Dienstag, 1. Juni 1926 176. Jahrgang Br. 125 Erstes Blatt bt5 wiederum bei den Rationaldemokraten 'er oberen Die Genfer Arbertskonfekenz. Genf, 31. Mai. (TL.) Die heutige Dollfi tz u n g der int er nationalen Arbeitskonferenz. auf deren Tagesordnung die Beratung des Berichtes des Direktors des internationalen Arbeitsamtes steht, wurde vormittags um 10.30 Lhr eröffnet. Zu Beginn teilte der Vorsitzende mit, daß Albert Thomas vor der Diskussion das Wort nicht ergreifen werde. Darauf gab der belgische Arbeiterführer Mar- vor der pariser KamwröeMtte Paris. 1. Juni. (WTB. Funkspruch.) Die Morgenpresse erwartet, daß heute in der Kammer eine wichtige Debatte über die allgemeine Politik der Regierung stattfinden werde. Rach dem .Oeuvre" nimmt man an, daß Briand nach einem Exposö über die politische und finanzielle Lage ein klares Vertrauens- votum fordern wird. Im Laufe des für heute vormittag angesetzten Ministerrates wird der Inhalt der Erklärung des Ministerpräsidenten festgelegt werden, zu denen die Parteien alsbald Stellung nehmen wollen. Besondere Bedeutung wird dem Beschluß der Radikalen beigelegt, die letzten Donnerstag zu fast gleichen Teilen für und gegen das K a - binett stimmten, besonders auch, weil Briand gestern nachmittag eine längere Unterredung mit Maloy hatte, der den Auftrag haben soll, die radikale Kammerfraktion von den Absichten des Ministerpräsidenten in Kenntnis zu setzen. Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer vir zum Nachmittag vorher. pretr für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gießen. Die Ablehnung Pilsudskis Persönliche und politische Gründe. den ehemaligen österreichischen Statthalter von Galizien Dr. Dobrzhnski Stimmung, der auf Widerstand stößt. Die äußerste Rechte trägt sich mit der Absicht, den Wilnaer ä.lu.versitätspro- fessor Zdziechowski, einen rechtsstehenden Monarchisten, der aber zu Pilsudsli ausgezeichnete Beziehungen unterhält, vorzuschlagen. Die letzten Meldungen besagen: Am Montag fanden den ganzen Tag über Beratungen der Sejmfr attionen statt, in denen man versuchte, einen Ausweg aus der schwierigen Lage zu finden. Die Piasten-Partei wandte sich an den Sejmmarschall mit der Bitte, er möge am Dienstag kandidieren. Rataj lehnte jedoch mit der Erklärung ab, daß es sein einziger Wunsch sei, daß am Dienstag alle Parteien einstimmig den Kandidaten Pils udskis, Professor Moscicki, wählen mögen, der in Polen großes Ansehen genieße. Wie von gut unterrichteter Seile verlautet, haben dieRechts- parteien beschlossen, am Dienstag wieder für ihren Kandidaten Bninski zu stimmen. Die Linksparteien werden einstimmig für Professor Moscicki stimmen. Die Juden haben beschlossen, am Dienstag ihren eigenen Kandidaten aufzustellen, nämlich Professor de Bourtenet, der als Verteidiger der nationalen Minderheiten bekannt ist. Kundgebungen. Warschau, 31. Mai. (WTB.) Heute nachmittag veranstalteten die Sozialdemokraten große Umzüge zu Ehren Pilsudskis, an denen sich etwa 10 000 Personen beteiligten. Die Losung wurde zu einer Zeit ausgegeben, als von einem Verzicht Pilsudskis noch nichts bekannt war. Die meisten Demonstranten brachten Hochrufe auf den Präsidenten Pilsudski aus. Aber auch die durch massenhaft verbreitete Extrablätter von Pilsudskis Verzicht unterrichteten Demonstranten stimmten begeistert in diese Rufe ein. noch entschließen werde, die Wahl anzunehmen, aber dann müsse als Voraussetzung zuerst der 8 1 der polnischen Verfassung durch die Rationalversammlung geändert werden. Die Begeisterung für Pilsudski bei den Linken ist so groß, daß eine Reihe Abgeordneter mit Koscialkowski (Whzwolenie) an der Spitze eine Demonstration vor dem Sejmgebäude veranlaßt hat. Koscialkowski hat dabei ausgerufen, daß die Abgeordneten zu Pilsudski gehen und ihn einfach zwingen werden, die Wahl anzunehmen. Die Lage in Warschau. Warschau, 31. Mai. (WTB.) Durch den Verzicht Pils udskis ist die Lage soverworren wie nur möglich. Die Kandidatur dem vom Marschall Pilsudski vorgeschlagenen Präsidentschaftskandidaten Moscickh, einer in politischen Kreisen sehr wenig bekannten Persönlichkeit, findet auch bei der Linken nur sehr geringe Zustimmung. Für die Rechte ist er unannehmbar, und auch die Minderheiten, welche heute vormittag fast durchweg ihre Stimmen für Pilsudski abgegeben haben, machten gegen Moscicky verschiedene Einwendungen geltend. 3n den Kreisen der Mittelparteien macht man für tens eine Erklärung ab, in der er feststellts, daß die auf den bisherigen Arbeitskonferenzen stets mit großer Mehrheit angenommenen Konventionen nur zu einem sehr geringen Teil von den Regierungen bisher ratifiziert worden seien. Er forderte darauf im Rainen der Gruppe der Arbeiterdelegierten die Regierungsvertreter auf, dem bisherigen Brauche folgend, auch auf dieser Konferenz Erklärungen darüber abzugeben, welche Maßnahmen sie zur Ratifizier ung des Washingtoner Abkommens bisher getroffen hätten. 3m Rainen der belgischen Regierung erklärte hierauf der belgische Vertreter, daß die belgische Regierung auf Grund der Ergebnisse der Londoner Arbeitsministerkonferenz der Kammer bereits einen Gesetzentwurf zur beschleunigten Ratifikation des Washingtoner Abkommens eingereicht habe und daß bereits in diesen Tagen der Gesetzentwurf in der Kammer behandelt werden würde. Der polnische Vertreter erklärte, Polen habe bisher dreizehn Konventionen ratifiziert und stehe an erster Stelle unter den Staaten, die ihre Verpflichtungen gegenüber dem Internationalen Arbeitsamt voll erfiillt hätten. Sokal beschäftigte sich dann eingehend mit dem zweiten Teil des Berichtes des Direktors des Internationalen Arbeitsamtes, der die wirtschaftliche Lage im Jahre 1925 schildert. In dem Bericht werden drei große Probleme in den Vordergrund gerückt: 1. Die Frage der Arbeitslos igke i t. 2. Die Frage der Arbeitszeit. 3. Die Auswande- r u n g. Sokal wies darauf in längeren theoretischen Darlegungen auf die große wissenschaftliche Bedeutung der Arbeit des Internationalen Arbeitsamtes hin und erklärte, er werde der Konferenz den Vorschlag einer wissenschaftlichen Organisation der Arbeit vorlegen. Im weiteren Verlauf der Sitzung wiesen die Arbeitervertreter von Canada und Jugoslawien mit Rachdruck auf Forderungen von Mertens hin und betonten die Rorwendigkeit der wissenschaftlichen Organisierung der Arbeit. Der kanadische Arbeitervertreter hob hervor, daß Die unblutige Revolution in Portugal. Portugal hat wieder einmal seine Revolution. Man hat dort zu Lande schon reichlich Erfahrung und Hebung darin, denn seit Bestehen der Republik, seit 1910 ist dies der zwanzigste bewaffnete Aufstand. Und in diesem Jahre ist es bereits der zweite Militäraufstand. Während bei dem letzten Aufstand im Februar, der wie alle diese Aufstände ziemlich rasch niedergeschlagen wurde und vollständig unblutig verlief, die Regierung das Heft fest in der Hand behielt, mußte sie sich diesmal den Forderungen der aufständischen Truppen füge« und zurücktreten. Der Präsident der Republik ist mit den Aufständischen in Unterhandlungen getreten und hat sie beauftragt, eine neue Regierung zu bilden. Bei den Aufständen hat es sich eigentlich immer um nichtige Anlässe gehandelt, so auch diesmal, wo die Unzufriedenheit mit dem Verhalten der Regierung in der Frage des Tabakmonopols zwei Divisionen veranlaßte, gegen Lissabon zu marschieren und den Rücktritt der Regierung zu fordern. Unterstützt wurden die aufständischen Truppen durch die Eisenbahner, die das Eingreifen der regierungstreuen Truppen verhinderten. So ist auch dieser Putsch vollständig unblutig verlaufen. Der tiefere Grund für die dauernde Beunruhigung des Landes durch Aufstände ist in der politischen Zerrissenheit des Landes zu suchen, das sich etwa ebenso viel Parteien leistet wie Frankreich, und daß diese Parteien wieder in mehrere Gruppen gespalten sind, die sich gegenseitig aufs heftigste bekämpfen. Und besonders die Tatsache, dah die Armee vollkommen politisiert ist. läßt das Land niemals zur Ruhe kommen. Jeder General, der mit irgendeiner Handlung des Ministeriums nicht zufrieden ist, läßt seine Truppen marschieren. Jeder ehrgeizige Politiker, der mit dem Ministerpräsidenten oder einem anderen Minister unzufrieden ist, steckt sich hinter einen General und veranlaßt einen bewaffneten Auf st and, um auf diese Weise an die Regierung zu kommen. Rur so ist es auch zu erklären, daß Portugal in den letzten fünfzehn Jahren nicht toengier als vierzig Regierungen gehabt hat, die es aber alle nicht wagten, die Führer solcher Aufstandsbewegungen energisch zu bestrafen. So ist es natürlich nicht verwunderlich, daß sich die Aufstände derartig mehren. und dah es schließlich auch die Minister selbst gar nicht wagen, irgendwelche durchgreifenden Reformen durchzuführen, sondern sich darauf zu beschränken, ihre nicht unerheblichen Gehälter so lange wie möglich zu beziehen. Als Führer und Organisator des letzten Aufstandes wird der Kommandeur der Division von Braga, der General Gomez Gösta, bezeichnet. In der Proklamation, die der Revolutionsausschuh veröffentlicht hat, wird festgestellt, dah die Bewegung rein republikanisch sei und keinen militärischen Charakter trage. Es scheint sich also auch diesmal nicht darum zu handeln, dem Lande endlich eine energische Führung zu geben, die sich durchgreifende Reformen leisten kann, und etwa nach dem Vorbilde Primo de Riveras oder der Generäle in Athen und Bukarest endlich einmal der unheilvollen Parteiwirtschaft ein Ziel zu sehen. Der geringfügige Anlaß scheint eher daraufhin zu deuten, dah auch diesmal wieder ein ehrgeiziger Politiker dahintersteckt, der die parteipolitische Zerrissenheit ausnuhen will, um sich selbst ans Ruder zu bringen. So wird man auch damit rechnen können, daß das nicht die letzte unblutige Revolution in Portugal war, solange nicht, bis auch Portugal seinen Primo de Rivera gefunden hat, der der Parteiwirtschaft ein Ende macht. Die Lage in Lissabon. Paris, 31. Mai. (WTB.) Haoas meldet, daß General Eabreadas das Ministerpräsidium und das Innenministerium übernommen habe. General Costa, der heute mit seiner Division in Lissabon erwartet werde, werde wahrscheinlich die Leitung des Kriegsmini st e- riums und General Gamora das Marine- minifterium übernehmen. — Der Postverkehr steht unter Aussicht der Militärbehörden. Die erste Regierungsmaßnahme wird in der Auflösung des Parlaments und in der Abschaffung aller Gesetze bestehen, die als den Interessen des Landes schädlich angesehen werden. Es wird erklärt, daß Lissabon von den Aufständischen ohne einen Gewehrschuß eingenommen wurde. Die Bewegung hat im ganzen Lande Zustimmung gefunden. bie ^ÄiXE °lle Anerlennung. eUen Teils würbe getanjf “®. M für die M. ;eJn€^,eUttiand ten in 2llJJln9 den hatte te, es miren »er 3-n?2"'1 K* = bi» ^chwert- Äu« h Helle Ntee kein tn seinem Lande durch technische Sachverständige die wirksamsten organisatorischen Methoden geprüft werden, um alle, die an dem Produktionsprozeß teilnehmen, auch an ihrem Ertrag beteiligen zu können. Der südslawische Arbeitervertreter stimmte den Ausführungen Sokals zu und forderte weitgehende Entwicklungsmöglichkeiten für die internationale Arbeitsorganisatio- neu. Der Vertreter der Arbeiterschaft Australiens erklärte, die australische Arbeiterschaft habe die Initiative zur Abhaltung einer Arbeiterkonferenz in Honolulu ergriffen, weil sie der Meinung sei, dah der nächste Krieg an den Küsten des pazifischen Meeres ausgefochten werden würde. Der argentinische Vertreter der Anternehmergruppe erklärte den Umstand, daß Argentinien die Arbeitskonvention nicht ratifizierte, damit, daß die Arbeitsbedingungen in seinem Lande ohne gesetzliche Regelung in vieler Hinsicht günstiger seien, als die von den Arbeitskonferenzen aufgestellten Regeln. Die englische Kohlennot. London, 1. Juni. (TU.) Aus Regierungskreisen verlautet, dah die englischen Kohlenimportfirmen grohe Mengen ausländischer Kohlen an der Hand hätten, die sie unter Beihilfe der Regierung einführen könnten, sobald das notwendig sein sollte. Diese Kohlen sollen von der Saar, von Schlesien und von Frankreich kommen. Auch mit den Kohlengruben in den Vereinigten Staaten sind Verhandlungen gepflogen worden, die vor dem Abschluß stehen. Die englische Regierung ist fest überzeugt, dah bei der Kohleneinfuhr aus dem Ausland die englischen Eisenbahner ihre Mithilfe nicht versagen werden. Da die Gültigkeit des Regierungsangebots auf weitere finanzielle Tlnterstützung in Höhe von 3 Millionen Pfund abgelausen ist, besteht die Möglichkeit, dah der Premierminister mit den Vertretern der Bergarbeiter und der Grubenbesitzer heute abend zusammentrifit. ~ - LS- allste h & TTlanw".. f 0. einberul^'^n < njirber‘-fibem . ,n 6-' ffN uNgeU E Pilsudski hat, wie bereits gestern gemeldet wurde, nachdem er mit absoluter Stimmenmebrheit als Sieger aus dem Präsidentschaftswahlkamps her- vorgegangen war, die Wahl abgelehnt. Die amtliche Meldung hierüber lautet: Warschau, 31. Mai. (TU.) Pilsudski hat taf- sächlich die Wahl jum S t a a t s p r ä s i d e n l e n abgelehnl. Es handelt sich, wie jetzt klar wird, keineswegs um eine grundsätzliche Ablehnung. Pilsudski will einen Druck auf die Nationalversammlung ausüben, ihm die Verfassungsänderungen zu gestatten, die es ihm möglich machen, den Eid auf die Verfassung abzulegen. Die unmittelbar nach der Wahl mit der Sejm- Icitung aufgenommenen Verhandlungen über diesen Punkt haben Pilsudski nicht die Sicherheit geben können, seine Wünsche in ähnlich überzeugender Form durchdrücken zu können und er wählte daher den Weg taktischer Demonstration, um durch Ablehnung und durch Vorschlag neuer Kandidaten die Nationalversammlung in Verlegenheit zu bringen. Wenn seine Macht tatsächlich dem Abstimmungsverhältnis der heutigen Wahl entspricht, dann wird man Pilsudski in einem dritten Wahlgang nochmals wählen müssen, nachdem er sich zuvor die von ihm gewünschten Verfassungsänderungen gesichert hat. Als Kandidaten hat Pilsudski vorgeschlagen: Professor Moscicki, Dozent der Chemie an der Universität Lemberg, Verfasser zahlreicher Schriften, ferner Professor Marjan Zdziechowski, Professor der Geschichte und der Philosophie in Wilna und ebenfalls Verfasser verschiedener soziologischer Schriften. Er ist bekannt als Ungarfreund und Russenfeind, ist konservativ und katholisch und Anhänger der mystischen Philosophie. Die Gründe für die Ablehnung. Warschau, 31. Mai. (SIL) Das Schreiben, in dem Marschall Pilsudski dem Sejmmarschall Rataj seinen Entschluß mitteilte, die Wahl zum Staatspräsidenten nicht anzunehmen, besagt u. a., seine, Pilsudskis, Ablehnung begründe sich zunächst damit, dah er n i cht einst i m m i g, wie seinerzeit im Februar 1921, gewählt worden sei. Er sei dankbar für die Ehre, die ihm zweifellos in Anerkennung seiner für das Vaterland erworbenen Verdienste durch die Wahl zum Staatspräsidenten zuteil geworden sei, er könne aber nicht mit geteiltem Vertrauen regieren. Er verweise auf das Schicksal des ehemaligen Präsidenten Rarutowicz, der ermordet wurde. Außerdem habe ihn das am 28. Oktober auf seine unmündigen Kinder verübte A t te n t a t außerordentlich erschüttert und ihn in seinem Entschluß zu verzichten, bestärkt. Schließlich sei er auch der Lleberzeugung, daß er als Staatspräsident nicht diejenigen Möglichkeiten haben würde, so zu arbeiten, wie er beabsichtige. Von gut unterrichteter polnischer Seite hören wir, daß in den Rachmittagsstunden eine Reihe von Besprechungen zwischen den Führern der Linksparteien und Pilsudski stattgefunden haben. Man versuche um jeden Preis, Pilsudski doch noch dazu zu bewegen, daß er seine Erklärung, die Wahl nicht anzunehmen, zu- rückziehe. Wie weiter verlautet, soll Pilsudski einem politischen Freunde gegenüber erklärt haben, daß er sich vielleicht doch dis 7q rrsch.'nttäglich,außer M 9 ZMetzenerAMger infolge höherer (Bemalt MM General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Sieben. granihmam mam°iie86. vn«k und vrrlag- vrSHI'lchi UniotrlUäti-Bud). unö Stehibnidtrti B. langt in Sietzen. Schriftlrttun, und Sejchästrftellt: Schnlftratz« 7. Das Rätsel Pilsudski. Fast macht es den Eindruck, als ob Herr Pilsudski etwas Theater mit seinem eigenen Volke gespielt hätte. Erst hat er Revolution gemacht, dann hat er sich nach langem Weigern bereit erklärt, die Präsidentschaftskandidatur anzunehmen und, nachdem er nun glücklich gewählt ist, verzichtet er plötzlich auf die Wahl. Was hat das zu bedeuten? Zwei Möglichkeiten sind gegeben: entweder er will unter der gegenwärtigen Verfassung das Amt eines Präsidenten lucht führen, sondern sich zum Diktator machen lassen, ober er zieht es auch künftig vor, hinter den Kulissen zu bleiben und neben einem Schattenpräsidenten den allmächtigen Oeneraliffmus zu spielen. Beides ist für einen Mann seiner Vergangenheit und seiner Persönlichkeit vielleicht gleich reizvoll, denn seine Neigungen liegen doch offenbar stark auf militärischem Gebiet. Er will deshalb nicht nur den zivilen Staatschef spielen, er will auch das Heer in feiner Hand behalten, nicht nur um gesichert zu fein gegen Experimente wie das, welches tr soeben selbst vollbracht hat, sondern auch, weil er Den militärischen Lorbeer noch nicht entbehren möchte. Und er hat ja auch alle Trümpfe in der Hand, so daß er sich die Stellung aussuchen kann, die ihm an schmackhaftesten erscheint. Was er gemacht hat, ist nun doch einmal eine Revolution, so sehr er selbst sich auch bemüht hat, nachdem er die alte Regierung vertrieb, sich im Rahmen der verfassungsmäßigen Grenzen zu halten. Seine Freunde außerhalb der polnischen Grenze sind sehr viel un- oorfidjtiger, auch die deutschen Sozialdemokraten prechen ja ganz offen von der Revolution Pil- udskis und halten es für selbstverständlich, daß er laraus alle ihm zweckmäßig erscheinenden Folgerungen zieht. Pilsudsli ist, wenn auch vielleicht nicht mehr dem Mitgliedsbuch nach, doch in seiner geistigen Einstellung ein gut Stück Sozialdemokrat. Don der sozialistischen Partei hat er seinen Ausgang genommen, er hat den typischen Weg des russischen Verschwörers auch über Sibirien gemacht und auch als er die Geschicke des neu gegründeten polnischen Staates in der Hand hatte, die Verbindung nach links aufrecht erhalten. Erst, als der Kurs immer mehr nach rechts gedreht wurde, trat er grollend zurück und wartete auf den Augenblick, der ihn von selbst wieder in den Vordergrund schieben würde. Denn Pilsudski kennt seine Landsleute, er weiß, daß sie zwar den Munch sehr voll zu nehmen verstehen, daß aber im übrigen ihre staatsbildenden und staatserhaltenden Talente nur sehr gering sind. In der Beziehung haben sie durch ihre hundertjährige Leidensgeschichte nichts gelernt. Vielleicht wird man sogar sagen dürfen, daß Pilsudski heute der einzige ist, der den polnischen Staat überhaupt noch zu retten vermag. Kam er nicht, dann war der wirtschaftliche und finanzielle Bankerott Polens im Laufe des Sommers eine unausbleibliche Rotwendigkeit. Ob er den Augiasstall noch zu reinigen vermag, ob ihm die wirtschaftliche Sanierung gelingt, die mit einem rücksichtslosen Durchgreifen in der im wahren Sinne polnischen Wirtschaft anfangen muß, ist eine Frage, auf die nur die Zukunft die richtige Antwort zu geben vermag. Auch er hat aber gemerkt, daß die innere Amalgamierung der ehemals russischen, preußischen und österreichischen Teile des jungen Staates noch keineswegs gelungen ist, dah also selbst er Widerstände findet, die jetzt möglicher Weise schon zu groß geworden sind, als daß sie sich überhaupt noch überwinden ließen. Pilsudski ist — auch das gehört zu seinem Bilde — ausgesprochen antirussisch orientiert. Er ist in der Gegend von Wilna geboren, und das ist für seine innere Einstellung auch heute noch entscheidend. Er mag es bedauern, daß durch die auswärtige Politik, die Polen getrieben hat, Feinde ringsum entstanden sind, während er sich mit Recht sagt, dah die größte Gefahr für den Bestand des Reiches von Osten her, von den Russen kommt, und daß das Reich sich nur halten kann, wenn es im Innern geschlossen ist, wenn es zudem den alten Iagellonentraum wenigstens insoweit durchführt, als es mit Litauen verbunden wird. Deshalb möchte er den Expansionsdrang der Polen vom Westen, also vom deutschen Gebiet ab auf Litauen lenken, ja es gibt sogar kluge Politiker, die behaupten, wenn einmal Pilsudski fest im Sattel säße, dann würde sich mit ihm über die Rückgabe des Korridors an Deutschland reden lassen, unter der Voraussetzung, dah er dafür Litauen einstecken kann. Das mag etwas zu viel gesagt sein, immerhin haben die Deutschen in Polen nicht umsonst ihn gewählt, sie wissen, dah er der Antipode der polnischen Chauvinisten ist, dah er zum mindesten für eine menschenwürdige Behandlung der Deutschen sich einsehen wird. Und das ist wenigstens schon etwas. Jedenfalls aber zeigt die Stellung, die er gegenüber der Wahl zum Präsidenten eingenommen hat, daß er selbst die innere Revolution Polens noch nicht für beendet hält, sondern sich stark machen will, um den zweiten entscheidenden Schlag gegen seine Gegner, die sich um die Persönlichkeit des Generals Haller gruppieren, führen zu können. Ifo. Hs Große Kieler es in Roten Rerchsbonkpräsident Dr. Schacht ist von seiner Londoner Reise wieder nach Berlin zurück- gekehrt. Die türkische Kammer in Angora nahm das Gesetz über die Einführung einer einheitlichen VcrwoltungindergesamtenTürkei an. Außerdem wurde dem Gesetz über die Einführung eine--' Zioilgsfetzes und eines Handelsgesetzes in der Türkei zugestimmt. Wettervoraussage. Wolkig mit Aufheiterung, tagsüber wärmer, sonst kühl, vereinzelt Regenschauer. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 20,7 Grad Celsius. Minimum: 10,7 Grad Celsius. Riederschläge 1,8 Millimeter. Heutige Morgen- temperatur: 13 Grad Celsius. Der Geschäftsordnungsausschuß des Preußischen Landtages stimmte dem Antrag auf Aufhebung der Immunität des Abg. Wulle (Völk.) gegen die Stimmen der Kommunisten zu. Aus der Prsvinzialhauytstadt. Gießen, den 1. Juni 1926. SLeuerfälligkeiten im Juni. 3m Monat 3 uni 1926 werden folgende Steuern fällig: 5. 3uni: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 21. bis 31. Mai einschließlich, der für die Zeit vom 1. bis 10. Mai bzw. 11. bis 20. Mai einbehaltenen, noch nicht abgeführten Beträge ohne Rücksicht auf deren Höhe: 10. 3uni: llmsatzsteuervorauszahlung 8/4 Prozent der Dlmsätze im Monat Mai 1926; 15. 3uni: «Äeuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 1. bis 10. 3uni, sofern der Gesamtbetrag mehr als 100 Rm. beträgt; 25. 3uni: Landes steuern 2. Ziel für Rj. 1926 auf Grund der im vorigen Monat Angestellten Steuerbescheide; Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 11. bis 20. 3uni, sofern der Gesamtbetrag für genannte Zeit oder mit den für die Zeit vom 1. bis 10. 3uni einbehaltenen und noch nicht abgeführten Beträgen zusammen mehr als 100 Rm. beträgt. Mit Ausnahme des Steuerabzuges vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) können die angeführten Abgaben noch innerhalb der siebentägigen Schonfrist ohne Zuschläge,-zur Zeit 8/< Prozent, entrichtet werden. Die Jagd im Juni. Der Juni ist noch größtenteils Hegemond, in dem der waidgerechte Jäger nur die Schutzpolizei im Revier ausüben soll, denn Wald und Feld sind jetzt die Kinderstube des Hoch- und Niederwildes, und deshalb ist jede Unruhe fernzuhalten. Das Edel- und Damwild steckt nach dem Verfärben gern im Getreide. Grasreiche, geschlossene Laubhölzer und höher gelegene Rohrhorste sucht das Wild gern auf, weil es dort von den lästigen Bremsen nicht so gequält wird. Starke Hirsche rubeln sich in schattenreichen Vorhölzern zusammen und unternehmen nachts oft weite Wanderungen durch Wald und Getreide, indem sie nach Ge- schmack und Ruhe bald hier, bald dort stecken bleiben. Bei anhaltendem Regenwetter zieht das Wild zu Holze in raume Stangenorte. Suhlen und sauber gehaltene Salzlecken werden gern angenommen. Die Hirsche beginnen zu fegen. Man achte auf die Fegestellen, an denen man ja sehen kann, ob es sich um einen jagdbaren Hirsch oder guten Schaufler handelt. Während des Geschäfts des Fegens vernehmen sie schlecht und es glückt leicht, sich sehr nahe heranzupürschen und sicher anzusprechen. Die Sauen finden jetzt, zu Rotten vereint, in der Forst überall reiche Aesung, aber in der Rächt locken doch die Sommerungsschläge mit unwiderstehlicher Anziehungskraft. Die Zeit des Austritts ist aber noch unbestimmter als in anderen Monaten. Oft erscheinen die Sauen schon nach Sonnenuntergang, um in der nächsten Rächt erst um Mitternacht auszutreten. Auch die Wechsel werden nicht regelmäßig gehalten. Am allerunzuverlässigsten verhalten sich die alten Keiler und gelte Dachen, die am Tage in tiefen Dickungen stecken, des Rachts aber ein ungeregeltes Bagabundenleben führen. Die Rehe tragen ihr leuchtendes Sommerkleid. Sie stecken je nach Witterung und Ruhe überall umher. Die Ricken mit ihren Kitzen sitzen gern im Getreide und bevorzugen bei Hitze die kühlen Gemengeschläge, oder sie wählen dichte Feld-Laubhölzer, von wo aus sie Klee-, Luzerne- oder Serradelle-Schläge annehmen. Rach dem Fegen ziehen auch die Böcke zusammenhängende Getreideschläae vor, von wo aus sie erst nach langem Sichern naschend Feldraine und Grabenborde entlang schleichen, um Klee- schlüge usw. aufzusuchen. Mit einem guten Glase hat der pürschende 3äger aber gewöhnlich bald den Standort guter Böcke auch in der FluS ausgemacht. Will er dann Huberti Gunst nicht leichtfertig bei ungünstigem Winde erzwingen, so wird cs ihm meistens gelingen, nach einigen Tagen der Mühe seine Kugel anzuocingen. Rach anhaltendem Regen stehen die Rehe gern in Stangenorten, und ist dort die Pürsch besonders lohnend. Der Dachs bat 3unoe im Mutterbau und treibt sich des Rächte in Wald und Flur umüer, nach Larven, Engerllrmen und nnr' ^ren Schädlingen zu stechen. Läuft ihm dabei einmal der Frontkämpferbundes und des Reichsbanners und Anhängern des Dismarckbundes zu einer schweren Schlägerei, in deren Verlauf ein Mitglied des Dismarckbundes einen Schuh abgab, ohne jedoch jemand zu treffen. Die alarmierte Schutzpolizei nahm zwölf Personen fest, darunter auch den Schützen. Luftpost Berlin—Paris. Die französische Postverwaltung teilt mit, daß von jetzt ab die neugeschaffene Luftverkehrslinie Paris—Berlin auch für die Beförderung von Postsachen nach Deutschland zur Verfügung stehe. Flugunfall bei Rheinsberg. Rach einer Dlüttermeldung aus Rheinsberg stürzte dort ein Flugzeug aus etwa 200 Meter Höhe in den Grieberichsee. Während der Pilot und die beiden Fahrgäste nur unbedeutende Verletzungen erlitten, trug ein Angler, der von dem Flugzeug gestreift wurde, eine schwere Kopfverletzung davon. Schweres Flugzeugunglück bei Köln. Aus Köln wird gemeldet: Hier stürzte ein Sportflugzeug bei der Ausführung von Kunst- flügen aus geringer Höhe östlich von Longerick ab. Deide3nsassen waren sofort tot. Born Zuge überfahren. Vom Zuge überfahren wurde auf der Eisenbahnnebenstrecke Triptis—Marxgrün bei Auma, ein 25jähriger Tischler und ein 19jähriger Kaufmann, als sie auf einem Motorrad den Eisenbahnübergang passierten. Der Kaufmann wurde vom Zuge zermalmt, fein Mitfahrer lebensgefährlich verletzt. Ein Sanllätsrat als Gatlenmorder verhaftet. Unter dem dringenden Verdacht, am 22. September 1916 seine dritte Ehefrau vorsätzlich erschossen zu haben, wurde laut „B. Z. am Mittag" der in Groß-Röhrsdorf bei Wesenstein wohnhafte Sanitätsrat Dr. Böhme festgenommen und der Staatsanwaltschaft Dresden zugeführt. Eine Jabrif niedergebrannt. In der Siebfabrik Gebr. Menzel in S a a l f e l d entstand ein Brand, der in ganz kurzer Zeit das Fabrikgebäude, ein daran anschließendes Wohnhaus und einen Schuppen einer angrenzenden Wasch- Maschinenfabrik in Asche legte. Beim IHaifäferfang tödlich verunglückt. Ein in Kohlgrund (Waldeck) zu Besuch weilender Knabe ans Remscheid erkletterte beim Maikäferfang einen hohen Baum bis zur Spitze. Plötzlich brach der Ast, an dem der Junge hing, und dieser stürzte aus etwa 50 Meter Höhe in die Tiefe, wo er mit inneren Verletzungen und mehreren Armbrüchen liegen blieb. Trotz sofortiger Ueberführung in ein Krankenhaus erlag das Kind noch in der folgenden Nacht feinen Verletzungen. Großseuer. Aus Schönau wird gemeldet: 3m Stadtteil Rcustadt entstand in einem alten Bauernhaus ein Feuer, das mit großer Geschwindigkeit um fi:-} griff und innerhalb kurzer Zeit 20 Wohngebäude erfaßte. Bis 7 Uhr abends sind 22 Wohnhäuser nieder gebrannt. Kieme poMsche Nachrichten. In Luxemburg haben in der vergangenen Woche Besprechungen deutscher und französischer Persönlichkeiten stattgefunden, die zur Einsetzung eines ständigen deutsch-französischen Wirtschaftsausschusses geführt haben. Das gebrochene Elefautenherz. Ein gebrochenes Herz wurde von dem Tierarzt des Zoologischen Gartens in Bristol als Ursache für den Tod des Elefanten Rajäh angegeben. der plötzlich verschied, als er aus seiner bisherigen Behausung fortgebracht werden sollte. Der Elefant, der lange Zeit der Liebling aller Kinder Bristols war, ist nur 29 3ahre alt geworden. Er trug auf seinem breiten Rücken die Kleinen gern und freundlich spazieren und zeigte überhaupt ein sehr liebenswürdiges Wesen, bis eines Tages der Wärter, an dem er sehr hing, ihn verlassen muhte. Don diesem Moment an war er wie umgewandelt, trug ein scheues und trübsinniges Wesen zur Schau und wollte keine Reiter mehr auf sich dulden. Die Verwaltung des Zoo beschloß daher, ihn zu verkaufen, da er sich seinen Lebensunterhalt nicht mehr selbst verdiente. Er wurde in einen großen Käfig gebracht, den man auf einen Lastwagen lud. Als das Gefährt aber durch die Tore des Zoologischen Gartens fuhr, da gab Rajah einen tiefen Seufzer von sich und starb. Der Kummer über den Verlust des Wärters und die Ausquartierung aus dem alten Heim hatten ihn getötet. Aus aller Welt. Skagerrak-jeiern in Berlin und Riel. Die dem Bunde Deutscher Marineoereine angeschlossenen Marine-Vereine Berlins und Umgebung begingen die zehnjährige Wiederkehr der Seeschlacht am Skagerrak durch eine vaterländische Gedenkfeier. Der Vorsitzende dankte in seiner Begrüßungsansprache allen Kameraden, die an dem Werke mitgeholfen hatten und mit Leib und Seele für ihr Vaterland emgetreten waren und gedachte der gefallenen Kameraden. Nach einem Vor- spruch des Kapitänleutnants a. D. Dames hielt Vizeadmiral a. D. H 0 pmann die Festrede, die nut einem dreifachen Hurra auf das deutsche Vaterland ausklang. Darauf wurde das Flaggenlied an» gestimmt. Musikalische Vorträge und der Zapfenstreich beendeten die Feier. — In der Aula der Kieler Universnät fand eine Skagerrak-Gedenkfeier statt, zu der die Einladungen von dem Stationskomniando ausgegangen waren. Der Sta- tionschef mit feinem Stabe, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, die Offiziere der Marine und Küstenwehr, Abordnungen der Truppenteile sowie Abd ei Keims Schicksal. Paris, 31. Mai. (TU.) Abd et Krim, der gestern in Taza eingetroffen ist hat dem Vertreter des ,3 o u r n a I“ erklärt, das Schicksal der Waffen, das ihm zuerst günstig gewesen sei. habe sich dann später gegen ihn gewendet. Es habe nicht anders sein können, und er mache sich volllommen klar, daß er unrecht gehabt habe ~ zu glauben, er könne einem großen Lande wie , Frankreich die Stirn bieten. Wenn er sich in ' äldjda nicht unterworfen habe, so des- halb, weil er den Spaniern gegenüber nicht hätte nachgeben wollen. Heute zwinge ihn die Lage dazu, alle Bedingungen anzunehmen. Er verlange jetzt nur, daß man ihn nicht den Spaniern ausliefere und daß man nicht die Mitglieder feiner Familie und die Personen seiner Umgebung für Din^e verantwortlich mache, die sich im Rifgebiet ereignet hätten. Während General Simon an Ort und Stelle die Bedingungen für die weitere Durchführung der Aktion im Rif festlegt, wird der spanische Ober- kommisfor General 3ordana nach Paris reifen. Man nimmt an, daß vor allem die Frage der Behandlung Abd et Krims zur Sprache kommen wird. Auch die Abgrenzung der beiden Zonen und die Frage der Kriegsgefangenen würden bei dieser (Gelegenheit besprochen werden, weil von 25 spanischen Offizieren und 350 Soldaten, die gefangen genommen worden waren, bisher nur 152 (Gefangene, darunter kein einziger Offizier ausgeliefert worden seien. Der Sonderberichterstatter des „Matin" in Fez berichtet, Abd ei Krim wird in Taza streng bewacht. Riemand wird zu ihm gelassen. 3n spanischen Kreisen ist von einer französisch-spanischen Konferenz die Rede, in der über das Schicksal Abd ei Krims entschieden werden soll. Die Spanier begründen ihr Ver- langen nach Aus lief e rung Abd el Krims mit dem Fehlen der gefangenen spanischen Offiziere und mit der Tatsache, daß Abd el Krim Spanien bekämpft habe, bevor er gegen Frankreich Krieg geführt habe. Die spanischen Gefangenen klagen über ihre Behandlung durch die Rifleute. Sie behaupten, daß die Franzosen besser behandelt worden seien. Neuer Wider^and der NMaDylen. Paris, 31. Mai. (TU.) Die Blätter melden aus Fez, daß die Spanier auf einer 15 Kilometer langen Front an der Bergspitze Bou Jkaur, die bis Targuist verläuft, die Offensive ergriffen haben. Nach den letzten Meldungen leisten die Rif- truppen heftigen Widerstand, und die Spanier bringen nur mühsam kämpfend vor. Die Rifsoldaten werden, wie weiter gemeldet wird, von dem Bruder Abd el Krims befehligt. Nach einem offiziellen EommuniquS aus Rabat haben die französischen Truppen am Frontabschnitt Fez gestern die letzten der noch nicht unterworfenen Stämme der Beni Serval vollständig eingeschlossen. Die umzingelten Stämme hätten Delegierte entsandt. Die Beni Uriagel in Werga hätten sich unterworfen. Nach einer weiteren Meldung aus Fez teilt der spanische Nachrichtendienst mit, daß die spanischen Truppen den Stamm der Bokkoja in Richtung Aid Samara angegriffen hätten. Der Gegner leiste an verschiedenen Stellen hartnäckigen Widerstand. Italienische Ansprüche. Mailand, 31. Mai. (TU.) Von offi- ziöser italienischer Seite werden die 3nforrna- Honen der englischen Presse über die A s P i r a - tionen 3taliens in Marokko bestätigt. 3talien beanspruche heute das diplomatische Erbe Deutschlands. Es erwarte, daß ihm bei seiner 3ntervention in der Marolkofrage keine Schwierigkeiten bereitet werden. — Zu einer Aeußerung der Agentur Havas, daß die französische Regierung nicht die Absicht habe, irgendeine Aenderung mit internationalem Charakter in der Zone von Tanger eintreten zu lassen erklärt die ..Tribuna", daß, soweit Tanger in Frage komme. 31 a I i e n nicht von der Verwaltung der internationalen Zone ausgeschlossen werden könne.3tatien könne von diesem Teil des Mittelmeeres nicht länger abgeschlossen bleiben. Die englischen Konservativen und Rutzland. London, 1. 3uni. (WTB. Funkspruch.) Der jetzt veröffentlichte Bericht von vier konservativen Parlamentsmitgliedern über ihre Studienreise nach Rußland, der mit Rachdruck für eine Reuregelung der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Sowjet-Rußland eintritt, wird von konservativen Blättern skeptisch ausgenommen. „Daily Telegraph" meint, der übermächtige Wunsch nach Wiederherstellung des russischen Absatzmarktes für England habe vielleicht die kritischen Fähigkeiten der Berichterstatter etwas geschwächt. Die D. V. P. zu den Haussuchungen im Westen. Essen, 31. Mai. (TTl.) Auf einer hiesigen Tagung der kommunalpolitifchen Ausschüsse der Deutschen Volkspartei aus Essen Stadt und Land sprach Generalreichskommissar Schmidt-Berlin (M. d. L.) über die politische Lage und gab u. a. über die Haussuchungen im 3ndustriegebiet wesentliche Aufschlüsse. Der Redner schilderte die Empörung, die in weiten Kreisen der Bevölkerung wegen der haltlosen Verdächtigungen 6er 3ndustrieführer des Wesens herrsche. Diese Wirtschaftsführer hätten ihre ganze Sorgfalt auf die Aufrechterhaltung ihrer Betriebe zu konzentrieren und verfügten sicher nicht über das Geschick, etwa parteiagitatorisch zu wirken. Die Haussuchungen im Westen z. B. ständen aber im engen Zusammenhang mit der Taktik, die zum Volksentscheid geführt habe und seien aus parteiagitatorischen Gründen bestimmt, den Weg für den Volksentscheid zu ebnen. Durch die Haussuchungen seien die westdeutschen 3ndustrieführer außerordentlich geschädigt worden, denn es sei noch nicht zu übersehen, inwieweit diese Blamage auf die zur Zeit bestehenden Wirtschaftsverhandlungen mit ausländischen 3nteressenten einwirke. Die Deutsche Dolkspartei werde in der nächsten Landtagssihung eine dringliche Interpellation ein bringen, um den Hergang der skandalösen Haussuchungen mit ihren parteiagitatorischen Zwecken vor aller Welt darzulegen. viewirtschastshiisederdeutschen Studentenschaft auf der Gesoler. Berlin, 31. Mai. (TU.) Um weiteste Kreise der Oeffentlichkeit für die studentische Wirt- sckaftsarbeit zu interessieren, hat die Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaf t sich an der großen Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen in Düsseldorf mit einer Gesamtausstellung über alle Gebiete der studentischen Wirtschaftsarbeit beteiligt, für die dank dem Entgegenkommen der Ausstellungsleitung ein eigener Pavillon in der Nähe des Haupteinganges errichtet werden konnte. An Hand eines reichen bildlichen und statistischen , Materials wird dort ein Ueberblick über sämtliche studentischen Wirtschaftseinrichtungen örtlicher oder zentraler Art gegeben. Es werden darin die Einrichtungen zur Verbilligung der studentischen Lebenshaltung (die Speisungen, Tagesheime, Wohnheime, Reparaturwerkstätten usw.) in ihrer Entwicklung und in ihrem jetzigen Zustande behandelt. Eine besondere Abteilung ist der Darlehenskasse der Deutschen Studentenschaft gewidmet, die im Verlauf ihrer bisherigen Arbeit 13 800 Darlehen im Gesamtbeträge von 2,75 Millionen Mark an Studierende der höheren Semester ausgegeben hat. Ebenso findet die S t u b i e n ft i f ■ tung bes beutschen Volkes, bie bisher im ersten Jahre ihres Bestehens seit 1925 mehr als 580 menschlich und wissenschaftlich besonders befähigte Abiturienten der höheren Lehranstalten bas Studium ermöglichte, eine eingehende Würdigung, ferner die studentische Krankenfürsorge, aus der besonders die Erholungsaufenthalte für gesundheits- gefährdete Kommilitonen und das von der Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft im Herbst 1925 eröffnete Sanatorium für lungen» kranke deutsche Studierende in Arosa in der Schweiz hervorgehoben sind. Reiches Material über Werkstudententum zeugt davon, daß der Gedanke der individuellen Selbsthilfe auch jetzt noch in unserer akademischen Jugend wirksam ist. Eine Reihe von Studentenhaus-Modellen zeigt, wie das Studentenhaus als geselliger und geistiger Mittelpunkt der Studentenschaft einer Hochschule und als Zusammenfassung der örtlichen Studentenwirtschaftseinrichtungen von besonderer Bedeutung ist. Garnison. Politischer Zusammenstoß. 