Nr. 51 Erster Blatt 176. Jahrgang Dienstag, 2. März 1926 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vlvir und Verlag: vrühl'jche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Sieben. Schristleitung und Sefchäftrstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen sür di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. «oatr-vezvgrpretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzeln er Nummern infolge höherer Gewall. Fernsprechanschlüsse: Schristleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 61. Anschrift für Drahtnachrichten: Snreiaer fieftee. postfcheentlich "hat Mussolini zu erkennen gegeben, daß er durchaus bereit sei, das syrische Mandat zu übernehmen. In Verbindung • mit dem vor einigen Wochen aufgetauchten Gerücht über ein englisch-italienisches Geheimabkommen wurde von verschiedenen Seiten darauf hingewiesen, daß England Italien das syrische Mandat in Aussicht gestellt habe. Irgendwelches positive Ergebnis wird die Untersuchung der Mandatskommission natürlich nicht haben und auch die Beschwerden der Drusen werden nicht berücksichtigt werden, trotzdem die Drusenvertreter dieses Mal dafür gesorgt haben, daß ihr Standpunkt in der Oeffentlichkeit weiteste Verbreitung fand. Sie werden hoffentlich dieses Mal nicht wieder vor ihren Landsleuten beschimpft werden. Italienische Provokation in Innsbruck. Wien, 1. März. (WTB.) Amtliche Rachrichtenstelle. Eine Abteilung italienischer Eisenbahner, die in Innsbruck dienstlich beschäftigt ist, ließ sich gestern auf Dem Dortigen HaupLbahnhof photographieren, wobei als Hintergrund eine aufgepflanzte italienische Trikolore mit Dem Bilde Mussolinis benutzt wurde. Alle Teilnehmer hatten das Zeichen des Fascio angelegt Gegenüber dem ruhigen Einspruch deutsch-österreichischer Einwohner erwiderten die Italiener, Innsbruck werde sich an den Anblick der italienischen Trikolore gewöhnen müssen. (!) Dem besonnenen Eingreifen des Stationsvorstandes gelang es, einen tätlichen Zusammenstoß zu verhindern. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler Dr. Luther ist in Hamburg eingetroffen. In seiner Begleitung befanden sich Der Hamburgische Gesandte in Berlin, Senator Brandes, Geheirrrat Z e ch l i n. von der Presseabteilung der Reichsregierung. und Rittmeister Blank von Der Reichskanzlei. Der Reichskanzler wurde im Auftrage des Senats am Bahnhof von Regierungsrat Dr. Meyer empfangen. Der Reichskanzler hat im Hotel „3u Den vier Jahreszeiten" Wohnung genommen. * Der Kreuzer „Berlin" ist am 1. Marz in St. Vincent (Kap Verdische Inseln) eingetroffen und fährt am 3. März weiter. Mit Zustimmung der preußischen Regierung hol der Senat der Freien Stadt Hamburg den acht Freiwilligen der Mannschaft des Rettungsbootes Der „W estfalia", die preußische Staatsangehörige sind, die Hamburgische Rettungsmedaille verliehen. Die Reichsregierung hot dem Reichsrat einen Gesetzentwurf oorgelegt. Der Die Verlängerung des Befoldungssperrgefetzes bis zum 31. März 1927 Vorsicht. * Wie verlautet, wird die Reichsregierung durch Den deutschen Gesandten in Warschau Der polnischen Regierung eine Beschwer!»e- nvte überreichen lassen, in D$r gegen Die unqualifizierten Angriffe Der polnischen Presse gegen die Beamten des deutschen Generalkon- sustits in Kattowitz anläßlich der Deutschen-Ver- Daf tun gelt in Oberschlesien energischer Protest erhoben werde. Der Parteivorstand der Deutschnationalen Volkspartei wird am 24. März zusammentreten, um Die Wahl des Parteivorsitzenden an Stelle des zurückgetretenen Dr. Winkler vorzunehmen. Gleichzeitig soll über eine Umbildung des Parteivorstandes im Sinne einer verstärkten Einflußnahme der Provinzvertretim- gen beraten werden. Die demokratische Reichstagsfraktion hielt am Montagnachmittag eine Sitzung über die Frage Der Fürstenabfindung ab. Eine Darüber ausgegebene Mitteilung besagt, Daß Die bis jetzt erreichten Verbesserungen des ursprünglichen Kompromißent- wurses den demokratischen Forderungen noch nicht gerecht werden. Wenn nicht aus Den im Gange befindlichen Verhandlungen wesentliche Verbesserungen hervorgehen, so werde sich die Fraktion in einer ihrer nächsten Sitzungen Darüber schlüssig werden, ob sie ihren Anhängern eine Beteiligung am Volksbegehren empfehlen soll. Sämtliche Gemeinden Des Kreises Bingen, außer Heidesheim und Wackernheim, wurden dem englischen Besahungsgebiet §ugeteilt. Die Grenze DeS englischen Desatzungsgebietes ist Ingelheim. Heidesheim und Wackernheim gehören weiterhin Der französischen Desatzungszone an. In Chemnitz fanden große, von den Kommunisten inszenierte Demonstrationen statt. An einigen Stellen kam die Polizei wiederholt in bedrängte Lage und mußte gegen Die an- stürmende Wenge vorgehen. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Gegen Abend gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Im norwegischen Storthing wurde daS bürgerliche Linkskabinett Mohwinckel bei den Etatsberatungen durch die beiden Rechtsparteien und Den Bauernbund mit 76 gegen 74 Stimmen gestürzt. Staatsminister Mohwinckel hat Dem König fein Abschiedsgesuch überreicht. Als Rachfolger hat Mohwinckel dem König den Führer Der Rechten, Lykke, und Den Führer der Bauernpartei, Melkbye, in Vorschlag gebracht. Die beiden Politiker wurden später zum König gerufen. Man erwartet, daß Die neue Regierung von Der Rechten unD Der freisinnigen Linken mit Lykke als Ministerpräsidenten gebildet werden wird. Kunst und Wissenschaft. Zum 90, Geburtstag Theodor Nöldekes. 21 m heutigen Tage begeht Der berühmte Orientalist Theodor N ö l D c f c in Karlsruhe, wo er seit seiner Vertreibung aus Straßburg lebt, Den 90. Geburtstag. Geboren am 2. März 1836 in Harburg, ragte er in eine Zeit hinein, Die nun schon einer ferneren Vergangenbeit angehört; hat er doch seine erste große wissenschaftliche Arbeit über Die Korn- Position Der Suren und Des Korans, mit Der Der 19jährige Student an Der Universität Göttingen den akademischen Preis gewann, bereits im Jahre 1855 entworfen. In Göttingen habllitierte sich Nöldeke im Jahre 1861 für orientalische Sprachwissenschaft, 1864 ging er als außerordentlicher Prosesior nach Kiel und wurde von dort im Herbst 1872 an die neugegründete Kaiser-Wilhelms-Universität in Straß- bürg berufen. Er war einer Derjenigen, die am meisten zum Ruhme dieser unvergeßlichen Stätte Deutscher Wissenschaft beigetragen haben. Eine ungemein fruchtbare literarische Tätigkeit, die insbesondere Der arabischen, der syrischen und der persischen Sprache und Kultur gewidmet war, von hier aus aber auf die verschiedensten' Gebiete, wie Die Kritik des Alten Testaments und die alte Geschichte Übergriff, hat Nöldeke ein Ansehen verschafft, das vor keinen politischen Grenzen Halt machte. Auf das Haupt Des stillen Gelehrten häuften sich äußere Auszeichnungen aus Dem In- und Ausland in Hülle und Fülle — unter anderem ist er Inhaber Der Friedensklasse Des Ordens Pour le M^rite —; und doch blieb er Der bescheidene Mann, der nur der Wissenschaft und seiner Lehrtätigkeit lebte. Den größten Teil seiner Straßburger Zeit bewohnte er in Der Altstadt an Der III ein kleines, modernen hygienischen Ansprüchen wohl kaum mehr genügendes Häuschen. Dort versammelte er den bei seinem Fach naturgemäß beschrankten Kreis seiner Zuhörer, aus Deren Zahl hier Der früh verstorbene frühere Orientalist unserer Landesuniversität Friedrich S ch w a l l y hervorgehoben sei. Aber über diesen Kreis der Schüler hinaus war die Universität und die Stadt stolz auf den berühmten Professor, Der, von kleiner Gestalt, ein fast schwächliches Aussehen hatte, und der doch alle feine Straßburger Alterskollegen überleben sollte. Nöldeke ist Straßburg treu geblieben, auch nachdem er sich mit siebzig Jahren am 1. April 1906 von den Lehrverpflichtungen hatte entbinden lassen. Erst der unglückliche Ausgang des Krieges, der Verlust Elsaß-Lothringens und der Zusammenbruch Der Universität hat den damals 83jährigen Gelehrten gezwungen, Straßburg zu verlaßen, um in Karlsruhe feinen Lebensabend zu beschließen. Nicht allein, wer das Glück hat, die Freundschaft dieses ausgezeichneten Mannes zu besitzen, sondern auch, wer von Der stillen Arbeit eines Großen im Dienste der Wissenschaft Achtung empfindet, Darf am heutigen Tage mit Gefühlen inniger Dankbarkeit des 90jährigen Theodor Nöldeke gedenken. R. L. Die Grundmauern einer alten Königsburg gefunden. Rachdem im vergangenen Herbst bei Ausgrabungen in Der Rähe der Raminebsbergkaserne in Goslar die Grundmauern der alten I o - hanniskirche freigelegt wurden, hat jetzt ein glücklicher Zufall zur Freilegung von Grundmauern geführt, die mit Sicherheit der alten Steinbergburg Heinrichs IV. zuzuweisen sind, dem Kastellanum in Monte Lapideo, wie sie in den Urkunden genannt wird. Die Mauer wurde bei Ausschachtungsarbeiten am Schieferberg freigekgt und als ein unzweifelhaft mittelalterliches Bauwerk