Nr. 230 Erstes Blatt 176. Jahrgang Hreltag, 1. Moder 1926 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Eießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle. ®onat$»Be)ug»pteii: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- Meinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Sranffnrtam IHaln 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck und Verlag: vrühl'fche Umverfitäts-Vuch- und Slehtöruderei R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° „ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil i. Dertr. H. Deck, sämtlich in Gießen. Die westeuropäische Rohstahlgemeinschaft. Brüssel, 1. Oft (Wolff.) wie wir schon gestern kur; meldeten, sind die Vertreter der deut- chen, französischen, belgischen, luxemburgischen und aarlöndifchen Stahlwerke zu einer Einigung in »er Frage der kontinenlalen Rohstahlgemeinschaft gelangt, die mit Wirkung vom 1. Oktober in Kraft gesetzt wird. Die Verhandlungen galten ausschließlich der Erörterung der belgischen Forderungen. Die belgischen Industriellen beanspruchten bekanntlich 295 000 Tonnen von der monatlichen Erzeugung anstatt der vorgeschlagenen 265 000 Tonnen. In der heutigen Sitzung setzte Belgien seinen Standpunkt durch. Die allgemeine Erzeugung des Kartells wird sich jährlich auf 27 500 000 Tonnen belaufen und kann bis 30 600 000 Tonen gesteigert weiden. An einer solchen Steigerung würde Belgien mit 2,85 Prozent beteiligt sein, wenn die Erzeugung unter 27,5 Millionen Tonnen berabgehen sollte, würde sich der belgische Anteil entsprechend verringern. Die langwierigen und vielfach unterbrochenen Eisenpakt-Verhandlungen zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland haben nun also ihr Ende gefunden: der Vertrag ist unterzeichnet und damit die westeuropäische Rohstahlgemein- schast hergestellt worden. Ihre Bedeutung besteht zunächst darin, daß sie der äleber- Produktion einen Riegel vorschieben will. Daneben haben sich die Unterzeichner des Vertrages verpflichtet, sich in ihren Ländern gegenseitig keine Konkurrenz zu bereiten. Das bedeutet für Deutschland ein Verschwinden des französischen Lieberschusses vom deutschen M ar k t. Dabei ist aber zu beachten, daß die Verständigung mit Frankreich nur durch unser Zugeständnis ermöglicht wurde, einen recht erheblichen Teil der französischen Eisen- und Stahlerzeugung weiterhin hereinzulassen. 2luf der anderen Seite erklärte man sich bereit, uns eine höhere Quote zuzugestehen. Ein Ausgleich wird aber durch die Stabilisierung des französischen Franken unzwe-'elhaft wieder eintreten und uns im Rahmen der Rohstahlgemeinschaft eine weitere Entlastung verschal'en. Neben den jetzt in Brüssel zum Abschluß ge« kommenen Verhandlungen laufen bereits seit geraumer Zeit Besprechungen mit den übrigen europäischen Eisen- und Stahlproduzenten, die sich bisher recht günstig angelassen haben. Allgemein glaubt man, daß vielleicht schon in naher Zukunst die westeuropäische Nohstahlgemeinschnft sich zu einer gesamteuropäischen auswachsen wird. Mit Rußland sind natürlich keinerlei Verhandlungen gepflogen worden, ebenso hat sich E n g l a n d einem Beitritt bisher abgeneigt gezeigt. Dis englische Eisen- und Stahlindustrie befindet sich aber heute nicht mehr in einer so günstigen Lage wie früher, um roeiterhin seine eigenen Wege gehen zu können. Sie wird schließlich ebenfalls der europäischen Produktionsregelung beitretsn, will sie nicht in eine unglückliche Situation geraten, die sie zwingen könnte, nach zwei Seiten hin zu kämpfen: dem Kontinent und den Vereinigten Staaten. Wftftschastsführer zum EitenkarteA. Berlin, I.Okt. (Wolff.) Zu dem Abschluß des Internationalen Eisemartells bringt das „D. T." einen Artikel eines führenden rheinischen Schwerindustriellen, der einen Konzern l:itet, der seinen Ramen trägt. Der Verfasser gehört dem Zentrum an. Der Artikel hebt hervor, daß die Deteiligungszifsern FranrreiHs, Luxemburgs und Belgiens ungefähr 95 bis 100 Prozent entsprechen, die Ziffer für Deutschland höchstens 70 bis 75 Prozent. Aus djesem Grunde werde Deutschland in den nach st en Jahren der Zahlende bei fcem Abkommen sein. Im ersten Jahre werde es 2 bis 3 Millionen Dollar, das sind ungefähr 3 Mark je Tonne Ausfuhr äu zahlen haben. Das bedeute eine schwere Belastung für Deutschland. Trotz dieser Belastung sei das Abkommen aber für Deutschland günstig , da Deutschland jetzt in der Lage sei, den deutschen Markt zu erobern. Der größte Ruhen liege darin, daß es jetzt auch möglich sei, die Preise auf den internationalen Märkten zu revidieren. Sollte die Anpassung der ausländischen Preise an die deutschen gelingen, so werde die deutsche Fertigeisenindustrie jederzeit in der Lage sein, gegen die ausländische Konkurrenz mit gleichen Selbstkosten aufzutreten. Das „B. T." bringt weiter auch eine Aeußerung Loucheurs. der hervorhebt, daß der Pakt mit der schweigenden Zustim - mung der Regierungen geschlossen worden sei. Der belgische Senator de Brouckers betont in einer Zuschrift, das Abkommen würde zwischen den Ländern, die den Vertrag von Locarno unterzeichnet haben, eine noch stärkere wirtschaftliche Solidarität und Zusammenarbeit erzielen. Reichswirtschaftsminister Dr. C u r t i u s weist daraus hin, daß die Stahlindustriellen als verantwortliche Sachwalter d:r gesamten deutschen Wirtschaft und eisenverarbeitenden Industrie gehandelt haben. Ein neuer Reichspreffechef. Berlin, 30. Sept. (Eigene Meldung.) Reichskanzler Marx hatte bei seinem Amtsantritt im Mai dieses Jahres bekanntlich den obersten Beamten der Reichskanzlei und den Reichspressechef von seinem Amtsvorgänger Dr. L u t h e r her über- Die Entrevue von Livorno. Chamberlain und Mussolini besprechen die europäische Lage. Im Hasen von Livorno hat die Z u s a m - menkun ft zwischen Chamberlain und Mussolini stattgefunden, die von der italienischen Presse bereits seit längerer Zeit als wichtige politische Sensation angekündigt wurde und auch zweifellos eine starke weit über den Tag hinausgehende Bedeutung für sich beanspruchen darf. Es kann kaum zwei größere Gegensätze geben als Mus olini und Chamberlain. Auf der einen Seite der Volksmann, leidenschaftlich, von zündender Rednergabe, mit Energien geladen, ein Organisator und Agitator von ungewöhnlichem Ausmaß, auf der anderen Seite der Aristokrat, müde, blasiert, etwas gelangweilt und — vorsichtig ausgedrückt — auch in seinem geistigen Durchschnitt nicht heranreichend an die Männer, die früher die auswärtige Politik Englands leiteten? Menn trotzdem Chamberlain sich solange im Amte hielt, wenn er sogar gewisse politische Erfolge für sich buchen konnte, so lag das weniger an ihm, als an der Gunst der Umstände, die ihn trugen. Er gilt heute noch als einer der geistigen Väter der Locarno-Politik, obwohl er sehr wenig dazu getan hat. Er nimmt auch für sich in Anspruch, daß er dcn Konflikt mit der Türkei ausgeglichen und dadurch w sentlich dazu beigetragen hat, der englischen Diplomatie wieder Ellenbogenfreiheit zu verschaffen. Diesen politischen Sieg über die Türkei konnte er dadurch erfechten, dah er vor einem Jahr Mussolin i vor seinen Wagen spannte und Italien als starkes Druckmittel in Angora ausnutzte. Dafür hat er Mussolini Zusagen in Abessinien gemacht, die vermutlich keinen allzu realen Wert haben, die aber doch sehr geschickt auf den überspannten Rationalismus der italienischen Fa- szisten berechnet waren. Jetzt wird ihm Mussolini vermutlich die Rechnung präsentiert haben. Er wird sich nicht mit einer Reucrusteiluna Abessiniens begnügen, soweit sie nur auf dem Papier steht, sondern handfestere "Vorteile verenge:.. In erster Linie in T ang e r. Denn die ganze aktive Mittelmeerpolitik Italiens hat eigentlich ihren Ausgangspunkt genommen seit dem Tage, wo die beiden Staatsmänner sich das letztemal sahen, in dem Augenblick, wo man in Rom wußte, daß England die italienischen Pläne, soweit sie eine antifranzösische Spitze batten, zum mindesten nicht mißbilligte. Deshalb wird Italien auch zweifellos erreichen, dah es in Tanger künftighin nicht mehr vor der Tür zu stehen braucht, England ist bereit, ihm einen starren Einfluß in der Verwaltung zuzugestehen und eS so zu ermöglichen, daß die italienischen Mittelmeerinteressen auch in Tanger fester verankert werden. Damit aber ist das Thema der Aussprache kaum ausgeschöpft, sie wird sich wahrscheinlich auf die ganze europäische Politik ausgedehnt haben, nicht aus dem Grunde, weil der Ehrgeiz Mussolinis keine Grenzen kemtt, sondern mindestens ebenso, weil auch Herr Chamberlain die Entwicklung Europas vom englischen Gesichtswinkel aus mit steigender Mißbilligung beobachtet. Der englische Außenminister hat zwar die Locarno-Politik einleröen helfen, er hat sich aber die Dinge wohl immer so vorgestellt, dah Frankreich und Deutschland die gottgewollten Gegner sind, zwischen denen England als wohlwollender Vermittler sitzt, um sich von beiden Seiten für seine Unterstützung zahlen zu lassen. Die Möglich feit aber, dah jetzt ein unmittelbarer Ausgleich zwischen Frankreich und Deutsch land zustande kommt, paßt Herrn Chamberlain in die englische Vorstellung europäischer Politik nicht hinein. Ein deutschfranzösischer Block, wenn er einmal zustande kommen sollte, könnte sehr leicht dazu führen, dah England sich eines Tages isoliert sieht. älnd zwar nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich. Hier sind wohl die letzten Aengfte der englischen Politik zu suchen. Der Kohlenbergarbeiterstreik kostet der englischen Volkswirtschaft Milliarden. Er hat auch ihre Stoßkraft lahmgelegt, und e3 wird lange Zeit dauern, bis die gesamte Industrie diese Erschütterung überstanden hat. Da taucht nun am Horizont des englischen Kaufmanns die Gefahr des deutsch-französisch-belgischen Stahl- t r u st s auf, der in seiner Art eine Verteilung der europäischen Märkte bedeutet und der englischen Eisenerzeugung den Wettbewerb zum mindesten erschwert. Der Beitritt der Engländer ist zwar vorgesehen, aber sie haben bisher noch keine Miene geinacht, in den sauren Apfel zu beißen. —JgPCEBEZfZSy frTFF liAIUBT J—'UT F'TKICHM f Für Italien ist die Gefahr noch aktueller. Es hat eine Industrie großgezogen, ohne irgendwelche Rohstoffe, Italien ist in Kohlen wie in Eisen auf die Einfuhr angewiesen und fürchtet, daß es von dem neuen Stahltrust ausgehungert werden könnte. Die Verhandlungen von T h o i r h geben darüber hinaus die Möglichkeit, daß Frankreich zu einer Verständigung über die Schulden mit Deutschland kommt, ohne auf seine früheren Bundesgenossen Rücksicht zu nehmen, so daß auch dabei Italien leer ausgehen würde. Wir sehen diese Gefahr nicht, aber in Rom mag sie stark überschätzt werden. Cs ist deshalb sehr wahrscheinlich, daß aus dieser Kombination des englischen politisch-wirtschaftlichen und des italienischen wirtschaftlich-finanziellen Interesses eine Verständigung über gemeinsame Richtlinien geboren wurde, die über den Anschluß Oesterreichs auch auf den Balkan hinauslaufen könnte. Sie ist an sich vom deutschen Standpunkt aus unbedenklich, sie würde unbequem nur dann werden können, wenn etwa von hier aus lediglich aus egoistischen Motiven in die deutsch- französilchen Verhandlungen hineingefunkt werden sollte. Die Zusammenkunft auf Der „Giuftanü". Hom, 30. 5epL (TU.) Die Zusammenkunft IKuffolinis mit Chamberlain hat unerwarteterweise schon Hern. vormittag auf der höhe von Livorno an Bjcj der italienischen Jacht „Giuliana" staitgesunden. Chamberlain hatte im Laufe der Rächt an Bord seiner Jacht „Delphine" Livorno angelaufen, wo die „Giuliano- bereits lag. Mussolini war gestern abend im strengsten Inkognito im Sonderzug von Hom abgereist und hatte in 23 a 3 a an der Strecke Hom—Pifn übernachtet. 3n seiner Begleitung befanden sich sein Privatsekretac Marchese p a u l u c c i, Hntekstaaisftfrctär im Auswärtigen Amt Dino 0 ranb i, Kabinettschef 217 a - meli und Pressechef Graf Torre. 3m Hafen von Livorno sind die schärfsten Maßnahmen getroffen worden, damit sich niemand o' ne besondere (Erlaubnis im Hellen oder auf der Heede aufhält; nicht einmal eie Pressevertreter sind Zuge lassen worden. Mussolini begab sich um 12 21; r in Begleitung des ltntcr:faat::fefr?tiir5 Grand! und seines Kabinettschefs Paulucci au Bord der englischen Jacht „Delphine, wo er v o n L h a roher (a i n und seiner Familie empfangen wurde. Hach einer kurten Ant^rebung allgemeinen Charakters zc^en sich Mussolini und Lham- berlain auf d i e Schiffsbrücke zurück, wo sie bis kurz nach 1 U r eine herzliche Aussprache hatten. Chamberlain und M'-ssolini begaben sich alsdann in Hegleitrng ihres Gefolges an Bord der italienischen Jacht ,.G i u l i a n a“, um an einem .Frühstück im engsten fireife teitznnehmen. lieber die Zusammenkunft veröffentlicht „A g e n - z i a Stephani" folgendes K o m n: u n i q u e: Die beiden Staatsmänner Englands und Italiens, die durch die Bande der Freundschaft verbunden sind, haben die bedevisamen internationalen Fragen des Augenblicks geprüft und haben mit Genugtuung die Solidarität der italienisch-englischen Beziehungen sowie die Heberein- ffimmung der Richtlinien der Politik der beiden Staaten scsistelien kennen, die beide Henierungen für die Lösung der wichtigsten europäischen Probleme verfolgt haben. Wie in unterrichteten Kreisen weiter verlaufet, war die Begegnung vor allem der Ausdruck persönlicher Freundschaft zwischen Chamberlain und Mussolini sowie das Bedürfnis beider Staatsmänner nach der französisch-deutschen Bersiändigung ihrerseits als Garanten der Cocarnoverfräge sich über ihre Stellung zu verständigen. Ls kamen in erster Linie die europäischen, namentlich die 2H i 11 e (r.1 e e r f r a g e n zur Besprechung, aber auch die außereuropäischen und Kolonialfragen, die den Italienern so sehr am Herzen liegen. Der ter der Entrevue. London, 30. Sept. (Wolff.) Zur Zusammenkunft zwischen Chamberlain und Mussolini sagt der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph": Zweifellos wer en andere Rationen besonders solche, die von Ralur aus zum Mißtrauen neigen, annehmen, dah bei der Besprechung ungeheuer wichtige Fragen erörtert wurden. Tatsächlich aber handelt es sich nach Londoner Auffassungen um einen reinen H ö f - lichkeits besuch Chamberlain'. CeMerer bat keinerlei technische Ratgeber, Sekretäre oder Dokuments bei sich. Im Ausland macht man sich nicht allgemein klar, wie unmöglich es für den britischen Staatssekretär des Aeuheren ist, irgend welche wichtigen Probleme ohne vorherige Beratung mit dem Kabinett zu behandeln. Allerdings sind wahrscheinlich gewisse gemeinsame Interessen im Mittelmeer, besonders die Langerfrage, berührt worden. Es besteht kein Grund, warum Chamberlain dem italienischen Premierminister verschweigen sollte, daß Großbritannien nach wie vor dem Wunsch Italiens nach angemessener Vertretung in der Tangerzonc sympathisch gegenüber- stcht. Chamberlain über die Unterredung. London, 1. Oktober. (WTD. Funkspruch.) Chamberlain empfing gestern den Berichterstatter des „Daily Telegraph" und erklärte ihm auf seine Fragen, infolge der Tatsache, dah er seine Ferien in italienischen Gewässern v-er- lebe, habe der italienische Ministerpräsid.nt den Wunsch ausgesprochen, ihn zu treffen, und er habe zugesagt. Auf die Frage, ob die Unterredung mit Mussolini auch wichtige politische Probleme berührt habe: „Wenn Sie das amtliche Kommunique gelesen haben, so wissen Sie alles, was wir erörtert haben. Heber Politik haben wir sehr wenig gesprochen und unsere Unterredung war zum größten Teil wie die von zwei Freunden. Chamberlain sagte, daß er nach Genua fahre, von wo er nach Paris und London weiterfahren werde. — Der italienische Unterstaatssekretär für a"swärtige Angelegenheiten Grandi erklärte der Presse, die Veranlassung zu der Konferenz zwischen Mussolini und Chamberlain sei nicht Tanger gewesen, sondern „andere Fragen von weit größerer Bedeutung". — Der römische Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, daß die italten.sche Regierung die anfänglich empfundenen Besorgnisse der ttalienischen Prftse über die Rach richt von einer Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland nicht geteilt habe. Italienische Presfestiromen Rom, 1. Ott. (TU.) In den Kommentaren der Entrevue Mussolini-Chamberlain polemisiert die römische Presse gegen die Behauptung des Auslandes, daß die Zusammenkunft ein Gegenzug zur Entrevue Br iand°St re- sema n n sein soll. Die Zusammenlunst Muso- lini-Chamberlain sei lediglich eine Episode in den traditionell freundschaftlichen Beziehungen Italiens zu England, das die R o t w e n d i g k e i t einer italienischen Expansion grundsätzlich anerkenne, was man von einem anderen Alliierten nicht behaupten könne. „Diomale b' Italia" betont, daß, wenn die durch die deutsch- französische Verständigung geschaffene Lage zur Sprache käme, dies nur vom Gesichtspunkt der Fall sein könne, daß jede Abänderung des Versailler Vertrages der Genehmigung der beiden Sianatarmächte bedürfe. In dieser Aussassunz gehen England und Italien konform, was auch von der „Tribüna" unterstrichen wird. — Der „Corr, della Sera" erklärt: Das Problem, das am aktuellsten sei. sei b a s politische Vorgehen Deutschlands nach seinem Eintritt in den Völkerbund. Wenn Deutschlan > und Frankreich ihre neuen politischen Beziehungen durch finanzielle und wirtschaftliche Abkommen zu ergänzen trachteten, so konnte das in Rom oder London weder Mißfallen erregen noch beunruhigen. Wenn jedoch ganz neue Abkommen zwischen Deutschland und Frankreich , getroffen werden sollten, welche auch die Interessen Dritter berührten, so müßten diese schwierigen und verwickelten Fragen genau geprüft werden. „Popolo d'Jtalia" schreibt: Rach der De- gegitung Briand-Stresemann wird auch diese Zusammenkunft ein neuer Beitrag zur Reorganisation inte> friedlichen Konsolidierung des neuen Europas sein. Italien hat zur Wiederaufnahme guter Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschlaich mit würdevoller und großmütiger Befriedigung beigetragen. „L'Avvenire d'Jtalia" erklärt, bah er nicht an eine deutsch-französische Annäherung glaube, daß vielmehr der neue große Eisentrust England und Italien besorgt machen müsse. nommen. Auf den Posten in der Reichskanzlei ist inzwischen, Ministerialdirektor Pünder berufen worden. Nunmehr soll auch, wie wir von unterrichteter Seite hören, der Reichspressechef Dr. K i e p durch eine andere geeignete Persönlichkeit ersetzt werden, zumal Dr. Riep selbst den Wunsch geäußert hat, einen diplomatischen Aus - landsposten zu übernehmen. Als Nachfolger Dr. Kieps kommt an erster Stelle, wie wir erfahren, Oskar Müller, der im Jahre 1921 unter Reichskanzler Wirth schon einmal Pressechef war, in Frage. Dr. Kiep wird voraussichtlich den Posten eines Untergeneralsekretärs beim Völkerbund erhalten. Die Auswahl der geeignet erscheinenden Persönlichkeiten aus den vorgeschlagenen Kandidaten steht dem Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummonb, zu. Man glaubt, daß er feine Entscheidung sehr bald treffen wird. Unmittelbar darauf würde dann auch, sofern er sich für Dr. Kiep entscheidet, der Wechsel auf dem Poften des Reichspressechefs erfolgen. \ Einigung in der deutschen Beamtenschaft. Berlin, 30. Sept. Tie Verhandlungen des Deutschen DeamtenbundeS mit dem G e- samtverband der deutschen Beamten- gewertschaften, der dem Christlichen Deutschen Gewerkschaftsbund angehört. Haren zu einer Einigung geführt, so daß die Verschmelzung der beiden Beamtenorganisationen broor- steht. Die christlichen Deamtenorganisationen haben sich bereit erklärt, das Programm des Deutschen Deamtenbundes unringeschranft anzunehmen, der im Artikel 1 seiner Statuten erklärt, daß er „auf- dem Boden der geltenden republikanischen Verfassung des Deutschen Reiches steht und gewillt ist, sie gegen jeden Eingriff mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu schützen." Die neue Organisation erhält den Rainen „Deutscher Deamtenbun d". Der Gesamt- verband löst sich von dem Deutschen Gewerk- schaftsbund los. Rach vollzogener Verschmel'ung soll die erste Sitzung des neuen Deutschen Beamtenbundes am 8. Oktober erfolgen. Erneuter Rücktritt des Kabinetts Bartel. Das polnische Budget ml überwältigender Mehrheit abgclehnt. Darschau, 30. Sept. (221.) Das Dudgetprovl- fotium der polnischen Regierung, das erneut dem Sejm zugegangen war. ist von diesem mit 206 gegen 94 Stimmen abgelehnt worden. Die Deberraschuna war so stark, daß weder pilsudski nock Bartel das Wort ergriffen. Die Regierung zog sich zu einer sofortigen Beratung zurück. Um 9 Uhr abends trat der Sejm erneut zusammen und nahm eine kurze Erklärung des Ministerpräsidenten B a r - tel entgegen, in der es heißt, die Regierung trete zurück, weil in der soeben abgehaltenen kabinettssihung sich vier Minister ..einstweilen und unter Vorbehalt- gegen die Auslösung des Sejms ausgesprochen hätten. Die Sejmsihung wurde sofort wieder geschlossen. — Ministerpräsident Bartel begib sich im Auto zum S t a a t s p r ä s i d e n t e n und überreichte die Demission, die sofort angenommen wurde. ♦ Heber die Dorgänge in den beiden entscheidenden Sejmsitzungen erfahren wir noch folgendes: In der Aachmittagssihung, die um 4 Uf>r begann, erledigte der Sejm zunächst die polnisch-rumänische Konvention, die mit allen Stimmen gegen die ukrainischen Juden und die Kommunisten ratifiziert wurde. Der Vorsitzende der Budgetkvmmisfivn berichtete dann über die Beratungen der Kommission über die einzelnen Budgetvorschläge. Der Regierungs- Vorschlag. der seinerzeit mit knapper Mehrheit ohne Aenderung angenommen, dann aber vom Senat abgeändert und an den Sejm zurückverwiesen wurde, hat in der Budget- kommisiion auch nur in der Senatsrevidierung Billigung gefunden. Der Vorsitzende der Kommission empfahl daher dem Sejm Annahme des abgeänderten Vorschlages. Die Regierung erklärte demgegenüber, sie würde die Annahme dieses Vorschlages naturgemäß a l s Ablehnung ihres eigenen Budgets a n s e h e n und ihre Konsequenzen daraus ziehen. Der Sejm lehnte dann mit großer Mehrheit den Regierungsentwurf durch Annahme der Senatsrevidierung ab. Die Tatsache, daß laut Regierungserklärung jn der Spätsihung um 9 Hhr vier'Mini st er des Kabinetts sich nicht zur Auflösung des Sejms entschließen tonnten, wird in parlamentarischen Kreisen als richtungweisend für die weiteren Absichten der gestürzten Regierung erachtet. Man spricht in bestimmter Form davon, daß P i l s u d s k i mit Bartel noch in der Rächt ein neues Kabinett bilden werde, indem er neu nur die Posten der viev Minister besehen würde, die der Sejmauflösung nicht zustimmten. Mit einem solchen Kabinett würde dann die Einstimmigkeit für die Eejmauflösung erreicht, die dann jedenfalls noch im Laufe der Rächt erfolgen würde. polen und derrussisch-Iitamscheverttag. Warschau. 