3n der Rächt zum Sonntag kam Spandau zwischen Mitgliedern des Soweit bisher bekannt ist. ist der Verlust von Menschenleben nicht zu beklagen. Der Verlust an Vieh, Futtermitteln usw. läßt sich noch nicht übersehen. Der Stadtteil Reustadt liegt zwischen der Post und dem Gerichtsgebäude östlich der Kirche und umfaßt im allgemeinen bäuerliche Anwesen, die eng aneinander gebaut sind. Eine weitere Ausdehnung des Brandes ist nicht zu befürchten. zahlreiche inaktive Offiziere und Mannschaften wohnten dem Festakt bei. Fregattenkapitän Scheibe (während der Schlacht auf Panzerkreuzer „Lützow") schilderte den Verlauf der Schlacht. Vizeadmiral R a e d e r brachte in einer kurzen Ansprache ein Hoch auf unser deutsches Vaterland aus._ Im Anschluß an die Feier begann bann ber Zapfenstreich sämtlicher Truppenteile ber Der heutigen Kammersitzung sieht man mit großer Spannung entgegen. Den Anlaß zu einer Intervention des Ministerpräsidenten wird ein 3nterpellativnsantrag des radikal- sozialistischen und regierungsfreundlichen Abgeordneten 3acquier bieten, der im Einverständnis mit der Regierung seine Absicht mitgeteilt hat, sie über die allgemeinen Richtlinien; ihrer Politik zu befragen. Man schreibt Driand die Absicht zu, es bei einer allgemeinen Erklärung bewenden lassen zu wollen, die in folgenden Hinweisen gipfeln dürfte: 1. Ausgleichung des Budgets , 2. glücklicher Ablauf des Fälligkeitstermins vom 20. Mai, 3. Beendigung des Feldzugs in Marokko. 4. Wiederherstellung der Lage in Syrien, 5. günstiger Verlauf der Franken st ützungs- aktion. Die Regierung ist einer Finanzdebatte nach wie vor abgeneigt. Die Radikalsozialisten, deren Kommunique vom vergangenen Samstag man scharf verurteilt, zeigen keine geschlossene Haltung. Ein Teil von ihnen- wird entweder wie bei der letzten Abstimmung noch für das Kabinett stimmen oder sich der Stimme enthalten. Die Auffassung der parlamentarischen Kreise geht dahin, daß die Regierung Driand auf eine Mehrheit rechnen dürfe. Alles hängt schließlich von der Haltung des Ministerpräsidenten ab, der nicht davor zurückschrecken darf, die ^Unterstützung der Rechtsgruppen anzunehmen. Wie „Echo de Paris" erfährt, wirb ber Ministcrrat heute vormittag zusammentreten, um eine Erklärung Brianbs zu beraten, bie dieser in ber heutigen Kammersitzung ffür ben Fall, baß erneut eine Generaldebatte über bie Politik der Regierung verlangt werden sollte. Die Erklärung wird sich über das Parlament hinaus an das ganze Volk wenden. Eine neue InLerpeNntion über die FrankenftabMsierung. Paris, 31.Mai. (WB.) Außer dem Abgeordneten H u I i n hat nunmehr auch sein Frak- tionsgeiwsse, der Abgeordnete R v g a r 0 eine 3nterpcllativn über die Währungsstabilisierung eingebracht. Wie in den Wandelgängen der Kammer verlautet, sei Driand geneigt, die 3nterpellation zu be- antworten und gewisse Erklärungen, nicht nur über die Sanierungs-Pläne, sondern auch über die allgemeine Politik abzugeben, wozu er schon im Laufe der Diskussion dadurch gezwungen würde, daß der Abgeordnete Hulin im Verlaufe ausdrücklich die Frage zu stellen beantragt, mit welcher Mehrheit das jetzige Kabinett sein Programm zu verwirllichen gedenke. Briand geht nach Genf. Paris. 31. Mai. (WTB.) Wie offiziös bekannt wird, beabsichtigt Ministerpräsident Driand anfangs kommender Woche nach Genf zu reisen, um an den Tagungen in Genf teilzunehmen. Doch wird seine Reise abhängig sein von der politischen Lagein Frankreich und besonders von den Verhandlungen in der Kammer. Sollte Briand verhindert sein, persönlich nach Genf M reisen, dann wird er von dem sozialistischen Abgeordneten Paul Dvir- cout vertreten werden. Kunst und Wissenschaft. Ehrung von Dr. v. Drygalskl. 3m Geographischen 3nstitut der Münchener Tlniversität wurde heute Geheimrat Dr. v. Drhgalski vorn amerikanischen Botschafter in Berlin, Schurrnan. die höchste Auszeichnung der America Geographica! Society in Reuhork, die Livingstone-Medaille überreicht. Der Botschafter hob die Verdienste von Dr. v. Drhgalski als Erschließet des Südpols und als Gr0 n- landforscher hervor und drückte den Wunsch aus, daß die freundschaftlichen Beziehungen beider Länder zum Segen der Wissenschaft weiter gedeihen mögen. Geheimrat Dr. v. Drhgalski hielt nach herzlichen Dankcsworten eine Vorlesung über America, der auch u. a. Botschafter Schurrnan beiwohnte. hochschulnachrichlen. ][ Marburg, 31. Mai. Der Oberstudien- direktor der Oberrealschule u. des Realgymnasiums, Prof. Dr. Ernst Otto, hat einen Ruf als ordentlicher Professor der Pädagogik an der deutschen Universität in Prag angenommen. Bei seinem Scheiden fand eine Feiet in der Aula der Anstalt statt, bei der Oberstudienrat Dr. Brand, Oberbürgermeister Dr. Voigt und Prof. Dr. Ed. Müller Ansprachen hielten. Internationaler Ornithologen-siongreh in Kopenhagen. 3n Kürze findet der 3nternationale Ornitho- logen°Kongreß statt, zu dem an bekannten Persönlichkeiten u. a. erscheinen werden: Professor H a r t e r t, der Leiter des Königlichen Zoologischen Museums in London, Graf von Moranh (der ehemalige Zar Ferdinand von Bulgarien), Lord Rothschild, Professor Percy Lowe und Dr. Erwin Stresemann. EL, n» «Ä , ttnt tot a« s«”'’ t ft*£. -! zu way , gc®i Ulind die SS?**** gum je: Sieh' Ilan tör.cP 6ciur!l£n6r bekannten schen Dahnen Teilen die utt innerem & Mternde M W 2. wollige achten dem Kenn ein m« (eilige Form > Alles was Ode schönsten Segen! Mang mit d« heutigen Meu von M! Ter zweite öffnet durch die Segnet. W del, Scarlatti n hen sich 3 Shm zunächst der £ schnittartigen. der verstorbene Helm (Berget ,Wöe, das l -essen Mittest Zuversicht" steh dessen Meisters gemilchter Chor So derlpricht für jeden Hörei gerade aus dies achte die Heuti Granstü Kalk vorrältg. 0. Rübsan: Mvbon 165 | Dilltge taile Adriaucr, Ei ivännn (Qu* Sah w «llr Ahes tyMlnlDär «auch für flü Ackert, Einivi 'auch für W A-rina, Zwk N°ro«, Zwei wenig gebrau me neu bergen iußeben. «st »u Werk i im 3unt. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34 taute I Heute Premiere Heute Premiere billigst *”D Eine ganz unmilitärische Angelegenheit von Alfred Schirokauer und Reinhold SchDnzel. Oberleutnant * amiDiio idc. Gras, Unser neuer Roman. In der heutigen Nummer beginnen wir mit dem Abdruck unseres neuen Romans. Das rosen- rote Idyll im „Lachenden Haus" wird abgelöst durch eine höchst geheimnisvolle, dramatisch ge> jaft «tz«- »rtortttet« mit über bk Zunge, tut er doch hn Forste mehr Nutzen als fügte Erzählung vom Rhein: „Der dritte Schuß" von Ole 61 e f a n L Das aus dem Dänischen übertragene Granstück- Kalk vorräitg. C. Rübeanion. Televbon 1659 qeleqene - es dort von den lästigen uält wird. Starke Hirsche ihen Dorholzern zusammen ; ost weite Wanderungen ide. indem sie nach Se. b hier, bald dort stecken m Negenwe ier M oa- e Stangenorte, «uyien mw „Reinhold Schünzel" Färberei Gebr. Rover ehern. Reinigungswerke Laden: Marktplatz 8 :: Telephon 1459 ■ > caussage. elsiuS. m°r9^ größtenteils Hegemond, in qger nur die Schutzpolizti denn Wold und Feld sind ; hoch- und Niederwildti, uhe semzuhalten. ■ > «•« noch dem >eschlosjene >rsie sucht bUtbe bfin j. in S Tier. 5'ti, atz" Q,. äsSs MlhaupW. N' 1. Juni 1926, iten im Juni. 1926 werden folgende Hug dvm Arbeitslohn nt dvm 21. bis 31. Mi ■ Zeit dvm 1. bis 10. M einbehaltenen, mch nicht hne Rücksicht aus deren tzsteuerdvrauSzahlung st l Monat Mai 1926; cabzug vom Arbeitslohn eit vom 1. biS 10. Juni, ag mehr als 100 Rin. r heuern 2 Ziel für Rj. n vorigen Monat zuge- Steueraözug ton Ar- ir bk Zeit ton 11. bis amtbetrag für genannte bie Zeit vom 1. dis ) noch nicht abgeführten : als 100 Um. betragt, taindbwigei dvm Ar- iwn die mgeMrten der siedmtagigrn Schon- r Zeit s/t Prozent, ent- Personen des Spiels: Reinhold Schünzel. Der Hauptmann... Georg Schnell. Leutnant Fritz von Gernsdorf. • Werner Pittscham y. _nnftnn von Falkenhagen..Julius Falkenstein. Der Feldwebel..Henry Bender. Unteroffizier Muller.-Fntz ^ampers. Die Rekruten. .KurtVespermann, Paul Slorgau, Paul Westermeier. Die Zivilisten: Liga Brink, Camilla Spira, Lydia Potecbina usw. Adrlauce, Ein- svänner tauch für Stäbe) Ma flau -OarriS. Einspänner tauch für Stühe) yabr, Einspänner tauch für Stühe» Eckert. Einspänn tauch für Stühe» Deerina. Zweifv Noron, Zweifv. wenig gebraucht, rote neu hergertch let, preiswert ab- zugeben 48*'D M. Rosenthal Landmaichlnen 13 Liebigüratze 13 Telephon 77. putzte, '«»tt Äj! L« lid> hS einen .4» burlte in _: " i Man auf V; ^N SÄ’» ^tens fu5r FürdieErhaltung ggsggg stellt den interessanten Typ des modernen Kriminal- und Abenteurerromans dar: knapp erzählt, geschmackvoll im Stil und in der Handlungsführung so scharfsinnig und spannungsreich verdichtet, daß man, von den seltsamen Dingen dieser Geschichte alsbald in Bann geschlagen, am liebsten das Ganze auf einmal zu Ende lesen möchte. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus, Dahnhosstrahe: „Die Perle des Regiments". Ausflugszüge ab Giehen. Am 4. 3ult wird ein Ausflugszug Dietzen nach Wengdrohr «Mosel) über Koblenz—Bullay und am 8. August ein solcher von Dietzen nach Würzburg gefahren. Beide Züge verlassen Dietzen morgens früh und kommen abends spät zuruck. 3m weiteren ist im Herbst ein Zug von Dietzen nach Rothenburg (Tauber) in Aussicht genommen. ' Dersicherung von Reisegepäck. Bom 15. Mai ab ist für die Versicherung von Reisegepäck innerhalb Deutschlands eine neue Einrichtung eingeführt worden, wonach man fein Gepäck nicht nur für den Bahntransport, sondern gleichzeitig für alle Transportgelegenheiten auch zu Wasser, einschliehlich Seereisen, zwischen deutschen Häfen und auf dem Luftwege sowie für Aufenthalte und Lagerung des Gepäcks in Hotels, Pensionen usw. versichern kann. Die Versicherungsgebühr beträgt für 1000 Mark 6 Mark bei einer Geltungsdauer von 30 Tagen. Die Policen können bei den Gepäckabfertigungen bei Auf- lieserung des Gepäcks sofort mitgenommen werden. Eine Policegebühr kommt nicht zur Erhebung. , _ ** chöflichkei 1 im Postbetrieb. In einer ausführlichen Verfügung weist Reichspostminister Stingl erneut die Beamten auf die Notwendigkeit hin, datz im Verkehr mit dem Publikum jeder Postbenutzer als aerngesehener Kunde entgegenkommend zu behandeln ist. Besonders habe dies für die Schalter- und Auskunftsbeamten zu gelten, in denen nur solche Beamten zu verwenden feien, die gute Umgangsformen und Verständnis für die besonderen Wünsche der verkehrstreibenden Kreise besitzen. So müssen z. B. bei Andrang an den Schaltern die Beamten weniger beanspruchter Schalter von fid) aus in der Bedienung des Publikums eingreisen. Ebenso sind nach dem ministeriellen Erlaß im schrisllichen Verkehr alle Ausdrücke zu unterlassen, die die Post als vorgesetzte Dienstbehörde erscheinen lassen. Ein verbindlich gehaltenes Schreiben werde bei dem Empfänger einen zweifellos besseren Eindruck her- Arlust GM Der Hase gibt sich seinen Liebesfreuden mit ungeschwächten Kräften bin. — Sagende Hunde und Raubzeug aller Art sind kurz halten. Die Rebhübner-Gelege kommen auS und sind vor Raubzeug zu schützen. Schnepfen Schmutz» Flecken und Krankheitskeime werden beseitigt, dabei werden die meisten Gegenstände wieder wie neu. - Denken Sie bitte auch an die Reinigung oder das Auffärben Ihrer Vorhänge, Gardinen, Decken, Kissen, Teppiche, Handschuhe usw. id M zu je«' ■ • be» “"“S-WbSU« • m mi Rotte" vereint. reiche M ehungskrafl. 2 .och imbestimniler ? SS * Ä»!“ B«" 6,rbQlSa«ei« * WIÄ gj vor. vo" ? rell>ra>ne laae '.schend o* einein, der 21 Zähre alte Schmied Alfons Walter zu zwei Zähren drei Monaten Zuchthaus und 5 Zähren Ehrverlust, sowie dessen Frau wegen Hehlerei zu drei Monckten Gefängnis mit bedingter Begnadigung. Die anderen Angeklagten wurden freigesprochen. Das Urteil Ist rechtskräftig, da kein Einspruch erfolgte. Rundfunk-Programm des Frankfurter Tenders. (Aus der »Radio-Umschau".) Mittwoch, 2. Zuni. 12 bis 1 Uhr: Übertragung des Prvrne- nadenkonzertes am Schweizerhäuschen. 3.30—4 Uhr: Die Stunde der Zugend. 4.30—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: M. Z. Glinka. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Dücherstunde. 6.15—6.45 Uhr: „Russisch und andere slavische Sprachen und ihre Literaturen", Vortrag von Dr. Schütz. 6.45—7.15 Uhr- „Die ordentlichen und außerordentlichen Testamentsformen", Vortrag von Zustizober- sekretär Heinz Biehn. 7.15—7.45 Uhr: Beamten- fortbildungskursus: „Grundtatsachen der neueren Wirtschaftsgeschichte", Vortrag von Dr. Fritz Reumark. 7.45—8.15 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15—10.15 Uhr: Uebertragung aus dem Zoologischen Garten: Konzert des Frankfurter Harmonie-Orchesters. Derantworllich für Politik i. D. Dr. Hans Thyriot. vorrufen, als ein Schreiben in frosttgem Ton. Ebenso sind die Vordrucke für den Verkehr mit dem Pu- blikum sofort einer Nachprüfung zu unterziehen und, soweit sie den dargelegten Grundsätzen nicht entsprechen, abzuändern. WSR. Verpackungskosten der Post für beschädigte Pakete. Del der Berechnung der Post für die infolge mangelhafter Verpackung nötig werdende Reuverpackung beschädigter Pakete werden künftig neben den Kosten des Verpackungsstoffes auch die anteilmäßigen Personalkosten für die mit der Verpackung beauftragten Beamten in Rechnung gestellt. Hierbei wird ein Durchschnittssatz von 50 Pfennig für jede angefangene oder volle Viertelstunde als Personalkostenanteil angeseht. Bei Ausbesserungen geringeren UmsangeS wird nach wie vor von Verpackungskosten abgesehen. Die Verpackungskosten werden nicht angerechnet, die Reuverpackung erfolgt vielmehr mit amtlichem Verpackungsstoff kostenfrei, wenn die Beschädigung augenscheinlich durch Verschulden der Post entstanden, oder auf besondere Vorkommnisse während der Postbeförderung zurückzuführen ist. ’* Der Unfug der amerikanischen Kettenbriefe, vor dem schon so oft gewarnt wurde, findet immer noch seine Leute. Wer so töricht ist, an diesen Unfug zu glauben, der kann einem nur leid tun, wer aber verständig ist, wirft diese Briefschreiberei kurzerhand in den Papierkorb oder ins Feuer, denn eine andere Art der Behandlung ist dieses Dumme Treiben nicht wert. * Die Kapelle auf Dem Reuen 5 r t e D b o f wirD wegen (Bauarbeiten für Die Abhaltung von Trauerfetern von morgen ab bis auf weiteres geschlossen. Zn Der Zwischenzeit werden die Trauerfeiern auf Dem Friedhof im Freien abgehalten. ** Dienstjubiläum. Am heutigen 1. Juni sind es 25 Jahre, datz der Heizer und Schlosser Otto E spach in der Unioersitäts-Neroenklinik tätig ist. Der Jubilar erfreut sich allseits großer Beliebtheit. ** Nachklänge zur Reichsbanne r- Tagung. Von einem zuverlässigen Herrn wird uns das nachstehend geschilderte persönliche Erleb- nis gelegentlich des Reichsbanner-Umzugs am Sonntag milgeteilt: „Anläßlich des Umzugs des Reichsbanners am Sonntag standen zwei Stahlhelmleute, die ihre Abzeichen trugen, an der Ecke Sudanlage—Bleichstratze, um den Zug anzusehen. Als der Führer der am Ende des Zuges mar- fdjierenben Inspektion Frankfurt a. M. -Süd des einen der Stahlhelmer ansichtig wurde, ließ er ohne jeden ersichtlichen Grund die vorderste Gruppe seiner Abteilung rechtsheraus schwenken und den Stahlhelmern das Abzeichen entreißen. Gleichzeitig stürzten sich zwei andere Leute des Reichsbanners mitten aus dem Zug heraus auf den anderen Stahl- Helmmann — den Schreiber dieses — und rissen ihm unter den entsprechenden Bemerkungen eben- falls das Abzeichen ab. Darauf setzten sich die Reichs- bannedeute unter den entrüsteten Zurufen des Pu- blilums, das keinerlei Verständnis für diese „Hel- bentat“ zeigte, wieder zu ihrem Zuge in Marsch. Bezeichnend ist, daß dieses Vorgehen auf Befehl geschah. Kommentar überflüssig!" — In einem an- DiePerledesRegiments Der beste Lustspielschiager, der je in Gießen zur Aufführung gelangte. Lachstürme, wie man sie im Lichtspielhaus bis jetzt noch nicht erlebt hat, werden das Haus durchleben. Da bei diesem Film der Andrang nn den Abendvorstellungen voransslohtlieh groß wird, bitten wir, nach ■liliekkait dis Nachmittagsvorsteliawn bosnel zu wollen. — Trotz der großen Anectiallungskosten gewöhnliche Eintrittspreise. 2 Pferde darunter 1 Gestüts- pserd, welches sich zum Retten, für Droichke und Land» wirtfchafi eignet billig zu verk. cwh Trlltier, Petterweil,CbetbefT. | Kaufgesuche | Grondslütk an Der Straße nach Klein-Linden Zli laufen gefügt. Schr. Ängeb. unt. 4763V a. d G.A. Gebrauchte Türen zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 03863 an den Gieß. Anz. 2—3 einfache Tische lWirttchaftSiische) zu kaufen gesucht. Schr. ving. u. 03858 an den Gien. 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Infolge Vornahme von Bauarbeiten wird die Friedhofskapelle auf dem Friedhof am Äodtberg zur Abhaltung von Trauerfeiern vom 2. Funi 1926 bis auf llllllllllllllllllllllllllllllllllll (Sin 19jährtgcs Fräulein wünscht Stellung, am liebst, in kinderlosem Haushalt. Schr.Angeb unter 47620 a.d. Gietz. Anz. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinuiiii Srßuferoäifel Bofc...... ZSttdSllS, saure Zur Erinnerung an das 5 jährige Bestehen der Gießener Studentenhilfe'e.V 2)qs ei a) b) c) d) 025 4.75, 3.75, 2.85, Ab 9 Uhr geselliges Zusammensein mit Tanz, Unterhaltung und Tanzmusik des Studenten- Orchesters unt. Leitung von Hm. Land. med. Bergmann. Eintrittskarten zum Preise von Mk. 2.— und Mk. 3.—, für Studenten Mk. 1.—, im Vorverkauf bei Musikalienhandlung Challier, für Studenten bei Hausverwalter Ritter sowie an der Abendkasse. 47G1D Der Blüthner-Flügel ist von dem Pianohaus R. Schönau, Gießen, zur Verfügung gestellt. WSiWMek,n '*ÄI 0.08 „„ hier, bekannt gegeben. Dern, Gerichtsvollzieher in Gießen. 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[ Don Reichs kunstwart Dr. Edwin Redslob. lieber den gegenwärtigen Stand der Arbeiten für das Reichsehrenmal erklärte der Reichskunstwart unserem Berliner Vertreter folgendes: Die Frage des Reichsehrenmales ist im Laufe der letzten Monate fühlbar zu einer Angelegenheit des gesamten deutschen Volkes geworden. Vor allem, seitdem sich die deutschen Frontkämpserverbände im Hinblick auf die Verwirklichung des Planes zu einer Einheit zu- lammengeschlossen und dem Reichspräsidenten den Plan zur Errichtung eines Ehrenmales vorgetragen haben. Mit innerer Leidenschaft sucht man aller Orten dem Problem nahe zu kommen und überall tauchen Vorschläge auf, die doch stets zumindest das eine Gute haben, das) man sich auch in abgelegenen Gebieten das Problem an Hand eines greifbaren Beispieles klarlegt. Wenn ich mich bisher der Presse gegenüber über diese Frage noch nicht geäuhert habe, so liegt das daran, das) ich die Behandlung der Angelegenheit besonders im Hinblick auf die vielen Einzelvorschläge möglichst in Fluh halten wollte. Auch heute kann ich mich nicht über die Aussichten der Verwirklichung dieses oder ienes Pro- blemes äußern. Worüber ich aber Auskunft zu geben vermag, das ist der Grundgedanke, der zu Grunde gelegt werden soll. 3n dem Augenblick, als von der Leitung eines unserer großen Frontkämpferverbände der Gedanke eines Haines aufgestellt unö propagiert wurde, kam die Bewegung eigentlich erst in Fluß. Diese Bestrebungen gingen scheinbar gegen meinen ersten Vorschlag, der auf den Rhein zielte. Sie trugen jedoch sehr dazu bei, alle weiteren Vorbereitungen zu einer Angelegenheit des deutschen Volkes zu machen. Wenn ich daher auch meinerseits bei den während der letzten Monate erfolgten Verhandlungen bestimmte Vorschläge gemacht habe, so bin ich mir doch bewußt, damit nur nach einem Ausdruck für das gesucht zu haben, was viele bewegt. Heber diesen Grundgedanken mich zu äußern, halte ich deshalb im gegenwärtigen Zeitpunkt für durchaus möglich, ob er nun angenommen wird oder den Ausgangspunkt zu neuen Heber - »n bildet. Der erste Gesichtspunkt ist, daß eichsehrenmal meßt das Gepräge eines Siegesdenkmals bekommt, wie es im neunzehnten Jahrhundert hier vielfach üblich war. Das Reichs- ehrenmal muß vielmehr eine überpersönliche, der Ratur verbundene Form erhalten. Wenn auch nicht der Sieg verherrlicht toerben kann, so soll doch das Reichsehrenmal ein Symbol der von dem deutschen Volke vollbrachten Leistung fein. Diese Leistung drückt sich für alle Welt greifbar dahin aus, daß die deutschen Gräben meist jenseits unserer Grenzen liegen. Darin liegt das größte Symbol der Leistung, das ein Volk überhaupt zu geben vermag. Darin liegt aber auch eine Mehrung unserer Trauer. Denn wir können nicht zu den Gräbern unserer Kameraden gehen und den Hinterbliebenen den Weg zu ihnen nicht so erleichtern, wie dies Frankreich möglich ist. Wir brauchen daher im Herzen Deutschlands eine Stätte, wo wir der Toten gedenken, zugleich uns aber in Liebe zum Vater- lande aufrichten können. Dies eigentliche Symbol nun, das vom Ehrenhain umschlossen wird, kann kein Gebild aus Menschenhand sein: Eine Flamme schlägt hier aus dem Boden, und sie brennt so lange, wie der letzte deutsche Mitkämpfer lebt. Ihn mag man dann, wenn unsere ©nfelgene- ration ähnlich denkt wie wir heute, an dieser Stelle versenken, auf daß er die Flamme lösche. Damit hat das deutsche Volk ein Symbol geschaffen, das dem großen Symbol des unbekannten Soldaten ebenbürtig ist, zugleich aber unserem Empfinden tiefer entspricht. So greift der Gedanke des Reichsehrenmales bis an das Ende unseres Jahrhunderts. Hnd schon daraus erteimt man, daß hier die Ratur und aus den Mitteln der Ratur gestaltet werden muß. Die Form ist also in gewisser Hinsicht aus der Form herauszufinden, die wir bei der Bestattung unserer Kameraden entwickelten. Aufgabe der deutschen Künstler wird es sein, mit diesem Problem zu ringen, so daß e5 bei allem Ernst der Gestaltung ein Zeichen der Wiederaufrichtung wird. Meiner Meinung nach ist es sehr wohl möglich, dieses heilige Feuer in Verbindung mit ganz Deutschland zu bringen. Jedes begrenzte Heimatgebiet kann seinen Berg haben, auf dem am Vorabend des dem Gedächt- ms unserer Krieger gewidmeten Tages, ein Feuer entzündet wird. Dieser Tag darf dann freilich nicht tote jetzt im Winter liegen. Wir brauchen einen Tag im Sommer, etwa Anfang August, an dem überall in Deutschland das heilige Feuer entzündet toirb. Hnd zwar kann, im Anschluß an einen schönen Gedanken des bisherigen Reichskanzlers Dr. Luther, die Flamme durch Stas- fetten unserer Jugend vom heiligen Feuer im Herzen Deutschlands geholt werden. Der Erfüllung der Idee gegenüber halte ich die Frage nach dem Zeitpunkt für durchaus berechtigt. Allen Schwierigkeiten zum Trotz müssen wir es fertig bringen, beim zwölfjährigen Gedenktag des Kriegsausbruchs die Stelle zu weihen, damit die gestaltende Arbeit beginnen kann. „Es ist mein Wunsch", schloß der Reichskunstwart, „daß diesmal Pfingsten, das Fest der heiligen Flamme, nicht vvrübergehe, ohne die Idee des Reichs- chrenmales durch Deutschland zu tragen.