Mittwoch, 2. Juni 1926 176. Jahrgang Ur. 126 Erstes Blatt > verfügt. 258 noch vor endgültiger ausgeglichen werden, den im übrigen zum Verabschiedung des Etats Di? Mehrausgaben wer« Teil mit den vermehrtem Preußischer Landtag. Berlin, l.Suni, 12 Ahr mittags. Erster Punkt der Tagesordnung ist die erste Beratung eines Crgänzungscntwurfes zum Haushalt des Ministeriums des Inneren, insbesondere des Pvlizeihaushaltes. Die hier angeforderten neuen Mittel für die Polizei sind vorerst nur soweit gedeckt, daß noch ein Minus von 16 Millionen bleibt. Dieses Defizit soll aber Vas englische Unterhaus zur Uohlentrise. Die Erklärung Baldwins. London, 1. Juni. (TU.) Im Unterhaus gab Premierminister Baldwin bei Eröffnung der Sitzung die Erklärung ab, daß die Regierung sich nach Ablehnung ihrer Vorschläge sowohl seitens der Grubenbesitzer als auch seitens'der Bergarbeiter nunmehr vollkommene Hand- lungsfreiheit Vorbehalte. Die Subventions- Zahlungen seien zu Ende. Macdonald, auf dessen Anfrage diese Erklärung Baldwins die Antwort war, kritisierte die Haltung der Regierung in den letzten 14 Tagen. Ihre ganze Tätigkeit, sogar ihre Untätigkeit, sei nur darauf abgezielt gewesen, den Schrittmacher der Grubenbesitzer zu machen. Wenn die beiden streitenden Parteien sich nicht einigen wollten, so habe die Regierung die Pflicht, einzuschreiten und Maßnahmen zu treffen, die zur Vriands Sieg. Die Interpellationsdebatte vertagt. Lanah«e von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, 'plohvorschrift 20° , mehr. Ehefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwottlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lanae; für Feuilleton Dr. H.Tyyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstetz sämtlich in Gießen. Ausgaben für die Erwerbslosenfürsor^e begründet. Sn der allgemeinen Besprechung verlangt Abg. Marckwald (S.). daß für die Beamten der Schutzpolizei so schnell wie möglich dieselben Rechte gewährt toert-en, wie für die übrigen Beamten. Die in dieser Richtung vom Landtag angenommenen Anträge seien vom Ministerium nicht in die Praxis umgeseht werden. Abg. Dorck (Dn.) verzichtet darauf, einzelne Fälle aus der Personalpolitik des Ministers Severing vorzutragen. Das ändere nicht an der ablehnenden Kritik einer Partei. Der Minister verlangt unbedingt republikanische Gesinnung von seinen Beamten. (Sehr richttg links. — Zurufe rechts: Gesinnungsterrorl) So werde die Beamtenschaft einfach in das Parieigetriebe hineingezogen. Mit Haussuchungen geht man gegen verdiente Männer vor. Bewußt werde die öffentliche Meinung irre geführt. Wenn die Rechtsverbände sich zusammenschliehen, um sich gegen die rote Gefahr zu schützen, so ist das einfach eine Selbstversicherung. Die Haussuchungen waren völlig gesetzwidrig. Ans liegt am Herzen, bah das Recht im deutschen Bolle nicht gebeugt werde. Wir verlangen vom Minister, day die Polizeibeamtenschaft von unsauberen Elementen gereinigt wird. Wir begrüßen alle Bestrebungen, eine Vereinheitlichung des Polizeiwesens herbeizuführen. Sm früheren Regime waren die Beamten besser aufgehoben als bei den Sozialdemokraten und den sozialistischen Ministern. Abg. Stieler (Ztr.) fragt, was den Polizeibeamten passiert wäre, die sich unter der Monarchie gegen den Staat gewandt haben würden. Es liege im Snteresse der Polizeibeamten, des Polizeistandes und »berufes, dah sich der Polizeibeamte gewisse Einschränkungen der allgemeinen polittschen Freiheit des Staatsbürgers gefallen läßt. Der Beamte hat unbedingt und restlos zur Verfassung zu stehen, auf die er den Cid geleistet hat. Zu wünschen sei, daß den wirtschaftlichen Wünschen der Polizeibeamten möglichst entgegengekommen werde. Ministerialdirektor Dr. A b e g g nimmt in Vertretung des Ministers des Snnern das Wort zu der jüngsten Polizeiaktion: Als am 10. Mai der Berliner politischen Polizei der Diktaturplan und die Ramen der dafür in Aussicht genommenen Persönlichkeiten bekannt Die Regierungsbildung in Rumänien. Bukarest, 2. Suni. (TA.) Averescu wird in den nächsten Tagen seine Arbeiten zur Umbildung des Kabinetts aufnehmen. Sustizminister C u d a l h u scheidet aus und übernimmt das Präsidium der beiden Parlamente. Handelsminister Coanda wird durch Anterstaats» sekretär M a n o i l e s c u erseht. Sustizminister wird der Bukarester Bürgermeister Teodo- r e s c u. Das Kultusministerium übernimmt G o l» dis. Das Sonderministerium für Siebenbürgen erhält als neuer Leiter Petrovici, bisher Minister ohne Portefeuille. Außenminister wird Goga, während die Besetzung des Gesundheitsministeriums, das bisher Lupas leitete, offen bleibt. Die ParlameiM treten am 20. Suni zusammen zur Entgegennahme und Besprechung der Thronrede. Am 12. Suli beginnt dann wieder die Herbstpause. Der neue rumänische Zolltarif. Bukarest, 2. Suni. (TA.) Der rumänische Ministerrat hat am Dienstag über den neuen rumänischen Zolltarif verhandelt und beschlossen, daß die Zollsätze für Eisen und Textilwaren. soweit sie im neuen Zolltarif nicht um mehr als 50 Proz. erhöht worden sind, bestehen bleiben sollen. Sind für Eisen und Textilwaren im neuen Zolltarif höhere Sähe als 50 Proz. über den alten Tarifsätzen vorgesehen, so soll der Sah um die Halste dieser Mehrerhöhung vermindert werden. Bei anderen Zollpvsten sollen die Sähe des neuen Tarifs in keinem Falle hoher als 300 Proz. des alten Tarifs fein. Der neun Tarif tritt am 5. Suni in Kraft. Vie Vorgänge in Portugal. Bo-lin, 2. Suni. Rach einer Havas- nreldung c.u Lissabon bereitet sich der Arbeiterverband darauf vor, in die Opposition zu treten, fal' 1 eine Militärdiktatur errichtet tix :den sollte. Die Truppen der Divisionen aus dem Rorden und Süden unter dem Befehl des Generals Gomes Costa marschieren auf Lissabon. Sie werden in der Umgebung der Hauptstadt bis zur Ankunft des Generals Feldlager beziehen. Diö Revolutionäre haben den Senator Torres Rovas und den Abgeordneten Tereina Osorio sowie den Führer der Republikanischen Aktion in der Kammer, Alvaro Castro, fe st genommen. Der Gewerkschaftsverband hat sich grundsätzlich für den General st reik in ganz Portugal ausgesprochen, um der evtl. Bildung einer Militärdiktatur entgegenzulreten. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugrpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern Infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Ächriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Eiehen, poftschemonto: £ronffurt am Main 11686. Klärung der Situation führten. Die Lage dränge zu schnellem Entschluß. Macdonald schloß: „Ich verstehe die Haltung des Ministerpräsiden- t e n mit Bezug auf die Subventionszahlungen nicht. Sind diese Zahlungen ein Geschäft etwa i n d e r Form von Bestechungsgeld für eine willfährige Grubenbesitzerschaft? Sollen hier amerikanische Methoden eingeführt werden? Die Subventionszahlungen sind in. E. für den englischen Bergbau eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Ich glaube nicht, daß der Ministerpräsident den Sinn der Subvention selbst anders auslegt. Er würde sich sonst selbst am meisten schaden." Sm weiteren Verlauf der Anterhausdebatte über die Kohlenkrise erklärte Lloyd George ebenfalls, daß der Regierung nichts anderes übrig bleiben werde als selbst die Snitintiüe zu ergreifen. Der Kohlenbericht biete der Regierung eine Handhabe, auf gesetzlichem Wege an die Reorganisation der Kohlenindustrie heranzugehen. Ein nationales Lohnbureau müsse errichtet werden. Rur so sei eine angenehme Liquidation dieses so unangenehmen Kapitels möglich. Baldwin erwiderte. Die Vorschläge der Regierung hätten sich durchaus auf dem Boden der im Kohlenbericht niedergelegten Richtlinien bewegt. Aber da hätten die Grubenbesitzer schon von der „Einmischung der Regierung" gesprochen. Er sei selbst der Ansicht, daß, je weniger sich Parlament und Regierung in das interne Leben der Wirtschaft hineinmischten, desto besser dies für die gesamte Wirtschaft sein werde. Aber so wie die Dinge lagen, muhte/jede verantwortungsbewußte Regierung eingreifen. Die Existenz der Ration sei durch die Kohlenkrise bedroht. Trotzdem müsse die Regierung darauf bedacht sein, ohne Zwangsmaßnahmen zu einer befriedigenden Lösung zu gelangen. Die Lage scheine allerdings im Moment aussichtslos, aber er versichere, er werde die Führung nicht einen Augenblick verlieren und fei jederzeit in der Lage, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Die Arsache der Kohlenkrise liege viel zu tief, als daß man die Lösung allzu sehr forcieren dürfte. Er wisse genau, daß es ganz ohne regierungsseitige Anterstützung nicht gehen werde. Auf der andern Seite aber habe er nicht die Absicht, die Steuerkraft des englischen Bürgers zugunsten einer einzelnen Sndustrie zu überspannen. Die Einsicht würde vielleicht früher als allgemein erwartet zur Geltung kommen, und wenn nicht bald, so werde er im geeigneten Moment auch die gesetzlichen Mittel im Snteresse des Landes anzuwenden wissen. Das deutsch-spanische Handelsabkommen in Kraft. Berlin, 2. Suni. (TA.) Amtlich wird mit- geteilt: Die Ratifikationsurkunden zu dem Handelsabkommen zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Spanien vom 7. Mai 1926 sind am 31. Mai in Madrid ausgetauschi worden. Das Handelsabkommen ist am 1. Suni in Kraft getreten. tzLSr ar n 1 und IM su*net b * unb fttbt g 'b,n - Der |€ H botttS der ' Fülle doÄ, lu- enen LeleftV^rn- WO ; Sfe hin Nicht b^*äk’l61 . Ä man denkt des “Wo, und dies |ft ta inneren Amr deö § durchaus nach vorn unstlmgs dennoch nitfc übermenschlich« M , He.Isische'n nmstadt. Don Devrg Dmteriche Buchdruckerei : Jubelfeier des Sann- v»r 200 Jahren ist das es hessischen Landgrafen- legte der seit Langem enschastlicher Arbeit eng 3min diese Dedenkschrift interessante Einblick in Arbeit des Archivs ver- Koproduktionen geben ein Räumlichkeiten. über die Paris, 1. Juni (TU.) Der heute vormittag stattgehabte Rlinisterrat hat einmütig b e - schlossen, Lriand für seine Politik das vertrauen auszusprechen und nach wie vor an dem Beschlüsse seslzuhalten, jede Generaldebatte über die Finanzlage a b ; u l e h n e n , bis die Vorlegung eines klaren und einwandfreien Berichtes möglich fein wird. Die heutige Kammerfihung wurde unter ungeheurem Andrang des Publikums eröffnet. Es lagen mehrere Snterpellationen vor: an erster Stelle die des Radikalfozialisten Hulin, der auf sofortiger Festsetzung des Datums der Beantwortung feiner Snterpellation bestand. Darauf ergriff Briand das Wort und erklärte, daß die Regierung genau wie vor acht Tagen so auch heute eine F i n anz d e b a t te nicht wünsche. Das Parlament müsse sich auch über die parteipolitischen Erwägungen stellen. Eine nationale Einigung sei unerläßlich. Aufgabe der Abgeordneten sei es, als gute Franzosen sich um die Regierung zu scharen, wenigstens solange die Finanzschwierigkeiten nicht behoben sind. Später könne dann der Kampf um die polittschen Doktrinen wieder aufgenommen werden. Die Regierung bedürfe jetzt einer stabilen Mehrheit. Eine Regierung, deren Dasein in einer so ernsten Lage des Landes nut an einem Faden hänge, könne die schwere Verantwortung nicht auf sich nehmen. Wenn eine Einigung nicht erzielt werden könnte, so bleibe der Regierung nichts anderes übrig, als zurückzutreten. Das Schlimmste, was es für das Kabinett gebe, sei die gegenwärtige Ungewißheit. Worauf es jetzt ankomme, sei eine methodische Zusammenarbeit zwischen Parlament und Regierung. Hulin erwiderte, er sei bereit, seine Snterpellatton zurückzuziehen, wenn die Regierung die Zusicherung gebe, daß sie in keiner Weise zur Neubildung des Rationalen Blocks Beitragen werde. Darauf ergriff Ho gar o das Wort. Der Redner vermutet, dah die Regierung gegenüber der (Bange de France zu weitgehende Verpflichtungen übernommen habe. Diesen Ausführungen widersprach der Finanzminister. Der Sozialist Vin- zent Auriol fritifierte die Zusammensetzung des Sachverständigenkomitees, in dem die Vertreter der Hochfinanz das Aebergewicht hätten. Die internationale Arbeitskonferenz. Der deutsche Standpunkt. Genf, 1. Suni. (TA.) Sn der heutigen ^nfiftung der Sntemationalen Arbeitskonferenz ; -urbe die Beratung des Berichtes des Direktors iss Internationalen Arbeitsamtes fortgesetzt. 9e es nicht feine Gesetzgebung in volle rl Übereinstimmung mit bem Inhalt des Erschlossenen Abkommens gebracht habe, ter gegenwärtig ausgearbeitete Entwurf des Ar- pnerfchutzgefetzes fei so gefaßt, daß er die Rati- i’ction einer großen Reihe von internationalen lelercinfommen bedeuten, insbesondere aber des lichistundentagsübereinkommens ermöglichen würde. <\< Vollziehung der Ratifikation werde von der |!echz^itigen Ratifikation durch die anderen fiuptinbuftrieftaaten abhängig sein. Nach der Wahl Moscickis. Warschau. 1. Suni. (TA.) Sm zweiten Wahlgang der Wahl fiir den polnischere Staats- tte iimmer des "Lübecke 5“ gewidmet der rühm Hansestadt. Dem..Lub--k als moderner und M Md Hafenstadt gut die liz Deutsch-Mdische Son- ille Istausgabe ausgezogen. Michten. taatsprchdent. Sferra LrdproB^° xen-sgeM» hpr». ihren?efteoolo/L utd) dr,^pBdcnt ha«e ».#••• * igenvery^^ i»her5?2 Ä ilnv- ^mienF^r Es-p"" «worden seien, sei es bei der vorliegenden Gefahr gerade Pflicht der Polizei gewesen, unverzüglich einzuschreiten. Daß bei verschiedenen Persönlichkeiten kein Delastungsmote- rial vorgefunden worden sei, fei auf das vorzeitige Bekanntwerden der polizeilichen Aktion zurückzuführen. Daran habe keine amtliche Stelle irgendein Verschulden. Del den Haussuchungen sei belastendes Material, Korrespondenzen, der militärische Aufmarschplan gegen die Hauptstadt usw. gefunden worden. Die Durchsuchung auch bei einwandfreien Persönlichkeiten sei unvermeidlich gewesen. Die Polizei dürfe nicht zweierlei Arten von Staatsbürgern kennen. Liebrigens sei die Polizeiaktion u. a. von einer prominenten Persönlichkeit der Rechtsparteien nicht nur begrüßt, sondern es sei von ihr sogar schärfstes Zufassen empfohlen und eine Erweiterung des Kreises der betreffenden Persönlichkeiten angeregt worden, wobei auch vor der Immunität nicht Halt gemacht werden sollte. Daß zu der polizeilichen Aktion Anlaß gewesen sei, beweise die Tatsache, daß gegen Claß, v. Luck und v. Knauer die gerichtliche Voruntersuchung vom Reichsgericht eröffnet worden sei. Die Angriffe gegen die Regierung wegen der Veröffentlichung von Briefen, die bei den Haussuchungen gefunden worden seien, feien durchaus unbegründet. Es sei seit der Staatsumwälzung ein anerkanntes Rotrecht des Staates, die Oefsentlichkeit über die Gefahren, die dem Staate drohen, schnellstens zu unterrichten, um die staatstreue Bevölkerung zum Schutze des Staates zu mahnen. Die preußische Polizei werde unbeirrt weiter ihre Pflicht tun. Ministerialdirektor Dr. Abegg konnte seine Rede nur unter den größten Schwierigkeiten durchführen, da He fast bei jedem Satze von stürmischen Widerspruchsrufen aus der Rechten gestört wurde, Rufe, die wieder Gegen rufe von der Linken hervorriefen, so daß der Vizepräsident Dr. Porsch zu wiederholten Malen sehr energisch das Haus zur Ruhe ermahnen und die Abgeordneten, die sich in einen dichten Haufen in den Vordergrund des Saales geschart hatten, auffordern mußte, ihre Plätze einzunehmen. Als der Redner erklärt, daß selbst rechtsstehende Kreise die Regierung auf die Gefahr hingewiesen Ijätten, verlangten die Rufer der Rechten unausgesetzt, daß er Ramen nenne. Der Redner verweigert es, Ramen anzugeben. Derselbe Ruf nach Ramensnennung ertönte wiederholt bei den einzelnen Angaben des Redners. Als der Redner zum Schluß erklärt, die Gefahr fei beseitigt, dröhnte ihm anhaltendes Gelächter von den Bänken der Deutschnatwnalen und Völkischen entgegen, in dem seine weiteren Ausführungen verloren gehen. Der Abg. Metzenthin (D. Vp.) meint, man habe in keiner Weise aus dem, was Ministerialdirektor Abegg vorgebracht hat, ein Bild davon gewinnen können, was angeblich dem Staat drohte. (Großer Lärm links.) Die Annahme, daß die Wirtschaftsführer im Westen in keinerlei Putsch verwickelt seien, habe sich als vollberechtigt erwiesen, denn der Oberreichsanwalt habe Herrn Vögler das beschlagnahmte Material mit einem entschuldigendem Schreiben zurückgegeben und zum Ausdruck gebracht, daß er die Haussuchung nicht angevrdnet habe. (Hort! Hörti) Von der Polizei, die ohne Zweifel -um Schutze da sei, muß man eilte ruhige Einstellung verlangen. (Der komm. Abg. Caspin gerät mit Vertretern der Rechten ht einen erregten Wortwechsel und wird von Abgeordneten der Mittelparteien zurückgehalten, um eventuelle Tätlichkeiten zu vermeiden.) Der Redner verweist auf die schweren wirtschaftlichen Schädigungen der von der Haussuchung zu Anrecht Betroffenen hin und betont, Ministerpräsident Braun habe gewissermaßen um Entschuldigung gebeten. Abg. Eberlein, (Komm.) erklärt, obwohl Material gefunden worden sei, würde den Faszi- sten kein Haar gekrümmt und die Regierung entschuldige sich sogar noch. Abg. Rave (Dem.) dankt der Polizei für ihre Haltung und bedauert, daß beim Etat nicht in weiterem Umfange eine Besserstellung der Polizeibeamten herausgekommen fei. Das Personal der Kriminalpolizei müßte weiter verstärkt werden, auch eine höhere Besoldung dieser Beamten sei erforderlich. Abg. Prelle (W. Vgg.) bezeichnet die Entwicklung der Polizei in den letzten Jahren als günstig. — Man habe jetzt beinahe den Eindruck gewonnen, daß der vielerwähnte „Rechtsputsch" tatsächlich ein Regierungsputsch sei. Das Land sehne sich nicht nach neuen Putfchen. Ministerialdirektor Dr. A b e g g erklärt, die Regierung würde in den Ausschußberatungen auf die in der Debatte oorgebrachten Einzelheiten zurück- foinmen. Abg. Dr. Körner (Bölk.) verlangt Auskunft darüber, wie es um die Angelegenheit des früheren Berliner Polizeipräsidenten Richter stehe. Der Redner wendet sich weiterhin gegen die Spitzelwirtschaft. Abg. R u s ch k e (Dem.) bezeichnet es als Verbrechen, Nervosität in die Polizei und in die Oeffent- lichkeit zu tragen, wie es durch falsche Alarmnachrichten geschehen sei. Putschplänen gegenüber müße die Regierung einen festen Arm zeigen, selbst auf die Gefahr hin, einmal daneben zu bauen. Der Polizeietat wird hierauf ben-l Hauptausschuß überwiesen. Um $6 Uhr vertagt sich der Landtag auf Mittwoch 11 Uhr. Eingemeindung in Oberschlesien, Finanzetat. Die Sorgen der Landwirtschaft. (Sitte neue Rede Haslindes. Breslau, l.Iuni. (TA.) Bei Eröffnung der landwirtschaftlichen Ausstellung in Breslau hielt der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. H a s l i n d e folgende Ansprache: Ramens der Reichsregierung entbiete ich der Deutschen Lanöwirtschaftsgesellschaft zur Eröffnung ihrer zweiunddreißigsten Wanderausstellung die herzlichsten Grüße und Wünsche. Ich brauche in Ihrem Kreise keine näheren Ausführungen zu machen über die schweren, bitterschweren Sorgen, die im Rorden wie im Süden, im Osten und im Westen des Reiches, heute in das Haus des deutschen Landman n e s Einzug gehalten haben I Sie wissen' aus meinem bisherigen öfsent- lichen Auftreten auch, wie sehr die großen Sorgen der Landwirtschaft meine Sorgen sind, und wie ich und mit mir die gesamte Reichsregierung in enger Fühlungnahme mit den Landesregierungen unablässig bemüht sind, Mittel und Wege zu finden, um den übermäßigen wirtschaftlichen und seelischen Druck, der aut Zeit auf der deutschen Wirtschaft lastet, toenigftens auf ein erträgliches Maß herabzumildern, durchdrungen von der Aeber- zeugung, daß nur auf der Grundlage einer wiederer stärkten, blühenden Landwirtschaft der Wiederaufstieg unseres gesamten wirtschaftlichen Lebens möglich ist. Aber auch darüber kann kein Zweifel fein: Reich und Staat können zwar in gewissem Umfange helfend und fördernd eingreifen, aber letzten Endes muh die Landwirtschaft aus sich selbst heraus die Kräfte entwickeln, die erforderlich sind, um sie aus der Rot dieser Tage einer helleren Zukunft entgegenzuführen. Ich habe das feste Vertrauen zu dem zähen Selbstbehauptungswillen unseres kernigen Landvolkes, daß es allen Widerständen zum Trotz sich durchsetzen und seinen Weg vorwärts gehen wird. In dieser meiner Zuversicht werde ich bestärkt durch diese Ausstellung, der ich gerade darum eine ganz besondere Bedeutung beimesse. Es ist ein großes Verdienst der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, dah sie ungeachtet aller Schwierigkeiten, die sich ihr in den Weg gestellt haben, an dem Plane der Ausstellung festgehalten und ihn mit der ihr eigenen Amsicht und Tatkraft verwirklicht hat. Gewiß, der Rahmen der diesjährigen Ausstellung hat. in Anpassung an die Angunst der wirtschaftlichen Lage, enger als in den vorhergehenden Jahren gesteckt werden müssen. Aber auch in ihrer verkleinerten Gestalt legt sie ein glänzendes Zeugnis ab von dem hohen Stande der Entwicklung unserer heimischen Landwirtschaft. Generalkommisfar Schmidt zum Staatssekretär ernannt. Berlin, 2. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Der bisherige Generalkornmisfar für die besetzten Gebiete, Schmidt, ist den Blättern zufolge zum Staatssekretär für die besetzten Gebiete ernannt worden. Von der Ernennung eines selbständigen Ministers für die besetzten Gebiete und von der Reuernennung eines Justiz- Ministers soll bis auf weiteres Abstand genommen werden. Beide Ministerien werden vorläufig kommissarisch vom Reichskanzler mit verwaltet. AbschLutz der KoLonialwoche in Bochum. Bochum, 1. Juni. (TU.) Den Abschluß der aus Anlaß der Kolonialwoche in Bochum getroffenen Veranstaltungen bildeten die gestern vormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Seitz und General von Epp abgehaltenen Verhandlungen der kolonialen Reichsarbeitsgemeinschaft. Die von den anderen Körperschaften auf ihren Tagungen gefaßten Entschließungen wurden wieder gewählt. Die nächste Tagung soll in Königsberg stattsinden. Mit einem Ausflug nach Blankenstein endete die Kolonialwoche. Aus aller Welt. Deutsche Kriegsschiffe in Barcelona. Die deutschen Kriegsschiffe „Schleswig- H o l st e i n" und „Elsa ß" mit dem Flottenchef an Bord sind zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Barcelona eingetroffen. Acht lote bei einem holelbrand. Der „Lokalanzeiger" meldet aus Neunork: Im Hotel Taft in Brooklyn brach gestern ein Riesen- brand aus. Acht Personen sind in den Flammen umgekommen: sechs weitere werden vermißt. Blitzschäden in Steiermark. In Pettau im jugoslawisch-steierischen Grenzgebiet schlug bei einem Gewitter der Blitz in einen Kastanienbaum, unter den sich drei junge Burschen geflüchtet hatten. Alte drei wurden getötet. Die Pfarrkirche von Allerheiligen (Steiermark), eines der bedeutendsten Kunstwerke der Spätgotik, ist in der Rächt zum Dienstag durch Blitzstrahl in Brand gesetzt und vollständig z e r st ö r t worden. Grohsener in einer Glasfabrik. Die große Spiegelglassabrik Aeberöacher bei Lobelbad in Steiermark ist durch einen Riesenbrand eingeäschert worden. Der Schaden ist sehr hoch. Die Arsache des Feuers dürfte Brandstiftung fein. Zusammenstoß zwischen Eilgüterzug und Lastkraftwagen. Nach einer Meldung aus Paderborn wurde auf dem Straßenübergang am Westende des Bahnhofes Bad Driburg ein Lastkraftwagen von der Lokomotive eines einfahrenden Eilgüterzuges erfaßt und zertrümmert. Der Führer des Kraftwagens wurde sofort getötet, drei weitere Personen wurden schwer verletzt. Von den Verletzten ist einer inzwischen im Krankenhaus g e ft o r b e n. Der folgenschwere Zusammenstoß konnte sich ereignen, weil die Schranke zu spät geschlossen wurde. Autounglück bei Königerode. Aus der Fahrt nach dem Harz, die von etwa 200 in Sangerhausen au Gast weilenden Schwestern des Iungdeutschen Ordens auf Lastkraftwagen unternommen wurde, ist ein mit 28 Personen besetzter Wagen auf dem Wege zwischen Wippra und Königerode umgeschlagen. Mehrere Fahrgäste sind schwer, die meisten leicht verletzt. Alle sind aber glücklich am Leben geblieben. Das Auto ist vollständig zertrümmert. Die Bergung der Verletzten war sehr mühsam: man hat sie in das Krankenhaus San- gershausen eingeliefert. Eine mutige Tat mit dem Tode bezahlt. Aus Rürnberg wird gemeldet: Der 19 Jahre alte Gütlerssohn Josef Forster von Klein- duggendorf war kürzlich mit Futterheimfahren beschäftigt, als ihm plötzlich die Ochsen scheuten und mit dem Wagen durchgingen. Auf demselben befanden sich die drei kleinen Kinder seines Dienstherrn. Entschlossen sprang Forster den scheuenden Tieren entgegen und konnte das Ochsengespann zwar zum Halten bringen, bedauerlicherweise geriet er aber unter d i e Räder, wobei er schwere Verletzungen erlitt, an welchen er im Krankenhaus verstarb. Eine rufsische Stadt in Flammen. Die Stadt Kotelnitsch im Gouvernement Wjatka, die zum großen Teile aus Holzhäusern besteht, steht nun schon seit drei Tagen in Flammen. Alle städtischen Gebäude sind bereits abgebrannt. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf Millionen. Heber 700 M e n- schen sind obdachlos geworden. Die Zahl der Opfer an Menschenleben ist noch nicht fest- i gestellt. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 2. Juni 1926. Provinzialausschuh-Sitzung am 29. Mai. 1. Klage der Mechaniker-Zwangs- i n n un g in Gießen Stadt- und Land gegen das Kreisamt Gießen auf Aufhebung des Beschlusses vom 16. September 1925 i. S. Heranziehung der Firma August Schneider in Gießen zur Mechaniker- Zwangsinnung. Das Kreisamt Gießen hatte durch Beschluß vom 16. September 1925 dahin entschieden, daß August Schneider in Gießen nicht verpflichtet ist, der Mechaniker-Zwangsinnung in Gießen-Stadt und -Land anzugehören, weil es den Standpunkt vertrat, daß ein handwerksmäßiger Betrieb nicht in Frage komme. In der Beweisaufnahme vor dem Prooinzialausschuß wurde als Sachverständiger Obergewerberat Dr. Gerhardt zu Gießen angehört. Der Provinzialausschuß gewann auf Grund der von dem Sachverständigen gegebenen Erläuterung des Betriebs den Eindruck, daß von einem Fabrikbetrieb nicht geredet werden könne, die Reparaturwerkstätte der Firma Schneider für Kraftfahrzeuge vielmehr einen handwerksmäßigen Betrieb darstelle. Der Beschwerde der Mechaniker- Zwangsinnung wurde unter Aufhebung des Beschlusses des Kreisamts Gießen vom 16. September 1925 stattgegeben und August Schneider zu Gießen für verpflichtet erklärt, der Mechaniker- Zwangsinnung Gießen-Stadt und -Land anzugehören. Mit den Kosten des Berfahrens wurde August Schneider belastet. 2. Antrag des Kreisamts Büdingen auf Entziehung des dem Heinrich Wilhelm, genannt Bernhard Schäfer in Nidda erteilten Führer- zeugniffes zum Führen eines Kraftfahrzeugs. Dem Antrag wurde ftattgegeben und dem Heinrich Wilhelm, genannt Bernhard Schäfer zu Nidda der ihm am 30. Januar 1922 vom Kreisamt Büdingen ausgestellte Führerschein zum Führen eines Kraftfahrzeugs der Klaffe Ille auf die Dauer von 2 Jahren, gerechnet vom Tage der Rechtskraft der Entscheidung an, entzogen. Mit den Kosten des Verfahrens wurde Schäfer belastet. 3. Gesuch der Frau Katharine Buch zu Butzbach um Erlaubnis zum Betriebe einer (9 a ft- wirtschaft in dem Hause Kasernenstraße Nr. 6. Da die Stadtverordnetenversammlung zu Butzbach die Bedürfnisfrage zur Konzessionierung der Wirtschaft verneinte, erteilte das Kreisamt Friedberg die nachgesuchte Konzession nicht, sondern legte das Gesuch dem Prooinzialausschuß zur Entscheidung vor. Der Prooinzialausschuß gab dem Gesuch statt. Die Kosten des Verfahrens wurden der Antragstellerin zur Last gelegt. 4. Klage des Gemeinderechners Joh. Kröll III. von Hergersdorf auf Aufhebung des G e - meinderatsbefchlusfes vom 8. Januar 1926 wegen feiner Kündigung: hier: Berufung gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Alsfeld vom 7. April 1926. Der Gemeinderat zu Hergersdorf hat dem Gemeinderechner Johannes Kröll III. das Amt gekündigt, weil er angeblich das Vertrauen in der Gemeinde nicht mehr besitze. Kröll hat hiergegen Klage Im Verwaltungsstreitverfahren erhoben und erblickt die Ursache zur Kündigung darin, daß ihm im Verwaltungsstreitverfahren durch Urteil des Provinzialausschusses das Gehalt nach den ministeriellen Richtlinien für die Besoldung der Gemeindebeamten bewilligt worden ist. Der Kreisausschuß zu Alsfeld hat am 7. April 1926 die Klage als unbegründet zurückgewiesen unter Verurteilung des Klägers in die Kosten des Verfahrens, weil nach der derzeitigen Gesetzgebung und Rechtsprechung der Gemeinderat in der Lage war, dem Gemeinderechner zu kündigen, solange er nicht unwiderruflich an- gestellt ist. Geaen dieses Urteil verfolgte der Gemeinderechner Berufung an den Prooinzialausschuß. Das Berufungsgericht wies jedoch die Berufung kostenpflichtig zurück und bestätigte das erstinstanzliche Urteil. 5. Gesuch des Ludwig Dietz in Herchenhain um Erlaubnis zumBetriebe einer Schankwirtschaft: hier: Berufung gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Schotten vom 31. März 1926. Ludwig Dietz hat beim Kreisamt Schotten um die Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirt- schaft in der Gemeinde Herchenhain nachgesucht. Der Gemeinderat hat die Bedürsnisfrage verneint, weil in der Gemeinde zwei Schankwirtschaften und eine Gastwirtschaft vorhanden sind. Der Kreisausschuß zu Schotten gab am 31. März 1926 dem Gesuch statt. Gegen dieses Urteil verfolgte der Vorsitzende des Kreisausschusses Berufung mit dem Antrag, das Gesuch abzulehnen. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme vor dem Berufungsgericht ist in der 328 Einwohner zählenden Gemeinde zur Zeit im Ortsbereich nur eine Wirtschaft vorhanden, die zudem im Sommer noch öfter geschlossen ist, weil der Besitzer eine größere Landwirtschaft betreibt. Die zweite konzessionierte Wirtschaft hält der Inhaber Familienverhältnisse halber geschlossen und die dritte Wirtschaft ist eine Gastwirtschaft, die überwiegend Pensionszwecken dient und etwa 10 Minuten vom Ortsbereich entfernt liegt. Der Prooin- zialausschuß bejahte die Bedürfnisfrage und wies die eingelegte Berufung zurück. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Gesuchsteller zur Last gelegt. Wettervoraussage. Anfangs kräftige Erwärmung, nach erneuten Regenschauern wieder kühler bei wechselnden Winden. Gestrige Tagesteniperaturen: Maximum 17,4 Grad Celsius, Minimum 5,3 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 10,0 Grad Celsius. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Perle des Regiments". — Der Bezirksverband Gießen des H e f f i s ch e n Vaterländischen Blocks veranstaltet am Donnerstagabend einen Vortragsabend, auf dem der bekannte Schriftsteller Grube aus Wien über die Flagaenfrage sowie über unser Verhältnis zum Auslanddeutschtum sprechen wird. Herr Major Lind en au wird im Anschluß an den Grubeschen Vortrag einen Lichtbildervortrag halten über das Thema: „M i t T 1 5 8 n a ch N o r - wegen". Herr Lindenau hat diese Seereise im Sommer vorigen Jahres mit einem Torpedoboot unternommen und wird Gelegenheit nehmen, eine Reihe prachtvoller Aufnahmen vorzuführen. (Siehe heutige Anzeige.) — Aus d e m Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als zweite Gastspielausführung geht am Dienstag. 8. Juni, Karl 6Lo- bodas interessantes Lustspiel „®ic Wette" in Szene. Der Verfasser, von seinem ^Teetisch" her als charmanter Plauderer bekannt, bringt auch in feinem neuen Werk alle Vorzüge seiner dramatischen Kunst zur Geltung, und so dürfte das Werk auch hier wie in Frankfurt, wo es am Reuen Theater eine Serie von Aufführungen erlebte, em beifallfreudiges Publikum finden. — Ausgabe neuer Rentenbankscheine. Die Deutsche Rentenbank gibt bekannt, daß vom 15. Juni ab neue Rentenbankscheine über 5 Rentenmark mit dem Ausstellungsdatum 2. Jan. 1926 ausgegeben werden. Die neuen Scheine treten an die Stelle der bisher ausgegebenen Rentenbankscheine über 5 Rentenmark vom 1.11. 1923; die noch umlaufenden Scheine der alten Art behalten aber bis auf weiteres ihre volle Gültigkeit. * * Sonntagskarten. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß für die beiden katholischen Feiettage dieses Monats, 3. und 29. Juni (Fronleichnam und Peter und Paul), Sonntagskarten bei der Reichsbahn ausgegeben werden. • * 25 Jahre im Polizeidienst. Am 1. Juni konnte der Polizei-Derwciktrmtzs-Inspektor Beate auf eine 25jährige Tätigkeit im Polizeiverwaltungsdienst zurückblicken. Rachdern er bis zum 8. Dezember 1924 beim Polizeiamt Darmstadt tätig gewesen war, wurde er an genanntem Tage zum Polizeiamt Gießen verseht. Er hat sich auch hier durch seine Kenntnisse seine Pflichttreue und sein entgegenkommendes Wesen das Vertrauen seines Vorgesetzten und seiner Untergebenen, sowie des Publikums erworben. • • Die Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Grünberg (Kr. Gießen), Schweinsberg (Kr. Alsfeld), Heldenbergen (Kr. Friedberg), Hochelheim (Kr. Wetzlar) amtlich festgestellt worden. In Butzbach, Dorlar, Münchholzhausen und Hachborn ist die Seuche erloschen. * * Die Benirkstierfchau in Grün- berg verschoben. Wie der Landwirtschaft«- kammerausschuß für Oberhessen uns mitteilt, ist die für den 9. Juni in Grünberg vorgesehene Bezirkstierschau wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in Grünberg auf unbestimmte Zeit verschoben worden. * * Blitzschlag. Am Samstagabend 5 Uhr schlug der Blitz in die elektrische Leitung bei dem Anwesen der Gießener Studentenhilfe auf der „Schönen Aussicht". Er folgte der Leitung bis in das Haupthaus der Studentenhilfe, wo er vor dem Zähler einen Brand verursachte, bei dem große Stichflammen herausschlugen und ein größeres Stück der Leitung schmolz. Durch das energische Eingreifen des Hausmeisters mit zwei Minimax-Appa- raten, wobei auch die Bewohner des Eger-Heims tatkräftig eingriffen, wurde weiteres Unheil verhütet. * • Ein parlamentarisches Aach- spiel zum Gießener Reichsbanner- t ag. Die Abg. Dr. Werner, D. Diehl und Gen. (Deutschnatl.) haben im Hess. Landtag eine Anfrage eingebracht, in der gefragt wird, ob es zutreftend sei, daß das LandÄamt für das Dil- dungswesen die Landesuniversität Gießen als wissenschaftliches, parteipolittsch neutrales Institut geatoungen habe, ihre sämtlichen Dienstgebäude aus Anlaß einer unzweifelhaft parteipolitischen Veranstaltung (gemeint ist die Reichsbannertagung in Gießen) zu beflaggen. Ferner wird die Regierung gefragt, wie sie diese Maßnahme, die von wettesten Krisen der Bevölkerung als Pro- vokation empfunden werde, zu rechtfertigen gedenke. * * Vom Gießener Krematorium. Am Montag nachmittag 41/« Tlhr fand die erste Probe-Einäscherung auf dem Friedhöfe statt. Die Leiche des Schneiders Joh. Käfer wurde den Flammen übergeben. Die Verbrennung dauerte etwa 1V2 Stunde und ergab, daß die Anlage gut funktioniert. Dis zur offiziellen Eröffnung der Anlage sollen noch weitere Versuche unternommen werden, um Anhaltspunkte über den Brennstoffverbrauch usw. zu gewinnen. Wegen der noch nötig gewordenen Ilmbauten in der Friedhvfskapelle finden die Leichenfeiern bei Erdbestattungen bis auf weiteres an den Gräbern statt. ** Gießener Schachklub. In den oberen Räumen des Cafs Astoria fand am Montagabend das angekündigte, vorn Schachklub Gießen veranlaßte Simultanspiel des Schachgroßmeisters S p i e l m a n n - Wien in Gegenwart einer beträchtlichen Zufchauennenge statt. Herr Spielmann spielte gegen 31 Gegner. Er gewann in 4i Stunden 24 Partien, verlor 3 und machte 4 remis. Ihre Partien haben gewonnen die Herren Oberarzt Dr. Bccker-Herborn, Amtsgerichtsrat Leun-Butzbach und Dr. Gerhardt-Gießen. Remis erzielten die Herren Professor Weißgerber, Dr. Wertheim, Stern und Rosenthal-Gießen. Die Genannten find sämtlich Mitglieder des Gießener Schachklubs. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. •• Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 4 4 vom 1. Juni enthält: Volksentscheid am 20. Juni. — Höchstsätze in der Erwerbslosenfürsorge. — Juni-Miete. — Maul- und Klauenseuche in Ruttershausen und Grüirberg. — Straßensperre. — Feldbereinigung Reinhards- hain. — Straßenverkehr. — Drenstnachrichten. Der Kasfia-Vezirkstag des Bezirks Giehen fand am Sonntag bei starker Beteiligung im Post- keller statt. Von den 29 Kriegervereinen des Bezirks waren 28 erschienen. Der Vorsitzende Professor Dr. K r a e m e r = Gießen begrüßte besonders herzlich den wieder neu erstandenen Kriegerverein Garbenteich, der sich mit 55 Mitgliedern zum Bezirk Gießen angemeldet hat. Der Bezirk zählt jetzt nahezu 1900 Mitglieder, der Zuwachs beträgt 113 Mitglieder. An Auszeichnungen wurden verliehen: Der goldene Fahnennagel an den Kriegerverein Lollar, der mit 81 Jahren der älteste Oberhessens ist, her silberne Fahnennagel an die Vereine Gießen, Watzenborn-Steinberg und Steinbach, das Hassia- Ehrenkreuz an die altverdienten Kameraden Müller- Steinbach, Balser und Schäfer -Watzenborn-Steinberg, Haas-Burkhardsfelden, Schifft nie, Waas, Mayer, Kraemer, Trüm - pert und Haupt-Gießen: zwölf weitere Karne- 1 raden erhielten die Ehrentafel. Der Vorsitzende teilte ♦ vjfi in /S '^töirb Änl«fn®in< Wohink gud6' ÄsS 1927 Äj Selbe*- (ßaulerb *) Lpatag W 3fßtof, Dr. Sei-onh* «anierob 2 Fürsorg' r^t^ rfi bene, I*all,neV&,8fr! er om I.^Mirkso Üff ■* Witt . $ie Sgu«6"60"^8 Ä 1M6 im S“ 3 W* “8 ™it.« MlcherzeiWO.unö «glichen. 3n einzeln aud) die Ausgaben N * Weiterer J Dai Der Mkgang v sich, wenn auch m ver WW- « stellungder^E 1052 Konlurse eröffnet 1893 im W giesenm Konkurse f > (ton 144 auf lk stsauWm med betragen 142 gegen im März. ' Phosphor xarbeninbuftri rischen Lticksto schem Dege. Die unb die Bayerischen ( Piesteriher Werk be in enger Zusammen nung auf elektrischem tung die Stromverw» tvih entsprechend um« Berli Berlin, 2, als überwunden anc keinerlei Schvierigleik Bersteisung am Sell Wnbtn begriffen ifl Bralisativnen der letz' ist, erscheint die techr neue Engagement- g kehr eröffnete auf nc fest bei KurSfte 6 Prozent Am ' men Aheinstahl wie wannen bei flürmifä« im44.Lebi Gießen, de ,D1 67. Leh zu Montai unser guter Herr Gießen (SC| Die Beerdig 2% Geduld eri unsere gut Die Beerdij 31 % ß $ Frankfurter Börse. war die lagen unverändert lustlvs und im Kurse kaum Gießen, den 1. Juni 1926. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 3. Juni, nachm. 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 08M1 der Vorstand. 48000 D Natt «euer Unterricht 1 Wntliiger Eisschran! mä ää’S ygjuiwH 03844 Gießen, den 28. Mai 1926. Lu verkaufen. 03S75 Goetliestr. 54 I. wird erteilt 03871 Lichcr Strafte 19. XB Nordaulage 191. Bettvorlagen Wachstuche Wachstuchreste Devisenmarkt Berlin—Frankfnrt a. 1 Telegraphische 2IugAaf)lung. Gießen (Schanzenstraße 8), den 1. Juni 1926. Die Beerdigung findet Freitag, den 4. d. Mts., nachmittags 2i/s Uhr, auf ddm Neuen Friedhof statt Kirchliche Nachrichten. Katholisch« Gemeinde». Dietzen. Mittwoch, 2. Juni. 4'. und 7 Deichte. Donnerstag, 3. Juni. Fronleichnam-fest. 61/, Deichte 7 Messe. 