Nr. 231 Erster Blatt 176. Jahrgang Samstag, 2. Gktober 1926 Erscheint täglich, außer Sonntags und Ferertags. Beilagen: Metz euer Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr.Bezugspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer (ßewtilt Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben, postfchccklonlo: Sranffnrt am Main 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick vnd Verlag: vrühl'sche UniversitAs-vuch. und Steindruckerel R. Lanze in Sietzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummrr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfeittiig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Eheftedakleur. Dr. Friedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin; für den Anzeigenteil i.Dertr. H. T-ck, sämtlich in Bieszei». Politik und Wirtschaft. Nhelnische Industrieführer zur Dresdener Rede Silverbergs. Hindenburgs Geburtstag Feldmarschall von Benecken- dorff und Hindenburg feiert am 2. Oktober zürn zweiten Male fein Geburtsfest als Reichspräsident. Unter den nicht immer vornehmen Kampfmitteln, mit denen die Gegner feiner Kandidatur deren Erfolg zu verhindern versuchten, spielte eine Hauptrolle der Hinweis auf seine geringe Betätigung im politischen Leben während seiner jüngeren Jahrzehnte. Don persönlicher Bescheidenheit eingegebene eigene Aussprüche wurden verwertet, die Wählerschaft vor dem „Neulinge" zu warnen. Nun, die Erfahrung jetzt schon von anderthalb Jahren hat wohl gründlich mit den Eindrücken jener Stimmungsmache aufgeräumt, soweit sie wirklich hie und da verfangen haben mochte. Und wenn über den Einzelfall hinaus dem Aberglauben Abbruch getan ist, als seien Männer, die mit ihren politischen Meinungen nicht aus lautem Markte groß tun, minder geeignet für die obersten Staatsämter, als Meister der Reklame. So haben wir doppelte Ursache, das Ergebnis der ersten Volkswahl eines Reichsoberhauptes willkommen zu heißen. Ein anderer Einwand richtete sich im Wahlkampfe des Aprilmonats von 1925 gegen Hindenburgs Herkunft aus dem Offiziersstande. Weiten Schichten der Reichsbevölkerung war seit Jahrzehnten eine Abneigung gegen einen sogenannten „Geist von Potsdam" eingeimpft worden, dem sich angeblich auch die erleuchtetsten Köpfe nicht ganz entziehen könnten. Und dieser gefährliche Geist sollte auch das Urteil in politischen Fragen verwirren. Daß ein heutzutage sehr aufdringlich sich gebärdender überspannter Pazifismus mit Vorliebe solche Gedankengänge spann, ist ja nicht zu verwundern. Nun, in den Kernfragen, über die es bislang unter der Präsidentschaft Hindenburgs Entscheidungen zu treffen galt; Deutschlands Eintritt in den zum Schutze vor kriegerischen Verwicklungen geschaffenen Völkerbund und dem mit dem Namen Locarno abgestempelten Versuche einer Verständigung mit Frankreich auf eine absehbare Zeitspanne — ist auf deutscher Seite durch einen vom Militär gekommenen Politiker ehrliche Arbeit ge- leistet worden; während drüben ein sich gerne in der Löwenhaut eines bärbeißigen Kriegers spreizender blutiger Zivilist keine Gelegenheit vorüber gehen läßt, ohne mit unsagbar feindseligen Reden das Penelope-Werk mühevoller Diplomatie wieder aufzutrennen! Aber Hindenburg hat in feinem laufenden Amtsjahre nicht allein wertvolle Bausteine zum Tempel des Völkerfriedens herzugetragen, sondern sich auch um die F e st i g u n g des inneren Friedens gemüht. Eine unglaublich kurzsichtige und in Aeußerlichkeiten verbohrte Opposition hat solche Bestrebungen nicht nach Gebühr gewürdigt und ihm z. B. aus Meinungskundgebungen in den Fragen der Flaggenfarben und der Fürstenenteignung ein Verbrechen machen wollen, während es doch selbst der Verfassung von Weimar ferngelegen hat, dem obersten Beamten als einzigen Reichsbürger Gedanken- und Redefreiheit beschränken zu wollen! Und kann denn dem an die Spitze des republikanischen Gemeinwesens gestellten Manne zugemutet werden, darum Akte haßvoller Ungerechtigkeit gegen die ehemals herrschenden Familien durch Schweigen befördern zu helfen? Es ist im höchsten Grade achtenswert, mit welcher Pflichttreue der alte Soldat, dem eine mehr als halbhundertjährige Dienstübung so reichlichen Anspruch auf Ruhe gegeben hätte, sich den beinahe im Uebermaße ihm zufallenden Aufgaben der sogenannten Repräsentation zur Verfügung stellt. An seinem Fleiße in der Abwicklung der laufenden Geschäfte könnten zahlreiche jüngere und niederen Aemtern vorstehende Männer sich ein Muster nehmen. Gerade Hindenburg ist vor anderen geeignet, den hohen Wert militärischer Erziehung auch ihren Verächtern zum Bewußtsein zu bringen. Das Wort seines neunzigjährigen alten Königs, er habe keine Zeit, müde zu fein, dieses Kernwort der Pflichtstrenge, hat der Held glänzender Schlachtensiege, jenseits der Mittagshöhe seiner soldatischen Laufbahn noch in einen bürgerlichen Beruf hineingestellt, sich zur Richtschnur auch dieses Lebensabschnittes gemacht. Möge die deutsche Nation, die ihrem Reichspräsidenten zum Geburtstage Wünsche warmer Teilnahme an seinem Wohlbefinden entgegenbringen, fernem Walten auch eine ernste 9Jir~ nung zu stetigem Fortschreiten auf dem nicht immer bequemen Pfade entfagungsbereiter Selbstzucht ablauschen! Düsseldorf, l.Okt. (TU.) Schon vor der heuttgen Tagung des Vereins zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen konnte man erkennen, welche Wichtigkeit dem Zusammensein der Vertreter in Rheinland-Westfalen beigemessen wurde. Fast alle wirtschaftlichen Führer waren vertreten. Mit Spannung erwartete man überall die wichtigen Reden von Generaldirettor Reusch, Vogler, Fritz Thyssen, Springt)rum und Cilverberg, die eine Klarheit der verschiedenen wirtschaftlichen und pvlittschen Problemen bringen sollen. 3n seiner Eröffnungsansprache begrüßte Kommerzienrat Reusch- Oberhausen die Versammelten und verlas ein Glückwunschtelegramm an den Reichspräsidenten von Hindenburg. Als Eindruck einer Amerikareise betonte er, daß man in Deutschland hauptsächlich auf die Qualität der Erzeugnisse Wert legen müsse, um mit Amerika erfolgreich konkurrieren zu können, wo ein Kontinent ohne jegliche Zollschranken von einem Volke bewohnt werde, das bei stark ausgeprägtem Rationalgefühl uns wirtschaftlich weit überlegen sei. 3n Amerika sei Anpassung der Produktion und der Prvdukttonsmöglichkeiten an den tatsächlichen Bedarf, während in Europa trotz zu großer Produltionsmöglich- keiten immer noch Produktionsstellen geschaffen werden. Generaldirektor Sllverberg führte dann aus, es sei ganz gut, wenn man etwas ganz Selbstverständliches auch einmal wiederhole und unterstreiche. Dögler habe vor iricht langer Zeit gesagt, wir seien auf dem besten Wege, unserer Arbeiterschaft fremd zu werden. Wir mühten uns klar darüber sein, dah die wirtschaftlichen Fragen an einer Stelle erledigt würden, die leider falsch zusammengesetzt sei. Darin liege für das deutsche Unternehmertum und für die deutsche Wirtschaft eine große Gefahr und diese Gefahr wird nur noch großer, wenn wir uns mit diesen Dingen nicht beschäftigen. Wir müssen den Mut haben, auch von diesen Dingen zu sprechen. Der Redner betonte, von dem. was er in Dresden gesagt habe, könne er nichts zurücknehmen. Er habe erklärt, es solle nicht gegen die Arbeiterschaft regiert werden. Wir müssen aber auch dann zu dem Schluß kommen, dah eine Arbeiterpartei nicht als regierungsunfähig ertlärt werden dürfe. Er habe mit Absicht nicht von politischen Kombinationen gesprochen. Dies sei Sache der pvlittschen Parteien, dagegen habe er gesagt, dah die llnter- stühung der praktischen Politik durch die Strahe aufhören müsse. Er habe in Dresden zwar nicht dem Präsidium vorher seine Rede vorgelegt, aber er habe in einem inoffiziellen Kreis von sieben bis acht Herren, der aus Präsidial- vor st ands Mitgliedern bestanden habe, über seine Ausführungen vorher gesprochen und allgemeine Anerkennung gefunden. Das stehe Die polnische Krisis. Marschall Pilsudski bei der Kabinettsbildung. Warschau, l.Okt. (Wolff.) Es bestättgt sich die Rachricht, daß Marschall Pilsudski das Kabinett bilden wird, wenn auch eine amtliche Mitteilung darüber noch aussteht. Pilsudski beabsichtigt durch Einbeziehung von Polnisch- Litauern und eines Sozialdemokraten der neuen Regierung eine gesteigerte innen- und außenpolitische Durchschlagskraft zu verleihen. Man ist in Kreisen der zukünftigen Regierung sogar der Ansicht, dah eine Sejmauflösung gar nicht erfolgen braucht. Der Sejm würde lediglich auf einige Zeit in Urlaub geschickt (man spricht von Ende Rovember) und erst zur Vorbereitung des Budgets für das nächste Finanzsahr heran- gezogen werden. Eine Opposition des Senats wäre nicht zu fürchten, da die neue Regierung sich dem Senat nicht vorzustellen braucht, also auch von ihm kein Mißtrauensvotum zu befürchten haben würde. Die politisch unabhängigen Blätter stellen einstimmig den vorläufigen Sieg des Sejm und der Rechten fest. Cie betätigen die auch schon gestern abend in den Wandelgängen verbreitete Rachricht, dah der Rücktrittsbeschluh der Regierung Bartel auf Antrag der die Wirtschaftsressorts bekleidenden Minister zurückzufüh^en fei, die die Sejm- auflöfung im gegenwärtigen Zeitpunkt für den Kredit Polens zu gefährlich erachten. Hinzu kam noch der Umstand, dah man die schwierige Durchführung der Wahlpropaganda auf den polnischen Dörfern während der Winters- zeit berücksichtigen zu müssen glaubte. Da sich angeblich auch der Staatspräsident dieser Auffassung anschloß, muhte Bartel vor dem Landtag die Waffen strecken. Politische Kampsmethoden in Polen. Warschau, 1. Oft. (TU.) Heute nacht überfielen acht Personen, die als Offiziere gekleidet waren, die Wohnung des ehemaligen Finanzministers D z i e ch o w s k i, der im Auftrag der Rattonaldemokraten das Mißtrauensvotum sowie die Ablehnung des Dudget» sest, dah in der Arbeiterschaft ein sehr guter Kem stecke, ein Kern, der vielleicht besser fei, als es durch die polittsche Agitatton erscheine. Man müsse dahin streben, dah Unternehmer und Arbeiterschaft wieder zusammen arbeiten. Fritz Thyssen erfiärte: Wenn Silverberg es so darzustellen versuche, dah seine Rede trotz der Berührungen der pvlittschen Momente neutral gewesen sei, so habe er — Thyssen — diesen Eindruck nicht gewinnen können. Der Eindruck sei allein der gewesen, dah nur mit der Sozialdemokratie regiert werden könne. Früher habe man vielfach dem Unternehmertum den Vorwurf gemacht, dah es völlig einseitig eingestellt sei. Heute dürfe man nicht in den Fehler verfallen, sich auf eine Partei festzulegen. — Reichstagsabg. Engberding führte aus, dah Silverberg sich in einem Irrtum befinde, wenn er die Sozialdemokratische Partei als die Arbeiterpartei ansehe. Der Redner ging dann im einzelnen auf die augenblickliche politische Konstellation ein, um darzulegen, dah sich die So- zialdemokrattsche Partei als nicht regierungsfähig erwiesen habe. Geheimrat Dubberg betonte, dah er sich verpflichtet fühle, ebenfalls festzustellen, dah keinerlei Einigung über den Wortlaut der Rede Silverbergs und auch keine Feststellung des Wortlautes vor der Rede getroffen worden sei. Duisberg gab zu, daß die Rede von Silverberg, die er selbst vorher gelesen habe, einem Gremium des Reichsverbandes Vorgelegen habe Dieses Gremium habe den Ausführungen S .verbergs mit einer Ausnahme voll gugeftimmt, wobei der Redner betonte, dah auch er mit den Ausführungen in seiner inoffiziellen Stellung absolut einverstanden gewesen sei. Rach Duisberg erklärte Dr. Schlenker, dah es unseren Wirtschnftsführern beim besten Willen nicht mehr möglich sei, sich durch den Wirrwarr der Steuergesetzgebmng hindurchzufinden. Der Redner forderte zunächst beständige und übersichtliche Verhältnisse, dann erst Reuregelung des Finanzausgleichs. Hand in Hand müsse eine Reuregelung der dringend reformbedürftigen Realsteuern Preußens, nämlich der Grund- und Gewerbesteuern, gehen. Den Gemeinden könne nur dann ein Zuschlagsrecht gewährt werden, wenn auch die breiteren Schichten der Lohnempfänger an dem Aufkommen der kommunalen Zuschläge zu den Ertragssteuern beteiligt seien. Die Hauszinssteuer bedürfe dringend der il.ngeftaL- tung. Auch die Wirtschaft werde schließlich nicht an der Prüfung der Frage vorbeikommen, ob sich die notwendigen Derwaltungsvereinsachungen nicht lediglich auf dem Wege einer Reform der Reichsverfassung herbeiführen ließen. Provisoriums im Sejm beantragt hatte. Dzie- chowski wurde aus dem Bett gerissen und mit Revolverkolben am ganzen Körper blutig g e» schlagen. Sein Zustand ist äußerst bedenklich. Von den Tätern konnte noch niemand festgestellt werden. Der Lieberfall hat das größte Aufsehen erregt. Eine Reihe hochstehender Persönlichkeiten, darunter Gesandte und Abgeordnete, haben dem Minister, der infolge der erlittenen Verwundungen zu Bett liegt, persönlich ihre Wünsche zur baldigen Genesung ausgesprochen. Die Offiziere hatten vor dem Heber» fall die Telephonleitung des Ministers durchschnitten. Der Inhalt des Moskauer Vertrages. London, 1. Olt. (TH.) Der Text des sowjetrussisch-litauischen Vertrages wird heute veröffentlicht. Der erste Artikel stellt fest, daß die Beziehungen der beiden Länder auf der Basis des am 12. Juli 1 9 2 0 inMoskau unterzeichneten scwj et russisch - litauischen Friedens vertrag es fortdauern sollen und dah alle Bestimmungen gültig und unverletzlich sind. (Diese Klausel wird ausgelegt als die Anerkennung Wilnas als litauisches Gebiet durch Sowjetrußland.) — 3m zweiten Artikel verpflichten sich die Vertragsparteien gegenseitig, die Souveränität und territoriale Integrität unter allen Umständen zu respektieren. — Artikel 3 bindet beide Parteien gegenseitig, keinen Krieg gegeneinander zu sühnen und neutral zu bleiben, wenn einer der beiden Staaten von einer dritten Macht angegriffen wird. — Artikel 4 sieht vor, dah die Parteien sich nicht an Koalitionen oder Kombinationen gegen eines der beiden Länder beteiligen und sich insbesondere auch von allen Kombinationen eines wirtschaftlichen oder finanziellen Boykotts eines der beiden Länder fernzuhalten haben. — Artckel 5 sieht die Einsetzung einer Kommission zum Ausgleich aller Differenzen vor, übersäht aber die Einzelheiten für die Zusammensetzung dieser Kommission einem noch abzuschlie- ßenden Abkommen. Wilna und der ruffifch-litauifchevertrag Die Zusammenkunft von Thoiry und die Aussicht aus eine deutsch.französftche Verständigung haben in allen europäischen Kabinetten lebhafte Bewegung ausgelöst. England, das bei den Ausgleichsversuchen zwischen Frankreich und Deutschland die letzten Jahre hindurch bereitwillig Pate gestanden hat, war aus der Sommertagung in Genf auffallend zurückhaltend. Richt minder Italien, der andere Garant des Locarnovertrages. Beide haben eine Besprechung ihrer leitenden Staatsmänner für zweckmäßig erachtet. Warum man diese Zusammenkunft auf der Reede von Livorno nicht bloß als einen Höflichkeitsakt befreundeter Staatsmänner ansehen kann, wie es die Londoner Presse hinstellen möchte, das wurde hier bereits gestern erörtert. In weniger engem Zusammenhang mit der Politik von Thoiry stehen die Moskauer Verhandlungen zwischen dem russischen Außenkommissar Tschitscherin und dem litauischen Ministerpräsidenten, die soeben -um Abschluß eines R e u t r a l i t ä t s - und S ch i e d s v e r t r a - ges zwischen der Sowjetunion und Litauen geführt haben. Tschitscherins Politik läuft darauf hinaus, mit sämtlichen Staaten deS Baltijzckns eine Art Locarnopakt für den Osten zu 'schaffen. Zu diesem Zwecke sind bereits vor längerer Zeit von Moskau aus Einladungen an die Regieri-ngen Finnlands, Estlands, Lettlands und Litauens zu gemeinsamen Verhandlungen über einen derartigen Vertrag ergangen. Die baltischen Staaten haben auf einer ihrer periodischen Ministerkonferenzen sich nicht zur Annahme dieses Vorschlages entschließen können. Rußland hat daher Einzelverhandlungen eingeleitet, die nun also mit Litauen, als erstem der baltischen Staaten, zu einem Erfolg geführt haben. Der russisch-litauische Vertrag unter» scheidet sich in seiner äußeren Form nicht wefent» lich von den zahlreichen anderen Reutralitäts» und Schiedsverträgen der Nachkriegszeit. Interessant ist er deshalb, weil man einmal in der Garantie des augenblicklichen Besitzstandes des litauischen Staates die russische Anerken- n*ng der Annektion Memels durch Litauen erblicken könnte, zum anderen, weil der Vertrag auf den Moskauer Pakt des Jahres 1920 fußt, und das von den Polen besetzte Wilna als litauisches Gebiet anspricht. Die Befürchtung, die man besonders im Memel- gebiet selbst hegte, daß nämlich Rußland Memel als litauischen Besitz anerkannt habe, scheint nicht begründet zu fein. Rach Erklärungen des litauischen Gesandten in Berlin, Dr. Sidzi- s k a u k a s, enthält der Vertrag über das Memelgebiet überhaupt nichts. Es wäre auch kaum denkbar, daß Rußland durch einen so ausgesprochen