“ Die Haussuchungen in Preußen. Der preußische Ministerpräsident Braun ist in der angenehmen Lage, den ersten Erfolg seiner großen „Hochverratsartion" buchen zu können. Es wird ihm gelingen, den deutschnationalen Bürgermeister von Lübeck wegzubeißen. In der Bürgerschaft hat der Lübecker Senat mitgeteilt, daß Herr Braun sich dem lübeckischen Gesandten gegenüber dafür entschuldigt hat, weil er die Veröffentlichung des Brieses des Bürgermeisters Reumann ohne vorherige Verständigung vornahm. Herr Braun selbst wehrt sich entrüstet dagegen, daß er sich entschuldigt haben könnte, Er will nur gesagt haben, daß er in Zukunft in einem ähnlichen Falle dem lübeckischen Gesandten rechtzeitigMitteilung machen wolle. Das ist natürlich der offene Hohn, wenn man nicht annehmen will, daß Herr Braun bereits einen neuen Giftpfeil im Köcher hat für den Fall, daß wieder ein Deutschnationaler Bürgermeister von Lübeck werden sollte. Dieser bevorstehende Sturz Dr. Reumanns ist aber auch die einzige Freude, die der preußische Ministerpräsident in den letzten Wochen erlebt hat. Sonst hagelt es, von allen Seiten gegen ihn und die Regierung die schwersten Vorwürfe. gegen die er sich kaum verteidigen kann. Der Vorstand der Rheinische n Landwirtschaftskammer erläßt zum Schutze ihres beleidigten Vorsitzenden eine Kundgebung, die Herr Braun sich nicht hinter den Spiegel stecken wird. Jetzt hat der Oberreichsanwalt auch dem Generaldirektor Vogler die beschlagnahmten Schriftstücke zurückgeschickt, weil sie keine Bedeutung haben. Wie er über den Fall denkt, hat Herr Dr. Ebermeyer durch die eingestreute Zwischenbemerkung zu erkennen gegeben, daß die Haussuchung bei Dr. Vogler ohne eine vom Reichsanwall erteilte An Weisung erfolgt ist. Bei den meisten Herren ist überhaupt nichts beschlagnahmt worden. Die beschlagnahmten Schriftstücke Dr. Vöglers und des Admirals von Schröder sind zurückgegeben. Was bleibt nun überhaupt noch übrig? Interessant ist in dem Schreiben des Oberreichsanwalts, daß er das Verfahren als „Strafsache gegen von Schröder und Genossen" bezeichnete. Admiral von Schröder, derselbe, der die beschlagnahmten Schriftstücke zurückbekommen hat, scheint also nach Ansicht der preußischen Regierung der Hauptsündenbock zu sein. Indessen, warten wir ab, was der Oberreichsanwalt jetzt mit einer Hoch- verratsanklage ohne Material anfängt... Die „Südstaaten". Don El. Vollbehr. Louisiana, Mai 1926. Die alten Zeiten des lustigen, frivolen, französischen Lebens in den Südstaaten sind vorüber. Rur die seltsamen verschnörkelten Bauten mit ihren filigrangeflochtenen Altanen, die langen französischen Sonnenläden, die europäischen Fenster, die lebhaften Geschäftsstraßen erinnern daran, daß ein anderer Geist als der puritanische hier kolonisierte, hier seine Wanderlustigen aus Westeuropa herüberwarf. Ein Land mit drei Sprachen, ein Land mit zwei lateinischen Kulturen, die sich in den Zipfel eines Kontinents hineinsehten, das Englische säst auf die Seite drängten. So sind die Südstaaten am konservativsten von allen übrigen geblieben. Sie haßten die Union, alle diese Föderativstaaten, sie können sich heute noch nicht mit der Regierungsform aussöhnen. Sie behandeln noch heute ihre Reger anders als die im Rorden, Westen und Osten. Ungeniert spricht man hier französisch, hat man französische Aufschriften. Das Land kam von einer Hand in die andere, war bald französisch, bald spanisch, dann wieder französisch und wurde von Rapoleon für fünfzehn Millionen Dollar an die Union verkauft. Das nagt heute noch an den Südstaatlern, daß sie dem großen Korsen nichts anderes waren als feile Ware! Und trotzdem, als dieser entthronte Große einsam auf St. Helena saß und fein Land ihn mit Schmähungen und Schande bedachte, da legten französische Südstaatler hier ihre Gelder zusammen, kauften ein noch heute zu sehendes Haus, möblierten es königlich aus und sandten zu dem gefesselten Löwen hinüber, um ihm in ihrer Mitte in Rew Orleans ein fürstliches Refugium zu geben. Der Tod Rapoleons vereitelte diesen Plan zu ihrem Leidwesen. Ein eigenartiges geographisches Mißverständnis begleitet übrigens alle Eroberungszüge in Nordamerika. Als der Mississippi entdeckt wurde, hielt man ihn für die direkte Wasserstraße nach China, fo ungeheueren Irrtum schuf dieser gewaltige Fluß. Lasalle endlich, der Hnermüdliche, pflanzte an seinen Ufern 1682 das Banner Frankreichs auf, das Land südlich, östlich und westlich Frankreichs Krone (auf dem Haupte Ludwig XIV.) zu eigen machend. — So erhielt es nach ihm den 'Hamen Louisiana: heute heißt es scherzweise der „Pelikan-Staat". Der eigentliche Vater Louisinas war aber Bien- Ville, der die hier ansässigen Indianer durch vernünftiges Zugreifen nach und nach den Interessen des neuen Landes dienstbar machte, Handelswege nach Mexiko eröffnete, vor allem aber die Kontrolle über den Mississippi dadurch behielt, daß er das Land zu beiden Seiten und an der Mündung stark besiedelte. Es ist wohl der unüberlegteste Zug in Rapoleonischer Politik gewesen, dieses Land freiwillig aufzugeben und es für eine Krämersumme zu verschachern. Welches ungeheuere, beispiellos in der Geschichte dastehende Kolonisationstalent das englische Element hier entwickelte, erhellt aus der Tatsache, daß es in verhältnismäßig kurzer Zeit einen ganzen Kontinent einschluckte. Kanada, das alte Reu-Frankreich des siebzehnten Jahrhunderts — englisch! Der ganze Osten bis zum Mittelwesten — englisch. Dann schiebt sich vom Golf von Mexiko bis hinauf nach Kanada, westlich an das spanische Kalifornien stoßend, der gewaltige Keil des französischen Lousiana dazwischen. Durch schlaue Verträge, künstlich entfachte Kriege, hineingeworfene Feuerbrände wird das Mutterland seines kostsvieligen Kindes müde — England-Amerika schluckt es ein, wie es Kalifornien auch einschluckt! Hier also auch in Amerika getrennte Staaten, getrennte Rassen, fremde Landessprachen! — Man wollte ja sogar, preisgegeben von Frankreich, dieses ungeheure französische Territorium zum Kaiserreich ausrufen. Alle diese Ideen haben hier gespukt, find nur vor der auf der Lauer liegenden britischen Wachsamkeit nicht zur Ausführung gekommen. Andererseits hätte sich hier ein zweiter weißer volitifch scharf in Einzelstaaten getrennter Kontinent entwickelt, dessen Lebensfähigkeit, vom alten Kontinent nickst unterstützt, sich gegenüber dem vom Mutterlande eifrigst mit Geld und Menschenmaterial versorgten britischen Element nicht hätte behaupten föimen. Sehr streng sind die Standesunterschiede in den sog. ..Sklavenstaaten". Die „Daumwott- barone". deren Reichtum kein anderer in irgendeinem Staate gleichkam, sonderten sich als vornehme Kaste streng ab. Roch heute bilden die alten Kreolenfamilien die Blute des Landes, guasi die Adelskaste, die mit mitleidigem Hohn auf die Wallstreet, auf das ganze große Jn- ßuftrierittertum des Ostens, vom Westen ganz zu schweigen, herabsieht. — Fälschlicherweise verstehen wir unter Kreolen eine Mischung von Spaniern und Farbigen. Tatsächlich sind sie in in den Südstaaten die einzigen reinblütigen Abkömmlinge der ersten französischen und spani-chen Familien, denen heute auch noch die wenigen mit ihnen vermischten reichen deutschblütigen Familien zugezählt werden. Sie alle sprechen neben der Landessprache ein etwas dialekt^efärbtes Französisch und Spanisch, beherrschen auch durch den Verkehr mit ihren alten Regern vielfach deren seltsames Idiom, eine Mischung von Afrikanisch und Französisch. Ganz iin Gegensatz zu dem übrigen Nordamerika ist hier viel von europäischer Seele zu finden. Der Dollar beherrscht zwar die Position des einzelnen, ist aber durch jahrhundert- langen Reichtum zu etwas Selbstverständlichem geworden. Durch ihn hegt und pflegt man Tradition, Liebe zur einstigen Blüte französischer Kultur. Man hat Kultur! Diese alten Pflanzerfamilien halten streng auf Form und Herkommen. Ihr Haus ist nicht jedem Fremden ohne weiteres offen. — Nur recht wenig vom „Pankee" hören! — Hnd so begrüßen sie mit Freude, Fremde vom alten Kontinent, besonders die allspanischen Familien. Denn sie bringen ihnen alle Tradition in Wesen und Bildung, wissen ihre schonen alten Möbel und Gemälde zu schätzen, mit ihnen können sie plaudern. Wacker machte man hier alle Phasen ungezügelten Deutschenhasses mit. Selbst die katholische Geistlichkeit (die Südstaaten sind hauptsächlich katholischer Konfession) wurde nicht verschont. chre deutschnamigen Priester unerbittlich verfolgt. — Die vor einigen Jahren so überaus heftige Jnsluenzaepidemie wurde auf das Schuldkonto Deutschlands gebucht, daß alle diese tödlichen Bazillen in — ‘Briefen herübergeschickt habe!! — Offiziell zwar ist das Sklaventum 1865 abgeschafft. Tatsächlich fanden jedoch die meisten Freigelassenen nach der ersten Hnbändigkeit unerwarteter Freiheit sich wieder zurück zu ihren alten Ställen. Denn vorzüglich die älteren Neger waren hilflos in ihrer Hnselbständigkeit dem Verkommen und Verhungern preisgegeben. Noch immer beherrscht eine feste Hand die Stellung der Schwarzen. Die Lümmelei und Frechheit, die neuerdings im Norden und Osten der Union unter ihnen sich breit macht, ist hier in den Südstaaten nirgends zu finden. Denn der Neger weiß ganz genau, daß die weiße Zuchtrute recht locker fitzt. Christen sind sie ja zwar, doch ist ihr Christentum verquickt mit den alten heidnischen Stammeskullen. Noch besteht hier der gräßliche Vaudoux-Kult, dessen Fest alljährlich in der Johannisnacht mit den alten Zeremonien gefeiert wird, fürchterlich und grauenhaft, wie die wenigen versichern, die versteckt Zeuge davon sein konnten, denn fänden diese in verzückte Raserei versetzten Schwarzen einen Weißen, der sie belauschte, sie würden ihn in Stücke reißen. Früher war dieser Kult mit Menschenopfern verbunden. Früher?----- Unglaublich abergläubisch sind die Schwarzen! Ueberall wittern sie den Teufel, überallhin verstecken sie ihre Amulette. Hier trifft man noch vereinzelt auf steinalte Neger und Negerinnen, die die Sklavenzeiten noch fühlbar miterlebt, die ein sonderbares Kauderwelsch von Afrikanisch und verstümmeltem Französisch sprechen, als Nachkömmlinge ersten Grades jener nach San Domingo von Afrika her transportierten Schwarzen. Ihre Physiognomie ist eine gänzlich verschiedene von der der Brüder in den „Staaten", sie haben noch die auffallend fliehende Stirn, das Raubtiergebiß, die langen Arme ihrer Voreltern, dabei den sanften tiefen Blick gezähmter Tiere — im Ruhe Zustande! Nur vor der weißen Faust haben sie Respekt, auch nur vor dem weißen Wissen. Es gibt schwarze Seminare, in denen Geistliche und Lehrer ausgebildet werden, aber nur ganz wenige sollen davon tauglich und verwendbar sein, der Neger selbst ist viel zu konzentrationsunfähig und zu spielerisch veranlagt, als daß gediegenes Material aus ihm gehämmert werden konnte. Streng ist die Scheidung zwischen Schwarz und Weiß, wo auch immer Verschiedenfarbige zu- fammenfommen. Wehe dem Neger, der sich an eine weiße Frau heranzumachen wagte, hier wird noch geteert und gefedert! Die Industrialisierung schreitet immer weiter fort in den Südstaaten. Einerseits durch die im Lande selbst gezogenen Produkte, wie Baumwolle, Reis, Tabak, Zuckerrohr, andererseits durch die billigen schwarzen Arbeitskräfte. Das heiße, feuchte, fieberbringende Klima ist durchaus ungeeignet für weiße Arbeiter. Die schwarze billige Konturrenzlosigkeit ttjar by Grund des plantagenmäßigen Betriebes, der Ip^ier auf der anderen Seite die von Weißen betriebene Industrie im natürlichen Cowlge hatte. Bei Anbau und Ernte der Schwarze, bei maschinenmäßiger Verarbeitung der Weiße! - Viehzucht wird nur in kleinem Umfange betrieben, denn das Klima ist Rindern, Schafen, Schweinen feind. Dagegen ist die Aufzucht an Maultieren und Eseln in stetigem Steigen. Doch allein bestimmend für die Landwirtschaft der Südstaaten ist und bleibt die Baumwolle, die Herrscherin. Sie hat die Kiefernwälder gelichtet, sie hat die Sklaverei bedingt, sie hat die Arbeiterfragen geregelt. Der sog. Cotton-Bell, auf dein die ungeheuren Baumwollplantagen sich aus- dehnen, ist dreimal so groß wie das Deutsche Reich. Allerdings erreicht die Baumwollpflanze hier nicht die Kraft und baumstarke Höhe wie in ihrer Urheimat, sie muß alljährlich wieder von neuem mühevoll gepflanzt werden. Galveston in Texas hat den früher ersten Welthafen in Baumwolle, New Orleans, schon weit überholt. Man baut übrigens zwei Arten von Baumwolle an, die seine hoch bezahlte Barbados-Baumwolle, langstapelig mit ihrer super- diffizilen Tochter, die rut in den Küstenstrichen Barbarossa. s Don Otto Mittler. Wer kennt eine Puhjolle, auch Bootsmanns- gig geheißen? Es unterscheidet sich von dem schlanken, achtriemigen Kommandantengig dadurch, daß es weder schlank noch achttiemig ift, sondern plump und zweiriemig. Cs hat vorn und achter je einen Luftkasten, der es am Untersinken hindert, selbst wenn es mit Wasser gefüllt ist. Es hat im Boden einen Pfropfen, der herausgezogen werden kann. Wenn man es reinigen will, so läßt man es vollaufen, spundet dann wieder zu und schöpft das Wasser aus. Wer kannte Barbarossa? Ich meine nicht den Kaiser Friedrich lobesam, sondern jenen Seemann, der den Spitznamen zwar 750 Jahre später, aber auch aus dem Munde des Krieger- volles bezog. Als ich Barbarossa kennen lernte, stand er im besten Mannesalter. war aber seit seinem 21. Lebetrsjahre noch immer k. ii. k. Deckmatrose vierter Klasse. Es gab eine vierjährige Dienstpflicht und außerdem die Einrichtung, daß einer die Zeit, ine er im Gefängnis zubcachte, nachdienen mußte. Barbarossa Diente so lange wie Erzvater Jahb um Rahel plus Lea. Dabei war er keine Verbrechernatur. Gr zog sich die Strafen entweder in der Trunkenheit zu oder durch seinen Humor. Letzteres , etwa so: An einem schonen Sommersonntag hatten totr in Pola morgens um 10 Uhr bereits 30 Grad im Schatten. Das Meer war blau wie ein Ma- trosenkragen und stank nach Hafen und faulem Seetang. Wir standen vorne auf Freideck zur Quartiervisite angetreten. Der Quartieriührer kommandierte: „Kappen ab! Hosen auf! Messer heraus?', Somit der herannahende Offizier sich davon überzeugen könne, ob auch jeder sein Klappmesser, das an einer weißen Schnur um den Hals zu tragen war, besäße, ob die Haare vorschriftsmäßig geschnitten seien und die Unterbeinkleider gewaschen. Da nun, in dieser geheiligten Stunde, zu dem selbst die Ratten im Kielraum den Schwanz mit den Pfoten präsentierten. geschah es, daß die ganze Schiffsbemannung so laut lachte, daß der Admiral vom Flaggenschiff mit Handsignal die Frage her- überwinken ließ, ob wir alle mit Gottes Hilfe total verrückt geworden seien. Barbarossa war eine Woche vorher wegen seiner vorschriftswidrigen Künstlermähne bestraft worden. Als heute nun das Kommando „Kappen ab!" erscholl, zeigte er seinen Desserungswitten dadurch, daß er sich eine Glatze rasiert hatte. Nicht etwa eine Tonsur, nein! Im Kranze kurzgeschnittener Haare leuchtete eine richtige Glatze, die in Ausmaß und Gestalt völlig der Glatze des ersten Offiziers glich, der ihm die Strafe dll- tiert hatte, und der eben auf Weißen Schuhen, den Säbel aus dem Hüftgelenk um die Deine schlenkernd, auf Freideck herauskam, um das Quartier zu visitieren. Das war ein Gelächter! Oben auf der Drücke stand der Kommandant. Er hielt sich den Dauch und Tränen rannen in seinen ergrauende Barr. Er ließ Barbarossa zu sich rufen und verlieh ihm einen Liter Wein und zwec Monate Dordarrest mit je drei Tagen Dunkel als Einleitung und Abschluß. Dies war Barbarossa. Ich sehe ihn noch heute nach vollen zwanzig Jahren, vor mir, als hätte ich ihn gestern gesehen, wie er, die Pfeife im Munde, in irgendeinem verborgenen Winkel hockte und leidenschaftlich mit einem Kameraden das an Bord verbotene Fingerspiel spielte. Ich höre noch die taktmäßigen Ausrufe seiner stets heiser belegten Stimme: „Trel... Cinque!... Moral... Due!" Dies war Barbarossa, stets mit grauer Oel- farbe beschmiert vom Kappenrand bis an die Stieselspihen. Denn er war Pfleger eines der wichtigsten Schiffsbestandteile: des Außenbordanstriches. Solange das Schiff in See war, schlief Barbarossa irgendwo unter Deck. Sobald aber die Ankerkette durch die Klüsen gedonnert war, strich er eilig't die Puhjolle, kletterte mit etlichen Farbtöpfen und Pinseln über die Back- spiere und gab sich seiner malerischen Tätigkeit hin. Einmal täglich rief ihn der Bootsmann an und ließ sich von ihm um Außenbord rudern, um zu sehen, an welchen Stellen der Farbpanzer noch eine Verdickung vertrüge. Sonst aber war Barbarossa nächst Gott allein Herr auf feinem Kahne. Er pinselte andächtig und langsam mit Breiten Strichen und ruderte ab und zu ein paar Schläge zurück, um die Fernwirkung zu studieren. Leutnant Willi von der k. u. k. Festungsartillerie kam frisch aus der Kadettenschule zu den Vierern auf Fort Santa Maddalena. Seine Mutter war eine Tante unseres Navigationsoffiziers und hatte diesem geschrieben, er sollte sich des Jungen annehmen. Deshalb wurde er zu uns an Bord in die Offiziersmesse eingeladen. Er benahm sich — für einen Landsoldaten — recht manierlich. Er konnte Klavierfpielen, sodaß unser Schiffskurat einmal nicht den Fledermauswalzer vorzutragen brauchte, den er sonst