30. Sept. (WTD.) Der Abschluß der russisch-litauischen Garantien, des Richtangriffsvertrages und der nach litauischen Meldungen darin aufgenommene Passus, in der die Sowjetregierung feststellt, daß ihre bekannte Litauen freundliche Haltung zur Wilnafrage vom Jahre 1920 keine Veränderung erfahren habe, hat in Polen sehr erregt. Rach halbamtlichen Meldungen hat der als Minister des Aeu- hem während der Abwesenheit Zaleskis amtierende Dizeminister Knoll den hiesigen russischen Gesandten für heute zu einer Konferenz gebeten, um die Lage zu klären. Die hauptstädtische Presse führt gegen Rußland und Litauen eine sehr scharfe Sprache, am schärfsten die Püsudfk, ideologisch nahestehenden Blätter der Linken. So schreibt der radikale „Kurjer Porannh", daß es Pflicht der polnischen Regierung sei. mit aller Energie sestzustellen, daß derartige Dokumente, wie sie Tschitscherin und ^esevicius verfertigt hätten, nicht einmal Düs Papier wert seien, auf dem sie geschrieben se*en, weil sie zur „Gattung diplomatischer Pornographie" gehörten. Die Sowjetregierung stünde außerhalb der Grenzen der Staaten, in denen die Sitten der Kulturwelt Gültigkeit hätten. In jeder Hinsicht erinnere dieses Werk mehr an ein afrikanisches Gebilde, als an eine europäische Mache. Pilsudskis Blatt, der „Glos Prawdh", nennt den Vertrag eine offene H er ausfor de r un g der Sowjetregierung. Der Vertrag stünde im Gegensatz zu den Verpflichtungen der Völkerbundssatzung. Der ebenfalls dem Regierungslager angehörende „Expreß Porannh" behauptet, daß die polnischen Regierungskreise. obgleich sie den genauen Tert des russisch-litauischen Vertrages noch nicht kennen, die Lage auf Grund der bisher eingegangenen Meldungen als sehr ernst ansehen. Litauen sei nichts anderes als eine gegen Polen gerichtete Vorhut Sowjetrußlands. Russische Beschwichtigungsversuche. Moskau, 30. Sept. (TH.) In den hiesigen politischen Kreisen ist man bemüht, den Eindruck über den russisch-litauischen Vertrag in Europa, vor allem aber in Polen möglichst abju- schwächen. Fast sämtliche Blätter bringen heute über diese Frage Artikel und führen übereinstimmend aus, daß der Vertrag keine Verletzung bestehender Vertragsver- h ä ltn i s se 'bilde und daß übrigens die polnische Regierung über den Verlauf der russisch-litauischen Verhandlungen immer auf hem laufenden war und daß ferner die polnische Regierung immer wieder die russischen Vorschläge, Vertragsverhanblungen auszunehmen, ignoriert habe. Die Zeitungen erklären, daß Rußland nach, wie vor den Frieden anstrebe und daß die Sowjetunion alles tun werde um keinen ihrer Nachbarn zu benachteiligen.' Im Au:trag der russischen Regierung wird der russische Botschafter in Warschau der pol- nrschen Regierung eine Erklärung über den Abschluß des russisch-litauischen Vertrages abgeben. in her es heißt, die Hnterzeichnung des Vertrages fei nicht gegen Polen gerichtet sondern habe lediglich den Zweck, den Frieden in hen östl.chen Staaten wiederherzustellen. Die russische Regierung habe versucht, die russisch- polnischen Beziehungen zu beschleunigen. Dies fei irdoch von dem polnischen Außenminister Zalewski abgelehnt worden. Die Sowjetregierung sei bereit, Polen in bestimmten Fragen entgegenzukommen unter der Bedingung, daß Polen von Rußland keinerlei Zugeständnisse in der Memeler. Wilnaer und Danziger Frage fordern werde. Die Beisetzung des Opfers vsn Germersheim Germersheim, 30. Sept. (WTD.) Der von dem französischen Leutnant R o u z i e r getötete Arbeiter Emil Müller wurde heute nachmittag unter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung der Stadt Germersheim und einer großen Anzahl von Leidtragenden aus der ganzen Pfalz zu Grabe getragen. Die Geschäfte waren während der Beerdigung geschlossen. Unter dem Geläut der Glocken der Germersheimer Kirchen beider Konfessionen und unter dem Klang des Trauermarsches setzte sich der riesige Trauerzug in Bewegung. Er wurde von den Schulkindern sämtlicher Germersheimer Schulen eröffnet Dann folgten die Feuerwehr, dis Sanitätskolonnen sowie sämtliche Germersheimer Vereine mit umflorten Fahnen. Hinter dem Sarge, der bis zum Friedhöfe getragen wurde und von Fackelträgern flankiert war, folgten die Angehörigen des Getöteten, der Regierungspräsident der Pfalz, der erste Bürgermeister der Stadt und die Spitzen der Stadtbehörden. Auf dem Wege bildete eine schier unübersehbare Menschenmenge Spalier. Auf dem Friedhof ergriff als erster Redner Regierungspräsident Matheus das Wort. Er führte aus: „Hier am Grabe dieses jungen blühenden Lebens, dieses braven, treuen Sohnes, dieses deutschen Jünglings wollte die pfälzische Regierung nicht fehlen. Sie beklagt das unheilvolle Schicksal dieses schuldlos Heimgegangenen. Sie fühlt mit feiner Familie, sie teilt die Trauer der Stadt Germersheim. Wird oer verhängnisvolle Schuß, der dieses junge Leben löschte, ein Signal fein, das aller Welt kündet, daß die Stunde gekommen ist, unsere Bande zu lösen und uns die Freiheit wiederzubringen? Hat die friedliche pfälzische Bevölkerung, die mit bewundernswerter Geduld und Würde ihr tragisches Schicksal trägt, nicht ein Recht auf diese Stunde? Hoffen wir, daß dieser Schuß gehört wird an allen Stellen des In- und Auslandes, von allen, die die Geschicke der Völker zum Guten wenden wollen, daß er Echo weckt, das uns Ruhe und Freiheit bringt." Dann folgten weitere Ansprachen und Kranzniederlegungen. Nach dem Grabgebet des Stadtpfarrers und Chorgesängen des Arbeitergesangvereins traten noch die Angehörigen des Dahingefchiedenen an das Grab. Die imposante Trauerfeier, die ohne Zwischenfall verlief, machte auf alle Teilnehmer einen gewaltigen Eindruck. Abtransport des Leutnants Rouzier. Germersheim. 30. Sept. (TH.) Regie- rungspräfibent Matheus hat heute nachmittag den beiden im Kraickenhaus befindlichen! Verletzten. Holzm ann und Mathes, einen Besuch abgestattet Holzmanns Befinden ist verhältnismäßig gut. Mathes' Zustand bleibt indessen nach wie vor ernst Die Aerzte hoffen aber, ihn am Leben erhalten zu können. Man hofft sogar, daß ihm das Schicksal der Erblin- dung erspart bleiben wird. Der Abtransport des 311. Artillerie-Regimerrts ist vollendet. Heute morgen verliehen die letzten Mannschaften dieses Truppenteils Germersheim zu Fuß. Die Erregung der Devöllerung hat sich durch diese Tatsache nunmehr ein klein wenig gelegt, ist aber immerhin noch sehr stark. Zu Zwischenfällen ist es nicht mehr gekommen. Wie noch nachträglich festgestellt wurde, führte der Unterleutnant Rou- zi er ein ziemlich lockeres Leben. Rachdem er beim französischen Militärgericht durch einen beauftragten Offizier des Armeeoberkommandos aus Mainz vernommen worden ist. ist er auf Befehl. des Armeeoberkommandos nach Ranch weiter befördert worden, um in seiner Heimatgarnison den weiteren Gang des gegen ihn eingeleiteten Verfahrens abzuwarten. Die Untersuchung. Berlin, 30. Sept. (Wolff.) Wie das W. T. B. vernimmt, ist der R e i ch s m i n i st c r für die besetzten Gebiete, Dr. Bell ständig über den Fortschritt der Hntersuchung des Germersheimer Falles durch die bayerische Gesandtschaft auf dem laufenden gehalten worden. Es haben inzwischen mehrfache Besprechungen unter den beteiligten Berliner Stellen (Reichs- ministerium für die besetzten Gebiete, Auswärtiges Amt. bayerische Gesandtschaft) stattgefunden, an denen in den letzten Tagen auch der von Koblenz herübergekvmmene Reichs! emmif- sar, Botschafter Freiherr Langwerth von Simmern, teilnahm. Auch in Koblenz haben bereits vorläufige Besprechungen zwischen Vertretern des Reichslommissariats und der Interalliierten Rheinlandkommission stattgefunden. Der Abschluß der Hntersuchung Ift in wenigen Tagen zu erwarten, so daß alsdann die erforderlichenamtlichen Schritte in Koblenz und Paris erfolgen werden. Reichrpattestag der Deutschen VsllZpartei. Die Frage des Finanzausgleichs. Köln. 30. Sept. (TH.) Die große Reichs- Parteitagung der Deutschen Dolkspartei, die eine Konferenz der Landesvertreter, eine Sitzung des Zentralvorstandes der Partei und die des eigentlichen Parteitages umfaßt und sich über vier Tage erstreckt, hat heute hier ihren Anfang genommen. Der Parteitag ist diesmal außerordentlich stark beschickt. Mehr als 1200 Delegierte der deutschvolksparteilichen Organisationen werden erwartet. Dazu kommen die Teilnehmer aus der näheren Hingebung, so daß mit einer Gesamtzahl von etwa 4000 Personen gerechnet werden kann. Den Auftakt der Tagung bildete eine sehr ftarf besuchte Konferenz aller deutschen Landtagsfraktionen und der preußischen Staatsratsmitglieder der Deutschen Volkspartei. Die preußische Landtagsfraktion ist vollzählig erschienen. Ferner bemerkte man zahlreiche Abgeordnete der Landes- fraftionen. Abg. v. Campe eröffnete eie Sitzung Zu Leitern der Tagung wurden die Abgeordneten v. Campe, Leidig, Burger, D i n g e l d e h, ßeub Häuser und Dr. Jarres berufen. Abg. Burger (Bayern) sprach dann über den Finanzausgleich. Auf der Konferenz der deutschen Landtagssrattionen und der preußischen Staatsmitglieder der Deutschen Volks- Parte: erklärte er, die Ausgaben der Länder seien vor allem durch die soziale Gesetzgebung stark vermehrt. Die Ausgaben seien entsprechend gewachsen, die Zuweisungen des Reiches an die Länder aber z u r ü ck g e g a n ge n. ®aju fomme die ungünstige Lage der agrarischen Dezirie. Trotzdem bestehe die Gefahr, daß der tftnan^ ausgleich weiterzu Hngunsten der Lander und Gemeinden verändert werde. Es sei zwecklos, daß das Reich und die Gemeinden sich gegen- fettige Vorwürfe wegen mangelnder Sparsamkeit machen, sondern es komme darauf an, daß alle Teile sparsamer wirtschaften lernten. Der Finanzausgleich müsse auch einen Lastenausgleich bringen. Es müßten Wege gesucht werden, um die Lebensfähigkeit der Länder und Gemeinden zu sichern. Die Erzbergersckte Gesetz- gebung habe gerade die wirtschaftlich schwachen Länder betroffen. Der Schematismus dieser Gesetzgebung habe viel Schaden angerichtet. Wenn der neue Finanzausgleich nicht am 1. April 1927 geschaffen werden kann, dann soll wenigstens eine Zwischenlösung geschaffen werden, die den Ländern 90 Prozent der Einkommensteuern sichert. Der preußische Landtagsabgeordnete v. E y n e r n hob als Korreferent hervor, daß in der heutigen Form die Einkommensteuer kein Mittel zum Ausgleich fei. Dieser müßte durch die Verteilung der Umsatz st euer bewirkt werden. Der Redner bezeichnet die Schaffung der neuen Steuerorganisa- tion als übereilt. Die ganze Frage der Einführung des Zuschlagrechtes bedürfe noch eingehender Prüfung. Deshalb werde der neue Finanzausgleich zum 1. April 1927 nicht fertig werden. — Abg. Mathes (Baden) forderte Vereinfachung des Steuerwesens' und Neuschaffung der Grundlagen des heutigen Steuersystems. — Der frühere preußische Finanzminister Dr. o. Richter bezeichnete die Rückgabe der Einkommensteuer an die Länder, wie sie von Bayern gefordert werde, als unmöglich. Das Zuschlagsrecht werde ohne Kautelen nicht durchführbar sein. Nach weiterer Aussprache und einem Schlußwort der Berichterstatter wurde die Einsetzung eines Ausschusses beschlossen, der die aufgeworfenen Fragen weiter durcharbeiten soll. Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen sprach 2lbg. Rose- Hamburg über Polizei- fragen. Abg. Metzenthien behandelte die preußischen Erfahrungen in der Polizeifrage und die Vorbildung der Beamten. Staatsminister a. D. Dr. B ö l i tz hielt dann einen Vortrag über Schulfragen. Trotz der Kulturauto- nomie der Länder, die feststehe, werde eine lebhafte Reichskulturpolitik erstrebt. Der Reichstag habe in der Grundschulgesetzgebung nicht das gehalten, was erwartet wurde, so z. D. im Reichsgrundschulgesetz. Hnser Standpunkt zum Reichsschulgesetz ist bekannt. Erhaltung der historisch gewordenen Schulform, die nichtkonfessionell in Rorddeutschland, Simultanschu- l e n dort, wo diese Form eingeführt ist. Die Frage des Konkordats wird an die einzelnen Länder herantreten. Ein Reichskonkordat kommt nicht mehr in Frage, nachdem Bayern ein Konkordat mit der Kurie abgeschlossen hat. Abg. Dingeldeh - Hessen wandte sich als Korreferent gegen d i e Politisierung von Schulen, die in einigen Ländern überhand genommen hat. Die Versammlung schloß mit dem lebhaften Ausdruck des Dankes an die Parteiinstanzen. Am Abend trat der Reichsparteivorstand zusammen, um die am Freitag ftatt- findende Sitzung des Zentralvorstandes vorzubereiten. Wilder Streik im Hamburger Hafen. Hamburg, 1. Okt. (WTB.-Funkspruch.) Trotz der Verbindlichkeitserklärung des letzten Schiedsspruches der Schlichterkammer durch den Reichsarbeitsminister haben die Hafenarbeiter die Arbeit heute morgen nicht aufgenommen. Große Mengen von Schauerleuten und anderen Arbeitern kontrollieren die Schlepper und die Barkassen, die sonst dazu dienen, die Schauerleute an Bord der Schiffe zu bringen. Zahlreiches Schupo-Aufgebot beobachtet die Tausende am Hafen herumstehenden Arbeiter, die sich aber ruhig verhalten und die Lage besprechen. Die Schiffsmaklereien und die sonstigen Rebenbetriebe arbeiten weiter, ebenso fahren die Schleppdampfer zu den Wersten. Die in Frage kommenden Sektionen des Deutschen Verkehrsbundes haben für heute vormittag eine Versammlung vinberufen, in der eine weitere Aufklärung gegeben werden soll. Durch den Streik sind auch der 2lltonaer und der Harburger Hasen in Mitleidenschaft gezogen. Die protestierenden Bürgermeister bei Poincar6. Paris, 30. Sept. (TH.) Die 2lbordnung der Parlamentarier aus den Kreisen, deren Kreishauptstädte von ben Regierungsmaßnahmen hinsichtlich der Vereinfachung der Verwaltung und des Gerichtswesens und der damit verbundenen Abschaffung von Präfekturen unb Kreisgerichten betroffen sind, sprach heute bei Poincars vor. Die Aussprache dauerte fast eine Stunde. Sie führte jedoch zu keinem Ergebnis, und der Führer und Begründer der gegen die einschlägigen Regierungsmaßnahmen opponierenden Gruppe, der Abgeordnete Falcoz, erklärte beim Verlassen des Arbeitskabinetts Poincares, daß alle Anstrengungen, Poincarß zum Abweichen von seiner 2lbsicht zu bewegen, vergeblich gewesen seien. Poin- carö erklärte, die ganze Regierung habe beschlossen, sich streng an die Dekrete zu halten und jeden Abönderungsantrag unter Stellung der Vertrauen.) rage abzulehnen. Auf den Einwand, daß durch die unbeugsame Haltung der Regierung ein Sturz des Kabinetts heraufbeschwo- ren werden könnte, erwiderte Poincarö, es wäre seiner Ansicht nach nicht schwierig, ein anderes Ministerium der nationalen Einheit zu finden. Die Stabilisierung des belgischen Franken. ns 1-Okt- (WTB. Funkspruch.) Der Brusse.er Korrespondent des „Echo de Paris" berichtet, daß die belgische Regierung, Da es unmöglich sei, die französische Regierung zu einer famen Handlung hinsichtlich der .r Finken zu bewegen, sich entflossen habe, allein Die Stabuifierung ihrer Ehrung duichzuführen. Daraus erkläre sich d'e Anse des Schatzministers Francquis und ce; Gouverneurs der Rational ank, Frank, nach London. D.e Stabilst ierung(anteihe sei noch nicht abgeschlossen, aber man versichere, daß die emgeleUelen Verhandlungen sehr ermutigend seien. Aus aller Welt. Gegen die amerikanische Hctzfilme. Zu der Tatsache, daß in Neuyork wieder der gegen Deutschland gerichtete Hetzsilm „ Die a p o . kalyptischen Reiter" aufgeführt wird, wird mitgeteilt, daß die amtlichen deutschen Stellen im Auslande bereits seit längerer Zeit generell angewiesen worden sind, gegen die Aufführung dieses Films Schritte zu unternehmen. Im vorliegenden Fall ist ein solcher Schritt des deutschen Botschafters in Neuyork erfolgt. Der Film ist daraufhin „gereinigt* worden. Er enthält aber immernoch eine so scharfe deutschfeindliche Tendenz, daß weitere Schritte unternommen werden sollen. Es ist zu hoffen, daß der gegenwärtig in Paris tagende internationale Film- kongreß Beschlüsse faßt, die Derartige Filme überhaupt unmöglich machen. Dec Berliner 3uroelencäu6er. Der Juwelenräuber Hans Spruch ist von den Breslauer Kriminalkommissaren weiter sehr eingehend vernommen worden. Dabei teilte der Räuber mit, öafj er seine Freundin schon in Breslau kennen gelernt habe. Das Mädchen, das in Warschau geboren wäre, hat längere Zeit in Kattowih in der Familie ihres Onkels, der sich des besten Rufes erfreut, getebt und ist dann nach Breslau gegangen, wo sie auf die schiefe Ebene geriet. Als dann Spruch Nach Berlin übersiedelte, folgte ihm seine ©eliebte dorthin. Spruch bleibt dabei, daß lediglich er und Sonja Den Raub ausgeführt haben. Auf Grund dieser Mitteilungen hat die Breslauer Kriminalpolizei sofort alles getan, um der Jgnatiew habhaft zu werden. In Hindenburg hat sich ein Reisenden gemeldet, der von Breslau nach HindenbuU' mit einer auffallend hübschen jungen Frau mit schwarzem Lockenkopf gestern zusammen gefahren ist. In Breslau ist man der Ansicht, daß die Reisende möglicherweise mit der Sonja Jgnatiew identisch ist. Zuchthaus für einen EisenbahnattenkSker. Das Dessauer Schöffengericht verurteilte den 19 Jahre alten Gesellen Erich Schön, der gemeinsam mit einigen noch vom Jugendgericht ab* zuurteilenden Lehrlingen einen vorüberfahrenden eleftrijujen Güterzug mit Schotter st einen bewarf und dadurch das Zugpersonal gefährdet hatte, zu einem Jahr Zuchthaus. Das Gericht war der Ansicht, daß die vielen Anschläge der letzten Zeit eine rücksichtslose Anwendung des Gesetzes notwendig erscheinen lassen. 