festgestellt. Sie ist etwa 90 Zentimeter stark, einen Meter hoch und in einer Länge von dreißig Meter blohgelegt. Von der Universität Marburg. Der außerordentliche Professor am Anatomischen Institut Der Universität Leipzig Dr. Eduard I a - cobshagen ist an Stelle von Professor Dr. Otto Veit zum Abteilungsvorsteher am Anatomischen Institut der Universität Marburg ausersehem Der früher in Marburg, jetzt in Kiel tätige außerordenl- liche Professor Dr. Alfred Bcnninghoif ist als zweiter Prosektor am Anatomischen Institut Der Universität Berlin ausersehen. Aus aller Welt. Der Fall Iuergens. Berlin, 1. März. (WTB.) Veranlaßt durch die Veröffentlichungen der Presse über Den Fall Iuergens haben sich bet Den Untersuchunasbehörden in Stargard unD in Berlin eine ganze Reihe wich, tiger Zeugen gemeldet, die geaen das angefchul- Digte Ehepaar Iuergens äußerst belastende An- gaben machten. Es. soll sich herausgestellt Haden, daß Die Eheleute Iuergens bei ihrem Wegzug aus Stargard an etwa 50 Stellen Schulden in einer Gesamthöhe von rund 25 000 Mark hinterlassen haben. Diese Forderungen, Die teilweise auf große Zechen zurückgehen sollen, werden erst jetzt bet der Staatsanwaltschaft angemeldet. Frau Iuergens soll ihrem Gatten über ihre Geldverhültnisse oft u n - wahre Angaben gemacht Haden, weshalb von Der Behörde angenommen wird, daß Frau Iuergens Die alleinige Urheberin Der fingierten Einbrüche gewesen sei, und die gestohlenen Gegenständs verkauft oder versetzt habe, um auf diele Art zu Geld zu kommen. Die weitere Untersuchung wird ergeben müssen, ob Iuergens tatsächlich nachträglich von Den durch seine Gattin finaierten Einbrüchen Kenntnis erhalten habe. ' Eine turbulente Hochzeitsfeier. In O r c ch o w (Karpatharußland) kam es bei einer Hochzeit in der Kirche während Der Trauungs- geremonie zwischen Den Hochzeitsgästen zu einem erbitterten Streit, so daß Der Geistliche gezwungen war, die Gendarmerie zu Hilfe zu rufen. Bevor diese aber zur Stelle war, gab es einen Toten und mehrere Verwundete. Die Einführung der Sommerzeit in Frankreich. Paris, 2. März. (WTB. Funkspruch.) „Journal" veröffentlicht heute ein Dekret, wonach die Sommerzeit in Der Nacht vom 17. auf Den 18. A v r i l d. I. eingeführt und die normale Zeit am 2. Oktober wieder hergestellt wird. Schwere Gasvergiftung. In Köln- M.ü hlheim wurde der Arbeiter Peter Gassen, ferne Frau und Jein achtjähriges Töchterchen im gemeinsamen Schlafzimmer infolge Gasvergiftung tot aufgefunden. Der 13jährige Sohn, der' im anderen Zimmer geschlafen hatte und erst morgens das Zimmer der ®ltecn betrat, mußte ebenfalls infolge Gasver> gifttrng ins Krankenhaus gebracht werden. Das Unglück ist durch einen beschädigten Schlauch verursacht. Wettervoraussage. Meist bedeckt, westliche Winde, Temperaturen etwas ansteigend, noch Niederschläge oder Nebel» dildung. Die Hochdrucklage hat sich zwar wieder hergestellt, doch greifen heute Ausläufer des nördlichen Fallgebiets tief nach Mitteleuropa hinein und bewirkten unter Zufuhr westlicher Luft vielfach Niederschläge. Erst nach Vorübergang des Wirbels dürfte eine leichte, nur kurze Besserung der Wetter läge einsetzen. ®ie 1 brauch J Iah« V iebem ne-L im 5* A8 KÄ und w senstnch jeder -u b* sich jrnSeb^ StMlheak (Ende nach Gießen uni D22 Zentralste statt in e Dolksz' WV. Sanach oc ssM? 20401, fügen Whi stimmen. Aach jedem warmen Regen pilgere man gegen Sonnenuntergang hinaus in den Forst. Oh früher im Sahre. als man den örtlichen Verhältnissen nach glaubt, ist die Schnepfe eingetrossen. Leichte Hügel auf Gestellen, die durch gemischte feudyt- grundige Bestände führen, bieten die meiste Aussicht auf Erfolg. Die Schnepfe ist in ihren Lebensgewohnheiten übrigens sehr konservativ, und obschon der Zufall gerade auf dem Schnepfenstrich oftmals sein Spiel treibt, so kennt doch jeder wahrhafte revierkundige Weidmann ge° wohnlich die Stätten, wo die Schnepfe am besten zu ziehen pflegt. Der gute Hund ist auf dem Strich unerläßlich. ohne ihn würde mancher glücklich -heruntergeholte Langschnabel unter Laub, im Gebüsch elend verludern. (St. Hubertus.) DolKszählungsergebnisse in Hessen. WSR. Sn den nächsten Tagen gibt die Hess. Zentralstelle für die Landesstatistik in Darmstadt in einem Sonderheft für Hessen die ersten Volkszählungsergebnisse vom 16. Sun i 1 925 bekannt, nach Gemeinden geordnet. Danach betrug die Gesamtzahl der Evangelischen 885 370, der Katholiken 415 685, der Israeliten 20 401, der sonstigen Christen 8188 und der sonstigen Richtchristen 17 635. Die evangelische und katholische Bevölkerung hat sich seit 1910 um 4,4 bezw. 4,6 Proz. vermehrt. Die Ssraeliten haben um 15,2 Proz. abgenommen, die Anhänger christlicher Sektmr um 20,5 Proz. und die Personen, die keiner christlichen Kirche oder Gemeinschaft angehören, um 205,4 Pro», zuge- nommen. Vertreten lind unter den verschiedenen Bekenntnissen Altkatholiken, Mennoniten, Baptisten, Adventisten, Methodisten, Mormonen und ernste Bibelforscher. Die Zahl der Konfessionslosen. Freireligiösen usw. hat sich seit der letzten Zählung nahezu verdreifacht, unb zwar von 5645 auf 16 557 Personen. Gießener Wochenmarktpreisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150, Matte 30 bis 35, Käse 65 bis 140, Wirsing 30, Weih kraut 15 bis 25, Rotkraut 30, gelbe Rüben 25, rote Rüben 20, Spinat 40, llntcr- Kohlvabi 10 bis 12, Grünkohl 30 bis 35, Rosenkohl 60, Feldsalat 80 bis 150, Zwiebeln 20, Meerrettich 40 bis 80, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 25. Honig 50, junge Hahnen 120, Suppenhühner 120, Rüsse 60, Endivien 100 Pfennig das Pfund: Eier 10 bis 12, Blumenkohl 60 bis 180, Salat 40. Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bis 60 Pfennig das Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7.30 Uhr, „Der fröhliche Weinberg" (Ende nach 9.30 Uhr). — Verein Hundesport für Gießen und Umgegend: Versammlung bei Henkel. ♦ *• Fahrplan Aenderun gen bei Kraft poften. Dom 1. März ab sind die Fahrpläne der Kraftposten Alsfeld—Treysa (Bez. Kassel) lind Alsfeld—Kirtorf—Ehringshausen geändert. Die Fahrten zwischen Äirtorf und Ehringshausen werden aufgehoben, dagegen werden zwischen Alsfeld und Mirtorf täglich zwei Fahrten in jeder Richtung aus» geehrt, und zwar Kirtorf ab 7.25 Uhr früh, Alsfeld an 8.10 Uhr, Alsfeld ob 11 Uhr, Kirtorf an 11.45 Uhr. Kirtorf ab 4.15 Uhr, Alsfeld an 5 Uhr, Alsfeld ob 5.45 Uhr, Kirtorf an 6.28 Uhr abends. Vom gleichen Zeitvunkt ab ist bei der Kraftpost Kirchhain (Bez. Kassel) nach Kirtorf die zweite Fahrt von Stirtorf nach Kirchhain 10 Minuten später gelegt, ab Kirtorf W. 6.30 Uhr, an Kirchhain W. 7.20 Uhr. S i n Achtzig) ährlger. Am morgigen 3. März feiert der in/ Smkerkreisen weit bekannte Fabrikant Karl Dust in Wetzlar seinen 80. Geburtstag. Der alte Herr ist Mitbegründer des Oberhessischen Dienenzüchtervereins und Ehrenmitglied desselben. Er hat sich durch die Erfindung der Freischwung-Schleuder und eines Wachsauslah-Apparatev große Verdienste um die Imkerei erworben. -d. Städtische Holzversteigerung. Bei der gestrigen Radelholzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Kiefernscheitholz 2. Kl. 57,50 Wk., 3. Kl. 49 Ml., Fichtenschnittholz 2. Kl. 34 Mk., Kiefernbauholz 3. Kl. 27,50 Mk., 4. Kl. 20,50 Ml.. 5. Kl. 17 Mk., Fichtenbauholz 3. Kl. 27,50 Mk., 4. Kl. 24 Mk., 5a-Kl. 24,50 Mk., 5b-Kl. 24,50 Mk. " Befreiung vom Besuch der Fortbildungsschule. In unserer gestrigen Notiz unter dieser Ueberschrift ist der Satz Ziffer 1 infolge einer Verstümmelung mißverständlich. Richtig muß er lauten^ „1. Schüler und Schülerinnen mit neunjährigem Schulbesuch und einjährigem Besuche einer Privathandelsschule mit Dollunterricht" usw. ** Das Fröstel-Seminar veranstaltet in seinen Räumen, Gartenstrahe 30. eine Ausstellung von Arbeiten der abgehenden Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen. Es handelt sich um Gegenstände, die die Schülerinnen im Handarbeits- und Werkunterricht angefertigt haben. Gezeigt werden u. a. im Handarbeitsraum selbstgefertigte Kinderwäsche. Kinderkleider usw. Der andere Teil der Ausstellung gibt eine Liederlich t über angefertigte Holz-, Flecht-, Dastarbeiten u. ahnl. Geöffnet ist die Ausstellung von Mittwoch, 3. Blärz. bis einschl. Sonntag, 7. März, täglich von 11 bis 1 Ahr vorm. und 3 bis 5 Ahr nachm. Das neue Semester beginnt Montag, 19. April. (Siehe heutige Anzeige.) ** Einen musikalischen Abend zu Wohltätigkeitszwecken veranstaltete am Samstagabend im Saale des Realgymnasiums Frl. E. Felchner mit einigen ihrer Schüler und Schülerinnen unter Mitwirkung von Frau Prof. L a q u e u r und Herrn Privatdozent L a u n. Innerhalb des reichhaltigen Programms standen im Vordergrund Schumann und Schubert, die beide mit ihren verschiedenartigsten Künstlereigenschaften zur Geltung kamen. Genoß man Schumann bald als den innigen Träumer, bald als den liebevollen Gestalter poesievoller Charakterstücke