allnächtlich in einem bestimmten Stadium der Alkoholisiertheit von sich zu geben pflegte. Leutnant Willi konnte sogar fingen, die anderen fangen mit, und bis ein Hhr nachts widerhallte das Achterschiff von dem damals neuesten Schlager: „Manndi, Manndi. sei doch net so Hartl" Als Leutnant Willi sich gegen ein Hhr nachts zum Ausbruch entichloß, stellte es sich heraus, daß niemand an eine Beförderungsmöglichkeit für ihn gedacht hatte. Die Dampfbarke lag mit abgebranntem Kessel an der Backspiere. Neun Mann Jollbootsbemannung zu wecken, was in solchen Fällen früher üblich gewesen war, hatte der ..Alte" verboten. So kam man auf die Idee, die Puhjolle in Dienst zu stellen. Da mußte nur Barbarossa geweckt werden, und der war für ein Viertel Wein noch zu ganz anderen Dingen zu haben, als einen Leutnant an Land zu rudern. Also wurde Barbarossa ausgepurrt und holte sein Fahrzeug nach achter ans Steuerbordfallreep, das ob solch einer unwürdigen Berührung vor Scham errötete. Durch eine alte Bootsflagge wurde der Hintere Luftkasten der Puhjolle zum üppigen Sihe umgestaltet, der Wachunteroffizier flötete den Dootspfiff, Leunant Willi stieg ein, der Wachkadett rief „Abstoßen" und salutierte. Alles wäre gut gegangen, wenn nicht Leutnant Willi sich, als sie etwa 100 Meter vom Schiff entfernt waren, plötzlich seiner jungen Offizierswürde erinnert und also gesprochen hätte: „Sie! Warum haben's mich denn eigentlich nett ‘grüßt? Das rs mir aufg'faHen, Sie? Barbarossa hätte mit Recht darauf Hinweisen können, daß er laut Dienstregelement als riemen- führende Dootsbemannung keine Einzelehrenbezeugung zu leisten habe. Wenn er wollte, so sprach er auch hinlänglich Deutsch, um diese Aufklärung zu geben. Da er aber nicht wollte, erteilte er in der wohlklingenden Sprache Dantes seinem Gegenüber den Rat, jener möge, wenn er lange Weile habe, sonstwas treiben, nicht aber einen alten Seemann behelligen. Leutnant Willi wiederum verstand kein Wort italienisch. Er nahm die hastig hervorgestoßenen Worte als einen Enlschuldigungsversuch und äußerte überlegen: 0 B - ■' »k I in?: Lied sang „(Siner ist an dem wir bangen“. Damit war die erste öffentliche Versammlung beendet. Kreisamtes erschienen sei. Hoch auf das deutsche die Versammlung das Ministeriums und des Er schloß mit einem Vaterland, woraus Deutschlandlied sang. des Veichnecoens vev -oauuie. ue£ De,pritzens gegen Schädlinge und das Pflücken der Früchte durch eigene Organe ab. Der Redner betonte zum Schluß, daß wir die amerikanischen Methoden nicht als „Rezept“ auffassen können, da dort die Verhältnisse anders liegen. Wir könnten aber ungeheuer viel aus der Arbeit der Amerikaner lernen, wenn wir ohne Vorurteil an die Prüfung ihrer Methoden gehen, insbesondere was die Hebung der Qualität der Erzeugnisse und den Verkauf nach kontrollierten Warenmarken betrifft usw. Dem Vortrage folgte lebhafter Veifall, worauf die Vorsitzende die Verhandlungen schloß. Beigeordneter Delp, Darmstadt, übermittelte die Grüße der Stadt Darmstadt. — Die Verhandlungen möchten zur Erstarkung des Wirtschaftslebens beitragen, das nur durch den Gedanken der Einigkeit wieder aufblühen könne. Direktor Schüttler von der Handwerkskammer wies in seiner Ansprache darauf hin, daß die Handwerkskammer immer die Bäcker- innungen unterstützt habe. Die Handwerker könnten nur etwas erreichen, wenn sie geschlossene Organisationen hinter sich haben, wie sie das Väckergewerbe bereits besitze. Es folgten dann noch Begrüßungsansprachen von Vertretern des Polize'arntes Darmstadt, des Zentralverbandes in Berlin und einer Reihe von Rachbarverbänden. Syndikus Dr. Maurer erstattete den Jahresbericht. Der Zweigverband Hessen umfaßt hiernach 33 Innungen. Das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sei ein gutes, so daß in den meisten Orten Tarifverträge nicht mehr notwendig wären. Zur Frage der ^Arbeitszeit machte der Redner darauf aufmerksam, daß erreicht wurde, in den Sommermonaten um 5 ilfjr mit der Arbeit zu beginnen. Die Bemühungen wegen längeren Offenhaltens der Laden hätten beim Ministerium keinen Erfolg gehabt. Weiter brachte der Redner Mängel bei der Brotrevision zur Sprache; eine Revision der Bestimmungen sei unbedingt not- wendtg. Jetzt werde ein Bäckermeister bestraft, wenn ihn auch kein Verschulden treffe. Es sei Aufgabe der Handwerkskammer und der Parteien, dafür einzutreten, daß rein formelle Bestrafungen auf diesem Gebiete aufhören. Den Kassenbericht erstattete Bäckermeister Finger. Darmstadt. Die Rechnung wurde, nachdem die Reunerkommission die Entlastung des Rechners beantragt hatte, von der Versammlung genehmigt, auch dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Der von Bäckermeister Finger der Versammlung unterbreitete Voranschlag fand ebenfalls Zustimmung. Die Versammlung beschloß hierauf, den nächsten VerbandStag in Erbach i. O. abzuhalten. Es folgten Reuwahlen der ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Die Ausscheidenden: Finger-Darmstadt, Deibel-Gießen, Lan- desvatter- Offenbach und P. I o st - Bensheim wurden wiedergewählt. Landtagsabgeordneter H a u r y - Dannstadl übermittelte Grüße der Deutschen Volkspartei und sprach sich unter dem lebhaften Beifall der Anwesenden für Einigkeit im gesamten Handwerk aus. Ferner ergriff Landtagsabgeordneter Kindt das Wort zu einer Begrüßungsansprache im Ramen der deutschnationalen Landtags- Fraktion. Herr Köhler von der Handwerkskammer hielt hierauf einen Vortrag über das Lehrlingswesen und die Prüfung im Handwerk, worin er lehrreiche Erläuterungen zu den wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen über diese „Das glaub' ich auch! Wissen's, i hält' net schlecht Lust, Sie zum Rapport z'schicken. Mir is nur die Schererei z'viel, aber Sie könnten an einen kommen, der net so gutmütig is, wie ich." Barbarossa erwiderte nichts mehr, aber er wütete innerlich. Sein nackter Fuß stieß zufällig an den Putzpfrvpfen des Bootes, und sofort war sein Racheplan entworfen. Mit seinen affenartigen Greifzehen packte er den Spund, lockerte ihn und ließ langsam Seewasser ins Boot dringen. Rach einer Weile sagte der Leutnant: „Sie! Mir scheint, das is Wasser da im Doot!" „Aqua? Si, signore!" .Ist denn das Doot leck?" „Non capisco, signore." .Ob ein Leck im Doot is?" „Leck? Non capisco, signore.“ „Ob das Schinakel a Loch hat, Herrgott- nochamal!" „Una busca? Si signore. Eh, signore!" .Ja, was machen wir denn da?" „No so, Signore, Andaremo a fondo, mi dico.“ llnd er wies mit dem Haupte seitlich hinab nach dem kühlen Grunde des Meeres. Wohl wußte er, daß fein Boot auch in gänzlich vollgelaufenem Zustande vermöge der Luftbehälter nicht sinken könne. Dies Wissen aber behielt er für sich und begnügte sich damit, daß der andere es nicht wußte. „Sie! Können's net a bitzl schneller rudern?!" „Vogo, eh, vogo, signore. Vcdete ehe vogo!" und er legte sich mächtig in die Riemen, nicht ohne den Spund neuerlich zu lockern. Das Wasser stieg an den champagnerfarbenen Sommerhosen des Offiziers empor. Der erinnerte sich aus der Robinsonlektüre feiner Jugend, daß man in solchen Fällen alle Mann an die Pumpen stellen müsse, und begann, mit seiner hohen Schirmvon South-Carolina und Georgia gcueigi — die Meerinsel-Daumwolle, mit gelben Blüten, und die weißrötlich blühende Strauch-Baumwolle oder Üpland Cotton, die gangbare Ware, in mittlerem Stapel. 3m Rovember-Dezember ist die Ernte, im Januar-Februar der Anbau. Die Baumwolle wird in ungeheure Ballen gepreßt, durch eiserne Reifen zusammengehalten. Ein Ballen enthält fünfhundert englische Pfund. Heute steht die Baumwollenverarbeitung als Web- industriefaktor noch hinter Großbritannien zurück, das den Platz durch seine Dominions behauptet. Aus den durch Maschinen geschälten Samen wird übrigens das Baumwollöl gewonnen, das einen wichtigen Bestandteil bei der Fabrikation von Margarine und Speiseöl bildet. Die restlichen Rückstände geben in der Verarbeitung ein in Europa sehr geschätztes Vichkraftfutter. Hier in den Südstaaten ist noch ungeheurer ungehobener Reichtum, Reichtum auch an schwarzen Kräften, deren Zuwachs sich von Jahr zu Jahr vergrößert; hier ist das größte Territorium der schwarzen Rasse in einem weißen Kontinent, deren Mischlinge vor allen Dingen eine rassenpolitische Gefahr bedeuten. In Frankreich lehrte man sie säen, hier werden diese Früchte unheilvoller Saat einst geerntet werden. Denn hier gibt es Counties, in denen auf zwei bis sieben Reger erst ein Weiher kommt. Zwei unddreißig Prozent der gesamten Devöllerung sind Schwarze. Der £ firimin 4 1 Vechmdstag der hessischen Väckerinnimgen. * Darmstadt, 30. Mai. Heute vormittag wurde im großen Saale der Vereinigten Gesellschaft der 7. Verbands- t a g des Zweigverbandes Hessen des Zentralverbandes Deutscher Bäckerin n u n g e n „Germania" abgehalten. Die starkbesuchte Versammlung wurde um 8.30 älhr durch Ehrenobermeister Weber, Darmstadt, eröffnet. Der Chor der Darmstädter Bäckermeister leitete die Tagung mit dem Vortrag des Chorals „Gott grüße dich" unter Leitung von Chormeister 2 n d o r f ein. Ehrenobermeister Weber begrüßte in seiner Eröffnungsrede die Vertreter der Behörden, der Handwerkskammer, der benachbarten Verbände usw. Den Beratungen wohnten die Landtagsabgeordneten Haurh, Kindt und Felder bei. Der Redner bedauerte, daß kein Vertreter des Verbandstag der hessischen iand- nrirtschaftüchen Genossenschaften Am Samstag hielten die hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften in Darmstadt bei außerordentlich starker Beteiligung ihren 62. V e r b a n d s t a g ab. Zahlreiche Vertreter der Regierung und von Behörden waren anwesend. Die Verhandlungen leitete Verbandspräsident Bill, Ostheim. Verbandsdirektor Berg erstattete den Jahresbericht für 1925. Er sprach u. a. von der gegenwärtigen Rot der Landwirtschaft und bemerkte dazu: Es ist ein Glück für die Landwirtschaft, daß ihre unmittelbaren Gläubiger in der Hauptsache ihre eigenen Genossenschaften sind. Diese unschätzbar wertvolle Selbsthilfeeinrichtung zu stärken muß die Aufgabe jedes Freundes eines selbständigen Mittelstandes sein. Im Jahre 1925 ist die Zahl der dem Verband angeschlossenen Genossenschaften wiederum gewachsen. Es sind 48 Genossenschaften beigetreten und 39 ausgeschieden, so daß ein Zuwachs von 9 Genossenschaften zu verzeichnen ist. Der Bestand an Mitgliedsgenossenschaften betrug zusammen 1002. Richt die Zahl der angeschlossenen Genossenschaften zeigt die Stärke der Organisation, sondern die Leistungsfähigkeit der einzelnen Selbsthilfeeinrichtungen ist ausschlaggebend für die Beurteilung. Uns kommt es darauf an. wirklich leistungsfähige Gebilde zu schaffen. Die Geld- zentrale hatte einen Gesamtumsatz von rund 702 Millionen Reichsmark und hat damit den älmsatz des vorhergehenden Jahres um 144 Millionen Reichsmark überschritten. Der Reingewinn beträgt 310 484 Reichsmark. Bei der Warenzentrale bezifferte sich der Warenauszug auf 2 618 029 Zentner im Werte von 15 224 538 Reichsmark. Die Zahl der dem Verband angeschlossenen Spar- und Darlehnskassen ist gegenüber dem Vorjahre um sechs gestiegen. Weiter behandelte der Berichterstatter die Bezugs- und Absah- genofsenschaften. die Molkerei-, Winzer- und sonstigen Genossenschaften. Der Bericht fand die lebhafte Zustimmung der Versammlung. Regierungsrat G e n n e s übermittelte sodann Grüße des Anwalts des Reichsverbandes und führte in seiner Rede u. a. aus: Auf die Dauer sei das jetzige Geld- und Kreditsystem nicht erträglich. Mit Krediten allein komme man aus der Misere nicht heraus. Was not tue. fei die Abbürdung des Personalkredits, namentlich des Wechselverkehrs. Es gelte heute alle Kräfte zusammenzufassen. Im Absatz der Zentralgenossenschaft sei in Hessen Mustergültiges erreicht worden. Hierauf erfolgte die Vorlage der Rechnung und Bilanz. Die Vermögensbilanz weist in Aktiven und Passiven 186 813 Mk. auf. Dem Verbandsdirektor und dem engeren Ausschuß wurde bezüglich der Geschäftsführung und Iahresrechnung Entlastung erteilt. Prof. Dr. Brinkman nkDonn) hielt hierauf einen Vortrag über das Thema: „Was können wir vom amerikanischen Genossenschaftswesen lernen?" Der Redner führte u. a. aus: Fast das ganze Land ist dort mit einem Reh von Beratungsstellen zur Aufllärung der Genossenschafter überzogen. Der Hauptpunkt ist heute in Amerika die Absahfrage. In den letzten 10 Jahren bildeten sich drüben überall Großverkaufsaenossenschaften; einzelne dieser Genossenschaften zählen über 50 000 Mitglieder. Als Ruhanwendung für die deutschen Genossenschaften ergibt sich, daß die genossenschaftliche Bewegung ein maßgebender Faktor bei der Versorgung des Marktes werden kann. Der Amerikaner verlangt, daß allen Reugründun^en eine gründliche Untersuchung der Absatzmöglichkeiten vorausgeht. Leider kennen wir in Deutschland diese Disziplin für Erforschung des landwirtschaftlichen Absatzes an keiner unserer deutschen landwirtschaftlichen Hochschulen. „Bezugs- und Absahgenofsenschaften" in unserem Sinne kennt der Amerikaner nicht, er steht auf der Basis des Einzelerzeugnisses. Zwischenhandelsglieder an sich auszuschließen, ist in Amerika nicht die besondere Aufgabe des Genossenschaftswesens. Der Amerikaner spricht nur vom Ersatz des privaten durch den genossenschaftlichen Zwischenhandel. Diel wichtiger als die Aneignung des Zwischenhandelsgewinnes ist nach den Beobachtungen der Amerikaner die Verringerung der Zwischenhandelskosten. Das ganze Land ist von einem Reh von Kontrollorganen überzogen, die über Klasse und Qualitätsgrad der Waren eine amtliche Bescheinigung ausstellen. Die Obstgenossenschaften in Kalifornien schreiben dem Farmer nicht nur die anzubauenden Obstsorten vor, sie nehmen ihm auch die Arbeit tobt habt getriebenn, da kan ich nicht dar wider, mocht einer die lenge wol einn pferdt hu tobt treiben, so wist ihr euch tzu erynnernn, wie das ihr mihr das gelb versprochen habt zu Michaelis zu gebenn. Ist aber noch nicht geschehen, vnndt wie ihr mihr geschrieben habt, Als wolt ihr mchr nichts gebenn, Run so habe ich hir hu eylenburg bet) dem Rabt gefragt, so bitt ich euch ihr wollet mihr doch das gelt mitt diesem botenn vbersend, wo es Qlber nicht geschehenn toiröt, vnndt mehr bothenlohnn barauff gehen werbe, so will ichs Anders wo suchenn, wo es fug unnbt Recht hatt, bamitt seh Gott bevohlen geben tzu Eylenburg sonnabent vor samt Mertenn Ihm 64 Iar. E. W. D. Sander Schonbrott, burger daselbst" Schabe, daß man nicht mehr ermitteln kann, wie sehr Wohl der Oschatzer Müller Martin Auermann über den ihm just zu seinem Ra- menStage ins Haus geflogenen Mahnbrief geflucht. und ob er diese „Nachnahme" durch Zahlung erledigt haben mag. Vielleicht ist der tote Esel bis auf den heutigen Tag unbezahlt geblieben! Wer weiß? Der ehrsame und nam- haftige Eilenburger Bürger Sander Schönbrot freilich hat es eigentlich schon deshalb verdient gehabt, daß er zu seinem Gelde kam, weil er so höflich schrieb oder — richtiger wohl: schreiben ließ. Heutzutage wenigstens befiehlt kein Gläubiger mehr den Schuldner Gottes Gnade, auch nennt er ihn schwerlich seinen lieben, guten Freund und sich selber „Eueren willigen Diener" (E. W. D), geschweige denn, daß er ihn seiner Dienstwilligkeit noch ausdrücklich versichert; die Drohung mit Rechtsanwalt oder Gericht ist ja jedem heute ganz geläufig! In diesem Falle stimmt es mal: Die gute alte Zeit! W. H. Sch. Materien gab. Der Redner fand mit seinen Darlegungen den Beifall der Versammlung. Dem Vortrag folgte eine Aussprache, in der auch der Direktor der Handwerkskammer, S ch ü 11 [ e r, auf verschiedene Anfragen Auskunft gab. Die Verhandlungen wandten sich nun Anträgen zu, unter denen der Antrag der Bäcker- Innung Gießen über „Die Besteuerung der Konsumvereine und des Handwerks“ das besonders lebhafte Interesse der ganzen Versammlung hervorrief. Obermeister Loeber-Gießen hielt über dieses Thema ein ausführliches Referat. Schon vielfach sei diese Frage behandelt worden. Alles was man wolle, sei nur das Verlangen nach Recht. Der Redner wies auf bte steuerlichen Begünstigungen der Konsumvereine hin, wodurch dem Bäckergewerbe der Konkurrenzkampf mit den Konsumvereinen ungemein erschwert werde. Die Sozialdemokratie wolle die Vernichtung der kleinen und mittleren Betriebe, die Vernichtung der selbständigen Existenzen des Mittelstandes. Im Jahresberichte des Konsumvereins in Gießen sei zu lesen, daß das Ziel der Konsumvereine sei, die Privatwirtschaft zu vernichten. Leider gehörten den Konsumvereinen viele Beamte, auch höhere Beamte an. ~ Stern Reichskanzler Dr. Luther, der die Konsumvereine empfohlen habe, brauche das Handwerk keine Träne nachzuweinen. In den Berichten der Konsumvereine werde behauptet, sie hätten bessere soziale Einrichtungen, aber an anderen Stellen machen sie auch geltend, daß sie nicht alle Forderungen der Angestellten mit Rücksicht auf ihre Mitglieder erfüllen könnten. Ist das etwas anderes als das Verfahren der Bäckermeister, die ihre Preise nach den gegebenen Verhältnissen bestimmen müssen? Der Vortragende zeigte an dem Beispiel des Gießener Konsumvereins, daß die Konsumvereine beträchtliche Steuersummen ersparen. Der Konsumverein Gießen habe 1925 an Einkommensteuern und anderen Steuern für Staat, Provinz und Kreis insgesamt 16 194 Mk. einsparen können. Der Redner stellte dem gegenüber, wie sehr gerade die kleinen Bäckermeister durch Steuern belastet sind. Die Landtagsabgeordneten sollten sich dieser Verhältnisse annehmen und sie im Landtag zur Sprache bringen. Der Gießener Konsumverein habe jüngst mit großen Kosten ein Fest gefeiert, aber Geld zum Steuerzahlen habe er nicht. Die Konsumvereine seien durch die steuerliche Begünstigung in der Lage, große Geldsummen aufzuspeichern, um ihre Betriebe zu vergrößern, was den Gewerbetreibenden unmöglich sei. Dem Handwerksmeister werde keine Steuerstundung zugebilligt, wohl aber den Konsumvereinen. Es müsse verlangtwerden, daß der eine so gut feine Steuern, bezahlen müsse wie der andere. Durch den Autv- mobilverkehr der Konsumvereine würden namentlich die Gewerbetreibenden auf dem Lande geschädigt. Die Konsumvereine wollten jetzt sogar von der älmsahsteuer befreit sein. Der Redner schloß seine Ansprache mit einem Hinweis auf das Eintreten der Reichstagsabgeordneten Dr. Becker und Dr. Werner für die Gewerbetreibenden gegen die Konsumvereine. Die parlamentarischen Vertreter des Zentrums und der Demokratie möchten in derselben Weise zugunsten des Handwerks eintreten. Unbebingt sei gleiches Recht für alle zu fordern. (Lebhafter Beifall.) Landtagsabgeordneter Kindt (Dtn. Dp.) erHärte, die sozialistische Weltanschauung wolle den Konkurrenzkampf ausschalten. Die Deutsch- nationale Vollspartei kämpfe dagegen und suche die selbständigen Existenzen zu erhalten und zu fördern. Landtagsabgeordneter H a u r y (D. Vp.) führte aus, daß man dem Handwerk den goldenen Boden genommen habe. Man müsse verlangen, daß die Konkurrenz der Konsumvereine in der gleich eit Weise besteuert wird, wie das Gewerbe. Es könne nachgewiesen werden, daß trotz der steuerlichen Vorteile die Konsumvereine teurer verkauften, als die Gewerbetreibenden. Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen wurde von einem Redner an die Versammlung die Aufforderung gerichtet, ihren Wünschen und Forderungen durch älnterschrift für das Volksbegehren in Hessen und durch Abstimmung an der Wahlurne Rachdrucr zu verleihen Der Redner fand damit lebhafte Zustimmung. Die der Versammlung unterbreiteten Anträge wurden einstimmig angenommen. Es folgte noch eine eingehende Besprechung über die Mängel bei der Brotrevision. Durch eine Kommission soll geprüft werden, welche Schritte in dieser Angelegenheit getan werden sollen. Rach weiteren Beratungen wurde um die Mittagszeit die Versammlung mit einem Schlußwort des Vorsitzenden geschlossen. 