Annahmr von Anzeigen für die lagesnummet vis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrist 20°,, mehr. Thefredakteur". Dr. Friede. Wilh. Lange. Deranttoortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteil i. Dertr. H. Deck, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,auher Sonntags und Feiertags. Beilagen; Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonolZ-Bezvgrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten; Anzeiger Liehen, postsch-cklonto: Kranlsutt am Main 11686. General-Anzeiger für Oberhessen vri'S md Verlag, vrühl'lche Universtlä,;-Such- und Stcinöruderei R. Lange in Sietzen. Schrifiieiiung und Seichästsitelle: Schul-ttahe 7. Ni 256 CT« Blatt 176. Mwitj Montag,,. Nov-Mdn 1926 SiehenerAnzeiger Nach der Pause. Don Deichs Minister a. S). Dr. Scholz, M. d. R. Der Deichstag hat sich in diesem Jahre eine längere Ferienruhe gegönnt. Das war gut so — für ibn und für das Volk, das ihn gewählt hat. Für ihn — weil er nach eifriger Arbeit der Erholung wohl bedurfte; für das Volk - weil es allmählich durch die sich drängenden Satzungen des Parlaments und die Vielfältigkeit der behandelten Gegenstäirde übersättigt war, und btel- leicht auch, weil es dunkel empfand, daß bem Daterlande eine geraume Zeit ruhiger, nicht durch parteipolitische Krisen gestörter Degie- rungsarbeit wohltätig sein muhte. So ist nun nach der Pause das Interesse des politischen Zeitungslesers stärker als im Laufe der parlamentarischen Sitzungsperiode, die Erwartung ist gespannter, die D-eigung zur politischen Erörterung ausgeprägter. Welche Aufgaben wird der Reichstag vorfinden oder sich selbst stellen < Schon am Ende der Sommertagung sprach man in der Wandelhalle des Reichstages viel von einer Abämdermrg der G e s ch ä f t s o r d n irrt g. in dem Sinne, dah nach aller Möglichkeit die Ver- handhungen für das grohe Publikum interessanter und leichter verständlich gestaltet werden morgen, das Wichtige und Bedeutungsvolle von dem Minderwesentlichen auch äußerlich gesondert würde. Kürzere Rededauer bei minderwichtigen Deratungsgegenständen, Wechsel zwischen ben Reden von Freunden und Gegnern der Dorlage wurden empfohlen; kleine Mittel, die aber immerhin geeignet sind, die Debatte abwechslungsreicher zu gestalten. Schwieriger durchhuführen, aber be- deuttrngsvoller die Dorschläge, die Sitzungen eiw- zuteilen in De b a t t e s i hun ge n und Be- schluhsihungen: Erstere bestimmt zur gründlichen und grundsätzlichen Aussprache über Regierungserklärungen imb sonstige besonders wichtige Gegenstände, letztere — mit kürzester Redezeit — dazu geeignet, um in den Ausschüssen eingehend beratene Vorlagen durch Abstimmung zu erledigen. Von materiell wichtigen Derattingsgegeitttän- den die in der nächsten Zett das Hohe Haus, beschäftigen werden, sei genannt m erster Linie Z)ie Erwerbslosenfrage: eines dersa-wre- riasten Probleme der Gesetzgebung, bei dem glei- chermahen die unbestrittene Rot der immer noch nach Millionen zählenden Arbeitslosen, wie die schwierige Lage der deutschen Wirtschaft, endlich auch allgemeine politische Erwägungen zu berücksichtigen sind. Wird sich auch vielleicht eme Zwischenlösung auf der bisherigen Grundlage nicht umgehen lassen, so darf doch die dauerhafte Entscheidung der Frage im Wege der Arbeit s lo s e n ve r s icherun g darunter nicht leiden. Das viel erörterte Reichsschulgefetz wird wohl auch die Kräfte des Parlaments erheblich in Anspruch nehmen, wenn es auch ver- messen wäre, eine schnelle Erledigung zu erwarten. Cs ist nun Einmal das Schicksal alter Schulvorlagen, einen wetten und schwierigen Weg bis zur endgültigen Verabschiedung zurucklegen zu müssen. Doppelt schwer ist eine Regelung, weil es sich hierbei um die nach manchen Rrchtun- aen einschneidende Abgrenzung von Zuständig- keiten zwischen Reich, Ländern und Gemeinden handelt. Auf gleichem Gebiet liegen die Schwierigkeiten bei den auch wieder bevorstehenden Beratungen über den Finanzausgleich. Ob bis zum 1. April nächsten Jahres eine endgültige Erledigung dieser Frage gefunden werden kann, erscheint mehr als zweifelhaft. Vermutlich wird man sich zunächst mtt einer gesetzgeberischen Verlängerung des gegenwärttgen Zustandes über diesen Dermin hinaus, vielleicht um ein weiteres Jahr, begnügen müssen. Auch das Wahlrechtes Problem ist nicht zur Ruhe gekommen. Die Stimmen mehren sich, die der immer fortschreitenden Entpersönlichung des Wahlverfahrens durch das Propvrtionalwahl- recht einen Damm entgegensetzen wollen. Immerhin scheint es wenig zweckmäßig, mit kleinem Flickwerk an die Wahlrechtsfrage Herangehen zu wollen. Entweder möge man sich entschließen, mtt dem Grundsatz des Verhältniswahlrechts zu brechen — oder man lasse es in seiner jetzigen Form bestehen, die sich wenigstens einigermaßen eingelebt hat. Kleine Aenderungen verursachen nur Streit zwischen den Parteien und bringen — was nicht zu unterschätzen ist — auch unbequeme Reuerungen rn der Organisation der Wahlkreise mit sich, ohne doch am Kern der Sache etwas zu ändern. Der Rachtragsetat. den die Regierung vorlegen muß. wird ebenfalls allerlei Kämpfe entfesseln. Dabei wird die allgemeine Finanzlage des Reiches, die je nach dem vertretenen Standpunkt verschieden beurteilt wird, eine bedeutsame Rolle spielen. Auch das Vorgehen des Finanzmini st eriums bei derälmgestaltungseinerOrgani- f a t i o n, das in Deamtenkreisen lebhafte Bedenken ausgelöst hat. wird nicht ohne Kritik hingenommen werden. Die Fragen des Beamtenrechts, in erster Linie das Beamten- verttetungSgeseh, werden ebenfalls zu besprechen sein. Dah das Gebiet der Außenpolitik nicht leer ausgeht, ist selbstverständlich. Auch der Fall S e e ck t dürfte nicht ohne Erörterung bleiben, älnd wenn auch die F ü r st e n a b f i n - bungsfrage durch den preußischen Vergleich als materiell größtenteils erledigt angesehen werden darf, so werden zum mindesten die Kommu- Ein neuer Attentat auf Mussolini. Der Diktator unverletzt. - Der Täter von der Menge gelyncht. Bologna, 31. Off. (WTV.-Funspruch.) heute vormittag sand die feierliche Einweihung des großen, für alle Arten von Sport beslimmlen Stadions „Cltforiale“ statt. Das Stadion kann bis 50 000 Zuschauer fassen. Mussolini in der Uniform des Oberkommandierenden der Miliz, schritt um 9.30 Uhr zum „Littoriale", welches stit dem frühen Morgen bis auf den letzten Platz von saszistischer Miliz und einer riesigen Zuschauermenge angefüllt war. Mussolini hielt vor den Miliztruppen eine Rebe, die er mit dem Rufe schloß: „Schwarzhemden, erhebt eure Gewehre, damit die ganze Welt diesen Wold von Bajonetten sieht und den Schlag unserer entschlossenen und unbesiegten Herzen fühlt!" Die Rede wurde mit nichtendenwollendem Beifall ausgenommen. Am Rachmittag sand im gleichen Stadion die Eröffnung des Kongresses für Wissenschaftlichen Fortschritt statt. Rach dem Schluß des Festaktes fuhr Mussolini in seinem Wagen langsam inmitten einer Ovationen barbringenden Menge zum Bahnhof. Als die Spitze des Zuges gegen 5.40 Uhr die Freiheitsslrahe erreicht hatte, feuerte ein ungefähr 18 Jahre alter Mann einen Revolverschutz aus den Ministerpräsidenten ob. Das Geschoß zerriß das Band des Grohkordons des Sankt Mauritius-Ordens und die Uniform in Brusthöhe, bann burchschlug es einen Rockörmel bes Bürgermeisters von Bologna, ber neben Mussolini sah. Mussolini selb st blieb völlig unversehrt. Er ließ einige Augenblicke sein Auto halten, setzte bann aber seine Fahrt zum Bahnhof unter enthusiastischen Sympathiekundgebungen ber Bevölkerung fort. Rach einer Ansprache vor ben am Bahnhof versammelten Offizieren, in bet er von bem Attentat nichts erwähnte, unterhielt er sich noch mit verschiedenen Ministern unb Parteisekretären unb fuhr barauf im Sonberzug nach Forli, wo er um 7 Uhr abenbs eintraf. Der Attentäter, ein ungefähr 18 Jahre alter Mann, hat unmittelbar, nochbem es ihm gelungen war, bie Absperrungskette zu erreichen, ben Revolverschuh aus Mussolini abgegeben. Darauf stürzten sich Carabinieri unb Faszisten auf ben Täler unb lynchten ihn. Die burch Würgmerkmale unb Dolchslöhe entstellte Leiche konnte noch nicht inbentifiziert werben. Auch aus ben Sachen bes Täters ergab sich nichts, was zur Feststellung seiner Personalien hätte bienen können. — Der König Hal an Mussolini ein Telegramm gerichtet, in bem er seine tiefste Empörung über bas Attentat zum Ausdruck brachte unb ihm seine unb ber königlichen Familie herzlichsle Glückwünsche aussprach, baß er roieberum bet Gefahr glücklich entronnen wäre. Die Politik des Zentrums. Der Reichskanzler auf dem Erfurter Parteitag. Erfurt, 30. Ott. (WD.) Im Rahmen der Tagung des Parteiausschusses der Deutschen Zentrumpspartei wurden am Samstagabend zwei große öffentliche Versammlungen abgehalten, in denen führende Cßertretet des Zentrums aus Regierung und Parlament unter Darlegung der gegenwärtigen innen- und auhenpolittschen Verhältnisse die Aufgaben und Forderungen des Zentrums vorttugen. Auch Reichskanzler Dr. Marx nahm das Wort zu einer Ansprache. Die Opposition gegen die von der Deutschen Zentrumspartei seit 1919 verfolgte Politik sei schwächer geworden und die Kritik stiller. Die Partei £abe sich innerlich gefestigt. Die sozialen Spannungen, die nach dem Kriege unter der Rot der Zett besonders stark auf der Partei lasteten, seien heute vielfach gegenfeitigem sozialem Verständnis gewichen. Die Zentrumspartei sei fest überzeugt, daß der Wiederaufbau unseres Volkes und Reiches nur auf der Grundlage der Weimarer Verfassung erfolgen könne, daß wir dem Bestände und der organischen Entwicklung^ unseres heuttgen Staatswesens unsere ganze Kraft zu widmen hätten. Der Bestand der deutschen Republik sei gesichert. Die staatlichen Machtmittel seien stark genug, jeden Versuch eines älmsturzes niederzuhalten, möge er kommen, woher er wolle. Die Zentrumspartei, die in der Weimarer Verfassung das Fundament des Staates sehe, lehne aufs schärfste jene Verbände ab, die sich als Kanrpfverbände gegen den Bestand der heutigen deutschen Republik wenden. Sie wünsche den Zeitpunkt herbei und werde alles daran sehen, daß die Methode, mit politischen Kampfverbänden Polittk zu machen, baldigst verschwinde. Das Reichsbanner, dessen Tätigkeit in den Monaten der Llmsturzgefahr von rechts eine Rotwendigkeit geworden war, werde dann die ihm gesetzte Aufgabe, den Schutz der Verfassung gegen jedwede Gefahr, auch gelöst haben. An die Ausführungen des Reichskanzlers schloß sich eine Aussprache an, in der der Reichs tagsabgeordnete Esser zunächst eine Entschließung begründete, die das Augenmerk der Tagung erneut auf die wirtschaftlichen Rote des gewerblichen Mittelstandes hinlsnkt und an die Regierung das Ersuchen richtet, auf eine Erleichterung der großen Steuerlasten und die vermehrte Schaffung von Arbeitsgelegenheit für den gewerblichen Mittelstand hinzuarbeiten. Reichskanzler Marx hob die Bedeutung der vorliegenden Entschließung über den Mittelstand hervor, wobei er die Mittelstandskreise vor der Gefahr des Gedankens warnte, daß der Mittelstand die geeigneten Vertreter seiner Interessen in einer besonderen Partei zu suchen habe. Reichstagsabgeordirr^s«' Kaas behandelte die Außenpolitik urtb legte eine entsprechende Entschließung vor, in der es heißt, der Reichspartei- ausschuh erwarte, daß sich die Reichsregierung mit aller Tatkraft dafür einsetze, daß das in Thoirh begonnene Werk der Verständigung mit Frankreich als Ausgangspuntt und Voraussetzung einer Befriedung Europas zu einem befriedigenden Ende geführt werde. Die Stabilisierung des europäischen Friedens müsse mit der Frage, daß sich Frankreich Vk definitive und beschleunigte Wiederherstellung der „ Freiheit Deutschlands angelegen sein lafse, verbunden werden. Die Entschließung wurde einstimmig angenommen. Rachdem dann noch ter Reichstags abgeordnete Rheinländer die Entschließung zur Schul- frage begründet hatte, in der bedauert wird, daß das in der Verfassung vorgesehene Reichs- schulgesetz noch nicht Tatsache geworden ist und die unverzügliche Vorlegung eines Entwurfes gefordert wird, Begann die große politische Aussprache, in der zunächst Reichskanzler a. D. Dr. Wirth das Wort ergriff, wobei er die Notwendigkeit hervorhob, die Einhaltung der polittschen Linie über die Kvalittonsfragen zu sehen. Er drückte seine Sorge über die fortschreitende Radikalisierungstendenz in der Sozialdemokratie aus. Die Zentrumspartei dürfe durch ihre Politik und Taktik nicht den Vorwand für eine Stärkung solcher Tendenzen liefern. Die Trustbildung diene sicher nicht dazu, dem Mittelstand zu nützen. Für das Zentrum sei der Augenblick gekommen, gegenüber der Zusammenballung der Wirtschaft, gegenüber diesem wirtschaftlichen Marxismus den Staatsgedanken und den Staat zu betonen. Stärkung des Staates, das sei Zentrumsgedanke und ein christlich-ethischer Gedanke. In Erwiderung auf die Ausführungen Dr. Wirths gab der Landtagsabgevrdnete v. P a p e n der Auffassung eines Teiles seiner Parteifreunde Ausdruck, daß ohne die wertvollen staatspolltt- scheu Kräfte, die rechts vom Zentrum stehen, das Werk des Wiederaufbaues niemals gelingen könne. Seine engeren polittschen Freunde verfolgten mit Besorgnis die Aktion Dr. Wirths, der die innere geistige Ausgestaltung der Republik in einer bä>enklichen Anlehnung an den Liberalismus und Sozialismus zu fördern suche. Reichskanzler Dr. Marx begrüßte die Diskussion v. Papen-Wirth als ein bedeutsames Ereignis, das die ülniversalität des Zentrums so recht zum Ausdruck bringe. Mit einem Schlußwort des Reichskanzlers wurde dann die Parteiausschußtagung geschlossen. nisten sich nicht nehmen lassen, auch sie erneut in die Debatte hineinzuziehen. Ist so allein in Dingen, die man überblicken kann, hinreichend Stoff für die Erörterungen des Parlaments enthalten, so weiß man ans Erfahrung, dah gerade die unvor- herges ehenen Fragen meist die größten Schwierigkeiten in sich bergen. An Tätigkeit wird es somit dem Reichstag nach seiner Sommerpause nicht fehlen. Bleibt nur zu hoffen, dah ihm nicht wieder langwierige Regierungskrisen die Zeit zu fruchtbringender gesetzgeberischer Arbeit rauben. Besatzungsschäden. Höchst a M., 31. Ott. Die Franzosen haben kürzlich die letzte der feit dem Jahre 1919 beschlagnahmten Schulen geräumt unö der Stadt wieder zurückgegeben. Ehe die Schule wieder in Gebrauch genommen werden kann, sind umfangreiche Ausbesserungsarbeiten nötig. Die Franzosen beziffern nun den Schaden auf 8000 Mark, während eine deutsche Kommission kihn auf mindestens 120 000 Mark geschäht hat. Die Landtagswahlen in Sachsen. Dresden, 31. Ott. (LU.) Aus Stadt und Umgebung liegen Rachrichten über irgendwelche Zwischenfalle am heutigen Wahlsonntag nicht vor. Eine Propagandawut, wie sie bei den letzten Wahlen bemerkbar war, war schon in der abgelaufenen Woche kaum vorhanden; heute noch besonders beeinträchtigt durch das naßkalte Wetter. Dis nach der Mittagstunde war die Wahlbeteiligung sehr gering. Lebhafter wurde es erst gegen drei Uhr. Dis zum Schluß der Wahlhandlung um sechs Uhr steigerte sich der Andrang zu den Wahllokalen. Die Kommunisten zogen mit Hörnern und Megaphonen, Sprechröhren usw. durch die Straßen und versuchten, vor allem aus dem preuhischen Hohenzollernverttag, für sich Propaganda zu machen. Die Straßen» jugend reagierte lebhaft. Plakate und Klebezettel verschwommen im trüben Grau des regnerischen Tages. - Auch in Leipzig verlief der Wahlsonntag regnerisch und ungemütlich bei unbedeutender Strahenpropaganda (nur die Kommunisten liehen Lastkraftwagen mit Wxrbe» truppen und Agitationsmaterial Durch die Stadt fahren) vollkommen ruhig. Die Wahlbeteiligung war in den Rachmittagstunden rege. — Rach dem vorläufigen endgültigen Ergebnis der Landtagswahlen wurden 2 357 699 gültige Stimmen abgegeben. Es erhielten: Alte soz. Partei Sachsens Deutschnationale Deutsche Volkspartei ö. P. D. Kommunisten Demokraten Wirtschaftspartei Völkisch-soziale Arbeitsgemcinsch. Zentrum Rationalsozialisttsche Arbeiterpartei (Hitler) Reichspartei f. Dolksrecht und Auswertung Reichsverband der Haus- u. Grundbesitzer 98 026 341 065 292 079 758 142 342 112 111351 237 462 10 382 24 059 37 736 98 258 7 027 Die Mandate verteilen sich wie folgt: A.S.P. 4, Deutsch-Rat. 14^Deutsche Vp. 12, S. P. D. 31, Kommunisten 14, Mmvkraten 5, Wirtschaftspartei 10, Rattonalsoz. Arb.