unfreundlichen Akt das traditionell-gute Verhältnis zu Deutschland unnötigerweise trüben werde. Anders ist es mit Wilna. Wilna ist seit der Gründung des modernen litauischen Staates die offene Wunde, die das politische Leben Litauens nicht zur Ruhe kommen läßt. Wilna, jetzt eine Stadt von fast 400 000 Einwohnern, war das Zentrum der alten litauischen Großmacht des 14. und 15. Jahrhunderts. Seitdem aber Großfürst Jagiello mit der Hani) der Königin Hedwig auch die polnische Krone erwarb, haben Litauen und seine Hauptstadt Wilna jahrhundertelang die Schicksale des polnischen Staates geteilt bis zur Reuordnung der osteuropäischen Landkarte nach der 3ertiümmerung des russischen Zarenreiches. In den ersten Jahren nach Kriegsende wanderte Wilna von einer Hand in die andere. Rach Abzug der deutschen Okkupationstruppen besetzten zunächst Me Bolschewisten, dann die Polen die Stadt. Im russisch- polnischen Kriege von 1920 zogen wiederum die Bolschewisten in Wilna ein. Im Vertrag von Moskau überließen sie das Wilnagebiet Litauen. Jedoch nachdem das Kriegsglück sich den Polen zuwandte, machten polnische Truppen Litauen den Besitz Wilnas streitig. Eine Intervention des Völkerbundes, der durch den Belgier Hymans eine Demarkationslinie zwischen Polen und Litauen festlegte, wurde durch den berühmten Handstreich des polnischen Generals Zeli- g o w s k i unliebsam gestört. Offiziell mißbilligte man zwar in Warschau den offensichtlich von langer Hand vorbereiteten Gewaltakt, aber im polnischen Volk fand der General für seine Po- littk begeisterte Zustimmung. Eine Vollsabstim» mung, für die sich nun der Völkerbund einsehte, fand zwar im Januar 1922 statt, aber unter den Bajonetten der Truppen Zeligvwskis konnte natürlich von einem Selbstbestimmungsrecht der Wilnaer keine Rede sein. In dem neuen Wilnaer Sejm gab es überhaupt keine Opposition. Man war sich lediglich über die Form der Angliederung des Wilnagebietes an Polen nicht einig. Die einen wollten die glatte Annektion, die anderen die Vereinigung mit Polen unter Wahrung der Autonomie des Wilnagebietes. Es bedurfte eines gemeinsamen Schrittes Englands, Frankreichs und Italiens, um die Warschauer Regierung zum Erlaß eines Statuts zu bewegen, das dem Wilna- gebiet eine, wenn auch sehr beschränkte Autonomie einräumte. Polen übernahm oftickell die Verwaltung Wilnas ^ind die Wilnaer Abgeordneten wurden in dön polnischen Reichstag auf» Genommen. Weder die Westmächte noch der Völkerbund äußerten sich weiterhin zu der Wilna- frage, dagegen erhob Litauen wiederum formell Protest und Rußland betätigte die Abmach un- hen Reg offene f)t er- egierung und be- verletzt. _ In dem Außenkommissariat der Sowjetunion scheint man von dieser Wirkung des Abkommens auf Polen etwas überrascht zu sein. Da Moskau seit langem Verhandlungen auch mit Polen anstrebt, bemüht sich die Sowjetpresse Del auf das Feuer zu gießen und sogar der Gedanke der Sowietrepubuk in Warschau wird mobil gemacht, um im polnischen Außenministerium beruhigende Erklärungen abzugeben. Der polnische Staat befindet sich nun allerdings seit Monaten in einer Krisis, die gerade in diesen Tagen mit dem Rücktritt des zweiten Kabinetts Bartels, der Wiederkehr Pilsudstis als Mi- nistervräsident und der bevorstehenden Auflösung des Reichstags ihren Höhepunkt erreicht hat. Dieses rücksichtslose Ringen um die Macht im Innern bedeutet eine völlige Lähmung der polnischen Außenpolitik. Das sind günstige Aussichten für eine Isolierung Polens, wie sie Rußland wünscht. Schon der Vertrag mit Litauen bedeutet eine Spaltung . zwischen Polen und den Randstaaten. Aehnlrche Abmachungen mit Estland und Lettland, über die bereits verhandelt wird, würden Polens Vereinsamung vollenden. In dieser veränderten Situation, ohne Aussicht auf Frankreichs Hilfe, wird man in Warschau vielleicht eher geneigt sein, über Wilna mit sich reden zu lassen. Denn ohne eine Bereinigung des Wilnaproblems ist ein ost-europäischer „Locarnopakt", wie er Tschitscherin vorschwebt und wie ihn auch die Warschauer Machthaber nicht un- gen von Moskau, in denen Wilna als litauisches Gebiet anerkannt wurde. Wenn also nun in dem neuen russisch-litauischen Vertrag diese Anerkennung wiederholt wird, so be- deutet das keineswegs eine Aenderung der russischen Politik zuungunsten Polens. Trotzdem hat sich der Warschauer Presse eine starke Erregung bemächtigt. In schärfster Frage fordern besonders die dem Marschall Pilsudski nahestehenden Blatter der Linken energische Schritte der polnischen Regie- runa. Sie sehen in dem Vertrag eine offene Her- ansforderung durch die russische R« haupten, das Abkommen stehe im Gegensatz zu den von Litauen übernommenen Verpflichtungen der Völkerbundssatzung. Nun hat jedoch einmal der Völkerbund dos Wilnagebiet niemals als polnischen Besitz anerkannt und zum anderen haben die litauischen Unterhändler gleichzeitig mit dem Vertragsabschluß in Moskau eine Note überreicht, in der erklärt wird, daß der russisch-litauische Vertrag in keiner Weise die Loyalität Litauens dem Völkerbund gegenüber Frankreich und Livorno. Die Pariser Presse zur Unterredung. Chamberlain-Mussolini. Paris, l.Okt. (WTV.) Zur Unterredung Chamberlain-Mussolini schreibt der „Temps", es sei hervorzuheben, das; das offiziöse Organ Mussolinis, das „Popolo d'Italia", in einem viel bemerkten Artikel unterstreiche, daß die Besprechung in Livorno vertrauensvoll betrachtet werden könne, da nach der Unterredung Briand- Stresemann in Thoirh diejenige Chamberlains und Mussolinis einen neuen Beitrag zur Reorganisation und Konsolidierung Europas sichern werde. Cs handele sich keineswegs darum, Livorno gegen Thoirh zu stellen und die Unterredung Chamberlain-Mussolini als Gegenpartie zur Unterredung Driand- Stresemann hinzustellen. Eine etwas andere Auffassung über die Wi- nisterbegegnung hat das „Journal des D 6 - bats". Rach seiner Ansicht ist die italienisch- engiische Freundschaft traditionell. Ziemlich oft durch Eifersuchtskrisen auf italienischer Seile heimgesucht, bestehe sie doch alle Proben, weil Italien, von drei Meeren umgeben, sich nicht einem Konflikt mit der größten europäischen Seemacht aussehen könne. Troß seiner flammenden Rede über das Imperium Italiens im Mttelmeec kokettiere Mussolini gegenwärtig mit der Londoner Regierung. Er wende sich ihr umso lieber zu, als die Besprechung von Thoiry und die Kommentare eines Teils der französischen Presse ihn gegen eine französisch-deutsche Annäherung zur Vorsicht mahnten. Ex sei niemals ein eifriger Anhänger L s c a r n o s gewesen. Er bekunde für den Völker- bxhb eine nur mittelmäßige Sympathie. Er ziehe direkte Abmachungen vor, die ihm eine gewisse Handlungssreiheit sichern. Für den Augenblick untersuche er, welche Vorteile Italien aus einer Entente mit England ziehen könnte. „Echo de Paris" weist auf die verschiedene Haltung der italienischen und englischen Presse hin. Während Italien auf die große Bedeutung des Ereignisses hinweist, erkläre England die Zusammenkunft für einen lediglichen Höflichkeitsakt. Seit langem suche Italien Frankreich zu einer Verhandlung über die Mittelmeerfrage zu bewegen. Frankreich habe sich aber dazu nicht entschließen können und nicht bereitgefunden. Deshalb habe es sich mit Spanien verbündet, um einen Druck auszuüben und denke fetzt daran, sich mit Eng- l a n d zu verbunden. Das sei nur ein Traum. Chamberlain sei ein aufrichtiger Freund Frankreichs ne Zusammenkunft werde deshalb trotz der Behauptung der italienischen Presse feine großen internationale Erfolge zeitigen, aber es sei zu bedauern, daß sich die französische Politik auf eine rem negative Haltung beschränke. — Der ,,A d e n i r be- zweifelt, daß irgendetwas Endgültiges beschlossen worden sei. Mussolini befinde sich in ständigem Balancieren zwischen England und Frankreich, um sich auf beide zu stützen und sie gegenseitig in Schach zu halten. Die französische Diplomatie müsse auf Rom achten, um festzustellen. waS man von Frankreich erhoffe. — ,,D e ud re meint, Chamberlain werde Gelegenheit gehabt haben, Mussolini darüber aufzuklären, daß die deutsch- französische Annäherung gegen feine dritte Macht gerichtet sei. , . . Der „Figaro" schreibt: Ohm uns Mrd die Auslegung des Abkommens von Locarno nicht diskutiert werden. Wenn es zu verstehen ist, daß Mussolini sich wegen der alldeutschen Absichten auf Oesterreich besorgt zeigt, so hat Chamberlain seinerseits älnrecht, zu vergessen, daß er der hauptsächlichste Mitarbeiter an d e r deutsch-französischen Annäherung ist. Vielleicht aber ist es unser Fehler, wenn wir von unserer lateinischen Schwester ferngehalten werden. Wir wollen eben Italien seinen ihm zukommendeii Platz nicht einräumen und keine Rücksicht auf seine steigende Bevölkerung nehmen und auf seine steigende moralische politische Bedeutung. Italien erstickt in seinen zu engen Grenzen. Rußland und England. London, 1. Oft (WB.) Der russische Geschäftsträger Krassin erklärte Pressevertretern: „Die Sowjetregierung will den Frieden. Ihre Politik ist diktiert von dem Wunsche der Arbeiter und Landleute, die den friedlichen Wiederaufbau der nationalen Wirtschaft wollen. Die Rote Armee wurde von mehr als fünf Millionen Mann auf ungefähr 500 000 Mann herabgesetzt. Rußland ist bereit, vollkommen abzurüsten, wenn andere Rationen zeigen, daß auch sie die wirkliche Abrüstung wollen. Das wirkliche Hindernis für die Entwicklung des russisch-englischen Handels ist die gegenwärtige Politik der britischen Regierung gegenüber Rußland." Auf die Frage nach den Schulden Rußlands an England, erwiderte Krassin, er möchte diesen Punkt nicht berühren, bevor er nicht mit den englischen amtlichen Stellen in Verbindung getreten sei. Diese Finge sei sehr kompliziert. Aus jeden Fall sei aber die russische Regierung bereit, zu verhandeln. Aus die Frage, ob die Beziehungen zwischen England und Rußland als „k ü h l" bezeichnet werden könnten, erwiderte Krassin: ,3 a, unglücklicherweise ja!" Kein internationaler Bergarbeiterstreik. London, 1, Oft. (Täl.) Aus der gestrigen Sitzung der Bergarbeiter-Erekutive in Ostende, auf der Großbritannien, Belgien, Deutschland, Spanien, Holland und die Tschechoslowakei vertraten waren, teilte das Mitglied der englischen Bergarbeiter-Exekutive mit, daß die britischen Bergarbeiter von den verschiedenen Ländern insgesamt 1 261000 Pfund erhalten hätten, wovon bereits 1 25Z 000 Pfund ausgegeben worden seien. Es wurde ferner erklärt, daß die Vereinigten Staaten und Polen die größten Kohlenexpvrteure seit Beginn der Arbeitsruhe im englischen Bergbau seien. Die älnAulänglichkeit aller Zuwendungen an die Streikenden müsse bedauert werden. — Die deutschen Delegierten betonten, daß Deutschland, das durch denDersailler Vertrag gebunden sei, den Export von Kohlen nicht ein st eilen könne. Es sei verpflichtet, Aeparationskohlen zu liefern. Die Mehrzahl der im Verband vertretenen Rationen erklärte sich außerstande, der englischen Forderung nach einem internationalen Streik nachzukommen, versprach aber weiterhin, den englischen Bergarbeitern finanziell soweit als möglich zu helfen. Außerdem soll alles getan werden, um die Ausfuhr von Kohls nach England zu unterbinden. Strefemann über den Eisenpakt. Berlin, 2. Oft. Im „D.T." äußert Reichs- außenminister Dr. Strefemann über den Abschluß des Eisenpaktes u. a. folgendes: „In dem Abschluß des internationalen Eisenpaktes erblicke ich ein wirtschaftspolitisches Ereignis von kaum zu überschätzender Tragweite. Insbesondere darf ich auf die Gefahr Hinweisen, die eine von den Spannungen der Interessengegensätze erfüllte Atmosphäre nicht nur für das industrielle Gedeihen, Der junge Hindenburg. Erinnerungen zu seinem 7 9. Geburtstage. Im Iahre 1859 sollte Hindenburg die Ka- dettcnanstalt in Wahlstatt beziehen. Das Zeugnis vom 1. April dieses Iahres beschäftigte sich mit den Leistungen des Schülers von Hindenburg; sie waren in der Religion, im Latainischen, im Französischen und in der Geographie hinreichend und im Deutschen gut, nur im Rechnen wollte es ihm nicht gelingen, den Ansprüchen zu genügen. Sein Betragen war, einige Plauder- Hastigkeit abgerechnet, gut. Die ersten Tage in der neuen Wahlstätter Umgebung haben nicht zu den glücklichsten des jungen Kadetten gehört; er war ja noch jung, die Fremde bedrückte ihn, und er hatte Heimweh: „In Wahlstatt blieb ich den ganzen Abend auf der Stube," schreibt er in seinem ersten Briefe nach Hause, „und mir war schrecklich bange; ich muhte immer an Zuhause denken, Abendbrot bekamen wir nicht ... die Rächt habe ich nicht schlafen können, denn die Wanzen bissen mich schrecklich," 1863 kam er in die Berliner Hauptkadetten- anstalt in der Renen Friedrichstraße, über deren Portal damals „Martis et Minervae alumnis" stand. 1864 schreibt Hindenburg an seinen jüngsten Bruder diesen leutseligen und altklugen Geburtstagsbrief: „Außerdem wünsche ich Dir in betreff Deiner geistigen Ausbildung, daß Du fortschreiten mögest auf dem Pfade der gelehrten Studien, den Du mit dem Lautieren und dem Schreiben von so inhaltsschweren Worten wie Ci, Hut, Maus bereits eingeschlagen hast. Außerdem wirst Du auch hoffentlich den Geheimrat und den Gutsbesitzer fahren lassen und Vorliebe für den Soldatenstand gewinnen, was uns alle sehr freuen würde ...“ Bald brach der Krieg mit Dänemark aus, und am 31. Mai schreibt Hindenburg nach Hause: „Reulich empfing ich Euern lieben Brief, oder vielmehr des lieben Papas, der mich doch einigermaßen beunruhigte. Daß Du. liebe Mama, so krank bist, schmerzt mich tief, nimm Dich nur in acht und strenge Dich in Deiner vorsorglichen Liebe nicht zu früh an ... Vorigen Mittwoch war die Frühjahrsparade Unter den Linden, wir marschierten immer voran und sahen dann zu. Arn andern Tage lieh uns Seine Majestät die Zufriedenheit über den Vorbeimarsch mitteilen und uns sagen, daß er und alle Prinzen es uns hoch anrechnen, dah die in die Armee ein- tretenden Kadetten sofort, ohne die Equipierung abzuwarten, nach Schleswig geeilt wären. Drei Kadetten haben den Sturm noch in unserer Uniform mitgemacht, einer derselben hat neulich seine Sachen zurückgeschickt. Den Rock, den erbe im Sturm getragen, trägt jetzt ein Unteroffizier, damit wir ihn stets vor Augen haben. Prinz Karl erzählte, er habe nach dem Sturm einen Bombardier gefragt, ob er müde wäre, woraus der geantwortet hat: .Wie kann ich müde sein, wenn unsere Offiziere so tapfer sind, und unsere jungen Kadetten so mutig allen boraneilen/ Der König hat befohlen, daß dies alles in unser Archiv eingetragen werden soll." Im Kadettenkorps hatte lebet das Recht, sich ein Fach seines Schrankes nach Belieben quszuschmücken. Die Ausstattung, die sich der Kadett von Hindenburg in sein Fach hineingeträumt hat, ist sehr bezeichnend für die Geistesfondern auch für die politische Ruhe der Völker in sich birgt, älnd ich freue mich, dah hier ein Anfang gemacht ist, mit diesen Spannungen aufzuräumen. Was nur an dem internationalen Eisenpakt am besten gefällt, ist die Tatsache, daß er wirklich international sein will. Das kommt in der Bestimmung zum Ausdruck, dah die Eisenindustrie jedes Landes ihm beitreten kann. Hoffen wir, dah die Zeit nicht mehr fern ist, wo die äreberzeugung zum Allgemeingut wird, dah auch auf wirtschaftlichem Gebiet die Völler durch eine weise und loyale Zusammenarbeit weiterkommen, als durch ungehemmten Wettbewerb. Lin Locarno der wirtschaft. ZumAbschlttsfdcrRohstahIqemeinschaft Berlin, 2. Okt. (Eigene Drahtmeldung.) Dem soeben abgeschlossenen Eisenpakt zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg mißt man in Berliner politischen Kreisen em? Bedeutung bei, die über rein wirtschaftliche Erwägungen weit hinausgeht. Man spricht sozusagen von einem Locarno der Wirtschaft und hofft, daß die wirtschaftliche Verständigung der politischen deutsch-französischen Annäherung den Weg ebnen wird. Der Einfluß der Schwerindustrie auf die Regierungen ist immer groß gewesen, und der Kampf um die Absatzmärkte für ihre Erzeugnisse hat schon mehr als dreimal zu unabsehbaren politischen Konsequenzen geführt. Es ist bekannt, daß auch Der Weltkrieg nicht zuletzt in der Wirtschaftsrivalität zwischen den einzelnen Ländern seinen tieferen Grund hat. Unter diesen politischen Gesichtspunkten ist die erzielte Verständigung, die erst nach monatelangen, außerordentlich schwierigen Verhandlungen gelungen ist, auch vom deutschen Standpunkt aus zu begrüßen. Wie die Wirkung des Paktes auf die eisenverbrauchenden Industrien sein wird, läßt sich heute noch nicht mit Sicherheit übersehen. Hier liegen die gleichen Bedenken vor, wie sie die Verbraucher allen Zusammenschlußbewegungen zur Ausschaltung der Konkurrenz gegenüber stets zum Ausdruck gebracht haben. Bei dem Eisenpakt handelt es sich eigentlich um zwei Pakte, und zwar eigentlich nicht um Eisen, sondern um Stahl. Der erste Pakt, der bereits