3. Evangelischer Frauentag Deutschlands. 1 Darmstadt, 30. Mai. Rachdern am Samstag ein Begrüßungsabend und heute vormittag in den evangelischen Kirchen Darmstadts Festgottesdienste abgehalten waren, tagte heute namittag in der Turnhalle am Wo^>gsvlah eine große offen!- licheVersammlung, die von Vertreterinnen der evangelischen Frauenvereine aus allen Teilen Deutschlands außerordentlich stark besucht war. Auch aus den abgetretenen Gebieten und anderen Ländern deutscher Sprache waren Vertreterinnen hierher gekommen. Die cffizielen kirchlichen Kreise Hessens, die Kirchenregierung uni) der Landes- kirchentag waren vertreten, ebenso weltliche Behörden und die evangelischen Frauenvereine Hessens. Die Tagung steht unter dem Vorsitz von Frau Oberin von Tiling, die die Versammlung eröffnete, Es hielten Begrüßungsansprachen Fürstin Elisabeth von Erba ch ° Schönberg, Prälat D. Dr. Diehl, Ministerialrat Weber (für das Ministerium des Innern), Oberbürgermeister Dc. G l ä f f i n g - Darmstadt und Direktor Beutel» Berlin (für den Zentralausschuh für Innere Mission). Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag der Frau Oberin von Liling über Evangelium und Frauentum. Die Rot unserer Zeit besteht darin, daß die Menschen sich auf allen Lebensgebieten völlig von Gott dem Schöpfer losgelöst haben. So hat auch der Materialismus und Rattonalismus das Problem des Frauentums zu verstehen gesucht ohne Gott. Aber alle Versuche, die Frage nach dem Wesen des Frauentums zu lösen, müssen notwendigerweise scheitern, so lange wir nicht als Geschöpfe Gottes zum Gehorsam gegen den Schöpfer zurückgekehrt sind. Vom Schöpfer her das Frauentum erfaffen, heißt sehen, wie Gott das Frauentum und das Verhältnis der Geschlechter zueinander gemeint hat. „Unter Sollen wollen wir wieder finden!" Beide Geschlechter • sind aufeinander hin geschaffen, aber durch die Sünde wird ihr gegenseitiges Verhältnis zur Karikatur. Die innere Unsicherheit der Frau führt zu einem Sichwegwerfen an den Mann, die innere Haltlosigkeit des Mannes aber zur Herrschaft über die Frau. Aus dieser Rot will Christus beide Geschlechter erlösen, indem er sie das Sollen erkennen lehrt, Der Frau gibt er eine Werthaltigkeit in sich, so daß sie nun in der Hingabe an das andere Geschlecht doch selbst Persönlichkeit bleiben kann und Wert behält. Beide Geschlechter haben ihr eigenes Sollen vor Gott, im religiösen Erleben werden sie zur Einheit. „Gott will, daß die Frau wirkt durch ihr ©ein." Mütterlichkeit ist das Sein der Frau und muß darum ihr ganzes Wesen durchdringen, in der Familie sowohl wie auch sonst überall, wo der Frau das lebendige Geschöpf anvertraut ist in seiner Gesundheit und Krankheit, in seiner Rot und Freude. Die Kulturaufgabe der Frau ist eine selbständige. Auf allen Kulturgebieten schafft der Mann nur die eine Hälfte, die Frau muß sie durch ihre Mitwirkung zur lebendigen Wirklich- feit machen. Die Rednerin fand mit ihren tiefdurchdachten Ausführungen lebhaften Beifall bei der Versammlung. die im Anschluß hieran gemeinsam das Das war । xropa bildete .Ur widme erfofd A dar Dueu AM Abfchli H* « llnl» lMhweise bürstet. Elchen F«m takelt in j Der Ruf ber Miet, ist ' J'Ä °" di! ®er W hu Mein -s- d-1 im ,'-öei einen ?nt®Qn3i< "lwsr Apport 7°>?ter Sir »°,?8« mütze — man trug damals gerade solche von mindestens drei Liter Hohlmaß — das Wasser aus dem Boote zu schöpfen. Barbarossa betrachtete, immerfort rudernd, seine Anstrengungen mit innigem Vergnügen und ließ, den Spund fest zwischen den Zehen, für je zehn ausgeschöpfte Liter Wasser fünfzehn neue ins Doot. Sie tarnen an einer Ankerboje vorbei, einem jener riesigen, aus Stahlblech genieteten schwimmenden Zylinder, die eine kreisförmige Plattform von etwa drei Meter Durchmesser haben und in der Mitte einen mächtigen geschmiedeten Eisen ring tragen. Barbarossa lenkte knapp an die Boje. Als sie die Bootswand streifte, zog er den Puhpfropsen völlig heraus. Dec Leutnant fühlte das Wasser plötzlich bis an feine Kniescheiben ft eigen. Im Selbsterhaltungstrieb sprang er aus dem Kahn auf die Boje, wo er fick) am Ring festklammerte und mit hinauf» gezogenen Deinen sitzen blieb. Barbarossa ließ sich noch einige Meter Wetter treiben, spundete das Puhloch wieder zu, schöpfte mit einem Handeimer, den er tückischerweise verborgen gehalten hatte, sein Doot leer und ruderte gemächlich an Dord zurück. „Doot ahoi!" rief der Dugposten ihn an. „Putzjolle an Dord!" antwortete Barbarossa. Er hängte sein Fahrzeug an die Backspiere, enterte auf Deck und legte sich schlafen. Der Wachunteroffizier schlug vier Glasen. Der Dugposten rief: „Alles wohl!" Leutnant Willi schaukelte auf der Boje bis sechs älhr morgens. Da nahm ihn eine vorbei- fährende Dampfbarke auf. Da er einen Verwandten im Kriegsministerium hatte, wurde er auf feine Ditte zwei Wochen später nach Przemysl versetzt. Dort gab es kein Meer, keine Bojen und keine Puhjollen. Dort kam er auch nicht in Versuchung, einen Matrosen zu schuhriegeln. La 480 Sflori«! W* 3,i Teilen lvFgel runff 5% Unter Ärschen nnv unt) Sonntag sichen Thnr rvda, Lauchw Sonne und - Tag der Dar bürg und dn neNern toetD gäbe des De gestellt, 1500 Aicher ai geliehen. - - Tagen einen mentaler Dajsc das lespdtable erreicht und i den Mack na< # Dbbot diesen lagen' wandert, Dick' seltener A man nämlich stehende A p s Bäume im $ blühenden Bä man, wenn m diese Bäume Die Apfel! geringen ! Mli-Hen Aps Birnenund Allem Anscheii Zwetschen hannisbeeren — Der Saal gezeichnet, ffii guten Stand, | Ernte gerechnet ernte ift hier haltender günsti da- Heumachen de; Grases ist ri. Sich, reicher *Meili und Kreise fr feierte gesterr band der sein großes Morgenfrühe der Stadt ih vvlkerung zu bereiteten §e meßen sich di tvo nach eine mer gehalten Probe stattsan tvaltige alte meinte von ett dienst. Die Aschen Kirche Deisen der q] "Barbarossa wurde nicht bestraft. Weder er noch der Leutnant hatten großes Interesse daran, den Vorfall in die Öffentlichkeit gelangen zu lassen. Einst, als wir auf Lisfa vor einer Hafenkneipe beim Muskateller faßen, erzählte mir Barbarossa den Spaß. In den häufigen Kunstpausen trank er einen gewaltigen Schluck des goldfarbigen Weines und ergriff mit fettglänzenden Fingern eine in frischem Olivenöl gebratene Sardine am Schwänze, um sie kunstgerecht zwischen seinen roten Bart zu torpedieren. Das Meer vor uns toar* blau wie ein Matrosenkragen und stank nach Hafen und faulem Seetang. Ein Mahnbries aus hem Jahre 1564. Ein Zufall spielte dem Schreiber dieser Zeilen jüngst ein aus dem Jahre 1564 stammendes, altes Drieflein in die Hände, das er zur Erheiterung unglücklicher Gläubiger und bedrängter Schuldner mitteilt. In einem schweinsledernen Quartanten, den ich vor kurzem bei einem Trödelantiquar für einige Mark erstand, fand ich zwischen zwei infolge Stocksleckigkeit aneinander hängenden Blättern den vermutlich schon vor Jahrhunderten als Lesezeichen eingelegten Brief mit nachstehender Aufschrift: „Dem Ersamen vnndt Ramhafftigen Mert- tenn Auermann mutier zu Oschitz meinen guthenn freundt zu handerm 1564." Das Schreiben selber besagt: „Meinen gantz toilUgenn dienst zuuor, lieber guther freundt, ihr wist euch tzu erynnernn, wie ich euch den Esel verkaufft habe, vnndt ist der efel gar gesundt gewesen vnnd ihr habt ihn nicht geschont, vnnd ihn Immer getrieben so lange bis ihr ihn gaar tzu •£ Sultan v 2- )et afl ^ädtl' c das tu., Ocn- Qlüa '«utÄt2 öewil;e hin Ä S[srm*t»n8 be^.6* ÄZZL *"tS> 'LM- ««fJs? mit Tuffijxf0 e, ?oc* m dn wS4 LNumderNH Ä ffl- ^lum5 wem Tießen habe ioo«. S Ä5“ 0tWRn iür msgesomt 16194 A Aedw stellte bem 2 die kleinen Acker- 78"nd- Die Land. knN ^'er^rhältnille iandtag zur Sprache brin- -msumverein habe jüngst üest feiert, aber Geld J Nicht. Die Konsum. - steuerliche Begünstigung eldlMnien achuspeichnn, vergröbern, was den Te. stich sei. Dem HanbtveM- ^ieurrstundung zugebilligt, iivereinen. Es müsse der. eine so gut seine Steuern : andere. Durch den Ätv- amvereine würden nament- :nben auf dm Lande ge- vereine wollten jetzt sogar befreit sein. Der Redner : mit einem Hinweis aus ieichstagsabgeordneten Dr. erner für die Gewerbe. Konsumvereine. Die parla- des Zentnuns und der derselben Seife zugunsten tn. Unbedingt sei glei» e zu fordern. (Lebhafter >r Kindt sDtn. 2p.) )e Weltanschauung wolle usschalten. Die Deutsch« amtzse dagegen und suche mzen zu erhalten und zu eter Haurh (D. BP.) dem Handwerk den gvl« en habe. Wan müsse ver« kurrenz der Konsumveretne besteuert wird, wie das Se- gewiesen werden, dah trotz ile die Konsumvereine teu- Gewerbetreibenden.. rlaufc der Bechandlungen dner an die Bersmnmluna lebtet, ihren Wünschen und Urschrift für das Bolks- ^LchMimmunawi ua zu verleihen Der Reo- ^5* » Br Wk»:*lt en «-WM e wol em tW V M euch tzu eryrmrm ^Äfit fleÄ"1 noch «'S ihr "ihr ben habt. 2V^ el)(cnbuig habe ichJf »r wollet W vnndi mZ -ichchrnn vrror. vkes^uStzleaburg voh'en 64 3at- Verkenn bürget IN nF Vuller s 5.eP Wnfit ist der ■ diese " VeMLnahlt oben *n Tag “Ä. H S«S« vrrd'.en' :#£. Ä Ü ntl^ Aelde kaw. fÄ’S «#• J rf»il! »s-84. Oberhessen. LandLreis Gießen. f. Klein.Linden, 31. Mai. Die Der. steigerung des Grases von Feldwegen, Böschungen und Flutgräben innerhalb unserer Ge- marnmg fand am Freitag bei guter Beteiligung der Interessenten statt. Der erzielte Betrag mit 480 Mark bleibt allerdings weil hinter dem Betrag des Vorjahres (900 Mark) zurück. Die Ursache l#t der schleckte Grasstand infolge der naßkalten Witterung. Wenn auch das Netz der Feldwege durch die Feldbereinigung bedeutend erweitert wurde, so macht sich der Grosertraa doch erst nach und nach in aussteigender Linie bemerkbar. Bei einigermaßen guter Witterung wird in den kommen- den Jahren auch hier für unsere Gemeindekasse eine bedeutende Mehreinnohme gegen früher zu erwarten sein. — Leider ist sestzustellen, daß ein großer Teil unseres besten Wiesengeländes im Lahntal zwischen Wetzlarer Straße und dem Eisenbahndamm der Umgehungsbahn Gießen—Wetzlar immer mehr versumpft und versauert. Mit jedem Jahr nimmt die Sumpfdotterblume hier in starkem Maße zu. Zu wenig Gefälle der Entwässerungs- und Flutgräben sowie die Einwirkung des Eisenbahn» dammes auf das Grundwasser sind hieran schuld. : Beuern, 31. Mai. Mit einer in allen Teilen wohlgelungenen dreitägigen Wanderung feiner Iugendabteilung beschloß der hiesige Dolksbildungsverein seine Tätigkeit für bas verflossene Winterhalbjahr. Unter Führung des 1. Vorsitzenden besuchten 20 Burschen und Mädchen am Freitag, SamStag und Sonntag die schönsten Punkte des westlichen Thüringer Waldes, wie Sriebrid)- roba, Lauchagrunb, Inselsberg, Ruhla, Hohe Sonne unb Marien- und Annatal. Der britte Tag ber Wanberung galt dem Besuch der Wartburg unb ber Stadt Eisenach. Wohl allen Teilnehmern werden die Erinnerungen an diese Wanberung unvergeßlich sein. — Die Bucherausgabe bes Vereins wirb ben Sommer über eingestellt. ES wurden im verflossenen Winter rund 1500 Bücher an die Mitglieder des Vereins au8- geliehen. — Die Gemeinde setzte in den letzten Tagen einen D e rn e i n d e b u l l e N ber Simmentaler Rasse zum Schlachten ab. Derselbe hatte das respektable Gewicht von 20 Zentnern erreicht und ging gestern mit ber Bahn auf ben Markt nach Frankfurt a. M. # Obbornhofen, 31. Mai. Wenn man in diesen Tagen durch die Baumstücke unseres Ortes wandert, bietet sich dem Auge ein zu dieser Zeit seltener Anblick dar. Hier und da erblickt man nämlich in d o II ft e r Blütenpracht stehende Apfelbäume. 'Zur Zeit, wo die anderen Bäume im Dlütenschmuck standen, waren die jetzt blühenden Bäume noch in iyrem Winterkleid, so daß man, wenn man das blühende Leben ringsum sah, diese Bäume für abgestorben hätte halten können. Die Apfelbäume haben im übrigen sehr geringen Fruchtansatz, so daß mit einer spärlichen Apfelernte zu rechnen ist. Dagegen zeigen Birnen und Kirschen einen guten Behang. Allem Anschein nach ist auch mit einer geringen Zwetschenemte zu rechnen. Stacke!- und Jo- hannisbeeren zeigen auch nur schwachen Behang. — Der Saaten st and a u f dem Feld ist ausgezeichnet, Winter- und Sommerfrucht haben einen guten Stand, so daß bis jetzt mit einer sehr guten Ernte gerechnet werden kann. Mit der K l e e h e u - ernte ist hier begonnen worden. Bei weiter anhaltender günstiger Witterung wird wohl auch bald das Heumachen seinen Anfang nehmen: der Stand des Grases ist ein sehr guter. ri. Lich. 31. Mai. Unter ungemein zahlreicher Beteiligung ber Bevölkerung aller Stänbe unb Kreise von hier unb ber ganzen Umgegenb feierte gestern hier ber ober hessische Verdank) ber kirchlichen Posaunenchöre sein großes Jahr es fest. Bereits in ber Morgenfrühe um V,7 Uhr ließen bie Chöre in der Stabt ihre Weisen erschallen, um bie Bevölkerung zu bem lange unb sorgfältig vorbereiteten Festtag zu wecken. Darnach versammelten sich die über 100 Bläser in ber Kirche, wo nach einer von Stiftspfarrer Schorlein - m e r gehaltenen Morgenanbacht bie gemeinsame Probe stattfanb. Um *',10 Uhr füllte sich bie gewaltige alte Morienstiftskirche mit einer Ge- meinbe von etwa 1000 Seelen zum Festgo11es- bienst. Die gewaltige kirchliche Liturgie der lutherischen Kirche war verbunden mit ben ebelsten Weisen ber alten Kirchenlieder. Die Leitung ber vereinigten Posaunenchöre lag in ben bewährten Händen des DerbandSdirigenten, Weißbinder- meister Doller aus Lang-Göns. Die Festpredigt hielt Pfarrer Gerber aus Leipzig. Ferner hielten Stiftsdechant Lenz- Lich und ber Prälat ber hessischen Landeskirche D. Dr. Diehl aus Darmstadt Ansprachen. Die Liturgie hielt Stiftspfarrer Schorlemmer-Lich. Den Höhepunkt ber Feier bildete das alte Tedeuin unter Begleitung von Posaunen unb Pauken, letztere von kundiger Hand bedient. Telegraphenbeamter Klaus von Butzbach hatte sich freundlicher Weise hierzu zur Verfügung gestellt. Ein gemifter Chor, an dem sich der hiesige Frauenchor unb ber Gesangverein Cacilia beteiligten, half zu einer stilgerechten Ausführung dieses uralten Lobgesanges. Am Rachmittag begab man sich in einem F e st z u g, während dessen zum erstenmal Märsche kirchlichen Stils zu Gehör kamen, die Stiftsdechant Lenz unter Mitwirkung bekannter Kenner kirchlicher Musik, darunter z. D. Prof. Arnold Mendelsohn herausgegeben hat, zum Hardtberg. Diese Märsche zu hören, war ein besonderes Ereignis für bie musikalische Welt! Auf ber Harbt fanb eine große Festver - samm lung statt. Dort sprach ber Superintendent für Oberhessen. Oberkirchenrat Wagner aus Gießen, der Vorsitzende des Verbandes, Pfar-er D. F r i t s ch aus Ruppertsburg unb ber Festprediger Pfarrer G er ber, der von der Arbeit der Leipziger Mission in Indien und Afrika berichtete. Auch wurde dort verkündigt, daß die drei großen kupfernen Kesselpauken, die bei dem Fest zum erstenmal in Tätigkeit traten, von Freunden dec Sache gestiftet worden sind, nämlich von Fürst Reinhard zu Solms-Hohensolms-Lich, von dem Landeskirchenamt zu Darmstadt und von Prälat i. R. D. W a l z, ber ein geborener Licher ist. Die Kollekte des Festtages war für die Leipziger Mission bestimmt. Die Bevölkerung der Stadt Lich hatte es sich nicht nehmen lassen, die auswärtigen Festgäste in liebenswürdigster Weise aufzunehmen unb zu bewirten. Kreis Friedberg. z$ Bad-Rauheim, 31. Mai. An dem gestern von der hiesigen Ortsgruppe des Hessischen Iagdklubs veranstaltetcn Tontaubenschießen beteiligten sich aus allen Teilen Hessens 30 Schützen, die von dem Vorsitzenden ber Ortsgruppe, Zahnarzt Dr. Haustein, begrüßt wurden. Besondere Anerkennung fand die Tatsache, daß auch der Rachbarklub „Huber tus"- Gießen mit 5 Schützen vertreten war, darunter der Vorsitzende Aug. Pascoe (Dutenhofen). Die Gießener Gäste haben sehr gut abgeschnitten, so daß sie die wertvollsten der gestifteten Preise mit nach Hause nehmen konnten, darunter den schönen Ehrenpreis der Bad - und Sturoer- waltung. Es wurde in mehreren Konkurrenzen geschossen, wobei durchweg gute, zum Teil sogar vorzügliche Leistungen geboten wurden. Zwei wertvolle Ehrenpreise hatte der Hessische Iagdklub (Darmstadt) gestiftet. Wir bringen nachfolgend die (Kamen ber Preisträger: Eröffn u ng s s ch i eß e n: 1. Preis: Bücher, Gießen: 2. Müller, Sprendlingen: 3. Pfeffer, Bad-Rauheim: 4. Dr. Honstein, Bad-Raüheim, Hübner, Darmstadt: 5. Jäger, Frankfurt a. M.: 6. Fr. Pascoe, Gießen: 7. Christ, Grünberg: 8. Rickel, Bad-Rauheim: 9. Äug. Pascoe, Dutenhofen: 10. von Bentheim, Gießen. Preis von Bad-Rauheim (mit Ehrenpreis der Bad- und Kurverwaltung): 1. B ö ch er, G i e ß e n: 2. Rickel, Bad-Ra"heim: 3. Jäger. Frankfurt a. M.: 4. Dr. Haustein, Bad-Rauheim: 5. Hübner, Darmstadt: 6. Müller, Sprendlingen; 7. A. Pascoe, Dutenhofen: 8. Frhr. v. Diemar, Darmstadt: 9. Pfeffer, Dad- Rauheim: 10. Deuer, Darmstadt: 11. Bock, Darmstadt. Vorgabeschießen: 1. Almendin - g er, Gießen: 2. Deuer,Darmstadt: 3 Mayer, Bad-Rauheim: 4. Diefenbach, Darmstadt: 5. Müller,Sprendlingen: 6. Dr. Haustein, Dad-Rou- heim: 7. Duschbaum, Darmstadt: 8. Fr. Pascoe, Gießen: 9. Jäger, Frankfurt a. M. Först erschießen: 1. Drück Rödgen (Gießen): 2. Textor, L ich: 3. Delofs, Bad- Rauheim. Trostpreisschießen: 1. Man- gelsdorf, Gießen. Kreis Büdingen. le. Bleichend ach, 31. Mai. Die zweite Bilanz unseres Ende August 1924 gegründeten Naifseisenvereins hat die Erwartungen entsprochen, welche die des ersten Geschäftsjahres nur 4 Monate) gemacht hatte. Die Spargelder sind von 2942 Mk. bis Ende 1925 auf rund 7000 Mk. angewachfen. Der Gesamtumsatz erhöhte sich von 46 490 Mk. auf 254 663 Mk. Der Reingewinn betrug im Restjahr 1924 261 Mk., in 1925 2003 Mk. Er wurde zu verschiedenen Rücklagen und zur Vergrößerung des Reservefonds verwendet. Mit einem kleinen Teil hat der Verein, den Raiffeifenarund- sätzen entsprechend, eine Dorfbücherei gegründet. Preußen. Der Basaltbruch der Leuner Burg Y 2eun (Kreis Wetzlar), 31. Mai. lieber ben Höhenzug der östlichen Ausläufer des Westerwaldes, auf dem die von Napoleon angelegte Heeresstraße .Hohe Straße" hinläuft, erheben sich als höchste Punkte Bieler Burg, Leuner Burg, Dianaburg und Greifenstein. Während die beiden letzteren als beliebte Ausflugsorte bekannt sind, hat die Leuner Burg Bedeutung als ausgezeichnetes Basaltvorkommen. Schon der Ausstieg zu dem Bergkegel durch die auf den Hängen liegenden unzähligen Basaltstücke deutet auf eine gewaltige vulkanische Tätigkeit des Gipfels in früherer Zeit. Hier angekommen, ficht man einen ausgedehnten, maschinell eingerichteten B a s a l t b r u ch und einen auch in der Form ausgezeichneten Säulen- b a f a l t, der z. Z. in einer Höhe von etwa 8 bis 10 Meter abgebaut wird und nach Beendigung der jetzt begonnenen Aufschlußarbeiten von einer tiefer- gelegenen Stelle aus eine Höhe von gar 20 Meter erreichen dürfte. Die Gemeinde Leun, die die Nutzbarmachung dieses Vorkommens schon vor vielen Jahrzehnten vornahm, verpachtete den Bruch dem Kreise Wetzlar, der hier neben Pflastersteinen das Material zur Straßeneindeckung herstellte. So wurde der Bruch in kleinem Umfange jahrzehntelang betrieben, bis kurz nach dem Kriege die 25jährige Pachtzeit zu Ende ging und eine Neuverpachtung stattfand. In dieser Zeit, 1920, machte sich bereits eine gewisse Konjunktur für den Basalt bemerkbar, so daß bei der Neuverpachtung neben dem Kreise auch noch industrielle Unternehmungen für die wirtschaftliche Ausnutzung des Bruches starkes Interesse zeigten. Verschiedene Verhandlungen führten bann zur Wieder Verpachtung an den früheren Pächter, ben KreisWetzlar, und zwar zu einem für die damaligen Verhältnisse als angemessen erscheinenden Mindestpachtprcis von jährlich 6000 Mk. auf die Dauer von 25 Jahren. Nicht lange darnach war jedoch der Pachtpreis durch die fortschreitende Inflation vollkommen