regensburg, der Diplomingenieur Moritz Horn und der LandwirtschastSingenieur Fritz Horn. Die Kasse konnte vollständig beigebracht werden. Explosion in einem Hüttenwerk. In Athuu ^Luxemburg) gerier in einem Hüttenwerk eine unterirdiiche Gasleitung in Brand. Die Arbeiter fluchteten. Diner von ihnen stürzte in einen Dasschacht, dessen Verschluß durch die Exvlosion fortgeschleudert worden war. Erst nach Löschung der Hochöfen konnte I die vollständig verkohlte Lerche geborgen werden. Aus der Provinzfalhauptstadt. Gießen, den 2. Dezember 19M Wohlfahrlsbrresmarken. Von Oberregicrungsrat Dr. Aler Meyer-Berlin. 2lb 1. Dezember gelangen vier neue Wohl» fohrtsbriefmarken der Reichspostverwaktung zur Ausgabe, i^ren Ertrag wiederum der Deutschen Nothilfe zufließt. Die neuen Marken setzen die Im vorigen Jahre begonnene Serie mehrfarbiger Wohl« fahrtsbriefmarken mit den Wappen der deutschen Länder fort. In diesem Jahre werden ausgegeben: eine 5-Pf.-Marke mit dem Wappen Würtlem » berg, eine W-Pf.-Marke mit bem Wappen B a • den, eine 25-Pf.-Marke mit dem Wappen Thü - ringen (Auslandporto), eine 50-Pf..Marke mit dem Wappen von Hessen, endlich Marken- Heftchen, enthaltend 8 Marken zu 5 Pf. und 6 Marken zu 10 Pf (Preis 2 Mk.). Es ist vorgesehen, die Ausgabe der Wohlfahrts» briefmarken. wie es im Auslonde — besonders in der Schweiz — mit so grobem Erfolge geschieht, wenn irgend möglich, alljährlich zu wiederholen. Das bisherige Ergebnis des Wohlfahrtsbriefmarkenoertriebes im Jahre 1924 und 1925 belief sich auf 2,5 Millionen Mark Reinerlös. Es kann als nicht ungünstig bezeichnet werden. Auf 1000 Einwohner entfiel durchschnittlich ein Erlös von rund J4 Mk. Allerdings reicht dieses Ergebnis noch In feiner Weise an die Zohlen des Auslandes heran, das seit Jahren alljährlich Wohlfahrtsmarken teil» mit, teils ohne Frankaturwert herausgibt: so mürben u. a. in der Schweiz durch den Verkauf der Pro Juventute-fDlarten im Jahre 1927 atff 1000 Ein- ^"" 100,20 Mk., in Amerika auf 1000 Einwohner 198,20 Mk. erzielt. Die geringeren Ergebnisse in Deutschland hatten einerseits — und zwar im wesentlichen — in der ungünstigen Wirtschaftslage ihren verständlichen Grund, andererseit» war bei uns bisher der Vertrieb noch nicht so durchorganisiert, wie dies in bett Ländern des Auslandes geschehen ist. Unsere Wirtschaftslage Hal sich, wie bei vorsichtigster Beurteilung unbedenklich feftgefteUi werden farm, erfreulicherweise gegen das Vorjahr gebessert. Es ist daher zu erhoffen, daß die wirtschaftlichen Unternehmungen in diesem Jahre in größerem Umfange geneigt sein werden, ihre Geschäftspost eine Zeillong mit Wohlfahrtsbriefmarkeu zu fron« fieren und dadurch das Gesamtergebnis nicht unerheblich zu steigern. Den Zohlen des Auslandes werden wir uns erst dann nähern, wenn es wie dort, auch bei uns zum guten Ion gehören wird, daß jeder seine Post zu Weihnachten und Neu- iahr mit Wohlfahrtsbriesmarken frankiert. Finanzminister Henrich zum Volksentscheid. Zn e'.ner überfüllten Wählerversammüma m cer Turnhalle am Oswaldsgartin f;sat gestern al end Finanzminister Henrich über be beim VollLentschew am 5. Dezember zur Entscheidung stehenden Fragen der hettischen Politik, uisbe'ondere der Finanzpolitik. Ginleitend seiner etwa zweistündigen Rede bestätigte er die Aich- tigleit des Erlasses der in unserem gestrigen Anzeigenteil vom Wirtschafts- und Ordnung-, block zur öffentlichen Kenntnis gebrachten Verfügung les Zinanzministers an die Bürgermeiste- reten und Kreisämter bett, den öffentlichen Anschlag von Plakaten der Regierung zum Volksentscheid. Die schwer angegriffene Regierung habe zu ihrer Verteidigung diesen Weg gehen müssen, nachdem sich herausgestellt, daß ihre Kundgebungen nur in einem Teil der Presse Aufnahme gefunden haben. Da eS sich' hierbei um eine Regierungsangelegenheit handele, wür- len auch die Kosten aus Regierungsmitteln gc- Leat werden, nötigenfalls könne man die paar Hundert Mark aber auch aus dcr eigenen Tasche bezahlen. Sodann verurteilte der Redncr die Art, wie der Kamps von der Gegenseite ge- lUhrt werde, und eriuchte, im politischen Kampf allgemein den Standpunkt deS Sachlichen mehr zur Edtung zu bringen. Zu den politischen Sttettjragen im einzelnen übergehend, äußerte sich ter Redner in ruhiger fachlicher Art über die Argumente der Oppvsitton und die Stellung dec Regierung zu den umstrittenen Problemen, dabei dablen; beHfammtt Gietzen—Alsfe Allen denen, die uns bei dem Heimgänge meines Innlgstneiiebteu. unvergesslichen Mannes.unieree Heben Sohnes U Schwiegersohnes, guten trauen Bruders. Schwager# und Onkels uns so trostreich aur Belte eienden spr oben wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank aus. Lie tieftraueroden Hinterbliebenen fr1 ran Henny Wolf geb. Biedenkopf Familie Lodwljj Biedenkopf l'ainllle Ludwig Wolf neue, allen Angehörigen Vortrags-Vereinigung. Unsere Mitglieder erhalten gegen Vorzeigen der Aosweiskarie Irn Vorverkauf bei ChBliler Preleer- mäölgung zu dem Dichterabeud des Goethe-Bundes am V reitag, 3. Iiez abend* 8 L’hr im Einhorn, an dem Karl Ettlinger(Karlchen) aus seinen heiteren Werken verliest. «ödi. Zimmer aii oerniteten U8877 Sirdienvlan 33 v. 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Zu den politischen im üb ergehend, Luhcrte igcr, sachlicher Art übet »osition und bit Steilung umstrittenen Proölemen. rveitert präzisierend, de« uns verossentlichten 2nt- M deS 2lbg. Dingel- • Don belondervn > 2HiUeiIuig bd Minißett atpläne, die geaenLärtig Darmstadt zur ^cratung er petsSnlich halte w n als ZwiichenM M >e diese W™ Mch ÄÄj b hab« unter Mannschaft und Offizieren prächtige Menschen gefunden und Freundschatten für das Lebe« geschlossen. 3m Wellkrieg lernte ich den Gegensatz zwischen deiusch«r und englischer Denkungsart, der sich mir schon in Afrika m der Derschieden- artigkei: der Austastung Über d'.e Kolonisation gezeigt hatte erneut kennen. Deutschland hielt sich an internationale Abmachungen unb respektiert« die Bestimmungen der Senser Konvention, t* tat. was ei durfte. England hingegen tat. was es wollte. England hat zwar die meisten Aoitnxien, kann aber nicht kolonisieren. Der beste Kolonisawr ist der Deutsche, denn er ist der Sr- }ic&« der Eingeborenen, währ.nd der Engländer diele ausdcutet. Da- deutsche Volk, bas zur 3dt in tiefem Unglück sich befindet, wirb uitf> must wieder auf die Höhe kommen. Daran mitzuhelfen ist Lachc aller, die ihr Vaterland lieb haben, insbesondere ist es Lach: der 3ug:nd. 3brr Sponbrgeilterung darf sie nicht dazu oerl:it«t, die Deistesdildung und die 2lusb ldung im 'Beruf zu pcrnachlLsfigen. Der deustche Kaufmann, der so oft drautzen in der Welt ein Pnm.cr deutschen Wesens gewesen ist, must wieder der Vahnbrecher des Deutlchtuins im Ausland werden. Lehr starker Vrifall der zahlreichen Zuhörer lohnte den Vedner für feine Ausführungen. Q De r 'Herein „Ä a n a r i a" oeranstallete am Sonntag im .Pastkeller" einen Vorttag bee Preisrichters Helving auS Frankfurt o. M über „Pflege und Drsang des Kanarienvogels^. Di« zahlreiche Zuhörerschaft folgte den 5>aTfegujv gen des erfahrenen ZachmanneS mit grobem Interesse und war von Ui en Mittnlunzen auber- ordenllich befriedigt. Allgemein degrüsttc man. dah der Verein die Lbs'.cht hat. in Zukunft nicht nur Züchter, sondern auch Liebhaber der Kana- tleu aufzunehmen. Am 12. Dszembxr wird d« Verein eine Ausstellung veranftallen, d.e günsttg« Gelegenheit für den Ankauf guter Hanartenvög« bietet. • •• D ie Maul- und .Klauenseuche ist neuerdings in Grotzrn-Vuseck n d. Gien An-, erd mugemacht und ist einet der ältesten Diitwohner unserer Stadt. Die Neuregelung der Anleiheablösung. Dine Regierungsvorlage über den Umtausch der Altbesitz-Ablösungsanleihe in eine neue Reichsanleihe geht dahin, an Stelle der 40 Milliarden Papiermark Alk besitz, auf die bekanntlich eine Milliarde Ablöiungsanleihe mit Auslosungsrechten gewährt worden ist, mit Wirkung vom 1. Januar 1927 dcn fünffachen Betrag Id. h. 12' Prozent nominell), allo 5 Milliarden Reichsmark neu mit 4» . Prozent verzinslichen Anleibestücken auszugebe:i. Die neue Anleihe soll aus 30 Jahre laufen. Durch den Fortfall der bisher behebenden Auslosung würden für das Reich 250 Millionen R.eichsmark erspart und zugunsten der alten AnleiHebrsiher zur Verfügung stehen. DSR. Weihnachtserprestgutver- tehr. 3ur schnellen Bewältigung des zu er- warieadin startrn Weibnachtserpretzgutv. rlehrs werden von der Reichsbahndirckt.on üi den hauptsächlich In Frage kommenden Kursen Frankfurt— Hannorer. Frar.kfurt—Mannheim. Karlsruhe, Köln, lhidwigshafcn. Wiesbaden—Mainz. 'Berlin. Leipzig, München und Stuttgart besondere durchgehende Ärprestgutwagen v2rg:sehe.n. Austerdem werden zur glatten Bewältigung des Verkehrs und zur Vermrndrrung von Defvrderungsvcrzöge- rungen die Ezpretzgutwagen von besonderen Ladeschaffnern begleitet werden. ** »Als Burenkom Mandant im Weltkrie g". Heber dieses Thema sprach am Montagabend der ehemalige Durenkommandant 3 d o ft e in der Ortsgruppe (Ziehen des Deutsch- nationalcn Handlungsgehllfcn-Derbandes. Der Redner führte in etwa 21 Mündiger Rede u. a. aus: Ale ich vor 24 Jahren durch die DeWalt der Dngländer aus meiner afrikon schon Heimat vertrieben wurde und nach Deutschland kam, kannte ich die Deutschen noch nicht. Ich wuhte nur. dah im deutschen Volke eine starke Sympathie für das mit England tun seine Freiheit ringende Vurenvolk vorhanden war. Damals fing ich an, allenthalben im deutschen Lande Vorträge zu halten und Gaben zu sammeln für die bedrängten Witwen und Waisen meines Volkes. Auf diesen Vortragsreisen bin ich mit dem deutschen Lande und seinem Volle bekannt geworden. Ich habe Deutschland lieben adernL Die Rachricht von der Mobilmachung Snglanbs traf mich am 3. August 1914 in der Rah« der Doggerbank, wohin ich zu meiner Erholung in extern Voot gefahren war. Daraufhin wandte ich sofort mein Voot, setzte alle Segel auf und fuhr der deutschen Küste äu. Ich landete in Dvrkum. um mich in der nächsten Kaserne als Kriegsfreiwilliger zu melden. GS war ein zwiefacher Grund, der mich, den über 45 Jahre allen Mann, zu diesem Schritt tr'ed. Einmal fühlte ich es als meine Pflicht gegenüber dem gesamten deutschen Volk, ihm in seiner Rot beizustehen, zum andern zwangen mich die St'mmen der Gräber, die Stimmen von 27 000 Frauen und Kinder meines Volkes, die durch die Schuld Englands in den Konzentrationslagern einst elenb um tarnen. Das Dlut dieser Unglücklichen trieb mich jetzt zu den Waffen gegen die Engländer. Rad) Äeberwindung mancherlei Schwierigkeiten gelang eS mir endlich. inS deutsche Heer ein“ gestellt zu werden. Auf meinen Wunsch wurde ich her Marine zugeteilt. Hier lernte ich während meiner Ausbildung imb in langer Kriegszeit das Belohnung! In der Rächt von Samstag auf Sonntag, den 28. Rovember 1926, sind an der Synagoge in der Südanlage Fensterscheiben eingeschlagen worden. Denjenigen, welche den oder die Täter so namhaft machen, dah gerichtliche Dersolgung und Bestrafung eintrilt, wird hiermit eine von dem unterzeichneten Vorstand unter AuS- fchluh des Rechtsweges zur Auszahlung bezw- Verteilung gelangende Belohnung von insgesamt 9918L) 200 HM. zugestchert. Der Vorstand der ISr. ReligionS- Gemeinde Dietzen, Lonvstratze. Die Kurzarbeiter fürsorge ist durch Anordnung deS Hess. Ministers für Arbeit und Wirtschaft in Verfolg einer Verordnung des Reichsarbeitsministers für die Gemeinden Hessens bis zum 31. März n. 36. verlängert worden. *v Der Gisenbahnbrückenbau an der Ederstrahe ist nunmehr in allen Teilen völlig beendet. Die Landstrahe nach Wihmar ist für den Derlehr wieder freigegeben. worden. Die Brück« hat eine so beträchtlickr Grwellernng erfahren, dah jetzt auch alle grotzen Fuhrwerlo ohne Gefährbuna ober Schwierigkeiten dindurch- sahren können. 3n ihrem Ausbau ist die Brücke nach jeder Richtung hin vottrefflich gelungen. •• Ausschachtungsarbeiten sind seit einigen Tagen in der Frankfurter Straße, Ode Liedigstrahe. an der Bahnüberführung im Dange. Es handelt sich dabei um eine Verbeiierung und Erweiterung der Vasleitungen aus der Franl- futtet Strotze nach der Vlebigftraf) •. Die Arbeiten werden in einigen Tagen berndet fein. *• Denen Vornahme von «Siele» auswechslungsarbeiten an dem Schienengleis der Elektrischen Strahcnbahn in bet Kurte Frankfurter Strahe—Ecke Liebigstratze htcrii da« Polizeiaml di« Frantfurter Stratze von ker Alicestratze bis zur Liebigstratze in der Rächt von Donnerstag. 2. Dezeurbc-r abends 9 Ähr ab, bis Freitag, 3. Dezember, vormittags, für jeglichen F.chtoetkehr. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt durch die Ludwig- unb Wil- helmstrahc. Der Vogelsberger H ö h e n 11 u b , Zweigverein (Sieben, hat am Dahnhossplaye (Mauer des Mausoleums") eine neue Weg- markierungstafel über etwa 20 von (Siehen aus führende Wanderungen in bi' nähere und weiter« Umgebung unserer Stabt anbringen lassen. Die Tafel wird sowohl den mll der Bahn ankovunenden Touristen, wie auch den Sin» heimischen werwolle Dienste leisten, wenn die Wege nach den Wanderzielen ebenso deutlich unb klar markiert sind. Frisch auf! •• Das Weihnachtsfest wirft feine Schatten voraus. Seit gestern kann man nämlich in ben Strahen der Stadt die ersten Christbäume zum Verkauf gestellt sehen. Man uinn darunter recht stattliche, wohlgewachsene V umc bemerken, die eine Zierde der weihnachtlichen Feiern abgeben, ünfere Geschäftswelt tritt gl.ichfalls seit einigen Lagen recht kräftig mit ihren Weih- nachtSausstellungen heraus Die Schaufenster bieten sehr viel Schönes und Sehenswertes, das recht häufig in reizvoller Gruppierung zur Schau gebracht wird. Hoffentlich werden die eifrigen Vemühunqen der Kaufmannschaft den erhofften vollen Trwlg haben, denn ein gutes Weihnachtsgeschäft braucht unsere Geschä'tswelt in tiefer wirischasllich angespannten Zeit recht gut. Da'.u gehört freilich, das; möglichst breite Käuserkreisr über ein wohlgefüllteS Portemonnaie verfügen, daS wir ihnen zum Ruhen und ?ur Freude ihrer Familie und zur wirtschaftlichen Belebung unserer Geschäftswelt wünschen. Am nächsten Sonntag werden iie Geschäfte zum erstenmal in der üblichen Weise für den Wnhnachtsverkauf geöffnet sein. " Ein Reunzigjähriger. Herr Friedrich o m p t e r, hier, Alicestratze 22a, feiert heute in seltener geistiger unb körperlicher Rüstigkeit unb Frische seinen 90. Geburtstag. Der alte Herr hat die Kriege von 1866 und 1870/71 Wegen Todesfall bleibt das Geschäft Freitag, den 3. Dez. geschlossen. Ml7D Schiihiiaus Reiss, GieSen, Mäüshurg 12 Freitag große meBelfiwpe wozu einlabet w Gustav Müller. 