länger vorliegt, aber erst jetzt in Kraft tritt, kontingentiert in Abmachungen zwischen Deutschland einerseits, Frankreich und Luxemburg andererseits die Einfuhr von Eisen aus dem Saargebiet und Elsah- Lothringen nach Deutschland. Der Zweck war, ein Valutadumping durch Frankreich zu verhindern; wenn dies zur Zeit nicht ganz gelingen sollte, so dürfte doch eine Beschneidung des Dumping eintreten. Der sogenannte Eisenpakt selbst ist das größte internationale Industriekartell, das sich aber lediglich als ein Produktionss yndikat, nicht als ein Verkaufssyndikat dar st eilt. Die Industrien der beteiligten Länder verpflichten sich, für jede Tonne geschaffenen Stahls einen Dollar in eine gemeinsame Kasse zu zahlen. Iedes Land verpflichtet sich fenter, für jede Tonne, die über das vereinbarte Kontingent hinaus produziert worden ist, v i e r D o 11 a r in die Kasse zu zahlen. Man erwartet eine Ausschaltung der Preisschwankungen auf dem internationalen Markt. Das Kartell richtet sich gegen keinen Staat, im Gegenteil können die Industrien aller Länder, prinzipiell auch der Vereinigten Staaten, unter den Kartellbedingungen dem Kartell beitreten. Amerika und der Eisenpakt. Reuhork, 1. Okt. ($11.) Der westeuropäische Stahltrust wird von der amerikanischen Presse als Haupttagesereignis aufgezogen. Die „Times" erklärt, England könne über das Zustandekommen des Stahlkartells mehr beunruhigt sein als Amerika, da der Trust für Amerika selbst keine ernstliche Drohung bedeute. Die Zeitungen veröffentlichen zahlreiche Erklärungen führender Leute, darunter Erklärungen von Gary H a i r m a n von der United Steel Corporation, der die Hoffnung ausspricht, daß der neue Stahltrust amerikanischen Stahlinteressen gegenüber keine Spitze bieten werde. Rach den Aeußerungen anderer führender Persönlichkeiten erwartet man einen schar - f e n Konkurrenzkampf in Oftafien und Südamerika. Bei den angestellten Erwägungen bedenkt man vor allem b i e niedrigen Pro du ktions- und Transportkosten des europäischen, Eisentrusts. Irn übrigen sieht man die Konkurrenz als nicht all» zugroß an, da der amerikanische Stahl in den Vereinigten Staaten selbst verbraucht würde, wo die europäische Konkurrenz nicht einbringen könnte. Die amerikanischen Stahlkönige, Gary und Schwab, fahren im Oktober nach Europa, um die Stahlsituation im Zeichen des neuen Stahlkartells zu studieren. Sie werden den Versuch machen, mit dem europäischen Eisenkartell gewisse Derabredun- richtung des jungen Soldaten: „Hinten an der Wand einen großen preußischen Adler, in der Mitte auf einer Erhöhung den alten Fritz mit seinen Generalen, am Fuße derselben eine Menge schwarzer Husaren, vor das Ganze eine Kette gezogen, hinter welcher Kanonen stehen, und vor der Kette zwei Schilderhäuser und zwei Grenadiere zu Friedrichs des Großen Zeiten; doch hierzu fehlen mir die Sachen, ich hoffe auf Weihnachten." 1855 wird er, eine Auszeichnung, in die Selekta versetzt. Man ersparte dadurch die Fähnrichszeit in der Armee und hatte den Krieas- schulkursus schon im Kadettenkorps; die Selektaner waren die Stubenältesten, hatten Unter- ofsiziersrang und trugen Portepee. Run stand der Eintritt in die Armee bevor. Es ist bas Iahr 1866, die Kadetten erhalten Examensurlaub und warten zu Hause auf ihre Einberufung. Das 3. Garderegiment zu Fuß wurde damals als Schwesterregiment des ersten, von dem es auch einen Teil seiner Offiziere erhielt, in Danzig neu ausgestellt. In dieses Regiment trat Hindenburg als Leutnant, achtzehnemhalb Iahr alt, am 7. April 1866 ein. Der Krieg gegen Oesterreich bricht aus und ist, kaum begonnen, schon zu Ende. Aber in der Entscheidungsschlacht von Königgrätz am 3. Iuli hat der Leutnant schon seine erste Waffentat vollbracht. Mit seiner Abteilung stand er beim Dorfe Rosberitz, von wo aus eine österreichische Datierte ein starkes Feuer gegen sie eröffnete. Rach kurzem Schnellfeuer bestehlt der Leutnant den Sturm und wirft sich mit feiner Schar auf die Geschütze. Von einem Geschoß betäubt, sinkt er zu Boden, ist einige Augenblicke besinnungslos, kommt aber zu sich und führt die zweite gen übet Absatzgebiete und Preise zustande zu bringen. — Die führenden Industriekreise Amerikas werden versuchen, das Zustandekommen des europäischen Eisenkartells zur Erhöhung der amerikanischen Zölle auszunuhen, weil Deutschland ein Dumping mit seinem Stahl beabsichtige. Französische Unlersuchungsmelhoben. Verhastunq Hofmanns. Landau, l.Okt. (TU.) 3m Laufe des heutigen vormittags ist Richard Holzmann mit den drei jungen Leuten, die in der Sonntagnacht bei dem ersten Zusammenstoß mit Roucier beteiligt waren, ohne Rücksicht auf den kranken Zustand hoizmanns, von französischen Gendarmen von Germersheim nach Landau gebracht und dort der französischen Staatsanwaltschaft zum verhör oorge- führt worden. Bei dieser Gelegenheit hat sich herausgeslellt, daß sich Unterleutnant Roucier entgegen anderen Meldungen, die von seiner ver- sehung nach Nancy wissen wollten, noch immer in Landau befindet, denn die Vorgeführten wurden Roucier gegenübergestellt. Dem Holzmann wurde auf den Kopf jugefagt, er habe Roucier geschlagen, bevor dieser zur Reitpeitsche und nachher zur Pistole habe greifen können. Als Holzmann dies energisch in Abrede g e ft eilt habe, Hal man erklärt, ihn s o lange in Gewahrsam zu behalten, bis er die Wahrheit sage. Rach einer weiteren Blättermeldung soll sich Roucier, der in einem Landauer Hotel als Zimmerarrestant untergebracht fei, in den SKatzen ohne Begleitung frei bewegen können. — Die Antwort des Völkerbundes. Genf, 1. Oft. (WTB.) Vom Bürgermeister von Germersheim ging in bem Generalsekretariat bes Völkerbundes ein Telegramm ein, worin der Bürgermeister gegen die Zwischenfälle, welche sich kürzlich zugetragen haben, und gegen die französische Besatzung protestiert und eine Untersuchung des Völkerbundes über die Angelegenheit verlangt. Der Generalsekretär beschräntte sich darauf wie in analogen Fällen, dem Bürgermeister von Germersheim den Empfang seines Telegramms zu b e st ä t i g e n. Bekanntlich kann der Völler- bund nur durch die Regierungen, nicht durch eine. Gemeindebehörde, angegangen werden. Strefemann zur Politik der Deutschen volttpartei. Köln, 1. Okt. Zum Reichsparteitag der Deutschen Dolkspartei veröffentlicht Reichsaußenminister Dr. Strefemann in der „Kölnischen Ztg." ein ausführliches Geleitwort, in dem es heißt: Der Parteitag der Deutschen Polkspartei sieht eine in allen wesentlichen Grundsätzen geeinte Partei zusammen. Kämpfe um das Ziel der deutschen Außenpolitik Haden in ihr nicht bestanden, wohl aber mag die Methode der deutschen Außenpolitik ein Gegenstand von Auseinandersetzungen auch in der eigenen Partei gewesen sein. Das Blickfeld ist freier. Man weiß jetzt, um was es geht. Aber die Arbeit um das Erstrebte hat erst begonnen und ist nicht etwa zu Ende geführt. Wichtig für die Partei ist, daß sie weiterhin dafür eintritt, der Außenpolitik Ruhe zu lassen, wenn auch Rückschläge diesen Weg begleiten sollten. Die Nationialdisziplin ist das, was die Führung der Außenpolitik besitzen muß, um ihren Weg erfolgreich weiterführen zu können. Es ist sicherlich nicht die Absicht des R e i ch s v e r - bandes der deutschen Industrie gewesen, sich irgendwie parteipolitisch zu betätigen, aber was in seiner Hauptversammlung ausgeführt wurde, ist von dem Gesichtspunkte des Verhältnisses des Unternehm er tu ms zur A r - belterfchast zu werten. Ich glaube, dies in voller Ueberemftimmung mit dem Reichsverband sagen zu können, der selbst die überragende Be- oeutung, die ihm gulommt, schwächen würde, wenn er in die Tagespolitik eingriffe und um die Herbei- ührung parlamentarischer' Kombinationen nach die- er ober jener Seite sich bemühte. Den Parteien ent» tehen heute an den verschiedenen Stellen Lehrmeister. Nationale Verbände, denen es an anderer Betätigung fehlt, geben ihnen Ratschläge, die Berufsorganisationen drücken gegen sie. Jeder verlangt den Platz an der Sonne für sich und droht den Parteien, die nicht diesen Weg gehen wollen. Die Deutsche Volkspartei wird gut tun, sich gegenüber allen diesen Ratschlägen die S e l b st b e st i m - mung zu bewahren und sich immer vor Augen zu führen, daß ihre parteigeschichtliche Bedeutung darin besteht, die — ich möchte beinahe sagen — überparteiliche Zusammenfassung derjenigen Kräfte in Deutschland zu sein, die sich vom Staatsbewußtsein leiten lassen, die Mut haben, auch gegen den Strom zu schwimmen und sich durch sachliche Ar- beit die Anerkennung schaffen, die schließlich über Hälfte seiner Kompagnie der ersten zu Hilfe. Die Batterie wird genommen. Rach der Schlacht sieht er, dah eine Kugel durch den Adler feines Helms gedrungen ist; etwas tiefer, und die Ku^el wäre ins Gehirn geschlagen. Hindenburg erhielt damals den Roten Adler-Orden — das Eiserne Kreuz wurde erst 1870 von neuem gestiftet. Auch das erwarb sich Hindenburg und entging auf nicht weniger wunderbare Weise dem Tode. Es war bei St. Privat. Zwölf Offiziere und zwei Feldwebel des Regiments sind in der blutigen Schlacht gefallen, viele mit zwei oder drei Schüssen, einer der Toten hat sechs erhalten, und 23 sind verwundet worden, denn die Mi- trailleusen feuerten auf nahe Entfernung verheerend. Rur der Leutnant von Hindenburg blieb wie durch ein Wunder am Leben, der einzige Offizier seines Bataillons. Aber auch er wurde sehr schwer verwundet und war erst beim Einzüge In Berlin so weit hergestellt, daß er, den Arm in der Binde, an den Eingugsfeierlich- ketten teilnehmen konnte. Rach der Schlacht gab ihn fein Kommandeur zum Eisernen Kreuz 2. Klasse ein; das 1. Klasse erhielt er im Weltkriege ... Fünfzehn Iahre darauf war aus dem Leutnant ein Major im gleichen Regiment geworden,' der sich nach altem Brauch nach seiner Ernennung beim Kaiser Wilhelm j. zu melden hatte. Das ganze Vorzimmer stand voller Generale und hoher Offidere. Aber als der Kaiser eintrat, schritt er sofort auf Hindenburg zu, gratulierte und begrüßte ihn: „Mein lieber Hindenburg, wie freue ich mich, daß ich Sie hier w.eder- sehe." Der Kaiser hatte den überlebenden Offizier seines Bataillons von St. Privat nicht vergessen. Kopfschmerz Migräne Neuralgie Zahnschmerz ton :r Toller- 3en, nicht enwerb^ .“Harn' 'ge-Jlo* 'ucier,^ Arrestant Gleitung inbes. ^grr. l.w bem til M bet leub ^Michn ■ ein ous- 2er Partei- ie in ollen rtei aufem. en Autzen- il Ldn mai ein Segen- ta h, «»Ci,, ’J« fcr- immer ^töUr. »Uer Sunb öegen ^getragen ">gp?o, LL estif^ rg und ent- Weile dm sts GM sB M der t zwei oder chs erh--N' nn --- J ernung Det Mdenburs » to ,-1«; -ec auch er AZ 'L zu melden voller^ l der E a&k -der Schier »•$ benden 0 . Iflt nicht w t wurde, ist Berhölt- zur !(r> ibe, dies in -ichsverdand agende Be- aütde, wenn die herbei- en nach die- jartejen ent» len Lehr- es an an» tfchlage, bif Jeder h und droht l)tn wvsien. , sich gegen- litbeftun» or Augen zu eutimg barm m - über» i Kräfte in ebewubsiein egen den sachliche Av liehlich über die Mell id ist nicht Parte/ ift, ußenpositik diesen Weg si bar, war i muß, um . können. Si ichever- it Geraden, Laubenkolonie im Dorden Berlins In einer .uswärtigen Geldtransport liegen lie- UL'tiid (j/ermiBtungen \ 2 kürzlich eingesandte Zuschriften als Beispiele i. Unsere 2. Unsere Schluß der Raucher-Umfrage am 31. Oktober 06809 fUCtiL Franks. Str. 83, (Wohn- u. m Klavier Schlaiz.) u. cleftr. Amts beim ßen und in Sonderdrucke der Bedingungen zur Raucher-Umfrage können durch Ihren Cigaretten Lieferanten oder direkt von der Reemtsma A.-G Altona-Bahrenfeld angefordert werden. sollte. Donja soll mit dem Abendzug am Sams> tag. dem Tage der Tat, nach Kattowih gefahren sein. Er selbst wollte über Breslau ebenfalls nach Kattowitz fahren, um dort Sonja auf- zusuchen. Der Geldverlust des Auswärtigen Amts. „Ich rauchte jahrelang Ihre Gelbe Sorte, bis sie mir eines Tages nicht mehr schmeckte. Nach längerem Probieren fand ich dann Ihre Burnu, die mir zu dieser Zeit mehr zusagte. Vor zwei Monaten wurde mir nun die Gelbe Sorte von einem Bekannten angeboten, und ich war erstaunt über die Güte und das Aroma“.... Auswertung der Zuschrift: Die Gelbe Sorte ist absolut unverändert gleichmäßig gemischt worden. Deshalb kann das Abschwenkt-n des Rauchers nur auf eine Geschmacksermüdung zurückzuführen sein, die durch veränderte Stimmung oder Lebensunregelmäßigkeiten entstehen kann. Es wäre für uns wesentlich, festzustellen, ob tatsächlich das körperliche oder seelische Leben des Einsenders zu der fraglichen Zeit einer besonderen Belastung unterworfen war. Die Bumu ist eine Kontrastmarke zur Gelben Sorte; daß sie dem Raucher in der kritischen Zeit al» Gegensatz gefiel, beweist uns, daß sich beide Marken richtig ergänzen. Die spätere Rückkehr zur Gelben Sorte bestätigt, daß der Raucher ursprünglich die seiner Veranlagung und Wesensart am besten entsprechende Cigarette gefunden hatte Die Einsendung beweist also, daß wir bedenkenlos die bisherigen Tabake ergänzen können. Wir bitten nochmals alle Raucher, sich an der Raucher-Umfrage zu beledigen Wenn die Prämien in Höhe vor» RAUCHER-UMFRAGE DER REEMTSMA A.-G. „Im Anfang des Monats, wenn ich Geld habe, rauche ich die Senoussl, später rauche ich billigere Cigaretten, die mir nach der Senoussi nicht schmecken. Erst, seitdem die Sascha auf dem Markt ist. habe ich auch an dem Rauchen billigerer Cigaretten Vergnügen.“ .,, Auswertung: Es ist selbstverständlich, daß eine Senoussi. deren Qualität nicht nur iri Deutschland als ungewöhnlich betrachtet wird, nicht ohne Weiteres durch eine billigere Cigarette ersetzt werden kann. Da aber nicht allein die reine Qualität einer Sorte, sondern in erster Linie der Mischungsakkord der Sorte für die restlose Befriedigung des Rauchers ausschlaggebend ist, mußte sich eine Cigarette finden lassen, die auch zu einem niedrigeren Preise diesen Raucher zufriedens teilte Es ist nun typisch, daß die Ergänzungscigarette dieses Rauchers die Sascha wurde, die In ihrer Eigenart geschmacklich vollkommen abgerundet ist und deshalb gerade in der 5 Pf.-Klasse ein ungewöhnliches Kunstwerk bedeutet. Wir werden also mit dem zunehmenden Interesse der Raucherwelt an extrem milden Mischungsarten besonders auf die hierzu erforderlichen Spezialtabake achten müssen Das sind verwertbare Zuschriften. SonutaaSdientt d. Aerzte tu Avotb ken am 8.10.26 dtL Dr. Günter. Dr. Wolk. Engelapotheke. Zahnarzt: Dr Jäger. ”D MM für ganze Tage ge- MrW f. meine Spenglerei und Jnitallauons- geschäft per so>ort gesucht. 0>i,5j E>rch. Walz. Vidi. der sich die verloren gegangenen 53 000 Mark befanden. Die Mappe ivar leer und anbrauste. Das Auto wurde 200 Meter weit mit- geschleift und völlig zertrümmert. Der Chauffeur wurde getötet, während der Beifahrer sich durch Abspringen retten konnte. Der D-Zug hatte eine einstündige Verspätung. Zusammenstoß zwischen Omnibus und Schnellzug. Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Zug der amerikanischen Southern-Paci» fic-Lines wurden von den Insassen des Omnibusses zwölf getötet und der dreizehnte schwer verletzt. Das neue Lhescheidungsgesetz in der Türkei. Am Montag tritt in Konstantinopel das neue Ehescheidungsgesetz in Kraft. Von diesem Datum an wird es in der Türkei keine Polygamie mehr geben. Bis zum kommenden Montag kann sich jeder Türke von seinen bisherigen Frauen scheiden lassen. Das neue Gesetz hat im wesentlichen das schweizerische bürgerliche Gesetzbuch zur Vorlage. Aufruhr in der Slrafanslall in Marienburg. In her Strafanstalt Wartenburg (Ostpr.) ist es zu einem schweren Aufruhr gekommen, der sich über mehrere Arbeitssäle verbreitete. Die Gefangenen richteten schwere Beschädigungen an. Fenster, Schemel. Tische und Oefen wurden zertrümmert. Auch wertvolle Maschinen wurden unbrauchbar gemacht. Da die gesamte Beamtenschaft des Aufruhrs nicht Herr werden konnte, wurde von Allenstein ein Schutzpolizetkom- mando herbeigerufen, das die Ruhe wiederherstellte. Am Mittwoch nachmittag drohte in einem anderen Saale ein neuer Aufstand auszubtechen. Die Aufrührer wurden gegen die Schutzpolizeibeamten tätlich und muhten mit Gummiknüppel niedergerungen tperden. Der von den Aufrührern angerichtete Schaden wird auf 20 000 Mark geschäht. Eine strenge Untere suchung ist eingeleitet worden. Die Mrbelsturmkalaslrophe in Paraguay. Einer telegraphischen Mitteilung der deutschen Gesandtschaft in Asuncion zufolge fanden bei der Wirbelsturm-Katastrophe in Encarnacion in Paraguay acht Deutsche den Tod. Der Sachschaden, den die deutschen Firmen in Encarnacion erlitten haben, ist sehr erheblich, Anträge auf Nachforschungen nach dem Schicksal von in Encarnacion lebenden Verwandten sind zweckmähigerweise an die Reichs- stelle für Nachlässe und Nachforschungen im Ausland, Berlin, Wilhelmstrahe 61a, oder an die deutsche Gesandtschaft in Asuncion zu richten. Geschäftliches. Persilwecke in Düsseldorf. Das weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus bekannte Düsseldorfer Industriewerk Henkel beg.ng in diesen Tagen bi« Feier seines 50jährigen Bestehens. Am 26. September 1876 legte der Kaufmann Fritz Henkel in Aachen den Grundstock des Unternehmens, das sich in wenigen i^hrzehnten zu einer der größten Firmen der deutschen chemischen Industrie und zu einem Hause von TDelt- ?ieltuttg entwickelte. Wasch- und Reinigungsmittel mb die Haupterzeugnisse der Firma, jene kleinen Päckchen im farbigen Kleid, die in Haus, Küche und Waschraum täglich vielseitige Verwendung finden und die vor allem der Hausfrau gute Bekannte sind. Besonders ist es das Haupt- erzeugnis, das bekannte selbsttätige Waschmittel Persil, das Öen Ruhm der Firma begründet hat. den Schlagworten des Tages stehen wird. Don diesem Gesichtspunkt aus kann die Partei zur gegebenen Zeit mit allen denjenigen Zusammenwirken, die für beftimmte, in der Gegenwart zu lösende Aufgaben bie Gewähr einer innerlich zusammenarbeitenden und zusammenaehenden Mehrheit bietet. Das sind Fragen, deren Lösung sich aus der im Flusse befindlichen Entwicklung ergeben wird. Die tragenden Kräfte jeder Regierung in Deutschland werden die Parteien der Mitte sein, ohne die in Deutschland nicht regiert werden kann und innerhalb deren die Partei ihre eigene Stellung mehr und mehr befestigt hat. Ich freue mich, nach der Sitzung der Reichstagcsraktion feststellen zu können, daß die Partei in dieser Frage ebenso wie m der der auswärtigen Politik völlig einheitlich ihren Weg geht. Ich bin überzeugt, daß diese Einheitlichkeit auch dem Parteitage selbst fein Gepräge geben wird. Aus aller Welt. Erkrankung des Oberbürgermeisters von Berlin. Der Oberbürgermeister von Berlin, Böß, ist an einem schmerzhaften Furunkel im Gehör- gang s chw e r erkrankt. Die Erkrankung entzieht den Oberbürgermeister auf längere Zeit allen geschäftlichen Obliegenheiten. Oberbürgermeister Böß ist bekanntlich ein geborener (Siebener. DaL Geständnis des Berliner Iuwelenraubrrs. Während der Eisenbahnsahrt von Breslau nach Berlin gab der Ouwelenräuber Spruch an, dah feine Freundin Sonja Ignatiew bei der Ausführung des Verbrechens nicht zugegen war. Bei der Tat selbst war vielmehr sein Freund, der 21jährige Schmied Paul Oer lad), beteiligt. Mit diesem allein hat er das Verbrechen ausgeführt. Rach Gerlach fahndet jetzt die Kriminalpolizei. Heber die Fortschaf - sung der Deute erzählte tzpruch noch folgendes: Nachdem es ihm gelungen war. in das Kaufhaus heWestens zu entfliehen, habe er sich sofort mit Sonja getroffen und ihr die besten Stücke her Deute übergeben, damit das Mädchen d i e Juwelen in Polen zu Geld machen stark zerrissen. Abfahrt des amerikanischen Kreuzers „Memphis". Anläßlich der erfolgten Abfahrt des amerikani- jchen Kreuzers „Memphis" aus Kiel sandte der Chef der Ostseestation, Vizeadmiral Räder, an Vizeadmiral Roger Wells folgendes Telegramm: „Wünsche gute Reise und hoffe auf baldiges Wiedersehen." Wells antwortete darauf: „Dielen Dank für Ihre guten Wunsche bei unserer Abfahrt, Wir nehmen die beften Erinnerungen an die großzügige Gastfreundschaft des deutschen Volkes mit. Mein Besuch in Ihrem schönen Lande wird mir immer in angenehmer Erinnerung bleiben." Der Auslralienflieger Cobham in London gelandet. Englands erfolgreichster Fernflieger, Cob - Ham ist nach feinem 25000 Meilen-Flug London —Australien—London auf der Themse gelanget. Rach einem Rundflug über London setzte Cobhams Wasserflugzeug vor dem Parlamentsgebäude auf dem Flusse auf. Tausende standen an den Themse-älfern. Der Lustsahrt- minifter richtete an Cobham herzliche Willkommensgrüße der Regierung und des Parlaments. Inzwischen war auch ein B e g rü ß u n g s t e le- gtamm des Königs eingetrossen, bas dem Flieger überreicht wurde. Cobham hat für seinen Flug 321 Stunden reine Flugzeit benötigt. Ein Lastauto vom Schnellzug erfaßt. Zwischen Wiedental und Lamprecht bei Neustadt a. d. S). durchfuhr ein Lastauto die geschlossene Schranke in dem Augenblick, als der Schnell- zug Saarbrücken — Ludwigshafen herist von einem Kolonisten die M ap p e gef un den worden, die die Beamten des Auswärtige Korpulente sehen alt ans und, da auch der übennübtge Körveraniatz der Ge- sundhetl unzuträglich ift, raten wir allen Lesern, die korpulent sind oder Neigung zum Stariwerden besitzen, eine Zehrkur mit Toluba-Keinen vorzu» nehmen Toluba-5kerne enthalten wirksame, das Fett zersetzende, dabet aber unschädliche Stone Sic erhalten dte echten Toluba-Kerne mit ärztlichen Gutachten, hervorragenden Anerkennungen, genauer Beschreibung Über Wirkung, Anwendung und Zusammensetzung in Apotheken. 82el Licht in gut. ruhig. Hause z. vertn. Babnbosttr. 37 11 (Bnt möbl. Wohn und Schlafzimmer »u vermieten U11765 Franks. Str. 12 p. Gut möbl. Zimmer nm eletir. Licht und Öfen sofort z. verm. 0*76, Ncuttadt 41 I M. 105.000,00 kein Interesse auslosen, so opfern Sie uns die kurze Zeit ernstlichen Nachdenkens und das Briefporto In Ihrem eigenen Interesse, denn für jeden Raucher muß es von außerordentlicher Bedeutung sein, seine persönlichen Erfahrungen zur Geltung bringen zu können. Wir suchen in Ihrer Zuschrift den Beweis, daß heute in Deutsch^ land eine wirkliche Raucherkultur entstanden ist, die statt farbloser Einheits - Cigaretten Spezial-Cigaretten für alle Geschmacksarten anerkennt REEMTSMA A.-G. Fabriken für hochwertige Orientcigaretten Ä Zimmer zu uermieten 06748 Nordaniage 7 p„ Ain Oöwaldsgart. Möbj.Simmer zu uermieten (6763 Diezstrahe 1111. fflöoL Zimmel zu vermieten U6792 Äirchcnvlan 14 II. 2 Burean- niume hell und grob, in bciiet Vaflc deö Sei- lersiveas zu verm. Schnitt. An geb. mit. (i6<83n. d Gleit. Anz MW zu oermteten Gti82i Löberltrakc 3 p. | Mietgesuche j Live 4—5-3lmmet- moönuDg für sofort ob. später von zwei alletnst. Damen ges. Schrtstl Anaeb m.PretSang. u.V6749a.d. Gies;. Anz. Studier. Beamter sucht f. daS Wtmer- Semester mhbi. Zimmer in ouiern Hause. Schriftliche An geb. m. Breis u <16736 an b:n Gies,. Anz. erb. Studern sucht zum 1. Nov. hetzt)., ruh. Zimmer Schrtstl. Angebote mit Preis um, M77.I a d. Mich. Anz. erb. Sui dem sucht ein möbl.Simmer für dte Zeil deö Eramenö ab 15. Okt. bis 1. Dezember. Lchrislf. Angeb. unt, Ob7U3 a. d. Gien. Anz. .Stellenangebote^ Tüchtiger, solider Riiseniier d.^ebenöln.-Bi wiche für Sofort gesucht. Derselbe muh mit nachweisbar gutem Erfolg die Provinz Oberhessen und die Nachbargebiete be- teilt haben. Schrtstl. An geb. mit Renan. Allschr. und Gehalts- ansvrüchen erbe en unter 00824 an den Gtenener Anzeiger. Tüchtige, redegew- Vertreter ffit MslM Bezirk Gteken, gesucht ahn-, eilen Momag, den 4. Olt., vornnuags von 10 bis 12 Ui-r im ___Pfälzer Hol. Mmuie Beamte uns KMeule seriös u. zuvei lässig, können sich durch vornehiueReisetättg' feit für ernen Bsr- lag bedeutende Ein- nahmen verschaffen. Angebote unter F. M. A. 409 an Rudolf Ai o sie, Aranksurt/M. e^ss Redegewandte JaM ii. Herren »um Besuch der Prl- varkundschait bet höchster Bei dienst- niägitchkeit gesucht. Ntchtfachleute werden angelernt riu meiden Samclag u. Momaa von 4 bis 7 Uhr im 106764 Solei ömmlMr dof Mer- öiid WeiObinderie irlisg solori gesucht. 06681 Karl 9olinißnn Malermeister, Roonltrasze 32. Jn Apotheken Iahr-lOte bewährt. Parterrewohnung bestellend auS 3 möbL Zim mern, sofort ob später au oerm. Lchr. Anträgen ■ u. 8078D an den I Giest. An», erbe,. Wohn und Schlafzimmer möbliert, m. sevar Elngang Nähe Universität, z. 15. Ch. an vermieten Schr. Angeb. unter 0tS^6 au d. Gteh Anz. erb. Sehr gut möblier teS Zimmer an berufstäl. Dame vd. vetrn zu verm. M7'./nautdstr. 40. Heizbares möbl. Simmer foiori a. verm Wl8 Nieaelviad 88 v. Pens. Brandl L,","-- Ont möbl. Zimmer. Tel 1085. ,M7I) iiiiniiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiu BJefloniage 491 2 »chönc arofrc Zimmer (seither vom Allianz- Konzern bewohnt« au vermieten 06773 fllllnlllllllilllllimillllKlIIII A Simmet 06791 G .'rL: W U Ä Ä M D I i WO ■|’-X DWM ••:< E5ä MM nachmittags 4 Uhr statt 8093D Statt besonderer Anzeige. Donnerstagnachmittag 6 Uhr verschied sanft nach langem schweren Leiden unsere liebe treue Tochter und Schwester Gerta Geißler im Alter von 25 Jahren. In tiefem Schmerz: Heinrich Geißler VII., Schreinermeister, und Familie. Lollar, den 1. Oktober 1926. Die Beerdigung findet Sonntag, den 3. Oktober, jStellengesuchej Frau Margarete Bachmann nachmittags 21/, Uhr. Der Vorstand. 7932 D Suche Seifenoer- ftiufer.; 20 Muller Schriitl. Angebote u 06778 a. d.Gteff. Anz. Familie Heinrich Bachmann Familie Wilhelm Bachmann. Gestern abend entschlief sanft nach längerem, mit Geduld ertragenem Leiden unsere liebe, gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Tüchtiger Bacher 27 Jahre alt, kann allen vorkommenden Arbeiten vorstehen, gesucht. Schäfer, Licher Str. 9. Gelacht wirb ein älterer, felbständ. unb zuverlässiger MergeM bet auch in ber Kon» bitoret gut bewan- bcrt ist. «Dauerstellung.» Schrift!. An- geböte mit Gehalts- ansvrüchen unter 7988V a. b. Gieff.Anz. Annerod, Burkhardsfelden, Harbach, 1. Okt 1926. Die Beerdigung findet statt: Sonntag, den 3. Okt., Akad. Gesangverein. Wiederbeginn der Proben am Mittwoch, dem 6. Oktober, abds. 8 Uhr, Im groD. Hörsaal d. Universität. Man wolle beachten, daß die Hebungen von jetzt ab stets Blittwoolis stattfinden. Wichtige Mitteilungen. Aller Erscheinen unbedingt nötig. Stimmbegabte Damen und Herren sind willkommen und werden gebeten, sich an den Uebunge-Abenden zu melden. Mge Sme perfekt in Stenogr - Schreiben, eng!, unb franz. Korresponb., sucht pass. Stellung. Uebernlmmt a. Arb. i. Haus, ba Schreibmaschine vorhanden. Schrift!. Angeb. unt. 06804 an den G. An». Gut bürgerliches Mikl«, 26 Fahre alt, W ZkkWg in gutem, frauenlosen Hauhalt. Schrift!. Angebote u. 06813 a. b. Gies;. An,. geb. Schäfer im 73. Lebensjahre. Nebenverdienst für abgebaute oder pensionierte, mittlere Beamte. Alles solides, über 50 Jahre bestehender christl. Tuchgroßhaus der Nieder-Lausitz sucht zum Berkaus erstklassiger Herren- unb Damenstoffe, zu günstigen Zahlungs- bedingungen, abgebauten Beamten ober geeignete Persömtchkeit mit guten Beziehungen zu Beamtenkretsen bet hoher Entschädigung. Schriftliche Angebote unter Nr. 8094D an den Gießener Anzeiger erbeten. Mchtigenhmen die bei Großindusttie usw. eingeführt sind, ist Gelegenheit geboten, eine wirklich gute Vertretung (Baufach) von einer Chemischen Fabrik für Gießen u. Umgebung zu übernehmen. Offerten unter F. T. 9205 an ALA Haasen- teinLVogler, Frankfurt a.Main.s8054A Der Alleinverkauf unserer modernen, billigen Schreibmaschinen für den hiesigen Bezirk ist unter glänzenden Bedingungen zu vergeben. Bnefe unter J. V. 6341 an Invalidendank, Ann.-Expedition, Frankfurt a. M. 8051id W Mon-Itt Cüchtiger Vertreter der in der Teebranche gut eingesührt ist, für Gteffen und Umgebung ges. AuSführl. schriftliche Angebote unter 8u37D an den Gießener Anzeiger erbeten_______ Abgebaute redegewandte Herren finden bei intens. Arbeit gute Verdienstmög- h t leit. Lei Bew. Festanstellung. Schrtfi- hebe Angebote nut Zeugnisadschrtsten unt. 8092D an den Gießener Anzeiger erbeten. General-Vertreter langjähriger Fachmann sucht Alletnver- binbung mit nur leistungsfähiger Zigarrcnfabrlk für Bezirk Hagen mit Sitz daselbst, stündliche Aussprache auf Wunsch hier mit Originalattesten unb Beztrkskarien. Fahrivergüiung Ö. K. Eilang, bis z. 5 Okt. uut. B. VJ. 6372 an B. Gaarkens, Aun.-Exp., Ha jsn 1. W,8082 D Reise-Vertreter von Oel-Importhaus zum Verkauf von Spezial-. Auto-, Mobilölen, Fußbodenölen pp. nur an Selbstverbraucher für Gießen und Umgegend sofort gesucht. Nur branchekundige Herren, die schon länger gereist haben, wollen sich ausführlich mit Angabe von Referenzen bewerben an: Postfach 157, Kassel.______________________8036V Nedegewandtc Herren finden sich. hohes Einlouunen. Bei Eignung Feitanitellung. Schriftliche Angebote unt. 7991c an den Gießener Anzeiger erbeten. Bet Landwirten 8053 ü gut eingeführte Herren für leichte vornehme Tätigkeit bei Gehalt und Provision ».sofortigen Eintritt gesucht. A. wetterau, Göttingen, Hoteftr. U- Mk. 2,40 frei Nachn. P. Holster, Brcö- lau Sv. 498. mess ElsshiM BW gesucht. Huhn, Bleichstr. 16 l. Tüchtiges ÄiMUl für sofort ob. 15. Okt. gesucht. 3u erfragen in d. Geschäftsstelle d. Gies?. Anz. 106762 Mädchen für tagsüber gesucht. Zu erfr. in ber Geschäftsstelle d. Gieß. Anzeigers 18101 Suche zum 15. Okt. zu 2 Personen gut empfohlenes 8077V WA durchaus tüchtig im Kochen und sämtl. Hausarbeiten. Bahnholalr. 63 I. intelligentes jung. WAn aus guter Familie und tntt guten Schul- zeugn'sien kann den Budihanöel erlernen und auch im Papier- fach sich ausbilden. Selbstgeschriebene Angeb. u. 0ü796 an den Gies? An», erb. HlllMWei! gesucht, unt. 18Jahre, a. liebst, vom Vanbe, »it kleiner Familie. Borzustellen Sonntag von 11 Uhr ab. Ing. Heyb ach. Suche zum 15. Okt. ein älteres, tüchtiges Wti das selbständ. kochen kann und gute Zeugnisse bat. Hausmädchen vorhanden. <»1« Stau Dr. Wehl, Vtcbigftrafce 32. Welk» u.Wollwaren' Geschäft sucht braveö lelnätieii «nicht unter 15 I > aus guter Familie. Schr Angeb. unter 06803 an d. Gieh. Anzeiger erbeten. Hcta auö achtb. Familie, 18 Jahre alt, welches im Kochen u. Haiiö- arbeit Kenniniffe besitzt, sucht Steilungin gutem Hause. Schrift!. Angeb. unt 06789 an den G An». Junges, ordcutl. Mädchen sucht Stellung, wo es sich tn allen Hausarbeiten weiter aus- bilden kann. Fami- lienanschlukerw. bei etwas Taschengeld. Schr Angeb. u. 06735 a. d. Giek. Anz. erb. Junges Mädchen vom Lande sucht Stelle z. Erlernung des Haushalts ohne gegenseitige Ber- güiung. Schriftliche Angebote unt. 06808 a b. Gies;. Anzeiger. Suche für m.Tochter, welche die höhere Schule besucht hat, Stelle als Lslnättii in Geschäft. Schr. Angeb. unter 06794 o.b Gieiß. Anz | Verkaufe I Erstll. Simmentaler Bulle rotscheck, 15*/2 Mon. alt, zu verk. 06<39 Christ. Müller, Fase! Wärter, Manzenberg. Ein hochtragendes Rind Vogelsberger Ui affe, gefahren,zu verkauf. Steinbach, Hanvf ftrake 112. 06820 Da mir ömteiüot- rate verbrannt sind. verk.2 Simmentaler beiteMilch n.Fabr> Stühe allerichwerst Schlages,3 bzw.2mal gekalbt, 1 hochträcht. öeinrldi Cööer Wroe., «77« Freieuscen. Erstklassiger Metzel zu verkaufen. 06768 lieh, tausch, (Velin erg. l'^iahrtgeö, starkes Ziegenlamm zu verkaufen. 06767 Kaiserallee 33. DZScholTs Fußspezialist ist im Schuhhaus Reih anwesend: Samstag, den 2. Oktober Montag, den 4. Oktober Dienstag, den 5. Oktober zur kostenlosen Beratung über alle Fußleiden Eines der vielen Anerkennungsschreiben: (Btefeen, den 6. September An Herrn L. Reih, Inhaber des Schuhgeschäfts Reih, in Giehen, Mäusburg 12 Seit längerer Zeit litt ich an heftigen Schmerzen an beiden Füßen die an Heftigkeit zunahmen, fodah ich kaum noch imstande war, Wege bis zu 10 Minuten Dauer zurückzulegen. Wenn ich hier anführe, daß ich noch vor kurzen Jahren ein tüchtiger Fußgänger war und durch meine Fußwanderungen recht ansehnliche Teile unseres Vaterlandes kennengelernt habe, so werden Sie verstehen, was es für mich war, nun an mein Zimmer gefesselt zu sein. Die Schmerzen wollten auch nicht nachlassen, obgleich ich ärztlich verordnete Bäder usw. anwendete. Da wurde mir endlich von einem hiesigen, sehr angesehenen Arzte empfohlen, es mit Ihren Dr. Scholl'schen Schuheinlagen zu versuchen. Nach sachkundiger Untersuchung der Füße und Anpaffung der (Einlagen durch Sie und Ihr Personal, nahm ich die Einlagen sofort in Gebrauch und schon nach wenigen Tagen hatte ich mich an dieselben gewöhnt Heute bin ich völlig frei von Fuhschmerzen und kann wieder stundenlang gehen und wandern. Ich möchte nicht unterlaßen, zu bemerken, daß ich bereits 51 Jahre alt bin und ein ganz stattliches Körper- gewicht habe, womit ich sagen will, daß mir Ihre (Einlagen auch noch im vorgeschrittenem' Lebensalter geholfen haben. Ihnen, geehrter Herr Reiß, sage ich für Ihre kostenlose Mühewaltung meinen allerherzlichsten Dank. Sollte ich auf Leidensgefährten stoßen, so werde ich nicht verfehlen, Ihre Dr. Scholl'schen (Einlagen bestens zu empfehlen. Mit vorzüglicher Hochachtung (gez.) Max Schmidt, 8064a Obersekretär beim Dersorgungsantt Gießen. Mete* ArnWlM werd, fachgemäß u. preiswert gestimmt u. repar. Otter« Gießen, VlEr.11 Telephon 2403. Ankanfgbr. Klav. u. Harmoniums . HMeken o. Mk. 1000.— an auf besfifche Stadt- und Landgrundstücke beschafft günstig ohne Vorschub ob. Lebens- Vers. 7990s3 C.KDödgeD,FrankluFla.M' Linnösir. 13. Siebener fteira. ZMiMr. Montag, 4. Cf tob. abendö 8 llbr MooalsTeMinliiög bet Kamerad Buch- bergeriRiegelpsad). Mitteilungen über Wachdienst u. a. Sabic. Beteiligung erwünscht. 8079c Daer-K»mmando. B. G.-v. Gießen e.v. Sonntag, den 3. Oktober: Famttien- Ausflug nach der a Jetzt ist es Zeit Ihren offenen Personenkraftwagen mit dem Patent-Bruegge-Auto-Aufsatz MWWWWWMWMWMMWMWMMWW versehen zu lassen. Warum kommt für Sie nur die Anschaffung d.