und dann wieder in seinen Liedern als den Eichendorff gesinnungsverwandten Romantiker — besonders bezeichnend in dieser Beziehung die „Frühlingsfahrt", in der der Grundzug der Romantik, die Sehnsucht, in die feine Form der Resignation gebannt ist —, so wirkte und erschütterte Schubert als der Schöpfer promethei- scher Liedkunst (Atlas), als feiner Stimmungsmaler (An den Mond) und als friedensinniger Tröster (Litanei). In den deutschen Tänzen wiegten sich die Themen vom polternd Festen hinüber zum Gemütvollen, ja gelegentlich Schwerinmigen, um dann wieder zum Kraftvollen zarückzukehren. Alles Gebotene fand seine angemessene Wiedergabe. Die Jüngeren bewiesen Fleiß und gute Schulung: Martha Krombach spielte begabt, sauber und ohne Fehl, Irmgard Hönscheid trug mit Frische vor, Herma Hechler gefiel durch weichen Anschlag. Frl. Jnge- borg Pop per t überraschte durch ihre in Anbetracht ihrer Jugend auffallende Fortgeschrittenheit. Bei Frl. Schuck bewährte sich eine nicht geringe, Schwierigkeiten gut meisternde Technik. Vortrefflich kamen die vierhändigen Stücke durch Frau Geh. Rat P o p p e r t und die Leiterin selbst zum Vortrag. Für die eingeflochtenen Liedpartien hatten Frau Professor Laqueur ihre warme, von feinem Empfinden geleitete Stimme und Herr Lic. Saun fein prächtiges und geschultes Organ, das er mit vollendetem Ausdruck in gleicher Weise in den Dienst des Mächtigen, wie des Zarten und Weichen zu stellen weiß, zur Verfügung gestellt. Drei Duette offenbarten einen vorzüglichen Zufammenklang und erprobte Anpasiung der beiden Stimmen. Bei solchen Leistungen erscheint der reiche Beiiall der zahlreichen Besucher als durchaus berechtigt. ng.- —.— Ausstellung der Alice - Schulc. In den Räumen der städtischen Kunstsammlung ist zur Zeit eine Ausstellung der Aliceschule, Jahres arbeiten der Schülerinnen der Oberstufe des zweijährigen technischen Seminars rür Hauswirtschafts- und Handarbeitslehrerinnen, hergerichtet. Es sind Arbeiten auf dem Gebiet der Radelarbeiten, des Zeichnens und der Lehrmittelanfertigung ausgestellt. Jede Arbeit trägt ihr persönliches Gepräge und legt Zeugnis ab, wie die Seminarausbildung ihrer Aufgabe, selbständige und geschmacksichere junge Lehrerinnen zu erziehen, nachzukommen sucht. Soll doch die heutige technische Lehrerin in ihren Schülerinnen den Sinn für Wertarbeit geschmackvoll und technisch wecken und ein Geschlecht von Konsumenten erziehen, das Waren der Schundindustrie und Auswüchse der Mode ablehnt. Dazu muß die Lehrerin aber selbstsicher im Urteil fein. Das wird sic nur, wenn sie es lernt, vorn Zweck des Gegenstandes auszugehen, danach die Form für ihn unb das Herstellungsmaterial zu wählen unb aus dem Material heraus die Herstellungstechnik zu bestimmen. Die Vereinigung mehrerer Techniken bereichen oft die Wirkung: gute Stickereien an Volkstrachten aus altem Hausrat geben hier vielfach Anregung unb finb wohl bei manchen Arbeiten als Vorbild benutzt. Wer die Farbigkeit der Bunt- stickereien betrachtet, wirb berausfinben, wie durch Beschränkung auf eine Farbe in ihren verschiebsnen Tönungen an einem Gegenstanb das Auge zu feinerem Farbensinn geführt unb zu sicherem Urteil in der Farbenwahl erzogen wird. Stickereien nach der Natur sind geeignet, den Formenfinn zu wecken. Es sind denn auch an Wäsche Verzierungen, Äleid- stickereien und anderen Dingen in Zusammenstel- l mgen verschiedener Formen unb Farben sehr geschickte Lösungen gefunden, die der Fantasietätigkeit der Herstellerinnen alle Ehre machen. Die Verschiedenartigkeit der Arbeiten auf so ziemlich allen Gebieten der Hausarbeit in ihrer guten, gediegenen Ausführung wird wohl allen Ausstellungsbesuchern Freude bereiten. Die felbftgefertigten Webstuhlmodelle und andere Lehrmittel werden wohl den Neid manches Lehrers erregen, der im Unterricht nicht über derartige vorzügliche Hilfsmittel verfügen kann. Das Urteil der Besucher geht allgemein dahin, daß die Aliceschule und ihre Leiterin hier etwas geleistet haben, was allgemeine Anerkennung verdient. Die Ausstellung übertrifft bei weitem alles das, was in den letzten Jahren auf diesem Gebiete geboten und gezeigt wurde. Der Besuch der Ausstellung kann daher jedermann, besonders aber der Damenwelt, aufs beste empfohlen werden. Bemerkt sei noch, daß bei der Eröffnungsfeier Stadtschulrat Professor Dr. 2111 e 5 ein kurze Ansprache hielt, worauf die Leiterin der Aliceschule, Frl. Schmidt, die Gäste uura') die Räume führte. Kirche und Schule. tz Schlitz. 1. März. Wie im Vorjahre, so hielt auch dieses Jahr wieder Pfarrer Kornmann von Lllrichstein hier eine Sugenb- w och e. Wurden im Vorjahre davon nur die engeren Kreise berührt, so nahmen dieses Sahr Jugendliche beiderlei Geschlechts aller Richtungen teil und sprachen sich im Anschluß an die Referate in voller Sachlichkeit aus. Der Leiter der Woche sprach über folgende Themen: „Eltern und Kinder", „Geschwister und Freundschaft'. „Das Verhältnis der Geschlechter". „Führer- und Heldenverehrung", „Jugend — Sesus — Gott". „Jugend und Kirche": auf besonderen Wunsch wurde am drittletzten Abend, der erst nur der Aussprache hatte dienen sollen, die Behandlung der in unseren Wirtschaftsnöten besonders brennenden Frage „Sagend und Beruf" eingeschoben. Den inneren Höhepunkt der Woche, an der bis zu 76 Jugendliche teilnahmen. bildete ein am abschließenden Sonntag spätnachmittags gehaltenes Sugendabendmahl, das lehr gute Beteiligung fand? Amtsgericht Gießen. * Gießen. 25. Febr. Sm Sanuar 1924 wurde ein Student von 2 Polizeiwachtmeistern nachts wegen Tubeftorcnbcn Lärms angehalten und mit zur Wache genommen, da er zwar fernen richtigen Ramen genannt, aber angeblich versehentlich den Ausweis eines Kommilitonen statt seines eigenen vorgezeigt hakte. Aus der Wache stellte nach der Aufnahme der Personalien des Studenten der eine der beiden Wachtmeister, der heutige Angeklagte, die Frage an ihn, wie er yi dem fremden Ausweis gekommen sei. worauf er die Antwort erhielt, das gehe ihn gar nichts an Hierauf versetzte der Wachtmeister dem Stu deuten nach dessen eidlicher Bekundung mit der Hand zwei derartig heftige Schläge in das Ge sicht, daß die Rase stark blutete und das Blut die Kleider verunreinigte. Der Angeklagte behauptete. der Student habe mehrfach nach dem unrichtigen Ausweis, den er. Angeklagter, in seine Tasche gesteckt habe, gegriffen, um ihn wiederzubelommen, er. Angeklagter, habe mit der Hand abgewehrt, und her Zufall habe es ge' wollt, daß er den Studenten im Gesicht getroffen habe. Letzterer stellte aber jede Rlöglichkeit, daß sich der Vorfall in dieser Weise abgespielt haben könnte, auf das entschiedenste in Abrede. 'Das Gericht schloß sich dieser Auffassung an und stellte in ilebcreinfrimmung mit dem Urteil des Verwalnmgsgerichtshofes in Darmstadt fest, daß der Angeklagte vorsätzlich gehandelt habe. Der Student äußerte nach Empfang her Schläge lediglich: „So eine Gemeinheit, schlägt mir der Mensch ins Gesicht" und verließ ohne jeden weiteren Protest die Wache, weil, wie er angab, noch eine ganze Reihe von Wachtmeistern sich in dem Wachlokal befunden hätten und er befürchtet habe, er bekomme unter ilmftänbcit noch mehr Schläge. Der Angeklagte wurde hiernach für schuldig befunden, auf der Polizeiwache als Beamter in Ausübung seines Dienstes den Studenten vorsätzlich körperlich mißhandelt zu haben Obwohl der Angeklagte wegen des gleichen Der gehens schon einmal bestraft worden ist - er hatte damals ebenfalls einem auf die Wache gebrachten Studenten ins Gesicht geschlagen —, nahm das Gericht nochmals mildernde ^Imstande an, weil er infolge seiner im Krieg erlittenen Verwundungen sehr nervös ist und der mißhandelte Student eindringlich zu seinen Gunsten cinge treten ist. Er wurde deshalb nicht zu der von her Staatsanwaltschaft beantragen Gefängnisstrafe von 3 Wochen, sondern nur zu einer Geldstrafe von 300 Mk. und den Kosten des Verfahrens verurteilt. Gerichtssaal. WSR. M a n n h e i in, 1. März. Dom großen Schöffengericht wurden zwei internationale polnische D - Zugdiebe, der 49 Jahrs alt: Hermann Grüsch kowicz und der 28 Sahre alte Kellner Ruchiu Wisla, der Erstgenannte zu drei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, der Letztere zu ein Sahr fünf Monaten Ge - f ä n g n i s und drei Sagten Ehrverlust verurteilt. Beide treiben sich schon fei1 1920 in Deutschland herum und leben von Diebstählen. Bei ben D- Zugdiebstählen verfuhren sie nach dem üblichen Rezept: Sie riefen ein künstliches Gedränge hervor, und erleichterten die Personen, aus die sie es abgesehen hatten, um ihre Brieftaschen. Kirchliche Nachrichten. Evangelisch? Gemeinden. Gießen.Stadtkirche.Mittwoch, 3. März, abends 6 Ahr: Passionsgottesdienst. Pfarrer Mahr. 1063a X e» Das dankbare Sei'ffenpulver ■ Betten E Hofs aus statt. 01457 4 Kein Basten mehr! e im 76. Lebensjahr. 