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Dezember 1926 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) llr. 282 Zweites Blatt sie spielen and) bei vielen der im Teil enthaltenen Spezials ragen eine leben so (onimen; zweiten Rolle. ' Die erste Teil der Tagesordnung, welcher der <3r- örtenyxg allgemeiner Fragen gewidmet ist. wird Gelegenheit geben, auf diese für das Wirlschasts- bedeutenden Faktoren zu sprechen zu den Naturvölkern weit verbreitet ist. Bei den brasilianischen Waldstämmen ist die aus groben Grasseilen geknüpfte Hängematte das wichtigste Hausgerät. Sie findet sich auch in Neuguinea, wo für jedes Familienmitg'.'.ed eine Schlafmatte zwischen den Hüttenpfählen aufgehängt wird. Dem Bett begegnen wir in der Völk:rkande hauptsächlich in Wittelafrcka. Diese primitivste Bettstelle ist ein stehender Rahmen auf sechs Beinen mit Querhölzern, über die Decken oder Felle gelegt sind. Aehnlich ist die indische „ÄüanDa“, d e aber rund ist, und auch die „Ratter der Duren ist nur ein mit straffen Ochsenhaul streifen überzogener Rahmen, der im Wagen aufgehängt werden konnte. 3n den tropischen Gegenden kennen die Eingeborenen auch bereits den Nutzen der Moskitonetze, die bei den Waldstämmen im Innern Brasiliens aus sackartigen Gvasgefiechten bestehen. 3n den kalten Gegenden mutzten die Menschen besonders auf eine warme Schlafgelegenheit bedacht fein. Der Esk.mo legt sich nackt zum Schlafen aus eine etwa 23 Zentimeter über dem Boden befindliche Plattform, die in dem engen Eskimohaus ganz nahe an die Feuerstätte gerückt ist. Die Tschuktschen, die noch Nomaden sind, benutzen Schlaszrlte aus doppelten Renntierfellen. die an einer Seite aufklappbar sind. Auch die Tschuktschen schlafen nackt, und zwar legt sich die ganze Familie mit der Dienerschaft auf die den Boden bedeckenden Felle und deckt sich mit den Kleidern zu. Der Fvrschungsreisnrde Iden- Zeller. der unter den Tschuktschen gelebt hat. bezeichnet eine solche Schlafkammer — abgesehen von den Läusen, die die Tschuktschen nicht weiter genierten — als „fast ideal" in der e'figrn Kälte des Tundrasturmes. Die Russen schlafen noch heute auf dem warmen Lehmofen, und auch im zuges den feindlichen Aufmarsch durch Bombenabwurf aus Ausladebahnhöfe, wichtige Bahnanlagen. Großstädte, Verkehrs- u-iD Industriezentren. Während des Dormarschs haben sie Flugplätze. Truppenversammlungen inxi> Unter- kunftsorte zu bewerfen. — Sie Schlachtslieger haben die Ausgabe, Ausladungen. Truppenbewegungen, feindliche Artillerie, Reserven und Marschkolonnen, während des eigentlichen Kampfes Stützpunkte und Maschinengewehrnester, sowie die Donnarschstratzen, beim eigenen Rückzug überholende feindliche Kolonnen, Flughäfen und rückwärtige Stratzen unter Feuer zu nehmen. Däb- rend Bomben- und Schlachtflieger vom Wetter verhältnismätzig unabhängig sind, sind dem De- obachtungsslugzeug durch Regen oder Nebel die Augen genommen. Die Bedeutung von^Sas unD Flugzeug ist in allen Lagern anerkannt, umstritten ist jedoch die Kampfwagen frage. In den modernen Armeen sind zwei Modelle im Gebrauch: Die schweren Einbruchswagen und die leichten Be- gleitlampswagen: beide sind Angrissswasfen. Die ersteren haben die Aufgabe, der Infanterie und den leichten Kampfwagen durch Zerstören toter Hindernisse und Drechen lebendigen Widerstandes den Weg zu bahnen. Ihr weiteres Ziel sind starke feindliche Stützpunkte. Die leichten Begleit- kampfwagcn. mit denen in steter Verbindung die Infanterie vorgeht, säubern das Gelände, brechen letzten Widerstand und halten feindliche Gegen- angriffe auf. Sie sollen ferner die Aufmerksamkeit von der angreisenden Infanterie ablenken. — Die Engländer haben in ihren letzten Herbstmanövern einen neuen schweren Kampfwagen verwendet, der in der Lage sein soll säst jedes Hindernis zu nehmen, während die alten Kriegskampfwagen im Sumpfgelände, in dichtem Walde, in Granattrichterfeldern nicht vorwärts kamen. Im übrige,t ist es ja nicht so wesentlich, dah derartiges, schwieriges Gelände von den Angrifsswagrn überwunden wird, da ja auch die Infanterie selbst es vermeiden. Eine andere wesentliche Neuerung ist die. datz jetzt alle, auch die schweren Kampfwagen in der Lage sind, ohne Beschädigung ihrer Raupenketten wette Strecker mit hoher Geschwindigkeit auf der Strahe zurückzulegen. Auch die bisher so schwer ins Gewicht fallende Beschädigung der Stratzen wird durch Anwendung von Gummiketten unmöglich gemacht. Lange Zeit hatte gegen die Verwendung der Kanrpfwagen die Tatsache gesprochen, datz Gas von den Besatzungen nicht fern zu halten war. — Nun hat Rußland einen gassicheren Kampfwagen konstruiert. Dom Welter ist der Kampfwagen naturgemäß völlig unabhängig; ja dichter Nebel begünstigt die für den Erfolg ausschlaggebende Ueberraschung. Bekanntlich wird beim Landheer die Dernebelung großen Truppenmassen und Kampsansammlungen, sowohl gegen Erd- und Luftbeobachtung häufig angewendet. Allem nach scheint der Wert des Kampf- wagens langsam auch bei feinen verbissensten Gegnern erkannt zu werden. Er wird zweisellos neben Gas und Flugzeug im künftigen Krieg die Hauptrolle zu spielen haben. mannslunge. um nicht in diesem finsteren Dersteck zu ersticken." Merkwürdigerweise sind bei den Döl- kern, Die auf der flachen Erde die Nacht verbringen. zuerst Kopfbänke und Nackenstützen ausgebildet worden, die sich bei zahlreichen Ncger- völkern finden. Der Wunsch, den Kopf hochzulagern, mag dabei mitgesprochen haben. D.el- fach aber will man damit auch die mühselig her- gerichtete Frisur beim Schlas schützen. Der Japaner schläft noch immer auf einer Matte auf dem Boden. Des Abends wird eine Matte ausgebreitet und darauf die häufig kostbar verzierte Kopfstütze gestellt; am Morgen rollt man alles wieder zusammen und bewahrt Decken und Stütze in Den Schränken. Das ist gewiß eine praktische Maßnahme, vor allem bei Wohnungsnot. Die auch uns zu „Schlafsofas" unD ähnlichem zwingt, aber das rechte Behagen des Bettes, wie es sich auch beim Chinesen findet, kennt der Japaner nichl. Doch bevor diese höchste Kultur des „auf der Erde Schlafens" erreicht wurde, war noch ein langer Weg zurückzulegen. Die ersten Versuche, daS Lager über Den Erdboden emporzuheben, finden sich bei den Sud- seeinsulanern. Hier werden zwei etwa 1.20 Meter voneinander entfernte Baumstämme als IBett be» nutzt, zwischen denen Matten ausgebreitet sind. Man legt sich so auf Die Matte, dah man den Kopf auf dem einen, die Kniekehlen autf den anderen Stamm stützt. Die Sudanneger bauen sich praktische Bettstellen aus den Hirsehalmen, die hier die Stärke von Spazierstöcken haben, oder auch aus Stöcken, die gleichmäßig überetnander- gcschichtet werden. Man wollte natürlich mit dieser Höherlegung Der Schlafstätte sich gegen daS Ungeziefer am DoDen schützen, und dafür ist die Hängematte ein vortreffliches Mittel, Die unter Kapitalisten zu Gefallen verlieren und an die europäische Hanoelskonkurrenz abtreten möchte. Ein Krieg Amerikas mit Mexiko ist aus solchen Gründen so gut wie ausgeschlossen. Auf dem Wege zur Weltwirlschastskonserenz. Von unserem H. B.-Korrespondenten. Genf, Dezember 1926. In fünf, statt wie anfangs vermutet wurde, in zehn bis vierzehn Tagen, hat das Komitee für die Vorbereitung der Weltwirtschaftskonfe- renz in zweiter Session soeben seine Ausgabe erledigt. Sie war eine dreisache: Zeitpunkt. Zusammensetzung und Tagesordnung Der künftigen Konferenz festzusetzen. Die ersten beiden Punkte rerursachtcn keine Schwierigkeiten. Gemäß dem Wunsche der Völkerbundsversammlung wurde der nächst mögliche Zeitpunkt, der aus verschie- denen Gründen auf Den 4. Mai 1926 fällt, für den Beginn der geplanten Tagung in Aussicht genommen. Was die Zusammensetzung betrifft. so h'elt man sich an die bereits bei der letzten Dölkerbundsversainmlung vorgeschlagen« Lösung, das gleiche Vorgehen wie bei der Brüsseler Finanzkonserenz anzuwenden, wo Die Teilnehmer zwar durch die Regierung ihrer Staaten _ _ erste Programmhätsle sieht zunächst Situationsberichie vom Gesichtspunkt der einzelnen Länder vor, Die im Interesse Der Zeit- . ersparnis nicht mündlich vorzubringen, sondern schriftlich einzureichen sind. Sodann sollen Die wirtschaftlichen Ursachen des gegentoärt g gestörten Gleichgewichts von Handel und Industrie geprüft und die Wirtfchaftstendenzen untersucht werden. Die geeignet sind, Den Weltfrieden zu beeinflussen. Gemäß Dem erhaltenen Auftrag Die Möglichkeiten eines amerikanisch-mexikanischen Krieges. Don Dr. Friedrich A. Wyneken, Gießen. In Anbetracht des neuerdings ausgebrochenen Konflikts zwischen den Bereinigten Staaten und Mexiko ist es angebracht, auf ein Gebiet der amen, kamschen Geschichte hinzuweisen, das uns von der Vergrößerung des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten berichtet, von der Erschließung ungeheuerer Landkomplexe für eine höhere und namentlich auf praktischere Ziele gerichtete Zivilisation. Es ist der Krieg, den Uncle Sam vor achtzig Jahren mit Mexiko führte. Den Hauptgrund 1" lenen iteldzug lieferte Texas, das sich bereits 1836 von Mexiko losgerissen und im Jahre 1845 Der Union angefajloi- fen halte. Der Krieg zwischen ben Bereinigten Staaten und Mexiko begann am 8. Mat 1846 mit der Lchlocht bei Palo Alto und nahm einen für die damaligen Zustände oerhölmismähig schnellen Verlaus. Obwohl die mexikanische Armee zum größten Teil aus wohlgeschulten und tapferen Soldaten bestand, die noch dazu in heimischem Klima kämpften, errang Mexiko während des ganzen Feldzugs auch nicht einen einzigen Sieg. ~ . Die amerikanische Annes zahlte 46 000 freiwillige und 26 000 '.Reguläre, während die mexikanische» Verluste ist bis fetzt noch nichts Gewisses be- sach übertrafen. General Zachary Taylor stand an der Spitze der sog. Nordarmee, hatte anfangs nur 1500 (!) Mann und in der Schlacht bei Palo Alto nach nicht 2000. Mit dieser Handvoll Soldaten sprengte er wenige Tage später bei Resaca de Palma die mexikanische Armee auseinander. Dann ging Taylor, dessen Heer inzwischen auf 6000 Mann gewachsen war, über den Rio Grande, nahm am 18. Mai Malamdros und am 24. September Monterey. Tampico kapitulierte am 14. November. Am 23. Februar 1847 schlug Taylor den mexikanischen General Santa Ana bei Buen-i Vista, obwohl er den größten Teil seiner Streitfräfte General Scott nach Dera Cruz zu Hilfe geschickt hatte. General Scott landete dort am 9. März 1847 mit 13 000 Mann. Arn 27. März kapitulierten Stadt und Festung. Arn 18. April schlugen die Generale Scott un» Twiggs eine mexikanische Armee von 23 000 Mann. 4000 Mexikaner wurden getötet, 3000 gefangen genommen. Die Zahl der amerikanischen Toten und Verwundeten betrug 1100 Mann. Am 8. September griffen 4000 Ameri- ferner bei Molino des Rey 14 000 Mexikaner an und schlugen sie. Am 13. September wurde Chapultepec gestürmt, und am nächsten T« zog General Scott m die Stadt Mexiko ein. — Unterdessen hatten General Kearny. Oberstleutnant Fremont und die Conp modores Siockton, Sloat und Montgomery Kalifornien und Neu-Mexiko besetzt. Durch den Vertrag von Guadalupe Hidalgo, geschlossen am 2. Februar 1848, wurde der Krieg beendet. Die Amerikaner hatten 5000 Mann auf dem Feld, aber nicht weniger als 15 OOOJnfoIge der mörderischen klimatischen Verhältnisse eingebüßt, d. h. ungefähr ein Drittel der Mannschaften, die später in der einzigen blutigen Schlacht bei Gettysburg amerikanischen Boden rot färbten. Ueber die mexikanischen Verluste ist bis heute noch nichts gewisses bekannt geworden, sie wurden aber auf mehr als 50 000 geschätzt. Für diesen verhältnismäßig nicht allzu hohen Verlust wurde Uncle Sam überreichlich entschädigt. Es fielen ihm Kalifornien, Nevada, die Hälfte von Colorado, Utah, Neu-Mexiko und der größte Teil von Arizona zu, das ungeheuere Gebiet von 700 000 Ouabratmeilen; Ländereien, die sich am Gestade des Stillen Ozeans über zehn Breitengrade ausdehnen und mehr als taufend Meilen nach dem Osten hinstrecken. Natürlich wurde auch der Anschluß von Texas an die Bereinigten Staaten bestätigt. Zahlen beweisen zwar angeblich, befaaen jedoch manchmal weniger als konkrete Vergleiche. Es ist deshalb interessant genug, daraus hinzuweisen, das dies neue Gebiet den Gesamtumfang von Groß, britannien und Irland, Frankreich, Deutschland, Schweden und Norwegen hatte. Es zählt jetzt mehr Einwohner als die Vereinigten Staaten zur Zeit ihrer Lostrennung vom englischen Mutterreich. Das war es, was Mexiko vor 80 Jahren pas. fierte — und wir fragen, was würde heute geschehen, wenn es, wie allerdings sehr unwahrschein- lieh, zwischen den Vereinigten Staaten und Me- riko abermals zum Krieg käme? Die Verhältnisse haben sich in dieser langen Zeit gewaltig ye- ändert, und zwar zugunsten Uncle Sams, der inzwischen zu einem gewaltigen Riesen ernvorgewach- sen ist. Aber auch Meriko hat während der ver- gangenen 80 Jahre Fortschritte gemacht, Fort- schritte, die unter gegebenen Verhältnissen einer Jnoasionsarmee zugute kommen würden. Mexiko ist von drei Seiten zu fassen. Von den beiden Ozeanen aus würden die Amerikaner vermöge ihrer starken Flotte sehr bald in das Innere des Landes einbringen können und eine solche Invasion noch von Wie die Völker schlafen. Die warmen Federbetten imD weichen Matratzen. Dis uns beim Herannahen Des Winters daS Bett zu einem so besonders lieben Aufenthalt machen, sind noch gar keine so alte Kulturerrungenschaft. wie man wohl annehmen möchte. Lange Jahrtausende vergingen, bevor Die Menschheit in ein richtiges Bett kam, und auch als man Dies Möbelstück endlich erbaut hatte. Da lag man noch recht hart und ziemlich kühl. Bis m die Neuzeit hinein legte man sich nackt schlafen und Deckte sich mit einfachen Decken zu. Der Strvhsack als Unterlage ist ja auch heute noch nicht aus- gestorben, und auf ihm muhten selbst in einer «Zeit, da die Betten bereits von prachtvollen 'Baldachinen überdacht unD mit weichen Daunenbetten bedeckt waren, auch Die hohen Herrschaften noch vorlieb nehmen. Der Urmensch schlief auf der