-Part. 2, Aufwertungspartei 4. Der linksradlkale Flügel der Sozialdemokraten hat also demnach gegenüber der bisher im Kabinett Held wesentlich vertretenen gemäßigten Richttmg einen vollen, allerdings nicht überraschenden Sieg errungen. Die Regierungsbildung im neuen Landtag wird insofern schwierig fein, als den 45 Kommunisten und Linkssozialdemokraten die Gruppen der Rechten und der Mitte schon ohne Einbeziehung der Aus- wertungspartei und der Völkischen ebenfalls 45 Sitze entgegenstellen können. Deutschland int völkerbundsseüetariat. Gens, 30. Oft. (TU.) Das Sekretariat bes Völkerbundes veröffentlicht folgcnbes amtliches Kommunique: Da ber Untergeneralsekretär bes Bölferbunbes R i t o b e zum Schluß bieses Jahres feinen Posten verläßt, hat ber Generalsekretär bes völkerbunbes. Sir Erir Drummonb, ben Posten bem Botschaftsrat an ber beutschen Botschaft in Conbon, Dusour-Feronre. angeboten. Die Ernennung unterliegt nach Artikel 6 bes Bölkerbunbspakles ber Zustimmung bes völkerbunbsrates. Die langwierigen Verhandlungen zwischen dem Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Erir D r u m= m-o n b und dem Berliner Auswärtigen Amt über die Besetzung eines Untergeneralsekretärpostens sind nun also endlich zum Abschluß gekommen: Botschaftsrat Dusour-Feronre, zur Zeit an der Londoner Botschaft tätig, ist zum Untergeneralsekretär ernannt worden. Es ist zwar noch die Bestätigung dieser Ernennung durch den Völkerbundsrat erforderlich, daran, daß sie erfolgen wird, kann jedoch nicht gezweifelt werden, zumal Sir Eric Drummond nicht nur mit Deutsckland, sondern auch mit allen anderen Ratsmächten sehr eingehend verhandelt hat. Herr Dufour tritt an die Stelle des Japaners Nit ob e. Ein neuer Posten ist also nicht geschaffen worden, das Sekretariat bleibt unoer» ändert bestehen: Generalsekretär Sir Eric Drummond (Großbritannien), Stellvertreter A v e n o l (Frankreich), zwei Untergeneralsekretäre: Atto- l i c o (Italien) und jetzt Dufour (Deutschland). Mit dieser Ernennung ist unter einen unerquicklichen Streit ein Schlußstrich gezogen, der zwischen dem Parlament und dem Auswärtigen Amt ging. Namentlich das Zentrum glaubte, es müsse ein Parlamentarier für den wichtigsten uns ein- aeräumten Posten entsandt werden, während das Auswärtige Amt für einen Berufsdiplomaten eintrat. Es hat sich durchaesekt, obwohl bei uns gewiße Parlamentarier, die ourchaus nach Genf wollten, sich nicht scheuten, über die Regierung hinweg mit Dem Generalsekretär Verbindung auszunehmen, der aber selbstverständlich auf die an ihn gerichteten Wünschen nicht einging, sondern im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt den Posten des Unter- generalsekretär besetzte. Herr Dufour selbst ist in der deutschen Deffent- lichkeit kaum bekannt, da er es bisher immer oor- gezogen hat, wenig oder gar nicht heroorzutrelen. Bevor er in den diplomatischen Dienst eintrat, war er in Leipzig Großkaufmann. Nach der Wiederaufnahme unserer diplomatischen Beziehungen zu Eng- kand schickte ibn das Auswärtige Amt gemeinsam mit dem Botschafter Sthamer nach London. Hier erwarb er sich einen guten Ruf als taktvoller und geschickter Unterhändler. Auch im Auswärtigen Amt schätzt man seine Fähigkeiten sehr. Dem Ansehen, das er sowohl in Berlin als auch in London genießt, ist es zuzuschreiben, daß sich Sir Eric Drum- mond aus der Kandidatenliste des Auswärtigen Amtes Herrn Dufour auswählte und zum Untergeneralsekretär ernannte. Im Anschluß hieran werden aber noch eine ganze Reihe anderer Posten zu besetzen fein, über die zsr Zeit Verhandlungen zwischen Genf und Berlin n»d) schweben. Sir Eric Drummond hot sich bis jetzt mit den übrigen Mächten darüber noch nicht einig werden können, welche Posten dem Deutschen Reich außerdem noch einzuräumen sind, also auf welche Stellen die einzelnen Bundesmitglieder im Sekretariat zu verzichten haben Bei der Besetzung der für uns noch sreizumachenden übrigen Stellen dürften aber auch Parlamentarier berücksichtigt werden, da es dem Auswärtigen Amt nur darauf ankam, in der wichtigsten Position eines seiner Mitglieder zu wissen. An Stelle Dufours rückt jetzt der Berliner Pressechef, Ministerialdirektor Dr. K i e p, der wahrscheinlich schon sehr bald nach London gehen wird. Reichmimster Dr. Külz zur inneren Politik. Geringe Aussichten für eine Rcgiernngsumb.ldung im Reich. Görlitz, 31. Oft. (WB.) Aus dem demo- krattschen Bezirksparteitag Rieberschlesiens svrach Reichsminister des Innern Dr. Külz über die gegenwärtige politische Lage des Reiches. Der Minister berührte dabei die Erwerbslosenfrage, für die das Reich monatlich 80 Millionen Reichsmark aufzuwenden habe. Hier erwarte der Staat durch die Grwerbslosenversicherung eine Milderung der Lasten. Eine Besserung der Erwerbslosigkeit sei kaum vor 1928/29 zu erwarten. Die Industrie habe die Mittel aus der Inflation nicht genügend benutzt zur Intensivierung der Betriebe, sondern habe sie zur Erweiterung der Produktionsbasis verwandt. Ferner kam der Minister auf die Struktur des Reiches zu sprechen, wobei er die übergroße Zahl der Mini- sterien undParlamentarierbemängelte, üleber die Staatssorm soltte man nicht mehr reden. Die Republik sei eine geschichtliche Tatsache geworden. Der Minister besprach schließlich noch die eventuelle ülmbildung derRegie- r u n g. Dem Minister scheint die Möglichkeit hierzu vorläu'ig nicht gegeben Die Sozialdemokratie habe sich taktisch auf eine Politik der kurzen Sicht eingestellt. Auch für eine Erweiterung der Regierung nach rechts sehe er keine Möglichkeit, weil die Rechte das erlösende Wort in bezug auf die Außenpolitik nicht finde. Deshalb glaube er, daß die Frage der Regierungsumbildung über Vorbesprechungen nicht hi nauskommen werde. Gegen die Ehrabschneider. München, 30. Oft (Wolff.) Rach einer Verordnung der bayerischen Staatsministerien für Iustiz und Inneres wird in Zukunft im Interesse der Verstärkung des staatlichen Chrenschuhes die Staatsanwaltschaft öffentliche Anllage erheben, wenn ein« wandfrei e Persönlichketten, die im öffentlichen Leben stehen und das Vertrauen ihrer Mitbürger genießen, grundlos beschimpft oder wenn gegen sie unbegründete Vorwürfe erhoben werden, die geeignet sind, ihre Vertrauensstellung zu erschüttrrn oder ihnen das weitere öffeittliche Wirken zu verleiden oder unmöglich zu machen. Die Verleihung von Titeln. Berlin, 30. Oft (Wolff.) Die Demokratische Fraktion im Preußischen Landtage hatte beantragt, daß künftig auch den leitenden . Acrzten an städtischen Krankenhäusern der Professortitel verliehen werden sollte. Dies war jedoch nicht möglich, da nach 'der Reichsversassung die Verleihung von Titeln . v e r b o t e n ist. Auf eine private Anfrage hat t *mm der Reichsmini st er des Innern y geantwortet, daß er beabsichtige, in nächster Zeit dem Reichstage einen Gesetzentwurf vor- v zulegen, in welchem die Verleihung von Titeln in geringem Umfange geregelt würde. Ueber die Stellungnahme des Kabinetts hierzu könne er jedoch nichts sagen. Das Washingtoner Lchuldenabkomnien« Paris, 31. Oft (Wolff.) Der amerikanische Botschafter Herrick ist, wie bereits gemeldet, heute von seinem Urlaub nach Paris zurückgekehrt. Rach dem „‘Katin" hatte er eine Botschaft Poi.nca.res an den Präs i- denten Coolidge überbracht. Diese gab die Einwände eines Teils der öffentlichen Meinung Frankreichs gegen das Washingtoner Schuldenabkommen wieder und drückte die Hoffnung aus, daß kein amerikanischer Druck auf die französische Währung für die schwankende Haltung in der Ratifizierungsfrage ausgeübt würde. Der amerikanische Präsident, er Härte Herrick, lönne und wolle bis auf weiteres nur ein£ wissen, nämlich, daß Frankreich das Abkommen unterzeichne und zwar nicht nur unter der Vera nt w ort lichtest eines mit entsprechenden Vollmachten versehenen französischen Botschafters, sondern mit der formellen Ermächtigung der französischen Regierung. deren damaliger Ministerpräsident der heutige Minister des Aeußeren fei. Herrick habe allerdings ecHärt, man spreche in Amerika wenig von den französischen Schulden. Die Frage habe in den Wahlkämpfen keine Rolle mehr gespielt. Für dos amerikanische Volk handele es sich nur noch um eine Angelegenheit der Vergangenheit, und er wundere sich, daß das französische Volk dies nicht begreifen könne. Kleine politische Nachrichten. , ^ovntaggoend traf der neuernannte eng» AH? Botschafter Sir Ronald Lindsah mit Gemahlin aus dem Berliner Bahnhof Friedrich- straße em. Gorb d'Abernon, der kürzlich von seinem Posten als brittscher Botschafter in Berlin Kurüägetreten ist, beabsichtigt ein Buch mit Erinnerungen aus seiner diplomatischen Tätta- kett zu veröffentlichen. Der sozialdemokrattsche Reichstagsabgeordnete Robert D i h m a n n, Vorsitzender des Deutschen Metallarbeiterverbandes, ist auf der Rückreise von einer Studienfahrt nach Mexiko an Bord des Dampfers „Columbus" an einem Herzschlag gestorben. Dißmann hat ein Alter von nur 48 Iahren erreicht. * In Schönau (Wiesental) wurde das für den während der Ruhrbesetzung von den Franzosen standrechtlich erschossenen Albert Lev Schlageter errichtete Denkmal auf dem Lötzberg in Form eines 12 Meter hohen Obelisken eingeweiht. Zur Feier hatten sich u. a. auch Großadmiral v. Tirpitz und General der Artillerie a. D. v. Gallwitz eingefunden, ferner Vertreter des Deutschen Offiziersbundes, Abordnungen zahlreicher vaterländischer Verbände und verschiedene Studentenverbindungen der Freiburger Hochschule. Kunst und Wissenschaft- Rekloralsübergabe in Marburg. sch- Marburg, 31. Oft. Heute mittag erfolgte in der Aula der Universität in Anwesenheit der Prosessoren, der Studentenschaft und der Vertreter der öffentlichen Behörden in einem feierlichen Akt die Rektoratsübergabe an Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Busch, der in dem bedeutsamen Iahr der 400-Iahrseier der Universität vorstehen soll. Unter Fanfarenklängen hielten die Professoren und die Chargierten der Studentenschaft ihren Einzug, eröffnet wurde die Feier mit dem Liede „Landknecht Gottes" von Gustav Schüler, das ein gemischter Chor unter Leitung von Prof. S t e p h a n i zu Gehör brachte. Der bisherige Rektor, Prof. Dr. Lommatzsch, gedachte in seiner Ansprache des Reformationstages und gleichzeitig der ältesten evangelischen Universität: der Marburger Universität, die mit dem heutigen Tag in das 400. Iahr ihres Bestehens eintritt. Sein Dank galt all denen, die zur Entwicklung der Universität, die in dem letzten Semester die größte Besucherzahl aufzu- r e Jen ha !e, lei et a e.i ha e i. D:i feinem Rückblick auf das verflossene Iahr gedachte er der verstorbenen und aus dem Amt geschiedenen Professoren und erinnerte an den Ausbau der Universität, der, besonders durch die tatkräftige Initiative der Kurators Geh. Rats Dr. von Hülsen und des Prof. Dr. Troeltsch, des Vorsitzenden des Univerfirätsbundes, gerade in den letzten Iahren besondere Fortschritte gemacht hat. Die Universitätskirche wird im Innern vollkommen renoviert, das Pathologische Institut wurde erweitert, Universitätsturnhalle und -Schwimmbad wurden ausgebaut und der Bau der Kinderklinik, der Hals-, Rasen- und Obren» klinik und des Kunstinstitutes gehen ihrer Vollendung entgegen. Zum Schluß überreichte Prof. Dr. Lommatzsch der Studentenschaft zwei Preise für sportliche Leistungen und vollzog dis Rek- wratsübergabe an Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Busch, der bereits vor sieben Iahren schon einmal Rettor der Universität war. Geh. Reg.-Rat Dr. Busch führte sich, wie es üblich ist, als neuer Vektor mit einem Vortrag über „Deutschland und Oesterreich im 19. Iahrhundert" ein. Mit dem Liede „Des Deutschen Vaterland" von Emst Moritz Arndt fand die Feier ihren Abschluß. Reubau der Freiburger Universitätskliniken. Der Bürgerausschuh hat die Vorlagen zum Reubau der Universitätskliniken mit 72 Stimmen bei 10 Stimmenthaltungen angenommen. Damit wird das großzügige Projekt der Klinikneubauten mit einem Kostenaufwand von über 16 Millionen Reichsmark, von denen die Stadt zwei Fünftel und der Staat Baden drei Fünftel tragen, durchgeführt werden können. Der „Freischütz" in der Pariser Großen Oper. Die Große Oper in Paris hat nun das erste deutsche Werf, außerhalb der Werke von Richard Wagner, in ihr Repertoire ausgenommen. Es handelt sich um den „Freischütz" von Karl Maria von Weber in einer sorgfältig dem Originaltext angepaßten Bearbeitung von Andre Coeuroy. Die von Kapellmeister Auhlmann geleitete, auch szenisch sehr sorgfälttg durchgeführte Aufführung erzielte starken Beifall, bei beachtlichen Leistungen der Solisten. $lus aller Welt. Tagung des Allgemeinen Deutschen Frauenbundes. Die Kölner Tagung des Allgemeinen Deutschen Frauenbundes hat Donnerstag abend mit einem einleitenden Vortrag des Kölner Universitätsprofessors Dr. K u s k e über die Ent- Wicklungstendenzen der Weltwirtschaft ihren Anfang genommen. Die offizielle Tagung wurde Freitag vormittag durch die Vorsitzende Dorothea von Velsen, Heidelberg, in Gegenwart von Vertretern der Behörden eröffnet. Im Vordergründe der Verhandlungen stand das Thema „Organifaiionssormen des Völkerlebens". Den ersten Vortrag hielt Dr. Else U l i ch - B e i l, Dresden, über das Thema „Wellbürgertum und Rationalstaat". Ueber „Organisationsformen der Außenpolitik" sprach sodann die Reichstagsabgeordnete Oberstudiendirektorin Dr. Matz. Die Rednerin forderte als Grundbedingung für eine erfolgreiche Außenpolitik eine engere Verbindung zwischen dem Auswärtigen Amt und den Auslandmissionen sowie Austausch der führenden Persönlichkeiten. Dr. Frieda Wunderlich, Berlin, sprach über „Internationale Arbeiterorganisation". Es folgte ein Referat der Reichstagsabgeordneten Frau Dr. Lüders, Berlin, über „Internationale und Intereuropäische Organisationen des Völkerlebens". Festabend des Reichsverbandes der Automvbil- industrie. Zur Feier des 2öjährigen Bestehens veranstaltete der Reichsverband der Automobilindustrie in den Räumen des Berliner „Kaiserhofes" einen Festabend, zu dem die Reicksminister C u r t i u s und Kröhne, der österreichische Gesandte Dr. Frank, der Chef der Heeresleitung, General der Infanterie Heye, der Rektor der Technischen Hochschule, Staatssekretär Dr. Meißner, Ministerialdirektor Dr. K i e p und andere Vertreter der obersten Behörden des Reiches und der Länder, der Parlamente, der Industrie, des Handels, der Technik und der Presse geladen und erschienen waren. Geh. Dau- rat OK a Hing er von den Daimlerwerken begrüßte die Erschienenen und gab einen Ueber» blick über die Geschichte und Tätigkeit des Verbandes, um am Schluffe auf die brennende Frage des amerikanischen Wettbewerb» einzugehen, demgegenüber er im wesentlichen die Beibehaltung der alten soliden Daugrundsätze vertrat. Reichswirtschaftsmmister Dr. Cu r t iu s überbrachte die Gruße Wünsche der Reichsregierung und ging in bedeutsamen Ausführungen auf die verschiedenen Fra- gen ein, die die deutsche Autvmobilindustne zur Zeit bewegen. Geheime Schnapsbrennerei. Das Zollgrenzkommissariat ist auf die Spur eine» neuen SpirituSfchwindels gekommen. Es handelt sich um eine Geheimbrennerei, die von den Beamten in dem Berliner Dorort Rollendorf ausgehoben wurde. Der Eigentümer der Brennerei, ein Vlllenbesttzer, Karl Schnabel wurde mit seiner Frau sest- aenommen Er hat in seiner Brennerei un- aefäbr 15 000 Liter Sprit erzeugt und dem Reiche einen Schaden von etwa 70 000 Mark verursacht. Zwei Eifenbahnunfälle in Frankreich. Samstag ereigneten sich in Frankreich wieder zwei schwere Eifenbahnunfälle. Am Rach- mittag stießen bei Saints zwei Perfonenzüge in voller Fahrt zusammen, wobei ein Wagen dritter Klasse völlig zertümmert wurde. Aus den Trümmern wurden ein Toter und neun Schwerverletzte geborgen, darunter vier Eifenbahnbeamte. — In der Rähe von Clermont stieß abends der Schnellzug von Calais mit dem Schnellzug Paris—Lille zusammen. Ein Reisender wurde sofort getötet, zwölf andere schwer verletzt. Wettervc Nach vorübergehender Aufbesserung und Abkühlung bis zu stellenweisem leichten Nachtfrost erneute Trübung, milder und Regenfälle. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 5,7 Grad Celsius, Minimum: 1,7 Grad Celsius. Niederschläge: 18,7 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 2,2 Grad Celsius. Am -er Provinzialhauptjtadt. Gießen, den 1. Rovember 1926. Die Jagd im November. „D könnt es Herbst im ganzen Jahre bleiben, Das wäre, was mein Herz begehrt' heißt es in einem alten Jägerlied. Die meisten Wildarten haben Schutzzeit, die Treibjagden im herbstlichen Walde setzen ein. Kein Wunder, daß auch der Tag des Schutzheiligen der Jägerei in den November (3.) füllt. ' Das Rotwild hat sich nach Geschlechtern getrennt. Höchstens stehen schwache Hirsche beim Kahlwild, während starke Hirsche sich zusammenrudeln, oder allein stehen. Der Abschuß gilt vor allem dem Kahlwild, wobei möglichst Kälber, die nun gut entwickelt, zu bevorzugen sind. Für den Abschuß kommen vor allem Anstand und Pürsch, dann erst die Druckjagd in Frage, während bei der Treibjagd hier genau so wenig eine hegerische Ausleae getroffen werden kann wie bet dem Rehwild. Die Fütterungen sind so zu beschicken, daß das Wild stets etwas findet und sich daran gewöhnt, damit es bei Einbruch des Winters die Futterstellen kennt. Auch wird dadurch das Wilo ans Revier gefesselt und am vielen Umherwechscln in anderen Revieren verhindert. Für das Rehwild ist in Hessen die Abschußbeschränkung eingetreten, die im Oktober schon als wahrscheinlich bezeichnet worden war. Die Schuß- zeit für Ricken ist um 4 Wochen verkürzt worden, die Schußzeit für den Bock endigt ebenfalls am 30. November, so daß nach diesem Tage das gesamte Rehwild Schonzeit hat. Der hegerische Weidmann wird dem Staate dafür Dank wissen, daß er durch solche Maßnahmen im Interesse der Volkswirtschaft die aufbauende Tätigkeit des Hegers unterstützt. Auch beim Nickenabschuß sollte das Prinzip des überlegten Einzelabschusses vor dem des wahllosen Treibjagdabschusses den Vorzug erhalten. Das Schwarzwild ist feist und steht gern an Orten mit Bucheckern- und Eichelmast. Es wird eifrig gejagt. Treibjagd, Ansitz und Piirschgang können zum Erfolg führen. Schneefall ist zum Bestätigen auszunutzen. Die Hasenjagden beginnen mit den Wald- treiben. Wenn das Laub fällt und die Felder ruhiger werden, rückt der Hase gern ins Feld. Er liegt bann auf alten Sturzäckern, an Hecken, Ufern u. ä., so daß mit fortschreitender Zeit auch die Feldtreib- lagden beginnen. Es bestätigt sich immer mehr, daß die Skeptiker recht behalten werden, die vor großen Hoffnungen auf ein gutes Hasenjahr warnten. Gerade das Gegenteil dürste eintreten. Es wird sich empfehlen, bei dem Abschuß darauf Rücksicht zu nehmen, um für das kommende Jahr die Aussichten nicht von vornherein zu verschlechtern. Es soll nicht geleugnet werden, daß die Suchjagd auf Hasen viele Liebhaber hat. Aber es muß doch darauf hinge- wiessn werben, baß sie sich in der Praxis als unwirtschaftliche Form des Abschusses erweist. Der Hase liebt die Ruhe. Oefteres Bejagen eines Re- visrteiles nimmt er übel und wechselt aus. Weiterhin bleiben bei der Suche mehr festsitzende Satzhasen auf der Strecke als Rammler. Der wirtschaftlichste Abschuß ist der auf der Treibjagd, wobei ein Re- oierteil nur einmal bejagt und damit auch beunruhigt wird. Sollen dabei Teile nur schonend besagt werden, so sind Standtreiben den Kesseltreiben vorzuziehen. Die Fütterung der Fasanen mühte schon im Oktober begonnen haben. Wo es versäumt wurde, ist Eile geboten, um einem Verstreichen vorzubeu- gen. Nur wenige Reviere werden schon wieder an den Abschuß einiger Hähne denken können. Hennen sind unbedingt zu schonen. Für Hühner sollte cs nach dem kläglichen Ergebnis dieses Jahres unbedingt heißen: Schonung, wenn auch das Gesetz noch einen Abschuß erlaubt! Es muß vielmehr Sorge getragen werden, die schwachen Vestände über den Winter hinauszuretten. Raubzeug fun halten und durch Remisen, Hecken u. a. den Hühnern Schutz vor ihren Feinden gewähren! An solchen Stellen sind rechtzeitig Fütterungen mit Heuboden- und Getreideabsällen zu beschicken. Die Schnepfe liegt noch gern in gemischten Beständen und kann von dem kurzsuchenben Hund gejagt werden. Enten werden weiterhin auf dem Strick oder auf Bächen und Gräben auf der Suche geschossen. Die Krähenhütte kann, vor allem zur Verminderung der Krähen, noch mit Erfolg benutzt werden. Der Fuchs trägt den Winterbalg. Er ziert die Strecke der Treibjagd, wird auf dem Anstand geschossen ober geht auf das Eisen. Der Dachs geht in die Winterruhe über. Er kann gegraben werden. Hubertus. Aulo-Unglückr im Schiffenberger Wald. Ein schwerer älnglückssall ereignete sich am Samstag gegen abend in dem Betrieb der P r i - vatautolinie G i e h e n — © r ü n i n g e n — Hol-Heim. Der mit etwa 15 Personen besetzte, in Gießen um 5 älhr nachm. abgefahrene Kraftwagen dieser Linie geriet im Schiffenberger Wald in der Kurve kur- vor dem Bahnübergang der Strecke Gießen—Gelnhausen, vermutlich infolge der