8 Korn. 9 Hochamt darauf Prozefstvn durch Wilhelmstrasse, Ludwigstrahe und Lieblgstrahe. 11V, Messe. 2', Andacht mit Segen. Freitag 6 Segen-- amt. Freitag und Sam-tag abends 8 Segensandacht. Hungen. 8 Hochamt mit Predigt. - Ltch. 10 Hochamt mit Predigt. Harpen er lagen sehr fest. Die optimistischen Auslassungen in der gestrigen Generalversammlung der Deutschen E r d ö l - G e s e l l s ch a f t sowie die Rachrichten auS dem Kohlenrevier, die eine Belebung des Kohlenabsatzes melden, weckten besonders das Interesse für Kohlenaktien, in erster Linie für Deutsch« Erdöl selbst, die nach den eigenen Ausführungen de- Vorstandes jetzt im wesentlichen al- Kohlenpapie« anzu- sehen sind. Deutsche Erdöl waren um nahezu 7 Prozent gesteigert. Die übrigen Märkte, namentlich der E l e k t r o m a r k t. lagen fest und hatten lebhafte- Geschäft oufzuweisen bei steigenden Kursen. Von fremden Werten waren Bagdad-Obligationen besonders gefragt. Am Geldmarkt ist die Lage wieder leichter geworden. Tagesgeld 5 bis 6,5 Prozent. Das Gerücht, wonach die deutschen Reparation-- zahlungen in den kommenden Monaten in fremden Devisen übersührt werden, wirkte befestigend auf die Kurse der lateinischen Valuten. Cs notierten gegen London: Paris 148.37, Brüssel 153, Mailand 127,90. Oslo lag etwa- schwächer. Börsenkurse. Heute entschlief sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Margarete Dickere geb. Schraner im 67. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen I. d. N.: August Dickorg Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen Frau Margarete Drescher Ww. sagen wir herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Subapeft . . Bul arien Lissabon Dann« - - Äonft. ntin. Htbcn ttanabo. Urnauao Statt besonderer Anzeige. Heute schloß unser lieber Vater. Schwiegervater und Großvater Geh. Regierungsrat, Realgymnasial-Direktor a. D. Dr. Georg Matthes im Alter von fast ß3 Jahren die Augen zur ewigen Ruhe. Familie Georg W. Matthes Mathilde Matthes. Dortmund (Knappenbergerstr. 91), den 29. Mai 1926. Die Beisetzung findet am Donnerstag, dem 3. Juni, nachm. 31/« Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt 03898 »u verkaufen. * **p Fr ■ekler l. Btr. IN. X Die Beerdigung unseres g&h lieben Kameraden Karl Zipp Architekt findet Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, statt Um zahlreiche Beteiligung bittet Deutscher Bund für christlich-evangelische Erziehung in Haus u. Schule, Ortsgruppe Liehen. Donnerstag. 3. Juni, abends 8 Ubr, im Jobanueöiaal Familienabend Vortrag von Herrn Pfarrer Müller, Giessen, über: „Paul Gerhardt, fein Leden und feine Lieder". UJÄ’° Boll-äbltches Erscheinen der Mitglieder erwünscht. Gäste herzlich willkommen. Gesangbücher mitbringen. — Bon 73/« Ubr ab Ausgabe von BundeSschrtiten und Büchern im JohanneSsaal. vor Verelend. besonders vorteil halt galomon Todes-Anzeige. Heute morgen 8 Uhr entschlief nach kurzem Kranksein unser innigstgeliebter Vater und Großvater liirgermei* KM tag II. im 85. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Odenhausen, Bernsfeld, Kaichen, Göbelnrod, den 1. Juni 1926. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 3. Juni, nachmittags 21/« Uhr, statt. 4789D antft-. 'MOV. Born.«irre vr-.-Sslw Christi ania Kovenbageu eiodtolm HrlllngsorS Italien. . London. ‘Jjenticrf . . Dori; - . Schwei; . Svanicn - napan . . . *Hio de Jan Bien in T- Ceft- abgest amentarisches 2ach- lener Reichsbanner- Werner, D, Diehl wii «den im Hess. Landis ebu in der gefragt wird, ob ri is LandÄamt für daS 2il- ldesuniversität Ziehen aiS teipolitifd) rteultaki 3nfh- «sämtlichen Dimstaebäude veisechast -artecholitischen ist die DeichSbaE- ferner wird b« w sie Mr MssnahM, di« i der Devbstermg di Pr» torrix, zu rechtfertigen ge> t^erkiindigung^a^ ,ni enthalt- ßrwrrbslo,'- BI» Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Umschau".) Donnnerstag, 3. Juni: 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des HauSorche- sters: Georges Dizet. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15 Uhr: „Jugend und Bühne". Vortrag von Ludwig Rössinger. 7.15 dis 7.45 Uhr: Funkhochschule Frankfurt: „Aus der Geschichte der deutschen Sprache 1“. Vortrag von Prof. Dr. Raumann. 8.15 bis 9.15 Uhr: Uebcr» tragung von Kassel: Liederabend. 9.15 bis 10,15 Uhr: Reue Kammermusik für Bläser. Anschliessend bis 12 Uhr: Tanzmusik der Berliner Funk- kapelle. Frankfurt, 2. Juni. Tendenz sehr fest. — Auf das Nachlassen der Glattstellungen war die Börse heute wesentlich freundlicher gestimmt und die Unternehmungslust kam wieder recht kräftig burd) Deckungs- und Rückläufe zum Ausdruck. Bei Beginn des offiziellen Verkehrs bewirkten die durch die Banken aufgegebenen zahlreichen Auslandaufträge ein ungewöhnlich lebhaftes Geschäft und ein scharfes Anziehen der Aktien-Kurse. Aus dem hauptsächlichsten Betätigungsgcbiel der Spekulation, dein Farbenmarkte, nahmen die Umsätze einen bedeutenden Umfang an, wobei die Meldungen über den Erwerb der Bayerischen Stick- stofswerke durch die 3. G. Farben Industrie einen neuen Anhalt boten. Der Kurs dieses Papiers zog sprunghaft um ca. 5 Proz. auf 194,50 an. Goldschmidt plus 2 Proz., Holzverkohlung plus 1,5 Proz. Auch die Aktien des Metallbank-Konzerns rückten mit beträchtlichen Gewinnen erneut in den Bordergrund, und zwar infolge der günstigen Dividendenaussichten. Scheideanstalt und Metall-Gesellschaft plus je 6 Pcoz., Metallbank plus 7 Proz. Auch Oelaktien strebten bei lebhaften Umsätzen kräftig aufwärts. Deutsche Erdöl plus 7,25 Proz. Rütgerswerke plus 6,5 Proz. Am Elektromarkt standen Elektr. Licht und Kraft an der Spitze der Aufwärtsbewegung. Auf bedeutende Schweizer Kä ife zog der Kurs um 10 Proz. auf 145 Proz. an. Schuckert plus 25, AEG. plus 0,75, Felten plus 3, Lahmeyer plus 1,75, Siemens plus 3,25 Priz. Bankaktien schlossen sich bei ruhigem Geschäft mit ca. Iproz. Gewinnen der Aufwärts- betoegung an. Sch i s f a h r t s a k t i e.n wurden dagegen hiervon nicht wesentlich berührt. Aur Hapag konnten 1.5 Proz. anziehen, während Aord-Lloyd unverändert blieben. Bedeutendes Interesse zeigte sich auch für Motorenwerte, besonders Benz und Daimler. Von Zellstoff- Aktien erreichten Aschaffenburger den Parikurs mit 100 Proz. Baustoff-Aktien befestigt. Zucker- Aktien kaum verändert. Deutsche An leihen Wirtschaft. • Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskosten im Mai (6r- nährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „Sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats Mai auf 139,9 gegen 139,6 im Vormonat. Sie hat sich sonach um 0,3 Prozent erhöht. Bei den Ernährungsausgaben wurden Preissteigerungen für Brot und Mehl. Gemüse und Kartoffeln durch das weitere Rachgeben der Preise für Milch und Milcherzeugnisse und Eier zum grossen Teil ausgeglichen. 2n einzelnen Teilen des Reichs sind auch die Ausgaben für Wohnung gestiegen. • Weiterer Konkursrückgang im Mai. Der Rückgang der Konkurseröffnungen hat sich, wenn auch in verminderter Starke, int Mai fortgesetzt. Ss wurden nach einer Zusammenstellung der Jinaitzzeitschrift „Die Dank" im Mai 1052 Konkurse eröffnet gegen 1288 im April und 1393 im März. Dir Zahl der mangels Masse ab- gewiesenen Konkurse hat sich allerdings leicht erhöht (von 144 auf 162), dagegen haben die Ge- schästsaufsichten wiederum stark abgenommen; sie betragen 742 gegen 918 im April und 1488 im März. • PhoSphorgewinnung der Z. G. Farbenindustrie AG. und der Bayerischen Stickstoffwerke auf elektrischem Wege. Die 3. @>. Farbenindustrie A G. und die Bayerischen Stickstoffwerke planen in dem Piesteritzer Werk bei Wittenberg an der Elbe in enger Zusammenarbeit die Phosphorgewinnung auf elektrischem Wege, zu deren Durchführung die Stromverwendung von Golpa-Zschorne- witz entsprechend um gestellt werden soll. Berliner Börse. Berlin, 2. 3unt. Nachdem der Ultimo als überwunden angesehen werden darf und keinerlei Schwierigkeiten gezeigt hat, die leichte Versteifung am Geldmarkt auch bereits im Schn inden begriffen ist und der Markt durch die Realisationen der letzten Tage entlastet worden ist, erscheint die technische Lage der Börse für neue Engagement- geeignet. Der heutige 03er- k.hr eröffnete aus nahezu allen Märkten recht fc st bei Kur -st ei gerungen von 2 bis 6 Prozent. Am Montanmarkt übernahmen Rheinstahl wieder die Führung und gewannen bei stürmischem Geschäft 5 Prozent. Auch verändert. Kriegsanleihe 0.385. Arn Aus- landren tenmarkt zeichneten sich Türke.: und Mexikaner durch große llrnsatztätigkeit aus. die Kurse waren allgemein weiter gesteigert. Der Freiverkehr vernachlässigt. Benz 72, Drown- Dove ri 80 Prozent, Entreprise 9, Growag 60 Prozent, Krügershall 102 Prozent, Ufa 48 Pro- zzent, Ufra 81 Prozent Der weitere Verlaus brachte erneut Steigerungen für die Hauptwerke der Aktienmärkte. DaS Geschäft blieb unverändert lebhaft. Am Geldmarkt ist wieder eine grössere Flüssigkeit eingetreten. TageSgeld 5 bis 6 Prozent. Industrieakzepte 5.25 Prozent. Privatdiskonten 4,62 Prozent. Monatsg^ld 5 bis 6,5 Prozent. 3m Devisenverkehr setzten sich die Schwankungen der westlichen Frankenpaluten fort. Paris notierte gegen London 148. Brüssel 152,50 etwas erholt. Auch Mailand war mit 128 gegen London leicht erholt. Mark und Pfund liegen unverändert fest. ranksurtcr Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 2. 3uni. vs wurden notiert: Weizen. Wetteraucr 30 bis 30,50, Roggen, inländ. 19,75 biS 20, Sommergerste für Drauzwecke 22 bis 24, Hafer, inländ. 21 bis 23. Mats, gelb 17,75, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 42 bis 42.75. Roggenmehl 28.50 bis 29, Weizenkleie 9,25 bis 9,50, Roggenkleie 11 Mk. Tendenz stetig. mit, daß In Biedenkopf ein grosses Kreiskrie- gtrfeft stattsinden wird, wozu die Bezirksvereine eingeladen feien. Dann kam der Hassiaver- bandstag in Bingen am 13. und 14. Juni zur Beratung Die laut Antrag des Präsidiums beabsichtigte Gründung einer H a s s i a - S t e r b e- Paffe sand Zustimmung, ebenso die Abhattung einer Derbandslotterie, da die letzte eine Einnahme von 18 000 Mk. brachte, lieber hie Gründung der Iugendgr uppen entspann sich eine lebhafte Aussprache, im Interesse der Heran- ziehung einer Nachwuchses für die Vereine sand die Jugendbewegung allgemeine Zustimmung' »Der Antrag Bildet, jeder Hasfiabezirk solle einen J3id)t. bildapparat anschaffen, wurde abgelehnt. Dte Kosten für Beschaffung der Ehrenkreuzes soll der Verband übernehmen. S o l d a n - Giessen regte einen Massenbesuch in Dingen an. Zu dem Berbandstag für 1,27 haben sich die Bezirke Alsfeld und Schlitz (Lauterbach) gemeldet. Als Bertreter des Bezirks Giessen zum Hajsintag Bingen wurde der Bezirks- «tcirftcher Pros. Dr. ftraemer gewählt. Die W>c- . bcrroahl des bisherigen Bezirksvorstandes erfolate e nslimmig. Kamerad Döhn - Lollar erstattete De- r cht über das Fürsorgewesen für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene, über die in Giessen von ,hm abge- hilicnsn Sprechtage und über einzelne Fälle, die er am Bersorgungsgericht vertrat. Mit Dankeswor- itn schloss der Bezirksvorsteher den ausserordentlich anregend und harmonisch verlaufenen Bezirkstag. Geschäftliches. Mit Teilzahlungen von 50 P s g. können Sie sich einen Fonds schaffen, der ©le und Ihre Familie vor Altersnot und Sorgen bewahrt. Dieser Fonds heisst Gesundheit, und Kathreiners Malzlaffee (1-Pfundpaket 50 Pfg.) erhält dieses kostbarste Gut bis inS hoh* Alter. Der Küchenzettel der Sommertage bringt in erster Linie die leichten Gerichte, Eier und Mehlspeisen, leichtes Gebäck und vor allem die kalte Küche mit belegten Brötchen. Ratürlich verlangen diese sommerlichen Gerichte einen grossen Dutterverbrauch. Mehr als fe freut sich drum die Hausfrau im Sommer der unvergleichlichen Sparhilfe, der ,R a h m a Margarine butte rg l e i ch", die es an Geschmack und Rährwert mit jeder Molkereibutter aufnehmen kann und doch nur 50 Pfg. das l/t Pfund kostet. Verantwortlich für Politik i. D. Dr. Hans Thyriot. Das beste Hlibnerauaen-Mittel ist „(Sornua*. Erhältlich in Parfümerie Lov Bahnhofstrasse Z3.f.«,ss Montag abend ll1/« Uhr starb mein lieber Bruder, unser guter Schwager, Onkel und Neffe Herr Architekt Karl Zipp im 44. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Zipp und Familie. r» SÖsSä llnb $aun el8ron " ““Wen »g1* wsgsa: mSki zfrSes tootbtn. ^knen. so. Smu kd)aun in ®rün ber Landvirtsihast -er*,eÜen uns mitteilt, ift unbetß vorgesehene $eL. ®aul’Ulti &n. ""bestimmte Zeit verschoben Am Cambtagadend 5 Uh : elektrische Leitung bei btrr ner Ltudentenhilse aus be :r fölgle der Leitung die ir iudeMechiise, wo er vor her .verursachte, bei dem grch ichlugen und ein arößere- >olz. Lurch dae energische Hin. ers mit zwei Minimax-Ap^ e Bewohner des Egerchemi wurde weiterer Unheil v« SF Grau- und U WM Weiß-Stück m 0 von bester Quali- «W&AhIB tat und größter W Md>WW M Ergiebigkeit zu bill. Preis C. Rübsamen, Gießen Fernsprecher 1659. 2251c hener Krematorium mag 4V< erung aus dem Frmhc< >s Schneiders 3oh. Käse: ■n übergeben. Die Dnbrm IV- Stunde und ergab, n ftipniert. Dis yir oW iae sollen noch weitere 2er Kin, um W»* verbrauch usw. zu 'finden 1«»***2 auf weiteres an den vro -ckachklub. In den obere Am PtWb Sieben «ro» i J(fieqenmart einer belraü e mH Tert Spielmann sM ge f,ülL [n 4) Stunde WB r Scharr- -.Vezirl--^ 6e5 Gießen 1 ... KeteiligunS 'rf ! der die herein ogel Steinbach' °° §!ul er« unö f«n «aniernd^d^ Ä«*n o^i8UfiraemLi;,rf^ 2 3 uni. LmNickc 'Jiotttnma 1 Joni. Ämtltttie Nonmna Scld t Briri 161 dT 168^9 165.6t 1.67H l.6Ä 1.676 i .683 13.15 1 13.19 1.3.57 13.61 91.9t: 92,211 1-1.82 91,04 H0.6A 110,94 110,60 110,8n tu.» 112,54 112,40 112.51 10,65 10.59 10.553 10.59. 15,»* 16.02 16.01 16,05 .•o.4o; 20.455 20.402 20,451 4.105 4.205 L195 4.21«.. 13,70 13.74 13,78 13.Xi bl. 21 M.41 61,24 bl.44 63.32 63,5« 62.92 63.OS 1.971 1,975 1,972 1.976 0.639 0.641 0.638 U.64U 59.29.5 59.435 59,30 59,44 12.12 12.46 12,42 12,46 7.405 7.425 7,395 7,415 5,867 5,8«7 5,667 5.887 3,045 3,055 J,(M5 3,055 21.445 21.49’» 21 445 21.455 80,89 81,09 80,91 81,11 2,32 2,33 2,29 2,30 5,39 5.41 4.99 5,01 4,197 । 4.207 4,197 4.207 4.215 1 4.255 4.23 4.24 Banknoten. -rankfurt a.M Berlin -chtuh.l flirs 1 1-Uht. flut» Schluh.s Anfang gur» 1 aurr. 1.6. | 2.6 1. C i 2. 6. 5% Druüare RctkbSanlctbe - 4»/, Drustchr ÄttdidanktOe . 0.3825 — 0.38 1 1.3825 — 1 - 1.3475 —» »'/,% 5Xutfdx 9ieid)6anleibe 0,35 — (1,355 ,3475 3°,g Deutsche Deul'chc eparDtanncnanlcibe 0.205 | — 0.22 — 4*7» ^>rc»üllche Äoniols - • . 0.34 — '.3625 1,3625 4° . Hessen..... 0,37 1 — — a)/Ä0,' jVfTfn . ...... 0,3 0.3? 96 । «/v« .......... Deursche Derlb Tollar-Anl. lööl — — dlo- Doll. Schad-Luwelillg.') -I — — 4*/o yontürtnt......... 12,7 13,2 12.62 — 5°/o Äoldnicrikaner • . ■ ■ 52 52 — —• Berliner HandelSgesellschasr Lämmer»- and Prioat-rvank 156.5 — 157,2* 158.7* 107,5- 107,7' 107.5* 107.7' Lärmst, und Äationalbant - 135,5* 135.5* 135' 135,5* 131 133,5* 131,5' 133,7* Deuische vcreinsbank ... M.25 Diöconto Lommandit . - 128 2* 130.7’ 127,2' 129.2' 1IMI 111 _ _ Miireldeullch« Crcdtlbank 109 110' 109,75 110,2' Ocsterrcichiiche ttrebitanfialt — 6.6 6,62 6,55 Bochumer <8atz ........ 102.5 — 104' 106* Buderus ......... 66.23 —— 65.12 66,75 51.25 109 53* 109' Deutsch-Luremburg...... — 110' Gelsenkirchener Bergwerke. . 11".'.' 112,2* 110.5* 112,5* 129* 125.75 125.2' 124.75 128.2* 124' «aliwerke Aschersleben.... 125, r Raliiucrl Westeregrür. .... 130 — 128 130 34,75 49 35,5 Lberbednrs........... Phönix Bergbau ....... 52' 53,5* 84.9 dv' 85' 85.75' Nhetnuahl........... 119 123* 119.5 123* Picbell Montan........ TfHu‘3 Äergbnu. ...... 118 58.5 134.5* 131' 120* 117 119.5 Hamburg Amerika Paket. • . Norddeutscher Llovo . ... 137* 132.7' 133,2* ISO* 137’ 133* Lderamilche Werke Albw . . 53,5 — ___ - Zementwerk Heidelberg . . . 101,25 101 — — Pbililw Hol;mann...... 65,25 60,5 64,25 Anglo-Cont-Guano..... - Chemische Mayer Alapin . . — — — — I. (S. ssarbeninduftric, A -lK. Maldschmidt.......... Holzverkohlung........ 188,4' 194,5* 189.7' 194.5* 78.5 W 78,9 - 5.5 — Änkgcrsw'erke ’........ 85 90 83.4 Schcidcanstolt......... 131 136 — Äög. ElettrUitätS-Gesellschast 124,7' 126,5* 125* 125,5* Bergmann ......... Moinkraftwerke...... . 124 100 — 124,4* 125* Schuckert........... Siemen» A Hal»«, ...... 112.5' 114.5* 161,2* 111,1' 114.5' 158' 158,5' 162' lldlerwerke .Qlcnet ...... 62 61 61 61 Daimler Motoren. ...... 65 68.75 6.5,75 69 Heyligenstaedt ....... 25 'JKtnutn............ 38,75 _ - Mvrtoenwerke Mannheim — 39,5 — Sranlfurtet Armaturen . . Koi'lervensabrit Braun . . . 17 33 I — Metallaelcll'chast giranttnr«. Pct. Union A-G...... 117,25 70 125 69 — Schuhiabrik Perz...... 29 —» — Sichel. ......... 4 — — — Zellstoff Woldhos...... 139 — 138.62 140 judenabrif Frankemdal . , Zuckerfabrik Waabäuiel 49 57,6 58 38.75 — Berlin. 1 Juni (Leid | Brie' Amerikanische Noic» ..... 4,195 4,205 Belgische Noten ....... 13,12 13,18 Dänische Noten ....... 110,39 111,95 Englische Noten. ....... Frantöniche Noten ...... Holländische Noten ..... 20.355 20,455 13,74 168,25 13,80 169,09 Italienische Noten...... . 16,04 16,12 Norweaische Noten...... Deutsch-Ocsterr. 5100 Jtronen 91,67 92.13 59.305 69.605 Rumänische Noten ...... 1,77 1.81 Schwedische Noten ..... 111,92 112.43 Cchwci;er Noten....... 81,15 81 55 Spanische Noten..... . Tschechoslowakische Noten . . 63.21 12,410 63,53 12.470 Ungarische Noien...... 5.82 5.86 lll. I2£j VORTRAG Büssinofflhrend autzerordenMche MMMl 3-t-Wagen mitHoch-Elastic- 6-Rad-Wagen in bekannter bestbewährter Konstruktion und Luftbereifung r Statt Karten Frankfurt a.M, Mainzer Landstralle 159/61 4606 A Reinrasfiger Für die Reisezeit! MM Los 2. Rohrnetz mit Hauszuleitungen 2.00 Alk. für das Rohrnetz von uns zu H. Steinbach, Reg.-Baurat. Konkurs Zu Kausen gesucht Gießen, Marktplatz 2, neben der Engelapotheke Alte, nut erhaltene 4776a zum „Löwen" Reuenweg, im Auftrage |[ Kaufgesuche MW Hausierer und ► Sc/iittxhJtULS Alleinverkauf d.Weltmarke: 5 lormal- chuhe! Karl Reuter, Mllchhdlr.,Wieieck, Eichenröderweg deS Herrn Rechtsanwalts Dvücher als Konkursverwalter den gesamten Ladenbestand eines Wollgeschäftes meistbietend gegen Barzahlung, wie: Lauben-, Stopf-, Strick-, Bulgaren-, Dlieh-, Erstlings-, Straußen-, Schaf- und sonstige Wolle; Gliffa-, Kunst-, Stopf-, Real- und andere Seide; Häkel-,Stick-,Stopf-, Spitzen-Garne; Wolle, Seide,Garne in allen Farben; sowie: Manschetten-, Perlmutt-, Wasch- und Druckknopfe, Metall- Schablonen , verschiedene Sorten Achten Sie beim Einkauf nicht allein auf Preis, sondern auch auf Qualität. Die von mir ge- führt.Qualitäten sind, wie bekannt, vorzüglich X-v zusammen 4600 lfd. m. Pläne und Bedingungen liegen bei gerichtlich beeidigter Layator Auktionator. Dienstag, d. 1., Mittwoch, d. 2., und Donnerstag, d. 3. Juni, findet in dem Laden Marktplatz 15 (neben dem Rathaus), eine Ausstellung mit Verkauf statt BESICHTIGUNG OHNE KAUFZWANG Die Umstellung unserer Fabrikation ist beendet I Alsfeld sollen nachstehende Arbeiten und Lieferungen vergeben werden: Los 1. Herstellen des Hochbehälters E Unterhaus. (80 cbm Inhalt! 