2lu$ der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 1. Oktober 1926. Die Jagd im Oktober. Die schwarzen Felder im Jagdwaffenpaß verschwinden mehr und mehr. Von Mitte des Monats an hat das meiste Wild Schußzeit. Rotwild steht anfangs des Monats noch in der Brunft. Jn Hessen haben Hirsch und Kahlwild Schußzeit, während in den anschließenden preußischen Landesteilen der Kahlwildabschuß erst mit dem 16. Oktober erlaubt ist. Die Hirsche sind stark abgekommen. Der Abschuß bei männlichem und weiblichem Rotwild erstreckt sich vor allem auf solche Stücke, die durch ihre Fortpflanzung Geweih- und Wildstärke ungünstig beeinflussen könnten. Vor allem aber sollte der ganze Abschuß sich in maßvollen Grenzen halten, damit die geringen Bestände des edelsten Wildes des deutschen • Waldes unseren einheimischen Forsten erhalten bleiben. Die Winterfütterung ist vorzubereiten. Da die Eichelmast in diesem Jahre keine Rolle spielt, ist für Beschaffung der notwendigen Mengen Kastanien, Ruben und Kartoffeln Sorge zu tragen. Damwild kommt für unser Gebiet für die freie Wildbahn kaum in Frage. Es tritt jetzt in die Brunft. Schußzeit und Dejagung wie bei Rotwild. Rehwild: Dem Rehwild, dem Hochwild unserer meisten Reviere, gebührt die ganz besondere hegende Pflege des Weidmannes. Seine Bestände hatten unter Krieg, Revolution, Inflation, Aasjägerei und Wilderertum au-ßerordentlich zu leiden. Diese Lücken wieder auszufüllen, die Bestände wie- . der aufzurich^en, muß die Hauptsorge des Weidmannes fein. Ein Rehstand wächst nur langsam heran, ist aber rasch vernichtet. Das sollten sich die verpachtenden Gemeinden viel mehr vor Augen halten, die häufig um einiger Mark höheren Pacht- erlöfes willen dem Jagdschinder vor dem wahren Jäger den Vorzug geben, um bald darauf ein wild- leeres und darum in feinem Wert herabgemindertes Revier ihr eigen zu nennen. Auch ist die Pachtzeit von sechs Jahren als zu kurz für eine wirkliche Aufbauarbeit, die doch auch durchaus im Interesse der Verpächter liegt, ungeeignet. Der Abschuß sollte grundsätzlich mit der Kugel und mit Auswahl erfolgen. Der Bockabschuß ist im allgemeinen erledigt. Starke Böcke werfen ab. Der Rickenabschuß fetzt in H e s s e n mit dem 16. Oktober ein. In den letzten zwei Jahren wurde er jedoch zur Schonung des Wildes auf den 1. November verschoben. Mit der gleichen Verord- nung ist für dieses Jahr zu rechnen. Jn Preußen hat Die Ricke noch Schonzeit. In den Teilen unserer Gegend, die zur Rheinprovinz gehören, ist die Rehjagd überhaupt geschlossen. Der Rickenabschuß sollte sich nur auf schwache Stücke, bekannte Altrehe, die mehrere Jahre kein Kitz führten, und weibliche Kitze erstrecken. Das letztere ist in Preußen aller- 1 dings nicht erlaubt. Wer wahllos auf der Treib- • jagd seine kitzführenden Altrehe abknallen läßt, schneidet sich nur ins eigene Fleisch und braucht keine Früchte einer Hege zu erwarten. Er lebt vom Kapital und nicht von den Zinsen. Ein einziger Schuß kann das Altreh zur Strecke bringen, mit ihm die Aussicht auf zwei Kitze im nächsten Jahr vernichten und gleichzeitig zwei mutterlose Kitze dem Winter zum Opfer bringen. Daran hat nur der Fuchs Freude. In einem pfleglich behandelten Revier müßte der wahllose Abschuß auf der Treibjagd ganz verschwinden. Manchem Jagdgast würde es eine Weidmannsfreude sein, ein bestimmtes Stück mit sauberem Kugelschuß zur Strecke zu bringen, anstatt Zeuge planlosen Massenabschusses zu sein. Erfreulicherweise hat die Hegeringbewegung, die gerade diese Anschauungen vertritt, auch bei uns Eingang gefunden. Der Hase hat ab 1. Oktober Schußzeit. Die Nachrichten aus Jägerkreisen über die diesjährigen Aussichten lauten sehr widersprechend. Man trifft noch viel knappe Hafen. Deswegen sollte auch der Abschuß im Oktober sich auf einzelne Hasen beschränken; die Suchjagd ist zu vermeiden, man schießt sonst zum großen Schoden der Jagd die alten, festsitzenden Satzhasen. Hühner haben, weiterhin Schußzeit, halten jedoch schlecht und streichen weit, wenn die Deckung auf den Feldern mit fortschreitender Ernte verschwindet. Bei dem kläglichen Resultat, das in vielen gang geklagt wird. Dasselbe gilt auch für die Eisen- Arbeiten einige Monate Sept. Die hiesige Ge - rückwirken wird, die allgemeine Beschäftigung der Industrie beeinflußt, ist jetzt noch nicht zu übersehen. meinde im kommenden Frühjahr die silberne Fachjournalisten die A.D.A.C.-Reichsfahtt 1926 Jubelfeier ihrer Wehr begeht. deutsches Fabrikat siegreich beendet hatte. Auf meinde werden bei den Beschäftigung haben. der der an- be- der —<5— Wahrend Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloßen. Für unverlangt emgesandle 7N a n u f k r ; p t e ohne belgesügkes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. 'Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richlen. der dritten Tagesetapve lollidierte er mit einem Telegraphenmast. Dabei tourte die Vorderachse verbogen und das Gestänge der Vierradbremse zerrissen. Die Qualitätsarbeit und das hochwertige Material des Presto-Wagens hielten aber auch in diesem Anprall soweit stand, lo daß Reinecke die letzten 660 km strafpunktfrei fahren konnte, obwohl der Magen nur mit ©c« triebrädern und Motor gebremst werden konnte. Preußen. Kreis Wetzlar. Aus dem Hüttenberg, 30.Sept, in den letzten Wochen die Preise fängniS verurteilt. Lus beiden Strafen wurde eine GesamtgefängniSstrafe von drei MonatenzweiWochen gebildet. Außerdem wurde auf Dienstentlassung erkannt, so daß seinem diesbezüglichen Wunsch, wenn er wirklich bestanden haben sollte, nunmehr entsprochen werden wird. SeMi-WWMMieigeli ersordern heute eine sorgfältige Textgebung und Satzausstatlung. Gute Satzlelslungen sind nur erreichbar, wenn die Anzeigen WM gem onWen werden. Der Annahmeschlutz für alle Anzeigen im Gießener Anzeiger entfällt auf den Nachmittag vor der Aufnahme. Empsehlungs- anzeigen müssen, se nach Umsang und Satzschwierigkeilen, zwei bis drei Tage vorher bestellt sein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Zeitaufwand gesetzle Empfehlungen Mi neu etswta Wlg! nahm 3 Mk. heraus. Auffallend ist hierbei, daß er, als der Bestohlene ihn wegen der Wegnahme des Geldes zur Rede stellte, seine Tat entschieden in Abrede stellte und den Bestohlenen sogar wegen falscher Anschuldigung seinem Vorgesetzten meldete. Das Gericht schenkte deshalb seiner Behauptung, er habe den Diebstahl nur begangen, um dadurch seine Entlassung aus der Reichswehr durchzusehcn, keinen Glauben und stand auch seinen angeblichen Selbstmordabsichten sehr ungläubig gegenüber. Hätte er wirklich diese Absicht gehabt, so hatte er ja sein Vorhaben bei einer anderen Gelegenheit aussühren können. Auch in der: Kreisen seiner Kameraden glaubt man nicht an die Ernstlichkeit seiner Absicht. Wegen dos einfachen Diebstahls wurde er zu vier Wochen verschärften Arrest und we?en des schweren Diebstabls i'.ntn: Annahme mildernder Um- stände zur Mindesistrafe von drei Monaten Ge- für Schlachtschweine eine bedeutende Steigerung erfuhren, ist bei den Ferkel- preisen das Gegenteil eingetreten. Ferkel Mitteln der produktiven . . . „ Zuschuß bewilligt. Die Erwerbslosen der Ge standsarbeit anerkannt. Der Gemeinde ist aus Erwerbslosenfürsvrge ein im Alter von 6 bis 7 Wochen, die vor einiger Zeit nicht unter 40 Mark zu haben waren, kosten jetzt 32 bis 36 Mark pro Stück, für 8 bis 10 Wochen alte Tiere werden durchschnittlich 40 Matt bezahlt. Der Rückgang der Ferkelpreise ist hauptsächlich auf das starke Angebot von Händlern und Landwirten zurückzuführen, dem nur geringe Rachsrage gegenübersteht. —Z— Aus dem Kleebachtal, 30. Sept. Der Ertrag der Kartoffelernte ist in unserer Gegend recht verschieden. Die beste Ernte bringt die meist angebaute „Industrie", nächstbeste ist die Sorte „Vater Rhein", die aber hauptsächlich zum Füttern verwandt wird. Bon den neueren Sorten wird die für unsere Gegend sehr geeignete „Preußen" gelobt, während die „Odenwälder Blaue" die Erwartungen nicht erfüllt hat. Der Preis beträgt zumeist 3—4 Mark pro Zentner. 00 Weidenhausen, 30. Sept. Die hiesige Gemeinde bildet mit der Gemeinde Vo lpershausen einen Gesamtschulverband. Wie schon im „Gieß. Anz." berichtet, ist von hier aus beantragt, diesen Gesamtschulverband aufzulosen und die hiesige Gemeinde zu einem Cigenschulverband zu ernennen. Der Genehmigung dieses Antrages stand bisher noch ein Hindernis entgegen: die vermögensrechtliche Auseinandersetzung zwischen beiden Gemeinden. Von der Auseinandersetzung werden betroffen das Schulgebäude, die Schulgrundstücke und die Schulutensilien. Obwohl das Schulgebäude im Grundbuch auf den Ramen der Gemeinde Volpertshausen eingetragen steht, sind sich beide Gemeinden doch darüber einig, daß auch die Gemeinde Weidenhausen sich seinerzeit bei dem Ankauf des Schulgebäudes anteilig beteiligt hat, in welchem Umfange, läßt sich jedoch heute nicht mehr feststellen. Die Gemeinde Volpertshausen hat daher der hiesigen Gemeinde nach einer vorausgegangenen Abschätzung des Gebäudes durch einen Bausachverständigen, der den Wert aus rund 10 000 Mk. schätzte, eine einmalige Abfindung von 4000 Mk. angeboten. I Die hiesige Gemeinde lehnte daü Angebot zu- I nächst ab, hat es jetzt aber doch angenommen, da sonst die Frage der Auflösung des Verbandes wegen dec strittigen Dermögensauseinandersetzung sich noch sehr in die Lange gezogen hatte. Die in der Gemarkung Volpertshausen belegenen Grundstücke sollen der Gemeind« Volpertshausen und die in der hiesigen Gemarkung belegenen der hie» I figen Gemeinde verbleiben. 3m Grundbuche ste» I hen auch die Grundstücke dementsprechend eingetragen. Die Echulutensilien sollen zu */s Volpertshausen, zu */5 Weidenhausen zusallen. Es ist also jetzt in jeder Beziehung eine Einigung zwischen beiden Gemeinden erzielt, so daß die Auflösung des Verbandes nur noch eine Frage von kurzer Dauer fein dürste. Zunächst beabsichtigt die hiesige Gemeinde den Schulunterricht in einem zu diesem Zwecke gemie.eten früheren Wirtshauszimmer ab» zuhalte'.'., das von der Schulaufsichtsbehörde be- - reits einer Besichtigung unterzogen und als Pro» visorium für gut befunden wurde. Später gedenkt sie ein neues Schulhaus zu bauen. Riederwetz, 30. Sepp Die wirtschaftliche Umlegung der Grundftücke der hiesigen Gemarkung kann im großen und ganzen als beendet angesehen werden, nachdem die Heb ergäbe der neuen Pläne an die Besitzer dieser Tage stattgefunden hat. Die Folgeeinrich- ungen (Aiisbau der Feldwege usw.) sollen, soweit ie noch nicht durchgeführt sind, noch in diesem Winter ausgefühtt werden. 3n Verbindung mit der Umlegung soll auch die Straße von hier über die Hvnbgmühle nach Wetzlar, die fast durchweg zu eng und den Erfordernissen des heutigen Verkehrs nicht mehr gewachsen ist, eine Verbreiterung erfahren. Es handelt sich hier um die Durchführung eines größeren Stra» henbauprojektes. für das der Kostenaufwand auf mehr als 50 000 Mk. geschäht wird. Es steht zu erwarten, daß das Projekt als Rotstandsarbeit anerkannt wird und den beteiligten Gemeinden Zuschüsse und Darlehen aus Mitteln der produttiven Erwerbslvsenfürsorge bewilligt werden. • Reukirchen, 30. Sept. Die hiesige Gemeinde hat den C&au einer Wasserleitung beschlossen. Mit den Schürfarbeiten ist dieser Sage begonnen worden. Es werden 3 ©tollen getrieben. Die Quelle ist im Distrikt „Lehrbuch" zwischen hier und Schwalbach belegen. Die Schürfarbeiten sind von dem Arbeitsnachweis als Rot- — um Mitternacht beginnend — durchgehend von 1 bis 24 bezeichnet werden, wie es bereits in fa't allen Ländern des europäischen Festlandes geschieht. Diese Maßnahme gilt also nur für die Dienstzweige der Deutschen Reichspost und für den Eisenbahnbetrieb. 3n den fDuftigen öffentlichen Derwaltungszweigen und im privaten Leven bleibt die hergebrachte Zählung nach Vormittagsund Rachmittagsstunden bestehen. ** Dienstjubiläum. Der Stadtbausekretär Kaspar Decker beim städtischen Tiefbauamt, Lahn- straße 3 wohnhaft, kann heute auf eine 40jährige Dienstzeit im Baubetriebe unserer Stadt zurückblicken. ** Geschäftsjubiläum. Die Firma Stück A.-G. in j) a n a u , Weinbrennereien und Likörfabriken, kann heute auf ihr hundertjähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß Haden verschiedene Firmen in Gießen ihre Schaufenster einer interessanten Dekoration unterzogen. ** Der neue Rektor der Landes- Universität, Professor Dr. Zwick, hat heute die Amtsgeschäfte des Rektorats übernommen. Seine Sprechstunden sind Montags, Mittwochs und Freitags von lli bis 12} Uhr mittags im Verwaltungsgebäude, Bismarckstraße 22. •• Der neue Fahrplan. 3n unserer heutigen Ausgabe veröffentlichen wir den neuen, ab 3. O ttober geltenden Fahrplan für die vberhefsischen Strecken, die anschließenden preußischen Hauptlinien und für die Kleinbahnen unseres Bezirks. Die Zusammenstellung der Heber- sicht war diesmal besonders schwierig, da die Reichsbahndirektion noch bis vor wenigen Sagen Aenderungen an dem Entwurf vornahm, die erfreulicherweise für unser Gebiet Verbesserungen der Zugfolge brachten. Wir hoffen, mit dieser I Aahrplan-Llebersicht unseren Lesern einen guten | Dienst zu erweisen. Eine weitere Zusammenstellung der Züge nach Ankunfts- und Abfahrtszeiten auf dem Bahnhof Gießen werden wir in unserer morgigen Ausgabe folgen lassen. Das Inkrafttreten des neuen Fahrplans macht es nach einer Mitteilung der Reichsbahn erforderlich, daß bereits am Samstag, 2. Oktober, einige Aenderungen im Fahrplan der Fernzüge vorgenommen werden. So fällt der D75 Frankfurt—Hamburg, ab 9 Uhr nachmittags von Frankfurt (Haupt- bahnhof), ab Gießen 10.18 Ähr abends, bereits am Samstag aus. Den Reisenden steht dafür der D 77 Frankfurt—Gießen—Hamburg—Altona- Magdeburg—Berlin, der um 11.47 Llhr abends in Gießen abfährt, zur Verfügung. *• Der Hauptgewinn der Gießener Pferdernarkt-Lotterie, bestehend aus einem dunkelbraunen Wallach mit Lauterbacher Wagen und Geschirr, fiel auf die Rr. 1916 nach Dodenhausen bei Mücke. Ferner fielen auf Rr. 8646 ein Pferd, auf Rr. 3147 und 8854 je ein Fohlen. Die sechs nächsten Hauptgewinne hatten der Reihe nach folgende Lose: Rr. 16 827, 11 338, 14 360, 6152, 5278 und 12 204. " Straßensperre. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten hat das Polizeiamt den Asterweg zwischen der Rordanlage und der Steinstraße für jeglichen Fuhrwerksverkehr bis auf weiteres gesperrt. ** Stenographen-Bezirkstag. Die diesjährige Herbsttagung des Bezirks Gießen des Heff.-Nasi. Kurzschrift-Verbandes Gabelsberger, der bekanntlich die Einheitskurzschrift pflegt, findet am Samstag, 2., und Sonntag, 3. Oktober in Wiefeck statt. Zum ersten Male ist mit dieser Tagung auch ein Mannschaftsschreiben verbunden. Die Mann- schasts- und Staffelschreiben find Neuerungen, die jetzt in den Stenographenvereinen eingeführt werden. Es fei auch an dieser Stelle nochmals auf diese interessanten Kämpfe aufmerksam gemacht. ** Englische Bergarbeiterfänger in Gießen. Am nächsten Sonntagnachmittag werden englische Bergarbeiterfänger unserer Stadt einen Besuch abstatten und In der Neuen Aula der Universität ein Konzert geben. Hiesige Gesangvereine werden bei dieser Veranstaltung mitwirken. Näheres in der heutigen Anzeige. •’ 24-Stunden-Zeit bei der Reichs- Post und der Eisenbahn. Amtlich wird gemeldet: Mit dem Inkrafttreten des nächstjährigen SommerfahrPlaneS werden im inneren und äußeren Sienftoerfebr bei der Deutschen Reichs- pvst und der Deutschen Reichsbahn die Stunden Zur Honjuntturbeurteilung. Die Messen der letzten Zeit hatten fast überall einen geringeren Umsatz aufxuweisen als die früheren Messen. Was das Geschäft an Umfang verloren, hat es aber anscheinend an Solidität gewonnen. Auf den letzten Meßen ist nicht mehr wie früher das gekauft worden, was man in spekulativer Uederjchät- zung etwaiger Konjunkturdesserungen zu kaufen für richtig fand, sondern nur diejenigen Mengen und Waren, von denen man bestimmt rechnen konnte, daß sie auch abgesetzt und bezahlt werden. Weiter war bemerkenswert, daß in fast allen Gcwerbezwei- gen der Hauptnochdruck auf gute Qualitäten gelegt wurde, während früher die billigsten Sachen mit schlechter Qualität bevorzugt wurden. Schließlich ist noch wesentlich, daß Preisdnickereien auf den letzten Messen nicht mehr in dem früheren Maße vorgc- kommcn zu sein scheinen, ein Beweis dafür, daß die Kalkulation jetzt wieder äußerst scharf durchgeführt wird. Insgesamt läßt sich also ein erfreuliches Anwachsen des Gedankens der kaufmännischen Solidität feststellen. Was den Beschäftigungsgrad angeht, so wird von vielen Industriezweigen noch sehr geklagt. Interessant ist, daß auch im Ruhrbergbau in der letzten Zeit eine rückläufige Bewegung zu verzeichnen ist; i so war z. B. in den ersten beiden Wochen des September ein Rückgang der Förderung zu verzeichnen, der die Förderung wieder unter Iulihöhe gebracht hat. In der Eisenindustrie war dieRoheisenerzeugung im August 1926 um über 100 000 Tonnen höher als im August 1925. Sonderbarerweise war aber die erhöhte Erzeugung der eisenschaffenden Industrie nicht eine Folge von stärkerer Beschäftigung in der verarbeitenden Industrie, ein Beweis dafür, daß die erhöhte Erzeugung — durch den englischen Streik be- I einflußt — großenteils ins Ausland gegangen ist. Die deutsche eisenverarbeitende Industrie ist zur Zeit nur zu rund zwei Drittel ihrer Erzeugungsmöglichkeit beschäftigt; bessere Beschäftigung melden nur Kessel- und Apparatebau, während in Eisenhochbau, Lokomotiv- und Waggonbau (der nur zu rund einem Drittel beschäftigt ist) sehr über schlechten GeschäftsRevieren in diesem Jahr erzielt wurde, dürste Scho- | nung am Platze fein, um bei günstigerer Witterung im nächsten Jahr beffere Ergebnisse ermatten zu dürfen. . „ Auch der Fasan bat Schuhzett. Er war vor dem Krieg« in vielen Revieren vertreten, hat aber nur in wenigen den Krieg und die Nachkrieasfahre überstanden. Erfreulicherweise haben verschiedene Revierinhaber mit persönlichen Opfern Fasanen wieder ausgesetzt. Sie werden naturgemäß noch an keinen Abschuß denken. Aber ebenso mußte feder anständige Nachbar, zu dem der Zigeuner Fasan verstrich, Hahn in Ruh halten und Michelsen, durch Schonung und Fütterung zunächst einmal wieder einen Bestand zu schaffen. Dor allem müssen umgehend die Fütterungen angelegt und beschickt werden, ohne die der Fafan in einem Revier nicht zu hatten ist. Er muß wissen, wo er etwas findet, wenn der Winter plötzlich eintritt. Dreschmaschmen- abfall ist dafür sehr gut geeignet. Spater kann Mais u.ä. geschüttet werden Die Ente wird auf dem Strich ober auf Dachen und Gräben auf der Suche geschossen. Die Waldschnepfe ist auf dem Zug nach : Süden. Sie streicht. Auch die Suche kann Weidmannsheil brinacn. Der Raubvoaelzug ist im Gang. Die Kröb?nhütte verspricht Erfolg. Der Fuchs ist im Haarwechsel. Gegen Ende des Monats trägt er den Winterbala. Dann bereitet fein Abschuß beim Treiben, auf Pirsch und Anstand ober am Bau viel Weibmannsfreude. Der Dachs ist feist. Er kann gegraben werden. Auch der Morgenanstand am Bau kann zum Erfolg führen. Hubertus. Gießener Wochenmarktpreise. Es kostete auf dem gestrigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 160 bis 180 Pfennig, Matte 35, Käfe (10 Stück) 60 bis 100, Wirsing 7 bis 12, Weißkraut 5 bis 10, Rotkraut 8 bis 20, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüb?n 10 bis 15, Spinat 20. Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grüne und gelbe) 30 bis 35, Unterkohlrabi 5 bis 6, Feldsalat 100, Tomaten 20, Zwiebeln 12, Meerrettich 40 bis 80, Kürbis 8, Kartoffeln 4. Aepsel 15 bis 30. Birnen 10 bis 15, Zwetschen 20 bis 25, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 100 bis 120; das Stück: Gier 15 bis 16, Blumenkohl 10 bis 150, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 20. Endivien 12 bis 20, Oberkohlrabi 3 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 50; daS Bund: Radieschen 12 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Dolks-Feuerbeftattunas-Derein: Palast-Lichtfpiele, Kirchenplatz, 5.30 Uhr nachmittags und 8.30 Uhr abends: Filmvorführung „Memento mott!" — D. H. C.: Eifenbahnhotel Hopfeld, Monatsverfamm- lung. — Rabfahrerverein „Fortuna": 8.30 Uhr, Vereinslokal, Monatsverfammlung. — V. f. B-, Alte Herren: „Poftkeller", Versammlung. — Der Gesangverein Harmonie-Gemütlichkeit begeht morgen, Samstag, abend im Katholischen Vereinshaus die Feier seines 80. Stif= iungsfestes. (Siehe Anzeige.) — Gin Reisefilm n Schnee und Eis von Südamerika" wird am Samstag und Sonntag in den Palastlichtspielen gezeigt werden. Kapitän Finck« aus Hamburg wird dazu den Vortrag halten. Näheres im Anzeigenteil. Kraftpost-Fahrplanwünsche ans Niederkleen. Aus Riederkleen wird uns geschtteben: Die Veröffentlichung des Winterfahrplanes der Kraftpostlinie Gießen — Riederkleen im »Gießener Anzeiger" hat den Einwohnern von Riederkleen und Dornholzhausen die unliebsame Tatsache gezeigt, daß an Werktagen die Mittagsfahrt von Großen-Linden nicht bis hierher, sondern nur noch bis nach Hochelheim geführt werden und auch die Rachmittagssahtt nach Gießen nicht ab hier, sondern ab Hochelheim gehen soll. Der Grund zu dieser Einschränkung dürste darin zu suchen fein, daß das Auto auf diesen beiden Fahrten bisher nicht so beseht war, wie es die Postverwaltung gern gesehen hätte. Es darf hierbei aber nicht übersehen werden, daß die Landwirte infolge der bisher in vollem Gange befindlichen Erntearbeiten weniger in die Stadt fuhren, als sie es im Herbst und Winter tun (z. D. wegen deö Absatzes ihrer Erzeugnifse, des Einkaufes von Kleidungsstücken für den Winter usw.). Will bei der jetzigen Fahrtlegung ein hiesiger Einwohner vormittags nach Gießen fahren und nachmittags wieder zu Hause fein, so muh er trotz der bestehenden Postauto- verbindung die Rückreise von Gießen mit der Dahn nach Langgons antreten und von dort den Weg zu Fuß zurücklegen, und das oft noch auf Wegen, die im Herbst und Winter bei ungünstigem Wetter kaum paffierbar sind. Genau so verhält es sich in solchen Fällen, in denen jemand nachmittags eine Angelegenheit in Gießen zu regeln hat; er muh entweder mit der ersten Fahrt frühmorgens nach Gießen fahren, den ganzen Sag in Gießen bleiben und abends zurückfahren, oder die Hinfahtt nachmittags von ßanggönS aus mit der Dahn bewerkstelligen. Daß eine auf so ungünstige Weise für die hiesigen Einwohner sich auswirkende Fahrplanänderung nicht fördernd sein kann für die Benutzung der Linie an Sonn- und Feiertagen liegt auf der Hand. Die Post- verwaltung sollte daher in Erwägung ziehen, ob sie nicht aus Billigkeitsgründen die Fahrten in dem bisherigen Umfange auch für die Gemeinde Riederkleen weiter bestehen lassen sollte. und Stahlwareninbustrie; in den Hauptsitzen rheinischen Stahlwareninbustrie ist die Zahl Unterstützungsempfänger doppelt fo hoch wie in deren Gegenben bes Rheinlanbes. Relativ gut schästigt ist die elektrotechnische Industrie. In chemischen Industrie ist die Beschäftigungslage verschiedenartig. Während für pharmazeutische Erzeugder schwerste Autozuverläf,igkeitswettbewerb, der je gefahren worden ist. Erneut bewiesen auf der . . j . 1 Reichsfahrt die teilnehmenden Presto-Wagen, «JlHltSCICVtÖJt (St^nCtle daß, wie scharf die Konkurrenz auch fein mag, . ™ . rc.