Erde, wie dis auch noch heute viele Naturvölker tun. Erst allmählich schuf er sich eine weichere Unterlage, indem er GrasbündÄ oder Matten unterlegte und sich mit einem Fell zudeckte. Die primitivsten Formen der Schlafstatte sind noch bei Den Buschmännern erhalten. D:e einfach die Zweige eine« Busches auseinander- frieaen, die Spitzen zusammenbinden und Dann diese etwas ausgepvlstertS Höhlung als Schlummergemach benutzen. „Die ganze Familie kri«ht hier hinein und Drängt sich eng zusammen berichtet darüber der Reisende Th. Hahn. „Es ist haarsträubend, wie sich diese Menschen auf klein- ftem Fleck aneinanderdrängen und fo beim Schlaf gegen Kälte und Regen schützen, freilich gehört eine Duschmannsnase dazu, um Die ^lu^dunstun- gen wohlriechend zu finden, unD eine Busch- DieWassen des Zu Kunstskrieges Don unserem militärpolittschen K-Korvespondenten. Mittelalter galt Die „Hölle", das warme Plätzchen zwischen der Wand und dem Ofen, als Die behaglichste Schlafstätte. Die alten Deutschen, die auf Der harten ErDe unter Decken schlummert.n. haben Die Annehmlichkeit eines warmen BetteS zuerst von den Römern gelernt. Das zeigen Die D zeich- nungen „Pfühl", Die gepolsterte Decke, „Zieche" für Bettüberzug, unD Flaumfeder, die au5 dem Lateinischen Herkommen. Erst ganz allmählich a2,ec bürget len sich Die weichen Urterbitten. die üppigen Federdecken usw. ein. Das Bett würd' allmählich $u einem mächt'gen Holzbauweck, besonders in Deutschland, wo man auf Treppen hinaufsteigen mußte. Es wurde fest in einen gesonderten Derschlag, den Akoven, eingebaut, und noch heute sieht man Wohl in Norddeutschland solche Dettgcbäude. auf Die von Der Alkovendecke ein mit einer Quaste geschmückter Strick herabbaumelt, an Dem sich der noch Schlaftrunkene feft- hält, um Den schwierigen Abstieg zu bewerkstelligen. Die beweglichen Bettstellen erfuhren in Den romanischen Ländern ihre Ausbildung, und als Ludwig XIV. das morgendliche Aufstelen zu einer Hcf.eremonie erhob. Da ent aitete sich Der Schmuck des Bettes zu voller Blute. Noch heute sagt man Dem Deutschen, besonDers Dem Dauern, eine Dorliebe für kurze Betten mit ungeheuer Dicken Federkissen und Federbetten nach. Die Franzosen wieder lieben Betten. Die fast so breit wie lang find, und halten noch immer an Dem unhygienifchen Himmelbett mit Vorhängen fest. Bei Den Italienern überwiegen Die Dünnen eisernen Bettstellen, Die nur mit einer Kopsrolle und einer dünnen Decke ausgestattet sind. So hat jeDe# Voll seine besonderen Schlafgewohnheiten. hatte das Vorbereitungskomitee aber auch Die Punkte ausfindig zu machen, über die praktische Lösungen in Aussicht genommen werden könnten Dieser letzteren Aufgabe wird Der zwe te. besondere Teil Der Tagesordnung gerecht. Hier werden einzelne beftünmie Probleme herausge» griffen. Deren Behandlung irgendwelche positive Ergebnisse zu zeitigen verspricht. An Der Spitze steht Der Komplex Der Den Handel betreffenDen Fragen Auf dem Gebiete Des an erster Stelle genannten Gegenstandes Der Handelsfreiheit ist heute ja bereits Der Anfang zu praktischen Lösungen gemacht worden, indem Die Frage Der Ein- und Ausfuhr-Terbote bzw. -Beschräniungen seit längerer Zeit schon beim Völkerbund in Behandlung steht, wie auch das weitere Problem der ungleichen wirtschaftlichen Behandlung von Ausländern und fremden Gesellschaften Weniger abgellärt sind heute noch die Fragen der Reglementierung und Monopolisierung des Handels. Auf Die Bedeutung Der anschließenden! Gruppe Der Handelshemmnisse auf Dem Gebiete des Zolltarifs- und Handelsvertragswesens hat im besonderen Die deutsche Vertretung im Vorbereitungskomitee schon bei Der ersten Tagung hingetoiefen wobei nicht nur Die Höhe und Unstabilität Der Zollansähe. sondern auch die stoßende Ungleichheit in Nomenklatur und Klassifizierung Der Tarife in Betracht fallen. Dazu kommen die bekannten indirekten Methoden des nationalen Schuhes von Handel und Schiffahrt, das System staatlicher Unterstützungen, das sog. „dumping“ und die unterschiedliche Behandlung im Transportwesen, sowie endlich Die Rückwirkungen, welche Die Derminderung Der Kaufkraft auf den internationalen' Handel ausübt. Die zweite Gruppe des speziellen Programmteils. welche Die Industrieverhältnisse umfaßt, gliedert sich, wie die Dritte und letzte Gruppe Der Landwirtschaft, in einen untersuchenden und einen praktischen Teil. In beiden Fällen gilt es. die Lage nach allen Richtungen zu prüfen, und Die Ursachen der bestehenden Schwierigkeiten fest- Austellen, wobei bei der Industrie Den Pro- outtionsverhältnissen eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen ift Unter Den in Aussicht genommenen praktischen Lösungen steht in erster Linie die Organisation Der Produktion, unD zwar vor allem Durch industrielle Abkommen. Die Erörterung des Kartellwesens nach allen Gesichtspunkten ist damit auf Die $aqe3ocDmmg Texas aus ergänzen können. Eine Besetzung der Hauptstadt würde unter solchen Umständen nur eine Frage kurzer Zeit sein. Es könnte bann vielleicht zu langwierigen Guerillakämpsen kommen, die Opfer an Geld und Menschenleben kosten dürsten. Daß aber Uncle Sam aus dem Kriey siegreich her- vorgehen würde, darüber herrscht fein Zweifel. Aber um welchen Preis?!! — Nicht ohne sehr triftige Gründe gibt man in Washington jenen kriegslustigen Grobkapitalisten nicht nach, die immer wieder zu einem Eroberungsfeldzug gegen Mexiko drängeln. Jene Herrschaften besitzen große Liegenschaften in Mexiko, deren Betrieb und Ausnützung ihnen durch die Eingeborenen gestört werden. Einen anderen Grund hätte Uncle Sam feinen- falls für einen Krieg mit Mexiko; desto mehr stünde sein Ansehen in Süd- und Zentralamerika auf dem Spiel, wollte man von Washington aus etwas gegen Mexiko unternehmen oder gar das Land der Azteken mit Gewalt in die Vereinigten Staaten aufnehmen. Die sog. Abc-Mächte Argentinien, Brasilien und Chile —, die moralischen Führer Südamerikas, wo der Aanlee ohnedies nicht beliebt ist, würden vor Empörung hell auflobern; — und gerade diese Abc- Mächte werden schon seit Jahrzehnten von Washington aus mit Handschuhen angefaßt. Denn aus Südamerika lassen sich für den smarten Amerikaner auf friedlichstem Weg Schätze herausholen, Schätze, die man nicht Mexikos wegen und einigen amerikanischen Alle Fachzeitungen unserer Gegner sind voll von ©ebanfen unD Entwürfen über Die Ausgestaltung Der moDemen Kampfmittel, Die gegenüber Den schon vor Dem letzten Kriege bekannten Waffen eine entscheidende DeDeutung erlangt haben: Flieger, Kampfwagen unD Gas. Diese lebhafte Meinungsaussprache ist nur ein Abbild Der hinter den Kulissen sich abspielenDen, unermüD- lichen Versuche zur Vervollkommnung Der Kriegswaffen. Wir Deutschen haben alles Interesse, die Bestrebungen unserer ehemaligen Gegner aut diesem Gebiete aufs genaueste zu verfolgen. Lassen wir uns ja nicht in Den schönen Glauoen wiegen, daß wir in einem Zukunftskriege ohne Diese modernen Kampfmittel Den Kampf mit einem Gegner, Der sie besitzt, bestehen könnten. Die größte Tapferkeit und Die höchste Vaterlandsliebe vermögen nichts ohne Waffen. Wir haben aber gegenüber unseren Feinden wenigstens Den c i n en Vorteil daß wir aus ihren Erfahrungen unD Versuchen lernen können für die k ü n f t i g e Ausgestaltung eines Heeres, die natürlich erst in Frage kommt, wenn Die Fesseln Des Versailler Vertrags gefallen sind. Wir brauchen kein Geld für Derartig kostspielige Versuche auszugeben, und sind in Der Zukunft, wenn e einmal zu einer kriegerischen Auseinandersetzung kommt, nicht mit veralteten Kampfmitteln belastet, sondern können unS Dann rechtzeitig nach Dem neuesten StanD Der Technik ausrüsten. Noch finD Die Ansichten Darüber, welche Waffe in Zukunft Die bedeutendste Rolle spielen wird, nicht völlig geklärt. Die chemischen Kampfmittel werden in Den verschiedensten Formen verwendet. Man unterscheidet das Dlasverfahren, wobei das Gas aus vorher ansubringenDen Flaschen abgeblasen wird, und das Gasschießen mit Arttlleric, wobei jede Batterie, ebenso wie mit Brifanzgranaten, mit Gasgranaten der verschiedensten Wirkungsart ausgestattet ist. Das Gasschießen erfordert also keinerlei Vorbereitung. Außerdem wird das Gas geworfen mit Handgranaten und durch Minen» werser, wovon Die Engländer im Kriege sehr viel und mit bester Wirkung Gebrauch gemacht haben. Neuerdings kommen auch Gasbomben aus den Flugzeugen zum Abwurf. Stets ist Die Gaswirkung vom Wetter und Gelände abhängig. Wenn im allgemeinen die Behauptung richtig ist, daß für jede neue Angriffswaffe alsbald auch die entsprechende Abwehrwaffe gesunden wird, so ist Loch die größte Aufmerksamkeit gegenüber jeder Vervollkommnung des Gaskriegs geboten, Die Den modernen Armeen gelingt. Neben das Gas ist — ebenfalls erst im Kriege — das Flugzeug als schlachtentscheidende Waffe getreten. Man unterscheidet Deobach- tungs-, Bomben- und Jagdflieger. Heutzutage können Die Flugzeuge bei jedem Wetter, außer Nebel, und zu jeder Tageszeit eingesetzt werden. Tie Jagdflieger haben die Luftüberlegenheit zu erkämpfen, die eigene Luftaufklärung zu sichern, Die feindliche zu erschweren, die eigene Truppe und Bevölkerung vor Luftangrisfen zu schützen. Tie Dombenflieger stören bei Begitm eines Selber na nn t werden, aber in ihrer Hairdlungs- sreiheit völlig ungehindert gebl.eben waren. Als HöchstzÄ ter von jedem Lande zu eni- sendenden Delegierten wurden fünf Teilnehmer in Aussicht genommen. 8s können jedoch noch Experten beigezogen werden, denen jedoch — im Gegensatz zu den vom Dölleroundsrat zu ernennenden ergänzenden Mitgliedern — keine Stimme zukommt, und das Wort nur, soweit es die Der- lammlung wünscht. Ungleich schwieriger war Der Teil der Aufgabe zu lösen, der sich auf Die Ausarbeitung der T a gesordnung für Die Wektwirlschafts konserenz bezog, und daß diese Arbeit in so kurzer Zeit bewältigt werden toiuüe. war in erster Linie das Verdienst der geschickten und kräftigen Geschäftsleitung durch Den Vorsitzenden Theunis. Freilich ging es dabei ohne öftere Geheimsihungen nicht ab, in denen sich Die Unterausschüsse und das Komitee selbst über Die auÄ Dem gewaltigen Studienprogramm Der ersten Session auszufcheidenden Programmpunkte zu einigen hatten. Was schließlich herauskam, entspricht wohl Dem Wunsche Der zweiten Kommission Der Dölkerbundsversainmlung. Die auf Der Tagesordnmrg einige wesentliche Fragen zu sehen wünschte, während über Die anderen Die Diskussion an all den Stellen offen sein sollte, wo sie mit einem Der Hauptprobleme im Zusammenhang stehen. So ist Demi auch in Der Tat das nun vorliegende Programm zu verstehen, auf dem ganz gewichtige Gegenstände, wie Die Finanz- und Währung» Verhältnisse, das Be- völkerungSprodlem, die Rohstossrage nicht al- besondere Punkte enthalten sind. Gerade Der es füfiung, baB b i v e f t i o 11 nicht in Frage kommen dürfe. neue Au,stände inszenieren werden, wenn gilt, ihren Einfluh zu stärken. Einstimmig war die Versammlung der lilut- j eine Aufhebung dec Reichsbahndirektion Mainz, die für die Förderung der hessischen Interessen von unschützbarem Werte seien, weil er von den Geldgebern schließlich nicht gewollt wurde. 'Line Festigung der Brr-» hällniise in Albanien dürfte dieser Abschluß Les Ausstandes aber kaum bringen. Das Land bleibt nach wie vor der Sptelpvll der interessierten Mächte, die je nach der Konstellation versität Jena erledigte Lehrstuhl der Ebenste ist dem ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule in Hannover Dc. Wilhelm Biltz angeboten worben. — Der an dec Llniverfität Jena neubegrünbete Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften ist dem ordentlichen Professor Dr. jur. Dr. oec. publ Gustav Aubin an der Universität Halle angeboten worden. — Der ordentliche Professor für deutsche Rechtsgeschichte, deutsches Privatrecht, deutsches bürgerlich:» Recht und Handelsrecht einschl. Grnofsenschostsrecht qn bet Universität Frankfurt a. M. Pr. jur. Friedrich Klausing Hat einen Aus an die deutsche Universität in P r N g erhalten. Der a. o. Professor der Philosophie an der Universität Leipzig Dr. Hans Leisegang hat einen Auf als Ordinarius für Geschichte der Philosophie an die deutsche Anivsrsität in P r a g erhalten. Ernannt wurden: Prof. Dp. Ludwig Deubner in Freiburg i, B. zum ordentlichen Professor der klassischen Philologie an der Universität Berlin und Prof. Dr. Hans Heinrich Schgeher in Breslau zum ordentlichen Profef.or der orientalischen Philologie an dec Universität Königsberg als Rachfolger A. Hartmanns: ferner wurde dec Ordinarius der systematischen Theologie D. Dr. Georg W c h- rung in Münster in gleicher Eigenschaft an die Universität H:r Stadt zur Verfügung gestellten neuen Feuerwehr* gerate raum im Gebäude des ehemaligen Elektrizitätswerks statt, wo der frühere geräumige Maschinenraum als Unterkunftshalle für w Fcuerlöschgeräte hergelichtet worden ist. Das seitherige alte Spritzenhaus erwies sich, nachdem die Motorfeuerspritze, angeschafft worden war, als zu eng und Nicht mehr ausreichend. Auch Hochschulnachrichlen. Zur Wiederdefetzung des durch den Weggang de» Prof. C. Schäfer an der Universität Marburg erledigten Lehrstuhls her Physik ist ein Auf qn den Direktor bei der Physiralisch-- technifchep Reichsanstall in Charlpttenburg Geheimrat Prof. Dr. Eduard Grüneifen ergangen. - Prof. Dr. Albext Defant in Innsbruck hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl für Meereskunde an der Universität Berlin angenommen. — Der durch die Emeritierung deS Geh. Med.