raschen Fahrt und vor allem infolge der nassen Straße, beim Ausweichen vor einem anderen Gefährt auf das Bankett der Chaussee und stürzte um. Dabei wurden die Passagiere natürlich stark durcheinandergeworfen, einige wurden durch die Fensterscheiben hrrausgeschleu- dert. Don den Insassen erlitten der 21jährige Schneider Karl Schneider aus Steinberg eine Gehirnerschütterung und zwei Kopfwunden, der 18 Iahre alte Lackierer Robert R ö m i g aus Steinberg ebenfalls eine Gehirnerschütterung. Eine Frau aus Grüningen erlttt durch die Glassplitter eine größere Kopfwunde, während zwei Personen aus Steinberg ebenfalls Schnittwunden, aller» dings leichterer Art, davontrugen. Das städtische Sanitätsauto aus Gießen und die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, diese ebenfalls mit ihrem Sanitätswagen, brachten die am schwersten Verletzten Karl Schneider und Robert R ö m i g in bewußtlosem Zustande in die chirurgische Klinik, während die übrigen Beschädigten sich nach Hause begeben konnten, nachdem Dr. Heil- Steinberg bei allen die erste ärztliche Hilfe geleistet hatte. Der Kraftwagen wurde später wieder aufgerichtet unj. nach Steinberg verbracht, et hat seinen DieKfk gestern mittag wieder ausgenommen. Wie wir heute vormittag in der Klinik horten, sind Schneider und Romig seit heute früh wieder bei Bewußtsein, ihr Befinden ist den Umständen entsprechend gut. Derdandslag der Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen. Gestern hielt der Landesverband Oberhessen des Zentralverbandes deutscher Kriegsbeschädigter und Krieger- Hinterbliebener hier seinen diesjährigen Verbandstag ab. Am Vormittag fanden interne Beratungen statt. Die öffentliche Tagung am Rachmittag wurde von dem Vorsitzenden Herrn M ö l i geleitet Er begrüßte in feiner Eröffnungsansprache insbesondere die Vertreter der llaatlichen und städtischen Behörden und der polttischen Parteien. Vertreter hatten entsandt: das Landesversorgungs- iamt in Darmstadt, das Versorgungsamt und das Wohlfahrtsamt in Gießen, de Deutsche Volkspartei, die Deutschnat'.onale Voikspartei und die Sozialdemokratische Partei. Der Vertreter des Hauptvorstandes, Dr. Panzer aus Berlin, hielt dann einen etwa zweistündigen Vortrag über „Die Entwicklung der V er so r g u ng s g e s eh ge bung". Der Redner führte u. a. aus: Die Vorläufer des Reichsversorgungsgesehes sind das Mann- schaftsversorgungsgeseh von 1906 und das Hmter- bltebenenversorgungsgesetz von 1907. Beide Gesetze setzten d:e Gebührnisse d:s Versorgungsberechtigten nach dem Dienstgrad fest. Das neue Reichsversorgungsgeseh berücksichtigt aber die sozialen Verhältnisse. In ihm ist also ein ganz neues Prinzip angewandt worden. Der Mangel an Erfahrung in der Anwendung dieses Prinzips bedingt es, daß das Gesetz eine Reihe von Mängeln enthält, die abgesteltt werden müssen. Vor allem sind die G e b Ü h r n i s s e, die auf Grund des Reichsversorglingsaelehes gewährt werden, zu niedrig, weil sie nicht das Existenz- Minimum erreichen. Die Rente eines zu 100 Prozent Kriegsbeschädigten müßte so hoch sein, daß er einen bescheidenen Lebensunterhalt damit bestreiten könnte. Entsprechend hoch müßte die Hinterbliebenenrente sein. Die jetzige Fassung der Paragraphen 25 bis 23 des Reichsversorgungs- gesetzes, die von der Erwerbsminderung handeln, gibt keine Gewähr für eine sinngemäße Anwendung. Der Zentralverband förtert, daß neben dem Arzte auch ein Derufssach- verständiger an der Feststellung der Erwerbsminderung mitwirkt. Aach der Paragraph 53, der die Feststellung der Verschlimmerung einer Beschädigung regelt, muh geändert werden, weil seine jetzige Fassung und Anwendung zu vielen Beanstandungen Anlaß gibt. So ist es z. B. in vielen Fällen dem Arzt gar nicht möglich, den Zeitpunkt des Bcainns einer Verschlimmerung festzustellen. Mancher Kriegsbeschädigte läßt sich zu Siedlungszwecken eine Kapitalabfindung geben. Kommt es nun vor, daß bei einer ärztlichen Nachuntersuchung eine Besserung seines Zustandes festgestellt wird^ so tritt eine geringere Kapitalabfindung ein; der Finanzierungsplan für die Siedlung wird unter Umständen dadurch vollständig über den Hausen geworfen. Es ist dann in den allermeisten Fällen dem Kriegsbeschädigten nicht möglich, sich ein eignes Heim zu gründen. Für diese Fälle fordert der Zentraloerband von den ausführenden Organen mehr soziales Empfinden, damit nicht der Sinn der Kapitalabfindung in das Gegenteil verkehrt wird. Auch den Tuberkulösen sollte, was seither nicht geschehen ist, eine K a p i • talabfindung gegeben werden, die bei früh, zeitigem Tod auf die Hinterbliebenenrente angerechnet werden könnte. Nach Ablauf der Kapitaiabfin- dungszeit sollte die Rente wieder aufleben. Der Zentralverband fordert weiter, daß den Hinterbliebenen ein gesetzlicher Anspruch auf Heil- behandlung gewährt werde. Die Regierung hat diese Forderung seither aus finanziellen Gründen abgelehnt, weil sie befürchtet, daß bann die der allgemeinen Wohlfahrtspflege anheimfallenden Per- fönen dieselbe Forderung stellten. Demgegenüber stellt sich der Zentraloerband auf den Standpunkt, oaß den Kriegshinterbliebenen eine Sonderstellung gebühre, weil der Ernährer der Familie sein Leben für die Allgemeinheit gelqssen habe. Der Staat muß an die Stelle des gefallenen Ernährers treten. Für die Kinder der Kriegsbschädigten und Kriegerhinterbliebenen fordert der Verband ausreichende Fürsorge, damit sie weder körperlich noch seelisch allzu- großen Schaden nehmen. Große Sorge bereitet dem Verband die Schwerbeschädigtenfürsorge. Wir haben zwar ein Gesetz, das die Arbeitsbeschaffung für die Schwerbeschädigten regelt, aber der Geist dieses Gesetzes wird nicht überall richtig ernannt. Es müßte möglich sein, jeden Schwerbeschädigten durch geeignete Auswahl auf einen Arbeitsplatz zu stellen, auf dem er trotz seiner geminderten Kräfte mit Freudigkeit und innerer Befriedigung noch Eripneß- liches leisten könnte. Daß diese Forderung erfüllt werben kann, beweist bie Tatsache, baß bei ben Sie- m-n^Schuck-N-W«!-» in Berlin 13 Rriegsbünb, 1 Sang eriteretong 60. a.lckästiat werden, die vollwertige Arbeit leisten und fangen heraas hat Unternehmen srch ent wickelt zu einem Spezialgeschäft, das sich besten dem Wahlrecht zur Schulsrage sei >en. Die Hand- Die Schafe, 4554 Schweine. ZlüWSSkWgMW W und in 3 VurgÄräu Lauterbachs Mittwoch, 3. Nov. Ziten« Verband. Hand hm x®3te 07 r« i tNfcrxzppe tile..ön. Mittwoch, den 3. November Ab w Uhr: Wellfleisch mit Kraut. Ludwig Werner. 8975V 3. CD. Dr. Rosenberg. 8981B 8941c SelterSweg 83. 07592 K8LMM-M P Licker Strane 57 y 8*6p M. Bettold. Wir suchen für den Vertrieb der weltberühmten solventen Vertreter. Nur Herren oder Firmen, die über beste Beziehungen verfügen, wollen sich melden. Drucksachen aherArt liefert In jeder gewflnsehten Ausitattung etlfrdn und oreiiwert die BrQhreche (Jalv.-DroekereL R. Langei 25 Jahre Friedberger Polytechnikum. Annahme v. Verslelgerungssnt, Inabesoed. ■obUlargegensVnfle erw. Täglich geöffnet M- Aufbewahrung Vezugs-Quittungen wird dringend empfohlen, weil sie im Verkehr mit Ver.ag und Schr>st- leitunn erforderlich sind. Auskünfte zum Nutzen der Seiet (Beantwortung von Fragen in der „LchoLe" u.s.s.) können nur gegen Vorlage der letzten VezirgS-Omttungen erteilt werden. Verlag des Gießener Anzeigers. WW'MWMzMMV Uober dieses Thema spricht H. Auerbach, Frankfurt a. Main am Dienstag, 2. November, abends 8V, Uhr Im Kaufmännischen Vereinshaus, Nordanlage in einem öffeniiichen Vortrag. Wir laden alle Kaufm.-Gehilfen hierzu ein I>ea Hc'ma<1o**ater LbrsehemS erfreut. _ •• Vermehrter Zug halt in Tobe l n r o d. Wie die Reichsbahndirektion mitteilt. erhalten ab Montag, 8. 'November, folgend« 'Pcrfoncn^üge wieder Aufenthalt auf Haltepunkt Göbelnrod der St rede Giehen Fulda, nämlich Personenzug 553 (an 8,59 ^hr vorm. aus Giehen), 562 (an 3,47 ^lhr nachm. nach Giehan), 556 (an 7,01 abends nach Drehen), ferner Personenzug 559 (an 8,37 Ufjr abends aus Giehen), dieser aber nur an Sonn- und üerer- tagen. •• Dom Person enzugverkehr aut der Lumdatalbahn. Die Veichsbahnd.rek- tion Frankfurt teilt mit: Der Bahnhof Kessel» Bei Gicht und Rheumatismus, offenen Beinen, Asthma, sowie für die Körper- entha nsiluerutiff ist 8/26A Stern-Engel-Tee ein altbewährtes, wirksam, giftfr. Mittel. Zu haben nur in den Apotheken, falls nicht vorrfltU1, wende, man sich an Stern- Engel-Tee-Großver:rieb. Bad-Schandau (Elbe). Beweismaterial, Prospekte gratis. Vogt’sche Handelsschulen Gießen • Herborn - Alsfo’d 8. Novamber Beginn der neuen Winterkurse. Prospekte kostenlos durch die Schulleit.: Dr Reukauf. Gießen, Goetnestraße 32. ««,a Herborn-.Ehem Präparand.-Anst. Freitag, den 5. November 1926, vormittags 10 LIHr, wird am Arntsge- richt Giehen, Saal 203, II. Obergeschoh, das im Grundbuche von Giehen den Franz Lösch Eheleuten in Giehen zugeschriebene Grundstück Flur 38 Dr. 161 = 3006 qm Acker hinter der Pulvermühle, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 76f7c Giehen, den 30. August 1926. Hessisches Amtsgericht. I. A : Leo. Ortsaerichtsvorsteher. fest!- „Meine Fiau war ihr Leben lang, über 50 Jahre, mit einer häßlichen qffhfnnn I 2-Ko»-. von s—s u>r, zlujlübli; flr.^crf. im Saal, Walltorstr.Zä sehr billige aber auteLodenmäntrl. Herrenan ^üge, Gummimäniel, Einsatzbemden, Unterhofen, Damenschür^en. Qnnbenlcbube itfio.ferner eine neueKüche.Chaiselongues, Kleiderschränke, Waschkommoden, Stähle. Korbmöbel it. Kinderwa »en. 1 Flügel, eine Cbiimüble, 1 Waschmaschine. 1 Herren-, 1 Damenrad ineui, Spielzeug u verich. and. Senner 11., ^Itiftionofor u. lojator Fleisch-, Räucher- und Ryfhewahrünos-Schränke von 40 Mark an Teilzahlung bis zu 1 Jahr. Preisliste gratis und franko! Backofen-Industrie Lauterbach 241 in Hessen. ZMWMeiMW. 17/26 Freitag, den 5. November 1926, vormittags 11 Ahr, wird durch das hiesige Amtsgericht, Zimmer 203, 11. Obergeschoh, das im C unübuche von Gi hen den Kari Gehner Eheleuten in Giehen zu je '/, zugeschriebene Grundstück Flur 7 Ao. 139°, l0 ----- 694 qm Grabgarten, geschäht auf 1388 Mark, versteigert, jedoch nur die der Ehefrau Marie Gehner geb. Theih davon zustehende ideelle Halste im Schätzungswerte von 694 Mark. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht angeheftet. 7284c Giehen, den 7. September 1926. 3. A. des Hess. Amtsgerichts Giehen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. gehen; sie werde sick u. a. mit Handwerkskammer beschäftigen. DUPONT A.G. Frankfurt a. M. Kaiserstraße 64 Telephon Hansa 6836, 4694. 8796ss ____. die aroste und iebcnswcrte MMgINWWW Jeder Gegenstand ein passend. Wkihnackts« gelchenk Bestellung, werden nut Wunsch treuer ausqeführt! Tie AntzueUung findet hau; lttießen, Hotel Viktoria. TienS- tag, den 2. November und 'Mittwoch, den 3. -iovemder 1926. swtss Dienstag, ö. 2. Henemöer 1926 naWIWs um 2 sitzt versteigere ich im LSweu, Neuenweg 28 önbicr, zmangSmeiie gegen Barzahlung: einen Waren schrank, eine Ladentheke, ein schwarz poliertes Klavier, 1 Chaise, lonane. 1 Trnmeattspiegel, l Oelgemälde, einen gronen AuSttehiisch, ein Vertiko, 1 Soia, einen Kleiderschrank 1 Kreden-., 20 Paar Herren lei''.en. Bvraussichtiich bestimmt: Letsch Herrcnwä'che. 8!ti4D Möll, Gerichlsoollz. hr. A, Giehen. führten, und der in den üblichen Formen einen schönen Verlauf nahm. Starkenburg. WSV. Darmstadt, 30. Oft. Lieber das Q rof) feuer in der hiesigen Eisenbahn - werkstätte wurde folgender bahnamtlicher Bericht ausgeaeben: Heute nacht wurde um 1.45 IHjr im Ersenbahnausbefterrmgswerk Darmstadt, Abteilung Wagenwer., ein Brandausbruch fest- gestellt. Lroh sofortiger Löscharbeiten der Werksund städtischen Feuerwehr brannte die Lackiererei mit etwa 20 Personenwagen vollkommen nieder. Die Drand- ursache konnte noch nicht festgestellt werden. * Darmftobt, 31. Okt. In der Zucker- sabrik Groß-Go ran ist der Arbeiter Walter Müller bei der Explosion einer Dampfturbine ums Leben gekommen. Er erlitt eine schwere Kopfverletzung, die unmittelbar seinen Tod herbei- führte. FlughafLNp'Sne in Marburg. sch. Marburg, 31. Oft. Ein in der Stille vorbereileles Pro.e t scheint seiner Vollendung entgegenzugehen: Marburg soll versuchsweise im Sommer 1927 in den Monaden Mai, Lum, Luli von den Flugzeugen der Deutschen Lufthansa angeflogen werden. Seitens der Stadt sind bercfts alle Vorbereitun- ! gen getroffen worden, um geeignetes Gelände zur Anlage eines Flugplatzes und den Dau einer Flugzeughalle durch Pacht sicherzustellen. Der Kurhessifche Verein für Luftfahrt ist an dein Projelt außerordentlich interessiert, zumal er schon im Besitz eines Motorflugzeuges und eines I Segelflugzeuges ist. _________________ beseitigt schmerzlos LEBEWOHL d. LASTERBINDE MIT FILZRING L-iechdo>.e ( Pflaster) 75 Pf. Lebewohl-Fußbad zecen emphnolicbe Füue und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 PL, erhältlich in Apotheken u. Drojf. Sicher zu haben bei: Aue- Noll, Kreuz-Drogerie; Hans Noll, Ludwigsplatz-Drog. und Neustadt-Drog ; O Winterhoff, Drogerie, Krcuzplatz 9-10. 1001A buch auf der Strecke Gießen—Lollar—Grünberg wird ab 15. November auch für dm Personenverkehr wieder freigegeben. Der Fahrt artenverkauf findet in den Zügen statt. Es halten somit ab Montag, 15. November, alle dem Personenverkehr dienenden Züge wieder in Kes elbach. •' 24-Stunden-Zählung im Telegraphenbetrieb. Die Delegraphenbetnebe werden vom heutigen 1. November ab d:e 24» Stundenzählung haben, so daß es auf Telegrammen nicht mehr die Bez rechn ung „vormittag oder „nachmittag" geben wird. Eine Depesche, die um 7 Llhr abends ausgeliefert wird, tragt also ab heute z. D. den Zeitvermerk 19 Mr. ilebri» gens schlagts nun also auch 13 usw. I. Der Ortsgewerbeverein hielt am Freitagabend eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende, Prof. Dr. Kra u s- müller, berichtete zunächst über die Ergebnisse einer in diesen Tagen stattgehabten Sitzung von Vertretern der Handwerkskammer und der Bezirksverbände des Handwerks aus dem nördlichen Oberhessen. Diese Sitzung habe sich, so führte der Vorsitzende aus, in erster Linie mit der bisherigen Tätigkeit der Gießener Handwerkskammer-Nebenstelle beschäftigt. Allgemein sei die Zufriedenheit mit der seitherigen Arbeit dieser Stelle zum Ausdruck gekommen. Die Art, wie der Syndikus feine kehastel. Rein gclundss Fleckchen haue sie mil dem Leibe. Nachdem sie „?,uder'S Patetu-M-di. Ainat-Seife" angewcndel hat, fühlt sie sich rote neu- Geboren. SchSIt nach 8 Tagen spürte sie Linderung . - "’ *ien waren die Flechten fie[6lligt- Wir sagen Ihnen innigsten Tank. .Inder - Palenl.ckedlnnal'Srise- ist Tausende wert. (£. W. ä Sick. PO Psg. (15% In), SM Mk. 1.50 (35%ifl, flürfpe yorm). D-zn „Iuckosh. Kreme" ä 45, 65 und »0 P,g. In oFen Äpothiken, Drogerien und Parfümerien erhältlich. beschäftigt werden, die vollwertige Arbeit leisten und barum vollen Tariflohn erhalten. Der Zentraloer. band erwartet, dah die Fürsorgestellen versuchen, auf dem Verhandlungswege für eine geeignete Unterbringung der Schwerbeschädigten zu sorgen. Er ermüdet vor allem, dah die Reichsstellen in dieser Beziehung dem privaten Unternehmertum mit gutem Beispiel oorangehen. Eine Aussprache wurde nicht beliebt. Mit War- ten des Dankes an den Referenten und die Erfchie- nenen schloß der Vorsitzende die Versammlung, der ein besserer Besuch zu wünschen gewesen wäre. Eine Ehrung für die Gefallenen hatte bereits am Vormittage durch Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal stattgefunden. Hieraus sprach Bürgermeister Dr. Seyd, er überbrachte im (Kamen der Stadtverwaltung die Glückwünsche und betonte, dah die Stadt auch in Zukunft alles tun werde, die Anstalt auf der Höhe zu halten und den geplanten und bereits begonnenen Aeubau zu fördern. Es folgten dann Begrüßungsansprachen von Prof. _Dr. Köhler- Darmstadt (zugleich staatl. PrüfungSrvmnnssar) namens des Landesamtes für das ^1^10.96- wesen, Direktor des Predigersemin.rrS D. Belte .......J der Friedberger Bildungsanstalten, Vektor Hirt namens der Ingeni.-uvakademie in Oldenburg, Oberbaurat 11 c? 0 namens der Aeichreisenbahn-Gesellschaft. Kreisdirekt^r G e b - hardt namens der Staats- und Z^rrisverwal- tung und cand. Denfcheid namens der Stu- 1 dentenschaft. Dann ergriff Dozent Daurat Dr. Win! haus das Mort, um in längerem Vortrage die Daugefchichte des nunmehr fertiggestellten einen glüg-ti des Aeubaucs zu schildern und dessen Ausstattung als Maschinen- laboratorium zu erläutern. Ein Trio bildete den Schluß der eindrucksvollen Feier. Dm Abend bewegte sich ein großer Fackelzug durch die Straßen der Stadt nach der Burg; eine Beleuchtung des Adolfturmes bot einen wundervollen Änblick. 3m Saale des Hotel Trapp und im Ratskeller vereinigten sich am Abend Studenten und Gäste zu fröhlichem Kommerse, bei denen abwechselnd der Bürgermeister, der Direktor der Anstalt und andere den Vorsitz ss. Friedberg, 30. Okt. Das hiesige Polytechnikum beging am Freitag, wie schon kurz berichtet, in feierlicher Weife sein 2 5 jähriges Jubiläum. Am Vormittag sand im Saale von Groß-Friedberg eine afa- demische Feier statt, zu bet sich der Lehrkörper und die Studierenden der Anstalt, die Vertreter der 'Behörden, der Schulen und der Stadt und viele geladene Gaste versammelt Hatton. Aach einem einleitenden Musikstück (Trio für Flöte, Cello und Klavier) ergriff Direktor Prof. Dr. Schäfer das Wort zu feiner Festrede. in der er ein Bild von dem Werdegang der Anstalt gab, die in den ersten Jahren ihres Bestehens oft ein Sorgenlind gewesen sei, letzt aber in voller Blüte stünde und vertrauensvoll in die Zukunft blicken könne. Mit bewegten Wor- ten erinnerte der Aedner an die Zeit des Weltkrieges, in der fast die gesamte Studentenschaft zu den Waffen eilte und viele ihr Loben oem bestimmt statt. Dern Gerichtsvollzieher in Dießen Steinftraße 13 p. Kummetstöcke. Donnerstag, den 4. November wird von 10 Llhr ab im Hofe des Forstamts Vidda das anfallende Kummetstockholz aus den Forstämtern Eichelsdvrf, Äon» radsdorf, Vidda und Schotten t Gz. zu 56 rm geschäht öffentlich versteigert. Es empfiehlt sich die in Frage kommenden Distrikte, welche mit den Bedingungen aus dem Forstamt Vidda eingesehen werden können, vorher anzusehen. 3m übrigen erteilen die Forstärnter und Förster nähere Auskunft. 