5b-- 124,25 Mü 3 4 4 4 6 6 Baltas er Keil Heinrich Kreiling Ferdinand Römer Karl Ludwig Römer. W 9 f714. April A jy Beginn neuer Kurse\ r Vogtsche ^andelsschuleGießen Vooethestraße 32^ 1546a geb. Weigel Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 6,27 20,67 24,10 20,30 20,05 7,54 18,57 1,31 1,50 17,78 91,38 172,09 66,72 Oießen (Wiesenstraße 1), den 1. März 1926. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 4. März, nachmittags 1V- Uhr, von der Kapelle des Neuen Fried- Familie Familie Familie Familie Heuchelheim, den 2. März 1926. Biete: t-Z.-Part.-Wobnung nebst Mans., GaS u. cL Licht, ohne Korridor: Gegend: eine d. Anlagen. Sncke: 4-Z.-Wobng. mit elcktr. Lickt ob. größere und vergüte Umzug. Schr. Angeb. unk. 01450 an d. Gieß. Anz. Oie Beerdigung findet Mittwoch, den 3. März, nachmittags 41/« Uhr, vom Trauerhause Bachstraße 96 aus statt. 1970D Heute nacht 1 Uhr entschlief nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden, meine liebe Frau, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Käthe Reitz geb, Himmler im 53. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Reitz. 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März von 11—1 Ubr norm. u. 3—5 Uhr nachm. in den Räumen dec Fröbel-SeminarS, Gartenstraire 30. Eintritt 20 Pf. Beginn der neuen Kurse: Montag, 19. Avril 1926. 19(ID Berichtigung. 3n der Anzeige der gestrigen Ausgabe deS Gietzener Anzeigers betr. Holz»Berfteigerung in den Freiherrltcb von Nordeck zur Aabenaufchen Distrikten muh eS richtig heißen: 1967D NMlsW.deii4.Mz1W. genehme 3itnntct f. Bureau- u. Wohnzwecke fof. zu verm. Zu erfr i. d. Geschst. d. Gtesi Anz. 101463 Möbl. Siinmrr i zu verm. Zu erfr. in o Geschst d. (Äs; Anz. Einfach möbltcrteß Monsarvenzimmer per 15. 3. zu verm Näheres Babnbos straste 22 II. s01456 fllööl Zimmer zu vermieten 01445 Kaiserallee 31 v. Möbl. Zimmer zu vermieten [01452 Nordanlage 9 1. Wohnungstausch} 4-Zimmer- Wohnung mit Garten gegen 4-6-Zimmerwohnung zu tauschen gesucht. Schristl. Angebote unter 01453 an den Gieh. An», erbeten. jLrvllvnLngvdolej Berkanfskmnen null ßmifiem gesucht. Schriftliche Angeb. unter 01448 an den Gieß. Anz. 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Sie sehen also, Herr Wood, so geistreich unser kleiner Apparat ist, so gut er funktioniert — so ist seine Handhabung doch immer mit großem Risiko und großen Kosten verbunden. Die Polizei, die in unserer Stadt besonders gut organisiert ist, muß auch bedacht werden, damit sie das Verständnis für die sozialen Bestrebungen nicht verliert, deren wir uns befleißigen. Und nun kommen Sie, ein Gentle —Pardon, ich erinnere mich — und wollen uns noch eine außerordentliche Steuer auferlegen'. Bedenken Sie doch, daß ich meiner Pariser Schneiderin meine letzte und auch meine vorletzte Rechnung noch schuldig bin! Es ist ein wahrer Jammer!* Wie sie da vor ihm hockte, verführerisch — einer von den mit dem Satan verbündeten Engeln, der beim Sturz aus dem Paradiese in die Hölle aus Versehen auf der Erde hängen geblieben war. Hm —" sprach James Wood, „diese Umstände komplizieren natürlich die Sache sehr. Ich müßte 1 i i n wollte ich nicht behaupten, daß mein Mü- A'1 ‘bl in ganz außerordentlichem Maße angeregt । ' Eine so elegante Frau, die ihre Toiletetn nicht bezahlen kann! Dieser Jammer greift mir ans Herz, und ich werde mich daher — ich hatte die Absicht, das Doppelte zu verlangen — mit zweitausend Pfund begnügen." Aristides Sperazzii machte auf seinem Fauteuil eine heftige Bewegung, doch Madame Lsonie brachte ihn durch eine einzige Handbewegung zum Schweigen, ehe er noch reden konnte. „Sie verzeihen, Herr Wood," lächelte sie, „mein Bruder hat ein etwas heftiges Temperament. Die Summe, die Sie zu nennen belieben, klingt etwas hoch, aber ich meine, wir können die Sache ja in aller Ruhe besprechen, nicht wahr?" Jetzt war es James Wood, der sich zu ihr hinbeugte. Doch was sie in seinen Augen sah, war nicht sind. Dirigent des Vereins ist Lehrer Watz von hier. Kreis Biedenkopf. ah. Rodheim a. d. Bieber, 1. März. Der gestrige Volkstrauertag unterschied sich, nach seinem äußeren Gepräge beurteilt, fast von keinem anderen Sonntag. Rathaus und Schule hatten in den Reichsfarben auf Halbmast geflaggt. Am Morgen fand ein Trauergottesdienst statt. Lberlahnkrcis. WSR. Villmar a. d. Lahn. I. März. Gestern vormittag gegen 9 älhr sollte der von Gießen kommende sahrplamnähigc v-Zug den hiestgen Bahnhof auf der Fahrt nach Limburg —Koblenz paksieren. Kurz vorher war jedoch vom Streckenper^onal gemeldet worden, daß ein starker Felsblock zwilchen Aumenau und D llmar sich vom Berge losgelöst hotte und auf die Geleise gestürzt war, wodurch die 0-Zugstrecke versperrt wurde. Der Zug konnte in Aumenau noch rechtzeitig z u m Halten gebracht werden. Die Räumungsarbeiten wurden sofort oufgenommen, und mit großer Mühe gelang die Wegräumung des Felsblockes. Mit etwa einstündiger Verspätung konnte der O-Zug dann die Fahrt fortsetzen. Rur durch die Aufmerk'amkeit des Streckendienstpersonals ist ein folgenschwerer Eisenbahnunfall verhütet worden. Maingau. Frankfurt a. M., 1. März. (WSR.) Am Freitagmittag hatte sich ein großer, mit 1800 Tonnen Kohlen beladener niederländischer Kahn quer vor die Hntcrmain brücke gelegt, wodurch feit drei Tagen die ganze Mainschifffahrt gesperrt werden mußte. Rachdcm der Kahn in andauernder Tag- und Rachtarbeit geleichtert worden war, gelang c5 heute vormittag, ihn a b - zuschleppen. Die Schiffahrt hat kurz darauf wieder kräftig eingesetzt. — An der Riederräder Schleuse ist ein unbekannter Toter aus dem Main geländet worden. Er ist ein großer kräftiger Mann mit blonden, vorn stark gelichteten Haaren im 2llter von 25 bis 30 Jahren. Er trug eine silberne Uhr mit der Rümmer 37 736. sowie eine feinaliedrige goldene Hhrkette bei sich. Heber die Persönlichkeit des Toten war bis jetzt nichts zu erfahren. WSN. Frankfurt a. M., 1. März. In der Nacht zum Samstag erstach der 26jährige Metzger Fritz Röhl im Haufe Johannitergasse 11 in schwer betrunkenem Zustande den 2öjähriaen Tagelöhner H e r m a n n I u n g, der kurz daraus an Verblutung starb. Röhl wurde verhaftet. Groß - Wiesbaden. WER. Wiesbaden, 1. März. Der preußische Staatsrat hat seine Zustimmung zu der Erweiterung des Stadtkreises Wiesbaden durch die Eingemeindung von Biebrich, Schierstein und Sonnenberg gegeben. Die Gingemeindungsangelegenheit geht jetzt an den Landtag, der darüber endgültig beschließen wird. Durch die Eingemeindung wird Wiesbaden einen Zuwachs von etwa 30 000 Einwohnern und 4617 Hektar Flächeninhalt erhalten. Der Restkreis Wiesbaden hat sich mit der Ausgemeindung bereits einverstanden erklärt. Turnen, Sport und Spiel. Handball. Turngemeinde Marburg — Männerturnverein Gießen 0:2. ch Die ungünstige Witterung und die dadurch hervorgerusenen schlechten Platzverhältnisse beeinträchtigten das Treffen am Sonntag in hohem Maße. Jedoch der Eifer der beiden Mannschastm gestaltete das Spiel recht spannend, so daß bei recht ansprechenden Leistungen von einem guten Sport gesprochen werden kann. Die erste Halbzeit sah die QHännertumer säst dauernd im Vorteil, die aber durch die oft mehr als zahlreiche Verteidigung der Gäste keine zählbaren Erfolge erringen lönnen. Rach der Pause konnten die Marburger das Spiel offener gestalten. Die zeitweise ihrerseits schön emgelait-rtea Angriffe schnterten jedoch, an der hervorragend arbeitenden Hintermannschaft der Einheimischen. Diese sehteit nun alles daran, um zu dem verdienten Siege zu gelangen. Ihre Angriffe wurden immer häufiger und gefährlicher, so daß der Gästetvrwart oft fein ganzes Köinren aufbieten mußte, um die zahlreichen Torschüsse zu meistern. Trotz ganz vorzüglicher Abwehr konnte er nicht verhindern, daß zunächst der Rechtsaußen und alsdann der Halbrechte der Riännerlurner je ein Tor erzielten, und somit das Treffen für ihre Farben entschieden. Der Schiedsrichter, Turner Heinrich Fisch, vom Turn- und Sportverein Butzbach, war dem Spiel ein aufmerksamer und gerechter Leiter. Das Spiel T. V. S ch l i h gegen T. D. 1 8 4 6 Gießen wurde von Schlitz abgesagt. M. T. D. Gietzen (Spielabteilung) ch Vor einigen Tagen hielt die Spielabteilung des Männerturnvereins Gießen ihre erste diesjährige Spielerversammlung ab. Der derzeitige Spielwart, Turner A. Slawitzki, brachte einen ausführlichen Bericht über die vergangene Spielzeit und die hiermit verknüpfte Tätigkeit der Abteilung. Wie hieraus ersichtlich, wurde innerhalb dieser Zeit recht gute Arbeit geleistet, was besonders durch die erzielten Erfolge zum Ausdruck kam. Einen interessanten Punkt der Tagesordnung bildete u. a. die Spielplatzfrage, die eingehend erörtert wurde. Erfreulicherweise konnte hierzu berichtet werden, daß mit allem Rach- Örud an der Vollendung des am Schisfenberger Weg gelegenen Spielplatzes gearbeitet und dieser für die kommende Saison schon soweit hergerichtet wird, daß Hand- und Faustballspiele dort