- - • * und welche Anforderungen an das Fahrzeug- 0ieß en, 29. Sept, ©in Angehöriger der material gestellt werden mögen, Presto sie erfüllt Reichswehr wollte einem Kameraden S-rne dessen 5 Presto-Wagen waren in Braunschweig am Mstole abkaufen. Da d.eser srch nicht barnitf Statt, 5 Presto-Wagen erreichten nach 2320 km einließ, entwendete er chm die Waffe. Angeblich ga$rt bag Reichsfahtt-End'icl Düsseldorf. Rei- wollte er damit Setostmord begehen, wurde aber ^cke und Huth, beide auf Presto, beendeten die durch das. Dazwischentrtten anderer Kameraden Aeichssahrt strafpunktfrei, erhielten den Preis daran gehindert Da es ihm in der Folgezeit bei [n der allgemeinen Wertung, fernir den Preis der Reichswehr nicht mehr gefiel und er an- für Regelmäßigkeit und den A.D.A.E.-Pokal mit nahm, daß ein Gesuch um Entlassung nicht geneh- goldener Medaille. Presto erhielt ferner den migt werden würde, entschloß er sich, tote er be- zweiten Team-Preis des A.D.A.E. und den stäuptet, eine strafbare Handlung zu begehen, um Robert Dosch-Team-Preis. Reinecke-Magreburg bestraft zu werden und dadurch ferne Entlassung denselben Presto-Wagen, mit dem er die M erreichen. Er öffnete deshalo das Spmd eines Oesterrcichische Alpen'ahtt 1925 als einziges Kameraden mittels eines fattchen Sch.ussels und deutsches Fabrikat siegreich beendet hatte. Aus R a u b o r n, 30. . . „ meinde hat die wirtschaftliche Zu- ... ~ „ - ... t fammenrequng der Grundstücke be- und °°r allem sur St>ckst°ft der Absatz ,-hr gut schlossert. Die D-rmessungsaibeiten sind feit einiger ; wird stört gelingt über Absatzruckgang ,m Färb. Zeit im Gcmae. ftoffgefdjaft, bas besonbers leibet unter dem Dum- 9 ‘ ping der Vereinigten Staaten, bie sich selbst nicht Kreis Biedenkopf. genug über bas Dumping anderer Staaten beklagen T Waldgirmes, 30. Sept Dom nächsten können. In sämtlichen Industriezweigen, bie mit bem Montag ab fährt das Postauto viermal Baugewerbe zusammenhangen, ist die Lage nicht täglich zwischen Wetzlar-Waldgirmes erfreulich. In den sogenannten Konsuminbustrien und einmal biS Frankenbach und zurück. Der (Konfektion, , Mühlen, Autobetrieb Gladenbach-Rod he im Backereiaewerbe usw-) scheint sich m der letzten Zett 'wird eingestellt Es liegt jetzt an den Ar- eine Hebung des BSschafttgungsgrades anzubahnen, heitern, ob das Unternehmen Wetzlar-Wald- Dasselbe giü oon b«r Textilindustrie Sehr be- girmes beibehalten wird. Allerdings ist die klagenswert ist, baß der Ausfall der Ernte früher Wochenkarte für 4 Mark von hier nach Wetzlar gehegten Erwartungen nicht zu entsprechen scheint, ein Opfer. unb baß die Verschuldung der Landwirtschaft starke ' M-lSgirm-s, 30 Sest 3« 6«m »on S°N»^-m°cht^-lt.^ hier erstatteten Bericht über l^n Än glucks - (j$ °ieff°ch Zusammenhang mit dem englischen L°1!r C » ? - TO „ „ Jn « iS S B-rgarbeU-rstr-lk geigen, ist also eine grundlegende brr ^cl18c^ Belebung zum Besseren im Durchschnitt der g?,am- ” ,r“'cP6™ sichren, tzndern habe eme (en deutschen Wirtschaft bisher noch nicht ,e tzu- Geschwindigkeit von etwa 40 Kilometer gehabt. atIem j t „ nickt aelunaen bie Akt vie- Dre Kurve habe er nehmen önnen ledoch sei chm Handelsbilanz burchzuhalten; sie ist wieber in der Kurve Schlauch und Mantel ^es linken geworben, trotzbem wir eigentlich einen Aus- ■gmtmabeS geplatzt wodurch das Auto ms ^Überschuß von mindestens 3 Milliarden Mark Zedern serret und aus den Acker^r. J^r im Jahre haben müßten. Wie bie fortschreitenbe OSagen Jet aoet: mit ^gener Kraft n<^ Wetz ar J^,h„szeit, die natürlich auf viele Saifongeroerbe ff n -. » n rückwirken wird, die allgemeine Beschäftigung der in"5Industrie beeinslusft, ist setz, nach ni« Lerschen. mit un'erer Meldung vom 23. September. Die Klärung des Vorganges muß hiernach den zu- NSUSk ständigen Stellen überlassen bleiben. jm 1069-Meter-LaufeN. Kreis Wcfterbnrq. Paris, 30. Sept. (WTB.) Heute nachmittag CO Westerburg, 30. Sept Gelegentlich der wurde im Stadion Colombes bei Paris der Welt - diesjährigen Herbst-De;eg.er-cnverfammmlung der r e k o r b im 10 0 0. M e t e r ° L a u f e n von bem Freiwilligen Feuerwehren des Franzosen Martin in der Zeit von 2 Min. 264 Kreises Westerburg erstattete Kreis- Sekunden geschlagen. Der Weltrekord, den der Brandmeister Heinze «'nen Bericht über das Schwede Lindgren hielt, betrug bisher 2:28g. verflossene Halbjahr der Feuerwehrfache. Daraus I _________________________________________ _ ging hervor, daß im Kreise zur Zeit 30 toeidlüulidtcd Feuerwehren bestehen; neu hinzugekom- men ist die Wehr von Berzhahn in Stärke Presto — Der Re.chsfahrtsleger. von 45 Mann. Cs wurde beschlossen, die nächste | Reben der Oesterreichischen Alpenfahrt 1925 Frühjahrsvers ammlung zu einem Bezirks fest die von Reinecke (Magdeburg) auf Presto geht Wallmerod auszugestatten, da diese Ge- Wonnen wurde, war nach dem Urteil bekannter 06758 Pension Brsndl« Neuen Pftne 22 II. 8010V ist doch der beste 7735a MMtie leiW, J) 7639c wie Gießen, den 1. Oktober 1926. G3 nehmen. 8022c Der Vorstand. ■ ff Fi [cfiufifiaus GIESSEN wüntchl. 8045 D Mäusburg 12 Telephon 210 liliire Fräiti» Jet in derbem {“einen?1 ©“?Aal" °?l0?rer 1926 darf wegen Seuchen- gesucht. 06731 kleinem Hauöhati. gefahr nicht stallfinden. 80431) Der Magistrat. ^Verschiedenes gesucht. 06751 j Inserieren bringt Gewinn Hausfrau BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER Meta v. Klipstein Melie Umpfenbach Umtausch alter Rasierklingen (bis au! Weiteres) MBiniumwu SrfasSideTsrf 5). Schön, Schlosiermetsier. Rat und Auskunft über alle Fußleiden Separater Beratungsraum iinTrnmiiinjiiiLiii,.riiiHiin'iii1,iiiii...miiiimi Am 30. September entschlief sanft nach längerem Leiden unserlieberNeffe Dr.julius Stahl Prof. a. D. am Realgymnasium. verein zröhlichkeit Gießen Morgen abend: Kneipe mit altem Herrenabend. Vollzähliges Erscheinen dringender- Die Wanderer. Am Sonntag, den 3. Ott.. Din. 9 Uhr; Absahren am SchüücnbanS. Näher, heute Abend, lgnctpe. 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Wir bitten unsere Mitglieder, recht zahlreich an dieser Vcr- anualtung iciUu- für den Verkauf unserer mit ersten Preisen prämiierten Futterkalk- Fabrikate „Vollkraft“ gegen höchste Provisionen gesucht. ES kommen nur Herren in Frage, welche bet der Vandkundschast beitens etnge- führt und an intensives Arbeiten gewöhnt sind. Futterkalkwerk.Vollkraft" Naumann & Herrmann, Lelpslg-Blockaa, ^Elocfraaer Straß» 91. 8020A kostenlos Keinerlei Kautzwang iTHTff ff orm jrnwMVffrrr/^MTTi imm Näheres in der Geschäftsstelle d. Gien. Anzeigers. 06753 WA s. meine Svenglerei und Jnstallanons- gefchäft per sofort QtktttBl Sonntag, 3. Okt., abends 8 Uhr: Milieii- 3nUmmentunft bet K. Boller, Sa möiag, 2.10., 8.30: Gastwirtschaft Bök, Zaiserallee. 06745 IwecksGründung ein.OrtsgruppeGietzen des SttWl WM werden alle Deutschen aus den Provinzen Ost- und Westpreuhen, Posen und Schlesien gebeten, sich am Sonnabend, d. 2. Oktober, abends 8 Uhr, im Gasthaus Hindenburg einzufinden. 06668 Der Einberuser: Prof. Specht. 1879-1820 Morgen Samstag abend S Uhr: (OThJtnOMlü. bei Alterskamerad Fischer. „Hotel Viktoria". 06759 Der Vorstand. Todes-Anzeige. Nach langem schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied heute nachmittag 3 Uhr mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel 9err Jakob Keiner, SthaHner i. R. im 51. Lebensjahre. Im Namen der tieftrauemden Hinterbliebenen: Christiane Keiner. Wieseck, Gießen, Mudersbach, 30. Septbr. 1926. Die Beerdigung findet Sonntag, den 3. Oktbr., nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Komblumen- straße 3, aus statt. 8042D ji1 Henkels SehenerpfdverÄ ■ MkZM «ääS ■ tamn v. 1846. Sonntag, ö. 3. ßtt: Vormittags 9 Ubr tn der Turnhalle: Wetturnen um den T.-C - Wanderpreis Nachm. 1.15 Ubr WH- Verbandsweitspiele auf dem emc Waldsportplatz. T-- V. 1860 Bad- Nauheim II T.-B. 1846 (Sieben II. Nachm. 2.30 Ubr. 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SchoSl’s Fusspflege - System || J gibtdurch seine vielseitigen auf wissenschaftlicher Grundlage auf- M gebauten Heilbehelfe rasche und dauernde Hilfe. M Gesangsvorträge englischer Bergarbeiter Sonntag, den 3. Oktober, nachmittags 3l/2 Uhr, in der Neuen Aula der Universität Konzert u. Gesangsvorträge englischer Bergarbeiter sowie von Gesangvereinen aus Gießen und Umgegend Abends 8 Uhr im Gewerkschaftshaus, Schanzenstr. Ansprachen deutscher u. englischer Kollegen Eintritt ä Person 50 Pfennig.--Es laden ein: Allg. Deutscher Gewerkschaftsbund (Gewerkschaftskartell). — Allg. freier Angestelltenbund. — Allg. Deutscher Beamtenbund. I. A.: Otto Ottilie. Einer der besten Fuß-Spezialisten vom Dr. Scholl-Inslitut hält Samstag, 2., Montag, 4., und Dienstag, 5. Okt. Sprechstunden in meinem Geschäftslokal ab und gibt Arbeitsvergebung. I Zum Anbau der Oberrealschule zu | Grünberg werden die ßrb«, Maurer-, Steinmetz-, Zimmer-, Dachdecker-, Spengler-, Schmiede-, Kanalisations-, Jnstalla- tionsarbeiten und die Trägerlieferung zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Angebotsvordrucke, Zeichnungen und Bedingungen liegen vom Montag, den 4. Oktober d.J., auf der Kreisbauverwaltung, Zimmer N. 18, offen. Angebotsoordrucke werden daselbst sowie auf der Bürgermeisterei Grünberg, solange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, zu dem am 11. Oktober d.J., vormittags 10 Uhr, auf der Kreisbauverwaltung stattfindenden Der- dingungstermin einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. 7993C Gießen, den 28. September 1926. Kreisbauverwaltung: Cella rius. Wir suchen redegewandte Herren mii^ tadel-Umaangsformen z. Vertrieb der Protss-Hausgeräte (Slcmeus-Sckuckcrt Erzeuaniffe) anPrtoaikundfchaft f. sofort u. später neuen Fixum und Provision. Herren, sie tmStaubsangcraeichäst durchaus bewandert sind, haben Aussicht aus leltendeStellung.SchrtfiLBewerbun- aen m.Btlda ElektrotechnikG m.b.H. vertrieb der protos-Hausgeräte L Franksurta.M.iI 13431)Kaiserstr.42 Beerdigung in der Stille. 06752 Möbl. Zimmer sofort aefuchi. Buch- bändig. Dr. Mever, Seliersweg 89 ««»D Gesucht ab 1. Nov. oder früher ein oder zwei unmöblierte Zimmer in ruhiger ^age (evtl. 9J-*onfnrbe). Schrtftl. An geb. unter 8041V an den G>en. Anz. zStehsnLngbdvtej Vmslsjlsßer Xur Me Sennteg bin ich su ipreohen. Früher Fran d. Dr. A. Groß gL Handlinlen-Deuten Sffik p.n.un Kranill. Venen BÄne 22 II« Äl KEIN TOß/WAStifMIT PERFLOR Selbsttätige Seifenpulver bleichen wohl, machen aber mit ihrer Schärfe die Wäsche dünn und löcherig und Ihre Hände wund. Mit Seifenflodken bleibt trotz mühselig» sten Reibens die Wäsche grau und fleckig. 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Genügt schon dieser kurze Ueberblick, um den Türken die große Freundschaft mit den Franzosen in recht einseitigem Lichte erscheinen zu lassen, so haben sich in der allerletzten Zeit peinliche Zwischenfälle gehäuft, die den Schlagschatten merklich verstärken. In seinem vielbeachteten Briefe an den Präsidenten C o o l i d g e batte Clemenceau darauf hingewiesen, daß man in der Kriegsschuldenfrage Frankreich nicht so behandeln könne, wie es vielleicht der Türkei gegenüber angebracht wäre. Mit wohl zu verstehender Empfindlichkeit hat die türkische Presse auf diese unhöfliche Entgleisung des „Tigers" heftig reagiert, der anscheinend nicht imstande sei, eine Unterscheidung der heutigen „freien neuen Türkei" mit der Türkei der Kapitulationen unter den Sultanen zu treffen, doppelt schmerzlich, daß man eine solche Behandlung gerade von Frankreich erfahre. Ieht hallt die gesamte türkische Presse vom „Lotuszwischenfall" wider, als Reaktion auf die Art, wie die öffentliche Meinung in Frankreich eine rein juristische Angelegenheit zu einem ernsten politischen Zwischenfall aufgebauscht und im antitürkischen Sinne gehässig aus- genuht hat. Der französische Dampfer „Lotus" brachte vor einigen Wochen den türkischen Dampfer „Bos-k..rt" bei einem Zusammenstoß unweit Smyrnas zum Sinken, wobei sieben türkische Untertanen ums Leben kamen. Der veraittwort- liche Offizier der Lotus, Kapitän De sm o ns, wurde daraufhin bei seiner Ankunft im Hafen von Konstantinopel verhaftet und dem zuständigen türkischen Gerichte überführt. Eine Kundgebung der Seeleute in Marseille und eine großangelegte französische Pressekompagne führte dann gewisse Hochspannung in den diplomatischen Beziehungen beider Länder herbei. Poincarö berief den türkischen Botschafter Fethi Dey zu sich und Roten flogen hin und her. Inzwischen war der französische Kapitän gegen Stellung einer Kaution frei gelassen worden, und unter dem Drucke der diplomattschen Intervention erklärte sich Angora bereit, den Streitfall dem Haager Schiedsgerichtshof zu unterbreiten, ohne jedoch die Zuständigkeit des türkischen Gerichtes anzutasten. Der Prozeß «ahm seinen normalen Verlauf und endete in den letzten Tagen mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten für den französischen, von fünf Monaten für den türkischen Kapitän, da beider Verschulden festgestellt wurde. Beide befinden sich auf freiem Fuße und dem französischen Kapitän wurde sogar gestattet, die Heimreise anzutreten. Die türkische Delegatton für die Haager Verhandlungen wird in b$n nächsten Tagen unter Führung des Iustizministers Mahmud Essad Bey abreisen. Es handelt sich vor allem darum, daß das Haager Gericht darüber entscheidet, ob die Türkei auf Grund des neuen türkischen Strafgesetzes, das dem italienischen nachgeblldet ist, berechtigt ist, fremde Staatsangehörige wegen Vergehen im Auslande (der Zusammenstoß geschah außerhalb der Hoheitsgrenze) vor ein türkisches Gericht zu stellen, wenn dabei türkische Staatsangehörige ums Leben tarnen. Die Art der Behandlung des Falles von feiten Frankreichs hat insofern hier äußerst verstimmend gewirkt, da es nicht um Anspielungen an die frühere Zeit der Kapitulationen fehlte, in der fremde Staatsangehörige in der Türkei nur denKonsulargerichten unterstanden. Peinlich überrascht war man sodann, daß der französische Admiral Degouh in der Zeitung „Excelsior" bei der Besprechung des Lotus- zwischensalls noch einen weiteren Streitfall öffentlich ausgrub, indem er darüber Klage führte, daß die Türken planen, die an den Dardanellen zum Sinken gebrachten Kriegsschiffe zu heben, vor allem den „Bo uv et", der die Leichen von 600 französischen Matrosen in sich berge. Er bezeichnet das als eine Art von Grabschänderei, die bezeichnend sei für die „otto- manische Mentalität, die gegen die französische Kultur noch um einige Iahrhunderte im Rückstände fei". Die türkische Presse bringt daraufhin Beispiele dafür, daß Frankreich durchaus nicht so pietätsvoll mit fremden Soldatengräbern umzugehen pflege. Äurg, man sagt sich auf beiden Seiten offen die Meinung und es tverden den Türken inzwischen Wohl gründlich die Augen darüber geöffnet sein, was sie von der oft bedungenen französisch-türkischen Freundschaft zu halten haben, von der der Pariser „Figaro" so rührend schreibt: „Das türkische Volk liebt Frankreich als seine geizige Mutter, die gegenwärtig vielleicht als einzige Ration eine uneigennützige Freundschaft für die Sürfei empfindet. Frankreich hofft, daß Angora seine Polittk der ruhigen Höflichkeit bald wieder aufnehmen wird". Dabei sei hier offen anerkannt, daß die türfifebe Regierung, ganz im Gegensatz zu dem französischen Verhalten, von Anfang an eine höflich gehaltene Mäßigung an den Tag gelegt hat in dem Bestreben, den an sich traurigen Zwischenfall in einer den Gefühlen und der Ehre beider Rattonen entsprechenden Weise zu lösen. Die Abkühlung der französisch-türkischen Freundschaft hat sich feit langem schon in seinen Folgen in mehrfacher Richtung bemerkbar gemacht. Die über 30 französischen Schulen Konstantinopels (zumeist französische Ordens- und Kongregattonsschulen), die die Hauptträger der Verbreitung des französischen Gedankens sind, klagen längst über eine sich stetig vermindernde Schülerzahl. Trotz der beim sinkenden Franken günstigen Konjunktur geht der französische H a n - d e L relativ zurück und Frankreich sieht sich von längst überholt geglaubten Konkurrenten überflügelt. So ist es nur zu verständlich, wenn bei der letzten Feier des französischen Rationalfestes im Iuni der französische Grsandtschaftsvertreter De Druyere in bewegten Worten Klage darüber führte, daß immer größere französische 25 Jahre Vereinigung für hessische Airchengeschichle. Die Vereinigung für hessischeKirchengeschichte, der zur Zeit 370 Mitglieder, zumeist aus dem geistlichen Stande beider Bekenntnisse angehören, rann in diesem Iahre-aus ein 25jähriges Bestehen und auf eine äußerst erfolgreiche Tätigkeit zurück- blicken. Aus diesem Anlaß hatte sie für Montag nachmittag zu einer Hauptversammlung nach Friedberg, dem Gründungsorte, eingeladen. Im Saale des Predigerseminars fanden sich Mitglieder und Freunde in sehr stattlicher Zahl ein. Prälat D. Dr. Diehl (Darmstadt), der Dor- siyende und Mitbegründer der Vereinigung, hieß die Gäste herzlich willkommen, besonderen Gruß entbot er den Vertretern der Behörden und be= freundeten Verbände, vor' allem Präsident Dr. Dernbeck vom Landeskirchenamt, Geheimrat Pros. D. Dr. Krüger (Gießen) von der theologischen Fakultät der Landesuniversität, Archivdirektor Dr. Dietrich (Darmstadt) vom hessischen Staatsarchiv, und Universitätsbibliotheksdirektor Dr. Ebel (Gießen), der den Ober- hessischen Geschichtsverein vertrat. Dann gab Prälat D. Dr. Diehl die Glückwunschschreiben befamrt, die in größerer Zahl eingelaufen waren, u. a. auch von dem bekannten Züricher Kirchenhistoriker Prof. Dr. Walter Köhler, dem früheren Dozenten für hessische. Kirchengeschichte an der Landesuniversttät in Gießen, der zu den Mitbegründern der Bereinigung zählt und sich um die Forschung auf dem Gebiete der hessischen Kirchengeschichte große Verdienste erworben hat. Den Reigen der Glückwunschansprachen eröffnete Präsident Dr. Dernbeck (Darmstadt), der die Grüße der Kirchenregierung überbrachte. Er würdigte die grundlegende Bedeutung der historischen Forschung für die theologische Wissenschaft und überreichte der Bereinigung in Würdigung ihrer Verdienste ein Geldgeschenk zur Förderung der Bestrebungen. In Vertretung des am Erscheinen verhinderten Dekans der Gießener theologischen Fakultät übermittelte Geheimrat Pros. D. Dr. Krüger deren Glückwünsche. Der Redner, der der Vereinigung selbst von Anfang an zugehört, würdigte die Bedeutung Walter Köhlers, der a/s Lehrer in Gießen einst dem älteren Geschlecht, das heute kirchengeschichtlich arbeUe, das wissenschaftliche Rüstzeug gegeben. Es sei zu bedauern, daß nicht auch die jüngere Generation in die hessische Kircheugeschichte eingeführt werden könne. Die Fakultät, die den Bestrebungen der Vereinigung ganz besonders sympathisch gegenüber stehe, würde es daher begrüßen, wenn die empfindliche Lücke ausgefüllt und wieder ein Lehrauftrag für hessische Kirchen- geschichte erteilt werden könnte. Archivdirektor Dr. Dietrich (Darmstadt) beglückwünschte für hen Historischen Verein für Hessen, die Historische Kommission für Hessen, das Staatsarchiv und den Verband der Geschichts- und Altertumsvereine. Der Historische Verein blicke am heutigen Ehrentage mit Stolz auf seine Tvchtergründung, die in 8 starken Bänden ihrer „Beiträge zur hessischen Kirchengeschichte" eine Fülle von Forschungsarbeit niedergelegt habe. Der Historische Verein könne seine Glückwünsche nicht besser zum Ausdruck bringen als durch die Ernennung von Pros. Dr. Walter König (Zürich) zum korrespondierenden Mitglied und von Prälat D. Dr. Wilhelm Drehl zum Ehrenmitglied, welch letzterer dem Historischen Verein seit 36 Iahren angehöre und sich um die hessische Geschichte, besonders auf dem Gebiete der hessischen Kirchen- und Schulgeschichte unschätzbare Verdienst« erworben habe; er wolle nur auf die von Diehl verfaßten Standartwerke „Hassia sacra“ und „Die Schulordnungen des Großherzogtums Hessen" Hinweisen. Direktor Dr. Ebel grüßte für den Oberhessischen ®e- schichLsverein, der sich allzeit innig verbunden fühle mit der Arbeit, die die kirchen- geschichtliche Vereinigung geleistet habe und rwch leiste. Der Redner wies vor allem auf die Bedeutung der OrjsgesHichte hin, eines Gebietes, auf dem sich die Bestrebungen der Vereinigung und der heimatgeschichtlichen Vereine eng berühren, und sagte bereitwilligst die Hilfe der Universitätsbibliothek zu, die freudig ihr reiches ortsgeschichtliches Material der Heimatforschung zur Verfügung stelle und auch Anfragen jederzeit gern beantworte. Prälat D. Dr. Diehl dankte für alles, was der Vereinigung zum Gruß gesagt worden war, unh für die ihm zuteil gewordene Ehre, die er als eine Ehrung der Vereinigung betrachte und ihn mit Stolz erfülle, knüpften sich bod) die schönsten Erinnerungen seines Lebens an seine Tätigkeit im Historischen Verein. Den Festvortrag hielt dann Prälat D. Dr. Diehl über das Thema „25 Iahre Arbeit aus dem Gebiete der hessischen Kirchengeschichte“. In übersichtlicher Darstellung gab der Redner Rechenschaft darüber, was die Vereinigung in den 25 Iahren ihres Bestehens geleistet hat. Die Arbeit ist vielseitig und eindringend getoefen. Dadurch, daß der Redner die einzelnen Arbeiten einrahmte in größere Zusammenhänge, wurde der Vortrag äußerst anschaulich und fesselnd. Was an wissenschaftlichen Forschungsergebnissen aus den Zeiten des Mittelatters, der