8979D Hessisches Forstarnt Vidda. Bornotizen. — Tageskalender für Gießener Freiwillige Feuerwehr: 8 Uhr bei Müller, Bahnhofstraße. Monatsoersammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rin-Tin-Tm rettet seinen Herrn". — Astoria-Lichtspiele: „Der Hund von Baskeroille." , _ , — Deutschnationaler Handlung s- «ehiU-n.D-rb°nd. Worg-n. D>"s>ag. abenb spricht S°U»°B-S°r Auerbach, «r-n!. furt im «aufmännitoen Ber-m4bauz über das Thema „Aati-nalilierung im» ÄaufmannägepTl- fen“. Der Vortrag ist öffentlich. (Siehe heutige Qfpipj A(> ) — Im Goethe-Bund liest am kommenden Tiittrood) der bekannte Dichter Jakob Wassermann aus seinen Werken. Man schreibt uns hierzu: Wassermann erregte zuerst durch (einen Roman: „Die Juden von Zirndorf allseits Aufsehen. Gr gehört heute zu den bekanntesten und gelesensten Dichtern der Gegenwart. Gin Dichterabend mit einer starken inneren Rote ist zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.) . Gießener Unioersitätsinstitutc auf der „Gesolei" ausgezeichnet. Anläßlich der Großen Düsseldorfer Ausstellung für Ge- fundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen ist der Veterinär-medizinischen Fakultät der Universität Gießen für hervorragende Leistungen eine der vier vom preußischen Minister für Landwirtschaft gestifteten silbernen Staatspreismünzen verliehen worden. Das Veterinär-pathologische Institut wurde außerdem noch mit der Goldenen Medaille der Großen Düsseldorfer Ausstellung ausgezeichnet. ** Das Wetter treibt mit uns ein arges Spiel. Seit Tagen riefelt nun schon unaufhörlich der Regen hernieder, Schmutz bedeckt alle Straßen und nimmt jedermann die Lust zu einem Spaziergang, von Ausflügen schon gar nicht zu reden. Auch am gestrigen Sonntag regnete es ununterbrochen, und die ganze Nacht hindurch bis zur Stunde kam der feuchte Segen von oben weiter zu uns. Heute vormittag war der Regen in Gießen zeitweise mit Schnee vermischt. Im hohen Vogelsberg herrschte gestern klares Wetter, dagegen ist seit heute früh gegen 9 Uhr wieder lebhafter Schneefall im Gange. Die Temperatur liegt dort etwas unter dem Nullpunkt. . „ ** Hoher Wasserstand. Die Niederschlage der letzten Tage haben die Lahn und die Wieseck wieder beträchtlich anschwellen lassen. Hochwassergefahr besteht noch nicht, doch ist die Höhe der Uferränder vom Wasser erreicht. Niedrig gelegene Wiesen und Aecker stehen hier und da schon unter Wasser. * Sein 25jLhr iges Geschäfts- jubiläum begeht heute bas Herrenwäsche-, Krawatten- und Handschuhgeschäft August in der Sitzung eben alls erörtert worden. Die Handwerkskammer beab ichtige, demnächst im ganzen Lande Kurse, insbe andere in der Buchführung, ab» halten zu lassen. Auch die Frage der Kreditbeschaf- fung und gewisse Mängel bei der Vergebung von Lieferungen durch Reichsstellen habe man belpro- chen. Dann teilte der Vorsitzende mit, daß der Dor- stand die Abhaltung eines Familienabends auf der Liebigshöhe Vorschläge. Die Versammlung stimmte dem Vorschlag zu. Gs wird der Abend des 4. De- i wcien, « zember in Aussicht genommen. Der nächste Punkt mimens der Tagesordnung betraf die Abhaltung einer Gewerbeausstellung im Sommer nächsten Jahres. Nachdem der Vorsitzende in längeren Ausführungen das Für und Wider dargelegt hatte, kam in der Aus- spräche allgemein zum Ausdruck, daß die Ausstellung nur gediegene, selbstgefertigte Arbeiten der Handwerker und Maschinen, die zum Handwerk gehören, bringen dürfe. Um die Ausstellung anregend zu gestalten, müßten Betriebe, die sich in Tätigkeit befänden, voraeführt und Entwicklungsgänge und aussterbende Handwerkszweige gezeigt werden. Es wurde beschlossen, die Ausstellungsfrage zunächst in den Fachoereinigungen zu erörtern. Heber das Ergebnis dieser Besprechungen soll in einer in etwa drei Wochen stattsindenden Versammlung berichtet werden, in der dann der endgültige Beschluß gefaßt werden muß. Bis dahin sind gewisse Vorfragen, die mit dem Volkshalle-Derein und der Stadt zu erledigen sind, zu klären. Dann erörterte man die Zweckmäßigkeit der Wahl eines Handwerkerrats. Syndikus Rohr legte in längeren Ausführungen die Notwendigkeit und Nützlichkeit eines Handwerkerrats dar. Er bat, auch diese Frage in den Fachvereinigungen zu besprechen, damit in der Versammlung, die in drei Wochen stattfinden soll, Vorschläge für die Wahl gemacht werden konnten. Zum Schluß sprach Syndikus Röhr noch über die Hand- wcrkerlisten, von deren Aufstellung er sich Gewinn für die Sache des Handwerks verspricht. » Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 494 Ochsen, 72 Bullen. 716 Kühe, 471 Färsen, 404 Kälber, 351 Tätigkeit auffasfe, fei anerkannt und ihm das Der- I Vaterlands opferten: fv fta&J’0*, 17 Aktwsn trauen ausgesprochen worden. Eine Handwerker- | einer Verbindung 16 vor dem Feinds geblxcuCTu nooelle werde in diesen Tagen dem Reichstag zu- MW SMl Heule KB2 2G (5) Goethe-Bund Mittwoch, 3. Nov., abends 8 Uhr im Festsaal des früh. Hotel Einhorn JakobWasssrmann ttifffllcdei* Eintritt frei, roea Pl&tx- kerlon. Nichtmitglieder M. 2 50 u. M. 2 — bei Chai her und Abendkasse. [8976c Sie sparen Geld wenn Sie im Etagengeschäft Mark1stratzeNr.14,1.Siock «Eingana durch den Laden) ',75Se Ihren Pelz kaufen! Gro8e Auswahl. Teilichlang gestattet. Dienstag, den 2. 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Detr.: Die Offenlegung drr Kataster- verinessungsergebnisse in der Gemarkung Schiftenberg (Hof) mit Herrnwald. 3n dem Stadthaus Bergstraße. Zimmer 6, liegen während der Dienststun- dcn in der Zeit vom 28. Oktober bis 9. Dezember 1926 die neu aufgestellten Katasterakten der Gemarkung Schiffenberg (Hof) mit Herrnwald zu jedermanns Einsicht offen und zwar: 1. Das topographische Güterverzcichnis, 2. Das alphabetische Vamensverzeichnis, 3. Die Grundstuckspläne, 4. Die Aufnahmehandrisse, 5. Die Flurkarten. Einwendungen gegen die Feststellung der Vermessungsergebnisse sind innerhalb der 6 wöchentlichen Offen- legungsfrist schriftlich bei mir abzvgeben. Auf die Bekanntmachung in den Au hängelästen wird besonders hinae- wiesen. 8980B Giehen, den 23. Oktober 1926 Der Oberbürgermeister. 3. V. Dr. Selb. Bekanntmachung. ' Am Samstag, dem 6. Vovem - ber 1 926, vormittags 11 41 hr, werden im Stadthaus Bergstraße, Zimmer Vr. 6, die in den Waldungen der Stadt Giehen und auf dem Hinteren Trieb sich ergebenden Dirkenbesenreiser auf dem Stock in 12 Losen (zusammen 112 Wellen) meistbietend versteigert. Giehen, den 30. Oktober 1926. Der Oberbürgermeister. Z Geschäfts,'telle (Siesten: Nordanlaget, Fernruf 1275 sruM Tim M-en fition gegen 6 WbmMor WM T< M auf Air tzaltung bei kanntsch im Daüfiziernn anssehu-g schen Derhl Das Kl catchen P nach ben 21 tmig -es qi Drucke -er Frage, auf fommf, ist öi amerikanische die sranzösis. machung sei! Meinung bei bevorstehende gimmg bor einwandfrei rWen hie Die Dieder Da feme mn< ist (M Po'. iDOrtil man ' klgreich), öle 2-S/lung Um es Poincares, politischen f nehnien, un. Warin zu i Tatsachen zu er W, öaß ner Schu^ö von deren Zu' car^ die % Denn Mifew in den amw ""Aner i Ä' % K',? 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Ich stehe allein. In drei Stunden soll die Vorstellung anfangen! Der Fahrtleiter kommt, die Windjacke weht — er hat telephoniert, was der Draht hielt, und nichts erfahren. Eine Panne? Ein Unglück?! In zweieinhalb Stunden soll die Vorstellung ansangen! — Da: Geratter, Lärm — das Auto ist da! Die fünf Techniker fasten zu — Wände laufen, ein Wald rast vorüber und wird an die Mauer gestellt, Thronsessel, Kisten, Kasten, Hocker, Stangen, Körbe bekommen Beine. Der Beleuchter schleppt seinen Stolz, seinen Augapfel, den selbstaebauten Schaltschrank, darin Nacht und Morgen, Hell und Dunkel, Sonne und Mond — alles auf prima Widerständen; der Garderobier packt seine Körbe aus, und auf der Bühne stehen schon die großen Eisenreckstangen im Geviert, acht Meter hoch, und auf den Leitern hängen die beiden Tapezierer, den Mund voller Nägel und hämmern am ersten Dorhangzug. In einer Stunde fängt die Vorstellung an: ja, es wird gehen. Der Hauptoorhang ist fertig, die Soffitten, die roten Vorhänge des Hintergrundes sind's auch, nun noch die gelben — Vorhang zu. Und wie die ersten Leute kommen, eine halbe Stunde vor Anfang der Vorstellung, da ahnen sie nichts mehr von der Unruhe, der Hast und der Hetze: lose Hatur aufgefordert in das Lob Gottes einzusttmmen. Der Himmel soll jauchzen, die Erde soll rufen, die Berge, der Wald und alle Bäume sollen frohlocken. Frohlockende Bäume, redende Bäume, daS ist ein Bild, da» in der Heiligen Schrift mehrfach wiederkehrt. Frohlockende Bäume, redende Bäume wachsen auch im Bereiche unserer Stadt, streben hier aus der Heimaterde hinauf zum Himmel. Heute sind gerade 109 Jahre verflossen, dah man oberhalb des Alten Friedhofes, des Ortes, wo man durch vier Jahrhunderte die Toten bestattet hat, die Luthereiche gepflanzt hat. Es war damals im Jahre 1817 eine arme Zeit, Krieg und Hungersnot waren vorausgegangen, aber unser Volk war ideal gerichtet und hochstrebend. Zwei Jahre zuvor hatte es das Joch der Rapoleoni- schen Zwingherrschaft abgeschüttelt, allenthalben lohten damals am Abend des 13. Oktober, des Schlachttages von Leipzig, die Freudenfeuer auf den deutschen Bergeshohen. Ein frommer Geist ging durch die deutschen Gaue, und so sollte diese Eich« frohlocken, daß Gott unserem Bolle einen Martin Luther geschenkt hatte. Zweiundvierzig Jahre spä er reihte sich diesem Baume i die Schillereiche an; das geschah im Jahre 1859. am 100. Geburtstage des großen Dichters, in schöner, friedlicher und glücklicher Zeit. Heber- all ehrte man den Dichter, der in dem Herzen unseres Volkes ein so heiliges Feuer der Begeisterung entzündet, der vor den Deutschen eine Welt von so großer Schönheit aufgebaut hatte, der deshalb auch von unserem Volke geliebt worden ist, wie selten ein führender Mann. Als man im Jahre 1883 auf dem Ludwigsplahe die Lutherlinde pflanzte, stand unser Doll auf dem Gipfel seiner Macht und Größe, es war hoch angesehen im Bäte der Völler. Darum sollte diese Linde frohlocken, daß die Deutschen durch den groTT". Wittenberger Mönch zu den Quellen üjrer K ast, zum Evangelium zuruck- geführt worden waren und daß dem evangelischen Christen Vaterlandsliebe, Berufstreue, Pflichterfüllung und Gewissenhaftigkeit etwas Selbstverstäni liches sind. Endlich steht draußen vor unserer Stadt, im akademischen Forstgarten, die Dismarckeiche; sie wurde am 80. Geburtstage des großen deutschen Politikers, am 1. April 18°5, gepflanzt. Sie soll uns an den Mann erinnern, der die Einigung Deutschlands zustande gebracht und in glücklichen, guten Jahren, in Jahren auffteigenber Entwicklung unseren Staat geleitet hat. Alle diese Bäume sind frohlockende, sind redende Bäume, sie preisen die Gnade, die Gott in vergangenen Tagen an unserem Volke getan hat, sie reden zu den Vachkommen vom Kampf, vom Vingen, vom Siegen derer, die vor ihnen gelebt haben. Vun wollen wir heute eine Reformatio n s l i n d e pflanzen. Was soll dieser Daum? Auch e-c soll frohlocken, auch er soll reden. Vier Jahrhunderte sind verflossen, daß in deir althessischen Landen die Reformation zur Einführung kam, daß auch die Stadt Gießen eixm» gelisch wurde. In Dankbarkeit erinnern wir uns heute der Väter unseres Glaubens, die damals Wo sind wir? Wo ist das Podium, zehnmal acht, aus nackten Brettern? Verschwunden; über ihm schwebt eine Welt aus Farben und Licht. — Von dem dunklen Rot heben Bogen sich golden ab, und ein zartes Gelb zu beiden Seiten, sanft geschwungen, nimmt jede Schwere fort. Wo ist das Unerträgliche des Leides? Verschwunden im Schein aus dem Schaltschrank, über dessen Werklampe der Beleuchter seine speckige Mütze gehängt hat, damit kein falsches Licht auf die Bühne fällt — im Scheine dieses lichten Traumes wird Leid zu Lust, und selbst das Schicksal befreit zur ewig schönen Form. Und wo sind die Menschen aus der Bahn — die Skatspieler, die unruhig Begeistetten und die so schnell Verzweifelten, die Frauen, die heute hasten, wen sie gestern liebten, und die morgen verachten, was sie heute himmlisch finden? Verschwunden im Zauber verwandelter Gestalten, und Worte schwingen und schweben aus ihnen so rein und so tief, als klage und juble die unschuldige Kreatur. Für einen Augenblick vielleicht nur — aber es ist der Augenblick, für den sie leben ... holt die Spielkarten aus der Brusttasche: „Wer gibt?" Der Zug setzt sich in Bewegung. „Scheußlich, immer diese Verspätungen", mault Liselene, weil sich niemand um sie kümmert. Sie setzt ihr Hütchen ab. Ihr Haar ist wie ein Iungenkopf geschnitten und gescheitelt. Dem ehrbaren Herrn ihr gegenüber klappt vor Schreck der Mund auseinander. Sie ist befriedigt. in den beiden Kirchen waren außerordentlich stark besucht; trotz der reichen Sitzgelegenheiten mußten viele Gemeindeglieder sich mit einem Stehplatz begnügen. In der Iohanneskirche predigte Pfarrer Aus e l d auf Grund des Bibelwortes Markus 1. Kav., 14. und 15. Vers über die hohe Bedeutung der Reformation und den rechten evangelischen Glauben. Der Gottesdienst wurde durch den Gesang eines Kinderchores, vor allem aber durch das Musikkorps des 1. Batl. 15. Jnf.-Rgts. unter der Leitung des Obermufikmeisters L ö b e r , das die kirchliche Fest-Ouvertüre über „Ein feste Burg ist unser Gott" spielte, in reichem Maße verschönt. In der Stadtkirche hielt Pfarrer Decker die Gedenkpredigt auf Grund der Einleitung der Bergpredigt Matthäus 5, Vers 1 bis 12. Hier sang der Kirchengefangverein unter der Leitung von Studienassessor Dr. R o l l e r, ferner die Chorschule, die beide den Gottesdienst eindrucksvoll verschönten. Nach den Gottesdiensten versammelten sich die Geistlichen beider Kirchen, die Pfarrer B e ch t o l s- heimer, Ausfeld, Mahr, Becker, Schult- heiß, Hertel, ferner die Mitglieder des Gesamt- ki-chenvorstandes, Vertreter der Theologischen Fakultät der Landesuniversität, die Vertreter der Stadtverwaltung und der Kommandeur unserer Garnison in der Iohanneskirche, um von hier aus die Reformat.onslinde zu ihrer Pflanzstätte zu bringen. Beim Läuten der Glocken bewegte sich der fcier- iiche Zug, in dessen Mitte der Gedenkbaum von Kirchenvorstehern getragen wurde, unter Vorantritt der Geistlichkeit durch die Iohanneskirche, durchschritt das Hauptportal und begab sich durch eine große Menge gläubiger Kirchenglieder zur Südseite der Kirche, wo die Pflanzung der Reformationslinde in einem Anlagenbeet vorgenommen wurde. Die Militärkapelle unter Obermusikmeister Löber leitete die Feier mit dem Spiel einer Strophe des Chorals „Lobe den Herren" ein. Darauf hielt Pfarrer Bechtolsheimer die nachstehende Weiherede: Jesaias 44, 23: Jauchzet, ihr Himmel; denn der Herr hat es getan; rufe, du Erde, herunter; ihr Berge, frohlocket mit Jauchzen, der Wald und alle Bäume darinnen; denn der Herr hat Jakob erlöset und ist in Israel herrlich. Das Gotteswort, das wir gehört haben, ist ein Wort des Frohlockens und Dankens. Gottes Gnade wird hier gepriesen, die freie Gnade Gottes, die sich dem Menschen zuneigt, die ihn erlöst, die ihn selig macht. In wunderbarer, dichterischer Form wird hier die seelen- heimische Berarmung gesteigert worden sind. Der internationale Stahlpakt ist ein unentbehrliches Glied in der handelspolitischen Verständigung mit Frankreich, ja mit allen anderen großen Industrieländern. Ohne im Inneren Preisveränderungen vorzunehmen, kann man durch Erhöhung der Aus- siihrpreife England und Amerika zeigen, daß diese Selbschilfe der westeuropäischen Industrie auch geeignet ist, die von den angelsächsischen Ländern nur ungern gesehenen Preisunterbietungen auf dem Weltmarkt zu unterbinden und so dem höheren Preisniveau Englands und Amerikas nahezukom- men. Kurz eine großzügig geführte internationale Stahlgemeinschaft steht nicht nur im kontinental- europäischen, sondern auch im englischen, ja Im Weltintereste. In der anschließenden Aussprache wies Dr. Kalle besonders darauf hin, daß die Opposition gegen den Abschluß des Eisenpaktes davon überzeugt werden müsse, daß der Abschluß im volkswirtschaftlichen Interesse erfolgt sei. Dipl.-Ing. R ö m h e l d bezeichnete es als besonders wichtig, daß die eisenschaffende Industrie eine maßvolle Preispolitik der eisenverarbeitenden Industrie gegenüber betreibe. wirtschaftlichen Spitzenverbände stattfinde und forderte zu zahlreichem Besuch dieser Veranstaltung auf. Endlich berichtete er über die letzte Sitzung des Wirtschaftsausschusses des besetzten Gebietes. Dann „Bühne frei! Saal dunkel?" „Ja!" „Achtung!". Gong. Vorhang auf. „Der Ruf der Feste hat mich hergeführt, die Barcelona weltberühmt gemacht: O, schöner Tag! O, vielmals fdjönre Nacht! ...' Am gestrigen Sonntag, 31. Oktober, wurde die V i e r b u n d e r t j a h r f e i e r der Resorma- tion in Hessen — wie überall im Hessenlande — auch in den Kirchen unserer Stadt Gießen festlich begangen. Im Anschluß an die Festgottesdienste wurde gegenüber der Iohanneskirche eine Reformationslinde gepflanzt, als Zeichen des Dankes an unsere Vorfahren im evangelischen Glauben, als Mahnung an unsere Nachkommen, allezeit in Treue und Liebe zu der Lehre Martin Luthers zu Zwei Lampen brennen noch im Saal. Wirres Durcheinander der Stühle. Die Türen klaffen — die Kälte zieht herein. Der Beleuchter hustet, daß es einem selbst weh tut in der Brust. Die Bühne ist ein nacktes Bretterpodium von zehnmal acht Meter. Der Garderobier packt seine Körbe ein. Wände werden geschlevpt, ein Wald wird fluchend abserviert und ins Auto geschoben Stangen, Hocker, Kisten, Kasten, Thronsessel wandern aus einer müden Hand in die andere: „Verdammter Zinnober!" Drei Wochen wird es so gehen: einundzwanzig- mal ausladen und aufbauen und abbauen und wieder verladen — einundzwanzigmal, und dann das nächste Stück und fo weiter. „Junge, Junge', sagt der Bühnenmeister und schüttelt mit dem Kopf. „Vier Jahre lang machste das nun schon mit!" „Mach dich nicht wichtig, Theo", antwortet ihm der Chauffeur, der gerade unter das Auto kriechen will. „Und so 'n Eisdeen, so jroß wie heute abend, für eene Mark, und noch mit Bratkartoffeln, bet kcinnste lange suchen.' Mit dem Thespiskarren IT 8680 Von Herbert Kranz. Alle sind rechtzeitig am Bahnhof — der souveräne Graf von Barcelona, die Erbvrinzessin, seine Tochter, die beiden Hofdamen, die Prinzen von Ur- guel und Bearne (jeder mit dem Koffer in der Hand), der Souffleur, der Inspizient, der Regisseur, der Direktor — nur Liselene (bitte in einem Wort), die Naive, ist natürlich noch nicht da. Die Prinzen fluchen, der Direktor wird blaß, der Fahrtleiter fingert im Fahrplan: „Kann sie mit dem D-Zug noch nachkommen?" — der Regisseur starrt gedankenvoll auf die große Uhr, wo der Zeiger wie ein Hammer von Minute zu Minute fällt, die Blicke der Damen werden dunkel („das macht sie nur, damit es nach was aussieht") — der Inspizient rast durch das Gewühl zurück an den Eingang (ein Zweck ist nicht ersichtlich, aber der junge Mann will eingreifen, eingreifen) — es sind noch drei Minuten, die Empörung wird laut — nur der schwere Held steht ruhig und mit Genuß seine Brasil rauchend. Mit einem Male