-Aats 3t Garxb an der Universität Bonn erledigte Lehrstuhl der Ehirurgie ist dem ordentlichen Professor Geh. Mcdizinalrat Dx. Hermann Kstttner, Direktor der chirurgischen Klinik und Poliklinik in Breslau angeboten worden. — Der durch das 'Ableben des Prpf. A Gutbier an der Uni- ’) ES wird für dis Leser dieses Artikel- wissenswert sein, daß der Goethe-Bund in Kürze einen Lichthilderportraa veranstaltet, an dem Max Daljer persönlich über die hier angedeuteten Probleme sprechen wird. Hessisches Landestheater. Im Hessischen Landestheater hatte das Schauspiel von Grast Bit kling er .Ein undankbarer Mensch" bei feiner Erstaufführung einen starken Erfolg. Es schildert drei Aus» sahclen eines Abiturienten in das Leben. Gr gerät in Pis Aetze eines früheren Modells, dann schließt er sich einer Sette an und zuletzt einer Studentenverbindung. Jedesmal aber wendet er sich unbefriedigt ob und kehrt zu feiner Mutter verschiedenen Zwischenstufen dec 'Raketenschiffe zu entwickeln. Erft kürzlich gelang es Balier, auch den gefeierten deutschen Flieger Oberleutnant Udet für die Verwirklichung feiner Pläne zu interessieren. Zunächst sollen Modelle gebaut werden. Verlausen die Vorversuche mit diesen nach Erwarten, dann will Valier als erster Mensch unter Einsetzung seines eigenen Lebens, mit einem von ihm konstruierten Raketenschiff auffahren, um SU beweisen, dah diese Art des Aufstieges möglich ist. Vorerst sollen nur bekannte Höhen aufgesucht, später die Weltrekorde gebrochen werden, und in einigen Jahren hofft Valier dann seine Maschinen Jptoeit verbessern zu können, daß sie ausreichen, den Vorstoß in den wirklichen leeren Weltenraum hinaus zu wagen. Der Valiersche Plan,') der durch Den stusenweisen Ausbau der Versuche ansprechend wirkt, verdient sicherlich im Hinblick auf die gewaltige Bedeutung seiner möglichen, in ihrer Auswirkung unübersehbaren Ergebnisse großes Interesse. Der 2, Vorsitzende, Regieruugsrat Dr. Roes e ii ii r (Darmstadt). berichtete über die eingehenden Verhoudlungen wegen eines grundlegenden Ausbaues der BP- und Schnellzugsverbindungen zwischen Rheinland-Westfalen einerseits und Süddeutschland andererseits. Weiter gelangten Fragen der Verbesserung der r h e i n - hessischen Verbindungen zur Sprache. Schließlich erläuterte der Referent bereits im einzelnen ausgearbeitete Pläne für wichtige Vor- kehrsverbesssrungen in Oberhessen. Ein Teil der vorgetragenen weitschauenden Projekte hat bereits Aussicht, im Sommerfahrplan 1927 berücksichtigt zu werden. Ein anderer Teil bedarf noch eingehender gründlicher Vorbesprechungen unter den hessischen und auswärtigen Beteiligten. Nähere Einzelheiten über die Projekte werden zu gegebener Zeit bekanntgegeben werden. An die Referate der beiden Vorsitzenden schloß sich eine eingehende Aussprache an, an der sich u. c. Pcooinzialdirektor Geheirnerat Dr. U f i n g e r (Mainz), Kreisdirektor Gebhard (Friedberg), Kreisdirektor Reinhart (Bensheim), Bürgermeister Dr. Angermeier (Vensheimi, Notar V i a h l (Bud-Nauheim). Dn Milbrand (Darmstadt), und Redakteur S t r e e s e (Darmstadt) beteiligten. Der Vorstand beschloß, die diesjährige Hauptversammlung am 12. Dezember in Mainz abzuhalten, Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmitlqgs. Samstag nachmittag geschloffen. Der vorftotz in den weltenraum Don Pf. jur. O. Hennin g. Eni packender, genial - kühner Gedanle ist gleich einem Feuerbrand in unsere Vorstellungswelt geschleudert und reiht unser Sinnen und Denken neuerdings hinaus über die Grenzen unseres Planeten: Der Aufstieg zu den Sternen! Rur einmal auf Stunden sich ganz dem Vann- kreis der Schwere entringen, die uns, dem gefesselten Prometheus gleich, an den Erdball geschmiedet hält, da» mühte wahrlich alle Mühen und Plagen reichlich lohnen, die jemals kühne Entdecker, Eroberer und Erfinder erlitten. Ohne Zweifel: den Vorftoh in den Weltenraum zu voll» bringen, da» wäre die größte Tat, die die Technik bisher je heryyrgebracht hat. Vor 50 Jahren durfte man über solche phan- tastifche Gedanken noch lächeln. Heute, durch anders erstaunliche Erfindungen und Entdeckungen belehrt, wohl nicht mehr! In allen Kulturländern der Erde arbeite» die besten Köpfe daran, den Abgrund des Weltraumes zu bezwingen. Sekt drei Jahren liest man, dah der amerikanische Professor Aob. H. Goddard dem Monde einen Raketengruh zu senden gedenkt, in Gestalt einer doppelten Pülverrakete, die einige Kilogramm Leuchtfeuer auf den Mond tragen und zum Beweis für ihr Eintreffen zur Entflammung bringen soll. Des öfteren war schon vor Jahresfrist der 'Abschuh dieser Riesenrakete angekündigt worden. Dann wurde es wieder still. Man dachte begreiflicherweise, dah cd sich hier wieder einmal um einen echt amerikanischen Bluff handle. Dann las man wieder, dah Professor 4, Oberth eine Rakete mit flüssigen Treibmitteln konstruieren will und überzeugt ist, mit diese? 'ogar Menschen bis zum Mond» besürbern »u iönnen. Aber auch hier hat man von einem sichtbaren Erfolge bissang noch nichts gehört. Reben den beiden «nannten Gelehrten, die sich sozusagen zugleich den Mond als Reiseziel genommen oaben, tritt nun der bekam,le Privat- aftrpnom und ehemalige Flirgeroffiziec der österreichischen Armee Max Vylier mit dem neuartigen Gedanken hervor, das spätere Weltraumschiff aus dem heutigen Flugzeug über die der WeltwirtschaflskonferenA gekommen. Für die Landwirtschaft wird ebenfalls ein Vorgehen auf internationalem Gebiete in Aussicht genommen, und zwar vor allem in Form der Organisation von Produzenten und Abnehmern, unter Einschluß des Genossenschaftswesens. Für Industrie sowohl als für die Landwirtschaft aber gilt es, auch das Jnformalionswesen zu vervollkommne-i. Als letzten Punkt enthält das Programm die Entwicklung der Kaufkraft des Landwirtes. Aber diese in Kurze skizzierte Tagesordnung entfall nach einem Wort des Vorsitzenden lediglich die .Kapitelüberschriften", während faktisch jeder der vorgesehenen Punkte einer Erörterung ungezählter anderer Fragen rufen wird, die in dem vorliegenden gewaltigen Dokument'.erungs- material in der Hauptsache schon vordere, tet sind. Daß in verhältnismäßig so kurzer Zeit br\. Material in einem bisher nicht gelaunten Um fange zufammengekommen ist und für hie Be urteilung der Wirtschastsfraae zur Verfügung steht — es soll nach einer soeben aufgestellten Liste an die einzuladenden Staaten vertritt werden —, darf allein schon als ein äußerst er sreuliches Ergebnis der bisherigen Vorherri tungsarbeiten betrachtet werden. Der Aufstand in Albanien. Der Auf st and in Albanien hat einen weit größeren Umfang angenommen, als nach den anfänglichen Rachrichten zu erwarten war. und hat sich zu einer bedeutenden Gefahr für den gegenwärtigen Machthaber des Landes. Achmed 3 o g u Bey, entwickelt, wenn auch die Hauptstadt Albaniens, Sinina, den Angriffen der Aufständischen energischen und erfolgreichen Widerstand sntgegensetzts. Allerdings lauten die letzten Rachrichten etwas günstiger für die Regierung, sie sprechen sogar davon, dah die Regierung Achmed Zogus einen bedeutsamen Sieg über die Aufständischen davongetcagen hat, durch den die ganze Bewegung, an deren Spitze Hassan Bcy steht, bald niedergeschlagen sein würde. So bliebe also als einzige Tatsache bestehen, dah die Ruhe des Landes erneut einer starken Erschütterung crusgesrat war und dah weite Strecken des Landes ve/wüstet und zahlreiche Dörfer niedergebrannt worden sind. Interessanter ist die Frage nach der U r = lache dieser Aufstandsbewegung, über die verschiedene Gerüchte im Umlauf sind, die darauf brnteuten, daß auswärtige Mächte die Hände int Spiele gehabt haben. Zwar heißt es, bah der Aufstand durch die Unzufriedenheit der Landbevölkerung mit der Gewaltherrschaft der Großgrundbesitzer Hervorgei u'en worden fei, was allerdings keineswegs ausschließt, dah die an Albanien interessierten Großmächt e diese Unzufriedenheit ausnutzten, um sich in die inneren Angelegenheiten Albaniens einzumischen. Besonders verdichtet (ich nach den letzten Rach- lichten das Gerücht, bati I lallen diesmal teil Ausstand, angezettett habe. Und da« Gerücht findet eine gewisfe Rührung darin, dah Hassan Bey ein belaimtec Parteigänger der Italiener ist, und daß auch Anhänger Fen Rolis an der Bewegung beteiligt sind, die seit der Vertreibung Fen Rolis von italienischer Unterstützung leben. Belgrad scheint sich diesmal zurückgehalten zu haben, obwohl es natürlich hei der unmittelbaren Rachharschaft an Albanien größtes Interesse hat. Aber einerseits verfügt Jugoslawien augenblicklich nicht über soviel Geld, dah etif sich die Unterstützung eines solchen Aufstandes leisten tonnte. Andererseits konnte es doch den eben erst zustandegekommenen Vertrag mit Italien nicht auf eine so starke Probe stellen. Wenn nun der jetzige Machthaber Albaniens, Achmed Zogu, als Sieger aus der Bewegung hervocgetz'. fr> hat es beit Anschein, daß Italien die Aufständischen hat fallen lassen, nachdem wahrscheinlich eine Einigung mit Achmed Zogu über das jugoslawisch-italienische Geheimabkommen zustandegekommen ist, das das Land zwischen diese beiden Rationen in Interessensphären auf- teilt. Das Ziel des Ausstandes wäre also erreicht. Achmed Zogu ist in Zukunft nicht mehr einseitiger Parteigänger Belgrads, sondern siebt Gunter dem Einfluß Belgrads und Roms. Die -einzig Geschädigten bei der ganzen Aufstands- rbetDegung bleibe« also die Anhänger Hassan .Beys und Fen Rolis. die ihre Haut sür ausländische Interessen zu Markte getragen haben, ohne nun einen Erfolg für sich buchen zu tonneu, zurück. Das Drama entspricht feinem Stil nach den naturalistifchen Stücken, wie sie vor etwa 30 Jahren die Bühnen beherrschten. Den Erfolg, an dem eine gute Regie und Darstellung de- teiligt waren, verdankt das Schauspiel wohl mit dem Umstand, daß es nicht, wie mehrere Stücke, die hier aufgeführt wurden, fich in Allegorien und schwer verständlichen Symbolen ergeht, sondern eine klare Sprache und eine ft raffe Szenenführung aufweist. Bühnenorganisalionen in Deutschrand. Seit 18Z1 ist die in Weimar gegründete De- nofleitfcbafl Deutscher Dühnenangehöriger das färtfk äußere Band der verschiede asten, mit :er Buhne zusammenhängenden Derassgruppen, recen rechtliche und wirtfchaftlich» Vrthältniffß eit 1918 in einem umfassenden Tariswerk geregelt sind. Das pon der Genossenschaft angs- strebte Reichstheatergesetz dagegen steht noch aus. Von ihm erwartete man eine Ordnung des Schau- spislunterrichts-, des Konz«ssions-, des Stellen- permittlungs- und Bühnenpolizeiwesens, ferner eine Beschränkung des schauspielerischen Dilettantentums und und einen staatlichen Schutz der Altersversorgung für BähnenmitglteLap. Vielseitig sind die Wohltätigkeitsbestrebungen der Genossenschaft, die jg für den meisten- nur mit dem Augenblick rechnenden Künstler von besonderer Wichtigkeit sind. Rechts- und Frauen- schutzstellen, ein Kinderheim in Rothenburg ob der Tauher für die Kinder bedürftiger Schauspieler und das Marie-Seeba-ch-Stisl in Weimar für Bühnenveteranen. Mit ber Psnstonsanstalt der deutschen Bühnenangestelllen sind eine Sterbelasse und eine Witwen- und Waissnanstalt verbunden. Auch in künstlerischer Beziehung arbeitet die Genossenschaft vorbildlich. Eine thsaterwiffenschaftliche Bibliothek. Tyeatermueen in München und Wien und tdeaterwissenschaft- liche Institute in Kiel. Berlin, Köln und Frank, hat a. M. dienen der künstlerischen Fortbildung der Genofssnschystsangehörigen. Die für 192? in Magdeburg geplante Theatevaussteikung wird auch von der Arbeit der Genossenschaft ein um* fassendes Zeugnis ablesen. Oberhessen. Landkreis Gietzen OD Klein-Linden, i. De^. Nach den Plänen des Gießener Kreisbauamts soll, wenn der Ge« meinberat die Pläne annimmt, aus unserem alten Friedhof an der Wetzlarer Straße, inmitten des Dorfes, die Kriegergedenk statte für d i e Gefallenen unserer Gemeinde entstehen. Die Entwürfe der getarnten 'Anlagen sind im Schaufenster des FahrradZkschästs Wilhelm Jung VIII. in der Wetzlarer Straße ausgestellt. Der seither recht uerwahrlost ausiehende alte Friedhof wird nach dem Entwurf an der Front der Wetzlarer Straße mit festem Mauerwert eingefaßt, wie auch die gesamte Anlage mit schmuckem Mauerwerk umgeben fein wird. D> Mauer an der Straßenfront krönt ein Obelisk, drr über feiner halben Höhe das Modell eines Stahlhelms trägt. Unter dem Obelisk befinden sich in Stein gehauen die Worte: „Grdenlet der Gefallenen des Weltctieges." Da dir Straße nach Wetzlar am geplanten Ehrenfriedhos eine Rechtskurve beschreibt, so ist der Gedenkstein nach Heiden Strahencichtungen hin wr'.t sichtbar. Zu beiden Seiten der Mauer führen Treppenstufen hinauf zu dem mit zwei Ruhebänken gezierten. „Vorplatz" des Ehrenfrisdhofes. Eine brafthohe Mauer mit Ztergitter versehen, läßt in her Mitte die Pforte zum eigerüllchen Ehrenfriedhof frei. Drei Treppenstufen führen zu dem 3 Meter über dein Straßenniveau liegenden Ehrenfriedhos. Die ihn rings umschl'eßende Mauer ist mit rech', geschmackvcli. ausaearbeit tem Sitter verziert. Dem Eingang gegenüber fällt der Blick auf ein Kreuz, das in die Mauer eingebaut ist. Um jedem dec einzelnen Gefallenen einen blonderen Platz zu weihen, werden sich an drei Se ten der. Mauer Einzelgräber hinziehsn, die von den Angehörigen der Gefallenen in besondere Pflege genommen Weiden tonnen. Die geplante Derck- malsanlage verspricht eine würdige Stätte zu Werden, an der in stillen Stunden die Angehörigen unserer Genisinde ihrer Gefallenen gedenken können. Der noch verbleibende Rest des alten Friedhofes soll nach dem Plan des Kreisbauamtes zu einem Spielplatz für die Schüler des benachbarten alten Schulhau'es angelegt werden. Fehlt doch diesen Schülern infolge dec Enge des alten Schulhofes fast jeglichs Möglichkeit, ihren Spieltrieb zu befriedigen. Hoffentlich werden nun auch die Mittel zu- fammentommeu, damit das so lang geplante Werk endlich zu Ende geführt werden kann. Da unsere Gemeinde infolge Fehlens der nötigen Mittel nicht allein dazu in dec Lage ist, soll durch eine Sammlung von Haus zu Haus versucht werden, die Gelder auszubringen. —. — Klein-Linden, 1. Dez. Ein Zu - s a m m e n st o ß eines M o l o r c a d e s mit einem Milchsuhrwect tr.ignete sch heute abend 8 IIöl' auf der Frankfurter: Sk.aße. Ein von Gießen kommendes Motorrad mit B iivagen, dos mit 2 Herren aus Wetzlar und einem Herrn aus Braunfels besetzt war, wollte das Milchsuhrwerk des Büblingshäuser HofeS (bei Wetzlar) überholen. Beide Fahrzeuge waren beleuchtet. Der Führer des Motorrades hatte vermutlich den Bogen zum äleberholen zu kurz genommen und stieß mit dem Anhänger gegen das Fuhrwerk. Durch den Anprall flog dec Insasse des Beiwagens heraus und zog sich schwere Verletzungen am Kopfe und am Fuße zu. Der Soziusfahrer erlitt Verletzungen am rechten Bein, während der Führer des Kraftrades mit dem Schrecken davonkam. Der sofort herbetoerufene Dr. Boßler stellte bei dem Beifahrer (einem Braunfelser Herrn) eine Gehirnerschütterung fest und legte dem Soziussahrer einen Verband an. Ein Auto brachte die Verletzten nach Wetzlar. Durch den Anprall waren auf dem Milch- wagen mehrere Kannen mit Milch umgefallen, so daß die Straße mit Milch überschwemmt war. Der Beiwagen des Motorrades wurde zertrümmert, die Maschine selbst blieb unbeschädigt. * Grün berg. I. Dez. Dieser Tage fand eine F am il ienk ou fere nz des Dekanats Grünberg hier statt. Die Psarrforni- lien hatten sich zahlreich eingefunben, da die Zusammenkunft als A bschi ed-s f eirr für Pfarrer Siebeck von Merlau, der übrr 20 Jahrs dem Dekanat angehörte, gedacht war. Auch Oberkirchenrat Superintendent Wagner und hefsifcher verfehrsverband. Dissrr Tage fand im Bahntzossha-il in Darm; l'tabt eine aus allen Teilen des Landes gutbesuchte Borstandsfitzung des Hessischen Verkehrsbundes statt. Der Vorsitzende Stemmer- Darmstadi begrüßte die Erschienenen, unter ihnen Provinzial- bireitor Geheimerat Dr. H finger (Mainz) und Bürgermeister Ritsert (Darmstadt- g!