1---- Pens. Brandl Äz Zimmer frei. Tel. 1085. ,wnD Für den Sport: Turn-, Tennos- u. Rennschuhe FuBballstiefel Bei besten Qual, billigst gestellte Preise Wo-riMeliWen (10 Sonnen) fährt Montag den 7. d. M. nach Richtung Frankfurt a./M. — Offenbach a. M. und zurück nach Giellen. Güter nach und von genannter Richtung tön.n. mitgenom., bezw.mitgebracht werd. Stüifroiö&Btüöer. ©lehen. Spedition & Möbeltransport Marburger Str. 7. Tel. 1519 und 1039. Ein schönes, möbl. Zimmer 31t vermieten firofOormn. 22 in. muh. Zn melden Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir allen recht herzlich Lehrer Wilhelm Wagner und Frau Maria geb. Schneider Odenhausen a. d. Lahn, den 2. Juni 1926. im Gasthaus Doller. Tagesordnung: 1. Mitteilungen, 2. De. richte; 3. Entlastungen; 4. Ersatzwahlen; 5. Ausnahme eines Darlehens; 6. 03er« fchiedenes._________________________4796D L. Rosenzweig, Gletzeu.setterslo.58i. Karte genügt. 03372 1 WWW oliv, in sehr gutem Zustand, 1 halbrund. HlfltölOtM sehr billig zu verk. Nlicettr. 19 p. jüngeres illüWen das kinderlieb sein Billige Mitte MW« zu Sammlerzweckeu zu verkaufen Schr. Angebote mit Preisangabe unter 08377 an den Gien. Anz. Fließarbeit und vereinfachter Vertrieb durch unsere Verkaufsorganisation gestattet uns bei Beibehaltung unserer bestbewährten Konstruktion und unserem hochwertigen Qualitätsmaterial den 5-t- Büssing-Einheits-Kardan-Wagen Automobilwerke H. Büssing 8 Branschweifl Vertretung: Motorwagen-Verkaufsgesellschaft m.b.H uns offen. Angebotsvordrucke sind zu guter Läufer, für 1.50 Mk. für den Hochbehälter und zu 280 Mark 03398 ------ - - - - zu verkaufen. WWN f. tagsüber ges. Löberstrakc II I. Junge Frau im Nähen, Stricken u.Zlicken bewandert, milchte gerne das geringe Einkommen ihres Mannes verbessern helfen, und bittet um gütige Aus- tragserteiiung als Helinarbett (geht auckhalbeTage a»s>. Schr, Ang. 11. 03878 an den ©ich. Anz. »••••»©eeeee Alicefrayenverein Röt. „Bienenkorb" Wäsche! Leistungsfähiges Wäschegeschäft, belle Gicronbt für prima Stosse 11. saub.Berarbeiiung. lief, kompl. Wäsche - Aussteuer eins Wäschestücke, Hemdentuche, Damaste,ttrotlierwäsche, Steppdecken auf begueme Zahlungs- weise zu streng reell, ttassavrets. Schr. Angeb. nut. 03867 an den Giehener Anzeiger erbeten. Vad-Nauheim \ samslagv Sonntag, öen5.u.6.3nnii926 Beginn: 4 Hör nodjmlW ra.Ktlt-g.WMtt mit MMM auf dem Turnierplatz zwischen Teichhaus und Golfplatz oeranftaltet von ver lurnleraöteihmg ües Heidisüerüanöes Berlin. 4788D 450 erstklassige Nennungen darunt. auch der Wetterauer Retterverein. Vorverkauf im Kurhaus (Telephon 187) an den Turniertagen bis 1 Uhr mittags. beziehen. Eröffnung der Angebote Dienstag, den 15. Juni 1926, vormittags 10*/, Uhr, auf unserem Bureau, Frank- furter Slrahe 29. Freie Auswahl Vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Giehen, den 29. Mai 1926. „hD Hessisches Kulturbauamt. Westei Dvn Dr. 6i 'Ban iaim d Anger Zeit zu Miahr nennen. I'ch nunmehr da neuartiger 6d)u[: und mehr t ^Weitblick au Hellen- und C Abar zu mache 'U"nilhelsendes. der? Ei Sinne d ,behandelt i $ ^ertreiS dar t® manche 9WitigeteiL nähme unöÄ Art in k ^ble! «tfaSA8? AK* '3* Äh Rechen h» W- T, & 6d > Kurop ?tQlen^feine ©oetbo . ^bman bie AuM°lkntlic Und S d'.t j. beetnf mit elektrischer Licht- und Anlasser-Anlage, Signalhorn, Spiegel, Hoch - Elastic - Bereifung, Führersitz, normalem Pritschenaufbau, zum Preise von Mk. 15.500.- netto ab Werk Braunschweig prompt zu liefern. GrollitaMenraHtag in Lieh am 13. Juni, nachni. 3 Uhr, im Saalbau „Stein“ am Bahnhof. HandwerkerSssen |Stellengesuche| lew t®tt SUMM Junger für junge Dame und lunn hier oder aus- Schriftliche Angebote mit näherer Be- wärts. Schriftliche schreibuug und PretSangeb. unter 4755D Angeb. mit. 03876 an an den Giellener Anzeiger.______________ Turn-u. Sporlverein Butzbach v. 1846 Samstag, v. 5. u. Sonntag, d. 6. Juni, abends 8 Uhr Feier des Wahr. Bestehens Samstagabend im Hesiischen Hof: Auftreten der Finnland-Westfalen- Riege, Riege des Turnvereins Bieber- Offenbach, Frl. Friede, Frankfurt. Sonntagabend (Festhalle): r7;;D Auftreten der Finnland - Westfalen- Riege, sowie sämtlicher Abteilungen des Turn- und Sportvereins Butzbach usw. — Eintritt mit Festfolge 50 Pfennig. — des Herrn Grube-Wien über Die Flaggenfrage und Wlrund d?s Auslandsdeutsehtum Weiterhin Lichtbilder-Vortrag des Herrn Major a.D. Lindenau: Mit T 158 nach Norwegen am Donnerstag, dem 3. Juni, abends 8V2 Uhr, im Saale des Hotels Hindenburg, Seltersweg. Eintritt 30 Pf. zur Deckung der Unkosten. HesslscherVaterländischerBlock Bezirksverband Gießen. 477iD WmWq ■ 8.1 Samstag, den 5. Juni 1926, abends 8Vs Uhr: den Gteb. Anz. erb. < 8kW Damcn-Kopitva- Kassenverwaltung sucht ZUM alsbaldig. *Qn'du!ieren! " Bezug einige gröh. u. kleinere Räume. k-Än'KnMan"- Schriftliche Angebote unter 4785D kure. an den Gießener Anzeiger erbeten. Saubere, sorgfältige ----------------------~ Bedienung. 03874 M 6. Sterling, Gnautbstralle 34. Versteigerung. Freitag, den 4. Juni, nachmittags WM 2'/, Llhr, versteigere ich im Restaurant Deutscher Urgebmig v. WasserleitiiitM'htiteil Äästthml! Für die Gemeinde SernSbutg, StS'coÄÄÄ zu verkaufen. ' Südanlage 23r empfehle beute, Donnerstag und Krcitagzn billigsten Preisen heule eingetroffen. Fischhandlg. AM». »SSE'" W*« Teleph. 1612. ,7',7c 1 Teleph. 66. W9c V< derde"tsl ».LÄ y siebenen ien m;r von ■ 2TJS * an oleie v Qt b%t an Pessar Ä " Sick 3u Ä 2°rzüge uj L s°nd«n ^ Mit. M tu Methoden, nm h ten, alle aber ve gegenüber dem 1 |eü in bezug au Aon den eM -rast aus. daß 0 gen, daß auch 1 sich bemühen, durc Sahl der Sitter & lang verg fßuig, die nur den stch erschließt, für Hrschwack und 2 oder einDvllenlu 2n diesem D flat gmachl toei Universität welchen Michle und Dernssansbi tun hat. DM täten auch dies aber das Weser steht nur, wer si ihren völlig dur praktischen Zweck tionalen, idealer bleibt. Diese Drais aber keine Log« Gewerlschastshau ein nationales E Doll. Sein bestes körpert in dem re Natürlich gibt es schästemacher, ade fclbftlole unb $toea Erkenntnis, ui lehrten, sondern f dingt die tzauptsi sie aus Grund die unvergleichliche $ Dation besitzt. D Deck geistiger ls Ausdruck in der als Idee. An i nun gar erst an toird herumkntisi Haar an ihnen ( . '> Diese Wes. tatsideales ist er nenm ausschluh, Hossmann, „5Xe Völker". Verlag v Zmperia, die Oualitütrmaschine in höchster vottendung! 500 ccm Iap-Motor 1450 (FLM, 350 ccm OHV.-Blackburne-Motor 1350 SUI Günstige Teilzahlung Vorführung auf Wunsch. Ing. Rich. Güngerich & Co., Spezial-Reparatur-Werkstälte für Motorräder «m Dietzen, Lieblgstratze 58 Tankstelle ^Vermietungen | L-zimmtr-Woliii. (schräg) sos. rru ruhige Mieter z.verm. i'täh. tu d. (veschäfttzst. des Giell. Anz. 103869 Kruschen-Salzerhält die Gesundheit, reinigt das Blut, hält Leber und Nieren in guter Funktion, sorgt für normalen Stoffwechsel, hält Magen und Verdauung in Ordnung. Mark 3.— pro Glas. Kreun-Droaerie, August Noll, Grellen, Bahnbofstr. 5t J17Jss vrWllAiisserM liefert in jeher gemflnfdjt« tiusfiatlurtg preieuxtt dl« Brühl sche Unlverfit«». ®rd*eret, 3L Leng«. Welche« Fuhrwerk oder Auto das Mitte Juni nach Frankfurt a. Main fährt, nimmt Schlafzimmer mit. Schr. Ängeb. mit Preisangabe unter 03896 au den Gietz. Anz. Verloren: Am Samstagabenb in der Walltorstrahe 1 Motorradkette. Gegen gute Belohnung abzugeben Heuewfl 5 p. Warne X hiermit nochmals jedermann, meinem Sohn Robert etwas zu leihen ob. zu borgen, da ich für nichts mehr hafte. Karoünc Oestreich Wwe. Heuchelheim. Vereine WWwMWl des 5lfflinralalet3ttletoeieln5„9öerla6ii" AmMontag,dem 14. Juni, vormittag- 10 llbt. Beginn des Austriebs 9Va Uhr. Gemeinden und Privatleuten ist Gelegen- heil zum Ankauf erstklassig. Zuchtmatertals (Simmentaler Rasse) geboten. 4773D Braver, jüngerer tzausbursche baldigst ges. (03889 Babnbosstratze 51 Ehrlicher Hausbursche gesucht. 03894 Neuenweg 2. Bleichstrane 2, im Bureau.__________ Ordentliches e für Wietzen, Kreis Wetzlar und Z-elachs Marburg gesucht. Goldbarsch Schriftliche Angebote unter 03880 Schollen | an den Gießener Anzeiger erbeten. Blaufelchen Hechte Salm Sreifag, 4. 3uni, 03890 abends 8.30: „Statt Lich". M Gießen. Freitag, 4. Juni: Monatsversammlung bei Hopfcld. 4,yc Alter Blei iBleiröhrem kauft BrühlscheDruckerel - P Schulstr. 7/9 Für getragene Decken, Spitzen, Borde, Stricknadeln pßerrelikkidcr und v. A. 4788VI zahlt höchste Preise Versteigerung bestimmt. L. Althoff Möbl. Zimmer in der Nähe des BabnhosS zu verm. Näh. t. d. GcschäflS- sielle d.G.Anz. s«»7, Möbl. Zimmer zu vermieten 14779V Neustadt r»o. | Mietgestiche | Staatsbeamter sucht 3-Ziminer-WoliD. mit Küche evtl. 2 girnrner mit Küche. Schrift!. Angebote unter 03888 an den Giell. Anz. erbeten. Best, kinderloses Ehepaar sucht möblierte Wohnung ca. 4 Zimmer, per 15.Ium, evtl. l.Juli. Schrift!. Angebote unter 03884 an den Giest. Anz. erbeten. Aelt. bess. Ehepaar sucht in ruhig. Hause fkinc M11W. Schrifll. Angel', mit. 03886 n. d Giell-Anz. Hdcta mit nur guten Empfehlungen sofort gesucht. Borzustellen iro. liUUbt (4782D Goetbestr. 68 II Zwei tüchtige ”*1 Hätten gesucht, eins für hier und eins für aullerhalb.daS^and- wirtschast versteht. kleöigWtze 66 p. OCOCCCCGOCaDODOOCC (ZrsabreneS.'tücht. Mädchen für den Haushalt für tagsüber gesucht. Näheres In der Geschäftsstelle des Gies;. Anz. 103887 Einfach möbliertes Zimmer per L Juli in Kroi vor? gesucht. Offert, mit PreiSang. unter Nr. 1287 an Herio, Plockstr. 5. 14777h ^V/oknungslausek^ Wohnflngslauscli. GJe fucb t 5- bis 6-Zimmer-Wobu. mit Zubehör, mögl. Bad, bald beziehbar, in guter Lage. Geboten wird 3- evtl. 4-Zimmer- Wohng. mit Zubeh. inWetzlar. Umzugsvergütung u. I Jahr mietfrei oder aus Wunsch angemessene Abffndttng. Schriitl. Angebote unter 03879 an den Giell. Anz. erbeten. ltSielienangebote| Zwei tüchtige 4nsD SausmiiWkii per 15. Juni gesucht. Schlotzholel Braunfels. Tüchtiges, ehrliches MW L°°n"'L«I MmMiW, Seil 3.3M «MMW 2 W Liebigstr. 86 v. versteigere ich im „Löwen", Reuen- Tüchtiges, solides. weg 28, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. 2 Klaviere, 1 Auto, 2 Büfetts, zwei JIlUVaKn Standuhren, 1 Bücherschrank, fünf „er sofort gesucht, Schreibtische, 1 Eisschrank, 1 Dtwan Wwie e n n[479iD mit 2 Seffeln. 1 Truhe, 1 groher ’0,V,C Cm -1 ' Beleuchlunqskötper, 1 Auto-Feuerlöscher, 7 Blöcke Sandsteine, 1 große u. 1 kleine Trommel mit Schlagzeug u.v.a. II. bestimmt: 3 silberne Herrenuhren, 110 Pakete Streichhölzer, 8 Kart. Tabak ä 10 Pfd., 1 Fah Sherry-Brandy; III. anschließend die in der Anzeige vom 1. er. aufgeführten Gegenstände. Dern, Gerichtsvollzieher in Giehen Steinsirahe 13.4799C Elegante Damen- u. Herren-Schuhe alle Modefarben! — große Auswahl.! Kinderschuhe :::: Formen :::: Reiseschuhe ttan VTRrtA Strandschuhe Sandalen 41110 Sendung! licoenjorh" 6 0HSE WlUm ?Ag Vlen über W !n,rage s*« Llndenai? Norwegen 1!» abends 81/ iil nbur& s'ltersÜhr’ ,g der Unkosten6' 1450 M 'Motor 1350 SUt Vorführung auf ®un(d), erich & Co., Ue für Motorräder ÖT Tankstelle. ten Mahlung erwiesenen wir allen recht herzlich m Wagner geb. Schneider ben 2.3uni 1926. C; t001" SÄtCffi gr-vlorenr Perloren r M *wv 1(01 Warne ! I™' 6lew«.Ä?» «E* *ss%ä erbeten. Vereine tchtuna . werb. äW. irt nb m 1111) chtung 1. M. Neuen« Zahlung: ii, zwei nl, fünf I Diwan 1 großer o'Zeuer« großen, ugu.v.a. 'nuhren, l.Tabal inbt); lat und ;r 03880 . erbe» hererH ter 47550 MM. Fuhrwerk ober Auto baSMitieJE -rantfurt n.J Raunte- t 47850 etwas »uAtÄ -He oeä^ 3 K-n chs SS LS Mb al» MkKz ui- ’!• jin»- Olm Samslagaben M G* „ 4. -s^ Kruscto-SakerMAt die Gesundheit, reinigt das Blut, htit Leber und Nieren in miterPunktion,sorgt iür normalen Ston- wechsel, hält Magen und Verdauung ü Ordnung. Muk 3.- pro CUk , KreufDrogerie, ■ StMuflM*» ' 8w6«!äk—S SlMkMZ NN'NtnI'da^^»« 2>.,Itn'iung DruäniLÄw». * SL los&* Mittwoch, 2. Juni 1924» Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fürGberhesten) Ur. 126 Zweites Blatt Jugend und Hochschule. vor Westeuropäismus. Don Dr. Siegfried Mauermann. Wan kann bas Schuljahr 1925/26, das einiger Zeit zu Ende ging, ein Niedergangs' fchuljahr nennen. Das Schuljahr 1926/27, das sich nunmehr daran anschloß, wird eine Reihe neuartiger Schuljahre einleiten. Man wird sich mehr und mehr mit Bewußtsein darum bemühen, den Weltblick auch für das Schulwesen in einer der Zeiten- und Weltenwende entsprechenden Art nutzbar zu machen. Da die Schule mit Recht «in mithelsendes Allgemeininteresse gefunden Hot. ist eine kurze Erörterung eines Gegenstandes, der im Sinne des Weltblicks auch auf der Schule behandelt werden soll, vor einem gröberen Leserkreis durchaus angebracht. Es handelt sich um den Westeuropäismus. Es ist das kein Schlagwort auf -ismus wie so manche -ität oder -ation; der Westeuropäismus ist vielmehr eine organisch gewordene Tatsache, die unbedingte Beachtung verdient. Man könnte fast wie weiland Schiller eine Antrittsvorlesung hallen und das Thema etwas ändern in „Was ist und zu welchem Zwecke studiert man Westeuropäismus?" Er ist ein Kulturergebnis, entstanden aus gegenseitiger Durchdringung, Beeinflussung, Annahme und Ablehnung bewußter und unbewußter Art in den Ländern westlich der Weichsel. Man ersaht das Was durch die in der Pädagogik und Didaktik immer mehr geläufigen Methoden des Vergleichens und der Querschnitte. Einige naheliegende Beispiele mögen das illustrieren. Wir sprechen von deutscher Geistigkeit, französischem Esprit und englisch-amerikanischer Mentalität. Liberty, Ildertö und Freiheit regen zu fruchtbringenden Dergleichen an. wenn wir etwa Hume, Rousseau und Treilschke studieren. Der unver- gehllche Erich Schmidt hat bereits etwas von jenem Westeuropäismus gewußt, als er im Jahre 1875 seine älntersuchung über den sentimentalen Roman bei Richardson. Rousseau und Goethe veröffentllchte. Die Empfindsamkeit tote die Aufklärung wurde bei beeinflussendem Hm und Her ein westeuropäisches Allgemeingut. Wie haben Wandertruppen das geistige Leben in Westeuropa beeinflußt! Die italienische Oper kam mit ihrem Ballett nach Paris, kam ms friderizianische Berlin: das spanische Tleater übte leinen Einfluß aus: die engllschen Komödianten Vom Wesen der deutschen Universität'' Don Staatsminister Prof. Dr. E. H Decker. Dom Wesen der deutschen Universität kann man nur mit ehrfürchtiger Scheu sprechen. Es ist ein Thema, dessen Inhalt jeder Gebildete ebenso verschieden umschreiben wird wie den Begriff der Wissenschaft selber, gemeint wird aber mit den verschiedenen Formeln immer das gleiche. Wenn wir von Universität sprechen, so denken wir dabei nicht an diese oder jene bestimmte Universität oder Hochschule, nicht an den Typus Berlin oder Heidelberg oder Greifswald, nicht an diese oder jene Fakultät, nicht an Dorlesungs- betrieb, Seminar, Klinik oder Laboratorium, nicht an Professoren oder Studenten, überhaupt nicht an diese Fülle und ihre Differenziertheit, deren Dorzüge und Rachteile der Kritik unterliegen. fonbern uns steht klar und deutlich ein Idealbild vor der Seele, eine Art von Gralsburg der reinen Wissenschaft. Ihre Ritter vollziehen einen heiligen Dienst: vom Heiligtum zu allerlei wissenschaftlichem Dienst entsandt, durchwandern und durchforschen sie die Welt, jeder in seiner Weise, jeder nach seinen Mechoden, mit seinen Mitteln, nach seinen Kräften, alle aber verbunden durch die Verpflichtung aegenüber dem Gral, der das Symbol der Ein- yert in bezug auf Gesinnung und Ziel darstellt. Don den echten Gralsrittern geht eine suggestive Kraft aus, daß die Rovizen sich zu ihnen drängen, daß auch Unternehmer und Interessenten sich bemühen, durch ihre Dermittlung selbst Ruh- nieher des heiligen Dc^irks zu werden: aber die Zahl der Ritter ist klein: mancher sucht sein Leben lang vergeblich nach dem Zutritt zur Durg, die nur den vom Schicksal dazu Berufenen sich erschließt, für alle aber liegt hier — je nach Geschmack und Temperament — ein Walhall oder ein Wölkenkuckucksheim. An diesem Bild soll gleich zu Beginn ganz klar gemacht werden, daß das Wesen der Universität für den Deutschen mit irgendwelchen Rützlichkeitserwägungen, mit Fachschulung und Berufsausbildung im Grunde nicht viel zu tun hat. Gewiß werden von unseren Universitäten auch diese Ausgaben mit übernommen, aber das Wesen der deutschen Universität versteht nur. wer sich der tiefen Spaniucng zwischen ihren völlig durch rationalisierten Mechoden und praktischen Zwecken und ihrem letzten, ganz irrationalen, idealen, einheitlichen Endziel bewußt bleibt. Diese Gralsburg der Wissenschaft ist nun aber keine Loge für Dereinsbrstder und kein Gewerkschaftshaus für einen Berufsstand, es ist ein nationales Heiligtum für das ganze deutsche Doll. Sein bestes Streben sieht der Deutsche verkörpert in dem reinen Dienst an der Wissenschaft. Ratürlich gibt es auch bei uns Banausen und Geschäftemacher. aber das Entscheidende ist das selbstlose und zwecklose Suchen nach der reinen Erkenntnis, und das ist nicht für den Gelehrtem sondern für daS ganze Doll so unbedingt die Hauptsache bei der Universität, daß sie auf Grund dieses ideologischen Postulats ihre unvergleichliche Positton im Selbstbewuhtsein der Ratton besitzt. Der ganze deutsche Glaube an den Wert geistiger Güter findet seinen greifbarsten Ausdruck in der Wertschätzung der Universität als Idee. An den einzelnen Universitäten und nun gar erst an den Professoren und Studenten wird herumkritisierl, daß manchmal kein gutes Haar an ihnen bleibt und man glauben könnte, ') Diese Wesensschau des deuttchen Unwersi- tätsideales ist entnommen dem kürzlich erschienenen, aufschlußreichen Buche von Schairer- Hoffmann, „Die Universitätsideale der Kulturvölker". Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. die deuttchen Universitäten seien die rückständigsten unb Verstaubtesten Instituttonen der Well, aber — das alles geschieht aus Respett vor dem Gralstempel, von dem jeder gebildete Deutsche Har oder unklar ein Abbild in sich trägt. Die reine Erkenntnis ist für den Deutschen eine heilige Angelegenheit. Wer ihr sein Leben widmet, hat priesterlichen Rang, aber auch priesterliche Pflichten und trägt eine gewaltige Verantwortung. Willig räumt die Ratton dem Gelehrten eine bevorzugte gesellschaftliche Stellung ein. Ieder Professor ist ein Pfründer der. Ratton. nicht weil er künftige Staatsdiener bildet oder der Industrie den Rachwuchs erzieht, nein, weil die Ratton die Rotwendigkeit einsieht, daß der Diener am Gral frei und unabhängig dastehen muh: das Prinzip der nur sich selbst verantwortlichen, freien Forschung ist ihr so heilig wie das der richterlichen Unabhängigkeit. Run könnte man glauben, daß die führende Stellung der deutschen Wissenschaft im Rahmen des nationalen Lebens mit den ungeheuren Erfolgen der Raturwissenschaft und der Technik in den letzten fünfzig Iahren und mit der handgreiflichen praktischen Verwertbar- keit der Resultate der wissenschaftlichen Arbeit zusammenhängt. Daran ist gewiß richtig, daß die Bedeutung der Wissenschaft damit auch dem letzten Praktiker klar geworden ist, aber das Ansehen der deutschen Wissenschaft im Dolk daraus erklären zu wollen, wäre eine gan; verfehlte nachträgliche Erklärung eines aus ganz anderen Gründen bestehe..den Zustandes. Historisch hängt dieser Zustand schon eher mit dem Aufklärungsideal. mit dem »Wissen ist Macht", mit dem Fortschrittsprinzip zusammen, aber diese Ideen sind in Deutschland durch den klassischen Idealismus hindurchgegangen und von ihm zu einer fast religiösen Angelegenheit für das ganze Dolk geläutert worden. Es ist ganz falsch, die ilebcr- schähung des Akademischen, unter der wir in Deutschland leiden, auf die Rühlichkeitswerte der besseren Ausbildung für den materiellen Aufstieg zurückführen zu wollem so sehr heutzutage gelegentlich akademische Bildung und Besoldungsstufe in einer gewissen Relation stehen: der Ausgangspunkt liegt vielmehr in dieser letzten Ehrfurcht vor der Wissenschaft, deren Dienst manchmal auch Gewinn bringt, jedenfalls aber adelt. Dieser Adel liegt in der inneren Freiheit zu beliebiger Fragestellung. Es ist kein Zufall, daß der. deutsche Mensch im »Professor" Faust sein geistiges Prototyp erblickt: der Professor, der eben mehr ist als Professor, der auf dem älmweg über den Professor zum Menschen wird, der vom Deicken zum Erleben der letzten Tiefen des Daseins fortschreitet. Fragen, Forschen ist alles. Rur aus der Frage wird auch die Ehrfurcht geboren, und nur wer zu fragen wagt, weiß schließlich, was niemals erfragt werden kann. Aber die Raivität muh einmal verloren gewesen sein, um wiedergewonnen als Wert empfunden zu werden. Der nicht fragende, sich über nichts wundernde Par- zival war der Gralsburg noch nicht würdig. Wer aber das Fragen gelernt hat, wird die Sehnsucht nach der Antwort nicht mehr los. Ihn braucht man nicht mehr zu gängeln, er hat entweder die Kraft zur eigenen Antwort in sich oder er gehörte nicht in den heiligen Bezirk. Das ist in letzter Linie der Grund für unsere so oft mihverstandene Lehr» und Lernfreiheit. Gewiß, die Freiheit der Forschung wird wohl überall anerkannt, aber schon bei der Lehre kann es Konflikte geben; daß man endlich aber, auch das Lernen nicht pädagogisch regelt, sondern der freien Initiative des Studenten überläßt, scheint dem Außenstehenden höchst unprakttsch und unbegreiflich. Gewih liegen hier Bedenken vor, aber daran kann kein Zweifel bestehen, daß sich dies ganze System einheitlich auf einen letzten, fast religiösen Postulat aufbaut. Der Wissenschaft kann man brachten im 17. Jahrhundert nicht nur ihre Pickelhäringspähe. sondern auch ihren Shakespeare nach Deutschland. Die Meininger sind hinausgezogen genau so wie später Max Reinhardt mit seinem Ensemble: uns hat Mounet- Sullh, uns hat Beerbohm-Tree besucht: Dirtuo- fen haben uns Eigenartiges gezeigt, wie etwa ein Coquelin einen unnachahmlichen Cyrano. wir haben unfern Kainz und unsere Sornta hinaus- esandt. — Milieu und Struktur sind große Begriffe in Westeuropa geworden von Taine bis zu Dllthey. Ewige Renaissance verstehen lernt Spranger, ewige Revolution Kawerau. Man ist geneigt, nicht mehr Sammler zu sein sondern zum Forscher emporzusteigen. Man trägt nicht mehr Material zusammen, man ergründet bereits etwas wie einen Sinn der Kultur: man ist versucht, an Entwicklung zu glauben, wenn sich nur nicht immer wieder das Bild vom Auf und Rieder der Kulturwellen aufdrängte: wenn nur nicht immer wieder die Erhaltung der Kraft, das gleichbleibende Maß des Stoffes, die Relativität unseres Denkens, die Unzulänglichkeit unserer Organe Einhalt geböten. Das Bild vorn Ringe der Ringe eines Rietzsche predigt Wiederkehr: vielleicht Ringe in Schraubenwindungen aufwärts: letzter Ausweg, um Evolution und Entwicklung festzuhalten. Der weise Salomo wird aber mit seinem „Alles ist eitel“ doch recht behalten: auch Ben Akiba, Und da ist es gut. auch einmal schematisch etwa nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten Querschnitte zu machen. So günstig wie das Jahr 1781 werden nicht viele Jahre Material für westeuropäische Querschnitte hergeben. Da flammen des 22jährigen Schillers „Räuber" auf. da schreibt der 30jäh- rige Johann Heinrich Dotz seine Odysseeüber- sehung, der duldsame Lessing schließt seine Augen für ewig, der Königsberger Denker Kant redet das schwere Deutsch seiner „Kritck der reinen Dernunft". Pestalozzi widmet sich den kleinen Leuten in „Lienhard und Gertrud". Dohm schreibt über die bürgerliche Verbesserung der Juden, in Oesterreich gibt Joseph II sein Toleranzedikt heraus er hebt die Leibeigenschaft der Bauern auf, Buffon und Mirabeau gewinnen an Einfluß in dem unter S'e-ierlast schwer seufzenden Frankreich. Robert Burns verliert durch Brand fein ganzes Vermögen, und George Etephenson. der Erbauer der Lokomotive, wird am 9. Juni desselben Jahres geboren. — Damit sind wir vom rein Geistigen der Kultur nur in freier Zucht und in eigener Der - anttoortung dienen. Rach dem Vorbild des Meisters soll auch der Schüler leben. Es führen viele Wege nach Rom, zum Gral so viele, als es Sucher gibt, ilnb doch ist diese Vielheit eben eine Einheit, zum mindesten eine Einheit in der Blickrichtung, eine Universitas. Die Universität ist keine Totalität im Quantitativen, der Begriff der Totalität erschöpft sich im Qualitativen: denn wer das Eine, das not tut. ersaht hat. der hat damit das Ganze. Der gehört zur Gemeinschaft der Universitas. Student und Presse. Von Dr. Walther Heide, Hannover. Auf dem Deuttchen Studententag in Berlin im Sommer 1925 wurden eine Reihe von Entschließungen angenommen, die das Verhältnis der Studentenschaft zur Presse behandelten. In ihnen wurde allgemein anerkannt, daß auf eine Zusammenarbeit mit den Tageszeitungen der größte Wert gelegt werden müsse. Wo Hochschulbeilagen bestünden, sollten sie von berufenen Vertretern der Studentenschaft tatfräftig gefördert werden. Dem Problem der akademischen oder studentischen Presse wollte man besondere Sorgfalt zuwenden. Diese Enttchliehungen waren der Riederschlag einer Entwicklung, die als eine erfreuliche Rachkriegserfcheinung das Problem „Student und Presse" umschließt, die aber in ihnen noch keineswegs ihren Abschluß darstellt. Wie aus der polittschen imö wirtschaftlichen Zwangslage Deutschlands eine Umformung der staatlichen und sozialen Daseinsgestaltung erwuchs, so wurde sich der Student im Zusammenhang hiermit einer stärkeren Betonung feiner Standesinterefsen bewußt, ein naturnotwendiger Fortschritt, der in der Studentenverfafsung und ähnlichem feinen Riederschlag fand. Was war verständlicher, als daß die Studentenschaft aus gefchlosienem Solidaritätsgefühl heraus und folgerichtig ihre Gedanken, Interessen und Forderungen an die breite Oeffentlich- keit heranzutragen sich bemühte, um gemeinschaftliche Ziele wirttingsvoll und erfolgreich durchzudrücken. Sie erkannte, daß eine Interessenvertretung ohne Unterstützung der Presse bald auf totem Gleise stehe, wie in positiver Hinsicht eine kulturpolitische Beeinflussung der Umwelt und ein Verständnis für die Bedeutung der Hochschulen für Staat und Dolk nur eine akademische oder akademisch beeinflußte Presse erreichen könne. So entstanden akademische Zeitschriften und Hochschulbeilagen, studentische Presseämter sammelten in Pressearchiven Material und werteten es aus. und man sah auch, wie der deuttche Student vettuchte. als mitentscheidender Faktor sich aktiv am Leben der Ration zu beteiligen. Es ist dem Studenten der Vorwurf gemacht worden, daß diese Dersuche größtenteils problematischer Ratur feien. Gewih, der Student ist da vor neue Aufgaben gestellt, die in ihrer Problemhaften Schwierigkeit erst von ihm noch zu meistern sind. Gut Ding will Weile haben! Es wäre verkehrt gewesen, hätte der Student in jugendlicher Begeisterung für eine neue Sache überstürzt gehandelt. Eine studenttsche Pressearbeit muh aus sich selbst wachsen und reifen, an eigener Erfahrung lernen. Da sie für die Akademikerschaft eine Lebensfrage ist, sollte jeder Student in sich die Derpflichtung fühlen, tarträftig und opferwillig nach besten Kräften an ihrer Ausgestaltung zu tourt n. Aber der Student muh über seine reinen Standesfragen hinaus auch noch in erweiterter Form den Kontakt mit der Presse suchen. Er hat sich mit ihr als dem Ausdrucksmittel der öffentlichen Meinung zu beschäftigen, die von ihr vermittelten politischen, wirtschaftlichen, soziologischen und literarischen Gestaltungen zu verfolgen und sie dann in eigenem Durchdenken bis zu bereits zum Wirtschaftlichen und zum Staatlichen gekommen. Das Erwerbsleben, die Beamtenaufgaben, die Staats- und Regierungsformen werden für das Zusammenleben in Westeuropa bestimmend. Handel und Handelsverträge, Diplomatenverkehr gehören zum Westeuropäismus, Zeitung und Banken unentbehrlich für das Gewoge von drüben nach hüben, von hüben nach drüben. Rur West europäismus könnte man trotz der Fülle des Stoffes fragen; nicht auch Rord- und Süd und Ost? Gemach: es soll durch West nichts anderes zurückgeseht werden; aber die deutschen Kulturbestrebungen gingen zum größten Teil nach Westen, etwa gegen Ende des vorigen Iahrhunderts; die wichtigsten Kultureinflüsse, die bisher auf Deutschland ausgeübt wurden, kamen vom Westen; und endlich die Schulgattung, die in erster Linie mit diesem Westkulturgut vertraut gemacht werden soll, ist der realgymnasiale Zweig unseres Bildungswesens; da handelt es sich bekanntlich um den modernsprachlichen Westen in Französisch. Englisch, Spanisch, Italienisch, wenn auch das Russische nicht gerade übergangen werden soll. Es wird in der nächsten Zukunft der Blick nach Osten wirtschaftlich lohnend sein: Es wird schon heute beispielsweise von den Türken anerkannt, daß sich Deutschland bemüht, durch sein Dildungswesen das Derständnis zwischen orientalischem Wesen und Westkultur zu fördern. Es wird also der Westeuropäismus gerade bei der großen Bevölkerungsdichte in Deutschland zu ergänzen sein durch Gedanken über Ostkultur; aber wenn einmal aus dem geschichtlich reicher bewegten Westen Stoff und Zweck und Methode gewonnen sind, wird es ein Leichtes sein, die anderen Kulturen anzuschliehen, die sich ja schließlich auch auf dasselbe zu- spihen: auf Verständigung, auf das bekannte tout comprendre. Und damit ist nun schon die Frage beantwortet „Zu welchem Zwecke studiert man Westeuropäismus?" Kulturkunde, das heute oft gehörte Wort, ist ebensowenig eine Phrase. Kulturkunde ist ein Bildungsgrundsah universaler Art. Er soll schon auf der Schule zur Geltung kommen: dann wird er sich auch im Leben mehr bemerkbar machen als bisher, und davon sollen auch die Eltern Kentttnis erhallen, dem sollen auch die Erwachsenen zustimmen. — Der Gedanke ist geworden, er ist nicht gemacht worden. Bereits in den Drucksachen des Preußischen Abgeordnetenhauses (1916'17, Rr 388) ftn- ihren lehren Konsequenzen zu ergründen. Leider macht sich in diesem Puirtte unter der Studentenschaft eine Intcrefsenlosigkeit geltend, die er- schreckend um sich greift und wofür die Schuld nur zum ganz geringen Teil in den wechsel- vollen Geschehnissen der Gegenwart und bei der Presse selbst liegt. Wer seine Zett kennen und verstehen lernen will, der muß die Ereignisse in der Presse verfolgen, muh die täglich aufs neue in ihr andrängenden Probleme mit dem Bewußtsein ihrer Schwierigkeit sorgsälttg zu durchdenken versuchen und sie nicht mit Schlagworten übereilter Stellungnahme abtun. Man sieht beim Studenten so oft ein geringschätziges Achselzucken für die Presse in ihrer Gesamthell, als ob sie zur Liebermittlung von Sensationen wohl tauge, aber weder Kenntnisse vermittle, noch Wissen in sich berge. Da- ist eine Verkennung der Bedeutung einer Presse, die größere Geister als Dildungsmittel schon seit langem anerkennen, wie es der berühmte englische Geschichtsschreiber M a c a u l a y tut. der sagt, daß die einzig wahre Geschichte eines Laüdes in der Zeitung zu finden sei. Dr. S t r e f e - mann hat einmal von der „Ertüchtigung des Geistes" gesprochen, welche die Iugend erstreben müsse, eine Forderung, die auch Oswald Spengler im Frühjahr 1924 auf einer Tagung in Würzburg erhob, als er sagte: »Ich vermisse in der Jugend, die heute mitten in der nationalen Bewegung steht, den Umfang des Wissens, den sie sich hätte aneignen können und müssen; denn Politik beruht nicht auf einem Wollen, sondern auf einem Können, und das Können seht voraus, daß man alle diejenigen Gebiete beherrscht, auf denen Politik getrieben wird. Das ist es. was ich zunächst als Aufgabe der nationalen Jugend sehe, sich mit eisernem Fleiß einzuarbeiten in das, was man das weltpolitische Ziel der Ration nennen könnte, und damit geistig über die Grenze hinauszuwachsen, die Deutschem!) heute noch von der Welt abschneidet. Denn die Zukunft Deutschlands beruht nicht auf dem, was innerhalb der Grenzen in neuer Form entsteht, sondern was infolge dieser Form außerhalb der Grenze erzielt und erreicht wird." Wer aber vermittelt diese Kenntnis vorn Weltgeschehen besser als die Pressei Hier also harrt das Problem »Student und Presse" noch der so notwendigen Lösung. Lind sie sollte nicht schwer sein, wenn man an die Möglichkeiten denkt, die dem Studenten in allernächster Rähe erwachsen. Als neue Disziplin greift die Zeitungswissenschaft auf immer weitere Hochschulen über, und die Studentenschaft darf es sich als ganz besonderes Verdienst anrechnen, schon vor dem Kriege durch wiederholte Eingaben an die akademischen Senate die Einführung der wissenschaftlichen Zeitungskunde entgegen aller Zurückhaltung in den Fakultäten einiger Hochschulen gefordert zu haben. Die meisten Studenten toeroen nun in der neuen Disziplin lediglich eine Berufsausbildung des Journalisten erblicken, was sie keineswegs ist. Die Tattache, daß sie bei 7 deutschen il.uDerfi- täten als Lehrzweig der phllosophischen, bei 4 der rechts- und staatswissenschaftlichen bzw. Wirtschafts- und svzialwissenschaftlichen und bei 5 ald Disziplin beider Fakultäten besteht, zeigt, wie die Presse nach den verschiedensten Richtungen hin, nach ihrer geschichtlichen, wirtschaftlichen, politischen und psychologischen Wir ung, zerlegbar ift Und diese Tatsache lehrt, daß die Zeitungswissenschaft in starkem Maße auf die anderen Disziplinen der Hochschule übergreift und also nicht nur auf die zukünftigen Journalisten sich beschränkt, sondern den Philologen ebenso wie den Juristen, den Dolkswirtschaftler ebenso wie den Histori er in ihren Binn zieht und so das Problem ihrer Mannigfaltiakeit dartut. Demzufolge wird der eine an die 'Zeitungswissenschaft mit einer mehr den wir von dem damaligen Geheimen Regierungsrate Professor Dr. Becker verfaßte amtliche „Denkschrift des Preußischen Kultusministeriums über die Förderung der Auslandstudien". Dort und auch in früheren und späteren Darlegungen kommt vor allem das Wie zur Erörterung. Soll man auf den Universitäten eigene Kulturlehrstühle einrichten, sollen Auslandinstitute wirken, damit gut vorbereitete Lehrer den Schülern das Grundlegende für die Kulturkunde beibringen? Rach den ministeriellen Anregungen und Vorschriften wird bereits jetzt verlangt „das Einleben in die schöpferischen ®e- danken des Westeuropäischen"; man soll „die deutsche Kultur in ihrer geschichtlichen Auseinandersetzung mit den westlichen Kulturen" betrachten lernen. Das Versöhnliche der Austauschprofessuren, der Auslandreisen, wie sie uns etwa Frenssen in seinen Briefen aus Amerika schildert, der Ferienkurse, auch der Schüleraustausche, der Lektorate und Ausländersprechübungen sind methodische Einzelheiten, die unter einem großen wissenschaftlichen Gesichtspunkt zusammen- gefaht und in ein System gebracht werden sollen. Es soll das Gesammelte durchforscht, der Sammler zu einem Forscher, die einzelne wichtige Erfahrung zu einem aufschlußreichen Gesamtbilde verwertet werden. Zunächst allerdings wird das Buch, das das wichtigste Material zusammen- stellt, der erste Lehrmeister sein, Vorträge und Funkmllteilungen werden das Zweite sein. Es ist der Plan, daß etwa jeden Montagvormittag zwischen 10 und 11 ilfjr in allen Schulen und Bildungsstätten Deutschlands auf funktechnischem Wege von London her ein Vortrag über englische Kulturfragen in englischer Sprache gehört werden muß, gar nicht von der Hand zu weisen. Es werden dann die Auslandreisen einsehen, wobei man sich auf halbem Wege, bildlich wie wörtlich verstanden, entgegenkommt. Es wird endlich als Abschluß etwas wie Weltsoziologie, ja Erdkulturkunde und der ihr entsprechende Unterricht, das ihr entsprechende Studium Segen stiften. Denken wir an die Kongresse alter und neuer Zeit, wie treffliche Dienste hat da das Latein geleistet! Soll es Wunder nehmen, daß man auf diesem Wege weiter fortschreiten will? Vom Buch der Wirllichkeit? Vom Latein zum Esperartto? Wir brauchen Ausdehnung. Gebe man sie uns auf dem Wege über eine allseitige Kullurkunde! Turnen, Sport und Spiel t i: ' t Spielo. 1900 ®ii Aesten eines DüS Iugrndt * ali verdir s s. v. 1920 heuch Vie llleinrentnerfürforge. Don Direktorin Dr. Matz, Mitgl. des Reichstags. Cs wird in Rentnerkreisen allgemein dankbar anerkannt, daß die Kleinrentnerinterpellation der Deutschen Volkspartei, die seinerzeit in der Reichstagssihung vom 1. März zur Verhandlung kam, die Erörterung über die brennenden Lebensfragen der Kleinrentner, die in der Oeffentlichkeit ziemlich ruhten, wieder in Fluß gebracht hat. Die Reichsregierung hatte geglaubt, durch den §*633 der Reichsgrundsähe die Heraushebung der Rentner aus der allgemeinen Fürsorge zu sichern, indem die Bestimmung getroffen wurde, daß die Leistungen für die Rentner grundsätzlich mm ein Viertel höher sein sollten als die Sähe der allgemeinen Fürsorge. Auch die Forderung der gehobenen Fürsorge für die Rentner hinsichtlich der äußeren Form ist von der Reichsregierung immer erneut aufgestellt worden. Damit aber waren die Dinge regierungsseitig zur Ruhe gekommen, und das Reichsarbeitsministerium hat sich gegenüber einem selbständigen Rentncrversorgungsgesetz bisher ganz ablehnend verhalten, sowohl gegenüber dem vom Deutschen Rentnerbuird vorgelegten formulierten Gesetzentwurf als auch gegenüber sonstigen Anregungen auf Rückübernahme der Rentnerfürsorge auf das Reich. In der Kleinrentnerinterpellation der Deutschen Volkspartei wurden folgende Punkte in der Durchführung der Rentnersürsorge besonders beanstandet: 1. Härten bei der Auferlegung der Arbeitspflicht, 2. Anrechnung des Arbeitsverdienstes, 3. Anbilligkeit bei der Heranziehung der unterhaltsverpflichteten Angehörigen. 