Reformationszeit, des Pietismus in der obengenannten Zeitschrift nieder- gelegt ist, wurde eingehend gewürdigt, dabei auch mancher Gießener Forscher ehrend genannt. Der Ueberblick zeigte, daß es seit dem Iahre 1901, mit dem eine neue Epoche in der kirchen- geschichtlichen Forschung begann, erfreulich vorwärts und aufwärts gegangen ist, daß die Gröhe des Erfolges erst dann richttg er mellen werden kann, wenn wir Vergleiche mit anderen Ländern anstellen. Aber, so führte der Redner aus, die Arbeit sei noch nicht am Ende, sie müsse Wetter Fortschritte machen. Roch manche Quelle sei auszuschöpsen, so z. B. die alten Kastenrechnungen, die bei uns in Hessen zumeist mit dem Iahre 1555 beginnen und für die Familien-, Orts- und Kulturgeschichte reiches Material liefern. Auch mangele es noch an Arbeiten auf dem Gebiete der hessischen theologischen Gelehrsamkeit. Aus der Zeit des Mittelalters fei noch manches nachzuweisen über die Herkunft her Pfarreien, wie auch das große Gebiet der Geschichte einzelner Gemeinden und einzelner Theologen noch wenig beackert sei. Auch die Geschichte der theologischen Parteien sei verlockend, ebenso wie die vollständig vernachlässigte Geschichte des 19. Jahrhunderts; es sei eine dankbare Aufgabe, einmal Klarheit über die Zeit des Ra- ttonalismus zu bekommen. Die Ausführungen des Vorsitzenden, die nicht nur Tatsachen über geleistete Arbeiten, sondern auch reiche Anregung boten, wurden mit dankbarem Beifall ausgenommen. Freudigen Widerhall fand auch die Mitteilung, daß Prälat D. Dr Diehl seine unter dem Titel „Evangelische Bewegung und Reformation im Gebiet der heutigen hessen-darmstädtischen Lande" zum hessischen Reformationsjubiläum herausgegebene Festschrift der Vereinigung für hessische Kirchengeschichte zur Feier ihres 25jährigen Bestehens gewidmet hat. Das Thema „Die kirchliche Inventarisation in Hessenund ihr Ertrag" behandelte dann der Leiter dieses bedeutsamen Unternehmens, Archivrat Dr. Fritz Herrmann vom Staatsarchiv in Darmstadt. Wie der Redner ausführte, handelt es sich um die Inventarisierung der kirchlichen Akten und Urkunden, die in der hessischen evangelischen Kirche nun zum Abschluß gekommen, während die katholische Kirche noch nicht soweit sei. Die Anregung zu dem Riesenwerke ist 1904 von der Vereinigung ausgegangen, die an das Oberkirchenamt die Ditte richtete, die Pfarrarchive aufnehmen zu lassen, einmal zur Sicherung der Bestände, dann aber auch, um ihre Benutzung zu ermöglichen. Die Anreger fanden beim damaligen Ober- konsistorium und der Landessvnode Verständnis, ebenso bei der jetzigen kirchlichen Leitung, die es ermöglichte, das begonnene Werk trotz der großen Kosten zu Ende zu führen. Bei Beginn Äretf« öaö (6 bereis eine empfindsame Minderung der französischen Kolonie in Konstantinopel singe- treten sei. Oderhessen. Landkreis Gieße« ch Alten-Buseck, 30. Sept. Mit Wirkung vvm 1. Oktober tritt Lehrer Ludwig Schmidt von hier in den Ruhestand. (Ein geborener Friedberger, besuchte er von 1881 bis 1884 das Seminar seiner Heimatstadt und wurde dann nach vorübergehender dreijähriger Wirksamkeit in einigen Orten der Wetterau als Schulvikar nach 2Men°Duseck versetzt, wo er bald darauf definitiv angestellt wurde. Mehr als 42 Jahre hat er im Dienst der Volksschule gestanden, und beinahe vier Jahrzehnte hat er segensreich in unserer Gemeinde gewirkt. Als Vorsitzender des Schulvorstandes hatte er allezeit das Wohl un* ferer Schule und damit unserer Heranwachsenden Jugend im Auge. Zu seinem vorläufigen Nachfolger wurde Schulverwalter Fay ernannt, der die beiden letzten Jahre an der einklassigen Schule in Göbelnrod tätig war. • Lumda, 30. Sept. Am 6. Oktober kann der älteste Bürger unseres Ortes, Peter Seng II., in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag begehen. t Grünberg. 30. Sept. Der Bestand an Hasen und Feldhühnern in unserer Gemarkung läßt sich jetzt ungefähr übersehen. Die im Frühiahr gehegten Erwartungen auf einen guten Bestand haben sich leider nicht erfüllt. Das nasse Frühjahr hat den Jung- Hasen sehr geschadet, aber auch bei den Ernte- arbeiten ist mancher Hase durch Sense und Mähmaschine zu Schaden gekommen und infolgedessen eingegangen. Das Rebhuhn hat ebenfalls durch die Witterungsunbilden, aber auch durch Raubzeug schwer gelitten; nur selten kann man eine schwache Kette feststellen. Durch das Verschwinden der Hecken und vträucher bei der Feld- bereinigung ist gleichfalls mancherlei Schutz für das Wild verloren gegangen, so dah auch hieraus ein Teil des Verlustes zurückzuführen ist. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 30. Sept. Der wichtigste Tagesordnungspunkt der gestrigen St a d t - verordnetensihung betraf die Beschlußfassung über Einrichtung eines Eltern- heirates an der hiesigen Volksschule. Zur Teilnahme an der Verhandlung war auch der Schulvorstand eingeladen. Am Vorabend der Sitzung hatte bereits eine von der sozialistischen und der kommunistischen Partei ein- berufene Versammlung stattgefunden, in welcher Lehrer K n o ch aus Kleinauheim über diese Frage sprach. In der Stadtverordnetensitzung sprechen der Kommunist Bautet und der Vertreter der Sozialdemokratie, Raute, sich entschieden für die Einführung aus, während namens des Zentrums Stadtv. Morsch e l, namens der Deutschen Volkspartei Stadtv. Werner, und namens der Deutschnationalen Partei Stadtv. Dr. Rompf gegen die Einführung sprechen; auch der Beigeordnete Dr. Leuchtgens bekannte sich als entschiedener Gegner. Der Lehrerrat der Schule hat sich bereits früher mit der Sache befaßt und mit 25 gegen 3 Stimmen einen ablehnenden Beschluß herbeigeführt, einen gleichen Beschluß der Schulvorstand mit 9 gegen 3 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen. Stadtv. Rektor Koch stellte einen Vertagungsantrag mit der Begründung, vorerst in anderen Städten Erkundigungen über die dort gemachten Erfahrungen einzuholen und die Sache nicht kurzerhand abzulehnen. Dr. Rompf stellte den Antrag auf Ablehnung des Eltern- Beirats und Einführung von Elternabenden. Rach längerer Aussprache wurde der Vertagungsantrag mit 14 gegen 12 Stimmen angenommen. — Mit dem Um» und Reubau eines Flügels am hiesigen Bürgerst o f P i t a l ist in diesen Tagen begonnen worden. Das im Jahre 1910 mit einem Kostenaufwande von über 300 000 Mk. erbaute Krankenhaus, das mit allen neuzeitlichen Einrichtungen versehen ist, genügt in seinen Raumverhaltnissen rächt mehr den Anforderungen, da es nicht nur vr»n den Bewohnern unserer Stadt, sondern auch i^n der weiteren Umgebung in Anspruch genommen wird, und so hat sich die Vergrößerung und der Dau eines zweiten Operationssaales alS mtbebingt notwendig erwiesen. Die Kosten sind auf ca. 200 000 Mk. veranschlagt und werden von dem städtischen Armensonds bestritten. Auf das Ausschreiben der Arbeiten für den Bau haben sich 51 Firmen gemeldet: dre Vergebung find entsprechend den Angeboten erfolgt. Bei der Nachprüfung der Angebote durch das Stadtbauamt hat sich nun ergeben, dah bei 18 Firmen Re chensehler Vorlagen, und zwar bei einigen Firmen genau in der Höhe von 1000 Mk. Die Stadtverwaltung beabsichtigt daher, sich gegen solche Auswüchse des Vergebungswesens zu schützen, und zwar soll in den Ver - gebungsb e d i n g u n g e n die Bestimmung aufgenommen werden, daß in Zukunft Angebote, in denen bei der Rachprüfung Rechenfehler fest- gestellt werden, als nicht abgegeben zu betrachten sind. Es erhalten also in solchen Fällen Handwerker, auch wenn sie die Wenigstsordern- den sind, nicht den Zuschlag. Kreis Büdingen. 0 Büdingen, 30. Sept. Die Anhänglichkeit der alten 'Sü Dinger Pennäler an unser schönes Städtchen ist geradezu ohne Beispiel. Diese Anhänglichkeit ergibt sich wohl aus der Romantik, die über unser liebliches Tal ausgebreitet ist. und aus der wundervollen Ratur- schönheit der ganzen Gegend. Diese innige Treue der alten Pennäler zeigte sich wieder deutlich beim 325jährigen Jubiläum unseres Wolfgang-Ernst- Gymnasiums am 31. Juli und 1. August, worüber wir seinerzeit ausführlich berichteten. Hier sei noch darauf hinge- wiesen. daß die hauptsächlichsten Teile der Festfolge von alten Pennälern ausgeführt wurden. Es sei vor allem gedacht der unermüdlichen Tätigkeit des Schriftführers des Festausschusses, des Studienrats Dr. Kurt Becker zu Büdingen, der die unenyehliche Menge der Schriftstücke erledigte und die Hauptsache bei den Anordnungen des Festes leistete. Weiter sei gedacht der Vorträge dos Posaunenchors durch ehemalige Schüler unter Leitung von Pfarrer Kalb- heim bei der Einweihungsfeier der Gedenktafel für die gefallenen Angehörigen des Gymnasiums. Daneben sei noch hervorgehoben die treffliche Komposition des „Soldatengrabes" . von Hugo Zuckermann und des „Gesangs seliger Geister" von August Roesch en durch Geheimerat V o l ck m a r. Beide Chöre hatten eine tiefe Wirkung. Auch die beiden Redner bei dieser Feier, Pfarrer Lenz- Ortenberg und Justizrat Lamberts- München-Gladbach sind alte Düdinger Pennäler. Letzterer hat 1 000 Mk. für die Schülerbibliothek gestiftet. Ebenso sind der Prediger beim Festgottesdienst (Pfarrer Schäfer) und der Leiter des großen Festkom- merses im Stern (Oberforftrat Hofman n-Büdingen) frühere Schüler des Gymnasiums. Die Düdinger sind stolz auf ihre alten Pennäler. „ ?" Ridd a, 30. Sept. Sowohl hier, wie in der ganzen -Umgebung hat die Aepfelwein- felterei eingesetzt. Der Ertrag der Aepfel- bäume ist bedeutend größer, als sichs vermuten ließ, weil die Früchte sehr groß sind und gut füllen. Für Schüttelobst zahlt man 12 bis 14 Mk. pro Doppelzentner, einen Preis, der nur unwesentlich den des Vorjahres mit seiner reichen Ernte übersteigt. Der neue „Hohenastheimer", den heiße August- und Septembersonne gesüßt, dürste seine Vorgänger an Güte weit übertreffen. Im allgemeinen haben die Aepfelweinwirtschasten noch Vorräte aus dem Vorjahre. Der Verbrauch an Aepfelwein ist in den letzten Jahren stark zurück- gegangen. Bier und Wein werden bevorzugt. Bad-Salzhausen. 30. Sept. Die früher Schulzsche Villa ging zum Kaufpreis von 16 000 Mk. in den Besitz eines auswärtigen Arztes über. Dieser beabsichtigt, sie in ein Heim für erholungsbedürftige Kinder umzuwandeln, die während des ganzen Jahres hier Unterkunst finden können. Kreis Schotten. _L Ober-Lais, 29. Sept. Am Sonntag Mnb hier ein Bezirkstag der in der Kriegerkameradschaft „Hass ja" zusammengeschlossenen Kriegervereine des Bezirks Ridda statt. Die Tagung, die recht gut besucht war, wurde von dem Vorsitzenden des hiesigen Kriegervereins, Otto Ries, eröffnet, worauf der Vorsitzende des Bezirks, Oberjustizinspektor Geiger (Ridda), die Leitung der Versammlung übernahm. Dieser gab zu- va§ große Würfelte!. (Martina Wilemar.) Roman von Franz Iader Kappus. 4. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Lange blieb Ernst Wilemar mit seinem Kneifer beschäftigt. Endlich fragte er: „Glaubst du, daß das sein muh? Oder willst du in ein Bureau, weil du und Kreuth —" Er räusperte sich. Merkwürdig belegt hatten seine legten Worte geklungen. „Weil ihr trotzdem heiraten wollt und sonst vielleicht zu wenig zum Leben habt?" Ueberrascht hob Martina die Hand. ; „Deshalb, Papa", sagte sie dann. Der Vater nickte ohne ein Wort. Nickte ein zweites, ein drittes Mal. Immer tiefer sank sein Kops herab. Zuckend liefen seine ausgespreizten Finger über den blanken Schädel. Leise stöhnte er aus. Mit großen Augen schaute Martina aus den Vater. War das der Widerstand, den sie befürchtet hatte? War das der Versuch, sie Benno abspenstig zu machen? Nein, hier saß einer und litt. Hier blutete einer, weil er nicht raten, nicht helfen konnte. Vielleicht durch seine Schuld. „Papa!" Martina wollte auf den Vater losstürzen. Im selben Augenblick traten die Mutter und Lily in das Zimmer. Sofort durchschaute Lily die Situation. Und sie lächelte: „Was meinst du dazu, Papa? Martina will sich selbständig machen." „Was willst du?" fragte Frau Julie. Sie hatte eine Zeitung in der Hand. Nur langsam tarn ihr Blick von dem bedruckten Papier los. Verwundert fiel er endlich auf Martina. „Dich selbständig machen?" „Man will sich beruflich betätigen", erklärte Lily. „El klingt vielleicht schöner." „Es ist mein fester Entschluß", bestätigte Martina. Und sie legte sich die Worte zurecht, mit denen sie ihren Standpunkt erklären wollte. Einfach und ruhig mußte gesagt werden, wie sie sich ihre Zu- kunsr dachte. Nichts sollte beschönigt, nichts ver- ^chww^en werden. Unerschütterlich stand alles in Doch niemand fragte mit einem Wort. Den Kopf zwischen den Händen, brütete Ernst Wilemar vor sich hin. lieber ihre Zeitung hinweg starrte Frau Julie ins Leere. Emsig widmete sich Lily ihren Fingernägeln. Auf einmal begann die Mutter zu lächeln. Es mar ein unwirkliches, fernes Lächeln, das der Welt ihrer Gedanken entsprang. Und lächelnd fragte sie: „So schlecht steht es mit uns?" Langsam gingen ihre Augen von einem zum anderen. Als niemand antwortete, schüttelte sie den Kopf. „Ich glaube nicht, daß es so schlecht mit uns steht." IV. Zum drittenmal hatte Benno von Kreuth im Exzelsiorhotel vorgesprochen. Endlich war er empfangen worden. Direktor fBrattmann zeigte sich vollkommen im Bilde. „Ja; mein lieber Kriegskamerad Schlettow hat mir telephoniert." Aber schon zuckte er bedauernd die Achseln. „Leider kann ich nichts für Sie tun: wirklich — bei bestem Willen nicht!: Er deutete auf den Schreibtisch. „Sehen Sie, lauter Bewerbungsschreiben hochqualifizierter Herren, Diplomingenieure zu Dutzenden." Und er fragte, wie Kreuth sich das überhaupt denke. Was verstünde er von Tapeten, Lincrusta und Linoleumkitt? Was könne ein ehemaliger Offizier von diesen Dingen verstehen? Kreuth versicherte, daß er sich schon einarbeiten würde; kommerziell sei er übrigens kein Neuling. Voll und ganz habe er in der Verkaufsabteilung der „Awag" feinen Mann gestellt. Aber Direktor Brattmann wehrte hartnäckig ab. „Einarbeiten — jetzt, bei den Zeiten? Nein. Darauf können wir uns nicht einlafsen. Dazu ist die Zeit zu ernst." Mit schweren Gliedern stieg Kreuth die Treppe hinab. In der Halle setzte er sich in einen Korbstuhl. Schweiß stand ihm auf der Stirne. Kaum fünfzig Mark hatte er noch in der Tasche. Der November ging zu Ende. Nirgends blinkte ein Lichtstrahl. Von unheimlichen Mauern war die Welt umgeben. Da trat ein geschniegelter, blutjunger Herr auf ihn zu. „Schwarzkopf." Kreuth fühlte eine weiche, kraftlose Hand in der seinen. Süßliches Parfüm schlug ihm entgegen. Rasch gefaßt, nannte er seinen Namen. „Von — von Kreuth? Gut. Sie waren bei Brattmann. Hoffnungsloser Fall. Hätte ich Ihnen schon nächst einen ausführlichen Bericht über den HenrPtverbandStag in Bingen. Sodann wurde die Tagesordnung — meist geschäftliche Dinge — erledigt. Die geplante Anschaffung eines Lichtbilderapparates für den Bezirk Ridda soll vorerst noch unterbleiben. Eine längere Aussprache brachte die für 1927 vorgesehene Rheinfahrt Es wurde die Ansicht vertreten, dah inindestens zwei Tage für diese Fahrt vorgesehen werden mühten. Die endgültige Entscheidung darüber soN aus dem nächsten Bezirkstag in Ranstadt gefällt werden. Die Tagung war umrahmt von schönen Liedvorträgen des Gesangvereins „Sieberf reu nb“ und von Musikstücken der hiesigen Kapelle. — Tlnterseibertenrod, 30. Sept. Von alters her grast auf unseren Gemeindefluren die Schafherde des Dorfes. Mit dem Abschluß der diesjährigen Weideperiode verschwinden in un (crem Dorfe die Schafe, denn durch die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft und die billige Einfuhr von australischer Wolle gestaltet sich die Schafzucht so unrentabel, daß Weideslächen nicht mehr zur Verfügung gestellt werden können und hierdurch diese ehedem bedeutungsvolle Zucht hier ausstirbt. Kreis Alsfeld. = Ober-Ohmen, 30, Sept. Tlnser junger Volksbildungsverein tritt demnächst mit einer Gewerbeschau „Messer, Gelbguß, Flachs und Webstuhl", den vier typischen Vertretern der Ober- Ohme r Hausindustrie i in 5. und 6. Jahrzehnt des vorigen Iah rhunderts, auf den Plan, um den Bewohnern von Ober-Ohmen und Tlmgegend Gelegenheit zu geben, sich mit den Einzelheiten! dieser hochentwickelten Industrie vertraut zu machen. Gezeigt werden Geräte und Werkzeuge, Rohmaterialien und die fertigen Produtte in ihrer Mannigfaltigkeit, alles Sachen, die der heutigen Generation unbekannt sind dadurch, dah der rapide Aufschwung der Großindustrie die hausindustrielle Tätigkeit verdrängte. ch L e h r b a ch, 29. Sept. Am heutigen M i ch e l s t a g werden die hiesigen Gänse zum letztenmal nach altem Herkommen auf die Weide getrieben. Es war in diesem Jahr wieder eine stattliche Zahl von nahezu 300 Stück. Ohne dem Fehler des Eigenlobes zu verfallen, kann man doch sagen, daß sich unsere Gänse durch ihre Qualität auszerchnen, was vor allem auf die züchterischen Bemühungen einiger Einwohner zurückzuführen ist, die besonders wertvolle Rassen halten, nicht zuletzt auch auf die guten Weideverhältnisse und die Sorgfalt des Hirten, der sie aussührt und ihnen zumal im Herbst nach Abern tung der Getreidefelder die nahrhaftesten Weideplätze aussucht. Als Hüterlohn erhält er für eine Gans 50 Pf. und für je Met dazu; einen Laib Brot oder den entsprechenden Geldwert. Starkenburg. Darmstadt, 30. Sept. In Reinheim int Odenwald entgleiste heute vormittag infolge falscher Weichenstellung ein G ü t e r z u g der Kleinbahn Reinheim—Reichelsheim. Menschenleben wurden nicht gefährdet, aber zwei Güterwagen schwer beschädigt. Der Sachschaden ist groß. — Vergangene Rächt wurde ein Radfahrer von einer Autodroschke in der Wilhelminenstrahe angefahren und schwer verletzt, wahrscheinlich wurde ihm der Brustkorb eingedrückt. Der Führer der Autodroschke l e gte den Schw erverlehten an den Randstein desBürgersteigs und fuhr davon. Der Verunglückte wurde später auf» gefunden und ins städtische Kranlenhaus gebracht. WSR. O f f e n b a ch, 30. Sept. Das Befinden der gestern vormittag von ihrem früheren Bräutigam Valentin W ö r n e r in einem Hutladen niedergeschossenen Verkäuferin Lina Schmidt aus Fechenheim hat sich etwas gebessert, so daß Hoffnung besteht, das Mädchen, das die einzige Ernährerin ihrer Mutter ist, am Leben zu erhalten. Wörner hatte seit sechs Jahren ein Verhältnis mit dem Mädchen und war seit zwei Jahren mit ihr verlobt. Von ihrem ersparten Gelbe hatten sich die jungen Leute bereits für 2000 Mark Möbel angeschafft. Vor 'einiger Zeit lernte nun die Schmidt einen anderen jungen Mann kennen, der ihr besser gefiel, woraus sie die Verlobung auflöste. Wörner nahm sich dies so zu Herzen, daß er sich einen Browning das erstemal sagen können." Schwarzkopf beugte sich zurück und musterte den andern aufmerksam. „Schön. Wenn Sie wollen: ich kann Sie brauchen." Eines der schläfrigen Augenlider zugekniffen, wartete er. „Wollen Sie?" Kreuth fragte beklommen: „Darf ich wissen, worum es sich handelt?" „Sprechen Sie französisch?" „So gut wie deutsch. Ebenso englisch." „Kein Bedarf. Nur französisch ist wichtig. Das imponiert bn unten." Schwarzkopf verzog das blaffe, in den unteren Partien bläulich schimmernde Gesicht. Mühsam verhielt er das Gähnen. „Könnten Sie morgen antreten?" Kreuth wollte seine Frage wiederholen. Aber Schwarzkopf sagte eilig: „Einen Moment." Er lief zum Portier und wies nach dem Speisesaal, wo eben eine junge Dame mit einem Herrn verschwunden war. Der Portier tuschelte etwas. Schwarzkopf lachte. Dann nahm er einen Stoß Depeschen in Empfang. „Unerhört," sprach er zu Kreuth, eines der Telegramme zwischen den Fingern. „.Paillasse* ist um- gefallen! Nicht einmal auf Platz ist das Biest gekommen. So werden die Rennen in Nizza geschoben." Eifrig studierte er die übrigen Depeschen. „Herr Schwarzkopf!" rief eine Stimme von rückwärts. Ueber die Schultern sagte Schwarzkopf : „Servus, Iszo. Sofort." Er wandte sich wieder Kreuth zu. „Schrecklich. So geht das den ganzen Tag. Und ein Mensch soll das leisten. Und alles ohne Sekretär." Flüchtig blickte er auf. „Also — wollen Sie Sekretär bet mir werden?" Tausend Gedanken wirbelten Kreuth durch den Kopf. Der Mann flößte ihm Abscheu ein. Ohne Zweifel: der zählte zu der übelsten Sorte; war wahr- fdjeinlid) selber einer von da unten, wo französische Sprachkenntnis imponierte. Und von dem sollte er Geld nehmen, dem sollte er bei seinen zweifelhaften Geschäften behilflich fein? „Sie überlegen sich's bis morgen mittag, ja? 3d) stehe um elf auf," sprach Schwarzkopf; „kommen Sie am besten um elf, damit ich nicht verschlafe." Er rückte an feinem Hut und faßte den schwarzen Ungarn, der ihn früher angerufen hatte, unterm Arm. „Mach' ich nicht, lieber Freund, mach' kaufte und dann seine Braut und sich zu erschießen beschloß. WSR. Dieburg, 30. Sept. Im benachbarten M ü n st e r wurde der neunjährige Sohn des Eisenbahnbeamten Beck von einem schwer beladenen Kartoffelwagen überfahren und so schwer verletzt, daß er kurz nach seiner Einlieferung in das Dieburger Krankenhaus verstarb. Rheinhessen. WSR. Worms, 30. Sept. Zu der schweren Bluttat in der Judengasse, wobei ein aus Darmstadt stammender junger Mann namens Kreß von dem Arbeiter Karl Diegi erschossen wurde, werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Die Verhaftung des Täters führte gleichzeitig auf die Spur einer Diebesbande, die aus dem Karl Diegi und drei Komplizen bestand, die ebenfalls verhaftet wurden. Diegi genießt einen sehr schlechten Ruf, befaßte sich schon seit Jahren mit keiner ehrlichen Arbeit und war schon mehrmals wegen Cinbruchdieb- stahls zu längeren Freiheitsstrafen verurteilt worden. Er wohnte bei seinem Bruder Georg als Untermieter, bezahlte aber nie einen Pfennig Miete, weshalb dieser beim Wohnungsamt auf Räumung klagte. Am Dienstag besuchte nun Kretz, der mit Georg Diegi befreundet war und ihn öfters besuchte, diesen wieder. In seinem Deisein teilte der ältere Diegi seinem Bruder den polizeilichen Bescheid mit, daß die Wohnung leer gemacht werden müsse. Daraus bedrohte dieser seinen Bruder mit Totschietzen. Bewaffnet mit Revolver und Prügel schlug er auf seinen Bruder ein. Als er dabei^ Kreß hinter einer Glastür stehen sah, schoß er mit den Worten: „Du muht verrecken" eine Kugel auf ab, die ihn in den Kops traf. Der Anglückliche war sofort tot. Der Bruder des Mörders sprang in seiner Angst aus dem Fenster, während der Mörder hinter ihm her schoß und dabei die Fensterscheibe zertrümmerte. Der Verbrecher stürzte wie besessen mit dem Revolver auf die Straße und bedrohte noch andere Leute mit der Waffe. Ein herbeigeeilter Polizeiwachtmeister schlug ihm schließlich mit seinem Gummiknüppel die Schußwaffe aus der Hand und nahm ihn fest. Bei der Gegenüberstellung mit seinem Opfer benahm er sich außerordentlich frech und schrie, daß, wenn er aus dem Gefängnis herauEme, auch sein Bruder und dessen Frau daran glauben mühten. Wirtschaft. AG. fürKohleverwertung, Essen. Wie der DHD. zuverlässig erfährt, ist gestern vormittag in Essen durch das Kohlensyndiral die neue „Aktiengesells chaft für Kohleverwertung" gegründet worden. Die Gesellschaft tritt vorläufig als Studiengesell- schäft mit einem Rominalatti-enkapital von 60 000 Rm. in Kraft, das bereits in spätestens drei Monaten auf 6 0 Mill. R m. erhöht werden soll. An der endgültig zu gründenden Ge- sellschaft werden die Zechen im Verhältnis ihrer Quoten am Kohlensyndikat beteiligt fein. Im Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft werden die bekannten Führer der rheinisch-westfälischen Kohlenindustrie sitzen. Cs ist anzunehmen, daß die Vereinigte Stahlwerke A.