- Vertreter her Siadt Darmstadt. Der Vorsitzende tonnte darauf Hinweisen, daß die Bestrebungen des Verbandes durch die maßgebenden Behörden und Stellen, die Ministerien, Provinzen, Kreise, Reichsbahndirek- tionen, die Oberpostdirektion, die «ladt- und Gemeindeverwaltungen, Jndustrii.'- und Handelskammern u. a. m. lebhaft und verständnisvoll gefördert werden. Dringend notwendig sei es, daß der Verkehrsverband nicht nur von den Gemeinden und Ge- meindeyerbänden durch laufende Beiträge gefördert werde, sondern daß er auch auf einen dauernden namhaften Staatszuschuh rechnen könne, wie dies bei anderen Verbänden der Fall sei. Nur wenn ausreichende Mittel zur Versugung stünden, könne eine so wichtige Organisation, wie sie ein Landesspitzenoerband in Perkehrsfragen dm>!te, ihrer hohen Ausgabe im Dienste der Allgemeinheit gerecht werden. Im einzelnen berichtete der Vorsitzende dann über den Stand des Planes der Herausgabe eines Hessischen Verkehrsbuches, eines Staats- und Ge- meinbs-Handbuchss, eines Adreßbuches für hessische Krastwagenbesiger, eines Gaststättenverzeichnisses, über die Frage der amtlichen Fremdenverkehr s ft a 11 ft i t, über den Stand des für Hessen besonders wichtigen Projekts der Automobil- st r a ß e H a m b u r g — F r g n k f u r t — Basel, über deu Plan der Herausgabe einer Odenwald- reliefkarte, erfolgreiche Verhandlungen über Zusammenarbeit mit den Hotel- und Gastwirtc- organijotionen. über das Ergebnis des Photographischen Wettbewerbs, der zur Herausgabe eines Hessischen Abreißkalenders benützt werden soll. Weiter wurde daraus hingewiejcn, daß mehr als bisher bevorstehende Straßensperrungen bekanntgemacht werden mähten, wenn nicht den Kraftfahrern erhebliche Unannehmlichkeiten entstehen sollen. btr fawr von feinem Opiet ab uub Hob- Als' von bis Märchen. ien Ihr Rundfunk-Programm deS frankfurter Tenders. (Au- der .Radio-Umschau-.) Jidtag. 3. V-;amIu,. frei fcft. Anter Borücklichligung seiner geistigen MinLerweNigteil und Iciner Angetrunleiweit. aber auch der Roheit der Xa< und her Rot» Wendigkeit des Schuhes für die öffentliche Sicherheit cdannte bü» Gericht wegen Diebstahls und gefährlicher Körperverletzung auf eine Gesamtstrafe vpn einem Jahr zwei Wochen Gefängnis. Zwei auf derBürgermeiftereiKlqin« Linden beschäftigte Echreibgchilfin bflb 8 wwn ernt geha. * S«b M ,gn. lvuche. Mraeh «.•>rTR lhnt b.Mstlgm w Unatln in her iVmV 14 Vfunb mit btt MM lit bünm «W* Zuz bt5 prafctfl auch mit Ditkt Düh«, verd»n konnte. 4ln ■ mürbe in diesem tiii langen. Wtt. Mefrr Sage bereitete «r nach Dxtffotil nger einen -erz- ibtrein brochu btm men h«. s.rbSÄxnd M dri ch zahsirichr hhcun- Jttt lbiahrigtn Tätig- ch Lehrer Achängrr, ch den enstvsllen Ta, gtost der Wehr für bit Stadt Alsfeld fest ihrem <0- jährigen Bestehen gedacht 2 unb der HoNnang Ausdruck gab. hast dieser vorbildliche GUst W weiter herrschen möge. An die Fe.er fchloN llch ein geselliges Beisammensein dec «lamtri> 5e gestrige Treib- jagd in unserer Gemarkung. Erlegt wurden insgesamt nur drei Hasen, ein Reh und em Fuchs. Starkenburg. WSR Samt,tobt, 1. Dez Bi im Usher* qutren ei/^s S chi ene n g l e i ses der Borortbahn in der Tlähe der Shemischen Fabrik Merck wurde gestern morgen der Giicabahnsekrelar Friedrich Mayer von d«m Motorwagen eines Dorortzuges ersaht unb zu Boden geschleudert, wobei er schwere Kops - UN d Gehicnverle tzAngen erlitt Er muhte in bedenklichem Zustande im Krankenhaus emge- liefert werden. Preußen. Aivc 10 Wetzlar. T Wetzlar. 1. Dez. Mit 80 Teilnehmern fand am Sonntag im Boolshauso des Ruderver-' eins die - e r d st 0 s rsg MINlUN - d e s ’Jler - bandes für Leibesübungen im Kreise Wenlar statt. Rach Begrüßung durch den Lor» sitzenden Gustav Fischer erimtlcte dieser den eingehenden Jahresbericht. Diesem war zn e»i- neh'm^n, daß bei der Prüfung -um Turn- und Sportabzeichen von 3b Männern 17, von 16 In» aenblidwn 4 dos Abzeichen erhielten. Der Turn- ud Lpiellehtgang zu Braunfels mar ovn 40 Teilnehmern deucht. Sobald die Mittel vorhanden find, soll für die Vereine ,cm ftüiienborg" der nächste ÄUksu» in Hochelheim stastsinden. Der Kreis- ingLndpsleger Mehrer Wenk aus Stockhai«len hob IN seinem Bericht hervox, daß in den meisten Gemeinden die Jugendauüschuile nur auf dem Papier stehen und mit Leuten zusainmengesetzl sind, die der Jugendbewegung feritstehen. Eine diesbezügliche Entschließung an die Behörde wurde von der Varsammlung einstimmig anflcnommeiu Den Kassenbericht erstattete in Vertretung der Schriftführer Stamm, wonach bei 553 Ml. Einnahmen ein Uoberschutz von 59 Mk. verblieb. Dis lätigksitsbe- richte der Oruppenobleute Reitz' Hochelheim, <2 e i b 1 Krofdorf, Fürstlichen Kommerrot Fo k - einem 3a b r elf Monaten. Din Kaufmann aus Osthelden, der durch Betrug und Urkundenfälschung Da» wandte erheblich geschadim hat, erhielt a ch t Monate Gefängnis, Pie mit anderen Strafen zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren zusammengezogen wurden. Buntes Allerlei. WaS fürchtet man om meisten? BeidenplychologischenPrüfungenurdMessungen, die man jetzt fo vielfach vernimmt, läßt sich auch der Grad der Erregung seststellen, der ein bestimmtes Angstgefühl heroortuit. Sine Berfuchsperscn. deren Furcht auf diese Weile gemessen worden ist, plaudert darüber recht lustig in einer Fachzeitschrift. „Drähte und Stricke, ein langer Gradmesser und ein Sicht, das Daran entlang tanzt, bilden die Maschine, die mir sagen soll, was ich am meisten fürchte. Fch sitze davor, und zwei Mettallfcheibrn an Drähten hängen an meinen Handgelenken. Links von mir ist ein Wandschirm, hinter den sich der Professor zurückzieht. ^Passen Sie auf, es geht los." ruft der Professor hinter hem Schirm, „Die Strecke, die der Lichtflcck nach rechts zurücklegt, wird den Grad Ihrer Furcht anzeigen." Plötzlich kracht es, wie wenn eine Fensterscheibe zersplittert, und der Licht- steck wandert sofort nach rechts. Schließlich bleibt er stehen, und ich harre weiter dec Singe, die da kommen sollen Dann höre ich das Knacken einer Pistole. Der Lichtsteck schlägt nicht ganz so weit aus, aber als es knallt, fährt er noch mehr nach rechts. Während ich meine Fassung Wiedergewinne, verkündet mir der Professor, dah es jetzt wieder krachen wird, und er sagt mir. „Wenn Sie dar Geräusch hören und der Lichtfleck zu tanzen be^i Dann geben Sie sich Mühe, die Furch! zu winden unb ihn wieder zurückzuschicken." Mit . n-JW»» i, ^«»»»«»»»»» i'RomiefeldfsTee -ÜvL seit 1OO Jahren bewcihr.- . .von Millionen getrunken ,nWeihnachls-Dosen ohne Aufschlag überall "erhältlich : I«hr drei Monate Gefängnis. Gin rückfälliger Hoteldieb. der in Bad-Rau- beim einem Ehepaar ein Brrlenhalsband g e ° stahlen und den Wirt um die Zeche geprellt hat. erhielt eine Gefängnis st rafe kel - Braunfels und Ä ü ft c r • Daudtzauten wurd.u mit Znicressc eiugegengenommen i'urr Bä > min fei vom ctaMiugenbam: berichtete, patz ist die Stadt und den Kreis Wetzlar nur 21"ü Ml. \i .rüder Regieruna zu Koblenz für da» laufende 9ahr zugesichert sind, doch hofft man, einen höheren B> trog ;u erringen, zttmal die Kreist um Koblenz auch höher bedacht sind. Vach dem interessanten Bericht des Obmanns der .steichsjuaendweitkämpie der Schulen des Streifes, Lehrer ch all • Dutenhofen, sind bei llstu Schülern iolgenbe Durchschnitts leiftungen erzielt worden: 7. unb !i. 6d)ul|ahi KKb'Äeiei Lauf lüz Sekunden. Äeittprung 3,50 Meter, Schkagdaliweitwurf 41 Meter 6. und 7. Schuljahr dementfprrchend 17 Set. 3.20 Metci. :16 Meier Dem Hailtanb wurde Entlastung erteilt und für ivme Tätigkeit insonderheit dem rührigen Vorsitzenden der Dank der Versammlung ausaespro chcu. Bei den Ersatzwahlen wurde der seitherige 2. Vorsitzende Lehrer Schrupp Waldgirmes einstimmig wiedergewählt und an stelle des lang- lährigeu, jetzt erkrankten Hechner» XH 0 1 i n g der Stadtoberfekretär Haas von hier bertiien. Neu ausgenommen wurden die luntueriine yreijenftein, Laufdori, Bellersdorf und der Verein für Bewegungsspiele Ahlar. Unter „Verschiedenes" wurde die Miueilung gemacht, dass in nächster Zeit in Wetzlar ein Kursus für das Laten- und Jugends piek durch Yerrn xJt b H i P 9 c r aus Franksurt staUfindet. Aus der Versammlung kamen noch Wunsch« und Anregungen, u. a. die S)erbsl- Veranstaltung auf der Spilburg nicht iberlaben und die Wettkämpfe nicht mit . ifen zu krönen. ♦ Aied »lktl«en, 1. Dez. Geft.rn seienen unfere Mitbürger Johannes Kn0rz und Ehefrau, geb. Spiess, im Kreise ihrer drei Kin» der und sechs Enkel das Fest der goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaare wurden zaHlreiche herzliche Glückwünsche zuteil. Kreis Marburg. sch. Marburg, 1. Dez. (Sine Dienstmagd in Ilschhausen (Kreis Marburg, besam von ihre n Dienst Herrn Borhaltungen gemacht, konnte diese aber anscheinend nicht vertragen die ging deshalb dem Bauern mit der Mistgabel zu Leibe und durchstach ihm ein-- Hand- Als die wehrhafte Maid daraus tntlafkv wurde, erschien ihr Bruder und misshandelte den Vater dss Bauern. Die Angelegenheit dürfte noch ein gerichtliches Nachspiel haben. Mainglnr WS2l. Frankfurt a. M., 1. Dez. Vor etwa acht Tagen gelang es der Hssenbacher Polizei, den Einbrecher Hans L 0 rey aus Frankfurt a. M, der berrits zweimal aus dem Zuchthaus in Fre endieg ausgebrochsa ist und in Of.cnbach in den Mittagsstundeii emj ganz« Reihe von Laderninbrüchen ausgekührl hatte, auf frischer Tat zu fassen und nach langer Jagd sestzunehmen Run sind in letzter Zeit in Frankfurt verschiedentlich Diebstähle durch F a s- s a 0 e n k le t t e r e r ausgeführt worhen. Eine Reihe von Diebstählen hat inzwischen Soren e ngestanden. Dio Polizei hat also mit der Festnahme des Lorey einen sehr guten Fang gemacht. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit des Schriftleitung.) x. (6. in chrohen-vufeck. Wir konnten die er- betetie Auskunft leider nicht erlangen. Fragen Hie doch einmal beim Reichswehrministerium (Marineleitung) in Berlin an. rreisclustiger. Die Entfernung Giessen-Birstn beträgt 500 Kilometer, Giessen—Hamburg 473 Kilometer. Von Giessen bis Hamburg braucht ein Schnellzug 9 Stunden, ein beschleunigter Personen- zug 11 Stunden, ein gewöhnlicher Personenzug IS bis 25 Stunden, je nach Fahrplan. halb verftzlat und verhaftet, wurde er als ein 36iäbrig-r Tagkähner aus Dau dringen e tün.j. ^r hatte am Vormittag mit einig, Burlchen aus ter Gegeiw gezecht, lich um 2 1t angeheitert, aber nach Angabe aller Zeugen keineswegs betrunken auf ben Heimweg gemacht und zunächst aus Schabernack einem mit Feldarbeiten beschäftigten Mädchen den Rock gestohlen. Rach dem Beweggrund für feine rohe Tal asfragt. gab er an, die Frau bade ihm einmal aus den Fuss getreten und ibn .Den Roten von Paubnnpen' genamu. Rächt rüg lich wollte er stch an niAl» mehr erinnern und versuchte, lich schwachsinnig zu stellen. Dos aus eine eingehende Untersuchung gestützte ärztliche Gutachten stellte aber die Simulation einwand- 3,30 bis 4: Die Stund- der Jugend. 4,»0 5.45: Haussrauen-Rachmittag. Programm u. a.; .Was gebe ich meinem Kinde zu lesenT', Vortrag von Lehrer Karl Stricker. 5.45 biS 6,SS: Dic Lesestunde. 6,15 biS 6,45: .Wintersport". Vortrag uon Fr. Scheuch. (Srftcr Fahrwarl M Deutschen Rodelbundes. 6,45 bis 7,15: Stenographischer FortbildungskursuS für Anfänger und Fortgefchrittene (Diktat von 83 Silben aufwärts). 7,15 bis 7,45. Italien'.fcher Sprachunterriche. 8,IS bis 915: Opern-Abend. 9,15 bis 10,15. Vpr- trags 'Abend Ludwig Hardt — Idyllen und sfeld. tob. Heute fand int fitefifltn $rei- aus dem allen tn ihr npn der SMl ugn 5eutHDe6t* ude des chrnialisei >tr friihttt chmssWlle für du t motten \\\. W erwies sich nahtem W wM M hr aasrechrm ^<6 yy»s Olionen ilanö. sE sM i62fl^n \ Sjau' 'N Mstler - (n. iii HLrff E 5e*w*. S Sne 0 n- Startplatz: Müpchen- Aufbruch: nächsten Sonntag. Führung im Orient: Herr Dr. Ali Nvbi. Kosten: darüber wird nicht gesprochen. Eiltzelheiren stnden Sie übermorgen an dieser Stelle. 1 Passen Sie gut auf! Sie werden sich gut unterhalten. Maidbestände oadj JahreSetnlchläae, zu (Srubeiiboh geeignet. (ytubcnlanaboiA und tetitge ^irubenftcinrel faulen laufend neuen Barzahlung. !«Äti9l> Theodor Berger, ®, m. b. h. Bergisch-Gladbach Dtrtretet: w Steuernagei, Uirfeld, Gsserhesikff. ffekp!)on 2?3. Bekanntmachung. Zn unser vanbglsregister Adt wurde heute bei der Firma Hessische steramiscke Manufactur Vlktisnge'öllsch.ul Gießen folgendes eingetragen Durch Beschluß der GenerqlvtzssqmuUpna PPUi 28. CUp|>ei ist die Gefellschau nui- gelöst. Fabrikant Dr. toemet Bock in Gießen ist Liquidator. 9889C Gießen, den 2fl. Nppenther 18J6 hfkstsches Amtsgericht ■■leTirr Zur F$t. 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Dezember 1926, nachmittags 34 Uhr, durä) das unterzeichnete Gericht im Rathaus in Großen-Linden im Wege, der Zwangsversteigerung versteigert .werden. Gießen, den 30. November 1926. Die importsteile des „E DEKA-VERBANDES“ in Hamburg vermittelt für zirka vierzigtausend Lebensmittelgeschäfte in Deutschland den direkten Einkauf von Kolonialwaren, Südfruchten usw. Deswegen sind die Edeka-Gesqhäfte ganz besonder;, leistungsfähig. — Die Hausfrau, welche in den Geschäften mit dem Zeichen Hosreite am breiten Weg Halle mit Hofraum daselbst Grabgarten, daselbst Grasgarten, daselbst Die Firma A. Wehrheim, Spezialgeschäft für Polstermöbel und Matratzen Löberstraße 17 einkauft, hat die beste Gewähr, denn sie erhält gute Ware preiswert! 