4. Verpfändung des Rachlasses zu Lebzeiten des Rentners. Die Aussprache im Plenum gab weiter Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß der § 33a, der den Kleinrentnern die gehobenen Sähe zubilligt, in vielen Gemeinden ebenso auf dem Papier steht, wie die Vorschrift der Freilassung eines Zinseinkommens von 270 Mark aus Hypotheken- zinsen oder nach dem Anleiheablösungsgesetz. Die Antwort des Regierungsvertreters war durchaus unbefriedigend. Der Hinweis auf die Richt- Verantwortlichkeit des Reichsarbeitsministeriums, da die Fürsorge Angelegenheit der Eelbstver- waltungskörper sei, und der Hinweis auf die Landesregierungen geht über die Verpflichtung des Reiches den durch Reichsmaßnohmen geschädigten Kapitalrentnern gegenüber glatt hinweg und bedeutet ein Versagen des Reiches, dos die beteiligten Kreise mit Recht bitter empfinden. Demgegenüber mutz immer erneut betont werben, daß Länder und Kommunen — wenn auch jetzt nach dem Buchstaben der Verordnung über die Fürsorgepflicht zu Trägern der Fürsorge bestimmt — dem Kleinrentner gegenüber keine unmittelbare Verpflichtung haben, weil der Rentner kein Armer, kein Fürsvrgebedürfiiger im alten Sinne ist, sondern daß das Reich den Kaditalrentnern gegenüber ebenso verantwortlich und verpflichtet ist wie in anderer Beziehung den Kriegerh'nterbliebenen und Kriegsbeschädigten. Auch bei der Tleberweisung der Fürsorge an andere Träger mutz das Reich die letzte Instanz 'bleiben. Di? lebhaften Klagen, die in dieser Reichs- togs^ebatte von verschiedenen Seiten vorgebracht wurden, hoben nunmehr einen neuen Erlab des Reichsa'-beitsministe'i ims an di? für die Kl^in- rentnerfür^orne zuständigen Ministerien der Län- der herbeigekührt. Dieser Erlaß bedeutet trotz mancher outen Worte rmd treffenden Bemer- kunoen für die Rentner ein« neue Enttäuschung, weil alles wieder auf „Kannvorschriften", auf Empfehlung von Wohlwollen und schonender Behandlung binousläuft. Ri'bt Wohlwollen und schonende Behandlung, die den früheren Dräger mi^telbürgerffcher Selbständigkeit outs tiefste demütigt. wiff der Kleinrentner, sondern einfach« Durchsetzung seines guten Rechts. Es H nehenbe? bemerkt, daß in zahlreichen Fäffen Eschenröder Mädchen durch den geöffneten Oberteil einer Haustüre in ein Haus geschwemmt worden. Am Abend des ersten Dfingsttages hotte man auf der Strecke Eschenrod—Unter-Schmitten 26 Tote ge« Vtevarischen, ein anderer mit mehr politisch- psychologischer und ein dritter vielleicht mit einer rein historischen Dlickeinstellung Herangehen. Die Hauptsache ist, daß jeder nur das Problem der Presse in seiner ganzen Vielgestaltigkeit versteht und erfaßt. TInd das sollte sich der Student in ganz besonderem Maße zur Ausgabe stellen. Hier ist noch viel, sehr viel von und an der deutschen Studentenschaft zu tun. Vereinfachungen oder Ersparnisse für die Verwaltung ohne gleichzettige Schädigung dienstlicher oder ariderer Belange nicht erwarten lassen. Dahin gehören u. a. die Vereinigung des gesamten technischen Außendienstes im Hochbau-, Tiefbau-, Kulturbau- und Vermessrmgswesen zu gemeinsamen technischen Bezirksämtern im Wege der organisatorischen und örtlichen Zusammenlegung, die Aufhebung der Staatsrentämter, die Verwaltung zweier Öberämter duvch einen gemeinsamen Vorstand, di« Verringerung der Zahlen der Rotariatsbezirke. Die Tätigkeit des Landes-Sparausschusses ist indessen damit keinesfalls beendigt. Glitter den weiteren Sparmaßnahmen, die ihn noch zu beschäftigen haben werden, sind für die nächste Zeit die Vereinfachung des staatlichen Kastenwesens durch Verringerung der Zahr und Zusammenlegung bestehender Kassen sowie Einführung eines vereinfachten Rechnungssystems, die räumliche Zu- sammenlegung von Behörden derselben Verwaltung, die Erzielung von Ersparniffen bei der Schutzpolizei infolge der dorzunehmenden Verringerung ihrer Kopfstärke und insbesondere die Frage einer neuen Dezirkseinteilung bzw. der Zusammenlegung von Bezirksämtern (Oberämtar, Amtsgerichte) vorgesehen. Es besteht ferner die Absicht, ein Landesverwaltungsgosed aufzustellen, das die Zuständigkeit der Behörden, das Verfahren in Derwaltungs- und Derwaltungs- vechtssachen, den Beschwerdeweg und deS Zwangs- voNstreckungswesens unter dem Gesichtspunkt möglichster Zweckniäßigkeit und Vereinfachung zu regeln bestimmt ist. Endlich soll ein« Kodifikation des gesamten württembergischen Rechts duvch- geführt werden. De vere nsachunassorschläge der Ztaatrreaierung von Württemberg. Von Bazille, Staatspräsident von Württemberg. D. S. D. Das Württembevgisch« Staatsministerium hat im Oktober 1925 einen Landessparausschuh eingesetzt, der aus Vertretern des Staatsministeriums und der Einzelministerien unter dem Vorsitz des Finanzministers gebildet und dem die Aufgabe gesetzt rst, Vorschläge für eine sparsamere und wirtschaftlichere Verwaltung aufAustellen und dem Staatsministerium zur Entscheidung vorzulegen. Rachdem erst auf 1. April 1924 anläßlich der Durchführung der Personal-Abbau-Verordnung durchschnittlich 20 v. H. des vorhandenen Deamtenpersonals aus den einzelnen staatlichen Verwaltungen aus- geschieden worden sind, tonnte es sich bei den neu eingeleiteten Sparmaßnahmen weniger um eine alsbaldige weitere und erhebliche Verringerung der Beamtenzahl handeln, zumal, da in Württemberg der Grundsatz möglichster Sparsamkeit und Einfachheit in der Organisation der staatlichen Verwaltung und der Ausstattung der Aemter mit Personal schon von je her eingehalten wurde und auch in den Rachkriegs- jahren eine Aufblähung der Aemter mit zahlreichen Beamtenstellen, von Ausnahmen abgesehen, vermieden geblieben waren. Die Tätigkeit des Landes-Sparausschusses hatte sich daher in erster Linie auf Maßnahmen zu richten, die auf eine Einschränkung der staatlichen Verwaltungsaufgaben, soweit sie bei der heutigen Finanzlage des Staates nicht mehr tragbar erscheinen, auf eine Vereinfachung der Dehörden- ovganisatton, des Geschäftsganges und des Verfahrens und auf eine zweckmäßige Arbeitseinteilung abzielen und die auf diesem Wege zu dem Ziel einer Vereinfachung des Behördenapparates und einer Verringerung der Deamten- zahl führen. Von diesen Gesichtspunkten ausgehend, hat der Landes-Sparausschuß zunächst die sämtlichen staatlichen Verwaltungen auf ihre Geschäftstätigkeit und die Zweckmäßigkeit ihrer Organisation eingehend durchgeprüft und Einzelvorschläge zur Vereinfachung der Verwaltung und Erzielung von Ersparnissen aufgestellt (Abbau von Planstellen, Zusammenlegung bisher selbständiger Behörden). Außerdem sind von ihm für die Reuordnung des Registraturwesens, die einheitliche Regelung des Beschaffungswesens u. a. Richtlinien ausgearbeitet worden, die eine Ersparnis an Arbeit und Kosten erwarten lassen. Er hat sich ferner mit der Frage der Behördenorgani- sation in den einzelnen Verwaltungen und besonders mit der Eingliederung der Landesmittelbehörden in die Ministerien befaßt: über den letzteren Gegenstand liegt ein Gesetzentwurf dem Landtag vor. Bereits durchgeführt ist sodann die Einrichtung einer zentralen Lehrerbesoldungs- kasse in Verbindung mit der Staatshauptläss«. Auch sind zur Zeit Versuche mit der Verwendung von staatlich beschafften und betriebenen Kraftwagen für die Dienstreisen der Beamten in Gang, um zu prüfen, ob mit dieser Einrichtung der Dienstreisen der Beamten verschiedener Verwaltungen, die an einem Ort vereinigt sind, zweckmäßiger und billiger ausgeführt werden können. Dagegen haben in anderen Fragen, die den Landes-Sparausschuß beschäftigt haben, De bisherigen älntersuchungen ergeben, daß sich dabei Derd Kiimmalio 11 Fortsetzung. . "?lr geht « brauche niemanöei iS 2,ener Ne *•* Stet L V«. ’tQrM zu >2 "Mertjfi »ppe der Mi • "$er Herr « gegangen Kn ^kken | h wt° niünn t Mellt ihr ‘rtannt SM5 (Ein; b "'^er k bebM^be (= *ein«i Güern" I »llS Ä wollt Ni d JjjWf funden, und am Nachmittag des zweiten Pfingst- feiertags klang in den Dörfern des Eicheltales die Totenglocke und floß ein Strom von Tränen auf 26 frische Gräber. Erst am 26. Juni fanden die Eicheffächser beim Räumen ihrer Wirsen den letzten ihrer verunglückten Dorfgenossen und Übergaben ihn am folgenden Tage der Heimaterde. Unverdrossen gingen die Eicheltäler an die Arbeit, die Wasserschäden zu beseitigen, von hilfsbereiten Nachbargemeinden nachdrücklich unterstützt. Der Heimatacker schrie nach Armen, die Ernte des Sommers zu bergen, und die Fülle der Arbeit half die Unglückszeit überwinden. Der aussterbende Wisent. Von Ernst Valentin. Bis zum Ausbruch des Weltkrieges gab es in Europa etwa 1000 Wisente, von Denen etwa 700 Stück im Tlrwald von Bialowice sorgsam gehegt wurden. Eine Herde von 70 Stück befand sich im Kreis Pleh in Oberschlesien, eine größere Herde von einigen 100 Tieren im Kubangebiet im Kaukasus. Außerdem wurden einige Dutzend in verschiedenen Tiergärten europäischer Großstädte gehalten. Der Wisentbestand von Bialowice wurde während des Krieges restlos vernichtet, in Oberschlesien blieben 4 Tiere übrig, im Kubangebiet etwa 25. Der ganze Wisent- bestand in Europa betrug nach Kriegsende (einschließlich der Wisente in den zoologischen Gärten) nur noch etwa 6 0 Stück! Eine Ziffer, die erschreckend ist und zeigt, welch ungeheuerlichen Blutzoll ter Wisent während des Krieges zahlen mußte. Das Schicksal dieses edelsten Raturdenkmals unserer europäischen Tierwelt schien so besiegelt, wie das des Auerochsen, der Anfang des 17. Jahrhunderts ausstarb. Auf Veranlassung des Direktors des Zoologischen Gartens in Frankfurt a. M., Dr. P. P r i e m e l. kamen alle Wisentbesiyer Europas im September 1923 zu einer zoologischen Tagung in Berlin zusammen, Deren Ergebnis Die Gründung Der „Internationalen Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents" war. Die ersten Arbeiten bestanden darin, alle noch vorhandenen Wisents zu registrieren, sie vor Seuchen zu schützen und Maßnahmen zur Aufzucht zu beraten. Obgleich die Durchführung des Rechtsansprr^es auf di« Dvrzugsrente durch einzelne Wohlfahrtsämter ganz unnötigerweise zu einer Fürfvrgeangelegen- heit gestempelt wird. Der Erlaß stellt fest, daß nach dem Ergebnis einer vom Reichsarbeitsmimsterium veranstalteten Rundfrage die Rentensätze bei manchen Versorgungs- oerbänden noch zu niedrig sind, besonders in ländlichen Bezirken. Irgendwelche bindenden Vorschriften über Erhöhung werden jedoch nicht gegeben. Die Zuweisung von Arbeit soll nur bann m Frage kommen, wenn die Arbeit dem Rentner unter billiger Berücksichtigung der früheren Lebensverhält- nisi'e zugemutet werden kann und seine Kräfte nicht übersteigt. Die Arbeitspflicht als solche bleibt also bestehen, und der Rentner unterliegt nach wie vor jeder willkürlichen Festsetzung. Bei Anrechnung des Arbeitsverdienstes soll mit besonderem Wohlwollen verfahren werden. Statt endlich den spärlichen Arbeitsverdienst grundsätzlich freizugeben, bleibt also praktisch alles beim alten. Der Erlaß beklagt, daß Ersatzansprüche gegen unterhaltsverpflichtete Angehörige auch gegen Personen geltend gemacht sind, die selbst schwer um den Unterhalt ihrer Familie zu ringen haben, und empfiehlt sorgfältige Prüfung zur Ausschaltung von Härten. Wieder keine bindende Vorschrift, wieder Entscheidung nach Ermessen! Dasselbe gilt von Der Heranziehung Des Vermögens zur Ersatzleistung und Der VerpfänDung Des Hausrats unD Der hypothekarischen Sicherstellung an einem CrunDstück. Der Erlaß stellt fest, Daß Die regelmäßige Durchführung eines solchen Verfahrens mit Den ReichsgrunDsähen nicht zu vereinbaren ist. und begründet Dies ein- leuchtenD aus Den Vorschriften und Gedanken« gangen Der ReichsgrunDsätz« Trotzdem keine festen Richtlinien. Daß bei bestimmten Tatbeständen — VorhanDensein Des üblichen bürgerlichen Hausrats — eine Verpflichtung und Verpfändung nicht mehr bcrlanat werden Darf, sonDern nur Die altbekannte Vorschrift, Daß eine Verpflichtung in Der Regel nicht verlangt werDen soll. Prattisch beDeutet Das, Daß manche Wohlfahrtsämter, um sich zu sichern, vorsichtshalber Doch ohne Aus- nähme Die Gewährung Der Rente von Dem Unterschreiben einer Verpfändungsverpflichtung abhängig machen. In Der DrückenDen Abhängigkeit Des Rentners von den Wohlfahrtsämtern, Die eine starke seelische Belastung Dieser Kreise Darstellt unD von ihnen als unwürDig empfunDen wirD, wird durch diesen Erlaß nichts geändert. Derartige wohlgemeinte, aber ganz ungenügende Maßnahmen Des Reiches sinD nicht geeignet, Die TragöDie Des Deutschen Rentners einem versöhnlichen Abschluß zuzuführen. Hunter Suchen nach den Ertrunkenen. Kaum 100 er von ihrem Hause hing die Frau Heun in den Nußbaumes. Bis Winaershausen fand man vier weitere Tote, und im Dorfe selbst war ein DK EichMöler Wasserflut vor hundert Zähren. Von Wilhelm Würz. Eichelsdorf. Es war am Pfingstsamstag (3. Juni) des Jahres 1826. Aus wolkenlosem Himmel brannte die Sonne mit hochsommerlicher Kraft. Drückend lastete die Hitze auf Mensch und Tier. Nachmittags türmten sich drunten überm „hohen Wald" mächtige Gewitterwolken, die langsam den Höhen des Vogelsbergs näherrückten. Der lag wurde zur Nacht. Blitz auf Blitz zuckle hernieder, und unaufhörlich rollte der Donner. Am Bilstein blieben die Wolkenmassen hän- Sen und entluden sich in einem furchtbaren Wolkenruch. Im Nu war das enge Tütchen, in dem die Orte Breungeshain, Buienborn, Eschenrod, Wingershausen, Eichelsachsen und E i ch e l s d o r f liegen, von einem reißenden Strom erfüllt, der zunächst das dicht an den Bach gebaute Eschenrod verheerend traf. Das im oberen Teile des Dorfes gelegene Gemeindebrauhaus stürzte unter dem Druck der Wellen zusammen. Der Braukessel klemmte sich in einer Biegung des viel $u engen Vachbettes fest und stemmte sich im Verein mit angeschwemmten Holzmassen, Steinen und Ackergeräten de« Wassern entgegen, diese in die Dorfstraße treibend, die von der Gewalt der Flu- len 20 bis 30 Fuß tief ausgewaschen wurde. Die Grundmauern vieler Häuser wurden untergraben, und diese stürzten dann ganz oder teilweise mit den Bewohnern in den Strom. So trug das entfesselte Element die gesamte Familie Heun, Vater, Mutter, vier Kinder und eine Pflegetochter samt dem zu- fammengestürzten Hause davon. Der aus dem Felde heimkehrende Johann Heinrich Herrmann sand 'auf der Stätte seines Hauses ein stockwerktiefes Loch, in dem die Wasser mahlten. Seine Frau, drei Kinder, der Knecht und ein Bursche aus der Nach- barschaft, der zur Zeit des Unglücks im Haufe weilte, waren verschwunden. Von einer dritten Familie Buß blieben nur zwei auswärts bedienstete Kinder übrig; die zu Hause weilenden sechs Glieder der Familie wurden mit der gesamten Hofreite fortgespült, ebenso Mutter und Tochter Weigand. In Eschenrod fanden 21 Menschen den Tod in den Wellen. Dazu kam zahlreiches Vieh, das noch 3 Wunsch^ n qj ; uni) Ave «er erbten, h Ab-eren des (-[[ Jet bottiflen kn M ** spieltlub 1920 " und enanfl fl war mir mit 10 \ schon bei Halbzev iTguter KM Mannschaft, Ätt Md auf drei. Aach der BuWn ®rü' die Verletzung v liDungtn, ebenM Trotzdem gelang < zu sMn. Kuy wohlverdienten El die Ache und fic beiden Seiten dr rin Schulbeispiel er einen vom vch gegen 2. f. 2. di schenkte, obgleich Ungunsten stand. Wiederholung K lichkcit nicht jurü von der noblen für ihr bisherig Gesamtlob. Aarbull fiurH01 hioiesntfl 1900 y b taftilj Sonntag iD" Bemühungen Der Gesellschaft von manchen Kreisen für nutzlos erklärt wurden, ging man unbeirrt ans Werk und nach zweijähriger Arbeit Darf gesagt werden, daß sie erfolgreich war. Der Wisentbö- stanD hat sich im Lauf von zwei Jahren um 20 Prozent vermehrt. Inzwischen sind in 3tal$.en, in Oesterreich unD in Der Schweiz Landesgruppen Der genannten Gesellschaft gegründet worden und man hofft auf Dec Anfang September D. I. in Wien stattfinDenDen Tagung neue Fortschritt« feststellen zu können. Der gegenwärtige WisentbestanD ist auf bte Städte verteilt: Berlin, Hamburg, Stuttgart. Posen, Wien, Amsterdam, Kopenhagen, Stockholm, London und Petersburg. UnD zwar befinden sich im Stockholmer Tiergarten auf ©Fanten 11 Tiere, womit dieser Tierpark eine Rekordzahl aufweist. Ferner befinden sich m privaten Waldungen: 7 in der Mark Brandenburg (Graf von Arnim-Boihenburg) , 6 in Mecklenburg (Großgrundbesitzer Beumer), 7 in Holland (Besitzer Blauw), 7 in England (Herzog von Bedford). Eine Herde von 25 Wisenten soll sich noch, wie schon erwähnt, im Kubangebiet im Kaukasus befinden. Zum Schutz dieses Bestandes hat die russische Regierung Maßnahmen angeordnet: jeder Jäger, der einen Wisent erlegt, wird mit dem Tode bestraft. Die Bestrebungen gehen dahin, durch sorgfältige Aufzucht die vorhandenen Bestände so zu vermehren, daß in einigen Jahrzehnten in gewissen Wäldern Europas größere Stammherden auSgesetzt werden können. Da unter Den vorhandenen Wisenten vier Blutströme festgestellt wurden, so ist ein« Degeneration durch Inzucht nicht zu befürchten. Außerdem hat die amerikanische Bison Society der Internationalen Wisent-Gesellschaft in Europa einige Dison- Kühe überlassen, die durch Kreuzungen mit Wisentstieren nach einigen Generationen Tiere liefern dürften, die sich von einem Wisent in reiner Abstammung kaum unterscheiden werden. So darf man hoffen, daß es gelingt, den Wisent vor der Vernichtung zu schützen und dieses einzigartige Tier, eine Zierde der europäischen Fauna, zu neuen großen Beständen heranzuzüchten: auch dies ein Ziel, das nur durch internationale Zusammenarbeit erreichbar ist. durch die Kette mit der futterspendenden Krippe verbunden, von den Wassermassen fortgetragen wurde. 