ist sie da, die Liselene, lächelnd, gepudert, ein wenig Rot auf den Lippen. „Gott, ist es denn schon so spät?" „Sie haben eine Viertelstunde vor Abgang des Zuges am Bahnhof zu sein, das steht in Ihrem Kontrakt!" — Der Fahrtleiter brüllt beinahe. „Ist der Zug denn schon weg?" fragt Liselene; wie alle Naiven des Theaters ist sie im Theater des Lebens alles andere als naiv. Keiner antwortet, alle rennen. In den Zug! Wir sind drin. Die Vorstellung heute ist gerettet. Aber nun müssen wir noch zehn Minuten auf den Münchner Schnellzug warten, der Verspätung hat. „Da bin ich ja noch viel zu früh gekommen", sagt Liselene und bläst sich — und ihr Luftkissen auf. „Die Züge fahren überhaupt nie pünktlich ab!" Das ist für den Fahrtleiter nebenan bestimmt. In ihm kocht es hoch auf. Etwa 250 Mal in der Spielzeit wird man sich am Bahnhof zur Abreise treffen — wird das überhaupt auszuhalten sein mit dieser — Dame?! Aber er saßt sich als Mann, antwortet nicht, was er gern geantwortet hätte, und In feierlichen Falten, ruhig und ernst, sehen sie den Vorhang hängen, und voll Erwartung sitzen sie vor einer anderen Welt. In zehn Minuten fängt es Draußen die Landschaft dreht vorüber, nur die blauen Berge am Horizont scheinen zu ruhen. Der Direktor hat das Spielplanbuch auf den Knien, wo er nach monatelanger Vorarbeit endlich hinter jedem Datum einen Spielort hat schreiben können. In Gedanken geht er — zum wievielten Male? — die kommende Reise noch einmal durch: „Werden die Städte die Abmachungen halten können? Wird unser Lastauto auch immer zur Stelle fein? Wird mir auch keiner krank? Und vor allem: das Auto — das Auto! Die Kurbelwelle ist neu, die Reifen sind neu, Kosten über Kosten, man sollte doch meinen — jedenfalls darf keine Vorstellung ausfallen." „Werde ich auch Proben genug haben für das nächste Stück?" denkt der Regisseur. „Und wenn ich nur immer einen geheizten Raum zum Probieren bekomme." Die Landschaft draußen dreht vorüber und nur die blauen Berae am Horizont scheinen immer noch zu ruhen. Spricht da die gewichtige Stimme des Direktors: „Die Wanderbühne ist die Stätte im Theaterleben der Gegenwart, die noch eine Mission hat." Plötzlich werfen alle die Karten hin und die Zeitungen, und der Disput bricht ab. „Das Auto! Das Auto!" Alles drängt an die Fenster: Richtig, da fährt es — das graue Lastauto mit seinem vier Meter langen Anhänger, unser Thespiskarren, in dem die ganze Herrlichkeit des Abends mit ihren bemalten Wänden, Vorhängen und Möbeln und Kostümen durch das ahnungslose Land rattert. -trägen und Bündnissen wäre eine grundsätzliche Ablehnung internationaler Wirtschaftsverbande am Katze. Mehr als je zwingt die Wirtschaftsumwäl- j ung des Erdballs, namentlich die Wirtschaftskrise Europas dazu, solche Wege der Wirtschaftsführung zu gehen, die die Kaufkraft der breiten Massen eher erhöhen als daß sie dazu fuhren, auf dem Rücken der Arbeiterschaft ruinöse We.'tbe- werbskämpfe auszutraaen. Internationale Wirt- chaftsverständigungen hegen deshalb im Interesse der Arbeiter. Auch die mdnopolistische Tendenz, die in der Bewirtschaftung wichtiger überseeischer Roh- tosse, die im Außenhandelssystem Sowjetrußlands zu beobachten ist, weist auf die Notwendigkeit der internationalen Verständigung der Industrie hin, wenn man einer solchen Ausbeutung steuern will. Es kam hinzu, daß die Inflation erst der Mark und dann nach der Rentenmarkfestsetzung die Franken- Inflation auf dem Weltmarkt zu einem Dumping unerhörten Grades führte, um so mehr als die Friedensoerträge mit der Austeilung der früheren Zollgebiete Deutschlands, Oesterreich-Ungarns und Rußlands die Ueberproduktion und die Zahl der alten Ausfuhrländer verdoppelten, ferner weil die Kapazitäten der Eisenhütten ohne Rücksicht auf die aaaam (Hvtnnh I dels ist also nicht etwa em Zeichen für die ^DOtfiCQr€ QCydl -OVlCiriUe I Stärke der französischen Stellung, sondern um- Von unserem ^-Berichterstatter. gekehrt der Beweis dafür, datz es Poincarä m -.-ja Oktober 1926 bisher noch nicht gegluckt ist, Washington it- JJüt s, O gendwie seiner Politik geneigt zu machen. (Aachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Darüber hinaus verdient aber festgehalten Die Gegensätze innerhalb des französischen werden, daß nach den einwandfreien De- Kabinetts, insbesondere zwischen Briand und richten der französischen Presse selbst, eine Poincarö sind ja nun kein Geheimnis mehr. Mit Schwenkung Washingtons in seiner Haltung Behagen erzählt die linke wie die rechte Oppo- gegenüber Frankreich ein Ding von höch- sitionspresse von angeblichen Auseinandersetzung ft e r Unwahrscheinlichkeit ist. Denn die gen dieser beiden Manner und von den D e r - Haltung der Wasyii g oner Regierung wird im schiedenen Wegen derPolitik, die beide Gegensatz zu der französischen nicht von außen- zu gehen gedenken. Vatürlich ist das, was hier- politischen, sondern von innerpolitischen Motiven über berichtet wird, weit übertrieben, und wohl bestimmt. Amerika, das sich zur Zett im ent- meistens Kombinationen findiger Presseleute, die I scheidenden Wahlkampf für die im nächsten sich ein Vergnügen daraus machen, di« beiden Jahre zu erwartenden.Präsidentenwahlen be- innerpolitischen Gegner auseinanderzuhehen. Und fjnbet, kann nämlich tatsächlich seine Haltung dennoch muß auch der Unbefangene zugeben, nicht ändern, ohtte die Regierung des Präsidenten daß der Gegensatz zwischen Briand und Pomcare tzoolidge aus das schwerste zu gefährden. Eoo- tatsächlich besteht. Rur daß Poincare selbst- [t&ge, der sich für die Eintreibung der europäi- verständlich sich nkcht direkt in die Angelegen» Schulden Amerikas eingesetzt hat, kann beiten des Quai d'Orsay mischt und gezwungen I mitten im Wahlkampf einfach nicht auf diese ist, die Ziele seiner Politik auf indirektem Politik verzichten, weil sie praktisch zu einem Wege zu verwirklichen, weil er die Stellung Anziehen der Steuerschraube in Amerika führen seines eigenen Kabinetts, mit der der Kurs des würde, einer Tatsache, die nicht nur bei uns, Franken und das französische Sanierungspro- sondern auch über dem großen Wasser eine gramm auf das engste verknüpft sind, durch Regierung unbeliebt zu machen geeignet ist. eine Regierungskrise nicht gefährden kann. Das Daß die gegenwärtige Haltung Amerikas an- schlieht also aus, daß sich Poincar6 direkt in die pererseits nicht das letzte Wort Amerikas in deutsch-französischen Beziehungen hineinmischt. Er j^r Frage der internationalen Schulden zu sein mutz im Gegenteil hier alles Briand überlassen braucht, darf natürlich auch nicht irreführen, und selbst bei Kriegervereinsreden seinen Deut- selbstverständlich eine mögliche Aenderung der schenhaß zügeln, um sich nicht mit dem Eingriff Haltung in der Zukunft die gegenwärtige 6itua- in die Angelegenheiten seines Ministerkollegen tion nicht ohne weiteres zu beeinflussen braucht, ins Unrecht zu setzen. Das ist dasjenige Ergebnis der bisherigen Dieses innerpvlitische Moment hindert aber polttischen Arbeit Poinmres in Amerika, das nicht, daß Poincare auf seinem Gebiete — dem ni$t genug unterstrichen werden kann, wenn von der Finanzen — ein Gegengewicht gegen Thoiry die Rede ist. Frankreich, so muh immer die Politik Briands zu schaffen,versucht, das im wieder betont werden, muh das Washingtoner Ergebnis die versöhnlich« Haltung Briands doch Schuldenabkommen ratifizieren, «he es daran den- tatsächlich wesentlich modifizieren könnte. fen kann, eine Anleihe auf dem amerikanischen Da feine innerpolitische Ausgabe vorläufig gelöst Markt aufzunehmen, ist (das Poincaresche Sanierungsprogramm ist, soweit man das beurteilen kann, fürs erste erfolgreich), bleibt ihm also nur das Gebiet der Regelung der auswärtigen Schulden Frankreichs übrig, um seine eigenen Pläne durchzusehen. So kommt es, dah di« sranzösisch-ameri. , m »9 Okt Der Mittelrheinische Fabri- Poincaröschen auswärtigen Politik geworden sind, heunrats Dr. h. c. $) a e u s er eine gutbefi ch e von deren Zustand es abhängt, wie weit Poin- Ä^versammlung Begrüßung d E car£ die Briandfcben Pläne durchkremen kann. I schienenen berichtete zunächst . Äiätei "Ärunh 6ic SaI' bte KS-KMM WMWMW »äX-SSSS ri&tetassÄS« standigung über die . 8 nhh öffentlichen Verwaltung in vollem Umfange u n - ter st ütz t e. Es fei dringend zu wünschen, daß bie= ob! n Dieinner- sen Worten nun auch bald Taten folgten. In einer MMMLMIS5KWT-MW kanntlich immer noch die bedingungslose Ratifizierung des Schuldenabkommens zur Voraussetzung aller weiteren französisch-amerikanischen Verhandlungen macht, zu beeinflussen. . . > - Das Kernproblem, auf das es in der Poin- IP™0’ . m b K Berlin careschen Politik ankommt, ist demnach die Frage Dr. Reichert, M.d. R„ öerlin nach den Aussichten einer Aenderung der Hal- über: „Die allgemeinen Ursachen der internationalen tung des amerikanischen Schatzamtes unter dem Syndizierung und der internationale Eisenpakt , Drucke der französischen Propaganda, und di« wobei er u. a. aussuhrte: Die internationalen lÄrage auf di« es für Deutschland hierbei an- Verständigungen, die dem vernichtenden Wirtjchafts- kommt' ist die ob tatsächlich eine Schwenkung der kampf den Wirtschaftsfrieden folgen lassen, sind na= amerikanischen Politik erwartet werden kann. Da mentlich dann zu begrüßen, wenn sie, wie Kartelle die französisch« Presse zum Teil in Riesenaus- und Syndikate, die Selbständigkeit der machung seit Wochen nunmehr die öffentliche Nationalwirtschaft aufrecht erhalten Be- Meinung der Welt mit Rachrichten über einen denklich können dagegen internationale Verstandi- bevorstehenden Umfall der amerikanischen Re- gungen werden, wenn sie mit der Vertrustung den Gierung bombardiert, ist es zunächst wichtig, V e r l u st deutschen Eigentums oder einwandfrei sestzustellen, dah alle diese Rach- deutscher Wirtschaftsführung oder son- richten hier in Paris fabriziert sind, ftige schwere Schädigungen der Volkswirtschaft her- Die Wiederholung des propagandistischen Schwin- I beiführen. Ebensowenig wie gegenüber Friedensoer- l bem Evangelium In Hessen bte Wege geebnet haben. Sfynen voran steht der Landgraf Philipp, den die Geschichte den Großmütigen nennt Dieses Wort trifft allerdings nicht recht den Sinn der ursprünglich lateinischen Bezeichnung, „Magnani.nuS", diese Bezeichnung wird besser mit den Worten „hochgesinnt", „hoch- strebend" wiedergegeben. Er war allerdings ein hochgesinnter, ein hochstrebender Fürst er war die Seele der hessischen Reformation. Philipp war ein aufrichtig frommer, er war ein klar denkender, weit ausschauender, er war ein tatkräftiger Mann. 3m hellsten Lichte erstrahlt seine Frömmigkeit während feiner fünfjährigen Kerker- haft in den Niederlanden. Da war die Bibel sein Trost, die Stellen, die besonders zu feinem Herzen sprachen, strich er mit einem roten Stifte an, so das Wort deS Apostels Paulus: „Hoffnung läßt nicht zu schänden werden." Bon dieser Zeit schrieb er später: „Daß wir gebüßt in unserem Gefängnis, ist wahr, und so wir darin gestorben wären, hofften wir in Gott, wir wollten nicht übel gefahren sein.' Seine Klugheit erhellt aus einem Worte, das er nach dem unglücklichen Ausgang des Schmalkaldischen Krieges gesprochen hat, aus einem Wort, das seither manches Bolk, mancher Fürst nicht beachtet hat! «s lautet: „So ist es um den Krieg, als wenn einer mit drei Würfel will fünfzehn Wersen, geraten kaum sechs. Ist ein ungewiß, gefährlich Ding um den Krieg," Philipp war auch ein ungemein tatkräftiger Mann. Aus dem Reichstage zu Augsburg im Jahre 1530, auf dem das Bekenntnis der Evangelischen zur Berlesung kam, war er, der erst Fünfunbzwanzigjährige, die Seele des Widerstandes gegen den Kaiser und der Hort der evangelischen Sache. Seiner gedeirken wir heute, wir gedenken auch aller seiner Mitarbeiter auf der Hornberger Synode. 3m Geiste grüßen wir die längst entschlafenen Bäter unseres Glaubens. Als Refonnationslinde soll dieser Baum davon Kunde geben, daß wir im Jubeljahre der hessischen Reformation in das Lobwort des Propheten eingestimmt haben: „Jauchzet, ihr Himmel! denn der Herr hat es getan; rufe, du Erde herunter; ihr Berge, frohlocket mit Jauchzen, der Wald und alle Bäume darinnen! denn der Herr hat 3atob erlöset und ist in Israel herrlich." Frohlocken soll diese Reformationslinde, aber sie soll auch reden, reden zu den kommenden Geschlechtern, reden zu denen, die nach uns kommen, Ein Baum lebt länger als ein Mensch. Wenn unsere Spuren auf der Erde schon längst vergangen sein werden, so wird diese Linde noch blühen, grünen und Schatten spenden. Sie soll den Enkeln und Arenkeln, allen, die nach uns durch die Straßen der Stadt Gießen schreiten werden, sagen, daß wir fest am Bekenntnis unserer Bäler, fest zu unserer evangelischen Kirche ge; alten haben, daß Gottes Wort, so wie es Litther verkündigt hat, unser Stab, unsere Stühe und unser Trost war in den unsagbar schweren Jahren des Weltkrieges, als die Millionen der Unseren im Kampfe für das Heimatland dahin- sanier,, als der Krieg in grauen Dovembertagen so unheilvoll ausging, als die harten Zeiten der Nachkriegszeit über uns einhergingen. Dieser Baum, den unsere Kirchenvorsteher jetzt pflanzen werden, soll zu den Nachkommen reden, daß es auch uns in drangsalsvoller Zeit aus dem Herzen gekommen ist, was der Psalmist einst zu seinem Gotte gesagt hat: „Wo dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elende," Daß alles Irdische vergänglich ist, predigen uns in diesen Herbsttagen die fallenden Blätter, der trübe Himmel, der rinnende Regen. Einst wird auch diese Linde dahinsinken und ein Raub der Zeit werden, Gottes Wort aber geht niemals unter: ,,Alles F'elsch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorret und die Blume ist abgesallen, aber des Herren Wort bleibet in Ewigkeit," Hierauf pflanzten die Kirchenvorsteher den Gedenk^ium. 3m Anschluß daran bat Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r den OberBürgermcifter, kraft seines Amtes und der ihm von der Dürger- schast verliehenen Vollmachten den Baum in den ' Schuh und die Pflege der Stadt zu übernehmen. Oberbürgermeister Keller erklärte in einer kurzen Ansprache, daß die Stadt die Reforma- - Lionslinde gerne in Obhut und Pflege nähme. Um ch^en Standort solle noch eine würdige Anlage erstehen, .^rdeutsch wie die Re'ormation, urdeutsch tC der große Reformator Marlin Luther, sei auch dieser Erinnerungsbaum, der den Lebsn- ix.n und den Nachkommen immer wieder die unvergänglichen Segnungen des Evangeliums tun'en möge. Mit dem von der Militärkapelle begleiteten gemeinsamen Gesang her ersten Strophe des Altdeutsche Tänze. Die Wiederbelebung der alten Volkstänze und Reihen hat es mit sich gebracht, daß die Tanzkunst und Tanzlust wieder aus den stickigen Balliälen in Gottes freie Natur hinausgetragen tourLe. Damit lebt der schöne Brauch der Alt- vorderen wieder auf, deren fröhliches Glieder- regen sich im Einklang mit dem blühenden Leben dec Natur vollzog. Wohl hat man im Mittel- alter auch in geschloßenen Räumen getanzt, aber das tat nur die vornehme Gesellschaft. Das Voll drehte sich auf Plätzen und Straßen, auf dem Dorsangec und auf der Heide singend und jubelnd im -.reife, und so ist für die Brenschen jener Tage das Glück des Sommers eng mit den Freuden des Tanzes verknüpft. Wir können uns heute nur noch ein ungefähres Bild von den altdeutschen Tänzen machen und höchstens aus dem Rhythmus der dabei gesungenen Strophen auf die Einzelheiten des Tempos und der Gebärde schließen. Aber uralt ist der germa- niswe Tanz, und er hat in Leben und Lust der allen Deutschen eine große Rolle gespie t. Tacitus Le treibt den Ech/.eriectanz der germanischen ^Jünglinge, der aus Sprüngen und kühnen Be° Legungen umer Schwertern bestand. Auch das gotifd;e Wort für Tanz „laika" weist auf Springen und Hüpfen hin. Schon damals müssen fremde Einflüsse die gotische Lanzweise mitbe- ftimmt haben, denn es findet sich für eine Tanzart ein Wort, das aus dem Slawischen entlehnt ist. Im Althochdeutschen bedeutet das einzige fü. den Tanz vorhandene Wort „tumon" soviel wie .ich im Kreise bewegen. Es mag ein Herum- gehen in schwebender Bewegung gewesen fein, so daß sich das wilde Hüpfen bereits zu an» mutiger Bewegung gemäßigt hat. Das heute gebräuchliche Wort Tanz ist aus dem Französi- fc en übernommen und zeigt damit den fremden Einfluß an. Wie man in Deutschland um8 Jahr 1000 tanzte, läßt sich aus einer Beschreibung in dem lateinischen Gedicht von Ruobl'.eb erkennen. Chorals „Sin feste Burg ist unser Gott" schloß die denkwürdige Feier. Das gestrige Reformations-Gedenrfest hat eine glaubensstarke, glaubensfrohe und darum hochgestimmte evangelische Gemeinde in Hessen und in unserer Stadt versammelt. Möge unter öer Reformationslinde und über deren Lebensdauer hinaus allezeit eine ebensolche evangelische Christenheit in Gießen und in Hessen leben und den Segen Gottes durch das unvergänglwye Evangelium von Geneccttion zu Generation immer wieder in reicher Füll« verspüren. ---—- Eine Kläranlage für Bad-Nauheim. Die hessische Regierung hat dem Landtage folgende Vorlage zugehen lassen: Bekanntlich ist die Frage der Abführung der Schmutzwässer in Bad-Nauheim fett langem für die städtische als auch für die staatliche Verwaltung em Gegenstand ernster Sorge. Ein früherer Versuch, durch ein großzügiges gemeinsames Projekt der Städte Friedberg und Bad-Nauheim den bestehenden Zuständen abzuhelfen, konnte infolge des Kriegsausbruchs nicht vollendet werden. Der Landtag beschloß am 29. März 1911, der Stadt Bad- Nauheim zu Lasten der Badekasse einen einmaligen Zuschuß von 100 000 Mark zu einer Kläranlage zu bewilligen. Don diesen 100 000 Mark sind im Jahre 1913 insgesamt 50 000 Mark bezahlt worden, die auch für die im Rahmen des Gesamtprosektes liegende städtische Kanalisierung Verwendung gesunden haben. Neuerdings hat nun die Stadt Bad- Nauheim ein neues Projekt ausarbeiten lassen, das eine Klärung der Schmutzwässer durch das ander- roärts (z. B. in der Stadt Essen) mit größtem Erfolge ausprobierte sog. biologische Verfahren her- beislihren soll. Die Pläne sind von der Bade- und Kurverwaltung geprüft worden und entsprechen m vollem Maße den staatlichen Wünschen und Interessen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 266 000 Mark. Die Stadt Bad-Nauheim hat nun an die Regierung das Ersuchen gerichtet, aus den Mitteln des Bades einen Zuschuß zu diesen Kosten zu bewilligen, Aus etatrechtlichen Gründen ist die Regierung nicht in der Lage, heute noch über die im Jahre 1911 vom Landtage bewilligten Gelder (Rest von 50 000 Mark) zugunsten der Stadt Bad-Nauheim zu verfugen. Sie wendet sich, darum mit dieser Vorlage erneut an den Landtag. Die Regierung