9S96a Damenstrümpfe ft ftC reine Wolle. 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' Gewann Schatzung NM. 1 10 148 Acker in der Lach 1087 1 500 2 10 5631/io Hofreite vor der Butzbacher Pforte 882 80 000 3 10 563-/i° Grabgarten daselbst 34 70 4 10 565 Straße bei der Wehr- latte 44 90 5 10 579 Wiese die Gräben bei der Mühle 719 800 6 12 91 Wiese die alte Dießenbach Acker im Schmuckental 156 160 7 12 276 137 150 Nr. 282 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Donnerstag, 2. Dezember 1926 Ein Notschrei In einer von Damen und Herren sehr gut besuchten Versammlung im Kath. Dercinshaus erhob gestern nachmittag die Rentnerfchast Gießens einen eindr ucksvollen Not- schrei nach einer gerechten und würdigen Behandlung ihres berechtigten Bersorgungsan- spruchs durch Reich, Länder und Gemeinden. Hier erhoben Mitbürger, die zu den wertvollsten Kräs- len des Volkes rehören, die chm die besten Stützen waren, ihre Stimme zum Protest, der nicht etwa ohne zusriedenstellendes Ergebnis in den Akten irgendeiner Behörde enden darf. Diesen Mannern und Frauen, die in gläubigstem Vertrauen ihr gesamtes Besitztum, oder doch den allergrößten Teil davon, dem Vaterland und der Heimatstadt zur Dersügung stellten und f^ute so schmählich geschädigt dastchen, muh anders und weit besser als bisher geholfen werden. Das ist eine Ehrenpslicht der Allgemeinheit, der sich diese nicht entziehen dars! Hosfentlich kommt die geforderte Wendung zum Bessern recht bald, damit die meisten dieser bedauernswerten alten Leute auch noch etwas davon haben! In Der Versammlung vermißten wir die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, die sich den gesprochenen und den stummen Protest durch das ergreisende Mienenspiel der s-chwer Geschädigten hatten anhören und • ansehen müssen, um dadurch zu einer anderen Einstellung der mahgebenden Kreise mit zu verhelfen. Wir vermißten auch eine gebührende Vertretung der Stadtverordneten-Versammlung, die doch nicht gleichgültig an dem Schicksal dieser von der In- flallonswelle niedergeworsenen Bürgerkreise vor- übergehen kann und dars, außer dem Stadtverordneten, Kreisschulrat Fischer bemerkten wir niemand von den Erwählten der Bürgerschast. Dies? Feststellung machen wir mit großem Bedauern. Der Vorsitzende Der Gießener Ortsgruppe des Aentnerbundes,, Herr Schmidt, wies in seiner Protestansprache einleitend daraus hin, daß am gleichen Tage im ganzen Deutschem Reiche die Rentner ihre Stimme zum Protest gegen die bisherige Behandlung ihrer berechtigten Ansprüche erheben. Er sagte dann u. a. weiter: Diese Kundgebung soll in alle Welt, in das ganze Reich, in alle Länder und Gemeinden, in alle Ohren der Behörden bringen, sie soll in die Ohren des Neichswirtschasts-, Wohlfahrts, und Finanzministeriums geschrien werden daß dos geprellte und betrogene, um seine Existenz gebrachte Rentnerwm sein Recht verlangt und daß es nicht eher ruhen und rasten wird, bis ihm Gerechtigkeit widersahren ist. Wir verlangen, wie jeder Bürger eines Rechts- staates es verlangen kann, daß unsere Lache nach dem in Deutschland geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch behandelt und entschieden wird. Wir verlangen eine individuelle Aufwertung nach Recht und Billigkeit, d. h. daß jeder geeignete Fall unter Berück- sichtiaung der finanziellen Lage des Schuldners, wie des Gläubigers entschieden wird. Denn es ist ge- radezu ein Hohn, um nur dies eine Beispiel hervorzuheben, wenn beispielsweise einer ein wertvolles Gesct)öftshaus erworben und es mit Papi erwart. d. h. mit Falschgeld bezahlt hat, in dem Haus aber ein Geschäft betreibt, das so reichen Verdienst ubwirit, daß er leicht 100 Prozent aufwerten könnte, ohne sich wehe zu tun, mit einer nur geringen Aufwertung davon kommen sollte. — Unsere Bestrebungen müßen in erster Linie bann bestehen, daß man uns nicht verelenden läßt und daß die Almosen, die man uns in Form von Fürsorgerente monatlich hinwirft, keine Versorgung fein fann, sondern daß fie nur ein kleiner Bruchteil ist, der uns durch die Inflation geraubten Zinsen. Wir fordern deshalb, daß die völlig ungc- rechte und unzureichende Rente bis zur enbgüb ligen Annahme eines R e n t e n oe r s o r g u n g s - gesetzes um minbeften» 50 Prozent er. höht wirb. Man sage uns nicht, es sei kein Gelb ba. Um uns zujriebenzustellen unb uns als bereinft treueste unb beste Bürger unb Steuerzahler würbig unb rechtlich zu behanbeln, muß Gelb ba fein, unb wenn es nicht ba ist, muh es eben beschafft werden. Dies ist Reichs pflicht, denn dem Reich haben wir seinerzeit unsere Spargroschen im Der- trauen auf seine Ehrlichkeit hingegeben und nie der Rentner. hätten wir geglaubt, von ihm schließlich betrogen zu werden. Wir haben dem Vaterland unser Geld hingegeben, unb bann unser Gold, benn zum Krieg« führen gehört Geld und nochmals Geld in erster Linie: mir haben bie Schubkasten.ausgekramt unb alle Wertsachen von Gold: Ringe. Ketten, Uhren, liebe teuere Anbeuten an Verstorbene, hingegeben. Wir haben bamit unser unvergleichliches, unbesieg- tes Heer in den Stand gefegt, die Uebermacht der Feinde von den Grenzen der Heimat, von Haus unb Hof fernzuhaltkn, sie vor der Verwüstung zu retten. Der Rhein blieb deutsch, ba9_dnbuftnegebiet, bas Herz Deutschlands unversehrt. «o wurden w i r Frontkämpfer upb Schwerkriegsbeschädigte, nicht an Leib, aber an Seele, am Glauben an Gerechtigkeit, an unserem Vermögen, der einzigsten Stütze unferes Alters. Wir fordern deshalb, und das ist für bie heutige Protestver- fammlung ber wesentlichste Punkt, das Rentner» o e r s o r g u n g s g e s e v Die früheren Kapitalrentner fordern nur ihr Recht, da sie als nahezu einzige Gruppe von Deut- schen, völlig enteignet unb rechtlos gemacht, einseitig zugunsten anberer benachteiligt, allein zum Tragen ber Kosten unb Lasten bes verlorenen Krieges ver- urteilt sind. Die Oessentlichkeit aus ihrer Gleichgültigkeit aufzurütteln unb daran zu erinnern, daß es eine Ehrenpflicht des deutschen Volkes ist, den Lebens- abend ber ehemaligen Kapitalrentner durch ein Rentnerverforgungsgefetz sicherzustellen, ist der Zweck des Reichsrenlnertages. Um die Wirkung unserer heutigen Protestver- fammlung zu einer einheitlichen unb deshalb um so wuchtigeren zu gestalten, bitte ich Sie, folgender Entschließung zuzustimmen: „Die durch das Mittel der Inflation schuldlos und rechtswidrig enteigneten, trotz aller Regierungserlasse von der Gnade der ©emeinben abhängigen, meist seit 3obren hungernden, alten und wehrlosen Kap'ttalrentner verlangen energisch gesetzliche Sicherung einer Lebens- rnöglichkeit unter tunlichster Berücksichtigung ihrer früheren Lebensstellung. Sie fordern an Stelle der unerträglichen Form Der Fürsorge, welcher außer ihnen im allgemeinen nur die Ortsarmen unterliegen, i h r R e ch k wie jeder andere Staatsbürger." Diese Entschließung wurde einstimmig angenommen. Der Vorsitzende dankte weiter den Geistlichen aller Konfessionen. Dem „Gießener Anzeiger" und Der Leitung des Lichtspielhauses Bahnhofstraße für die tatkräftige Förderung bei Der Veranstaltung dieses Rentnertages. Der zweite Vorsitzende. Herr M a d e s, brachte eine Pariser Pressestimme zu Gehör, die sich in mitfühlender Weise über die bittere Rot der deutschen Rentner äußert. Herr Hoffmann verlas ein von ihm verfaßtes Gedicht über deS Rentners Rot. Rachdem zwei Damen kurz gesprochen, von denen die eine im Auftrage der Deutschnationalen Frauengruppe mitteilte, daß die deutschnationale Reichstagsfraktion jetzt einen Antrag im Sinne der Rentner im Reichstag eimgebracht habe, nahm Stadtv. Kreisfchulrat Fischer in eindrucksvollen Worten zu Dem Rotschrei der Rentner Stellung. Er verurteilte mit Entschiedenheit die bisherige Regelung, durch die 75 Proz. Der Hypotheken- schulD dem Schuldner ohne weiteres glatt geschenkt werden, obwohl bei manchem das gar nicht nötig ist. Unter Der Rückwirkung dieser Läge leiden auch die Sparkassen, die wegen mangelnder Geldrückflüfse nun ihrerseits nicht entsprechend aufwerten föimen. 'Der Redner betonte, auf diese Weise habe daS Reich dem Hausbesih im ganzen Reiche rund 56'/« Milliarden Mark glatt geschenkt. Zur Besprechung der Gießener Anleihe f r a g e übergehend, wies der Redner mit vollem Recht Darauf hin. daß Die Stad! Gießen schnell mehr für ihre alten Gläubiger tun müsse, als bisher Die Stabt fei außer einer fchwebenben Schuld von etwa 2 Millionen Mark heute völlig schuldenfrei, während sie vor der Inflation 21 Millionen Mark Schulden gehabt hohe. Diese Lage ber Dinge verpflichte bie Stobt, sich Der allen Anleihegläubiger viel weitgehender als die jetzt geltende Reichsregelung anzunehmen. Er (Stebncr) habe fchon vor Monaten einen dahingehenden An trag gestellt, in dem eine höhere Aufwertung, die Auslosung in wesentlich kürzerer Zeit als jetzt vor- gesehen unb in gewißen Fällen eine sofortige Lar- abfinbung verlangt werden. Rebner erläuterte den Antrag — ber wegen etnbtDerorbnetenfcrien usw. noch nicht zur Erledigung kam —, kurz, möchte über vor bem 5. Dezember nicht näher auf bie Sache ein- gehen, bamit biefe Angelegenheit, bie eine Sache der Gesamtheit fei. aber nicht ein Feld ber Parteipolitik werden dürfe, nicht in die politischen Meinungskämme gezogen werde. Rach bem 5. Dezember werbe die eadye uufgcrollt werben, unb er glaube, baß dabei die ganze Stadtverordneten Versammlung einig sein werde in bem Verlangen an bie Stadtverwaltung. völlig i in Sinne seines Antrages zu h a n b e 1 n. Denn hier gelte es, ein grones Unrecht weitgehend unb schnell nach besten Kräfte wieder gutzumachen. ILebhafter Beifall i 2m Anschluß an Die Dankesmorte des Vorsitzen, den an Den Redner folgte eine kurze Versammlung des Rentnerbundes. bie sich mit internen Vereinsangelegenheiten beschäftigte. Die Krisenfürsorge für Erwerbslose. Don Bürgermeister Dr. V ö l s i n g, Alsscld. Die Fürsorge für Diejenigen Erwerbslosen, welche die gesetzliche Höchstdauer erfüllt, b. tf- 52 Wochen hindurch Erwerbslosenunterstützung bezogen haben, bildet ein wichtiges soziales Problem, dessen Regelung unter Den gegenwärtigem immer noch schwierigen Wirtschaftsverhältnisfen in den letzten Monaten die besondere Aufmerksamkeit der Reichsregierung finden mußte. Diese sogenannten „Ausgesteuerten", wie der Begriff in ber Praxis lautet, bilden in normalen feilen des Arbeitsmarktes keine besonderen Schwierigkeiten und Gefahren für die soziale Fürsorge. Mit der Verschlechterung Der Arbeitsverhältnisse. wie sie im Herbst 1925 eingesetzt hat, begann aber eine Entwickelung, die ba» Problem der Versorgung ber ausgesteuerten Erwerbslosen bei bem Reiche und in den Kommunen mit ernster Sorge erfüllen mußte. Es war zu erwarten, daß Die Frage Der Ausgesteuerten gegen Ende des Iahres 1926 sich in ihrer vollen Schwere auswirken würde, was auch bereits geschehen Ist, und es muß weiterhin mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß in einzelnen Intaisttiebezirken mit besonders langer und andauernder Erwerbslosigkeit bie Zahl Der ausgesteuerten Erwerbslosen noch weiter ansteigen wird Angesichts dieser ernsten Verhältnisse mußte Hllse geschaffen werden, da es nicht möglich war, Die (Semei nben als Träger Der öffentlichen Fürsorge mit Dieser neuen finanziellen Belastung allein zu lassen, weil Diese für größere InDustrie- gemcinDen Den finanziellen Zusammenbruch bedeutet hä te (S'gen eine Verlängerung der Höchstdauer in der Crwerbslgsenfürsorge, welche rechtlich nur in Form einer Gesetzesänderung möglich gewesen wäre, bestanden bei Der Reichsregierung schwerwiegende Bedenken. Iedensalls entspricht es ber allgemeinen Auffassung, die Erwerbs losen-- fürforge als eine begrifflich unb zeitlich begrenzte Maßnahme anzufehen. Die Reichs reg ierung ent- fchloß sich baher. Die Frage auf eine anbere Weise zu regeln Bis zum Erlaß des neuen Krisen- fürsvrgegesetzes vom 19. Rovember 1926 wurden die Ausgesteuerten, soweit sie noch hllss- bedürstig waren, von der öffentlichen Fürforge betreut, ba die Fürsorgeverbände nach der Ber- oebnung über bie Fürsorgepflicht vom 13. Februar 1924 verpflichtet sind, für alle Hilfsbedürftigen: einzutreten. Um eine gleichmäßige Handhabung der Fürsorge für alle Ausgesteuerten im Reiche sicherzustellen, erhielten bie Fürsorgeverbänbo seit dem 1. Oktober 1926 Beihilfen vom Reich, mit denen 50 Prozent ihrer Kosten für die Ausgesteuerten erseht wurden. Diese Anordnungen sind nunmehr durch das Gesetz über eine Krisenfürsorge für Erwerbslose, das vor kurzem erschienen ist, überholt und außer Kraft gesetzt worden. Das neue Gesetz geht von zwei grundlegenden Gedanken aus; einmal ist es der Grundsatz, daß die Erwerbslosenunterstützung in regelmäßigen Zeiten zeitlich beschränkt sein muh. und ferner ber Grundsatz, daß die Gemeinden bzw. die Er- richtungsgeiuemDen an der Krisenfürforge finanziell stärker beteiligt werden, als an der eigentliche.! Erwerbslofenunterstühung, nämlich mit einem Viertel gegenüber einem Reuntel bei der eigentlichen Erwerbslosenfürsvrge. Das neue Gesetz hat Den Kreis Der Personen, die von ihm erfaßt werden, wesentlich erweitert. Die Krisenfürsorge kommt nunmehr für vier Gruppen von Erwerbslosen in Frage: 1. Für solche, die nach hem Inkrafttreten des Gesetze-, also vom 21. Rovember 1926 an, 52 Wochen hindurch Erwerbslosenun.erstühung bezogen haben: 2. für solche, die in Der Zeit vom 1. April bis 20. lloixmbcr 1926 Die Höchst Dauer Der Erwerbslosenjürsorae überschritten haben, die aber seit ihrem AusicyeiDen aus ber Erwerbs- losenfürsorge laufend von der öffentlichen Fürsorge unterstützt worden smd; 3. für solche, die bereits in Der Zeit vom 1. April biß 20. Ro<- vember 1926 die gesetzliche Höchstdauer der Erwerbslosenunterstützung überschritten haben. Die jedoch seit ihrem Ausscheiden aus Der Erwerbslosenfürsorge nicht lausenD von Der öfsentlichen Fürsorge unterstützt worben sind; 4. für solche, die bereits vor Dem 1. April 1926 Die gesetzliche Höchstdauer der älnterstüyung überschritten haben, einerlei, ob sie seitdem von der össent- lichen Fürsorge unterstützt worden sind oder nicht. Len Erwerbslosen unter Ziffer 1 und 2 ist die Krisenfürzorge ohne weiteres zu gewähren. Den Erwerbslofen unter Ziffer 3 und 4 nur auf Antrag und nur nach pflichtmäßigem Ermessen der betreffenDen Stellen. Der Antrag sür