abgehalten werden können. Cs dürfte dann den einzelnen Abteilungen Gelegenheit geboten fein, mehr als bisher an die Oeffentlichkeit zu treten und damit werbend für ihre schöne Sache zu wirken. Sehr zu begrüßen ist die Tatsache, daß nun auch das Schlag- und Tromm elballspiel ausgenommen und besonders gepflegt werden soll. Fußball. Aus dem Taunusgau des 5. F. D. Sportklub „Viktoria" Ridda Gaumeister. i. Rach verschiedenen sehr schönen Freundschaftsspielen gegen altbewährte Gegner der engeren Heimat trat der Sportklub „Viktoria" Ridda den Weg nach Ober-Roßbach an. um dort gegen den Romensvetter um die Meisterehre zu kämpfen. Zuvor hatten die Riddaer ihren Bezwinger Sportverein Schotten auf dessen eigenem Spielfeld auf der „Bockzahl" einwandfrei geschlagen. Auch die Alemannen aus Gedern, die gegen Riddas „Viktoria" in die Sranken getreten waren, mußten sich nach sehr flottem Spiel als bezwungen bekennen. So hatte man diese Freundschaftsspiele benutzt, um die Vorbereitung für den Meisterkampf zu beenben, der nun am vorigen Sonntag in Ober-Roß- bach im Vorspiel stieg. Dort hatten die Riddaer in den Rohbachcr ..Viktorianern" einen recht zähen! Gegner, der in der ersten Halbzeit ganz energischen Widerstand entgegensetzte. Doch nach der Halbzeit besann sich Ridda eines Besseren, und wenn daS Resultat bei Halbzeit noch unent^ schieden stand, so verliehen die Spieler vom 2. Bezirk mit einem überlegenen Siege das Feld. An diesem Sonntag sollte nun Roßbach zum Rückspiel in Ridda antreten. Riddas Spieler warteten jedoch vergebens, so daß ohne End- kampf dem Sportklub „Viktoria 1912“ Ridda die Meisterschaft des Taunusgaues im Mainbezirk des Süddeutschen Fußball-Verbandes zufiel. Damit rückt der rührige Verein auf. Turnen. Dom Lahn-Dünsberg-Gau. T Waldgirmes, L März. Unter der Leitung des Bezirksturnwartes Karl Gisset aus Rodheim fand gestern hier die erste Vorturn er-- ft unde des 1. Bezirks des L a h n - D ü n s b e r g- Begierde, sondern kaltes, unbeugsames Wollen. Er wollte zweitausend Pfund. Und er war entschlossen, sich auch nicht eine halbe Krone ablisten zu taffen. „Madame," sagte er, «v,Sic sind eine der entzückendsten Frauen, denen ich bis jetzt in meinem an Frauen nicht gerade armen Dasein begegnet bin. Wenn nicht meine Lage eine so desparate wäre, würde ich diese zweitausend Pfund nehmen — denn zahlen müßte sie mein verehrter Gnsiireund, ob er will oder nicht — würde Ihre Schnciderrechnungen erledigen und den Rest des (Selbes mit Ihnen durchbringen. Ich habe schon größere Summen auf den Altären der Liebe geopfert — und um weniger schöner, weniger reizvoller Frauen willen, als Sie sind---" Jetzt aber war der Herr Bruder nicht mehr zu halten. Alle Vorsicht vergessend, schleuderte er ihr auf Spaniolisch etwas zu. Hastige, wutgifttgs Worte. Sie machte ein böses Gesicht und schüttelte den Kopf. Janus Wood schenkte sich gelassen eine neue Tasse Kaffee ein und meinte wohlwollend, nachsichtig für die Schwächen eines aus Rand und Band geratenen Mitmenschen: „Nein, mein lieber, guter Sperazzi, Sie werben den Ibrahim nicht heraufrufen unb mir nicht von ihm den Schädel einfdjlagen lassen —" Mit weil ausgerisfencn Augen starrte ihn der Levanttncr an. „Sind Sie denn ein Teufel?" stammelte er. „Verstehen Sie Denn Spaniolisch?" „Wie Sie sehen. Und damit Ihnen nicht wieder eine solche Entgleisung passiert, möchte ich Sie daraus aufmerksam machen, daß selbst die Anwesenheit einer so entzückenden Frau mich nicht davon abhalten würde, die Drohung wahrzumachen, mit der ich unsere eigene kleine Unterredung zu eröffnen gezwungen war." Sperazzi wallte etwas entgegnen. Doch wieder schnitt ihm Madame Lsonies Hanbbewegung Wort und Wut mitten entzwei. Sie lachte. Sic amüsierte sich augenscheinlich köstlich. „Darf man fragen, welcher Art diese Drohung mar5" flötete sie. „Reben wir nicht davon, Madame — Ihr Bruder weiß Bescheid. Doch, um nach dieser kleinen Unterbrechung auf unser eigentliches Thema zurückzukommen, lasten Sie mich Ihnen sagen, baß ich beim Betreten Ihres Hauses ein Pfund unb einen Revolver besaß--" „Der Revolver sollte wohl in Aktton treten, wenn das Pfunb verloren war?" „Stimmt — vielleicht sogar in diesem Zimmer." „Pfui, wie melobramarisch! Unb nochmals pfui, wie feig! Hat ein Mann wie Sie wirklich keine andere Alternative?" „Bah — was heißt das: ein Mann wie ich! Ich kann vielleicht einen Smoking stilvoller tragen als andere Geschlechtsgenosten — aber sonst — doll) wozu von Dingen sprechen, die unerquicklich unb, wie ich sehe, geeignet find, mich in Ihrer guten Achtung herabzusetzen! Ich habe von dem Revolver unb bem Psunde nur gesprochen, um Ihnen in zwei Worten meine Lage zu fdplbcrn. Ihre Roulette hat alles getan, mich dem Tode näherzubringen, und ich stelle diesen Umftanb in Rechnung, wenn ich mein Leben mit zweitausend Pfund einschätze. Sic werben zugeben, daß biese Summe eher zu niedrig gegriffen ist." „Zweifellos, Herr Wood, jedoch--" „Ich hatte die Absicht, viertausend Pfund zu uer langen, ober Herr Sperazzi wußte, was er tat, als er Sie sich zum Sukkurs herbeiholte. Ich begnüge mich zwar jetzt nicht mit weniger als viertausend, aber ich bringe zweitausend davon in Abzug für bie angenehme Stunbe, bie ich Ihnen banke. Madame, ich hoffe, Sie anerkennen, daß ein Mann, der vor dieser Stunde nichts vor sich sah als den Lauf seines Revolvers, sich nicht nobler erweisen kann. Mein ganzes Leben tariere ich mit zweitausend Pfund, unb eine Snmbe'bes Ihrigen mit ebensoviel." Sie blickte ihn lange an. Seltsame, ihm unverständliche Lichter griffen aus der Abgrunbtiefe ihrer Augen empor. Das Lächeln um ihren roten, sinnlichen Mund würbe sphinxgleich. „Unb wenn ich — wenn wir Ihnen bas Gelb geben--?" fragte sie. Sperazzi sprang auf. Gestikulierte. Rollte bie Augen. Schrie. Griechisch, spaniolisch, arabisch — alles durchsinonber. „Setze bich!" herrschte sie ihn an. Ohne ihn anzublicken. Denn ihre Augen hingen immer noch an denen Woobs. Sogen sich an ihnen fest. „Du bist verrückt — bu bist wahnsinnig--" röchelte ber dickc Mann , , _ , „Setze dich!" Gaues statt. Trotz bes schlechten Wetters waren 20 Turnwarte und Vorturner angetreten. Durchgeturnt wurden bic Freiübungen für das biesjährigc Gaufest in Atzbach. Anschließend fand Besprechung her einzelnen Stellungen unb barauf ein allgemeine-' Kürturnen an den Geräten statt, wobei bie Vereine wieber gegenseitig Lehrreiches gewinnen konnten. Als Ort für die nächste Bezirksvorturnerstunde wurde Aßlar bcftimml. Wassersport. Schwimm- und Springlehrkursus in Giehen. Das sportliche Leben unserer Stadt ist um ein Ereignis reicher. Der am Samstag und Sonntag stattgesundene Schwimm- und Springlehrkursus, den der hessische Landesbeirat für Leibesübungen in Gießen im städtischen Hallenbad unter Mitwirkung hervorragender Kräfte auf dem Gebiete der Sportpädagogik veranstalten ließ, ist ohne Zweisel als ein bedeutsamer Schritt vorwärts in der Sport-, insbesondere der Schwimmsportbewegung Gießens anzusprechen. Unb zwar ist bei einem Heberblick über das Gebotene zunächst als wesentlichstes Moment anzusehen, daß neben der Bedeutung, die der Lehrgang für die Weiterentwicklung unseres heimischen Schwimmsports hat, diesmal der Sport der breiteren Oefsentlich- keit von einer völlig neuen Seite nähergebracht worden ist. Denn während seither meist nur der Wettkampf, also der mehr oder weniger vollkommene Sport dem großen Publikum gezeigt wurde, hatte es diesmal Gelegenheit, einen Blick in die Werkstatt zu werfen, wo in kleiner unb kleinster Arbeit und nach wohlerwogenen Grundsätzen an dem einzelnen das geschaffen wird, was für die Abhaltung von Wettkämpfen unerläßlich ist. Mit diesem Einblick in das Heben nnb Arbeiten am Körper war dann aud) ohne weiteres gegeben, bah jeder, der den Vorträgen und praktischen Ergänzungsübungen gefolgt ist. sich davon überzeugen konnte, daß neben der „Körperlichkeit", ja vielleicht über ihr, die Gedankenarbeit. die Theorie im Sport steht. Man kann wohl behaupten, daß manch einer gerade nach dieser Richtung hin ein völlig neues Bild vom Betreiben der Leibesübungen befoinmen hat. das vor allem eine, wenn auch nicht große Zahl nach diesen Kursen erkannt hat. daß bic Sportbewegung doch viel mehr ist als lediglich das Streben, sick; körperlich zu betätigen. Der Lehrgang war nach verschiedenen Gesichtspunkten in drei selbständige Vorträge ein- geteilt. Er begann am Samstagabend. Die Vorbereitungsarbeiten unb die Durchführung war vom hessischen Lanbesbeirat. der Veranstalter des Lehrgangs war, dem Gießener Schwimmverein übertragen worden. Wie schon vor einiger Zeit erwähnt, ist der hessische Lanbesbeirat für Leibe-- Übungen eine von der Regierung geschaffene Einrichtung, die als Berater in allen sportlichen Fragen und insbesondere bei der Verwendung von staatlichen Mitteln für Sportzwecke befragt wird. Mit Hnterstühung des Deutschen