illusorisch geworben, und man rechnete daher allgemein bei dem Eintritt der Stabilisierung auch hier auf eine entsprechende Neuregelung des Pachtprei- s e s. Bedauerlicherweise hat jedoch der Kreis Wetzlar bisher eine solche Neuregelung abge- lehnt und lediglich den durch die Umrechnung von Papier- in Goldmark zu dem am Tage des Abschlusses gültigen Kurs sich ergebenden Betrag als Vergütung an die Gemeinde gezahlt hat. Diese gesetzlich zulässige, doch den ßeunern Einwohnern unfaßbar und unerträglich erscheinende Handlung hat in der Gemeinde begreiflicherweise starke Erregung heroorgerufen, um so mehr, als die Kreisbehörde einmal die Gemeinde Leun zugunsten des Gesamt- kreises jährlich um einige 1000 Mk. schädigt und andererseits gleicyzeitig als Aufsichtsbehörde dafür verantwortlich ist, daß der Gemeinde die Einkünfte aus ihrem Vermögen ungeschmälert zuteil werden. Zur näheren Beurteilung der Sachlage sei nur kurz darauf hingewiesen, daß der Kreis nach dem alten Vertrag eine Pachtsumme von 200 Mk. zahlte, bei einer Beschäftigung von 2 bis 3 Steinschlägern, dagegen heute den Betrieb maschinell bewirtschaftet und z. Z. 38 Mann beschäftigt, darunter allein 12 Kipper, und für diese Ausnutzung nur einige hundert Mark Pacht mehr zahlt. Die für den Kreis Wetzlar geographisch äußerst günstige Lage dieses Bruches — kann doch das Material von der Höhe in Talfahrten bequem nach dem Lahn- und Dillgebiet transportiert werden — sowie die vielseitige Verwendung des Materials sollte den Pächter allein schon aus diesen Gründen veranlassen, eine den Verhältnissen gerecht werdende Vergütung an die Gemeinde abzuführen. Ein von der Gemeinde Leun erneut gestellter Antrag auf Neuregelung der Pa.cht- summe führt hoffentlich dazu, daß in der am 2. Juni stattfindenden Kreistagssitzung ein für Leun annehmbarer Beschluß gefaßt wird. Der dritte Schutz. p Kriminalroman von Ole Stefan!. Vorspiel. Das war wie eine Jagd — und ganz Mitteleuropa bildete den Schauplatz. Die Blätter aller Länder widmeten ihr ellenlange Spalten. Dann erfolgte Racoszns Verhaftung, unb das allgemeine Interesse erloscy. Niemand konnte damals ahnen, daß das Duell erst vier Jahre später seinen endgültigen Abschluß finden würde — in den Ereignissen, die die Grundlage dieser Erzählung bilden sollen. Man erinnert sich vielleicht noch an Brentheims Kops. Ein viel veröffentlichtes Bild zeigt den greifen Kommissar mit den Hellen, etwas heroorquellenden Augen unter der kantigen Stirne. Das spärliche schlohweise Haar liegt straff auf den Schädel gedürstet. Brentheim stammte aus einer alten norddeutschen Familie unb war nach zehn Jahren aktiver Tätigkeit in ber Armee zur Polizei übergetreten. Der Ruf ber Dienste, bie er ber deutschen Justiz geleistet, ist so verbreitet, daß sich besondere Würdigung an dieser Stelle erübrigt Unerschrockenheit und Tatkraft, getragen von einem bis in sein Alter hinein riesenhaft kräftigen Körperbau, er- fehlen bei ihm einen Teil der aciftigeren Fähig- fetten, die unter anderen der Rechtsanwalt Kramer für die wesentlichste Waffe des modernen Krimi- naiiften hält: den psychologischen Blick und den Mut zu gewagten Kombmationen. Kramers Gefühl für Recht und Unrecht beispiels- weise ist weit labiler als dasjenige des alten Korn- mistars — „weniger ernsthaft" wie Brentheim, der den um zwanzig Jahre jüngeren Rechtsanwalt wie einen Sohn liebte, im Scherz zu sagen pflegte: „Du bist eben Sportsmann, siehst du — und ich war immer Beamter!" — In wenigen Worten ein Bild von Racoszys Persönlichkeit zu geben, ist bedeutend schwieriger. Der Chronist hörte zeitgenössische Urteile über ihn, die sich damit begnügten, ihn einen „romantischen Commis voyageur" zu nennen. Oder solche wie des Peber Monsback, der in einem feiner amüsanten Aufsätze in der „Dänischen Abendpost" schrieb: . Baron Racoszy ist ein oeritabler Filmheld, der mit einem kühnen Sprung aus der Leinwand heraus die dritte Dimension gewonnen hat." Ich weiß nicht, ob diese ironischen Urteile dem Baron gerecht werden. Mir scheint, diese Betrachter vergessen einerseits den tatsächlichen Schaden, den der Mann angerichtet hat — und übersehen andererseits doch seine glänjenöen Fähigkeiten. Kein Zweifel: wären sie im Dienste der menjch- lichen Gesellschaft gebraucht worden, so hätten sie dieselben großen Wirkungen in nützlicherem Sinne gezeigt, wie sie sie leider in schädlichem und gefährlichem Sinne zuwege gebracht haben. Gewiß — er war nicht der große Verbrecher des technischen Zeitalters: geübt in der zweckmäßigen Anwendung praktischer Physik und Chemie, kaltblütig, diszipliniert, sachlich . . . sondern er liebte die Geste und den Schnörkel. Er verließ sich auf die Wirkung seines persönlichen Schwunges, auf den suggestiven Einfluß seiner Erscheinung, auf feinen sorgsam trainierten Charme — und ich denke, die obenerwähnten Beurteiler können nicht umhin zuzugeben: der Erfolg, in den meisten Fällen wenigstens, gab ihm Recht. Seine genaue Kenntnis des menschlichen Charakters, feine Erfahrung in der Haltung aller Gesell- schaftsschichten, vor allem aber seine unglaubliche Verwandlungsfähigkeit in jede Gestalt und in jedes Alter hinein — unterstützt von verblüffenden Sach- fenntniffen — dienten ihm zur Ausführung seiner umfassenden verbrecherischen Pläne und gestatteten ihm, zehn Jahre lang in der ersten Berliner Ge- sellschaft eine glänzende Rolle zu spielen, sechs Jahre als Landarzt an der dänischen Sundküste zu praktizieren und eine geraume Zeit eine offizielle Stellung während der Unruhen des Balkans einzunehmen. Nicht nur, daß er nahezu alle europäischen Sprachen fließend sprach, eine ungewöhnliche Begabung ließ ihn selbst Dialekte verstehen und beherrschen, so daß ihn der Bewohner von Aarhus am breiten Klang seiner Mundart ebenso als engeren Landsmann einscyätzen mochte, wie der dänische Großstädter an seinem Hellen Kjöbnhavnsk. Aber auch der Ostpreußc wie der Wiener, der Sizilianer wie der Schweizer, der bretonische Bauer wie der Concierge vom Montmatre hätten seiner Aussprache nicht angemerkt, daß fie einen Ungarn von unoermischtern Blut vor sich hatten. — Von seinem Leben wußte man nur, daß er mit fünfzehn Jahren aus einer Budapester Kadettenschule entlaufen war. Ein Dezennium später tauchte er in Berlin auf. Seine aesellschaftlicke Stellung, fein mondänes Auftreten, das Interesse endlich, das er am Berliner Sport- und Theaterleben nahm, konnten niemanden auf die Vermutung bringen, daß dieser Mann zugleich das Haupt der gefährlichsten europäischen Falschmünzerbande darstellte, den Anstifter der riesenhaften Pariser Bankeinbrüche und den Erpresser, der den letzten Sproß des italienischen Fürstengeschlechtes P . . . . schließlich in den Tod trieb. Niemanden als Brentheim. Schon die Pensionierung in Händen, die iym nach seiner unermüdlichen Arbeit die reichlich verdiente Ruhe bringen sollte, wurde er noch einmal durch die kühnen und geheimnisvollen Verbrechen aufgestachelt, die sich in den europäischen Hauptstädten zu mehren begannen, und die bei aller formalen Verschiedenheit einen gemeinsamen Grundcharakter trugen: den der absoluten Dunkelheit ihrer Entstehung. Wohl wurden einzelne ausfuhrende Organe gefaßt und bestraft — doch um nach verbüßter Strafe in pekuniär gesicherter Position weiterzuleben, ohne daß man die Herkunft Der Gelder und den Hauptanstifter der Verbrechen ermitteln konnte. Zwei Jahre brauchte Drencheim, um die Fäden zu entwirren und auf den gemeinsamen Knoten- Suntt zu verfolgen, dann durchschaute er das llysterium. — Am 4. August 19 . . wurde der Portier des Mietshauses Nr. . . am Kurfürstendamm in Berlin W von Hausbewohnern darauf aufmerksam gemacht, daß der Lift nicht funktionierte, sondern — zwischen dem ersten und zweiten Stock eingeklemmt — festzustehen schien. Nach einstündiger Arbeit, mit Hilfe eines herbeigerufenen Monteurs gelang es, den Fahrstuhl wieder in Bewegung zu bringen. Er senkte sich langsam zum Parterregeschoß. Man öffnete die Tür und erschrak über den seltsamen Anblick zweier Männer, die bewußtlos auf dem Boden lagen. Der eine, aus einer leichten Kopfwunde blutend, wurde rasch erkannt: als der den ganzen zweiten Stock des prächtigen Mietshauses bewohnende Baron Racoszy. Seine elegante Kleidung war zerdrückt und fein Kragen zerrissen. DillkreiS. bl. DillenburL 31.Mai. Dieser Tage and im hiesigen Kreishaus eine Konferenz zwischen Vertretern der Reichsbahngesellschaft einerseits und Vertretern des Kreises, der Stadt und der Industrie andererseits statt. Gegenstand der Beratungen war die Weiterführung derK raftwagenlinie von Laasphe nach Dillenburg, die durch den Einspruch der Reichsbahngesellschaft eingestellt werden muhte. Bei der Besprechung wurde in deutlicher Weise auf das Bedürfnis einer solchen Verbindung zwischen dem Dilllreise und dem Kreise Wittgenstein hingewiesen. Die .Vertreter der Reichsbahn beharrten jedoch auf dem Standpunkt, dah ein Bedürfnis nicht anerkannt und der Ausfall durch eine Krastwagenlinie für die Dahn nicht in Kauf genommen werden könne. Der Rc- gierungspräfident in Wiesbaden wirb nunmehr über die Frage zu entscheiden haben. So oder so: es muh auf alle Fälle in den Derkehrsverhält- niffen des Diehhölz- und DanfetaleS sowie deS Wittgensteiner Landes Wandel geschaffen werden. Oberlahnkrcis. R u n k e l a. d. L., 31. Mai. Als der Kaufmann Ritter am Sonntagabend gegen 11 Uhr mit dem Motorrad, auf dem er seine Frau mitführte, die steile Straße Schadeck — Runkel passierte, rannte er gegen einen quer über bie Straße gelegten Balken. Die Maschine schleifte das Hindernis einige Meter weit und kam dann zum Stehen. Abgesehen von einem kleinen Schaden an dem Motorrad ist den beiden Kraftfahrern glücklicherweise nichts weiter passiert. Wer den ruchlosen Bubenstreich verübt hat, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Obcrwefterwaldkrcis. CO Höhn-Urdorf (Westerwald), 30. Mai. Gestern fanb ein Landwirt von hier, wie schon kurz berichtet, beim Mähen seiner Wiese die Leiche eines Mädchens. Der Landmann benachrichtigte sofort die Polizei. Diese stellte mit Hilfe yerbcigeeilter Einwohner von Urdorf fest, daß die Ermordete die Tochter des Landwirts Denner aus älrdorf war. Als des Mordes verdächttg wurde ein Mann aus Urdorf namens Krämer fest genommen und nach Freiendiez gebracht. Krämer hat mit der Ermordeten ein Verhältnis gehabt, das ein gerichtliches Eingreifen zur Folge hatte. Am Freitag abend hat er das Mädchen am Bahnhof abgeholt und auf dem Heimweg auf der abgelegenen Wiese durch Messerstiche in den Rücken und die Brust ermordet. Der Kreisarzt stellte fest, daß der Tod zwischen 11 und 12 Llhr nachts eingetreten war. Die Staatsanwaltschaft war alsbald an Ort und Stelle. Der Mörder hat ein volles Geständnis abgelegt. Dem Verhältnis war bereits ein Kind entsprossen. Jetzt erwartete das Mädchen ein zweites Kind. Um sich der Braut und seinen Verpftichtungen zu entledigen, beging der Unmensch die Mordtat. Turnen, Sport und Spiel. Vom Turngau Lahn-Dünsberg. xy. Am Sonntag begann auf dem Sportplatz zu Wieseck die zweite Runde ber GauWettspiele im Faustball. Es entwickelte sich ein scharfes Spiel zwischen ben Mannschaften ber Gauvereine Garbenteich, Hausen, Launsbach, Robheim unb Wieseck. Im großen ganzen zeigte sich gegenüber ben Vorspielen ein wesentlicher Fortschritt. Das technisch beste Spiel brachten bie Mannschaften ber Vereine Wieseck unb Hausen, bie auch im Zuspiel Gutes leisteten. Bei beiden Vereinen dürfen indes bie Mittelspieler noch lernen, beim Rückschlag den Ball flacher über bie Schnur zu bringen. Bei der Auswahl der Schiedsrichter muß noch vorsichtiger verfahren werden. Die Spiele hatten folgendes Ergebnis (ber erstgenannte Verein ist Sieger): Wieseck I.—Robheim I. 48:32, Wieseck Launsbach I. 51:39, Launsbach II.—Wieseck II. 60:53, Garbenteich I.—Wieseck I. 63:56, Garbenteich II.—Wieseck II. 60:53. , Hausen I.—Wieseck I. 37:37, fiaufen I.—Robheim I. 49 48, Hausen I.—Launsbach I. 46:38, Launsbach I.—Robheim I. 58:55. Jugend: Launsbach—Wieseck 46:41. Der andere war ein Dienstmann von herkulischem Körperbau, ein Mann von reiferem Alter, mit einem blonden Scheitel — der sich zum Erstaunen der ihn Berührenden als Perücke erwies unb bas echte, dünne, weiße Haupthaar bedeckt hatte. Die beiden Bewusttlosen wurden aufgehoben unb jeber in ein anberes Zimmer ber Racoszyschen Wohnung gebracht. — „Man muß bie Polizei holen!" entschieb ber Diener des Barons. Der Portier eilte sofort hinunter. Nach einigen Minuten schlug Racoszy die Augen auf. Verwirrt blickte er um sich. Schnell die Besinnung wiederfindend, fragte er nach bem Dienst- mann. „Der liegt wie tot im Nebenzimmer. Wir lassen die Polizei holen!" „Das ist gut", sagte ber Baron langsam. Er richtet sich auf unb bat um Master, um sich zu waschen. Der Diener brachte es ihm unb war ihm be- hilllich. Er konnte sich nicht enthalten, zu fragen: „Was ist denn geschehen, Herr Baron?" „Raubüberfall!" sagte der und trocknete sich ab. ..Der Mann sollte mir ein paar Pakete in die Wohnung tragen. Wir waren im steigenden Lift, da drückte er auf ben Halteknopf und sprang mir an die Kehle. Es gelang mir, ihm einen Kinnhaken zu versetzen, der ihn hinwarf. Doch riß er mich im Fallen mit sich, und ich schlug mit dem Kopf so heftig gegen die Wand, daß auch ich bie Besinnung verlor." „So ein Schuft!" sagte ber Diener mit lieber« zeugimg. „Er ist ein gefährlicher Kerl. Wer ist bei ihm im Zimmer?" „Der Monteur." „Das genügt nicht. Wenn er erwacht, schlägt er ihn ohne weiteres nieber. Gehen Sie hinüber, fesseln Sie ben Mann unb bleiben auch Sie bei ihm, bis die Polizei kommt. — Wie lange kann das noch dauern?" „Der Vortier ist eben hingelaufsn, vor fünf Minuten frühestens können sie nicht hier fein." „Gut — bringen Sie mir meine Zigaretten. Dann gehen Sie hinüber!" „Aber Herr Baron selbst —" (Fortsetzung folgt.) Gaujugendtreffen der Schwimmer. < K, Auch diesmal war der Schauplatz der Hufastunenkunft der Jugend des Gaues 1 Kreis V Die alte Burg Greifen st ein im Westerwald. DsreltÄ am Dienstag fuhr eine Gruppe aus Harrnstadt, Wiesbaden u. a. rheinaufwärts bis Koblenz und erreichte am Mittwoch nach einer Wanderung durchs Lahntal in Limburg eine Gruppe des Gießener Schwimmvereins, mit der zusammen ein Werbeschwimmfest veranstaltet und ein Schwimmverein ins Leben gerufen wurde. Am Freitag gelangte man nach Wetzlar, wo ebenfalls ein Werbeschwimmen veranstaltet wurde, bei dem sich die Gießener den anwesenden Rhein-Schwimmern stark überlegen zeigten. Am Samstagnachmittag trafen dann teils zu Rad, teils zu Fuß die einzelnen Gruppen aus verschiedenen Richtungen in Greifenstein ein. Abiends erzählte der Pfarrer im Burghof beim Fackelschein von der Geschichte der einstmals mächtigen Burg und ihren Bewohnern. Daran schloß sich ein Fackelzug ins Dorf, von wo aus man nunmehr das wunderbare Schauspiel der Burgbeleuchtung erlebte, die noch lange in der Erinnerung der jungen Schwimmer- und der Dorfbewohner bleiben wird. Am Sonntag sanden im Anschluß an einen in der Burgkirche besonders für die Schwimmer abgehaltenen Gottesdienst vor dem Dorf unter den primitivsten Verhältnissen einige volkstümliche Wettkämpfe statt, in denen die Jugendlichen des Gießener Schwimmvereins sich als die Besten erwiesen. Sie gewannen den Mehrkampf, bestehend aus Laufen, Hochsprung, Kugelstoßen und Schwimmen (letzteres war in Wetzlar ausgetragen worden) mit 78*/2 Punkten (Mannschaft: Kugelstoßen und Hochsprung: Herrn. Kraft, Laufen: Holz igel, Schwimmen: Rau). Zweite wurde die Offenbacher S. G. v. 1922 mit 56l/2 P. und Dritter der Darmstädter S. C. „Iungdeutschlcmd" mit 511/» P- Leider beeinträchtigte das Wetter und die für die meisten Gauvereine große Entlegenheit des Ortes die Zahl der Teilnehmer erheblich, die am Sonntag etwa 150 betrug. Gietzerrer Wochenmarktpreise. Ts kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 180 Pfennig, Matte 35 bis 40, Käse (10 Stück) 60 bis 80, Wirsing 45, Weißkraut 45, Rotkraut 45, gelbe Rüben (das Päckchen) 45, rote Rüben 20, Spinat 20 bis 30, Rvmischkvhl 25 bis 30, Spargel 70 bis 100, Erbsen 45, Tomaten 150, Zwiebeln 20, Meerrettich 80, Schwarzwurzeln 50, Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 5, Aepfel 20 bis 50, Kirschen 80, Stachelbeeren 40, Erdbeeren 280 bis 300, Honig 50, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 130; das Stück: Eier 11 bis 12, Blumenkohl 80 bis 150, Salat 10 bis 20, Salatgurken 80 bis 120, Lauch 10 bis 20, Rettich 30 bis 50, Sellerie 30, Radieschen (Bd.) 12 Pfennig. Wirtschaft. Die Lage auf dem Kohlen- und Eisenmarkt. (Bon unserem Essener Mitarbeiter.) Auf dem Kohlenmarkt ist seit kurzem eine leichte Besserung eingetreten. Die arbeitstägliche Forderung war in der letzten Zeit ungefähr 10 Prozent höher als im Durchschnitt des Monats | April. Die neue Forderung konnte abgesetzt werden; ebenso war es möglich, die auf den 5 Zechenbahnhöfen, auf der Eisenbahn und auf den Wasserstraßen befindlichen Mengen im großen und ganzen abzusetzen. Dagegen haben die Haldenbestände eine Verringerung nicht erfahren; die Vorräte an Kohle zeigen zwar eine kleine Abnahme, jedoch haben sich die Bestände an Koks noch weiter vermehrt. Gs ist gelungen, im Auslande und in den bestrittenen Gebieten einige Mengen an Ruhrkohle unterzubringen. So haben Abschlüsse nach Aufhebung des Einfuhrverbotes getätigt werden können nach Frankreich und nach Belgien; auch nach Holland, in die Schweiz und nach Skandinavien zeigt sich eine kleine Zunahme der Bestellungen und Abrufe. In den bestrittenen Gebieten dagegen — namentlich an der Küste — ist eine wesentliche Besserung nicht zu verzeichnen. Im deutschen Inlande hat das Geschäft eine Belebung nicht erfahren; es hält sich auf dem Stand um Mitte April. Zusammengefaht läßt sich sagen, daß zwar eine Belebung unverkennbar ist, daß diese aber nicht so groß ist, wie man nach Weitergehen des englischen Bergarbeiterstreiks eigentlich hätte vermuten können. Man kann immer noch bei den Verbrauchern eine ziemlich starke Zurückhaltung beobachten, die sich vermutlich in der Hauptsache darauf stützt, daß die englische Regierung in der Frage der Subventionen, wenn auch nur für eine gewisse Zeit vermutlich noch Zugeständnisse würde machen müssen. Die jetzige Belebung ist also nur als eine Besserung vorübergehender Natur zu betrachten. Auf dem Eisenmartt hat sich nicht viel verändert. Es scheint aber doch, als ob der Tiefstand, der nach einer vorübergehenden Besserung seit Anfang April wieder eingetreten war. etwas Überwunden wäre. Die Nachfrage ist etwas lebhafter geworden, zumal Die meisten Verbraucher und Händler über wesentliche Lagerbestände nicht versügen. Der .Umfang der Spezifikationen läßt aber noch immer sehr zu wünschen übrig ein Beweis dafür, daß bei den großen Verbrauchern (Daumarkt, Reichsbahn, Eisenverarbeitung) eine Belebung in dem Maße, wie sie von vielen Personen noch bis vor kurzem erhofft wurde, nicht eingetreten ist. Die Unsicherheit in der politischen und wirtschaftlichen Entwickelung, die erst vor kurzem noch durch törichte Putschgerüchte genährt wurde, ist eben noch zu groß. Der Auslandmarkt hat sich weiter verschlechtert, da die Fortsetzung des Frankenverfalles die Hereinnahme von neuen Aufträgen nicht mehr reizvoll erscheinen läßt. Die leichte Besserung, die auf dem Inlandmarkt zu verzeichnen ist, geht also durch die Verhältnisse auf dem Auslandmarkt, mit dessen Stabilisierung noch für lange Zeit nicht gerechnet werden kann, wieder verloren. Die internationalen Eisenverhandlungen haben grundsätzliche Fortschritte in den letzten Wochen nicht gemacht, sodaß eine Besserung der Verhältnisse von dieser Seite her nicht erhofft werden kann. Im Einzelnen ist zu sagen, daß sich in Stabeisen in der letzten Zeit fast nichts geändert hat; der Eingang von neuen Aufträgen läßt sehr zu wünschen übrig; insbesondere hat das Auslandgeschäft einen Rückgang erfahren. Etwas besser ist das Geschäft in Förmeisen, wo Bestellungen vom Baumarkt her anregen. Im Röhrengeschäft wird eine leichte Besserung auf dem Inlandmaickt durch eine Verschlechterung im Aus- landabsah ausgeglichen. Für Grobbleche liegen die Verhältnisse unverändert, eine Neigung nach unten ist jedoch unverkennbar. Sehr schlecht ist die Lage auf dem Markt für Mittel- und Feinbleche; hier lassen besonders die Verhältnisse im Siegerland sehr zu wünschen übrig. 