„Patont-BrneQBt*AuIsatias“in Frage? Weil sein anarrelehi leichtes Gewicht die Be- triebskost.nichtvermehrt, ihren Wagen vorunnötigenKarObserie-Keparatuxen bewahrt und dadurch die Leben sdauer Ihres Wagens nicht beeinträc itigt WeU ein Dröhaea uuä Klappern unmöglich ist infolge seinerfedernden Konstruktion, wofür wir volle Garantie übernehmen. WeU sei I8D Peter Seiffert, NeuludwigSdorf. Post Bromskirchen. Aites Blei Blelrdhron usw kauft Brühl’scha Druckerei Schuiitrate 7—9 D [Verschiedenes! Unterricht in sranzös. Grammatik und Konversation ievtl. in klein. Zirkelnl wird erteilt. Schrift!. Angeb. unt. 06807 a. d. Gieß. Anz. ES werden noch ein oder zwei Kinder gesucht, am liebsten im Atter von 10 bis 14 Jahren, zur Mit- erziehung und zum Unterricht niu einem gesunden, 12jährigen Jungen. Schristl. Anfragen unt. 06776 an den Greff. Anz. ttergarieo Ludrvigstr^tze 44. Der Kindergarten beginnt wieder Montag, den 4- Ohtbr» 06816 Beitragen sowie Nachträgen v. Geschäftsbüchern, Erledigung v. Steu- ersuchen übernimmt erfahrener Kaufmann zu jeder Zeit, auch auswärts. Schr. Ansrag. u. 06'17 an den G. Anz. erbeten. MnMem MM überntmmt Anfertigung v. Abschlüssen, Einrichiung u. Buchführungen, Nachträgen v. Büchern usw. Schrtftl. Angeboke erbeten unter 06775 an den Gieß. Anz. Notstandsarbeiten Karlsruhe. Anfang 4 Uhr. taistte 3200 m Feldbahn- gleis mit Weichen u. Drehscheiben, sowie 160 Kippwagen sofort zu verleiben oder zu verkaufen. Barlin Elehelgrün & Co., FranUnrt BL Maingau 1616/17. Ackerland und Wiese in der Ursullim zu verpachten. Näh. Löberttr. 111. fliiiiiiiiiiMininiiiniiiD Habe mich hier als tzetzmm niedergelassen. Luise Morler, Rodheimer Str. 40 fllllllülllllllllllllllllllllllllD Nehme einige Damen lauffer dem Hauses für Vorintitags zum irisieren an. Jakob Schäfer, Herren-u.Damen- Frtseurgeschäft, Ludwigstraße 57, Ecke Vtebigitr. Bewährter Dirigent gesucht für Samstag abend Angebote mit Referenzen an den Miiliecgesangoereln Glllvenßgch. Tücht.Mmann! (35 Jahre alt) sucht sich mtl einigen Tausend Mark an gutgehendem, reellen Unternehmen zu beteiligen (am liebsten Kolonialm), evtl. gutgehend. Geschäft zu fünfen gesucht. Schr. Ang. m. Preis- augabe unter 06786 an den Gieß. Anz. Stille Teil haberin mit 500-1000 Mk. f. Untern, mit unbegrenzt. Verd. sos. gesucht Schr. Ann. u. 06790 an d. G. Anz. UM Mari gegen gute Sicherheit (1. Hypothek) von Geschäftsmann vom Lande gesucht MM Dienstag, den 5. Oktober, adds. 87* älhr, im Hindenburg : Mgllever- MsllMlW. Bericht üb.Reichsparteitag. . Zahlreicher Besuch erbeten. 8055c Der Vorstand. Timm v. 1846. Sonntag, ö. 3. Ott., auf dem e.soC Waldsportplatz des D. f. B.: HMA VcrdirnSOitle. Nachm. 1.15 Ubrr T.-B. 1860 Bad- Naudeim-T.-V.1846 Gießen A-Klasse. Nachm. 2.30 Ubr: T.-V 1860 Bad- 9«audeim—T.»V 1846 Greffen Metsterklaffe Oer SplGlanaaobnI. htadttneater Dienstag, 5. Okt., Eröffnungs- Vorstellung 1. Dienslag-Aü.'VrsL von 7'/, bis 10'/« Ubr: Der Kaufmann von Venedig Dramakische Dichtungtn8Bl!dern von Lhaketpcare. Mittwoch. «. Okt., 1. MlNM-M.-ßlst. von 7'/, dis 9'/,Uhr: Die meöoihe Komödie in 1 Akt von Thoma. Hieraus.- ».>7lc Wehens Geburtstag Lustspiel in 1 Akt von Thoma. Freitag, 8. Okt., 1. Rellllg'M.'vorsl. v. 71/, b. geg. 10 Uhr i Gin Mlzerlmum Operette tn 3 Akten von Oskar StranS. Sonntag. 10. Okt.« L SoNlllllg-M.'VoNt. von 7 bis ö3/. Uhr: Der Kaufmann von Venedig Dramatische Schr. Ang. u. 067721 Dichtungtn8Lildern an den Gieß. Anz. I von Shakespeare. "Xll ii NiS Tiehev e.B onntag, den 3* Oktober: Emilien- Nusflug Md) der Karlsruhe. Ü$R 4 Uht. Ä* ’t&sul1."*' Wat &8«S y*Ä feSi JgjS RO MenStag, ben Oftobtr, abbS. k M, im Hin. benbutfl: Wh- NMW. Snichtüd.Mchö- Parteitag. , Zahlreicher Besuch irbeten. 8055c Der Dorffand. ton v. 1846. i0D01flfl.il. 3. Ott.. auf dem Dalvsportplatz deö B. i. WÄ- UBhiklk- Nachm. US M.- r,rn-WU. Naubeim-k.'^E Argen A'Aiaiie. ül«»». 2-30 >l?c Sü-Z itadttneater Sie«#!««.6'f."" Eröffn ungs DorfieLung Der Kavfmann °rA„ •sw** “S%u ßft® ijfS" “f ®r««A‘rt Nr. 23t Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 2. Gitober 1926 »II' u' i'hiubii i ii II. n_ ... i r u u ttti ■iTir^^'aTg j" a—r ■■■ ”—iijiiBMrarr rrTMimMWiF* rr m.» Spare! Von Dr. Otto Leibrock, Berlin. Den Kern der Wirtschaftlichkeit, die der bekannte Sozialphilosoph Smiles, die Tochter der Klugheit, die Schwester der Mäßigkeit, die Mutter der Freiheit genannt hat, bildet die Sparsamkeit. Von ihr zu reden, haben wir heute doppelten Anlaß, kann uns doch vor allem anderen die innere Sparkraft helfen. Wir wissen, daß der Spartrieb vielfach schon seit Jahrzehnten erheblich nachgelassen hat. Dies lag einmal an dem LImsichgreifen einer mit der materialistischen Weltanschauung notwendig verbundenen weitverbreiteten Oberflächlichkeit und dann nach 1918 an den trostlosen Folgeerscheinungen der Inflation und der kapitalfeindlichen Steuerpolitik. Kann man überhaupt heute wieder vom Sparen reden? Die Frage ist unbedingt zu bejahen. Zwar wird mancher anderer Auffassung sein, da angesichts der wirtschaftlichen Rotlage die Einnahmen vielfach nicht dazu ermutigen, zu sparen. Dennoch ist die Zahl derjenigen nicht gering, die sehr wohl imstande wären, kleinere oder größere Beträge zurückzulegen. Andere wiederum könnten durch Plehr- arbeit ihre Einkünfte steigern und auf diese Weise den Grundstein zum Wohlstand legen. Wie notwendig für uns die Kapitalbildung ist, lassen die Auslandkredite erkennen, die einzudämmen wir das größte Interesse haben. Das kann geschehen durch Bildung von Eigenkapital. Schon der Begründer der wissenschaftlichen Aationalökonomie, Adam Smith, hat anerkannt, daß ohne Sparen kein Kapital entsteht. Sparsamkeit und nicht Fleiß allein sei die unmittelbare Ursache der 'Vermehrung des Kapitals. Der Fleiß verschaffe zwar das, was die Sparsamkeit gphäufe; allein der Fleiß möchte erwerben, soviel er wolle, so würde doch, wenn es die Sparsamkeit nicht aufbewahre, das Kapital sich deshalb um nichts vermehren. Und Roscher Hot einmal gesagt, daß jeder, der zu sparen anfange, aufhöre, ein Proletarier zu sein. Mit Recht nannte er den ersten Spartaler den Hecktaler. Richt hoch genug können die ethischen Werte des Sparens veranschlagt werden. Worin bestehen sie? In der Selbstzucht und im Freimachen von Kräften, die die wirtschaftliche Produktion erheblich zum Wachsen bringen. Der Sparsame gewöhnt sich an Selbstzucht: er lernt das Rötige vom Unnötigen, das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden. Der Verzicht auf Luxusbedürfnisse fällt ihm nicht schwer. Indem er spart, denkt er nicht nur an die eigene Zukunft, sondern auch an diejenige seiner Familie, seines Hauses, seines Unternehmens, ja des ganzen Vaterlandes. Solches Denken ist heute dringend vonnöten. In dieser Beziehung können wir von dem älteren Cato lernen, der den guten Römergeist in sich verkörperte. Gr prägte einmal das schöne Wort: „Einer Witwe dürfe es allenfalls begegnen, daß ihr Vermögen abnehme: ein Mann aber habe die Pflicht, mehr zu hinterlassen, als er geerbt." Auf dieser sicheren Grundlage ist das gewaltige römische Imperium herangewachsen. Auch für uns gilt es, diesen Sah zu befolgen: durch Sparsamkeit ein moralisches Kapital zu schaffen, das sich notwendig über kurz oder lang in ein doppeltes, fruchtbares, wirtschaftliches Kapi- 1 a l umsehen mutz. Wie kann die Lust am Sparen in den wei- testep Kreisen unseres Volkes wieder wachgerufen werden? Durch Vermehrung der Spargelegenheit und sonstige Verbesserungen im Sparkassenwesen. Ich denke dabei an die alle Methode des Abholungs- shstems, an Heimsparbüchsen, Schulsparkassen usw. Vertrat man früher öfters den Standpunkt, daß diese Mittel keinen bleibenden Erfolg in bezug auf Weckung des Spartriebs hätten, so dürfte dem heute nicht mehr beizupflichten sein. Derartige Mittel sind nicht nur gut, sondern auch nützlich und Wohl geeignet, die Zahl der systematischen Sparer, das sind solche, die allmählich aus kleinen Beträgen eine größere Summe zusammensparen, zu vermehren. Dieses System, unterstützt in den Schulen durch die Lehrer- Das große Würfelspiel. (Martina Wilemar.) Roman von Franz Taver Kappus. 5, Fortsetzung. Nachdruck verboten. Trotzdem war Kreuch am nächsten Tage pünktlich zur Stelle. In wenigen Minuten war die Abmachung getroffen. Herr BÄa Schwarzkopf zeigte sich beinahe nobel. Dafür mußte Kreuth sofort an die Arbeit. Zwei volle Stunden saß er beim Telephon, wem neuer Chef hatte ihm schlagwortartig diktiert, was da und dort zu sagen war. Es handelte sich um die tollsten Dinge. Ohne eine Ahnung vom Wesen der Sache zu haben, klammerte sich Kreuch an seine Notizen. In Frankfurt lag eine Partie Seidenware für Jugoslawien bereit, aber der Spediteur machte Schwierigkeiten. Noch heute müsse die Sendung abgehen, betonte Kreuth immer wieder. Seine Dangen glühten. Mit Leipzig ging alles glatt. Der Posten Zobelfelle war schon seit gestern unterwegs nach Rumänien. Um so schwieriger gestaltete sich das Gespräch mit Hamburg. Eine piepsende Stimme begehrte auf. Wo Herr Schwarzkopf denn stecke? Seit Monaten lasse er sich nicht sehen. Unter diesen Umständen dürfe er sich nicht wundern, wenn die Liquidation seines Bankgeschäftes ins Unendliche verschleppt würde. ... Kreuths Schädel brummte, bis er endlich fertig war. Nachmittag fuhr er im Mietauw nach Moabit. Herr Granowski in der Kameruner Straße war bereits avisiert. Er lächelte vieldeutig und händigte Kreuch ein peinlich verschnürtes Bündel Papiere ein. „Nur Vorsicht, junger Mann, Vorsicht." Aus dem Rückwege in das Hotel erledigte Kreuth den Buchmacher. Schwarzkopf hatte für das Hindernisrennen in Enghien ein kompliziertes Triple-Event ausgeklügelt. Zwei blanke Taufender legte Kreuch auf den Tisch. 9m Exzelsior-Hotel wartete ein beleibter, aufgeregter Herr auf Schwarzkopf. Gerade kam Kreuth dazu, als ein Angestellter sagte: „Vormittag nach Stettin abgereist." Kreuth sperrte Mund und Augen auf. Der Fremde entfernte sich murrend. Spater überreichte derselbe Angestellte Kreuth einen Brief. schäft, indem sie die Jugend immer wieder auf sparsame und einfache Lebensweise hinweist, also eine hohe volkserzieherische Aufgabe erfüllt, vro- pagandistisch ausgenuht bei den Eltern- zusammenkünften. wird sich zweiseilv.- bewähren, weit mehr als die Einführung eines Spartages. Durch geschickte Lichtbilder- vorträge über die Wirkung des Sparens in persönlicher, familiärer und nationaler Beziehung könnte der Gedanke ebenfalls befruchtet werden. Ein Beweis z. B., daß eine wöchentliche Ersparnis von nur 2 Mk. im Iahre 100 Mk., in 30 Iahren nicht 3000 Mk., sondern 10 000 Mk. sind, weil Zins und Zinseszinsen für das Anwachsen des Kapitals inzwischen gesorgt haben, wird sicher sparanreoend wirken. Sehr wichtig ist natürlich auch eine sachliche Darstellung der Rottoendigkeit einer Verbesserung des ökononomischen Koeffizienten, das ist das Verhältnis vom gesamten Aufwand zur nationalen Produktion. Durch die Erhöhung der Produktivität und damit der Gütererzeugung aus eigener Arbeit vermindern sich bekanntlich die Kosten der Erzeugung una Beschaffung. Auf diese Weise steigt das Realeinkommen einzelner Schichten und der Gesamtheit: es kann also mehr gespart werden. Sporfördernd wirken des fer- Das Gegenteil ist der Fall. Denn erstere, mit Zwang ausgestattet, stellt gewissermaßen die Volksschule dar, in der ein Existenzminimum geboten wird. Von diesem Minimum bis zum Maximum sich eine Versicherung zu verschaffen erfordert der Selbsterhaltungstrieb des einzelnen. Wie notwendig eine größere Aktivität auf dem Gebiet des Sparwesens ist, beweist ein Rückblick auf die Vorkriegszeit. Damals hat der deutsche Sparwille die Gelder aufgebracht, aus denen durch Hingabe für Hypotheken die Bautätigkeit in Gang gehalten — von 20 Milliarden Mark Spareinlage, die mehr als die Hälfte des gesamten nationalen Kapitalvermögens ausmachten, dienten ca. drei Viertel Reu- bauzwecken — und aus denen durch Darlehen an Gemeinden deren beispiellose Entwicklung unterstützt wurde. Die Bautätigkeit befruchtete die Wirtschaft: Handel und Wandel blühten. Mit allen Kräften muh deshalb darauf hingewirkt werden, daß jeder wieder ein Interesse daran hat, zu sparen: denn in der SParkraft des deutschen Volkes liegt der Urgrund neuen Aufstieges. Rur der Erfolg und Besitz aus eigener Kraft stärkt den Stolz und den Willen zu weiterem Erwerb und Wohlstand. Mangel an Kapital aber bedeuDis geoks LasssKSttmis Sbevhesferrs und desLahnsebieteS ist ta feinem iSL.Sahvsarrg dev Gfetzenev Slnreisev Das Sitte iUrtteeh dann soll er mit Weib und Kindern verspeist werden. Das wird ein richtiges Erntedankfest im Kleinen werden. Ich schaue immer wieder die prächtige Frucht an. Ein Meisterstück der Allmutter Ratur! Rein, das kann kein Mensch nachmachen. Cs bleibt doch Der Atem des Mädchens ging schneller. „Und weiter?" „Natürlich springe ich sofort aus, wenn sich etwas Besseres findet." „Es ist nicht das, Benno. Du hast mir noch etwas zu sagen." Deutlich empfand Martina, daß im Hintergrund eine Gefahr lauerte, eine furchtbare Gefahr vielleicht. „Du darfst mir nichts verheimlichen, Benno." „Ich verheimliche dir nichts, Martina. Ich kann es dir ja gar nicht verheimlichen." Kreuth zog die Schultern hoch, als ob chn fröre. „Ich soll morgen verreisen." „Mit Schwarzkopf?" fragte Martina tapfer. „Mit Schwarzkopf." „Wohin? Auf wie lange?" Kreuth zeigte seinen Paß. „Ich weiß es selbst nicht." Er versuchte zu lächeln. ,Lch bekomme doppeltes Gehalt, alle Kosten trägt Schwarzkopf. In einem Monat kann ich dreitausend Mark ersparen." Martina erschrak beinahe. Doch Benno versicherte: „Diel Geld für uns, schrecklich viel Geld. Wir werden es brauchen können." Wieder blätterte Martina in dem Paß. Eine kleine Falte stand zwischen ihren dunklen Brauen. Unruhig flirrten ihre Finger. „Du brauchst nur ein Wort zu sagen, Liebes —" „Ich sage nichts." „Und hast keine Bedenken? Wirklich keine Bedenken? Du sollst mir ja raten, Martina." ,Lch rate dir zur Reise." Benno griff nach ihrer Hand. Immer stärker wurde der Druck seiner Finger. Martina war es, als ströme sein Blut herüber zu ihr. Süße Müdigkeit überfiel sie. Kaum vernehmbar lispelte sie: „Wie lieb ich dich hab'." „Ich reife also morgen", sagte Benno gedehnt. Mattina lächette ihn an. „Warum haben wir es so schwer, Benno?" Tränen stiegen in ihre Augen. „Zu Weihnachten bist du dock; da? Ich habe solche Angst vor Weihnachten. Am liebsten möchte ich alle Feiertage durchschlafen. Immer haben sie mir schon weh getan. Und erst jetzt — ganz allem werde ich jetzt fein. Ganz allein, Benno." (Fortsetzung folgt) /S-3Ä 2.G0, } Vertre „ander in'Jtr.21, S. 83, bat hefte"/ eingestellt fit jmor: saht abei anb", nk'd)laut sortbe in dem ü 1926, ha men. Alll her Dm ChacMi keljähr/i-t aii-geber ÄiMe i lieffkr Ni Lchleur ■*$en116 non ‘N ■ £ Seda -/Der ider'D Leur, u $ Dutra. SerlcS^ DvMn hxrct“) 5 Eonrad 1 der W Aürcroun 8ousM Stitder^ - 1 t09e!' st-hl-" rfln 3 al" 6 & ft Vertretei leit» Lorenii 4 Charlol =T— Gut Ka u RStsel'Ecke. Lubka - 1. Von links nach rechts: Ver- 1. 4. 5. 6. i 2. 3. nur werktags. •* Der Konzertoerein wird, wie er uns schreibt, auch im kommenden Winter seine üblichen Abonnementskonzerte veranstalten und damit am wie immer, 10 Konzerte vorgesehen; indessen bringt Sonntag, 31. Oktober, beginnen. Der Zahl nach sind, das Programm unseren Musikfreunden eine Ueber- raschung und Bereicherung insofern, als das Abonnement ohne irgendwelche Preiserhöhung drei große Orchesterkonzerte einschließt. An diesen drei Konzerten wird unter Leitung des Herrn Dr. T e m e s - o a r y aus Frankfurt neben solistischen Vorträgen je eine Symphonie von Beethoven, Bruckner und Tschaikowsky aufgeführt werden. Die Solisten sind voraussichtlich die Altistin Eva Liebenberg (mit dem Vortrag Händelscher Arien), die Pianistin ' a, die ein Chopin-Konzert spielen Nächst der Maul- und Klauenseucl)e ist die Räude der Schafe die verbreitetste Tierkrankheit; aber sie hat erheblich abgenommen. Daren im Jahre 1924 noch 7103 Schafe von dieser Seuche In jedem der vorstehenden sechs Sätze ist je ein Handwerkszeug enthalten. Welche sind dies? VerftcrkcäLsel. Der Astronom sah am Merkur eine änderung. Buchstabenrätsel. Lumme, Mainz, Gicht, Schah, Plaid, Grete, Kelch, Geige, Mosel. Michaelis. Bilderrätsel. Industrie. Toiletten. ,„2a, Lotte, willst du dir nicht dein neues Kleid anziehen, du kannst doch nicht dauernd im Badeanzug herumlaufen." .Mer erlaube mal, Fritz, das ist doch mein neues Kleid!" Unterstützt den Blumentag der Kriegsbeschädigten Großes Konzert der gesamten Toppschen Kapelle am Sonntag, 3. Oktober, oorm. 10.30 Uhr, auf dem Oswaldsgarten Der Reinerlös ist für die Kinder der notleidenden Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen d. R. bestimmt. 