glaubt, mit Rücksicht auf den auch für das Bad lebenswichtigen Zweck der Anlage, die einen nach Ansicht der Gesundheitsbehörde völlig unhaltbaren und geradezu gefährlichen Zustand beteiligen soll, dem Ersuchen ber Stadtverwaltung entsprechen zu müssen und bittet hiermit um die Zustimmung zur Auszahlung eines einmaligen vorläufigen Zuschusses zu den Kosten der Klaranlage in Höhe von 50 000 Mark zu Lasten der laufenden Mittel der Rechnungsjakwe 1927 und 1928 des Bades mit je 25 000 Mark. Die erste Rate soll bei Inangriffnahme, die zweite Rats nach Beendigung der vorgesehenen Arbeiten zur Auszahlung kommen. Soweit eine Vorlage erforderlich ist, soll diese dem Erneuerungsstock des Bades entnommen werden. Der Betrag von 50 000 Mark deckt sich der Höhe nach mit dem noch nicht bezahlten Reste des bereits im Jahre 1911 vorn Landtag bewilligten Zuschusses. Er wird im Staatsooranschlag 1927 u. f. angefordert werden. Es dreht ich um sehr dringliche Arbeiten, da sie, wenn sie ür das Jahr 1927 noch ihren Zweck erfüllen sollen, ofort in Angriff genommen werden müssen. Zum Teil sollen Re mit Zuschüssen des Arbeitsnachweises und mit einem Darlehen aus der produktiven Erwerbslosenfürforge finanziert werden. Diese Mittel werden nur zur Verfügung gestellt, wenn alshaldigst mit den Arbeiten begonnen wird. Es ist darum geboten, die Stadt Bad-Nauheim xaschestens vor klare Voraussetzungen zu stellen. Aus diesem Grunde wird der Finanzausschuß um Erteilung seiner Zustimmung zur vorgeschlagenen Auszahlung der 50 000 Mark in Gemäßheit des Artikels 56 der Verfassung und vorbehaltlich der Einstellung in den Staatsooranschlag 1927 u. f., Kapitel 6 Bad- Nauheim, gebeten. Das Kurhaus in Bad-Salzhausen Lem Landtag ist folgende Regierungsvorlage zugegangen: Tse in der Regierungsvorlage vom 18. Sept. 1924, betreffend: „Bauliche Maßnahmen zur Hebung des Bades Da -Salzhausen" (Drucksache Nr. 1152) vorgesehenen A betten sind aus d e Instandsetzung des Tanzsaales und die Wiederherstellung der zusammengebrochen:n Pergola mittlerweile ausgesührt worden. Die noch ausstehenden Arbeiten flÄen Im Laufe des kommenden Winters zur Ausführung kommen. Mit der Fertigstellung der in der genannten RegierungsvvAage vorgesehenen A.bei^en ist man Jüngling und Mädchen tanzen mtt einander; er bewegt sich einem Fallen gleich im Kreise, und sie wie eine verfolgte Schwalbe. Nähern sie sich, so geschieht es nur, um rasch aneinander vorbei- zusahren! fic schwimmt gleichsam in der Luft, er bewegt sich rascher und heftiger und beide btgleüen mit Händen und Füßen die Weise des Hgrsenspiels. Wir haben hier die Form der französischen Rundtänze vor uns, wie sie in der Ritterzeit beliebt waren. Der ruhige Tanz, bei dem nicht gesprungen, sondern nur gegangen wurde, wurde vor allem in den hösischen Kreisen gepflegt. Man bildete einen Kreis! der Rttier naijm seine Dame oder auch zwei bei der Hand, und unter Sailenfpiel und Gesang hie en die iJJaare mit schiebenden leisen Schri:en ih c Umgänge. Oder d'e Gesellschaft schloß sich »u einem Rundtanz zusammen, wobei man mit sanfter Bewegung in Der Runde herumging, dazu fang und den Inhalt des Liedes durch eine einfache Handlung äußerlich darstellte. Solche einfachen Tänze haben fich wohl noch heute im Volk erhalten, wenn Männer und Frauen eine einzige lange Reihe bilden und sich aufeinander zu-, dann wieder voneinander iort« bewegen. Diese „getretenen“ Tänze tonr.'en von den Bauern des Mittelalters übernommen, wie z. D. die sogen. .,Stadelweise'', die einen sanften und gefühlvollen Charakter gehabt zu haben scheint, dann andere Tänze, wie der Ridewanz der Fulafranz, der Trypoley u. a. Kamen doch damals lauter neue modische Tänze auf, und besonders Der Dichterkreis auf der Wartburg war berühmt wegen der Einführung neuer Tan.- weisen. Das Bolk aber bevorzugte vor diesen sanften Schritt.armen die gesprungenen Tän^e die den Namen Reihen führten. Diese Reihen mit ihren kunstreichen weiten und hohen Sprüngen, ihren wilden ausfahrenden 'Bewegungen und ihren tollen Kapriolen eigneten sich nur für Straßen und Anger, wo auch die Iubelschreie weithin verhallen konnten. Bei diesen Springtänzen hüpften mehrere Vortänzer voran: dann in der Dichtung einer würdigeren Ausstattung und besseren Einrichtung desBades em groW Stuck vorwärts gekommen. Die Der^sttrungen fortfv»ii denn auch wahrend der verflossenen Kur Men allg^inen Beifall der Da-egafte gefunden Es ist jedoch, um die günstige Entwicklung des Bades iich«rzustellern notwendig, auf dem eingeschlagenen Weg noch einen ^llecen Schritt zu tun. Insbesondere sind es noch zwei Mängel die einer Beseitig ung de dürfen. 1 ß* stellt sich immer mehr aU ein dringendes Bedürfnis heraus im Kurhai^ emen Reftaurations- und Gesellscha^f ts- raum zu schaffen. Das vom Hochbauamt srred- berg 'ausgearbeitete Projekt geht dahm, In toeft- lick?r dtung dem Speifesaal einen wetteren Daum von 8,20 Meter Breite und 9,90 Meter 2ie?e aiuugli^rn, der nach dem Speisesaal hin vollständig offen ist. Bei Nichtbenutzung oder bei seiner alleinigen Benutzung lohne Einbeziehung des Speisesaals) fann er* mit einer zusammen- KapPdE Türe geschloßen werden. D« Rcmm soll mit einer kleinen Buhne von 3,65 Meter Tiefe absch'.ießen, hinter welcher zwei Anklerde- a immereben mit Toiletten angebracht werden sollen. Aus diese Weife soll gleichseitig ein alter Wunsch der Kurgäste erfüllt werden, auch in Salzhausen lleineren Theateraufführungen und anderen künstlerischen Darbietungen einen Boden zu bereiten. Die vorgeschLagene Erwe.terung wird es ermöglichen, der vielfach als Langeweile empfundenen Einförmigkeit des gesellschaftlichen Lebens des Bades endlich abzuhelfen und auch den Wirtschaftsbetrieb des Kuryauses zu fördern. Die Kosten des Anbaues belaufen sich auf 23 000 RM, 2. Das Badehaus ist sowohl in ferner Ausstattung als auch in seiner technischen Anlage gänzlich veraltet. Bei der Erneuerung sollen alle Erfahrungen auf dem Gebiete der Bade- und Wärmetechnik zur Erzielung hochwertigster Bäder Anwendung finden und außerdem diejenigen Maßnahmen getroffen werden, die eine Ersparnis auf wärmewivtschaftlichem Gebiet gewährleisten. Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß sich die neue Investierung gut bezahlt machen wird. Die Ersparnisse werden aus ca. 10 Proz. der Bädereinnahmen zu veranschlagen sein. Nach dem Boranschlag des Tiefbauamtes Bad-Nauheim belaufen sich die Kosten des Pro- jekts auf 18 000 Mark. Die Arbeiten unter 1 und 2 sind dringlicher Natur. Sie sollen sofort in Angriff genommen werden, damit ihre Vorteile fich schon für die Badesaison 1927 auswirken können. Eine baldige Ausführung erscheint auch mit Rücksicht auf die Bestrebungen zur Bekämpfung der Erwerbslosennot geboten. Die Regierung ersiuht daher auf Grund des Artikel 56 der Verfassung den Finanzausschuß, den vorgeschlagenen Verbesserungen imd Instanöfehungsarbei- ten unter Aufwendung eines Gesamtkapitals von 41 000 Mark aus Mitteln des Staatskredits zuzustimmen unter Vorbehalt der Ülederschreitung sür den Fall, daß dieser sich infolge einer etwa noch als zweckmäßig erscheinenden Plananderung geringfügigerer Art oder infolge einer nicht voraussehbaren Entwicklung der Preise als unvermeidlich erweisen sollte. Turnen, Sport und Spiet.- Das WmLertrainmg des Leichtathleten. Die Zeit der leichtathletischen Wettkampfe ist vorüber. Ihre große Zahl, sowie die starke Konkurrenz ( auf allen Gebieten stellen heutzutage hohe Ansor- । derungen an die Kräfte jedes erfolgreichen Sport- i mannes. Darf er nun seinem Körper die verdiente I Ruhe gönnen? Nur kurze Zeit: denn die heutigen ; Leistungen verlangen stghlharte Körper, und stahl- hart ist und bleibt nur der, der dauernd übt Doch dem liebe» in Licht und Luft ist ein starker - Feind erwachsen: die früh einsetzende Dunkelheit! : Regen, Sturm und Kälte allein können den echten Sportsmann nicht vom grünen Rasen vertreiben, — diesen kann sein abgehärteter Körper trotzen —, aber gegen die Dunkelheit — die früher einsetzt als es den ineiften Sportlern möglich ist, ihre Geschäfte zu verlassen, um mit den Kameraden zu üben — kann er nicht ankämpfen. Licht bringt Freude, ohne Freude keine Leibesübung! Wohl kann man auch bei künstlicher Beleuchtung trainieren, aber das macht wenig Vergnügen und erfordert viel Energie. Statt daß die Nrven sich in Licht und freier Lust von den An» strengungen des Tagewerkes erholen können, werden sie mit der letzte.. Willenskraft noch mehr angestrengt und ihre Kraft verbraucht. Die Dunkelheit also ist es, vor der der Sports- mann sich in die Halle zurückziehen muß. Daraus geht schon hervor, daß er jede Gelegenheit benützen wird, um im Freien zu üben. Die Zeit, die hierfür bleibt, ist ber Sonntagvormittag. An ihm sollen möglichst den ganzen Winter hindurch Waldläufe stattfinden, eine Hebung für den Körper, die durch kein noch so eifriges Hallentraining ersetzt werden kann. Sie dienen dazu, die Ausdauer zu erhalten, Herz und Lunge zu kräftigen, uni) sie haben den großen Vorteil, daß sie bei jeder Vodenbeschaf- fenheit ausgeführt werden können. Auch bei schlechtem Wetter ist die Gefahr einer Erkaltung sehr gering, wenn man nach dem Lauf sich mit einem rauhen Handtuch sofort kräftig aoreibt und schnell die Kleider anzieht. Doch diese ßaufübungen allein genügen nicht, um die im Sommertraining erworbenen Kräfte zu erhalten und andere, noch schwache Muskelgruppen zu stärken. Der erfolgreiche Sportsmann muß sich darüber klar sein, daß er mit Hilfe des Trainings und der Widerftandstzymnastik seine Muskulatur weit über das Maß hinaus gekräftigt hat, welches er zur Verrichtung feiner täglichen Arbeit gebrauchen würde. Seine Muskeln sind nljp künstlich gekräftigt: alles Künstliche aber vergeht, wenn es nicht dauernd gepflegt wird. Die Grundlage für das Hallentraining bilbet Die Zweckgymnastik, wie sie wohl am besten in bem Buche des Reichstrainers I. W a i tz e r „Gymnastik des Leichtathleten" niedergelegt ist. Auf Dehnübungen der Beugemuskulatur und Widerstandsübun- gen zur Kräftigung der Gesamtmuskulatur muß besonderer Wert gelegt werden. Dabei sei gleich bemerkt: Man soll bei den Dehnübungen nicht Über das oorgeschriebene Maß hinausgehen. Denn man kann seine Muskeln auch überdehnen und darunter leibet — wie bei einem ausgeleierten Gummiband — dann die Schnellkraft. Das Hallentraining wird leicht eintönig: Es abwechslungsreich zu gestalten, muß die Hauptauf- cabe des Leiters sein. Gymnastik, Hebungen mit dem Medizinball, Widerstandsübungen, bei denen darauf zu achten ist, daß gleichstarke Gegner sich gegenüberstehen (auch Ringlampf ist eine vorzügliche Hebung ßur Stärkung sämtlicher Muskeln), und Reißen von Gewichten sollen sich im richtigen Maße abwechseln. Der Hebungsleiter muß die schwachen Stellen seiner Schüler kennen — meist sind es die Bauchmuskeln und die Heber der Oberschenkel — und diese besonders zu kräftigen versuchen. Aber der Sportsmann soll auch nicht in künstlich anerzogener Abneigung immer um die alten Turngeräte herumgehenl Neben einer Reihe schöner und zweckmäßiger Hebungen für den Körper bietet das Geräteturnen die Möglichkeit, eine Eigenschaft besonders auszubilden, die der Sporfsmann auf dem grünen Rasen nicht üben kann: Den Mut! Bei all den Wettkämpfen im Laufen, Werfen und Springen hat er keine Gelegenheit, diese Tugend zu zeigen: am hochgestellten Reck ober am Barren kann er beweisen, baß er auch diese schönste Eigenschaft eines „Kämpfers" besitzt! Dient bas Hallentraining bazu, bie Muskulatur zu stärken unb geschmeidig zu halten, so ist seine Einwirkung auf bie Ausbildung ber inneren Organe, besonbers Herz unb Lunge, gering. Diese zu kräftigen haben wir — neben beni schon erwähnten Walblauf — im Schwimmen ein sehr gutes Mittel. Steigert ersterer besonbers bie Leistungsfähigkeit bcs Herzens, fc> letzteres bie ber Lunge. Einige Zahlen mögen bas beweisen: Kann ber Durchschnittssportsmann ca. 4 Liter Luft nach einem tiefen Atemzuge ausblafen, so hat ber Schwimmer ein Lungenfassungsoermögen von 5—6 Liter. (Rabemacher z. B. über 7 Liter.) Ein zweckmäßiger Stunbenplan für ein Wintertraining wüsde also solgenbermaßen aussehen 1. Sonntag, vormittags: Walblauf (ca. j Siunde) mit Gehübungen unterbrochen. 2. An zwei Wochentagen, abenbs: Hallentraining. 3. Minbestens alle 14 Tage ein Schwimmbad. Ein berart eingeteilter Hebungsplan gibt einerseits bem vom Sommer her noch abgehetzten Körper genügenb Zeit, sich zu erholen, anderseits aber auch bie Gewähr Dafür, daß ber Sportler in guter Form im Frühiahr seine Tätigkeit auf bem grünen Rasen wieber aufnehmen kann. Dr. H. Deutschland - SoHanb 3:2(0:l). Der gestern nachmittag im Amsterdamer Stadion zum Austrag gekommene Fußballänderkampf zwischen Holland und Deutschland wurde von der deutschen Mannschaft mit 3:2 (0:1) gewonnen. folgten die Paare, die Frauen rechts, von den Männern bei der Hand oder am Aerrnel gehalten. Sehr gemäßigt ging es Dabei nicht zu; die Tänzer werden mit Bären und Bocken verglichen, und die Geistlichen warnen besonders die Frauen davor, nicht zu hoch zu springen. Einer dieser Springtänze, den wir aus einem Gedicht des 13. Jahrhunderts kennen, war öer „krumme Reißen": er wurde gesprungen und gehinkt. „Da schrien sie all zugleich," heißt es in dem Tanzlied, „nach einem Spielmann: Mach uns den krummen Reihen, den man hinken soll. Das gesällt uns allen wohl." Der Spielmgnn stimmt die Pauken, und es geht los. „Oh' du frecker Spieimqnn, mach uns den Reihen lang!" jube n sie. „3u Heia wie ec sprang I Herz, Milz, Lung und Leber sich rundum in ihm schwang." Aus der Form der „Leiche", die die Spring- tänze begleiteten, können wir auf ihren unregelmäßigen Rhythmus schließen: es spiegelt sich in den Börsen das Hüpfen und Springen, das bald weite, bald kurze Amherschleifen unb Wenden, das plötzltt e Anhatten und das rasche Ausfahren. Da gab es viele solcher Hopstänze mit wunderlichen Namen: Den Hoppeldei, Den Heierleis, bei Dem die Ruse „heiähei" und „hei" ertönten, Den Fir e ei usw. Die Tanzmusik bestand entweder in Spielleuten, die auf ©eigen, P.ctten, Flöten und Sromme.n musizierten, oder die Tänzer begleiteten fid) selbst durch Gesang. 3m Inhalt der Tanzlieder herrscht die Liebe vor, das Lob des Len'.es und des Sommers: aber es finden sich auch geschichtliche Tanzlieder, in denen Die Helden dec alten Zeit auftreten: es finden sich Spottlieber und Kla.zel'eber. Zum Tanz putzten sich die Frauen natürlich aufs beüe. Immer wieder schildsrn die Di6)ier Den elreit ber tanzlustigen Tochter mit Dec bösen Mut.er, die den Kleiderkasten nicht öffnen will, um sie von der Freude abzusalten. Oh.ie bas Kränzsein au bem Haar, ohne Das Kleid mit modischer Schleppe konnte man nicht zum Tanz gehen. Die Frauen trugen vielfach einen Spiegel in der Hand ober um Den Hals; die Männer Schwerter, die gar manchmal dem Tanz ein blutiges Ende brachten. Das Ende des archrteklonischen Gar.ens. Die niDöernc.i Baumeister haben die alte Landschaftsgartnerci in Verruf gebracht. S e redeten davon, daß der Garten n.chts weiter als die Fortsetzung der Architektur sein dürse. Dem naiven und deshalb genußsüchtigen La en klangen Worte wie symmetrisch, axial und asymmetrisch in die Ohren, und wenn er sie nicht verstand und den modernen Garten, offen gestanden, etwas lang» weil.g fand, so sprach ihm der Kenner das räumliche Empfinden ab, ein Tadel, den der Laie w'iederüm nicht ganz begriff, der aber etwas höchst Verächtliches und Schreckliches in sich schließen mußte. Aus einem Aufsatz im Novernber- heftvonVelhagenLKlasingsMonats- heften, in dem Gustav Allinger, der Schöpfer der Dresdener Gartenbau-Ausstellung, schildert, wie diese riesenhafte Schau geschaffen wurde, geht hervor, daß dieser ausgezeichnete Praktiker an eine ne :e Gartenform glaubt, die in bem Kampf gegen den Garten vor der Jahrhundertwende siegen wird. S cfe neue Form, deren Gestaltung Allinger so bedeutend grfördert hat, ist im Werben, und unterdessen wächst die Legion der Blumen und Sträucher, d'e im Garten Einzug halten und die sich das Recht auf de.i Platz im Garten als Kameraden des Menschen nicht nehmen lassen wollen. Das Problem des pklanz- l chen Inlwlttes unserer Gärten und Parke wachst für den Gartenfreund über das Problem der Form hinaus. Er w'll ja doch seinen Garten nicht ber Führung der Wege ober der Errichtung von Ma ern, Tr ppen und Skalieren wegen, sondern ihm smb d'e Blätter, Blumen und Früchte, Zweige ’-nb Stämme daS Begehrenswerte. Was unsere G^rtenkünstttr leisten, zeigen die niesen farbigen D lder des A '.ssahez, der d^r u,w rgeß- lichen Ausstellung ein würdiges Denkmal seht. er 1. Nachdruck verbalen 30 Fortsetzung. gnädiges Fräulein, die Preußen. Kreis Wetzlar. ^prcrhfiunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags So istag nachmittag geschloßen $üt unverlangt cingesandie Manuskripte ohne beigesiigtes Rürfporlo wird keine Gewähr übernommen ___ legen mit 7:1. Schrvimmrvettkämpfe in Magdeburg. Der Schwimmklub Magdeburg 1896 gewann gestern den Klubzweikampf gegen Poseidon-Leip- zia überlegen. Die Magdeburger tonnten sämtliche Konkurrenzen gewinnen. Der Sport stand aus beachtlicher Höhe. So erreichten die Magdeburger in der 5 mal 100 Mter Freistilstaffel mit 5.29 eine ganz hervorragende Zelt. Die beste Zeit für die 100 Meter schwamm der Magdeburger Heitmann mit 1,03,2 Minuten, während Heinrich- Leipzig 1,06 Minuten gebrauchte. allerdings ohne sich auszugeben, da er das hoffnungslose seiner Bemühungen wohl ein- gesehen hatte. Auch die große wchwellstafsel beendeten die Magdeburger ganz überlegen. Eine ^leberraschung war das Wasserballspiel, das Magdeburg gewinnen konnte. Man hatte hier eigentlich mit einem Siege der Leipziger nach ihrem guten Abschneiden gegen die Budapester gerechnet. ______ • Lauterbach, 31.Oft. Der Oberlandmesser Schüz von hier stürzte mit seinem Rode auf der Fahrt von Willofs nach Lauterbach und blieb mit schweren Verlegungen liegen. Automobilisten fanden den Verunglückten und verbrachten ihn in das Lauterbacher Krankenhaus, wo seinen Verletzungen erlag. darf?" „Das Leichenhaus, Das grotze Würfelspiel (IHartina öllemar.) Roman von Franz Lover Kappus. ausüben können. —5— Hochelheim, 30. Oft, Innerhalb der hiesigen Raiffeisengenossenschaft hat sich eine Ster befasse gebildet. Die Einrichtung zählt bis jetzt 25 Mitglieder. —5— Erda, 30. Ott. Wie vor kurzem berichtet, beabsichtigt unsere Gemeinde eine Wasserleitung zu erbauen. Die vorgenommenen Wasserschürfungen waren von Erfolg gekrönt, da man aus Landratsamt zu Wetzlar, dem der Regierungspräsident die Entscheidung übertragen hatte, stattgegeben worden. In diesem Jahre sind von den Pächtern gleiche Anträge