3m Drahtgeschäft hat sich Wesentliches nicht geändert. * • Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Darmstadt. Die Gesellschaft schlägt vor, aus dem Reingewinn von 2 375 919 Rm. aus.das Aktienkapital von 20,8 Mill. Rm. 10l/2 Prozent Dividende — 2184 000 Rm. zu verteilen, 150 930 Rm. als Tantieme zur Verfügung zu stellen und 40 989 Rm. vorzutragen. 3m Bericht führt der Vorstand aus, daß die bereits 1924 eingetretene günstigere Gestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens auch im abgelaufenen Geschäftsjahre angehalten habe. * Groß kraf twerk Franken A. G., Nürnberg. Nach einem befriedigenden Verlauf des 3ahres 1925 und Steigerung der Stromabgabe von 94 Mill, auf 114 Mill. kWh schließt die Gesellschaft mit einem Ueberschuß von 1,966 (2,78) Mill. Rm. und mit einem Reingewinn von 0,70 (0,71) Mill. Rm., aus dem auf 7 Mill. Rm. Stammaktien 9 Prozent Dividende und auf 156 000 Rm. Vorzugsaktien 5 Prozent Dividende verteilt werden sollen. * Starke Passivität der italienischen Handelsbilanz. 3n den ersten vier Monaten des 3ahres 1926 betrug die Einfahr in Italien 9095 Millionen Lire, die Aus- fuhr mir 5326 Millionen Lire. Der Passivsaldo der Handelsbilanz beträgt somit 3769 Mill. Lire. Bei der Bekanntgabe dieser Ziffern bemerkte Wirtschaftsminister Deluzzo, man muß den Mut haben, die Wahrheit zu sagen und die schmerzliche Wahrheit sei die, daß 3talien heute zu viel verbrauche und zu wenig erspare. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt. 1.3uni. Tendenz: Uneinheit- lich und unsicher. Die rückläufige Tendenz, die an der gestrigen Börse hervortrat, setzte sich heute fort. Großes Angebot in Farben-Aktien, das von der berufsmäßigen Spekulation an den Markt gebracht wurde, wirtte sich auch auf die übrigen Märkte kursdrückend aus. Bei Beginn des amtlichen Verkehrs schlug die Stimmung um, da bei den Danken wieder zahlreiche Kaufaufträge Vorlagen, wodurch das kursdrückende Moment verdrängt werden konnte. Gerade in den Aktien der 3. G. Farben-3ndustrie waren die Aufträge ziemlich erheblich, fo daß sich der Kurs nach 186.50 erneut auf 188.50 heben tonnte. Ferner waren einige führende Montan- a 11 i e n gesucht und höher, besonders Rheinstahl plus 2 Prozent, Phönix plus 1,25 Prozent, Gelsenkirchen plus 0,75 Prozent, Harpener plus 0,5 Prozent. Kaliaktien blieben jedoch schwächer. Westeregeln minus 2 Prozent, Aschersleben minus 1 Prozent. Unberäjibert fest eröffneten die Aktien des Metall - Konzerns. Scheideanstalt plus 1 Proz., Metall-Gesellschaft plus 2 Proz., Metallbank erreichten mit 100 Proz. den Paristand. Am Elektro markt waren Elektrische Lieferung stark rückläufig und senkten sich von 126 auf 119. Auch die anderen Elektrowerte notierten niedriger. Bankaktien lagen ruhig bei uneinheitlicher Kursentwicklung. Bayrische Hypothekenbank minus 1 Proz., Reichsten! minus 1 Proz. Motorenaktien neigten zum Nachgeben. Maschinenaktien unverändert. Zuckeraktien ansehnlich gebessert. Deutsche Anleihen weiter geschästslos. Dagegen formte sich am Ausland rentenmarkt großes Geschäft in Türken entwickeln, die weiter an= zogen. Als Grund der Steigerung wird auf die Befestigung des türkischen Pfundes am Va- lutenmarkte verwiesen. Haussierende Bewegung zeigten auch mexikanische Anleihen, besonders Goldmexikaner, die auf 51,75 in die Höhe gingen. Der Freiverkehr lag ruhig. Deckerstahl 34, Benz 71,5, Growag 60, Rastatter Waggon 21. Ufa 48, Ufra 81 Proz. Der weitere Verlauf zeigte große Unsicherheit. Die Kurse schwantten das Geschäft blieb aber lebhaft. 3. G. Farben waren weiter fest, während die führenden Montanaktien eher zum Nachgeben neigten. Am Geldmarkt ist nach Uebertoinbung des Ultimos eine Erleichterung eingetreten. Der Sah für Tagesgeld ging auf ca. 5 Prozent zurück. Monatsgeld 5 bis 6.5 Prozent je Adresse. Privat- diskonten 4,62 Prozent. 3ndustrieakzepte 5,25 Prozent. 3m Devisenverkehr haben die westlichen Frankenvaluten wieder eine Abschwächung zu verzeichnen. Paris gab gegen London auf 151.25 und Brüssel auf 156 nach. Auch Mailand war mit 128,50 gegen London mäßig abgeschwächt. Mark und Pfund blieben unverändert. Der Berliner Börsenbericht und die Frankfurter P r o d u k t e n - N o t i e r un- gen konnten infolge Gewitterstörungen nicht rechtzeitig übermittelt werden. Berliner Produktenbörse. Berlin, 31. Mai. Die neue Woche eröffnete im Berliner Produktenhandel nicht ganz einheitlich. Das Ausland war am Samstag etwas fauler vertreten und übte keinen allzu großen Einfluß auf den übrigen Verkehr aus. Lokoware für Weizen wenig verändert bei fast durchweg kleinen Umsätzen. Für Maiweizen wurden am Terminmarkt keine Preise über den letzten Stand bezahlt. 3uli—September-Lieserungen etwas niedriger. Hafer in besten Werten fest, sonst schwer verkäuflich, Gerste behauptet, im wesentlichen ruhig. Es notierten pro 1000 Kilogramm: Roggen (märt) 77 bis 82, Sommergerste 187 bis 200, inländische Gerste 169 bis 182, Hafer (märt.) 196 bis 207; für je 100 Kilogramm : Weizenmehl 36.75 bis 39.50, Roggen- mehl 25.25 bis 26.50, Weizenkleie 10.50, Roggenkleie 11.50 bis 11.60, Viltoriaerbsen 33 bis 44, Heine Speiseerbsen 26 bis 30, Futtererbsen 20 bis 25, Peluschken 20 bis 24, Ackerbohnen 22 bis 24, Wicken 28 bis 32, Lupinen (blau) 12 bis 13.50, Lupinen (gelb) 15.50 bis 17.50, Serradelle (neue) 40 bis 45, Rapskuchen 13,70 bis 13,90, Leinkuchen 17.60 bis 17.80, Trockenschnihel 9.90 bis 10.30, Soya-Schrot 19 bis 19.20, Kartoffelflocken 18.20 bis 18.50. Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Sd)U6. flurs l.Uhr. Kurs schi»b-!«ufang Rnr« 1 flute Datum: \ 31. 5. 1.6. 31. 5. | 1. 6. 5% Deutsche RcichSanleibe . 4% Deutsche Reichsanlcihe . 8Va% Deutsche Aeichsauleihe 3% Deutsche Reichsanlcihe . Tculschc Sparprämienanleihe 4°/o Preußische KonsolS • . . 4°/0 Hessen........... 3V/7o Hessen ..... 3% Hessen Deutzwe Wertb. Dollar-Anl. dto- Doll.-SchaU-Anwetlng.*) 4% Zolltürkcn 5% Goldmerikaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bruik Darmst. und Naiionatbank . Deutsche Bank Deutsche Bercinsbank .... Disconto Commandit ... Mctallbanl........... Mitteldeutsche Creditbank. . Oester-reichliche Creditanstalt. Weltbank . ........ . Bochumer Guß ....... BuderuL....... Caro »Luxemburg irchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahütte Obcrbcdars ...... Phönix Bergbau ...... Rociustahl........... Ricbech Montan ...... Tellus Bergbau....... öamburg-Amcrika Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont-Guano..... Chemische Mayer Alapin . . I. G. Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt.......... Holzverkohlung........ vintgerswerke Schcidcanstalt......... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mainkrastwerke Schultert ........ Siemens A Halske ..... Adlcrwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt...... Mecwm............. Mortoenwerke Maunbeim . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Mclallgeselllchost Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhfabrik Herz...... Sichel..... ..... Zellstoff Waldhof..... . Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 0,390 । 0,39 0.39 0,3825 — . — 0.365 i 0,3475 0,35 — 0,3625 1 0,35 0,42 , — 0,4175 । 0,42 — — 0,2225 — 0,36 : — 0,37 0,3625 0,37 1 — I — । — — — —— — . _ 0,39 । — ioo i — 96 — — 1 — —— — 12,25 12,7 - 1 —- 50 51,75 55 — 160 — 155,5* 157,2* 107,7* | 107.5* 106.7* 107,5* 135,7* 1 135* 132* 134,5* 133,2* — 128* 131,5* 85 — 121,75 — 129* 128.2* 128,7* 127,5* 98 100 — 109 — 110* — 6,65 6,5 6.62 — - — - — 105* — 105* 101* 66,75 66,25 67 65,75 51,25 — 53 52,5* 110,5* — 61' 109,2* 113' 110.7* 111,2* 109,7* 130. 127’ 129,5* 126* 128 125,5 125* 124,5 131 130 130,75 128,5 — — 38 35,9 50,12 — — 51,75* 86,5* 85* 85* 85* 120' 118.5* 120* 117,65 120,5* 118 120 117 59 —— — 132,9 134.5* 132» 127,5* 131* 127,5« —w — — _ 101.5 101 — 65,75 65,5 66 — — — 71 — —— .— _ 193* 188,5* 192,5* 189,2* 81 78.5 80 — 58 — — — 84 — 74 83,75 129,5 — — — 127,5* 124,5* 127.5* 124* 125 — 142* 123,7* 97,5 — — — 115* 113* 114.9* 111* 158 158* 160* 156,7* 63 62,5 63 63.5 66,5 — 66,9 65,25 26 — — — 39 — 37.25 — — 40,5 — 17 — — — 33.25 — — 114,5 117 — - 70 70 — 31,25 — — — 4 —— 3,5 — 140 _ 139,25 138 49 — — — 56 _ — — Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 31. Mai. 1. Juni. Amtliche Geld Kotierung Brief Amtliche Notierung Geld ! Brief Amst.-RoU- Buen--Aires Brss-°Autw- Christiania. Kopenhagen Stockholm . HellingforS. Italien. . . London. . Neu York . . Paris. - - Schweiz . - Spanien. . Japan . . - Rio de Jan. Wien in D-- Oest- cbgeft. Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien Lissabon Danzig. - ■ Konftanttn- Alben. . . Canada. . . Unißuah . . 168,57 1,679 12,91 91,24 110,36 112,36 10,55 15,80 20.404 4,195 13,60 81,21 63,68 1,968 0,672 59,295 12,418 7,405 5,86 3,045 21,445 80,91 2,32 5,44 4,197 4,295 D 168,99 1,683 12,95 91,46 110,64 112,54 10,59 15,84 20,456 4.205 13,64 81,41 63,78 1,972 0,676 59,435 12,458 7,455 5,88 3,055 21,495 81,11 2,33 5,46 4,207 4.305 inlnote 168,65 1,678 13,15 91,96 110,66 112,26 10,55 15,98 20,403 4,195 13,70 81,21 63,32 1,971 0,639 59,295 12,42 7,405 5,867 3,045 21.445 80,89 .2,32 5,39 4,197 4,245 n. 169,Q7 1,682 13,19 92,20 110,94 112,54 10,59 16,02 20,455 4,205 13,74 81,41 63,58 1,975 0.641 59,435 12,46 7,425 5,887 3,055 21,495 81,09 2,33 5.41 4,207 4.255 Berlin, 31. Mai Geld Bries Amerikanische Nölen ..... Belgische Noten........ Dänische Noten ...... Engli>che Noten........ Französische Note« ...... Holländische Noten Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Dcutsch-Ocsrcrr.,äl00 Kronen Rumänische Noten ...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten....... 4,189 12,94 110,02 20,352 13,63 168,23 15,86 90,99 59,29 1,70 111,92 81,11 63,59 12,405 5,82 4,209 13,00 110,58 20,452 13,69 169,07 15,94 91,45 59,59 1,74 112,48 81,51 63,71 12,465 s;86 Büchertisch. — Fünfzig 3ahre Adolf Donz L Co. Das bekannte Derlagshaus Donz läßt zur Halbjahrhundertfeier seines Bestehens in Form eines ansehnlichen Iubiläumsbandes ein Verzeichnis der Bücher erscheinen, die bisher bei ihm herausgekommen sind. Das bildergeschmückte, 236 Seiten starke Verzeichnis registriert nach einem Vorwort zunächst die belletristische Der- laggarbeit (im weitesten Sinne), anschließend die pädagogischen, philologischen und musikalischen Publikationen, endlich im dritten Abschnitt Verschiedenes. Aus der ansehnlichen Reihe guter Autoren, die Donz verlegt hat, seien nur Scheffel, Fr. Th. Discher, Hansjakob, Voß und Dillinger genannt. 269 — Alfred Schirokauer: „Hinter der W e l t“. Engelhorns Romanbibliothek. Band 995. Broschiert 1 Mk. 3n Ganzleinen 1,75 Mk. Ein packendes Buch der Abenteuer und der Schönheit, in 3sland und im Polarmeer spielend; die Welt, mondänstes Leben der Städte greift hinein, wild und verführerisch, in die stille Klarheit der nordischen Ferne. Die nackten brutalen Vorgänge sind mit hinreißender Meisterschaft erzählt; bei aller Gewalt der Ereignisse liegt über dem Buch eine ergreifende Zartheit. — Grabbe. Der Roman seines Lebens. Von Paul Friedrich. 205 Seiten. 8°. Concordia, Deutsche Verlagsanstalt Engel & Toeche, Berlin (SW. 11) 1925. — All die Jahre seines kurzen Lebens hindurch, das 1836 endlich der Tod mitleidig auslöscht, hat Christian Dietrich Grabbe, der Einsame, der deutsche Dichter von Gottes Gnaden, der „westfalische Shakespeare" Werk an Werk gereiht; niemand hat etwas von ihm wissen wollen (man wußte allenfalls, wie schrecklich betrunken er oft war), von diesem entgleisten Genie und Vagabunden Gottes. Bei seinen Lebzeiten nicht, und nach seinem Tode noch weniger. Aber seltsam: vor ein paar Jahren begann eine Bewegung, die man als Grabbe- Renaissance bezeichnen könnte. Paul Friedrich hat das bedeutende Verdienst, hist Wegbereiter gewesen und immer wieder für Grabbe eingetreten zu sein: mit dem Grabbe-Buch, mit einer schönen vierbändigen Ausgabe, die dringend not tat und bann mit biefem Roman, ber mit einer verwandten Leibenschaft bie jähe Lebenskurve bes unseligen Genies aufzeichnet unb dep in tiefem Mitleiben gefangenen Leser durch bie (meisterlich umgriffenen) Stationen einer abschüssigen Lebenslanbstraße führt. — Wir wünschen dem vortrefflichen Roman ben weiten unb geistig mitfühlenden Leserkreis, für ben er geschrieben ist, unb ben er verbient. 230 — Heimatblatt unb Geschichtschronik für bie ehemals Wiebschen unb Nassauischen Lanbe, ür Westerwald, Eifel unb Mittelrhein. Beilage zur Neuwieber Zeitung. Sammelband bes 4. Fahr- ganges 1925. 176 Seiten. — Der Inhalt ber vorliegenden Heimatbeilage ist vortrefflich zu- ammengestellt, bringt eine Fülle von belehrendem, unterhaltenden, gediegenen Lesestoff in seinen Spalten; alles ist mit Fleiß unb Liebe zur Kultur der engeren Heimat zusammengetragen. Breiten Raum nehmen vor allem geschichtliche unb kulturhistorische Abhanblungen ein, viel Wertvolles bieten bes ferneren Künstlermappe, Sagensor- chung, „Wanderfahrten" unb bie Lesefrüchte im „Heimatlichen Allerlei". ~ — 279 — Bruno Frank: Trenck. Roman eines Günstlings. 329 Seiten 8°. Ernst Rowohlt Verlag. Berlin 1926. — Gin seines und wertvolles Buch, dazu (was für manche Leser ausschlaggebend fein mag) so beschaffen: toerrn man es angefangen hat, liest man es gleich zu Ende. Das Thema — welch ein Wunder, baß man nicht früher bar an geriet! — fesselt sofort, schlägt in Dann, läßt einen nicht mehr los. Aber nicht eigentlich das große Abenteuer dieses Rotokoschicksals macht Den Gehalt des Romans aus, sondern: seine literarische Kultur, das stilistische Arom des qualitätvollen Erzählers. Bruno Frank ist ja kein Neuling mehr. Thomas Marm schrieb sehr ehrende Worte über die »Tage des Königs''; schon hier das Fridericus-Thema (seltsam aktuell in unserer unfridericianischen Zeit; man denkt des öftern. nicht zufällig, an Molo), und dies ist bas Ueberzeugende an der inneren Form des neuen Romans: wie das durchaus nach vorn gerückte Schicksal des Günstlings dennoch rächt den Glanz und das schier übermenschliche Mflß der Königsgestalt verdunkelt. 2?3 — Geschichte des Hessischen Staatsarchis zu Darmstadt. Von Georg Fink. 201 Seiten. C. F. Wintersche Buchdruckern, Darmstadt 1925. — Zur Jubelfeier des Darmstädter Staatsarchivs — vor 200 Jahren ist das 3nstitut in die Räume des hessischen Landgrafenschlosses eingezogen — legte der seit langem mit dem Archiv in wissenschaftlicher Arbeit eng verbundene Historische Verein diese Gedenkschrift vor, die in 22 Kapiteln interessante Einblicke in Wesen, Entwicklung und Arbeit des Archivs vermittelt. Cingesprengte Reproduktionen geben ein Bild von den stattlichen Räumlichkeiten, über bie das Darmstädter Archiv verfügt. 258 — Der neue Roman von Hermann Sudermann eröffnet das Iunihest von Velhagen & Kla - f i n g s Monatsheften. Er spielt m der Bis- marckzeit und heißt „Der tolle Professor". Er ist ein Werk von leidenschaftlicher Bewegung und ungemeiner Spannung, eine Schöpfung, die mit ihrer sinnlichen Fülle einen erstaunlich tiefen Gedankengehalt verbindet, das Reifste, was der Romandichter Sudermann geschaffen hat. Sehr reich ist die illustrative Ausstattung des Heftes. Neben den meisterhaft gedruckten Kunstbellagen nach Werken von Dill, Kampf, Spiro u. v. a. fesseln die farbigen Aufsätze über Philipp Otto Runge von Dr. Paul Ferdinand Schmidt, „Deutsche Fechtkunst" von Prof. Dr. G. Panconzelli-Calzia und Georg Bittrichs reizende Spreewaldplauderei „Im Land der Luche und Tuche", die Hans Joachim Wagner mit duftigen Buntstiftzeichnungen geschmückt hat. Pros. Dr. Wilh. Kleefelds Gedenkaufsatz zum 100. Todestage Carl Maria von Webers ist ein bisher unveröffentlichtes vierfarbig wiedergegebenes Bildnis des Komponisten wiedergegeben. — Die feierliche Tagung des Hansischen Geschichtsvereins leitete die großen Siebenhundertjabr- Feiern Lübecks ein. Aus diesem Anlaß wurde die vorliegende erste Festnummer des „Lübecker General-Anzeigers" gewidmet der ruhmvollen Vergangenheit der Hansestadt. Dem „Lübeck von heutet — Lübeck als moderner und großzügiger Industrie-, Handels- und Hafenstadt gilt die zweite Festnummer. — Als „Deutsch-Nordische Sondernummer" wird die dritte Festaufgabe aufgezogen. Letzte Nachrichten. MoseZeki polnischer Sraatsyräfident. Warschau, 1. Juni. (TU. Drahtmeldung.) 3m zweiten Wahlgang für die polnische Staatspräsidentschaft erhielt Professor Moscleki 281 Stimmen, der Kandidat der Rechten nur 200 Stimmen. rNoscleki ist somit zum Staatspräsidenten gewählt. Das Urteil im Mordprozeh Fleffa aufgehoben. Leipzig, 1. 3unl. (WTV. Drahtmeldung.) Der 1. Strafsenat des Reichsgerichts verhandelte heute als Revisionsinstanz über den IHorbpro- z eß gegen die 36jährige Krankenschwester Alessa aus Frankfurt a. 2tl., die wegen Mordes vom Schwurgericht Frankfurt a. 21L am 26. März zum Tode verurteilt worden war. Die Angeklagte hatte am 28. Oktober 1925 ihren Geliebten, den Sanitätsrat Dr. Seih durch drei Revolver- schusse getötet. Der Landgerichtspräsident hatte bei der Zusammensetzung des Schwurgerichts einen Assessor des Amtsgerichts zur Mitwirkung als Beisitzer zugezogen, was nach § 83 des Gerichtsver- sasfungsgesehes nicht zulässig ist. Danach dürfen als Beisitzer zum Schwurgericht nur angestellte Richter des Landgerichts, nicht aber solche des Amtsgerichts mitwirken. Das Gericht kam nach längerer Beratung zur Aufhebung des Urteils und wies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Dorinstanz zurück. BeLKorpulenz oderDeranlagung gebrauchen Sie nur ein in ber Wirkung bemäbrteS Mittel. Aerzte, die das Präparat am eigenen Körper auSprobtert ober eS Patienten verorbnet Haven, bestätlgen, daß ohne schädliche Nebenwirkungen — ja sogar unter Erhöhung des Wohlbefindens — erhebliche Gewichtsabnahmen durch den Gebrauch der Toluba-.Sterne cingetreten find. Die echten Toluba-Kerne erhalten Sie in Packungen au 30 ober 60 Gramm in Apotheken. Bestandteile auf ber 1 Packung. 82s Die ii*< Arbeit! Akk Senf, l A : 3x-r englische HMiung dn vlrbeMmtes uver . »akn DMwsse »Mr die hvM -Lbeitsionserenz c -Tatsache der AegieruiM ' 5 daß Ser e n l.ntmt von ih ÄichtrEerung o GMrung ' MonalenArbeitsa Aach chni sM vrrtietrr, der auf d sozialen SeMbm Obwohl das * von allen eurvM ,0<* 'S?1*’** "sS' »»5'1 lohn, ^JntrtW öS 'S&t .SS Hinaus ergris rungsvertret Dort. Er druckt Internationalen 2 für den wertvollen 'Berichtes aus. 5 nimncr mehr zu ei der Sozialpolitik, d Scsehgebung und Misse in den I rolle Einblicke get Id allerdings die -feit längerer Zeit n:ib ihnen zur Zeit lehen gewahrt hab« ttühungen keil -ich vielmehr nur IÄUt Sinterung ter scheu Schiffswerften Ministerialrat Z Wchrist „Die CH ein, mit deren tzeri nale Arbeitsamt e erworben habe. D lchrift entspreche I strebten Zwecken i reichhaltiger. Ministerialrat der Ratifizier ubereinkommi lei darauf hingen klarungen der 2?egi "ch leien. Seit kur- tiges Ereignis los aucy die Reg einen w e dm Mge d nundrntagübereinkoi ^Nieren, in ßOnb SJ« dre Znitia: Ä 'S* die Einigung tet4n über die qJ Uer Punkte fo J® Weg für d fomw ebnen. a, 2>e teutjfy Reo &n. Ergebnissen de tea worden Ul F« Kü! ,r a n ö p u n»/ ? N der tbie bereiz" der l fe' e?Atern te dv e