26 Gebäude, darunter drei schöne Hofreiten, waren völlig vernichtet, 29 Gebäude mehr oder weniger beschädigt, mehrere Brücken und Stege weggeschwemmt worden. Wingershausen, das den sumpfigen Tal- gründ meidet und mehr an den Hängen beiderseits des Baches erbaut ist, litt weit weniger. Nur eine Frau, Johanna Elisabeth Löwen er., die ihre Habe aus dem gefährdeten Haufe retten wollte, wurde auf dem Wege zwischen Haus und Stall vor den Augen ihres Mannes weggespült. Vier Ställe und eine Scheuer stürzte ein, sechs Gebäude wurden beschädigt. In Eichelsachsen, das sich nur an die Eichel anlehnt, wurde eine Witwe R a u mit ihren vier Kindern samt dem Wohnhause fortgerissen und die herrschaftliche Zehntscheuer teilweise ruiniert. Das an der Mündung der Eichel gelegene Eichelsdorf litt am wenigsten. Ein Verlust an Menschenleben war nicht zu beklagen: ein Backhaus und das Gemeindebrauhaus wurden nütge- rissen. Da sich die Fluten in dem weiter gebauten Dorfe mit seinem breiten Bachbett und den Dorf- strahen beiderseits der Eichel mehr ausbreiten konnten, als in den Ortschaften des oberen Eichel- tales, blieben die Hofreiten unbeschädigt. Mit Hilfe einer damals angebrachten Wasser- marke kann man feststellen, daß das Wasser im oberen Teile von Eichelsdorf 1,70 Meter über der Dorfstraße und 2,90 Meter über der Sohle des Bachbettes stand. Strahlend ging die Pfingstsonne Auf. Aber welch ein Bild bot das sonst um diese Zeit so liebliche Eicheltal! Ein breiter Geröllstreifen lagerte beiderseits des Baches im Wiesengrunde. Möbel, Balken, Scheitholz, entwurzelte Bäume, Wagon, Ackergeräte, Bettzeug, Kleidungsstücke, tote Menschen und Tiere in wirrem Durcheinander! Der erste Pfingsttag Derben nächstjährigen Spielen gewiß eine besser, Technik sich angeeignet haben. Auch Tv. 1846 Gießen blieb hinter dem Können seiner Gegner zurück, wie überhaupt der alte Gießener Verein heute von einem nicht glücklichen Stern geführt wurde. Schuld daran mag wohl der Umstand haben, daß die 1846er in teilweise anderer Aufstellung als in den Vorjahren gespielt haben. Die Punktzahl Gießens wäre aber gewiß auch etwas höher ausgefallen, wenn es nicht vorzeitig das Spielfeld verlassen hätte. Eine Entschuldigung für dieses Verhalten, das allgemein verurteilt wurde, kann es nicht aeben. Ms Platzoerein hätte To. 1846 aushalten müssen, so gut wie es die anderen Vereine getan, von denen einer schon seit 3 Uhr früh auf den Beinen war. Erwähnung verdient noch das mehr „gemütliche*, aber trotzdem recht schöne Momente bietende Propagandaspiel, das zwei Turnerinnen- Mannschaften des M t v. Gießen mit dem Endergebnis 47:48 gegeneinander austrugen. Es ist zu begrüßen, daß im Gau Hessen nun auch die Turnerinnen sich des schönen und für Frauen hervor- ragend geeigneten Faustballspiels mit Eifer annehmen. Mögen dem Beispiel des Mtv. weitere Turnerinnen-Mannschaften im Gau folgen! Zusammenfassend kann über die Spiele für* gesagt werden, daß auf der ganzen Linie eine Besserung zu verzeichnen ist, daß sie technisch auf bedeutend höherer Stufe als in den Vorjahren standen. Fußball. Spielvereinigung 1900 (Sieben. ö. 1900 hatte am Sonntag Gäste au» Süddeutschland. Die Gäste hielten den Ruf, der ihnen Dornusging und siegten mit 3:1 Toren (Halbzeit 0:0). Oberursels Ännensturm trieb vor dem Tore Ueberkombination, so daß die Gießener Verteidigung, die gut auf dem Posten war, immer wieder rettend eingreifen konnte. Die Einheimischen hatten nur drei ihrer seitherigen Ligakämpen zur Stelle. In der ersten Spielhälfte entwickelte sich ein schnelles, ausgeglichenes Spiel. Was der Gegner an Technik voraus hatte, glichen die Vereinigten durch großen Eifer aus. Wenn Gießen zu keinem Erfolg tarn, so lag das in der Hauptsache an der Nervosität der Stürmer, die in den aussichtsreichen Schußstellungen den Ball verfehlten, darüber oder daneben tagten. Glänzend wehrte Gießens Ersatzhüter , mehrere brenzliche Angriffe der Gäste ab. Nach dem - Wechsel zunächst dasselbe Bild. 20 Minuten nach Halbzeit verschuldet 1900 einen Eckball, der, gut getreten, von Oberursel zum ersten Tor eingeköpft wird. Der Platzoerein liegt dauernd im Angriff. Ein Turnen. ©aumeifter; chaftsspleke der D. T. In Ergänzung unseres Berichts vom Montag ist zu den einzelnen Spielen noch folgendes zu bemerken: Große Spielerfahrung und sicheres Können zeichnet die Friedberger Mannschaft aus. Das Spiel gegen Tv. 1846 Gießen gab besonders Gelegenheit, das zu beobachten. In der ersten Halbzeit standen sich die beiden Mannschaften, die bisher immer die besten des Gaues waren, in äußerst spannendem Spielverlauf gleichwertig gegenüber. Nach Seitenwechsel aber setzte sich Friedbergs stärkerer Siegeswille durch und konnte Punkt für Punkt gewinnen. Ein äußerst spannendes Treffen lieferten sich auch Tv. 1846 Gießen und To. Frankenau, welch letzterer als würdiger Vertreter des 6. (Frankenber- aer) Bezirks zum erstenmal an den Gaumeisterschaftsspielen teilnahm. Frankenau war in der 1. Halbzeit mit geringem Vorsprung führend: in der 2. Halbzeit holte Tv. 1845 Gießen in besserem Zusammenspiel bald bis s r Führung auf. Gegen Ende stand das auf b.iben »eiten gleichwertige Spiel ständig auf „unentschieden", bis bann das Glück wenige Sekunden vor Smelschluß den wackeren Frankenauern mit einem P uspunkt den Sieg in die Hand drückte. Der Ausgang dieses Spieles war wohl die größte Ucl erraschung des Tages. Ganz gut gefiel in der Meisterklasse auch Tv. Holzheim, der als 2. Sieger bei den Bezirksspielen des 5. Bezirks auf besonderen Gaubeschluß hin die Berechtigung zur Teilnahme an den Gauspielen erhalten hatte. In dem Spiele gegen den. Bezirks- bruber Friedberg sowohl als auch im Treffen gegen Frankenau hielt es sich in der 1. Spielhälf'e ganz tapfer, mußte aber bann nach Seitenwechsel sich der Ueberleaenheit der Gegner beugen. Man sah der Mannschaft Holzheims aber un, daß sie seit den Bezirksspielen recht hübsche Fortschritte gemacht hat, die sich nicht zuletzt in einer erfreulichen Besserung im Zusammenspiel zeigten. In deck Faustball-^.Klasse verdient To. Frankenau besondere Hervorhebung. Er gewann die Gaumeisterschaft, was deshalb große Anerkennung verdient, weil es dem einfachen Landverein von den Edderbergen gelungen ist, sich so hervorragend gegen Vereine mit älterer Spielerfahrung zu schlagen. Dann ist Tv. Nidda zu nennen, der sich gut gehalten hat, obwohl ihm in seinem Bezirk nicht die Gelegenheit geboten ist, sich an der Kraft spiel- erprobter Gegner zu messen: Friedberg fiel in der ^.-Klasse stark ab. Die Mannschaft wird, wenn sie sich ihre 1. Mannschaft als Vorbild nimmt, bis zu Sie Wannsch sellschMM 5 uni machte 6er A schwer zu schäften, nicht, und mußte flaute «4 aber auch das nfst T: Setoalt MzuM TerMgung vvn rtveiteS Tvr und erzielen. Mit de die Pause. Aach heim weiter. 5>ei fdlieb durch Der! allen Mitteln zu tonnte Heuchelhe ein viertes Tvr e tocift einen Spie §elde, was dieser der Schiedsrichter Piel. Stet** MD« KLr Wr** “•ttS ZLZr iMr ÄS kb*®'’S? M> •uSi'äj* »frö !• Äfe* Älfe L'E Tv. 1846 ft£ einer Gegner jurüd, Ee ^lDerek, hente non m,Muhrt würbe. EM mflanb haben, bah Me c Wttfunj ab in ben ,2le Punktzahl (Bi^ni 7, 5er °u°ge,allen, Spielfeld oerfaljen bitte, itefes Verhalten, bas all- rann es nicht geben. N» galten müßen, |o gut e getan, von denen einer I den Deinen war. nodj das mehr „gemüb schone Momente bietende das zwei Turnerinnen- Tiehen mit dem Lnb- iber austrugen. L» ist zu essen nun auch die Turne- und für Frauen hervor- tallsviel» mit Eifer an- öeisptel bes Mw. weitere i im (Bau folgen! ; über die Spiele hm at- aanzen Linie eine Nesse- iß sie technisch auf btbtu» ben Vorjahren flanbtn. all. 11900 (Biegen, icnnlag Me am 6öb* llen dm M ta Nrn M JA Toten (wyti inn trieb vor dem Tort r dir Siebener Verteldl- losten war, Immer wieder Die Einheimischen Hollen n Ligakämpen zur Stelle. > entwickelte sich ein Ichneb Was der Gegner an Tech- en die Vereinigten durch Gießen zu feinem W Hauptsache an der Nerooll» len aussichtsreichen Schuß- fehlten, darüber ober ba- aehrte Gießens GrsaM« , eber Gäste ab. 9M dem ! «Ul 2ii Minuten nach einen Eckball, der gut ge- ^uernd im Angnst^ iM^nMnchen^is^ Z«.«z a?mar Der reich war. von zwei, Oay stallen, $Meue M*«* Diseni^ ^ttßad. il’SfcS JerSiemrf^Xten finden (@tai tfl) - \ fr Holland (®* iuril w »«»«Ä--S ”f|. o i e.r Argcn^^bat die it e>ne irch.^ her ®iW* in rn- ,7L-K( 'N -* SSfrtÄ*5 W* .er einem bekennen. Der dritte Schutz Ole S t e f a n i. Kriminalroman von ihn allein. Der es. den oer- verboten, gut. Ich schon Gehen 1. Fortsetzung. „Mir geht es brauche niemanden. Der Diener ließ Nachdruck wieder ganz Sie nur!" Erst nach zehn Minuten klingelte Portier kam mit der Polizei. Eifer und die Ausdauer der Loll konnte ihrem eingespielten Gegner chelhafte Resultat abirvtzen. weich war, aber trotzdem Me technisch reifere Mannschaft darstellte. Sports. Heuchelheim SchiU« — Lollar Schüler 0:0. Auch in diesem Treffen waren die Drifte den Einheimischen in Ballbehandlung, Zuspiel und Körperkraft überlegen. Lediglich der ungeheure Erster Teil. I. Während der Zug in unvermindertem Tempo durch Deutz fuhr, überlas Kramer noch einmal den Brief des alten Freundes. Er schloß mit den Worten: „. . . Alles in allem: entschließe Dich, herzukommen'. Das Wetter ist prächtig, die Jahreszeit zur Ausspannung geeignet und Grete und ich haben Sehnsucht nach Dir. Und Du hast die Erholung verdammt nötig — nach dem. was die Zeitungen über Deine Arbeit im Erbschaftsprozeß Branislav melden. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. i, Ein recht große- WagniS unternahm die in der zweiten Klasse spielende erste Mannschaft deS Turn- und Sportvereins Fronhausen, als sie sich am Sonntag die bekannte gute Collar et erste Mannschaft zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtete. Dis Halbzeit führte Lollar bereits mit 5 Toren denen Fronhaulen mit einem Tor gegenüberstand. Rach demWechlel blieben die Lollarcr erfolglos, während die Fron- Häuser zum zweitenmal erfolgreich sein tonnten. Das Resultat läßt sich in Anbetracht deS Klassen- Handball. Köln — wehlar, Stadtmannschaslen, 7:4 (2:1). Sladionmannschasi Wetzlar — 2Hto. Gießen 1. 2:1. h. Ein Großkampitag im Handballsport. Er brachte die erste zahlenmäßig glatte Riederlage der Wetzlarer Stadtvertretung, und diese — um es gleich vorweg zu nehmen — entsprach nicht bem eigentlichen Verlauf und dem Können der Elf. In grünweiher Tracht betrat kurz nach 4 Uhr die Kölner Dertretung das Stadion, dem Wetzlar in Schwarzrot folgte. Inzwischen hatten sich zirka 600 bis ZOO Zuschauer eingefunden, als Beigeordneter Rektor Richard die Kölner namens der Stadt begrüßte. Dei kühler, aber trockener Witterung begann der große Kampf unter der Leitung des Frankfurter Spielwarles Dutinö. Wie zu Beginn, so verlief auch das ganze Spiel in gleichmäßiger Verteilung und Spielfeldbeherrschung beiderseits. An technischen Feinheiten zeigt Wetzlar eine Kleinigkeit mehr. Aber Köln (mt einen ausgezeichneten Mittelstürmer, Stielau (Polizei Köln), wie wir ihn in unserer Gegend noch nicht sahen. Einheitlichere Angriffe von Wehlar werden vor dem Tor zu eng gespielt. Kölns Mittelstürmer macht seinen ersten Alleingang: 1:0. Wetzlars R. A. erhält freistehend eine Dorlage und verwandelt sicher. Roch vor dem Wechsel nimmt sich Köln erneut die Führung mit 2:1. Und nun kommen nach der Halbzeit eine Serie von Alleingängen des glänzenden Kölner M. St., die binnen kurzem das Torverhältnis zu Gunsten der Gäste auf 6:1 schrauben. Diese Serie von Torschüssen sind die Folge taktisch falscher Verteidigung Wetzlars, zunächst in der Stellung (gestaffelt!), und dann wurde nicht gesperrt. Während Kölns Verteidigung an Abseitslinie und Schußkreis klebt und sperrt. Trotzdem täuscht Voß gut und schießt nacheinander 6:2 und mit gleichem Abstand hinter Köln 7:3. Wie das erste Tor für W. der R. A schoß, so auch das letzte. Mit dem hohen Tor- segen von 7:4 für Köln endete der spannende Kampf, in dem der Unparteiische Dutine mit einer hier noch nie gesehenen, ganz ausgezeichneten schiedsrichterlichen Leistung der beste Mann auf dem Platze war. Unterschieds seben. . Zwei ungleiche Gegner trafen sich tm Spiet Saubringen 1. — Gießen 2. Das Spiel wurd- von Gießen überlegen durchgeführt Saubringen fiel in der zweiten Halbzeit mehr und mehr ab. wurde fast ganz in seiner Spielhalfte festgehalten und mußte beim Schlußpfiff ein empfindliches 7:1-Resultat anerkennen. Der Turn- und Sportverein W i e f e d war mit drei Mannschaften unterwegs, die sämtlich geschlagen heimkehrten. Sie Zweite spielte gegen die ausgezeichnete Zweite Ma16urg8 und wurde 7:2 abgefertigt. Sie erste Jugend- mannschaft, die sich seither gut gehalten hatte, nahm eine Umstellung der Mannschaft vor, die sich nicht bewährte. Sie muhte sich nach " überlegen durchgeführten Spiel von der Marburger Jugend eine 3:2-Riederlage auf- zwingen lassen. Auch die zweite Jugend konnte gegen die Raunheimer zweite Jugend keine Lorbeeren ernten, sie muhte sich nach einem flotten Spiel beim Stande 2:1 als die Besiegten Und ganz unter uns: Ich persönlich habe meinen eigenen Grund, der mich wünschen läßt. Dich in der nächsten Zeit in meiner Nähe zu haben. Doch davon mündlich. — Schreib uns, wann Du kommst, dann hole ich Dich am Kölner Hauptbahnhof ab. Dein alter Brentheim. Godesberg, Villa Grete." Die Fahrgäste standen auf und suchten ihre Sachen zusammen. Der Zug donnerte über die große Rheinbrücke. Links drehte sich der Kölner Dom vorbei — eine gewaltige düstere Verzückung inmitten der glühenden Junisonne. „Köln, Hauptbahnhof T Kramer beugte sich aus dem Fenster und erblickte Brentheim, der ruhig im Treiben der Reisenden, Bahnbeamten und Gepäckträger stand, sie alle mit feinem harten männlichen Greisen köpf überragend. — „Brencheim!" „Kramer!" Der Alte schloß den Rechtsanwalt in die Arme. Dann schritten sie aus der Halle und zum Rhein hinunter. Und während die elektrische Uferbahn sie nach Bonn führte, musterten sich die Freunde genauer. Kramer fand im Gesicht des Kommissars einen Zug von Müdigkeit und Abgespanntheit, der ihm fremd war. Er fragte vorsichtig: „Na — wie lebt ihr hier?" „Großartig!" sagte der 2Hte lächelnd. „Das kleine Haus, das ich mir habe bauen lassen und zu Ehren meines Pflegetöchterchens Villa Grete genannt habe, liegt fünfzig Schritte vom Ufer entfernt in einem herrlichen Garten. Obstbäume und Sträucher stehen so dicht um das Häuschen herum, daß du es von der Landstraße aus kaum stehst. Es wird dir schon gefallen bei uns!" „Wie geht es ®rete?" „Sehr gut. Sie ist ein großes Mädel geworden." „So hübsch, wie sie zu werden versprach?" „Ja", sagte Brentheim nur. Und dem aufmerksamen Auge Kramers entging nicht, daß es wie leiser Unmut über sein Gesicht zuckte. In Bonn bestiegen sie die Kleinbahn nach Mehlem und waren in kurzer Zeit in Godesberg. Sie wanderten durch den hellen Sonnenschein die sanfte Handball hn ffiau Hetzen (D. I.) 2. Stäbtemanntoaft wehlar — wtv. Gießen 2,1 (0:0). Q Km vergangenen Sonntag weilte die erste Mannschaft des Mtv. Gießen in Wetzlar, um an Stadion auf der .Spilburg" ein Gesellschaftsspiel gegen die 2. Auswahlmannschaft der Stadt Wetzlar auSzutragen. Beiderseits wurden recht be- achtenswerie Leistungen gezeigt Wetzlar findet in Wtv. Gießen einen ebenbürtigen Gegner. Mit 0: 0 werden die Seiten gewechselt. Rach der Pause tonn Mw. Dießen in Führung gehen: da» geworfene Tor bildet den 2lbschluh eines schön angelegten Angriffes. Durch einen 13-Meter-Dall zieht Wetzlar gleich. Kurz vor Schluß ist Wetzlar nochmals erfolgreich, da Gießens Tormann durch unglückliche Wwehr den Ball ins eigne Tor lenkt. So ist Wetzlar mit 2:1 Sieger. Turnverein Heuchelheim — To. wehlar Jugend 1:8 (0:3). ch Vorstehendes Ergebnis brachte das Freund- fchaftshandballsptel. Zum ersten Male spielen die Turner Heuchelheims zu Hause gegen eine auswärtige Mannschaft. Beide Mannschaften ftnd noch Reuftnge, denen es an Erfahrung mangelt, doch ersetzen dte Gegner sie durch Gifer und Hingabe. Wetzlar ist überlegen, trotzdem wird Heuchelheim nie gänzlich überspielt. Als geradezu mustergültig ist die ruhige und schöne (faire) Dpielweise der Reulinge zu bezeichnen. Turner Slawitzky vom Mw. Gießen leitete das Spiel mit Umsicht. Tennis. StSdtewettsviel des Gießener Tennis-Club 1922— Wetzlarer Tennis-Club 1912. 18:2. Vergangenen Sonntag hatte die Turniermannschaft des Gießener Tennis-Clubs die Wetzlarer zu einem Turnier auf ihren Waldplähen verpflichtet. Gießen konnte auch an diesem Sonntag einen glatten Sieg verzeichnen. Gespielt wurden insgesamt 20 Spiele, von denen Gießen 18 gewann und 2 an Wetzlar fielen. Zahlreiche, äußerst spannende Spiele, die oft nur durch Dreisahkämpfe entschieden werden konnten, hielten die Zuschauer in Spannung. Ser GL.C. war durch Absagen seines besten Spielers Sr. Fische r, sowie weiterer guter Spieler, wie H. Müller, W. Roll und H. Bock gezwungen, die unteren Stellen mit Ersatz der zweiten Mannschaft zu besetzen. Auch der Wetzlarer Club war durch Fehlen ihrer an erster Stelle spielenden Same benachteiligt. Sie Sameneinzelspiele wurden bis auf ein Spiel von Gießen gewonnen. Sie langjährige und turniererfahrene Spielerin Frl. Ke m p f gewann gegen Frau Winkelmann mühelos. Frau Werner, die infolge starker Erkältung indisponiert war, und daher unter ihrer sonst so guten Form spielte, gelang trotzdem noch, den Sieg in drei Sähen an sich zu reihen. Frau Sr. Süttmann und Frl. H. Wagner, die ihr erstes Turnier spielten hielten sich sehr tapfer. Erstere verlor im Dreisatzkampf. Letztere gewann nach zähem Ringen. Sie Herreneinzelspiele konnte der Gießener Club bis auf einen Punkt gewinnen. Ser in diesem Jahr sehr spielstarke Walter Kirchner, welcher für Sr. Fischer an erste Stelle eintreten muhte,, gewann in schönem überzeugendem Stil. Auch Minz, der durch sein stets richtig angewandtes und imponierendes Flugballspiel besonders auffiel, siegte überlegen gegen seinen sehr schön spielenden Partner Courtin. Hamann, Sr. Dönges und v. Gr o o t e, welche gegen Dr. Koch, Dersch und K. K o ch antraten, ließen sich den Sieg nicht nehmen. S c r i b a verlor im Dreisatzkampf gegen Oramas, hauptsächlich wohl infolge nicht genügenden Trainings. Dr. Schopper und Cellarius siegten ebenfalls, ersterer leicht, letzterer in drei Sätzen. Die Herren- sowie die gewünschten Doppelspiele konnten alle von Giehen, zeitweise nach sehr hartem Ringen gewonnen werden. — Die einzelnen Spielergebnisse sind folgende: Damen-Einzel: Frl. Kempf — Fr. Winkelmann 6:2, 6:1. Fr. Werner — Frl. März- Häuser 6:4 6:8, 6:3. Fr. Sr. Süttmann — Frl. Avel 2:6, 6:3, 3:6. Frl. Wagner — Frl. Reul 72 6:2. Herren-Einzel: Kirchner — Sr. Rau 62, 6:2. Minz — Courtin 6:3, 61. Hamann — Sr. Koch 6:3, 6:3. Sr. Dönges — Bersch 6:3. 4:6, 9:7. Sr. Schopper — Sr. Pfeiffer 6:1, 6:3. v. Groote — K. Koch 6:3, 6:3. Cellarius — „Sehr verehrter Herr Kommissar! Ich freue mich, daß mein Uppercut aus dem Berliner List Ihnen nicht geschadet hat. Sie sehen für Ihr Alter beneidenswert frisch aus. Immerhin hasse ich, daß ich Sie bei unserem nächsten Wiedersehen im wohlverdienten Ruhestand antreffen werde, den Ihnen von Herzen gönnt Ihr Racoszy." — Abermals ein paar Monate daraus, an einem strahlenden Frühlingsmorgen, an dem eine sanfte Brise die Maste der Schiffe im Kopenhagener Hafen schaukeln ließ, rannte vor dem kleinen Hotel Kos- mopolite unweit des KongensNytorv Brentheim heftig mit einem zinnoberroten Briefträger zusammen, den er innig in feine Arme schloß und gar nicht mehr loslassen wollte. Dazu schrie er mit dröhnender Stimme: „God Dag, Herr Baron Racoszy!" — Politiken brachte als erste die Neuigkeit: „Racoszy er arrefteret!" Und am nächsten Morgen ging es durch ganzen europäischen Zeitungswald: „Racoszv ist verhaftet!" — Er wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus urteilt. — Nach dem Spruch sagte er zu Brentheim, in liebenswürdigem Ton, doch mit gefährlich blitzenden Augen: «Lassen Sie sich nun pensionieren?" „Ja — nun lasse ich mich pensionieren!" „Sie wisien, daß ich Ihnen die Ruhe von Herzen gegönnt hätte. Aber jetzt, nachdem Sie so ungeschickt gewesen waren, in meine Dispositionen einzugreifen, fürchte ich, werde ich meinerseits so taktlos sein müssen, in Ihren Ruhestand hinein Ihnen meine Gegenrechnung präsentieren zu müssen!" 