-G. als größter geschlossener Block innerhalb des Kohlensyndikates auch in dem Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft durch Generaldirektor Dr. V ö g l e r vertreten sein wird. ** D i e Reichsindexziffer für di e Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „Sonstiger Bedarf") ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats September mit 142,0 gegenüber dem Vormonat (142,5) um 0,4 Prozent zu- Sm hygienischen Spülungen nur das ungiftige, entzündungswidrige, keimtötende Chinosol! Verlangen Sie in Apotheken und Drogerien kostenlosen Prospekt mit Anwendungsvorschriften . ich um feinen Preis der Well! Mer die andere Sache —" Mit einem Gruß schritt Kreuth aus der Halle. So weit mar man also. Endlid) winkte eine Möglichkeit — und man hatte Bedenken. Eine Tür öffnete sich — und man wollte sie zuschlagen. War das richtig? Mußte man nicht zugreifen mit beiden Händen? Geld bedeutete immerhin Geld, Brot bedeutete Brot. Niemand bekümmerte sich heute darum, woher es kam. Das Messer an der Kehle war ein stärkeres Argument, als rebellierendes Ehrgefühl. Erst mußte man einmal Boden unter den Fußen haben. Dann würde man ja sehen. Keinem flog die Lebensstellung zu. Es war ein Uebergang. Fest mußte man sich vornehmen, daß es ein Uebergang blieb. Man wollte die Augen schon offen haben und keine Gelegenheit versäumen. Und dann: Adieu, Herr Schwarzkops! Benno von Kreuth überquerte den Mkanischen Platz. Auf dem Anhalter Bahnhof wollte er Martina anrufen. Die Worte brannten ihm auf den Lippen. Tag um Tag hatte es ja geheißen: „Noch immer nichts." Aber jetzt konnte er sagen: „Eine Aussicht, Liebling." Seit Wod)en hatte er von diesem Augenblick geträumt. Nun war der Augenblick da. Nein, sagte sich Kreuth im letzten Moment. Er zwang seine Erregung nieder und sprack) die gewohnte Formel in den Apparat. Bis morgen mußte sich Martina gedulden. Man durfte sie nicht beunruhigen und vielleicht hinterher entttäuschen. Mancherlei war noch zu klären. Vielleicht verlangte Schwarzkopf Unmögliches. Vielleicht bot er einen Bettel als Gehalt. Vielleicht suchte er nur eine andere Art Kammerdiener. Zuzutrauen war ihm alles. Und noch etwas war da. Da unten. Nicht mih- zuvsrstehen war der Sinn der zwei Worte. Wahrscheinlich reifte Schwarzkopf da unten herum und kam nur gelegentlich nach Berlin. Alles Blut schoß Kreuth in die Schläfen. Nelle Gefahren standen auf. Goch schon der nächste Augenblick schob sie beiseite, und nur die Empfindung blieb: Fort non Martina! Fort aus der Stadt, in der sie lebte, atmete, sich bangte. Auf einmal schwankten die Häuser der Ko- niggrätzer Straße. Wie lockerer Sand war der Asphalt der Gehsteige. (Fortsetzung folgt.) erfuhren. Dörsenwrle. rückELngen. Die Ausgaben für bte Ernährung haben sich trotz weiteren Anziehen- der Preise für einzelne Nahrungsmittel infolge des starten Rückganges der Kartoffel- und Gemüsepreisc ver- mini^rt. Die Bekleidungsausgaben haben gleichfalls nachgegeben. Die Heizungskosten hingegen sind durch den teilweisen Niedergang zu den Winterpreisen für Hausbrandkohle leicht gestiegen. Die Wohnungsausgaben smd unverändert Mblrebe^ _ * a m t (t c Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 09 September berechnete Grohhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem 22. September mit 126.7 unverändert geblieoen. Bon den Hauptgruppen haben die Industrie- stosse geringfügig lauf 124.1) nachgegeben wahrend die Agrarerzeugnisse keine Veränderung 17 160’ v och murr »daß 95,4 1 156.0' 156.2' 172 143.5 144.25 120,25 ; 125 45,75 157,75 186.5 165 163 W 123,5 158,12 155,25 294’ 124 17.2 47.25 219.75 139.75 230,25 158,5 138' 201,5 91.9 86 162.5 158.5 >54' 97,9 201,5 91,25 86 89 105,5 131 I 94,62 287.75 | 120 i 125.5 164,75 153,7* 97 288.12 , 120 50 121.5 165,5 120.2' 163' 156,5' 232' 140.5' 235' 161* 141 138 8.3 137.25 8.5 16.9 46,5 , 136.25 198.75 91.75 84.9 158,25 95,5 86 153.5 171 168.75 135.5 143,75 56 72.5 116.62 159 155 162 1 159: 68, 131,25 130 I 171' 136,5' 146,75 59.5 72,5 120' 163 | 157,5 95.5 56,25 3 181,5 835 105 199 | 91 I 85 27.5 । 43,25 ' — I 17 1 38.3 154,5 । 95.5 57 | 3.1' 180.5 85 102.5 1661 161 163,51158.75 1 154,5' , 170.25 I 168.25 | 135,5 144 57 25 70.5 117 158.75 156 68,75 4»/e Zolltürken 8*/o Koldmenkaorr • . • Berliner Handelsgesellschaft. Commerz, and Privat-Bank Darmst. und Nalioualbank . Deutsche Bank......... Deutsche BeremLbank • . . . DiLconto Louunandit . . . Metollbank........... Mitteldeutsche Lreditbcmk . . Oefterretchische LreditanstaU. DttNsch-Luxembnrg Telsennrchener Bergwerke. . Harvener Bergbau Äaltoerfe Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln .... Lmrahütte....... Oberbedarf Phönir Bergbau . Kbeiostahl........... Riebeck Montau...... Lellos Bergbau...... vereinigte Stahlwerke A.-G- Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ... Theramischc Werke ÄlbtU . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzuiann ...... Anglo-Lont.-Guano..... Chemische Mayer Alapin . . ä. ®. Farbenindustric, A.-G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung........ RütgerSwcrke........ Scherdcanstalt......... Sllg ElekrrtzitätS-Gesellschaft Bergmann . . Mamkraftwerke ....... Schurken Siemens k HalSke ..... Sdlerwerke Klcyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenüaedt uRtfi tritt.......... . Motorenwerke Mannbeim frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Metallgcselllchast Frankfurt. Pet. Union Ä--G. . . . . . Schlldiabrik Herz • • . . . Sei.............. stoss Waldhof...... crsabrik Frankeuthttl .. ersabrik Waabäutrl • . * 159.25 I 162,75 157.5 1 - 107.75 137 138.75 219.2' | 230,75 139.5 140,5- 232 | 135,2* 169 | 171,7* 97.5 , 160.1'2 161,9’ 143.25 144 137 ' - 8,75 । - 131.5 132.5 Frankfurt a-M- Berlin Schlutz-I Nur» 1 t-Uhr- Rur» schlug!«nsaug Kur» Ruro Datum: 30. 9. ] 1.10. 30. 0. j 1. 10. 5»/o Deutsche ReichSanleibe • 4»/n Deutsche RcichSao leihe . 6.5075 0.5025 0.5075 0.495 ".5125 0,4975 8l/i°/n Deutsche ReichSan leihe y/0 Deutsche Rcichsan leide . Deutsche Svarprämtenanleihe 0,495 0.68 0,292 0.495 I 1 1 0.49 0.645 0.3 0.4925 0,65 4«/g Prcuhische KonsolS • . . — 0,49 0,495 4% Hellen........... — — _ _ DeuriÄ'e Wertb. Dollar-Aul. 98 - 99,9 - bto. Doll.-S»av-Awretlug.’> — — Berliner Börse. Berlin, 1. Oft. Die Aktivität der deutschen Chemie- und Eisen-Industrie, die in der neueren -Zeit mit immer großzügigeren Projekten hervorgetreten sind, die als letzte Tat den Abschluß der internationalen Aoh- stahl-Gemeinschaft ergeben hat, löste heute nach Lleberwindung des Ultimos an der Börse eine Hausse aus. Don dem Auftrieb wurden habet nicht nur Chemie- und Montan aktien ergriffen, sondern auch Elektrowerte, Schiffahrtsaktien, heimische Renten und eine Anzahl Spezialpapiere und Beben- werte. Kursgewinne von 4 Prozent und darüber gehörten zu den durchschnittlichen Besesti- gungen. In wilden Sprüngen gingen Bankaktien in die Höhe, und zwar in erster Linie die Provinzwerte, dann erst die Aktien der Berliner Großbanken, die bekanntlich schon eine erhebliche Kurssteigerung hinter sich haben, aber trotzdem heute neue Rekordturse verzeichneten. Bayerische Hypotheken-Aktien-Bank Plus 12 Prozent, Bayerische Dereinsbank plus 9 Prozent, Berliner Handel plus 12 Prozent. Darmstädter Bank zogen auf 235 Prozent an, um damit an der Spitze sämtlicher deutschen Bankaktien zu bleiben. Die Hausse wurde auch dadurch nicht beeinträchtigt, daß am Ge ldma rkte die Nachfrage nach Tagesgeld noch recht stark iit und mit 6,5 Prozent und höher gehandelt wurde. Selbst die Nachricht, daß in Hamburg ein wilder Hafenarbeiter st reif ausgebrochen ist, trat hinter den Hoffnungen der Börse auf den Gebieten der Schwerindustrie, der Kohlen-, Chemie- und der Farben-Industrie zurück. Im Devisenverkchr waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 30 Scptbr. 1. Oktbr. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briet (Selb Brief Amst.-Rou. 167,98 168,40 167,92 168,34 Buen-AireS 1.714 1,718 1,716 1,720 Brll-Autw. 11,44 11,48 11,38 11,42 Chrisiiania. 91,82 92,04 91,85 92,07 Kopenhagen 111,38 111,66 111,35 111,63 Stockholm - HMngforS 112,10 112,38 112.09 112,39 10,548 10,588 10,548 10,588 Italien. . . 15,78 15,82 15,75 15,79 London. . 20,348 20,398 20,345 20,395 Neopork . . 4,1935 4,2035 4,193 4.203 Parts. . . 11,91 11,95 11,80 11,81 Schweiz . . 61,08 81,28 81,04 81,22 Spanten. 63,70 63,86 73,62 73,78 yapan . . . 2,038 2,042 3,039 3,049 Rio de Jan- 0,624 9,626 0.624 0.626 Wien in D-- Ceti, abgeft. 59,20 59,34 59,215 59,355 Ä»:: 12,416 12,456 12,417 12,45? 7.417 7,4: 7 7,417 7,437 Budapest. - Bulgarien 5,87 -.035 5,89 3,045 5,867 3,025 5,887 3,035 Lillaoon 21,425 21,475 21,475 31,525 Danzig. - - Konstantin. 81,42 81,62 81,40 81,60 2,145 2,155 . 3,15 3,16 Athen. . 4,94 4,96 4,94 4.96 (Sanaba. . . 4,195 4,208 4.195 4,205 Urngnan . . 4.215 4,225 4.21 4.22 Banknoten. Berlin, 30- Septbr. (Selb Brief Amerikanische lltote» ..... Belgische Noten ........ ®äntfäc Noten ....... Englische Noten........ Französische Noten ...... holländische Noten...... Italienische Note»...... NorweMche Noten...... Deutsch-Oellerr-, ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten....... 4,174 11,41 111,12 20,305 12,02 167,61 15,86 91,60 69.05 2,12 111,79 80,85 63.49 12.382 5,84 4,194 11,4? 111,68 20,405 12,08 168,45 15,94 92,06 59.35 2.16 112,35 81,25 63,81 12,447 5,88 frankfurter Börse. Frankfurt a.M., l.Okt. Tendenz: Sehr fest und lebhaft. — Die Börse stand heute völlig unter dem günstigen Einfluß des nunmehr bekanntgewordenen Abschlusses des internationalen Eisenkartells. Die vertrauensvolle Stimmung erfuhr dadurch eine wesentliche Verstärkung, so daß der Verkehr in sehr fester Haltung bei Kursgewinnen von durchschnittlich 4 Prozent eröffnete. Da man infolge der Perfektion diekeS bedeutenden Abkommens auch für die deutschen Wirtschaftsverhältnisse eine raschere Besserung glaubt er- Warten zu dürsen, so war die Kauflust auf allen Gebieten sehr rege, zumal auch von außen Kaufaufträge in größerem Umfange vorlagen. Nicht nur das Ausland, sondern auch die Provinz, besonders das Nheinland, war mit Kaufaufträgen am Markte. Bevorzugt waren M 0 n t a n a k t i e n, die den Hauptnutzen zogen. Bochumer plus 1 Prozent, Buderus plus 1,5 Prozent, Deutsch-Luxemburg plus 1,7 Prozent. Harpener plus 3,8 Prozent, Mannesmann plus 1,25 Prozent, Nheinstahl plus 1,25 Prozent, Phönix plus 2.25 Prozent. Niebeck-Montan. die exklusive 6 Prozent Dividende gehandelt wurden, notierten 156,5 Prozent (gestern 157). Scharf gefragt waren I. G. F a r b e n, die um weitere 3 Prozent nach oben gingen. Goldschmidt plus 1,5 Prozent, aber Scheideanstalt minus 1,75 Prozent. Elektroaktien gingen 2 bis 3 Prozent höher. Am Bantenmarkt zogen Darmstädter 0,75 Prozent an. Für Berliner Handel trat erneut starke Nachfrage hervor, womit eine Kurssteigerung von etwa 10 Prozent verbunden war. Der Kurs dieser Aktien, die auf 230,75 anzogen, nähert sich damit dem Kurs für Darmstädter aber auch im Lieferung-Handel für laufe. Monat noch ziemlich umfangreiche Andienun herauskamen. Immerhin konnte sich die gefk stark gedrückte Preislage um etwa 1,50 Ma erholen. Für die anderen Monate war das Ge schäft sehr klein, die Preise wenig unter gestern. Auch Roggen wurde bei vermehrten Offerten aus dem Inlands schwächer. Schon der sehr schwere Mehlabsatz, der trotz entgegenkommenden Forderungen seitens der Verkäufer nicht in Fluß kommen will, ist der Grund der all^u kleinen älnternehmungslust. Für Gerste hat sich die Lage wenig verändert. Hafer bleibt in geringen Sorten angeboten, aber nur in besten Sorten gefragt. Es wurden notiert per 1000 Kilo: Weizen märt, 258 bis 261; 'Roggen, märt, 210 bis 215; Sommergerste 205 bis 248; Wintergerste 170 bis 175; Hafer, märt., 170 bis 183; Mais (lolo Berlin) 184 bis 186. per 100 Kilo: Weizenmehl 35,50 bis 38; Roggenmehl 29.75 bis 32; Weizenkleie 10. Roggenkleie 10,70 bis 10,80; Viktoriaerbsen 43 bis 50; kleine Speiseerbsen 32 bis 36; Futtererbsen 21 bis 27; Ackerbohnen 20 bis 22; Rapskuchen 14.40 bis 14,60; Leinkuchen 18,90 bis 19,10; Trockenschnitzel 8,80 bis 9; Soyaschrot 19,20 bis 19,60; Kartoffelflocken 19,75 bis 20 Mark. Kaufi in Giessen Dank, der zur Zeit den Höchststand der Bankenkurse erreicht hat. Dresdner Bank plus 3,25 Prozent. Metallbant plus 1 Prozent, Deutsche plus 1,75 Prozent Schisfahrtsaktien waren um etwa 2 Proz. befestigt. Auch die zu EinHeitskursen gehandelten Industrie- Papiere traten heute etwas stärker hervor. Zellstoff- und Ba u st 0 f f a k t ien zogen weiter an, ebenso Zucker aktien. Der deutsche Rentenmarkt lag sehr still bei kaum veränderten Kursen. Das Geschäft in ausländischen Renten war anfangs lebhaft, wurde aber später infolge der Abwanderung der Käufer an die Aktienmärkte ruhig bei nachgebender Tendenz. Die Rückgänge betrugen aber nur Bruchteile eines Prozentes. Im <5rci- verkehr hörte man: Growag 60 Proz., Franko furter Handelsbank 85 Proz., Rastatter Waggons 15 Proz. Im weiteren Verlaufe wurde die Stimmung durch Die Nachricht von Dem Ausbruch des wilden Hasenarbeiterstreikes in Hamburg, Die anfangs unbeachtet blieb, etwas gedrückt. Die Verstimmung brachte Kursrückgänge von 1 bis 2 Proz. Verknappung am Geldmarkt. Tages- gelD fest, 6 Proz. Monatsgeld 53 'j bis 71/2 Prozent. Privatdistonten 5Va, Industrie-Akzepte 5% Proz. Im Dev isenperkehr war das Geschäft sehr ruhig. Paris stellte sich gegen London fast unverändert auf 171,50, Brüssel auf 178,25. Mailand eher abgeschwächt mit 129,25 gegen das englische Pfund. Die Reichsmark hat sich wieder leicht befestigt auf 4,19825 gegen Kabel. Das englische Pfund notierte unverändert 4,8525 gegen London. Frankfurter JetrerdSbörfc. Frankfurt a. M., l.Okt. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 28,75 bis 28,85 Mark; Roggen, inländischer, 23 bis 23,25; Sommergerste für Brauzwecke 23 bis 26; Hafer, inländischer, 17,75 bis 18,50; Mais (gelb) 18,50 bis 18,75; Weizenmehl, inländisches (spezial 0), 41,50 bis 42; Rog- aenmehl 33,50 bis 34; Weizenkleie 9,25 bis 9,50; Roggenkleie 10,25 Mark. Tendenz: fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 30. Sept. Im Gegensatz zum inoffiziellen Frühverkehr eröffnete die Mittagsbörse für Weizen uneinheitlich, für Roggen leicht abgeschwächt. Die Auslanddepeschen übten keinen Einfluß mehr aus, da das inländische Weizenangebot in geringen Sorten recht groß bleibt, ohne aber Interessenten zu finden, andererseits Wettervoraussage. Anfangs nordwestliche, später südwestliche Winde, Rachlassen der Niederschläge bei schwacher Bewölkung, im ganzen kühl. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der »Radio-Umschau".) Samstag, 2. Oktober. 3.30 bis 4: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45: Konzert des Hausorchesters: Tanzmusik. 5.45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15: Stenographischer Fortbildungslursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts! 7.45 bis 8.15 ..Spiel und Sport, ihre Bedeutung für die Erziehung", Vortrag von Direktor Dr. Majer-Leonhard. 8.15 bis 10.15: ..Grausen und Groteske". Anschließend bis 12.30: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik. Letzte Nachrichten. Pilsudski mit der Kabinetts, bildung beauftragt. Warschau. l.Oh. (TU- Vrahkbericht.) Marschall Pilsudski erhielt heute vormittag 11 Uhr vom Staatspräsidenten den Auftrag, die Regierungsbildung zu übernehmen. Pilsudski hat den Auftrag angenommen. Vorstotz Tjchcmgsolins gegen Die Mongolei. Moskau. 30. Sept. (TTl.s In einem Tagesbefehl an die Armee erklärt Tschcmg- solin, daß der Moment zur Wiederherstellung der chin esi scheu Souveränität 1 n Der Mongolei gekommen sei. Die chinesische Kavallerie sei bereits auf dem Marsche nach älrga. Die chinesischen Truppen sollen gut mit Munition und Verpflegung versorgt sein und unter Der Führung ausländischer Offiziere stehen. Die chinesische Zentralregierung hat alle Maßnahmen des Marschalls gegen die Mongolei gutgehei ßen. Sturm in Schmalebeck Roman 6on Sophie Kloerss. Copyright 1926 by Aug. Scherl G. m.b.H., Berlin. 36. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „So red' man, so red' du man! Das ist mein Dank." Dann, als sie sah, wie seine Schultern zuckten, wie der ganze arme Kerl gerütmt und geschüttelt wurde von seiner Not, fing sie auch an zu weinen. „Nu sei man nicht so, mein Fiete. Wird ja all wieder besser. Ist man ja halb so stimm. Sie beruhi- gen sich woll wieder. Du kannst da ja nichts für. Lass' sie man auf mir rumhacken, ich bin zäh. ich hab' all so viel ausqehalten, ich werd' da woll mit fertig. O lieber Gott, nee. mein Fiete, wein' doch bloß nicht so!" * In den Herzogtümern strömten die Freiwilligen zusammen. Pferde und Korn schickten die Landleute, die Kaufleute gaben Geld, die Aerzte stellten sich bereit für Wunden und Tod — Gerüchte liefen um, die Preußen und Hannoveraner seien im Anmarsch, bei Flensburg bildete sich ein Freikorps, dem vor allem die Kieler Studenten angehörten — alte DffU ziere exerzierten Die junge Mannschaft ein. Wer ein Jagdgewehr hatte, holte es hervor, wer einen Hirschfänger besaß, gab ihn her. Kantor Mampcrt wurde jünger mit jedem Tag, wenn er — der alte Offizierssohn — mit seinen jungen Leuten Die deutschen Lieder der Napoleonszeit fang: „Der Gott. Der Eisen wachsen ließ —" lind: „Baler, ich rufe dich." Sein Glockenspiel hatte alle zarten Melodien vergessen und strömte über von Begeisterung. An einem der letzten Märztage, als Doktor Rottmann von der Praxis kam, sah er an Der Eichtaler LanDstraße einen jungen Menschen, Der an- fcheinend auf ihn wartete. Beim Näherkommen erkannte er Fiete Eggers. — Ja so, an Den hatte er gar nicht mehr geDacht, seit seine alle verDrehte Mutter diesen Narrenstreich gemacht haste. Drei Tage hatten sich die Schmalebecker Fransen an Die Zungen gereDet, dann waren Die großen Zeitereignisse Herr geworDen über Den Sturm im Wasser- glase. Fiete kam an Den Wagen, Rottmann hielt seinen braven Schimmel an. „Na, Fiete, was hast Du Denn auf dem Herzen? „Ich möchte Sie gern allein sprechen, Herr Doktor." „Steig' auf." „Herr Doktor", sagte Der lange Mensch, und er sah mit einemmal viel erwachsener aus, „Darf ich etwas fragen?" „Fragen steht jeDem frei." „Es wirD in Der Stadt erzählt, Sie hätten versprochen, wenn einer — — einer, Der hinaus wollte, und hätte Die Ausrüstung nicht--" Ein Stocken. , ... . „Ja, stimmt, Dem wollte ich sie geben. Weißt Du jemand, Der hinaus möchte?" „Ich selber." „So — Du." „Ich verDien' es nicht, Herr Doktor, das weiß ich ja. Es ist aber Doch auch nicht für mich, hab' ich geDacht, sonDern für unser LanD." „Da hast du sehr recht gedacht. Uebrigens kannst Du ja auch nichts für Den Unfug, Den Deine Mutter angegeben hat." Eine Pause. „Also du willst hinaus? Wohin? Nach Rendsburg? Da bilden sie ein Jäaerregiment." „Ich möchte zum Freikorps nach Flensburg. Die kommen am ersten an Den Feind, sagen sie." Der Junge flößte ihm Achtung ein. Zum ersten- mal hatte Rottmann etwas für ihn Übrig. „Was sagt Deine Mutter dazu?" „Gar nichts. Ich will erst mit ihr reDen, wenn ich weiß, daß ich fortkann. Sie kann mich nicht halten. Die andern gehen auch. Und der Kantor geht mit uns." „Der Kantor? Der will euch hinbringen?" „Er sagt, er kann auch noch seine Flinte ab- feuern. Er wär' noch lange nicht Der Schwächste. Und das hält' er sich immer gewünscht, noch mal jung zu werden." „Wenn der Kantor noch hinaus will, mein Sohn, bann sollst du ganz gewiß mit. Für deine Ausrüstung sorge ich. Kannst gleich mit herem- kommen, so viel werd' ich wohl im Hause haben, daß es langt." „Das will ich nie vergessen, Herr Doktor! Und wenn ich mal so weit bin, ich zahl' es gewiß zurück." „Zahl' Deinem LanDe, dann hast du mir gezahlt." Eine Niertelstunde später sagte Aenne zu Gitia, mit der sie sich, wie so oft, vor Der Post herumtrieb: „Guck mal Fiete an! Wie Der Da ran- tommt! Wie Der geht! Ganz stramm und gar nicht so verDreht auf Den Fußspitzen!" Sie rannten auf ihn zu. „Fiete, Du gehst ja gar nicht mehr auf Eiern! Wie kommt Das?" „Euer Baler hat mich fest auf Die Füße gestellt." Verdutzt sahen sie ihm nach. Die jungen Leute waren gar nicht zu regieren. Kaum war der Kantor mit feiner Schar am letzten März nach Flensburg abgerückt, wo Die Sache schon sehr dunkel aussah, da erklärte Georg Grützmann, Der doch ein junger Mann mit Berus und Braut war, er wolle auch mit. Herr Nilius war so erschrocken, daß er zum erstenmal vergaß, morgens ein frisches Chemisett- chen umzubinden. Der Junge wußte wohl nicht, was er sagte. Aber Helene Jessen würde ihn schon bekehren. Riekchen traute er in dem Punkt allerhand Torheit zu. Er schickte ihn sofort in das Pastorat. Er hatte richtig geraten. Riekchen sagte: „Das hab' ich mir schon immer gedacht, Georg." Jessen gab ihm die Hand und drückte sie schweigend, Frau Helene aber verschwendete Ströme von Beredsamkeit. Umsonst, der dicke Georg blieb fest. Da betrieb sie wenigstens die Trauung. Denn wenn er erst in Rendsburg ausgebildet wurde, hatte er immer noch Zeit, zur Hochzeit nach Schmalebeck zu fahren. Und Dann war Riekchen doch immer eine junge Frau. Wer konnte wissen, ob er wie- Derfam. Sie setzten Die Hochzeit auf den vierzehnten April an, und da sie doch die nächsten Freunde und Ber- wandten um sich haben wollten, luben sie auch Herrn Thomas Raben ein. „Dann kann ja gleich Deine Verlobung veröffentlicht werben, liebe Ilse", jagte Frau Helene. Bestürzt berichtete Ilse der Mutter diese Sache. „Er wird absagen, glaubst Du nicht?" „Ich glaube, Das kommt auf Dich an, liebes Kind." „Ich hoffte, Die Schmalebecker hätten Die Sache inzwischen vergessen, und wenn er einmal käme, wären wir roieDer gute Freunde wie damals." „Ich glaube nicht, Daß ihr je roieDer gute Freunde werdet." „Aber .^nfemutter, wir sind es doch jetzt in unferen Briefen." „Es wird ihm wohl nicht ganz leicht sein, Den Ton feftzuhalten." , Mag er mich Denn gar nicht?" fragte sie bestürzt. „Er mag Dich nur zu gern." . Meinst Du —?" Ihre Augen fragten unD antworteten einander. — „Das hab' ich nicht gewußt." „Aber ich. Lange schon. Darum stand er Damals so selbstverständlich zu Dir." „Er sagte. Hanse weiß es. — Ich wollte Dich immer fragen unD scheute mich immer wieder. Lieber Gott, und er sah mich unD Olaf. — Wie soll es nun roerDen?" „Wenn Du Die bist, für die ich dich immer gehalten, dann wird es gut. Oder siehst du nicht, was für einen echten Stein dir das Glück gegeben hat?" „Ich bin ihn nicht wert." „Papperlapapp. Gehörst du auch zu Den Mädchen, die fingen mit Ehamiffos Worten: Darfst mich niedre Magd nicht kennen, hoher Stern der Herrlichkeit? — Er wird ganz mit dir zufrieden fein, so wie du bist." „Aber ich kann ihm doch nicht schreiben, daß er kommen soll." „Er wird schon selber fragen. Wart' es ab." Hanse behielt recht. Es kam zwei Tage später ein Brief. „Da ich nicht weiß, ob die Hochzeitseinladung mit Ihrem Wissen abgegangen ist, liebe Ilse, bitte ich Sie, über mein Kommen oder Fernbleiben zu entscheiden. Sie würden einen Menschen sehr Dicklich machen, wenn Sie schreiben: Sie sind willkommen." Ilse faß und zog den Federkiel durch die Lippen, sann und sann, griff kurz entschlossen zum Briefbogen und schrieb: „Sie sind uns allen herzlich willkommen. Ihre Ilse." Dann erschrak sie doch, es war ihr so aus der Feder geglitten: Ihre Ilse. — Abermals ein kurzes Besinnen, und eine Nachschrift: „Hanse hat ausgeschwatzt." — So, nun mochte er tun, wie er wollte, wenn er wirklich jo töricht war, Die abgesetzte Liebe des Herrn Baron zu begehren. (Schluß folgt.) DieEchte: -■ - .«,*&*- 7-; ■ . -kk Für Herbst und Winter empfehlen wir I Ulsterund Paletots Loden- und Gummi-Mäntel Mode-Schuh kostenfrei. Windjacken Größte Auswahl Billigste Preise Marktplatz Schulstraße 8029a Meisterprüfung. 7590D Ab 9 Uhr Wellfleisch mit Kraut 06734 A Will Von 9 Ubr ab 06760 MeWeW mit Stau! unö üleetreltig. Mech. Wäschefabrik u. Ausstattungshaus Heute abend 8017a Schuhtor* Cassel Alleinige Niederlage fürGießen und Umg. 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Es mag vorweggeschickt werden, daß auch zu ihnen eine eingehende Vorbereitung gehört, wenn hohe Leistungen erzielt werden sollen. Die Grundlage des Trainings ist eine Zweckghmnastik, die ihr Hauptaugenmerk auf die Durchbildung des Rumpfes richten must. Erst dann darf die Spezial-Vorbereitung einsehen. Es wäre natürlich verkehrt, wollte man über dec Kräftigung des Oberkörpers, der bei den Wurf- und Stvstübungen besonders beansprucht wirb, die Beinarbeit vernachlässigen. So wie die Wurf- und Stohbewegung in den Deinen beginnt und von hier durch den ganzen Körper bis in die Fingerspitzen läuft, so must dementsprechend auch das Training auf alle Teile des Körpers ausgedehnt werden. Eine gute Allgemeinausbildung ist hier womöglich noch notwendiger als bei anderen leichtathle.iichen Klebungen, insbesondere den Läufen. Für einen Werfer und Stoßer ist Raturkraft Voraussetzung, sie wird durch Technik allein sich nur selten ersehen lassen. Auch die Körpergröße spielt eine Rolle: der höher aufgeschossene Athlet hat immer einen kleinen Vorteil vor seinen Konkurrenten voraus. In die Schwerathletik gehören das Gewichtwersen und das Hammerwerfen. Diese Klebungen, die ein jahrelanges Training ersordern, in denen sich aber bis in beträchtliches -Alter hinein hohe Leistungen erzielen lassen, 'ftnö eine Domäne der Amerikaner und Engländer, wo ihre Ausübung sehr volkstümlich ist. Allerdings müssen sich die Zuschauer in Acht nehmen, da die geschleudert« Kugel manchmal einen anderen Weg nimmt, als der Werser es beabsichtigt. Der sogenannte „Hammer", der mit einem eigentlichen Hammer garnichts zu tun hat, besteht nämlich aus einer Kugel von 10 oder auch 15 Pfund, die an einer Kette oder an einem Drahtseil von 1,20 Meter Länge befestigt ist. Am Ende der Kette befindet sich ein schlingen- artiger Griff, verschiedentlich auch zwei Griffe, für die Hände. Der Werfer holt Schwung, indem er den Hammer kreisförmig über den Kops schwingt, wobei der Körper durch Wiegen in den Hüften und durch Beugen und Strecken der Arme und Deine die Bewegungen unterstützt. Im geeigneten Moment must der Griff losgelassen werken, damit der Hammer möglichst weit fortfliegt. Hm die Leistung zu erhöhen, vollführt der Körper vor dem Abwurf noch zwei oder drei Drehungen: durch den ungeheuren Schwung wird er fast von selbst herumgerissen. Das Schwungholen muh besonders viel geübt werden. Es ist zuerst sehr anstrengend, arbeitet aber den Körper vollkommen durch. Ein Sport für Jugendliche oder für Frauen ist das Hammerwerfen nicht. Eine reine Schwerathletik-Hebung ist das Gewichtwer en. Es handelt sich hier um Gewichte von 20 bis 50 Pfund, die gleichfalls an einem Griff befestigt sind und ähnlich wie beim Hammerwerfen durch Schwunghv'en wegbefördert werden. Welch gewaltige Leistungen sich durch die Eigenart der besprochenen Wurfgeräte erzielen lassen, das zeigt die Rekordliste. Den Weltrekord im Hammerwerfen hält der Amerikaner Ryan seit 1913 mit 57,771 Meter. Reben ihm sind die Amerikaner G r a t h und T o o t e l l die bekanntesten Hammerwerfer. Sie haben sich mit den goldenen Medaillen der letzten drei Olympischen Spiele geschmückt. Demgegenüber sieht der deutsche Rekord, der kürzlich von Mang, Bruchsal, mit 43,30 Meter aufgestellt wurde, nachdem ihn vorher viele Jahre hindurch der Regensburger Furtwengler gehalten hatte, recht dürftig aus. Das S t e i n st o st e n ist eine bekannte Wettübung der Turner. Es wird mit einem Stein von 33Vs Pfund, also ein Drittelzentner, gestosten, während die Sportler einen Stein von 30 Pfund für diese Hebung benutzen. Die Technik ist säst die gleiche wie beim Kugelstoßen, nur daß eben der Kraftaufwand bedeutend größer ist, so daß hauptsächlich stärkere Leute dafür in Frage kommen. Der Anlauf ist beliebig, der Stoß muh mit freier Hand geschehen. Steinstosten ist eine Hebung nur für erwachsene Männer, für den noch im Wachstum befindlichen Iugendli^en ist sie nicht zu empfehlen. In der Schweiz wird oft mit noch schwereren Steinen gestosten, die ohne jede besondere Form gewissermaßen dem altgermanischen Wurf mit dem Feldstein ähneln. Die Turnerbestleistung hält dec Dortmunder Lingnau mit 10,70 Meter, bestarmig, 17,68 Meter, beidarmig. Die Sportlerhöchstleistung (15 Kilogramm) von Halt, München, mit 10,63 Meter: 15,70 Meter ist die Bestleistung beidarmig durch Dr. Luther. Der Ball ist das Gerät für Schleuderball und S ch l a g b a l l. Der Schleuderball hat ein Gewicht von 2 Kilogramm, für Jugendliche von 1,5 Kilogramm. Mit Anlauf und mit einer oder mehreren Hmdrehungen wird der Ball, dec an einer 45 Zentimeter langen Schlaufe durch zwei oder drei Finger der Wurfhand getragen wird, weggeschleudert. Die Bestleistung erreichte der Oldenburger Turner Heyn en auf den vorjährigen Meisterschaften in Leipzig mit 65 Meter. Beim Schlagballwersen wird ein Ball von sieben Zentimeter Durchmesser und einem Gewicht von 85 bis 95 Gramm benutzt. Bei Frauen und Jugendlichen ist dieses Wurfgerät recht beliebt. Als weitester Wurf ist dec des Turners Schulz, Lübz, mit 115,10 Meter bekannt, als größte von Frauen erzielte Wurfweite 73,61 Meter. Schleuderball und Schlagball werden auch als Spiele gepflegt. Hallentraining. Die Leichtathletik-Abteilung der Sp.-Dgg. 1900. Wie alljährlich nach dem Ende der sommerlichen Wettkammpf-.eit beginnen die 1900er Leichtathleten auch jetzt mit ihrem Hallen- oder Wintertraining. Keine leicht« Aufgabe harrt in der Halle des Leichtathleten. Grund- und Zweckgymnastik bereiten den Körper vor, Widerstands-, Dehn- und Streckübungen arbeiten ihn durch, machen ihn locker und geschmeidig. Keine einseitige, sondern eine allgemeine Durchbildung ist Hweck des Wintertrainings. Die Trainingstage Was der Sonntag bringt ihrer stärksten Gegner mit nur 9 Mann in Sinn gegenüber. Sinn konnte zunächst zweimal erfolgreich sein, während Gießen sich zuerst nicht stand. Erst kurz vor Pause konnte Gießen ein Tor erzielen. Rach Halbzeit gelang den Rotblusen in der 70. Minute der Ausgleich Alle Anstrengungen Sinns, nochmals die Führung an sich zu reißen, scheiterten an der prächtigen Zusammenarbeit der Hintermannschaft Gießens. V. C.20 Gießen II. — Heuchelheim II. 2:0 (2:0). Auf eigenem Platz trat die 11. D. C. Gießen der gleichen Heuchelheims entgegen. Die eifrige Mannschaft konnte sich durch einen 2:0-Sieg ihre zwei Punkte mit nach Hause nehmen. für Aktive und die älteren Jugendlichen sind Montag und Donnerstag, für die übrige Jugend und Schüler Mittwoch nachmittag. Hebungshalle ist, wie im Vorjahr, die Turnhalle der Stadtknabenschule in der Rordanlage. Das Montag- und Donnerstagtraining steht unter Leitung des bewährten Abtestungslei.ers A. Wallenfels, während das Mittwochtraining von dem Iugend- leiter W. Schmidt abgehalten wird. (Siehe heutige Anzeige.) Sinn I - B. C. 20 Metzen I 2:2. Am vorigen Sonntag trat der D. C. 20 zu seinem ersten Verbandsspiel an. Die 1. trat einem Die II. Klasse. Ein offenes Spiel ist in M a r b u r g zwischen der dortigen Zweiten und der Gi etz euer Ils-Mannschaft zu erwarten. Die Gießener werden wohl Sieger bleiben. — Die Raunheimer Zweite empfängt Saubringen I, das Resultat wird nicht hoch werden. — Wetzlars zweite Mannschaft muß nach R o d h e i m. Ob das Spiel gegen die dortige erste Mannschaft ohne weiteres gewonnen wird, muß offen bleioen. — Gießens 11 b - M a n n s ch a f t hat auf eigenem Platz M i e s « ck II als Gegner. Unter normalen Verhältnissen müßten die Wiesecker Sieg und Punkte mit beim nehmen. — Leun i und Fronhausen I werden sich in Leun ein Spiel liefern, dessen Ausgang recht ungewiß ist. In der zweiten Klasse ist die Entscheidung um den Meister noch in weite Ferne gerückt. Hier sind die Mannschaften so zahlreich geworden, daß die Spiele fast bis in den Winter hinein andauern werden. Auch in dieser Klasse hat Gießen mit seiner II 2 - Mannschaft die Führung. Die Jugendklasse. Als einziges Derbandsspiel findet ein Treffen der L 0 llarer und Heuchelheimer Jugend in Lollar statt. Es dürfte schwer sein, den Sieger im Voraus zu bestimmen. Auch in dieser Klasse hat sich Gießen mit beträchtlichem Vorsprung die Führung gesichert, eine Aenderung dürfte wohl nicht mehr eintreten. firetsle^rgang im Turner-Schwimmen. Kommenden Samstag und Sonntag wird in Friedberg cm Kreisle^rgang im Siwimmen für die Turner des MU.elrhein rn/es der D. T. abgchaltcn Die Leitung liegt in den Händen des Kreisschwimmwartes Emil Bitsch- Frankfurt a. M D:n Unterricht erteilen der Schwimm- Wart der D T. R. Braun, die Schwimmwarte der Gaugruppen 1 bis VI, sowie Dr. med. Schöndube, Aerztlicher Beirat der Deutschen Lebensrettungsgesellschast, aus Frank urt a. M. Am Samstag fin' en Vorträge, anschließend Vorübungen an Land statt. Sonntag wird der Lehrgang fortgesetzt. Alle Grundübungen für Schwimmen, Springen, Tauchen, Wasserball und Rettungsschwimmen werden durchgenommen. Willy Decker 124 P. 2. Sieg Ludwig Lotz 121 P. und 25 weitere Sieger. Turnerinnenstufe (Zebnkamvf): Ehren sieg Paula Hofmann 189 P. 1. Sieg Tilly Espack 178 P. 2. Sieg Ria Schwan und Änni Schön je 177 P. 3. Charlotte Amend 173 P. 4. B^tty Dllim 168 P. 5. Hermine Schwan 161 P. 6. Emm' Hesi 158 V. 7. Els« Klemmrath 1"O P 8. Milli K.'mpf 140 P. 9. Gretel Schwarz 130 P. In gendt urnerinnen (Zehnkamvs): 1. Sieg Els; D'ckslhw'vt 184 P. 2. Martha Se.ferth 175 P. 3. Erna Althans 173 P. 4. Erna Luh 159 P. 5. Elisabeth Bingmer 155 V. 6. Erna Bramm 151 P. 7. Luise Bxler 150 V 8. Marie Weist 149 V. 9. Hansi Stühler 144 P. 10. Elli Weiß 143 P. 11. Liese! We'gel 134 P. 12. Emma Flett. Schülerinnen (Sechskampf): 1. An.'.e- lise Heß 111 P. 2. S'eg Erna Conrad 105 P.: sowie 28 weitere Schülerinnen. Fechter (Anfängerklasse): Wettfechten im Florett: 1. Sieg Ludwig Kraft. 2. Hans Maurer. 3. Georg Meyer. 4. Hugo Drasch. 5. Karl Weber. LeichLarhle^scher Iugend- clubtramvf. 3. 6. wctzkar 05—Gießen 1900 74:93. h. Am Dienstag sand als Abschluß der diesjährigen Leichtathletik'aison für Wetzlar in dem Spilburgstadion ein Clubkampf der Leichtathletikjugend von F. C. Wetzlar und Gießener Spielvg. 1900 statt, den letztere mit obigem Resultat gewann. Die Kämpf« wickelten sich in schnelle? Rechenfolge ab und zeigten verschiedentlich zum Teil außergewöhnlich gute Leistungen. Gießen 1900 gewann den Kampf hauptsächlich durch sein« Ueberlegenhe'st in den Läusen, unter_ denen der Gießener Vertreter im 60-Meter-Hürdenlau" en mit 9,1 Sek. die relativ beste Leistung des Tages zeigte. Deide Vereine erreichten durch ihre Besten im Hochsprung die beachtliche Hohe von 1,65 Meter. Auch die von Gießen in 48 glatten Sek. und von F. C. Wetzlar in 48,2 Sek. gelaufene 4X100 - Meter - Staffel kann mancher Seniorftaffel ein Vorbild sein. Während in den Sprüngen Gießen mit 2 Punkten im Vorteil war, lag Wetzlar in den Würfen 2 Punkt« vor. Zu bemerken ist, daß F. C. Wetzlar seinen Abstand hinter der Gießener Iugendleichtathletik erheblich verringert hat, sowohl was Höchstleistung als auch was Durchschnitt anbetrifft. Neuer deutscher Kugeistotz- Rekord. vo. Eine weitere Verbesserung des deutschen Kugelstoßrekords gelang dem deutschen Meister Schröder (Dortmund) — gleichzeitig mit Bre- chenmacher — bei Leichtathletik-Wettkämpfen in Höhr, wo er eine Leistung von 14,62 Meter erreichte und Brechenmachers eben aufgestellten Rekord wieder um 10 Zentimeter verbesserte. Der Gießener Radfahrer - Verein 1885 hielt am Sonntag sein Abfahren ab. Die ausgefahrenen Rennen waren sehr interessant. Die Ergebnisse: Ä „ Dereinsmeisterschaft: 1. Döring er; 2. Rau; 3. Wittmann, Hellm.; 4. Rieger; 5. Heß, Erwin; 6. Jung. Wanderpreisfahren: 1. Düringer; 2. Rau; 3. Rieger; 4. Wittmann, Hellm.; 5. Heß, Erwin; 6. Jung. „ Jugendfahren: 1. Euler; 2. Schneider: 3. Grämlich; 4. Keppler; 5. Faust. Spielmann hatte Reisendefekt. Dereinswetturnen des M.T. D. (Biegen. Am Sonntag versammelte der Manner- Turnverein Gießen feine Getreuen zu dem üblichen letzten Vereinswetturnen des Jahres. Heber 100 Teilnehmer waren an den Kämpfen beteiligt. In den einzelnen Abteilungen wurden schöne Leistungen geboten. Für das Wetturnen der Schüler und Schülerinnen hatte man mit Recht auS erziehlichen Erwägungen den Samstagnachmittag gewählt. Turner, Turnerinnen, Zöglinge und Iugendturnerinnen traten am Sonntag an. Arn Sonntagnachmittag veranstaltete der Verein ein Schauturnen, welches das getreue Abbild einer Turnstunde in ihrer Gliederung und ihrem Verlaufe darstellte. OHe Abteilungen traten in Tätigkeit. Es war eine Freude zu sehen, mit welch großer Begeisterung und mit welch großer Hingabe die gestellte Aufgabe gelöst wurde. Auf einzelne Darbietungen näher einzugehen, verbietet uns dec Raum, doch zusammensassend sei getagt, daß diese Act der Decanstaltuna, die Arbeit deS Vereins in ihrer vielseitigen Gestaltung zu zeigen, vollauf gelungen ist. Turner Rautenberg begrüßte als 2. Sprecher und übergab den unter großen Mühen und Opfern hergerichteten Turnplatz am Schiffenberger Weg seiner Bestimmung. Seme Ausfüllungen sollten allen Helfern Dank und Aberkennung und warben um weitere tatkräftige Hnterstühung, damit der i schön gelegene Platz so ausgebaut werden kann, das; er allen Anforderungen der Jetztzeit genügt Bei der Siegerverkündung ergab sich folgendes Dild. Turner st ufe: iZehnkampf): Ehrensieg Willy Strauch 174 Punkte. 1. Sieg Rudolf Svuck 174 P. 2. Fritz Stein 161 P. 3. Hans Müller 156 P. 4. Hinz Meyer 155 P. 5. Richard Dromm 152 P. 6. Rudolf Hock 150 P. 7. Kurt Kohlhase 144 P. 8. Heinrich Zammert 137 P. 9. Ernst Heibertshausen 130 P. Zöglinge (Zehnkampf): 1. Sieg Heinrich Mosbach 178 P. 2. Sieg Karl Kling und Erich Seyb je 176 P. 3. Werner Krause 175 P. 4. Fritz Spuck 173 P. 5. Werner Lotz 163 P. 6. Ferdinand Stremmel 161 P. 7. Richard Strauch 158 P. 8. Georg Schwan und Walter Schweitzer je 157 P. 9. Erich Ploch 155 P. 10. Otto Linden struth 153 P. Ferner wurden Sieger: Richard Ritz. Ludwig Stein, Ernst Kl'ngelmeher, Kar' Schäfer, Kurt Pfeiffer, W'lli Sonntag, Heinrich Blum, Hans Eidmann, Walter Wagner, Pau' Schlager, Hans Schorn Schüler st ufe (Siebenkampf): 1. Sie" T. B. v. 1846, (Liehen. Zum 2. Derbandsspiel stehen sich am nächsten Sonntag auf dem Waldsportplatz des Vereins für Bewegungsspiele die Mannschaften des T v. 18 60 Bad-Nauheim und T v. von 1846 Gießen gegenüber. 1860 Bad-Nauheim, die im vergangenen Jahre in der Meisterklasse an zweiter Stelle stand, verfügt über eine ausgezeichnete, spielcrfahrene Mannschaft. 1846 Gießen greift in diesem Jahre erstmalig in die Berbandsrunde ein und gibt auf Grund der in letzter Zeit erzielten Erfolge einen beachtenswerten Gegner ab. Der Ausgang dieses Meisterklassen-Treffens dürste daher noch in Frage gestellt sein. Diesem Spiel voraus findet auf dem gleichen Platze das Spiel der ^-Mannschaften vorgenannter Vereine statt. Spielvereinigung 1900 Wietzen. ö. Die Ligamannschaft empfängt am Sonntag die gleiche des Wetzlarer Dalispielklubs zum ersten Meisterschaftstreffen auf eigenem Platze. Das Zusammentreffen beider Mannschaften in Gesellschaftsspielen im Lauf« dieses Jahres brachte für jede einen Erfolg. So konnte 1900 in Wetzlar 4:0 gewinnen, während D. C. in Gießen nach einem beiderseits schlechten Spiel mit 2:0 die Siegespalme erringen konnte. 1900 konnte nach Aushebung der Fuhballsperre sämtliche Spiele siegreich gestalten; B. C. gewann am letzten Sonntag gegen Frankenberg 5:0, unterlag aber am Vorsonntag in Gladenbach 7:0. Die Einheimischen werden in der Aufstellung vom letzten Sonntag antreten. Der Ausgang des Treffens ist vollständig offen. Auch die Ligareservemamischaft der Vereinigten spielt auf heimischem Boden, und zwar gegen die Ligareserve des Sportvereins 1920 Herborn. Man erwartet den Plahverein als Sieger. Die 3a empfängt vormittags die 2. Mannschaft vom D. C. 20 Gießen, und wird wohl ihren Siegeszug vom Vorsonntag forts-etzen. Diese Mannschaft verfügt über gediegenes Können und hat auch wohl in ihrer Klasse keine Konkurrenz zu fürchten. Die 3b tritt auf dem Hessen-Platz deren 2. Mannschaft im Punktespiel entgegen. Runmehr beginnt auch die Jugend ihre Diplomspiele. 