8081 v ebenso die von Kurt Richter bei der Traue» feier gesungenen beiden Lieder: „.Aeber allen Wipfeln ist Ruh" und .Da unten ist Frieden im dunklen Haus". ** D i e Maul- und Klauenseuche ist in Lardenbach, Klein-Eichen und Rieder-Seemen (Kreis Schotten) erloschen. Die Gesellschaft war ganz angenehm. Der Pfeiler war morsch und mußte daher gestützt werden. Franz war ein guter Kegler, er schob elfmal alle Neun. Meiner Schwester Erna gelang die Aufgabe vorzüglich. Es gab ohrerfreuende Musik in dem Symphoniekonzert. ** Fahrplan • Richtig st ellung. Zu dem in unserer gestrigen Nummer veröffentlichten Winterfahrplan der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. ist berichtigend zu bemerken: Die nachstehenden vier O-Züge verkehren er st ab 1. April 19 27: D 27 Frankfurt—Berlin (Gießen an 1.15 Uhr mittags, Gießen ab 1.25 Uhr), D 28 Berlin— Frankfurt (Gießen an 5.27 Uhr nachm.. Gießen ab 5.37 Uhr), D 127 Koblenz—Gießen (Gießen an 12.26 Uhr mittags), D 128 Gießen—Koblenz (Gießen ab 5.50 Uhr nachm.). Der Pz. 793 Gießen— Kastel (Gießen an 3.31 Uhr, ab 3.39 Uhr) verkehrt täglich, also auch Samstags. Pz. 513 Gelnhausen—Gießen (Gießen an 9.53 Uhr abends) verkehrt Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vorn RedakttonSttfch. Abgeschlagen. Ursula ist kaum drei Jahre, har aber schon einen ausgeprägten Charakter und eine heftige Abneigung gegen Waschen und Boden. Da die Eltern weder mit Güte noch mit Energie durchsetzen konnten, daß sich Ursula morgens artig baden ließ, schlug die gute Omama ein anderes Mittel vor. Sie rief eines Morgens an und ließ Ursula ans Telephon rufen. Begeistert kam Ursula gelaufen: Da ertönte die Stimme der Großmutter: „3ft dort die artige Ursula, die sich jeden Morgen ordentlich baden und waschen läßt?" „Falsch debvnden!" piepste Ursula und legte rasch den Hörer auf. Wichtige Frage. Der Professor sagte zu seinen Hörern: „Sie werden also jetzt im Examen zu beweisen haben, was Sie bei mir gelernt haben. Die Der- schiedenen Prüfungsaufgaben werden Ihnen . am Tage des Examens ausgehändigt, sie sind bereits beim Drucker. Hat noch jemand eine Frage?" Ringsum Schweigen. Da klingt von ganz hinten eine Stimme: „Wer ist der Drucker, Herr Professor?" Silbenrätsel. a — a — älp — amt(s) — bei — bisch — bitt — char — der — der — bit — ei — ei — ga — ge — ge — gei — gogne — he — her — her — il — "tre — ler — ler — lip — ma — o — obst — ring — fe — ste — ti — vi — vor — wer — rore — zücht. Aus vorstehenden 38 Silben sind 17 Wörter zu bilden, die die folgende Bedeutung haben: 1. landwirtschaftliche Beschäftigung; 2. Gebirgsbewohner; 3. Eßgerät; 4. englischer Romandichter; 5. Stadt in England; 6. Heilpflanze; 7. deutscher Dichter; 8. deutscher Strom; 9. Fisch; 10. kaufmännische Bezeichnung; 11. militärischer Dienstgrad; 12. Wollart; 13. Beamter; 14. Geigenbauer; 15. Musikinstrument; 16. Nebenfluß der Donau; 17. mathematische Bezeichnung. — In diesen Wörtern müssen zwei Buchstabenreihen, und zwar die zweite von vorn nach hinten, und die vierte von hinten nach vorn ein Zitat aus Scheffels Trompeter von Säckingen ergeben. Kreuzworträtsel. Jahre nur noch 4148; immerhin noch eine große Zahl. Die Verminderung ist wohl auf die schärfere Ueberwachung der Wanderschafherden zuruckzufüh- ren. Da die Schafhaltung hauptsächlich in Oberhesten betrieben wird, so sind die Seuchenherde, mit einer Ausnahme, auch nur hier gewesen. Erfreulich ist es ferner festzustellen, daß der R o tlauf der Schweine, der sich fast gleichmäßig über die drei hessischen Provinzen erstreckt, gleichfalls zurückgeht. Im Laufe des Jahres 1924 waren 2775 Schweine an Rotlauf und Nesselfieber (Backsteinblattern) erkrankt. 1925 waren es 1575 Tiere. 1924 sind 681 gefallen und 881 getötet worden; 1925 waren es 299 und 303. An Schweine feuchs und Schweinepest erkrankten im Jahre 1924 95 Tiere, 1925 92, davon fielen oder wurden getötet: 1924 93 und 1925 73. Don den ansteckenden Krankheiten der Rinder fei noch erwähnt, daß 1924 sich 20 Fälle von Milzbrand ereigneten, 1925 waren es 13; sämtliche Tiere wurden getötet. Dem Rausch- brand erlagen 6 Rinder (1924 5). Von dem an- steckenden Scheidenkatarrh der Rinder wurden 698 Tiere befallen, von der Lungen- s e u ch e 61. Sämtliche 61 Tiere sind der Krankheit erlegen oder getötet worden. Sämtliche Fälle hoben sich in L i ch ereignet. , 2ln Gehirn- und Rückenmarkentzündung der Pferde (Bornasche Krankheit) waren 1924 50 Tiere erkrankt, die zugrunde gingen oder getötet wurden; 1925 waren es 32, 25 von ihnen konnten nicht gerettet werden. Sämtliche Falle ereigneten sich in Oberhefsen. Don der Räude wurden 1924 8 und 1925 13 Pferde befallen. Im ganzen sind in Hessen im vergangenen Jahre 147 Rinder, 675 Schweine und 25 Pferde den Tierseuchen zum Opfer gefallen. Beträchtlich, wenn auch naturgemäß lange nicht so hoch wie bei dem Großvieh sind die Verluste, die Arithmetische Ausgabe. Es verteilt jemand an eine Anzahl Kinder Pflaumen. Jedes Kind bekommt deren 4, während der Verteiler 44 übrig behält. Das wollte er nicht, und er ließ sich daher die Pflaumen wieder zurückgeben, um nunmehr jedem Kinde 6 einzuhändigen. Jetzt behielt er nur 12 übrig. An wieviel Kinder hatte er Pflaumen ausgeteilt und welche Zahl? Scharade. Hängst du einen Körperteil Einem deutschen Flusse an, tio erhältst du, was man täglich In der Zeitung finden kann. Auflösungen. Silbenrätsel. 1. Eibe; 2. Inserat; 3. Niger; 4. Ebro; 5. Guestrow; 6. Unter; 7. Trappe; 8. Edikt; 9. Ta- piau; 10. Augsburg; 11. Zaubern; 12. Imme; 13. Saccharin; 14. Tajo; 15. Bastei; 16. Epistel; 17. Scheffel; 18. Salami; 19. Edam; 20. Rubens; 21. Amsel. Eine gute Tat ist besser als Millionen guter Worte. Lrgänzungsrätsel. Takt, Arom, Gast, Ubier, Radel, Decke, Nerz, 2üir, Lulm, Harm, Tasche, Glied, Lotto, Epik, Zrade, (fette, Hocker, Esau. Tag- und Nachtgleiche. Scharade. Wanduhr. Kreuzworträtsel. wird, und der Geiger W i t e k als Solist im Beet- hooenschen Violinkonzert. Da das etwa 60 Mann starke Frankfurter Orchester für die Aula zu wuchtig sein dürste, finden die Konzerte an theaterfreien Abenden jedesmal Donnerstag im Stadttheater statt, und zwar am 11. November, 13. Januar und 17. März. Ein weiteres geistliches Chorkonzert mit Solisten und demselben Orchester wird als T r a u c r f e i e r für Prof. Traut m onn am 2. Februar in der Stadtkirche veranstaltet, während die weiteren sechs sonntägigen Solistenabende, wie stets, in die „Aula" verlegt werden. Für diese Konzerte sind bis jetzt gewonnen worden: Prof. Alfred und Max Saal (Cello und Harfe), Frau Lotte Leonard (Sopran), Helge Lindberg (Bariton), Prof. Friedberg (Klavier) und zwei der besten Streichquartettvereinigungen. Genauere Angaben bezüglich der Daten und Programme werden in der Einladung zum Abonnement, das demnächst im „Gieß. Anz." veröffentlicht wird, enthalten sein. ** E i n Druckfehler hat sich in dem Aufsatz „2llt--Gießener Grabdenkmäler" unserer letzten Rümmer »Heimat im Bild" einge-- schlichen. Der mehrfach erwähnte Gießener Theologe und Dichter der „Geistlichen Poesien", der lauf dem Alten Friedhof seine Ruhestätte gefunden hat, heißt R a m b a ch (nicht Dörnbach). ** Aus d c in Gießener Standesamt s r e g i st e r. Es verstorben in der Zeit vom 15. bis 30. September: 16. Heinrich Preis, Ladeschaffner i. R., 79 Jahre, Steinstraße 38. Julius Baer, Kaufmann, 61 Jahre. Bismarck- strahe 43. Johanna Dealer, geb. Bölkl, 21 Jahre, Reuenweg 52. 18. Margarete Weißbäcker, geb Kopp, Witwe, 84 Jahre, Westanlage 30. 19. Ka-- roline Bernhardt, geb. Vogel, Witwe, 58 Jahre, Hinter der Westanlage 9. 20. Wenzel Knöchel, Gärtner. 30 Jahre, Leihgesterner Weg 40. 27. Christine Katharine Pfaff, 13 Jahre, Kmg, o mein guten, klugen Jung — — jo, ja, ich zieh' mich schon an, ich mach' mich schon fein/' Sie fummelte an ihrem Kleid herum; Hanse trat heran und löste leise die Haken und Knöpfe, zog ihr bas Zeug ab und sagte sanft: „Eh« er Sie holt, Mu.ter Eggers, müssen Sie ein bißchen ruhen, sonst wird der Tag zu viel für Sie." Beziehung ist es Wohl vergeblich, auf die nötige Diskretion Überall zu hoffen. Hinzugefügt sei noch, daß diese Beamten auf 7 Iahre kündba r ange stellt werden und aus ihrer heimischen Stelmng und Laufbahn vollständig ausscheiden müssen. Daneben kommt für die laufende Arbeit noch in Frage das internationale Arbeitsamt, mit den Stellungen, die eventuell an Deutsche vergeben werden, und dann im weiteren der Weltschiedsgerichtshof im Haag, der aus 11 Richtern und 4 Ersatzrichtcrn besteht. Letzteren wird selbstverständlich Deutschland in absehbarer Zeit auch beitreten, und es wird auch da die ihm zukommenden Stellen erhalten. Wichtiger als das ist, was man Vertretung Deutschlands in und beim Völkerbund nennt. Wir sprechen uns durchaus gegen eine irgendwie geartete ständige Vertretung Deutschlands in Genf aus, wie verschiedene andere Starten sich eingerichtet haben. Einen Zweck hat das nicht, es kostet nur Geld und erhöht die Reibungen in einer Arbeit, die gerade bei uns sowieso außerordentlich viele verschiedene Stellen berührt. Unter Vertretung Deutschlands beim Völkerbund ist genauer zu verstehen: die Vertretung in der einmal im Iahre stattfindenden Döllerbundsverfarnrnlung und in den mehrmals im Iahr abzuhaltenden Sitzungen des Völkerbundsrates, in dem ja Deutschland ständiges Mitglied ist. Dafür stehen jedem Staat eine Anzahl formell als solcher bezeichneter Delegierten zu. Tlns scheint selbstverständlich, daß der erste dieser Delegierten, entsprechend der Praxis der anderen Staaten, in Versammlung und Rat der deutsche Außenminister sein muß. Die Ernennung des zweiten und dritten Delegierten kann jeweils wechseln. Darum haben die einzelnen Staaten noch eine Anzahl von Mitgliedern einer im ganzen so genannten Delegation. Erwünscht ist natürlich dabei eine Kontinuität, wie sie etwa auf englischer Seite in Lord Robert Cecil oder noch mehr auf französischer Seite durch das Trio: Briand, Bon- cour und Loucheur, die die formellen und tatsächlich die drei regelmäßigen Vertreter Frankreichs sind, gegeben ist. Diese Zahlen reichen insofern nicht aus, als die sechs Kommissionen des Völkerbundes ständig arbeiten, unter denen die Abrüstungskommission im Augenblick die wichtigste ist. Es ist zweckmäßig, daß auch hierhin die deutsche Regierung immer die gleichen Delegierten entsendet, die ja nicht dieselben, wie die Hauptdelegierten zu sein brauchen, damit allmählich heranwächst, was wir noch nicht haben: ein Stamm von wirklich sachver ständigen Männern, die Deutschlands höchst schwierige und verwickelte Aufgabe im Bunde wahrnehmen. Dabei ist die Frage nicht entscheidend, ob das ein Diplomat, ein Beamter, ein Parlamentarier oder sonst irgend ein Sachverständiger ist, ein Mann oder eine Frau usw. Die Hauptsache ist: wirkliche Kenntnisse oder die Fähigkeit, solche zu erwerben, Sicherheit in der Bewegung auf dem schwierigen Gelände und bei der Auswahl und Bestimmung, Ausscheiden aller inner-, namentlich aller part eipolitischen Gesichtspunkt e. Die Ausgaben Deutschlands find so groß und verwickelt, daß noch darüber hinaus eine Stelle da fein muß, die laufend dafür arbeitet. Der gegebene Ort ist selbstverständlich das Auswärtige Amt. Richt Genf, nicht das deutsche Konsulat in Genf, oder irgend eine besondere Einrichtung, sondern das Außenministerium in Berlin, daß unter der Leitung des Ministers und Staatssekretärs eine Stelle zur Bearbeitung der ganzen Frage haben muh. Die war ja schon vorhanden und erhält jetzt größere Aufgaben und einen welkeren Wirkungskreis. Es sei nur an das Minderheitenproblem erinnert, an feine Konsequenzen nach außen und nach innen, zum Beweis dafür, daß eine ständige Stelle für diese Arbeit vorhanden fein muß. Darüber wird in einiger Zeit zu sprechen sein. In Form einer Gtatforderung muß bas ja ebenso wie die Forderung des Beitrage s Deutschlands an den Völkerbund, der rund zwei Millionen Schweizer Franken jährlich betragen wird, dem Reichstag vorgelegt werden. Die Hauptsache ist, daß, nachdem nun einmal die Entscheidung gefallen ist, mit dem Blick nach vorwärts, so ruhig und überlegt wie möglich an die Arbeit gegangen wird: mit Kenntnis des Geländes, der Verhältnisse und Personen, mit Taktgefühl und Fingerspitzengefühl. Es ist ganz selbstverständlich, daß Deutschland hier nicht mit allen möglichen Forderungen sofort mit der Tür ins Haus fallen kann, wozu ihm Voraussetzungen und Erfahrungen fehlen. Die Besonderheit der deutschen Position liegt ja darin, daß es als Großmacht in den Völkerbund eingetreten ist. aber als eine nicht gleichberechtigte Groß- m a dj t, sondern mit gefesselter und eingeschränkter Souveränität, als eine Großmacht der b e - siegten Seite, die deshalb für ihre Entschei- „Zu viel? Wie^o viel?" Aber hilflos und fiebernd ließ sie es geschehen, daß sie in iyr Bett gehoben und eingepackt wurde. Einmal auf dem Lager, sank der erschöpfte Körper willenlos zusammen, die Lippen bewegten sich noch, doch man verstand nichts mehr. Detlev Nottmann kam in die Tür. Sein Auge sah, wie es stand. Kaum noch ein Wehren des elenden Leibes gegen den dunklen Freund, der fdjon an der Tür harrte und winkte. Hanse sah ihn fragend an; er zuckte nur die Schultern. „Der Arzt ist machtlos. Ist hier niemand, der nach ihr sehen kann?" „Ich bleibe bei ihr." „Es kann Abend werden, ehe sie Ruhe findet. Und Niekchen Jessen —" „Mam Eggers hat mich nötiger als Riekchen Jessen. Ist Raven gekommen?" „Ich weiß nicht, ich war nicht im Hause. Aber die Post fuhr vorhin ein. Halt' dich tapfer, meine Hanfe. Und wenn du mich brauchst, schick' hinüber." Sie gaben sich die Hand, bann ging er. Hanse sah ihm nadi und sah durch die kleinen, trüben Scheiben einen schlanken Mann von der Post her zu ihrem Hause hingehen, lächelte ein bißchen und dachte: „Wie nah sind heute Tod und Leben!" Dann setzte sie sich an das Bett und horchte auf die müden Atemzüge. „Nun brauch' ich es dir nicht mehr zu sagen, du armes Menschenkind!" --Ilse stand oben in ihrem Zimmer, als das Posthorn blies. Sie wußte, wer da einfuhr in das Städtchen, und fühlte zu ihrem eigenen Erstaunen «ine jähe Iubelwelle emporströmen vom Herzen zu den Wangen. War sie so wankelmütig? Wußte sie denn nicht, wen sie eigentlich liebte? Hatte sie immer schon, auch damals im Sommer, unbewußt den düngen nicht einfach die Front der Großmächte als für sich veroinblich betrachten wirb. Inwieweit die Hoffnungen und Erwartungen, die seit Iahren von den Völkerbunds- freunden auf den Eintritt gesetzt worden sind, sich erfüllen, inwieweit im besonderen die neue Konstruktion des Rates funktionieren wird, das wird sich zeigen. Was Deutschland dazu beitragen kann, wird und soll es tun. Maßgebend aber können für die Vötterbundspolitik unseres Staates ausschließlich die deutschen Interessen sein, mit den Forderungen zunächst und ganz allgemein der Gleichberechtigung, der Revisionsmöglichkeit für die Friedensveriräge, des Minderbeitenrech^s, und in dem Rahmen, daß Deutschland eben ist und bleibt der Staat zwischen Westen und Osten. Ein Deutschland im Völkerbund darf und soll erst recht nicht vergessen seine Beziehungen zu Rußland und sein Verhältnis zu den Vereinigten Staaten von Amerika.' Zunächst ist vor allem das letztere wichtig: es immer im Auge zu halten, ist eine Hauptforderung für die deutsche Außenpolitik, wenn nun nach Abschluß der Völkerbundsaktion, mit der die Völkerbundfragen als solche zu- förderst in die zweite Linie treten, das Programm der Verständigung mit Frankreich in Angriff genommen wird. v Oberhessen. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 2. Oft. Der Männer- Gesangverein „21 r i o n“ hält am Sonntag, 10. Oktober, sein diesjähriges Konzert ab. Außer Volksliedern und Schwierigkeitschören wird unter der Leitung des Chormeisters K. 21 ifolai der Chor „Deutsche Tänze" von Schubert mit Orchesterbegleitung und Tenorsolo zum Vortrag kommen. is. Steinbach, 1. OH. Lehrer i. R. Ranz, der seit 1900 die hiesige erste Schulklasse leitete, verließ heute mit Familie unseren Ort, um seinen Ruhesitz in Lletzhausen bei Salzschlirf zu nehmen. Lehrer Ranz trat 1878 in den Schuldienst und wirkte abwechselnd in den Gemeinden Altenschlirf, Schlitz, Freiensteinau (Kr. Lauterbach), von 1883 bis 1900 in Albach (Kr. Gießen) und ab 1900 in Steinbach, wo er am 1. Iuli 1924 abgebaut wurde, In den beiden letzten Gemeinden, die zu einem Kirchspiel gehören und nur 10 Minuten von einander entfernt sind, war Lehrer Ranz durch seine über 40jäbrige Tätigkeit als Lehrer und Organist eine bekannte und allgemein beliebte Persönlichkeit. Auch leitete er in beiden Dörfern lange Iahre hindurch als Dirigent die Gesangvereine. Gerne hätte er hier in Steinbach seinen Ruhesitz genommen, es sand sich aber keine passende Wohnung. Sein Vorhaben, sich auf dem ihm von der Gemeinde überlassenen Schulgarten ein Wohnhaus zu errichten, zerschlug sich, da ihm der Gemeinderat die Genehmigung dazu nicht erteilen konnte. Eine geplante Ehrung seitens verschiedener Vereine vor dem Weggang mußte unterbleiben, da Herr Nanz infolge seines angegriffenen Gesundheitszustandes ablehnte. (D Grüningen, 1. Oft. Im Auftrage des Evangelischen Bundes hielt am Sonntagabend Pfarrer Haupt (Gießen) im gut besetzten Gotteshause einen interessanten Vortrag über das Thema „Ewigkeit oder nicht?" Den spannenden Ausführungen lauschten die Zuhörer mit größter Aufmerksamkeit. Zum Schluss« folgte eine Film- vo Währung. t Gründerg, 1. OH. Die Kartoffelernte ist in unserer Gegend zufriedenstellend ausgefallen. Gegenwärtig ist man mit dem Einbringen der D i ck w u r z und mit der neuen Aussaat beschäftigt, die bei den günstigen Witterungsverhältnissen recht gut bon- kalten. geht. — In der gestrigen Gemeinde- ratssihung wurde von dem Vorsitzenden ein Schreiben des Landesfinairzamtes bekanntgegeben, wonach sich das Landesfinanzamt bereit erklärt, von dem ihm überlassenen Baugelände von 1658 Quadratmeter 500 Quadratmeter für die Erbauung eines Beamtenhauses abzugeben, wenn ihm der Bauplatz von 1158 Quadratmeter bedingungslos überlassen wird und der Bauplatz von 500 Quadratmeter nur für die Erbauung eines Deamtenhauses Verwendung findet. Der Gemeinderat beschloß demgemäß und überläßt nun dem Hessischen Ministerium der Finanzen den 500 Quadratmeter großen Bauplatz in der Theo-Kochstraße zur Errichtung eines Deamtenhauses. Die städtischen Wiegegebühren, die bis jetzt bei Großvieh 25 Pf., bei Kleinvieh 20 Pf. je Zentner ein bzw. zwei Pfennig, je nach Art, betrugen, sind bei Großvieh auf 50, bei Kleinvieh auf 30 und bei anderen Wiegungen auf 2 bzw, 4 Pf., mindestens jedoch für eine Wiegung auf 30 Pf. festgesetzt worden. In einem kreisamtlichen Schreiben wird die chemische Untersuchung des städtischen Trinkwassers auf seinen gesundheitlichen Zustand hin empfohlen. Da sich die hiesigen stolzen, dunklen Mann im Herzen getragen und es nur nicht erkannt, weil er ihr zu hoch stand? — Was sollte sie sagen, wenn er nun kam? Wenn doch wenigstens Hanse im Hause geblieben märe! — Da ging schon die Tür — nun hörte sie die Stimme des kleinen Bruders: „Unsere Ilse? Die sitzt auf ihrem Zimmer. Du, Onkel Raben, die Treppe rauf und denn geradezu. Geh man dreist rein!' Dieser Junge! Sie sprang auf und trat aus der Tür, sah aus dem dunklen Treppenhaus einen großen Mann heraufkommen, faßte die Türklinke hinter sich, wäre am liebsten wieder in die Stube zurück- geflüdjfet und hatte solche Schwäche in den Knien, daß sie zitterte. „Der kleine Murillo schickt mich. Ich soll nur dreist hereingehen. Wenn man aber gar nicht dreist ist? Wenn man gar keinen Mut Hai? Wollen Sie mir nicht ein bißchen Helsen, liebe Ilse?" „Ich hab' nicht gedacht, daß Thomas Raben, der mit den widerspenstigsten Sündern fertig wird, vor einem dummen Mädel Angst haben kann." „Ich glaube, wenn das kleine Mädchen, statt so dazustehen, als wollte es gleich fortlaufen, hierher käme und den Kopf an meine Schulter legen wollte, bann würde ich viel mutiger werden. Sollte es nicht geschehen?" „Wenn Sie meinen —-w „Immer noch S i e?" / „Wenn — wenn du es meinst —" Da hätte Thomas Raben den nötigen Mut ganz von selber roiebergefunben, hob die zierliche Gestalt auf seine Arme, trug sie die Treppe hinab, hinein in die Wohnstube, wo das Instrument stand, und sagte: „Hier hab' ich deine Stimme'zum erstenmal gehört und dich zum erstenmal gesehen: hier will ich dich feierlich fragen: Willst du Schmalebeck auf Quellen in vorzüglichem Zustande befinden und ihr Wasser aus großer Tiefe erhalten, wird von einer Untersuchung Abstand genommen. Beschlossen wurde ferner, das Ministerium zu ersuchen, die seinerzeit eingereichten Steuersätze der Gemeindesteuer zu genehmigen, damit die Stadtverwaltung mit dem Einziehen der Steuer bald beginnen kann. Dem Reit- und Fahrverein wurde auf Ersuchen ein Platz, auf dem er seine Vorführungen am Gatlusmarkt ausführen tann, zur Verfügung gestellt und ein Ehrenpreis gestffttt. I Lauter, 1. DH. Eine einzige kalte Mainacht hat in hiesiger Gemarkung fast die ganze Obsternte zerstört. War in normalen Iahren die Slpfelernte hier eine Arbeit von 14 Tagen, so dürfte in diesem Jahre in drei Tagen die Ernte erledigt fein. Schätzungsweise beträgt der Ausfall an Tafelobst 1500 bis 2000 Zentner, an Kelterobst 1000 bis 1200 Zentner. Nur ganz vereinzelt zeigten Winter-Goldparmänen, Schöner von Boskoop und Baumanns Reinette einen mittelguten Behang. Kreis Büdingen. —/— Liß berg, 1. Oft Zur Zeit sind Bestrebungen im Gange, neben den bereits bestehenden beiden Steinbrüchen der Firmen Seipel & Scherer noch einen dritten; Sternbruch zu eröffnen. Sowohl die Firma Seipel-MühHeim, als auch Ingenieur Ias- kowski-Hanau haben Verhandlungen zum Erwerb des nötigen Geländes eingeleitet. Im Interesse unserer Gemeinde und der Timgegend ist natürlich sehr zu wünschen, daß die Eröffnung des neuen Steinbruchs bald erfolgen könnte. — Gestern ereignete sich in einem erst vor kurzer Zeit im Walddistritt „Stein" eröffneten Steinbruch -einer auswärtigen Firma ein Un« glücksfall. Der Arbeiter Hr. C r kvon Schwik- kartshausen wurde so unglücklich von einem herab stürzenden Stein getroffen, daß er schwer verletzt wurde und auf dem Transport nach dem Krankenhaus in Büdingen starb. Der Verunglückte, der im Alter von 41 Iahren stand, hinterläßt eine Witwe unb. vier Kinder. Wen die Schuld an dem ilngludt trifft, steht noch nicht fest. —/— Aus dem Riddertal, 1. Oft. In sonstigen Iahren herrschte in der Herbstzeit an unseren Bahnhöfen ein reger Ob st verkehr. Infolge der schlechten diesjährigen Obsternte werden nur hier und d a einzelne Waggons verladen. Strichweise ist die Aepfel- emte besser ausgefallen, als man zuerst onnahm. Infolge schlechter Ernte und großer Rachfrage sind die Preise sehr hoch und fortgesetzt im Steigen. Für Schütteläpfel werden 8 bis 10 Mk. Pro Zentner, für Tafeläpfel 15 bis 20 Mk., bei einzelnen besonders guten Sorten sogar bis zu 30 Mk. geboten und bezahlt. ]:[ Aus dem Dieichenbachtal, 1. Oft. Allenthalben haben in unserem Tale die Herbst- ferien begonnen, um den Kindern Gelegenheit zu geben, ihren Eltern bei der Kartoffelernte zu helfen. Außerordentlich früh hat in diesem Iahre die Ernte eingesetzt. Sehr warm kommen die Kartoffeln aus der Erde, und die Leute sind Lgezwungen, sie bis zum Abend auf dem Acker liegen zu lassen. Andere Landwirte helfen sich dadurch, daß si eihre Kartoffeln erst übergießen, ehe sie in den Keller kommen. Kreis Scholten. ----- Gedern, 1. Oft. Rachdem der Gemeinderat kürzlich die Anlage einer Iungviehweide in der hiesigen Gemarkung genehmigt hatte, fand gestern unter Leitung des Reg.-R.ats Weber (Schotten) in Gegenwart der Hutweidew-R-eliovationskommission, bestehend'u. a. aus Kreisdirektpr Michel (Lauterbach), Kultur- Oberinspektor Kunz (Lauterbach) und Landtagsabgeordneter Isst (Bermuthshain), eine Besichtigung des zur Melioration vorgesehenen Geländes in der „Seife" statt, die ein sehr günstiges Ergebnis zeitigte. An die Besichtigung schloß sich eine Besprechung mit der Gemeinde- Vertretung, die nach Darlegung der allgemeinen Vorteile der Hutweidenverbesserung und der ausführlichen Behandlung der finanziellen und Rentabilitätsfrage als Ergebnis das Zustandekommen eines Vertrages hatte, wonach der Staat einen Z^s chuß von 50 Prozent und auheübein dke Dcrwaltungskosten Während der Anlage gibt. Für später sind'Melio» rationen an der Rachtweide, im Riddern und anderen Gemarkungsteilen vorgesehen, Die Meliorationsarbeiten in der „Seife" sollen baldmöglichst in Angriff genommen und allgemein an Arbeitsuchende der Gemeinde vergeben werden. Es dürste dadurch manchem eine willkommene Verdienstmöglichkeit während des Winters bis vielleicht zum Sommer des nächsten Iahres geboten fein. -------- Glashütten. 1. Oft. Am 20. Oft. wird hier auf Veranlassung des Hessischen Feld- bereinigungsiommlssars eine Versammlung der hiesigen Grundeigentümer stattsinden, die sichmitderAusbringungderKostensür die geplante Feldbereinigung 6e- immer verlassen und mit einem fremden Mann in die große Welt ziehen, du geliebter, kleiner Sing» oogel du?" „Wenn es nicht anders sein kann." Und plötzlich schien ihr Schmalebeck, die kleine, oft verachtete Stadt wie ein stilles Paradies, aus dem sie hinausgehen sollte. Sie faßte die Hand, die sich an ihre Schulter legte, und druckte die Wange daran. „Ich geye, wohin du mich führst." * Als der Tag zu Ende ging, hatte eine müde Seele Ruhe gefunden, ein junges Paar den gemeinsamen Lebensweg angetreten und ein anderes dachte an den nahen Nestbau. — Trauer und Freude war in den stillen Schmalebecker Häusern einge» kehrt, Tränen des Leides waren geflossen und Tränen des Glücks, und der Mond, der in vollem Licht über der kleinen Stadt stand, sah hier und dort noch Fenster erleuchtet, die sonst zu dieser Stunde längst dunkel lagen. Mehr sah er nicht; denn die dunklen Bäume, in deren noch kahlen Zweigen der Nachtwind rauschte, die alten Fachwerkhäuser, die kleine Kirche und die glitzernde Schmale — alles war wie seit hundert Jahren. Droben in der Luft schrien Nachtvogel, der Hahn auf dem Kirchturm leuchtete wie Silber, die Wellen tm Fluß murmelten ihr heimlich-süßes Lied — draußen in den Feldern ruschelte es im jung- grünen Roggen; Rehe traten aus dem Holze und hoben die feinen Köpfe empor zu seinem Glanz — was wußte die Natur von Menschenunruhe und all den törichten Wirren und Kämpfen dieser Eintags- fliegen! — Klein und schmucklos lag Schmalebeck unter dem stillen Himmelslicht, nur feine Pulse klopften unhörbar durch die Nacht. schästigen soll. Die Versammlung wird zu be- Wehen haben, ob bte Wdberemtgungskosten durch Ausschlag auf den Flächeninhalt oder den Abfcbätzungswert der Grundstücke oder durch 2M- dungund Verlaus von Massegrundstücken zu decken sind. . . « nrt «•.„ — Anter-Seibertenrod, 1. y“-^lcr hat sich ein Konsortium gebildet, das die Personen postbesLrderung von K.^ldkruk t e n nach Station M ü ck e per Limousin« betolttt Bekanntlich ist auf dieser Strecke em P o st a u t o gelaufen, welches infolge Anrentabilttät nachrwch nicht einjährigem Betrieb eingestellt weichen mufetc. Im Gegensatz hierzu erweist sich die neue Einrichtung als rentabel, ^ stch das Anternehmen viel besser m dm Wcr^chaftsbetrieb eingliedert als die schwerfällig« Staatsmaschc- nÄe, und tatsächlich tun die beteüigten KreÜe auch ihr möglichstes, um den Wunsche des reifenden Publikums gerecht zu weichen. Es hat sich erwiesm, bah diese Pnvatauto^st eine Notwendigkeit für die bejahrene Sstrecke geworden ist Nun wäre es an der Zeit, dieser Gefell- ^ast auch die Postbeförderung zu über- tragen damit die entlegenen Dörfer rechtzeitig in den Besitz ihrer Postsachen gelangten. r Groh-Eichen, 1. Oft. Auf dem gestri- gen Schweinemarkt war starker Auftrieb zu verzeichnen. Das Geschäft ging flott, bezahlt wurden für geringer« Ferkel 24 bis 30 Mark, für acht bis neun Wochen alte Tiere 30 bis 40 Mk. = Höckersdorf, 1. Olt. Einem längst gehegten Wunsche verschiedener Gemeinden wird jetzt dadurch entsprochen, dah von Höckers- d o r f nach Ober-Ohmen eine Verkehr s- st r a h e gebaut wird. Die beteiligten Gemeinden haben ihre Einwilligung gegeben. Auch die Behörden stehen der Sache interessiert gegenüber, wird doch dadurch eine direkte Verbcn- düng aus dem Kreise Schotten nach Alsfeld erfchlosfen, was für die in regem Verkehr stehenden beiden Kreise ungemein wichtig ist. x Kreis Alsfeld. Alsfeld, 1. Oft. Am Donnerstagabend gegen 10 Uhr ertönte hier die F e u e r s i r e n e. Es brannte die Scheune des Landwirts Wilhelm Koch III. In der Schaufußgasse. Die rasch herbei' geeilte Freiwillige Feuerwehr fand bei ihrem Eintreffen die Scheune bereits in Flammen, die durch die Heu- und Getreidcoorräte reichliche Nahrung fanden. Die Feuerwehr mußte sich daher darauf beschränken, die angrenzenden Gebäude gegen das Feuer zu schützen. Die anstoßenden Scheunen von K n i e r i e m und K l i n g e l h ö s f e r , die bereits Feuer gefangen hatten, konnten durch das energische Eingreifen der Feuerwehr noch gerettet werden. Die neue Motorspritze, die dabei ihr« erste Feuerprobe zu bestehen hatte, bewährte sich glänzend, wie allgemein anerkannt wurde. Heber die Entstehungsursache des Brandes ist nichts bekannt. Den Besitzer, der nur gering versichert ist, trifft ein erheblicher Schaden. Da in diesem Teil die Gebäude der Altstadt eng zusammengedrängt stehen, hätte das Feuer leicht eine gefährliche Ausdehnung annehmen können. -er. Homberg a. d. Ohm, 1. Oft. Auf Beschluß des Turnrats findet das diesjährige He rb ft turnen unseres Turnvereins mit Bewertung am Sonntag, 3. Oktober, statt. — Im Lause dieser Woche wurde am Bahnhöfe durch einen hiesigen Kaufmann ein Waggon Weißkraut zu 3 Mk. per Zentner auS- geladen. Die Arbeiterkoloni« Reu-Alrichstein verkaufte ebenfalls Weißkraut, das auf Wagen am hiesigen Rathause angefahren war, zu 3,50 Mark den Zentner. W Nieder - Gemünden, 1. Oft. Gestern hat die Oberhess. Kornhausgenossen- schast Alsfeld ihren Filialbetrieb im Lagerhaus Rieder-Gemünden wieder er- öffnet, nachdem er im Dezember vorigen Jahres infolge Anrentabilität geschlossen wurde. Mit der Wiederaufnahm« der Geschäfte wurde den Wünschen einer großen Anzahl Landwirte aus Rieder-Gemünden und Umgebung Rechnung getragen. = Ober-Ohmen, 1. Ott. Vorgestern stattete ein gut gekleideter, raffinierter bchto i n d- [er unter dem Ramen Schäfer unserem Dorfe einen Besuch ab. Er lieh sich von dem Elektro- Installateur Wilhelm Maurer als angeblicher Kontrollbeamter der Aeberlandzentrale das Transformatorenhaus zeigen und bat bann Maurer, ihm fein Motorrad, eine schwere Ardiemaschine, Bauart 1925, einmal zur Verfügung zu stellen, da er in Gießen etwas besorgen müsse. Maurer gab ihm die Maschine, der Kerl gab Vollgas und verschwand auf Rimmerwiedersehn. Dis jetzt fehlt von dem Schwindler jede Spur. Rheinhessen. WSR. Mainz, 1. Oft. Rach einer Mitteilung' der Kriminalpolizei ist nach Anter schla- gung von 35 000 Mk. der 22jährige Kassen- bote Franz Lutz aus Mainz-Kastel flüchtig gegangen. Lutz ist 1,75 Meter groß, schlank, hat volles Gesicht, blasse Gesichtsfarbe, schwarzes nach links gescheiteltes Haar und ist glatt rasiert. Er ist bekleidet mit gestreifter Hose, schwarzem Rock und Weste, weichem Waschfragen und dunklem Selbstbinder. Lutz führte eine Aktentasche bei sich, in der sich das Geld, das aus 100 Hundert-, 300 Fünfzig- und 500 Zwanzig-Marks Heinen besteht, befindet. Starkenburg. • Darmstadt, 1. Oft. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte 100 000 Mark für W i n t e r b e i h i l f e n für die in Fürsorge befindlichen Personen und die Erwerbslosen. Es sollen dafür Brennmaterialien und Gutscheine für Mittag- und Abendessen uiw. abgegeben werden; in Betracht kommen 4050 Haushaltungen. Ferner wurden ICO 000 Mark bewilligt für ein Wohnge bäude, in dem auch das Amt für Leibesübungen untergebracht werden soll. — Der Hessen- Darmst ädter Volksverein in Reu- y o r t wird im nächsten Sommer eine „Wallfahrt zum Hessenland" unternehmen. Der Vorsitzende des Vereins hat bereits einen Aufruf für die Reife erlassen. — 3n der Rächt zum Donnerstag war der Kraftwagenführer Roth, der auf einem Fahrrad saß, von einernAuto, das auf der falschen Seite fuhr, überfahren und schwer verletzt worden. Der Lenker des Kraftwagens fuhr davon und lieh den Schwerverletzten liegen. Der schuldhafte Automobilfahrer ist jetzt durch die Polizei in der Person des Kraftwagenführers Karl Brendel «r- mittelt worden. WSN. Offenbach, 1. Ott Dem Kaufmann Unger in Offenbach wurde von seiner g e | d)s e • denen Frau am vergangenen Samstag sein 7 Jahre alter Knabe auf dem Schulwege entführt. Schon damals wurde angenommen, daß die Mutter mit dem Knaben nach Paris geflüchtet fei. Der Vater ist nun in Paris gewesen und hat mit Hilfe der deutschen Botschaft die Entführerin und seinen ihm entführten Knaben ausfindig gemacht. Den Knaben hat der Vater jetzt nach Offenbach zurückgebracht. Preußen. ftreie Wetzlar. ch. Krofdorf, 1. Ott. Der Konsumver- ein Gießen und Umgegend, der hier in einem kleinen Häuschen ein« beengte Filiale hat, kaufte vor einiger Zeit von dem Landwirt Karl Weil ein Eckhaus. Das Haus, das sich an der Gießener Straße, Ecke Gleiderger Straße, befindet, wird gegenwärtig im unteren Teil renoviert. Es soll darin ein großer Verkaufsraum mit anschließenden Lagerräume eingerichtet werden. Die oberen Räume werden an zwei Familien vermietet. — Die Bautätigkeit ist hier in diesem Jahre recht rege. Mehrere Häuser sind im Rohbau schon ganz fertig- gestellt, und es sollen noch zwei weitere unter Dach gebracht werden, wenn die Witterung es erlaubt. XX Krofdorf, 1. Ott. Die Kartoffelernte ist nun auch hier beendet. Sie hat durchschnittlich den Ertrag einer Mittelernte gebracht. XX Atzbach, 1. Okt. Es ist zu begrüßen, daß man sich jetzt auch in hiesiger Gemeinde für die Zusammenlegung der Grund st ücke entschlossen hat. Die Ortsgemarkung enthält 3316 Morgen, worunter 926 Morgen Wald enthalten sind. Die Nachbargemeinde D o r l a r hat bereits vor zwei Jahrzehnten mit gutem Erfolg die Zusammenlegung durchgesührt. Wieviel alte Rechte oder auch „Unrechte" bestehen oder sollen bestehen. Wieviel lästige Scherereien gibt es in Feld und Wiesen, wenn der eine auf sein Grundstück will und es der andere nicht duldet. Dazu fehlte es bisher an geeignetem Baugelände. „Es dehnt sich das Dorf , ober richtiger, es will sich dehnen, weit ausdehnen und — kann nicht. In diesem Sommer sind daher auch äußerst wenig Bauten entstanden, während an dem Weg nach der Haltestelle noch einzelne Lücken ausgebaut wurden, ist weit vor dem Dorfe an der Straße nach Kinzenbach ein Haus entstanden. Kreis Marburg. ][ Marburg, 1. Oft, Die seit vielen Jahren alljährlich im Herbst vom Obst- und Gartenbau- Verein veranstaltete Obstverkaufs-Der- m i 111 u n g wurde jetzt in den Stadtsälen eröffnet. Es galten folgende Preise: Äepfel: Gravensteiner 25 bis 30, Goldparmäne 20 bis 25, Schöne von Boskop 25, Graue Reinette 20 bis 25, Gelber Edelapfel 25, Boikenapfel 18, Eiferapfel 15 bis 18, Baumanns Reinette 20 bis 22, Ananas-Reinette 25 bis 30, Landsberger Reinette 22 bis 25, Prinzenapfec 20 bis 22, Grüner Stettiner 16 bis 18, Gefl. Kardinal 18 bis 20, Wirtschaftsobst 15 bis 20; Birnen: Köstliche von Eharneu, Gute Luise, Diels Butterbirne und Schöne von Ezee 15 bis 18, Gellerts Butterbirne, Ede Bergamotte und Elairgeaux Butterbirne 20 Mark der Zentner. = Marburg, 1. Okt. Mit dem heutigen Tage ist der Direktor derAniversitäts- bibliothek, Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Alfred Schulze, der das gesetzliche Dicnstalter erreicht hat, von seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Die Leitung der Gefchäste hat vertretungsweise Dr. Räuber übernommen. Die Marburger Aniversitätsbibliothck ist die älteste sämtticher preußischen Aniversitäten. Sie zahlt über 300 000 Bänd« und 825 Handschriften. OberwesterwaldkreiS. Q Höhn, 1. Okt. Die Brikettfabrikation hat unserer heimischen Braunkohlenindustrie arg zugesetzt. 