3. Evangelischer Frauentag Deutschlands. • Darmstadt, 3L 2Bal Der evangelische DvlkSabend am Sonntag, von einer tausendköpfigen Menge besucht, wurde mit eftrer kurzen Begrüßung der stellvertretenden Vorsitzenden, Frau Reichstagsabae- ordneten Müller-Otfried einaeleitet, die in den Wunsch auSllang: Frauen, heraus zum DienstI Die erste Ansprache von Frau Hummel (Altenburg) zeigte den engen Zusammenhang zwischen Familiennot und DolkSnot. Wohnungsnot, Mütterarbeit, sittliche Verwahrlosung, un- religiöse Erziehung sind nicht nur Röte der Einzelnen, sondern des ganzen Volles. AIS zweiter Vortragender warb Pfarrer Tönjes (Witzenhausen a. Werra) für die deutsch-evangelische Auswandererhilse, Auslandsgrüße wurden überbracht von Frau Lajus auS Reval und Srau Schülleres aus Hermannstadt, die lebhaftes Echo weckten. .Wir haben zu loben und zu danken! Wir wissen, daß ein Reues unter und anaesangen hat. Wir fassen unsere Hände und geloben: Es soll weiter wachsen r Mit diesen Worten schloß Frau von Tiling diesen erfolgreichen ersten Tag. 2 Tag. In der dichtbesetzten FestHalle der Hochschule fand die Tagung am Montag ihre auf die eigen! lichc Arbeit eingestellte Fortsetzung. Der Prälat der hessischen Landeskirche D. Dr. Diehl hielt die Andacht über 2. Kor. 4. Die Rot unserer Tage ist uns von Gott auferlegt, seine Herrisch- feit zu offenbaren. Von dieser Erkenntnis allein kommt die Kraft des Tragens, die uns schaffen läßt. „Hilf uns aus aller Rot", klang eS tote ein Gebet durch die Versammlung. Mit programmatischen Worten leitete die Vorsitzende Oberin von Tiling zu den Vorträgen über: „ES geht darum, daß wir die Grundlage finden, die sozialen Röte, die uns als Frauen bewegen, von anderen Grundlagen aus als im 13. und 19. Jahrhundert zu behandeln Das ist das Ziel der Tagung, daß wir evangel. Frauen aus allen Verbänden gemeinsame Richtlinien des Denkens und der Arbeit schaffen, wenn wir an die Fragen der Gesetzgebung herantreten. Wir müssen uns darüber einig sein, daß Frauentum heute anders beurteilt werden muß, als es seither geschah, nämlich vom Schöpferwillen Got- Biegung des Ufers entlang, durch freundliche Anlagen und Gärten. „Wie lange willst du hier bleiben?" „Acht Tage, denke id)/ „Warum nicht länger?" „Ich habe in Berlin viel Arbeit zurückgelafsen." „Nun — wir werden sehen!" sagte Brentheim. „Vielleicht gibt es auch hier etwas von der Art für dich." „Wieso meinst du?" Der Kommissar a. D. antwortete nicht, sondern stellte die Gegenfrage: „Wirst du nicht zu ermüdet sein von der Reise, um heute gleich nach Tisch eine Dampferfahrt nach Königswinter hinüber zu machen?" „Aber nein — ich freue mich \etyc darauf!" — An einer Biegung des Weges wurde eine An zahl langhaariger junger Leute sichtbar, die auf Feldstühlen vor Staffeleien und über Skizzenbüchern saßen und eifrig arbeiteten. Sie grüßten den Kommisiar ehrerbietig, als die beiden vorüberschritten. Brencheim dankte und überflog die Schar mit einem juchenden Blick. Wie unmutig wandte er sich ab. .Das ist ja eine ganze Kolonie!" bemerkte Kramer lachend. „Ja — ein Professor Oelscher ist vor einem Vierteljahr hier aufgetaucht, hat eine Malschule mit macht, die sich regen Zuspruchs erfreut. Sie wohnen alle nicht wett von mir. — Das Ist er selbst!" setzte er hinzu und wies auf einen schlanken, schwarz haarigen Mann mit einem Spitzbart, der durch einen schiefsitzenden Klemmer hindurch in einem Buche las. während er sich an einen Baurn lehnte. „Tag, Herr Professor!" Oelscher fuhr auf, begrüßte ben Kommissar und ließ sich Kramer oorstellen. „Nun — sind Sie zufrieden mit Ihrer Horde?' fragte der Alte „Zum Dell!" sagte Oelscher, der beim Lächeln den schlechten Zustand seiner Zähne entbkößte. „Ein paar Talente sind schon darunter." „Ich sehe aber nicht alle beisammen!" — Brent bet in blickte wieder suchend auf die Gruppe der Zeichnenden zurück. „Nein!" sagte der Professor. „Sie sitzen überall verstreut am Ufer entlang. — Fon' ' folgt) Die Beamten betraten bedächtig das Zimmer, in dem der Dienstmann eben mit einem schweren Seufzer erwachte. „5m Namen des Gesetzes —" begann der Wachtmeister, um, den Dienjtmcinn verblüfft anstarrend, zu schließen: „Der Herr Kommissar!" „Der Herr Kommisiar!" wiederholte die staunende Gruppe der Polizisten im Chorus. Brencheim sprang mit einem Satz auf die Beine. „Wo ist Racoszy?" Der Diener trat mit verwirrter Miene aus der Tür des Nebenzimmers. .Der Herr Baron scheint ausaegangen zu sein, während ich hier im Zimmer bei Ihnen war." „Ausgegangen?" schrie Brentheim, rot vor Wut. Der Diener ftammelte: „Er wird wohl gleich wiederkommen!" .Davon bin ich fest überzeugt!" sagte der Kom- missar, indem er den Diener anstarrte. — Immerhin fand er hn Schreibtisch und in raffinierten Verstecken der Wohnung Material genug, das ihn brennend interessierte und die Grundlaae des Prozesses gegen die Bande bildete, deren Rädels- führer entwischt war — nachdem er den Dienst- mann, der sich ihm so bereitwillig zur Verfügung gestellt hatte, als seinen gefährlichsten Verfolger erkannt und niedergeschlagen hatte. Ein paar Monate später verplauderte Brentheim im Wartesaal auf dem Bahnhof Schneidemühl eme angenehme halbe Stunde mit einem jungen, blonden, bebrillten Seminaristen, der nach Lötzen zu seinen Ettern wollte. , , , Als der Kommisiar wieder allem tm Zuge nach ’ Berlin sah und zufällig in die Tasche griff, fand er ein Blatt Papier, auf dem er zu feiner grenzenlosen Verdutztheit las: 5tz. 62. 3». Q>emiT<»te*$>oppei. xempi unb Minz — Abel und St 5km 6:3, 6:1. Werner xnb Kirchner — Winkel« an» «nü> Bersch 6:4 52. 6$. Dr. Süttmann unb Dr. Dönges — Heul und Dr. Pfeift er 6i0, 6L. Wagner unb Dr. Schopper — Mät^häuser »nb Dr. Stod) 8:lQj6:4. 6:4. Herren-Doppel: Kirchner unb Muiz — Dr. Rau unb Bersch 72 7L. Hamann unb Dr. Dönges — Eourttn unb Dr. Pfeifter 7S. 4:6. 6:1. Dr. Schmidt und Scriba — 5t Koch unb Dr. Koch 6:3, 7:5. Dr. Schopper unb Ä. Fischer — Winkelmann und Dr. Steinbock 2L, 6:3. Rudern. Mainzer Regatta. Zur Mainzer Ruderregatta am 12. und 13. Juni sind durch 32 Vereine 147 Boote mit 832 Ruderern und Steuerleuten gemeldet worden. Köln, Trier, Gießen, Offenbach, Mainz, Mannheim, Frankfurt, Kastel, Worms entsenden chre Vereine. In den erstklassigen Rennen werden Mainzer R. V., Kölner E. f. W., Mannheimer R. D. Amicitta, Undine Offenbcuy a. W. n.a> zustnnmen- treffen. Flugsport. Beginn des Süddeutschland- fluges. Der Süddeutschlandflug 1926 hat am Sonntag mit dem Anflug der zum Stört gemel- beten Flugzeuge begonnen. Bis 9 llhr abends waren 21 Flugzeuge eingetroffen, zwei mußten auf dem Wege zum Flugplatz Mannheim not landen. Dabei aing das Flugzeug des Aeromobil- baues in der Nähe von Worms zu Bruch Im Laufe des Nachmittaa» fanden auf dem Flugplatz Mannheim in Anwesenheit von 3000 Zuschauern Kunstflüge Katzensteins und Heinzes statt. «w«hofster Schuß des Halbrechten kann der Gäste- Hüter nur noch hinter der Linie erreichen. Oberursel wird in der Abwehr unsicher. Zwei schöne Schüsse faallten an die Latte. Die aufgeregten Gießener Stürmer finden mehrmals nicht das vom Torhüter verlassene Gästetor. Die Läuferreihe von 1900 hat sich in bem hohen Gras verausgabt. Der Gegner kommt bi schönem Flachpaß wiederholt durch. Die Gäste erzielen mühelos ihr 2. Tor, kurz darauf durch etwas verspätetes Eingreifen des Torhüters den 3. Treffer. Bei Gießen gefielen Torwart Verleid!- get, Mittelläufer, Mittelstürmer und Halbrechts. Der Rechtsaußen zeigte leider nicht das gewohnte Könne». , . Die L Jugend kämpfte in einem spannenden, ausgeglichenem Spiel die 1. Jugend des D. f• Kurhessen Marburg (Gaumeister) mit 3:2 nieder. 1900 kam diesesmal nicht so richtig in Schwuna. Technisch unb taktisch waren sie ihrem Gegner wohl über Dieser aber glich alles durch Eifer und Schnelligkeit aus. Die 2. Jugend der Sp. Dgg. 1900 über- f .hr mit nur 10 Mann spielend chre Gäste Haiger 1. Jugend 11A 3m Vorspiel am vergangenen Sonntag konnte Gießen 5:2 siegen. Ä. f. B. (-) Trotz später Absagen war es der 2. unb 3 Mannschaft noch gelungen, sich andere Gegner zu verpflichten. Während die Schüler, 3ugenb, 3a und Alte Herren, sich in Trainingsspielen erprobten, ruhte die Ligamannschaft auf den .Lorbeeren" des MinuS-vieges vom 2. Feiertag aus. — Sie Zweite war nach Weilburg gefahren unb soll Der Dortigen Ersten ein taktisch unb technisch sehr gutes Spiel geliefert haben, das aber durch den Leichtsinn des Tormanns mit 4:6 verloren wurde. n Sie Dritte hatte die Erste des hiesigen Ball- spieUlub 1920 aus ben Waldspvrtplah etngelaben unb errang einen einwandfreien 4:1-Sieg B E. war nur mit 10 Mann angetreten unb mußte sich schon bei Halbzeit 3:0 geschlagen bekennen. Der in guter Form befindliche Linksaußen der Platz- Mannschaft. Kreiling, schoß in kurzem Abstand zwei prächtige Tore. Tränker erhöhte auf drei. Rach der Pause war auch D. f. B. durch Ausscheiden Grünewalds, bei bem sich eine alte Verletzung wieder bemerkbar machte, gezwungen, ebenfalls mit 10 Mann zu spielen. Trotzdem gelang es Henkel ein t>i Wetzlar, 1. Juni. Die Jnnungs- Versammlung der Zwangsinnung für das Schuhmacherhandwerk für die Stadt und den Kreis Wetzlar, mit dem Sitze in Wetzlar, hat die Auflösung der Innung beschlossen. In Verfolg dieses Beschlußes hat der Regierungspräsident in Koblenz die von ihm erlassene Anordnung über die Errichtung der Innung zurückgenommen. Die Auflösung der Innung tritt mit dem 1. Juli 1926 in Kraft. XX Launsbach, 1. Juni. In dem bisherigen freudigen Wachstum unsers Dorfes ist leider wieder Sttllstand eingetreten. Wie überall in den umliegenden Ortschaften ist von der Entstehung neuer Wohnungen heute nichts zu merken. Cs gilt vorerst die im Vorjahr glücklich unter Dach gebrachten Einfamilienhäuschen, deren allein am Weg nach Krofdorf fünf aufgeführt wurden, zu vollenden. Die Geldknappheit zwingt meist zu einer zweijährigen Bauzeit. kz. Münchholzhausen, 1. Juni. Zum 25jährigen Jubelfeste des Gesangvereins „Concordia" hatten sich viele Gesangvereine aus der näheren und weiteren Umgebung eingefunden. Morgens versammelter, sich die Mitglieder des festgebenden Vereins an dem Kriegerdenkmal auf dem Friedhöfe zu einer Gedächtnisfeier. Aach dem Gesänge des Liedes „Ich hatt' einen Kameraden" und der^Gedächtnis- rede des Herrn Hauptlehrer K u 11 wurde ein Kranz am Denkmal niedergelegt. Aach einem imposanten Festzuge durch die festlich geschmückten Straßen fand eine Feier auf dem mit Fahnen geschmückten Festplahe statt. Der Gesangverein „Concordia" begrüßte die Festteilnehmer mit einem schönen Liede. Herr Hauptlehrer Kutt hieß alle Festgäste herzlich willkommen. Er gab in kurzen Zügen einen Ueberblick über das Werden des Vereins, der im Jahre 1901 von einer kleinen Sängerschar gegründet worden sei. Von den Jungfrauen des Ortes wurde dem Jubelverein eine kunstvoll gestickte Fahnenschleife zum Ehrentage überreicht, wofür ihnen herzlicher Dank zuteil wurde. Einen Kunstgenuß boten Z)ie_ von sämtlichen Gastvereinen vorgetragenen Gesänge, die alle mit Beifall ausgenommen wurden. <> Ehringshausen, 1. Juni. K a - tasterdirektor Tillmann von hier ist vom heutigen Tage ab in gleicher Diensteigenschaft an das Katasteramt in Simmern versetzt. Mit der Verwaltung des hiesigen Katasteramtes ist Katasterlandmesser Böhm in Stade unter gleichzeitiger Ernennung zum Katasterdirektor beauftragt □ Aus dem Kreise Wetzlar, 1. Juni. Von der Handwerkskammer zu Koblenz sind folgenden Personen des Kreises Ehrenurkunden für eine mehr als 50jährige Tätigkeit im Handwert verliehen worden: Peter Rehorn, Schmiedemeister, Kl.-Rechtenbach, Georg Weber, Schmiedemeister, Groß-Rechtenbach, Heinrich Pohl I.. Schmiedemeister, Werdorf, Louis Rühl, Schmiedemeister, Griedelbach, Hermann E i s e n h u t, Fri seurmeister, Ehringshausen, und Ehr. Befort Schmiedeehrenobermeister, Wetzlar. Oberlahnkreis. • Weilmünster, 2. Juni. Am 14. 3u.; findet hier eine Tierschau des Simmentalci Züchtervereins „Oberlahn" statt. Den Züchtern dürfte hier gute Gelegenheit geboten sein, sich gutes Zuchtmaterial zu beschaffen. Q Gräveneck, 1. Juni. Heute vormittag gegen 10 Ahr kam ein mit Sand vollbeladenes Fuhrwerk, das vom Bahnhof zu unserem Dorfe herauffuhr, beim Ausruhen der einge- spannten Kühe an einer kurzen Kurve bei steilen Straße nach rückwärts ins Rollen. Der Magen stülpte dabei die steile Böschung hinab und riß die Tiere mit sich. Der Anfall ging aber noch gut ab, denn die Kühe blleben anscheinend unverletzt, während der Wagen teilweise zerbrach. Kreis Biedenkopf. XX H e r m a n n st e i n, 1. Juni. Das alte Spritzenhaus hat durch einen Aeubau^ als solches seine Bedeutung verloren. Gegenwärtig war man damit beschäftigt, es dermaßen umzugestalten, dah darin Räume für durchziehende Obdachlose geschaffen werden, an welchen es bis jetzt hier mangelte. Maingau. WSA. Frankfurt a. M., 1. Juni. Geistlicher Rat Pfarrer Krohmann in Rödelheim, der vor einigen Monaten fein 50j ähriges Priesterjubiläum feiern konnte, kann noch in diesem Monat auf den Tag seines 4 0 jähri - gen Jubi läums als Seelsorger der Pfarr- gemeinde Rödelheim zurückblicken. Trotz seines schon vorgerückten Alters verwaltet er sein Amt auch heute noch in völliger geistiger und körperlicher Frische. WSA. Bad Homburg v. d. H., 1. Juni. Der König von Siam Prajadhipvk hat durch Vermtttelung der siamesischen Gesandtschaft in Berlin zum Zwecke der Erhaltung eines im Jahre 1907 auf Veranlassung des damals in Homburg zur Kur weilenden verstorbenen Königs Chulalongkorn erbauten siamesischen T e m - pels, der während der Kriegs- und Jnflations- jahre ziemlich baufällig geworden war, die Summe von 5 0 0 0 Mark überweisen lassen. k Grvheu-Linben, L Juni. Eine eigenartige Feier fand hier am letzten Sonntag statt. Die vor 20 Jahren Hierselbst Konfirmierten hielten an diesem Tage eine Zusammenkunft, zu der der erste Ortspfarver eingeladen hatte. Auch die früheren Lehrer der Konftrmierten, Rektor Dach von hier und Lehrer Hoch aus Egelsbach, waren zur Freude der Anwesenden da. Am Morgen war gemeinsamer Kirchgang. Aach dem Gottesdienst ging es auf öen Friedhof, wo nach der Dellamatton eines Gedichtes Lehrer Dern aus Gießen zum Gedächtnis der gefallenen und gestorbenen Kameraden herzliche Worte treuen Gedenkens sprach. Dann wurden an den einzelnen Gräbern der hier Gestorbenen durch je eine frühere Schulkameradin Blumenspenden niedergelegt. 44 waren in 1906 konfirmiert worden. Aur 31 waren noch am Geben. Richt weniger als 10 waren Opfer des Krieges. Am Rachmittage fanden sich die einstigen Konfirmanden zu Kaffee und Kuchen wieder zusammen. Gemeinsam gesungene Lieder, Reden und Vorträge verschönten die Feier, die erst spät ihren Abschluß fand. Hb. Leihgestern, 1. Juni. Freund Adebar hat uns verlassen! — lieber ein Jahrzehnt bezog ein Storchenpaar in jedem Frühjahr sein unmittelbar hinter der Hofreite des Wilh. Langsdorf auf einer Knorreiche erbautes Rest und verrichtete dort sein Drutgeschäft. — Einem alten Brauch folgend, Pflanzte in der Pfingst- nacht die Burschenschaft vor dem in der Rähe stehenden Wirtshaus eine Maie auf. Als die aufgesteckte Fahne im Winde flatterte, verlieh das Paar sein Rest und kehrte erst am nächsten Tag, das Rest mehrmals im Fluge umkreisend, zurück, um endlich auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Wgemein, besonders aber von den Anwohnern, wird der Wegzug dieses immer seltener werdenden Vogels bedauert. I Grünberg, 1. Juni. Die Maul- und Klauenseuche wurde hier amtlich festgestellt und die Gehöftsperre für Klauenvieh angeordnet. Ebenso dürfen Hunde nur an der Leine geführt werden. • L ich, 2. Juni. Am 13. Juni findet hier im Saalbau Stein am Bahnhof eine Handwerker-Versammlung statt. Man beachte die heutige Anzeige. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 1. Juni. Der vor einigen Jahren gegründete hiesige Marineverein trat am 29. Mai jum ersten Male mit der Skagerak- Feier verbunden mit der Fahnenweihe, an die Oeffentlichkeit; die Feier nahm einen schönen und würdigen Verlauf. Am 7 Ahr abends marschierten die militärischen Vereine in geschlossenem Zuge von der Burg nach dem Kriegerdenkmale, hier wurde zu Ehren der in der Seeschlacht Gefallenen ein Kranz niedergelegt. Die Ansprache hielt Herr Professor Keller, dann übergab das Vorstandsmitglied R ö ding das neue Vereinsbanner. Das Riederländische Dankgebet beschloß den Weiheakt. Die eigentliche Feier fand abend im überfüllten Saale des Hotel Trapp statt. Eine große Anzahl Fahnennägel wurde von hiesigen und auswärttgen Vereinen überreicht. Die Aufführung des Marinebildes „Die Musterung auf dem Meeresgründe", lebende Bilder, die Mitwirkung des Doppelguartetts Friedberg- Feuerbach und eines guten Musikkorps bildeten ein sehr abwechslungsreiches Programm, das die Teilnehmer bis zu später Stunde zusammenhielt. — Die sozialhygienische Wanderausstellung „M utter und K i n d", die bis zum 6. Juni hier in der Festhalle der Augustinerschule stattfindet wurde mit einer schlichten Feier eröffnet. Mit der Ausstellung sind eine Reihe von Vorträgen hiesiger und auswärtiger Aerzte verbunden; Medizinalrat Dr. Rebel sprach über „Allgemeine Gesundheitspflege und Hygiene des Sports". Die Ausstellung erfreut sich eines guten Besuches . Kreis Büdingen. ld. Au s dem oberen Riddatal, 1. Juni. Die Gänseaufzucht, ein Zweig der landwirtschaftlichen Kleinbetriebe des vorderen Vogelsbergs, erfreut sich in diesem Jahre ganz besonderer Wertschätzung. So konnte auch die zweite Brut, in früheren Jahren kaum verkäuflich, rasch abgeseht werden, und zwar zu weit höheren Preisen als die Gänschen aus dem ersten Gelege. Für das Stück eben ausgeschlüpfter Tierchen wurden bis zu 2 Mark bezahlt. Kreis Schotten. ld. Schotten, 1. Juni. Die vielen Nachtfröste, die der Monat Mai brachte, haben das Nichtangehen vieler Veredelungen veranlaßt. Besonders groß sind die Verluste bei Steinobst, da bei diesem die Knospen zur Zeit der Fröste gerade ausgeschlagen waren und die zarten Blättchen dann erfroren sind. 0 Laubach, 31. Mai. Der Milchfuhrmann Karl Krämer aus Höckersdorf, öer, wie wir vorgestern berichteten, durch ein bedauerliches Mißverständnis für einen Einbrecher gehalten, in Bobenha usen angeschossen und in das hiesige Krankenhaus gebracht worden war, ist seiner Verletzung erlegen. Der Blutverlust war verhängnisvoll. Die Familie des Verstorbenen wird allgemein bedauert. Auch dem unglücklichen Schützen wird allgemeine Teilnahme entgegengebracht. )—( Ruppertsburg, 1. Juni. Die ausgiebigen Regenfälle an den beiden letzten Tagen begünstigen das Wachstum der Gartengewächse, ganz besonders auch des Sommergetreides, das in seiner Entwicklung infolge der anhaltenden Trockenheit und Kälte noch fehr zurück war. Einen schlechten Ertrag bringen in diesem Jahre unsere Waldwiesen, namentlich die, die etwas sumpfig sind. Hier hat die Kälte dem Graswuchs außerordentlich geschadet. Am Samstag waren unsere Landwirte vom ftühesten Morgen bis zum späten Abend mit dem Verpflanzen ihrer Runkel- und Gemüsepflanzen beschäftigt; das gute „Setzwetter", wie man hier sagt, mußte ausgenutzt werden. Größeren Schaden haben die Maifröste an Obstbäumen und Beerensträuchern angerichtet. Die meisten Beeren sind erfroren und abgefallen. Aehnlich ist es bei den Aepf^- bäumen, die ohnedies schlechten Dlütenansah zeigten, so daß wir voraussichtlich eine äußerst geringe Aepfelernte haben werden. Besser bürfte der Ertrag der Dirnen werden, von denen einige Sorten — Spalier- und Hochstamm — einen guten Dehang zeigen. Zwetschen werden, dem augenblicklichen Stande nach, eine geringe Mittel- emte liefern. -i- Ulfa, 1. Juni. Nach Beendigung der Feld- bereinigungsarbeiten hat letzt die Gemeinde die Kanalisation im Dorfe in Angriff genommen. Notwendig wurde sie besonders dadurch, daß in regenreicher Zeit ein großer Teil der Orts- nrJ2Z^ **fegi*« Aeid)^a%t lic lohn, a2einer31f sMfe s&i. SS Die Olchl des o* im t dmerjtii>ie 2^ häldnsst nn W Direktor bericht < JAaftw, »•'’»« K » s fdn=8 tnthte W das Neu & «B «A in feinen g*1.u gab M : LftMUtzA eine lM Erklärung Konveutien bet ai, wobei er betör die sranzösW Ges fhmbentag fast allc ftanzvIWn Degie DichttatWmmg c angesehen werde, e daß die Aatifiziei Interesse sowohl d striellen Betriebe ergriff der Direktor amtes, Albert Tk einer langen Rede meldeten Wünschen nehmen und die - Arbeitsamtes zu sc dern immer mehr er u.a, dah ohne Ürner Konvention i und den dadurch c üeberzeugung wchr Arbeiterklasse unter fdjafttidjen Aö Achtstundentag H Gens, 2. Sir sachverständigen d sion sind in ihr gestern nachmittag Wiche Frage gekr komitee in zw ger zerfiel. Die f unterstützt von den wollten ein für all servemannscha begriff der §i l«n sollen, die na ” als Grundlac Wieben werden. 5 «Wen Staaten voi stellten sü Jtanbbunh und er "en ohne weitere; gen mitzählen Inders unter Der Fenstzeit, wie sie ? y 'lt. möglich Ec,ne" ^en Lauere Zahl ?^"nschaften «ch Kritisch^ . d a r i z ? ■>, Sofia Heeres daher f kkn und Al«b° d"rkliche7> geg, Araftei Reiben 7bent z ?obW J .^n s L'A'. 11 Qm 3j