die Erwerbslosen unter Ziffer 4 kann nur bis zum 31. Dezember 1926 gestellt werden. D i e Verpflichtung zur Einrichtung der Krisenfürsorge liegt den Errichtungsgemeinden der öffentlichen Arbeitsnachweise ob. (8 1 des Gesetzes.) Diese s'.nD in Hessen, abgesehen von den fünf großen hessischen Städten, die Kreis«: Für Die Leistungen: und das Verfahren der Krisenfürsvrge gelten, wie sich aus Paragraph 2 des Gesetzes ergibt, die Vorschriften dcr ErwerbSlvfenfüriorgc. lieber die Dauer der Krisensürsorge im einzelnen Falle sagt das Gesetz nichts, weil es nach § 10 Abs. 1 nur biß zum 31. März 1 927 gilt, also zeitlich begrenzt ist. Für Erwerbslose, die in bie Krisensürsorge übernommen Weeden, besteht keine Wartezeit. Die Voraussetzungen ber Erwerbslosensürsorge hinsichtlich ber A r- beitswilligkeit und Arbeitsscihig- fe i t Des Erwerbslosen gelten auch für Die Krisensürsorge. Die RcichSregierung legt großes Cewicht darauf. Daß die langfristig Erwerbslosen und Die Ausgesteuerten in Arbeit gebracht werden. Die Krisen-Unterstützten sind daher nach § ti des Gesetzes bevorzugt vor anderen Erwerbslosen zuRotsionds- arbeiten heranzuziehen. tzinsiä.tlid) der Aufbringung der Kosten ber Krisenfürsorge bestimmt das Gesetz in § 7. daß drei Viertel DeS Aufwandes. Der Den Gemeinden auS Der Fürsorge erwächst, Dom Reiche getragen werden, während die Gemeinden bzw. die Crrichtungv- gemeinden ein Viertel zu tragen haben., Die obersten LandeSbehörden verteilen die vom Reiche überwiesenen Beträge auf die Errichtungsgemeinden dec öffentlichen Arbeitsnachweise, in Hessen die Kreise, im Verhältnis ihrer Belastung. Solange bie Krisensürsorge gewährt wird. Darf der Beitragssatz der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zur Erwerbslosenfürsorge nur einheitlich sür das Reichsgebiet festgesetzt werden (§ 8 des Gesetzes). Für Die öffentliche Wohlfahrtspflege ist schließlich Die Bestimmung des Gesetzes von Bedeutung, daß ausdrücklich Die Leistungen, die nach Diesem Gesetz gewährt werden nicht als Leistungen der öffentlichen Fürsorge gelten. Die Kurzarbeiter- fürforge im Sinne der Anordnung vom OerFrosch mit derMaske Roman von Edgar Wallace. 5. Fortsetzung 'Rachdruck verboten „Danke, gut", sagte Ray gleichgültig. „Ella hat dieselbe Veranlagung wie Sie. Es ist leicht, die Sorgen anderer Leute als Philosoph zu betrachten. — Wer ist denn dieser merkwürdige Mensch?" fügte er hinzu, als ein Mann an dem Tische, der dem ihrigen aegenüberstand. Platz nahm. Philo, der ein wenig kurzsichtig war, setzte sein Glas auf. „Das ist Elk, — einer von Scotland ^arh", sagte er und lachte dem Neuankömmling zu. Ein Wieder- erkennen, das zu Rays Aerger und Unbehagen den kümmerlichen Mann an ihren Tisch heranbrachte. „Mein Freund, Herr Bennett, — Inspektor Elk." „Sergeant", verbesserte Elk fest. „Das Schicksal war in Angelegenheiten der Beförderung immer ?rau,am gegen mich. Warum ein Mann die Diebe eichter erwischen soll, wenn er weiß, wann Washington geboren wurde oder wann Napoleon Bonaparte gestorben ist, Hobe ich nie begriffen. — Essen Sie jeden Tag hier, Herr Bennett?^ Ray nickte. ..Ich glaube Ihren Herrn Vater zu kennen, — John Bennett aus Horsham?" Roy stand in Verzweigung auf, entschuldigte sich mit Zeitmangel und ließ die beiden allein. „Ein hübscher 3ujtge", nickte Elk und sah Ray Bennett lange nach. V. Herr Maitland geht nach Hause. Elk begleitete Johnson in fein Bureau zurück und als sie sich dem Dankpolost der Vereinigten Maitlands näherten, brach Herr Johnson mitten in der interessanten Darlegung seiner Philosophie ab und beschleunigte den Schritt. Elk sah auf dem Gehsteig vor ihnen Ray Bennett und neben ihm die schmale Gestalt eines Mädchens. Sie wendete den beiden Männern den Rücken zu, aber Elk erriet sogleich, daß es Ella Bennett sei. Er hatte sie zweimal vorher gesehen unb besaß ein wunderbares Gedächtnis für Rückenlinien. Als Johnson auf sie zustrcbke, so eilig es der beleibte Mann nur vermochte, grüßte Ella ihn mit einem raschen freundlichen Kicken. „Das ist ein unerwartetes Vergnügen. Fräulein Bennett." Johnsons gemütliches Gesicht erblühte rosig und Elk stellte, fest, daß sein Handschlag noch wärmer und herzlicher war als sonst. „Ich wollte heute gar nicht in die Stadt kommen, aber Vater ist wieder auf einem seiner Ausflüge fort", fagte sie. „Und ganz komisch — wenn ich nicht genau wüßte, daß sein Zug schon vor zwei Stunden abgefahren ist, so würde ich schwören, ihn soeben auf einem Autobus gesehen zu Haden." „Mein Freund, Herr Elk", stellte Johnson ein wenig ungeschickt vor. „Es freut mich. Sie kennenzulernen, Fräulein Bennett", sagte Elk und gewahrte Roys Aerger über dies neuerliche Zusommentrefsen mit einer Befriedigung, die bei einem fröhlicheren Menschen geradezu in Heiterkeit ausgeartet wäre. Ray verabschiedete sich von allen, und Ella sprach zu ihrem Bruder noch ein leises Wort. Elk sah, wie der Junge die Stirn runzelte. „Nein, nein ich werde nicht mehr so spät kommen", sagte er so laut, daß der Detektiv es hörte. Er zog den Hui und war schon im Tor verschwunden. Ella fah ihm mit einem kleinen schmerzlich"n Mundzucken nach, dann raffte sie sich zusammen, reichte Johnson die Hand, grüßte Elk mit einem leichten Neigen ihres Hauptes und ging» „Haben Sie Fräulein Bennett schon gekannt?" „Oberflächlich", antwortete Elk mürrisch. „Oberflächlich kenne ich fast jeden. Gute und schlechte Leute. Je besser sie sind, desto weniger kenne ich sie. Auf Wiedersehen!" Als Johnson die Treope zu Maitlands Haus hinausstieg, schlenderte Elk ziellos fori. Er überquerte die Straße und blieb stehen, um sich eine Zigarette anzuzünden. Es war vier Uhr und ein Taxameter hielt vor der Tür der Vereinigten Maitlands still und wartete Elk sah wenige Minuten später den alten Maitland herauskommen, hastig, weder rechts nod) links blickend. Elk betrachtete ihn mit mehr als dem gewöhnlichen Interesse. Er kannte den Finanzier vom Sehen her und hatte zwei oder tnei Besuche im Bureau gemacht, die mit ein paar ueinen, von Aufwartefrauen begangenen Diebstählen in Verbindung standen. So wor er auch mit Philo Johnson bekannt geworden, denn der aste Monn hatte die Unterredung feinem Angestellten überlasten. Elk schätzte Maittand auf fast siebzig Jahre und zum erstenmal überkam ihn die Neugier, wo er wohnen mochte. Es kam ihm als eine merkwürdige Tatsache zum Bewußtsein, daß er nicht das geringste über den Finanzier wußte und daß Maitland die einzige der Stadtgräben sei. über die nichts in den Zeitungen geschrieben worden war. Als das Auto daoonfuhr, konnte Elk dem Anreiz nicht widerstehen und winkte einen zweiten Wagen heran. „Verfolgen Sie das Auto!" sagte er. Und der Führer nickte ohne Frage, denn es gab keinen Chauffeur in den Straßen von London, der den melancholischen Polizeimann nicht gekannt hatte. Der erste Wagen fuhr schnell in der Richtung nach London-Nord und hielt bei einem belebten Straßenknotenpunkt in Finsburypark. Maitland stieg aus und eilte um die Ecke, eine belebtere Straße entlang, und Elk folgte ihm auf den Fersen. Der Alte ging eine kleine Strecke, dann flieg er in einen Straßenbahnwagen. Elk sprang hinter ihm auf, ols der Wagen sich eben in Bewegung fetzte. Der Alte fand einen Plag, zog eine oerknüllte Zeitung aus der Tasche und begann zu lesen. Der Wagen lief den Seven-Sisters-Road hinunter nach Tottenham, und hier stieg Herr Maitland aus. Er bog in ein Seitengäßchen, überquerte die Straße, kam in eine engere und noch geringere Gasse und dann — zu Elks namenlosem Erstaunen — schloß et die eiferne Tür eines dunkeln unb schmutzigen Hauses aus, trat ein unb warf sie hinter sich zu. Der Detektiv blickte bie Straße hinauf unb hinunter. Sie war von armen ftinbern bevölkert. Elk betrachtete bas Haus nachmals unb glaubte feinen Augen nicht trauen zu bürfen. Die Fenster waren schmutzig, die Vorhänge hingen in Fetzen, ber winzige Vorhof war vernach läjsigt. Unb bics war bas Haus Ezra Maitlanbs, bes Mannes, ber für ein Spital von Lonbon fünf- lausenb Pfunb gespendet hatte, bas Haus bes Herrschers über Millionen. Elk faßte einen Entschluß unb klopfte an bie Tür. Lange kam keine Antwort, bann worb bas Schlürfen von Füßen, bie in Pantoffeln steckten, hörbar, unb eine alte Frau mit krankhaft gelbem Gesicht öffnete bie Tür. „Verzeihen Sie", sagte Elk. ,Lch glaube, ber Herr, ber getabe herein gegangen ist, hat dies hier allen gelassen." Er zog ein Taschentuch heroor und ie starrte es einen Augenblick lang an. Dann streckte ie wortlos bie Hcmb aus, zog es ihm weg unfr chlug ihm bie Hanb vor ber Nase zu. „Das war dos letzte meiner guten Taschentücher," bachte Elk bitter. Er hatte einen Blick in das Innere des Hauses geworfen. Ein trüb aus» sehender Gang, mit einem Streifen verblichenen Teppichs belegt, war sichtbar geworden. Er entschloß sich, fortzugehen und einige Zeugenoerhöre cm.zu- stellen. „Maitland oder Mainland, das weiß ich nicht genau," sagte ein Kaufmann, der an der Ecke sein Geschäft hatte. ..Der alte Herr geht jeden Tag um neun Uhr fort und kommt immer um dieselbe Stunde wie heute zurück Ich kann nicht sagen, wer er ist. Aber das eine weiß ich: essen tun sie nicht viel. Er kaust alle seine Waren bei mir ein, aber das alles, wovon die beiden Leute einen lag lang leben, könnte ein gesundes Kind bei einer einzigen Mahlzeit leicht verzehren “ Elk kehrte niedergeschlagen nach dem Westen ber Stabt zurück. Der Geizhals war eine gewöhnliche Figur in ber Literatur, unb man traf ihn auch im wirklichen Leben unserer Tage, aber ber alte Maitland mußte wohl ein Erzgeizhals sein, und Elk be- schloß, der Angelegenheit seine weitere Aufmerksamkeit zu widmen. Doch schien es ihm für den Moment angebrachter, alle feine Sträfle auf diese interessante junge Dame, Fräulein Lola Basfano, zu konzentrieren. In einer jener modernen «straften, die von Cavendish Square auslaufen, gibt es eine Reihe von Appartements. die nur von reichen Mietern bewohnt wer- den. Der Zins ift auch für jenes exklusive Viertel ganz besonders hoch bemeffen, und Elk, den man nicht leicht zu überraschen vermochte, war ein wenig au= dem Gleichgewicht gebracht als er sah, dog Lola Bassano in diesem lururiöfen Gebäude eine Flucht von Zimmern innehave. Der Liftboy, dem Elk mit reichlicher Berechtigung ein wenig verdächtig oorkam, berichtete ihm, daß Fräulein Bassano im dritten Stock wohne. „Wie lange wohnt sie hier?^ fragte Elk. „Das gehl Sie nichts an," antwortete der Ciffa boy, „dort ist der Eingang für Lieferanten." (Fortsetzung folgt.) 20. Sebruar 1926 wirb durch Gesetz über die ycri^nfütfotge n j,ch t berührt. Die Kurz- ade.ter erhalten ihre Kurzarbeitemnterstühung nach wie vor aus Mitteln der Erwervslosen- sürsoree. Mittel der Kr f:n"ürforge dürfen für die Kurzarbeiteruntcrstützung nicht Verwender werden. Zusammenfassend sei nochmals hervorgehoben, büß ter Zweck des Gesetzes ist, den ausgesteuer- en Erwerbslosen, die von ihm ersaht werden, ie Leistungen und das Verfahren der Erwerbs- lo enfürsorge für die Dauer des Minters bis tum 31. März 1927 sicherzustellen, wenn diese Ausgesteuerten die Voraussetzungen der Er- v.'erbsloseniürsorge er üllen. Es ist au hoffen, dah dadurch ter Antrieb zur Arbeitsbeschaffung nicht verloren geht. Don Bedeutung wird das Zeri'ensürsorgegeseh sein für die kommende Arbeitslosenversicherung, welche die Reichsregierung bis zum 1. April 1927 unter L>ach und Fach zu Haden glaubt. Gerade die tomrr.enbe Arbeitslosenversicherung wir) noch n.e)r als die Erwerbslosen ürsorge auf eine klare zeitliche Begrenzung ihrer Leistungen angewiesen sein, wenn sie den Versicherten und ihren Arbeitgebern nicht untragbare Lasten auferlegen soll. ___________________________________ Wirtschaft. Entwicklungsmöglichkeiten der deutschen Hande'spo!MK. Die deutsche Handelspolitik ist kein selbständiges Ding für sich, sie hängt vielmehr eng zusammen mit der Handels- und Zahlungsbilanz, mit den Repara- tionsleistunaen und Auslandkrediten, mit der allgemeinen Wirtschafts- und Währungspolitik, mit der Zoll- und Handelspolitik der anderen Länder ufw. Auch kommt hier in Betracht, daß Entscheidungen über die Handelspolitik für Deutschland deshalb so schwierig sind, weil viele unserer Maßnahmen grundsätzlich und taktisch durch den Dapesplan, durch unsere Verschuldung, durch Zahlung von Zinsen- und Tilgungsraten usw bestimmt sind. Andere Länder, die an solche Hemmungen nicht gebunden sind, haben cs in diesen Dingen leichter als Deutschland. Deutschland kann also keine Handelspolitik treiben, die neben der Schutzzollpolitik der europäischen Länder die Daweszahtungen und die in den letzten Jahren aufgenommenen Milliardenkreditverpflichtungen unberücksichtigt ließe. Nachdem es Gemeingut der wifsenschafllichen und politischen Welt geworden war, daß auf die Dauer große unentgeltliche Sachleistungen und Zahlungsüberweisungen ans Ausland nur bei entsprechenden Ausfuhrüberschüssen möglich sind, versuchte die deutsche Handelspolitik zielbewußt den Weg der Beseitigung der Passivität und der Sicherung der Akti- * vität der Außenhandelsbilanz einzuschlagen. Hierzu diente als eines der wichtigsten Mittel der Entwick- • lung der heimischen Produktiviiät die Zolltarifnovelle des Jahres 1925, in Verbindung mit dem Abschluß neuer Handelsverträge mit Meistbegünstigung und Tarifabreden zwecks Deffnung der ausländischen aebnis erzielt worden, das den in die deutsche Han- Märkte. Mit diesen Mitteln ist aber bisher fein Ergebnis erzielt worden, das den in die deutsche Handelspolitik gesetzten Erwartungen gerecht wird. Mit zoll- und handelspolitischen Mitteln allein ist daher keine ausreichende Aktivierung der Außenhandelsbilanz zu erreichen, solange nid)t die Schuldverpflichtungen Deutschlands erheblich herabgesetzt werden ober wenn nicht die Auslandkredite weitersließen. Der bisherige Ausgleich der deutschen Auslandschul- den und Auslandguchaben ist nur dadurch möglich geworden, daß man neben der Dawesanleihe andere öffentliche und private Auslandkredite in Milliardenhöhe heranzog, daß man ferner im Ausland unterhaltene deutsche Kapitalanlagen wiederum in Milliardenhöhe für die Einfuhrfinanzierung verwendete und daß man eine zunehmende Ueberfrembung am deutschen Grund und Boden, an deutschen Fabriken und Bergwerken usw. in Kauf nahm. Andere