3n den Derbraucherkreisen hat sich eine starke Steigung zur Drikett- verfeuerung herausge bildet, die sogar auf die Westerwälder Draunlohlengebiete übergegriffen hat. Solange die Gewerkschaften genügend Absatz * Möglichkeiten hatten, zog dies keine schlimmen Folgen für die Arbeitsmarltlage nach sich. Heute liegen die Verhältnisse anders, und die Grubenvcrwaltungen sind nun in Zusammenarbeit mit den Behörden unausgesetzt bemüht, den D r a u n k o h l e n h a n d e l zu heleben und die Absatzgebiete zu erweitern. Es wäre erfreulich und zu wünschen, daß diese Wiederbelebungsarbeiten von Erfolg gekrönt werden, da durch die weitere Hebung dieses für den Westerwald so bedeutungsvollen Industriezweiges und durch den damit verbundenen Rückgang der Arbeitslosigkeit in unserer engeren Heimat eine soziale Aufgabe erfüllt wird. WSR. Hachenburg, 1. Ott. Der Ingenieur Blecker aus Daaden stürzte auf dem Wege nach Gummersbach mit dem Rade so unglücklich, dah er nach kurzer Zeit verstarb. Maingau. WSR. Franks urt a.M., l.O't. Auf dem Arbeits markt ist in der vergangenen Woche eine kleine Besserung eingetreien. Zu den von der Vorwoche übernommenen 24 405 Arbeitsuchenden kamen im Lause der Woche 1321 Reumeldungen hinzu, so daß insgesamt 25 888 Arbeitsuchende vorhanden waren. Rach Abschluß der Dermittlungstätigkeit blieben hiervon noch 24 242 Arbeitsuchende übrig. Das Stellenangebot hat sich in der vergangenen Woche gleichfalls etwas gebessert. Es konnten 748 Dauer- und 857 Aushilssstellen besetzt werden. — F e st- genommen wurde gestern der 39 Jahre alte Maler Karl Asinger aus Oberems. Er ist ein alter Betrüger und hat eS verstanden, Mädchen die Heirat zu versprechen und sich auch Anzahlungen aus Weißbinder- arbeiten geben zu lassen, die er nicht ausführte. WSN. Hanau, 1. Okt. Ein hiesiger W e r f« meifter verunglückte gestern nachmittag mit einem Motorrad auf dem Wege nach Hüttengesäß auf eigenartige Weise. Der HundeinesGänse- Hirten sprang ihn, als er die Gänseherde passierte, an, wurde jedoch überfahren und blieb aus der Stelle t o t. Der Werkmeister selbst kam zum Sturze und zog sich einen Schlüsselbeinbruch und erhebliche Kopfverletzungen zu. 5 $ Die mildeuduflige gp/g. Zigarette Eine Überraschung für den Kenner. ZIGARETTENFABRIK SOLODOFF &CO. 0 ’J I w 3 Fabriklaccr und Alleinvertretung; Gg.Gelchsheimer,Großen-Linden b, Gießen. MW! 116er! Welcher ehemalige Offizier oder Alann in der 5. Komp. 3.21.116 ist in der Lage, mir genau datierte Ortsangaben machen zu können oder wäre bereit, mir Einblick in feine Aufzeichnungen zu gestatten und zwar für die Tage der 5. Komp, vom 10. 2. 18 bis 24. 3. 18. Eigene Rotizen gingen leider bei Verwundung verloren. Auslagen werden gerne zurück erstattet. Adressenangabe erbittet Karl Mäher, Mainz, Lotharstrahe 5. 7966D l "eben Sie es in kalte» Wasser, am besten nehmen Sie einen Qimer. verrühren Persil mit der hand und tun diese föstmg in den gleichfalls mit kaltem Wasser gefüllten 'Kessel Dann wird die Wäsche hinzu- gelegt u. gekocht. Sie werden erstaunt sein, wie wunderbar es sich so wäscht! 8 Ium Weiehmachen des Wassers ver rührf man vorher einige handvoll H fxnkogleich Soda im ‘Xessel-'feh- men'Sie auch zum Einweichen nur die altbewährte ßenko^Jetch-Soda. -SG! Persil me heiss auf lösen! do liegt der lehier. ■Hosen Sie S'ersd niemals in hei $ s em Ufosser auf. Sic haben nur die halbe Ufo s eh wirkung! | f I Bäuerische Bonbons Marken-Schokoladen wie Mauxion, Gala Peter, Cailler, Holex etc sowie sämtliche einschlägigen Artikel und originelle Neuheiten kaufen Sie preiswert und in großer Auswahl für den Wiederverkauf bei Ernst Muth, Schoko!ader?-Großh. Ludwigstr. 42 GIESSEN Fernruf 721 7343 D II! Eröffnung!!! Beim Einkauf von 1 Pfd. Kaffee eine Altsilberdose EmmericherWaren-Expedilion G. m. b. H. Tei. 1257 Seltersweg 38 Tei. 1257 ____________ 8073D Millionen Frauen leiden an Darmversfopfung und Dann Verstopfung bedeutet iw menschlichen Körper die träge Festhaltung von Stoffen, die zum unerwünschten Ansatz von ungesunden wässerigen und schlackigen, den normalen Stoffwechsel behindernden Massen führen. Kruichen • S \z sorgt dafür, daß Ihre Darmkanäle immer frei und in guter Funktion sind und damit leisten Sie Ihrem Körper zur Erzielung des NormaIgewichtea sowie rur Erhaltung Ihrer schlanken Linie den denkbar wertvollsten Dienst. Id Apotheken and Drogerleo M. 3,— pro Glu, <ür 3 Monate ««»reichend EBUTHIEN 4 SCHULTZ G. tn. b. H., BERLIN N SS, FAHRSTRASSE 18-14 Fabriklager: Julius Braz, Frankfurt am Main, Oünther»burgalice 3d. Fernruf; Römer 1801, Hansa 4864. 8083ss PELZWAREN allerArt, sowie Mämel,Jacken, Füchse, echte Skunkse ufw empfehlen wir zu äußerst rehiHieuen Preisen. An Beaune und Fest' annencUtc, Aerzre, Direktoren liefern rott «legen monailiche Zahlungen ohne jeden Aufschlag Wir buten um Angabe, für weiches Silick .'ntereffe vorllent. worauf unverbindlicher Veurererbesuch erlolgL Pelzhaus AlsterLSohn Frankfurt cu Main. Goethestraße 14. Wer’s erprobt, lobt unsereSch weiß Wollgarne! nicht filzend, nicht einlaufend, billie und dauerhaft! Strickgarne in vielen Qual. u.Farben sehr preiswert 06802 la Strickwesten eig. Anfertigung Alle Unterwäsche in gro8. Auswahl Hildebrandt & Cie. Sonnenetraße 32. M Stundenplan der Hansa-Handelsschule von J. Kunzeimann vorm. Hermes, Gießen, Bahnhofstraße 60, Telephon 821 für die am 12. Oktober beginnenden Kurse. 8056V Stunde Montan Dienstag Mittwoch Donnerstag Freit aff l liechnen Deutsch R'-ebnen Deutsch Becnnen II Handels- betriebslebre Handels- Briefwechsel Wirtschafts- Erdkunde Handels- Formulark. Wechsel- und Seherklehre 111 Buchführung Buchführung Handelsrecht Buchführung Buchführunff IV Kurzschrift Kurzschrift Kurzschrift Kurzschrift Kurzschrift V Masch.-Schr. Schönschreib. Masch.-Schr. Schönschreib. Masch.-Schr. Schönschreib. Masch.-Schr. Schönschreib. Masch.-Schr. Schönschreib. Zu vorstehendem Stundenplan treten auf Wunsch der Teilnehmer noch Fremdsprachen. Auskunft und Anmeldung täglich Bahnhofstraße 60. Prospekt frei. von Montag, den 4. Oktober, bis Montag, den 11. Oktober Linon 80 cm breit Mk. 0.S0, 0.79 Taghemden 3.45 Bettbezüge 7.50 Servietten dazu passend MK. 0.75 | Die Preise gelten nur während der Weihen Woche und nur, solange unser Vorrat reicht | n Taghemd.. Beinkleid. Nachthemd MK. 1.75 MK. 2.25 MK. 3.75 Kaffeedecken 130x160™ 5^5 Druckdecken 3.75 130x160 cm, Mk. 4.50 Fritz Nowack Mechanische Wäschefabrik und Ausstattungshaus Damentaschentücher 1.25 Damentaschentücher0.75 Herrentaschentücher 1.25 Herrentaschentücher mit SÄ 1.50 Herrentaschentücher q o_ mit färb. Kante, beste Qualität, 6 Stück Mk. Z.ZÖ Herrentaschentücher n -- mit farbiger Kante, rein Maco.. .Stück Mk. 0.75, vJ.OO Kindertaschentücher 0.95 im Karton Mk. 0.95 Taghemden 2.90 aus kräst. Wäschestoffen in allen 9 Qß -OVlimitlUCl Forrn.,MK.4.85,3.65,3.50,3.15, 2j.UU Nachthemden 5.60 Prinzeßröcke5.50 Hemdhosenb^ieb^ & 5.50 4.90 tnUnformnto<> nur eigener Anfertigung, daher beste Stoffe und solideste Verarbeitung Taghemden Mk. 6.95, 5.85, 5.50, 4.95 Beinkleider ......MK. 6.25, 5.95, 4.50 Nachtjacken... .MK. 6.95, 6.40, 5.50, 4.50 Nachthemdenarau 7.35 , Herrennachthemden Mk. 9.75, 7.75 Tischwäsche Tischtücher 2.95 Leibwäsche Hohlsaum-Garnituren aus gutem Wäschestoff Der Rückgang der Rohstoffpreise in den letzten Monaten, unser Großeinkauf, verbunden mit schärfster Kalkulation, und unsere eigene Fabrikation ermöglichen es uns grohe Posten Waren fast zu Vorkriegspreifen zu verkaufen. Für die Güte aller angebotenen Waren bürgt unser Ruf als Haus der guten Qualitäten Tischtücher 6.30 130x225 cm, MK 8.90 Serviette 60 x 60 cm, Mk. 1.75 Hausfrauentuch „Treffer" das Wäschetuch ohne jede Füllappretur, A aa Mk. 1.35, 1.15, 1.05, 0.95, V.öU Stückwaren Hem dentuch U7 '^.7 0.49 °n Hemdentuch „Hausmarke" 1 das Beste vorn Besten..................Mk. 1.ÖÖ Flockköper ÄÄ»95,0.79 ^^0 cm breit, in Streifen- und Blumen- 1 Qpr -UUIHU|l mustern....... Mk. 3.85, 2.85, 2.35, 1-00 . Schürzenzeug 1.70 Gardinen GrtTMtnrOC; in größter Auswahl, Mk. 5.50, 1 rir- 4.95, 3.85, 3.50, 2.35, 2.25, 1.rpiangfrei. Wärmewirtschaftliche Beratung Neuzeitliche Instandsetzung bestehender Anlagen Führe nur erste Marken, da diese in der Verarbeitung nicht teuerer, als billige Materialien sind. Sordstem- Fuldania - Schwestern-Blaustem -führend inGüte und Farben Überall erhältlich! *u* Wunsch Bezugsquellen-Nachwela «Chi Sternwoll - Spinnerei Bahrenfeld G. m. b. H.. Altwita - Bahrenfeld M. Brockmann Chem. Fahr. m.b.H., Leipzig-Eutr. 90c. Bestimmt zu haben In Ti eh en bei Ernst Noll. Kaiser. Drogerie. Lindenplatz 5. Trotz der hohen Lederpreise Herren-Sohlen und Absätze Mk. 4.20 Damen-Sohlen und Absätze Mk. 3.2V Sohlen genäht mehr Mk. 1.— SchchreparaLm-§abrlk h. Blum NW&K WCUGAPNE Tanz-Unterricht Meine diesjährigen Winterkurse beginnen Mitte Oktober. Gefällige Anmeldungen hierzu nehme ich täglich entgegen. Karl Schmidt • Tanzlehrer. Bade-Einrichtungen kauft man am besten bei i’83a Rudolf IRödiger Walltorstraße 35. Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße / Telephon 1403 Vorteilhafteste Bezugsquelle für Obstbauvereine und Gemeinden Georg Appel 65ESSEN Alle Arten. 'Wolle und Seide z. Stricken, Sticken u. Häkeln in grösstem Farbensortiment J. HL. Fuhr Sp ezial-Handarb eits ge sc hä ft Sonnenstrasse 35 8047 D Dr. Erb prakt. Tierarzt wohnt jetzt Westanlage 511 Telephon 342. 1 Glänzend bewahrt hat sich bei der Aufzucht und Kräftigung aller Tiere M. DrockmannS Dieh-Lebertran-Emulstvn „Osteosan“. Schutz vor Krampf ! und Lähme! Keine Ferkel- und X Konlm-Meigeng. Montag, den 4. Oktober, nachmittags 2 Uhr versteigere ich im Restaurant „3um Löwen", Neuenweg meistbietend gegen Barzahlung: Zigarren, Tabak, verfch. P. Pfeifen, Zigaretten- und sonstige Etuis, ferner Kindersocken, Gamaschen, Leib und Seel-Unterhemden u. verschied., sodann Mantelstoffe etc., feldgraue u. andere Stoffe, Aermelfutter u. v. m., auherdem Guitarren, Mandolinen, Saiten, Zithern, Mundharmonikas etc. Versteigerung bestimmt. L. Atthoff, gerichtlich beeidigter Taxator und Auktionator. 8086V Höchst : Pomona Ichneumin r Laurii sowlo Unterlagepapier zum Anlegen der Leimringe Zentrai-Heizungen Warmwasserversorgung Kleinhausheizung Reparaturen Kätbersterbe mehr! Dabei billig. ’ Prospefte kostenfrei. Echt nur in 3 _ r Original-Flaschen. Zu haben in | Drog, Apolh. und tonst. einlchl. Geschäften. Wo nicht durch j Vittig llnterzeuge, gttt sind! Sem & Hertz, Hießen WalMorstraQe 44 Mineralöl-Import empfehlen ihre erstklassigen Autoöle Marke „Körsol“ Autogetriebe-Fett „Körsoieum“ Betriebsstoff „Körsollin“ sowie sämtl. Schmieröle, Sanitäts-Fußbodenöle, Maschinenfette, Lederfette, Huffette pp. Putzwolle bunt und weiß, Karbolineum 5345D H. SCHAFFSTAEDT 6. M. B. H. Gießen, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, München, Frankfurt a.M., Königsberg i. Pr. Fernsprecher 844-845 Wir zeigen die letzten Eingänge unserer Herbst-Neuhelten in Mäntel / Kostüme / Kleider / Pelze Billigste Preise Auserlesener Geschmack Gute Qualitäten Auch weite Größen führen wir zu billigen Preisen Maßanfertigung nach Original-Modellen _______ ■ ffi roÄyKCi Haus der Moden B FC WX iUa I™ Seltersweg 52 _________...„w.- KRISTALl SOLIDESTE NATURWEISSE TRIKOTWÄSCHE PATENTAMTL. SCHUTZ HU. 1621 02. WIRD SCHÖNER DURCH WIEDER k HOLTE WÄStHE S060id Frankfurt a. M. Pferde-Märkte 'gj 4. Okt., 1. Nov.j 6. Dez. Durchschnittlicher Auftrieb lOOOPferdeall. Rassen, auch Schlachtpferde; größte Auswahl und beste Gelegenheit für Kauf oder Tausch. Ein Besuch dieser Märkte Mrittslelik rhein. Schwemmsteine bester Qualität zu billigem DretS C.Nübsamen,Metzen _______ Fernsprecher 1K9. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Assistent m Köln und Gießen (zuletzt Oberarztd. Univ.- Kinderklinik Gieß.) habe ich mich hier, Sfldanlage 11, als Facharzt für Säuglings-u. Kinderkrankheiten. niedergelassen 06795 Sprechstunden wochentags vorm. von 10—1 Uhr, nachm. von 3—5 Uhr iaußer Samstagnachmittag.) Fernsprecher 1048 (für Praxis und Wohnung) Wohnung: Hofmannstr. 6. Dr. med.A. Hofmann. Für die kommende Theater-Saison Ratschläge über moderne Theater- fr isuren, auch bei der Dame ohne Bubikopf, erteilt ggggo Josef Henkel Blockstraße 7 Telephon 1278 Erstes Spezial-Geschäft am Platze. Voglsche Handelsschule Gletien :: Herborn 14. Oktober nMa Beginn der neuen Winterkurse Prospekte kostenlos durch die Schulleitung Dr. Reukanf Gießen: Goethestr. W, Herborn; ehemalige Präparandenanstalt. Steppdecken in Wolle und Daunen werden «u!» Bearbeite: and nee angeferttgt bei billigster Berechnung. Gelieferte Zutaten werden mit verwendet. Lager von fertigen, preiswerten Decken in modernen Farben. Steppdeckenhaus, Walltorstr. 24 _________(Kein Laden)_____06811 »WMn für Kron kork-, Pappscheibeu- und Bügel- Berschlnh, sowie Kronkorkverschlüffe, "Uavoscheiben und Kronkorkverfchluh- maschmen, rZlaschenkasten und Zlaicheu- körbe liefert zu Uriginalvreisen Eduard Gondner Flaschen-, Korbflaschen- und Korkengrob- Handlung — Ke llerei bedarssnrtlkeL Fernruf Nr 326, Gingen, Steinstr. 84/86. Niederlage der A.-G. der Gerresbeimer Glnshüttenwerke norm. F e r d. Heye, Düsseldorf—GerreSbeim 8059D fährt Mittwoch, den 6. Oktober d IS. leer von Mainz—Wiesbaden-sZraukfurr am Main nach Gietzen. Güter werden zu günstigen Bedingungen mitgebracht. 8049D Stückrath & Bende.r, G.tn.h.K., Gießen Svediiiou und rVlöbeltranSvort Nardvrgsr StrsLo 7 Taiopl». ISIS a. 1SSS. Gediegenen künstl. MöttMUk erteilt erfahrene, a. d. KgL Akademie der Tonkunst rn München auSgebitdet und geprüft. Musiklehrerin im Hause d. SckülerS. Schriftliche tinfrngen an E. Volp, Laobach. Oberhewaen.______06661 Bekanntmachung. Für den Ausbau der Straße oberhalb der Landmannstraße sollen die Pflaster- und Chaussterungsarbeiten vergeben werden. Angebote sind spätestens bis Mittwoch, den 6. Oktober 1926, vormittag- 10 Ahr bei dem Stadtbauaml, Asterweg 9 abzugeben. Angcbotsvordrucke sind daselbst zu haben. Zuschlagsfrist zwei Wochen. Gießen, den 1. Oktober 1926. 8080B __Stadtbauamt Braubach.______ -Stangenverkauf. 4840 Stüd! Fichtenstangen sofort abzugeben. 5—1 cm Durchmesser bei 1 m über Abhieb mit Binde gemessen. Vorjährige Winterfällung. Bei Fällung gestreift. Längen 4-7 m, im Durchschnitt 6 m. Bahnentfernungen 1—3 km, in der Hauptsache zirta 1-1,5 km. Fürstliches Aentamt 8034V Ortenberg (Hessen)._________ Oberfvrsteret 2! eustadt, Kreis Kirchhain, verlauft am Montag, dem 11. Oktober, vorm. i 1 Llhr, auf dem Hof der Oberföcsterci öffentlich meistbietend 2 überzählige Dienstpferde. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben. 8O9OD