Schwimmverbandes hatte der Landesbeirat zwei bekannte Kräfte, den Lehrer an der deutschen Hochschule für Leibesübungen, Kellner, der auch im Schwimmsport selbst als einer der besten deutschen Rückenschwimmer eine Rolle spielt, und Julius Stern, einen in früherem Jahren oft genannten Springer, gewonnen. Die Beteiligung seitens der Schwimm- und anderen Sportvereine an den Kursen war den Verhältnissen entsprechend gut, vor allem ist zu begrüßen, daß die Behörden und Schulen bei sämtlichen Vorträgen vertreten waren. Aus Kreisen des Schwimmsports waren Dr. Geisow, der erste Vorsitzende des Deut schen Schwimmverbandes. und Dr. Friedrich, der Vorsitzende des hessischen Landesbeirates unb gleichzeitig Vorsitzender des Gaues l Kreis 5 des Deutschen Schwimmverbandes, zugegen. Als erstes wurde in einem zweistündigen Vortrag am Samstagabend „DieTechnikdes Schwimmens" von Sportlehrer Kellner behandelt, nachdem der Kursus durch den ersten Vorsitzenden deS Gießener Schwimmvereins und mit einem Stafselwcttkampf eröffnet worden war. In anschaulichster Weife erläuterte der Vortragende zunächst die für das Schwimmen geltenden allgemeinen Grundbegriffe, um dann auf die mehr sportliche Seite, die für das sportliche Schwimmen in Frage kommenden einzelnen ..Lagen": Brust-, Rücken-, Seite- unb Frei st il- schwimmen einzugehen. Durch eigene Darstel- Gehorsam ließ er sich in einen Fauteuil nieder fallen. Brummte unb knurrte aber vor sich her. „Nun?" wieberholie sie. „Sic haben meine Frage noch nicht beantwortet! Wenn ich Ihnen bie zweitausend Pftind geben würbe — ?" „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, baß id) —" „Ach — daran habe ich nie gezweifelt", lochelic dos schone Weib. „Meine Frage will etwas anbere-?. Zweitausend Pfund sind eine schöne Summe Gelbes — für eine Stunde meines Lebens jedenialls zu viel. Wenn wir sie Ihnen trotzdem geben, hofjeu wir sic auf gute Verzinsung anzulcgen. Herr Wood — mir konnten einen Mann wie eie ausgezeichnet brauchen." James Wood grinste. „3d) würbe sicher immer daneben treten." „Sie als Croupier —! Aber — aber--ein Croupier für zweitausend Pfunb! Nein, mein Hen. Sie sollen uns Dienste leisten, bie ein anderes Kaliber an Mann erfordern. Wollen Sie?" „Ich bin leiber nicht in der Lage, gleich den irrenden Rittern alter Zetten schönen Frauen um ber Ehre einer Schärpe wegen zu dienen. Ich muß fragen, was versienc ich dabei?" „Die Dienste, bie wir von Ihnen verlangen, sind and) gar nicht romantischer Art. Sie sind lehr nüchtern unb — oft nicht ungefährlich. Aber sie machen sich bezahlt. Wollen Sie?" „Hm — Madame! Sehen Sie, wenn ich mich auch nicht gern an bie sogenannten besseren Zeiten erinnere, so sind doch noch gewisse Ideen unb An schauungen in mir lebendig, die, io rückständig Sic Ihnen auch erscheinen mögen, doch meiner Dienstfähigkeit für Sie eine gewisse Grenze ziehen." Mabamc Löonie lächelte, erhob sich von der Ottomane unb reckte den schlanken, geschmeidigen Körper. „Stiebet Aristides," sagte sie, „geh' ins Bureau und hole das Gelb!" Wieber Blick und Gegenblick zwischen ben betben. Unb der Mann, dessen Wut sie eben vorher noch bändigen mußte, lächelte wie sie. Lächelte unb verließ dos Zimmer. James Wood schob sich langsam empor. Teufel — was wollen die beißen auf einmal? Das Lächeln der Fran--? Man wird ja sehen--- (Fortsetzung folgt.) V sm al besvnk Heime: Aleim Dettoer M laftmgs diesem dm 1. aus svi D ein D amtlilj ist. D munge die D Länder Di. einschlik Dc D beschlc kündet 21 bestim S umMl regiert ihrer der 21 Sc dem dc Abdank ■Sa a) d b) d n 1924 D Innen staates S 111 Au! entfN .ordnete 2Iu der Ko Durchsi eignun. Dolksb mögen' Hemmungen Metzen, bängi ^^nzelnen £*wn Seiten ■ Aenpolitis^ c ^''eben •' eine sog. Ä"9*Iöufi ' N Ä,9*t ligtt 5ii,u-n 1 ch A6*6ung W, keine einer l -D-i ' ^,n8elnen Mit, -tom ®eu ,°ec(a iWÄth °ls öafi ftMl o Vtur?-^ ®e fo die n ' >4®» peitsch»\ Di? W Zen öl W blejb^^als > 6te£??n ak KE e>, fü °^°nden ge- einnahmen) 339 095 Qltf. (209 387 Mk.). Ge- eine des Vor und gibt Zeugnis von der hohen Entwicklung des Kunstgcwerbes. Die Arbeitsgemeinschaft für deutsche Handwerkskultur, die unter dem Vorsitz des Reichskunstwarts Redslob steht, zeigt eine Kollektivausstellung handwerklichen Glases. Die Technische Messe erfreute sich bereits am ersten Tage recht lebhaften Besuchs. Dis mittags wurden hier 27 000 Besucher gezählt. ordentlich viel von Kellner gezeigt und boten. Die Vachmittagsveranstaltung hatte Einführung und Darstellung Wasserspringens zum Gegenstand. lung und mit Hilfe von Vorführungen einiger Schwimmer verstand es Kellner, den Stoff auch dem Vichtfachmann durchaus nahezubringen. Der zweite Vortrag am Sonntagmorgen war einem der beliebtesten Gebiete im Schwimmsport, dem Wasserballspiel, gewidmet. Auch hier wurde wieder in Theorie, wie auch in Praxis den Lernbegierigen und den Zuschauern außer- Halter und Geschäftsunkosten erforderten * Sie Reichindexziffer für d i e Le- benshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und sonstiger Bedarf» ist nach den Feststellungen des Statistischen Rcichsamts für den Durchschnitt des Monats Februar mit 138,8 gegenüber dem Vormonat (139,8) um 0,7 Prozent zurückgegangen. Die Preise für Gemüse, Milch und Butter haben angezogen, die Preise für Fleisch und Fleischwaren und besonders Eier haben nachgegeben. Auch die Bekleidungsausgaben weisen einen Rückgang auf. * DieDeutscheReichspostimJanuar. Die Deutsche Reichspost gibt jetzt eine Ueberficht über den Geschäftsoerlauf im Januar heraus. Der Briefverkehr gegenüber dem Vormonat ist zurückgegangen. Auch der Neujahrsbriefverkehr entsprach nicht den Erwartungen. Einen verstärkten Rückgang weist der Paketverkehr auf. Der Umsatz im Postscheckverkehr hat im Januar bei rund 45 Millionen Buchungen 9246 Mill. Mk. betragen. Gegenüber dem Vormonat ist der Umsatz um 4 Millionen Buchungen und 470 Millionen Mark zurückgegangen. Das Guthaben auf den Postscheckkonten betrug Ende Januar 510 Mill, gegenüber 590 Mill. Mk. Ende Dezember. Einen Rückgang weist auch der Telegrammverkehr um rund 17 Proz. gegenüber dem Vormonat auf. Im Fernsprechverkehr hat die Zahl der Hauptanschlüsse gegenüber dem Vormonat um rund 2500 zugenommen. Dagegen ist auch der Funktelegrammverkehr mit dem Auslande gegenüber Dezember um 7 Proz. zurückgegangen, gegenüber dem November besteht ein Zugang von 10 Prozent. Der Kassenabschluß zeigt an Einnahmen 148,2 gegen 145,6 Millionen im Vormonat, an Ausgaben 144 gegen 163,1 Millionen Mk. im Vormonat. Die Einnahmen bleiben trotzdem hinter denen der Monate Juli und Oktober, ebenfalls der Vierteljahrsmonate ganz erheblich zurück, nämlich um rund 10 bzw. 18 Prozent. Die allgemeine Verschlechterung dürfte auf die ungünstige Lage des Wirtschaftslebens zurückzufuhren sein. * Mitteldeutsche Creditbank. Der Aufsichtsrat schlagt eine Dividende von wieder 8 Proz. vor. Der Abschluß für 1925 ergab einen Vvhgewinn von 8 799 531 Mk. (i. V. 10 246 629 Mark). Hierzu trugen bei Zinsen und Provisionen 7 957 030 Mk. (9 453 059 Mk.) Wertpapiere und Konsortialbeteiligungen 454 193 Mk. (584 18301».), verschiedene Einnahmen (im wesentlichen Miets- Wirtschaft. Die Leipziger Frühjahrsmesse. Die Eröffnung der diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse erhielt ihr besonderes Gepräge durch die Eröffnung verschiedener neu erstandener Messehäuser. 3n Anwesenheit zahlreicher Behörden, sowie von Vertretern anderer Körperschaften fand am Sonntag die Eröffnung des neu erbauten Ringmessehauses statt. Vach Begrüßungsworten des Vertreters des Messeamtes und des Erbauers des Messehauses schloß sich ein Rundgang durch die Halle an. Um 11 Uhr wurde die deutsche Kunstseideausstellung eröffnet und um 12.30 Uhr fand schließlich durch den griechischen Gesandten in Berlin, Canellopulos, die Eröffnung des griechischen Pavillons statt, in dem insbesondere Rohtabake zur Ausstellung gelangen. Die Ausstellung der Staatsmonopolverwaltung des jugo- slavischen Königreiches wurde ohne besondere Veranstaltung eröffnet, ebenso wie der Betrieb , auf der allgemeinen Mustermesse und der technischen Messe ohne jede Feierlichkeit begann. Der erste Tag der Messe bot das von der letzten Messe her gewohnte Bild. Trotz schlechten Wetters sehr starker Verkehr in den Straßen, aber im großen und ganzen nur mittelmäßig besuchte Mes ehäuser. Obwohl die allgemeine Wirtschaftslage den Besuch der Messe stark ein- schränkt, herrscht in den Kreisen der Aussteller einigermaßen Zuversicht. Man hört auch bereits vereinzelt, daß schon am ersten Tage gute Abschlüsse getätigt worden sind. Das gilt namentlich für die Textilmesse, wo sich das Hauptinteresse auf die Kunstseideausstellung konzentriert. Die Kunstgewerbemesse in der Universität ist wieder außerordentlich reich beschickt Beginn des eigentlichen Vortrags sprach Dr. G e i s o w in packender kurzer Rede über die treibenden Gedanken im deutschen Schwimmsport. U. a. führte er aus: „Wir feiern heute das Gedächtnis unserer Gefallenen. Die Flaggen wehen auf Halbmast, und ich glaube, wir müssen dieses Gedächtnis derer, die, wie das köstliche Wort lagt, ihr Bestes gaben sür ihre Freunde, würdig begehen. Das geschieht nicht in Klagen und Trauern, sondern es geschieht durch eine Tat." Diese Tat sei, im Sinne des deutschen Sports, gegeben in der Arbeit am einzelnen, am jungen Menschen in der Erziehung zu Kämpfern, die ihren Mann stehen und ihr Bestes geben, nicht nur im sportlichen Rennen, sondern auch immer da im Leben, wo eine Aufgabe an sie herantritt. Vicht zu amerikanisieren sei unser Sport, nicht das Beste soll jeder leisten, sondern der deutsche Sport stelle alles daraus ab, den Menschen sein Bestes geben zu lassen. Es sei Kleinarbeit am einzelnen, geadelt aber durch den großen grundlegenden Gedanken der Gemeinschaft. 3m sportlichen Wettkampf sei er der Dienst an höchsten Gütern. Das Einsetzen der ganzen Person für die Gemeinschaft, für die Farbe zu sehen. Alle, auch die kleinste Arbeit diene nur dem einen Ziel, dem Aufstieg und dem Hinausführen unseres Vaterlandes aus Elend und Vot. Alnö bislang sei noch nicht erwiesen, daß die Wege, auf denen der deutsche Schwimmsport dieses höchste Ziel zu erreichen sucht, nicht die richtigen seien. Dann brachte Stern in sesselnder Weise, ebenfalls unterstützt durch praktische Vorführungen, eine Anleitung zur Ausbildung von Springern. Er zeigte, daß dies in den letzten Zähren im deutschen Schwimmsport etwas vernachlässigte Gebiet vor allem in Form von Riegenübungen sehr nutzbringend bearbeitet werden kann, und daß dadurch, daß man das Springen im Hebungsbetrieb auf eine allgemeinere und breitere Grundlage stellt, diesem Sportzweig neue und besonders junge Kräfte in großer Zahl zugeführt werden können. Mit einigen kurzen Worten, in denen er zur eifrigen Befolgung und Verarbeitung des Gesehenen und Gelernten aufforderte, schloß Dr. Friedrich den Kursus. Es ist das Wesen eines solchen Lehrgangs, daß Erfolg und Wirkung erst nach geraumer Zeit sich zeigen: eins aber kann schon jetzt ohne weiteres festgestellt werden: nämlich, daß in diesen beiden Tagen wertvollste Arbeit im Sinne des Sports geleistet worden ist, denn jeder, der, sei es als Schwimmer oder als sonstiger Zuhörer an einzelnen Vorträgen teilgenommen hat, wird reiche Anregungen mitgenommen haben. und selbst wenn nicht alle Früchte tragen, so ist doch durch diesen Lehrkursus ein wertvoller Stein zum weiteren Aufbau des deutschen und besonders unseres heimatlichen Schwimmsports geschaffen worden. r. Leichtathletik. Eine Terminlifte der Deutschen Sportbehörde. Die Terminliste der Deutschen Sportbehörde ist soeben erschienen. Sie weist eine erhebliche zahlenmäßige Verringerung gegenüber dem Vorjahre auf, ein Zeichen verständnisvollen Maßhaltens der Verbände und Vereine. Es sind 7 Veranstaltungen von der SPB. selbst geplant, darunter zwei Länderkämpfe. Ferner sind 33 internationale und 97 nationale Wettkämpfe in Aussicht genommen, insgesamt 130 Wettkämpfe an 31 tagen. Naturgemäß drängen sich die Ereignisse besonders im Juli und August. Der am meisten belegte Sonntag (25. Juli) weist nicht weniger als 4 internationale und 13 nationale Veranstaltungen auf. 6 373 261 Mk. (7 538 802 Mk.). Steuern 979 062 Mk. (1281619 Mk.), so daß ein Reingewinn von 1 447 208 Mk. (1 426 207 Mk.) verbleibt. Die 8proz. Dividende erfordert 1 304 000 Mk. Die Dividende auf die Schuh- und Vorzugsaktien 1323 (550) Mk., Gewinnanteile des Auffichtsrates 72 444 Mk. (72 444 Mi.). Es verbleibt ein Vortrag von 69 440 Mk. (49 213 Mk.). Trotz geringerer Roh- einnahmen ist demnach doch ein etwas höherer Gewinn zu verzeichnen als im Vorjahr, da sowohl die Steuern, als auch in ziemlich erheblichem Maße die Gehälter und Geschäftsunkosten zurückgegangen find. Dieser Rückgang ist im wesentlichen auf den weiteren Abbau von Angestellten zurückzuführen. Es wurden im 3ahre 1925 weitere 300 Angestellte abgebaut. Die Bank hat jetzt noch 1059 Angestellte, gegenüber einem Höchststand im Oktober 1923 von 4300. Die Ankosten werden immer noch als unverhältnismäßig hoch bezeichnet. 3m 3ahre 1913 betrugen sie bei einem wesentlich größeren Geschäfts- umfang 3,8 Millionen Mark. Auch die Steuern betrugen im 3ahre 1913 nur 437 000 Mark bei einem um das Vielfache größeren Gewinn. Das Gehalterkonto ist auch darum mehr belastet, als in der Vorkriegszeit, weil man in erster Linie die jüngeren Beamten abgebaut hat und infolgedessen das Durchschnittsdienstalter der Beamten höher liegt als in der Vorkriegszeit. Das Verhältnis der flüssigen und leicht greifbaren Mittel zu den Verpflichtungen beträgt etwa 63y2 Proz. gegenüber 69 Proz. im Vorjahr. 3n dem eigenen Effektenbestand, den Konsortialbeteiligungen und den dauernden Beteiligungen verfügt die Bank über erhebliche stille Reserven. Der Rückgang des Wertpapierbestandes ist darauf zurückzuführen, daß verhältnismäßig größere Posten Wertpapiere abgeftoßen worden sind. Unter den Guthaben finden sich Ausland- und Valutaguthaben in kaum nennenswertem Maße. Die Dank ist zwar nicht von Verlusten verschont geblieben, doch macht nach Angabe der VerwÄ- tung die Gesamtsumme feinen nennenswerten Betrag aus. Der Geschäftsbericht gibt einen kurzen ileberblicf über die allgemeine wirtschaftliche Lage im 3ahre 1925. 3n bezug auf das neue 3ahr betont er die Belebung des Börsengeschäfts. * 7E eitere Ausdehnung des Rhei'n.° Weftf. Elektrizitätswerkes. Vachdem die Kreise Trier, Saarburg und Wittlich beschlossen haben, ihren Strom vom RWE zu beziehen unb RWE-Mien zu übernehmen, hat das RWE nun auch an die Stadt Dingen ein neues Angebot zwecks Llebernahme des Binger Elektrizitätswerkes gemacht, das weit über das letzte Angebot hinausgeht. Ebenso wie den drei Kreisen soll auch der Stadt Bingen eine Vertretung im Aufsichtsrat des RWE zugebllligt werden. Es ist anzunehmen, daß" die Stadt Bingen diesem Angebot zustimmen wird. * Auslandanleihe der Stadt Leipzig. Die Firma Speyer & Co., Veuyork, als Führer eines Konsortiums, hat durch Vermittlung des Bankhauses Lazard Speyer-Ellifsen, Frankfurt a. M. und der Allgemeinen Deutschen Kreditanstalt, Leipzig, mit der Stadt Leipzig eine 7proz. Auslandanleihe im Betrage von 5 000 000 Dollar zu 90 Proz. abgeschlossen. Die Anleihe ist mittels eines im 3ahre 1927 einsetzenden jährlichen kumulativen. Tilgungsfonds bis zum Verfall der Anleihe im 3ahre 1947 zurückzuzahlen. Die Tilgung erfolgt durch Rückkauf zu oder unter pari oder durch Auslosung zu pari. Verstärkte Tilgung durch Auslosung oder Gesamtkündigung ist ab 1931 zugelassen, und zwar von 1931 bis 1935 zu 102 Proz., alsdann zu pari. Der Erlös der Anleihe dient dem Ausbau des Gas- und des Clellrizitäts- werkes. Die Anleihe wird demnächst in Veuyork zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt; ein Teilbetrag von 1 250 000 Dollar ist von Gebr. Teixeira de Mattos, Amsterdam, und Heldring & Pierson, Haag, zur Emission in Holland übernommen bzw. in der Schweiz untergebracht worden. Börsenkurse. Berlin 0,375 Datum: | 1. 3. 86* 85.25 102,75 100 r-9 35 11.4 39,5 145 109,5* 125.5* 126’ 73 119.7* । 83 101,2* 6,75 0,036 80 44 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 0 360 0,480 0,248 . 0,350 0,370 123,7* 65,75 5ri,5 73,5 90,1 90 5* 43 । 92.5 I 63 | 28 5 6,5 i 107 I 44 45 80 98,5 39 35 22 29 118 5 34 41 73.25* 78 75* 83,5 53.5 127,5* 124 5* 5% Deutsche Reichsanlethe . 4% Deutsche Reirbsanleiye . 3'//In Deutsche Rcichsanlcihe 8% Deutsche ReichSanleibe . Deutsche Sparprämienanleihe 4% Preußische ötonsolö . . . 4% Hessen 3*/s°/o Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anweisug.*) 4% Zolltürlen 5% Goldmerikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nartonalbank Deutsche Bank Deutsche Beretnsbank .... Disconto Connnandit Metallbank Mitteldeutsche Creditbank. . Oestcrrrichische Creditanstalt. Weftbank ........... Bochumer (Satz ....... BuderuS ......... Caro ....... Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Lourahütte Obcrbedarf ......... Phönir Bergbau ..... Rbeinstabl .......... Riedeck Montan Tellns Bergbau. ..... Hamborg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Cheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Anglo-Cont.-Guano..... Chemische Mäher Alapin . . Holzverkohlung Rütgerswerke Scheideanstalt Sag. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Mamkraftwerke ....... Schlickert . . ........ Siemens & Halske ..... Adlerwerke Äleyer ..... Daimler Motoren. ...... Hevligenstaedt . Meguin , Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen ■> 6 Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Her; . ..... Sichel Zellstoff Waldhof..... 3n(ferfabrtt Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurt a.M. Schlüz. fiur» 1-Uhr. Kurs Schlich-'Anfang Kurs 2.3. 1. 3 2. 3 L3675 0.3775 0,365 1 — 0.36 0 345 0 3575 0 345 — 0.485 0 4'5 — 0.24 — —- 0.367 i) 3525 — 0.36 0 36 — 0,33 - 93 — 99,5 i “-‘s 11,6 — 1 o9 — n. - 144 5 114,5* 107,5* 109* 108 5* — 125,5* 124,5* — 127,2* 124* —— —* — 119,5* 118.5* — — 101,5* 101,5 101,5* 6 7 6.9 6,75 0 036 0 027 — 82 _ — 42 — — 43.75 — — 84,4 83.75* 84.57 85* 87’ 102,5* 103 5* 101* — 111.7* —- 117 __ — 32.25 3 2 r 75 — 45* 43,75* 73.13* 72,12' 72.75* 76,75* / / 76.5* — 84,5 80 — — — 127* 136 1* 126.7* 122 5* 122,2* 122* — — - 79 — 62.5 63,5 — — 81,25 — — 122,2* 123,2* 124,5* — 65 64 56,5 — — 73 90 — — 88* 88,75 87,5* — 80.25* 79,5* 84 — — 78,4* 79.75* 77,62* - 98 9* 95,72* 39,7a 39 39.5 35 35.5 —— — —- —• — — — — —* .— 61,75 — — 26.5 —— 5.5 105,75 10^.75 106,25 43 43,25 - 45 48 —- 1 März. 2. März. Dank noten. Amtliche Notierung Ärmliche Notierung (Seit) Brief Geld Brief Amft.-Roli (67,93 I68,:J5 167,85 168,27 Buen.-Atres 1,703 1,729 1,695 1,700 Brss.-Antw 19 055 19.095 19,055 19.095 Christiania. Kopenhagen 90,64 90,86 90,61 90,75 109,01 109.49 108,91 109,19 Stockholm . Helssngfors. 112,46 112,74 112,47 112,75 10,565 10,605 10,562 10,6)2 «talten. . .** 16,84 16.88 16,81 16,85 London. . «,38 i 20,4 8 20,372 4,195 20,422 Neuhor! . . 4,195 4,205 4,20ä Paris. . . 15,52 '5,92 15,37 15,41 Schweiz . . 80 72 80.92 80,74 80.94 Spanien . 59,10 59,24 59,01 69.18 Japan . . . Rio de Jan. 1,908 0 614 1,91; 1.6I6 1,90» ,0.611 1,909 0,616 Wien in D-- Ceft- abgest. 59,14 59,28 59,14 69,28 Prag .... Belgrad . . 12.415 12,455 12,415 12,455 7.387 7,407 7,397 7,417 Budapest. . 3,875 5,895 5,875 6,89 "j Bulgarien 3,035 3,045 3,035 3,04» Lissabon 31 23a 21,285 21,215 21,265 Damig. . . Konstantin. 80 87 81,07 80,80 81,00 2,14 2,19 2.18 2,19 Athen 6 04 6 06 5.99 6.01 Kanada. . . 4.179 4,189 4.178 4.188 Uruguay . 4.305 4,315 4.305 4,315 Berlin, 1 Marz Geld Brief Amerikanische Nvlea ». ... Belgische Noten Dänische Noten ....... Englische Noten........ , Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch.Qesterr.,L 100 Kronen Rumänische Noten . . . ... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . ... 4,181 19,01 108,73 20,36 15,61* 16 7.55 16 86 90,62 59,01 112,17 80,605 64.8> 12,38» 5,835 4,201 19.11 109,27 20,4' 15 76 168.39 16,9t 91 08 59,31 112,73 81,005 59 15 12,445 5,875 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 2. März. Dem ersten flauen Börsentage dieser Woche ist heute eine etwas zuvers ichtlich ere Stimmung gefolgt. Die Vorbereitungen zu dem morgigen Liqui- dationszahlungstag, die die Spekulation zu erheblichen Abgaben veranlaßten, fanden ein Ende. Teilweise formte man sogar wieder leichte Käufe des Publikums beobachten. Infolgedessen setzten sich die Rückgänge nicht fort. Die ersten Termin- und variablen Kurse zeigten allgemein kleine Erholungen. Heber ein Prozent gingen aber die Besserungen nicht hinaus. Die Llmsahtätigkeit blieb trotzdem sehr gering. Auf dem Pfandbriefmarkte herrschte eine gewisse Zurückhaltung, wenn auch die Grundstimmung durchaus freundlich blieb. Die am Vortage noch starke Versteifung des Geldmarktes hielt nicht an. Von feiten der Großbanken wurden etwas reichlichere Mittel zur Verfügung gestellt, so daß der Sah für 'Tagesgeld auf 6 bis 7VS Proz. nachgab. Monatsgeld war etwa zu dem gleUta Sah erhältlich. 3m Dewisenverkehr trat eine Abschwächung des "englischen Pfundes ein, die wahrscheinlich mit der Erwartung einer Diskontermähigung in London zusammenhängt. London notierte gegen Kabel 4,8581. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".1 Frankfurt a. £DL, 2. März. Tendenz: bex hauptet, aber lustlos. — Die Veranlagung des Börsengeschäftes ließ heute eine geringe Besserung erkennen insofern, als die Abgabeneigung weniger stark hervortrat. Das Geschäft behielt zwar seinen lustlosen Charakter bei, im großen und ganzen aber zeigte sich gegenüber neu auftretendem Angebot der Markt ziemlich widerstandsfähig, wodurch die rückläufige Kursbewegung wieder zum Stillstand kam. Die Tendenz läßt sich als behauptet bezeichnen, ungeachtet einzelner weiterer geringer Verluste. Vorbörslich wurden die Kurse ca. 1 bis 2 Prozent niedriger, da die Ausführungen auf dem Kölner Bankiertag keinen günstigen Eindruck hinterließen. Bei Beginn des amtlichen Verkehrs nahm der Aktienmarkt eine leicht gebesserte Haltung an, ohne daß jedoch wesentliche Besserukkg«*» zu erkennen gewesen wären. Am Montanmarkt betrugen die Erholungen 1 bis 2 Prozent. Im Geaensatz hierzu verkehrten Kaliwerte in schwack;er Haltung. Westeregeln minus 2H Prozent. Farbwerte zeigten behauptete Kurse. Schwächer eröffneten Elektroaktien. AEG. minus 2 Prozent, Schuckert minus 1,13 Prozent. Bankaktien lagen still und wiesen keine merklichen Veränderungen auf. Schiffahrtsaktien waren leicht ermäßigt. Hapag minus 0,5 Prozent, Norddeutscher Lloyd minus 0,25 Prozent. Auto- aktien tendierten ziemlich fest. Daimler und Kleyer erzielten je plus 0,75 Prozent. Von Zellstoffaktien erlitten Waldhof eine Einbuße von 1,25 Pro3. Auch Zuckeraktien bröckelten überwiegend ab, nur Offstein-Zucker plus 1,5 Proz. Das Geschäft in anderen Aktien mit veränderlichen Kursen war sehr still, neben neuen kleinen Rückgängen waren auch leichte Erholungen zu verzeichnen. Deutsche Anleihen konnten sich etwas befestigen. Am Auslandrentenmarkt war die Umsatztätigkeit ebenfalls sehr gering. Türkenwerte schwächten sich etwas ab. Ungarn blieben gehalten. Auch am Pfandbriefmarkt machte sich eine starke Geschäftslosigkeit geltend, die Kurse blieben gehalten. Der F r e i v e r k e h r wies unregelmäßige Haltung auf. Beckerstahl 45, Beckerkohle 54,5, Benz 43, Brown-Boveri 70, Entreprise 10, Growag 52, Hansabank 75, Krügershall 86, Petroleum 69, Kabel Rheydt 102,5, Ufra 67 Proz. Im weiteren Verlaufe drückte die Geschäftslosigkeit ansehnlich auf die Stimmung, so daß die Kurse allgemein wieder eine leicht rückläufige Bewegung anzunehmen begannen. Der Geldmarkt ist für kurzfristige Anleihungen unverändert angespannt. Tagesgeld stellt sich auf 8—8,5 Proz. Langfristiges Geld blieb dagegen zu 6,50 bis 9,50 je Adressen angeboten. Jn- dustrieakzepte mit Bankgiro 7 Proz. Prioatdiskon- ten 5J Proz. Im Devisenverkehr war Paris gegen London erneut leicht rückgängig. Die Pfunö- parität stieg auf 132,25. Auch das englische Pfund lag gegen Kabel schwächer mit 4,85). Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 2. März. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 26,25 bis 26,50, Roggen (inl.) 17, Sommergerste (für Brauzwecke I 22,50, Hafer (inl.) 18,50 bis 21,50, Mais (gelb) 18,25 bis 18,50, Weizenmehl (inl., Spezial 0) 39,50 bis 40, Roggenmehl 25 bis 25,50, Weizenkleie 9,25, Roggenkleie 9,50 bis 9,75. — Tendenz: Matt. Frankfurter Pserdemarkt. WSN. Frankfurt a.M., 1. März. Der heute auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Vereins abgehaltene Pferdemarkt hatte einen Auftrieb von über 700 Pferden. Es war in erstklassigen schweren, noch mehr in mittleren Arbeitspferden gutes Angebot. Das Kauf- und Handelsgeschäft war sehr rege, und der Markt von Interessenten gut besucht. Die Kaufabschlüsse bewegten sich in der ersten Klasse von 2500 bis 3500, 4000 Mark pro Paar, in der zweiten Klasse von 1500 bis 2300 Mk., in der dritten Klasse von 700 bis 1500 Mark. Besonders die Großhändler hatten reichliche Auswahl Büchertisch. — Religion und Kirche. Kulturhistorisch interessante Dokumente aus alten deutschen Zeitungen. Von Eberhard Buchner. (München 1925, Albert Langen, 356 S.) — Eine höchst bemerkenswerte Quellensammlung! In 11 Abschnitte gegliedert bringt sie aus geschriebenen und gedruckten Zellungen, meist des 18. Jahrhunderts (einiges ist früheren Ursprungs), allerlei Vachrichten und Aeußerungen zu Thematen der Religion und Kirche. Vatürlich treten dabei die sonderbaren und merkwürdigen Begebnisse reichlich in den Vordergrund. Mit vollem Gewinn kann nur der Sachkenner diese Zusammenstellung würdigen. Aber interessant sind sie für jeden Gebildeten. (834) Schian. Rundfunk-Programm -es Frankfurter SenderS. (Aus der.Radio-Amschau".) Mittwoch, 3. Mär;: 3.30—4 Uh:: Die Stunde der Jugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte, vorgetragen von Rektor Wehrhan. Von Stinber vom 10. Jahre ab. 4.20 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Amerikanische Tanzmusik. 5.45—6.10 Uhr: „Rundfunkstreife durch Mittelamerika' . Vortrag von W. Schupp- Darmstadt. 6.20—6.45 Uhr- „Durch die Häfen Süd- brafiliens", 3. Rundfunkvortrag von der Weltreise des Baurat Dr. Teubert-Mannheirn. 6.45—7.15 Uhr: „Der Einfluß der Monotonie auf die Berufstätigkeit", Vortrag von Dr Bappert. 7.15—.745 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 7.45—8.15 Uhr: Beamtenfortbildungskurs. Referent: Dr. Fritz Neumark. — 2. Vortrag: „Allgemeine Fragen des Geld- und Währungswesens". 8.15—9.15 Uhr: Sinfonie- Konzert. 9 15—10.15 Uhr: Dichter-Jubilare. r Rahma butterglekft W MARGARINE