1900 1. Jugend empfängt Duh- bachs 1. Jugend, während die 2. Jugend der Spielvereinigung nach Daubringen fährt, um mit der dortigen 1. Jugend den Punktekampf auszutragen. Die Gießener werden wohl in beiden Spielen das bessere Ende für sich haben. Die Schüler spielen nach dem Ligaspiel in Gießen gegen die Schüler Heuchelheims. D. f. B. (=) Der kommende Sonntag sieht nur zwei Spiele auf eigenem Platze vor. Vormittags treffen die dritte und vierte Mannschaft des Vereins im Verbandsspiel aufeinander. Durch die Aufhebung der S-Klasse sind die vierten Mannschaften »ezwungen, gegen die dritte des eigenen Vereins nn Verbandsspiel anzutreten. Nachmittags findet anschließend an ein Hand- balltrefesn der Turner ein Jugendverbandsspiel statt, und zwar hatdiezweiteJugendmann- schäft die erste Leuns zum Gegner. Wenn sich erstere so tapfer hält wie am Vorsonntag, kann ihr gegen die körperlich kräftigere Leuns ein Sieg gelingen. Die Alte-Herren-Mannschaft folgt einer Einladung nach Nieder-Ohmen und tritt hoffentlich auch mit tatsächlich „alter" Besetzung an. Wetzlarer Sport. h. Am Sonntag tritt F. C.s Fußballmannschaft erstmalig seit längerer Pause wieder auf den Plan. Die Liga hat V. f. D. Gießen zu Gast und wird wohl kaum zu einem Siege kommen, da D. s. B. eben einwandfrei der Bessere von beiden ist. Auch die II. Mannschaften treffen sich zum Derbandsspiel vor dem Spiel der Liga. Futzball im Lahnkrsts. h. Am kommenden Sonntag sind folgende Spiele angeseht: Gießen 1900 hat den D. C. Wetzlar zu Gast und dürfte das Soiel knapp gewinnen. — Bei Herborn gegen Dillenbur-' wird Herborn mich den bisher gezeigten Leistungen im Vorteil sein. - Frankenberg gegen V. s. R. Butzbach. Hier ist Butzbach ein Punktgewinn zu- zutrauen. — Einen scharfen Kampf wird es in Wehlar-Riedergirmes geben. Der dortige Sportclub hat die Gladenbacher als Gegner, die erst am Vorsonntag Gießen 1900 zu schaffen machten. Die unbeständige Form beider Mannschaften läßt keine bestimmte Voraussage zu. Die Dezirtzslkga in Hessen - Hannover. tz. Der kommende Sonntag bat fünf Begegnungen auf dem Programm. In der Süd» gruppe haben di« Marburger Vereinigten die Fuldaer Borussen zu Gast. Beide Vereine sind ungefähr gleich spielstark, unter der Voraussetzung, daß Marburg ein besseres Spiel liefert als am Vorsonntag. In einem weiteren Treffen der Cftuppe Süd stehen sich in Kassel Hermannia und Hessen 09 gegenüber, die am besten das Spiel unentschieden machen. Die Rordgruppe beginnt ebenfalls mit einem Lokaltreffen, S. C. 03 Kassel gegen Tura Kassel, dessen Sieger im Voraus auch noch nicht seststeht. Göttingen 05 muß sich des F. D. Einbeck er- I wehren, während „Sport" Kassel die Mündener Vereinigten sicher schlagen wird. Die Verbandsspiele im Deutschen Arbeiter-Sportbund. Die I. Klasse. £ Wenn sich nicht alle Annahmen^ als trügerisch erweisen, entscheidet sich am nächsten Sonntag die Frage, wer den dritten Bezirk in den folgenden Kreisspielen als Meister vertritt. Die drei Spitzenvereine Gießen (mit 18 Punkten), Marburg (mit 17 Punkten) und Weh- I a r (mit 16 Punkten) treten in die Kampfbahn, um zum Teil ihre letzten Spiele durchzuführen. In dieser Gruppe bleibt dann nur noch das Protestspiel Giehen-Wehlar zu erledigen. Als wichtigstes Spiel dürste das Treffen der ersten Mannschaft der Freien Turnerschaft Gießen mit der gleichen Mairnschaft des Männer-Turnvereins Marburg anzusprechen fein, das in Marburg stattfindet. Die letzten überzeugenden Siege der Gießener eröffnen für diese die meisten Siegesaussichten, zumal di« Mannschaft über die konstantere Form verfügt und einen stärkeren Rückhalt in ihrer Hintermannschaft besitzt. Marburg hat sich besonders in der Rachrunde außerordentlich gut entwickelt, und gilt mit als führender Verein, wenngleich die Spielweise gewissen Schwankungen unterworfen ist. So hätte z. B. der Sieg über den Tabellenletzten Alsfeld (3:2) am Sonntag viel ausdrucksvoller sein müssen. Als ein Vorteil kommt für die Mannschaft in Betracht, daß das Spiel auf einem den Gießenern ungewohnten Rasenplatz stattfindet. Bei Würdigung aller Punkte kommt für Gießen ein kleines Plus heraus, das sicher auch in dem zu erwartenden Resultat feinen Ausdruck finden wird. Die erste Mannschaft des Turn- und Sportvereins Wetzlar hat die Freie Trzrnerschaft Heuchelheim als Gast. Auch hierchat Wetzlar zunächst einmal den Vorteil eines ungünstigen, der eigenen Mannschaft gewohnten Platzes voraus. Wenn Wetzlar mit der erforderlichen inneren Geschlossenheit antritt_ und den notwendigen Siegeswillen mitbringt, dürfte es den Gästen schwer zu schaffen machen. Heuchelheim hat als einzige Mannschaft den Gießenern ein Hnentschie- den aufgezwungen und damit einen Beweis feiner Fähigkeit erbracht. Die vorgenommene Hmstel- lung der Mannschaft ist ebenfalls sehr vorteilhaft: das recht hohe Resultat gegen Wieseck am vorigen Sonntag ist Beweis genug. Obwohl Heuchelheim eigentlich die meisten Siegesaussichten haben müßte, muh der Ausgang offen gelassen werden, denn eine Riederlage bedeutet für Wetzlar den endgültigen Verzicht — und das weih die Mannschaft. Im triften Spiel der ersten Klasse hat Raunheim auf eigenem Platz Alsfeld als Gegner. Der Ausgang dürfte nicht zweifelhaft sein und Raunheim in Front sehen. Denn hier treffen zwei völlig verschiedene Spielarten auseinander: Alsfeld mit seinem weichen Spiel, Raunheim mit seinem überaus harten Kampfspiel. MM Armin, MW Am Samstag, 2. 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Friedberg—Nidda. w ab an D S BPWßießen BP Gelnhausen—Gießen an W Nidda—Schotten w w ab an \V D Schotten—Nidda Koblenz-Gießen w 603 an . ab an an W Stockheim—Lauterbach ab an W Frankfurt—Gießen 947 Hanau Hanau—Friedberg ab an Hanau . ... ab 552 an S W W BP W W D Lauterbach Werktags m. Ausn. an Werktagen v. Sonn- u. Feiertagen. w w D W an 657 S Gießen—Köln s w D Lich W an W D W W Vilbel—Stockheim Köln—Gießen ab Heldenb.-Wind. ab 622 an ab W W Oberkleen . . ab 62l Burg- u. Rieder-Gemünden—Kirchhain ab B.-u.N.-Gemd. ab 653 D XV* B.-u.N.-Gemd. Nur Mittwochs, Samstags, Sonn« und Feiertags. D an W Kirchhain—Burg- u. Rieder-Gemünden. 506 Wetzlar B.-u.N.-Gemünden an 635 ab W W w Wetzlar 634 Wetzlar—Lollar. w w ab an D Marburg—Gießen s \v . ab an " Dom 14.11. 26 bi» 14. 5.27. w Braunfels-Staatsbahnhof—Philippstein Fulda—Gießen. Braunf.Stbhf. ab 700 ab W W Philipp fein 749 . Philipp tein . Mücke—lNnppertsburg-ÄiUliigen)—Hnngetu Philippstein—Braunfels-Staatsbahnhof. w ffttJulba den Werktagen vor Sann- und der Werktage vor Sonn- Gießen—Londorf—Grünberg. Dis Laubach nur werktags. ab w Gießen—Bieber Bieber—Gießen Grünberg—Londorf—Gießen . ab ab W . . an W • Ab Londorf täglich. w w Gießen. Gießen . Gießen. Gießen. Gießen. 400 Frankfurt 421 Frankfurt W W Gedern. . Stockheim Philipp Philipp S BP W S 625 803 730 820 BP W W D W S W W W W D W w w w D W w w \v w w s w w w w s w s w w w w w w w w w w s w Schotten . Schotten . Schotten . Schotten . W w s BP w w w D BP W s w BP W D W s w Gießen. . Gießen . . Gießen. . Wetzlar . Gießen. . Gießen. . Gießen. . Wetzlar . Wetzlar . Gießen. . Limburg . Weilburg . Gießen. . . Stockhausen W W w s w w s w w s w w w w \v s w w w w w s w s w w s w s w w s 1245 400 Lollar . Lollar . Lollar . Lollar . Lollar . Lollar . 615 710 222 308 554 721 W S w w w s w s w s w s w 154 633 Frankfurt Frankfurt Frankfurt Friedberg Lollar . Marburg Marburg Lollar . Marburg Marburg Marburg Marburg Marburg Lollar . Marburg Londorf . . "Grünberg . Grünberg . Grünberg . Grünberg . Gießen. Gießen. Gießen. Gießen. Wetzlar. Gießen. Gießen . Gießen. "Wetzlar. Gießen . Gießen. Gießen . Als Als Als Gelnhausen . Hungen. . . . Nidda . . . . Gelnhausen . Gelnhausen . Hungen . . . Gelnhau en . Gelnhau en . Gelnhau en . Wetzlar Wetzlar Wetzlar. Wetzlar Wetzlar Wetzlar Hungen Hungen Villingen Hungen Hungen Hungen Hungen Hungen 416 511 644 818 147 643 Gelnhausen Gelnhausen Gelnhausen Büdingen. Gelnhausen Hungen . . Gelnhausen Büdingen. Nidda. . . Nidda. . Gießen . Gießen. . Gießen . Stockheim Gießen . Gießen . Gießen . Gießen . Friedberg. Friedberg. Friedberg . Friedberg. Friedberg. Friedberg. Friedberg. Friedberg. Wetzlar . . Wetzlar . . Hungen Hungen Hungen Hungen Hungen Hungen Hungen 526 705 129 444 548 714 W s Bieber . Bieber . Bieber . Bieber . Bieber . Bieber . Bieber . 902 927 Ilio 140 246 440 701 Schotten Schotten Schotten Schotten Schotten Schotten Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen "Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Fulda Fulda Fulda Fulda Fulda "Fulda ""Fulda Haiger Herborn Köln . Wetzlar Siegen Limdurg . Wetzlar . Albshausen Wetzlar . Gießen. . 600 641 732 910 925 245 Bieber. Bieber. Bieber. Bieber. Bieber. Bieber. Bieber. ; 618 654 830 152 237 720 1002 Echzell Nidda Nidda Nidda Nidda 522 701 945 126 203 219 331 535 718 836 951 tein tein 9U 342 342 40t 6io 813 8fi Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Gießen Wetzlar Gießen Gießen Wetzlar Gießen Gießen Gießen 531 814 143 151 434 533 611 960 1043 Hanau Hanau Hanau Hanau Hanau Hanau an 828 „ 1020 „ 200 „ 410 „ 620 „ 830 „ 1110 Stockheim . Stockheim . Friedberg. . Friedberg. . Friedberg. . Friedberg. . Friedberg . . Gießen . Gießen . Gießen . Gießen . Gießen . Gießen . Gießen . Limburg . Koblenz . Limburg . Albshausen Limburg . Koblenz . Albshausen Koblenz . Koblenz . Albshausen -fLimburg . Koblenz . Albshausen Koblenz . Koblenz . Albshausen Limburg . Koblenz . Koblenz . Koblenz . Albshausen Limburg . Butzbach-Ost. Rockenberg . Bad-Nauheim Bad-Nauheim Butzbach-Ost Bad-Nauheim 725 1032 1115 115 551 735 855 750 940 115 330 540 755 1030 558 625 727 937 1117 122 310 758 953 Nidda Nidda Nidda Nidda 527 613 642 829 838 948 1018 1230 125 308 339 619 648 806 830 92 1043 1147 an 527 , 726 „ 237 „ 610 „ 914 609 855 225 752 Oberkleen. Griedel • • . Butzbach-Ost Buhbach-Ost Oberkleen. , Oberkleen. . Oberseemen Lauterbach. Lauterbach. Gedern. . . Ortenberg . Lauterbach. 621 840 824 732 747 1120 1009 311 621 618 752 903 1127 1128 an 543 „ 744 „1024 „ 437 „ 2io „ 656 „ 614 „ 853 „1007 „ 1146 Nidda . Nidda . Nidda . Nidda . Nidda . Nidda . 515 533 649 714 719 857 904 1136 131 225 425 502 558 639 752 821 915 Grünberg . . Grünberg . . Grünberg . . Grünberg . . Londorf. . . Gießen . . Gießen . . Gießen . . Gießen . . Londorf . . Butzbach-Ost Butzbach-Ost Oberkleen . Butzbach-Ost Oberkleen . "Butzbach-Ost 565 646 747 108 205 605 Vilbel Vilbel Vilbel Vilbel Vilbel an 757 „ 1218 , 10'6 „ 5'2 „ 318 .. 421 „ 950 „ 805 „ 826 „ 819 „1220 .,1222 an 455 „ 7^6 „ 1020 » 632 645 1212 252 558 735 809 Mücke Laubach Ruppertsburg . Mücke....... Mücke ...... Mücke Vilbel . Vilbel . Vilbel Vilbel . Vilbel . Vilbel . Vilbel . 700 74? 1225 152 215 646 415 601 1004 921 1Q39 Butzbach-Ost . Bad-Nauheim. Bad-Nauheim. Bad-Nauheim. Rockenberg . . Butzbach-Ost . Bad-Nauheim. Friedberg Friedberg Friedberg Friedberg Friedberg 429 Echzell. 815 Nidda . 147 Nidda . 6H Nidda . 842 Nidda . n w 445 610 118 449 8f5 718 1020 1012 650 733 920 214 531 644 737 927 510 623 943 425 646 ; 515 615 744 919 238 74f 1039 649 935 303 425 853 948 Kirchhain . . . Kirchhain . . . Kirchhain . . . Nieder-Ofleiden Nieder-Ofleiden Kirchhain . . . Kirchhain . . . Kirchhain . . . Kirchhain . . . an 750 „ 621 „ 656 „ 804 „1205 „ 1240 „ 427 „ 737 „ 75* „ 840 „ 1107 an 538 „ 840 „ 854 „ 1215 „ 224 „ 524 „ 629 B.-u.N.-Gcmd. B.-u.N.-Gemd. "B.-u.N.-Gemd. 525 615 925 325 756 I 401 513 519 537 545 617 703 755 807 850 1021 1232 200 231 358 550 615 646 Koblenz Weilburg . . . . Limburg..... Koblenz..... Koblenz..... Albshausen . . . Weilburg . . . . Albshausen . . . Koblenz Limburg . . . . Koblenz Koblenz Koblenz Albshausen . . . Koblenz Koblenz Koblenz Albshausen . . . Albshausen . . . Limburg Bad Ems. . . . Laubach . . . "Mücke .... Ruppertsburg Mücke .... Mücke .... Mücke .... Mücke .... 833 1231 1240 505 650 835 955 404 453 810 207 621 625 806 106 430 529 623 803 an 738 „ 925 „1205 , 316 „ 52s „ 740 „ 820 1050 526 750 eld . . eld . . eld . . Ndr.-Ofleiden B.°u.N.Gemd. B.-u.N.-Gemd. B.-u.N.-Gemd. Kirchhain . . Kirchhain . . Ndr.-Ofleiden Bi» 13. 11. 26. 804 9>e 925 120 251 622 933 ab 700 „ 845 „ 1120 „ 232 „ 440 „ 700 „ 712 an 653 „ 805 Ul“ „ 1" „ 310 „ 607 „ 717 „ 806 W Friedberg . Frankfurt . Frankfurt . D Frankfurt . Frankfurt . 705 824 839 1230 336 535 646 719 802 1046 an 635 „ 744 „ 1219 „ 924 „ 1258 „ 524 „ 142 „ 736 „ 330 » 526 „ 1033 „ 638 „ 950 an 750 „ 1024 „1149 » Hb „ 141 „ 344 „ 725 „ 902 »1022 613 948 308 648 830 255 Mücke. . . 7=5 Laubach. . Lich Lich Butzbach-West. Butzbach-West Lich Butzbach-West Lich an 644 „ 726 „ 1253 » 523 616 » 822 ,, 851 B.-u.N.-Gemünden B.-u.N.-Gemünden D.- u.N -Gemünden B.-u.N.-Gemünden B.-u.N.-Gemünden Nieder-Ofleiden . . B.-u.N.-Gemünden 500 921 251 748 9J2 931 1055 1130 1200 239 630 755 908 527 628 736 726 746 926 951 1225 221 237 515 527 612 721 821 849 944 ’ und Gießen . . Gießen . . Gießen . . Wetzlar . . Weilburg . Limburg. . Wetzlar . . Gießen . '. Limburg. . Wetzlar . . Gießen . . Gießen . . Wetzlar . . Gießen . . Gießen . . Wetzlar . . Gießen . . Limburg. . Gießen . . Limburg. . Wetzlar . . Weilburg . Lich Grünberg . , Grünberg . . Lich Grünberg . . Grünberg . . Lich . ab 5f8 - » 543 . ,, 757 - » 1258 . 256 . ,, 308 . » 540 . » 725 Dillenburg Betzdorf . Köln . . . Betzdorf . Siegen . . Köln . . . Herborn . ""Köln . . . „ 645 an 846 » 1055 » l°o „ 230 „ 424 » 6« Heldenb.-Wind. Hanau.... Hanau .... Hanau .... "Hanau .... Hanau .... Hanau .... tz-fStockheim . "Hirzenhain. W Stockheim . W Gedern. . . Stockheim . ""Hirzenhain. W tzStockheim . ab 500 » 520 , 603 » 638 » 858 »1204 » 120 „ 413 » 631 » 720 » 950 . an 730 - ,, 932 . » 957 - Ul" . „ 200 . „ 31s - „ 5io . » 731 . „ 819 . 805 757 1012 1221 115 101 209 328 302 309 359 332 338 6£9 636 527 642 750 550 622 752 746 736 906 951 1137 1222 180 527 5« 600 616 641 758 927 942 957 1209 1232 1233 106 245 327 338 537 544 625 712 746 802 833 1005 1039 1044 D *"Marburg. Lollar . . Marburg. BP Marburg. Marburg. D Marburg. 557 937 727 540 745 852 722 1226 1248 1129 213 426 144 556 933 549 825 926 1122 1148 1043 1143 Betzdorf. . . Köln Siegen. . . . Köln Herborn. . . Haiger. . . . Köln . . . . Betzdorf. . . Haiger. . . . Siegen. . . . Eitorf . . . . Dillenburg . an 652 „ 709 „ 746 „ 1021 „1058 „ 355 „ 409 , 828 s W W S Gießen Gießen Friedberg Gießen Vilbel Bad-Nauheim . . Gießen Gießen Eießen Vilbel Gießen Gießen Gießen Gießen Friedberg Vilbel Bad-Nauheim. . . Gießen Gießen Vilbel Gießen Gießen ..... Vilbel Vilbel Friedberg Vilbel Bad-Nauheim. . . Gießen Gießen Gießen Friedberg Gießen 1 625 533 604 723 635 656 855 910 1005 1110 1205 131 249 1239 215 501 407 512 649 747 611 944 752 838 1001 1117 1140 1050 437 527 653 656 1128 1150 100 158 231 447 449 620 822 Lollar—Wetzlar. . . ab 440 Wehlait . . . „ 620 Wetzlar . ab 515 » 712 „ 824 „11" „ 122 „ 428 „ 467 an 734 „1104 „ 417 „ 800 „ 913 Butzbach-West Lich Lich Butzbach-West Lich Dutzbach-West 'Butzbach-West W Kirchhain . . Kirchhain . . W Kirchhain . . W "Ndr.-Ofleiden V/**Ndr.-Osleiden """Lauterbach. Gedern. . . 535 819 1'3 221 246 5l'O 748 814 1 528 545 622 710 732 751 850 1014 1153 1225 1245 106 135 146 239 248 330 352 432 444 512 522 524 547 631 710 730 736 742 ICH 11£5 1140 . ab 512 - „ 633 - » 840 . „1125 - „ 225 - „ 315 - ,? 347 . „ 533 - „ 637 - „ 650 - „ 833 - „1051 an p 902 1005 1050 236 348 834 1021 -j-s-fFrankfurl . . BP Frankfurt . . LPßFrankfurt . . ^Frankfurt . . ^Frankfurt . . Mriedberg . . Frankfurt . . W Frankfurt . . W Frankfurt . . D Frankfurt . . Frankfurt . . -s-ffFrankf. (West) W Frankfurt . . -f-f-fFrankfurt . . Frankfurt . . '"Friedberg . . BP Frankfurt . . ßWrankfurt . . D Frankfurt . . W Frankfurt . . S Frankfurt . . Lollar Lollar Lollar "Lollar ""Lollar Lollar Stockheim . . . . Heldenb.-Windeck. Stockheim Stockheim Stockheim Stockheim Stockheim Stockheim Grünberg . . Grünberg. . . Lich Grünberg . . Grünberg. . . "Lich Grünberg. . . ab 522 „ 740 „ 1" „ 544 an 650 „ 632 „ 633 „ 924 „ 728 „ 625 „ 736 „ 808 „ 1020 „1020 „ 235 » 423 „ 557 „ 239 „ 741 „ 810 »1015 „ 6 4 72B "1222 „ 11 — Nur an Werktagen außer Feiertagen 532 626 140 222 511 637 730 1016 341 505 931 1039 658 701 930 251 546 768 752 946 Braunf.Stbhf. Brauns Stbhf. Braunf.Stbhf. Braunf.Stbhf. Braunf.Stbhf. Braunf.Stbhf. Brauns Stbhf. Braunf.Stbhf. Lauterbach . Gedern . . . Lauterbach . Oberseemen . Ortenberg. . Lauterbach . Gedern . . . Oberseemen. Lauterbach . Gedern . . . Gedern . . . -Stockheim. Stockheim. . Stockheim. . Gedern . . . Stockheim. . Stockheim. . Stockheim. . Gedern . . . Stockheim. . r Nidda . ' Gießen. . Gießen . . Gießen . . "Stockkeim Gießen. . Gießen . . Gießen . . Stockheim ""Gießen . . Fahrplan der Biebertalbahn ab 4^6 » 540 „ 606 „ 715 „ 935 „ 1235 „ 105 » 528 „ 749 619 625 734 857 922 1000 1048 119 151 318 4'24 712 700 856 842 9£ 1133 1214 । 3« 512 520 531 646 700 713 1011 1112 1120 1209 1245 135 210 513 537 622 732 850 10u) 1035 1045 Nur an Werktagen vor Sonn» und Feiertagen. Don Hungen bis Nidda nur Sonntags. Friedberg-Hanau. Brauns.Staalhbhf. Draunf.Staatsbh;. Draunf.Staatsbh. Brauns.Staatsbhf. Draunf.Staatsbhf. Brauns Staatsbhf. Braunf.Staatsbhf. Der Entwurf des Fahrplans der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. liegt nunmehr vor. ölbhfi« - D = Die gelten von 6 Uhr abends bis 5.59 Uhr morgens sind, wie üblich, in den Minutenzahlen unterstrichen. Sonsttge Aon z.. Fulda . . . >V***Mücke. . . W Großenlüder 1"j Friedberg Frankfurt Philippstein. . Philippstein. . Philippstein. . Philippstein. . Braunfels Stift 706 815 lio 432 550 625 832 Gießen. Gießen. Gießen . Gießen . Gießen . Gießen. Gießen . Lauterbach Gießen . . Alsfeld. . Gießen. . Gießen. . "Gießen. . Gießen. . Lauterbach Gießen. . Gießen. . Gießen Gießen Lauterbach . . . . Alsfeld...... Gießen...... Vad Salzschlirf. . Gießen...... Gießen...... Friedberg . . Vilbel .... Bad-Nauheim Vilbel .... Vilbel . . . . Gießen.... Gießen. . . . Vilbel .... Gießen.... Gießen.... Friedberg . . Gießen.... ""Bad-Nauheim D Gießen . . . . Gießen. . . . W Vilbel BP Gießen . . . . O"**Gießen.... Gießen. . . . S Bad-Nauheim Gießen.... **Bad-Nauheim Vilbel BP Gießen. . . . D Gießen . . . . Gießen .... S tzBad-Nauheim Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Friedberg . . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt . . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Friedberg . . . . Frankfurt. . . . Friedberg . . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Frankfurt. . . . Friedberg . . . . Friedberg . . . . Grünberg—Lich—Butzbach-West. Lich ab 6io Butzbach-West . . an 709 * Don Wetzlar täglich. f An Werktagen vor Sonn- u. Feiertagen Ankunft Gießen 2.28. Butzbach-West—Lich—Grimberg. Lich ab 605 Grünberg c... Philippstein . „ 615 Philippstein . ab 8ie Philippstein . „ 1025 Philippstein . „ 1230 BraunlelsStift „ 2'° Philippstein . „ 354 Philippstein . „ 6«5 Werktags mit Ausnahme Feiertagen. Verkehrt vom 1. 4. 27 an. Alsfeld.... ab 509 W tzGießen.... „ 520 >Vtz-fGießen ... „ 650 XVB.-u.N.-Gemünden„650 * Don Wetzlar bis Herborn nur werktags mit Ausnahme an Werktagen vor Sonn- und Feiertagen. ** Ab Betzdorf nur werktags. Gießen—Fulda. ** Nur an Werktagen,vor Sonn, und Feiertagen. Don Mücke bis Grünberg an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. t Bis 13. 11.26. tt Dom 14. 11. 26 bis 14. 6. 27. ttt Don Lauterbach bis Alsfeld nur Sonntage. * Nur an Werktagen vor Sonn- und Feiertagen ** Täglich außer den Werktagen vor Sonn- u. Feiertagen. Hungen—(^illingeu - Nuvvertsdurg)—Mücke. ♦ Bis Friedberg nur 4. klaffe. • • Ab 1.5. bis 14. 5. 27. • ** Verkehrt vom 1. 4.27 an. t 1 5. bis 14. 5. 27 täglich. tt Dom 3. 10. bis 30. 4. werktags, vom 1. bis 14. 6. 27 täglich, ttt Werktag», außer den Werktagen vor Sonn- und Feiertagen. 8 An Werktagen vor Sonn- und Feiertagen. 88 Dom 3. 10.26 bis 30. 4. 27 nur Sonntags, vom l.bis 14.5.27 täglich. §§§ Ab Friedberg nur 4. Klaffe. Gießen—Marburg. Stockheim . . ab Stockheim . . „ Stockheim . . „ Stockheim . . „ Stockheim . . „ • Nur on Werktagen vor Sonn- und Feiertagen. Nur werktags außer den Werktagen vor Sonn-u. Feiertagen. Nur Mitwochs und Samstags tSis Gedern werktags. tt Ab Gedern nur Mittwochs, Samstags und Sonntags. Stockheim—Vilbel. > Friedberg . . ab Friedberg . . „ Friedberg . . „ Friedberg . . „ Friedberg . . „ Friedberg . . „ Friedberg . . „ Fulda an Nieder-Ohmen . . „ Grünberg Alsfeld Fulda Fu'da Fulda Fulda Fulda Grünberg „ B.-u.N.-Gemünden „ Fulda Fulda Grünberg „ • Nur Mittwochs, Samstags, Sonn- und Feiertags B.-Narrheim-Btttzbach-Ost-Oberklecn "Bad-Nauheim „ 91£ Butzbach-Ost ... „ Obcrkleen-Butzbach-Oft-B.-Nauheim. Marburg an Lollar Marburg Marburg Marburg Lollar Marburg Marburg Marburg Lollar.......„ Marburg Marburg „ Lollar.......„ Marburg „ Lollar ....... „ Marburg Marburg.....„ Marburg.....„ Hungen—Friedberg Hungen . . . ab 400 Friedberg . Hungen ... „ 639 Friedberg. Hungen ... „ 923 Friedberg. Hungen ... „ 533 Friedberg. Friedberg—Hungen Friedberg . . ab 516 Hungen . . Friedberg . . „ 800 Hungen . . Friedberg . . „ 133 Hungen . . Friedberg . . „ 657 Hungen . . GIESSENER ANZEIGER