wieder gestellt, denen die Berechtigung kaum versagt werden kann. Die Gründe, die für die Polizeioerordnung des Oberpräsidenten gesprochen hoben (starke Verminderung des Rehwildbestandes), mögen wohl in erster Linie für die besetzten Teile des Rheinlandes zutreffend gewesen [ein, in denen der Rehwildbestand durch Angehörige der Besatzungstruppen stark herabgemindert wurde, nicht aber für den Kreis Wetzlar, in dem solche üble Erscheinungen weder in der Kriegs- noch in der Nacykriegszeit zutage getreten sind. Der Ober- Präsident sollte erwägen, ob er nicht die Polizeiverordnung, die noch bis zum 31. Dezember 1927 gilt, für den Umfang des Kreises Wetzlar mit sofortiger Wirkung außer Kraft setzen sollte. Die Leidtragenden sind vor allem die G e - m e i n d e n , die ihre Jagden in der Inflationszeit verpachtet haben. Diese verlangen jetzt von den Pächtern die Friedenspacht, deren Zahlung diese aber ablehnen, weil sie die Jagd nicht im vollen Umfange, insbesondere nicht wie zu Friedenszeiten, Morell machte eine abwehrende Handbewegung. „Das lassen wir lieber." „Warum beim, Herr Doktor?" Martina konnte nicht verstehen, daß es etwas gab, was sie nicht sehen sollte. Sonderbar beruhigt fühlte sie sich aus einmal in dieser Welt, die die Erfahrungen von vielen Jahrhunderten streng und nüchtern zu- sammensaßtc. Gar nicht so schlimm mußte es sein, in dieser Welt zu leben, zu wirken, zu arbeiten. Alles war so klar und zweckbewußt abgesteckt, alles wurzelte so schön und still in dem einen Gedanken: zu helfen, zu heilen, zu retten. Ganz anders als in der Schützenstraße mochte das Tagewerk hier ab- lausen. Dort regierte das Geld, dort spannte Hunger nach Geld und Profil alle Kräfte an: gerade umgekehrt war es hier: oa bedeutete das Geld nur Mittel zum Zweck, da handelte es sich ja um Menschen, um arme, leidende, schmerzgepeinigte Menschen. Voll wandte Martina Morell das Antlitz zu. „Sie freuen sich wohl sehr auf Ihre Arbeit, Herr Doktor?" „Wie denn nicht", sprach Morell zurückhaltend. „Aus welcher Abteilung werden Sie beschäftigt sein?" „Dort drüben, gnädiges Fräulein." „Wo ich nicht hin soll?" „Wo Sie nicht hin dürfen." „O —" Martina schaute verwundert. „Was kann denn das so Schreckliches sein, wo ich nicht hin hi Tübingen hatte sich Doktor Kretzschmar den vielversprechenden Kollegen verschrieben. Die Dozentur an der Berliner Fakultät schien Doktor Haberland so gut wie sicher. Zögernd trat Bernhard Carsten auf Martina zu. „Zufrieden?" fragte er, die Augen zu Boden geschlagen. „Sehr zufrieden, Herr Carsten", lächelte Martina. „Ich verstehe ja nichts von alledem; aber das eine fühle ich doch: Sie haben etwas Ganzes, Großes geschaffen. Ich gratuliere Ihnen ausrichtig!" Carsten blickte auf. Mit beiden Händen faßte er Martinas Rechte. Keinen Laut konnte er hervor- bringen. In langen Sätzen kam ein Mann über die hartgefrorenen Beete gelaufen. Seine Arme flogen durch die Luft. Schon von weitem suchte er Carsten mit weiten, erstarrten Augen. „Was gibt's?" Carsten eilte dem Manne entgegen, neigte den Kopf lauschend zur Seite und stand einen Moment wie versteinert. Dann rannte er mit dem anderen davon. Unschlüssig warteten die Gäste. Allerlei 23er1 mutungen wurden laut. Alle Blicke fragten, Achseln zuckten. Mehr und mehr versickerten die Gespräche. Langsam setzte sich die Gruppe gegen das Verwaltungsgebäude in Bewegung. Endlos währte es, dis Carsten im Portal sichtbar wurde. Schritt für Schritt taumelte er näher. Sein Gesicht war grau und verquollen. „Ein entsetzliches Unglück", lallte er. Zwei Sekunden später wußte auch der alte Grumdach Bescheid. Ein anderes Telephon hatte ihm die Kunde gebracht. „Furchtbar!" sagte er und ließ die Hände sinken. „Das Haus in der Canova- ftraße ist eingestürzt. Das halbe dritte und vierte Stockwerk — surchtbar!" Gepreßt setzte er hinzu: „Eine Frau und drei Kinder liegen unter den Trümmern." Nur einen Moment überlegte er: „Der plötzliche Frost, die schwere Dachkonstruktion —' Dann lief er schon, was die Beine ihn tragen konnten. Irgendwo rückwärts erklang ein zischender, langgezogener Laut. 'Alle Köpfe drehten sich herum. okmehmer tn Frage kam. — Unfcte neue Glocke wird noch vor Weihnachten eintreffen und aufgehängt werden. Ihre Weihe soll mit besonderen kirchlichen Feiern verbunden sein, deren Vorbereitung bereUs im Gange ist. —5— G e d e r n , 30. Oft. Das Oedlan d längs der Straße Gedern —Hartmannshai nist jetzt durch mehrere tiefe Gräben zum größten Teil entwässert worden. Man hofft, mit der M c - l i 0 r a 11 0 n noch im Laufe des Winters beginnen zu können. Rach deren Fertigstellung soll das Gelände zur Errichtung einer Jungvieh weide dienen. Kreis Alsfeld. I. Elbenrod, 30. Oft. Der Landwirt Ferd. Schröder hat auf seinem Gute jetzt einen M 0 • t 0 rpflug in Betrieb, der bei unseren Landwirten als bisher noch nicht gesehene Neuheit rege besichtigt wurde. Der Schrödersche Betrieb zeichnet sich ferner durch eine neuzeitliche Förderanlage in der Scheune, gute Viehweide- a n ( a g e n und sehr lehrreiche Düngungsversuche aus. Unsere Landwirte haben diesem Musterbetriebe schon manchen guten Wink für ihre Betriebsführung zu Derbanten. Kreis Lauterbach. Kleine Strafkammer Wetzlar. Q Ein Händler von Wetzlar war unter der Anklage bes unbefugten Betriebs einer Schankwirtschaft durch Strafbefehl mit 300 Mark Geld- [träfe belegt worben. Der schon mehrfach deswegen vorbestrafte Angeklagte hatte hiergegen Einspruch eingelegt und wurde dann von dem Einzelrichter zu 1 Mo not Gefängnis verurteilt. Auch dieses Urteil focht der Angeklagte durch die Berufung an, die er jedoch in letzter Stunde zurückzog. Ein der Verhandlung unentschuldigt ferngebliebener Zeuge erhält 10 Mark Ordnungsstrafe. In einer Nackt im Juni wurden einem Einwohner von Holzhausen der Gartenzaun zerstört, sowie mehrere Obstbäume mutwillig beschädigt. Als Täter wurde damals ein Schreiner aus Holzhausen, obwohl er die Tat bestritt, durch Strafbefehl Die gestrigen Fuhballspiele im Reiche. In den gestrigen Schlußspielen der Dor- runde um die Mainbezirksmeisterschaft erlitten die Offenbacher Kickers eine 2:0-Nieder- lag« durch die Frankfurter Eintracht, wodurch letztere sich an die Spitze schieben konnte, gefolgt von Zußballsportverein. Aach den gestern gezeigten Leistungen der Kickers werden sie wohl als Anwärter aus die Meisterschaft "icht mehr in Betracht lammen, vielmehr werden SußlMiiu sPortverein und Eintracht die ersten Plätze belegen. Fußballsportverein mußte rn2tte- derrad sich wehren, um nicht eine im Vorjahr einzustecken, konnte aber bank ferner größeren Ausdauer und Spielerfahrung mit 0. 4 den Sieg an sich reißen. Hanau 93 erkampfteauf dem heißen Isenburger Platz ? der mit viel Glück erzielt wurde. Rvt-WnV und Germania-Frankfurt teilten sich bei einem bl Ergebnis in die Punkte, wahrend Hanau 94 als Abstiegskandidat angesprochen werden mutz da sie gegen die Viktoria Aschaffenburg 2:4 unterlag. Im Bezirk Bayern standen nur zwei Spiele aus dem Programm, da die Spieler der anderen Mannschaften in Amsterdam weUtem München 1860 tonnte die ^ugsburner Schwaben mil 4 -2 besiegen, wahrend 1. A. C. Bayreuth— B f A Fürth, die sehr spielstark ist, 3:2 niederringen'konnte. Die Spitzengruppe ist damit un- verändert geblieben. Im Bezirk Wurttemberg-Baoen tonnten V. f. B.-Stuttgart gegen Phönix-Karls- mhe mit 3:1 und Karlsruher Fuhballverein gegen 1. F. C. Freiburg mit 5:2 ihre Spitzenposition verbessern. Die Stuttgarter Kick'rI verloren durch ihre 1:2-Niederlage gegen b;n S. ort- club Freiburg den Anschluß an die Spitzengruppe, die vom D. f. B. Stuttgart und Karlsruher Fußballverein gebildet wird. Im Bezirk Rheinhessen-Saar konnte sich wieder Mainz 05 durch den Ausfall des Spieles "Worms gegen Eintracht-Trier und durch ihren knappen 2:1-Sieg über S. E. Saar 05 Saarbrücken an die Spitze setzen. Der Stand im Rhein bcztrl hat sich insofern geändert, als Sportverein Darmstadt durch seinen 5:3°Slcg und durch die Niederlage von Waldhos sich an die Spitze sehen konnte. Mannheim D. f.R. konnte seinen starken Lokalrivalen 3-2 schlagen und feine Position verbessern. Der Berliner Fußball brachte bet regnerischem Wetter zahlreiche Ueberraschungen, 10:0 schlug Hertha D. S. C. Meteor, 5:0 siegte Vorwärts gegen Wedding, wahrend Preußen 4 5 gegen Tasmania unterlag. Die in Abt. B bisher ungeschlagene Union-Oberschöneweide unterlag gegen 1. F. E. Neukölln 2:3, Viktoria verlor gegen Kickers 2:4, D. S. V. 92 gegen S. E. Eharlottenburg 3:4. Im Norddeutschen Fußball gab es am gestrigen Sonntag nur ein einziges Ligaspiel un zwar standen sich in Stettin her V. f. D. und Blücher gegenüber. Ersterer siegte überbist du? Wohin laufen Heine Gedanken? Warum erschreckst du mich?" „3rfj will dich nicht erschreckeen. Ich will endlich nur wissen —" Die Sabukowa öffnete die Augen weit. „Bin ich nicht da?" Langsam breitete sie die Arme aus. „Stehe ich nicht Da neben dir? Ist das nicht alles?" „Trotzdem, Maria, trotzdem." ,Zch begreife dich nicht." Kreuth schluckte schwer. „Du und dein Name: es ist alles und doch zu wenig. Wir leben hier auf keiner Südseeinsel. Auf einmal kann jemand da fein und dich mir fortnehmen wollen." Er lächelte mit weißen Lippen. „Und bann muß ich wissen, wer der Mensch ist, dem ich an die Gurgel springe." „Das würdest du tun?" fragte die Sabukowa flackernd. Kreuth nickte ernst. Schweigend gingen die beiden weiter. Erst nach einer Weile [prack die Sabukowa: „Vielleicht ist er eines Tages da." Im Plauderton ergänzte sie: „Vielleicht bereitet er dir sehr bald das Vergnügen." Gurrend klang ihr Lachen. „Am liebsten morgen, am liebsten gleich heute." Leise Stiche fuhren Kreuth durch Die Brust. Längst Verfchüttetes meldete sich zaghaft zum Wort. Die Mahnung an die Zeit, die unbarmherzig vorwärts- ftürmte, brachte kurze Sekunden der Besinnung. Aber gewaltsam warf er das Unbehagen ab. Dicht an seinem Leibe schritt die Sabukowa. Spielerisch flocht sie die kühlen Finger in die seinen. Plötzlich stand sie wieder still. „Und wenn er gar nicht kommt? Nie, hörst du, niemals?" Betroffen schaute Kreuth sie an. So sicher hatte er mit dem feierlichen Russen gerechnet, daß er in einen Abgrund zu sinken glaubte. Schwarze Schachtwände stiegen rings um ihn. „Bis in alle Ewigkeit bleiben wir dann hier. Oder nicht?" fragte die Sabukowa lauernd. „Doch, Maria, doch." Aufs neue lachte sie, dunkel und schwingend. „Bis in alle Ewigkeit", versicherte Kreuth, von diesem Lachen bezwungen. Nicht auszudenken war es ja, daß man einmal auscmandecpehen konnte. Der hohe blaue Himmel .. i>.e einstürzen, wenn man diese Hand nicht fühlte, diesen 2hem nicht trank, diesen Mund nicht küßte. (Fortsetzung folgt.) ,?" Aus dem Niddatal, 30. Oft. Daß es den Viehzüchtern möglich ist, ihre Viehbestände bis in den November hinein mit Gras und Klee zu ernähren, darf als große Seltenheit bezeichnet werden. Die meisten Landwirte haben überhaupt noch nicht mit der Trockenfütterung begonnen, so daß die Milch- erträgnisse, die bei Heufütterung merklich Nachlassen, bis jetzt kaum abggenommen haben. Aip deu Wiesen steht noch soviel Gras, daß 'roch für Wochen Futter vorhanden wäre, sollte nicht einsehender Frost die Grünfütterung beenden. Der Roggen ist gut aufgegangen und fängt soeben an, die Aecker grün zu färben. Dte Fe ld- b e st e l l u n g ist fast überall beendigt, die Aecker sind geräumt, so daß die eigentliche Arbeitsperiode des Landmanns, dank des günsttgen Herbstwetters, ein frühes Ende fand. Kreis Schotten. Schotten, 30. Oft. In den Vorjahren war es unmöglich, Theaterabende in der Turnhalle zu veranstalten, weil die Voranmeldung für Theaterkarten so gering war, daß man das Wagnis nicht übernehmen konnte, einer auswärtigen Künstlertruppe eine entsprechende Ernnahme zu garantieren. Den De- mühungen des hiesigen Dolksbildungs- vereins ist es nun gelungen, eine ausreichende Zahl von Theaterfreundsn zu werben, so daß in diesem Winter zwei Aufführungen stattfinden können. Am nächsten Dienstag gasttert das „Frankfurter Künstlertheater". -T- Eichelsdorf, 30. Oft. Die ® au ft er- scheu Dasaltwerke haben jetzt neben dem Basalt st einbruch am Kuh trieb auch den vorher stillgelegten am Eich föppel wieder in Betrieb genommen. Um die Steine mittels Lastwagen abfahren zu können, läßt die Firma den Zufahrtsweg bis zum Dorfe chauffieren. Die Anlage eines Bahnanschlusses hat man der hohen Kosten wegen fallen lassen. Das Dasaltwerk besaßt sich neben der Herstellung von Pflastersteinen in der Hauptsache mit Lieferung von Schot ter st einen. In letzter Zeit war es besonders die Reichsbahn, die als Groß- toafierabern von beträchtlicher Stärke fließ, so daß der Bedarf des Ortes aus eigenen Quellen gedeckt ist. Man hofft, den Bau im nächsten Jahre vollenden zu können. KreiS Kirchhain. sch. Wohra. 31. Oft. Tödlich verunglückt ist hier der Landwirt Wilhelm Schneider dadurch, daß er in einem Haus die Treppen hinunterstürzte und «inen doppelten Schädelbruch erlitt. Zwei Stunden später erlag der Bedauernswerte seiner schweren Verletzung. ObcrlahnkrciS. • Weilburg, 30. Oft, Ein G ä r 1 n e r in dem Dorfe Aumenau wurde unter der Beschuldigung des Verbrechens gegen § 175b von der Gen darmeric 0 e r h a f t e t. In Runkel, wohin man ihn zunächst brachte, legte er ein Geständnis ab. Der Wüstling, der seine Verbrechen schon seit einigen Jahren beging und selbst Konfirmanden sich gefügig zu machen wußte, wurde in das Limburger Gefängnis gebracht. Die behördlichen Ermittelungen zieyen immer weitere Kreise. Kreis Limburg. WSN. Limburg, 30. Oft. Am 1. November begeht der Bischof von Limburg, Dr. Augustinus Kilian, seinen 10. Geburtstag. — Heute morgen sand hier Oberhessen. Landkreis Gießen. bn. Allertshausen, 80. Oft. Auf Deran- lafsimg unseres Bürgermeisters Reinhardt hielt der Reiseprediger W i e m e r im hiesigen Schulsaale einen Lichtblldervartrag über die Missionsgebiete Surinam und Tibet der H e r r e n h u t e r Brüdergemeinde. Die Darlegungen des Redners und die oorgeführten Lichtbilder fanden den starken Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft. Der genußreiche Abend wurde mit kurzen Ansprachen von Pfarrer Hofmann und gemeinsam gesungenen Liedern der Versammlung eröffnet undge- schlossen. Eine Sammlung für die Herrenhuter Mis- fionszwecke ergab den Betrag von 15 Mk., ferner wurden noch zahlreiche Schriften verkauft. Kreis Friedberg. B. R 0 dheim v. d. Höhe, 30. Olt. Die letzten Schwierigkeiten, die dem Bau der 0 t c - f i g e n Wasserleitung noch entgegenstanden, sind nun behoben. In seiner gestrigen Sitzung er» Härte sich der Grmeinderat mit der Wasserav- nahme von der Nachbargemeinde O b e r - R 0 s - b a ch zu dem geforderten Preise von 4 Pfennig für den Kubikmeter einverstanden. Die Gesamt- kosten für die Gemeinde werden sich bei dem Dau der Leitung auf 1 40 000 M ar k stellen Aus Reichsmitteln werden namhafte Zuschüsse geleistet. Um den Erwerbslosen baldmöglichst Arbeitsgelegenheit zu schaffen sollen die Arbeiten noch im November ihren Anfang nehmen. Man rechnet mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme auf den Mai nächsten Iah- res Der Gemeinderat hat ferner dem Krcis- amt vorgeschlagen, daß eine gleichzeittg durchzuführende Kanalisation als Not st ands- arbeit zur Ausführung gelangt, weil diese unbedingt notwendig erscheint. WSN. Beienheim, 30. Oh. Hier ging ein Heiner Luftballon nieder, dessen Absender nach einer daran befestigten Karte die Gastwirtevereinigung in Malme 0 y ist. x. Wölfersheim, 30. Ott. In den nächsten Tagen wird die Hochspannungsleitung der elektrischen Leitung von hier nach H 0 ch st a. M. dem Betrieb übergeben. Kreis Büdingen. Ernst Wilemar stand da: wankend, beide Fäuste an das Gesicht gedrückt, die Augen hinter dem Kneifer geschlossen. Die Autos knatterten aus der Remise. Zwei Stunden darauf hatte das „Krankenhaus Landsberger Allee" [eine ersten Patienten: die Heimarbeiterin Anna Böhlecke und ihre Kinder. Zukunftsfroh waren die vier an dem kaltklaren Sonntagmorgen ausgezogen, um das schöne, große Gebäude zu bewundern, darin sie schon im Frühjahr wohnen sollten. Nun lagen sie unter dicken Wattebauschen in den reinen, blütenweißen Betten. Und stöhnten und stöhnten. XXIII. „Warum fragst du nur immer?" „Ich frage schon nichts." Benno von Kreuth starrte Maria Feodorowna Sabukowa in die Augen. Etwas Fernes und Unausgesprochenes glomm in ihren Blicken. Wie vom Himmel gefallen war diese Frau: leibhaftig und mit allen Sinnen auf der Erde und doch irgendwie weit und unerreichbar. Wenn sie den Kopf in den Nacken legte, die Hand hob oder still und sicher einen Fuß vor den anderen setzte: nimmer glaubte Kreuch, daß es dieselbe war, die eine Stunde zuvor [ein Blut gepeitscht hatte. Eine Fremde ging neben ihm, lächelte über den weiten See, blickte zur eisgekrönten Dent du Midi empor. „Immer soll ich etwas sagen", sprach die Sabukowa verhalten. „Sind alle Deutschen so, daß sie immer fragen?" Verträumt bewegte Kreuth die Schultern. „Ich weiß kaum selbst noch, wie ick bin. Wie sollte ich da wissen, wie die anderen sind?" Stumm schritten die zwei den Kai entlang. Der Genfer See breitete sich bis zu den Savoyer Alpen wie blaugrünes Glas. Irgendwo wuchs das dunkle Spiegelbild des Mont d'Arvel in den Grund. Da und dort blitzte ein Wölkchen sekundenlang. Strahlend leuchtete das Segel einer Barke in der Dezembersonne. Wie nach Rosen duftete die Luft. Auf einmal griff Kreuth nach dem 21 rm der Sabukowa. „Es ist dis Angst vor dem Ende", sagte er wild. „Du denkst an das Ende?" ,Zch fürchte das Ende. Maria." Die Sabukowa blieb stehen. Tief aus der Kehle stieg ihre Stimme: 0 du — was für ein Mensch !H Aus dem Kreise Wetzlar, 30. Okt. Am November beginnt in Hessen und in der Provinz Hessen-Nassau die Jagd auf weibliches Rehwild. Zum Teil ist in diesen Bezirken die Jagd in diesem Jahre wesentlich eingeschränkt. 