Schäden, die mit der „geborgt aktiven" Zahlungsbilanz zusammenhängen, bestehen in der überreichlichen Devisenversorgung des deutschen Mark- . tes, infolgedessen auch in der Steigerung des inländischen Zahlungsmittelumlaufes und ihrer preisstei- l aernden Wirkung mit all ihren wirtschaftlichen und sozialen Gefahren. f Zum Ziele können nur zwei Lösungen führen: Ein Ausgleich der Zahlungsbilanz wäre ohne Lebensgefahr für Deutschland bann möglich, wenn bie Auslandkrebite nunmehr, nachbem eine große Gelbflüssigkeit erreicht ist, gebrosselt unb wenn die Reparationen auf ein Minbestmaß herabgesetzt werben würden, so daß die von den Reparationsgläubigern und Neutralen nicht gern gesehene Steigerung der deutschen Ausfuhr nicht mehr in der bisherigen - Weise betrieben werden müßte. Ein anderer Weg des Ausgleichs der Zahlungsbilanz bestände bei Fortführung der Reparationspolitik darin, daß die Gläubigerländer ihre Handelspolitik mit ihrer Reparationspolitik derart in Einklang bringen, baß bas Schulbnerlanb instand gesetzt wird, den Ueberschuß seiner Warenproduktion ungehindert abzusetzen, daß es also neben unerschwinglichen Reparationen nicht auch noch unerträglich hohe Zölle zu zahlen braucht. Da der zweite Weg offenbar nicht nur von Amerika, sondern auch von England, Frankreich, Belgien, Italien usw. abgelehnt wird, bleibt praktisch nur der erste Weg der Schuldherabsetzung, um das wirtschaftliche Gleichgewicht in der Welt, namentlich den Ausgleich zwischen Schuldner- und Gläubigerlän- z dern. im Interesse des Wirtschaftsfriedens herbeizuführen. * Konkurse im November. Die Zahl der neueröffneten Konkurse hat im November einen kleinen Rückgang erfahren, nachdem der Oktober eine geringfügige Steigerung gebracht hatte Cs wurden nach einer Zusammenstellung der Finanzzeitschrift „“Sie Bank" im November 468 Konkurse eröffnet (Oktober 493, September 473). Auch die Geschästsaufsichten sind mit 130 leicht zurückgegangen (Oktober 144, September 150). Mangels Masse zurückgewiesen wurden 136 (Oktober 150, September 154). " Preußische Hypothekenaktien- bank. Das Kuratorium der Preußischen Hypothekenaktienbank beschloß eine Kapitalserhöhung um 6 Mill. Reichsmark auf 12 Mill. Reichsmark. Die neuen Aktien, die ab 1. Juli 1927 dividendenberechtigt sind, sollen den alten Aktionären unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechtes zum Kurse von 120 Prozent im Verhältnis 1:1 zum Bezüge angeboten werden. Weiter wurde die Ausgabe einer Serie 7pro- zentiger Goldlommunalobligationen in Hohe von 10 Mill. Reichsmark beschlossen. WSN Ein neues Riesen wer! des Farbentrusts. 3m Anschluß an das Leuna- Werk bei Merseburg errichtet die 3.-G.-Farbenindustrie gegenwärtig eine Benzinfabrik zur Gewinnung von Del aus Brauickohle. Bet den Arbeiten sind rund 6000 Bauarbeiter beschäftigt. Tie neue Oelfabrik wird 20 riesige Gebäude und drei gewaltige Feuerungsanlagen umfassen. Tie Verflüssigung der Kohle wird in zehn Gebäuden erfolgen. 15 große Speicher werden die fertigen Produkte zunächst als Speicher auf» nehmen, bis sie in die Welt hinaus gehen Bei vollem Betrieb hofft man, jährlich etwa 120 Millionen Tonnen Benzin Herstellen zu können. Als Bauzeit werden etwa 12 Monate gerechnet. Für das Stickstoffwerk selbst werden noch zwei neue Gasbehälter von je 2800 Kubikmeter öas- sungsraum sowie eine neue Kalisalpeterfabrik errichtet. fBörlentnde. Frankfurt a.M. Berlin Schlu »I Kur» l.Uhr. Kur» Sdiluf;-' Kur« Anfang tn- Datum: 1. 12 | 2. 12 1. 14. | 2. 12 5% Deutsche RrichSanleihe O.Tt-5 u.785 O.78D2 1.7825 4% Deutsche Reichsanleihe . 0 715 — 0.72 0.725 3'/a% Deutsche Rrichranleihe 0.7375 — 0.72 0.72 3°/n Deutsche ReichSanleihe . 0,81 — 0 85 0.865 Deutsche Sparprämicnan leihe 0.46 .— 0,4605 4% Preußische «onsols . . . 0.725 — J.71O7 0.715 0,71 0,71 _ _ 3i/"o/7 Lessen.......... 3°/0 Hesiei»........... Deutsche Senk. Dollar-Anl 99 — — dto- Doll.-SLay-Auweiing. — — — — 17 17 16.9 5% Goldmexikauer ..... 42 — Berliner Handelsgesellschaft. 264 — .'66 268 Commer;- und Privat-Bank. 186 190 186 190,13 Lärmst, und Raiionalvanl . 253,9 258 253 256 Deutsche Bank......... 179 5 183 13 179 183.75 Diskonto Commandir . . 169,5 171 169.4 172.25 |58 161 9 157 161 MetaUdant........... 173 176.75 169 176 Mitteldeutsche Lreditbank. . 146 115 143.5 147 Oeftetreichische Creditaastall. 7.5 — 7 6 7.8 Rcichsbank.......... 159.75 — 158.25 157.5 169 171 168 -w 09.75 110 107.9 HO Deutsch Luxemburg...... 168 170,75 168 171.25 Gelsenkirchener Bcrgwecke. . 170.25 174 170 173,75 Harpener Bergbau...... 181 185.5 182.4 186 .Kaliwerke Aschersleben.... 141 — 141 142 62 Kaliwerk Westeregeln..... 152,5 153,5 151.5 152.5 7 J 78 5 78.75 n.annesmann......... I8>.12 189.5 185.9 1-8.75 127.75 131.5 126 52 133.5 Lberbcdarf........... 107 25 HO 75 109 109.75 Phönix Bergbau....... 127.9 127.65 125.25 128 25 Rheinische Braunkohlen . . . 233 235 232.5 235.75 Rhcinstahl........... 195 195.5 143.5 196 Riebeck Montan........ 172.75 175 171,25 174.5 TelluS Bergbau. ...... 98 — — Bereinigte Stahlwerke.... 139 75 142 140 143 Hamburg-Amerika Paket. . . 176 177.75 177.25 178 Rorddcutscher Llono..... 167 169.5 166.25 168,75 Eheraniischc Werke Albin . . 95.5 — — — -sementwerk Heidelberg . . . 122.5 — — Philipv Holtmann...... 152 163 153 159,5 Angko (!ont Guano..... — — 107 - Chemische Mäher Älapin. . . — — —- ' oldichmidt.......... 135.1 — 136.5 137 Holzvcr ohlung........ 62 73 — — I Ö) ^nr^cn-Industric. . . 313 5 318.5 313 318 Rntgerswerke......... 130.5 13.5 130.25 133.9 Scheidannalt......... 170.25 175.5 — — 9111(1- Elektrizitäts-Gesellschaft 157.5 159.5 156,62 159 Bergmann........... 152 156.5 151.5 157,9 Elektr. Lieferungen...... 149 — 146.5 — Licht und Kraft........ 150 — 150 154.4 'M.ninfrniflnrrfi' ........ 106 5 Schuckcn............ 155 157,75 153.9 167 Siemens & Halske...... 193 — 165 195 Adlcrwcrke Kleher ...... 110.5 110 109,9 HO. 5 Tlnimlrr ')J?nlnrcrt. ...... (Ul a ins 75 1114 25 Hehligenstacdt......... 39 —» R.'eguin............. 52 * 52 25 Mannheimer Motoren .... 40 frankfurter Armaturen • . . 16 — — * Konservenfabrik Braun . . 54.5 — — Mctallgesctl chaft Frankfurt . 175 177 — — 1185 — 118 _ Echuh'abrik Herz...... 64.4 — 64 — Sichel.............. * 5 — Zellstoff Aschaffenburg.... 143.5 146,5 141 75 146.5 .^cllfioii Waldhof..... . 223 225 222 --25 Zuckerfabrik Frankenthal . . 99 W 98.5 — Zuckerfabrik Waghäusel . . . 123.75 125 123,25 — Devisenmarkt Berlin-Irankfnrt et M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 1. Dezbr. 2 Dezbr. Amtliche 7oti- rung Amtliche Notierung (Seid Brief ctzeld Brief _ Amft.' :Koii 167.97 168,39 167,97 168,39 Buen-Airc: 1.706 1.710 1,706 1.710 Brss. Äntw 5S, 41 58.55 58.39 58.53 Cbristiania 105.87 106.13 106.07 106.33 skopenhageu 111,81 112,09 111.83 112,14 Stockholm 112,1)6 112.34 112,01 112,29 Hclfingforü 10,565 19,605 10.565 10,576 Italien. . 17.93 17.97 18,02 18.06 London. . . -0.372 20.422 20,36 5 20.415 Neuhork . . 1.20 4.21 4,199 1,209 Baris. . . 13,45 15,49 16,04 16.08 Schwei, . . 81,04 81.24 51.02 •>1,22 Spanien . 63,62 63,78 63.68 63.81 Japan . . . 2,064 2,068 2,064 2,068 'Hio de Jan .513 3.515 1.516 1.518 Wien in D > £?eft. abgen .9,26 59,40 59,22 59,36 Prag .... 12,43« 12,478 12,4.14 12,474 Bclirad . 7.405 7,425 7.405 7,425 Budapest. . j.885 5,905 5,885 5,905 Bulgarien 3,035 3,045 3.035 1,04.5 Lissabon . 21.595 21,645 21.555 -•I,6:j5 Danzig. . . 81,53 81,73 81,53 M.73 Konst.intin. 2.095 2,105 2.092 2,102 Alben. . . 5,29 5.31 5.11 5 43 Canada . 1,205 4,215 4.202 4.222 Uni nah. • 1.175 4.185 4.175 4,185 Cairo . ■ • 20,909 20.961 20,899 20,951 Berlin, 1 Dezbr Geld Briet Anierikanilche Noten..... 4,188 4,208 -belgische 'Holen ..... . 54.32 58.62 Dänische Noten........ 111,52 112,08 (fttglische Noten........ 20,33 20,43 15,43 167.63 .vallönNilche 'Holen ...... 168,47 (jte.lienische Noten ...... 17,90 17,98 Norwegische Noten...... 105,88 106,42 Deutsch-Oesterr, ä 100 Kronen 59.12 59.42 Rumänische Noten...... 2 165 2.205 Schwedische Noten...... 111,74 112.30 Schweizer Noten....... 80,75 81.15 Spanische Noten....... 63.36 63.68 Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... 12.427 12,487 5.86 5.90 Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Dez. Tendenz: fest. — Die Börsenveranlagung kann wieder als recht günstig bezeichnet werden, denn bereits vor Beginn des heutigen Verkehrs herrscht in den Borsenkreisen eine angeregte und unternehmungslustige Stimmung. Die Spekulation zeigte sich sehr rüstig und fuhr in Deckungen und Rückkäufen fort. Die bereits am Vortage hervor- gehobenen Momente vermochten sich weiter auszuwirken, was besonders nachhaltig am S ch i f f - fahrts markte zum Ausdruck kam, dessen Werte führend blieben. Das Dekanntwerden der stimulierenden Meldung über die günstige Entwickelung der Freigabeangelegenheit gab Anregung zu größeren Käufen, zumal das amerikanische Abgeordnetenhaus im Prinzip einer sofortigen Herausgabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums zugestimmt hat. H a p a g und Nord-Lloyd erzielten Anfangs gewinne von je 2 Prozent. Montan- aitien wiesen gute B.-sepigangen ud)erU|d)e - Tie ,Hessenkunft 1927", das von dem Kunsthistoriker der Gießener Hniversität Professor Dr. Christian Rauch herausgegebene Jahrbuch für Kunst- und Den'.malp lege in Hessen und Rhein-Main-Gebiet ist in seinem Bild- schmuck in erster Linie der heiligen Elisabeth, der großen hessischen Landgräfin, gewidmet. Wunibald Großmann, ein junget Marburger Künstlet, hat mit feiner Stilisietungskunst und großer Zarbenfteudigkeit jedem Kalenderblatt ein Bild aus dem Leben der Heiligen gegenübergestellt. das in glücklicher Weise an die naive Behandlung der Heiligenlegenden durch die alten deutschen Meister erinnert. 3n dem reich illustrierten Textteil wird bei unseren Frauen Karl Rumpfs Aussatz über „Alte hessische Stit- tereicn" besonderes 3ntereffe erwecken. Heber den Elisabethbrunnen und die Kapelle bei Schrock handelt ein interessanter Aufsatz F. Küchs. Heber einen neuentdeckten Schah in der Marburger Elisabethkirche. das Schuhgehäuse des Elisabethschreins aus dem 13. Jahrhundert schreibt.Albrecht Kippenberger, romanische Figutenschlü.sel untersucht Heinrich K o h l h a u- len in einem gut illustrierten Beitrag. Aus einem im Entstehen begriffenen Werk Meyer- Batkhausen: .Alsfeld" hat der Verlag noch einige schone Probetafeln hinzugefügt. Summa fummarum ist hier wiederum ein Werk entstanden, das für die Heimatkunde und Heimat.unst von großer Bedeutung fein wird. Das der alma mater Philippina in Marburg zu ihrem Jubelfeste dargebrachte 3ahrbuch ist zum Preise von 4 Mark in der N. G. Elwert schen Verlagsbuchhandlung in Marburg erschienen.— (687) — Nikolaus Berdjajew: ÄÄ s neue Mittelalter. Betrachtungen über das Schicksal Rußlands und Europas. (Otto Reichel. Verlag, Darmstadt.) 682 — 3n der Reihe der Weltgeist-Bücher (Weltgeist-Bücher-Derlagsgesellschaft G. m. b. H. Berlin-Charlottenburg 2, Berliner Straße 42) sind in vorbildlichen Ganzleinenbändchen zwei wichtige Quellenwerke aus dem Staat-recht und der Nationalökonomie erschienen: einmal Fr.edr. 3uliu8 Stahls, des konservativen Staatsrechtstheore- tilers „Das monarchische Prinzip" und zum an* eren von Friedrich L i st, des berühmten deutschen Nationalökonomen, der Aussatz über ..Nationale Gewerbsproduktivkraft". 726/27. — Roß, Edward Alsworth. DaS Buch der Gesellschaft. Grundlagen der Soziologie und Sozialreform. Aus dem Amerikanischen übersetzt von R. Hilferding. Vorrede von Prof. Leopold v. Wiese. (Bibliothek der Soziologie und Politik, 2. Band. Herausgegeben von Prof. Dr. G. Salomon.) Karlsruhe, Verlag G. Braun. Leinen 24.- Mark. - Die Probleme des heutigen sozialen Lebens werden hier von einem gesunden, wirklichkeitsfrohen Realisten resolut angepackt. Alle Tatsachen der gesellschaftlichen Vorgänge, Erscheinungen und Normen, die jeden Menschen täglich angehen, die immer wieder begriffen und vertieft werden müssen, gelangen zu einer universalen Darstellung; auch über die amerikanischen Verhältnisse weiß der vielgereiste, dem prattischcn Leben zu- gewandte Verfasser sehr viel zu berichten. Der Blick in Geschichte und Gegenwart läßt die Aufgaben der Sozialreform erkennen, so daß jeder Leser selbst weiter denken und handeln kann. 3m ..Buch der Gesellschaft" tritt die Bedeutung der Soziologie für den modernen Menschen klar hervor. 647 — Flutwende (Verlag 3. C. Hinrichs'sche Buchhandlung in Leipzig). Hnter diesem Titel gibt der Leipziger Professor Gerhard M e n z in einem fesselnd geschriebenen und an interessantem einschlägigem Material außerordentlich reichen Werk eine Entwicklungsgeschichte der Beziehungen Chinas zum Abendlande in den letzten hundert 3ahren. Menz ist selbst ein genauer Kenner Ostasiens und gründliche Sachkunde namentlich auf dem so eminent wichtigen und doch oft übersehenen wirtschaftlichen Gebiet spricht aus jeder Zeile seines Buches, dessen genaues Studium das Begreifen der politischen Zusammenhänge bei den augenblicklich so außerordentlich aktuellen Vorgängen in China wesentlich fordert. Es ist unseres Wissens die erste Darstellung, die den ganzen Fragenkomplex „China" so prägnant faßt und aus der historischen und wirtschaftlichen Entwicklung her zu dem Problem von heute Stellung nimmt. (668) BeiKorpulenz oderDeranlagung raten mir allen Lesern, die korpulent oder »um Starkwerden veranlagt sind, 30 Grainin Toluda- Kerne zu kaufen, die bei völliger Unschädlichkeit fettzersetzend und ansatzverhindeind wirken. Tie cctiien Toluba-Kerne erhalten Sie mit Gutachten. genauen Angaben über Gebrauch und Zusammensetzung in den Apocheken. y2sl 8 cLlb beste JCcLicrur Bahnhofstr.65B Gießen Fernruf 1367 Filiale Lieh, Butzl a ber Straße 12. Gegründet 1876. Alleinvertretungen von Steinway & Sons (bedeutendste Klaviermarke der Welt) Rud. Ibach Sohn Grotrian — Steinweg Schiedmayer & Soehne vsss» W. Rilmüller & Sohn (Deutschlands älteste Pianofabrik) > Seif *8* Oh kW": Wl Sk.$ SS* p* 9flit 2 W. *a* Der Österreich' schluvirag fühl-n ■Ion und tSulch'e-' lejnunp tonung Loyalität Mr kne schränken Deinung tU$«6 ft* v che^o ve Dell tmt Ären. । Mlionci Lettische Dor daraus, d nichischen Staat bar solchen Ser ihm ' sich allo terimiß reicher. 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