3m Kreise Wetzlar ist sie jedoch durch Polizeiverordnung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz gänzlich unterlagt. Auch R c h b ö ck e sind über die in der Jagdordnung festgesetzte Schonzeit hinaus schon seit dem 1. September mit der Jagd zu verschonen. Aus besonderen Gründen, insbesondere zur Abwendung wesentlicher wirtschaftlicher Nachteile, kann der Regierungspräsident Ausnahmen von der Polizeiverordnung gestatten. Auf Grund dieser Bestimmung haben im vorigen Jahre zahlreiche Pächter von Jagden im Kreise Wetzlar, besonders solche, deren Jagdbezirke an Hesien oder Hessen- Nassau angrenzen, den Antrag gestellt, den 21 b - schuß von Rehwild ausnahmsweise zu gestatten, weil die Poli^iverordnung ihnen insofern Nachteile gebracht hätte, als das von ihnen mit der Jagd verschonte Rebwild im Falle des Ueberwechselns auf hessisches ober hessen-nassauisches Gebiet dort der Gefahr des Abschusses ausgesetzt wäre. Den Anträgen ist fast ausnahmslos durch das Wetzlar, dem der Regierungspräsi- die feierliche Einweihung deS neuen Kreishauses statt. Die Räume bes feit dem 1. April 1886, dem Gründungstag des Kreises, benutzten Hauses .In der Erbach" und des seit der Nachkriegszeit in Benutzung genommenen Walderdorser Hoses waren infolge der sich stets erwetterndcn Aufgaben der Krcisverwaltung zu eng geworden, so daß Ende 1924 der Dau eines neuen Kreishauses beschlossen wurde. Don den auf Grund eines Preisausschreibens eingegange- nen Entwürfen wurde der Entwurf der Frankfurter Architekten Gais und Schnupp ausgewählt, der die Aufgabe in einfacher, monumentaler Weise löste. Neben der Kreisverwaltung beherbergt der aufs neuzeitlichste eingerichtete Dau die Kreissparkasse, Kreis- kommunalkasse, die Handelskammer und eine Anzahl von Dienstwohnungen. Zu der Einweihungsfeier konnte Landrat von Dreitenbach neben dem Vertreter des Regierungspräsidenten eine große Anzahl Persönlichkeiten der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden des Kreises, sowie der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisativnen und der Presse begrüßen. Nach der Weiherede des Landrats sprach D'zepräsident C 0 m e r - Wiesbaden. Nach einer Desichtigung deS Neubaues beendete ein Festmahl die Feier. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 31. Okt. Auf der Strecke Frankfurt —Mainz wurde einem Reisenden, während er sich im Speisewagen aufhielt, sein ganzes sehr werrvolles Gepäck aus dem Abteil gestohlen. WSN. Fechenheim, 30. Oft. Der hiesige Polizeikvmmissar Gustav Hölzer ist wegen Untreue im Amte seines Postens enthoben und se st genommen worden. Die Höhe der unterschlagenen Summe konnte noch nicht sestgestellt werden. Hölzer war seitens der Gemeindeverwaltung mit der Einziehung der Vergnügungssteuer beauftragt. Die Sätze erschinen ihm jedoch zu niedrig, und er erhöht« sie aus eigener Machtvollkommenheit. Der .Zuschlag" floß natürlich in feine Tasche. Aiwtomie, die Prosektur: mein Arbeitsfeld seit vielen Jahren." Aus dem Infektionspavillon stieß eine Gruppe zu den zweien. Eine andere näherte sich von der Re affe. Die Besichtigung war zu Ende. Einige Minuten stand man beisammen und tauschte Eindrücke au$. Eifrig unterhielt sich Julie Wilemar mit dem jungen Chirurgen, der die große Hoffnung des Direktors war. Von der Karl-Eberhards-Universität mü 100 Mark Geldstrafe belegt. Auch der Einzel- richter gelangte auf den Einspruch des Angeklagten zu dessenDerurteilung unter Ermäßigung der Strafe auf 60 Mark. Gegen dieses Urteil legte der Ange- rlagte Berufung em, jedoch ohne Erfolg, denn das Gericht gelangte auf Grund des Indizienbeweises zu der Ueber^ugung, daß nur der Angeklagte als . l.n Frage komme, und daß für solche Roheits- e XeinerIci Milde am Platze sei. Das Urteil lautete auf Verwerfung der Berufung. Wirtschaft. gwei Jahre Reichsmark. Es sind jetzt zwei Jahre seit Schaffung der >ie,chsmark verflossen. Ein Rückblick auf die Entwicklung unserer Währung seit den schlimmen Jnslationsjahren dürfte daher besonders interessant sein. Das neue Bankgesetz schreibt vor, daß die umlaufenden, auf Reichsmark lautenden Roten zu 40 Proz. in Gold und Devisen gedeckt sein und daß drei Viertel dieser Deckung "(30 Proz.) aus effektivem Gold bestehen müssen. Der nicht durch Gold und Devisen gedeckte Teil des Notenumlaufs ist durch Wechsel sicherzustellen. Die Pflicht zur Einlösung der Roten in Gold ist nach § 52 des Bankgesetzes bis auf weiteres luspendiert. Die Gerüchte, daß die Reichsbank beabsichtige, in den deutschen Zahlungsverkehr Goldmünzen einzuleiten, entsprechen nicht den Tatsachen. Das Reichsbankdirektorium steht vielmehr auf dem Standpunkt anderer großer Länder, welche die Sättigung des Verkehrs mit Goldmünzen nicht für die zweckmäßigste Form der Goldwährung halten. Rach seiner Ansicht genügt es vielmehr, wenn der ent- iprechende Goldbetraa in den Gewölben der Notenbank thesauriert bleiot (Goldkernwährung). Eine Gegenüberstellung der Gold- und Devisenbestände mit dem Notenumlauf gibt das Deckungsverhältnis an: Dalum Bestand an: Umlausende Deckung durch Bold Devisen Reichrbanknolen Bold und Devisen in % 15.10.24 613 204 1396 58,6 31.12. 24 759 253 1941 52,2 30 6.25 1061 353 2474 57,2 31.12.25 1208 402 2960 54,4 30. 6.26 1492 324 2971 61,2 30. 9.26 1598 521 3251 65,2 Der Bestand in Gold, sowie auch der Bestand in Devisen sind demnach in den letzten zwei Jahren auf das Zweieinhalbfache gestiegen. Andererseits hat sich auch der Umlauf in Reichsbanknoten mehr als verdoppelt. Das Deckungsvcrhältnis ist aber heute nicht unwesentlich günstiger als vor zwei Jahren. Schon Mitte Oktober 1924 konnte die Neichs- bank die Entwertungsklausel im Diskontverkehr, die zum Schutz gegen die Valutaentwertung eingeführt war, aufgeben. Der Reichsbankdiskont ist allmählich von 10 auf ß Proz. (seit 6. Juli 1926) gesenkt worden. Wenn man bedenkt, daß der Durchschnitt des Reichsbankdiskonts im Jahre 1914 4,89, in 1913 5,88. im Jahre 1907 sogar 6,03 Proz. betrug, so darf mit Genugtuung festgestellt werden, daß wir uns auf dem be ten Wege zu einer Annäherung an die früheren ge estigten Verhältnisse befinden. Auf jeden Fall be teht nicht der geringste Anlaß, in die Festigkeit der Währung Zweifel zu setzen, wie dies Ausstreuungen von unverantwortlicher Seite aus selbstsüchtigen Motiven hin und wieder glauben machen wollen. Das Ausland sieht die deutsche Reichsmarknote schon seit langem als ebenso vollwertig wie die amerikanische Dollarnote an. Don den SchlachlviehmärKten. An den Schlachtviehmärkten der vorigen Woche war die Marktlage bei Rindern und Schweinen gegenüber der Vorwoche wenig verändert. Kälber, die in den letzten Wochen immer relativ gutes Geschäft gehabt, hatten in der Be- richtswoche wesentlich weniger günstige Markte: dagegen hat sich die Marktlage für Schafe etwas gebessert. In den Auftriebsziffern sind für alle Gattungen größere Verschiebungen gegen die Vorwoche nicht eingetreten. Die Preise gestalten sich für Rinder unter Schwankungen an den einzelnen Plätzen im Durchschnitt doch ziemlich stetig, und ähnlich war das Bild auch bei Schweinen, wo allerdings die Schwankungen teilweise größeren Umfang annahmen. Auch bei Schafen war die Preisbildung im Durchschnitt der unten genannten Plätze ziemlich stetig, während Kälber im Einklang mit der ungünstigeren Marktlage größtenteils Preisnachlässe verzeichneten. Auf den nachstehenden Märkten tour Öen für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert: Rinder Berlin 20-54 Bremen 25 - 53 Breslau 20—58 Chemnitz 24—59 Dortmund 25—57 Dresden 23-60 Düsseldorf 25—57 Elberfeld 20-58 Esten 26-58 Frankfurt M. 22-62 Hamburg 15-54 Hannover 20-58 Husum 15—54 Karlsruhe 20—56 Kassel 25-57 Kiel 16-49 Köln 25-60 Leipzig 26-59 Magdeburg 20-56 Mannheim 12-60 München 22 - 62 Stettin 15-56 Stuttgart 14-59 Zwickau 15-55 Kalber Schale Schweine 50-96 30-53 68-80 50-95 35-55 60-78 50-78 22-55 70-84 60-88 35-50 70-83 60-100 30-50 60-80 58-87 25-58 65-84 50-88 — 64-84 55-88 — 68-80 55-110 30-50 67-82 60-86 25-45 65-83 34-95 25-55 66-80 40-90 30-50 65-80 — 36-45 — 75—80 — 77-83 56-77 — 75-85 29-77 24-50 49-77 50-115 36-46 65-84 45-86 28-56 70-84 40-85 25-46 65-82 58-85 32-44 63-83 60-88 — 60-84 35-88 15-48 72-82 70-85 — 58-83 60-85 30-54 74-84 • D i e Reichsindexziffer für' die Lebenshaltungskosten im Oktober lErnährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, 'Bekleidung und „Sonstiger Bedarf") ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats Oktober mit 142,2 gegen 142,0 im Vormonat nahezu unverändert geblieben. Auch bei den einzelnen Vedarfsgruppen waren Schwankungen von nennenswertem Ausmaß nicht zu verzeichnen. Rur innerhalb der Er- nährungsausgaben stand ein stärkeres Anziehen der Eierpreise einem erheblichen Rückgang der Gemüsepreise gegenüber. • Bamag-Meguin A.-G., Berlin. Die Verwaltung dieser Gesellschaft teilt zu den Vörsengcrüchten über Zusammenschlußverhandlungen folgendes mit: „Irn Zusammenhang mit einer gesteigerten Rachfrage nach Aktien unserer Gesellschaft sind letzthin verschiedentlich Gerüchte über schwebende Zusarnmenschlußbestrebungen aufgetaucht. Wir bemerken, daß Verhandlungen dieser Art nach keiner Richtung hin geführt werden. Was die allgemeine Geschäftslage anbelangt, so hat sich zwar der Auftragseingang in verschiedenen Abteilungen gehoben, jedoch wird das am 30. Iuni 1926 zu Ende gehende Geschäftsjahr in Auswirkung der bereits in unserem vorigen Geschäftsbericht erwähnten Umstände einen V e r- l u st aufweisen." Ausverkauf der Koksvorräte durch das Kohlen-Shndikat. Auf Grund der in der letzten Zeit getätigten Verträge sind die Koksvorräte des Ruhrreviers durch das Rheinisch-Westfälische Kohlenshndikat ausverkauft worden. Die Vorräte betrugen noch ca. 2 Millionen Tonnen. Der augenblickliche weitere Ab- ah für Koks beträgt ca. 400 bis 500 000 Tonnen. * Vom Sieaerländer Eisenstein- verein. In der Mitgliederversammlung teilte die Verwaltung mit, daß infolge des steigenden Ab- atzes weitere Bergarbeiter neu eingestellt werden konnten. Für den Monat November ist der Verkauf zu unveränderten Preisen und Bedingungen reigegeben. Börsen karle. 189 | 192,5* 167.5 159,5 165 139,75 143 169 166 143 182 167,5 257 182 60* 138 165 182,25 184,9- 198* 160* 172 87 338* 147,6 184 117 135,5 I 159 i 151,75 186 75 176,5 179.25 115 183 116.62 252 180,5 257 189,75 153,5 99 143* 182 168,75 176.75 176 1815 185 200 160 173,75 86 334,75 145,75 50 141 185 169.5 166 107.75 147.75 210.5 159 184.5 179 433.75 145 179,25 168,25 158.5 8,13 180.25 170 157 8.8 177.5 182 196,75 159 172,5 88.5 100 140 178,75 165 102 154 ; 165 I 209,4 179,5 I 255.5 I 185.25 177.5 174 100 160 NI,5 339 147 146.5 209 258.5 181 262 191* 186.251 188 176,5 ! 179,75 178.75 181,9 194,9 159 171,75 87.12 99.5 140 178.25 166 Berltittt Handelsgesellschaft. Commerz, and Privat-Bank Darrnft- und Nationatbank . Deutsche Bank......... Deutsche BerrmSbaok . . . . DiSconto Lovunandit . . . . Metallbank.......... Mitteldeutsche «Kreditbank. . Oeftrrrrichische Lrrditanstalt Weltbank ......... Bochumer ®uh Buderus Caro • .......... Luxemburg...... irchencr Bcrgloerke. . Slnglo-Cont-Guano Chemische Mayer Alapiu . . Ff- G. Aarbenindufttte, A.-G. Goldschmidt..... Holzverkohlung ....... Rutgerswerke . . ..... Schcideanstalt ........ Sag. ElettrizttätS-Gesellschaft Bergmann . . ...... Mamkraitwerke ....... Schuckeri • .. Siemens L Halske ..... Harpener Bergbau . . . . Kaliwerke Aschersleben. . Kaliwerk Westeregeln. . . Laurahütte......* • Oberbedarf ........ Phönix Bergbau . .. . . R Heio stahl ....... Nicbcck Montan ..... TelluS Bergbau..... Bereinigte Stahlwerke A. Hamburg-Aw.enka Paket. Norddeutscher Llovd . . Lheramische Werke Albin Zementwerk Heidelberg . Philipp Holzmann . . . . 103 179 i 166.75 157.5! 8,12; 8o; 178,25 ; 116,4 Frankfurt a.M. Berlin Schlug- l-Uhr- Äur» Schluß- fiore Anfang Hure Datum: 3J. 10. LIL 30. 10. 1. 11 57o Deutsche Rcichsanletde . <% Deutsche Rcichsanleche • W/f, Deutsche Reichsan leide 0.7525 0.785 0,7407 0.71 0,7875 0.74 0,70 —• 0.71 0.735 3% Deutsch« R-ichsän leihe Deutsche Sparprämtenanlethe 0.86 — 0.8605 0,90 0,426 — 0,45 0.715 — 4®/e Preußische fionloLS ■ • . 0,705 - 0.735 0,70 0,685 0,685 - - Deutsche Wertd. Dollar-Aul. 95 — — bfo- Doll-Schov-Alurrtiug.') — — — — e»l. Montflrfrn......... 18,75 44 18,62 — 18,5 S*/e Solduiertkaner...... — Adlerwerke filetier ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstoedk ..... Meguin......... . , Motorenwerke Mannheim Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Brann . . . MetaNgesellSchaft Frankfurt. Pet. Union Schuhfabrik Herz > ..... Sichel. . . . * Zellstoff Daldhof ..... Zuckerfabrik FrankenIhlU . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 105.5 97 29 ; 67.25 17 52 176.5 116 68.9 2.5 200,25 91 HO 100 105,75 98 107,25 101.75 — — 67.25 — 41 —— — — — ■Ä 175,5 —• —• — 117 — —> 68 — — 6.5 — 204,5 201.9 205,5 — 94 — — 115,5 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphilche Auszahlung. Ban knoten. 30 Oktbr. 1. Novbr. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld । Arier Geld Bries Limite Noti 167,94 168,36 167,94 168,36 Buen--Aires 1,708 58,44 1,712 1,708 1.712 Brss.-Antw 58,57 58,41 58,58 Lhristiania. 104,67 104.88 104.67 104,93 Kopenhagen 111,64 111,92 111.64 111,92 Stockholm 112,16 112.44 113.16 112,44 HttssngforS 10,558 10,595 10,558 10,598 Italien. . 17,98 18.02 18,10 18,74 London. . -0.358 20.408 20,36 20,405 Neuyork . . 4.19'J5 4,2095 13,29 4,199 4,209 Paris. . . 13,25 13,375 13,451 Schweiz . . t0,97 bl.17 80,96 61,16 Spanten. . 63,62 63,68 63.72 63,88 Japan . . . 2,058 2,062 0.577 2,056 2,060 Wo de Jan 0.575 0.574 0,576 Wien tn D.- Cefl. abgest 59,29 59,34 69,31 59,55 Prag .... 12,432 12.472 12,412 12,472 Äelgrad . . 7.41 7.43 7,41 7,43 Budapest. . 5,875 5,895 5.87 6,895 Bulgarien -,023 3,035 3,032 3,042 Lissabon 21,475 21,525 41.475 -1,525 Danüg. . . 81.45 81,65 81,42 81,62 fionstmtin. •2.135 2.145 2,135 2,145 Athen 6,14 6,16 5,19 5,21 Canada. . . 4,201 4,211 4.201 4.211 Uruguay . 4.177 4,187 4,177 4,18 Berlin, 30 Oktbr Geld Brief Amerikanische Note, ..... Belgische Noten ....... Dänische Roten ..... . 4.183 58,32 111,34 20,33 13,32 167.58 18.04 104,36 59.08 2,34 111.92 80,75 63,81 12,40 5.84 4,203 68,62 111,90 20,43 13,31 168,42 18,14 104,88 69.38 2.38 112,48 81,15 63,63 12,46 5.88 Englische Noten........ Franjösssche Noten ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Ocsterr., 5100 Kronen Rumänisch« Noten...... Schwedische Noten..... Schweizer Noten ...... Spanische Noten..... , Tschechoslowakische Roten . . Ungartsche Noten . . ‘ . rankfurter Börse. (Eigener Drahtberichl des ..Gießener Anzeigers'^ F r a n k f u r t a. M., 1. Roo. Tendenz: fest, Elektroaktien haussierend. — Die erste Börse im neuen Monat eröffnete In zuversichtlicher und fcfter Haltung. Die Spekulation, die am Ende der Woche den Markt durch ihre Verkaufsneigung unsicher gestaltet hatte, war heute sehr untemeh- mungslustig und betätigte sich in starken Rückkäufen. Dos Geschäft wickelte sich recht lebhaft ab wozu auch die erneut eingelaufenen Publikumskaufauftrage beitrugen. Das Interesse wandte sich Haupt- lachlich Spezialwerten zu. Namentlich Elektroaktien begegneten einer starken Nachfrage infolge der günstigen Konjunktur dieser Unternehmungen. AEG. plus 8, Bergmann plus 8, Felten plus 7,5, Lahmeyer plus 6,5, Schuckert plus 2,25, Siemens plus 9 Prozent. Auch Montanwerte erfreuten sich einer lebhaften Nachfrage aus den schon oft erörterten Gründen. Die Kursgewinne waren aber bescheidener. Buderus plus 1,2, Deutsch-Lux plus 4, Gelsenkirchen plus 3, Harpener plus 3,3, Älotfner ölus 3,8, Mannesmann plus 0,75, Mansfelder- plus 3 6 Phönix plus 3,3, Riebeck plus 2,5, Stahlverem plus 4,5 Prozent. Dagegen gaben Laurahutte um 2,5 Prozent nach. Kaliaktien leicht erhöht. Don Chemiewerten waren J.-G.-^arden wieder stark begehrt und eröffneten mit einem Kursgewinn pon 3 Prozent. Die übrigen Werte waren nur gering verändert. Bankaktien befestigten sich um 1 bis 2 Prozent. Bayerische Hypotheken plus Commerz plus 2,1, Darmstadter plus 4, Deutsche plus 3,5 Prozent. S ch i f f ah r t s a ktlen tendierten 2 bis 3 Prozent fester. Von M o n t a na k tie n büßten Sieger 4 Prozent ein, dagegen befestigten sich Daimler um 3 Prozent, auf 100 Prozent. Hanfa- Lwnd plus 1,3, NSU. plus 2,2d Prozent 3ell = ft o H a f t i e n weiter anziehend. Waldho) plus 2 Prozent. Von B a u a f t i e n konnten Holzmann einen neuen Gewinn von 6 Prozent erzielen, Wayß & Freytag plus 7, Dyckerhoff plus 7 und Zement Heidelberg plus 2,5 Prozent. M a f ch i n e n a k t i e n lagen fester. Zuckeraktien tendierten ziemlich fest. Heilbronn plus 1,75 Prozent. Auch am deut, fchen Rentenmarkt war das Geschäft belebt. Kriegsanleihe und Schutzgebiet zogen an. (Schutzgebiet 17,60). Ausländische Renten ruhig, aber fest. Der Freiverkehr zeigte leicht anziehende Kurse. Growag 64, Brown Boven 155, Benz 97, Entreprise 10, Frankfurter Handelsbank 85, Ufa 38 Prozent. Der weitere Verlauf hatte trotz verminderter Gefchäftstätigkeit feste Tendenz. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 6 bis 6,5 Prozent, Monatsgeld 5,90 bis 7,50 Prozent. Im Devif enverkehr traten keine nennenswerten Veränderungen ein. Paris gegen London 153. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 1. November. Die Börse trat zu Beginn der neuen Woche in eine e r n eu t e Hausse- ft i m m u n g ein, die lebhafte Kurssteigerungen herbeiführte. Es war dabei bemerkenswert, daß nicht nur eine große Zahl bisher im Hintergrund gebliebener Werte stark befestigt waren, sondern auch die bisher favorisierten Aktien weiter in ansehnlichen Beträgen aus dem Markt genommen wurden. J.-G.- Farben zogen auf ziemlich 340 Proz. an, Darmstädter Bank auf über 262 Prozent. Die heutige Börse hatte somit einen Tag der Rekord- k ä u f e. Das Ausbleiben zahlreicher Provinzkaufaufträge infolge des katholischen Feiertags (im Rheinlande sind die Banken heute zum größten Teil geschlossen) machte sich kaum bemerkbar. Neue Anregungen, die auf die Tendenz von Einfluß fein konnten, lagen dabei nicht vor. Die lebhaften Umsätze dürsten vielmehr darauf zurückzuführen fein, daß beim Publikum die Meinung verbreitet ist, daß trotz des erhöhten Gesamtkursniveaus immer noch Gewinnaussichten vorhanden sein, zumal man neue Anregungen aus den noch im Gange befindlichen Transaktionen in wichtigen Industriezweigen erwartet. Einige Terminpapiere, wie Hapag und Hansa, bröckelten zwar leicht ab, jedoch nur aus dem Umstande, daß die Erneuerung der Limite, die mit dem Monatsschluß am Samstag erfolgte, noch nicht allgemein in der ersten Stunde durchgeführt war. Im Vordergründe standen heute Elektroaktien, die scharfe Steigerungen aufwiesen. Von Monanaktien konnten Oberbedarf infolge des großen Mißverhältnisses zwischen Nachfrage und Angebot nicht notiert werden. Lebhaftes Jntereffe bestand ferner für Bankaktien, CHern i e w e r t e, Maschinenaktien und verschiedene Spezialpapiere. Am Geldmarkt stellte sich der Satz für Tagesgeld zwar noch auf 6 bis 7 Proz., doch war zu diesem Satz reichliches Angebot vorhanden. Monatsgeld wurde nur in kleinen Beträgen gehandelt und stellte sich ebenfalls auf 6 bis 7 Proz. Befürchtungen über eine baldige Verknappung am Geldmarkt scheinen bei der Börse nicht zu bestehen. Im Devisenverkehr wurden die Valuten etwa auf der Basis der Samstagsbörfe gehandelt. Frankfiirr.'r . ^c:Scbvr-r. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt